Wacker Chemie AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2013

Abschluss zum 31.12.2013

Jahresabschluss zum 31.12.2013

Wacker Chemie AG 2013

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die an mehr als 3.500 Kunden in über 100 Länder geliefert werden. In unzähligen Dingen des täglichen Lebens kommen WACKER-Produkte zum Einsatz. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. 80 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 20 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die Konsumgüter-, die Nahrungsmittel-, die Pharma-, die Textil-, die Solar-, die Elektro- und Elektronik- und die chemische Grundstoffindustrie sowie die Medizintechnik, die Biotechnologie und der Maschinenbau. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Automobil- und Bauindustrie vertreten. Mit der Produktion von Siliciumwafern zählen wir zu den wichtigsten Zulieferern der Halbleiterindustrie. Stark gewachsen ist in den vergangenen Jahren das Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Solarindustrie. Hier gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt.

Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit

WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2013 haben wir in Mexiko und im amerikanischen Dalton ein neues technisches Kompetenzzentrum für Teppichanwendungen in Betrieb genommen. Gleichzeitig haben wir dort neue Standorte der WACKER ACADEMY eröffnet. In São Paulo, Brasilien, und in Singapur haben wir unser bereits bestehendes technisches Kompetenzzentrum erweitert. Insgesamt unterhält WACKER 52 Vertriebsbüros in 28 Ländern.

Neue Produktionsanlagen für Dispersionen in China und Korea in Betrieb genommen.

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 24 Produktionsstandorten (2012: 24). Davon sind acht in Europa, sieben in Amerika und neun in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir etwa 9.700 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2013 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von rund 680.000 Tonnen erzeugt. Das sind gut 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER. Im Geschäftsjahr 2013 haben wir am chinesischen Standort Nanjing und am südkoreanischen Standort Ulsan zusätzliche Produktionskapazitäten für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer (VAE)-Dispersionen in Betrieb genommen.

Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns1 G 2.1

1 Nur Mehrheitsbeteiligungen
2 Wird erst ab 2014 konsolidiert

Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte G 2.2

Rechtliche Unternehmensstruktur

An der rechtlichen Unternehmensstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 55 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 50 Gesellschaften voll konsolidiert. Vier Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Ein kleines Unternehmen, das nicht zum operativen Kerngeschäft gehört, wird nicht konsolidiert.

Fünf operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in fünf operative Geschäftsbereiche. Sie verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

Unternehmensstruktur von WACKER G 2.3

Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung G 2.4

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Ressortverteilung im Vorstand T 2.5

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  Bis 31.12.2012 Seit 01.01.2013
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender Vorsitzender
  SILTRONIC Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht und Versicherungen, Compliance WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance
Dr. Tobias Ohler   WACKER POLYMERS Personal/Soziales (Arbeitsdirektor), Technischer Einkauf & Logistik, Einkauf Rohstoffe Region Asien
Dr. Joachim Rauhut WACKER POLYSILICON Bilanzierung, Konzerncontrolling, Finanzen, Information Technology, Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik, Steuern Region Amerika SILTRONIC Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Zentrale Ingenieurtechnik, Information Technology Region Amerika
Dr. Wilhelm Sittenthaler* WACKER SILICONES Personal/Soziales (Arbeitsdirektor), Forschung und Entwicklung, Intellectual Property Region Asien  
Auguste Willems WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Zentrale Ingenieurtechnik, Sales und Distribution, Corporate Security, Werkleitungen, Umwelt/Gesundheit/ Safety, Product Stewardship Regionen Europa, Middle East WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS Sales and Distribution, Forschung und Entwicklung, Intellectual Property, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt/Gesundheit/Safety, Product Stewardship Regionen Europa, Middle East

* Dr. Wilhelm Sittenthaler gehört dem Vorstand seit dem 01. Januar 2013 nicht mehr an.

Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2013

Im Vorstand hat es im Geschäftsjahr 2013 eine Neubesetzung gegeben. Mit Wirkung zum 01. Januar 2013 ist Dr. Tobias Ohler zum Vorstand bestellt worden. Er ist Nachfolger von Dr. Wilhelm Sittenthaler, der zum 31. Dezember 2012 als Vorstandsmitglied ausgeschieden ist. Durch den Wechsel im Vorstand hat sich auch die Ressortzuständigkeit geändert. Neu gewählt wurden die Vertreter der Arbeitgeber im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG auf der Hauptversammlung am 08. Mai 2013 in München. Als neue Mitglieder wählte die Hauptversammlung Dr. Gregor Biebl für Dr. Werner Biebl als Vertreter der Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat. Alle anderen Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite wurden wiedergewählt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates wurde Dr. Peter-Alexander Wacker in einer konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung bestätigt. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren bereits vor der Hauptversammlung per Wahl durch die Arbeitnehmer und leitenden Angestellten der Wacker Chemie AG bestimmt worden. Dabei wurde Dagmar Burghart für Marko Fartelj als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat gewählt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289a HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. www.wacker.com/corporate-governance

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2013 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Zum Angebot gehören siliconbasierte Öle und Emulsionen, Harze, Elastomere, Dichtstoffe, Silane und pyrogene Kieselsäuren. Produziert werden sowohl Spezialitäten nach den Anforderungen der Kunden als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Dort dienen sie als Zusatz in Fliesenklebern und Wärmedämmverbundsystemen, in Trockenmörtel oder in selbstnivellierenden Bodenbelägen, den so genannten Selbstverlaufsmassen.

Der kleinste Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiterund Elektronikindustrie und vor allem für die Solarindustrie her. Der größte Teil des Polysiliciums geht an externe Kunden. Wir beliefern intern Siltronic und das Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer.

Für führende Halbleiterhersteller produziert Siltronic Siliciumwafer. Sie sind das wesentliche Ausgangsprodukt für fast alle Halbleiter - seien es diskrete Halbleiterbauelemente (Transistoren oder Gleichrichter) oder Mikrochips (Mikroprozessoren, Speicherbausteine).

Integrierte Verbundproduktion ist die große Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hoch integrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Im Vergleich zu offenen Produktionsprozessen verringern sich die spezifischen Herstellungskosten. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Weitere Vorzüge der Verbundstandorte von WACKER sind die hervorragende Werkinfrastruktur, gut ausgebildetes Personal sowie Vorteile in der Rohstoff- und Energieversorgung.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

Mit den vier umsatzstärksten Geschäftsbereichen gehört WACKER weltweit zu den Top-3-Anbietern. Im Jahr 2013 war WACKER bei der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium für Elektronik- und Solaranwendungen weltweit führend. Bei einigen Produkten wie der Marke VINNAPAS® im Bereich der Dispersionspulver für die Bauindustrie sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa inkl. Deutschland und Amerika.

Marktposition der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Eine Top-2-Position hat der Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Markt für Silicone inne. In Europa nehmen wir eine führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Der steigende Lebensstandard der Menschen in diesem Teil der Erde führt dazu, dass Siliconprodukte stärker nachgefragt werden.

Bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Pulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien. Neben der Bauindustrie gehen die Produkte von WACKER POLYMERS auch in die Textil- sowie in die Klebstoff-, Farb-, Lack- und Teppichindustrie.

Wettbewerbspositionen von WACKER T 2.6

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  Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES Dow Corning WACKER/Momentive Shin-Etsu
WACKER POLYMERS WACKER (Dispersionspulver/ VAE-Dispersionen) Akzo Nobel (Elotex) (Dispersionspulver)/ Celanese (Dispersionen) Dairen (Dispersionspulver/ Dispersionen)
WACKER POLYSILICON WACKER/GCL-Poly OCI Hemlock
SILTRONIC Shin-Etsu Sumco SILTRONIC

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über kleine, aber aussichtsreiche Marktpositionen, die wir weiter ausbauen.

Mengenwachstum und hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Unsere Produktionskapazitäten beliefen sich im Jahr 2013 auf 52.000 Tonnen.

Siltronic ist der drittgrößte Hersteller von Siliciumwafern und anderen Produkten für die Halbleiterindustrie. Zu den Kunden zählen alle wichtigen Halbleiterunternehmen der Welt, mit denen wir mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes in diesem Geschäft erzielen.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber sehr unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Auftragsentwicklung

Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir sowohl kurz- und mittel- als auch langfristige Verträge mit teilweise flexiblen Mengengleitklauseln ab. Das Spotmarktgeschäft hat nur eine eingeschränkte Bedeutung. Bei Siltronic werden Aufträge üblicherweise von Quartal zu Quartal mit den Kunden verhandelt. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Da WACKER viele seiner Produkte in die Bauindustrie liefert, setzen wir hier verschiedene Analysewerkzeuge ein, um die weitere Branchenentwicklung einschätzen zu können. Dazu gehören eigene WACKER-Marktstudien, regelmäßige Kundengespräche, Prognosestudien von Global Insight und Euroconstruct sowie Länderstudien zu wichtigen Zielmärkten.

Operative Frühindikatoren T 2.7

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Geschäftsbereiche Operativer Frühindikator Frühindikator für
WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Rohstoffpreis- und Energiepreisentwicklung unsere Kostenentwicklung
WACKER SILICONES Auftragseingang pro Monat unsere Kapazitätsauslastung
WACKER POLYSILICON Mittel- und Langfristverträge Marktforschung/Kundengespräche unsere Kapazitätsauslastung, weitere Marktentwicklung Zuwachs der Solarkapazitäten nach Ländern, unsere Kapazitätsauslastung
SILTRONIC Daten zur Auslastung der Halbleiterhersteller unsere Kapazitätsauslastung
Alle Geschäftsbereiche Kundengespräche Marktforschung unsere Umsatzentwicklung, unsere Produktqualität, Markttrends Markttrends, Produktinnovationen

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2013 mit rund 40 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten.

> Energie- und Rohstoffkosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER versucht weniger abhängig von diesem Einflussfaktor zu werden. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Regulatorische Vorgaben oder zusätzliche Kosten wie beispielsweise die Stromsteuer oder Verpflichtungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie auch indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte, die zu einem erhöhten Regelaufwand bei Netzbetreibern führen. Kostenentlastungen bei der EEG-Umlage können sich positiv auf die Energiekosten auswirken. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern, und haben dafür das Programm power plus aufgesetzt. Bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch um elf Prozent sinken. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir neue Verträge mit kürzeren Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abgabemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um eine höhere Preisflexibilität zu erreichen.

> Währungsschwankungen

Die Schwäche des japanischen Yen gegenüber dem Euro hat das Geschäft bei Siltronic negativ beeinflusst. Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für mindestens die Hälfte unserer Dollarexposures des Folgejahres haben wir Währungssicherungsgeschäfte (Derivate) abgeschlossen. Die Sicherungsquote für das Jahr 2013 lag bei rund 50 Prozent. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollars gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit -59 Mio. € negativ ausgewirkt.

> Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund des Preisverfalls bei Solarmodulen und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen für das weitere Wachstum des Solarmarktes ist damit zurückgegangen. WACKER hat parallel dazu weiter daran gearbeitet, seine Produktivität zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten. Auf Grund unserer Kostenführerschaft, unserer Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer Kundenstruktur sowie mittel- und langfristiger Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern.

Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft

Den größtmöglichen negativen Einfluss auf das zukünftige operative Geschäft von WACKER hatten im Geschäftsjahr 2013 die anhängigen Anti-Dumping-Verfahren der Europäischen Union gegen chinesische Solarunternehmen sowie des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumhersteller aus Amerika, Südkorea und Europa. Ende Juli 2013 haben sich China und die EU darauf geeinigt, dass aus China in die EU importierte Solarzellen einen Mindestpreis von 56 Cent pro Watt haben und die Importe chinesischer Solarpaneele in die EU auf sieben Gigawatt (GW) pro Jahr beschränkt werden. Diese Vereinbarung wurde am 06. Dezember 2013 von der Europäischen Kommission endgültig bestätigt. Chinesische Solarexporteure, die sich nicht an die Mindestpreise halten, müssen durchschnittlich 47,7 Prozent an Strafzöllen entrichten.

Im Januar 2014 hat das chinesische Wirtschaftsministerium vorläufige Strafzölle gegen europäische Polysiliciumhersteller verhängt, die jedoch zurzeit ausgesetzt sind. Eine endgültige Entscheidung, ob überhaupt Strafzölle erhoben werden, steht noch aus. WACKER lehnt jegliche Form von Handelsbeschränkungen ab.

155 Registrierungsdossiers im Rahmen von REACH eingereicht

Nach der Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der Europäischen Union) sind wir verpflichtet, alle Stoffe in Europa ab einer Jahresmenge von einer Tonne registrieren zu lassen und nach ihren Eigenschaften zu bewerten. Bis Ende 2013 reichte WACKER 155 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Darin enthalten sind 67 Registrierungsdossiers für Stoffe zwischen 100 und 1.000 Jahrestonnen, deren Registrierfrist am 31. Mai 2013 endete. Für Dossiers der ersten Phase (im Jahr 2010 eingereicht) stellt die ECHA im regulären REACH-Verfahren weiterhin Nachforderungen, die wir im Jahr 2013 bearbeitet haben. Bis Ende 2013 hat die ECHA zusammen mit den Behörden der EU-Mitgliedsstaaten 151 für den Menschen und die Umwelt besonders bedenkliche Stoffe für ein Zulassungsverfahren benannt. WACKER ist bislang nicht mit eigenen, sondern nur mit wenigen Zukaufstoffen in geringem Maße betroffen. Im Rahmen des Einstufungs- und Kennzeichnungssystems GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) der EU-Kommission werden bis zum Jahr 2015 alle Gemische gemäß EU-GHS neu eingestuft (7.000 Gemische). Für Gefahrstoffe wurde bei der ECHA ein zentrales Register eingerichtet. Alle relevanten Stoffe haben wir bereits im Jahr 2011 gemeldet.

Der Welt-Chemieverband ICCA (International Council of Chemical Associations) hat die Global Product Strategy (GPS) entwickelt. Sie regelt, wie Eigenschaften von Chemikalien bewertet werden und wie über ihre sichere Verwendung zu informieren ist. In Europa werden die meisten GPS-Anforderungen über REACH und CLP, die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, erfüllt. Hersteller sind verpflichtet, allgemeinverständliche Beschreibungen zur sicheren und umweltgerechten Verwendung von Chemikalien (Safety Summaries) zu veröffentlichen. Für unsere bei der europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrierten Stoffe haben wir bis Ende 2013 im ICC-Chemikalienportal 59 Sicherheitsbeschreibungen veröffentlicht.

Ziele und Strategien

Strategie des WACKER-Konzerns

Die im Geschäftsjahr 2011 weiterentwickelte Vision und die fünf strategischen Ziele gelten nach wie vor. Alle zusammen bilden das Fundament unserer Strategie und formulieren den Leistungsanspruch an uns selbst. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet. Die fünf strategischen Ziele werden im Internet unter www.wacker.com beschrieben.

WACKER hat in der Zeit von 2005 bis 2012 sehr viel Kapital in den Ausbau seiner weltweiten Produktionskapazitäten - vor allem in große Anlagen für die Herstellung von Vorprodukten -investiert, um das weitere Wachstum sicherzustellen und seine globale Präsenz zu erhöhen. Diese Investitionen sind jetzt fast abgeschlossen. Im Jahr 2013 haben wir den nächsten strategischen Schritt eingeleitet. Der strategische Fokus liegt in den nächsten fünf Jahren darauf, die Profitabilität zu verbessern und einen positiven Netto-Cashflow auszuweisen. Begleitet wird unsere Strategie durch ein striktes Kostenprogramm in allen Geschäftsbereichen. Allein im Jahr 2013 konnte WACKER Kosteneinsparungen von 225 Mio. € erzielen. Dabei wirkten sich die gestiegenen Produktionsmengen positiv aus. Die Investitionen werden wie bereits im Jahr 2013 auch in den kommenden vier Jahren auf dem Niveau der Abschreibungen oder darunter liegen. Der Investitionsschwerpunkt verlagert sich auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. Auf der Produktseite konzentrieren wir uns noch stärker darauf, unseren Anteil an höherwertigen Produkten in den Anwendungsgebieten Gesundheits- und Körperpflege, Medizin, Elektronik, Automobiltechnik und Energie auszubauen. Unsere strategischen Ziele für die nächsten vier Jahre haben wir im Rahmen des Capital Markets Day am 01. Juli 2013 in London vorgestellt.

Als Kompass für unsere strategischen Zielsetzungen dienen uns die Zukunftsfelder Energie, Urbanisierung und Bau sowie Digitalisierung und der Wohlstandszuwachs in den Schwellenländern, die wir mit unseren Produkten in Zukunft bedienen.

Mittelfristige Ziele des WACKER-Konzerns bis 2017 T 2.8

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  Ziel 2017
Umsatz 6-6,5 Mrd. €
EBITDA 1,2 Mrd. €
EBITDA-Marge Rund 20 Prozent
ROCE Größer elf Prozent
Investitionen Auf dem Niveau oder unterhalb der Abschreibungen

Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES

Die Strategie im Geschäftsbereich WACKER SILICONES haben wir im Jahr 2013 weiterentwickelt. Um das Silicongeschäft in Asien voranzutreiben, baut WACKER dort seine operative und vertriebliche Präsenz aus. Seit März 2013 sind fünf neue Teams in der Region tätig. Sie betreuen von den Standorten Singapur, Mumbai, Indien, Jincheon, Südkorea, und Shanghai, China, aus die jeweiligen Kunden vor Ort. Die Regionenteams werden unterstützt durch global agierende Experten zur Geschäfts- und Produktentwicklung. Sie koordinieren länderübergreifend Marketingstrategien und Produktportfolios. Sie sorgen außerdem für einen verstärkten Wissenstransfer und Kompetenzaufbau vor Ort. Der Umsatzanteil neuer Produkte soll in den nächsten Jahren wachsen. Dazu haben wir Forschungsschwerpunkte definiert und das Innovationsportfolio neu ausgerichtet. Wir wollen weiterhin den Wertschöpfungsanteil bei gleichbleibendem Rohstoffeinsatz erhöhen. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die hohe Auslastung unserer Produktionsanlagen, damit wir die spezifischen Herstellungskosten so gering wie möglich halten. Für den Vertrieb von Standard- und Spezialprodukten haben wir differenzierte Konzepte der Vermarktung etabliert.

WACKER POLYMERS

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verfolgt seine Strategie konsequent weiter, im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft profitabel zu wachsen. Der Schlüssel dafür ist der Aufbau regionaler Produktionskapazitäten bei Dispersionen und Dispersionspulvern, um lokale und regionale Kundenanforderungen zeitnah und kostenoptimal bedienen zu können. Wichtig ist dabei, spezifische, auf lokale Anwendungsbedürfnisse zugeschnittene Produktlösungen für die Kunden zu entwickeln. Diesen Weg hat WACKER im Jahr 2013 konsequent weiterverfolgt. In Asien haben wir zusätzliche Produktionskapazitäten in Nanjing (China) und Ulsan (Südkorea) in Betrieb genommen. Ein Schwerpunkt der Strategie ist es, neue Anwendungsmöglichkeiten für unsere Produkte zu entwickeln und dabei auch andere Produkte über Verbesserung der Eigenschaften zu ersetzen.

WACKER BIOSOLUTIONS

WACKER BIOSOLUTIONS konzentriert sich weiter auf die Pharma-, Agro- und Lebensmittelindustrie. Dabei setzen wir verstärkt auf Synergien aus der Chemie- und Biotechnologie und bieten unseren Kunden Komplettlösungen für ihre speziellen Marktbedürfnisse an. Für die Industrien, die wir bedienen, ist eine starke Kundenorientierung Grundlage für den Erfolg unserer Produkte. Die Organisation ist deshalb stark auf Kunden und Märkte ausgerichtet. WACKER BIOSOLUTIONS setzt beim zukünftigen Umsatzwachstum noch stärker auf Innovationen. Mit der Übernahme der Scil Proteins Production im Jahr 2014 stärkt WACKER BIOSOLUTIONS sein Geschäft im Bereich Pharmaproteine.

WACKER POLYSILICON

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON zielt mit seiner Strategie darauf ab, die Qualitäts- und Kostenführerschaft bei der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium zu behaupten und das Marktwachstum mit dem Ausbau von Produktionskapazitäten bedarfsgerecht zu begleiten. Die Kostenposition ist im Hinblick auf den Wettbewerb ein zentraler Erfolgsfaktor. Aus diesem Grund fokussieren wir uns nach wie vor darauf, unsere Kosten durch Produktivitätsverbesserungen und die Optimierung unserer Lieferantenbasis weiter zu senken.

SILTRONIC

Siltronic konzentriert sich auf vier strategische Schwerpunkte, die aufeinander abgestimmt sind. Durch die Konzentration auf Leitstandorte verbessern wir die Auslastung und die Kostenstrukturen. Bei den einzelnen Waferdurchmessern liegt der Fokus auf dem wachstumsstärksten Geschäft mit 300 mm Siliciumwafern in der Region Asien. Eine dauernde strategische Aufgabe sind Kostensenkungs-, Produktivitäts- und Flexibilisierungsinitiativen, um die Produktionsprozesse und -abläufe weiter zu optimieren. Die Investitionen in Produktentwicklungen dienen dazu, die Anforderungen der neuesten Design-Rules zu erfüllen und qualitätssteigernde Maßnahmen umzusetzen. Die Investitionen liegen unter den Abschreibungen. Die 450 mm Technologie wird Siltronic nicht weiterverfolgen.

Steuerungssystem

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik, um den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands und der oberen Managements der Geschäfts- und Zentralbereiche mit einbezogen.

Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren. Die zeitliche Streckung des Projekts in Tennessee zeigt das. Dadurch haben wir unseren Cashflow im Jahr 2013 um einen dreistelligen Mio. €-Betrag entlastet.

Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2013 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:

der EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz). Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung, dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.

dem ROCE, der Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise dem Return on Capital Employed (ROCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Anlagevermögen und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird. Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Anlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.

dem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es ist unser Ziel, eine hohe Profitabilität zu erreichen. Als Wertgröße dient dazu das EBITDA. Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Ausgangspunkt für die BVC-Kalkulation ist das EBITDA. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Das Ergebnis nach Kapitalkosten bezeichnen wir als Business Value Contribution, kurz BVC. Die Entwicklung des BVCS ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung. Kapitalkostenänderungen und Abschreibungen haben nur einen geringen Einfluss auf die BVC-Entwicklung.

dem Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren inklusive Zugänge aus Finanzierungsleasing abzüglich Veränderungen der erhaltenen Anzahlungen). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.

Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:

der Umsatz. Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.

die Investitionen. Auf Grund der Kapitalintensität unseres Geschäfts fällt der Steuerung der Investitionen eine wichtige Rolle zu. Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Investitionen von übergeordnetem Unternehmensinteresse werden vom Vorstand auf Basis der Konzernstrategie festgelegt. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Schwerpunkte dabei sind in der Regel Ausbau- und Erweiterungsprojekte mit niedrigen spezifischen Investitionen und gezielte Wachstumsprojekte für den Kapazitätsausbau wertschöpfender Fertigprodukte. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Beide Faktoren sind wesentlich für den Investitionsbedarf. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich. Sowohl laufende als auch geplante Investitionen werden dabei flexibel gesteuert und auf die jeweiligen Marktentwicklungen ausgerichtet, sodass wir unser Investitionsbudget auch unterjährig anpassen können. Hierzu erfolgt eine regelmäßige Konsolidierung und Analyse aller Investitionsvorhaben auf Konzernebene.

die Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden. Die Nettofinanz-schulden spielen auch eine wichtige Rolle bei unseren Finanzierungsmaßnahmen. Die abgeschlossenen Finanzierungen von WACKER beinhalten neben den marktüblichen Kreditklauseln als einzige Financial Covenant das Verhältnis Net Debt/EBITDA. Mit dem Monitoring und der Steuerung der Nettofinanzschulden stellen wir sicher, dass sich unsere Verschuldung im Rahmen der vereinbarten Financial Covenant Net Debt/EBITDA in den mit unseren Kreditgebern abgeschlossenen Finanzierungen bewegt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Von den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, über die wir im Geschäftsbericht ausführlich informieren, setzen wir keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient. Es gibt einzelne nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie die Unfallhäufigkeit, die in Teilbereichen des Unternehmens als Zielgröße eine wichtige Rolle spielen. Welche weiteren nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in Teilbereichen des Unternehmens herangezogen werden, zeigt die Tabelle.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die in Teilbereichen des Unternehmens zur Steuerung dienen T 2.9

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Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Steuerungsgröße für
Anzahl der Mitarbeiter indirekte Bereiche/Produktion
Auftragslage Geschäftsbereiche
Neuproduktrate Geschäftsbereiche
Strom/Energieverbrauch Geschäftsbereiche/Standorte
Produktionsauslastung Geschäftsbereiche/Standorte
Umweltkennzahlen Geschäftsbereiche/Standorte
Unfallhäufigkeit Geschäftsbereiche/Standorte

Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2013

EBITDA-Marge: Im Jahr 2013 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir im Jahr 2013 eine EBITDA-Marge im Konzern von 15,2 Prozent. Anhaltender Preisdruck und negative Wechselkurseffekte waren in erster Linie dafür verantwortlich, dass wir dieses Ziel nicht erreicht haben. Positiv auf die Entwicklung der EBITDA-Marge haben sich die Programme zur Kostensenkung ausgewirkt.

ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2013 einen ROCE von 2,2 Prozent. Insbesondere die niedrigere Profitabilität hat zu dem geringeren ROCE geführt.

EBITDA: Für das Jahr 2013 haben wir ein EBITDA erwartet, das unter dem Vorjahr liegt. Mit 678,7 Mio. € war es 116,7 Mio. € unter Vorjahr. Dafür verantwortlich waren vor allem die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Preise für Polysilicium in den ersten neun Monaten des Jahres sowie der anhaltende Preisdruck bei Siliciumwafern, die das EBITDA negativ beeinflusst haben. Im Jahr 2013 betrug der Kapitalkostensatz elf Prozent. Im Jahr 2013 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene nicht erreicht. Mit -478,6 Mio. € war der erreichte Wert deutlich negativ.

Soll/Ist-Abgleich T 2.10

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Mio. € 2012 Prognose 2013 Ist 2013
EBITDA-Marge (%) 17,2 14,3 15,2
ROCE (%) 5,2 2,7 2,2
EBITDA 795,4 unter Vorjahr 678,7
Netto-Cashflow -536,2 -55,0 109,7

Netto-Cashflow: Die Prognose für 2013 war auf Grund unserer immer noch hohen Investitionen ein negativer Netto-Cashflow. Durch geringere Investitionen sowie ein straffes Management unserer Vorräte konnten wir dieses Ziel mit einem positiven Netto-Cashflow von 109,7 Mio. € deutlich übertreffen.

ROCE und Wertbeitrag T 2.11

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Mio. € 2013 2012*
EBIT 114,3 258,0
Capital Employed1 5.238 4.979
ROCE2 (%) 2,2 5,2
Kapitalkosten vor Steuern (%) 10,8 12,1
BVC3 -478,6 -366,0

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere, zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten,
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital,
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert,
* ohne IAS 19 (revised) Anpassung.

Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Diese Informationen werden auf Konzernebene verdichtet und konkrete Ziele festgelegt. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Den Überbau bildet die Mittelfristplanung über fünf Jahre.

Strategische und operative Planung G 2.12

Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente.

WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel auf Konzernebene abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2013

Im Geschäftsjahr 2013 hat WACKER mehrere Finanzierungsmaßnahmen vorgenommen. WACKER hat damit den Finanzierungsbedarf der kommenden Jahre sichergestellt, neue Kreditgeber gewonnen und das Fälligkeits- und Laufzeitenprofil der Kredite optimiert. Die Wacker Chemical Corporation, Adrian, USA, hat im April 2013 ein US Private Placement über insgesamt 400 Mio. US-$ begeben, das von der Wacker Chemie AG garantiert wird. Die Tranchen der Rückzahlung teilen sich auf in fünf Jahre (70 Mio. US-$), sieben Jahre (130 Mio. US-$) und zehn Jahre (200 Mio. US-$) und sind alle festverzinslich. Der Liquiditätszufluss erfolgte am 23. April 2013. Es ist das erste Private Placement von WACKER in den USA. Im Juni 2013 hat die Wacker Chemie AG einen festverzinslichen Kredit über 50 Mio. € (Laufzeit fünf Jahre) mit der LfA Förderbank Bayern abgeschlossen. Er hat einen im Juni 2013 fälligen Kredit in gleicher Höhe ersetzt.

Finanzierungsmaßnahmen 2013 T 2.13

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  Volumen Laufzeit bis
US Private Placement in drei Tranchen 400 Mio. US-$ 2018-2023
LfA Förderbank Bayern 50 Mio. € 2018
Europäische Investitionsbank 80 Mio. € 2020

Von den Krediten wurden bisher nicht alle in Anspruch genommen.

Die Wacker Chemie AG hat außerdem mit der Europäischen Investitionsbank im Juli 2013 einen Kredit über 80 Mio. € zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Siltronic abgeschlossen. Der Kredit kann in vier Tranchen abgerufen werden und hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Mit Ziehung der ersten Tranche beginnt die Laufzeit.

Bei allen Kreditverträgen, die wir verhandeln, achten wir darauf, die Verträge so zu gestalten, dass die Gleichbehandlung der Finanzpartner (Pari Passu) gegeben und ein konzernweites, nachlaufendes Vertragsmonitoring gewährleistet ist. Für die Finanzverbindlichkeiten eines Gemeinschaftsunternehmens hat WACKER seine Anteile an dem Unternehmen verpfändet. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. WACKER verfügt zum 31. Dezember 2013 über offene Kreditlinien von über einem Jahr in Höhe von rund 700 Mio. €. Die abgeschlossenen Finanzierungen beinhalten marktübliche Kreditklauseln und als einzige Financial Covenant das Verhältnis Net Debt/EBITDA.

WACKER arbeitet mit einer Anzahl von Banken (Kernbankenprinzip) zusammen. Sie müssen eine Bonität im Investment-Grade-Bereich und eine langfristig angelegte Geschäftsausrichtung haben. Um Kontrahenten- und Konzentrationsrisiken zu verringern, darf der Anteil einer Bank an den WACKER zugesagten Kreditlinien 20 Prozent nicht überschreiten. Einzige Ausnahme ist die Europäische Investitionsbank.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Im Jahr 2013 haben wir den Standort Jincheon, Südkorea, nach ISO 9001 und ISO 14001 sowie weitere Verkaufsregionen nach ISO 9001 in die Konzernzertifizierung einbezogen. Auf Grund spezifischer Prozesse und Kundenanforderungen ist die Tochtergesellschaft Siltronic mit allen Standorten nach der Qualitätsnorm ISO/TS 16949, nach ISO 14001 und OHSAS 18001 (Arbeitsschutz) zertifiziert.

Übernahmerechtliche Angaben

Übernahmerechtliche Angaben T 2.14

Zu der nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:

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§ 315 (4) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 782.300 Stück nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden; der verbleibende Restbestand von 1.692.317 Stück darf vom Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden.
§ 315 (4) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315 (4) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Starnberg, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315 (4) 4 § 315 (4) 5 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315 (4) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gem. § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gem. § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315 (4) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2010 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315 (4) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change of Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change of Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315 (4) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftliche Schwäche in Europa und die nachlassende Dynamik in den schnell wachsenden Schwellenländern China, Indien und Brasilien haben das Wachstum der Weltwirtschaft gebremst. Einige Staaten der Europäischen Union verzeichneten im Jahr 2013 einen weiteren Rückgang ihrer Wirtschaftleistung. Besonders in den südeuropäischen Staaten Italien, Spanien, Portugal und Griechenland ging das Bruttoinlandsprodukt nochmals zurück. Deutschland konnte sich dieser Entwicklung entziehen und hat beim Bruttoinlandsprodukt leicht zugelegt. In den USA ist die Wirtschaftsleistung auf moderatem Niveau gestiegen.

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft im Jahr 2013 um 3,0 Prozent (2012: 3,2 Prozent) gewachsen. Ursprünglich war der IWF von einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent ausgegangen.

Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2013 G 3.1

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, Indien: ADB, Japan: IWF, USA: IWF, Europa: IWF, Deutschland: Statistisches Bundesamt

Wachstum in Asien schwächt sich weiter ab

Das Wachstum in Asien hat sich im Jahr 2013 abgeschwächt. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 6,0 Prozent (2012: 6,1 Prozent). Die neue chinesische Regierung will, dass die Wirtschaft des Landes künftig nachhaltig wächst und nicht um jeden Preis. Nach Angaben der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission ist die Wirtschaft Chinas um 7,7 Prozent (2012: 7,7 Prozent) gewachsen. Indiens Wirtschaft hat mit großen Infrastrukturproblemen zu kämpfen sowie der mangelnden Bereitschaft, wichtige Strukturreformen einzuleiten, die das Wirtschaftswachstum stimulieren könnten. In Indien ist das Bruttoinlandsprodukt laut ADB um 4,7 Prozent (2012: 5,0 Prozent) geklettert. Die japanische Wirtschaft ist durch die Wirtschaftspolitik der Regierung und die Schwächung des Yen gewachsen. Nach Schätzungen des IWF ist die Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent (2012: 2,0 Prozent) gestiegen.

US-Wirtschaft wächst moderat

Die US-Wirtschaft ist im Jahr 2013 trotz der politischen Auseinandersetzungen um den Haushalt des Landes durch eine stabile Binnennachfrage sowie einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit moderat gewachsen. Die Wirtschaftsleistung legte laut IWF um 1,6 Prozent (2012: 2,8 Prozent) zu.

Eurozone weiter im Griff der Schuldenkrise

Die Schuldenkrise in Europa hat die Wirtschaftsleistung im Jahr 2013 weiter gebremst. Viele Krisenländer befinden sich noch immer in der Rezession. Sparprogramme, Einkommensverluste und eine hohe Arbeitslosigkeit haben sich negativ auf die Konsumausgaben und die Investitionstätigkeit der Unternehmen ausgewirkt. Allerdings gibt es erste Anzeichen dafür, dass es im Jahr 2014 wieder zu einem Wachstum kommen könnte. Nach Berechnungen des IWF verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt der Euroländer um -0,4 Prozent (2012: -0,6 Prozent).

Deutsche Wirtschaft trotzt nach wie vor der Eurokrise

Im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern erwies sich die deutsche Wirtschaft gegenüber der Eurokrise erneut als robust. Deutschland hat damit die Rolle als führende Industrienation in Europa untermauert. Das Exportgeschäft sowie die gute Binnennachfrage waren dafür verantwortlich. Die nach wie vor niedrige Arbeitslosigkeit und der hohe Beschäftigungsgrad führten zu Steuer-Mehreinnahmen, die den Schuldenanstieg weiter verringern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent (2012: 0,7 Prozent) gestiegen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Halbleiter-, die Photovoltaik-, die Chemie-, die Bau- sowie die Elektro- und Elektronikindustrie.

Markt für Halbleiter mit Wachstum, aber Rückgang bei Siliciumwafern

Die Halbleiterindustrie ist im Jahr 2013 gewachsen. Die Nachfrage für mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones konnte die Schwäche im PC-Markt ausgleichen. Das Marktforschungsinstitut Gartner rechnet für das Jahr 2013 mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent auf 315 Mrd. US-$. Das schwache PC-Geschäft hat die Nachfrage nach Siliciumwafern gedrückt. Der Absatz sank gegenüber dem Vorjahr um -13,2 Prozent auf 8,01 Mrd. US-$ (2012: 9,23 Mrd. US-$). Die Nachfrage nach Siliciumwafern, ausgedrückt in Fläche, wird auf rund 58 Mrd. cm2 beziffert. Insgesamt hat sich der Markt über alle Durchmesser hinweg flach entwickelt. Der Marktanteil von Siltronic blieb bei etwa 15 Prozent.

Überkapazitäten, Preisdruck und weiteres Wachstum prägen Photovoltaikmarkt

Der Photovoltaikmarkt ist im Jahr 2013 weiter gewachsen. Nach Angaben verschiedener Marktstudien und eigener Markteinschätzung wurden weltweit 39 Gigawatt (GW) installiert (2012: 31,9 GW). Das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Einspeisevergütungen in Deutschland sind abhängig vom weiteren Zubau und werden monatlich verringert. Dadurch ist der deutsche Markt zurückgegangen und hat sich auf einem Niveau von 300 MW pro Monat eingependelt. Die installierte Leistung belief sich laut Bundesnetzagentur auf 3,3 GW (2012: 7,6 GW). Andere Länder haben Deutschland als wichtigsten Photovoltaikmarkt abgelöst. Besonders China und Japan verzeichneten einen deutlichen Anstieg bei den Neuinstallationen.

Die Marktbedingungen blieben im abgelaufenen Jahr schwierig. Die weltweiten Produktionskapazitäten übersteigen noch immer die Nachfrage. Hoher Preisdruck in allen Wertschöpfungsstufen hat dazu geführt, dass weitere Unternehmen insolvent sind oder sich aus dem Markt verabschiedet haben. Von Unternehmen, die sich aus dem Geschäft zurückgezogen haben, hat WACKER Vorauszahlungen aus Langfristverträgen einbehalten und Schadenersatzleistungen vereinnahmt.

Zusätzlich verunsichert haben den Markt außerdem Anti-Dumping-Verfahren der Europäischen Union gegen chinesische Solarunternehmen sowie des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumhersteller aus Amerika, Südkorea und Europa. Die Europäische Union und China haben sich Ende Juli 2013 darauf geeinigt, Mindestpreise für chinesische Solarzellen festzulegen und die Importe zu beschränken. Die Unsicherheiten im Anti-Dumpingstreit haben vor allem zu Beginn des 1. Quartals und im 3. Quartal 2013 zu einer Drosselung der Produktion geführt. Im 4. Quartal konnten wir hohe Mengen absetzen. Insgesamt hat WACKER im Jahr 2013 so große Polysiliciummengen wie nie zuvor verkauft, allerdings zu Preisen, die sich auf dem niedrigen Niveau zum Ende des 4. Quartals 2012 bewegten. Auf diesem Niveau haben sich die Preise im Jahr 2013 stabilisiert. Insgesamt haben wir 49.000 Tonnen Polysilicium ausgeliefert, einschließlich der Lieferungen an unsere Kunden in der Elektronikindustrie. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 27,9 Prozent.

Neu installierte PV-Leistungen 2012 und 2013 T 3.2

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  Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2013
  2013 2012 %
Deutschland 3.300 7.600 -57
Italien 1.800 3.600 -50
Übriges Europa 6.000 6.000 -
USA 4.200 3.300 27
Japan 7.700 2.500 208
China 11.000 4.900 124
Übrige Welt 5.000 4.000 25
Gesamt 39.000 31.900 22

Quellen: European Photovoltaic Industry Association (EPIA), Global Market Outlook for Photovoltaics until 2016, eigene Marktuntersuchungen von WACKER, Bundesnetzagentur, GTM Research and Solar Industries Association (SEIA), U.S. Solar Market Insight

Chemieindustrie fehlt konjunktureller Rückenwind, Chemiebereiche von WACKER mit stabiler Umsatzentwicklung

Die Chemieindustrie konnte auch im Jahr 2013 nicht an die Dynamik der Vorjahre anknüpfen. Die Preise für chemische Erzeugnisse waren rückläufig. Die weltweite Produktion (inklusive Pharmazeutika) lag im Jahr 2012 bei 4,1 Bio. €. Knapp 50 Prozent davon kommen aus Asien, 25 Prozent aus Europa und 20 Prozent aus Amerika. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet damit, dass die Chemieproduktion in Deutschland um 1,5 Prozent steigt. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 84 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich leicht um 0,5 Prozent auf 187,7 Mrd. € (2012: 186,8 Mrd. €). Wachstumsimpulse kamen vor allem aus Asien. China ist nach wie vor der interessanteste Wachstumsmarkt. Im Jahr 2012 stiegen die Exporte von chemischen Erzeugnissen nach China auf 5,4 Mrd. €. Damit gehört China zum ersten Mal zu den Top-Ten-Exportländern der deutschen Chemieindustrie. Die Chemiebereiche von WACKER haben sich auf dem hohen Niveau des Jahres 2012 bewegt. Niedrigere Preise für Standardprodukte, ungünstige Wechselkurse im Vergleich zum Vorjahr und die schleppende Konjunkturentwicklung haben das Wachstum gebremst. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete eine gute Nachfrage bei Siliconprodukten für die Kosmetik- und Konsumgüterindustrie, die Medizintechnik sowie für Industrieanwendungen. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern erneut steigern. Das Geschäft mit Dispersionen war dagegen schwächer. Der Umsatz von Polyvinylacetat-Festharz zur Herstellung von Kaugummirohmasse im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS blieb auf Vorjahresniveau.

Spotpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe G 3.3

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt

Die Preisentwicklung bei unseren Hauptrohstoffen war 2013 uneinheitlich. Siliciummetall und VAM verbilligten sich nur leicht, während die Preise für Ethylen in Europa um knapp zehn Prozent fielen. Der Methanolpreis stieg im Jahresdurchschnitt deutlich um fast 20 Prozent an.

Bauindustrie wächst im Jahr 2013

Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts Global Insight im Jahr 2013 um 2,7 Prozent auf 8,3 Bio. US-$ (2012: 8,1 Bio. US-$) gewachsen. Im Januar 2013 waren die Marktforscher noch von einem Anstieg von 4,1 Prozent ausgegangen. Vor allem in Europa haben die Folgen der Eurokrise der Bauindustrie geschadet und zu einem Rückgang der Bauleistungen geführt. Das stärkste Wachstum kam erneut aus Südostasien mit 5,5 Prozent. China bleibt mit 1,8 Bio. US-$ der weltweit größte Markt. Der amerikanische Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2013 weiter stabilisiert. Das hat sich auch auf die Bauindustrie positiv ausgewirkt. Das Volumen stieg um 4,6 Prozent. In Westeuropa kam es zu einem Rückgang von 1,6 Prozent. Der Umsatz der deutschen Bauindustrie betrug real 323,8 Mrd. US-$ (2012: 323,8 Mrd. US-$).

Weltweite Bauindustrie nach Regionen 2013 G 3.4

Quelle: Global Insight

Mit Bauanwendungen hat WACKER POLYMERS seinen Umsatz weiter steigern können. Das Wachstum bei Dispersionspulvern ist getrieben durch den Markt für Trockenmörtel in Ländern wie China und Indien. Hier erzielten wir prozentual zweistellige Umsatzzuwächse. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich fortsetzen. Der lange Winter in Europa hat die Bauaktivitäten im ersten Halbjahr 2013 gebremst. Dieser Rückstand konnte in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr komplett aufgeholt werden, sodass wir hier einen Umsatzrückgang haben. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in China sehr stark wachsen. Hier haben wir mit Dispersionen für wasserabweisende Bodenbelagsschichten unseren Umsatz mehr als verdoppelt. Durch die Substitution von Acrylaten durch VAE-Dispersionen sind wir im Marktsegment Dichtstoffe in den USA um mehr als 40 Prozent gewachsen. Schwächer entwickelt hat sich der Markt für Beschichtungen in Europa. Insgesamt haben wir knapp 20.000 Tonnen mehr in die Bauindustrie verkauft.

Mit Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten wir ein Umsatzplus von drei Prozent. Der Verkauf von Rohstoffen in die Bauindustrie sowie von Siliconen für den Bautenschutz liegt auf Vorjahresniveau. Das Geschäft mit Hybridsiliconprodukten ist dagegen gewachsen. Mit Hybridpolymeren, die beispielsweise als Parkettkleber zum Einsatz kommen, erhöhten wir den Umsatz um rund 40 Prozent. Ebenfalls gewachsen ist der Umsatz mit Kartuschen unter unserem eigenen Markennamen in ausgewählten Ländern. Hier konnten wir rund sieben Prozent zulegen. Regional betrachtet hat sich der Umsatz in Deutschland (-sieben Prozent) sowie in West- und Südeuropa (-zwei Prozent) schlechter entwickelt als im Vorjahr. Die Umsätze in China legten um vier Prozent zu. In Indien (neun Prozent), im Nahen und Mittleren Osten (23 Prozent) und in den USA (zehn Prozent) sind wir gewachsen. Um neun Prozent zugelegt hat das Geschäft in Osteuropa.

