![]() Wacker Chemie AGMünchenZwischenbericht Januar - SeptemberVeröffentlicht am 29. Oktober 2015Zwischenbericht Januar - September 2015
Konzernumsatz des 3. Quartals 2015 liegt mit 1,36 Mrd. € um zehn Prozent über Vorjahr
und um ein Prozent unter dem Vorquartal Positive Währungseffekte und höhere Absatzmengen begünstigen die Umsatzentwicklung Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt im Berichtsquartal vor allem
auf Grund von niedrigeren Sondererträgen mit 264 Mio. € um 24 Prozent unter Vorjahr
und um 20 Prozent unter dem 2. Quartal 2015 Bereinigt um Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen
liegt das EBITDA des Konzerns um knapp zwei Prozent über Vorquartal Periodenergebnis des 3. Quartals 2015 beträgt 58 Mio. € Investitionen sind mit 221 Mio. € projektbedingt um 44 Prozent über Vorjahr, Fertigstellung
des Standortes Tennessee weiter im Fokus Prognose bestätigt: Im Gesamtjahr 2015 soll der Konzernumsatz um etwa zehn Prozent
steigen, das EBITDA wird bereinigt um Sondererträge leicht wachsen WACKER auf einen Blickscroll
scroll
1
EBITDA ist EBIT vor Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen. Smarte StoffeIntegrierte Sensoren machen aus Kleidungsstücken echte Hightech-Textilien. Sie übertragen Bewegungsabläufe auf Bildschirme oder überwachen Atembewegungen. Unterstützt von wacker hat das dänische Start-up-Unternehmen leap Technology solche
Sensoren entwickelt -auf Basis hauchdünner Siliconfolien und leitfähiger Siliconelastomere. Wie eine zweite Haut schmiegt sich das Sport-Shirt an den Körper. Ohne dass die Yoga-Schülerin
davon etwas mitbekommt, wird jede ihrer Bewegungen registriert. Permanent senden die
sensiblen Sensoren ihre Daten per Bluetooth an ein Smartphone. Das erkennt falsche
Bewegungsmuster und schützt die Sportlerin so vor Zerrungen oder Entzündungen in den
Gelenken -auch dann wenn sie im heimischen Wohnzimmer trainiert und gerade kein Yoga-Lehrer
kontrollieren kann, ob sie ihre Übungen korrekt ausführt. Intelligente Kleidung -ein MilliardenmarktIn Textilien integrierte Sensorik soll unsere Kleidung künftig intelligenter machen
- und eröffnet der Sportartikel-, Unterhaltungselektronik- und Medizintechnikindustrie
neue Wachstumschancen. Die Marktforscher von IDTechEx schätzen, dass der weltweite
Umsatz mit den so genannten "Wearable Technologies" -an denen intelligente Textilien
einen wachsenden Anteil haben -von rund zwölf Milliarden Euro im laufenden Jahr bis
2025 auf etwa 70 Milliarden Euro steigen wird. Die Vielfalt möglicher Anwendungen setzt der Phantasie kaum Grenzen. In Computerspielen
können Sensoren am Körper dafür sorgen, dass Körperbewegungen auf einen Bildschirm
übertragen werden -ein Wettkampf mit einem virtuellen Konkurrenten wird so möglich.
Und Physiotherapeuten prüfen mittels der integrierten Sensoren, ob ihre Reha-Patienten
die vorgegebenen Bewegungsabläufe exakt ausführen. "Gerade in der Rehabilitation oder für Langzeitpatienten bietet die tragbare Technik
viele Vorteile", sagt Renate Glowacki, Anwendungstechnikerin für Siliconfolien bei
wacker. "Die Messung der Körperbewegungen findet unbemerkt und rund um die Uhr statt
- und sie kann den Träger oder die behandelnden Ärzte rechtzeitig warnen, wenn mit
der Atmung etwas nicht stimmt oder wenn, zum Beispiel durch Herzprobleme, Schwellungen
an einem Bein auftreten." Flexible Sensoren, so dünn wie ein HaarDas Herzstück intelligenter Kleidung bilden empfindliche Sensoren im Miniaturformat.
"Textilien sind die Schnittstelle zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Daher bietet
es sich geradezu an, Messelemente in Kleidung zu integrieren, die Bewegung und Körperfunktionen
ihres Trägers ertasten können", erklärt Dr. Rahimullah Sarban. Er ist Gründer von
leap Technology, eines dänischen Unternehmens, das Sensorkomponenten produziert, auch
für die Hersteller intelligenter Textilien. Möglich werden solche elastischen Sensoren durch innovative Materialien wie die so
genannten elektroaktiven Polymere, kurz EAP. Sie basieren beispielsweise auf Folien
aus Siliconkautschuk, die wacker unter dem Markennamen elastosil® Film anbietet. Diese hauchdünnen Filme sind zwischen 20 und 200 Mikrometer dick.
Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat etwa 70 Mikrometer Durchmesser. Eingebettet
ist die Folie zwischen zwei Elektroden -diese Aufgabe können Siliconelastomere von
wacker übernehmen, die so ausgelegt sind, dass sie elektrischen Strom leiten. Alle
drei Schichten bestehen also aus elastischen Materialien. "Presst man dieses sandwichartige
Element zusammen oder zieht es in die Länge, ergibt sich eine Kapazitätsänderung,
die man messen kann. Diese Basiseinheit der Sensoren ist nichts anderes als ein verformbarer
Kondensator", erklärt WACKER-Anwendungstechnikerin Glowacki. Die eigentliche Technologie existiert zwar bereits seit den 1990er Jahren und auch
wacker arbeitet schon länger an EAPs. "Aber jetzt könnte der Sprung in die industrielle
Produktion Realität werden", betont Susanne Neueder, Marketing-Managerin für die Siliconfolien.
Dazu braucht es einen Markt - und innovative Start-up-Firmen wie leap Technology. Maßgeschneiderte MaterialeigenschaftenMitarbeiter von wacker lernten das leap Technology-Team auf der Euro-EAP-Konferenz
2014 in Linköping kennen. Die Entschlossenheit des dänischen Start-ups, die Fertigung
der benötigten Bauteile und deren industrielle Produktion voranzutreiben, hat Renate
Glowacki beeindruckt. "Mit WACKER haben wir einen wertvollen Partner an Bord -unsere
Kompetenzen ergänzen sich optimal", sagt LEAP-Gründer Rahimullah Sarban. "elastosil® Film ist ein hervorragendes Material, das sich optimal für unsere Zwecke eignet.
Damit lassen sich sehr präzise Sensoren herstellen. Gleichzeitig sind die Siliconelastomere
unempfindlich gegen Überspannung, Elektroschocks und Erschütterungen", erläutert Sarban
die Vorteile des WACKER-Materials. In den Laboren von leap Technology verwenden die Experten neben den Siliconfolien
einen weiteren Siliconkautschuk von wacker zum Bau ihrer Komponenten. Der ist so modifiziert,
dass er elektrischen Strom leitet. Anschließend bringen die LEAP-Mitarbeiter elektrische
Verdrahtungen und mechanische Halterungen an. Zum Schluss wird die fertige Konstruktion
in ein weiteres WACKER-Silicon eingebettet, um sie nach außen zu isolieren und die
gewünschte Oberfläche zu erhalten. Bevor die Bauteile dann zum Kunden gehen, werden
sie in den Laboren von leap Technology getestet und kalibriert. Elastisch und wartungsfreiDer Schlüssel zu den besonderen Materialeigenschaften von elastosil® Film liegt in der chemischen Beschaffenheit der Silicone. "Die richtige Vernetzung
spielt eine besondere Rolle", sagt Renate Glowacki. Denn erst die molekulare Struktur
ermöglicht den einzelnen Polymerketten eine hohe Beweglichkeit. Dadurch sind die produzierten Folien auch extrem dehnbar und kehren dennoch vollständig
wieder in ihren Ausgangszustand zurück -ohne auszuleiern. "Ihre besonders hohe Elastizität
trägt dazu bei, dass die Siliconfolien trotz jahrelanger mechanischer Beanspruchung
nicht ermüden", ergänzt die Anwendungstechnikerin. "Das macht dann auch die EAP-Komponenten
wartungsfrei." Folien der Marke elastosil® Film besitzen zudem alle wesentlichen Eigenschaften, die Silicone auch sonst auszeichnen:
Sie sind hitzebeständig, kälteflexibel und sind sehr beständig gegenüber einer Vielzahl
physikalischer und chemischer Einflüsse. Produktion im ReinraumUm die Siliconfolien in der geforderten Qualität zu produzieren, hat wacker einen
aufwendigen Prozess entwickelt, der zum Patent angemeldet ist. Zunächst werden die
additionsvernetzenden Siliconkautschuke so appliziert, dass die gewünschte hauchdünne
Folie entsteht. Ein großer Vorteil: Lösemittel sind dabei nicht nötig. Anschließend
sorgt Hitze dafür, dass die Polymerketten vernetzen und die Folienform fixiert wird.
Hergestellt wird die Folie unter Reinraumbedingungen. Das sichert die notwendige Reinheit
und Partikelfreiheit der Präzisionsfolien. In den Produktionsprozess haben die WACKER-Experten zudem eine Qualitätskontrolle
integriert: "Über eine optische Messung sowie per Ultraschall gewährleisten wir, dass
die Schichtdicke maximal fünf Prozent über die gesamte Fläche variiert", erklärt Glowacki.
Zudem kann elastosil® Film als endlose Rollenware ausgeliefert werden, was konkurrierende Herstellungsverfahren
so nicht leisten können. Eine Kleinserienanlage ist bereits in Betrieb -mittelfristig
ist eine großtechnische Produktion geplant. Für die Entwicklung des Herstellungsprozesses
erhielt Dr. Andreas Köllnberger 2015 den Alexander-Wacker-Innovationspreis. Seit Anfang vergangenen Jahres zählen die elektroaktiven Polymere zu den so genannten
New Solutions-Projekten bei wacker. Hier hat der Konzern besonders vielversprechende
Produkte und Technologien bereichsübergreifend und interdisziplinär organisiert. Das
Team ist stetig gewachsen. "Die EAPs sind nicht nur für intelligente Textilien interessant",
betont Entwickler Andreas Köllnberger und zählt weitere mögliche Anwendungen auf:
"Industrielle Fertigungsprozesse, die auf einer Mensch-Maschine-Kommunikation aufbauen,
lassen sich vom Arbeiter mittels intelligenter Sensoren sicher steuern. Elektroaktive
Polymere eignen sich zudem als Aktuatoren in Elektronik, Automobil und Automatisierungstechnik
und sogar als Generator zur Stromerzeugung - also alles, was unter den Begriff ,Energy
Harvesting' fällt." Durchgängige WertschöpfungsketteNoch läuft der Produktionsprozess der eap-Bauteile bei leap Technology von Hand beziehungsweise
halbautomatisch. "Die Verarbeitung der hauchdünnen, weichen und hochflexiblen Siliconfolien
ist eine Herausforderung für unsere Maschinen", erklärt Sarban. "Aber wir sind auf
einem guten Weg, eine voll automatisierte Fertigung aufzubauen. Nur so lässt sich
unser Ziel, tausende Einheiten pro Monat zuverlässig herzustellen, in Zukunft erreichen."
leap Technology stößt dabei exakt in die Lücke, die derzeit noch zwischen den Materialproduzenten
wie wacker und den Herstellern der intelligenten Textilien besteht. "Genau hier braucht
es Unternehmen, die fertige EAP-Komponenten anbieten", sagt Susanne Neueder. Etwa 120 Anfragen hat leap Technology bereits erhalten -von kleinen Start-up-Firmen
und Hochschulen ebenso wie von multinationalen Konzernen. In allen Kundengesprächen,
erklärt Sarban, stehe ein Aspekt immer im Fokus: die sichere Lieferkette der Materialien
und Einzelkomponenten. "Mit wacker haben wir einen wichtigen Partner gewonnen, der
so leistungsfähig ist, um auch große Mengen von Siliconfolien zu produzieren", lobt
Sarban. Das schaffe Vertrauen und Verlässlichkeit über die gesamte Wertschöpfungskette. Damit haben die beiden Unternehmen eine wichtige Basis für den Erfolg von "Wearable
Technology" geschaffen: Hightech-Textilien, die sich an unsere Haut schmiegen und
dabei feinfühlig über unsere Gesundheit wachen. Die WACKER-AktieAktienmärkte im 3. Quartal 2015 weltweit unter DruckDie Aktienmärkte kamen im 3. Quartal 2015 weltweit unter Druck. Zwar ließen die Sorgen
über die Finanzlage Griechenlands und ein mögliches Ausscheiden des Landes aus der
Eurozone im Berichtsquartal nach. Ministerpräsident Alexis Tsipras kann sich nach
den Neuwahlen im September nun auf eine solide Mehrheit im griechischen Parlament
stützen. Das erhöht seine Chancen, die Reformpläne umzusetzen, die das Land Mitte
Juli mit seinen Gläubigern vereinbart hat. Gleichzeitig gerieten die Börsen aber immer
stärker in den Sog der Turbulenzen an den Finanzmärkten in China. Die dortigen Kursrückgänge
sowie die deutliche Abkühlung der chinesischen Konjunktur schürten die Furcht der
Kapitalanleger vor einem Einbruch der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die massiven
Einbußen an den asiatischen Börsen führten vor allem bei stark exportorientierten
Unternehmen zu erheblichem Kursdruck. Das zog weltweit die wichtigen Aktienindizes
mit nach unten. In Deutschland brachten ab Mitte September die Berichte über Manipulationen bei den
Abgaswerten von Dieselfahrzeugen des VW-Konzerns die Notierungen der Automobilhersteller
und -zulieferunternehmen zusätzlich unter Druck. In der Folge fiel der deutsche Leitindex
dax zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit unter die psychologisch wichtige Schwelle
von 10.000 Punkten. Die ungünstigen Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten im Berichtsquartal haben auch
die Kursentwicklung der WACKER-Aktie geprägt. Darüber hinaus hat auch die schwierige
Situation einiger Wettbewerber im Polysiliciumgeschäft die Markterwartungen für wacker
und damit den Kurs der Aktie beeinflusst. dax und mdax bewegten sich in den ersten
sechs Wochen des 3. Quartals 2015 seitwärts. Als dann zur Quartalsmitte die nachlassende
Wirtschaftsleistung in China immer stärker in den Vordergrund trat, setzten die Indizes
zu einer deutlichen Talfahrt an. Insgesamt verlor die WACKER-Aktie von Anfang Juli
bis Ende September knapp 28 Prozent an Wert. dax und mdax gaben im gleichen Zeitraum
um knapp 14 Prozent bzw. fast vier Prozent nach. Die WACKER-Aktie ist mit einer Notierung von 93,92 € in das 3. Quartal 2015 gestartet.
Am 03. Juli erreichte sie mit einem Kurs von 94,76 € ihren Höchstwert im Berichtsquartal.
In den folgenden Wochen bewegte sich das Papier weitgehend seitwärts. Ab Mitte August
geriet die Notierung dann analog zur allgemeinen Börsenentwicklung deutlich unter
Druck. Der Kurs gab sukzessive nach und erreichte am 28. September mit 65,79 € seinen
Tiefststand im Berichtsquartal. Bis zum Quartalsende erholte sich die WACKER-Aktie
nur wenig. Sie beendete den Drei-Monats-Zeitraum mit einem Kurs von 67,91 €. Das entspricht
einer Marktkapitalisierung von 3,37 Mrd. €. In der Langfristbetrachtung der vergangenen drei Jahre zeigt sich, dass die WACKER-Aktie
ihre positive Kursentwicklung der letzten 18 Monate, in denen sie noch im Frühjahr
2015 bei Höchstständen von rund 115 € notierte, während der letzten Wochen nicht fortsetzen
konnte. Zum Ende des Berichtsquartals notierte das Papier in etwa auf dem Niveau vom
November 2013. Für den gesamten Drei-Jahres-Zeitraum seit Oktober 2012 ergibt sich
für die WACKER-Aktie jedoch ein deutlicher Wertzuwachs von knapp 38 Prozent. Der dax
legte im gleichen Zeitraum um knapp 32 Prozent zu, der mdax verbesserte sich um gut
73 Prozent. Die insgesamt positive Kursentwicklung der WACKER-Aktie über die vergangenen
drei Jahre hinweg zeigt unter anderem die Verbesserungen im operativen Geschäft des
Konzerns. Daten und Fakten zur WACKER-Aktiescroll
Zum Ende des Berichtsquartals waren Leerverkäufe in der Aktie der Wacker Chemie ag
in Höhe von 8,59 Prozent der ausgegebenen Aktien nach § 30h WpHG gemeldet. Die größte
Position umfasste 2,86 Prozent. Leerverkaufspositionen, die 0,5 Prozent der ausgegebenen
Aktien überschreiten, sind im Unternehmensregister veröffentlicht (www.bundesanzeiger.de). Weitere Angaben über die WACKER-Aktie -etwa zur Dividende, zur Aktionärsstruktur,
zu den Banken und Investmenthäusern, die wacker beobachten und bewerten, zu Analystenschätzungen
oder zu den Veranstaltungen für Investoren und Analysten, die wacker selbst ausrichtet
oder besucht -finden sich im Geschäftsbericht 2014 auf den Seiten 46 bis 52 sowie
im Internet unter www.wacker.com/investor-relations. Bericht zum 3. Quartal 2015
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung |
| in % | ||||||
| Asien | 575,8 | 501,1 | 15 | 1.722,5 | 1.516,5 | 14 |
| Übriges Europa | 316,5 | 293,4 | 8 | 927,6 | 868,3 | 7 |
| Deutschland | 173,6 | 174,8 | - 1 | 521,7 | 503,7 | 4 |
| Amerikas | 238,9 | 215,9 | 11 | 732,5 | 606,2 | 21 |
| Übrige Regionen | 53,1 | 47,0 | 13 | 159,0 | 137,2 | 16 |
| Gesamtumsatz | 1.357,9 | 1.232,2 | 10 | 4.063,3 | 3.631,9 | 12 |
| Mio. € | Anteil am Konzernumsatz |
| in % | |
| Asien | 42 |
| Übriges Europa | 23 |
| Deutschland | 13 |
| Amerikas | 18 |
| Übrige Regionen | 4 |
| Gesamtumsatz | 100 |
Weiterführende Aussagen zu den wesentlichen Produkten, Absatzmärkten und Wettbewerbspositionen
der Geschäftsbereiche des WACKER-Konzerns enthält der Geschäftsbericht 2014 auf den
Seiten 59 bis 60. Die dort beschriebenen Verhältnisse haben sich im 3. Quartal 2015
nicht wesentlich verändert.
Die Preise für Rohstoffe, die für die Produktionsprozesse bei WACKER maßgeblich sind,
haben sich im Berichtsquartal unterschiedlich entwickelt.
Die Grundstoffe Ethylen und Vinylacetatmonomer (vam) haben sich im Jahresvergleich
spürbar verbilligt. Ethylen war im Berichtsquartal um knapp 14 Prozent günstiger als
vor einem Jahr, der Preis für vam ist binnen Jahresfrist um rund neun Prozent gesunken.
Merklich verteuert haben sich dagegen Methanol und Siliciummetall. Der Preis für Methanol
ist binnen Jahresfrist um rund acht Prozent gestiegen, Siliciummetall war im 3. Quartal
2015 um knapp sieben Prozent teurer als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vorquartal haben
sich die Preise für die genannten Rohstoffe kaum verändert.
Der Zukaufspreis für Erdgas in Deutschland lag im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September
2015 geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum 2. Quartal 2015 hat sich
Erdgas aber um rund neun Prozent verteuert. Spürbar gestiegen ist der Zukaufspreis
für Strom in Deutschland. Er war 14 Prozent höher als vor einem Jahr und um rund 16
Prozent höher als im 2. Quartal 2015.
In der Summe haben Preisveränderungen bei Rohstoffen und Energie das Ergebnis des
WACKER-Konzerns im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres
geringfügig erhöht.
Der WACKER-Konzern hat im 3. Quartal 2015 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) in Höhe von 264,3 Mio. € (Vorjahr 347,5 Mio. €) erzielt. Die EBITDA-Marge
des WACKER-Konzerns liegt im Berichtsquartal bei 19,5 Prozent (Vorjahr 28,2 Prozent).
Der Hauptgrund für den starken Rückgang des EBITDA um knapp 24 Prozent sind niedrigere
Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen
von Kunden aus der Solarbranche. Im 3. Quartal 2014 fielen hier 92,3 Mio. € an. Im
Berichtsquartal hat WACKER dagegen nur 17,8 Mio. € an solchen Sondererträgen vereinnahmt.
Bereinigt um diese Sondereffekte war das EBITDA im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September
2015 drei Prozent niedriger als vor einem Jahr. Vor allem die im Jahresvergleich gesunkenen
Preise für Polysilicium sowie die höheren Anlaufkosten für den neuen Standort in Charleston/Tennessee,
usa, sind dafür verantwortlich. Daneben gab es bei Siltronic Verluste aus der Währungssicherung,
die das EBITDA des Konzerns ebenfalls gemindert haben.
Gegenüber dem Vorquartal (329,0 Mio. €) ist das EBITDA des WACKER-Konzerns um knapp
20 Prozent zurückgegangen. Auch hier spielen niedrigere Sondererträge eine entscheidende
Rolle. Im 2. Quartal 2015 hatte WACKER erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen
in Höhe von 86,7 Mio. € vereinnahmt. Bereinigt um diesen Effekt liegt das Konzern-EBITDA
um knapp zwei Prozent über dem Wert des Vorquartals.
Von Januar bis September 2015 summiert sich das EBITDA des WACKER-Konzerns auf 860.4
Mio. € (Vorjahr 862,2 Mio. €). Die EBITDA-Marge des Neun-Monats-Zeitraums beträgt
21,2 Prozent (Vorjahr 23,7 Prozent).
Die drei Chemiebereiche WACKER silicones, WACKER Polymers und WACKER biosolutions
haben im 3. Quartal 2015 ihr EBITDA sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Vergleich
zum Vorquartal weiter verbessert. Es belief sich im Berichtsquartal in der Summe auf
153.5 Mio. € (Vorjahr 123,1 Mio. €). Das sind knapp 25 Prozent mehr als vor einem
Jahr. Insgesamt höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte haben zu diesem Wachstum
beigetragen. Auch die gute Abdeckung der Fixkosten durch die hohe Auslastung der Produktionsanlagen
hat die Ergebnisentwicklung begünstigt. Gegenüber dem Vorquartal (143,6 Mio. €) beträgt
das Plus knapp sieben Prozent. In den neun Monaten Januar bis September 2015 haben
die Chemiebereiche von WACKER ein EBITDA von 433,5 Mio. € (Vorjahr 320,9 Mio. €) erzielt.
