Wacker Chemie AG

München

Zwischenbericht Januar - September

Veröffentlicht am 29. Oktober 2015

Zwischenbericht Januar - September 2015

Konzernumsatz des 3. Quartals 2015 liegt mit 1,36 Mrd. € um zehn Prozent über Vorjahr und um ein Prozent unter dem Vorquartal


Positive Währungseffekte und höhere Absatzmengen begünstigen die Umsatzentwicklung


Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt im Berichtsquartal vor allem auf Grund von niedrigeren Sondererträgen mit 264 Mio. € um 24 Prozent unter Vorjahr und um 20 Prozent unter dem 2. Quartal 2015


Bereinigt um Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen liegt das EBITDA des Konzerns um knapp zwei Prozent über Vorquartal


Periodenergebnis des 3. Quartals 2015 beträgt 58 Mio. €


Investitionen sind mit 221 Mio. € projektbedingt um 44 Prozent über Vorjahr, Fertigstellung des Standortes Tennessee weiter im Fokus


Prognose bestätigt: Im Gesamtjahr 2015 soll der Konzernumsatz um etwa zehn Prozent steigen, das EBITDA wird bereinigt um Sondererträge leicht wachsen

WACKER auf einen Blick

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
Umsatz 1.357,9 1.232,2 10,2 4.063,3 3.631,9 11,9
EBITDA1 264,3 347,5 - 23,9 860,4 862,2 - 0,2
EBITDA-Marge2 (%) 19,5 28,2 - 21,2 23,7 -
EBIT3 125,5 196,3 - 36,1 439,7 412,2 6,7
EBIT-Marge2 (%) 9,2 15,9 - 10,8 11,3 -
Finanzergebnis - 23,5 - 15,7 49,7 - 50,4 - 62,4 - 19,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 102,0 180,6 - 43,5 389,3 349,8 11,3
Periodenergebnis 58,2 119,0 - 51,1 237,0 212,6 11,5
Ergebnis je Aktie





(unverwässert / verwässert) (€) 1,21 2,43 - 50,2 4,84 4,42 9,5
Investitionen
(inkl. Finanzanlagen)
220,5 152,9 44,2 609,6 343,2 77,6
Netto-Cashflow4 36,2 178,4 - 79,7 74,6 332,5 - 77,6


scroll
Mio. € 30.09.2015 30.09.2014 31.12.2014
Eigenkapital 2.752,7 2.113,5 1.946,5
Finanzverbindlichkeiten 1.446,9 1.592,8 1.601,5
Nettofinanzschulden5 970,2 905,9 1.080,6
Bilanzsumme 7.322,0 7.045,6 6.947,2
Mitarbeiter (Anzahl am Stichtag) 17.021 16.724 16.703


1 EBITDA ist EBIT vor Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen.
2 Margen sind jeweils bezogen auf die Umsatzerlöse.
3 EBIT ist das Ergebnis fortgeführter Geschäftstätigkeiten für die betreffende Berichtsperiode vor Zins- und übrigem Finanzergebnis und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.
4 Summe aus Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inklusive Zugänge aus Finanzierungsleasing.
5 Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren und lang- und kurzfristigen Finanzschulden.


Smarte Stoffe

Integrierte Sensoren machen aus Kleidungsstücken echte Hightech-Textilien.

Sie übertragen Bewegungsabläufe auf Bildschirme oder überwachen Atembewegungen.

Unterstützt von wacker hat das dänische Start-up-Unternehmen leap Technology solche Sensoren entwickelt -auf Basis hauchdünner Siliconfolien und leitfähiger Siliconelastomere.

Wie eine zweite Haut schmiegt sich das Sport-Shirt an den Körper. Ohne dass die Yoga-Schülerin davon etwas mitbekommt, wird jede ihrer Bewegungen registriert. Permanent senden die sensiblen Sensoren ihre Daten per Bluetooth an ein Smartphone. Das erkennt falsche Bewegungsmuster und schützt die Sportlerin so vor Zerrungen oder Entzündungen in den Gelenken -auch dann wenn sie im heimischen Wohnzimmer trainiert und gerade kein Yoga-Lehrer kontrollieren kann, ob sie ihre Übungen korrekt ausführt.

Intelligente Kleidung -ein Milliardenmarkt

In Textilien integrierte Sensorik soll unsere Kleidung künftig intelligenter machen - und eröffnet der Sportartikel-, Unterhaltungselektronik- und Medizintechnikindustrie neue Wachstumschancen. Die Marktforscher von IDTechEx schätzen, dass der weltweite Umsatz mit den so genannten "Wearable Technologies" -an denen intelligente Textilien einen wachsenden Anteil haben -von rund zwölf Milliarden Euro im laufenden Jahr bis 2025 auf etwa 70 Milliarden Euro steigen wird.

Die Vielfalt möglicher Anwendungen setzt der Phantasie kaum Grenzen. In Computerspielen können Sensoren am Körper dafür sorgen, dass Körperbewegungen auf einen Bildschirm übertragen werden -ein Wettkampf mit einem virtuellen Konkurrenten wird so möglich. Und Physiotherapeuten prüfen mittels der integrierten Sensoren, ob ihre Reha-Patienten die vorgegebenen Bewegungsabläufe exakt ausführen.

"Gerade in der Rehabilitation oder für Langzeitpatienten bietet die tragbare Technik viele Vorteile", sagt Renate Glowacki, Anwendungstechnikerin für Siliconfolien bei wacker. "Die Messung der Körperbewegungen findet unbemerkt und rund um die Uhr statt - und sie kann den Träger oder die behandelnden Ärzte rechtzeitig warnen, wenn mit der Atmung etwas nicht stimmt oder wenn, zum Beispiel durch Herzprobleme, Schwellungen an einem Bein auftreten."

Flexible Sensoren, so dünn wie ein Haar

Das Herzstück intelligenter Kleidung bilden empfindliche Sensoren im Miniaturformat. "Textilien sind die Schnittstelle zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Daher bietet es sich geradezu an, Messelemente in Kleidung zu integrieren, die Bewegung und Körperfunktionen ihres Trägers ertasten können", erklärt Dr. Rahimullah Sarban. Er ist Gründer von leap Technology, eines dänischen Unternehmens, das Sensorkomponenten produziert, auch für die Hersteller intelligenter Textilien.

Möglich werden solche elastischen Sensoren durch innovative Materialien wie die so genannten elektroaktiven Polymere, kurz EAP. Sie basieren beispielsweise auf Folien aus Siliconkautschuk, die wacker unter dem Markennamen elastosil® Film anbietet. Diese hauchdünnen Filme sind zwischen 20 und 200 Mikrometer dick. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat etwa 70 Mikrometer Durchmesser. Eingebettet ist die Folie zwischen zwei Elektroden -diese Aufgabe können Siliconelastomere von wacker übernehmen, die so ausgelegt sind, dass sie elektrischen Strom leiten. Alle drei Schichten bestehen also aus elastischen Materialien. "Presst man dieses sandwichartige Element zusammen oder zieht es in die Länge, ergibt sich eine Kapazitätsänderung, die man messen kann. Diese Basiseinheit der Sensoren ist nichts anderes als ein verformbarer Kondensator", erklärt WACKER-Anwendungstechnikerin Glowacki.

Die eigentliche Technologie existiert zwar bereits seit den 1990er Jahren und auch wacker arbeitet schon länger an EAPs. "Aber jetzt könnte der Sprung in die industrielle Produktion Realität werden", betont Susanne Neueder, Marketing-Managerin für die Siliconfolien. Dazu braucht es einen Markt - und innovative Start-up-Firmen wie leap Technology.

Maßgeschneiderte Materialeigenschaften

Mitarbeiter von wacker lernten das leap Technology-Team auf der Euro-EAP-Konferenz 2014 in Linköping kennen. Die Entschlossenheit des dänischen Start-ups, die Fertigung der benötigten Bauteile und deren industrielle Produktion voranzutreiben, hat Renate Glowacki beeindruckt. "Mit WACKER haben wir einen wertvollen Partner an Bord -unsere Kompetenzen ergänzen sich optimal", sagt LEAP-Gründer Rahimullah Sarban. "elastosil® Film ist ein hervorragendes Material, das sich optimal für unsere Zwecke eignet. Damit lassen sich sehr präzise Sensoren herstellen. Gleichzeitig sind die Siliconelastomere unempfindlich gegen Überspannung, Elektroschocks und Erschütterungen", erläutert Sarban die Vorteile des WACKER-Materials.

In den Laboren von leap Technology verwenden die Experten neben den Siliconfolien einen weiteren Siliconkautschuk von wacker zum Bau ihrer Komponenten. Der ist so modifiziert, dass er elektrischen Strom leitet. Anschließend bringen die LEAP-Mitarbeiter elektrische Verdrahtungen und mechanische Halterungen an. Zum Schluss wird die fertige Konstruktion in ein weiteres WACKER-Silicon eingebettet, um sie nach außen zu isolieren und die gewünschte Oberfläche zu erhalten. Bevor die Bauteile dann zum Kunden gehen, werden sie in den Laboren von leap Technology getestet und kalibriert.

Elastisch und wartungsfrei

Der Schlüssel zu den besonderen Materialeigenschaften von elastosil® Film liegt in der chemischen Beschaffenheit der Silicone. "Die richtige Vernetzung spielt eine besondere Rolle", sagt Renate Glowacki. Denn erst die molekulare Struktur ermöglicht den einzelnen Polymerketten eine hohe Beweglichkeit.

Dadurch sind die produzierten Folien auch extrem dehnbar und kehren dennoch vollständig wieder in ihren Ausgangszustand zurück -ohne auszuleiern. "Ihre besonders hohe Elastizität trägt dazu bei, dass die Siliconfolien trotz jahrelanger mechanischer Beanspruchung nicht ermüden", ergänzt die Anwendungstechnikerin. "Das macht dann auch die EAP-Komponenten wartungsfrei." Folien der Marke elastosil® Film besitzen zudem alle wesentlichen Eigenschaften, die Silicone auch sonst auszeichnen: Sie sind hitzebeständig, kälteflexibel und sind sehr beständig gegenüber einer Vielzahl physikalischer und chemischer Einflüsse.

Produktion im Reinraum

Um die Siliconfolien in der geforderten Qualität zu produzieren, hat wacker einen aufwendigen Prozess entwickelt, der zum Patent angemeldet ist. Zunächst werden die additionsvernetzenden Siliconkautschuke so appliziert, dass die gewünschte hauchdünne Folie entsteht. Ein großer Vorteil: Lösemittel sind dabei nicht nötig. Anschließend sorgt Hitze dafür, dass die Polymerketten vernetzen und die Folienform fixiert wird. Hergestellt wird die Folie unter Reinraumbedingungen. Das sichert die notwendige Reinheit und Partikelfreiheit der Präzisionsfolien.

In den Produktionsprozess haben die WACKER-Experten zudem eine Qualitätskontrolle integriert: "Über eine optische Messung sowie per Ultraschall gewährleisten wir, dass die Schichtdicke maximal fünf Prozent über die gesamte Fläche variiert", erklärt Glowacki. Zudem kann elastosil® Film als endlose Rollenware ausgeliefert werden, was konkurrierende Herstellungsverfahren so nicht leisten können. Eine Kleinserienanlage ist bereits in Betrieb -mittelfristig ist eine großtechnische Produktion geplant. Für die Entwicklung des Herstellungsprozesses erhielt Dr. Andreas Köllnberger 2015 den Alexander-Wacker-Innovationspreis.

Seit Anfang vergangenen Jahres zählen die elektroaktiven Polymere zu den so genannten New Solutions-Projekten bei wacker. Hier hat der Konzern besonders vielversprechende Produkte und Technologien bereichsübergreifend und interdisziplinär organisiert. Das Team ist stetig gewachsen. "Die EAPs sind nicht nur für intelligente Textilien interessant", betont Entwickler Andreas Köllnberger und zählt weitere mögliche Anwendungen auf: "Industrielle Fertigungsprozesse, die auf einer Mensch-Maschine-Kommunikation aufbauen, lassen sich vom Arbeiter mittels intelligenter Sensoren sicher steuern. Elektroaktive Polymere eignen sich zudem als Aktuatoren in Elektronik, Automobil und Automatisierungstechnik und sogar als Generator zur Stromerzeugung - also alles, was unter den Begriff ,Energy Harvesting' fällt."

Durchgängige Wertschöpfungskette

Noch läuft der Produktionsprozess der eap-Bauteile bei leap Technology von Hand beziehungsweise halbautomatisch. "Die Verarbeitung der hauchdünnen, weichen und hochflexiblen Siliconfolien ist eine Herausforderung für unsere Maschinen", erklärt Sarban. "Aber wir sind auf einem guten Weg, eine voll automatisierte Fertigung aufzubauen. Nur so lässt sich unser Ziel, tausende Einheiten pro Monat zuverlässig herzustellen, in Zukunft erreichen." leap Technology stößt dabei exakt in die Lücke, die derzeit noch zwischen den Materialproduzenten wie wacker und den Herstellern der intelligenten Textilien besteht. "Genau hier braucht es Unternehmen, die fertige EAP-Komponenten anbieten", sagt Susanne Neueder.

Etwa 120 Anfragen hat leap Technology bereits erhalten -von kleinen Start-up-Firmen und Hochschulen ebenso wie von multinationalen Konzernen. In allen Kundengesprächen, erklärt Sarban, stehe ein Aspekt immer im Fokus: die sichere Lieferkette der Materialien und Einzelkomponenten. "Mit wacker haben wir einen wichtigen Partner gewonnen, der so leistungsfähig ist, um auch große Mengen von Siliconfolien zu produzieren", lobt Sarban. Das schaffe Vertrauen und Verlässlichkeit über die gesamte Wertschöpfungskette.

Damit haben die beiden Unternehmen eine wichtige Basis für den Erfolg von "Wearable Technology" geschaffen: Hightech-Textilien, die sich an unsere Haut schmiegen und dabei feinfühlig über unsere Gesundheit wachen.

Die WACKER-Aktie

Aktienmärkte im 3. Quartal 2015 weltweit unter Druck

Die Aktienmärkte kamen im 3. Quartal 2015 weltweit unter Druck. Zwar ließen die Sorgen über die Finanzlage Griechenlands und ein mögliches Ausscheiden des Landes aus der Eurozone im Berichtsquartal nach. Ministerpräsident Alexis Tsipras kann sich nach den Neuwahlen im September nun auf eine solide Mehrheit im griechischen Parlament stützen. Das erhöht seine Chancen, die Reformpläne umzusetzen, die das Land Mitte Juli mit seinen Gläubigern vereinbart hat. Gleichzeitig gerieten die Börsen aber immer stärker in den Sog der Turbulenzen an den Finanzmärkten in China. Die dortigen Kursrückgänge sowie die deutliche Abkühlung der chinesischen Konjunktur schürten die Furcht der Kapitalanleger vor einem Einbruch der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die massiven Einbußen an den asiatischen Börsen führten vor allem bei stark exportorientierten Unternehmen zu erheblichem Kursdruck. Das zog weltweit die wichtigen Aktienindizes mit nach unten.

In Deutschland brachten ab Mitte September die Berichte über Manipulationen bei den Abgaswerten von Dieselfahrzeugen des VW-Konzerns die Notierungen der Automobilhersteller und -zulieferunternehmen zusätzlich unter Druck. In der Folge fiel der deutsche Leitindex dax zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit unter die psychologisch wichtige Schwelle von 10.000 Punkten.

Die ungünstigen Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten im Berichtsquartal haben auch die Kursentwicklung der WACKER-Aktie geprägt. Darüber hinaus hat auch die schwierige Situation einiger Wettbewerber im Polysiliciumgeschäft die Markterwartungen für wacker und damit den Kurs der Aktie beeinflusst. dax und mdax bewegten sich in den ersten sechs Wochen des 3. Quartals 2015 seitwärts. Als dann zur Quartalsmitte die nachlassende Wirtschaftsleistung in China immer stärker in den Vordergrund trat, setzten die Indizes zu einer deutlichen Talfahrt an. Insgesamt verlor die WACKER-Aktie von Anfang Juli bis Ende September knapp 28 Prozent an Wert. dax und mdax gaben im gleichen Zeitraum um knapp 14 Prozent bzw. fast vier Prozent nach.

Die WACKER-Aktie ist mit einer Notierung von 93,92 € in das 3. Quartal 2015 gestartet. Am 03. Juli erreichte sie mit einem Kurs von 94,76 € ihren Höchstwert im Berichtsquartal. In den folgenden Wochen bewegte sich das Papier weitgehend seitwärts. Ab Mitte August geriet die Notierung dann analog zur allgemeinen Börsenentwicklung deutlich unter Druck. Der Kurs gab sukzessive nach und erreichte am 28. September mit 65,79 € seinen Tiefststand im Berichtsquartal. Bis zum Quartalsende erholte sich die WACKER-Aktie nur wenig. Sie beendete den Drei-Monats-Zeitraum mit einem Kurs von 67,91 €. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 3,37 Mrd. €.

In der Langfristbetrachtung der vergangenen drei Jahre zeigt sich, dass die WACKER-Aktie ihre positive Kursentwicklung der letzten 18 Monate, in denen sie noch im Frühjahr 2015 bei Höchstständen von rund 115 € notierte, während der letzten Wochen nicht fortsetzen konnte. Zum Ende des Berichtsquartals notierte das Papier in etwa auf dem Niveau vom November 2013. Für den gesamten Drei-Jahres-Zeitraum seit Oktober 2012 ergibt sich für die WACKER-Aktie jedoch ein deutlicher Wertzuwachs von knapp 38 Prozent. Der dax legte im gleichen Zeitraum um knapp 32 Prozent zu, der mdax verbesserte sich um gut 73 Prozent. Die insgesamt positive Kursentwicklung der WACKER-Aktie über die vergangenen drei Jahre hinweg zeigt unter anderem die Verbesserungen im operativen Geschäft des Konzerns.

Daten und Fakten zur WACKER-Aktie

scroll
Q3 2015 9M 2015
Schlusskurs zum Beginn des Berichtszeitraums 93,92 90,85
Höchstkurs im Berichtszeitraum 94,76 115,10
Tiefstkurs im Berichtszeitraum 65,79 65,79
Schlusskurs zum Ende des Berichtszeitraums 67,91 67,91
Veränderung im Berichtszeitraum (%) - 27,7 - 25,3
Durchschnittliches Handelsvolumen in Stück/Tag (Xetra, Chi-X und Turquoise) 197.466 197.144
Marktkapitalisierung zum Anfang des Berichtszeitraums (Mrd.) (ausstehende Aktien) 4,67 4,51
Marktkapitalisierung zum Ende des Berichtszeitraums (Mrd.) (ausstehende Aktien) 3,37 3,37
Ergebnis je Aktie (€) 1,21 4,84


Zum Ende des Berichtsquartals waren Leerverkäufe in der Aktie der Wacker Chemie ag in Höhe von 8,59 Prozent der ausgegebenen Aktien nach § 30h WpHG gemeldet. Die größte Position umfasste 2,86 Prozent. Leerverkaufspositionen, die 0,5 Prozent der ausgegebenen Aktien überschreiten, sind im Unternehmensregister veröffentlicht (www.bundesanzeiger.de).

Weitere Angaben über die WACKER-Aktie -etwa zur Dividende, zur Aktionärsstruktur, zu den Banken und Investmenthäusern, die wacker beobachten und bewerten, zu Analystenschätzungen oder zu den Veranstaltungen für Investoren und Analysten, die wacker selbst ausrichtet oder besucht -finden sich im Geschäftsbericht 2014 auf den Seiten 46 bis 52 sowie im Internet unter www.wacker.com/investor-relations.

Bericht zum 3. Quartal 2015
Januar bis September 2015

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sind wir auf einem guten Kurs, um unsere Ziele für das Jahr 2015 zu erreichen. Im abgelaufenen Quartal haben wir unseren Umsatz gegenüber dem Vorjahr weiter gesteigert und das EBITDA, also das operative Ergebnis, liegt für die ersten neun Monate bereinigt um Sondereffekte um knapp 15 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Zweifellos sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten auch für uns deutlich schwieriger geworden. Die jüngsten Konjunkturdaten aus China werfen die Frage auf, wie robust das Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist. Die geopolitischen Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten bergen nach wie vor Risiken für die Weltwirtschaft. Das Gleiche gilt für die Schuldenkrise in Griechenland.

Die Verunsicherung, die diese und andere Themen mit sich bringen, zeigt sich besonders deutlich an der Entwicklung der Aktienkurse in den zurückliegenden Monaten. Als Unternehmen haben wir keinen Einfluss auf die Rahmenbedingungen, die die Stimmung an den Kapitalmärkten prägen. Umso mehr müssen wir uns auf die Stellschrauben konzentrieren, die wir selbst in der Hand haben.

Die Antworten, die wir bei wacker auf die Herausforderungen der Märkte geben, sind eindeutig: höchste Produktqualität, konsequente Kundennähe und permanente Arbeit an der Effizienz unserer Prozesse. Diese Daueraufgaben standen auch im Berichtsquartal im Mittelpunkt unseres Handelns.

Unternehmerischer Erfolg ist für uns aber kein Selbstzweck. Unternehmertum bedeutet für uns eine hohe Verpflichtung für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre, für unsere Umwelt und die Gesellschaft, in der wir leben. In den vergangenen beiden Jahren haben wir auf allen diesen Feldern weitere Fortschritte gemacht. In unserem neuen Nachhaltigkeitsbericht, den wir Anfang August veröffentlicht haben, finden sich dazu viele Beispiele.

Die letzten Wochen haben einmal mehr gezeigt, dass unser breites Portfolio von Produkten und Lösungen, mit dem wir eine Vielzahl von Schlüsselindustrien bedienen, eine große Stärke von wacker ist. Unser gut laufendes Chemiegeschäft hat wesentlich dazu beigetragen, die Herausforderungen in der Solar- und Halbleiterindustrie auszugleichen und abzufedern.

Wir freuen uns, dass Sie Ihr Unternehmen weiter auf diesem Weg begleiten.


München, den 29. Oktober 2015
Der Vorstand der Wacker Chemie AG

Konzernzwischenlagebericht

Gesamtwirtschaftliche Lage und Branchenentwicklung

Wachstum der Weltwirtschaft schwächt sich ab. Konjunkturelle Risiken und regionale Unterschiede nehmen zu.

Die Weltwirtschaft verliert nach den aktuellen Konjunkturprognosen im 2. Halbjahr 2015 weiter an Dynamik. Das Wachstum bleibt damit hinter den bisherigen Erwartungen zurück und wird im Gesamtjahr 2015 das Vorjahresniveau vermutlich nicht erreichen. Während sich der Aufschwung in den Industriestaaten stabilisiert, verlangsamt sich das Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern im fünften Jahr in Folge. Die jüngsten Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten, die Unsicherheit über den Zustand der chinesischen Volkswirtschaft, aber auch die Einschränkungen in den Handelsbeziehungen mit Russland dämpfen die weltweite Wirtschaftsleistung. Niedrige Öl- und Rohstoffpreise entlasten zwar die produktions- und konsumintensiven Volkswirtschaften. Gleichzeitig beeinträchtigen sie aber die Wachstumsperspektiven rohstoffexportierender Länder wie Russland oder Brasilien. Die niedrigen Inflationsraten in vielen Ländern und die anhaltend expansive Geldpolitik der führenden Notenbanken stärken die Auftriebskräfte nur bedingt.

