Wacker Chemie AG

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011

Inhalt

Bericht des Aufsichtsrats

Zusammengefasster Konzernlagebericht

Konzernabschluss mit Anhang

Organe

Corporate Governance Entsprechenserklärung

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An unsere Aktionäre

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

WACKER ist es 2011 gelungen, ein gutes Geschäftsergebnis zu erzielen, auch wenn sich der Konzern zu Beginn des Jahres eine noch stärkere Leistung zugetraut hatte. Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres verliefen sehr erfolgreich. Die Konsolidierung auf dem Photovoltaikmarkt in den letzten drei Monaten des Jahres hat die Umsatz- und Ergebnisentwicklung deutlich gebremst. Trotz der starken Position als Kosten- und Qualitätsführer im Polysiliciumgeschäft ist diese scharfe Korrektur des Marktes nicht spurlos an WACKER vorübergegangen.

Zyklische Auf- und Abwärtsbewegungen werden auch in Zukunft das Geschäft von WACKER begleiten. Wichtig dabei ist, ob Unternehmen in der Lage sind, diese erfolgreich zu meistern. WACKER ist ein gesundes Unternehmen mit einer hohen Finanzkraft, attraktiven Geschäftsfeldern, einer ausgeprägten Innovationskraft und einmaligem Know-how. Unser Unternehmen ist - bis auf das Krisenjahr 2009 - kontinuierlich im Umsatz gewachsen. Die Wachstumsstrategie und die weitere Internationalisierung des Geschäfts begleitet WACKER mit dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Seit dem Jahr 2006 hat WACKER über 4,5 Milliarden Euro in die Zukunft des Unternehmens investiert. WACKER ist damit nicht nur größer, sondern auch substanziell stärker geworden.

Das Investitionsprojekt im US-Bundesstaat Tennessee unterstreicht diese Expansionsstrategie. Trotz des hohen Volumens hat WACKER die Investitionen des vergangenen Jahres aus dem eigenen Cashflow inklusive der Kundenanzahlungen finanziert. Die bisher größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens ist für WACKER der Ausgangspunkt, auf einem der größten Chemie- und Industriemärkte der Welt einen integrierten Verbundstandort zu etablieren. Das eröffnet nicht nur neue Marktperspektiven in Amerika, sondern lässt uns Währungsschwankungen zwischen dem US-Dollar und dem Euro besser austarieren. Mit einem integrierten Verbundstandort in Tennessee kann WACKER eine seiner großen Stärken auch in der Region Amerika umsetzen und das Geschäft dort weiter voranbringen.

Wie wichtig der amerikanische Markt für den Erfolg von WACKER ist, zeigt auch die Entwicklung des Geschäftsbereichs WACKER POLYMERS. Durch die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen von WACKER konnte der Umsatz in der Region Amerika im Geschäftsjahr 2011 deutlich gesteigert werden. Das Wachstum bei WACKER POLYMERS zeigt aber auch, dass es richtig war, im Jahr 2008 zwei Gemeinschaftsunternehmen vollständig zu erwerben, die wir zuvor mit Air Products betrieben haben. Diese Akquisition zahlt sich jetzt nachhaltig aus.

Auch global ist WACKER mit der Investition in Tennessee langfristig gut aufgestellt. Der Konzern verfügt dadurch über moderne und integrierte Produktionsstandorte in den drei wichtigsten Regionen der Welt.

Ein großer Anteil an diesem Erfolg gehört den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von WACKER. Mit ihrer Leistungsfähigkeit, ihrem exzellenten Know-how und ihrem Engagement sind sie ein wesentlicher Garant für die positive Entwicklung des Unternehmens. Für diese Leistung bedankt sich der Aufsichtsrat der WACKER Chemie AG.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2011 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen frühzeitig eingebunden, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der WACKER Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2011 ist der Aufsichtsrat zu vier turnusmäßigen Sitzungen zusammengetreten, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand unverzüglich in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat während seiner Amtszeit an weniger als der Hälfte der Sitzungen im Berichtszeitraum teilgenommen.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

die Errichtung der neuen Polysiliciumanlage im US-Bundesstaat Tennessee

der Ausbau der Produktionskapazitäten für Polysilicium in Burghausen und Nünchritz

die Restrukturierung der Siltronic und die Umsetzung der Leitstandortstrategie

der Ausbau des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung in Singapur und die damit verbundene Finanzierung

die Anlaufkosten für die neue Siloxananlage in Zhangjiagang

die Situation auf dem Photovoltaikmarkt und die Auswirkungen für WACKER

die Entwicklung des Aktienkurses

die Sicherung der Konzernfinanzierung

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2012 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 8. Dezember 2011 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der mittelfristigen Unternehmensplanung bis zum Jahr 2015. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2012.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Dr. Bernd W. Voss vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende in den Ausschüssen den Vorsitz.

Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2010, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsabschlüsse des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements und der Compliance. Außerdem hat der Prüfungsausschuss den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer erteilt und dem Plenum einen Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2011 unterbreitet.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2011 einmal. In seiner Sitzung beschäftigte er sich mit den Personalangelegenheiten des Vorstands.

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung am 8. Dezember 2011 diskutiert und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich.

Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht. Weitere Informationen ab S. 247

In seiner Sitzung im Dezember 2011 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und ist dabei zu einem positiven Ergebnis gekommen.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der WACKER Chemie AG für das Geschäftsjahr 2011, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2011) einschließlich der Buchhaltung geprüft.

Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Mai 2011 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der gemeinsame Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 27. Februar 2012 die oben genannten Abschlüsse und Berichte sowie die Prüfungsberichte des Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfers im Gespräch mit diesem eingehend diskutiert, geprüft und darüber dem Gesamtaufsichtsrat berichtet. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 7. März 2012 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen dem Prüfungsausschuss und dem Gesamtaufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der WACKER Chemie AG, den Konzernabschluss und den gemeinsamen Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der WACKER Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011. Der Jahresabschluss der WACKER Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand

Im Geschäftsjahr 2011 gab es keine personellen Veränderungen im Vorstand.

Im Aufsichtsrat legte der Gewerkschaftsvertreter Uwe Fritz sein Mandat zum 31. Mai 2011 nieder, als sein Nachfolger wurde Harald Sikorski mit Wirkung zum 1. Juni 2011 gerichtlich bestellt. Zum 31. Dezember 2011 legte der Vertreter der leitenden Angestellten, Dr. Konrad Bachhuber, sein Aufsichtsratsmandat nieder. Als gewähltes Ersatzmitglied folgte ihm mit Wirkung zum 1. Januar 2012 Konrad Kammergruber nach.

 

München, 7. März 2012

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

T 2.1 Ressortverteilung im Vorstand

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Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender
  SILTRONIC Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht und Versicherungen, Compliance
Dr. Joachim Rauhut WACKER POLYSILICON Bilanzierung, Konzerncontrolling, Finanzen, Information Technology, Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik, Steuern Region Amerika
Dr. Wilhelm Sittenthaler WACKER SILICONES Personal / Soziales (Arbeitsdirektor), Forschung und Entwicklung, Intellectual Property Regionen Indien, Asien / Pazifik
Auguste Willems WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Zentrale Ingenieurtechnik, Sales and Distribution, Corporate Security, Werkleitungen, Umwelt / Gesundheit / Safety, Product Stewardship Regionen Europa, Middle East

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289a HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. www.wacker.com/corporate-governance

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio im Geschäftsjahr 2011 erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 3.000 Produkten. Zum Angebot gehören siliconbasierte Öle und Emulsionen, Harze, Elastomere, Dichtstoffe, Silane und pyrogene Kieselsäuren. Produziert werden sowohl Spezialitäten nach den Anforderungen der Kunden als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Dort dienen sie als Zusatz in Fliesenklebern und Wärme- dämmverbundsystemen, in Trockenmörtel oder in selbstnivellierenden Bodenbelägen, den so genannten Selbstverlaufsmassen.

Der kleinste Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech- Produkte sowie Katalog-Produkte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharma- proteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und Elektronikindustrie und vor allem für die Solarindustrie her. Der größte Teil des Polysiliciums geht an externe Kunden. Intern beliefern wir die Siltronic und das Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer.

Für führende Halbleiterhersteller produziert die Siltronic Siliciumwafer. Sie sind das wesentliche Ausgangsprodukt für fast alle Halbleiter - seien es diskrete Halbleiterbauelemente (Transistoren oder Gleichrichter) oder Mikrochips (Mikroprozessoren, Speicherbausteine).

Integrierte Verbundproduktion ist die große Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hoch integrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion besteht darin, anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt als Ausgangsmaterial für weitere Produkte zu verwenden und die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, in einem geschlossenen Kreislauf zu bewegen. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Im Vergleich zu offenen Produktionsprozessen verringern sich die spezifischen Herstellungskosten. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Weitere Vorzüge der Verbundstandorte von WACKER sind die hervorragende Werkinfrastruktur, gut ausgebildetes Personal sowie Vorteile in der Rohstoffund Energieversorgung.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

Mit den vier umsatzstärksten Geschäftsbereichen gehört WACKER weltweit zu den Top-3-Anbietern. Bei einigen Produkten wie der Marke VINNAPAS® im Bereich der Dispersionspulver für die Bauindustrie sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Europa inkl. Deutschland, gefolgt von Asien und Amerika.

Marktposition der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Eine Top-3-Position nimmt der Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Markt für Silicone ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. In Europa nehmen wir eine führende Marktposition ein. Hier haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 54 Mio. € erzielt. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Der steigende Lebensstandard der Menschen in diesem Teil der Erde führt dazu, dass Siliconprodukte stärker nachgefragt werden.

Bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Pulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Asien. In Nanjing hat WACKER einen integrierten Produktionsstandort für Dispersionen und Dispersionspulver mit einer Jahreskapazität von 30.000 Tonnen. Neben der Bauindustrie gehen die Produkte von WACKER POLYMERS auch in die Textil- sowie in die Klebstoff-, Farb- und Lackindustrie.

T 2.2 Wettbewerbspositionen von WACKER

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  Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES Dow Corning Momentive WACKER
WACKER POLYMERS WACKER(Dispersionspulver/ VAE-Dispersionen) Akzo (Elotex) (Dispersionspulver) / Celanese (Dispersionen) Dairen (Dispersionspulver/ Dispersionen)
WACKER POLYSILICON Hemlock WACKER OCI
SILTRONIC Shin-Etsu Sumco SILTRONIC

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über kleine, aber aussichtsreiche Marktpositionen, die wir weiter ausbauen.

Produktionskapazitäten von polykristallinem Reinstsilicium haben sich erhöht

Wachstum und hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Mit dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten und deutlichen Produktivitätsgewinnen hat WACKER seine Position als zweitgrößter Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium für Elektronik- und Solaranwendungen gefestigt. Die Produktionskapazitäten haben sich im Jahr 2011 durch das Hochfahren der Polyausbaustufe 9 in Nünchritz erhöht.

Die Siltronic ist nach wie vor der drittgrößte Hersteller von Siliciumwafern und anderen Produkten für die Halbleiterindustrie. Zu den Kunden zählen alle wichtigen Halbleiterunternehmen der Welt, mit denen wir mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes in diesem Geschäft erzielen.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber sehr unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können.

T 2.3 Operative Fruhindikatoren

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Geschäftsbereich Operativer Frühindikator Frühindikator für
WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS WACKER POLYSILICON Rohstoffpreis- und Energiepreisentwicklung unsere Kostenentwicklung
WACKER SILICONES Auftragseingang pro Monat unsere Kapazitätsauslastung
WACKER POLYSILICON Mittel- und Langfristverträge unsere Kapazitätsauslastung, weitere Marktentwicklung
SILTRONIC Daten zur Auslastung der Halbleiterhersteller unsere Kapazitätsauslastung
Alle Geschäftsbereiche Kundengespräche unsere Umsatzentwicklung, unsere Produktqualität, Markttrends
Alle Geschäftsbereiche Marktforschung Markttrends, Produktinnovationen

Wirtschaftliche Einflussgrößen auf unser Geschäft

Energie- und Rohstoffkosten dominieren Herstellungskosten

Die wirtschaftlichen Einflussfaktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2011 mit über 40 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten.

— Energie- und Rohstoffkosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. Um von diesem Einflussfaktor unabhängiger zu werden, haben wir verschiedene Stellhebel bewegt. Dazu zählt unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz. Sie verringert den Zukauf von Energie und damit die Kosten. Mit der Rückwärtsintegration im Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Geschäftsjahr 2010 haben wir einen Teil des Bedarfs an Siliciummetall langfristig gesichert. Wir sind damit ein Stück unabhängiger von Preisschwankungen. Gleichzeitig haben wir die Versorgungssicherheit bei großer Nachfrage erhöht.

— Währungsschwankungen

Währungsschwankungen gegenüber dem Euro beeinflussen unser Geschäft. Mindestens die Hälfte unserer Dollarexposures des Folgejahres haben wir durch Währungssicherungsgeschäfte (Derivate) abgesichert. Die Sicherungsquote für das Jahr 2012 liegt aktuell bei rund 60 Prozent. Ein Anstieg des Euros gegenüber dem Dollar um einen US-Cent wirkt sich ungesichert negativ im EBITDA mit rund vier Mio. € aus.

— Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Im Geschäftsjahr 2011 ist in verschiedenen Ländern die Förderung für Photovoltaikanlagen gesenkt worden, u. a. in Deutschland, dem wichtigsten Photovoltaikmarkt, in Italien, Belgien, Frankreich und Japan. Durch permanente Produktivitätsverbesserungen sehen wir uns in der Lage, trotz veränderter Rahmenbedingungen unsere Wettbewerbsposition zu behaupten. Auf Grund unserer Kostenführerschaft, unserer Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer Kundenstruktur sowie mittel- und langfristiger Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern.

Rechtliche Einflussfaktoren auf unser Geschäft

Insgesamt haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für WACKER im Geschäftsjahr 2011 nicht wesentlich verändert. Für unser operatives Geschäft ergaben sich keine zusätzlichen Auflagen.

120 Registrierungsdossiers im Rahmen von reach eingereicht

Seit Juni 2008 sind wir verpflichtet, alle Stoffe in Europa ab einer Jahresmenge von einer Tonne zu registrieren und nach ihren Eigenschaften zu bewerten. Dabei sind die genauen Verwendungsbedingungen zu berücksichtigen. Das regelt die Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der Europäischen Union). Bis Ende 2011 reichte WACKER 120 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein.

Im Rahmen des Klassifizierungs- und Kennzeichnungssystem GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) der EU-Kommission haben wir im Jahr 2011 alle relevanten Stoffe dem Einstufungs- und Kennzeichnungsinventar der eu gemeldet. Bis zum Jahr 2015 werden alle Gemische gemäß GHS neu eingestuft (7.000 Gemische).

T 2.4 GHS-Einführung

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Land/ Wirtschaftsraum Änderung Sicherheitsdatenblätter Änderung Etiketten Stoffe/ Gemische
Brasilien Februar 2011 Juni 2015 Februar 2011 Juni 2015 Stoffe Gemische
China Mai 2011 Mai 2011 Stoffe und Gemische
Europa Dezember 2010 Juni 2015 Dezember 2010 Juni 2015 Stoffe Gemische
EWR-Länder (Island, Liechtenstein, Norwegen) 2011 Juni 2015 2011 Juni 2015 Stoffe Gemische
Indonesien September 2010 Januar 2014 September 2010 Januar 2014 Stoffe Gemische
Japan Januar 2011 Dezember 2006 100 spezielle Stoffe
Kroatien Dezember 2011 Juni 2015 Dezember 2011 Juni 2015 Stoffe Gemische
Malaysia voraussichtlich 2012 voraussichtlich 2015 voraussichtlich 2012 voraussichtlich 2015 Stoffe Gemische
Mexiko Juli 2011 Juli 2011 Stoffe und Gemische, bislang noch freiwillig
Neuseeland Juli 2008 Januar 2011 Stoffe und Gemische
Schweiz Dezember 2012 Juni 2015 Dezember 2012 Juni 2015 Stoffe Gemische
Serbien September 2011 Juni 2015 September 2011 Juni 2015 Stoffe Gemische
Singapur Dezember 2010 Dezember 2012 Dezember 2010 Dezember 2012 Stoffe Gemische
Südkorea Juli 2010 Juli 2013 Juli 2010 Juli 2013 Stoffe Gemische
Taiwan Januar 2009 Januar 2009 Stoffe und Gemische
Uruguay Juli 2010 Juli 2010 Stoffe und Gemische

Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik, um den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Unter dem Titel EAGLE (Eye at Growing a Longterm Enterprise) haben wir seit dem Jahr 2002 das Wertmanagement von WACKER konzernweit zusammengefasst. Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswertes sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließung und andere Projekte.

T 2.5 Kapitalkosten

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  2011 2010
Risikoloser Zinssatz (%) 3,8 3,8
Marktprämie (%) 4,2 4,2
Beta-Faktor 1,5 1,5
Eigenkapitalkosten nach Steuern (%) 10,1 10,1
Steuersatz (%) 30,0 30,0
Eigenkapitalkosten vor Steuern (%) 14,4 14,4
Fremdkapitalkosten vor Steuern (%) 5,0 5,0
Tax Shield (30 %) 1,5 1,5
Fremdkapitalkosten nach Steuern (%) 3,5 3,5
Anteil Eigenkapital (%) 90,0 90,0
Anteil Fremdkapital (%) 10,0 10,0
Kapitalkosten nach Steuern (%) 9,5 9,5
Kapitalkosten vor Steuern (%) 13,6 13,6

Zentrale Mess- und Steuerungsgrößen

Drei Steuerungsgrosen beim Wertmanagement

Die Steuerungsgrößen für das Wertmanagement bei WACKER sind der BVC (Business Value Contribution), das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) und der Netto-Cashflow.

Das Ergebnis nach Kapitalkosten bezeichnen wir als Business Value Contribution, kurz BVC. Der Investor erwartet eine Mindestverzinsung auf das Anlage- und Umlaufvermögen, die die Kapitalkosten deckt. Der Kapitalkostensatz vor Steuern betrug im Jahr 2011 unverändert 13,6 Prozent. Mit dem BVC will WACKER einen Residualgewinn erwirtschaften, der über den Kapitalkosten liegt und damit im Unternehmen Wert schafft. Jedes Jahr überprüfen wir dabei in jedem Geschäftsbereich die Kapitalkosten und ermitteln spezifisch für die Geschäftsbereiche Risikoprämien (Beta-Faktor). Zur Ermittlung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren vom ebit abgezogen. Jeder Geschäftsbereich erhält jährlich ein BVC-Ziel, das im Rahmen der Planung ermittelt und auf Konzernebene zu einem Wert zusammengeführt wird.

Im Jahr 2011 haben wir unser BVC-Ziel nicht ganz erreicht, auch wenn es mit 183,5 Mio. € deutlich positiv war. Insbesondere niedrigere Preise im Polysiliciumgeschäft im vierten Quartal, eine geringere Auslastung der Siltronic sowie Aufwendungen für die geplante Schließung des Standortes Hikari der Siltronic haben den BVC belastet.

T 2.6 Soll / Ist-Abgleich

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Mio. € 2010 Plan 2011 Ist 2011
BVC 399,4 232,0 183,5
EBITDA-Marge (%) 25,2 22,5 22,5
Netto-Cashflow 421,6 25,0 6,2

Das zweite Ziel von WACKER ist eine hohe Profitabilität im Vergleich zum Wettbewerb. Als Wertgröße dient dazu das EBITDA. Jeder Geschäftsbereich wird dabei mit seinem profitabelsten Wettbewerber verglichen. Aus diesem Vergleich, der historischen Performance und der Planung der Geschäftsbereiche berechnen wir eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche. Im Jahr 2011 betrug sie 25 Prozent. Im Jahr 2011 haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 22,5 Prozent erreicht.

Das dritte Ziel ist der Netto-Cashflow (ncf - definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren inklusive Zugänge aus Finanzierungsleasing). Im Durchschnitt wird hier ein leicht positiver Wert angestrebt. Er ist in einzelnen Jahren abhängig von der Ertragslage und den geplanten Investitionen. Das Ziel für 2011 war ein leicht positiver Netto-Cashflow. Das etwas niedriger als erwartet ausgefallene Ergebnis und die beschleunigte Investitionstätigkeit haben den Netto-Cashflow verringert. Höhere Kundenanzahlungen aus Polysiliciumverträgen haben sich positiv auf den Netto-Cashflow ausgewirkt. Er lag mit 6,2 Mio. € im Plan.

T 2.7 ROCE und Wertbeitrag

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Mio. € 2011 2010
EBIT 603,2 764,6
Capital Employed1 3.328,6 3.078,9
ROCE2 (%) 18,1 24,8
Kapitalkosten vor Steuern (%) 13,6 13,6
BVC 183,5 399,4

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der erhaltenen Anzahlungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße im Bezug auf das gebundene Kapital.

Um den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern, ist die variable Vergütung der Mitglieder des oberen Managements der Geschäfts- und Zentralbereiche gekoppelt an die Messgrößen EBITDA-Marge, Entwicklung des Netto-Cashflows und BVC.

ROCE deutlich über Kapitalkosten

Die Rendite auf das gebundene Vermögen (ROCE) war mit 19,7 Prozent geplant. Erreicht hat WACKER im Jahr 2011 einen ROCE von 18,1 Prozent. Es konnte also wie im Vorjahr eine erhebliche Prämie auf die Kapitalkosten verdient werden. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.

Wertmanagement wird im Jahr 2012 weiterentwickelt

Änderungen im Wertmanagement im Jahr 2012

Im Jahr 2012 wird das Wertmanagement von WACKER weiterentwickelt. Im Einklang mit der Bewertung von WACKER durch die Kapitalmärkte werden wir die erhaltenen Anzahlungen nicht mehr als Abzugskapital im Capital Employed behandeln, sondern als verzinsliches Fremdkapital. Dadurch werden das gebundene Vermögen (Capital Employed) und damit die Kapitalkosten deutlich steigen. Gleichzeitig werden Zu- und Abgänge von erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen nicht mehr im Netto-Cashflow berücksichtigt. Diese erhaltenen Anzahl ungen werden künftig als Finanzverschuldung angesehen und ändern damit die Zielkapitalstruktur von bisher 90 Prozent Eigenkapital auf dann 80 Prozent Eigen- und 20 Prozent Fremdkapital. Bezogen auf das Jahr 2011 hätten sich durch diese Weiterentwicklung folgende Änderungen in den berichteten Zahlen ergeben: Das Capital Employed hätte 4.516 Mio. € betragen und der ROCE 13,3 Prozent. Der Netto-Cashflow wäre um 163,6 Mio. € niedriger gewesen und hätte bei - 157,4 Mio. € gelegen.

Wir prüfen, im Jahr 2012 die bisherigen Steuerungsgrößen BVC, Netto-Cashflow und EBITDA-Marge um die Rendite auf das gebundene Vermögen (ROCE) zu ergänzen. Das BVC und der Netto-Cashflow werden jedes Jahr in der Planung festgelegt. Die Ziel-EBITDA-Marge wird unabhängig davon bestimmt, genauso wie der ROCE. Der ROCE soll als zweite von der Planung unabhängige Steuerungsgröße die langfristige Entwicklung des Unternehmens abbilden.

Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Diese Informationen werden auf Konzernebene verdichtet und um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Im Plan-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Ziele erreichen. Den Überbau bildet die Mittelfristplanung über fünf Jahre.

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Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER zwei gleichrangige Ziele:

das Wachstum des Unternehmens möglichst aus eigener Kraft zu finanzieren.

dauerhaft einen positiven Netto-Cashflow zu erwirtschaften.

WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel auf Konzernebene abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2011

Weitere 200 Mio. € vom Kredit der Europäischen Investitionsbank in Anspruch genommen

Im Geschäftsjahr 2011 hat es keine größeren Abschlüsse von Finanzierungsmaßnahmen gegeben. Planmäßig zurückgeführt haben wir das im Jahr 2009 aufgenommene Schuldscheindarlehen. Im Juli 2011 sind zehn Mio. € getilgt worden. Damit haben wir 161 Mio. € der insgesamt 180 Mio. € zurückgezahlt. Von dem bereits im Jahr 2009 abgeschlossenen Kredit über 400 Mio. € mit der Europäischen Investitionsbank wurden im Dezember 2011 die restlichen 200 Mio. € in Anspruch genommen.

Für die Finanzverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. WACKER verfügt damit zum 31. Dezember 2011 über offene und in Anspruch genommene Kreditlinien von über einem Jahr in Höhe von rund 1,18 Mrd. €. Die abgeschlossenen Finanzierungen beinhalten marktübliche Kreditklauseln und als einzige Financial Covenants das Verhältnis Net Debt / EBITDA.

WACKER arbeitet mit einer Anzahl von Banken (Kernbankenprinzip) zusammen. Sie müssen eine Bonität im Investment-Grade-Bereich und eine langfristig angelegte Geschäftsausrichtung haben. Um Kontrahenten- und Konzentrationsrisiken zu verringern, darf der Anteil einer Bank an den WACKER zugesagten Kreditlinien 20 Prozent nicht überschreiten. Einzige Ausnahme ist die Europäische Investitionsbank.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Im Geschäftsjahr 2011 ist die Tochtergesellschaft WACKER Biotech in Jena nach ISO 14001 (Umweltmanagement) in die Konzernzertifizierung einbezogen worden. Auf Grund spezifischer Prozesse und Kundenanforderungen ist die Tochtergesellschaft Siltronic mit allen Standorten nach der Qualitätsnorm ISO/TS 16949 und nach ISO 14001 zertifiziert.

Strategie von WACKER

WACKER hat im Geschäftsjahr 2011 seine Vision weiterentwickelt und fünf strategische Ziele bestimmt. Alle zusammen bilden das Fundament unserer Strategie und formulieren den Leistungsanspruch an uns selbst. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet.

G 2.6 Vision des WACKER-Konzerns

Wir entwickeln intelligente Lösungen für dauerhaftes Wachstum

WACKER als innovatives Chemieunternehmen leistet einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität der Menschen auf der Welt zu verbessern. Wir wollen auch in Zukunft Lösungen entwickeln und anbieten, die unseren eigenen Anspruch erfüllen: Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre schaffen und nachhaltig wachsen.

G 2.7 Ziele des WACKER-Konzerns

Kunden

Produkte und Lösungen von WACKER sind bei unseren Kunden erste Wahl

Die Bedürfnisse unserer Kunden stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Zufriedene Kunden bilden die Grundlage für unseren Erfolg.

Wir arbeiten ständig daran, die Qualität unserer Produkte zu erhöhen und unseren Service zu verbessern. Je besser das gelingt, desto stärker können wir mit unseren Kunden wachsen, sie noch besser verstehen und ihnen einen hohen Mehrwert bieten.

WACKER baut dabei auf den direkten Kontakt und schätzt den persönlichen Austausch vor Ort. Mit unseren technischen Kompetenzzentren und der WACKER ACADEMY entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden individuelle Lösungen. Langfristige, auf Vertrauen aufgebaute Beziehungen zu Menschen in unseren Märkten sind unsere Stärke.

Mitarbeiter

Wir wollen zu den besten Arbeitgebern gehören

Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Mitarbeiter sind das höchste Gut.

Fördern und fordern bilden die Grundlage für den gemeinsamen Erfolg von WACKER. Wir sorgen dafür, dass unsere Mitarbeiter ihre persönlichen Potenziale und Talente entfalten, Verantwortung übernehmen sowie Eigeninitiative und ihre Ideen einbringen können. Das fördern wir, indem wir unsere Mitarbeiter qualifizieren und weiterbilden. Was wir erwarten, ist Leistungsbereitschaft, fachliche und soziale Kompetenz.

Wir wollen dafür sichere Arbeitsplätze, außerordentliche Sozialleistungen und ein Arbeitsumfeld bieten, in dem Beruf und Privatleben vereinbar sind. Bei aller Konzentration auf den Geschäftserfolg ist es uns wichtig, dass die gemeinsame Zusammenarbeit geprägt ist von gegenseitigem Vertrauen, Verlässlichkeit und Fairness.

Innovationen

Mit Produkt- und Prozessinnovationen für die Welt von morgen erschließen wir neue Märkte

Wir entwickeln Produkte, die für die Welt von morgen wichtig sind. Dafür investieren wir in Forschung und Entwicklung. Unsere Innovationskraft zeigt sich in einem hohen Umsatzanteil von neuen Produkten.

Wir verstehen es, neue Produktionsverfahren aus der Entwicklung heraus in weltweit wettbewerbsfähige Produktionsanlagen zu überführen.

Innovation heißt für WACKER aber auch: das Gute noch besser machen. Mit unserem Programm „Wacker Operating System“, kurz WOS, wollen wir systematisch unsere Prozesse optimieren. In der eigenen wos-Akademie schulen wir unsere Mitarbeiter darauf.

Als Qualitäts- und Kostenführer in vielen unserer Geschäfte wissen wir: Besser zu werden, kennt kein Ende.

Unternehmenswert

Wir steigern den Wert des Unternehmens kontinuierlich

WACKER versteht sich als leistungsorientiertes Unternehmen, das seinen Wert nachhaltig steigern will. Wirtschaftlicher Erfolg ist die Grundlage, damit wir unsere strategischen Ziele umsetzen und erreichen können.

Das Umsatzwachstum pro Jahr soll größer sein als der Anstieg des weltweiten Bruttosozialprodukts. Wir wollen zu den ertragsstärksten Unternehmen in unserer Industrie gehören. Wertorientiertes Management ist deshalb ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Wir messen den Erfolg anhand klar definierter Kennzahlen und haben immer das Ziel, mehr als unsere Kapitalkosten zu verdienen.

In den Geschäftsbereichen, in denen wir tätig sind, wollen wir zu den Top-3-Anbietern gehören. Deshalb arbeiten wir ständig daran, unseren Kosten-, Qualitäts- und Technologievorsprung zu vergrößern.

Nachhaltigkeit

Unsere Verantwortung als Unternehmen geht über unser Geschäft hinaus

Unser Bekenntnis zur Nachhaltigkeit umfasst ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Wir orientieren unser Handeln an den Prinzipien der UN-Grundsätze Global Compact und der Initiative der chemischen Industrie Responsible Care®.

Unsere Produkte, Technologien und Prozesse erfüllen höchste Standards. Nachhaltiges Wirtschaften ist bei WACKER seit Jahren fester Bestandteil der Produktions- und Geschäftsprozesse. Eine große Stärke sind die geschlossenen Stoffkreisläufe. Anfallende Nebenprodukte verwenden wir als Ausgangsmaterial für weitere Produkte und senken damit den Energie- und Ressourcenverbrauch.

Wir übernehmen soziale und gesellschaftliche Verantwortung, die auf einer festen Wertebasis beruht. Wir tun dies im Umfeld unserer Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind.

Vertrauen in unser Handeln ist ein wesentlicher Baustein für unseren langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

Die Wege, diese strategischen Ziele zu erreichen, sehen wir darin,

dass wir unsere Präsenz in aufstrebenden Märkten und Regionen erhöhen und in Wachstumsmärkte investieren. Hier konzentrieren wir uns auf Asien, hier vor allem China, Indien und Südkorea, sowie auf Südamerika, hier in erster Linie auf Brasilien.

dass wir das operative Geschäft durch Innovationen stärken. Potenzial sehen wir vor allem in der Substitution von alten durch neue Produkte, die bessere Eigenschaften besitzen, umweltfreundlicher sind und Mehrwert für den Kunden schaffen.

dass wir durch operative Exzellenz unsere Produktivität und unsere Kosten optimieren. Das Programm „WACKER Operating System“ (wos) bündelt, fördert und bearbeitet alle Unternehmensprojekte der systematischen Prozessverbesserung.

dass wir die Qualität unserer Produkte in der Anwendung erhöhen und dadurch einen direkten Beitrag zur Wertschöpfung unserer Kunden leisten.

dass wir den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen durch intensive Kontakte, besseren Service und Partnerschaften.

dass unsere Mitarbeiter mit ihrem exzellenten Know-how und ihren Ideen dieser Strategie zum Erfolg verhelfen.

Als Kompass für unsere strategischen Zielsetzungen dienen uns die Zukunftsfelder Energie, Urbanisierung und Bau sowie Digitalisierung und der Wohlstandszuwachs in den Schwellenländern, die wir mit unseren Produkten in Zukunft in idealer Weise bedienen.

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Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsverlauf

Schlüsselprojekte im Fokus

Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 244 Projekten in mehr als 40 Technologieplattformen. Über ein Viertel dieser Themen betrifft strategische Schlüsselprojekte, für die wir im Berichtsjahr 45 Prozent der angefallenen Projektkosten aufgewendet haben.

Überblick über den Geschäftsverlauf

Ertragslage

Vermögenslage

Finanzlage

Segmentberichterstattung

Regionenbericht

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Informationen

Risikobericht

Nachtragsbericht

Lagebericht der Wacker Chemie AG

Überblick über den Geschäftsverlauf

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Schuldenkrise der EU-Staaten beeinflusst Wirtschaftsentwicklung

Die Weltwirtschaft hat im ersten Halbjahr 2011 ihr Wachstum fortgesetzt. In der zweiten Jahreshälfte hat sich die Stimmung deutlich verschlechtert. Die Nachfrage in wichtigen Abnehmerbranchen ist zurückgegangen und das Wirtschaftsklima hat sich stark abgekühlt. Führende Wirtschaftsinstitute haben daraufhin ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2011 zurückgenommen. Ursachen für die deutliche Abschwächung der Konjunktur sind die anhaltende Schuldenkrise in den EU-Staaten, die Schwäche der amerikanischen Wirtschaft, der Kampf Chinas gegen die hohe Inflation und strukturelle Risiken im Bankensektor.

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Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft im Jahr 2011 um 3,8 Prozent (2010: 5,1 Prozent) gewachsen. Ursprünglich war der IWF von einem Wirtschaftswachstum von 4,3 Prozent ausgegangen.

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Asien bleibt der Wachstumsmotor

Japans Wirtschaft leidet unter Erdbebenkatastrophe

Stabil und auf einem hohen Niveau zeigte sich im Jahr 2011 das Wachstum in Asien. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 7,5 Prozent (2010: 9,0 Prozent). Die beiden wichtigsten Volkswirtschaften China und Indien konnten erneut deutlich zulegen. Nach Angaben des chinesischen Statistikamtes ist die Wirtschaft Chinas um 9,2 Prozent (2010: 10,3 Prozent) gewachsen. Um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen, hat die chinesische Notenbank mehrfach den Leitzins angehoben. Das hat dazu geführt, dass sich das Wachstum etwas verlangsamt hat. In Indien ist das Bruttoinlandsprodukt laut ADB um 7,9 Prozent (2010: 8,5 Prozent) geklettert. Die japanische Wirtschaft ist durch die Erdbeben- und Tsunamikatastrophe stark belastet worden. Nach Schätzungen des IWF muss Japan im Jahr 2011 einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung um - 0,9 Prozent (2010: 4,0 Prozent) verkraften.

US-Wirtschaft bleibt Sorgenkind

Der erhoffte Aufschwung der US-Wirtschaft ist im Jahr 2011 ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung legte laut IWF um 1,8 Prozent (2010: 3,0 Prozent) zu. Trotz einer Nullzinspolitik der amerikanischen Zentralbank konnte der private Konsum nicht angekurbelt werden. Die hohe Arbeitslosigkeit, der schwache Immobilienmarkt, das geringe Verbrauchervertrauen und die negative Handelsbilanz haben die amerikanische Wirtschaft gebremst.

Eurozone im Griff der Schuldenkrise

Zwar konnte die Wirtschaftsleistung in der Eurozone moderat zulegen, aber die Schuldenkrise einiger europäischer Länder wie Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien sowie die schwierigen Verhandlungen der Politik über Lösungswege haben das Wachstum negativ beeinträchtigt. Nach Berechnungen des IWF erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Länder um 1,6 Prozent (2010: 1,8 Prozent).

Deutsche Wirtschaft wächst stärker als die der übrigen Eu-Länder

Wie schon ein Jahr zuvor ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2011 stärker gewachsen als die der anderen Mitgliedsstaaten der EU. Deutschland hat damit die Rolle als führende Industrienation in Europa weiter festigen können. Treiber für die positive Entwicklung war vor allem der Export. Die niedrige Arbeitslosigkeit und ein hoher Beschäftigungsgrad haben dazu geführt, dass Steuer-Mehreinnahmen die Schuldenlast verringern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt um 3,0 Prozent (2010: 3,6 Prozent) gestiegen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Halbleiter-, die Photovoltaik-, die Chemie-, die Bau- sowie die Elektro- und Elektronikindustrie.

Markt für Halbleiter rückläufig

Absatz von 300 mm Siliciumwafern steigt, 200 mm Siliciumwafer und kleinere Durchmesser gehen zurück

Die Erwartungen für ein weiteres Wachstum auf dem Halbleitermarkt haben sich im Jahr 2011 nicht erfüllt. Die ursprüngliche Annahme, dass der Markt um 4,6 Prozent wachsen würde, hat das Marktforschungsinstitut Gartner im Lauf des Jahres zurückgenommen. Vor allem im zweiten Halbjahr 2011 hat sich die Nachfrage nach konsumnahen Elektronikprodukten wie Mobiltelefonen und Computern abgeschwächt. Insgesamt rechnen die Branchenexperten von Gartner für das Jahr 2011 mit einem Umsatzrückgang von 1,9 Prozent auf rund 10,3 Mrd. US-$. Die Nachfrage nach Siliciumwafern wird auf rund 60.923 Mio. cm2 beziffert. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 3,4 Prozent. Wesentliche Lieferengpässe, die auf Grund des Erdbebens in Japan prognostiziert wurden, traten nur kurzfristig auf. Die weltweite Nachfrage nach 300 mm Wafern stieg um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage nach < 300 mm Wafern ging um rund 14 Prozent zurück. Während der Absatz von 300 mm Wafern bei Siltronic gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent stieg, ging der Absatz von 200 mm Wafern und kleineren Scheiben um rund 20 21 Prozent zurück. Insgesamt blieb der Marktanteil von Siltronic bei etwa 15 Prozent. Parallel konnte Siltronic ihre US-Dollar-Preise für 300 und 200 mm Wafer sowie für kleinere Scheiben im Jahresvergleich leicht steigern.

T 3.1 Neu installierte PV-Leistungen 2010 und 2011

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Mio. € Neu installierte PV-Leistung (MW) CAGR2 10 – 11
  2011 2010 %
Deutschland 7.5001 7.408 1
Italien 9.000 2.321 288
Übriges Europa 3.850 3.517 9
USA 1.600 878 82
Japan 1.100 990 11
China 2.000 520 285
Übrige Welt 2.600 995 161
Gesamt 27.650 16.629 66

Quelle: European Photovoltaic Industry Association (EPIA), Global Market Outlook for Photovoltaics until 2015, April 2011
1 Bundesnetzagentur
2 CAGR: Compound annual growth rate (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)

Niedrigere Preise und Überkapazitäten auf dem Photovoltaikmarkt

Der Photovoltaikmarkt hat im Jahr 2011 weiter zugelegt. Nach Angaben der EPIA (European Photovoltaic Industry Association) wurden weltweit mehr als 27 Gigawatt (GW) installiert. Der wichtigste Markt für Photovoltaikanlagen war nach wie vor Deutschland, trotz der gekürzten Einspeisevergütungen. Die installierte Leistung erhöhte sich laut Bundesnetzagentur nochmals leicht auf 7,5 GW (2010: 7,4 GW). Die weltweiten Produktionskapazitäten überstiegen dennoch die Nachfrage. Das hat dazu geführt, dass der Preisdruck und der Wettbewerb immer stärker geworden sind und sich die Photovoltaikindustrie in einer Konsolidierungsphase befindet. Vom Preisdruck betroffen sind seit dem dritten Quartal auch die Polysiliciumhersteller. WACKER konnte trotz dieses schwierigen Marktumfeldes vor allem im ersten Halbjahr Langfristverträge abschließen. Die Spotmarktpreise sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gefallen. Vor allem im vierten Quartal des Jahres 2011 war diese Entwicklung deutlich zu spüren. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres konnte WACKER die produzierten Mengen vollständig am Markt absetzen. Im vierten Quartal ging die Abnahme deutlich zurück.

Chemieindustrie mit Wachstum

Chemische Industrie in Deutschland produziert fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor

Die Chemieindustrie ist auch im Jahr 2011 gewachsen. Nachdem der weltweite Umsatz im Jahr 2010 erstmals auf über drei Bio. € gestiegen ist, erreichte er 2011 einen neuen Höchstwert. Besonders im ersten Halbjahr sind Produktion und Umsatz gestiegen. Die Dynamik hat sich im zweiten Halbjahr abgeschwächt. Der Geschäftsverlauf unserer Chemiebereiche bestätigt diese Entwicklung. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern, der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verzeichnete einen deutlicheren Umsatzanstieg. Höhere Rohstoffkosten bremsten allerdings die Ergebnisentwicklung in beiden Geschäftsbereichen. Nach Schätzungen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) produzierte die chemischpharmazeutische Industrie Deutschlands fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 84 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich laut vci auf über 180 Mrd. €.

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Bauindustrie auf Erholungskurs

Die weltweite Bauindustrie hat sich nach zwei schwächeren Jahren im Jahr 2011 erholt. Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Global Insight stieg das Bauvolumen auf über sechs Bio. US-$.

Regional kam es in Asien mit 6,6 Prozent zum stärksten Anstieg. Zuwächse gab es auch in Südamerika, Osteuropa und im Mittleren Osten. In Westeuropa ging das Volumen leicht zurück, Nordamerika verzeichnete ein Minus von 3,3 Prozent.

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Für den Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte sich das Geschäft in allen Regionen positiv entwickeln. In Deutschland und den usa verzeichneten wir rund 12 Prozent Zuwachs, in Europa 16 Prozent und im Mittleren Osten 20 Prozent. In Asien konnten wir unseren Umsatz um 13 Prozent erhöhen. Besonders in den Bereichen Vollwärmeschutz und Renovierung von Bestandsbauten hat sich der Absatz unserer Produkte erhöht.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES, der ebenfalls Produkte für die Bauindustrie herstellt, verzeichneten wir ohne die im Jahr 2010 erworbene Marke Lucky Silicones ein organisches Wachstum von 5,1 Prozent. Besonders in Asien (über 17 Prozent) und im Mittleren Osten (über 29 Prozent) konnte das Geschäft von WACKER stark zulegen. Der erfolgreiche Vertrieb unserer Produkte, neue Produktentwicklungen sowie die verbesserte Verfügbarkeit von Siloxan durch den Anlauf neuer Anlagen in China sind dafür verantwortlich.

Elektro- und Elektronikindustrie kann zulegen

Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Volumen von 2,8 Bio. € ist im Jahr 2011 erneut gewachsen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) schätzt den Zuwachs für 2011 auf weltweit sieben Prozent. Besonders die Schwellenländer sind dafür verantwortlich, die rund zehn Prozent zulegen konnten. Die Industrieländer kamen auf einen Anstieg von drei Prozent. Die drei Geschäftsbereiche von WACKER, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen, konnten von dem Wachstum profitieren. Die Siltronic verzeichnete in diesem Bereich einen leichten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat 15 Prozent seiner Polysiliciumkapazitäten im Jahr 2011 an die Elektronikindustrie verkauft.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, der seine Produkte in verschiedene Branchen verkauft, konnte seinen Umsatz ebenfalls erhöhen. WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz in der Automobilelektronik um mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Bereich Elektroniederspannung, Mittel- und Hochspannungsisolatoren erzielten wir einen Zuwachs von fast zehn Prozent.

Gesamtaussage zu den Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2011 kann in zwei Phasen unterteilt werden. Im ersten Halbjahr konnte das Wachstum aus dem Jahr 2010 fortgesetzt werden. In der zweiten Jahreshälfte ist die Nachfrage in wichtigen Abnehmerbranchen zurückgegangen und das Wirtschaftsklima hat sich deutlich abgekühlt. Die Gründe dafür liegen in der anhaltenden Schuldenkrise der EU-Staaten, der Schwäche der amerikanischen Wirtschaft, im Kampf Chinas gegen eine Überhitzung der Wirtschaft und in strukturellen Risiken im Bankensektor. All das hat dazu geführt, dass die Abwärtsrisiken deutlich zugenommen haben und die wirtschaftliche Entwicklung auch in den ersten Monaten des Jahres 2012 negativ beeinflussen.

Der rasante Aufschwung der Wirtschaftsleistung im Jahr 2010 und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 hatte für WACKER nicht nur positive Seiten. Der starke Anstieg der Rohstoffkosten hat unser Geschäft gebremst und die Ertragskraft verringert. Wir konnten die hohen Rohstoffkosten nicht eins zu eins an unsere Kunden weitergeben. Insgesamt sind die Umsätze in den drei Chemiebereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS gestiegen bei niedrigerer EBITDA-Marge. Besonders positiv hat sich der Absatz unserer Produkte im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS entwickelt, wo wir in erster Linie von Mengenzuwächsen im Dispersionsgeschäft profitieren konnten. Bei der Siltronic blieb zusätzliches Geschäft, das wir nach dem Erdbeben in Japan erwartet haben, weitgehend aus. In der Photovoltaikindustrie haben ein scharfer Wettbewerb und Preisdruck auf Grund von Überkapazitäten auch das Geschäft von WACKER POLYSILICON vor allem im vierten Quartal beeinträchtigt. Die im Moment laufende Konsolidierung wird sich in den ersten Monaten des Jahres 2012 fortsetzen und zu einer Marktbereinigung führen. Als Qualitäts-, Technologie- und Kostenführer in der Polysiliciumherstellung sehen wir uns gerüstet, diese Marktsituation erfolgreich zu bestehen. Insgesamt konnte WACKER seine Marktpositionen in den vier großen Geschäftsbereichen erfolgreich behaupten.

WACKER konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz in allen Absatzregionen prozentual einstellig steigern. Die größten Zuwächse für unser Geschäft kamen aus Asien. Der Anteil Asiens am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns ist weiter gestiegen und liegt bei 37 Prozent.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Investitionen

Investitionen deutlich gestiegen

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER stand auch im Jahr 2011 der Ausbau der Produktionskapazitäten für Polysilicium. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 981,2 Mio. € (2010: 695,1 Mio. €) angestiegen. Die wichtigsten Investitionsprojekte sind die Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz sowie der Aufbau eines Polysiliciumstandortes im US-Bundesstaat Tennessee (Poly 11). Die Zugänge bei den Sachanlagen für diese beiden Projekte beliefen sich im Jahr 2011 auf über 500 Mio. €.

An unserem chinesischen Standort Zhangjiagang haben wir eine weitere Anlage zur Produktion für pyrogene Kieselsäuren (HDK®) in Betrieb genommen. Das Investitionsvolumen an diesem Standort lag im Jahr 2011 bei rund 15 Mio. €. Investiert hat WACKER außerdem in eine Produktionsanlage für hochreine Siliconelastomere für die Medizin-, led- und Elektronikindustrie in Burghausen sowie in eine neue Compoundieranlage für Siliconelastomere in Indien. Am Standort Burghausen erweiterte die Siltronic ihre Produktionskapazitäten für epitaxierte Wafer.

In seine Beteiligungsunternehmen investierte WACKER 53,3 Mio. €. Die Mittel flossen hauptsächlich in den Ausbau des Gemeinschaftsunternehmens zur Herstellung von 300 mm Wafern mit Samsung Electronics in Singapur.

Desinvestitionen

Anfang Juli 2011 haben wir im Geschäftsbereich WACKER SILICONES das Geschäft mit siliconbasierten Trennmitteln zur Produktion von Reifen an die Rhein Chemie Rheinau GmbH verkauft. Der Kaufpreis betrug 10,4 Mio. €. Das Unternehmen, eine Tochtergesellschaft der Lanxess AG, übernahm die Rechte an den Produktrezepten sowie die bestehenden Kundenverträge und die Vorräte. Der Jahresumsatz mit Reifentrennmitteln lag im Geschäftsjahr 2010 im mittleren einstelligen Mio. €-Bereich.

Produktionsstandort Hikari wird Mitte 2012 geschlossen

Im Dezember 2011 hat der Vorstand von WACKER beschlossen, den Produktionsstandort Hikari, Japan, der Siltronic bis zur Mitte des Jahres 2012 zu schließen. Dort hat die Siltronic 200 mm Siliciumwafer für die Halbleiterindustrie produziert. Für die Werksschließung fallen Aufwendungen von rund 65 Mio. € an, die als Verpflichtungen verbucht wurden. Von der Werksschließung sind rund 500 Mitarbeiter betroffen. Es ist das Ziel, den Arbeitsplatzabbau so sozialverträglich wie möglich umzusetzen, unter anderem durch Abfindungszahlungen sowie Hilfe bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat das Ziel, das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2010 nochmals zu übertreffen, nicht erreicht. Beim Umsatz und beim EBITDA blieben wir unter der von uns im März 2011 abgegebenen Prognose. Die deutlich schwächere Entwicklung der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte hat sich auch auf WACKER ausgewirkt, vor allem im Polysilicium- und Siliciumwafergeschäft. Die im Geschäftsjahr gleichbleibend hohen Rohstoffkosten haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung zusätzlich gebremst.

Prognose im dritten Quartal zurückgenommen

Mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts im März 2011 hat WACKER die Prognose abgegeben, den Umsatz auf mehr als fünf Mrd. € zu steigern und das EBITDA des Geschäftsjahres 2010 von 1,19 Mrd. € zu übertreffen. Die Investitionen sollten sich auf rund 900 Mio. € belaufen. Leicht über dem Vorjahr (2010: 165,1 Mio. €) haben wir die Forschungsund Entwicklungskosten geplant. Die Zahl der Mitarbeiter sollte sich deutlich auf über 17.000 Beschäftigte erhöhen. Diese Prognose hat der Vorstand Ende Juli mit der Berichterstattung zum Halbjahr bestätigt.

Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal haben wir unsere Prognose zurückgenommen. Zu diesem Zeitpunkt ging der Vorstand davon aus, dass sich der Umsatz auf rund fünf Mrd. € belaufen wird und das EBITDA nicht über, sondern auf dem Niveau des Jahres 2010 zu erwarten sein wird. Vor allem das schwächer als erwartet ausgefallene Polysiliciumgeschäft im vierten Quartal und geringere Bestellungen im Wafergeschäft waren dafür verantwortlich. Mit der Ankündigung Anfang Dezember 2011, die Waferproduktion am Standort Hikari im Jahr 2012 zu schließen, wurde die EBITDA-Prognose auf Grund dieser Maßnahme weiter nach unten korrigiert. Da Umsatz und Ergebnis in den beiden Geschäftsbereichen WACKER POLYSILICON und Siltronic deutlich schwächer ausfielen, sind Umsatz und EBITDA im Jahr 2011 insgesamt hinter den Erwartungen des Kapitalmarktes zurückgeblieben.

T 3.2 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

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Mio. € Ergebnis 2010 Prognose Mär 2011 Prognose Jul 2011 Prognose Okt 2011 Ergebnis 2011
Umsatz 4.748,4 > 5.000 > 5.000 rund 5.000 4.909,7
EBITDA 1.194,5 > Vorjahr > Vorjahr Vorjahresniveau 1.104,2
Investitionen (inkl. Finanzanlagen) 695,1 rund 900 rund 900 rund 950 981,2

Der Umsatz belief sich für das Geschäftsjahr 2011 auf 4,91 Mrd. €. Er lag 3,4 Prozent über dem Vorjahr. Bis auf Siltronic konnten die vier anderen Geschäftsbereiche WACKER POLYMERS, WACKER SILICONES, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON Umsatzzuwächse verzeichnen. Trotz des Anstiegs haben wir unser ursprüngliches Umsatzziel von mehr als fünf Mrd. € nicht erreicht.

Beim EBITDA hatten wir ursprünglich damit gerechnet, den Vorjahreswert von 1,19 Mrd. € zu übertreffen. Das EBITDA belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1,10 Mrd. € und lag damit 7,6 Prozent unter dem Vorjahr. Bis auf den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON blieben die anderen Geschäftsbereiche im EBITDA unter ihren Vorjahreswerten. Steigende Rohstoff- und Energiekosten haben die Ergebnisentwicklung belastet. Die Preise für unsere vier wichtigsten Rohstoffe Silicium, Ethylen, Vinylacetatmonomer und Methanol liegen im Jahresdurchschnitt um 23 Prozent höher als im Vorjahr. Auf Grund höherer Preise und Mengen haben wir im Jahr 2011 rund 240 Mio. € mehr für Energie und Rohstoffe ausgegeben. Im EBITDA ausgewirkt haben sich einige Sondereinflüsse. Aus der Auflösung von Verträgen mit Kunden, die sich aus dem Photovoltaikgeschäft zurückziehen, haben wir Anzahlungen und Schadensersatzleistungen von 66,2 Mio. € vereinnahmt. Die angekündigte Schließung der Waferproduktion in Hikari hat das EBITDA um 49,6 Mio. € gemindert, eine außerplanmäßige Zuführung zu den Pensionsrückstellungen um 29,9 Mio. €. WACKER baut damit der steigenden Lebenserwartung der bezugsberechtigen Mitarbeiter vor.

Die Investitionen sollten sich ohne Akquisitionen im Geschäftsjahr 2011 auf rund 900 Mio. € belaufen. Mit 981,2 Mio. € lagen sie etwas über unserem Zielkorridor. Der größte Teil davon floss in den weiteren Ausbau unserer Polysiliciumproduktion.

Die Höhe der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, mit denen wir zukünftige Produkte und Lösungen entwickeln, ist wie Anfang des Jahres 2011 prognostiziert geringfügig auf 172,9 Mio. € gestiegen.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie geplant erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 17.168 Mitarbeiter. Das sind 854 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor. Dafür verantwortlich waren vor allem die Ausbauprojekte im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON.