Elektro- und Elektronikindustrie wächst in Schwellenländern

Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Volumen von rund 3,6 Bio. € ist im Jahr 2013 erneut gewachsen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) schätzt den Zuwachs für 2013 auf weltweit sechs Prozent. Dafür verantwortlich sind besonders die Schwellenländer, die rund neun Prozent zulegen konnten. In Deutschland, dem weltweit fünftgrößten Markt, ist der Umsatz leicht gestiegen. Er beläuft sich nach Schätzungen des ZVEI auf rund 173 Mrd. € (2012: 170,2 Mrd. €). WACKER hat drei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Siltronic verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang mit seinen Kunden aus der Halbleiterindustrie. Verantwortlich dafür waren vor allem niedrigere Preise. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat rund 15 Prozent seiner Polysiliciumkapazitäten im Jahr 2013 an Kunden aus der Elektronikindustrie verkauft.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete für diesen Markt einen Umsatzanstieg um mehr als drei Prozent. Umsatzzuwächse verzeichneten wir bei medienresistenten Vergussmassen, hochspeziellen Siliconkautschuken für die Automobilelektronik und die Optoelektronik sowie bei elektronischen Bauelementen für Leiterplatten. Das LED-Geschäft blieb auf dem Niveau des Vorjahres. Regional verzeichneten wir Umsatzzuwächse in den USA (zehn Prozent) und in Asien (acht Prozent). Die Umsätze in Europa bewegten sich auf Vorjahresniveau.

Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2013 war beeinflusst durch die anhaltende Rezession in vielen Ländern Europas sowie durch das schwächere Wachstum in den Schwellenländern. Deutschland erwies sich auch im Jahr 2013 als widerstandsfähiger als andere Länder und konnte ein leichtes Wachstum erzielen. In China pendelt sich das jährliche Wachstum bei sieben bis acht Prozent ein. Auf der Wirtschaftskonferenz in Peking im November 2013 hat die Regierung beschlossen, weitere Reformen einzuleiten. Private Banken werden zugelassen, Börsengänge erleichtert, Privatisierungen von Staatsunternehmen vorangetrieben. Die Devise heißt: mehr Markt, weniger Staat.

Die flache wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2013 hat den Wettbewerbsdruck erhöht und die Preise für Standardprodukte unter Druck gebracht. Das hat auch WACKER zu spüren bekommen. Der Umsatz von Siltronic ist nochmals zurückgegangen. Bei WACKER POLYSILICON zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Preise für Polysilicium sind weiterhin auf einem niedrigen Niveau, aber nicht weiter gesunken. Positiv ausgewirkt auf unser Geschäft hat sich das weitere Wachstum des Marktes. WACKER hat noch nie so große Polysiliciummengen verkauft wie im Jahr 2013. Die Einigung zwischen der Europäischen Union und China im Solarstreit hat den Markt im zweiten Halbjahr 2013 belebt. Die drei Chemiebereiche von WACKER sind ohne konjunkturellen Rückenwind auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharrt. Dadurch sind wir beim Konzernumsatz leicht unter dem Vorjahr geblieben. Weiter entspannt hat sich die Situation bei den für WACKER wichtigen Rohstoffen. Die Rohstoffpreise sind in Summe nicht weiter gestiegen, sondern sind teilweise etwas niedriger als ein Jahr zuvor. Das breite Produktsortiment in viele Abnehmerbranchen hinein hat das Geschäft von WACKER SILICONES leicht wachsen lassen. Insgesamt konnten wir unseren Marktanteil bei WACKER SILICONES gegenüber unseren Wettbewerbern leicht steigern. Die Geschäftsbereiche WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYMERS blieben auf Vorjahresniveau. Bei WACKER POLYMERS hat das Dispersionspulvergeschäft zugelegt, das Dispersionsgeschäft lief schwächer.

Die Folgen der Euroschuldenkrise haben im Jahr 2013 nochmals zu einem leichten Umsatzrückgang in Europa geführt. Ein Grund war die schwache Nachfrage der Bauindustrie. Prozentual stärker ging der Umsatz in der Region Amerika zurück. Verantwortlich dafür waren in erster Linie negative Währungseffekte und das schwächere Substitutionsgeschäft in der Verpackungsindustrie von WACKER POLYMERS. Leicht zurückgegangen ist der Umsatz in Asien, obwohl wir in China einen Umsatzanstieg verzeichneten. Hier konnten wir durch ein stärkeres Chemiegeschäft und hohe Absatzmengen im Polysiliciumgeschäft den Umsatz steigern. Die Region Asien hat mit 40,8 Prozent nach wie vor den größten Anteil am Gesamtumsatz.

In den ersten Wochen des Geschäftsjahres 2014 haben sich verschiedene Institutionen wie der Internationale Währungsfonds oder die Weltbank positiv über die Entwicklung der Weltwirtschaft für dieses Jahr geäußert. Sie erwarten ein stärkeres Wachstum als im Vorjahr. WACKER ist im Januar 2014 mit einem etwas höheren Umsatz in das Jahr gestartet als im Vorjahr. Vor allem das Silicone- und das Polysiliciumgeschäft verzeichneten einen Umsatzzuwachs.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Desinvestitionen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2013 keine Geschäftsfelder oder Produktgeschäfte veräußert.

Investitionen

Im Vergleich zum Jahr 2012 haben sich die Investitionen mehr als halbiert. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 503,7 Mio. € (2012: 1,1 Mrd. €). Hier zeigt sich, dass WACKER die kapitalintensiven Großinvestitionen in neue Anlagen für Vorprodukte im Wesentlichen abgeschlossen bzw. den Zeitplan dafür gestreckt hat.

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER stand nach wie vor der Aufbau des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Rund 250 Mio. € und damit etwa die Hälfte der gesamten Investitionen des Jahres 2013 flossen in dieses Projekt. Die Bauarbeiten gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter planmäßig voran und sollen in der zweiten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen sein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war im Jahr 2013 der Ausbau der Produktionskapazitäten für Dispersionen in Asien und USA. Am Standort Ulsan in Südkorea hat WACKER eine neue Produktionsanlage für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen mit einer Jahreskapazität von 40.000 Tonnen offiziell in Betrieb genommen. Am chinesischen Polymerstandort Nanjing wurden die bestehenden Produktionsanlagen für Dispersionen um einen neuen Reaktor mit einer Jahresleistung von 60.000 Tonnen erweitert. Außerdem wurde in Nanjing eine neue Anlage zur Herstellung von Polyvinylacetat-Festharzen fertiggestellt. Sie hat eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen. Ebenfalls ausgebaut wurde der amerikanische Polymerstandort Calvert City. Dort kamen 30.000 Jahrestonnen an Dispersionskapazität hinzu. Die Zugänge bei den Sachanlagen für diese drei Projekte beliefen sich im Jahr 2013 auf 25,1 Mio. €.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat das zu Jahresbeginn gesteckte Ziel, 2013 einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres zu erzielen, nicht ganz erreicht. Das EBITDA ist wie im März 2013 und wie im Geschäftsbericht 2012 prognostiziert unter dem Ergebnis des Geschäftsjahrs 2012 geblieben. Die Gründe dafür liegen in erster Linie in den gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Preisen für Polysilicium und Halbleiterwafer. Auch die schleppende Konjunktur sowie Währungseffekte aus dem schwächeren US-Dollar und Yen haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung gebremst. Kosteneinsparungen, auch unterstützt durch gestiegene Produktionsmengen, von insgesamt rund 225 Mio. € konnten diese Effekte nicht ausgleichen.

Bei WACKER POLYSILICON blieben die Preise für Solarsilicium seit Jahresbeginn 2013 im Wesentlichen unverändert. Allerdings sind sie nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Durch den Preisverfall im Jahr 2012 lagen sie im Durchschnitt 2013 um rund 30 Prozent unter Vorjahr. Im Geschäft von Siltronic ist die von vielen Marktexperten erwartete Belebung der Nachfrage nach Siliciumwafern im zweiten Halbjahr ausgeblieben. Gleichzeitig sind die Preise für Halbleiterwafer im Verlauf des Jahres 2013 spürbar zurückgegangen. Insgesamt waren sie durchschnittlich mehr als zehn Prozent niedriger als im Jahr 2012. Unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich das Chemiegeschäft in unseren drei Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS zufriedenstellend entwickelt. Deutlich höhere Absatzmengen sowie Einsparungen aus Effizienzprogrammen und bei den Personalkosten haben den vor allem bei Standardprodukten zunehmenden Preisdruck und negative Währungseffekte ausgeglichen. In der Summe konnten die drei Geschäftsbereiche beim Umsatz das Niveau des Vorjahres halten und beim EBITDA zulegen. Das hat aber den niedrigeren Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und den Ergebnisrückgang im Halbleiter- und Solargeschäft nicht kompensiert. Die Rohstoff- und Energiekosten blieben im Rahmen unserer Planungen. Dagegen haben sich die Wechselkurse des US-Dollar und des Yen zum Euro etwas ungünstiger entwickelt als in unseren Planungen vom Anfang des Jahres 2013 unterstellt.

Umsatzprognose nach dem 2. Quartal konkretisiert

Mit der Veröffentlichung des Berichts zum 2. Quartal im Juli 2013 hat WACKER seine Prognose, den Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres zu halten, konkretisiert und leicht zurückgenommen. Vor allem die Signale für ein schwächeres Geschäft mit Halbleiterwafern für die zweite Jahreshälfte 2013 und der zunehmende Preisdruck im Chemiegeschäft haben dazu geführt, die Umsatzerwartungen anzupassen. Der Umsatz wurde ab diesem Zeitpunkt in der Größenordnung von 4,5 Mrd. € erwartet, das EBITDA nach wie vor unter Vorjahresniveau. Beim Jahresergebnis ging WACKER nach wie vor von einem leichten Überschuss aus. Darüber hinaus gab WACKER im Bericht zum 2. Quartal bekannt, mit einer breit angelegten Initiative in allen Geschäfts- und Zentralbereichen, im laufenden Geschäftsjahr rund 200 Mio. €, unter Berücksichtigung von Mengeneffekten, einzusparen, etwa die Hälfte davon im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal haben wir unsere Umsatz- und Ergebnisprognose bestätigt. Der Konzernumsatz des Jahres 2013 belief sich auf 4,48 Mrd. € und entsprach damit dem Zielwert von rund 4,5 Mrd. €. Das EBITDA des WACKER-Konzerns betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 678,7 Mio. € und lag damit wie erwartet unter dem Vorjahreswert. Aus der Auflösung von Lieferverträgen für Polysilicium haben wir Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von 77,6 Mio. € vereinnahmt. Diese Erträge sind im EBITDA des Geschäftsjahres 2013 enthalten.

Die Investitionen sollten sich ohne Akquisitionen im Geschäftsjahr 2013 zunächst auf knapp 600 Mio. € belaufen. Mit der Berichterstattung zum 2. Quartal haben wir die Investitionen auf 550 Mio. € beziffert. Im Ausblick des Berichts zum 3. Quartal haben wir diesen Wert auf 500 Mio. € zurückgenommen. Mit 503,7 Mio. € lagen sie in unserem Zielkorridor. Der größte Teil davon floss in den weiteren Ausbau unserer Polysiliciumproduktion.

Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf T 3.5

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Mio. € Ergebnis 2012 Prognose Mär 2013 Prognose Jul 2013 Prognose Okt 2013 Ergebnis 2013
Umsatz 4.634,9 auf Vorjahresniveau ca. 4.500 ca. 4.500 4.478,9
EBITDA 795,4 unter Vorjahr unter Vorjahr unter Vorjahr 678,7
Jahresergebnis 114,7 leicht positiv leicht positiv leicht positiv 6,3
Investitionen (inkl. Finanzanlagen) 1.095,4 ca. 600 550 500 503,7
Nettofinanzschulden 700,5 über 1.000 unter 1.000 unter 900 792,2
Netto-Cashflow -536,2 leicht negativ leicht negativ positiv 109,7

Günstiger als zu Jahresbeginn erwartet haben sich die Nettofinanzschulden und der Netto-Cashflow entwickelt. Die niedrigeren Investitionen und die Reduzierung des Working Capitals haben dazu geführt, dass die Nettofinanzschulden und der Netto-Cashflow deutlich besser ausgefallen sind. Im März 2013 hatten wir prognostiziert, dass die Nettofinanzschulden bis zum Ende des Jahres 2013 auf über eine Mrd. € steigen würden. Der Netto-Cashflow wurde zu diesem Zeitpunkt negativ erwartet. Das Minus sollte aber deutlich geringer ausfallen als im Jahr 2012. Im Bericht zum 2. Quartal haben wir das Ziel formuliert, bei den Nettofinanzschulden bis zum Jahresende die Schwelle von einer Mrd. € nicht zu überschreiten. Mit der Berichterstattung zum 3. Quartal haben wir zum Jahresende einen Stand der Nettofinanzschulden unter 900 Mio. € vorhergesagt. Gleichzeitig haben wir prognostiziert, dass der Netto-Cashflow positiv sein wird. Mit 792,2 Mio. € Nettofinanzschulden zum 31. Dezember und einem Netto-Cashflow von 109,7 Mio. € lagen beide Werte im Rahmen dieser Erwartungen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, mit denen wir zukünftige Produkte und Lösungen entwickeln, beliefen sich im Gesamtjahr 2013 auf 173,8 Mio. €. Sie entsprechen damit dem Anfang des Jahres prognostizierten Forschungsaufwand von rund 175 Mio. €.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich nicht wie zu Jahresbeginn angenommen leicht erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 16.009 Mitarbeiter. Das sind 283 weniger als ein Jahr zuvor. Hier zeigt sich, dass WACKER bei der Neueinstellung von Mitarbeitern im Jahr 2013 zurückhaltend vorgegangen ist.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2013 eine Dividende von 0,50 € je Aktie (2012: 0,60 €) vor.

Abweichungen vom prognostizierten Aufwand

Der Personalaufwand ist im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. In absoluten Zahlen hat er sich um fünf Prozent verringert. Den Zielwert für das Jahr 2013 haben wir nicht ganz erreicht. Für den geringeren Personalaufwand verantwortlich waren u. a. eine zurückhaltende Politik beim Aufbau neuer Stellen sowie vielfältige Kostenmaßnahmen, wie etwa Programme zum Anstieg der Produktivität sowohl in den operativen Geschäfts- als auch den Zentralbereichen. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich im Jahr 2013 verringert. Mittelfristig erwarten wir, dass der Personalaufwand ohne Sondereffekte bei rund 25 Prozent des Umsatzes liegen wird.

Die Rohstoffkosten sind sowohl im Verhältnis zum Umsatz als auch in absoluten Zahlen gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Hier haben sich der niedrigere Umsatz sowie günstigere Rohstoffpreise bei einigen Rohstoffen ausgewirkt. Unseren Zielwert für das Jahr 2013 haben wir um einen Prozentpunkt unterschritten. Mittelfristig erwarten wir, dass die Rohstoffkosten flach bleiben.

Der Aufwand für Energie liegt unter unserem Zielwert. Verantwortlich dafür waren günstigere Beschaffungskonditionen sowie eine geringere Belastung durch regulatorische Kosten.

Die Abschreibungen lagen in absoluten Zahlen leicht über unserer Vorgabe. Verantwortlich dafür war eine Sonderabschreibung in der Siltronic, die zum Jahresende vorgenommen wurde. Insgesamt beliefen sich die Abschreibungen auf 564,4 Mio. €. Davon entfielen etwa 40 Prozent auf unsere Polysiliciumanlagen. Auf Grund unserer Investitionstätigkeit für den Ausbau unserer Polysiliciumkapazitäten werden die Abschreibungen mittelfristig weiter ansteigen.

Aufwand Kostenarten T 3.6

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% vom Umsatz 2012 Prognose 2013 Ist 2013
Personalaufwand 25,8 25,2 25,3
Rohstoffkosten 23,1 23,9 22,9
Energiekosten 10,9 10,5 10,2
Abschreibungen 11,4 11,4 12,6

Ertragslage

Stabile Umsätze in den drei Chemiebereichen, anhaltender Preisdruck bei Siliciumwafern sowie niedrigere Preise im Polysiliciumgeschäft haben das Geschäftsjahr 2013 gekennzeichnet. Der WACKER-Konzern erzielte im Ergebnis einen niedrigeren Umsatz und verzeichnete wie erwartet einen deutlichen Rückgang beim EBITDA. Die schleppende Konjunkturentwicklung im Jahr 2013 hat den Wettbewerbsdruck erhöht und die Preise für Standardprodukte verringert. Der Preisdruck in den drei Chemiebereichen konnte nur zum Teil durch höhere Absatzmengen und Personalkosteneinsparungen kompensiert werden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON blieben die Preise auf einem niedrigen Niveau, sind aber nicht weiter gesunken. Die Einigung zwischen der Europäischen Union und China im Solarstreit hat den Markt im zweiten Halbjahr 2013 belebt. WACKER hat dadurch so große Polysiliciummengen verkauft wie nie zuvor. Das Geschäft mit Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie ist nochmals zurückgegangen. Hier haben geringere Preise sowie negative Währungseffekte die Umsatzentwicklung gebremst. Das Jahresergebnis des Konzerns belief sich auf 6,3 Mio. € und ging damit im Vergleich zum Vorjahr (2012: 114,7 Mio. €) nochmals deutlich zurück.

Umsatz geht um drei Prozent auf 4,48 Mrd. € zurück

Im Geschäftsjahr 2013 konnte der WACKER-Konzern einen Umsatz von 4,48 Mrd. € (2012: 4,63 Mrd. €) erzielen. Das ist ein Rückgang von 3,4 Prozent. Insbesondere deutlich niedrigere Preise für Polysilicium und Siliciumwafer sind der Hauptgrund dafür, dass der Konzernumsatz geringer ausfiel als im Vorjahr. Die einzelnen Geschäftsbereiche haben sich im Geschäftsjahr unterschiedlich entwickelt. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

In den Chemiebereichen konnte WACKER im Vergleich zum Vorjahr seine Absatzmengen erhöhen. Preisdruck und negative Währungseffekte haben die Umsatzentwicklung gebremst. Während die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER BIOSOLUTIONS ihren Umsatz leicht steigern konnten, verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS einen Rückgang. Verantwortlich dafür war vor allem das schwächere Dispersionsgeschäft. WACKER POLYMERS erzielte einen Umsatz von 978,7 Mio. € (2012: 1,00 Mrd. €). Im Vergleich zum Vorjahr sind das zwei Prozent weniger. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES konnte dagegen seinen Umsatz um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Er erhöhte sich auf 1,67 Mrd. € (2012: 1,65 Mrd. €). Ebenfalls einen leichten Anstieg verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Der Umsatz legte um ein Prozent auf 158,4 Mio. € (2012: 157,6 Mio. €) zu.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON konnte so viel Polysilicium wie nie zuvor absetzen, blieb aber im Umsatz unter dem Vorjahresniveau. Er belief sich auf 924,2 Mio. € (2012: 1,14 Mrd. €). Das ist ein Minus von knapp 19 Prozent. Verantwortlich für den Umsatzrückgang waren die niedrigen Preise für Polysilicium, die sich fast das ganze Jahr über auf dem niedrigen Niveau zum Ende des 4. Quartals 2012 bewegten. Die Einigung zwischen der Europäischen Union und China zum Thema Strafzölle für chinesische Solarunternehmen Ende Juli hat den Absatz von Polysilicium erhöht.

Siltronic erwirtschaftete im Jahr 2013 einen Umsatz von 743,0 Mio. € (2012: 867,9 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 14 Prozent. Der Geschäftsbereich musste bei insgesamt gleichbleibendem Absatz deutliche Preisrückgänge bei Siliciumwafern hinnehmen. Die Abwertung des japanischen Yen hat die Preisentwicklung zusätzlich negativ beeinflusst.

Umsatzveränderung im Jahresvergleich G 3.7

Höhere Absatzmengen haben den Umsatz mit 301 Mio. € positiv beeinflusst. Währungseffekte hatten einen negativen Einfluss in Höhe von 91 Mio. €. Eine wesentliche Rolle spielten hier der Wechselkurs des US-Dollar zum Euro und der Wechselkurs des japanischen Yen zum Euro. Der Durchschnittskurs des US-Dollar lag im Jahr 2013 bei 1,36 pro € (2012: 1,29 pro €). Der Durchschnittskurs des japanischen Yen lag im Jahresdurchschnitt bei 136,61 pro € (2012: 102,50 pro €). Vor allem sinkende Preise haben den Konzernumsatz um 366 Mio. € verringert.

Den wesentlichen Teil seines Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich im Jahr 2013 auf 3,83 Mrd. € (2012: 3,95 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 86 Prozent. Der mit Abstand größte Absatzmarkt für WACKER ist die Region Asien. Einen wesentlichen Teil unseres Polysiliciums liefern wir nach Asien. WACKER verzeichnet auch eine hohe Nachfrage der asiatischen Kunden nach Silicon- und Polymerprodukten.

Umsatz In- und Ausland (Sitz des Kunden) T 3.8

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Umsatz mit D ritten 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1
davon Deutschland 647,0 686,0 899,4 887,3 774,6 948,6
davon Ausland 3.831,9 3.948,9 4.010,3 3.861,1 2.944,7 3.349,5
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Mio. € 2007
Umsatz mit D ritten 3.781,3
davon Deutschland 723,5
davon Ausland 3.057,8

EBITDA liegt 15 Prozent unter Vorjahr

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des WACKER-Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf 678,7 Mio. € (2012: 795,4 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 14,7 Prozent. Die EBITDA-Marge betrug 15,2 Prozent (2012: 17,2 Prozent). Wie im Vorjahr ist das geringere EBITDA im Wesentlichen auf die niedrigen Preise bei allen Geschäftsbereichen zurückzuführen, insbesondere bei Polysilicium und bei Siliciumwafern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON verringerte sich die EBITDA-Marge von 37,6 Prozent auf 25,3 Prozent. Der Geschäftsbereich hat aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen auf Grund von Vertragsauflösungen Erträge in Höhe von 77,6 Mio. € (2012: 113,1 Mio. €) vereinnahmt. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verbrauchte im 4. Quartal 2013 Rückstellungen für Abnahmeverträge, aus denen sich Belastungen für unser Silicongeschäft ergeben haben. Dadurch verbesserte sich das EBITDA um 13,7 Mio. €.

Das EBIT betrug im Zwölf-Monats-Zeitraum 114,3 Mio. € (2012: 266,6 Mio. €) und reduzierte sich damit um 57,1 Prozent. Neben dem EBITDA beeinflussen die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen das EBIT. Die planmäßigen Abschreibungen beliefen sich auf 527,4 Mio. € (2012: 526,3 Mio. €). WACKER hat zudem außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von insgesamt 37,0 Mio. € vorgenommen. Davon betrafen 34,8 Mio. € die Siltronic. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um nicht mehr genutztes Anlagevermögen. Die EBIT-Marge lag im Geschäftsjahr 2013 bei 2,6 Prozent (2012: 5,8 Prozent). Die Sondereffekte, die EBIT wie auch EBITDA im Geschäftsjahr beeinflusst haben, sind in der Tabelle dargestellt:

Sondereffekte 2013 T 3.9

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Mio. € 2013
Verbrauch aus Rückstellungen für Verluste aus zukünftigen Abnahmeverpflichtungen in China 13,7
Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadensersatzleistungen 77,6
Summe Sondereffekte EBITDA 91,3
Stilllegung und Wertminderung von Anlagevermögen Siltronic -34,8
Summe Sondereffekte EBIT 56,5

Sondereffekte 2012 T 3.10

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Mio. € 2012
Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadensersatzleistungen 113,1
Verpflichtungen aus der Schließung der 150 mm Produktion Portland -14,8
Summe Sondereffekte EBITDA 98,3
Summe Sondereffekte EBIT 98,3

Herstellungskosten auf konstantem Niveau

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 156,0 Mio. € auf 663,5 Mio. € gesunken (2012: 819,5 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 19 Prozent. Die Brutto-Umsatzmarge des Geschäftsjahres beträgt knapp 15 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 18 Prozent. Auch hier ist der Rückgang vor allem auf die deutlich geringeren Umsatzmargen bei Polysilicium und Siliciumwafern zurückzuführen.

Die Herstellungskosten blieben im abgelaufenen Geschäftsjahr konstant bei 3,82 Mrd. € (2012: 3,82 Mrd. €). Dank der gut ausgelasteten Produktionsanlagen ergab sich eine gute Fixkostenabdeckung. Positive Effekte kamen auch aus den insgesamt etwas geringeren Rohstoffkosten. Außerdem hat WACKER mit einer Reihe von Maßnahmen die Sach- und Personalkosten gesenkt. Gegenläufig wirkte sich im zweiten Halbjahr der Abbau von Vorräten auf die Herstellungskosten aus. Die Herstellungskostenquote belief sich für das Geschäftsjahr auf 85 Prozent (2012: 82 Prozent).

Funktionskosten

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Sie beliefen sich auf 557,5 Mio. € (2012: 571,7 Mio. €). Das ist ein Rückgang von knapp drei Prozent.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf 44,3 Mio. € (2012: 101,3 Mio. €). In dem positiven Ergebnis sind Erträge aus der Vereinnahmung von Kundenanzahlungen und Schadenersatzleistungen auf Grund von Auflösungen einzelner Polysiliciumverträge in Höhe von 77,6 Mio. € (2012: 113,1 Mio. €) enthalten. Das Währungsergebnis war mit -2,8 Mio. € (2012: -7,9 Mio. €) nahezu ausgeglichen. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anlagevermögen insbesondere bei Siltronic in Höhe von 37,0 Mio. € führten zu sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Betriebsergebnis

Die oben genannten Effekte haben dazu geführt, dass das Betriebsergebnis von 349,1 Mio. € auf 150,3 Mio. € zurückgegangen ist. Das sind 57 Prozent weniger als im Vorjahr.

Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis - die Summe des Equity-Ergebnisses und des sonstigen Beteiligungsergebnisses - beläuft sich auf -36,0 Mio. € (2012: -82,5 Mio. €). Der Verlust resultiert aus Beteiligungsverlusten des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung zur Herstellung von 300 mm Wafern auf Grund von hohen planmäßigen Abschreibungen sowie niedrigeren Preisen. Die Gewinne aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning zur Herstellung von Siloxan in China haben sich im Geschäftsjahr 2013 erwartungsgemäß deutlich reduziert. Der Grund dafür sind die niedrigeren Verrechnungspreise für Siloxan, die WACKER mit Dow Corning vereinbart hat. Im Vorjahr enthielt das Beteiligungsergebnis eine Abschreibung in Höhe von 77,0 Mio. € auf den Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des Konzerns belief sich auf -83,3 Mio. € (2012: -62,7 Mio. €). Das sind 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Grund dafür liegt im Wesentlichen in einer höheren Verschuldung und den damit anfallenden Zinsaufwendungen für Finanzschulden. Die Zinsaufwendungen belaufen sich auf 41,8 Mio. € (2012: 26,2 Mio. €). Bauzeitzinsen minderten den Zinsaufwand nur unwesentlich um 2,0 Mio. € (2012: 14,2 Mio. €). Der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen belief sich im Berichtsjahr auf -26,8 Mio. € (2012: -10,2 Mio. €). Die Zinserträge in Höhe von 15,0 Mio. € blieben im Vergleich zum Vorjahr annähernd konstant (2012: 16,0 Mio. €).

Das übrige Finanzergebnis betrug -56,5 Mio. € (2012: -52,5 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus Kurseffekten der Finanzanlagen enthalten.

Ertragsteuern

Der Konzern weist für 2013 einen Steueraufwand von 24,7 Mio. € (2012: 89,2 Mio. €) aus. Das sind 72 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 79,7 Prozent (2012: 43,7 Prozent). Der relativ hohe Steueraufwand ergibt sich im Wesentlichen aus dem steuerlich nicht abzugsfähigen Beteiligungsergebnis und steuerlich nicht wirksamen Aufwendungen und Verlusten im Ausland bei einem insgesamt niedrigen Vorsteuerergebnis des Konzerns.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis ging auf Grund der oben genannten Effekte auf 6,3 Mio. € (2012: 114,7 Mio. €) zurück.

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitelrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed).

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 2,2 Prozent (2012: 5,2 Prozent). Der Rückgang beruht im Wesentlichen auf dem Ergebnisrückgang und der höheren Mittelbindung auf Grund unserer Investitionen in neue Produktionsanlagen. Das Capital Employed stieg im Geschäftsjahr von 4.979,0 Mio. € auf 5.238,2 Mio. €.

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung T 3.11

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Mio. € 2013 2012* Veränderung
in %
Umsatzerlöse 4.478,9 4.634,9 -3,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 663,5 819,5 -19,0
Vertriebs-, Forschungs- und allg. Verwaltungskosten -557,5 -571,7 -2,5
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 44,3 101,3 -56,3
Betriebsergebnis 150,3 349,1 -56,9
Beteiligungsergebnis -36,0 -82,5 -56,4
EBIT 114,3 266,6 -57,1
Finanzergebnis -83,3 -62,7 32,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 31,0 203,9 -84,8
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -24,7 -89,2 -72,3
Jahresergebnis 6,3 114,7 -94,5
Davon den Aktionären der Wacker Chemie AG zuzurechnen 2,6 120,7 -97,8
Davon auf andere Gesellschafter entfallend 3,7 -6,0 n. a.
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/verwässert) 0,05 2,43 -97,9
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 -
Überleitung zum EBITDA      
EBIT 114,3 266,6 -57,1
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen 564,4 528,8 6,7
EBITDA 678,7 795,4 -14,7
ROCE (%) 2,2 5,2 n. a.

* Angepasst auf Grund der Effekte aus der Anwendung von IAS 19 (revised), siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang.

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Umsatz um 1,5 Prozent gestiegen

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Jahr 2013 um 1,5 Prozent zugelegt. Er erhöhte sich auf 1,67 Mrd. € (2012: 1,65 Mrd. €). In erster Linie höhere Absatzmengen waren dafür verantwortlich. Die Umsatzentwicklung gebremst haben niedrigere Preise bei Standardprodukten und ungünstige Währungseffekte durch den stärkeren Euro. Trotzdem konnten wir in allen Geschäftssparten unseres Silicongeschäftes den Umsatz steigern. Besonders gut hat sich der Absatz von Siliconen für Körperpflegeprodukte, für Industrieanwendungen und für die Medizintechnik entwickelt. Regional betrachtet konnte WACKER SILICONES in Asien seinen Umsatz um 4,9 Prozent steigern, in Europa trotz der schwachen Konjunktur um 3,6 Prozent. Prozentual zweistellige Zuwachsraten verzeichneten wir in den übrigen Regionen der Welt. Der Umsatz in Amerika blieb auf dem Niveau des Vorjahres. In Deutschland ist der Umsatz um 2,7 Prozent zurückgegangen.

Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es fiel mit 230,2 Mio. € (2012: 189,3 Mio. €) um 21,6 Prozent höher aus. Der Verbrauch von Rückstellungen, die in der Vergangenheit für drohende Verluste aus zukünftigen Abnahmeverpflichtungen aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning in China gebildet worden waren, haben das EBITDA mit 13,7 Mio. € positiv beeinflusst. Die Rohstoff- und Energiekosten waren insgesamt etwas höher als im Vorjahr. Der durchschnittliche Preis für Siliciummetall lag acht Prozent unter dem Vorjahr, der Preis für Methanol erhöhte sich dagegen um drei Prozent. Die hohe Produktionsauslastung führte zu einer besseren Fixkostenabdeckung bei den Herstellungskosten. Der Preisdruck insbesondere bei Standardprodukten und Währungseffekte haben dagegen die Ergebnisentwicklung gebremst. Die EBITDA-Marge stieg auf 13,8 Prozent (2012: 11,5 Prozent).

Investitionen liegen unter dem Vorjahr

Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Sie beliefen sich auf 85,4 Mio. € (2012: 158,8 Mio. €). Das sind 46,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Vorjahr war darin ein Darlehen an das Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning in Höhe von 87,9 Mio. € enthalten. Die Mittel des Geschäftsjahres gingen vorrangig in den Ausbau der Kapazitäten für fertige Siliconprodukte.

Vertriebsstrukturen in Asien weiter ausgebaut

Um die Bedürfnisse der Kunden in Asien besser bedienen zu können und die Marktbearbeitung zu intensivieren, sind seit März 2013 fünf neue Teams in der Region tätig. Sie betreuen von den Standorten Singapur, Mumbai, Indien, Jincheon, Südkorea und Shanghai, China, aus die jeweiligen Kunden vor Ort. Alle Teams nutzen neben den örtlichen Vertriebsstrukturen auch die technischen Kompetenzzentren in ihrer jeweiligen Region. Dort werden Produkte an lokale Rohstoffe und Anforderungsprofile der Kunden angepasst. Zum 31. Dezember 2013 waren im Geschäftsbereich WACKER SILICONES 4.109 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2012: 3.960).

Segmentdaten WACKER SILICONES T 3.12

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 1.672,2 1.648,0 1.593,8 1.580,5 1.238,8 1.408,6
EBITDA 230,2 189,3 182,9 229,9 157,9 167,9
EBITDA-Marge (%) 13,8 11,5 11,5 14,5 12,7 11,9
EBIT 151,1 106,4 103,3 150,0 33,5 86,3
Investitionen 85,4 158,8 106,3 92,9 102,2 107,0
Akquisitionen - - - 81,2 - -
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 4.109 3.960 3.956 3.892 3.873 3.927
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Mio. € 2007
Gesamtumsatz 1.361,0
EBITDA 226,9
EBITDA-Marge (%) 16,7
EBIT 144,6
Investitionen 102,2
Akquisitionen -
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 3.871

WACKER POLYMERS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist im Geschäftsjahr 2013 leicht zurückgegangen. Er verringerte sich um 2,4 Prozent auf 978,7 Mio. € (2012: 1,0 Mrd. €). Verantwortlich für diesen Rückgang war das schwächere Dispersionsgeschäft. Gestiegenen Absatzmengen im Dispersionspulvergeschäft standen niedrigere Durchschnittspreise und negative Währungseffekte entgegen. Die Rohstoffkosten waren etwas niedriger als im Vorjahr. Vor allem in der Verpackungsindustrie hat sich die Substitution durch VAE-Dispersionen nicht so positiv entwickelt wie im Jahr 2012.

Der Umsatz in den einzelnen Regionen hat sich differenziert entwickelt. In Deutschland, Europa und in Amerika verzeichnete WACKER POLYMERS Umsatzrückgänge. In Asien ist der Umsatz dagegen um mehr als zehn Prozent gestiegen. Den größten Zuwachs verzeichneten wir dabei in Indien mit fast 30 Prozent.

Das EBITDA blieb mit 147,8 Mio. € konstant (2012: 147,4 Mio. €). Die EBITDA-Marge ist auf 15,1 Prozent (2012: 14,7 Prozent) gestiegen.

Inbetriebnahme neuer Produktionsanlagen

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr auf 36,8 Mio. € (2012: 58,8 Mio. €) zurückgegangen. Der größte Teil der Investitionen ging in die Ausbauprojekte in Calvert City, USA, und im chinesischen Nanjing. In Nanjing nahm im April eine neue Produktionsanlage für VAE-Dispersionen mit 60.000 Tonnen die Produktion auf. WACKER POLYMERS verfügt in China jetzt über Produktionskapazitäten von 120.000 Jahrestonnen. Außerdem wurde am Produktionsstandort Calvert City, USA, die Kapazität unserer Anlagen um 30.000 Tonnen erhöht.

Die Zahl der Mitarbeiter des Geschäftsbereichs hat sich zum 31. Dezember 2013 mit 1.377 leicht erhöht (31. Dezember 2012: 1.365).

Segmentdaten WACKER POLYMERS T 3.13

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 978,7 1.003,1 928,1 810,0 743,8 867,9
EBITDA 147,8 147,4 111,8 122,6 117,2 108,9
EBITDA-Marge (%) 15,1 14,7 12,0 15,1 15,8 12,5
EBIT 112,9 110,7 76,2 82,2 77,8 64,9
Investitionen 36,8 58,8 30,4 13,1 40,0 74,4
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 1.377 1.365 1.412 1.377 1.362 1.579
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Mio. € 2007
Gesamtumsatz 632,8
EBITDA 107,0
EBITDA-Marge (%) 16,9
EBIT 80,5
Investitionen 41,0
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 1.128

WACKER BIOSOLUTIONS

Einen leichten Umsatzanstieg konnte der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS im Jahr 2013 verzeichnen. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent auf 158,4 Mio. € (2012: 157,6 Mio. €) zu. Dafür verantwortlich waren gestiegene Absatzmengen. Negative Währungseffekte und niedrigere Preise haben das Umsatzwachstum gebremst. Während in Europa und Asien das Geschäft zulegen konnte, sind die Umsätze in Deutschland und in Amerika zurückgegangen. Größter Umsatzträger ist Europa mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent.

Das EBITDA lag im Geschäftsjahr 2013 mit 23,6 Mio. € (2012: 24,5 Mio. €) leicht unter dem Vorjahr. Die EBITDA-Entwicklung wurde vor allem durch negative Währungseffekte belastet. Die EBITDA-Marge liegt mit 14,9 Prozent (2012: 15,5 Prozent) etwas unter Vorjahr.

Investitionen gegenüber Vorjahr verringert

Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr verringert. Sie beliefen sich auf 10,2 Mio. € (2012: 19,3 Mio. €). Der größte Teil davon floss in den Aufbau einer neuen Anlage zur Herstellung von Polyvinylacetatfestharzen, die für die Herstellung von Kaugummirohmasse verwendet werden. Im chinesischen Werk Nanjing errichten wir eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 20.000 Jahrestonnen. Der bisherige Produktionsstandort in Wuxi wird aufgegeben. Die neue Anlage soll im Jahr 2014 in Betrieb gehen.

Geschäft mit Pharmaproteinen durch Akquisition gestärkt

Im November 2013 hat die Wacker Biotech GmbH, eine Tochtergesellschaft der Wacker Chemie AG, mit der BioNet Ventures GmbH einen Kaufvertrag zum Erwerb eines Produktionsstandortes zur Herstellung von therapeutischen Proteinen unterzeichnet. WACKER übernimmt im Rahmen der Akquisition die Anlagen der Gesellschaft Scil Proteins Production am Standort Halle einschließlich des Patentportfolios. Scil Proteins verfügt über Fermenter mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1.500 Litern. Diese Kapazitäten sind ein wichtiger Schritt, um Kunden nach erfolgreicher Zulassung ihrer Medikamente auch in der Marktversorgungsphase begleiten zu können. Der Kauf wurde zum 02. Januar 2014 vollzogen und die Gesellschaft wird ab dem 1. Quartal 2014 in den WACKER-Konzernabschluss einbezogen.

Die Zahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2013 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS ist auf 371 gestiegen (31. Dezember 2012: 357).

Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS T 3.14

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 158,4 157,6 144,5 142,4 104,9 97,7
EBITDA 23,6 24,5 20,4 25,0 9,9 9,2
EBITDA-Marge (%) 14,9 15,5 14,1 17,6 9,4 9,4
EBIT 17,2 17,8 13,3 16,6 4,7 6,0
Investitionen 10,2 19,3 8,6 6,5 12,7 16,5
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 371 357 354 363 344 259
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Mio. € 2007
Gesamtumsatz 112,4
EBITDA 9,5
EBITDA-Marge (%) 8,5
EBIT -7,5
Investitionen 7,5
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 245

WACKER POLYSILICON

Mengenwachstum bei niedrigen Preisen prägt Marktumfeld in der Photovoltaikindustrie

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist wie erwartet im Geschäftsjahr 2013 zurückgegangen. Er verringerte sich um 18,6 Prozent auf 924,2 Mio. € (2012: 1,14 Mrd. €). Obwohl WACKER POLYSILICON mit 49.000 Tonnen so viel Polysilicium wie noch nie absetzen konnte, blieb der Umsatz auf Grund der im Durchschnitt deutlich niedrigeren Preise für polykristallines Reinstsilicium im Jahr 2013 unter dem Vorjahr. Das Geschäftsjahr 2013 war geprägt vom weiteren Wachstum des Photovoltaikmarktes sowie nach wie vor von Überkapazitäten in allen Wertschöpfungsstufen und von Preisdruck. Die Unsicherheiten im Anti-Dumpingstreit zwischen der EU und China haben vor allem im 3. Quartal zu einer Drosselung der Produktion geführt. Durch die Einigung im Anti-Dumpingstreit hat der Absatz von Polysilicium im 4. Quartal 2013 zugenommen. Bei den Absatzregionen nimmt Asien eine immer bedeutendere Rolle ein. In den Regionen Europa und Amerika sind die Umsätze dagegen weiter rückläufig.

Das EBITDA ist um 45,3 Prozent auf 233,9 Mio. € (2012: 427,5 Mio. €) zurückgegangen. Belastet wurde es in erster Linie durch die im Durchschnitt deutlich niedrigeren Preise gegenüber dem Vorjahr. Durch die Auflösung von Verträgen mit Kunden, die sich aus dem Solargeschäft zurückgezogen haben, und aus Schadenersatzleistungen hat der Geschäftsbereich 77,6 Mio. € vereinnahmt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 25,3 Prozent (2012: 37,6 Prozent).

Investitionen unter Vorjahresniveau

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON sind im Jahr 2013 unter dem Vorjahresniveau geblieben. Das liegt in erster Linie daran, dass wir die Fertigstellung des neuen Polysiliciumstandortes im US-Bundesstaat Tennessee zeitlich gestreckt haben und die Produktion erst im zweiten Halbjahr 2015 aufgenommen werden soll. Die Investitionen verringerten sich um 58,5 Prozent auf 290,0 Mio. € (2012: 698,1 Mio. €). Die Mittel flossen zum größten Teil in den Aufbau des neuen Produktionsstandorts im US-Bundesstaat Tennessee. Die Gesamtkosten für die Fertigstellung des neuen Produktionsstandorts schätzen wir auf rund 2,2 Mrd. US-$.

Die Zahl der Beschäftigten hat sich verringert. Sie ist auf 2.102 (31. Dezember 2012: 2.349) gesunken.

Segmentdaten WACKER POLYSILICON T 3.15

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 924,2 1.135,8 1.447,7 1.368,7 1.121,2 828,1
EBITDA 233,9 427,5 747,3 733,4 520,8 422,0
EBITDA-Marge (%) 25,3 37,6 51,6 53,6 46,5 51,0
EBIT 0,1 200,8 545,6 586,7 414,1 349,8
Investitionen 290,0 698,1 566,5 309,9 400,1 410,3
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 2.102 2.349 2.251 1.763 1.600 1.289
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Mio. € 2007
Gesamtumsatz 456,9
EBITDA 182,2
EBITDA-Marge (%) 39,9
EBIT 135,0
Investitionen 259,5
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 1.003

SILTRONIC

Umsatz bleibt hinter dem Vorjahr zurück

Die zurückhaltende Nachfrage nach Siliciumwafern und niedrigere Preise führten bei Siltronic zu einem Umsatzrückgang. Der Umsatz verringerte sich um 14,4 Prozent auf 743,0 Mio. € (2012: 867,9 Mio. €). Während das Geschäft mit 300 mm Siliciumwafern im Gesamtjahr leicht zunahm, blieb der Absatz für 200 mm Siliciumwafer auf dem Vorjahresniveau und für noch kleinere Scheibendurchmesser entwickelte sich unser Geschäft erneut schwächer. Regional betrachtet sind die Umsätze in allen Regionen unter dem Vorjahr geblieben. Stärkste Verkaufsregion ist nach wie vor Asien, obwohl auch hier der Umsatz um mehr als zehn Prozent zurückging.

Das EBITDA hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 26,5 Mio. € (2012: 0,7 Mio. €) verbessert. Das EBIT hat sich nicht verbessert, weil wir im 4. Quartal eine nicht planmäßige Abschreibung in Höhe von 34,8 Mio. € auf stillgelegte Produktionsanlagen vorgenommen haben. Die Maßnahmen, die Siltronic ergriffen hat, um die Herstellungskosten zu senken und die Auslastung der Produktionsanlagen zu steigern, zeigten hier Wirkung. Negative Preiseffekte haben die EBITDA-Entwicklung gebremst. Die EBITDA-Marge betrug 3,6 Prozent (2012: 0,1 Prozent).

Investitionen fallen geringer aus

Die Investitionen von Siltronic sind im Jahr 2013 zurückgegangen. Sie beliefen sich auf 30,9 Mio. € (2012: 103,2 Mio. €). Das sind 70 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Mittel wurden vor allem für Investitionen in verbesserte Technologien verwendet.

Die Beschäftigtenzahl bei Siltronic ist auf Grund der Strukturmaßnahmen deutlich zurückgegangen. Sie lag zum 31. Dezember 2013 bei 3.746 Mitarbeitern (31. Dezember 2012: 3.978).