Der Internationale Währungsfonds (iwf) hat in seiner aktuellen Studie von Anfang Oktober seine Prognose für die Weltwirtschaft erneut leicht nach unten korrigiert. Im Gesamtjahr 2015 erwartet der iwf nun ein Plus von 3,1 Prozent (2014: 3,4 Prozent). In den Industriestaaten soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,0 Prozent (2014: 1,8 Prozent) steigen und damit gegenüber dem Vorjahr etwas an Kraft gewinnen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern dagegen verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum mit einem Plus von 4,0 Prozent (2014: 4,6 Prozent).1

Die Volkswirtschaften Asiens verzeichnen mit einem voraussichtlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 6,5 Prozent in diesem Jahr (2014: 6,8 Prozent) unverändert die weltweit höchsten Wachstumsraten. Allerdings musste die Regierung in China in den zurückliegenden Monaten mit massiven finanzpolitischen Eingriffen die Kapitalmärkte sowie die Wirtschafts- und Exportentwicklung stützen. Der iwf erwartet hier für 2015 ein spürbar geringeres Wachstum von 6,8 Prozent (2014: 7,3 Prozent). In Indien bleiben die Auftriebskräfte mit einem erwarteten Plus von 7,3 Prozent (2014: 7,3 Prozent) auf Vorjahresniveau.1

In Japan ergibt sich für die Entwicklung der Konjunktur ein wechselhaftes Bild. Nach positiven Impulsen im 1. Halbjahr 2015 hat nun die Schwäche der chinesischen Wirtschaft auch Einfluss auf die japanische Wirtschaftsleistung. Deshalb haben sowohl der iwf als auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (oecd) ihre Erwartungen für das Gesamtjahr etwas zurückgenommen. Die Experten erwarten jetzt übereinstimmend einen Anstieg des japanischen Bruttoinlandsprodukts um 0,6 Prozent (2014: -0,1 Prozent).1, 2

Die usa übernehmen dank einer anhaltend positiven Wirtschaftsentwicklung zunehmend die Rolle des globalen Wachstumsmotors. Gestützt auf einen starken Arbeitsmarkt, steigende Konsumausgaben und günstiges Rohöl wird das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr schätzungsweise um 2,6 Prozent (2014: 2,4 Prozent) wachsen. Allerdings belastet der starke Dollar weiterhin die Exportwirtschaft.1

1 International Monetary Fund, World Economic Outlook October 2015: Adjusting to Lower Commodity Prices, Washington, 06. Oktober 2015
2 Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Interim Economic Outlook: Puzzles and Uncertainties, Paris, 16. September 2015


Moderates Wachstum in Europa setzt sich fort

In Europa mehren sich die Anzeichen für eine Erholung der Volkswirtschaften, gerade auch in Ländern wie Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Die Einigung zwischen der griechischen Regierung und der Europäischen Union im Schuldenstreit sowie die Zustimmung der griechischen Bevölkerung zum Reformkurs haben die politische Lage deutlich entspannt. Der iwf erwartet für den Euroraum in diesem Jahr eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent (2014: 0,9 Prozent).1

Auch in Deutschland bleibt die Wirtschaft auf Wachstumskurs. Laut iwf soll das Bruttoinlandsprodukt hierzulande im laufenden Jahr um 1,5 Prozent (2014: 1,6 Prozent) steigen.1 Noch etwas optimistischer sind die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. Sie prognostizieren in ihrem Herbstgutachten für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr ein Plus von 1,8 Prozent. Die nach wie vor günstige Situation am Arbeitsmarkt, eine anhaltend niedrige Inflation, steigende Reallöhne und verhältnismäßig niedrige Rohstoff- und Rohölpreise stützen die Konsumnachfrage der privaten Haushalte.2

Chemische Industrie profitiert von niedrigem Ölpreis und positiven Währungseffekten

Die chemische Industrie in Europa entwickelt sich verhalten. Nach Angaben des Branchenverbandes cefic ist ihre Produktionsleistung im 1. Halbjahr 2015 mit einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zwar leicht gewachsen. Im gleichen Zeitraum gingen jedoch die Erzeugerpreise um 4,8 Prozent zurück.3 Das schwierige internationale Marktumfeld beeinflusst auch das Geschäft der deutschen Chemieunternehmen. Nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (vci) stärkt zwar der niedrige Ölpreis die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produzenten und der schwache Euro stützt das Exportgeschäft. Gleichzeitig lässt jedoch die Wirtschaftsdynamik im weltgrößten Chemiemarkt China nach. Für das Gesamtjahr 2015 rechnet der vci mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 1,5 Prozent. Weil aber die Chemikalienpreise um etwa 2,5 Prozent sinken werden, steigt der Jahresumsatz der Branche voraussichtlich nur um 1,0 Prozent auf 192,7 Mrd. €.4 Die drei Chemiebereiche von wacker haben im 3. Quartal 2015 ihren Gesamtumsatz im Jahresvergleich um knapp elf Prozent gesteigert. Ausschlaggebend für den Anstieg waren positive Wechselkurseffekte, insgesamt höhere Absatzmengen und etwas bessere Preise in einzelnen Produktsegmenten.

In der Halbleiterindustrie wird die Nachfrage nach Siliciumwafern im Jahr 2015 voraussichtlich nur leicht über dem Vorjahr liegen. Der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche soll nach den aktuellen Prognosen der Marktforschungsgesellschaft ihs Technology in diesem Jahr um 0,4 Prozent zunehmen (2014: 6,3 Prozent). Der Zuwachs fällt damit deutlich geringer aus als noch vor einigen Monaten erwartet. Der wesentliche Grund dafür sind die spürbar unter den ursprünglichen Erwartungen liegenden Absätze bei Smartphones, Tablets und PCs. Dieser Trend wirkt sich auch in den Umsätzen aus. Laut ihs Technology wird der weltweite Gesamtumsatz mit Halbleiterwafern 2015 bei knapp 332 Mrd. us-$ liegen (2014: 335,5 Mrd. us-$). Das ist ein Minus von 1,1 Prozent.5 Die Siltronic ag hat im Berichtsquartal ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Etwas höhere Absatzmengen als vor einem Jahr und günstige Währungseffekte sind der Grund für dieses Plus.

1 International Monetary Fund, World Economic Outlook October 2015: Adjusting to Lower Commodity Prices, Washington, 06. Oktober 2015
2 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2015, Deutsche Konjunktur stabil - Wachstumspotenziale heben, Essen/Berlin, 06./08.Oktober2015
3 European Chemical Industry Council (CEFIC), Chemicals Trends Report, Monthly Summary, August 2015: Sluggish growth for EU chemicals sector, Brüssel, 26. August 2015
4 Verband der Chemischen Industrie e.V., Bericht zur wirtschaftlichen Lage der chemischen Industrie im 2. Quartal 2015: Chemiegeschäft wächst in kleinen Schritten, Frankfurt/M., 09. September 2015
5 IHS Technology, Semiconductor Silicon Demand Forecast Tool, Q4 2015, El Segundo (USA), 08. Oktober 2015


Für die Solarbranche prognostizieren die Analysten von ihs Technology in diesem Jahr einen Anstieg der weltweit neu installierten Photovoltaikleistung um 33 Prozent auf 59 Gigawatt (2014: 44 Gigawatt). Das liegt im Rahmen der eigenen Marktuntersuchungen von wacker, die für 2015 von einer weltweit neu installierten Photovoltaikleistung zwischen 50 und 60 Gigawatt ausgehen. Das Wachstum wird maßgeblich von der Nachfrage in Märkten wie China, Japan, usa, Großbritannien und Indien getragen.1 wacker polysilicon konnte im 3. Quartal 2015 die im Jahresvergleich niedrigeren Preise für Polysilicium durch deutlich höhere Absatzmengen ausgleichen und hat seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns

WACKER steigert im 3. Quartal 2015 dank höherer Absatzmengen und positiver Wechselkurseffekte seinen Konzernumsatz um gut zehn Prozent.

WACKER hat im 3. Quartal 2015 sein Geschäft gegenüber dem Vorjahr weiter ausgebaut. Der Konzern erzielte von Juli bis September Umsatzerlöse in Höhe von 1.357,9 Mio. € (Vorjahr 1.232,2 Mio. €). Das ist ein Plus von gut zehn Prozent. Höhere Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen und günstige Währungseffekte aus dem schwächeren Euro haben diese positive Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Die Preise für die Produkte von WACKER waren im 3. Quartal 2015 insgesamt etwas niedriger als vor einem Jahr. Das hat die Umsatzentwicklung gebremst. Gegenüber dem Vorquartal (1.370,5 Mio. €) ging der Umsatz um ein Prozent zurück. Für den Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 addieren sich die Umsatzerlöse des WACKER-Konzerns auf 4.063,3 Mio. € (Vorjahr 3.631,9 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von knapp zwölf Prozent.

Alle Geschäftsbereiche des WACKER-Konzerns haben im Berichtsquartal ihre Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Die drei Chemiebereiche WACKER silicones, WACKER Polymers und WACKER biosolutions haben ihren Gesamtumsatz binnen Jahresfrist um knapp elf Prozent auf 865,3 Mio. € (Vorjahr 780,7 Mio. €) ausgebaut. Zu diesem Anstieg haben in erster Linie günstige Wechselkurseffekte und höhere Absatzmengen beigetragen. Gegenüber dem Vorquartal (873,6 Mio. €) ist der Umsatz der drei Bereiche um ein Prozent zurückgegangen. Für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres errechnet sich in den Chemiebereichen von WACKER ein Gesamtumsatz von 2.547,7 Mio. € (Vorjahr 2.258,7 Mio. €). Das sind knapp 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Dank positiver Währungseffekte und höherer Absatzmengen hat WACKER silicones seinen Gesamtumsatz im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahr um rund zwölf Prozent gesteigert. Die Preise für Siliconprodukte blieben im Jahresvergleich insgesamt weitgehend unverändert. Gut entwickelt hat sich im Berichtsquartal das Geschäft in den Segmenten Körperpflege, Papierbeschichtung, Elektronik und Bau. Auch die Absatzmengen bei pyrogenen Kieselsäuren sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen. Schwächer lief der Absatz von Siliconkautschuk sowie von Siliconen für Industrie- und Textilanwendungen. Den Umsatz des Vorquartals hat WACKER silicones um knapp ein Prozent unterschritten.

WACKER Polymers hat im Berichtsquartal seinen Umsatz im Jahresvergleich um knapp neun Prozent ausgebaut und den Wert des Vorquartals nahezu erreicht. Der Geschäftsbereich hat von Juli bis September 2015 deutlich mehr Dispersionspulver abgesetzt als im Vorjahr. Bei Dispersionen war der Absatz im Jahresvergleich nahezu unverändert. Positive Wechselkurseffekte haben die Umsatzentwicklung ebenfalls begünstigt. Besonders im Geschäft mit Polymerprodukten für Farben und Lacke, für die Teppichindustrie sowie für Abdichtungen war die Nachfrage gut. Zurückhaltender hat sich der Absatz bei Dispersionen für technische Textilien und Klebstoffanwendungen entwickelt.

1 IHS Technology, With Asian and U.S. Deployments Rising, IHS Raises Global 2015 Solar PV Forecast to 59 GW, Englewood (USA), 13. Oktober 2015


WACKER biosolutions hat im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von knapp zwölf Prozent erwirtschaftet. Höhere Absatzmengen in einigen Produktsegmenten und positive Wechselkurseffekte sind die maßgeblichen Gründe für diesen Anstieg. Zugelegt hat im Jahresvergleich vor allem das Geschäft mit biologisch hergestellten Pharmaproteinen und Cystein. Auch bei Cyclodextrinen waren die Umsätze höher als vor einem Jahr. Den Umsatz des 2. Quartals 2015 hat WACKER biosolutions um rund vier Prozent unterschritten. Niedrigere Absatzmengen in einigen Produktsegmenten spielten hierbei eine wesentliche Rolle.

WACKER Polysilicon hat im Berichtsquartal dank deutlich höherer Absatzmengen die rückläufigen Preise für Polysilicium mehr als ausgeglichen. Der Umsatz des Geschäftsbereichs stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp acht Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal beträgt das Plus vier Prozent. Im gesamten Neun-Monats-Zeitraum war der Umsatz um gut vier Prozent höher als vor einem Jahr.

Siltronic hat im 3. Quartal 2015 rund sieben Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als vor einem Jahr. Positive Wechselkurseffekte haben die niedrigeren Waferpreise mehr als ausgeglichen. Im Vergleich zum Vorquartal ging der Umsatz um knapp sieben Prozent zurück. Ein wesentlicher Grund dafür sind die marktbedingt niedrigeren Absatzmengen, weil die weltweite Nachfrage nach Smartphones, Tablets und PCs deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen liegt. Für die ersten neun Monate beträgt das Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr knapp 14 Prozent.

Positive Wechselkurseffekte begünstigen die Umsatzentwicklung

Der im Jahresvergleich deutlich niedrigere Wechselkurs des Euro zum US-Dollar hat sich auch im Berichtsquartal günstig auf die Umsatzentwicklung von WACKER ausgewirkt. Im 3. Quartal 2015 haben Währungseffekte den Konzernumsatz um gut sechs Prozent erhöht. Dank höherer Absatzmengen und positiver Produktmixeffekte wuchsen die Umsatzerlöse um weitere sechs Prozent. Dagegen haben die im Jahresvergleich insgesamt etwas niedrigeren Preise den Konzernumsatz um etwa zwei Prozent gemindert.

Der Durchschnittskurs des Euro zum US-Dollar lag im Berichtsquartal bei 1,11 us-$. Die Gemeinschaftswährung war damit deutlich schwächer als vor einem Jahr (1,33 us-$). Gegenüber dem Vorquartal (1,11 us-$) hat sich der Wechselkurs nicht verändert. Der japanische Yen notierte in den Monaten Juli bis September 2015 mit einem Durchschnittswert von 136 ¥ je Euro. Die japanische Währung war damit etwas stärker als im 3. Quartal 2014 (138 ¥), aber geringfügig schwächer als im Vorquartal (134 ¥).

Der WACKER-Konzern hat im Zeitraum Juli bis September 2015 rund 30 Prozent seiner Umsätze (Vorjahr 30 Prozent) in US-Dollar fakturiert. Damit bleibt der US-Dollar die Fremdwährung mit dem größten Einfluss auf das Geschäft des Unternehmens.

Auslastung der Produktionsanlagen bleibt hoch

Infolge der insgesamt soliden Kundennachfrage sowie steigender Absatzmengen bei Polysilicium und in vielen Produktsegmenten des Chemiegeschäfts waren die Produktionskapazitäten von WACKER von Juli bis September 2015 weiterhin gut bis sehr gut ausgelastet. Die Anlagen von WACKER silicones zur Herstellung von Siloxan liefen im Quartalsdurchschnitt ebenso mit Volllast wie die Polysiliciumproduktion von WACKER polysilicon. Bei Polysilicium und pyrogenen Kieselsäuren erreichten die produzierten Mengen im Berichtsquartal zeitweise neue Bestmarken. Auch die Anlagen für fertige Siliconprodukte waren sehr gut ausgelastet. WACKER Polymers verzeichnete im Zeitraum Juli bis September eine Auslastung seiner Dispersionen- und Pulverproduktion von durchschnittlich mehr als 80 Prozent. Bei Siltronic waren die Produktionsanlagen im Durchschnitt des Berichtsquartals insgesamt zu rund 85 Prozent ausgelastet.

Wie sich die fünf Geschäftsbereiche des WACKER-Konzerns im 3. Quartal 2015 im Einzelnen entwickelt haben, ist im Abschnitt "Ergebnisse der Geschäftsbereiche" dieses Zwischenberichts ab Seite 37 ausführlich dargestellt.

Deutliches Umsatzplus in Asien und Amerika

Regional betrachtet fiel der Konzernumsatz von WACKER von Juli bis September mit Ausnahme von Deutschland in allen Regionen höher aus als im 3. Quartal 2014. Am stärksten waren die Zuwächse in Asien. Auch in Amerika sind die Umsätze gegenüber dem Vorjahr prozentual zweistellig gestiegen. In beiden Regionen haben Währungseinflüsse zum Umsatzplus beigetragen. Im Vergleich zum 2. Quartal 2015 blieben die Umsätze in den Regionen Asien, Europa und Deutschland nahezu unverändert. In Amerika und in den "Übrigen Regionen" waren die Umsätze des Konzerns etwas niedriger als im Vorquartal.

Die Region Asien blieb auch im Berichtsquartal der mit Abstand größte Absatzmarkt für WACKER. Im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September 2015 erwirtschaftete das Unternehmen dort gut 42 Prozent (Vorjahr 41 Prozent) seines Konzernumsatzes. Mit 575,8 Mio. € (Vorjahr 501,1 Mio. €) liegen die Umsätze um 15 Prozent über dem Vorjahr. Alle Geschäftsbereiche des Konzerns haben in Asien im Berichtsquartal ihre jeweiligen Umsätze aus dem Vorjahr übertroffen. Besonders stark waren die Zuwächse im Geschäft mit Polymerprodukten und Siliconen. Den Wert des Vorquartals (577,4 Mio. €) hat WACKER nahezu erreicht. In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres addieren sich die Umsatzerlöse von WACKER in der Region Asien auf 1.722,5 Mio. € (Vorjahr 1.516,5 Mio. €).

In der Region Europa hat WACKER im 3. Quartal 2015 Umsätze in Höhe von 316,5 Mio. € (Vorjahr 293,4 Mio. €) erzielt. Das sind knapp acht Prozent mehr als im Vorjahr und knapp ein Prozent mehr als im Vorquartal (314,1 Mio. €). Bis auf WACKER polysilicon, wo der Umsatz in Europa zurückging, lagen alle Geschäftsbereiche über ihren jeweiligen Werten aus dem Vorjahr. Für den Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 beläuft sich das Umsatzvolumen in dieser Region auf 927,6 Mio. € (Vorjahr 868,3 Mio. €).

In Deutschland summierten sich die Umsätze von WACKER im Berichtsquartal auf 173,6 Mio. € (Vorjahr 174,8 Mio. €). Das sind knapp ein Prozent weniger als vor einem Jahr, aber knapp ein Prozent mehr als im Vorquartal (172,1 Mio. €). Während das Geschäft mit Halbleiterwafern und Chemieprodukten in Deutschland insgesamt leicht zulegte, gingen die hierzulande erzielten Umsätze mit Polysilicium zurück. Für die ersten drei Quartale des Jahres 2015 summieren sich die Umsätze von WACKER in Deutschland auf 521,7 Mio. € (Vorjahr 503,7 Mio. €).

Die Umsatzentwicklung in der Region Amerika war im 3. Quartal 2015 nach wie vor durch günstige Wechselkurseffekte beeinflusst. Insgesamt erzielte WACKER von Juli bis September 2015 in der Region Amerika einen Konzernumsatz von 238,9 Mio. € (Vorjahr 215,9 Mio. €). Das sind knapp elf Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vorquartal (249,8 Mio. €) ging der Konzernumsatz von WACKER in Amerika um gut vier Prozent zurück.

Hier machten sich unter anderem etwas niedrigere Absatzmengen in einzelnen Produktgruppen bemerkbar. Für den gesamten Neun-Monats-Zeitraum des laufenden Jahres addieren sich die Umsätze von WACKER in dieser Region auf 732,5 Mio. € (Vorjahr 606,2 Mio. €).

In der Summe erwirtschaftete der WACKER-Konzern im 3. Quartal 2015 gut 87 Prozent (Vorjahr 86 Prozent) seiner Umsätze mit Kunden außerhalb Deutschlands.

Konzernumsatz nach Regionen

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung






in %
Asien 575,8 501,1 15 1.722,5 1.516,5 14
Übriges Europa 316,5 293,4 8 927,6 868,3 7
Deutschland 173,6 174,8 - 1 521,7 503,7 4
Amerikas 238,9 215,9 11 732,5 606,2 21
Übrige Regionen 53,1 47,0 13 159,0 137,2 16
Gesamtumsatz 1.357,9 1.232,2 10 4.063,3 3.631,9 12


scroll
Mio. € Anteil am Konzernumsatz

in %
Asien 42
Übriges Europa 23
Deutschland 13
Amerikas 18
Übrige Regionen 4
Gesamtumsatz 100


Weiterführende Aussagen zu den wesentlichen Produkten, Absatzmärkten und Wettbewerbspositionen der Geschäftsbereiche des WACKER-Konzerns enthält der Geschäftsbericht 2014 auf den Seiten 59 bis 60. Die dort beschriebenen Verhältnisse haben sich im 3. Quartal 2015 nicht wesentlich verändert.

Preisveränderungen bei Energie und Rohstoffen mit leicht positivem Ergebniseffekt

Die Preise für Rohstoffe, die für die Produktionsprozesse bei WACKER maßgeblich sind, haben sich im Berichtsquartal unterschiedlich entwickelt.

Die Grundstoffe Ethylen und Vinylacetatmonomer (vam) haben sich im Jahresvergleich spürbar verbilligt. Ethylen war im Berichtsquartal um knapp 14 Prozent günstiger als vor einem Jahr, der Preis für vam ist binnen Jahresfrist um rund neun Prozent gesunken. Merklich verteuert haben sich dagegen Methanol und Siliciummetall. Der Preis für Methanol ist binnen Jahresfrist um rund acht Prozent gestiegen, Siliciummetall war im 3. Quartal 2015 um knapp sieben Prozent teurer als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vorquartal haben sich die Preise für die genannten Rohstoffe kaum verändert.

Der Zukaufspreis für Erdgas in Deutschland lag im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September 2015 geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum 2. Quartal 2015 hat sich Erdgas aber um rund neun Prozent verteuert. Spürbar gestiegen ist der Zukaufspreis für Strom in Deutschland. Er war 14 Prozent höher als vor einem Jahr und um rund 16 Prozent höher als im 2. Quartal 2015.

In der Summe haben Preisveränderungen bei Rohstoffen und Energie das Ergebnis des WACKER-Konzerns im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres geringfügig erhöht.

Sondererträge in unterschiedlicher Höhe prägen die Ergebnisentwicklung,
EBITDA-Marge liegt im Berichtsquartal bei knapp 20 Prozent

Der WACKER-Konzern hat im 3. Quartal 2015 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 264,3 Mio. € (Vorjahr 347,5 Mio. €) erzielt. Die EBITDA-Marge des WACKER-Konzerns liegt im Berichtsquartal bei 19,5 Prozent (Vorjahr 28,2 Prozent).

Der Hauptgrund für den starken Rückgang des EBITDA um knapp 24 Prozent sind niedrigere Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarbranche. Im 3. Quartal 2014 fielen hier 92,3 Mio. € an. Im Berichtsquartal hat WACKER dagegen nur 17,8 Mio. € an solchen Sondererträgen vereinnahmt. Bereinigt um diese Sondereffekte war das EBITDA im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September 2015 drei Prozent niedriger als vor einem Jahr. Vor allem die im Jahresvergleich gesunkenen Preise für Polysilicium sowie die höheren Anlaufkosten für den neuen Standort in Charleston/Tennessee, usa, sind dafür verantwortlich. Daneben gab es bei Siltronic Verluste aus der Währungssicherung, die das EBITDA des Konzerns ebenfalls gemindert haben.

Gegenüber dem Vorquartal (329,0 Mio. €) ist das EBITDA des WACKER-Konzerns um knapp 20 Prozent zurückgegangen. Auch hier spielen niedrigere Sondererträge eine entscheidende Rolle. Im 2. Quartal 2015 hatte WACKER erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen in Höhe von 86,7 Mio. € vereinnahmt. Bereinigt um diesen Effekt liegt das Konzern-EBITDA um knapp zwei Prozent über dem Wert des Vorquartals.

Von Januar bis September 2015 summiert sich das EBITDA des WACKER-Konzerns auf 860.4 Mio. € (Vorjahr 862,2 Mio. €). Die EBITDA-Marge des Neun-Monats-Zeitraums beträgt 21,2 Prozent (Vorjahr 23,7 Prozent).

Die drei Chemiebereiche WACKER silicones, WACKER Polymers und WACKER biosolutions haben im 3. Quartal 2015 ihr EBITDA sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Vergleich zum Vorquartal weiter verbessert. Es belief sich im Berichtsquartal in der Summe auf 153.5 Mio. € (Vorjahr 123,1 Mio. €). Das sind knapp 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte haben zu diesem Wachstum beigetragen. Auch die gute Abdeckung der Fixkosten durch die hohe Auslastung der Produktionsanlagen hat die Ergebnisentwicklung begünstigt. Gegenüber dem Vorquartal (143,6 Mio. €) beträgt das Plus knapp sieben Prozent. In den neun Monaten Januar bis September 2015 haben die Chemiebereiche von WACKER ein EBITDA von 433,5 Mio. € (Vorjahr 320,9 Mio. €) erzielt.