Der Dividendenvorschlag, den Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011 vorlegen, spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 sowie die gute Finanzlage des Unternehmens wider. Die Dividende soll 2,20 € je Aktie (2010: 3,20 €) betragen.

Abweichungen vom prognostizierten Aufwand

Aufwand für die wichtigsten Kostenarten steigt an

Der Personalaufwand ist im Verhältnis zum Umsatz deutlich gestiegen und liegt leicht über unseren Erwartungen. Zurückzuführen ist das auf die Verpflichtungen für die Abfindungen der Mitarbeiter am Standort Hikari sowie auf die Einmalaufwendungen für die Biometrieverstärkung. Wir erwarten mittelfristig, dass der Personalaufwand ohne Sondereffekte wieder unter 25 Prozent vom Umsatz liegen wird.

Die Rohstoffkosten sind im Verhältnis zum Umsatz ebenfalls gestiegen. Die Preise für unsere wichtigen Rohstoffe haben sich wie erwartet im Jahr 2011 kräftig erhöht. Insgesamt hat WACKER Preisanpassungen von über 150 Mio. € verkraften müssen, die nur zum Teil durch höhere Absatzpreise an Kunden weitergegeben werden konnten. Mittelfristig erwarten wir weiterhin einen Preisanstieg bei Rohstoffen, so dass der Anteil der Rohstoffkosten am Umsatz weiter steigen wird.

Einen Anstieg gab es auch bei den Energiekosten. Zwei Faktoren haben dabei eine Rolle gespielt. Die Preise für Erdgas und Strom haben leicht zugelegt. Die gestiegenen Absatzmengen aus der Polysiliciumproduktion haben dazu geführt, dass unser Energieverbrauch höher war. Die Energie, die WACKER für die Ausbaustufe Poly 11 in Tennessee benötigt, können wir wesentlich günstiger einkaufen.

Die Abschreibungen liegen mit 10,2 Prozent höher als von uns geplant. Durch die Inbetriebnahme neuer Polysiliciumanlagen in den Jahren 2010 und 2011 sind die Abschreibungen etwas gestiegen. Außerdem haben wir Sonderabschreibungen auf das Anlagevermögen in Höhe von 41,4 Mio. € vorgenommen. Mittelfristig erwarten wir, dass die Abschreibungen über der Marke von zehn Prozent vom Umsatz liegen.

T 3.3 Aufwand Kostenarten

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% Ist 2010 Plan 2011 Ist 2011
Personalaufwand 23,9 25,7 26,1
Rohstoffkosten 19,8 22,7 21,2
Energiekosten 8,5 9,2 9,9
Abschreibungen 9,0 9,2 10,2

Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf

Geschäftsbereich WACKER POLYMERS mit größtem prozentualen Umsatzanstieg

Das Geschäftsjahr 2011 verlief für WACKER bis ins dritte Quartal erfolgreich. Der Umsatz konnte in allen Geschäftsbereichen in den ersten neun Monaten gesteigert werden. Die Chemiebereiche verzeichneten eine hohe Auslastung und leicht steigende oder stabile Preise. Das Gleiche gilt für die Geschäftsbereiche WACKER POLYSILICON und die Siltronic. Die Ertragsentwicklung wurde durch die hohen Rohstoffkosten gebremst. Zur Mitte des dritten Quartals hat sich allerdings die Konjunktur gedreht. In den Chemiebereichen nahmen die Auftragseingänge ab, vor allem aus der Bauindustrie. Der Absatz und Umsatz von Halbleiterwafern in der Siltronic ging zurück. Überkapazitäten in der gesamten Wertschöpfungskette der Photovoltaikindustrie haben dazu geführt, dass Umsatz und Margen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON niedriger ausgefallen sind. Die Konsolidierung der Branche setzt sich bis in das Jahr 2012 hinein fort. Auf Grund der veränderten Marktnachfrage und der spürbar eingetrübten Geschäftsperspektiven haben wir unsere selbst gesteckten Ziele bei Umsatz und EBITDA mit Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal leicht zurücknehmen müssen. Der Rückgang von Absatzmengen im Polysiliciumgeschäft führte zu deutlichen Umsatzeinbußen im vierten Quartal. Mit dem Beschluss im Dezember 2011, das Werk der Siltronic in Hikari 2012 zu schließen, haben wir die Prognose beim EBITDA nochmals nach unten angepasst.

Unsere Investitionen waren etwas höher als vorgesehen. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie erwartet erhöht. Der Personalaufwand, die Energiekosten und die Abschreibungen lagen über Plan. Die Rohstoffkosten blieben trotz eines kräftigen Anstiegs unter Plan. Die Forschungs- und Entwicklungskosten blieben in dem von uns erwarteten Rahmen. Mit der Inbetriebnahme der Ausbaustufe 9 unserer Polysiliciumproduktion in Nünchritz haben wir ein wichtiges Investitionsprojekt zum Abschluss gebracht.

Ertragslage

WACKER hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau abgeschlossen. Das EBITDA blieb auf Grund höherer Rohstoff- und Energiekosten mit 7,6 Prozent unter dem Vorjahr. Trotz Preiserhöhungen für unsere Produkte konnten wir die gestiegenen Rohstoffkosten nicht vollständig ausgleichen. Rückläufige Preise und Mengen in den Geschäftsbereichen WACKER POLYSILICON und Siltronic führten im vierten Quartal 2011 zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang. Deshalb sind Umsatz und Ergebnis im vierten Quartal hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Das Jahresergebnis des Konzerns ging um 140,9 Mio. € auf 356,1 Mio. € (2010: 497,0 Mio. €) zurück.

Umsatz steigt um 161,3 Mio. € auf 4,91 Mrd. €

Die Umsatzerlöse von WACKER lagen im Geschäftsjahr 2011 mit 4,91 Mrd. € (2010: 4,75 Mrd. €) 3,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Eine hohe Kundennachfrage nach unseren Produkten vor allem in den ersten neun Monaten des Jahres ist dafür verantwortlich. Den größten Sprung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS. Der Umsatz stieg um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Erholung der Bauindustrie und die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen in der Teppich- und Verpackungsindustrie sind in erster Linie dafür verantwortlich. Die Umsätze konnten in allen Regionen deutlich gesteigert werden. WACKER POLYSILICON konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern. Er erhöhte sich dank größerer Produktions- und Absatzmengen um 5,8 Prozent auf 1,23 Mrd. € (2010: 1,18 Mrd. €). Massive Überkapazitäten in der gesamten Wertschöpfungskette der Photovoltaikindustrie sowie die beginnende Konsolidierung innerhalb der Branche haben das Geschäft im vierten Quartal negativ beeinflusst. Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2010 verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER SILICONES beim Umsatz im Jahr 2011 nur ein kleines Plus. Er erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 1,58 Mrd. € (2010: 1,56 Mrd. €). Nur Siltronic konnte den Umsatz aus dem Vorjahr nicht erreichen. Er lag mit 985,1 Mio. € (2010: 1,02 Mrd. €) 3,3 Prozent niedriger. Im letzten Quartal belasteten der Lagerabbau bei Kunden und eine schwache Nachfrage nach Siliciumwafern unsere Absatzmengen.

Höhere Absatzmengen haben den Umsatz mit 93 Mio. € positiv beeinflusst, Währungseffekte mit - 69 Mio. € negativ. Eine wesentliche Rolle spielte hier der Wechselkurs des US-Dollar zum Euro. Der Durchschnittskurs des US-Dollar lag im Jahr 2011 bei 1,39 pro € (2010: 1,33 pro €). Steigende Preise haben den Konzernumsatz um 137 Mio. € erhöht.

T 3.4 Umsatz mit Dritten nach Geschäftsbereichen

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
WACKER SILICONES 1.580,2 1.563,3 1.219,2 1.363,5 1.313,6
WACKER POLYMERS 901,4 788,9 732,7 860,4 623,7
WACKER BIOSOLUTIONS 138,9 138,0 100,5 92,0 100,6
WACKER POLYSILICON 1.234,8 1.177,5 968,1 567,0 243,8
SILTRONIC 985,1 1.018,7 632,6 1.356,2 1.445,1
Sonstiges 69,3 62,0 66,2 59,0 54,5
Konzern 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3

Detaillierte Informationen zu den Umsatzzahlen und dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den einzelnen Geschäftsbereichen finden sich in der Segmentberichterstattung ab S. 91

Auslandsumsatz beträgt 82 Prozent

Den weitaus größten Teil seines Konzernumsatzes erzielt WACKER im Ausland. Im Geschäftsjahr 2011 belief sich der Auslandsumsatz auf 4,01 Mrd. € oder 82 Prozent des Konzernumsatzes. Im Geschäftsjahr 2010 lag der Anteil bei 3,86 Mrd. € oder 81 Prozent. Der mit Abstand größte Absatzmarkt für den WACKER-Konzern ist auch im Geschäftsjahr 2011 die Region Asien.

T 3.5 Umsatz Deutschland und Ausland (Aufteilung nach Sitz des Kunden)

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Umsatz mit Dritten 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3
Davon Deutschland 899,4 887,3 774,6 948,6 723,5
Davon Ausland 4.010,3 3.861,1 2.944,7 3.349,5 3.057,8

Detaillierte Informationen zu den In- und Auslandsumsätzen finden sich im Regionenbericht ab S. 98

EBITDA liegt 7,6 Prozent unter Vorjahr

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des WACKER-KONZERNS belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 1,10 Mrd. € (2010: 1,19 Mrd. €). Das sind 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die EBITDA-Marge belief sich auf 22,5 Prozent (2010: 25,2 Prozent). Der Rückgang ist unter anderem auf höhere Energie- und Rohstoffkosten sowie projektbedingte Anlaufkosten für Polysiliciumanlagen zurückzuführen. Das ebit betrug im Zwölfmonatszeitraum 603,2 Mio. € (2010: 764,6 Mio. €) und reduzierte sich damit um 21 Prozent. Die Abschreibungen beliefen sich von Januar bis Dezember 2011 auf 501,0 Mio. € (2010: 429,9 Mio. €). Darin enthalten sind außerplanmäßige Wertminderungen in Höhe von 41,4 Mio. € (2010: 12,7 Mio. €). Die EBiT-Marge lag im Geschäftsjahr 2011 bei 12,3 Prozent (2010: 16,1 Prozent). Sowohl das ebit wie auch das EBITDA sind durch Sondereffekte beeinflusst, wie in der Tabelle dargestellt.

T 3.6 Sondereffekte 2011

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Mio. € 2011
Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadensersatzleistungen 66,2
Anpassung Lebenserwartung bei den Pensionsrückstellungen – 29,9
Verpfl ichtungen aus der Schließung des Werks Hikari – 49,6
Summe Sondereffekte EBITDA – 13,3
Außerplanmäßige Wertminderung auf Anlagevermögen (Hikari, Granulatanlage) – 38,4
Summe Sondereffekte EBIT – 51,7

T 3.7 Sondereffekte 2010

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Mio. € 2010
Rückstellung für Verluste aus zukünftigen Abnahmeverpfl ichtungen in China – 51,8
Veräußerung Planar Solutions 18,5
Summe Sondereffekte EBITDA – 33,3
Außerplanmäßige Wertminderung auf Anlagevermögen (HDK®-China) – 7,5
Summe Sondereffekte EBIT – 40,8

Gestiegene Umsatzkosten belasten Bruttoergebnis vom Umsatz

Herstellungskostenquote steigt gegenüber Vorjahr

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ging um 183,8 Mio. € auf 1,16 Mrd. € (2010: 1,35 Mrd. €) zurück. Das ist ein Rückgang von 14 Prozent. Durch die um zehn Prozent gestiegenen Umsatzkosten ergab sich eine Brutto-Umsatzmarge von 24 Prozent nach 28 Prozent im Vorjahr. Die spezifischen Herstellungskosten beliefen sich auf 3,75 Mrd. € (2010: 3,40 Mrd. €) und erhöhten sich damit deutlich überproportional zum Umsatzanstieg. Wichtige Ursachen sind die im Jahresvergleich deutlich gestiegenen Preise für Silicium, Ethylen, Vinylacetatmonomer und Energie sowie die Anlaufkosten aus dem Start der Polysiliciumproduktion in Nünchritz. Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen belasteten das Bruttoergebnis mit rund 190 Mio. €. Die Herstellungskostenquote für das Gesamtjahr beläuft sich auf 76 Prozent (2010: 72 Prozent). Die im Jahresdurchschnitt gute Auslastung der meisten Produktionsanlagen führte zu einer hohen Fixkostenabdeckung. In den Herstellungskosten sind wesentliche Teile der einmaligen Zuführung zu den Pensionsrückstellungen enthalten. WACKER baut damit wie bereits im Jahr 2009 der steigenden Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter vor.

Funktionskosten steigen

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 577,7 Mio. € (2010: 548,0 Mio. €) zugenommen. Die wesentliche Ursache dafür sind höhere Personalkosten in allen Funktionsbereichen. Dort zeichnete sich im Jahr 2011 das konzernweit höhere Geschäftsvolumen in den Kosten ab.

Ansteigende Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Kosten für Forschung und Entwicklung sind mit 172,9 Mio. € (2010: 165,1 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Bezogen auf den Umsatz ergibt sich eine gleichbleibend hohe F & E-Quote von 3,5 Prozent (2010: 3,5 Prozent).

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 26,1 Mio. € (2010: 4,3 Mio. €). Darin enthalten ist ein positives Währungsergebnis in Höhe von 39,8 Mio. € gegenüber einem negativen Saldo aus Währungskursgewinnen und -verlusten aus dem Vorjahr von 6,2 Mio. €. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Vereinnahmungen aus Kundenanzahlungen sowie von Schadenersatzleistungen auf Grund der Auflösung einzelner Verträge in Höhe von 66,2 Mio. €. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Verpflichtungen enthalten, die im Rahmen der Schließung des Siltronic-Werkes in Hikari anfallen. Sie belaufen sich auf 49,6 Mio. €. Mit der beabsichtigten Schließung Mitte 2012 wurde das Anlagevermögen außerplanmäßig um 14,8 Mio. € im Wert gemindert. Im Zusammenhang mit der teilweisen Stilllegung einer Granulatanlage zur Polysiliciumproduktion in Burghausen wurde ein Wertminderungsaufwand von 23,6 Mio. € erfasst.

Betriebsergebnis

Die erläuterten Effekte haben dazu geführt, dass das Betriebsergebnis auf 610,9 Mio. € (2010: 802,6 Mio. €) gesunken ist. Das ist ein Rückgang von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis - die Summe des Equity-Ergebnisses und des sonstigen Beteiligungsergebnisses - war wie im Vorjahr negativ. Auf Grund der vollen Betriebstätigkeit der Beteiligungsunternehmen mit Dow Corning in China konnte das negative Equity- Ergebnis deutlich reduziert werden. Es beläuft sich auf - 7,7 Mio. € (2010: - 38,0 Mio. €).

Das ist eine Verbesserung um 80 Prozent. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Samsung zur Herstellung von 300 mm Wafern erzielte im Geschäftsjahr noch Beteiligungsverluste auf Grund hoher planmäßiger Abschreibungen.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis hat sich mit - 35,8 Mio. € (2010: - 32,3 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr leicht verschlechtert und ist von gegenläufigen Effekten geprägt. Das Zinsergebnis war mit 3,4 Mio. € leicht positiv. Unsaldiert sind die Effekte jedoch höher als im Jahr zuvor. Das resultiert aus dem hohen Bestand an verfügbarer Liquidität, die in Wertpapieren und Geldmarktpapieren angelegt wurde und zu einem Zinsertrag in Höhe von 16,9 Mio. € geführt hat. Kredite, die wir für Investitionen aufgenommen haben, erhöhten den Zinsaufwand auf 13,5 Mio. €. Positiv haben sich die im Geschäftsjahr 2011 aktivierten Bauzeitzinsen in Höhe von 11,3 Mio. € (2010: 13,5 Mio. €) ausgewirkt. Das übrige Finanzergebnis betrug - 39,2 Mio. € (2010: - 30,3 Mio. €). Im Wesentlichen enthält es Aufzinsungen von Pensions- und sonstigen Rückstellungen sowie Kurssicherungen für Finanzanlagen.

Ertragsteuern

Der Steueraufwand für das Jahr 2011 beläuft sich auf 211,3 Mio. € (2010: 235,3 Mio. €). Die Steuerquote des Konzerns beträgt damit 37,2 Prozent (2010: 32,1 Prozent). Insbesondere die steuerlich nicht angesetzten Schließungskosten für Hikari haben sich negativ auf die Steuerquote ausgewirkt. Der Steueraufwand bildet im Wesentlichen den laufenden Steueraufwand im Konzern ab.

Konzernergebnis

Insgesamt belief sich das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2011 auf 356,1 Mio. € (2010: 497,0 Mio. €).

T 3.8 Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2011 2010
Umsatzerlöse 4.909,7 4.748,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.162,5 1.346,3
Vertriebs-, Forschungs- und allgemeine Verwaltungskosten – 577,7 – 548,0
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 26,1 4,3
Betriebsergebnis 610,9 802,6
Beteiligungsergebnis – 7,7 – 38,0
EBIT 603,2 764,6
Finanzergebnis – 35,8 – 32,3
Ergebnis vor Steuern 567,4 732,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 211,3 – 235,3
Jahresergebnis 356,1 497,0
Davon den Aktionären der Wacker Chemie AG zuzurechnen 352,6 490,7
Davon auf andere Gesellschafter entfallend 3,5 6,3
Ergebnis je Stammaktie (€) (unverwässert / verwässert) 7,10 9,88
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983
Überleitung zum EBITDA    
EBIT 603,2 764,6
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen 501,0 429,9
EBITDA 1.104,2 1.194,5
ROCE (%) 18,1 24,8

Vermögenslage

Bilanzsumme wächst weiter an

Zum 31. Dezember 2011 hat sich die Bilanzsumme des WACKER-KONZERNS im Vergleich zum Vorjahr um 735,8 Mio. € auf 6,24 Mrd. € (2010: 5,50 Mrd. €) erhöht. Das ist ein Anstieg von 13 Prozent. Verantwortlich dafür waren höhere Sachanlagen und Vorräte auf der Aktivseite, denen ein höheres Eigenkapital und höhere Finanzschulden gegenüberstanden. Effekte aus der Währungsumrechnung erhöhten die Bilanzsumme um 70,0 Mio. €.

Chart

Bilanzentwicklung Aktiva

Kurz- und langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte haben sich auf 4,00 Mrd. € (2010: 3,55 Mrd. €) erhöht. Das ist ein Zuwachs von 448,4 Mio. € oder 13 Prozent. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr aber mit 64 Prozent (2010: 64 Prozent) konstant geblieben. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind ebenfalls höher als im Vorjahr. Sie belaufen sich auf 2,24 Mrd. € (2010: 1,95 Mrd. €). Das ist ein Anstieg um 15 Prozent. Bezogen auf ihren Anteil an der Bilanzsumme liegen die kurzfristigen Vermögenswerte auf dem Niveau des Vorjahres bei 36 Prozent (2010: 36 Prozent). Der Anstiegauf der Aktivseite der Bilanz ist vor allem zurückzuführen auf höhere Investitionen, höhere Vorräte und Zuwächse im Wertpapierbestand.

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzinvestitionen

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 3,53 Mrd. € (2010: 3,06 Mrd. €). Planmäßige Abschreibungen verringerten das Anlagevermögen um 459,6 Mio. € (2010: 417,2 Mio. €), außerplanmäßige Wertminderungen führten zu einem Rückgang von 41,4 Mio. €. Dagegen haben Investitionen das Anlagevermögen um 981,2 Mio. € (Vorjahr 613,9 Mio. €) erhöht. Der starke Zuwachs resultiert hauptsächlich aus den Investitionen in die neue Polysiliciumanlage in Nünchritz und in den neuen Polysiliciumstandort in Charleston/Tennessee, der 2013 fertig gestellt werden soll. Währungseffekte in Höhe von 46,6 Mio. € haben das Anlagevermögen erhöht.

At equity bewertete Beteiligungen

Der Buchwert der at equity bewerteten Beteiligungen veränderte sich durch Kapitalerhöhungen sowie Ergebnisse aus den Beteiligungsgesellschaften auf 124,5 Mio. € (2010: 111,7 Mio. €). Saldiert ergab sich ein negatives at equity Ergebnis von 7,7 Mio. € (2010: - 38,0 Mio. €).

Langfristige finanzielle Vermögenswerte und Wertpapiere

WACKER hat auch im Jahr 2011 einen Teil seiner Liquidität in Wertpapieren angelegt. Im dritten Quartal 2011 sind Teile der Liquidität durch Einbringung in ein Sondervermögen in lang- und kurzfristigen Wertpapieren investiert worden. Die Mittel stehen für die zukünftigen Investitionen bereit. Außerdem werden Wertpapiere von unterschiedlichen Anleiheemittenten mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten gehalten. Der Wert dieser langfristig gehaltenen Wertpapiere belief sich zum Bilanzstichtag auf 162,5 Mio. € (2010: 210,8 Mio. €). In den sonstigen langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 176,8 Mio. € (2010: 164,7 Mio. €) sind Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen in Höhe von 130,0 Mio. € (2010: 88,8 Mio. €) enthalten sowie Steuerforderungen und aktive latente Steuern in Höhe von 22,5 Mio. € (2010: 26,2 Mio. €).

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben durch den Anstieg des Vorratsbestandes sowie die höhere Liquidität im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Sie stiegen um 287,4 Mio. € auf 2,24 Mrd. € (2010: 1,95 Mrd. €). Das ist ein Plus von 15 Prozent. Zum Geschäftsjahresende hat sich der Vorratsbestand deutlich erhöht. Er belief sich auf 713,7 Mio. € (2010: 530,7 Mio. €). Hohe Geschäfts- und Produktionsvolumina sowie ein Vorratsaufbau bei Siliciummetall sind dafür verantwortlich. Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen war mit 566,1 Mio. € (Vorjahr 596,0 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Der Anteil von Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme betrug zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr rund 20 Prozent.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen. Sie wuchsen um 134,3 Mio. € auf 961,2 Mio. € (2010: 826,9 Mio. €). Das ist ein Plus von 16 Prozent. Darin enthalten sind kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 237,2 Mio. €. Sie setzen sich zusammen aus der Fondsanlage, die wir im dritten Quartal vorgenommen haben, sowie aus der Umgliederung von Wertpapieren aus dem lang- in den kurzfristigen Bereich. Diese Liquiditätsreserven stehen für langfristige Investitionsvorhaben bereit. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente liegen zum Ende des Geschäftsjahres bei 473,9 Mio. € (2010: 545,2 Mio. €). In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind im Wesentlichen derivative Finanzinstrumente für Devisensicherungen in Höhe von 16,9 Mio. € (2010: 22,6 Mio. €), Forderungen aus der Investitionsförderung in Höhe von 38,1 Mio. € (2010: 68,9 Mio. €) sowie Steuerforderungen in Höhe von 117,3 Mio. € (2010: 87,1 Mio. €) enthalten.

Bilanzentwicklung Passiva

Konzerneigenkapital hat sich erhöht

WACKER hat nach wie vor hohe Eigenkapitalquote

Das Eigenkapital hat sich zum 31. Dezember 2011 um sieben Prozent auf 2,63 Mrd. € (2010: 2,45 Mrd. €) erhöht. Die deutlich gestiegene Bilanzsumme hat allerdings dazu geführt, dass die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr mit 42,2 Prozent (2010: 44,5 Prozent) etwas niedriger ausfällt. Das Eigenkapital erhöhte sich durch den Jahresüberschuss um 356.1 Mio. € (2010: 497,0 Mio. €). Dividendenzahlungen und Ausschüttungen in Höhe von 160.1 Mio. € haben das Eigenkapital gemindert. Die in den übrigen Eigenkapitalposten enthaltenen nicht realisierten Effekte aus Währungskursumrechnungen des Nettovermögens ausländischer Tochtergesellschaften sowie Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente haben sich mit 12,3 Mio. € negativ auf die Höhe des Eigenkapitals ausgewirkt.

Schulden

Einen Anstieg verzeichnete WACKER auch bei den Schulden. Sie erhöhten sich um 18 Prozent auf 3,61 Mrd. € (2010: 3,05 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme erhöhte sich mit 58 Prozent leicht gegenüber dem Vorjahresniveau (2010: 55 Prozent).

Langfristige Schulden steigen durch höhere Finanzverbindlichkeiten und Kundenanzahlungen

Die langfristigen Schulden haben sich um 21 Prozent auf 2,49 Mrd. € (2010: 2,06 Mrd. €) erhöht. Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 40 Prozent (2010: 37 Prozent). Die langfristigen Rückstellungen stiegen um fünf Prozent auf 782,3 Mio. € (2010: 745,8 Mio. €). Insbesondere die Pensionsrückstellungen verzeichneten einen Zuwachs von 51,7 Mio. € auf 527,1 Mio. €, da wir die Annahmen für die Lebenserwartung der Bezugsberechtigten im Jahr 2011 nach oben verändert haben. Aus diesem Grund haben wir den Pensionsrückstellungen 29,9 Mio. € zugeführt. Mit der Schließung des Standortes Hikari werden wir die Pensionsansprüche der Mitarbeiter im Jahr 2012 auszahlen. Diese Verpflichtungen finden sich jetzt in den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen verringerten sich im Wesentlichen durch den Abbau der Rückstellungen für Altersteilzeit.

Zugenommen haben die langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Sie erhöhten sich auf 662.1 Mio. € (2010: 407,1 Mio. €). Neben Währungseffekten haben sich zwei weitere Tatbestände ausgewirkt. Im Dezember 2011 haben wir die zweite Tranche des Investitionskredits der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 200 Mio. € gezogen. Im ersten Quartal haben wir einen Investitionskredit neu verhandelt, prolongiert und deshalb vom kurzfristigen in den langfristigen Bereich umgegliedert. Außerdem erhöhten Zugänge aus Finance- Lease-Verpflichtungen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Verändert haben sich auch die sonstigen langfristigen Schulden. Sie erhöhten sich auf 1,04 Mrd. € (2010: 909,0 Mio. €). Der Anstieg erklärt sich im Wesentlichen aus den Abschlüssen langfristiger Kundenverträge zur Lieferung von Polysilicium. Im Geschäftsjahr 2011 erhöhte sich der Bestand der langfristigen erhaltenen Anzahlungen um 131,0 Mio. € auf 1,0 Mrd. € (2010: 869,9 Mio. €). Sie entsprechen 16 Prozent der Bilanzsumme.

Kurzfristige Schulden steigen auf Grund hoher Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Einen Anstieg verzeichnet WACKER bei den kurzfristigen Schulden. Sie haben um 13 Prozent auf 1,12 Mrd. € (2010: 992,5 Mio. €) zugenommen. Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt unverändert bei 18 Prozent. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gingen leicht zurück auf 115,8 Mio. € (2010: 126,3 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie nahmen um 67,4 Mio. € auf 402,6 Mio. € (2010: 335,2 Mio. €) zu. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt sechs Prozent. Der deutliche Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus der steigenden Investitionstätigkeit für die neue Polysiliciumanlage in Tennessee, die die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag um 74,0 Mio. € erhöht hat.

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind auf 602,9 Mio. € (2010: 531,0 Mio. €) gestiegen. Das sind 71,9 Mio. € mehr als im Vorjahr. Wesentliche Bestandteile sind kurzfristige Rückstellungen für drohende Verluste aus Abnahmeverpflichtungen in China im Zusammenhang mit langfristigen Verträgen zwischen WACKER und dem assoziierten Unternehmen Dow Corning (zjg) Co., Ltd. sowie kurzfristig erhaltene Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen. Die Anzahlungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 39,4 Mio. € auf 201,7 Mio. € (Vorjahr 162,3 Mio. €). Enthalten sind außerdem Verbindlichkeiten aus der erfolgsabhängigen Vergütung und Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit der Schließung des Standortes in Hikari stehen.

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, sind der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das profunde Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, Produktions- und Geschäftsprozesse und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Wettbewerbern.

Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben.

In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (operating Lease), über die im Anhang Nr. 17 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter.

WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

T 3.9 Zusammengefasste Bilanz

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Mio. € 2011 2010
Aktiva    
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3.532,2 3.060,4
At equity bewertete Beteiligungen 124,5 111,7
Sonstige langfristige Vermögenswerte 339,3 375,5
Langfristige Vermögenswerte 3.996,0 3.547,6
Vorräte 713,7 530,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 566,1 596,0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 961,2 826,9
Kurzfristige Vermögenswerte 2.241,0 1.953,6
Summe Aktiva 6.237,0 5.501,2
Passiva    
Eigenkapital 2.629,7 2.446,8
Langfristige Rückstellungen 782,3 745,8
Finanzverbindlichkeiten 662,1 407,1
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1.041,6 909,0
Davon erhaltene Anzahlungen 1.000,9 869,9
Langfristige Schulden 2.486,0 2.061,9
Finanzverbindlichkeiten 115,8 126,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 402,6 335,2
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 602,9 531,0
Kurzfristige Schulden 1.121,3 992,5
Schulden 3.607,3 3.054,4
Summe Passiva 6.237,0 5.501,2
Capital Employed 3.328,6 3.078,9

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Das wichtigste Ziel unseres Finanzmanagements bleibt, die starke Finanzkraft von WACKER zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Es ist verantwortlich für das Cashmanagement, für die Finanzierung und die Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzrichtlinie geregelt. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung, durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- oder Kapitalmarkt an.

WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cashmanagement-Systeme nutzen wir die Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand.

Finanzierungsanalyse

Die Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 777,9 Mio. €. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 244,5 Mio. € gestiegen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf das Ziehen der zweiten 200 Mio. € Tranche des Investitionsförderkredits zurückzuführen, den WACKER von der Europäischen Investitionsbank für die Investition in die Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz erhalten hat. In China haben wir außerdem für laufende Investitionsvorhaben langfristige Darlehen in Anspruch genommen.

WACKER weist Nettofinanzforderungen aus

Die Kennzahl Nettofinanzverbindlichkeiten definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einschließlich Finance-Lease-Verbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzverbindlichkeiten oder -forderungen geben Auskunft über die Liquiditätslage des Konzerns. Gegenüber dem Vorjahr ist die Liquiditätslage des Konzerns weiterhin gut. Zum Bilanzstichtag verfügen wir über Nettofinanzforderungen in Höhe von 95,7 Mio. €. Im Vorjahr hatte WACKER Nettofinanzforderungen von 264,0 Mio. € ausgewiesen.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien (größer als ein Jahr) in Höhe von rund 720 Mio. € zum Bilanzstichtag. Damit haben wir genügend finanziellen Spielraum, um das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

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Cashflow

Investitionszahlungen aus dem eigenen Cashflow finanziert

Der Konzern hat seine Investitionen im Geschäftsjahr 2011 trotz des hohen Investitionsvolumens vollständig aus dem eigenen Cashflow finanziert. Der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) betrug im laufenden Geschäftsjahr 867,0 Mio. € (2010: 1,1 Mrd. €). Das ist ein Rückgang von 21 Prozent. Im Wesentlichen dafür verantwortlich sind das geringere Konzernjahresergebnis in Höhe von 356,1 Mio. € (2010: 497,0 Mio. €) und der deutliche Anstieg der Vorräte zum Geschäftsjahresende. Die Vorräte führten zu einer Minderung des Brutto-Cashflows in Höhe von 192,1 Mio. € (2010: - 46,7 Mio. €). Der Mittelzufluss aus erhaltenen Anzahlungen belief sich auf 154,0 Mio. € (2010: 165,2 Mio. €).

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Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit zeigt, dass WACKER weiter viel Geld in den fortlaufenden Ausbau seiner Produktionsanlagen steckt. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir 781,1 Mio. € vor allem in Gebäude, Maschinen und Anlagen sowie Infrastruktur investiert (2010: 617,3 Mio. €). Der größte Teil floss in den Ausbau der Polysiliciumproduktion im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON sowie in weitere Produktionsanlagen zur Herstellung von pyrogener Kieselsäure in China im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Darlehen an Beteiligungsunternehmen führten zu Auszahlungen in Höhe von 34,9 Mio. €.

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Im Geschäftsjahr 2011 erwarb WACKER kurz- und langfristige Wertpapiere in Höhe von 187,5 Mio. € (2010: 252,2 Mio. €), die dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zuzuordnen sind.

Der Netto-Cashflow - also der Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit abzüglich des Mittelabflusses aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren, inklusive Finance Lease Verpflichtungen - belief sich zum Geschäftsjahresende auf 6,2 Mio. €. Im Vorjahr ergab sich ein Netto-Cashflow von 421,6 Mio. €.

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Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des internen Wertmanagements wird der Netto-Cashflow im Geschäftsjahr 2012 neu definiert. Erhaltene langfristige Anzahlungen werden künftig für die interne Berichterstattung als Finanzverschuldung angesehen. Nach der neuen Definition ergäbe sich ein Netto-Cashflow im Jahr 2011 von - 157,4 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2011 betrug der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 37,4 Mio. € (2010: 3,7 Mio. €). Die Dividendenauszahlungen für das Geschäftsjahr 2010 haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit um 159,0 Mio. € vermindert. Dagegen hat die Nettoaufnahme von Bankverbindlichkeiten zu einem Mittelzufluss in Höhe von 207,9 Mio. € (2010: 73,2 Mio. €) geführt.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die sich aus dem Cashflow ergeben, nahmen im Berichtszeitraum, bereinigt um Wechselkurseffekte, um 71,3 Mio. € ab. Sie betrugen zum Geschäftsjahresende 473,9 Mio. €.

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Vorschlag zur Gewinnverwendung

Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung: 2,20 € je Aktie

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2011 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 978,7 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,20 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2011 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 109.291.562,60 €.

Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2011 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,01 Prozent.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

2014 war für WACKER ein gutes Geschäftsjahr. Unsere Zahlungsabflüsse für langfristige Investitionen in Höhe von 831,5 Mio. € haben wir aus dem eigenen operativen Cashflow finanzieren können. Die finanzielle Lage von WACKER ist nach wie vor gut. Die vorhandene Liquidität übersteigt die Finanzverbindlichkeiten um 95,7 Mio. €. Das Eigenkapital ist um 182,9 Mio. € gestiegen. Im Verhältnis zur Bilanzsumme liegt die Eigenkapitalquote bei 42,2 Prozent und damit weiter auf einem hohen Niveau. Die langfristige Finanzierung der künftigen Investitionen und des operativen Geschäfts wurde rechtzeitig sichergestellt.

T 3.10 Ergänzende Angaben nach dem Übernahmerichtlinien-Umsetzungsgesetz

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Zu der nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:  
§ 315 (4) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie Ap besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie Ap sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 782.300 Stück nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden; der verbleibende Restbestand von 1.692.317 Stück darf vom Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden.
§ 315 (4) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315 (4) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Starnberg, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315 (4) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten
§ 315 (4) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie Ap beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315 (4) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie Ap ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gem. § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gem. § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315 (4) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2010 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315 (4) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change of Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change of Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315 (4) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Strategie

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hält an seiner Strategie fest, profitabel zu wachsen, Kostenpotenziale zu nutzen und die Flexibilität gegenüber den Kunden und Märkten zu erhöhen. In den etablierten Absatzregionen Europa und Amerika wollen wir unsere Marktpositionen behaupten, in den Zukunftsmärkten weiter wachsen. Bei der strategischen Marktbearbeitung stehen die Länder Brasilien, China und Indien im Fokus, wo der Geschäftsbereich auf Grund seiner hohen Produkt- und Anwendungsvielfalt die größten Wachstumspotenziale sieht.

Umsatz leicht gestiegen

Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2010 verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER SILICONES beim Umsatz im Jahr 2011 nur ein kleines Plus. Er erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 1,59 Mrd. € (2010: 1,58 Mrd. €). Gestiegene Mengen und Preise waren für das Umsatzplus verantwortlich, während negative Währungseffekte das Geschäft gebremst haben. Regional betrachtet konnte WACKER SILICONES in Asien, hier insbesondere in China und Indien, und in den sonstigen Regionen, hier besonders im Mittleren Osten, seinen Umsatz steigern. In der Region Amerika ging der Umsatz auf Grund des starken Euros gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Das Silicongeschäft konnte im Energiesektor, in der Elektronikbranche, der Medizintechnik, der Automobilindustrie und beim Bau zulegen.

Das EBITDA erreichte auf Grund der stark gestiegenen Rohstoffkosten und von Währungsverlusten nicht das Niveau des Vorjahres. Es lag mit 182,9 Mio. € (2010: 229,9 Mio. €) um 20.4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Allein der Preis für Siliciummetall lag 29 Prozent höher als im Jahr 2010, der Preis für Methanol kletterte um 18 Prozent. Positiv beeinflusst wurde das EBITDA durch den Ertrag aus dem Verkauf des Geschäfts mit siliconbasierten Reifentrennmitteln an die Rhein Chemie Rheinau GmbH. Die EBITDA-Marge ging auf 11,5 Prozent (2010: 14,5 Prozent) zurück.

Investitionen unter dem Vorjahr

Die Investitionen bei WACKER SILICONES sind gegenüber dem Vorjahr von 174,1 Mio. € auf 106,3 Mio. € gesunken. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass WACKER im Vorjahr mit der Siliciumproduktion im norwegischen Holla und dem Erwerb der Marke Lucky Silicone in Südkorea 81,2 Mio. € für diese beiden strategischen Akquisitionen bezahlt hat. Im Jahr 2011 sind die Investitionen auf das sonst im Geschäftsbereich WACKER SILICONES übliche Niveau zurückgekehrt.

Neue Produktionskapazitäten fertig gestellt

Im Jahr 2011 hat WACKER SILICONES einige neue Produktionskapazitäten fertiggestellt. In Zhangjiagang, China hat der Geschäftsbereich eine weitere Produktionsanlage für pyrogene Kieselsäuren in Betrieb genommen. Am Standort Burghausen produziert WACKER SILICONES seit Juli 2011 in mehreren Produktionslinien hochreine Siliconelastomere für die Medizin-, LED- und Elektronikindustrie. Auf dem Gelände der indischen Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd. nahe Kalkutta betreiben wir eine neue Compoundieranlage zur Herstellung gebrauchsfertiger Siliconelastomere. Damit soll der indische Markt schneller und flexibler mit qualitativ hochwertigen WACKER-Siliconprodukten versorgt werden. Parallel dazu hat der Geschäftsbereich seine Präsenz auf dem indischen Markt mit einem Vertriebsbüro in Chennai verstärkt.

Geschlossen wurde, wie angekündigt, der Produktionsstandort Kempten. Die dort produzierten Mengen pyrogener Kieselsäuren wurden auf die bestehenden Anlagen in Burghausen und Nünchritz übertragen.

Zum 31. Dezember 2011 waren im Geschäftsbereich WACKER SILICONES 3.956 Mitarbeiter beschäftigt (31.12.2010: 3.892).

T 3.11 Segmentdaten WACKER SILICONES

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Gesamtumsatz 1.593,8 1.580,5 1.238,8 1.408,6 1.361,0
EBITDA 182,9 229,9 157,9 167,9 226,9
EBIT 103,3 150,0 33,5 86,3 144,6
Investitionen (Anlagenzugänge) 106,3 92,9 102,2 107,0 102,2
Akquisitionen 81,2
F & E-Kosten 25,4 25,3 26,9 31,5 35,9
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 3.956 3.892 3.873 3.927 3.871

WACKER POLYMERS

Strategie

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verfolgt seine Strategie konsequent weiter, im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft profitabel zu wachsen. Der Schlüssel dafür ist der Aufbau regionaler Produktionskapazitäten bei Dispersionen sowie Dispersionspulvern, um lokale und regionale Kundenanforderungen zeitnah und kostenoptimal bedienen zu können. Begleitet wird die intensive Kundenarbeit vor Ort durch unsere technischen Kompetenzzentren, in denen wir mit den Kunden individuelle Produktlösungen entwickeln können. Damit übertragen wir unser Produktwissen, das wir über Jahrzehnte gesammelt haben, auf spezifische, lokale Anwendungsbedürfnisse unserer Kunden in allen Regionen der Welt. Vorantreiben will WACKER POLYMERS die Substitution von Styrolbutadien und Styrolacrylat durch VAE-Dispersionen.

Umsatz prozentual zweistellig gewachsen

Substitution von anderen Technologien durch VAE-Dispersionen von wacker erfolgreich

Die Erholung der Bauindustrie und die Substitution von anderen Technologien durch VAE-Dispersionen in der Teppich- und Verpackungsindustrie sind in erster Linie dafür verantwortlich, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen konnte. Er erhöhte sich um 14,6 Prozent auf 928,1 Mio. € (2010: 810,0 Mio. €). Stark gestiegene Absatzmengen sowohl im Dispersions- wie auch im Dispersionspulvergeschäft und höhere Produktpreise haben das Geschäft von WACKER POLYMERS positiv beeinflusst. Währungseffekte haben das Geschäft leicht negativ beeinträchtigt. Die Absatzmengen lagen bei fast allen Produktgruppen um 12 Prozent höher als im Vorjahr. Die Umsätze konnten in allen Regionen deutlich gesteigert werden. Im Dispersionsgeschäft erzielte WACKER POLYMERS die größten Umsatzzuwächse in Nordamerika und in China. Bei den Dispersionspulvern kamen die größten prozentualen Umsatzzuwächse aus Europa und Südamerika.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft von WACKER POLYMERS in den Marktsegmenten Teppich- und Verpackungsindustrie. Dort ersetzen VAE-Dispersionen von WACKER zunehmend Styrolbutadien.

Höhere Preise für Ethylen und Vinylacetatmonomer (VAM) haben die Ertragsentwicklung von WACKER POLYMERS im abgelaufenen Geschäftsjahr gebremst. Ethylen war knapp 20 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, bei vam betrug der Preisanstieg mehr als 30 Prozent. Die höhere Kostenbelastung konnte durch höhere Preise für die eigenen Produkte nicht kompensiert werden. Trotz des deutlichen Umsatzanstiegs blieb das EBITDA mit 111,8 Mio. € um 8,8 Prozent hinter dem Vorjahr (2010: 122,6 Mio. €) zurück. Die EBITDA-Marge lag mit 12,0 Prozent unter dem Vorjahreswert (2010: 15,1 Prozent).

Investitionen sind gestiegen

Die Investitionen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,3 Mio. € auf 30,4 Mio. € erhöht (2010: 13,1 Mio. €). Sie wurden dafür verwendet, die Kapazitäten der bestehenden Anlagen zu steigern und die Produktivität in der Produktion weiter zu verbessern.

WACKER POLYMERS wird den Produktionsstandort Nanjing bis zum Jahr 2013 weiter ausbauen. Die bestehenden VAE-Dispersionsanlagen sollen um einen neuen Reaktor mit einer Jahreskapazität von 60.000 Tonnen erweitert werden. Damit verdoppelt sich die Kapazität für VAE-Dispersionen in Nanjing auf 120.000 Jahrestonnen. Der Anlagenkomplex ist dann einer der größten seiner Art in China.

Die Zahl der Mitarbeiter des Geschäftsbereiches hat sich zum 31. Dezember 2011 mit 1.412 Mitarbeitern leicht erhöht (31.12.2010: 1.377).

T 3.12 Segmentdaten WACKER POLYMERS

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Gesamtumsatz 928,1 810,0 743,8 867,9 632,8
EBITDA 111,8 122,6 117,2 108,9 107,0
EBIT 76,2 82,2 77,8 64,9 80,5
Investitionen (Anlagenzugänge) 30,4 13,1 40,0 74,4 41,0
F & E-Kosten 14,1 14,0 14,2 15,0 7,6
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 1.412 1.377 1.362 1.579 1.128

WACKER BIOSOLUTIONS

Strategie

WACKER BIOSOLUTIONS konzentriert sich hauptsächlich auf die Pharma-, Agro- und Lebensmittelindustrie. Dabei setzen wir verstärkt auf Synergien aus der Chemie- und Biotechnologie und bieten unseren Kunden Komplettlösungen für ihre speziellen Marktbedürfnisse an. Die Biotechnologie ist ein starkes Wachstumsfeld, an dem wir insbesondere in den Bereichen Biopharmazeutika, Nahrungsergänzungsmittel und Inhaltsstoffe für Nahrungsmittel sowie bei Agrarchemikalien teilhaben wollen. In den Industrien, die wir bedienen, ist eine starke Kundenorientierung für den Erfolg unserer Produkte entscheidend. Die Organisation von WACKER BIOSOLUTIONS ist deshalb stark auf die Kunden und Märkte ausgerichtet.

Leichter Umsatzanstieg

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS ist im Jahr 2011 leicht gestiegen. Er legte gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 144,5 Mio. € (2010: 142,4 Mio. €) zu. Rückläufige Mengen und negative Währungseffekte konnten durch Preiserhöhungen kompensiert werden. Im Geschäft mit Kaugummirohmasse und bei Cyclodextrinen verzeichnete WACKER BIOSOLUTIONS Mengenrückgänge. Dafür ist das Geschäft mit Biopharmazeutika gewachsen. Das größte Wachstum nach Regionen erzielten wir mit 18 Prozent in Asien und dabei vor allem in China. Ebenfalls positiv entwickelt hat sich das Geschäft in Deutschland, während wir in Europa und Amerika unter den Vorjahresumsätzen blieben.

Das EBITDA fiel mit 20,4 Mio. € (2010: 25,0 Mio. €) geringer aus als im Vorjahr. Der Rückgang beträgt 18,4 Prozent. Verantwortlich dafür sind in erster Linie höhere Rohstoffkosten. Die EBITDA-Marge belief sich auf 14,1 Prozent (2010: 17,6 Prozent).

Investitionen höher als im Vorjahr

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr auf 8,6 Mio. € (2010: 6,5 Mio. €) gestiegen. Investiert wurde in bestehende Produktionsanlagen.

Die Zahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2011 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat sich auf 354 verringert (31.12.2010: 363).

T 3.13 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Gesamtumsatz 144,5 142,4 104,9 97,7 112,4
EBITDA 20,4 25,0 9,9 9,2 9,5
EBIT 13,3 16,6 4,7 6,0 – 7,5
Investitionen (Anlagenzugänge) 8,6 6,5 12,7 16,5 7,5
F & E-Kosten 6,2 3,5 4,4 2,3 2,1
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 354 363 344 259 245

WACKER POLYSILICON

Strategie

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON zielt mit seiner Strategie darauf ab, die Qualitäts- und Kostenführerschaft bei der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium zu behaupten und das Marktwachstum mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten zu begleiten. Die Strategie basiert auf langfristig angelegten Lieferbeziehungen zu unseren Kunden.

Umsatz und ebitda leicht über Vorjahr

WACKER POLYSILICON konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern. Er erhöhte sich um 5,8 Prozent auf 1,45 Mrd. € (2010: 1,37 Mrd. €). Zurückzuführen ist dies auf steigende Absatzmengen. Nachdem die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Polysilicium in den ersten neun Monaten sehr hoch war und die bestehenden Produktionskapazitäten auf Volllast liefen, ging sie im vierten Quartal 2011 deutlich zurück. Ursachen dafür waren massive Überkapazitäten in der gesamten Wertschöpfungskette der Photovoltaikindustrie sowie die beginnende Konsolidierung innerhalb der Branche. Auf Grund dieser Situation hat der Geschäftsbereich gemeinsam mit seinen Kunden Lösungsmodelle auf Basis der bestehenden Verträge entwickelt.

Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 32.000 Tonnen Polysilicium abgesetzt. Wichtigste Absatzregion war wie im Vorjahr Asien, insbesondere China. Prozentual zweistellig zulegen konnte der Absatz in der Region Amerika, während er in Europa etwas zurückging.

Das EBITDA stieg um 1,9 Prozent auf 747,3 Mio. € (2010: 733,4 Mio. €). Neben dem schwachen Geschäft im vierten Quartal haben die Vorlaufkosten für das Hochfahren der Produktionskapazitäten der Ausbaustufe Poly 9 am Standort Nünchritz das EBITDA belastet. Auf der anderen Seite hat der Geschäftsbereich aus der Auflösung von Verträgen mit Kunden, die sich aus dem Solargeschäft zurückziehen, Anzahlungen und Schadensersatzleistungen in Höhe von 66,2 Mio. € vereinnahmt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 51,6 Prozent (2010: 53,6 Prozent).

Investitionen steigen deutlich an

Hohe Investitionen in Nünchritz und Charleston

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON sind im Jahr 2011 deutlich gestiegen. Sie erhöhten sich um 82,8 Prozent auf 566,5 Mio. € (2010: 309,9 Mio. €). Die Mittel wurden vor allem für den Auf- und Ausbau der neuen Polysiliciumanlagen in Nünchritz und in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee verwendet. Der Aufbau des neuen integrierten Produktionsstandortes in Charleston schreitet planmäßig voran. Um die Produktionsleistung der erwarteten Kundennachfrage anzupassen, hat WACKER beschlossen, die Kapazität in Charleston von bisher 15.000 auf 18.000 Jahrestonnen zu erhöhen. Die Investitionssumme für das Projekt steigt dadurch voraussichtlich von 1,5 Mrd. US-$ auf 1,8 Mrd. US-$. Die Fertigstellung der Anlagen ist für Ende 2013 geplant.

Die Zahl der Beschäftigten hat sich durch den Auf- und Ausbau der Produktionskapazitäten weiter erhöht. Sie stieg auf 2.251 (31.12.2010: 1.763).

T 3.14 Segmentdaten WACKER POLYSILICON

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Gesamtumsatz 1.447,7 1.368,7 1.121,2 828,1 456,9
EBITDA 747,3 733,4 520,8 422,0 182,2
EBIT 545,6 586,7 414,1 349,8 135,0
Investitionen (Anlagenzugänge) 566,5 309,9 400,1 410,3 259,5
F & E-Kosten 14,5 12,8 11,3 5,4 6,3
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 2.251 1.763 1.600 1.289 1.003

Siltronic

Strategie

300 mm Siliciumwafergeschäft gewinnt an Bedeutung

Siltronic konzentriert sich auf drei strategische Schwerpunkte: eine führende Rolle in der Technologieentwicklung zu behaupten, mindestens so schnell zu wachsen wie der Markt und die variablen und fixen Kostenstrukturen durch bessere Prozesse und Abläufe sowie höhere Produktivität ständig zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Um die Anforderungen der neuesten Design-Rules zu bedienen, wird Siltronic auch in Zukunft insbesondere in Produktentwicklungen und in qualitätssteigernde Maßnahmen sowie in die 300 mm Technologie investieren. Das 300 mm Geschäft wird an Bedeutung gewinnen. Hier ist Siltronic so aufgestellt, dass sie davon profitieren kann. Bei den Absatzregionen liegt der Fokus auf Asien. Die Herstellung von Siliciumwafern nach einzelnen Durchmessern ist an Leitstandorten konzentriert. Damit sollen die Anlagenauslastung und die Kostenstrukturen verbessert und das Know-how für die Produktion einzelner Durchmesser gebündelt werden. Mit der Schließung des japanischen Standortes Hikari optimiert Siltronic in Zukunft die Auslastung ihrer Produktionsanlagen für 200 mm Siliciumwafer. Dadurch erreicht Siltronic eine höhere Fixkostenabdeckung bei der Herstellung dieser Scheiben, erzielt Skaleneffekte und verbessert ihre Kostenposition in diesem Bereich.

Umsatz bleibt hinter dem Vorjahr zurück

Vor allem auf Grund eines schwachen vierten Quartals ist der Umsatz von Siltronic im Jahr 2011 hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. Er lag mit 992,1 Mio. € (2010: 1,02 Mrd. €) 3,2 Prozent niedriger. Im letzten Quartal belasteten der Lagerabbau bei Kunden und eine schwache Nachfrage nach Siliciumwafern unsere Absatzmengen. Während das Geschäft mit 300 mm Siliciumwafern im Gesamtjahr zunahm, entwickelte sich der Markt für 200 mm Siliciumwafer und insbesondere das Geschäft mit kleinen Scheibendurchmessern schwächer. Regional betrachtet konnte der Umsatz in Deutschland um mehr als fünf Prozent zulegen. Der Umsatz in Asien blieb auf dem Niveau des Vorjahres, während die Umsätze in Amerika und Europa um jeweils mehr als fünf Prozent zurückgingen.

Das EBITDA blieb ebenfalls hinter dem Vorjahr zurück. Mit 49,2 Mio. € (2010: 87,7 Mio. €) fiel es 43,9 Prozent niedriger aus. Darin enthalten sind Aufwendungen für die Schließung des Standortes Hikari, die sich im EBITDA mit rund 50 Mio. € niederschlagen. Ohne diese Belastung wäre das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Mio. € gestiegen. Die EBITDA-Marge betrug 5,0 Prozent (2010: 8,6 Prozent).

Investitionen deutlich gestiegen

Die Investitionen der Siltronic sind im Jahr 2011 deutlich gestiegen. Sie beliefen sich auf 128,1 Mio. € (2010: 75,5 Mio. €). Das sind 69,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Mittel wurden unter anderem für den weiteren Ausbau des Gemeinschaftsunternehmens zur Herstellung von 300 mm Wafern mit Samsung Electronics in Singapur, für neue Produktionsanlagen für epitaxierte Wafer in Deutschland sowie für Investitionen in verbesserte Technologien verwendet.

Die Beschäftigtenzahl der Siltronic belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 4.974 Mitarbeiter (31.12.2010: 5.025).