Das EBITDA von WACKER polysilicon ist im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um 49 Prozent auf 91,8 Mio. € (Vorjahr 180,3 Mio. €) zurückgegangen. Der Hauptgrund
dafür ist der erwähnte Sonderertrag im Vorjahr in Höhe von 92,3 Mio. € aus einbehaltenen
erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarindustrie.
Im aktuellen Berichtsquartal fielen entsprechende Sonderträge von 17,8 Mio. € an.
Bereinigt um diese Beträge ist das EBITDA von WACKER polysilicon im Jahresvergleich
um 16 Prozent zurückgegangen. Zusätzlich zu den geringeren Sondererträgen haben die
im Vergleich zum Vorjahr höheren Anlaufkosten für die Inbetriebnahme des neuen Polysiliciumstandorts
Charleston sowie niedrigere Preise für Polysilicium das EBITDA des Geschäftsbereichs
gemindert. Die laufenden Maßnahmen zur Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität
haben das EBITDA des Berichtsquartals dagegen positiv beeinflusst. Gegenüber dem Vorquartal
(161,4 Mio. €), in dem ein Sonderertrag von 86,7 Mio. € vereinnahmt wurde, ging das
EBITDA um gut 43 Prozent zurück. Auch hier ist der Unterschied bei den Sondererträgen
maßgebend für den Rückgang. Von Januar bis September 2015 summierte sich das EBITDA
von WACKER POLYSILICON auf 331,9 Mio. € (Vorjahr 448,2 Mio. €).
Bei Siltronic belief sich das EBITDA im Berichtsquartal auf 29,4 Mio. € (Vorjahr 33,2
Mio. €). Das sind gut elf Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Hauptursache dafür
waren Verluste aus der Währungssicherung, die das EBITDA des Geschäftsbereiches im
3. Quartal 2015 um 15.5 Mio. € gemindert haben. Das Umsatzplus, auch aus den veränderten
Währungsparitäten, und die zufriedenstellende Abdeckung der Fixkosten durch die hohe
Anlagenauslastung haben die Ertragskraft dagegen gestärkt. Zudem beeinflussen die
Anstrengungen, die Siltronic unternommen hat, um die Kosten zu reduzieren und die
Produktivität zu erhöhen, die Ergebnisentwicklung nachhaltig positiv. Im Vergleich
zum Vorquartal (31,4 Mio. €) fiel das EBITDA von Siltronic um gut sechs Prozent niedriger
aus. Hier machte sich der geringere Umsatz auf Grund der niedrigeren Absatzmengen
bemerkbar. Von Januar bis September 2015 summiert sich das EBITDA von Siltronic auf
100,8 Mio. € (Vorjahr 76,3 Mio. €).
Wie sich die Ertragskraft in jedem der fünf Geschäftsbereiche des WACKER-Konzerns
im 3. Quartal 2015 genau entwickelt hat und welche Einflussfaktoren hierfür jeweils
bestimmend waren, wird im Abschnitt "Ergebnisse der Geschäftsbereiche" dieses Zwischenberichts
ab Seite 37 erläutert.
Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von WACKER belief sich im 3. Quartal
2015 auf 125,5 Mio. € (Vorjahr 196,3 Mio. €). Das sind 36 Prozent weniger als vor
einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 9,2 Prozent (Vorjahr 15,9 Prozent).
Auch hier zeigen sich die oben beschriebenen Ergebniseffekte aus den niedrigeren Sondererträgen
im Geschäftsbereich WACKER polysilicon. Bereinigt um Sondereffekte hat sich das EBIT
im Jahresvergleich um knapp vier Prozent erhöht. Im 2. Quartal 2015 hatte WACKER ein
EBIT von 187,9 Mio. € ausgewiesen, die EBIT-Marge lag bei 13,7 Prozent. Für die ersten
drei Quartale des laufenden Jahres summiert sich das Konzern-EBIT auf 439,7 Mio. €
(Vorjahr 412,2 Mio. €), die EBIT-Marge beträgt entsprechend 10,8 Prozent (Vorjahr
11,3 Prozent).
Der WACKER-Konzern hat im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September 2015 ein Periodenergebnis
von 58,2 Mio. € (Vorjahr 119,0 Mio. €) erzielt. Damit ergibt sich für das 3. Quartal
2015 ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 1,21 € (Vorjahr 2,43 €). Für die ersten drei
Quartale des laufenden Geschäftsjahres beträgt das Periodenergebnis 237,0 Mio. € (Vorjahr
212,6 Mio. €) und das Ergebnis je Aktie summiert sich auf 4,84 € (Vorjahr 4,42 €).
Weitere Details zur Entwicklung der Ertragslage des WACKER-Konzerns im 3. Quartal
2015 sind im Abschnitt "Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung / Ertragslage"
ab Seite 26 dieses Zwischenberichts erläutert.
Die wichtigsten finanziellen Mess- und Steuerungsgrößen von WACKER sind das EBITDA,
die EBITDA-Marge, die Rendite auf das eingesetzte Kapital (roce) sowie der Netto-Cashflow.
Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören der Umsatz, die Investitionen
und die Nettofinanzschulden. Das Steuerungssystem des Konzerns, wie es im Geschäftsbericht
2014 auf den Seiten 66 bis 71 dargestellt und erläutert ist, blieb auch im aktuellen
Berichtszeitraum unverändert.
Das Geschäft des WACKER-Konzerns hat sich im Zeitraum Juli bis September 2015 im Wesentlichen
so entwickelt, wie es bei der Vorlage des Berichts zum 2. Quartal 2015 erwartet worden
war. Für das Gesamtjahr 2015 hatte WACKER beim Umsatz ein Plus von etwa zehn Prozent
prognostiziert, auch begünstigt durch die veränderten Wechselkursparitäten. Der Umsatz
der ersten neun Monate liegt knapp zwölf Prozent über dem Vorjahreswert. Damit ist
WACKER zum Beginn des Schlussquartals 2015 nach wie vor auf einem guten Kurs, um sein
Umsatzziel zu erreichen, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht
weiter eintrüben.
Das EBITDA für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2015 liegt bereinigt um
die Sondereffekte des laufenden und des vergangenen Jahres um knapp 15 Prozent über
dem Vorjahreswert. WACKER hat damit eine gute Basis, um im Gesamtjahr wie angekündigt
das um Sondereffekte bereinigte EBITDA des Jahres 2014 zu übertreffen. Trotz der im
Neun-Monats-Zeitraum vereinnahmten Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen
und Schadenersatzleistungen erwarten wir aber nach wie vor, dass auf das Gesamtjahr
gesehen diese Sondererträge niedriger ausfallen werden als im Jahr 2014. Demnach wird
auch die EBITDA-Marge des WACKER-Konzerns wie angekündigt voraussichtlich niedriger
sein als im Vorjahr.
Die Nettofinanzschulden haben sich im Berichtsquartal gegenüber dem Stand zum Ende
des 2. Quartals 2015 wie erwartet erhöht. Sie lagen zum Stichtag 30. September 2015
bei 970,2 Mio. €. Die Abschreibungen beliefen sich im Zeitraum Juli bis September
2015 auf 138,8 Mio. €. Der Netto-Cashflow ist mit 36,2 Mio. € positiv und die Investitionen
im Berichtsquartal liegen weitgehend im erwarteten Rahmen.
Im 3. Quartal 2015 hat der WACKER-Konzern insgesamt 220,5 Mio. € (Vorjahr 152,9 Mio.
€) investiert. Das sind projekt- und währungsbedingt 44 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum
des Vorjahres. Im 2. Quartal 2015 hatte das Investitionsvolumen 214,2 Mio. € betragen.
Für den Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September summieren sich die Investitionen
des WACKER-Konzerns auf insgesamt 609,6 Mio. € (Vorjahr 343,2 Mio. €).
Der planmäßige Ausbau der Produktionskapazitäten für Polysilicium stand auch im 3.
Quartal 2015 im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit des WACKER-Konzerns. Rund 70
Prozent der gesamten Investitionsmittel des Konzerns flossen im Berichtsquartal in
die entsprechenden Projekte.
Der Aufbau des neuen Polysiliciumstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee
schritt auch im aktuellen Berichtszeitraum weiter voran. Der Hochlauf der Anlagen
des größten Investitionsprojekts in der Geschichte des Unternehmens soll noch vor
Ende dieses Jahres beginnen.
Im US-amerikanischen Calvert City/Kentucky, usa, hat WACKER die bestehenden Produktionsanlagen
für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen erweitert. Dort wurde ein neuer Reaktor
mit einer Jahreskapazität von 85.000 Tonnen errichtet. Die Inbetriebnahme hat wie
geplant im Berichtsquartal begonnen. Die Investitionen für die neue Anlage und den
Ausbau der Infrastruktur belaufen sich auf rund 50 Mio. €.
In den drei Monaten Juli bis September 2015 hat WACKER einen positiven Netto-Cashflow
in Höhe von 36,2 Mio. € (Vorjahr 178,4 Mio. €) erwirtschaftet. Dieser Rückgang um
rund 142 Mio. € gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich bedingt durch die höheren Investitionen
in die Fertigstellung des neuen Standorts Charleston. Positiv auf den Cashflow ausgewirkt
hat sich neben dem guten operativen Geschäft auch der Eingang von Schadenersatzzahlungen
im Geschäftsbereich WACKER polysilicon. Von Januar bis September 2015 beläuft sich
der Netto-Cashflow auf 74,6 Mio. € (Vorjahr 332,5 Mio. €).
Die Nettofinanzschulden sind im Berichtsquartal gegenüber dem Stand zum Ende des vergangenen
Geschäftsjahres gesunken. Sie beliefen sich zum Stichtag 30. September 2015 auf 970,2
Mio. €. Zum 31. Dezember 2014 hatte WACKER Nettofinanzschulden von 1.080,6 Mio. €
ausgewiesen.
Weitere Details zur Entwicklung des Cashflows werden im Abschnitt "Zusammengefasste
Kapitalflussrechnung / Finanzlage" ab Seite 34 dieses Zwischenberichts erläutert.
Von Juli bis September 2015 hat der WACKER-Konzern 42,5 Mio. € (Vorjahr 43,4 Mio.
€) für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aufgewendet. Für die neun Monate Januar
bis September 2015 addieren sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 130,3
Mio. € (Vorjahr 134,5 Mio. €).
Zahlreiche Innovationen, Produktneueinführungen und Messebeteiligungen sind das Ergebnis
systematischer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf zwei Ebenen: dezentral in
den einzelnen Geschäftsbereichen sowie im Zentralbereich Forschung und Entwicklung,
der diese Arbeiten koordiniert. Drei aktuelle Beispiele:
| ― |
Ende September hat WACKER auf der Fachmesse Labelexpo Europe 2015 in Brüssel hocheffiziente Trennmittel für die Papier- und Folienbeschichtungsindustrie erstmals einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Im Fokus standen vier neue Siliconpolymere für industrielle Etiketten und Aufkleber. Sie sind Teil der neuen Produktfamilie dehesive® sfx und benötigen auf Grund ihrer hohen Reaktivität nur sehr wenig Platin als Katalysator, um vollständig auszuhärten. Im Vergleich zu herkömmlichen Beschichtungssystemen sind beim dehesive® SFX-System Platineinsparungen von bis zu 60 Prozent möglich. Trennpapier- und Labelhersteller können dadurch deutlich schneller und kostengünstiger produzieren. |
| ― |
In Brasilien und Südamerika führt WACKER jetzt sein naturidentisches Hydroxytyrosol für Anwendungen in der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie ein. Hydroxytyrosol, ein hochwirksames Antioxidans und freier Radikalfänger, kann Haut und Haare vor Schäden durch UV-Strahlung schützen. Dank eines patentierten Syntheseverfahrens kann WACKER den Inhaltsstoff jetzt als naturidentische Substanz in deutlich höherer Reinheit, ohne unerwünschte Nebenprodukte und mit einem definierten Wirkstoffgehalt herstellen. Startpunkt für die südamerikanische Markteinführung des neuen Produkts mit dem Markennamen HTEssence® war Anfang Oktober die Fachmesse InCosmetics Brazil in Sào Paulo. |
| ― |
Anfang November präsentiert WACKER Biotech auf der Fachmesse Bio-Europe in München seine neuartige Rückfaltungstechnologie mit dem Markennamen foldtec®. WACKER kann damit für seine Kunden Pharmaproteine, die wegen ihrer Aggregationsneigung schwer herstellbar sind, kosteneffizient und stabil in hohen Ausbeuten und höchster Reinheit produzieren. Das proprietäre Verfahren besteht aus eigens entwickelten und optimierten Bakterienstämmen sowie einem patentierten, antibiotikafreien Expressionssystem. |
Den diesjährigen Alexander-WACKER-Innovationspreis 2015 erhielt Anfang Juli der Chemiker
Dr. Andreas Köllnberger für die Entwicklung eines innovativen Produktionsprozesses
zur Herstellung hauchdünner Siliconfolien. Ihre dielektrischen Eigenschaften machen
die Folien insbesondere für Anwendungen im Bereich der Elektronik, Robotik, Sensorik
und Medizintechnik interessant und ermöglichen die Entwicklung innovativer Produkte.
Der mit 10.000 € dotierte Innovationspreis wurde in diesem Jahr zum vierten Mal in
der Kategorie Produktinnovation vergeben.
Im August 2015 hat der WACKER-Konzern seinen neuen Nachhaltigkeitsbericht für die
Jahre 2013 und 2014 veröffentlicht. Dieser erfüllt vollständig die Leitlinien G3 der
Global Reporting Initiative (gri) und wurde deshalb von der gri mit dem höchsten Berichtslevel
A bewertet.
Aus den Fakten und Zahlen der Veröffentlichung wird deutlich, dass WACKER auf vielen
Gebieten, die für nachhaltiges Wirtschaften von Bedeutung sind, weitere Fortschritte
gemacht hat.
So hat das Unternehmen zum Beispiel seinen spezifischen Energieverbrauch bei der Produktion
von Polysilicium innerhalb von acht Jahren um 29 Prozent reduziert. Dafür wurde WACKER
mit dem Bayerischen Energiepreis ausgezeichnet. Der größte WACKER-Standort Burghausen
hat die Emissionen ins Wasser stark verringert. Und in der norwegischen Siliciummetallproduktion
des Konzerns sanken die Staubemissionen um mehr als 30 Prozent.
Auch beim Arbeitsschutz hat WACKER substanzielle Fortschritte gemacht. Innerhalb von
zwei Jahren hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden konzernweit
um mehr als 40 Prozent verringert -von 4,7 im Jahr 2012 auf 2,8 im Jahr 2014. Das
Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus hat wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.
Im Juli 2015 hat der Bayerische Landesverband der Chemischen Industrie (vci) WACKER mit seinem Responsible-Care®-Preis ausgezeichnet. Der Chemiekonzern erhielt den Preis für sein Konzept zur Vermeidung von Leertransporten beim Containermanagement. Das Vorgehen von WACKER überzeugte die Jury insbesondere durch seine hohe gesamtvolkswirtschaftliche Relevanz und seinen Beitrag zur CO2 -Minderung. Beim Responsible-Care®-Wettbewerb des vci auf Bundesebene belegte WACKER mit seinem Konzept den dritten Platz.
Im Rahmen der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung iaa erhielt WACKER für sein ganzheitliches Flotten- und Beförderungskonzept den GreenFleet®-Award 2015. WACKER überzeugte die Jury durch den praxisorientierten Ansatz, Personentransporte und Dienstfahrten auf ein Minimum zu reduzieren und umweltschonende Fahrzeuge einzusetzen, um so klimaschädliche CO2 -Emissionen zu reduzieren. Der GreenFleet®-Award wird alljährlich vom tüv süd an Unternehmen mit zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten und einem nachhaltigen Flottenmanagement verliehen.
Die Zahl der bei WACKER weltweit Beschäftigten hat sich im 3. Quartal 2015 gegenüber
dem Vorquartal nur geringfügig verändert. Zum Stichtag 30. September 2015 waren im
Konzern 17.021 (30.06.2015: 16.928) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Auch im
Vergleich zum Vorjahr (30.09.2014: 16.724) ist die Zahl der Beschäftigten nur leicht
gestiegen.
An den WACKER-Standorten in Deutschland waren zum Ende des Berichtsquartals 12.321
(30.06.2015: 12.378) Beschäftigte tätig, an den internationalen Standorten waren es
4.700 (30.06.2015: 4.550) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ende Juni 2015 gab WACKER bekannt, dass Dr. Joachim Rauhut (61), Finanzvorstand der
WACKER Chemie ag, plangemäß mit Ablauf seines Vertrages zum 31. Oktober 2015 aus dem
Unternehmen ausscheiden wird. Das Finanzressort wird zum 01. November Dr. Tobias Ohler
(44) übernehmen, der dem WACKER-Vorstand seit Anfang 2013 angehört. Gleichzeitig hat
der Aufsichtsrat Ohlers Vertrag, der zum 31. Dezember 2015 ausläuft, um weitere fünf
Jahre verlängert. Als Arbeitsdirektor neu in den Vorstand wurde mit Wirkung zum 01.
November 2015 Dr. Christian Hartel (44) berufen. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von
drei Jahren. Hartel leitet gegenwärtig den Geschäftsbereich WACKER silicones.
Für detaillierte Informationen zur Organisation und Struktur der WACKER Chemie ag
sowie zu den Zielen und Strategien des Unternehmens verweisen wir auf den Geschäftsbericht
2014, dort insbesondere auf die Kapitel "Grundlagen des Konzerns" (Seite 55 bis 63)
und "Ziele und Strategien" (Seite 64 bis 65) sowie auf das Kapitel "Nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren und weitere Informationen" (Seite106 bis 133). Die dort beschriebenen
Grundsätze, Leitlinien und Prozesse haben sich im Berichtsquartal nicht maßgeblich
verändert und sind nach wie vor gültig.
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Verän derung in % |
| Umsatzerlöse | 1.357,9 | 1.232,2 | 10,2 | 4.063,3 | 3.631,9 | 11,9 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 298,6 | 236,6 | 26,2 | 887,7 | 635,4 | 39,7 |
| Vertriebs-, Forschungs- und allg. Verwaltungskosten | - 148,9 | - 140,4 | 6,1 | - 456,2 | - 430,8 | 5,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | - 27,3 | 97,6 | n.a. | 5,3 | 204,6 | - 97,4 |
| Betriebsergebnis | 122,4 | 193,8 | - 36,8 | 436,8 | 409,2 | 6,7 |
| Beteiligungsergebnis | 3,1 | 2,5 | 24,0 | 2,9 | 3,0 | - 3,3 |
| EBIT | 125,5 | 196,3 | - 36,1 | 439,7 | 412,2 | 6,7 |
| Finanzergebnis | - 23,5 | - 15,7 | 49,7 | - 50,4 | - 62,4 | - 19,2 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 102,0 | 180,6 | - 43,5 | 389,3 | 349,8 | 11,3 |
| Ertragsteuern | - 43,8 | - 61,6 | - 28,9 | - 152,3 | - 137,2 | 11,0 |
| Periodenergebnis | 58,2 | 119,0 | - 51,1 | 237,0 | 212,6 | 11,5 |
| davon | ||||||
| auf Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend | 60,0 | 120,5 | - 50,2 | 240,4 | 219,5 | 9,5 |
| auf andere Gesellschafter entfallend | - 1,8 | - 1,5 | 20,0 | - 3,4 | - 6,9 | - 50,7 |
| Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) | 1,21 | 2,43 | - 50,2 | 4,84 | 4,42 | 9,5 |
| Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) | 49.677.983 | 49.677.983 | - | 49.677.983 | 49.677.983 | - |
| Überleitung zum EBITDA | ||||||
| EBIT | 125,5 | 196,3 | - 36,1 | 439,7 | 412,2 | 6,7 |
| Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen | 138,8 | 151,2 | - 8,2 | 420,7 | 450,0 | - 6,5 |
| EBITDA | 264,3 | 347,5 | - 23,9 | 860,4 | 862,2 | - 0,2 |
WACKER hat im 3. Quartal des laufenden Jahres auf Grund der weiterhin guten Kundennachfrage
aber auch dank positiver Währungsverhältnisse den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr
gesteigert. Eine gute Umsatzentwicklung bei Siliciumwafern und in den Chemiebereichen
hat dazu geführt, dass der Konzernumsatz im Vergleich zum 3. Quartal 2014 um zehn
Prozent gewachsen ist. Der Geschäftsbereich WACKER polysilicon konnte mehr Polysilicium
verkaufen als vor einem Jahr. In Summe stieg der Konzernumsatz in den ersten neun
Monaten des Jahres 2015 um knapp zwölf Prozent. Das operative Ergebnis des Konzerns
(EBITDA) lag im 3. Quartal 2015 mit 264,3 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (347,5
Mio. €). Im Vorjahresquartal hatten Sondereffekte das EBITDA um 92,3 Mio. € erhöht.
Im Berichtsquartal enthielt das EBITDA Sondereffekte in Höhe von 17,8 Mio. €.
WACKER erzielte im 3. Quartal 2015 einen Umsatz von 1.357,9 Mio. € (Vorjahr 1.232,2
Mio. €). Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorquartal
(1.370,5 Mio. €) ist der Umsatz leicht gefallen. Hohe Absatzmengen und Währungseffekte
haben den Umsatz des 3. Quartals 2015 wie bereits im Vorquartal positiv beeinflusst.
Bis zum 30. September 2015 summierte sich der Konzernumsatz auf 4.063,3 Mio. €. Er
übertraf damit den Vorjahreswert (3.631,9 Mio. €) um zwölf Prozent.