Das EBITDA von WACKER polysilicon ist im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 49 Prozent auf 91,8 Mio. € (Vorjahr 180,3 Mio. €) zurückgegangen. Der Hauptgrund dafür ist der erwähnte Sonderertrag im Vorjahr in Höhe von 92,3 Mio. € aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarindustrie. Im aktuellen Berichtsquartal fielen entsprechende Sonderträge von 17,8 Mio. € an. Bereinigt um diese Beträge ist das EBITDA von WACKER polysilicon im Jahresvergleich um 16 Prozent zurückgegangen. Zusätzlich zu den geringeren Sondererträgen haben die im Vergleich zum Vorjahr höheren Anlaufkosten für die Inbetriebnahme des neuen Polysiliciumstandorts Charleston sowie niedrigere Preise für Polysilicium das EBITDA des Geschäftsbereichs gemindert. Die laufenden Maßnahmen zur Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität haben das EBITDA des Berichtsquartals dagegen positiv beeinflusst. Gegenüber dem Vorquartal (161,4 Mio. €), in dem ein Sonderertrag von 86,7 Mio. € vereinnahmt wurde, ging das EBITDA um gut 43 Prozent zurück. Auch hier ist der Unterschied bei den Sondererträgen maßgebend für den Rückgang. Von Januar bis September 2015 summierte sich das EBITDA von WACKER POLYSILICON auf 331,9 Mio. € (Vorjahr 448,2 Mio. €).

Bei Siltronic belief sich das EBITDA im Berichtsquartal auf 29,4 Mio. € (Vorjahr 33,2 Mio. €). Das sind gut elf Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Hauptursache dafür waren Verluste aus der Währungssicherung, die das EBITDA des Geschäftsbereiches im 3. Quartal 2015 um 15.5 Mio. € gemindert haben. Das Umsatzplus, auch aus den veränderten Währungsparitäten, und die zufriedenstellende Abdeckung der Fixkosten durch die hohe Anlagenauslastung haben die Ertragskraft dagegen gestärkt. Zudem beeinflussen die Anstrengungen, die Siltronic unternommen hat, um die Kosten zu reduzieren und die Produktivität zu erhöhen, die Ergebnisentwicklung nachhaltig positiv. Im Vergleich zum Vorquartal (31,4 Mio. €) fiel das EBITDA von Siltronic um gut sechs Prozent niedriger aus. Hier machte sich der geringere Umsatz auf Grund der niedrigeren Absatzmengen bemerkbar. Von Januar bis September 2015 summiert sich das EBITDA von Siltronic auf 100,8 Mio. € (Vorjahr 76,3 Mio. €).

Wie sich die Ertragskraft in jedem der fünf Geschäftsbereiche des WACKER-Konzerns im 3. Quartal 2015 genau entwickelt hat und welche Einflussfaktoren hierfür jeweils bestimmend waren, wird im Abschnitt "Ergebnisse der Geschäftsbereiche" dieses Zwischenberichts ab Seite 37 erläutert.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von WACKER belief sich im 3. Quartal 2015 auf 125,5 Mio. € (Vorjahr 196,3 Mio. €). Das sind 36 Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 9,2 Prozent (Vorjahr 15,9 Prozent). Auch hier zeigen sich die oben beschriebenen Ergebniseffekte aus den niedrigeren Sondererträgen im Geschäftsbereich WACKER polysilicon. Bereinigt um Sondereffekte hat sich das EBIT im Jahresvergleich um knapp vier Prozent erhöht. Im 2. Quartal 2015 hatte WACKER ein EBIT von 187,9 Mio. € ausgewiesen, die EBIT-Marge lag bei 13,7 Prozent. Für die ersten drei Quartale des laufenden Jahres summiert sich das Konzern-EBIT auf 439,7 Mio. € (Vorjahr 412,2 Mio. €), die EBIT-Marge beträgt entsprechend 10,8 Prozent (Vorjahr 11,3 Prozent).

Das Ergebnis je Aktie im 3. Quartal 2015 beträgt 1,21 €

Der WACKER-Konzern hat im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September 2015 ein Periodenergebnis von 58,2 Mio. € (Vorjahr 119,0 Mio. €) erzielt. Damit ergibt sich für das 3. Quartal 2015 ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 1,21 € (Vorjahr 2,43 €). Für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres beträgt das Periodenergebnis 237,0 Mio. € (Vorjahr 212,6 Mio. €) und das Ergebnis je Aktie summiert sich auf 4,84 € (Vorjahr 4,42 €).

Weitere Details zur Entwicklung der Ertragslage des WACKER-Konzerns im 3. Quartal 2015 sind im Abschnitt "Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung / Ertragslage" ab Seite 26 dieses Zwischenberichts erläutert.

Geschäftsverlauf im Berichtsquartal weitgehend im Rahmen der Erwartungen

Die wichtigsten finanziellen Mess- und Steuerungsgrößen von WACKER sind das EBITDA, die EBITDA-Marge, die Rendite auf das eingesetzte Kapital (roce) sowie der Netto-Cashflow. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören der Umsatz, die Investitionen und die Nettofinanzschulden. Das Steuerungssystem des Konzerns, wie es im Geschäftsbericht 2014 auf den Seiten 66 bis 71 dargestellt und erläutert ist, blieb auch im aktuellen Berichtszeitraum unverändert.

Das Geschäft des WACKER-Konzerns hat sich im Zeitraum Juli bis September 2015 im Wesentlichen so entwickelt, wie es bei der Vorlage des Berichts zum 2. Quartal 2015 erwartet worden war. Für das Gesamtjahr 2015 hatte WACKER beim Umsatz ein Plus von etwa zehn Prozent prognostiziert, auch begünstigt durch die veränderten Wechselkursparitäten. Der Umsatz der ersten neun Monate liegt knapp zwölf Prozent über dem Vorjahreswert. Damit ist WACKER zum Beginn des Schlussquartals 2015 nach wie vor auf einem guten Kurs, um sein Umsatzziel zu erreichen, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter eintrüben.

Das EBITDA für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2015 liegt bereinigt um die Sondereffekte des laufenden und des vergangenen Jahres um knapp 15 Prozent über dem Vorjahreswert. WACKER hat damit eine gute Basis, um im Gesamtjahr wie angekündigt das um Sondereffekte bereinigte EBITDA des Jahres 2014 zu übertreffen. Trotz der im Neun-Monats-Zeitraum vereinnahmten Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen erwarten wir aber nach wie vor, dass auf das Gesamtjahr gesehen diese Sondererträge niedriger ausfallen werden als im Jahr 2014. Demnach wird auch die EBITDA-Marge des WACKER-Konzerns wie angekündigt voraussichtlich niedriger sein als im Vorjahr.

Die Nettofinanzschulden haben sich im Berichtsquartal gegenüber dem Stand zum Ende des 2. Quartals 2015 wie erwartet erhöht. Sie lagen zum Stichtag 30. September 2015 bei 970,2 Mio. €. Die Abschreibungen beliefen sich im Zeitraum Juli bis September 2015 auf 138,8 Mio. €. Der Netto-Cashflow ist mit 36,2 Mio. € positiv und die Investitionen im Berichtsquartal liegen weitgehend im erwarteten Rahmen.

Neuer Standort Charleston in den usa bleibt im Fokus der Investitionstätigkeit

Im 3. Quartal 2015 hat der WACKER-Konzern insgesamt 220,5 Mio. € (Vorjahr 152,9 Mio. €) investiert. Das sind projekt- und währungsbedingt 44 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im 2. Quartal 2015 hatte das Investitionsvolumen 214,2 Mio. € betragen. Für den Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September summieren sich die Investitionen des WACKER-Konzerns auf insgesamt 609,6 Mio. € (Vorjahr 343,2 Mio. €).

Der planmäßige Ausbau der Produktionskapazitäten für Polysilicium stand auch im 3. Quartal 2015 im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit des WACKER-Konzerns. Rund 70 Prozent der gesamten Investitionsmittel des Konzerns flossen im Berichtsquartal in die entsprechenden Projekte.

Der Aufbau des neuen Polysiliciumstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee schritt auch im aktuellen Berichtszeitraum weiter voran. Der Hochlauf der Anlagen des größten Investitionsprojekts in der Geschichte des Unternehmens soll noch vor Ende dieses Jahres beginnen.

Im US-amerikanischen Calvert City/Kentucky, usa, hat WACKER die bestehenden Produktionsanlagen für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen erweitert. Dort wurde ein neuer Reaktor mit einer Jahreskapazität von 85.000 Tonnen errichtet. Die Inbetriebnahme hat wie geplant im Berichtsquartal begonnen. Die Investitionen für die neue Anlage und den Ausbau der Infrastruktur belaufen sich auf rund 50 Mio. €.

Netto-Cashflow im 3. Quartal 2015 ist mit 36 Mio. € positiv

In den drei Monaten Juli bis September 2015 hat WACKER einen positiven Netto-Cashflow in Höhe von 36,2 Mio. € (Vorjahr 178,4 Mio. €) erwirtschaftet. Dieser Rückgang um rund 142 Mio. € gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich bedingt durch die höheren Investitionen in die Fertigstellung des neuen Standorts Charleston. Positiv auf den Cashflow ausgewirkt hat sich neben dem guten operativen Geschäft auch der Eingang von Schadenersatzzahlungen im Geschäftsbereich WACKER polysilicon. Von Januar bis September 2015 beläuft sich der Netto-Cashflow auf 74,6 Mio. € (Vorjahr 332,5 Mio. €).

Die Nettofinanzschulden sind im Berichtsquartal gegenüber dem Stand zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres gesunken. Sie beliefen sich zum Stichtag 30. September 2015 auf 970,2 Mio. €. Zum 31. Dezember 2014 hatte WACKER Nettofinanzschulden von 1.080,6 Mio. € ausgewiesen.

Weitere Details zur Entwicklung des Cashflows werden im Abschnitt "Zusammengefasste Kapitalflussrechnung / Finanzlage" ab Seite 34 dieses Zwischenberichts erläutert.

Dank intensiver Forschung und Entwicklung bietet WACKER seinen Kunden Lösungen mit hohem Anwendernutzen

Von Juli bis September 2015 hat der WACKER-Konzern 42,5 Mio. € (Vorjahr 43,4 Mio. €) für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aufgewendet. Für die neun Monate Januar bis September 2015 addieren sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 130,3 Mio. € (Vorjahr 134,5 Mio. €).

Zahlreiche Innovationen, Produktneueinführungen und Messebeteiligungen sind das Ergebnis systematischer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf zwei Ebenen: dezentral in den einzelnen Geschäftsbereichen sowie im Zentralbereich Forschung und Entwicklung, der diese Arbeiten koordiniert. Drei aktuelle Beispiele:

Ende September hat WACKER auf der Fachmesse Labelexpo Europe 2015 in Brüssel hocheffiziente Trennmittel für die Papier- und Folienbeschichtungsindustrie erstmals einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Im Fokus standen vier neue Siliconpolymere für industrielle Etiketten und Aufkleber. Sie sind Teil der neuen Produktfamilie dehesive® sfx und benötigen auf Grund ihrer hohen Reaktivität nur sehr wenig Platin als Katalysator, um vollständig auszuhärten. Im Vergleich zu herkömmlichen Beschichtungssystemen sind beim dehesive® SFX-System Platineinsparungen von bis zu 60 Prozent möglich. Trennpapier- und Labelhersteller können dadurch deutlich schneller und kostengünstiger produzieren.

In Brasilien und Südamerika führt WACKER jetzt sein naturidentisches Hydroxytyrosol für Anwendungen in der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie ein. Hydroxytyrosol, ein hochwirksames Antioxidans und freier Radikalfänger, kann Haut und Haare vor Schäden durch UV-Strahlung schützen. Dank eines patentierten Syntheseverfahrens kann WACKER den Inhaltsstoff jetzt als naturidentische Substanz in deutlich höherer Reinheit, ohne unerwünschte Nebenprodukte und mit einem definierten Wirkstoffgehalt herstellen. Startpunkt für die südamerikanische Markteinführung des neuen Produkts mit dem Markennamen HTEssence® war Anfang Oktober die Fachmesse InCosmetics Brazil in Sào Paulo.

Anfang November präsentiert WACKER Biotech auf der Fachmesse Bio-Europe in München seine neuartige Rückfaltungstechnologie mit dem Markennamen foldtec®. WACKER kann damit für seine Kunden Pharmaproteine, die wegen ihrer Aggregationsneigung schwer herstellbar sind, kosteneffizient und stabil in hohen Ausbeuten und höchster Reinheit produzieren. Das proprietäre Verfahren besteht aus eigens entwickelten und optimierten Bakterienstämmen sowie einem patentierten, antibiotikafreien Expressionssystem.

Alexander-WACKER-Innovationspreis 2015 verliehen

Den diesjährigen Alexander-WACKER-Innovationspreis 2015 erhielt Anfang Juli der Chemiker Dr. Andreas Köllnberger für die Entwicklung eines innovativen Produktionsprozesses zur Herstellung hauchdünner Siliconfolien. Ihre dielektrischen Eigenschaften machen die Folien insbesondere für Anwendungen im Bereich der Elektronik, Robotik, Sensorik und Medizintechnik interessant und ermöglichen die Entwicklung innovativer Produkte. Der mit 10.000 € dotierte Innovationspreis wurde in diesem Jahr zum vierten Mal in der Kategorie Produktinnovation vergeben.

WACKER engagiert sich für Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt

Im August 2015 hat der WACKER-Konzern seinen neuen Nachhaltigkeitsbericht für die Jahre 2013 und 2014 veröffentlicht. Dieser erfüllt vollständig die Leitlinien G3 der Global Reporting Initiative (gri) und wurde deshalb von der gri mit dem höchsten Berichtslevel A bewertet.

Aus den Fakten und Zahlen der Veröffentlichung wird deutlich, dass WACKER auf vielen Gebieten, die für nachhaltiges Wirtschaften von Bedeutung sind, weitere Fortschritte gemacht hat.

So hat das Unternehmen zum Beispiel seinen spezifischen Energieverbrauch bei der Produktion von Polysilicium innerhalb von acht Jahren um 29 Prozent reduziert. Dafür wurde WACKER mit dem Bayerischen Energiepreis ausgezeichnet. Der größte WACKER-Standort Burghausen hat die Emissionen ins Wasser stark verringert. Und in der norwegischen Siliciummetallproduktion des Konzerns sanken die Staubemissionen um mehr als 30 Prozent.

Auch beim Arbeitsschutz hat WACKER substanzielle Fortschritte gemacht. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden konzernweit um mehr als 40 Prozent verringert -von 4,7 im Jahr 2012 auf 2,8 im Jahr 2014. Das Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus hat wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.

Im Juli 2015 hat der Bayerische Landesverband der Chemischen Industrie (vci) WACKER mit seinem Responsible-Care®-Preis ausgezeichnet. Der Chemiekonzern erhielt den Preis für sein Konzept zur Vermeidung von Leertransporten beim Containermanagement. Das Vorgehen von WACKER überzeugte die Jury insbesondere durch seine hohe gesamtvolkswirtschaftliche Relevanz und seinen Beitrag zur CO2 -Minderung. Beim Responsible-Care®-Wettbewerb des vci auf Bundesebene belegte WACKER mit seinem Konzept den dritten Platz.

Im Rahmen der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung iaa erhielt WACKER für sein ganzheitliches Flotten- und Beförderungskonzept den GreenFleet®-Award 2015. WACKER überzeugte die Jury durch den praxisorientierten Ansatz, Personentransporte und Dienstfahrten auf ein Minimum zu reduzieren und umweltschonende Fahrzeuge einzusetzen, um so klimaschädliche CO2 -Emissionen zu reduzieren. Der GreenFleet®-Award wird alljährlich vom tüv süd an Unternehmen mit zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten und einem nachhaltigen Flottenmanagement verliehen.

Zahl der Mitarbeiter bleibt weitgehend unverändert

Die Zahl der bei WACKER weltweit Beschäftigten hat sich im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal nur geringfügig verändert. Zum Stichtag 30. September 2015 waren im Konzern 17.021 (30.06.2015: 16.928) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Auch im Vergleich zum Vorjahr (30.09.2014: 16.724) ist die Zahl der Beschäftigten nur leicht gestiegen.

An den WACKER-Standorten in Deutschland waren zum Ende des Berichtsquartals 12.321 (30.06.2015: 12.378) Beschäftigte tätig, an den internationalen Standorten waren es 4.700 (30.06.2015: 4.550) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Veränderungen im Vorstand von WACKER

Ende Juni 2015 gab WACKER bekannt, dass Dr. Joachim Rauhut (61), Finanzvorstand der WACKER Chemie ag, plangemäß mit Ablauf seines Vertrages zum 31. Oktober 2015 aus dem Unternehmen ausscheiden wird. Das Finanzressort wird zum 01. November Dr. Tobias Ohler (44) übernehmen, der dem WACKER-Vorstand seit Anfang 2013 angehört. Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat Ohlers Vertrag, der zum 31. Dezember 2015 ausläuft, um weitere fünf Jahre verlängert. Als Arbeitsdirektor neu in den Vorstand wurde mit Wirkung zum 01. November 2015 Dr. Christian Hartel (44) berufen. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren. Hartel leitet gegenwärtig den Geschäftsbereich WACKER silicones.

Für detaillierte Informationen zur Organisation und Struktur der WACKER Chemie ag sowie zu den Zielen und Strategien des Unternehmens verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2014, dort insbesondere auf die Kapitel "Grundlagen des Konzerns" (Seite 55 bis 63) und "Ziele und Strategien" (Seite 64 bis 65) sowie auf das Kapitel "Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Informationen" (Seite106 bis 133). Die dort beschriebenen Grundsätze, Leitlinien und Prozesse haben sich im Berichtsquartal nicht maßgeblich verändert und sind nach wie vor gültig.

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung/Ertragslage
01. Januar bis 30. September 2015

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Verän
derung
in %
Umsatzerlöse 1.357,9 1.232,2 10,2 4.063,3 3.631,9 11,9
Bruttoergebnis vom Umsatz 298,6 236,6 26,2 887,7 635,4 39,7
Vertriebs-, Forschungs- und allg. Verwaltungskosten - 148,9 - 140,4 6,1 - 456,2 - 430,8 5,9
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen - 27,3 97,6 n.a. 5,3 204,6 - 97,4
Betriebsergebnis 122,4 193,8 - 36,8 436,8 409,2 6,7
Beteiligungsergebnis 3,1 2,5 24,0 2,9 3,0 - 3,3
EBIT 125,5 196,3 - 36,1 439,7 412,2 6,7
Finanzergebnis - 23,5 - 15,7 49,7 - 50,4 - 62,4 - 19,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 102,0 180,6 - 43,5 389,3 349,8 11,3
Ertragsteuern - 43,8 - 61,6 - 28,9 - 152,3 - 137,2 11,0
Periodenergebnis 58,2 119,0 - 51,1 237,0 212,6 11,5
davon





auf Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend 60,0 120,5 - 50,2 240,4 219,5 9,5
auf andere Gesellschafter entfallend - 1,8 - 1,5 20,0 - 3,4 - 6,9 - 50,7
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) 1,21 2,43 - 50,2 4,84 4,42 9,5
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 - 49.677.983 49.677.983 -
Überleitung zum EBITDA





EBIT 125,5 196,3 - 36,1 439,7 412,2 6,7
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen 138,8 151,2 - 8,2 420,7 450,0 - 6,5
EBITDA 264,3 347,5 - 23,9 860,4 862,2 - 0,2


WACKER hat im 3. Quartal des laufenden Jahres auf Grund der weiterhin guten Kundennachfrage aber auch dank positiver Währungsverhältnisse den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Eine gute Umsatzentwicklung bei Siliciumwafern und in den Chemiebereichen hat dazu geführt, dass der Konzernumsatz im Vergleich zum 3. Quartal 2014 um zehn Prozent gewachsen ist. Der Geschäftsbereich WACKER polysilicon konnte mehr Polysilicium verkaufen als vor einem Jahr. In Summe stieg der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 um knapp zwölf Prozent. Das operative Ergebnis des Konzerns (EBITDA) lag im 3. Quartal 2015 mit 264,3 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (347,5 Mio. €). Im Vorjahresquartal hatten Sondereffekte das EBITDA um 92,3 Mio. € erhöht. Im Berichtsquartal enthielt das EBITDA Sondereffekte in Höhe von 17,8 Mio. €.

Konzernumsatz liegt mit 1,36 Mrd. € um zehn Prozent über dem Vorjahr

WACKER erzielte im 3. Quartal 2015 einen Umsatz von 1.357,9 Mio. € (Vorjahr 1.232,2 Mio. €). Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorquartal (1.370,5 Mio. €) ist der Umsatz leicht gefallen. Hohe Absatzmengen und Währungseffekte haben den Umsatz des 3. Quartals 2015 wie bereits im Vorquartal positiv beeinflusst. Bis zum 30. September 2015 summierte sich der Konzernumsatz auf 4.063,3 Mio. €. Er übertraf damit den Vorjahreswert (3.631,9 Mio. €) um zwölf Prozent.

Im Chemiegeschäft wuchs der Umsatz im Berichtsquartal um knapp elf Prozent auf 865,3 Mio. € (Vorjahr 780,7 Mio. €). Wie im Vorquartal sind, neben einem positiven Währungsumfeld gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen, insbesondere höhere Absatzmengen der Grund für die Umsatzsteigerung. Auch im Neun-Monats-Vergleich ist der Umsatz der Chemiebereiche gewachsen. Er stieg von 2.258,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 2.547,7 Mio. € im Berichtszeitraum. Siltronic hat im Berichtsquartal von leicht höheren Absatzmengen bei Halbleiterwafern und positiven Währungseffekten profitiert. Trotz sinkender us-Dollar-Preise für Siliciumwafer stieg der Umsatz von Siltronic um knapp sieben Prozent auf 230,6 Mio. € (Vorjahr 216,0 Mio. €). In den ersten neun Monaten belief sich der Umsatz auf 716,0 Mio. € (Vorjahr 630,2 Mio. €). WACKER polysilicon erreichte im 3. Quartal 2015 einen Umsatz von 271,4 Mio. € (Vorjahr 252,4 Mio. €). Das sind knapp acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Höhere Absatzmengen führten zu diesem Plus. Im gesamten Berichtszeitraum erzielte WACKER polysilicon einen Umsatz von 822,1 Mio. € (Vorjahr 787,6 Mio. €). Das ist ein Plus von vier Prozent.

Konzern-EBITDA liegt im 3. Quartal bei 264 Mio. €

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des 3. Quartals 2015 betrug 264,3 Mio. € (Vorjahr 347,5 Mio. €). Das ist ein Minus von 24 Prozent. Der wesentliche Grund für diesen Rückgang ist ein Sondereffekt im Vorjahresquartal. WACKER hat im 3. Quartal 2014 erhaltene Anzahlungen vereinnahmt und Schadenersatzleistungen erhalten. Diese Sondererträge beliefen sich auf 92,3 Mio. €. Im Berichtsquartal waren Sondererträge in Höhe von 17,8 Mio. € enthalten. Bereinigt um diesen Sondereffekt ist das EBITDA um drei Prozent zurückgegangen.

Ergebnisverbessernd wirkte sich der Umsatzanstieg in allen Geschäftsbereichen aus. Insbesondere die Chemiebereiche konnten ihr EBITDA um knapp 25 Prozent auf 153,5 Mio. € (Vorjahr 123,1 Mio. €) steigern. Das EBITDA von Siltronic belief sich von Juli bis September auf 29.4 Mio. € nach 33,2 Mio. € im Vorjahr. Mengen- und währungsbedingt höheren Umsätzen standen hier Verluste aus der Währungssicherung gegenüber. WACKER POLYSILICON erzielte im Berichtsquartal ein EBITDA von 91,8 Mio. € (Vorjahr 180,3 Mio. €). Im Vorjahr war ein Sonderertrag in Höhe von 92,3 Mio. € enthalten. Im Berichtsquartal waren es 17,8 Mio. €. Höhere Vorlaufkosten für den neuen Polysiliciumstandort in Tennessee haben das EBITDA des Geschäftsbereichs dagegen gemindert. Die EBITDA-Marge des Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal reduziert. Sie belief sich für den Zeitraum Juli bis September 2015 auf 19.5 Prozent (Vorjahr 28,2 Prozent).