T 3.15 Segmentdaten Siltronic

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Gesamtumsatz 992,1 1.024,8 637,5 1.360,8 1.451,6
EBITDA 49,2 87,7 – 162,4 357,3 478,1
EBIT – 56,7 – 3,5 – 414,7 193,8 337,2
Investitionen (Anlagenzugänge) 128,1 75,5 73,0 199,6 200,0
F & E-Kosten 71,7 72,3 62,9 67,7 63,9
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 4.974 5.025 5.096 5.469 5.634

Sonstiges

Der unter „Sonstiges“ ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 176,9 Mio. € (2010: 157,1 Mio. €). Das EBITDA aus „Sonstiges“ betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr - 7,8 Mio. € (2010: - 2,2 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2011 waren im Segment „Sonstiges“ 4.221 Mitarbeiter (31.12.2010: 3.894) beschäftigt. WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz.

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Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Auslandsgeschäft geprägt. Von den 4,91 Mrd. € Umsatz (2010: 4,75 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2011 erwirtschafteten wir 81,7 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 18,3 Prozent.

Region Asien legt weiter zu

In China erstmals mehr als eine Milliarde € Umsatz erzielt

Die größte Bedeutung für unsere Geschäfts- und Wachstumspotenziale hat die Region Asien. Der weiter steigende Lebensstandard in den dortigen Schwellenländern erhöht die Nachfrage nach Produkten mit hoher Qualität, wie wir sie liefern. Mit einem Gesamtumsatzanteil von 37 Prozent (2010: 36 Prozent) war Asien wie im Vorjahr der bedeutendste Absatzmarkt. Der Umsatz belief sich auf 1,82 Mrd. € (2010: 1,72 Mrd. €). Das ist ein Plus von 6,1 Prozent. In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) erzielte WACKER erstmals mehr als eine Mrd. € Umsatz. Mit 1,03 Mrd. € (2010: 999,4 Mio. €) lag er 2,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Sehr stark war dort nach wie vor das Geschäft mit Polysilicium für die Photovoltaikindustrie. Durch den weiteren Ausbau unserer Produktionskapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte können wir unsere chinesischen Kunden noch schneller sowie bedarfsgerechter bedienen und so unsere Marktposition festigen. Auf dem zweitgrößten asiatischen Markt Indien steigerte WACKER seine Umsatzerlöse um 3,6 Prozent.

T 3.16 Außenumsatz am Sitz des Kunden

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Deutschland 899,4 887,3 774,6 948,6 723,5
Übriges Europa 1.186,7 1.175,4 944,1 1.008,2 1.034,7
Amerika 846,4 818,2 636,3 852,9 642,6
Asien 1.822,0 1.717,4 1.252,9 1.362,8 1.267,1
Sonstige Regionen 155,2 150,1 111,4 125,6 113,4
Konzern 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3

Region Europa mit leichtem Umsatzplus

In Europa, wo WACKER eine sehr starke Marktposition besitzt, hat der Umsatz im Jahr 2011 leicht zugelegt. Er stieg um 1,0 Prozent auf 1,19 Mrd. € (2010: 1,18 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 24,2 Prozent (2010: 24,8 Prozent). In Deutschland erhöhte sich der Umsatz um 1,4 Prozent auf 899,4 Mio. € (2010: 887,3 Mio. €).

Geschäft in Amerika wächst erneut

Das Geschäft in der Region Amerika hat sich auch im Jahr 2011 positiv entwickelt. Profitieren konnten wir hier durch die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen in der Verpackungs- und Teppichindustrie. Aber auch der Verkauf von Polysilicium für die Photovoltaikindustrie hat zu diesem Wachstum beigetragen. Der Umsatz in der Region stieg um 3,4 Prozent auf 846,4 Mio. € (2010: 818,2 Mio. €).

Sonstige Regionen mit Wachstumspotenzial

Der Umsatz in den sonstigen Regionen steigt kontinuierlich an. Im Jahr 2011 konnte der Umsatz um 3,4 Prozent auf 155,2 Mio. € (2010: 150,1 Mio. €) zulegen. Das Wachstum wird besonders durch die Region Naher und Mittlerer Osten getragen. Dort erhöhte sich der Absatz von WACKER-Produkten um 15,1 Prozent.

T 3.17 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Deutschland 4.250,8 4.150,9 3.272,0 3.746,8 3.341,0
Übriges Europa 138,3 74,3 23,5 29,4 26,6
Amerika 783,0 779,4 599,2 736,4 659,1
Asien 750,4 684,1 491,4 546,3 480,2
Sonstige Regionen 7,4 6,3 3,5 2,2 1,8
Konsolidierung – 1.020,2 – 946,6 – 670,3 – 763,0 – 727,4
Konzern 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Informationen

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele: Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten. Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse kontinuierlich, um in der Technologie führend zu sein wie auch um nachhaltig zu wirtschaften. Mit dem dritten Ziel konzentrieren wir uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie die Zukunftstrends wie zum Beispiel den steigenden Energiebedarf, die Urbanisierung, die Digitalisierung und die demografische Veränderung zu bedienen.

Forschungsund Entwicklungsaufwendungen sind gestiegen

WACKER gehört zu den forschungsintensiven Chemieunternehmen der Welt. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 172,9 Mio. € (2010: 165,1 Mio. €). Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt wie im Vorjahr bei 3,5 Prozent.

Anteil neuer Produkte am Umsatz weiter gestiegen

Die Neuproduktrate (Umsatzanteil der in den vergangenen fünf Jahren eingeführten Produkte) ist mit 24,0 Prozent leicht gewachsen (2010: 23,6 Prozent). Der Anstieg beruht vor allem auf neuen Spezifikationen von Silicium, zum Beispiel neuen Bruchgrößen für Solaranwendungen, sowie dem Produktionsanlauf von 300 mm Wafern, die für die Strukturbreite 22 Nanometer geeignet sind.

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Aus Lizenzvergaben nahmen wir im Jahr 2011 rund 6,7 Mio. € ein (2010: 7,5 Mio. €). Die Zahl der von uns gehaltenen Patente und Patentanmeldungen ist ein Spiegelbild unserer Innovationskraft. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir 138 Erfindungen zum Patent angemeldet (2010: 121). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 5.000 aktive Patente sowie 2.900 derzeit laufende Patentanmeldungen.

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Im Jahr 2011 investierte WACKER 17,3 Mio. € in F & E-Einrichtungen (2010: 13,4 Mio. €). Das sind wie im Vorjahr 1,8 Prozent unserer Gesamtinvestitionen. In unserer zentralen Forschungsstätte Consortium für elektrochemische Industrie in München ist ein neues Laborgebäude fertig gestellt worden. Am Standort Burghausen haben wir mit dem Bau eines neuen Laborgebäudes für WACKER SILICONES und die zentrale Analytik begonnen. Weitere Investitionen flossen zum Beispiel in Prüfstände für Elektrochemie sowie in Pilotanlagen für neue Prozesse und Prozessoptimierungen.

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Ein Großteil unserer F & E-Kosten in Höhe von 172,9 Mio. € entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. F & E-Know-how von Dritten haben wir im Jahr 2011 nur in geringem Umfang erworben.

Extern geförderte Forschungsprojekte werden seit dem abgelaufenen Jahr im Fördermanagement koordiniert. Die neue Stelle prüft Förderprogramme und legt Teilnahmemöglichkeiten zur Entscheidung vor. Einige unserer im Jahr 2011 laufenden Forschungsprojekte wurden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Einige Beispiele:

Im von der EU geförderten Projekt EEMI450 (European Equipment & Materials Initiative für 450 mm) ist die Siltronic AG Mitglied. Sie erhält über eine Laufzeit von 21 Monaten bis Februar 2012 Fördermittel von rund einer Mio. €.

Beim Verbundprojekt SPINEL (Steigerung der Energieeffizienz von Photovoltaik- und Elektronikanwendungen durch innovatives electronic-grade Basismaterial) förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Teilprojekt der Siltronic.

Für das vom BMBF geförderte Projekt mit dem Titel Lissi erforschen wir Elektrodenmaterial für Lithium-Schwefel-Batterien. Wir entwickeln solche hoch kapazitiven Lithium-Ionen-Batterien der vierten Generation gemeinsam mit Projektpartnern für den Einsatz in der Elektromobilität.

WACKER arbeitet in zwei Teilprojekten des vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) geförderten Projekts integrated Carbon Capture, Conversion, and Cycling (iC4) mit. Im ersten Teilprojekt liegt der Fokus auf der Abtrennung und Reinigung von CO2, um dieses für eine weitere Nutzung aufzubereiten.

Im zweiten Teilprojekt erforschen wir Katalysatoren zur Umwandlung von CO2 in Kohlenwasserstoffe.

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Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit.

Das Portfolio unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte haben wir in einem Portfoliomanagementprozess konzernweit transparent dargestellt. Damit bewerten wir unsere Projekte und wählen neue Projekte nach den Anforderungen der Märkte aus.

Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 244 Projekten auf mehr als 40 Technologieplattformen. Über ein Viertel dieser Themen betrifft strategische Schlüsselprojekte, für die wir im Berichtsjahr 45 Prozent der angefallenen Projektkosten von insgesamt 78,9 Mio. € aufgewendet haben. Die Zukunftsfelder, auf denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Biotechnologie, Energie, Automobil und Bau.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

WACKER arbeitet mit mehr als 25 Forschungseinrichtungen zusammen

Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Halbleitertechnologie, Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2011 arbeitete WACKER bei rund 64 Forschungsvorhaben mit mehr als 25 internationalen Forschungseinrichtungen zusammen.

Die Themen unserer Forschungskooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Biotechnologie, 450 mm Siliciumwafer sowie Materialforschung zum Einsatz in der regenerativen Energiegewinnung. Ein Projektbeispiel: Die Siltronic AG und das belgische Nanoelektronik-Forschungsinstitut imec haben im Jahr 2011 eine Kooperation zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Siliciumwafern mit Galliumnitrid-Schicht (GaN-on-Si) geschlossen. Wir sind damit Partner im imec Industrial Affiliation Program (IIAP). Das Projekt soll die Produktion von Festkörperleuchtmitteln (zum Beispiel LEDS) und Leistungshalbleitern der nächsten Generation auf 200 mm Siliciumwafern ermöglichen.

WACKER hat weltweit ein Netz von 20 technischen Kompetenzzentren geknüpft. Sie sind Bindeglieder zwischen Vertriebsniederlassungen und lokalen Produktionsstätten. In diesen Zentren passen unsere Spezialisten Produkte an regionale Besonderheiten an, zum Beispiel an klimatische Bedingungen, länderspezifische Normen und lokale Rohstoffe.

Forschungsarbeit bei WACKER

Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen.

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In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2011 bei WACKER 1.100 Mitarbeiter beschäftigt. Dies sind 6,4 Prozent der Mitarbeiter im Konzern. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure widmen sich sowohl der Grundlagenforschung als auch der Entwicklung neuer Produkte und Prozesse für unsere Kunden sowie der Verbesserung bestehender Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker unterstützen bei der Umsetzung in unseren Labors, Produktions- und Pilotanlagen oder vor Ort in den Anlagen der Kunden. Unser sonstiges Personal in der Forschung und Entwicklung ist unter anderem in den Werkstätten mit dem Bau von Forschungsequipment beschäftigt sowie in der Verwaltung zum Beispiel mit der Marktbewertung und mit Trendanalysen.

T 3.18 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung zum 31.12.2011

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Anzahl 2011 2010 2009 2008 2007
Mitarbeiter F & E Konzern 1.100 1.057 1.072 1.078 1.038
Quote1 F & E Konzern (%) 6,4 6,5 6,9 6,8 6,9
Mitarbeiter F & E Deutschland 868 855 860 836 835
Mitarbeiter F & E Ausland 232 202 212 242 203
Mitarbeiter F & E Deutschland nach Qualifikationen 868 855 860 836 835
Wissenschaftler und Ingenieure 346 337 332 311 302
Laboranten und Techniker 350 344 349 345 344
Sonstiges Personal 172 174 179 180 189
Mitarbeiter F & E Ausland nach Qualifi kationen 2 93 95 90 113 66
Wissenschaftler und Ingenieure 35 31 30 34 29
Laboranten und Techniker 30 32 29 34 36
Sonstiges Personal 28 32 31 45 1

1 Verhältnis Mitarbeiter F & E zu Mitarbeiter Konzern gesamt
2 Ohne Mitarbeiter F & E Siltronic AG

WACKER gewinnt Best-Innovator-Award

Für sein nachhaltiges Innovationsmanagement wurde WACKER im Jahr 2011 mit dem Best-Innovator-Award in der Kategorie Chemie ausgezeichnet. Organisatoren des Wettbewerbs, an dem sich über 100 Firmen beteiligt haben, waren die Unternehmensberatung A.T. Kearney und die Zeitschrift „WirtschaftsWoche“. Die Best-Innovator-Jury hat WACKER bestätigt, konsequente Prozesse eingeführt zu haben und Innovationsmanagement als Kernkompetenz zu betreiben. Ein wichtiger Punkt in der positiven Bewertung der Jury war, dass WACKER Innovationsmanager ernannt hat, die die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben und den Innovationsfokus in den Technologie- und Kundensegmenten steuern.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Grundlegende Arbeit zur Silansynthese mit „Alexander Wacker Innovationspreis“ ausgezeichnet

WACKER hat 2011 zwei seiner Forscher aus dem Zentralbereich Forschung und Entwicklung für ihre grundlegende Arbeit zur Silansynthese mit dem „Alexander WACKER Innovationspreis“ ausgezeichnet. Die beiden Wissenschaftler haben ein neuartiges Analyseverfahren entwickelt. Damit lassen sich nun erstmals Vorgänge beobachten, die sich während der Synthese von Siliconvorstufen nach dem Müller-Rochow-Verfahren in Wirbelschichtreaktoren abspielen. Das Wissen um diese Vorgänge ermöglicht es WACKER, seine Produktionsprozesse weiter zu verbessern und dadurch Kostensenkungen in Millionenhöhe zu erreichen. Der mit 10.000 € dotierte Innovationspreis war 2011 in der Kategorie Grundlagenforschung ausgeschrieben worden.

Beim Thema Energie haben wir uns weiter mit dem Speichern von Strom und der Energiewandlung befasst. Wir beschäftigen uns mit Materialien für Lithium-Ionen-Batterien, um diesen Batterietyp für den Einsatz in Autos weiterzuentwickeln. WACKER ist Mitglied in der Nationalen Plattform Elektromobilität, eine Initiative der Bundesregierung und der Industrie. Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren.

Unser Zentralbereich Forschung und Entwicklung hat TECTOSIL® zum Einkapseln von Photovoltaikmodulen entwickelt. Die vom tüv zugelassene Folie besteht aus einem einzigartigen thermoplastischen Siliconelastomer, das sich unter Wärme verformen und somit einfach und schnell verarbeiten lässt. Die Folie schützt Solarzellen vor mechanischen und chemischen Belastungen und enthält keine korrosiv wirkenden Bestandteile. Das Material nimmt nahezu kein Wasser auf, stellt somit eine wirkungsvolle Feuchtigkeitsbarriere dar und bleibt dauerhaft elektrisch isolierend. Dadurch ermöglicht TECTOSIL®, mit dem wir im Jahr 2011 erste Markterfolge erzielt haben, eine hohe Qualität und lange Lebensdauer von Solarmodulen.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

In der Biotechnologie legt WACKER BIOSOLUTIONS seinen Fokus auf die Wachstumsfelder Nahrungsmittel, Pharma und Agro. Bei der bakteriellen Herstellung von Pharmaproteinen haben wir unseren ESETEC®-Prozess weiter verbessert. Damit haben wir mehrere Pharmaproteine mit hohen Ausbeuten nach dem Industriestandard CGMP (Current Good Manufacturing Practice) hergestellt. Einige dieser Pharmaproteine werden bereits in den klinischen Phasen erprobt. Für ein Kundenprojekt haben wir im Jahr 2011 mit dem ESETEC®-Sekretionssystem einen GMP-Prozess für ein Antikörperfragment der Produktklasse FAB (Fragment Antigen Binding) entwickelt, das nun klinisch erprobt wird. Die Antikörperfragmente werden für therapeutische Projekte und diagnostische Forschungszwecke eingesetzt.

Um die Energiebilanz von Solarzellen zu verbessern und unsere Kosten zu verringern, arbeiten wir bei der Herstellung von Polysilicium daran, den Energieverbrauch weiter zu senken. WACKER POLYSILICON hat Abläufe in seinem geschlossenen Produktionskreislauf optimiert. Wir haben die Reinheit des Polysiliciums durch verbesserte Produktionsschritte erhöht und den Energieverbrauch bei der Abscheidung gesenkt. Die Energierückflusszeit - also die nötige Betriebsdauer einer Photovoltaikzelle, um den Energieaufwand ihrer Herstellung zu erzeugen - hat sich nochmals verkürzt. Sie liegt nun, je nach geografischer Lage der installierten Solarzellen, zwischen sechs (Sahara) und 18 Monaten (Nordeuropa).

Die Leistungsfähigkeit von Halbleiterbauteilen verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre. Ein Schlüsselparameter für die Leistungssteigerung sind Strukturbreiten auf dem Siliciumwafer - sie sind die Basis dafür, wie viele Transistoren pro Quadratzentimeter auf einem Bauteil untergebracht werden können. Die gängigen Strukturbreiten in der Halbleiterindustrie sind gegenwärtig 45 und 32 Nanometer. In den kommenden Jahren werden sie auf 22 und dann auf 16 Nanometer zurückgehen. Wir entwickeln Verfahren zur Produktion von 300 mm Wafern, die für 16 und 22 Nanometer Design Rules (Strukturbreite von Chips) genutzt werden. Seit dem Jahr 2011 sind unsere 300 mm Standorte Burghausen, Freiberg und Singapur in der Lage, 300 mm Wafer herzustellen, die für die Strukturbreite 22 Nanometer geeignet sind.

New Product Innovation Award für geniosil®-Produktklassen erhalten

Für seine GENIOSIL®-Produktklasse hat WACKER von der Unternehmensberatung Frost & Sullivan den New Product Innovation Award im Bereich Bau erhalten. Die AlphaSilantechnologie in GENIOSIL®-Produkten ermöglicht, leistungsstarke Kleb- und Dichtstoffe ohne Weichmacher und Lösemittel herzustellen, zum Beispiel Fugendichtstoffe, Montagekleber oder Vitrinenabdichtungen. GENIOSIL® wird auch im Automobil- und Containerbau sowie zum Verkleben von Parkettböden eingesetzt.

Die Forschung von WACKER POLYMERS legt ihren Schwerpunkt darauf, Produktionsprozesse für Dispersionen und Dispersionspulver weiter zu verbessern. Dadurch sparen wir Rohstoffe und Energie. Wir haben die Technologie unseres Herstellprozesses für Vinylacetatmonomer (VAM) weiterentwickelt sowie die Prozesssteuerung zur Produktion von Dispersionen auf Basis von Vinylacetat-Ethylen (VAE) optimiert.

Unser Fokus im Bereich Bau lag im Jahr 2011 auf den Themen Fassade, Feuchtigkeitsund Langzeitschutz. Wir haben eine Composite-Dispersion der VINNAPAS®-Produktreihe auf den Markt gebracht, die anorganische Silica-Partikel und organische Kunststoffpolymerteilchen kombiniert. Dies ermöglicht Putze und Fassadenanstriche mit lang anhaltenden Farbtönen, verringert die Schmutzaufnahme und reduziert das Risiko von Algenbildung oder Pilzbefall.

Wir haben unsere Produktreihe der Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen für die Bedürfnisse der Papier- und Verpackungsindustrie erweitert: VINNAPAS® xd 05 ermöglicht es, beim Formulieren von Klebstoffen auf Verfilmungshilfsmittel oder Weichmacher zu verzichten. Die Dispersion entspricht modernsten Umwelt- und Sicherheitsstandards und eignet sich auch für Lebensmittelverpackungen.

Wissenstransfer vor Ort

Unter dem Namen WACKER ACADEMY bieten wir ein Forum zum branchenspezifischen Wissenstransfer zwischen Kunden, Vertriebspartnern und WACKER-Experten. Im Fokus stehen bauchemische Trainings, die neben der Polymerchemie auch Siliconanwendungen für die Bauindustrie abdecken, sowie Schulungen für andere Industriezweige, zum Beispiel die Kosmetik- und Farbenbranche. Die Nähe zu den Entwicklungs- und Testlabors fördert den Austausch und ermöglicht den Teilnehmern Praxistests vor Ort. Wir arbeiten mit firmeneigenen Forschungsstätten, aber auch mit Universitäten und Instituten zusammen, um unser Seminarangebot auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Wir haben im Jahr 2011 rund 66 Abschlussarbeiten an 33 internationalen Hochschulen beauftragt. Zusätzlich haben wir im fünften Jahr nach Gründung des Instituts für Siliciumchemie an der Technischen Universität München 13 Stipendiaten gefördert. Sieben unserer Stipendiaten haben 2011 ihren Abschluss gemacht. Erste Absolventen haben ihren Berufseinstieg bei der Forschung und Entwicklung von WACKER gefunden.

T 3.19 Wichtigste Produkteinführungen 2011

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Produkt Beschreibung Anwendung Branche
CAVAMAX® W6 Alpha-Cyclodextrin als rein pflanzlicher, biotechnologisch hergestellter Emulgator zur Stabilisierung von Öl-in-Wasser-Emulsionen für die Nahrungsmittelindustrie Emulgator für Lebensmittel wie Salatsaucen, Mayonnaisen, Dessertcremes oder Margarine Nahrungsmittel-
industrie
CAVAMAX® W6 Alpha-Cyclodextrin als wasserlöslicher Faserstoff Faserstoffzusatz für Getränke und Lebensmittel wie Molkereiprodukte, Backwaren und Frühstückscerealien Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie
ELASTOSIL® LR 3011 / 50 FR Flammwidriger Flüssigsiliconkautschuk LED-Fassungen für Flachbildschirme, Dichtungen in Solaranlagen, Isolierungen in Elektroautos Automobil-, Elektronik- und Solarindustrie
ELASTOSIL® LR 3066 Lebensmittelkonformer Flüssigsiliconkautschuk mit niedriger Oberflächenreibung Dosierventile für die Lebensmitteltechnik Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie
ELASTOSIL® LR 3170 / 40 Selbsthaftender, flammwidriger Flüssigsiliconkautschuk LED-Fassungen für Flachbildschirme, Dichtungen in Solaranlagen, Isolierungen in Elektroautos Automobil-, Elektronik- und Solarindustrie
ELASTOSIL® Solar 2200 Transparentes, gießbares, nicht korrosives Siliconelastomer Einbettungsmaterial für flexible Dünnschichtmodule Solarindustrie
GENIOSIL® W Hybridpolymerbasierte Flüssigmembran Abdichtung von Gebäudefl ächen wie Flachdächern, Balkonen, Terrassen oder Kellerwänden Bauindustrie
SEMICOSIL® 971 TC Additionsvernetzender Siliconkleber Verkleben und Befestigen von elektronischen Bauteilen Elektronikindustrie
SILPURAN® 4200 Biokompatibler Siliconkleber Kleb- und Dichtstoff für medizintechnische Anwendungen Medizintechnik
SILPURAN® 6610 / 40 Biokompatibler, strahlenbeständiger Flüssigsiliconkautschuk Strahlensterilisierbare Siliconventile für medizintechnische Geräte Medizintechnik
SILRES® BS 168 Siliconadditiv Erhöhung der Nass- abriebbeständigkeit von Innenfarben Lack- und Farbenindustrie
SILRES® BS 300 Siliconadditiv Additiv für wasserabweisende Innenwandfarben Lack- und Farbenindustrie
SILRES® IC 368 Flüssiges, lösemittelfreies Siliconharz-Intermediate Eigenschaftsverbesserung industrieller Beschichtungen für Holz, Metall oder Bandbleche Lack- und Farbenindustrie
TECTOSIL® 177 Thermoplastisches Siliconelastomer Einkapselungsmaterial für Photovoltaikmodule Solarindustrie
VENTOTEC® Additiv zur Schlagzähmodifizierung Rotorblattverklebung Windenergieanlagen
VINNAPAS® 828 ND Dispersion ohne die Verwendung von Alkylphenolethoxylaten (APEO), Weichmachern und Lösemitteln Bindemittel in Mörteln, z. B. für Wärmedämmverbundsysteme oder andere Fassadenanwendungen Bauindustrie
VINNAPAS®-Composite-Dispersionen Neuartige Dispersionen mit einem im Kern aus anorganischen Silicapartikeln (dem Grundstoff von Glas und Quarz), die von einem organischen Kunststoffpolymerteilchen umhüllt werden Bindemittel in Beschichtungen, Farben, Putzen, hauptsächlich für Fassaden im Außenbereich Bau- und Farbenindustrie
VINNAPAS® EAF 68 Bindemittel für Bodenbelagsklebstoffe ohne die Verwendung von Alkylphenolethoxylaten (APEO) Universelles Bindemittel für Bodenbeläge, von schwierig zu verklebenden Bodenbelägen wie Linoleum oder Polyvinylchlorid (PVC) bis hin zu einfach zu handhabenden Teppichböden Klebstoffindustrie
VINNAPAS® EF8300 Dispersion als Bindemittel für Innenfarben mit niedrigen Emissionen Bindemittel für Innenfarben Farben- und Bauindustrie
VINNAPAS® LL 5048 H und VINNAPAS® LL 4042 H Bindemittel: hydrophobierende, rein auf Vinylacetat und Ethylen basierende Copolymer-Dispersionspulver für die Bauindustrie mit wasserabweisenden Eigenschaften Besonders für die Anwendung in Wärmedämm-
verbundsystemen geeignet
Bauindustrie
VINNOL® CEN 2752 Dispersion mit hohem Vinylchloridanteil und reduziertem Formaldehydgehalt Bindemittel zur Beschichtung von Textil- und Vliesstoffen, besonders zur flammhemmenden Ausrüstung, z. B. bei Polsterwaren, Fußbodenbelägen, wie PVC und Nadelfi lzen, oder heißsiegelfähigen Wattierungen Textil- und Nonwovenindustrie
VINNOL® H 30 / 48 M Neues Lackharz mit herausragender Löslichkeit in reinem Ester völlig ohne den Einsatz von Ketonen Für Verpackungen von thermosensitiven Pharmazeutika und Lebensmitteln, z. B. Käse oder Joghurt Industrie-
beschichtungen
VINNOL® LL 4311 Lackharz als Bindemittel für Druckfarben in Lebensmittel-
verpackungen
Bindemittel für Druckfarben in Lebensmittel-
verpackungen
Druckfarben und Beschichtungen für Lebensmittel-
verpackungen

Einkauf und Logistik

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2011 gestiegen. Ursachen dafür waren sowohl Mengenzuwächse wie auch Preissteigerungen. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe und Energie, für Dienstleistungen, Material und Equipment mit einem hohen Anteil für Investitionen. WACKER hat für Rohstoffe, Material und Dienstleistungen 3,42 Mrd. € (2010: 2,80 Mrd. €) ausgegeben. Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionsprojekte in Höhe von 870 Mio. € (2010: 575 Mio. €). Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag bei 69,6 Prozent (2010: 59 Prozent). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 1.300 verschiedene Rohstoffe sowie eine Vielzahl technischer Güter und Dienstleistungen für den Anlagenbau und die Instandhaltung beschafft. Die Zahl unserer Lieferanten beläuft sich auf rund 9.900 (rund 8.800 in Technischem Einkauf & Logistik, rund 1.100 im Rohstoffeinkauf).

T 3.20 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Beschaffungsvolumen 3.418 2.799 2.342 2.660 2.291

Mehr Mengen und höhere Preise steigern das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe hat sich im Jahr 2011 erhöht. Der Anstieg ist etwa zu einem Viertel auf den höheren Mengenbedarf und zu drei Vierteln auf höhere Preise zurückzuführen. Mengenzuwächse verzeichneten wir bei den Rohstoffen Ethylen, Vinylacetatmonomer und Polyvinylalkohol. Beim Siliciummetall haben wir weniger Mengen eingekauft, da wir mit dem Standort Holla seit dem vergangenen Jahr über eine eigene Siliciummetallproduktion verfügen. Unser Energiebedarf ist mit der Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion in Nünchritz, dem zusätzlichen Strombedarf des Standortes Holla und dem Ausbau in Burghausen weiter gewachsen. Die Preisbelastungen auf der Energie- und Rohstoffseite beliefen sich auf rund 190 Mio. €. Davon entfiel der überwiegende Teil auf höhere Rohstoffpreise.

WACKER hat im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Lieferverträge mit unterschiedlichen Laufzeiten von ein bis drei Jahren abgeschlossen, um die Rohstoffversorgung mittelfristig zu sichern. Durch die zeitliche Staffelung von Verträgen und Vertragslaufzeiten sowie vertraglich vereinbarte Flexibilitätsklauseln sind wir in der Lage, besser mögliche Mengenrückgänge aufzufangen wie auch kurzfristige Optionen auf dem Spotmarkt wahrnehmen zu können.

Neue Mehrjahresverträge für wichtige Rohstoffe abgeschlossen

Für Methanol haben wir einen neuen Vertrag über drei Jahre (2012 - 2014) sowie einen neuen Vertrag über zwei Jahre bis 2013 abgeschlossen. Für Silicium haben wir mehrere neue Verträge verhandelt und zum Abschluss gebracht sowie einen laufenden Vertrag bis 2015 verlängert. Die Lieferung von Vinylacetatmonomer (VAM) haben wir durch einen neuen Liefervertrag in China und Mehrjahresverträge in den USA gesichert. Außerdem wurden bestehende Verträge in China und den USA verlängert. Bei der Ethylenversorgung haben wir standortbezogen drei neue Verträge verhandelt: einen neuen Langfristkontrakt für den Standort Burghausen, zwei neue Verträge für unseren us-Standort Calvert City sowie die mittelfristige Absicherung am chinesischen Standort Nanjing bis 2018.

Im Energiebereich haben wir erstmals mehrere attraktive Langfristverträge für die Versorgung mit Strom in Deutschland abgeschlossen, die eine Laufzeit bis 2020 haben. Bei den Gasverträgen konnten wir uns für den Standort Nünchritz preislich attraktive Marktkonditionen sichern. Für den Standort Holla in Norwegen haben wir einen langfristigen Stromvertrag ausgehandelt.

Für die zukünftige Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee laufen derzeit Verhandlungen und Qualifikationsprozesse für mögliche Lieferanten, damit eine nachhaltige Versorgung des Standortes mit Rohstoffen und Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen gewährleistet werden kann.

Technischer Einkauf & Logistik

Der Zentralbereich Technischer Einkauf & Logistik verzeichnete vor allem auf Grund der hohen Investitionstätigkeit von WACKER einen Anstieg des Bestellvolumens. Der Markt für technische Materialien war allgemein von einer hohen Nachfrage mit zum Teil langen Lieferzeiten geprägt. Bei rohstoffabhängigen Materialien im Material-, Equipment- und Verpackungsbereich kam es zu weiteren Preisanhebungen, ebenso bei einigen Dienstleistungen. Insgesamt hat WACKER einschließlich der Siltronic 271.000 Bestellungen ausgelöst. Zehn Prozent unserer Lieferanten decken 80 Prozent unseres Einkaufsvolumens im Technischen Einkauf & Logistik ab.

Im Geschäftsjahr 2011 haben wir größere Rahmenverträge im IT-Bereich, in der Logistik, im Engineeringbereich zur Unterstützung unserer weltweiten Investitionsprojekte und im Elektrosegment für Abwicklung der C-Artikel (Einkaufsartikel, die nicht den Bereichen Produktionsmittel und Rohmaterial zuzurechnen sind) abgeschlossen.

510 Lieferanten im Jahr 2011 bewertet

Der Projekteinkauf hat im vergangenen Jahr neun Projekte in verschiedenen Planungsstadien betreut. Die beiden größten davon waren die Polyausbauprojekte in Nünchritz und im us-Bundesstaat Tennessee. Die systematische Risikobeobachtung unserer Lieferbeziehungen haben wir weltweit fortgesetzt. Dabei kamen Analysen von Ratingagenturen, Lieferantenbewertungen und verstärkt der direkte Kontakt zu unseren Partnern zum Einsatz. Wir selbst haben im vergangenen Jahr 510 Lieferanten beurteilt. In Zukunft werden wir bei den Bewertungen die Aspekte Nachhaltigkeit, Arbeitssicherheit und Abwicklung über elektronische Bestellvorgänge stärker berücksichtigen. Beim Thema Lieferantenqualifizierung sind wir im Jahr 2011 einen großen Schritt vorangekommen. Beschaffungen ab 25.000 € / 50.000 US-Dollar werden weltweit einheitlich über einen elektronischen Genehmigungsprozess freigegeben.

Zahl der elektronischen Beschaffungsvorgänge steigt weiter

Der Anteil der Beschaffungsvorgänge, die elektronisch abgewickelt werden, hat sich deutlich weiter erhöht. Insgesamt konnten von den rund 600.000 Bestellpositionen rund 450.000 Positionen (2010: 410.000 Positionen) automatisiert abgewickelt werden. Das sind 75 Prozent aller Einkaufsvorgänge. Ebenfalls zugenommen hat die Beschaffung über E-Kataloge. Die Zahl der Lieferanten, die damit arbeiten, ist um 37 auf 160 gestiegen. Die Anzahl der Katalogartikel beträgt über 1,6 Mio. Wir haben rund 180.000 Bestellpositionen (2010: 160.000) über diesen Bestellkanal abgewickelt.

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Direkter Kontakt zu unseren Lieferanten

Der direkte Kontakt zu unseren Lieferanten ist ein wichtiger Baustein für erfolgreiches Beschaffungsmanagement. Am 16. Lieferantentag in Burghausen nahmen rund 200 Unternehmen teil. In der Kategorie technischer Dienstleister erhielten die Firmen Leoni, Kerpen, und Kraftanlagen München sowie die Ruperti Werkstätten die Auszeichnung. Die Siltronic verlieh dem japanischen Poliertuchhersteller Nitta Haas den Lieferantenpreis. Das als Spediteurstag bekannte Treffen der Logistikbranche haben wir in Logistiktag umbenannt. Auf dieser Veranstaltung in Burghausen nahmen die Spediteure OOCL Logistics, Leo Prünster und der Kartuschenhersteller Fischbach einen Preis entgegen. WACKER legt Wert auf eine langfristige Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten und achtet gleichzeitig darauf, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern. In Deutschland, dem nach wie vor größten Beschaffungsmarkt, arbeiten wir mit rund 6.600 Lieferanten zusammen. Die durchschnittliche Lieferantenbindungsdauer (Technischer Einkauf & Logistik) beträgt zehn Jahre.

Transportvolumen nimmt zu

Vor allem im ersten Halbjahr 2011 ist das Transportvolumen gegenüber dem Vorjahr nochmals gestiegen. Von der Logistikdrehscheibe Burghausen aus wurden rund 715.0 Tonnen (2010: 700.000 Tonnen) Fertigprodukte an Kunden ausgeliefert. Das Volumen wurde über rund 35.000 LKW-Ladungen und 10.500 Übersee-Containern abgewickelt.

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Planfeststellung für öffentliches Umschlagterminal abgeschlossen

Nach wie vor arbeitet WACKER daran, seine Logistikstrukturen dem steigenden Geschäftsvolumen anzupassen. In Burghausen konnte die Planfeststellung für ein öffentliches Umschlagterminal abgeschlossen werden. Geplant ist auch eine neue Speditionspforte am Werksgelände, die die An- und Abfahrt erleichtern, eine direkte Anbindung an das öffentliche Terminal ermöglichen sowie die Durchlaufzeiten im Werk verringern soll.

Mit der Inbetriebnahme der Polyausbaustufe 9 in Nünchritz haben wir das Logistikkonzept des Standortes überarbeitet. Untersucht wurden die gesamten Mengenströme in der Versorgungslogistik, im innerbetrieblichen Transport und in der Distribution. In einem Masterplan haben wir festgelegt, wie wir den Standort Nünchritz in den kommenden Jahren logistisch begleiten wollen.

Produktion

Produktionsmengen erhöhen sich um 24 Prozent

Die Produktionsmengen nahmen im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr zu. Bis auf Siltronic sind sie in allen Geschäftsbereichen gestiegen. Die Produktionsauslastung lag in den Chemiebereichen bei über 80 Prozent. Außerplanmäßige Abschaltungen von Anlagen gab es dort nicht. Bei Siltronic haben wir alle Produktionsl inien tageweise im vierten Quartal auf Grund der schwächeren Nachfrage heruntergefahren. Bei steigenden Produktionsmengen von 24 Prozent haben sich die Produktionskosten um zehn Prozent erhöht.

T 3.21 Produktionsauslastung 2011

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% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 84
WACKER POLYMERS 84
WACKER POLYSILICON 96
SILTRONIC 74

Standort Kempten wie geplant geschlossen

Im Geschäftsjahr 2011 betrugen die Investitionen in neue Produktionsanlagen 922,7 Mio. €. Der größte Teil davon entfiel auf den Ausbau der Polysiliciumproduktion. Am Standort Nünchritz wurde mit dem Hochfahren der Produktion im dritten Quartal begonnen. Im US-Bundesstaat Tennessee fiel im April 2011 der offizielle Startschuss für den Bau eines neuen Polysiliciumproduktionsstandorts. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES nahm im chinesischen Zhangjiagang die zweite Produktionsanlage für pyrogene Kieselsäure in Betrieb. Der Standort Kempten, wo pyrogene Kieselsäuren produziert wurden, ist Mitte August wie geplant geschlossen worden. Die Produktion wird an den Standorten Burghausen und Nünchritz fortgeführt.

T 3.22 Wichtige Inbetriebnahmen

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Standort Projekt Inbetriebnahme
Nünchritz Poly-Ausbaustufe 9 2011
Zhangjiagang HDK®-Anlage 2 2011
Zhangjiagang Erweiterung Silicondichtstoffe 2011
Nanjing Merchant Dispersions 2011
Burghausen Erweiterung Epitaxie-Kapazität 300 mm 2011

Verantwortlich für die Projektabwicklung bei allen Investitionsprojekten ist die eigene Ingenieurtechnik. Auf Grund des Großprojekts in Tennessee ist die Planungsgruppe in USA weiter aufgebaut worden.

Mehr als 500 Produktivitätsprojekte bearbeitet

Hohe Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist ein Erfolgsgarant von WACKER. Über das Programm Wacker Operating System (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten jedes Jahr weiter zu verringern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat WACKER mehr als 500 Projekte im operativen Geschäft und in den Zentralbereichen bearbeitet.

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Die 2009 gegründete wos ACADEMY hat im vergangenen Jahr fast 100 Mitarbeiter in der Anwendung neuer Produktivitätsmethoden wie Six Sigma ausgebildet.

Weiter vorangetrieben wurde die Standardisierung der weltweiten Engineering-Prozesse. Mit Hilfe von international besetzten Fachkommissionen aller Disziplinen (Anlagenbau, Mechanik, Instandhaltung, EMR-Technik) vereinheitlichen und optimieren wir die Kernprozesse der Ingenieurtechnik.

Vertrieb und Marketing

Absatz von WACKER-Produkten 2011 gestiegen

Der Absatz unserer Produkte ist im Jahr 2011 weiter gestiegen, wenn auch nicht mit der Dynamik wie im Geschäftsjahr 2010. Besonders der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte bei Dispersionen wie auch Dispersionspulvern seinen Absatz deutlich erhöhen. Volumenzuwächse verzeichneten auch die Geschäftsbereiche WACKER POLYSILICON, WACKER SILICONES und WACKER BIOSOLUTIONS.

Neues Kundenmanagementsystem eingeführt

Wie geplant hat WACKER im abgelaufenen Geschäftsjahr ein neues Kundenmanagementsystem unter dem Namen smart zunächst für die drei Chemiegeschäftsbereiche WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS eingeführt. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON folgt im Jahr 2012. Mit diesem hoch integrierten System können Kundeninformationen aus allen SAP-Modulen erfasst, dokumentiert und zusammengeführt werden. Der entscheidende Vorteil von SMART liegt darin, dass wir bei jedem Kontakt zum Kunden die gleichen Informationen haben und somit den Service sowie die Betreuung für unsere Kunden verbessern. Insgesamt haben wir 1.600 Mitarbeiter aus den kundennahen Bereichen Vertrieb, Kundenservice, Marketing und Anwendungstechnik auf das neue System geschult.

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Die Kunden von WACKER unterteilen sich in drei Gruppen: Key Accounts, Kunden und Distributoren. Key Accounts sind Kunden mit besonderer Bedeutung für WACKER und mit hohen Umsätzen, bei den Corporate Accounts sogar über mehrere Geschäftsbereiche hinweg. WACKER hat aktuell 39 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2011 rund 25 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen (WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS) und im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON erwirtschaftet haben. Mit unseren rund 8.000 aktiven anderen Kundenbeziehungen haben wir rund 60 Prozent unseres Umsatzes erzielt, rund 16 Prozent mit Distributoren. Für seinen herausragenden Service, den erfolgreichen Transfer der Produktion nach China und die gelieferte Produktqualität hat WACKER Greater China von Procter & Gamble den Best Cooperation Award 2011 erhalten.

Vertriebs- und Distributionsnetz optimiert

Zahl der Distributoren hat sich erhöht

Um die Kunden noch besser bedienen zu können, haben wir an unserem Vertriebs- und Distributionsnetz einiges verändert. Die Zahl unserer Distributoren hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Wir arbeiten mit rund 280 Distributoren (2010: 259) und fünf Distributorengruppen zusammen. Die Region Afrika bearbeiten wir seit dem Jahr 2011 mit einem neuen Partner, der die wesentlichen Teile Nord-, West-, Ost- und Südafrikas abdeckt. Dadurch sind wir jetzt in Ägypten, Algerien, Tunesien, Marokko, Elfenbeinküste, Nigeria, Senegal und Kenia vertreten. Neue Distributionspartner gibt es auch in den USA, Russland, Weißrussland, Polen, China, Indien, Australien und Neuseeland. WACKER ist damit in 87 Ländern aktiv. In der Region Amerika haben wir den größten Teil des Silicon- und Polymers-Distributionsgeschäfts auf einen Partner konsolidiert, ebenso in Brasilien. In Australien und Neuseeland läuft das Handelsgeschäft seit April 2011 ebenfalls über einen neuen Distributor.

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Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, den Markenauftritt von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2011 haben wir 14,2 Mio. € (2010: 11,0 Mio. €) dafür ausgegeben.

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Auf 86 Messen weltweit präsent

Die Präsenz von WACKER auf Fachmessen hat sich im Jahr 2011 erhöht. Insgesamt waren wir auf 86 Messen (2010: 75 Messen) mit einem eigenen Stand vertreten. Deutlich zugenommen hat die Zahl der Messebeteiligungen in der Wachstumsregion Asien, wo wir an 21 Messen (2010: 13) teilgenommen haben. In unserem Kernmarkt Europa haben wir unsere Produkte auf 26 Messen (2010: 20) präsentiert. Die wichtigste Fachmesse für WACKER war die European Coating Show, die größte europäische Ausstellungsschau für Beschichtungen. Wir haben dort 862 Gespräche geführt, fast 60 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Wir analysieren unseren Messeerfolg qualitativ und quantitativ.

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Mitarbeiter

Mitarbeiterzahl durch Ausbauprojekte gestiegen

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2011 erhöht. Zum Bilanzstichtag (31.12.2011) waren weltweit 17.168 Mitarbeiter (31.12.2010: 16.314 Mitarbeiter) beschäftigt. Das sind 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Wesentlicher Grund für den Anstieg waren die Ausbauprojekte des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON an den Standorten Nünchritz und Charleston/Tennessee, USA, und des Geschäftsbereichs WACKER SILICONES an den Standorten Zhangjiagang, China, Jincheon, Südkorea, und Holla, Norwegen. Auf Grund der gesunkenen Auslastung in der Siltronic führte der Geschäftsbereich im November 2011 Kurzarbeit ein. Im Dezember 2011 arbeiteten 782 Mitarbeiter kurz.

T 3.23 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31.12.2011

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  2011 2010 2009 2008 2007
Deutschland 12.813 12.235 11.925 12.110 11.624
Ausland 4.355 4.079 3.693 3.812 3.420
Konzern 17.168 16.314 15.618 15.922 15.044

12.813 Mitarbeiter (75 Prozent) von WACKER arbeiten in Deutschland, 4.355 Mitarbeiter (25 Prozent) sind an ausländischen Standorten tätig. Zusätzlich haben wir 113 Zeitarbeiter beschäftigt.

T 3.24 Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31.12.2011

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  2011 2010 2009 2008 2007
Deutschland 48 374 247 80 333
Ausland 65 114 53 58 213
Konzern 113 488 300 138 546

Als produzierendes Unternehmen hat WACKER einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (56 Prozent). Rund jede siebte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (14 Prozent).

Wie angekündigt, haben wir die Produktion von pyrogenen Kieselsäuren am Standort Kempten im dritten Quartal 2011 eingestellt. Die Produktionsvolumina wurden auf die Anlagen in Burghausen und Nünchritz übertragen. Von dieser Strukturmaßnahme waren 43 Mitarbeiter betroffen. Der von WACKER entwickelte Sozialplan kam ohne betriebsbedingte Kündigungen aus. Wir haben allen Mitarbeitern Arbeitsplätze an anderen Standorten angeboten, knapp die Hälfte hat davon Gebrauch gemacht. Einige Mitarbeiter sind in Altersteilzeit gegangen oder haben einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet und eine neue Stelle in der Region angenommen.

Der Personalaufwand ist auf insgesamt 1,28 Mrd. € (2010: 1,14 Mrd. €) gestiegen. Er lag damit 12,9 Prozent höher als im Vorjahr. Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 257,3 Mio. € (2010: 214,2 Mio. €).

T 3.25 Personalaufwand

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Personalaufwand 1.282,5 1.135,7 1.090,3 1.086,1 1.014,9

Mitarbeiter erhalten für das Jahr 2011 eine Erfolgsbeteiligung

WACKER-Mitarbeiter erhalten zum fixen Grundgehalt mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Im Jahr 2011 erhielten die Mitarbeiter an den deutschen Standorten im Chemiebereich für das Geschäftsjahr 2010 eine Erfolgsbeteiligung von 12,5 Prozent vom Jahresgehalt. Auch für das Jahr 2011 liegt die Erfolgsbeteiligung bei 12,5 Prozent. Die Summe der im Jahr 2011 ausgezahlten variablen Entgeltkomponenten betrug konzernweit 98,5 Mio. €.

Unternehmensleitung und Belegschaftsvertretungen haben sich im Geschäftsjahr 2011 darauf geeinigt, wie der im Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ vereinbarte Demografiefonds verwendet werden soll. Demnach wird der jährliche Demografiebetrag von 300 € pro Vollzeit-Mitarbeiter in die betriebliche Altersversorgung einbezahlt. Da dieser Betrag erstmals im Jahr 2010 angeboten wurde, stellte das Unternehmen im Berichtsjahr 600 € pro Vollzeit-Mitarbeiter bereit. Den Demografiebetrag erhalten alle tariflichen und außertariflichen Mitarbeiter, ausgenommen sind die Oberen Führungskräfte. Zusätzlich und unabhängig vom tariflich geregelten Demografiebetrag hat WACKER im Berichtsjahr einmalig 16,8 Mio. € als einmalige Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und die Arbeitgeber der chemischen Industrie haben sich im März 2011 auf einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 15 Monaten geeinigt. Die Tarifentgelte erhöhten sich um 4,1 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen wurden um 35 € pro Monat angehoben.

Ein wichtiger Bestandteil der Vergütung ist für WACKER die betriebliche Altersversorgung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt oder die gesetzliche Rente ausreichend erscheint. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der WACKER Chemie AG in der Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG). Die Pensionskasse hat rund 16.800 Mitglieder und leistet an rund 7.300 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 630 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum 2,5-fachen der Eigenbeiträge bei. Für Mitarbeiter besteht außerdem die Möglichkeit, steuerbegünstigte Eigenvorsorge zu betreiben.

Ausbildung - ein Schwerpunkt unserer Personalentwicklung

Die betriebliche Ausbildung ist seit jeher ein Schwerpunkt der Personalentwicklung von WACKER. Im Geschäftsjahr 2011 starteten 203 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). Insgesamt hat das Unternehmen 663 Auszubildende beschäftigt, 24 weniger als ein Jahr zuvor (2010: 687). 563 erlernen einen naturwissenschaftlich-technischen und 100 einen kaufmännischen Beruf. Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 4,9 Prozent leicht unter dem Schnitt des Vorjahres, aber weiter auf hohem Niveau (2010: 5,3 Prozent). Der Grund für den Rückgang liegt in der hohen Zahl von Auszubildenden, die ihre Ausbildung verkürzen konnten. Einen Großteil der geeigneten und interessierten Auszubildenden hat WACKER im Jahr 2011 unbefristet übernommen. Insgesamt wurden 176 Absolventen übernommen. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet junge Menschen auch für rund 30 Partnerunternehmen aus. Damit erfüllt die von WACKER gegründete öffentliche Stiftung des privaten Rechts auch einen überbetrieblichen Bildungsauftrag. Im Jahr 2011 traten 59 Auszubildende von Partnerfirmen ihre Berufslaufbahn im BBiW an.

WACKER-Auszubildende mehrfach ausgezeichnet

Immer wieder werden Auszubildende des BBiW ausgezeichnet - ein Beleg für das hohe Qualitätsniveau unserer Ausbildung. Im Berichtsjahr stellte WACKER einen deutschen Meister im Ausbildungsgang Elektronik. Ein Chemielaborant und ein Chemikant gingen aus der Abschlussprüfung als beste Auszubildende ihrer Fachrichtung in Bayern hervor.

WACKER bildet auch Nachwuchs für das Management aus. Hierfür bietet das Unternehmen eine General-Trainee-Ausbildung an. Im Jahr 2011 durchliefen vier Hochschulabsolventen das auf 18 Monate angelegte Programm. Seit dem Start im Jahr 1997 absolvierten 71 junge Menschen die Trainee-Ausbildung.

Wir bieten allen Mitarbeitern Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Denn wir wollen ihre Stärken fördern und ihnen notwendige Fähigkeiten für ihre Aufgaben vermitteln. Mindestens einmal im Jahr - im Rahmen des Mitarbeitergesprächs - vereinbaren Mitarbeiter und Vorgesetzte Entwicklungsmaßnahmen. Das gilt für alle Hierarchieebenen. Im Jahr 2011 wurden rund 100.000 E-Learning-Schulungen absolviert, mehr als 14.000 Teilnehmer besuchten Seminare, Weiterbildungen, Kongresse oder erhielten Einzelunterricht. Erstmals eingerechnet wurden Online-Schulungen und Seminare des Geschäftsbereichs Siltronic.

Talente entwickeln - Talente anwerben

Nachwuchskräfte für Führungsaufgaben zu identifizieren und vorzubereiten ist ein weiteres Ziel unserer Personalarbeit. Dies wird bei WACKER konzernweit anhand eines einheitlichen Prozesses gesteuert. Im Jahr 2011 haben 13 außertarifliche Mitarbeiter mit Potenzial zur Oberen Führungskraft die Staffel 2010 / 2011 des Fokusprogramms absolviert. Der OFK Management Circle für kürzlich ernannte Obere Führungskräfte ist in der Staffel 2011/ 2012 mit elf Teilnehmern gestartet. Insgesamt hat WACKER im Jahr 2011 7,4 Mio. € (2010: 5,8 Mio. €) in die Personalentwicklung und Weiterbildung investiert.

Im Jahr 2011 haben wir den Zentralbereich Personal/ Soziales organisatorisch und inhaltlich neu ausgerichtet. Die neue Organisation beruht auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Personalbetreuung der Geschäfts- und Zentralbereiche. Säule zwei konzentriert sich auf Servicefunktionen und eine ganzheitliche Personalarbeit. Darunter fallen Themen wie Personalentwicklung, Vergütungssysteme, ein gruppenweites Talent Management sowie der Aufbau einer strategischen Personalplanung. Diese Aufgaben werden nun über den Konzern gebündelt. Sie schließen auch die Siltronic ein, die diese Themen bisher in ihrer eigenen Organisation bearbeitet hat. Im Rahmen der Neuorganisation haben wir die Abteilung Personalbeschaffung/-marketing gegründet. Sie hat die Aufgabe, eine spezifische Arbeitgebermarke für WACKER zu entwickeln. Damit möchten wir uns neu auf dem Arbeitsmarkt präsentieren und für künftige Mitarbeiter, vor allem aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften, noch attraktiver werden. Im Berichtsjahr haben wir unter Mitarbeitern eine Umfrage zu den Arbeitgebereigenschaften von WACKER durchgeführt und darauf basierend unser Arbeitgeberprofil ausgearbeitet.

WACKER wird im Jahr 2013 mit der Produktion von Polysilicium am neuen Standort Charleston / Tennessee in den USA beginnen. Rund 500 neue Produktionsmitarbeiter wollen wir bis dahin einstellen. Um diese Zahl qualifizierter Mitarbeiter gewinnen zu können, haben wir mit dem ansässigen Chattanooga State Community College ein gemeinsames Ausbildungszentrum gegründet. Im WACKER Institute sollen künftig Mechaniker, Anlagenelektroniker, Chemikanten und Chemielaboranten ausgebildet werden. WACKER stellt dafür drei Mio. us-$ zur Verfügung.