Segmentdaten SILTRONIC T 3.16

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 743,0 867,9 992,1 1.024,8 637,5 1.360,8
EBITDA 26,5 0,7 49,2 87,7 -162,4 357,3
EBITDA-Marge (%) 3,6 0,1 5,0 8,6 -25,5 26,3
EBIT -95,9 -92,2 -56,7 -3,5 -414,7 193,8
Investitionen 30,9 103,2 128,1 75,5 73,0 199,6
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 3.746 3.978 4.974 5.025 5.096 5.469
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Mio. € 2007
Gesamtumsatz 1.451,6
EBITDA 478,1
EBITDA-Marge (%) 32,9
EBIT 337,2
Investitionen 200,0
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 5.634

Sonstiges

Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf 192,7 Mio. € (2012: 162,9 Mio. €). Das sind 18,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 14,7 Mio. € (2012: 6,1 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2013 waren im Segment "Sonstiges" 4.304 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2012: 4.283). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz.

Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten G 3.17

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Auslandsgeschäft geprägt. Von den 4,48 Mrd. € Umsatz (2012: 4,63 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2013 erwirtschafteten wir 85,5 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 14,5 Prozent.

Region Asien leicht unter Vorjahr

Die größte Bedeutung für unsere Geschäfts- und Wachstumspotenziale hat die Region Asien. Der Haupttreiber ist der steigende Lebensstandard in den dortigen Schwellenländern. Mit einem Umsatzanteil von 40,8 Prozent (2012: 40,2 Prozent) war Asien wie im Vorjahr der bedeutendste Absatzmarkt. Der Umsatz belief sich auf 1,83 Mrd. € (2012: 1,86 Mrd. €). Das ist ein leichter Rückgang von 1,9 Prozent. In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) ist der Umsatz allerdings gestiegen. Hier erzielte WACKER Umsatzerlöse von 1,07 Mrd. € (2012: 986 Mio. €), 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Zulegen konnte auch das Geschäft von WACKER in Indien. Dort erhöhten sich unsere Umsätze um 11,1 Prozent. In den drei Chemiebereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie WACKER BIOSOLUTIONS konnten wir unsere Umsätze in Asien steigern. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON blieb auf dem Niveau des Vorjahres, während der Umsatz der Siltronic zurückging.

Außenumsatz am Sitz des Kunden T 3.18

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 647,0 686,0 899,4 887,3 774,6 948,6
Übriges Europa 1.073,8 1.090,7 1.186,7 1.175,4 944,1 1.008,2
Amerika 761,0 834,2 846,4 818,2 636,3 852,9
Asien 1.826,1 1.862,0 1.822,0 1.717,4 1.252,9 1.362,8
Sonstige Regionen 171,0 162,0 155,2 150,1 111,4 125,6
Konzern 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1
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Mio. € 2007
Deutschland 723,5
Übriges Europa 1.034,7
Amerika 642,6
Asien 1.267,1
Sonstige Regionen 113,4
Konzern 3.781,3

Region Europa leidet weiter unter der Schuldenkrise

Im übrigen Europa, wo WACKER von jeher eine sehr starke Marktposition besitzt, ist der Umsatz auf Grund der Schuldenkrise und der schwachen Konjunktur in vielen EU-Ländern niedriger ausgefallen. Er verringerte sich um 1,5 Prozent auf 1,07 Mrd. € (2012: 1,09 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 24,0 Prozent (2012: 23,5 Prozent). In Deutschland ging der Umsatz noch stärker zurück. Er sank um 5,7 Prozent auf 647,0 Mio. € (2012: 686,0 Mio. €).

Geschäft in Amerika bleibt unter Vorjahr

Das Geschäft in der Region Amerika ist unter dem Vorjahresniveau geblieben. Der Umsatz verringerte sich um 8,8 Prozent auf 761,0 Mio. € (2012: 834,2 Mio. €). Von dem Umsatzrückgang waren alle Geschäftsbereiche von WACKER betroffen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,0 Prozent (2012: 18,0 Prozent).

Sonstige Regionen wachsen weiter

Weiter zulegen konnte der Umsatz in den sonstigen Regionen. Er erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 171,0 Mio. € (2012: 162,0 Mio. €). Mehr als 35 Prozent davon erzielt WACKER in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens.

Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft T 3.19

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 3.782,3 3.972,9 4.250,8 4.150,9 3.272,0 3.746,8
Übriges Europa 144,7 156,8 138,3 74,3 23,5 29,4
Amerika 742,1 817,6 783,0 779,4 599,2 736,4
Asien 761,6 729,7 750,4 684,1 491,4 546,3
Sonstige Regionen 7,0 6,8 7,4 6,3 3,5 2,2
Konsolidierung -958,8 -1.048,9 -1.020,2 -946,6 -670,3 -763,0
Konzern 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1
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Mio. € 2007
Deutschland 3.341,0
Übriges Europa 26,6
Amerika 659,1
Asien 480,2
Sonstige Regionen 1,8
Konsolidierung -727,4
Konzern 3.781,3

Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2012 um 2,5 Prozent reduziert. Sie sank zum 31. Dezember 2013 um 160,4 Mio. € auf 6,33 Mrd. € (31. Dezember 2012: 6,49 Mrd. €). Ein wesentlicher Grund dafür sind das geringere Anlagevermögen sowie ein geringeres Working Capital im Vergleich zum Vorjahr. Zum Bilanzstichtag weist WACKER auf Grund von Bewertungseffekten geringere Pensionsrückstellungen aus. Sie haben sich um 156,2 Mio. € verringert. Das im 1. Quartal 2013 aufgenommene Schuldscheindarlehen in den USA hat die Bilanzsumme dagegen um 400 Mio. US-$ erhöht. Das hatte sowohl Einfluss auf die Liquidität als auch auf die Finanzschulden, die jeweils gestiegen sind. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit, die Auszahlung der Dividende und die Tilgung fälliger Bankdarlehen haben die Liquidität gemindert. Effekte aus der Währungsumrechnung verringerten die Bilanzsumme um 104,2 Mio. €.

Auf der Passivseite der Bilanz haben sich im Vergleich zu den Vorjahreszahlen wie auch im Vergleich zu den Angaben, die WACKER in den Quartalsabschlüssen des Jahres 2012 und dem Geschäftsbericht 2012 veröffentlicht hat, größere Änderungen ergeben. Durch die Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IAS 19 (revised) "Leistungen an Arbeitnehmer" stiegen die Pensionsrückstellungen deutlich an. Gleichzeitig verringerte sich das Eigenkapital. Im Konzernanhang sind die Änderungen unter "Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" ab S. 212 ausführlich dargestellt.

Vermögens- und Kapitalstruktur G 3.20

Bilanzentwicklung Aktiva

Kurz- und langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 148,5 Mio. € auf 4,39 Mrd. € zurück. (31. Dezember 2012: 4,54 Mrd. €). Das ist ein Minus von drei Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf 69 Prozent (31. Dezember 2012: 70 Prozent). Die kurzfristigen Vermögenswerte blieben mit 1,95 Mrd. € (31. Dezember 2012: 1,96 Mrd. €) nahezu konstant. Bezogen auf ihren Anteil an der Bilanzsumme liegt der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte bei 31 Prozent (31. Dezember 2012: 30 Prozent). Niedrigeres Anlagevermögen auf Grund von geringeren Investitionen, planmäßige sowie außerplanmäßige Abschreibungen und die hohe lang- und kurzfristige Liquidität haben die Aktivseite der Bilanz im Geschäftsjahr 2013 geprägt.

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzinvestitionen

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 3,81 Mrd. € (31. Dezember 2012: 3,95 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen reduzierte sich von Januar bis Dezember 2013 um 138,8 Mio. €. Der Hauptgrund sind niedrigere Investitionen, nachdem WACKER den Zeitplan für den Aufbau des neuen Produktionsstandortes im US-Bundesstaat Tennessee gestreckt hat. Hier investiert der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON in eine neue Polysiliciumproduktion. Der Konzern investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 501,6 Mio. € (31. Dezember 2012: 975,0 Mio. €) in Sachanlagen. Das sind 49 Prozent weniger als vor einem Jahr. Davon flossen rund 250 Mio. € in das neue Werk im US-Bundesstaat in Tennessee. Weitere Investitionen gingen in die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS sowie in die Siltronic für den Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit. Der größte Teil der Investitionen des WACKER-Konzerns floss ins Ausland. Die planmäßigen Abschreibungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 527,4 Mio. € und überstiegen die Investitionen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat WACKER außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 37,0 Mio. € vorgenommen. Insbesondere Anlagevermögen der Siltronic wurde nicht mehr genutzt. Währungsveränderungen haben den Wert des Anlagevermögens um 70,3 Mio. € gemindert.

At equity bewertete Beteiligungen

Die at equity bewerteten Beteiligungen verringerten sich von 41,0 Mio. € auf 18,9 Mio. €. Dieser Rückgang von 54 Prozent ergibt sich im Wesentlichen aus Beteiligungsverlusten des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung zur Herstellung von 300 mm Wafern.

Langfristige finanzielle Vermögenswerte und Wertpapiere

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte sind um drei Prozent auf 562,2 Mio. € (31. Dezember 2012: 544,7 Mio. €) angestiegen. Sie enthalten Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen in Höhe von 231,4 Mio. € (31. Dezember 2012: 256,2 Mio. €). Währungsdifferenzen haben die langfristigen finanziellen Vermögenswerte mit 15,8 Mio. € negativ beeinflusst. Die langfristigen Wertpapiere erhöhten sich durch Neuanlagen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr um 59,7 Mio. € auf 120,8 Mio. €. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte enthalten weiterhin langfristige derivative Finanzinstrumente, langfristige Steuerforderungen und aktive latente Steuern. Die aktiven latenten Steuern belaufen sich zum 31. Dezember 2013 auf 165,7 Mio. € (31. Dezember 2012: 182,0 Mio. €) und resultieren im Wesentlichen aus temporären Differenzen aus den Pensionsrückstellungen.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben und beliefen sich auf 1,95 Mrd. € (31. Dezember 2012: 1,96 Mrd. €). Der Vorratsbestand konnte zum Ende 2013 deutlich abgebaut werden. Die Vorräte belaufen sich zum 31. Dezember 2013 auf 616,9 Mio. € (31. Dezember 2012: 712,1 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 13 Prozent. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben auf einem konstanten Niveau. Sie beliefen sich zum Ende des Berichtsjahres auf 614,1 Mio. € (31. Dezember 2012: 600,2 Mio. €).

Der Anteil von Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Er belief sich auf 19 Prozent (31. Dezember 2012: 20 Prozent).

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um elf Prozent auf 714,3 Mio. € (31. Dezember 2012: 644,9 Mio. €). Der wesentliche Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Anteil der kurzfristigen Wertpapiere ging durch Neuanlagen in Wertpapiere mit längerer Laufzeit zurück. Zum Bilanzstichtag wurden 71,9 Mio. € ausgewiesen (31. Dezember 2012: 243,0 Mio. €). Die liquiden Mittel erhöhten sich von 192,6 Mio. € auf 431,8 Mio. € zum Geschäftsjahresende 2013. Der Anstieg resultiert in erster Linie durch den Liquiditätszufluss aus dem aufgenommenen Darlehen von 400 Mio. US-$. Gleichzeitig flossen durch Investitionen, Dividendenzahlungen und Darlehenstilgungen liquide Mittel ab. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind Ertrags- und Umsatzsteuerforderungen in Höhe von insgesamt 71,6 Mio. €, derivative Finanzinstrumente in Höhe von 19,6 Mio. € und sonstige kurzfristige Forderungen in Höhe von 119,4 Mio. € enthalten.

Bilanzentwicklung Passiva

Konzerneigenkapital leicht erhöht

Das Konzerneigenkapital hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2012 leicht erhöht. Es stieg um 75,8 Mio. € auf 2,20 Mrd. € (31. Dezember 2012: 2,12 Mrd. €). Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 34,7 Prozent (31. Dezember 2012: 32,7 Prozent). Das Eigenkapital ist durch verschiedene Effekte beeinflusst worden: Die Gewinnrücklagen erhöhten sich durch das Jahresergebnis um 2,6 Mio. €. Gleichzeitig reduzierte die ausgezahlte Dividende die Gewinnrücklagen um 29,8 Mio. €. Die übrigen Eigenkapitalposten führten zu einem Anstieg des Eigenkapitals. Wesentlich beeinflusst wurden diese durch die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. WACKER hat seit Jahresbeginn die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode der Pensionsrückstellungen auf die neuen Regelungen des IAS 19 (revised) umgestellt. Die zum Jahresende durchgeführte neue Bewertung der leistungsorientierten Pensionspläne führte zu niedrigeren versicherungsmathematischen Verlusten. Veränderungen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen führten im Geschäftsjahr zu einem Anstieg des Eigenkapitals um 152,8 Mio. €. Marktwerterhöhungen aus derivativen Finanzinstrumenten haben das Eigenkapital ebenfalls um 8,0 Mio. € erhöht. Dagegen haben negative Effekte aus der Währungsumrechnung das Eigenkapital um 54,7 Mio. € verringert.

Schulden

Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 236,2 Mio. € zurückgegangen. Sie beliefen sich auf 4,14 Mrd. € (31. Dezember 2012: 4,37 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 65 Prozent (31. Dezember 2012: 67 Prozent).

Langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden belaufen sich zum 31. Dezember 2013 auf 3,08 Mrd. €. Das ist ein Rückgang von 4 Prozent (31. Dezember 2012: 3,21 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt unverändert 49 Prozent (31. Dezember 2012: 49 Prozent). Die Pensionsrückstellungen gingen um 156,2 Mio. € zurück. Der wesentliche Grund dafür ist der für die Neubewertung verwendete Diskontierungszinssatz, der sich im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2012 von 3,5 Prozent auf 3,8 Prozent erhöht hat. Die Pensionsrückstellungen belaufen sich zum 31. Dezember 2013 auf 1,08 Mrd. € (31. Dezember 2012: 1,24 Mrd. €). Das sind 17 Prozent der Bilanzsumme. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen sind leicht gesunken, weil Rückstellungen für Altersteilzeit abgebaut wurden.

Erhöht haben sich die langfristigen Finanzschulden. Sie stiegen um 288,9 Mio. € auf 1,25 Mrd. € (31. Dezember 2012: 958,5 Mio. €). Das ist ein Plus von 30 Prozent. Der Anteil der langfristigen Finanzschulden an der Bilanzsumme beträgt 20 Prozent (31. Dezember 2012: 15 Prozent). WACKER hat am 23. April 2013 in den USA eine erstrangige unbesicherte Privatplatzierung mit einem Volumen von 400 Mio. US-$ am Markt begeben. Die Papiere wurden in drei Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren angeboten. Die Transaktion beinhaltete marktübliche Kreditklauseln.

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten gingen um 252,1 Mio. € auf 567,3 Mio. € zurück (31. Dezember 2012: 819,4 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen auf Polysiliciumlieferungen in Höhe von 564,4 Mio. €. Umgliederungen in den kurzfristigen Bereich sowie einbehaltene Anzahlungen aus aufgelösten Verträgen sind die Gründe dafür, dass die langfristigen erhaltenen Anzahlungen um 239,0 Mio. € gesunken sind.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Sie beliefen sich auf 1,06 Mrd. € (31. Dezember 2012: 1,16 Mrd. €). Das ist ein Rückgang von neun Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf 17 Prozent (31. Dezember 2012: 18 Prozent). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 19 Prozent zurück. Sie beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 309,4 Mio. € (31. Dezember 2012: 379,8 Mio. €). Im Wesentlichen zurückzuführen ist das auf einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen für Investitionen. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten erhöhten sich um sieben Prozent auf 579,9 Mio. € (31. Dezember 2012: 542,8 Mio. €). Dafür verantwortlich ist wesentlich die Umgliederung von erhaltenen Anzahlungen in den kurzfristigen Bereich.

WACKER weist höhere Nettofinanzschulden aus

Die kurzfristigen Finanzschulden haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 238,7 Mio. € auf 169,3 Mio. € reduziert. Zurückgezahlte Darlehen und nicht mehr genutzte Kreditlinien zur Finanzierung des Umlaufvermögens sind die Ursachen für diesen Rückgang. Insgesamt sind die Finanzschulden auf rund 1,42 Mrd. € (31. Dezember 2012: 1,20 Mrd. €) angestiegen. Ihr Anteil an der Bilanzsumme belief sich auf 22 Prozent (31. Dezember 2012: 18 Prozent). Die kurzfristige Liquidität (kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls angestiegen. Sie beläuft sich auf 503,7 Mio. € (31. Dezember 2012: 435,6 Mio. €). Das ist ein Plus von 16 Prozent. Die langfristig angelegten Wertpapiere stiegen von 61,1 Mio. € auf 120,8 Mio. €. Zum 31. Dezember 2013 wies WACKER Nettofinanzschulden (Saldo der Bruttofinanzverschuldung und der langfristigen und kurzfristigen Liquidität) in Höhe von 792,2 Mio. € (31. Dezember 2012: 700,5 Mio. €) aus. Das sind 13 Prozent mehr als am 31. Dezember 2012.

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, sind der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das profunde Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 17 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

Zusammengefasste Bilanz T 3.21

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Mio. € 2013 2012* Veränderung
in %
Aktiva      
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3.806,0 3.949,9 -3,6
At equity bewertete Beteiligungen 18,9 41,0 -53,9
Sonstige langfristige Vermögenswerte 562,2 544,7 3,2
Langfristige Vermögenswerte 4.387,1 4.535,6 -3,3
Vorräte 616,9 712,1 -13,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 614,1 600,2 2,3
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 714,3 644,9 10,8
Kurzfristige Vermögenswerte 1.945,3 1.957,2 -0,6
Summe Aktiva 6.332,4 6.492,8 -2,5
Passiva      
Eigenkapital 2.197,1 2.121,3 3,6
Langfristige Rückstellungen 1.262,0 1.432,3 -11,9
Finanzverbindlichkeiten 1.247,4 958,5 30,1
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 567,3 819,4 -30,8
davon erhaltene Anzahlungen 564,4 803,4 -29,7
Langfristige Schulden 3.076,7 3.210,2 -4,2
Finanzverbindlichkeiten 169,3 238,7 -29,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 309,4 379,8 -18,5
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 579,9 542,8 6,8
Kurzfristige Schulden 1.058,6 1.161,3 -8,8
Schulden 4.135,3 4.371,5 -5,4
Summe Passiva 6.332,4 6.492,8 -2,5
Capital Employed 5.238,2 4.979,0 5,2

* Angepasst auf Grund der Effekte aus der Anwendung von IAS 19 (revised), siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang.

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt.

Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt.

WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cash-Management-Systeme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand.

Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente.

Finanzierungsanalyse

Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Die Kennzahl Nettofinanzschulden als Finanzierungskennzahl bildet zusammen mit den erhaltenen Anzahlungen die Konzernverschuldung ab. Um für die laufenden Investitionsprojekte den finanziellen Spielraum zu erweitern, hat sich WACKER dazu entschieden, seine Finanzierungsstrategie durch langfristige Darlehen zu ergänzen.

Netto-Cashflow

Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2013 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf 109,7 Mio. € (2012: - 536,2 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen im Wesentlichen durch den operativen Cashflow gedeckt werden.

Netto-Cashflow T 3.22

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Mio. € 2013 2012
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 464,0 363,2
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 200,9 154,4
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren -555,2 -1.053,8
Netto-Cashflow 109,7 -536,2

Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderungen der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inklusive Finanzierungsleasing.

Netto-Cashflow G 3.23

Die Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2013 auf 1,42 Mrd. € (31. Dezember 2012: 1,20 Mrd. €). Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 219,5 Mio. € gestiegen. WACKER hat am 23. April 2013 in den USA eine erstrangige unbesicherte Privatplatzierung mit einem Volumen von 400 Mio. US-$ am Markt begeben. Die Papiere wurden in drei Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren angeboten. Die Transaktion beinhaltete marktübliche Kreditklauseln. Mit dieser Transaktion hat WACKER den Ausbau seiner Geschäftstätigkeit in den USA durch Darlehen in der lokalen Währung finanziert und sein Währungsexposure deutlich reduziert.

Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Brutto-Finanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Im aktuellen Geschäftsjahr stiegen die Nettofinanzschulden deutlich weniger als im Vorjahr. Der geringere Anstieg von 91,7 Mio. € auf 792,2 Mio. € (31. Dezember 2012: 700,5 Mio. €) ist auf die deutlich geringeren Investitionen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. WACKER investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 503,7 Mio. €. Das entspricht einer Investitionsquote von elf Prozent (2012: 24 Prozent), gemessen am Konzernumsatz.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene syndizierte Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 700 Mio. € zum Bilanzstichtag. 2013 hat WACKER einen weiteren Sonderkredit der Europäischen Investitionsbank zur Finanzierung der Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Siltronic in Höhe von 80 Mio. € vertraglich vereinbart. Eine Ziehung erfolgte noch nicht. Außerdem wurden mit chinesischen Banken neue Kreditvereinbarungen zur Refinanzierung von bestehenden Darlehen unterschrieben. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

Nettofinanzschulden G 3.24

Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Cashflow mit seinen Bestandteilen bildet die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Berichtsperiode ab.

Brutto-Cashflow

Im Geschäftsjahr betrug der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 464,0 Mio. € (2012: 363,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 28 Prozent. Das Jahresergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Es belief sich auf 6,3 Mio. € (2012: 114,7 Mio. €). Es enthielt jedoch viele nicht zahlungswirksame Aufwendungen. Die Abschreibungen in Höhe von 564,4 Mio. € und die Veränderung der Rückstellungen in Höhe von 47,3 Mio. € erhöhten den Brutto-Cashflow. Der Rückgang des Umlaufvermögens (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus operativen Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte) wirkte sich mit 81,7 Mio. € positiv aus. Die erhaltenen Anzahlungen insbesondere für Polysiliciumlieferungen veränderten sich im Zeitraum von Januar bis Dezember erwartungsgemäß um -200,9 Mio. € (2012: -154,4 Mio. €) auf Grund der erfolgten Lieferungen und einbehaltener Vorauszahlungen aus aufgelösten Verträgen.

Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) G 3.25

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Durch die Streckung des Projektes zum Aufbau des Produktionsstandortes im US-Bundesstaat Tennessee ging der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit von 1,05 Mrd. € im Vorjahr auf 555,2 Mio. € im Jahr 2013 zurück. Die Investitionen wurden im Wesentlichen in Sachanlagen getätigt. Auch im Jahr 2013 flossen rund 50 Prozent des Investitionsvolumens in den Aufbau des neuen Produktionsstandortes in den USA.

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren G 3.26

Im Geschäftsjahr wurden Ein- und Auszahlungen aus Wertpapieren mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zugeordnet. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beläuft sich insgesamt auf 449,5 Mio. € (2012: 970,4 Mio. €). In Summe führten fällige Wertpapiere im Berichtszeitraum zu einem Zahlungseingang.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2013 betrug der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 227,6 Mio. € (2012: 326,6 Mio. €). Er zeigt im Wesentlichen den Mittelzufluss der neu aufgelegten Privatplatzierung von 400 Mio. US-$. Außerdem wurden Bankschulden in Höhe von 124,7 Mio. € getilgt. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG im 2. Quartal 2013 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von 29,8 Mio. €. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 239,2 Mio. € zu. Sie belaufen sich auf 431,8 Mio. € (2012: 192,6 Mio. €).

Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente G 3.27

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2013 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 636,1 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,50 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2013 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 24,8 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2013 ergibt sich eine Dividendenrendite von 0,8 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand

Stabile Umsätze in den drei Chemiebereichen, anhaltender Preisdruck bei Siliciumwafern sowie niedrige Preise im Polysiliciumgeschäft haben den Geschäftsverlauf von WACKER im Geschäftsjahr 2013 geprägt. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung wurde in erster Linie durch schwächere Preise bei Siliciumwafern gebremst und durch die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Preise im Polysiliciumgeschäft. Insgesamt haben Preiseffekte den Konzernumsatz um 366 Mio. € gemindert.

Die Preise für Polysilicium bewegten sich fast das ganze Jahr über auf dem schwachen Niveau zum Ende des 4. Quartals 2012, sind allerdings nicht weiter gefallen. Positiv entwickelt haben sich die Absatzmengen, die der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON deutlich steigern konnte. Die Einigung zwischen der Europäischen Union und China im Solarstreit hat den Markt im zweiten Halbjahr belebt, sodass unsere Produktion voll ausgelastet war. Das Geschäft der Siltronic litt unter dem schwachen Markt für Halbleiter, rückläufigen Preisen sowie unter negativen Währungseinflüssen. Die Abwertung des Yen hat unsere japanischen Wettbewerber begünstigt. Trotzdem ist es uns gelungen, durch Produktivitäts- und Kostenmaßnahmen das EBITDA der Siltronic zu verbessern. In den Chemiebereichen verzeichneten wir zwar Mengenzuwächse, aber Preisdruck bei Standardprodukten und negative Währungseinflüsse haben die Umsatzentwicklung beeinträchtigt. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES konnte Marktanteile gewinnen und ist jetzt weltweit auf Platz zwei im Siliconegeschäft.

Unsere Umsatzerwartung von rund 4,6 Mrd. € haben wir mit der Veröffentlichung des Berichts zum 2. Quartal auf 4,5 Mrd. € leicht nach unten korrigiert. Unsere Prognose beim EBITDA blieb unverändert.

Bezogen auf den Umsatz ist der Personalaufwand auf Grund von Kostenmaßnahmen geringer ausgefallen. Unter unserer Zielvorgabe blieben die Energiekosten. Die Rohstoffkosten verzeichneten eine flache Preisentwicklung und lagen ebenfalls unter unserem Zielwert. Die Abschreibungen sind gegenüber dem Vorjahr und gegenüber unserer Zielvorgabe gestiegen.

Unsere Investitionen haben sich wie angekündigt mehr als halbiert und beliefen sich auf 503,7 Mio. €. Der Rückgang der Investitionen und ein striktes Management unserer Vorräte haben die Verschuldung nicht so stark steigen lassen wie zu Beginn des Jahres 2013 prognostiziert. Die Nettofinanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2013 auf 792,2 Mio. € und liegen damit deutlich unter einer Mrd. €. Besser als erwartet hat sich auch der Netto-Cashflow entwickelt. Auch hier wirkten sich der Rückgang unserer Investitionen und das Vorratsmanagement positiv aus. Das Eigenkapital ist nahezu unverändert und liegt mit einer Eigenkapitalquote von 34,7 Prozent auf einem hohen Niveau.

Nachtragsbericht

Die Siltronic Holding International B.V. (NL), eine 100-prozentige Tochter der Siltronic AG, hat im Januar 2014 mit Samsung Electronics vereinbart, die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd. zu übernehmen. Bis zum Zeitpunkt der Mehrheitsübernahme hielten Siltronic und Samsung Electronics Co. Ltd. jeweils 50 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen. Siltronic hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Anteile gezeichnet und hält jetzt 78 Prozent an dem Unternehmen. Der Anteil von Samsung geht dadurch auf 22 Prozent zurück. Gleichzeitig wurde die verbleibende Projektfinanzierung des Gemeinschaftsunternehmens von rund 210 Mio. € getilgt. Siltronic wendet hierfür insgesamt rund 150 Mio. € auf, die die Nettofinanzschulden des WACKER-Konzerns im Geschäftsjahr 2014 erhöhen werden.

Das Gemeinschaftsunternehmen firmiert dann unter dem Namen Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. Mit der Übernahme der Beherrschung im Januar 2014 wird Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. im WACKER-Konzern vollkonsolidiert. Dadurch erhöht sich das EBITDA der Siltronic im Geschäftsjahr 2014.

Ebenfalls im Januar 2014 hat WACKER die Vertrags- und Lieferbeziehungen mit einem seiner Kunden für Solarsilicium neu geregelt. WACKER wird diesen Kunden weiter mit hochreinem Polysilicium für die Herstellung von Solarzellen beliefern, jedoch zu besseren Konditionen als bisher. Liefermengen und Preise wurden angepasst. Auf Grund dieser neuen Vereinbarung ergeben sich für WACKER im Abschluss zum 1. Quartal 2014 Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen, die das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns um rund 115 Mio. € erhöhen.

Seit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 haben sich keine wesentlichen grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfeldes ergeben, in dem wir tätig sind.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben in den ersten Wochen des Jahres 2014 unverändert.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Informationen

In diesem Abschnitt liefern wir weitere Informationen über unsere nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die nicht der Steuerung des Unternehmens dienen, aber für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen.

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:

Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.

Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in der Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.

Und wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftstrends zu bedienen. Dazu zählen der steigende Energiebedarf, die Urbanisierung, die Digitalisierung und der Wohlstandszuwachs.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung T 3.28

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Forschungs- und Entwicklungskosten 173,8 173,7 172,9 165,1 164,0 163,2
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Mio. € 2007
Forschungs- und Entwicklungskosten 152,5

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F & E) betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 173,8 Mio. € (2012: 173,7 Mio. €). Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,9 Prozent leicht über dem Vorjahr (2012: 3,8 Prozent).

Anteil Neuproduktrate (NPR)1 G 3.29

1 Umsatzanteil der in den vergangenen fünf Jahren eingeführten Produkte

Aus Lizenzvergaben erhielten wir im Jahr 2013 rund 7,3 Mio. € (2012: 7,1 Mio. €). Die Zahl der von uns gehaltenen Patente und Patentanmeldungen ist ein Spiegelbild unserer Innovationskraft. Im Geschäftsjahr 2013 haben wir 123 Erfindungen zum Patent angemeldet (2012: 119). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 5.500 aktive Patente sowie 2.400 laufende Patentanmeldungen.

Einnahmen aus Lizenzvergaben G 3.30

Im Jahr 2013 investierte WACKER 5,9 Mio. € in F & E-Einrichtungen (2012: 8,9 Mio. €). Die Zahl liegt unter der des Vorjahres, da größere Investitionen in neue Laborgebäude (Gesamtinvestition von 30 Mio. €) aus dem Jahr 2012 nun mit deren Inbetriebnahme abgeschlossen sind. Im Jahr 2013 haben wir unter anderem neue Versuchsanlagen aufgebaut, mit denen wir Projektergebnisse aus dem Labormaßstab in den Produktionsmaßstab hochfahren oder Simulationsergebnisse bestätigen. Beispiele dafür sind die Polysiliciumabscheidung und -konvertierung sowie elektroaktive Siliconfolien. Im Forschungsbereich Biologics haben wir die Analytik zur schnelleren Analyse der Versuchsergebnisse automatisiert. In der Polymerforschung haben wir neue analytische Methoden eingeführt. Wir haben Laboranlagen für die Siliconforschung errichtet, um Basisprozesse in der Methylchlorsilan (MCS)-Synthese zu untersuchen. Der Zentralbereich Forschung und Entwicklung hat Laboranlagen aufgebaut, um nanostrukturiertes Silicium für Lithium-Ionen-Batterien herzustellen.

Investitionen in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen G 3.31

Struktur der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen G 3.32

Ein Großteil unserer F & E-Kosten in Höhe von 173,8 Mio. € (2012: 173,7 Mio. €) entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 260 Projekten auf mehr als 40 Technologieplattformen. Über ein Viertel dieser Themen betrifft strategische Schlüsselprojekte, für die wir im Berichtsjahr 50 Prozent der angefallenen Projektkosten von insgesamt 69 Mio. € aufgewendet haben. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energie, Elektronik, Automobil und Bau, Produkte für Haushalt und Körperpflege sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie. Im Jahr 2013 haben wir die Initiative New Solutions gestartet. Das Ziel ist, technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen rasch zu entwickeln. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. Erste Projekte haben wir im 4. Quartal 2013 initiiert.

F & E-Know-how von Dritten haben wir im Jahr 2013 mit Ausgaben von rund 170.000 € (2012: 250.000 €) nur in geringem Umfang erworben. Diese Ausgaben verteilen sich auf vier Lizenzgeber, wobei wir drei Viertel des Betrags in eine Know-how-Lizenz für 130.000 € investiert haben.

Einige unserer im Jahr 2013 laufenden Forschungsprojekte wurden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Beispiele:

Beim Projekt MAIspeed fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Teilprojekt mit Beteiligung von WACKER. Wir erforschen mit Partnern aus Industrie und Hochschule neue Materialien zum Einsatz im faserverstärkten Leichtbau z. B. für die Automobilindustrie.

Im Projekt SiHTF fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die Entwicklung von umweltfreundlichen Hochtemperatur-Wärmeträgerölen für solarthermische Anlagen. WACKER koordiniert die Arbeiten der Projektpartner aus Industrie und Forschung.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES entwickelt im Projekt OPERA phosphoreszierende Polymere für LED-Anwendungen. Dieses Projekt wird auf europäischer Ebene des European Nanoelectronics Initiative Advisory Council (ENIAC) und national vom BMBF unterstützt.

Im Forschungsverbund MAINPAGE, an dem WACKER mit zwei Projekten beteiligt ist, fördert das BMBF die Entwicklung zukunftsweisender neuer Materialien für industrielle Photovoltaikanwendungen mit gesteigerter Energieeffizienz. WACKER POLYSILICON ist für das Projekt zur Herstellung von granularem Polysilicium höchster Produktqualität verantwortlich. Siltronic steuert die Forschungsarbeiten zum tiegelfreien kontinuierlichen Ziehverfahren für 200 mm Einkristalle mit granularem Silicium.

Unsere Geschäftsbereiche und die Zentrale Forschung haben im Jahr 2013 für weitere sechs Projekte bei öffentlichen Förderstellen Anträge eingereicht, über die noch entschieden wird. Wir koordinieren unsere extern geförderten Forschungsprojekte in unserer Stelle für Fördermanagement, die mögliche Programme evaluiert, unsere Vorhaben anmeldet und sich mit dem Förderträger austauscht.

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Das Portfolio unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Portfoliomanagementprozess konzernweit transparent dar. Unser Projekt System Innovation (PSI), mit dem wir unser Innovationsportfolio steuern und Projektmanagement betreiben, haben wir im Jahr 2013 weiter optimiert. So prüfen wir z. B., wie wir das im Nachhaltigkeitsmanagement entwickelte WACKER® Eco Assessment Tool bei Innovationsprojekten nutzen können. Damit bewerten wir bei der Erforschung neuer Produkte systematisch den Einsatz von Material, Energie und Wasser sowie die Ökotoxizität über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Die Technische Universität Berlin hat unser Projekt- und Portfoliomanagement in ihrer Multiprojektmanagement-Benchmarking-Studie im Jahr 2013 erneut der Gruppe der Top-Performer zugeordnet.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Halbleitertechnologie, Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2013 arbeitete WACKER bei 50 Forschungsvorhaben mit mehr als 40 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen.

Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Biotechnologie, Prozesssimulation sowie Materialforschung zur regenerativen Energiegewinnung. Ein Projektbeispiel: Die Zentrale Forschung arbeitet bei der Aufreinigung und anschließenden Methanisierung von CO2 mit der Technischen Universität München und der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen.

WACKER hat weltweit ein Netz von 22 technischen Kompetenzzentren geknüpft. Sie sind Bindeglieder zwischen Vertriebsniederlassungen und lokalen Produktionsstätten. In diesen Zentren passen Spezialisten Produkte an regionale Besonderheiten an, zum Beispiel an klimatische Bedingungen, länderspezifische Normen und lokale Rohstoffe. Sie entwickeln Formulierungen für neue Produkte der Kunden oder optimieren bestehende Rezepturen.

Forschungsarbeit bei WACKER

Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen.

Organisation von Forschung und Entwicklung G 3.33

In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2013 bei WACKER 987 Mitarbeiter beschäftigt. Dies sind 6,2 Prozent der Mitarbeiter im Konzern. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte und Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Labors, Produktions- und Pilotanlagen oder vor Ort in den Anlagen der Kunden. Unser sonstiges F & E-Personal baut unter anderem in den Werkstätten Forschungsequipment oder arbeitet in der Verwaltung, z. B. als Marktforscher oder Trendanalyst.

Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung zum 31. Dezember 2013 T 3.34

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Anzahl 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Mitarbeiter F & E Konzern 987 1.008 1.100 1.057 1.072 1.078
Quote1 F & E Konzern (%) 6,2 6,2 6,4 6,5 6,9 6,8
Mitarbeiter F & E Deutschland 817 849 868 855 860 836
Mitarbeiter F & E Ausland 170 159 232 202 212 242
Mitarbeiter F & E Deutschland nach Qualifikationen 817 849 868 855 860 836
Wissenschaftler und Ingenieure 318 339 346 337 332 311
Laboranten und Techniker 329 332 350 344 349 345
Sonstiges Personal 170 178 172 174 179 180
Mitarbeiter F & E Ausland nach Qualifikationen2 102 92 93 95 90 113
Wissenschaftler und Ingenieure 38 32 35 31 30 34
Laboranten und Techniker 34 32 30 32 29 34
Sonstiges Personal 30 28 28 32 31 45
Mitarbeiter F & E Ausland nur Siltronic AG (ohne Unterscheidung nach Qualifikation) 68 67 139 101 122 127
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Anzahl 2007
Mitarbeiter F & E Konzern 1.038
Quote1 F & E Konzern (%) 6,9
Mitarbeiter F & E Deutschland 835
Mitarbeiter F & E Ausland 203
Mitarbeiter F & E Deutschland nach Qualifikationen 835
Wissenschaftler und Ingenieure 302
Laboranten und Techniker 344
Sonstiges Personal 189
Mitarbeiter F & E Ausland nach Qualifikationen2 66
Wissenschaftler und Ingenieure 29
Laboranten und Techniker 36
Sonstiges Personal 1
Mitarbeiter F & E Ausland nur Siltronic AG (ohne Unterscheidung nach Qualifikation) 136

1 Verhältnis Mitarbeiter F&E zu Mitarbeiter Konzern gesamt
2 Ohne Mitarbeiter F&E Siltronic AG

Alexander Wacker Innovationspreis

Die Wacker Chemie AG hat ein Projektteam der Siltronic AG mit dem "Alexander Wacker Innovationspreis" ausgezeichnet. Das Team hat einen Prozess entwickelt, um Siliciumwafer für Hochleistungs-Bauelemente herzustellen. Dieser granulare Float-Zone-Prozess eröffnet technologische Perspektiven für den Markt spezieller Performance-Wafer. Der nach dem Unternehmensgründer benannte und mit 10.000 € dotierte "Alexander Wacker Innovationspreis" wird seit dem Jahr 2005 abwechselnd in den Kategorien Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung verliehen.

Siltronic Inventor Award

Mit dem Inventor Award zeichnet die Siltronic AG Mitarbeiter aus, die technologische Innovationen hervorgebracht haben. Im Jahr 2013 wurde der Preis in den beiden jeweils mit 10.000 € dotierten Kategorien "Wichtigste Erfindung" und "Bester Erfinder" vergeben. Die beiden Preisträger haben mit ihren Projekten in der CMP-Reinigung (chemisch-mechanisches Polieren) und in der Badreinigungsanlage Prozesse der abschließenden Waferbearbeitung optimiert.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Beim Thema Energie haben wir uns weiter mit dem Speichern von Strom und der Energiewandlung befasst. Wir beschäftigen uns mit Materialien für Lithium-Ionen-Batterien, um diesen Batterietyp für den Einsatz in Konsumgütern und Autos weiterzuentwickeln. Einen weiteren Schwerpunkt setzen wir auf den Leichtbau, durch den mit leichteren Bauelementen -z. B. für die Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie - Rohstoffe und Energie eingespart werden können. Wir entwickeln hierzu Bausteine für Verbundwerkstoffe (Composites).

Wir haben nanoskalige Siliciumstrukturen hergestellt und mit neu entwickelten Bindemitteln in Rezepturen für Anoden von Lithium-Ionen-Batterien eingebaut. Mit diesen Anoden haben wir in Tests eine gute Zyklenbeständigkeit bei der Be- und Entladung der Batterien erzielt: Sie haben im Vergleich zu handelsüblichen Anoden eine deutlich erhöhte spezifische Kapazität. Neue Additive entwickeln wir auch im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt SafeBatt, um die Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien zu erhöhen.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

WACKER SILICONES hat neue Siliconkautschuk-Schäume für die Medizintechnik sowie für Polsterungen auf den Markt gebracht. Wir haben hochtransparente Flüssigsilicone für Beleuchtungen weiterentwickelt und unsere Additive für Kosmetikprodukte verbessert. Im Berichtszeitraum haben wir auch an Entschäumern als Prozesshilfsmittel für Industrieanwendungen geforscht.

WACKER POLYMERS legte seinen Forschungsschwerpunkt im Berichtsjahr auf Polymere, die das Formulieren emissionsarmer Endprodukte ermöglichen und damit strengste Umweltsiegel erreichen. Zudem haben wir unsere Produkte im Bereich Brandschutz sowie zur sicheren Ausgestaltung von Fahrbahnbelägen weiterentwickelt. Für unsere VAE-Technologie (Vinylacetat-Ethylen-Copolymer) haben wir an neuen Produkten für regional unterschiedliche Kundenbedürfnisse gearbeitet. Ein Beispiel sind hochleistungsfähige Bindemittel, die dazu beitragen, dass unsere Kunden auf den asiatischen Märkten ihre Produktionskosten senken können. Wir haben unsere Produktionsverfahren für Dispersionen und Dispersionspulver verbessert und neue Technologien für polymermodifizierte zementäre Trockenmörtel entwickelt.

In der Produktfamilie VINNEX® hat WACKER ein Bindemittelsystem für Biokunststoffe weiterentwickelt. Damit lassen sich Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen wie handelsübliche Thermoplaste verarbeiten. Das System verbessert die physikalischen Eigenschaften der Biokunststoffe und macht die Materialien untereinander kompatibel. Diese Polymerblends sind schlagzäher, schmelzstabiler oder flexibler als herkömmliche Biopolymere. Mit VINNEX® formulierte Blends lassen sich beispielsweise zu Verpackungsmaterialien für Nahrungsmittel, zu Einwegbesteck, Elektrogerätebauteilen und selbstzersetzenden Garten- und Agrargefäßen verarbeiten.

Wacker Biotech und XL-protein GmbH haben mit Hilfe der WACKER-Sekretionstechnologie ESETEC® und der PASylation® von XL-protein gezeigt, dass Antikörperfragmente mit deutlich verbesserte Wirkdauer effizient hergestellt werden können. Wir haben dazu eine effiziente bakterielle Zelllinie entwickelt und das PASylierte Antikörperfragment mit hoher Ausbeute produziert. Es wird als Arzneimittel gegen Autoimmunerkrankungen geprüft. Mit Metheresis Translational Research hat Wacker Biotech auf Basis von ESETEC® eine Zelllinie zur Herstellung eines Antiköperfragments für ein Krebsmedikament entwickelt.

Die Wacker Biotech GmbH erwarb zu Beginn des Jahres 2014 von der BioNet Ventures GmbH einen Produktionsstandort zur Herstellung von therapeutischen Proteinen sowie das dazugehörige Geschäft: WACKER übernahm die Anlagen der Gesellschaft Scil Proteins Production am Standort Halle einschließlich des Patentportfolios. Eine wichtige Ergänzung des Know-hows von WACKER als Vollserviceanbieter für die mikrobielle Herstellung von Pharmaproteinen ist die Expertise von Scil Proteins Production bei der Rückfaltung von Proteinen. Das so genannte Refolding ist für Proteine, die in Bakterienzellen nicht in aktiver Form herstellbar sind, ein wesentlicher Schritt im Produktionsprozess, um die gewünschten Wirkeigenschaften zu erhalten. Die Akquisition ist ein entscheidender Schritt, unsere Kunden nach erfolgreicher Zulassung ihrer Medikamente auch in der Marktversorgungsphase begleiten zu können.

Um die Energiebilanz von Solarzellen zu verbessern und unsere Kosten zu verringern, arbeiten wir bei der Herstellung von Polysilicium daran, den Energieverbrauch weiter zu senken. WACKER POLYSILICON hat die Abläufe in seinem geschlossenen Produktionskreislauf weiter optimiert. So haben wir den Energieverbrauch in der Abscheidung und Konvertierung erneut gesenkt.

Die Leistungsfähigkeit von Halbleiterbauteilen verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre. Ein Schlüsselparameter für die Leistungssteigerung sind Strukturbreiten auf dem Siliciumwafer - sie sind die Basis dafür, wie viele Transistoren pro Quadratzentimeter auf einem Bauteil untergebracht werden können. Die gängigen Strukturbreiten in der Halbleiterindustrie sind gegenwärtig 22 und 16 Nanometer (nm). In den kommenden Jahren werden sie auf elf und dann auf acht nm zurückgehen. Wir entwickeln derzeit Verfahren zur Produktion von 300 mm Wafern, die für elf und acht Nanometer Design Rules (Strukturbreite von Elektronikchips) genutzt werden. Erste elf nm Produkte von Siltronic sind in den Freigabeprozessen bei den Kunden. Wir haben die Technologie für acht nm Wafer evaluiert und erste Versuchsprodukte hergestellt.