Für den Neun-Monats-Zeitraum ergab sich ein Konzern-EBITDA von 860,4 Mio. € (Vorjahr 862,2 Mio. €). Hier zeigten sich die positiven Auswirkungen des starken US-Dollar auf das operative Geschäft des Konzerns, die den Umsatz erhöht haben und die Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen. Im laufenden Geschäftsjahr wurden 109,2 Mio. € und im Vorjahr 206,3 Mio. € als Sondererträge vereinnahmt. Die Chemiebereiche konnten ihr EBITDA um 35 Prozent auf 433,5 Mio. € (Vorjahr 320,9 Mio. €) verbessern. Siltronic erzielte von Januar bis September 2015 ein EBITDA von 100,8 Mio. € (Vorjahr 76,3 Mio. €). Das ist ein Plus von 32 Prozent. Das EBITDA von WACKER polysilicon lag im Berichtszeitraum auf Grund des niedrigeren Sonderertrags mit 331,9 Mio. € um 26 Prozent unter Vorjahr (448,2 Mio. €). Für den Neun-Monats-Zeitraum ergab sich für den Konzern eine EBITDA-Marge von 21,2 Prozent (Vorjahr 23,7 Prozent).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns lag im 3. Quartal 2015 bei 125.5 Mio. € (Vorjahr 196,3 Mio. €). Es hat sich damit im Jahresvergleich um 36 Prozent reduziert. Auch hier wirkte sich der beschriebene Sondereffekt aus. Bereinigt hat sich das EBIT um knapp vier Prozent erhöht. Die Abschreibungen beliefen sich auf 138,8 Mio. € (Vorjahr 151,2 Mio. €). Dieser Rückgang von acht Prozent resultiert aus dem Auslaufen planmäßiger Abschreibungen. Das EBIT der vergangenen neun Monate belief sich auf 439,7 Mio. € (Vorjahr 412,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von knapp sieben Prozent. Auch hier wirkten sich niedrigere Abschreibungen von 420,7 Mio. € (Vorjahr 450,0 Mio. €) aus.

Für eine detaillierte Erläuterung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses der Geschäftsbereiche verweisen wir auf den Abschnitt "Ergebnisse der Geschäftsbereiche" ab Seite 37 dieses Zwischenberichts.

Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr an

Das Bruttoergebnis vom Umsatz des 3. Quartals ist im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 298,6 Mio. € gewachsen (Vorjahr 236,6 Mio. €). Die Brutto-Umsatzmarge betrug 22 Prozent und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte. Dies ist im Wesentlichen auf den höheren Umsatz zurückzuführen. Die Herstellungskosten sind im Berichtsquartal um sechs Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 1.059,3 Mio. € (Vorjahr 995,6 Mio. €). Die Herstellungskostenquote beträgt im Berichtsquartal 78 Prozent und ist damit um zwei Prozentpunkte besser als im Vorjahr. Für den Neun-Monats-Zeitraum 2015 ergab sich ein Bruttoergebnis von 887,7 Mio. € (Vorjahr 635,4 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 40 Prozent. Die Brutto-Umsatzmarge belief sich auf 22 Prozent (Vorjahr 17 Prozent). Die Herstellungskostenquote betrug 78 Prozent (Vorjahr 83 Prozent). Neben dem Umsatzplus sind die hohe Auslastung der Produktionsanlagen sowie reduzierte Kosten die wesentlichen Gründe für die Verbesserung sowohl im Quartals- als auch im Neun-Monats-Vergleich.

Funktionskosten steigen

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im 3. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent erhöht. Sie stiegen von 140,4 Mio. € auf 148,9 Mio. €. Im Neun-Monats-Vergleich ergab sich ebenfalls ein Anstieg von sechs Prozent. Insbesondere die Vertriebskosten sind auf Grund des höheren Umsatzvolumens deutlich gewachsen.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug im Berichtsquartal -27,3 Mio. € (Vorjahr 97,6 Mio. €). Der wesentliche Grund für die Veränderung zum Vorjahr sind die oben beschriebenen Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus aufgelösten Verträgen mit Polysiliciumkunden. Der Konzern erzielte im Berichtsquartal ein negatives Währungsergebnis in Höhe von -24,3 Mio. € (Vorjahr 6,9 Mio. €). Davon entfielen -15,5 Mio. € (Vorjahr 5,3 Mio. €) auf Siltronic, -8,8 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €) wurden im Sonstigen ausgewiesen. Der Grund für diesen Effekt sind im Wesentlichen auslaufende Devisentermingeschäfte, die der Währungssicherung dienten. Im Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 belief sich der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen auf 5,3 Mio. € (Vorjahr 204,6 Mio. €). Das Währungsergebnis für den Zeitraum Januar bis September 2015 betrug -58,7 Mio. € (Vorjahr 16,3 Mio. €). Davon entfielen -35,2 Mio. € (Vorjahr 11,4 Mio. €) auf Siltronic und -23,5 Mio. € (Vorjahr 4,9 Mio. €) auf das Sonstige.

Betriebsergebnis

Die oben genannten Effekte haben dazu geführt, dass sich das Betriebsergebnis im 3. Quartal 2015 um 71,4 Mio. € verschlechtert hat. Es belief sich auf 122,4 Mio. € (Vorjahr 193,8 Mio. €). Im Neun-Monats-Zeitraum stieg das Betriebsergebnis auf 436,8 Mio. € (Vorjahr 409,2 Mio. €).

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns hat sich im 3. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Es betrug im Berichtsquartal -23,5 Mio. € (Vorjahr -15,7 Mio. €). Zinserträgen von 1,6 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 7,5 Mio. € (Vorjahr 12,8 Mio. €) gegenüber. Im 3. Quartal reduzierten Bauzeitzinsen in Höhe von 4,5 Mio. € den Zinsaufwand. Im Neun-Monats-Zeitraum ergab sich ein Finanzergebnis von -50,4 Mio. € (Vorjahr -62,4 Mio. €). Zinserträge von 5,4 Mio. € (Vorjahr 5,5 Mio. €) korrespondierten mit gesunkenen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,7 Mio. € (Vorjahr 35,2 Mio. €). Bauzeitzinsen in Höhe von 14,1 Mio. € reduzierten den Zinsaufwand und führten zu der Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr.

Das übrige Finanzergebnis belief sich im Berichtsquartal auf -17,6 Mio. € (Vorjahr -4,9 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus Kurseffekten der Finanzanlagen enthalten. Im Neun-Monats-Zeitraum ergab sich ein Saldo von -33,1 Mio. € (Vorjahr -32,7 Mio. €).

Ertragsteuern

Der Konzern weist für den Neun-Monats-Zeitraum einen Steueraufwand von 152,3 Mio. € (Vorjahr 137,2 Mio. €) aus. Die Steuerquote der ersten neun Monate des laufenden Jahres beträgt 39,1 Prozent (Vorjahr 39,2 Prozent). Sie ist beeinflusst durch steuerlich nicht absetzbare Anlaufkosten für den Produktionsstandort Tennessee und Verluste einiger Tochtergesellschaften.

Periodenergebnis

Das Periodenergebnis des Berichtsquartals hat sich mit 58,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (119,0 Mio. €) verringert. Der oben erläuterte Sonderertrag im Vorjahr ist der Grund für diesen Rückgang. Das Periodenergebnis des Neun-Monats-Zeitraums war dagegen höher als vor einem Jahr. Es summierte sich von Januar bis September 2015 auf 237,0 Mio. € (Vorjahr 212,6 Mio. €).

Zusammengefasste Bilanz/Vermögenslage
30. September 2015

Aktiva

scroll
Mio. € 30.09.2015 30.09.2014 Veränderung in % 31.12.2014 Veränderung in %
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4.683,9 4.197,8 11,6 4.345,7 7,8
At equity bewertete Beteiligungen 20,5 20,3 1,0 20,5 -
Sonstige langfristige Vermögenswerte 489,8 524,1 - 6,5 487,9 0,4
Langfristige Vermögenswerte 5.194,2 4.742,2 9,5 4.854,1 7,0
Vorräte 782,9 743,9 5,2 734,3 6,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 786,7 749,6 4,9 684,0 15,0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 558,2 809,9 - 31,1 674,8 - 17,3
Kurzfristige Vermögenswerte 2.127,8 2.303,4 - 7,6 2.093,1 1,7
Summe Aktiva 7.322,0 7.045,6 3,9 6.947,2 5,4


Passiva

scroll
Mio. € 30.09.2015 30.09.2014 Veränderung in % 31.12.2014 Veränderung in %
Eigenkapital 2.752,7 2.113,5 30,2 1.946,5 41,4
Langfristige Rückstellungen 1.833,7 1.792,0 2,3 1.983,7 - 7,6
Finanzverbindlichkeiten 1.305,8 1.300,2 0,4 1.318,2 - 0,9
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 339,6 544,5 - 37,6 533,9 - 36,4
davon erhaltene Anzahlungen 334,8 533,1 - 37,2 523,0 - 36,0
Langfristige Schulden 3.479,1 3.636,7 - 4,3 3.835,8 - 9,3
Finanzverbindlichkeiten 141,1 292,6 - 51,8 283,3 - 50,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 390,3 365,2 6,9 374,5 4,2
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 558,8 637,6 - 12,4 507,1 10,2
Kurzfristige Schulden 1.090,2 1.295,4 - 15,8 1.164,9 - 6,4
Schulden 4.569,3 4.932,1 - 7,4 5.000,7 - 8,6
Summe Passiva 7.322,0 7.045,6 3,9 6.947,2 5,4


Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um fünf Prozent erhöht. Sie stieg um 374,8 Mio. € und belief sich zum 30. September 2015 auf 7,32 Mrd. € (31.12.2014: 6,95 Mrd. €). Im Vergleich zum Stichtag 30. September 2014 ist die Bilanzsumme um 276,4 Mio. € gewachsen. Der Anstieg hat mehrere Gründe. Im Berichtszeitraum wirkte sich der Wertverlust des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen deutlich auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns aus. Effekte aus der Währungsumrechnung erhöhten die Bilanzsumme um 166,2 Mio. €, insbesondere im Anlagevermögen und in den Finanzschulden. Der Anstieg des operativen Geschäfts führte zu höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zu höheren Vorratsbeständen. Auf der Passivseite reduzierten sich neben den Pensionsrückstellungen im Wesentlichen die erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen, weil Kundenverträge aufgelöst wurden. Das Eigenkapital des Konzerns stieg zum einen durch das positive Ergebnis, die niedrigeren versicherungsmathematischen Verluste und die Effekte aus der Währungsumrechnung um 520,2 Mio. € an. Zum anderen erhöhten die von Dritten erhaltenen Einzahlungen aus dem erfolgreichen Börsengang der Siltronic ag das Konzerneigenkapital um 361,9 Mio. €. Gegenläufig reduzierte die Dividendenzahlung der WACKER Chemie ag in Höhe von 74,5 Mio. € das Eigenkapital.

Langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres um 340,1 Mio. € auf 5,20 Mrd. € (31.12.2014: 4,85 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 71 Prozent (31.12.2014: 70 Prozent). Die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien haben sich um 338,2 Mio. € erhöht. Sie beliefen sich zum 30. September 2015 auf 4,68 Mrd. € (31.12.2014: 4,35 Mrd. €). Der Anstieg ist währungsbedingt, aber auch laufende Investitionen erhöhten insbesondere die Sachanlagen. Sie wuchsen zum 30. September 2015 um 337,7 Mio. €. Die laufenden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 609,6 Mio. €. Knapp 70 Prozent dieser Summe floss in den Aufbau des Produktionsstandortes Charleston/Tennessee, usa. Gegenläufig reduzierten Abschreibungen in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 420,7 Mio. € (Vorjahr 450,0 Mio. €). Währungsveränderungen haben das Anlagevermögen um 153,1 Mio. € erhöht.

Die at-Equity bewerteten Beteiligungen blieben unverändert. Sie beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 20,5 Mio. € (31.12.2014: 20,5 Mio. €).

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 30. September 2015 auf 489,8 Mio. € (31.12.2014: 487,9 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Ende des Jahres 2014 nahezu konstant geblieben. Einen Anstieg gab es bei den Anlagen in langfristigen Wertpapieren. Sie erhöhten sich um 21,5 Mio. € auf 59,1 Mio. €. Gegenläufig ergab sich jedoch ein Abbau von aktiven latenten Steuern. Der Hauptgrund dafür sind die im Vergleich zum Jahresende 2014 geringeren versicherungsmathematischen Verluste der Pensionsrückstellungen. Sie reduzierten sich auf 304,9 Mio. € (31.12.2014: 334,3 Mio. €) auf Grund der gestiegenen zugrundeliegenden Diskontierungszinssätze. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte enthalten ferner Ausleihungen in Höhe von 98,8 Mio. € (31.12.2014: 93,5 Mio. €) und langfristige Steuerforderungen.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 34,7 Mio. € auf 2,13 Mrd. € angestiegen. Das ist ein Plus von knapp zwei Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf 29 Prozent (31.12.2014: 30 Prozent). Der Vorratsbestand stieg unter anderem währungsbedingt von 734,3 Mio. € auf 782,9 Mio. € an. Gegenüber dem Ende des Vorjahres ist das ein Plus von knapp sieben Prozent. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Ende des Neun-Monats-Zeitraums auf 786,7 Mio. € (31.12.2014: 684,0 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von 15 Prozent. Das höhere Geschäftsvolumen und Währungseffekte trugen zu dem Anstieg bei. Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben zusammen einen Anteil an der Bilanzsumme von 21 Prozent. Währungseffekte haben die Vorräte und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöht.

Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere belaufen sich zum Ende des Berichtszeitraums auf 159,1 Mio. € (31.12.2014: 157,4 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mitteln als Wertpapiere und Festgelder mit festgelegter Laufzeit angelegt. Die liquiden Mittel fielen von 325,9 Mio. € zum Jahresende 2014 auf 258,5 Mio. € zum 30. September 2015. Aus dem Börsengang der Siltronic ag im 2. Quartal 2015 flossen dem Konzern nach Abzug der Transaktionskosten Einzahlungen von insgesamt 361,9 Mio. € zu. WACKER hat diese Mittel zum einen Teil in Wertpapieren angelegt und zum anderen Teil für die Finanzierung der Investitionen verwendet. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind Ertragsteuerforderungen in Höhe von 9,2 Mio. € (31.12.2014: 15,2 Mio. €), positive Marktwerte derivativer Finanzinstrumente von 11,6 Mio. € (31.12.2014: 3,9 Mio. €) und sonstige Steueransprüche in Höhe von 31,5 Mio. € (31.12.2014: 49,6 Mio. €) enthalten. Der Anteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme beläuft sich auf knapp acht Prozent (31.12.2014: zehn Prozent).

Eigenkapital erhöht sich um 41 Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2014 um 806,2 Mio. € gestiegen. Es belief sich zum 30. September 2015 auf 2,75 Mrd. € (31.12.2014: 1,95 Mrd. €). Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 37,6 Prozent (31.12.2014: 28,0 Prozent). Die Gewinnrücklagen haben sich durch das Periodenergebnis der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2015 um 240,4 Mio. € erhöht. Die übrigen Eigenkapitalposten erhöhten das Eigenkapital im Wesentlichen durch die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Durch die Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne zum Ende des 3. Quartals 2015 gingen die versicherungsmathematischen Verluste zurück. Das hat das Eigenkapital um 139,5 Mio. € erhöht. Effekte aus der Währungsumrechnung erhöhten das Eigenkapital um 99,1 Mio. €. Die im 2. Quartal gezahlte Dividende der WACKER Chemie ag minderte das Eigenkapital um 74,5 Mio. €.

Im Rahmen des Börsengangs der Siltronic ag am 11. Juni 2015 wurden insgesamt 12,65 Mio. Aktien platziert. Davon stammen fünf Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung von Siltronic und 7,65 Mio. Aktien aus dem Bestand von WACKER. Für den WACKER-Konzern ergab sich dadurch ein Zugang im Eigenkapital von 361,9 Mio. €. Gleichzeitig ging der Anteil von WACKER am Eigenkapital der Siltronic ag von zuvor 100 Prozent auf nun 57,8 Prozent zurück. Der Streubesitz an der Siltronic ag liegt jetzt bei 42,2 Prozent. Da der Konzern immer noch die Mehrheit an der Gesellschaft hält, stieg durch die Transaktion das Eigenkapital der Aktionäre der WACKER Chemie ag um 197,1 Mio. €. Gleichzeitig erhöhten sich dadurch die auf andere Gesellschafter entfallenden Anteile am Konzerneigenkapital um 164,8 Mio. €. Zum Ende des Berichtsquartals beläuft sich der Anteil anderer Gesellschafter an der Siltronic-Gruppe auf 199,1 Mio. €.

Langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden betragen zum Bilanzstichtag 3,48 Mrd. € (31.12.2014: 3,84 Mrd. €). Das sind neun Prozent weniger als zum Ende des vergangenen Jahres. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf knapp 48 Prozent (31.12.2014: 55 Prozent). Die Pensionsrückstellungen sanken um 173,4 Mio. € auf 1,58 Mrd. €. Das ist ein Minus von zehn Prozent. Der Grund dafür ist der in der Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne verwendete Diskontierungszinssatz. Er ist höher als zum Jahresende 2014. Die Pensionsrückstellungen entsprechen 22 Prozent der Bilanzsumme (31.12.2014: 25 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen haben sich um neun Prozent erhöht.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten sanken um 12,4 Mio. € und beliefen sich auf 1,31 Mrd. € (Vorjahr 1,32 Mrd. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen durch Umgliederungen in den kurzfristigen Bereich bedingt. Gegenläufig wirkten sich Währungskurseffekte aus, da WACKER Bank- und Schuldscheindarlehen in US-Dollar und anderen Währungen ausweist. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe deutlich gesunken und liegen bei 339,6 Mio. € (31.12.2014: 533,9 Mio. €). Der Grund dafür ist die Veränderung der langfristigen erhaltenen Anzahlungen. Zum Stichtag beliefen sie sich auf 334,8 Mio. € (31.12.2014: 523,0 Mio. €). Durch die Auflösung langfristiger Lieferverträge wurden erhaltene Anzahlungen ergebniswirksam vereinnahmt.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden sind von 1,16 Mrd. € zum Jahresende 2014 auf 1,09 Mrd. € gesunken. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 15 Prozent. Zum 31. Dezember 2014 waren es 17 Prozent. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres um vier Prozent gestiegen. Sie beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 390,3 Mio. € (31.12.2014: 374,5 Mio. €). Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten haben sich mit 558,8 Mio. € (31.12.2014: 507,1 Mio. €) gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2014 um zehn Prozent erhöht. Hier zeigt sich der Aufbau von kurzfristigen Ertragsteuerrückstellungen, von Rückstellungen für Verkaufsboni und Altersteilzeit sowie von unterjährigen Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und variable Vergütungsbestandteile. Die Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten zur Devisensicherung gingen leicht zurück. Sie beliefen sich auf 34,9 Mio. € (31.12.2014: 44,9 Mio. €). Das Auslaufen von Derivaten mit negativen Marktwerten ist der Grund für diesen Rückgang. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 161,4 Mio. € (31.12.2014: 166,1 Mio. €).

WACKER weist Nettofinanzschulden von rund 970 Mio. € aus

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind um 50 Prozent zurückgegangen. Sie beliefen sich zum 30. September auf 141,1 Mio. € (31.12.2014: 283,3 Mio. €). Der wesentliche Grund für diesen Rückgang ist die Tilgung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 150 Mio. €. Gegenläufig erhöhten Währungseffekte die Finanzverbindlichkeiten. Insgesamt sind die Finanzschulden mit 1.446,9 Mio. € im Vergleich zum Jahresende 2014 (1.601,5 Mio. €) gesunken. Der Anteil der Finanzschulden an der Bilanzsumme beträgt 20 Prozent. Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen im Neun-Monats-Zeitraum 2015 hat die Finanzschulden um 55 Mio. € ansteigen lassen. Die kurzfristige Liquidität (kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ist im Vergleich zum 31. Dezember 2014 gesunken. Sie beläuft sich auf 417,6 Mio. € (31.12.2014: 483,3 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 14 Prozent, der die Rückzahlung des Schuldscheindarlehens und anderer Finanzierungen, aber auch Abflüsse durch hohe Investitionen zeigt. Positiv wirkte sich der Geldeingang in Höhe von 361,9 Mio. € aus dem Börsengang der Siltronic ag aus. Die langfristig angelegten Wertpapiere stiegen von 37,6 Mio. € auf 59,1 Mio. €, da ein Teil der Erlöse, die WACKER aus dem Börsengang zugeflossen sind, mittelfristig angelegt wurde. Zum Bilanzstichtag 30. September 2015 wies WACKER somit Nettofinanzschulden (Saldo der Bruttofinanzverschuldung und der langfristigen und kurzfristigen Liquidität) von 970,2 Mio. € aus (31.12.2014: 1.080,6 Mio. €). Das sind zehn Prozent weniger als zum 31. Dezember 2014.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

Zusammengefasste Kapitalflussrechnung/Finanzlage
01. Januar bis 30. September 2015

Zusammengefasste Kapitalflussrechnung

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung

in %
Periodenergebnis 58,2 119,0 - 51,1 237,0 212,6 11,5
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen 138,8 151,2 - 8,2 420,7 450,0 - 6,5
Veränderung der Vorräte - 6,4 - 44,9 - 85,7 - 38,3 - 81,9 - 53,2
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 2,6 10,0 n.a. - 101,6 - 112,6 - 9,8
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte 33,0 20,6 60,2 47,8 36,3 31,7
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen - 69,5 - 111,9 - 37,9 - 192,8 - 185,5 3,9
Veränderung Equity Accounting - 0,2 - 0,1 100,0 1,3 1,1 18,2
Übrige Posten 37,7 49,8 - 24,3 117,4 132,2 - 11,2
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 189,0 193,7 - 2,4 491,5 452,2 8,7
Auszahlungen/Einzahlungen für Akquisitionen

n.a.
25,8 n.a.
Auszahlungen/Einzahlungen für Investitionen - 222,3 - 127,2 74,8 - 609,7 - 331,0 84,2
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - 222,3 - 127,2 74,8 - 609,7 - 305,2 99,8
Erwerb/Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern - 60,9 - 50,8 19,9 - 25,6 - 50,0 - 48,8
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 283,2 - 178,0 59,1 - 635,3 - 355,2 78,9
Gewinnausschüttungen aus Vorjahresergebnis

n.a. - 75,9 - 25,7 >100
Einzahlungen aus der Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - - n.a. 361,9 - n.a.
Veränderung Finanzverbindlichkeiten - 54,3 82,3 n.a. - 208,7 - 58,2 >100
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 54,3 82,3 n.a. 77,3 - 83,9 n.a.
Veränderung aus Wechselkursänderungen - 4,1 2,5 n.a. - 0,9 3,5 n.a.
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 152,6 100,5 n.a. - 67,4 16,6 n.a.
Stand am Periodenanfang 411,1 347,9 18,2 325,9 431,8 - 24,5
Stand am Stichtag 258,5 448,4 - 42,4 258,5 448,4 - 42,4


Netto-Cashflow

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung

in %
9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 189,0 193,7 - 2,4 491,5 452,2 8,7
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 69,5 111,9 - 37,9 192,8 185,5 3,9
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - 222,3 - 127,2 74,8 - 609,7 - 305,2 99,8
Zugänge aus Finanzierungsleasing - - n.a. - - n.a.
Netto-Cashflow : 36,2 178,4 - 79,7 74,6 332,5 - 77,6


Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist es, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Als wichtigste Liquiditätsquelle dienen die operative Geschäftstätigkeit und die daraus resultierenden Einzahlungen. Um für die laufenden Investitionsprojekte den finanziellen Spielraum zu erweitern, ergänzt WACKER seine Finanzierungsstrategie durch die Aufnahme langfristiger Darlehen.

Als interne Kennzahl zur Messung der Liquidität des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Die Kennzahl Nettofinanzschulden als Finanzierungskennzahl bildet die Konzernverschuldung ab.