Mehr Mitarbeiter bringen Ideen ein

WACKER ermuntert seine Mitarbeiter dazu, Ideen einzureichen, wie wir etwas noch besser machen können. Dies hilft uns, das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Im Berichtsjahr reichten unsere Mitarbeiter wieder mehr Verbesserungsideen ein als im Vorjahr. Insgesamt verzeichneten wir 8.220 Vorschläge (2010: 7.702). Dies sind rund 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Unserem Ziel, dass jeder zweite Mitarbeiter Ideen einbringt, sind wir wieder ein Stück näher gekommen. Die Beteiligungsquote (Zahl der Einreicher pro 100 Mitarbeiter) stieg von 33 Prozent im Jahr 2010 auf 34 Prozent. Der rechenbare Nutzen beläuft sich auf 7,8 Mio. € (2010: 10,5 Mio. €).

Ideenmanagement von wacker mit hoher Beteiligung

Beim Ideenmanagement-Ranking des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (dib) in Frankfurt am Main belegte WACKER im Berichtsjahr den sechsten Platz von 33 untersuchten Chemieunternehmen. Damit zählen wir zu den ideenreichsten Chemieunternehmen Deutschlands. Für die Untersuchung hat das Institut die Daten von 176 Unternehmen und Körperschaften aus 13 Branchen ausgewertet.

T 3.26 Ideenmanagement

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  2011 2010 2009 2008 2007
Zahl der Verbesserungsvorschläge 8.220 7.702 5.724 5.808 4.440
Beteiligungsquote (%) 34 33 28 28 24
Rechenbarer Nutzen (Mio. €) 7,8 10,5 11,2 13,5 7,6

Seit Jahren befassen wir uns mit dem demografischen Wandel. Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten im Konzern lag zum Bilanzstichtag bei 41,9 Jahren. Dabei ist die Belegschaft im Ausland jünger (durchschnittliches Alter: 40,5 Jahre) als in Deutschland (42,4 Jahre). Im Ausland unterscheiden sich die Altersstrukturen stark. In Asien arbeiten vor allem jüngere Mitarbeiter (durchschnittliches Alter: 34,9 Jahre), in den USA lag der Altersdurchschnitt bei 47,8 Jahren. Sie spiegeln die Altersstrukturen auf dem jeweiligen Kontinent und in dem jeweiligen Land wider.

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Auszeichnung für Integration behinderter Mitarbeiter

WACKER will langfristig innovations- und wettbewerbsfähig bleiben. Dafür haben wir uns zehn strategische Ziele gesetzt. Die Maßnahmen reichen von Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten mit dem Ziel, die Mitarbeiter flexibel einsetzen zu können, bis hin zu Gesundheitsprogrammen. Im Gesundheitsmanagement verstärken wir unsere Anstrengungen in fünf Feldern. Wir arbeiten daran, Rücken- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in unserer Belegschaft zu vermeiden, die psychische Belastbarkeit zu stärken, ein altersgerechtes Arbeiten zu ermöglichen und für gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter passende Arbeitsplätze zu finden.

Im Berichtsjahr hat die Bayerische Staatsregierung WACKER den Preis „JobErfolg 2011“ verliehen. Damit werden Unternehmen für herausragende Leistungen bei der Teilhabe behinderter Menschen ausgezeichnet. WACKER beschäftigt seit Jahren stets mehr Schwerbehinderte, als dies gesetzlich gefordert ist (Beschäftigungsquote: 6,8 Prozent; gesetzlich gefordert: fünf Prozent).

Geringe Fluktuationsrate bei den Mitarbeitern

WACKER ist mit vorbildlichen Sozialleistungen, einer leistungsorientierten Vergütung und herausfordernden Aufgaben ein attraktiver Arbeitgeber. Dies zeigt sich auch in der langjährigen Bindung der Mitarbeiter an unser Unternehmen. Die durchschnittliche Dauer der Unternehmenszugehörigkeit liegt in Deutschland (Stammpersonal) bei 16,7 Jahren (2010: 17,2 Jahre). Die Fluktuationsrate lag im Jahr 2011 konzernweit bei 2,9 Prozent (2010: 2,5 Prozent), in Deutschland nur bei 0,9 Prozent (2010: 0,6 Prozent). Im Ausland betrug sie 8,9 Prozent (2010: 8,7 Prozent).

T 3.27 Fluktuationsrate

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% 2011 20101 20091 2008 2007
Deutschland 0,9 0,6 0,7 0,9 0,9
Ausland 8,9 8,7 8,6 9,3 9,1
Konzern 2,9 2,5 2,5 2,9 2,8

1 Zahlen geändert auf Grund aktueller Daten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2009 / 2010.

Führungskräfte bewerten WACKER als Toparbeitgeber

Kein deutsches Chemie- und Pharmaunternehmen wurde im Berichtsjahr von den eigenen Führungskräften besser bewertet als WACKER: Bei der Befindlichkeitsumfrage des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (vaa) ist WACKER mit einer Note von 2,8 erstmals auf den ersten Platz von 25 untersuchten Unternehmen vorgerückt. Bei der Umfrage im Jahr 2010 lag WACKER noch auf dem fünften und 2009 auf dem zweiten Platz. Die Corporate Research Foundation (CRF) zeichnete WACKER Greater China im Jahr 2011 zum dritten Mal zum „Top Employer“ aus. Die unabhängige Organisation bewertet seit 1991 Unternehmen unter anderem in Bezug auf Führungsstil, Personalentwicklung, Unternehmensziele und -strategien.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitssteuerung

Wir nehmen unsere Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft ernst. Darauf beruht unser langfristiger wirtschaftlicher Erfolg. Seit Jahren ist Nachhaltigkeit daher als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert.

WACKER hat sich zwei globalen Initiativen angeschlossen. Sie bilden die Basis für unsere Nachhaltigkeitsarbeit: das Programm der chemischen Industrie Responsible Care® und der Global Compact der Vereinten Nationen. Mit diesen Selbstverpflichtungen gehen wir über gesetzlich geforderte Standards zum Schutz von Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft hinaus. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir Lieferanten daher auch in diesem Punkt.

Nachhaltigkeitsabteilung aufgebaut

Unser Unternehmen wächst seit Jahren weltweit. Wir erwerben und gründen neue und erweitern bestehende Standorte. Dementsprechend passen wir unser Nachhaltigkeitsmanagement an. Im Berichtsjahr haben wir eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut. Sie steuert die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care® und Global Compact und koordiniert die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER weltweit.

Das wichtigste Instrument für unsere operativen Prozesse bleibt das Integrierte Managementsystem (IMS). Das IMS regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Mit ihm wollen wir künftig weitere Themen der Nachhaltigkeitsarbeit stärker steuern, beispielsweise Lebenszyklusanalysen unserer Produkte.

WACKER arbeitet in der Nachhaltigkeitssteuerung an einigen strategischen Projekten:

Alle unsere Standorte wollen wir bis zum Jahr 2012 nach den Normen iso 9001 (Qualität) und iso 14001 (Umwelt) in unser Konzernzertifikat aufnehmen. Die Zertifizierung stellt sicher, dass kundenbezogene Vorgaben und unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten umgesetzt werden. Zudem spart sie dem Unternehmen etwa die Hälfte des bisherigen jährlichen Aufwandes für externe Audits.

Wir entwickeln ein Energiemanagementsystem, das den Anforderungen der iso 50001 entspricht. Dadurch erwarten wir neue Impulse, unseren Energieverbrauch und unsere Kosten weiter zu senken. Eine Zertifizierung unserer deutschen Standorte ist für 2012 vorgesehen.

Das Arbeitsschutzmanagement aller WACKER-Standorte soll bis zum Jahr 2015 nach der weltweit anerkannten Norm OHSAS 18001 zertifiziert werden. Die WACKER-Tochter Siltronic und unser neuer Standort in Jincheon, Südkorea, sind bereits nach dieser Norm zertifiziert.

wacker wird eine konzernweite CO2-Bilanz erstellen. Dieser Corporate Carbon Footprint ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern.

Unsere unterschiedlichen IT-Systeme für das Nachhaltigkeitsreporting werden wir auf ein einheitliches Konzernsystem umstellen.

Im Geschäftsjahr 2011 hat WACKER bei diesen Projekten wichtige Fortschritte erzielt:

Im Zuge der Konzernzertifizierung haben wir unseren Standort Jena nach iso 14001 und die neue Polysiliciumproduktion in Nünchritz nach iso 9001 und iso 14001 zertifizieren lassen. Fast alle Produktionsstandorte sind nun ins Konzernzertifikat eingegliedert. Gemessen an der Zahl der Mitarbeiter sind bereits 94 Prozent des Konzerns in das Konzernzertifikat integriert. Ausnahmen bilden die Standorte Brasilien und Indien sowie unsere Neuakquisitionen Holla, Norwegen, und Jincheon, Südkorea. Diese haben jedoch entsprechende Einzelzertifikate.

Im Berichtsjahr haben wir den Standorten Prüflisten gegeben, mit denen sie bewerten können, inwieweit sie die Anforderungen von ohsas erfüllen und wo Lücken bestehen.

Auf dem Weg zu einer konzernweiten CO2-Bilanz haben wir erstmals unsere indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie erhoben.

Wir haben für das Nachhaltigkeitsreporting entwickelte Programme geprüft und uns für ein System entschieden. Ab dem Jahr 2012 soll das Programm konzernweit implementiert werden.

Neues effizientes Richtlinienkonzept

Im Jahr 2011 hat WACKER die Hierarchie seiner Managementdokumente überarbeitet und ein neues Konzept für die Richtlinien des Konzerns erstellt. 21 Richtlinien regeln nun Themen von übergeordneter, wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen. Sie betreffen die Felder Führung, Organisation und Zusammenarbeit, Recht und Compliance, Strategie und Geschäftsprozesse sowie Finanzen, Controlling, Bilanzierung und Steuern.

WACKER Greater China hat im Jahr 2011 weiter daran gearbeitet, die wichtigen Produktionsgesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung als nationale umweltfreundliche Unternehmen durch das Environmental Protection Bureau bestätigen zu lassen. Die Produktionsgesellschaften erfüllen die Voraussetzungen für das Zertifikat (zum Beispiel Abnahme durch die lokale Umweltschutzbehörde und ISO-14001-Zertifizierung). Eine Produktionsgesellschaft hat das abschließende Audit erfolgreich bestanden; bei den anderen beiden laufen die behördlichen Prüfungen noch.

Nachhaltigkeitsbericht im Jahr 2011 veröffentlicht

Im Jahr 2011 hat WACKER seinen neuen Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2009 / 2010 veröffentlicht. Der Bericht deckt die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) vollständig ab. Die GRI hat den Report geprüft und ihn mit dem höchsten Berichtslevel A bewertet. Mit dem Nachhaltigkeitsbericht informieren wir unsere Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter, Aktionäre und Analysten, Nichtregierungsorganisationen und Behörden sowie die Nachbarn unserer Standorte offen und umfassend über unsere Nachhaltigkeitsarbeit.

Compliance-Schulungen im Ausland verstärkt

WACKER arbeitet nach ethischen und rechtlichen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Den Mitarbeitern stehen in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien und Singapur Compliance-Beauftragte zur Verfügung. Die Mitarbeiter sind angehalten, bei beobachteten Verstößen ihre Vorgesetzten, den Betriebsrat, die Verantwortlichen der Personalabteilung oder die Compliance-Beauftragten zu informieren. Ein Schwerpunkt des Compliance-Managements lag im Jahr 2011 auf ausländischen Standorten. Die dortigen Mitarbeiter wurden verstärkt in die E-Learning-Fortbildungen einbezogen und vor Ort in Seminaren geschult.

Umweltschutz

Umweltschutzbetriebskosten haben sich erhöht

Alle Prozesse von WACKER basieren auf dem Anliegen, die Umwelt zu schützen und sicher zu produzieren. Wir legen besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. WACKER hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 7,9 Mio. € (2010: 11,8 Mio. €) für Umweltschutzinvestitionen ausgegeben. Die Umweltschutzbetriebskosten beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 73,3 Mio. € (2010: 65,2 Mio. €).

Im Werk Nünchritz haben wir im Jahr 2011 weiter am Grundwassersanierungskonzept gearbeitet. In einem Feldtest haben wir untersucht, ob sich die Schadstoffe (Lösemittelreste) im Grundwasser mit Hilfe natürlich vorkommender Mikroorganismen abbauenlassen. Die Ergebnisse des Tests zeigen, dass damit keine wirksame und wirtschaftliche Grundwassersanierung möglich ist. Wir werden deshalb im Jahr 2012 ein hydraulisches Sanierungsverfahren durchführen, bei dem wir das Grundwasser in eine Behandlungsanlage pumpen und nach der Reinigung zurückleiten. Im Zuge des Aufbaus unserer Polysiliciumanlagen am Standort Nünchritz haben wir dort unsere Abwasserreinigungsanlagen erweitert.

Bei den Umweltkennzahlen ist erstmals die im Jahr 2010 erworbene Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt. Die metallurgische Produktion unterscheidet sich in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen deutlich vom WACKER-typischen Chemiegeschäft. Aus diesem Grund haben sich die Umweltkennzahlen, insbesondere die Luftemissionen, erhöht. Ohne die Konsolidierung des Standorts Holla liegen die Umweltkennzahlen für Luft, Wasser und Abfälle im Geschäftsjahr 2011 leicht über dem Vorjahresniveau. Ursache für den Anstieg der Stickoxide sind neben der Integration von Holla das Anlaufen der Polyanlagen in Nünchritz und ein Wiederanstieg der Emissionen in Burghausen nach einem revisionsbedingten Stillstand der Gasturbine im Jahr 2010. Die Emission flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan (NMVOC) in die Luft sank durch Prozessverbesserungen in Burghausen. WACKER arbeitet ständig daran, Stoffkreisläufe zu schließen, Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen und somit Abfälle zu vermeiden und zu verringern.

T 3.28 Luftemissionen Geschäftsbereiche / Metallurgie 2011

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  2011 Konzern 2011 Geschäftsbereiche 1 2011 Metallur- gische Produktion 2
Luft      
CO2-Emissionen (t) 1.347.000 1.026.000 321.000
NOX (Stickoxide) (t) 2.221 1.052 1.169
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 396 389 7

1 WACKER-Geschäftsbereiche, ohne Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen
2 Standort Holla, Norwegen

Wir haben im Jahr 2011 erstmals unsere indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) erhoben.

T 3.2 9 Umweltkennzahlen 2008 – 20111

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    2011 2010 2009 2008
Luft CO2-Emissionen (t) 1.347.000 986.000 969.000 976.041
  NOX Stickoxide (t) 2.221 926 963 997
  Flüchtige organische 396 415 383 501
  Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t)        
  Treibhausgase        
  direkte 2 (t CO2) 1.347.000
  indirekte 3 (t CO2) 1.072.171
Wasser Wassereinsatz (Tsd. m3) 268.657 252.151 264.532 241.286
  CSB chemischer 1.680 1.820 2.730 4.782
  Sauerstoffbedarf (t)        
  AOX halogenierte organische 5 6 6 7
  Kohlenwasserstoffe (t)        
Abfall Beseitigt (t) 47.410 48.520 80.860 87.293
  Verwertet (t) 80.290 77.030 63.430 74.327
  Gefährlich4 (t) 68.230 69.320 100.860 108.458
  Nicht gefährlich (t) 59.470 56.230 43.430 53.161
Energie Stromverbrauch (TWh) 4,4 3,8 2,7 2,4
  Primärenergieeinsatz        
  Erdgas (TWh) 5,8 5,5 5,4 5,4
  Feste Energieträger5 (Kohle, Holzkohle, Holz) (TWh) 0,9 0,4
  Wärme Fremdbezug6 (TWh) 0,2 0,2 0,2 0,2
  Heizöl (TWh) 0,02 0,01 0,01 0,01

1 Bei den Umweltkennzahlen ist im Jahr 2011 erstmals die 2010 erworbene Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt
2 gemäß Greenhouse Gas Protocol „A Corporate Accounting and Reporting Standard“, Scope 1: direkte Emissionen, ohne Emissionen durch Energiezukauf, nur CO2
3 gemäß Greenhouse Gas Protocol „A Corporate Accounting and Reporting Standard“, Scope 2: indirekte Emissionen aus zugekauften Energien (Strom, Wärme), nur CO2; erstmals im Jahr 2011 erhoben
4 Reduziert durch geänderte Abfallbilanzierung in Calvert City, USA, ab dem Jahr 2010
5 Eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen
6 Dampf, Fernwärme

Als Gründungsmitglied des Umweltpakts Bayern wurde WACKER vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit ausgezeichnet. Die gemeinsame Initiative von Behörden und Unternehmen gründete sich im Jahr 1995 mit dem Ziel, den betrieblichen Umweltschutz über Gesetze und Verordnungen hinaus zu fördern.

Produktverantwortung

Mit unseren Ökobilanzen betrachten wir den Umwelteinfluss der Produkte entlang ihres Lebenswegs von der Herstellung bis zum Werktor (Cradle-to-Gate-Bilanzen). Diese Analysen ermöglichen uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte bzw. unserer Produktion zu bewerten und zu verbessern. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir die Ökobilanzierung, mit der WACKER polymers im Vorjahr begann, in weiteren Geschäftsbereichen eingeführt. Wir wollen dieses Instrument konzernweit etablieren.

Energiemanagement

Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. WACKER ist ein großer Energieverbraucher in Deutschland. Deshalb sind weltweit wettbewerbsfähige Energiepreise für uns von großer Bedeutung. WACKER verbessert ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. Damit bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. So nutzen wir am Standort Burghausen Wasser-kraft, um Strom zu gewinnen. Unser Produktionsstandort in Holla bezieht seinen Strom überwiegend aus Wasserkraft. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An den großen WACKER-Standorten Burghausen und Nünchritz werden Dampf und Strom in gekoppelter Produktion erzeugt. Diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen haben mit über 80 Prozent einen doppelt so hohen Brennstoffnutzungsgrad wie konventionelle Anlagen zur Energieerzeugung.

WACKER hat im Geschäftsjahr 2011 seinen Stromverbrauch auf 4,4 Mio. MWh erhöht (2010: 3,8 Mio. MWh). Ursachen sind die gute Auslastung unserer Produktionsbetriebe und die Produktionsaufnahme der Polysiliciumfertigung am Standort Nünchritz. Zudem haben wir erstmals den Gesamtjahresverbrauch unserer im Juni 2010 erworbenen Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, einbezogen.

Unsere eigenen Kraftwerke - das Gas- und Dampfturbinenwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz - erzeugten im Jahr 2011 rund 1,5 Mio. MWh. Damit produzierte WACKER rund ein Drittel seines Gesamtstrombedarfs selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der zu 64 Prozent aus unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung stammt, belief sich konzernweit auf 1,3 Mio. Tonnen.

Chart

Vom konzernweiten Strombedarf entfallen 73 Prozent auf die Produktionsstandorte in Deutschland. WACKER hat in Deutschland 53 Prozent seines benötigten Stroms zugekauft. Entsprechend den Primärenergiequellen der Versorgungsunternehmen wurden 58 Prozent dieses Stroms aus fossilen Energieträgern erzeugt. 20 Prozent stammen aus Kernenergie, 22 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Der Wärmeverbrauch, in dem der Einsatz fester fossiler Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) in der Siliciummetallproduktion berücksichtigt ist, stieg wegen des neuen Standorts Holla konzernweit auf 3,9 TWh (2010: 3,4 TWh).

T 3.30 Energieverbrauch

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TWh 2011 2010 2009 2008
Stromverbrauch 4,4 3,8 2,7 2,4
Wärmeverbrauch1 3,9 3,4 2,8 2,8
Primärenergieeinsatz        
Erdgas 5,8 5,5 5,4 5,4
Feste Energieträger2 (Kohle, Holzkohle, Holz) 0,9 0,4
Wärme Fremdbezug3 0,2 0,2 0,2 0,2
Heizöl 0,02 0,01 0,01 0,01

1 Im Wärmeverbrauch seit dem Jahr 2010 ist der Einsatz fester fossiler Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt.
2 Eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen als Reduktionsmittel
3 Dampf, Fernwärme

Arbeits-, Anlagen- und Transportsicherheit

Anlagen und Prozesse sicher gestalten, damit Menschen und Umwelt nicht gefährdet werden - das ist ein Ziel von WACKER. Wir betreiben deshalb ein konzernweites, umfassendes Sicherheitsmanagement, das den Arbeitsschutz und die Sicherheit unserer Anlagen umfasst.

Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir systematisch Gefahren, bewerten sie und legen geeignete Schutzmaßnahmen fest. WACKER nutzt hierfür vor allem zwei Methoden. Beim Plausibilitäts-Check überprüfen wir das Schutzkonzept von Anlagen daraufhin, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (Druck, Wärme) beherrschen. Dazu werden Szenarien betrachtet, die unerwünschte Ereignisse auslösen können (beispielsweise Aufplatzen von Rohrleitungen). Die WACKER-Analyse geht von möglichen Einzelfehlern aus und untersucht die gesamte Ereigniskette bis hin zum Störoder Unfall.

Im Berichtsjahr haben wir das im Jahr 2010 begonnene Projekt ansiko 2010 abgeschlossen. Dabei haben wir vor allem die Sicherheitskonzepte staubexplosionsgefährdeter Betriebe konzernweit überprüft. Neben dem Staubexplosionsschutz haben wir auch so genannte nicht überwachungsbedürftige Anlagen kontrolliert. Die festgestellten Verbesserungsmaßnahmen werden bearbeitet und voraussichtlich im Jahr 2013 abgeschlossen sein.

Sicherheitstag an allen chinesischen WACKER-Standorten durchgeführt

Besonderen Wert legt WACKER auf die Aus- und Weiterbildung der Sicherheitsexperten. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. So halten Experten des Konzerns an internationalen WACKER-Standorten Sicherheitstrainings ab. Im Berichtsjahr kamen Experten aller asiatischen Produktionsstandorte zum Informationsaustausch und zu Trainings in China zusammen. Zudem haben wir unsere Standorte in Südkorea und China im Bereich Sicherheit auditiert. An allen Standorten in China hat WACKER erstmals einen Sicherheitstag veranstaltet. Drei Viertel der Mitarbeiter nahmen an den Trainings, Vorträgen und Anlageninspektionen teil.

Im Zuge der Erweiterung um die Ausbaustufen der Polysiliciumanlage 9 hat der Standort Nünchritz auch den Brandschutz ausgebaut. Im Jahr 2011 wurde die Werkfeuerwehr durch weitere hauptamtliche Feuerwehrleute und technisches Gerät verstärkt (unter anderem Anschaffung eines hochmodernen Turbolöschers).

Im Jahr 2011 ereigneten sich konzernweit 3,9 Arbeitsunfälle (2010: 4,3 Arbeitsunfälle) mit Ausfalltagen pro eine Mio. Arbeitsstunden. Die wenigsten Unfälle sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürzen. Wir nehmen die Unfallhäufigkeit zum Anlass, unsere Anstrengungen im Arbeitsschutz weiter zu erhöhen. Schritt für Schritt setzen wir unser neues Sicherheitsprogramm um. Unter dem Namen WACKER Safety Plus nutzt der Konzern zukünftig erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten und Konzerngesellschaften mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gruppengespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen.

T 3.31 Unfallhäufigkeit: Arbeitsunfälle pro 1 Mio. Arbeitsstunden1

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Anzahl 2011 2010 2009 2008 2007
Arbeitsunfälle Mitarbeiter Konzern 3,9 4,3 4,0 3,7 3,8

1 Die Unfallhäufigkeit umfasst Unfälle mit Ausfalltagen

Für sein Engagement in Sachen Sicherheit wurde im Jahr 2011 das WACKER Werk in Kentucky, USA, ausgezeichnet. Der Governor's Safety and Health Award und der Safety Award der us-Farben- und -Lackhersteller (American Coatings Association, ACA) würdigen Unternehmen für hohe Sicherheitsstandards und langjährige Unfallfreiheit.

WACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu lagern und zu transportieren. Bevor wir Fahrzeuge beladen, unterziehen wir sie einer strengen Kontrolle. Dies gilt besonders für Gefahrgut. Bei Mängeln weisen wir sie so lange zurück, bis diese behoben sind. Die Mängelquote liegt seit Jahren auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2011 betrug sie bei Gefahrguttransporten in Deutschland 3,6 Prozent (2010: 3,0 Prozent). Mindestens alle zwei Jahre werden Gefahrgutspediteure von WACKER auditiert.

Regelmäßig tauschen wir uns mit unseren Logistikdienstleistern auch zu Themen der Transportsicherheit aus, beispielsweise im Rahmen des jährlichen Logistiktags. Bei Mängeln vereinbaren wir konkrete Verbesserungsmaßnahmen und überprüfen deren Umsetzung. WACKER nutzt interne Bewertungskriterien und international anerkannte Systeme wie das Safety and Quality Assessment System (SQAS) des europäischen Chemieverbandes CEFIC, um Logistikdienstleister auszuwählen und deren Leistungen zu beurteilen. Unter anderem fließen Ausbildungsstand der Fahrer, Ausrüstung der Fahrzeuge und Reaktionsfähigkeit bei Unfällen in die Bewertung ein. Über Vorgaben stellt WACKER sicher, dass auch die Unterauftragnehmer unserer Logistikdienstleister den gleichen Anforderungen entsprechen.

Im Geschäftsjahr 2011 verzeichneten wir acht Transportunfälle (2010: fünf). Dazu zählen wir Unfälle, die sich bei der Distribution unserer Zwischenprodukte und Produkte ereignen, sofern der Transport von uns beauftragt wird. Mitgerechnet sind auch Zwischenfälle ohne Gefahrgut und solche, die keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Diese Ereignisse fließen ebenfalls in die Spediteursbewertung ein.

T 3.32 Transportunfälle

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Zahl der Unfälle 2011 2010 2009 2008
Straße 6 4 5 11
Schiene 1 1 4
See 1 2
Binnenschiff
Flugzeug

Bildungspartnerschaften geschlossen

WACKER übernimmt gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner Standorte. Denn wir wissen: Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Einen Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements bildet die naturwissenschaftlich-technische Ausbildung junger Menschen. Wir benötigen auch künftig engagierte Wissenschaftler und Ingenieure, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Im Berichtsjahr haben wir in der Region unseres künftigen us-Polysiliciumstandorts in Charleston/Tennessee zwei Bildungspartnerschaften geschlossen. WACKER und das Chattanooga State Community College haben einen Ausbildungsgang für zukünftige Mitarbeiter eingerichtet. Die Absolventen sollen ab 2013 verschiedene Aufgaben in der Produktion am neuen Standort übernehmen. Wir unterstützen das neu gegründete WACKER INSTITUTE an der Chattanooga State University mit einer Spende von 3 Mio. us-$. WACKER fördert auch das nahe gelegene Cleveland State Community College. 150.000 us-$ gehen in das Förderprogramm Excellence in Education. Das auf fünf Jahre angelegte Programm soll naturwissenschaftliche, mathematische und technische Studienpläne weiterentwickeln. Im Jahr 2011 standen wir erneut Pate für den Regionalwettbewerb Dresden/ Ostsachsen von „Jugend forscht“.

Silicone Award zum 14. Mal verliehen

Zum 14. Mal haben wir den WACKER Silicone Award, eine der international bedeutendsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Siliciumchemie, verliehen. Der mit 10.000 € dotierte Preis ging an Prof. Dr. Matthias Drieß von der Technischen Universität Berlin. Der Wissenschaftler wurde für seine zukunftsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet niedervalenter Siliciumverbindungen geehrt. Diese stellen auf Grund ihrer Isolierbarkeit und ihres Reaktivitätsverhaltens heute vielversprechende Bausteine der siliciumorganischen Chemie dar und ermöglichen beispielsweise die Herstellung edelmetallfreier Katalysatoren.

Engagement für Jugend und Gesellschaft

Auch soziale Kinder- und Jugendprojekte sind uns ein besonderes Anliegen. Seit 2007 unterstützt WACKER das christliche Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“. Die Sozialeinrichtung kümmert sich in mehreren deutschen Städten um Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Sie versorgt die Kinder mit warmen Mahlzeiten, gibt Nachhilfe, organisiert Freizeitangebote und leistet Beratung und Seelsorge. Zum fünfjährigen Bestehen der Münchner Arche spendete WACKER wieder 100.000 €.

WACKER und das Gemeinschaftsunternehmen WACKER Asahikasei Silicone (AWS) haben zusammen 7,5 Mio.¥ (rund 65.000 €) an die japanische Stadt Chikusei gespendet. Das Geld fließt in die Instandsetzung des Stadtkrankenhauses, das beim Erdbeben vom 11. März stark beschädigt wurde.

Wir haben uns im Jahr 2011 am Tag der offenen Tür des Verbands der Chemischen Industrie beteiligt. Rund 20.000 Menschen nutzten am 24. September die Gelegenheit, an den Standorten Burghausen, Freiberg und Köln einen Blick hinter die Kulissen von WACKER zu werfen.

WACKER hat ein Verbindungsbüro in Berlin gegründet, um seine politischen Interessen noch besser vertreten zu können.

Risikobericht

Beschreibung und Erklärung zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist integrierter Bestandteil der Unternehmensführung

Alle Unternehmensbereiche sind in das Risikomanagement eingebunden

Das Risikomanagement ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen.

Als Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und Kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen.

konzernweite Risikoabdeckung.

konzernweite Risikoabbildung.

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das Risikomanagementsystem von WACKER beinhaltet verschiedene Elemente. Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung fünf Mio. € übersteigt.

Chart

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert und bewertet. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und zukünftige Geschäftsentwicklung informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Controlling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen, Bilanzierung, Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik sowie Recht und Versicherungen.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden und Lieferanten überwacht der Zentralbereich Bilanzierung.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Chart

Internes Kontrollsystem sorgt fur zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschaftsvorgange

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) und des internen Kontrollsystems einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Das schafft die Voraussetzung dafür, den interessierten Zielgruppen, wie Investoren, Banken und Analysten, ordnungsgemäße und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des iks nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Sie sind für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige Bilanzierungshandbuch. Es ist im Intranet zugänglich. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Zugriffsvorschriften im IT-System sowie das Vieraugenprinzip in der Buchhaltung der Einzelgesellschaften wie auch bei der Konsolidierung im Konzern sichern die Vollständigkeit und Genauigkeit der Prozesse.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt.

Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zu den Quartalen.

Interne Kontrolle

Vervollständigt wird das Risikomanagementsystem durch unsere interne Konzernrevision. Sie überprüft im Auftrag des Vorstands und mit Hilfe des Revisionshandbuchs regelmäßig alle Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfthemen wird vom Vorstand in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss nach einem risikoorientierten Ansatz festgelegt und wenn notwendig an geänderte Rahmenbedingungen unterjährig flexibel angepasst. Im Jahr 2011 hat WACKER schwerpunktmäßig diese Themen geprüft:

Investitionsprojekte und technische Instandhaltung.

Auditierung funktionsübergreifender Geschäftsprozesse von zwölf Tochtergesellschaften.

Anlagensicherheit.

Prozesse der Rechnungslegung.

Konzernrevision hat 37 Audits im Jahr 2011 durchgeführt

Insgesamt führte die Konzernrevision 37 Audits im Geschäftsjahr 2011 (2010: 37 Audits) durch. Der aufgestellte Prüfplan wurde im Wesentlichen abgearbeitet, zwei Themen bzw. Punkte der Nachschau werden im Geschäftsjahr 2012 abgeschlossen. Es ergaben sich keine wesentlichen Beanstandungen. Hinweise aus den Prüfungen, die Prozesse zu optimieren, werden umgesetzt.

Externe Kontrolle

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario

Konjunkturerholung schwächt sich deutlich ab

Auswirkungen für WACKER

Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern

Maßnahmen

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still. Um einem Konjunkturabschwung zu begegnen, nutzen wir auch das Instrument der Kurzarbeit und verlängern keine befristeten Arbeitsverträge.

Einschätzung

Für das Jahr 2012 erwarten wir, dass sich die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr abschwächen wird und es im zweiten Halbjahr zu einer leichten Erholung kommt. Die Gründe für die konjunkturelle Schwäche sind die Schuldenkrise der europäischen Staaten und der USA sowie das geringe Wachstum der us-Wirtschaft, verbunden mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Auch in Asien wird das Wachstum geringer ausfallen. In China weist beispielsweise der Einkaufsmanagerindex darauf hin, dass die Wirtschaft langsamer wächst. Die Risiken einer stärkeren Abkühlung der Weltwirtschaft sind gegenüber dem Jahr 2011 deutlich gestiegen.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1

Überkapazitäten in den Chemiebereichen

Auswirkungen für WACKER

Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte

Maßnahmen

WACKER begegnet diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung sichern, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.

Einschätzung

Wir gehen davon aus, dass dass Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2012 für unsere Produkte zunehmen wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionspulver in Europa und Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES gibt es bei der Siloxanproduktion in China Überkapazitäten, wie auch in einzelnen Segmenten, beispielsweise bei Flüssigsiliconkautschuk, die zu einer niedrigeren Auslastung führen können. Der Preisdruck auf die Produkte in den Chemiebereichen wird sich im Jahr 2012 teilweise erhöhen.

Szenario 2

Zyklische Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt

Auswirkungen für WACKER

Rückgang bei Mengen und Preisen

Maßnahmen

Die Siltronic versucht, die Risiken durch konsequentes Kostenmanagement und Flexibilität in Strukturen und Produktion zu verringern.

Einschätzung

Das Jahr 2012 wird für die Halbleiterindustrie herausfordernd. Das erste Quartal 2012 wird voraussichtlich gegenüber dem vierten Quartal 2011 einen Mengenanstieg verzeichnen, bei gleichzeitigem Preisdruck für alle Wafer-Durchmesser. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach 300 mm Siliciumwafern steigen wird. Die Nachfrage nach Wafern mit kleinerem Durchmesser erwarten wir bei 200 mm stabil und bei kleineren Durchmessern rückläufig. Die Kapazitätsausl astung der Siltronic wird sich auf dem Niveau von 2011 bewegen. Mit der Schließung des Standorts Hikari wird sich die Kapazitätsauslastung anderer Standorte bei 200 mm Siliciumwafern ab dem zweiten Halbjahr erhöhen.

Szenario 3

Preis- und Mengenrisiken im Polysiliciumgeschäft und steigender Wettbewerb auf Herstellerseite, schwierigere Marktbedingungen auf Grund rückläufiger Subventionen bei staatlichen Förderprogrammen

Auswirkungen für WACKER

Mögliche Mengenrisiken sowie ein höherer Preiswettbewerb mit Druck auf die Margen könnten zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen, ebenso gekürzte Subventionen für Photovoltaikanlagen in einzelnen Ländern

Maßnahmen

Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Produktivität, unsere Kostenpositionen und unsere Qualität ständig verbessern. Sollte es zu einem Nachfragerückgang kommen, passen wir unsere Produktionskapazitäten flexibel an die Marktentwicklung an. Durch Langfristverträge mit unseren Kunden sichern wir unsere Produktionskapazitäten ab. Auf Grund der Marktsituation in den letzten drei Monaten des Jahres 2011 verhandeln wir mit unseren Kunden über individuelle Lösungen, um diese Situation zu meistern. Den Kapazitätsausbau passen wir flexibel an das Marktwachstum an.

Einschätzung

Die Photovoltaikindustrie ist geprägt von Produktionsüberkapazitäten und einem Preisverfall in allen Wertschöpfungsstufen. Das führt im Jahr 2012 zu einem Konsolidierungsprozess in der Branche, der für die weitere Entwicklung dieser Industrie wichtig ist. Wir gehen weiter davon aus, dass die staatlichen Fördermittel für die Photovoltaik weiter gesenkt werden. Das Risiko, dass produzierte Mengen nicht abgenommen werden, ist auf Grund hoher Lagerbestände bei Kunden gestiegen. Auf der anderen Seite erhöht der deutliche Preisverfall bei Polysilicium, Wafern, Zellen und Modulen die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik. Sie wird damit in den Gestehungskosten kostengünstiger sein als andere erneuerbare Energien. Diese Entwicklung wird dazu beitragen, dass neue Märkte erschlossen werden und der weltweite Markt für Photovoltaikanwendungen weiter wachsen wird. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir als Kosten- und Qualitätsführer gestärkt aus diesem Konsolidierungsprozess hervorgehen werden.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario

Höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe

Auswirkungen für WACKER

Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben

Maßnahmen

Für strategische Rohstoffe und Energie führen wir regelmäßig ein Risikomonitoring („Rohstoffmatrix“) durch. Es zeigt uns transparent und schnell vorhandene Risiken und ist die Grundlage für Strategien und Maßnahmen. Wir minimieren diese Risiken durch langfristige Lieferverträge mit Partnern, die eine hohe Bonität aufweisen, durch zentral verhandelte Einkaufsverträge sowie die Sicherung mehrerer Lieferquellen bei ein und demselben Produkt. Mit dem Erwerb der Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla haben wir uns bei einem unserer wichtigsten Rohstoffe rückwärtsintegriert. Das verringert unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten deutlich. Wir sind in der Lage, knapp ein Drittel unserer benötigten Mengen in hoher Qualität selbst zu produzieren. Beim Einkauf von Strom setzen wir auf eine strukturierte Beschaffung. Dabei kaufen wir Strom zu unterschiedlichen Zeitpunkten bei gleichzeitiger Deckung des Restbedarfs am Spotmarkt. Das verringert unser Preisrisiko. Im Jahr 2011 haben wir erstmals auch beim Einkauf von Gas für den Standort Nünchritz die strukturierte Beschaffung genutzt.

Einschätzung

WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken besser steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch Preisgleitklauseln von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft wachsen, sind wir bei Mengen und Preisen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Für das Jahr 2012 gehen wir davon aus, dass die Energiepreise relativ stabil bleiben. Das Risiko steigender Energiepreise ist kurzfristig gering. Leicht rückläufig ist der Preis für Silicium. Bei den petrochemischen Rohstoffen Methanol und Ethylen ist eher mit einem weiteren Preisanstieg zu rechnen. Das hängt allerdings maßgeblich davon ab, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt. Eine Rezession würde fallende Rohstoffpreise nach sich ziehen.

Marktentwicklungsrisiken

Szenario

Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen, fehlende Kundenakzeptanz bei neu entwickelten Produkten

Auswirkungen für WACKER

Falsche Einschätzung künftiger Marktentwicklungen kann sich auf unsere Stellung im Markt und unsere Ergebnissituation auswirken. Neue Produkte, die wir am Markt vorbei entwickeln, haben negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis

Maßnahmen

WACKER arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen und hat dadurch eine gute Informationsbasis für neue Anwendungen und Produkte. Gleichzeitig beobachten wir intensiv den Markt und unsere Wettbewerber bis hinunter auf Geschäftsfeldebene, führen Kunden- und Lieferanteninterviews durch und sind regelmäßig auf den für WACKER wichtigen Messen präsent. In Einzelfällen geben wir Marktstudien in Auftrag. Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir bestimmte Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. WACKER kooperiert bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in seiner Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen.

Einschätzung

WACKER verfügt über langjährige Markterfahrung und eine detaillierte Planung, die sofort aktualisiert wird, sobald sich Marktentwicklungen verändern. Das Risiko, dass wir Marktentwicklungen falsch beurteilen oder darauf nicht entsprechend reagieren, schätzen wir als gering ein.

Investitionsrisiken

Szenario

Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich

Auswirkungen für WACKER

Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf die Anlagen. Höhere Investitionskosten führen zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen

Maßnahmen

WACKER hat wie auch andere Wettbewerber eine eigene zentrale Ingenieurtechnik mit rund 400 Mitarbeitern. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Projektierung neuer Produktionsanlagen, in der Montage- und Baustellenüberwachung, im Projektcontrolling und in der Inbetriebnahme sorgt sie dafür, dass die Projekte möglichst fristgerecht und im Kostenplan abgewickelt werden.

WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 1,5 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von Vergleichsstudien mit anderen Anlageprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Beim Kapazitätsausbau unserer Polysiliciumproduktion haben wir die Auslastung durch Kundenverträge abgesichert, die zum Teil auch Vorauszahlungen beinhalten. Durch die Gründung von Partnerschaften wie mit Samsung oder Dow Corning haben wir unser eigenes Investitionsrisiko verringert. In diesem Zusammenhang bestehen jedoch langfristige Abnahmeverpflichtungen mit den jeweiligen assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen.

Einschätzung

WACKER hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass komplexe technische Investitionsprojekte im vorgegebenen Zeitplan oder früher fertig gestellt werden können, ohne die Kosten zu überschreiten. Die WACKER-eigene Ingenieurtechnik mit ihrem Engineering-Know-how hat einen großen Anteil daran. Aus heutiger Sicht sehen wir für 2012 keine wesentlichen Risiken aus unserer Investitionstätigkeit.

Produktionsrisiken

Szenario

Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen

Auswirkungen für WACKER

Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen

Maßnahmen

WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Zum Thema Sicherheit führen wir regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung

Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind nie ganz auszuschließen. Für uns sind zurzeit keine Risiken erkennbar, aus denen sich gravierende Gefahren ableiten lassen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente.

T 3.33 Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken

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Risiko Steuerung durch Zentralbereich
Kreditrisiken Finanzen
Marktpreisrisiken Finanzen
Liquiditätsrisiken Finanzen
Währungs- und Zinsrisiken Finanzen
Rohstoffpreisrisiken Einkauf Rohstoffe

Kreditrisiko

Szenario

Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach

Auswirkungen für WACKER

Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken auf Grund der Bankenkrise

Maßnahmen

Wir setzen verschiedene Instrumente ein, das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen. Dem Kontrahentenrisiko bzgl. der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir nur mit Banken, die ein Mindestrating von A - der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb enger Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden. Die gleichen Kriterien gelten für den Erwerb von Staats- und Unternehmensanleihen.

Einschätzung

Die Risiken aus dem Kreditgeschäft sind beherrschbar, die Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen wir als gering ein. Kreditrisiken aus anderen vertraglichen Verpflichtungen ergeben sich aus sonstigen Finanzanlagen, kurzfristigen Bankanlagen sowie derivativen Finanzinstrumenten. Geschäfte mit Währungs- und Zinsderivaten sowie das Management der Liquidität erfolgen weltweit zentral durch den Zentralbereich Finanzen. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bzgl. des Ausfalls von Banken gering ist.

Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme

Szenario

Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisschwankungen

Auswirkungen für WACKER

Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen

Maßnahmen

Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko aus Finanzinstrumenten ist insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen, den Singapur-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisenoptionen, Devisentermingeschäften und Devisenswaps. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar, den japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken durch unsere lokalen Produktionsstandorte sowie lokalen Finanzierungen bei Banken.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure im Eurobereich vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht. Warenpreise werden teilweise durch börsengehandelte Futures abgesichert.

Einschätzung

Einen Teil unseres US-Dollar-, Yen- und Singapur-Dollar-Geschäftes sichern wir durch Hedging ab. Wir gehen davon aus, dass der Euro gegenüber den für WACKER maßgeblichen Fremdwährungen auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2011 verbleiben wird. Mögliche Belastungen, die sich aus dem Anstieg des Euro ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Deshalb erwarten wir im Geschäftsjahr 2012 keine größeren Effekte aus Währungskursveränderungen. Die Auswirkungen, die sich auf Grund von Zinsänderungsrisiken ergeben, schätzen wir aus heutiger Sicht als gering ein.

Liquiditätsrisiko

Szenario

Mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten

Auswirkungen für WACKER

Steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Ausbaupläne

Maßnahmen

Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu steuern. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltener Liquidität vor. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung

Die Liquidität von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 873,6 Mio. €. Die Liquidität - bestehend aus lang- und kurzfristigen Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten - überstieg die Finanzverbindlichkeiten zu diesem Zeitpunkt um 95,7 Mio. €. Gleichzeitig bestanden genutzte und ungenutzte Kreditlinien von rund 1,18 Mrd. €. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht.

Pensionen

Szenario

Steigende Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter sowie zusätzliche Verpflichtungen aus Rentenanpassungen erhöhen die Pensionsverpflichtungen, niedrige Kapitalmarktzinsen belasten das Anlageergebnis

Auswirkungen für WACKER

Anstieg der Pensionsrückstellungen und mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen, haben Einfluss auf das Konzernergebnis

Maßnahmen

Der Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Den Hauptbeitrag leistet die Pensionskasse. Gemäß ihrer Satzung und den allgemeinen Versicherungsbedingungen betreibt sie die Pensionsversicherung für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter von WACKER. Um eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sicherzustellen und Anlagerisiken zu begrenzen, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen I hres Asset-Liability-Managements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse, um eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen zu ermöglichen. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir den Pensionsrückstellungen einen außerplanmäßigen Betrag von 29,9 Mio. € zugeführt, um die steigende Lebenserwartung der Bezugsberechtigten zu berücksichtigen.

Einschätzung

Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals reicht nicht aus, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. So wurde der Beitrag für leistungsorientierte Pensionszusagen der WACKER Chemie AG von 250 auf 350 Prozent des Arbeitnehmerbeitrages erhöht. Das gilt vom 1. Januar 2012 an.

Sonstige Risiken

Emissionsberechtigungen

Szenario

CO2-Ausstoß von WACKER übersteigt ab dem Jahr 2013 die voraussichtlich zugeteilten Emissionszertifikate

Auswirkungen für WACKER

Zukauf von Emissionszertifikaten, höhere spezifische Produktionskosten

Maßnahmen

Bisher hat WACKER durch den Überschuss an Emissionszertifikaten nur über Strompreiserhöhungen Auswirkungen gespürt. Gemäß EU- sowie nationalen Beschlüssen werden wir zu unseren bereits heute emissionshandelspflichtigen Kraftwerksanlagen ab dem Jahr 2013 auch einzelne Produktionsbetriebe in das Handelssystem einbeziehen. WACKER hat ein Frühwarnsystem installiert, damit wir schnell reagieren können, falls unsere Emissionsberechtigungen für die verursachten Emissionen nicht ausreichen. Die Kosten für die erforderlichen Emissionen begrenzen wir, indem wir ständig an der Energieeffizienz unserer Anlagen arbeiten.

Einschätzung

Für die Periode 2008 bis 2012 wurden uns die benötigten Emissionszertifikate kostenlos zugeteilt. Wir gehen davon aus, dass wir mittelfristig durch den Zukauf von Emissionszertifikaten mit zusätzlichen finanziellen Belastungen rechnen müssen.

Rechtliche Risiken

Szenario

Vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell- und umweltrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können

Auswirkungen für WACKER

Langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können

Maßnahmen

Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. In vielen Fällen greifen wir auf hoch qualifizierte spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unsere Abteilung Intellectual Property. Anhand von Recherchen patentrechtlicher Regelungen stellen wir sicher, dass vor Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine wettbewerbsfähige Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns haben wir Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Einschätzung

Wir sehen zurzeit keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten.

IT-Risiken

Szenario

Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf die IT-Systeme und die Netzwerke, die die Datensicherheit gefährden

Auswirkungen für WACKER

Negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust

Maßnahmen

WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die iT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Die Grundlage dafür bildet der ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten, die wir in so genannten slas (Service Level Agreements) mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen festhalten. Damit bei Störungen jederzeit Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können, überwachen und kontrollieren wir die slas laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Ressource Planning) haben wir für das Jahr 2011 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent vereinbart und übertroffen. Das erreichen wir durch eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management).

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringert die Komplexität und die Risiken.

Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels AwarenessProgrammen entgegenwirkt. In regelmäßigen Penetrationstests und Audits im In- und Ausland beugen wir der Gefahr von Hacker-Angriffen vor.

Einschätzung

Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke sind nie vollständig auszuschließen. Auf Grund der Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit und sich daraus ergebende Risiken als nicht hoch ein.

Personalrisiken

Szenario

Demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen

Auswirkungen für WACKER

Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs

Maßnahmen

Wir verfügen über eine Reihe von personalpolitischen Maßnahmen, Personalrisiken zu begrenzen. Dazu gehören ein vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot, vorbildliche Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Weitere Angebote sind eine große Bandbreite an Arbeitszeitregelungen und -modellen sowie Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Für die Positionen im Oberen Führungskreis (OFK) hat WACKER eine detaillierte Vertreterregelung und Nachfolgeplanung. Im Rahmen der konzernweiten Nachfolgeplanung werden für jede Stelle im oberen Management bis zu drei mögliche Kandidaten beobachtet, um Potenzial und Leistung richtig einzuschätzen. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon wurde für jeden OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit ein Stellvertreter benannt.

Einschätzung

Der demografische Wandel und damit verbunden der Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Personal zu finden, mittelfristig erhöhen. Für das Jahr 2012 sehen wir nur geringe Risiken für unseren Personalbedarf.

Externe Risiken

Szenario

Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg

Auswirkungen für WACKER

Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen

Maßnahmen

WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Eine Konzernrichtlinie „Pandemie-Vorsorgeplan“ stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten. Dem Ausfallrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Grund von Naturkatastrophen und Kriegshandlungen begegnen wir unter anderem dadurch, dass wir je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen Sicherheiten verlangen.

Einschätzung

Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Die Grundlage, das Gesamtrisiko durch den Vorstand einzuschätzen, bildet das von WACKER implementierte Risikomanagementsystem. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Management überprüft. Unser Ziel ist es, das Risikomanagement weiter so zu optimieren, dass potenzielle Risiken noch schneller erkannt werden und wir ihnen entgegenwirken können.

Keine Risiken, die die Fortführung des Unternehmens gefährden

Nach unserer Einschätzung sind die beschriebenen Risiken zu beherrschen. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Die Gesamtrisikolage hat sich auf Grund der schwieriger werdenden Weltwirtschaftslage im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr erhöht. Wir sehen in erster Linie eine Zunahme der Marktrisiken, vor allem in der Photovoltaikindustrie. Verantwortlich dafür sind Preisdruck und Überkapazitäten in allen Wertschöpfungsstufen, Diskussionen über die Politik zur Förderung erneuerbarer Energien sowie der Konsolidierungsprozess innerhalb der Branche. Trotz möglicher kurzfristiger Marktverwerfungen durch die Bereinigung des Marktes sehen wir für WACKER gute Chancen, von dieser Entwicklung mittel- bis langfristig zu profitieren. Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Nachtragsbericht

WACKER hat in den ersten beiden Monaten des neuen Geschäftsjahres 2012 Weichen für die strategische Mehrjahresfinanzierung gestellt.

Die WACKER Chemie AG hat vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 300 Mio. € aufgelegt mit Laufzeiten von drei bzw. fünf Jahren. Die abgeschlossene Finanzierung beinhaltet marktübliche Kreditklauseln und als einzige Financial Convenants net debt / EBITDA.

Der Liquiditätszufluss erfolgte am 23. Februar 2012.

Ansonsten sind seit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 und dem Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 28. Februar 2012 keine wesentlichen Ereignisse eingetreten. Es haben sich keine wesentlichen grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in dem wir tätig sind.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres 2012 unverändert.

Lagebericht der WACKER Chemie AG

(Kurzfassung nach HGB)

Der Lagebericht der WACKER Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2011 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der WACKER Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der WACKER Chemie AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die WACKER Chemie AG.

Die WACKER Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie arbeitet operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER POLYSILICON und WACKER BIOSOLUTIONS und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Außerdem liegen wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns in der Verantwortung des Vorstands der WACKER Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der WACKER Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der WACKER Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel 3 angegeben.

Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte die WACKER Chemie AG 9.511 Mitarbeiter.

Der Jahresabschluss der WACKER Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Ertragslage der WACKER Chemie AG nach HGB

T 3.34 Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2011 2010
Umsatzerlöse 3.539,5 3.416,9
Bestandsveränderungen 124,7 14,1
Andere aktivierte Eigenleistungen 41,6 40,7
Gesamtleistung 3.705,8 3.471,7
Sonstige betriebliche Erträge 194,1 104,7
Materialaufwand – 1.470,5 – 1.216,7
Personalaufwand – 777,2 – 706,9
Abschreibungen – 330,1 – 307,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 641,3 – 595,8
Betriebsergebnis 680,8 749,6
Beteiligungsergebnis 18,8 – 134,3
Zinsergebnis – 10,7 – 38,7
Sonstiges Finanzergebnis – 7,7 – 1,7
Finanzergebnis 0,4 – 174,7
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 681,2 574,9
Außerordentliches Ergebnis – 94,7
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 179,0 – 178,7
Jahresüberschuss 502,2 301,5
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 775,2 533,3
Ausschüttung – 158,9 – 59,6
Einstellung in die Gewinnrücklagen – 139,8
Bilanzgewinn 978,7 775,2

Die Ertragslage der WACKER Chemie AG hat sich im Geschäftsjahr 2011 positiv entwickelt. Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 301,5 Mio. € im Vorjahr auf 502,2 Mio. € im Berichtsjahr. Positiv beeinflusst haben das Ergebnis neben dem operativen Geschäftsverlauf die Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen im Rahmen von Schadenersatzleistungen in Höhe von 66,2 Mio. €. Dem stehen außerplanmäßige Abschreibungen von 23,0 Mio. € und Anpassungen der Pensionsrückstellungen in Höhe von 19,3 Mio. € gegenüber. Im Vorjahr waren die Sonderbelastungen infolge von Beteiligungsabschreibungen allerdings höher. Sie betrugen 78,9 Mio. €. Insbesondere Bilanzierungsänderungen, die im Zusammenhang mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz stehen, belasteten das Ergebnis des Vorjahres mit 97,0 Mio. €. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg von 574,9 Mio. € auf 681,2 Mio. €.