Wissenstransfer vor Ort

Unter dem Namen WACKER ACADEMY bieten wir Foren zum branchenspezifischen Wissenstransfer zwischen Kunden, Vertriebspartnern und WACKER-Experten. Im Fokus stehen industriespezifische Trainings, die neben der Polymerchemie auch Siliconanwendungen abdecken, zum Beispiel für die Kosmetik- und Farbenbranche. Die Nähe zu den Entwicklungs- und Testlabors fördert den Austausch und ermöglicht den Teilnehmern Praxistests vor Ort. Wir arbeiten mit firmeneigenen Forschungsstätten, aber auch mit Universitäten und Instituten zusammen, um unser Seminarangebot auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2013 haben wir 120 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 50 internationalen Hochschulen betreut. Zusätzlich haben wir im siebten Jahr nach Gründung des Instituts für Siliciumchemie an der Technischen Universität München 16 Stipendiaten gefördert (seit Gründung des Instituts waren es insgesamt 50 Studenten). Sieben unserer Stipendiaten haben im Jahr 2013 ihre Dissertation abgeschlossen (insgesamt gab es am Institut bislang 29 Dissertationen). Im Jahr 2013 haben zwei Absolventen ihren Berufseinstieg in die Forschung und Entwicklung von WACKER gefunden.

Wichtigste Produkteinführungen 2013 T 3.35

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Produkt Beschreibung Anwendung Branche
BELSIL® ADM 8301 E Wässrige Makroemulsion Haarspülungen, Kuren, Masken Haarpflegeindustrie
BELSIL® REG 1100 Siliconharzelastomer Hautpflegende und dekorative kosmetische Präparate Kosmetikbranche
CAVAMAX® W6 Alpha-Cyclodextrin Ersatz von Natrium-Kaseinat in Kokosmilchpulver vegetarischer Stabilisator für Kuchenglasuren ohne Hartfette und Confiserie-Füllungen ohne Ei Nahrungsmittelindustrie
ELASTOSIL® Film Siliconfolie Verpackungen; dielektrische Präzisionsfolien für Sensoren, Aktoren und Generatoren Elektronik- und Verpackungsindustrie
ELASTOSIL® R 416/70 Hochtemperatur- vernetzender Festsiliconkautschuk Kostengünstige Extrusion von gewebeverstärkten Siliconschläuchen Automobilindustrie
ELASTOSIL® R 781/80 Magnetisierbarer Festsiliconkautschuk Formteile, Profile, Schläuche; detektierbare Produkte, die von Metalldetektoren erkannt werden Haushaltsgeräteindustrie, Detektionssysteme
ETONIS® 260 Dispersionspulver Betonmodifizierung für Fahrbahnbeläge Straßen-, Tunnel- und Untergrundbau
LUMISIL® LR 7600 Hochtransparenter Flüssigsiliconkautschuk Flexible optische Linsen Automobil-, Beleuchtungs- und Solarindustrie
SEMICOSIL® 915 HT Hochtemperatur- beständiges Silicongel Verguss von Leistungshalbleiter-Baugruppen Elektronikindustrie
SILPURAN® 2112 Hautverträgliches Siliconadhäsiv Wundauflagen, Wundversorgung Gesundheitsbranche
SILPURAN® 2438 ADH Siliconkleber Verkleben von Textilien und Verbundmaterialien Prothesenbau
VINNAPAS® 5111 L Dispersionspulver Selbstnivellierende Fußboden- und Spachtelmassen, VOC-reduziert (Volatile Organic Compounds; flüchtige organische Verbindungen) Baubranche
VINNAPAS® CA 55 Dispersion Teppichrücken-verklebungen Teppichindustrie
VINNAPAS® LL 3019 Dispersion Emissionsarme Farb- und Putzanwendungen im Innen- und Außenbereich Bau- und Farbenindustrie
VINNAPAS® LL 3112 Dispersion Brandschutzbeschichtungen Bau- und Beschichtungsindustrie
VINNAPAS® 5518 H Dispersionspulver Stark hydrophobes Bindemittel für Fugenmörtel und Putze Baubranche

Mitarbeiter

Mitarbeiterzahl leicht gesunken

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2013 geringfügig verringert. Zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2013) waren weltweit 16.009 Mitarbeiter (31. Dezember 2012: 16.292 Mitarbeiter) beschäftigt. Das sind 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Wesentlicher Grund für den Rückgang war Zurückhaltung bei der Besetzung freier Stellen.

Am deutschen Standort Burghausen hat Siltronic die im Jahr 2012 begonnene Stellenreduzierung in der Fertigung von 150 Millimeter Wafern fortgeführt. Bis zum 31. Dezember 2013 fielen weitere 50 Arbeitsplätze weg. Sie wurden ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut, vor allem durch Arbeitsplatzangebote in anderen Konzerneinheiten, Altersteilzeitregelungen und über natürliche Fluktuation. Mit der Strukturmaßnahme passte Siltronic die Produktion dem niedrigeren Nachfrageniveau an. In der Herstellung von 300 Millimeter Wafern haben wir im Jahr 2013 die Organisation neu aufgestellt. Dabei haben wir die Strukturen der beiden Standorte Burghausen und Freiberg zu einer deutschlandweiten Struktur zusammengefasst. Bis Ende des Jahres 2013 wurden so 50 Arbeitsplätze durch Versetzungen im Konzern, Altersteilzeit und freiwillige Abfindungsangebote abgebaut.

WACKER hat die Anfang Oktober 2012 eingeführte Kurzarbeit in der Polysiliciumproduktion am Standort Burghausen im Februar 2013 aufgehoben. Der Konzern reagierte damit auf die steigende Nachfrage seiner Kunden aus der Solarbranche.

Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2013 T 3.36

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  2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 12.322 12.635 12.813 12.235 11.925 12.110
Ausland 3.687 3.657 4.355 4.079 3.693 3.812
Konzern 16.009 16.292 17.168 16.314 15.618 15.922
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  2007
Deutschland 11.624
Ausland 3.420
Konzern 15.044

In Deutschland arbeiten 12.322 Mitarbeiter (77,0 Prozent) von WACKER; 3.687 Mitarbeiter (23,0 Prozent) sind an ausländischen Standorten beschäftigt. Zusätzlich waren im Berichtsjahr 344 Zeitarbeiter für WACKER tätig.

Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2013 T 3.37

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  2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 286 14 48 374 247 80
Ausland 58 77 65 114 53 58
Konzern 344 91 113 488 300 138
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  2007
Deutschland 333
Ausland 213
Konzern 546

WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (54,2 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (13,2 Prozent).

Der Personalaufwand ist auf 1,13 Mrd. € (2012: 1,20 Mrd. €) gesunken und war damit 6,0 Prozent niedriger als im Vorjahr. Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 231,7 Mio. € (2012: 217,3 Mio. €).

Personalaufwand T 3.38

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Personalaufwand 1.133,0 1.196,8 1.282,5 1.135,7 1.090,3 1.086,1
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Mio. € 2007
Personalaufwand 1.014,9

Zum fixen Grundgehalt mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Im Jahr 2013 erhielten die Mitarbeiter in Deutschland für das Geschäftsjahr 2012 auf Grund der Ertragsentwicklung keine Erfolgsbeteiligung. Der an die persönliche Leistung gekoppelte Anteil der variablen Vergütung für das Jahr 2012 wird im Frühjahr 2014 ausgezahlt. Für das Jahr 2013 wird auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns keine Erfolgsbeteiligung und Leistungszulage ausgezahlt.

2013 haben wir außerdem eine Reihe von Sparmaßnahmen ergriffen. So verzichteten der Vorstand und die Oberen Führungskräfte von März bis November 2013 auf zehn Prozent ihres monatlichen Festgehalts. Die Hälfte dieses Solidarbeitrags wird im Verlauf des Jahres 2014 an die Führungskräfte zurückgezahlt. Der normalerweise auf die Gehälter der außertariflichen Mitarbeiter bewilligte Werterhalt wurde im Jahr 2013 ausgesetzt.

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.000 Mitglieder und leistet an rund 7.500 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 630 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum 3,5-Fachen der Eigenbeiträge bei. Ab dem Jahr 2014 wird dieser Beitrag auf das 4-Fache erhöht. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert: Für den Grundbetrag erhalten Mitarbeiter die Chemieförderung I von 28 Prozent. Für weitere Beiträge gibt es die Chemieförderung II von 13 Prozent. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze eine Zusatzversorgung.

Preisgekrönte Auszubildende

Die Personalentwicklung beginnt bei WACKER auch mit der betrieblichen Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2013 starteten 185 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 675 Auszubildenden etwas mehr Lehrlinge beschäftigt als im Vorjahr (2012: 665). Auch die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 5,2 Prozent leicht über dem Niveau des Vorjahres (2012: 5,0 Prozent). 564 Auszubildende erlernen einen naturwissenschaftlich-technischen und 111 einen kaufmännischen Beruf. Einen Großteil der geeigneten Auszubildenden - 124 Absolventen - hat WACKER im Jahr 2013 unbefristet übernommen. Zusätzlich wurden zahlreiche befristete Verträge angeboten. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für 24 Partnerunternehmen aus. Damit erfüllt die von WACKER gegründete öffentliche Stiftung des privaten Rechts auch einen überbetrieblichen Bildungsauftrag. Im Jahr 2013 traten 53 Auszubildende von Partnerfirmen ihre Berufslaufbahn im BBiW an.

Immer wieder werden Auszubildende des BBiW prämiert - ein Beleg für das hohe Qualitätsniveau unserer Ausbildung. Die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern zeichnete im Jahr 2013 eine Chemikantin und eine Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistungen als Beste ihres Jahrgangs aus. Beim Wettbewerb Jugend schweißt errangen WACKER-Azubis zwei Gold- und zwei Silbermedaillen auf Landesebene. Ein Elektroinstallateur und ein Anlagenelektroniker qualifizierten sich beim Berufswettbewerb German Skills für die World Skills 2013 in Leipzig. Für ihre Leistungen wurde ihnen die Exzellenz-Medaille verliehen.

Um Nachwuchs für das Management auszubilden, bietet das Unternehmen eine General-Trainee-Ausbildung an. Im Jahr 2013 schlossen vier Hochschulabsolventen das 18-monatige Programm ab.

Kompetente Mitarbeiter halten das Unternehmen innovations- und wettbewerbsfähig. Deshalb bieten wir allen Mitarbeitern Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Mindestens einmal im Jahr -im Rahmen des Mitarbeitergesprächs - besprechen Mitarbeiter und Vorgesetzte Entwicklungsmaßnahmen. Das gilt für alle Hierarchieebenen. Im Jahr 2013 absolvierte unsere Belegschaft rund 88.000 (2012: rund 95.000) E-Learning-Schulungen, mehr als 17.500 (2012: mehr als 15.500) Teilnehmer besuchten Seminare, Weiterbildungen, Kongresse oder erhielten Einzelunterricht.

WACKER hat im Jahr 2013 einen neuen Talent-Management-Prozess entwickelt. Ziel ist es, konzernweit die Potenziale der Mitarbeiter frühzeitig zu erkennen und zu fördern sowie ausreichend qualifizierte Kandidaten zu haben, die mittel- und langfristig anspruchsvolle Aufgaben übernehmen können. Zielgruppe des Talent-Management sind alle außertariflichen Mitarbeiter und Oberen Führungskräfte. Im jährlichen Talent Management-Zyklus werden die Mitarbeiter in Konferenzen besprochen. Diese Konferenzen finden zunächst bereichsintern (innerhalb eines Geschäfts- oder Zentralbereichs bzw. Tochtergesellschaft) und dann bereichsübergreifend statt. Durch den konzernweiten Ansatz können wir damit auch Mitarbeitern in kleinen Bereichen und Tochtergesellschaften Perspektiven aufzeigen.

Insgesamt hat WACKER im Jahr 2013 7,0 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2012: 7,0 Mio. €).

Personalmarketing vertieft Kontakte zu Absolventen

WACKER will trotz des demografischen Wandels langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Deswegen setzen wir darauf, verstärkt mit Absolventen für erfolgskritische Berufe in Kontakt zu sein. Die Abteilung Personalmarketing hat im Jahr 2013 das Talent-Relationship-Management ausgebaut, um externe Kandidaten an das Unternehmen zu führen. So haben wir unsere Kontakte zu Studenten vertieft, die wir im Rahmen ihrer Ausbildung oder eines Praktikums kennengelernt und die sich für einen späteren Einstieg empfohlen haben. Erstmals haben wir eine Seminarwoche unter dem Titel "Fit für den Jobeinstieg" mit Absolventen der letzten fünf WACKER-Sommerkurse für Verfahrens- und Chemieingenieurstudenten durchgeführt. Zentrales Thema war Sozialkompetenz.

Ideenmanagement auf Erfolgskurs

Um besser zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben, ist WACKER auf die Ideen seiner Mitarbeiter angewiesen. Im Jahr 2013 erreichten die Verbesserungsvorschläge unserer Mitarbeiter zum vierten Mal in Folge einen Höchststand. Insgesamt verzeichneten wir 9.159 Ideen (2012: 8.982). Dies sind rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Beteiligungsquote (Zahl der Einreicher pro 100 Mitarbeiter) sank leicht auf 32 Prozent (2012: 34 Prozent). Wir verfolgen weiterhin das Ziel, dass jeder zweite Mitarbeiter Ideen einbringt. Der rechenbare Nutzen stieg auf 7,7 Mio. € (2012: 4,9 Mio. €). Das betriebliche Vorschlagswesen von WACKER feierte 2013 sein 85-jähriges Bestehen.

Ideenmanagement T 3.39

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  2013 2012 2011 2010 2009 2008
Zahl der Verbesserungsvorschläge 9.159 8.982 8.220 7.702 5.724 5.808
Beteiligungsquote (%) 32 34 34 33 28 28
Rechenbarer Nutzen (Mio. €) 7,7 4,9 7,8 10,5 11,2 13,5
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  2007
Zahl der Verbesserungsvorschläge 4.440
Beteiligungsquote (%) 24
Rechenbarer Nutzen (Mio. €) 7,6

WACKER beschäftigt sich seit Jahren mit dem demografischen Wandel. Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten im Konzern lag zum Bilanzstichtag bei 42,4 Jahren. Die Belegschaft im Ausland ist jünger (durchschnittliches Alter: 40,3 Jahre) als in Deutschland (43,0 Jahre). Im Ausland unterscheiden sich die Altersstrukturen stark. Die Länder Asiens beschäftigen vor allem jüngere Mitarbeiter (durchschnittliches Alter: 34,7 Jahre), die Belegschaft der US-Niederlassungen war im Schnitt 47,7 Jahre alt. Unsere regional unterschiedlichen Altersstrukturen stellen keine Besonderheit von WACKER dar, sondern reflektieren die Altersstrukturen des jeweiligen Kontinents oder Landes.

Demografieanalyse 2013 Deutschland und Ausland G 3.40

Fünf Schwerpunkte im Gesundheitsmanagement

Um innovations- und wettbewerbsfähig zu bleiben, hat sich WACKER zehn strategische Ziele gesetzt. Die langfristig orientierten Maßnahmen für die Belegschaft reichen von Aus- und Weiterbildungsangeboten bis hin zu Gesundheitsprogrammen. Im Gesundheitsmanagement liegt der Fokus auf fünf Feldern: Wir wollen Rücken- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in unserer Belegschaft vermeiden, die psychische Belastbarkeit stärken, ein altersgerechtes Arbeiten ermöglichen und gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern passende Arbeitsplätze vermitteln.

Mit der Deutschen Rentenversicherung Süd startete WACKER im Jahr 2013 ein Projekt in der Gesundheitsvorsorge. Dabei geht es um die Gesundheit von Schichtarbeitern. In einem speziell auf diese Berufsgruppe zugeschnittenen Gesundheitsprogramm erlernen die Teilnehmer Verhaltensweisen, mit denen sie die Belastungen aus Schichtarbeit nachhaltig besser ausgleichen können. Das Programm besteht aus vier Modulen: einem einwöchigen stationären Aufenthalt in einer Reha-Klinik, einem dreimonatigen ambulanten Training am Arbeitsplatz, einer sechsmonatigen eigenverantwortlichen Weiterführung des Trainings sowie einem abschließenden Auffrischungswochenende.

Unser Gesundheitsdienst hat die leitenden Angestellten und Oberen Führungskräfte in Deutschland zu ihren psychosozialen Belastungen befragt. Mit Hilfe einer standardisierten und international anerkannten Befragungsmethode wollten wir mögliche Belastungen und ihre Folgen identifizieren sowie Handlungsempfehlungen ableiten. Ergebnis: Im Vergleich zu einer repräsentativen Referenzgruppe sehen sich die WACKER-Führungskräfte höheren quantitativen und emotionalen Anforderungen ausgesetzt. Diese Belastungen werden jedoch durch einen großen Handlungsspielraum im eigenen Arbeitsbereich ausgeglichen.

Im Oktober 2013 haben die Arbeiten an einem Neubau für den Gesundheitsdienst im Stammwerk Burghausen begonnen. Dadurch wird eine moderne, effiziente Infrastruktur für die arbeits- und akutmedizinische Betreuung von mehr als 10.000 Beschäftigten geschaffen. Die Eröffnung ist für das 4. Quartal 2014 geplant.

Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Bindung der Belegschaft an unser Unternehmen ist ein Beleg dafür: Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 17,3 Jahren zu unserem Unternehmen (2012: 16,8 Jahre). Die Fluktuationsrate sank im Jahr 2013 konzernweit auf 3,4 Prozent (2012: 7,9 Prozent), in Deutschland lag sie bei nur 0,9 Prozent (2012: 0,9 Prozent). Im Ausland betrug sie 11,9 Prozent (2012: 30,8 Prozent).

Fluktuationsrate T 3.41

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% 2013 2012 2011 20102 2009 2008
Deutschland 0,9 0,9 0,9 0,6 0,7 0,9
Ausland 11,9 30,81 8,9 8,7 8,6 9,3
Konzern 3,4 7,9 2,9 2,5 2,5 2,9
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% 2007
Deutschland 0,9
Ausland 9,1
Konzern 2,8

1 Erhöhte Fluktuation durch Schließung des Produktionsstandorts Hikari, Japan, und Arbeitsplatzabbau am Standort Portland, USA.
2 Zahlen geändert auf Grund aktueller Daten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2009/2010.

Führungskräfte schätzen WACKER

WACKER gehört 2013 nach Ansicht der eigenen Führungskräfte weiter zu den überdurchschnittlich beliebten Arbeitgebern in der deutschen Chemieindustrie. Bei der jährlichen Befindlichkeitsumfrage des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) bewerteten die Mitglieder den WACKER-Konzern mit der Note 2,80 auf dem Niveau des Vorjahres (2012: 2,78). Im Durchschnitt erhielten die 22 Chemie-, Pharma- und Medizintechnikunternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, auf einer an Schulnoten angelehnten Skala von 1 bis 6 die Note 3,1. Da sich einige Unternehmen allerdings gegenüber dem Vorjahr gesteigert haben, fiel WACKER diesmal im Gesamtranking vom vierten Platz (2012) auf den sechsten Platz zurück. Erfahrungsgemäß korrelieren diese Ergebnisse mit dem finanziellen Erfolg des Unternehmens.

Nach einer Umfrage unter rund 36.000 examensnahen Studierenden an 130 Hochschulen und Universitäten durch das Beratungsunternehmen trendence ist WACKER ein äußerst beliebter Arbeitgeber bei Absolventen der Ingenieurwissenschaften. Bei der Befragung nach ihrem Wunscharbeitgeber landet WACKER auch im Jahr 2013 unter den Top-100 Unternehmen. Das Beratungsunternehmen Universum fand mithilfe einer Studentenbefragung heraus, dass WACKER in Deutschland ein Wunscharbeitgeber unter den Studenten der Naturwissenschaften ist.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitssteuerung

Unternehmen können nur dann dauerhaft erfolgreich wirtschaften, wenn sie ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft ernst nehmen. Seit Jahren ist Nachhaltigkeit daher als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie als eines unserer fünf strategischen Ziele erklärt und eigene Verhaltensgrundsätze, den Code of Sustainability, erstellt haben. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen.

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. Mit diesen Selbstverpflichtungen gehen wir über gesetzlich geforderte Standards zum Schutz von Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft hinaus. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie die Grundsätze des Global Compact und der Initiative Responsible Care® ebenfalls einhalten. Dies ist Bestandteil unserer Allgemeinen Beschaffungsbedingungen.

WACKER Greater China wurde im Jahr 2013 mit dem Responsible Care® Chairman's Award ausgezeichnet. Die Vereinigung der in China tätigen internationalen Chemieunternehmen (Association of International Chemical Manufacturers) würdigte damit den Einsatz von WACKER für Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie für Anlagen- und Arbeitssicherheit.

Im Geschäftsjahr 2013 hat WACKER bei strategischen Projekten der Nachhaltigkeitssteuerung wichtige Fortschritte erzielt:

> Konzernzertifikat

Das von uns durchgeführte Konzernzertifikat stellt sicher, dass kundenbezogene Vorgaben und unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten umgesetzt werden. Im Jahr 2013 haben wir den Standort Jincheon, Korea, nach ISO 9001 und ISO 14001 sowie weitere Verkaufsregionen nach ISO 9001 in die Konzernzertifizierung einbezogen. Jincheon verfügt zudem über ein lokales Zertifikat nach OHSAS 18001. Die deutschen Standorte haben ein Managementsystem nach OHSAS 18001 eingeführt. Das Zertifikat nach ISO 14001 der Wacker Chemie AG haben wir mit dem der Siltronic AG zusammengeführt.

Fast alle Produktionsstandorte von WACKER sind nun ins Konzernzertifikat eingegliedert. Ausnahmen bilden die Standorte in Brasilien und Indien. Diese haben jedoch entsprechende Einzelzertifikate. Der brasilianische Standort Jandira hat im Jahr 2013 zudem ein externes Audit nach OHSAS 18001 bestanden.

> Energiemanagement

Mit unseren Energiezielen erfüllen wir eine Vorgabe zur Zertifizierung von WACKER Deutschland nach der Norm ISO 50001. Das Energiemanagement der Wacker Chemie AG und der Siltronic hatten wir bereits im Jahr 2012 nach dieser Norm zertifizieren lassen. Im Jahr 2013 folgte die Zertifizierung der Alzwerke GmbH, deren Hauptzweck die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft ist.

> Treibhausgasemissionen

Nach der erstmaligen Erfassung der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) im Jahr 2011 haben wir im Berichtsjahr begonnen, unsere Scope-3-Emissionen zu berechnen. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, z. B. durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Die konzernweite CO2 -Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern.

> Ökobilanzen

Wir haben ein Analyseinstrument entwickelt, mit dem wir bereits in der Forschung und Entwicklung den Umwelteinfluss neuer Produkte abschätzen können. Die mit dem Eco Assessment Tool erstellte Umweltanalyse etablieren wir seit dem Jahr 2012 Schritt für Schritt im Konzern. Sie hilft uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte zu bewerten und zu verbessern.

> Nachhaltigkeitsplattform

Im Berichtsjahr haben wir unser neues IT-System für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT) konzernweit implementiert und damit die unterschiedlichen Einzelsysteme abgelöst. Mit der neuen Software erfassen und steuern wir die Umwelt- und Energiedaten, die umwelt- und sicherheitsrelevanten Ereignisse sowie Audits im Rahmen des Integrierten Managementsystems (IMS).

Nachhaltigkeitsbericht

Im Jahr 2013 hat WACKER seinen neuen Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2011/2012 veröffentlicht. Der Bericht deckt die Leitlinien G3 der Global Reporting Initiative (GRI) vollständig ab. Die GRI hat den Report geprüft und ihn mit dem höchsten Berichtslevel A bewertet. Erstmals setzt das Unternehmen auf eine reine Onlineversion - auch zum Schutz der Umwelt. Mit dem Nachhaltigkeitsbericht informieren wir unsere Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter, Aktionäre und Analysten, Nichtregierungsorganisationen und Behörden sowie die Nachbarn unserer Standorte offen und umfassend über unsere Nachhaltigkeitsarbeit.

Compliance-Beauftragte beraten Mitarbeiter weltweit

WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Mitarbeiter können ihre Fragen weltweit an 22 Compliance-Beauftragte richten. Sie sitzen in Deutschland, den USA, China, Taiwan, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Compliance-Themen in anderen Ländern als hier aufgezählt werden vom zentralen Compliance Officer von Deutschland aus bearbeitet.

Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Im Jahr 2013 setzte das Compliance-Management weiterhin den Fokus darauf, Maßnahmen mit weltweiter Geltung im Dialog mit den ausländischen Standorten auf die lokalen Anforderungen abzustimmen und umzusetzen.

Umweltschutz

Alle Prozesse von WACKER basieren auf dem Anliegen, die Umwelt zu schützen und sicher zu produzieren. Wir legen besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. Mit unseren Umweltschutzmaßnahmen gehen wir oft über die gesetzlichen Anforderungen hinaus - das entspricht dem Kerngedanken der Initiative Responsible Care® . Im Jahr 2013 haben wir 5,4 Mio. € (2012: 8,6 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Im gleichen Zeitraum beliefen sich die Umweltschutzbetriebskosten auf 89,4 Mio. € (2012: 79,3 Mio. €). WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Emissionen und Abfälle. Benchmarkzahlen dazu, wie die chemische Industrie gefährliche Abfälle verwertet oder entsorgt, liegen uns wegen der Unterschiede im Produktmix der Branche und der individuellen Standortinfrastrukturen nur teilweise vor.

Beim direkten Kohlendioxidausstoß und bei der Emission von Stickoxiden haben wir im Jahr 2013 durch Verbesserungen im Burghauser Kraftwerk einen leichten Rückgang erreicht. Durch niedrigere Außentemperaturen im Berichtsjahr hat sich der Wassereinsatz am Standort Burghausen reduziert. Wir haben die Burghauser Acetaldehydanlage stillgelegt, was den chemischen Sauerstoffbedarf und die Emission halogenierter organischer Verbindungen ins Wasser gesenkt hat. Die Abfallmenge ist insgesamt leicht gestiegen. Zu den Ursachen gehören mehr Filter- und Klärschlamm am höher ausgelasteten Standort Nünchritz, wo zudem im Rahmen der Ausbaumaßnahmen Bauschutt entsorgt wurde. In Burghausen wurde mehr Chlorsilan über die Rückstandsverbrennung vernichtet. Die entstehende RV-Kieselsäure wurde der Zementindustrie zur Verwertung zugeführt.

Bei den Umweltkennzahlen berücksichtigen wir seit dem Berichtsjahr 2011 die im Jahr 2010 erworbene Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen. Die metallurgische Produktion unterscheidet sich in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen deutlich vom WACKER-typischen Chemiegeschäft. Durch den Zukauf haben sich die Umweltkennzahlen, insbesondere die Luftemissionen, erhöht. WACKER emittierte im Jahr 2013 konzernweit 1.236.000 Tonnen Kohlendioxid (2012: 1.294.000 Tonnen CO2 ). Die niedrigeren direkten Emissionen im Jahr 2013 beruhen auf einem verbesserten Kraftwerkbetrieb und dem geplanten Stillstand einer Gasturbine am Standort Burghausen. Kohlendioxid macht 98,5 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen von WACKER aus. Die restlichen 1,5 Prozent entfallen auf Lachgas, Methan, Fluorkohlenwasserstoffe und andere Treibhausgase.

Luftemissionen Geschäftsbereiche/Metallurgie T 3.42

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  2013 Konzern 2012 Konzern 2013 Geschäftsbereiche1 2012 Geschäftsbereiche1 2013 Metallurgische Produktion2 2012 Metallurgische Produktion2
Luft            
CO2 -Emissionen (kt) 1.236 1.294 925 983 311 310
NOx (Stickoxide) (t) 2.130 2.225 950 1.072 1.180 1.153
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 410 418 403 411 7 7

1 WACKER-Geschäftsbereiche, ohne Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen
2 Standort Holla, Norwegen

Unsere indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) sind im Jahr 2013 um 9,5 Prozent gestiegen. Zum Anstieg der Scope-2-Emissionen trägt neben den erhöhten Produktionskapazitäten für Polysilicium am Standort Nünchritz auch eine Verschiebung von Scope-1- zu Scope-2-Emissionen auf Grund der geplanten Abstellung einer Gasturbine am Standort Burghausen bei. Darüber hinaus ist ein Viertel des Anstiegs durch die jährliche Aktualisierung der zur Berechnung der Treibhausgasemissionen verwendeten regionalen Emissionsfaktoren bedingt.

Die konzernweite CO2 -Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern. Deshalb berechnen wir, nach der erstmaligen Erfassung der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) im Jahr 2011, seit dem Jahr 2012 auch unsere Scope-3-Emissionen. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, zum Beispiel durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Diese Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2013 an das Carbon Disclosure Project (CDP) weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Das CDP ist eine im Jahr 2000 in London gegründete Non-Profit-Organisation, die mehr Transparenz bei klimaschädlichen Treibhausgasemissionen schaffen will.

Seit Herbst 2013 beteiligen wir uns am Projekt myccf von co2 ncept plus, dem Verband für Emissionshandel und Klimaschutz. in diesem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt erarbeiten wir unsere betriebliche Treibhausgasbilanz Corporate Carbon Footprint (CCF). Diese Daten nutzen wir, um unser Energiemanagement weiter zu optimieren und klimarelevante Umweltschutzmaßnahmen zu verbessern.

Umweltkennzahlen 2007 - 20131 T 3.43

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  2013 2012 2011 2010 2009 2008
Luft            
CO2 -Emissionen2 (kt) 1.236 1.294 1.341 986 969 976
NOx Stickoxide (t) 2.130 2.225 2.221 926 963 997
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 410 418 396 415 383 501
Treibhausgase            
direkte3 (kt CO2 ) 1.236 1.294 1.341 - - -
indirekte4 (kt CO2 ) 1.247 1.138 1.075 - - -
Wasser            
Wassereinsatz5 (Tsd. m³) 220.908 242.072 268.657 252.151 264.532 241.286
CSB chemischer Sauerstoffbedarf (t) 1.320 1.460 1.680 1.820 2.730 4.782
AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe (t) 2 3 5 6 6 7
Abfall            
Beseitigt (t) 31.560 39.920 47.410 48.520 80.860 87.293
Verwertet (t) 110.500 96.880 80.290 77.030 63.430 74.327
Gefährlich (t) 73.380 73.620 68.230 69.320 100.860 108.458
Nicht gefährlich (t) 68.680 63.180 59.470 56.230 43.430 53.161
Energie            
Stromverbrauch (GWh) 4.526 4.559 4.372 3.759 2.702 2.405
Primärenergieeinsatz Erdgas (GWh) 5.051 5.927 5.771 5.463 5.378 5.372
Feste Energieträger6 (Kohle, Holzkohle, Holz) (GWh) 872 862 886 432 - -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) (GWh) 236 223 218 228 209 195
Heizöl (GWh) 17 18 16 13 8 9
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  2007
Luft  
CO2 -Emissionen2 (kt) 912
NOx Stickoxide (t) 838
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 687
Treibhausgase  
direkte3 (kt CO2 ) -
indirekte4 (kt CO2 ) -
Wasser  
Wassereinsatz5 (Tsd. m³) 244.173
CSB chemischer Sauerstoffbedarf (t) 2.162
AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe (t) 6
Abfall  
Beseitigt (t) 43.100
Verwertet (t) 74.676
Gefährlich (t) 70.027
Nicht gefährlich (t) 47.538
Energie  
Stromverbrauch (GWh) 2.107
Primärenergieeinsatz Erdgas (GWh) -
Feste Energieträger6 (Kohle, Holzkohle, Holz) (GWh) -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) (GWh) -
Heizöl (GWh) -

1 Bei den Umweltkennzahlen ist seit dem Jahr 2011 erstmals die 2010 erworbene Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt.
2 Rückgang im Jahr 2012 durch Optimierung des Kraftwerkbetriebs in Burghausen.
Der Wert für das Jahr 2011 beinhaltet die endgültigen, gemäß den Monitoring-Leitlinien des europäischen Emissionshandels (EU ETS) ermittelten Emissionen für das Kraftwerk Burghausen.
3 Gemäß Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard", Scope 1: direkte Emissionen, ohne Emissionen durch Energiezukauf, keine CO2 -Äquivalente
4 Gemäß Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard", Scope 2: indirekte Emissionen aus zugekauften Energien (Strom, Wärme), für zugekauften Strom nur CO2 ; erstmals im Jahr 2011 erhoben; Neuberechnung der Jahre 2012 und 2011 auf Grund erhöhter Genauigkeit der ausgewählten Emissionsfaktoren (Quelle: "CO2 emissions from fuel combustion, 2013 edition", Herausgeber: International Energy Agency (IEA))
5 Rückgang am Standort Burghausen durch geringere Auslastung einer kühlwasserintensiven Produktionslinie.
6 Eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen.

Im Abwasser haben sich die Werte für den chemischen Sauerstoffbedarf und die halogenierten organischen Kohlenstoffe verringert, weil wir im dritten Quartal des Jahres 2012 die Acetaldehydanlage am Standort Burghausen stillgelegt haben. Die Abfälle zur Beseitigung haben sich reduziert, da der Filterkuchen aus der chemischen Abwasserreinigung in Burghausen nun verwertet statt wie zuvor beseitigt wird.

Wasserverbrauch mit dem Global Water Tool© geprüft

In vielen Teilen der Welt ist sauberes Wasser besonders knapp; das Gewinnen und Reinigen von Wasser ist dort sehr teuer. Als global arbeitendes Unternehmen berücksichtigen wir solche Konditionen in unseren Produktionsprozessen und beim Transport. Wir haben das Global Water Tool© (GWT) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) genutzt, um den jährlichen relativen Wasserstressindex der Länder zu ermitteln, in denen unsere wichtigsten Produktionsstandorte sind.

Die für das Jahr 2012 erstmals durchgeführte Auswertung basiert auf Auswertungen zum Wasserstressindex der Water Systems Analysis Group der University of New Hampshire, USA. Dieser gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen Wasserbedarf und Verfügbarkeit von sich erneuerndem Süßwasser. Das Ergebnis zeigt, dass unsere wichtigsten Produktionsstätten in Regionen mit einem niedrigen relativen Wasserstressindex liegen. Auf diese Regionen entfallen mehr als 97 Prozent unseres jährlichen Wasserverbrauchs und über 90 Prozent unseres Produktionsvolumens. Auf Produktionsstandorte in Ländern, für die mit dem GWT keine Informationen zum Wasserstressindex verfügbar sind, entfallen weniger als 0,5 Prozent unseres Wasserverbrauchs.

Unter dem Motto "Abwasser sparen - mit Gewinn" startete im Juli 2013 am Standort Burghausen eine Sonderaktion unseres betrieblichen Vorschlagswesens. Damit haben wir die Mitarbeiter dazu motiviert, für Verbrauch und Recycling von Wasser relevante Parameter in der Produktion zu hinterfragen. Bis zum Ende der Aktion am 31. Dezember 2013 waren 72 Verbesserungsvorschläge eingegangen; fünf davon wurden bis Jahresende bereits umgesetzt. 30 Vorschläge haben wir in einen Themenspeicher für künftige Projekte der Abwasserreinigung aufgenommen, zum Beispiel Änderungen im Kanalnetz und Rückhaltesysteme für Regenwasser.

Produktverantwortung

WACKER berücksichtigt Kriterien des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sowie der Sicherheit in allen Stadien des Produktlebenszyklus. Bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten betrachten wir die Nachhaltigkeitsaspekte der neuen Produkte und Verfahren. Das beginnt beim Einsatz von Rohstoffen: Wir versuchen, möglichst geringe Mengen und ökologisch vorteilhafte Rohstoffe einzusetzen.

Unsere Produkte werden in der Regel von Geschäftskunden weiterverarbeitet und im Allgemeinen nicht direkt von Endverbrauchern genutzt. Mit unseren Ökobilanzen betrachten wir den Umwelteinfluss der Produkte entlang ihres Lebenswegs von der Herstellung bis zum Werktor (Cradle-to-Gate-Bilanzen). Diese Analysen ermöglichen uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte bzw. unserer Produktion zu bewerten und zu verbessern.

Produktlebenszyklus G 3.44

Wir haben ein Instrument eingeführt, um Chancen und Risiken unserer Produktpalette schon im Entwicklungsprozess sowie im Dialog mit unseren Kunden systematisch nach Umweltaspekten zu bewerten: Beim WACKER® Eco Assessment Tool berücksichtigen wir Material-, Wasser- und Energieeinsatz sowie Ökotoxizität entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Wir haben erste Produktfamilien aus den Chemiebereichen auf diese Weise bewertet und werden diese Analyse auf weitere Produkte ausweiten.

Energiemanagement

Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. Allein in Deutschland nutzt sie rund 20 Prozent des Stroms, der von Industriebetrieben verbraucht wird. Auch WACKER verbessert deshalb ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. Damit bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. An den Standorten Burghausen und Nünchritz praktizieren wir seit Jahren Wärmeverbünde und verbessern diese stetig. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (in der Regel Erdgas) in unseren Kraftwerken.

Um die Energieeffizienz weiter zu verbessern und den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) zu senken, hat der Vorstand Energieziele für WACKER in Deutschland festgelegt. Bisher haben wir den spezifischen Energieverbrauch im Zeitraum von 2007 bis 2013 um 22 Prozent verringert. Von 2014 bis 2022 soll er um weitere elf Prozent sinken. Insgesamt reduzieren wir damit den spezifischen Energieverbrauch bis 2022 um ein Drittel.

Ein neues Werkzeug unserer Energiemanager ist die so genannte Energiekaskade: Mit Computersimulationen werden für Produktionsanlagen der bisherige Energieverbrauch und das theoretische Optimum gegenübergestellt sowie Ursachen für Energieverluste aufgezeigt. Im Jahr 2013 haben wir so für den Betrieb Methylchlorsilan (Mcs)-Synthese am Standort Nünchritz Einsparpotenziale bei Strom und Wärme ermittelt.

Effizient Energie erzeugen

Am Standort Burghausen nutzen wir Wasserkraft, um Strom zu gewinnen. Unser Produktionsstandort in Holla, Norwegen, bezieht seinen Strom überwiegend aus Wasserkraft. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An den großen WACKER-Standorten Burghausen und Nünchritz erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion: Diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen haben mit über 80 Prozent einen deutlich höheren Brennstoffnutzungsgrad als konventionelle Anlagen zur getrennten Strom- und Wärmeerzeugung.

Stromversorgung G 3.45

1 Burghausen/Nünchritz
2 Burghausen
3 Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas
4 Wasserkraft, Wind, Solar
5 Im Ausland beziehen wir den Strom fremd auf Basis des örtlichen Standard-Energiemix.

Im Geschäftsjahr 2013 sank der Stromverbrauch geringfügig auf 4,5 Mio. MWh (2012: 4,6 Mio. MWh). Ursache dafür war die zu Jahresbeginn geringere Auslastung der Polysiliciumproduktion. Unsere Kraftwerke - das Gas- und Dampfturbinenwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz - erzeugten im Jahr 2013 rund 1,5 Mio. MWh (2012: 1,6 Mio. MWh). Damit produzierte WACKER rund ein Drittel seines Gesamtstrombedarfs selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der im Jahr 2013 zu rund 90 Prozent (2012: 60 Prozent) aus unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung und der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, stammt, belief sich im Berichtszeitraum konzernweit auf rund 1,2 Mio. Tonnen (2012: 1,3 Mio. Tonnen). Die Beschaffung von Emissionsberechtigungen ist seit dem Jahr 2013 in den Planungen des Energieeinkaufs berücksichtigt. Für das Jahr 2013 mussten wir wegen eines Überschusses aus der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 keine Emissionszertifikate zukaufen.

Vom konzernweiten Strombedarf entfielen 78 Prozent (2012: 76 Prozent) auf die Produktionsstandorte in Deutschland. WACKER hat in Deutschland 59 Prozent (2012: 55 Prozent) seines benötigten Stroms zugekauft. Entsprechend den Primärenergiequellen der Versorgungsunternehmen wurden 51 Prozent (2012: 60 Prozent) dieses Stroms aus fossilen Energieträgern erzeugt. 18 Prozent (2012: 24 Prozent) stammen aus Kernenergie, 31 Prozent (2012: 16 Prozent) aus erneuerbaren Energiequellen. Der Wärmeverbrauch, in dem der Einsatz fester fossiler und biogener Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) bei der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt ist, sank geringfügig auf 3.724 GWh (2012: 3.755 GWh). Der Erdgasverbrauch sank durch eine geplante Abstellung einer Gasturbine am Standort Burghausen sowie durch die im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Wasserstoffproduktion.

Energieverbrauch T 3.46

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GWh 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Stromverbrauch 4.526 4.559 4.372 3.759 2.702 2.405
Wärmeverbrauch1 3.724 3.755 3.862 3.374 2.794 2.782
Primärenergieeinsatz            
Erdgas 5.051 5.927 5.771 5.463 5.378 5.372
Feste Energieträger2 (Kohle, Holzkohle, Holz) 872 862 886 432 - -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) 236 223 218 228 - 195
Heizöl 17 18 16 13 8 9
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GWh 2007
Stromverbrauch 2.107
Wärmeverbrauch1 2.516
Primärenergieeinsatz  
Erdgas -
Feste Energieträger2 (Kohle, Holzkohle, Holz) -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) -
Heizöl -

1 Im Wärmeverbrauch ist seit dem Jahr 2010 der Einsatz fester fossiler und biogener Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt.
2 Eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, als Reduktionsmittel

Projekte in der Arbeits- und Anlagensicherheit

Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst. Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz werden wir bis zum Jahr 2015 an der internationalen Norm OHSAS 18001 ausrichten.

Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden. Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stoffaustritt oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern.

Im Berichtsjahr haben wir das Sicherheitsprojekt "ANSIKO Maschinensicherheit" fortgeführt. Dabei haben wir an den deutschen Standorten und im SILMIX® -Werk Pilsen, Tschechien, Maschinen mit Verletzungsrisiko identifiziert, deren Sicherheitskonzepte kritisch überprüft und sie zum Schutz der Mitarbeiter noch sicherer gemacht.

WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. Fachleute des Konzerns halten auch an internationalen WACKER-Standorten Sicherheitstrainings ab. Im Jahr 2013 haben wir die internationalen Standorte Holla, Norwegen, und Brasilien sowie die deutschen Standorte Nünchritz, Freiberg, Köln und Jena in Bezug auf Sicherheit überprüft.

Konzernweit ereigneten sich im Berichtsjahr 3,8 Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen pro eine Mio. Arbeitsstunden. Das sind 19 Prozent weniger als im Vorjahr (2012: 4,7 Arbeitsunfälle). Bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen) weist WACKER, verglichen mit dem Durchschnitt der deutschen Chemieindustrie, deutlich bessere Zahlen aus: Hier betrug die Quote im Berichtsjahr 1,4 pro eine Mio. Arbeitsstunden (2012: 2,1), während die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie im Jahr 2012 9,5 meldepflichtige Unfälle auf eine Mio. Arbeitsstunden in Chemiebetrieben registrierte.

Die wenigsten Unfälle an unseren Standorten sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürzen. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und erhöhen unsere Anstrengungen im Arbeitsschutz. Konsequent setzen wir unser neues Sicherheitsprogramm um: WACKER Safety Plus (WSP) nutzt erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. WACKER Safety Plus zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden - ob beim Bedienen von Anlagen, im Umgang mit Chemikalien, im Betrieb, im Büro oder auf dem Arbeitsweg. Unsere US-Tochtergesellschaft Wacker Chemical Corporation hat im Jahr 2013 begonnen, zentrale Elemente des neuen Sicherheitsprogramms an den amerikanischen Standorten einzuführen.

An den deutschen Standorten hat WACKER ein Sicherheitshandbuch für Partnerfirmen herausgegeben. Es umfasst Vorgaben und Prozesse bei der Zusammenarbeit mit Partnerfirmen und zielt darauf, Planungs-, Investitions- und Reparaturprojekte sicher und unfallfrei abzuwickeln.

Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter T 3.47

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Anzahl 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Unfallhäufigkeit Konzern: Arbeitsunfälle1 pro eine Mio. Arbeitsstunden 3,8 4,7 3,9 4,3 4,0 3,7
Unfallhäufigkeit Konzern: Meldepflichtige Arbeitsunfälle2 pro eine Mio. Arbeitsstunden 1,4 2,1 1,4 1,2 1,2 1,0
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Anzahl 2007
Unfallhäufigkeit Konzern: Arbeitsunfälle1 pro eine Mio. Arbeitsstunden 3,8
Unfallhäufigkeit Konzern: Meldepflichtige Arbeitsunfälle2 pro eine Mio. Arbeitsstunden 1,4

1 Unfälle ab einem Ausfalltag
2 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

Wenige Mängel bei Gefahrguttransporten

WACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu lagern und zu transportieren. Bevor wir Fahrzeuge beladen, kontrollieren wir sie streng. Dies gilt besonders für Gefahrgut. Im Jahr 2013 haben wir nahezu 8.500 LKW überprüft. Bei Mängeln weisen wir sie zurück, bis diese behoben sind. Seit Jahren ist die Mängelquote niedrig. Im Jahr 2013 sank sie bei Gefahrguttransporten in Deutschland auf 1,2 Prozent (2012: 2,2 Prozent). In der Regel werden die Gefahrgutspediteure alle zwei Jahre von WACKER auditiert.

Auch beim Thema Transportsicherheit setzen wir auf gut ausgebildetes Personal. Im Jahr 2013 haben wir mehr als 1.300 Mitarbeiter in Präsenzschulungen hinsichtlich Gefahrguttransporten unterrichtet, rund 1.750 Mitarbeiter absolvierten eine Online-Schulung.

Regelmäßig tauschen wir uns mit unseren Logistikdienstleistern zu Themen der Transportsicherheit aus, beispielsweise während des jährlichen Logistiktags. Bei Mängeln vereinbaren wir Verbesserungsmaßnahmen und überprüfen ihre Umsetzung. WACKER nutzt interne Bewertungskriterien und international anerkannte Systeme wie das Safety and Quality Assessment System (SQAS) des europäischen Chemieverbands CEFIC, um Logistikdienstleister auszuwählen und ihre Leistungen zu beurteilen. Unter anderem fließen Ausbildungsstand der Fahrer, Fahrzeugausrüstung und Reaktionsfähigkeit bei Unfällen in die Bewertung ein. Über Vorgaben stellt WACKER sicher, dass auch die Unterauftragnehmer unserer Logistikdienstleister unseren hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Im Geschäftsjahr 2013 verzeichneten wir acht Transportvorkommnisse (2012: zehn). Dazu zählen wir Unfälle, die sich bei der Distribution unserer Zwischenprodukte und Produkte ereignen, sofern der Transport von uns beauftragt wird. Mitgerechnet sind auch Unfälle ohne Gefahrgut, unabhängig davon, ob sie Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben oder nicht. Diese Ereignisse fließen ebenfalls in die Spediteursbewertung ein.

Transportunfälle T 3.48

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Zahl der Unfälle 2013 2012 2011 2010 2009 20081
Straße 4 8 6 4 5 11
Schiene 1 2 1 1 - 4
See 2 - 1 - - 2
Binnenschiff 1 - - - - -
Flugzeug - - - - - -
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Zahl der Unfälle 20071
Straße -
Schiene -
See -
Binnenschiff -
Flugzeug -

1 Im Jahr 2008 wurden die Kriterien zur Erfassung und Bewertung von Transportunfällen neu definiert. Daher liegen keine vergleichbaren Daten für 2007 vor.

WACKER fördert wissenschaftliche Bildung und Sozialprojekte

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner Standorte. Die naturwissenschaftlich-technische Ausbildung junger Menschen ist uns ein besonderes Anliegen. Denn wir benötigen auch künftig engagierte Chemiker, Ingenieure und Laboranten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

WACKER hat den unter dem Namen CHEM2 DO neu aufgelegten Schulversuchskoffer im Jahr 2013 offiziell dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus übergeben. Mit CHEM2 DO erforschen Schüler die modernen Werkstoffe Silicone und Cyclodextrine. Die Experimente können in Gymnasien, Real-, Gesamt- und Berufsschulen lehrplanorientiert eingesetzt werden. Interessierte Lehrer können sich deutschlandweit auf die Unterrichtsmaterialien schulen lassen. Der Kurs wird von den Lehrerfortbildungszentren der Gesellschaft Deutscher Chemiker sowie von ausgewählten Universitäten angeboten. Bis Ende 2013 nahmen bundesweit rund 850 Lehrer an den Schulen teil. In Österreich absolvierten mehr als 100 Lehrer den Kurs. WACKER stand im Berichtsjahr auch wieder Pate für den Regionalwettbewerb Dresden/Ostsachsen von Jugend forscht.

Mitarbeiter helfen Kollegen

Soziale Kinder- und Jugendprojekte sind uns ein besonderes Anliegen. Seit 2007 unterstützt WACKER das christliche Kinder- und Jugendwerk "Die Arche". Die Sozialeinrichtung kümmert sich in mehreren deutschen Städten um Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Im Berichtsjahr übergab WACKER der Münchner Arche zum siebten Mal eine 100.000-€-Spende.

Deutschland hat im Juni 2013 ein schlimmes Hochwasser erlebt. Der wirtschaftliche Schaden beträgt mehrere Milliarden Euro. Auch einige WACKER-Mitarbeiter sowie soziale Einrichtungen in Sachsen, Bayern und Österreich waren von den Überschwemmungen betroffen. Der WACKER Hilfsfonds, unsere Stiftung für Katastrophenhilfe, hat an die Mitarbeiter appelliert für geschädigte Kollegen zu spenden. Zahlreiche Mitarbeiter sind dem Aufruf gefolgt und haben bis Ende 2013 rund 52.000 € gespendet. Mit dem Beitrag des Unternehmens standen Spendengelder in Höhe von 152.000 € zur Verfügung. Sie werden zeitnah an die Betroffenen ausgezahlt.

Einkauf und Logistik

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2013 rückläufig. Der wesentliche Grund dafür sind die geringeren Investitionsausgaben. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe und Energie sowie für Dienstleistungen, Material und Equipment mit einem hohen Anteil für Investitionen. WACKER hat für Rohstoffe, Material und Dienstleistungen 3,08 Mrd. € (2012: 3,49 Mrd. €) ausgegeben. Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionsprojekte in Höhe von 497 Mio. € (2012: 907 Mio. €). Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag bei 68,8 Prozent (2012: 75,4 Prozent). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 1.300 verschiedene Rohstoffe sowie eine Vielzahl technischer Güter und Dienstleistungen für den Anlagenbau und die Instandhaltung beschafft. Die Zahl unserer Lieferanten beläuft sich auf 10.300 (9.200 im Technischen Einkauf & Logistik, 1.100 im Rohstoffeinkauf).

Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe leicht unter Vorjahresniveau

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,64 Mrd. € (2012: 1,64 Mrd. €) auf dem Niveau des Vorjahres. Geringe Mengenzuwächse wurden durch niedrigere Preise ausgeglichen. Die Preise für unsere wichtigsten Rohstoffe, die wir benötigen, sind bis auf Methanol leicht unter oder auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Methanol ist auf Grund von Mengenknappheit und von Handelsbeschränkungen für den Iran und Libyen stark gestiegen. Im Stromeinkauf haben wir davon profitiert, dass Teile unserer Produktion von der EEG-Umlage befreit waren. Gleichzeitig waren die Strompreise niedriger als im Vorjahr. Auch unsere Preise für Erdgas waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Von den rund 225 Mio. € Kosteneinsparungen im Jahr 2013 kommen rund 100 Mio. € aus Preiseffekten auf der Energie- und Rohstoffseite.

Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen) T 3.49

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Mio. € 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Beschaffungsvolumen 3.076 3.493 3.418 2.799 2.342 2.660
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Mio. € 2007
Beschaffungsvolumen 2.291

Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass wir neue Verträge öfter mit kürzeren Laufzeiten abschließen, um eine höhere Preisflexibilität zu erreichen.

Für unsere wichtigen Rohstoffe Silicium, Methanol und Vinylacetatmonomer (VAM) haben wir im Jahr 2013 Verträge mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren abgeschlossen. Die mittelfristige Versorgung mit diesen Rohstoffen ist damit in den meisten Regionen sichergestellt. In Nordamerika haben wir einen langfristigen Liefervertrag für Ethylen ausgehandelt, der ab dem Jahr 2015 die bisher kurzfristige Versorgung mit teurerem kryogenen Ethylen (Ethylen in tiefkalter Form, transportiert in Kesselwagen) ablösen wird, da wir dann den Großteil des benötigten Ethylens über eine Pipeline beziehen.

Technischer Einkauf & Logistik

Das Bestellvolumen im Zentralbereich Technischer Einkauf & Logistik blieb unter dem Vorjahresniveau. Bei technischen Materialien und Serviceleistungen kam es zu keinen weiteren Preiserhöhungen. Die Lieferzeiten bewegen sich auf Vorjahresniveau. Insgesamt hat WACKER einschließlich Siltronic weltweit rund 350.000 Bestellungen ausgelöst. Zehn Prozent unserer Lieferanten decken 90 Prozent unseres Einkaufsvolumens im Technischen Einkauf & Logistik ab.

Im Geschäftsjahr 2013 haben wir größere Rahmenverträge für Montagen sowie für Logistikleistungen abgeschlossen. Um das Risiko der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern, haben wir eine Initiative mit dem Ziel gestartet, die Zahl dieser Beschaffungsvorgänge zu reduzieren. Der Projekteinkauf hat im vergangenen Jahr 20 Projekte in verschiedenen Planungsstadien betreut. Die vier größten davon waren die Polyausbauprojekte in Nünchritz und im US-Bundesstaat Tennessee sowie die Polysiliciumreinigung und das neue Laborgebäude in Burghausen.

Durch die in Amerika, Asien und Europa durchgeführten Investitionsprojekte haben wir mit einer großen Zahl von qualifizierten lokalen Lieferanten zusammengearbeitet. Diese Zusammenarbeit werden wir weiter fortsetzen, um die Potenziale des globalen Beschaffungsmarkts für WACKER zu nutzen und den Wettbewerb mit unseren langjährigen Lieferanten zu erhöhen. Unser Ziel ist es, dadurch unsere Beschaffungskosten, Lieferzeiten und die Qualität zu optimieren sowie schnell zusätzliche Lieferpotenziale zu erschließen.

Die systematische Risikobeobachtung ist für WACKER ein wichtiges Instrument, um unsere Lieferbeziehungen richtig bewerten zu können. Dabei kamen Analysen von Ratingagenturen, eigene Lieferantenbewertungen und verstärkt der direkte Kontakt zu unseren Partnern zum Einsatz. Durch den Technischen Einkauf haben wir im vergangenen Jahr 358 Lieferanten beurteilt.

Zahl der elektronischen Beschaffungsvorgänge steigt prozentual weiter

Die elektronische Beschaffung gewinnt für WACKER weiter an Bedeutung. Dabei betrachten wir den gesamten Einkaufsprozess - von der Anfrage beim Lieferanten bis zur Bezahlung der Rechnung. Der Anteil der elektronischen Beschaffungsvorgänge ist prozentual erneut gestiegen. Die Zahl elektronischer Anfragen ist bei WACKER doppelt so hoch wie der vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik ermittelte Vergleichswert für die chemische Industrie. Einer der Gründe dafür liegt in der Zunahme der elektronischen Ausschreibungen über das Internet für alle Dienstleistungen mit hinterlegtem Leistungsverzeichnis. Für die automatisierten Bestellprozesse wurden zusätzlich E-Kataloge, überwiegend in den USA und China, eingeführt. Insgesamt konnten von den rund 600.000 Bestellpositionen rund 480.000 Positionen (2012: 500.000 Positionen) automatisiert abgewickelt werden. Das sind in Deutschland rund 80 Prozent aller Einkaufsvorgänge, in Amerika mehr als 45 Prozent und in China 15 Prozent. Konstant blieb die Beschaffung über E-Kataloge. Die Zahl der Lieferanten, die damit arbeiten, ist geringfügig auf 200 gestiegen. Die Anzahl der Katalogartikel beträgt fast zwei Mio. Wir haben mit rund 200.000 Bestellpositionen (2012: 205.000) eine ähnliche hohe Zahl über diesen Bestellkanal wie im Vorjahr abgewickelt.

Elektronische Beschaffungsvorgänge G 3.50

Direkter Kontakt zu unseren Lieferanten

WACKER hat schon immer Wert gelegt auf den direkten Kontakt zu unseren Lieferanten. Am 18. Lieferantentag in Burghausen nahmen rund 270 Unternehmen teil. Die Firma Karl Ley GmbH & Co. KG bekam den Produktpreis für die hohe Qualität und Reinheit seiner Wärmetauscher. Bester Lieferant in der Kategorie Instandhaltung und Wartung war die WISAG Produktionsservice GmbH. Die VEGA Grieshaber kg wurde ausgezeichnet für ihre hohe Kundenorientierung und kontinuierliche Prozessoptimierung. 170 Spediteure trafen sich auf dem Logistiktag von WACKER in Burghausen. Hier erhielt die Firma DB Schenker Logistics den Preis für hervorragende Leistungen im Gefahrguttransport. Als bester Packmittellieferant überzeugte die Firma Bischof & Klein GmbH & Co. KG aus Lengerich. Bester Logistikpartner ist die Firma UTi aus Kelsterbach. WACKER legt Wert auf eine langfristige Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten und achtet gleichzeitig darauf, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern. In Deutschland, dem nach wie vor größten Beschaffungsmarkt, arbeiten wir mit rund 6.900 Lieferanten zusammen. Die durchschnittliche Lieferantenbindungsdauer (Technischer Einkauf & Logistik) beträgt zehn Jahre.

Transportvolumen hat sich erhöht

Das Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Von der Logistikdrehscheibe Burghausen aus wurden rund 750.000 Tonnen (2012: 740.000 Tonnen) Fertigprodukte an Kunden ausgeliefert. Die Zahl der LKW-Ladungen ist leicht gestiegen, genauso wie die der Übersee-Container. Das Volumen wurde über rund 39.800 LKW-Ladungen und 12.100 Übersee-Container abgewickelt.

Transportaufkommen der Logistikdrehscheibe Burghausen G 3.51

Ethylen-Pipeline Süd in Betrieb genommen

Für den Bau der neuen Polysiliciumproduktion am Standort Charleston in Tennessee haben wir die Verantwortung für die gesamte Projektlogistik. Die dafür geschaffene Infrastruktur wird später beim Hochfahren der Anlagen und bei der Ver- und Entsorgung genutzt. Die Anbindung an das neue öffentliche Umschlagterminal (KV-Terminal) am Standort Burghausen läuft parallel zu dessen Bau, mit dem im Dezember 2012 begonnen wurde. Wir haben dafür im Jahr 2013 mit dem Bau einer neuen Pforte im Norden des Werkes begonnen. Über diese Pforte werden wir den Containerverkehr zwischen Werk und KV-Terminal abwickeln. Ende 2013 wurde das KV-Terminal fertiggestellt. Die offizielle Inbetriebnahme soll Mitte 2014 folgen. In Betrieb genommen wurde im Jahr 2013 die Ethylen-Pipeline Süd (EPS). Sie eröffnet die Möglichkeit zum sicheren und wirtschaftlichen Transport von Ethylen zwischen wichtigen süddeutschen Chemiestandorten bis nach Rotterdam. In der Rohrleitung kann der Rohstoff emissionsfrei und mit geringem Energieaufwand befördert.

Produktion

Produktionsmengen gegenüber dem Vorjahr gestiegen

Die Produktionsmengen sind im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir so große Mengen verkauft wie nie zuvor. Auch in den Chemiebereichen verzeichneten wir einen Mengenanstieg und eine hohe Auslastung. In den Chemiebereichen lag die Produktionsauslastung bei über 80 Prozent. Wesentliche Abschaltungen von Anlagen gab es nicht. Die Produktionskosten haben sich um fünf Prozent erhöht. Die Instandhaltungskosten bewegen sich mit 355 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres.

Produktionsauslastung 2013 T 3.52

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% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 90
WACKER POLYMERS 82
WACKER POLYSILICON 90
SILTRONIC 77

Im Geschäftsjahr 2013 betrugen die Investitionen in neue Produktionsanlagen 503,7 Mio. €. Der größte Teil davon entfiel auf den Ausbau der Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee, wo wir seit April 2011 einen neuen Produktionsstandort für Polysilicium aufbauen.

Für die Geschäftsbereiche WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS haben wir zwei neue Anlagen an unserem chinesischen Standort Nanjing errichtet. Die Anlage von WACKER POLYMERS zur Herstellung von VAE-Dispersionen konnte bereits in Betrieb genommen werden. Sie hat eine Jahreskapazität von 60.000 Tonnen. Produziert wird ebenfalls in der neuen VAE-Dispersionsanlage an unserem südkoreanischen Produktionsstandort Ulsan. Die Kapazität wurde hier um 40.000 Tonnen erhöht. An unserem amerikanischen Standort Calvert City haben wir unsere Kapazität für VAE-Dispersionen um 30.000 Tonnen erhöht. Die neue Anlage für Polyvinylacetatfestharze im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS soll im Jahr 2014 mit der Produktion beginnen.

Wichtige Inbetriebnahmen T 3.53

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Nanjing VAE-Dispersionen 2013
Ulsan VAE-Dispersionen 2013
Calvert City VAE-Dispersionen 2013

Die Projektabwicklung bei allen Investitionsprojekten liegt in den Händen der Ingenieurtechnik von WACKER.

Geringerer Rohstoffeinsatz und höhere Energieeffizienz im Mittelpunkt des Produktivitätsprogramms

Hohe Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist ein Erfolgsgarant von WACKER. Über das Programm Wacker Operating System (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten jedes Jahr weiter zu verringern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mehr als 900 Projekte im operativen Geschäft und in den Zentralbereichen bearbeitet. Knapp 650 davon entfielen auf Maßnahmen im operativen Geschäft und 250 auf Maßnahmen in den Zentralbereichen. Die Schwerpunkte von WOS lagen im vergangenen Jahr auf der Verbesserung der spezifischen Energieverbräuche, der Rohstoffausbeuten sowie der Anlagennutzungsgrade.

Produktivitätsprojekte nach Schwerpunkten G 3.54

Die 2009 gegründete WOS ACADEMY hat im vergangenen Jahr in neun Schulungen rund 100 Mitarbeiter in der Anwendung neuer Produktivitätsmethoden wie Six Sigma ausgebildet.

Vertrieb und Marketing

Umsatz von WACKER-Produkten geht leicht zurück

Der Umsatz unserer Produkte ist im Jahr 2013 leicht zurückgegangen. Die Umsätze bei WACKER POLYSILICON und Siltronic blieben vor allem preisbedingt hinter dem Vorjahr zurück. Die Umsätze in den drei Chemiebereichen WACKER POLYMERS, WACKER SILICONES und WACKER BIOSOLUTIONS lagen auf Vorjahresniveau.

Unser Geschäft ist geprägt durch eine hohe Wiederkaufrate. Bei Siltronic haben 99 Prozent der Kunden im Jahr 2013 Produkte bezogen, die auch im Jahr 2012 beliefert wurden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS lag die Wiederkaufrate bei 95 Prozent (bezogen auf den Umsatz), im Geschäftsbereich WACKER SILICONES bei über 92 Prozent. Die Wiederkaufrate bei WACKER POLYSILICON ist nicht aussagekräftig, da sich Kunden aus dem Solargeschäft vollständig zurückgezogen haben.

Nachdem wir im Jahr 2011 für die drei Chemiebereiche ein neues Kundenmanagementsystem eingeführt hatten, konnte im Jahr 2012 auch der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON an das System mit dem Namen smart angeschlossen werden. Mit diesem hoch integrierten System können Kundeninformationen erfasst und dokumentiert sowie mit kundenbezogenen Daten aus allen SAP-Modulen zusammengeführt werden.

Die Kunden von WACKER unterteilen sich in drei Gruppen: Global Key Accounts, Kunden und Distributoren. Key Accounts sind Kunden mit besonderer strategischer Bedeutung für WACKER und mit hohen Umsätzen. WACKER hat aktuell 37 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2013 rund 25 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen (WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS) erwirtschaftet haben. Mit unseren rund 8.000 aktiven anderen Kundenbeziehungen haben wir mehr als 55 Prozent unseres Chemieumsatzes erzielt, rund 20 Prozent mit Distributoren.

Der Umsatzanteil, der über elektronische Verkaufsplattformen abgewickelt wird, hat im Jahr 2013 weiter zugenommen. Sie kommen in 63 Ländern zum Einsatz. Am häufigsten genutzt wird der elektronische Vertriebskanal in Asien, wo rund 45 Prozent unserer Umsätze in den Chemiebereichen darüber abgewickelt werden.

Vertriebs- und Distributionsnetz optimiert

In Polen, Großbritannien und Irland arbeiten wir mit neuen Distributionspartnern zusammen. Neue Distributoren gibt es in China und Indien. Unsere Geschäfte mit den großen internationalen Partnern Brenntag, DKSH und IMCD haben wir weiter ausgebaut. Die Zahl der Händler ist trotz der Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Wir arbeiten mit 280 Distributoren (2012: 280) und fünf Distributorengruppen zusammen. Die Anzahl der Länder, in denen WACKER seine Produkte verkauft, ist auf 95 (2012: 87 Länder) gestiegen. Mit gut 50 Partnern wickeln wir rund 80 Prozent unseres Distributorengeschäfts ab.

Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, den Markenauftritt von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2013 haben wir 14,8 Mio. € (2012: 13,8 Mio. €) dafür ausgegeben.

Prozentualer Anteil der Marketingkosten G 3.55

Auf 88 Messen weltweit präsent

Die Präsenz von WACKER auf Fachmessen hat sich im Jahr 2013 erhöht. Insgesamt waren wir auf 88 Messen (2012: 80 Messen) mit einem eigenen Stand vertreten. Erstmals haben wir unsere Polymer- und Siliconprodukte für Bauanwendungen auf einer Messe in Afrika präsentiert. Auf der BUILDEXPO in Nairobi zeigte WACKER wasserabweisende Dispersionspulver und Silicondichtmassen. Im Jahr 2013 standen mit der Kunststoffmesse K in Düsseldorf und der Messe für Beschichtungen ESC in Nürnberg zwei wichtige Veranstaltungen auf dem Programm. Auf der K stellte WACKER elf Produktneuheiten vor, auf der ESC zehn. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Im Jahr 2013 haben wir 24 Messen (2012: 23 Messen) einer solchen Analyse unterzogen.

Messen 2013 G 3.56

1 Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Schweiz, Tschechische Republik, Türkei
2 China, Indien, Japan, Thailand
3 Argentinien, Brasilien, Chile
4 Dubai
5 Kenia

Lagebericht der Wacker Chemie AG (Kurzfassung nach HGB)

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2013 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER POLYSILICON und WACKER BIOSOLUTIONS tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Siltronic AG ist über einen Gewinnabführungsvertrag mit der Wacker Chemie AG verbunden. Die Wacker Chemie AG ist zudem stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 55 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern ausgeführten Erläuterungen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel 3 angegeben.

Zum 31. Dezember 2013 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.351 Mitarbeiter.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.

Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB Gewinn- und Verlustrechnung T 3.57

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Mio. € 2013 2012
Umsatzerlöse 3.143,3 3.298,1
Bestandsveränderungen -49,1 -0,1
Andere aktivierte Eigenleistungen 27,4 31,7
Gesamtleistung 3.121,6 3.329,7
Sonstige betriebliche Erträge 188,6 279,4
Materialaufwand -1.492,9 -1.536,2
Personalaufwand -720,5 -726,1
Abschreibungen -331,7 -341,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen -608,1 -616,4
Betriebsergebnis 157,0 389,1
Beteiligungsergebnis -46,2 -245,7
Zinsergebnis -41,8 -40,0
Sonstiges Finanzergebnis -4,8 -4,9
Finanzergebnis -92,8 -290,6
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 64,2 98,5
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -52,6 -83,6
Jahresüberschuss 11,6 14,9
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 654,3 978,7
Ausschüttung -29,8 -109,3
Einstellung in die Gewinnrücklagen - -230,0
Bilanzgewinn 636,1 654,3
EBITDA* 488,7 730,4

* EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG war im Geschäftsjahr 2013 geprägt durch ein weiter verringertes Betriebsergebnis. Der Jahresüberschuss blieb mit 11,6 Mio. € etwa auf dem Niveau des Vorjahres (14,9 Mio. €). Das Betriebsergebnis wurde durch die rückläufigen Umsatzerlöse, insbesondere im Bereich WACKER POLYSILICON, gemindert. Gegenläufig wirken Vereinnahmungen von erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium in Höhe von 77,6 Mio. €. Sie fielen geringer aus als im Vorjahr (2012: 113,1 Mio. €). Das Finanzergebnis war im Vorjahr vor allem durch Abschreibungen auf Beteiligungen in Höhe von 175,0 Mio. € belastet. Im Geschäftsjahr 2013 wurden Wertberichtigungen auf Beteiligungen in Höhe von 8,0 Mio. € vorgenommen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 64,2 Mio. € (2012: 98,5 Mio. €). Der Steueraufwand wurde im Geschäftsjahr durch Sondereffekte, insbesondere aus steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen, belastet. Das führte zu einem Jahresüberschuss von 11,6 Mio. €. Im Vorjahr war ein Jahresüberschuss von 14,9 Mio. € zu verzeichnen.

Der Umsatz ging von 3,30 Mrd. € auf 3,14 Mrd. € zurück. Das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Während die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER BIOSOLUTIONS ihren Umsatz steigern konnten, verzeichneten die Geschäftsbereiche WACKER POLYMERS und WACKER POLYSILICON Rückgänge im Umsatz. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erhöhte seinen Umsatz um drei Prozent auf 1,30 Mrd. € (2012: 1,27 Mrd. €). WACKER BIOSOLUTIONS steigerte seinen Umsatz auf 118,6 Mio. € (2012: 114,4 Mio. €). Etwas rückläufig war der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS. Er verringerte sich um drei Prozent auf 625,0 Mio. € (2012: 642,0 Mio. €). Im Jahresvergleich niedrigere Preise für Polysilicium als 2012 haben den Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON verringert. Er sank um 18,5 Prozent auf 896,1 Mio. € (2012: 1,10 Mrd. €). Die Einigung im Solarstreit hat den Markt im zweiten Halbjahr belebt, sodass WACKER große Mengen Polysilicium absetzen konnte. Die Gesamtleistung verringerte sich um 208,1 Mio. € auf 3,12 Mrd. €. Darin enthalten war ein Effekt aus Bestandsabbau in Höhe von 49,1 Mio. €.

Der Materialaufwand konnte im Geschäftsjahr 2013 leicht auf 1,49 Mrd. € (2012: 1,54 Mrd. €) gesenkt werden. Hier wirken sich niedrigere Aufwendungen für Energie aus. Die Preise für strategische Rohstoffe waren im Durchschnitt etwas günstiger als im Geschäftsjahr 2012.

Der Personalaufwand blieb mit 720,5 Mio. € (2012: 726,1 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres. Dass der Personalaufwand nicht stärker gesunken ist, liegt an den Tarifabschlüssen für das Jahr 2013, die den Personalaufwand erhöht haben. Zum 31. Dezember 2013 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2012: 9.467).

Die Forschungs- und Entwicklungskosten der Wacker Chemie AG blieben mit 102,4 Mio. € (2012: 105,0 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Abschreibungen haben sich leicht verringert auf 331,7 Mio. € (2012: 341,3 Mio. €).

Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und Aufwand, hat sich per saldo um 24 Prozent verringert. Es beträgt -419,5 Mio. € (2012: -337,0 Mio. €). Das geht zum großen Teil zurück auf die verringerten Erträge aus vereinnahmten erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus der Auflösung von Polysiliciumverträgen. Sie summierten sich im Geschäftsjahr 2013 auf 77,6 Mio. € (2012: 113,1 Mio. €). Positiv hat sich dagegen die Verbesserung des operativen Währungsergebnisses ausgewirkt. Der negative Saldo konnte auf 2,0 Mio. € reduziert werden (Vorjahr 10,0 Mio. €). Auflösungen von Rückstellungen haben das sonstige betriebliche Ergebnis per saldo um 14,2 Mio. € (2012: 24,4 Mio. €) erhöht. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben dem Währungsergebnis im Wesentlichen Aufwendungen für Ausgangsfrachten, Zölle und sonstige Vertriebskosten sowie sonstige Fremdarbeiten enthalten.

Das Betriebsergebnis betrug 157,0 Mio. € und lag um 60 Prozent unter dem Vorjahreswert von 389,1 Mio. €. Insbesondere die geringeren Umsätze sind die Hauptursache für diesen Rückgang. Auf Grund der rückläufigen Gesamtleistung stieg die Materialeinsatzquote leicht auf 47,8 Prozent (2012: 46,1 Prozent). Ebenfalls auf 23,1 Prozent (2012: 21,8 Prozent) erhöht hat sich die Personaleinsatzquote.

Das Beteiligungsergebnis enthält Aufwendungen für übernommene Verluste aus Ergebnisabführungsverträgen. Zudem sind Abschreibungen auf die Anteile an der Tochtergesellschaft in Brasilien in Höhe von 8,0 Mio. € enthalten. Im Vorjahr war das Beteiligungsergebnis maßgeblich durch Abschreibungen auf chinesische Gesellschaften in Höhe von insgesamt 175 Mio. € belastet. Im Geschäftsjahr 2012 wurde die Verrechnung zwischen den chinesischen WACKER-Gesellschaften und dem assoziierten Unternehmen Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., das am Standort Zhangjiagang, China, Siloxan herstellt, an die Marktgegebenheiten angepasst. Das hat vor allem die Transferpreise für Siloxan reduziert und zur Abwertung des Beteiligungsansatzes der Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur, geführt.

Den übernommenen Verlusten, im Wesentlichen aus der Beteiligung an der Siltronic AG in Höhe von -105,3 Mio. € (2012: -112,0 Mio. €), standen kumulierte Erträge aus Dividenden und Gewinnabführungen der Chemiebeteiligungen und Siltronic in Höhe von 67,1 Mio. € (2012: 41,3 Mio. €) gegenüber.

Das Zinsergebnis ist auf dem Niveau des Vorjahres geblieben und liegt bei -41,8 Mio. € (2012: -40,0 Mio. €). Das resultiert im Wesentlichen aus dem leicht höheren Zinsaufwand für die Aufzinsung von Pensionsrückstellungen. Die Erträge aus der Anlage von Wertpapieren und Festgeldern sowie die Zinsaufwendungen für die Finanzverbindlichkeiten blieben nahezu konstant auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beträgt 52,6 Mio. € ( Vorjahr 83,6 Mio. €). Der im Vergleich zum Vorsteuerergebnis hohe Steueraufwand ergibt sich insbesondere durch steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen.

Der Jahresüberschuss beträgt 11,6 Mio. €. Im Vorjahr wurde ein Jahresüberschuss von 14,9 Mio. € erzielt. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2013 ergibt sich durch den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr und die Dividendenausschüttung in Höhe von 29,8 Mio. €. Er beläuft sich auf 636,1 Mio. € (2012: 654,3 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB

Bilanz T 3.58

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Mio. € 2013 2012
Aktiva    
Immaterielle Vermögensgegenstände 5,1 5,9
Sachanlagen 1.639,4 1.823,0
Finanzanlagen 1.700,0 1.453,6
Anlagevermögen 3.344,5 3.282,5
Vorräte 388,6 447,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 347,3 330,1
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 593,2 805,7
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 940,5 1.135,8
Wertpapiere 58,1 175,4
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 337,8 125,2
Umlaufvermögen 1.725,0 1.883,9
Rechnungsabgrenzungsposten 2,5 3,4
Summe Aktiva 5.072,0 5.169,8
Passiva    
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile -12,4 -12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 636,1 654,3
Eigenkapital 2.041,9 2.060,1
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 571,1 535,7
Andere Rückstellungen 328,4 297,6
Rückstellungen 899,5 833,3
Finanzverbindlichkeiten 1.113,7 1.056,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 155,9 154,4
Übrige Verbindlichkeiten 861,0 1.065,8
Verbindlichkeiten 2.130,6 2.276,4
Summe Passiva 5.072,0 5.169,8

Der Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Sie beläuft sich auf 5,07 Mrd. € (2012: 5,17 Mrd. €). Das sind zwei Prozent weniger als zum 31. Dezember 2012. In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.

Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr 2013 auf 3,34 Mrd. € (2012: 3,28 Mrd. €) erhöht. Das Sachanlagevermögen stieg durch Investitionszugänge um 153,2 Mio. €. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um technische Anlagen und Maschinen. Abschreibungen minderten das Sachanlagevermögen um 328,1 Mio. € (2012: 337,6 Mio. €). Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich von 1,45 Mrd. € auf 1,70 Mrd. €. Zum einen wurde die Zwischenholding der Produktionsgesellschaft Wacker Polysilicon North America, LLC im abgelaufenen Geschäftsjahr mit zusätzlichem Eigenkapital in Höhe von 191,1 Mio. € ausgestattet. Dadurch wird der Aufbau des Produktionsstandortes Tennessee finanziert. Gegenläufig wirken Abschreibungen von insgesamt 8,0 Mio. € auf die Beteiligung an der Tochtergesellschaft in Brasilien.

Außerdem wurde der als Finanzanlage bilanzierte geschlossene Investmentfonds von 140,0 Mio. € auf 200,0 Mio. € aufgestockt. Er enthält kurzfristig nicht benötigte Liquidität für die zukünftige Finanzierung unserer Investitionsprojekte. Das Anlagevermögen beträgt 66 Prozent der Bilanzsumme der Wacker Chemie AG. Im Vorjahr waren es 63 Prozent.

Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Er belief sich auf 388,6 Mio. € (31. Dezember 2012: 447,5 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 13 Prozent. Insbesondere die hohe Auslastung des Geschäftsbereichs Polysilicium führte zum Bilanzstichtag zu niedrigen Vorratsbeständen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen von 330,1 Mio. € auf 347,3 Mio. €. Reduziert haben sich die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Sie beliefen sich zum Stichtag auf 593,2 Mio. €. Das sind 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Forderungen an verbundene Unternehmen gingen deutlich zurück. Sie beliefen sich auf 475,6 Mio. € (31. Dezember 2012: 676,7 Mio. €). Der Grund für diesen Rückgang ist die Rückführung der laufenden Finanzierung der Baumaßnahmen am neuen Produktionsstandort Charleston, Tennessee, über die Produktionsgesellschaft Wacker Polysilicon North America, LLC. Die Gesellschaft wird nun durch die Muttergesellschaft Wacker Chemicals Corporation in den USA mit Liquidität ausgestattet. Die Finanzierung wird durch die Begebung einer erstrangigen unbesicherten langfristigen Privatplatzierung in Höhe von 400 Mio. US-$ durch die Wacker Chemicals Corporation sichergestellt. Die sonstigen Vermögensgegenstände gingen um zehn Prozent zurück. Sie sanken auf 107,4 Mio. € (31. Dezember 2012: 118,8 Mio. €). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuerforderungen und sonstige Forderungen.

Zum 31. Dezember 2013 verfügte die Wacker Chemie AG über 51,2 Mio. € an so genannten Commercial Papers mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten. Das Kassen- und Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 337,8 Mio. € (2012: 125,2 Mio. €).

Das Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag 2,04 Mrd. € (2012: 2,06 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 40,3 Prozent (2012: 39,8 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2012 eine Dividende in Höhe von 29,8 Mio. auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 624,5 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2013 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2013 in Höhe von 11,6 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 624,5 Mio. € zusammen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet weiter angestiegen. Sie erhöhten sich um 35,4 Mio. € auf 571,1 Mio. € (2012: 535,7 Mio. €). Auch die anderen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2013. Sie stiegen um 30,8 Mio. € auf 328,4 Mio. €. Das ist ein Anstieg von zehn Prozent. Sie setzen sich im Wesentlichen aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen sowie sonstigen Rückstellungen zusammen. Grund für den Anstieg sind insbesondere Zuführungen zu den Steuer- und Personalrückstellungen. Insgesamt bilden die Rückstellungen 18 Prozent der Bilanzsumme ab.

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 1,11 Mrd. € (2012: 1,06 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von fünf Prozent. Die Kreditaufnahme bei Banken belief sich auf 819,1 Mio. € (2012: 857,1 Mio. €). Die Wacker Chemie AG hat im 2. Quartal 2013 19,0 Mio. € eines auslaufenden Schuldscheindarlehens getilgt. Finanzverbindlichkeiten aus dem Cashpooling sowie konzerninterne Darlehen stiegen um 96,5 Mio. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beliefen sich zum Stichtag auf 286,5 Mio. € (2012: 190,0 Mio. €). Die Finanzverbindlichkeiten entsprechen 22 Prozent der Bilanzsumme (2012: 20 Prozent).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen blieben im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Sie beliefen sich auf 155,9 Mio. € (2012: 154,4 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten sind zurückgegangen. Sie sanken von 1,07 Mrd. € im Vorjahr auf 861,0 Mio. € zum Bilanzstichtag. Hier wirkt sich im Wesentlichen der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen aus. Diese verminderten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2013 um 184,9 Mio. € auf 836,0 Mio. € (2012: 1,02 Mrd. €). Die erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumlieferungen entsprechen 16 Prozent der Bilanzsumme.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr von 399,0 Mio. € auf 317,2 Mio. € zurückgegangen. Das ist ein Rückgang von 81,8 Mio. €. Im Wesentlichen sind hierfür das geringere Betriebsergebnis von 157,0 Mio. € (2012: 389,1 Mio. €) sowie deutlich geringere Abschreibungen verantwortlich. Die Abschreibungen beliefen sich auf 339,7 Mio. € (2012: 514,8 Mio. €). Die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen veränderten sich im Zeitraum Januar bis Dezember erwartungsgemäß um -184,9 Mio. € (2012: -155,0 Mio. €) auf Grund der erfolgten Lieferungen und einbehaltener Vorauszahlungen aus aufgelösten Verträgen. Das geringere Working Capital und der Aufbau von Rückstellungen haben den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit positiv beeinflusst.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit der Wacker Chemie AG hat sich mit -229,9 Mio. € (2012: -482,2 Mio. €) deutlich reduziert. Die Investitionen in Sachanlagevermögen gingen zurück. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2013 auf 153,8 Mio. € (2012: 251,9 Mio. €). Ein Teil der Mittel floss in den weiteren Ausbau der Polysiliciumproduktion am Standort Nünchritz sowie in laufende Investitionen am Standort Burghausen. Die Investitionen in Finanzanlagen enthalten im Wesentlichen Kapitalerhöhungen in die Gesellschaft Wacker Polysilicon North America, LLC, für den Aufbau des Produktionsstandortes im US-Bundesstaat Tennessee. Die Finanzierung wurde über eine Zwischenholding abgewickelt. Zudem haben wir eine Einzahlung in den geschlossenen Wertpapierfonds vorgenommen. Enthalten sind ebenfalls Erlöse aus dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von 170,9 Mio. €. Bereinigt um diesen Effekt aus dem Verkauf von Wertpapieren ergibt sich für das vergangene Geschäftsjahr ein Mittelabfluss aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 400,8 Mio. € (2012: 611,2 Mio. €).

Der Netto-Cashflow als Saldo von Investitionstätigkeit und laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Wertpapieren und Anzahlungen verbesserte sich im laufenden Geschäftsjahr deutlich. Er belief sich auf 101,3 Mio. €. (2012: -57,3 Mio. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist geprägt von Zuflüssen aus Rückführungen konzerninterner Finanzierungen. Er beläuft sich auf 176,5 Mio. €. Im Saldo konnten konzerninterne Darlehen in Höhe von 225,3 Mio. € zurückgeführt werden. Zahlungswirksam wurde auch die Dividende für das Geschäftsjahr 2012 in Höhe von -29,8 Mio. €. Im Vorjahr ergab sich per saldo eine Aufnahme von Finanzierungsmitteln von -207,2 Mio. €, bei denen es sich zum großen Teil um konzerninterne Finanzierungen handelte.

Die Liquidität - definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des geschlossenen Investmentfonds und des Kassen- und Bankguthabens - hat sich von 440,6 Mio. € zum 31. Dezember 2012 auf 595,9 Mio. € zum 31. Dezember 2013 verändert. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten hat sich verbessert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2013 betrugen die Nettofinanzschulden 223,3 Mio. € (2012: 416,5 Mio. €).

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt.

Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

Weitere Informationen hierzu finden sich auf den Seiten 252 bis 254 dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem" ab Seite 143.

Ausblick

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2014 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,35 und zum Yen von 135.

Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG für 2014 ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird. Wir verweisen hierzu auf die Seiten 165 bis 178 dieses Geschäftsberichts.

Wir gehen davon aus, das der Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr steigt und das EBITDA um mindestens zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegt.

Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen leicht positiven Jahresüberschuss.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. www.wacker.com

Risikobericht Beschreibung und Erklärung zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist integrierter Bestandteil der Unternehmensführung

Das Risikomanagement ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen sowie die at equity konsolidierten Unternehmen.

Als Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

Risikosteuerung

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und Kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Chancen werden im Rahmen des Risikomanagements weder systematisch erfasst noch im Rahmen der internen Berichterstattung zur Steuerung des Unternehmens kommuniziert.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen

konzernweite Risikoabdeckung

konzernweite Risikoabbildung

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das Risikomanagementsystem von WACKER beinhaltet verschiedene Elemente. Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung fünf Mio. € übersteigt.

Risikoidentifikation

Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

Risikomanagementsystem G 3.59

Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Controlling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden und Lieferanten überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS) G 3.60

1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können.

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung soll gewährleisten, dass trotz identifizierter Risiken in der Finanzberichterstattung ein mit hinreichender Sicherheit regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird. Das schafft die Voraussetzung dafür, den interessierten Zielgruppen wie zum Beispiel Investoren, Banken und Analysten ordnungsgemäße und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Sie sind für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Zugriffsvorschriften im IT-System sowie das Vieraugenprinzip in der Buchhaltung der Einzelgesellschaften wie auch bei der Konsolidierung im Konzern sichern die Vollständigkeit und Genauigkeit der Prozesse.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die Einzelabschlüsse werden nach Freigabe durch das lokale Management der Tochtergesellschaft in ein zentrales Konsolidierungssystem überführt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Das gewährleistet die Datenintegrität und das Einhalten der Berichterstattungslogik. Vergleiche mit den jeweiligen Vorjahreswerten dienen der Erläuterung der eingespielten Daten. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, beginnt der Konsolidierungsprozess. Auch hier führen wir sowohl systembasierte als auch manuelle Kontrollen der einzelnen Konsolidierungsschritte durch. Sollten dabei Fehler oder Differenzen auftreten, werden diese systematisch abgearbeitet und manuell korrigiert. Abschließend analysieren wir die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz des Konzerns hinsichtlich Trends und Varianzen.

Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahrs und zu den Quartalen.

Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert diese mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert die Zentralabteilung Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.

Interne Kontrolle

Vervollständigt wird das Risikomanagementsystem durch unsere interne Konzernrevision. Sie überprüft im Auftrag des Vorstands und mit Hilfe des Revisionshandbuchs regelmäßig alle Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfthemen wird vom Vorstand in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss nach einem risikoorientierten Ansatz festgelegt und wenn notwendig an geänderte Rahmenbedingungen unterjährig flexibel angepasst. Im Jahr 2013 lag der Schwerpunkt der Prüfungen auf der Abrechnung von Investitionsprojekten und externen Instandhaltungsleistungen. Außerdem wurden mit funktionsübergreifenden Audits die Geschäftsprozesse von vier Tochtergesellschaften untersucht. Insgesamt führte die Konzernrevision 32 Audits im Geschäftsjahr 2013 (2012: 32 Audits) durch. Der aufgestellte Prüfplan wurde im Wesentlichen abgearbeitet, sieben Themen bzw. Punkte der Nachschau werden im Geschäftsjahr 2014 abgeschlossen. Es ergaben sich keine wesentlichen Beanstandungen. Hinweise aus den Prüfungen, die Prozesse zu optimieren, werden umgesetzt und systematisch verfolgt.

Externe Kontrolle

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken

Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die folgende Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2014.

Eintrittwahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2014 T 3.61

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Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkungen
Gesamtwirtschaftliche Risiken    
Chemiegeschäft gering mittel
Siltronic gering mittel
Polysilicium gering mittel
Absatzmarktrisiken    
Überkapazitäten in den Chemiebereichen gering mittel
Zykl. Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt möglich mittel
Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium möglich mittel
Beschaffungsmarktrisiken gering niedrig
Marktentwicklungsrisiken gering niedrig
Investitionsrisiken möglich mittel
Produktionsrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken    
Kreditrisiko gering niedrig
Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme gering niedrig
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen gering niedrig
Rechtliche Risiken gering mittel
Regulatorische Risiken    
Energiewende hoch mittel
Anti-Dumping-Verfahren Polysilicium möglich groß
Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte sowie für Produktionsverfahren gering niedrig
IT-Risiken gering mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken gering niedrig

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario: Konjunktur schwächt sich weiter ab.

Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still. Um einem Konjunkturabschwung zu begegnen, nutzen wir auch das Instrument der Kurzarbeit und verlängern keine befristeten Arbeitsverträge.

Einschätzung: Für das Jahr 2014 erwarten Marktbeobachter, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft beschleunigen wird. Sowohl in den entwickelten Industrienationen als auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, Südamerikas und Osteuropas soll die Konjunktur an Fahrt gewinnen. Gleichzeitig bleiben die politischen und strukturellen Herausforderungen hoch. Die Finanz- und Schuldenkrise in Europa und das Defizit in den öffentlichen Haushalten der USA bergen unverändert Risiken für die Stabilität der Weltwirtschaft.

Risikobewertung: Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der beschriebenen Risiken kann es grundsätzlich sein, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2014 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt.

In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Absatzregionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen. Sollte die Weltkonjunktur schwächer wachsen als derzeit erwartet, so werden die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in unserem Chemiegeschäft voraussichtlich niedrig sein. Wenn es allerdings unerwartet zu einer Rezession kommen sollte, die die Nachfrage nach unseren Produkten in einer Reihe von wichtigen Absatzmärkten und Branchen signifikant bremst, so dürfte das unser Ergebnis im Chemiegeschäft zumindest in mittlerem Umfang schmälern.

Die Entwicklung von Absatzmengen und Preisen im Geschäft von Siltronic mit Halbleiterwafern hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Erstens kommt es darauf an, wie sich die Nachfrage von Konsumenten und Industrie nach elektronischen Geräten entwickelt -beispielsweise nach Computern, Smartphones und Tablet PCs. Zweitens spielt das Verhältnis zwischen den weltweit verfügbaren Produktionskapazitäten und der Nachfrage der Halbleiterhersteller eine wichtige Rolle. Beide Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang miteinander. Sollte sich das Konsumklima wider Erwarten weltweit spürbar abkühlen, so hätte das voraussichtlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung von Siltronic.

Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird in erster Linie von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Einflüsse spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage im Polysiliciumgeschäft von WACKER.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.

Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.

Maßnahmen: WACKER begegnet diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung sichern, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.

Einschätzung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2014 für unsere Produkte gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER Polymers sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES gibt es bei der Siloxanproduktion in China Überkapazitäten wie auch in einzelnen Segmenten, beispielsweise bei Flüssigsiliconkautschuk, die zu einer niedrigeren Auslastung führen können. Der Preisdruck auf die Produkte in den Chemiebereichen bleibt im Jahr 2014 bestehen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt.

Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich.

Szenario 2: zyklische Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt.

Auswirkungen für WACKER: Rückgang bei Mengen und Preisen.

Maßnahmen: Siltronic versucht, die Risiken durch konsequentes Kostenmanagement und Flexibilität in Strukturen und Produktion zu verringern. Wir haben mit der Schließung des Standortes Hikari, Japan, im Jahr 2012 und der Stilllegung der 150 mm Siliciumwafer Fertigung in Portland unsere Kapazitäten bei Durchmessern < 300 mm den Marktentwicklungen angepasst. Im Segment der 300 mm Wafer arbeitet Siltronic weiter daran, die Effizienz ihrer Produktions- und Geschäftsprozesse und damit ihre Kostenbasis zu verbessern.

Einschätzung: Das Jahr 2014 bleibt für die Halbleiterindustrie herausfordernd. Marktforscher gehen davon aus, dass der Absatz um gut fünf Prozent zulegen wird bei anhaltend hohem Preisdruck. Die Abwertung des Yen gegenüber dem Euro nutzen japanische Wettbewerber von Siltronic dazu, die Preise für ihre Halbleiterwafer zu reduzieren. Das könnte die Werthaltigkeit der Produktionsanlagen von Siltronic für 300 mm Wafer beeinflussen. Wir erwarten eine höhere Nachfrage vor allem bei 300 mm Siliciumwafern. Bei Scheibendurchmessern kleiner als 300 mm werden die Absatzmengen im Jahr 2014 möglicherweise zurückgehen.

Risikobewertung: In unserem Halbleitergeschäft gehen wir davon aus, dass die Absatzmengen im Jahr 2014 bei anhaltend hohem Preisdruck leicht höher ausfallen werden als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dieses Szenario liegt unseren Planungen und Prognosen zugrunde. Wir halten es für möglich, dass sich Mengen und Preise substanziell anders entwickeln als von uns erwartet. Sollten die Absatzmengen entgegen unseren aktuellen Erwartungen deutlich schlechter ausfallen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis von Siltronic.

Szenario 3: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden.

Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen und die Werthaltigkeit unserer Produktionsanlagen für Polysilicium beeinflussen.

Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Produktivität, unsere Kostenpositionen und unsere Qualität ständig verbessern. Bei Nachfragerückgängen passen wir unsere Produktionskapazitäten flexibel der Marktentwicklung an. Die im Oktober 2012 in einzelnen Betrieben am Standort Burghausen eingeführte Kurzarbeit haben wir im Februar 2013 auf Grund der anziehenden Nachfrage wieder aufgehoben. Um unseren Kapazitätsaufbau dem erwarteten Bedarf unserer Kunden anzupassen, haben wir bereits im Herbst 2012 beschlossen, den Zeitplan für den neuen Standort Charleston, Tennessee, USA, um etwa 18 Monate zu strecken. Die Produktion soll nun im zweiten Halbjahr 2015 zu starten. Dieser Zeitplan ist weiterhin aktuell.

Einschätzung: Die Photovoltaikindustrie ist nach wie vor geprägt von Produktionsüberkapazitäten. Der lang anhaltende Preisdruck in allen Wertschöpfungsstufen hat sich aber zuletzt abgeschwächt. Die Preise für Polysilicium waren seit Anfang des Jahres 2013 annähernd stabil, allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Konsolidierungsprozess in der Branche ist noch nicht abgeschlossen und wird sich im Jahr 2014 wahrscheinlich fortsetzen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir als Kosten- und Qualitätsführer gestärkt aus diesem Konsolidierungsprozess hervorgehen werden. Solange die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, sind die Chancen für spürbar höhere Preise auf allen Wertschöpfungsstufen jedoch gering. Wir gehen davon aus, dass die staatlichen Fördermittel für die Photovoltaik in einigen Ländern Europas tendenziell weiter gesenkt werden. Im Gegensatz dazu werden die Förderprogramme außerhalb Europas - etwa in China, Japan und den USA - wahrscheinlich ausgeweitet. Gleichzeitig machen sinkende Preise für Photovoltaikkomponenten die Solarenergie immer wettbewerbsfähiger. Die Photovoltaik ist auf dem Weg, innerhalb der erneuerbaren Energien eine der kostengünstigsten Technologien zur Stromerzeugung zu werden. Diese Entwicklung wird dazu beitragen, neue Märkte zu erschließen und den weltweiten Markt für Photovoltaikanwendungen weiter wachsen zu lassen.

Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2014 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist es möglich, dass sich die Preise für Polysilicium gegenüber dem derzeitigen Niveau substanziell nicht verändern. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich im mittleren Bereich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe.

Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben.

Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die auch eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als signifikant eingestuft werden, treffen wir, wo immer möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla sind wir bei einem unserer wichtigsten Rohstoffe rückwärtsintegriert. Das verringert unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten deutlich. Wir sind in der Lage, knapp ein Drittel unserer benötigten Mengen in hoher Qualität selbst zu produzieren.

Einschätzung: WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken besser steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch Preisgleitklauseln von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen durchaus deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Insgesamt sehen wir die Risiken, denen WACKER bei der Rohstoffversorgung und den Rohstoffpreisen ausgesetzt ist, derzeit als gering an.

Derzeit können energieintensive Unternehmen oder Unternehmensteile größtenteils von der EEG-Umlage befreit werden. Auch WACKER profitiert davon in einzelnen Unternehmensteilen.

Eine Einschränkung der Befreiungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmensteile erheblich beeinträchtigen. Der Umfang dieser Befreiungsregelungen ist derzeit Gegenstand von politischen Diskussionen und auch von Rechtsverfahren in Deutschland und Europa. Der Ausgang dieser Verfahren ist für uns nicht prognostizierbar.

Risikobewertung: Die Risiken, denen WACKER bei der Rohstoffversorgung und den Rohstoffpreisen ausgesetzt ist, sehen wir derzeit als gering an. Entsprechend schätzen wir die möglichen Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns als niedrig ein. Hoch sind dagegen die Risiken und die möglichen Auswirkungen auf unser Ergebnis, die von der weiteren regulatorischen Gestaltung der Energiepreise in Europa und speziell in Deutschland ausgehen (s. auch "Regulatorische Risiken, Energiewende in Deutschland", auf den Seiten 155 bis 157).

Marktentwicklungsrisiken

Szenario: Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen, fehlende Kundenakzeptanz bei neu entwickelten Produkten.

Auswirkungen für WACKER: Eine falsche Einschätzung künftiger Marktentwicklungen kann sich auf unsere Stellung im Markt und unsere Ergebnissituation auswirken. Neue Produkte, die wir am Markt vorbei entwickeln, haben negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis.

Maßnahmen: WACKER arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen und hat dadurch eine gute Informationsbasis für neue Anwendungen und Produkte. Gleichzeitig beobachten wir intensiv den Markt und unsere Wettbewerber bis hinunter auf Geschäftsfeldebene, führen Kunden- und Lieferanteninterviews durch und sind regelmäßig auf den für WACKER wichtigen Messen präsent. In Einzelfällen geben wir Marktstudien in Auftrag. Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir bestimmte Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. WACKER kooperiert bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in seiner Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen.

Einschätzung: WACKER verfügt über langjährige Markterfahrung und eine detaillierte Planung, die sofort aktualisiert wird, sobald sich Marktentwicklungen verändern.

Risikobewertung: Das Risiko, dass wir Marktentwicklungen falsch beurteilen oder darauf nicht entsprechend reagieren, schätzen wir als gering ein. Sollte dies in einzelnen Anwendungsfeldern dennoch geschehen, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertragsentwicklung voraussichtlich niedrig.

Investitionsrisiken

Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at equity-Beteiligungen.

Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Höhere Investitionskosten führen zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen.

Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 1,5 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlageprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Durch die Gründung von Partnerschaften wie mit Samsung oder Dow Corning haben wir unser eigenes Investitionsrisiko verringert. In diesem Zusammenhang bestehen jedoch langfristige Abnahme- und Finanzierungsverpflichtungen mit den jeweiligen assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen. Gleichzeitig kann über das Equity-Ergebnis unsere Ertragslage beeinflusst werden.

Einschätzung: WACKER hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass komplexe technische Investitionsprojekte im vorgegebenen Zeitplan oder früher fertig gestellt werden können. Um an unserem neuen Standort Charleston, Tennessee, USA, wie vorgesehen im zweiten Halbjahr 2015 mit dem Hochfahren der Polysiliciumproduktion beginnen zu können, laufen gegenwärtig die Ausschreibungen für die noch ausstehenden Gewerke. Wegen des Booms bei Shale-Gas werden in den USA in den nächsten Jahren eine Reihe von Großprojekten der chemischen Industrie durchgeführt. Auf Grund dieser Konkurrenzsituation ist es möglich, dass die Investitionen für Material und Montage höher ausfallen als ursprünglich erwartet. Wie hoch diese Mehrkosten sein werden und ob parallel laufende Industrieprojekte Einfluss auf den Zeitplan für den Produktionsstart in Charleston haben werden, lässt sich erst nach Abschluss der Ausschreibungen sagen.

Risikobewertung: Wir halten es für möglich, dass es bei unserer neuen Polysiliciumproduktion in Charleston zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme und zu höheren Investitionen kommen kann. In welchem Umfang eine spätere Inbetriebnahme die Ergebnisentwicklung des Konzerns beeinflussen könnte, ist für uns derzeit schwer abzuschätzen. Sollte die Inbetriebnahme mehrere Monate später erfolgen als heute geplant, so könnte der Ergebniseffekt im mittleren Bereich liegen.

Produktionsrisiken

Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen.

Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.

Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Zum Thema Sicherheit führen wir regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind nie ganz auszuschließen.

Risikobewertung: Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben.

Finanzwirtschaftliche Risiken: WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. Weitere Informationen dazu auf den Seiten 252 bis 256 im Konzernanhang

Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken T 3.62

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Risiko Steuerung durch Zentralbereich
Kreditrisiken Finanzen und Versicherungen
Marktpreisrisiken Finanzen und Versicherungen
Liquiditätsrisiken Finanzen und Versicherungen
Währungs- und Zinsrisiken Finanzen und Versicherungen
Rohstoffpreisrisiken Einkauf Rohstoffe

Kreditrisiko

Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften).

Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen. Dem Kontrahentenrisiko bzgl. der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir nur mit Banken, die ein Mindestrating von A- der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb enger Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden. Die gleichen Kriterien gelten für den Erwerb von Staats- und Unternehmensanleihen oder anderen Wertpapieren.

Einschätzung: Die Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft sind beherrschbar. Kreditrisiken aus vertraglichen Verpflichtungen mit Finanzinstituten ergeben sich aus Finanzanlagen und derivativen Finanzinstrumenten. Geschäfte mit Währungs- und Zinsderivaten sowie das Management der Liquidität erfolgen weltweit zentral durch den Zentralbereich Finanzen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bzgl. des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.

Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme

Szenario: Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisschwankungen.

Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen.

Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko aus Finanzinstrumenten ist insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen, den Singapur-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisenoptionen, Devisentermingeschäften und Devisenswaps. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar, den japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure im Eurobereich vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht. Warenpreise werden teilweise durch börsengehandelte Futures abgesichert.

Einschätzung: Einen Teil unseres US-Dollar-, Yen- und Singapur-Dollar-Geschäftes sichern wir durch Hedging ab. Mögliche Belastungen, die sich aus dem Anstieg des Euro ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Deshalb erwarten wir im Geschäftsjahr 2014 keine größeren Effekte aus Währungskursveränderungen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2014 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als gering ein. Sollte dieser Fall entgegen unseren Erwartungen dennoch eintreten, so hätte das vermutlich niedrige Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.

Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Ausbaupläne.

Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltener Liquidität vor. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung: Die Liquidität von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr auf Grund von neu aufgenommenen Darlehen bei gleichzeitig deutlich niedrigeren Investitionen erhöht. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 624,5 Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten überstiegen zu diesem Zeitpunkt die Liquidität - bestehend aus lang- und kurzfristigen Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten - um 792,2 Mio. €. Die von uns aufgenommenen Darlehen enthalten als einzige Financial Covenants das Verhältnis von Net Debt zu EBITDA. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von rund 700 Mio. €. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits.

Risikobewertung: Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig.

Pensionen

Szenario: Steigende Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter, zusätzliche Verpflichtungen aus Gehalts- und Rentenanpassungen sowie sinkende Abzinsungsfaktoren erhöhen den Umfang der Pensionsverpflichtungen. Signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen führen zu einem Anstieg bzw. Rückgang des Fondsvermögens. Andere Kriterien bei der Bewertung der Pensionspläne beeinflussen den periodenbezogenen Nettopensionsaufwand.

Seit dem Jahr 2013 sind Unternehmen nach IAS 19 verpflichtet, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie andere Bewertungsänderungen sofort und vollständig im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Das führt dazu, dass es zu einer höheren Volatilität des Eigenkapitals kommt. Weitere zukünftige Änderungen in den Grundsätzen der Pensionsbilanzierung können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns negativ beeinflussen.

Auswirkungen für WACKER: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Den Hauptbeitrag leistet die Pensionskasse. Ein Anstieg der Pensionsrückstellungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Grundversorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.

Maßnahmen: Ein erheblicher Teil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Gemäß ihrer Satzung und den allgemeinen Versicherungsbedingungen betreibt die Pensionskasse die Pensionsversicherung für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter von WACKER. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise bei der Mindestverzinsung, an.

Einschätzung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. So wurde der Beitrag für leistungsorientierte Pensionszusagen der Wacker Chemie AG im Rahmen der Absicherung durch die Pensionskasse von 350 Prozent des Arbeitnehmerbeitrages im Jahr 2013 auf 400 Prozent im Jahr 2014 erhöht.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass WACKER im Jahr 2014 weitere Zahlungen in die Pensionskasse und höhere Rentenzahlungen für die übrigen Zusagen leisten muss. Da wir dieses Risiko in unserer Bilanzierung in hinreichendem Maße berücksichtigt haben, schätzen wir die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns als niedrig ein. Für die Zukunft ist die Wahrscheinlichkeit allerdings höher, dass wir weitere Zahlungen in die Pensionskasse leisten müssen. Weitere Information dazu ab Seite 231 im Konzernanhang

Rechtliche Risiken

Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.

Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.

Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf hoch qualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unsere Abteilung Intellectual Property. Anhand von Recherchen patentrechtlicher Regelungen stellen wir sicher, dass vor Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine wettbewerbsfähige Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Einschätzung: Wir sehen zurzeit keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten.

Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten, etwa in Form von Rechtsstreitigkeiten. Konkrete Hinweise auf solche Ereignisse, die sich in größerem Umfang auf unser Geschäft auswirken könnten, haben wir aber gegenwärtig nicht und halten die Eintrittswahrscheinlichkeit derzeit für gering. Sollten solche Risiken eintreten, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Regulatorische Risiken

Energiewende in Deutschland

Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch ständige Anpassungen des Gesetzgebers in Berlin und Brüssel geprägt sein wird (EEG-Reform, besondere Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen, Netznutzungsentgelt, Eigenstromprivileg, EU-Beihilfeverfahren, Beihilferichtlinien, Grünbuch 2030 der EU, Kapazitätsmechanismen).

Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen wegen steigender staatlicher Umlagen auf den Strombeschaffungspreis.

Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich zum Beispiel aus erneuerbaren Energien ergeben (industrielles Lastmanagement).

Einschätzung: Wir gehen davon aus, dass das regulatorische Umfeld im Kontext der Energiewende in den nächsten Jahren in Bewegung bleiben wird. WACKER begleitet die Umsetzung der Energiewende auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es im Erneuerbare-Energien-Gesetz und bei den besonderen Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen zu Änderungen kommen wird. Ob sich daraus zusätzliche Belastungen für WACKER ergeben und falls ja, wie erheblich diese sein werden, lässt sich derzeit nicht verlässlich prognostizieren. Am wahrscheinlichsten ist aus unserer Sicht ein Szenario mit begrenzten Änderungen, die maximal mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben werden. Sollten die Entlastungsregelungen für energieintensive Unternehmen im Hinblick auf die EEG-Einspeisevergütung, das Privileg für selbst erzeugten Strom und das Netznutzungsentgelt allerdings gänzlich abgeschafft werden, so hätte das große Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER.

Anti-Dumping-Verfahren

Szenario: Anti-Dumping-Verfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumhersteller aus Europa.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf die weiteren Ausbaupläne für Polysilicium, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.

Maßnahmen: Zurzeit laufen ein Anti-Dumping- und ein Anti-Subventions-Verfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumhersteller aus Europa. WACKER versucht durch aktive Teilnahme an diesen Verfahren, Strafzölle für europäische Polysiliciumhersteller in China zu verhindern. WACKER lehnt jegliche Form von Handelsbeschränkungen ab. Wir versuchen, in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in Deutschland, auf EU-Ebene und in China das Verhängen von Strafzöllen auf europäisches Polysilicium zu vermeiden. Hierbei arbeiten wir kooperativ mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium zusammen. WACKER versucht ebenso wie seine chinesischen Kunden, den negativen Einfluss von Strafzöllen auf die Geschäftsentwicklung und den Markt deutlich zu machen.

Eine endgültige Entscheidung des chinesischen Wirtschaftsministeriums wird im April 2014 erwartet. Ein vorläufiger Entscheid liegt bereits vor. Darin sind Zölle festgelegt worden, die aber ausgesetzt sind.

Einschätzung: Es ist nicht vorhersehbar, wie sich das chinesische Wirtschaftsministerium entscheiden wird.

Risikobewertung: WACKER geht davon aus, dass die inzwischen endgültig bestätigte Entscheidung der Europäischen Union, den im Juli 2013 gefundenen Kompromiss im Solarstreit dauerhaft anzunehmen und auf generelle Strafzölle für chinesische Solarprodukte zu verzichten, den Ausgang des Verfahrens in China positiv beeinflussen könnte. Dennoch ist es nach unserer Einschätzung möglich, dass das chinesische Wirtschaftsministerium signifikante Strafzölle auf europäisches Solarsilicium verhängen wird. Sollte dieser Fall eintreten, wären die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung groß, denn dies würde das Geschäft von WACKER POLYSILICON empfindlich bremsen und könnte die Werthaltigkeit unserer Produktionsanlagen beeinflussen.

Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte, die WACKER selbst herstellt oder verwendet, sowie Auswirkungen auf unsere Produktionsverfahren

Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an den Produktionsverfahren von WACKER notwendig.

Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.

Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. So haben wir in einigen Anlagen zur Herstellung von Siliconen damit begonnen, diese mit zusätzlicher Technik auf mögliche regulatorische Veränderungen vorzubereiten.

Einschätzung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen.

Risikobewertung: Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als gering ein. Derzeit haben wir keine Kenntnis von konkret getroffenen Entscheidungen, die unser Geschäft in signifikanter Weise beeinflussen würden. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER allenfalls im niedrigen Bereich.

IT-Risiken

Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf die IT-Systeme und die Netzwerke, die die Datensicherheit gefährden.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.

Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Die Grundlage dafür bildet der ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten, die wir in so genannten SLAS (Service Level Agreements) mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen festhalten. Das Einhalten dieser SLAS überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) haben wir für das Jahr 2013 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent vereinbart und übertroffen. Das erreichen wir durch eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management).

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringert die Komplexität und die Risiken.

Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Ebenso optimieren wir laufend die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Awareness-Programmen entgegenwirkt. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Hackerattacken vorzubeugen.

Einschätzung: Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke sind nie vollständig auszuschließen. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen.

Risikobewertung: Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit und sich daraus ergebende Risiken als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Personalrisiken

Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.

Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.

Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehört insbesondere unser neuer Talent-Management-Prozess. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern außerdem unterschiedliche Arbeitszeitregelungen und -modelle an sowie Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.

Einschätzung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen.

Risikobewertung: Für das Jahr 2014 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.

Externe Risiken

Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.

Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.

Einschätzung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen.

Risikobewertung: Dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, halten wir für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen.

Entwicklung der Risiken für das Jahr 2014 G 3.63

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Risiken Status
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Absatzmarktrisiken
Beschaffungsmarktrisiken
Marktentwicklungsrisiken
Investitionsrisiken
Produktionsrisiken
Finanzwirtschaftliche Risiken
Kreditrisiko
Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme
Liquiditätsrisiko
Pensionen
Rechtliche Risiken
Regulatorische Risiken
IT-Risiken
Personalrisiken
Externe Risiken
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gleich geblieben
gesunken
gestiegen

Chancenbericht Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist Berichterstattung).

Chancenmanagementsystem G 3.64

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Risiko-Chancen-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Gesamtwirtschaftliche Wachstumschancen

Unabhängig von dem schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld sieht WACKER gute Chancen, in jungen Märkten und Absatzregionen weiter zu wachsen. Die Fokusländer und -regionen sind dabei für uns Brasilien, China, Indien und der Mittlere Osten. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

Der zunehmende Wohlstand in der Region Asien und in Schwellenländern anderer Regionen lässt die Nachfrage nach höherwertigen Produkten steigen, in denen Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil an höherwertigen Siliconprodukten gegenüber den Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege sowie Gesundheit, Medizin und Elektronik. Mit Innovationen im Körperpflegebereich, in der Folientechnik, im 3D-Druck und im Elektronikbereich wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell im LED-Bereich. In unserem neuen technischen Kompetenzzentrum für Elektronik in Seoul haben wir einige Produkte in der Forschungspipeline. WACKER konzentriert sich dabei auf Materialien für die Einkapselung von Chips und für Linsen. LED-Beleuchtungstechnik wird nach einer Studie von McKinsey den weltweiten Beleuchtungsmarkt dominieren. Bis 2020 soll ihr Anteil 70 Prozent betragen. Asien wird bis dahin der größte Markt sein mit einem Volumen von 45 Prozent.

Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimischung von Dispersionspulvern lässt sich Zement nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern kann auch in seinen Eigenschaften wesentlich verbessert werden. Er wird streichfähiger, flexibler oder wasserabweisender. Während in den Industriestaaten bereits 85 Prozent des Zements modifiziert werden, liegt der Anteil in den Schwellenländern erst bei rund 15 Prozent. Weltweit werden von den 30 Mio. Tonnen Zement erst 20 Prozent mit Dispersionspulvern modifiziert. Nach wie vor Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS in seinem Substitutionsgeschäft vor allem für die Teppichindustrie. Mit einer neuen VAE-Dispersion wollen wir gezielt den europäischen Markt bearbeiten.

Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS sehen wir mit der Übernahme der Scil Proteins Production gute Chancen, unser Geschäft auf dem Gebiet der Pharmaproteine auszubauen. Wir verfügen jetzt über einen Fermenter mit einer Kapazität von bis zu 1.500 Litern. Darin können pharmazeutische Wirkstoffe für die klinische Prüfung, aber auch für die Marktversorgung hergestellt werden.

Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit der Solarindustrie im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Solaranlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Andere Länder und Regionen haben Deutschland als wichtigen Markt abgelöst. Zu nennen sind hier in erster Linie die USA, China und Japan. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren.

Absatzchancen und -risiken T 3.65

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Risiken Chancen
Erhebung von Strafzöllen auf Polysiliciumlieferungen nach China Preisanstieg bei Polysilicium
Schwächeres Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern Umsatzwachstum mit Produkten in den Bereichen Kosmetik und Körperpflege, Elektronik und Bau
Höhere Energiekosten durch Reform des EEG-Gesetzes  

Unternehmensstrategische Chancen

Der Ausbau unserer Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Der Investitionsschwerpunkt verlagert sich allerdings auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. Mit der Inbetriebnahme des neuen Polysiliciumstandortes im US-Bundesstaat Tennessee Mitte 2015 können wir mit den neuen Produktionskapazitäten am weiteren Wachstum des Photovoltaikmarktes teilhaben.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES wollen wir mit einer neuen Organisationsstruktur die Region Asien noch stärker durchdringen und unseren Marktanteil deutlich steigern. Unterstützt werden die Business Teams in Asien von zwei Teams für globale Produktentwicklung und globale Geschäftsentwicklung. Wir haben in der Region jetzt fünf neue Business Teams, die aus unterschiedlichen Ländern heraus das Geschäft in verschiedenen Anwendungsgebieten verantworten. In Zusammenarbeit mit unseren Kunden wollen wir Produkte entwickeln, die auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten sind.

Übersicht Unternehmenschancen T 3.66

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Gesamtwirtschaftliche Chancen Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern
Branchenspezifische Chancen Gutes Produktportfolio für die Megatrends Energie, Wohlstandszuwachs, Urbanisierung und Digitalisierung
Unternehmensstrategische Chancen Ausbau unserer Produktionskapazitäten Neue qualitativ hochwertige Produkte durch Innovationen
Leistungswirtschaftliche Chancen Höhere Produktivität der Anlagen Ausbau der Vertriebsorganisation und Aufbau technischer Kompetenzzentren Regionenspezifische Produktentwicklung durch geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern

Leistungswirtschaftliche Chancen

WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und in der Siltronic haben wir jeweils Kostensenkungspotenziale identifiziert und setzen die Maßnahmen bereits um. Hebel für Kostensenkungen sehen wir u. a. in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES arbeiten wir daran, unseren Produktionsverbund zu optimieren und gleichzeitig den Anteil höherwertiger Produkte pro Tonne Siloxan zu steigern. Weitere Einsparpotenziale heben wir mit dem Programm "Wacker Operating System" (WOS), das seit Jahren dazu dient, unsere Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu erhöhen. Allein der spezifische Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) soll in Deutschland bis zum Jahr 2022 um elf Prozent verringert werden.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft. Nachdem die Europäische Union Anfang Dezember 2013 den Kompromiss im Streit um den Import chinesischer Solarprodukte nach Europa endgültig gebilligt hat, ist ein wesentliches Risiko für die weitere Entwicklung des Photovoltaikmarktes entschärft worden. Gleichzeitig steht aber die endgültige Entscheidung des chinesischen Handelsministeriums zu Strafzöllen auf europäisches Solarsilicium noch aus. Dieses Verfahren birgt nach wie vor ein erhebliches Risiko für unser Polysiliciumgeschäft. In zahlreichen Gesprächen auf politischer Ebene setzen wir uns aktiv dafür ein, Strafzölle gegen europäische Polysiliciumhersteller in China zu vermeiden.

Das Gesamtrisiko ist im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert geblieben. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Die Marktrisiken in der Photovoltaikindustrie, die geprägt sind von Überkapazitäten und niedrigen Preisen in allen Wertschöpfungsstufen sowie einer Konsolidierung innerhalb der Branche, bremsen weiterhin unser Polysiliciumgeschäft. Trotz dieser Risiken sehen wir für WACKER nach wie vor gute Chancen, in diesem Markt mittel- bis langfristig erfolgreich zu sein. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Prognosebericht

Wichtige Marktdaten, wie die Einkaufsmanagerindizes, deuten darauf hin, dass die Weltwirtschaft in den kommenden zwei Jahren wieder stärker wachsen wird. Erstmals seit dem Jahr 2011 erwarten die Marktforscher wieder einen leichten Anstieg der Wirtschaftsleistung in Europa. Die US-Wirtschaft sollte im Vergleich zum abgelaufenen Jahr ihre Wirtschaftsleistung steigern. Das Wachstum in China und den anderen Schwellenländern wird sich im Jahr 2014 fortsetzen und im Vergleich zum Vorjahr ähnliche Wachstumsraten erreichen. Wir gehen in unserem Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2014 leicht zulegen wird. Für das Jahr 2015 rechnen wir im Vergleich dazu mit einem stärkeren Zuwachs.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) 2014 etwas stärker wachsen als ein Jahr zuvor. Der IWF geht davon aus, dass das weltweite Bruttosozialprodukt um 3,7 Prozent (2013: 3,0 Prozent) steigt. Für das Jahr 2015 erwartet der IWF ein Wachstum von 3,9 Prozent. Den größten Anteil an dieser Aufwärtsentwicklung im Jahr 2014 haben die Schwellenländer mit einem Plus von 5,1 Prozent. Die Industrienationen werden einen Anstieg ihrer Wirtschaftsleistung von 2,2 Prozent beisteuern. Zum ersten Mal seit 2011 soll die Wirtschaft im Euroraum wieder wachsen.

US-Wirtschaft mit stärkerem Wachstum

Das größte Problem der US-Wirtschaft sind die Arbeitslosigkeit und die hohen Schulden. Auf der anderen Seite profitiert die Wirtschaft von einer starken Reindustrialisierung. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,9 Prozent. Für das Jahr 2015 erwartet die OECD ein Wachstum von 3,4 Prozent.

Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2014 G 4.1

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: ADB, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: OECD, Europa: IWF, Deutschland: IWF

Asien setzt stärker auf nachhaltigen Wirtschaftsanstieg

Die Zeiten der zweistelligen Wachstumsraten in China sind vorbei. Dennoch wächst die Wirtschaft des Landes mit prozentual hohen einstelligen Zuwächsen. Die chinesische Regierung hat ihre Wachstumsstrategie geändert. Sie setzt mehr auf eine stärkere Inlandsnachfrage und weniger auf milliardenschwere Infrastrukturprojekte und ein zu starkes Exportwachstum. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) geht von einem Anstieg in China von 7,4 Prozent aus. Für das Jahr 2015 prognostiziert die OECD einen Zuwachs von 7,5 Prozent. Ausbleibende Investitionen, eine mangelhafte Infrastruktur und ausbleibende Wirtschaftsreformen haben das Wachstum in Indien gebremst. Die ADB rechnet im Jahr 2014 mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Japan wird die Wirtschaft im Jahr 2014 weiter zulegen. Die OECD prognostiziert im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 1,5 Prozent, im Jahr 2015 von 1,0 Prozent. Insgesamt wird sich die Region Asien in den kommenden zwei Jahren prozentual deutlich stärker entwickeln als der Rest der Welt. Nach Ansicht der ADB werden Asiens Volkswirtschaften gegenüber dem Jahr 2013 um 6,2 Prozent wachsen.

Erstmals wieder Wachstum in Europa seit dem Jahr 2011

Europa wird nach Ansicht des IWF 2014 die Rezession überwinden und ganz leicht wachsen. Für das Jahr 2014 rechnet der IWF nach dem Minus in den vergangenen zwei Jahren mit einem kleinen Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,0 Prozent. Im Jahr 2015 könnte dann auf Grund erfolgreicher Haushaltskonsolidierung einzelner Länder die Wirtschaftsleistung wieder stärker zulegen. Nach Ansicht der OECD ist dann ein Wachstum um 1,6 Prozent möglich. In Deutschland erwarten die Wirtschaftsexperten ein stärkeres Wachstum als in anderen europäischen Ländern. Der IWF prognostiziert einen Anstieg um 1,6 Prozent. Der hohe Beschäftigungsgrad und der private Konsum sorgen für diesen Anstieg. Im Jahr 2015 soll sich nach Ansicht der OECD das Bruttoinlandsprodukt um 2,0 Prozent erhöhen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2014 differenziert gestalten.

Nachfrage nach Halbleiterwafern soll im Jahr 2014 steigen

Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Gartner wird das Marktvolumen für Halbleiterwafer im Jahr 2014 steigen. Der weltweite Absatz von Siliciumwafern nach verkaufter Fläche wird sich danach gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 63,6 Mrd. cm² erhöhen. Das Segment der 300 mm Wafer soll mit einem Plus von sieben Prozent überproportional zunehmen. Auch bei den Wafern mit einem Durchmesser von weniger als 300 mm wird ein leichter Zuwachs erwartet. Für den weltweiten Umsatz mit Halbleiterwafern sagen die Experten von Gartner im Jahr 2014 einen Anstieg von acht Prozent auf rund 8,6 Mrd. US-$ voraus. Für das Jahr 2015 prognostiziert Gartner ebenfalls Zuwächse beim weltweiten Absatz und Umsatz. WACKER sollte von einem weiteren Marktwachstum der 300 mm Wafer profitieren. Entscheidend wird dabei allerdings sein, inwieweit der Preisdruck in diesem Segment weiter anhält.

Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER T 4.2

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Branchen Entwicklung 2013 Entwicklung 2014
Bauindustrie Wachstum Wachstum
Photovoltaikindustrie Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung stärkeres Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung
Halbleiterindustrie geringes Wachstum geringes Wachstum
Energie/Elektro leichtes Wachstum leichtes Wachstum
Chemieindustrie schwaches Wachstum moderates Wachstum

Photovoltaikmarkt bleibt herausfordernd, wird aber weiter wachsen

Der Photovoltaikmarkt wird auch im Jahr 2014 herausfordernd bleiben. Nach wie vor gibt es Produktionsüberkapazitäten, niedrige Preise und Unsicherheiten in der Förderung erneuerbarer Energien. Zusätzlich belastet werden kann die Marktentwicklung von Anti-Dumping-Untersuchungen in China gegen europäische Polysiliciumhersteller.

Entwicklung Photovoltaikmarkt 2014 T 4.3

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  Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2014
  2014 2013 %
Deutschland 2.500 3.300 -24
Italien 1.800 1.800 -
Übriges Europa 6.200 6.000 3
USA 6.400 4.200 52
Japan 9.300 7.700 21
China 13.500 11.000 23
Übrige Welt 7.800 5.000 56
Gesamt 47.500 39.000 22

Quellen: UBS Investment Research, eigene Marktuntersuchungen von WACKER, Bundesnetzagentur, GTM Research and Solar Industries Association (SEIA), U.S. Solar Market Insight

Durch den starken Preisrückgang in allen Wertschöpfungsstufen ist die Photovoltaik gegenüber anderen Energieträgern noch wettbewerbsfähiger geworden. Das führt dazu, dass neue Märkte erschlossen werden und der weltweite Markt für Photovoltaikanwendungen weiter wachsen wird. China hat im Jahr 2013 Deutschland als weltweit größten Markt abgelöst. In den nächsten Jahren wird sich dieser Trend in Richtung Asien sowie in andere aufstrebende Märkte außerhalb Europas fortsetzen. Zu den Ländern mit weiterem Wachstumspotenzial gehören laut EPIA (European Photovoltaic Industry Association) China, die USA, Japan, Indien und Südafrika.

WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen davon aus, dass der Markt für Photovoltaik im Jahr 2014 deutlich wachsen wird. Die neu installierte Photovoltaikleistung (PV-Leistung) könnte zwischen 42 und 50 Gigawatt (GW) liegen.

Chemische Industrie soll im Jahr 2014 wieder leicht zulegen

Nach einem durchwachsenen Jahr 2013 geht der Verband der Chemischen Industrie (VCI) davon aus, dass Produktion und Umsatz im Jahr 2014 leicht steigen, die Preise für chemische Erzeugnisse leicht zurückgehen werden. Die Produktion soll um zwei Prozent zulegen und der Umsatz um 1,5 Prozent. Das Exportgeschäft bleibt der Wachstumstreiber der deutschen Chemie. Etwas mehr Dynamik erwartet der VCI im Jahr 2014 vom Binnenmarkt. Der wichtigste Handelspartner bleibt mit Abstand Amerika.

Die Chemiebereiche von WACKER sehen vor allem Wachstumschancen in den BRIC-Staaten, anderen aufstrebenden Schwellenländern und in Amerika. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sieht gute Wachstumschancen in der Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen auf dem europäischen Teppichmarkt. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES rechnet mit steigenden Umsätzen in den Anwendungsgebieten Elektro und Elektronik, Kosmetik und Körperpflege sowie Medizintechnik. Außerdem soll der Umsatzanteil von höherwertigen Produkten gegenüber den Standardprodukten weiter gesteigert werden.

Weltweite Bauindustrie bleibt auf Wachstumskurs

Die Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts Global Insight in den nächsten Jahren weiter wachsen. Im Durchschnitt soll der Markt um 4,1 Prozent bis 2017 zulegen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind die Länder China und Indien sowie die gesamte Region Asien. Auch in den USA erwartet Global Insight ein deutliches Wachstum im Jahr 2014, vor allem im privaten Wohnungsbau. In Westeuropa erwartet Global Insight im Jahr 2014 erstmals wieder einen Zuwachs seit dem Jahr 2007. Das Thema Renovierung und Energieeffizienz bietet für WACKER auch in den kommenden Jahren sehr gute Wachstumspotenziale.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2014 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Den weiteren Zuwachs sehen wir u. a. bei Innenfarbe und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Produkten für die Bauindustrie weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale haben Hybridprodukte aus silanmodifizierten organischen Polymerbausteinen, neuartige Siliconharze für hochwertige Farb- und Putzanwendungen, daraus formulierte Kleb- (Allroundkleber) und Dichtstoffe (kristallklare Fugendichtstoffe) sowie unter unserer Marke vertriebene Siliconkartuschen.

Durchschnittliches Wachstum der weltweiten Bauleistungen 2012 bis 2017 G 4.4

Quelle: Global Insight

Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2014 mit moderatem Wachstum

Die Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2014 mit einem moderaten Wachstum. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) könnte das Marktvolumen im Jahr 2014 weiter steigen. Der ZVEI geht von einem Produktionszuwachs von zwei Prozent aus. Die BRIC-Staaten werden prozentual zweistellig wachsen. Sie bleiben damit der wichtigste Treiber für den globalen Elektro- und Elektronikmarkt. Der Umsatz auf dem deutschen Elektronikmarkt soll sich auf rund 170 Mrd. € (2013: 173 Mrd. €) belaufen. In einigen Anwendungsbereichen sehen wir gute Perspektiven, unser Geschäft in der Elektro- und Elektronikindustrie auszubauen. Dazu gehört der Energiebereich, wo u. a. neue Stromnetze in Deutschland geplant sind. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES nimmt mit seinem hochtemperaturvernetzenden Siliconkautschuk für Langstabisolatoren wie auch mit Flüssigsiliconkautschuk für Hohlisolatoren und Kabelgarnituren eine führende Position in Amerika, Europa und Indien ein.

Gute Wachstumsperspektiven sehen wir auch im Markt für Automobilelektronik. Dieser Markt bleibt dynamisch. Die Nachfrage nach Produkten mit höherem Temperatur- und Medienwiderstand steigt. WACKER SILICONES bietet hier UV-initiierte Silicone und neuartige Vergussmassen für Motoren. Weitere Zuwächse erwarten wir mit Produkten für optische Anwendungen (LED) und Bildschirme (Displays), wo wir einige Innovationsprojekte aufgelegt haben.

Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei Jahren

Die Geschäftsstrategie von WACKER wird auch in den kommenden zwei Jahren von drei Hebeln bestimmt: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution durch WACKER-Produkte. Fokusregionen für weiteres Wachstum sind unverändert Brasilien, China, Indien, Südostasien sowie der Nahe und Mittlere Osten. Das größte Potenzial hat dabei China. Aber auch in Amerika, einem etablierten Markt, sehen wir Potenzial, unsere Umsätze zu erhöhen.

In den vergangenen Jahren hat WACKER sehr viel Kapital in den Ausbau seiner weltweiten Produktionskapazitäten - vor allem in große Anlagen für die Herstellung von Vorprodukten -investiert, um das weitere Wachstum sicherzustellen und die globale Präsenz zu erhöhen. Diese Investitionen sind jetzt bis auf den Produktionsstandort in Tennessee abgeschlossen. Der strategische Fokus liegt in den nächsten fünf Jahren darauf, die Profitabilität zu verbessern und einen positiven Netto-Cashflow auszuweisen. Auf der Produktseite konzentrieren wir uns darauf, unseren Anteil an höherwertigen Produkten auszubauen.

Die Internationalisierung von WACKER schreitet in den kommenden zwei Jahren voran. Operative Verantwortung werden wir noch stärker auf die Regionen übertragen. Unsere Produkte sollen noch besser auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten werden. Unser Netz, bestehend aus technischen Kompetenzzentren und der WACKER ACADEMY, erweitern wir gezielt.

Im Jahr 2014 arbeiten wir weiter intensiv daran, unsere Ertragskraft zu verbessern. Dazu haben wir eine Reihe von Maßnahmen definiert. Die wichtigsten Punkte aus diesem Katalog sind:

Maßnahmen zur Ressourcensteuerung T 4.5

Maßnahmen

Produktivitätsmaßnahmen im Rahmen des Programms "Wacker Operating System" (WOS)

Produktivitäts- und Kostenmaßnahmen WACKER POLYSILICON und Siltronic

Effizienzmaßnahmen in den Zentralbereichen

Umsichtige Personalplanung

Die Zielkapitalstruktur liegt damit im Jahr 2014 bei 60 Prozent Eigen- und 40 Prozent Fremdkapital.

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2014 wächst. Erstmals seit dem Jahr 2011 soll Europas Wirtschaft wieder leicht wachsen. Die größten Wachstumsimpulse kommen aber aus Asien und den USA.

Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich in den nächsten zwei Jahren auf die Fertigstellung unserer Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee, die wir in der zweiten Jahreshälfte 2015 in Betrieb nehmen wollen. Grundsätzlich verlagert sich der Investitionsschwerpunkt auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden in den kommenden zwei Jahren wie bereits im Jahr 2013 unter den Abschreibungen liegen.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erweitert seine Produktionsanlagen für Dispersionspulver im chinesischen Nanjing. Die Jahresleistung soll um 30.000 auf 60.000 Tonnen erhöht werden. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES investieren wir im Jahr 2014 in Anlagen für die Herstellung von Fertigprodukten. Bei Siltronic sind die Investitionen konzentriert, um die Anforderungen der neuesten Design-Rules bei der 300 mm Technologie zu bedienen.

Künftige Produkte und Dienstleistungen

Die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen von WACKER wird sich fortsetzen. Die wichtigsten Adressaten sind dabei die Verpackungs- und die Teppichindustrie. Das größte Potenzial hat das Substitutionsgeschäft in Amerika und in Westeuropa. Nachdem wir in Amerika bereits sehr erfolgreich sind, werden wir jetzt den europäischen Markt verstärkt bearbeiten. Der europäische Teppichmarkt ist mit einem Anteil von 30 Prozent der zweitwichtigste Markt der Welt. Beide Märkte zusammen haben ein Volumen von rund 15 Mrd. US-$. Mit einem neuen VINNAPAS® -Produkt zum besseren Feuerschutz von Stahlträgern bei Hochhäusern wollen wir unsere Marktposition in diesem Segment ausbauen. Intumeszenz-Beschichtungen bieten im Brandfall Schutz durch eine effiziente Isolierschicht und können so Menschenleben retten. Das Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan geht davon aus, dass der Markt für diese Beschichtungen bis zum Jahr 2020 auf mehr als 2,5 Mrd. US-$ wächst.

