Wacker Chemie AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014

Jahresabschluss zum 31.12.2014 Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die an mehr als 3.500 Kunden in über 100 Länder geliefert werden. In unzähligen Dingen des täglichen Lebens kommen WACKER-Produkte zum Einsatz. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. 80 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 20 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die Konsumgüter-, die Nahrungsmittel-, die Pharma-, die Textil-, die Solar-, die Elektro- und Elektronik- und die chemische Grundstoffindustrie sowie die Medizintechnik, die Biotechnologie und der Maschinenbau. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Automobil- und Bauindustrie vertreten. Mit der Produktion von Siliciumwafern zählen wir zu den wichtigsten Zulieferern der Halbleiterindustrie. Starke Dynamik entwickelte in den vergangenen Jahren das Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Solarindustrie. Hier gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt.

Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit

WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2014 haben wir unser bereits bestehendes technisches Kompetenzzentrum für Siliconanwendungen in Kalkutta erweitert. In Manila, Philippinen, hat WACKER ein neues Vertriebsbüro eröffnet. Insgesamt unterhält WACKER 52 Vertriebsbüros in 28 Ländern.

Neuer Produktionsstandort in Deutschland

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 25 Produktionsstandorten (2013: 24). Davon sind neun in Europa, sieben in Amerika und neun in Asien. Durch den Erwerb der Scil Proteins Production GmbH ist in Halle, Deutschland, ein Produktionsstandort für die Herstellung therapeutischer Proteine hinzugekommen. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir etwa 9.700 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2014 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von rund 680.000 Tonnen erzeugt. Das sind gut 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER.

Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns1

1 Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen

Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte

Rechtliche Unternehmensstruktur

An der rechtlichen Unternehmensstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 56 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 52 Gesellschaften voll konsolidiert. Drei Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Ein kleines Unternehmen, das nicht zum operativen Kerngeschäft gehört, wird nicht konsolidiert. Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und der sich daraus ergebenden Effekte finden sich im Konzernanhang im Kapitel Akquisitionen und Mehrheitsübernahmen im Geschäftsjahr 2014.

Fünf operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in fünf operative Geschäftsbereiche. Sie verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

Unternehmensstruktur von WACKER

Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Ressortverteilung im Vorstand

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Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance
Dr. Tobias Ohler WACKER POLYMERS Personal / Soziales (Arbeitsdirektor), Technischer Einkauf & Logistik, Einkauf Rohstoffe Region Asien
Dr. Joachim Rauhut SILTRONIC Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Zentrale Ingenieurtechnik, Information Technology Region Amerika
Auguste Willems WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS Sales and Distribution, Forschung und Entwicklung, Intellectual Property, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt / Gesundheit / Safety, Product Stewardship Regionen Europa, Middle East

Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2014

Im Vorstand und im Aufsichtsrat hat es im Geschäftsjahr 2014 keine Veränderungen gegeben.

Das Aufsichtsratsmitglied Herr Dr. Bernd W. Voss hat mit Wirkung zum 31. Dezember 2014 sein Mandat niedergelegt. Durch gerichtlichen Beschluss vom 26. Januar 2015 wurde Herr Dr. Andreas Biagosch als sein Nachfolger in den Aufsichtsrat bestellt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289a HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. www.wacker.com/corporate governance

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2014 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Zum Angebot gehören siliconbasierte Öle und Emulsionen, Harze, Elastomere, Dichtstoffe, Silane und pyrogene Kieselsäuren. Produziert werden sowohl Spezialitäten nach den Anforderungen der Kunden als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Dort dienen sie als Zusatz in Fliesenklebern und Wärmedämmverbundsystemen, in Trockenmörtel oder in selbstnivellierenden Bodenbelägen, den so genannten Selbstverlaufsmassen.

Der kleinste Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und Elektronikindustrie und vor allem für die Solarindustrie her. Der größte Teil des Polysiliciums geht an externe Kunden. Wir beliefern intern den Geschäftsbereich Siltronic mit Polysilicium.

Für führende Halbleiterhersteller produziert Siltronic Siliciumwafer. Sie sind das wesentliche Ausgangsprodukt für fast alle Halbleiter - seien es diskrete Halbleiterbauelemente (Transistoren oder Gleichrichter) oder Mikrochips (Mikroprozessoren, Speicherbausteine).

Integrierte Verbundproduktion ist die große Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Im Vergleich zu offenen Produktionsprozessen verringern sich die spezifischen Herstellungskosten. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Weitere Vorzüge der Verbundstandorte von WACKER sind die hervorragende Werkinfrastruktur, gut ausgebildetes Personal sowie Vorteile in der Rohstoff- und Energieversorgung.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

Mit den vier umsatzstärksten Geschäftsbereichen gehört WACKER weltweit zu den Top-3-Anbietern. Bei einigen Produkten wie der Marke VINNAPAS® im Bereich der Dispersionspulver für die Bauindustrie sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa inkl. Deutschland und Amerika.

Marktposition der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Eine Top-2-Position hat der Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Markt für Silicone inne. In Europa nehmen wir eine führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Der steigende Lebensstandard der Menschen in diesem Teil der Erde führt dazu, dass Siliconprodukte stärker nachgefragt werden.

Bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Pulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien. Neben der Bauindustrie gehen die Produkte von WACKER POLYMERS auch in die Klebstoff-, Farb-, Lack- und Teppichindustrie.

Wettbewerbspositionen von WACKER

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  Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES Dow Corning WACKER / Momentive Shin-Etsu
WACKER POLYMERS WACKER (Dispersionspulver / VAE-Dispersionen) Akzo Nobel (Elotex) (Dispersionspulver) / Celanese (Dispersionen) Dairen (Dispersionspulver / Dispersionen)
WACKER POLYSILICON GCL-Poly WACKER OCI
SILTRONIC Shin-Etsu Sumco SILTRONIC

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über kleine, aber aussichtsreiche Marktpositionen, die wir weiter ausbauen. Die neu erworbene Gesellschaft Scil Proteins Production GmbH unterstützt uns bei dieser Entwicklung.

Mengenwachstum und hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Unsere Produktionskapazitäten beliefen sich im Jahr 2014 auf 52.000 Tonnen.

Siltronic ist der drittgrößte Hersteller von Siliciumwafern und anderen Produkten für die Halbleiterindustrie. Zu den Kunden zählen alle wichtigen Halbleiterunternehmen der Welt, mit denen wir mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes in diesem Geschäft erzielen. Im Jahr 2014 haben wir durch die Mehrheitsübernahme der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. unsere Wettbewerbsposition verbessert.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber sehr unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Auftragsentwicklung

Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir sowohl kurz- und mittel- als auch langfristige Verträge mit teilweise flexiblen Mengengleitklauseln ab. Bei Siltronic werden Aufträge üblicherweise von Quartal zu Quartal mit den Kunden verhandelt. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Da WACKER viele seiner Produkte in die Bauindustrie liefert, setzen wir hier verschiedene Analysewerkzeuge ein, um die weitere Branchenentwicklung einschätzen zu können. Dazu gehören eigene WACKER-Marktstudien, regelmäßige Kundengespräche, Prognosestudien von B+L Marktdaten GmbH und Euroconstruct sowie Länderstudien zu wichtigen Zielmärkten.

Operative Frühindikatoren

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Geschäftsbereiche Operativer Frühindikator Frühindikator für
WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Rohstoffpreis- und Energiepreisentwicklung unsere Kostenentwicklung
WACKER SILICONES Auftragseingang pro Monat unsere Kapazitätsauslastung
WACKER POLYSILICON Mittel- und Langfristverträge Marktforschung / Kundengespräche unsere Kapazitätsauslastung, weitere Marktentwicklung Zuwachs der Solarkapazitäten nach Ländern, unsere Kapazitätsauslastung
SILTRONIC Daten zur Auslastung der Halbleiterhersteller unsere Kapazitätsauslastung
Alle Geschäftsbereiche Kundengespräche Marktforschung unsere Umsatzentwicklung, unsere Produktqualität Markttrends, Produktinnovationen

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2014 mit rund 43 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten.

► Energie- und Rohstoffkosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER versucht weniger abhängig von diesem Einflussfaktor zu werden. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Regulatorische Vorgaben oder zusätzliche Kosten wie beispielsweise die Stromsteuer oder Verpflichtungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie auch indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte, die zu einem erhöhten Regelaufwand bei Netzbetreibern führen. Kostenentlastungen bei der EEG-Umlage können sich positiv auf die Energiekosten auswirken. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern, und haben dafür das Programm POWER PLUS aufgesetzt. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch um ein Drittel sinken. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir neue Verträge mit kürzeren Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abgabemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um eine höhere Preisflexibilität zu erreichen.

► Währungsschwankungen

Die Schwäche des japanischen Yen gegenüber dem Euro hat das Geschäft bei Siltronic negativ beeinflusst. Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für mindestens die Hälfte unserer Dollar- und Yen-Exposures des Folgejahres haben wir Währungssicherungsgeschäfte (Derivate) abgeschlossen. Die Sicherungsquote für das Jahr 2014 lag bei rund 50 Prozent. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit -60 Mio. € negativ ausgewirkt.

► Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen für das weitere Wachstum des Solarmarktes ist damit weiter zurückgegangen. WACKER hat parallel dazu weiter daran gearbeitet, seine Produktivität zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten. Auf Grund unserer starken Kostenposition, unserer hohen Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer breiten Kundenstruktur sowie mittel- und langfristiger Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern.

Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft

Den größtmöglichen negativen Einfluss auf das zukünftige operative Geschäft von WACKER hatten im Geschäftsjahr 2014 das Antidumping- und das Antisubventionsverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumhersteller aus Europa. Im März 2014 haben sich WACKER und das Wirtschaftsministerium der Volksrepublik China (MOFCOM) auf eine einvernehmliche Regelung für nach China exportiertes Polysilicium verständigt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde in Peking unterzeichnet. Darin hat sich WACKER verpflichtet, an seinen europäischen Produktionsstandorten hergestelltes Polysilicium in China nicht unter einem bestimmten Mindestpreis zu verkaufen. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Diese Übereinkunft trat zum 01. Mai 2014 in Kraft und läuft bis Ende April 2016. Die Regelungen stellen sicher, dass WACKER das von ihm hergestellte Polysilicium auch in Zukunft zu marktkonformen Konditionen in China anbieten kann. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, die genauen Inhalte und Details der Vereinbarung vertraulich zu behandeln. Durch die Vereinbarung sind die Risiken für WACKER deutlich geringer geworden.

China hat außerdem Antidumping- und Antisubventionszölle gegen Polysiliciumhersteller aus den USA erlassen. Formal können Polysiliciumlieferungen aus unserem derzeit noch im Bau befindlichen Werk in Tennessee ebenfalls unter die entsprechende Regelung fallen. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen den USA und China, die Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten gütlich beizulegen. Davon würde auch WACKER profitieren. Allerdings besteht für WACKER auch die Möglichkeit, nach Aufnahme der Produktion im Rahmen direkter Gespräche eine Befreiung von Zöllen zu beantragen. Die von der Europäischen Union und China beschlossene Vereinbarung, die den Import von Solarmodulen chinesischer Solarunternehmen reglementiert, gilt nach wie vor.

171 Registrierungsdossiers im Rahmen von REACH eingereicht

Nach der Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der Europäischen Union) sind wir verpflichtet, alle Stoffe in Europa ab einer Jahresmenge von einer Tonne registrieren zu lassen und nach ihren Eigenschaften zu bewerten. Bis Ende 2014 reichte WACKER 171 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für einen Teil der Dossiers der ersten und zweiten Phase, die in den Jahren 2010 bzw. 2013 eingereicht wurden, stellt die ECHA Nachforderungen. Diese haben wir auch im Jahr 2014 bearbeitet. Die ECHA hat bis Ende 2014 zusammen mit den Behörden der EU-Mitgliedsstaaten 161 Stoffe benannt, die für den Menschen oder die Umwelt besonders bedenklich sein könnten. 31 dieser Stoffe sind bereits zulassungspflichtig. WACKER ist bislang nicht mit eigenen, sondern nur mit wenigen Zukaufstoffen in geringem Maße betroffen. Im Rahmen des Einstufungs- und Kennzeichnungssystems GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) der EU-Kommission werden bis Mitte 2015 alle Gemische gemäß EU-GHS neu eingestuft (etwa 7.000 Gemische). Für Gefahrstoffe wurde bei der ECHA ein zentrales Register eingerichtet. Alle relevanten Stoffe haben wir bereits ab dem Jahr 2011 gemeldet.

Der Welt-Chemieverband ICCA (International Council of Chemical Associations) hat die Global Product Strategy (GPS) entwickelt. Sie regelt, wie Eigenschaften von Chemikalien bewertet werden und wie über ihre sichere Verwendung zu informieren ist. In Europa werden die meisten GPS-Anforderungen über REACH und CLP, die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, erfüllt. Hersteller sind aufgefordert, allgemeinverständliche Beschreibungen zur sicheren und umweltgerechten Verwendung von Chemikalien (Safety Summaries) zu veröffentlichen. Für unsere unter REACH registrierten Stoffe haben wir bis Ende 2014 im ICCA-Chemikalienportal 75 Sicherheitsbeschreibungen veröffentlicht.

Ziele und Strategien

Strategie des WACKER-Konzerns

Unsere Vision und die fünf strategischen Ziele gelten nach wie vor. Alle zusammen bilden das Fundament unserer Strategie und formulieren den Leistungsanspruch an uns selbst. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet. Die fünf strategischen Ziele lauten:

Produkte und Lösungen von WACKER sind bei unseren Kunden erste Wahl.

Wir wollen zu den besten Arbeitgebern gehören.

Mit Produkt- und Prozessinnovationen für die Welt von morgen erschließen wir neue Märkte.

Wir steigern den Wert des Unternehmens kontinuierlich.

Unsere Verantwortung als Unternehmen geht über unser Geschäft hinaus.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.wacker.com

Nach einer Phase hoher Investitionen (2005 bis 2012) in den Ausbau unserer weltweiten Produktionskapazitäten - vor allem in große Anlagen für die Herstellung von Vorprodukten - haben wir im Jahr 2013 den nächsten strategischen Schritt eingeleitet. Der strategische Fokus liegt darauf, die Profitabilität zu verbessern und einen positiven Netto-Cashflow auszuweisen. Begleitet wird unsere Strategie durch ein striktes Kostenprogramm in allen Geschäftsbereichen. Allein im Jahr 2014 konnte WACKER Kosteneinsparungen von 200 Mio. € erzielen. Dabei wirkten sich die gestiegenen Produktionsmengen positiv aus. Die Investitionen werden mit Ausnahme im Geschäftsjahr 2015 in den kommenden Jahren auf dem Niveau der Abschreibungen oder darunter liegen. Der Investitionsschwerpunkt liegt auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. Auf der Produktseite konzentrieren wir uns noch stärker darauf, unseren Anteil an höherwertigen Produkten in den Anwendungsgebieten Gesundheits- und Körperpflege, Medizin, Elektronik, Automobiltechnik und Energie auszubauen.

Als Kompass für unsere strategischen Zielsetzungen dienen uns die Zukunftsfelder Energie, Urbanisierung und Bau sowie Digitalisierung und der Wohlstandszuwachs in den Schwellenländern, die wir mit unseren Produkten in Zukunft bedienen.

Mittelfristige Ziele des WACKER-Konzerns bis 2017

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  Ziel 2017
Umsatz 6 - 6,5 Mrd. €
EBITDA 1,2 Mrd. €
EBITDA-Marge Rund 20 Prozent
ROCE Größer elf Prozent
Investitionen Auf dem Niveau oder unterhalb der Abschreibungen

Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES

Die Strategie im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist auf eine hohe Auslastung unserer Produktionsanlagen sowie auf den Anstieg des Wertschöpfungsanteils bei gleichbleiben dem Rohstoffeinsatz fokussiert. Für den Vertrieb von Standard- und Spezialprodukten haben wir differenzierte Konzepte der Vermarktung etabliert.

Flankiert wird diese Strategie durch die Entwicklung neuer Produkte, deren Umsatzanteil in den nächsten Jahren wachsen soll. Dazu haben wir Forschungsschwerpunkte definiert und das Innovationsportfolio neu ausgerichtet. Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Marktbearbeitung liegt in der Region Asien. Seit 2013 haben wir hier fünf neue Teams im Einsatz, die die jeweiligen Kunden vor Ort betreuen und unsere Präsenz in der Region erhöhen.

WACKER POLYMERS

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verfolgt seine Strategie konsequent weiter, im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft profitabel zu wachsen. Der Schlüssel dafür ist der Aufbau regionaler Produktionskapazitäten bei Dispersionen und Dispersionspulvern, um lokale und regionale Kundenanforderungen zeitnah und kostenoptimal bedienen zu können. Wichtig ist dabei, spezifische, auf lokale Anwendungsbedürfnisse zugeschnittene Produktlösungen für die Kunden zu entwickeln. Diesen Weg hat WACKER im Jahr 2014 konsequent weiterverfolgt. In Deutschland bauen wir zusätzliche Produktionskapazitäten für Dispersionspulver, um die steigende Nachfrage vor allem in den osteuropäischen Ländern zu bedienen. Ein Schwerpunkt der Strategie ist es, neue Anwendungsmöglichkeiten für unsere Produkte zu entwickeln und dabei auch andere Produkte über Verbesserung der Eigenschaften zu ersetzen.

WACKER BIOSOLUTIONS

WACKER BIOSOLUTIONS konzentriert sich weiter auf die Pharma-, Agro- und Lebensmittelindustrie. Dabei setzen wir verstärkt auf Synergien aus der Chemie- und Biotechnologie und bieten unseren Kunden Komplettlösungen für ihre speziellen Marktbedürfnisse an. Für die Industrien, die wir bedienen, ist eine starke Kundenorientierung Grundlage für den Erfolg unserer Produkte. Die Organisation ist deshalb stark auf Kunden und Märkte ausgerichtet. WACKER BIOSOLUTIONS setzt beim zukünftigen Umsatzwachstum noch stärker auf Innovationen. Mit der Übernahme der Scil Proteins Production GmbH im Jahr 2014 haben wir das Geschäft im Bereich Pharmaproteine gestärkt.

WACKER POLYSILICON

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON zielt mit seiner Strategie darauf ab, die Qualitäts- und Kostenführerschaft bei der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium zu behaupten und das Marktwachstum mit dem Ausbau von Produktionskapazitäten bedarfsgerecht zu begleiten. Der im Jahr 2016 für die Produktion bereite Standort Tennessee wird unsere Kapazitäten um weitere 20.000 Tonnen erweitern. Die Kostenposition ist im Hinblick auf den Wettbewerb ein zentraler Erfolgsfaktor. Aus diesem Grund fokussieren wir uns nach wie vor darauf, unsere Kosten durch Produktivitätsverbesserungen und die Optimierung unserer Lieferantenbasis weiter zu senken.

SILTRONIC

Siltronic konzentriert sich auf vier strategische Schwerpunkte, die aufeinander abgestimmt sind. Durch die Konzentration auf Leitstandorte verbessern wir die Auslastung und die Kostenstrukturen. Bei den einzelnen Waferdurchmessern liegt der Fokus auf dem wachstumsstärksten Geschäft mit 300 mm Siliciumwafern in der Region Asien. Durch die Mehrheitsübernahme der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. wird die Wettbewerbsposition in dieser Region weiter gestärkt. Eine dauernde strategische Aufgabe sind Kostensenkungs-, Produktivitäts- und Flexibilisierungsinitiativen, um die Produktionsprozesse und -abläufe weiter zu optimieren. Die Investitionen in Produktentwicklungen dienen dazu, die Anforderungen der neuesten Design-Rules zu erfüllen und qualitätssteigernde Maßnahmen umzusetzen. Die Investitionen liegen unter den Abschreibungen. Die 450 mm Technologie wird Siltronic nicht weiterverfolgen.

Steuerungssystem

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik, um den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands und des oberen Managements der Geschäfts- und Zentralbereiche einbezogen.

Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren.

Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2014 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:

der EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz). Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.

dem ROCE, der Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise dem Return on Capital Employed ROCE zur Bewertung der Kapitaleffizienz. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Anlagevermögen und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird.
Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Anlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.

dem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es ist unser Ziel, eine hohe Profitabilität zu erreichen. Als Wertgröße dient dazu das EBITDA. Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Ausgangspunkt für die BVC-Kalkulation ist das EBITDA. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Das Ergebnis nach Kapitalkosten bezeichnen wir als Business Value Contribution, kurz BVC. Die Entwicklung des BVCs ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung. Kapitalkostenänderungen und Abschreibungen haben nur einen geringen Einfluss auf die BVC-Entwicklung.

dem Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren inklusive Zugänge aus Finanzierungsleasing abzüglich Veränderungen der erhaltenen Anzahlungen). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.

Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:

der Umsatz. Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.

die Investitionen. Auf Grund der Kapitalintensität unseres Geschäfts fällt der Steuerung der Investitionen eine wichtige Rolle zu. Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Investitionen von übergeordnetem Unternehmensinteresse werden vom Vorstand auf Basis der Konzernstrategie festgelegt. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Schwerpunkte dabei sind in der Regel Ausbau- und Erweiterungsprojekte mit niedrigen spezifischen Investitionen und gezielte Wachstumsprojekte für den Kapazitätsausbau wertschöpfender Fertigprodukte. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Beide Faktoren sind wesentlich für den Investitionsbedarf. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich. Sowohl laufende als auch geplante Investitionen werden dabei flexibel gesteuert und auf die jeweiligen Marktentwicklungen ausgerichtet, sodass wir unser Investitionsbudget auch unterjährig anpassen können. Hierzu erfolgen eine regelmäßige Konsolidierung und Analyse aller Investitionsvorhaben auf Konzernebene.

die Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden. Die Nettofinanzschulden spielen auch eine wichtige Rolle bei unseren Finanzierungsmaßnahmen. Die abgeschlossenen Finanzierungen von WACKER beinhalten neben den marktüblichen Kreditklauseln als einzige Financial Covenant das Verhältnis Net Debt / EBITDA. Mit dem Monitoring und der Steuerung der Nettofinanzschulden stellen wir sicher, dass sich unsere Verschuldung im Rahmen der vereinbarten Financial Covenant Net Debt /EBITDA in den mit unseren Kreditgebern abgeschlossenen Finanzierungen bewegt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Von den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, über die wir im Geschäftsbericht ausführlich informieren, setzen wir keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient. Es gibt einzelne nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie die Unfallhäufigkeit, die in Teilbereichen des Unternehmens als Zielgröße eine wichtige Rolle spielen. Welche weiteren nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in Teilbereichen des Unternehmens herangezogen werden, zeigt die Tabelle.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die in Teilbereichen des Unternehmens zur Steuerung dienen

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Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Steuerungsgröße für
Anzahl der Mitarbeiter indirekte Bereiche / Produktion
Auftragslage Geschäftsbereiche
Neuproduktrate Geschäftsbereiche
Strom- / Energieverbrauch Geschäftsbereiche / Standorte
Produktionsauslastung Geschäftsbereiche / Standorte
Umweltkennzahlen Geschäftsbereiche / Standorte
Unfallhäufigkeit Geschäftsbereiche / Standorte

Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2014

EBITDA-Marge:

Im Jahr 2014 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 21,6 Prozent. Für die höhere EBITDA-Marge verantwortlich sind einbehaltene Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen in Höhe von 206,3 Mio. €, die wir auf Grund von Änderungen bzw. aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium erhalten haben. Auch die bessere operative Leistung, die aus Mengenwachstum, positiven Preiseffekten in einigen Geschäften sowie einem strikten Kostenmanagement resultiert, konnte die EBITDA-Marge positiv beeinflussen.

ROCE:

Erreicht hat WACKER im Jahr 2014 einen ROCE von 8,4 Prozent. Insbesondere die deutlich höhere Profitabilität hat zum Anstieg des ROCE geführt.

EBITDA:

Für das Jahr 2014 haben wir ein EBITDA erwartet, das deutlich über dem Vorjahr liegt. Mit 1.042,3 Mio. € war es 363,6 Mio. € höher als im Vorjahr. Die bessere operative Leistung sowie einbehaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus Lieferverträgen für Polysilicium in Höhe von 206,3 Mio. € haben wesentlich zu diesem EBITDA-Anstieg beigetragen. Im Jahr 2014 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern elf Prozent. Im Jahr 2014 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene nicht erreicht. Mit -114,4 Mio. € war der erreichte Wert aber deutlich besser als im Vorjahr.

Soll/ Ist-Abgleich

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Mio. € 2013 Prognose 20141 Ist 2014
EBITDA-Marge (%) 15,2 leichter Anstieg 21,6
ROCE (%) 2,2 leichter Anstieg 8,4
EBITDA 678,7 mind. 10 Prozent höher 1.042,3
Netto-Cashflow 109,7 ausgeglichen 215,7

1 Prognose März 2014

Netto-Cashflow:

Die Prognose für 2014 war auf Grund unserer immer noch hohen Investitionen ein ausgeglichener Netto-Cashflow. Auf Grund des deutlich höheren Jahresergebnisses und geringerer Investitionen konnten wir dieses Ziel mit einem positiven Netto-Cashflow von 215,7 Mio. € deutlich übertreffen.

ROCE und Wertbeitrag

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Mio. € 2014 2013
EBIT 443,3 114,3
Capital Employed1 5.260,7 5.238,0
ROCE2 (%) 8,4 2,2
Kapitalkosten vor Steuern (%) 11,3 10,8
BVC3 -114,4 - 478,6

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital.
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert.

Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Diese Informationen werden auf Konzernebene verdichtet und konkrete Ziele festgelegt. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Den Überbau bildet die Mittelfristplanung über fünf Jahre.

Strategische und operative Planung

Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente.

WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel auf Konzernebene abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2014

Im Geschäftsjahr 2014 hat WACKER mehrere Finanzierungsmaßnahmen vorgenommen. WACKER hat damit den Finanzierungsbedarf der kommenden Jahre sichergestellt und das Fälligkeits- und Laufzeitenprofil der Kredite optimiert. Wacker Chemicals (China) Co. Ltd. hat mit der UniCredit Bank AG im Februar 2014 einen langfristigen Kredit über 400 Mio. CNY (53 Mio. €) mit dreijähriger Ziehung abgeschlossen. Der Kredit ist voll gezogen.

Im Juli 2014 haben Wacker Chemicals (Nanjing) Co. Ltd., Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd. und Wacker Chemicals (China) Co. Ltd. mit der Commerzbank einen Kredit mit dreijähriger Laufzeit über 400 Mio. CNY unterzeichnet. Dieser Kredit ist in vier Tranchen ebenfalls gezogen. Beide CNY-Kredite lösen bestehende Kredite ab. Für beide CNY-Kredite hat die Wacker Chemie AG eine Garantie ausgestellt.

Einen syndizierten Kredit über 200 Mio. €, der im Juli 2015 fällig ist, hat WACKER im Dezember 2014 vorzeitig durch einen syndizierten Kredit über die gleiche Summe mit einer Laufzeit von fünf Jahren plus zwei Verlängerungsoptionen von je einem weiteren Jahr refinanziert. Dieser Kredit wird derzeit nicht in Anspruch genommen.

Finanzierungsmaßnahmen 2014

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  Volumen Laufzeit bis
UniCredit Bank 53 Mio. € 2017
Commerzbank AG 53 Mio. € 2017
Syndizierter Kredit 200 Mio. € 2019

Den mit der Europäischen Investitionsbank im Juli 2013 abgeschlossenen Kredit über 80 Mio. € zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Siltronic hat WACKER im Juli 2014 voll gezogen.

Die im Jahr 2014 abgeschlossenen Finanzierungen beinhalten marktübliche Kreditklauseln und im Falle des syndizierten Kredits als einzige Financial Covenant das Verhältnis Net Debt/EBITDA.

Bei allen Kreditverträgen, die wir verhandeln, achten wir darauf, die Verträge so zu gestalten, dass die Gleichbehandlung der Finanzpartner (Pari Passu) gegeben und ein konzernweites, nachlaufendes Vertragsmonitoring gewährleistet ist. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. WACKER verfügt zum 31. Dezember 2014 über offene Kreditlinien von über einem Jahr in Höhe von rund 600 Mio. €.

WACKER arbeitet mit einer Anzahl von Banken (Kernbankenprinzip) zusammen. Sie müssen eine Bonität im Investment-Grade-Bereich und eine langfristig angelegte Geschäftsausrichtung haben. Um Kontrahenten- und Konzentrationsrisiken zu verringern, darf der Anteil einer Bank an den WACKER zugesagten Kreditlinien 20 Prozent nicht überschreiten. Einzige Ausnahme ist die Europäische Investitionsbank.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten.

Übernahmerechtliche Angaben

Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB

Zu der nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:

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§ 315 (4) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 782.300 Stück nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden; der verbleibende Restbestand von 1.692.317 Stück darf vom Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden.
§ 315 (4) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315 (4) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Starnberg, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315 (4) 4 § 315 (4) 5 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315 (4) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gem. § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gem. § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315 (4) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2010 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315 (4) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change-of-Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change-of-Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315 (4) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und die damit verbundenen Wirtschaftssanktionen der USA und der EU haben das Wachstum der Weltwirtschaft gebremst. Zusätzlich belastet wurde die wirtschaftliche Entwicklung durch die Konflikte im Nahen Osten. Nach einem starken Jahresauftakt hat sich die Konjunktur im Laufe des Jahres eingetrübt. Obwohl das Wachstum in den EU-Staaten schwächer ausfiel als erwartet, konnte zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder ein leichtes Plus erzielt werden. In den USA hat sich die wirtschaftliche Erholung weiter fortgesetzt.

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft im Jahr 2014 um 3,3 Prozent (2013: 3,3 Prozent) gewachsen. Ursprünglich war der IWF von einem Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent ausgegangen.

Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2014

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, Indien: ADB, Japan: IWF, USA: IWF, Europa: IWF, Deutschland: Statistisches Bundesamt

Wachstum in Asien stabil

Asien ist im Jahr 2014 auf seinem stabilen Wachstumspfad geblieben. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 6,2 Prozent (2013: 6,1 Prozent). China bleibt trotz einer leichten Abschwächung des Wachstums ein wichtiger Konjunkturmotor für die Region. Nach Angaben der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission ist die Wirtschaft Chinas um 7,4 Prozent (2013: 7,7 Prozent) gewachsen. Die neue indische Regierung hat damit begonnen, wichtige Strukturreformen einzuleiten, um das Wachstumspotenzial besser zu nutzen. Der damit verbundene Stimmungsumschwung hat dazu geführt, dass das Bruttoinlandsprodukt Indiens im Jahr 2014 laut ADB stärker gewachsen ist als im Vorjahr. Es stieg um 5,5 Prozent (2013: 4,7 Prozent). Die Anhebung der Verbrauchssteuern hat die japanische Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte belastet. Nach Schätzungen des IWF ist die Wirtschaftsleistung nur um 0,1 Prozent (2013: 1,6 Prozent) gestiegen.

US-Wirtschaft in robuster Verfassung

Die US-Wirtschaft hat sich im Jahr 2014 robust gezeigt. Nach einem verhaltenen Start auf Grund des langen Winters ist die Wirtschaft im Laufe des Jahres besser in Schwung gekommen. Die Arbeitslosigkeit ist weiter zurückgegangen, die Investitionstätigkeit blieb auf einem hohen Niveau. Die amerikanische Notenbank hat auf Grund des verbesserten wirtschaftlichen Umfelds den Kauf von US-Staatsanleihen schrittweise zurückgefahren. Die Wirtschaftsleistung legte laut IWF um 2,4 Prozent (2013: 2,2 Prozent) zu.

Eurozone nach zwei Jahren wieder mit einem geringen Wachstum

Die Wirtschaft in der Eurozone konnte zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder zulegen, auch wenn das Wachstum geringer ausgefallen ist als ursprünglich prognostiziert. Nach Berechnungen des IWF erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt der EU um 0,8 Prozent (2013: -0,5 Prozent). Trotz dieses leichten Anstiegs leidet Europa an den Folgen der Schuldenkrise, hoher Arbeitslosigkeit und geringen Investitionen. Zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU gibt es große Unterschiede. Während Spaniens Wirtschaft wieder wächst, ist die Lage in Frankreich, Italien und Griechenland nach wie vor kritisch.

Deutsche Wirtschaft wächst stärker

Die deutsche Wirtschaft ist zwar stärker gewachsen als im Vorjahr, aber spürbar geringer als erwartet. Dennoch ist Deutschland nach wie vor der wichtigste Konjunkturmotor in Europa. Vor allem die gute Binnennachfrage war für den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Wirtschaftsforscher kritisieren allerdings, dass die Bundesregierung mit der Mütterrente, der Rente mit 63 Jahren und der Einführung des Mindestlohns die falschen Signale in der Wirtschaftspolitik setzt und die Unternehmen zu stark belastet. Sie fordern stattdessen mehr Investitionen in die Infrastruktur sowie Bildung und Forschung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt um 1,6 Prozent (2013: 0,4 Prozent) gestiegen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Halbleiter-, die Photovoltaik-, die Chemie-, die Bau- sowie die Elektro- und Elektronikindustrie.

Nachfrage nach Halbleitern und Siliciumwafern legt zu

Die Halbleiterindustrie ist im Jahr 2014 gewachsen. Die zunehmende Nachfrage nach Chips für mobile Endgeräte ist der wesentliche Grund für diesen Anstieg. Das Marktforschungsinstitut Gartner rechnet für das Jahr 2014 mit einem Umsatzplus von rund sieben Prozent auf 8,3 Mrd. US-$. Der Umsatz von Siliciumwafern ist auf Grund höherer Absatzmengen gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent auf 8,8 Mrd. US-$ (2013: 7,9 Mrd. US-$) gestiegen. Die Nachfrage nach Siliciumwafern, ausgedrückt in Fläche, wird auf rund 66 Mrd. cm2 beziffert, 9,8 Prozent mehr als im Jahr 2013. Der Markt für 300 mm Wafer hat dabei überproportional zugelegt. Der Marktanteil von Siltronic blieb bei etwa 15 Prozent.

Neu installierte Leistungen auf dem Photovoltaikmarkt steigen weiter

Der Photovoltaikmarkt hat sein Wachstum im Jahr 2014 weiter fortgesetzt. Nach Angaben verschiedener Marktstudien und eigener Markteinschätzung wurden weltweit knapp 46 Gigawatt (GW) installiert (2013: 40 GW). Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Schwerpunkt der Neuinstallationen hat sich von Europa nach Asien und in die USA verlagert. China und Japan sind dabei die größten Absatzmärkte. Deutschland hat als Photovoltaikmarkt weiter an Bedeutung verloren. Pro Monat werden nur noch rund 100 MW installiert. Die installierte Leistung belief sich laut Bundesnetzagentur auf 1,9 GW (2013: 3,3 GW).

Die Marktbedingungen blieben im abgelaufenen Jahr schwierig. Die weltweiten Produktionskapazitäten übersteigen noch immer die Nachfrage. Hoher Preisdruck in fast allen Wertschöpfungsstufen hat dazu geführt, dass weitere Unternehmen insolvent sind oder sich aus dem Markt verabschiedet haben. Aus der Neuordnung und der Beendigung von Verträgen hat WACKER erhaltene Anzahlungen einbehalten und Schadenersatzleistungen vereinnahmt.

Zusätzlich verunsichert haben den Markt außerdem Antidumpingverfahren der Europäischen Union gegen chinesische Solarunternehmen sowie des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumhersteller aus Amerika, Südkorea und Europa. WACKER hat sich mit dem Wirtschaftsministerium der Volksrepublik China (MOFCOM) auf eine einvernehmliche Regelung für nach China exportiertes Polysilicium verständigt. Eine entsprechende Vereinbarung ist im März 2014 in Peking von beiden Seiten unterzeichnet worden. Darin hat sich WACKER verpflichtet, an seinen europäischen Produktionsstandorten hergestelltes Polysilicium in China nicht unter einem bestimmten Mindestpreis zu verkaufen. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Diese Übereinkunft trat zum 01. Mai 2014 in Kraft und läuft bis Ende April 2016. Die Regelungen stellen sicher, dass WACKER das von ihm hergestellte Polysilicium auch in Zukunft zu marktkonformen Konditionen in China anbieten kann. Insgesamt hat WACKER im Jahr 2014 mit 51.000 Tonnen so viel Polysilicium wie nie zuvor verkauft. Dabei haben sich die Preise im 2. Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahr erholt.

Neu installierte PV-Leistungen 2013 und 2014

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  Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2014
  2014 2013 %
Deutschland 1.900 3.300 - 42
Italien 800 1.800 - 56
Frankreich 1.100 600 83
Übriges Europa 5.200 5.100 2
USA 7.000 4.700 49
Japan 9.500 7.100 34
China 13.100 12.900 2
Übrige Welt 7.000 4.800 46
Gesamt 45.600 40.300 13

Quellen: PV-Markt 2013: Citi Research

PV-Markt 2014 - 2015: IHS; Bundesnetzagentur; eigene Marktuntersuchungen von WACKER

Chemieindustrie mit geringerem Wachstum, Chemiebereiche von WACKER mit guter Umsatzentwicklung

Die Chemieindustrie konnte auch im Jahr 2014 nicht an die Dynamik der Vorjahre anknüpfen. Die Preise für chemische Erzeugnisse waren rückläufig. Der weltweite Verbrauch (inklusive Pharmazeutika) lag im Jahr 2013 bei 4,2 Bio. €. Mehr als 50 Prozent davon kommen aus Asien, 20 Prozent aus Europa und rund 25 Prozent aus Amerika. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet damit, dass die Chemieproduktion in Deutschland um 1,5 Prozent steigt. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 84,5 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich bei leichtem Preisrückgang um 0,5 Prozent auf 193,6 Mrd. € (2013: 187,7 Mrd. €). Wachstumsimpulse kamen vor allem aus Deutschland. Das Auslandsgeschäft blieb unter den Erwartungen. China ist nach wie vor der interessanteste Wachstumsmarkt. Im Jahr 2013 stiegen die Exporte von chemischen Erzeugnissen nach China auf 5,6 Mrd. €. Die Chemiebereiche von WACKER haben ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr übertroffen. Höhere Absatzmengen und etwas höhere Preise in einigen Produktbereichen sind für das Wachstum verantwortlich. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete eine gute Nachfrage bei Siliconprodukten für die Bau-, Elektronik-, Konsumgüter- und die Automobilindustrie, die Medizintechnik sowie für Industrieanwendungen. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern und VAE-Dispersionen steigern. Der Umsatz mit Polyvinylacetat-Festharz zur Herstellung von Kaugummirohmasse im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte durch Preiserhöhungen gesteigert werden.

Spotpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt

Die Preisentwicklung bei unseren Hauptrohstoffen war 2014 uneinheitlich. Vinylacetatmonomer (VAM) hat sich stark verteuert. Die Preise für Siliciummetall sind leicht gestiegen. Der Methanolpreis ist nach einem Anstieg im 1. Quartal 2014 im Verlauf des Jahres unter das Preisniveau des Jahres 2013 gefallen. Der Preis für Ethylen bewegte sich leicht unter Vorjahresniveau.

Bauindustrie wächst im Jahr 2014

Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts B+L Marktdaten GmbH im Jahr 2014 um 2,6 Prozent auf 8,3 Bio. US-$ (2013: 8,1 Bio. US-$) gewachsen. Die Bauleistungen in Europa blieben schwach. In Westeuropa sanken sie marginal um 0,1 Prozent. Der Umsatz der deutschen Bauindustrie betrug real 329,3 Mrd. US-$ (2013: 323,8 Mrd. US-$). In Osteuropa gingen die Bauleistungen um 1,2 Prozent zurück. China bleibt mit 1,8 Bio. US-$ der weltweit größte Markt. Der amerikanische Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2014 weiter stabilisiert. Das hat sich auch auf die Bauindustrie positiv ausgewirkt. Das Volumen stieg um vier Prozent. Die Region Asien verzeichnete einen Zuwachs von 3,4 Prozent.

Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2014

Quelle: B + L Marktdaten GmbH

Mit Bauanwendungen hat WACKER POLYMERS seinen Umsatz weiter steigern können. Das Wachstum bei Dispersionspulvern ist getrieben durch den Markt für Trockenmörtel in Ländern wie den USA, Indien und in der Region Osteuropa. Hier erzielten wir prozentual zweistellige Umsatzzuwächse. Auch in Westeuropa und Asien verzeichneten wir Umsatzzuwächse im hohen einstelligen Prozentbereich. Das Baugeschäft profitierte vom milden Winter in Europa sowie von der Erholung des amerikanischen Haus- und Wohnungsmarktes. Insgesamt haben wir rund 25.000 Tonnen mehr in die Bauindustrie verkauft. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in Asien sehr stark wachsen, insbesondere in Indien. Hier haben wir mit Dispersionen für umweltfreundliche Klebstoffe unseren Umsatz um 50 Prozent steigern können. Auch in China sind unsere Umsätze im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Neben Kleb- und Dichtstoffen sind wasserbasierte, umweltverträgliche Beschichtungen ein wichtiger Markt für unsere VAE-Dispersionen.