Der Umsatz erhöhte sich leicht um knapp vier Prozent von 3,42 Mrd. € auf 3,54 Mrd. €. Die Umsätze im Geschäftsbereich WACKER SILICONES sind im Vergleich zum Vorjahr von 1,29 Mrd. € auf 1,26 Mrd. € gesunken. Das ist ein Rückgang von zwei Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist der Umsatz um fünf Prozent auf 1,37 Mrd.€ gestiegen (2010: 1,31 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS steigerte seinen Umsatz um zwölf Prozent auf 625,7 Mio. € (2010: 558,5 Mio. €). Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erzielte einen zum Vorjahr konstanten Umsatz von 103,4 Mio. € (2010: 104,0 Mio. €). Nicht zugeordnet wurde ein Umsatz von 180,1 Mio. € (2010: 153,9 Mio. €). Die Gesamtleistung stieg auf 3,71 Mrd. € (2010: 3,47 Mrd. €). Hierin enthalten ist ein Bestandsaufbau in Höhe von 124,7 Mio. € (2010: 14,1 Mio. €), der aus den zum Stichtag erhöhten Vorratsbeständen resultiert.

Der Materialaufwand kletterte um 21 Prozent auf 1,47 Mrd. € (2010: 1,22 Mrd. €). Im Wesentlichen führten die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten zu einem Anstieg der Kosten im Jahr 2011. Insbesondere strategische Rohstoffe wie Silicium, Ethylen und Vinylacetatmonomer waren durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent teurer.

Der Personalaufwand hat sich von 706,9 Mio. € im Jahr 2010 auf 777,2 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht. Das ist ein Anstieg von 10 Prozent. Insbesondere durch die Inbetriebnahme der Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz und die insgesamt gute Auslastung der Anlagen erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter 2011 auf 9.511 (2010: 8.866). Das führte zu steigenden laufenden Personalaufwendungen. WACKER hat, wie auch schon im Jahr 2009, im Jahr 2011 die höheren Lebenserwartungen der Bezugsberechtigen in den Schätzungen der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt. Neben dem laufenden Aufwand für Pensionsrückstellungen ergibt sich aus dieser Anpassung ein einmaliger Aufwand von 19,3 Mio. €.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten der WACKER Chemie AG beliefen sich im Jahr 2011 auf 96,0 Mio. € (2010: 87,3 Mio. €). Im Wesentlichen verursachten höhere Personalkosten diesen Anstieg.

Die Abschreibungen in Höhe von 330,1 Mio. € (2010: 307,4 Mio. €) enthalten eine außerplanmäßige Abschreibung auf eine Pilotanlage zur Granulatherstellung für Polysilicium in Höhe von 23,0 Mio. €. Teilkapazitäten der Anlage wurden stillgelegt.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und Aufwand hat sich per Saldo um neun Prozent verringert. Es beträgt - 447,2 Mio. € (2010: - 491,1 Mio. €). Enthalten ist darin das operative Währungsergebnis in Höhe von 19,2 Mio. € (2010: 11,7 Mio. €). In den sonstigen betrieblichen Erträgen wurden Rückstellungsauflösungen in Höhe von 12,1 Mio. € (2010: 16,1 Mio. €) ausgewiesen. Ein größerer Effekt, der die sonstigen betrieblichen Erträge beeinflusst hat, ergab sich aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen für Polysilicium in Höhe von 66,2 Mio. €, die im Zusammenhang mit Schadenersatzleistungen und der Auflösung einzelner Polysiliciumverträge stehen. Mit Kunden, die sich aus dem Solargeschäft zurückziehen wollen, haben wir im vierten Quartal 2011 Auflösungsvereinbarungen getroffen. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben dem Währungsergebnis im Wesentlichen Aufwendungen für Ausgangsfrachten, Zölle und sonstige Vertriebskosten, sonstige Fremdarbeiten sowie Reparaturen und Instandhaltung enthalten.

Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres 2011 betrug 680,8 Mio. € (2010: 749,6 Mio. €). Der Rückgang von neun Prozent ist vor allem auf den gestiegenen Material- und Personalaufwand zurückzuführen. Insbesondere die Materialeinsatzquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozentpunkte auf 39,7 Prozent. Die Personaleinsatzquote stieg nur geringfügig um 0,6 Prozentpunkte auf 21,0 Prozent der Gesamtleistung.

Das Beteiligungsergebnis war im aktuellen Geschäftsjahr mit 18,8 Mio. € positiv (2010: - 134,3 Mio. €). Es enthält unter anderem die saldierten Gewinne aus Gewinn- und Verlustübernahmen der Ergebnisabführung. Den Verlustübernahmen, im Wesentlichen aus der Beteiligung an der Siltronic AG in Höhe von 20,4 Mio. € standen kumulierte Erträge aus den Chemiebeteiligungen in Höhe von 39,2 Mio. € gegenüber. Im Vorjahr war im Beteiligungsergebnis eine Abwertung der Beteiligung an der WACKER Chemical (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, in Höhe von 78,9 Mio. € enthalten.

Das Zinsergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 28,0 Mio. € auf - 10,7 Mio. € (2010: - 38,7 Mio. €). Im Vergleich zum Vorjahr konnten durch Anlagen in Wertpapiere und Bankguthaben deutlich höhere Zinserträge erzielt werden. Sie beliefen sich auf 30,3 Mio. € (2010: 8,6 Mio. €). Der Finanzierungsaufwand bei Banken und durch die Aufzinsung von Rückstellungen ging leicht zurück auf 41,0 Mio. € (2010: 47,3 Mio. €).

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist mit 179,0 Mio. € nahezu konstant geblieben. Das entspricht einer Steuerquote von 26 Prozent.

Im Ergebnis ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 502,2 Mio. €. Ergänzt um den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr und die Einstellung in die Gewinnrücklagen abzüglich der Dividendenausschüttung in Höhe von 158,9 Mio. € beträgt der Bilanzgewinn 978,7 Mio. €.

Vermögens- und Finanzlage der WACKER Chemie AG nach HGB

T 3.35 Bilanz

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Mio. € 2011 2010
Aktiva    
Immaterielle Vermögensgegenstände 6,2 6,2
Sachanlagen 1.919,0 1.814,4
Finanzanlagen 1.174,4 708,2
Anlagevermögen 3.099,6 2.528,8
Vorräte 454,6 304,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 303,1 319,2
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 650,8 628,6
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 953,9 947,8
Wertpapiere 374,2 316,7
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 350,7 411,6
Umlaufvermögen 2.133,4 1.980,7
Rechnungsabgrenzungsposten 1,7 36,4
Summe Aktiva 5.234,7 4.545,9
Passiva    
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile – 12,4 – 12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 770,0 630,2
Bilanzgewinn 978,7 775,2
Eigenkapital 2.154,5 1.811,2
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 498,6 445,2
Andere Rückstellungen 350,5 389,4
Rückstellungen 849,1 834,6
Finanzverbindlichkeiten 818,6 615,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 202,7 207,6
Übrige Verbindlichkeiten 1.209,8 1.076,7
Verbindlichkeiten 2.231,1 1.900,1
Summe Passiva 5.234,7 4.545,9

Die Bilanzsumme der WACKER Chemie AG ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Sie beläuft sich auf 5,23 Mrd. € (2010: 4,55 Mrd. €). Das entspricht einem Zuwachs von 15 Prozent, der im Wesentlichen aus Investitionszugängen und dem höheren Vorratsvermögen resultiert.

Das Anlagevermögen hat sich um 570,8 Mio. € auf 3,10 Mrd. € (2010: 2,53 Mrd. €) erhöht. Das ist ein Plus von 23 Prozent. Der wesentliche Grund dafür waren strategische Investitionsprojekte im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Sie haben zusammen mit anderen Projekten zu Zugängen im Sachanlagevermögen von 431,8 Mio. € geführt. Abschreibungen minderten die Sachanlagen in Höhe von 325,8 Mio. €. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 466,2 Mio. € auf 1,17 Mrd. €. Dieser Anstieg ergibt sich aus zwei Sachverhalten. Kurzfristig nicht benötigte Liquidität in Höhe von 100,0 Mio. € ist in einem geschlossenen Investmentfonds angelegt worden, der handelsrechtlich als Finanzanlage bilanziert wurde. Die Zwischenholding der Produktionsgesellschaft WACKER Polysilicon North America LLC wurde mit zusätzlichem Eigenkapital ausgestattet. Die Mittel dienen zur Finanzierung der amerikanischen Gesellschaft, die gerade den neuen Produktionsstandort Charleston in Tennessee errichtet. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ist wegen der hohen Sach- und Finanzinvestitionen von 56 Prozent im Vorjahr auf 59 Prozent gewachsen. Die höhere Nachfrage der Kunden lastete die Anlagen auch im Geschäftsjahr 2011 gut aus.

Die Vorräte stiegen auf Grund des hohen Geschäftsvolumens in allen Geschäftsbereichen auf 454,6 Mio. € (2010: 304,6 Mio. €). Das ist ein Plus von 49 Prozent. Mit ausschlaggebend dafür waren höhere Bestände an Siliciummetall. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen befinden sich auf Vorjahresniveau. Sie betrugen 303,1 Mio. € (2010: 319,2 Mio. €). Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände stiegen geringfügig von 628.6 Mio. € im Jahr 2010 auf 650,8 Mio. €. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Geschäftsjahr 2011 annähernd konstant geblieben. Sie beliefen sich auf 467.7 Mio. € (2010: 437,6 Mio. €). Die sonstigen Vermögensgegenstände gingen leicht zurück auf 175,7 Mio. € (2010: 180,3 Mio. €). Sie enthalten Steuerforderungen und Forderungen aus der Investitionsförderung für die Investition in die Polysiliciumproduktion am Standort Nünchritz.

Die WACKER Chemie AG hat einen Teil ihrer überschüssigen Liquidität in Wertpapieren mehrerer Anleiheemittenten investiert. Diese Anleihen haben eine Laufzeit von mehr als drei Monaten. Ihr Anteil am Umlaufvermögen belief sich zum Stichtag auf 374,2 Mio. € (2010: 316,7 Mio. €).

Das Kassen- und Bankguthaben hat sich im Geschäftsjahr 2011 verringert. Es belief sich zum 31. Dezember auf 350,7 Mio. € (2010: 411,6 Mio. €). Der Grund dafür sind die hohen Investitionen im Berichtszeitraum.

Das Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag 2,15 Mrd. € (2010: 1,81 Mrd. €). Das sind 343,3 Mio. € mehr als vor einem Jahr und entspricht einer Eigenkapitalquote von 41,2 Prozent (2010: 39,8 Prozent). Für diesen Anstieg gibt es mehrere Gründe. Der Bilanzgewinn von 978.7 Mio. € enthält im Wesentlichen den nicht ausgeschütteten Jahresüberschuss des abgelaufenen Geschäftsjahres von 502,2 Mio. €. An seine Aktionäre hat das Unternehmen eine Dividende in Höhe von 158,9 Mio. € für das Jahr 2010 ausgeschüttet.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hat die WACKER Chemie AG über die normalen Zuführungen hinaus um weitere 19,3 Mio. € erhöht. Das Unternehmen trägt damit den höheren Schätzungen für die Lebenserwartung der Bezugsberechtigten Rechnung. Die Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für ähnliche Verpflichtungen betrugen zum Bilanzstichtag 498,6 Mio. € (2010: 445,2 Mio. €). Die anderen Rückstell ungen sind dagegen von 389,4 Mio. € im Jahr 2010 auf 350,5 Mio. € zurückgegangen. Geringere Steuerrückstellungen und niedrigere Rückstellungen für Altersteilzeit sind die Ursachen dafür.

Die Finanzverbindlichkeiten haben auf 818,6 Mio. € (2010: 615,8 Mio. €) zugenommen. Die Kreditaufnahme bei Banken belief sich auf 469,0 Mio. € (2010: 280,9 Mio. €). Finanzverbindlichkeiten aus Cashpooling sowie Darlehen erhöhten die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 330,9 Mio. € im Jahr 2010 auf 344,3 Mio. €.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit 202,7 Mio. € (2010: 207,6 Mio. €) nahezu konstant geblieben. Insgesamt erhöhten sich die übrigen Verbindlichkeiten um 133,1 Mio. € auf 1,21 Mrd. € (2010: 1,08 Mrd. €). Kundenvorauszahlungen aus abgeschlossenen Lieferverträgen haben die Abschmelzung der Anzahlungen durch Lieferungen deutlich übertroffen. Die Verpflichtungen aus erhaltenen Anzahlungen stiegen im Geschäftsjahr 2011 auf 1,18 Mrd. € (2010: 1,05 Mrd. €). Das ist ein Plus von 130,3 Mio. €.

Die Finanzlage der WACKER Chemie AG ist geprägt durch das gute operative Geschäft des Jahres 2011, das zu einem hohen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit geführt hat. Er betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 849,3 Mio. € (2010: 981,1 Mio. €). Das Jahresergebnis belief sich auf 502,2 Mio. € (2010: 301,5 Mio. €). Es ist um nicht zahlungswirksame Effekte aus Abschreibungen und der Bildung bzw. Auflösung von Rückstellungen sowie sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen zu bereinigen. Hohe Vorräte verringerten den operativen Cashflow. Vor allem die erhaltenen Anzahlungen führten zu einem Mittelzufluss in Höhe von 163,5 Mio. € (2010: 171,7 Mio. €).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich von - 745,3 Mio. € im Jahr 2010 auf - 908,0 Mio. €. Enthalten sind hier Investitionen in Wertpapieren in Höhe von 151,6 Mio. €. Die Investitionstätigkeit in Sachanlagevermögen ging im Vergleich zum Vorjahr um 63,0 Mio. € zurück, da im aktuellen Geschäftsjahr mehr im Ausland investiert wurde. Als Muttergesellschaft des Konzerns hat die WACKER Chemie AG über Kapitalerhöhungen 367,6 Mio. € in Tochterunternehmen investiert. Insbesondere die amerikanische Tochtergesellschaft WACKER Polysilicon North America llc, die den neuen Polysiliciumstandort in Charleston / Tennessee errichtet, wurde mit Geldmitteln ausgestattet. Die Finanzierung erfolgt über eine Zwischenholding. Bereinigt um den Effekt aus dem Erwerb von Wertpapieren ergibt sich ein Mittelabfluss aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 756,4 Mio. € (2010: 495,7 Mio. €).

Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 92,9 Mio. € (2010: 485,4 Mio. €). Er lag auf Grund der hohen Investitionen 392,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert. WACKER definiert den Netto-Cashflow als den Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit abzüglich des Mittelabflusses aus langfristiger Investitionstätigkeit.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit war im Berichtsjahr mit 3,7 Mio. € (2010: 114,1 Mio. €) positiv. Zahlungswirksam wurde unter anderem die Dividende für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 158,9 Mio. €. Konzerninterne Finanzierungen führten im Saldo zu einem Mittelabfluss bei der WACKER Chemie AG in Höhe von 26,8 Mio. € (2010: Mittelzufluss von 134,6 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2011 wurde die zweite Tranche des Investitionsförderkredits der Europäischen Investitionsbank für den Aufbau der Polysiliciumproduktion am Standort Nünchritz gezogen. Der Teilbetrag beläuft sich auf 200 Mio. €.

Die Liquidität - definiert als Saldo der Wertpapiere des Umlaufvermögens, Fondsanteile und des Kassen- und Bankguthabens - veränderte sich von 728,3 Mio. € am Beginn des Jahres auf 824,9 Mio. € zum Geschäftsjahresende. Die Nettofinanzforderungen als Saldo von Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten lagen zum Ende des Jahres 2011 bei 355,9 Mio. €. (2010: 447,4 Mio. € Nettofinanzforderungen).

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der WACKER Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die WACKER Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der WACKER Chemie AG dargestellt.

Die WACKER Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

Weitere Informationen hierzu finden sich auf den Seiten 231 bis 232 dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt „Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem“ auf Seite 131.

Ausblick

Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der WACKER Chemie AG für die kommenden zwei Jahre ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

WACKER erwartet, dass trotz aller wirtschaftlicher Turbulenzen und hoher Risiken die Weltwirtschaft in den nächsten zwei Jahren weiter wachsen wird. Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung wird allerdings durch die erschwerten Rahmenbedingungen gebremst.

Für das Jahr 2012 gehen wir davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht steigen wird. Auch für das Jahr 2013 gehen wir nach unserem heutigen Kenntnisstand von einem Umsatzanstieg aus. Beim Jahresüberschuss gehen wir davon aus, dass er in den Jahren 2012 und 2013 weiterhin deutlich positiv sein wird. Wir sehen uns auf einem guten Weg, in den nächsten zwei Jahren unseren Wachstumskurs fortzusetzen.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der WACKER Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der WACKER Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. www.wacker.com

Zusammengefasster Lagebericht Prognosebericht

Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung

In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2011 bei WACKER 1.100 Mitarbeiter beschäftigt. Dies sind 6,4 Prozent der Mitarbeiter im Konzern. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure widmen sich sowohl der Grundlagenforschung als auch der Entwicklung neuer Produkte und Prozesse für unsere Kunden sowie der Verbesserung bestehender Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker unterstützen bei der Umsetzung in unseren Labors, Produktions- und Pilotanlagen oder vor Ort in den Anlagen der Kunden.

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Prognosebericht 155

Prognosebericht

Weltwirtschaft soll wachsen trotz höherer Risiken

Die Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft sind von einer hohen Unsicherheit gekennzeichnet. Die Risiken, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung abschwächt, haben sich deutlich erhöht. Auf Grund der Schuldenkrise ist die Handlungsfähigkeit der Staaten, dieser Entwicklung entgegenzusteuern, gesunken. Nicht nur in den Ländern der EU und in den USA, sondern auch in China und anderen Schwellenländern schwächt sich das Wachstum spürbar ab. WACKER geht dabei von zwei Szenarien aus. Wenn es gelingt, die Schuldenkrise der Staaten und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten zügig unter Kontrolle zu bringen und dauerhaft zu stabilisieren, kann die Weltwirtschaft weiter wachsen. Sollte dies nicht gelingen, ist eine Rezession nicht auszuschließen.

Wir gehen davon aus, dass die Turbulenzen auf den Finanzmärkten die Realwirtschaft im Jahr 2012 belasten, es aber zu einer Lösung in der Schuldenkrise kommt. Aus diesem Grund erwarten wir ein Wachstum der Weltwirtschaft für die Jahre 2012 und 2013.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) 2012 weiter wachsen trotz der höheren Risiken. Der IWF geht davon aus, dass das weltweite Bruttosozialprodukt um 3,3 Prozent steigt. Für das Jahr 2013 erwartet der IWF ein Wachstum von 3,9 Prozent. Stützen dieser Aufwärtsentwicklung bleiben auch im Jahr 2012 die Schwellenländer mit einem Zuwachs von 5,4 Prozent. Brasilien wie auch China versuchen seit Ende 2011 mit geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen einen Wachstumseinbruch in ihren Ländern zu verhindern. Das Gleiche gilt für Indonesien. Damit soll ein starkes Abschwächen der Wirtschaftsleistung in den Schwellenländern verringert werden. Die Industrienationen werden im Jahr 2012 nur einen Anstieg ihrer Wirtschaftsleistung von 1,2 Prozent beisteuern.

US-Wirtschaft mit moderatem Wachstum

Das Wirtschaftswachstum in den USA bleibt im Jahr 2012 auf dem Vorjahresniveau. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent. Für das Jahr 2013 erwartet die OECD ein Wachstum von 2,2 Prozent.

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Asien hat nach wie vor gute Wachstumsperspektiven

Die Region Asien wird auch in den kommenden zwei Jahren prozentual deutlich stärker wachsen als der Rest der Welt. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) geht trotz einer nach unten revidierten Prognose für das Jahr 2012 von einem Wachstum von 7,5 Prozent aus. Indien und China sind nach wie vor die Treiber dieser Entwicklung. In China wird laut IWF ein Anstieg von 8,2 Prozent erwartet und für 2013 ein Plus von 8,8 Prozent. Für Indien prognostiziert die ADB einen Anstieg von 8,3 Prozent. In Japan könnte das Bruttoinlandsprodukt nach dem Erdbeben im Jahr 2011 wieder um 2,0 Prozent im Jahr 2012 wachsen. Für das Jahr 2013 geht die OECD von einem Zuwachs um 1,6 Prozent aus.

Wachstum in Europa durch Schuldenkrise gebremst

Europa wird nach Ansicht des IWF 2012 durch die Schuldenkrise deutlich gebremst und fällt in eine Rezession. Für das Jahr 2012 rechnet der IWF mit einem Minus des Bruttoinlandsprodukts von - 0,5 Prozent. Positiver wird die Entwicklung im Jahr 2013 eingeschätzt. Dann soll das Wachstum in der Eurozone bei 0,8 Prozent liegen. Deutschland trauen die Wirtschaftsexperten für 2012 etwas mehr zu. Dort soll die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent zulegen, im Jahr 2013 um 1,5 Prozent.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2012 differenziert entwickeln.

Nachfrage nach Halbleiterwafern stagniert auch im Jahr 2012

Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Gartner wird der Markt für Halbleiter im Jahr 2012 stagnieren. Der weltweite Absatz von Siliciumwafern nach verkaufter Fläche sinkt gegenüber dem Vorjahr leicht auf rund 60.785 Mio. cm2. Bei den Scheibendurchmessern werden 300 mm Wafer zulegen, während bei kleineren und mittleren Scheiben ein Rückgang erwartet wird. Für das Jahr 2013 prognostiziert Gartner einen Anstieg um zwölf Prozent.

T 4.1Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

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Branchen Entwicklung 2011 Entwicklung 2012 / 2013
Bauindustrie Leichte Erholung Differenzierte Entwicklung in den einzelnen Märkten: Schwellenländer wachsen, Industrieländer stagnieren
Photovoltaikindustrie Wachstum Moderates Wachstum
Halbleiterindustrie Rückläufig Wachstum bei 300 mm Wafern, Rückgang bei kleineren Wafern
Energie/Elektro Wachstum Schwaches Wachstum
Chemieindustrie Wachstum Schwaches Wachstum

Photovoltaik

Unabhängig von der weltwirtschaftlichen Entwicklung befindet sich der Photovoltaikmarkt in einer Sondersituation. Sie ist gekennzeichnet von Produktionsüberkapazitäten, einem Preisverfall in allen Wertschöpfungsstufen und dem kontinuierlichen Rückgang staatlicher Förderung. Das führt im Jahr 2012 zu einem Konsolidierungsprozess in der Branche, der für die weitere Entwicklung dieser Industrie wichtig ist. Auf der anderen Seite erhöht der deutliche Preisverfall in allen Wertschöpfungsstufen die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik. Diese Entwicklung wird dazu beitragen, dass neue Märkte erschlossen werden und der weltweite Markt für Photovoltaikanwendungen in Zukunft weiter wachsen wird.

WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen davon aus, dass der Markt für Photovoltaik im Jahr 2012 moderat wachsen wird. Die neu installierte Photovoltaikleistung (PV- Leistung) könnte zwischen 27 und 33 Gigawatt (GW) liegen. Die EPIA (European Photovoltaic Industry Association) erwartet vor allem Zuwächse in den USA und China 1. Im Jahr 2013 soll die neu installierte Photovoltaikleistung weltweit weiter steigen.

Chemische Industrie wächst langsamer

Deutlich weniger stark als 2011 wird die chemische Industrie im Jahr 2012 wachsen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet damit, dass sich die Produktion um ein Prozent und der Umsatz um zwei Prozent erhöht. Gestützt wird dies durch den kontinuierlichen Anstieg der deutschen Chemieexporte in die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) und in andere aufstrebende Schwellenländer. Gebremst werden könnte die Entwicklung allerdings durch das schwache Wirtschaftswachstum in Europa. Nach wie vor gehen rund 60 Prozent der Ausfuhren deutscher Chemieunternehmen in die EU-Länder.

WACKER sieht vor allem Wachstumschancen in den BRIC-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Mit unserem weltweiten Produktions- und Vertriebsnetz sind wir gut aufgestellt, dort unsere Umsätze zu erhöhen. In den nächsten beiden Jahren gehen wir davon aus, dass unser Umsatz in Brasilien, China und Indien auf Grund des weiter steigenden Lebensstandards zulegt, da wir viele höherwertige Produkte im Portfolio haben, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sieht zudem gute Wachstumschancen für VAE-Dispersionen auf dem amerikanischen Markt.

Asien und Lateinamerika stützen weltweite Bauindustrie

Die Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts Global Insight in den Jahren 2012 und 2013 in Asien und Lateinamerika weiter zulegen, in den hoch entwickelten Industrieländern stagnieren. Vor allem in Asien sieht Global Insight bis zum Jahr 2015 in den Bereichen Gewerbe- und Wohnungsbau sowie bei Investitionen in den Infrastrukturausbau ein stabiles Wachstum. Weiter fortsetzen wird sich der Zuzug der Bevölkerung in Megastädten. Bis zum Jahr 2030 sollen 59 Prozent aller Menschen in Städten leben. Das stellt neue Anforderungen an die Themen Bauen und Wohnen sowie die Infrastruktur. Wir sehen vor allem in der steigenden Nachfrage der Bauindustrie nach energieeffizienten Lösungen Wachstumspotenziale für unser Geschäft. An erster Stelle steht dabei für WACKER das Thema Wärmeschutzsysteme.

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Elektro- und Elektronikindustrie verhalten optimistisch

Die Geschäftserwartungen für die Elektro- und Elektronikindustrie für das Jahr 2012 haben sich eingetrübt, sind aber verhalten optimistisch. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) könnte das Marktvolumen im Jahr 2012 weiter steigen. Die BRIC-Staaten sind auch hier mit zweistelligen prozentualen Wachstumsraten die wichtigsten Treiber für den globalen Elektromarkt. WACKER SILICONES sieht in der Übertragung und Verteilung von Elektrizität weiter gute Chancen für steigende Produktumsätze. Bei LEDS ist es mit Hilfe von Siliconen möglich, freiliegende Linsen über einen Dispensprozess direkt auf dem LED-Chip in einem Arbeitsgang zu erzeugen. Bei Monitoren und Bildschirmen verringern Silicone die Reflexion und erhöhen die Lesbarkeit. Der Markt für Automobilelektronik bleibt dynamisch. Hier sehen wir mit unseren Produkten und Anwendungsmöglichkeiten weiteres Umsatzpotenzial.

1 European Photovoltaic Industry Association (EPIA), Global Market Outlook for Photovoltaic until 2015, April 2011

Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei Jahren

WACKER hält an seiner Geschäftsstrategie in den kommenden zwei Jahren fest. Wir sehen nach wie vor drei Hebel, weiter zu wachsen: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Substitution durch WACKER-Produkte und Innovationen. Als Fokusregionen für weiteres Wachstum sehen wir Brasilien, China, Indien sowie den Nahen und Mittleren Osten. Das größte Potenzial hat dabei China.

WACKER wird noch internationaler

WACKER wird sich in den kommenden zwei Jahren weiter international ausrichten. Vor allem in den Schwellenländern werden wir unsere Präsenz und Kompetenz vor Ort verstärken. Wir wollen damit die lokalen Chancen in den wichtigen Wachstumsmärkten nutzen, genauso wie günstige Faktorkosten an den lokalen Standorten.

Es ist unser Ziel, die Innovationskraft von WACKER zu stärken und damit den Umsatz mit neuen Produkten zu erhöhen.

Weitere wesentliche Änderungen in der Geschäftspolitik und der organisatorischen Ausrichtung sind aus heutiger Sicht nicht vorgesehen.

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2012 wächst. Die Wachstumsimpulse kommen in erster Linie aus den BRIC-Staaten und anderen Schwellenländern.

Wir gehen davon aus, dass WACKER weiter organisch wächst. Die Investitionen bleiben auf einem hohen Niveau. Die Investitionsplanung ist darauf ausgerichtet, in die für uns wichtigen Märkte zu investieren, Marktanteile abzusichern sowie Wettbewerbsvorteile durch technische Prozessinnovationen zu erhalten und auszubauen. Der Schwerpunkt unserer Investitionen liegt in den nächsten zwei Jahren auf der Expansion unserer Polysiliciumproduktion im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Das wichtigste Projekt ist dabei der Aufbau eines neuen Polysiliciumstandortes im US-Bundesstaat Tennessee. Durch dieses Projekt fließt ein großer Teil unserer Investitionen in den Jahren 2012 und 2013 in die USA.

Für die Geschäftsbereiche WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS errichten wir zwei neue Produktionsanlagen im chinesischen Nanjing. Die bestehenden Produktionsanlagen für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer für Dispersionen werden um einen neuen Reaktor mit einer Jahresleistung von 60.000 Tonnen erweitert. Damit wird sich die Kapazität für VAE-Dispersionen von WACKER POLYMERS in Nanjing verdoppeln - auf rund 120.0 Jahrestonnen. Für den Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS bauen wir eine neue Anlage zur Herstellung von Polyvinylacetat-Festharzen mit einer Jahreskapazität von 20.000 Tonnen. Damit festigen wir unsere Position als weltweit führender Hersteller von Polymeren für Dispersionen und Kaugummirohmasse.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES investieren wir unter anderem in Anlagen für die Herstellung von Fertigprodukten. In der Siltronic sind die Investitionen breit gefächert. Ein wichtiges Projekt ist die Erweiterung der Kapazitäten für 300 mm Wafer in unserem Gemeinschaftsunternehmen mit Samsung Electronics in Singapur.

Investitionen bleiben auch in den kommenden zwei Jahren auf hohem Niveau

Im Jahr 2012 belaufen sich die Investitionen voraussichtlich auf rund eine Mrd. €. Eine ähnliche Größenordnung ist auch für das Jahr 2013 geplant. Die Abschreibungen werden im Jahr 2012 bei mehr als 500 Mio. € liegen, im Jahr 2013 bei rund 700 Mio. €.

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Künftige Produkte und Dienstleistungen

Durch die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen von WACKER und durch die Entwicklung neuer Produkte sehen wir weiteres Wachstumspotenzial in den kommenden zwei Jahren. Aus unserer Sicht wird sich das Substitutionsgeschäft zu kostengünstigeren VAE-Dispersionen fortsetzen und sich neben der Papier- und Teppichindustrie auch auf den Bereich der Beschichtungen ausdehnen.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES wollen wir Produkte aus thermoplastischen Siliconelastomeren vorantreiben. Die Produkte können unter Wärme mit etablierten Techniken ihren Vernetzungszustand verändern, ohne dabei die typischen Siliconeigenschaften zu verlieren. Vor allem in der Photovoltaikindustrie, der Medizintechnik und der Folienindustrie sehen wir Marktpotenzial.

Forschung und Entwicklung

Im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit werden weiter die strategischen Schlüsselprojekte stehen. WACKER plant, im Jahr 2012 für diese Projekte 25 Prozent (2011: 21 Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Das F & E-Budget soll im Jahr 2012 ansteigen und um rund vier Prozent über dem Vorjahreswert (172,9 Mio. €) liegen. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind nach wie vor die Zukunftsfelder Energie, Katalyse, Biotechnologie und Bauanwendungen sowie Halbleiter. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie.

Produktion

In den nächsten beiden Jahren wird WACKER neue Produktionskapazitäten in Betrieb nehmen. Die Polysiliciumproduktion in Burghausen wird im Jahr 2012 um 5.000 Tonnen erweitert. Ende 2013 wird die so genannte Ausbaustufe Poly 11 im amerikanischen Charleston / Tennessee mit einer Nennkapazität von 18.000 Tonnen fertig gestellt. Im Jahr 2013 sollen die beiden Produktionsanlagen im chinesischen Nanjing für die Geschäftsbereiche WACKER Polymers (VAE-Dispersionen) und WACKER BIOSOLUTIONS (PVAC-Festharze) in Betrieb genommen werden.

T 4.3 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2012 – 2013

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Standort Projekt Inbetriebnahme
Burghausen Polysiliciumproduktion 2012
Burghausen Laborgebäude 2012
Ulsan VAE-Dispersionen 2012
Charleston / Tennessee Polyausbaustufe 11 2013
Nanjing Festharze 2013
Nanjing VAE-Dispersionen 2013

Die Siltronic wird, wie im Dezember 2011 bekanntgegeben, den Produktionsstandort für 200 mm Siliciumwafer in Hikari, Japan, zur Mitte des Jahres 2012 schließen. Beenden wird WACKER im Jahr 2012 die Eigenproduktion von Essigsäure am Standort Burghausen, da wir die benötigten Mengen bei vergleichbarer Versorgungssicherheit kostengünstiger einkaufen können.

Im Rahmen des konzernweiten Programms „WACKER Operating System“ (WOS) und seiner einzelnen Projekte werden wir alle wesentlichen Produktivitätshebel (Rohstoff- und Energieeffizienz, Kapazitäten, Arbeitsproduktivität) unter die Lupe nehmen. Der Schwerpunkt liegt auf Schlüsselprojekten mit hohem wirtschaftlichen Einfluss auf Kosten und Nutzen.

Den Aufbau regionaler Planungsteams, die eng mit der Ingenieurtechnik in Deutschland zusammenarbeiten, werden wir in den USA auf Grund des Polysiliciumprojekts in Tennessee vorantreiben.

Der technische Aufwand wird sich im Geschäftsjahr 2012 leicht erhöhen.

Einkauf und Logistik

Der Einkauf von Energie und Rohstoffen ist ein wichtiger Einflussfaktor auf die Ertragsstärke von WACKER. Energie- und Rohstoffkosten machen mehr als ein Drittel unserer Herstellungskosten aus. Wir gehen davon aus, dass die Preise für unsere wichtigsten Rohstoffe im Jahr 2012 in Summe nicht weiter steigen, sondern eher auf dem bisherigen Niveau liegen werden. Beim Vinylacetat ist der Preis stark vom Ölpreis abhängig. Der Preis für Methanol bleibt auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Der Preis für Siliciummetall wird aus unserer Sicht im Jahr 2012 leicht rückläufig sein. Bei den Preisen für Energie (Elektrizität, Gas) erwarten wir im Jahr 2012 weitgehend stabile Preise auf dem Niveau von 2011. Beim Thema Versorgungssicherheit mit Rohstoffen und Energie sehen wir im Jahr 2012 keine Schwierigkeiten. Die benötigten Mengen von Silicium, unserem wichtigsten Rohstoff, sind für das Jahr 2012 im Wesentlichen gesichert. Auch der Bedarf an Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer ist vertraglich gedeckt.

Im Energiebereich haben wir erstmals attraktive Langfristverträge für die Versorgung mit Strom in Deutschland abgeschlossen, die eine Laufzeit bis 2020 haben. Bei den Gasverträgen konnten wir uns für den Standort Nünchritz preislich attraktive Marktkonditionen sichern. Für den Standort Holla in Norwegen haben wir einen langfristigen Stromvertrag ausgehandelt.

Lieferantenportfolio von WACKER für Rohstoffe soll globaler aufgestellt werden

Bei den Verhandlungen für neue Verträge streben wir an, weniger klassisch fixierte Jahresverträge mit starren Preisen zu vereinbaren. Stattdessen ist unser Fokus stärker auf marktbasierte Preisformeln und vertraglich vereinbarte Gleitklauseln hinsichtlich der Abnahmemengen gerichtet. Damit können wir auf stärkere Marktschwankungen in positiver wie negativer Weise besser reagieren. Für Siliciummetall haben wir neue Lieferanten identifiziert, mit denen wir erstmals Lieferverträge abschließen wollen. Es bleibt ein wichtiges Ziel für die nächsten beiden Jahre, das Lieferantenportfolio von WACKER für Rohstoffe global breiter aufzustellen.

Im technischen Einkauf setzt WACKER im Jahr 2012 den Prozess fort, weitere US-Liefe- ranten für den Bau und den künftigen Betrieb des Polysiliciumstandorts in Tennessee zu qualifizieren. Parallel dazu arbeiten wir daran, eine regionale Einkaufsorganisation für die USA nach Fertigstellung der Polysiliciumproduktion aufzubauen. Besonders für kleinere und mittlere Projekte in China werden wir noch stärker auf lokale Lieferanten zurückgreifen sowie neue Lieferantenbeziehungen entwickeln und installieren. Im Rahmen der weiteren Internationalisierung unserer Einkaufsbeziehungen suchen wir zudem weitere regionale Lieferquellen und Lieferanten, die WACKER auch weltweit mit bestimmten Gütern oder Dienstleistungen versorgen können. Zur besseren Abwicklung unserer Beschaffungsprozesse werden im Jahr 2012 neue SAP-Module eingeführt und die Software contract erweitert, die alle Lieferantenverträge erfasst und in einem System archiviert.

Die wichtigste Aufgabe im Bereich Logistik in den nächsten zwei Jahren ist, die Versorgungs- und Distributionslogistik für unser Polysiliciumprojekt in Tennessee sicherzustellen. Dazu gehört unter anderem der Aufbau von Transportketten von verschiedenen Lieferanten aus den USA, aber auch aus Europa, an den neuen Standort in Charleston. Daneben werden für andere WACKER-Standorte die Logistikmasterpläne aktualisiert und notwendige Maßnahmen eingeleitet sowie umgesetzt.

Vertrieb und Marketing

Unser E-Business-Geschäft, das bisher im Geschäftsbereich WACKER SILICONES verankert war, haben wir zum 1. Januar 2012 dem Zentralbereich Sales and Distribution zugeordnet. Damit sind die unterschiedlichen Vertriebswege unter einem Dach gebündelt. Das Distributionsnetz werden wir optimieren und ausbauen.

Mitarbeiter

WACKER wird den japanischen Produktionsstandort der Tochtergesellschaft Siltronic in Hikari Mitte 2012 schließen. Etwa 500 Mitarbeiter sind von dem Stellenabbau betroffen. Trotz der Standortschließung in Hikari wird sich die Zahl der Mitarbeiter im Jahr 2012 auf rund 17.000 erhöhen. Der Personalaufbau ist in erster Linie zurückzuführen auf den Bau des Polysiliciumstandorts in Tennessee und die vollständige Inbetriebnahme der Polysiliciumanlage in Nünchritz. Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter in den nächsten zwei Jahren entsprechend der Marktentwicklung in allen Regionen steigt, j edoch unterproportional zu den Volumenszuwächsen.

Die Zahl der Ausbildungsplätze halten wir auf hohem Niveau. Das Thema „Nachwuchs für WACKER gewinnen“ nimmt nach wie vor einen hohen Stellenwert ein. Im Rahmen unseres Projektes Arbeitgebermarke werden wir die Zielgruppen unter den Studienabsolventen festlegen und unsere Kommunikations- und Werbemaßnahmen an das neue Arbeitgeberprofil anpassen. WACKER wird weiter daran arbeiten, den Anteil von Frauen in Führungspositionen im Unternehmen in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen.

Nachhaltigkeit

Weitere Produktionsstandorte sollen in die Konzernzertifizierung einbezogen werden

WACKER will neben den Produktionsstandorten auch alle Verkaufsniederlassungen im Jahr 2012 in die Konzernzertifizierung einbeziehen. Im selben Jahr sollen auch die Produktionsstandorte Holla, Norwegen, und Jincheon, Südkorea, in das Konzernmanagementsystem integriert werden. Auf dem Weg zu einem konzernweiten Zertifikat nach der Norm ohsas für den Arbeitsschutz werden wir im Jahr 2012 mit der Zertifizierung der deutschen Standorte beginnen. Bis 2015 wollen wir ein konzernweites OHSAS-Zertifikat erhalten.

Chart

Das Thema REACH wird uns über die nächsten zehn Jahre intensiv beschäftigen. Bis Juni 2013 beabsichtigen wir, 67 Dossiers für Stoffe zwischen 100 bis 1.000 Jahrestonnen bei der europäischen Chemikalienagentur echa einzureichen. Für die dritte, bis Mitte 2018 laufende REACH-Etappe bereiten wir circa weitere 190 Stoffdossiers vor.

Wir haben im Jahr 2011 erstmals unsere indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) erhoben. Mittelfristig wollen wir auch die Scope-3-Emissionen nach dem Greenhouse Gas Protocol berechnen. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen (zum Beispiel durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten).

Nach Abschluss des Anlagensicherheitsprojekts ANSIKO 2010 im Berichtsjahr werden wir ab dem Jahr 2012 konzernweit die Sicherheit unserer Maschinen mit hohem Gefährdungspotenzial vorsorglich überprüfen. Das Projekt unter dem Namen ansiko 2012 wird voraussichtlich im Jahr 2013 abgeschlossen werden.

Beim Arbeitsschutz wollen wir die Zahl der Arbeitsunfälle pro einer Mio. Arbeitsstunden gegenüber 2010 um etwa die Hälfte auf unter 2,0 im Jahr 2015 verringern.

Im Jahr 2013 veröffentlicht WACKER den Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2011/ 2012.

Erwartete Ertragslage

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2012 planen wir mit einem Wechselkurs des Euros zum US-Dollar von 1,35.

Konzernumsatz soll 2012 steigen

WACKER hat die Zielsetzung, im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von rund fünf Mrd. € zu erwirtschaften. Das setzt voraus, dass der Photovoltaikmarkt weiter wächst, die Nachfrage im Halbleitergeschäft im zweiten Halbjahr 2012 anzieht und es auf Grund der Schuldenkrise nicht zu einer anhaltenden Rezession kommt. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Aus heutiger Sicht sollen mit Ausnahme von Siltronic und von WACKER POLYSILICON die anderen Geschäftsbereiche im Umsatz wachsen. In erster Linie verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen. Das größte Umsatzwachstum für unsere Produkte erwarten wir in Asien. Das Umsatzwachstum soll sich im Jahr 2013 fortsetzen - vorausgesetzt, dass die weltweite Konjunktur wie von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert auf Wachstumskurs bleibt und es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt.

T 4.4 Ausblick 2012

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Mio. € 2012 2011
Umsatz rund 5.000 4.909,7
EBITDA unter Vorjahr 1.104,2
Investitionen ( inkl. Finanzanlagen ) rund 1.000 981,2

Beim EBITDA für das Jahr 2012 gehen wir davon aus, dass es deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Verantwortlich dafür sind in erster Linie geringere Abnahmepreise für Polysiliciumlieferungen an unsere Photovoltaikkunden. Beim Konzernjahresüberschuss erwarten wir weiterhin ein positives Ergebnis, das allerdings infolge höherer Abschreibungen niedriger ausfallen wird.

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2012 einen leichten Umsatzanstieg bei steigendem Preisdruck, aber keine wesentliche Entspannung bei den Rohstoffkosten. Das Wachstum kommt vor allem aus Asien, wo der Wohlstandszuwachs zu einem höheren Pro-Kopf-Verbrauch von Siliconprodukten führt. Zudem beschleunigt der steigende Qualitätsanspruch die Substitution von einfachen zu höherwertigen Produkten, in denen Silicone zum Einsatz kommen. Ein wesentlicher Fokus unserer weiteren Strategie ist es, unser Geschäft mit Spezialprodukten auszubauen. Im Jahr 2012 wird WACKER SILICONES sein Produktportfolio für die Medizintechnik erweitern und erwartet dort mittelfristig gute Wachstumspotenziale.

Trotz Überkapazitäten bei VAE-Dispersionen und mehr Wettbewerbern bei Dispersionspulvern in Asien sehen wir für den Geschäftsbereich WACKER POLYMERS im Jahr 2012 gute Wachstumsperspektiven bei Mengen und Preisen sowie eine starke Auslastung. Die Pro- fitabilität wollen wir durch Produktivitätsverbesserungen und die zügige Inbetriebnahme neuer Produktionsanlagen erhöhen. Dabei werden die nach wie vor hohen Energie- und Rohstoffkosten das Ertragswachstum voraussichtlich etwas zurückhalten. Im Dispersionsgeschäft erwarten wir vor allem in den USA durch die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen in der Papier- und Teppichindustrie ein Umsatzplus. Weiter vorantreiben werden wir die Umsetzung individuell auf die unterschiedlichen Regionen zugeschnittener Marktstrategien, um die Wachstumspotenziale ausschöpfen zu können. Die Baukonjunktur wird sich in den einzelnen Ländern unterschiedlich entwickeln. Die Märkte in Asien und Südamerika wachsen, die Märkte in den etablierten Industrieländern stagnieren.

Von einem Umsatzanstieg im Jahr 2012 gehen wir auch im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS aus. Die führende Marktposition im Geschäft mit PVAC-Festharzen für Kaugummirohmasse wollen wir ausbauen. Gute Wachstumschancen hat der Bereich Food. Den Schlüssel für einen steigenden Absatz in diesem Bereich sehen wir in innovativen Produktentwicklungen, für die wir in den nächsten Jahren mehr Mittel für Forschung und Entwicklung bereitstellen.

Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen setzt sich fort

Anspruchsvoll stellt sich das Jahr 2012 für den Geschäftsbereich WACKER polysilicon dar. Die Preise für Polysilicium werden weiter unter Vorjahr liegen. Der Konsolidierungsprozess wird sich weiter fortsetzen. Die Korrektur der Lagerbestände ist teilweise vollzogen. Die Nachfrage sollte sich aus unserer Sicht wieder normalisieren. Die kurzfristige Nachfrage wird allerdings davon beeinflusst, wie die Rahmenbedingungen für die Förderung der Solarenergie ausgestaltet werden. In vielen Ländern werden Maßnahmen diskutiert, den Zubau neuer Photovoltaikanlagen durch Förderkürzungen zu bremsen. Dennoch beurteilen wir die Perspektiven für die Photovoltaik als einen wichtigen Energieträger der Zukunft positiv. Der deutliche Preisrückgang bei Polysilicium, Wafer, Zellen und Modulen erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik. Schon im Jahr 2013 werden die Gestehungskosten für Strom aus Photovoltaik das Niveau von Onshore-Windkraft erreicht haben. Das wird dazu führen, dass neue Märkte erschlossen werden und der weltweite Markt für Photovoltaikanwendungen weiter wachsen wird. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir als Kosten- und Qualitätsführer gestärkt aus diesem Konsolidierungsprozess hervorgehen werden. Wir rechnen für 2012 mit einem Umsatz leicht unter dem Wert des Vorjahres. Die Inbetriebnahme der Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz schließen wir 2012 ab. Die Produktionskapazität in Deutschland liegt dann bei rund 52.000 Jahrestonnen.

Der Markt für Halbleiter wird aus unserer Sicht wachsen. Computer, Mobilfunk und Konsumelektronik werden den Bedarf an Halbleitern weiter treiben. Für die Siltronic erwarten wir im Jahr 2012 einen Umsatzrückgang und rückläufige Preise. Bei den Scheibendurchmessern gehen wir davon aus, dass das 300 mm Geschäft weiter zulegen wird und das 200 mm Geschäft stabil bleibt. Bei kleineren Scheibendurchmessern sehen wir in Zukunft einen Rückgang. Die Strategie der Leitstandorte, an denen wir die Herstellung von Siliciumwafern nach einzelnen Durchmessern konzentrieren, setzen wir fort. Mit der Schließung des Produktionsstandortes in Hikari übertragen wir die Volumina für 200 mm Siliciumwafer nach Singapur und Portland, USA.

Erwartete Finanz- und Liquiditätslage

WACKER geht mit einer Netto-Cash-Position in das Jahr 2012. Für die Anzahlungen, die wir in den vergangenen Jahren von unseren Polysiliciumkunden erhalten haben, erfolgen jetzt unsere Lieferungen. Das mindert unsere Liquidität.

Vor allem durch die hohen Investitionen wird der Netto-Cashflow deutlich negativ ausfallen. Das geplante positive Jahresergebnis wird das Eigenkapital weiter steigen lassen.

Künftige Dividende

Die Dividendenpolitik von WACKER orientiert sich grundsätzlich daran, mindestens 25 Prozent des Jahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Unsere konservative Finanzpolitik behalten wir im Jahr 2012 bei. Wir setzen dabei auf ein starkes Finanzprofil mit einer robusten Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Die Weichen für die mittelfristige Finanzierung des Unternehmens haben wir in den vergangenen Jahren bereits gestellt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 verfügt WACKER über genutzte und ungenutzte Kreditlinien von rund 1,18 Mrd. €. Im Februar 2012 haben wir vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 300 Mio. € erfolgreich am Kapitalmarkt platzieren können.

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Fore- cast, Ist-Berichterstattung).

Chart

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Risiko-Chancenprofile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Gesamtwirtschaftliche Wachstumschancen

Zukunftsthema Energie bietet nach wie vor Wachstumschancen

Unabhängig von dem schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld sieht WACKER gute Chancen, in jungen Märkten und Absatzregionen weiter zu wachsen. Die Fokusländer und -regionen sind dabei für uns Brasilien, China, Indien und der Mittlere Osten. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

T 4.5 Übersicht Unternehmenschancen

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Gesamtwirtschaftliche Chancen Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern
Branchenspezifi sche Chancen Gutes Produktportfolio für die Megatrends Energie, Wohlstands- zuwachs, Urbanisierung und Digitalisierung
Unternehmensstrategische Chancen Ausbau unserer Produktionskapazitäten Neue qualitativ hochwertige Produkte durch Innovationen
Leistungswirtschaftliche Chancen Höhere Produktivität der Anlagen Ausbau der Vertriebsorganisation und Aufbau technischer Kompetenzzentren Regionenspezifi sche Produktentwicklung durch geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

An erster Stelle steht das Zukunftsthema Energie und hier vor allem die Photovoltaik- industrie. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Solarstrom wird zunehmend wettbewerbsfähiger. Das erhöht die Nachfrage nach Solaranlagen weiter. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren. Mit WACKER-Produkten lässt sich aber auch Energie sparen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verfügt über innovative Produkte beispielsweise beim Wärmedämmschutz von Gebäuden. Die chinesische Regierung hat das Thema Energiesparen als eines der wichtigsten Umweltschutzziele für die nächsten Jahre proklamiert. WACKER kann mit seinen Produkten einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Der zunehmende Wohlstand in der Wachstumsregion Asien und in Schwellenländern anderer Regionen führt dazu, dass die Nachfrage nach höherwertigen Produkten steigt, in denen Silicone zum Einsatz kommen. Der Markt für Siliconprodukte soll bis zum Jahr 2014 auf 11,1 Mrd. € steigen. Das ist ein durchschnittliches Wachstum von sechs Prozent pro Jahr. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES kann fast allen Branchen Produkte und Lösungen anbieten, die diesen Wohlstandszuwachs begleiten, die Urbanisierung und den Aufbau der Infrastruktur voranbringen sowie den Umweltschutz fördern.

Die digitale Informationsverarbeitung und -speicherung schreitet weiter voran. WACKER profitiert als Hersteller von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie davon. Getrieben wird der größer werdende Siliciumbedarf durch Produkte für die Unterhaltungselektronik und durch das Mengenwachstum in Asien. Der Anteil der 300 mm Wafer wird dabei weiter zunehmen. WACKER verfügt mit dem geplanten Ausbau in unserem Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer in Singapur im Jahr 2012 über genügend Kapazitäten, an diesem Wachstum teilzuhaben.

Unternehmensstrategische Chancen

Der Ausbau unserer Produktionskapazitäten bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Wir wollen vom weiteren Wachstum der Photovoltaik- industrie profitieren. Gleiches gilt für die Industrien und Branchen, die unsere anderen Geschäftsbereiche bedienen. Aus diesem Grund investieren wir gezielt in Produktionsanlagen und Technologien, die dieses Wachstum unterstützen und voranbringen.

Weitere Chancen ergeben sich durch die Entwicklung hochwertiger WACKER-Produkte, mit denen wir andere Marktprodukte substituieren können.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sieht durch die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen weitere Wachstumschancen. Der hohe Rohölpreis und die mangelnde Versorgungssicherheit durch die Umstellung der amerikanischen Cracker-Produktion von Erdöl hin zu Ethan haben dazu geführt, dass viele Papier- und Teppichhersteller auf die kostengünstigeren VAE-Dispersionen zurückgreifen. Aus unserer Sicht wird sich diese Entwicklung fortsetzen. Auch für den Bereich Beschichtungen sehen wir Substitutionschancen.

WACKER ist das einzige Unternehmen, das weltweit in den drei Regionen Amerika, Asien und Europa bei VAE-Dispersionen und Dispersionspulvern auf eine integrierte Wertschöpfungskette zurückgreifen kann.

Geschäft mit thermoplastischen Siliconelastomeren soll ausgebaut werden

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES wollen wir Produkte aus thermoplastischen Siliconelastomeren vorantreiben. Der große Vorteil dieser Produkte ist, dass der Vernetzungszustand unter Wärme mit etablierten Techniken rückgängig gemacht werden kann und sie die typischen Siliconeigenschaften weiterhin besitzen. Einsatzgebiete hierfür sind die Photovoltaikindustrie, die Medizintechnik und die Folienindustrie.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Kosten minimieren, Prozesse optimieren und Produktivität erhöhen - mit dem Programm „WACKER Operating System“ (WOS) wollen wir jedes Jahr an den wichtigen Stellschrauben unserer Wertschöpfungskette drehen, um noch besser zu werden. Oberstes Ziel ist es, die Kosten- und Qualitätsführerschaft von WACKER gegenüber den Wettbewerbern zu verteidigen. Wesentlichen Anteil, dieses Ziel zu erreichen, hat die eigene Ingenieurtechnik, die über ein hervorragendes Anlagen-Know-how verfügt.

Konsequent baut WACKER seine Vertriebsorganisation aus sowie die technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY. Die noch stärkere Präsenz in den Märkten eröffnet uns Chancen, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen.