Brutto-Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Berichtszeitraum Januar bis September 2015 auf 491,5 Mio. € (Vorjahr 452,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von neun Prozent. Positiv wirkte sich das höhere Periodenergebnis von 237,0 Mio. € aus. Dieses enthielt Abschreibungen in Höhe von 420,7 Mio. € (Vorjahr 450,0 Mio. €). Der Anstieg des Working Capital (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte) wirkte sich mit 130,2 Mio. € negativ auf den Brutto-Cashflow aus. Insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Vorräte stiegen geschäftsbedingt deutlich an. Die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen veränderten sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 um -192,8 Mio. € (Vorjahr -185,5 Mio. €) auf Grund der nun erfolgten Lieferungen und einbehaltener Vorauszahlungen aus aufgelösten Verträgen. Die zusammengefassten Übrigen Posten führen zu einem positiven Effekt von 142,6 Mio. € (Vorjahr 132,2 Mio. €). Darin enthalten sind der Anstieg der Personalverbindlichkeiten, der Urlaubs- und Gleitzeitverpflichtungen sowie der Rückstellungen für Altersteilzeit. Höhere Steuerrückstellungen wirkten sich ebenfalls positiv auf den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit aus.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich auf -609,7 Mio. € und zeigt im Wesentlichen den Mittelabfluss für die Investitionstätigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr (-305,2 Mio. €) haben sich die Auszahlungen für Investitionen deutlich erhöht. Die Mittel gingen zu rund 70 Prozent in den weiteren Aufbau des Polysiliciumstandortes in Charleston/ Tennessee, usa. Im Vergleich zum Vorjahr befindet sich das Projekt in einer intensiven Fertigstellungsphase, was zu deutlich höheren Auszahlungen führt. Im Vorjahr ergab sich ein Mittelzufluss in Höhe von 25,8 Mio. €, der im Wesentlichen den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten der erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd (ssw) darstellt.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis September 2015 auf -635,3 Mio. € (Vorjahr -355,2 Mio. €). Zusätzlich zu den Investitionen in das Anlagevermögen enthält er noch Ein- und Auszahlungen aus Wertpapieren und Festgeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten.

Netto-Cashflow

Der Netto-Cashflow setzt sich aus dem Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne erhaltene Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) unter Berücksichtigung der Zugänge aus Finanzierungsleasing zusammen. Er beläuft sich im Neun-Monats-Zeitraum 2015 auf 74,6 Mio. €. Im Vorjahr betrug der Netto-Cashflow 332,5 Mio. €.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum 2015 auf 77,3 Mio. € (Vorjahr -83,9 Mio. €). Die Einzahlungen aus dem Börsengang der Siltronic ag und der damit verbundenen Veränderung der Eigentumsanteile beliefen sich auf 361,9 Mio. €. Sie erhöhten den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Dividendenzahlung der WACKER Chemie ag im 2. Quartal 2015 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von 74,5 Mio. €. Ferner hat der Mittelabfluss aus der Tilgung externer Bankverbindlichkeiten in Höhe von 208,7 Mio. € den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reduziert.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nahmen im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 67,4 Mio. € ab. Im Vorjahreszeitraum gab es einen Anstieg in Höhe von 16,6 Mio. €. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 30. September 2015 auf 258,5 Mio. € (31.12.2014: 325,9 Mio. €).

Ergebnisse der Geschäftsbereiche
01. Januar bis 30. September 2015

Umsatzerlöse

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung

in %
WACKER SILICONES 501,9 447,5 12,2 1.483,0 1.314,0 12,9
WACKER POLYMERS 313,0 288,0 8,7 912,2 812,2 12,3
WACKER BIOSOLUTIONS 50,4 45,2 11,5 152,5 132,5 15,1
WACKER POLYSILICON 271,4 252,4 7,5 822,1 787,6 4,4
SILTRONIC 230,6 216,0 6,8 716,0 630,2 13,6
Zentralfunktionen/Sonstiges 46,7 39,8 17,3 148,3 119,7 23,9
Konsolidierungen - 56,1 - 56,7 - 1,1 - 170,8 - 164,3 4,0
Konzernumsatz 1.357,9 1.232,2 10,2 4.063,3 3.631,9 11,9


EBIT

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
WACKER SILICONES 61,5 48,9 25,8 165,8 115,9 43,1
WACKER POLYMERS 55,0 40,7 35,1 153,9 103,1 49,3
WACKER BIOSOLUTIONS 4,4 2,7 63,0 17,1 11,6 47,4
WACKER POLYSILICON 35,5 122,6 - 71,0 162,2 273,9 - 40,8
SILTRONIC 0,7 - 7,3 n.a. 10,1 - 43,5 n.a.
Zentralfunktionen/Sonstiges - 30,6 - 13,1 >100 - 68,6 - 48,2 42,3
Konsolidierungen - 1,0 1,8 n.a. - 0,8 - 0,6 33,3
Konzern-EBIT 125,5 196,3 - 36,1 439,7 412,2 6,7


EBITDA

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
WACKER SILICONES 81,6 69,5 17,4 226,6 176,0 28,8
WACKER POLYMERS 64,7 48,2 34,2 181,4 125,9 44,1
WACKER BIOSOLUTIONS 7,2 5,4 33,3 25,5 19,0 34,2
WACKER POLYSILICON 91,8 180,3 - 49,1 331,9 448,2 - 25,9
SILTRONIC 29,4 33,2 - 11,4 100,8 76,3 32,1
Zentralfunktionen/Sonstiges - 9,4 9,1 n.a. - 4,9 17,4 n.a.
Konsolidierungen - 1,0 1,8 n.a. - 0,9 - 0,6 50,0
Konzern-EBITDA 264,3 347,5 - 23,9 860,4 862,2 - 0,2


Überleitungsrechnung des Segmentergebnisses

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
EBIT der berichtspflichtigen Segmente 157,1 207,6 - 24,3 509,1 461,0 10,4
Zentralfunktionen/Sonstiges - 30,6 - 13,1 >100 - 68,6 - 48,2 42,3
Konsolidierungen - 1,0 1,8 n.a. - 0,8 - 0,6 33,3
Konzern-EBIT 125,5 196,3 - 36,1 439,7 412,2 6,7
Finanzergebnis - 23,5 - 15,7 49,7 - 50,4 - 62,4 - 19,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 102,0 180,6 - 43,5 389,3 349,8 11,3


WACKER SILICONES

WACKER SILICONES


scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
Umsatzerlöse





Außenumsatz 501,8 447,4 12,2 1.482,8 1.313,8 12,9
Innenumsatz 0,1 0,1 - 0,2 0,2 -
Gesamtumsatz 501,9 447,5 12,2 1.483,0 1.314,0 12,9
EBIT 61,5 48,9 25,8 165,8 115,9 43,1
EBIT-Marge (%) 12,3 10,9 - 11,2 8,8 -
Abschreibungen 20,1 20,6 - 2,4 60,8 60,1 1,2
EBITDA 81,6 69,5 17,4 226,6 176,0 28,8
EBITDA-Marge (%) 16,3 15,5 - 15,3 13,4 -
Investitionen 23,5 21,3 10,3 56,2 54,5 3,1
Stichtag 30.09.2015 30.06.2015
30.09.2015 31.12.2014
Anzahl der Mitarbeiter 4.388 4.347 0,9 4.388 4.240 3,5


WACKER silicones hat im 3. Quartal 2015 den Umsatz und das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Der Geschäftsbereich erzielte von Juli bis September 2015 einen Gesamtumsatz von 501,9 Mio. € (Vorjahr 447,5 Mio. €). Das ist ein Plus von gut zwölf Prozent. Günstige Wechselkurseffekte und höhere Absatzmengen sind die wesentlichen Gründe für diesen Anstieg. Bei einigen Produktgruppen verzeichnet der Geschäftsbereich auch bessere Preise als vor einem Jahr. Obwohl die Kundennachfrage zeitweise etwas zurückhaltend war, hat WACKER silicones im Berichtsquartal das Umsatzniveau des 2. Quartals (506,3 Mio. €) nur um knapp ein Prozent unterschritten. Für den Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 summieren sich die Umsatzerlöse von WACKER silicones auf 1.483,0 Mio. € (Vorjahr 1.314,0 Mio. €). Das sind knapp 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Gut entwickelt hat sich im Berichtsquartal das Geschäft in den Segmenten Körperpflege, Papierbeschichtung, Elektronik und Bau. Auch die Absatzmengen bei pyrogenen Kieselsäuren sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen. Schwächer lief der Absatz von Siliconkautschuk sowie von Siliconen für Industrie- und Textilanwendungen. Die Produktionskapazitäten des Geschäftsbereichs waren von Juli bis September 2015 sehr gut ausgelastet. Teilweise liefen die Anlagen mit voller Kapazität.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz von WACKER silicones in allen Regionen gewachsen. Besonders stark war der Anstieg in Asien und in Amerika. Hier spielten auch günstige Währungseffekte eine Rolle. Gegenüber dem Vorquartal hat das Geschäft in Deutschland und Europa weiter zugelegt. In Amerika, Asien und den Übrigen Regionen fielen die Umsätze dagegen etwas niedriger aus als im 2. Quartal 2015.

EBITBA wächst im Jahresvergleich um gut 17 Prozent

Vor allem das Umsatzplus auf Grund der günstigen Wechselkurseffekte und höherer Absatzmengen hat dazu beigetragen, dass WACKER Silicones im Zeitraum Juli bis September 2015 sein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr um gut 17 Prozent auf 81,6 Mio. € (Vorjahr 69,5 Mio. €) steigern konnte. Höhere Rohstoffpreise haben dabei die Ergebnisentwicklung etwas gebremst. Das EBITDA des Vorquartals (77,3 Mio. €) hat der Geschäftsbereich um knapp sechs Prozent übertroffen. Die EBITDA-Marge stieg im Berichtsquartal auf 16,3 Prozent nach 15,5 Prozent im Vorjahreszeitraum und 15,3 Prozent im Vorquartal. In den neun Monaten von Januar bis September 2015 summiert sich das EBITDA von WACKER Silicones auf 226,6 Mio. € (Vorjahr 176,0 Mio. €). Das sind rund 29 Prozent mehr als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA-Marge von 15,3 Prozent (Vorjahr 13,4 Prozent).

Die Investitionen von WACKER Silicones beliefen sich im 3. Quartal 2015 auf 23,5 Mio. € (Vorjahr 21,3 Mio. €). Die Mittel gingen vorrangig in den Ausbau der Kapazitäten für fertige Siliconprodukte. Von Januar bis September 2015 hat der Geschäftsbereich insgesamt 56,2 Mio. € (Vorjahr 54,5 Mio. €) investiert.

Mitte September hat WACKER Silicones an seinem chinesischen Produktionsstandort Zhangjiagang ein neues Logistikzentrum für seine dort hergestellten Silicone in Betrieb genommen. Herzstück ist ein 4.000 Quadratmeter großes Hochregallager, in dem alle ein- und ausgehenden Waren vollelektronisch erfasst und von einem computergestützten Lagerverwaltungssystem auf die 9.000 Palettenstellplätze verteilt werden. Der Geschäftsbereich kann seine Kunden in der Region so noch schneller und flexibler beliefern.

Die Zahl der Beschäftigen von WACKER Silicones lag zum Stichtag 30. September 2015 bei 4.388 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (30.06.2015: 4.347).


WACKER POLYMERS

WACKER POLYMERS

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
Umsatzerlöse





Außenumsatz 307,6 280,0 9,9 894,1 792,8 12,8
Innenumsatz 5,4 8,0 - 32,5 18,1 19,4 - 6,7
Gesamtumsatz 313,0 288,0 8,7 912,2 812,2 12,3
EBIT 55,0 40,7 35,1 153,9 103,1 49,3
EBIT-Marge (%) 17,6 14,1 - 16,9 12,7 -
Abschreibungen 9,7 7,5 29,3 27,5 22,8 20,6
EBITDA 64,7 48,2 34,2 181,4 125,9 44,1
EBITDA-Marge (%) 20,7 16,7 - 19,9 15,5 -
Investitionen 10,4 19,1 - 45,5 35,7 36,2 - 1,4
Stichtag 30.09.2015 30.06.2015
30.09.2015 31.12.2014
Anzahl der Mitarbeiter 1.452 1.441 0,8 1.452 1.408 3,1


WACKER Polymers hat im 3. Quartal 2015 einen Gesamtumsatz von 313,0 Mio. € (Vorjahr 288,0 Mio. €) erwirtschaftet. Das ist ein Plus von knapp neun Prozent. Insgesamt deutlich höhere Absatzmengen und positive Wechselkurseffekte sind die Gründe für diesen Anstieg. Das Umsatzvolumen des Vorquartals (314,6 Mio. €) hat der Geschäftsbereich um knapp ein Prozent unterschritten. Hier spielten die im Quartalsvergleich geringfügig niedrigeren Durchschnittspreise eine Rolle. Von Januar bis September 2015 summierten sich die Umsätze von WACKER Polymers auf 912,2 Mio. € (Vorjahr 812,2 Mio. €). Das ist ein Plus von gut zwölf Prozent.

WACKER Polymers hat im 3. Quartal 2015 deutlich mehr Dispersionspulver abgesetzt als vor einem Jahr. Bei Dispersionen war der Absatz im Jahresvergleich nahezu unverändert. Gegenüber dem Vorquartal hat der Absatz sowohl bei Dispersionspulvern als auch bei Dispersionen leicht zugelegt. Gut entwickelte sich im Berichtsquartal das Geschäft mit Polymerprodukten für Farben und Lacke, für die Teppichindustrie sowie für Abdichtungen. Zurückhaltender war die Nachfrage bei Dispersionen für technische Textilien und Klebstoffanwendungen. Die Anlagen des Geschäftsbereichs waren im 3. Quartal 2015 im Durchschnitt zu über 80 Prozent ausgelastet.

Regional hat WACKER Polymers seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr in allen Regionen mit Ausnahme von Deutschland weiter ausgebaut. Besonders kräftig fiel der Anstieg, auch währungsbedingt, in Asien und Amerika aus. Im Vergleich zum Vorquartal sind die Umsätze in Asien, Amerika und Deutschland weiter gewachsen. Europa und die Übrigen Regionen lagen dagegen unter dem Niveau des 2. Quartals 2015.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat WACKER Polymers im Zeitraum Juli bis September 2015 sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Vergleich zum 2. Quartal 2015 deutlich gesteigert. Binnen Jahresfrist stieg das EBITDA um rund 34 Prozent auf 64,7 Mio. € (Vorjahr 48,2 Mio. €). Das Umsatzplus auf Grund positiver Währungseffekte und höherer Absatzmengen ist ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg. Daneben spielten auch die gestiegene Anlagenauslastung und niedrigere Rohstoffkosten eine Rolle. Das EBITDA des Vorquartals (56,8 Mio. €) hat WACKER Polymers absatz- und auslastungsbedingt um rund 14 Prozent übertroffen. Die EBITDA-Marge für das 3. Quartal 2015 liegt bei 20,7 Prozent (Vorjahr 16,7 Prozent), im 2. Quartal 2015 hatte sie 18,1 Prozent betragen. Im Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 summierte sich das EBITDA von WACKER Polymers auf 181,4 Mio. € (Vorjahr 125,9 Mio. €). Das sind 44 Prozent mehr als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA-Marge von 19,9 Prozent (Vorjahr 15,5 Prozent).

Bedarfsgerechter Ausbau der Produktionskapazitäten

WACKER Polymers hat im Berichtsquartal 10,4 Mio. € (Vorjahr 19,1 Mio. €) investiert. Die Mittel dienten vorrangig dem bedarfsgerechten Ausbau der Produktionskapazitäten für Dispersionen. Für den Zeitraum Januar bis September 2015 addieren sich die Investitionen des Geschäftsbereichs auf 35,7 Mio. € (Vorjahr 36,2 Mio. €).

Im US-amerikanischen Calvert City/Kentucky, usa, hat WACKER Polymers seine bestehenden Produktionsanlagen für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen erweitert. Dort wurde ein neuer Reaktor mit einer Jahreskapazität von 85.000 Tonnen errichtet. Die Inbetriebnahme hat wie geplant im Berichtsquartal begonnen. Die Investitionen für die neue Anlage und den Ausbau der Infrastruktur belaufen sich auf rund 50 Mio. €.

Zum 30. September 2015 beschäftigte WACKER Polymers 1.452 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (30.06.2015: 1.441).

WACKER BIOSOLUTIONS

WACKER BIOSOLUTIONS

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung

in %
Umsatzerlöse





Außenumsatz 50,4 45,2 11,5 152,5 132,5 15,1
Innenumsatz - - - - - -
Gesamtumsatz 50,4 45,2 11,5 152,5 132,5 15,1
EBIT 4,4 2,7 63,0 17,1 11,6 47,4
EBIT-Marge (%) 8,7 6,0 - 11,2 8,8 -
Abschreibungen 2,8 2,7 3,7 8,4 7,4 13,5
EBITDA 7,2 5,4 33,3 25,5 19,0 34,2
EBITDA-Marge (%) 14,3 11,9 - 16,7 14,3 -
Investitionen 1,0 2,0 - 50,0 2,9 4,3 - 32,6
Stichtag 30.09.2015 30.06.2015
30.09.2015 31.12.2014
Anzahl der Mitarbeiter 494 481 2,7 494 484 2,0


WACKER BIOSOLUTIONS hat von Juli bis September 2015 einen Gesamtumsatz von 50,4 Mio. € (Vorjahr 45,2 Mio. €) erzielt und damit den Vorjahreswert um knapp zwölf Prozent übertroffen. Höhere Absatzmengen in einigen Produktsegmenten und positive Wechselkurseffekte sind die maßgeblichen Gründe für diesen Anstieg. Zugelegt hat im Jahresvergleich vor allem das Geschäft mit biologisch hergestellten Pharmaproteinen und Cystein. Auch bei Cyclodextrinen waren die Umsätze höher als vor einem Jahr. Den Umsatz des Vorquartals (52,7 Mio. €) hat WACKER BIOSOLUTIONS um rund vier Prozent unterschritten. Niedrigere Absatzmengen in einigen Produktsegmenten spielten hierbei eine wesentliche Rolle. Für die neun Monate Januar bis September 2015 addieren sich die Umsatzerlöse von WACKER BIOSOLUTIONS auf 152,5 Mio. € (Vorjahr 132,5 Mio. €). Das ist ein Anstieg um gut 15 Prozent.

Auch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat WACKER BIOSOLUTIONS weiter zugelegt. Mit 7,2 Mio. € (Vorjahr 5,4 Mio. €) verbesserte sich der Geschäftsbereich gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Mio. €. Der höhere Umsatz auf Grund positiver Währungseffekte sowie der im Jahresvergleich teilweise höheren Absatzmengen war der Hauptgrund für diesen Anstieg. Gegenüber dem Vorquartal (9,5 Mio. €) sank das EBITDA dagegen umsatzbedingt um 2,3 Mio. €. Die EBITDA-Marge des 3. Quartals 2015 lag bei 14,3 Prozent nach 11,9 Prozent im Vorjahr und 18,0 Prozent im Vorquartal. Von Januar bis September 2015 summierte sich das EBITDA des Geschäftsbereichs auf 25,5 Mio. € (Vorjahr 19,0 Mio. €). Die EBITDA-Marge stieg entsprechend auf 16,7 Prozent (Vorjahr 14,3 Prozent).

Von Juli bis September 2015 hat WACKER BIOSOLUTIONS 1,0 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €) investiert. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 beliefen sich die Investitionen auf insgesamt 2,9 Mio. € (Vorjahr 4,3 Mio. €).

Anfang November präsentiert der Geschäftsbereich auf der Fachmesse Bio-Europe in München seine neuartige Rückfaltungstechnologie mit dem Markennamen FOLDTEC®. WACKER BIOSOLUTIONS kann damit für seine Kunden Pharmaproteine, die wegen ihrer Aggregationsneigung schwer herstellbar sind, kosteneffizient und stabil in hohen Ausbeuten und höchster Reinheit produzieren. Das proprietäre Verfahren besteht aus eigens entwickelten und optimierten Bakterienstämmen sowie einem patentierten, antibiotikafreien Expressionssystem.

Zum Stichtag 30. September 2015 beschäftigte WACKER BIOSOLUTIONS insgesamt 494 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (30.06.2015: 481).

WACKER POLYSILICON

WACKER POLYSILICON

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung

in %
9M 2015 9M 2014 Veränderung

in %
Umsatzerlöse





Außenumsatz 250,2 226,0 10,7 756,0 709,1 6,6
Innenumsatz 21,2 26,4 - 19,7 66,1 78,5 - 15,8
Gesamtumsatz 271,4 252,4 7,5 822,1 787,6 4,4
EBIT 35,5 122,6 - 71,0 162,2 273,9 - 40,8
EBIT-Marge (%) 13,1 48,6 - 19,7 34,8 -
Abschreibungen 56,3 57,7 - 2,4 169,7 174,3 - 2,6
EBITDA 91,8 180,3 - 49,1 331,9 448,2 - 25,9
EBITDA-Marge (%) 33,8 71,4 - 40,4 56,9 -
Investitionen 148,2 92,0 61,1 450,6 202,2 >100
Stichtag 30.09.2015 30.06.2015
30.09.2015 31.12.2014
Anzahl der Mitarbeiter 2.321 2.249 3,2 2.321 2.093 10,9


WACKER polysilicon hat im 3. Quartal 2015 einen Gesamtumsatz von 271,4 Mio. € (Vorjahr 252,4 Mio. €) erzielt. Das sind knapp acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vorquartal (261,3 Mio. €) beträgt das Plus knapp vier Prozent. Dank deutlich höherer Absatzmengen als im Vorjahr und im 2. Quartal 2015 konnte der Geschäftsbereich die rückläufigen Marktpreise für Polysilicium mehr als ausgleichen. Von Januar bis September 2015 addieren sich die Umsatzerlöse von WACKER polysilicon auf 822,1 Mio. € (Vorjahr 787,6 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von gut vier Prozent. Die Produktionsanlagen des Geschäftsbereichs liefen im 3. Quartal 2015 weiter mit voller Kapazität.

EBITDA geht wegen niedrigerer Sondererträge um 49 Prozent zurück

Das EBITDA von WACKER polysilicon belief sich im 3. Quartal 2015 auf 91,8 Mio. € (Vorjahr 180,3 Mio. €). Das sind 49 Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA Marge von 33,8 Prozent (Vorjahr 71,4 Prozent).

Der Hauptgrund dafür sind niedrigere Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarbranche. Im 3. Quartal 2014 fielen hier 92,3 Mio. € an. Im Berichtsquartal hat WACKER polysilicon dagegen nur 17,8 Mio. € an solchen Sondererträgen vereinnahmt. Bereinigt um diese Beträge ist das EBITDA des Geschäftsbereichs im Jahresvergleich um knapp 16 Prozent zurückgegangen. Zusätzlich zu den geringeren Sondererträgen haben die im Vergleich zum Vorjahr höheren Anlaufkosten für die Inbetriebnahme des neuen Standorts Charleston sowie niedrigere Preise für Polysilicium das EBITDA des Geschäftsbereichs gemindert. Die laufenden Maßnahmen zur Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität haben das EBITDA des Berichtsquartals dagegen positiv beeinflusst. Die um Sondererträge bereinigte EBITDA-Marge des 3. Quartals 2015 beträgt 27,3 Prozent (Vorjahr 34,9 Prozent).

Gegenüber dem Vorquartal (161,4 Mio. €) ging das EBITDA um gut 43 Prozent zurück. Ausschlaggebend war auch hier die unterschiedliche Höhe der Sondererträge. Im 2. Quartal 2015 hatte WACKER polysilicon 86,7 Mio. € aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen vereinnahmt. Die um Sondererträge bereinigte EBITDA-Marge des Vorquartals lag bei 28,6 Prozent.