Mit Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten wir ein Umsatzplus von vier Prozent. In allen drei Produktbereichen Bautenschutz, Dicht- und Klebstoffe und silanmodifizierte Polymere konnte WACKER SILICONES zulegen. Besonders gut hat sich das Geschäft mit Hybridsiliconprodukten entwickelt. Mit Hybridpolymeren, die beispielsweise als Parkettkleber zum Einsatz kommen, erhöhten wir den Umsatz um rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im größten Bereich Dicht- und Klebstoffe ist WACKER SILICONES um fast fünf Prozent gewachsen. Nach Rückgängen im Vorjahr sind die Umsätze in Deutschland (acht Prozent) und Europa (sieben Prozent) im Jahr 2014 wieder gestiegen. In Asien verzeichneten wir einen Anstieg unserer Umsätze von vier Prozent. Besonders in Indien konnten wir mit 16 Prozent sehr stark zulegen. Die Umsätze in China legten um acht Prozent zu.

Elektro- und Elektronikindustrie wächst in Schwellenländern

Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Volumen von über 3,8 Bio. € ist im Jahr 2014 erneut gewachsen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) schätzt den Zuwachs für 2014 auf weltweit fünf Prozent. Dafür verantwortlich sind besonders China und die anderen Schwellenländer, die rund sieben Prozent zulegen konnten. In Deutschland, dem weltweit fünftgrößten Markt, ist der Umsatz leicht gestiegen. Er beläuft sich nach Angaben des ZVEI auf rund 171,9 Mrd. € (2013: 167 Mrd. €). WACKER hat drei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Siltronic verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzanstieg mit seinen Kunden aus der Halbleiterindustrie. Verantwortlich dafür waren höhere Mengen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat rund zehn Prozent seiner Polysiliciumkapazitäten im Jahr 2014 an Kunden aus der Elektronikindustrie verkauft.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete für diesen Markt einen Umsatzanstieg um zehn Prozent. Umsatzzuwächse verzeichneten wir bei medienresistenten Vergussmassen, hochspeziellen Siliconkautschuken und Silicongelen für die Automobilelektronik sowie bei Silanen für die Halbleiterindustrie. Verkehrs- und Infrastrukturprojekte in China haben das Geschäft mit Elektro- und Traktionsmotoren-Beschichtungen weiter beflügelt. Anhaltender Wettbewerbsdruck aus Asien dämpfte in Europa das Geschäft im Bereich Kabel und Isolatoren. In allen drei wichtigen Absatzregionen in Europa, den USA und in Asien verzeichneten wir Umsatzzuwächse zwischen vier und zehn Prozent.

Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2014 war beeinflusst durch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen der USA und der EU gegen Russland, die Konflikte im Nahen Osten sowie die schwächer als erwartet ausgefallene Erholung der Konjunktur in Europa. Deutschland erwies sich auch im Jahr 2014 als Stabilitätsanker in Europa. In China pendelt sich das jährliche Wachstum bei sieben bis acht Prozent ein. Der Regierungswechsel in Indien hat sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ausgewirkt. Hier sollen angekündigte Reformen das Wachstum weiter verstärken.

Das Geschäft von WACKER hat sich trotz der geopolitischen Risiken im Jahr 2014 gut entwickelt. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Einigung mit dem Wirtschaftsministerium der Volksrepublik China (MOFCOM), keine Antidumping und Antisubventionszölle auf Polysiliciumlieferungen von WACKER zu erheben, höhere Preise gegenüber dem Vorjahr und das weitere Wachstum des Marktes haben sich positiv auf unser Geschäft ausgewirkt. WACKER hat noch nie so große Polysiliciummengen verkauft wie im Jahr 2014. In unserem Halbleitergeschäft ist der Umsatz vor allem wegen der erstmaligen Vollkonsolidierung des bisherigen Gemeinschaftsunternehmens Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in Singapur gewachsen. Dank höherer Absatzmengen konnten die drei Chemiebereiche WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS ihren Umsatz im Jahr 2014 steigern. Weiter entspannt hat sich mit Ausnahme der VAM-Preise die Situation bei den für WACKER wichtigen Rohstoffen. Die Rohstoffpreise sind in Summe leicht unter dem Vorjahr geblieben.

Wir konnten in allen Regionen unseren Umsatz im Jahr 2014 erhöhen. Die langsame Erholung der Wirtschaft in Europa hat dazu geführt, dass wir unseren Umsatz nach einem Rückgang im Vorjahr 2014 wieder steigern konnten. Einen Umsatzzuwachs verzeichneten wir auch in der Region Amerika. Das größte Umsatzwachstum erzielten wir mit mehr als elf Prozent in Asien. Hier entwickelt sich Indien mehr und mehr zu einem wichtigen Absatzmarkt für unsere Chemieprodukte. Die Region Asien hat mit 42,3 Prozent erneut den größten Anteil am Gesamtumsatz.

In den ersten Wochen des Geschäftsjahres 2015 haben wir in allen Geschäftsbereichen dank höherer Mengen und auf Grund von Wechselkursveränderungen steigende Umsätze gegenüber dem Vorjahr erzielt. WACKER ist gut in das neue Geschäftsjahr gestartet.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Desinvestitionen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2014 keine Geschäftsfelder oder Produktgeschäfte veräußert.

Veränderungen bei unseren Beteiligungen

Siltronic hat die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd. in Singapur übernommen. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung zeichnete Siltronic neue Anteile. Dadurch erhöhte sich der Anteil von Siltronic auf 78 Prozent, der Anteil von Samsung ging auf 22 Prozent zurück. Die Transaktion hat sich auf die Nettofinanzschulden des WACKER-Konzerns mit rund 150 Mio. € ausgewirkt und die Gesellschaft wird ab dem 01. Januar 2014 voll in den Konzernabschluss einbezogen. Mit der Mehrheitsübernahme firmiert das Unternehmen jetzt unter dem Namen Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd.

Investitionen

Die Investitionen waren im Vergleich zum Vorjahr über zehn Prozent höher. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 572,2 Mio. € (2013: 503,7 Mio. €).

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER stand nach wie vor der Aufbau des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Rund 310 Mio. € und damit etwas mehr als die Hälfte der gesamten Investitionen des Jahres 2014 flossen in dieses Projekt. Die Bauarbeiten gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter planmäßig voran und sollen in der zweiten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen sein.

Um das Marktwachstum in unserem Chemiegeschäft zu begleiten, haben wir am Standort Burghausen in den Ausbau der Produktionskapazitäten für Dispersionspulver und Silicone investiert. Dort wird eine neue Produktionsanlage für Dispersionspulver mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen gebaut sowie eine Anlage für modifizierte Siloxane erweitert. Produkte aus dieser Anlage fließen in verschiedenste Endprodukte wie Siliconöle, -emulsionen, -harze. An unserem Produktionsstandort in Calvert City erweitern wir unsere bestehenden Produktionsanlagen um einen neuen Dispersionsreaktor mit einer Jahresleistung von 85.000 Tonnen.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat das zu Jahresbeginn gesteckte Ziel erreicht, den Umsatz im Jahr 2014 im mittleren einstelligen Prozentbereich zu steigern. Das EBITDA hat sich deutlich besser entwickelt als im März 2014 und im Geschäftsbericht 2013 prognostiziert. Verantwortlich dafür sind die gute Geschäftsentwicklung in allen Geschäftsbereichen, Kosteneinsparungen sowie erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen, die wir auf Grund von Änderungen bzw. Auflösungen von langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium erhalten haben.

Bei WACKER POLYSILICON sind die Preise für Solarsilicium zu Beginn des 2. Quartals gestiegen. Im Geschäft von Siltronic sind die Absatzmengen von 300 mm Siliciumwafern gegenüber dem Vorjahr durch die Integration der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in den Konzern signifikant gestiegen. Gleichzeitig sind die Preise für Halbleiterwafer deutlich niedriger als im Vorjahr. Insgesamt waren sie durchschnittlich mehr als zehn Prozent niedriger als im Jahr 2013. Das Chemiegeschäft in unseren drei Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS hat sich wie erwartet positiv entwickelt. Deutlich höhere Absatzmengen sowie positive Preiseffekte in einigen Produktsegmenten waren dafür verantwortlich. Höhere Personalkosten und negative Währungseffekte liefen dagegen. In der Summe konnten die drei Geschäftsbereiche den Umsatz steigern. Das EBITDA lag leicht unter Vorjahr. Unterschiedlich haben sich die Rohstoff- und Energiekosten entwickelt. Die Rohstoffkosten sind etwas höher ausgefallen, die Energiekosten blieben im Rahmen unserer Planungen. Dagegen haben sich die Wechselkurse des US-Dollar und des Yen zum Euro etwas besser entwickelt als in unseren Planungen vom Anfang des Jahres 2014 unterstellt.

Umsatzprognose nach dem 2. Quartal angehoben

Mit der Veröffentlichung des Berichts zum 2. Quartal im Juli 2014 hat WACKER seine Prognose für das EBITDA, die EBITDA-Marge und für den ROCE angehoben. Das EBITDA sollte jetzt um mindestens ein Drittel zulegen statt um mindestens zehn Prozent. Bei der EBITDA-Marge und dem ROCE ging WACKER jetzt von einem deutlichen Anstieg aus (vorher: leichter Anstieg). Die Umsatzprognose blieb unverändert. Im Bericht zum 3. Quartal hat WACKER seine Prognose weiter konkretisiert. Das EBITDA soll für das Jahr 2014 rund eine Mrd. € betragen. Die EBITDA-Marge wird auf mehr als 20 Prozent steigen. Beim ROCE geht WACKER weiter von einem deutlichen Anstieg aus. Wie bereits zum 2. Quartal blieb die Umsatzprognose unverändert. Der Konzernumsatz des Jahres 2014 belief sich auf 4,83 Mrd. €. Das EBITDA des WACKER-Konzerns betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.042,3 Mio. € und lag damit wie erwartet deutlich über dem Vorjahreswert. Aus der Auflösung und Neuordnung von Lieferverträgen für Polysilicium haben wir erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von 206,3 Mio. € vereinnahmt. Diese Erträge sind im EBITDA des Geschäftsjahres 2014 enthalten.

Die Investitionen sollten sich ohne Akquisitionen im Geschäftsjahr 2014 auf rund 550 Mio. € belaufen. Mit 572,2 Mio. € lagen sie in unserem Zielkorridor. Der größte Teil davon floss in den weiteren Ausbau unserer Polysiliciumproduktion.

Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

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  Ergebnis 2013 Prognose Mär 2014 Prognose Jul 2014 Prognose Okt 2014 Ergebnis 2014
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen          
EBITDA-Marge (%) 15,2 leichter Anstieg deutlicher Anstieg deutlicher Anstieg auf mehr als 20 % 21,6
ROCE (%) 2,2 leichter Anstieg deutlicher Anstieg deutlicher Anstieg 8,4
EBITDA (Mio. €) 678,7 mindestens 10 % höher mindestens ein Drittel höher ca. 1.000 1.042,3
Netto-Cashflow (Mio. €) 109,7 ausgeglichener Netto-Cashflow positiver Netto-Cashflow deutlich positiver Netto-Cashflow auf dem Niveau des Vorjahres 215,7
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen          
Umsatz (Mio. €) 4.478,9 Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich 4.826,4
Investitionen (Mio. €) 503,7 ca. 550 ca. 550 ca. 550 572,2
Nettofinanzschulden (Mio. €) 792,2 Anstieg um 300 bis 400 Anstieg um ca. 300 Anstieg um ca. 300 1.080,6
Abschreibungen (Mio. €) 564,4 ca. 600 ca. 600 ca. 600 599,0

Günstiger als zu Jahresbeginn erwartet haben sich die Nettofinanzschulden und der Netto-Cashflow entwickelt. Im März 2014 hatten wir prognostiziert, dass die Nettofinanzschulden bis zum Ende des Jahres um 300 bis 400 Mio. € steigen würden. Im Bericht zum 2. Quartal sind wir dann von einem Anstieg von rund 300 Mio. € ausgegangen. Tatsächlich sind die Nettofinanzschulden zum Jahresende um 288,4 Mio. € auf 1.080,6 Mio. € gestiegen. Beim Netto-Cashflow sind wir im März 2014 von einem ausgeglichenen Netto-Cashflow ausgegangen. Diese Einschätzung haben wir im Bericht zum 2. Quartal geändert. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir von einem positiven Netto-Cashflow aus. Im Bericht zum 3. Quartal haben wir unsere Netto-Cashflow-Einschätzung nochmals angehoben und wie folgt präzisiert: deutlich positiver Netto-Cashflow auf dem Niveau des Vorjahres. Mit 1.080,6 Mio. € Nettofinanzschulden zum 31. Dezember und einem Netto-Cashflow von 215,7 Mio. € lagen beide Werte im Rahmen dieser Erwartungen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, mit denen wir zukünftige Produkte und Lösungen entwickeln, beliefen sich im Gesamtjahr 2014 auf 183,1 Mio. €. Sie liegen damit etwas höher als am Anfang des Jahres prognostiziert. Der Grund dafür liegt in der Konsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie zu Jahresbeginn angenommen erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 16.703 Mitarbeiter. Das sind 694 mehr als ein Jahr zuvor. Dafür verantwortlich sind der Erwerb der Scil Proteins Production GmbH in Halle und die Mehrheitsübernahme von Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. durch WACKER.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 1,50 € je Aktie (2013: 0,50 €) vor.

Abweichungen vom prognostizierten Aufwand

Der Personalaufwand ist sowohl absolut als auch im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In absoluten Zahlen hat er sich um rund zehn Prozent erhöht. Den Zielwert für das Jahr 2014 haben wir leicht unterschritten. Der höhere Personalaufwand erklärt sich aus Veränderungen im Konsolidierungskreis sowie Sonderzahlungen im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums. Die Übernahme der Mehrheit an der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. sowie die Akquisition der Scil Proteins Production GmbH führen dazu, dass der Personalaufwand dieser Unternehmen im Jahr 2014 erstmals in unseren Zahlen enthalten ist. Sie sind im Wesentlichen auch für den Anstieg der Mitarbeiterzahl verantwortlich. Mittelfristig erwarten wir, dass der Personalaufwand ohne Sondereffekte bei rund 25 Prozent des Umsatzes liegen wird.

Die Rohstoffkosten sind in absoluten Zahlen leicht und im Verhältnis zum Umsatz deutlich gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Hier haben sich ein günstigerer Produktmix und unsere Programme zur Reduzierung des Rohstoffeinsatzes in unseren Produkten positiv ausgewirkt. Bei den Rohstoffpreisen gab es dagegen eine uneinheitliche Entwicklung, wobei insbesondere der Preis für Vinylacetatmonomer vom 2. Quartal an deutlich anstieg. Unseren Zielwert für das Jahr 2014 haben wir um über einen Prozentpunkt unterschritten. Mittelfristig erwarten wir, dass die Rohstoffkosten im Verhältnis zum Umsatz flach bleiben werden.

Der Aufwand für Energie liegt ebenfalls unter unserem Zielwert. Verantwortlich dafür waren günstigere Beschaffungskonditionen sowie eine geringere Belastung durch regulatorische Kosten.

Die Abschreibungen liegen in absoluten Zahlen deutlich über Vorjahr und auch über unserer Vorgabe. Verantwortlich dafür war insbesondere die Übernahme der Mehrheit an der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., die dazu führt, dass die Abschreibungen dieser Gesellschaft voll in unseren Zahlen enthalten sind. In dem Zielwert für das Jahr 2014 war dies nicht in vollem Umfang abgebildet. Insgesamt beliefen sich unsere Abschreibungen auf 599 Mio. €. Davon entfielen etwa 39 Prozent auf unsere Polysiliciumanlagen. Auf Grund unserer Investitionstätigkeit für den Ausbau unserer Polysiliciumkapazitäten werden die Abschreibungen mittelfristig weiter ansteigen.

Aufwand Kostenarten

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% vom Umsatz 2013 Zielwert 2014 Ist 2014
Personalaufwand 25,3 26,3 26,2
Rohstoffkosten 28,2 27,4 25,5
Energiekosten 10,2 9,4 8,8
Abschreibungen 12,6 12,0 12,4

Ertragslage

Der WACKER-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2014 seinen Umsatz und Ertrag deutlich steigern. Der Umsatz erhöhte sich auf Grund der guten Kundennachfrage um knapp acht Prozent. Obwohl die Konjunkturentwicklung im zweiten Halbjahr flach blieb, konnten alle unsere Geschäftsbereiche höhere Mengen absetzen und ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. Das weitere Wachstum auf dem Photovoltaikmarkt und die im Vergleich zum Vorjahr steigenden Preise für Polysilicium haben Umsatz und Ertrag des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON positiv beeinflusst. Von besonderer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung von WACKER war die einvernehmliche Einigung mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) über den Export von in Europa produziertem Polysilicium nach China. Darin verpflichtet sich WACKER, Polysilicium nicht unter einem bestimmten Mindestpreis zu verkaufen, der sich am allgemeinen Marktniveau orientiert. Im Gegenzug werden keine Antidumping- und Antisubventionszölle auf Polysilicium von WACKER erhoben. Negative Währungseffekte haben das Umsatzwachstum gebremst. Siltronic hat im Jahr 2014 erstmals die Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. (SSW) konsolidiert, was sich positiv auf den Umsatz und das operative Ergebnis ausgewirkt hat. Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden und lag bei 1.042,3 Mio. € (2013: 678,7 Mio. €). Der Wert des Vorjahres wurde auch durch Sondereffekte deutlich übertroffen. Das Jahresergebnis belief sich auf 195,4 Mio. € und ist im Vergleich zum Vorjahr (6,3 Mio. €) deutlich höher.

Konzernumsatz liegt mit 4,83 Mrd. € knapp acht Prozent über dem Vorjahr

Im Geschäftsjahr 2014 hat WACKER einen Umsatz von 4,83 Mrd. € (2013: 4,48 Mrd. €) erzielt. Das sind knapp acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg kommt im Wesentlichen aus den etwas höheren Absatzmengen und besseren Preisen für Polysilicium. Auch in den Chemiebereichen haben wir von gestiegenen Absatzmengen und etwas höheren Preisen profitiert.

Die Chemiebereiche erzielten einen Umsatz von 2,97 Mrd. € (2013: 2,81 Mrd. €). Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von sechs Prozent. Der größte Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz auf 1,73 Mrd. € (2013: 1,67 Mrd. €). Das sind knapp vier Prozent mehr als vor einem Jahr. In erster Linie höhere Absatzmengen waren dafür verantwortlich. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte seinen Umsatz um knapp neun Prozent auf 1,06 Mrd. € (2013: 978,7 Mio. €) erhöhen. Sowohl das Geschäft mit Dispersionen als auch mit Dispersionspulvern trug zu diesem Anstieg bei. WACKER BIOSOLUTIONS erreichte einen Umsatz von 176,2 Mio. € (2013: 158,4 Mio. €) und damit ein Umsatzplus von elf Prozent. Hier haben sich höhere Absatzmengen und bessere Preise positiv ausgewirkt. Der Erwerb der Scil Proteins Production GmbH in Halle hat ebenfalls zum Umsatzwachstum beigetragen.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON profitierte von höheren Absatzmengen und von einem Anstieg der Preise für Polysilicium. Der Umsatz belief sich auf 1,05 Mrd. € (2013: 924,2 Mio. €) und lag damit knapp 14 Prozent über dem Vorjahr. Das Marktumfeld war auch im Geschäftsjahr 2014 durch einen starken Wettbewerb und durch Überkapazitäten gekennzeichnet.

Siltronic hat im Geschäftsjahr 2014 einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt. Er kletterte um 15 Prozent auf 853,4 Mio. € (2013: 743,0 Mio. €). Hier hat sich die erstmalige Konsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. positiv auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt.

Gleichzeitig konnten fallende Preise durch höhere Absatzmengen so gut wie ausgeglichen werden.

Umsatzentwicklung im Jahresvergleich

Höhere Absatzmengen haben den Umsatz mit 327 Mio. € positiv beeinflusst. Preiseffekte wirkten sich mit 39 Mio. € positiv auf den Konzernumsatz aus. Währungseffekte hatten einen negativen Einfluss in Höhe von 19 Mio. €. Eine wesentliche Rolle spielten hier die Wechselkurse des US-Dollar zum Euro, des japanischen Yen zum Euro und des chinesischen Renminbi zum Euro. Die Aufwertung des US-Dollar, insbesondere im 4. Quartal 2014, hat sich positiv auf unseren Umsatz ausgewirkt. Die Veränderung der wichtigsten Währungen im Verhältnis zum Euro stellt sich wie folgt dar:

Durchschnittskurs

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  2014 2013
US-Dollar 1,33 1,36
Japanischer Yen 140,50 136,61
Chinesischer Renminbi 8,18 8,29

Den wesentlichen Teil seines Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich im Jahr 2014 auf 4,16 Mrd. € (2013: 3,83 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 86 Prozent. Der mit Abstand größte Absatzmarkt für WACKER ist die Region Asien. Einen wesentlichen Teil unseres Polysiliciums liefern wir dorthin. WACKER verzeichnet auch eine hohe Nachfrage der asiatischen Kunden nach Silicon- und Polymerprodukten.

Umsatz In- und Ausland (Sitz des Kunden)

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Umsatz mit Dritten 4.826,4 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1
davon Deutschland 663,7 647,0 686,0 899,4 887,3 774,6 948,6
davon Ausland 4.162,7 3.831,9 3.948,9 4.010,3 3.861,1 2.944,7 3.349,5

Konzern-EBITDA steigt auf Grund von Sondereffekten auf über 1 Mrd. €

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des WACKER-Konzerns belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1.042,3 Mio. € (2013: 678,7 Mio. €). Damit ist das EBITDA um knapp 54 Prozent höher als im Vorjahr. Die EBITDA-Marge stieg deutlich von 15,2 Prozent auf 21,6 Prozent. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON profitierte neben Sondereffekten auch von höheren Preisen und Absatzmengen, die das EBITDA stark steigen ließen. Es kletterte auf 537,0 Mio. € (2013: 233,9 Mio. €). Die hohe Auslastung und Kostensenkungsmaßnahmen führten zu niedrigeren operativen Kosten im Vergleich zum Vorjahr. Die Chemiebereiche konnten trotz höherer Absatzmengen und teilweise besserer Preise das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr nicht steigern. Sie erreichten ein EBITDA von 382,9 Mio. € (2013: 401,6 Mio. €). Im Vorjahr wurde das EBITDA der Chemiebereiche durch den Verbrauch von Rückstellungen für Verluste aus Abnahmeverpflichtungen in China, die in Vorjahren gebildet wurden, mit 13,7 Mio. € positiv beeinflusst. Bei Siltronic wirkte sich die erstmalige Konsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. positiv aus. Das EBITDA erhöhte sich von 26,5 Mio. € in 2013 auf 114,0 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Siliciumwaferpreise waren im Durchschnitt deutlich niedriger als vor einem Jahr. Die Maßnahmen zur Senkung der operativen Kosten und eine hohe Anlagenauslastung verbesserten allerdings die Herstellungskosten.

Ein wesentlicher Grund für den starken Anstieg des EBITDA im abgelaufenen Jahr waren Sondereffekte. WACKER POLYSILICON hat Vertragsbeziehungen mit Kunden aus der Solarindustrie beendet beziehungsweise neu geordnet. In diesem Zusammenhang hat der Geschäftsbereich erhaltene Anzahlungen vereinnahmt und Schadenersatzleistungen erhalten. Daraus ergaben sich Erträge in Höhe von 206,3 Mio. € (Vorjahr 77,6 Mio. €). Bereinigt um diesen Effekt beläuft sich das EBITDA des Konzerns im Geschäftsjahr 2014 auf 836,0 Mio. € (bereinigt 2013: 601,1 Mio. €). Das ist ein Plus von 39 Prozent und entspricht einer EBITDA-Marge von 17,3 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns liegt im Zwölfmonatszeitraum 2014 bei 443,3 Mio. € (2013: 114,3 Mio. €). Es hat sich damit im Jahresvergleich fast vervierfacht. Bereinigt um die erläuterten Sondererträge ergibt sich ein EBIT von 237,0 Mio. €. Neben dem EBITDA beeinflussen die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen das EBIT. Die planmäßigen Abschreibungen beliefen sich auf 589,5 Mio. € (2013: 527,4 Mio. €). Dieser Anstieg von zwölf Prozent ergibt sich insbesondere aus der erstmaligen Konsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in den Konzern. Geringfügige außerplanmäßige Abschreibungen ergaben sich in Höhe von 9,5 Mio. € (2013: 37,0 Mio. €). Die EBIT-Marge lag im Geschäftsjahr 2014 bei 9,2 Prozent (2013: 2,6 Prozent). Die Sondereffekte, die EBIT wie auch EBITDA im Geschäftsjahr beeinflusst haben, sind in der Tabelle dargestellt:

Sondereffekte 2014

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Mio. € 2014
Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen 206,3
Summe Sondereffekte EBITDA 206,3

Sondereffekte 2013

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Mio. € 2013
Verbrauch aus Rückstellungen für Verluste aus zukünftigen Abnahmeverpflichtungen in China 13,7
Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen 77,6
Summe Sondereffekte EBITDA 91,3
Stilllegung und Wertminderung von Anlagevermögen Siltronic -34,8
Summe Sondereffekte EBIT 56,5

Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr leicht an

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 844,2 Mio. € gestiegen (2013: 663,5 Mio. €). Die Brutto-Umsatzmarge betrug knapp 18 Prozent und stieg damit um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen auf den höheren Umsatz zurückzuführen.

Die Herstellungskosten sind im Berichtsjahr leicht angestiegen. Dies ist unter anderem auf die Erstkonsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. zurückzuführen. Sie beliefen sich auf 3,98 Mrd. € (2013: 3,82 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von vier Prozent. Gegenläufig zeigten sich jedoch positive Effekte aus den Kostensenkungsprogrammen und der hohen Anlagenauslastung, die zu einer guten Fixkostenabdeckung beitrug. Die Rohstoffkosten wirkten sich insgesamt leicht negativ auf die Herstellungskosten aus. Die Herstellungskostenquote belief sich im Berichtsjahr auf 83 Prozent und war damit um zwei Prozentpunkte besser als im Vorjahr (2013: 85 Prozent).

Funktionskosten steigen

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent erhöht. Sie stiegen auf 587,4 Mio. € (2013: 557,5 Mio. €). Insbesondere die Kosten für Forschung und Entwicklung haben sich im Berichtszeitraum erhöht. In allen Funktionen wirkten sich höhere Personalkosten aus.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 183,5 Mio. € (2013: 44,3 Mio. €). Der wesentliche Grund für das positive Ergebnis sind einbehaltene erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus aufgelösten und neu strukturierten Verträgen mit Polysiliciumkunden. Im Berichtszeitraum summieren sich diese Sondererträge auf 206,3 Mio. € (2013: 77,6 Mio. €). Der Konzern erzielte im Zwölfmonatszeitraum ein positives Währungsergebnis in Höhe von 17,1 Mio. €. Das Vorjahr war mit - 2,8 Mio. € nahezu ausgeglichen. Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind ebenfalls Kosten für den anlaufenden Geschäftsbetrieb des neuen Produktionsstandorts im US-Bundesstaat Tennessee enthalten.

Betriebsergebnis

Die genannten Effekte haben dazu geführt, dass sich das Betriebsergebnis von 150,3 Mio. € auf 440,3 Mio. € verbessert hat. Damit hat es sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis - die Summe des Equity-Ergebnisses und des sonstigen Beteiligungsergebnisses - beläuft sich auf 3,0 Mio. € (2013: - 36,0 Mio. €). Seit Jahresbeginn wird die Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. vollständig in den Konzernabschluss von WACKER einbezogen. Das Unternehmen wurde zuvor als Gemeinschaftsunternehmen at equity bilanziert. Das laufende Ergebnis aus der Gesellschaft wird nun nicht mehr im Beteiligungsergebnis erfasst.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Es belief sich auf - 78,1 Mio. € (2013: - 83,3 Mio. €). Deutlich geringere Zinserträge von 8,4 Mio. € (2013: 15,0 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 46,2 Mio. € (2013: 41,8 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf - 37,8 Mio. € (2013: - 26,8 Mio. €). Bauzeitzinsen minderten den Zinsaufwand um 5,1 Mio. € (2013: 2,0 Mio. €). Das übrige Finanzergebnis belief sich auf - 40,3 Mio. € (2013: - 56,5 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus Kurseffekten der Finanzanlagen enthalten, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv auswirkten.

Ertragsteuern

Der Konzern weist für 2014 einen Steueraufwand von 169,8 Mio. € (Vorjahr 24,7 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 46,5 Prozent (2013: 79,7 Prozent). Der Steueraufwand ist beeinflusst durch steuerlich nicht ansetzbare Anlaufkosten und Verluste einiger Tochtergesellschaften.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis stieg auf Grund der genannten Effekte deutlich an. Der Jahresüberschuss stieg auf 195,4 Mio. € (2013: 6,3 Mio. €).

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed).

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 8,4 Prozent (2013: 2,2 Prozent). Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf dem Ergebnisanstieg. Die höhere Mittelbindung auf Grund unserer Investitionen in neue Produktionsanlagen wirkte sich nur geringfügig auf den ROCE aus. Das Capital Employed stieg im Geschäftsjahr von 5.238,2 Mio. € auf 5.260,7 Mio. €.

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2014 2013 Veränderung
in %
Umsatzerlöse 4.826,4 4.478,9 7,8
Bruttoergebnis vom Umsatz 844,2 663,5 27,2
Vertriebs-, Forschungs- und allg. Verwaltungskosten - 587,4 - 557,5 5,4
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 183,5 44,3 > 100
Betriebsergebnis 440,3 150,3 > 100
Beteiligungsergebnis 3,0 - 36,0 n.a.
EBIT 443,3 114,3 > 100
Finanzergebnis - 78,1 - 83,3 - 6,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 365,2 31,0 > 100
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 169,8 - 24,7 > 100
Jahresergebnis 195,4 6,3 > 100
davon      
auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 203,8 2,6 > 100
auf andere Gesellschafter entfallend - 8,4 3,7 n. a.
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert /verwässert) 4,10 0,05 > 100
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 -
Überleitung zum EBITDA      
EBIT 443,3 114,3 > 100
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen 599,0 564,4 6,1
EBITDA 1.042,3 678,7 53,6
ROCE (%) 8,4 2,2 > 100

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Jahr 2014 um 3,7 Prozent zugelegt. Er erhöhte sich auf 1,73 Mrd. € (2013: 1,67 Mrd. €). In erster Linie höhere Mengen und Mixveränderungen waren dafür verantwortlich. Die Umsatzentwicklung gebremst haben leicht niedrigere Preise vor allem am Jahresanfang. WACKER SILICONES konnte in allen Geschäftssparten seinen Umsatz steigern. Der Umsatz mit Spezialprodukten ist dabei überproportional gestiegen. Besonders gut hat sich der Absatz mit Siliconen für Elektronikanwendungen und für die Automobilindustrie entwickelt. Regional betrachtet konnten wir in Asien (+ 7 Prozent), in Amerika (+ 3 Prozent) und in den übrigen Regionen (+ 6 Prozent) zulegen. In Europa blieb der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. In Deutschland ist er um fünf Prozent gestiegen. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Es fiel mit 209,8 Mio. € (2013: 230,2 Mio. €) um 8,9 Prozent niedriger aus. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang liegt darin, dass wir im Jahr 2013 eine Rückstellung, die für drohende Verluste aus zukünftigen Abnahmeverpflichtungen aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning in China gebildet wurde, aufgelöst haben. Das hat das EBITDA im Jahr 2013 mit 13,7 Mio. € positiv beeinflusst. Die Rohstoff- und Energiekosten lagen insgesamt auf Vorjahresniveau. Sowohl der durchschnittliche Preis für Siliciummetall als auch für Methanol haben sich gegenüber Vorjahr kaum verändert. Leichter Preisdruck sowie allgemeine Kostensteigerungen haben die Ergebnisentwicklung gebremst. Die EBITDA-Marge ist auf 12,1 Prozent (2013: 13,8 Prozent) zurückgegangen.

Investitionen auf Vorjahresniveau

Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht erhöht. Sie beliefen sich auf 88,5 Mio. € (2013: 85,4 Mio. €). Das sind 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Mittel gingen vorrangig in den Ausbau der Kapazitäten für Zwischen- und Fertigprodukte.

Vertriebsstrukturen in Asien weiter ausgebaut

Um die Bedürfnisse der Kunden in Asien besser bedienen zu können, haben wir unser technisches Kompetenzzentrum im indischen Amtala nahe Kalkutta erweitert. Mit hochmoderner Anwendungstechnik und hochmodernem Testequipment können dort Kunden aus der Bau- und der Textilindustrie sowie Kunden aus dem Bereich für Körperpflegeprodukte neue Produkte und Anwendungen entwickeln und testen. Zum 31. Dezember 2014 waren im Geschäftsbereich WACKER SILICONES 4.240 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2013: 4.109).

Segmentdaten WACKER SILICONES

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 1.733,6 1.672,2 1.648,0 1.593,8 1.580,5 1.238,8 1.408,6
EBITDA 209,8 230,2 189,3 182,9 229,9 157,9 167,9
EBITDA-Marge (%) 12,1 13,8 11,5 11,5 14,5 12,7 11,9
EBIT 128,9 151,1 106,4 103,3 150,0 33,5 86,3
Investitionen 88,5 85,4 158,8 106,3 92,9 102,2 107,0
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 4.240 4.109 3.960 3.956 3.892 3.873 3.927

WACKER POLYMERS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist im Geschäftsjahr 2014 deutlich gestiegen. Er erhöhte sich um 8,8 Prozent auf 1.06 Mrd. € (2013: 978,7 Mio. €). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen für Dispersionen und Dispersionspulver sowie leicht höhere Preise. Die Rohstoffkosten waren durch den sehr deutlichen Anstieg von Vinylacetatmonomer wesentlich höher als im Vorjahr und haben sich negativ auf die Ertragslage ausgewirkt.

In allen Regionen konnte WACKER POLYMERS seine Umsätze steigern. Den größten Zuwachs erzielte der Geschäftsbereich in Osteuropa mit 17 Prozent. Stark entwickelt hat sich im abgelaufenen Jahr das Geschäft in Indien, wo wir unseren Umsatz um 16 Prozent steigern konnten.

Das EBITDA lag mit 149,5 Mio. € (2013: 147,8 Mio. €) leicht über dem Niveau des Vorjahres. Belastet wurde das Ergebnis durch die stark gestiegenen Preise für Vinylacetatmonomer.

Investitionen steigen durch Aus- und Neubauprojekte

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr auf 56,3 Mio. € (2013: 36,8 Mio. €) gestiegen. Die Mittel flossen vor allem in die Erweiterung einer Anlage für Dispersionspulver im chinesischen Nanjing, in den Bau einer neuen Dispersionspulveranlage in Burghausen und eines Dispersionsreaktors am Produktionsstandort Calvert City, USA. Mit diesen Investitionen begleiten wir das weitere Marktwachstum im Geschäft mit Dispersionen und Dispersionspulvern. Die Zahl der Mitarbeiter des Geschäftsbereichs ist zum 31. Dezember 2014 mit 1.408 (31. Dezember 2013: 1.377) leicht gestiegen.

Segmentdaten WACKER POLYMERS

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 1.064,4 978,7 1.003,1 928,1 810,0 743,8 867,9
EBITDA 149,5 147,8 147,4 111,8 122,6 117,2 108,9
EBITDA-Marge (%) 14,0 15,1 14,7 12,0 15,1 15,8 12,5
EBIT 118,7 112,9 110,7 76,2 82,2 77,8 64,9
Investitionen 56,3 36,8 58,8 30,4 13,1 40,0 74,4
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 1.408 1.377 1.365 1.412 1.377 1.362 1.579

WACKER BIOSOLUTIONS

Einen deutlichen Umsatzanstieg konnte der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS im Jahr 2014 verzeichnen. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent auf 176,2 Mio. € (2013: 158,4 Mio. €) zu. Dafür verantwortlich waren die Integration der Scil Proteins Production GmbH aus Halle, die im Jahr 2014 erstmals konsolidiert worden ist, sowie gestiegene Absatzmengen und Preise. Leicht negative Währungseffekte haben das Umsatzwachstum gebremst. Während das Geschäft in den Bereichen Ernährung, Pharmaproteine sich positiv entwickelt hat, war das Geschäft Pharma/Agro etwas schwieriger. Starke Umsatzzuwächse verzeichnete WACKER BIOSOLUTIONS in Amerika (+ 28 Prozent) und Europa (+ 17 Prozent). In Asien war das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr rückläufig (- 8 Prozent). Das EBITDA lag im Geschäftsjahr 2014 mit 23,6 Mio. € (2013: 23,6 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres. Die EBITDA-Marge liegt mit 13,4 Prozent (2013: 14,9 Prozent) etwas unter Vorjahr.

Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr verringert. Sie beliefen sich auf 8,4 Mio. € (2013: 10,2 Mio. €). Ferner erwarb der Geschäftsbereich Anfang des Jahres die Scil Proteins Production GmbH für rund 14 Mio. €. Mit der Übernahme verfügt WACKER BIOSOLUTIONS jetzt über einen Fermenter mit einem Fassungsvermögen von 1.500 Litern.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich vor allem durch den Erwerb der Scil Proteins Production GmbH zum 31. Dezember 2014 auf 484 erhöht (31. Dezember 2013: 371).

Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 176,2 158,4 157,6 144,5 142,4 104,9 97,7
EBITDA 23,6 23,6 24,5 20,4 25,0 9,9 9,2
EBITDA-Marge (%) 13,4 14,9 15,5 14,1 17,6 9,4 9,4
EBIT 13,6 17,2 17,8 13,3 16,6 4,7 6,0
Investitionen 8,4 10,2 19,3 8,6 6,5 12,7 16,5
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 484 371 357 354 363 344 259

WACKER POLYSILICON

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist im Geschäftsjahr 2014 deutlich gestiegen. Er kletterte um 13,5 Prozent auf 1,05 Mrd. € (2013: 924,2 Mio. €). Höhere Absatzmengen und bessere Preise sind die Gründe dafür. Der Photovoltaikmarkt ist weiter gewachsen. Von besonderer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung von WACKER war die einvernehmliche Einigung mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) über den Export von in Europa produziertem Polysilicium nach China. In der am 01. Mai 2014 in Kraft getretenen Vereinbarung verpflichtet sich WACKER, Polysilicium nicht unter einem bestimmten Mindestpreis zu verkaufen, der sich am allgemeinen Marktniveau orientiert. Im Gegenzug erhebt das MOFCOM keine Antidumping- und Antisubventionszölle auf Polysilicium von WACKER. Regional betrachtet hat Asien als Absatzmarkt an Bedeutung zugenommen.

Das EBITDA hat sich mehr als verdoppelt und ist auf 537,0 Mio. € (2013: 233,9 Mio. €) gestiegen. Höhere Preise für Polysilicium und Sondererträge haben zu dieser positiven Ergebnisentwicklung beigetragen. Aus der Auflösung und Neuordnung von Verträgen mit Kunden hat der Geschäftsbereich insgesamt Anzahlungen und Schadenersatzleistungen in Höhe von 206,3 Mio. € vereinnahmt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 51,2 Prozent (2013: 25,3 Prozent).

Investitionen sind gestiegen

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich im Jahr 2014 erhöht. Sie stiegen um 15,3 Prozent auf 334,5 Mio. € (2013: 290,0 Mio. €). Die Mittel flossen zum größten Teil in den Aufbau des neuen Produktionsstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee, wo in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit dem Anfahren der Produktion begonnen werden soll.

Die Zahl der Beschäftigten hat sich leicht verringert. Sie ist auf 2.093 (31. Dezember 2013: 2.102) gesunken.

Segmentdaten WACKER POLYSILICON

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 1.049,1 924,2 1.135,8 1.447,7 1.368,7 1.121,2 828,1
EBITDA 537,0 233,9 427,5 747,3 733,4 520,8 422,0
EBITDA-Marge (%) 51,2 25,3 37,6 51,6 53,6 46,5 51,0
EBIT 305,3 0,1 200,8 545,6 586,7 414,1 349,8
Investitionen 334,5 290,0 698,1 566,5 309,9 400,1 410,3
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 2.093 2.102 2.349 2.251 1.763 1.600 1.289

SILTRONIC

Umsatz deutlich über Vorjahr

Siltronic hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlich höheren Umsatz erzielt als im Vorjahr. Er kletterte um 14,9 Prozent auf 853,4 Mio. € (2013: 743,0 Mio. €). Dieser Anstieg ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass seit dem 1. Quartal 2014 erstmals die Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. konsolidiert wurde. Niedrigere Preise und leicht negative Währungseffekte haben eine noch bessere Umsatzentwicklung verhindert. Der Absatz hat sich bei allen Scheibendurchmessern erhöht, besonders bei 300 mm Siliciumwafern. Stärkste Verkaufsregion ist nach wie vor Asien, wo wir unseren Umsatz um 25,6 Prozent steigern konnten.

Das EBITDA hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 114,0 Mio. € (2013: 26,5 Mio. €) verbessert. Positiv beeinflusst wurde die EBITDA-Entwicklung durch die erstmals konsolidierte Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., durch Maßnahmen zur weiteren Kostensenkung in den Produktionsprozessen sowie die hohe Produktionsauslastung. Negative Preiseffekte haben die EBITDA-Entwicklung gebremst. Die EBITDA-Marge betrug 13,4 Prozent (2013: 3,6 Prozent) und liegt damit deutlich höher als im Vorjahr.