Gute Perspektiven für die Zukunft ergeben sich nach wie vor aus unserer geschlossenen Wertschöpfungskette für Dispersionen und Dispersionspulver. Mit unseren Produktionsstandorten in Europa, Amerika und Asien können wir Produkte auf lokale Anforderungen zuschneiden.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

WACKER erwartet, dass trotz aller wirtschaftlicher Turbulenzen und hoher Risiken die Weltwirtschaft in den nächsten zwei Jahren weiter wachsen wird. Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung wird allerdings durch die erschwerten Rahmenbedingungen gebremst. Wachstum erwarten wir nach wie vor in Asien, insbesondere in China und Indien. Aber auch in Brasilien und im Nahen und Mittleren Osten gehen wir von einem Anstieg aus. Im Dispersionsgeschäft rechnen wir vor allem in den USA durch die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen in der Papier- und Teppichindustrie mit einem Umsatzplus. Der Einkauf von Energie und Rohstoffen ist ein wichtiger Einflussfaktor auf die Ertragsstärke von WACKER. Wir gehen davon aus, dass die Preise für unsere wichtigsten Rohstoffe im Jahr 2012 in Summe nicht weiter steigen, sondern eher auf dem bisherigen Niveau liegen werden.

Der Photovoltaikmarkt wird in den ersten Monaten des Jahres 2012 weiter gekennzeichnet sein von Produktionsüberkapazitäten, Preisdruck in den Wertschöpfungsstufen und einer weiteren Konsolidierung. Dennoch beurteilen wir die Perspektiven für Photovoltaik als einen wichtigen Energieträger der Zukunft positiv. Der deutliche Preisrückgang bei Polysilicium, Wafern, Zellen und Modulen erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik und wird dazu führen, dass der Photovoltaikmarkt in den kommenden Jahren weiter wächst. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir als Kosten- und Qualitätsführer gestärkt aus diesem Konsolidierungsprozess hervorgehen werden.

Wir haben die Zielsetzung, im Jahr 2012 einen Umsatz von rund fünf Mrd. € zu erwirtschaften. Beim EBITDA für das Jahr 2012 erwarten wir, dass es deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Verantwortlich dafür sind in erster Linie geringere Abnahmepreise für Polysiliciumlieferungen an unsere Photovoltaikkunden. Für das Jahr 2013 gehen wir nach unserem heutigen Kenntnisstand von einem Umsatz- und EBITDA-Anstieg aus. Wir sehen uns auf einem guten Weg, in den nächsten zwei Jahren unseren Wachstumskurs fortzusetzen.

Wie schon in den vergangenen Jahren dominiert der Ausbau unserer Polysiliciumkapazitäten unsere Investitionen. Sie werden in den kommenden zwei Jahren weiter auf einem hohen Niveau sein. Mit dem Abschluss der Ausbaustufe Poly 11 in Tennessee und der Erweiterungen in Burghausen und Nünchritz um jeweils 5.000 Tonnen wird WACKER bis zum Jahr 2014 eine Produktionskapazität von 70.000 Tonnen haben.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung sind die Mengen nach dem sehr schwachen vierten Quartal 2011 in den ersten Wochen des Jahren 2012 wieder gestiegen und die Nachfrage nach unseren Produkten hat wieder angezogen.

Konzernabschluss

Portfoliomanagement

Mit unserem Portfoliomanagement stellen wir unsere Forschung und Entwicklung konzernweit transparent dar. Wir bewerten damit unsere Projekte und wählen neue Projekte nach den Anforde rungen der Märkte aus. Mit diesem Managementprozess stärken wir unsere Innovationskraft, die sich in der Zahl der von uns gehaltenen Patente und Patentanmeldungen spiegelt.

Gewinn- und Verlustrechnung des WACKER-Konzerns

Gesamtergebnisrechnung des WACKER-Konzerns

Bilanz des WACKER-Konzerns

Kapitalflussrechnung des WACKER-Konzerns

Entwicklung des Eigenkapitals des WACKER-Konzerns

Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten

Segmentdaten nach Bereichen

Segmentdaten nach Regionen

Anhang des WACKER-Konzerns

Aufsichtsrat

Vorstand

Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung

Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur Prüfung

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Mehrjahresübersicht

Chemisches Glossar

Finanzglossar

Stichwortverzeichnis

Tabellen- und Grafikverzeichnis

Gewinn- und Verlustrechnung des WACKER-Konzerns

Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember

T 5.1 Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio.€ Anhang 2011 2010
Umsatzerlöse 01 4.909,7 4.748,4
Herstellungskosten 01 - 3.747,2 -3.402,1
Bruttoergebnis vom Umsatz   1.162,5 1.346,3
Vertriebskosten   - 280,8 -269,6
Forschungs- und Entwicklungskosten   - 172,9 - 165,1
Allgemeine Verwaltungskosten   - 124,0 - 113,3
Sonstige betriebliche Erträge 01 286,6 214,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 01 - 260,5 -209,8
Betriebsergebnis   610,9 802,6
Equity-Ergebnis 02 - 7,7 - 38,0
EBIT (Earnings before interest and taxes)   603,2 764,6
Zinserträge 02 16,9 7,1
Zinsaufwendungen 02 - 13,5 -9,1
Übriges Finanzergebnis 02 - 39,2 - 30,3
Finanzergebnis   - 35,8 -32,3
Ergebnis vor Ertragsteuern   567,4 732,3
Ertragsteuern 03 - 211,3 -235,3
Jahresergebnis   356,1 497,0
Davon      
auf die Aktionären der Wacker Chemie AG entfallend   352,6 490,7
auf andere Gesellschafter entfallend 12 3,5 6,3
Ergebnis je Stammaktie (€) (unverwässert/verwässert) 19 7,10 9,88

Gesamtergebnisrechnung des WACKER-Konzerns

Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember

T 5.2 Gesamtergebnisrechnung

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Mio. € 2011 2010
  Vor Steuern Latente Steuern   Vor Steuern Latente Steuern  
Jahresergebnis     356,1     497,0
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 9,3 - 9,3 58,4 - 58,4
Marktwertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere 0,5 - 0,1 0,4 - 0,1 - - 0,1
Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge) - 30,1 8,4 - 21,7 15,6 - 4,3 11,3
Davon ergebniswirksam - 35,4 9,7 - 25,7 9,8 - 2,7 7,1
Anteiliger Cashflow Hedge bei Equity-Unternehmen - 0,3 - - 0,3 - 4,1 - - 4,1
Anteile anderer Gesellschafter - 0,8 - - 0,8 2,2 - 2,2
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - 21,4 8,3 - 13,1 72,0 - 4,3 67,7
Summe der im Geschäftsjahr erfassten Erträge und Aufwendungen     343,0     564,7
Davon            
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend     340,3     556,2
auf andere Gesellschafter entfallend     2,7     8,5

Bilanz des WACKER-Konzerns

Zum 31. Dezember

T 5.3 Aktiva

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Mio. € Anhang 2011 2010
Immaterielle Vermögenswerte 04, 05 30,2 33,2
Sachanlagen 04, 06 3.500,5 3.025,7
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 07 1,5 1,5
At equity bewertete Beteiligungen 08 24,5 111,7
Finanzielle Vermögenswerte 08 141,0 101,4
Langfristige Wertpapiere 11 162,5 210,8
Sonstige Vermögenswerte 10 13,3 37,1
Steuerforderungen 10 10,9 12,7
Aktive latente Steuern 03 11,6 13,5
Langfristige Vermögenswerte   3.996,0 3.547,6
Vorräte 09 713,7 530,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 566,1 596,0
Sonstige Vermögenswerte 10 132,8 153,2
Steueransprüche 10 117,3 87,1
Kurzfristige Wertpapiere 11 237,2 41,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 473,9 545,2
Kurzfristige Vermögenswerte   2.241,0 1.953,6
Summe Aktiva   6.237,0 5.501,2

T 5.4 Passiva

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Mio. € Anhang 2011 2010
Gezeichnetes Kapital der Wacker Chemie AG   260,8 260,8
Kapitalrücklage der Wacker Chemie AG   157,4 157,4
Eigene Anteile   - 45,1 - 45,1
Gewinnrücklagen/Konzernergebnis   2.216,4 2.022,8
Übrige Eigenkapitalposten   13,9 26,2
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallendes Eigenkapital   2.603,4 2.422,1
Anteile anderer Gesellschafter   26,3 24,7
Eigenkapital 12 2.629,7 2.446,8
Pensionsrückstellungen 13 527,1 475,4
Andere Rückstellungen 14 193,9 227,6
Steuerrückstellungen 14 61,3 42,8
Passive latente Steuern 03 33,8 36,0
Finanzverbindlichkeiten 15 662,1 407,1
Sonstige Verbindlichkeiten 16 1.007,8 873,0
Langfristige Schulden   2.486,0 2.061,9
Andere Rückstellungen 14 114,7 85,2
Steuerrückstellungen 14 7,2 62,2
Steuerverbindlichkeiten 16 22,7 16,6
Finanzverbindlichkeiten 15 115,8 126,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16 402,6 335,2
Sonstige Verbindlichkeiten 16 458,3 367,0
Kurzfristige Schulden   1.121,3 992,5
Schulden   3.607,3 3.054,4
Summe Passiva   6.237,0 5.501,2

Kapitalflussrechnung des WACKER-Konzerns

Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember

T.5.5 Kapitalflussrechnung

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Mio. € Anhang 2011 2010
Jahresergebnis   356,1 497,0
Abschreibungen und Wertminderungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen   501,0 429,9
Veränderung der Rückstellungen   39,2 58,8
Veränderung der latenten Steuern   8,1 15,0
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge   - 45,5 - 58,7
Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen   0,4 - 13,5
Ergebnis aus Equity-Accounting sowie Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen   9,8 38,8
Veränderung der Vorräte   - 192,1 - 46,7
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   43,0 - 78,6
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte   - 29,2 - 36,2
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten   22,2 132,1
Veränderung der erhaltenen sowie der geleisteten Anzahlungen   154,0 165,2
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 21 867,0 1.103,1
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien   - 781,1 - 617,3
Investitionen in finanzielle Vermögenswerte   - 18,4 - 1,4
Auszahlungen für Darlehen an at equity bewertete Beteiligungen   - 34,9 - 11,7
Erlöse aus Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   1,3 4,7
Erlöse aus Abgang von Finanzinvestitionen   1,6 -
Erlöse aus Abgang von at equity bewerteten Beteiligungen   - 25,4
Auszahlungen für Akquisitionen   - - 81,2
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren   - 831,5 - 681,5
Erwerb von Wertpapieren   - 187,5 - 252,2
Veräußerung von Wertpapieren   40,0 -
Cashflow aus Investitionstätigkeit 21 - 979,0 - 933,7
Gewinnausschüttungen   - 159,0 - 59,6
Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter   - 1,1 - 0,7
Aufnahme Bankverbindlichkeiten   262,6 303,7
Rückzahlung Bankverbindlichkeiten   - 54,7 - 230,5
Aufnahme sonstiger Finanzverbindlichkeiten   - 0,8 0,9
Rückzahlung sonstiger Finanzverbindlichkeiten   - 9,6 - 10,1
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 21 37,4 3,7
Veränderung aus Wechselkursänderungen   3,3 8,5
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 - 71,3 181,6
Stand am Jahresanfang   545,2 363,6
Stand am Jahresende   473,9 545,2
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit enthalten sind      
Steuerzahlungen   - 262,0 - 286,1
Zinsauszahlungen   - 24,4 - 22,9
Zinseinzahlungen   13,2 7,1
Erhaltene Ausschüttungen   2,1 0,8

Entwicklung des Eigenkapitals des WACKER-Konzerns

Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember

T.5.6 Entwicklung des Eigenkapitals

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Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Gewinnrücklagen/ Konzernergebnis
01.01.2010 260,8 157,4 - 45,1 1.591,7
Jahresergebnis - - - 490,7
Ausschüttung - - - - 59,6
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - -
31.12.2010 260,8 157,4 -45,1 2.022,8
01.01.2011 260,8 157,4 -45,1 2.022,8
Jahresergebnis - - - 352,6
Ausschüttung - - - - 159,0
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - -
31.12.2011 260,8 157,4 - 45,1 2.216,4
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Mio. € Übrige Eigenkapitalposten Summe Anteile anderer Gesellschafter Gesamt
01.01.2010 - 39,3 1.925,5 16,9 1.942,4
Jahresergebnis - 490,7 6,3 497,0
Ausschüttung - - 59,6 - 0,7 -60,3
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen 65,5 65,5 2,2 67,7
31.12.2010 26,2 2.422,1 24,7 2.446,8
01.01.2011 26,2 2.422,1 24,7 2.446,8
Jahresergebnis - 352,6 3,5 356,1
Ausschüttung - - 159,0 - 1,1 - 160,1
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - 12,3 - 12,3 -0,8 - 13,1
31.12.2011 13,9 2.603,4 26,3 2.629,7

Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten

Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember

T.5.7 Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten

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Mio. € Marktwertänderung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktwertänderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) Summe (ohne Anteile anderer Gesellschafter)
01.01.2010 0,6 - 50,9 11,0 - 39,3
Zugänge - - 5,3 5,3
Abgänge - 0,1 - - 5,2 - 5,3
Ergebniswirksame Umgliederung - - 7,1 7,1
Veränderung Translation - 58,4 - 58,4
31.12.2010 0,5 7,5 18,2 26,2
01.01.2011 0,5 7,5 18,2 26,2
Zugänge 0,4 - - 7,9 - 7,5
Abgänge - - 11,6 11,6
Ergebniswirksame Umgliederung - - -25,7 - 25,7
Veränderung Translation - 9,3 - 9,3
31.12.2011 0,9 16,8 - 3,8 13,9

Segmentdaten nach Bereichen

Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember

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T.5.8 2011          
Mio. € Silicones Polymers Biosolutions Polysilicon Siltronic
Umsatz mit Dritten 1.580,2 901,4 138,9 1.234,8 985,1
Innenumsätze 13,6 26,7 5,6 212,9 7,0
Gesamtumsatz 1.593,8 928,1 144,5 1.447,7 992,1
EBIT 103,3 76,2 13,3 545,6 -56,7
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen 79,6 35,6 7,1 201,7 105,9
EBITDA 182,9 111,8 20,4 747,3 49,2
Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis 16,7 - - - - 24,4
Wertminderungen im Anlagevermögen - - - 0,7 - 25,9 - 14,8
Sachanlagenzugänge 1 87,9 30,4 8,6 566,5 93,2
Finanzanlagenzugänge 2 18,4 - - - 34,9
Anlagenzugänge 106,3 30,4 8,6 566,5 128,1
Vermögen (31.12.) 1.197,7 478,9 96,1 - 1.928,7 1.190,4
Schulden (31.12.) 597,9 209,1 39,8 1.796,4 317,3
Netto-Vermögen (31.12.) 599,8 269,8 56,3 132,3 873,1
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 80,0 - - - 44,5
Forschungskosten - 25,4 - 14,1 - 6,2 - 14,5 - 71,7
Mitarbeiter (31.12.) 3.956 1.412 354 2.251 4.974
Mitarbeiter (Durchschnitt) 3.957 1.404 357 2.054 5.002
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T.5.8 2011      
Mio. € Sonstiges Konsolidierung Konzern
Umsatz mit Dritten 69,3 - 4.909,7
Innenumsätze 107,6 - 373,4 -
Gesamtumsatz 176,9 - 373,4 4.909,7
EBIT - 78,9 0,4 603,2
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen 71,1 - 501,0
EBITDA - 7,8 0,4 1.104,2
Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis - - - 7,7
Wertminderungen im Anlagevermögen - - - 41,4
Sachanlagenzugänge 1 141,3 - 927,9
Finanzanlagenzugänge 2 - - 53,3
Anlagenzugänge 141,3 - 981,2
Vermögen (31.12.) - 1.672,0 - 326,8 6.237,0
Schulden (31.12.) 965,5 - 318,7 3.607,3
Netto-Vermögen (31.12.) 706,5 - 8,1 2.629,7
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) - - 124,5
Forschungskosten -42,8 1,8 - 172,9
Mitarbeiter (31.12.) 4.221 - 17.168
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.160 - 16.934

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
2 At equity bewertete Beteiligungen, Finanzielle Vermögenswerte
Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 22.

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T.5.9 2010          
Mio. € Silicones Polymers Biosolutions Polysilicon Siltronic
Umsatz mit Dritten 1.563,3 788,9 138,0 1.177,5 1.018,7
Innenumsätze 17,2 21,1 4,4 191,2 6,1
Gesamtumsatz 1.580,5 810,0 142,4 1.368,7 1.024,8
EBIT 150,0 82,2 16,6 586,7 -3,5
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen 79,9 40,4 8,4 146,7 91,2
EBITDA 229,9 122,6 25,0 733,4 87,7
Im EBIT sind enthalten:          
Equity-Ergebnis - 14,1 - - - - 24,0
Wertminderungen im Anlagevermögen - 7,5 - 3,5 - 1,4 - - 0,3
Sachanlagenzugänge 1 92,1 13,1 6,5 309,9 63,8
Finanzanlagenzugänge 2 0,8 - - - 11,7
Anlagenzugänge 92,9 13,1 6,5 309,9 75,5
Akquisitionen 81,2 - - - -
Vermögen (31.12.) 1.084,7 413,1 91,8 1.476,6 1.237,2
Schulden (31.12.) 524,5 172,9 36,9 1.391,0 293,9
Netto-Vermögen (31.12.) 560,2 240,2 54,9 85,6 943,3
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 42,7 - - - 69,0
Forschungskosten - 25,3 - 14,0 - 3,5 - 12,8 - 72,3
Mitarbeiter (31.12.) 3.892 1.377 363 1.763 5.025
Mitarbeiter (Durchschnitt) 3.737 1.369 354 1.715 5.024
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T.5.9 2010      
Mio. € Sonstiges Konsolidierung Konzern
Umsatz mit Dritten 62,0 - 4.748,4
Innenumsätze 95,1 - 335,1 -
Gesamtumsatz 157,1 - 335,1 4.748,4
EBIT - 65,5 - 1,9 764,6
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen 63,3 - 429,9
EBITDA - 2,2 - 1,9 1.194,5
Im EBIT sind enthalten:      
Equity-Ergebnis 0,1 - - 38,0
Wertminderungen im Anlagevermögen - - - 12,7
Sachanlagenzugänge 1 115,4 - 600,8
Finanzanlagenzugänge 2 0,6 - 13,1
Anlagenzugänge 116,0 - 613,9
Akquisitionen - - 81,2
Vermögen (31.12.) 1.542,0 - 344,2 5.501,2
Schulden (31.12.) 976,1 - 340,9 3.054,4
Netto-Vermögen (31.12.) 565,9 - 3,3 2.446,8
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) - - 111,7
Forschungskosten - 39,3 2,1 - 165,1
Mitarbeiter (31.12.) 3.894 - 16.314
Mitarbeiter (Durchschnitt) 3.834 - 16.033

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
2 At equity bewertete Beteiligungen, Finanzielle Vermögenswerte
Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 22.

Segmentdaten nach Regionen

Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember

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T.5.10 2011        
Mio. € Deutsch- land Übriges Europa Amerika Asien
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 899,4 1.186,7 846,4 1.822,0
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 4.250,8 138,3 783,0 750,4
Sachanlagenzugänge1 553,8 5,3 313,4 55,4
Finanzanlagenzugänge2 18,4 34,9 - -
Anlagenzugänge 572,2 40,2 313,4 55,4
Vermögen (31.12.) 5.959,9 878,7 1.007,8 672,7
Schulden (31.12.) 3.189,1 67,7 283,9 555,7
Netto-Vermögen (31.12.) 2.770,8 811,0 723,9 117,0
Langfristiges Vermögen3 2.823,1 327,2 467,2 329,9
Forschungskosten -155,6 - -11,9 -11,1
Mitarbeiter (31.12.) 12.813 370 1.822 2.122
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T.5.9 2010      
Mio. € Sonstiges Konsolidierung Konzern
Umsatz mit Dritten 62,0 - 4.748,4
Innenumsätze 95,1 - 335,1 -
Gesamtumsatz 157,1 - 335,1 4.748,4
EBIT - 65,5 - 1,9 764,6
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen 63,3 - 429,9
EBITDA - 2,2 - 1,9 1.194,5
Im EBIT sind enthalten:      
Equity-Ergebnis 0,1 - - 38,0
Wertminderungen im Anlagevermögen - - - 12,7
Sachanlagenzugänge 1 115,4 - 600,8
Finanzanlagenzugänge 2 0,6 - 13,1
Anlagenzugänge 116,0 - 613,9
Akquisitionen - - 81,2
Vermögen (31.12.) 1.542,0 - 344,2 5.501,2
Schulden (31.12.) 976,1 - 340,9 3.054,4
Netto-Vermögen (31.12.) 565,9 - 3,3 2.446,8
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) - - 111,7
Forschungskosten - 39,3 2,1 - 165,1
Mitarbeiter (31.12.) 3.894 - 16.314
Mitarbeiter (Durchschnitt) 3.834 - 16.033
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T.5.11. 2010        
Mio. € Deutschland Übriges Europa Amerika Asien
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 887,3 1.175,4 818,2 1.717,4
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 4.150,9 74,3 779,4 684,1
Sachanlagenzugänge1 505,5 1,4 23,1 70,6
Finanzanlagenzugänge2 1,4 11,7 - -
Anlagenzugänge 506,9 13,1 23,1 70,6
Akquisitionen - 66,5 - 14,7
Vermögen (31.12.) 5.135,3 799,3 433,3 653,8
Schulden (31.12.) 2.937,0 174,4 152,8 492,8
Netto-Vermögen (31.12.) 2.198,3 624,9 280,5 161,0
Langfristiges Vermögen3 2.699,4 285,7 146,7 297,9
Forschungskosten - 144,8 - - 12,6 - 13,7
Mitarbeiter (31.12.) 12.235 321 1.689 2.025
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T.5.11. 2010      
Mio. € Sonstige Regionen Konsolidierung Konzern
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 150,1 - 4.748,4
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 6,3 - 946,6 4.748,4
Sachanlagenzugänge1 0,2 - 600,8
Finanzanlagenzugänge2 - - 13,1
Anlagenzugänge 0,2 - 613,9
Akquisitionen - - 81,2
Vermögen (31.12.) 5,9 - 1.526,4 5.501,2
Schulden (31.12.) 3,9 - 706,5 3.054,4
Netto-Vermögen (31.12.) 2,0 - 819,9 2.446,8
Langfristiges Vermögen3 3,7 130,8 3.302,6
Forschungskosten - 6,0 - 165,1
Mitarbeiter (31.12.) 44 - 16.314

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
2 At equity bewertete Beteiligungen, Finanzielle Vermögenswerte
3 Langfristige Vermögenswerte gem. IFRS 8 (ohne Finanzinstrumente, latente Steueransprüche und Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses)
Die Segmentdaten nach Regionen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 22.

Anhang

des WACKER-Konzerns

Grundlagen und Methoden

Der WACKER-Konzern (WACKER) ist ein global operierender Chemiekonzern mit operativen Geschäftsbereichen in der Silicon- und der Polymer-Chemie, der Spezial- und Feinchemie, der Polysiliciumherstellung sowie der Halbleitertechnologie. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Lagebericht erläutert.

Die Führungsgesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Anschrift lautet: Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München.

Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 159705 geführt. Der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Ferner können der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des WACKER Konzerns und der Wacker Chemie AG auf der Internetseite von WACKER abgerufen werden. www.wacker.com/geschaeftsbericht

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von WACKER zugänglich gemacht worden. www.wacker.com/corporate-governance

Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den ergänzenden Vorschriften des § 315 a Abs. 1 HGB erstellt. Alle vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen, für das Geschäftsjahr geltenden IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen. Der Konzernabschluss entspricht damit auch den IFRS. Die für das laufende Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert.

Die funktionale Währung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.

Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 28. Februar 2012 freigegeben. Er wird dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 7. März 2012 vorgelegt.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2011 erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften

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Standard/ Interpretation   Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Wesentliche Änderungen und voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
Amendments to IFRS 1 Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7 01.07.2010 30.06.2010 Mangels einschlägiger Sachverhalte ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Amendments to IAS 32 Einstufung von Bezugsrechten 01.02.2010 23.12.2009 Mangels einschlägiger Sachverhalte ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 01.07.2010 23.07.2010 Mangels einschlägiger Sachverhalte ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Amendments to IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen 01.01.2011 19.07.2010 Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 01.01.2011 19.07.2010 Die überarbeitete Fassung gibt eine Klarstellung der Definition nahestehender Unternehmen und Personen. Ferner wurde ein Befreiungswahlrecht für von öffentlichen Stellen beherrschte Unternehmen eingeführt. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses von WACKER. Der Kreis der nahe stehenden Unternehmen hat sich nicht verändert.
Diverse Änderungen infolge der jährlichen Verbesserungen an den IFRS (Zyklus 2008- 2010) vom Mai 2010 01.01.2011 bz w. 01.07.2010 18.02.2011 Diverse Änderungen - Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschluss von WACKER.

Nicht vorzeitig angewandte Standards/Interpretationen

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet werden. Soweit von neuen Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft.

Bereits von der Europäischen Union anerkannte Standards/ Interpretationen und Änderungen bestehender Standards

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Standard/ Interpretation   Anwendungs-
pflicht
Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
Amendment to IFRS 7 Angabepflichten bei der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten 01.07.2011 22.11.2011 Die Anwendung des geänderten Standards wird keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER haben.

Von der Europäischen Union noch nicht anerkannte Standards/ Interpretationen sowie Änderungen bestehender Standards

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Standard/ Interpretation   Veröffent-
lichung durch IASB
Anwendungs-
zeitpunkt
Übernahme durch die EU Wesentliche Änderungen und Auswirkungen auf WACKER
Amendments to IFRS 1 für erstmalige Anwender Schwerwie-gende Hochinflation und Beseitigung fixer Daten 20.12.2010 01.07.2011 Erwartet in Q2 2012 Durch die Änderung werden bisher bestehende Verweise auf das Datum 1. Januar 2004 durch einen Verweis auf den Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS ersetzt. Daneben werden Regeln für jene Fälle aufgenommen, in denen ein Unternehmen aufgrund von Hyperinflation nicht in der Lage ist, allen Vorschriften der IFRS gerecht zu werden. Die Anwendung wird keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung des Abschlusses von WACKER haben.
Amendments to IFRS 7 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten 16.12.2011 01.01.2013 Erwartet in Q3 2012 Die Änderungen im IFRS 7 erweitern die Vorschriften zu den Anhangangaben im Zusammenhang mit der Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Die Ergänzungen werden Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses haben.
Amendments to IFRS 9 und IFRS 7 Verpflichtender Anwendungs-
zeitpunkt und Anhangangaben bei Übergang
16.12.2011 01.01.2015 Zurückgestellt Die Änderung regelt die Verschiebung des Anwendungszeitpunktes von IFRS 9 und fordert zusätzliche Anhangangaben. Da WACKER die Auswirkungen der Erstanwendung des Standards noch nicht beurteilen kann, ist auch eine Abschätzung der Auswirkungen des Amendments IFRS 9 und IFRS 7 im Moment noch nicht möglich.
IFRS 9 Finanzinstrumente 12.11.2009 01.01.2015 Zurückgestellt Finanzielle Vermögenswerte werden künftig entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Zuordnung hängt vom Geschäftsmodell des Unternehmens ab. WACKER kann im Moment noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.
IFRS 10 Konzernabschlüsse 12.5.2011 01.01.2013 Erwartet in Q3 2012 IFRS 10 ändert die Definition von „Beherrschung“ dahingehend, dass zur Ermittlung des Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewandt werden. Der Standard ersetzt die Konsolidierungsleitlinien im bisherigen IAS 27 und SIC 12. Die Neuregelungen können zu deutlichen Änderungen im Konsolidierungskreis im Vergleich zur bisherigen Konzernabgrenzung nach IAS 27 führen. Die Anwendung des geänderten Standards hat nach der aktuellen Einschätzung von WACKER keinen Einfluss auf die Abgrenzung des Konsolidierungskreises.
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 12.05.2011 01.01.2013 Erwartet in Q3 2012 IFRS 11 regelt die Bilanzierung von Sachverhalten, in denen ein Unternehmen gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ausübt. Der Standard ersetzt IAS 31. Zukünftig werden Gemeinschaftsunternehmen ausschließlich nach der Equity-Methode bilanziert. Das Wahlrecht der Quotenkonsolidierung wurde abgeschafft. Der Wegfall der Quotenkonsolidierung hat keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER, da WACKER die Gemeinschaftsunternehmen bereits jetzt nach der Equity-Methode bilanziert. Die weiteren Auswirkungen des IFRS 11, auch im Bezug auf gemeinschaftliche Tätigkeiten, kann WACKER aktuell noch nicht beurteilen.
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 12.05.2011 01.01.2013 Erwartet in Q3 2012 IFRS 12 regelt die Angaben im Konzernanhang, die es dem Abschlussadressaten ermöglichen, die Art, Risiken und finanziellen Auswirkungen zu beurteilen, die mit dem Engagement des Unternehmens bei Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen, gemeinschaftlichen Vereinbarungen und nicht konsolidierten strukurierten Unternehmen verbunden sind. Die Anwendung des geänderten Standards wird zu einer deutlichen Erweiterung der Anhangsangaben im Konzernabschluss von WACKER führen.
IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 12.05.2011 01.01.2013 Erwartet in Q3 2012 IFRS 13 beschreibt, wie der beizulegende Zeitwert zu bestimmen ist und erweitert die Angaben zum beizulegenden Zeitwert. Auf den Konzernabschluss von WACKER wird die Anwendung der neuen Zeitwertermittlung in allen Bereichen relevant sein, in denen beizulegende Zeitwerte ermittelt werden. WACKER erwartet aus der neuen Vorgehensweise keine wesentlichen Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Angabepflichten im Konzernanhang werden sich erhöhen.
Amendments to IAS 1 Darstellung von Posten des sonstigen Ergebnisses 16.06.2011 01.07.2012 Erwartet in Q1 2012 Die Anwendung des geänderten Standards wird keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER haben. Die Darstellung des sonstigen Ergebnisses im Abschluss von WACKER wird erweitert.
Amendments to IAS 12 Latente Steuern: Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte 20.12.2010 01.01.2012 Erwartet in Q2 2012 Die Änderungen enthalten eine teilweise Klarstellung zur Behandlung temporärer steuerlicher Differenzen des Zeitwertmodells von IAS 40. Bei als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien ist es oftmals schwierig, zu beurteilen, ob sich bestehende Differenzen im Rahmen der fortgeführten Nutzung oder im Zuge einer Veräußerung umkehren. Die Änderung sieht daher vor, grundsätzlich von einer Umkehrung durch Veräußerung auszugehen. Die Anwendung wird keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Er tragslage oder die Dar stellung des Abschlusses von WACKER haben. WACKER bilanziert als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien ausschließlich zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Amendments to IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 16.06.2011 01.01.2013 Erwartet in Q1 2012 Die Änderungen des IAS 19 werden Auswirkungen auf die Erfassung und Bewertung des Aufwands für leistungsorientierte Pensionspläne und von Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben. Zusätzlich kommt es zu einer Ausweitung der Angabepflichten zu Leistungen an Arbeitnehmer. Das Wahlrecht, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste nach der Korridormethode zu erfassen, entfällt. Zukünftig erfolgt eine sofortige Erfassung im „Sonstigen Ergebnis“. Darüber hinaus wird der Ertrag des Planvermögens nicht mehr auf Basis der erwarteten Verzinsung, sondern auf Grundlage des Diskontierungszinssatzes erfasst. Da WACKER derzeit die Korridormethode anwendet wird die Änderung zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung voraussichtlich zu einer deutlichen Erhöhung der Pensionsrückstellungen und zu einer Reduzierung des Konzerneigenkapitals führen. Zukünftig wird die Erfassung der Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis zu einer höheren Volatilität des Eigenkapitals führen.
IAS 27 Einzelabschlüsse 12.05.2011 01.01.2013 Erwartet in Q3 2012 IAS 27 behandelt zukünftig nur noch Regelungen zu Einzelabschlüssen. Die bestehenden Leitlinien für Einzelabschlüsse bleiben unverändert. Die Anwendung des geänderten Standards wird keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER oder die Darstellung des Abschlusses haben.
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschafts-
unternehmen
12.05.2011 01.01.2013 Erwartet in Q3 2012 IAS 28 regelt nun auch die Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity Methode. Die Anwendung des geänderten Standards wird keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER haben.
Amendments to IAS 32 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten 16.12.2011 01.01.2014 Erwartet in Q3 2012 Die Ergänzung zum IAS 32 ist eine Klarstellung der Vorraussetzungen der Saldierung von Finanzinstrumenten. Die Anwendung des geänderten Standards wird keine wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER haben.
IFRIC 20 Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebes im Tagebau 19.10.2011 01.01.2013 Erwartet in Q2 2012 IFRIC 20 regelt die Behandlung von Abraumkosten in der Produktionsphase einer über Tagebau erschlossenen Mine. Die Interpretation hat aufgrund fehlender Sachverhalte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Darstellung des Abschlusses von WACKER.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden die Wacker Chemie AG und ihre Tochterunternehmen einbezogen. Tochterunternehmen sind Gesellschaften, bei denen die Wacker Chemie AG mittelbar oder unmittelbar die Stimmrechtsmehrheit hält oder auf andere Weise die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik einer Gesellschaft zu bestimmen, um aus deren Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Bei der Bestimmung des Beherrschungsverhältnisses werden auch potenzielle Stimmrechte, die gegenwärtig ausgeübt oder umgewandelt werden können, berücksichtigt. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Die Einbeziehung endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht.

Auch Zweckgesellschaften (sogenannte Special Purpose Entities, SPE) werden konsolidiert, wenn die wirtschaftliche Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt.

Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen sind Gesellschaften, auf die die Wacker Chemie AG einen maßgeblichen Einfluss ausübt. Im Allgemeinen handelt es sich um Beteiligungen mit einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 Prozent und 50 Prozent; diese Gesellschaften werden at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen selbst Tochtergesellschaften haben, werden diese in der nachfolgenden Tabelle nicht mitgezählt.

Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt ist, werden als Beteiligungen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

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Anzahl Deutschland Übriges Europa Amerika Asien Sonstige Regionen Gesamt
Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft)            
01.01.2011 14 13 5 16 2 50
31.12.2011 14 13 5 16 2 50
At equity konsolidierte Unternehmen            
01.01.2011 1 - - 4 - 5
31.12.2011 1 - - 4 - 5
Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen 1            
01.01.2011 1 - - - - 1
31.12.2011 1 - - - - 1
Gesamt            
01.01.2011 16 13 5 20 2 56
31.12.2011 16 13 5 20 2 56
Special Purpose Entities            
01.01.2011 - - - - - -
Zugänge 1 - - - - 1
31.12.2011 1 - - - - 1

1 Die Konsolidierung unterbleibt wegen Geringfügigkeit (W.E.L.T. Reisebüro GmbH; Anteil: 51 Prozent; Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2011 weniger als 1 Mio. €; Bilanzsumme unter 0,5 Mio. €)

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Veränderungen des Konsolidierungskreises  
Zugänge bei Special Purpose Entities  
WMM-Universal-Fonds, Deutschland (Erwerb, 16. August 2011) 100 %

In 2011 hat die Wacker Chemie AG Sondervermögen in Höhe von insgesamt 100 Mio. € in den Spezialfonds „WMM-Universal-Fonds“ eingezahlt. Dieser Treuhandfonds wurde ausschließlich für WACKER aufgelegt und alle Anteile des Fonds werden von WACKER gehalten. Die Einbringung des Sondervermögens fällt auf Grund der vertraglichen Ausgestaltung unter SIC 12.10. Bei Berücksichtigung des wirtschaftlichen Gehalts übt WACKER beherrschenden Einfluss aus und damit ist die Zweckgesellschaft zu konsolidieren.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der Wacker Chemie AG und der einbezogenen Tochterunternehmen und Zweckgesellschaften. Seit 2011 haben alle Gesellschaften den 31. Dezember als Bilanzstichtag.

Alle wesentlichen Abschlüsse sind für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft.

Die Erstkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen auf den Zeitpunkt des Erwerbs bzw. der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss. Hierbei ergibt sich das Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen unter Berücksichtigung aller identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualverbindlichkeiten; die Bewertung aller Bilanzposten erfolgt mit ihren beizulegenden Zeitwerten. Ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Tochterunternehmens und dem so ermittelten anteiligen Eigenkapital wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und einem jährlichen Impairment-Test unterworfen. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird unmittelbar als Ertrag vereinnahmt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen.

Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit diese höher als das anteilige Eigenkapital sind, verbleibt ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert- oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen. Soweit die Anschaffungskosten geringer als das anteilige Eigenkapital im Erwerbszeitpunkt sind, wird dieser Unterschiedsbetrag dem Bilanzansatz zugeschrieben und in der Gewinn- und Verlustrechnung im Equity-Ergebnis erfasst. Die Anschaffungskosten werden jährlich um die dem WACKER-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert.

Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Unternehmenserwerbe

Die Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs erfolgt mithilfe der Erwerbsmethode, die eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der erstmaligen Beherrschung vorsieht.

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipierten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse beeinflussen.

Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Akquisitionen erfolgt unter der Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value) angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim Vorliegen von Cash Flow Hedges im übrigen Eigenkapital erfasst.

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird in den übrigen Eigenkapitalposten erfasst. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar:

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  ISO Code Stichtagskurs Durchschnittskurs
    31.12.2011 31.12.2010 2011 2010
US-Dollar USD 1,29 1,33 1,39 1,33
Japanischer Yen JPY 100,30 108,46 110,99 116,36
Singapur Dollar SGD 1,68 1,71 1,75 1,81
Chinesischer Renminbi CNY 8,13 8,79 9,00 8,98

Schätzungen und Annahmen bei der Erstellung des Konzernabschlusses

Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die Annahmen im Zusammenhang mit Impairment-Tests und Kaufpreisallokationen.

Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger Perioden aus.

Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse aus den getätigten Investitionen und der zukünftige technische Fortschritt geschätzt.

Impairment-Tests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht.

Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungssätze. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren.

Wesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen für Schadensersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von Umweltschäden. Siehe Ziffer 14

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den Diskontierungssatz, den erwarteten Kapitalertrag des Planvermögens, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Siehe Ziffer 13

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u.a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Der Konzernabschluss basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Positionen, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, Derivate und Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Einschränkungen der Vergleichbarkeit können sich bei wesentlichen Erwerben vollkonsolidierter Unternehmen ergeben. Hierauf wird bei der Erläuterung des Konsolidierungskreises eingegangen. Soweit Anpassungen von Vorjahresbeträgen erfolgen, werden diese bei den betroffenen Anhangsangaben erläutert.

Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen Gegenleistung oder Forderung. Der Ausweis erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie Rabatte und Preisnachlässe. Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden und die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Erwerber übergegangen sind. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt. Die Umsatzerlöse und ihre Entwicklung nach Bereichen und Regionen werden in der Segmentberichterstattung dargestellt.

WACKER tätigt keine Geschäfte die eine Umsatzrealisierung als langfristige Fertigungsaufträge nach der Percentage of Completion Methode erfordern.

In den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen ausgewiesen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls in diesem Posten ausgewiesen.

Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation, der Werbung und der Marktforschung sowie die anwendungstechnische Beratung bei Kunden. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter diesem Posten ausgewiesen.

Zu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung. Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse erfolgen.

Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden sind.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung als Aufwand erfasst. Zinserträge werden zeitanteilig unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Effektivzinssatzes bewertet. Dividendenerträge aus Finanzinvestitionen werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer werden vier bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäftswerte) sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind, unterliegen einem jährIichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden zu Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear abgeschrieben. Die angesetzten Nutzungsdauern entsprechen denen der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte. Sofern Entwicklungskosten aktiviert werden, umfassen diese die direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden ab dem Produktionsstart planmäßig über die Nutzungsdauer der korrespondierenden Produktionsanlagen abgeschrieben.

Geschäftswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäftswerte wird jährlich ein Impairment-Test durchgeführt. Sofern der Impairment-Test zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den Geschäftswert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Die Wertminderungen des Geschäftswerts werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen reduzieren die Anschaffungskosten. Eine Neubewertung von Sachanlagen auf Basis der Regelungen in IAS 16 wird nicht vorgenommen. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.

Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert. Bei Zuwendungen auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt wird.

Finanzierungskosten, die im Zusammenhang mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Darüber hinaus werden Finanzierungskosten nicht als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. WACKER bilanziert Finanzierungskosten gem. IAS 23 (Borrowing Costs) für wesentliche langfristige Investitionsmaßnahmen in Produktionsanlagen.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

Wenn Sachanlagen stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die Anschaf- fungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht. Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

In den Sachanlagen werden auch Vermögenswerte aus Leasingtransaktionen ausgewiesen. Im Wege des Finance Lease finanzierte Sachanlagen werden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Wert bilanziert, soweit die Barwerte der Mindestleasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Vertragslaufzeit. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert. Die zu zahlenden Leasingraten werden nach der Effektivzinsmethode in einen Tilgungsanteil und in einen Zinsanteil aufgeteilt.

Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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in Jahren Nutzungsdauer
Produktionsgebäude 20 bis 40
Sonstige Bauten 10 bis 30
Maschinen und Apparate 6 bis 12
Fahrzeuge 4 bis 16
Betriebs- und Geschäftsausstattung 6 bis 10

Soweit der nach den vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von immateriellen Vermögenswerten oder Sachanlagen, die planmäßig abgeschrieben werden, über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird einem solchen Umstand durch Wertminderungen Rechnung getragen.

Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte gegebenenfalls auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (sog. zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell wie Sachanlagen bewertet. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Leistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Beizulegende Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt.

Leasingtransaktionen sind entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Im Rahmen des Operating Lease genutzte Vermögenswerte werden nicht aktiviert. Die zu leistenden Leasingzahlungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Ein Finance Lease ist ein Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermögenswertes auf den Leasingnehmer übertragen werden. Vermögenswerte, die im Rahmen des Finance Lease genutzt werden, werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß IFRS-Rege- lungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wenn nicht ein davon abweichender Marktwert verfügbar ist. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt.

Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode grundsätzlich mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens deren Eigenkapital aufgezehrt haben, wird der Wert in der Konzernbilanz vollständig abgeschrieben. Weitergehende Verluste werden nur dann berücksichtigt, wenn langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem assoziierten Unternehmen bestehen bzw. der Konzern zusätzliche Verpflichtungen eingegangen ist oder für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet hat. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nachdem der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt.

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzinstrumente werden zu dem Zeitpunkt im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments wird.

Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen (Käufe oder Verkäufe im Rahmen eines Vertrags, dessen Bedingungen die Lieferung des Vermögenswertes innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der üblicherweise durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird) ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d.h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Bei zusammengesetzten Finanzinstrumenten werden Fremd- und Eigenkapitalkomponenten getrennt und beim Emittenten gesondert ausgewiesen.

Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet.

Für Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert grundsätzlich dem Betrag, den der Konzern erhalten bzw. zahlen würde, wenn er die Finanzinstrumente am Bilanzstichtag tauschen bzw. begleichen wollte. Sofern Marktwerte an Märkten für Finanzinstrumente zur Verfügung stehen, werden diese verwendet. Ansonsten werden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis der am Bilanzstichtag bestehenden Marktkonditionen - Zinssätze, Devisenkurse, Warenpreise - unter Verwendung der Mittelkurse berechnet. Dabei werden die Zeitwerte mittels Optionspreismodellen für Devisen- und Zinsoptionen oder der Discounted Cash-Flow Methode für Zinsswaps ermittelt. Bei einigen Derivaten basiert der beizulegende Zeitwert auf externen Bewertungen unserer Finanzpartner.

Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene orginäre und derivative finanzielle Vermögenswerte. WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, keinen Gebrauch.

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten. WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten keinen Gebrauch.

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich danach, ob ein Finanzinstrument zu Handelszwecken oder bis zur Endfälligkeit gehalten wird, ob das Finanzinstrument zur Veräußerung verfügbar ist, oder ob es sich um vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen handelt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ebenfalls unter die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet fallen alle derivativen Finanzinstrumente, die nicht einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zugerechnet werden.

Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen beinhalten kurz- und langfristige Wertpapiere sowie Teile der in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Posten.

Kredite und Forderungen sind nicht derivative Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Forderungen und Ausleihungen, die in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen weiteren finanziellen Forderungen und Darlehen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet.

Die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte sind, wenn es sich nicht um Kredite und Forderungen handelt, als zur Veräußerung verfügbar zu klassifizieren und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sofern dieser verlässlich ermittelbar ist. Dies sind im Wesentlichen Eigenkapitaltitel und nicht bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Wenn die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten unter die Anschaffungskosten fallen oder objektive Hinweise vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist, wird der direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Unternehmen legt seiner Einschätzung möglicher Wertminderungen alle verfügbaren Informationen zugrunde, wie z. B. Marktbedingungen und -preise, anlagespezifische Faktoren sowie Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs unter die Anschaffungskosten. Wertminderungen eines Schuldinstruments werden in Folgeperioden rückgängig gemacht, sofern die Gründe für die Wertminderung entfallen sind. Mit dem Abgang der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren.

Die bilanzielle Erfassung der Derivate erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum Marktwert bilanziert und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Positive Marktwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative Marktwerte zum Ansatz einer Schuld. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zur Begrenzung des Risikos zukünftig geringerer Zahlungszu- bzw. höherer -abflüsse („Cashflow Hedge“) werden unter Berücksichtigung von Steuereffekten, bei Vorliegen und Dokumentation ausreichender Effizienz, im übrigen Eigenkapital erfasst. Erst zum Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital. Absicherungen von Marktwertänderungen bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden führen zu „Fair Value Hedges“. Marktwertänderungen werden sowohl bei den abgesicherten Grundgeschäften als auch bei den Finanzderivaten, die als Sicherungsinstrument eingesetzt werden, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen „Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation“ wird derzeit von WACKER nicht angewendet.

Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

Wertänderungen von Devisentermingeschäften und -optionen werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen, während Wertänderungen von Zinsswaps und Zinsoptionen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Veränderungen beizulegender Zeitwerte von Warentermingeschäften und -Optionen werden in den Herstellungskosten erfasst. Die Sicherung von geplanten Umsätzen in Fremdwährung wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst. Es erfolgt keine Verrechnung entsprechender Aufwendungen und Erträge.

Vorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen Fertigungsprozesse nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf Basis durchschnittlicher Auslastungen ermittelt. Abwertungen werden für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, sowie im Rahmen der verlustfreien Bewertung vorgenommen. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden in den Herstellungskosten darüber hinaus Kosten der nicht genutzten Produktionskapazitäten ausgewiesen. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten werden unfertige und fertige Erzeugnisse im Posten Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null bilanziert. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu Marktpreisen, maximal bis zur Höhe der Anschaffungskosten. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert. Erlöse aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten werden erfolgswirksam vereinnahmt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte inkl. Steuerforderungen, mit Ausnahme von Finanzderivaten, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Risiken sind durch angemessene Abschreibungen berücksichtigt, die als Wertberichtigungen gebucht werden. Die Bildung von Wertberichtigungen auf nicht versicherte Forderungen bzw. auf den Selbstbehalt bei versicherten Forderungen erfolgt in der Regel, wenn der Rechtsweg beschritten wird. Soweit auch durch Einlegung von Rechtsmitteln mit dem Forderungseingang nicht mehr gerechnet wird, erfolgt die Ausbuchung der Bruttoforderung sowie die Auflösung der gebildeten Wertberichtigung. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst. WACKER ist nicht Auftragnehmer von langfristigen Fertigungen.

Forderungen aus Finance-Lease-Verträgen, bei denen WACKER als Leasinggeber agiert, werden unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Hierbei wird der um die noch nicht realisierten Finanzierungserträge reduzierte Bruttowert der ausstehenden Leasingzahlungen als Forderung aktiviert. Die eingehenden Leasingraten werden in den jeweiligen Zinsertrag und die Tilgung der ausstehenden Forderung so aufgeteilt, dass der Zinsertrag die konstante Verzinsung der noch offenen Forderung widerspiegelt. Der Zinsertrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und einer geringen Wertschwankung unterliegen. Sie haben bei Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen, bewertet.

Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst.

Pensionsrückstellungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gebildet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Zur Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste besteht grundsätzlich ein Wahlrecht. Zur Vermeidung stichtagsbezogener Volatilitäten im Eigenkapital hat sich WACKER entschieden, die Korridormethode anzuwenden. Mit Ausnahme der Effekte aus angepassten Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste erst erfolgswirksam verrechnet, wenn sie außerhalb einer Bandbreite von zehn Prozent des höheren Betrages aus Verpflichtungsumfang und aus beizulegendem Zeitwert des Planvermögens liegen. In diesem Fall werden sie über die künftige durchschnittliche Restdienstzeit der Belegschaft verteilt. Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die sich aus geänderten bzw. angepassten Sterbetafeln ergeben, werden sofort ergebniswirksam als Reduktion bzw. Erhöhung der Pensionsrückstellung erfasst. Der Aufwand aus der Dotierung der Pensionsrückstellungen wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet; der Zinsanteil wird im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Soweit Vermögenswerte zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen extern angelegt wurden (Planvermögen), werden die Marktwerte dieser Vermögenswerte von dem Barwert der Verpflichtung abgesetzt. Der Ausweis der erwarteten Erträge aus Planvermögen erfolgt ebenfalls im übrigen Finanzergebnis.

Für gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert auf den Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Bei der Bewertung der übrigen Rückstellungen fließen grundsätzlich alle Kostenbestandteile ein, die auch im Vorratsvermögen aktiviert werden. Es werden auch künftige Preissteigerungen bei der Bewertung berücksichtigt. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem gegenwärtigen Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden nicht mit Rückstellungen saldiert sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen. Sofern der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtliche Verpflichtung nicht deckt, werden Rückstellungen gebildet.

Resultiert aus einer geänderten Einschätzung einer Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.

Finanzverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei allen Finanzverbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ebenfalls angesetzt. Verbindlichkeiten aus Finance-Lease- Verträgen werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Übrige Verbindlichkeiten inkl. Steuerverbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Bestehen von künftigen Ereignissen abhängt, die nicht unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, sowie bestehende Verpflichtungen, die nicht passiviert werden können, weil entweder ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden mit ihrem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang angegeben.

Die Segmentberichterstattung von WACKER ist gemäß dem sog. „Management Approach“ an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zu Grunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet.

Beabsichtigte Veräußerungen (disposal group) und nicht fortgeführte Aktivitäten (discontinued operation) werden nach den in IFRS 5 definierten Kriterien abgebildet. Bei beabsichtigten Veräußerungen werden Vermögenswerte und zugehörige Verbindlichkeiten in der Bilanz gesondert ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer disposal group sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführter Aktivität enthalten, außer es handelt sich um eine nicht fortgeführte Aktivität. Bei erstmaliger Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen.

Änderungen der Bewertungsmethoden

Änderungen der Bewertungsmethoden und der Gliederung von Abschlussposten gegenüber dem Vorjahr wurden nicht vorgenommen.

Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Folgende Übersicht zeigt zusammengefasst die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

Bilanzierungs- und Bewertungsmethode

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Bilanzierungs- und Bewertungsmethode Beschreibung
Umsatz-/ Ertragsrealisierung Die Umsatzrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Erbringung der Lieferung/ Leistung und des Gefahrenübergangs.
Aufwandsrealisierung Die Aufwandsrealisierung findet zum Zeitpunkt der Verursachung und mit Inanspruchnahme der Leistung statt.
Steuern Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen, ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen sowie steuerliche Verlustvorträge gebildet, soweit die Realisierung ausreichend wahrscheinlich ist.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. Abschreibungen werden grundsätzlich linear vorgenommen.
Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuschüsse von staatlichen Stellen werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgesetzt oder ertragswirksam vereinnahmt.
Vorräte Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode.
Forderungen und sonstige Vermögenswerte Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Risiken werden in Form von Wertberichtigungen berücksichtigt.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Ermittlung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam verrechnet, wenn sie außerhalb des Korridors liegen. Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die sich aus geänderten bzw. angepassten Sterbetafeln ergeben, werden sofort ergebniswirksam als Reduktion bzw. Erhöhung der Pensionsrückstellung erfasst.
Finanzinstrumente Bei ihrem erstmaligen Ansatz werden Finanzinstrumente (sonstige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten) zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

01 Umsatzerlöse/ Herstellungskosten/ Sonstige betriebliche Erträge/ Sonstige betriebliche Aufwendungen

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Mio. € 2011 2010
Umsatzerlöse    
Erlöse aus Lieferung von Erzeugnissen und Handelswaren 4.814,0 4.662,2
Erlöse aus sonstigen Leistungen 95,7 86,2
  4.909,7 4.748,4
Herstellungskosten - 3.747,2 - 3.402,1
Die Herstellungskosten enthalten folgende Auflösungen/Bildungen von Wertberichtigungen auf Vorräte 15,2 - 9,9
Sonstige betriebliche Erträge    
Erträge aus Währungsgeschäften 167,1 143,2
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 13,2 7,6
Erträge aus Versicherungserstattungen 4,5 0,9
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 3,3 10,9
Erträge aus Anlagenabgang 0,9 3,4
Erträge aus Subventionen/Zuschüsse 4,9 5,6
Erträge aus dem Abgang von Equity-Unternehmen - 18,5
Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen/ aus der Vereinnahmung von Anzahlungen 66,2 8,6
Übrige betriebliche Erträge 26,5 15,4
  286,6 214,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen    
Aufwendungen aus Währungsgeschäften - 127,3 - 149,4
Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen -1,6 - 0,9
Aufwendungen aus Anlagenabgang -1,3 - 8,3
Aufwendungen aus Wertminderungen im Anlagevermögen -41,4 - 12,7
Aufwendungen aus Umstrukturierungsmaßnahmen -49,6 - 0,1
Aufwendungen aus gekündigten/schwebenden Verträgen - - 9,0
Übrige betriebliche Aufwendungen -39,3 - 29,4
  -260,5 - 209,8

In den Herstellungskosten sind Aufwendungen für erwartete Verluste aus dem Silicongeschäft in China in Höhe von 18,9 Mio. € (Vorjahr 51,8 Mio. €) enthalten. Die Gründe für diese Verluste sind langfristige Abnahmeverpflichtungen mit hohen langfristig vereinbarten Verrechnungspreisen zwischen den chinesischen WACKER-Gesellschaften und dem assoziierten Unternehmen Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., China zur Herstellung von Siloxan.