Im Chemiegeschäft wuchs der Umsatz im Berichtsquartal um knapp elf Prozent auf 865,3
Mio. € (Vorjahr 780,7 Mio. €). Wie im Vorquartal sind, neben einem positiven Währungsumfeld
gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen, insbesondere höhere Absatzmengen der
Grund für die Umsatzsteigerung. Auch im Neun-Monats-Vergleich ist der Umsatz der Chemiebereiche
gewachsen. Er stieg von 2.258,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 2.547,7 Mio. € im
Berichtszeitraum. Siltronic hat im Berichtsquartal von leicht höheren Absatzmengen
bei Halbleiterwafern und positiven Währungseffekten profitiert. Trotz sinkender us-Dollar-Preise
für Siliciumwafer stieg der Umsatz von Siltronic um knapp sieben Prozent auf 230,6
Mio. € (Vorjahr 216,0 Mio. €). In den ersten neun Monaten belief sich der Umsatz auf
716,0 Mio. € (Vorjahr 630,2 Mio. €). WACKER polysilicon erreichte im 3. Quartal 2015
einen Umsatz von 271,4 Mio. € (Vorjahr 252,4 Mio. €). Das sind knapp acht Prozent
mehr als vor einem Jahr. Höhere Absatzmengen führten zu diesem Plus. Im gesamten Berichtszeitraum
erzielte WACKER polysilicon einen Umsatz von 822,1 Mio. € (Vorjahr 787,6 Mio. €).
Das ist ein Plus von vier Prozent.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des 3. Quartals 2015
betrug 264,3 Mio. € (Vorjahr 347,5 Mio. €). Das ist ein Minus von 24 Prozent. Der
wesentliche Grund für diesen Rückgang ist ein Sondereffekt im Vorjahresquartal. WACKER
hat im 3. Quartal 2014 erhaltene Anzahlungen vereinnahmt und Schadenersatzleistungen
erhalten. Diese Sondererträge beliefen sich auf 92,3 Mio. €. Im Berichtsquartal waren
Sondererträge in Höhe von 17,8 Mio. € enthalten. Bereinigt um diesen Sondereffekt
ist das EBITDA um drei Prozent zurückgegangen.
Ergebnisverbessernd wirkte sich der Umsatzanstieg in allen Geschäftsbereichen aus.
Insbesondere die Chemiebereiche konnten ihr EBITDA um knapp 25 Prozent auf 153,5 Mio.
€ (Vorjahr 123,1 Mio. €) steigern. Das EBITDA von Siltronic belief sich von Juli bis
September auf 29.4 Mio. € nach 33,2 Mio. € im Vorjahr. Mengen- und währungsbedingt
höheren Umsätzen standen hier Verluste aus der Währungssicherung gegenüber. WACKER
POLYSILICON erzielte im Berichtsquartal ein EBITDA von 91,8 Mio. € (Vorjahr 180,3
Mio. €). Im Vorjahr war ein Sonderertrag in Höhe von 92,3 Mio. € enthalten. Im Berichtsquartal
waren es 17,8 Mio. €. Höhere Vorlaufkosten für den neuen Polysiliciumstandort in Tennessee
haben das EBITDA des Geschäftsbereichs dagegen gemindert. Die EBITDA-Marge des Konzerns
hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal reduziert. Sie belief sich für den Zeitraum
Juli bis September 2015 auf 19.5 Prozent (Vorjahr 28,2 Prozent).
Für den Neun-Monats-Zeitraum ergab sich ein Konzern-EBITDA von 860,4 Mio. € (Vorjahr
862,2 Mio. €). Hier zeigten sich die positiven Auswirkungen des starken US-Dollar
auf das operative Geschäft des Konzerns, die den Umsatz erhöht haben und die Sondererträge
aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen. Im laufenden
Geschäftsjahr wurden 109,2 Mio. € und im Vorjahr 206,3 Mio. € als Sondererträge vereinnahmt.
Die Chemiebereiche konnten ihr EBITDA um 35 Prozent auf 433,5 Mio. € (Vorjahr 320,9
Mio. €) verbessern. Siltronic erzielte von Januar bis September 2015 ein EBITDA von
100,8 Mio. € (Vorjahr 76,3 Mio. €). Das ist ein Plus von 32 Prozent. Das EBITDA von
WACKER polysilicon lag im Berichtszeitraum auf Grund des niedrigeren Sonderertrags
mit 331,9 Mio. € um 26 Prozent unter Vorjahr (448,2 Mio. €). Für den Neun-Monats-Zeitraum
ergab sich für den Konzern eine EBITDA-Marge von 21,2 Prozent (Vorjahr 23,7 Prozent).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns lag im 3. Quartal 2015 bei
125.5 Mio. € (Vorjahr 196,3 Mio. €). Es hat sich damit im Jahresvergleich um 36 Prozent
reduziert. Auch hier wirkte sich der beschriebene Sondereffekt aus. Bereinigt hat
sich das EBIT um knapp vier Prozent erhöht. Die Abschreibungen beliefen sich auf 138,8
Mio. € (Vorjahr 151,2 Mio. €). Dieser Rückgang von acht Prozent resultiert aus dem
Auslaufen planmäßiger Abschreibungen. Das EBIT der vergangenen neun Monate belief
sich auf 439,7 Mio. € (Vorjahr 412,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von knapp sieben
Prozent. Auch hier wirkten sich niedrigere Abschreibungen von 420,7 Mio. € (Vorjahr
450,0 Mio. €) aus.
Für eine detaillierte Erläuterung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses der
Geschäftsbereiche verweisen wir auf den Abschnitt "Ergebnisse der Geschäftsbereiche"
ab Seite 37 dieses Zwischenberichts.
Das Bruttoergebnis vom Umsatz des 3. Quartals ist im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent
auf 298,6 Mio. € gewachsen (Vorjahr 236,6 Mio. €). Die Brutto-Umsatzmarge betrug 22
Prozent und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte. Dies ist im
Wesentlichen auf den höheren Umsatz zurückzuführen. Die Herstellungskosten sind im
Berichtsquartal um sechs Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 1.059,3 Mio. € (Vorjahr
995,6 Mio. €). Die Herstellungskostenquote beträgt im Berichtsquartal 78 Prozent und
ist damit um zwei Prozentpunkte besser als im Vorjahr. Für den Neun-Monats-Zeitraum
2015 ergab sich ein Bruttoergebnis von 887,7 Mio. € (Vorjahr 635,4 Mio. €). Das ist
ein Anstieg von 40 Prozent. Die Brutto-Umsatzmarge belief sich auf 22 Prozent (Vorjahr
17 Prozent). Die Herstellungskostenquote betrug 78 Prozent (Vorjahr 83 Prozent). Neben
dem Umsatzplus sind die hohe Auslastung der Produktionsanlagen sowie reduzierte Kosten
die wesentlichen Gründe für die Verbesserung sowohl im Quartals- als auch im Neun-Monats-Vergleich.
Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine
Verwaltungskosten) haben sich im 3. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund
sechs Prozent erhöht. Sie stiegen von 140,4 Mio. € auf 148,9 Mio. €. Im Neun-Monats-Vergleich
ergab sich ebenfalls ein Anstieg von sechs Prozent. Insbesondere die Vertriebskosten
sind auf Grund des höheren Umsatzvolumens deutlich gewachsen.
Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug im Berichtsquartal
-27,3 Mio. € (Vorjahr 97,6 Mio. €). Der wesentliche Grund für die Veränderung zum
Vorjahr sind die oben beschriebenen Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen
und Schadenersatzleistungen aus aufgelösten Verträgen mit Polysiliciumkunden. Der
Konzern erzielte im Berichtsquartal ein negatives Währungsergebnis in Höhe von -24,3
Mio. € (Vorjahr 6,9 Mio. €). Davon entfielen -15,5 Mio. € (Vorjahr 5,3 Mio. €) auf
Siltronic, -8,8 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €) wurden im Sonstigen ausgewiesen. Der Grund
für diesen Effekt sind im Wesentlichen auslaufende Devisentermingeschäfte, die der
Währungssicherung dienten. Im Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 belief
sich der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen auf 5,3 Mio. €
(Vorjahr 204,6 Mio. €). Das Währungsergebnis für den Zeitraum Januar bis September
2015 betrug -58,7 Mio. € (Vorjahr 16,3 Mio. €). Davon entfielen -35,2 Mio. € (Vorjahr
11,4 Mio. €) auf Siltronic und -23,5 Mio. € (Vorjahr 4,9 Mio. €) auf das Sonstige.
Die oben genannten Effekte haben dazu geführt, dass sich das Betriebsergebnis im 3.
Quartal 2015 um 71,4 Mio. € verschlechtert hat. Es belief sich auf 122,4 Mio. € (Vorjahr
193,8 Mio. €). Im Neun-Monats-Zeitraum stieg das Betriebsergebnis auf 436,8 Mio. €
(Vorjahr 409,2 Mio. €).
Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns hat sich im 3. Quartal 2015 im Vergleich zum
Vorjahr verschlechtert. Es betrug im Berichtsquartal -23,5 Mio. € (Vorjahr -15,7 Mio.
€). Zinserträgen von 1,6 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe
von 7,5 Mio. € (Vorjahr 12,8 Mio. €) gegenüber. Im 3. Quartal reduzierten Bauzeitzinsen
in Höhe von 4,5 Mio. € den Zinsaufwand. Im Neun-Monats-Zeitraum ergab sich ein Finanzergebnis
von -50,4 Mio. € (Vorjahr -62,4 Mio. €). Zinserträge von 5,4 Mio. € (Vorjahr 5,5 Mio.
€) korrespondierten mit gesunkenen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,7 Mio. € (Vorjahr
35,2 Mio. €). Bauzeitzinsen in Höhe von 14,1 Mio. € reduzierten den Zinsaufwand und
führten zu der Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr.
Das übrige Finanzergebnis belief sich im Berichtsquartal auf -17,6 Mio. € (Vorjahr
-4,9 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen
und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus
Kurseffekten der Finanzanlagen enthalten. Im Neun-Monats-Zeitraum ergab sich ein Saldo
von -33,1 Mio. € (Vorjahr -32,7 Mio. €).
Der Konzern weist für den Neun-Monats-Zeitraum einen Steueraufwand von 152,3 Mio.
€ (Vorjahr 137,2 Mio. €) aus. Die Steuerquote der ersten neun Monate des laufenden
Jahres beträgt 39,1 Prozent (Vorjahr 39,2 Prozent). Sie ist beeinflusst durch steuerlich
nicht absetzbare Anlaufkosten für den Produktionsstandort Tennessee und Verluste einiger
Tochtergesellschaften.
Das Periodenergebnis des Berichtsquartals hat sich mit 58,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr
(119,0 Mio. €) verringert. Der oben erläuterte Sonderertrag im Vorjahr ist der Grund
für diesen Rückgang. Das Periodenergebnis des Neun-Monats-Zeitraums war dagegen höher
als vor einem Jahr. Es summierte sich von Januar bis September 2015 auf 237,0 Mio.
€ (Vorjahr 212,6 Mio. €).
| Mio. € | 30.09.2015 | 30.09.2014 | Veränderung in % | 31.12.2014 | Veränderung in % |
| Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 4.683,9 | 4.197,8 | 11,6 | 4.345,7 | 7,8 |
| At equity bewertete Beteiligungen | 20,5 | 20,3 | 1,0 | 20,5 | - |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 489,8 | 524,1 | - 6,5 | 487,9 | 0,4 |
| Langfristige Vermögenswerte | 5.194,2 | 4.742,2 | 9,5 | 4.854,1 | 7,0 |
| Vorräte | 782,9 | 743,9 | 5,2 | 734,3 | 6,6 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 786,7 | 749,6 | 4,9 | 684,0 | 15,0 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 558,2 | 809,9 | - 31,1 | 674,8 | - 17,3 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.127,8 | 2.303,4 | - 7,6 | 2.093,1 | 1,7 |
| Summe Aktiva | 7.322,0 | 7.045,6 | 3,9 | 6.947,2 | 5,4 |
| Mio. € | 30.09.2015 | 30.09.2014 | Veränderung in % | 31.12.2014 | Veränderung in % |
| Eigenkapital | 2.752,7 | 2.113,5 | 30,2 | 1.946,5 | 41,4 |
| Langfristige Rückstellungen | 1.833,7 | 1.792,0 | 2,3 | 1.983,7 | - 7,6 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.305,8 | 1.300,2 | 0,4 | 1.318,2 | - 0,9 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 339,6 | 544,5 | - 37,6 | 533,9 | - 36,4 |
| davon erhaltene Anzahlungen | 334,8 | 533,1 | - 37,2 | 523,0 | - 36,0 |
| Langfristige Schulden | 3.479,1 | 3.636,7 | - 4,3 | 3.835,8 | - 9,3 |
| Finanzverbindlichkeiten | 141,1 | 292,6 | - 51,8 | 283,3 | - 50,2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 390,3 | 365,2 | 6,9 | 374,5 | 4,2 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 558,8 | 637,6 | - 12,4 | 507,1 | 10,2 |
| Kurzfristige Schulden | 1.090,2 | 1.295,4 | - 15,8 | 1.164,9 | - 6,4 |
| Schulden | 4.569,3 | 4.932,1 | - 7,4 | 5.000,7 | - 8,6 |
| Summe Passiva | 7.322,0 | 7.045,6 | 3,9 | 6.947,2 | 5,4 |
Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um
fünf Prozent erhöht. Sie stieg um 374,8 Mio. € und belief sich zum 30. September 2015
auf 7,32 Mrd. € (31.12.2014: 6,95 Mrd. €). Im Vergleich zum Stichtag 30. September
2014 ist die Bilanzsumme um 276,4 Mio. € gewachsen. Der Anstieg hat mehrere Gründe.
Im Berichtszeitraum wirkte sich der Wertverlust des Euro gegenüber dem US-Dollar und
anderen Währungen deutlich auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns aus. Effekte
aus der Währungsumrechnung erhöhten die Bilanzsumme um 166,2 Mio. €, insbesondere
im Anlagevermögen und in den Finanzschulden. Der Anstieg des operativen Geschäfts
führte zu höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zu höheren Vorratsbeständen.
Auf der Passivseite reduzierten sich neben den Pensionsrückstellungen im Wesentlichen
die erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen, weil Kundenverträge aufgelöst
wurden. Das Eigenkapital des Konzerns stieg zum einen durch das positive Ergebnis,
die niedrigeren versicherungsmathematischen Verluste und die Effekte aus der Währungsumrechnung
um 520,2 Mio. € an. Zum anderen erhöhten die von Dritten erhaltenen Einzahlungen aus
dem erfolgreichen Börsengang der Siltronic ag das Konzerneigenkapital um 361,9 Mio.
€. Gegenläufig reduzierte die Dividendenzahlung der WACKER Chemie ag in Höhe von 74,5
Mio. € das Eigenkapital.
Die langfristigen Vermögenswerte stiegen im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres
um 340,1 Mio. € auf 5,20 Mrd. € (31.12.2014: 4,85 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme
beträgt 71 Prozent (31.12.2014: 70 Prozent). Die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen
und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien haben sich um 338,2 Mio. € erhöht.
Sie beliefen sich zum 30. September 2015 auf 4,68 Mrd. € (31.12.2014: 4,35 Mrd. €).
Der Anstieg ist währungsbedingt, aber auch laufende Investitionen erhöhten insbesondere
die Sachanlagen. Sie wuchsen zum 30. September 2015 um 337,7 Mio. €. Die laufenden
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 609,6
Mio. €. Knapp 70 Prozent dieser Summe floss in den Aufbau des Produktionsstandortes
Charleston/Tennessee, usa. Gegenläufig reduzierten Abschreibungen in den ersten neun
Monaten des Jahres 2015 immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 420,7 Mio.
€ (Vorjahr 450,0 Mio. €). Währungsveränderungen haben das Anlagevermögen um 153,1
Mio. € erhöht.
Die at-Equity bewerteten Beteiligungen blieben unverändert. Sie beliefen sich zum
Bilanzstichtag auf 20,5 Mio. € (31.12.2014: 20,5 Mio. €).
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 30. September 2015
auf 489,8 Mio. € (31.12.2014: 487,9 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Ende
des Jahres 2014 nahezu konstant geblieben. Einen Anstieg gab es bei den Anlagen in
langfristigen Wertpapieren. Sie erhöhten sich um 21,5 Mio. € auf 59,1 Mio. €. Gegenläufig
ergab sich jedoch ein Abbau von aktiven latenten Steuern. Der Hauptgrund dafür sind
die im Vergleich zum Jahresende 2014 geringeren versicherungsmathematischen Verluste
der Pensionsrückstellungen. Sie reduzierten sich auf 304,9 Mio. € (31.12.2014: 334,3
Mio. €) auf Grund der gestiegenen zugrundeliegenden Diskontierungszinssätze. Die sonstigen
langfristigen Vermögenswerte enthalten ferner Ausleihungen in Höhe von 98,8 Mio. €
(31.12.2014: 93,5 Mio. €) und langfristige Steuerforderungen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 34,7 Mio.
€ auf 2,13 Mrd. € angestiegen. Das ist ein Plus von knapp zwei Prozent. Ihr Anteil
an der Bilanzsumme beläuft sich auf 29 Prozent (31.12.2014: 30 Prozent). Der Vorratsbestand
stieg unter anderem währungsbedingt von 734,3 Mio. € auf 782,9 Mio. € an. Gegenüber
dem Ende des Vorjahres ist das ein Plus von knapp sieben Prozent. Die Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Ende des Neun-Monats-Zeitraums auf
786,7 Mio. € (31.12.2014: 684,0 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von 15 Prozent. Das höhere
Geschäftsvolumen und Währungseffekte trugen zu dem Anstieg bei. Vorräte und Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen haben zusammen einen Anteil an der Bilanzsumme von
21 Prozent. Währungseffekte haben die Vorräte und die Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen erhöht.
Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere
und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere
belaufen sich zum Ende des Berichtszeitraums auf 159,1 Mio. € (31.12.2014: 157,4 Mio.
€). Hier hat WACKER liquide Mitteln als Wertpapiere und Festgelder mit festgelegter
Laufzeit angelegt. Die liquiden Mittel fielen von 325,9 Mio. € zum Jahresende 2014
auf 258,5 Mio. € zum 30. September 2015. Aus dem Börsengang der Siltronic ag im 2.
Quartal 2015 flossen dem Konzern nach Abzug der Transaktionskosten Einzahlungen von
insgesamt 361,9 Mio. € zu. WACKER hat diese Mittel zum einen Teil in Wertpapieren
angelegt und zum anderen Teil für die Finanzierung der Investitionen verwendet. In
den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind Ertragsteuerforderungen in Höhe von
9,2 Mio. € (31.12.2014: 15,2 Mio. €), positive Marktwerte derivativer Finanzinstrumente
von 11,6 Mio. € (31.12.2014: 3,9 Mio. €) und sonstige Steueransprüche in Höhe von
31,5 Mio. € (31.12.2014: 49,6 Mio. €) enthalten. Der Anteil der sonstigen kurzfristigen
Vermögenswerte an der Bilanzsumme beläuft sich auf knapp acht Prozent (31.12.2014:
zehn Prozent).
Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2014 um 806,2
Mio. € gestiegen. Es belief sich zum 30. September 2015 auf 2,75 Mrd. € (31.12.2014:
1,95 Mrd. €). Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 37,6 Prozent (31.12.2014:
28,0 Prozent). Die Gewinnrücklagen haben sich durch das Periodenergebnis der ersten
neun Monate des Geschäftsjahres 2015 um 240,4 Mio. € erhöht. Die übrigen Eigenkapitalposten
erhöhten das Eigenkapital im Wesentlichen durch die erfolgsneutrale Anpassung der
Pensionsrückstellungen. Durch die Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne
zum Ende des 3. Quartals 2015 gingen die versicherungsmathematischen Verluste zurück.
Das hat das Eigenkapital um 139,5 Mio. € erhöht. Effekte aus der Währungsumrechnung
erhöhten das Eigenkapital um 99,1 Mio. €. Die im 2. Quartal gezahlte Dividende der
WACKER Chemie ag minderte das Eigenkapital um 74,5 Mio. €.
Im Rahmen des Börsengangs der Siltronic ag am 11. Juni 2015 wurden insgesamt 12,65
Mio. Aktien platziert. Davon stammen fünf Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung
von Siltronic und 7,65 Mio. Aktien aus dem Bestand von WACKER. Für den WACKER-Konzern
ergab sich dadurch ein Zugang im Eigenkapital von 361,9 Mio. €. Gleichzeitig ging
der Anteil von WACKER am Eigenkapital der Siltronic ag von zuvor 100 Prozent auf nun
57,8 Prozent zurück. Der Streubesitz an der Siltronic ag liegt jetzt bei 42,2 Prozent.
Da der Konzern immer noch die Mehrheit an der Gesellschaft hält, stieg durch die Transaktion
das Eigenkapital der Aktionäre der WACKER Chemie ag um 197,1 Mio. €. Gleichzeitig
erhöhten sich dadurch die auf andere Gesellschafter entfallenden Anteile am Konzerneigenkapital
um 164,8 Mio. €. Zum Ende des Berichtsquartals beläuft sich der Anteil anderer Gesellschafter
an der Siltronic-Gruppe auf 199,1 Mio. €.
Die langfristigen Schulden betragen zum Bilanzstichtag 3,48 Mrd. € (31.12.2014: 3,84
Mrd. €). Das sind neun Prozent weniger als zum Ende des vergangenen Jahres. Ihr Anteil
an der Bilanzsumme beläuft sich auf knapp 48 Prozent (31.12.2014: 55 Prozent). Die
Pensionsrückstellungen sanken um 173,4 Mio. € auf 1,58 Mrd. €. Das ist ein Minus von
zehn Prozent. Der Grund dafür ist der in der Neubewertung der leistungsorientierten
Pensionspläne verwendete Diskontierungszinssatz. Er ist höher als zum Jahresende 2014.
Die Pensionsrückstellungen entsprechen 22 Prozent der Bilanzsumme (31.12.2014: 25
Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen haben sich um neun Prozent erhöht.
Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten sanken um 12,4 Mio. € und beliefen sich
auf 1,31 Mrd. € (Vorjahr 1,32 Mrd. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen durch Umgliederungen
in den kurzfristigen Bereich bedingt. Gegenläufig wirkten sich Währungskurseffekte
aus, da WACKER Bank- und Schuldscheindarlehen in US-Dollar und anderen Währungen ausweist.