Höhere Investitionen als im Vorjahr

Die Investitionen von Siltronic sind im Jahr 2014 gestiegen. Sie beliefen sich auf 40,7 Mio. € (2013: 30,9 Mio. €). Das sind 31,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Mittel wurden vor allem für Investitionen in verbesserte Technologien verwendet. Ende Januar 2014 hat Siltronic ihren Anteil an der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. im Rahmen einer Kapitalerhöhung auf 78 Prozent aufgestockt. Mit dem Erwerb wurden die externen Finanzschulden der Gesellschaft zurückgeführt.

Die Beschäftigtenzahl bei Siltronic hat sich auf Grund der Konsolidierung von Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. deutlich erhöht. Sie lag zum 31. Dezember 2014 bei 4.165 Mitarbeitern (31. Dezember 2013: 3.746).

Segmentdaten SILTRONIC

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Gesamtumsatz 853,4 743,0 867,9 992,1 1.024,8 637,5 1.360,8
EBITDA 114,0 26,5 0,7 49,2 87,7 - 162,4 357,3
EBITDA-Marge (%) 13,4 3,6 0,1 5,0 8,6 - 25,5 26,3
EBIT - 43,5 - 95,9 - 92,2 - 56,7 - 3,5 - 414,7 193,8
Investitionen 40,7 30,9 103,2 128,1 75,5 73,0 199,6
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 4.165 3.746 3.978 4.974 5.025 5.096 5.469

Sonstiges

Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 165,9 Mio. € (2013: 192,7 Mio. €). Das sind 13,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,7 Mio. € (2013: 14,7 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2014 waren im Segment "Sonstiges" 4.313 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2013: 4.304). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz.

Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Auslandsgeschäft geprägt. Von den 4,83 Mrd. € Umsatz (2013: 4,48 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2014 erwirtschafteten wir 86,2 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 13,8 Prozent.

Region Asien mit deutlichem Umsatzzuwachs

Die größte Bedeutung für unsere Geschäfts- und Wachstumspotenziale hat die Region Asien. Der Haupttreiber ist der steigende Lebensstandard in den dortigen Schwellenländern. Mit einem Umsatzanteil von 42,3 Prozent (2013: 40,8 Prozent) war Asien wie im Vorjahr der bedeutendste Absatzmarkt. Der Umsatz belief sich auf 2,04 Mrd. € (2013: 1,83 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von 11,7 Prozent. In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) hat sich der Umsatz auf 1,22 Mrd. € (2013: 1,07 Mrd. €) erhöht, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutlich zulegen konnte auch das Geschäft von WACKER in Indien. Dort erzielten wir einen Zuwachs von 15 Prozent. Bis auf WACKER BIOSOLUTIONS haben alle anderen Geschäftsbereiche ihren Umsatz in Asien steigern können.

Region Europa legt zu

Im übrigen Europa, wo WACKER von jeher eine sehr starke Marktposition besitzt, ist der Umsatz im abgelaufenen Jahr nach einem Rückgang im Jahr 2014 wieder gewachsen. Er stieg um 5,3 Prozent auf 1,13 Mrd. € (2013: 1,07 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 23,4 Prozent (2013: 24 Prozent). In Deutschland erhöhte sich der Umsatz um 2,6 Prozent auf 663,7 Mio. € (2013: 647,0 Mio. €).

Außenumsatz am Sitz des Kunden

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 663,7 647,0 686,0 899,4 887,3 774,6 948,6
Übriges Europa 1.130,5 1.073,8 1.090,7 1.186,7 1.175,4 944,1 1.008,2
Amerika 810,7 761,0 834,2 846,4 818,2 636,3 852,9
Asien 2.039,7 1.826,1 1.862,0 1.822,0 1.717,4 1.252,9 1.362,8
Sonstige Regionen 181,8 171,0 162,0 155,2 150,1 111,4 125,6
Konzern 4.826,4 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1

Geschäft in Amerika entwickelt sich positiv

Das Geschäft in der Region Amerika hat sich im Jahr 2014 positiv entwickelt. Der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 810,7 Mio. € (2013: 761,0 Mio. €). Alle Geschäftsbereiche von WACKER konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Umsatz in dieser Region zulegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 16,8 Prozent (2013: 17 Prozent).

Sonstige Regionen legen erneut zu

Weiter zulegen konnte der Umsatz in den sonstigen Regionen. Er erhöhte sich um 6,2 Prozent auf 181,8 Mio. € (2013: 171,0 Mio. €). Mehr als 40 Prozent davon erzielt WACKER in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Anteil der sonstigen Regionen am Gesamtumsatz beläuft sich auf 3,8 Prozent.

Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 4.006,5 3.782,3 3.972,9 4.250,8 4.150,9 3.272,0 3.746,8
Übriges Europa 137,8 144,7 156,8 138,3 74,3 23,5 29,4
Amerika 769,7 742,1 817,6 783,0 779,4 599,2 736,4
Asien 962,3 761,6 729,7 750,4 684,1 491,4 546,3
Sonstige Regionen 7,6 7,0 6,8 7,4 6,3 3,5 2,2
Konsolidierung - 1.057,5 - 958,8 - 1.048,9 - 1.020,2 - 946,6 - 670,3 - 763,0
Konzern 4.826,4 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3 4.298,1

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2013 um zehn Prozent erhöht. Sie stieg um 614,8 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 6,95 Mrd. € (31. Dezember 2013: 6,33 Mrd. €). Der deutliche Anstieg hat mehrere Gründe. Im Berichtszeitraum wirkte sich der Anstieg des US-Dollar und anderer Währungen gegenüber dem Euro deutlich auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns aus. Effekte aus der Währungsumrechnung erhöhten die Bilanzsumme um 297,3 Mio. €, insbesondere das Anlagevermögen, das Eigenkapital und die Finanzschulden. Durch die Vollkonsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. und der Scil Proteins Production GmbH sowie durch den Projektfortschritt beim Bau der Polysiliciumanlage in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee nahmen die Sachanlagen zu. Ausleihungen, die WACKER als Finanzanlagen an die Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. ausgegeben hatte, werden nicht mehr im Konzernabschluss erfasst. Das gute operative Geschäft führte zu höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie zu höheren Vorratsbeständen. Auf der Passivseite stiegen neben den Finanzschulden die Pensionsrückstellungen um 678,9 Mio. €. Der Grund dafür sind gesunkene Diskontierungszinssätze. Dadurch verringerte sich auch das Eigenkapital um 520,2 Mio. €. Für die ausführliche Darstellung der Effekte aus der Erstkonsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. verweisen wir auf den Konzernanhang ab Seite 193.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Bilanzentwicklung Aktiva

Kurz- und langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres um 467,0 Mio. € auf 4,85 Mrd. € (31. Dezember 2013: 4,39 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von elf Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 70 Prozent (31. Dezember 2013: 69 Prozent). Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen im Vergleich zum 31. Dezember 2013 von 1,95 Mrd. € auf 2,09 Mrd. € zu. Das ist ein Plus von acht Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme hat sich leicht um einen Prozentpunkt reduziert und beläuft sich auf 30 Prozent. Akquisitionen haben das Anlagevermögen im Jahr 2014 erhöht. WACKER hat die Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. nach Übernahme der Mehrheit der Anteile durch eine Kapitalerhöhung seit Januar 2014 erstmals voll in den Konzernabschluss einbezogen. Im Vorjahr wurde dieses Unternehmen noch im Rahmen der At-equity-Konsolidierung bilanziert. Die Scil Proteins Production GmbH, die WACKER zu 100 Prozent erworben hat, ist zum 02. Januar 2014 voll konsolidiert worden. Die Investitionen lagen leicht unter den planmäßigen Abschreibungen. Der Anstieg der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auf das gute operative Geschäft zurückzuführen. Die lang- und kurzfristige Liquidität hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert, die aktiven latenten Steuern sind dagegen gestiegen.

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzinvestitionen

Die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien haben sich um 539,7 Mio. € erhöht. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2014 auf 4,35 Mrd. € (31. Dezember 2013: 3,81 Mrd. €). Die Produktionsanlagen von Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. und von Scil Proteins Production GmbH wurden im Jahr 2014 erstmals in den Sachanlagen des Konzerns ausgewiesen. Das ist einer der Gründe für den Anstieg. Die Sachanlagen sind bis zum 31. Dezember 2014 um 527,2 Mio. € gewachsen. Das ist ein Anstieg von 14 Prozent. Die laufenden Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 572,2 Mio. €. Über die Hälfte dieser Summe floss in den Aufbau des Produktionsstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Dort baut der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON eine neue Polysiliciumproduktion auf. Weitere Investitionen flossen in die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS sowie in die Siltronic. Abschreibungen und Wertberichtigungen reduzierten im Zwölfmonatszeitraum das Anlagevermögen um 599,0 Mio. € (2013: 564,4 Mio. €). Die laufenden Abschreibungen der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. sind im Wesentlichen verantwortlich dafür, dass die Abschreibungen insgesamt höher ausfielen als vor einem Jahr. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Anlagevermögens um 244,1 Mio. € erhöht.

At equity bewertete Beteiligungen

Die at equity bewerteten Beteiligungen stiegen auf Grund der höheren Ergebnisse leicht an. Sie beliefen sich auf 20,5 Mio. € (31. Dezember 2013: 18,9 Mio. €). Die Beteiligung an der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. wurde ab Januar 2014 nicht mehr at equity bilanziert. Der Bilanzansatz war jedoch durch hohe Verluste aus laufenden Abschreibungen und Finanzierungsaufwendungen bereits reduziert.

Langfristige finanzielle Vermögenswerte und Wertpapiere

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2014 auf 487,9 Mio. € (31. Dezember 2013: 562,2 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahresende um 13 Prozent zurückgegangen. Ein Grund für diesen Rückgang liegt in der Vollkonsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. Die an das Unternehmen ausgereichten Gesellschafterdarlehen in Höhe von 142,2 Mio. € sind damit entfallen. Gegenläufig erhöhten sich die aktiven latenten Steuern um 168,6 Mio. € auf 334,3 Mio. €. Dafür sind hauptsächlich die höheren Pensionsrückstellungen verantwortlich. Sie stiegen auf Grund höherer versicherungsmathematischer Verluste durch niedrige zugrunde liegende Diskontierungszinssätze. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte enthalten ferner langfristige Wertpapiere in Höhe von 37,6 Mio. €, langfristige derivative Finanzinstrumente und langfristige Steuerforderungen. Langfristige Wertpapiere im Wert von 83,2 Mio. € wurden in den kurzfristigen Bereich umgegliedert.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um knapp acht Prozent angestiegen. Sie beliefen sich auf 2,09 Mrd. € (31. Dezember 2013: 1,95 Mrd. €). Der Vorratsbestand ist angewachsen, weil die Vorräte der neu in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erstmals darin enthalten sind. Die gestiegenen Umsätze haben die Vorräte erhöht. Die Vorräte beliefen sich zum 31. Dezember 2014 auf 734,3 Mio. € (31. Dezember 2013: 616,9 Mio. €). Das ist ein Plus von 19 Prozent. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Ende des Zwölfmonatszeitraums auf 684,0 Mio. € (31. Dezember 2013: 614,1 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von elf Prozent. Dafür ist in erster Linie das höhere Geschäftsvolumen verantwortlich. Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben zusammen einen Anteil an der Bilanzsumme von 20 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als zum 31. Dezember 2013. Währungseffekte haben die Vorräte und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 42,0 Mio. € erhöht.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte gingen leicht zurück. Sie reduzierten sich von 714,3 Mio. € auf 674,8 Mio. €. Das ist ein Rückgang von sechs Prozent. Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2014 auf 157,4 Mio. € (31. Dezember 2013: 71,9 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgelder mit fixer Laufzeit angelegt. Die liquiden Zahlungsmittel verringerten sich von 431,8 Mio. € auf 325,9 Mio. € zum Bilanzstichtag. Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass WACKER externe Bankdarlehen der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. im 1. Quartal 2014 im Rahmen der Mehrheitsübernahme abgelöst hat und Zahlungen für seine Investitionsprojekte in den Geschäftsbereichen vorgenommen hat. Dagegen erhöhten die Ziehung eines langfristigen Kredites in Höhe von 80,0 Mio. € und eingehende Schadenersatzzahlungen die flüssigen Mittel. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind Ertragsteuerforderungen in Höhe von 15,2 Mio. € (31. Dezember 2013: 19,5 Mio. €) und sonstige Steueransprüche in Höhe von 49,6 Mio. € (31. Dezember 2013: 52,1 Mio. €) enthalten. Der Anteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme beläuft sich auf zehn Prozent (31. Dezember 2013: elf Prozent).

Bilanzentwicklung Passiva

Eigenkapital reduziert sich um elf Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um 250,6 Mio. € zurückgegangen. Es belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 1,95 Mrd. € (31. Dezember 2013: 2,20 Mrd. €). Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 28 Prozent (31. Dezember 2013: 34,7 Prozent). Die Gewinnrücklagen haben sich durch das Jahresergebnis des Konzerns um 203,8 Mio. € erhöht. Gleichzeitig minderte die Dividendenzahlung die Gewinnrücklagen um 24,8 Mio. €. Die übrigen Eigenkapitalposten reduzierten das Eigenkapital im Wesentlichen durch die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Durch die Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne zum Ende des Geschäftsjahres stiegen die versicherungsmathematischen Verluste. Diese führten zu einer Minderung des Eigenkapitals um 520,2 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital dagegen um 121,4 Mio. € erhöht. Aus dem Abgang der at equity bilanzierten Altanteile der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. ergaben sich im Eigenkapital Abgänge von 14,9 Mio. €.

Schulden

Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 865,4 Mio. € gestiegen. Das ist ein Anstieg von 21 Prozent. Sie beliefen sich auf 5,00 Mrd. € (31. Dezember 2013: 4,14 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 72 Prozent (31. Dezember 2013: 65 Prozent).

Langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden betragen zum Bilanzstichtag 3,84 Mrd. € (31. Dezember 2013: 3,08 Mrd. €). Das sind 25 Prozent mehr als am Vorjahresende. Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 55 Prozent (31. Dezember 2013: 49 Prozent). Die Pensionsrückstellungen stiegen um 678,9 Mio. € auf 1,76 Mrd. €. Das ist ein Plus von 63 Prozent. Dieser Anstieg hängt damit zusammen, dass der verwendete Diskontierungszinssatz der leistungsorientierten Pensionspläne gesunken ist. Er ist deutlich niedriger als zum Jahresende 2013. Zum Bilanzstichtag betrug er im Inland 2,3 Prozent und in den USA 3,8 Prozent (31. Dezember 2013: 3,8 Prozent im Inland und 4,75 Prozent in den USA). Dadurch erhöhten sich die versicherungsmathematischen Verluste aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen. Die Pensionsrückstellungen entsprechen 25 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2013: 17 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen haben sich ebenfalls erhöht. Sie betrugen 181,8 Mio. € (31. Dezember 2013: 148,2 Mio. €). Auch hier wirkte sich insbesondere bei Jubiläumsrückstellungen und Rückstellungen für den Umweltschutz der niedrigere Diskontierungszinssatz aus.

Die langfristigen Finanzschulden stiegen um 70,8 Mio. € und beliefen sich auf 1,32 Mrd. € (31. Dezember 2013: 1,25 Mrd. €). Im 3. Quartal hat WACKER einen neuen langfristigen Kredit in Höhe von 80,0 Mio. € gezogen. Gleichzeitig wurden langfristige Finanzschulden auf Grund ihrer Fälligkeit in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe leicht gesunken und liegen bei 533,9 Mio. € (31. Dezember 2013: 567,3 Mio. €). Der Grund dafür liegt in der Veränderung der langfristigen erhaltenen Anzahlungen. Zum Stichtag beliefen sie sich auf 523,0 Mio. € (31. Dezember 2013: 564,4 Mio. €). Zugänge aus der erstmaligen Einbeziehung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in den Konzernabschluss haben die erhaltenen Anzahlungen erhöht. Die Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen aus der Neustrukturierung von Verträgen und Vertragsbeendigungen mit Polysiliciumkunden führte zu einem deutlichen Abbau.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden sind um zehn Prozent gewachsen. Sie stiegen von 1,06 Mrd. € zum Jahresende 2013 auf 1,16 Mrd. € an. 2014 betrug ihr Anteil an der Bilanzsumme wie im Vorjahr 17 Prozent. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres um 21 Prozent erhöht. Sie beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 374,5 Mio. € (31. Dezember 2013: 309,4 Mio. €). Auf Grund der hohen Investitionstätigkeit vor allem am künftigen Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen für Investitionen deutlich gestiegen. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten haben sich um 13 Prozent auf 507,1 Mio. € (31. Dezember 2013: 579,9 Mio. €) reduziert. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 166,1 Mio. € (31. Dezember 2013: 282,8 Mio. €). Der laufende Abbau der erhaltenen Anzahlungen und vereinnahmte Anzahlungen aus aufgelösten sowie umstrukturierten Verträgen im Polysiliciumgeschäft sind dafür verantwortlich. Kurzfristige Ertragsteuerrückstellungen und Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und erfolgsabhängige Vergütungen, haben sich zum Bilanzstichtag erhöht. Gestiegen sind auch die Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten zur Devisensicherung auf Grund der Währungskursveränderungen von US-Dollar und Yen.

WACKER weist Nettofinanzschulden von 1,08 Mrd. € aus

Die kurzfristigen Finanzschulden haben sich um 67 Prozent erhöht. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2014 auf 283,3 Mio. € (31. Dezember 2013: 169,3 Mio. €). Der wesentliche Grund für diesen Anstieg sind Umgliederungen aus dem langfristigen Bereich. Insgesamt sind die Finanzschulden mit 1,60 Mrd. € im Vergleich zum Bilanzstichtag 2013 (1,42 Mrd. €) um 13 Prozent gewachsen. Der Anteil der Finanzschulden an der Bilanzsumme beträgt 23 Prozent. Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen im zweiten Halbjahr 2014 hat die Finanzschulden um rund 70 Mio. € ansteigen lassen. Die kurzfristige Liquidität (kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ist leicht gesunken. Sie beläuft sich auf 483,3 Mio. € (31. Dezember 2013: 503,7 Mio. €). Die langfristig angelegten Wertpapiere sanken von 120,8 Mio. € auf 37,6 Mio. €. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 wies WACKER somit Nettofinanzschulden (Saldo der Bruttofinanzverschuldung und der langfristigen und kurzfristigen Liquidität) von 1.080,6 Mio. € aus (31. Dezember 2013: 792,2 Mio. €). Das sind 36 Prozent mehr als zum 31. Dezember 2013.

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, ist der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das profunde Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 17 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

Zusammengefasste Bilanz

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Mio. € 2014 2013 Veränderung
in %
Aktiva      
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4.345,7 3.806,0 14,2
At equity bewertete Beteiligungen 20,5 18,9 8,5
Sonstige langfristige Vermögenswerte 487,9 562,2 - 13,2
Langfristige Vermögenswerte 4.854,1 4.387,1 10,6
Vorräte 734,3 616,9 19,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 684,0 614,1 11,4
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 674,8 714,3 - 5,5
Kurzfristige Vermögenswerte 2.093,1 1.945,3 7,6
Summe Aktiva 6.947,2 6.332,4 9,7
Passiva      
Eigenkapital 1.946,5 2.197,1 - 11,4
Langfristige Rückstellungen 1.983,7 1.262,0 57,2
Finanzverbindlichkeiten 1.318,2 1.247,4 5,7
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 533,9 567,3 - 5,9
davon erhaltene Anzahlungen 523,0 564,4 - 7,3
Langfristige Schulden 3.835,8 3.076,7 24,7
Finanzverbindlichkeiten 283,3 169,3 67,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 374,5 309,4 21,0
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 507,1 579,9 - 12,6
Kurzfristige Schulden 1.164,9 1.058,6 10,0
Schulden 5.000,7 4.135,3 20,9
Summe Passiva 6.947,2 6.332,4 9,7
Capital Employed 5.260,7 5.238,2 0,4

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt.

Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt.

WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cashmanagementsysteme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand.

Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente.

Finanzierungsanalyse

Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow.

Netto-Cashflow

Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2014 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 215,7 Mio. € (2013: 109,7 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen im Wesentlichen durch den operativen Cashflow gedeckt werden.

Netto-Cashflow

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Mio. € 2014 2013
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 485,2 464,0
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 227,8 200,9
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - 497,3 - 555,2
Netto-Cashflow 215,7 109,7

Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inklusive Finanzierungsleasing.

Netto-Cashflow

Nettofinanzschulden

Die Finanzierungsverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2014 auf 1,60 Mrd. € (31. Dezember 2013: 1,42 Mrd. €). Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 184,8 Mio. € gestiegen. WACKER hat im 3. Quartal 2014 einen neuen langfristigen Kredit über 80,0 Mio. € gezogen. Im 1. Quartal haben wir in China neue langfristige Darlehen zur Finanzierung der Gesellschaften auf aktuellem Marktniveau abgeschlossen. Sie dienen der Refinanzierung von bestehenden Working-Capital-Linien und Projektfinanzierungen. Währungsbedingt sind die Finanzverbindlichkeiten um rund 70 Mio. € angestiegen.

Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Im aktuellen Geschäftsjahr stiegen die Nettofinanzschulden deutlich an. Der Anstieg um 288,4 Mio. € auf 1.080,6 Mio. € (31. Dezember 2013: 792,2 Mio. €) ist im Wesentlichen auf die Investitionen und die Refinanzierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. zurückzuführen. WACKER hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 572,2 Mio. € investiert. Das entspricht einer Investitionsquote von zwölf Prozent (2013: elf Prozent), gemessen am Konzernumsatz.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene syndizierte Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 600 Mio. €. Im Dezember hat WACKER eine bestehende nicht ausgenutzte syndizierte Kreditlinie ersetzt. Die neue Kreditlinie über 200 Mio. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren steht als Liquiditätsreserve zur Verfügung. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

Nettofinanzschulden

Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Cashflow mit seinen Bestandteilen bildet die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Berichtsperiode ab.

Brutto-Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 485,2 Mio. € (2013: 464,0 Mio. €). Das ist ein Anstieg von knapp fünf Prozent. Positiv wirkte sich das höhere Jahresergebnis von 195,4 Mio. € aus. Es enthielt nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge in Summe von - 48,7 Mio. €. Abschreibungen in Höhe von 599,0 Mio. € (2013: 564,4 Mio. €) und Veränderungen in den Rückstellungen in Höhe von 87,0 Mio. € (2013: 47,3 Mio. €) wirkten sich positiv auf den Brutto-Cashflow aus. Der Anstieg des Working Capital (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte) wirkte sich mit 107,8 Mio. € negativ auf den Brutto-Cashflow aus. Insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Vorräte nahmen geschäftsbedingt deutlich zu. Die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen veränderten sich im Zwölfmonatszeitraum um - 227,8 Mio. € (2013: - 200,9 Mio. €) auf Grund der erfolgten Lieferungen und einbehaltener Vorauszahlungen aus restrukturierten sowie aufgelösten Verträgen.

Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2014 gingen mehr als die Hälfte der Investitionen in den Aufbau des Produktionsstandortes für Polysilicium in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit ging von 555,2 Mio. € im Vorjahr auf 497,3 Mio. € zurück. Aus Akquisitionen im 1. Quartal 2014 ergab sich ein Mittelzufluss in Höhe von 25,8 Mio. €, der im Wesentlichen den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten der erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. darstellt.

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2014 auf - 505,6 Mio. € (2013: - 449,5 Mio. €). Zusätzlich zu den Investitionen in das Anlagevermögen und Akquisitionen enthält er noch Ein- und Auszahlungen aus Wertpapieren und Festgeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf - 88,6 Mio. € (2013: 227,6 Mio. €). Er zeigt im Wesentlichen den Mittelabfluss aus der Tilgung der externen Finanzschulden der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. im Zuge der Mehrheitsübernahme durch Siltronic. Die Kapitaleinzahlung sowie weitere Zahlungen dienten zur Ablösung der Bankdarlehen der Gesellschaft. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG im 2. Quartal 2014 führte ebenfalls zu einem Mittelabfluss in Höhe von 24,8 Mio. €. Im 3. Quartal 2014 erhöhte sich der Finanzierungscashflow von WACKER um 80 Mio. € durch ein gezogenes langfristiges Darlehen. Im Vorjahr erhöhte der Mittelzufluss aus der neu aufgelegten Privatplatzierung über 400 Mio. US-$ den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nahmen im Vergleich zum 31. Dezember 2013 um 105,9 Mio. € ab. Im Vorjahreszeitraum erfolgte ein Zugang in Höhe von 239,2 Mio. €. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2014 auf 325,9 Mio. € (31. Dezember 2013: 431,8 Mio. €).

Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2014 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 960,5 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 1,50 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2014 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 74,5 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2014 ergibt sich eine Dividendenrendite von 1,7 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand

Höhere Absatzmengen in allen fünf Geschäftsbereichen und bessere Preise für Polysilicium haben das operative Geschäft von WACKER im Jahr 2014 bestimmt. Hohe Sondererträge aus aufgelösten und neu strukturierten Verträgen mit Kunden aus der Solarindustrie haben die Ergebnisentwicklung zusätzlich begünstigt. Insgesamt hat der Konzern seine Jahresprognose bei allen wesentlichen Steuerungskennzahlen erreicht und teilweise übertroffen.

Im Chemiegeschäft sind die Umsätze vor allem dank der Mengenzuwächse weiter gestiegen. Preisdruck und höhere Rohstoffkosten vor allem von Vinylacetatmonomer im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS haben dazu geführt, dass das EBITDA der Chemiebereiche insgesamt etwas unter dem Vorjahreswert blieb. Bei WACKER POLYSILICON haben wir durch die Einigung mit dem chinesischen Handelsministerium über die Einfuhr unseres Polysiliciums nach China Rechts- und Planungssicherheit in diesem wichtigen Absatzmarkt gewonnen. Dank der guten Nachfrage war unsere Polysiliciumproduktion fast über das ganze Jahr hinweg voll ausgelastet. In unserem Halbleitergeschäft hat Siltronic den Umsatz und das EBITDA von Quartal zu Quartal weiter gesteigert und von Oktober bis Dezember 2014 eine EBITDA-Marge von fast 17 Prozent erzielt. Deutlich höhere Absatzmengen haben die niedrigeren Preise für Halbleiterwafer mehr als ausgeglichen. Die Mehrheitsübernahme von Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. ebenso wie die Maßnahmen, die Siltronic ergriffen hat, um die Produktivität zu steigern und die Kosten zu senken, haben das Ergebnis positiv beeinflusst.

Bezogen auf den Umsatz wie auch absolut ist der Personalaufwand gestiegen. Die Rohstoffkosten sind im Verhältnis zum Umsatz wie auch absolut gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Unter unserem Zielwert blieben auch die Energiekosten. Die Abschreibungen sind dagegen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und entsprechen dem Zielwert. Hier hat die Übernahme der Mehrheit an der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. unsere Abschreibungen erhöht.

Das Konzerneigenkapital ist mit 1,95 Mrd. € gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 250,6 Mio. € zurückgegangen. Der Grund dafür sind höhere versicherungsmathematische Verluste aus der Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne. Dadurch sank die Eigenkapitalquote auf 28 Prozent. Die Nettofinanzschulden des Konzerns haben sich wie erwartet um knapp 300 Mio. € erhöht und belaufen sich zum 31. Dezember 2014 auf 1,08 Mrd. €. Unsere Investitionen blieben mit 572,2 Mio. € wie angekündigt erneut unter dem Niveau der Abschreibungen. Deutlich besser als erwartet hat sich der Netto-Cashflow entwickelt. Mit 215,7 Mio. € hat er sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt.

Nachtragsbericht

Seit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 und dem Aufstellungstermin des Konzernabschlusses 02. März 2015 sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten. Es haben sich keine wesentlichen grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in dem wir tätig sind.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben in den ersten Wochen des Jahres 2015 unverändert.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Informationen

In diesem Abschnitt liefern wir weitere Informationen über unsere nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die nicht der Steuerung des Unternehmens dienen, aber für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen.

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:

Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.

Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in der Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.

Wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftstrends zu bedienen. Dazu zählen der steigende Energiebedarf, die Urbanisierung, die Digitalisierung und der Wohlstandszuwachs.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F & E) betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 183,1 Mio. € (2013: 173,8 Mio. €). Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,8 Prozent auf Grund der positiven Umsatzentwicklung leicht unter dem Vorjahr (2013: 3,9 Prozent).

Anteil Neuproduktrate (NPR)1

1 Umsatzanteil der in den vergangenen fünf Jahren eingeführten Produkte

Aus Lizenzvergaben erhielten wir im Jahr 2014 rund 1,2 Mio. € (2013: 7,3 Mio. €). Der Rückgang zum Vorjahr beruht auf der Übernahme der Mehrheit an der Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd. in Singapur und dem Auslaufen lizenzierter Patente. Die Zahl der von uns gehaltenen Patente und Patentanmeldungen ist ein Spiegelbild unserer Innovationskraft. Im Geschäftsjahr 2014 haben wir 111 Erfindungen zum Patent angemeldet (2013: 123). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 5.200 aktive Patente sowie 2.100 laufende Patentanmeldungen.

Einnahmen aus Lizenzvergaben

Im Jahr 2014 investierte WACKER 7,8 Mio. € in F & E-Einrichtungen (2013: 5,9 Mio. €). Die Zahl liegt deutlich über dem Vorjahreswert und zeigt das Engagement von WACKER in der Forschung. Im Jahr 2014 haben wir unter anderem in neue Technikumspilotanlagen investiert, um erfolgreiche Laborergebnisse hochzuskalieren und im nächsten Schritt in die Produktion zu übertragen. Beispiel dafür sind eine Anlage, mit der wir die Erzeugung von Trichlorsilan untersuchen, sowie ein neues Verfahren zur Polymerisierung. Weitere Investitionen gingen in die Ausstattung der Labore, um zum Beispiel Vollzellen von Lithium-Ionen-Batterien zu untersuchen. Zudem haben wir in analytische Geräte investiert, um schnelle und präzise Ergebnisse zur Beurteilung von Versuchen zu erhalten.

Investitionen in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen

Struktur der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Ein Großteil unserer F & E-Kosten in Höhe von 183,1 Mio. € (2013: 173,8 Mio. €) entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 270 Projekten auf mehr als 40 Technologieplattformen. Über 20 Prozent dieser Themen betreffen strategische Schlüsselprojekte, für die wir im Berichtsjahr 41 Prozent der angefallenen Projektkosten von insgesamt 71,5 Mio. € aufgewendet haben. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energie, Elektronik, Automobil und Bau, Produkte für Haushalt und Körperpflege sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie. Im Jahr 2013 hatten wir die Initiative New Solutions gestartet. Das Ziel ist, technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen rasch zu entwickeln. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. Im Jahr 2014 haben wir in diesem Programm zehn Projekte bearbeitet. Die Markt- und Technologieevaluierungen dazu zeigen mögliche Umsatzpotenziale im dreistelligen Millionenbereich auf. Erste Entwicklungen befinden sich bereits in der anwendungstechnischen Prüfung bei Kunden.

F & E-Know-how von Dritten haben wir im Jahr 2014 mit Ausgaben von rund 768.000 € (2013: 170.000 €) erworben. Diese Ausgaben verteilen sich auf drei Partner, wobei der Zuwachs aus dem Erwerb eines Know-how-Pakets resultiert.

Einige unserer im Jahr 2014 abgeschlossenen Forschungsprojekte wurden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Zwei Beispiele:

Im Projekt Fusionsproteine förderten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (STMWi) die Optimierung der industriellen Produktion von Proteinen. Dies geschieht durch Sekretion von Fusionsproteinen in speziellen E. coli-K12-Bakterienstämmen.

Im Projekt Olefinische Fettsäuren förderte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) neue Verfahren zur Spaltung, Umwandlung und Funktionalisierung von olefinischen Fettsäuren. Wir haben ein Verfahren entwickelt, mit dem olefinische Spezialchemikalien hergestellt werden können.

Unsere Geschäftsbereiche und die Zentrale Forschung haben im Jahr 2014 für weitere acht Projekte aus den Bereichen Leichtbau, Energiespeicherung, Biologics und Electronics bei öffentlichen Förderstellen Anträge eingereicht, über die noch entschieden wird. Wir koordinieren unsere extern geförderten Forschungsprojekte in unserem Fördermanagement. Es evaluiert mögliche Programme, meldet unsere Vorhaben an und tauscht sich mit dem Förderträger aus.

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Managementprozess konzernweit transparent dar. Das Projekt System Innovation (PSI), mit dem wir unsere Projekte steuern, haben wir im Jahr 2014 weiter optimiert. Dabei haben wir den Fokus darauf gelegt, die erfassten Daten noch stärker auf den Nutzen für Projekte und Portfolio zu fokussieren.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Halbleitertechnologie, Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2014 arbeitete WACKER bei rund 50 Forschungsvorhaben mit mehr als 40 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen.

Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Biotechnologie, Prozesssimulation sowie Prozessentwicklung. Im Bereich Prozessentwicklung haben wir neue Kooperationen mit Hochschulen in München und Stuttgart gestartet.

WACKER hat weltweit ein Netz von 21 technischen Kompetenzzentren geknüpft. Sie sind Bindeglieder zwischen Vertriebsniederlassungen und lokalen Produktionsstätten. In diesen Zentren passen Spezialisten Produkte an regionale Besonderheiten an, zum Beispiel an klimatische Bedingungen, länderspezifische Normen und lokale Rohstoffe. Sie entwickeln Formulierungen für neue Produkte der Kunden oder optimieren bestehende Rezepturen.

Forschungsarbeit bei WACKER

Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen.

Organisation von Forschung und Entwicklung

In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2014 bei WACKER 1.061 Mitarbeiter beschäftigt. Dies sind 6,4 Prozent der Mitarbeiter im Konzern. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte und Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Labors, Produktions- und Pilotanlagen oder vor Ort in den Anlagen der Kunden. Unser sonstiges F & E-Personal baut unter anderem in den Werkstätten Forschungsequipment oder arbeitet in der Verwaltung, z. B. als Marktforscher oder Trendanalyst.

Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung zum 31. Dezember 2014

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Anzahl 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Mitarbeiter F & E Konzern 1.061 987 1.008 1.100 1.057 1.072 1.078
Quote1 F & E Konzern (%) 6,4 6,2 6,2 6,4 6,5 6,9 6,8
Mitarbeiter F & E Deutschland 833 817 849 868 855 860 836
Mitarbeiter F & E Ausland 228 170 159 232 202 212 242
Mitarbeiter F & E Deutschland nach Qualifikationen 833 817 849 868 855 860 836
Wissenschaftler und Ingenieure 322 318 339 346 337 332 311
Laboranten und Techniker 341 329 332 350 344 349 345
Sonstiges Personal 170 170 178 172 174 179 180
Mitarbeiter F & E Ausland nach Qualifikationen2 114 102 92 93 95 90 113
Wissenschaftler und Ingenieure 45 38 32 35 31 30 34
Laboranten und Techniker 37 34 32 30 32 29 34
Sonstiges Personal 32 30 28 28 32 31 45
Mitarbeiter F & E Ausland, nur Siltronic AG (ohne Unterscheidung nach Qualifikation) 114 68 67 139 101 122 127

1 Verhältnis Mitarbeiter F & E zu Mitarbeiter Konzern gesamt
2 Ohne Mitarbeiter F & E Siltronic AG

Alexander Wacker Innovationspreis

Die Wacker Chemie AG hat ein Projektteam für seine wegweisenden Arbeiten zum WACKER-eigenen Sekretionssystem ESETEC® 2.0 mit dem Alexander Wacker Innovationspreis ausgezeichnet. Die Forscher haben das E. coli-basierte System zur Herstellung von Pharmaproteinen grundlegend analysiert und so weiterentwickelt, dass sich auch hochkomplexe Moleküle wie Antikörperfragmente kostengünstig und effizient produzieren lassen. Der nach dem Unternehmensgründer benannte Alexander Wacker Innovationspreis wird seit 2006 abwechselnd in den Kategorien Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung verliehen. Im Jahr 2014 war der mit 10.000 € dotierte Preis für die Grundlagenforschung ausgeschrieben.

Siltronic Inventor Award

Mit dem Inventor Award zeichnet die Siltronic Mitarbeiter aus, die technologische Innovationen hervorgebracht haben. Acht Mitarbeiter haben im Jahr 2014 diesen Preis für Ideenreichtum und konsequente Umsetzung ihrer Erfindungen erhalten. Im Jahr 2014 wurde der Preis in den beiden jeweils mit 10.000 € dotierten Kategorien "Wichtigste Erfindung" und "Bester Erfinder" vergeben. Die Preisträger haben mit ihren Projekten Prozesse der Waferbearbeitung optimiert.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Silicone eignen sich auf Grund ihrer guten Gaspermeabilität als Membranmaterial für unterschiedlichste Anwendungen. In Kombination mit gasselektiven Materialien könnten solche Membranen in der Gasseparation Anwendung finden. Die hydrophobe Eigenschaft von Siliconfilmen bei gleichzeitig hoher Wasserdampfdurchlässigkeit macht diese Materialien auch für Textilanwendungen oder Luftfiltersysteme interessant. In einem Entwicklungsprojekt prüfen wir die Möglichkeiten, solche Materialsysteme anzuwenden.

Im Projekt Si-HTF entwickeln wir Hochtemperatur-Wärmeträgerfluide auf Siliciumbasis, die in solarthermischen Parabolrinnen-Kraftwerken eingesetzt werden können. Im Vergleich zu den bisherigen Wärmeträgersystemen soll mit diesen Produkten in zukünftigen Anlagen eine höhere Betriebstemperatur und damit höhere Effizienz ermöglicht werden. Dies kann die Kosten der Stromgestehung reduzieren. Besonders vorteilhaft an der neuen Lösung ist der breite Arbeitstemperaturbereich, durch den aufwändige Begleitheizungen entfallen. Wir prüfen auch den Einsatz in industriellen Wärmeträgeranwendungen.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

Bei WACKER SILICONES wurden die Forschungsarbeiten an elektroaktiven Siliconpolymeren vorangetrieben. Sie dienen in Form sehr dünner Filme zur Energiegewinnung und werden auch für Aktoren und Sensoren eingesetzt. Für moderne Techniken zum Fördern von Öl und Gas entwickeln wir Siliconharze, die zum Modifizieren der abstützenden Bindemittel dienen. Neuartige Siliconharze ersetzen auch organische Bindemittel in Compositen und Kunststeinen. Wir unterstützen neue Scheinwerfertechnologien für Kraftfahrzeuge auf LED-Basis mit hochtransparenten Siliconkautschuken, aus denen Elemente für die Sekundäroptik hergestellt werden. Ein weiteres Zukunftsthema ist die additive Fertigung von Siliconformteilen für dreidimensionale Druckverfahren.

WACKER POLYMERS legte seinen Forschungsschwerpunkt auch in diesem Berichtsjahr auf Polymere, die das Formulieren emissionsarmer Endprodukte ermöglichen und damit die Anforderungen strengster Umweltsiegel erreichen. Im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir Produkte entwickelt oder verbessert, die frei von alkylphenol-modifizierten Tensiden (APEO) und Formaldehyd bzw. arm an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind. Beispiele dafür sind VAE-Dispersionspulver (Vinylacetat-Ethylen) für Anwendungen in Zement sowie auf VAE-Dispersionen basierende Produkte, zum Beispiel für die Teppichbeschichtung oder Dichtungsmassen. Für den Einsatz als Bindemittel in Trockenmörteln haben wir Dispersionspulver auf Basis von PVC-Copolymeren (Polyvinylchlorid) entwickelt. Mit innovativen Einsteigerprodukten für Bauanwendungen, beispielsweise Zement und Dispersionsfarben, werden wir regionalen Marktbedürfnissen noch besser gerecht. Durch Hochleistungsprozesse haben wir unsere Produktivität weiter gesteigert.

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat naturidentisches Hydroxytyrosol für Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt gebracht. Dies ist ein Antioxidans, das positiv auf Blutdruck, Gelenke, Immunsystem und Herz / Kreislauf wirkt. Als freier Radikalenfänger kann Hydroxytyrosol die Alterung der Haut bremsen und die Hautfarbe aufhellen. Darüber hinaus haben wir Produkte für Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, die die Aufnahmefähigkeit (Bioverfügbarkeit) von Wirkstoffen verbessern. Unsere Forscher bei Wacker Biotech haben die E. coli-basierte Sekretionstechnologie zur Herstellung von Pharmaproteinen verbessert. Mit ESETEC® 2.0 bieten wir nun ein effizientes Verfahren an, um Antikörperfragmente für medizinische Therapien mit hohen Ausbeuten herzustellen. Die Erstanwendung erfolgte für die US-amerikanische Firma MedImmune, ein Tochterunternehmen von AstraZeneca.

Um die Energiebilanz von Solarzellen zu verbessern und Kosten zu reduzieren, arbeiten wir bei der Herstellung von Polysilicium daran, den Energieverbrauch weiter zu senken. WACKER POLYSILICON hat die Abläufe in seinem geschlossenen Produktionskreislauf weiter optimiert. So haben wir den Energieverbrauch in der Abscheidung und Konvertierung erneut gesenkt. Für unsere hocheffiziente Herstellung von Polysilicium haben wir im Berichtsjahr den Energiepreis der Bayerischen Staatsregierung erhalten. Mit patentierten technologischen Entwicklungen und Prozessoptimierungen haben wir unseren spezifischen Energieverbrauch bei der Produktion von Polysilicium von 2005 bis 2013 um 29 Prozent reduziert. Bei granularem Polysilicium haben wir die Konditionierung der Oberfläche weiter optimiert, um das Produkt für alle in der Industrie angewandten Kristallisationsverfahren einsetzen zu können.