Von Januar bis September 2015 summiert sich das EBITDA von WACKER polysilicon auf 331,9 Mio. € (Vorjahr 448,2 Mio. €). Das sind 26 Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA-Marge von 40,4 Prozent (Vorjahr 56,9 Prozent). Neben den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Preisen für Solarsilicium sind die geringeren Sondererträge der wesentliche Grund für diesen Rückgang. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014 fielen insgesamt 206,3 Mio. € aus vereinnahmten erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen an. Von Januar bis September 2015 waren es 109,2 Mio. €. Die um Sondererträge bereinigte EBITDA-Marge des Neun-Monats-Zeitraums 2015 beträgt 27,1 Prozent (Vorjahr 30,7 Prozent).

Neuer Standort Charleston in den usa weiter im Fokus der Investitionstätigkeit

Im 3. Quartal 2015 hat WACKER polysilicon 148,2 Mio. € (Vorjahr 92,0 Mio. €) investiert. Von Januar bis September 2015 summieren sich die Investitionen des Geschäftsbereichs auf 450,6 Mio. € (Vorjahr 202,2 Mio. €).

Im Berichtsquartal stand der Aufbau des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im us-Bundesstaat Tennessee weiter im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit. Die Arbeiten gingen im Zeitraum Juli bis September weiter planmäßig voran. Der Hochlauf der Anlagen in Charleston soll noch vor Ende dieses Jahres beginnen.

Zum Stichtag 30. September 2015 beschäftigte WACKER POLYSILICON2.321 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (30.06.2015: 2.249).

SILTRONIC

SILTRONIC

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung in %
Umsatzerlöse





Außenumsatz 228,7 214,8 6,5 710,9 626,8 13,4
Innenumsatz 1,9 1,2 58,3 5,1 3,4 50,0
Gesamtumsatz 230,6 216,0 6,8 716,0 630,2 13,6
EBIT 0,7 - 7,3 n.a. 10,1 - 43,5 n.a.
EBIT-Marge (%) 0,3 - 3,4 - 1,4 - 6,9 -
Abschreibungen 28,7 40,5 - 29,1 90,7 119,8 - 24,3
EBITDA 29,4 33,2 - 11,4 100,8 76,3 32,1
EBITDA-Marge (%) 12,7 15,4 - 14,1 12,1 -
Investitionen 27,3 8,5 >100 40,6 21,5 88,8
Stichtag 30.09.2015 30.06.2015
30.09.2015 31.12.2014
Anzahl der Mitarbeiter 3.980 4.045 - 1,6 3.980 4.165 - 4,4


Siltronic hat im 3. Quartal 2015 dank positiver Währungseffekte die rückläufigen Preise für Halbleiterwafer mehr als ausgeglichen und ihren Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Die Umsatzerlöse von Siltronic beliefen sich von Juli bis September auf 230,6 Mio. € (Vorjahr 216,0 Mio. €). Das sind knapp sieben Prozent mehr als vor einem Jahr.

Im Vergleich zum Vorquartal (246,7 Mio. €) ist der Umsatz um knapp sieben Prozent zurückgegangen. Vor allem marktbedingt niedrigere Absatzmengen sind dafür verantwortlich, weil die Kunden von Siltronic wie erwartet Vorräte abgebaut haben. Der wesentliche Grund für diesen Bestandsabbau sind die spürbar unter den ursprünglichen Erwartungen liegenden Absatzmengen bei Smartphones, Tablets und PCs. Die Durchschnittspreise für Siliciumwafer sind gegenüber dem Vorquartal in der Summe nahezu gleich geblieben.

Im Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 addieren sich die Umsätze von Siltronic auf 716,0 Mio. € (Vorjahr 630,2 Mio. €). Das ist ein Plus von knapp 14 Prozent.

Die Gesamtauslastung der Produktionsanlagen von Siltronic war im Berichtsquartal weiterhin hoch. Sie lag im Durchschnitt bei rund 85 Prozent.

Währungseffekte bremsen die Ergebnisentwicklung, EBITDA-Marge des Berichtsquartals liegt bei knapp 13 Prozent

Das EBITDA von Siltronic lag im 3. Quartal 2015 bei 29,4 Mio. € (Vorjahr 33,2 Mio. €). Das sind gut elf Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Hauptursachen für diesen Rückgang sind rückläufige Waferpreise in US-Dollar und Yen sowie Verluste aus der Währungssicherung. Sie haben das EBITDA von Siltronic im 3. Quartal 2015 um 15,5 Mio. € gemindert. Das Umsatzplus, auch aus der Währung, und die gute Abdeckung der Fixkosten durch die hohe Anlagenauslastung haben die Ertragslage dagegen gestärkt. Zudem beeinflussen die Anstrengungen, die Siltronic unternommen hat, um die Kosten zu reduzieren und die Produktivität zu erhöhen, die Ergebnisentwicklung nachhaltig positiv.

Im Vergleich zum Vorquartal (31,4 Mio. €) ging das EBITDA von Siltronic um gut sechs Prozent zurück. Hier machte sich der geringere Umsatz auf Grund der niedrigeren Absatzmengen bemerkbar. Die EBITDA-Marge von Siltronic lag im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September 2015 bei 12,7 Prozent (Vorjahr 15,4 Prozent). Im 2. Quartal 2015 hatte Siltronic eine EBITDA-Marge von 12,7 Prozent verzeichnet.

Von Januar bis September 2015 erzielte Siltronic ein EBITDA von 100,8 Mio. € (Vorjahr 76,3 Mio. €). Das ist ein Plus von 32 Prozent. Die EBITDA-Marge für den Neun-Monats-Zeitraum stieg entsprechend auf 14,1 Prozent (Vorjahr 12,1 Prozent). Das EBITDA der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres enthielt Währungsverluste in Höhe von 35,2 Mio. €.

Siltronic hat im Berichtsquartal 27,3 Mio. € (Vorjahr 8,5 Mio. €) investiert. Die Mittel gingen unter anderem in die Weiterentwicklung von Produkten und Herstellungsprozessen. Daneben investiert Siltronic in Maßnahmen zur weiteren Automatisierung ihrer Prozesse sowie selektiv in die Modernisierung ihrer Kristallziehanlagen. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 summieren sich die Investitionen auf 40,6 Mio. € (Vorjahr 21,5 Mio. €).

Zum Stichtag 30. September 2015 waren bei Siltronic 3.980 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (30.06.2015: 4.045) beschäftigt.

Sonstiges

Die unter "Sonstiges" zusammengefassten Umsätze des WACKER-Konzerns beliefen sich im 3. Quartal 2015 auf 46,7 Mio. € (Vorjahr 39,8 Mio. €). Das unter "Sonstiges" ausgewiesene EBITDA lag im Berichtsquartal bei -9,4 Mio. € (Vorjahr 9,1 Mio. €). Währungsverluste haben dabei das EBITDA des 3. Quartals 2015 um 8,8 Mio. € gemindert.

Von Januar bis September 2015 summierten sich die Umsatzerlöse im Segment "Sonstiges" auf 148,3 Mio. € (Vorjahr 119,7 Mio. €). Das EBITDA in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres beträgt -4,9 Mio. € (Vorjahr 17,4 Mio. €). Es enthielt Währungsverluste in Höhe von 23,5 Mio. €.

Zum Stichtag 30. September 2015 waren im Segment "Sonstiges" 4.386 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (30.06.2015: 4.365). Dazu zählen unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten der Standorte Burghausen und Nünchritz.

Risiken und Chancen

Risikomanagement und Chancenmanagement sind integrierte Bestandteile der Unternehmensführung

Als weltweit tätiges Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen ist WACKER einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus der operativen Tätigkeit in den fünf Geschäftsbereichen ergeben. Zudem hat das Unternehmen eine besondere Verantwortung für den Betrieb seiner Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. Aktives Risikomanagement ist deshalb im WACKER-Konzern ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung.

Das Risikomanagement- und Kontrollsystem, mit dem wir Risiken identifizieren, bewerten, steuern und überwachen, haben wir im Geschäftsbericht 2014 auf den Seiten 142 bis 146 detailliert beschrieben und erläutert. Im Berichtszeitraum gab es hier keine Änderungen. Das Gleiche gilt für das Chancenmanagementsystem, das im Geschäftsbericht 2014 auf Seite 162 dargestellt ist.

Aktuelle Einschätzung und Bewertung der zentralen Risikofelder für den WACKER-Konzern

WACKER beschreibt die Eintrittswahrscheinlichkeit der relevanten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen, die es ermöglichen, die Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe den Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, werden ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen beschrieben. Ein möglicher Ergebniseffekt wird dabei nach der Nettomethode bewertet, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die möglichen finanziellen Auswirkungen bei unseren drei Eintrittswahrscheinlichkeiten haben wir wie folgt festgelegt:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die Tabelle zeigt die aktuelle Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der wichtigsten Risiken für den WACKER-Konzern und die möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall. Die Angaben zum Status beschreiben die Veränderung zum Ende des Berichtszeitraums gegenüber der Einschätzung im Geschäftsbericht 2014. Die Aussagen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2015.

Eintrittwahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2015

scroll
Risiko / Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche
Auswirkungen
Status
Gesamtwirtschaftliche Risiken Chemiegeschäft gering mittel
Siltronic gering mittel
Polysilicium gering mittel
Absatzmarktrisiken
Überkapazitäten in den Chemiebereichen
gering mittel
Zykl. Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt möglich mittel
Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium möglich groß
Beschaffungsmarktrisiken gering niedrig
Marktentwicklungsrisiken gering niedrig
Investitionsrisiken hoch mittel
Produktionsrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken Kreditrisiko gering niedrig
Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme gering niedrig
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen gering niedrig
Rechtliche Risiken möglich niedrig
Umweltrisiken möglich niedrig
Steuerrisiken möglich niedrig
Sonstige Risiken gering niedrig
Regulatorische Risiken


Energiewende möglich niedrig
Anti-Dumping-Verfahren Polysilicium möglich groß
Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte sowie für Produktionsverfahren hoch niedrig
IT-Risiken gering mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken gering niedrig


gleich geblieben
gesunken
gestiegen


Einschätzungen von WACKER zu Risikofeldern, Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen bleiben in weiten Teilen unverändert

Am neuen Standort Charleston im us-Bundesstaat Tennessee werden derzeit die Anlagen für die Produktion von Polysilicium fertiggestellt, um wie geplant noch vor Jahresende mit dem Hochfahren der Anlagen beginnen zu können. Wegen laufender und geplanter Großprojekte der chemischen Industrie in den USA ergibt sich eine Konkurrenzsituation, die das Material und die Montagelöhne für unser Projekt verteuern. Wir erwarten jetzt, dass die gesamte Investitionssumme höher sein wird als im Geschäftsbericht 2014 prognostiziert und in der Größenordnung von rund 2,5 Mrd. us-$ liegen wird.

China erhebt derzeit Strafzölle auf eingeführtes Polysilicium, das in den usa produziert wird. Regierungsvertreter aus beiden Ländern diskutieren gegenwärtig eine mögliche Auflösung dieses Handelskonflikts. Der Europäischen Kommission wiederum liegt ein Antrag zur Überprüfung der Handelsbeschränkungen für in China hergestellte Solarzellen und -module vor. Sollte sich die Europäische Kommission für eine Weiterführung der bestehenden Vereinbarung entscheiden, ist es nicht ausgeschlossen, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER in diesen Handelskonflikt einbezogen wird.

Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015 stehen -bei allen politischen und konjunkturellen Unwägbarkeiten -die Chancen gut, dass sich das operative Geschäft in den fünf Geschäftsbereichen des WACKER-Konzerns auch im weiteren Jahresverlauf positiv entwickeln wird. Im Gesamtjahr werden aus heutiger Sicht sowohl die Chemiebereiche als auch das Geschäft mit Polysilicium und Halbleiterwafern im Umsatz wachsen.

Die Chancen und Risiken unseres Produktportfolios ebenso wie die spezifischen Chancen und Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen, Unternehmensfunktionen, Marktsegmenten und Absatzregionen haben wir im Geschäftsbericht 2014 detailliert erläutert. Im Risikobericht auf den Seiten 146 bis 161 und im Chancenbericht auf den Seiten 162 bis 164 haben wir außerdem dargestellt, welche Maßnahmen wir ergreifen, um diese Risiken zu begrenzen, wie wir die Eintrittswahrscheinlichkeit der einzelnen Risiken einschätzen und wie sich diese im Eintrittsfall voraussichtlich auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken würden.

Abgesehen von den oben beschriebenen Veränderungen haben sich die dort getroffenen Aussagen und Einschätzungen im Berichtszeitraum nicht verändert und sind nach wie vor gültig.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Die Weltwirtschaft soll in diesem und im kommenden Jahr weiter wachsen. Das eröffnet uns Chancen, die Absatzmengen in vielen Produktsegmenten weiter zu steigern. Gleichzeitig werden wir die sich bietenden Gelegenheiten nutzen, die Preise für unsere Produkte zu erhöhen, soweit die Marktgegebenheiten das zulassen.

Zwar bergen die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten und die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft nicht zu unterschätzende Risiken für die Weltkonjunktur. Die noch nicht gelöste Schuldenkrise Griechenlands hat nach wie vor das Potenzial, die Stabilität des Euroraumes zu gefährden. Ebenso bringen die politischen und militärischen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie in Osteuropa weiterhin Gefahren für die Welthandelsbeziehungen sowie für die Energie- und Rohstoffversorgung mit sich.

In der Summe sind für den Vorstand des WACKER-Konzerns zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichtes aber keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch, finanziell und operativ so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen nutzen können, die sich uns bieten.


München, den 29. Oktober 2015

Der Vorstand der WACKER Chemie AG

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
30. September 2015

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 30. September 2015 sind bis zur Veröffentlichung dieses Zwischenberichtes nicht eingetreten. Es haben sich keine grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in dem der WACKER-Konzern tätig ist. Auch die rechtliche Struktur sowie die Organisationsstruktur des Unternehmens blieben unverändert.

Ausblick und Prognose

Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft setzt Wachstumskurs fort, Aufschwung gewinnt etwas an Kraft.

Die aktuellen Konjunkturprognosen gehen übereinstimmend davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr ihr Wachstum fortsetzen wird. Der Aufschwung soll im kommenden Jahr leicht an Dynamik gewinnen, wenn auch etwas weniger stark als bislang erwartet. Dabei wird vieles davon abhängen, ob sich die Situation an den Aktienmärkten, insbesondere in Asien, wieder dauerhaft stabilisiert und wie sich die geopolitischen Krisen in Osteuropa und im Nahen Osten weiter entwickeln. Die jüngsten Analysen lassen erwarten, dass die Preise für Energie, Rohöl und Rohstoffe auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau bleiben und so die ökonomischen Auftriebskräfte weiter stützen.

Die Weltwirtschaft wird nach der aktuellen Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (iwf) in diesem Jahr um 3,1 Prozent und im kommenden Jahr um 3,6 Prozent wachsen. In den führenden Industriestaaten soll sich dabei mit einem Plus von 2,0 Prozent im Jahr 2015 und 2,2 Prozent im Jahr 2016 das Tempo etwas beschleunigen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern nimmt die Konjunktur ebenfalls Fahrt auf. Dort sollen die Volkswirtschaften im laufenden Jahr insgesamt um 4,0 Prozent wachsen, im nächsten Jahr wird das Plus bei 4,5 Prozent liegen. Die Entwicklung in den einzelnen Ländern ist allerdings nach wie vor sehr unterschiedlich.1

In Asien wird sich das Wachstum den Berechnungen des iwf zufolge im kommenden Jahr etwas abschwächen. Die Konjunkturexperten rechnen für diese Region mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts um 6,5 Prozent im Jahr 2015 und um 6,4 Prozent im Jahr 2016. Maßgeblich für diesen leichten Rückgang ist vor allem die Entwicklung in China. Dort soll die Volkswirtschaft im Jahr 2016 nur noch um 6,3 Prozent wachsen und bleibt damit spürbar hinter dem Wert des laufenden Jahres (+ 6,8 Prozent) zurück. In Indien dagegen nimmt die nationale Wirtschaftsleistung voraussichtlich weiter zu. Das indische Bruttoinlandsprodukt wird laut iwf in diesem Jahr um 7,3 Prozent und im kommenden Jahr um 7,5 Prozent wachsen.1

In Japan soll sich die leichte Erholung der Wirtschaft fortsetzen. Dort erwartet der iwf beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von 0,6 Prozent in diesem Jahr und von 1,0 Prozent im Jahr 2016.1

Die US-amerikanische Volkswirtschaft kann weiterhin mit einem soliden Wachstum rechnen. Der iwf sagt für die usa einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent in diesem und um 2,8 Prozent im nächsten Jahr voraus.1

Wirtschaftswachstum im Euroraum stabilisiert sich

Auch in Europa wird sich die konjunkturelle Erholung fortsetzen. Der iwf erwartet für die Länder des Euroraums ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,5 Prozent in diesem Jahr und von 1,6 Prozent im kommenden Jahr. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (oecd) ist noch etwas optimistischer. Sie rechnet für die Eurozone mit einem Wachstum von 1,6 Prozent im Jahr 2015 und von 1,9 Prozent im Jahr 2016. Zu diesem Anstieg sollen alle wichtigen europäischen Volkswirtschaften Europas einen Beitrag liefern.1

1 International Monetary Fund, World Economic Outlook October 2015: Adjusting to Lower Commodity Prices, Washington, 06. Oktober 2015


Die deutsche Wirtschaft bleibt voraussichtlich weiter auf Wachstumskurs. Nach Einschätzung des iwf wird das Bruttoinlandsprodukt hierzulande um 1,5 Prozent in diesem und um 1,6 Prozent im kommenden Jahr zulegen.2 Noch etwas zuversichtlicher zeigen sich die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. Sie rechnen in ihrem aktuellen Herbstgutachten mit einer Zunahme der heimischen Wirtschaftsleistung um jeweils 1,8 Prozent in diesem und im kommenden Jahr.3

Chancen und Herausforderungen in den für WACKER relevanten Märkten und Branchen

Die chemische Industrie in Deutschland wird nach Einschätzung des Branchenverbandes vci zwar weiterhin von den günstigen Wechselkursverhältnissen profitieren. Gleichzeitig aber erwarten die Chemieunternehmen hierzulande bis zum Jahresende nur einen leichten Aufwärtstrend. Als Hauptgrund dafür nennt der vci das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld, speziell die Entwicklung in China. Insgesamt rechnet der Branchenverband für das Gesamtjahr 2015 mit einem moderaten Anstieg der deutschen Chemieproduktion um 1,5 Prozent. Da die Preise für Chemieprodukte im Jahresdurchschnitt um etwa 2,5 Prozent sinken werden, steigt der Branchenumsatz der chemischen Industrie in Deutschland gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich nur leicht um 1,0 Prozent auf 192,7 Mrd. €.4

In der Halbleiterindustrie wird die Nachfrage nach Siliciumwafern im Jahr 2015 voraussichtlich nur leicht über dem Vorjahr liegen. Der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche soll nach den aktuellen Prognosen der Marktforschungsgesellschaft ihs Technology in diesem Jahr um 0,4 Prozent zunehmen. Für 2016 erwarten die Marktexperten ein Absatzplus von 4,4 Prozent. Der weltweite Umsatz mit Siliciumwafern wird nach Angaben von ihs Technology im laufenden Jahr um rund 1,1 Prozent auf rund 332 Mrd. us-$ zurückgehen. Für 2016 prognostiziert ihs ein Umsatzwachstum von 1,4 Prozent auf knapp 337 Mrd. us-$.5

Für die Solarbranche prognostizieren die Analysten von ihs Technology in diesem Jahr einen Anstieg der weltweit neu installierten Photovoltaikleistung um 33 Prozent auf 59 Gigawatt. Das liegt im Rahmen der eigenen Marktuntersuchungen von WACKER, die für 2015 von einer weltweit neu installierten Photovoltaikleistung zwischen 50 und 60 Gigawatt ausgehen. Für das Jahr 2016 rechnen die Experten von ihs Technology mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Neuinstallationen auf etwa 65 Gigawatt.6

WACKER wächst mit bedarfsgerechten Investitionen in aufstrebenden Märkten

Die Geschäftsstrategie von WACKER wird auch in diesem und im kommenden Jahr maßgeblich von drei Hebeln bestimmt: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte.

1 Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Interim Economic Outlook: Puzzles and Uncertainties, Paris, 16. September 2015
2 International Monetary Fund, World Economic Outlook October 2015: Adjusting to Lower Commodity Prices, Washington, 06. Oktober 2015
3 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Deutsche Konjunktur stabil - Wachstumspotenziale heben, Essen/Berlin, 06./08.Oktober 2015
4 Verband der Chemischen Industrie e.V., Bericht zur wirtschaftlichen Lage der chemischen Industrie im 2. Quartal 2015: Chemiegeschäft wächst in kleinen Schritten, Frankfurt/M., 09. September 2015
5 IHS Technology, Semiconductor Silicon Demand Forecast Tool, Q4 2015, El Segundo (USA), 08. Oktober 2015
6 IHS Technology, With Asian and U.S. Deployments Rising, IHS Raises Global 2015 Solar PV Forecast to 59 GW, Englewood (USA), 13. Oktober 2015


Fokusregionen für weiteres Wachstum sind unverändert Brasilien, China, Indien, Südostasien sowie der Nahe und Mittlere Osten. Trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums sehen wir das größte Potenzial nach wie vor in China. In Indien bestehen ebenfalls gute Chancen, mit unseren Produkten weiter zu wachsen. Aber auch in Amerika, einem etablierten Markt, sehen wir Potenzial, unsere Umsätze zu erhöhen.

Mit der Fertigstellung des neuen Produktionsstandortes für Polysilicium in Tennessee sind unsere Investitionen in große Anlagen für die Herstellung von Vorprodukten abgeschlossen. Das Hochfahren der Produktion soll noch in diesem Jahr beginnen. Der strategische Schwerpunkt wird künftig stärker auf weniger kapitalintensiven Investitionen in Anlagen für chemische Fertigprodukte liegen. Unser Ziel ist es, in allen drei großen Märkten Europa, Asien und Nordamerika jeweils vor Ort ausreichend Produktionskapazitäten zur Verfügung zu haben. Auf diese Weise wollen wir am Marktwachstum partizipieren und unseren Kunden langfristige Produkt- und Liefersicherheit auf einem hohen Qualitätsniveau bieten.

Die Internationalisierung von WACKER schreitet in diesem und im nächsten Jahr weiter voran. Dabei werden wir die operative Verantwortung noch stärker auf die Regionen übertragen, um unsere Produkte noch besser auf lokale Bedürfnisse maßschneidern zu können. Unser Netz, bestehend aus technischen Kompetenzzentren und der WACKER academy, erweitern wir gezielt. So werden im technischen Kompetenzzentrum Moskau seit diesem Jahr Siliconkautschuke und verarbeitungsfertige Siliconmassen für die Energie-, Elektro- und Automobilindustrie getestet. Das technische Kompetenzzentrum in Mexico City bietet künftig auch Anwendungstechnik für Polymerdispersionen, die als Bindemittel für Farben, Beschichtungen und Klebstoffe benötigt werden.

Unsere Maßnahmen, mit denen wir unsere Ertragskraft gezielt verbessern wollen, setzen wir fort. Die wichtigsten Punkte aus diesem Katalog sind:

Produktivitätsmaßnahmen im Rahmen des Programms "WACKER Operating System" (wos)

Kostenroadmaps bei WACKER polysilicon und Siltronic

Umsichtige Personalplanung

Ausführliche Erläuterungen zu künftigen Produkten und Dienstleistungen, zu Forschung und Entwicklung, Produktion, Einkauf und Logistik, Vertrieb und Marketing, Beschäftigung und Nachhaltigkeit finden sich im Prognosebericht des Geschäftsberichts 2014 auf den Seiten 172 bis 176. Zu den einzelnen Aspekten der Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit, der Organisation der Unternehmenssteuerung, der Ziele und Strategie des Konzerns, der Finanzierung, der Steuerung der operativen Prozesse und der Strategien in den fünf Geschäftsbereichen des WACKER-Konzerns finden sich ausführliche Erläuterungen in den Kapiteln "Grundlagen des Konzerns" (Seite 55 bis 63), "Ziele und Strategien" (Seite 64 bis 65) und "Steuerungssystem" (Seite 66 bis 71) des Geschäftsberichts 2014.