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe deutlich gesunken und
liegen bei 339,6 Mio. € (31.12.2014: 533,9 Mio. €). Der Grund dafür ist die Veränderung
der langfristigen erhaltenen Anzahlungen. Zum Stichtag beliefen sie sich auf 334,8
Mio. € (31.12.2014: 523,0 Mio. €). Durch die Auflösung langfristiger Lieferverträge
wurden erhaltene Anzahlungen ergebniswirksam vereinnahmt.
Die kurzfristigen Schulden sind von 1,16 Mrd. € zum Jahresende 2014 auf 1,09 Mrd.
€ gesunken. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 15 Prozent. Zum 31. Dezember 2014
waren es 17 Prozent. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im
Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres um vier Prozent gestiegen. Sie beliefen
sich zum Bilanzstichtag auf 390,3 Mio. € (31.12.2014: 374,5 Mio. €). Die sonstigen
kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten haben sich mit 558,8 Mio. € (31.12.2014:
507,1 Mio. €) gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2014 um zehn Prozent erhöht.
Hier zeigt sich der Aufbau von kurzfristigen Ertragsteuerrückstellungen, von Rückstellungen
für Verkaufsboni und Altersteilzeit sowie von unterjährigen Personalverbindlichkeiten,
unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und variable Vergütungsbestandteile. Die Verbindlichkeiten
aus derivativen Finanzinstrumenten zur Devisensicherung gingen leicht zurück. Sie
beliefen sich auf 34,9 Mio. € (31.12.2014: 44,9 Mio. €). Das Auslaufen von Derivaten
mit negativen Marktwerten ist der Grund für diesen Rückgang. Die kurzfristigen erhaltenen
Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 161,4 Mio. € (31.12.2014: 166,1 Mio.
€).
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind um 50 Prozent zurückgegangen. Sie beliefen
sich zum 30. September auf 141,1 Mio. € (31.12.2014: 283,3 Mio. €). Der wesentliche
Grund für diesen Rückgang ist die Tilgung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von
150 Mio. €. Gegenläufig erhöhten Währungseffekte die Finanzverbindlichkeiten. Insgesamt
sind die Finanzschulden mit 1.446,9 Mio. € im Vergleich zum Jahresende 2014 (1.601,5
Mio. €) gesunken. Der Anteil der Finanzschulden an der Bilanzsumme beträgt 20 Prozent.
Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen im Neun-Monats-Zeitraum
2015 hat die Finanzschulden um 55 Mio. € ansteigen lassen. Die kurzfristige Liquidität
(kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ist im Vergleich
zum 31. Dezember 2014 gesunken. Sie beläuft sich auf 417,6 Mio. € (31.12.2014: 483,3
Mio. €). Das ist ein Rückgang von 14 Prozent, der die Rückzahlung des Schuldscheindarlehens
und anderer Finanzierungen, aber auch Abflüsse durch hohe Investitionen zeigt. Positiv
wirkte sich der Geldeingang in Höhe von 361,9 Mio. € aus dem Börsengang der Siltronic
ag aus. Die langfristig angelegten Wertpapiere stiegen von 37,6 Mio. € auf 59,1 Mio.
€, da ein Teil der Erlöse, die WACKER aus dem Börsengang zugeflossen sind, mittelfristig
angelegt wurde. Zum Bilanzstichtag 30. September 2015 wies WACKER somit Nettofinanzschulden
(Saldo der Bruttofinanzverschuldung und der langfristigen und kurzfristigen Liquidität)
von 970,2 Mio. € aus (31.12.2014: 1.080,6 Mio. €). Das sind zehn Prozent weniger als
zum 31. Dezember 2014.
WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Periodenergebnis | 58,2 | 119,0 | - 51,1 | 237,0 | 212,6 | 11,5 |
| Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen | 138,8 | 151,2 | - 8,2 | 420,7 | 450,0 | - 6,5 |
| Veränderung der Vorräte | - 6,4 | - 44,9 | - 85,7 | - 38,3 | - 81,9 | - 53,2 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - 2,6 | 10,0 | n.a. | - 101,6 | - 112,6 | - 9,8 |
| Veränderung der sonstigen Vermögenswerte | 33,0 | 20,6 | 60,2 | 47,8 | 36,3 | 31,7 |
| Veränderung der erhaltenen Anzahlungen | - 69,5 | - 111,9 | - 37,9 | - 192,8 | - 185,5 | 3,9 |
| Veränderung Equity Accounting | - 0,2 | - 0,1 | 100,0 | 1,3 | 1,1 | 18,2 |
| Übrige Posten | 37,7 | 49,8 | - 24,3 | 117,4 | 132,2 | - 11,2 |
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) | 189,0 | 193,7 | - 2,4 | 491,5 | 452,2 | 8,7 |
| Auszahlungen/Einzahlungen für Akquisitionen | n.a. | 25,8 | n.a. | |||
| Auszahlungen/Einzahlungen für Investitionen | - 222,3 | - 127,2 | 74,8 | - 609,7 | - 331,0 | 84,2 |
| Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren | - 222,3 | - 127,2 | 74,8 | - 609,7 | - 305,2 | 99,8 |
| Erwerb/Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern | - 60,9 | - 50,8 | 19,9 | - 25,6 | - 50,0 | - 48,8 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 283,2 | - 178,0 | 59,1 | - 635,3 | - 355,2 | 78,9 |
| Gewinnausschüttungen aus Vorjahresergebnis | n.a. | - 75,9 | - 25,7 | >100 | ||
| Einzahlungen aus der Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG | - | - | n.a. | 361,9 | - | n.a. |
| Veränderung Finanzverbindlichkeiten | - 54,3 | 82,3 | n.a. | - 208,7 | - 58,2 | >100 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - 54,3 | 82,3 | n.a. | 77,3 | - 83,9 | n.a. |
| Veränderung aus Wechselkursänderungen | - 4,1 | 2,5 | n.a. | - 0,9 | 3,5 | n.a. |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 152,6 | 100,5 | n.a. | - 67,4 | 16,6 | n.a. |
| Stand am Periodenanfang | 411,1 | 347,9 | 18,2 | 325,9 | 431,8 | - 24,5 |
| Stand am Stichtag | 258,5 | 448,4 | - 42,4 | 258,5 | 448,4 | - 42,4 |
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % |
9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) | 189,0 | 193,7 | - 2,4 | 491,5 | 452,2 | 8,7 |
| Veränderung der erhaltenen Anzahlungen | 69,5 | 111,9 | - 37,9 | 192,8 | 185,5 | 3,9 |
| Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren | - 222,3 | - 127,2 | 74,8 | - 609,7 | - 305,2 | 99,8 |
| Zugänge aus Finanzierungsleasing | - | - | n.a. | - | - | n.a. |
| Netto-Cashflow | : 36,2 | 178,4 | - 79,7 | 74,6 | 332,5 | - 77,6 |
Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist es, die Finanzkraft von WACKER langfristig
zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen
Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Als wichtigste
Liquiditätsquelle dienen die operative Geschäftstätigkeit und die daraus resultierenden
Einzahlungen. Um für die laufenden Investitionsprojekte den finanziellen Spielraum
zu erweitern, ergänzt WACKER seine Finanzierungsstrategie durch die Aufnahme langfristiger
Darlehen.
Als interne Kennzahl zur Messung der Liquidität des operativen Geschäfts dient der
Netto-Cashflow. Die Kennzahl Nettofinanzschulden als Finanzierungskennzahl bildet
die Konzernverschuldung ab.
Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im
Berichtszeitraum Januar bis September 2015 auf 491,5 Mio. € (Vorjahr 452,2 Mio. €).
Das ist ein Anstieg von neun Prozent. Positiv wirkte sich das höhere Periodenergebnis
von 237,0 Mio. € aus. Dieses enthielt Abschreibungen in Höhe von 420,7 Mio. € (Vorjahr
450,0 Mio. €). Der Anstieg des Working Capital (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte) wirkte sich mit 130,2
Mio. € negativ auf den Brutto-Cashflow aus. Insbesondere die Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und die Vorräte stiegen geschäftsbedingt deutlich an. Die erhaltenen
Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen veränderten sich in den ersten neun Monaten
des Jahres 2015 um -192,8 Mio. € (Vorjahr -185,5 Mio. €) auf Grund der nun erfolgten
Lieferungen und einbehaltener Vorauszahlungen aus aufgelösten Verträgen. Die zusammengefassten
Übrigen Posten führen zu einem positiven Effekt von 142,6 Mio. € (Vorjahr 132,2 Mio.
€). Darin enthalten sind der Anstieg der Personalverbindlichkeiten, der Urlaubs- und
Gleitzeitverpflichtungen sowie der Rückstellungen für Altersteilzeit. Höhere Steuerrückstellungen
wirkten sich ebenfalls positiv auf den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit
aus.
Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich auf -609,7 Mio. €
und zeigt im Wesentlichen den Mittelabfluss für die Investitionstätigkeit. Im Vergleich
zum Vorjahr (-305,2 Mio. €) haben sich die Auszahlungen für Investitionen deutlich
erhöht. Die Mittel gingen zu rund 70 Prozent in den weiteren Aufbau des Polysiliciumstandortes
in Charleston/ Tennessee, usa. Im Vergleich zum Vorjahr befindet sich das Projekt
in einer intensiven Fertigstellungsphase, was zu deutlich höheren Auszahlungen führt.
Im Vorjahr ergab sich ein Mittelzufluss in Höhe von 25,8 Mio. €, der im Wesentlichen
den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten der erstmals in den
Konzernabschluss einbezogenen Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd (ssw) darstellt.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis
September 2015 auf -635,3 Mio. € (Vorjahr -355,2 Mio. €). Zusätzlich zu den Investitionen
in das Anlagevermögen enthält er noch Ein- und Auszahlungen aus Wertpapieren und Festgeldern
mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten.
Der Netto-Cashflow setzt sich aus dem Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit
ohne erhaltene Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit
(ohne Wertpapiere) unter Berücksichtigung der Zugänge aus Finanzierungsleasing zusammen.
Er beläuft sich im Neun-Monats-Zeitraum 2015 auf 74,6 Mio. €. Im Vorjahr betrug der
Netto-Cashflow 332,5 Mio. €.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum 2015 auf 77,3
Mio. € (Vorjahr -83,9 Mio. €). Die Einzahlungen aus dem Börsengang der Siltronic ag
und der damit verbundenen Veränderung der Eigentumsanteile beliefen sich auf 361,9
Mio. €. Sie erhöhten den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Dividendenzahlung
der WACKER Chemie ag im 2. Quartal 2015 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von
74,5 Mio. €. Ferner hat der Mittelabfluss aus der Tilgung externer Bankverbindlichkeiten
in Höhe von 208,7 Mio. € den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reduziert.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nahmen im Vergleich zum 31. Dezember
2014 um 67,4 Mio. € ab. Im Vorjahreszeitraum gab es einen Anstieg in Höhe von 16,6
Mio. €. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 30. September
2015 auf 258,5 Mio. € (31.12.2014: 325,9 Mio. €).
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| WACKER SILICONES | 501,9 | 447,5 | 12,2 | 1.483,0 | 1.314,0 | 12,9 |
| WACKER POLYMERS | 313,0 | 288,0 | 8,7 | 912,2 | 812,2 | 12,3 |
| WACKER BIOSOLUTIONS | 50,4 | 45,2 | 11,5 | 152,5 | 132,5 | 15,1 |
| WACKER POLYSILICON | 271,4 | 252,4 | 7,5 | 822,1 | 787,6 | 4,4 |
| SILTRONIC | 230,6 | 216,0 | 6,8 | 716,0 | 630,2 | 13,6 |
| Zentralfunktionen/Sonstiges | 46,7 | 39,8 | 17,3 | 148,3 | 119,7 | 23,9 |
| Konsolidierungen | - 56,1 | - 56,7 | - 1,1 | - 170,8 | - 164,3 | 4,0 |
| Konzernumsatz | 1.357,9 | 1.232,2 | 10,2 | 4.063,3 | 3.631,9 | 11,9 |
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| WACKER SILICONES | 61,5 | 48,9 | 25,8 | 165,8 | 115,9 | 43,1 |
| WACKER POLYMERS | 55,0 | 40,7 | 35,1 | 153,9 | 103,1 | 49,3 |
| WACKER BIOSOLUTIONS | 4,4 | 2,7 | 63,0 | 17,1 | 11,6 | 47,4 |
| WACKER POLYSILICON | 35,5 | 122,6 | - 71,0 | 162,2 | 273,9 | - 40,8 |
| SILTRONIC | 0,7 | - 7,3 | n.a. | 10,1 | - 43,5 | n.a. |
| Zentralfunktionen/Sonstiges | - 30,6 | - 13,1 | >100 | - 68,6 | - 48,2 | 42,3 |
| Konsolidierungen | - 1,0 | 1,8 | n.a. | - 0,8 | - 0,6 | 33,3 |
| Konzern-EBIT | 125,5 | 196,3 | - 36,1 | 439,7 | 412,2 | 6,7 |
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| WACKER SILICONES | 81,6 | 69,5 | 17,4 | 226,6 | 176,0 | 28,8 |
| WACKER POLYMERS | 64,7 | 48,2 | 34,2 | 181,4 | 125,9 | 44,1 |
| WACKER BIOSOLUTIONS | 7,2 | 5,4 | 33,3 | 25,5 | 19,0 | 34,2 |
| WACKER POLYSILICON | 91,8 | 180,3 | - 49,1 | 331,9 | 448,2 | - 25,9 |
| SILTRONIC | 29,4 | 33,2 | - 11,4 | 100,8 | 76,3 | 32,1 |
| Zentralfunktionen/Sonstiges | - 9,4 | 9,1 | n.a. | - 4,9 | 17,4 | n.a. |
| Konsolidierungen | - 1,0 | 1,8 | n.a. | - 0,9 | - 0,6 | 50,0 |
| Konzern-EBITDA | 264,3 | 347,5 | - 23,9 | 860,4 | 862,2 | - 0,2 |
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| EBIT der berichtspflichtigen Segmente | 157,1 | 207,6 | - 24,3 | 509,1 | 461,0 | 10,4 |
| Zentralfunktionen/Sonstiges | - 30,6 | - 13,1 | >100 | - 68,6 | - 48,2 | 42,3 |
| Konsolidierungen | - 1,0 | 1,8 | n.a. | - 0,8 | - 0,6 | 33,3 |
| Konzern-EBIT | 125,5 | 196,3 | - 36,1 | 439,7 | 412,2 | 6,7 |
| Finanzergebnis | - 23,5 | - 15,7 | 49,7 | - 50,4 | - 62,4 | - 19,2 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 102,0 | 180,6 | - 43,5 | 389,3 | 349,8 | 11,3 |
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Außenumsatz | 501,8 | 447,4 | 12,2 | 1.482,8 | 1.313,8 | 12,9 |
| Innenumsatz | 0,1 | 0,1 | - | 0,2 | 0,2 | - |
| Gesamtumsatz | 501,9 | 447,5 | 12,2 | 1.483,0 | 1.314,0 | 12,9 |
| EBIT | 61,5 | 48,9 | 25,8 | 165,8 | 115,9 | 43,1 |
| EBIT-Marge (%) | 12,3 | 10,9 | - | 11,2 | 8,8 | - |
| Abschreibungen | 20,1 | 20,6 | - 2,4 | 60,8 | 60,1 | 1,2 |
| EBITDA | 81,6 | 69,5 | 17,4 | 226,6 | 176,0 | 28,8 |
| EBITDA-Marge (%) | 16,3 | 15,5 | - | 15,3 | 13,4 | - |
| Investitionen | 23,5 | 21,3 | 10,3 | 56,2 | 54,5 | 3,1 |
| Stichtag | 30.09.2015 | 30.06.2015 | 30.09.2015 | 31.12.2014 | ||
| Anzahl der Mitarbeiter | 4.388 | 4.347 | 0,9 | 4.388 | 4.240 | 3,5 |
WACKER silicones hat im 3. Quartal 2015 den Umsatz und das Ergebnis gegenüber dem
Vorjahr deutlich gesteigert. Der Geschäftsbereich erzielte von Juli bis September
2015 einen Gesamtumsatz von 501,9 Mio. € (Vorjahr 447,5 Mio. €). Das ist ein Plus
von gut zwölf Prozent. Günstige Wechselkurseffekte und höhere Absatzmengen sind die
wesentlichen Gründe für diesen Anstieg. Bei einigen Produktgruppen verzeichnet der
Geschäftsbereich auch bessere Preise als vor einem Jahr. Obwohl die Kundennachfrage
zeitweise etwas zurückhaltend war, hat WACKER silicones im Berichtsquartal das Umsatzniveau
des 2. Quartals (506,3 Mio. €) nur um knapp ein Prozent unterschritten. Für den Neun-Monats-Zeitraum
Januar bis September 2015 summieren sich die Umsatzerlöse von WACKER silicones auf
1.483,0 Mio. € (Vorjahr 1.314,0 Mio. €). Das sind knapp 13 Prozent mehr als vor einem
Jahr.
Gut entwickelt hat sich im Berichtsquartal das Geschäft in den Segmenten Körperpflege,
Papierbeschichtung, Elektronik und Bau. Auch die Absatzmengen bei pyrogenen Kieselsäuren
sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen. Schwächer lief der Absatz von Siliconkautschuk
sowie von Siliconen für Industrie- und Textilanwendungen. Die Produktionskapazitäten
des Geschäftsbereichs waren von Juli bis September 2015 sehr gut ausgelastet. Teilweise
liefen die Anlagen mit voller Kapazität.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz von WACKER silicones in allen Regionen gewachsen.
Besonders stark war der Anstieg in Asien und in Amerika. Hier spielten auch günstige
Währungseffekte eine Rolle. Gegenüber dem Vorquartal hat das Geschäft in Deutschland
und Europa weiter zugelegt. In Amerika, Asien und den Übrigen Regionen fielen die
Umsätze dagegen etwas niedriger aus als im 2. Quartal 2015.
Vor allem das Umsatzplus auf Grund der günstigen Wechselkurseffekte und höherer Absatzmengen
hat dazu beigetragen, dass WACKER Silicones im Zeitraum Juli bis September 2015 sein
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr um
gut 17 Prozent auf 81,6 Mio. € (Vorjahr 69,5 Mio. €) steigern konnte. Höhere Rohstoffpreise
haben dabei die Ergebnisentwicklung etwas gebremst. Das EBITDA des Vorquartals (77,3
Mio. €) hat der Geschäftsbereich um knapp sechs Prozent übertroffen. Die EBITDA-Marge
stieg im Berichtsquartal auf 16,3 Prozent nach 15,5 Prozent im Vorjahreszeitraum und
15,3 Prozent im Vorquartal. In den neun Monaten von Januar bis September 2015 summiert
sich das EBITDA von WACKER Silicones auf 226,6 Mio. € (Vorjahr 176,0 Mio. €). Das
sind rund 29 Prozent mehr als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA-Marge von
15,3 Prozent (Vorjahr 13,4 Prozent).
Die Investitionen von WACKER Silicones beliefen sich im 3. Quartal 2015 auf 23,5 Mio.
€ (Vorjahr 21,3 Mio. €). Die Mittel gingen vorrangig in den Ausbau der Kapazitäten
für fertige Siliconprodukte. Von Januar bis September 2015 hat der Geschäftsbereich
insgesamt 56,2 Mio. € (Vorjahr 54,5 Mio. €) investiert.
Mitte September hat WACKER Silicones an seinem chinesischen Produktionsstandort Zhangjiagang
ein neues Logistikzentrum für seine dort hergestellten Silicone in Betrieb genommen.
Herzstück ist ein 4.000 Quadratmeter großes Hochregallager, in dem alle ein- und ausgehenden
Waren vollelektronisch erfasst und von einem computergestützten Lagerverwaltungssystem
auf die 9.000 Palettenstellplätze verteilt werden. Der Geschäftsbereich kann seine
Kunden in der Region so noch schneller und flexibler beliefern.
Die Zahl der Beschäftigen von WACKER Silicones lag zum Stichtag 30. September 2015
bei 4.388 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (30.06.2015: 4.347).
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Außenumsatz | 307,6 | 280,0 | 9,9 | 894,1 | 792,8 | 12,8 |
| Innenumsatz | 5,4 | 8,0 | - 32,5 | 18,1 | 19,4 | - 6,7 |
| Gesamtumsatz | 313,0 | 288,0 | 8,7 | 912,2 | 812,2 | 12,3 |
| EBIT | 55,0 | 40,7 | 35,1 | 153,9 | 103,1 | 49,3 |
| EBIT-Marge (%) | 17,6 | 14,1 | - | 16,9 | 12,7 | - |
| Abschreibungen | 9,7 | 7,5 | 29,3 | 27,5 | 22,8 | 20,6 |
| EBITDA | 64,7 | 48,2 | 34,2 | 181,4 | 125,9 | 44,1 |
| EBITDA-Marge (%) | 20,7 | 16,7 | - | 19,9 | 15,5 | - |
| Investitionen | 10,4 | 19,1 | - 45,5 | 35,7 | 36,2 | - 1,4 |
| Stichtag | 30.09.2015 | 30.06.2015 | 30.09.2015 | 31.12.2014 | ||
| Anzahl der Mitarbeiter | 1.452 | 1.441 | 0,8 | 1.452 | 1.408 | 3,1 |
WACKER Polymers hat im 3. Quartal 2015 einen Gesamtumsatz von 313,0 Mio. € (Vorjahr
288,0 Mio. €) erwirtschaftet. Das ist ein Plus von knapp neun Prozent. Insgesamt deutlich
höhere Absatzmengen und positive Wechselkurseffekte sind die Gründe für diesen Anstieg.
Das Umsatzvolumen des Vorquartals (314,6 Mio. €) hat der Geschäftsbereich um knapp
ein Prozent unterschritten. Hier spielten die im Quartalsvergleich geringfügig niedrigeren
Durchschnittspreise eine Rolle. Von Januar bis September 2015 summierten sich die
Umsätze von WACKER Polymers auf 912,2 Mio. € (Vorjahr 812,2 Mio. €). Das ist ein Plus
von gut zwölf Prozent.
WACKER Polymers hat im 3. Quartal 2015 deutlich mehr Dispersionspulver abgesetzt als
vor einem Jahr. Bei Dispersionen war der Absatz im Jahresvergleich nahezu unverändert.
Gegenüber dem Vorquartal hat der Absatz sowohl bei Dispersionspulvern als auch bei
Dispersionen leicht zugelegt. Gut entwickelte sich im Berichtsquartal das Geschäft
mit Polymerprodukten für Farben und Lacke, für die Teppichindustrie sowie für Abdichtungen.