Die Leistungsfähigkeit von Halbleiterbauteilen verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre. Ein Schlüsselparameter für die Leistungssteigerung sind Strukturbreiten auf dem Siliciumwafer - sie sind die Basis dafür, wie viele Transistoren pro Quadratzentimeter auf einem Bauteil untergebracht werden können. Die gängigen Strukturbreiten in der Halbleiterindustrie sind gegenwärtig 22 und 16 Nanometer (nm). In den kommenden Jahren werden sie auf 11 und dann auf 8 nm zurückgehen. Siltronic entwickelt derzeit Verfahren zur Produktion von 300 mm Wafern, die für 11 und 8 nm Design-Rules (Strukturbreite von Elektronikchips) genutzt werden. Im Berichtsjahr hat das laufende Geschäft mit 11 nm Scheiben begonnen, die wir an unsere Kunden ausliefern. Wir haben die Technologie für 8 nm Wafer weiterentwickelt. Auch an Wafern für Power- und LED-Anwendungen haben wir gearbeitet.

Wissenstransfer vor Ort

Unter dem Namen WACKER ACADEMY bieten wir Foren zum branchenspezifischen Wissenstransfer zwischen Kunden, Vertriebspartnern und WACKER-Experten. Im Fokus stehen industriespezifische Trainings, die neben der Polymerchemie auch Siliconanwendungen abdecken, zum Beispiel für die Kosmetik- und Farbenbranche. Die Nähe zu den Entwicklungs- und Testlabors fördert den Austausch und ermöglicht den Teilnehmern Praxistests vor Ort. Wir arbeiten mit firmeneigenen Forschungsstätten, aber auch mit Universitäten und Instituten zusammen, um unser Seminarangebot auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2014 haben wir rund 200 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 50 internationalen Hochschulen betreut. Zusätzlich haben die Wacker Chemie AG und die Technische Universität München (tum) ihre bestehende Partnerschaft in der Siliciumchemie für weitere sechs Jahre verlängert. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die tum und WACKER im Februar 2014. Wir fördern das am Forschungscampus Garching beheimatete Institut für Siliciumchemie mit insgesamt bis zu 2,5 Mio. €. Die Mittel werden für die Finanzierung von Doktoranden und die damit zusammenhängende Sachausstattung verwendet. WACKER und die tum hatten das Institut für Siliciumchemie im Jahr 2006 gegründet. In den vergangenen Jahren wurden dort über 30 Forschungsprojekte bearbeitet, aus denen zehn Patente und über 35 wissenschaftliche Publikationen hervorgegangen sind.

Im Jahr 2014 hat WACKER mit der Technischen Universität Berlin einen internationalen Wissenschaftskongress organisiert. Zum 17. International Symposium on Silicon Chemistry (ISOS XVII) und zu den gemeinsam veranstalteten 7. European Silicon Days kamen rund 600 Forscher auf dem Gebiet der Silicium- und Siliconchemie nach Berlin. Im Rahmen des Kongresses vergab WACKER zum 15. Mal den WACKER SILICONE Award für herausragende Leistungen in diesem Forschungsgebiet. Der Preis ging diesmal an Akira Sekiguchi, Professor für organische Chemie an der Universität Tsukuba in Japan.

Wichtigste Produkteinführungen 2014

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Produkt Beschreibung Anwendung Branche
ELASTOSIL® N9132s-KR Raumtemperaturvernetzender Siliconkautschuk Kleb- und Dichtstoff für Haushaltsgeräte und Elektronikkomponenten Hausgeräte, Elektronik
ELASTOSIL® RT 728 Selbsthaftendes Flüssigsilicon Herstellung von medien- und temperaturresistenten Dichtungen Automobilindustrie
ESETEC® 2.0 E. coli-basierte Sekretionstechnologie Herstellung von Proteinen und Antikörperfragmenten für Biopharmazeutika Pharma
GENIOSIL® XL 70 Monomeres Arylalkoxysilan Wasserfänger für silanvernetzende Kleb- und Dichtstoff-Formulierungen Kleb- und Dichtstoffindustrie
HTEssence® Naturidentisches Hydroxytyrosol Antioxidans in Nahrungsergänzungsmitteln, funktionalen Getränken, Kosmetikprodukten Nahrungsmittel, Kosmetik
SEMICOSIL® 871 TC Wärmeleitender Siliconkautschuk Befestigung von Steuermodulen in der Autoelektronik Automobil
SEMICOSIL® 975 TC Wärmeleitender Siliconkautschuk Befestigung von Leistungselektronik-Bauteilen an Kühlkörpern Elektronik
VINNAPAS® 4220 L Dispersionspulver Selbstverlaufsmassen mit niedrigem Anteil an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) (entspricht Umweltstandard EMICODE® EC1+) Bau
VINNAPAS® 8620 E Dispersionspulver Modifizierung von Trockenmörtel, Formulierung emissionsarmer Fliesenkleber Bau
VINNAPAS® 4417 N Dispersionspulver Formulierung maßgeschneiderter Fliesenkleber speziell für Brasilien Bau
VINNAPAS® EF 3818 VAE-Dispersion Formulierung umweltfreundlicher, geruchsarmer Innenfarben speziell für Mittleren Osten und Afrika Farben
WACKER® HC 321 Wasserbasierende Siliconemulsion Wasserbasierendes Additiv zur Nachimprägnierung von Outdoor-Bekleidung Haushaltsprodukte, Textil
WACKER® HC 401 Lösemittelbasierte Siliconemulsion Imprägniermittel für die professionelle Textilreinigung Chemische Reinigungen
WACKER® SG 3377 Siliconölbasierter Niedrigtemperatur-Demulgator Hochwirksames Trennmittel zur Abspaltung von Wasser bei der Rohölproduktion Petrochemische Industrie

Mitarbeiter

Mitarbeiterzahl gestiegen

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2014 leicht erhöht. Zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2014) waren weltweit 16.703 Mitarbeiter (31. Dezember 2013: 16.009 Mitarbeiter) beschäftigt. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Wesentliche Gründe für den Anstieg sind die Übernahme der Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd. in Singapur und der Erwerb der Scil Proteins Production GmbH in Halle, Deutschland.

Siltronic hat die im Jahr 2013 begonnene Zusammenführung der Organisation der Standorte Burghausen und Freiberg fortgeführt. In Deutschland hat sich die Zahl der Mitarbeiter von Siltronic um 112 durch Versetzungen im Konzern, Altersteilzeit und freiwillige Abfindungsangebote verringert.

Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2014

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  2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 12.366 12.322 12.635 12.813 12.235 11.925 12.110
Ausland 4.337 3.687 3.657 4.355 4.079 3.693 3.812
Konzern 16.703 16.009 16.292 17.168 16.314 15.618 15.922

In Deutschland arbeiten 12.366 Mitarbeiter (74 Prozent) von WACKER; 4.337 Mitarbeiter (26 Prozent) sind an ausländischen Standorten beschäftigt. Zusätzlich waren im Berichtsjahr 527 Zeitarbeiter für WACKER tätig.

Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2014

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  2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Deutschland 393 286 14 48 374 247 80
Ausland 134 58 77 65 114 53 58
Konzern 527 344 91 113 488 300 138

WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (54,3 Prozent). Rund jede siebte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (13,4 Prozent).

Der Personalaufwand ist auf 1.246,9 Mio. € (2013: 1.133,0 Mio. €) gestiegen und war damit 10,1 Prozent höher als im Vorjahr. Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 238,8 Mio. € (2013: 231,7 Mio. €). Gründe für den Anstieg sind neben der höheren Beschäftigtenzahl und der Tarifsteigerung vor allem eine Bonuszahlung anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums und die Auszahlung der variablen Vergütung.

Personalaufwand

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Personalaufwand 1.246,9 1.133,0 1.196,8 1.282,5 1.135,7 1.090,3 1.086,1

Zum fixen Grundgehalt mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Im Jahr 2014 erhielten die Mitarbeiter in Deutschland für das Geschäftsjahr 2013 auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns keine Erfolgsbeteiligung und Leistungszulage ausgezahlt. 2013 verzichteten der Vorstand und die Oberen Führungskräfte von März bis November auf zehn Prozent ihres monatlichen Festgehalts. Die Hälfte dieses Solidarbeitrags wurde im Jahr 2014 an die Führungskräfte zurückgezahlt.

Die IG BCE und die Arbeitgeber der chemischen Industrie haben sich im Februar 2014 auf einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 14 Monaten geeinigt. Die Tarifentgelte stiegen um 3,7 Prozent. Die Gehälter der außertariflichen Mitarbeiter erhöhte WACKER im Berichtsjahr um vier Prozent.

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.000 Mitglieder und leistet an rund 7.700 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 630 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert: Für den Grundbetrag erhalten Mitarbeiter die Chemieförderung I von 28 Prozent. Für weitere Beiträge gibt es die Chemieförderung II von 13 Prozent. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung.

Schülermarketing ausgebaut

Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2014 starteten 176 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 635 Auszubildenden etwas weniger Lehrlinge beschäftigt als im Vorjahr (2013: 664). Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 4,9 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2013: 5,2 Prozent). 541 Auszubildende erlernen einen naturwissenschaftlich-technischen und 94 einen kaufmännischen Beruf. Einen Großteil der geeigneten Auszubildenden - 162 Absolventen - hat WACKER im Jahr 2014 übernommen, davon 111 befristet und 51 unbefristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für 18 Partnerunternehmen aus. Damit erfüllt die von WACKER gegründete öffentliche Stiftung des privaten Rechts auch einen überbetrieblichen Bildungsauftrag. Im Jahr 2014 traten 58 Auszubildende von Partnerfirmen ihre Berufslaufbahn im BBiW an.

Das BBiW hat im Berichtsjahr sein Schülermarketing verstärkt, um den sinkenden Bewerberzahlen infolge des demografischen Wandels entgegenzuwirken. So investierte das Bildungswerk in einen neuen Internetauftritt sowie in Werbung auf öffentlichen Bussen und beteiligte Auszubildende an Messen und Schulbesuchen, um Schülern unmittelbar aus dem Berufsalltag zu berichten.

Immer wieder werden Auszubildende des BBiW prämiert - ein Beleg für das hohe Qualitätsniveau unserer Ausbildung. Im Jahr 2014 haben 31 Lehrlinge ihre Ausbildung mit der Note 1 abgeschlossen und wurden von der Industrie- und Handelskammer ausgezeichnet. Das Werk Nünchritz stellte zum dritten Mal in Folge Sachsens besten Auszubildenden in der Fachrichtung Chemikant.

Kompetente Mitarbeiter halten das Unternehmen innovations- und wettbewerbsfähig. Deshalb bieten wir allen Mitarbeitern Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Mindestens einmal im Jahr - im Rahmen des Mitarbeitergesprächs - besprechen Mitarbeiter und Vorgesetzte Entwicklungsmaßnahmen. Das gilt für alle Hierarchieebenen. Im Jahr 2014 absolvierte unsere Belegschaft rund 74.000 (2013: rund 88.000) E-Learning-Schulungen, mehr als 16.400 (2013: mehr als 17.500) Teilnehmer besuchten Seminare, Weiterbildungen, Kongresse oder erhielten Einzelunterricht.

WACKER hat im Berichtsjahr den ersten Zyklus des in 2013 gestarteten Talent-Management-Prozesses mit der Vorstandsklausur zur Nachfolgeplanung abgeschlossen. Ziel ist es, Kompetenzen der Mitarbeiter frühzeitig zu erkennen und Potenziale zu fördern. WACKER will so anspruchsvolle Positionen mittel- und langfristig mit hochqualifizierten internen Kandidaten besetzen. Zielgruppe des Talent-Managements sind alle außertariflichen Mitarbeiter und Oberen Führungskräfte. Im jährlichen Talent-Management-Zyklus werden die Mitarbeiter nach einheitlichen Kriterien in Konferenzen besprochen. Diese Konferenzen finden zunächst bereichsintern (innerhalb eines Geschäfts- oder Zentralbereichs bzw. einer Tochtergesellschaft) und dann bereichsübergreifend statt. Im Mitarbeitergespräch erörtern Vorgesetzte und Mitarbeiter die in den Konferenzen erfassten Seitensichten und legen gemeinsam Entwicklungsmaßnahmen fest. Durch den konzernweiten Ansatz können wir auch Mitarbeitern in kleinen Bereichen und Tochtergesellschaften Perspektiven aufzeigen.

Insgesamt hat WACKER im Jahr 2014 7,0 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2013: 7,0 Mio. €).

Nachwuchskräfte bewerten WACKER als Top-Arbeitgeber

WACKER will trotz des demografischen Wandels langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Deswegen setzen wir darauf, verstärkt mit Absolventen für erfolgskritische Berufe in Kontakt zu sein. Die Abteilung Personalmarketing hat im Jahr 2014 das Talent-Relationship-Management weiter ausgebaut, um externe Kandidaten an das Unternehmen heranzuführen. So haben wir unsere Kontakte zu Studenten vertieft, die wir im Rahmen ihrer Ausbildung oder eines Praktikums kennengelernt und die sich für einen späteren Einstieg empfohlen haben. Bei der jährlichen Umfrage der deutschen Jobbörse Absolventa unter mehr als 7.500 Praktikanten hat WACKER den dritten Platz in der Kategorie Arbeitgeberqualität belegt. Die Teilnehmer des so genannten Praktikantenspiegels bewerteten WACKER auf einer Skala von 1 (nicht zufrieden) bis 5 (sehr zufrieden) mit der Durchschnittsnote 4,62. In der Branche "Pharma / Medizintechnik / Chemie" ging das Unternehmen als Sieger hervor.

Ideenmanagement: weniger Vorschläge, gestiegener Nutzen

Die Ideen seiner Mitarbeiter helfen WACKER, besser zu werden. Nach vier Jahren kontinuierlicher Steigerung sank die Zahl der Verbesserungsvorschläge unserer Mitarbeiter im Jahr 2014 erstmals wieder. Insgesamt verzeichneten wir 7.672 Ideen (2013: 9.159). Dies sind rund 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Beteiligungsquote (Zahl der Einreicher pro 100 Mitarbeiter) sank leicht auf 30 Prozent (2013: 32 Prozent). Wir verfolgen weiterhin das Ziel, dass jeder zweite Mitarbeiter Ideen einbringt. Der rechenbare Nutzen stieg auf 8,3 Mio. € (2013: 7,7 Mio. €).

Ideenmanagement

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  2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Zahl der Verbesserungsvorschläge 7.672 9.159 8.982 8.220 7.702 5.724 5.808
Beteiligungsquote (%) 30 32 34 34 33 28 28
Rechenbarer Nutzen (Mio. €) 8,3 7,7 4,9 7,8 10,5 11,2 13,5

WACKER beschäftigt sich seit Jahren mit dem demografischen Wandel. Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten im Konzern lag zum Bilanzstichtag bei 42,6 Jahren. Die Belegschaft im Ausland ist jünger (durchschnittliches Alter: 39,5 Jahre) als in Deutschland (43,6 Jahre). Im Ausland unterscheiden sich die Altersstrukturen stark. Die Länder Asiens beschäftigen vor allem jüngere Mitarbeiter (durchschnittliches Alter: 34,6 Jahre), die Belegschaft der US-Niederlassungen war im Schnitt 47,7 Jahre alt. Unsere regional unterschiedlichen Altersstrukturen stellen keine Besonderheit von WACKER dar, sondern reflektieren die Altersstrukturen des jeweiligen Kontinents oder Landes.

Demografieanalyse 2014 Deutschland und Ausland

Gesundheitsmanagement setzt Schwerpunkt auf Rückengesundheit

Um innovations- und wettbewerbsfähig zu bleiben, hat sich WACKER zehn strategische Ziele gesetzt. Die langfristig orientierten Maßnahmen für die Belegschaft reichen von Bildungsangeboten bis hin zu Gesundheitsprogrammen. Im Gesundheitsmanagement liegt der Fokus auf fünf Feldern. Wir wollen Rücken- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in unserer Belegschaft vermeiden, die psychische Belastbarkeit stärken, ein altersgerechtes Arbeiten ermöglichen und gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern passende Arbeitsplätze vermitteln. Im Jahr 2014 rief der Gesundheitsdienst eine konzernweite Initiative zur Rückengesundheit ins Leben, um die Belegschaft für das Thema zu sensibilisieren und Präventionsangebote vorzustellen. Laut den Gesundheitsberichten der Krankenkassen sind in den letzten Jahren mehr als 20 Prozent aller Krankschreibungen in deutschen Unternehmen auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen. Auch bei WACKER stehen Erkrankungen des Rückens an der Spitze der krankheitsbedingten Ausfälle.

Das im Jahr 2013 gestartete Projekt "Fit auf Schicht" in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung Süd wurde im Jahr 2014 in ein unbefristetes Programm umgewandelt. In dem speziell auf Schichtarbeiter zugeschnittenen Gesundheitsprogramm erlernen die Teilnehmer Verhaltensweisen, mit denen sie die Belastungen aus Schichtarbeit nachhaltig besser ausgleichen können. Das Programm besteht aus vier Modulen: einem einwöchigen stationären Aufenthalt in einer Reha-Klinik, einem dreimonatigen ambulanten Training am Arbeitsplatz, einer sechsmonatigen eigenverantwortlichen Weiterführung des Trainings sowie einem abschließenden Auffrischungswochenende. Der europäische Chemieverband CEFIC hat "Fit auf Schicht" im Rahmen des Wettbewerbs European Responsible Care Awards 2014 mit einer "Special Commendation" ausgezeichnet.

Seit 2012 bieten wir an allen deutschen Standorten Führungskräften des mittleren Managements ab 45 Jahren Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen an. Schwerpunkt des so genannten FK3-Checkups ist neben Organuntersuchungen eine Beratung, wie die Mitarbeiter psychische Belastungen besser bewältigen können. Das Vorsorgeangebot wird sehr gut angenommen: Im Berichtsjahr nahmen 87 Prozent der in Frage kommenden Führungskräfte an den Untersuchungen teil.

Im Stammwerk Burghausen wurde der Neubau des neuen Gesundheitshauses fertiggestellt. Mit ihm haben wir eine moderne, effiziente Infrastruktur für die arbeits- und akutmedizinische Betreuung für rund 10.000 Beschäftigte geschaffen.

Seit dem Jahr 2014 bietet WACKER seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit noch individueller als bisher zu gestalten. So können die Mitarbeiter jetzt verschiedene Freistellungsoptionen und Teilzeitmodelle in Anspruch nehmen, um sich beispielsweise um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern, eine Fortbildung zu absolvieren oder ein Sabbatical einzulegen. Unbezahlte Freistellungen sind bis zu einer Dauer von zwei Jahren möglich. Die Neuregelungen beruhen auf dem Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie und bieten den Mitarbeitern ein breites Spektrum an Möglichkeiten, Beruf und verschiedene Lebensphasen in Einklang zu bringen.

Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Bindung der Belegschaft an unser Unternehmen ist ein Beleg dafür: Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 18,1 Jahren zu unserem Unternehmen (2013: 17,3 Jahre). Die konzernweite Fluktuationsrate erhöhte sich im Jahr 2014 auf 4,1 Prozent (2013: 3,4 Prozent), in Deutschland lag sie bei nur 0,8 Prozent (2013: 0,9 Prozent). Im Ausland betrug sie 13,8 Prozent (2013: 11,9 Prozent).

Fluktuationsrate

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% 2014 2013 2012 2011 20102 2009 2008
Deutschland 0,8 0,9 0,9 0,9 0,6 0,7 0,9
Ausland 13,8 11,9 30,81 8,9 8,7 8,6 9,3
Konzern 4,1 3,4 7,9 2,9 2,5 2,5 2,9

1 Erhöhte Fluktuation durch Schließung des Produktionsstandorts Hikari, Japan, und Arbeitsplatzabbau am Standort Portland, USA.
2 Zahlen geändert auf Grund aktueller Daten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2009 / 2010.

Beliebter Arbeitgeber unter Führungskräften

WACKER gehört auch 2014 nach Ansicht der eigenen Führungskräfte zu den überdurchschnittlich beliebten Arbeitgebern in der deutschen Chemieindustrie. Bei der jährlichen Befindlichkeitsumfrage des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) bewerteten die Mitglieder den WACKER-Konzern mit der Note 3,01 leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2013: 2,80). Im Durchschnitt erhielten die 23 Chemie-, Pharma- und Medizintechnikunternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, auf einer an Schulnoten angelehnten Skala von 1 bis 6 die Note 3,2. WACKER fiel diesmal im Gesamtranking vom sechsten Platz (2013) auf den zwölften Platz zurück. Erfahrungsgemäß korrelieren diese Ergebnisse mit dem finanziellen Erfolg des Unternehmens.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitssteuerung

Unternehmen können nur dauerhaft erfolgreich wirtschaften, wenn sie ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft ernst nehmen. Seit Jahren ist Nachhaltigkeit daher als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie als eines unserer fünf strategischen Ziele erklärt und eigene Verhaltensgrundsätze, den Code of Sustainability, erstellt haben. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen.

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. Mit diesen Selbstverpflichtungen gehen wir über gesetzlich geforderte Standards zum Schutz von Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft hinaus. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie die Grundsätze des Global Compact und der Initiative Responsible Care® ebenfalls einhalten. Dies ist Bestandteil unserer allgemeinen Beschaffungsbedingungen. WACKER Greater China hat im Jahr 2014 mit rund 40 weiteren Chemieunternehmen seine Selbstverpflichtung zum chinesischen Responsible-Care®-Programm erneuert. Die WACKER-Region ist der Initiative der in China tätigen internationalen Chemieunternehmen (Association of International Chemical Manufacturers) im Jahr 2008 beigetreten.

Im Geschäftsjahr 2014 hat WACKER bei strategischen Projekten der Nachhaltigkeitssteuerung wichtige Fortschritte erzielt:

► Konzernzertifikat

Das von uns durchgeführte Konzernzertifikat stellt sicher, dass kundenbezogene Vorgaben und unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten umgesetzt werden. Im Berichtsjahr haben wir das technische Kompetenzzentrum in Mumbai, Indien, nach ISO 9001 und ISO 14001 in die Konzernzertifizierung einbezogen. Fast alle Produktionsstandorte von WACKER sind nun ins Konzernzertifikat eingegliedert. Ausnahmen bilden die Standorte in Brasilien, das Werk Kalkutta der Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Indien, sowie der im Jahr 2014 von Scil Proteins Production GmbH erworbene Standort Halle, Deutschland. Diese haben jedoch entsprechende Einzelzertifikate.

► Treibhausgasemissionen

Im Jahr 2012 haben wir begonnen, unsere indirekten Treibhausgasemissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 3 zu berechnen. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, z. B. durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Im Jahr 2014 haben wir zusätzliche Scope-3-Ka-tegorien ergänzt und die Methodik der Erfassung dem Leitfaden des GHG-Protokolls für die chemische Industrie angepasst. Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern.

Bei der Bewertung durch die Ratingagentur oekom research AG schnitt WACKER mit der Gesamtnote B - gut ab. Nach der Ratingmethodik von oekom wird unser Unternehmen als "Prime" eingestuft. Damit qualifizieren sich die auf dem Markt gehandelten Wertpapiere von WACKER für ein Investment aus ökologischer und sozialer Sicht. Zu den Kunden von oekom zählen Finanzdienstleister, die ein Volumen von mehr als 600 Mrd. € auf der Basis des oekom-Nachhaltigkeitsresearchs investiert haben. oekom research bewertet WACKER seit 2008.

► Nachhaltigkeitsplattform

Im Jahr 2013 haben wir unser neues IT-System für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT) konzernweit implementiert, um damit die unterschiedlichen Einzelsysteme abzulösen.

Mit der neuen Software erfassen und steuern wir die Umwelt- und Energiedaten, die umwelt- und sicherheitsrelevanten Ereignisse sowie Audits im Rahmen des Integrierten Managementsystems (IMS). Im Berichtsjahr haben wir dieses Instrument an allen großen Produktionsstandorten produktiv gesetzt. Dadurch konnten mehr als 70 Prozent unserer bisherigen Systeme abgelöst werden.

Compliance-Management nimmt Cyberkriminalität ins Visier

WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Mitarbeiter können ihre Fragen weltweit an 22 Compliance-Beauftragte richten. Sie sitzen in Deutschland, den USA, China, Taiwan, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Compliance-Themen in anderen Ländern als hier aufgezählt werden vom Konzern-Compliance-Officer von Deutschland aus bearbeitet.

Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Im Jahr 2014 stimmte das Compliance-Management Maßnahmen mit weltweiter Geltung im Dialog mit den ausländischen Standorten auf die lokalen Anforderungen ab. Ein weiterer Fokus lag in der Abwehr von Cyberkriminalität. So wurden Mitarbeiter gefährdeter Bereiche, wie Rechnungs- und Finanzwesen, über wirksame Strategien gegen Cyberattacken unterrichtet.

Arbeits- und Anlagensicherheit - Maschinensicherheit weltweit im Fokus

Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst. Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz werden wir bis zum Jahr 2015 an der internationalen Norm OHSAS 18001 ausrichten.

Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden. Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stoffaustritt oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern.

Im Jahr 2013 hatten wir den Schwerpunkt des Sicherheitsprojekts "ANSIKO Maschinensicherheit" auf die deutschen Produktionsstandorte gelegt. Im Jahr 2014 haben wir an allen internationalen Standorten Maschinen mit Verletzungsrisiko identifiziert, deren Sicherheitskonzepte kritisch überprüft und sie zum Schutz der Mitarbeiter noch sicherer gemacht.

WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. Im Berichtsjahr schulten wir unsere Fachleute in Adrian, USA, und Zhangjiagang, China, vor allem zum Thema Maschinensicherheit. Zudem haben wir die internationalen Standorte Ulsan, Korea, Nanjing und Zhangjiagang, China, sowie Kalkutta, Indien, in Bezug auf Sicherheit überprüft.

Beim Arbeitsschutz wollen wir die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden konzernweit auf unter 2,0 im Jahr 2015 verringern. Auf dem Weg dahin haben wir uns das Zwischenziel gesetzt, im Jahr 2014 an den deutschen Standorten die Zahl der Arbeitsunfälle auf unter 3,0 pro eine Mio. Arbeitsstunden zu reduzieren. Dieses Ziel haben wir fast erreicht: In Deutschland verzeichneten wir im Berichtsjahr 3,3 Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen pro eine Mio. Arbeitsstunden. Konzernweit waren es 2,8. Das sind 26 Prozent weniger als im Vorjahr (2013: 3,8 Arbeitsunfälle). Bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen) weist WACKER, verglichen mit dem Durchschnitt der deutschen Chemieindustrie, deutlich bessere Zahlen aus: Hier betrug die Quote im Berichtsjahr 1,2 pro eine Mio. Arbeitsstunden (2013: 1,4), während die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie im Jahr 2013 9,3 meldepflichtige Unfälle auf eine Mio. Arbeitsstunden in Chemiebetrieben registrierte.

Die wenigsten Unfälle an unseren Standorten sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und erhöhen unsere Anstrengungen im Arbeitsschutz. Konsequent setzen wir unser neues Sicherheitsprogramm um: WACKER Safety Plus (WSP) nutzt erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. WACKER Safety Plus zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden - ob beim Bedienen von Anlagen, im Umgang mit Chemikalien, im Betrieb, im Büro oder auf dem Arbeitsweg.

An den deutschen Standorten hat WACKER im Jahr 2014 besonderen Wert darauf gelegt, die Gefährdungsbeurteilungen zu überprüfen und zu aktualisieren. Dadurch konnten wir in vielen Bereichen die Schutzkonzepte und -maßnahmen verbessern. Das Programm wird bis 2016 an allen deutschen Standorten fortgeführt.

Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter

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Anzahl 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Unfallhäufigkeit Konzern: Arbeitsunfälle1 pro eine Mio. Arbeitsstunden 2,8 3,8 4,7 3,9 4,3 4,0 3,7
Unfallhäufigkeit Konzern: Meldepflichtige Arbeitsunfälle2 pro eine Mio. Arbeitsstunden 1,2 1,4 2,1 1,4 1,2 1,2 1,0

1 Unfälle ab einem Ausfalltag
2 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

Geringe Mängel bei Gefahrguttransporten

WACKER achtet darauf, seine Produkte global sicher zu transportieren und zu lagern. Bevor wir Fahrzeuge beladen, kontrollieren wir sie streng. Dies gilt besonders für Gefahrgut. Im Jahr 2014 wurden in unserem Auftrag nahezu 7.800 LKW überprüft. Bei Mängeln weisen wir sie zurück, bis diese behoben sind. Seit Jahren ist die Mängelquote niedrig. Im Jahr 2014 sank sie bei Gefahrguttransporten in Deutschland weiter auf 0,3 Prozent (2013: 1,2 Prozent). In der Regel werden die Gefahrgutspediteure alle zwei Jahre von WACKER auditiert.

Auch beim Thema Transportsicherheit setzen wir auf gut ausgebildetes Personal. Im Jahr 2014 haben wir allein in Deutschland rund 1.200 Mitarbeiter in Präsenzschulungen zur sicheren Durchführung von Gefahrguttransporten unterrichtet, weitere 1.000 Mitarbeiter absolvierten eine Online-Schulung, hauptsächlich zu dem Schwerpunkt Ladungssicherung. An unseren ausländischen Produktionsstandorten sind vergleichbare Schulungen etabliert.

Regelmäßig tauschen wir uns mit unseren Logistikdienstleistern zu Themen der Transportsicherheit aus, beispielsweise während des jährlichen Logistiktags. Bei Mängeln vereinbaren wir Verbesserungsmaßnahmen und überprüfen ihre Umsetzung. WACKER nutzt interne Bewertungskriterien und international anerkannte Systeme wie das Safety and Quality Assessment System (SQAS) des europäischen Chemieverbands CEFIC, um Logistikdienstleister auszuwählen und ihre Leistungen zu beurteilen. Unter anderem fließen Ausbildungsstand der Fahrer, Fahrzeugausrüstung und Reaktionsfähigkeit bei Unfällen in die Bewertung ein. Über Vorgaben stellt WACKER sicher, dass auch die Unterauftragnehmer unserer Logistikdienstleister unseren hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Im Geschäftsjahr 2014 verzeichneten wir acht Transportvorkommnisse (2013: acht). Dazu zählen wir Unfälle, die sich bei der Distribution unserer Zwischenprodukte und Produkte ereignen, sofern der Transport von uns beauftragt wird. Mitgerechnet sind auch Unfälle ohne Gefahrgut, unabhängig davon, ob sie Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Diese Ereignisse fließen ebenfalls in die Spediteursbewertung ein.

Für Produkte mit hohem Gefahrenpotenzial setzen wir Verpackungen und Tanks nach den höchsten Qualitätsstandards ein, die teilweise über den gesetzlichen Anforderungen liegen. Wo immer möglich, bewerten wir die Streckenführung des geplanten Transports auf der Straße.

Transportunfälle

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Zahl der Unfälle 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Straße 5 4 8 6 4 5 11
Schiene 2 1 2 1 1 - 4
See 1 2 - 1 - - 2
Binnenschiff - 1 - - - - -
Flugzeug - - - - - - -

Gesellschaftliches Engagement für wissenschaftliche Bildung und Sozialprojekte

Der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen gründet auch auf dem Vertrauen der Gesellschaft. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner Standorte. Die naturwissenschaftlich-technische Ausbildung junger Menschen ist uns ein besonderes Anliegen. Denn wir benötigen auch künftig engagierte Chemiker, Ingenieure und Laboranten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Im Jahr 2014 haben wir zum neunten Mal die Patenschaft und Organisation des Landeswettbewerbs Jugend forscht in Bayern übernommen. Auch standen wir wieder Pate für den Regionalwettbewerb Dresden/Ostsachsen von Jugend forscht.

Soziale Kinder- und Jugendprojekte sind uns ein besonderes Anliegen. Seit 2007 unterstützt WACKER das christliche Kinder- und Jugendwerk "Die Arche". Die Sozialeinrichtung kümmert sich in mehreren deutschen Städten um Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Im Berichtsjahr übergab WACKER der Münchner Arche zum achten Mal eine 100.000-€-Spende. Für die nachhaltige Unterstützung der Sozialeinrichtung verlieh die Regierung von Oberbayern den Ehrenpreis für besondere Verdienste in der Integrationsarbeit an WACKER.

Das WACKER-Ausbildungszentrum Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW) hat acht jugendliche unbegleitete Flüchtlinge aus West- und Zentralafrika im Jugendgästehaus aufgenommen. Für ihr neues Leben in Deutschland lernen die Jugendlichen intensiv Deutsch. Sie besuchen eine Integrationsklasse der Berufsschule Mühldorf mit dem Ziel, einen qualifizierten Schulabschluss zu erlangen und anschließend eine Berufsausbildung zu starten.

Standorte beteiligen sich am Tag der offenen Tür

Wir haben uns im Jahr 2014 am Tag der offenen Tür des Verbands der Chemischen Industrie beteiligt. Rund 27.000 Mitarbeiter, Familienangehörige, Nachbarn und andere Gäste nutzten am 20. September die Gelegenheit, an den Standorten Burghausen, Freiberg, Köln und Nünchritz einen Blick hinter die Kulissen von WACKER zu werfen und das 100. Gründungsjubiläum des Konzerns zu feiern.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat drei Unternehmen auf Bundesebene für herausragende Projekte zur Standortkommunikation ausgezeichnet. Mit dem Projekt "WACKER kennen lernen und vertrauen" erreichte der Standort Burghausen den zweiten Platz. Das Werk betreibt ein systematisches Kommunikationsprogramm, mit dem Nachbarn, regionale politische Gremien und Nichtregierungsorganisationen gezielt angesprochen werden.

Umweltschutz

Alle Prozesse von WACKER basieren auf dem Anliegen, die Umwelt zu schützen und sicher zu produzieren. Wir legen besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. Mit unseren Umweltschutzmaßnahmen gehen wir oft über die gesetzlichen Anforderungen hinaus - das entspricht dem Kerngedanken der Initiative Responsible Care®. Im Jahr 2014 haben wir 5,1 Mio. € (2013: 5,4 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Im gleichen Zeitraum beliefen sich die Umweltschutzbetriebskosten auf 88,2 Mio. € (2013: 89,4 Mio. €). WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Emissionen und Abfälle.

Bei den Umweltkennzahlen berücksichtigen wir seit dem Berichtsjahr 2011 die im Jahr 2010 erworbene Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen. Die metallurgische Produktion unterscheidet sich in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen deutlich vom WACKER-typischen Chemiegeschäft. Durch den Zukauf haben sich insbesondere die Emissionen in die Luft erhöht. In der Bilanzierung der Umweltkennzahlen wird im Jahr 2014 erstmals auch die 300 mm Scheibenproduktion in Singapur konsolidiert berichtet.

Im Jahr 2013 haben wir die Gasturbine am Standort Burghausen während einer geplanten Abstellung optimiert. Durch die im Jahr 2014 daraus resultierende längere Verfügbarkeit dieser Anlage sowie durch eine gestiegene Stromproduktion des Kraftwerks Burghausen erhöhten sich die direkten Kohlendioxidemissionen. Am Standort Nünchritz haben wir Prozesse zur Dampferzeugung im Produktionsverbund verbessert und dadurch direkte Kohlendioxidemissionen eingespart. Die direkten Kohlendioxidemissionen im Jahr 2014 liegen in Summe auf Vorjahresniveau. Bei der Gesamtemission flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan (NMVOC) haben wir im Jahr 2014 die Methodik zur Bilanzierung angepasst. Die Vorjahreswerte haben wir entsprechend der neuen Methode korrigiert. Der Anstieg im Jahr 2014 beruht auf Produktionssteigerungen. Der Kühlwassereinsatz am Standort Burghausen stieg durch höhere Produktionsmengen wieder auf das Niveau des Jahres 2012. Die als chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) angegebenen Emissionen ins Abwasser haben sich konzernweit verringert. Am Standort Nünchritz haben wir durch Optimierungsmaßnahmen in der Abwasserbehandlung die CSB-Fracht reduziert. Die Abfallmenge ist konzernweit insgesamt leicht gestiegen. Zu den Ursachen gehören einerseits die konsolidierte Berichterstattung für den Standort Singapur und andererseits der Ausbau des Standorts Calvert City, wo größere Mengen an Bauschutt anfielen.

Unsere indirekten CO2-Emissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) sind im Jahr 2014 auf 1.420 kt (2013: 1.241 kt) gestiegen. Ursachen für den Anstieg sind erhöhte Produktionsmengen, vor allem von Polysilicium an den Standorten Burghausen und Nünchritz. Durch Energieeffizienzmaßnahmen haben wir den gewichteten spezifischen Energieverbrauch und die damit verbundenen spezifischen CO2-Emissionen bei einem vergleichbaren Produktportfolio gesenkt.

Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern. Deshalb berechnen wir, nach der erstmaligen Erfassung der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) im Jahr 2011, seit dem Jahr 2012 auch unsere Scope-3-Emissionen. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, zum Beispiel durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Diese Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2014 an das Carbon Disclosure Project (CDP) weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Das CDP ist eine im Jahr 2000 in London gegründete Non-Profit-Organisation, die mehr Transparenz bei klimaschädlichen Treibhausgasemissionen schaffen will.

Umweltkennzahlen 2008 - 2014

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  2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Luft              
CO2-Emissionen1              
direkte (kt) 1.249 1.251 1.311 1.341 986 969 976
indirekte (kt) 1.420 1.241 1.133 1.075 - - -
NOx Stickoxide (t)2 1.960 2.010 2.225 2.221 926 963 997
flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t)3 830 750 720 670 620 530 560
Wasser              
Wassereinsatz (Tsd. m3) 241.973 220.908 242.072 268.657 252.151 264.532 241.286
CSB chemischer Sauerstoffbedarf (t) 1.230 1.320 1.460 1.680 1.820 2.730 4.782
AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe (t) 2 2 3 5 6 6 7
Abfall              
beseitigt (t) 49.260 31.560 39.920 47.410 48.520 80.860 87.293
verwertet (t) 108.940 110.500 96.880 80.290 77.030 63.430 74.327
gefährlich (t) 75.630 73.380 73.620 68.230 69.320 100.860 108.458
nicht gefährlich (t) 82.570 68.680 63.180 59.470 56.230 43.430 53.161
Energie              
Stromverbrauch (GWh) 4.927 4.526 4.559 4.372 3.759 2.702 2.405
Primärenergieeinsatz Erdgas (GWh) 4.978 5.051 5.927 5.771 5.463 5.378 5.372
feste Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) (GWh) 839 872 862 886 432 - -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) (GWh) 244 236 223 218 228 209 195
Heizöl (GWh) 20 17 18 16 13 8 9

1 CO2-Emissionen werden gemäß Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte Emissionen (keine CO2-Äquivalente). Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom keine CO2-Äquivalente). Gemäß den Empfehlungen des GHG Protocol wurden auf Grund von Anpassungen der Systemgrenzen die direkten und indirekten Emissionen rückwirkend bis zum Bezugsjahr 2012 der CO2-Zielsetzung der Wacker Chemie AG neu berechnet.
2 Korrektur der NOX-Emissionen für den Standort Holla für das Jahr 2013, da die exakte Bilanzierung erst nachträglich verfügbar war.
3 Die Methodik zur Ermittlung der Gesamtemission an flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) aus unserer Produktion wurde im Jahr 2014 angepasst. Wir haben die Datenermittlung vereinheitlicht, weitere Stoffe berücksichtigt und die Zahlen der Vorjahre anhand der neuen Methodik korrigiert.

WACKER ist mit einem Ergebnis von 95 b im Jahr 2014 erstmals im Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol) vertreten. Gegenüber der Vergleichsgruppe im MDAX haben wir damit überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Seit dem Vorjahr mit dem Ergebnis 86 b haben wir unser CO2-Reduktionsziel definiert und unsere Berichterstattung der Chancen und Risiken sowie der indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette (Scope 3) erweitert.

Seit Herbst 2013 beteiligen wir uns am Projekt myccf von co2ncept plus, dem Verband für Emissionshandel und Klimaschutz. In diesem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt entwickeln wir unsere betriebliche Treibhausgasbilanz, den Corporate Carbon Footprint (CCF), weiter. Wir wollen die Berichterstattung zu indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette (Scope 3) ausbauen.

Wasserverbrauch mit dem Global Water Tool© geprüft

In vielen Teilen der Welt ist sauberes Wasser besonders knapp; das Gewinnen und Reinigen von Wasser ist dort sehr teuer. Als global arbeitendes Unternehmen berücksichtigen wir solche Konditionen in unseren Produktionsprozessen und beim Transport. Wir nutzen das Global Water Tool© (GWT) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), um den jährlichen relativen Wasserstressindex der Länder zu ermitteln, in denen unsere wichtigsten Produktionsstandorte sind.

Die für das Jahr 2012 erstmals durchgeführte Auswertung basiert auf Auswertungen zum Wasserstressindex der Water Systems Analysis Group der University of New Hampshire, USA. Dieser gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen Wasserbedarf und Verfügbarkeit von sich erneuerndem Süßwasser. Das Ergebnis zeigt, dass unsere wichtigsten Produktionsstätten in Regionen mit einem niedrigen relativen Wasserstressindex liegen. Auf diese Regionen entfallen mehr als 97 Prozent unseres jährlichen Wassereinsatzes und über 90 Prozent unseres Produktionsvolumens. Auf Produktionsstandorte in Ländern, für die mit dem GWT keine Informationen zum Wasserstressindex verfügbar sind, entfallen weniger als 0,5 Prozent unseres Wasserverbrauchs.

Unter dem Motto "Abwasser sparen - mit Gewinn" startete im Dezember 2014 am Standort Nünchritz eine Sonderaktion unseres betrieblichen Vorschlagswesens. Damit wollen wir die Mitarbeiter dazu motivieren, Ideen zum sparsamen Einsatz und Recycling von Wasser in der Produktion zu entwickeln. Die Aktion läuft bis zum 30. Juni 2015. Im Jahr 2014 gab es eine ähnliche Aktion am Standort Burghausen. Dazu haben die Mitarbeiter 72 Verbesserungsvorschläge eingereicht, von denen bislang neun umgesetzt wurden, zum Beispiel in der Abwasserreinigung.

Produktverantwortung

WACKER berücksichtigt Kriterien des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sowie der Sicherheit in allen Stadien des Produktlebenszyklus. Bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten betrachten wir die Nachhaltigkeitsaspekte der neuen Produkte und Verfahren. Das beginnt beim Einsatz von Rohstoffen: Wir versuchen, möglichst geringe Mengen und ökologisch vorteilhafte Rohstoffe einzusetzen.

Unsere Produkte werden in der Regel von Geschäftskunden weiterverarbeitet und im Allgemeinen nicht direkt von Endverbrauchern genutzt. Mit unseren Ökobilanzen betrachten wir den Umwelteinfluss der Produkte entlang ihres Lebenswegs von der Herstellung bis zum Werktor (Cradle-to-Gate-Bilanzen). Diese Analysen ermöglichen uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte bzw. unserer Produktion zu bewerten und zu verbessern.

Produktlebenszyklus

Mit dem WACKER® Eco Assessment Tool bewerten wir seit 2012 Chancen und Risiken der Produktpalette systematisch nach Umweltaspekten. Dabei berücksichtigen wir Material-, Wasser- und Energieeinsatz sowie Ökotoxizität entlang des gesamten Produktlebenszyklus.

Energiemanagement

Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. Allein in Deutschland nutzt sie rund 20 Prozent des Stroms, der von Industriebetrieben verbraucht wird. Auch WACKER verbessert deshalb ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. Damit bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. An den Standorten Burghausen und Nünchritz praktizieren wir seit Jahren Wärmeverbünde und verbessern diese stetig. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (in der Regel Erdgas) in unseren Kraftwerken.

Um die Energieeffizienz weiter zu verbessern und den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) zu senken, hat der Vorstand Energieziele für WACKER in Deutschland festgelegt. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der gewichtete spezifische Energieverbrauch um ein Drittel gesenkt werden.

Mit unseren Energiezielen erfüllen wir eine Vorgabe des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001. Dies haben wir an allen deutschen Standorten der Wacker Chemie AG, der Siltronic AG und der Alzwerke GmbH eingeführt und zertifiziert. Damit erfüllen wir bereits heute die vom Jahr 2015 an geltende gesetzliche Verpflichtung für ein Energiemanagementsystem.

Die Wacker Chemie AG hat im Jahr 2014 den Energiepreis der Bayerischen Staatsregierung erhalten. Der Konzern wurde für seine hocheffiziente Herstellung von Polysilicium ausgezeichnet. Mit patentierten technologischen Weiterentwicklungen und Prozessoptimierungen haben wir unseren spezifischen Energieverbrauch bei der Produktion von Polysilicium um 29 Prozent reduziert. Hochreines Polysilicium ist der zentrale Rohstoff zur Herstellung von Solarmodulen und damit eine wichtige Voraussetzung, um Sonnenenergie nutzen zu können. Der "Bayerische Energiepreis" wird alle zwei Jahre verliehen und zeichnet herausragende Innovationen für den verantwortungsvollen Umgang mit Energie aus.

Effizient Energie erzeugen

Am Standort Burghausen nutzen wir Wasserkraft, um Strom zu gewinnen. Unser Produktionsstandort in Holla, Norwegen, bezieht seinen Strom überwiegend aus Wasserkraft. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An den großen WACKER-Standorten Burghausen und Nünchritz erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion: Diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen haben mit über 80 Prozent einen deutlich höheren Brennstoffnutzungsgrad als konventionelle Anlagen zur getrennten Strom- und Wärmeerzeugung.

Stromversorgung

1 Burghausen / Nünchritz
2 Burghausen
3 Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas; geänderte Berechnungspraxis: seit 2014 Daten entsprechend dem deutschen Energiemix; Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW
4 Wasserkraft, Wind, Solar; geänderte Berechnungspraxis: seit 2014 Daten entsprechend dem deutschen Energiemix; Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW
5 Im Ausland beziehen wir den Strom fremd auf Basis des örtlichen Standardenergiemix

Im Geschäftsjahr 2014 stieg der absolute Stromverbrauch leicht auf 4.927 GWh (2013: 4.526 GWh) an, wobei der spezifische Energieverbrauch durch Energieeffizienzmaßnahmen reduziert werden konnte. Ursache dafür war die ganzjährig hohe Auslastung unserer Polysiliciumproduktion. Unsere Kraftwerke - das Gas- und Dampfturbinenwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz - erzeugten im Jahr 2014 rund 1.405 GWh (2013: 1.457 GWh). Damit produzierte WACKER knapp 30 Prozent seines Gesamtstrombedarfs selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der aus unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung und der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, stammt, belief sich im Berichtszeitraum konzernweit auf rund 1,1 Mio. Tonnen (2013: 1,2 Mio. Tonnen).

Vom konzernweiten Strombedarf entfielen 79 Prozent (2013: 78 Prozent) auf die Produktionsstandorte in Deutschland. WACKER hat in Deutschland 64 Prozent (2013: 59 Prozent) seines benötigten Stroms zugekauft. Entsprechend dem deutschen Energiemix wurden 56 Prozent (2013: 51 Prozent) dieses Stroms aus fossilen Energieträgern erzeugt. 15 Prozent (2013: 18 Prozent) stammen aus Kernenergie, 26 Prozent (2013: 31 Prozent) aus erneuerbaren Energiequellen. Der Wärmeverbrauch, in dem der Einsatz fester fossiler und biogener Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) bei der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt ist, sank geringfügig auf 3.572 GWh (2013: 3.724 GWh). Beim Stromerzeugungsmix haben wir die Berechnungspraxis geändert: Seit 2014 basieren unsere Daten auf dem deutschen Energiemix des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW.

Energieverbrauch

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GWh 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Stromverbrauch 4.927 4.526 4.559 4.372 3.759 2.702 2.405
Wärmeverbrauch1 3.572 3.724 3.755 3.862 3.374 2.794 2.782
Primärenergieeinsatz              
Erdgas 4.978 5.051 5.927 5.771 5.463 5.378 5.372
Feste Energieträger2 (Kohle, Holzkohle, Holz) 839 872 862 886 432 - -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) 244 236 223 218 228 209 195
Heizöl 20 17 18 16 13 8 9

1 Im Wärmeverbrauch ist seit dem Jahr 2010 der Einsatz fester fossiler und biogener Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt.
2 Eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, als Reduktionsmittel

Einkauf und Logistik

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2014 gestiegen. Der wesentliche Grund dafür sind höhere Investitionsausgaben sowie die Integration der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in Singapur. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe und Energie sowie für Dienstleistungen, Material und Equipment mit einem hohen Anteil für Investitionen. WACKER hat für Rohstoffe, Material und Dienstleistungen 3,19 Mrd. € (2013: 3,08 Mrd. €) ausgegeben. Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionsprojekte in Höhe von 572 Mio. € (2013: 504 Mio. €). Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag bei 66 Prozent (2013: 68,8 Prozent). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 1.300 verschiedene Rohstoffe sowie eine Vielzahl technischer Güter und Dienstleistungen für den Anlagenbau und die Instandhaltung beschafft. Die Zahl unserer Lieferanten beläuft sich auf rund 11.500 (10.500 im Technischen Einkauf & Logistik, 1.000 im Rohstoffeinkauf).

Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe leicht über Vorjahresniveau

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,65 Mrd. € (2013: 1,64 Mrd. €) leicht über dem Niveau des Vorjahres. Mengenzuwächse wurden durch niedrigere Preise weitgehend kompensiert. Die Preise für unsere wichtigsten Rohstoffe haben sich unterschiedlich entwickelt. Beim Vinylacetatmonomer haben Produktionsstopps mehrerer Lieferanten den Preis ab März 2014 stark steigen lassen. Beim Methanol ist der Preis im Laufe des Jahres wieder auf das Preisniveau von 2013 gefallen. Siliciummetall ist im Preis gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Auf Grund unserer Verträge konnten wir diesen Anstieg aber nahezu ausgleichen. Die Energiepreise sind im Jahr 2014 erheblich gesunken. Das ist zurückzuführen auf die Befreiung eines Unternehmensteils von der EEG-Umlage und auf niedrigere Börsenpreise für Strom. Dagegen haben sich die Netzentgelte für WACKER in Deutschland auf Grund einer Gesetzesänderung erhöht. Ebenfalls günstiger waren dank des milden Winters die Erdgaspreise.

Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)

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Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008
Beschaffungsvolumen 3.187 3.076 3.493 3.418 2.799 2.342 2.660

Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass wir überwiegend mittelfristige Verträge mit Laufzeiten von ein bis drei Jahren abschließen.

In Nordamerika haben wir im 4. Quartal unseren Standort Calvert City per Pipeline an einen lokalen Ethylenproduzenten angeschlossen. Dadurch wird die Versorgungssicherheit erhöht und die Transportrisiken gegenüber der bisherigen Lösung (Transport tiefgekühlten Flüssigethylens mit der Bahn) deutlich verringert.

Technischer Einkauf & Logistik

Das Bestellvolumen im Zentralbereich Technischer Einkauf & Logistik liegt leicht über dem Vorjahresniveau. Bei technischen Materialien und Serviceleistungen haben wir Preiserhöhungen vermeiden können. Die Lieferzeiten bewegen sich unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt hat WACKER einschließlich Siltronic weltweit rund 420.000 Bestellungen ausgelöst. Zehn Prozent unserer Lieferanten decken 90 Prozent unseres Einkaufsvolumens im Bereich Technischer Einkauf & Logistik ab.

Im Geschäftsjahr 2014 haben wir in spezifischen Segmenten wie in der Logistik und Grafit größere Rahmenverträge über mehrere Jahre abgeschlossen. Die im Jahr 2013 gestartete Initiative, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern, zeigt erste messbare Ergebnisse und wird auf breiter Basis fortgeführt. Der Projekteinkauf hat im vergangenen Jahr zehn Projekte in verschiedenen Planungsstadien betreut. Die größten davon waren das Polyausbauprojekt im US-Bundesstaat Tennessee sowie der neue Dispersionsreaktor im US-Bundesstaat Kentucky.

Durch die in Amerika, Asien und Europa durchgeführten Investitionsprojekte haben wir mit einer großen Zahl von qualifizierten lokalen Lieferanten zusammengearbeitet. Diese Zusammenarbeit werden wir weiter fortsetzen, um die Potenziale des globalen Beschaffungsmarkts für WACKER zu nutzen und den Wettbewerb mit unseren langjährigen Lieferanten zu erhöhen. Unser Ziel ist es, dadurch unsere Beschaffungskosten, Lieferzeiten und die Qualität zu optimieren sowie schnell zusätzliche Lieferpotenziale zu erschließen.

Die systematische Risikobeobachtung ist für WACKER ein wichtiges Instrument, um unsere Lieferbeziehungen richtig bewerten zu können. Dabei kamen Analysen von Ratingagenturen, eigene Lieferantenbewertungen und verstärkt der direkte Kontakt zu unseren Partnern zum Einsatz. Durch den Technischen Einkauf haben wir im vergangenen Jahr 375 Lieferanten beurteilt.

Zahl der elektronischen Beschaffungsvorgänge steigt prozentual weiter

Die elektronische Beschaffung hat für WACKER eine zentrale Bedeutung. Wir betrachten den gesamten Einkaufsprozess - von der Anfrage beim Lieferanten bis zur Bezahlung der Rechnung. Eine wichtige Messgröße ist die Anzahl der automatisiert angelegten Bestellungen. Von weltweit mehr als 600.000 Bestellpositionen im Technischen Einkauf und im Rohstoffeinkauf (2013: rund 600.000 Positionen) entfallen auf den Technischen Einkauf an den großen Standorten rund 460.000 Bestellungen. Davon haben wir im Jahr 2014 an den deutschen Standorten rund 70 Prozent automatisiert angelegt. Vor allem durch die Beschaffung über E-Kataloge erreichen wir einen hohen Automatisierungsgrad. In unseren größeren Werken bewegt sich der Anteil elektronischer Beschaffungsvorgänge auf einem konstant hohen Niveau. Einen weiteren Anstieg streben wir daher verstärkt an unseren kleineren Standorten im In- und Ausland an. Zusätzliche E-Kataloge wurden in den USA und China eingeführt. Derzeit arbeiten rund 160 Lieferanten mit elektronischen Katalogen.

Direkter Kontakt zu unseren Lieferanten

WACKER hat schon immer Wert gelegt auf den direkten Kontakt zu unseren Lieferanten. Am 19. Lieferantentag in Nünchritz nahmen rund 320 Unternehmen teil. Als bester Lieferant in der Kategorie "Prozessinnovation" wurde die Firma FEAG Sangershausen GmbH ausgezeichnet. Die Firma Josef Riepl Hoch- und Tiefbau GmbH aus Burghausen wurde als bester langjähriger Partner geehrt. Für die beste globale Zusammenarbeit an allen WACKER-Standorten bekam die Firma Endress+Hauser Messtechnik GmbH & Co. KG den Preis. 170 Spediteure trafen sich auf dem Logistiktag von WACKER in Burghausen. Hier erhielt die Firma Tralo GmbH für ihre herausragende Leistung beim Transport von Gefahrgütern den Preis als "sicherster Spediteur 2013". Als "bester Spediteur" wurde die Firma Karl Schmidt Spedition GmbH & Co. KG ausgezeichnet. Als bester Packmittellieferant 2013 überzeugte die Firma Wies Holzwerk GmbH. WACKER legt Wert auf eine langfristige Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten und achtet gleichzeitig darauf, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern. In Deutschland, dem nach wie vor größten Beschaffungsmarkt, arbeiten wir mit rund 6.500 Lieferanten zusammen. Die durchschnittliche Lieferantenbindungsdauer (Technischer Einkauf & Logistik) beträgt zehn Jahre. Zum ersten Mal hat WACKER im Jahr 2014 in Shanghai einen Lieferantentag mit seinen chinesischen Lieferanten veranstaltet.

Transportvolumen hat sich erhöht

Das Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Burghausen als größte Logistikdrehscheibe des Konzerns erhöhte das Versandvolumen um rund zwei Prozent auf rund 762.000 Tonnen (2013: 750.000 Tonnen). Die Zahl der LKW-Ladungen ist leicht gestiegen, genauso wie die der Übersee-Container. Das Volumen wurde über 40.700 LKW-Ladungen und 12.500 Übersee-Container abgewickelt.

Transportaufkommen der Logistikdrehscheibe Burghausen

Kombiterminal in Burghausen ist in Betrieb

Am Standort Charleston in Tennessee läuft der Polysiliciumausbau weiter. Die Projektlogistik trägt einen wichtigen Teil dazu bei, dass die Anlagenkomponenten für die Montage zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sind. Parallel dazu werden die Logistikprozesse für die Inbetriebnahme und die Produktion entwickelt. Im Werk Zhangjiagang wird ein neues logistisches Umschlagzentrum errichtet, das die stetig wachsenden ein- und ausgehenden Rohstoffe und Fertigprodukte noch effizienter abwickeln soll. Die Fertigstellung ist für Mitte 2015 geplant. Das neue öffentliche Kombiterminal in Burghausen hat im Herbst 2014 seinen Betrieb aufgenommen. Neben der Abwicklung des Containerverkehrs für den Export verfolgen wir gemeinsam mit dem Betreiber das Ziel, mehr Mengen auf die Schiene zu verlagern. Das Kombiterminal ist ebenfalls seit Herbst 2014 über das neue LKW-Tor Nord angebunden. Das vereinfacht und verkürzt den Transport in und aus dem Werk Burghausen.

Produktion

Produktionsmengen gegenüber dem Vorjahr gestiegen

Die Produktionsmengen sind im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir so große Mengen verkauft wie nie zuvor. Auch in den Chemiebereichen verzeichneten wir einen Mengenanstieg und eine hohe Auslastung. In den Chemiebereichen lag die Produktionsauslastung bei über 80 Prozent. Wesentliche Abschaltungen von Anlagen gab es bis auf eine Abstellung für Vinylacetatmonomer im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS Ende des Jahres nicht. Die Produktionskosten haben sich um fünf Prozent erhöht. Die Instandhaltungskosten bewegen sich mit 370 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Produktionsauslastung 2014

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% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 95
WACKER POLYMERS 85
WACKER POLYSILICON 100
SILTRONIC 90

Im Geschäftsjahr 2014 betrugen die Investitionen in neue Produktionsanlagen 572,2 Mio. € (2013: 503,7 Mio. €). Der größte Teil davon entfiel auf den Ausbau der Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee, wo wir seit April 2011 einen neuen Produktionsstandort für Polysilicium aufbauen.

Alle für das Jahr 2014 angekündigten Projekte sind in Betrieb gegangen.

Wichtige Inbetriebnahmen

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Burghausen Reinigungsanlage Polysilicium 2014
Zhangjiagang Emulsionsanlage 2014
Burghausen Erweiterung Silicone 1 2014
Nanjing Festharze 2014
Burghausen Neue Dampfturbine 2014

Die Projektabwicklung bei allen Investitionsprojekten liegt in den Händen der Ingenieurtechnik von WACKER.

Höhere Anlagennutzungsgrade ein Schwerpunkt des Produktivitätsprogramms

Hohe Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist ein Erfolgsgarant von WACKER. Über das Programm Wacker Operating System (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten jedes Jahr weiter zu verringern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mehr als 650 Projekte im operativen Geschäft und in den Zentralbereichen bearbeitet. Knapp 500 davon entfielen auf Maßnahmen im operativen Geschäft und 150 auf Maßnahmen in den Zentralbereichen. Die Schwerpunkte von WOS lagen im vergangenen Jahr auf der Verbesserung der Anlagennutzungsgrade, der spezifischen Energieverbräuche, der Rohstoffausbeuten sowie der Optimierung des spezifischen Instandhaltungsaufwands.

Produktivitätsprojekte nach Schwerpunkten

Die 2009 gegründete WOS ACADEMY hat im vergangenen Jahr in sieben Schulungen rund 80 Mitarbeiter in der Anwendung neuer Produktivitätsmethoden wie Six Sigma ausgebildet. An den Standorten außerhalb Deutschlands haben wir über 50 Mitarbeiter in der Six-Sigma-Methodik ausgebildet.

Vertrieb und Marketing

Umsatz von WACKER-Produkten legt zu

Der Umsatz unserer Produkte ist im Jahr 2014 gestiegen. Wir konnten die Umsätze in allen Geschäftsbereichen im Vergleich zum Vorjahr erhöhen.

Unser Geschäft ist geprägt durch eine hohe Wiederkaufrate. Bei Siltronic haben 95 Prozent der Kunden im Jahr 2014 Produkte bezogen, die auch im Jahr 2013 beliefert wurden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS lag die Wiederkaufrate bei 95 Prozent (bezogen auf den Umsatz), im Geschäftsbereich WACKER SILICONES bei rund 90 Prozent. Die Wiederkaufrate bei WACKER POLYSILICON ist nicht aussagekräftig, da sich Kunden aus dem Solargeschäft vollständig zurückgezogen haben.

Kundenzufriedenheit ist ein wichtiges Kriterium für WACKER, um den langfristigen Geschäftserfolg sicherzustellen. Im Jahr 2014 haben wir ein Team zusammengestellt, das den weltweiten Kundenservice von WACKER qualitativ weiter verbessern soll.

Die Kunden von WACKER unterteilen sich in drei Gruppen: Global Key Accounts, Kunden und Distributoren. Global Key Accounts sind Kunden mit besonderer strategischer Bedeutung für WACKER und mit hohen Umsätzen. WACKER hat aktuell 36 Global Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2014 rund 25 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen (WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS) erwirtschaftet haben. Mit unseren rund 8.000 aktiven anderen Kundenbeziehungen haben wir mehr als 55 Prozent unseres Chemieumsatzes erzielt, rund 20 Prozent mit Distributoren.

Der Umsatzanteil, der über elektronische Verkaufsplattformen abgewickelt wird, ist im Jahr 2014 weiter gestiegen. Sie kommen in 73 Ländern zum Einsatz. Rund 45 Prozent unserer Umsätze in den Chemiebereichen werden weltweit elektronisch abgewickelt.

Vertriebs- und Distributionsnetz ausgebaut

Im Jahr 2014 haben wir unser Händlernetz in China und Indien weiter ausgebaut. Dort arbeiten wir mit lokalen Distributionspartnern zusammen. Das Distributionsgeschäft in Zentral- und Osteuropa haben wir auf unseren großen internationalen Partner IMCD konzentriert. Insgesamt hat sich die Zahl der Distributoren auf rund 300 (2013: 280) erhöht, wovon die Top 50 rund 80 Prozent des Umsatzes abwickeln. Die Anzahl der Distributorengruppen, mit denen wir zusammenarbeiten, ist unverändert bei fünf. Mit Hilfe neuer Entwicklungs- und Steuerungsprozesse, die wir im Jahr 2014 implementiert haben, wollen wir unsere Distributoren noch besser führen und das Geschäft mit ihnen ausbauen.

Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, den Markenauftritt von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2014 haben wir 15,2 Mio. € (2013: 14,8 Mio. €) dafür ausgegeben.

Prozentualer Anteil der Marketingkosten

Auf 81 Messen weltweit präsent

Die Präsenz von WACKER auf Fachmessen ist im Jahr 2014 auf einem hohen Niveau geblieben. Insgesamt waren wir auf 81 Messen (2013: 88 Messen) mit einem eigenen Stand vertreten. Die wichtigsten Messen waren für uns im Jahr 2014 die In-cosmetics Europe in Hamburg, wo wir neue Produkte für die Haar- und Hautpflege präsentiert haben, die Compamed in Düsseldorf sowie die Messen für Bauanwendungen in Mumbai (Paint India), in Atlanta (ACS) und in Dubai (MECS). Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Im Jahr 2014 haben wir 24 Messen (2013: 24 Messen) einer solchen Analyse unterzogen.

Messen 2014

1 Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechische Republik, Türkei
2 China, Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand, Vietnam
3 Brasilien
4 Ghana, Kenia, Marokko
5 Dubai

Lagebericht

Wacker Chemie AG

(Kurzfassung nach HGB)

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Siltronic AG ist im Geschäftsjahr 2014 über einen Ergebnisabführungsvertrag mit der Wacker Chemie AG verbunden. Die Wacker Chemie AG ist zudem stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 56 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel 3 angegeben.

Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.435 Mitarbeiter.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.

Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB

Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2014 2013
Umsatzerlöse 3.343,3 3.143,3
Bestandsveränderungen 21,4 - 49,1
Andere aktivierte Eigenleistungen 28,8 27,4
Gesamtleistung 3.393,5 3.121,6
Sonstige betriebliche Erträge 333,1 188,6
Materialaufwand - 1.471,2 - 1.492,9
Personalaufwand - 768,3 - 720,5
Abschreibungen - 319,6 - 331,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 615,5 - 608,1
Betriebsergebnis 552,0 157,0
Beteiligungsergebnis 56,8 - 46,2
Zinsergebnis - 71,2 - 41,8
Sonstiges Finanzergebnis 3,2 - 4,8
Finanzergebnis - 11,2 - 92,8
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 540,8 64,2
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 191,6 - 52,6
Jahresüberschuss 349,2 11,6
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 636,1 654,3
Ausschüttung - 24,8 - 29,8
Bilanzgewinn 960,5 636,1
EBITDA* 871,6 488,7

* EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG entwickelte sich im Geschäftsjahr 2014 deutlich positiv. Sie war geprägt durch ein höheres Betriebsergebnis, das durch Sondereffekte positiv beeinflusst war. Der Jahresüberschuss verbesserte sich dadurch von 11,6 Mio. € auf 349,2 Mio. €.

Das Betriebsergebnis steigerte sich von 157,0 Mio. € im Vorjahr auf 552,0 Mio. € und hat sich damit verdreifacht. Insbesondere der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON profitierte von höheren Preisen und Absatzmengen, die das Betriebsergebnis ansteigen ließen. Daneben hat der Geschäftsbereich Vertragsbeziehungen mit Kunden aus der Solarindustrie beendet beziehungsweise neu geordnet. In diesem Zusammenhang hat er erhaltene Anzahlungen vereinnahmt und Schadenersatzleistungen erhalten. Daraus ergaben sich Erträge in Höhe von 206,3 Mio. € (2013: 77,6 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis wurde durch Ergebnisabführung der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH positiv beeinflusst. Es belief sich auf 56,8 Mio. €. Im Vorjahr war es durch Verlustübernahmen aus der Ergebnisabführung der Tochtergesellschaften mit - 46,2 Mio. € negativ. Das Zinsergebnis war insbesondere belastet durch Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen. Der Steueraufwand stieg im Wesentlichen durch das höhere operative Ergebnis und durch die aus Ergebnisabführungsverträgen zurechenbaren positiven Ergebnisse.

Insgesamt erhöhte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 540,8 Mio. € (2013: 64,2 Mio. €) und der Jahresüberschuss kletterte auf 349,2 Mio. € (2013: 11,6 Mio. €).

Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen Anstieg von sechs Prozent auf 3,34 Mrd. € (2013: 3,14 Mrd. €) und konnte damit wieder das Niveau des Jahres 2012 erreichen. Dazu trugen alle Geschäftsbereiche bei. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON profitierte von höheren Preisen und Absatzmengen. Der Umsatz stieg auf 1,05 Mrd. € (2013: 896,1 Mio. €). Das ist ein Plus von 17 Prozent. Auch die anderen Geschäftsbereiche entwickelten sich positiv. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erhöhte seinen Umsatz um zwei Prozent auf 1,33 Mrd. € (2013: 1,31 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS steigerte seinen Umsatz auf 673,5 Mio. € (2013: 625,0 Mio. €). Das ist ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. WACKER BIOSOLUTIONS erzielte einen Umsatzanstieg von fünf Prozent auf 124,8 Mio. € (2013: 118,6 Mio. €). Die Gesamtleistung erhöhte sich um 271,9 Mio. € auf 3,39 Mrd. €.

Der Materialaufwand ging im Geschäftsjahr 2014 leicht zurück und beträgt 1,47 Mrd. € (2013: 1,49 Mrd. €). Hier wirken sich niedrigere Aufwendungen für Energie aus. Die Preise für die strategischen Rohstoffe Ethylen, Methanol und Siliciummetall waren im Durchschnitt etwas günstiger als im Geschäftsjahr 2013. Durch den Preisanstieg bei Vinylacetatmonomer wurde das allerdings zum Teil wieder kompensiert.

Der Personalaufwand stieg auf 768,3 Mio. € (2013: 720,5 Mio. €). Das ist ein Anstieg von knapp sieben Prozent. Grund hierfür sind die Tarifabschlüsse für das Jahr 2014, Prämienaufwendungen zum 100-jährigen Bestehen der Wacker Chemie AG sowie höhere variable Vergütungsbestandteile als in 2013. Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.435 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2013: 9.370).

Die Abschreibungen haben sich um 12,1 Mio. € auf 319,6 Mio. € (2013: 331,7 Mio. €) verringert.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichem Er trag und sonstigem betrieblichem Aufwand, hat sich deutlich verbessert. Es beträgt - 282,4 Mio. € (2013: - 419,5 Mio. €). Das resultiert zum großen Teil aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und erhaltenen Schadenersatzleistungen aus aufgelösten und neu strukturierten Verträgen mit Polysiliciumkunden. Sie summierten sich im Geschäftsjahr 2014 auf 206,3 Mio. € (2013: 77,6 Mio. €).

Das Währungsergebnis war mit 6,7 Mio. € positiv (2013: - 2,0 Mio. €). Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen haben das sonstige betriebliche Ergebnis um 8,4 Mio. € (2013: 14,2 Mio. €) erhöht. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungseffekten Aufwendungen für Vertriebskosten, Reparaturen, Instandhaltung sowie sonstige Fremdarbeiten und Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften enthalten.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten der Wacker Chemie AG erhöhten sich leicht auf 111,1 Mio. € (2013: 102,4 Mio. €).

Das Betriebsergebnis betrug 552,0 Mio. € und übertraf damit deutlich den Vorjahreswert von 157,0 Mio. €. Ein positives operatives Ergebnis und die vereinnahmten erhaltenen Anzahlungen und erhaltenen Schadenersatzleistungen führten zu diesem Anstieg. Auf Grund der erhöhten Gesamtleistung sank die Materialeinsatzquote auf 43,4 Prozent (2013: 47,8 Prozent). Das ist neben den gestiegenen Umsatzerlösen auch auf die hohe Fixkostenabdeckung zurückzuführen. Ebenfalls gesunken ist die Personalaufwandsquote. Sie betrug 22,6 Prozent (2013: 23,1 Prozent).

Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Diese beliefen sich auf 61,2 Mio. € (2013: 67,1 Mio. €). Darin enthalten ist auch die Ergebnisabführung der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, die die Beteiligung an der Siltronic AG hält. Deren Ergebnis beinhaltet eine Dividendenzahlung der Siltronic AG in Höhe von 242,6 Mio. € sowie eine daraus resultierende Wertminderung in Höhe von 200,0 Mio. €. Verluste aus Ergebnisabführungen ergaben sich im Geschäftsjahr nur in geringem Umfang. Im Vorjahr hatte insbesondere der übernommene Verlust der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH zu einem negativen Beteiligungsergebnis geführt. Die Verluste aus Ergebnisabführung im Vorjahr beliefen sich auf - 105,3 Mio. €.

Das Zinsergebnis ist zurückgegangen und betrug - 71,2 Mio. € (2013: - 41,8 Mio. €). Hierbei wirkte sich vor allem der im Vorjahresvergleich geringere Diskontierungszinssatz für Pensionsverpflichtungen aus, der zu steigenden Zinsaufwendungen in Höhe von 56,1 Mio. € (2013: 39,6 Mio. €) führte. Die Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten verringerten sich leicht gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig reduzierten sich die Zinserträge aus Wertpapieren und Festgeldanlagen.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich auf 191,6 Mio. € (Vorjahr 52,6 Mio. €). Er enthält neben den laufenden Steueraufwendungen der Wacker Chemie AG auch Steueraufwendungen für die inländischen Tochtergesellschaften.

Der Jahresüberschuss betrug 549,2 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2014 ergibt sich durch den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr und die Dividendenausschüttung in Höhe von 24,8 Mio. €. Er beläuft sich auf 960,5 Mio. € (2013: 636,1 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB

Bilanz

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Mio. € 2014 2013
Aktiva    
Immaterielle Vermögensgegenstände 8,9 5,1
Sachanlagen 1.464,9 1.639,4
Finanzanlagen 1.974,6 1.700,0
Anlagevermögen 3.448,4 3.344,5
Vorräte 426,5 388,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 377,3 347,3
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 736,0 593,2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.113,3 940,5
Wertpapiere 89,2 58,1
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 28,8 337,8
Umlaufvermögen 1.657,8 1.725,0
Rechnungsabgrenzungsposten 3,4 2,5
Summe Aktiva 5.109,6 5.072,0
Passiva    
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile - 12,4 - 12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 960,5 636,1
Eigenkapital 2.366,3 2.041,9
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 609,1 571,1
Andere Rückstellungen 342,6 328,4
Rückstellungen 951,7 899,5
Finanzverbindlichkeiten 949,9 1.113,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 153,1 155,9
Übrige Verbindlichkeiten 649,6 861,0
Verbindlichkeiten 1.752,6 2.130,6
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 39,0 -
Summe Passiva 5.109,6 5.072,0

Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Sie beläuft sich auf 5,11 Mrd. € (31. Dezember 2013: 5,07 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.

Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr 2014 von 3,34 Mrd. € auf 3,45 Mrd. € leicht erhöht. Dabei entwickelten sich Sachanlagevermögen und Finanzanlagevermögen gegenläufig. Das Sachanlagevermögen verringerte sich per saldo leicht, da die Abschreibungen in Höhe von 315,9 Mio. € (2013: 328,1 Mio. €) die Investitionen überstiegen. In das Sachanlagevermögen investierte die Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 151,9 Mio. €. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um technische Anlagen und Maschinen. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich von 1,70 Mrd. € auf 1,97 Mrd. €. Der größte Teil des Anstiegs geht auf die Kapitalerhöhung der Zwischenholding der Produktionsgesellschaft WACKER POLYSILICON North America, LLC in Höhe von 270,1 Mio. € zurück. Damit wird der Aufbau des Produktionsstandortes Tennessee finanziert. Im Verhältnis zur Bilanzsumme beträgt das Anlagevermögen nahezu unverändert 67 Prozent.

Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Er belief sich auf 426,5 Mio. € (31. Dezember 2013: 388,6 Mio. €). Das ist ein Anstieg von zehn Prozent. Im Wesentlichen ist dies auf die hohe Auslastung der Produktionsanlagen zurückzuführen. Ebenso sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geschäftsbedingt von 347,3 Mio. € auf 377,3 Mio. € gestiegen.

Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 24 Prozent auf 736,0 Mio. € (31. Dezember 2013: 593,2 Mio. €). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen beliefen sich auf 636,0 Mio. € (31. Dezember 2013: 475,6 Mio. €). Der Grund für diesen Anstieg ist unter anderem die weitere Finanzierung der Baumaßnahmen am neuen Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee über die Produktionsgesellschaft WACKER POLYSILICON North America, LLC. Die Gesellschaft wird durch die Muttergesellschaft Wacker Chemicals Corporation in den USA mit Liquidität ausgestattet. Ausleihungen an die Siltronic AG dienten unter anderem der Finanzierung des Erwerbs der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd.

Die sonstigen Vermögensgegenstände gingen um zehn Prozent zurück. Sie sanken auf 96,3 Mio. € (31. Dezember 2013: 107,4 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen Steuerforderungen, Vorauszahlungen und Erstattungsansprüche.

Zum 31. Dezember 2014 verfügte die Wacker Chemie AG über 85,0 Mio. € an so genannten Commercial Papers, davon 75,0 Mio. € mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten. Das Kassen- und Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 28,8 Mio. € (2013: 337,8 Mio. €). Ausleihungen an Tochtergesellschaften sind der Grund für diesen Rückgang. Dadurch wurden unter anderem die Investitionen in den Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee und die Mehrheitsübernahme der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. finanziert.

Das Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag 2,37 Mrd. € (31. Dezember 2013: 2,04 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 46,3 Prozent (31. Dezember 2013: 40,3 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2013 eine Dividende in Höhe von 24,8 Mio. auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 611,3 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2014 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2014 in Höhe von 349,2 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 611,3 Mio. € zusammen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet weiter angestiegen. Sie erhöhten sich um 38,0 Mio. € auf 609,1 Mio. € (31. Dezember 2013: 571,1 Mio. €). Die anderen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2014 um vier Prozent und stiegen auf 342,6 Mio. € (31. Dezember 2013: 328,4 Mio. €). Sie setzen sich im Wesentlichen aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen zusammen. Grund für den Anstieg sind insbesondere Zuführungen zu den Steuer- und Personalrückstellungen. Insgesamt bilden die Rückstellungen damit 19 Prozent der Bilanzsumme ab.

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 949,9 Mio. € (31. Dezember 2013: 1,11 Mrd. €). Das ist ein Rückgang von 15 Prozent, bedingt durch den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Sie sanken um 241,0 Mio. € und beliefen sich zum Stichtag auf 45,5 Mio. € (31. Dezember 2013: 286,5 Mio. €). Hier wirkt sich die Ausschüttung der Siltronic AG an die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH aus. Dagegen erhöhte sich die Kreditaufnahme bei Banken auf 899,4 Mio. € (31. Dezember 2013: 819,1 Mio. €). Die Wacker Chemie AG hat im 3. Quartal 2014 einen neuen langfristigen Kredit in Höhe von 80,0 Mio. € gezogen. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf 19 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2013: 22 Prozent).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen blieben im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Sie beliefen sich auf 153,1 Mio. € (31. Dezember 2013: 155,9 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten reduzierten sich. Sie sanken von 861,0 Mio. € im Vorjahr auf 649,6 Mio. € zum Bilanzstichtag. Hier wirkt sich im Wesentlichen der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen aus. Diese verminderten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2014 um 218,5 Mio. € auf 617,5 Mio. € (31. Dezember 2013: 836,0 Mio. €). Lieferungen für bereits erhaltene Anzahlungen von Polysiliciumkunden sowie Vereinnahmungen aus Vertragsauflösungen und Vertragsänderung mit bestehenden Polysiliciumkunden führten zu diesem hohen Rückgang. Die erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumlieferungen belaufen sich auf zwölf Prozent der Bilanzsumme.

Im Geschäftsjahr 2014 hatte die Siltronic AG für die zukünftige geplante Übernahme von Mitarbeitern eine Ausgleichszahlung an die Wacker Chemie AG in Höhe von 39,0 Mio. € geleistet. Damit wurden zukünftig entstehende Belastungen der Wacker Chemie AG abgegolten. Die Zahlung wurde als passiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen und wird über die verbleibende Unternehmenszugehörigkeit der betroffenen Mitarbeiter aufgelöst.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit konnte im Vergleich zum Vorjahr von 317,2 Mio. € auf 428,2 Mio. € gesteigert werden. Das ist eine Verbesserung um 35 Prozent. Im Wesentlichen basiert dies auf dem deutlich höheren Betriebsergebnis von 552,0 Mio. € (2013: 157,0 Mio. €). Gegenläufig wirkt der Aufbau des Working Capital, insbesondere die Erhöhung der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Betriebsergebnis enthalten sind jedoch nicht zahlungswirksame Erträge aus Polysiliciumlieferungen, für die wir bereits Anzahlungen erhalten haben. Zudem wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Anzahlungen aus aufgelösten Verträgen einbehalten, die auch nicht zahlungswirksam sind.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit der Wacker Chemie AG hat sich mit - 446,8 Mio. € (2013: - 229,9 Mio. €) deutlich erhöht. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Vorjahres beinhaltete Einmaleffekte aus Erlösen aus dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von 170,9 Mio. €. Bereinigt um diese Erlöse aus Wertpapieren ergibt sich für das Geschäftsjahr 2013 ein Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit in Höhe von 400,8 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagevermögen sind nur leicht gestiegen. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 151,9 Mio. € (2013: 153,2 Mio. €). Die Mittel flossen in den weiteren Ausbau der Polysiliciumproduktion am Standort Nünchritz sowie in laufende Investitionen am Standort Burghausen. Auch die Investitionen in Finanzanlagen stiegen an. Sie enthalten im Wesentlichen Kapitalerhöhungen in die Gesellschaft WACKER POLYSILICON North America, LLC für den Aufbau des Produktionsstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Die Finanzierung wurde über eine Zwischenholding abgewickelt.

Der Netto-Cashflow als Saldo von Investitionstätigkeit und laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Wertpapieren und Veränderung von Anzahlungen verbesserte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut. Er belief sich auf 209,9 Mio. € (2013: 101,3 Mio. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist geprägt von Abflüssen aus der konzerninternen Finanzierung. Er beläuft sich auf - 266,6 Mio. €. Im Saldo gab die Wacker Chemie AG Darlehen an ihre Tochtergesellschaften in Höhe von 319,2 Mio. € aus. Zahlungswirksam wurde auch die Dividende für das Geschäftsjahr 2013 in Höhe von - 24,8 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Aufnahme eines langfristigen Kredits in Höhe von 80,0 Mio. €. Im Vorjahr ergaben sich per saldo Zuflüsse von Finanzierungsmitteln in Höhe von 176,5 Mio. €, bei denen es sich zum großen Teil um die Rückführung konzerninterner Finanzierungen handelte.

Die Liquidität - definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des geschlossenen Investmentfonds und des Kassen- und Bankguthabens - hat sich von 595,9 Mio. € zum 31. Dezember 2013 auf 315,1 Mio. € zum 31. Dezember 2014 verändert. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten hat sich dadurch verschlechtert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 betrugen die Nettofinanzschulden 584,3 Mio. € (2013: 223,3 Mio. €).

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt.

Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

Weitere Informationen hierzu finden sich auf den Seiten 256 bis 258 dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem" auf Seite 144.

Ausblick

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2015 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,15 und zum Yen von 135.

Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird. Wir verweisen hierzu auf die Seiten 167 bis 180 dieses Geschäftsberichts.

Den Ergebnisabführungsvertrag mit der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH hat die Wacker Chemie AG einvernehmlich für das Geschäftsjahr 2015 aufgehoben. Die Siltronic AG gehört nicht mehr zum Organkreis der Wacker Chemie AG.