Die Aufwendungen aus Umstrukturierungen in Höhe von 49,6 Mio. € betreffen die im Dezember 2011 beschlossene Schließung der Siliciumwaferproduktion der Siltronic Japan Corporation in Hikari. Von der Schließung, die zur Mitte des Jahres 2012 geplant ist, sind 500 Mitarbeiter betroffen.

Die Aufwendungen aus Wertminderungen im Anlagevermögen beinhalten folgende Sachverhalte:

Im Zusammenhang mit der teilweisen Stilllegung einer Granulatanlage zur Polysiliciumproduktion wurde diese auf den beizulegenden Zeitwert abgeschrieben und eine Wertminderung in Höhe von 23,6 Mio. € vorgenommen.

Auf Grund der beschlossenen Schließung der Siliciumwaferproduktion in Japan mussten die dortigen Sachanlagen auf den beizulegenden Zeitwert abgeschrieben werden. Dies führte zu einer Wertminderung in Höhe von 14,8 Mio. €.

Die übrigen Wertminderungen von 3,0 Mio. € betreffen die geplante Stilllegung von kleineren Anlagen in Deutschland.

In 2011 wurde der zweite Reaktor der HDK-Anlage in China in Betrieb genommen. Darüber hinaus wurde der bereits in Betrieb genommene Reaktor technisch verbessert. Diese Maßnahmen machten eine Neueinschätzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (CGU) notwendig, da die Cashflows nicht mehr unabhängig voneinander generiert werden. Beide Reaktoren wurden zu einer CGU zusammengefasst und einem Impairment Test unterzogen. Die Gegenüberstellung des Barwerts der geschätzten Cashflows der neuen CGU mit den Buchwerten führte zu keinem Wertminderungsbedarf. Die Abzinsung der Cashflows erfolgte dabei mit einem Zinssatz vor Steuern von elf Prozent.

Die Wertminderungen im Anlagevermögen des Vorjahres betrafen die folgenden Sachverhalte:

Auf Grund veränderter Bezugs- und Verkaufspreise bei der Produktion und dem Verkauf von hochdisperser Kieselsäure (HDK®) in China wurde der Impairment-Test für das bei der chinesischen HDK®-Produktion gebundene Vermögen aktualisiert. Bei der Gegenüberstellung des Barwerts der geschätzten Cashflows aus der HDK®-Produktion mit den Buchwerten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, Produktion und Vertrieb HDK®, ergab sich in 2010 ein Wertminderungsbedarf von 7,5 Mio. €. Die Abzinsung erfolgte dabei mit einem Zinssatz vor Steuern von zwölf Prozent.

Darüber hinaus wurden Wertminderungen von Sachanlagen auf Grund gesunkener beizulegender Zeitwerte in Amerika und China in Höhe von 1,7 Mio. € vorgenommen. Für geplante Stilllegungen von Anlagen in Deutschland wurden Wertminderungen in Höhe von 3,5 Mio. € berücksichtigt.

02 Equity-Ergebnis/Zinsergebnis/Übriges Finanzergebnis

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Mio. € 2011 2010
Equity-Ergebnis - 7,7 - 38,0
davon auf Gemeinschaftsunternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis - 20,7 - 17,2
Zinsergebnis    
Zinserträge 16,9 7,1
davon aus Finanzinstrumenten, die zur Veräußerung bestimmt sind 0,2 1,0
Zinsaufwendungen - 13,5 - 9,1
  3,4 - 2,0
Übriges Finanzergebnis    
Sonstige finanzielle Erträge 23,4 49,2
Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen/Verbindlichkeiten/Finance Lease - 38,8 - 28,3
Sonstige finanzielle Aufwendungen - 23,8 - 51,2
  - 39,2 - 30,3
Finanzergebnis - 35,8 - 32,3

Die Equity-Ergebnisse entfallen im Wesentlichen auf Beteiligungen an Unternehmen in China und Singapur. Sie enthalten neben den anteiligen Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen.

In der Periode wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 11,3 Mio. € (Vorjahr 13,5 Mio. €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich der Zinsaufwand entsprechend. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergestellt werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns der laufenden Periode berücksichtigt. Dieser belief sich im Geschäftsjahr auf 4,1 Prozent (Vorjahr 4,5 Prozent).

Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 26,6 Mio. € (Vorjahr 22,7 Mio. €) und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 10,1 Mio. € (Vorjahr 3,3 Mio. €) enthalten.

Die sonstigen finanziellen Erträge und Aufwendungen ergeben sich im Wesentlichen aus der Währungsumrechnung.

03 Ertragsteuern

Der Berechnung liegen die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt geltenden oder erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

In Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit der Gemeinde des ansässigen Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer zu zahlen.

Steuersätze in Deutschland

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% 2011 2010
Gewichteter Durchschnittssatz für die Gewerbesteuer 11,6 12,2
Körperschaftsteuersatz 15,0 15,0
Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer 5,5 5,5

Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag mit einem Gesamtsteuersatz, einschließlich Solidaritätszuschlag von 27,5 Prozent (Vorjahr 25,5 Prozent), bewertet.

Der von den ausländischen Konzerngesellschaften erzielte Gewinn wird mit den im jeweiligen Sitzland gültigen Sätzen versteuert. Die für ausländische Gesellschaften zu Grunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen unverändert zum Vorjahr zwischen 12,5 Prozent und 42,0 Prozent.

Es wurde keine Steuerabgrenzung auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften vorgenommen. Von einer Ermittlung der möglichen steuerlichen Auswirkungen wurde wegen des unverhältnismäßig hohen Aufwands abgesehen. An ausschüttungsfähigen Beträgen sind 523,4 Mio. € (Vorjahr 570,2 Mio. €) vorhanden.

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Mio. € 2011 2010
Laufende Steuern Inland - 179,8 - 180,5
Laufende Steuern Ausland - 23,4 - 39,8
Laufende Steuern - 203,2 - 220,3
Latente Steuern Inland - 2,8 - 21,4
Latente Steuern Ausland - 5,3 6,4
Latente Steuern - 8,1 - 15,0
Ertragsteuern gesamt - 211,3 - 235,3
Ableitung des effektiven Steuersatzes    
Ergebnis vor Steuern 567,4 732,3
Ertragsteuersatz der Wacker Chemie AG (%) 27,5 28,5
Erwarteter Steueraufwand - 156,0 - 208,7
Steuersatzbedingte Abweichungen 1 6,7 - 11,8
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen - 13,1 - 8,9
Steuereffekt der steuerfreien Erträge 7,8 7,2
Periodenfremde Steuern (laufendes Ergebnis) 1,9 - 13,7
Veränderungen aus der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern 1 - 58,1 - 9,5
Equity-Ergebnis Konzern - 2,7 - 11,0
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung Steuerbilanzen - 13,7
Sonstige Abweichungen 2,2 7,4
Ertragsteuern gesamt - 211,3 - 235,3
Effektive Steuerbelastung (%) 37,2 32,1

1 Die Veränderung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beinhaltet Wertberichtigungen auf Grund von Wertminderungen im Anlagevermögen in Höhe von 4,2 Mio. € (Vorjahr 4,2 Mio. €).

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahre in Höhe von 211,3 Mio. € ist um Mio. € höher als der erwartete Steueraufwand in Höhe von 156,0 Mio. €, der sich bei Anwendung des inländischen Gesamtsteuersatzes von 27,5 Prozent auf das Ergebnis vor Steuern ergäbe.

In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen für Vorjahre in Höhe von 9,9 Mio. € (Vorjahr 13,2 Mio. €) enthalten, denen periodenfremde latente Steuererträge von 3,5 Mio. € (Vorjahr 11,6 Mio. €) gegenüberstehen.

Zuordnung der Steuerabgrenzungen

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Mio. € 2011 2010
  Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 12,8 - 14,5 -
Sachanlagen 1,3 1 115,3 3,9 105,2
Finanzanlagen 0,5 - - 0,2
Kurzfristige Vermögenswerte 7,7 5,4 10,2 11,2
Pensionsrückstellungen 26,9 1,0 1 17,9 1,3
Übrige Rückstellungen 39,4 9,5 41,1 6,2
Verbindlichkeiten 17,4 0,5 12,8 0,1
Verlustvorträge 3,5 - 1,3 -
Verrechnung Gesellschaften mit Ergebnisabführung - 3,5 - 3,5 - 4,3 - 4,3
Gesamt 106,0 128,2 97,4 119,9
Saldierungen - 94,4 - 94,4 -83,9 -83,9
Bilanzposten 11,6 33,8 13,5 36,0

Eine Saldierung von aktiven und passiven latente Steuern findet statt, wenn künftige Belastungen oder Minderungen desselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Des Weiteren werden aktive latente Steuern nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile wahrscheinlich ist.

Die Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern wurde in Höhe von -8,1 Mio. € (Vorjahr -15,0 Mio. €) erfolgswirksam erfasst, während 8,3 Mio. € (Vorjahr -4,3 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:

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Mio. € 2011 2010
Innerhalb von 1 Jahr 5,8 1,9
Innerhalb von 2 Jahren 12,3 5,8
Innerhalb von 3 Jahren 21,6 15,2
Innerhalb von 4 Jahren 28,3 17,7
Innerhalb von 5 Jahren oder später 194,8 58,7
Gesamt 262,8 99,3
Davon voraussichtlich nicht realisierbare Verlustvorträge - 250,4 - 94,2
Davon voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge 12,4 5,1

Die im Ausland entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 262,8 Mio. € (Vorjahr 99,3 Mio. €). Insgesamt entfallen 12,4 Mio. € (Vorjahr 5,1 Mio. €) auf realisierbare Verlustvorträge. Für 2011 ergeben sich in diesem Zusammenhang latente Steuererträge in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr 1,3 Mio. €). Auf nicht realisierbare Verluste werden keine latenten Steuern gerechnet. Theoretisch würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 70,5 Mio. € (Vorjahr 24,0 Mio. €) errechnen. Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 13,9 Mio. € (Vorjahr 5,1 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt.

04 Entwicklung des Anlagevermögens

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2010            
Mio. € Immaterielle Vermögens-
werte
Sach-
anlagen
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien At equity bewertete Beteiligungen Finanzielle Vermögens-
werte
Gesamt
Anschaffungskosten            
Anfangsstand 01.01.2010 124,0 8.281,0 14,1 140,2 77,0 8.636,3
Zugänge 3,7 597,1 - 0,8 12,3 613,9
Abgänge - 2,2 - 89,3 - 2,4 - 6,9 - 0,5 - 101,3
Umbuchungen 1,7 - 1,7 - - - -
Konzernkreisänderungen 14,4 38,2 - - - 52,6
Sonstige Veränderungen1 - - - - 43,0 2,8 - 40,2
Währungsveränderungen 5,2 233,8 - 20,6 11,9 271,5
Endstand 31.12.2010 146,8 9.059,1 11,7 111,7 103,5 9.432,8
Abschreibungen            
Anfangsstand 01.01.2010 102,0 5.502,5 12,4 - 1,9 5.618,8
Zugänge 10,1 407,0 0,1 - - 417,2
Wertminderungen - 12,7 - - - 12,7
Abgänge - 2,2 - 79,8 - 2,3 - - 0,2 - 84,5
Währungsveränderungen 3,7 191,0 - - 0,4 195,1
Endstand 31.12.2010 113,6 6.033,4 10,2 - 2,1 6.159,3
Bilanzwert 31.12.2010 33,2 3.025,7 1,5 111,7 101,4 3.273,5
Minderung der Anschaffungskosten durch Investitionsförderung - - - - - 365,2
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2011            
Mio. € Immaterielle Vermögens-
werte
Sach-
anlagen
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien At equity bewertete Beteiligungen Finanzielle Vermögens-
werte
Gesamt
Anschaffungskosten            
Anfangsstand 01.01.2011 146,8 9.059,1 11,7 111,7 103,5 9.432,8
Zugänge 5,2 922,7 - 18,4 34,9 981,2
Abgänge - 1,7 - 145,5 - - - 1,6 -148,8
Umbuchungen 2,9 - 2,9 - - - -
Sonstige Veränderungen1 - - - - 10,2 3,7 - 6,5
Währungsveränderungen 2,6 120,2 - 4,6 2,7 130,1
Endstand 31.12.2011 155,8 9.953,6 11,7 124,5 143,2 10.388,8
Abschreibungen            
Anfangsstand 01.01.2010 113,6 6.033,4 10,2 - 2,1 6.159,3
Zugänge 11,1 448,5 - - - 459,6
Wertminderungen 0,5 40,9 - - - 41,4
Abgänge - 1,6 - 143,9 - - - - 145,5
Währungsveränderungen 2,0 74,2 - - 0,1 76,3
Endstand 31.12.2010 125,6 6.453,1 10,2 - 2,2 6.591,1
Bilanzwert 31.12.2011 30,2 3.500,5 1,5 124,5 141,0 3.797,7
Minderung der Anschaffungskosten durch Investitionsförderung - - - - - 447,2

1 Dieser Wert enthält Veränderungen aus der Anwendung der Equity-Methode sowie langfristige Zinsforderungen aus Ausleihungen.

05 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte.

06 Sachanlagen

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2010          
Mio. € Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung
Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten          
Anfangsstand 01.01.2010 1.296,7 6.028,1 551,1 405,1 8.281,0
Zugänge 26,3 178,1 27,9 364,8 597,1
Abgänge - 7,1 - 61,2 - 20,7 - 0,3 - 89,3
Umbuchungen 45,9 250,6 10,9 - 309,1 - 1,7
Konzernkreisänderungen 7,6 28,6 0,1 1,9 38,2
Währungsveränderungen 59,0 162,2 5,5 7,1 233,8
Endstand 31.12.2010 1.428,4 6.586,4 574,8 469,5 9.059,1
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2010 772,6 4.288,2 441,6 0,1 5.502,5
Zugänge 39,5 333,9 33,6 - 407,0
Wertminderungen - 11,3 0,1 1,3 12,7
Abgänge - 5,1 - 58,3 - 16,4 - - 79,8
Umbuchungen 1,1 0,8 - 1,9 - -
Währungsveränderungen 39,9 146,9 4,2 - 191,0
Endstand 31.12.2010 848,0 4.722,8 461,2 1,4 6.033,4
Bilanzwert 31.12.2010 580,4 1.863,6 113,6 468,1 3.025,7
Darin enthaltene Vermögenswerte aus Finance Lease          
Bruttowerte 89,7 52,6 0,1 - 142,4
Abschreibungen - 86,0 - 29,1 - - - 115,1
Bilanzwerte 3,7 23,5 0,1 - 27,3
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2011          
Mio. € Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung
Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten          
Anfangsstand 01.01.2011 1.428,4 6.586,4 574,8 469,5 9.059,1
Zugänge 35,9 287,0 43,6 556,2 922,7
Abgänge - 94,5 - 37,6 - 13,4 - - 145,5
Umbuchungen 29,5 463,2 2,9 - 498,5 - 2,9
Währungsveränderungen 24,8 72,2 1,1 22,1 120,2
Endstand 31.12.2011 1.424,1 7.371,2 609,0 549,3 9.953,6
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2011 848,0 4.722,8 461,2 1,4 6.033,4
Zugänge 39,1 374,4 35,0 - 448,5
Wertminderungen 19,0 21,0 0,9 - 40,9
Abgänge - 94,2 - 36,4 - 13,3 - - 143,9
Umbuchungen 0,2 - 0,2 - - -
Währungsveränderungen 18,1 55,1 1,1 -0,1 74,2
Endstand 31.12.2011 830,2 5.136,7 484,9 1,3 6.453,1
Bilanzwert 31.12.2011 593,9 2.234,5 124,1 548,0 3.500,5
Darin enthaltene Vermögenswerte aus Finance Lease          
Bruttowerte 0,2 81,9 0,1 - 82,2
Abschreibungen - 0,2 - 33,9 - - - 34,1
Bilanzwerte - 48,0 0,1 - 48,1

Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 11,3 Mio.€. (Vorjahr 13,5 Mio. €.) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 4,1 Prozent (Vorjahr 4,5 Prozent).

In den Sachanlagen sind auch technische Maschinen sowie andere Anlagen in Höhe von 48,1 Mio. € (Vorjahr 23,6 Mio. €) enthalten, denen ein eingebettetes Finance Lease zugrunde liegt. WACKER ist auf Grund der Vertragsgestaltung das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen.

07 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser USW.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet; es liegt kein Finance Lease vor. Die Betreibung, Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen.

Die Miet- und Pachteinnahmen sind in der folgenden Aufstellung enthalten.

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Mio. € 2011 2010
Beizulegender Zeitwert 13,8 13,8
Miet-/Pachteinnahmen 0,8 0,8
Kosten - 0,2 - 0,2

Der beizulegende Zeitwert beruht auf einem externen Gutachten, das regelmäßig aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte in 2010.

08 At equity bewertete Beteiligungen/ Finanzielle Vermögenswerte

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Mio. € At equity bewertete Beteiligungen Beteiligungen Sonstige Finanzanlagen Finanzielle Vermögenswerte
Anschaffungskosten        
Anfangsstand 01.01.2010 140,2 12,4 64,6 77,0
Zugänge 0,8 0,6 11,7 12,3
Abgänge - 6,9 - 0,2 - 0,3 - 0,5
Sonstige Veränderungen - - 2,8 2,8
Veränderungen aus der Equity-Methode - 43,0 - - -
Währungsveränderungen 20,6 0,4 11,5 11,9
Endstand 31.12.2010 111,7 13,2 90,3 103,5
Abschreibungen        
Anfangsstand 01.01.2010 - 1,9 - 1,9
Abgänge - - 0,2 - - 0,2
Währungsveränderungen - 0,4 - 0,4
Endstand 31.12.2010 - 2,1 - 2,1
Bilanzwert 31.12.2010 111,7 11,1 90,3 101,4
Anschaffungskosten        
Anfangsstand 01.01.2011 111,7 13,2 90,3 103,5
Zugänge 18,4 - 34,9 34,9
Abgänge - - 0,2 - 1,4 - 1,6
Sonstige Veränderungen - - 3,7 3,7
Veränderungen aus der Equity-Methode - 10,2 - - -
Währungsveränderungen 4,6 0,1 2,6 2,7
Endstand 31.12.2011 124,5 13,1 130,1 143,2
Abschreibungen        
Anfangsstand 01.01.2011 - 2,1 - 2,1
Währungsveränderungen - 0,1 - 0,1
Endstand 31.12.2011 - 2,2 - 2,2
Bilanzwert 31.12.2011 124,5 10,9 130,1 141,0

In 2011 wurden weitere Shareholder-Loans an die Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd., Singapur in Höhe von 34,9 Mio. € (Vorjahr: 11,7 Mio. €) ausgereicht. Die Begebung erfolgte zu marktüblichen Konditionen. Der Zugang wurde unter den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen. Über die Zins- und Tilgungsvereinbarungen hinaus erhält WACKER, wie bei bereits bestehenden Darlehensverträgen das Recht, Darlehen in Eigenkapital umzuwandeln (Call-Option). Die Call-Optionen haben unterschiedliche Ausübungszeiträume bis längstens 31. März 2016.

Die at equity bewerteten Beteiligungen erhöhten sich in 2011 auf Grund von Kapitaleinzahlungen in das assozierte Unternehmen Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur in Höhe von 18,4 Mio.€.

Weitergehende Finanzinformationen zu assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind unter Ziffer 23 im Anhang enthalten. Siehe Seite 238

09 Vorräte

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Mio. € 2011 2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 182,3 166,9
Erzeugnisse 473,1 319,0
Handelswaren 54,7 40,5
Nicht abgerechnete Leistungen - 0,5
Anzahlungen 3,6 3,8
  713,7 530,7
Davon Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen 101,3 84,5

10 Forderungen/Sonstige Vermögenswerte/Steuerforderungen

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Mio. € 2011 2010
  Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 566,1 - 566,1 596,0 - 596,0
Andere Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 0,6 - 0,6 1,2 - 1,2
Geleistete Anzahlungen gegenüber assoziierten Unternehmen 16,4 - 16,4 - - -
Darlehens- und Zinsforderungen 2,0 - 2,0 6,8 - 6,8
Derivative Finanzinstrumente 17,9 1,0 16,9 39,5 16,9 22,6
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 7,2 - 7,2 5,9 - 5,9
Investment-Fondsanteile1 4,4 4,4 - 10,2 10,2 -
Ansprüche aus Investitions- Förderungsmaßnahmen 38,1 - 38,1 68,9 - 68,9
Forderungen an Lieferanten 4,3 0,1 4,2 9,6 0,1 9,5
Vermögenswerte aus Überdeckung Pensionspläne 7,6 7,6 - 10,3 9,7 0,6
Übrige Vermögenswerte 47,6 0,2 47,4 37,9 0,2 37,7
Sonstige Vermögenswerte 146,1 13,3 132,8 190,3 37,1 153,2
Vom langfristigen Teil sind fällig> 5 Jahre - 7,7 - - 9,7 -
Steuerforderungen 128,2 10,9 117,3 99,8 12,7 87,1
Vom langfristigen Teil sind fällig> 5 Jahre - 2,3 - - 4,7 -

1 Die Investment-Fondsanteile dienen der Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen und sind als zum Verkauf verfügbar klassifiziert.
Die Fondsanteile werden auf aktiven Märkten gehandelt und sind den Altersteilzeitberechtigten individuell verpfändet.
Die Marktwerte betragen 4,4 Mio. € (Vorjahr 10,2 Mio.€).

Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten entsprechen. Ausfallrisiken sind- soweit nicht durch Versicherungen abgedeckt-durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt.

In den anderen Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen sind folgende Forderungen aus Finance Lease enthalten:

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Mio. € 2011 2010
  Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig
In den anderen Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen enthaltene Forderungen aus Finance Leasing 0,6 - 0,6 0,5 - 0,5
Zugehörige Bruttoinvestition 1,1 1,0 0,1 1,0 0,9 0,1
Barwert der ausstehenden Mindestzahlungen fällig 0,4 0,4 - 0,4 0,4 -
Noch nicht realisierter Finanzertrag 0,6 0,6 - 0,6 0,6 -

Die Entwicklung der Wertberichtigungen und der Überfälligkeiten stellte sich wie folgt dar:

Entwicklung der Wertberichtigungen/Überfälligkeiten

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Mio. €     2011     2010
  Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Vermögenswerte Gesamt Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Vermögenswerte Gesamt
Wertberichtigungen            
Stand 01.01. 12,3 0,9 13,2 20,6 0,9 21,5
Inanspruchnahme - 2,0 - - 2,0 - 1,4 - - 1,4
Zuführung/Auflösung - 4,5 - - 4,5 - 8,1 - - 8,1
Währungsveränderungen - 0,2 - - 0,2 1,2 - 1,2
Stand 31.12. 5,6 0,9 6,5 12,3 0,9 13,2
Überfälligkeiten            
< = 30 Tage 107,9 0,4 108,3 80,1 11,0 - 91,1
> 31 < = 45 Tage 14,3 - 14,3 3,7 - 3,7
> 45 Tage 11,5 0,3 11,8 11,7 5,1 - 16,8
Gesamt 133,7 0,7 134,4 95,5 16,1 111,6

Wertberichtigungen werden bei erkennbaren Kreditrisiken sowie bei Änderungen der Währungsparitäten gebildet. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen bezüglich der Kreditqualität. Die Zuführungen/Auflösungen bei den Wertberichtigungen auf Forderungen im Berichtsjahr betreffen im Wesentlichen Unternehmen der Siltronic-Gruppe sowie die Wacker Chemical Corporation.

11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente/Wertpapiere

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Mio. € 2011 2010
Wertpapiere1 399,7 252,2
Davon kurzfristig 237,2 41,4
Davon langfristig 162,5 210,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente    
Zahlungsmitteläquivalente 65,8 60,4
Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestand (Zahlungsmittel) 408,1 484,8
  473,9 545,2

1 Bei den Wertpapieren handelt es sich um Anleihen unterschiedlicher Emittenten, die der Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehalten“ oder „zur Veräußerung verfügbar“ zugeordnet sind.

Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich im Wesentlichen um Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgegeben werden und der Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehalten“ zugeordnet sind. Die Laufzeiten betragen maximal drei Monate.

12 Eigenkapital/Anteile anderer Gesellschafter

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €. Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht einem rechnerischen Wert von fünf € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien.

Die Anzahl der ausstehenden Aktien hat sich im Rahmen des Börsengangs im April 2006 durch Veräußerung eines Teils der vorher im eigenen Bestand befindlichen Anteile erhöht. Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle:

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Stück 2011 2010
Ausstehende Aktien zu Beginn des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Ausstehende Aktien zum Ende des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Eigene Anteile im Bestand 2.474.617 2.474.617
Gesamtbestand 52.152.600 52.152.600

Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der Wacker Chemie AG wird auf Ziffer 24 -Nahestehende Personen verwiesen.

Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die Gesellschafter in das Eigenkapital geleistet haben.

In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen.

Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten ausgewiesen.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn- bzw. Verlustanteile auf:

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Mio. € 2011 2010
Gewinnanteile 3,5 6,3
Verlustanteile - -
Ergebnisanteile anderer Gesellschaften 3,5 6,3

Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften zur Kapitalerhaltung. Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet. Darüber hinaus bestehen Covenants, die ein Mindesteigenkapital erfordern.

Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, mindestens 25 Prozent des Jahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien stimmen zu.

13 Pensionsrückstellungen

Für die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter basieren.

Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Bei den Konzerngesellschaften existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne, die zum einen über Fonds/Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG finanziert, zum anderen in Form von Direktzusagen rückstellungsfinanziert sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene.

Für Mitarbeiter der Wacker Chemie AG und anderen Konzerngesellschaften in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung eine feste Leistungszusage. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 in die Unternehmen eingetreten sind, gilt ein neuer Tarif für die Grundversorgung. Den garantierten Leistungen liegt dort ein fester Zins zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können in diesem Tarif die zukünftige Leistung erhöhen.

Darüber hinaus besteht für Mitarbeiter in Deutschland die Möglichkeit, Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Zusagen bis zum 31. Dezember 2000 werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected Unit Credit Methode), Neuzusagen ab dem 1. Januar 2001 mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft bewertet.

In 2011 wurde die Umsetzung des Tarifvertrages Lebensarbeitszeit und Demografie beschlossen. Die Durchführung erfolgt in Form einer Einzahlung der Beträge als freiwillige Höherversicherung PK + in die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Mit diesem zusätzlichen Rentenbaustein können die Mitarbeiter ihre betriebliche Altersversorgung erhöhen.

Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand (USA) sowie für Austrittsentschädigungen unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Die Verpflichtungen aus unmittelbaren Versorgungszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von erwarteten zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Der Dienstzeitaufwand für die Versorgungsanwärter ergibt sich aus der planmäßigen Entwicklung der Anwartschaftsrückstellungen. Unterschiede zwischen den planmäßig ermittelten Pensionsverpflichtungen und dem Anwartschafts- bzw. Rentenbarwert am Jahresende werden als versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste behandelt und, mit Ausnahme der Effekte aus veränderten Annahmen bei den Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, in den Folgeperioden auf die durchschnittliche Restdienstzeit der Anwärter verteilt, soweit sie 10 Prozent des höheren Betrags aus Marktwert des Planvermögens und Barwert des Verpflichtungsumfangs überschreiten. WACKER ist der Ansicht, dass bezogen auf die Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten zukünftig mit einer regelmäßigen Erhöhung der Lebenserwartungen gerechnet werden muss. Eine Glättung des Periodenaufwands auf Grund von geänderten bzw. angepassten Sterbetafeln ist daher nicht sinnvoll. Abweichungen bei den übrigen Bewertungsparametern werden als versicherungsmathematische Verluste oder Gewinne nach der Korridormethode berücksichtigt.

Bei einigen kleineren Auslandsgesellschaften bestehen gemäß nationaler Vorschriften pensionsähnliche Verpflichtungen aus Austrittsentschädigungen nach planmäßiger Dienstzeitbeendigung, welche ebenfalls als Pensionsrückstellung bilanziert werden.

Die Finanzierung der Verpflichtungen erfolgt nur zum Teil über Rückstellungen. Wesentliche Teile der Pensionsverpflichtungen des Konzerns sind durch extern investiertes Planvermögen für die Wacker Chemie AG sowie die deutschen Konzerngesellschaften in Form der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG finanziert.

Die Dotierungen der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG durch die inländischen Konzerngesellschaften werden in den Aufwand für Altersversorgung einbezogen. Die sich nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ergebende Pensionsverpflichtung wird in Höhe des Marktwerts eines vorhandenen Planvermögens sowie noch nicht berücksichtigter versicherungsmathematischer Verluste gekürzt bzw. um noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Gewinne erhöht, soweit diese nicht Effekte aus Veränderungen bei den Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten betreffen. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste aus geänderten oder angepassten Sterbetafeln reduzieren bzw. erhöhen die ausgewiesene Pensionsverpflichtung.

Übersteigt das Fondsvermögen die Verpflichtung aus der Pensionszusage wird grundsätzlich ein Aktivposten ausgewiesen. Die Aktivierung steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass das bilanzierende Unternehmen auch einen wirtschaftlichen Nutzen aus diesen Vermögenswerten ziehen kann, z.B. in Form von Rückflüssen oder künftigen Beitragsermäßigungen („Asset Ceiling“ nach IAS 19.58 ff.).

Da sich die tatsächliche Beitragsfestsetzung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG nach aufsichtsrechtlichen Gegebenheiten richtet, besteht kein Zugriff auf das übersteigende Fondsvermögen in Deutschland. Überschießende Beträge werden deshalb nicht aktiviert. Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert.

Die Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen biometrischen Rechnungsgrundlagen und unter Berücksichtigung von landesspezifischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt. Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zu Grunde, die folgende Parameter berücksichtigt haben:

Parameter

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% Deutschland USA
  2011 2010 2011 2010
Rechnungszins 4,50 4,50 4,50 5,50
Entgelttrend 3,00 3,00 3,0/3,5 3,0/3,5
Erwartete Verzinsung des Fondsvermögens 4,20 4,75 7,50 7,50

Die der Berechnung der Pensionsverpflichtungen zugrundeliegenden Diskontierungssätze und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht auf Renditen erstrangiger, festverzinslicher Staatsanleihen des jeweiligen Landes in Übereinstimmung mit den Fristigkeiten der nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse zu erfüllenden Verpflichtungen.

Die Annahmen über die erwarteten Erträge aus Planvermögen beruhen auf detaillierten Analysen von Finanzexperten und Versicherungsmathematikern. Berücksichtigt wurden sowohl die historischen tatsächlichen Renditen sowie die künftig zu erwartenden langfristigen Renditen. Die in den einzelnen Vermögensklassen der Fonds erzielten Verzinsungen können unterschiedlich sein; der gewählte Prozentsatz entspricht einem Durchschnittswert über alle Formen der Anlage.

Dem Anwartschaftsbarwert am Jahresende werden die in Fonds ausgegliederten Zweckvermögen zum Zeitwert gegenübergestellt (Finanzierungsstatus). Nach Abzug bzw. Hinzurechnung der noch nicht berücksichtigten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste ergeben sich die Pensionsrückstellungen bzw. Vermögenswerte aus der Überdeckung von Pensionsplänen.

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Mio. € Deutschland 2011 Ausland 2011 Gesamt 2011 Gesamt 2010
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts        
Anwartschaftsbarwert 01.01. 1.962,1 165,4 2.127,5 1.863,6
Laufender Dienstzeitaufwand 47,6 5,3 52,9 43,0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - - 0,5 - 0,5 1,1
Zinsaufwand 86,9 8,4 95,3 93,0
Beiträge durch die Berechtigten 9,3 0,2 9,5 9,7
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+) 21,1 26,2 47,3 167,7
Pensionszahlungen - 62,3 - 4,9 - 67,2 - 64,7
Veränderung des Konsolidierungskreises - - - 1,8
Währungsveränderungen - 6,3 6,3 12,3
Sonstige Veränderungen - - 22,2 - 22,2 -
Anwartschaftsbarwert 31.12. 2.064,7 184,2 2.248,9 2.127,5
Veränderung des Fondsvermögens        
Fondsvermögen zum Zeitwert 01.01. 1.257,6 119,7 1.377,3 1.292,1
Erträge des Fondsvermögens 54,0 - 0,4 53,6 82,6
Beiträge durch die Arbeitgeber 23,2 2,1 25,3 31,2
Beiträge durch die Berechtigten 9,3 0,2 9,5 9,7
Pensionszahlungen - 43,8 - 4,8 - 48,6 - 47,2
Veränderung des Konsolidierungskreises - - - 1,4
Währungsveränderungen - 3,8 3,8 7,5
Sonstige Veränderungen - 1,3 1,3 -
Fondsvermögen zum Zeitwert 31.12. 1.300,3 121,9 1.422,2 1.377,3
Finanzierungsstatus 764,4 62,3 826,7 750,2
Noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Gewinne/Verluste - 255,0 - 56,8 - 311,8 - 289,8
Ähnliche Verpflichtungen 2,6 2,0 4,6 4,7
Nettoverpflichtung in der Bilanz 512,0 7,5 519,5 465,1
Davon Vermögenswerte aus überdeckten Pensionsplänen - 7,6 7,6 10,3
Davon Pensionsrückstellungen 512,0 15,1 527,1 475,4
Vom Anwartschaftsbarwert sind durch Rückstellungen finanziert 764,4 62,3 826,7 750,2
In 2010 davon Deutschland       704,5
In 2010 davon Ausland       45,7

In den sonstigen Veränderungen ist der Abgang der Pensionsrückstellung im Zusammenhang mit der Schließung der Produktion bei der Siltronic Japan Corporation in Hikari in Höhe von 24,0 Mio. € enthalten. Im Geschäftsjahr wurde die betreffende Verpflichtung auf Grund der erwarteten Auszahlung in 2012 von der Pensionsrückstellung in die Verbindlichkeiten umgegliedert.

Es wurden im Geschäftsjahr 2011 Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland in Höhe von 62,3 Mio. € (Vorjahr 60,1 Mio. €) und für Pläne in den übrigen Ländern in Höhe von 4,9 Mio. € (Vorjahr 4,6 Mio. €) geleistet. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Zahlungen aus Pensionsplänen von rund 70,0 Mio. €. Beiträge zum Fondsvermögen durch den Arbeitgeber werden für 2012 in Höhe von rund 35,0 Mio. € erwartet.

Der Pensionsaufwand aus leistungsorientierten Pensionsplänen sowie die Summe aller Pensionsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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Mio. € 2011 2010
Dienstzeitaufwand 52,9 - 43,0
Zinsaufwand - 95,3 - 93,0
Erwartete Erträge des Fondsvermögens 68,6 70,2
Amortisation von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten - 36,8 - 4,7
Tilgungsbetrag für rückwirkende Pensionsplanänderungen - 3,0 - 1,1
Sonstiges 0,7 0,1
Pensionsaufwendungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen - 118,7 - 71,5
Pensionsaufwendungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen - 2,6 - 2,1
Übrige Pensionsaufwendungen - 5,8 - 4,6
Pensionsaufwendungen - 127,1 - 78,2
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung - 64,0 - 58,8
Altersversorgung - 191,1 - 137,0
Davon im Personalaufwand (Funktionskosten) enthalten - 164,5 - 114,3
Davon im übrigen Finanzergebnis enthalten - 26,6 - 22,7

Aus Anpassung der Sterblichkeitsannahmen ergaben sich in 2011 versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 29,9 Mio. €. Diese sind im Aufwand aus der Amortisation von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten enthalten.

Abweichungen zwischen den Verpflichtungen und dem Planvermögen auf Grund der Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung:

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Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Anwartschaftsbarwert 2.248,9 2.127,5 1.863,6 1.568,9 1.488,2
Darin enthaltene erfahrungsbedingte Anpassungen 9,9 6,2 - 1,9 - 206,7 12,6
Fondsvermögen 1.422,2 1.377,3 1.292,1 1.201,5 1.292,1
Darin enthaltene erfahrungsbedingte Anpassungen - 10,8 - 1,8 - 22,4 186,8 34,3
Finanzierungsstatus 826,7 750,2 571,5 367,4 196,1

Nachfolgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Planvermögens auf:

Zusammensetzung des Fondsvermögens

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% 2011 2010
  Gesamt Davon Dritte Davon Konzern1 Gesamt Davon Dritte Davon Dritte
Immobilien 16,1 10,7 5,4 14,2 9,7 4,5
Darlehen/Renten 59,1 59,1 - 55,5 55,5 -
Aktien/Fonds2 21,9 21,9 - 26,8 26,8 -
Liquidität 2,9 2,9 - 3,5 3,5 -
Insgesamt 100,0 94,6 5,4 100,0 95,5 4,5

1 Hier werden jene Teile ausgewiesen, welche von Konzerngesellschaften genutzt werden.
2 Die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG hat mit einer Kapitalanlagegesellschaft eine durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) anerkannte Vereinbarung geschlossen, wonach Kursschwankungen des Aktienbestandes abgesichert werden.

14 Andere Rückstellungen/Steuerrückstellungen

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Mio. € 2011 2010
  Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig
Personal 99,3 96,8 2,5 138,5 116,0 22,5
Verkauf/Einkauf 106,7 38,3 68,4 68,0 53,1 14,9
Umweltschutz 52,4 49,4 3,0 52,6 49,3 3,3
Umstrukturierung 2,8 - 2,8 6,0 0,2 5,8
Sonstige 47,4 9,4 38,0 47,7 9,0 38,7
Andere Rückstellungen 308,6 193,9 114,7 312,8 227,6 85,2
Steuerrückstellungen 68,5 61,3 7,2 105,0 42,8 62,2

Personalrückstellungen

Sie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläumsgeldern, Lebensarbeitszeitkonten, andere Abgrenzungen sowie Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss der langfristigen Jubiläumsrückstellungen erfolgt kontinuierlich. Die Rückstellung für Altersteilzeitmodelle wird spätestens im Jahr 2016 vollständig abgeflossen sein, bis zu diesem Zeitpunkt erfolgt der Abfluss kontinuierlich.

Verkaufs-/Einkaufsrückstellungen

Die Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie noch zu gewährende Rabatte, Skonti oder sonstige Preisnachlässe, zu zahlende Provisionen für die Vermittlung von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Die langfristigen Rückstellungen für drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen führen im Wesentlichen in einem Zeitraum von drei Jahren zu Abflüssen.

Umweltschutzrückstellungen

Die Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktionsoder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen Umweltabgaben an staatliche Stellen. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen werden im Wesentlichen in einem Zeitraum zwischen zehn und zwanzig Jahren zu Abflüssen führen.

Umstrukturierungsrückstellungen

Die Rückstellungen für Umstrukturierungen enthalten Abfindungszahlungen für ausscheidende Mitarbeiter, erwartete Kosten für Standortschließungen sowie Abbruchverpflichtungen und vergleichbare Belastungen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen (z. B. Schadensersatz, Prozessrisiken).

Steuerrückstellungen

Sie enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern sowie Beträge für Risiken aus Außenprüfungen und Rechtsmitteln. Der vorhandene Bestand an langfristigen Steuerrückstellungen wird im Wesentlichen in den nächsten drei bis fünf Jahren abfließen.

Andere Rückstellungen

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Mio. € 01.01.2011 Verbrauch Auflösung Zuführung/ Zinseffekt
Personal 138,5 - 26,9 - 6,9
Verkauf/Einkauf 68,0 - - 2,0 33,5
Umweltschutz 52,6 - 1,9 - 1,7 3,4
Umstrukturierung 6,0 - 1,6 - 1,6 -
Sonstige 47,7 - 2,8 - 7,7 10,1
  312,8 - 33,2 - 13,0 53,9
Davon Zinseffekt - - - 10,1
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Mio. € Währungsdifferenzen Sonstiges1 31.12.2011
Personal - 0,1 - 19,1 99,3
Verkauf/Einkauf 7,2 - 106,7
Umweltschutz - - 52,4
Umstrukturierung - - 2,8
Sonstige 0,1 - 47,4
  7,2 - 19,1 308,6
Davon Zinseffekt - - -

1 Im Geschäftsjahr 2011 wurden die Rückstellungen aus Altersteilzeit mit den korrespondierenden Aktivwerten aus der Absicherung saldiert.

Die Zinssätze lagen im Geschäftsjahr zwischen 3,0 % und 6,2 % (Vorjahr 3,0 % und 6,9 %). Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen im Zusammenhang mit Einkaufsgeschäften und Umweltrückstellungen. Auf Rückstellungen für Verkauf/Einkauf entfallen Zinseffekte von 8,1 Mio. €.

Steuerrückstellungen

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Mio. € 01.01.2011 Verbrauch Auflösung Zuführung / Zinseffekt
Steuern 105,0 - 43,6 - 12,8 20,6
Davon Zinseffekt - - - -
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Mio. € Währungsdifferenzen Konzern- kreis/ Sonstiges 31.12.2011
Steuern - 0,7 - 68,5
Davon Zinseffekt - - -

15 Finanzverbindlichkeiten

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Mio. € 2011 2010
  Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 720,7 617,3 103,4 494,8 385,6 109,2
Davon> 5 Jahre - 281,0 - - 304,7 -
Verbindlichkeiten aus Leasing-Verpflichtungen1 51,5 44,8 6,7 34,4 21,5 12,9
Davon> 5 Jahre - 17,2 - - 5,1 -
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 5,7 - 5,7 4,2 - 4,2
Finanzverbindlichkeiten 777,9 662,1 115,8 533,4 407,1 126,3
Davon> 5 Jahre - 298,2 - - 309,8 -

1 Die Verbindlichkeiten aus Leasing-Verpflichtungen enthalten in erster Linie Verpflichtungen aus dem Leasing des Gas- und Dampfkraftwerks in Burghausen sowie für technische Anlagen.

Im vierten Quartal des Berichtsjahres wurde die zweite Tranche eines Investitionskredits bei der Europäischen Investmentbank in Höhe von 200,0 Mio. € gezogen.

Für die Finanzverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der Finanzverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen (Covenants) eingehalten werden.

Die wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:

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Mio. € 2011 2010
  Währung Buchwert
Mio. €
Restlaufzeit in Jahren Währung Buchwert
Mio. €
Restlaufzeit in Jahren
Förderkredit EUR 200,0 bis 6 EUR - -
Förderkredit EUR 200,0 bis 5 EUR 200,0 bis 6
Darlehen EUR 50,0 bis 2 EUR 50,0 bis 3
Club Deals CNY 81,0 bis 8 CNY 59,1 bis 9
Club Deals CNY 66,9 bis 1 CNY 74,6 bis 1
Schuldscheindarlehen EUR 19,0 bis 2 EUR 29,0 bis 3
Sonstiges   103,8 bis 2   82,1 bis 1
Gesamt   720,7     494,8  

Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen zum Stichtag:

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Mio. € 2011   2010  
  Nominalwert Barwert Nominalwert Barwert
Mindestleasingzahlung innerhalb eines Jahres 8,9 6,7 14,4 12,9
Mindestleasingzahlung zwischen einem und fünf Jahren 33,1 27,6 19,4 16,4
Mindestleasingzahlung mehr als fünf Jahre 18,8 17,2 5,5 5,1
  60,8 51,5 39,3 34,4
Die Summe der erwarteten Mindestzahlungen aus Untermietverhältnissen beträgt 2,0 - 2,5 -

Bedingte Leasingzahlungen aus Finance Leasing liegen nicht vor.

Das Finance Lease für das Gebäude der Hauptverwaltung München ist im Geschäftsjahr ausgelaufen. Im November 2011 wurde mit der PKWacker GSGGmbH & Co. KG, welche das Gebäude erworben hat, ein neuer Mietvertrag geschlossen. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das Gebäude. Die Würdigung des neuen Mietvertrages hat ergeben, dass es sich weder beim Grundstück noch beim Gebäude um ein Finance Lease handelt.

Als Finance Lease wird ein von der Wacker Chemie AGam Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk aktiviert. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. WACKERhat das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern WACKERdieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden.

Darüber hinaus bestehen für einige technische Anlagen Leasingverträge, die als Finance Lease qualifiziert und von WACKER aktiviert wurden.

Die Leasingverträge dienen der vereinfachten Beschaffung und Finanzierung von Betriebsmitteln und Anlagevermögen. Auf Grund der langfristigen Bindung entsteht jedoch für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

16 Verbindlichkeiten

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Mio. €     2011     2010
  Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig
Steuerverbindlichkeiten 22,7 - 22,7 16,6 - 16,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 402,6 - 402,6 335,2 - 335,2
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2,7 - 2,7 3,8 - 3,8
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 3,0 - 3,0 3,2 - 3,2
Erfolgsbeteiligungen/Tantiemen 111,3 - 111,3 119,3 - 119,3
Sonstige Personalverpflichtungen 90,2 - 90,2 27,5 - 27,5
Derivative Finanzinstrumente 23,5 6,2 17,3 16,1 1,8 14,3
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 4,8 0,6 4,2 3,7 1,2 2,5
Erhaltene Anzahlungen (Dritte) 1.202,6 1.000,9 201,7 1.032,2 869,9 162,3
Übrige Verbindlichkeiten 28,0 0,1 27,9 34,2 0,1 34,1
Sonstige Verbindlichkeiten 1.466,1 1.007,8 458,3 1.240,0 873,0 367,0
Davon> 5 Jahre - 123,4 - - 218,7 -

Die Steuerverbindlichkeiten umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden. Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen. Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich.

Im Geschäftsjahr 2011 enthalten die sonstigen Personalverpflichtungen Abfindungen in Höhe von 47,5 Mio. € und Auszahlungsansprüche aus Pensionen von Arbeitnehmern im Zusammenhang mit der Schließung der Siliciumwaferproduktion in Japan in Höhe von 19,1 Mio. €.

Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Polysiliciumlieferungen.

17 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser künftiger Ereignisse bestätigt wird, die jedoch außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen. Ferner können gegenwärtige Verpflichtungen dann Eventualverbindlichkeiten darstellen, wenn der Abfluss von Ressourcen nicht hinreichend wahrscheinlich für die Bildung einer Rückstellung ist und/oder die Höhe der Verpflichtungen nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.

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Mio. € 2011 2010
Bürgschaften 114,0 119,9

Die Bürgschaften betreffen im Wesentlichen die externe Finanzierung von assoziierten Unternehmen. Darüber hinaus bestehen noch Bürgschaften für geleistete Kundenanzahlungen an ehemalige Gemeinschaftsunternehmen, aus denen WACKER durch den Erwerber vertraglich entbunden wurde, für die jedoch keine Übertragung auf den Erwerber erfolgt ist.

Auf Grund der derzeitigen finanziellen Situation der Unternehmen, für die WACKER Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

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Mio. € 2011 2010
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating Leases    
fällig innerhalb eines Jahres 18,6 16,3
fällig zwischen einem und fünf Jahren 48,8 30,6
fällig nach fünf und mehr Jahren 38,4 18,6
Gesamt 105,8 65,5
Leasingzahlungen auf Grund von Operating Leases 19,4 15,2

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen, Kraftfahrzeuge sowie IT-Equipment. Die Laufzeiten liegen hierbei im Allgemeinen zwischen drei und fünf Jahren. Mietverträge für Büroräume, Sachanlagen USW. haben eine deutlich längere Laufzeit.

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Mio. € 2011 2010
Verpflichtungen aus Bestellungen für geplante Investitionsvorhaben (Bestellobligo) 580,2 301,4

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 580,2 Mio. € (Vorjahr 301,4 Mio. €) und betrifft im Wesentlichen die Investitionen im Segment Polysilicium. Im Rahmen der Erstellung neuer Produktionsanlagen in Amerika hat WACKER 1.800 Mio. US-$ an Investitionsausgaben vorgesehen.

Darüber hinaus hat sich der Konzern verpflichtet, Garantien für die Fremdkapitalaufnahme eines Gemeinschaftsunternehmens in einem Umfang von rund 300 Mio. US-$ zur Verfügung zu stellen. Daneben hat sich WACKER gegenüber den Vertragspartnern Dow Corning und Samsung verpflichtet, in zukünftigen Jahren Investitionen durchzuführen und die dafür notwendigen Eigenkapitalmittel und/oder Darlehen bereitzustellen. Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 150 Mio. € (Vorjahr 120 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Gesellschaften.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mindestabnahmeregelungen in Höhe von 1,85 Mrd. € (Vorjahr 1,14 Mrd. €). Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist auf neue langfristige Lieferverträge zur Sicherung des Rohstoff- und Energiebedarfs zurückzuführen. Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen 1 und 9 Jahren.

Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse der öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich begrenzt.

18 Sonstige Angaben

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Mio. € 2011 2010
Materialaufwand - 2.205,0 - 1.787,7
Personalaufwand    
Löhne und Gehälter - 1.025,2 - 921,5
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung - 156,8 - 158,7
Staatliche Altersversorgungsbeiträge 64,0 58,8
Sozialabgaben - 92,8 - 99,9
Aufwendungen für Altersversorgung - 100,5 - 55,5
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung - 64,0 - 58,8
Altersversorgung - 164,5 - 114,3
Gesamt - 1.282,5 - 1.135,7

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungs beiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversor gung sind hauptsächlich Pensionszahlungen und die Zuführung zu Pensionsrückstellun gen enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen für die Dotierung externer Pensionsfonds und Pensionskassen werden ebenfalls in den Auf wendungen für Altersversorgung ausgewiesen.

Honoraraufwand für den Abschlussprüfer

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Mio. € 2011 2010
Abschlussprüfungsleistungen 0,7 0,8
Andere Bestätigungsleistungen 0,3 0,3
Gesamt 1,0 1,1

Die anderen Bestätigungsleistungen enthalten im Wesentlichen Kosten für unterjährige Reviews. Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 0,9 Mio.€ die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 0,7 Mio.€ auf Abschluss prüfungsleistungen und 0,2 Mio. € auf andere Bestätigungsleistungen.

19 Ergebnis je Aktie/Dividende

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  2011 2010
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien (Stück) 49.677.983 49.677.983
Anzahl der ausstehenden Stammaktien zum Jahresende (Stück) 49.677.983 49.677.983
Ausschüttung je dividendenberechtigte Stammaktie (€) 2,20 3,20
Jahresergebnis der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) 352,6 490,7
Ergebnisanteil der Stammaktien (Mio. €) 352,6 490,7
Ergebnis je Stammaktie (Durchschnitt, €) 7,10 9,88
Ergebnis je Stammaktie (Stichtag, €) 7,10 9,88

Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis.

Ein Ergebnis je Aktie bezogen auf Ergebnisse aus fortgeführter bzw. nicht fortgeführter Tätigkeit sowie ein Effekt aus Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ist mangels einschlägiger Sachverhalte nicht angegeben.

Für das Geschäftsjahr 2010 wurde eine Dividende in Höhe von 159,0 Mio. € ausgeschüttet; dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 3,20 €.

Für das Geschäftsjahr 2011 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG die oben genannte Dividende vorgeschlagen. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur auf die dividendenberechtigten Aktien, d.h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG. Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien, die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 109.291.562,60 € ausgeschüttet.

20 Finanzinstrumente

In der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 2011

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Mio. €   Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17  
  Buchwert It. Bilanz 31.12.2011 (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert 31.12.2011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 566,1 566,1 - - - 566,1
Kredite und Forderungen - 566,1 - - - 566,1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte1 679,6 573,9 94,2 11,5 - 658,4
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere - 316,3 - - - 306,0
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere - - 87,8 - - 87,8
Kredite und Forderungen - - - - - 246,7
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte2 - 10,9 - - - -
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) - - 6,4 - - 6,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - 11,5 - 11,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 473,9 473,9 - - - 473,9
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere - 65,8 - - - 65,8
Kredite und Forderungen - 408,1 - - - 408,1
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.719,6 - - - - 1.698,4
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Kredite und Forderungen 1.220,9 1.220,9 - - - 1.220,9
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere 382,1 382,1 - - - 371,8
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 98,7 10,9 87,8 - - 87,8
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) 6,4 - 6,4 - - 6,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 11,5 - - 11,5 - 11,5
Finanzschulden 726,4 726,4 - - - 726,4
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 726,4 - - - 726,4
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 51,5 - - - 51,5 51,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 402,6 402,6 - - - 402,6
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 402,6 - - - 402,6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 258,8 235,2 8,4 15,2 - 258,8
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 235,2 - - - 235,2
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verb.) - - 8,4 - - 8,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - 15,2 - 15,2
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 1.439,3 - - - - 1.439,3
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.364,2 1.364,2 - - - 1.364,2
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verb.) 8,4 - 8,4 - - 8,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 15,2 - - 15,2 - 15,2

1 Enthält nicht: Steuerforderungen und aktive Rechnungsabgrenzungsposten
2 Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen, im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.
3 Enthält: Sonstige Verbindlichkeiten lt. Bilanz mit Ausnahme der erhaltenen Anzahlungen und der passiven Rechnungsabgrenzungsposten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 2010

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Mio. €   Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17  
  Buchwert lt. Bilanz 31.12.2010 (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert 31.12.2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 596,0 596,0 - - - 596,0
Kredite und Forderungen - 596,0 - - - 596,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1 538,0 488,3 14,8 34,9 - 524,3
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere - 252,2 - - - 249,6
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere - - 10,2 - - 10,2
Kredite und Forderungen - 225,0 - - - 225,0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2 - 11,1 - - - -
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) - - 4,6 - - 4,6
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - 34,9 - 34,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 545,2 545,2 - - - 545,2
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere - 59,0 - - - 59,0
Kredite und Forderungen - 486,2 - - - 486,2
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.679,2 - - - - 1.665,5
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Kredite und Forderungen 1.307,2 1.307,2 - - - 1.307,2
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere 311,2 311,2 - - - 308,6
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 21,3 11,1 10,2 - - 10,2
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) 4,6 - 4,6 - - 4,6
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 34,9 - - 34,9 - 34,9
Finanzschulden 499,0 499,0 - - - 499,0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 499,0 - - - 499,0
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 34,4 - - - 34,4 34,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 335,2 335,2 - - - 335,2
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 335,2 - - - 335,2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 204,1 188,0 7,4 8,7 - 204,1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 188,0 - - - 188,0
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verb.) - - 7,4 - - 7,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - 8,7 - 8,7
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 1.072,7 - - - - 1.072,7
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.022,2 1.022,2 - - - 1.022,2
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verb.) 7,4 - 7,4 - - 7,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 8,7 - - 8,7 - 8,7

1 Enthält nicht: Steuerforderungen und aktive Rechnungsabgrenzungsposten
2 Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen, im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.
3 Enthält: Sonstige Verbindlichkeiten lt. Bilanz mit Ausnahme der erhaltenen Anzahlungen und der passiven Rechnungsabgrenzungsposten

In der Kategorie bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere sind kurzfristige und langfristige festverzinsliche Wertpapiere enthalten, die nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

In den Krediten und Forderungen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte enthalten Wertpapiere, Fondsanteile zur Sicherung der Altersteilzeitverpflichtungen sowie Beteiligungen. Bei den Fondsanteilen entspricht der beizulegende Zeitwert den Börsenkursen am Stichtag. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine an aktiven Märkten beobachtbare Preise vorliegen. Für die Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Alle anderen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen.