Die dort beschriebenen Ziele, Strategien und Prozesse haben sich im 3. Quartal 2015 nicht wesentlich geändert.

Größere Änderungen in der Geschäftspolitik, in den unternehmerischen Zielen und der organisatorischen Ausrichtung des WACKER-Konzerns sind aus heutiger Sicht im Prognosezeitraum nicht vorgesehen.

Umsatz soll im laufenden Jahr um etwa zehn Prozent wachsen

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das restliche Jahr 2015 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,10 und zum Yen von 135.

WACKER rechnet für das Gesamtjahr 2015 unverändert mit steigenden Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen. Der Konzernumsatz soll, auch begünstigt durch positive Wechselkurseffekte, um etwa zehn Prozent steigen und erstmals die Schwelle von fünf Mrd. € überschreiten.

Aus heutiger Sicht werden sowohl die Chemiebereiche als auch WACKER polysilicon und Siltronic im Umsatz wachsen. Das größte Umsatzwachstum für unsere Produkte erwarten wir in Asien. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen.

Die EBITDA-Marge des WACKER-Konzerns wird im laufenden Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen, da voraussichtlich nicht so hohe Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen anfallen werden. Auch die Anlaufkosten zum Produktionsbeginn der neuen Polysiliciumanlage am Standort Charleston im Us-Bundesstaat Tennessee sowie insgesamt leicht niedrigere Preise in unserem Geschäft mindern die EBITDA-Marge.

Die Veränderungen in den Währungsrelationen kommen im Wesentlichen aus der Aufwertung des Us-Dollar gegenüber dem Euro. Das wird sich im Jahr 2015 mit etwa 125 Mio. € positiv auf das EBITDA auswirken. Weil aber weitere Effekte aus der Währungsumrechnung von Forderungen und dem Hedging-Ergebnis zum Tragen kommen, werden sich hiervon nur rund 70 Mio. € effektiv im EBITDA niederschlagen. Das EBITDA soll auf vergleichbarer Basis -ohne Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen -gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen. Unbereinigt um Sondereffekte wird das EBITDA niedriger sein als im Vorjahr.

Bei etwa gleich bleibenden Abschreibungen (bisher: leicht steigenden Abschreibungen) im Vergleich zum Vorjahr wird der Konzernjahresüberschuss auf Grund geringerer Sondererträge und einer Steuerquote von rund 50 Prozent etwas unter dem Wert des Jahres 2014 liegen.

Der roce wird im Vergleich zum Vorjahr (2014: 8,4 Prozent) etwas niedriger ausfallen. Hier wirken sich auch Währungseffekte aus dem Wechselkurs des US-Dollar zum Euro im Anlagevermögen aus.

Für das Jahr 2015 erwarten wir bei höheren Investitionen einen leicht positiven Netto-Cashflow, der aber deutlich unter dem Vorjahr liegen wird. Höhere Investitionen und geringere Schadenersatzzahlungen als im Vorjahr sind die wesentlichen Gründe dafür.

Im Jahr 2015 werden die Investitionen auf Grund des Projektverlaufs in Tennessee und der veränderten Wechselkursparitäten mit rund 800 Mio. € (bisher: rund 775 Mio. €) höher ausfallen und über den Abschreibungen liegen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2015 bei rund 600 Mio. € (bisher: rund 625 Mio. €) liegen und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der größte Teil der Investitionen fließt in den Bau des neuen Produktionsstandortes in Charleston im us-Bundesstaat Tennessee.

Die Nettofinanzschulden werden nach dem aktuellen Stand in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Aus heutiger Sicht werden sich im Geschäftsjahr 2015 die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene wie folgt entwickeln:

Ausblick für das Jahr 2015

scroll

Ist 2014 Ausblick 2015
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen

EBITDA-Marge (%) 21,6 etwas niedriger
ROCE (%) 8,4 etwas niedriger
EBITDA (Mio. €) 1.042,3 bereinigt um Sondererträge leichter Anstieg
Netto-Cashflow (Mio. €) 215,7 leicht positiv
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Umsatz (Mio. €) 4.826,4 Anstieg um ca. zehn Prozent
Investitionen (Mio. €) 572,2 ca.800
Nettofinanzschulden (Mio. €) 1.080,6 auf dem Niveau des Vorjahres
Abschreibungen (Mio. €) 599,0 ca. 600


Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER silicones erwarten wir für das Jahr 2015 einen deutlichen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Wachstumsfelder sind insbesondere Produkte und Anwendungen in den Bereichen Körperpflege, Medizintechnik, Elektro- und Elektronikanwendungen. Angesichts der hohen Auslastung unserer Anlagen wollen wir den Anteil von Spezialprodukten am Umsatz weiter erhöhen. Das EBITDA soll deutlich über dem Vorjahr liegen. Dabei werden bei den Rohstoffkosten vor allem die höheren Preise für Siliciummetall den Anstieg etwas bremsen.

Auch im Geschäftsbereich WACKER Polymers gehen wir für das Jahr 2015 von einem deutlichen Umsatzanstieg aus. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft sollen zu diesem Wachstum beitragen. Im Dispersionsgeschäft sehen wir den Zuwachs vorrangig in den Anwendungsbereichen Bau und Verpackungen. Bei Dispersionspulvern wird der wesentliche Treiber die zunehmende Polymermodifikation sein. Beim EBITDA gehen wir von einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr aus.

Bei WACKER biosolutions erwarten wir im Jahr 2015 ebenfalls einen substanziellen Umsatzanstieg. Mit der abgeschlossenen Integration der Scil Proteins Production GmbH in Halle sehen wir in unserem Geschäft auf dem Gebiet der Pharmaproteine weiteres Wachstumspotenzial. Auch im Bereich Ernährung (Nutrition) rechnen wir dank neuer Produktentwicklungen mit einem deutlichen Umsatzzuwachs. Auch das EBITDA soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigen.

Das Polysiliciumgeschäft von WACKER wird nach unserer Einschätzung im Jahr 2015 in den Absatzmengen und im Umsatz leicht wachsen. Wir gehen davon aus, dass der Photovoltaikmarkt sein Wachstum weiter fortsetzen wird. Trotzdem gibt es nach wie vor Überkapazitäten in der gesamten Wertschöpfungskette, was höhere Preise für Polysilicium derzeit eher unwahrscheinlich macht. Unser Hauptaugenmerk legen wir deshalb unverändert darauf, die Herstellungskosten für Polysilicium weiter zu verringern. Beim EBITDA rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, da wir für 2015 geringere Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen erwarten als im vergangenen Jahr. Das EBITDA wird auch durch die Anlaufkosten der Polysiliciumproduktion an unserem neuen Standort Charleston im Us-Bundesstaat Tennessee gemindert.

Für Siltronic erwarten wir im laufenden Jahr ebenfalls einen Umsatzanstieg. Etwas höhere Absatzmengen und günstigere Wechselkurse als im Vorjahr sind die wesentlichen Ursachen dafür. Das EBITDA erwarten wir für das Gesamtjahr auf Grund der im 4. Quartal voraussichtlich schwächeren Marktentwicklung nun in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (bisher: deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr).

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Weltwirtschaft trotz aller Krisen und Unwägbarkeiten in diesem und im kommenden Jahr wachsen wird. Für das Gesamtjahr 2015 erwarten wir einen Anstieg unseres Umsatzes auf Konzernebene gegenüber dem Vorjahr um etwa zehn Prozent, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter eintrüben. Wir rechnen damit, dass alle fünf Geschäftsbereiche im Umsatz zulegen werden. Beim EBITDA gehen wir auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung von Sondererträgen, von einem leichten Anstieg gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 aus. Die EBITDA-Marge wird dagegen etwas niedriger ausfallen. Wesentliche Gründe dafür sind die geringeren Sondererträge und die Anlaufkosten für unseren neuen Produktionsstandort in Charleston im us-Bundesstaat Tennessee. Die Energie- und Rohstoffkosten werden in Summe gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen. Insgesamt rechnen wir in einzelnen Bereichen unseres Geschäfts mit niedrigeren Preisen.

Die Investitionen werden mit rund 800 Mio. € deutlich höher sein als im Vorjahr. Die Abschreibungen werden bei rund 600 Mio. € und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Netto-Cashflow wird leicht positiv sein. Die Nettofinanzschulden werden aus heutiger Sicht zum Jahresende in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Konzernjahresüberschuss sollte im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen.

WACKER nimmt in seinen vier größten Geschäftsbereichen mindestens eine Top-3-Position ein und verfügt über hervorragende Produkte. Unsere Technologie- und Innovationskraft sowie unsere starke Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten bilden die Grundlage dafür, dass wir unsere Marktpositionen festigen oder sogar ausbauen können. Wir sehen gute Chancen, im Jahr 2015 im Umsatz weiter zu wachsen und beim EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge leicht zulegen zu können. Auf der Basis unserer aktuellen Strategie sehen wir weiterhin Chancen für langfristig profitables Wachstum.


München, den 29. Oktober 2015
Der Vorstand der WACKER Chemie AG

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
01. Januar bis 30. September 2015

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung


scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung

in %
Umsatzerlöse 1.357,9 1.232,2 10,2 4.063,3 3.631,9 11,9
Herstellungskosten - 1.059,3 - 995,6 6,4 - 3.175,6 - 2.996,5 6,0
Bruttoergebnis vom Umsatz 298,6 236,6 26,2 887,7 635,4 39,7
Vertriebskosten - 77,1 - 69,6 10,8 - 231,0 - 206,8 11,7
Forschungs- und Entwicklungskosten - 42,5 - 43,4 - 2,1 - 130,3 - 134,5 - 3,1
Allgemeine Verwaltungskosten - 29,3 - 27,4 6,9 - 94,9 - 89,5 6,0
Sonstige betriebliche Erträge 46,9 159,7 - 70,6 281,5 327,5 - 14,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 74,2 - 62,1 19,5 - 276,2 - 122,9 >100
Betriebsergebnis 122,4 193,8 - 36,8 436,8 409,2 6,7
Equity-Ergebnis 3,1 2,4 29,2 2,9 2,9
Sonstiges Beteiligungsergebnis - 0,1 - 100,0 - 0,1 - 100,0
EBIT (Earnings before interest and taxes) 125,5 196,3 - 36,1 439,7 412,2 6,7
Zinserträge 1,6 2,0 - 20,0 5,4 5,5 - 1,8
Zinsaufwendungen - 7,5 - 12,8 - 41,4 - 22,7 - 35,2 - 35,5
Übriges Finanzergebnis - 17,6 - 4,9 >100 - 33,1 - 32,7 1,2
Finanzergebnis - 23,5 - 15,7 49,7 - 50,4 - 62,4 - 19,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 102,0 180,6 - 43,5 389,3 349,8 11,3
Ertragsteuern - 43,8 - 61,6 - 28,9 - 152,3 - 137,2 11,0
Periodenergebnis 58,2 119,0 - 51,1 237,0 212,6 11,5
davon





auf Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend 60,0 120,5 - 50,2 240,4 219,5 9,5
auf andere Gesellschafter entfallend - 1,8 - 1,5 20,0 - 3,4 - 6,9 - 50,7
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) 1,21 2,43 - 50,2 4,84 4,42 9,5
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 - 49.677.983 49.677.983 -


Konzern-Gesamtergebnisrechnung
01. Januar bis 30. September 2015

Januar bis September


scroll
Mio. € 2015 2014

Vor
Steuern
Latente
Steuern

Vor
Steuern
Latente
Steuern

Periodenergebnis

237,0

212,6
Posten, die nachfolgend nicht in die
GuV umgegliedert werden
Neubewertung von
leistungsorienierten
Pensionsplänen
225,5 - 50,4 175,1 - 469,8 130,3 - 339,5
Summe der Posten, die
nicht in die GuV
umgegliedert werden
225,5 - 50,4 175,1 - 469,8 130,3 - 339,5
Posten, die nachfolgend in die
GuV umgegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus
der Währungsumrechnung
96,3
96,3 79,9
79,9
davon ergebniswirksam - - - - 17,5 - - 17,5
Marktwertänderungen der
zur Veräußerung verfügbaren
Wertpapiere
- 0,6 - - 0,6 0,4 - 0,4
Marktwertänderungen von
derivativen Finanzinstrumenten
(Cashflow Hedge)
15,0 - 2,6 12,4 - 36,9 10,4 - 26,5
davon ergebniswirksam 55,3 - 5,3 50,0 - 10,3 2,9 - 7,4
Effekte aus Nettoinvestitionen
in ausländische Geschäftsbetriebe
- - - 2,6 - 2,6
davon ergebniswirksam - - - 2,6 - 2,6
Anteiliger Cashflow Hedge
bei Equity-Unternehmen
- - - 0,1 - 0,1
Summe der Posten, die in die
GuV umgegliedert werden
110,7 - 2,6 108,1 46,1 10,4 56,5
Im Eigenkapital zu erfassende
Erträge und Aufwendungen
336,2 - 53,0 283,2 - 423,7 140,7 - 283,0
davon





auf die Aktionäre der WACKER
Chemie AG entfallend
294,0 - 53,0 241,0 - 425,9 140,7 - 285,2
auf andere Gesellschafter entfallend 42,2 - 42,2 2,2 - 2,2
Summe der erfassten
Erträge und Aufwendungen


520,2

- 70,4
davon





auf die Aktionäre
der WACKER
Chemie AG entfallend


481,4

- 65,7
auf andere Gesellschafter
entfallend


38,8

- 4,7


Konzern-Gesamtergebnisrechnung
01. Juli bis 30. September 2015

Juli bis September


scroll
Mio. € 2015 2014

Vor
Steuern
Latente
Steuern

Vor
Steuern
Latente
Steuern

Periodenergebnis

58,2

119,0
Posten, die nachfolgend nicht in
die GuV umgegliedert werden
Neubewertung von
leistungsorienierten
Pensionsplänen
20,7 - 4,7 16,0 - 189,6 53,5 - 136,1
Summe der Posten, die
nicht in die GuV
umgegliedert werden
20,7 - 4,7 16,0 - 189,6 53,5 - 136,1
Posten, die nachfolgend in
die GuV umgegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus
der Währungsumrechnung
- 25,6
- 25,6 84,2
84,2
davon ergebniswirksam - - - - - -
Marktwertänderungen der
zur Veräußerung
verfügbaren Wertpapiere
0,5 - 0,5 0,1 - 0,1
Marktwertänderungen von
derivativen Finanzinstrumenten
(Cashflow Hedge)
17,4 - 1,5 15,9 - 27,6 7,8 - 19,8
davon ergebniswirksam 16,5 - 1,3 15,2 - 2,3 0,7 - 1,6
Effekte aus Nettoinvestitionen
in ausländische Geschäftsbetriebe
- - - - - -
davon ergebniswirksam - - - - - -
Anteiliger Cashflow Hedge
bei Equity-Unternehmen
- - - - - -
Summe der Posten, die in
die GuV umgegliedert werden
- 7,7 - 1,5 - 9,2 56,7 7,8 64,5
Im Eigenkapital zu erfassende
Erträge und Aufwendungen
13,0 - 6,2 6,8 - 132,9 61,3 - 71,6
davon





auf die Aktionäre der WACKER
Chemie AG entfallend
10,7 - 6,2 4,5 - 134,4 61,3 - 73,1
auf andere Gesellschafter entfallend 2,3 - 2,3 1,5 - 1,5
Summe der erfassten
Erträge und Aufwendungen


65,0

47,4
davon





auf die Aktionäre der WACKER
Chemie AG entfallend


64,5

47,4
auf andere Gesellschafter entfallend

0,5

-


Konzern-Bilanz
zum 30. September 2015

Aktiva

scroll
Mio. € 30.09.2015 30.09.2014 Veränderung in % 31.12.2014 Veränderung in %
Immaterielle Vermögenswerte 33,4 31,4 6,4 32,9 1,5
Sachanlagen 4.649,0 4.164,9 11,6 4.311,3 7,8
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1,5 1,5 - 1,5 -
At equity bewertete Beteiligungen 20,5 20,3 1,0 20,5 -
Finanzielle Vermögenswerte 110,1 101,8 8,2 104,8 5,1
Langfristige Wertpapiere 59,1 66,8 - 11,5 37,6 57,2
Sonstige Vermögenswerte 13,1 2,1 >100 6,1 >100
Ertragsteuerforderungen 2,6 5,0 - 48,0 5,1 - 49,0
Aktive latente Steuern 304,9 348,4 - 12,5 334,3 - 8,8
Langfristige Vermögenswerte 5.194,2 4.742,2 9,5 4.854,1 7,0
Vorräte 782,9 743,9 5,2 734,3 6,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 786,7 749,6 4,9 684,0 15,0
Sonstige Vermögenswerte 131,4 175,1 - 25,0 176,3 - 25,5
Ertragsteuerforderungen 9,2 14,7 - 37,4 15,2 - 39,5
Kurzfristige Wertpapiere und bis zur Endfälligkeit gehaltene Festgelder 159,1 171,7 - 7,3 157,4 1,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 258,5 448,4 - 42,4 325,9 - 20,7
Kurzfristige Vermögenswerte 2.127,8 2.303,4 - 7,6 2.093,1 1,7
Summe Aktiva 7.322,0 7.045,6 3,9 6.947,2 5,4


Passiva

scroll
Mio. € 30.09.2015 30.09.2014 Veränderung in % 31.12.2014 Veränderung in %
Gezeichnetes Kapital der WACKER Chemie AG 260,8 260,8 - 260,8 -
Kapitalrücklage der WACKER Chemie AG 157,4 157,4 - 157,4 -
Eigene Anteile - 45,1 - 45,1 - - 45,1 -
Gewinnrücklagen/Konzernergebnis 2.402,6 2.168,6 10,8 2.152,9 11,6
Übrige Eigenkapitalposten - 249,3 - 453,4 - 45,0 - 603,6 - 58,7
Auf die Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallendes Eigenkapital 2.526,4 2.088,3 21,0 1.922,4 31,4
Anteile anderer Gesellschafter 226,3 25,2 >100 24,1 >100
Eigenkapital 2.752,7 2.113,5 30,2 1.946,5 41,4
Pensionsrückstellungen 1.584,8 1.581,5 0,2 1.758,2 - 9,9
Andere Rückstellungen 198,6 168,1 18,1 181,8 9,2
Ertragsteuerrückstellungen 50,3 42,4 18,6 43,7 15,1
Passive latente Steuern 4,0 3,8 5,3 3,6 11,1
Finanzverbindlichkeiten 1.305,8 1.300,2 0,4 1.318,2 - 0,9
Sonstige Verbindlichkeiten 335,6 540,7 - 37,9 530,3 - 36,7
Langfristige Schulden 3.479,1 3.636,7 - 4,3 3.835,8 - 9,3
Andere Rückstellungen 124,7 103,3 20,7 99,8 24,9
Ertragsteuerrückstellungen 66,2 104,4 - 36,6 54,2 22,1
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,5 0,2 >100 0,1 >100
Finanzverbindlichkeiten 141,1 292,6 - 51,8 283,3 - 50,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 390,3 365,2 6,9 374,5 4,2
Sonstige Verbindlichkeiten 367,4 429,7 - 14,5 353,0 4,1
Kurzfristige Schulden 1.090,2 1.295,4 - 15,8 1.164,9 - 6,4
Schulden 4.569,3 4.932,1 - 7,4 5.000,7 - 8,6
Summe Passiva 7.322,0 7.045,6 3,9 6.947,2 5,4


Konzern-Kapitalflussrechnung
01. Januar bis 30. September 2015

Konzern-Kapitalflussrechnung (verkürzt)

scroll
Mio. € Q3 2015 Q3 2014 Veränderung in % 9M 2015 9M 2014 Veränderung

in %
Periodenergebnis 58,2 119,0 - 51,1 237,0 212,6 11,5
Abschreibungen/
Zuschreibungen
auf Anlagevermögen
138,8 151,2 - 8,2 420,7 450,0 - 6,5
Veränderung der
Rückstellungen
37,0 71,7 - 48,4 111,3 122,2 - 8,9
Veränderung der
latenten Steuern
- 4,9 - 21,2 - 76,9 - 23,3 - 40,8 - 42,9
Veränderung der Vorräte - 6,4 - 44,9 - 85,7 - 38,3 - 81,9 - 53,2
Veränderung der
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
- 2,6 10,0 n.a. - 101,6 - 112,6 - 9,8
Veränderung der
sonstigen Vermögenswerte
33,0 20,6 60,2 47,8 36,3 31,7
Veränderung der
erhaltenen Anzahlungen
- 69,5 - 111,9 - 37,9 - 192,8 - 185,5 3,9
Veränderung der übrigen Verbindlichkeiten - 20,8 29,1 n.a. 33,4 78,0 - 57,2
Veränderung
Equity Accounting
- 0,2 - 0,1 100,0 1,3 1,1 18,2
Übrige Posten 26,4 - 29,8 n.a. - 4,0 - 27,2 - 85,3
Cashflow aus
betrieblicher
Geschäftstätigkeit
(Brutto-Cashflow)
189,0 193,7 - 2,4 491,5 452,2 8,7
Auszahlungen/
Einzahlungen
für Investitionen
- 223,0 - 127,3 75,2 - 613,4 - 332,5 84,5
Einzahlungen aus dem
Abgang von
Anlagevermögen
0,7 0,1 >100,0 3,7 1,5 >100,0
Auszahlungen/
Einzahlungen für
Akquisitionen
- - - - 25,8 n.a.
Cashflow aus langfristiger
Investitionstätigkeit
vor Wertpapieren
- 222,3 - 127,2 74,8 - 609,7 - 305,2 99,8
Einzahlungen/Auszahlungen
für den Erwerb/ die
Veräußerung von
Wertpapieren und
Festgeldern
- 60,9 - 50,8 19,9 - 25,6 - 50,0 - 48,8
Cashflow aus
Investitionstätigkeit
- 283,2 - 178,0 59,1 - 635,3 - 355,2 78,9
Gewinnausschüttungen
aus Vorjahresergebnis


n.a. - 75,9 - 25,7 >100
Einzahlungen aus
der Veränderung der
Eigentumsanteile an
der Siltronic AG
- - n.a. 361,9 - n.a.
Veränderung
Finanzverbindlichkeiten
- 54,3 82,3 n.a. - 208,7 - 58,2 >100
Cashflow aus
Finanzierungstätigkeit
- 54,3 82,3 n.a. 77,3 - 83,9 n.a.
Veränderung aus
Wechselkursänderungen
- 4,1 2,5 n.a. - 0,9 3,5 n.a.
Veränderung der
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
- 152,6 100,5 n.a. - 67,4 16,6 n.a.
Stand am Periodenanfang 411,1 347,9 18,2 325,9 431,8 - 24,5
Stand am Stichtag 258,5 448,4 - 42,4 258,5 448,4 - 42,4


Entwicklung des Konzerneigenkapitals/ Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten
01. Januar bis 30. September 2015

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

scroll
Mio. € Gezeichnetes

Kapital
Kapital
rücklage
Eigene
Anteile
Gewinnrücklagen / Konzernergebnis Übrige
Eigenkapitalposten

Summe
Stand 01.01.2014 260,8 157,4 - 45,1 1.973,9 - 168,2 2.178,8
Periodenergebnis - - - 219,5 - 219,5
Ausschüttung - - - - 24,8 - - 24,8
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - - 285,2 - 285,2
Veränderung Konsolidierungskreis - - - - - -
Stand 30.09.2014 260,8 157,4 - 45,1 2.168,6 - 453,4 2.088,3
Stand 01.01.2015 260,8 157,4 - 45,1 2.152,9 - 603,6 1.922,4
Periodenergebnis - - - 240,4 - 240,4
Ausschüttung - - - - 74,5 - - 74,5
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - - - 83,8 113,3 197,1
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - 241,0 241,0
Veränderung Konsolidierungskreis - - - - - -
Stand 30.09.2015 260,8 157,4 - 45,1 2.402,6 - 249,3 2.526,4


scroll
Mio. € Anteile
anderer
Gesellschafter
Gesamt
Stand 01.01.2014 18,3 2.197,1
Periodenergebnis - 6,9 212,6
Ausschüttung - 0,9 - 25,7
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen 2,2 - 283,0
Veränderung Konsolidierungskreis 12,5 12,5
Stand 30.09.2014 25,2 2.113,5
Stand 01.01.2015 24,1 1.946,5
Periodenergebnis - 3,4 237,0
Ausschüttung - 1,4 - 75,9
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG 164,8 361,9
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen 42,2 283,2
Veränderung Konsolidierungskreis - -
Stand 30.09.2015 226,3 2.752,7


Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten

scroll
Mio. € Marktwertänderung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktwertänderung
derivativer
Finanzinstrumente

(Cashflow
Hedge)
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe Summe (ohne Anteil anderer Gesellschafter)
Stand 01.01.2014 0,8 - 50,9 10,4 - 125,9 - 2,6 - 168,2
Ergebnisneutrale Veränderungen 0,4 - - 19,0 - 339,5 - - 358,1
Ergebniswirksame Umgliederung - - 17,5 - 7,4 - 2,6 - 22,3
Veränderung Translation - 95,2 - - - 95,2
Stand 30.09.2014 1,2 26,8 - 16,0 - 465,4 - - 453,4
Stand 01.01.2015 0,5 70,5 - 28,5 - 646,1
- 603,6
Ergebnisneutrale Veränderungen - 0,7 - - 40,0 139,5 - 98,8
Ergebniswirksame Umgliederung - 0,3 - 43,4 - - 43,1
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG 0,3 9,3 15,6 88,1 - 113,3
Veränderung Translation - 99,1 - - - 99,1
Stand 30.09.2015 - 0,2 178,9 - 9,5 - 418,5 - - 249,3


Konzernanhang
01. Januar bis 30. September 2015

Grundlagen und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernzwischenabschluss der WACKER Chemie ag zum 30. September 2015 ist gemäß § 37x WpHG sowie in Übereinstimmung mit den Regelungen des International Accounting Standards (ias) 34, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, in verkürzter Form aufgestellt worden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die für das Geschäftsjahr 2014 galten, wurden um neue Rechnungslegungsvorschriften ergänzt, die erstmals im Geschäftsjahr 2015 anzuwenden sind. Ansonsten blieben sie unverändert. Der Konzernzwischenlagebericht ist unter Beachtung der anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden. Neue Rechnungslegungsvorschriften des Jahres 2015 hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Die Aufstellung der Zwischenabschlüsse erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf Prämissen, die zum Bilanzstichtag Gültigkeit hatten. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen der Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Die Steuerermittlung erfolgt analog der Vorgehensweise zum Geschäftsjahresende durch eine Ermittlung des Steueraufwands zum Zwischenabschlussstichtag. Das Wahlrecht, nach ias 34 eine Schätzung vorzunehmen, wird nicht angewandt.