Wir gehen davon aus, dass der Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr steigt und das EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Neuregelung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu unseren Solarkunden im Vergleich zum Vorjahr leicht ansteigt.

Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen positiven Jahresüberschuss, der allerdings unter dem Vorjahr liegt.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. www.wacker.com

Risikobericht Beschreibung und Erklärung zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist integrierter Bestandteil der Unternehmensführung

Das Risikomanagement ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen sowie die at equity konsolidierten Unternehmen.

Als Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

Risikosteuerung

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und Kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Chancen werden im Rahmen des Risikomanagements weder systematisch erfasst noch im Rahmen der internen Berichterstattung zur Steuerung des Unternehmens kommuniziert.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen

konzernweite Risikoabdeckung

konzernweite Risikoabbildung

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung fünf Mio. € übersteigt.

Risikoidentifikation

Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

Risikomanagementsystem

Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Controlling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden und Lieferanten überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)

1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können.

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung soll gewährleisten, dass trotz identifizierter Risiken in der Finanzberichterstattung ein mit hinreichender Sicherheit regelungskonformer Jahresabschluss der Wacker Chemie AG und Konzernabschluss erstellt wird. Das schafft die Voraussetzung dafür, den interessierten Zielgruppen wie zum Beispiel Investoren, Banken und Analysten ordnungsgemäße und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Sie sind für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung.

Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Zugriffsvorschriften im IT-System sowie das Vieraugenprinzip in der Buchhaltung der Einzelgesellschaften wie auch bei der Konsolidierung im Konzern sichern die Vollständigkeit und Genauigkeit der Prozesse.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die Einzelabschlüsse werden nach Freigabe durch das lokale Management der Tochtergesellschaft in ein zentrales Konsolidierungssystem überführt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Das gewährleistet die Datenintegrität und das Einhalten der Berichterstattungslogik. Vergleiche mit den jeweiligen Vorjahreswerten dienen der Erläuterung der eingespielten Daten. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, beginnt der Konsolidierungsprozess. Auch hier führen wir sowohl systembasierte als auch manuelle Kontrollen der einzelnen Konsolidierungsschritte durch. Sollten dabei Fehler oder Differenzen auftreten, werden diese systematisch abgearbeitet und manuell korrigiert. Abschließend analysieren wir die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz des Konzerns hinsichtlich Trends und Varianzen.

Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahrs und zu den Quartalen.

Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert diese mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert die Zentralabteilung Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.

Interne Kontrolle

Teil des Risikomanagements ist unsere interne Konzernrevision. Sie überprüft im Auftrag des Vorstands prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfthemen wird vom Vorstand in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss nach einem risikoorientierten Ansatz festgelegt und wenn notwendig unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Im Jahr 2014 lag der Schwerpunkt der Prüfungen auf Vertriebsthemen und der Abrechnung von Investitions- und externen Instandhaltungsleistungen. Außerdem wurden mit funktionsübergreifenden Audits die Geschäftsprozesse von fünf Tochtergesellschaften untersucht. Insgesamt führte die Konzernrevision 29 Audits im Geschäftsjahr 2014 (2013: 30 Audits) durch. Der aufgestellte Prüfplan wurde im Wesentlichen abgearbeitet, fünf Themen werden zeitnah im Geschäftsjahr 2015 abgeschlossen. Es ergaben sich keine wesentlichen Beanstandungen. Hinweise aus den Prüfungen, die Prozesse zu optimieren, werden umgesetzt und systematisch verfolgt.

Externe Kontrolle

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken

Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die folgende Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2015.

Eintrittwahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2015

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Risiko / Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkungen
Gesamtwirtschaftliche Risiken    
Chemiegeschäft gering mittel
Siltronic gering mittel
Polysilicium gering mittel
Absatzmarktrisiken    
Überkapazitäten in den Chemiebereichen gering mittel
Zykl. Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt möglich mittel
Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium möglich hoch
Beschaffungsmarktrisiken gering niedrig
Marktentwicklungsrisiken gering niedrig
Investitionsrisiken möglich mittel
Produktionsrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken    
Kreditrisiko gering niedrig
Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme gering niedrig
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen gering niedrig
Rechtliche Risiken möglich niedrig
Umweltrisiken möglich niedrig
Steuerrisiken möglich niedrig
Sonstige Risiken gering niedrig
Regulatorische Risiken    
Energiewende möglich niedrig
Antidumpingverfahren möglich niedrig
Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte sowie für Produktionsverfahren hoch niedrig
IT-Risiken gering mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken gering niedrig

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.

Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still. Um einem Konjunkturabschwung zu begegnen, nutzen wir auch das Instrument der Kurzarbeit und verlängern keine befristeten Arbeitsverträge.

Einschätzung: Für das Jahr 2015 erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft fortsetzen wird. Sowohl in den entwickelten Industrienationen als auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, Südamerikas und Osteuropas rechnen sie mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung. Gleichzeitig bleiben die politischen und strukturellen Herausforderungen hoch. Die Konflikte zwischen Russland und der EU sowie den USA, die instabile Lage in einigen Regionen des Mittleren Ostens sowie die Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise in Europa bergen unverändert Risiken für die Stabilität der Weltwirtschaft.

Risikobewertung: Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der beschriebenen Risiken kann es allerdings grundsätzlich sein, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2015 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt.

In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Absatzregionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen. Sollte die Weltkonjunktur schwächer wachsen als derzeit erwartet, so werden die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in unserem Chemiegeschäft voraussichtlich niedrig sein. Wenn es allerdings unerwartet zu einer Rezession kommen sollte, die die Nachfrage nach unseren Produkten in einer Reihe von wichtigen Absatzmärkten und Branchen signifikant bremst, so dürfte das unser Ergebnis im Chemiegeschäft zumindest in mittlerem Umfang schmälern.

Die Entwicklung von Absatzmengen und Preisen im Geschäft von Siltronic mit Halbleiterwafern hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Erstens kommt es darauf an, wie sich die Nachfrage von Konsumenten und Industrie nach elektronischen Geräten entwickelt - beispielsweise nach Computern, Smartphones und Tablet-PCs. Zweitens spielt das Verhältnis zwischen den weltweit verfügbaren Produktionskapazitäten und der Nachfrage der Halbleiterhersteller eine wichtige Rolle. Beide Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang miteinander. Sollte sich das Konsumklima wider Erwarten weltweit spürbar abkühlen, so hätte das voraussichtlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung von Siltronic.

Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird in erster Linie von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Einflüsse spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage im Polysiliciumgeschäft von WACKER.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.

Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.

Maßnahmen: WACKER begegnet diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung sichern, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.

Einschätzung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2015 für unsere Produkte gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES gibt es bei der Siloxanproduktion in China Überkapazitäten wie auch in einzelnen Segmenten, beispielsweise bei Flüssigsiliconkautschuk, die zu einer niedrigeren Auslastung führen können. Der Preisdruck auf die Produkte in den Chemiebereichen bleibt im Jahr 2015 bestehen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt.

Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich.

Szenario 2: zyklische Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt.

Auswirkungen für WACKER: Rückgang bei Mengen und Preisen.

Maßnahmen: Siltronic versucht, die Risiken durch konsequentes Kostenmanagement und Flexibilität in Strukturen und Produktion zu verringern. Wir arbeiten daran, unsere Kapazitäten bei Durchmessern < 200 mm den Marktentwicklungen anzupassen. Im Segment der 300 mm Wafer verbessert Siltronic ständig die Effizienz der Produktions- und Geschäftsprozesse, um damit die Kostenbasis zu stärken.

Einschätzung: Im Halbleitergeschäft wird das Marktwachstum in erster Linie durch die steigende Nachfrage nach 300 mm Siliciumwafern getrieben. Für das Jahr 2015 sehen wir derzeit wachsende Absatzmengen und in einzelnen Produktfamilien auch Chancen für höhere Preise. Durch die Übernahme der Mehrheit an der Gesellschaft Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in Singapur hat Siltronic seine Markt- und Wettbewerbsposition gestärkt. Marktforscher gehen davon aus, dass der weltweite Absatz von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie im Jahr 2015 um knapp drei Prozent zulegen wird. Dabei soll der weltweite Umsatz dank etwas besserer Preise um rund fünf Prozent wachsen. Wir erwarten eine höhere Nachfrage vor allem bei 300 mm Siliciumwafern. Bei Scheibendurchmessern kleiner als 300 mm werden die Absatzmengen im Jahr 2015 möglicherweise zurückgehen.

Risikobewertung: In unserem Halbleitergeschäft gehen wir davon aus, dass die Absatzmengen im Jahr 2015 höher ausfallen werden als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dieses Szenario liegt unseren Planungen und Prognosen zugrunde. Wir halten es für möglich, dass sich Mengen und Preise substanziell anders entwickeln als von uns erwartet. Sollten die Absatzmengen entgegen unseren aktuellen Erwartungen deutlich schlechter ausfallen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis von Siltronic.

Szenario 3: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden.

Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen und die Werthaltigkeit unserer Produktionsanlagen für Polysilicium beeinflussen.

Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren. Bei Nachfragerückgängen passen wir unsere Produktionskapazitäten flexibel der Marktentwicklung an. Der Produktionsstart am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee ist weiterhin im zweiten Halbjahr 2015 geplant.

Einschätzung: Die Photovoltaikindustrie ist nach wie vor geprägt von Produktionsüberkapazitäten und einer nicht befriedigenden Ertragslage bei einem Großteil der Solarunternehmen. Die Preise in allen Wertschöpfungsstufen haben sich aber im Laufe des vergangenen Jahres stabilisiert. Der Konsolidierungsprozess in der Branche ist noch nicht abgeschlossen und wird sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich fortsetzen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir mit unserer guten Kosten- und Qualitätsposition gestärkt aus diesem Konsolidierungsprozess hervorgehen werden. Solange die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, sind die Chancen für spürbar höhere Preise auf allen Wertschöpfungsstufen jedoch gering. Wir gehen davon aus, dass die staatlichen Fördermittel für die Photovoltaik in einigen Ländern Europas tendenziell weiter gesenkt werden. Im Gegensatz dazu werden die Förderprogramme außerhalb Europas - etwa in China und den USA - wahrscheinlich ausgeweitet. Gleichzeitig machen sinkende Preise für Photovoltaikkomponenten die Solarenergie immer wettbewerbsfähiger. Die Photovoltaik ist auf dem Weg, innerhalb der erneuerbaren Energien eine der kostengünstigsten Technologien zur Stromerzeugung zu werden. Diese Entwicklung wird dazu beitragen, neue Märkte zu erschließen und den weltweiten Markt für Photovoltaikanwendungen weiter wachsen zu lassen.

Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2015 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass sich die Preise für Polysilicium gegenüber dem derzeitigen Niveau nicht substanziell verändern. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich hohe Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe.

Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben.

Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die auch eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als signifikant eingestuft werden, treffen wir, wo immer möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla sind wir bei einem unserer wichtigsten Rohstoffe teilweise rückwärtsintegriert. Das verringert unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten deutlich. Wir sind in der Lage, knapp ein Drittel unserer benötigten Mengen in hoher Qualität selbst zu produzieren.

Einschätzung: WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch Preisgleitklauseln von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen durchaus deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Insgesamt sehen wir die Risiken, denen WACKER bei der Rohstoffversorgung und den Rohstoffpreisen ausgesetzt ist, derzeit als gering an.

Bislang konnten energieintensive Unternehmen oder Unternehmensteile größtenteils von der EEG-Umlage befreit werden. Auch WACKER profitiert davon in einzelnen Unternehmensteilen.

Eine Einschränkung der Befreiungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmensteile erheblich beeinträchtigen. Im Laufe des Jahres 2014 hat die EU neue Beihilfeleitlinien für erneuerbare Energien beschlossen. Gleichzeitig hat die Bundesregierung eine Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verabschiedet, mit der die EEG-Umlage für sehr energieintensive Unternehmen oder Unternehmensteile begrenzt wird. Dadurch hat sich die Rechtssicherheit für WACKER erheblich erhöht. Die nächste Revision des EEG-Gesetzes wird für 2018 erwartet. Dadurch könnten sich erneut Risiken für WACKER ergeben. Obwohl die Großhandelspreise für Strom in Deutschland in den vergangenen Jahren gesunken sind, hängt die weitere Preisentwicklung (Großhandelspreise, Netzentgelte, Leistungsmarkt) stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik ab.

Risikobewertung: Die Risiken, denen WACKER bei der Rohstoffversorgung, den Rohstoff- und Energiepreisen ausgesetzt ist, sehen wir derzeit als gering an. Entsprechend schätzen wir die möglichen Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns als niedrig ein. Nachdem energieintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, von der EEG-Umlage weitgehend befreit bleiben, gehen wir davon aus, dass es bei den Energiekosten zu keinen signifikanten Mehrbelastungen für unser Geschäft im Vergleich zum Vorjahr kommen wird.

Marktentwicklungsrisiken

Szenario: Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen, fehlende Kundenakzeptanz bei neu entwickelten Produkten.

Auswirkungen für WACKER: Eine falsche Einschätzung künftiger Marktentwicklungen kann sich auf unsere Stellung im Markt und unsere Ergebnissituation auswirken. Neue Produkte, die wir am Markt vorbeientwickeln, haben negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis.

Maßnahmen: WACKER arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen und hat dadurch eine gute Informationsbasis für neue Anwendungen und Produkte. Gleichzeitig beobachten wir intensiv den Markt und unsere Wettbewerber bis hinunter auf Geschäftsfeldebene, führen Kunden- und Lieferanteninterviews durch und sind regelmäßig auf den für WACKER wichtigen Messen präsent. In Einzelfällen geben wir Marktstudien in Auftrag. Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir bestimmte Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. WACKER kooperiert bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in seiner Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen.

Einschätzung: WACKER verfügt über langjährige Markterfahrung und eine detaillierte Planung, die sofort aktualisiert wird, sobald sich Marktentwicklungen verändern.

Risikobewertung: Das Risiko, dass wir Marktentwicklungen falsch beurteilen oder darauf nicht entsprechend reagieren, schätzen wir als gering ein. Sollte dies in einzelnen Anwendungsfeldern dennoch geschehen, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertragsentwicklung voraussichtlich niedrig.

Investitionsrisiken

Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus At-equity-Beteiligungen.

Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen.

Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 1,5 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. In diese Prüfung sind die Zentralbereiche einbezogen. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlageprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Durch die Gründung einer Partnerschaft mit Dow Corning haben wir unser eigenes Investitionsrisiko verringert. In diesem Zusammenhang bestehen jedoch langfristige Abnahme- und Finanzierungsverpflichtungen mit dem assoziierten Unternehmen. Unsere Ertragslage wird über das Equity-Ergebnis beeinflusst.

Einschätzung: WACKER hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass komplexe technische Investitionsprojekte im vorgegebenen Zeitplan oder früher fertiggestellt werden können. Um an unserem neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee wie vorgesehen im zweiten Halbjahr 2015 mit dem Hochfahren der Polysiliciumproduktion beginnen zu können, sind die ausstehenden Gewerke vergeben. Auf Grund der Vergaben erwarten wir, dass die gesamte Investitionssumme in der Größenordnung rund 2,4 Mrd. US-$ liegen wird. Wegen des Booms bei Shale-Gas werden in den USA in den nächsten Jahren eine Reihe von Großprojekten der chemischen Industrie durchgeführt. Durch diese Konkurrenzsituation fallen die Kosten für Material und Montagelöhne höher aus als ursprünglich geplant. Gleichzeitig sehen wir die Chance, durch weiter verbesserte Herstellungsverfahren aus den optimierten Produktionsanlagen in Charleston höhere Mengen zu erzielen als ursprünglich erwartet.

Risikobewertung: Es ist möglich, dass die Investitionskosten in Tennessee höher ausfallen als von uns erwartet. Das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und US-Dollar kann die Investitionskosten beeinflussen. Der Effekt auf die Investitionen und den Netto-Cashflow aus diesen beiden Faktoren könnte im mittleren Bereich liegen.

Produktionsrisiken

Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen.

Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.

Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Zum Thema Sicherheit führen wir regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind nie ganz auszuschließen.

Risikobewertung: Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. Weitere Informationen dazu auf den Seiten 256 bis 260 im Konzernanhang.

Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken

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Risiko Steuerung durch Zentralbereich
Kreditrisiken Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern
Marktpreisrisiken Finanzen und Versicherungen
Liquiditätsrisiken Finanzen und Versicherungen
Währungs- und Zinsrisiken Finanzen und Versicherungen
Rohstoffpreisrisiken Einkauf Rohstoffe

Kreditrisiko

Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften).

Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bzgl. der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir nur mit Banken, die ein Mindestrating von A- der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb enger Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden.

Einschätzung: Die Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft sind beherrschbar. Kreditrisiken aus vertraglichen Verpflichtungen mit Finanzinstituten ergeben sich aus Finanzanlagen und derivativen Finanzinstrumenten. Geschäfte mit Währungs- und Zinsderivaten sowie das Management der Liquidität erfolgen weltweit zentral durch den Zentralbereich Finanzen und Versicherungen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bzgl. des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.

Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme

Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.

Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen.

Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen, den Singapur-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar, den japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht.

Einschätzung: Einen Teil unseres US-Dollar-, Yen- und Singapur-Dollar-Geschäftes sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben.

Deshalb erwarten wir im Geschäftsjahr 2015 keine größeren Effekte aus Währungskursveränderungen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2015 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als gering ein. Sollte dieser Fall entgegen unseren Erwartungen dennoch eintreten, so hätte das vermutlich niedrige Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.

Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Ausbaupläne.

Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung: Die Liquidität von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr trotz neu aufgenommener Darlehen bei weiter hoher Investitionstätigkeit verringert. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 520,9 Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten überstiegen zu diesem Zeitpunkt die Liquidität - bestehend aus lang- und kurzfristigen Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten - um 1.080,6 Mio. €. Die von uns aufgenommenen Darlehen enthalten als einzige Financial Covenant das Verhältnis von Net Debt zu EBITDA. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von 603,5 Mio. €. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits.

Risikobewertung: Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig.

Pensionen

Szenario: Steigende Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter, zusätzliche Verpflichtungen aus Gehalts- und Rentenanpassungen sowie sinkende Abzinsungsfaktoren erhöhen den Umfang der Pensionsverpflichtungen. Signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen führen zu einem Anstieg bzw. Rückgang des Fondsvermögens. Andere Kriterien bei der Bewertung der Pensionspläne beeinflussen den periodenbezogenen Nettopensionsaufwand.

Seit dem Jahr 2013 sind Unternehmen nach IAS 19 verpflichtet, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie andere Bewertungsänderungen sofort und vollständig im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Das führt dazu, dass es zu einer höheren Volatilität des Eigenkapitals kommt. Weitere zukünftige Änderungen in den Grundsätzen der Pensionsbilanzierung können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns negativ beeinflussen.

Auswirkungen für WACKER: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Den Hauptbeitrag leistet die Pensionskasse. Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Grundversorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.

Maßnahmen: Ein erheblicher Teil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Gemäß ihrer Satzung und den allgemeinen Versicherungsbedingungen betreibt die Pensionskasse die Pensionsversicherung für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter von WACKER. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise bei der Mindestverzinsung, an.

Einschätzung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. So wurde der Beitrag für leistungsorientierte Pensionszusagen der Wacker Chemie AG im Rahmen der Absicherung durch die Pensionskasse von 350 Prozent des Arbeitnehmerbeitrages im Jahr 2013 auf 400 Prozent im Jahr 2014 erhöht.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass WACKER im Jahr 2015 höhere Zahlungen in die Pensionskasse und höhere Rentenzahlungen für die übrigen Zusagen leisten muss. Auch schätzen wir die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns als niedrig ein. Für die Zukunft ist die Wahrscheinlichkeit allerdings höher, dass wir höhere Zahlungen in die Pensionskasse leisten müssen. Weitere Informationen dazu ab Seite 234 im Konzernanhang.

Rechtliche Risiken

Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.

Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.

Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf hoch qualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Einschätzung: Wir sehen zurzeit keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten.

Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten, etwa in Form von Rechtsstreitigkeiten. Konkrete Hinweise auf solche Ereignisse, die sich in größerem Umfang auf unser Geschäft auswirken könnten, haben wir aber gegenwärtig nicht und halten die Eintrittswahrscheinlichkeit derzeit für möglich. Sollten solche Risiken eintreten, so hätte das niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Regulatorische Risiken

Energiewende in Deutschland

Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch ständige Anpassungen des Gesetzgebers in Berlin und Brüssel geprägt sein wird (EEG-Reform, besondere Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen, Netznutzungsentgelt, Eigenstromprivileg, EU-Beihilfeverfahren, Beihilferichtlinien, Grünbuch 2030 der EU, Kapazitätsmechanismen).

Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen wegen steigender staatlicher Umlagen auf den Strombeschaffungspreis.

Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich zum Beispiel aus erneuerbaren Energien ergeben (industrielles Lastmanagement).

Einschätzung: Wir gehen davon aus, dass das regulatorische Umfeld im Kontext der Energiewende in den nächsten Jahren in Bewegung bleiben wird. WACKER begleitet die Umsetzung der Energiewende auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Risikobewertung: Die regulatorischen Risiken durch Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und bei den besonderen Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen sind im Laufe des Jahres 2014 kleiner geworden. Nach dem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens in Deutschland und der Einigung mit der EU-Kommission erwarten wir nicht, dass es hier im Jahr 2015 zu maßgeblichen Belastungen für unser Geschäft kommen wird. Sollten jedoch die Entlastungsregelungen für energieintensive Unternehmen im Hinblick auf die EEG-Einspeisevergütung, das Privileg für selbst erzeugten Strom und das Netznutzungsentgelt gänzlich abgeschafft werden, so hätte das mittelfristig große Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER. Dieses Risiko halten wir für möglich.

Antidumpingverfahren

Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Das Antidumpingverfahren der EU gegen chinesische Solarunternehmen ist abgeschlossen und hat für das Geschäft von WACKER keine Relevanz.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.

Maßnahmen: WACKER würde von dem abgeschlossenen Antidumpingverfahren betroffen werden, wenn wir in den USA hergestelltes Polysilicium nach China verkaufen. Wir versuchen in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den USA und China die Ausübung (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Polysilicium aus den USA) und damit das Verhängen von Strafzöllen auf Polysilicium von WACKER aus den USA zu vermeiden. Es besteht darüber hinaus nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Dieses "New Shipper Review" werden wir beantragen. Wir werden darüber hinaus Polysilicium aus den USA bevorzugt an Kunden in anderen Ländern verkaufen.

Einschätzung: Die Zölle auf Polysiliciumimporte aus den USA nach China gelten bis Januar 2019. Es ist aus unserer Sicht nicht vorhersehbar, ob es zu einer neuen Vereinbarung zwischen dem US-Handelsministerium und dem chinesischen Wirtschaftsministerium kommt.

Risikobewertung: Es ist möglich, dass WACKER von den Strafzöllen auf in den USA hergestelltes Polysilicium, das nach China geliefert wird, betroffen sein wird. Da wir zum Zeitpunkt der Verhängung dieser Strafzölle noch kein Polysilicium in den USA hergestellt und nach China geliefert haben, sehen wir Chancen, über das "New Shipper Review" eine individuelle Lösung mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium zu erzielen. Darüber hinaus haben wir Möglichkeiten, in den USA hergestelltes Polysilicium umfänglich an Kunden in anderen Ländern zu verkaufen. Sollten wir von Strafzöllen betroffen sein, sind die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2015 im niedrigen Bereich.

Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte, die WACKER selbst herstellt oder verwendet, sowie Auswirkungen auf unsere Produktionsverfahren

Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an den Produktionsverfahren von WACKER notwendig.

Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.

Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. So haben wir in einigen Anlagen zur Herstellung von Siliconen damit begonnen, diese mit zusätzlicher Technik auf mögliche regulatorische Veränderungen vorzubereiten.

Einschätzung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen.

Risikobewertung: Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER allenfalls im niedrigen Bereich.

IT-Risiken

Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf die IT-Systeme und die Netzwerke, die die Datensicherheit gefährden.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.

Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Die Grundlage dafür bildet der ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten, die wir in so genannten SLAs (Service Level Agreements) mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen festhalten. Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Ressource Planning) haben wir für das Jahr 2014 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent vereinbart und übertroffen. Das erreichen wir durch eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management).

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringert die Komplexität und die Risiken.

Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Ebenso optimieren wir laufend die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Awareness-Programmen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Hackerattacken vorzubeugen.

Einschätzung: Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke sind nie vollständig auszuschließen. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen.

Risikobewertung: Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit und sich daraus ergebende Risiken als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Personalrisiken

Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.

Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.

Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser neuer Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modelle an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können.

WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.

Einschätzung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen.

Risikobewertung: Für das Jahr 2015 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.

Externe Risiken

Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.

Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.

Einschätzung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen.

Risikobewertung: Dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, halten wir für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen.

Entwicklung der Risiken für das Jahr 2015

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Risiken Status
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Absatzmarktrisiken
Beschaffungsmarktrisiken
Marktentwicklungsrisiken
Investitionsrisiken
Produktionsrisiken
Finanzwirtschaftliche Risiken
Kreditrisiko
Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme
Liquiditätsrisiko
Pensionen
Rechtliche Risiken
Regulatorische Risiken
Antidumpingverfahren
Energiewende
Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte sowie für Produktionsverfahren
IT-Risiken
Personalrisiken
Externe Risiken

gleich geblieben
gesunken
gestiegen

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).

Chancenmanagementsystem

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Risiko-Chancen-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Übersicht Unternehmenschancen

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Gesamtwirtschaftliche Chancen Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern
Branchenspezifische Chancen Gutes Produktportfolio für die Megatrends Energie, Wohlstandszuwachs, Urbanisierung und Digitalisierung
Unternehmensstrategische Chancen Ausbau unserer Produktionskapazitäten
  Neue qualitativ hochwertige Produkte durch Innovationen
Leistungswirtschaftliche Chancen Höhere Produktivität der Anlagen
  Ausbau der Vertriebsorganisation und Aufbau technischer Kompetenzzentren
  Regionenspezifische Produktentwicklung durch geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Unabhängig von dem schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld sieht WACKER gute Chancen, in jungen Märkten und Absatzregionen weiter zu wachsen. Die Fokusländer und -regionen sind dabei für uns Brasilien, China, Indien und der Mittlere Osten. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

Der zunehmende Wohlstand in der Region Asien und in Schwellenländern anderer Regionen lässt die Nachfrage nach höherwertigen Produkten steigen, in denen Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil an höherwertigen Siliconprodukten gegenüber den Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege sowie Gesundheit, Medizin und Elektronik. Mit innovativen Produkten im Körperpflegebereich, in der Textilimprägnierung sowie im Elektronikbereich wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell im LED-Bereich und in der Automobilelektronik. Laut einer Studie von McKinsey wird die digitale Vernetzung von Autos in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Bis 2020 soll jedes fünfte Auto mit dem Internet verbunden sein. Die dafür erforderliche Elektronik lässt sich nur mit Silicongelen und Siliconvergussmassen zuverlässig schützen.

Auch bei der Entwicklung innovativer Sicherheitssysteme spielen unsere Produkte eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit führenden Automobilzulieferern arbeiten wir daran, neue Fahrerassistenz- und Lichtsysteme, basierend auf energiesparenden LEDs, zu entwickeln. Im japanischen Tsukuba haben wir ein neues Airbag-Kompetenzzentrum eröffnet. Dort entwickeln wir innovative Siliconbeschichtungen für Airbags. Laut einer Studie von Markets and Markets wird dieser Markt bis 2019 jährlich um knapp zehn Prozent wachsen. Angetrieben wird dieses Wachstum durch den steigenden Bedarf in Nordamerika und in Asien.

Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimischung von Dispersionspulvern lässt sich Zement nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern kann auch in seinen Eigenschaften wesentlich verbessert werden. Er wird streichfähiger, flexibler oder wasserabweisender. Bislang sind aber noch rund s0 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Nach wie vor Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS in seinem Substitutionsgeschäft vor allem für die Teppich- und Papierindustrie.

Mit der Übernahme der Scil Proteins Production GmbH in Halle hat der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS sein Angebot zur Auftragsherstellung von Pharmaproteinen deutlich erweitert. Wir verfügen jetzt über einen Fermenter mit einer Kapazität von bis zu 1.500 Litern. Darin können pharmazeutische Wirkstoffe für die klinische Prüfung, aber auch für die Marktversorgung hergestellt werden.

Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit der Solarindustrie im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Solaranlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Wachstumspotenziale sehen wir in erster Linie in China, Japan und den USA. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren.

Absatzchancen und -risiken

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Risiken Chancen
Schwächeres Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern Umsatzwachstum mit Produkten in den Bereichen Kosmetik und Körperpflege, Elektronik und Bau
Steigende Unsicherheit durch die Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten sowie in der Ukraine Preisanstieg bei Siliciumwafern
  Konjunkturbelebung durch niedrigen Ölpreis

Unternehmensstrategische Chancen

Der Ausbau unserer Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Der Investitionsschwerpunkt verlagert sich allerdings auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. Mit der Inbetriebnahme des neuen Polysiliciumstandortes im US-Bundesstaat Tennessee im zweiten Halbjahr 2015 können wir mit den neuen Produktionskapazitäten am weiteren Wachstum des Photovoltaikmarktes teilhaben.

Leistungswirtschaftliche Chancen

WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und in der Siltronic haben wir jeweils Kostensenkungspotenziale identifiziert und setzen die Maßnahmen bereits um. Hebel für Kostensenkungen sehen wir u. a. in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES arbeiten wir daran, unseren Produktionsverbund zu optimieren und gleichzeitig den Anteil höherwertiger Produkte pro Tonne Siloxan zu steigern. Weitere Einsparpotenziale heben wir mit dem Programm "Wacker Operating System" (WOS), das seit Jahren dazu dient, unsere Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu erhöhen. Allein der spezifische Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) soll in Deutschland bis zum Jahr 2022 um elf Prozent verringert werden.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft. Nachdem sich WACKER mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) auf eine einvernehmliche Regelung für nach China exportiertes Polysilicium verständigt hat, ist ein wesentliches Risiko für unser Geschäft entfallen. Das Gesamtrisiko für den WACKER-Konzern hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verringert. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Die Marktrisiken in der Photovoltaikindustrie, die geprägt sind von Überkapazitäten und niedrigen Preisen sowie einer Konsolidierung innerhalb der Branche, sind nach wie vor vorhanden. Trotz dieser Risiken sehen wir für WACKER weiterhin gute Chancen, in diesem Markt mittel- bis langfristig erfolgreich zu sein. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Prognosebericht

Trotz der vielen Krisen- und Konfliktherde gehen Wirtschaftsforscher davon aus, dass die Weltwirtschaft in den kommenden zwei Jahren weiter wachsen wird. Wie stark dieses Wachstum sein wird, hängt allerdings davon ab, inwieweit es gelingt, die geopolitischen Risiken einzudämmen. Das globale Wachstum könnte einen Schub durch den niedrigen Ölpreis bekommen. Die US-Wirtschaft sollte im Vergleich zum abgelaufenen Jahr weiter robust wachsen. Das Wachstum in Asien wird sich auf dem Niveau des Jahres 2014 bewegen. Das Gleiche gilt für China. In Indien könnte sich das Wachstum auf Grund der Wirtschaftsreformen der neuen Regierung sogar etwas beschleunigen. In Europa setzt sich die Erholung nach Ansicht der Experten auf niedrigem Niveau fort. Wir gehen in unserem Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2015 zulegen wird. Für das Jahr 2016 rechnen wir im Vergleich dazu mit einem ähnlich großen Zuwachs.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 2015 etwas stärker wachsen als ein Jahr zuvor. Die OECD geht davon aus, dass das weltweite Bruttosozialprodukt um 3,7 Prozent (2014: 3,3 Prozent) steigt. Für das Jahr 2016 erwartet die OECD ein Wachstum von 3,9 Prozent. Den größten Anteil an dieser Aufwärtsentwicklung im Jahr 2015 haben laut IWF die Schwellenländer mit einem Plus von 4,3 Prozent. Die Industrienationen werden einen Anstieg ihrer Wirtschaftsleistung von 2,4 Prozent beisteuern.

US-Wirtschaft mit robustem Wachstum

Das Wachstum wird sich nach Einschätzung der OECD in den kommenden zwei Jahren fortsetzen. Dort ist ein anhaltender Wachstumsimpuls durch die Reindustrialisierung der US-Wirtschaft, steigende Beschäftigungszahlen und höhere Ausgaben der Privathaushalte auszumachen. Die OECD rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent. Für das Jahr 2016 erwartet die OECD ein Wachstum von 3,0 Prozent.

Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2015

Quellen: weltweit: OECD, Asien: ADB, China: ADB, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: OECD, Europa: OECD, Deutschland: OECD

Asien setzt stärker auf nachhaltigen Wirtschaftsanstieg

Asien wird im Jahr 2015 in ähnlicher Größenordnung seine Wirtschaftsleistung steigern wie im vergangenen Jahr. Nach Ansicht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) werden Asiens Volkswirtschaften gegenüber dem Jahr 2014 um 6,4 Prozent wachsen. Die Zeiten der zweistelligen Wachstumsraten in China sind vorbei. Dennoch wächst die Wirtschaft des Landes mit prozentual hohen einstelligen Zuwächsen. Die ADB geht von einem Anstieg in China von 7,4 Prozent aus. Für das Jahr 2016 prognostiziert die OECD einen Zuwachs von 6,9 Prozent. Die neue Regierung in Indien scheint die notwendigen Wirtschaftsreformen anzupacken. Das verleiht der indischen Wirtschaft neuen Schwung. Die ADB rechnet im Jahr 2015 mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach einem schwächeren Zuwachs im Vorjahr gehen die Wirtschaftsexperten davon aus, dass Japans Wirtschaft im Jahr 2015 wieder etwas stärker zulegt. Die OECD prognostiziert im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 0,8 Prozent, im Jahr 2016 einen Zuwachs von 1,0 Prozent.

Europa setzt Erholung im Jahr 2015 fort

Europa wird nach Ansicht der OECD 2015 seinen Erholungskurs fortsetzen. Gebremst wird das Wachstum aber nach wie vor durch die hohe Arbeitslosigkeit, die Haushaltskonsolidierung einzelner Staaten und die zu geringen Investitionen. Für das Jahr 2015 rechnet die OECD mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,1 Prozent. Im Jahr 2016 könnte die Wirtschaftsleistung wieder stärker zulegen. Nach Ansicht der OECD ist dann ein Wachstum um 1,7 Prozent möglich. In Deutschland erwarten die Wirtschaftsexperten ein Wachstum von ebenfalls 1,1 Prozent. Für das Jahr 2016 geht die OECD von einer Zunahme um 1,8 Prozent aus. Allerdings könnte ein anhaltend niedriger Ölpreis die Unternehmen auf der Kostenseite entlasten und die Kaufkraft der Verbraucher erhöhen. Beide Faktoren zusammen können das Wachstum positiv beeinflussen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2015 positiv gestalten.

Nachfrage nach Halbleiterwafern soll im Jahr 2015 steigen

Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Gartner wird das Marktvolumen für Halbleiterwafer im Jahr 2015 steigen. Der weltweite Absatz von Siliciumwafern nach verkaufter Fläche wird sich danach gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 68 Mrd. cm2 erhöhen. Das Segment der 300 mm Wafer soll mit einem Plus von 3,6 Prozent überproportional zunehmen. Auch bei den Wafern mit einem Durchmesser von weniger als 300 mm wird ein leichter Zuwachs von 1,2 Prozent erwartet. Für den weltweiten Umsatz mit Halbleiterwafern sagen die Experten von Gartner im Jahr 2015 einen Anstieg von 5,2 Prozent auf rund 9,3 Mrd. US-$ voraus. Für das Jahr 2016 prognostiziert Gartner ebenfalls leichte Zuwächse beim weltweiten Absatz und Umsatz. WACKER sollte von einem weiteren Marktwachstum der 300 mm Wafer profitieren.

Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

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Branchen Entwicklung 2014 Entwicklung 2015
Bauindustrie Wachstum Wachstum
Photovoltaikindustrie Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung stärkeres Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung
Halbleiterindustrie Wachstum Wachstum
Energie / Elektro leichtes Wachstum leichtes Wachstum
Chemieindustrie schwaches Wachstum leichtes Wachstum

Photovoltaikmarkt bleibt herausfordernd, wird aber weiter wachsen

Der Photovoltaikmarkt wird auch im Jahr 2015 herausfordernd bleiben. Vor allem die geringe Ertragskraft vieler Solarunternehmen, Produktionsüberkapazitäten sowie niedrige Preise führen zu Unsicherheiten im Markt.

Entwicklung Photovoltaikmarkt 2015

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  Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2015
  2015 2014 %
Deutschland 1.500 1.900 - 21
Italien 800 800 -
Frankreich 1.100 1.100 -
Übriges Europa 6.400 5.200 23
USA 8.500 7.000 21
Japan 9.000 9.500 - 5
China 14.400 13.100 10
Übrige Welt 11.100 7.000 59
Gesamt 52.800 45.600 16

Quellen: IHS; Bundesnetzagentur; eigene Marktuntersuchungen von WACKER

Allerdings ist durch den starken Preisrückgang in der Vergangenheit die Photovoltaik gegenüber anderen Energieträgern noch wettbewerbsfähiger geworden. Das führt dazu, dass neue Märkte erschlossen werden und der weltweite Markt für Photovoltaikanwendungen weiter wachsen wird. China bleibt im Jahr 2015 der weltweit größte und wichtigste Markt. Zu den Ländern mit hohem Zubau gehören laut den Marktforschern von IHS die USA, Japan und Indien. Zu den Regionen mit weiterem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika sowie der Mittlere Osten und Afrika.

WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen davon aus, dass der Markt für Photovoltaik im Jahr 2015 weiter wachsen wird. Die neu installierte Photovoltaikleistung (PV-Leistung) könnte zwischen 50 und 60 Gigawatt (GW) liegen.

Chemische Industrie soll im Jahr 2015 wieder leicht zulegen

Nach einem durchwachsenen Jahr 2014 geht der Verband der Chemischen Industrie (VCI) davon aus, dass sich die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone 2015 fortsetzt und Produktion sowie Umsatz bei leicht niedrigeren Preisen für chemische Erzeugnisse steigen werden. Produktion und Umsatz sollen jeweils um 1,5 Prozent zulegen. Das Exportgeschäft bleibt der Wachstumstreiber der deutschen Chemie. Der wichtigste Handelspartner bleibt mit Abstand Amerika. Nicht ganz so optimistisch ist der Branchenverband Cefic für Europa. Für die europäische Chemieindustrie sieht er für das Jahr 2015 lediglich ein Produktionswachstum von einem Prozent in Europa.

Die Chemiebereiche von WACKER sehen vor allem Wachstumschancen in den BRIC-Staaten, anderen aufstrebenden Schwellenländern und in Amerika. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sieht gute Wachstumschancen für polymermodifizierte Trockenmörtel in Asien, Südamerika und Osteuropa sowie für das Substitutionsgeschäft für die Papier- und Teppichindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES rechnet mit steigenden Umsätzen in der Automobilelektronik, bei Kosmetik und Körperpflegeprodukten, in der Bauindustrie sowie der Medizintechnik. Der Umsatzanteil von höherwertigen Produkten gegenüber den Standardprodukten soll weiter gesteigert werden.

Weltweite Bauindustrie bleibt auf Wachstumskurs

Die Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts B+L Marktdaten GmbH in den nächsten Jahren weiter wachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen jährlich um durchschnittlich 2,5 Prozent bis 2017 zulegen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die gesamte Region Asien. Aber auch in Nord- und Südamerika sowie im Mittleren Osten/ Afrika soll das Bauvolumen steigen. Auch in den USA erwartet B+L Marktdaten GmbH vor allem im Jahr 2015 ein deutliches Wachstum, vor allem im privaten Wohnungsbau. In Westeuropa wird im Jahr 2015 mit einem leichten Zuwachs gerechnet. In Italien und Spanien gibt es erste Anzeichen für eine Erholung des Baumarkts. Das Thema Renovierung und Energieeffizienz bietet für WACKER auch in den kommenden Jahren sehr gute Wachstumspotenziale.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2015 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Den weiteren Zuwachs sehen wir u. a. bei Innenfarbe und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Produkten für die Bauindustrie weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen neuartige Siliconharze für die Holz- und Dämmstoffimprägnierung aus silanmodifizierten organischen Polymerbausteinen und daraus formulierte Hochleistungskleb- und Dichtstoffe sowie unter eigener Marke vertriebene Silicondichtstoffe.

Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2014 - 2017

Quelle: B + L Marktdaten GmbH

Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2015 mit moderatem Wachstum

Die Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2015 mit einem Anstieg des weltweiten Marktvolumens von sechs Prozent. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wird dieses Wachstum vor allem getragen von Asien und den USA sowie den Schwellenländern. Für die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie erwartet der ZVEI einen preisbereinigten Produktionsanstieg von 1,5 Prozent für das Jahr 2015. Gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER bei Spezialsilanen für die Halbleiterindustrie und bei Siliconprodukten für die Automobilelektronik. Dieser Markt entwickelt sich nach wie vor dynamisch. Wachstumstreiber sind Vergussmassen und wärmeabführende Kleb- und Dichtstoffe für elektronische Komponenten sowie Verkapselungsmaterialien für LED-basierte Fahrlichtsysteme. Weitere Zuwächse erwarten wir mit Produkten für optische Anwendungen (LED) und Bildschirme (Displays), wo wir einige Innovationsprojekte aufgelegt haben.

Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei Jahren

Die Geschäftsstrategie von WACKER wird auch in den kommenden zwei Jahren von drei Hebeln bestimmt: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte. Fokusregionen für weiteres Wachstum sind unverändert Brasilien, China, Indien, Südostasien sowie der Nahe und Mittlere Osten. Das größte Potenzial hat dabei China. In Indien sehen wir erneut gute Chancen, mit unseren Produkten zu wachsen. Aber auch in Amerika, einem etablierten Markt, sehen wir Potenzial, unsere Umsätze zu erhöhen.

Mit der Fertigstellung des neuen Produktionsstandortes für Polysilicium in Tennessee im Jahr 2015 sind unsere Investitionen in große Anlagen für die Herstellung von Vorprodukten abgeschlossen. Der strategische Fokus liegt jetzt auf weniger kapitalintensiven Investitionen in Anlagen für Fertigprodukte.

Die Internationalisierung von WACKER schreitet in den kommenden zwei Jahren voran. Operative Verantwortung werden wir noch stärker auf die Regionen übertragen. Unsere Produkte sollen noch besser auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten werden. Unser Netz, bestehend aus technischen Kompetenzzentren und der WACKER ACADEMY, erweitern wir gezielt.

Die Maßnahmen, die unsere Ertragskraft verbessern sollen, setzen wir fort. Die wichtigsten Punkte aus diesem Katalog sind:

Maßnahmen zur Ressourcensteuerung

Maßnahmen

Produktivitätsmaßnahmen im Rahmen des Programms "Wacker Operating System" (WOS)

Produktivitäts- und Kostenmaßnahmen WACKER POLYSILICON und Siltronic

Effizienzmaßnahmen in den Zentralbereichen

Umsichtige Personalplanung

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2015 wächst. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus Asien und den USA, das Wachstum in Europa ist verhalten.

Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2015 auf die Fertigstellung unserer Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee, die wir in der zweiten Jahreshälfte 2015 in Betrieb nehmen wollen. Grundsätzlich verlagert sich der Investitionsschwerpunkt auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden im Jahr 2015 auf Grund der Fertigstellung unser Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee über den Abschreibungen liegen. Im Jahr 2016 gehen die Investitionen unter das Niveau der Abschreibungen.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erweitert seine Produktionsanlagen für Dispersionspulver in Burghausen und Dispersionen in Calvert City, USA. In Burghausen wird ein neuer 50.000-Tonnen-Reaktor für Dispersionspulver errichtet, in Calvert City erweitern wir unsere bestehenden Dispersionsanlagen um 85.000 Tonnen. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES investieren wir im Jahr 2015 in die Fertigstellung einer Anlage für modifizierte Silicone in Burghausen. Bei Siltronic sind die Investitionen konzentriert, um die Anforderungen der neuesten Design-Rules bei der 300 mm Technologie zu bedienen.

Künftige Produkte und Dienstleistungen

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS setzt verstärkt auf die Modifizierung von Trockenmörtelmischungen mit polymeren Bindemitteln. In Asien, Südamerika und Osteuropa steigt der Bedarf an hochwertigen Baumaterialien. Wir haben spezielle Dispersionspulver für anspruchsvolle Fliesenkleber entwickelt, mit denen sich großformatige, schwere Porzellan- und Natursteinfliesen sicher verkleben lassen. Transparency Market Research rechnet damit, dass der Markt für Fliesen bis zum Jahr 2018 durchschnittlich mit neun Prozent pro Jahr wächst.

Weltweit steigt die Nachfrage nach Farben und Beschichtungen, insbesondere nach umweltfreundlichen, wasserbasierten. Orr & Boss schätzen, dass die globale Beschichtungsindustrie bis zum Jahr 2017 einen Wert von rund 140 Mrd. US-$ erreichen wird. Rund 50 Prozent davon entfallen auf die Region Asien. Auch in Südamerika, Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten erwarten die Marktforscher steigende Umsätze. Mit speziellen, an die lokalen Bedürfnisse angepassten VAE-Dispersionen der Marke VINNAPAS® für umweltfreundliche Innenfarben wollen wir unsere Marktposition in diesen Regionen ausbauen.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES entwickelt im Bereich Elektronik Silicongele für reflexarme Displays sowie wärmeabführende Kleb- und Dichtstoffe für die Automobil- und Leistungselektronik. In der Beleuchtungstechnik werden verstärkt hochtransparente Flüssigsilicone für flexible optische Linsen zum Einsatz kommen. Mit diesen Linsen verbessert sich die Lichtsteuerung von LED-Lampen. Hochleistungssilicone spielen damit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer adaptiver Scheinwerfersysteme für Autos. Laut einer McKinsey-Studie wird der Beleuchtungsmarkt bis zum Jahr 2020 ein Volumen von 100 Mrd. € erreichen, mit jährlichen Wachstumsraten zwischen drei und fünf Prozent.

Im Bereich Kosmetik- und Körperpflege entwickeln wir neue Siliconadditive. In Asien liegt der Schwerpunkt auf Siliconelastomergelen für die Formulierung von Hautcremes und Make-up. In China und Indien bauen wir unser Angebot an Siliconemulsionen für Haarwaschmittel und Conditioner aus. Der Markt für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte wächst laut Euromonitor weltweit um drei Prozent. Wachstumsimpulse kommen vor allem aus Südamerika (fünf Prozent), Asien (vier Prozent) und dem Nahen und Mittleren Osten (vier Prozent). Mit einem Warenverkaufswert von über 83 Mrd. € ist Asien schon heute der größte Absatzmarkt.

Im Baubereich setzt WACKER SILICONES auf silanmodifizierte Hybridpolymere. Damit lassen sich hochbelastbare Industrieklebstoffe, Beschichtungen und Flächenabdichtungen formulieren. Wachstumsimpulse erwarten wir außerdem von unseren Siliconadditiven zur Kunststoffmodifizierung. Sie werden organische Additive immer mehr ersetzen. Laut BCC Research wird der globale Markt dafür bis 2020 jährlich um rund fünf Prozent wachsen. Außerdem bringen wir neue Entschäumer für die Papier- und Zellstoffindustrie auf den Markt.

Weltweit steigt der Absatz von Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln mit Zusatznutzen. Mit unserer Cyclodextrin-Technologieplattform will der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS vom weiteren Wachstum auf diesen Märkten profitieren, zum Beispiel mit einem hochbioverfügbaren Curcuminkomplex. Das Marktforschungsinstitut Transparency Market Research geht davon aus, dass der globale Markt für Nahrungsergänzung mit durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr wächst. Die patentierte Sekretionstechnologie ESETEC® haben wir grundlegend weiterentwickelt. Zusammen mit MedImmune, der F & E-Sparte für Biologics von AstraZeneca, hat WACKER eine erfolgreiche Machbarkeitsstudie zur Herstellung eines speziellen Wirkstoffs mit dem verbesserten System ESETEC® 2.0. abgeschlossen. MedImmune hat WACKER beauftragt, eine kosteneffiziente Methode zur Herstellung von Antikörperfragmenten für künftige Therapien zu finden. Nach Studien von Research and Markets wird der Markt für Biopharmazeutika bis zum Jahr 2020 ein Volumen von rund 500 Mrd. US-$ erreichen mit Wachstumsraten pro Jahr von rund 13 Prozent.

Forschung und Entwicklung

Strategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2015 für diese Projekte 20 Prozent (2014: 20 Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Ein Schwerpunkt unserer Forschung und Entwicklung im Jahr 2015 wird sein, erste Ergebnisse aus der Initiative New Solutions, mit der wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen entwickeln, im Markt umzusetzen. Das F & E-Budget soll im Jahr 2015 bei rund 185 Mio. € liegen. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind nach wie vor die Zukunftsfelder Energie, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen sowie Halbleiter. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie.

Produktion

WACKER wird in den nächsten beiden Jahren neue Produktionskapazitäten in Betrieb nehmen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON soll in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit der Produktion von Polysilicium am neuen Standort im US-Bundesstaat Tennessee begonnen werden. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erweitert in Burghausen seine Kapazitäten für Dispersionspulver um 50.000 Tonnen sowie für Sondermonomere um 3.800 Tonnen pro Jahr. Am Standort Calvert City wird eine Anlage zur Herstellung von Dispersionen von 85.000 Tonnen pro Jahr gebaut. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES vergrößern wir eine Anlage für modifizierte Siloxane. Die Inbetriebnahme ist für 2015 geplant. Das konzernweite Programm "Wacker Operating System" (WOS) konzentriert sich darauf, die Produktivität der Produktionsbetriebe und aller produktionsnahen Servicebereiche weiter zu verbessern. Alle wesentlichen Produktivitätshebel (Rohstoff- und Energieeffizienz, Instandhaltung, Kapazitäten, Arbeitsproduktivität) nehmen wir dabei unter die Lupe. Der Schwerpunkt liegt auf Schlüsselprojekten mit hohem wirtschaftlichem Einfluss auf Kosten und Nutzen.

Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2015

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Charleston Anlage zur Herstellung von Polysilicium 2015
Calvert City Dispersionsreaktoranlage 2015
Burghausen Dispersionspulvertrockneranlage 2015
Burghausen Sondermonomere 2015
Burghausen Erweiterung MSA (Modifizierte Siloxane Anlage) 2015

Durch die Inbetriebnahme des neuen Produktionsstandortes im US-Bundesstaat Tennessee und die 300 mm Waferproduktion der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in Singapur steigt der Instandhaltungsaufwand im Geschäftsjahr 2015 auf rund 410 Mio. €.

Einkauf und Logistik

Der Einkauf von Energie und Rohstoffen bleibt ein wichtiger Einflussfaktor hinsichtlich der Ertragsstärke von WACKER. Energie- und Rohstoffkosten machen mehr als ein Drittel unserer Herstellungskosten aus. WACKER geht davon aus, dass die Preise für Rohstoffe sich unterschiedlich entwickeln werden. Der Preis für Siliciummetall wird aus unserer Sicht im Jahr 2015 steigen, weil es in Brasilien, dem zweitgrößten Siliciumproduzenten der Welt, zu Produktionsausfällen kommt. Für Vinylacetatmonomer erwarten wir nach den sehr hohen Preisen im Jahr 2014 einen deutlichen Rückgang. Der Preis für Ethylen, gekoppelt an den Ölpreis, wird im Jahr 2015 ebenfalls zurückgehen. Bei Methanol gehen wir im Jahr 2015 von einer flachen Preisentwicklung aus.

Wir gehen davon aus, dass der Strompreis im Jahr 2015 flach bleiben wird, der Preis für Erdgas gegenüber dem Vorjahr leicht steigt. Die Energiekosten bleiben im Jahr 2015 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist im Jahr 2015 weitgehend gesichert. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte. In den nächsten beiden Jahren arbeiten wir weiter daran, das Lieferantenportfolio von WACKER für Rohstoffe global breiter aufzustellen. Gleichzeitig werden wir die für uns relevanten Rohstoffeinkaufsquellen noch stärker und intensiver beobachten, um neue Lieferanten für uns zu erschließen.

Das Gleiche gilt für den technischen Einkauf. Hier arbeiten wir weiter daran, das Lieferantenportfolio systematisch zu optimieren, um den Wertbeitrag am Unternehmenserfolg innerhalb der nächsten Jahre messbar zu steigern. Im Vordergrund steht dabei der zielgerichtete Ausbau des globalen Beschaffungsnetzwerkes. Zwei Themen bleiben dabei im Fokus. Unter dem Titel "Aus der Region für die Region" werden wir bei neuen Projekten in Asien und hier in erster Linie in China und Südkorea konsequent nach geeigneten Lieferanten vor Ort suchen, die mit WACKER zusammenarbeiten. Gleichzeitig werden wir die Beschaffung aus China, Indien und Südkorea für unsere Standorte in Amerika und Europa ausbauen. Dazu gehört auch, unsere internationalen Einkaufsorganisationen informationstechnisch und kommunikativ besser miteinander zu vernetzen. Im Fokus stehen die schrittweise Internationalisierung der Warenklassenarbeit und ein regelmäßiger Austausch der regionalen Einkaufsorganisationen.

WACKER will sein Engagement für nachhaltiges Wirtschaften auch in der Lieferkette verstärken. Aus diesem Grund ist das Unternehmen im Januar 2015 der Initiative der Chemiebranche "Together for Sustainability" (TfS) beigetreten. Die im Jahr 2011 gegründete Organisation hat das Ziel, ein globales Programm zur verantwortungsvollen Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen zu entwickeln und die ökologischen und sozialen Standards bei Lieferanten zu verbessern.

Im Bereich der Logistik wollen wir mit dem neuen öffentlichen Umschlagterminal (KV-Terminal) am Standort Burghausen weitere Transporte von der Straße auf die Schiene verlagern.

Vertrieb und Marketing

WACKER wird für seine Kunden im Siliconbereich die beiden technischen Kompetenzzentren in Moskau und in Dubai erweitern, um damit vor Ort neue Anwendungen für Siliconkautschuke und Siliconelastomere zu entwickeln. Nachdem wir im Jahr 2014 ein neues Vertriebsbüro auf den Philippinen eröffnet haben, werden wir unser Vertriebsteam ausbauen. In Brasilien wollen wir den Vertrieb im Lebensmittel-, Agro- und Textilbereich mit Hilfe von Distributionspartnern ausweiten. Wichtige Messen im Jahr 2015 sind für uns die European Coating Show (ECS) in Nürnberg, die In-cosmetics in Barcelona, die Fakuma in Friedrichshafen sowie die Compamed in Düsseldorf. Auf der ECS wird WACKER neue Bindemittel für hochfeste Industriekleber und Siliconharz für die Formulierung von Holzbeschichtungen vorstellen.

Mitarbeiter

Für das Jahr 2015 gehen wir von einem Anstieg der Mitarbeiterzahl aus. Er resultiert in erster Linie aus der Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee sowie einem erwarteten Produktionsanstieg in den Geschäftsbereichen WACKER POLYMERS und WACKER SILICONES. Bei der Neueinstellung von Mitarbeitern wird WACKER aber weiterhin zurückhaltend vorgehen.

Nachhaltigkeit

WACKER arbeitet weiter daran, seine Energieeffizienz zu verbessern. Mit der für 2015 geplanten Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion in Tennessee erhöht sich unser Strombedarf. Der gewichtete spezifische Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) soll in Deutschland bis zum Jahr 2022 ausgehend vom Jahr 2007 um ein Drittel verringert werden.

Wesentliche Quellen unserer Treibhausgasemissionen sind das Erzeugen und der Verbrauch von Energie. Deshalb hat sich WACKER ausgehend vom Jahr 2014 zum Ziel gesetzt, an den deutschen Standorten die spezifischen CO2 -Emissionen bis zum Jahr 2022 um 15 Prozent pro Tonne Nettoproduktion zu reduzieren - bezogen auf das Jahr 2012 bei einem vergleichbaren Produktportfolio. Wir wollen bis zum Jahr 2022 bei einem vergleichbaren Produktportfolio die Staubemissionen um 25 Prozent senken. Außerdem verfolgen wir das Ziel, die Emission flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan (NMVOC) zu reduzieren. Auf Basis der angepassten Methode zur NMVOC-Bilanzierung werden wir im selben Zeitraum Reduktionspotenziale für diese Stoffgruppe neu erarbeiten. Mit diesen quantifizierbaren Umweltzielen wollen wir die Auswirkungen unserer Produktion auf die Umwelt vermindern.

Beim Arbeitsschutz wollen wir die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden konzernweit auf unter 2,0 im Jahr 2015 verringern.

Für die dritte, bis Mitte 2018 laufende REACH-Etappe bereiten wir weitere 145 Stoffdossiers vor. Für unsere bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrierten Stoffe werden wir weitere Beschreibungen zur sicheren und umweltgerechten Verwendung von Chemikalien (GPS Safety Summaries) veröffentlichen.

WACKER wird im Jahr 2015 den Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2013/2014 veröffentlichen.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2015 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,15 und zum Yen von 135.

Steuerungskennzahlen und Wertmanagement

Die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Konzernumsatz 2015 mit Mengenwachstum

WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2015 steigende Mengen in allen Geschäftsbereichen. In unseren Planungsprämissen gehen wir davon aus, dass die Preise für Siliciumwafer flach bleiben und die Preise für Polysilicium sich auf dem Niveau des 4. Quartals 2014 bewegen. Der Konzernumsatz soll um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen, auch begünstigt durch die veränderten Wechselkursparitäten.

Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen.

Aus heutiger Sicht werden sowohl die Chemiebereiche als auch WACKER POLYSILICON und Siltronic im Umsatz wachsen. Das größte Umsatzwachstum für unsere Produkte erwarten wir in Asien. Das Umsatzwachstum soll sich im Vergleich zum Jahr 2015 im Jahr 2016 fortsetzen - vorausgesetzt, dass die weltweite Konjunktur wie von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert auf Wachstumskurs bleibt und es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt.

Ausblick für das Jahr 2015

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  Ist 2014 Ausblick 2015
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen    
EBITDA-Marge (%) 21,6 deutlich niedriger
EBITDA (Mio. €) 1.042,3 bereinigt um Sondererträge, leichter Anstieg
ROCE (%) 8,4 niedriger
Netto-Cashflow (Mio. €) 215,7 leicht positiv
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen    
Umsatz (Mio. €) 4.826,4 Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich
Investitionen (Mio. €) 572,2 ca. 700
Nettofinanzschulden (Mio. €) 1.080,6 Anstieg um 200 bis 300
Abschreibungen (Mio. €) 599,0 ca. 625

Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht.

Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird im Vergleich zum Vorjahr niedriger ausfallen, da wir keine vergleichbar hohen Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Neuregelung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu unseren Solarkunden erwarten. Auch die Anlaufkosten zum Produktionsbeginn der neuen Polysiliciumanlage am Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sowie insgesamt leicht niedrigere Preise in unserem Geschäft mindern die EBITDA-Marge. Die Veränderung der Währungsrelationen wirkt sich mit etwa 100 Mio. € positiv auf das EBITDA aus. Davon schlagen sich auf Grund der Änderungen im Hedgingergebnis nur rund 40 Mio. € effektiv im EBITDA nieder. Das EBITDA soll auf vergleichbarer Basis - ohne Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Neuregelung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu unseren Solarkunden - gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen. Bei leicht steigenden Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr wird der Konzernjahresüberschuss auf Grund geringerer Sondererträge und einer Steuerquote von etwas mehr als 50 Prozent unter dem Wert des Jahres 2014 liegen.

ROCE: Der ROCE wird im Vergleich zum Vorjahr (2014: 8,4 Prozent) niedriger ausfallen.

Netto-Cashflow: Für das Jahr 2015 erwarten wir bei höheren Investitionen einen leicht positiven Netto-Cashflow, der deutlich unter dem Vorjahr liegen wird. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang sind geringere Sondererträge im Vergleich zum Vorjahr.

Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Investitionen: Im Jahr 2015 werden die Investitionen auf Grund der veränderten Wechselkursparitäten mit rund 700 Mio. € höher ausfallen und über den Abschreibungen liegen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2015 bei rund 625 Mio. € liegen und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Der größte Teil der Investitionen fließt in den Bau des neuen Produktionsstandortes in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Die Investitionen werden voraussichtlich nicht in vollem Umfang aus dem erwarteten Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt. Im Jahr 2016 sollen die Investitionen deutlich zurückgehen.

Investitionen 2015 nach Geschäftsbereichen

Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden sich im Vergleich zum Vorjahr um 200 bis 300 Mio. € erhöhen (2014: 1,08 Mrd. €). Der Anstieg ist zurückzuführen auf die Investitionen in den neuen Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sowie auf Polysiliciumlieferungen an unsere Kunden für bereits erhaltene Vorauszahlungen.

Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2015 einen deutlichen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Rohstoffkosten gehen wir von etwas steigenden Preisen hauptsächlich für Siliciummetall aus. Das Umsatzwachstum wird getragen von allen Geschäftseinheiten von WACKER SILICONES. Der Volumenszuwachs im Geschäftsbereich entspricht dem Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Das stärkste Wachstum kommt vor allem aus Asien, wo der Wohlstandszuwachs zu einem höheren Verbrauch von Siliconprodukten führt. Aber auch in den Regionen Amerika und Europa sowie in den übrigen Regionen gehen wir von weiter steigenden Umsätzen aus. Wachstumsfelder sind insbesondere Produkte und Anwendungen in den Bereichen Körperpflege, Medizintechnik, Elektro- und Elektronikanwendungen und bei silanmodifizierten Polymeren. Weiterhin wollen wir bei hoher Auslastung unserer Anlagen den Anteil mit Spezialprodukten am Umsatz überproportional erhöhen. Das EBITDA soll deutlich über dem Vorjahr liegen.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir einen deutlichen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Rohstoffkosten gehen wir davon aus, dass der im Jahr 2014 stark gestiegene Preis für Vinylacetatmonomer wieder etwas zurückkommt, wenn auch nicht auf das alte Preisniveau vor dem Anstieg. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Im Dispersionsgeschäft kommt der Zuwachs aus den Anwendungsbereichen Bau und Verpackungen. Bei Dispersionspulvern ist der wesentliche Treiber die zunehmende Polymermodifikation. Den regional stärksten Zuwachs bei Dispersionspulvern erwarten wir in der Regionen Amerika und Asien und hier speziell in Indien. Bei den Dispersionen sehen wir einen weiteren Umsatzanstieg in Asien, besonders in China und Indien. In Europa erwarten wir ein leichtes Umsatzplus. Im Jahr 2015 wird der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS einen neuen Trockner für Dispersionspulver sowie eine Sondermonomeranlage in Burghausen in Betrieb nehmen sowie eine Anlage zur Herstellung von Dispersionen an unserem US-Standort Calvert City. Beim EBITDA gehen wir von einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr aus.

Einen deutlichen Umsatzanstieg erwarten wir im Jahr 2015 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Mit der abgeschlossenen Integration der Scil Proteins Production GmbH in Halle sehen wir in unserem Geschäft auf dem Gebiet der Pharmaproteine weiteres Wachstumspotenzial. Auch im Bereich Ernährung (Nutrition) rechnen wir dank neuer Produktentwicklungen mit einem deutlichen Umsatzzuwachs. Regional die größten Wachstumschancen für WACKER BIOSOLUTIONS gibt es in der Region Asien. Am chinesischen Produktionsstandort Nanjing beginnt im Jahr 2015 die Produktion von PVAC-Festharzen für Kaugummirohmasse. Der bisherige Standort in Wuxi wird bis Ende 2015 geschlossen. Das EBITDA soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigen.

Das Polysiliciumgeschäft von WACKER soll im Jahr 2015 in den Absatzmengen und im Umsatz wachsen. Wir gehen davon aus, dass der Photovoltaikmarkt sein Wachstum weiter fortsetzen wird. Trotzdem gibt es nach wie vor Überkapazitäten in der gesamten Wertschöpfungskette. Unser Hauptaugenmerk legen wir nach wie vor darauf, die Herstellungskosten für Polysilicium nochmals zu verringern. In der zweiten Jahreshälfte 2015 wollen wir unseren neuen Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee in Betrieb nehmen. Beim EBITDA rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, da wir geringere Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen im Jahr 2015 erwarten. Das EBITDA wird auch durch die Anlaufkosten der Polysiliciumproduktion an unserem neuen Standort im US-Bundesstaat Tennessee gemindert.

Für Siltronic gehen wir von einem Umsatzanstieg im Jahr 2015 aus. Verantwortlich dafür sind etwas höhere Absatzmengen und günstigere Wechselkurse im Vergleich zum Vorjahr. Bei 300 mm Siliciumwafern rechnen wir damit, dass der Markt weiter wächst. Bei 200 mm Siliciumwafern sehen wir eine stabile Nachfrage. Bei kleineren Scheibendurchmessern ist von einer leicht rückläufigen Nachfrage auszugehen. Beim EBITDA erwarten wir einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Künftige Dividende

Die Dividendenpolitik von WACKER orientiert sich grundsätzlich daran, mindestens 25 Prozent des Jahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Auch wenn die Verschuldung im Jahr 2015 weiter ansteigt, setzen wir auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 600 Mio. €.

Mittelfristige Ziele

Die mittelfristigen Ziele bis 2017 haben nach wie vor Gültigkeit. Der Fokus liegt darauf, die Ertragskraft des Konzerns zu erhöhen und einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.

Mittelfristige Ziele des WACKER-Konzerns bis 2017

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  Ziel 2017
Umsatz 6 - 6,5 Mrd. €
EBITDA 1,2 Mrd. €
EBITDA-Marge rund 20 Prozent
ROCE größer elf Prozent
Investitionen auf dem Niveau oder unterhalb der Abschreibungen

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

WACKER geht davon aus, dass die Weltwirtschaft trotz aller Krisen im Jahr 2015 weiter wachsen wird. Im Jahr 2016 wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft aus heutiger Sicht fortsetzen.

Für das Jahr 2015 erwarten wir einen Anstieg unseres Umsatzes auf Konzernebene im hohen einstelligen Prozentbereich. Wir rechnen damit, dass alle fünf Geschäftsbereiche im Umsatz zulegen werden. Beim EBITDA gehen wir auf vergleichbarer Basis ohne Berücksichtigung von Sondererträgen von einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus. Die EBITDA-Marge wird dagegen niedriger ausfallen. Ein wesentlicher Grund dafür sind die Anlaufkosten für unseren neuen Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Die Energie- und Rohstoffkosten werden in Summe gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgehen. Insgesamt rechnen wir in einzelnen Bereichen unseres Geschäfts mit leicht niedrigeren Preisen.

Die Investitionen werden mit rund 700 Mio. € höher sein als im Vorjahr. Die Abschreibungen liegen bei rund 625 Mio. € und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Wir erwarten einen leicht positiven Netto-Cashflow. Die Nettofinanzschulden steigen um rund 200 bis 300 Mio. € an, vor allem durch die Investitionen im US-Bundesstaat Tennessee. Der Konzernjahresüberschuss soll im Vergleich zum Vorjahr niedriger ausfallen.

WACKER nimmt in seinen vier größten Geschäftsbereichen mindestens eine Top-3-Posi-tion ein und verfügt über hervorragende Produkte. Unsere Technologie- und Innovationskraft sowie unsere Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten bilden die Grundlage dafür, dass wir unsere Marktpositionen festigen oder sogar ausbauen können.

Wir sehen gute Chancen, im Jahr 2015 im Umsatz weiter zu wachsen und beim EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge leicht zulegen zu können. Auf Grund unserer jetzigen Strategie sehen wir uns gut gerüstet, auch über das Jahr 2015 hinaus weiter profitabel zu wachsen.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

WACKER hat das Jubiläumsjahr 2014 mit guten Ergebnissen bei Umsatz und Ertrag abgeschlossen.

Nach zwei schwierigen Geschäftsjahren, in denen wir vor allem durch massive Preisrückgänge im Geschäft mit Polysilicium und Halbleiterwafern mehr als eine Milliarde Euro an Umsatz verloren haben, konnten wir in diesem Jahr wieder deutlich wachsen. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hatte unser anspruchsvolles Effizienzprogramm, mit dem wir in zwei Jahren 440 Mio. Euro eingespart haben. Wir haben mit hoher Disziplin alle unsere Kostenziele erreicht und konnten bereits bei kleinen positiven Veränderungen der Rahmenbedingungen von diesen Anstrengungen profitieren. Das zeigt sich besonders in unserem Polysiliciumgeschäft. Zusätzlich haben im 4. Quartal 2014 der niedrigere Ölpreis und der schwächere Euro unser Geschäft beflügelt. Positiv ausgewirkt haben sich auch Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen von Solarkunden.

Als strategisch richtiger Schritt hat sich die Mehrheitsübernahme durch die Siltronic am Gemeinschaftsunternehmen mit Samsung erwiesen. Siltronic hat damit das wachstumsstarke Geschäft mit 300 mm Siliciumwafern ausgebaut und seine Position im wichtigsten Markt Asien gefestigt.

Ein großer Anteil an diesem Erfolg gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von WACKER. Sie haben mit ihrer Leistungsfähigkeit, ihrem exzellenten Know-how und ihrem Engagement wesentlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Für diese Leistung dankt ihnen der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG.

Das Jahr 2015 könnte ebenfalls ein gutes Geschäftsjahr für WACKER werden. Allerdings sehen wir drei Themen, die wir nicht beeinflussen können, die aber das wirtschaftliche Wachstum deutlich behindern können.

Das sind die Unsicherheiten im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt und die weitere Entwicklung des Euro sowie eine mögliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. Die Auf- und Abwärtsbewegungen an den Märkten werden in Zukunft höchstwahrscheinlich intensiver werden. Deshalb bleiben wir auf der Hut.

Bei den Faktoren, die wir selbst beeinflussen können, sind wir für die Zukunft von WACKER optimistisch. Es ist uns gelungen, in allen unseren Geschäftssegmenten unsere Marktpositionen auszubauen. Das zeigt uns: Wir verfügen über anerkannt hochwertige Produkte, um Kunden aus fast allen wichtigen Industriebranchen überall auf der Welt bedienen zu können. Wir sind außerdem in der Lage, mit unserer Technologiekompetenz und unserer Innovationskraft neue Anwendungen für unsere Produkte zu entwickeln und Lösungen für die Zukunftsthemen der nächsten Jahrzehnte zu finden.

2015 wird für WACKER ein besonderes Jahr. Ende des Jahres wollen wir an unserem neuesten Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee mit der Produktion von Polysilicium beginnen. Die bisher größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens ist für uns der Ausgangspunkt, auf dem zweitgrößten Chemiemarkt der Welt einen integrierten Verbundstandort zu etablieren. Mit dem Abschluss dieses Investitionsprojekts erreichen wir ein wesentliches Etappenziel: in den wichtigsten Regionen der Welt über eigene integrierte Produktionsstandorte zu verfügen. Für unsere weitere Expansionsstrategie ist das von größter Bedeutung.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2014 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2014 ist der Aufsichtsrat zu vier Sitzungen zusammengetreten, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand unverzüglich in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Bis auf Herrn Dr. Bernd W. Voss, der aus persönlichen Gründen verhindert war, hat kein Mitglied des Aufsichtsrats während seiner Amtszeit an weniger als der Hälfte der Sitzungen im Berichtszeitraum teilgenommen.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

die Antidumpingverfahren gegen die Solarindustrie in den USA, der EU und China, ihre Auswirkungen auf WACKER und entsprechende Handlungsmöglichkeiten

das Marktpreisniveau von Polysilicium, die Nachfrageschwankungen in diesem Bereich und die daraus folgenden Auswirkungen für WACKER

der Fortschritt des Baus der Polysiliciumproduktion am Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee

die Mehrheitsübernahme und die Finanzierung des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung in Singapur

Entwicklungen in der Halbleiterbranche

die Akquisition und Integration der Firma SCIL in Halle

die Entwicklung des Aktienkurses

Maßnahmen zur Konzernfinanzierung

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2015 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 11. Dezember 2014 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2015-2019 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2015.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Dr. Bernd W. Voss vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende in den Ausschüssen den Vorsitz. Herr Dr. Voss konnte auf Grund persönlicher Hinderungsgründe im Geschäftsjahr 2014 diese Aufgabe nicht ausüben. Der Aufsichtsrat hat daher das unabhängige Aufsichtsratsmitglied Herrn Franz-Josef Kortüm als Stellvertreter für Herrn Dr. Voss in den Prüfungsausschuss und zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt.

Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2013, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsabschlüsse des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Außerdem hat der Prüfungsausschuss den Prüfungsauftrag (einschließlich der Prüfungsschwerpunkte) an den Abschlussprüfer erteilt und dem Plenum einen Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2014 unterbreitet.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2014 zweimal, hiervon einmal im Wege einer Telefonkonferenz. Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (Bezüge, Ziele, Anstellungsverträge) sowie des Aufsichtsrats (Vorschlag Dr. Andreas Biagosch als neues Aufsichtsratsmitglied).

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 11. Dezember 2014 diskutiert und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich.

Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.

In seiner Sitzung im Dezember 2014 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2014, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2014) einschließlich der Buchhaltung geprüft.

Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Mai 2014 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 02. März 2015 die oben genannten Abschlüsse und Berichte sowie die Prüfungsberichte des Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfers im Gespräch mit diesem eingehend diskutiert, geprüft und darüber dem Gesamtaufsichtsrat berichtet. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 10. März 2015 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen dem Prüfungsausschuss und dem Gesamtaufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Unser langjähriges Aufsichtsratsmitglied Herr Dr. Bernd W. Voss hat mit Wirkung zum 31. Dezember 2014 sein Mandat niedergelegt. Wir danken ihm für seine wertvolle und bereichernde Unterstützung in den vergangenen Jahren und wünschen ihm alles Gute. Durch gerichtlichen Beschluss vom 26. Januar 2015 wurde Herr Dr. Andreas Biagosch als Nachfolger für Herrn Dr. Voss in den Aufsichtsrat bestellt.

Im Vorstand gab es im Geschäftsjahr 2014 keinerlei Veränderungen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihre engagierte Arbeit. Sie haben erneut zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr der Wacker Chemie AG beigetragen.

 

München, 10. März 2015

Wacker Chemie AG

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Entsprechenserklärung 2014 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2013 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 13. Mai 2013 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen.

2. Ausnahmen

a) Selbstbehalt bei D&O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

b) Angemessene Berücksichtigung von Frauen im Vorstand

Die Wacker Chemie AG misst dem Thema Diversity auch bei der Besetzung des Vorstands eine hohe Bedeutung bei. Wichtigste Kriterien sind dabei jedoch Kompetenz - auch internationale Kompetenz - und Qualifikation. Wir halten es aber nicht für zielführend, dem Thema "Anstreben einer angemessenen Berücksichtigung von Frauen" eine höhere Priorität als der Kompetenz und Qualifikation einzuräumen.

c) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

d) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

e) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

f) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds

Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein.

Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist.

Jahresabschluss 2014

Gewinn- und Verlustrechnung der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2014

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  Anhang Mio. Euro 2014 Mio. Euro 2013
Umsatzerlöse 3 3.343,3 3.143,3
Bestandsveränderungen   21,4 -49,1
Andere aktivierte Eigenleistungen   28,8 27,4
Gesamtleistung   3.393,5 3.121,6
Sonstige betriebliche Erträge 4 333,1 188,6
Materialaufwand 5 -1.471,2 -1.492,9
Personalaufwand 6 -768,3 -720,5
Abschreibungen 7 -319,6 -331,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -615,5 -608,1
Betriebsergebnis   552,0 157,0
Beteiligungsergebnis   56,8 -46,2
Zinsergebnis   -71,2 -41,8
Sonstiges Finanzergebnis   3,2 -4,8
Finanzergebnis 9 -11,2 -92,8
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   540,8 64,2
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10 -191,6 -52,6
Jahresüberschuss   349,2 11,6
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr   636,1 654,3
Ausschüttung   -24,8 -29,8
Bilanzgewinn   960,5 636,1

Bilanz zum 31. Dezember 2014

der Wacker Chemie AG

Aktiva

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  Anhang Mio. Euro 2014 Mio. Euro 2013
Immaterielle Vermögensgegenstände 11 8,9 5,1
Sachanlagen 12 1.464,9 1.639,4
Finanzanlagen 13 1.974,6 1.700,0
Anlagevermögen   3.448,4 3.344,5
Vorräte 14 426,5 388,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   377,3 347,3
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände   736,0 593,2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15 1.113,3 940,5
Wertpapiere 16 89,2 58,1
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   28,8 337,8
    118,0 395,9
Umlaufvermögen   1.657,8 1.725,0
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 17 3,4 2,5
    5.109,6 5.072,0

Passiva

     
  Anhang Mio. Euro 2014 Mio. Euro 2013
Gezeichnetes Kapital   260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile   -12,4 -12,4
Ausgegebenes Kapital   248,4 248,4
Kapitalrücklage   157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen   1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn   960,5 636,1
Eigenkapital 18 2.366,3 2.041,9
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19 609,1 571,1
Andere Rückstellungen 20 342,6 328,4
Rückstellungen   951,7 899,5
Finanzverbindlichkeiten 21 949,9 1.113,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 153,1 155,9
Übrige Verbindlichkeiten 22 649,6 861,0
Verbindlichkeiten   1.752,6 2.130,6
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 23 39,0 0,0
    5.109,6 5.072,0

Anhang für das Geschäftsjahr 2014

der Wacker Chemie AG

1 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und zusätzlicher, sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden, Anforderungen aufgestellt. Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und ggf. erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. Euro). In Einzelfällen ergeben sich daraus geringe Anpassungen aufgrund von Rundungsdifferenzen.

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB wurden abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite www.wacker.com zugänglich gemacht.

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2014 wurde in Anwendung der §§ 315 Abs. 3 i. V. m. 298 Abs. 3 HGB mit dem Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG im Geschäftsbericht der Wacker Chemie AG veröffentlicht.

2 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden. Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse aus Dienstleistungen.

Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Gewinne aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen phasengleich vereinnahmt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear pro rata temporis über maximal 10 Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich linear pro rata temporis abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens 40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 25 Jahren und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 12 Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von 150 Euro direkt als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von 1.000 Euro als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen vor dem 1. Januar 2010 erfolgte die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern degressiv, sofern die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen erlaubte. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Dabei entspricht der beizulegende Zeitwert dem Marktpreis. Soweit kein aktiver Markt besteht, anhand dessen sich der Marktpreis ermitteln lässt, wird der beizulegende Zeitwert mit Hilfe anerkannter Bewertungsmethoden bestimmt. Zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen werden mit dem Marktzins abgezinst.

Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederherstellungskosten oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Herstellungskosten werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Teile der Wertpapiere zweckgebunden angelegt und dem Zugriff der Wacker Chemie AG entzogen (Deckungsvermögen). Das Deckungsvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen aus Altersteilzeit verrechnet. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, besteht eine Ausschüttungssperre. Ein übersteigender Teil der Verpflichtungen wird in der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen. Übersteigt der Wert der angelegten Mittel den Wert der Verpflichtungen, erfolgt ein Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz.

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null bilanziert. Sofern der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtlichen Verpflichtungen nicht deckt, werden Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu Anschaffungskosten aktiviert und am Bilanzstichtag zum Marktpreis bewertet.

Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen. In fremder Währung werden sie zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes, der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive latente Steuern" angesetzt. Eine sich insgesamt nach Verrechnung ergebende Steuerentlastung wird unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt und unter Berücksichtigung von biometrischen Wahrscheinlichkeiten auf Basis modifizierter Richttafeln 1998 von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Erwartete künftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt.

Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses mit der Verpflichtung verrechnet. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden jährliche Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge aus dem Deckungsvermögen werden mit den Aufwendungen aus den Verpflichtungen saldiert ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dazu fließen zukünftig erwartete Preis- und Kostensteigerungen mit ein. Diese werden aus der erwarteten Preissteigerungsrate und aus erwarteten Entgeltsteigerungen abgeleitet. Bei längerfristigen Verpflichtungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden die Laufzeiten in regelmäßigen Abständen überprüft. Alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Rückstellungen von bis zu einem Jahr Restlaufzeit werden nicht abgezinst. Die Aufzinsung erfolgt mit dem Zinssatz des Vorjahres.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Disagios werden aktivisch abgegrenzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie dafür abgeschlossene Sicherungsgeschäfte, wie Devisentermingeschäfte und andere Währungsderivate, werden nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung bilanziert. Hierbei werden die Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Devisenkassamittelkursen und die Sicherungsgeschäfte mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet.

Zur Sicherung von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps, Devisenoptionen und Zinsderivate abgeschlossen. Dies führt bei bestehendem Sicherungszusammenhang zur Bildung von Bewertungseinheiten zwischen dem jeweiligen Grundgeschäft und den dafür abgeschlossenen Sicherungsgeschäften. Die Wacker Chemie AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab, als auch Risiken gleichartiger Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Geschäfte in Fremdwährung teilweise abgesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft innerhalb der Bewertungseinheit nach der sog. Einfrierungsmethode, d.h. durch Beibehaltung der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen, werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden für Verlustüberhänge Drohverlustrückstellungen gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit es sich bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander verrechnet. In Einzelfällen kommt auch die sog. Durchbuchungsmethode zur Anwendung. Dabei werden sämtliche Marktwertveränderungen aufgrund von Währungsschwankungen sowohl beim Grund- als auch bei den Sicherungsgeschäften ergebniswirksam.

Kursgewinne bzw. Kursverluste aus dem operativen Geschäft und der kurzfristigen Finanzierung von Beteiligungsunternehmen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Kursgewinne bzw. -verluste aus langfristiger Finanzierung werden im sonstigen Finanzergebnis gezeigt.

3 Umsatzerlöse

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BEREICHE Umsatzerlöse
  2014 2013
WACKER SILICONES 1.327,4 1.305,4
WACKER POLYMERS 673,5 625,0
WACKER POLYSILICON 1.049,2 896,1
WACKER BIOSOLUTIONS 124,8 118,6
Sonstiges*) 168,4 198,2
  3.343,3 3.143,3

*) Unter dem Bereich "Sonstiges" werden Erlöse aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie Erlöse aus dem Salzgeschäft ausgewiesen.

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REGIONEN Umsatzerlöse (Sitz der Kunden)
  2014 2013
Deutschland 746,3 736,3
Übriges Europa 1.011,2 950,3
Amerika 323,1 307,2
Asien 1.113,5 1.007,3
Übrige Regionen 149,2 142,2
  3.343,3 3.143,3

4 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Währungsgeschäften, der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen und der Vereinnahmung von Anzahlungen, der Auflösung von Rückstellungen und Versicherungserstattungen ausgewiesen.

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  2014 2013
Erträge aus Währungsgeschäften 62,6 60,5
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen1) 8,4 14,2
Versicherungserstattungen 4,7 0,8
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen1) 0,6 0,1
Erträge aus Abgang von Anlagen und Beteiligungen1) 0,6 8,6
Subventionen / Zuschüsse 3,3 6,0
Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen / aus Vereinnahmung von Anzahlungen1) 211,9 91,9
Übrige betriebliche Erträge2) 41,0 6,5
  333,1 188,6

1) periodenfremde Erträge
2) darin enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 35,5 Mio. Euro (Vorjahr 0,5 Mio. Euro) aus der Korrektur von Verrechnungspreisen der Vorjahre, erhaltenen Schadenersatzzahlungen und Kostenerstattungen (im Vorjahr aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten)

5 Materialaufwand

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  2014 2013
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.451,0 -1.476,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen -20,2 -16,3
  -1.471,2 -1.492,9

6 Personalaufwand

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  2014 2013
Löhne, Gehälter und Aufwendungen für Altersteilzeit -633,1 -582,3
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -102,6 -98,2
Aufwendungen für Altersversorgung -32,6 -40,0
  -768,3 -720,5

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge.

In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sowie Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, enthalten.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, werden im Zinsergebnis erfasst.

7 Abschreibungen

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  2014 2013
Planmäßige Abschreibungen -319,6 -330,3
Außerplanmäßige Abschreibungen 0,0 -1,4
  -319,6 -331,7

Die außerplanmäßigen Abschreibungen in 2013 betreffen die Stilllegung einer kleineren Anlage.

8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten, Reparatur- / Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.

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  2014 2013
Aufwendungen aus Währungsgeschäften -55,9 -62,5
Wertberichtigungen auf Forderungen -1,8 -0,6
Verluste aus Anlagenabgang1) -9,7 -7,0
Vertriebskosten (Frachten, Vertreterkosten) -174,8 -169,3
Pachten, Mieten, Leasing -61,2 -59,0
Reparaturen, Instandhaltung, Fremdleistungen -166,7 -154,0
Übrige betriebliche Aufwendungen -144,3 -154,3
  -614,4 -606,7
Sonstige Steuern (im Wesentlichen vermögensabhängige Steuern) -1,1 -1,4
  -615,5 -608,1

1) periodenfremde Aufwendungen

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge, Kostenübernahmen von Tochtergesellschaften, Reisekosten, sonstige personalbezogene Kosten, Beratungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen sowie Aufwendungen für Umweltschutz, rechtliche und andere Risiken enthalten.

9 Finanzergebnis

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  2014 2013
Beteiligungsergebnis    
Erträge aus Gewinnübernahmen 53,6 32,5
Erträge aus Beteiligungen 7,6 34,6
davon verbundene Unternehmen (6,0) (33,2)
Aufwendungen aus Verlustübernahme -1,5 -105,3
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 -8,0
Sonstige außerplanmäßige Beteiligungsabschreibungen -2,9 0,0
  56,8 -46,2

Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren insbesondere aus Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen mit der Alzwerke GmbH, der DRAWIN Vertriebs-GmbH und der Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH sowie in 2014 mit der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH. In der Gewinnübernahme der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH ist eine Dividendenausschüttung ihrer Tochtergesellschaft Siltronic AG in Höhe von 242,6 Mio. Euro sowie eine daraus resultierende Wertminderung der Anteile an der Siltronic AG in Höhe von 200 Mio. Euro enthalten. Im Dezember 2014 hat die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH ihren Ergebnisabführungsvertrag mit der Siltronic AG zum Ablauf des Jahres 2014 einvernehmlich beendet.

Im Geschäftsjahr 2013 waren die Aufwendungen aus Verlustübernahme insbesondere durch die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH und deren Ergebnisabführungsvertrag mit der Siltronic AG bedingt. Die außerplanmäßigen Abschreibungen in 2013 betrafen die Anteile an der Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo.

Die sonstigen außerplanmäßigen Beteiligungsabschreibungen betreffen die Anteile am WMM Universal Fonds (siehe Ziffer 13).

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Zinsergebnis 2014 2013
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 5,7 10,3
davon verbundene Unternehmen (0) (0,9)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7,4 9,2
davon verbundene Unternehmen (5,5) (7,9)
Aufwendungen aus der Abzinsung von Forderungen und der Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten -62,9 -42,1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -21,4 -19,2
davon verbundene Unternehmen (-0,2) (-0,5)
  -71,2 -41,8
Sonstiges Finanzergebnis    
Gewinne aus dem Abgang von Wertpapieren 1,1 0,6
Übrige finanzielle Erträge 3,6 19,1
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren 0,0 -1,5
Übrige finanzielle Aufwendungen -1,5 -23,0
  3,2 -4,8
Finanzergebnis gesamt 188,8 -92,8

Die Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung resultieren mit 56,1 Mio. Euro im Wesentlichen aus dem gesunkenen Rechnungszins für Pensionsverpflichtungen (Vorjahr 39,6 Mio. Euro). Die Aufzinsung und Zinsänderungseffekte anderer langfristiger Personalrückstellungen betragen 4,9 Mio. Euro (Vorjahr 4,7 Mio. Euro). Der darin enthaltene Aufwand aus Rückstellungen für Altersteilzeit beträgt 2,3 Mio. Euro (Vorjahr 2,6 Mio. Euro) und setzt sich zusammen aus der Verrechnung des Aufwands aus Aufzinsung und den Erträgen aus Deckungsvermögen. Die Erträge aus Deckungsvermögen betragen, wie im Vorjahr, weniger als 0,1 Mio. Euro. Weiterhin sind in den Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung Effekte aus der Aufzinsung von Umweltrückstellungen in Höhe von 1,9 Mio. Euro enthalten (Vorjahr Abzinsung in Höhe von 2,1 Mio. Euro).

In den übrigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen sind Beträge aus der Bewertung von Finanzschulden in Fremdwährung und deren Absicherung in Höhe von 0,6 Mio. Euro bzw. -0,3 Mio. Euro (Vorjahr 19,0 Mio. Euro bzw. -18,9 Mio. Euro) enthalten.

10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Es bestehen per Saldo periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 16,6 Mio. Euro (im Vorjahr per Saldo periodenfremde Steuererträge in Höhe von 0,8 Mio. Euro). Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten.

Latente Steuern betreffen nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Der Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH und der Siltronic AG wurde mit Ablauf des 31. Dezember 2014 einvernehmlich beendet. Latente Steuern für Unterschiede aus Bilanzposten der Siltronic AG wurden daher für das Geschäftsjahr 2014 nicht mehr erfasst. Insgesamt erwartet die Wacker Chemie AG als Organträger zum 31. Dezember 2014 Steuerentlastungen in Höhe von 152,9 Mio. Euro (Vorjahr 115,6 Mio. Euro), die ausschließlich aus aktiven Steuerlatenzen bestehen. Hierbei wurde wie im Vorjahr ein kombinierter Steuersatz von 28,15 % zugrunde gelegt. Dieser Überhang an Steuerentlastungen wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Steuerliche Verlustvorträge bestehen nicht.

Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 152,9 Mio. Euro (Vorjahr 115,9 Mio. Euro) verteilen sich auf das Anlagevermögen mit 57,8 Mio. Euro (Vorjahr 35,9 Mio. Euro), auf das Umlaufvermögen mit 11,4 Mio. Euro (Vorjahr 3,8 Mio. Euro), auf Pensionsverpflichtungen in Höhe von 48,8 Mio. Euro (Vorjahr 52,3 Mio. Euro) und die übrigen Rückstellungen u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste sowie passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 34,9 Mio. Euro (Vorjahr 23,9 Mio. Euro).

Im Vorjahr resultierten passive latente Steuern im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen der anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände bzw. Verbindlichkeiten von insgesamt 0,3 Mio. Euro.

11 Immaterielle Vermögensgegenstände

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  Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechte und Werten
Anschaffungskosten  
Anfangsstand 01.01.2014 127,6
Zugänge 6,8
Abgänge -2,9
Umbuchungen 0,8
Endstand 31.12.2014 132,3
Abschreibungen  
Anfangsstand 01.01.2014 122,5
Zugänge 3,7
Abgänge -2,8
Endstand 31.12.2014 123,4
Bilanzwert 31.12.2014 8,9
Bilanzwert 31.12.2013 5,1

12 Sachanlagen

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  Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten          
Anfangsstand 01.01.2014 685,8 4.386,5 426,2 81,2 5.579,7
Zugänge 6,6 68,3 15,7 61,3 151,9
Abgänge -0,2 -33,8 -14,5 -0,1 -48,6
Umbuchungen 3,8 55,9 4,7 -65,2 -0,8
Endstand 31.12.2014 696,0 4.476,9 432,1 77,2 5.682,2
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2014 401,4 3.200,6 338,3 0,0 3.940,3
Zugänge 31,6 256,5 27,8 0,0 315,9
Abgänge -0,2 -24,6 -14,1 0,0 -38,9
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Endstand 31.12.2014 432,8 3.432,5 352,0 0,0 4.217,3
Bilanzwert 31.12.2014 263,2 1.044,4 80,1 77,2 1.464,9
Bilanzwert 31.12.2013 284,4 1.185,9 87,9 81,2 1.639,4

13 Finanzanlagen

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  Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen WMM Universal Fonds Ausleihungen an Beteiligungen Gesamt
Anschaffungskosten          
Anfangsstand 01.01.2014 2.597,4 122,2 200,0 92,2 3.011,8
Zugänge 278,3 0,0 0,0 0,0 278,3
Abgänge 0,0 0,0 0,0 -4,3 -4,3
Endstand 31.12.2014 2.875,7 122,2 200,0 87,9 3.285,8
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2014 1.203,1 105,2 0,0 3,4 1.311,7
Zugänge 0,0 0,0 2,9 0,0 2,9
Abgänge 0,0 0,0 0,0 -3,4 -3,4
Endstand 31.12.2014 1.203,1 105,2 2,9 0,0 1.311,2
Bilanzwert 31.12.2014 1.672,6 17,0 197,1 87,9 1.974,6
Bilanzwert 31.12.2013 1.394,3 17,0 200,0 88,8 1.700,1

Die laufenden Zugänge an Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen insbesondere Kapitalerhöhungen bei der Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie, Amsterdam in Höhe von 270,1 Mio. Euro und der Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo in Höhe von 8,1 Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr 2013 wurde von der Wacker Chemie AG der geschlossener Fonds (WMM-Universal-Fonds) um 60,0 Mio. Euro aufgestockt. Die Wacker Chemie AG hält sämtliche Fondsanteile in Höhe von 200,0 Mio. Euro, die unter den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesen werden. Die vom Fonds erworbenen Wertpapiere stellen bei diesem Sondervermögen nach § 6 KAGG dar. Anlageziel des Fonds ist Kapitalwachstum bei einem ausgewogenen Rendite-Risikoverhältnis im Rahmen einer konservativen Anlagepolitik. Das Fondsvermögen betrug zum Stichtag 197,1 Mio. Euro (im Vorjahr 197,5 Mio. Euro) und war zu ca. 91 % (Vorjahr 98 %) in festverzinsliche Wertpapiere investiert, wobei der Schwerpunkt der Anlagen im relativ ausfallsicheren Bereich bonitätsstarker Unternehmensanleihen liegt. Das restliche Vermögen in Höhe von 18,0 Mio. Euro (Vorjahr 4,9 Mio. Euro) wurde als Liquidität gehalten. Ausschüttungen aus dem Fonds werden im Zinsergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2014 wurden 1,6 Mio. Euro (Vorjahr 5,3 Mio. Euro) ausgeschüttet. Aufgrund der vorgenommenen Ausschüttungen erfolgte im Geschäftsjahr 2014 eine Korrektur des Beteiligungsbuchwertes auf die noch zu erwartenden Rückflüsse.

Die Ausleihungen an Beteiligungen betreffen ein langfristiges Darlehen an die Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang.

Eine Aufstellung des Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG ist Bestandteil des Anhangs (siehe Ziffer 32).

14 Vorräte

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  2014 2013
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 96,8 80,3
Erzeugnisse, Waren 328,1 307,4
Nicht abgerechnete Leistungen 1,6 0,9
  426,5 388,6

Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen überwiegend erbrachte, aber noch nicht abgerechnete, Leistungen für Tochtergesellschaften.

15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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  2014 2013
  Gesamt davon Restlaufzeit über 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 377,3 0,0 347,3 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 636,0 0,0 475,6 0,0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3,7 0,0 10,2 0,0
Sonstige Vermögensgegenstände 96,3 4,9 107,4 7,3
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 736,0 4,9 593,2 7,3
  1.113,3 4,9 940,5 7,3

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 74,8 Mio. Euro (Vorjahr 83,8 Mio. Euro) sowie Darlehens- und Cash Pool Forderungen in Höhe von 560,6 Mio. Euro (Vorjahr 391,4 Mio. Euro).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Darin enthalten sind auch Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende größere Einzelposten ausgewiesen: Forderungen an Steuerbehörden in Höhe von 36,1 Mio. Euro (Vorjahr 53,5 Mio. Euro) und geleistete Vorauszahlungen an die Pensionskasse in Höhe von 31,0 Mio. Euro (Vorjahr 30,5 Mio. Euro). Im Vorjahr waren auch Ansprüche aus Investitionsförderungsmaßnahmen in Höhe 3,4 Mio. Euro enthalten.

Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen langfristigen Teile betreffen körperschaftsteuerrechtliche Guthaben, welche seit dem Jahr 2008 in 10 gleichen Jahresraten zurückgezahlt werden. Aufgrund der langen Laufzeit sind diese unverzinslichen Forderungen abgezinst.

16 Wertpapiere

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  2014 2013
Beteiligungen an Fonds 4,2 6,9
Sonstige Wertpapiere 85,0 51,2
Insgesamt 89,2 58,1

Bei den Beteiligungen an Fonds handelt es sich um Wertpapiere, die ursprünglich zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angeschafft wurden, nun aber nicht mehr dafür benötigt werden.

Bei den sonstigen Wertpapieren handelt es sich um sogenannte Commercial Paper.

17 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten sowie Mieten und Disagios erfasst, soweit diese zukünftige Geschäftsjahre betreffen. Soweit Investitionszuschüsse/Kostenzuschüsse an Lieferanten geleistet wurden, denen Leistungen seitens des Lieferanten erst in den Folgejahren entsprechen, werden die Zahlungen ebenfalls aktivisch abgegrenzt.

Die Disagios betragen 2,3 Mio. Euro (Vorjahr 2,4 Mio. Euro).

18 Eigenkapital

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  Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage Andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Gesamt
01.01.2014 248,4 157,4 1.000,0 636,1 2.041,9
Ausschüttung* 0,0 0,0 0,0 -24,8 -24,8
Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0 349,2 349,2
31.12.2014 248,4 157,4 1.000,0 960,5 2.366,3

* Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung 2014.

Der im Bilanzgewinn enthaltene Gewinnvortrag beträgt 611,3 Mio. Euro (Vorjahr 624,5 Mio. Euro).

Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien. Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617 Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000 Euro entspricht dies einem Wert von 12.373.085 Euro (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden.

Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf 29,6 Mio. Euro (Vorjahr 38,2 Mio. Euro). Dieser Wert liegt mit weniger als 0,1 Mio. Euro über den Anschaffungskosten. Im Vorjahr lag der Wert um 0,9 Mio. Euro über den Anschaffungskosten. Eine Ausschüttungssperre (§ 268 Abs. 8 HGB) bezogen auf den Bilanzgewinn besteht somit nicht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.

Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht (www.unternehmensregister.de).

19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für Mitarbeiter der Wacker Chemie AG wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Ab dem Geschäftsjahr 2014 erhöht sich der Firmenbeitrag von 350 % auf 400 % der Mitgliedsbeiträge. Die Wacker Chemie AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf der Pensionskasse zu sichern, soweit er nicht aus laufenden Mitgliedsbeiträgen der Wacker Chemie AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden kann. Eine Unterdeckung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG besteht zum Stichtag nicht.

Darüber hinaus gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungspflichtigen Direktzusagen. Weiter besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln.

Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet.

Für die Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameter zugrunde gelegt:

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  2014 2013
Rechnungszins (p.a.) 4,55% 4,89%
Einkommenssteigerung (p.a.) 2,50% 3,00%
Erhöhung der Bemessungsgrundlage 2,50% 2,00%
Rentenanpassung    
- Grund- und Zusatzversorgung 1,80 % bzw. 1,00 % 2,00 % bzw. 1,00 %
- Gehaltsumwandlung 2,50 % bzw. 1,00 % 2,50 % bzw. 1,00 %
Sterblichkeit HEU98M0D6085 HEU98M0D6085

20 Andere Rückstellungen

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  2014 2013
Steuerrückstellungen 90,2 69,4
Sonstige Rückstellungen 252,4 259,0
  342,6 328,4

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Personalverpflichtungen, Umweltschutz, mögliche Schadenersatzzahlungen, ausstehende Rechnungen sowie Kundenboni. Daneben bestehen Rückstellungen für die ordnungsgemäße Rekultivierung von Deponien.

Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 28,9 Mio. Euro (Vorjahr 30,1 Mio. Euro) umfasst ratierlich zugeführte Verpflichtungen für noch nicht entlohnte Anteile der Arbeitsleistung während der Beschäftigungsphase (Erfüllungsrückstand) sowie Aufstockungsbeträge und Abfindungen in voller Höhe. Berücksichtigt werden alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze. Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls in die Rückstellung einbezogen.

Der Betrag der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2014 belief sich auf 58,4 Mio. Euro (Vorjahr 68,3 Mio. Euro). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf 29,6 Mio. Euro (Vorjahr 38,2 Mio. Euro). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betragen 29,6 Mio. Euro (Vorjahr 37,3 Mio. Euro).

Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen Entgelt- und Rentenanpassungen entsprechen den bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2014 zugrunde gelegte Rechnungszins beträgt 2,91 % (Vorjahr 3,47 %).

21 Finanzverbindlichkeiten

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  2014 2013
  Gesamt davon Restlaufzeit Gesamt davon Restlaufzeit
    bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre   bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 899,4 150,6 16,0 819,1 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45,5 45,5 0,0 286,5 286,5 0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 5,0 5,0 0,0 8,1 8,1 0,0
  949,9 201,1 16,0 1.113,7 294,6 0,0

22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten

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  2014 2013
  Gesamt davon Restlaufzeit Gesamt davon Restlaufzeit
    bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre   bis 1 Jahr mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 153,1 153,1 0,0 155,9 155,9 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13,3 13,3 0,0 10,3 10,3 0,0
Verbindlichkeiten aus Steuern 9,9 9,9 0,0 10,0 10,0 0,0
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,5 0,5 0,0 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 0,2 0,2 0,0 0,2 0,2 0,0
Verbindlichkeiten aus glattgestellten Termingeschäften 1,6 1,6 0,0 0,0 0,0 0,0
Erhaltene Anzahlungen 617,5 140,0 0,0 836,0 274,8 16,1
Sonstige Verbindlichkeiten 6,6 6,6 0,0 4,5 4,5 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 649,6 172,1 0,0 861,0 299,8 16,1

Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen für Polysilizium.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

23 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Wacker Chemie AG hat sich in 2014 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG über einen festgelegten Zeitraum von 5 Jahren verpflichtet. Für die bei der Wacker Chemie AG dadurch künftig höheren Personalaufwendungen hat die Siltronic AG eine einmalige Ausgleichszahlung in Höhe von 39,0 Mio. Euro geleistet. Dieser Betrag wird ab 2015 über die erwartete Dauer der verbleibenden Unternehmenszugehörigkeit der entsprechenden Mitarbeiter zeitanteilig aufgelöst.

24 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

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  2014 2013
WACKER SILICONES 2.554 2.510
WACKER POLYMERS 898 895
WACKER POLYSILICON 1.903 1.939
WACKER BIOSOLUTIONS 219 213
Sonstiges 3.858 3.888
  9.432 9.445

25 Nicht in der Bilanz enthaltene Haftungsverhältnisse

Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.

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  2014 2013
Bürgschaften 670,5 623,6
davon für verbundene Unternehmen (669,9) (589,7)

Die angegebenen Bürgschaften sichern im Wesentlichen die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen. Weiter enthält der Betrag Vertragserfüllungsgarantien gegenüber Dritten für Tochterunternehmen und Bürgschaften für erhaltene Kundenanzahlungen von Tochterunternehmen. Darüber hinaus sichert die Wacker Chemie AG die Bezahlung von Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen ab.

Die Wacker Chemie AG haftet zudem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen Tochtergesellschaften, mit denen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge bestehen.

Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochterunternehmen, für die die Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich.

26 Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Prüferhonorare

Die nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.

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Miet-, Pacht- und Leasingverträge 2014 2013
Ausgaben im Folgejahr 32,2 31,6
Ausgaben im 2. - 4. Jahr 54,5 63,3
Ausgaben im 5. Jahr und später 25,6 32,0
  112,3 126,9

Darin enthalten sind folgende wesentliche Einzelsachverhalte:

Es besteht ein Mietvertrag für das Gebäude der Hauptverwaltung München mit der PK Wacker GSG GmbH & Co. KG, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis Oktober 2021. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das Gebäude.

Ein Leasingvertrag besteht für ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. Es besteht das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern die Wacker Chemie AG oder ein mit ihr verbundenes Unternehmen dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden.

Auch enthalten sind weitere Miet- und Pachtverträge für Lagergebäude, Maschinen, technische Anlagen, Kesselwagen, Container, IT-Equipment und den Fuhrpark.

Die Leasing- und Pachtverträge dienen der vereinfachten Beschaffung von Betriebsmitteln und der Finanzierung von Anlagevermögen. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

Am Standort Köln wurde in 2014 der im Vorjahr ausgelaufene langfristige Dienstleistungsvertrag für Betrieb und Instandhaltung der Infrastruktur erneuert. Daraus ergeben sich Verpflichtungen in Höhe von 24,7 Mio. Euro. Zudem bestehen Wartungs- und Lizenzverträge für Software.

Für die Abnahme von Produkten, die in Lohnfertigung hergestellt werden, bestehen darüber hinaus Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 3,7 Mio. Euro (Vorjahr 5,4 Mio. Euro) über die nächsten zwei Jahre.

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  2014 2013
Bestellobligo Investitionsvorhaben 40,1 54,1
davon für verbundene Unternehmen (0,0) (0,0)

Neben dem Bestellobligo für Investitionsvorhaben bestehen wesentliche langfristige Abnahmeverpflichtungen aus Strom-, Gas- und Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2021. Zum 31. Dezember 2014 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung nominal auf insgesamt 1,58 Mrd. Euro (Vorjahr 1,80 Mrd. Euro). Die Verträge dienen der Sicherstellung der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang benötigt werden.

Weiter hat sich die Wacker Chemie AG zur langfristigen Unterstützung eines assoziierten Unternehmens verpflichtet. Diese erfolgt insbesondere durch die Absicherung der langfristig vereinbarten Abnahme von Rohstoffen durch Tochterunternehmen in Höhe von jährlich rund 100 Mio. EUR. In diesem Zusammenhang besteht auch die Verpflichtung zur Zahlung von Lizenzaufwendungen für die abgenommenen Produkte an den weiteren Gesellschafter des assoziierten Unternehmens in Höhe von 19,6 Mio. Euro.

Die Wacker Chemie AG hat im Rahmen von Investitionstätigkeiten Zulagen sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand erhalten. Diese sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Die Dauer für die Erfüllung dieser Bedingungen ist zeitlich begrenzt.

Von Zeit zu Zeit ist die Wacker Chemie AG in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft keine negativen Auswirkungen.

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Honoraraufwand für den Abschlussprüfer 2014 2013
Abschlussprüfung 0,5 0,5
Andere Bestätigungsleistungen 0,2 0,2
  0,7 0,7

Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen vor allem die Kosten für unterjährige prüferische Durchsichten und einige Sonderleistungen.

27 Derivative Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Zur Sicherung von Zinsänderungsrisiken werden Zinsderivate abgeschlossen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und des Zahlungsmitteleingangs, soweit sie auf Wechselkurs-, Zinssatz- und Rohstoffpreisänderungen beruhen, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien.

Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:

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  Währungsderivate
  2014 2013
Nominalwerte 485,8 453,3
Marktwerte -15,3 -24,7
Kreditrisiko 0,0 6,3

Die abgeschlossenen Währungsderivate haben Laufzeiten von maximal 14 Monaten (Vorjahr 13 Monaten).

Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte und stellt die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners dar. Die Geschäfte werden deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung von den am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei werden Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Einen wesentlichen Umfang der Sicherungsmaßnahmen stellt die Abdeckung der Währungsrisiken aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus ausgereichten und empfangenen Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen dar. Zur Abdeckung dieser Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps mit einem Nominalvolumen von 269,6 Mio. Euro (Vorjahr 202,3 Mio. Euro) abgeschlossen. Gleichartige Grundgeschäfte werden zu Portfolien zusammengefasst. Daraus ergeben sich positive beizulegende Zeitwerte in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr 1,3 Mio. Euro) sowie negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von 2,0 Mio. Euro (Vorjahr 0,5 Mio. Euro), welche als Drohverlustrückstellung erfasst werden. Diese Geschäfte werden im Jahr 2015 fällig.

Zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte in Fremdwährung bestehen Devisentermingeschäfte im Nominalwert von 145,6 Mio. Euro (Vorjahr 151,2 Mio. Euro) mit einer maximalen Restlaufzeit von 14 Monaten (Vorjahr 13 Monate). Zu den erwarteten Geschäften gehören noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Für diese sogenannten strategischen Geschäfte werden -soweit zulässig- Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Der beizulegende Zeitwert der strategischen Geschäfte beläuft sich insgesamt auf -11,6 Mio. Euro (Vorjahr 5,0 Mio. Euro). Bei den Bewertungseinheiten werden nach der sogenannten Einfrierungsmethode positive wie negative Marktwerte in Höhe von -9,4 Mio. Euro nicht bilanziert (Vorjahr 4,3 Mio. Euro). Aus glattgestellten Geschäften ergeben sich Vermögensgegenstände von 0,0 Mio. EUR (Vorjahr 0,6 Mio. EUR) und Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Mio. Euro (Vorjahr 0,0 Mio. Euro). Für negative Marktwerte aus offenen Geschäften, für die keine Bewertungseinheiten bestanden, wurde eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr 0,0 Mio. Euro) gebildet.

Des Weiteren hat die Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2012 einen Kredit über 10 Mrd. Yen mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Zur Absicherung des Wechselkursrisikos dienen zwei Devisenswaps mit einem Nominalvolumen von 10 Mrd. Yen. Die beiden ursprünglich in 2012 abgeschlossenen Devisenswaps hatten Laufzeiten von zwei Jahren. Im Geschäftsjahr 2014 wurden zwei Anschlusssicherungen mit Laufzeiten von jeweils einem Jahr vereinbart. Das abgesicherte Nominalvolumen entspricht zum Stichtag 70,6 Mio. Euro (Vorjahr 99,8 Mio. Euro).

Das Darlehen und die Sicherungsgeschäfte werden nach § 254 HGB als Bewertungseinheit nach der Durchbuchungsmethode bilanziert, d.h. sämtliche Marktwertveränderungen aufgrund von Währungsschwankungen werden sowohl beim Grund- als auch bei den Sicherungsgeschäften ergebniswirksam. Die sich am Bilanzstichtag ausgleichenden Fremdwährungseffekte werden im Übrigen finanziellen Ertrag bzw. im Übrigen finanziellen Aufwand ausgewiesen. Der Buchwert des Grundgeschäfts erfuhr eine Anpassung durch die Abwertung der Finanzschuld, die Anpassung der Sicherung erfolgte über die Bildung einer Rückstellung für Bewertungseinheiten und Drohverlusten in Höhe von 1,7 Mio. Euro (Vorjahr 30,5 Mio. Euro).

Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Wacker Chemie AG grundsätzlich nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung der Fair Values von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren. Die Effektivität für die Sicherung der langfristigen Finanzschuld ist aufgrund der identischen Nominalvolumina bzw. des abgesicherten Währungsrisikos von 10 Mrd. Yen stets zu 100% gegeben.

Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten ergeben, zusammen:

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  2014 2013
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus glattgestellten Geschäften, Zinsabgrenzungen sowie Prämienaufwendungen für am Stichtag offene Devisenoptionen 0,0 0,6
Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten Zinsabgrenzungen, Verbindlichkeiten aus glattgestellten Geschäften und Kaufoptionen 1,6 0,0
Sonstige Rückstellungen für noch offene Derivat-Geschäfte 4,4 31,0

28 Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands

Der Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983 Stammaktien) einen Betrag von 1,50 Euro je Stückaktie, insgesamt also 74.516.974,50 Euro auszuschütten. Der verbleibende Restbetrag des Bilanzgewinns in Höhe von 886.006.379,76 Euro soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

29 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahestehenden Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen von nur untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch in geringem Umfang zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des Anhangs ersichtlich. Den Beteiligungsunternehmen wurden im Berichtsjahr Umsätze, Lizenzerlöse sowie Verwaltungskostenumlagen in Höhe von 18,0 Mio. Euro (Vorjahr 47,4 Mio. Euro) belastet. Der Rückgang ist dadurch bedingt, dass ein Beteiligungsunternehmen im laufenden Geschäftsjahr zu einem verbundenen Unternehmen wurde. Umgekehrt haben Beteiligungsunternehmen für Materialbezüge und Provisionen im Berichtsjahr 0,8 Mio. Euro (Vorjahr 0,7 Mio. Euro) in Rechnung gestellt.

Im Rahmen der Unterstützung eines assoziierten Unternehmens übernahm die Wacker Chemie AG im Berichtsjahr 11,1 Mio. Euro (Vorjahr 24,3 Mio. Euro) Beschaffungskosten für ihre Tochtergesellschaften in China.

Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter Ziffer 25 ausgewiesen.

Zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen siehe Ziffer 13. Die Zinserträge aus der Ausleihung an Beteiligungen betragen 4,1 Mio. Euro. Im Vorjahr waren die Zinserträge in der Ausleihung als aktivierte Zinserträge enthalten in Höhe von 3,1 Mio. Euro.

Die Wacker Chemie AG mietet das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörige Grundstück seit Oktober 2011 von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die daraus entstanden Mietaufwendungen belaufen sich, wie im Vorjahr, auf 4,3 Mio. Euro. Zuweisungen an die Pensionskasse führten zu einem Aufwand von 31,4 Mio. Euro (Vorjahr 27,4 Mio. Euro). Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen gegenüber der Pensionskasse in Höhe von 30,9 Mio. Euro (Vorjahr: 30,5 Mio. Euro).

30 Aufsichtsrat und Vorstand

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker 1, 2, 3

Vorsitzender

Starnberg

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Beirats

Giesecke & Devrient GmbH

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums

ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Anton Eisenacker * 1, 2, 3

Stv. Vorsitzender

Perach, Industriemeister Chemie

Peter Áldozó *

Burghausen, Personalfachkaufmann

Dr. Andreas H. Biagosch

(seit 26. Januar 2015)

München, Geschäftsführer der Impacting I GmbH & Co. KG und der Impact GmbH

Mitglied des Board of Directors

Ashok Leyland, Chennai, Indien

Mitglied des Aufsichtsrats

Aixtron SE

Mitglied des Beirats

Lürssen Werft GmbH & Co. KG

Mitglied des Regionalbeirats Süd

Commerzbank AG

Dr. Gregor Biebl

München, Ministerialdirigent

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen

Matthias Biebl

München, Rechtsanwalt und Banksyndikus

UniCredit Bank AG

Dagmar Burghart *

Kirchdorf, Industriemechanikerin

Stv. Aufsichtsratsvorsitzende

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Konrad Kammergruber *

Burghausen, Leiter Infrastruktur Services

Eduard-Harald Klein *

Neuötting, Operator

Manfred Köppl * 1

Kirchdorf, Industriemechaniker

Franz-Josef Kortüm 1, 2, 3

München

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Webasto SE

Mitglied des Aufsichtsrats

Schaeffler AG (bis 28. Februar 2014)

Vorsitzender des Beirats

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

Mitglied des Board of Directors

Autoliv Inc., USA (seit 01. März 2014)

Seppel Kraus *

Olching, Landesbezirksleiter IG BCE, Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats

Novartis Deutschland GmbH

Hexal AG

Gerresheimer AG

Harald Sikorski *

München, Bezirksleiter IG BCE, Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Dr. Thomas Strüngmann

Tegernsee, Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH

Dr. Bernd W. Voss

(bis 31. Dezember 2014)

Kronberg, i.T.

Ehemaliges Mitglied des Vorstands Dresdner Bank AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Continental AG (bis 30. September 2014)

Dr. Susanne Weiss

München, Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei

Weiss Walter Fischer-Zernin

Vorsitzende des Aufsichtsrats

PIAG AG, Österreich (seit 01. August 2014)

ROFA AG

Mitglied des Aufsichtsrats und des Beirats

Giesecke & Devrient GmbH (bis 01. April 2014)

Mitglied des Aufsichtsrats

UniCredit Bank AG

Porr AG, Österreich

Schattdecor AG

Vorsitzende des Beirats

Alu-Sommer GmbH, Österreich

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München, Professor emeritus für Biochemie an der LMU München, Secretary General Human Frontier Science Program (HFSP), Straßburg

Mitglied des Aufsichtsrats

Bayer AG

* Arbeitnehmervertreter
** Verbundene Unternehmen
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Franz-Josef Kortüm)

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte

Konzernentwicklung

Corporate Communications

Investor Relations

Konzernrevision

Recht

Compliance

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Beirats Bayern

Deutsche Bank AG

Dr. Tobias Ohler

WACKER POLYMERS

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor)

Technischer Einkauf & Logistik

Einkauf Rohstoffe

Region Asien

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Dr. Joachim Rauhut

SILTRONIC

Bilanzierung und Steuern

Konzerncontrolling

Finanzen und Versicherungen

Zentrale Ingenieurtechnik

Information Technology

Region Amerika

Mitglied des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

MTU Aero Engines AG

B. Braun Melsungen AG

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Mitglied des Beirats

J. Heinrich Kramer Holding GmbH

Mitglied des Regionalbeirats Süd

Commerzbank AG

Auguste Willems

WACKER SILICONES

WACKER BIOSOLUTIONS

Sales and Distribution

Forschung und Entwicklung

Intellectual Property

Werkleitungen

Corporate Security

Umwelt / Gesundheit / Safety

Product Stewardship

Regionen Europa, Middle East

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Mitglied des Landesbeirats Bayern

TÜV Süd AG

** Verbundene Unternehmen

31 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG

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Vergütungen für Organe (Euro) Feste Vergütung Variable Vergütung Altersversorgung*) Insgesamt
Vorstandsvergütung 2014 2.633.579 3.057.625 934.991 6.626.195
Vorstandsvergütung 2013 2.273.953 1.945.000 1.339.214 5.558.167
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder 2014       25.151.057
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder 2013       18.587.743
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2014       1.851.841
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2013       2.162.941
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2014       35.200.916
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2013       29.313.594
Aufsichtsratsvergütung 2014 1.729.041 0   1.729.041
Aufsichtsratsvergütung 2013 1.758.482 0   1.758.482

*) Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen. Der Zinsaufwand belief sich auf 706.334 € (Vorjahr 624.871 €).

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG und beinhaltet die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind nachfolgend unter "Organe der Wacker Chemie AG" aufgeführt.

32 Aufstellung des Anteilsbesitzes

An den nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder mittelbar mindestens 20 % der Anteile (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich bei den inländischen Gesellschaften um Beträge nach HGB, bei den ausländischen Gesellschaften um Beträge, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ermittelt wurden.

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Lfd. Nr. Tätigkeit Kennzeichen Eigenkapital
T€
Jahresergebnis
T€
Kapitalanteil
in %
gehalten über lfd. Nummer1)
Verbundene Unternehmen            
1 Alzwerke GmbH, München Sonstiges a), b) 7.160 - 100,00 0
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn Silicones a), b) 5.016 - 100,00 0
3 W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München2) Sonstiges   120 64 51,00 0
4 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München Sonstiges a), b) 26 - 100,00 0
5 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München -   30 - 100,00 0
6 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz -   27 - 100,00 0
7 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München -   80 - 100,00 0
8 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München -   36 - 100,00 0
9 Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München Holding a), b) 387.727 - 100,00 0
10 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München -   28 - 100,00 0
11 Wacker Biotech GmbH, Jena Biosolutions a), b) 290 - 100,00 0
12 Scil Proteins Production GmbH, Halle Biosolutions a), b) 10.311 459 100,00 11
13 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München -   25 - 100,00 0
14 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München - a) b) 2.753 - 100,00 0
15 Siltronic AG, München Siltronic a) b) 448.516 - 90,00 9
          10,00 0
Übriges Europa            
16 Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie / Amsterdam, Niederlande Holding   1.190.280 293 100,00 0
17 Wacker-Chemicals Ltd., Egham, Surrey, Großbritannien Vertrieb   885 732 100,00 0
18 Wacker-Chemie Italia S.r.L., Peschiera Borromeo / Mailand, Italien Vertrieb   2.312 703 100,00 0
19 Wacker-Chemie Benelux B.V., Krommenie / Amsterdam, Niederlande Vertrieb   357 339 100,00 16
20 Wacker Chimie S.A.S., Lyon, Frankreich Vertrieb   521 307 100,00 0
21 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden Vertrieb   374 325 100,00 0
22 Wacker Química Ibérica, S.A., Barcelona, Spanien Vertrieb   354 216 100,00 0
23 Siltronic Holding International B.V., Krommenie / Amsterdam, Niederlande Holding   280.610 23.669 100,00 15
24 Wacker-Chemie S.r.o., Prag, Tschechien Vertrieb   3.168 213 100,00 0
25 Wacker-Chemie Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen Vertrieb   429 301 100,00 0
26 Wacker-Chemie Hungária Kft., Budapest, Ungarn Vertrieb   449 270 100,00 0
27 OOO Wacker Chemie RUS, Moskau, Russland Vertrieb   1.442 1.036 100,00 0
28 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Norwegen Silicones   38.363 3.113 100,00 16
Amerika            
29 Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien Silicones, Polymers   7.352 -2.433 100,00 0
30 Wacker Mexicana S.A. de C.V., Mexiko, D.F., Mexiko Vertrieb   1.408 715 100,00 0
31 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA Silicones, Polymers, Biosolutions   1.248.402 6.880 100,00 16
32 Wacker Polysilicon North America L.L.C., Cleveland, Tennessee, USA Polysilicon   908.031 -60.642 100,00 31
33 Siltronic Corp., Portland, Oregon, USA Siltronic   10.987 6.396 100,00 23
Asien            
34 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur Vertrieb   1.621 147 100,00 0
35 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong, China Vertrieb   2.891 160 100,00 0
36 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien Silicones   35.056 6.925 51,00 0
37 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, Südkorea Silicones, Polymers   28.051 1.793 100,00 16
38 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan Vertrieb   55 -65 100,00 0
39 Wacker Chemicals Trading (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China Silicones   10.213 385 100,00 35
40 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur Holding   47.919 -14 51,00 0
41 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang, China Silicones   12.267 640 51,00 40
42 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang, China Silicones   39.656 3.259 100,00 44
43 Wacker Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi, China Biosolutions   5.559 686 100,00 44
44 Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, China Vertrieb   75.997 -10.431 100,00 0
45 Wacker Chemicals (Nanjing) Co. Ltd., Nanjing, China Polymers, Biosolutions   49.935 -304 100,00 44
46 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai, Indien Vertrieb   3.217 78 100,00 16
47 Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur Siltronic   111.251 28.687 100,00 23
48 Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur Siltronic   484 412 100,00 23
49 Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan Siltronic   -12.338 -5.800 100,00 23
50 Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., Singapur Siltronic   -6.438 -51.981 77,70 23
Übrige Regionen            
51 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Melbourne, Australien Vertrieb   568 155 100,00 0
52 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai, VAE Vertrieb   3.590 798 100,00 0
Gemeinschaftsunternehmen/ assoziierte Unternehmen3)            
53 Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan Silicones   12.101 2.524 50,00 0
54 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur Silicones   350.163 -3.267 25,00 0
55 Wacker Dymatic (Shunde) Co. Ltd., Guangdong, China Silicones   21.646 5.259 50,00 44
Sondervermögen            
56 WMM Universal-Fonds, Deutschland4)     197.884 1.082 100,00 0

a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Ergebnis- bzw. Verlustübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1) Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2) Zahlen des Vorjahres
3) Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft

4) Anteile am Sondervermögen, Angaben nach IFRS

33 Veröffentlichung

Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HR B 159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen.

 

München, den 2. März 2015

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Tobias Ohler

Joachim Rauhut

Auguste Willems

Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind.

 

München, den 2. März 2015

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Tobias Ohler

Joachim Rauhut

Auguste Willems

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung der Wacker Chemie AG, München, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 2. März 2015

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pastor, Wirtschaftsprüfer

Prof. Dr. Grottel, Wirtschaftsprüfer