Aus Krediten und Forderungen sind Nettogewinne in Höhe von 21,3 Mio. € (Vorjahr 114,7 Mio. €) entstanden. Im Wesentlichen gehen die Nettogewinne auf Währungseffekte, Zinserträge aus Bankguthaben und Wertberichtigungen zurück. Nettogewinne aus Finanzinstrumenten, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, entstanden in Höhe von 6,9 Mio. € (im Vorjahr 1,1 Mio. €). Es handelte sich dabei im Wesentlichen um Zinserträge aus langfristigen und kurzfristigen Unternehmensanleihen, die in den Wertpapieren ausgewiesen wurden. Die Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhaltet Beteiligungsverluste in Höhe von - 0,2 Mio. €, welchen in gleicher Höhe Gewinne aus festverzinslichen Wertpapieren entgegenstehen. Im Vorjahr wurden Beteiligungserträge in Höhe von 0,6 Mio. € generiert. In der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte resultiert insgesamt ein Nettoverlust in Höhe von -4,2 Mio. € (Vorjahr -12,0 Mio. €). Diese betreffen Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen und werden als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung aufgeführt.

Nettoverluste in Höhe von -24,3 Mio. € (Vorjahr -14,5 Mio. €) ergaben sich in der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten, die im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten bestehen.

Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu Marktwerten oder umgekehrt statt.

Für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, hat eine Zuordnung zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zu erfolgen. Die Hierarchiestufen unterscheiden die für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputdaten und inwieweit diese am Markt beobachtbar sind. Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert:

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Stufe 1: Notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
Stufe 2: Direkt oder indirekt beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen
Stufe 3: Nicht beobachtbare Marktdaten

Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten lassen sich wie folgt in die dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

Fair-Value-Hierarchie zum 31.12.2011

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  Fair-Value-Hierarchie
  Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 87,8 - - 87,8
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) - 6,4 - 6,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 11,5 - 11,5
Gesamt 87,8 17,9 - 105,7
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) - 8,4 - 8,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 15,2 - 15,2
Gesamt   23,6 - 23,6

Fair-Value-Hierarchie zum 31.12.2010

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  Fair-Value-Hierarchie
  Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 10,2 - - 10,2
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) - 4,6 - 4,6
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 34,9 - 34,9
Gesamt 10,2 39,5 - 49,7
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) - 7,4 - 7,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 8,7 - 8,7
Gesamt - 16,1 - 16,1

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen Risken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel Risiken zeitnah zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken, insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken werden bezüglich ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung der Geschäfte erfolgen nach internen Richtlinien und unterliegen Kontrollen unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen abgesichert. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch, dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertminderungen Rechnung getragen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten.

Zu seiner Begrenzung hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form von kurzfristigen Anlagen und Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen. Das Gesamtvolumen übersteigt die geplanten Finanzverbindlichkeiten signifikant.

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken.

Währungsrisiko

Die Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungs-Einnahmen und Ausgaben. Das größte Risiko besteht gegenüber dem USD. Als USD-Einnahmen sind alle in USD fakturierten Umsätze zu verstehen, unter USD-Ausgaben werden sämtliche USD- Einkäufe sowie die Standortkosten in USD erfasst. Zu den direkten USD-Einnahmen und Ausgaben werden noch in die Ermittlung des Risikopotenzials die indirekten USD-Einflüsse der Top-Rohstoffe Methanol und Erdgas miteinbezogen. Gleichzeitig werden indirekte €-Umsätze vom Währungs-Exposure abgezogen. Als relevante Risikovariable für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der USD Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in USD abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem SGD, CNY und JPY haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von zehn Prozent des USD gegenüber dem € simuliert. Die Auswirkung auf das EBITDA hätte zum 31. Dezember 2011 – 50 Mio. € und zum 31. Dezember 2010 – 62 Mio. € betragen. Der Effekt aus den als Cashflow-Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 62,3 Mio. € (Vorjahr 81,2 Mio. €) erhöht. Das Währungs-Exposure lag zum 31. Dezember 2011 bei 549,7 Mio. € (Vorjahr 677 Mio. €).

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzschulden und zinstragenden Anlagen. Jährlich legt der Vorstand die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Nettofinanzschulden fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument (Finanzverbindlichkeiten, Anlagen, Zinsderivate) mit einem festen oder variablen Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Marktwertsensitivität oder einer Cashflow Sensitivität gemessen. Finanzschulden und Anlagen mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Wenn das Marktzinsniveau durchschnittlich um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 1,1 Mio. € (Vorjahr 0,9 Mio. €) besser (schlechter) ausgefallen.

Rohstoffpreisrisiko

Das Risiko einer nicht ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen bei Zusammentreffen mehrerer Ursachen ist im Bereich Erdgas sowie Ethylen nicht auszuschließen. Allerdings wird es bei Ethylen durch die im Bau befindliche Ethylen-Pipeline Süd künftig gemindert. Generell besteht ein Ergebnisrisiko durch mögliche Erhöhungen der Rohstoffpreise. Eine Steigerung um ein Prozent würde das EBITDA um 10,4 Mio. € (Vorjahr 8,4 Mio. €) negativ beeinflussen.

Derivative Finanzinstrumente

Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt es sich im Wesentlichen um Edelmetalle (Platin, Gold, Silber, Palladium), die als Katalysator oder im sonstigen Produktionsbetrieb eingesetzt werden sowie um die laufende Energiebeschaffung. In 2011 wurden Risiken aus Edelmetallen teilweise durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Die Preissicherung der Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen für die im Wesentlichen die Own-use excemption des IAS 39 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenoptions- und Devisenterminkontrakte sowie Devisenswaps. Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen (Grundgeschäft) unterlegt sind; zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung.

Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den USD, den Japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Bei Devisensicherungen im Finanzbereich werden die Fälligkeiten der Forderungen/Verbindlichkeiten berücksichtigt. Zinssicherungen erfolgen überwiegend im Euro-Bereich; es wird auf die Fälligkeit der Grundgeschäfte abgestellt.

Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen drei und vier Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von vier Monaten bis maximal 31 Monaten. Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn- und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach. Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten.

Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt.

Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum Marktwert angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen Vermögenswerten bzw. sonstigen Verbindlichkeiten. Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting praktiziert. In diesen Fällen werden die Marktwertveränderungen von Devisentermingeschäften bzw. Veränderungen des inneren Werts von Devisenoptionen bis zum Eintritt des Grundgeschäfts ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst, soweit der Hedge effektiv ist. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktionen werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Die Veränderungen der Zeitwerte der Devisenoptionen werden erfolgswirksam erfasst.

Für die strategische Sicherung werden abgestufte Sicherungsquoten verwendet. Die Quoten liegen zwischen 25 Prozent und 60 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure in US-$ und JPY. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure für 2012 zu rund 60 Prozent abgesichert, das erwartete Netto-Exposure in 2013 zu rund 50 Prozent und das erwartete Netto-Exposure des Halbleitergeschäfts für das erste Halbjahr 2014 zu rund 25 Prozent.

Im Geschäftsjahr ist in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein unrealisiertes Ergebnis in Höhe von 30,4 Mio. € (Vorjahr 11,5 Mio. €) (vor Steuern) berücksichtigt. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren.

In wenigen Fällen existieren eingebettete Derivate. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich zu Marktwerten; sofern solche nicht ableitbar sind, zu fortgeführten Anschaffungskosten. Auch hier erfolgt der Ausweis unter den sonstigen Vermögenswerten bzw. übrigen Verbindlichkeiten.

Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzverbindlichkeiten im Zinsergebnis.

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Mio. € 31.12.2011 31.12.2010
  Nominalwerte Marktwerte Nominalwerte Marktwerte
Währungsderivate 1.422,4 - 3,7 1.502,4 21,2
Sonstige Derivate 43,7 - 1,8 115,6 2,2
Marktwerte für derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Hedge Accounting - - 5,0 - 25,2

Die Währungsderivate beeinhalten Devisenterminkontrakte über 1.447,3 Mio. US-$, 8,2 Mrd. JPY und 305,2 Mio. SGD.

Bei den Sonstigen Derivaten handelt es sich im Wesentlichen um Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 25,0 Mio. € (Vorjahr 100,0 Mio. €) und um auf dem norwegischen Markt gehandelte Strom-Futures mit einem Nominalvolumen von 17,4 Mio. € (Vorjahr 15,6 Mio. €). Mit den Strom-Futures wird das Risiko steigender Spot-Marktpreise am Energiemarkt durch eine strukturierte Preisfixierung auf dem Strommarkt begrenzt. Das Sicherungsvolumen beträgt 90 Prozent des zukünftigen Strombedarfs der Siliciumproduktion im norwegischen Holla. Die Laufzeiten betragen maximal ein Jahr.

21 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt werden.

Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapieren mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen, da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden.

Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens starken Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet, so dass auch hier eine Überleitung der gesamten Zu- und Abflüsse zur Veränderung der Finanzverbindlichkeiten in der Bilanz nicht möglich ist.

Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden Finanzmittelfonds verweisen wir auf den Anhang. Siehe Ziffer 11

Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge

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Mio. € 2011 2010
Silicones - 13,3 - 7,3
Polymers - 0,3 - 1,2
Biosolutions - 0,3 - 1,1
Polysilicon 0,9 - 2,1
Siltronic 3,3 - 18,4
Sonstiges - 35,9 - 28,6
  -45,6 -58,7

22 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. WACKER berichtet über fünf operative Segmente (Siltronic, Silicones, Polymers, Polysilicon und Biosolutions), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Risiko- und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Die keinem operativen Segment zugeordneten Aktivitäten werden als „Sonstiges“ ausgewiesen. Sofern Währungsergebnisse den Segmenten nicht zuordenbar sind, werden sie ebenfalls hier ausgewiesen. Obwohl das Segment Biosolutions die von IFRS 8 vorgegebenen Schwellenwerte nicht überschreitet, hat sich WACKER entschieden, auf Grund der spezifischen Produkt- und Kundenstruktur ein berichtspflichtiges Segment auszuweisen.

Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt. Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter „Sonstiges“ ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind. Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Bei den geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem Sitz des Kunden, als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert.

WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgrößen ebit und EBITDA. Das ebit setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen abzüglich dem Equity-Ergebnis und dem sonstigen Beteiligungsergebnis zusammen. Das EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum ebit.

Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung eliminiert.

Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen, Liquidität sowie aktive latente Steuern werden jedoch grundsätzlich dem Segment „Sonstiges“ zugeordnet.

Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen passive latente Steuern, die im Segment „Sonstiges“ gezeigt werden. Die Aufteilung der Finanzverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Das Segment Siltronic erstellt einen eigenen Teilkonzernabschluss.

Von den ergebnisneutral berücksichtigten Wertänderungen entfallen 11,9 Mio. € (Vorjahr Mio. €) auf das Segment Siltronic und 9,8 Mio. € (Vorjahr 6,0 Mio. €) auf Sonstige.

Die Wertänderungen betreffen im Wesentlichen die Marktwertveränderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging.

Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in den USA auf 739,6 Mio. € (Vorjahr 735,6 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze in Höhe von 707,0 Mio. € (Vorjahr 682,7 Mio. €) bzw. 706,2 Mio. € (Vorjahr 616,0 Mio. €) erzielt werden. Kunden, mit denen wesentliche Umsätze getätigt werden, existieren nicht.

Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:

Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)

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Mio. € 2011 2010
EBIT der berichtspflichtigen Segmente 602,8 766,5
Konsolidierung 0,4 - 1,9
Konzern EBIT 603,2 764,6
Finanzergebnis - 35,8 - 32,3
Ergebnis vor Steuern 567,4 732,3
Ertragsteuern - 211,3 - 235,3
Jahresergebnis 356,1 497,0

23 Aufstellung des Anteilsbesitzes/Kennzahlen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierter Unternehmen

Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse.

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Verbundene Unternehmen          
Laufende Nummer Kennzeichen * Eigenkapital
in T€
Jahresergebnis
in T€
Kapitalanteil
in %
gehalten über lfd. Nummer1
Deutschland          
1 Alzwerke GmbH, München a), b) 7.160 - 100,00 0
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn a), b) 5.014 - 100,00 0
3 W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München 2   88 18 51,00 0
4 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München a), b) 26 - 100,00 0
5 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München   30 - 100,00 22
6 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz   27 - 100,00 0
7 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München   80 - 100,00 22
8 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München   36 - 100,00 0
9 Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München a), b) 387.727 - 100,00 0
10 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München   28 - 100,00 0
11 Wacker Biotech GmbH, Jena a), b) 290 - 100,00 0
12 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München   25 - 100,00 0
13 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München a) 264.405 - 100,00 30
14 Siltronic AG, München a) 718.048 - 90.00 9
        10.00 0
Übriges Europa          
15 Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande   439.982 733 100,00 0
16 Wacker-Chemicals Ltd., Egham, Surrey, Großbritannien   678 539 100,00 0
17 Wacker-Chemie Italia S.r.L., Peschiera Borromeo/Mailand, Italien   2.464 855 100,00 0
18 Wacker-Chemie Benelux B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande   325 306 100,00 15
19 Wacker Chimie S.A.S., Lyon, Frankreich   370 183 100,00 0
20 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden   507 434 100,00 0
21 Wacker Química Ibérica, S.A., Barcelona, Spanien   288 150 100,00 0
22 Siltronic Holding International B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande   416.074 - 50.870 100,00 14
23 Wacker-Chemie S.r.o., Prag, Tschechien   3.266 77 100,00 0
24 Wacker-Chemie Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen   418 307 100,00 0
25 Wacker-Chemie Hungária Kft., Budapest, Ungarn   355 193 100,00 0
26 OOO Wacker Chemie RUS, Moskau, Russland   853 493 100,00 0
27 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Norwegen   36.955 - 709 100,00 15
Amerika          
28 Wacker Química do Brasil Ltda., Säo Paulo, Brasilien   7.476 - 2.067 100,00 0
29 Wacker Mexicana S.A. de C.V., Mexiko, D.F., Mexiko   1.244 894 100,00 0
30 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA   472.767 10.965 100,00 15
31 Wacker Polysilicon North America L.L.C., Cleveland, Tennessee, USA   185.783 - 20.220 100,00 13
32 Siltronic Corp., Portland, Oregon, USA   56.612 16.452 100,00 22
Asien          
33 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur   1.668 288 100,00 0
34 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong, China   2.744 128 100,00 0
35 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien   25.513 6.843 51,00 0
36 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, Südkorea   17.882 1.907 100,00 15
37 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan   660 431 100,00 0
38 Wacker Chemicals Trading (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China   8.711 1.961 100,00 34
39 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur   47.960 - 15 51,00 0
40 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang, China   28.065 232 51,00 39
41 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang, China   22.225 1.349 100,00 43
42 Wacker Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi, China   3.102 1.082 100,00 43
43 Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, China   1.878 - 48.760 100,00 0
44 Wacker Polymer Systems (Nanjing) Co. Ltd., Nanjing, China   38.125 - 1.814 100,00 43
45 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai, Indien   3.100 109 100,00 15
46 Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur   103.856 25.363 100,00 22
47 Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur   3.831 3.688 100,00 22
48 Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan   - 38.106 - 58.266 100,00 22
Übrige Regionen          
49 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Melbourne, Australien   39 - 265 100,00 0
50 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai, VAE   2.520 635 100,00 0
Gemeinschaftsunternehmen/ assoziierte Unternehmen 3          
51 Thin Materials AG, Eichenau, Deutschland   345 - 461 32,68 0
52 Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan   16.078 3.008 50,00 0
53 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur   184.540 51.509 25,00 0
54 Wacker Dymatic (Shunde) Co. Ltd., Guangdong, China   15.687 3.334 50,00 43
55 Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd., Singapur   89.784 - 48.864 50,00 22
Special Purpose Entity          
56 WMM-Universal-Fonds (Sondervermögen), Deutschland   100.336 639 100,00 0

* Kennzeichen:
a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften hat der Vorstand der Wacker Chemie AG zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1 Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2 Zahlen des Vorjahres
3 Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft
4 Anteile am Sondervermögen

Kennzahlen Gemeinschaftsunternehmen

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Mio. € 2011 2010
  Gesamt Anteil von WACKER Gesamt Anteil von WACKER
Umsatzerlöse -271,1 135,6 304,3 152,2
Betriebsergebnis -24,2 - 12,1 - 15,9 - 7,9
Ergebnis nach Steuern -42,6 - 21,3 - 32,9 - 16,4
Langfristiges Vermögen 479,1 239,7 520,1 260,1
Kurzfristiges Vermögen 169,0 84,5 132,3 66,3
  648,1 324,2 652,4 326,4
Eigenkapital 121,6 60,9 166,3 83,2
Langfristiges Fremdkapital 406,9 203,4 385,5 192,8
Kurzfristiges Fremdkapital 119,6 59,9 100,6 50,4
  648,1 324,2 652,4 326,4

In den Umsatzerlösen, dem Betriebsergebnis und dem Ergebnis vor Steuern des Geschäftsjahres 2010 sind für das im Dezember 2010 veräußerte Gemeinschaftsunternehmen Planar Solutions, LLC für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 4. Dezember 2010 Beträge in Höhe von 48,8 Mio. €, 9,2 Mio. € und 9,2 Mio. € enthalten.

Kennzahlen assoziierte Unternehmen

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Mio. € 2011 2010
  Gesamt Anteil von WACKER Gesamt Anteil von WACKER
Umsatzerlöse 375,7 94,0 157,2 39,3
Betriebsergebnis 95,0 23,8 - 39,0 - 9,8
Ergebnis nach Steuern 51,0 12,8 - 79,7 - 20,0
Langfristiges Vermögen 965,8 241,4 938,1 234,5
Kurzfristiges Vermögen 171,6 42,9 109,7 27,4
  1.137,4 284,3 1.047,8 261,9
Eigenkapital 184,8 46,2 120,5 30,1
Langfristiges Fremdkapital 544,5 136,1 637,0 159,3
Kurzfristiges Fremdkapital 408,1 102,0 290,3 72,5
  1.137,4 284,3 1.047,8 261,9

28 Beziehungen zu nahestehenden Personen

Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern.

Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24 da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.

Der WACKER-Konzern wird durch den Mehrheitsgesellschafter, die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 7. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.

Am 14. Dezember 2011 teilte die BlackRock Inc., New York, USA mit, knapp über drei Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG zu halten. Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht. www.unternehmensregister.de

Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG.

Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt, die unter anderem Anlaufkosten und Finanzierungselemente enthalten. Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit oben genannten nahe stehenden Unternehmen dar:

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen/Personen

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Mio. € 2011
  Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Assoziierte Unternehmen 2,9 -108,1 16,5 -6,0
Gemeinschaftsunternehmen 72,2 -43,6 14,9 -5,2
Pensionskasse 0,4 27,6 35,2 0,1
Sonstige 0,1 - - 0,3
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Mio. € 2010
  Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Assoziierte Unternehmen 2,5 - 42,8 - -
Gemeinschaftsunternehmen 86,7 - 33,4 18,2 - 2,4
Pensionskasse 0,1 25,5 -25,1 0,5
Sonstige - - 0,2 0,2 -

Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter Ziffer 17 ausgewiesen.

Darüber hinaus bestehen Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 130 Mio.€ (Vorjahr 88,8 Mio.€)

Des Weiteren bestehen Wertberichtigungen für Forderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 0,2 Mio.€ (Vorjahr 0,3 Mio.€).

Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats:

Vergütungen für Organe

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Feste Vergütungen Variable Vergütungen Alters-
versorgung1
Gesamt
Vorstandsvergütungen 2011 2.583.852 3.722.400 1.781.282 8.087.534
Vorstandsvergütungen 2010 2.597.871 4.176.000 1.511.168 8.285.039
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2011       19.098.475
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2010       17.433.247
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2011       809.481
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2010       791.559
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2011       19.987.205
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2010       19.179.121
Aufsichtsratsvergütungen 2011 1.755.323 -   1.755.323
Aufsichtsratsvergütungen 2010 717.000 656.250   1.373.250

1 In der Altersversorgung ist neben dem Dienstzeitaufwand auch der Zinsaufwand enthalten

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und beinhaltet Angaben, die nach dem deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind.

Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden. Die Veröffentlichung dieser Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der Wacker Chemie AG unter www.wacker.com/directors-dealings.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind auf den folgenden Seiten aufgeführt.

 

München, den 28. Februar 2012

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Joachim Rauhut

Wilhelm Sittenthaler

Auguste Willems

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker 1, 4, 5

Vorsitzender

Starnberg

Diplom-Kaufmann

Vorsitzender des Aufsichtsrats und Beirats

Giesecke & Devrient GmbH

Geschäftsführer

Dr. Alexander Wacker

Familiengesellschaft mbH

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums

ifo Institut Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

(seit 29. Juni 2011)

Anton Eisenacker * 1, 4, 5

stv. Vorsitzender

Perach

Industriemeister Chemie

Peter Áldozó *

Burghausen

Personalfachkaufmann

Dr. Konrad Bachhuber * (bis 31. Dezember 2011)

Cleveland, Tennessee

Diplom-Chemiker

Werkleiter Charleston, Tennessee

Vorsitzender des Board of Directors

(bis 31. Dezember 2011)

Wacker Chemicals Fumed Silica

(Zhangjiagang) Co. Ltd.**

Wacker Polymer Systems (Wuxi) Co. Ltd.**

Mitglied des Board of Directors

(bis 31. Dezember 2011)

Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd.**

Wacker Polymer Systems (Nanjing) Co. Ltd.**

Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang)

Holding Co. Private Ltd.**

Matthias Biebl

München

Rechtsanwalt und Banksyndikus

UniCredit Bank AG

Dr. Werner Biebl

München

Generalstaatsanwalt a. D.

Geschäftsführer

Dr. Alexander Wacker

Familiengesellschaft mbH

Marko Fartelj *

Kirchdorf

Anlagenfahrer

Uwe Fritz * 2 (bis 31. Mai 2011)

Julbach

Bezirksleiter IG BCE

Bezirk Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG **

(bis 31. Mai 2011)

Konrad Kammergruber * (seit 1. Januar 2012)

Burghausen

Diplom-Kaufmann

Leiter Beschaffung Material und Dienstleistungen

Eduard-Harald Klein *

Neuötting

Operator

Manfred Köppl * 3

Kirchdorf

Industriemechaniker

Franz-Josef Kortüm 1 4

München

Vorsitzender des Vorstands

Webasto AG

Mitglied des Beirats

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

ERGO Versicherungsgruppe AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Schaeffler AG

Seppel Kraus *

Olching

Landesbezirksleiter IG BCE, Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats

Hexal AG

Novartis Deutschland GmbH

Harald Sikorski * (seit 1. Juni 2011)

München

Bezirksleiter IG BCE, Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG **

(seit 1. Juni 2011)

Mitglied des Aufsichtsrats

Gerresheimer AG

Südsalz GmbH

(bis 20.Oktober 2011)

Dr. Thomas Strüngmann

Tegernsee

Diplom-Kaufmann

Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH

Dr. Bernd W.Voss 5

Kronberg i. T.

Ehemaliges Mitglied des Vorstands

Dresdner Bank AG

Mitglied des Board of Directors

ABB Ltd. (bis 29. April 2011)

Mitglied des Aufsichtsrats

Continental AG

Mitglied des Zentralen Beirats

Commerzbank AG

Dr. Susanne Weiss

München

Rechtsanwältin

Vorsitzende des Aufsichtsrats

ROFA AG

Mitglied des Aufsichtsrats

UniCredit Bank AG

Strenesse AG (bis 11. November 2011)

Mitglied des Aufsichtsrats und Beirats

Giesecke & Devrient GmbH

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München

Professor emeritus für Biochemie an der LMU, München

Secretary General HFSP Human Frontier

Science Program, Strasbourg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

MediGene AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Bayer AG

* Arbeitnehmervertreter
** Verbundene Unternehmen
1 Vermittlungsausschuss: Vorsitzender Dr. Peter-Alexander Wacker
2 Vermittlungsausschuss bis 31. Mai 2011
3 Vermittlungsausschuss seit 30. Juni 2011
4 Präsidialausschuss: Vorsitzender Dr. Peter-Alexander Wacker
5 Prüfungsausschuss: Vorsitzender Dr. Bernd W. Voss

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

SILTRONIC

Obere Führungskräfte

Konzernentwicklung

Corporate Communications

Investor Relations

Konzernrevision

Recht und Versicherungen

Compliance

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG **

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Mitglied des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Beirats

Deutsche Bank AG

Dr. Joachim Rauhut

WACKER POLYSILICON

Bilanzierung

Konzerncontrolling

Finanzen

Information Technology

Einkauf Rohstoffe

Technischer Einkauf & Logistik

Steuern

Region Amerika

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG **

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

MTU Aero Engines Holding AG

MTU Aero Engines GmbH

B. Braun Melsungen AG

(seit 24. März 2011)

Mitglied des Beirats

J. Heinrich Kramer Holding GmbH

Dr. Wilhelm Sittenthaler

WACKER SILICONES

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor)

Forschung und Entwicklung

Intellectual Property

Regionen Indien, Asien/Pazifik

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG **

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Auguste Willems

WACKER POLYMERS

WACKER BIOSOLUTIONS

Zentrale Ingenieurtechnik

Sales and Distribution

Corporate Security

Werkleitungen

Umwelt/Gesundheit/Safety

Product Stewardship

Regionen Europa, Middle East

Mitglied des Landesbeirats Bayern

TÜV Süd AG

** Verbundene Unternehmen

Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) sowie gemäß § 289a Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung.

Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im Geschäftsjahr 2011 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Änderungen des Kodex auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, als jährliche Erklärung nach § 161 AktG nachfolgende Entsprechenserklärung abzugeben. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Entsprechenserklärung 2011 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben und diese im Mai 2011 um die Ziffer f) ergänzt. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen:

Ausnahmen

a) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

b) Abfindungs-Cap

Bei der Neu- und Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern werden wir diese Empfehlung des Kodex befolgen.

c) Angemessene Berücksichtigung von Frauen im Vorstand

Die Wacker Chemie AG misst dem Thema Diversity auch bei der Besetzung des Vorstands eine hohe Bedeutung bei. Wichtigste Kriterien sind dabei jedoch Kompetenz – auch internationale Kompetenz- und Qualifikation. Wir halten es aber nicht für zielführend, dem Thema „Anstreben einer angemessenen Berücksichtigung von Frauen“ eine höhere Priorität als der Kompetenz und Qualifikation einzuräumen.

d) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind auf Grund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

e) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats „aus seiner Mitte“ von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

f) Erfolgsorientierte Vergütung für Aufsichtsratsmitglieder

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten keine erfolgsorientierte Vergütung um eine möglichst starke Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten. Zum einen sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf das operative Geschäft begrenzt. Zum anderen entwickeln sich die Arbeitsbelastung und das Haftungsrisiko der Aufsichtsratsmitglieder im Regelfall nicht parallel zum geschäftlichen Erfolg des Unternehmens. Gerade in schwierigen Zeiten, in denen eine variable Vergütung unter Umständen zurückgeht, kann eine besonders intensive Wahrnehmung der Überwachungs- und Beratungsfunktion durch die Aufsichtsratsmitglieder erforderlich sein.

Berichterstattung zur Corporate Governance

Aktionäre und Hauptversammlung

Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren

WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens ob Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten, Medien sowie die interessierte Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige wesentliche Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Webseite veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr veranstalten wir einen Capital Markets Day. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online- Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das PodcastCenter. www.wackercom

Hauptversammlung

Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäfts- und im Kurzbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Alle Dokumente sind auch auf der Webseite hinterlegt. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER unterstützt seine Aktionäre bei der persönlichen Wahrnehmung ihrer Rechte und bei der Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Wacker Chemie AG besitzt wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der das Unternehmen überwacht. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen.

Vorstand

Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Weitere Informationen auf S. 246

Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie der Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und errichtet ein angemessenes Risikomanagement.

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu.

Enge Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Im Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements. Er erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür.

Bestimmte in der Verfassung der Wacker Chemie AG festgelegte Geschäfte bedürfen vor Abschluss der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite. Außerdem berichtet der Vorstand an den Aufsichtsrat auch regelmäßig über das Thema Compliance.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen. Weitere Informationen auf S. 244

Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands und überwacht und berät diesen bei der Leitung des Unternehmens.

Dadurch, dass Mitglieder des Aufsichtsrats nicht gleichzeitig dem Vorstand angehören können, ist bereits strukturell ein hohes Maß an Unabhängigkeit bei der Überwachung des Vorstands sichergestellt.

Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrates

Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er erarbeitet ferner das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzt sich zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. PeterAlexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Anton Eisenacker und Franz-Josef Kortüm.

Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Darüber hinaus befasst er sich mit der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr und der Durchsprache der Quartalsabschlüsse sowie Fragen des Risikomanagements.

Zu diesem Zweck obliegt ihm eine Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags für die Gewinnverwendung. Insbesondere überwacht er die Rechnungslegungsprozesse und die Wirksamkeit der internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssysteme. Dabei arbeitet er eng mit den Abschlussprüfern zusammen. Der Prüfungsausschuss bereitet darüber hinaus die Vereinbarung mit den Abschlussprüfern vor und trifft geeignete Maßnahmen, um die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers festzustellen und zu überwachen. Er unterbreitet auf dieser Grundlage dem Aufsichtsrat eine Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Mitglieder dieses Ausschusses sind Dr. Bernd W. Voss, Dr. Peter-Alexander Wacker und Anton Eisenacker. Vorsitzender dieses Ausschusses ist Dr. Bernd W. Voss, der über besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Rechnungslegung und Abschlussprüfung verfügt.

Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss mit den ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben, dem Dr. Peter-Alexander Wacker, Anton Eisenacker, Franz-Josef Kortüm und Uwe Fritz (bis zum 31. Mai 2011) bzw. Manfred Köppl (seit 30. Juni 2011) angehören. Vorsitzender des Ausschusses ist Dr. Peter-Alexander Wacker.

Wesentliche Unternehmensführungspraktiken

Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands

Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Die Compliance im Konzern wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

Verantwortlich dafür ist die Compliance-Organisation von WACKER. Das Unternehmen hat in Deutschland, Norwegen, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien und Singapur Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten zum Thema Compliance. Im Geschäftsjahr 2011 lag ein Schwerpunkt des Compliance-Managements auf ausländischen Standorten. Die dortigen Mitarbeiter wurden verstärkt in die E-Learning- Fortbildungen einbezogen und vor Ort in Seminaren geschult.

Responsible Care® und Global Compact fester Bestandteil der Unternehmensführung

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms auch WACKER verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern – unabhängig von gesetzlichen Vorgaben.

Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir Lieferanten daher auch in diesem Punkt.

Im Jahr 2011 haben wir eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut. Sie steuert die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care® und Global Compact und koordiniert die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER weltweit.

Gesellschaftliches Engagement

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung, im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns im Bereich Wissenschaft und Bildung, Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich.

Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKER

Bestimmungen des § 15 Wertpapierhandelsgesetz werden erfüllt

Den gesetzlichen Regelungen des § 15 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle „Ad-hoc-Publizität“, in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, für die der Zugang zu Insiderinformationen im Rahmen ihrer Aufgaben erforderlich ist, werden in einem Insiderverzeichnis geführt.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

In § 15a WpHG ist festgelegt, dass Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sowie bestimmte Angehörige verpflichtet sind, den Erwerb und den Verkauf von WACKER-Aktien und anderer darauf bezogener Rechte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft mitzuteilen, sofern die Wertgrenze von 5.000 € innerhalb eines Kalenderjahres überschritten wird.

Im Jahr 2011 sind von Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats und deren meldepflichtigen Angehörigen insgesamt 13 meldepflichtige Erwerbsgeschäfte mit Stückzahlen von 8 bis 2.000 WACKER-Aktien mitgeteilt worden. Das Volumen der einzelnen Geschäfte lag zwischen 1.274 € und 159.840 €.

Die Blue Elephant Holding GmbH, deren Mehrheitsgesellschafter Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG, ist, hält mehr als zehn Prozent der Anteile an der Wacker Chemie AG.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken

Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss. Er ist ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Gemäß den Regelungen des Corporate Governance Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer auch sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken.

D & O-Versicherung

WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & OVersicherung). Diese Versicherung sieht seit dem 1. Juli 2010 den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor.

Zielsetzung zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Gemäß der Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex hat sich der Aufsichtsrat von WACKER hinsichtlich der künftigen Zusammensetzung Ziele gesetzt, die neben der hohen fachlichen Qualifikation auch die internationale Erfahrung der Mitglieder sowie die angemessene Vertretung von Frauen im Aufsichtsrat berücksichtigen.

In seiner Sitzung vom 9. Dezember 2010 hat der Aufsichtsrat dazu folgende Ziele verabschiedet:

1.

Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl von Mitgliedern mit internationalen Erfahrungen, mindestens jedoch ein Mitglied, angehören.

2.

Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von Interessenkonflikten an und wird dieses Ziel auch bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen.

3.

Der Aufsichtsrat strebt zum Zweck der Erreichung einer noch größeren Vielfalt eine Erhöhung der weiblichen Vertreter im Aufsichtsrat auf mindestens zwei Personen in den nächsten zwei Wahlperioden an. Bei der Umsetzung dieses Ziels wird angestrebt, dass sowohl die Anteilseigner als auch die Arbeitnehmer jeweils einen weiblichen Vertreter stellen.

Eine Altersgrenze ist bereits in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat enthalten.

Im Geschäftsjahr 2011 hat sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bezüglich der oben genanten Ziele nicht geändert. Die nächsten Aufsichtsratswahlen finden turnusgemäß im Jahr 2013 statt.

Vergütungsbericht für den Vorstand

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig.

Das seit dem 1. Januar 2010 geltende Vergütungssystem trägt den gesetzlichen Anforderungen des im August 2009 in Kraft getretenen VorstAG Rechnung.

Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus folgenden, wesentlichen Komponenten zusammen:

(I) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausbezahlt.

(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern im Hinblick auf die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow und Zielrendite erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus wird die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2011 sowie die Gesamtzielerreichung der Geschäftsjahre 2010 und 2009 im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum liegt bei 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Maximalbonus beträgt 220 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen in einem bestimmten Rahmen zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben. Für diese Aktien gilt eine Haltefrist von zwei Jahren. Im Jahr 2010 konnten bereits gehaltene Aktien für dieses verpflichtende Aktien-Investment eingebracht werden.

(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d.h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Vor Eintritt des Versorgungsfalles haben Herr Dr. Rudolf Staudigl, Herr Dr. Joachim Rauhut und Herr Dr. Wilhelm Sittenthaler grundsätzlich Anspruch auf ein jährliches vorzeitiges Ruhegehalt, wenn sie gegen ihren Willen aus dem Vorstand ausscheiden, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt oder wenn sie von sich aus ihre Tätigkeit auf Grund eines von der Gesellschaft zu vertretenden wichtigen Grundes beenden. Die Höhe des Ruhegehaltes – wie das feste Jahresgehalt erfolgsunabhängig – bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst.

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D &O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben des VorstAG.

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Vorstandsbezüge

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Feste Vergütung1 Variable Vergütung Altersversorgung 2 Gesamt
Dr. Rudolf Staudigl        
2011 801.549 1.163.250 683.208 2.648.007
2010 800.709 1.305.000 602.117 2.707.826
Dr. Joachim Rauhut        
2011 604.053 853.050 279.644 1.736.747
2010 603.951 957.000 249.020 1.809.971
Dr. Wilhelm Sittenthaler        
2011 579.702 853.050 439.755 1.872.507
2010 594.760 957.000 318.082 1.869.842
Auguste Willems        
2011 598.548 853.050 378.675 1.830.273
2010 598.451 957.000 341.949 1.897.400
Gesamt        
2011 2.583.852 3.722.400 1.781.282 8.087.534
2010 2.597.871 4.176.000 1.511.168 8.285.039

1 In der festen Vergütung ist auch die Nutzung eines Firmenfahrzeuges enthalten.
2 In der Altersversorgung ist neben dem Dienstzeitaufwand auch Zinsaufwand enthalten. Der Zinsaufwand beträgt 784.497 € (Vorjahr 591.016 €)
3 In 2010 wurde der Beginn der Pensionsberechtigung mit dem Ende der Laufzeit des Dienstvertrages synchronisiert.

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen

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Gesamt
2011 809.481
2010 791.559

Pensionsrückstellungen für Vorstandsmitglieder

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Gesamt
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder  
2011 19.098.475
2010 17.433.247
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen  
2011 19.987.205
2010 19.179.121

Vergütungsbericht für den Aufsichtsrat

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Gemäß dem bis zum 31.12. des Geschäftsjahres 2010 geltenden Vergütungssystems erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 25.000 €. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintraten oder aus dem Aufsichtsrat ausschieden, erhielten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Zusätzlich zu der festen Vergütung erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats nach Feststellung des Jahresabschlusses eine erfolgsabhängige Vergütung für das vorangegangene Geschäftsjahr, die sich nach der prozentualen Gesamtkapitalrendite1 errechnet. Die erfolgsabhängige Vergütung konnte zwischen null und 125 Prozent der festen Jahresvergütung betragen.

Das bis einschließlich des Geschäftsjahres 2010 geltende Vergütungssystem wurde durch Beschluss der Hauptversammlung am 18. Mai 2011 mit Wirkung zum 1. Januar 2011 geändert und die Regelungen der Satzung entsprechend angepasst.

Ziel war es, eine möglichst starke Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten und dabei dem Haftungsrisiko und der generell gestiegenen Arbeitsbelastung – unabhängig vom geschäftlichen Erfolg Rechnung zu tragen. Weitere Informationen auf Seite 248 „Entsprechenserklärung“ – Punkt f

Es wurden folgende Änderungen vorgenommen:

i.

Die erfolgsabhängige Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wurde gestrichen.

ii.

Die feste Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder und die Auslagenpauschale wurden erhöht.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 70.000 €. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

1 Definition der Gesamtkapitalrendite zu diesem Zweck: Verhältnis von Ergebnis vor Zinsen und Steuern zum eingesetzten Kapital gemäß IFRS-Konzernabschluss in Prozent, wobei das eingesetzte Kapital der Summe aus langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten abzüglich der Liquidität entspricht.

Sowohl nach alter als nach neuer Regelung wird die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und Ausschussvorsitzenden mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandates entsprechende Auslagen mit einer jährlichen Pauschale von 18.000 € (Vorjahr 12.000 €), zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezuge

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Feste Vergütung1 Variable Vergütung Gesamt
2011 1.755.323 - 1.755.323
2010 717.000 656.250 1.373.250

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.

Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur Prüfung

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet. Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll- und Steuerungssysteme werden kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 27. Februar 2012 ausführlich behandelt. Über die Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter gem. §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

München, den 28. Februar 2012

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Joachim Rauhut

Wilhelm Sittenthaler

Auguste Willems

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Wacker Chemie AG aufgestellten Konzernabschluss -bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Entwicklung des Eigenkapitals, Kapitalflussrechnung und Anhang- sowie ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 28. Februar 2012

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kozikowski, Wirtschaftsprüfer

Dr. Grottel, Wirtschaftsprüfer

Mehrjahresübersicht

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Mio. € 2011 Veränderung
in %
2010 2009 2008 2007
Umsatz 4.909,7 3,4 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3
Ergebnis vor Steuern 567,4 - 22,5 732,3 3,3 641,8 632,1
Jahresergebnis 356,1 - 28,4 497,0 - 74,5 438,3 422,2
EBITDA 1.104,2 - 7,6 1.194,5 606,7 1.055,2 1.001,5
EBIT 603,2 -21,1 764,6 26,8 647,9 649,6
Anlagevermögen 3.797,7 16,0 3.273,5 3.017,5 2.951,7 2.401,9
Immaterielle Vermögensgegenstände 30,2 - 9,0 33,2 22,0 24,7 10,1
Sachanlagen 3.502,0 15,7 3.027,2 2.778,5 2.659,6 2.123,4
Finanzanlagen 265,5 24,6 213,1 217,0 267,4 268,4
Umlaufvermögen inkl. lat. Steuer + Rechnungsabgrenzungsposten 2.439,3 9,5 2.227,7 1.524,4 1.673,4 1.516,2
Flüssige Mittel 473,9 - 13,1 545,2 363,6 204,2 366,5
Eigenkapital 2.629,7 7,5 2.446,8 1.942,4 2.082,8 1.865,6
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8 260,8 260,8 260,8
Kapitalrücklage 157,4 157,4 157,4 157,4 157,4
Eigene Anteile - 45,1 - 45,1 - 45,1 - 45,1 - 45,1
Gewinn-RL/Konzernerg./übriges Eigenkapital 2.230,3 8,8 2.049,0 1.552,4 1.695,3 1.477,2
Anteile anderer Gesellschafter 26,3 6,5 24,7 16,9 14,4 15,3
Fremdkapital 3.607,3 18,1 3.054,4 2.599,5 2.542,3 2.052,5
Rückstellungen 904,2 1,2 893,2 867,8 719,5 651,6
Verbindlichkeiten inkl. lat. Steuer + Rechnungsabgrenzungsposten 2.703,1 25,1 2.161,2 1.731,7 1.822,8 1.400,9
Bilanzsumme 6.237,0 13,4 5.501,2 4.541,9 4.625,1 3.918,1
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 16.934 5,6 16.033 15.719 15.798 14.926
Mitarbeiter (31.12.) 17.168 5,2 16.314 15.618 15.922 15.044
Mitarbeiter gesamt 17.168 5,2 16.314 15.618 15.922 15.044
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Mio. € 2011 Veränderung
in %
2010 2009 2008 2007
Kennzahlen zur Rentabilität            
Umsatzrendite (EBIT) = EBIT/Umsatz (%) 12,3 - 23,6 16,1 0,7 15,1 17,2
Umsatzrendite (EBITDA) = EBITDA/Umsatz (%) 22,5 - 10,7 25,2 16,3 24,6 26,5
Eigenkapitalrendite = Jahresergebnis/EK (zum 31.12.) (%) 13,5 - 33,3 20,3 - 3,8 21,0 22,6
ROCE1 - Return on capital employed = EBIT/ Capital Employed (%) 18,1 - 27,0 24,8 0,9 25,7 25,3
Bilanzkennzahlen            
Anlagenintensität des Anlagevermögens = Anlagevermögen/Gesamtvermögen (%) 60,9 2,4 59,5 66,4 63,8 61,3
Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Gesamtvermögen (%) 42,2 - 5,2 44,5 42,8 45,0 47,6
Kapitalstruktur = Eigenkapital/Fremdkapital (%) 72,9 - 9,0 80,1 74,7 81,9 90,9
Cashflow & Investitionen            
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 867,0 - 21,4 1.103,1 767,5 1.005,4 1.322,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit langfristig - 831,5 22,0 - 681,5 - 800,4 - 983,7 - 678,8
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 37,4 >100,0 3,7 92,5 - 87,7 - 318,9
Netto-Cashflow = CFbetr. + CFInvest.- Zugänge Finance Leases 6,2 - 98,5 421,6 - 32,9 21,7 643,7
Investitionen (inkl. Finanzanlagen) 981,2 41,2 695,1 740,1 916,3 699,3
Aktie & Bewertung            
Konzernergebnis 352,6 - 28,1 490,7 - 70,8 439,4 422,0
Ergebnis je Aktie (€) = Konzernergebnis/Anzahl der Aktien 7,1 - 28,1 9,9 - 1,4 8,8 8,5
Marktkapitalisierung (Gesamtaktien ohne eigene Anteile) 3.087,5 - 52,4 6.487,9 6.066,7 3.711,4 9.821,3
Anzahl Aktien 49.677.983 - 49.677.983 49.677.983 49.677.983 49.677.983
Kurs zum Stichtag 31.12. 62,2 - 52,4 130,6 122,1 74,7 197,7
Dividende je Aktie (€) 2,20 - 31,3 3,20 1,20 1,80 3,00
Dividendenrendite (%) 2,0 - 28,6 2,8 1,4 1,5 2,0
Capital Employed1 3.328,6 8,1 3.078,9 2.878,4 2.520,6 2.566,9

1 2011: Mittelwert über die Quartale. 2010 und früher: Mittelwert halbjährlich

Chemisches Glossar

B

Biologics

Therapeutisch wirksame Proteine („Pharmaproteine“), die im Gegensatz zu traditionellen pharmazeutischen Wirkstoffen biotechnologisch hergestellt werden und der Diagnose, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten dienen können.

Biopolymere

Polymere auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen sowie bio- und erdölbasierte Polymere, die biologisch abbaubar sind. Biopolymere gelten als Alternative zu konventionellen Produkten der Petrochemie.

Biotechnologie

Biotechnologische Verfahren nutzen lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion. Je nach Anwendung wird zwischen roter, grüner und weißer Biotechnologie unterschieden: Rote Biotechnologie: medizinisch-pharmazeutische Anwendung. Grüne Biotechnologie: landwirtschaftliche Anwendung. Weiße Biotechnologie: biotechnologisch basierte Produkte und Industrieprozesse, z. B. in der Chemie-, Textil- oder Lebensmittelindustrie.

C

Chlorsilane

Verbindungen aus Silicium, Chlor und Wasserstoff. In der Halbleiterindustrie wird meist Trichlorsilan zur Herstellung von Polysilicium und für die Abscheidung von Silicium nach dem Epitaxieverfahren verwendet.

Cyclodextrine

Cyclodextrine gehören zur Klasse zyklischer Oligosaccharide, zu Deutsch: ringförmiger Zuckermoleküle. Cyclodextrine sind in der Lage, Fremdmoleküle wie Geruchsstoffe zu binden oder Wirkstoffe dosiert an die Umgebung abzugeben. Cyclodextrine werden von Wacker Biosolutions produziert und vermarktet.

Cystein

Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure und gehört zu den nichtessentiellen Aminosäuren, da es vom Körper gebildet werden kann. Cystein findet z. B. als Lebensmittelzusatzstoff oder Hustenmittel Anwendung. Cystein und seine Derivate stellen ein Geschäftsfeld des Bereichs Wacker Biosolutions dar.

D

Dispersionen

Binäres System, in dem ein Bestandteil in fein verteilter Form in einem anderen Bestandteil vorliegt. VINNAPAS®- Dispersionen von Wacker sind Vinylacetat-basierende Co- und Terpolymere in flüssiger Form, die hauptsächlich als Bindemittel in der Bauindustrie dienen, z. B. für Fugenmörtel, Grundierungen, Putze oder Primer.

Dispersionspulver

Entsteht durch Trocknen von Dispersionen in so genannten Sprüh- oder Scheibentrocknern. VINNAPAS®- Dispersionspulver von Wacker werden als Bindemittel in der Bauindustrie, z. B. für Fliesenkleber, Selbstverlaufsmassen, Reparaturmörtel etc. empfohlen. Die Pulver verbessern Adhäsion, Kohäsion, Flexibilität und Biegezugfestigkeit, Wasserrückhaltevermögen und die Verarbeitungseigenschaften.

E

Elastomere

Kunststoff, der sich nahezu ideal elastisch verhält: Bei Einwirkung einer Kraft verformt sich ein Gegenstand, bei Nachlassen der Kraft nimmt der Gegenstand genau die Ursprungsform wieder ein. Die Zeit der Krafteinwirkung spielt beim ideal elastischen Verhalten keine Rolle, wohl aber die Temperatur.

Ethylen

Ethylen ist ein farbloses, sehr reaktionsfähiges Gas und ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie.

G

Good Manufacturing Practice (gmp)

gMP ist ein Oberbegriff für eine Sammlung von Regeln und Vorgaben, die bei der Herstellung und beim Umgang mit bestimmten Produkten beachtet und befolgt werden müssen, um deren Qualität sicherzustellen.

GMP-Richtlinien werden unter anderem von der US- amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) und der EU vorgegeben.

H

Halbleiter

Stoffe, deren elektrische Leitfähigkeit viel geringer ist als die von Metallen, aber mit steigender Temperatur stark anwächst. Halbleiter können durch Dotierung mit Fremdatomen gezielt verändert und dem Einsatzzweck angepasst werden.

Hybridcompounds

Materialien, die durch die chemische Verbindung von Siliconen und organischen Polymeren entstehen und typische Eigenschaften beider Substanzklassen kombinieren.

I

Ingredients

Inhalts- oder Zusatzstoffe (in Lebensmitteln, pharmazeutischen Produkten etc.).

P

Polymer

Polymere sind große Moleküle, die aus Ketten von Untereinheiten (Monomere) bestehen. Ein Polymer enthält zwischen 10.000 und 100.000 Monomere. Ein Polymer kann langgestreckt sein oder als Knäuel vorliegen.

Polymerblends

Gemische aus synthetischen und natürlichen Polymeren, bei denen der nachwachsende Rohstoff mit einem Anteil von mindestens 65 Prozent die Hauptkomponente stellt. Kombiniert mit dem Bindemittelsystem VINNEX® entstehen Polymerblends aus nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Stärke), Polymilchsäure (PLA) oder Polyhydroxyalkanoate (PHA).

Polysilicium

Polykristallines Silicium des Bereichs WACKER POLYSILICON. Hochreines Silicium zur Herstellung von Siliciumwafern für die Elektronik- und Solarindustrie. Rohsilicium wird in das flüssige Trichlorsilan überführt, aufwändig destilliert und bei 1.000 °C in hochreiner Form wieder abgeschieden.

Pyrogene Kieselsäure

Weißes, synthetisches, nicht kristallines Silicumdioxid (SiO2) in Pulverform, hergestellt durch Flammenhydrolyse von Siliciumverbindungen. Vielfältige Nutzung als Additiv in Siliconkautschuk, Dichtmassen, Farben und Lacken, Pharmazie und Kosmetik.

S

Silane

Silane werden sowohl als Monomere für die Synthese von Siloxanen eingesetzt, als auch als Hilfs- oder Rohstoff direkt verkauft. Typische Anwendungsgebiete sind Oberflächenbehandlung, Agenz in der Pharmasynthese, Haftprimer bei Beschichtungen.

Silicium

Nach Sauerstoff das am häufigsten vorkommende Element auf der Erde. In der Natur kommt Silicium ausnahmslos in Form von Verbindungen vor, hauptsächlich als Siliciumdioxid und in Form von Silicaten. Silicium wird über die energieintensive Reaktion von Quarzsand mit Kohle gewonnen und ist wichtigster Rohstoff der Elektronikindustrie.

Siliciumwafer

Ein Siliciumwafer ist eine runde Scheibe mit einer Dicke zwischen ca. 200 und 800 μm, die von der Halbleiterindustrie für die Herstellung von Halbeiterbauelementen, d. h. integrierten Schaltkreisen und Einzelbauelementen (so genannten diskreten Bauelementen) eingesetzt wird.

Silicone

Sammelbegriff für Verbindungen von organischen Molekülen mit Silicium. Nach ihren Anwendungsgebieten lassen sich Silicone in Öle, Harze und Kautschuke einteilen. Silicone zeichnen sich durch eine Vielzahl herausragender Stoffeigenschaften aus. Typische Einsatzgebiete sind: Bau, Elektrik und Elektronik, Transport und Verkehr, Textilausrüstung und Papierbeschichtung.

Siloxan

Systematische Bezeichnung für Verbindungen, bei denen Siliciumatome über Sauerstoffatome verknüpft sind und die freien Valenzen über Wasserstoff oder organische Reste abgesättigt sind. Siloxane sind Grundbausteine der Polymerisationsprodukte (Polysiloxan, Polyorganosiloxan), die zum Aufbau von Siliconen dienen.

V

VINNAPAS®

VINNAPAS® ist die Produktbezeichnung für Dispersionen, Dispersionspulver, Festharze und deren Lösungen. VINNAPAS®-Dispersionen und Dispersionspulver werden hauptsächlich in der Bauindustrie als polymere Bindemittel für z. B. Fliesenkleber, Wärmedämmverbundsysteme, Selbstverlaufsmassen und Putze eingesetzt.