Die Netto-Pensionsverpflichtung ist zu jedem Stichtag neu zu schätzen und der Abzinsungsfaktor ist zu jedem Stichtag neu zu ermitteln. Zum 30. September 2015 wurde zur Ermittlung der Netto-Pensionsverpflichtung ein Abzinsungsfaktor von 2,8 Prozent im Inland und 4,18 Prozent in den usa verwendet (30. September 2014: 2,8 Prozent Inland und 4,12 Prozent usa). Zum 31. Dezember 2014 belief sich der Rechnungszins auf 2,3 Prozent im Inland und auf 3,8 Prozent in den usa.

Die Zwischenberichterstattung baut als Informationsinstrument auf dem Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende auf. Die angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden und die Ausübung von in den ifrs enthaltenen Wahlrechten werden im Konzernanhang ausführlich dargestellt.

Die Führungsgesellschaft des Konzerns, die WACKER Chemie ag, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Anschrift lautet: WACKER Chemie ag, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München. Sie wird beim Amtsgericht München unter der Nummer hrb 159705 geführt.

Saisonale Einflüsse

Der Verkauf von Polymer- und Siliconprodukten an die Bauindustrie ist unterjährig saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Der Absatz ist witterungsbedingt in den Sommermonaten höher als im für die Bauindustrie produktionsschwachen Winter. Dieser Effekt kann durch Überseeverkäufe abgemildert werden. Dies führt dazu, dass im 1. und 4. Quartal der Umsatz vor allem im Segment WACKER Polymers üblicherweise geringer ausfällt als im 2. und 3. Quartal.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bezüglich der Angaben zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen verweisen wir auf den Konzernanhang im Geschäftsbericht 2014.

Im Berichtszeitraum ergaben sich keine wesentlichen Änderungen zu den Angaben im Geschäftsbericht 2014.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Die folgenden Standards und Interpretationen des iasb werden in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 erstmals angewendet:

scroll
Standard / Interpretation
Anwendungspflicht

Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
IFRIC 21 Abgaben 01.01.15 13.06.14 IFRIC 21 "Abgaben" enthält Regelungen zur Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben, die keine Abgaben im Sinne des IAS 12 "Ertragsteuern" darstellen. Die Anwendung der Interpretation kann dazu führen, dass eine Verpflichtung zur Zahlung von Abgaben zu einem anderen Zeitpunkt als bisher in der Bilanz erfasst wird, insbesondere dann, wenn die Verpflichtung zur Zahlung nur dann entsteht, wenn bestimmte Umstände an einem bestimmten Zeitpunkt vorliegen. Die Änderungen im Zusammenhang mit IFRIC 21 haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Improvements to IFRS (2011-2013)
01.07.14 18.12.14 Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 und IAS 40. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.


Folgende Standards wurden in den Geschäftsjahren 2009 bis 2015 vom iasb verabschiedet, sind aber für die Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden oder wurden von der eu noch nicht übernommen.

scroll
Standard / Interpretation
Veröffentlichung

durch
IASB
Anwendungspflicht

Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
Amendments to IAS 19
Leistungsorientierte Pläne:
Arbeitnehmerbeiträge
21.11.13 01.02.15 17.12.14 Mit den Änderungen werden die Vorschriften klargestellt, die sich mit der Zuordnung von Arbeitnehmerbeiträgen bzw. Beiträgen von dritten Parteien zu den Dienstleistungsperioden beschäftigen, wenn die Beiträge mit der Dienstzeit verknüpft sind. Darüber hinaus werden Erleichterungen geschaffen, wenn die Beiträge von der Anzahl der geleisteten Dienstjahre unabhängig sind.
Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Improvements to IFRS (2010-2012)
12.12.13 01.02.15 17.12.14 Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24 und IAS 38. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.
IFRS 9 Finanzinstrumente 24.07.14 01.01.18 Erwartet im 2. Halbjahr 2015 Die aktualisierte Version des IFRS 9 umfasst neben dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten neue Vorschriften zur Bilanzierung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte und überarbeitete Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten im Rahmen des Hedge Accounting. Finanzielle Vermögenswerte werden künftig entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Zuordnung hängt vom Geschäftsmodell des Unternehmens ab. Das Klassifizierungsmodell für finanzielle Verbindlichkeiten wird grundsätzlich beibehalten.
Die Erfassung von Wertminderungen ändert sich grundlegend, da nicht mehr nur eingetretene Verluste sondern bereits erwartete Verluste zu erfassen sind. Zielsetzung des neuen Hedge Accounting Modells unter IFRS 9 ist es, eine engere Verknüpfung zwischen dem Risikomanagementsystem und der bilanziellen Abbildung zu erreichen. Die weiterhin zulässigen Arten von Sicherungsbeziehungen sind das "Cash Flow Hedge Accounting", "Fair Value Hedge Accounting" und der "Hedge of a net investment in a foreign operation". Der Kreis für qualifizierende Grund- und Sicherungsgeschäfte wurde jeweils erweitert. WACKER kann im Moment noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER haben wird.
IFRS 14 Regulatorische
Abgrenzungsposten
30.01.14 01.01.16 Noch
festzulegen
Durch die Regelungen des Standards wird es Unternehmen, die erstmals einen IFRS-Abschluss gemäß IFRS 1, "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards", aufstellen, ermöglicht, sogenannte regulatorische Abgrenzungsposten, die sie unter Geltung ihrer bisherigen nationalen Rechnungslegungsvorschriften im Zusammenhang mit preisregulierten Tätigkeiten angesetzt haben, im IFRS-Abschluss beizubehalten und weiterhin nach den bisherigen Rechnungslegungsmethoden zu bilanzieren.
Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER, da WACKER kein erstmaliger Anwender gemäß IFRS 1 ist.
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen 28.05.14 01.01.18 Q1 2016 Nach IFRS 15 sind Umsatzerlöse dann zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Entscheidend ist nicht mehr die Übertragung wesentlicher Chancen und Risiken, wie noch nach den alten Regelungen des IAS 18, "Umsatzerlöse". Die Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen erwartet zu erhalten. Das neue Modell sieht zur Ermittlung der Umsatzrealisierung ein fünfstufiges Schema vor, wonach zunächst der Kundenvertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren sind. Anschließend ist der Transaktionspreis zu ermitteln und zuzuordnen. Der Umsatz ist für jede einzelne Leistungsverpflichtung zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht daran erlangt. WACKER analysiert aktuell die Auswirkungen des neuen Standards für die Umsatzrealisierung. Die Auswirkungen können aktuell noch nicht abschließend beurteilt werden. Durch den neuen Standard wird es zu einer Ausweitung der Anhangangaben im Abschluss von WACKER kommen.
Amendments to IFRS 11 Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit 06.05.14 01.01.16 Erwartet in Q4 2015 Mit der Änderung wird klargestellt, dass Erwerbe und Hinzuerwerbe von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3, "Unternehmenszusammenschlüsse", darstellen, nach den Prinzipien für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen des IFRS 3 und anderer anwendbarer IFRS zu bilanzieren sind, soweit diese nicht im Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen. Die Klarstellung hat aktuell keinen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Amendments to IAS 16 and IAS 38 Klarstellung
akzeptabler
Abschreibungs
methoden
12.05.14 01.01.16 Erwartet in Q4 2015 Die Änderung stellt klar, dass die Abschreibung von Sachanlagen auf der Basis von Umsatzerlösen der durch sie hergestellten Güter nicht einem erwarteten Verbrauch des ihnen zugeordneten zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens entspricht. Dies gilt grundsätzlich auch für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer. Für diese gilt jedoch die Regelung einer widerlegbaren Vermutung. Weiterhin wird klargestellt, dass der Rückgang von Absatzpreisen produzierter Gütern ein Indiz für die wirtschaftliche Veralterung von Sachanlagen sein kann. WACKER nutzt ausschließlich die lineare Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Somit hat die Klarstellung keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Amendments to IAS 16 and IAS 41 Bilanzierung
fruchttragender
Gewächse
30.06.14 01.01.16 Erwartet in Q4 2015 Nach IAS 41 wurden bis jetzt alle biologischen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert abzüglich geschätzter Veräußerungskosten bewertet. Nach den Änderungen sind fruchttragende Gewächse künftig wie Sachanlagen nach IAS 16 zu bilanzieren, da ihre Nutzung vergleichbar ist. Ihre Früchte sind jedoch weiter nach IAS 41 zu bewerten. Die Änderung hat auf Grund fehlender Sachverhalte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Amendments to IAS 27 Einzelabschlüsse
(Equity-Methode)
12.08.14 01.01.16 Erwartet in Q4 2015 Durch die Änderung des IAS 27 können Beteiligungen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen im IFRS-Einzelabschluss künftig nach der Equity-Methode bilanziert werden. Da WACKER keine IFRS-Einzelabschlüsse erstellt, hat diese Änderung keine Auswirkungen auf WACKER.
Amendments to IFRS 10 and IAS 28 Veräußerung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. Einbringung in sein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen 11.09.14 01.01.16
Wird
überarbeitet
Verschoben Nach der Änderung beider Standards ist eine Gewinn- bzw. Verlustrealisierung beim Investor in voller Höhe immer dann vorzunehmen, wenn die Transaktion einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 betrifft. Ist dies nicht der Fall, sondern betrifft die Transaktion Vermögenswerte, die keinen Geschäftsbetrieb darstellen, ist lediglich der anteilige Erfolg (in Höhe des Anteils der anderen Investoren) zu erfassen. Die Änderung hat aktuell keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.
Improvements to IFRS (2012-2014)
25.09.14 01.01.16 Erwartet in Q4 2015 Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 5, IFRS 7, IAS 19 und IAS 34. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.
Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28 Investmentgesellschaften -Anwendung der Konsolidierungsausnahme 18.12.14 01.01.16 Erwartet in Q1 2016 Die Änderungen dienen zur Klärung von verschiedenen Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10, wenn das Mutterunternehmen die Definition einer "Investmentgesellschaft" erfüllt. Die Änderungen haben auf Grund fehlender Sachverhalte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.
Amendments to IAS 1 Anhangangaben 18.12.14 01.01.16 Erwartet in Q4 2015 Die Änderungen betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben nur dann notwendig sind, wenn ihr Inhalt wesentlich ist. Dies gilt explizit auch dann, wenn ein IFRS eine Liste von Minimum-Angaben fordert. Zudem werden Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung aufgenommen. Des Weiteren wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis at equity bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Schließlich erfolgt die Streichung einer Musterstruktur des Anhangs hin zur Berücksichtigung unternehmensindividueller Relevanz. Die Klarstellung hat keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses von WACKER.






Veränderungen im Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst zum 30. September 2015 einschließlich der WACKER Chemie ag 57 Unternehmen sowie eine Special Purpose Entity. 53 Unternehmen werden im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Zwischenabschluss einbezogen. Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 wie folgt verändert.

Veränderungen der Eigentumsverhältnisse im Neun-Monats-Zeitraum 2015

scroll
Abgänge/Fusionen bei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften
Scil Proteins Production GmbH, Halle
(Verschmelzung auf die WACKER Biotech GmbH, Jena, zum 01. Januar 2015)
100%
Neugründungen von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften
WACKER Kimya Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei (Neugründung am 28. Mai 2015) 100%
WACKER Colombia S.A.S., Bogota, Colombia (Neugründung am 11. September 2015) 100%
Teilabgang bei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften durch den Börsengang der Siltronic AG
Siltronic AG, München 42,2%
Siltronic Holding International B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande 42,2%
Siltronic Corp., Portland/Oregon, USA 42,2%
Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur 42,2%
Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur 42,2%
Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan 42,2%
Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., Singapur 42,2%


(Börsengang der 100% Tochter Siltronic AG am 11. Juni 2015, Platzierung von 42,2% durch Ausgabe neuer Aktien und Veräußerung von Anteilen, die von der WACKER-Chemie Dritte Venture GmbH gehalten wurden)

Die Scil Proteins Production GmbH, Halle wurde von der WACKER Biotech GmbH am 02. Januar 2014 erworben und wurde zum Stichtag 01. Januar 2015 auf die Muttergesellschaft verschmolzen.

WACKER hat am 11. Juni 2015 im Rahmen eines Börsengangs 25,5 Prozent seiner Anteile an der bis dahin 100%igen Tochter Siltronic ag an der Frankfurter Börse platziert. Gleichzeitig wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Siltronic ag neue Aktien ausgegeben, die den Beteiligungsanteil von WACKER um 16,7 Prozent reduzierten. Nach dem Börsengang beträgt der Minderheitenanteil an der Siltronic ag 42,2 Prozent. WACKER ist mit 57,8 Prozent weiterhin Mehrheitsaktionär und konsolidiert die Gesellschaft voll im Konzernabschluss. Das Gesamtvolumen der Transaktion belief sich auf 379,5 Mio. €. Transaktionskosten in Höhe von 17,4 Mio. € wurden direkt im Eigenkapital verrechnet. Auf Grund der mehrheitswahrenden Transaktion handelt es sich bilanziell um einen Geschäftsvorfall mit Eigentümern, der zu keinem Ergebnisausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung führt. Zu den Veränderungen im Eigenkapital verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel. Dort werden die Änderungen in einer gesonderten Zeile ausgewiesen.

Angaben zu Segmenten

Für die erforderlichen Segmentangaben zu den Geschäftsbereichen verweisen wir auf den Zwischenlagebericht.

Angaben zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)

Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die nachfolgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns dar.

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten (IFRS 7)

scroll
Mio. € 30. September 2015 31. Dezember 2014

Marktwert Buchwert Marktwert Buchwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 786,7 786,7 684,0 684,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte1
406,9
416,2
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere 114,5 114,5 10,0 10,0
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere 104,1 104,1 188,7 188,7
Kredite und Forderungen 164,7 164,7 202,1 202,1
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte2 n.a. 11,2 n.a. 11,2
Derivate Finanzinstrumente 12,4 12,4 4,2 4,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivaltente 258,5 258,5 325,9 325,9
Finanzschulden : 1.434,4 1.423,5 1.590,0 1.572,7
Finanzverbindlichkeiten aus Finance Lease : 23,4 23,4 28,8 28,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen : und Leistungen 390,3 390,3 374,5 374,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten3 185,3 185,3 177,4 177,4
Zu Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten 150,3 150,3 127,7 127,7
Derivative Finanzinstrumente 35,0 35,0 49,7 49,7


1 Enthält nicht Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und aktive Rechnungsabgrenzungsposten.
2 Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.
3 Enthält Sonstige Verbindlichkeiten laut Bilanz mit Ausnahme der erhaltenen Anzahlungen, der passiven Rechnungsabgrenzungsposten und Steuerverbindlichkeiten.


Für die von WACKER zu Anschaffungskosten bewerteten Eigenkapitalinstrumente konnte kein beizulegender Zeitwert ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen und für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind. Für die zum 30. September 2015 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht.

Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden den drei Kategorien gemäß der ifrs 13-Bewertungshierarchie des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt. Bezüglich der Definition der Fair-Value-Hierarchiestufen und der zugeordneten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden sowie deren Bewertung verweisen wir auf den Konzernanhang im Geschäftsbericht 2014 (Kapitel Finanzinstrumente).

Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden:

Fair-Value-Hierarchie

scroll
Mio. € Fair-Value-Hierarchie 30. September 2015 Fair-Value-Hierarchie 31. Dezember 2014

Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt Level 1 Level 2
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert





Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam





Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) - 7,0 - 7,0 - 1,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam





Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 5,4 - 5,4 - 2,8
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 104,1 - - 104,1 188,7 -
Gesamt 104,1 12,4 - 116,5 188,7 4,2
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert





Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam





Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) 1,2 14,6 - 15,8 - 13,7
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam





Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0,2 19,0 - 19,2 - 36,0
Gesamt 1,4 33,6 - 35,0 - 49,7


scroll
Mio. € Fair-Value-Hierarchie 31. Dezember 2014

Level 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) - 1,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 2,8
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte - 188,7
Gesamt - 192,9
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) - 13,7
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 36,0
Gesamt - 49,7


Die Marktwertermittlung in Level 1 erfolgt auf Basis notierter, unangepasster Preise auf aktiven Märkten für diese oder identische Vermögenswerte und Schulden. Die in Level 2 eingestuften Finanzinstrumente werden mittels Bewertungsverfahren auf Basis von Parametern bewertet, die entweder direkt oder indirekt von beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente innerhalb und außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzschulden. In Level 3 erfolgt die Marktwertermittlung auf der Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen. WACKER überprüft zu jedem Quartalsstichtag, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 haben, wie im Konzernabschluss 2014, keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchien stattgefunden.

Im Berichtszeitraum ergaben sich keine nicht wiederkehrenden Fair-Value-Bewertungen.

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen/Personen

Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die WACKER Chemie ag beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der WACKER Chemie ag einbezogen werden.

Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Aktionär mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der WACKER Chemie ag hält oder kraft Satzung oder vertraglicher Vereinbarung die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern.

Der WACKER-Konzern ist von den Regelungen des IAS 24 im Wesentlichen in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Gemeinschaftsunternehmen, zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der WACKER Chemie ag berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.

Der WACKER-Konzern wird durch den Mehrheitsgesellschafter, die Dr. Alexander WACKER Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der WACKER Chemie ag.

Zwischen der WACKER Chemie ag und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander WACKER Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander WACKER Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der WACKER Chemie ag in die Kategorie der nahe stehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die WACKER Chemie ag das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG. Insgesamt betragen die Ausgaben im Berichtszeitraum 32,4 Mio. € (Vorjahr 32,6 Mio. €). Zum 30. September 2015 weist WACKER 11,0 Mio. € an Forderungen gegenüber der Pensionskasse aus (31.12.2014: 40,4 Mio. €).

Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der WACKER Chemie ag sowie anderen Mitgliedern des Managements bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, der Pensionskasse und Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt.

Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit den oben genannten nahe stehenden Unternehmen dar:

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen/Personen

scroll
Mio. € 2015 2014


9M 2015
30.09.2015
9M 2014
Assoziierte Erträge Aufwendungen
Forderungen
Verbindlichkeiten
Erträge Aufwendungen
Unternehmen 5,9 112,3 2,9 17,6 3,8 89,3
Gemeinschaftsunternehmen 24,0 1,0 6,5 0,3 21,8 1,2
Sonstige - - - 0,3 - -


scroll
Mio. € 2014


31.12.2014
Assoziierte Forderungen
Verbindlichkeiten
Unternehmen 3,5 15,9
Gemeinschaftsunternehmen 4,3 0,2
Sonstige - -


Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von 98,8 Mio. € (31.12.2014: 93,5 Mio. €).

Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzernabschluss der WACKER Chemie ag zum 31. Dezember 2014.

Währungskurse

In der Berichtsperiode bzw. im Vorjahr wurden folgende Wechselkurse zwischen dem Euro und dem US-Dollar, dem japanischen Yen, dem Singapur-Dollar und dem chinesischen Renminbi für die Umrechnung von Fremdwährungspositionen sowie von Abschlüssen von Gesellschaften verwendet, bei denen die funktionale Währung oben genannte Währungen sind:

Währungskurse

scroll
Mio. €
Stichtagskurs Durchschnittskurs

30.09.2015 30.09.2014 31.12.2014 30.09.2015 30.09.2014
USD 1,12 1,27 1,22 1,11 1,33
JPY 134,77 138,89 145,35 135,87 137,74
SGD 1,60 1,61 1,61 1,55 1,66
CNY 7,14 7,79 7,54 7,01 8,17


Wesentliche Ereignisse der Berichtsperiode

Die bezüglich ihrer Auswirkung, ihrer Natur und ihres Auftretens wesentlichen Ereignisse der Berichtsperiode werden im Zwischenlagebericht beschrieben.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind bis zur Veröffentlichung dieses Zwischenberichts nicht eingetreten.


München, den 29. Oktober 2015

Der Vorstand der WACKER Chemie AG

scroll
Rudolf Staudigl Tobias Ohler
Joachim Rauhut Auguste Willems


Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.


München, den 29. Oktober 2015

Der Vorstand der WACKER Chemie AG

scroll
Rudolf Staudigl TobIAS Ohler
Joachim Rauhut Auguste Willems


Finanzkalender 2016

16.03.

Vorlage des Berichts zum Geschäftsjahr 2015

28.04.

Vorlage des Zwischenberichts zum 1. Quartal 2016

20.05.

Hauptversammlung

28.07.

Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal 2016

27.10.

Vorlage des Zwischenberichts zum 3. Quartal 2016

Kontakt

Investor Relations

Joerg Hoffmann, cfa
Leiter Investor Relations
Telefon +49 89 6279-1633
Telefax +49 89 6279-2933
joerg.hoffmann@WACKER.com

Presse

Christof Bachmair
Leiter Presse und Information
Telefon +49 89 6279-1830
Telefax +49 89 6279-1239
christof.bachmair@WACKER.com

Judith Distelrath
Telefon +49 89 6279-1560
Telefax +49 89 6279-2381
judith.distelrath@WACKER.com

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von WACKER beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u. a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch WACKER ist weder geplant noch übernimmt WACKER die Verpflichtung dafür.

Auf Grund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem und in anderen Berichten nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Die Inhalte dieses Berichts sprechen Frauen und Männer gleichermaßen an. Zur besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Sprachform (z. B. Kunde, Mitarbeiter) verwendet.

WACKER Chemie AG
Hanns-Seidel-Platz 4
81737 München, Germany
Telefon +49 89 6279-0
Telefax+49 89 6279-1770

www.WACKER.com