Zurückhaltender war die Nachfrage bei Dispersionen für technische Textilien und Klebstoffanwendungen.
Die Anlagen des Geschäftsbereichs waren im 3. Quartal 2015 im Durchschnitt zu über
80 Prozent ausgelastet.
Regional hat WACKER Polymers seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr in allen Regionen
mit Ausnahme von Deutschland weiter ausgebaut. Besonders kräftig fiel der Anstieg,
auch währungsbedingt, in Asien und Amerika aus. Im Vergleich zum Vorquartal sind die
Umsätze in Asien, Amerika und Deutschland weiter gewachsen. Europa und die Übrigen
Regionen lagen dagegen unter dem Niveau des 2. Quartals 2015.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat WACKER Polymers im
Zeitraum Juli bis September 2015 sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Vergleich
zum 2. Quartal 2015 deutlich gesteigert. Binnen Jahresfrist stieg das EBITDA um rund
34 Prozent auf 64,7 Mio. € (Vorjahr 48,2 Mio. €). Das Umsatzplus auf Grund positiver
Währungseffekte und höherer Absatzmengen ist ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg.
Daneben spielten auch die gestiegene Anlagenauslastung und niedrigere Rohstoffkosten
eine Rolle. Das EBITDA des Vorquartals (56,8 Mio. €) hat WACKER Polymers absatz- und
auslastungsbedingt um rund 14 Prozent übertroffen. Die EBITDA-Marge für das 3. Quartal
2015 liegt bei 20,7 Prozent (Vorjahr 16,7 Prozent), im 2. Quartal 2015 hatte sie 18,1
Prozent betragen. Im Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 summierte sich
das EBITDA von WACKER Polymers auf 181,4 Mio. € (Vorjahr 125,9 Mio. €). Das sind 44
Prozent mehr als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA-Marge von 19,9 Prozent
(Vorjahr 15,5 Prozent).
WACKER Polymers hat im Berichtsquartal 10,4 Mio. € (Vorjahr 19,1 Mio. €) investiert.
Die Mittel dienten vorrangig dem bedarfsgerechten Ausbau der Produktionskapazitäten
für Dispersionen. Für den Zeitraum Januar bis September 2015 addieren sich die Investitionen
des Geschäftsbereichs auf 35,7 Mio. € (Vorjahr 36,2 Mio. €).
Im US-amerikanischen Calvert City/Kentucky, usa, hat WACKER Polymers seine bestehenden
Produktionsanlagen für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen erweitert. Dort
wurde ein neuer Reaktor mit einer Jahreskapazität von 85.000 Tonnen errichtet. Die
Inbetriebnahme hat wie geplant im Berichtsquartal begonnen. Die Investitionen für
die neue Anlage und den Ausbau der Infrastruktur belaufen sich auf rund 50 Mio. €.
Zum 30. September 2015 beschäftigte WACKER Polymers 1.452 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
(30.06.2015: 1.441).
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Außenumsatz | 50,4 | 45,2 | 11,5 | 152,5 | 132,5 | 15,1 |
| Innenumsatz | - | - | - | - | - | - |
| Gesamtumsatz | 50,4 | 45,2 | 11,5 | 152,5 | 132,5 | 15,1 |
| EBIT | 4,4 | 2,7 | 63,0 | 17,1 | 11,6 | 47,4 |
| EBIT-Marge (%) | 8,7 | 6,0 | - | 11,2 | 8,8 | - |
| Abschreibungen | 2,8 | 2,7 | 3,7 | 8,4 | 7,4 | 13,5 |
| EBITDA | 7,2 | 5,4 | 33,3 | 25,5 | 19,0 | 34,2 |
| EBITDA-Marge (%) | 14,3 | 11,9 | - | 16,7 | 14,3 | - |
| Investitionen | 1,0 | 2,0 | - 50,0 | 2,9 | 4,3 | - 32,6 |
| Stichtag | 30.09.2015 | 30.06.2015 | 30.09.2015 | 31.12.2014 | ||
| Anzahl der Mitarbeiter | 494 | 481 | 2,7 | 494 | 484 | 2,0 |
WACKER BIOSOLUTIONS hat von Juli bis September 2015 einen Gesamtumsatz von 50,4 Mio.
€ (Vorjahr 45,2 Mio. €) erzielt und damit den Vorjahreswert um knapp zwölf Prozent
übertroffen. Höhere Absatzmengen in einigen Produktsegmenten und positive Wechselkurseffekte
sind die maßgeblichen Gründe für diesen Anstieg. Zugelegt hat im Jahresvergleich vor
allem das Geschäft mit biologisch hergestellten Pharmaproteinen und Cystein. Auch
bei Cyclodextrinen waren die Umsätze höher als vor einem Jahr. Den Umsatz des Vorquartals
(52,7 Mio. €) hat WACKER BIOSOLUTIONS um rund vier Prozent unterschritten. Niedrigere
Absatzmengen in einigen Produktsegmenten spielten hierbei eine wesentliche Rolle.
Für die neun Monate Januar bis September 2015 addieren sich die Umsatzerlöse von WACKER
BIOSOLUTIONS auf 152,5 Mio. € (Vorjahr 132,5 Mio. €). Das ist ein Anstieg um gut 15
Prozent.
Auch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat WACKER BIOSOLUTIONS
weiter zugelegt. Mit 7,2 Mio. € (Vorjahr 5,4 Mio. €) verbesserte sich der Geschäftsbereich
gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Mio. €. Der höhere Umsatz auf Grund positiver Währungseffekte
sowie der im Jahresvergleich teilweise höheren Absatzmengen war der Hauptgrund für
diesen Anstieg. Gegenüber dem Vorquartal (9,5 Mio. €) sank das EBITDA dagegen umsatzbedingt
um 2,3 Mio. €. Die EBITDA-Marge des 3. Quartals 2015 lag bei 14,3 Prozent nach 11,9
Prozent im Vorjahr und 18,0 Prozent im Vorquartal. Von Januar bis September 2015 summierte
sich das EBITDA des Geschäftsbereichs auf 25,5 Mio. € (Vorjahr 19,0 Mio. €). Die EBITDA-Marge
stieg entsprechend auf 16,7 Prozent (Vorjahr 14,3 Prozent).
Von Juli bis September 2015 hat WACKER BIOSOLUTIONS 1,0 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €)
investiert. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 beliefen sich die Investitionen
auf insgesamt 2,9 Mio. € (Vorjahr 4,3 Mio. €).
Anfang November präsentiert der Geschäftsbereich auf der Fachmesse Bio-Europe in München
seine neuartige Rückfaltungstechnologie mit dem Markennamen FOLDTEC®. WACKER BIOSOLUTIONS kann damit für seine Kunden Pharmaproteine, die wegen ihrer
Aggregationsneigung schwer herstellbar sind, kosteneffizient und stabil in hohen Ausbeuten
und höchster Reinheit produzieren. Das proprietäre Verfahren besteht aus eigens entwickelten
und optimierten Bakterienstämmen sowie einem patentierten, antibiotikafreien Expressionssystem.
Zum Stichtag 30. September 2015 beschäftigte WACKER BIOSOLUTIONS insgesamt 494 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter (30.06.2015: 481).
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % |
9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Außenumsatz | 250,2 | 226,0 | 10,7 | 756,0 | 709,1 | 6,6 |
| Innenumsatz | 21,2 | 26,4 | - 19,7 | 66,1 | 78,5 | - 15,8 |
| Gesamtumsatz | 271,4 | 252,4 | 7,5 | 822,1 | 787,6 | 4,4 |
| EBIT | 35,5 | 122,6 | - 71,0 | 162,2 | 273,9 | - 40,8 |
| EBIT-Marge (%) | 13,1 | 48,6 | - | 19,7 | 34,8 | - |
| Abschreibungen | 56,3 | 57,7 | - 2,4 | 169,7 | 174,3 | - 2,6 |
| EBITDA | 91,8 | 180,3 | - 49,1 | 331,9 | 448,2 | - 25,9 |
| EBITDA-Marge (%) | 33,8 | 71,4 | - | 40,4 | 56,9 | - |
| Investitionen | 148,2 | 92,0 | 61,1 | 450,6 | 202,2 | >100 |
| Stichtag | 30.09.2015 | 30.06.2015 | 30.09.2015 | 31.12.2014 | ||
| Anzahl der Mitarbeiter | 2.321 | 2.249 | 3,2 | 2.321 | 2.093 | 10,9 |
WACKER polysilicon hat im 3. Quartal 2015 einen Gesamtumsatz von 271,4 Mio. € (Vorjahr
252,4 Mio. €) erzielt. Das sind knapp acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Gegenüber
dem Vorquartal (261,3 Mio. €) beträgt das Plus knapp vier Prozent. Dank deutlich höherer
Absatzmengen als im Vorjahr und im 2. Quartal 2015 konnte der Geschäftsbereich die
rückläufigen Marktpreise für Polysilicium mehr als ausgleichen. Von Januar bis September
2015 addieren sich die Umsatzerlöse von WACKER polysilicon auf 822,1 Mio. € (Vorjahr
787,6 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von gut vier Prozent. Die Produktionsanlagen des
Geschäftsbereichs liefen im 3. Quartal 2015 weiter mit voller Kapazität.
Das EBITDA von WACKER polysilicon belief sich im 3. Quartal 2015 auf 91,8 Mio. € (Vorjahr
180,3 Mio. €). Das sind 49 Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer
EBITDA Marge von 33,8 Prozent (Vorjahr 71,4 Prozent).
Der Hauptgrund dafür sind niedrigere Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen
und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarbranche. Im 3. Quartal 2014 fielen
hier 92,3 Mio. € an. Im Berichtsquartal hat WACKER polysilicon dagegen nur 17,8 Mio.
€ an solchen Sondererträgen vereinnahmt. Bereinigt um diese Beträge ist das EBITDA
des Geschäftsbereichs im Jahresvergleich um knapp 16 Prozent zurückgegangen. Zusätzlich
zu den geringeren Sondererträgen haben die im Vergleich zum Vorjahr höheren Anlaufkosten
für die Inbetriebnahme des neuen Standorts Charleston sowie niedrigere Preise für
Polysilicium das EBITDA des Geschäftsbereichs gemindert. Die laufenden Maßnahmen zur
Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität haben das EBITDA des Berichtsquartals
dagegen positiv beeinflusst. Die um Sondererträge bereinigte EBITDA-Marge des 3. Quartals
2015 beträgt 27,3 Prozent (Vorjahr 34,9 Prozent).
Gegenüber dem Vorquartal (161,4 Mio. €) ging das EBITDA um gut 43 Prozent zurück.
Ausschlaggebend war auch hier die unterschiedliche Höhe der Sondererträge. Im 2. Quartal
2015 hatte WACKER polysilicon 86,7 Mio. € aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen
und Schadenersatzleistungen vereinnahmt. Die um Sondererträge bereinigte EBITDA-Marge
des Vorquartals lag bei 28,6 Prozent.
Von Januar bis September 2015 summiert sich das EBITDA von WACKER polysilicon auf
331,9 Mio. € (Vorjahr 448,2 Mio. €). Das sind 26 Prozent weniger als vor einem Jahr
und entspricht einer EBITDA-Marge von 40,4 Prozent (Vorjahr 56,9 Prozent). Neben den
im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Preisen für Solarsilicium sind die geringeren
Sondererträge der wesentliche Grund für diesen Rückgang. In den ersten neun Monaten
des Geschäftsjahres 2014 fielen insgesamt 206,3 Mio. € aus vereinnahmten erhaltenen
Anzahlungen und Schadenersatzleistungen an. Von Januar bis September 2015 waren es
109,2 Mio. €. Die um Sondererträge bereinigte EBITDA-Marge des Neun-Monats-Zeitraums
2015 beträgt 27,1 Prozent (Vorjahr 30,7 Prozent).
Im 3. Quartal 2015 hat WACKER polysilicon 148,2 Mio. € (Vorjahr 92,0 Mio. €) investiert.
Von Januar bis September 2015 summieren sich die Investitionen des Geschäftsbereichs
auf 450,6 Mio. € (Vorjahr 202,2 Mio. €).
Im Berichtsquartal stand der Aufbau des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im
us-Bundesstaat Tennessee weiter im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit. Die Arbeiten
gingen im Zeitraum Juli bis September weiter planmäßig voran. Der Hochlauf der Anlagen
in Charleston soll noch vor Ende dieses Jahres beginnen.
Zum Stichtag 30. September 2015 beschäftigte WACKER POLYSILICON2.321 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter (30.06.2015: 2.249).
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Außenumsatz | 228,7 | 214,8 | 6,5 | 710,9 | 626,8 | 13,4 |
| Innenumsatz | 1,9 | 1,2 | 58,3 | 5,1 | 3,4 | 50,0 |
| Gesamtumsatz | 230,6 | 216,0 | 6,8 | 716,0 | 630,2 | 13,6 |
| EBIT | 0,7 | - 7,3 | n.a. | 10,1 | - 43,5 | n.a. |
| EBIT-Marge (%) | 0,3 | - 3,4 | - | 1,4 | - 6,9 | - |
| Abschreibungen | 28,7 | 40,5 | - 29,1 | 90,7 | 119,8 | - 24,3 |
| EBITDA | 29,4 | 33,2 | - 11,4 | 100,8 | 76,3 | 32,1 |
| EBITDA-Marge (%) | 12,7 | 15,4 | - | 14,1 | 12,1 | - |
| Investitionen | 27,3 | 8,5 | >100 | 40,6 | 21,5 | 88,8 |
| Stichtag | 30.09.2015 | 30.06.2015 | 30.09.2015 | 31.12.2014 | ||
| Anzahl der Mitarbeiter | 3.980 | 4.045 | - 1,6 | 3.980 | 4.165 | - 4,4 |
Siltronic hat im 3. Quartal 2015 dank positiver Währungseffekte die rückläufigen Preise
für Halbleiterwafer mehr als ausgeglichen und ihren Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr
gesteigert. Die Umsatzerlöse von Siltronic beliefen sich von Juli bis September auf
230,6 Mio. € (Vorjahr 216,0 Mio. €). Das sind knapp sieben Prozent mehr als vor einem
Jahr.
Im Vergleich zum Vorquartal (246,7 Mio. €) ist der Umsatz um knapp sieben Prozent
zurückgegangen. Vor allem marktbedingt niedrigere Absatzmengen sind dafür verantwortlich,
weil die Kunden von Siltronic wie erwartet Vorräte abgebaut haben. Der wesentliche
Grund für diesen Bestandsabbau sind die spürbar unter den ursprünglichen Erwartungen
liegenden Absatzmengen bei Smartphones, Tablets und PCs. Die Durchschnittspreise für
Siliciumwafer sind gegenüber dem Vorquartal in der Summe nahezu gleich geblieben.
Im Neun-Monats-Zeitraum Januar bis September 2015 addieren sich die Umsätze von Siltronic
auf 716,0 Mio. € (Vorjahr 630,2 Mio. €). Das ist ein Plus von knapp 14 Prozent.
Die Gesamtauslastung der Produktionsanlagen von Siltronic war im Berichtsquartal weiterhin
hoch. Sie lag im Durchschnitt bei rund 85 Prozent.
Das EBITDA von Siltronic lag im 3. Quartal 2015 bei 29,4 Mio. € (Vorjahr 33,2 Mio.
€). Das sind gut elf Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Hauptursachen für diesen
Rückgang sind rückläufige Waferpreise in US-Dollar und Yen sowie Verluste aus der
Währungssicherung. Sie haben das EBITDA von Siltronic im 3. Quartal 2015 um 15,5 Mio.
€ gemindert. Das Umsatzplus, auch aus der Währung, und die gute Abdeckung der Fixkosten
durch die hohe Anlagenauslastung haben die Ertragslage dagegen gestärkt. Zudem beeinflussen
die Anstrengungen, die Siltronic unternommen hat, um die Kosten zu reduzieren und
die Produktivität zu erhöhen, die Ergebnisentwicklung nachhaltig positiv.
Im Vergleich zum Vorquartal (31,4 Mio. €) ging das EBITDA von Siltronic um gut sechs
Prozent zurück. Hier machte sich der geringere Umsatz auf Grund der niedrigeren Absatzmengen
bemerkbar. Die EBITDA-Marge von Siltronic lag im Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September
2015 bei 12,7 Prozent (Vorjahr 15,4 Prozent). Im 2. Quartal 2015 hatte Siltronic eine
EBITDA-Marge von 12,7 Prozent verzeichnet.
Von Januar bis September 2015 erzielte Siltronic ein EBITDA von 100,8 Mio. € (Vorjahr
76,3 Mio. €). Das ist ein Plus von 32 Prozent. Die EBITDA-Marge für den Neun-Monats-Zeitraum
stieg entsprechend auf 14,1 Prozent (Vorjahr 12,1 Prozent). Das EBITDA der ersten
neun Monate des laufenden Geschäftsjahres enthielt Währungsverluste in Höhe von 35,2
Mio. €.
Siltronic hat im Berichtsquartal 27,3 Mio. € (Vorjahr 8,5 Mio. €) investiert. Die
Mittel gingen unter anderem in die Weiterentwicklung von Produkten und Herstellungsprozessen.
Daneben investiert Siltronic in Maßnahmen zur weiteren Automatisierung ihrer Prozesse
sowie selektiv in die Modernisierung ihrer Kristallziehanlagen. In den ersten drei
Quartalen des Jahres 2015 summieren sich die Investitionen auf 40,6 Mio. € (Vorjahr
21,5 Mio. €).
Zum Stichtag 30. September 2015 waren bei Siltronic 3.980 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
(30.06.2015: 4.045) beschäftigt.
Die unter "Sonstiges" zusammengefassten Umsätze des WACKER-Konzerns beliefen sich
im 3. Quartal 2015 auf 46,7 Mio. € (Vorjahr 39,8 Mio. €). Das unter "Sonstiges" ausgewiesene
EBITDA lag im Berichtsquartal bei -9,4 Mio. € (Vorjahr 9,1 Mio. €). Währungsverluste
haben dabei das EBITDA des 3. Quartals 2015 um 8,8 Mio. € gemindert.
Von Januar bis September 2015 summierten sich die Umsatzerlöse im Segment "Sonstiges"
auf 148,3 Mio. € (Vorjahr 119,7 Mio. €). Das EBITDA in den ersten neun Monaten des
laufenden Jahres beträgt -4,9 Mio. € (Vorjahr 17,4 Mio. €). Es enthielt Währungsverluste
in Höhe von 23,5 Mio. €.
Zum Stichtag 30. September 2015 waren im Segment "Sonstiges" 4.386 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter beschäftigt (30.06.2015: 4.365). Dazu zählen unter anderem die Werkleitungen
und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten der Standorte Burghausen und Nünchritz.
Als weltweit tätiges Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen ist WACKER einer Vielzahl
unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus der operativen Tätigkeit
in den fünf Geschäftsbereichen ergeben. Zudem hat das Unternehmen eine besondere Verantwortung
für den Betrieb seiner Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. Aktives Risikomanagement
ist deshalb im WACKER-Konzern ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung.
Das Risikomanagement- und Kontrollsystem, mit dem wir Risiken identifizieren, bewerten,
steuern und überwachen, haben wir im Geschäftsbericht 2014 auf den Seiten 142 bis
146 detailliert beschrieben und erläutert. Im Berichtszeitraum gab es hier keine Änderungen.
Das Gleiche gilt für das Chancenmanagementsystem, das im Geschäftsbericht 2014 auf
Seite 162 dargestellt ist.
WACKER beschreibt die Eintrittswahrscheinlichkeit der relevanten Risiken mit Hilfe
von Schlüsselbegriffen, die es ermöglichen, die Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern
nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe den Bandbreiten:
| ― |
gering: kleiner als 25 Prozent |
| ― |
möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent |
| ― |
hoch: größer als 75 Prozent |
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, werden ebenfalls anhand
von Schlüsselbegriffen beschrieben. Ein möglicher Ergebniseffekt wird dabei nach der
Nettomethode bewertet, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum
Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die möglichen finanziellen Auswirkungen
bei unseren drei Eintrittswahrscheinlichkeiten haben wir wie folgt festgelegt:
| ― |
niedrig: bis 25 Mio. € |
| ― |
mittel: bis 100 Mio. € |
| ― |
groß: über 100 Mio. € |
Die Tabelle zeigt die aktuelle Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der wichtigsten
Risiken für den WACKER-Konzern und die möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall. Die Angaben
zum Status beschreiben die Veränderung zum Ende des Berichtszeitraums gegenüber der
Einschätzung im Geschäftsbericht 2014. Die Aussagen beziehen sich auf das Geschäftsjahr
2015.
| Risiko / Kategorie | Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche Auswirkungen |
Status |
| Gesamtwirtschaftliche Risiken Chemiegeschäft | gering | mittel | • |
| Siltronic | gering | mittel | • |
| Polysilicium | gering | mittel | • |
| Absatzmarktrisiken Überkapazitäten in den Chemiebereichen |
gering | mittel | • |
| Zykl. Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt | möglich | mittel | • |
| Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium | möglich | groß | • |
| Beschaffungsmarktrisiken | gering | niedrig | • |
| Marktentwicklungsrisiken | gering | niedrig | • |
| Investitionsrisiken | hoch | mittel | ▲ |
| Produktionsrisiken | gering | mittel | • |
| Finanzwirtschaftliche Risiken Kreditrisiko | gering | niedrig | • |
| Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme | gering | niedrig | • |
| Liquiditätsrisiko | gering | niedrig | • |
| Pensionen | gering | niedrig | • |
| Rechtliche Risiken | möglich | niedrig | • |
| Umweltrisiken | möglich | niedrig | • |
| Steuerrisiken | möglich | niedrig | • |
| Sonstige Risiken | gering | niedrig | • |
| Regulatorische Risiken | |||
| Energiewende | möglich | niedrig | • |
| Anti-Dumping-Verfahren Polysilicium | möglich | groß | ▲ |
| Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte sowie für Produktionsverfahren | hoch | niedrig | • |
| IT-Risiken | gering | mittel | • |
| Personalrisiken | gering | niedrig | • |
| Externe Risiken | gering | niedrig | • |
•
gleich geblieben
▼
gesunken
▲
gestiegen
Am neuen Standort Charleston im us-Bundesstaat Tennessee werden derzeit die Anlagen
für die Produktion von Polysilicium fertiggestellt, um wie geplant noch vor Jahresende
mit dem Hochfahren der Anlagen beginnen zu können. Wegen laufender und geplanter Großprojekte
der chemischen Industrie in den USA ergibt sich eine Konkurrenzsituation, die das
Material und die Montagelöhne für unser Projekt verteuern. Wir erwarten jetzt, dass
die gesamte Investitionssumme höher sein wird als im Geschäftsbericht 2014 prognostiziert
und in der Größenordnung von rund 2,5 Mrd. us-$ liegen wird.
China erhebt derzeit Strafzölle auf eingeführtes Polysilicium, das in den usa produziert
wird. Regierungsvertreter aus beiden Ländern diskutieren gegenwärtig eine mögliche
Auflösung dieses Handelskonflikts. Der Europäischen Kommission wiederum liegt ein
Antrag zur Überprüfung der Handelsbeschränkungen für in China hergestellte Solarzellen
und -module vor. Sollte sich die Europäische Kommission für eine Weiterführung der
bestehenden Vereinbarung entscheiden, ist es nicht ausgeschlossen, dass auch das Polysiliciumgeschäft
von WACKER in diesen Handelskonflikt einbezogen wird.
Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015 stehen -bei allen politischen
und konjunkturellen Unwägbarkeiten -die Chancen gut, dass sich das operative Geschäft
in den fünf Geschäftsbereichen des WACKER-Konzerns auch im weiteren Jahresverlauf
positiv entwickeln wird. Im Gesamtjahr werden aus heutiger Sicht sowohl die Chemiebereiche
als auch das Geschäft mit Polysilicium und Halbleiterwafern im Umsatz wachsen.
Die Chancen und Risiken unseres Produktportfolios ebenso wie die spezifischen Chancen
und Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen, Unternehmensfunktionen, Marktsegmenten
und Absatzregionen haben wir im Geschäftsbericht 2014 detailliert erläutert. Im Risikobericht
auf den Seiten 146 bis 161 und im Chancenbericht auf den Seiten 162 bis 164 haben
wir außerdem dargestellt, welche Maßnahmen wir ergreifen, um diese Risiken zu begrenzen,
wie wir die Eintrittswahrscheinlichkeit der einzelnen Risiken einschätzen und wie
sich diese im Eintrittsfall voraussichtlich auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
auswirken würden.
Abgesehen von den oben beschriebenen Veränderungen haben sich die dort getroffenen
Aussagen und Einschätzungen im Berichtszeitraum nicht verändert und sind nach wie
vor gültig.
Die Weltwirtschaft soll in diesem und im kommenden Jahr weiter wachsen. Das eröffnet
uns Chancen, die Absatzmengen in vielen Produktsegmenten weiter zu steigern. Gleichzeitig
werden wir die sich bietenden Gelegenheiten nutzen, die Preise für unsere Produkte
zu erhöhen, soweit die Marktgegebenheiten das zulassen.
Zwar bergen die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten und die Abkühlung der
chinesischen Wirtschaft nicht zu unterschätzende Risiken für die Weltkonjunktur. Die
noch nicht gelöste Schuldenkrise Griechenlands hat nach wie vor das Potenzial, die
Stabilität des Euroraumes zu gefährden. Ebenso bringen die politischen und militärischen
Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie in Osteuropa weiterhin Gefahren für die
Welthandelsbeziehungen sowie für die Energie- und Rohstoffversorgung mit sich.
In der Summe sind für den Vorstand des WACKER-Konzerns zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
dieses Berichtes aber keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die
Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Wir bleiben zuversichtlich,
dass WACKER strategisch, finanziell und operativ so gut aufgestellt ist, dass wir
die Chancen nutzen können, die sich uns bieten.
München, den 29. Oktober 2015
Der Vorstand der WACKER Chemie AG
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 30. September 2015 sind bis zur Veröffentlichung
dieses Zwischenberichtes nicht eingetreten. Es haben sich keine grundsätzlichen Veränderungen
des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in dem der WACKER-Konzern tätig ist.
Auch die rechtliche Struktur sowie die Organisationsstruktur des Unternehmens blieben
unverändert.
Die aktuellen Konjunkturprognosen gehen übereinstimmend davon aus, dass die Weltwirtschaft
in diesem Jahr ihr Wachstum fortsetzen wird. Der Aufschwung soll im kommenden Jahr
leicht an Dynamik gewinnen, wenn auch etwas weniger stark als bislang erwartet. Dabei
wird vieles davon abhängen, ob sich die Situation an den Aktienmärkten, insbesondere
in Asien, wieder dauerhaft stabilisiert und wie sich die geopolitischen Krisen in
Osteuropa und im Nahen Osten weiter entwickeln. Die jüngsten Analysen lassen erwarten,
dass die Preise für Energie, Rohöl und Rohstoffe auf einem verhältnismäßig niedrigen
Niveau bleiben und so die ökonomischen Auftriebskräfte weiter stützen.
Die Weltwirtschaft wird nach der aktuellen Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (iwf) in diesem Jahr um 3,1 Prozent und im kommenden Jahr um 3,6 Prozent wachsen. In den führenden Industriestaaten soll sich dabei mit einem Plus von 2,0 Prozent im Jahr 2015 und 2,2 Prozent im Jahr 2016 das Tempo etwas beschleunigen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern nimmt die Konjunktur ebenfalls Fahrt auf. Dort sollen die Volkswirtschaften im laufenden Jahr insgesamt um 4,0 Prozent wachsen, im nächsten Jahr wird das Plus bei 4,5 Prozent liegen. Die Entwicklung in den einzelnen Ländern ist allerdings nach wie vor sehr unterschiedlich.1
In Asien wird sich das Wachstum den Berechnungen des iwf zufolge im kommenden Jahr etwas abschwächen. Die Konjunkturexperten rechnen für diese Region mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts um 6,5 Prozent im Jahr 2015 und um 6,4 Prozent im Jahr 2016. Maßgeblich für diesen leichten Rückgang ist vor allem die Entwicklung in China. Dort soll die Volkswirtschaft im Jahr 2016 nur noch um 6,3 Prozent wachsen und bleibt damit spürbar hinter dem Wert des laufenden Jahres (+ 6,8 Prozent) zurück. In Indien dagegen nimmt die nationale Wirtschaftsleistung voraussichtlich weiter zu. Das indische Bruttoinlandsprodukt wird laut iwf in diesem Jahr um 7,3 Prozent und im kommenden Jahr um 7,5 Prozent wachsen.1
In Japan soll sich die leichte Erholung der Wirtschaft fortsetzen. Dort erwartet der iwf beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von 0,6 Prozent in diesem Jahr und von 1,0 Prozent im Jahr 2016.1
Die US-amerikanische Volkswirtschaft kann weiterhin mit einem soliden Wachstum rechnen. Der iwf sagt für die usa einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent in diesem und um 2,8 Prozent im nächsten Jahr voraus.1
Auch in Europa wird sich die konjunkturelle Erholung fortsetzen. Der iwf erwartet für die Länder des Euroraums ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,5 Prozent in diesem Jahr und von 1,6 Prozent im kommenden Jahr. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (oecd) ist noch etwas optimistischer. Sie rechnet für die Eurozone mit einem Wachstum von 1,6 Prozent im Jahr 2015 und von 1,9 Prozent im Jahr 2016. Zu diesem Anstieg sollen alle wichtigen europäischen Volkswirtschaften Europas einen Beitrag liefern.1
Die deutsche Wirtschaft bleibt voraussichtlich weiter auf Wachstumskurs. Nach Einschätzung des iwf wird das Bruttoinlandsprodukt hierzulande um 1,5 Prozent in diesem und um 1,6 Prozent im kommenden Jahr zulegen.2 Noch etwas zuversichtlicher zeigen sich die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. Sie rechnen in ihrem aktuellen Herbstgutachten mit einer Zunahme der heimischen Wirtschaftsleistung um jeweils 1,8 Prozent in diesem und im kommenden Jahr.3
Die chemische Industrie in Deutschland wird nach Einschätzung des Branchenverbandes vci zwar weiterhin von den günstigen Wechselkursverhältnissen profitieren. Gleichzeitig aber erwarten die Chemieunternehmen hierzulande bis zum Jahresende nur einen leichten Aufwärtstrend. Als Hauptgrund dafür nennt der vci das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld, speziell die Entwicklung in China. Insgesamt rechnet der Branchenverband für das Gesamtjahr 2015 mit einem moderaten Anstieg der deutschen Chemieproduktion um 1,5 Prozent. Da die Preise für Chemieprodukte im Jahresdurchschnitt um etwa 2,5 Prozent sinken werden, steigt der Branchenumsatz der chemischen Industrie in Deutschland gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich nur leicht um 1,0 Prozent auf 192,7 Mrd. €.4
In der Halbleiterindustrie wird die Nachfrage nach Siliciumwafern im Jahr 2015 voraussichtlich nur leicht über dem Vorjahr liegen. Der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche soll nach den aktuellen Prognosen der Marktforschungsgesellschaft ihs Technology in diesem Jahr um 0,4 Prozent zunehmen. Für 2016 erwarten die Marktexperten ein Absatzplus von 4,4 Prozent. Der weltweite Umsatz mit Siliciumwafern wird nach Angaben von ihs Technology im laufenden Jahr um rund 1,1 Prozent auf rund 332 Mrd. us-$ zurückgehen. Für 2016 prognostiziert ihs ein Umsatzwachstum von 1,4 Prozent auf knapp 337 Mrd. us-$.5
Für die Solarbranche prognostizieren die Analysten von ihs Technology in diesem Jahr einen Anstieg der weltweit neu installierten Photovoltaikleistung um 33 Prozent auf 59 Gigawatt. Das liegt im Rahmen der eigenen Marktuntersuchungen von WACKER, die für 2015 von einer weltweit neu installierten Photovoltaikleistung zwischen 50 und 60 Gigawatt ausgehen. Für das Jahr 2016 rechnen die Experten von ihs Technology mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Neuinstallationen auf etwa 65 Gigawatt.6
Die Geschäftsstrategie von WACKER wird auch in diesem und im kommenden Jahr maßgeblich
von drei Hebeln bestimmt: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen
sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte.
1
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Interim Economic
Outlook: Puzzles and Uncertainties, Paris, 16. September 2015
2
International Monetary Fund, World Economic Outlook October 2015: Adjusting to Lower
Commodity Prices, Washington, 06. Oktober 2015
3
Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Deutsche Konjunktur stabil - Wachstumspotenziale
heben, Essen/Berlin, 06./08.Oktober 2015
4
Verband der Chemischen Industrie e.V., Bericht zur wirtschaftlichen Lage der chemischen
Industrie im 2. Quartal 2015: Chemiegeschäft wächst in kleinen Schritten, Frankfurt/M.,
09. September 2015
5
IHS Technology, Semiconductor Silicon Demand Forecast Tool, Q4 2015, El Segundo (USA),
08. Oktober 2015
6
IHS Technology, With Asian and U.S. Deployments Rising, IHS Raises Global 2015 Solar
PV Forecast to 59 GW, Englewood (USA), 13. Oktober 2015
Fokusregionen für weiteres Wachstum sind unverändert Brasilien, China, Indien, Südostasien
sowie der Nahe und Mittlere Osten. Trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums sehen
wir das größte Potenzial nach wie vor in China. In Indien bestehen ebenfalls gute
Chancen, mit unseren Produkten weiter zu wachsen. Aber auch in Amerika, einem etablierten
Markt, sehen wir Potenzial, unsere Umsätze zu erhöhen.
Mit der Fertigstellung des neuen Produktionsstandortes für Polysilicium in Tennessee
sind unsere Investitionen in große Anlagen für die Herstellung von Vorprodukten abgeschlossen.
Das Hochfahren der Produktion soll noch in diesem Jahr beginnen. Der strategische
Schwerpunkt wird künftig stärker auf weniger kapitalintensiven Investitionen in Anlagen
für chemische Fertigprodukte liegen. Unser Ziel ist es, in allen drei großen Märkten
Europa, Asien und Nordamerika jeweils vor Ort ausreichend Produktionskapazitäten zur
Verfügung zu haben. Auf diese Weise wollen wir am Marktwachstum partizipieren und
unseren Kunden langfristige Produkt- und Liefersicherheit auf einem hohen Qualitätsniveau
bieten.
Die Internationalisierung von WACKER schreitet in diesem und im nächsten Jahr weiter
voran. Dabei werden wir die operative Verantwortung noch stärker auf die Regionen
übertragen, um unsere Produkte noch besser auf lokale Bedürfnisse maßschneidern zu
können. Unser Netz, bestehend aus technischen Kompetenzzentren und der WACKER academy,
erweitern wir gezielt. So werden im technischen Kompetenzzentrum Moskau seit diesem
Jahr Siliconkautschuke und verarbeitungsfertige Siliconmassen für die Energie-, Elektro-
und Automobilindustrie getestet. Das technische Kompetenzzentrum in Mexico City bietet
künftig auch Anwendungstechnik für Polymerdispersionen, die als Bindemittel für Farben,
Beschichtungen und Klebstoffe benötigt werden.
Unsere Maßnahmen, mit denen wir unsere Ertragskraft gezielt verbessern wollen, setzen
wir fort. Die wichtigsten Punkte aus diesem Katalog sind:
| ― |
Produktivitätsmaßnahmen im Rahmen des Programms "WACKER Operating System" (wos) |
| ― |
Kostenroadmaps bei WACKER polysilicon und Siltronic |
| ― |
Umsichtige Personalplanung |
Ausführliche Erläuterungen zu künftigen Produkten und Dienstleistungen, zu Forschung
und Entwicklung, Produktion, Einkauf und Logistik, Vertrieb und Marketing, Beschäftigung
und Nachhaltigkeit finden sich im Prognosebericht des Geschäftsberichts 2014 auf den
Seiten 172 bis 176. Zu den einzelnen Aspekten der Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit,
der Organisation der Unternehmenssteuerung, der Ziele und Strategie des Konzerns,
der Finanzierung, der Steuerung der operativen Prozesse und der Strategien in den
fünf Geschäftsbereichen des WACKER-Konzerns finden sich ausführliche Erläuterungen
in den Kapiteln "Grundlagen des Konzerns" (Seite 55 bis 63), "Ziele und Strategien"
(Seite 64 bis 65) und "Steuerungssystem" (Seite 66 bis 71) des Geschäftsberichts 2014.
Die dort beschriebenen Ziele, Strategien und Prozesse haben sich im 3. Quartal 2015
nicht wesentlich geändert.
Größere Änderungen in der Geschäftspolitik, in den unternehmerischen Zielen und der
organisatorischen Ausrichtung des WACKER-Konzerns sind aus heutiger Sicht im Prognosezeitraum
nicht vorgesehen.
Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie-
und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das restliche Jahr
2015 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,10 und zum Yen
von 135.
WACKER rechnet für das Gesamtjahr 2015 unverändert mit steigenden Absatzmengen in
allen Geschäftsbereichen. Der Konzernumsatz soll, auch begünstigt durch positive Wechselkurseffekte,
um etwa zehn Prozent steigen und erstmals die Schwelle von fünf Mrd. € überschreiten.
Aus heutiger Sicht werden sowohl die Chemiebereiche als auch WACKER polysilicon und
Siltronic im Umsatz wachsen. Das größte Umsatzwachstum für unsere Produkte erwarten
wir in Asien. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche
kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren
Annahmen abweichen.
Die EBITDA-Marge des WACKER-Konzerns wird im laufenden Geschäftsjahr im Vergleich
zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen, da voraussichtlich nicht so hohe Sondererträge
aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen anfallen werden.
Auch die Anlaufkosten zum Produktionsbeginn der neuen Polysiliciumanlage am Standort
Charleston im Us-Bundesstaat Tennessee sowie insgesamt leicht niedrigere Preise in
unserem Geschäft mindern die EBITDA-Marge.
Die Veränderungen in den Währungsrelationen kommen im Wesentlichen aus der Aufwertung
des Us-Dollar gegenüber dem Euro. Das wird sich im Jahr 2015 mit etwa 125 Mio. € positiv
auf das EBITDA auswirken. Weil aber weitere Effekte aus der Währungsumrechnung von
Forderungen und dem Hedging-Ergebnis zum Tragen kommen, werden sich hiervon nur rund
70 Mio. € effektiv im EBITDA niederschlagen. Das EBITDA soll auf vergleichbarer Basis
-ohne Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen
-gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen. Unbereinigt um Sondereffekte wird das EBITDA
niedriger sein als im Vorjahr.
Bei etwa gleich bleibenden Abschreibungen (bisher: leicht steigenden Abschreibungen)
im Vergleich zum Vorjahr wird der Konzernjahresüberschuss auf Grund geringerer Sondererträge
und einer Steuerquote von rund 50 Prozent etwas unter dem Wert des Jahres 2014 liegen.
Der roce wird im Vergleich zum Vorjahr (2014: 8,4 Prozent) etwas niedriger ausfallen.
Hier wirken sich auch Währungseffekte aus dem Wechselkurs des US-Dollar zum Euro im
Anlagevermögen aus.
Für das Jahr 2015 erwarten wir bei höheren Investitionen einen leicht positiven Netto-Cashflow,
der aber deutlich unter dem Vorjahr liegen wird. Höhere Investitionen und geringere
Schadenersatzzahlungen als im Vorjahr sind die wesentlichen Gründe dafür.
Im Jahr 2015 werden die Investitionen auf Grund des Projektverlaufs in Tennessee und
der veränderten Wechselkursparitäten mit rund 800 Mio. € (bisher: rund 775 Mio. €)
höher ausfallen und über den Abschreibungen liegen. Die Abschreibungen werden im Jahr
2015 bei rund 600 Mio. € (bisher: rund 625 Mio. €) liegen und damit in etwa auf dem
Niveau des Vorjahres. Der größte Teil der Investitionen fließt in den Bau des neuen
Produktionsstandortes in Charleston im us-Bundesstaat Tennessee.
Die Nettofinanzschulden werden nach dem aktuellen Stand in etwa auf dem Niveau des
Vorjahres liegen.
Aus heutiger Sicht werden sich im Geschäftsjahr 2015 die wesentlichen Steuerungskennzahlen
auf Konzernebene wie folgt entwickeln:
| Ist 2014 | Ausblick 2015 | |
| Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen | ||
| EBITDA-Marge (%) | 21,6 | etwas niedriger |
| ROCE (%) | 8,4 | etwas niedriger |
| EBITDA (Mio. €) | 1.042,3 | bereinigt um Sondererträge leichter Anstieg |
| Netto-Cashflow (Mio. €) | 215,7 | leicht positiv |
| Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen | ||
| Umsatz (Mio. €) | 4.826,4 | Anstieg um ca. zehn Prozent |
| Investitionen (Mio. €) | 572,2 | ca.800 |
| Nettofinanzschulden (Mio. €) | 1.080,6 | auf dem Niveau des Vorjahres |
| Abschreibungen (Mio. €) | 599,0 | ca. 600 |
Für den Geschäftsbereich WACKER silicones erwarten wir für das Jahr 2015 einen deutlichen
Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Wachstumsfelder sind insbesondere Produkte
und Anwendungen in den Bereichen Körperpflege, Medizintechnik, Elektro- und Elektronikanwendungen.
Angesichts der hohen Auslastung unserer Anlagen wollen wir den Anteil von Spezialprodukten
am Umsatz weiter erhöhen. Das EBITDA soll deutlich über dem Vorjahr liegen. Dabei
werden bei den Rohstoffkosten vor allem die höheren Preise für Siliciummetall den
Anstieg etwas bremsen.
Auch im Geschäftsbereich WACKER Polymers gehen wir für das Jahr 2015 von einem deutlichen
Umsatzanstieg aus. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft sollen
zu diesem Wachstum beitragen. Im Dispersionsgeschäft sehen wir den Zuwachs vorrangig
in den Anwendungsbereichen Bau und Verpackungen. Bei Dispersionspulvern wird der wesentliche
Treiber die zunehmende Polymermodifikation sein. Beim EBITDA gehen wir von einem deutlichen
Anstieg im Vergleich zum Vorjahr aus.
Bei WACKER biosolutions erwarten wir im Jahr 2015 ebenfalls einen substanziellen Umsatzanstieg.
Mit der abgeschlossenen Integration der Scil Proteins Production GmbH in Halle sehen
wir in unserem Geschäft auf dem Gebiet der Pharmaproteine weiteres Wachstumspotenzial.
Auch im Bereich Ernährung (Nutrition) rechnen wir dank neuer Produktentwicklungen
mit einem deutlichen Umsatzzuwachs. Auch das EBITDA soll im Vergleich zum Vorjahr
deutlich steigen.
Das Polysiliciumgeschäft von WACKER wird nach unserer Einschätzung im Jahr 2015 in
den Absatzmengen und im Umsatz leicht wachsen. Wir gehen davon aus, dass der Photovoltaikmarkt
sein Wachstum weiter fortsetzen wird. Trotzdem gibt es nach wie vor Überkapazitäten
in der gesamten Wertschöpfungskette, was höhere Preise für Polysilicium derzeit eher
unwahrscheinlich macht. Unser Hauptaugenmerk legen wir deshalb unverändert darauf,
die Herstellungskosten für Polysilicium weiter zu verringern. Beim EBITDA rechnen
wir mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, da wir für 2015 geringere
Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen erwarten
als im vergangenen Jahr. Das EBITDA wird auch durch die Anlaufkosten der Polysiliciumproduktion
an unserem neuen Standort Charleston im Us-Bundesstaat Tennessee gemindert.
Für Siltronic erwarten wir im laufenden Jahr ebenfalls einen Umsatzanstieg. Etwas
höhere Absatzmengen und günstigere Wechselkurse als im Vorjahr sind die wesentlichen
Ursachen dafür. Das EBITDA erwarten wir für das Gesamtjahr auf Grund der im 4. Quartal
voraussichtlich schwächeren Marktentwicklung nun in etwa auf dem Niveau des Vorjahres
(bisher: deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr).
Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Weltwirtschaft trotz aller Krisen und Unwägbarkeiten
in diesem und im kommenden Jahr wachsen wird. Für das Gesamtjahr 2015 erwarten wir
einen Anstieg unseres Umsatzes auf Konzernebene gegenüber dem Vorjahr um etwa zehn
Prozent, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter eintrüben.