Umweltfreundliche Innenfarben sind vor allem in Asien und Südamerika ein stark wachsender Markt. Mit einer neuen Dispersion der Marke VINNAPAS® , die speziell für diese Anwendungen entwickelt wurde, wollen wir vom weiteren Wachstum auf diesen Märkten profitieren. Das Marktforschungsinstitut marketsandmarkets geht davon aus, dass der Markt für umweltfreundliche Anstriche durchschnittlich um rund sechs Prozent wachsen wird. Bereits im Jahr 2012 hatte er ein Volumen von 60 Mrd. US-$.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES wird seine Spezialsilicone stärker vermarkten. Im Bereich Beleuchtungstechnik haben wir hochtransparente Flüssigsilicone für flexible optische Linsen entwickelt. Mit diesen Linsen verbessert sich die Lichtsteuerung von LED-Lampen. Darüber hinaus eröffnet sie Möglichkeiten zur Entwicklung neuer adaptiver Scheinwerfersysteme für Autos. Laut einer McKinsey-Studie wird der Beleuchtungsmarkt bis zum Jahr 2020 ein Volumen von 100 Mrd. € erreichen, mit jährlichen Wachstumsraten zwischen drei und fünf Prozent.

Neue Produkte bietet WACKER SILICONES für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte in Asien an. In China und Indien produzieren wir Siliconemulsionen für Haarwaschmittel und Conditioner, die speziell für asiatische Konsumenten entwickelt wurden. Der Markt für Kosmetik und Körperpflegeprodukte wächst laut Euromonitor in der Region Asien-Pazifik jährlich um über vier Prozent. Bis 2017 erreicht er ein Marktvolumen von 100 Mrd. €. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat ein neues Bindemittelsystem unter dem Namen VINNEX® entwickelt. Das System verbessert die physikalischen Eigenschaften der Biokunststoffe und lässt sich in der industriellen Herstellung besser verarbeiten. Im Jahr 2011 sind laut einer Studie des Branchenverbandes European Bioplastics 1,2 Mio. Tonnen Biokunststoffe produziert worden. Bis 2016 soll die Produktion auf rund sechs Mio. Tonnen steigen.

Forschung und Entwicklung

Strategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2014 für diese Projekte 20 Prozent (2013: 20 Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Ein Schwerpunkt unserer Forschung und Entwicklung im Jahr 2014 wird sein, die Initiative New Solutions umzusetzen, mit der wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen entwickeln. Das F & E-Budget soll im Jahr 2014 bei rund 169 Mio. € liegen. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind nach wie vor die Zukunftsfelder Energie, Katalyse, Biotechnologie und Bauanwendungen sowie Halbleiter. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energie-speicherung und Erzeugung regenerativer Energie.

Im Jahr 2014 wird WACKER mit der Technischen Universität Berlin einen internationalen Wissenschaftskongress organisieren. Zum 17. International Symposium on Silicon Chemistry (ISOS XVII) und zu den gemeinsam veranstalteten 7. European Silicon Days werden bis zu 600 Forscher auf dem Gebiet der Silicium- und Siliconchemie in Berlin erwartet. Im Rahmen des Kongresses vergibt WACKER zum 14. Mal den WACKER Silicone Award für herausragende Leistungen in diesem Forschungsgebiet.

Produktion

WACKER wird in den nächsten beiden Jahren neue Produktionskapazitäten in Betrieb nehmen. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS beginnt seine Inbetriebnahme für PVAC-Festharze (Jahreskapazität: 20.000 Tonnen) im chinesischen Nanjing im Jahr 2014. Nach der geforderten Produktqualifizierung für Nahrungsmittelhersteller wird der bisherige Standort in Wuxi geschlossen. Erweitern wollen wir ebenfalls in Nanjing die Produktionskapazität für Dispersionspulver. Die derzeitige Jahreskapazität soll um 30.000 auf 60.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll eine Anlage in Burghausen erweitert werden, mit der wir kurzkettige Siliconöle, Vinylpolymere und Dehesive für Papierbeschichtungen herstellen können. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2015 geplant. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON startet im Jahr 2014 seine neue Reinigungsanlage für Polysilicium am Standort Burghausen. In der zweiten Jahreshälfte 2015 soll mit der Produktion von Polysilicium am neuen Standort im US-Bundesstaat Tennessee begonnen werden. Das konzernweite Programm "Wacker Operating System" (WOS) konzentriert sich darauf, die Produktivität weiter zu verbessern. Alle wesentlichen Produktivitätshebel (Rohstoff- und Energieeffizienz, Kapazitäten, Arbeitsproduktivität) nehmen wir dabei unter die Lupe. Der Schwerpunkt liegt auf Schlüsselprojekten mit hohem wirtschaftlichem Einfluss auf Kosten und Nutzen.

Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2014 - 2015 T 4.6

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Burghausen Reinigungsanlage Polysilicium 2014
Zhangjiagang Emulsionsanlage 2014
Burghausen Erweiterung Silicone 1 2014
Nanjing Festharze 2014
Burghausen Neue Dampfturbine 2014

Der Instandhaltungsaufwand wird im Geschäftsjahr 2014 auf dem Vorjahresniveau von rund 360 Mio. € bleiben.

Einkauf und Logistik

Der Einkauf von Energie und Rohstoffen bleibt ein wichtiger Einflussfaktor hinsichtlich der Ertragsstärke von WACKER. Energie- und Rohstoffkosten machen mehr als ein Drittel unserer Herstellungskosten aus. WACKER geht davon aus, dass die Preise für Rohstoffe flach bleiben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Ölpreis pro Barrel in einem Preiskorridor von 100 bis 110 US-$ liegt. Die Preise für unsere vier wichtigsten Rohstoffe entwickeln sich unterschiedlich, selbst in einzelnen Regionen. Der Preis für Siliciummetall wird aus unserer Sicht im Jahr 2014 weiter leicht rückläufig sein. Für Vinylacetatmonomer (VAM) erwarten wir in Amerika etwas niedrigere Preise, in Europa dagegen leicht steigende Preise. Der Preis für Ethylen wird im Jahr 2014 flach bleiben. Bei Methanol gehen wir im Jahr 2014 von steigenden Preisen aus.

Regulatorische Effekte dominieren die Preisentwicklung für Energie. Ihr Einfluss ist größer als alle Marktschwankungen an der Strombörse. Wir erwarten für das Jahr 2014, dass stromintensive Produktionsprozesse von der EEG-Umlage befreit werden. Gleichzeitig gehen wir von deutlich höheren Netzentgeltzahlungen aus sowie einer höheren EEG-Umlage für unsere nicht befreiten Produktionsbereiche. Die Energiekosten bleiben im Jahr 2014 auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Versorgungssicherheit bezüglich Rohstoffen und Energie ist in den kommenden beiden Jahren nicht gefährdet. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte. Für unsere wichtigsten vier Rohstoffe haben wir die benötigten Mengen für das Jahr 2014 weitgehend und für das Jahr 2015 zum großen Teil gesichert. In den nächsten beiden Jahren arbeiten wir weiter daran, das Lieferantenportfolio von WACKER für Rohstoffe global breiter aufzustellen. Gleichzeitig werden wir die für uns relevanten Rohstoffeinkaufsquellen noch stärker und intensiver beobachten, um neue Lieferanten für uns zu erschließen.

Das Gleiche gilt für den technischen Einkauf. Auch hier ist es unser Ziel, das Lieferantenportfolio systematisch zu optimieren, um den Wertbeitrag am Unternehmenserfolg innerhalb der nächsten zwei Jahre messbar zu steigern. Im Vordergrund steht dabei der zielgerichtete Ausbau des globalen Beschaffungsnetzwerkes. Zwei Themen stehen dabei im Fokus. Unter dem Titel "Aus der Region für die Region" werden wir bei neuen Projekten in Asien und hier in erster Linie in China und Südkorea konsequent nach geeigneten Lieferanten vor Ort suchen, die mit WACKER kooperieren. Gleichzeitig werden wir die Beschaffung aus China, Indien und Südkorea für unsere Standorte in Amerika und Europa ausbauen. Dazu gehört auch, unsere internationale Einkaufsorganisation informationstechnisch und kommunikativ besser miteinander zu vernetzen. Im Fokus stehen die schrittweise Internationalisierung der Warenklassenarbeit und ein regelmäßiger Austausch der regionalen Einkaufsorganisationen.

Im Bereich der Logistik wird das neue öffentliche Umschlagterminal (KV-Terminal) am Standort Burghausen im Jahr 2014 in Betrieb genommen. Unser Ziel ist es, mit dem neuen Terminal weitere Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Vertrieb und Marketing

WACKER wird die Zahl seiner Vertriebsmitarbeiter in der Region Asien erhöhen. Damit wollen wir unsere Präsenz und die Marktpenetration weiter verbessern. Das Pilotprojekt "WACKER auf Rädern", mit dem wir bisher in Vietnam direkt auf Baustellen unsere Polymerprodukte vorgestellt haben, wollen wir auf andere asiatische Länder ausdehnen, beispielsweise Indonesien. Wichtige Messen im Jahr 2014 sind für uns die in-cosmetics in Hamburg im April und die Compamed in Düsseldorf im November. Auf zwei größeren Messen rund um das Thema Beschichtungen und Farbe werden wir im März in Dubai und im April in den USA vertreten sein.

Mitarbeiter

Bei der Neueinstellung von Mitarbeitern wird WACKER auch weiterhin zurückhaltend vorgehen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich die Zahl der Mitarbeiter im WACKER-Konzern im Jahr 2014 durch die Übernahme der Scil Proteins Production in Halle und die Konsolidierung der Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd. erhöhen wird. Für das Jahr 2015 gehen wir ebenfalls von einem Anstieg der Mitarbeiterzahl aus.

Abgeschlossen wird im Jahr 2014 die Einführung des neuen Talent-Management-Prozesses. WACKER will damit konzernweit die Potenziale der Mitarbeiter fördern und eine ausreichende Zahl an qualifizierten Kandidaten identifizieren, die langfristig anspruchsvolle Aufgaben übernehmen können. Um die Gesundheitsvorsorge für unsere Mitarbeiter zu verbessern, eröffnen wir im Jahr 2014 das neue Gesundheitszentrum am größten Standort Burghausen.

Die vielfältigen Möglichkeiten flexibler Arbeitszeiten ergänzen wir in den kommenden Jahren um vier Modelle:

die Familienpflegezeit, in der Mitarbeiter Angehörige pflegen können,

die reduzierte Vollzeitarbeit, von der besonders belastete Tarifmitarbeiter ab 60 Jahren profitieren,

das Sabbatical, in dem Mitarbeiter ihre persönliche Arbeitszeit durch Auszeiten flexibel gestalten können, und

neue Qualifizierungsangebote, die die Möglichkeit eröffnen, berufsbegleitende oder parallel zum Arbeitsverhältnis in Vollzeit durchgeführte Weiterbildungen zu absolvieren.

Nachhaltigkeit

WACKER arbeitet weiter daran, seine Energieeffizienz zu verbessern Mit der für 2015 geplanten Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion in Tennessee wird unser Strombedarf erhöht. Der spezifische Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) soll in Deutschland bis zum Jahr 2022 um elf Prozent verringert werden. Von 2014 an verfolgt WACKER drei quantifizierbare Umweltziele zu den Schwerpunkten Produkte, Klimaschutz und Emissionen. Dazu haben wir für unsere Produktion relevante Parameter ausgewählt: Kohlendioxid (CO2 )-Äquivalent, flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC, Non Methane Volatile Organic Compounds) und Staub. Unsere Staubemissionen sollen in den nächsten zehn Jahren bei einem vergleichbaren Produktportfolio um 25 Prozent sinken. Ebenfalls um 25 Prozent wollen wir die NMVOC-Emissionen verringern. In Deutschland planen wir die spezifischen CO2 -Äquivalent-Emissionen um 15 Prozent pro Tonne Nettoproduktion zu reduzieren.

Beim Arbeitsschutz wollen wir die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden konzernweit auf unter 2,0 im Jahr 2015 verringern. Auf dem Weg zu diesem Ziel wollen wir an den deutschen Standorten im Jahr 2014 die Zahl der Arbeitsunfälle auf unter 3,0 pro eine Mio. Arbeitsstunden reduzieren.

Für die dritte, bis Mitte 2018 laufende REACH-Etappe bereiten wir weitere 160 Stoffdossiers vor. Für unsere bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrierten Stoffe werden wir weitere Beschreibungen zur sicheren und umweltgerechten Verwendung von Chemikalien (GPS Safety Summaries) veröffentlichen.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2014

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2014 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,35 und zum Yen von 135.

Steuerungskennzahlen und Wertmanagement

Die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Umsatz- und EBITDA-Entwicklung von WACKER im Geschäftsjahr 2014 wird beeinflusst durch zwei Sachverhalte, die wir im Januar 2014 kommuniziert haben. Die Mehrheitsübernahme der Siltronic am Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd., an dem Siltronic und Samsung bisher zu jeweils 50 Prozent beteiligt waren, wirkt sich positiv in der Umsatz- und EBITDA-Entwicklung aus. Die Neuregelung der Vertrags- und Lieferbeziehungen zu einem Kunden aus der Solarindustrie hat einen positiven Effekt in Höhe von 115 Mio. € auf das EBITDA und das EBIT des Geschäftsbereiches WACKER POLYSILICON. Beide Sachverhalte sind in den Aussagen zur künftigen Entwicklung von WACKER im Geschäftsjahr 2014 berücksichtigt.

Konzernumsatz 2014 mit Mengenwachstum

WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2014 steigende Mengen in allen Geschäftsbereichen. In unseren Planungsprämissen gehen wir von nach wie vor niedrigen Preisen für Siliciumwafer aus, die unter dem Vorjahr liegen, sowie von Preisen für Polysilicium, die etwas über dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Konzernumsatz soll um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Das setzt außerdem voraus, dass es zu keinen Handelsbarrieren für Polysilicium aus Europa nach China kommt und die Nachfrage im Halbleitergeschäft im Jahr 2014 anzieht.

Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen.

Aus heutiger Sicht werden sowohl die Chemiebereiche als auch WACKER POLYSILICON und Siltronic im Umsatz wachsen. Das größte Umsatzwachstum für unsere Produkte erwarten wir in Asien. Das Umsatzwachstum soll sich im Vergleich zum Jahr 2014 im Jahr 2015 fortsetzen - vorausgesetzt, dass die weltweite Konjunktur wie von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert auf Wachstumskurs bleibt und es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt.

Ausblick für das Jahr 2014 T 4.7

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  Ist 2013 Ausblick 2014
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen    
EBITDA-Marge (%) 15,2 leichter Anstieg
ROCE (%) 2,2 leichter Anstieg
EBITDA (Mio. €) 678,7 mindestens 10 % höher
Netto-Cashflow (Mio. €) 109,7 ausgeglichener Netto-Cashflow
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen    
Umsatz (Mio. €) 4.478,9 Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich
Investitionen (Mio. €) 503,7 ca. 550
Nettofinanzschulden (Mio. €) 792,2 Anstieg um 300 bis 400
Abschreibungen (Mio. €) 564,4 ca. 600

Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht:

Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA s: Die EBITDA-Marge soll im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen. Beim EBITDA für das Jahr 2014 gehen wir davon aus, dass es um mindestens zehn Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegt. Höhere Absatzmengen, weitere Kosteneinsparungen, die erstmalige Konsolidierung der Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd. sowie der positive Ergebniseffekt aus der Neuregelung der Vertrags- und Lieferbeziehungen zu einem Solarkunden sind dafür verantwortlich. Bei chemischen Standardprodukten sowie bei Siliciumwafern rechnen wir weiter mit Preisdruck. Bei höheren Abschreibungen und über 50-prozentiger Steuerquote erwarten wir einen verbesserten Konzernjahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr.

ROCE: Der ROCE wird im Vergleich zum Vorjahr (2013: 2,2 Prozent) leicht steigen.

Netto-Cashflow: Für das Jahr 2014 peilen wir einen ausgeglichenen Netto-Cashflow an. Höhere Investitionen als im Vorjahr und geringere positive Effekte aus dem Management unserer Vorräte führen dazu, dass der Netto-Cashflow substanziell niedriger sein wird als im Vorjahr.

Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Investitionen: Im Jahr 2014 belaufen sich die Investitionen voraussichtlich auf ca. 550 Mio. €. Dabei werden die Kapitaleinzahlungen in das Gemeinschaftsunternehmen mit Samsung zur Mehrheitsübernahme nicht als Investitionen, sondern als Finanzierung zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten des Joint Ventures gezeigt. Die Investitionen werden voraussichtlich nicht in vollem Umfang aus dem erwarteten Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt. Für das Jahr 2015 sind Investitionen in ähnlicher Größenordnung geplant. Die Abschreibungen werden im Jahr 2014 bei rund 600 Mio. € liegen. Die Mehrheitsübernahme an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Samsung führt dabei zu einem Anstieg von rund 80 Mio. €.

Investitionen 2014 nach Geschäftsbereichen G 4.8

Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden sich im Vergleich zum Vorjahr um 300 bis 400 Mio. € erhöhen (2013: 792,2 Mio. €). Der Anstieg ist vor allem auf die Mehrheitsübernahme der Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd. durch Siltronic zurückzuführen sowie durch Polysiliciumlieferungen an unsere Kunden für bereits erhaltene Vorauszahlungen.

Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

In den Chemiebereichen haben wir im Geschäftsjahr 2013 zum Teil einmalige Kosteneinsparungen erzielt, die sich im Geschäftsjahr 2014 so nicht wiederholen werden.

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2014 einen substanziellen Umsatzanstieg ohne wesentliche Belastungen bei den Rohstoffkosten, allerdings bei anhaltendem Preisdruck bei Standardprodukten. Der Volumenzuwachs im Geschäftsbereich soll prozentual über dem Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts liegen. Das Wachstum kommt vor allem aus Asien, wo der Wohlstandszuwachs zu einem höheren Pro-Kopf-Verbrauch von Siliconprodukten führt. Zudem beschleunigt der steigende Qualitätsanspruch die Substitution von einfachen zu höherwertigen Produkten, in denen Silicone zum Einsatz kommen. Den stärksten Anstieg erwarten wir mit Produkten für Körperpflege, bei Produkten für die Elektro- und Elektronikindustrie sowie für die Medizintechnik. Das EBITDA soll leicht unter dem Vorjahr liegen. Verantwortlich dafür ist, dass im Vorjahr ein Einmaleffekt in Höhe von 13,7 Mio. € (Auflösungen von Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen in China) enthalten ist.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem deutlichen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr aus. Wachstumstreiber für das Dispersionsgeschäft ist nach wie vor die Substitution von Styrolbutadien durch VAE-Dispersionen in der Teppichindustrie in Amerika und Westeuropa. In den Schwellenländern erwarten wir weiteres Wachstum im Bereich der Bauanwendungen, insbesondere beim Thema Innenfarben. Den regional stärksten Zuwachs beim Umsatz sehen wir in China und Indien sowie in Amerika. In Europa erwarten wir nur ein leichtes Umsatzplus. Weiter vorantreiben werden wir die Umsetzung individuell auf die unterschiedlichen Regionen zugeschnittener Marktstrategien, um die Wachstumspotenziale ausschöpfen zu können. Beim EBITDA gehen wir von einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr aus.

Einen deutlichen Umsatzanstieg erwarten wir im Jahr 2014 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Mit der Übernahme der Scil Proteins Production wollen wir unser Geschäft auf dem Gebiet der Pharmaproteine ausbauen. WACKER BIOSOLUTIONS verfügt jetzt über einen Fermenter mit einer Kapazität von bis zu 1.500 Litern. Darin können pharmazeutische Wirkstoffe für die klinische Prüfung, aber auch für die Marktversorgung hergestellt werden. Aber auch in den anderen Bereichen Pharma/Agro und Ernährung (Food) gehen wir von weiter steigenden Umsätzen aus. Die größten Wachstumschancen sehen wir weiterhin in Asien, aber auch in Deutschland. Das EBITDA erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres.

Das Polysiliciumgeschäft von WACKER soll im Jahr 2014 in den Absatzmengen und im Umsatz wachsen. Wir gehen davon aus, dass der Photovoltaikmarkt sein Wachstum weiter fortsetzen wird. Trotzdem gibt es nach wie vor Überkapazitäten in der gesamten Wertschöpfungskette. Bei den Polysiliciumpreisen für Photovoltaikanwendungen erwarten wir eine ganz leichte Erholung. Sollte es allerdings zu Strafzöllen gegen europäische Polysiliciumhersteller von Seiten des chinesischen Wirtschaftsministeriums kommen, kann das unser Geschäft negativ beeinflussen. Unser Hauptaugenmerk liegt nach wie vor darauf, die Herstellungskosten für Polysilicium nochmals deutlich zu verringern. Beim EBITDA rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Positiv beeinflusst wird die EBITDA-Entwicklung durch die Neuregelung der Vertrags- und Lieferbeziehungen mit einem Kunden aus der Solarindustrie. Daraus ergeben sich Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen.

Für die Siltronic gehen wir von einem substanziellen Umsatzanstieg im Jahr 2014 aus. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die Vollkonsolidierung des Gemeinschaftsunternehmens Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd., an der die Siltronic jetzt 78 Prozent hält. Für das Jahr 2014 erwarten wir nach wie vor Preisdruck, der das Umsatzwachstum bremst. Bei 300 mm Siliciumwafern rechnen wir damit, dass der Markt weiter wächst. Bei 200 mm Siliciumwafern und kleineren Durchmessern sehen wir aus heutiger Sicht eine stabile Nachfrage. Beim EBITDA erwarten wir, bedingt durch die Vollkonsolidierung des Gemeinschaftsunternehmens, einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Künftige Dividende

Die Dividendenpolitik von WACKER orientiert sich grundsätzlich daran, mindestens 25 Prozent des Jahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Auch wenn die Verschuldung im Jahr 2014 weiter ansteigt, setzen wir auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien von über einem Jahr in Höhe von rund 700 Mio. €.

Mittelfristige Ziele

Auf dem Capital Markets Day von WACKER am 01. Juli 2013 in London hat das Unternehmen dem Kapitalmarkt erstmals seine mittelfristigen Ziele bis zum Jahr 2017 vorgestellt. Der Fokus für diesen Zeitraum liegt darauf, die Ertragskraft des Konzerns zu erhöhen und einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.

Mittelfristige Ziele des WACKER-Konzerns bis 2017 T 4.9

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  Ziel 2017
Umsatz 6-6,5 Mrd. €
EBITDA 1,2 Mrd. €
EBITDA-Marge rund 20 Prozent
ROCE größer elf Prozent
Investitionen auf dem Niveau oder unterhalb der Abschreibungen

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

WACKER geht davon aus, dass die Weltwirtschaft auf Grund positiver Prognosen im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr wieder stärker wachsen wird. Im Jahr 2015 wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft aus heutiger Sicht fortsetzen.

Für das Jahr 2014 erwarten wir einen Anstieg unseres Umsatzes auf Konzernebene. Wir rechnen damit, dass alle fünf Geschäftsbereiche im Umsatz zulegen werden. Beim EBITDA gehen wir von einem deutlichen Zuwachs von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr aus, was auch die EBITDA-Marge verbessern wird. Die Entwicklung des EBITDAS ist allerdings beeinflusst durch Sondererträge aus der Neuregelung der Vertrags- und Lieferbeziehungen zu einem Kunden aus der Solarindustrie. Daraus ergeben sich Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen. Die Energie- und Rohstoffkosten als wichtigste Einflussfaktoren für unsere Herstellungskosten werden in Summe auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Mit Preisdruck rechnen wir vor allem im Geschäft mit Siliciumwafern und bei Standardprodukten im Silicon- und Polymerbereich. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir davon aus, dass die Preise sich leicht erholen werden und sich die Nachfrage positiv entwickeln wird.

Der ROCE wird im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen.

Die Investitionen werden mit ca. 550 Mio. € etwas höher sein als im Vorjahr. Die Abschreibungen liegen mit rund 600 Mio. € etwas darüber und höher als im Vorjahr. Beim Netto-Cashflow streben wir einen ausgeglichenen Wert an. Die Nettofinanzschulden steigen um rund 300 bis 400 Mio. € an. Der Konzernjahresüberschuss soll im Vergleich zum Vorjahr höher ausfallen.

WACKER nimmt in seinen vier größten Geschäftsbereichen mindestens eine Top-3-Position ein und verfügt über hervorragende Produkte. Unsere Technologie- und Innovationskraft sowie unsere Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten bilden die Grundlage dafür, dass wir unsere Marktpositionen festigen oder sogar ausbauen können.

Nach zwei Jahren mit hohen Preisrückgängen vor allem im Polysiliciumgeschäft sehen wir für das Jahr 2014 gute Chancen, beim Umsatz und EBITDA wieder zulegen zu können. Auf Grund unserer jetzigen Strategie sehen wir uns gut gerüstet, auch über das Jahr 2014 hinaus weiter profitabel zu wachsen.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.

Vergütungsbericht für den Vorstand

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig.

Das seit dem 01. Januar 2010 geltende Vergütungssystem trägt den gesetzlichen Anforderungen des im August 2009 in Kraft getretenen VorstAG Rechnung.

Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus folgenden, wesentlichen Komponenten zusammen:

(I) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausbezahlt.

(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus wird die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow und Zielrendite für das Geschäftsjahr 2011. Für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 wurde zusätzlich die Kennzahl Return on Capital Employed (ROCE) aufgenommen. Je nach Vorstandsmitglied liegt der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 180 Prozent bzw. 140 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 220 Prozent bzw. 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen in einem bestimmten Rahmen zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben. Für diese Aktien gilt eine Haltefrist von zwei Jahren.

(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d.h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Vor Eintritt des Versorgungsfalles haben Herr Dr. Rudolf Staudigl und Herr Dr. Joachim Rauhut grundsätzlich Anspruch auf ein jährliches vorzeitiges Ruhegehalt, wenn sie gegen ihren Willen aus dem Vorstand ausscheiden, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt oder wenn sie von sich aus ihre Tätigkeit auf Grund eines von der Gesellschaft zu vertretenden wichtigen Grundes beenden. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine fünfjährige Vorstandstätigkeit.

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D&O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben des VorstAG.

Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer 12-monatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.

Im Geschäftsjahr 2013 setzte WACKER auf Grund der herausfordernden Ertragslage eine Vielzahl an Programmen zur Kostenreduzierung und Produktivitätsverbesserung um. Im Sinne einer Vorbildfunktion reduzierte der Vorstand von März bis einschließlich November 2013 seine monatliche Festvergütung um zehn Prozent.

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Vorstandsvergütung

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Feste Vergütungen1 Variable Vergütungen Altersversorgung2 Gesamt
Dr. Rudolf Staudigl        
2013 747.780 675.000 727.603 2.150.383
2012 803.203 930.000 705.004 2.438.207
Dr. Joachim Rauhut        
2013 562.978 495.000 322.974 1.380.952
2012 604.144 682.000 291.132 1.577.276
Dr. Tobias Ohler        
2013 402.256 280.000 291.931 974.187
2012 - - - -
Auguste Willems        
2013 560.939 495.000 486.759 1.542.698
2012 601.503 682.000 398.548 1.682.051
Dr. Wilhelm Sittenthaler        
2013 - - - -
2012 584.682 682.000 461.5323 1.728.214
Gesamt        
2013 2.273.953 1.945.000 1.829.267 6.048.220
2012 2.593.532 2.976.000 1.856.216 7.425.748

1 In der festen Vergütung ist auch die Nutzung eines Firmenfahrzeuges enthalten.
2 In der Altersversorgung ist neben dem Dienstzeitaufwand auch Zinsaufwand enthalten. Der Zinsaufwand beträgt 610.049 € (Vorjahr 859.431 €).
3 Rentenbezugshöhe und Dienstjahre wurden synchronisiert.

Herr Dr. Sittenthaler hat zum 31. Dezember 2012 sein Amt als Mitglied des Vorstands aus persönlichen Gründen vorzeitig niedergelegt. Bis zum regulären Ende seines Dienstverhältnisses am 30. April 2013 erhielt Herr Dr. Sittenthaler sämtliche ihm anstellungsvertraglich zustehenden Leistungen. Nach dem Ausscheiden erhält er die vereinbarte Karenzentschädigung. Nach endgültiger Festlegung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2013 entspricht das einem Gesamtbetrag in Höhe von 779.541 €.

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen

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Gesamt
2013 2.162.941
2012 1.346.172

Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder

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Gesamt
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder  
2013 18.136.630
2012 23.875.776
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen  
2013 28.152.095
2012 21.932.911

Vergütungsbericht für den Aufsichtsrat

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 70.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und Ausschussvorsitzenden mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandates entsprechende Auslagen mit einer jährlichen Pauschale von 18.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D&O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezüge

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Feste Vergütung1 Variable Vergütung Gesamt
2013 1.758.482 - 1.758.482
2012 1.758.000 - 1.758.000

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

2013 war kein einfaches Jahr für WACKER. Die flache Entwicklung der Weltwirtschaft, die nach wie vor niedrigen Preise für Polysilicium und die Schwäche des Halbleitermarktes haben unser Geschäft beeinträchtigt. Dazu kam die Verunsicherung der Solarunternehmen durch die Anti-Dumping-Verfahren der Europäischen Union gegen chinesische Solarunternehmen und des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen europäische Polysiliciumhersteller. Um diesen Gegenwind abzuschwächen, haben wir intensiv daran gearbeitet, unsere Kostenpositionen zu verbessern. Durch die gezielte Steuerung unserer Ressourcen und eine Vielzahl von Maßnahmen in unseren Geschäfts- und Zentralbereichen konnten wir im vergangenen Jahr unsere Kosten um rund 225 Millionen Euro verringern. Positiv ausgewirkt haben sich auch die gestiegenen Produktionsmengen.

Einen großen Anteil an diesem Erfolg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WACKER. Ihr ausgeprägtes Engagement, ihre hohe Einsatzbereitschaft und ihr exzellentes Know-how sind ein wesentlicher Schlüssel dafür, auch in wirtschaftlich unruhigerem Fahrwasser das Unternehmen auf Kurs zu halten. Für das, was sie im Geschäftsjahr 2013 geleistet haben, dankt ihnen der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG in besonderer Weise.

Nach einem herausfordernden Jahr sind wir für die Zukunft von WACKER zuversichtlich. Dafür gibt es mehrere Gründe. Obwohl wir 2013 rund 500 Millionen Euro investiert haben, sind die Nettofinanzschulden nicht wesentlich gestiegen. Durch die Übernahme der Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen mit Samsung in Singapur Anfang des Jahres 2014 werden sich die Nettofinanzschulden des Konzerns um rund 150 Millionen Euro erhöhen. Wir stärken damit allerdings unser 300 mm Wafergeschäft in Asien. WACKER verfügt über eine unverändert gute Eigenkapitalausstattung. Die langfristige Finanzierung des Unternehmens ist sichergestellt. Die solide Struktur unserer Bilanz bildet nach wie vor ein stabiles Fundament für den dauerhaften Erfolg von WACKER.

Trotz eines schwierigen Marktumfeldes haben wir unsere Positionen in wichtigen Geschäftssegmenten im vergangenen Jahr ausbauen können. Unser Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat seinen Marktanteil als führender Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium für Elektronik- und Solaranwendungen gesteigert und ist jetzt Weltmarktführer. Unser Geschäftsbereich WACKER SILICONES konnte ebenfalls zulegen und nimmt erstmals die Top-2-Position unter den größten Siliconeherstellern der Welt ein. Nach wie vor Weltmarktführer bei Dispersionen und Dispersionspulver auf Basis von Vinylacetat ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS. Und die Siltronic ist im Geschäft mit Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie weiter eine starke Nummer 3.

Diese Entwicklung verdeutlicht: WACKER hat anerkannt hochwertige Produkte, um Kunden aus fast allen wichtigen Industriebranchen in den wesentlichen Wirtschaftsregionen der Welt bedienen zu können. Mit unserer Technologiekompetenz und unserer Innovationskraft sind wir in der Lage, neue Anwendungen für unsere Produkte zu entwickeln und Lösungen für die großen Zukunftsthemen der nächsten Jahrzehnte zu finden.

Durch unsere hohen Investitionen außerhalb Deutschlands haben wir nicht nur unsere globale Präsenz wesentlich gestärkt, sondern auch unsere Kostenpositionen verbessert.

Nach wie vor schwelt der Streit um Strafzölle für Polysiliciumlieferungen aus Europa nach China, in dem es noch keine Einigung gibt. Sollte der Streit beigelegt werden können, so sind das in der Summe gute Voraussetzungen für WACKER, weiter zu wachsen.

Unsere Aufgabe ist es dann, unsere Stärken in geschäftlichen Erfolg umzumünzen. In den vergangenen 100 Jahren unseres Bestehens haben wir oft genug bewiesen, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, erfolgreich wahrnehmen.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2013 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2013 ist der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen zusammengetreten, drei im ersten - darunter die konstituierende Sitzung des neu gewählten Aufsichtsrats - und zwei im zweiten Halbjahr. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand unverzüglich in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat während seiner Amtszeit an weniger als der Hälfte der Sitzungen im Berichtszeitraum teilgenommen.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

die Anti-Dumping-Verfahren gegen die Solarindustrie in den USA, der EU und China, ihre Auswirkungen auf WACKER und unsere Handlungsmöglichkeiten

das Marktpreisniveau von Polysilicium, die Nachfrageschwankungen in diesem Bereich und die daraus folgenden Auswirkungen für WACKER

die Akquisition der Firma SCIL in Halle

der Fortschritt des Baus der Polysiliciumproduktion am Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee

die Zukunft und die Finanzierung des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung in Singapur

Investitionen in der Halbleiterbranche

die Entwicklung des Aktienkurses

Maßnahmen zur Konzernfinanzierung

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2014 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 10. Dezember 2013 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2014 - 2018 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2014.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Dr. Bernd W. Voss vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende in den Ausschüssen den Vorsitz.

Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2012, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsabschlüsse des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Außerdem hat der Prüfungsausschuss den Prüfungsauftrag (einschließlich der Prüfungsschwerpunkte) an den Abschlussprüfer erteilt und dem Plenum einen Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2013 unterbreitet.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2013 einmal. In seiner Sitzung beschäftigte er sich mit den Personalangelegenheiten des Vorstands (Bezüge, Besetzung Vorstand, Anstellungsverträge).

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 10. Dezember 2013 diskutiert und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich.

Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht. Weitere Informationen ab Seite 268.

In seiner Sitzung im Dezember 2013 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2013, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2013) einschließlich der Buchhaltung geprüft.

Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 08. Mai 2013 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 04. März 2014 die oben genannten Abschlüsse und Berichte sowie die Prüfungsberichte des Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfers im Gespräch mit diesem eingehend diskutiert, geprüft und darüber dem Gesamtaufsichtsrat berichtet. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 13. März 2014 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen dem Prüfungsausschuss und dem Gesamtaufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

In der ordentlichen Hauptversammlung am 08. Mai 2013 wurden die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat neu gewählt. Die Wahl der Arbeitnehmervertreter erfolgte bereits am 21. März 2013 durch die Belegschaft der Wacker Chemie AG. In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung, die im Anschluss an die Hauptversammlung stattfand, wurde Dr. Peter-Alexander Wacker wieder zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

In seiner Sitzung am 07. März 2013 hat der Aufsichtsrat den Vorsitzenden des Vorstands Dr. Rudolf Staudigl sowie das Vorstandsmitglied Auguste Willems für weitere fünf Jahre in ihren Ämtern bestätigt und deren Verträge um jeweils weitere fünf Jahre verlängert.

 

München, 13. März 2014

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Entsprechenserklärung 2013 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2012 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 15. Mai 2012 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 13. Mai 2013 weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen.

2. Ausnahmen

a) Selbstbehalt bei D&O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

b) Abfindungs-Cap

Ab Januar 2014 folgen wir dieser Empfehlung des Kodex.

c) Angemessene Berücksichtigung von Frauen im Vorstand

Die Wacker Chemie AG misst dem Thema Diversity auch bei der Besetzung des Vorstands eine hohe Bedeutung bei. Wichtigste Kriterien sind dabei jedoch Kompetenz - auch internationale Kompetenz - und Qualifikation. Wir halten es aber nicht für zielführend, dem Thema "Anstreben einer angemessenen Berücksichtigung von Frauen" eine höhere Priorität als der Kompetenz und Qualifikation einzuräumen.

d) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

e) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

f) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

München, den 10. Dezember 2013

Jahresabschluss 2013

Wacker Chemie AG

Gewinn- und Verlustrechnung der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2013

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  Anhang Mio. Euro 2013 Mio. Euro 2012
Umsatzerlöse 3 3.143,3 3.298,1
Bestandsveränderungen   -49,1 -0,1
Andere aktivierte Eigenleistungen   27,4 31,7
Gesamtleistung   3.121,6 3.329,7
Sonstige betriebliche Erträge 4 188,6 279,4
Materialaufwand 5 -1.492,9 -1.536,2
Personalaufwand 6 -720,5 -726,1
Abschreibungen 7 -331,7 -341,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -608,1 -616,4
Betriebsergebnis   157,0 389,1
Beteiligungsergebnis   -46,2 -245,7
Zinsergebnis   -41,8 -40,0
Sonstiges Finanzergebnis   -4,8 -4,9
Finanzergebnis 9 -92,8 -290,6
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   64,2 98,5
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10 -52,6 -83,6
Jahresüberschuss   11,6 14,9
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr   654,3 978,7
Ausschüttung   -29,8 -109,3
Einstellung in die Gewinnrücklagen   0,0 -230,0
Bilanzgewinn   636,1 654,3

Bilanz zum 31. Dezember 2013

der Wacker Chemie AG

AKTIVA

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  Anhang Mio. Euro 2013 Mio. Euro 2012
Immaterielle Vermögensgegenstände 11 5,1 5,9
Sachanlagen 12 1.639,4 1.823,0
Finanzanlagen 13 1.700,0 1.453,6
Anlagevermögen   3.344,5 3.282,5
Vorräte 14 388,6 447,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   347,3 330,1
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände   593,2 805,7
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15 940,5 1.135,8
Wertpapiere 16 58,1 175,4
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   337,8 125,2
    395,9 300,6
Umlaufvermögen   1.725,0 1.883,9
Rechnungsabgrenzungsposten 17 2,5 3,4
    5.072,0 5.169,8

Passiva

     
  Anhang Mio. Euro 2013 Mio. Euro 2012
Gezeichnetes Kapital   260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile   -12,4 -12,4
Ausgegebenes Kapital   248,4 248,4
Kapitalrücklage   157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen   1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn   636,1 654,3
Eigenkapital 18 2.041,9 2.060,1
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19 571,1 535,7
Andere Rückstellungen 20 328,4 297,6
Rückstellungen   899,5 833,3
Finanzverbindlichkeiten 21 1.113,7 1.056,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 155,9 154,4
Übrige Verbindlichkeiten 22 861,0 1.065,8
Verbindlichkeiten   2.130,6 2.276,4
    5.072,0 5.169,8

Anhang für das Geschäftsjahr 2013

der Wacker Chemie AG

1 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und zusätzlicher, sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden, Anforderungen aufgestellt. Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und ggf. erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. Euro).

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB wurden abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite www.wacker.com zugänglich gemacht.

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2013 wurde in Anwendung der §§ 315 Abs. 3 i. V. m. 298 Abs. 3 HGB mit dem Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG im Geschäftsbericht der Wacker Chemie AG veröffentlicht.

2 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden. Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse aus Dienstleistungen.

Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Gewinne aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen phasengleich vereinnahmt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear pro rata temporis über maximal 7Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich linear pro rata temporis abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens 40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 25 Jahren und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 12 Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von 150 Euro direkt als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von 1.000 Euro als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen vor dem 1. Januar 2010 erfolgte die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern degressiv, sofern die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen erlaubte. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Dabei entspricht der beizulegende Zeitwert dem Marktpreis. Soweit kein aktiver Markt besteht, anhand dessen sich der Marktpreis ermitteln lässt, wird der beizulegende Zeitwert mit Hilfe anerkannter Bewertungsmethoden bestimmt. Zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen werden abgezinst.

Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederherstellungskosten oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Herstellungskosten werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip einer verlustfreien Bewertung beachtet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Teile der Finanzanlagen zweckgebunden angelegt und dem Zugriff der Wacker Chemie AG entzogen (Deckungsvermögen). Das Deckungsvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen aus Altersteilzeit verrechnet. Ein übersteigender Teil der Verpflichtungen wird als Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen. Übersteigt der Wert der angelegten Mittel den Wert der Verpflichtungen, erfolgt ein Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Insoweit besteht eine Ausschüttungssperre.

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null bilanziert. Sofern der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtlichen Verpflichtungen nicht deckt, werden Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu Anschaffungskosten aktiviert.

Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen. In fremder Währung werden sie zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes, der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive latente Steuern" angesetzt. Eine sich insgesamt nach Verrechnung ergebende Steuerentlastung wird unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt und unter Berücksichtigung von biometrischen Wahrscheinlichkeiten auf Basis modifizierter Richttafeln 1998 von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Erwartete künftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt.

Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses mit der Verpflichtung verrechnet. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden jährliche Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge aus dem Deckungsvermögen werden mit den Aufwendungen aus den Verpflichtungen saldiert ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dazu fließen zukünftige Preis- und Kostensteigerungen mit ein. Alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Disagios werden aktivisch abgegrenzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie dafür abgeschlossene Sicherungsgeschäfte, wie Devisentermingeschäfte und andere Währungsderivate, werden nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung bilanziert. Hierbei werden die Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Devisenkassamittelkursen und die Sicherungsgeschäfte mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet.

Zur Sicherung von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps, Devisenoptionen und Zinsderivate abgeschlossen. Dies führt bei bestehendem Sicherungszusammenhang zur Bildung von Bewertungseinheiten zwischen dem jeweiligen Grundgeschäft und den dafür abgeschlossenen Sicherungsgeschäften. Die Wacker Chemie AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab, als auch Risiken gleichartiger Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Geschäfte in Fremdwährung teilweise abgesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft innerhalb der Bewertungseinheit nach der sog. Einfrierungsmethode, d.h. durch Beibehaltung der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen, werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich positive und negative Wertoder Zahlungsstromänderungen pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden für Verlustüberhänge Drohverlustrückstellungen gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit es sich bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander verrechnet. In Einzelfällen kommt auch die sog. Durchbuchungsmethode zur Anwendung. Dabei werden sämtliche Marktwertveränderungen aufgrund von Währungsschwankungen sowohl beim Grund- als auch bei den Sicherungsgeschäften ergebniswirksam.

Kursgewinne bzw. Kursverluste aus dem operativen Geschäft und der kurzfristigen Finanzierung von Beteiligungsunternehmen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Kursgewinne bzw. -verluste aus langfristiger Finanzierung werden im sonstigen Finanzergebnis gezeigt.

3 Umsatzerlöse

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BEREICHE Umsatzerlöse
  2013 2012
WACKER SILICONES 1.305,4 1.269,9
WACKER POLYMERS 625,0 642,0
WACKER POLYSILICON 896,1 1.099,5
WACKER BIOSOLUTIONS 118,6 114,4
Sonstiges*) 198,2 172,3
  3.143,3 3.298,1

*) Unter dem Bereich "Sonstiges" werden Erlöse aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie seit 2013 Erlöse aus dem Salzgeschäft ausgewiesen.

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REGIONEN Umsatzerlöse (Sitz der Kunden)
  2013 2012
Deutschland 736,3 814,0
Übriges Europa 950,3 952,0
Amerika 307,2 338,6
Asien 1.007,3 1.059,5
Übrige Regionen 142,2 134,0
  3.143,3 3.298,1

4 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Währungsgeschäften, der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen und der Vereinnahmung von Anzahlungen, der Auflösung von Rückstellungen und Erträge aus Anlagenabgang und Beteiligungen ausgewiesen.

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  2013 2012
Erträge aus Währungsgeschäften 60,5 76,6
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen1) 14,2 24,4
Versicherungserstattungen 0,8 1,9
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen1) 0,1 0,1
Erträge aus Abgang von Anlagen und Beteiligungen1) 8,6 5,1
Subventionen/Zuschüsse 6,0 3,6
Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen/aus Vereinnahmung von Anzahlungen1) 91,9 158,0
Übrige betriebliche Erträge2) 6,5 9,7
  188,6 279,4

1) periodenfremde Erträge
2) darin enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr 0,0 Mio. Euro) aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten

5 Materialaufwand

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  2013 2012
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.476,6 -1.519,4
Aufwendungen für bezogene Leistungen -16,3 -16,8
  -1.492,9 -1.536,2

6 Personalaufwand

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  2013 2012
Löhne, Gehälter und Aufwendungen für Altersteilzeit -582,3 -581,8
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -98,2 -96,0
Aufwendungen für Altersversorgung -40,0 -48,3
  -720,5 -726,1

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge.