Wir rechnen damit, dass alle fünf Geschäftsbereiche im Umsatz zulegen werden. Beim
EBITDA gehen wir auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung von Sondererträgen,
von einem leichten Anstieg gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 aus. Die EBITDA-Marge
wird dagegen etwas niedriger ausfallen. Wesentliche Gründe dafür sind die geringeren
Sondererträge und die Anlaufkosten für unseren neuen Produktionsstandort in Charleston
im us-Bundesstaat Tennessee. Die Energie- und Rohstoffkosten werden in Summe gegenüber
dem Vorjahr leicht ansteigen. Insgesamt rechnen wir in einzelnen Bereichen unseres
Geschäfts mit niedrigeren Preisen.
Die Investitionen werden mit rund 800 Mio. € deutlich höher sein als im Vorjahr. Die
Abschreibungen werden bei rund 600 Mio. € und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres
liegen. Der Netto-Cashflow wird leicht positiv sein. Die Nettofinanzschulden werden
aus heutiger Sicht zum Jahresende in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Der
Konzernjahresüberschuss sollte im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen.
WACKER nimmt in seinen vier größten Geschäftsbereichen mindestens eine Top-3-Position
ein und verfügt über hervorragende Produkte. Unsere Technologie- und Innovationskraft
sowie unsere starke Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten bilden die Grundlage
dafür, dass wir unsere Marktpositionen festigen oder sogar ausbauen können. Wir sehen
gute Chancen, im Jahr 2015 im Umsatz weiter zu wachsen und beim EBITDA auf vergleichbarer
Basis ohne Sondererträge leicht zulegen zu können. Auf der Basis unserer aktuellen
Strategie sehen wir weiterhin Chancen für langfristig profitables Wachstum.
München, den 29. Oktober 2015
Der Vorstand der WACKER Chemie AG
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Umsatzerlöse | 1.357,9 | 1.232,2 | 10,2 | 4.063,3 | 3.631,9 | 11,9 |
| Herstellungskosten | - 1.059,3 | - 995,6 | 6,4 | - 3.175,6 | - 2.996,5 | 6,0 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 298,6 | 236,6 | 26,2 | 887,7 | 635,4 | 39,7 |
| Vertriebskosten | - 77,1 | - 69,6 | 10,8 | - 231,0 | - 206,8 | 11,7 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 42,5 | - 43,4 | - 2,1 | - 130,3 | - 134,5 | - 3,1 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 29,3 | - 27,4 | 6,9 | - 94,9 | - 89,5 | 6,0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 46,9 | 159,7 | - 70,6 | 281,5 | 327,5 | - 14,0 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 74,2 | - 62,1 | 19,5 | - 276,2 | - 122,9 | >100 |
| Betriebsergebnis | 122,4 | 193,8 | - 36,8 | 436,8 | 409,2 | 6,7 |
| Equity-Ergebnis | 3,1 | 2,4 | 29,2 | 2,9 | 2,9 | |
| Sonstiges Beteiligungsergebnis | - | 0,1 | - 100,0 | - | 0,1 | - 100,0 |
| EBIT (Earnings before interest and taxes) | 125,5 | 196,3 | - 36,1 | 439,7 | 412,2 | 6,7 |
| Zinserträge | 1,6 | 2,0 | - 20,0 | 5,4 | 5,5 | - 1,8 |
| Zinsaufwendungen | - 7,5 | - 12,8 | - 41,4 | - 22,7 | - 35,2 | - 35,5 |
| Übriges Finanzergebnis | - 17,6 | - 4,9 | >100 | - 33,1 | - 32,7 | 1,2 |
| Finanzergebnis | - 23,5 | - 15,7 | 49,7 | - 50,4 | - 62,4 | - 19,2 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 102,0 | 180,6 | - 43,5 | 389,3 | 349,8 | 11,3 |
| Ertragsteuern | - 43,8 | - 61,6 | - 28,9 | - 152,3 | - 137,2 | 11,0 |
| Periodenergebnis | 58,2 | 119,0 | - 51,1 | 237,0 | 212,6 | 11,5 |
| davon | ||||||
| auf Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend | 60,0 | 120,5 | - 50,2 | 240,4 | 219,5 | 9,5 |
| auf andere Gesellschafter entfallend | - 1,8 | - 1,5 | 20,0 | - 3,4 | - 6,9 | - 50,7 |
| Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) | 1,21 | 2,43 | - 50,2 | 4,84 | 4,42 | 9,5 |
| Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) | 49.677.983 | 49.677.983 | - | 49.677.983 | 49.677.983 | - |
| Mio. € | 2015 | 2014 | ||||
| Vor Steuern |
Latente Steuern |
Vor Steuern |
Latente Steuern |
|||
| Periodenergebnis | 237,0 | 212,6 | ||||
| Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden Neubewertung von leistungsorienierten Pensionsplänen |
225,5 | - 50,4 | 175,1 | - 469,8 | 130,3 | - 339,5 |
| Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden |
225,5 | - 50,4 | 175,1 | - 469,8 | 130,3 | - 339,5 |
| Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung |
96,3 | 96,3 | 79,9 | 79,9 | ||
| davon ergebniswirksam | - | - | - | - 17,5 | - | - 17,5 |
| Marktwertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere |
- 0,6 | - | - 0,6 | 0,4 | - | 0,4 |
| Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge) |
15,0 | - 2,6 | 12,4 | - 36,9 | 10,4 | - 26,5 |
| davon ergebniswirksam | 55,3 | - 5,3 | 50,0 | - 10,3 | 2,9 | - 7,4 |
| Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe |
- | - | - | 2,6 | - | 2,6 |
| davon ergebniswirksam | - | - | - | 2,6 | - | 2,6 |
| Anteiliger Cashflow Hedge bei Equity-Unternehmen |
- | - | - | 0,1 | - | 0,1 |
| Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden |
110,7 | - 2,6 | 108,1 | 46,1 | 10,4 | 56,5 |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen |
336,2 | - 53,0 | 283,2 | - 423,7 | 140,7 | - 283,0 |
| davon | ||||||
| auf die Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend |
294,0 | - 53,0 | 241,0 | - 425,9 | 140,7 | - 285,2 |
| auf andere Gesellschafter entfallend | 42,2 | - | 42,2 | 2,2 | - | 2,2 |
| Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen |
520,2 | - 70,4 | ||||
| davon | ||||||
| auf die Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend |
481,4 | - 65,7 | ||||
| auf andere Gesellschafter entfallend |
38,8 | - 4,7 | ||||
| Mio. € | 2015 | 2014 | ||||
| Vor Steuern |
Latente Steuern |
Vor Steuern |
Latente Steuern |
|||
| Periodenergebnis | 58,2 | 119,0 | ||||
| Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden Neubewertung von leistungsorienierten Pensionsplänen |
20,7 | - 4,7 | 16,0 | - 189,6 | 53,5 | - 136,1 |
| Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden |
20,7 | - 4,7 | 16,0 | - 189,6 | 53,5 | - 136,1 |
| Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung |
- 25,6 | - 25,6 | 84,2 | 84,2 | ||
| davon ergebniswirksam | - | - | - | - | - | - |
| Marktwertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere |
0,5 | - | 0,5 | 0,1 | - | 0,1 |
| Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge) |
17,4 | - 1,5 | 15,9 | - 27,6 | 7,8 | - 19,8 |
| davon ergebniswirksam | 16,5 | - 1,3 | 15,2 | - 2,3 | 0,7 | - 1,6 |
| Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe |
- | - | - | - | - | - |
| davon ergebniswirksam | - | - | - | - | - | - |
| Anteiliger Cashflow Hedge bei Equity-Unternehmen |
- | - | - | - | - | - |
| Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden |
- 7,7 | - 1,5 | - 9,2 | 56,7 | 7,8 | 64,5 |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen |
13,0 | - 6,2 | 6,8 | - 132,9 | 61,3 | - 71,6 |
| davon | ||||||
| auf die Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend |
10,7 | - 6,2 | 4,5 | - 134,4 | 61,3 | - 73,1 |
| auf andere Gesellschafter entfallend | 2,3 | - | 2,3 | 1,5 | - | 1,5 |
| Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen |
65,0 | 47,4 | ||||
| davon | ||||||
| auf die Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallend |
64,5 | 47,4 | ||||
| auf andere Gesellschafter entfallend | 0,5 | - | ||||
| Mio. € | 30.09.2015 | 30.09.2014 | Veränderung in % | 31.12.2014 | Veränderung in % |
| Immaterielle Vermögenswerte | 33,4 | 31,4 | 6,4 | 32,9 | 1,5 |
| Sachanlagen | 4.649,0 | 4.164,9 | 11,6 | 4.311,3 | 7,8 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 1,5 | 1,5 | - | 1,5 | - |
| At equity bewertete Beteiligungen | 20,5 | 20,3 | 1,0 | 20,5 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte | 110,1 | 101,8 | 8,2 | 104,8 | 5,1 |
| Langfristige Wertpapiere | 59,1 | 66,8 | - 11,5 | 37,6 | 57,2 |
| Sonstige Vermögenswerte | 13,1 | 2,1 | >100 | 6,1 | >100 |
| Ertragsteuerforderungen | 2,6 | 5,0 | - 48,0 | 5,1 | - 49,0 |
| Aktive latente Steuern | 304,9 | 348,4 | - 12,5 | 334,3 | - 8,8 |
| Langfristige Vermögenswerte | 5.194,2 | 4.742,2 | 9,5 | 4.854,1 | 7,0 |
| Vorräte | 782,9 | 743,9 | 5,2 | 734,3 | 6,6 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 786,7 | 749,6 | 4,9 | 684,0 | 15,0 |
| Sonstige Vermögenswerte | 131,4 | 175,1 | - 25,0 | 176,3 | - 25,5 |
| Ertragsteuerforderungen | 9,2 | 14,7 | - 37,4 | 15,2 | - 39,5 |
| Kurzfristige Wertpapiere und bis zur Endfälligkeit gehaltene Festgelder | 159,1 | 171,7 | - 7,3 | 157,4 | 1,1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 258,5 | 448,4 | - 42,4 | 325,9 | - 20,7 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.127,8 | 2.303,4 | - 7,6 | 2.093,1 | 1,7 |
| Summe Aktiva | 7.322,0 | 7.045,6 | 3,9 | 6.947,2 | 5,4 |
| Mio. € | 30.09.2015 | 30.09.2014 | Veränderung in % | 31.12.2014 | Veränderung in % |
| Gezeichnetes Kapital der WACKER Chemie AG | 260,8 | 260,8 | - | 260,8 | - |
| Kapitalrücklage der WACKER Chemie AG | 157,4 | 157,4 | - | 157,4 | - |
| Eigene Anteile | - 45,1 | - 45,1 | - | - 45,1 | - |
| Gewinnrücklagen/Konzernergebnis | 2.402,6 | 2.168,6 | 10,8 | 2.152,9 | 11,6 |
| Übrige Eigenkapitalposten | - 249,3 | - 453,4 | - 45,0 | - 603,6 | - 58,7 |
| Auf die Aktionäre der WACKER Chemie AG entfallendes Eigenkapital | 2.526,4 | 2.088,3 | 21,0 | 1.922,4 | 31,4 |
| Anteile anderer Gesellschafter | 226,3 | 25,2 | >100 | 24,1 | >100 |
| Eigenkapital | 2.752,7 | 2.113,5 | 30,2 | 1.946,5 | 41,4 |
| Pensionsrückstellungen | 1.584,8 | 1.581,5 | 0,2 | 1.758,2 | - 9,9 |
| Andere Rückstellungen | 198,6 | 168,1 | 18,1 | 181,8 | 9,2 |
| Ertragsteuerrückstellungen | 50,3 | 42,4 | 18,6 | 43,7 | 15,1 |
| Passive latente Steuern | 4,0 | 3,8 | 5,3 | 3,6 | 11,1 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.305,8 | 1.300,2 | 0,4 | 1.318,2 | - 0,9 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 335,6 | 540,7 | - 37,9 | 530,3 | - 36,7 |
| Langfristige Schulden | 3.479,1 | 3.636,7 | - 4,3 | 3.835,8 | - 9,3 |
| Andere Rückstellungen | 124,7 | 103,3 | 20,7 | 99,8 | 24,9 |
| Ertragsteuerrückstellungen | 66,2 | 104,4 | - 36,6 | 54,2 | 22,1 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 0,5 | 0,2 | >100 | 0,1 | >100 |
| Finanzverbindlichkeiten | 141,1 | 292,6 | - 51,8 | 283,3 | - 50,2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 390,3 | 365,2 | 6,9 | 374,5 | 4,2 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 367,4 | 429,7 | - 14,5 | 353,0 | 4,1 |
| Kurzfristige Schulden | 1.090,2 | 1.295,4 | - 15,8 | 1.164,9 | - 6,4 |
| Schulden | 4.569,3 | 4.932,1 | - 7,4 | 5.000,7 | - 8,6 |
| Summe Passiva | 7.322,0 | 7.045,6 | 3,9 | 6.947,2 | 5,4 |
| Mio. € | Q3 2015 | Q3 2014 | Veränderung in % | 9M 2015 | 9M 2014 | Veränderung in % |
| Periodenergebnis | 58,2 | 119,0 | - 51,1 | 237,0 | 212,6 | 11,5 |
| Abschreibungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen |
138,8 | 151,2 | - 8,2 | 420,7 | 450,0 | - 6,5 |
| Veränderung der Rückstellungen |
37,0 | 71,7 | - 48,4 | 111,3 | 122,2 | - 8,9 |
| Veränderung der latenten Steuern |
- 4,9 | - 21,2 | - 76,9 | - 23,3 | - 40,8 | - 42,9 |
| Veränderung der Vorräte | - 6,4 | - 44,9 | - 85,7 | - 38,3 | - 81,9 | - 53,2 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
- 2,6 | 10,0 | n.a. | - 101,6 | - 112,6 | - 9,8 |
| Veränderung der sonstigen Vermögenswerte |
33,0 | 20,6 | 60,2 | 47,8 | 36,3 | 31,7 |
| Veränderung der erhaltenen Anzahlungen |
- 69,5 | - 111,9 | - 37,9 | - 192,8 | - 185,5 | 3,9 |
| Veränderung der übrigen Verbindlichkeiten | - 20,8 | 29,1 | n.a. | 33,4 | 78,0 | - 57,2 |
| Veränderung Equity Accounting |
- 0,2 | - 0,1 | 100,0 | 1,3 | 1,1 | 18,2 |
| Übrige Posten | 26,4 | - 29,8 | n.a. | - 4,0 | - 27,2 | - 85,3 |
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) |
189,0 | 193,7 | - 2,4 | 491,5 | 452,2 | 8,7 |
| Auszahlungen/ Einzahlungen für Investitionen |
- 223,0 | - 127,3 | 75,2 | - 613,4 | - 332,5 | 84,5 |
| Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen |
0,7 | 0,1 | >100,0 | 3,7 | 1,5 | >100,0 |
| Auszahlungen/ Einzahlungen für Akquisitionen |
- | - | - | - | 25,8 | n.a. |
| Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren |
- 222,3 | - 127,2 | 74,8 | - 609,7 | - 305,2 | 99,8 |
| Einzahlungen/Auszahlungen für den Erwerb/ die Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern |
- 60,9 | - 50,8 | 19,9 | - 25,6 | - 50,0 | - 48,8 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit |
- 283,2 | - 178,0 | 59,1 | - 635,3 | - 355,2 | 78,9 |
| Gewinnausschüttungen aus Vorjahresergebnis |
n.a. | - 75,9 | - 25,7 | >100 | ||
| Einzahlungen aus der Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG |
- | - | n.a. | 361,9 | - | n.a. |
| Veränderung Finanzverbindlichkeiten |
- 54,3 | 82,3 | n.a. | - 208,7 | - 58,2 | >100 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit |
- 54,3 | 82,3 | n.a. | 77,3 | - 83,9 | n.a. |
| Veränderung aus Wechselkursänderungen |
- 4,1 | 2,5 | n.a. | - 0,9 | 3,5 | n.a. |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
- 152,6 | 100,5 | n.a. | - 67,4 | 16,6 | n.a. |
| Stand am Periodenanfang | 411,1 | 347,9 | 18,2 | 325,9 | 431,8 | - 24,5 |
| Stand am Stichtag | 258,5 | 448,4 | - 42,4 | 258,5 | 448,4 | - 42,4 |
| Mio. € | Gezeichnetes Kapital |
Kapital rücklage |
Eigene Anteile |
Gewinnrücklagen / Konzernergebnis | Übrige Eigenkapitalposten |
Summe |
| Stand 01.01.2014 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 1.973,9 | - 168,2 | 2.178,8 |
| Periodenergebnis | - | - | - | 219,5 | - | 219,5 |
| Ausschüttung | - | - | - | - 24,8 | - | - 24,8 |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | - | - | - | - | - 285,2 | - 285,2 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - |
| Stand 30.09.2014 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 2.168,6 | - 453,4 | 2.088,3 |
| Stand 01.01.2015 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 2.152,9 | - 603,6 | 1.922,4 |
| Periodenergebnis | - | - | - | 240,4 | - | 240,4 |
| Ausschüttung | - | - | - | - 74,5 | - | - 74,5 |
| Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG | - | - | - | 83,8 | 113,3 | 197,1 |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | - | - | - | - | 241,0 | 241,0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - |
| Stand 30.09.2015 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 2.402,6 | - 249,3 | 2.526,4 |
| Mio. € | Anteile anderer Gesellschafter |
Gesamt |
| Stand 01.01.2014 | 18,3 | 2.197,1 |
| Periodenergebnis | - 6,9 | 212,6 |
| Ausschüttung | - 0,9 | - 25,7 |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 2,2 | - 283,0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 12,5 | 12,5 |
| Stand 30.09.2014 | 25,2 | 2.113,5 |
| Stand 01.01.2015 | 24,1 | 1.946,5 |
| Periodenergebnis | - 3,4 | 237,0 |
| Ausschüttung | - 1,4 | - 75,9 |
| Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG | 164,8 | 361,9 |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 42,2 | 283,2 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - |
| Stand 30.09.2015 | 226,3 | 2.752,7 |
| Mio. € | Marktwertänderung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere | Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Marktwertänderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) |
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen | Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe | Summe (ohne Anteil anderer Gesellschafter) |
| Stand 01.01.2014 | 0,8 | - 50,9 | 10,4 | - 125,9 | - 2,6 | - 168,2 |
| Ergebnisneutrale Veränderungen | 0,4 | - | - 19,0 | - 339,5 | - | - 358,1 |
| Ergebniswirksame Umgliederung | - | - 17,5 | - 7,4 | - | 2,6 | - 22,3 |
| Veränderung Translation | - | 95,2 | - | - | - | 95,2 |
| Stand 30.09.2014 | 1,2 | 26,8 | - 16,0 | - 465,4 | - | - 453,4 |
| Stand 01.01.2015 | 0,5 | 70,5 | - 28,5 | - 646,1 | - 603,6 | |
| Ergebnisneutrale Veränderungen | - 0,7 | - | - 40,0 | 139,5 | - | 98,8 |
| Ergebniswirksame Umgliederung | - 0,3 | - | 43,4 | - | - | 43,1 |
| Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG | 0,3 | 9,3 | 15,6 | 88,1 | - | 113,3 |
| Veränderung Translation | - | 99,1 | - | - | - | 99,1 |
| Stand 30.09.2015 | - 0,2 | 178,9 | - 9,5 | - 418,5 | - | - 249,3 |
Der Konzernzwischenabschluss der WACKER Chemie ag zum 30. September 2015 ist gemäß
§ 37x WpHG sowie in Übereinstimmung mit den Regelungen des International Accounting
Standards (ias) 34, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, in verkürzter
Form aufgestellt worden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die für das Geschäftsjahr
2014 galten, wurden um neue Rechnungslegungsvorschriften ergänzt, die erstmals im
Geschäftsjahr 2015 anzuwenden sind. Ansonsten blieben sie unverändert. Der Konzernzwischenlagebericht
ist unter Beachtung der anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden. Neue
Rechnungslegungsvorschriften des Jahres 2015 hatten keinen wesentlichen Einfluss auf
die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Die Aufstellung der Zwischenabschlüsse erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen
verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und
Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken.
Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf Prämissen, die zum Bilanzstichtag
Gültigkeit hatten. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und
Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen der Erwartungen
zum Bilanzstichtag entwickeln. Die Steuerermittlung erfolgt analog der Vorgehensweise
zum Geschäftsjahresende durch eine Ermittlung des Steueraufwands zum Zwischenabschlussstichtag.
Das Wahlrecht, nach ias 34 eine Schätzung vorzunehmen, wird nicht angewandt.
Die Netto-Pensionsverpflichtung ist zu jedem Stichtag neu zu schätzen und der Abzinsungsfaktor
ist zu jedem Stichtag neu zu ermitteln. Zum 30. September 2015 wurde zur Ermittlung
der Netto-Pensionsverpflichtung ein Abzinsungsfaktor von 2,8 Prozent im Inland und
4,18 Prozent in den usa verwendet (30. September 2014: 2,8 Prozent Inland und 4,12
Prozent usa). Zum 31. Dezember 2014 belief sich der Rechnungszins auf 2,3 Prozent
im Inland und auf 3,8 Prozent in den usa.
Die Zwischenberichterstattung baut als Informationsinstrument auf dem Konzernabschluss
zum Geschäftsjahresende auf. Die angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden
und die Ausübung von in den ifrs enthaltenen Wahlrechten werden im Konzernanhang ausführlich
dargestellt.
Die Führungsgesellschaft des Konzerns, die WACKER Chemie ag, ist eine börsennotierte
Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Anschrift lautet: WACKER Chemie ag, Hanns-Seidel-Platz
4, 81737 München. Sie wird beim Amtsgericht München unter der Nummer hrb 159705 geführt.
Der Verkauf von Polymer- und Siliconprodukten an die Bauindustrie ist unterjährig
saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Der Absatz ist witterungsbedingt in den Sommermonaten
höher als im für die Bauindustrie produktionsschwachen Winter. Dieser Effekt kann
durch Überseeverkäufe abgemildert werden. Dies führt dazu, dass im 1. und 4. Quartal
der Umsatz vor allem im Segment WACKER Polymers üblicherweise geringer ausfällt als
im 2. und 3. Quartal.
Bezüglich der Angaben zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen verweisen wir
auf den Konzernanhang im Geschäftsbericht 2014.
Im Berichtszeitraum ergaben sich keine wesentlichen Änderungen zu den Angaben im Geschäftsbericht
2014.
Die folgenden Standards und Interpretationen des iasb werden in den ersten neun Monaten
des Jahres 2015 erstmals angewendet:
| Standard / Interpretation | Anwendungspflicht |
Übernahme durch die EU | Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER | |
| IFRIC 21 | Abgaben | 01.01.15 | 13.06.14 | IFRIC 21 "Abgaben" enthält Regelungen zur Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben, die keine Abgaben im Sinne des IAS 12 "Ertragsteuern" darstellen. Die Anwendung der Interpretation kann dazu führen, dass eine Verpflichtung zur Zahlung von Abgaben zu einem anderen Zeitpunkt als bisher in der Bilanz erfasst wird, insbesondere dann, wenn die Verpflichtung zur Zahlung nur dann entsteht, wenn bestimmte Umstände an einem bestimmten Zeitpunkt vorliegen. Die Änderungen im Zusammenhang mit IFRIC 21 haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER. |
| Improvements to IFRS (2011-2013) | 01.07.14 | 18.12.14 | Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 und IAS 40. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. |
Folgende Standards wurden in den Geschäftsjahren 2009 bis 2015 vom iasb verabschiedet,
sind aber für die Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden oder wurden
von der eu noch nicht übernommen.
| Standard / Interpretation | Veröffentlichung durch IASB |
Anwendungspflicht |
Übernahme durch die EU | Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER | |
| Amendments to IAS 19 |
Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge |
21.11.13 | 01.02.15 | 17.12.14 | Mit den Änderungen werden die Vorschriften klargestellt, die sich mit der Zuordnung
von Arbeitnehmerbeiträgen bzw. Beiträgen von dritten Parteien zu den Dienstleistungsperioden
beschäftigen, wenn die Beiträge mit der Dienstzeit verknüpft sind. Darüber hinaus
werden Erleichterungen geschaffen, wenn die Beiträge von der Anzahl der geleisteten
Dienstjahre unabhängig sind. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER. |
| Improvements to IFRS (2010-2012) | 12.12.13 | 01.02.15 | 17.12.14 | Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24 und IAS 38. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. | |
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | 24.07.14 | 01.01.18 | Erwartet im 2. Halbjahr 2015 | Die aktualisierte Version des IFRS 9 umfasst neben dem Ansatz und der Bewertung von
finanziellen Vermögenswerten neue Vorschriften zur Bilanzierung von Wertminderungen
finanzieller Vermögenswerte und überarbeitete Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung
von Finanzinstrumenten im Rahmen des Hedge Accounting. Finanzielle Vermögenswerte
werden künftig entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden
Zeitwert bewertet. Die Zuordnung hängt vom Geschäftsmodell des Unternehmens ab. Das
Klassifizierungsmodell für finanzielle Verbindlichkeiten wird grundsätzlich beibehalten. Die Erfassung von Wertminderungen ändert sich grundlegend, da nicht mehr nur eingetretene Verluste sondern bereits erwartete Verluste zu erfassen sind. Zielsetzung des neuen Hedge Accounting Modells unter IFRS 9 ist es, eine engere Verknüpfung zwischen dem Risikomanagementsystem und der bilanziellen Abbildung zu erreichen. Die weiterhin zulässigen Arten von Sicherungsbeziehungen sind das "Cash Flow Hedge Accounting", "Fair Value Hedge Accounting" und der "Hedge of a net investment in a foreign operation". Der Kreis für qualifizierende Grund- und Sicherungsgeschäfte wurde jeweils erweitert. WACKER kann im Moment noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER haben wird. |
| IFRS 14 | Regulatorische Abgrenzungsposten |
30.01.14 | 01.01.16 | Noch festzulegen |
Durch die Regelungen des Standards wird es Unternehmen, die erstmals einen IFRS-Abschluss
gemäß IFRS 1, "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards",
aufstellen, ermöglicht, sogenannte regulatorische Abgrenzungsposten, die sie unter
Geltung ihrer bisherigen nationalen Rechnungslegungsvorschriften im Zusammenhang mit
preisregulierten Tätigkeiten angesetzt haben, im IFRS-Abschluss beizubehalten und
weiterhin nach den bisherigen Rechnungslegungsmethoden zu bilanzieren. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER, da WACKER kein erstmaliger Anwender gemäß IFRS 1 ist. |
| IFRS 15 | Umsatzerlöse aus Kundenverträgen | 28.05.14 | 01.01.18 | Q1 2016 | Nach IFRS 15 sind Umsatzerlöse dann zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Entscheidend ist nicht mehr die Übertragung wesentlicher Chancen und Risiken, wie noch nach den alten Regelungen des IAS 18, "Umsatzerlöse". Die Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen erwartet zu erhalten. Das neue Modell sieht zur Ermittlung der Umsatzrealisierung ein fünfstufiges Schema vor, wonach zunächst der Kundenvertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren sind. Anschließend ist der Transaktionspreis zu ermitteln und zuzuordnen. Der Umsatz ist für jede einzelne Leistungsverpflichtung zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht daran erlangt. WACKER analysiert aktuell die Auswirkungen des neuen Standards für die Umsatzrealisierung. Die Auswirkungen können aktuell noch nicht abschließend beurteilt werden. Durch den neuen Standard wird es zu einer Ausweitung der Anhangangaben im Abschluss von WACKER kommen. |
| Amendments to IFRS 11 | Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit | 06.05.14 | 01.01.16 | Erwartet in Q4 2015 | Mit der Änderung wird klargestellt, dass Erwerbe und Hinzuerwerbe von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3, "Unternehmenszusammenschlüsse", darstellen, nach den Prinzipien für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen des IFRS 3 und anderer anwendbarer IFRS zu bilanzieren sind, soweit diese nicht im Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen. Die Klarstellung hat aktuell keinen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER. |
| Amendments to IAS 16 and IAS 38 | Klarstellung akzeptabler Abschreibungs methoden |
12.05.14 | 01.01.16 | Erwartet in Q4 2015 | Die Änderung stellt klar, dass die Abschreibung von Sachanlagen auf der Basis von Umsatzerlösen der durch sie hergestellten Güter nicht einem erwarteten Verbrauch des ihnen zugeordneten zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens entspricht. Dies gilt grundsätzlich auch für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer. Für diese gilt jedoch die Regelung einer widerlegbaren Vermutung. Weiterhin wird klargestellt, dass der Rückgang von Absatzpreisen produzierter Gütern ein Indiz für die wirtschaftliche Veralterung von Sachanlagen sein kann. WACKER nutzt ausschließlich die lineare Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Somit hat die Klarstellung keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung des Abschlusses von WACKER. |
| Amendments to IAS 16 and IAS 41 | Bilanzierung fruchttragender Gewächse |
30.06.14 | 01.01.16 | Erwartet in Q4 2015 | Nach IAS 41 wurden bis jetzt alle biologischen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert abzüglich geschätzter Veräußerungskosten bewertet. Nach den Änderungen sind fruchttragende Gewächse künftig wie Sachanlagen nach IAS 16 zu bilanzieren, da ihre Nutzung vergleichbar ist. Ihre Früchte sind jedoch weiter nach IAS 41 zu bewerten. Die Änderung hat auf Grund fehlender Sachverhalte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung des Abschlusses von WACKER. |
| Amendments to IAS 27 | Einzelabschlüsse (Equity-Methode) |
12.08.14 | 01.01.16 | Erwartet in Q4 2015 | Durch die Änderung des IAS 27 können Beteiligungen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen im IFRS-Einzelabschluss künftig nach der Equity-Methode bilanziert werden. Da WACKER keine IFRS-Einzelabschlüsse erstellt, hat diese Änderung keine Auswirkungen auf WACKER. |
| Amendments to IFRS 10 and IAS 28 | Veräußerung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. Einbringung in sein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen | 11.09.14 | 01.01.16 Wird überarbeitet |
Verschoben | Nach der Änderung beider Standards ist eine Gewinn- bzw. Verlustrealisierung beim Investor in voller Höhe immer dann vorzunehmen, wenn die Transaktion einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 betrifft. Ist dies nicht der Fall, sondern betrifft die Transaktion Vermögenswerte, die keinen Geschäftsbetrieb darstellen, ist lediglich der anteilige Erfolg (in Höhe des Anteils der anderen Investoren) zu erfassen. Die Änderung hat aktuell keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. |
| Improvements to IFRS (2012-2014) | 25.09.14 | 01.01.16 | Erwartet in Q4 2015 | Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 5, IFRS 7, IAS 19 und IAS 34. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. | |
| Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28 | Investmentgesellschaften -Anwendung der Konsolidierungsausnahme | 18.12.14 | 01.01.16 | Erwartet in Q1 2016 | Die Änderungen dienen zur Klärung von verschiedenen Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10, wenn das Mutterunternehmen die Definition einer "Investmentgesellschaft" erfüllt. Die Änderungen haben auf Grund fehlender Sachverhalte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. |
| Amendments to IAS 1 | Anhangangaben | 18.12.14 | 01.01.16 | Erwartet in Q4 2015 | Die Änderungen betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben nur dann notwendig sind, wenn ihr Inhalt wesentlich ist. Dies gilt explizit auch dann, wenn ein IFRS eine Liste von Minimum-Angaben fordert. Zudem werden Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung aufgenommen. Des Weiteren wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis at equity bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Schließlich erfolgt die Streichung einer Musterstruktur des Anhangs hin zur Berücksichtigung unternehmensindividueller Relevanz. Die Klarstellung hat keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses von WACKER. |
Der Konsolidierungskreis umfasst zum 30. September 2015 einschließlich der WACKER
Chemie ag 57 Unternehmen sowie eine Special Purpose Entity. 53 Unternehmen werden
im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Zwischenabschluss einbezogen. Der Konsolidierungskreis
hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 wie folgt verändert.
| Abgänge/Fusionen bei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften | |
| Scil Proteins Production GmbH, Halle (Verschmelzung auf die WACKER Biotech GmbH, Jena, zum 01. Januar 2015) |
100% |
| Neugründungen von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften | |
| WACKER Kimya Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei (Neugründung am 28. Mai 2015) | 100% |
| WACKER Colombia S.A.S., Bogota, Colombia (Neugründung am 11. September 2015) | 100% |
| Teilabgang bei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften durch den Börsengang der Siltronic AG | |
| Siltronic AG, München | 42,2% |
| Siltronic Holding International B.V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande | 42,2% |
| Siltronic Corp., Portland/Oregon, USA | 42,2% |
| Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur | 42,2% |
| Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur | 42,2% |
| Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan | 42,2% |
| Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., Singapur | 42,2% |
(Börsengang der 100% Tochter Siltronic AG am 11. Juni 2015, Platzierung von 42,2%
durch Ausgabe neuer Aktien und Veräußerung von Anteilen, die von der WACKER-Chemie
Dritte Venture GmbH gehalten wurden)
Die Scil Proteins Production GmbH, Halle wurde von der WACKER Biotech GmbH am 02.
Januar 2014 erworben und wurde zum Stichtag 01. Januar 2015 auf die Muttergesellschaft
verschmolzen.
WACKER hat am 11. Juni 2015 im Rahmen eines Börsengangs 25,5 Prozent seiner Anteile
an der bis dahin 100%igen Tochter Siltronic ag an der Frankfurter Börse platziert.
Gleichzeitig wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Siltronic ag neue Aktien ausgegeben,
die den Beteiligungsanteil von WACKER um 16,7 Prozent reduzierten. Nach dem Börsengang
beträgt der Minderheitenanteil an der Siltronic ag 42,2 Prozent. WACKER ist mit 57,8
Prozent weiterhin Mehrheitsaktionär und konsolidiert die Gesellschaft voll im Konzernabschluss.
Das Gesamtvolumen der Transaktion belief sich auf 379,5 Mio. €. Transaktionskosten
in Höhe von 17,4 Mio. € wurden direkt im Eigenkapital verrechnet. Auf Grund der mehrheitswahrenden
Transaktion handelt es sich bilanziell um einen Geschäftsvorfall mit Eigentümern,
der zu keinem Ergebnisausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung führt. Zu den Veränderungen
im Eigenkapital verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel. Dort werden die Änderungen
in einer gesonderten Zeile ausgewiesen.
Für die erforderlichen Segmentangaben zu den Geschäftsbereichen verweisen wir auf
den Zwischenlagebericht.
Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten
Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines
Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die
nachfolgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen
Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns dar.
| Mio. € | 30. September 2015 | 31. Dezember 2014 | ||
| Marktwert | Buchwert | Marktwert | Buchwert | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 786,7 | 786,7 | 684,0 | 684,0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte1 | 406,9 | 416,2 | ||
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere | 114,5 | 114,5 | 10,0 | 10,0 |
| Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere | 104,1 | 104,1 | 188,7 | 188,7 |
| Kredite und Forderungen | 164,7 | 164,7 | 202,1 | 202,1 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte2 | n.a. | 11,2 | n.a. | 11,2 |
| Derivate Finanzinstrumente | 12,4 | 12,4 | 4,2 | 4,2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivaltente | 258,5 | 258,5 | 325,9 | 325,9 |
| Finanzschulden : | 1.434,4 | 1.423,5 | 1.590,0 | 1.572,7 |
| Finanzverbindlichkeiten aus Finance Lease : | 23,4 | 23,4 | 28,8 | 28,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen : und Leistungen | 390,3 | 390,3 | 374,5 | 374,5 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten3 | 185,3 | 185,3 | 177,4 | 177,4 |
| Zu Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten | 150,3 | 150,3 | 127,7 | 127,7 |
| Derivative Finanzinstrumente | 35,0 | 35,0 | 49,7 | 49,7 |
1
Enthält nicht Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und aktive Rechnungsabgrenzungsposten.
2
Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren
Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten
bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen
im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.
3
Enthält Sonstige Verbindlichkeiten laut Bilanz mit Ausnahme der erhaltenen Anzahlungen,
der passiven Rechnungsabgrenzungsposten und Steuerverbindlichkeiten.
Für die von WACKER zu Anschaffungskosten bewerteten Eigenkapitalinstrumente konnte
kein beizulegender Zeitwert ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar
waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei
denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen
und für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind. Für die zum
30. September 2015 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht.
Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte
und Schulden wurden den drei Kategorien gemäß der ifrs 13-Bewertungshierarchie des
beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft
darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen
sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand
von Modellen erfolgt. Bezüglich der Definition der Fair-Value-Hierarchiestufen und
der zugeordneten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden sowie deren
Bewertung verweisen wir auf den Konzernanhang im Geschäftsbericht 2014 (Kapitel Finanzinstrumente).
Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle
Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz
bewertet werden:
| Mio. € | Fair-Value-Hierarchie 30. September 2015 | Fair-Value-Hierarchie 31. Dezember 2014 | ||||
| Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt | Level 1 | Level 2 | |
| Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) | - | 7,0 | - | 7,0 | - | 1,4 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | - | 5,4 | - | 5,4 | - | 2,8 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 104,1 | - | - | 104,1 | 188,7 | - |
| Gesamt | 104,1 | 12,4 | - | 116,5 | 188,7 | 4,2 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) | 1,2 | 14,6 | - | 15,8 | - | 13,7 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0,2 | 19,0 | - | 19,2 | - | 36,0 |
| Gesamt | 1,4 | 33,6 | - | 35,0 | - | 49,7 |
| Mio. € | Fair-Value-Hierarchie 31. Dezember 2014 | |
| Level 3 | Gesamt | |
| Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte) | - | 1,4 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | - | 2,8 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | - | 188,7 |
| Gesamt | - | 192,9 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) | - | 13,7 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | - | 36,0 |
| Gesamt | - | 49,7 |
Die Marktwertermittlung in Level 1 erfolgt auf Basis notierter, unangepasster Preise
auf aktiven Märkten für diese oder identische Vermögenswerte und Schulden. Die in
Level 2 eingestuften Finanzinstrumente werden mittels Bewertungsverfahren auf Basis
von Parametern bewertet, die entweder direkt oder indirekt von beobachtbaren Marktdaten
abgeleitet werden. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente innerhalb und außerhalb
von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzschulden. In Level 3 erfolgt die
Marktwertermittlung auf der Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten
zur Verfügung stehen. WACKER überprüft zu jedem Quartalsstichtag, ob die Zuordnung
der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 haben, wie im Konzernabschluss 2014, keine
Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchien stattgefunden.
Im Berichtszeitraum ergaben sich keine nicht wiederkehrenden Fair-Value-Bewertungen.
Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die WACKER Chemie ag beherrschen
oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes
Unternehmen in den Konzernabschluss der WACKER Chemie ag einbezogen werden.
Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Aktionär mehr als die Hälfte der Stimmrechte
an der WACKER Chemie ag hält oder kraft Satzung oder vertraglicher Vereinbarung die
Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns
zu steuern.
Der WACKER-Konzern ist von den Regelungen des IAS 24 im Wesentlichen in Bezug auf
die Geschäftsbeziehungen zu den Gemeinschaftsunternehmen, zu den Hauptanteilseignern
sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der WACKER Chemie ag
berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften,
assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS
24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.
Der WACKER-Konzern wird durch den Mehrheitsgesellschafter, die Dr. Alexander WACKER
Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile
an der WACKER Chemie ag.
Zwischen der WACKER Chemie ag und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander
WACKER Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander WACKER
Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen
nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten
von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen
zu marktüblichen Konditionen.
Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der WACKER Chemie ag in die Kategorie der
nahe stehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen
im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen
in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich
mietet die WACKER Chemie ag das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende
Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG.
Insgesamt betragen die Ausgaben im Berichtszeitraum 32,4 Mio. € (Vorjahr 32,6 Mio.
€). Zum 30. September 2015 weist WACKER 11,0 Mio. € an Forderungen gegenüber der Pensionskasse
aus (31.12.2014: 40,4 Mio. €).
Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands
oder des Aufsichtsrats der WACKER Chemie ag sowie anderen Mitgliedern des Managements
bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen
vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe
Familienangehörige dieses Personenkreises.
Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, der Pensionskasse und Gemeinschafts-
und assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie
sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts-
und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt.
Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit den oben genannten
nahe stehenden Unternehmen dar:
| Mio. € | 2015 | 2014 | ||||
| 9M 2015 | 30.09.2015 | 9M 2014 | ||||
| Assoziierte | Erträge | Aufwendungen |
Forderungen |
Verbindlichkeiten |
Erträge | Aufwendungen |
| Unternehmen | 5,9 | 112,3 | 2,9 | 17,6 | 3,8 | 89,3 |
| Gemeinschaftsunternehmen | 24,0 | 1,0 | 6,5 | 0,3 | 21,8 | 1,2 |
| Sonstige | - | - | - | 0,3 | - | - |
| Mio. € | 2014 | |
| 31.12.2014 | ||
| Assoziierte | Forderungen |
Verbindlichkeiten |
| Unternehmen | 3,5 | 15,9 |
| Gemeinschaftsunternehmen | 4,3 | 0,2 |
| Sonstige | - | - |
Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von
98,8 Mio. € (31.12.2014: 93,5 Mio. €).
Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzernabschluss der WACKER Chemie
ag zum 31. Dezember 2014.
In der Berichtsperiode bzw. im Vorjahr wurden folgende Wechselkurse zwischen dem Euro
und dem US-Dollar, dem japanischen Yen, dem Singapur-Dollar und dem chinesischen Renminbi
für die Umrechnung von Fremdwährungspositionen sowie von Abschlüssen von Gesellschaften
verwendet, bei denen die funktionale Währung oben genannte Währungen sind:
| Mio. € | Stichtagskurs | Durchschnittskurs | |||
| 30.09.2015 | 30.09.2014 | 31.12.2014 | 30.09.2015 | 30.09.2014 | |
| USD | 1,12 | 1,27 | 1,22 | 1,11 | 1,33 |
| JPY | 134,77 | 138,89 | 145,35 | 135,87 | 137,74 |
| SGD | 1,60 | 1,61 | 1,61 | 1,55 | 1,66 |
| CNY | 7,14 | 7,79 | 7,54 | 7,01 | 8,17 |
Die bezüglich ihrer Auswirkung, ihrer Natur und ihres Auftretens wesentlichen Ereignisse
der Berichtsperiode werden im Zwischenlagebericht beschrieben.
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind bis zur Veröffentlichung dieses
Zwischenberichts nicht eingetreten.
München, den 29. Oktober 2015
Der Vorstand der WACKER Chemie AG
| Rudolf Staudigl | Tobias Ohler |
| Joachim Rauhut | Auguste Willems |
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind.
München, den 29. Oktober 2015
Der Vorstand der WACKER Chemie AG
| Rudolf Staudigl | TobIAS Ohler |
| Joachim Rauhut | Auguste Willems |
Vorlage des Berichts zum Geschäftsjahr 2015
Vorlage des Zwischenberichts zum 1. Quartal 2016
Hauptversammlung
Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal 2016
Vorlage des Zwischenberichts zum 3. Quartal 2016
Joerg Hoffmann, cfa
Leiter Investor Relations
Telefon +49 89 6279-1633
Telefax +49 89 6279-2933
joerg.hoffmann@WACKER.com
Christof Bachmair
Leiter Presse und Information
Telefon +49 89 6279-1830
Telefax +49 89 6279-1239
christof.bachmair@WACKER.com
Judith Distelrath
Telefon +49 89 6279-1560
Telefax +49 89 6279-2381
judith.distelrath@WACKER.com
Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen
der Unternehmensleitung von WACKER beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen
dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren,
dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und
Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich
von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen
verursachen können, gehören u. a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen
Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von Konkurrenzprodukten, mangelnde
Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie.
Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch WACKER ist weder geplant noch
übernimmt WACKER die Verpflichtung dafür.
Auf Grund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem und in
anderen Berichten nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dass dargestellte
Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.
Die Inhalte dieses Berichts sprechen Frauen und Männer gleichermaßen an. Zur besseren
Lesbarkeit wird nur die männliche Sprachform (z. B. Kunde, Mitarbeiter) verwendet.
WACKER Chemie AG
Hanns-Seidel-Platz 4
81737 München, Germany
Telefon +49 89 6279-0
Telefax+49 89 6279-1770
www.WACKER.com