In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sowie Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, enthalten.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, werden im Zinsergebnis erfasst.

7 Abschreibungen

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  2013 2012
Planmäßige Abschreibungen -330,3 -341,3
Außerplanmäßige Abschreibungen -1,4 0,0
  -331,7 -341,3

Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen die Stilllegung einer kleineren Anlage.

Vor dem Hintergrund der veränderten Situation am Polysiliziummarkt wurde zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 eine Verkürzung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer von Infrastrukturanlagen und Betriebsvorrichtungen für Polysiliziumanlagen vorgenommen. Aufgrund der veränderten Marktsituation werden zukünftige technologische Entwicklungen eine Neukonzeption der bestehenden Infrastruktur notwendig machen. Die Verkürzung der Nutzungsdauer führte in 2012 zu einem Anstieg der Abschreibungen von rund 30 Mio. Euro.

8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten, Reparatur- / Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.

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  2013 2012
Aufwendungen aus Währungsgeschäften -62,5 -86,6
Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen -0,6 -1,1
Aufwendungen aus Anlagenabgang1) -7,0 -2,1
Vertriebskosten (Frachten, Vertreterkosten) -169,3 -166,8
Pachten, Mieten, Leasing -59,0 -59,4
Reparaturen, Instandhaltung, Fremdleistungen -154,0 -156,0
Übrige betriebliche Aufwendungen -154,3 -143,2
  -606,7 -615,2
Sonstige Steuern (Im Wesentlichen vermögensabhängige Steuern) -1,4 -1,2
  -608,1 -616,4

1) periodenfremde Aufwendungen

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge, Kostenübernahmen von Tochtergesellschaften, Reisekosten, sonstige personalbezogene Kosten, Beratungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen sowie Aufwendungen für Umweltschutz, rechtliche und andere Risiken enthalten.

Die Aufwendungen für Büromaterial und Kleinteile in Höhe von 41,4 Mio. Euro (Vorjahr 54,5 Mio. Euro) wurden unter den Materialaufwendungen ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

9 Finanzergebnis

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  2013 2012
Beteiligungsergebnis    
Erträge aus Gewinnübernahmen 32,5 33,4
Erträge aus Beteiligungen 34,6 7,9
davon verbundene Unternehmen (33,2) (6,5)
Aufwendungen aus Verlustübernahme -105,3 -112,0
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen -8,0 -70,0
Sonstige außerplanmäßige Beteiligungsabschreibungen 0,0 -105,0
  -46,2 -245,7

Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren insbesondere aus den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen mit der Alzwerke GmbH und der DRAWIN Vertriebs-GmbH. Im Geschäftsjahr 2013 sind die Aufwendungen aus Verlustübernahme, wie auch im Vorjahr, insbesondere durch die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH bedingt. Diese resultieren im Wesentlichen aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Siltronic AG. Die außerplanmäßigen Abschreibungen in 2013 betreffen die Anteile an der Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo.

Aufgrund einer angepassten Verrechnungspreispolitik zwischen den chinesischen Wacker Gesellschaften und dem assozierten Unternehmen Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang, China zur Herstellung von Siloxan wurden die Transferpreise für Siloxan in 2012 erheblich reduziert. Die Reduktion der Transferpreise führte in 2012 zu einer Wertberichtigung auf den Beteiligungsansatz der Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur in Höhe von 105,0 Mio. Euro.

Im Rahmen der Anpassung der Transferpreise für Siloxan wurde auch der Transferpreis für von der Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang, China hergestellte hochdisperse Kieselsäure (HDK) in 2012 reduziert. Diese Reduktion war Ursache für eine Wertberichtigung auf den Beteiligungsansatz der Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Ltd., Singapur in Höhe von 20,0 Mio. Euro.

Darüber hinaus wurde in 2012 eine Wertberichtigung auf den Beteiligungsansatz der Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, China in Höhe von 50 Mio. Euro vorgenommen.

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  2013 2012
Zinsergebnis    
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 10,3 8,2
davon verbundene Unternehmen (0,9) (0,3)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9,2 11,4
davon verbundene Unternehmen (7,9) (9,2)
Aufwendungen aus der Abzinsung von Forderungen und der Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten -42,1 -38,7
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -19,2 -20,9
davon verbundene Unternehmen (0,5) (1,1)
  -41,8 -40,0
Sonstiges Finanzergebnis    
Gewinne aus dem Abgang von Wertpapieren 0,6 0,4
Übrige finanzielle Erträge 19,1 11,4
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren -1,5 -0,7
Übrige finanzielle Aufwendungen -23,0 -16,0
  -4,8 -4,9
Finanzergebnis gesamt -92,8 -290,6

Die Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung resultieren im Wesentlichen aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 39,6 Mio. Euro (Vorjahr 32,1 Mio. Euro), der Aufzinsung anderer langfristiger Personalrückstellungen in Höhe von 4,7 Mio. Euro (Vorjahr 5,0 Mio. Euro) sowie aus der Abzinsung von Umweltrückstellungen in Höhe von 2,1 Mio. Euro (Vorjahr Aufzinsung in Höhe von 1,8 Mio. Euro). Der in der Aufzinsung der anderen langfristigen Personalrückstellungen enthaltene Aufwand aus Rückstellungen für Altersteilzeit beträgt 2,6 Mio. Euro (Vorjahr 3,0 Mio. Euro) und setzt sich zusammen aus der Verrechnung des Aufwands aus Aufzinsung des Erfüllungsbetrags 2,6 Mio. Euro (Vorjahr 3,2 Mio. Euro) und den Erträgen aus Deckungsvermögen 0,0 Mio. Euro (Vorjahr 0,2 Mio. Euro).

In den übrigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen sind Erträge bzw. Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzschulden in Fremdwährung und deren Absicherung in Höhe von 19,0 Mio. Euro bzw. -18,9 Mio. Euro (Vorjahr 11,2 Mio. Euro bzw. -11,6 Mio. Euro) enthalten.

10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Es bestehen per Saldo periodenfremde Steuererträge in Höhe von 0,8 Mio. Euro (im Vorjahr per Saldo periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 0,4 Mio. Euro). Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten.

Latente Steuern betreffen nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Insgesamt erwartet die Wacker Chemie AG als Organträger daraus zum 31. Dezember 2013 Steuerentlastungen in Höhe von 115,6 Mio. Euro (Vorjahr 86,5 Mio. Euro), da die passiven latenten Steuern durch die aktiven Steuerlatenzen bei Weitem kompensiert werden. Hierbei wurde ein kombinierter Steuersatz von 28,15 % (Vorjahr 27,38 %) zugrunde gelegt. Steuerliche Verlustvorträge bestehen nicht. In Ausübung des Wahlrechts aus § 274 Abs. 1 HGB wurde der Überhang nicht bilanziert.

Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 115,9 Mio. Euro (Vorjahr 86,9 Mio. Euro) verteilen sich auf das Anlagevermögen mit 35,9 Mio. Euro (Vorjahr 14,4 Mio. Euro), auf das Umlaufvermögen mit 3,8 Mio. Euro (Vorjahr 3,1 Mio. Euro), auf Pensionsverpflichtungen in Höhe von 52,3 Mio. Euro (Vorjahr 47,7 Mio. Euro) und die übrigen Rückstellungen u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste in Höhe von 23,9 Mio. Euro (Vorjahr 21,7 Mio. Euro).

Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen der anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände bzw. Verbindlichkeiten von insgesamt 0,3 Mio. Euro (Vorjahr 0,4 Mio. Euro).

11 Immaterielle Vermögensgegenstände

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  Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechte und Werten
Anschaffungskosten  
Anfangsstand 01.01.2013 125,9
Zugänge 1,3
Abgänge -1,1
Umbuchungen 1,5
Endstand 31.12.2013 127,6
Abschreibungen  
Anfangsstand 01.01.2013 120,0
Zugänge 3,6
Abgänge -1,1
Endstand 31.12.2013 122,5
Bilanzwert 31.12.2013 5,1
Bilanzwert 31.12.2012 5,9

12 Sachanlagen

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  Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten          
Anfangsstand 01.01.2013 675,2 4.284,3 419,7 82,4 5.461,6
Zugänge 8,4 68,3 17,4 59,1 153,2
Abgänge -0,9 -19,9 -12,8 0,0 -33,6
Umbuchungen 3,1 53,8 1,9 -60,3 -1,5
Endstand 31.12.2013 685,8 4.386,5 426,2 81,2 5.579,7
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2013 370,1 2.944,6 323,9 0,0 3.638,6
Zugänge 31,7 267,4 29,0 0,0 328,1
Abgänge -0,4 -13,3 -12,7 0,0 -26,4
Umbuchungen 0,0 1,9 -1,9 0,0 0,0
Endstand 31.12.2013 401,4 3.200,6 338,3 0,0 3.940,3
Bilanzwert 31.12.2013 284,4 1.185,9 87,9 81,2 1.639,4
Bilanzwert 31.12.2012 305,1 1.339,7 95,8 82,4 1.823,0

13 Finanzanlagen

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  Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen WMM Universal Fonds Ausleihungen an verbundene Unternehmen Ausleihungen an Beteiligungen Gesamt
Anschaffungskosten            
Anfangsstand 01.01.2013 2.401,6 124,2 140,0 88,2 0,0 2.754,0
Zugänge 195,8 0,0 60,0 0,9 92,2 348,9
Abgänge 0,0 -2,0 0,0 -89,1 0,0 -91,1
Währungseffekte 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Endstand 31.12.2013 2.597,4 122,2 200,0 0,0 92,2 3.011,8
Abschreibungen            
Anfangsstand 01.01.2013 1.195,2 105,2 0,0 0,0 0,0 1.300,4
Zugänge 8,0 0,0 0,0 0,0 3,4 11,4
Abgänge -0,1 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0
Endstand 31.12.2013 1.203,1 105,3 0,0 0,0 3,4 1.311,8
Bilanzwert 31.12.2013 1.394,3 16,9 200,0 0,0 88,8 1.700,0
Bilanzwert 31.12.2012 1.206,4 19,0 140,0 88,2 0,0 1.453,6

Die Zugänge an Anteilen an verbundenen Unternehmen resultieren aus Kapitalerhöhungen bei der Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie, Amsterdam, in Höhe von 191,1 Mio. Euro, der Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München, in Höhe von 2,8 Mio. Euro und der Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo in Höhe von 1,9 Mio. Euro.

Die Zugänge zu den Abschreibungen betreffen die Anteile an Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo.

Im Geschäftsjahr 2013 wurde von der Wacker Chemie AG der geschlossener Fonds (WMM-Universal-Fonds) um 60,0 Mio. Euro aufgestockt. Die Wacker Chemie AG hält sämtliche Fondsanteile in Höhe von 200,0 Mio. Euro, die unter den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesen werden. Die vom Fonds erworbenen Wertpapiere stellen bei diesem Sondervermögen nach § 6 KAGG dar. Anlageziel des Fonds ist Kapitalwachstum bei einem ausgewogenen Rendite-Risikoverhältnis im Rahmen einer konservativen Anlagepolitik. Das Fondsvermögen betrug zum Stichtag 197,5 Mio. Euro (im Vorjahr 142,3 Mio. Euro) und war zu ca. 98 % (Vorjahr 90 %) in festverzinsliche Wertpapiere investiert, wobei der Schwerpunkt der Anlagen im relativ ausfallsicheren Bereich bonitätsstarker Unternehmensanleihen liegt. Eine Abwertung auf den beizulegenden Zeitwert des Fondsvermögens erfolgte nicht, da es sich bei den festverzinslichen Wertpapieren um Anleihen handelt, die zum Zeitpunkt der Endfälligkeit zum Nominalwert eingelöst werden. Das restliche Vermögen in Höhe von 4,9 Mio. Euro (Vorjahr 9,9 Mio. Euro) wurde als Liquidität und Zinsforderung gehalten. Ausschüttungen aus dem Fonds werden im Zinsergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2013 wurden 5,3 Mio. Euro (Vorjahr 0,2 Mio. Euro) ausgeschüttet.

Im Dezember 2012 hat die Wacker Chemie AG ein langfristiges Darlehen an die Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie, Amsterdam zur Weiterreichung an die Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang gegeben. In 2013 hat die Wacker Chemie AG das Darlehen an die Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang im Rahmen einer Aufrechnung (inklusive der aufgelaufenen Zinsen) direkt übernommen und unter den Ausleihungen an Beteiligungen ausgewiesen.

Eine Aufstellung des Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG ist Bestandteil des Anhangs (siehe Ziffer 31).

14 Vorräte

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  2013 2012
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 80,3 92,5
Erzeugnisse, Waren 307,4 354,0
Nicht abgerechnete Leistungen 0,9 1,0
  388,6 447,5

Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen überwiegend erbrachte, aber noch nicht abgerechnete, Leistungen für Tochtergesellschaften.

15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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  2013   2012  
  Gesamt davon Restlaufzeit über 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 347,3 0,0 330,1 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 475,6 0,0 676,7 0,0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 10,2 0,0 10,2 0,0
Sonstige Vermögensgegenstände 107,4 7,3 118,8 9,6
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 593,2 7,3 805,7 9,6
  940,5 7,3 1.135,8 9,6

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 83,8 Mio. Euro (Vorjahr 109,4 Mio. Euro) sowie Darlehens- und Cash Pool Forderungen in Höhe von 391,4 Mio. Euro (Vorjahr 566,9 Mio. Euro).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende größere Einzelposten ausgewiesen: Forderungen an Steuerbehörden in Höhe von 53,5 Mio. Euro (Vorjahr 73,2 Mio. Euro), Ansprüche aus Investitionsförderungsmaßnahmen in Höhe von 3,4 Mio. Euro (Vorjahr 2,0 Mio. Euro), geleistete Vorauszahlungen an die Pensionskasse in Höhe von 30,5 Mio. Euro (Vorjahr 26,7 Mio. Euro) sowie Forderungen an Lieferanten in Höhe von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr 3,4 Mio. Euro).

Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen langfristigen Teile betreffen körperschaftsteuerrechtliche Guthaben, welche seit dem Jahr 2008 in 10 gleichen Jahresraten zurückgezahlt werden. Aufgrund der langen Laufzeit sind diese unverzinslichen Forderungen abgezinst.

16 Wertpapiere

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  2013 2012
Beteiligungen an Fonds (Altersteilzeit) 6,9 3,0
Sonstige Wertpapiere 51,2 172,4
Insgesamt 58,1 175,4

Bei den Beteiligungen an Fonds handelt es sich um Wertpapiere die im Zusammenhang mit der Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen stehen und nicht mehr zur Abdeckung der Zahlungsverpflichtungen aus Altersteilzeit benötigt werden.

Bei den sonstigen Wertpapieren handelt es sich um sogenannte Commercial Paper mit einer Laufzeit unter drei Monaten. In 2012 handelte es sich im Wesentlichen um Anleihen unterschiedlicher Emittenten mit erstklassiger Bonität. Diese sind im Laufe des Jahres 2013 ausgelaufen bzw. wurden im Geschäftsjahr veräußert.

17 Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten sowie Mieten und Disagios erfasst, soweit diese zukünftige Geschäftsjahre betreffen. Soweit Investitionszuschüsse/Kostenzuschüsse an Lieferanten geleistet wurden, denen Leistungen seitens des Lieferanten erst in den Folgejahren entsprechen, werden die Zahlungen ebenfalls aktivisch abgegrenzt.

Die Disagios betragen 2,4 Mio. Euro (Vorjahr 3,4 Mio. Euro).

18 Eigenkapital

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  Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage Andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Gesamt
01.01.2013 248,4 157,4 1.000,0 654,3 2.060,1
Ausschüttung* 0,0 0,0 0,0 -29,8 -29,8
Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0 11,6 11,6
31.12.2013 248,4 157,4 1.000,0 636,1 2.041,9

* Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung vom 08.05.2013.

Der im Bilanzgewinn enthaltene Gewinnvortrag beträgt 624,5 Mio. Euro (Vorjahr 639,4 Mio. Euro).

Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien. Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617 Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000 Euro entspricht dies einem Wert von 12.373.085 Euro (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden.

Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf 38,2 Mio. Euro (Vorjahr 49,2 Mio. Euro) und liegt um 0,9 Mio. Euro (Vorjahr 0,9 Mio. Euro) über den Anschaffungskosten. Dem ausschüttungsgesperrten Betrag von 0,9 Mio. Euro (§ 268 Abs. 8 HGB) stehen freiverfügbare Gewinnrücklagen von 1.000,0 Mio. Euro gegenüber. Eine Ausschüttungssperre bezogen auf den Bilanzgewinn von 636,1 Mio. Euro besteht somit nicht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.

Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht (www.unternehmensregister.de ).

19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für Mitarbeiter der Wacker Chemie AG wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Ab dem Geschäftsjahr 2014 erhöht sich der Firmenbeitrag von 350 % auf 400 % der Mitgliedsbeiträge. Die Wacker Chemie AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf der Pensionskasse zu sichern, soweit er nicht aus laufenden Mitgliedsbeiträgen der Wacker Chemie AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden kann. Eine Unterdeckung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG besteht zum Stichtag nicht.

Darüber hinaus gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungspflichtigen Direktzusagen. Weiter besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln.

Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet.

Für die Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameter zugrunde gelegt:

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  2013 2012
Rechnungszins (p.a.) 4,89% 5,05%
Einkommenssteigerung (p.a.) 3,00% 3,00%
Erhöhung der Bemessungsgrundlage 2,00% 2,00%
Rentenanpassung    
- Grund- und Zusatzversorgung 2,00% 2,00%
- Gehaltsumwandlung 2,50 % bzw. 1,00 % 2,50 % bzw. 1,00 %
Sterblichkeit HEU98MOD6085 HEU98MOD6085

20 Andere Rückstellungen

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  2013 2012
Steuerrückstellungen 69,4 59,0
Sonstige Rückstellungen 259,0 238,6
  328,4 297,6

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Beträge für regelmäßige Steuerprüfungen.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Personalverpflichtungen, Umweltschutz, Gewährleistung, Schadenersatzleistungen, ausstehende Rechnungen, Rabatte und Boni. Daneben bestehen Rückstellungen für die ordnungsgemäße Rekultivierung von Deponien.

Die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 30,1 Mio. Euro (Vorjahr 27,0 Mio. Euro) umfassen ratierlich zugeführte Aufwendungen für Lohn-/ Gehaltszahlungen und Sozialabgaben an Mitarbeiter in der Freistellungsphase (Erfüllungsrückstand) sowie Aufstockungsbeträge und Abfindungen in voller Höhe. Die Rückstellung berücksichtigt alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze. Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls in die Rückstellung einbezogen.

Der Betrag der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2013 belief sich auf 68,3 Mio. Euro (Vorjahr 76,2 Mio. Euro). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf 38,2 Mio. Euro (Vorjahr 49,2 Mio. Euro). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betrugen 37,3 Mio. Euro (Vorjahr 48,3 Mio. Euro).

Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen Entgelt- und Rentenanpassungen entsprechen den bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2013 zugrunde gelegte Rechnungszins beträgt 3,47 % (Vorjahr 3,81 %).

21 Finanzverbindlichkeiten

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  2013 Gesamt davon Restlaufzeit 2012 Gesamt davon Restlaufzeit
    bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre   bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 819,1 0,0 0,0 857,1 69,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 286,5 286,5 0,0 190,0 190,0 0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 8,1 8,1 0,0 9,1 9,1 0,0
  1.113,7 294,6 0,0 1.056,2 268,1 0,0

22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten

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  2013 Gesamt davon Restlaufzeit 2012 Gesamt davon Restlaufzeit
    bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre   bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 155,9 155,9 0,0 154,4 153,9 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 10,3 10,3 0,0 10,3 10,3 0,0
Verbindlichkeiten aus Steuern 10,0 10,0 0,0 9,3 9,3 0,0
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,0 0,0 0,0 0,4 0,4 0,0
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 0,2 0,2 0,0 0,2 0,2 0,0
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung 0,0 0,0 0,0 0,9 0,9 0,0
Erhaltene Anzahlungen 836,0 274,8 16,1 1.020,9 228,2 58,0
Sonstige Verbindlichkeiten 4,5 4,5 0,0 23,8 23,8 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 861,0 299,8 16,1 1.065,8 273,1 58,0

Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen für Polysilizium.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

23 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

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  2013 2012
WACKER SILICONES 2.510 2.337
WACKER POLYMERS 895 905
WACKER POLYSILICON 1.939 2.133
WACKER BIOSOLUTIONS 213 205
Sonstiges 3.888 3.960
  9.445 9.540

24 Nicht in der Bilanz enthaltene Haftungsverhältnisse

Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.

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  2013 2012
Bürgschaften 623,4 509,5
davon für verbundene Unternehmen (589,7) (314,9)

Die angegebenen Bürgschaften betreffen im Wesentlichen die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen. Weiter enthält der Betrag Vertragserfüllungsgarantien für Tochterunternehmen, Bürgschaften für Kundenanzahlungen an Tochterunternehmen und ehemalige assoziierte Unternehmen sowie Garantien für die Rückzahlung von Fördermitteln, die an Tochterunternehmen gegeben wurden. Darüber hinaus sichert sie die Bezahlung von Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen in unbegrenzter Höhe ab.

Die Wacker Chemie AG haftet zudem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen Tochtergesellschaften, mit denen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge bestehen.

Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen, für die die Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich.

25 Sonstige finanzielle Verpflichtungen/Prüferhonorare

Die nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.

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  2013 2012
Miet-, Pacht- und Leasingverträge    
Ausgaben im Folgejahr 31,6 37,5
Ausgaben im 2. - 4. Jahr 63,3 71,5
Ausgaben im 5. Jahr und später 32,0 45,1
  126,9 154,1

Es besteht ein Mietvertrag für das Gebäude der Hauptverwaltung München mit der PK Wacker GSG GmbH & Co. KG, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis Oktober 2021. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das Gebäude.

Ein Leasingvertrag besteht für ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. Es besteht das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern die Wacker Chemie AG oder ein mit ihr verbundenes Unternehmen dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden.

Weiter bestehen Miet- und Pachtverträge für Lagergebäude, Maschinen, technische Anlagen, Kesselwagen, Container, IT-Equipment und den Fuhrpark.

Die Leasing- und Pachtverträge dienen der vereinfachten Beschaffung von Betriebsmitteln und Finanzierung von Anlagevermögen. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

Für die Abnahme von Produkten, die in Lohnfertigung hergestellt werden, bestehen darüber hinaus Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 5,4 Mio. Euro (Vorjahr 5,4 Mio. Euro) über die nächsten drei Jahre.

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  2013 2012
Bestellobligo Investitionsvorhaben 54,1 59,1
davon für verbundene Unternehmen (0,0) (0,0)

Neben dem Bestellobligo für Investitionsvorhaben bestehen wesentliche langfristige Abnahmeverpflichtungen aus Strom-, Gas- und Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2023. Zum 31. Dezember 2013 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung nominal auf insgesamt 1,80 Mrd. Euro (Vorjahr 2,16 Mrd. Euro). Die Verträge dienen der Sicherstellung der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang benötigt werden.

Die oben genannten sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten auch eventuelle Liquiditätsbelastungen aus möglichen anteiligen EEG Umlage-Nachzahlungen. Mitte Dezember 2013 hat die EU-Kommission ein Beihilfe-Verfahren zum EEG eingeleitet. Gegenstand des Verfahrens ist u.a., ob die ab Geltung des EEG i.d.F. vom 1.1.2012 für 2013 gewährten Teilbefreiungen von stromintensiven Unternehmen gerechtfertigt sind oder den Wettbewerb möglicherweise ungebührend verfälschen. Als stromintensives Unternehmen wurde der Wacker Chemie AG antragsgemäß eine solche Teilbefreiung gewährt. Im Fall eines negativen Ausgangs des Verfahrens drohen der Gesellschaft entsprechende Nachzahlungen. Die Bundesregierung ist unter Berufung auf geltende EuGH-Rechtsprechung und der anstehenden EEG-Novellierung überzeugt, die Bedenken der EU-Kommission gegen die Rechtmäßigkeit der Entlastung ausräumen zu können. Angesichts dessen bewertet die Wacker Chemie AG das Risiko einer künftigen Belastung durch EEG Umlage-Nachzahlung derzeit als gering.

Weiter hat sich die Wacker Chemie AG zur langfristigen Unterstützung eines assoziierten Unternehmens verpflichtet. Diese erfolgt insbesondere durch die langfristig vereinbarte Abnahme von Rohstoffen durch Tochterunternehmen in Höhe von jährlich rund 100 Mio. EUR.

Die Wacker Chemie AG hat im Rahmen von Investitionstätigkeiten Zulagen sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand erhalten. Diese sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Die Dauer für die Erfüllung dieser Bedingungen ist zeitlich begrenzt.

Von Zeit zu Zeit ist die Wacker Chemie AG in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft keine negativen Auswirkungen.

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  2013 2012
Honoraraufwand für den Abschlussprüfer    
Abschlussprüfung 0,5 0,5
Andere Bestätigungsleistungen 0,2 0,2
  0,7 0,7

Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen vor allem die Kosten für unterjährige prüferische Durchsichten und einige Sonderleistungen.

26 Derivative Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Zur Sicherung von Zinsänderungsrisiken werden Zinsderivate abgeschlossen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und des Zahlungsmitteleingangs, soweit sie auf Wechselkurs-, Zinssatz- und Rohstoffpreisänderungen beruhen, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien.

Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:

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  Währungsderivate Zinsderivate
  2013 2012 2013 2012
Nominalwerte 453,3 613,0 0,0 25,0
Marktwerte -24,7 -10,0 0,0 -0,1
Kreditrisiko 6,3 3,3 0,0 0,0

Die abgeschlossenen Währungsderivate haben Laufzeiten von maximal 13 Monaten (Vorjahr 23 Monaten). Die Zinsderivate wurden am 28. März 2013 beendet (Marktwert Vorjahr -0,1 Mio. Euro).

Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte und stellt die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners dar. Die Geschäfte werden deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung von den am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei werden Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Einen wesentlichen Umfang der Sicherungsmaßnahmen stellt die Abdeckung der Währungsrisiken aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus ausgereichten und empfangenen Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen dar. Zur Abdeckung dieser Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps mit einem Nominalvolumen von 202,3 Mio. Euro (Vorjahr 393,8 Mio. Euro) abgeschlossen. Gleichartige Grundgeschäfte werden zu Portfolien zusammengefasst. Daraus ergeben sich positive beizulegende Zeitwerte in Höhe von 1,3 Mio. Euro (Vorjahr 1,8 Mio. Euro) sowie negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr 0,8 Mio. Euro), welche als Drohverlustrückstellung erfasst werden. Diese Geschäfte werden im Jahr 2014 fällig.

Zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte in Fremdwährung bestehen Devisentermingeschäfte im Nominalwert von 151,2 Mio. Euro (Vorjahr 119,4 Mio. Euro) mit einer maximalen Restlaufzeit von 13 Monaten (Vorjahr 12 Monate). Zu den erwarteten Geschäften gehören noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Für diese sogenannten strategischen Geschäfte werden -soweit zulässig- Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Der beizulegende Zeitwert der strategischen Geschäfte beläuft sich insgesamt auf 5,0 Mio. Euro (Vorjahr 0,5 Mio. Euro). Bei den Bewertungseinheiten werden nach der sogenannten Einfrierungsmethode positive wie negative Marktwerte in Höhe von 4,3 Mio. Euro nicht bilanziert (Vorjahr 0,8 Mio. Euro). Aus glattgestellten Geschäften ergeben sich Vermögensgegenstände von 0,6 Mio. EUR (Vorjahr 0,6 Mio. EUR) aber keine Verbindlichkeiten (Vorjahr 0,9 Mio. Euro). Negative Marktwerte bzw. eine Drohverlustrückstellung aus offenen Geschäften, für die keine Bewertungseinheiten bestanden, gab es zum Jahresende und im Vorjahr nicht.

Des Weiteren hat die Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2012 einen Kredit über 10 Mrd. Yen mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Zur Absicherung des Wechselkursrisikos wurden zwei Devisenswaps mit einem Nominalvolumen von 10 Mrd. Yen (99,8 Mio. Euro) abgeschlossen, die bis zur Endfälligkeit des Darlehens gehalten werden. Es handelt sich um Devisenswaps mit Laufzeiten von zwei Jahren mit verpflichtender Anschlusssicherung. Das Darlehen bzw. die Sicherungsgeschäfte wurden nach § 254 HGB als Bewertungseinheit nach der Durchbuchungsmethode bilanziert, d.h. sämtliche Marktwertveränderungen aufgrund von Währungsschwankungen werden sowohl beim Grund- als auch bei den Sicherungsgeschäften ergebniswirksam. Die sich am Bilanzstichtag ausgleichenden Fremdwährungseffekte wurden im übrigen finanziellen Ertrag bzw. im übrigen finanziellen Aufwand ausgewiesen. Der Buchwert des Grundgeschäfts erfuhr eine Anpassung durch die Abwertung der Finanzschuld, die Anpassung der Sicherung erfolgte über die Bildung einer Rückstellung für Bewertungseinheiten und Drohverlusten in Höhe von 30,5 Mio. Euro (Vorjahr 11,6 Mio. Euro).

Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Wacker Chemie AG grundsätzlich nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung der Fair Values von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren. Die Effektivität für die Sicherung der langfristigen Finanzschuld ist aufgrund der identischen Nominalvolumina bzw. des abgesicherten Währungsrisikos von 10 Mrd. Yen stets zu 100% gegeben.

Die im Rahmen einer Teilveräußerung einer kleineren Beteiligung dem Erwerber in 2012 gegebene Call-Option auf die verbliebenen Anteile wurde in 2013 ausgeübt.

Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten ergeben, zusammen:

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  2013 2012
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus glattgestellten Geschäften, Zinsabgrenzungen sowie Prämienaufwendungen für am Stichtag offene Devisenoptionen 0,6 0,6
Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten Zinsabgrenzungen, Verbindlichkeiten aus glattgestellten Geschäften und Kaufoptionen 0,0 3,0
Sonstige Rückstellungen für noch offene Derivat-Geschäfte 31,0 12,5

27 Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands

Der Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983 Stammaktien) einen Betrag von 0,50 Euro je Stückaktie, insgesamt also 24.838.991,50 Euro auszuschütten. Der verbleibende Restbetrag des Bilanzgewinns in Höhe von 611.306.468,12 Euro soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

28 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahestehenden Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen von nur untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch in geringem Umfang zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des Anhangs ersichtlich. Den Beteiligungsunternehmen wurden im Berichtsjahr Umsätze, Lizenzerlöse sowie Verwaltungskostenumlagen in Höhe von 47,4 Mio. Euro (Vorjahr 57,6 Mio. Euro) belastet. Umgekehrt haben Beteiligungsunternehmen für Materialbezüge und Provisionen im Berichtsjahr 0,7 Mio. Euro (Vorjahr 0,7 Mio. Euro) in Rechnung gestellt.

Im Rahmen der Unterstützung eines assoziierten Unternehmens übernahm die Wacker Chemie AG im Berichtsjahr 24,3 Mio. Euro Beschaffungskosten für ihre Tochtergesellschaften in China.

Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter Ziffer 24 ausgewiesen.

Zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen siehe Ziffer 13. Die in der Ausleihung an Beteiligungen enthaltenen aktivierten Zinserträge für den Berichtszeitraum betragen 3,1 Mio. Euro.

Die Wacker Chemie AG mietet das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörige Grundstück seit Oktober 2011 von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die daraus entstanden Mietaufwendungen belaufen sich auf 4,3 Mio. Euro (Vorjahr 4,3 Mio. EUR). Zuweisungen an die Pensionskasse führten zu einem Aufwand von 27,4 Mio. Euro (Vorjahr 26,7 Mio. Euro). Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen gegenüber der Pensionskasse in Höhe von 30,5 Mio. Euro (Vorjahr: 26,7 Mio. Euro).

30 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG

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Vergütungen für Organe (Euro) Feste Vergütung Variable Vergütung Altersversorgung Insgesamt
Vorstandsvergütung 2013 2.273.953 1.945.000 1.829.267 6.048.220
Vorstandsvergütung 2012 2.593.532 2.976.000 1.856.316 7.425.848
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder 2013       18.136.630
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder 2012       23.875.776
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2013       2.162.941
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2012       1.346.172
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2013       28.152.095
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2012       21.932.911
Aufsichtsratsvergütung 2013 1.758.482 0   1.758.482
Aufsichtsratsvergütung 2012 1.758.000 0   1.758.000

Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum 31.12.2012 wurden diesem anstellungsvertragliche Leistungen bis zum 30.04.2013 und eine Karenzentschädigung von insgesamt 800.092 € zugesagt.

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG und beinhaltet die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind nachfolgend unter "Organe der Wacker Chemie AG" aufgeführt.

31 Aufstellung des Anteilsbesitzes

An den nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder mittelbar mindestens 20 % der Anteile (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich bei den inländischen Gesellschaften um Beträge nach HGB, bei den ausländischen Gesellschaften um Beträge, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ermittelt wurden.

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Lfd. Nr. Ges. Nr. Stand 31.12.2013 Kennzeichen Eigenkapital
in T€
Jahresergebnis Kapitalanteil
in %
    Verbundene Unternehmen        
    Deutschland        
1 103 Alzwerke GmbH, München a) , b) 7.160 0 100,00
2 107 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Ottobrunn a) , b) 5.016 0 100,00
3 110 W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München2)   156 126 51,00
4 114 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München a) , b) 26 0 100,00
5 120 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München   30 0 100,00
6 164 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz   27 0 100,00
7 127 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München   80 0 100,00
8 128 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München   36 0 100,00
9 129 Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München a) , b) 387.727 0 100,00
10 136 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München   28 0 100,00
11 150 Wacker Biotech GmbH, Jena a) , b) 290 0 100,00
12 151 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München   25 0 100,00
13 152 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München a) , b) 2.753 0 100,00
14 400 Siltronic AG, München a) , b) 718.048 0 90,00
            10,00
    Übriges Europa        
15 203 Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande   919.900 4.505 100,00
16 204 Wacker-Chemicals Ltd., Egham, Surrey, Großbritannien   812 678 100,00
17 209 Wacker-Chemie Italia S.r.L., Peschiera Borromeo/Mailand, Italien   2.395 783 100,00
18 210 Wacker-Chemie Benelux B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande   394 376 100,00
19 211 Wacker Chimie S.A.S., Lyon, Frankreich   492 293 100,00
20 212 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden   703 519 100,00
21 213 Wacker Química Ibérica, S.A., Barcelona, Spanien   317 178 100,00
22 217 Siltronic Holding International B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande   304.427 33.409 100,00
23 218 Wacker-Chemie S.r.o., Prag, Tschechien   3.171 158 100,00
24 219 Wacker-Chemie Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen   393 249 100,00
25 220 Wacker-Chemie Hungária Kft., Budapest, Ungarn   294 98 100,00
26 224 OOO Wacker Chemie RUS, Moskau, Russland   1.081 773 100,00
27 226 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Norwegen   37.219 933 100,00
    Amerika        
28 308 Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien   2.002 -7.482 100,00
29 309 Wacker Mexicana S.A. de C.V., Mexiko, D.F., Mexiko   1.178 519 100,00
30 310 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA   950.169 15.052 100,00
31 347 Wacker Polysilicon North America L.L.C., Cleveland, Tennessee, USA   424.298 -49.812 100,00
32 440 Siltronic Corp., Portland, Oregon, USA   19.997 6.214 100,00
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Lfd. Nr. Ges. Nr. Stand 31.12.2013 gehalten über lfd. Nummer1)
    Verbundene Unternehmen  
    Deutschland  
1 103 Alzwerke GmbH, München 0
2 107 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Ottobrunn 0
3 110 W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München2) 0
4 114 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München 0
5 120 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München 22
6 164 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz 0
7 127 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München 22
8 128 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München 0
9 129 Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München 0
10 136 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München 0
11 150 Wacker Biotech GmbH, Jena 0
12 151 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München 0
13 152 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München 0
14 400 Siltronic AG, München 9
      0
    Übriges Europa  
15 203 Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande 0
16 204 Wacker-Chemicals Ltd., Egham, Surrey, Großbritannien 0
17 209 Wacker-Chemie Italia S.r.L., Peschiera Borromeo/Mailand, Italien 0
18 210 Wacker-Chemie Benelux B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande 15
19 211 Wacker Chimie S.A.S., Lyon, Frankreich 0
20 212 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden 0
21 213 Wacker Química Ibérica, S.A., Barcelona, Spanien 0
22 217 Siltronic Holding International B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande 14
23 218 Wacker-Chemie S.r.o., Prag, Tschechien 0
24 219 Wacker-Chemie Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen 0
25 220 Wacker-Chemie Hungária Kft., Budapest, Ungarn 0
26 224 OOO Wacker Chemie RUS, Moskau, Russland 0
27 226 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Norwegen 15
    Amerika  
28 308 Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien 0
29 309 Wacker Mexicana S.A. de C.V., Mexiko, D.F., Mexiko 0
30 310 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA 15
31 347 Wacker Polysilicon North America L.L.C., Cleveland, Tennessee, USA 30
32 440 Siltronic Corp., Portland, Oregon, USA 22

Kennzeichen

a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden(§ 264 Abs. 3 HGB).
1) Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2) Zahlen des Vorjahres

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Lfd. Nr. Ges. Nr. Stand 31.12.2013 Kennzeichen Eigenkapital
in T€
Jahresergebnis Kapitalanteil
in %
    Verbundene Unternehmen        
    Asien        
33 304 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur   1.697 406 100,00
34 314 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong, China   2.760 166 100,00
35 317 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien   26.815 6.517 51,00
36 319 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, Korea   24.005 2.371 100,00
37 328 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan   466 377 100,00
38 331 Wacker Chemicals Trading (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China   8.858 346 100,00
39 334 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur   47.928 -14 51,00
40 336 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang, China   10.441 1.122 51,00
41 337 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang, China   33.061 -480 100,00
42 338 Wacker Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi, China   4.355 603 100,00
43 343 Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, China   90.884 53.666 100,00
44 344 Wacker Polymer Systems (Nanjing) Co. Ltd., Nanjing, China   45.585 -871 100,00
45 345 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai, Indien   2.828 217 100,00
46 410 Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur   94.108 20.183 100,00
47 411 Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur   619 594 100,00
48 412 Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan   -6.661 7.587 100,00
    Übrige Regionen        
49 306 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Melbourne, Australien   396 186 100,00
50 346 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai, VAE   3.117 844 100,00
    Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen3)        
51 307 Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan   12.813 3.751 50,00
52 335 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur   319.991 2.738 25,00
53 340 Wacker Dymatic (Shunde) Co. Ltd., Guangdong, China   19.236 5.579 50,00
54 415 Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd., Singapur   -41.478 -84.306 50,00
    Sondervermögen4)        
56 165 WMM-Universal-Fonds, Deutschland   198.205 2.288 100,00
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Lfd. Nr. Ges. Nr. Stand 31.12.2013 gehalten über lfd. Nummer1)
    Verbundene Unternehmen  
    Asien  
33 304 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur 0
34 314 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong, China 0
35 317 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien 0
36 319 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, Korea 15
37 328 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan 0
38 331 Wacker Chemicals Trading (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China 34
39 334 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur 0
40 336 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang, China 39
41 337 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang, China 43
42 338 Wacker Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi, China 43
43 343 Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, China 0
44 344 Wacker Polymer Systems (Nanjing) Co. Ltd., Nanjing, China 43
45 345 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai, Indien 15
46 410 Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur 22
47 411 Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur 22
48 412 Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan 22
    Übrige Regionen  
49 306 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Melbourne, Australien 0
50 346 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai, VAE 0
    Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen3)  
51 307 Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan 0
52 335 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur 0
53 340 Wacker Dymatic (Shunde) Co. Ltd., Guangdong, China 43
54 415 Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd., Singapur 22
    Sondervermögen4)  
56 165 WMM-Universal-Fonds, Deutschland 0

1) Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2) Zahlen des Vorjahres
3) Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft
4) Anteile am Sondervermögen, Angaben nach IFRS

32 Veröffentlichung

Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HR B 159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen.

 

München, den 5. März 2014

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Tobias Ohler

Joachim Rauhut

Auguste Willems

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker 1 , 2 , 3

Vorsitzender

Starnberg

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Beirats

Giesecke & Devrient GmbH

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums

ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Anton Eisenacker * 1 , 2 , 3

Stv. Vorsitzender

Perach

Industriemeister Chemie

Peter Áldozó *

Burghausen

Personalfachkaufmann

Dr. Gregor Biebl

(seit 08. Mai 2013)

München

Leitender Ministerialrat,

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen

Matthias Biebl

München

Rechtsanwalt und Banksyndikus

UniCredit Bank AG

Dr. Werner Biebl

(bis 08. Mai 2013)

München

Generalstaatsanwalt a. D.,

Geschäftsführer der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH

Dagmar Burghart *

(seit 08. Mai 2013)

Kirchdorf

Industriemechanikerin

Stv. Aufsichtsratsvorsitzende

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Marko Fartelj *

(bis 08. Mai 2013)

Kirchdorf

Anlagenfahrer

Konrad Kammergruber *

Burghausen

Leiter Infrastruktur Services

Eduard-Harald Klein *

Neuötting

Operator

Manfred Köppl * 1

Kirchdorf

Industriemechaniker

Franz-Josef Kortüm 1 , 2

München

ehem. Vorstandsvorsitzender der Webasto SE

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Webasto SE

Mitglied des Aufsichtsrats

Schaeffler AG

Vorsitzender des Beirats

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG (seit Juli 2013)

Seppel Kraus *

Olching

Landesbezirksleiter IG BCE, Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats

Novartis Deutschland GmbH

Hexal AG

Gerresheimer AG

Harald Sikorski *

München

Bezirksleiter IG BCE, Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

* Arbeitnehmervertreter
** Verbundene Unternehmen

1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Bernd W. Voss)

Dr. Thomas Strüngmann

Tegernsee

Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH

Dr. Bernd W. Voss 3

Kronberg, i.T.

Ehemaliges Mitglied des Vorstands Dresdner

Bank AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Continental AG

Mitglied des Zentralen Beirats

Commerzbank AG (bis 31. Dezember 2013)

Dr. Susanne Weiss

München

Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss

Walter Fischer-Zernin

Vorsitzende des Aufsichtsrats

ROFA AG

Mitglied des Aufsichtsrats und des Beirats

Giesecke & Devrient GmbH

Mitglied des Aufsichtsrats

UniCredit Bank AG

Hypo Vereinsbank AG (bis 31. Dezember 2013)

Porr AG, Österreich

Schattdecor AG (seit 24. Juni 2013)

Vorsitzende des Beirats

Alu-Sommer GmbH, Österreich

(seit September 2013)

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München

Professor emeritus für Biochemie an der LMU

München, Secretary General, Human Frontier

Science Program (HFSP), Straßburg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

MediGene AG (bis 16. Juli 2013)

Mitglied des Aufsichtsrats

Bayer AG

* Arbeitnehmervertreter
** Verbundene Unternehmen

1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Bernd W. Voss)

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte

Konzernentwicklung

Corporate Communications

Investor Relations

Konzernrevision

Recht

Compliance

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (bis 26. Februar 2013)

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Mitglied des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Beirats Bayern

Deutsche Bank AG

Dr. Tobias Ohler

WACKER POLYMERS

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor)

Technischer Einkauf & Logistik

Einkauf Rohstoffe

Region Asien

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (seit 26. Februar 2013)

Dr. Joachim Rauhut

SILTRONIC

Bilanzierung und Steuern

Konzerncontrolling

Finanzen und Versicherungen

Zentrale Ingenieurtechnik

Information Technology

Region Amerika

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (bis 26. Februar 2013)

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

MTU Aero Engines AG

B. Braun Melsungen AG

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (seit 26. Februar 2013)

Mitglied des Beirats

J. Heinrich Kramer Holding GmbH

Mitglied des Regionalbeirats Süd

Commerzbank AG

Auguste Willems

WACKER SILICONES

WACKER BIOSOLUTIONS

Sales and Distribution

Forschung und Entwicklung

Intellectual Property

Werkleitungen

Corporate Security

Umwelt/Gesundheit/Safety

Product Stewardship

Regionen Europa, Middle East

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Mitglied des Landesbeirats Bayern

TÜV Süd AG

** Verbundene Unternehmen

Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind.

 

München, den 5. März 2014

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Tobias Ohler

Joachim Rauhut

Auguste Willems

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung der Wacker Chemie AG, München, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 5. März 2014

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft