Wacker Chemie AG

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2015

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

WACKER hat im Jahr 2015 erneut ein gutes Geschäftsergebnis erzielt. Die niedrigeren Preise für Polysilicium haben ein noch stärkeres Umsatz- und Ergebniswachstum gebremst. Sehr positiv entwickeln konnten sich die Chemiebereiche, die auch von positiven Währungseffekten sowie sinkenden Rohstoffkosten profitiert haben. Wichtig ist aber, dass wir diesen Rückenwind genutzt haben, um unsere Absatzmengen deutlich zu steigern. Das spiegelt sich auch signifikant in der Ertragslage der Chemiebereiche wider, die wesentlich stärker zulegen konnte als der Umsatz. Besonders bemerkenswert ist, dass wir unseren Umsatzanteil mit Spezialsiliconen weiter erhöht haben und wir mit der Inbetriebnahme neuer Anlagen für unser Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft die Grundlage geschaffen haben, das weitere Wachstum weltweit voranzutreiben.

Wesentlichen Anteil an diesem Ergebnis haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit ihrer Leistungsfähigkeit, ihrem exzellenten Know-how und ihrer hohen Identifikation mit dem Unternehmen sind sie ein wesentlicher Garant für unseren langfristigen Erfolg. Für das, was sie im Geschäftsjahr 2015 geleistet haben, dankt ihnen der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG.

2015 war ein besonderes Jahr für WACKER. Mit der Fertigstellung der Produktionsanlagen an unserem neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee haben wir das größte Investitionsprogramm in unserer 101-jährigen Geschichte abgeschlossen. Die Investitionen von 830 Millionen Euro im Jahr 2015 konnten wir dabei aus den Cash-Einzahlungen finanzieren. Das ist eine sehr gute Leistung. In Charleston etablieren wir in den nächsten Jahren einen integrierten Verbundstandort, der uns neue Möglichkeiten eröffnet, im zweitgrößten Chemiemarkt der Welt weiter zu wachsen. Damit verfügen wir in den zurzeit wichtigsten Regionen der Welt über eigene integrierte Produktionsstandorte. Das stärkt unsere globale Präsenz und verbessert unsere Kostenpositionen. Für unser weiteres Wachstum ist das von großer Bedeutung.

Unsere Investitionstätigkeit wird sich in den nächsten Jahren verringern. Das führt bereits im Jahr 2016 zu einem deutlichen Cashflow-Anstieg und ab dem Jahr 2017 zu geringeren Nettofinanzverbindlichkeiten.

Die größte Herausforderung für die Zukunft besteht darin, unsere Stärken noch gezielter in geschäftlichen Erfolg umzumünzen. Vor allem, wenn die positiven Zusatzfaktoren aus der Währung und den niedrigen Rohstoffkosten sich nicht mehr so einstellen, wie im Jahr 2015. Die Kernaufgabe besteht deshalb immer wieder darin, intensiv daran zu arbeiten, unsere Kostenpositionen und unsere Effizienz in allen Prozessschritten zu verbessern. Dass wacker dazu in der Lage ist, hat das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2015 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens sowie dem Börsengang der Siltronic AG.

Im Geschäftsjahr 2015 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zudem fanden am 16. April 2015 und 08. Mai 2015 außerordentliche Aufsichtsratssitzungen statt, die sich mit dem Börsengang der Siltronic AG befassten. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet.

Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen er angehört, teilgenommen.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

der Börsengang der Siltronic AG

zukünftige und laufende Investitionsprojekte

der Frauenanteil in den Aufsichts- und Führungsebenen der Wacker Chemie AG

die Verlängerung der Bestellung von Vorstandsmitglied Herrn Dr. Tobias Ohler sowie die Neubestellung des Vorstandsmitglieds und Arbeitsdirektors Herrn Dr. Christian Hartel

die Antidumpingverfahren gegen die Solarindustrie in den USA, der EU und China, ihre Auswirkungen auf WACKER und entsprechende Handlungsmöglichkeiten

der Fortschritt beim Bau der Polysiliciumproduktion am Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee

die Entwicklung des Aktienkurses

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 10. Dezember 2015 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2016 - 2020 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2016.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Herr Franz-Josef Kortüm vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Peter-Alexander Wacker in den Ausschüssen den Vorsitz.

Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2014, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsabschlüsse des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Außerdem hat der Prüfungsausschuss den Prüfungsauftrag (einschließlich der Prüfungsschwerpunkte) an den Abschlussprüfer erteilt und dem Plenum einen Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2015 unterbreitet.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2015 zweimal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (Bezüge, Erfolgsziele, Wechsel im Vorstand, Anstellungsverträge).

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 10. Dezember 2015 diskutiert und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich.

Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.

In seiner Sitzung im Dezember 2015 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2015, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2015) einschließlich der Buchhaltung geprüft.

Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Mai 2015 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 29. Februar 2016 die oben genannten Abschlüsse und Berichte sowie die Prüfungsberichte des Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfers im Gespräch mit diesem eingehend diskutiert, geprüft und darüber dem Gesamtaufsichtsrat berichtet. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 8. März 2016 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen dem Prüfungsausschuss und dem Gesamtaufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Als Nachfolger für das zum 31.12.2014 ausgeschiedene langjährige Aufsichtsratsmitglied Herrn Dr. Bernd W. Voss wurde Herr Dr. Andreas Biagosch am 26. Januar 2015 gerichtlich bestellt.

Die Bestellung und der Vorstandsvertrag von Herrn Dr. Joachim Rauhut, Mitglied des Vorstands und Chief Financial Officer der Wacker Chemie AG, ist turnusgemäß am 31. Oktober 2015 ausgelaufen. Herr Dr. Christian Hartel wurde in der Aufsichtsratssitzung am 24. Juni 2015 mit Wirkung zum 01. November 2015 neu in den Vorstand berufen und zum Arbeitsdirektor ernannt. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren. Herr Dr. Hartel war zuvor Leiter des Geschäftsbereichs WACKER SILICONES.

In seiner Sitzung am 24. Juni 2015 hat der Aufsichtsrat weiterhin das Vorstandsmitglied Herrn Dr. Tobias Ohler für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt und ihm das Ressort des Finanzvorstands übertragen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihre engagierte Arbeit. Sie haben erneut zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr der Wacker Chemie AG beigetragen.

 

München, 08. März 2016

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des Konzerns

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. In unzähligen Dingen des täglichen Lebens kommen WACKER-Produkte zum Einsatz. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. 80 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 20 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die Konsumgüter-, die Nahrungsmittel-, die Pharma-, die Textil-, die Solar-, die Elektro- und Elektronik- und die chemische Grundstoffindustrie sowie die Medizintechnik, die Biotechnologie und der Maschinenbau. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Automobil- und Bauindustrie vertreten. Mit der Produktion von Siliciumwafern zählen wir zu den wichtigsten Zulieferern der Halbleiterindustrie. Starke Dynamik entwickelte in den vergangenen Jahren das Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Solarindustrie. Hier gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt.

Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit

WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Insgesamt unterhält WACKER 50 Vertriebsbüros in 31 Ländern. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2015 haben wir unsere bereits bestehenden technischen Kompetenzzentren in Mexiko City und in Moskau erweitert.

Neuer Produktionsstandort in den USA

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 25 Produktionsstandorten (2014: 25). Davon sind neun in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Mit dem Beginn der Inbetriebnahme der Anlagen kommt in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee ein neuer Produktionsstandort hinzu. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir etwa 9.700 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2015 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von gut 780.000 Tonnen erzeugt. Das sind rund 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER.

Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns1

1 Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen
2 Ab 02/2016

Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte

Rechtliche Unternehmensstruktur

Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 56 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 52 Gesellschaften voll konsolidiert. Drei Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen.

WACKER hat am 11. Juni 2015 im Rahmen eines Börsengangs 25,5 Prozent seiner Anteile an der 100-Prozent-Tochter Siltronic AG an der Frankfurter Börse platziert. Gleichzeitig wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Siltronic AG neue Aktien ausgegeben, die den Beteiligungsanteil von WACKER um 16,7 Prozent reduzierten. WACKER ist nach dem Börsengang mit 57,8 Prozent weiterhin Mehrheitsaktionär und konsolidiert die Gesellschaft voll im Konzernabschluss. Das Gesamtvolumen der Transaktion belief sich auf 379,5 Mio. €. Transaktionskosten fielen in Höhe von 17,6 Mio. € an. Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und der sich daraus ergebenden Effekte finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreisänderungen.

Fünf operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in fünf operative Geschäftsbereiche. Sie verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

Unternehmensstruktur von WACKER

Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Ressortverteilung im Vorstand

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Bis 31.10.2015 Seit 01.11.2015
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender Vorsitzender
  WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance
Dr. Christian Hartel   WACKER POLYMERS Personal/ Soziales (Arbeitsdirektor), Zentrale Ingenieurtechnik Region Asien
Dr. Tobias Ohler WACKER POLYMERS Personal/ Soziales (Arbeitsdirektor), Technischer Einkauf & Logistik, Einkauf Rohstoffe Region Asien SILTRONIC Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Information Technology, Technischer Einkauf & Logistik, Einkauf Rohstoffe Region Amerika
Dr. Joachim Rauhut SILTRONIC Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Zentrale Ingenieurtechnik, Information Technology Region Amerika  
Auguste Willems WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS
  Sales and Distribution, Forschung und Entwicklung, Intellectual Property, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt/ Gesundheit/ Safety, Product Stewardship Regionen Europa, Middle East Sales and Distribution, Forschung und Entwicklung, Intellectual Property, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt/ Gesundheit/ Safety, Product Stewardship Regionen Europa, Middle East

Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2015

Im Vorstand und im Aufsichtsrat hat es im Geschäftsjahr 2015 Veränderungen gegeben.

Dr. Joachim Rauhut ist als Finanzvorstand nach dem Ende seiner Amtszeit mit Wirkung zum 31. Oktober 2015 aus dem Vorstand der Wacker Chemie AG ausgeschieden. Zum 01. November 2015 hat Vorstand Dr. Tobias Ohler diese Aufgabe übernommen. Neu in den Vorstand berufen wurde ebenfalls zum 01. November 2015 Dr. Christian Hartel, der die Funktion des Arbeitsdirektors übernimmt.

Das Aufsichtsratsmitglied Herr Dr. Bernd W. Voss hat mit Wirkung zum 31. Dezember 2014 sein Mandat niedergelegt. Durch gerichtlichen Beschluss vom 26. Januar 2015 wurde Herr Dr. Andreas Biagosch als sein Nachfolger in den Aufsichtsrat bestellt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289a HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. www.wacker.com/corporate governance

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2015 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Zum Angebot gehören siliconbasierte Öle und Emulsionen, Harze, Elastomere, Dichtstoffe, Silane und pyrogene Kieselsäuren. Produziert werden sowohl Spezialitäten nach den Anforderungen der Kunden als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Dort dienen sie als Zusatz in Fliesenklebern und Wärmedämmverbundsystemen, in Trockenmörtel oder in selbstnivellierenden Bodenbelägen, den so genannten Selbstverlaufsmassen.

Der kleinste Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und Elektronikindustrie und vor allem für die Solarindustrie her. Der größte Teil des Polysiliciums geht an externe Kunden. Wir beliefern intern den Geschäftsbereich Siltronic mit Polysilicium.

Für führende Halbleiterhersteller produziert Siltronic Siliciumwafer. Sie sind das wesentliche Ausgangsprodukt für fast alle Halbleiter - seien es diskrete Halbleiterbauelemente (Transistoren oder Gleichrichter) oder Mikrochips (Mikroprozessoren, Speicherbausteine).

Integrierte Verbundproduktion ist die große Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Im Vergleich zu offenen Produktionsprozessen verringern sich die spezifischen Herstellungskosten. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Weitere Vorzüge der Verbundstandorte von WACKER sind die hervorragende Werkinfrastruktur, gut ausgebildetes Personal sowie Vorteile in der Rohstoff- und Energieversorgung.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

An den Wettbewerbspositionen der vier umsatzstärksten Geschäftsbereiche von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2015 nichts verändert. Wir gehören weltweit zu den Top-3-An-bietern. Bei einigen Produkten wie der Marke VINNAPAS® im Bereich der Dispersionspulver für die Bauindustrie sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa inkl. Deutschland und Amerika.

Wettbewerbspositionen von WACKER

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Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES Dow Corning WACKER Momentive
WACKER POLYMERS WACKER (Dispersionspulver/ VAE-Dispersionen) Akzo Nobel (Elotex) (Dispersionspulver)/ Celanese (Dispersionen) Dairen (Dispersionspulver/ Dispersionen)
WACKER POLYSILICON GCL-Poly WACKER OCI
SILTRONIC Shin-Etsu Sumco SILTRONIC

Marktposition der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Eine Top-2-Position hat der Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Markt für Silicone inne. In Europa nehmen wir eine führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Der steigende Lebensstandard der Menschen in diesem Teil der Erde führt dazu, dass Siliconprodukte stärker nachgefragt werden.

Bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Pulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien. Neben der Bauindustrie gehen die Produkte von WACKER POLYMERS auch in die Klebstoff-, Farb-, Lack- und Teppichindustrie.

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über kleine, aber aussichtsreiche Marktpositionen, die wir weiter ausbauen. Die 2014 erworbene Gesellschaft Scil Proteins Production GmbH unterstützt uns bei dieser Entwicklung. Anfang 2015 wurde sie auf die Wacker Biotech GmbH verschmolzen.

Mengenwachstum und hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Nach Produktionskapazitäten ist WACKER POLYSILICON weltweit die Nummer zwei. Unsere Absatzmenge belief sich im Jahr 2015 auf mehr als 55.000 Tonnen.

Siltronic ist der drittgrößte Hersteller von Siliciumwafern und anderen Produkten für die Halbleiterindustrie. Zu den Kunden zählen alle wichtigen Halbleiterunternehmen der Welt, mit denen wir mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes in diesem Geschäft erzielen.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber sehr unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Auftragsentwicklung

Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und mittelfristige Verträge mit teilweise flexiblen Mengengleitklauseln ab. Bei Siltronic werden Aufträge üblicherweise von Quartal zu Quartal mit den Kunden verhandelt. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Da WACKER viele seiner Produkte in die Bauindustrie liefert, setzen wir hier verschiedene Analysewerkzeuge ein, um die weitere Branchenentwicklung einschätzen zu können.

Operative Frühindikatoren

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Geschäftsbereiche Operativer Frühindikator Frühindikator für
WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Rohstoffpreis- und Energiepreisentwicklung unsere Kostenentwicklung
WACKER SILICONES Auftragseingang pro Monat unsere Kapazitätsauslastung
WACKER POLYSILICON Kurz-, Mittel- und Langfristverträge unsere Kapazitätsauslastung, weitere Marktentwicklung
  Marktforschung/ Kundengespräche Zuwachs der Solarkapazitäten nach Ländern, unsere Kapazitätsauslastung
SILTRONIC Daten zur Auslastung der Halbleiterhersteller unsere Kapazitätsauslastung
Alle Geschäftsbereiche Kundengespräche Marktforschung unsere Umsatzentwicklung, unsere Produktqualität
    Markttrends, Produktinnovationen

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2015 mit rund 42 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten.

▶ Energie- und Rohstoffkosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER versucht weniger abhängig von diesem Einflussfaktor zu werden. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Regulatorische Vorgaben oder zusätzliche Kosten wie beispielsweise die Stromsteuer oder Verpflichtungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie auch indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte, die zu einem erhöhten Regelaufwand bei Netzbetreibern führen. Kostenentlastungen bei der EEG-Umlage können sich positiv auf die Energiekosten auswirken. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise neue Verträge mit kürzeren Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abgabemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um eine höhere Preisflexibilität zu erreichen.

▶ Währungsschwankungen

Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für mindestens die Hälfte unserer Dollar- und Yen-Exposures des Folgejahres haben wir Währungssicherungsgeschäfte (Derivate) abgeschlossen. Die Sicherungsquote für das Jahr 2015 lag bei rund 50 Prozent. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit 60 Mio. € negativ ausgewirkt. Im Geschäftsjahr 2015 führte die Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro zu einem positiven EBITDA-Effekt von 120 Mio. €. Weil aber negative Effekte aus der Währungsumrechnung von Forderungen und der Währungskurssicherung zum Tragen kamen, haben sich hiervon nur 60 Mio. € effektiv im EBITDA niedergeschlagen.

▶ Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. WACKER wird parallel dazu weiter daran arbeiten, seine Produktivität zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten. Auf Grund unserer starken Kostenposition, unserer hohen Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer breiten Kundenstruktur sowie mittel- und langfristiger Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern.

Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft

China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen Polysiliciumhersteller aus den USA erlassen. Aktuell fallen die künftigen Polysiliciumlieferungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee ebenfalls unter die entsprechende Regelung. Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen China und den USA, die Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten gütlich beizulegen. Davon würde auch WACKER profitieren. Allerdings besteht für WACKER die Möglichkeit, im Rahmen direkter Gespräche eine Befreiung für Zölle zu beantragen. Für den Export von Polysilicium aus Europa hat WACKER mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) im Mai 2014 eine Mindestpreisvereinbarung unterzeichnet. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Diese Übereinkunft läuft noch bis Ende April 2016. Auch die von der Europäischen Union und China beschlossene Vereinbarung, die den Import von Solarmodulen chinesischer Solarunternehmen reglementiert, gilt nach wie vor.

178 Registrierungsdossiers im Rahmen von REACH eingereicht

Bis Ende 2015 reichte WACKER 178 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für einen Teil der Dossiers der ersten und zweiten Phase, die in den Jahren 2010 bzw. 2013 eingereicht wurden, stellt die ECHA Nachforderungen. Diese haben wir auch im Jahr 2015 bearbeitet. Die ECHA hat bis Ende 2015 zusammen mit den Behörden der EU-Mitgliedsstaaten 168 Stoffe benannt, die für den Menschen oder die Umwelt besonders bedenklich sein könnten. 31 dieser Stoffe sind bereits zulassungspflichtig. WACKER ist bislang nicht mit eigenen, sondern nur mit wenigen Zukaufstoffen in geringem Maße betroffen. Im Rahmen des Einstufungs- und Kennzeichnungssystems GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) der EU-Kommission wurden bis zum 31. Mai 2015 alle Gemische gemäß EU-GHS neu eingestuft (etwa 7.000 Gemische). Für Gefahrstoffe wurde bei der ECHA ein zentrales Register eingerichtet.

Der Welt-Chemieverband ICCA (International Council of Chemical Associations) hat die Global Product Strategy (GPS) entwickelt. Sie regelt, wie Eigenschaften von Chemikalien bewertet werden und wie über ihre sichere Verwendung zu informieren ist. In Europa werden die meisten GPS-Anforderungen über REACH und CLP, die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, erfüllt. Hersteller sind aufgefordert, allgemeinverständliche Beschreibungen zur sicheren und umweltgerechten Verwendung von Chemikalien (Safety Summaries) zu veröffentlichen. Für unsere unter REACH registrierten Stoffe haben wir bis Ende 2015 im ICCA-Chemikalienportal 75 Sicherheitsbeschreibungen veröffentlicht.

Ziele und Strategien

Strategie des WACKER-Konzerns

Unsere Vision und die fünf strategischen Ziele gelten nach wie vor. Alle zusammen bilden das Fundament unserer Strategie und formulieren den Leistungsanspruch an uns selbst. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet. Die fünf strategischen Ziele lauten:

Produkte und Lösungen von WACKER sind bei unseren Kunden erste Wahl.

Wir wollen zu den besten Arbeitgebern gehören.

Mit Produkt- und Prozessinnovationen für die Welt von morgen erschließen wir neue Märkte.

Wir steigern den Wert des Unternehmens kontinuierlich.

Unsere Verantwortung als Unternehmen geht über unser Geschäft hinaus.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.wacker.com.

Seit dem Jahr 2013 verfolgen wir die Strategie, die Profitabilität zu verbessern und einen positiven Netto-Cashflow auszuweisen. Begleitet wird unsere Strategie durch ein striktes Kostenprogramm in allen Geschäftsbereichen. Allein im Jahr 2015 konnte WACKER Kosteneinsparungen von rund 160 Mio. € erzielen. Dabei wirkten sich die gestiegenen Produktionsmengen positiv aus. Auf Grund der intensiven Investitionsphase am Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee lagen die Investitionen im Geschäftsjahr 2015 über dem Niveau der Abschreibungen. In den nächsten zwei Jahren sollen sie deutlich unter dem Niveau der Abschreibungen liegen. Der Investitionsschwerpunkt liegt auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. Auf der Produktseite konzentrieren wir uns noch stärker darauf, unseren Anteil an höherwertigen Produkten in den Anwendungsgebieten Bau, Gesundheits- und Körperpflege, Medizin, Elektronik, Automobiltechnik und Energie auszubauen.

Als Kompass für unsere strategischen Zielsetzungen dienen uns die Zukunftsfelder Energie, Urbanisierung und Bau sowie Digitalisierung und der Wohlstandszuwachs in den Schwellenländern, die wir mit unseren Produkten in Zukunft bedienen.

Mittelfristige Ziele des WACKER-Konzerns bis 2017

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Ziel 2017
Umsatz 6 - 6,5 Mrd. €
EBITDA 1,2 Mrd. €
EBITDA-Marge Rund 20 Prozent
ROCE Größer elf Prozent
Investitionen Auf dem Niveau oder unterhalb der Abschreibungen

Auf Grund der im Dezember verabschiedeten Mehrjahresplanung sind die Mittelfristziele 2017 weiterhin im Rahmen des Möglichen.

Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES

Die Strategie im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist auf eine hohe Auslastung unserer Produktionsanlagen sowie auf den Anstieg des Wertschöpfungsanteils bei gleichbleibendem Rohstoffeinsatz fokussiert. Für den Vertrieb von Standard- und Spezialprodukten haben wir differenzierte Konzepte der Vermarktung etabliert.

Flankiert wird diese Strategie durch die Entwicklung neuer Produkte, deren Umsatzanteil in den nächsten Jahren wachsen soll. Dazu haben wir Forschungsschwerpunkte definiert und das Innovationsportfolio neu ausgerichtet. Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Marktbearbeitung liegt in der Region Asien.

WACKER POLYMERS

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verfolgt seine Strategie konsequent weiter, im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft profitabel zu wachsen. Der Schlüssel dafür ist der Aufbau regionaler Produktionskapazitäten bei Dispersionen und Dispersionspulvern, um lokale und regionale Kundenanforderungen zeitnah und kostenoptimal bedienen zu können. Wichtig ist dabei, spezifische, auf lokale Anwendungsbedürfnisse zugeschnittene Produktlösungen für die Kunden zu entwickeln. Diesen Weg hat WACKER im Jahr 2015 konsequent weiterverfolgt und neue Produktionsanlagen in Burghausen und Calvert City, USA, in Betrieb genommen. Ein Schwerpunkt der Strategie ist es, neue Anwendungsmöglichkeiten für unsere Produkte zu entwickeln und dabei auch andere Produkte über die Verbesserung der Eigenschaften zu ersetzen.

WACKER BIOSOLUTIONS

WACKER BIOSOLUTIONS konzentriert sich weiter auf die Pharma-, Agro- und Lebensmittelindustrie. Dabei setzen wir verstärkt auf Synergien aus der Chemie- und Biotechnologie und bieten unseren Kunden Komplettlösungen für ihre speziellen Marktbedürfnisse an. Für die Industrien, die wir bedienen, ist eine starke Kundenorientierung Grundlage für den Erfolg unserer Produkte. Die Organisation ist deshalb stark auf Kunden und Märkte ausgerichtet. WACKER BIOSOLUTIONS setzt beim zukünftigen Umsatzwachstum noch stärker auf Innovationen.

WACKER POLYSILICON

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON zielt mit seiner Strategie darauf ab, die Qualitäts- und Kostenführerschaft bei der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium zu behaupten und das Marktwachstum mit dem Ausbau von Produktionskapazitäten bedarfsgerecht zu begleiten. Die Kapazität erhöht sich bis Ende 2016 durch die neuen Anlagen am Standort Charleston, USA, um weitere 20.000 Tonnen. Die Kostenposition ist im Hinblick auf den Wettbewerb ein zentraler Erfolgsfaktor. Aus diesem Grund fokussieren wir uns nach wie vor darauf, unsere Kosten durch Produktivitätsverbesserungen und die Optimierung unserer Lieferantenbasis weiter zu senken.

SILTRONIC

Siltronic konzentriert sich auf vier strategische Schwerpunkte, die aufeinander abgestimmt sind. Durch die Konzentration auf Leitstandorte verbessern wir die Auslastung und die Kostenstrukturen. Bei den einzelnen Waferdurchmessern liegt der Fokus auf dem wachstumsstärksten Geschäft mit 300 mm Siliciumwafern in der Region Asien. Eine dauernde strategische Aufgabe sind Kostensenkungs-, Produktivitäts- und Flexibilisierungsinitiativen, um die Produktionsprozesse und -abläufe weiter zu optimieren. Die Investitionen in Produktentwicklungen dienen dazu, die Anforderungen der neuesten Design-Rules zu erfüllen und qualitätssteigernde Maßnahmen umzusetzen. Die Investitionen liegen unter den Abschreibungen. Durch den Börsengang der Siltronic AG an der Frankfurter Börse erhöht die Gesellschaft ihre strategischen Wachstumschancen und ihre Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung, WACKER ist mit 57,8 Prozent weiterhin Mehrheitsaktionär an der Siltronic AG.

Steuerungssystem

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik, um den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands und des oberen Managements einbezogen.

Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren.

Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2015 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:

der EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz). Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.

dem ROCE, der Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise dem Return on Capital Employed. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Anlagevermögen und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird. Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Anlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.

dem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Die Entwicklung des BVC's ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung. Kapitalkostenänderungen haben unterjährig nur einen geringen Einfluss auf die BVC-Entwicklung.

dem Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren inkl. Zugänge aus Finanzierungsleasing abzüglich Veränderungen der erhaltenen Anzahlungen). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.

Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:

der Umsatz. Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.

die Investitionen. Auf Grund der Kapitalintensität unseres Geschäfts fällt der Steuerung der Investitionen eine wichtige Rolle zu. Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Investitionen von übergeordnetem Unternehmensinteresse werden vom Vorstand auf Basis der Konzernstrategie festgelegt. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Schwerpunkte dabei sind in der Regel Ausbau- und Erweiterungsprojekte mit niedrigen spezifischen Investitionen und gezielte Wachstumsprojekte für den Kapazitätsausbau wertschöpfender Fertigprodukte. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Beide Faktoren sind wesentlich für den Investitionsbedarf. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich. Sowohl laufende als auch geplante Investitionen werden dabei flexibel gesteuert und auf die jeweiligen Marktentwicklungen ausgerichtet, so dass wir unser Investitionsbudget auch unterjährig anpassen können. Hierzu erfolgen eine regelmäßige Konsolidierung und Analyse aller Investitionsvorhaben auf Konzernebene.

die Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden. Die Nettofinanzschulden spielen auch eine wichtige Rolle bei unseren Finanzierungsmaßnahmen. Die abgeschlossenen Finanzierungen von WACKER beinhalten neben den marktüblichen Kreditklauseln als einzige Financial Covenant das Verhältnis Net Debt/ EBITDA. Mit dem Monitoring und der Steuerung der Nettofinanzschulden stellen wir sicher, dass sich unsere Verschuldung im Rahmen der vereinbarten Financial Covenant Net Debt / EBITDA in den mit unseren Kreditgebern abgeschlossenen Finanzierungen bewegt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Von den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, über die wir im Geschäftsbericht ausführlich informieren, setzen wir keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient. Es gibt einzelne nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie die Unfallhäufigkeit, die in Teilbereichen des Unternehmens als Zielgröße eine wichtige Rolle spielen. Welche weiteren nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in Teilbereichen des Unternehmens herangezogen werden, zeigt die Tabelle.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die in Teilbereichen des Unternehmens zur Steuerung dienen

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Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Steuerungsgröße für
Anzahl der Mitarbeiter indirekte Bereiche/ Produktion
Auftragslage Geschäftsbereiche
Neuproduktrate Geschäftsbereiche
Strom-/ Energieverbrauch Geschäftsbereiche/ Standorte
Produktionsauslastung Geschäftsbereiche/ Standorte
Umweltkennzahlen Geschäftsbereiche/ Standorte
Unfallhäufigkeit Geschäftsbereiche/ Standorte

Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2015

EBITDA-Marge: Im Jahr 2015 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 19,8 Prozent.

ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2015 einen ROCE von 8,1 Prozent. In unserer Prognose sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE auf Grund des höheren gebundenen Vermögens niedriger ausfallen wird als im Vorjahr.

EBITDA: Für das Jahr 2015 haben wir ein EBITDA erwartet, das ohne Sondererträge leicht über dem Vorjahr liegt. Dieses Ziel haben wir erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist das EBITDA ohne Sondererträge um 75,2 Mio. € auf 911,2 Mio. € gestiegen. Einschließlich der Sondererträge hat sich das EBITDA von 1.042,3 Mio. € leicht um 6,5 Mio. € auf 1.048,8 Mio. € erhöht. Im Jahr 2015 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern 10,4 Prozent. Im Jahr 2015 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene nicht erreicht. Mit - 119,1 Mio. € war der erreichte Wert auf dem Niveau des Vorjahres.

Netto-Cashflow: Die Prognose für 2015 war auf Grund unserer hohen Investitionen ein leicht positiver Netto-Cashflow. Mit 22,5 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow im Rahmen unserer Prognose bewegt.

Soll/ Ist-Abgleich

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Mio. € 2014 Prognose 20151 Ist 2015
EBITDA-Marge (%) 21,6 deutlich niedriger 19,8
ROCE(%) 8,4 niedriger 8,1
EBITDA 1.042,3 bereinigt um Sondererträge leichter Anstieg 1.048,8
Netto-Cashflow 215,7 leicht positiv, aber deutlich niedriger als 2014 22,5

1 Prognose März 2015

ROCE und Wertbeitrag

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Mio. € 2015 2014
EBIT 473,4 443,3
Capital Employed1 5.875,4 5.260,7
ROCE2 (%) 8,1 8,4
Kapitalkosten vor Steuern (%) 10,4 11,3
BVC3 - 119,1 - 114,4

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital.
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert.

Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Diese Informationen werden auf Konzernebene verdichtet und konkrete Ziele festgelegt. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Den Überbau bildet die Mittelfristplanung über fünf Jahre.

Strategische und operative Planung

Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente.

WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel auf Konzernebene abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2015

Im Geschäftsjahr 2015 hat WACKER keine wesentlichen Finanzierungsmaßnahmen vorgenommen. Wie vorgesehen hat WACKER eine Tranche von 150 Mio. € eines Schuldscheindarlehens planmäßig zurückgezahlt. Bei den Projektfinanzierungen in China haben wir vorzeitige sowie vereinbarte Tilgungen in Höhe von 56 Mio. € geleistet. Der 2014 abgeschlossene 200-Mio.-€-Konsortialkredit wurde 2015 um ein Jahr bis 2020 verlängert. Diese Kreditlinie wurde aktuell nicht in Anspruch genommen.

Durch die Platzierung von 42,2 Prozent der Aktien der Siltronic AG am 11. Juni 2015 an der Frankfurter Börse flossen dem Konzern 379,5 Mio. € zu. Die Transaktionskosten beliefen sich auf 17,6 Mio. €. Diese zusätzlichen Investitionsmittel stärken das Chemie- und Polysiliciumgeschäft von WACKER.

Die Finanzierungen des WACKER-Konzerns beinhalten marktübliche Kreditklauseln und bei Großkrediten als einzige Financial Covenant das Verhältnis Net Debt/ EBITDA.

Bei allen Kreditverträgen, die wir verhandeln, achten wir darauf, die Verträge so zu gestalten, dass die Gleichbehandlung der Finanzpartner (pari passu) gegeben und ein konzernweites, nachlaufendes Vertragsmonitoring gewährleistet ist. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. WACKER verfügt zum 31. Dezember 2015 über offene Kreditlinien von über einem Jahr in Höhe von rund 600 Mio. €.

WACKER arbeitet mit einer Anzahl von Banken (Kernbankenprinzip) zusammen. Sie müssen eine Bonität im Investment-Grade-Bereich und eine langfristig angelegte Geschäftsausrichtung haben.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten.

Übernahmerechtliche Angaben

Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB

Zu der nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:

§ 315 (4) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 782.300 Stück nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden; der verbleibende Restbestand von 1.692.317 Stück darf vom Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden.

§ 315 (4) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.

§ 315 (4) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital: Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Starnberg, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.

§ 315 (4) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten: Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

§ 315 (4) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen: Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.

§ 315 (4) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen: Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gem. § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gem. § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.

§ 315 (4) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien: Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 08. Mai 2015 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.

§ 315 (4) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen: In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change-of-Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change-of-Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.

§ 315 (4) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots: Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft hat im ersten Halbjahr 2015 ihr Wachstum moderat fortgesetzt, verlor aber in der zweiten Jahreshälfte weiter an Dynamik. In den Entwicklungs- und Schwellenländern verlangsamte sich das Wachstum im fünften Jahr in Folge. Vor allem die Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten und die Unsicherheit über den Zustand der chinesischen Volkswirtschaft beeinträchtigten die weltweite Wirtschaftsleistung. Zusätzlich belastet haben die wirtschaftliche Entwicklung die Konflikte im Nahen Osten und die Handelsbeschränkungen gegenüber Russland. Niedrige Öl- und Rohstoffpreise entlasten zwar die produktions- und konsumintensiven Volkswirtschaften, verringern aber gleichzeitig die Wachstumsperspektiven rohstoffexportierender Länder wie Russland oder Brasilien. In den USA hat sich die wirtschaftliche Erholung weiter fortgesetzt, in den EU-Staaten fiel das Wachstum schwächer aus als erwartet. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft im Jahr 2015 um 3,1 Prozent (2014: 3,4 Prozent) gewachsen und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Ursprünglich war der IWF noch im April von einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent ausgegangen.

Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2015

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt, Indien: Indisches Statistikamt, Japan: IWF, USA: IWF, Europa: IWF/ OECD, Deutschland: Statistisches Bundesamt

Wachstum in Asien schwächt sich weiter ab

Das Wachstum in Asien hat sich im Jahr 2015 abgeschwächt. Dennoch verzeichnen die Volkswirtschaften Asiens nach Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 5,8 Prozent (2014: 6,3 Prozent) die weltweit höchsten Wachstumsraten. In China musste die Regierung im Laufe des Jahres mehrfach mit finanzpolitischen Eingriffen die Kapitalmärkte sowie die Wirtschafts- und Exportentwicklung stützen. Die Volksrepublik verzeichnete nach Angaben des nationalen Statistikamtes mit 6,9 Prozent (2014: 7,2 Prozent) die niedrigste Wachstumsrate seit 2009. Die geringere Nachfrage in China bremste nach Ansicht der ADB auch das Wachstum in anderen asiatischen Ländern. China bleibt jedoch ein wichtiger Konjunkturmotor für die Region. Indiens Wirtschaft hat weiterhin mit Defiziten im Infrastrukturbereich zu kämpfen. Zudem laufen wichtige Strukturreformen, die das Wirtschaftswachstum stimulieren könnten, nur langsam an. Das Bruttoinlandsprodukt stieg vor allem auf Grund der starken Binnennachfrage laut nationalem Statistikamt um 7,6 Prozent (2014: 7,3 Prozent). Nach positiven Impulsen zu Jahresbeginn haben eine unerwartet schwache Entwicklung von Konsum und Investitionen sowie niedrige Exporte die japanische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte belastet. Nach Schätzungen des IWF ist die Wirtschaftsleistung nur um 0,6 Prozent (2014: - 0,1 Prozent) gestiegen.

US-Wirtschaft in robuster Verfassung

In den USA ist die Wirtschaft nach einem verhaltenen Start auf Grund des langen Winters im Laufe des Jahres besser in Schwung gekommen. Gestützt auf steigende Konsumausgaben, eine sinkende Arbeitslosigkeit und günstige Rohölpreise konnte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2015 laut IWF um 2,5 Prozent (2014: 2,4 Prozent) wachsen. Allerdings belastet der starke Dollar weiterhin die Exportwirtschaft.

Eurozone wächst moderat

Die Wirtschaft in der Eurozone konnte im Jahr 2015 abermals moderat zulegen, Länder wie Spanien, Irland und Italien verzeichneten höhere Wachstumsraten als erwartet. Der gesunkene Rohölpreis, niedrigere Zinsen und der schwache Euro haben sich im ersten Halbjahr positiv auf die Produktion im Euroraum ausgewirkt. Dagegen haben die Folgen der Schuldenkrise, hohe Arbeitslosigkeit und geringe Investitionen die Entwicklung gebremst. Nach Berechnungen von OECD und IWF erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum um 1,5 Prozent (2014: 0,9 Prozent).

Stabiles Wachstum in Deutschland

Auch die deutsche Wirtschaft bleibt im Aufschwungsmodus, wenngleich etwas geringer als erwartet. Dennoch ist Deutschland nach wie vor der wichtigste Konjunkturmotor in Europa. Vor allem der Export sowie eine starke Binnennachfrage waren dafür verantwortlich. Die nach wie vor günstige Situation am Arbeitsmarkt, eine anhaltend niedrige Inflation und steigende Reallöhne stützten den Konsum der privaten Haushalte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent (2014: 1,6 Prozent) gestiegen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Halbleiter-, die Photovoltaik-, die Chemie-, die Bau- sowie die Elektro- und Elektronikindustrie.

Chemiebereiche von WACKER mit guter Umsatzentwicklung

In der Chemieindustrie setzte sich der Aufwärtstrend des Vorjahrs zwar fort, die Dynamik hat sich jedoch abgeschwächt. Die Preise für chemische Erzeugnisse waren rückläufig. Der weltweite Verbrauch (inkl. Pharmazeutika) lag im Jahr 2014 bei 4,2 Bio. €, mehr als 50 Prozent davon kommen aus Asien. Das schwierige internationale Marktumfeld beeinflusste auch das Geschäft der deutschen Chemieunternehmen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet damit, dass die Chemieproduktion in Deutschland um ein Prozent steigt. Der niedrige Ölpreis stützte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produzenten. Der schwache Euro stärkte das Exportgeschäft. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 83,3 Prozent. Der Umsatz stagnierte bei einem Preisrückgang von 2,5 Prozent bei 190,8 Mrd. € (2014: 190,8 Mrd. €). In der NAFTA-Region konnte das deutsche Chemiegeschäft zwar deutlich zulegen, aber in Europa war die Nachfrage trotz stabiler Industrieproduktion rückläufig. Auch die Ausfuhren in andere Regionen konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen, vor allem wegen der Wachstumsschwäche in China und anderen Schwellenländern. Die Chemiebereiche von WACKER haben ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren bei allen Chemiebereichen insbesondere positive Währungseffekte, aber auch höhere Absatzmengen und etwas höhere Preise in einigen Produktbereichen. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete eine gute Nachfrage bei Siliconprodukten für die Elektronik-, Konsumgüter- und die Automobilindustrie, die Medizintechnik sowie für Industrieanwendungen. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern und VAE-Dispersionen deutlich steigern. Der Umsatz mit Polyvinylacetat-Festharz zur Herstellung von Kaugummirohmasse im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte durch Preiserhöhungen gesteigert werden.

Bauindustrie wächst im Jahr 2015

Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH im Jahr 2015 um 1,7 Prozent auf 8,4 Bio. US-$ (2014: 8,3 Bio. US-$) gewachsen. Die Bauleistungen in Europa blieben schwach. In Westeuropa stiegen sie marginal um 0,5 Prozent. Der Umsatz der deutschen Bauindustrie betrug real 333,6 Mrd. US-$ (2014: 329,3 Mrd. US-$). In Osteuropa gingen die Bauleistungen um 1,4 Prozent zurück. China bleibt mit 1,8 Bio. US-$ der weltweit größte Markt. Der nordamerikanische Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2015 weiter stabilisiert. Das hat sich auch auf die Bauindustrie positiv ausgewirkt. Das Volumen stieg um 4,3 Prozent. Die Region Asien verzeichnete hingegen auf Grund der Immobilienkrise in China lediglich einen Zuwachs von nur 1,5 Prozent.

Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2015

Quelle: B + L Marktdaten GmbH

Mit Bauanwendungen hat WACKER POLYMERS seinen Umsatz weiter steigern können. Das Wachstum bei Dispersionspulvern ist getrieben durch den Markt für Trockenmörtel in Ländern wie den USA, Indien, Südostasien sowie in der Region Naher und Mittlerer Osten. Hier erzielten wir prozentual zweistellige Umsatzzuwächse. Auch in Westeuropa verzeichneten wir weiteres Umsatzwachstum. Insgesamt haben wir rund 20.000 Tonnen mehr in die Bauindustrie verkauft. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in Asien sehr stark wachsen, insbesondere in Südostasien und in China. Neben Kleb- und Dichtstoffen sind wasserbasierte, umweltverträgliche Beschichtungen ein wichtiger Markt für unsere VAE-Dispersionen. Mit Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten wir ein Umsatzplus von zwölf Prozent. In allen drei Produktbereichen Bautenschutz, Dichtund Klebstoffe und silanmodifizierte Polymere konnte WACKER SILICONES zulegen. Im größten Bereich Dicht- und Klebstoffe ist WACKER SILICONES um zwölf Prozent gestiegen. In Deutschland und in Europa, den USA und vor allem im Nahen Osten sind die Umsätze im Jahr 2015 gestiegen. Auch in Asien verzeichneten wir einen Anstieg unserer Umsätze von zwölf Prozent. Besonders in Indien konnten wir mit mehr als 38 Prozent sehr stark zulegen. Die Umsätze in China legten um rund zehn Prozent zu.

Elektro- und Elektronikindustrie wächst in Schwellenländern

Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Volumen von rund 3,9 Bio. € ist im Jahr 2015 erneut gewachsen (2014: 3,7 Bio. €). Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) schätzt den Zuwachs für 2015 auf weltweit fünf Prozent. Dafür verantwortlich sind besonders China und die anderen Schwellenländer, die rund sieben Prozent zulegen konnten. In Deutschland, dem weltweit fünftgrößten Markt, ist der Umsatz um etwa 3,4 Prozent gestiegen. Er beläuft sich nach Angaben des ZVEI auf rund 178 Mrd. € (2014: 172 Mrd. €). WACKER hat drei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Siltronic verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen währungsbedingten Umsatzanstieg mit seinen Kunden aus der Halbleiterindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat rund zehn Prozent seiner Polysiliciumabsatzmengen im Jahr 2015 an Kunden aus der Elektronikindustrie verkauft. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz in diesem Markt um elf Prozent steigern. Größtes Wachstum ergab sich in der Region Asien mit einem Umsatzplus von 36 Prozent. Zuwächse verzeichneten wir bei medienresistenten Vergussmassen, hochspeziellen Siliconkautschuken und Silanen für die Halbleiterindustrie sowie bei Silicongelen für die Automobilelektronik - allein in China stiegen die Umsätze hier um 39 Prozent. Auch das Geschäft im Bereich Kabel und Isolatoren konnte um 15 Prozent wachsen.

Die Photovoltaik entwickelt sich zu einer tragenden Säule der weltweiten Energieversorgung

Der globale Photovoltaikmarkt ist im Jahr 2015 weiter stark gewachsen. Nach Angaben verschiedener Marktstudien und eigener Markteinschätzung wurden weltweit ca. 54 Gigawatt (GW) installiert (2014: 44 GW). Das sind ca. 23 Prozent mehr als im Vorjahr, damit waren am Jahresende 2015 weltweit rund 230 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund 60 Prozent der Neuinstallationen wurden 2015 in China, Japan und den USA getätigt. Deutschland schrumpft als Photovoltaikmarkt weiter. Die installierte Leistung belief sich laut Bundesnetzagentur auf 1,5 GW (2014: 1,9 GW). Im Gegensatz dazu wächst die Photovoltaik in vielen anderen Regionen sehr stark und entwickelt sich zu einer wichtigen Säule der globalen Energieversorgung, wodurch die globale Photovoltaikmodul-Nachfrage robust anstieg. Vor allem die stark gesunkenen Modulkosten, aber auch weitere Fördermaßnahmen in verschiedenen Ländern haben einen erheblichen Beitrag zum Ausbau der PV-Installationen beigetragen. Trotz der global stark gestiegenen Photovoltaikinstallationen in 2015 blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie im abgelaufenen Jahr weiter schwierig. Auf fast allen Wertschöpfungsstufen überstiegen die weltweiten Produktionskapazitäten noch immer die Nachfrage. Hoher Preisdruck hat dazu geführt, dass sich die finanzielle Situation der beteiligten Unternehmen nicht wesentlich verbessert hat.

Neu installierte PV-Leistungen 2014 und 2015

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Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2015
2015 2014 %
Deutschland 1.500 1.900 -21
Frankreich 1.000 900 11
Italien 300 600 -50
Übriges Europa 6.500 4.000 63
USA 7.500 6.200 21
Japan 10.000 9.300 8
China 13.000 13.200 -2
Indien 2.200 1.000 120
Übrige Welt 12.000 6.900 74
Gesamt 54.000 44.000 23

Quellen: PV-Markt 2015: Bundesnetzagentur, Commissariat Général au Développement Durable, IHS, RTS Corporation, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

PV-Markt 2014: Bundesnetzagentur, Digest of United Kingdom Energy Statistics (DUKES), Commissariat Général au Développement Durable, Anie Energia, IHS, Solar Energy Industries Assocation (SEIA), RTS Corporation, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

Die Antidumpingverfahren und die Antidumpingzölle der Europäischen Union gegen chinesische Solarunternehmen sowie des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumhersteller aus Amerika, Südkorea und Europa hatten einen negativen Einfluss auf die Planungssicherheit innerhalb der Photovoltaikindustrie. WACKER hatte sich hier 2014 mit dem Wirtschaftsministerium der Volksrepublik China (MOFCOM) auf eine einvernehmliche Regelung für nach China exportiertes Polysilicium verständigt. Darin hat sich WACKER verpflichtet, an seinen europäischen Produktionsstandorten hergestelltes Polysilicium in China nicht unter einem bestimmten Mindestpreis in China zu verkaufen. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Diese Übereinkunft trat zum 01. Mai 2014 in Kraft und läuft bis Ende April 2016.

Nachfrage nach Siliciumwafern wächst

Die Nachfrage nach Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie ist 2015 gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegen. Nach Daten des Industrieverbands SEMI hat der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche gegenüber 2014 um 3,3 Prozent zugenommen. In den ersten beiden Quartalen wurden dabei jeweils neue Rekordmengen verbucht. Im weiteren Jahresverlauf zeigten sich jedoch die Auswirkungen der schwächeren Halbleiterabsätze, die mit Bestandskorrekturen bei den Halbleiterherstellern einhergingen. Die Siliciumnachfrage im zweiten Halbjahr lag deshalb etwas unter dem Vorjahresniveau.

Spotpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt

Die Preisentwicklung bei unseren Hauptrohstoffen war im Jahr 2015 uneinheitlich. Der Preis für Siliciummetall hat sich in der ersten Jahreshälfte weiter erhöht, ist dann aber bis Jahresende wieder deutlich zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt lagen die Spotpreise leicht über dem Vorjahr. In Europa ist der Preis für Ethylen in der ersten Jahreshälfte gestiegen. Im zweiten Halbjahr sind die Preise deutlich gesunken, so dass die Preise im Gesamtjahr auf dem Niveau des Jahres 2014 blieben. In anderen regionalen Märkten lagen die Spotpreise im Jahr 2015 dagegen deutlich unter Vorjahr. Methanol hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbilligt, die Spotpreise lagen im Jahresschnitt etwa 15 Prozent niedriger. Bei Vinylacetatmonomer haben sich die Preise nach dem starken Anstieg im Jahr 2014 wieder etwas normalisiert, die Spotpreise lagen hier fast 20 Prozent unter Vorjahr. Das Niveau aus dem Jahr 2013 wurde allerdings nicht wieder erreicht.

Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2015 war beeinflusst durch die Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten und die Unsicherheit über den Zustand der chinesischen Volkswirtschaft. Zusätzlich beeinträchtigten der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen der USA und der EU gegen Russland, die Konflikte im Nahen Osten sowie die schwächer als erwartet ausgefallene Erholung der Konjunktur in Europa die weltweite Wirtschaftsleistung. Die Volksrepublik China verzeichnete mit knapp unter sieben Prozent die niedrigste Wachstumsrate seit sechs Jahren. Deutschland erwies sich dagegen auch im Jahr 2015 als Stabilitätsanker in Europa. Vor allem der gesunkene Rohölpreis und der schwache Euro haben sich im ersten Halbjahr positiv auf die Produktion im Euroraum ausgewirkt. Aber auch in den USA hat sich die wirtschaftliche Erholung weiter fortgesetzt.

Das Geschäft von WACKER hat sich trotz der geopolitischen Risiken im Jahr 2015 gut entwickelt. Positiv entwickelt hat sich das Geschäft in unseren drei Chemiebereichen. Dank positiver Währungseffekte, höherer Absatzmengen und teilweise auch etwas höherer Preise in einigen Produktbereichen konnten alle drei Bereiche ihren Umsatz und ihr Ergebnis im Jahr 2015 steigern. Bei den für WACKER wichtigen Rohstoffen hat sich die Situation ebenfalls weiter entspannt, in Summe sind die Rohstoffpreise unter dem Vorjahr geblieben. Der weltweite Solarmarkt ist erneut gewachsen. Niedrigere Preise für Polysilicium haben die Umsatz- und Ertragsentwicklung allerdings gebremst. Insgesamt hat WACKER im Jahr 2015 so viel Polysilicium verkauft wie nie zuvor. In unserem Halbleitergeschäft haben sich die Erwartungen für ein weiteres Wachstum im Jahr 2015 nicht erfüllt. Zwar stieg weltweit die Nachfrage nach Chips für mobile Endgeräte, aber die Verkaufszahlen für PCs und Tablets blieben hinter den Prognosen zurück. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte belasteten niedrige Preise und eine schwächere Auftragslage die Umsätze bei Siltronic.

Wir konnten in allen Regionen unseren Umsatz im Jahr 2015 erhöhen. In den Regionen Amerika und Asien sowie in den sonstigen Regionen ist der Umsatz prozentual zweistellig gewachsen. Besonders Indien entwickelt sich mehr und mehr zu einem wichtigen Absatzmarkt für unsere Chemieprodukte. Dort erzielten wir einen Zuwachs von 29,3 Prozent. Die Region Asien hat mit 42,5 Prozent erneut den größten Anteil am Gesamtumsatz.

In den ersten Wochen des Geschäftsjahres 2016 sind wir wie erwartet in das Jahr gestartet.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Desinvestitionen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2015 keine Geschäftsfelder oder Produktgeschäfte veräußert.

Veränderungen bei unseren Beteiligungen

Im Rahmen eines Börsengangs hat WACKER als 100-prozentiger Eigentümer am 11. Juni 2015 Anteile der Siltronic AG an die Frankfurter Börse gebracht. Insgesamt wurden einschließlich einer Mehrzuteilungsoption 12.650.000 Aktien zum Emissionspreis von 30 € pro Aktie platziert. Darunter waren 5.000.000 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung der Siltronic AG und 7.650.000 Aktien aus dem Bestand von WACKER. Der Emissionserlös belief sich auf 379,5 Mio. €. Davon flossen 150,0 Mio. € der Siltronic AG zu, 229,5 Mio. € der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH. Die Transaktionskosten beliefen sich auf 17,6 Mio. €. Nach dem Börsengang hält der WACKER-Konzern noch 57,8 Prozent am Grundkapital der Siltronic AG, 42,2 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Investitionen

Die Investitionen waren im Vergleich zum Vorjahr knapp 46 Prozent höher. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 834,0 Mio. € (2014: 572,2 Mio. €).

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER stand nach wie vor der Aufbau des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Rund 550 Mio. € und damit rund 65 Prozent der gesamten Investitionen des Jahres 2015 flossen in dieses Projekt. Im Dezember 2015 haben wir mit dem Hochfahren der Produktionsanlagen begonnen. Im Jahr 2015 haben wir eine Reihe von Anlagen planmäßig fertiggestellt, um das Wachstum in unserem Chemiegeschäft zu begleiten. Dazu zählen ein neuer Dispersionsreaktor am Standort Calvert City mit einer Jahreskapazität von 85.000 Tonnen und eine Produktionsanlage für Dispersionspulver mit einer Jahresleistung von 50.000 Tonnen in Burghausen. Außerdem haben wir unsere Kapazitäten für modifizierte Siloxane in Burghausen erweitert. Produkte aus dieser Anlage fließen in verschiedenste Endprodukte wie Siliconöle, -emulsionen, -harze.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat im Laufe des Jahres seine zu Jahresbeginn gesteckten Ziele konkretisiert und verändert. Davon betroffen waren die Aussagen zur Umsatzentwicklung, zur EBITDA-Marge, zum ROCE, zum Netto-Cashflow, zu den Investitionen und Abschreibungen sowie zu den Nettofinanzschulden. Zum ersten Mal hat WACKER die Fünf-Mrd.-€-Umsatzgrenze überschritten. Verantwortlich dafür sind höhere Mengen und positive Währungseffekte. Der Umsatz ist um 9,7 Prozent gestiegen und liegt in dem Rahmen, den wir mit der Veröffentlichung des Berichts zum 1. Quartal genannt haben. Die EBITDA-Marge ist wie im Bericht zum 2. Quartal prognostiziert etwas niedriger ausgefallen als im Geschäftsjahr 2014. Das EBITDA konnten wir bereinigt um Sondererträge gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Das ist besser als von uns prognostiziert. Auch im Geschäftsjahr 2015 haben wir erhaltene Anzahlungen vereinnahmt und Schadenersatzleistungen auf Grund von Auflösungen langfristiger Lieferverträge für Polysilicium erhalten, die aber in ihrer Höhe unter dem Vorjahr lagen. Bei WACKER POLYSILICON sind die Preise für Solarsilicium im Laufe des Jahres gesunken. Im Geschäft von Siltronic sind die Absatzmengen gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, die US-Dollar-Preise liegen in Summe deutlich unter dem Vorjahr, positive Währungseffekte haben die niedrigeren Waferpreise mehr als ausgeglichen. Verluste aus der Währungssicherung haben die Ergebnisentwicklung jedoch gemindert. Insgesamt lag das EBITDA der Siltronic leicht über dem Vorjahr. Das Chemiegeschäft in unseren drei Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS hat sich wie erwartet positiv entwickelt. Deutlich höhere Absatzmengen sowie positive Währungseffekte waren dafür verantwortlich. In der Summe konnten alle drei Geschäftsbereiche den Umsatz deutlich steigern. Das EBITDA lag ebenfalls deutlich über Vorjahr. Unterschiedlich haben sich die Rohstoff- und Energiekosten entwickelt. Die Rohstoffkosten sind etwas höher ausgefallen, die Energiekosten blieben im Rahmen unserer Planungen. Dagegen haben sich die Wechselkurse des US-Dollar und des Yen zum Euro so entwickelt wie von uns erwartet.

Umsatzprognose nach dem 1. Quartal angehoben

Mit der Veröffentlichung des Berichts zum 1. Quartal im April 2015 hat WACKER seine Prognose für den Umsatz etwas erhöht. Statt eines Anstiegs im hohen einstelligen Prozentbereich ging WACKER jetzt von einem Umsatzplus von rund zehn Prozent aus. Das ROCE, bis dahin als niedriger eingestuft, soll jetzt im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen. Mit dem Bericht zum 2. Quartal im Juli 2015 wurde die Aussage zur EBITDA-Marge verändert. Statt einer deutlich niedrigeren EBITDA-Marge soll sie jetzt nur etwas niedriger sein als im Vorjahr. Der Konzernumsatz des Jahres 2015 belief sich auf 5,30 Mrd. €. Das EBITDA des WACKER-Konzerns betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.048,8 Mio. € (Vorjahr 1.042,3 Mio. €) und lag damit wie erwartet auf Vorjahresniveau. Aus der Auflösung von Lieferverträgen für Polysilicium haben wir erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von 137,6 Mio. € vereinnahmt. Diese Erträge sind im EBITDA des Geschäftsjahres 2015 enthalten. Ohne diese Sondererträge belief sich das EBITDA auf 911,2 Mio. € (2014: 836,0 Mio. €) und war damit deutlich höher als im Vorjahr.

Die Investitionen haben wir im Laufe des Jahres erhöht. Ursprünglich sollten sie sich auf ca. 700 Mio. € belaufen. In der Prognose zum 1. Quartal haben wir die Investitionen zunächst auf ca. 725 Mio. € angehoben, dann zum 2. Quartal auf ca. 775 Mio. € und zum 3. Quartal auf ca. 800 Mio. €. Mit 834,0 Mio. € lagen sie am Ende etwas über den prognostizierten Werten, die wir zum 3. Quartal publiziert haben. Der größte Teil davon floss in den weiteren Ausbau unserer Polysiliciumproduktion. Wesentlicher Grund waren höhere Montagekosten und Währungseffekte.

Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

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Ergebnis 2014 Prognose Mär 2015 Prognose Aug 2015 Prognose Okt 2015 Ergebnis 2015
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen
EBITDA-Marge (%) 21,6 deutlich niedriger etwas niedriger etwas niedriger 19,8
ROCE(%) 8,4 niedriger etwas niedriger etwas niedriger 8,1
EBITDA (Mio. €) 1.042,3 bereinigt um Sondererträge leichter Anstieg bereinigt um Sondererträge leichter Anstieg bereinigt um Sondererträge leichter Anstieg 1.048,8
Netto-Cashflow (Mio. €) 215,7 leicht positiv, aber deutlich niedriger als 2014 leicht positiv leicht positiv 22,5
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen          
Umsatz (Mio. €) 4.826,4 Anstieg um hohen einstelligen Prozentsatz Anstieg um ca. 10%, über 5 Mrd. Anstieg um ca. 10%, über 5 Mrd. 5.296,2
lnvestitionen (Mio. €) 572,2 ca. 700 ca. 775 ca. 800 834,0
Nettofinanzschulden (Mio. €) 1.080,6 Anstieg um 200 bis 300 auf Vorjahresniveau auf Vorjahresniveau 1.074,0
Abschreibungen (Mio. €) 599,0 ca. 625 ca. 625 ca. 600 575,4

Günstiger als zu Jahresbeginn erwartet haben sich die Nettofinanzschulden entwickelt. Im März 2015 hatten wir prognostiziert, dass die Nettofinanzschulden bis zum Ende des Jahres um 200 bis 300 Mio. € steigen würden. Im Bericht zum 2. Quartal sind wir dann davon ausgegangen, dass sie sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Tatsächlich sind die Nettofinanzschulden zum Jahresende mit 1.074,0 Mio. € auf diesem Niveau. Für die niedrigeren Nettofinanzschulden sind im Wesentlichen die Erlöse aus dem Börsengang der Siltronic AG verantwortlich. Der Netto-Cashflow ist wie erwartet leicht positiv.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, mit denen wir zukünftige Produkte und Lösungen entwickeln, beliefen sich im Gesamtjahr 2015 auf 175,3 Mio. €. Sie liegen damit etwas niedriger als am Anfang des Jahres prognostiziert. Der Grund dafür liegt in einer vorsichtigeren Ressourcensteuerung, so dass das Budget nicht vollständig ausgeschöpft wurde.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie zu Jahresbeginn angenommen erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 16.972 Mitarbeiter. Das sind mehr als ein Jahr zuvor.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von 2,00 € je Aktie (2014: 1,50 €) vor.

Abweichungen vom prognostizierten Aufwand

Die Personalkosten sind in absoluten Zahlen gegenüber dem Vorjahr gestiegen und im Verhältnis zum Umsatz gesunken. Der Zielwert, bezogen auf den Umsatz, lag etwa dort, wo wir ihn erwartet hatten. Eine höhere Beschäftigtenzahl im Jahresverlauf ist in erster Linie für den Anstieg der Personalkosten verantwortlich. Außerdem sind die Personalkosten unserer Tochtergesellschaften im US-Dollar-Raum auf Grund der veränderten Währungsrelationen zum Euro gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz verbessert. Zurückzuführen ist das auf unsere Initiativen zur Produktivitätsverbesserung und Kostenoptimierung. Mittelfristig erwarten wir dank weiterer Produktivitätsmaßnahmen, dass die Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz leicht zurückgehen.

Ebenfalls in absoluten Zahlen gegenüber dem Vorjahr sind die Rohstoffkosten gestiegen. Im Verhältnis zum Umsatz sind sie leicht zurückgegangen. Wie in den Vorjahren haben sich ein besserer Produktmix und unsere Maßnahmen zur Optimierung des Rohstoffeinsatzes positiv ausgewirkt. Die Rohstoffpreise haben sich uneinheitlich entwickelt. Die Preise für Siliciummetall waren im Durchschnitt höher als im Vorjahr. Vinylacetatmonomer, Methanol und Ethylen haben sich verbilligt. Dadurch sind wir unter unserem Zielwert für das Jahr 2015 geblieben.

Aufwand Kostenarten

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% vom Umsatz 2014 Zielwert 2015 Ist 2015
Personalkosten 26,2 25,5 25,7
Rohstoffkosten 25,5 26,8 25,0
Energiekosten 8,8 8,8 7,7
Abschreibungen 12,4 11,6 10,9

Das Gleiche gilt für unsere Energiekosten. Auch hier sind wir unter unserem Zielwert geblieben. Dafür verantwortlich waren günstigere Beschaffungskosten und eine geringere Belastung durch regulatorische Kosten.

Die Abschreibungen liegen sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz unter Vorjahr und auch unter unserem Zielwert. Rückläufige Abschreibungen bei der Siltronic sowie niedrigere als geplante Abschreibungen auf unsere neue Polysiliciumproduktion in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sind dafür verantwortlich. Mit der Inbetriebnahme unseres neuen Produktionsstandortes in den USA erwarten wir für das Jahr 2016 einen deutlichen Anstieg der Abschreibungen.

Ertragslage

Der WACKER-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2015 seinen Umsatz deutlich steigern und hat erstmals die über Fünf-Mrd.-€-Marke übersprungen. Das Konzern-EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. Der Umsatz erhöhte sich auf Grund der guten Kundennachfrage, aber auch dank positiver Währungskurseffekte um knapp zehn Prozent. Alle Geschäftsbereiche konnten höhere Mengen absetzen und ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. Insbesondere die Chemiebereiche trugen zum Umsatzwachstum bei. WACKER POLYSILICON hat seinen Umsatz in einem schwierigen Marktumfeld leicht gesteigert. Auch die Siltronic konnte im Umsatz deutlich wachsen. Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Es belief sich auf 1.048,8 Mio. € (2014: 1.042,3 Mio. €). In den Jahren 2014 und 2015 haben wir Sondererträge aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen bekommen, die das EBITDA positiv beeinflussten. Das Jahresergebnis belief sich auf 241,8 Mio. € und ist im Vergleich zum Vorjahr (195,4 Mio. €) deutlich höher.

Konzernumsatz liegt mit 5,30 Mrd. € knapp zehn Prozent über dem Vorjahr

Im Geschäftsjahr 2015 hat WACKER einen Umsatz von 5,30 Mrd. € (2014: 4,83 Mrd. €) erzielt. Das sind knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg kommt im Wesentlichen aus höheren Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen und Währungseffekten gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen. Die Preise bewegten sich teilweise auf Vorjahresniveau, im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und bei der Siltronic gingen die Absatzpreise auf Grund des Marktumfeldes in 2015 zurück.

Die Chemiebereiche erzielten einen Umsatz von 3,33 Mrd. € (2014: 2,97 Mrd. €). Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von zwölf Prozent. Der größte Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz auf 1,94 Mrd. € (2014: 1,73 Mrd. €). Das sind ebenfalls zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. In erster Linie positive Währungseffekte und höhere Absatzmengen waren für den Anstieg verantwortlich. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte seinen Umsatz um elf Prozent auf 1,19 Mrd. € (2014: 1,06 Mrd. €) erhöhen. Sowohl das Geschäft mit Dispersionen als auch das mit Dispersionspulvern trug zu diesem Anstieg bei. Auch hier wirkten sich Währungseffekte positiv aus. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erzielte einen Umsatz von 197,1 Mio. € (2014: 176,2 Mio. €) und damit ein Umsatzplus von zwölf Prozent. Hier haben sich höhere Absatzmengen und Währungseffekte ebenfalls positiv ausgewirkt.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON profitierte von stark gestiegenen Absatzmengen. Auf Grund der weiterhin niedrigen Preise für Polysilicium konnte der Umsatz jedoch nur leicht gesteigert werden. Er belief sich auf 1,06 Mrd. € (2014: 1,05 Mrd. €) und lag damit ein Prozent über dem Vorjahr. Das Marktumfeld war auch im Geschäftsjahr 2015 gekennzeichnet durch einen starken Wettbewerb und durch Überkapazitäten.

Siltronic hat im Geschäftsjahr 2015 einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 931,3 Mio. € (2014: 853,4 Mio. €). Positive Währungseffekte haben die rückläufigen Preise bei Halbleiterwafern mehr als ausgeglichen. Gleichzeitig konnte auch der Absatz leicht gesteigert werden.

Umsatzentwicklung im Jahresvergleich

Höhere Absatzmengen haben den Umsatz mit 206 Mio. € positiv beeinflusst. Preiseffekte wirkten mit - 69 Mio. € negativ auf den Konzernumsatz. Währungseffekte hatten einen positiven Einfluss in Höhe von 333 Mio. €. Eine wesentliche Rolle spielten hier der Wechselkurs des US-Dollar zum Euro, der Wechselkurs des japanischen Yen zum Euro und der Wechselkurs des chinesischen Renminbi zum Euro. Die Aufwertung des US-Dollar hat sich deutlich positiv auf unseren Umsatz ausgewirkt. Die Veränderung der wichtigsten Währungen im Verhältnis zu einem Euro stellt sich so dar:

Durchschnittskurs

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2015 2014
US-Dollar 1,11 1,33
Japanischer Yen 134,27 140,50
Chinesischer Renminbi 6,97 8,18

Den wesentlichen Teil seines Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich im Jahr 2015 auf 4,61 Mrd. € (2014: 4,16 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 87 Prozent. Der mit Abstand größte Absatzmarkt für WACKER ist die Region Asien. Einen wesentlichen Teil unseres Polysiliciums liefern wir dorthin. WACKER verzeichnet auch eine hohe Nachfrage der asiatischen Kunden nach Silicon- und Polymerprodukten.

Umsatz In- und Ausland (Sitz des Kunden)

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Umsatz mit Dritten 5.296,2 4.826,4 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3
davon Deutschland 684,9 663,7 647,0 686,0 899,4 887,3 774,6
davon Ausland 4.611,3 4.162,7 3.831,9 3.948,9 4.010,3 3.861,1 2.944,7

Konzern-EBITDA durch Sondereffekte positiv beeinflusst

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des WACKER-Konzerns belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1.048,8 Mio. € (2014: 1.042,3 Mio. €). Damit konnte WACKER auch in diesem Jahr ein EBITDA von mehr als einer Mrd. € erzielen. Die EBITDA-Marge ging leicht zurück auf 19,8 Prozent (2014: 21,6 Prozent). Hier wirkten sich negative Effekte aus der Währungssicherung aus. In Vergleich zum Vorjahr haben wir auch geringere Sondererträge aus erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen vereinnahmt. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON profitierte zum einen von den Sondererträgen aus Vertragsauflösungen. Dagegen haben die Anlaufkosten für den neuen Polysiliciumstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee das EBITDA des Geschäftsbereichs belastet. WACKER POLYSILICON erzielte ein EBITDA von 402,4 Mio. € (2014: 537,0 Mio. €). Das sind 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Chemiebereiche konnten auf Grund höherer Absatzmengen, positiver Währungseffekte und teilweise niedriger Rohstoffkosten das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Sie erreichten ein EBITDA von 530,6 Mio. € (2014: 382,9 Mio. €). Das ist ein Anstieg von knapp 39 Prozent. Siltronic konnte trotz Belastungen aus Währungssicherungsgeschäften ein EBITDA von 124,0 Mio. € (2014: 114,0 Mio. €) erzielen. Die Siliciumwaferpreise in US-Dollar und Yen waren im Durchschnitt etwas niedriger als vor einem Jahr. Das Umsatzplus aus der Währung und die gute Abdeckung der Fixkosten durch eine hohe Anlagenauslastung stärkten das EBITDA.

Einen wesentlichen Einfluss auf das EBITDA hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr und im Vorjahr Sondereffekte. WACKER POLYSILICON hat Vertragsbeziehungen mit Kunden aus der Solarindustrie beendet. In diesem Zusammenhang hat der Geschäftsbereich erhaltene Anzahlungen vereinnahmt und Schadenersatzleistungen erhalten. Daraus ergaben sich Erträge in Höhe von 137,6 Mio. € (2014: 206,3 Mio. €). Bereinigt um diesen Effekt beläuft sich das EBITDA des Konzerns im Geschäftsjahr 2015 auf 911,2 Mio. € (bereinigt 2014: 836,0 Mio. €). Das ist ein Plus von knapp neun Prozent und entspricht einer EBITDA-Marge von 17,2 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns liegt im Zwölfmonatszeitraum 2015 bei 473,4 Mio. € (2014: 443,3 Mio. €). Neben dem EBITDA beeinflussen die planmäßigen Abschreibungen das EBIT. Die Abschreibungen beliefen sich auf 575,4 Mio. € (2014: 599,0 Mio. €). WACKER hat im Jahr 2015 keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Die EBIT-Marge betrug im Geschäftsjahr 2015 bei 8,9 Prozent (2014: 9,2 Prozent).

Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr leicht an

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 34 Prozent auf 1,13 Mrd. € gestiegen (2014: 844,2 Mio. €). Die Brutto-Umsatzmarge betrug 21 Prozent und stieg damit um vier Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Das ist im Wesentlichen auf den höheren Umsatz zurückzuführen.

Die Herstellungskosten sind im Berichtsjahr um knapp fünf Prozent angestiegen. Sie beliefen sich auf 4,17 Mrd. € (2014: 3,98 Mrd. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen zurückzuführen auf die hohe Anlagenauslastung und die hohen Absatzmengen, die zu einer guten Fixkostenabdeckung beitrugen. Die Rohstoffkosten blieben nahezu konstant im Vergleich zum Vorjahr. Die Rohstoffpreise entwickelten sich unterschiedlich. Siliciummetall war im Durchschnitt teurer als im Vorjahr. Vinylacetatmonomer, Methanol und Ethylen haben sich verbilligt. Die Herstellungskostenquote belief sich im Berichtsjahr auf 79 Prozent und war damit um drei Prozentpunkte besser als im Vorjahr (2014: 82 Prozent).

Funktionskosten steigen

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent erhöht. Sie stiegen auf 623,5 Mio. € (2014: 587,4 Mio. €). Insbesondere die Kosten für Vertrieb und allgemeine Verwaltung haben sich im Berichtszeitraum erhöht. In allen Funktionen wirkten sich höhere Personalkosten aus.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf - 35,3 Mio. € (2014: 183,5 Mio. €). Das negative Ergebnis enthält unterschiedliche Effekte. Erträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus aufgelösten Verträgen mit Polysiliciumkunden summierten sich auf 137,6 Mio. € (2014: 206,3 Mio. €). Der Konzern erzielte im Zwölfmonatszeitraum ein negatives Währungsergebnis in Höhe von - 69,1 Mio. €. Im Vorjahr war das Währungsergebnis mit 17,1 Mio. € positiv. Der Verlust resultiert im Wesentlichen aus der Währungskurssicherung des Umsatzes. Die Devisentermingeschäfte wurden auf Grund des schwachen Euro im Vergleich zum US-Dollar mit Verlust abgewickelt. Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind ebenfalls Kosten für die Inbetriebnahme des neuen Polysiliciumstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee enthalten.

Betriebsergebnis

Die genannten Effekte haben dazu geführt, dass sich das Betriebsergebnis um 30,0 Mio. € auf 470,3 Mio. € verbessert hat.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr positiv. Es belief sich auf - 66,7 Mio. € (2014: - 78,1 Mio. €). Zinserträge von 7,3 Mio. € (2014: 8,4 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 31,8 Mio. € (2014: 46,2 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf - 24,5 Mio. € (2014: - 37,8 Mio. €). Aktivierungspflichtige Bauzeitzinsen minderten den Zinsaufwand um 18,6 Mio. € (2014: 5,1 Mio. €). Sie haben das Finanzergebnis im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Das übrige Finanzergebnis belief sich auf - 42,2 Mio. € (2014: - 40,3 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus Kurseffekten der Finanzanlagen enthalten.

Ertragsteuern

Der Konzern weist für 2015 einen Steueraufwand von 164,9 Mio. € (2014: 169,8 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 40,5 Prozent (2014: 46,5 Prozent). Die Steuerquote ist beeinflusst durch steuerlich nicht absetzbare Anlaufkosten für den Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee und Verluste einiger Tochtergesellschaften. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich die Steuerquote auf Grund des höheren Vorsteuerergebnisses in 2015. In 2014 führten steuerliche Aufwendungen aus Nachholeffekten für Vorjahre zu zusätzlichen Belastungen.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis erhöhte sich auf Grund der genannten Effekte deutlich. Der Jahresüberschuss stieg auf 241,8 Mio. € (2014: 195,4 Mio. €).

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed).

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 8,1 Prozent (2014: 8,4 Prozent). Der leichte Rückgang beruht im Wesentlichen auf der höheren Mittelbindung bei nur leicht gestiegenem EBIT. Der Grund für den Anstieg der Mittelbindung liegt in unseren hohen Investitionen in neue Produktionsanlagen. Das Capital Employed stieg im Geschäftsjahr von 5.260,7 Mio. € auf 5.875,4 Mio. €.

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2015 2014 Veränderung
in %
Umsatzerlöse 5.296,2 4.826,4 9,7
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.129,1 844,2 33,7
Vertriebs-, Forschungs- und allg. Verwaltungskosten - 623,5 - 587,4 6,1
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen - 35,3 183,5 n. a.
Betriebsergebnis 470,3 440,3 6,8
Beteiligungsergebnis 3,1 3,0 3,3
EBIT 473,4 443,3 6,8
Finanzergebnis - 66,7 - 78,1 - 14,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 406,7 365,2 11,4
Ertragsteuern - 164,9 - 169,8 - 2,9
Jahresergebnis 241,8 195,4 23,7
davon      
auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 246,7 203,8 21,1
auf andere Gesellschafter entfallend - 4,9 - 8,4 - 41,7
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/verwässert) 4,97 4,10 21,1
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 -
Überleitung zum EBITDA      
EBIT 473,4 443,3 6,8
Abschreibungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen 575,4 599,0 - 3,9
EBITDA 1.048,8 1.042,3 0,6
ROCE (%) 8,1 8,4  

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Jahr 2015 um 12,0 Prozent gestiegen. Er erhöhte sich auf 1,94 Mrd. € (2014: 1,73 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind in erster Linie höhere Absatzmengen, positive Währungseffekte und leicht bessere Preise. WACKER SILICONES konnte in allen Geschäftssparten seinen Umsatz steigern. Der Umsatz mit Spezialprodukten ist dabei weiter gestiegen. Besonders gut hat sich der Absatz mit Siliconen für Körperpflege- und Konsumgüterprodukte, für Textil-, Papier- und Medizintechnikanwendungen sowie im Energiesektor entwickelt. Regional betrachtet konnten wir unseren Umsatz in allen Regionen steigern. Den höchsten Zuwachs verzeichneten wir in Asien mit einem Umsatzplus von 20 Prozent. Das starke Wachstum in Indien hat sich im abgelaufenen Jahr fortgesetzt. Hier kletterte der Umsatz um 25 Prozent.

Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es erhöhte sich um 31,6 Prozent auf 276,2 Mio. € (2014: 209,8 Mio. €). WACKER SILICONES verzeichnete im Jahr 2015 leicht steigende Rohstoffkosten vor allem bei Siliciummetall. Die EBITDA-Marge lag bei 14,2 Prozent (2014: 12,1 Prozent) und damit höher als im Vorjahr.

Investitionen etwas unter Vorjahr

Die Investitionen sind etwas unter dem Vorjahresniveau. Sie beliefen sich auf 82,0 Mio. € (2014: 88,5 Mio. €). Das sind 7,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Mittel gingen vorrangig in den Ausbau der Kapazitäten für Zwischen- und Fertigprodukte. Am Standort Burghausen hat WACKER SILICONES seine Produktionskapazitäten für funktionelle Siliconöle erweitert. Hochspezialisierte funktionelle Siliconöle sind wichtige Vorprodukte für Spezialöle und Siliconemulsionen in der Lack-, Papier- und Textilindustrie sowie für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte. Die Investitionssumme belief sich auf rund 26 Mio. €. Zum 31. Dezember 2015 waren im Geschäftsbereich WACKER SILICONES 4.353 Mitarbeiter beschäftigt (2014: 4.240).

Segmentdaten WACKER SILICONES

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Gesamtumsatz 1.943,3 1.733,6 1.672,2 1.648,0 1.593,8 1.580,5 1.238,8
EBITDA 276,2 209,8 230,2 189,3 182,9 229,9 157,9
EBITDA-Marge (%) 14,2 12,1 13,8 11,5 11,5 14,5 12,7
EBIT 194,5 128,9 151,1 106,4 103,3 150,0 33,5
Investitionen 82,0 88,5 85,4 158,8 106,3 92,9 102,2
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 4.353 4.240 4.109 3.960 3.956 3.892 3.873

WACKER POLYMERS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat im Jahr 2015 erneut zugelegt. Er erhöhte sich um 11,4 Prozent auf 1,19 Mrd. € (2014: 1,06 Mrd. €). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen für Dispersionen und Dispersionspulver sowie positive Währungseffekte.

WACKER POLYMERS konnte seine Umsätze in allen Regionen steigern. Den größten Zuwachs erzielte der Geschäftsbereich in Südostasien und dem Mittleren und Nahen Osten mit jeweils 31 Prozent. Stark entwickelt hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut das Geschäft in Indien, wo wir unseren Umsatz um 35 Prozent steigern konnten.

Das EBITDA lag mit 222,2 Mio. € (2014: 149,5 Mio. €) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Hier haben sich ein höherer Umsatz sowie im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Rohstoffkosten ausgewirkt. Die EBITDA-Marge hat sich auf 18,7 Prozent (2014: 14,0 Prozent) verbessert.

Neue Produktionsanlagen in Betrieb genommen

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen. Sie beliefen sich auf 47,4 Mio. € (2014: 56,3 Mio. €). WACKER POLYMERS hat im Jahr 2015 an den Standorten Burghausen und Calvert City, USA, neue Produktionsanlagen fertiggestellt. In Burghausen haben wir eine neue Anlage zur Herstellung von Dispersionspulvern mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen in Betrieb genommen sowie eine Anlage für Sondermonomere mit einer Jahreskapazität von 3.800 Tonnen. Die Sondermonomere Neodecansäurevinylester und Vinyllaurat sind in der Dispersionspulverproduktion wichtige Rohstoffe für die Herstellung hochwertiger Spezialitäten. In Calvert City haben wir die Produktion mit einem neuen Reaktor für VAE-Dispersionen erweitert, der eine Jahreskapazität von 85.000 Tonnen hat. Die Zahl der Mitarbeiter des Geschäftsbereichs ist zum 31. Dezember 2015 mit 1.461 leicht gestiegen (31. Dezember 2014: 1.408).

Segmentdaten WACKER POLYMERS

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Gesamtumsatz 1.185,5 1.064,4 978,7 1.003,1 928,1 810,0 743,8
EBITDA 222,2 149,5 147,8 147,4 111,8 122,6 117,2
EBITDA-Marge (%) 18,7 14,0 15,1 14,7 12,0 15,1 15,8
EBIT 184,4 118,7 112,9 110,7 76,2 82,2 77,8
Investitionen 47,4 56,3 36,8 58,8 30,4 13,1 40,0
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 1.461 1.408 1.377 1.365 1.412 1.377 1.362

WACKER BIOSOLUTIONS

Ebenfalls einen deutlichen Umsatzanstieg konnte der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS im Jahr 2015 verzeichnen. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 11,9 Prozent auf 197,1 Mio. € (2014: 176,2 Mio. €) zu. Höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte haben wesentlich zu diesem Umsatzanstieg beigetragen. Besonders positiv hat sich das Geschäft im Bereich Pharmaproteine und Pharma/Agro entwickelt, wo wir im Umsatz prozentual zweistellige Zuwachsraten erzielen konnten. WACKER BIOSOLUTIONS konnte in allen Regionen außer in Deutschland den Umsatz steigern, besonders stark in Europa (+26 Prozent). Die Integration der Scil Proteins Production GmbH aus Halle haben wir im Geschäftsjahr 2015 vollständig abgeschlossen.

Stärker gestiegen als der Umsatz ist das EBITDA. Es erhöhte sich bei leicht höheren Energie- und Rohstoffkosten um 36,4 Prozent auf 32,2 Mio. € (2014: 23,6 Mio. €). Die EBITDA-Marge kletterte auf 16,3 Prozent (2014: 13,4 Prozent).

Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 26,2 Prozent auf 6,2 Mio. € (2014: 8,4 Mio. €) verringert. Die Zahl der Mitarbeiter liegt über dem Vorjahr. Zum 31. Dezember 2015 waren 491 Mitarbeiter bei WACKER BIOSOLUTIONS beschäftigt (31. Dezember 2014: 484).

Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Gesamtumsatz 197,1 176,2 158,4 157,6 144,5 142,4 104,9
EBITDA 32,2 23,6 23,6 24,5 20,4 25,0 9,9
EBITDA-Marge (%) 16,3 13,4 14,9 15,5 14,1 17,6 9,4
EBIT 21,0 13,6 17,2 17,8 13,3 16,6 4,7
Investitionen 6,2 8,4 10,2 19,3 8,6 6,5 12,7
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 491 484 371 357 354 363 344

WACKER POLYSILICON

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist im Geschäftsjahr 2015 leicht gestiegen. Er erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 1,06 Mrd. € (2014: 1,05 Mrd. €). Höhere Absatzmengen konnten die rückläufigen Preise für Polysilicium mehr als ausgleichen. Die Region Asien, vor allem China, hat als Absatzmarkt weiter an Bedeutung gewonnen.

Das EBITDA ist mit 402,4 Mio. € (2014: 537,0 Mio. €) deutlich unter dem Vorjahr geblieben. Wesentlich für diesen Rückgang waren geringere Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarbranche und höhere Anlaufkosten für das Hochfahren der Produktionsanlagen am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. WACKER POLYSILICON hat Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden in Höhe von 137,6 Mio. € (2014: 206,3 Mio. €) vereinnahmt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 37,8 Prozent (2014: 51,2 Prozent).

Investitionen sind gestiegen

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich im Jahr 2015 erhöht. Sie stiegen um 73,9 Prozent auf 581,8 Mio. € (2014: 334,5 Mio. €). Die Zunahme steht im Zusammenhang mit der Fertigstellung der Produktionsanlagen am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Der größte Teil der Mittel floss in dieses Projekt.

Die Zahl der Beschäftigten hat sich erhöht. Sie ist auf 2.373 (31. Dezember 2014: 2.093) gestiegen. Der Anstieg ist auf das Hochfahren der Produktion am Standort Charleston zurückzuführen.

Segmentdaten WACKER POLYSILICON

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Gesamtumsatz 1.063,6 1.049,1 924,2 1.135,8 1.447,7 1.368,7 1.121,2
EBITDA 402,4 537,0 233,9 427,5 747,3 733,4 520,8
EBITDA-Marge (%) 37,8 51,2 25,3 37,6 51,6 53,6 46,5
EBIT 162,6 305,3 0,1 200,8 545,6 586,7 414,1
Investitionen 581,8 334,5 290,0 698,1 566,5 309,9 400,1
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 2.373 2.093 2.102 2.349 2.251 1.763 1.600

SILTRONIC

Siltronic hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen höheren Umsatz erzielt. Er kletterte um 9,1 Prozent auf 931,3 Mio. € (2014: 853,4 Mio. €). Leicht höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte sind dafür verantwortlich, niedrigere Preise haben das Umsatzwachstum gebremst. Insbesondere der Absatz bei 300 mm Siliciumwafern ist gestiegen. Stärkste Verkaufsregion ist nach wie vor Asien, wo wir unseren Umsatz um acht Prozent steigern konnten.

Das EBITDA hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent auf 124,0 Mio. € (2014: 114,0 Mio. €) verbessert. Positiv beeinflusst wurde die EBITDA-Entwicklung durch weitere Maßnahmen zur Kostensenkung und die gute Produktionsauslastung. Verluste aus der Währungssicherung haben die EBITDA-Entwicklung gebremst. Die EBITDA-Marge betrug 13,3 Prozent (2014: 13,4 Prozent).

Höhere Investitionen als im Vorjahr

Die Investitionen von Siltronic sind im Jahr 2015 gestiegen. Sie beliefen sich auf 75,1 Mio. € (2014: 40,7 Mio. €). Das sind 84,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Mittel wurden vor allem für Investitionen in verbesserte Technologien und Automatisierungsprozesse verwendet sowie in die Modernisierung von Kristallziehanlagen.

Die Beschäftigtenzahl bei Siltronic ist deutlich zurückgegangen. Sie lag zum 31. Dezember 2015 bei 3.894 (31. Dezember 2014: 4.165).

Segmentdaten SILTRONIC

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Gesamtumsatz 931,3 853,4 743,0 867,9 992,1 1.024,8 637,5
EBITDA 124,0 114,0 26,5 0,7 49,2 87,7 - 162,4
EBITDA-Marge (%) 13,3 13,4 3,6 0,1 5,0 8,6 - 25,5
EBIT 4,5 - 43,5 - 95,9 - 92,2 - 56,7 - 3,5 - 414,7
Investitionen 75,1 40,7 30,9 103,2 128,1 75,5 73,0
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 3.894 4.165 3.746 3.978 4.974 5.025 5.096

SONSTIGES

Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 197,5 Mio. € (2014: 165,9 Mio. €). Das sind 19,0 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr - 8,9 Mio. € (2014: 12,7 Mio. €). Hier wirken sich im Berichtsjahr Verluste aus der Währungskurssicherung aus.

Das EBIT aus "Sonstiges" betrug - 94,5 Mio. € (2014: - 75,4 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2015 waren im Segment "Sonstiges" 4.400 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2014: 4.313). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie der Zentralfunktionen.

Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Auslandsgeschäft geprägt. Von den 5,30 Mrd. € (2014: 4,83 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2015 erwirtschafteten wir 87,1 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 12,9 Prozent.

Region Asien im Umsatz weiter gewachsen

Asien ist die Region mit dem größten Umsatzanteil an unserem Geschäft. Der Haupttreiber ist der steigende Lebensstandard in den dortigen Schwellenländern. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 42,5 Prozent (2014: 42,3 Prozent). Der Umsatz belief sich auf 2,25 Mrd. € (2014: 2,04 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von 10,5 Prozent. In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) hat sich der Umsatz auf 1,34 Mrd. € (2014: 1,22 Mrd. €) erhöht, 9,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Wiederum deutlich zulegen konnte das Geschäft von WACKER in Indien. Dort erzielten wir einen Zuwachs von 29,3 Prozent.

Region Europa verzeichnet Umsatzanstieg

Im übrigen Europa, wo WACKER von jeher eine starke Marktposition besitzt, ist der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr gestiegen. Er erhöhte sich um 6,2 Prozent auf 1,20 Mrd. € (2014: 1,13 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 22,7 Prozent (2014: 23,4 Prozent). In Deutschland legte der Umsatz um 3,2 Prozent auf 684,9 Mio. € (2014: 663,7 Mio. €) zu.

Außenumsatz am Sitz des Kunden

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Deutschland 684,9 663,7 647,0 686,0 899,4 887,3 774,6
Übriges Europa 1.202,7 1.130,5 1.073,8 1.090,7 1.186,7 1.175,4 944,1
Amerika 945,1 810,7 761,0 834,2 846,4 818,2 636,3
Asien 2.253,1 2.039,7 1.826,1 1.862,0 1.822,0 1.717,4 1.252,9
Sonstige Regionen 210,4 181,8 171,0 162,0 155,2 150,1 111,4
Konzern 5.296,2 4.826,4 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3

Geschäft in Amerika mit Umsatzplus

Das Geschäft in der Region Amerika hat sich im Jahr 2015 positiv entwickelt. Der Umsatz stieg um 16,6 Prozent auf 945,1 Mio. € (2014: 810,7 Mio. €). Profitiert hat WACKER dabei von positiven Währungseffekten. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,8 Prozent (2014: 16,8 Prozent).

Sonstige Regionen weiter im Aufwind

Weiter zulegen konnte der Umsatz in den sonstigen Regionen. Er erhöhte sich um 15,7 Prozent auf 210,4 Mio. € (2014: 181,8 Mio. €). Mehr als 40 Prozent davon erzielten wir in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Anteil der sonstigen Regionen am Gesamtumsatz beläuft sich auf 4,0 Prozent (2014: 3,8 Prozent).

Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Deutschland 4.332,6 4.006,5 3.782,3 3.972,9 4.250,8 4.150,9 3.272,0
Übriges Europa 134,0 137,8 144,7 156,8 138,3 74,3 23,5
Amerika 892,8 769,7 742,1 817,6 783,0 779,4 599,2
Asien 1.164,5 962,3 761,6 729,7 750,4 684,1 491,4
Sonstige Regionen 9,2 7,6 7,0 6,8 7,4 6,3 3,5
Konsolidierung - 1.236,9 - 1.057,5 - 958,8 - 1.048,9 - 1.020,2 - 946,6 - 670,3
Konzern 5.296,2 4.826,4 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um fünf Prozent erhöht. Sie stieg um 317,2 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2015 auf 7,26 Mrd. € (31. Dezember 2014: 6,95 Mrd. €). Der Anstieg hat mehrere Gründe. Im Berichtszeitraum wirkte sich der Wertverlust des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen deutlich auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns aus. Effekte aus der Währungsumrechnung erhöhten die Bilanzsumme um 260 Mio. €, insbesondere im Anlagevermögen, im Eigenkapital und in den Finanzschulden. Durch den Projektfortschritt beim Bau der Polysiliciumanlage in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee nahm das Sachanlagevermögen deutlich zu. Gleichzeitig haben die hohen Investitionen die Liquidität verringert. Auf der Passivseite haben sich neben den Pensionsrückstellungen im Wesentlichen auch die erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen abgebaut. Das ist darauf zurückzuführen, dass wir unseren Kunden wie vereinbart dafür Polysilicium geliefert haben und weil Kundenverträge aufgelöst wurden. Das Eigenkapital des Konzerns stieg zum einen durch das positive Jahresergebnis, die niedrigeren versicherungsmathematischen Verluste und die Effekte aus der Währungsumrechnung um 549.8Mio. € an. Auf der anderen Seite erhöhten die von Dritten erhaltenen Einzahlungen aus dem erfolgreichen Börsengang der Siltronic AG das Konzerneigenkapital um 361.9Mio. €.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Bilanzentwicklung Aktiva

Kurz- und langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 440,7 Mio. € auf 5,29 Mrd. € (31. Dezember 2014: 4,85 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von neun Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 73 Prozent (31. Dezember 2014: 70 Prozent). Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen im Vergleich zum 31. Dezember 2014 von 2,09 Mrd. € auf 1,97 Mrd. € ab. Das ist ein Rückgang von sechs Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme hat sich um drei Prozentpunkte reduziert und beläuft sich auf 27 Prozent. Die Investitionen lagen auf Grund der intensiven Bauphase am Polysiliciumstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee deutlich über den planmäßigen Abschreibungen. Dadurch erhöhte sich das Sachanlagevermögen. Der Anstieg der Vorräte ist unter anderem auch währungsbedingt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen auf einem konstanten Niveau. Die lang- und kurzfristige Liquidität hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert, die aktiven latenten Steuern gingen ebenfalls zurück.

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzinvestitionen

Die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien haben sich um 487,0 Mio. € erhöht. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 4,83 Mrd. € (31. Dezember 2014: 4,35 Mrd. €). Ihr Anstieg ist teilweise währungsbedingt. Im Wesentlichen erhöhten aber die laufenden Investitionen die Sachanlagen. Sie sind bis zum 31. Dezember 2015 um 487,8 Mio. € gewachsen. Das ist ein Anstieg von elf Prozent. Die laufenden Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 830,6 Mio. €. Rund 65 Prozent dieser Summe flossen in die Fertigstellung des Produktionsstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Dort baut der Geschäftsbereich WACKERPOLYSILICON eine neue Polysiliciumproduktion, die Anfang 2016 das erste Polysilicium produziert hat. Weitere Investitionen flossen in die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS sowie in die Siltronic. Abschreibungen reduzierten im Zwölfmonatszeitraum das Anlagevermögen um 575,4 Mio. € (31. Dezember 2014: 599,0 Mio. €). Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Anlagevermögens um 230 Mio. € erhöht.

Langfristige finanzielle Vermögenswerte und Wertpapiere

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2015 auf 440,9 Mio. € (31. Dezember 2014: 487,9 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahresende um zehn Prozent zurückgegangen. Die Anlagen in langfristigen Wertpapieren wurden im Laufe des Jahres aufgelöst und zur Finanzierung der Investitionen verwendet. Sie gingen von 37,6 Mio. € zum 31. Dezember 2014 auf 3,7 Mio. € zurück. Die aktiven latenten Steuern verringerten sich um 12,9 Mio. € auf 321,4 Mio. €. Dafür sind hauptsächlich die niedrigeren versicherungsmathematischen Verluste der Pensionsrückstellungen verantwortlich.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent gesunken. Sie beliefen sich auf 1,97 Mrd. € (31. Dezember 2014: 2,09 Mrd. €). Der Vorratsbestand stieg unter anderem währungsbedingt von 734,3 Mio. € auf 785,2 Mio. €. Das ist ein Plus von sieben Prozent. Ferner fand ein Bestandsaufbau für den Betrieb des Polysiliciumstandorts Tennessee statt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Ende des Zwölfmonatszeitraums auf 679,4 Mio. € (31. Dezember 2014: 684,0 Mio. €). Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr zusammen einen Anteil an der Bilanzsumme von 20 Prozent.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte gingen deutlich zurück. Sie reduzierten sich von 674,8 Mio. € auf 505,0 Mio. €. Das ist ein Rückgang von 25 Prozent. Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2015 auf 67,2 Mio. € (31. Dezember 2014: 157,4 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit angelegt. Die liquiden Zahlungsmittel blieben annähernd konstant. Sie beliefen sich auf 310,5 Mio. € zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2014: 325,9 Mio. €). Aus dem Börsengang der Siltronic AG flossen dem Konzern nach Abzug der Transaktionskosten im 2. Quartal 2015 Einzahlungen von insgesamt 361,9 Mio. € zu. WACKER hat diese Mittel zum Teil zur Finanzierung der Investitionen verwendet. Im 1. Quartal wurden externe Schuldscheindarlehen in Höhe von 150 Mio. € getilgt. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind Ertragsteuerforderungen in Höhe von 19,0 Mio. € (31. Dezember 2014: 15,2 Mio. €) und sonstige Steueransprüche in Höhe von 41,5 Mio. € (31. Dezember 2014: 49,6 Mio. €) enthalten. Der Anteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme beläuft sich auf sieben Prozent (31. Dezember 2014: zehn Prozent).

Bilanzentwicklung Passiva

Eigenkapital erhöht sich um 44 Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um 848,6 Mio. € angestiegen. Es belief sich zum 31. Dezember 2015 auf 2,79 Mrd. € (31. Dezember 2014: 1,95 Mrd. €). Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 38,5 Prozent (31. Dezember 2014: 28,0 Prozent). Die Gewinnrücklagen haben sich durch das Jahresergebnis des Konzerns um 246,7 Mio. € erhöht. Gleichzeitig haben sich die Gewinnrücklagen durch die Dividendenzahlung um 74,5 Mio. € verringert. Die übrigen Eigenkapitalposten erhöhten das Eigenkapital im Wesentlichen durch die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Durch die Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne zum Ende des Geschäftsjahres gingen die versicherungsmathematischen Verluste zurück. Das hat das Eigenkapital um 131,9 Mio. € erhöht. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 141,9 Mio. € positiv beeinflusst.

Im Rahmen des Börsengangs der Siltronic AG am 11. Juni 2015 wurden insgesamt 12,65 Mio. Aktien platziert. Davon stammen 5,0 Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung von Siltronic und 7,65 Mio. Aktien aus dem Bestand von WACKER. Für den WACKER-Konzern ergab sich dadurch ein Zugang im Eigenkapital von 361,9 Mio. €. Gleichzeitig ging der Anteil von WACKER am Eigenkapital der Siltronic AG von zuvor 100 Prozent auf nun 57,8 Prozent zurück. Der Streubesitz an der Siltronic AG liegt jetzt bei 42,2 Prozent. Da der Konzern immer noch die Mehrheit an der Gesellschaft hält, stieg durch die Transaktion das Eigenkapital der Aktionäre der Wacker Chemie AG um 197,1 Mio. €. Gleichzeitig erhöhten sich dadurch die auf andere Gesellschafter entfallenden Anteile am Konzerneigenkapital um 164,8 Mio. €. Zum Ende des Geschäftsjahres beläuft sich der Anteil anderer Gesellschafter an der Siltronic-Gruppe auf 196,6 Mio. €.

Schulden

Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 531,4 Mio. € gesunken. Das ist ein Rückgang von knapp elf Prozent. Sie beliefen sich auf 4,47 Mrd. € (31. Dezember 2014: 5,0 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 62 Prozent (31. Dezember 2014: 72 Prozent).

Langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden betragen zum Bilanzstichtag 3,31 Mrd. € (31. Dezember 2014: 3,84 Mrd. €). Das sind 14 Prozent weniger als vor einem Jahr. Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 46 Prozent (31. Dezember 2014: 55 Prozent). Die Pensionsrückstellungen gingen um 146,5 Mio. € auf 1,61 Mrd. € zurück. Das ist ein Minus von acht Prozent. Dieser Rückgang hängt damit zusammen, dass der verwendete Diskontierungszinssatz der leistungsorientierten Pensionspläne neu festgelegt wurde. Er ist höher als zum Jahresende 2014. Zum Bilanzstichtag betrug er im Inland 2,75 Prozent und in den USA 4,2 Prozent (31. Dezember 2014: 2,3 Prozent im Inland und 3,8 Prozent in den USA). Die Pensionsrückstellungen entsprechen 22 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2014: 25 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen haben sich erhöht. Sie betrugen 217,0 Mio. € (31. Dezember 2014: 181,8 Mio. €). Hier wirkte sich auf Jubiläumsrückstellungen und Rückstellungen für Umweltschutz das niedrige Zinsniveau aus. Altersteilzeitrückstellungen erhöhten sich auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Die langfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten gingen um 181,5 Mio. € zurück und beliefen sich auf 1,14 Mrd. € (31. Dezember 2014: 1,32 Mrd. €). Langfristige Finanzierungen in Höhe von 200 Mio. € wurden auf Grund ihrer Fälligkeit in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe gesunken und liegen bei 293,5 Mio. € (31. Dezember 2014: 533,9 Mio. €). Der Grund dafür liegt in der Veränderung der langfristigen erhaltenen Anzahlungen. Zum Stichtag beliefen sie sich auf 287,5 Mio. € (31. Dezember 2014: 523,0 Mio. €). Die Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen aus der Auflösung von Verträgen mit Polysiliciumkunden führte zu einem deutlichen Abbau der langfristigen Anzahlungen.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden sind im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Sie beliefen sich auf 1,16 Mrd. € (31. Dezember 2014: 1,16 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme betrug 16 Prozent. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen in ähnlicher Größenordnung wie im Vorjahr bei 378,3 Mio. € (31. Dezember 2014: 374,5 Mio. €). Die hohe Investitionstätigkeit vor allem am künftigen Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee führt zu diesem hohen Stand der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten haben sich um neun Prozent auf 460,6 Mio. € (31. Dezember 2014: 507,1 Mio. €) reduziert. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 165,8 Mio. € (31. Dezember 2014: 166,1 Mio. €). Kurzfristige Ertragsteuerrückstellungen und Verbindlichkeiten für Devisentermingeschäfte gingen zum Geschäftsjahresende zurück. Die Währungssicherungsgeschäfte hatten auf Grund der Schwäche des Euro zum US-Dollar hohe negative Marktwerte. Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und erfolgsabhängige Vergütungen, haben sich zum Bilanzstichtag erhöht.

WACKER weist Nettofinanzschulden von 1,07 Mrd. € aus

Die kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten haben sich um zwölf Prozent erhöht. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 318,7 Mio. € (31. Dezember 2014: 283,3 Mio. €). Der wesentliche Grund für diesen Anstieg sind Umgliederungen aus dem langfristigen Bereich. Im 2. Quartal 2015 wurde ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 150,0 Mio. € getilgt. Insgesamt sind die Finanzierungsverbindlichkeiten mit 1,46 Mrd. € im Vergleich zum Bilanzstichtag 2014 (1,60 Mrd. €) um neun Prozent gesunken. Der Anteil der Finanzierungsverbindlichkeiten an der Bilanzsumme beträgt 20 Prozent. Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen haben die Finanzierungsverbindlichkeiten um rund 60 Mio. € ansteigen lassen. Die kurzfristige Liquidität (kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ist leicht gesunken. Sie beläuft sich auf 377,7 Mio. € (31. Dezember 2014: 483,3 Mio. €). Die langfristig angelegten Wertpapiere sanken von 37,6 Mio. € auf 3,7 Mio. €. Zum 31. Dezember 2015 wies WACKER somit Nettofinanzschulden (Saldo der Bruttofinanzverschuldung und der langfristigen und kurzfristigen Liquidität) von 1.074,0 Mio. € aus (31. Dezember 2014: 1.080,6 Mio. €).

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, sind der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 17 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

Zusammengefasste Bilanz

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Mio. € 2015 2014 Veränderung
in %
Aktiva      
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4.832,7 4.345,7 11,2
At equity bewertete Beteiligungen 21,2 20,5 3,4
Sonstige langfristige Vermögenswerte 440,9 487,9 - 9,6
Langfristige Vermögenswerte 5.294,8 4.854,1 9,1
Vorräte 785,2 734,3 6,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 679,4 684,0 - 0,7
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 505,0 674,8 - 25,2
Kurzfristige Vermögenswerte 1.969,6 2.093,1 - 5,9
Summe Aktiva 7.264,4 6.947,2 4,6
Passiva      
Eigenkapital 2.795,1 1.946,5 43,6
Langfristige Rückstellungen 1.881,5 1.983,7 - 5,2
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.136,7 1.318,2 - 13,8
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 293,5 533,9 - 45,0
davon erhaltene Anzahlungen 287,5 523,0 - 45,0
Langfristige Schulden 3.311,7 3.835,8 - 13,7
Finanzierungsverbindlichkeiten 318,7 283,3 12,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 378,3 374,5 1,0
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 460,6 507,1 - 9,2
Kurzfristige Schulden 1.157,6 1.164,9 - 0,6
Schulden 4.469,3 5.000,7 - 10,6
Summe Passiva 7.264,4 6.947,2 4,6
Capital Employed 5.875,4 5.260,7 11,7

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt.

Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt.

WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cashmanagementsysteme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand.

Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente.

Finanzierungsanalyse

Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow.

Netto-Cashflow

Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat wacker im Jahr 2015 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 22,5 Mio. € (2014: 215,7 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen im Wesentlichen durch den operativen Cashflow gedeckt werden.

Netto-Cashflow

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Mio. € 2015 2014
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 617,2 485,2
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 238,3 227,8
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - 815,6 - 497,3
Zugänge aus Finanzierungsleasing - 17,4 -
Netto-Cashflow 22,5 215,7

Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inkl. Finanzierungsleasing.

Netto-Cashflow

Nettofinanzschulden

Die Finanzierungsverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 1,46 Mrd. € (31. Dezember 2014: 1,60 Mrd. €). Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 146,1 Mio. € zurückgegangen. WACKER hat im 1. Quartal 2015 eine Tranche eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 150,0 Mio. € getilgt. Ferner wurden Projektfinanzierungen in China abgelöst. Gegenläufig erhöhten Währungseffekte die Finanzschulden um rund 60 Mio. €.

Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanz-verschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Im Geschäftsjahr 2015 sind die Nettofinanzschulden annähernd gleich geblieben. Sie veränderten sich um 6,6 Mio. € auf 1.074,0 Mio. € (31. Dezember 2014: 1.080,6 Mio. €). Hier spiegeln sich jedoch gegenläufige Effekte wider. Durch den Börsengang der Siltronic AG floss dem Konzern Liquidität in Höhe von 361,9 Mio. € zu.

Durch die Finanzierung der hohen Investitionen, insbesondere in den Polysiliciumstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee, ging die Liquidität dennoch zurück. Sie beläuft sich zum Geschäftsjahresende auf 381,4 Mio. € (31. Dezember 2014: 520,9 Mio. €). WACKER hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 834,0 Mio. € investiert. Das entspricht einer Investitionsquote von 16 Prozent (2014: 12 Prozent), gemessen am Konzernumsatz.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene syndizierte Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 600 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

Nettofinanzschulden

Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Cashflow mit seinen Bestandteilen bildet die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Berichtsperiode ab.

Brutto-Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 617,2 Mio. € (2014: 485,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 27 Prozent. Positiv wirkte sich das höhere Periodenergebnis von 241,8 Mio. € aus. Es enthielt nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge in Summe von - 39,1 Mio. €. Abschreibungen in Höhe von 575,4 Mio. € (2014: 599,0 Mio. €) und Veränderungen in den Rückstellungen in Höhe von 84,7 Mio. € wirkten sich positiv auf den Brutto-Cashflow aus. Das höhere Working Capital (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte) wirkte sich mit 28,3 Mio. € negativ auf den Brutto-Cashflow aus. Den Auszahlungen für höhere Vorräte standen geringere Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen veränderten sich im Zwölfmonatszeitraum erwartungsgemäß um - 238,3 Mio. € (2014: - 227,8 Mio. €) auf Grund der erfolgten Lieferungen sowie einbehaltener Vorauszahlungen aus aufgelösten Verträgen. Im Geschäftsjahr wurden zurückgestellte Steuern bezahlt und reduzierten den Brutto-Cashflow. In 2014 vorausbezahlte Arbeitgeberbeiträge an die Pensionskasse entlasteten den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Jahr 2015.

Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2015 gingen 65 Prozent der Investitionen in die Fertigstellung des Produktionsstandortes für Polysilicium in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren stieg auf Grund der hohen Projektauszahlungen von - 497,3 Mio. € im Vorjahr auf - 815,6 Mio. € an. Aus Akquisitionen ergab sich im Vorjahr ein Mittelzufluss in Höhe von 25,8 Mio. €, der im Wesentlichen den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten der erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. darstellte.

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2015 auf - 691,4 Mio. € (2014: - 505,6 Mio. €). Zusätzlich zu den Investitionen in das Anlagevermögen enthält er noch Ein- und Auszahlungen aus Wertpapieren und Festgeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. WACKER hat im Berichtszeitraum seinen Bestand an Wertpapieren und Festgeldern zur Finanzierung verwendet.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 57,9 Mio. € (2014: - 88,6 Mio. €). Er zeigt im Wesentlichen den Mittelabfluss aus der Tilgung der externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 319,5 Mio. € und die Aufnahme von neuen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 99,8 Mio. €. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG im 2. Quartal 2015 führte ebenfalls zu einem Mittelabfluss in Höhe von 74,5 Mio. €. Die Einzahlungen aus der Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG durch den Börsengang im Juni 2015 erhöhten den Finanzierungscashflow um 361,9 Mio. €. Im Vorjahr flossen Mittel in die Tilgung der externen Finanzierungsverbindlichkeiten der Siltronic Silicon Wafer Ltd. im Zuge der Mehrheitsübernahme durch Siltronic. Die Kapitaleinzahlungen sowie weitere Zahlungen dienten der Ablösung der Bankdarlehen der Gesellschaft. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nahmen im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 15,4 Mio. € ab. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 310,5 Mio. € (31. Dezember 2014: 325,9 Mio. €).

Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2015 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.221,8 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2015 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 99,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2015 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,21 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand

Höhere Absatzmengen in allen fünf Geschäftsbereichen und positive Währungseffekte haben das operative Geschäft von WACKER im Jahr 2015 bestimmt. Erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen auf Grund von Auflösungen langfristiger Lieferverträge mit Kunden aus der Solarindustrie haben die Ergebnisentwicklung zusätzlich begünstigt. Insgesamt hat der Konzern seine Jahresprognose bei allen wesentlichen Steuerungskennzahlen erreicht.

Im Chemiegeschäft sind die Umsätze vor allem dank Mengenzuwächsen und auf Grund positiver Währungseffekte weiter gestiegen. Das hat dazu geführt, dass das EBITDA der Chemiebereiche deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Bei WACKER POLYSILICON haben niedrigere Preise die Umsatzentwicklung gebremst. Dank der weiterhin guten Nachfrage war unsere Polysiliciumproduktion über das ganze Jahr hinweg voll ausgelastet. In unserem Halbleitergeschäft hat Siltronic den Umsatz deutlich steigern können. Höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte haben die schwächeren Preise für Halbleiterwafer mehr als ausgeglichen. Leicht über Vorjahr war auch das EBITDA, Kosten für Währungssicherungsgeschäfte haben die EBITDA-Entwicklung gebremst. Maßnahmen, die Produktivität zu steigern und die Kosten zu senken, haben das Ergebnis positiv beeinflusst.

Der Personalaufwand ist in absoluten Zahlen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Bezogen auf den Umsatz ist der Anteil der Personalkosten prozentual niedriger als im Vorjahr. Die Rohstoffkosten sind absolut gestiegen, im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr jedoch zurückgegangen. Unter unserem Zielwert blieben die Energiekosten. Die Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger und waren etwas unter unserem Zielwert.

Das Konzerneigenkapital ist mit 2,79 Mrd. € gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 848,6 Mio. € angestiegen. Der Grund dafür sind im Wesentlichen das gute Jahresergebnis, erfolgsneutrale Anpassungen der Pensionsrückstellungen und der Börsengang der Siltronic AG. Die Eigenkapitalquote hat sich von 28,0 auf 38,5 Prozent erhöht. Die Nettofinanzschulden des Konzerns haben sich günstiger entwickelt als erwartet. Dafür verantwortlich sind im Wesentlichen die Erlöse aus dem Börsengang der Siltronic AG im Juni 2015. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2015 auf 1,07 Mrd. € und liegen damit auf Vorjahresniveau. Unsere Investitionen haben wir im Laufe des Jahres erhöht. Mit 834,0 Mio. € waren sie deutlich über dem Niveau der Abschreibungen. Der Netto-Cashflow hat sich so wie erwartet entwickelt. Mit 22,5 Mio. € lag er deutlich unter dem Vorjahr.

Nachtragsbericht

Seit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 bis zum Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 29. Februar 2016 sind keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten. Es haben sich keine wesentlichen grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in denen wir tätig sind.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben in den ersten Wochen des Jahres 2016 unverändert.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Informationen

In diesem Abschnitt liefern wir weitere Informationen über unsere nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die nicht der Steuerung des Unternehmens dienen, aber für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen.

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:

Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.

Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in der Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.

Wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftstrends zu bedienen. Dazu zählen der steigende Energiebedarf, die Urbanisierung, die Digitalisierung und der Wohlstandszuwachs.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Forschungs- und Entwicklungskosten 175,3 183,1 173,8 173,7 172,9 165,1 164,0

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F & E) betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 175,3 Mio. € (2014: 183,1 Mio. €). Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,3 Prozent auf Grund der positiven Umsatzentwicklung und gesunkener Aufwendungen unter dem Vorjahr (2014: 3,8 Prozent).

Anteil Neuproduktrate (NPR)1

1 Umsatzanteil der in den vergangenen fünf Jahren eingeführten Produkte

Aus Lizenzvergaben erhielten wir im Jahr 2015 rund 4,2 Mio. € (2014: 3,2 Mio. €). Die Zahl der von uns gehaltenen Patente und Patentanmeldungen ist ein Spiegelbild unserer Innovationskraft. Im Geschäftsjahr 2015 haben wir 114 Erfindungen zum Patent angemeldet (2014: 111). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 5.300 aktive Patente sowie 2.000 laufende Patentanmeldungen.

Einnahmen aus Lizenzvergaben

Im Jahr 2015 investierte WACKER 7,5 Mio. € in F & E-Einrichtungen (2014: 7,8 Mio. €). Wir haben unter anderem in neue Pilotreaktoren investiert, um erfolgreiche Projektergebnisse hochzuskalieren und im nächsten Schritt in die Produktion zu übertragen. Beispiel dafür sind Polymerisationsreaktoren von WACKER POLYMERS und Abscheidereaktoren von WACKER POLYSILICON. Weitere Investitionen gingen in die Ausstattung von Laboren, um Entwicklungen vor Ort bei Kunden voranzutreiben. Wir haben in analytische Geräte investiert, um schnelle und präzise Ergebnisse zur Beurteilung von Versuchen zu erhalten.

Investitionen in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen

Struktur der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Ein Großteil unserer F & E-Kosten in Höhe von 175,3 Mio. € (2014: 183,1 Mio. €) entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 260 Projekten auf mehr als 40 Technologieplattformen. 24 Prozent dieser Themen betreffen strategische Schlüsselprojekte, für die wir im Berichtsjahr 36 Prozent der angefallenen Projektkosten von insgesamt 67,3 Mio. € aufgewendet haben. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energie, Elektronik, Automobil und Bau, Produkte für Haushalt und Körperpflege sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie.

Im Jahr 2013 hatten wir die Initiative New Solutions gestartet. Das Ziel ist, technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen rasch zu entwickeln. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. Im Jahr 2015 haben wir in diesem Programm ein neues Projekt gestartet. Die Markt- und Technologieevaluierungen dazu zeigen Umsatzpotenziale im dreistelligen Millionenbereich. Erste Entwicklungen befinden sich in der Markteinführung.

F & E-Know-how von Dritten haben wir im Jahr 2015 mit Ausgaben von rund 208.000 € (2014: 768.000 €) erworben. Diese Ausgaben verteilen sich auf vier Partner.

Einige unserer im Jahr 2015 abgeschlossenen Forschungsprojekte wurden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Beispiele:

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Forschungsvorhaben für die Energiewende. Darunter war das von 2012 bis 2015 mit 6,3 Mio. € geförderte iC4-Projekt (Integrated Carbon Capture, Conversion and Cycling). Überschüssiger Ökostrom soll dabei zur Wasserelektrolyse eingesetzt werden: Der entstehende Wasserstoff wird mit Kohlendioxid zu Methangas umgesetzt und im Gasnetz gespeichert. Neben acht Lehrstühlen der tu München und dem Fraunhofer Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik waren WACKER und Clariant sowie E.ON, Linde, man und Siemens beteiligt. WACKER leitete zwei von vier Teilprojekten.

Das Ziel des Projekts SafeBatt war die Erforschung von Batteriekomponenten, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Lithium-Ionen-Batterien (LIB) für Elektrofahrzeuge zu erhöhen. Von 2012 bis 2015 entwickelten 14 Projektpartner aus Industrie und Wissenschaft Werkstoffe, Modelle, Testmethoden, Sensoren und Auswertungselektronik. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte SafeBatt mit 19 Mio. €. WACKER arbeitete in diesem Kreis an siliciumhaltigen Additiven, die den Brandschutz von LithiumIonen-Batterien verbessern.

Das Verbundprojekt Alpha-Laion wurde im Jahr 2012 gestartet, um Hochenergie-Traktionsbatterien für Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Die Projektleitung lag bei Bosch, die weiteren Partner sind neben WACKER die BASF, SGL, BMW und Daimler. WACKER entwickelte in diesem Projekt siliciumhaltige Anodenmaterialien. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) förderte Alpha-Laion für drei Jahre mit 13 Mio. €.

Unsere Geschäftsbereiche und die Zentrale Forschung haben im Jahr 2015 für weitere sechs Projekte aus den Bereichen Energieerzeugung und -speicherung, Electronics und neue Materialien bei öffentlichen Förderstellen Anträge eingereicht, über die noch entschieden wird. Wir koordinieren unsere extern geförderten Forschungsprojekte in unserem Fördermanagement. Es evaluiert mögliche Programme, meldet unsere Vorhaben an und tauscht sich mit dem Förderträger aus.

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Managementprozess konzernweit transparent dar. Das Projekt System Innovation (PSI), mit dem wir unsere Projekte steuern, haben wir im Jahr 2015 in weiteren Tochtergesellschaften eingeführt.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Halbleitertechnologie, Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2015 arbeitete WACKER bei rund 50 Forschungsvorhaben mit mehr als 40 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Biotechnologie, Prozesssimulation sowie Prozessentwicklung. An Projekten zur Stromspeicherung haben wir mit Hochschulen in Braunschweig, München und Münster gearbeitet.

WACKER hat weltweit ein Netz von 21 technischen Kompetenzzentren geknüpft. Sie sind Bindeglieder zwischen Vertriebsniederlassungen und lokalen Produktionsstätten. In diesen Zentren passen Spezialisten Produkte an regionale Besonderheiten an, zum Beispiel an klimatische Bedingungen, länderspezifische Normen und lokale Rohstoffe. Sie entwickeln Formulierungen für neue Produkte der Kunden oder optimieren bestehende Rezepturen.

Forschungsarbeit bei WACKER

Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen.

Organisation von Forschung und Entwicklung

In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2015 bei WACKER 1.043 Mitarbeiter beschäftigt. Dies sind 6,1 Prozent der Mitarbeiter im Konzern. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte und Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Labors, Produktions- und Pilotanlagen oder vor Ort in den Anlagen der Kunden. Unser sonstiges F & E-Personal baut unter anderem in den Werkstätten Forschungsequipment oder arbeitet in der Verwaltung, z. B. als Marktforscher oder Trendanalyst.

Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung zum 31. Dezember 2015

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Anzahl 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Mitarbeiter F & E Konzern 1.043 1.061 987 1.008 1.100 1.057 1.072
Quote1 F & E Konzern (%) 6,1 6,4 6,2 6,2 6,4 6,5 6,9
Mitarbeiter F & E Deutschland 821 833 817 849 868 855 860
Mitarbeiter F & E Ausland 222 228 170 159 232 202 212
Mitarbeiter F & E Deutschland nach Qualifikationen 821 833 817 849 868 855 860
Wissenschaftler und Ingenieure 307 322 318 339 346 337 332
Laboranten und Techniker 406 341 329 332 350 344 349
Sonstiges Personal 108 170 170 178 172 174 179
Mitarbeiter F & E Ausland nach Qualifikationen2 121 114 102 92 93 95 90
Wissenschaftler und Ingenieure 51 45 38 32 35 31 30
Laboranten und Techniker 35 37 34 32 30 32 29
Sonstiges Personal 35 32 30 28 28 32 31
Mitarbeiter F & E Ausland, nur Siltronic AG (ohne Unterscheidung nach Qualifikation) 101 114 68 67 139 101 122

1 Verhältnis Mitarbeiter F & E zu Mitarbeiter Konzern gesamt
2 Ohne Mitarbeiter F & E Siltronic AG

Alexander Wacker Innovationspreis

WACKER zeichnete einen Forscher vom Standort Burghausen mit dem Alexander Wacker Innovationspreis 2015 in der Kategorie Produktinnovation aus. Ihm war es gelungen, einen Produktionsprozess zur Herstellung hauchdünner Siliconfolien zu entwickeln. Die bis zu zehn Mikrometer dünnen Präzisionsfolien sind mit ihren dielektrischen Eigenschaften z. B. in der Elektronik, Robotik, Sensorik und Medizintechnik die Basis innovativer Produkte. Der nach dem Unternehmensgründer benannte, mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2006 abwechselnd in den Kategorien Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung verliehen.

Siltronic Inventor Award

Mit dem Inventor Award, der ebenfalls mit 10.000 € dotiert ist, zeichnet die Siltronic AG Mitarbeiter aus, die technologische Innovationen hervorgebracht haben. Im Jahr 2015 wurden mit dem Preis Simulationen gewürdigt, die höhere Ausbeuten und bessere Defektkontrollen beim Siliciumkristallziehen ermöglichen. Durch das Projekt "Crystal Growth Control" hat Siltronic den Anteil des gezogenen Kristalls, der den Kundenspezifikationen für sogenannte Prime Wafer entspricht, deutlich erhöht.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Ein Forschungsschwerpunkt waren Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe, so genannte Wood Plastic Composites (WPC). WPC bestehen aus einer Mischung von bis zu 75 Prozent Holzfasern, z. B. Sägemehl, und einem thermoplastischen Polymer wie Polypropylen. WPC können mit modernen Verfahren der Kunststofftechnik zur gewünschten Form verarbeitet werden: durch Extrusion, Spritz- und Rotationsguss, Pressen und Thermoformverfahren. Durch den Einsatz von GENOPLAST® PP als Prozesshilfsmittel steigt die Produktivität deutlich, was wiederum die Prozesskosten senkt. Anwendungsgebiete sind unter anderem Bodenbeläge oder Automobilinnenverkleidungen.

Mit ESETEC® 2.0 bieten wir ein effizientes Verfahren, um Antikörperfragmente für medizinische Therapien mit hohen Ausbeuten herzustellen. Ein großer Schritt unserer Forschungsarbeiten zu diesem System war, ein selektierbares Element zu entwickeln, das eine stabile Fermentation ohne den sonst üblichen Einsatz von Antibiotika ermöglicht. Dieser patentierte, antibiotikafreie Prozess zur Produktion von Pharmaproteinen bei hohen Ausbeuten trägt auch zu einer höheren Sicherheit und Umweltverträglichkeit bei.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

Die Forschung von WACKER SILICONES arbeitet an einem Verfahren, um Silicone im 3D-Druck zu verarbeiten. Einsatzmöglichkeiten sind z. B. die Fertigung von Bauteilen in der Autobranche, für Medizin und Optik oder Haushaltsprodukte. Zur Effizienzsteigerung in der Papierproduktion entwickeln wir Entschäumer, die bei geringerer Dosierung langanhaltender wirken. Bei unseren Forschungsarbeiten haben wir neue Anwendungsgebiete für Siliconharze als Bindemittel entdeckt, z. B. für Mineralwolle oder Kunststeine, auch in Außenbereichen. Für moderne Wundauflagen haben wir hautverträgliche SILPURAN® -Silicongele entwickelt. Eine Variante dieser Auflagen enthält Plasma, das Mikroorganismen einschließlich multiresistenter Bakterien abtötet und die Wundheilung anregt.

WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf Polymere, die das Formulieren emissionsarmer Endprodukte ermöglichen und damit die Anforderungen strengster Umweltsiegel erreichen. Im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir Produkte entwickelt oder verbessert, die frei von alkylphenol-modifizierten Tensiden (APEO) und Formaldehyd bzw. arm an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind. Beispiele unserer Entwicklungsarbeiten sind reaktive selbstvernetzende Dispersionspulver für zementäre Fußbodensysteme und Polymerdispersionen zum Veredeln mineralischer Oberflächen. Wir haben unsere Arbeiten an Silica-Polymer-Compositematerialien für Dispersionsfarben und Holzbeschichtungen intensiviert.

Der Geschäftsbereich WACKER BISSOLUTIONS hat sein Verfahren ESETEC® 2.0 zur Herstellung eines Antikörperfragments an MedImmune lizenziert, die Forschungssparte für Biopharmazeutika von AstraZeneca. Unsere Technologie trägt durch hohe Produktivität und einfache Aufreinigungsprozesse dazu bei, Patienten schneller neue Medikamente zur Verfügung zu stellen.

Um die Energiebilanz von Solarzellen zu verbessern und Kosten zu reduzieren, arbeiten wir bei der Herstellung von Polysilicium daran, den Energieverbrauch weiter zu senken. WACKER POLYSILICON hat die Abläufe in seinem geschlossenen Produktionskreislauf weiter optimiert. So haben wir den Energieverbrauch in der Abscheidung und Konvertierung erneut gesenkt. Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht weiterhin enorme Fortschritte. Unsere Kunden haben die Waferdicke kontinuierlich reduziert: von 450 μm im Jahr 1995 über 250 μm im Jahr 2005 bis auf unter 200 μm im Jahr 2010. Aktuell liegen Standarddicken im Bereich von 180 μm. Parallel wurde der Zellenwirkungsgrad erhöht. Bei multikristallinen Standardzellen liegt er mittlerweile im Bereich um 18 Prozent, bei monokristallinen deutlich über 19 Prozent. Wirkungsgrade monokristalliner Hochleistungszellen (High Efficiency Cells) reichen von über 20 bis zu 25 Prozent. Die Energierückflusszeit - also die nötige Betriebsdauer einer Photovoltaikzelle, um den Energieaufwand ihrer Herstellung zu erzeugen - liegt je nach geografischer Lage der installierten Solarzellen zwischen sechs (Sahara) und 18 Monaten (Nordeuropa).

Die Leistungsfähigkeit von Halbleiterbauteilen verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre. Ein Schlüsselparameter für die Leistungssteigerung sind Strukturbreiten auf dem Siliciumwafer - sie sind die Basis dafür, wie viele Transistoren pro Quadratzentimeter auf einem Bauteil untergebracht werden können. Die in den letzten Jahren gängigen Strukturbreiten in der Halbleiterindustrie von 22 und 16 Nanometer (nm) wurden zum Teil bereits von elf nm abgelöst. In den kommenden Jahren erwarten wir die Fortsetzung dieses Trends und Strukturbreiten, die dann zunehmend auch auf acht nm zurückgehen. Siltronic entwickelt derzeit Verfahren zur Produktion von 300 mm Wafern, die für diese neuen Design-Rules (Strukturbreite von Elektronikchips) genutzt werden. Im Berichtszeitraum hat das laufende Geschäft mit elf nm Scheiben weiter zugenommen und wir haben die Technologie für acht nm Wafer weiterentwickelt. Wir haben an Wafern für Power- und LED-Anwendungen sowie für Hochfrequenzanwendungen im Mobilfunkbereich gearbeitet.

Wissenstransfer vor Ort

Unter dem Namen WACKER AKADEMY bieten wir Foren zum branchenspezifischen Wissenstransfer zwischen Kunden, Vertriebspartnern und WACKER-Experten. Im Fokus stehen industriespezifische Trainings, die neben der Polymerchemie auch Siliconanwendungen abdecken, zum Beispiel für die Kosmetik- und Farbenbranche. Die Nähe zu den Entwicklungs- und Testlabors fördert den Austausch und ermöglicht den Teilnehmern Praxistests vor Ort. Wir arbeiten mit firmeneigenen Forschungsstätten, aber auch mit Universitäten und Instituten zusammen, um unser Seminarangebot auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2015 haben wir rund 210 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 50 internationalen Hochschulen betreut. Zusätzlich haben die Wacker Chemie AG und die Technische Universität München (TUM) ihre bestehende Partnerschaft in der Siliciumchemie für weitere sechs Jahre verlängert. Eine entsprechende Vereinbarung hatten die TUM und WACKER im Jahr 2014 unterzeichnet. WACKER und die TUM hatten das Institut für Siliciumchemie im Jahr 2006 gegründet.

Wichtigste Produkteinführungen 2015

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Produkt Beschreibung Anwendung Branche
BELSIL® EG 1 Siliconelastomergel Verbesserte Textur kosmetischer Formulierungen Kosmetik
BELSIL® PF 200 Phenylsiliconöl Glanzwirkung von wasserbasierten Haar- und Hautpflegeprodukten Kosmetik
BELSIL® REG 102 Siliconelastomergel Verbesserte Wasserbeständigkeit kosmetischer Formulierungen Kosmetik
DEHESIVE® SFX Lösemittelfreies Siliconpolymer Hocheffizientes Beschichtungsmittel für Etikettenträgerpapiere und -folien Papier- und Etikettenindustrie
ELASTOSIL® RT 779 Kondensationsvernetzender Zwei-Komponenten-Siliconkautschuk Siliconklebstoff für Motorölwannen Automotive
FOLDTEC® E. coli-basierte Rückfaltungstechnologie Herstellung hochreiner Pharmaproteine Pharma
GENIOSIL® XT Silanterminierte Polymere Industrieklebstoffe, Flüssigabdichtungen und Beschichtungen Automotive, Kleb- und Dichtstoffindustrie
PRIMIS® AF 1000 Dispersion Bindemittel für schmutz- und wetterresistente Außenfarben und Putze Bau und Farben
PULPSIL® 968 S Silicontensid Formulierung von energiesparenden Entwässerungshilfsmitteln Zellstoffherstellung
SILPURAN® 2117 Siliconhaftgel Hautverträgliche, atmungsaktive Wundauflagen Health Care
SILRES® WH Siliconharzemulsion Additiv für wasserabweisende Holzschutzanstriche Bau
SMARGO® Dispersionspulver Bindemittel für Trockenmörtelmischungen Bau
VINNAPAS® 4040 E Dispersionspulver Formulierung flexibler Dichtungsschlämmen Bau
VINNAPAS® 4800 G Dispersionspulver Modifizierung von Gipsanwendungen im Trockenbau Bau
VINNAPAS® 5518 H Dispersionspulver Bindemittel für wasserabweisende Glättungsputze Bau
VINNAPAS® EF 104 VAE-Dispersion Beschichtung von bedruckten Pappoberflächen Papier und Verpackungen
VINNAPAS® EF 8860 VAE-Dispersion Formulierung von Klebstoffen für flexible Fußbodenbeläge Klebstoffe
VINNAPAS® LL 3031 Dispersion Bindemittel für umweltfreundliche Innen- und Außenfarben sowie Putze Bau und Farben
WETSOFT® NE 500 Hydrophile Siliconölemulsion Verbesserung des Tragekomforts von Textilien Textilindustrie
WETSOFT® NE 750 Wasserfreie Siliconölformulierung Verbesserung des Tragekomforts von Textilien Textilindustrie

Mitarbeiter

Belegschaft gewachsen

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2015 leicht erhöht. Zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2015) waren weltweit 16.972 Mitarbeiter (31. Dezember 2014: 16.703 Mitarbeiter) beschäftigt. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Wesentliche Gründe für den Zuwachs sind der Produktionsanstieg von WACKER SILICONES im Ausland und das Hochfahren der Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee.

Siltronic hat seine Produktivitätsmaßnahmen im Berichtsjahr fortgeführt. In Deutschland hat sich die Zahl der Mitarbeiter von Siltronic um 210 durch Versetzungen im Konzern, Altersteilzeit und freiwillige Abfindungsangebote verringert.

Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2015

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2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Deutschland 12.251 12.366 12.322 12.635 12.813 12.235 11.925
Ausland 4.721 4.337 3.687 3.657 4.355 4.079 3.693
Konzern 16.972 16.703 16.009 16.292 17.168 16.314 15.618

In Deutschland arbeiten 12.251 Mitarbeiter (72 Prozent) von WACKER; 4.721 Mitarbeiter (28 Prozent) sind an ausländischen Standorten beschäftigt. Zusätzlich waren im Berichtsjahr 412 Zeitarbeiter für WACKER tätig.

Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2015

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2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Deutschland 358 393 286 14 48 374 247
Ausland 54 134 58 77 65 114 53
Konzern 412 527 344 91 113 488 300

WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (54,1 Prozent). Rund jede siebte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (13,4 Prozent).

Der Personalaufwand ist auf 1.350,1 Mio. € (2014: 1.246,9 Mio. €) gestiegen und war damit 8,3 Prozent höher als im Vorjahr. Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 279,9 Mio. € (2014: 238,8 Mio. €). Gründe für den Anstieg sind die höhere Beschäftigtenzahl, die Tarifsteigerung und Wechselkurseffekte aus dem US-Dollar-Raum.

Personalaufwand

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Personalaufwand 1.350,1 1.246,9 1.133,0 1.196,8 1.282,5 1.135,7 1.090,3

Zum fixen Grundgehalt mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Im Jahr 2015 erhielten die Mitarbeiter im Chemiebereich in Deutschland für das Geschäftsjahr 2014 eine Erfolgsbeteiligung. Die Summe der im Jahr 2015 ausgezahlten variablen Entgeltkomponenten betrug konzernweit 61,7 Mio. €.

Die IG BCE und die Arbeitgeber der chemischen Industrie haben sich im März 2015 auf einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 17 Monaten geeinigt. Die Tarifentgelte stiegen um 2,8 Prozent. Zudem wurde eine Aufstockung des Demografiebetrags pro Tarifmitarbeiter auf 550 € ab 2016 und auf 750 € ab 2017 vereinbart.

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.000 Mitglieder und leistet an rund 8.000 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 640 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert: Für den Grundbetrag erhalten Mitarbeiter die Chemieförderung I von 28 Prozent. Für weitere Beiträge gibt es die Chemieförderung II von 13 Prozent. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung.

Schülermarketing ausgebaut

Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2015 starteten 178 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 597 Auszubildenden etwas weniger Lehrlinge beschäftigt als im Vorjahr (2014: 635). Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 4,7 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2014: 4,9 Prozent). 514 Auszubildende erlernen einen naturwissenschaftlich-technischen und 83 einen kaufmännischen Beruf. Einen Großteil der geeigneten Auszubildenden - 182 Absolventen -hat WACKER im Jahr 2015 übernommen, davon 74 befristet und 108 unbefristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für 18 Partnerunternehmen aus. Damit erfüllt die von WACKER gegründete öffentliche Stiftung des privaten Rechts auch einen überbetrieblichen Bildungsauftrag. Im Jahr 2015 traten 55 Auszubildende von Partnerfirmen ihre Berufslaufbahn im BBiW an.

Immer wieder werden Auszubildende des BBiW prämiert - ein Beleg für das hohe Qualitätsniveau unserer Ausbildung. Ein Elektroniker für Automatisierungstechnik wurde bei der Berufe-WM World-Skills in Brasilien mit der "Medallion for Excellence" ausgezeichnet. Das Werk Nünchritz stellte zum vierten Mal in Folge Sachsens besten Auszubildenden in der Fachrichtung Chemikant. Der Standort wurde daher von der Industrie- und Handelskammer Dresden mit dem Signet "Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb 2015" geehrt.

Kompetente Mitarbeiter halten das Unternehmen innovations- und wettbewerbsfähig. Deshalb bieten wir allen Mitarbeitern Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Mindestens einmal im Jahr - im Rahmen des Mitarbeitergesprächs - besprechen Mitarbeiter und Vorgesetzte Entwicklungsmaßnahmen. Das gilt für alle Hierarchieebenen. Im Jahr 2015 absolvierte unsere Belegschaft rund 66.000 (2014: rund 74.000) E-Learning-Schulungen, mehr als 16.500 (2014: mehr als 16.400) Teilnehmer besuchten Seminare, Weiterbildungen, Kongresse oder erhielten Einzelunterricht.

Im Jahr 2015 haben wir zwei neue Entwicklungsformate für erfahrene Führungskräfte gestartet. Das Seminar Learning Company ermöglicht den Teilnehmern, im Rahmen einer modellhaften Organisation verschiedene Führungsrollen einzunehmen und von erfahrenen Trainern Rückmeldung zu ihrem Verhalten zu bekommen. Bei der External Peer Reflection können sich unsere Manager mit Führungskräften der gleichen Hierarchieebene aus anderen Unternehmen austauschen.

WACKER hat im Berichtsjahr den zweiten Zyklus des in 2013 gestarteten Talent-Management-Prozesses mit der Vorstandsklausur zur Nachfolgeplanung abgeschlossen. Ziel des Talent Managements ist es, Kompetenzen der Mitarbeiter frühzeitig zu erkennen und Potenziale zu fördern. WACKER will so auch anspruchsvolle Positionen mittel- und langfristig mit hochqualifizierten internen Kandidaten besetzen. Im Berichtsjahr haben wir die Zielgruppe des Talent Managements - außertarifliche Mitarbeiter und Obere Führungskräfte - befragt. Drei Viertel der Teilnehmer empfinden den Prozess als schlüssig, zwei Drittel bewerten die Ziele des Talent Managements als positiv.

Insgesamt hat WACKER im Jahr 2015 7,7 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2014: 7,0 Mio. €).

WACKER unterzeichnet "Charta der Vielfalt" und setzt Frauenquote um

Durch Globalisierung, demografischen Wandel und neue gesetzliche Vorgaben gewinnt das Thema Vielfalt an Bedeutung. WACKER startete im Jahr 2015 eine konzernweite Initiative, um Vielfalt in der Belegschaft zu fördern. Das Unternehmen trat der bundesweiten Initiative "Charta der Vielfalt" bei. WACKER Deutschland setzt seine Schwerpunkte auf die Felder Geschlecht, Alter/ Erfahrung und kultureller Hintergrund. Menschen aus 70 verschiedenen Nationen arbeiten für WACKER. Zum Jahresende 2015 waren 41 der konzernweit 190 Oberen Führungskräfte nicht deutscher Nationalität - dies entspricht einem Anteil von 22 Prozent. Insgesamt waren im OFK-Kreis 16 Nationalitäten vertreten.

Das seit dem 01. Mai geltende Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen setzt WACKER in Deutschland folgendermaßen um:

Vorstand: Auch bei der Besetzung des Vorstands misst die Wacker Chemie AG dem Thema Diversity eine hohe Bedeutung bei. Wichtigste Kriterien sind dabei Kompetenz und Qualifikation. Zudem stehen für die erste Frist (30. Juni 2017) keine regulären Neubestellungen im Vorstand an. Der Aufsichtsrat hat daher eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand bis zum 30. Juni 2017 von null festgelegt.

Führungsebenen unter Vorstand: WACKER orientiert sich an den im Organigramm der Wacker Chemie AG abgebildeten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands. Auf der 2. Berichtsebene haben wir zusätzlich festgelegt, dass wir nur Führungskräfte einbeziehen, die im höchsten außertariflichen Gehaltsband liegen oder Obere Führungskräfte sind und Mitarbeiter führen.

Als Berichtszeitraum haben wir auch für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands das Zeitfenster bis zum 30. Juni 2017 gewählt. Da unsere Zahlen zur Ermittlung des Status quo auf dem Stichtag 30. Juni 2015 basieren, können wir somit die Entwicklung über einen Zweijahreszeitraum betrachten.

Frauenanteil: Für die erste Führungsebene streben wir an, den Frauenanteil von acht Prozent auf zehn Prozent zu erhöhen. Für die zweite Führungsebene haben wir uns das Ziel gesetzt, den Frauenanteil von 14,5 Prozent auf 17,5 Prozent zu steigern. Ambitioniert ist dieses Ziel insoweit, als WACKER ein technologieorientiertes Unternehmen ist. In den für WACKER wichtigen naturwissenschaftlich-technischen Berufen gibt es tendenziell weniger Frauen. Darüber hinaus haben wir in Deutschland eine äußerst geringe Fluktuation. In der Regel ergeben sich Nachbesetzungsmöglichkeiten auf der ersten und zweiten Führungsebene durch Verrentungen.

Mitarbeiterbefragung an deutschen Standorten

WACKER hat im Jahr 2015 eine standortübergreifende Mitarbeiterbefragung in Deutschland durchgeführt. Ziel war es, die Stärken der Organisation sowie Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Das Instrument soll auch die Führungskräfte dabei unterstützen, die Leistungsfähigkeit in ihrem Verantwortungsbereich zu verbessern. Die Auswertung über alle deutschen Standorte zeigte, dass sich die WACKER-Mitarbeiter in hohem Maß mit ihrem Arbeitgeber identifizieren.

80 Prozent der Befragten sind stolz, für WACKER zu arbeiten, und 82 Prozent würden WACKER als Arbeitgeber empfehlen. 78 Prozent sind bereit, sich über ihre definierten Aufgaben hinaus zu engagieren, um zum Erfolg des Konzerns beizutragen. Überdurchschnittlich gut bewerteten die Mitarbeiter zudem die Kundenorientierung des Konzerns. 92 Prozent hoben die Tatsache hervor, dass Aufgaben und Erwartungen an die eigene Tätigkeit klar definiert seien. Positiv beurteilten 90 Prozent auch, dass sie entsprechend ihren Kenntnissen und Fähigkeiten eingesetzt werden.

Potenziale für Verbesserungen sehen die Mitarbeiter bei der Wertschätzung ihrer Leistung, der empfundenen Leistungsgerechtigkeit und den persönlichen Entwicklungschancen. Insbesondere in den Betrieben wünschten sich die Mitarbeiter eine noch stärkere Einbindung in Veränderungsprozesse sowie das gemeinsame Lernen aus Fehlern.

Ideenmanagement: weniger Vorschläge

Die Ideen seiner Mitarbeiter helfen WACKER, besser zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Jahr 2015 sank die Zahl der eingereichten Verbesserungsvorschläge. Insgesamt verzeichneten wir 7.429 Ideen (2014: 7.672). Dies sind rund drei Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Beteiligungsquote (Zahl der Einreicher pro 100 Mitarbeiter) reduzierte sich leicht auf 29 Prozent (2014: 30 Prozent). Der rechenbare Nutzen betrug 6,8 Mio. € (2014: 8,3 Mio. €).

Ideenmanagement

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2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Zahl der Verbesserungsvorschläge 7.429 7.672 9.159 8.982 8.220 7.702 5.724
Beteiligungsquote (%) 29 30 32 34 34 33 28
Rechenbarer Nutzen (Mio. €) 6,8 8,3 7,7 4,9 7,8 10,5 11,2

WACKER beschäftigt sich seit Jahren mit dem demografischen Wandel. Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten im Konzern lag zum Bilanzstichtag bei 42,8 Jahren. Die Belegschaft im Ausland ist jünger (durchschnittliches Alter: 39,5 Jahre) als in Deutschland (44,0 Jahre). Im Ausland unterscheiden sich die Altersstrukturen stark. Die Länder Asiens beschäftigen vor allem jüngere Mitarbeiter (durchschnittliches Alter: 34,8 Jahre), die Belegschaft der US-Niederlassungen war im Schnitt 45,3 Jahre alt. Unsere regional unterschiedlichen Altersstrukturen stellen keine Besonderheit von WACKER dar, sondern reflektieren die Altersstrukturen des jeweiligen Kontinents oder Landes.

Demografieanalyse 2015 Deutschland und Ausland

Gesundheitsmanagement setzt Kampagne zu Rückengesundheit fort

Um innovations- und wettbewerbsfähig zu bleiben, hat sich WACKER zehn strategische Ziele gesetzt. Die langfristig orientierten Maßnahmen für die Belegschaft reichen von Bildungsangeboten bis hin zu Gesundheitsprogrammen. Im Gesundheitsmanagement liegt der Fokus auf fünf Feldern. Wir wollen Rücken- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in unserer Belegschaft vermeiden, die psychische Belastbarkeit stärken, ein altersgerechtes Arbeiten ermöglichen und gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern passende Arbeitsplätze vermitteln. Im Jahr 2015 hat der Gesundheitsdienst die im Jahr zuvor initiierte Initiative zur Rückengesundheit konzernweit fortgeführt. Die Kampagne zielt darauf ab, die Belegschaft für das Thema zu sensibilisieren und Präventionsangebote vorzustellen. Bei WACKER stehen Erkrankungen des Rückens an der Spitze der krankheitsbedingten Ausfälle.

In das Projekt "Fit auf Schicht" wurden im Berichtsjahr erstmals auch Mitarbeiter der Siltronic AG einbezogen. In dem auf Schichtarbeiter zugeschnittenen Gesundheitsprogramm erlernen die Teilnehmer Verhaltensweisen, mit denen sie die Belastungen aus Schichtarbeit nachhaltig besser ausgleichen können. Die Auswertung nach zwei Jahren Praxiserfahrung zeigte, dass die Teilnehmer Risikofaktoren wie Gewicht reduzierten und sich Fitness und Schlafqualität verbesserten.

In Deutschland startete WACKER das Projekt "Gesundheitskultur 2020". Damit will das Unternehmen die Gesundheit der Belegschaft nachhaltig verbessern, die Mitarbeiter beschäftigungsfähig halten und in der Folge die krankheitsbedingten Abwesenheiten verringern. Schwerpunkte des Projekts liegen darauf, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter für ihre Gesundheit zu stärken sowie die Führungskräfte beim Umgang mit den eigenen Ressourcen und bei der Förderung von gesundheitsgerechtem Verhalten ihrer Mitarbeiter zu unterstützen.

Im Stammwerk Burghausen haben wir das neue Gesundheitshaus eröffnet. Mit ihm bieten wir eine moderne, effiziente Infrastruktur für die arbeits- und akutmedizinische Betreuung von rund 10.000 Beschäftigten.

Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Bindung unserer Belegschaft an das Unternehmen bestätigt dies. Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 18,4 Jahren zu unserem Unternehmen (2014: 18,1 Jahre). Die konzernweite Fluktuationsrate lag im Jahr 2015 mit 4,6 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2014: 4,1 Prozent), in Deutschland betrug sie nur 1,1 Prozent (2014: 0,8 Prozent). Im Ausland lag sie bei 14,6 Prozent (2014: 13,8 Prozent).

Fluktuationsrate

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% 2015 2014 2013 2012 2011 20102 2009
Deutschland 1,1 0,8 0,9 0,9 0,9 0,6 0,7
Ausland 14,6 13,8 11,9 30,81 8,9 8,7 8,6
Konzern 4,6 4,1 3,4 7,9 2,9 2,5 2,5

1 Erhöhte Fluktuation durch Schließung des Produktionsstandorts Hikari, Japan, und Arbeitsplatzabbau am Standort Portland, USA.
2 Zahlen geändert auf Grund der Daten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2009/2010.

Beliebter Arbeitgeber unter Führungskräften

WACKER gehört auch 2015 nach Ansicht der eigenen Führungskräfte zu den überdurchschnittlich beliebten Arbeitgebern in der deutschen Chemieindustrie. Die Wacker Chemie AG hat es in der jährlichen Befindlichkeitsumfrage des Chemie-Führungskräfteverbands VAA zurück in die Top Ten der deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen geschafft. Mit einer Bewertung von 2,9 (nach deutschen Schulnoten) arbeitete sich WACKER vom zwölften Platz des Vorjahres auf den achten Platz in diesem Jahr hoch. Der Konzern schnitt damit besser ab als der Durchschnitt der 23 befragten Unternehmen, die von ihren Führungskräften die Note 3,1 erhielten.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitssteuerung

Unternehmen können nur dauerhaft erfolgreich wirtschaften, wenn sie Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernehmen. Seit Jahren ist Nachhaltigkeit als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie als eines unserer fünf strategischen Ziele erklärt und eigene Verhaltensgrundsätze, den Code of Sustainability, erstellt haben. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen.

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. Mit diesen Selbstverpflichtungen gehen wir über gesetzlich geforderte Standards zum Schutz von Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft hinaus. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie die Grundsätze des Global Compact und der Initiative Responsible Care® ebenfalls einhalten. Dies ist Bestandteil unserer allgemeinen Beschaffungsbedingungen.

Im Geschäftsjahr 2015 hat WACKER bei strategischen Projekten der Nachhaltigkeitssteuerung wichtige Fortschritte erzielt.

▶ Regionaler Schwerpunkt

Im Jahr 2015 legte WACKER den regionalen Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Amerika. Dabei haben wir einzelne Standorte, unter anderem das neue Werk in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee, auf Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheit überprüft.

▶ Konzernzertifikat

Die von uns durchgeführte Konzernzertifizierung stellt sicher, dass kundenbezogene Vorgaben und unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten umgesetzt werden. Fast alle Produktionsstandorte von WACKER sind ins Konzernzertifizierung eingegliedert. Ausnahmen bilden die Standorte in Brasilien, das Werk Kalkutta der Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Indien, sowie der Standort Halle, Deutschland, des Geschäftsbereichs WACKER Biosolutions. Diese haben jedoch entsprechende Einzelzertifikate. Seit 2012 sind alle Standorte der Wacker Chemie AG, Siltronic AG und der Alzwerke GmbH nach ISO 50001 (Energiemanagementsystem) zertifiziert. Im Berichtsjahr haben die Wacker Biotech GmbH, die DRAWIN Vertriebs-GmbH und die Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH begonnen, die Norm einzuführen. Die siliconproduzierenden Standorte Burghausen und Nünchritz, Deutschland, Jandira, Brasilien, Zhangjiagang, China, und Amtala, Indien wurden nach der Norm ISO 22716 für die Kosmetikindustrie zertifiziert.

▶ Treibhausgasemissionen

Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern. Seit dem Jahr 2012 berechnen wir unsere indirekten Treibhausgasemissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 3. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, z. B. durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Im Jahr 2015 haben wir erstmals die nachgeschalteten Transportstrecken gemäß Scope 3 berechnet. Zudem haben wir Auswirkungen auf unsere CO2 -Bilanz durch zugekaufte Produkte sowie den Umgang unserer Verkaufsprodukte bis zum Ende des Produktlebenszyklus einbezogen.

▶ Nachhaltigkeitsplattform

Im Jahr 2015 haben wir die konzernweite Implementierung unseres neuen IT-Systems für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT) abgeschlossen und damit die unterschiedlichen Einzelsysteme abgelöst. Mit der Software erfassen wir z. B. umwelt- und sicherheitsrelevante Ereignisse und steuern interne und externe Audits im Rahmen des Integrierten Managementsystems (IMS). Im Berichtsjahr haben im Konzern mehr als 4.000 Mitarbeiter SPIRIT genutzt.

Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht

Im Jahr 2015 hat WACKER seinen Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2013/ 2014 veröffentlicht. Das Unternehmen setzte mit dem Bericht wieder auf eine reine Onlineversion -auch zum Schutz der Umwelt. Der Bericht erfüllt die Leitlinien G3 der Global Reporting Initiative (GRI) vollständig. Die GRI hat den Report mit dem höchsten Berichtslevel a bewertet.

Compliance-Management registriert verstärkt Cyberkriminalität

WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Mitarbeiter können ihre Fragen weltweit an 24 Compliance-Beauftragte richten. Sie sitzen in Deutschland, den USA, China, Taiwan, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Compliance-Themen in anderen Ländern als hier aufgezählt werden vom Chief Compliance Officer von Deutschland aus bearbeitet. Mit dem Börsengang wurde für die Konzerntochter Siltronic AG im Berichtsjahr ebenfalls ein Chief Compliance Officer bestellt. Auch für den neuen Polysiliciumstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee haben wir einen Compliance-Beauftragten ernannt.

Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Im Jahr 2015 stimmte das Compliance-Management Maßnahmen mit weltweiter Geltung im Dialog mit den ausländischen Standorten auf die lokalen Anforderungen ab. Ein weiterer Fokus lag weiterhin in der Abwehr von Cyberkriminalität.

Arbeits- und Anlagensicherheit - 1.600 Maschinen überprüft

Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst. Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz haben wir bis zum Jahr 2015 an der internationalen Norm OHASS 18001 ausgerichtet.

Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden. Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stoffaustritt oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern.

Seit dem Jahr 2013 haben wir einen Schwerpunkt auf die Sicherheit von Maschinen im Rahmen des Projekts "ANSIKO Maschinensicherheit" gelegt. Bis Ende 2015 haben wir weltweit an allen Standorten die Sicherheitskonzepte von rund 1.600 Maschinen durch Experten vor Ort überprüfen lassen und sie zum Schutz der Mitarbeiter noch sicherer gemacht.

WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit. Im Berichtsjahr schulten wir unsere Fachleute in Adrian, USA, vor allem zum Thema Explosionsschutz. Zudem haben wir in den USA die Standorte Adrian, Calvert City und Eddyville in Bezug auf Sicherheit überprüft. Sicherheitsexperten aus Deutschland haben die Inbetriebnahme des neuen Standorts Charleston unterstützt.

Beim Arbeitsschutz haben wir uns das Ziel gesetzt, die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden konzernweit auf unter 2,0 im Jahr 2015 zu senken. Dieses Ziel haben wir nicht erreicht: Konzernweit verzeichneten wir im Berichtsjahr 2,6 Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen pro eine Mio. Arbeitsstunden (2014: 2,8). Bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen) weist WACKER, verglichen mit dem Durchschnitt der deutschen Chemieindustrie, deutlich bessere Zahlen aus: Hier betrug die Quote im Berichtsjahr 1,0 pro eine Mio. Arbeitsstunden (2014: 1,2), während die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie im Jahr 2014 9,3 meldepflichtige Unfälle auf eine Mio. Arbeitsstunden in Chemiebetrieben registrierte. Die wenigsten Unfälle bei WACKER sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und erhöhen unsere Anstrengungen im Arbeitsschutz. Konsequent setzen wir unser neues Sicherheitsprogramm um: WACKER Safety Plus (WSP) nutzt erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. WACKER Safety Plus zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden -ob beim Bedienen von Anlagen, im Umgang mit Chemikalien, im Betrieb, im Büro oder auf dem Arbeitsweg.

An den deutschen Standorten hat WACKER im Jahr 2015 besonderen Wert darauf gelegt, die Gefährdungsbeurteilungen zu überprüfen und zu aktualisieren. Dadurch konnten wir in vielen Bereichen die Schutzkonzepte und -maßnahmen verbessern. Das Programm wird auch im Jahr 2016 an allen deutschen Standorten fortgeführt.

Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter

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Anzahl 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Unfallhäufigkeit Konzern: Arbeitsunfälle1pro eine Mio. Arbeitsstunden 2,6 2,8 3,8 4,7 3,9 4,3 4,0
Unfallhäufigkeit Konzern: Meldepflichtige Arbeitsunfälle2 pro eine Mio. Arbeitsstunden 1,0 1,2 1,4 2,1 1,4 1,2 1,2

1 Unfälle ab einem Ausfalltag
2 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

Sicherer Transport von Gefahrgut

WACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu transportieren und zu lagern. Bevor wir Fahrzeuge beladen, kontrollieren wir sie streng. Dies gilt besonders für Gefahrgut. Im Jahr 2015 wurden in unserem Auftrag über 7.000 LKW überprüft. Bei Mängeln weisen wir sie zurück, bis diese behoben sind. Seit Jahren ist die Mängelquote niedrig. Im Jahr 2015 lag sie bei Gefahrguttransporten in Deutschland bei ca. 1,5 Prozent (2014: 0,3 Prozent). Die Gefahrgutspediteure werden regelmäßig von WACKER auditiert.

Mit unseren Logistikdienstleistern tauschen wir uns auch zu Themen der Transportsicherheit aus. Bei Mängeln vereinbaren wir Verbesserungsmaßnahmen und überprüfen ihre Umsetzung. WACKER nutzt interne Bewertungskriterien und international anerkannte Systeme wie das Safety and Quality Assessment System (SQAS) des europäischen Chemieverbands CEFIC, um Logistikdienstleister auszuwählen und ihre Leistungen zu beurteilen. Über Vorgaben stellt WACKER sicher, dass auch die Unterauftragnehmer unserer Logistikdienstleister unseren hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Im Geschäftsjahr 2015 verzeichneten wir 13 Transportvorkommnisse (2014: acht). Dazu zählen wir Unfälle, die sich bei der Distribution unserer Zwischenprodukte und Produkte ereignen, sofern der Transport von uns beauftragt wird. Mitgerechnet sind auch Unfälle ohne Gefahrgut, unabhängig davon, ob sie Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben.

Für Produkte mit hohem Gefahrenpotenzial setzen wir Verpackungen und Tanks nach den höchsten Sicherheitsstandards ein, die teilweise über den gesetzlichen Anforderungen liegen.

Transportunfälle

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Zahl der Unfälle 2015 2014 2013 2012 2011 2009 2010
Straße 10 5 4 8 6 5 4
Schiene 2 2 1 2 1 - 1
See 1 1 2 - 1 - -
Binnenschiff - - 1 - - - -
Flugzeug - - - - - - -

Auszeichnung für Schulversuchskoffer und Engagement für Flüchtlinge

Unternehmen können nur dann wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn ihnen die Gesellschaft Vertrauen entgegenbringt. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner Standorte. Ein besonderes Anliegen ist uns die naturwissenschaftlich-technische Ausbildung junger Menschen. Wir brauchen engagierte Wissenschaftler und Ingenieure, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen.

WACKER entwickelte im Berichtsjahr seinen Schulversuchskoffer CHEM 2DO weiter. Nach zwei Jahren Praxiserfahrung haben wir die vergriffene Auflage von 2012 noch besser an die Gegebenheiten in den Schulen und das Vorwissen der Schüler angepasst. Seit Herbst 2015 steht die Neuauflage zur Verfügung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft schulewirtschaft hat WACKER für den Schulversuchskoffer CHEM2 DO mit dem 1. Platz des SCHULEWIRTSCHAFT-Preises 2015 "Das hat Potenzial!" in der Kategorie "Starter - große Unternehmen" ausgezeichnet. Das Netzwerk würdigt mit dem Preis aktive Unternehmen, die sich für die beruflichen Perspektiven von Schülerinnen und Schülern engagieren. Im Jahr 2015 stand WACKER auch wieder Pate für den Regionalwettbewerb Dresden/ Ostsachsen von Jugend forscht.

Soziale Kinder- und Jugendprojekte sind uns ein besonderes Anliegen. Seit 2007 unterstützt WACKER das christliche Kinder- und Jugendwerk "Die Arche" in München. Die Initiative kümmert sich um rund 400 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien, darunter auch Flüchtlingskinder. Sie versorgt die Kinder mit warmen Mahlzeiten, gibt Nachhilfe, organisiert Freizeitangebote und leistet Beratung und Seelsorge. Im Berichtsjahr übergab WACKER der Münchner Arche zum neunten Mal eine 100.000-€-Spende.

Das WACKER-Ausbildungszentrum Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW) hat im Berichtsjahr vier jugendliche unbegleitete Flüchtlinge aus Afghanistan im Jugendgästehaus aufgenommen. Mit den im Jahr 2014 aufgenommenen acht Flüchtlingen aus Afrika kümmert sich WACKER nun um die Integration von zwölf jungen Geflüchteten. Für ihr neues Leben in Deutschland lernen die Jugendlichen intensiv Deutsch. Sie besuchen eine Integrationsklasse der Berufsschule Mühldorf mit dem Ziel, einen qualifizierten Schulabschluss zu erlangen und anschließend eine Berufsausbildung zu starten.

Neues Projekt des WACKER Hilfsfonds

Im Frühjahr 2015 verwüsteten zwei schwere Erdbeben weite Teile von Nepal. Seither hat sich das südasiatische Land nicht von der Katastrophe erholt. Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF waren rund 400.000 Menschen, darunter hunderttausende Kinder, mehr als ein halbes Jahr nach den Beben nicht ausreichend für den Winter vorbereitet.

Unsere Stiftung für Katastrophenhilfe, der WACKER Hilfsfonds, rief im Berichtsjahr die Belegschaft dazu auf, für die gemeinnützige Schülerfirma "Namaste Nepal S-GmbH" aus Freiberg, Deutschland, zu spenden. Das Projekt wurde von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums im Jahr 2005 gegründet und unterstützt in Zusammenarbeit mit einer nepalesischen Hilfsorganisation den Bau von Schulen und Kindergärten in der Provinz Sindhupalchok. Die Wacker Chemie AG beteiligt sich an der Spendenaktion, indem sie eine Initialspende über 50.000 € leistet und die Spenden der Mitarbeiter verdoppelt.

Umweltschutz

WACKER legt besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. Mit unseren Umweltschutzmaßnahmen gehen wir oft über die gesetzlichen Anforderungen hinaus - das entspricht dem Kerngedanken der Initiative Responsible Care® . WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Emissionen und Abfälle.

Unser Engagement im Umweltschutz spiegelt sich in Auszeichnungen wider. So hat z. B. die Association of International Chemical Manufacturers (AICM) in Peking WACKER Greater China im Berichtsjahr zum zweiten Mal mit dem Responsible Care® Chairman Award geehrt. Den GreenFleet-Award 2015 erhielt WACKER von der FleetCompany GmbH, einer Tochter des TÜV Süd, für sein Flotten- und Beförderungskonzept. Die Jury würdigte, dass WACKER umweltschonende Fahrzeuge einsetzt, Personentransporte und Dienstfahrten auf ein Minimum reduziert sowie Buszubringerdienste organisiert und eine Flotte von Werkfahrrädern unterhält.

Im Jahr 2015 haben wir 5,7 Mio. € (2014: 5,1 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Im gleichen Zeitraum beliefen sich die Umweltschutzbetriebskosten auf 83,8 Mio. € (2014: 88,2 Mio. €). Bei den Umweltkennzahlen berücksichtigen wir seit dem Berichtsjahr 2011 die im Jahr 2010 erworbene Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen. Die metallurgische Produktion unterscheidet sich in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen deutlich vom WACKER-typischen Chemiegeschäft. Durch den Zukauf haben sich insbesondere die Emissionen in die Luft erhöht. In der Bilanzierung der Umweltkennzahlen wird seit dem Berichtsjahr 2015 der neue Pharmastandort Halle konsolidiert berichtet. Der Standort Charleston meldete 2015 Umweltkennzahlen aus der Inbetriebnahmephase.

Wasserverbrauch mit dem Global Water Tool© geprüft

In vielen Teilen der Welt ist sauberes Wasser besonders knapp; das Gewinnen und Reinigen von Wasser ist dort sehr teuer. Als global arbeitendes Unternehmen berücksichtigen wir solche Konditionen in unseren Produktionsprozessen und beim Transport. Wir nutzen das Global Water Tool© (GWT) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), um den jährlichen relativen Wasserstressindex der Länder zu ermitteln, in denen unsere wichtigsten Produktionsstandorte sind. Die seit dem Jahr 2012 durchgeführte Auswertung basiert auf Auswertungen zum Wasserstressindex der Water Systems Analysis Group der University of New Hampshire, USA. Dieser gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen Wasserbedarf und Verfügbarkeit von sich erneuerndem Süßwasser. Das Ergebnis zeigt, dass unsere wichtigsten Produktionsstätten in Regionen mit einem niedrigen relativen Wasserstressindex liegen. Auf diese Regionen entfallen mehr als 97 Prozent unseres jährlichen Wassereinsatzes und über 90 Prozent unseres Produktionsvolumens. Auf Produktionsstandorte in Ländern, für die mit dem GWT keine Informationen zum Wasserstressindex verfügbar sind, entfallen weniger als 0,5 Prozent unseres Wasserverbrauchs.

Eines unserer Umweltziele ist, Flüsse und andere Oberflächengewässer noch sicherer vor schädlichen Stoffaustritten zu schützen. Im Jahr 2015 haben wir konzernweit potenzielle Risiken für Gewässer identifiziert und mögliche Gegenmaßnahmen untersucht. Im Rahmen der Sicherheitskonzepte für unsere Anlagen haben wir zusätzliche Maßnahmen entwickelt, um den Schutz weiter zu erhöhen. Am Standort Burghausen haben wir ein Projekt abgeschlossen, um den Fluss Salzach noch besser schützen zu können. Wir haben für unsere Durchlaufkühlung das Risiko eines Gewässerschadens durch Stoffaustritte weiter minimiert. Dazu haben wir z. B. die Prüfintervalle von Apparaten verkürzt oder das Kühlwasser durch Sekundärkreisläufe gesichert. Gemeinsam mit sieben weiteren Unternehmen aus dem Bayerischen Chemiedreieck hat sich die Wacker Chemie AG im Jahr 2015 im Verein "Naturnahe Alz" zusammengeschlossen. Ziel der Umweltinitiative ist, den bayerischen Staat bei der Renaturierung des Flusses Alz zu unterstützen und das Ökosystem nachhaltig zu stärken.

Im Jahr 2015 haben wir eine wasserrechtliche Erlaubnis beantragt, um künftig am Standort Burghausen mehr Grundwasser zu entnehmen. Damit wollen wir die Qualität unserer Reinstwasserversorgung sicherstellen und Phasen schlechter Qualität des Oberflächenwassers überbrücken. Die Entnahme von Grundwasser werden wir durch ein umfangreiches Monitoringprogramm begleiten. Dazu gehören Messungen des Grundwasserstands, Abflussmessungen an drei Bächen der Gemeinde Haiming sowie eine Funktionskontrolle der Lebensräume im Auwald mit naturschutzfachlichen Bestandsaufnahmen. Damit wollen wir gewährleisten, dass sich die Grundwasserentnahme nicht negativ auf die Natur auswirkt.

WACKER SILICONES hat am Standort Burghausen mit einer Fentox-Teilstrombehandlungsanlage die organische Fracht im Zulauf zur biologischen Abwasseranlage reduziert. In den vergangenen sechs Jahren haben wir die Menge schädlicher Emissionen in die Salzach kontinuierlich gesenkt. Wir haben die erste Biostufe der biologischen Abwasserreinigungsanlage von einer Zweibeckenfahrweise auf ein Becken umgestellt und einen zusätzlichen Abwasserzwischenspeicher in Betrieb genommen. Wir fangen damit Frachtspritzen von Schadstoffen auf, um diese in Phasen niedriger Zuläufe aus der Produktion kontrolliert der biologischen Abwasserreinigung zuzugeben. Die gleichmäßige Zuleitung führt zu einem stabileren Betrieb der biologischen Abwassereinigungsanlagen. Im Vergleich zum Jahr 2010 reduzierten sich die Emissionen organischer Verunreinigungen in die Salzach um 42 Prozent. Unter dem Motto "Abwasser sparen - mit Gewinn" lief am Standort Nünchritz von Dezember 2014 bis September 2015 eine Aktion unseres betrieblichen Vorschlagswesens. Ziel dieser Aktion war es, Ideen zum sparsamen Einsatz und Recycling von Wasser in der Produktion zu generieren. Wir haben damit das Bewusstsein der Mitarbeiter zur Abwassereinsparung geschärft. So gingen parallel zur Aktion die Abwassermengen in der zentralen Abwasserbehandlung am Standort Nünchritz um rund fünf Prozent zurück.

Die Emissionen von Kohlendioxid (Scope 1) sind konzernweit um 1,4 Prozent und die Emissionen der Stickoxide (NOx ) um rund vier Prozent zurückgegangen. Am Standort Freiberg hat Siltronic eine dritte Wäscherstufe am NOx -Wäscher in Betrieb genommen. Am Dampferzeuger in Nünchritz haben wir eine Brennerstufe modernisiert. Wir haben in Nünchritz weniger Abfälle thermisch verwertet, wodurch weniger NOx emittiert wurde. In unserem Burghauser Kraftwerk hat sich die erhöhte Betriebszeit der Gasturbine positiv auf die NOx -Emissionen ausgewirkt.

Am Standort Eddyville von WACKER BIOSOLUTIONS in Iowa, USA, haben wir die Apparateinstandhaltung und Lösemittelrückgewinnung optimiert und dadurch die Emissionen von NMVOC seit dem Jahr 2012 kontinuierlich reduziert. Im Zeitraum 2012 bis 2015 hat der Standort Eddyville 33 Prozent weniger NMVOC emittiert. Konzernweit haben sich die Emissionen von NMVOC durch Produktionssteigerungen erhöht.

Am Standort Burghausen haben wir eine Anlage in Betrieb genommen, mit der wir jährlich 2.400 Tonnen Ethylen, die bislang in der Abgasverbrennungsanlage entsorgt wurden, für die VAM-Produktion von WACKER POLYMERS zurückgewinnen.

Wir haben am Standort Burghausen im Berichtsjahr auch Abfälle erfasst, die nicht produktionsspezifisch anfallen, sondern vor allem durch Bau- und Investitionstätigkeiten, wie Bauschutt, Stahlschrott oder Papier. Die Abfallmengen für die Jahre 2009 bis 2014 haben wir entsprechend rückwirkend korrigiert. Konzernweit sind die Abfallmengen im Berichtsjahr um rund drei Prozent gesunken.

Seit der norwegische Standort Holla im Jahr 2010 von WACKER übernommen wurde, steht dort in der energieintensiven Siliciummetallproduktion besonders die kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes auf dem Plan. So wurde z. B. die Wartung von Apparaten optimiert, die Staub aus der Siliciummetallproduktion abscheiden. Diese Maßnahmen haben die Emissionen deutlich reduziert. Während im Jahr 2014 noch drei Kilogramm Staub pro Tonne Produktion emittiert wurden, waren es im Berichtsjahr noch 2,5 Kilogramm, was einer spezifischen Reduktion von 20 Prozent entspricht.

Umweltkennzahlen 2009 - 2015

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2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Luft              
CO2 -Emissionen1 direkte (kt) 1.234 1.251 1.253 1.311 1.341 986 969
indirekte (kt) 1.544 1.420 1.241 1.133 1.075 - -
NOX Stickoxide (t)2 1.910 1.990 2.010 2.225 2.221 926 963
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t)3 910 870 830 800 750 700 610
Wasser              
Wassereinsatz (Tsd. m3 ) 237.060 241.973 220.908 242.072 268.657 252.151 264.532
CSB chemischer Sauerstoffbedarf (t) 1.150 1.230 1.320 1.460 1.680 1.820 2.730
AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe (t) 2 2 2 3 5 6 6
Abfall4              
beseitigt (t) 46.490 51.570 39.210 41.340 46.640 48.620 84.310
verwertet (t) 121.420 121.540 124.040 114.330 110.920 91.970 73.550
gefährlich (t) 75.520 78.330 78.910 70.910 73.950 71.340 102.200
nicht gefährlich (t) 92.390 94.780 84.340 84.760 83.610 69.250 55.660
Energie5              
Stromverbrauch (GWh) 5.147 4.926 4.521 4.519 4.277 3.623 2.568
Primärenergieeinsatz              
davon              
Erdgas (GWh) 5.029 4.975 5.051 5.927 5.771 5.463 5.378
Feste Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) (GWh) 768 839 872 862 886 432 -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) (GWh) 245 242 236 223 218 228 209
Heizöl (GWh) 20 20 17 18 16 13 8

1 CO2 -Emissionen werden gemäß Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2 -Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom umgerechnet in CO2 -Äquivalente). Gemäß den Empfehlungen des GHG Protocol wurden auf Grund von Anpassungen der Systemgrenzen die direkten und indirekten Emissionen rückwirkend bis zum Bezugsjahr 2012 der CO2 -Zielsetzung der Wacker Chemie AG neu berechnet. Für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden bei den direkten CO2 -Emissionen des Konzerns zusätzlich die Emissionen aus dem Innerwerkverkehr der Standorte berücksichtigt.
2 Korrektur der NOx -Emissionen für den Standort Burghausen für das Jahr 2014 auf Grund einer Vereinheitlichung der konzernweiten Datenermittlung.
3 Die Methodik zur Ermittlung der Gesamtemission an flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) aus unserer Produktion wurde im Jahr 2014 angepasst. Eine weitere Vereinheitlichung der konzernweiten Datenermittlung im Jahr 2015 führte zu einer zusätzlichen Anpassung der Emissionsmengen ab 2009. Die Erhöhung von 2014 auf 2015 ist durch Produktionssteigerungen bedingt.
4 Für den Standort Burghausen werden seit dem Berichtsjahr 2015 sämtliche Abfälle erfasst, auch solche, die nicht produktionsspezifisch anfallen. Dies umfasst im Wesentlichen Bauschutt, Stahlschrott, Papier etc. Die entsprechenden Abfallmengen wurden für die Jahre 2009 bis 2014 angepasst.
5 Eine Vereinheitlichung der konzernweiten Datenermittlung im Jahr 2015 führte zu einer Anpassung der Energiezahlen ab 2009.

Unsere indirekten CO2 -Emissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) sind im Jahr 2015 auf 1.544 kt (2014: 1.420 kt) gestiegen. Ursachen für den Anstieg sind die Berücksichtigung der Emissionen aus dem Stromverbrauch der 300 mm Waferproduktion in Singapur, erhöhte Produktionsmengen an den Standorten Burghausen und Nünchritz sowie die Zunahme des Emissionsfaktors für die Stromerzeugung in Deutschland (Daten gemäß "CO2 -Emissions from Fuel Combustion, 2015 Edition" der International Energy Agency). Durch Energieeffizienzmaßnahmen haben wir den gewichteten spezifischen Energieverbrauch und die damit verbundenen spezifischen CO2 -Emissionen bei einem vergleichbaren Produktportfolio gesenkt.

Die konzernweite CO2 -Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern. Deshalb berechnen wir, nach der erstmaligen Erfassung der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) im Jahr 2011, seit dem Jahr 2012 auch unsere Scope-3-Emissionen. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, zum Beispiel durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Diese Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2015 an das Carbon Disclosure Project (CDP) weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Das CDP ist eine im Jahr 2000 in London gegründete Non-Profit-Organisation, die mehr Transparenz bei klimaschädlichen Treibhausgasemissionen schaffen will.

Die Wacker Chemie AG hat sich in der jährlichen Nachhaltigkeitsbewertung des Carbon Disclosure Project (CDP) erneut verbessert. Mit einem Disclosure Score von 97 von 100 möglichen Punkten und einem Performance Score B auf einer Skala von A bis E liegen wir über dem Durchschnitt der Kategorie Energy & Materials. In der Liste der MDAX-Unternehmen gehört WACKER zu den Indexführern.

Produktverantwortung

WACKER berücksichtigt Kriterien des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sowie der Sicherheit in allen Stadien des Produktlebenszyklus. Bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten betrachten wir die Nachhaltigkeitsaspekte der neuen Produkte und Verfahren. Das beginnt beim Einsatz von Rohstoffen: Wir versuchen, möglichst geringe Mengen und ökologisch vorteilhafte Rohstoffe einzusetzen. Unsere Produkte werden in der Regel von Geschäftskunden weiterverarbeitet und im Allgemeinen nicht direkt von Endverbrauchern genutzt. Mit unseren Ökobilanzen betrachten wir den Umwelteinfluss der Produkte entlang ihres Lebenswegs von der Herstellung bis zum Werktor (Cradle-to-Gate-Bilanzen). Diese Analysen ermöglichen uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte bzw. unserer Produktion zu bewerten und zu verbessern. Dabei berücksichtigen wir Material-, Wasser- und Energieeinsatz sowie Ökotoxizität entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Mit dem WACKER EcoWheel® identifizieren wir Fokusthemen der Nachhaltigkeit und legen gemeinsam mit unseren Kunden Schwerpunkte für Forschungsprojekte fest.

Produktlebenszyklus

Energiemanagement

Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. Allein in Deutschland nutzt sie rund 20 Prozent des Stroms, der von Industriebetrieben verbraucht wird. Auch WACKER verbessert deshalb ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. Damit bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. An den Standorten Burghausen und Nünchritz praktizieren wir seit Jahren Wärmeverbundsysteme und verbessern diese stetig. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (in der Regel Erdgas) in unseren Kraftwerken.

Um die Energieeffizienz weiter zu verbessern und den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) zu senken, hat der Vorstand Energieziele für WACKER in Deutschland festgelegt. Unser ursprüngliches Ziel war es, im Zeitraum von 2007 bis 2022 den gewichteten spezifischen Energieverbrauch um ein Drittel zu senken. Im Jahr 2014 hatten wir den spezifischen Energieverbrauch bereits um ein Drittel reduziert. Nun haben wir uns zum Ziel gesetzt, den spezifischen Energieverbrauch bis zum Jahr 2022 auf die Hälfte des Wertes von 2007 zu senken. Mit unseren Energiezielen erfüllen wir eine Vorgabe des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001. Dies haben wir an allen deutschen Standorten der Wacker Chemie AG, der Siltronic AG und der Alzwerke GmbH eingeführt und zertifiziert. Damit erfüllen wir bereits seit dem Jahr 2012 die vom Jahr 2015 an geltende gesetzliche Verpflichtung für ein Energiemanagementsystem.

Effizient Energie erzeugen

Am Standort Burghausen nutzen wir Wasserkraft, um Strom zu gewinnen. Unser Produktionsstandort in Holla, Norwegen, bezieht seinen Strom überwiegend aus Wasserkraft. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An den großen WACKER-Standorten Burghausen und Nünchritz erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion: Diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) sind hocheffizient und haben mit über 80 Prozent einen deutlich höheren Brennstoffnutzungsgrad als konventionelle Anlagen zur getrennten Strom- und Wärmeerzeugung.

Stromversorgung

1 Burghausen
2 Burghausen
3 Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas; geänderte Berechnungspraxis: seit 2014 Daten entsprechend dem deutschen Energiemix; Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW, Stand 11/2015 für das Jahr 2014
4 Wasserkraft, Wind, Solar; geänderte Berechnungspraxis: seit 2014 Daten entsprechend dem deutschen Energiemix; Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW
5 Im Ausland beziehen wir den Strom fremd auf Basis des örtlichen Standardenergiemix

Im Geschäftsjahr 2015 stieg der absolute Stromverbrauch leicht auf 5.147 GWh (2014: 4.926 GWh), wobei der spezifische Energieverbrauch durch Effizienzmaßnahmen reduziert werden konnte. Ursache dafür war die ganzjährig hohe Auslastung unserer Polysiliciumproduktion sowie die Aufnahme der 300 mm Scheibenproduktion in Singapur in den Energiebericht. Unsere Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz erzeugten im Jahr 2015 rund 1.451 GWh (2014: 1.405 GWh). Damit produzierte WACKER knapp 30 Prozent seines Gesamtstrombedarfs selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der aus unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung und der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, stammt, belief sich im Berichtszeitraum konzernweit auf rund 1,1 Mio. Tonnen (2014: 1,1 Mio. Tonnen).

Mit seinen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an den Standorten Burghausen und Nünchritz unterliegt WACKER dem europäischen Emissionshandel. Die Beschaffung von Emissionsberechtigungen ist seit dem Jahr 2013 in den Planungen des Energieeinkaufs berücksichtigt. Für das Jahr 2013 mussten wir wegen eines Überschusses aus der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 keine Emissionszertifikate zukaufen. Seit dem Jahr 2014 kaufen wir zum Ausgleich der Unterdeckung Emissionszertifikate für unsere unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen.

Vom konzernweiten Strombedarf entfielen 78 Prozent (2014: 79 Prozent) auf die Produktionsstandorte in Deutschland. WACKER hat in Deutschland 64 Prozent (2014: 64 Prozent) seines benötigten Stroms zugekauft. Entsprechend dem deutschen Energiemix wurden 57 Prozent (2014: 56 Prozent) dieses Stroms aus fossilen Energieträgern erzeugt. 16 Prozent (2014: 15 Prozent) stammen aus Kernenergie, 27 Prozent (2014: 26 Prozent) aus erneuerbaren Energiequellen. Der Wärmeverbrauch, in dem der Einsatz fester fossiler und biogener Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) bei der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt ist, sank geringfügig auf 3.520 GWh (2014: 3.571 GWh).

Energieverbrauch1

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GWh 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Stromverbrauch 5.14 4.926 4.521 4.519 4.277 3.623 2.568
Wärmeverbrauch2 3.52 3.571 3.709 3.734 3.828 3.321 2.738
Primärenergieeinsatz gesamt 6.06 6.081 6.176 7.030 6.891 6.136 5.595
davon Erdgas 5.02 4.975 5.051 5.927 5.771 5.463 5.378
Feste Energieträger3 (Kohle, Holzkohle, Holz) 76 839 872 862 886 432 -
Wärme Fremdbezug (Dampf, Fernwärme) 24 242 236 223 218 228 209
Heizöl 2 20 17 18 16 13 8

1 Eine Vereinheitlichung der konzernweiten Datenermittlung im Jahr 2015 führte zu einer Anpassung der Energiezahlen ab 2009.
2 Im Wärmeverbrauch ist seit dem Jahr 2010 der Einsatz fester fossiler und biogener Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, berücksichtigt.
3 Eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, als Reduktionsmittel

Einkauf und Logistik

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2015 gestiegen. Der wesentliche Grund dafür sind höhere Investitionsausgaben und Mengensteigerungen. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe und Energie sowie für Dienstleistungen, Material und Equipment mit einem hohen Anteil für Investitionen. WACKER hat für Rohstoffe, Material und Dienstleistungen 3,66 Mrd. € (2014: 3,19 Mrd. €) ausgegeben. Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionsprojekte in Höhe von 834 Mio. € (2014: 572 Mio. €). Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag bei 69 Prozent (2014: 66 Prozent). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 1.300 verschiedene Rohstoffe sowie eine Vielzahl technischer Güter und Dienstleistungen für den Anlagenbau und die Instandhaltung beschafft. Die Zahl unserer Lieferanten beläuft sich auf rund 11.500 (10.500 im Technischen Einkauf & Logistik, 1.000 im Rohstoffeinkauf).

Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe leicht über Vorjahresniveau

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,73 Mrd. € (2014: 1,65 Mrd. €) 4,8 Prozent über dem Vorjahr. Die Mengen sind im mittleren einstelligen Prozentbereich gestiegen. Der schwächere Euro gegenüber dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi hat sich negativ auf die Rohstoffpreise ausgewirkt. Auf der anderen Seite haben die schwache Nachfrage nach Rohstoffen und der weitere Rückgang des Ölpreises die Preisentwicklung gebremst. Der starke Verfall des Ölpreises hat sich nicht im vollen Umfang und zeitverzögert auf die für WACKER wichtigen petrochemischen Rohstoffe widergespiegelt. Durch mehrere Cracker-Ausfälle in Europa und Asien ist der Markt für Olefine und Olefinderivate recht eng gewesen. Insgesamt waren aber die Preise für unsere petrochemischen Rohstoffe wie Vinylacetatmonomer deutlich niedriger als im Jahr 2014. Siliciummetall ist gegenüber dem Vorjahr im Preis gestiegen, weil Brasilien als wichtiger Lieferant für diesen Rohstoff die Produktion auf Grund von Wasserknappheit zurückgefahren hat. Die Preise für die von uns bezogenen Energien Gas und Strom waren im Geschäftsjahr 2015 stabil oder leicht rückläufig. Auf Grund von Preissicherungsstrategien haben sich die Kostenrückgänge nicht im vollen Umfang ausgewirkt.

Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)

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Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Beschaffungsvolumen 3.655 3.187 3.076 3.493 3.418 2.799 2.342

In Nordamerika haben wir Ende 2015 mit dem Hochfahren der Polysiliciumproduktion am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee begonnen und die Versorgung des Standorts mit den erforderlichen Rohstoffen und Energie vorbereitet.

Technischer Einkauf & Logistik

Das Rechnungsvolumen im Zentralbereich Technischer Einkauf & Logistik liegt auf Grund höherer Investitionsausgaben rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei technischen Materialien haben wir Preiserhöhungen vermeiden können. Bei den Serviceleistungen kam es zu moderaten Preiserhöhungen. Die Lieferzeiten bewegen sich auf dem Vorjahresniveau. Insgesamt hat WACKER einschließlich Siltronic weltweit rund 420.000 Bestellungen ausgelöst. Zehn Prozent unserer Lieferanten decken 90 Prozent unseres Einkaufsvolumens im Bereich Technischer Einkauf & Logistik ab.

Im Geschäftsjahr 2015 haben wir in spezifischen Segmenten wie in der Logistik und bei technischen Dienstleistungen größere Rahmenverträge über mehrere Jahre abgeschlossen. Die im Jahr 2013 gestartete Initiative, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern, zeigt weiterhin messbare Ergebnisse und wird auf breiter Basis fortgeführt. Der Projekteinkauf hat im vergangenen Jahr 15 Projekte in verschiedenen Planungsstadien betreut. Die größten davon waren das Polyausbauprojekt im US-Bundesstaat Tennessee sowie der neue Dispersionsreaktor im US-Bundesstaat Kentucky.

Durch die in Amerika, Asien und Europa durchgeführten Investitionsprojekte haben wir mit einer großen Zahl von qualifizierten lokalen Lieferanten zusammengearbeitet. Diese Zusammenarbeit werden wir weiter fortsetzen, um die Potenziale des globalen Beschaffungsmarkts für WACKER zu nutzen und den Wettbewerb mit unseren langjährigen Lieferanten zu erhöhen. Unser Ziel ist es, dadurch unsere Beschaffungskosten, Lieferzeiten und die Qualität zu optimieren sowie schnell zusätzliche Lieferpotenziale zu erschließen.

Die systematische Risikobeobachtung ist für WACKER ein wichtiges Instrument, um unsere Lieferbeziehungen richtig bewerten zu können. Dabei kamen Analysen von Ratingagenturen, eigene Lieferantenbewertungen und verstärkt der direkte Kontakt zu unseren Partnern zum Einsatz. Durch den Technischen Einkauf haben wir im vergangenen Jahr 366 Lieferanten beurteilt.

Zahl der elektronischen Beschaffungsvorgänge steigt prozentual weiter

Die elektronische Beschaffung hat für WACKER eine zentrale Bedeutung. Wir betrachten den gesamten Einkaufsprozess - von der Anfrage beim Lieferanten bis zur Bezahlung der Rechnung. Eine wichtige Messgröße ist die Anzahl der automatisiert angelegten Bestellungen. Von weltweit mehr als 650.000 Bestellpositionen im Technischen Einkauf und im Rohstoffeinkauf (2014: mehr als 600.000 Positionen) entfallen auf den Technischen Einkauf an den großen Standorten rund 490.000 Bestellungen. Davon haben wir im Jahr 2015 an den deutschen Standorten rund 70 Prozent automatisiert angelegt. Vor allem durch die Beschaffung über E-Kataloge erreichen wir einen hohen Automatisierungsgrad. In unseren größeren Werken bewegt sich der Anteil elektronischer Beschaffungsvorgänge auf einem konstant hohen Niveau. Einen weiteren Anstieg streben wir daher verstärkt an unseren kleineren Standorten im In- und Ausland an. Derzeit arbeiten wir mit rund 160 Lieferanten auf der Basis von elektronischen Katalogen zusammen.

Direkter Kontakt zu unseren Lieferanten

WACKER hat schon immer Wert gelegt auf den direkten Kontakt zu unseren Lieferanten. Am Lieferanten- und Logistiktag am 11. Juni 2015 in Burghausen nahmen rund 420 Unternehmen teil. Ausgezeichnet wurden die Firma Elektro Kreuzpointner und die Firma Maasch Metallbau als zuverlässiger, langjähriger Partner sowie die Firma Kirsch Apparatebau als bester Hardware-Partner. Der Preis für gemeinsame Innovationen ging an die Firma Kunert Wellpappe. Bester Service-Partner sind die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe. Für die gute globale Zusammenarbeit wurde die Firma OOCL Logistics geehrt. WACKER ist an einer langfristigen Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten interessiert und achtet gleichzeitig darauf, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern. In Deutschland, dem nach wie vor größten Beschaffungsmarkt, arbeiten wir mit rund 6.500 Lieferanten zusammen. Die durchschnittliche Lieferantenbindungsdauer (Technischer Einkauf & Logistik) beträgt zehn Jahre.

Transportvolumen hat sich erhöht

Das Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Burghausen als größte Logistikdrehscheibe des Konzerns erhöhte das Versandvolumen um rund fünf Prozent auf rund 800.000 Tonnen (2014: 762.000 Tonnen). Die Zahl der LKW-Ladungen ist leicht gestiegen, genauso wie die der Übersee-Container. Das Volumen wurde über 40.700 LKW-Ladungen und 14.000 Übersee-Container abgewickelt.

Transportaufkommen der Logistikdrehscheibe Burghausen

Mehr Transporte mit der Bahn

Am neuen Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee haben wir die Logistikprozesse für die Inbetriebnahme und die Produktion entwickelt und installiert. Im Werk Zhangjiagang konnte im September 2015 das neue logistische Umschlagzentrum in Betrieb genommen werden, um das höhere Volumen an Rohstoffen und Fertigprodukten effizienter abwickeln und die Kunden schneller bedienen zu können. Das öffentliche Kombiterminal in Burghausen hat die Zahl der Warenumschläge und der Transportverbindungen deutlich gesteigert. Neben zusätzlichen Zügen zu den Nordhäfen Hamburg und Bremerhaven sind neue Verbindungen nach Köln und Triest geschaffen worden. Damit bringen wir mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene. Für die Optimierung bei Überseetransporten ist WACKER vom Verband der Chemischen Industrie (VCI) und vom VCI-Landesverband Bayern mit dem Responsible Care® -Preis ausgezeichnet worden.

Im Februar 2015 ist WACKER der Einkaufsinitiative "Together for Sustainability" beigetreten. Sie hat das Ziel, ein standardisiertes globales Programm zur verantwortungsvollen Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen in der Chemiebranche einzuführen und die ökologischen und sozialen Standards bei Lieferanten zu verbessern.

Produktion

Produktionsmengen gegenüber dem Vorjahr gestiegen

Die Produktionsmengen sind im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir so große Mengen verkauft wie nie zuvor. Auch in den Chemiebereichen verzeichneten wir einen Mengenanstieg und eine hohe Auslastung. In den Chemiebereichen lag die Produktionsauslastung bei über 80 Prozent. Wesentliche Abschaltungen von Anlagen gab es nicht. Die Produktionskosten haben sich um vier Prozent erhöht. Die Instandhaltungskosten bewegen sich mit 427 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres.

Produktionsauslastung 2015

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% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 98
WACKER POLYMERS 85
WACKER POLYSILICON 100
SILTRONIC 87

Im Geschäftsjahr 2015 betrugen die Investitionen in neue Produktionsanlagen S34,o Mio. € (2014: 572,2 Mio. €). Der größte Teil davon entfiel auf den Aufbau der Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee, wo wir seit April 2011 einen neuen Produktionsstandort für Polysilicium aufgebaut haben.

Wichtige Inbetriebnahmen

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Calvert City Dispersionsreaktoranlage 2015
Burghausen Dispersionspulvertrockneranlage 2015
Burghausen Erweiterung PSP (Performance Silicones Plant) 2015
Burghausen Sondermonomere 2015
Holla Modernisierung Siliciumofen 2015

Die Projektabwicklung bei allen Investitionsprojekten liegt in den Händen der Ingenieurtechnik von WACKER.

Höhere Anlagennutzungsgrade und geringere spezifische Instandhaltungsaufwände Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms

Hohe Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist ein Erfolgsgarant von WACKER. Über das Programm "Wacker Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten jedes Jahr weiter zu verringern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mehr als 600 Projekte im operativen Geschäft und in den Zentralbereichen bearbeitet. Rund 400 davon entfielen auf Maßnahmen im operativen Geschäft und rund 200 auf Maßnahmen in den Zentralbereichen. Die Schwerpunkte von WOS lagen im vergangenen Jahr auf der Verbesserung der Anlagennutzungsgrade, der spezifischen Energieverbräuche und der Rohstoffausbeute, der Optimierung des spezifischen Instandhaltungsaufwands sowie der Reduzierung von Fremdleistungen.

Produktivitätsprojekte nach Schwerpunkten

Die 2009 gegründete WOS ACADEMY hat im vergangenen Jahr in sieben Schulungen rund 100 Mitarbeiter in der Anwendung neuer Produktivitätsmethoden wie Six Sigma ausgebildet. Parallel zur Ausbildung haben wir Projekte durchgeführt, um die spezifischen Kosten zu verbessern.

Vertrieb und Marketing

Umsatz von WACKER-Produkten legt zu

Der Umsatz unserer Produkte ist im Jahr 2015 gestiegen. Dafür verantwortlich waren höhere Mengen sowie positive Währungseinflüsse. Wir konnten die Umsätze in allen Geschäftsbereichen im Vergleich zum Vorjahr erhöhen.

Unser Geschäft ist geprägt durch eine hohe Wiederkaufrate. Bei Siltronic haben 95 Prozent der Kunden im Jahr 2015 Produkte bezogen, die auch im Jahr 2014 beliefert wurden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS lag die Wiederkaufrate bei 97 Prozent (bezogen auf den Umsatz), im Geschäftsbereich WACKER SILICONES bei etwas mehr als 90 Prozent. Die Wiederkaufrate bei WACKER POLYSILICON ist nicht aussagekräftig, da sich Kunden aus dem Solargeschäft vollständig zurückgezogen haben.

Zu den Erfolgsfaktoren von WACKER gehören die globale Präsenz und die Nähe zum Kunden. Die Effizienz der Geschäftsprozesse spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die langjährige Erfahrung der regionalen Verkaufsteams, verbunden mit gezielten Maßnahmen, die Produktivität zu verbessern, steht dabei im Fokus. Internationale Projektteams arbeiten daran, die manuellen und digitalen Verkaufsprozesse miteinander zu verzahnen und zu optimieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist es, Vertriebswege und -strukturen weiterzuentwickeln.

Die Kunden von WACKER unterteilen sich in drei Gruppen: Global Key Accounts, Kunden und Distributoren. Global Key Accounts sind Kunden mit besonderer strategischer Bedeutung für WACKER und mit hohen Umsätzen. WACKER hat aktuell 39 Global Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2015 rund 25 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen (WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS) erwirtschaftet haben. Mit unseren rund 8.000 aktiven anderen Kundenbeziehungen haben wir mehr als 55 Prozent unseres Chemieumsatzes erzielt, rund 20 Prozent mit Distributoren.

Der Umsatzanteil, der über elektronische Verkaufsplattformen abgewickelt wird, ist im Jahr 2015 weiter gestiegen. Sie kommen in 73 Ländern zum Einsatz. Rund 47 Prozent unserer Umsätze in den Chemiebereichen werden weltweit über elektronische Vertriebskanäle abgewickelt. Asien ist dabei nach wie vor Spitzenreiter mit über 50 Prozent.

Vertriebs- und Distributionsnetz ausgebaut

Das Distributionsgeschäft der Chemiebereiche konnte im Jahr 2015 ein deutliches Umsatzplus verzeichnen. Dabei blieb die Zahl der Distributionspartner (300) wie auch die Zahl der überregionalen Distributorengruppen (fünf) konstant. Der Anteil der 50 wichtigsten Distributoren für unser Geschäft liegt unverändert bei rund 80 Prozent des Umsatzes, den wir im Distributionsgeschäft erwirtschaften. Im Jahr 2015 haben wir bestehende Lieferkanäle überprüft und optimiert sowie verschiedene Initiativen gestartet, die Zusammenarbeit mit unseren Distributoren zu intensivieren.

Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, den Markenauftritt von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2015 haben wir 14,8 Mio. € (2014: 15,2 Mio. €) dafür ausgegeben.

Prozentualer Anteil der Marketingkosten

Auf 86 Messen weltweit präsent

Die Präsenz von WACKER auf Fachmessen ist im Jahr 2015 auf einem hohen Niveau geblieben. Insgesamt waren wir auf 86 Messen (2014: 81 Messen) mit einem eigenen Stand vertreten. Die wichtigsten Messen waren für uns im Jahr 2015 die European Coatings Show in Nürnberg, wo wir unsere gesamte Kompetenz im Bereich Bau, Farben- und Klebstoffanwendungen präsentiert haben, die in-cosmetics in Barcelona sowie die Medizinmesse Compamed in Düsseldorf. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Im Jahr 2015 haben wir 30 Messen (2014: 24 Messen) einer solchen Analyse unterzogen.

Messen 2015

1 Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich, Schweden, Serbien, Spanien, Türkei
2 China, Indien, Indonesien, Japan, Myanmar, Südkorea, Thailand, Turkmenistan
3 Brasilien
4 Dubai, Jordanien
5 Südafrika

Lagebericht der Wacker Chemie AG

(Ergänzende Erläuterungen nach HGB)

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 29s Abs. 3 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. An der Siltronic AG ist die Wacker Chemie AG zum Stichtag direkt und indirekt mit 57,8 Prozent beteiligt. Am 11. Juni 2015 wurden im Rahmen eines Börsengangs 25,5 Prozent der Anteile an der Frankfurter Börse platziert. Durch die gleichzeitige Kapitalerhöhung der Siltronic AG sank der direkt und indirekt gehaltene Beteiligungsanteil um weitere 16,7 Prozent. Der Ergebnisabführungsvertrag der Siltronic AG mit der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, einer Tochtergesellschaft der Wacker Chemie AG, wurde zum 01. Januar 2015 einvernehmlich aufgehoben. Die Siltronic AG gehört damit nicht mehr zum Organkreis der Wacker Chemie AG. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 56 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel 3 angegeben.

Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.519 Mitarbeiter.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.

Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB

Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2015 2014
Umsatzerlöse 3.587,2 3.343,3
Bestandsveränderungen 14,0 21,4
Andere aktivierte Eigenleistungen 22,6 28,8
Gesamtleistung 3.623,8 3.393,5
Sonstige betriebliche Erträge 307,4 333,1
Materialaufwand - 1.503,5 - 1.471,2
Personalaufwand - 825,4 - 768,3
Abschreibungen - 312,1 - 319,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 739,1 - 615,5
Betriebsergebnis 551,1 552,0
Beteiligungsergebnis 71,5 56,8
Zinsergebnis - 104,7 - 71,2
Sonstiges Finanzergebnis - 2,3 3,2
Finanzergebnis - 35,5 - 11,2
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 515,6 540,8
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 179,8 - 191,6
Jahresüberschuss 335,8 349,2
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 960,5 636,1
Ausschüttung - 74,5 - 24,8
Bilanzgewinn 1.221,8 960,5
EBITDA* 863,2 871,6

* EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG zeigte einen deutlichen Anstieg der Gesamtleistung, während sich das Betriebsergebnis auf dem Niveau des Vorjahres bewegte. Die positiv wirkenden Sondereffekte fielen im Geschäftsjahr 2015 etwas geringer aus als in 2014. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde durch ein höheres Zinsergebnis belastet. Damit ging der Jahresüberschuss leicht von 349,2 Mio. € auf 335,8 Mio. € zurück.

Das Betriebsergebnis belief sich auf 551,1 Mio. € (2014: 552,0 Mio. €). Insbesondere die Chemiebereiche konnten ihren Ergebnisbeitrag deutlich steigern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON fielen die Erträge aus Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen sowie erhaltene Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit Vertragsauflösungen mit 137,6 Mio. € geringer aus als im Vorjahr (2014: 206,3 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis wurde durch die Ergebnisabführung der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH positiv beeinflusst. Es belief sich auf 71,5 Mio. € (2014: 56,8 Mio. €). Darin enthalten ist der im Rahmen des Börsengangs erzielte Ertrag aus der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG. Das Zinsergebnis war insbesondere belastet durch Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen. Der Steueraufwand sank im Wesentlichen durch das etwas geringere Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Insgesamt verringerte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 515,6 Mio. € (2014: 540,8 Mio. €). Der Jahresüberschuss ging auf 335,8 Mio. € (2014: 349,2 Mio. €) zurück.

Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen Anstieg von sieben Prozent auf 3,59 Mrd. € (2014: 3,34 Mrd. €). Hierzu trugen alle Geschäftsbereiche bei. Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS kletterte um zehn Prozent auf 739,5 Mio. € (2014: 673,5 Mio. €) und im Geschäftsbereich WACKER SILICONES um neun Prozent auf 1,44 Mrd. € (2014: 1,33 Mrd. €). Ebenso erzielte der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS einen Umsatzanstieg von neun Prozent auf 136,5 Mio. € (2014: 124,8 Mio. €). WACKER POLYSILICON konnte durch höhere Absatzmengen die rückläufigen Preise überkompensieren und erreichte ein Umsatzwachstum von zwei Prozent auf 1,07 Mrd. € (2014: 1,05 Mrd. €). Die Gesamtleistung erhöhte sich damit insgesamt um 230,3 Mio. € auf 3,62 Mrd. €.

Der Materialaufwand liegt im Geschäftsjahr 2015 mit 1,50 Mrd. € (2014: 1,47 Mrd. €) etwa auf Vorjahresniveau. Die darin enthaltenen Aufwendungen für Energie gingen leicht zurück. Uneinheitlich wirkte sich die Preisentwicklung der strategischen Rohstoffe aus. Hier stieg der durchschnittliche Preis für Siliciummetall im Vergleich zum Vorjahr an, was durch die Preisrückgänge bei den Rohstoffen Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer teilweise kompensiert werden konnte. Dadurch sank die Materialeinsatzquote auf 41,5 Prozent (2014: 43,4 Prozent).

Der Personalaufwand erhöhte sich um sieben Prozent auf 825,4 Mio. € (2014: 768,3 Mio. €) und entwickelte sich damit proportional zu den Umsatzerlösen. Grund hierfür sind höhere Tarifabschlüsse sowie etwas höhere variable Vergütungsbestandteile als im Geschäftsjahr 2014. Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.519 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2014: 9.435). Die Personalaufwandsquote blieb mit 22,7 Prozent (2014: 22,6 Prozent) konstant.

Die Abschreibungen haben sich leicht auf 312,1 Mio. € (2014: 319,6 Mio. €) verringert.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichem Ertrag und sonstigem betrieblichem Aufwand, hat sich um 149,3 Mio. € auf - 431,7 Mio. € verringert (2014: - 282,4 Mio. €). Das geht zum großen Teil zurück auf die geringeren Erträge aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und erhaltenen Schadenersatzleistungen im Zusammenhang mit Vertragsauflösungen mit Polysiliciumkunden. Sie summierten sich im Geschäftsjahr 2015 auf 137,6 Mio. € (2014: 206,3 Mio. €). Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungseffekten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften enthalten. Insbesondere waren im Geschäftsjahr 2015 höhere Frachtkosten auf Grund des Mengenwachstums zu verzeichnen. Zudem war das Währungsergebnis mit - 21,1 Mio. € negativ (2014: 6,7 Mio. €). Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen haben das sonstige betriebliche Ergebnis um 5,2 Mio. € (2014: 8,4 Mio. €) erhöht.

Das Betriebsergebnis betrug 551,1 Mio. € und bewegte sich damit auf dem Vorjahresniveau von 552,0 Mio. €.

Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Sie beliefen sich auf 81,7 Mio. € (2014: 61,2 Mio. €). Weiter sind Abschreibungen auf Anteile an einer Tochtergesellschaft in Höhe von 10 Mio. € enthalten.

Das negative Zinsergebnis ist weiter zurückgegangen und betrug - 104,7 Mio. € (2014: - 71,2 Mio. €). Hierbei wirkte sich vor allem der im Vorjahresvergleich geringere Diskontierungszinssatz für Pensionsverpflichtungen aus, der zu Zinsaufwendungen in Höhe von 91,0 Mio. € (2014: 56,1 Mio. €) führte. Die Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten haben sich gegenüber dem Vorjahr erneut leicht verringert, ebenso die Zinserträge aus Wertpapieren und Festgeldanlagen. Demgegenüber stiegen die Zinserträge aus Forderungen gegenüber Tochtergesellschaften leicht an.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich auf 179,8 Mio. € (Vorjahr 191,6 Mio. €). Er setzt sich zusammen aus den laufenden Steueraufwendungen der Wacker Chemie AG und Steueraufwendungen für die inländischen Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht.

Der Jahresüberschuss betrug 335,8 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2015 ergibt sich nach Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 74,5 Mio. €. Er beläuft sich auf insgesamt 1,22 Mrd. € (2014: 960,5 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB

Bilanz

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Mio. € 2015 2014
Aktiva    
Immaterielle Vermögensgegenstände 9,5 8,9
Sachanlagen 1.288,7 1.464,9
Finanzanlagen 1.995,4 1.974,6
Anlagevermögen 3.293,6 3.448,4
Vorräte 428,3 426,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 357,7 377,3
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 920,6 736,0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.278,3 1.113,3
Wertpapiere und Termingelder 20,0 89,2
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 118,1 28,8
Umlaufvermögen 1.844,7 1.657,8
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3,8 3,4
Summe Aktiva 5.142,1 5.109,6
Passiva    
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile - 12,4 - 12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 1.221,8 960,5
Eigenkapital 2.627,6 2.366,3
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 693,6 609,1
Andere Rückstellungen 328,8 342,6
Rückstellungen 1.022,4 951,7
Finanzverbindlichkeiten 855,3 949,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 148,0 153,1
Übrige Verbindlichkeiten 450,0 649,6
Verbindlichkeiten 1.453,3 1.752,6
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 38,8 39,0
Summe Passiva 5.142,1 5.109,6

Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist in etwa auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Sie belief sich auf 5,14 Mrd. € (31. Dezember 2014: 5,11 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.

Das Anlagevermögen ist im Geschäftsjahr 2015 von 3,45 Mrd. € auf 3,29 Mrd. € leicht zurückgegangen. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang des Sachanlagevermögens. Hier überstiegen die Abschreibungen in Höhe von 307,8 Mio. € (31. Dezember 2014: 315,9 Mio. €) die Investitionen in Höhe von 135,2 Mio. € deutlich. Im Wesentlichen wurde in technische Anlagen und Maschinen investiert. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich von 1,97 Mrd. € auf 2,00 Mrd. €. Der größte Teil des Anstiegs geht auf die Kapitalerhöhung der Zwischenholding der Produktionsgesellschaft Wacker Polysilicon North America, LLC in Höhe von 179,4 Mio. € zurück. Damit wurde der Aufbau des Produktionsstandortes Tennessee finanziert. Im Geschäftsjahr 2015 wurde zudem eine Kapitalerhöhung bei der Tochtergesellschaft Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, in Höhe von 42,3 Mio. € durchgeführt. Die von der Wacker Chemie AG gehaltenen Anteile an einem geschlossenen Wertpapierfonds wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr weitgehend abgebaut. Das Fondsvermögen betrug zum Stichtag 6,4 Mio. € (31. Dezember 2014: 197,1 Mio. €). Das Anlagevermögen beträgt 64 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 67 Prozent.

Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Er belief sich auf 428,3 Mio. € (31. Dezember 2014: 426,5 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen von 377,3 Mio. € auf 357,7 Mio. € zurück.

Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 25 Prozent und beliefen sich zum Stichtag auf 920,6 Mio. € (31. Dezember 2014: 736,0 Mio. €). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen sind deutlich angestiegen und betrugen 868,1 Mio. € (31. Dezember 2014: 636,0 Mio. €). Grund hierfür ist, wie im Vorjahr, die weitere Finanzierung der Baumaßnahmen am neuen Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee über die Produktionsgesellschaft Wacker Polysilicon North America, LLC. Die Gesellschaft wird durch die Muttergesellschaft Wacker Chemicals Corporation in den USA mit Liquidität ausgestattet.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken deutlich auf 47,4 Mio. € (31. Dezember 2014: 96,3 Mio. €). Darin enthalten sind im Wesentlichen Steuerforderungen und Forderung aus Schadenersatzansprüchen gegenüber Polysiliciumkunden. Im Vorjahr waren vor allem Steuerforderungen, Vorauszahlungen und Erstattungsansprüche enthalten.

Zum 31. Dezember 2015 verfügte die Wacker Chemie AG über 20 Mio. € Termingelder mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Kassen- und Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2015 auf 118,1 Mio. € (31. Dezember 2014: 28,8 Mio. €).

Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,63 Mrd. € (31. Dezember 2014: 2,37 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 51,1 Prozent (31. Dezember 2014: 46,3 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2014 eine Dividende in Höhe von 74,5 Mio. auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 886,0 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2015 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2015 in Höhe von 335,8 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1,22 Mrd. €.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen. Sie erhöhten sich um 84,5 Mio. € auf 693,6 Mio. € (31. Dezember 2014: 609,1 Mio. €). Das liegt vor allem an einem im Vergleich zum Vorjahr geringeren Diskontierungszinssatz. Die anderen Rückstellungen gingen im Geschäftsjahr 2015 um vier Prozent zurück auf 328,8 Mio. € (31. Dezember 2014: 342,6 Mio. €). Sie setzen sich im Wesentlichen aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen zusammen. Grund für den Rückgang ist insbesondere der Verbrauch von Steuerrückstellungen. Insgesamt bilden die Rückstellungen 20 Prozent der Bilanzsumme ab.

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 855,3 Mio. € (31. Dezember 2014: 949,9 Mio. €). Das ist ein Rückgang von zehn Prozent, im Wesentlichen bedingt durch die Rückzahlung von Bankdarlehen. Zum Stichtag belaufen sich die Kreditaufnahmen bei Banken auf 756,1 Mio. € (31. Dezember 2014: 899,4 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 50,2 Mio. € und beliefen sich zum Stichtag auf 95,7 Mio. € (31. Dezember 2014: 45,5 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf 17 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2014: 19 Prozent).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 148,0 Mio. € (31. Dezember 2014: 153,1 Mio. €) zurück. Die übrigen Verbindlichkeiten verringerten sich erneut durch den Rückgang von erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen und betrugen zum Stichtag 450,0 Mio. € (31. Dezember 2014: 649,6 Mio. €). Lieferungen, für die wir bereits erhaltene Anzahlungen von Polysiliciumkunden erhalten haben, sowie Vereinnahmungen aus der Auflösung langfristiger Lieferverträge betrugen 214,4 Mio. €. Die erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumlieferungen beliefen sich auf acht Prozent der Bilanzsumme und betrugen zum Bilanzstichtag 403,1 Mio. € (31. Dezember 2014: 617,5 Mio. €).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Geschäftsjahresende 2015 38,8 Mio. € (31. Dezember 2014: 39,0 Mio. €). Dieser betrifft eine vorab geleistete Ausgleichszahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit konnte im Vergleich zum Vorjahr von 428,2 Mio. € auf 501,3 Mio. € gesteigert werden. Das ist ein Anstieg um 17 Prozent. Zum großen Teil ist dies auf ein geringeres Working Capital zurückzuführen. Insbesondere wirken sich hier der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der im Vergleich zum Vorjahr nur sehr geringe Aufbau des Vorratsvermögens aus. Der Jahresüberschuss enthält im Geschäftsjahr 2015 höhere Aufwendungen für Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen, die nicht zahlungswirksam sind. Die nicht zahlungswirksamen Erträge bewegen sich etwa auf Vorjahresniveau. Die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen veränderten sich im Zwölfmonatszeitraum erwartungsgemäß um -214,4 Mio. € auf Grund der erfolgten Lieferungen sowie einbehaltener Vorauszahlungen aus aufgelösten Verträgen.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit der Wacker Chemie AG hat sich mit - 182,1 Mio. € (2014: - 446,8 Mio. €) deutlich verringert. Hier wirkt sich die weitgehende Auflösung des geschlossenen Fonds aus, der per Saldo zu einem Mittelzufluss von 189,0 Mio. € führte. Zudem gingen die Investitionen in Sachanlagevermögen leicht zurück auf 135,2 Mio. € (2014: 151,9 Mio. €). Die Mittel wurden zum größten Teil in laufende Investitionen am Standort Burghausen investiert. Die Investitionen in Finanzanlagen blieben auch unter dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2015 wurden Kapitalerhöhungen über eine Zwischenholding in die Gesellschaft Wacker Polysilicon North America, LLC durchgeführt, die für die Fertigstellung des Produktionsstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee benötigt wurden. Zudem enthalten die Investitionen in Finanzanlagen eine Kapitalerhöhung bei der Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai.

Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung von Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) verbesserte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich. Er belief sich auf 352,9 Mio. € (2014: 209,9 Mio. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf - 304,9 Mio. € (2014: - 266,6 Mio. €). Es wurden im Geschäftsjahr 2015 Bankverbindlichkeiten in Höhe von 150,0 Mio. € zurückgeführt. Zusätzlich reduzierte sich der Umfang der konzerninternen Finanzierung der Wacker Chemie AG. Hier wirken sich vor allem die Mittelzuflüsse aus dem Anteilsverkauf im Rahmen des Börsengangs der Siltronic AG aus, die die Dritte Venture GmbH über Cash Pooling an die Wacker Chemie AG weitergab. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2014 führte zu einem weiteren Mittelabfluss in Höhe von - 74,5 Mio. €.

Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des geschlossenen Investmentfonds und des Kassen- und Bankguthabens, hat sich zum 31. Dezember 2015 von 315,1 Mio. € auf 144,5 Mio. € deutlich verringert. Die Nettofinanzschulden berechnen sich als Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten. Sie haben sich durch die verringerte Liquidität bei gleichzeitig geringeren Bankverbindlichkeiten lediglich leicht erhöht. Zum Ende des Geschäftsjahres 2015 beliefen sie sich auf 611,6 Mio. € (2014: 584,3 Mio. €).

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

Ausblick

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2016 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,10 und zum Yen von 135. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

Wir gehen davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt und das EBITDA auf Grund geringerer Sondererträge deutlich niedriger sein wird. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen positiven Jahresüberschuss, der allerdings deutlich unter dem Vorjahr liegt.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, s1737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. www.wacker.com

Risikobericht

Beschreibung und Erklärung zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist integrierter Bestandteil der Unternehmensführung

Das Risikomanagement ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen.

Als Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

Risikosteuerung

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und Kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Chancen werden im Rahmen des Risikomanagements weder systematisch erfasst noch im Rahmen der internen Berichterstattung zur Steuerung des Unternehmens kommuniziert.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen

konzernweite Risikoabdeckung

konzernweite Risikoabbildung

Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand.

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung fünf Mio. € übersteigt.

Risikoidentifikation

Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

Risikomanagementsystem

Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Controlling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden und Lieferanten überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)

1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können.

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung soll gewährleisten, dass trotz identifizierter Risiken in der Finanzberichterstattung ein mit hinreichender Sicherheit regelungskonformer Jahresabschluss der Wacker Chemie AG und Konzernabschluss erstellt wird. Das schafft die Voraussetzung dafür, den interessierten Zielgruppen wie zum Beispiel Investoren, Banken und Analysten ordnungsgemäße und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Sie sind für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Zugriffsvorschriften im IT-System sowie das Vieraugenprinzip in der Buchhaltung der Einzelgesellschaften wie auch bei der Konsolidierung im Konzern sichern die Vollständigkeit und Genauigkeit der Prozesse.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die Einzelabschlüsse werden nach Freigabe durch das lokale Management der Tochtergesellschaft in ein zentrales Konsolidierungssystem überführt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Das gewährleistet die Datenintegrität und das Einhalten der Berichterstattungslogik. Vergleiche mit den jeweiligen Vorjahreswerten dienen der Erläuterung der eingespielten Daten. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, beginnt der Konsolidierungsprozess. Auch hier führen wir sowohl systembasierte als auch manuelle Kontrollen der einzelnen Konsolidierungsschritte durch. Sollten dabei Fehler oder Differenzen auftreten, werden diese systematisch abgearbeitet und manuell korrigiert. Abschließend analysieren wir die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz des Konzerns hinsichtlich Trends und Varianzen.

Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahrs und zu den Quartalen.

Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert die Zentralabteilung Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.

Interne Kontrolle

Als Teil des Risikomanagements fungiert unsere interne Konzernrevision. Sie überprüft im Auftrag des Vorstands prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz und wird vom Vorstand festgelegt. Der Prüfungsplan wird, wenn notwendig, unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Einen Schwerpunkt bildete im Jahr 2015 die Abrechnung von Investitionsmaßnahmen. Außerdem wurden mit funktionsübergreifenden Audits die Geschäftsprozesse von sieben Tochtergesellschaften bzw. Standorten untersucht. Insgesamt führte die Konzernrevision 28 Audits im abgelaufenen Geschäftsjahr durch (2014: 29 Audits). Der für 2015 aufgestellte Prüfplan wurde größtenteils abgearbeitet, sechs Themen werden zeitnah im 1. Quartal 2016 abgeschlossen. Es ergaben sich keine wesentlichen Beanstandungen in Bezug auf funktionierende Kontrollsysteme. Aus Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Konzernrevision systematisch verfolgt.

Externe Kontrolle

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken

Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die folgende Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2016.

Eintrittwahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2016

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Risiko/ Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkungen
Gesamtwirtschaftliche Risiken    
Chemiegeschäft gering mittel
Polysilicium gering mittel
Siltronic möglich mittel
Absatzmarktrisiken    
Überkapazitäten in den Chemiebereichen gering mittel
Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium möglich groß
Zykl. Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt möglich mittel
Beschaffungsmarktrisiken gering niedrig
Marktentwicklungsrisiken gering niedrig
Investitionsrisiken möglich mittel
Produktionsrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken    
Kreditrisiko gering niedrig
Risiken aus Währungs- und Zinsschwankungen möglich mittel
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen gering niedrig
Rechtliche Risiken möglich niedrig
Umweltrisiken möglich niedrig
Steuerrisiken möglich niedrig
Sonstige Risiken möglich niedrig
Regulatorische Risiken    
Energiewende möglich niedrig
Antidumpingverfahren und Handelsbeschränkungen Polysilicium möglich groß
Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte sowie für Produktionsverfahren hoch niedrig
IT-Risiken gering mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken gering niedrig

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.

Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still. Um einem Konjunkturabschwung zu begegnen, nutzen wir auch das Instrument der Kurzarbeit und verlängern keine befristeten Arbeitsverträge.

Einschätzung: Für das Jahr 2016 erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft fortsetzen wird. Sowohl in den entwickelten Industrienationen als auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, Südamerikas und Osteuropas rechnen sie mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung. Gleichzeitig bleiben die politischen und strukturellen Herausforderungen hoch. Die Konflikte zwischen Russland und der EU sowie den USA, die instabile Lage in einigen Regionen des Mittleren Ostens sowie die Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise in Europa bergen unverändert Risiken für die Stabilität der Weltwirtschaft. Ebenso bringen die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten und die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft Risiken für die Weltkonjunktur.

Risikobewertung: Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der beschriebenen Risiken kann es allerdings grundsätzlich sein, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2016 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft würde direkt oder indirekt alle unsere Geschäftsfelder beeinflussen.

In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Absatzregionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen. Sollte die Weltkonjunktur schwächer wachsen als derzeit erwartet, so werden die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in unserem Chemiegeschäft voraussichtlich niedrig sein. Wenn es allerdings unerwartet zu einer Rezession kommen sollte, die die Nachfrage nach unseren Produkten in einer Reihe von wichtigen Absatzmärkten und Branchen signifikant bremst, so dürfte das unser Ergebnis im Chemiegeschäft zumindest in mittlerem Umfang schmälern.

Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Entwicklungen beeinflussen die Rahmenbedingungen zusätzlich. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage im Polysiliciumgeschäft von WACKER.

Die Entwicklung von Absatzmengen und Preisen im Geschäft von Siltronic mit Halbleiterwafern hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Erstens kommt es darauf an, wie sich die Nachfrage von Konsumenten und Industrie nach elektronischen Geräten entwickelt - beispielsweise nach Computern, Smartphones und Tablet-PCs. Zweitens spielt das Verhältnis zwischen den weltweit verfügbaren Produktionskapazitäten und der Nachfrage der Halbleiterhersteller eine wichtige Rolle. Beide Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang miteinander. Sollte sich das Konsumklima wider Erwarten weltweit spürbar abkühlen, so hätte das voraussichtlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung von Siltronic.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.

Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.

Maßnahmen: WACKER begegnet diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.

Einschätzung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2016 für unsere Produkte gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES gibt es bei der Siloxanproduktion in China Überkapazitäten wie auch in einzelnen Segmenten, beispielsweise bei Flüssigsiliconkautschuk, die zu einer niedrigeren Auslastung führen können. Der Preisdruck auf die Produkte in den Chemiebereichen bleibt im Jahr 2016 bestehen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt.

Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich.

Szenario 2: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden und das Auslaufen von langfristigen Lieferverträgen.

Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Das Auslaufen langfristiger Verträge erhöht das Auslastungsrisiko. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen.

Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten. Bei Nachfragerückgängen passen wir unsere Produktionskapazitäten flexibel der Marktentwicklung an.

Einschätzung: Die Photovoltaikindustrie ist nach wie vor geprägt von Produktionsüberkapazitäten und einer nicht befriedigenden Ertrags- und Liquiditätslage bei einem Großteil der Solarunternehmen. Die Preise in allen Wertschöpfungsstufen sind im Laufe des vergangenen Jahres zurückgegangen. Der Konsolidierungsprozess in der Branche ist noch nicht abgeschlossen und wird sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich fortsetzen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir mit unserer guten Kosten- und Qualitätsposition gestärkt aus diesem Konsolidierungsprozess hervorgehen werden. Solange die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, sind die Chancen für spürbar höhere Preise auf allen Wertschöpfungsstufen jedoch gering. Wir gehen davon aus, dass die staatlichen Fördermittel für die Photovoltaik in einigen Ländern Europas tendenziell weiter gesenkt werden. Im Gegensatz dazu werden die Förderprogramme außerhalb Europas -etwa in China und den USA - wahrscheinlich ausgeweitet. Gleichzeitig machen sinkende Preise für Photovoltaikkomponenten die Solarenergie immer wettbewerbsfähiger. Die Photovoltaik ist auf dem Weg, innerhalb der erneuerbaren Energien eine der kostengünstigsten Technologien zur Stromerzeugung zu werden. Diese Entwicklung wird dazu beitragen, neue Märkte zu erschließen und den weltweiten Markt für Photovoltaikanwendungen weiter wachsen zu lassen.

Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2016 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium auf dem derzeitig niedrigen Niveau bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON'' vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich große Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein.

Szenario 3: zyklische Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt.

Auswirkungen für WACKER: Rückgang bei Mengen und Preisen.

Maßnahmen: Siltronic versucht, die Risiken durch Erhöhen der Flexibilität in der Produktion sowie durch ein konsequentes Kostenmanagement zu verringern. Wir passen unsere Kapazitäten den Marktentwicklungen an und verbessern ständig die Effizienz der Produktions- und Geschäftsprozesse, um damit die Kostenbasis zu stärken. Beispielsweise nutzen wir dazu das Instrument der Arbeitnehmerüberlassung.

Einschätzung: Für das Jahr 2016 sehen wir derzeit insgesamt wachsende Absatzmengen. Marktforscher gehen davon aus, dass der weltweite Absatz von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie im Jahr 2016 zwischen 1,0 (SEMI) und 3,3 Prozent (IHS) zulegen wird.

Risikobewertung: In unserem Halbleitergeschäft gehen wir davon aus, dass die Absatzmengen im Jahr 2016 höher ausfallen werden als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dieses Szenario liegt unseren Planungen und Prognosen zugrunde. Wir halten es für möglich, dass sich Mengen und Preise substanziell anders entwickeln als von uns erwartet. Sollten die Absatzmengen entgegen unseren aktuellen Erwartungen deutlich schlechter ausfallen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis von Siltronic.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Zollrisiken.

Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben.

Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die auch eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als signifikant eingestuft werden, treffen wir, wo immer möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. In ausgewählten Fällen sind wir auch teilweise rückwärtsintegriert und produzieren strategische Rohstoffe selbst. Unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla verringert beispielsweise unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten deutlich.

Einschätzung: WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch Preisgleitklauseln von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen durchaus deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Insgesamt sehen wir die Risiken, denen WACKER bei der Rohstoffversorgung und den Rohstoffpreisen ausgesetzt ist, derzeit als niedrig an.

WACKER verwendet eine Reihe hoch spezialisierter Rohstoffe, für die es nur wenige Lieferanten gibt. Sollten diese Lieferanten ausfallen, könnte dies unsere Produktion einschränken. Wir minimieren dieses Risiko durch entsprechende Gegenmaßnahmen (zum Beispiel Zweitlieferanten, Sicherheitsbestände, Produktwechsel). Grundsätzlich können aber negative Konsequenzen für unser Geschäft nicht vollständig ausgeschlossen werden. Ebenso importiert WACKER Rohstoffe aus Drittländern, die teilweise von der Europäischen Union mit Antidumpingzöllen belegt werden. Da wir unsere Endprodukte zu einem wesentlichen Teil außerhalb der EU verkaufen ("aktive Veredelung"), sind wir im Allgemeinen von diesen Zöllen nicht betroffen. Die gesetzlichen Regelungen für die aktive Veredelung werden derzeit im Rahmen des neuen Unions-Zollkodex von der EU novelliert. Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass sich daraus negative Auswirkungen für WACKER ergeben.

Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland müssen energieintensive Unternehmen oder Unternehmensteile nur einen Teil der EEG-Umlage zahlen. Auch WACKER profitiert davon in einzelnen Unternehmensteilen. Eine Einschränkung der Befreiungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmensteile erheblich beeinträchtigen. Der Umfang dieser Befreiungsregelungen, insbesondere bei der Eigenproduktion von Strom, ist derzeit Gegenstand von politischen Diskussionen. Die nächste Revision des EEG-Gesetzes wird für 2018 erwartet. Dadurch könnten sich erneut Risiken für WACKER ergeben. Generell wird die weitere Strompreisentwicklung (Großhandelspreise, Netzentgelte, Leistungsmarkt) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen.

Risikobewertung: Die Risiken, denen WACKER bei der Rohstoffversorgung, den Rohstoff- und Energiepreisen ausgesetzt ist, sehen wir derzeit als gering an. Entsprechend schätzen wir die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns als niedrig ein.

Marktentwicklungsrisiken

Szenario: Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen, fehlende Kundenakzeptanz bei neu entwickelten Produkten.

Auswirkungen für WACKER: Eine falsche Einschätzung künftiger Marktentwicklungen kann sich auf unsere Stellung im Markt und unsere Ergebnissituation auswirken. Neue Produkte, die wir am Markt vorbeientwickeln, haben negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis.

Maßnahmen: WACKER arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen und hat dadurch eine gute Informationsbasis für neue Anwendungen und Produkte. Gleichzeitig beobachten wir intensiv den Markt und unsere Wettbewerber bis hinunter auf Geschäftsfeldebene, führen Kunden- und Lieferanteninterviews durch und sind regelmäßig auf den für WACKER wichtigen Messen präsent. In Einzelfällen geben wir Marktstudien in Auftrag. Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir bestimmte Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. WACKER kooperiert bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in seiner Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen.

Einschätzung: WACKER verfügt über langjährige Markterfahrung und eine detaillierte Planung, die sofort aktualisiert wird, sobald sich Marktentwicklungen verändern.

Risikobewertung: Das Risiko, dass wir Marktentwicklungen falsch beurteilen oder darauf nicht entsprechend reagieren, schätzen wir als gering ein. Sollte dies in einzelnen Anwendungsfeldern dennoch geschehen, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertragsentwicklung voraussichtlich niedrig.

Investitionsrisiken

Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus At-equity-Beteiligungen.

Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen.

Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 3,0 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. In diese Prüfung sind die Zentralbereiche einbezogen. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlageprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Einschätzung: WACKER hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass komplexe technische Investitionsprojekte im vorgegebenen Zeitplan oder früher fertiggestellt werden können. An unserem neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee haben wir wie vorgesehen Ende 2015 damit begonnen, die Produktionsanlagen in Betrieb zu nehmen. Wir können nicht ausschließen, dass es beim weiteren Hochfahren der Produktionsanlagen zu einer zeitlichen Verzögerung kommen kann. Die gesamte Investitionssumme für den neuen Standort wird in der Größenordnung von rund 2,5 Mrd. US-$ liegen.

Risikobewertung: Es ist möglich, dass die Kosten für die Gesamtinvestition in Tennessee höher ausfallen als von uns erwartet. Sollte das der Fall sein, hat das Auswirkungen auf die Ertrags- und Vermögenslage, die im mittleren Bereich liegen können.

Produktionsrisiken

Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen.

Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.

Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Zum Thema Sicherheit führen wir regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind nie ganz auszuschließen.

Risikobewertung: Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadenereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente.

Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken

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Risiko Steuerung durch Zentralbereich
Kreditrisiken Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern
Marktpreisrisiken Finanzen und Versicherungen
Liquiditätsrisiken Finanzen und Versicherungen
Währungs- und Zinsrisiken Finanzen und Versicherungen
Rohstoffpreisrisiken Einkauf Rohstoffe

Kreditrisiko

Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften).

Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bzgl. der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir mit Banken, die in der Regel ein Mindestrating von a- der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb vorgegebener Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden.

Einschätzung: Die Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft sind beherrschbar. Kreditrisiken aus vertraglichen Verpflichtungen mit Finanzinstituten ergeben sich aus Finanzanlagen und derivativen Finanzinstrumenten. Geschäfte mit Währungs- und Zinsderivaten sowie das Management der Liquidität erfolgen weltweit zentral durch den Zentralbereich Finanzen und Versicherungen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bzgl. des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.

Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme

Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.

Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden.

Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen, den Singapur-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar, den japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht.

Einschätzung: Einen Teil unseres US-Dollar-, Yen- und Singapur-Dollar-Geschäftes sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Ein schwächerer Renminbi-Kurs könnte zu einem allgemeinen Preisdruck in unserem Chinageschäft führen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir im Geschäftsjahr 2016 keine größeren Effekte aus Währungskursveränderungen auf das Konzernergebnis.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2016 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.

Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte.

Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung: Die Liquidität von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr auf Grund zurückgeführter Darlehen bei weiter hoher Investitionstätigkeit verringert. Positiv wirkten die Einzahlungen aus dem Börsengang der Siltronic AG. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 361,9 Mio. €. Die Finanzierungsverbindlichkeiten überstiegen zu diesem Zeitpunkt die Liquidität - bestehend aus lang- und kurzfristigen Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten - um 1.074,0 Mio. €. Die von uns aufgenommenen Darlehen enthalten als einzige Financial Covenant das Verhältnis von Net Debt zu EBITDA. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von 603 Mio. €. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits.

Risikobewertung: Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen.

Pensionen

Szenario: Steigende Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter, zusätzliche Verpflichtungen aus Gehalts- und Rentenanpassungen sowie sinkende erhöhen den Umfang der Pensionsverpflichtungen. Signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen führen zu einem Anstieg bzw. Rückgang des Fondsvermögens. Andere Kriterien bei der Bewertung der Pensionspläne beeinflussen den periodenbezogenen Nettopensionsaufwand.

Seit dem Jahr 2013 sind Unternehmen nach IAS 19 verpflichtet, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie andere Bewertungsänderungen sofort und vollständig im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Das führt dazu, dass es zu einer höheren Volatilität des Eigenkapitals kommt. Weitere zukünftige Änderungen in den Grundsätzen der Pensionsbilanzierung können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns negativ beeinflussen.

Auswirkungen für WACKER: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Den Hauptbeitrag leistet die Pensionskasse. Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Grundversorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.

Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Gemäß ihrer Satzung und den allgemeinen Versicherungsbedingungen betreibt die Pensionskasse die Pensionsversicherung für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter von WACKER. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise bei der Mindestverzinsung, an.

Einschätzung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. So wurde der Beitrag für leistungsorientierte Pensionszusagen der Wacker Chemie AG im Rahmen der Absicherung durch die Pensionskasse von 350 Prozent des Arbeitnehmerbeitrages im Jahr 2013 auf 400 Prozent im Jahr 2014 erhöht. Im Jahr 2015 blieb dieser Beitragssatz unverändert.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass WACKER im Jahr 2016 höhere Zahlungen in die Pensionskasse und höhere Rentenzahlungen für die übrigen Zusagen leisten muss. Auch schätzen wir die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns als niedrig ein. Für die Zukunft ist die Wahrscheinlichkeit allerdings höher, dass wir höhere Zahlungen in die Pensionskasse leisten müssen und der Pensionsaufwand steigt.

Rechtliche Risiken

Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.

Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.

Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf hochqualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Einschätzung: Wir sehen zurzeit keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten.

Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten, etwa in Form von Rechtsstreitigkeiten. Konkrete Hinweise auf solche Ereignisse, die sich in größerem Umfang auf unser Geschäft auswirken könnten, haben wir aber gegenwärtig nicht, halten die Eintrittswahrscheinlichkeit derzeit jedoch für möglich. Sollten solche Risiken eintreten, so hätte das niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Regulatorische Risiken

Energiewende in Deutschland

Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von so Prozent erneuerbaren Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch ständige Anpassungen des Gesetzgebers in Berlin und Brüssel geprägt sein wird (EEG-Reform, besondere Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen, Netznutzungsentgelt, Eigenstromprivileg, EU-Beihilfeverfahren, Beihilferichtlinien, Weißbuch der Bundesregierung Deutschland, Gesetzgebung zur Kraft-Wärme-Kopplung, Kapazitätsmechanismen).

Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen wegen steigender staatlicher Umlagen auf den Strombeschaffungspreis.

Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich zum Beispiel aus erneuerbaren Energien ergeben (industrielles Lastmanagement).

Einschätzung: Wir gehen davon aus, dass das regulatorische Umfeld im Kontext der Energiewende in den nächsten Jahren in Bewegung bleiben wird. WACKER begleitet die Umsetzung der Energiewende auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Risikobewertung: Die regulatorischen Risiken durch Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und bei den besonderen Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen blieben im Laufe des Jahres 2015 unverändert. Nach dem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens in Deutschland und der Einigung mit der EU-Kommission erwarten wir nicht, dass es hier im Jahr 2016 zu maßgeblichen Belastungen für unser Geschäft kommen wird. Sollten jedoch die Entlastungsregelungen für energieintensive Unternehmen im Hinblick auf die EEG-Einspeisevergütung, das Privileg für selbst erzeugten Strom und das Netznutzungsentgelt gänzlich abgeschafft werden, weil es zu regulatorischen Änderungen speziell in Deutschland kommt, so hätte das mittelfristig große Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER. Dieses Risiko halten wir für möglich.

Antidumpingverfahren/ Handelsbeschränkungen Polysilicium

Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Das Antidumpingverfahren der EU gegen chinesische Solarunternehmen ist untersucht und verlängert worden. Der Verkauf von WACKER-Polysilicium in China erfolgt gemäß der einvernehmlichen Regelung von WACKER mit dem MOFCOM. Auslaufen der Vereinbarungen zwischen WACKER und der chinesischen Regierung und Verschärfung von Seiten Chinas.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.

Maßnahmen: Wir versuchen in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den USA und China, die Ausübung (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Polysilicium aus den USA) und damit das Verhängen von Strafzöllen auf Polysilicium von WACKER aus den USA zu vermeiden. Es besteht darüber hinaus nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Dieses "New Shipper Review" werden wir beantragen. Wir werden versuchen, mit der chinesischen Regierung eine Verschärfung von Handelsmaßnahmen für Polysiliciumimporte aus Europa zu vermeiden.

Einschätzung: Die Zölle auf Polysiliciumimporte aus den USA nach China gelten bis Januar 2019. Es ist aus unserer Sicht nicht vorhersehbar, ob es zu einer neuen Vereinbarung zwischen dem US-Handelsministerium und dem chinesischen Wirtschaftsministerium kommen wird.

Risikobewertung: Da wir zum Zeitpunkt der Verhängung dieser Strafzölle noch kein Polysilicium in den USA hergestellt und nach China geliefert haben, besteht die Möglichkeit, über das "New Shipper Review" eine individuelle Lösung mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium zu erzielen. Es ist möglich, dass WACKER von Strafzöllen betroffen sein wird. In einem solchen Fall liegen die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2016 im großen Bereich.

Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte, die WACKER selbst herstellt oder verwendet, sowie Auswirkungen auf unsere Produktionsverfahren

Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an den Produktionsverfahren von WACKER notwendig.

Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.

Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. So haben wir in einigen Anlagen zur Herstellung von Siliconen damit begonnen, diese mit zusätzlicher Technik auf mögliche regulatorische Veränderungen vorzubereiten.

Einschätzung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen.

Risikobewertung: Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER allenfalls im niedrigen Bereich.

IT-Risiken

Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf die IT-Systeme und die Netzwerke, die die Datensicherheit gefährden.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.

Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Die Grundlage dafür bildet der ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten, die wir in so genannten SLAs (Service Level Agreements) mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen festhalten. Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) haben wir für das Jahr 2015 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent vereinbart und übertroffen. Das erreichen wir durch eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management).

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringert die Komplexität und die Risiken.

Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Ebenso optimieren wir laufend die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Awareness-Programmen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Cyberattacken vorzubeugen.

Einschätzung: Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke sind nie vollständig auszuschließen. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen.

Risikobewertung: Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Personalrisiken

Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.

Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.

Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können.

WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.

Einschätzung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen.

Risikobewertung: Für das Jahr 2016 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.

Externe Risiken

Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.

Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.

Einschätzung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen.

Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, erachten wir für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen.

Entwicklung der Risiken für das Jahr 2016

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Risiko/ Kategorie Status
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Absatzmarktrisiken
Beschaffungsmarktrisiken
Marktentwicklungsrisiken
Investitionsrisiken
Produktionsrisiken
Finanzwirtschaftliche Risiken  
Kreditrisiko
Währungs- und Zinsschwankungen
Liquiditätsrisiko
Pensionen
Rechtliche Risiken
Regulatorische Risiken  
Energiewende
Antidumpingverfahren und Handelsbeschränkungen Polysilicium
Neue Regelungen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte sowie für Produktionsverfahren
IT-Risiken
Personalrisiken
Externe Risiken

• gleich geblieben ▼ gesunken ▲ gestiegen

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).

Chancenmanagementsystem

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Risiko-Chancen-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Übersicht Unternehmenschancen

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Gesamtwirtschaftliche Chancen Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern
Branchenspezifische Chancen Gutes Produktportfolio für die Megatrends Energie, Wohlstandszuwachs, Urbanisierung und Digitalisierung
Unternehmensstrategische Chancen Ausbau unserer Produktionskapazitäten
  Neue qualitativ hochwertige Produkte durch Innovationen
Leistungswirtschaftliche Chancen Höhere Produktivität der Anlagen
  Ausbau der Vertriebsorganisation und Aufbau technischer Kompetenzzentren
  Regionenspezifische Produktentwicklung durch geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Unabhängig von dem schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld sieht WACKER gute Chancen, in jungen Märkten und Absatzregionen weiter zu wachsen. Die Fokusländer und -regionen sind dabei für uns Brasilien, China, Indien und der Mittlere Osten. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

Der zunehmende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch wachsende Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten im Körperpflegebereich, in der Textilimprägnierung und -ausrüstung, in der Kunststoffverarbeitung und im Elektronikbereich wollen wir dieses Wachstum begleiten.

Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in den Bereichen Lighting und Automobilelektronik. Laut Semicast Research wird der Markt für Elektronikkomponenten in Kraftfahrzeugen bis 2020 jährlich um acht Prozent wachsen. Auch die digitale Vernetzung, Voraussetzung für autonome Fahrsysteme, nimmt in den nächsten Jahren Fahrt auf. Nach einer Schätzung des Unternehmensberatung McKinsey werden bis 2025 weltweit 50 Millionen Autos vernetzt sein. Die dafür erforderliche Elektronik lässt sich nur mit Silicongelen und Siliconvergussmassen zuverlässig schützen. Auch bei der Entwicklung innovativer Sicherheitssysteme spielen unsere Produkte eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit führenden Automobilzulieferern arbeiten wir daran, neue Fahrerassistenz- und Lichtsysteme, basierend auf energiesparenden LEDs, zu entwickeln.

Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement und Gipsmörteln durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 80 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Insbesondere im stark wachsenden Markt für Trockenbau arbeiten wir an speziellen Bindemitteln für gipsbasierte Baustoffe. Nach wie vor Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS auch in seinem Substitutionsgeschäft.

WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei der Auftragsherstellung von Pharmaproteinen Wachstumspotenziale. Mit Fermenterkapazitäten von 300 bis zu 1.500 Litern sehen wir uns bestens gerüstet, die Bedürfnisse unserer Kunden in allen Phasen der Wertschöpfung abzudecken, von der klinischen Prüfung bis hin zur Marktversorgung.

Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit der Solarindustrie im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Solaranlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Wachstumspotenziale sehen wir in erster Linie in China, Indien und den USA. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren.

Absatzchancen und -risiken

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Risiken Chancen
Schwächeres Wirtschaftswachstum in China und in den Schwellenländern Umsatzwachstum mit Produkten in den Bereichen Kosmetik und Körperpflege, Elektronik und Bau
Steigende Unsicherheit durch die Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten sowie in der Ukraine Hohes Marktwachstum auf dem Solarmarkt

Unternehmensstrategische Chancen

Der Ausbau unserer Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Der Investitionsschwerpunkt verlagert sich allerdings auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. Mit dem Hochfahren des neuen Polysiliciumstandortes im US-Bundesstaat Tennessee im 1. Quartal 2016 können wir mit den neuen Produktionskapazitäten am weiteren Wachstum des Photovoltaikmarktes teilhaben. Ebenso wollen wir mit unserem neuen Reaktor zur Herstellung von VAE-Dispersionen in Calvert City/ Kentucky von der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Bindemitteln in der Bau-, Farben- und Beschichtungsindustrie profitieren.

Leistungswirtschaftliche Chancen

WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und in der Siltronic haben wir jeweils Kostensenkungspotenziale identifiziert und setzen die Maßnahmen bereits um. Hebel für Kostensenkungen sehen wir u. a. in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES arbeiten wir daran, unseren Produktionsverbund zu optimieren und gleichzeitig den Anteil höherwertiger Produkte pro Tonne Siloxan zu steigern. Weitere Einsparpotenziale heben wir mit dem Programm "Wacker Operating System" (WOS), das seit Jahren dazu dient, unsere Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu erhöhen. Allein der spezifische Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) soll in Deutschland bis zum Jahr 2022 um elf Prozent verringert werden.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft. Im Wesentlichen hat sich das Risiko aus dem Antidumpingverfahren der chinesischen Regierung im Jahresverlauf wieder erhöht. Dadurch hat sich das Gesamtrisiko im Vergleich zum Vorjahr etwas erhöht.

Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Die Marktrisiken in der Photovoltaikindustrie, die geprägt sind von Überkapazitäten und niedrigen Preisen sowie einer Konsolidierung innerhalb der Branche, sind nach wie vor vorhanden. Trotz dieser Risiken sehen wir für WACKER weiterhin gute Chancen, in diesem Markt mittel- bis langfristig erfolgreich zu sein. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Prognosebericht

Trotz der vielen Krisen- und Konfliktherde gehen Wirtschaftsforscher davon aus, dass die Weltwirtschaft in den kommenden zwei Jahren ihr Wachstum weiter fortsetzen wird. Dabei wird vieles davon abhängen, wie sich die chinesische Wirtschaft entwickeln wird und wie stark sich das Wachstum dort verlangsamt. Der starke Rückgang des Ölpreises, der wie ein Konjunkturprogramm hätte wirken sollen, scheint sich dämpfend auf die Weltwirtschaft auszuwirken. Öl- und gasexportierende Länder kürzen Investitionen und Ausgaben. Die jüngsten Analysen lassen erwarten, dass die Preise für Energie, Rohöl und Rohstoffe auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau bleiben. Dazu kommen die geopolitischen Krisen in Osteuropa und im Nahen Osten. Insgesamt haben sich die wirtschaftspolitischen Risiken zu Beginn des Jahres 2016 erhöht. Die US-Wirtschaft sollte im Vergleich zum abgelaufenen Jahr weiter robust wachsen. In Asien wird sich das Wachstum den Berechnungen des IWF zufolge im kommenden Jahr etwas abschwächen. In Europa setzt sich die Erholung nach Ansicht der Experten auf niedrigem Niveau fort. Wir gehen in unserem Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2016 moderat zulegen wird. Für das Jahr 2017 rechnen wir mit einem ähnlichen Zuwachs.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht des IWF 2016 etwas stärker wachsen als ein Jahr zuvor. Der IWF geht davon aus, dass das weltweite Bruttosozialprodukt um 3,4 Prozent (2015: 3,1 Prozent) steigt. Für das Jahr 2017 erwartet der IWF ein Wachstum von 3,6 Prozent. Den größten Anteil an dieser Aufwärtsentwicklung im Jahr 2016 haben laut IWF die Schwellenländer mit einem Plus von 4,3 Prozent. Die Industrienationen werden einen Anstieg ihrer Wirtschaftsleistung von 2,1 Prozent beisteuern.

US-Wirtschaft mit robustem Wachstum

Das solide Wachstum in den USA wird sich nach Einschätzung der OECD in den kommenden zwei Jahren fortsetzen. Dort ist ein anhaltender Wachstumsimpuls durch die Reindustrialisierung der US-Wirtschaft, steigende Beschäftigungszahlen und höhere Ausgaben der Privathaushalte auszumachen. Die OECD rechnet im kommenden Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent. Für 2017 erwartet die OECD ein Wachstum von 2,2 Prozent.

Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2016

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: ADB, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: OECD, Europa: OECD, Deutschland: IWF

Asien hat nach wie vor gute Wachstumsperspektiven

Asien wird im Jahr 2016 in ähnlicher Größenordnung seine Wirtschaftsleistung steigern wie im vergangenen Jahr. Nach Ansicht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) werden Asiens Volkswirtschaften gegenüber dem Jahr 2015 um 6,0 Prozent wachsen. Die Zeiten der zweistelligen Wachstumsraten in China sind vorbei. Dennoch wächst die Wirtschaft des Landes mit prozentual hohen einstelligen Zuwächsen. Die ADB geht von einem Anstieg in China von 6,7 Prozent aus. Für das Jahr 2017 prognostiziert die OECD einen Zuwachs von 6,2 Prozent. Eine starke Binnennachfrage verleiht der indischen Wirtschaft neuen Schwung. Die ADB rechnet im Jahr 2016 mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach einem schwächeren Zuwachs im Vorjahr gehen die Wirtschaftsexperten davon aus, dass Japans Wirtschaft im Jahr 2016 wieder etwas stärker zulegt. Die OECD prognostiziert im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 1,0 Prozent, im Jahr 2017 einen Zuwachs von 0,5 Prozent.

Europa setzt Erholung im Jahr 2016 fort

Europa wird nach Ansicht des IWF 2016 seinen Erholungskurs fortsetzen. Gebremst wird das Wachstum aber nach wie vor durch die Schuldenkrise, die Haushaltskonsolidierung einzelner Staaten und die zu geringen Investitionen. Für das Jahr 2016 rechnet der IWF für die Länder des Euroraums mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,7 Prozent. Im Jahr 2017 ist nach Ansicht des IWF ebenfalls ein Wachstum von 1,7 Prozent möglich. In Deutschland erwarten die Wirtschaftsexperten des IWF ein Wachstum von 1,7 Prozent, genauso wie für das Jahr 2017. Die anhaltend niedrige Inflation und steigende Reallöhne stützen den Konsum der privaten Haushalte und beeinflussen das Wachstum positiv.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2016 positiv gestalten.

Chemische Industrie soll im Jahr 2016 leicht zulegen

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) davon aus, dass sich die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone 2016 fortsetzt und Produktion sowie Umsatz für chemische Erzeugnisse leicht steigen werden. Der Branchenverband rechnet mit einem Zuwachs der deutschen Chemieproduktion sowie des Gesamtumsatzes um 1,5 Prozent. Das Exportgeschäft bleibt dabei der Wachstumstreiber der deutschen Chemie. Gebremst wird der Aufwärtstrend nach Angaben des VCI durch das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld, speziell die Entwicklung in China.

Die Chemiebereiche von WACKER sehen vor allem Wachstumschancen in den BRIC-Staaten, anderen aufstrebenden Schwellenländern und in Amerika. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sieht gute Wachstumschancen für polymermodifizierte Trockenmörtel in Asien, Südamerika und Osteuropa. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES rechnet mit steigenden Umsätzen in der Automobilelektronik, bei Kosmetik und Körperpflegeprodukten, in der Bauindustrie sowie der Medizintechnik. Der Umsatzanteil von höherwertigen Produkten gegenüber den Standardprodukten soll weiter gesteigert werden.

Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

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Branchen Entwicklung 2015 Entwicklung 2016
Chemieindustrie leichtes Wachstum leichtes Wachstum
Bauindustrie schwaches Wachstum leichtes Wachstum
Energie/ Elektro Wachstum Wachstum
Photovoltaikindustrie Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung
Halbleiterindustrie leichtes Wachstum leichtes Wachstum

Weltweite Bauindustrie bleibt auf Wachstumskurs

Die Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH in den nächsten Jahren weiter wachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen jährlich um 2,2 Prozent bis 2018 zulegen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Region Nordamerika. Gerade in den USA erwartet B + L vor allem im Jahr 2016 ein deutliches Wachstum, besonders im privaten Wohnungsbau. Aber auch in Asien soll das Bauvolumen steigen. In Westeuropa wird im Jahr 2016 mit einem leichten Zuwachs gerechnet. In Südamerika dagegen stagniert der Baumarkt. Das Thema Renovierung und Energieeffizienz bietet für WACKER auch in den kommenden Jahren sehr gute Wachstumspotenziale.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2016 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Den weiteren Zuwachs sehen wir u. a. bei Innenfarbe und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Produkten für die Bauindustrie weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen neuartige Siliconharze für die Holz- und Dämmstoffimprägnierung aus silanmodifizierten organischen Polymerbausteinen und daraus formulierte Hochleistungskleb- und Dichtstoffe sowie unter eigener Marke vertriebene Silicondichtstoffe.

Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2015 - 2018

Quelle: B + L Marktdaten GmbH

Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2016 mit moderatem Wachstum

Die Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2016 mit einem Anstieg des weltweiten Marktvolumens von fünf Prozent. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wird dieses Wachstum vor allem getragen von Asien und den USA. Für die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie erwartet der ZVEI einen leichten Zuwachs von drei Prozent für das Jahr 2016. Gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER bei Spezialsilanen für die Halbleiterindustrie und bei Siliconprodukten für die Automobilelektronik. Weitere Wachstumstreiber sind Vergussmassen und wärmeabführende Kleb- und Dichtstoffe für elektronische Komponenten sowie Verkapselungsmaterialien für LED-basierte Fahrlichtsysteme. Zuwächse erwarten wir auch mit Produkten für optische Anwendungen (LED) und Bildschirme (Displays), wo wir einige Innovationsprojekte aufgelegt haben.

Das Umfeld bleibt herausfordernd, der Photovoltaikmarkt wird aber in 2016 weiter wachsen

Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie wird auch im Jahr 2016 herausfordernd bleiben. Vor allem die geringe Ertragskraft vieler Solarunternehmen, Produktionsüberkapazitäten sowie niedrige Preise führen zu Unsicherheiten im Markt.

Entwicklung Photovoltaikmarkt 2016

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Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2016
2016 2015 %
Deutschland 1.500 1.500 -
Frankreich 1.000 1.000 -
Italien 400 300 33
Übriges Europa 6.000 6.500 - 8
USA 13.000 7.500 73
Japan 9.000 10.000 - 10
China 15.000 13.000 15
Indien 5.000 2.200 127
Übrige Welt 13.100 12.000 9
Gesamt 64.000 54.000 19

Quellen: PV-Markt 2015: Bundesnetzagentur, Commissariat Général au Développement Durable, IHS, RTS Corporation, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

PV-Markt 2016: Bundesnetzagentur, Department of Energy and Climate Change (DECC), IHS, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

Die Photovoltaikindustrie ist durch die stark gesunkenen Modulkosten in allen Regionen der Welt gegenüber anderen Energieträgern noch wettbewerbsfähiger geworden. Im Dezember 2015 haben sich beim Klimagipfel in Paris 190 Länder gemeinsam zu Maßnahmen verpflichtet, die sich abzeichnende Erderwärmung bei deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten, idealerweise sogar bei nur 1,5°c. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass weitere neue Märkte für die Photovoltaik erschlossen werden und der weltweite Markt für erneuerbare Energie auf Basis von Photovoltaik weiter wachsen wird. China wird auch im Jahr 2016 der weltweit größte und wichtigste Markt bleiben. Zu den Ländern mit hohem Zubau gehören laut den Marktforschern von IHS die USA, Japan und Indien. Zu den Regionen mit hohem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika.

WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen davon aus, dass der Markt für Photovoltaik im Jahr 2016 weiter wachsen wird. Die neu installierte Photovoltaikleistung (PV-Leistung) wird zwischen 60 und 70 Gigawatt (GW) erwartet.

Nachfrage nach Halbleiterwafern soll im Jahr 2016 steigen

Für das Jahr 2016 erwartet die Marktforschungsfirma IHS Technology, dass die Nachfrage nach Siliciumwafern wieder um 3,3 Prozent ansteigt. Der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche soll sich demnach gegenüber dem Vorjahr auf über 65 Mrd. cm2 erhöhen.

Allerdings haben sich die Wachstumsprognosen für den siliciumbasierten Halbleitermarkt in den letzten Monaten abgeschwächt. Entscheidend wird hier sein, inwieweit der Preisdruck in diesem Segment weiter anhält. Für den weltweiten Umsatz im Halbleitermarkt sagen die Experten von IHS Technology für 2016 daher ein Minus von 0,8 Prozent voraus.

Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei Jahren

Die Geschäftsstrategie von WACKER wird auch in den kommenden zwei Jahren von drei Hebeln bestimmt: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte. Fokusregionen für weiteres Wachstum sind unverändert Brasilien, China, Indien, Südostasien sowie der Nahe und Mittlere Osten. Das größte Potenzial hat dabei China. In Indien sehen wir erneut gute Chancen, mit unseren Produkten zu wachsen. Aber auch in Amerika, einem etablierten Markt, sehen wir Potenzial, unsere Umsätze zu erhöhen. Auch in unserem etablierten Markt Europa sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumschancen.

Mit der Fertigstellung des neuen Produktionsstandortes für Polysilicium in Tennessee sind unsere Investitionen in große Anlagen für die Herstellung von Vorprodukten abgeschlossen. Der strategische Fokus liegt jetzt auf weniger kapitalintensiven Investitionen in Anlagen für Fertigprodukte.

Die Internationalisierung von WACKER schreitet in den kommenden zwei Jahren voran. Operative Verantwortung werden wir noch stärker auf die Regionen übertragen. Unsere Produkte sollen noch besser auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten werden. Dazu werden wir unsere F & E-Arbeit noch stärker internationalisieren. Unser Netz, bestehend aus technischen Kompetenzzentren und der WACKER ACADEMY, erweitern wir gezielt.

Die Maßnahmen, die unsere Ertragskraft verbessern sollen, setzen wir fort. Die wichtigsten Punkte aus diesem Katalog sind:

Maßnahmen zur Ressourcensteuerung

Maßnahmen

Produktivitätsmaßnahmen im Rahmen des Programms "Wacker Operating System" (WOS)

Produktivitäts- und Kostenmaßnahmen WACKER POLYSILICON und Siltronic

Effizienzmaßnahmen in den Zentralbereichen

Umsichtige Personalplanung

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2016 wächst. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus Asien und den USA, das Wachstum in Europa ist verhalten.

Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2016 auf Anlagen zur Herstellung von Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden im Jahr 2016 mit der Fertigstellung unser Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee deutlich unter den Abschreibungen liegen. Im Jahr 2017 bleiben die Investitionen unter dem Niveau der Abschreibungen.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erweitert seine Produktionsanlagen für Spezialanwendungen in den USA, Brasilien und in Burghausen. In Eddyville wird der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS die Kapazitäten für die Herstellung von Cyclodextrinen ausbauen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS baut einen Pilotreaktor in Nanjing für VAE-Dispersionen zur Entwicklung lokaler Produkte. Siltronic investiert in neue Ziehanlagen zur Herstellung von Einkristallen.

Künftige Produkte und Dienstleistungen

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf die Modifizierung von Trockenmörtelmischungen mit polymeren Bindemitteln. Die Experten von Research and Markets rechnen damit, dass der Markt für Trockenbau bis 2020 mit durchschnittlich über fünf Prozent auf knapp 80 Mrd. US-$ wachsen wird. Wir haben spezielle Dispersionspulver und Trockenbauanwendungen entwickelt, die die Haftung gipsbasierter Fugenmörtel verbessern und sich besonders gut verarbeiten lassen. Nach Schätzungen von Global Gypsum wächst der Markt für Gipsprodukte bis 2018 mit durchschnittlich rund zehn Prozent.

Weltweit steigt die Nachfrage nach Farben und Beschichtungen, insbesondere nach umweltfreundlichen, wasserbasierten. Marketsand-Markets schätzen, dass die globale Beschichtungsindustrie mit durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr wachsen und bis zum Jahr 2020 einen Wert von rund 180 Mrd. US-$ erreichen wird. Die größte Nachfrage kommt dabei aus Asien, aber auch in Südamerika, Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten erwarten die Marktforscher steigende Umsätze. Mit speziellen Dispersionen der Marke PRIMIS® für Außenanwendungen wollen wir unsere Marktposition in diesem Bereich weiter ausbauen. Die neuartigen Bindemittel kombinieren organische und mineralische Komponenten für strahlende, schmutzabweisende Fassadenfarben.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat ein professionelles 3D-Druckverfahren für Silicone entwickelt. Es eröffnet neue Anwendungsfelder in den Industriebereichen Automobil, Medizin, Haushalt und Optik. WACKER wird eine Systemlösung für die additive Fertigung von Prototypen und Kleinserien aus Silicon anbieten. Der 3D-Druck mit Silicon ist ein dynamisch wachsender Markt. Experten rechnen mit jährlichen Wachstumsraten von 30 Prozent. Vielversprechend entwickelt sich auch das Geschäft mit Präzisionsfilmen aus Silicon. Sie ermöglichen unter anderem die Entwicklung künstlicher Muskeln und neuartiger Sensoren. In Kleidungsstücken können sie Atembewegungen überwachen oder Bewegungsabläufe auf den Bildschirm übertragen. Laut IDTechEx wird der weltweite Umsatz mit tragbaren Technologien ("Wearable Technologies") bis 2025 auf rund 70 Mrd. € steigen. Für die weitgehend schmerzfreie Wundbehandlung hat WACKER neue Silicongele eingeführt. Der weltweite Markt für Wundverbände wird nach Expertenansicht bis 2020 jährlich um 4,5 Prozent zulegen.

Im Bereich Kosmetik- und Körperpflege entwickeln wir neue Siliconadditive. In Asien liegt der Schwerpunkt auf Siliconelastomergelen für die Formulierung von Hautpflegeprodukten und Make-up. In China und Indien bauen wir unser Angebot an Siliconemulsionen für Haarwaschmittel und Conditioner aus. Der Markt für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte wächst laut Euromonitor weltweit um drei Prozent. Wachstumsimpulse kommen vor allem aus Asien und dem Nahen und Mittleren Osten. Mit einem Warenverkaufswert von über 86 Mrd. € ist Asien schon heute der größte Absatzmarkt.

Im Baubereich setzt WACKER SILICONES auf silanmodifizierte Hybridpolymere. Damit lassen sich hochbelastbare Industrieklebstoffe, Beschichtungen und Flächenabdichtungen formulieren. Für die Papier- und Zellstoffindustrie haben wir hocheffiziente Entschäumer entwickelt. Wachstumsimpulse erwarten wir außerdem von unseren Siliconadditiven, die als Prozesshilfsmittel und zur Kunststoffverarbeitung und -modifizierung eingesetzt werden. Laut BCC Research wird der globale Markt dafür bis 2020 jährlich um rund fünf Prozent wachsen.

Das Marktforschungsinstitut Persistence Market Research geht davon aus, dass der globale Markt für Nahrungsergänzung mit durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr wächst und bis 2020 ein Volumen von knapp 180 Mrd. US-$ erreichen wird. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS will von diesem Wachstum profitieren, zum Beispiel mit naturidentischem Hydroxytyrosol für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Dank eines von WACKER entwickelten Syntheseverfahrens ist das hochwirksame Antioxidans ohne unerwünschte Nebenprodukte in deutlich höherer Reinheit und mit definiertem Wirkstoffgehalt verfügbar. Mit dem Pharmaunternehmen MedImmune hat der erste Kunde die verbesserte Sekretionstechnologie ESETEC® 2.0. lizenziert. MedImmune nutzt das WACKER-eigene System, um Antikörperfragmente für künftige Arzneimittel kostengünstig und effizient herzustellen. Während sich lösliche Proteine und Antikörperfragmente mit ESETEC® bereits produzieren lassen, bilden manche Proteinklassen innerhalb der Zelle Einschlusskörper, in denen die Zielmoleküle fehlerhaft oder unvollständig gefaltet vorliegen. Für diese Fälle hat WACKER Biotech die proprietäre Rückfaltungstechnologie FOLDTEC® entwickelt. Mit deren Hilfe lassen sich solche Pharmaproteine einfach und kostengünstig herstellen und rückfalten. Nach Studien von Global Industry Analysts wird der Markt für Biopharmazeutika bis zum Jahr 2020 ein Volumen von rund 300 Mrd. US-$ erreichen.

Forschung und Entwicklung

Strategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2016 für diese Projekte 15 Prozent (2015: 14 Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Das F & E-Budget soll im Jahr 2016 bei rund 185 Mio. € liegen. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind die Zukunftsfelder Energie, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen sowie Halbleiter. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie. Im Jahr 2016 vergibt WACKER zum 16. Mal den Silicone Award für herausragende Leistungen in diesem Forschungsgebiet.

Produktion

WACKER wird in den nächsten beiden Jahren neue Produktionskapazitäten in Betrieb nehmen. Das konzernweite Programm "Wacker Operating System" (WOS) konzentriert sich darauf, die Produktivität der Produktionsbetriebe und aller produktionsnahen Servicebereiche weiter zu verbessern. Alle wesentlichen Produktivitätshebel (Rohstoff- und Energieeffizienz, Instandhaltung, Kapazitäten, Arbeitsproduktivität) nehmen wir dabei unter die Lupe. Der Schwerpunkt liegt auf Schlüsselprojekten mit hohem wirtschaftlichem Einfluss auf Kosten und Nutzen.

Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2016

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Charleston Anlage zur Herstellung von Polysilicium 2016
Eddyville Kapazitätssteigerung von Cyclodextrinen 2016
Burghausen HTV-Siliconmassen 2016
Freiberg Siliciumstäbe in Kristallziehanlagen 2016
Köln Neue Ethylenversorgung 2016

Der Instandhaltungsaufwand im Geschäftsjahr 2016 beläuft sich auf rund 460 Mio. €.

Einkauf und Logistik

Der Einkauf von Energie und Rohstoffen bleibt ein wichtiger Einflussfaktor hinsichtlich der Ertragsstärke von WACKER . Energie- und Rohstoffkosten machen mehr als ein Drittel unserer Herstellungskosten aus. WACKER geht davon aus, dass die Durchschnittspreise für die wichtigsten Rohstoffe, die wir benötigen, niedriger sein werden als im Vorjahr. Für die vier wichtigsten Rohstoffe Siliciummetall, Vinylacetatmonomer, Ethylen und Methanol erwarten wir rückläufige Preise.

Wir gehen davon aus, dass der Strompreis und der Preis für Erdgas gegenüber dem Vorjahr sinkt. Die Energiekosten werden im Jahr 2016 etwas unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist im Jahr 2016 weitgehend gesichert. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte. In den nächsten beiden Jahren arbeiten wir weiter daran, das Lieferantenportfolio von WACKER für Rohstoffe global breiter aufzustellen. Gleichzeitig werden wir die für uns relevanten Rohstoffeinkaufsquellen noch stärker und intensiver beobachten, um neue Lieferanten für uns zu erschließen.

Im Technischen Einkauf arbeiten wir weiter daran, das Lieferantenportfolio systematisch zu optimieren. Ziel ist es, den Wertbeitrag am Unternehmenserfolg innerhalb der nächsten Jahre messbar zu steigern. Im Vordergrund stehen zwei Themen. Für geeignete Warengruppen bauen wir unser weltweites Einkaufsnetzwerk weiter aus. Unabhängig vom Bedarf des Standortes wollen wir die jeweiligen Güter kostenoptimal auf den globalen Beschaffungsmärkten einkaufen. Der zweite Schwerpunkt liegt darin, unser weltweites Lieferantenmanagement durch eine strukturierte Analyse weiterzuentwickeln. Hier ist das Ziel, unser Lieferantenportfolio auf unsere wichtigsten Partner zu fokussieren, um dann gemeinsam mit diesen Lieferanten deren Leistungsfähigkeit für WACKER zu steigern.

WACKER will sein Engagement für nachhaltiges Wirtschaften auch in der Lieferkette weiter verstärken. Aus diesem Grund werden wir uns im Rahmen der im Jahr 2011 gegründeten Initiative der Chemiebranche "Together for Sustainability" (TfS) für eine verantwortungsvolle Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen einsetzen.

Im Bereich der Logistik wollen wir die Lieferketten zu unseren Kunden weiter optimieren und aktiver steuern. Wir führen im Jahr 2016 das "Transport Management System (TMS)" ein. Damit wollen wir die Transparenz über die weltweiten Logistikketten erhöhen. Das hilft uns Probleme in der Lieferkette schneller und besser zu erkennen sowie frühzeitig Maßnahmen zur sicheren Versorgung einzuleiten.

Vertrieb und Marketing

WACKER wird für seine Kunden im Siliconbereich die beiden technischen Kompetenzzentren in Singapur und in Dubai erweitern, um damit vor Ort neue Anwendungen für Siliconkautschuke und Siliconelastomere zu entwickeln sowie den Fokus auf lokal zugeschnittene Lösungen im Baubereich weiter treiben. Die Vertriebsaktivitäten in Malaysia bauen wir mit einem lokalen Vertriebsbüro in Kuala Lumpur aus. In Brasilien wollen wir den Vertrieb im Lebensmittel-, Agro- und Textilbereich mit Hilfe von Distributionspartnern vorantreiben. Wichtige Messen im Jahr 2016 sind für uns die Kunststoffmesse k und die Compamed in Düsseldorf, die in-cosmetics in Paris sowie die BIO in den USA.

Mitarbeiter

Für das Jahr 2016 gehen wir von einem leichten Anstieg der Mitarbeiterzahl aus. Er resultiert in erster Linie aus der Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee sowie einem erwarteten stärkeren Auslandsgeschäft des Geschäftsbereichs WACKER SILICONES.

Der WACKER-Gesundheitsdienst startet im Jahr 2016 die vierte Kampagne zur Gesundheitsförderung: "Einfach mehr bewegen" zielt auf einen Hauptrisikofaktor für chronische Erkrankungen, den Bewegungsmangel. Die Kampagne soll konzernweit bis Ende 2017 laufen.

Nachhaltigkeit

Im Jahr 2016 legt WACKER den regionalen Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Europa. Dabei überprüfen wir einzelne Standorte auf Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheit. Im Jahr 2017 liegt der Schwerpunkt auf Asien.

WACKER arbeitet weiter daran, seine Energieeffizienz zu verbessern. Mit der Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion in Tennessee erhöht sich unser Strombedarf.

Mit quantifizierbaren Umweltzielen wollen wir die Auswirkungen unserer Produktion auf die Umwelt vermindern.

Umweltziele des WACKER-Konzerns bis 2022

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Region Umweltkennzahl Basisjahr Ziel 2022 (%)
WACKER Deutschland gewichteter spezifischer Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) 2007 -50
WACKER Deutschland spezifische Kohlendioxidemissionen (pro Tonne Nettoproduktion) 2012 -15
Konzern spezifische Staubemissionen (pro Tonne Produkt) 2012 -50
Konzern spezifische Emissionen relevanter VOCs (flüchtige organische Verbindungen; pro Tonne Produkt) 2012 -25

Beim Arbeitsschutz haben wir uns ein neues Ziel gesetzt. Die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden soll konzernweit auf höchstens 1,7 im Jahr 2020 verringert werden.

Für die dritte, bis Mitte 2018 laufende REACH-Etappe bereiten wir weitere 137 Stoffdossiers vor. Für unsere bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrierten Stoffe werden wir weitere Beschreibungen zur sicheren und umweltgerechten Verwendung von Chemikalien (GPS Safety Summaries) veröffentlichen.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2016 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,10 und zum Yen von 135.

Steuerungskennzahlen und Wertmanagement

Die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Konzernumsatz 2016 mit Mengenwachstum

WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2016 steigende Mengen in allen Geschäftsbereichen. In unseren Planungsprämissen gehen wir davon aus, dass die Preise für Siliciumwafer leicht zurückgehen. Die Preise für Polysilicium werden im Jahresdurchschnitt unter Vorjahr liegen. Mit dem Produktionsbeginn in Tennessee werden zusätzliche Mengen nicht ausschließlich über Langfristverträge verkauft. Der Konzernumsatz soll bei niedrigen Preisen im Polysiliciumgeschäft um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen.

Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen.

Aus heutiger Sicht werden alle Geschäftsbereiche bis auf Siltronic im Umsatz wachsen. Das größte Umsatzwachstum für unsere Produkte erwarten wir in Asien. Das Umsatzwachstum soll sich im Vergleich zum Jahr 2016 im Jahr 2017 fortsetzen - vorausgesetzt, dass die weltweite Konjunktur wie von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert auf Wachstumskurs bleibt und es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt.

Ausblick für das Jahr 2016

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Ist 2015 Ausblick 2016
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen    
EBITDA-Marge (%) 19,8 etwas niedriger
EBITDA (Mio. €) 1.048,8 leichter Anstieg ohne Sondererträge1
ROCE(%) 8,1 deutlich niedriger
Netto-Cashflow (Mio. €) 22,5 deutlich positiver
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen    
Umsatz (Mio. €) 5.296,2 leichter Anstieg
Investitionen (Mio. €) 834,0 rund 425 Mio. €
Nettofinanzschulden (Mio. €) 1.074,0 auf dem Niveau des Vorjahres
Abschreibungen (Mio. €) 575,7 rund 720 Mio. €

1 Das EBITDA ohne Sondererträge lag 2015 bei 911,2 Mio. €

Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht.

Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen, da wir keine vergleichbar hohen Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Auflösung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu unseren Solarkunden erwarten. Auch insgesamt niedrigere Preise in unserem Geschäft mindern die EBITDA-Marge. Das EBITDA soll auf vergleichbarer Basis - ohne Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Auflösung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu unseren Solarkunden - gegenüber dem Vorjahr leicht steigen. Bei höheren Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr wird der Konzernjahresüberschuss bei einer Steuerquote von 40 Prozent deutlich unter dem Wert des Jahres 2015 liegen.

ROCE: Der ROCE wird im Vergleich zum Vorjahr (2015: 8,1 Prozent) deutlich niedriger ausfallen. Gründe dafür sind höhere Abschreibungen sowie ein Anstieg des gebundenen Vermögens.

Netto-Cashflow: Für das Jahr 2016 erwarten wir bei deutlich niedrigeren Investitionen einen deutlich positiveren Netto-Cashflow als im Vorjahr.

Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Investitionen: Im Jahr 2016 werden die Investitionen mit rund 425 Mio. € deutlich niedriger ausfallen und deutlich unter den Abschreibungen liegen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2016 bei rund 720 Mio. € liegen und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen fließen unter anderem in den Ausbau von Anlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den Chemiebereichen sowie in neue Ziehanlagen für die Herstellung von Einkristallen bei der Siltronic. Die Investitionen werden voraussichtlich in vollem Umfang aus dem erwarteten Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt.

Investitionen 2016 nach Geschäftsbereichen

Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden auf Vorjahresniveau liegen (2015: 1.074,0 Mio. €).

Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2016 einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum wird getragen von allen Geschäftseinheiten von WACKER SILICONES. Das stärkste Wachstum kommt nach wie vor aus Asien, wo der Wohlstandszuwachs zu einem höheren Verbrauch von Siliconprodukten führt. Hohes Wachstum sehen wir weiterhin in Indien. Auch in den Regionen Amerika und Europa gehen wir von steigenden Umsätzen aus. Wachstumsfelder sind insbesondere Produkte und Anwendungsfelder in den Bereichen Körperpflege, Kunststoffe, Medizintechnik, Elektro- und Elektronikanwendungen sowie silanmodifizierte Polymere. Weiterhin wollen wir bei hoher Auslastung unserer Anlagen den Anteil mit Spezialprodukten am Umsatz erhöhen. Das EBITDA soll gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Im Dispersionsgeschäft erwarten wir Zuwächse in den Anwendungsbereichen Beschichtungen und Vliesstoffe für Hygieneartikel. Bei Dispersionspulvern ist der wesentliche Treiber die zunehmende Polymermodifikation. Wir wollen den Umsatz in allen drei Regionen Europa, Amerika und Asien im Jahr 2016 steigern. Größeres Wachstumspotenzial sehen wir nach wie vor in Indien, wo wir unseren Umsatz weiter deutlich erhöhen wollen. Beim EBITDA gehen wir von einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr aus.

Einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich erwarten wir im Jahr 2016 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Vor allem im Bereich Pharmaproteine sehen wir weiteres Wachstumspotenzial. Im Bereich Ernährung wird WACKER BIOSOLUTIONS eine neue Technologie für die Kaugummi- und Süßwarenindustrie auf den Markt bringen. Regional die größten Wachstumschancen erwarten wir in Europa. Das EBITDA soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Im Polysiliciumgeschäft gehen wir im Jahr 2016 auf Grund unserer neuen Produktionskapazitäten am Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee von einem weiteren Mengenwachstum aus. Der Photovoltaikmarkt wird sein Wachstum weiter fortsetzen. Wir erwarten trotz des Mengenwachstums nur ein geringes Umsatzwachstum im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON, da wir im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Durchschnittspreise erwarten. Beim EBITDA rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, da wir geringere Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen unserer Kunden für das Jahr 2016 erwarten. Das EBITDA wird auch durch Anlaufkosten für das weitere Hochfahren der Polysiliciumproduktion am neuen Standort Charleston gemindert, die allerdings geringer sind als im Vorjahr.

Für Siltronic gehen wir von einem leichten Umsatzrückgang im Jahr 2016 aus. Verantwortlich dafür sind niedrigere Absatzpreise. Im 300 mm Geschäft erwarten wir weiteres Mengenwachstum. Maßnahmen zur Kostenoptimierung sowie niedrige Kosten aus Währungssicherungsgeschäften werden sich positiv auf das EBITDA auswirken. Wir gehen von einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus.

Künftige Dividende

Die Dividendenpolitik von WACKER orientiert sich grundsätzlich daran, mindestens 25 Prozent des Jahresergebnisses des Konzerns an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 600 Mio. €.

Mittelfristige Ziele

Die mittelfristigen Ziele bis 2017 haben nach wie vor Gültigkeit. Der Fokus liegt darauf, die Ertragskraft des Konzerns zu erhöhen und einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

Die wirtschaftspolitischen Risiken für das Jahr 2016 haben sich in den vergangenen Monaten erhöht. Vor allem das schwächere Wirtschaftswachstum in China und der stark fallende Ölpreis haben die Aussichten für das weitere Wachstum der Weltwirtschaft eingetrübt. WACKER geht davon aus, dass die Weltwirtschaft trotz dieser erschwerten Rahmenbedingungen weiter wachsen wird. Für das Jahr 2017 wird sich das Wachstum aus heutiger Sicht fortsetzen. Für das Jahr 2016 erwarten wir einen leichten Anstieg unseres Umsatzes auf Konzernebene. Wir rechnen damit, dass alle Geschäftsbereiche bis auf Siltronic im Umsatz zulegen werden. Beim EBITDA gehen wir auf vergleichbarer Basis ohne Berücksichtigung von Sondererträgen von einem leichten Anstieg aus. Die EBITDA-Marge wird dagegen etwas niedriger ausfallen, da wir keine wesentlichen Sondererträge erwarten. Dazu kommen weitere Anlaufkosten für das Hochfahren unserer neuen Produktionsanlage in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Die Energie- und Rohstoffkosten werden in Summe gegenüber dem Vorjahr zurückgehen.

Die Investitionen werden mit rund 425 Mio. € deutlich niedriger sein als im Vorjahr. Die Abschreibungen liegen bei rund 720 Mio. € und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Wir erwarten einen deutlich positiven Netto-Cashflow. Die Nettofinanzschulden werden auf Vorjahresniveau liegen. Der Konzernjahresüberschuss soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger ausfallen.

In unseren vier wichtigsten Geschäftsbereichen nehmen wir mindestens eine Top-drei-Position ein. Wir verfügen über hervorragende Produkte. Unsere Technologie- und Innovationskraft sowie unsere Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten bilden die Grundlage, unsere Marktpositionen zu festigen und auszubauen.

Wir sehen gute Chancen, im Jahr 2016 im Umsatz weiter zu wachsen und das EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge leicht zu steigern. Auf Grund unserer jetzigen Strategie sind wir gut aufgestellt, auch über das Jahr 2016 hinaus weiter profitabel zu wachsen.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.

Gewinn- und Verlustrechnung Für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember

des WACKER-Konzerns

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Mio. € Anhang 2015 2014
Umsatzerlöse 01 5.296,2 4.826,4
Herstellungskosten   - 4.167,1 - 3.982,2
Bruttoergebnis vom Umsatz   1.129,1 844,2
Vertriebskosten   - 314,2 - 280,6
Forschungs- und Entwicklungskosten   - 175,3 - 183,1
Allgemeine Verwaltungskosten   - 134,0 - 123,7
Sonstige betriebliche Erträge 01 377,4 365,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 01 - 412,7 - 181,6
Betriebsergebnis   470,3 440,3
Equity-Ergebnis 02 3,3 2,9
Sonstiges Beteiligungsergebnis 02 - 0,2 0,1
EBIT (Earnings before interest and taxes)   473,4 443,3
Zinserträge 02 7,3 8,4
Zinsaufwendungen 02 - 31,8 - 46,2
Übriges Finanzergebnis 02 - 42,2 - 40,3
Finanzergebnis   - 66,7 - 78,1
Ergebnis vor Ertragsteuern   406,7 365,2
Ertragsteuern 03 - 164,9 - 169,8
Jahresergebnis   241,8 195,4
davon      
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend   246,7 203,8
auf andere Gesellschafter entfallend 12 - 4,9 - 8,4
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/verwässert) 19 4,97 4,10

Gesamtergebnisrechnung Für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember

des WACKER-Konzerns

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Mio. € 2015 2014
Vor Steuern Latente Steuern Vor Steuern Latente Steuern
Jahresergebnis     241,8     195,4
Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden            
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen 214,1 - 47,7 166,4 - 639,9 119,7 - 520,2
Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden 214,1 - 47,7 166,4 - 639,9 119,7 - 520,2
Posten, die in die GuV umgegliedert werden            
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 141,6 - 141,6 124,0 - 124,0
davon ergebniswirksam - - - - 17,5 - - 17,5
Marktwertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere - 0,8 0,1 - 0,7 - 0,3 - - 0,3
davon ergebniswirksam 0,3 - 0,3 - 0,9 - - 0,9
Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge) 15,8 - 2,3 13,5 - 45,9 7,0 - 38,9
davon ergebniswirksam 69,4 - 6,1 63,3 - 10,5 - - 10,5
Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe - - - 2,6 - 2,6
davon ergebniswirksam - - - 2,6 - 2,6
Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden 156,6 - 2,2 154,4 80,4 7,0 87,4
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen 370,7 - 49,9 320,8 - 559,5 126,7 - 432,8
davon            
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 326,4 - 49,9 276,5 - 562,1 126,7 -435,4
auf andere Gesellschafter entfallend 44,3 - 44,3 2,6 - 2,6
Summe der im Geschäftsjahr erfassten Erträge und Aufwendungen     562,6     - 237,4
davon            
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend     523,2     - 231,6
auf andere Gesellschafter entfallend     39,4     - 5,8

Bilanz zum 31. Dezember

des WACKER-Konzerns

Aktiva

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Mio. € Anhang 31.12.2015 31.12.2014
Immaterielle Vermögenswerte 04, 05 32,1 32,9
Sachanlagen 04, 06 4.799,1 4.311,3
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 04, 07 1,5 1,5
At equity bewertete Beteiligungen 04, 08 21,2 20,5
Wertpapiere 11 3,7 37,6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 111,4 106,0
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 10 4,3 4,9
Ertragsteuerforderungen 10 0,1 5,1
Aktive latente Steuern 03 321,4 334,3
Langfristige Vermögenswerte   5.294,8 4.854,1
Vorräte 09 785,2 734,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 679,4 684,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 49,9 111,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 10 58,4 64,9
Ertragsteuerforderungen 10 19,0 15,2
Wertpapiere und bis zur Endfälligkeit gehaltene Festgelder 11 67,2 157,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 310,5 325,9
Kurzfristige Vermögenswerte   1.969,6 2.093,1
Summe Aktiva   7.264,4 6.947,2

Passiva

     
Mio. € Anhang 31.12.2015 31.12.2014
Gezeichnetes Kapital der Wacker Chemie AG   260,8 260,8
Kapitalrücklage der Wacker Chemie AG   157,4 157,4
Eigene Anteile   - 45,1 - 45,1
Gewinnrücklagen/ Konzernergebnis   2.408,9 2.152,9
Übrige Eigenkapitalposten   - 213,8 - 603,6
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallendes Eigenkapital   2.568,2 1.922,4
Anteile anderer Gesellschafter   226,9 24,1
Eigenkapital 12 2.795,1 1.946,5
Pensionsrückstellungen 13 1.611,7 1.758,2
Andere Rückstellungen 14 217,0 181,8
Ertragsteuerrückstellungen 14 52,8 43,7
Finanzierungsverbindlichkeiten 15 1.136,7 1.318,2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 16 2,6 5,1
Sonstige Verbindlichkeiten 16 287,5 525,2
Passive latente Steuern 03 3,4 3,6
Langfristige Schulden   3.311,7 3.835,8
Andere Rückstellungen 14 88,2 99,8
Ertragsteuerrückstellungen 14 27,0 54,2
Finanzierungsverbindlichkeiten 15 318,7 283,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16 378,3 374,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 16 47,5 69,4
Ertragsteuerverbindlichkeiten 16 0,3 0,1
Sonstige Verbindlichkeiten 16 297,6 283,6
Kurzfristige Schulden   1.157,6 1.164,9
Schulden   4.469,3 5.000,7
Summe Passiva   7.264,4 6.947,2

Kapitalflussrechnung Für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember

des WACKER-Konzerns

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Mio. € Anhang 2015 2014
Jahresergebnis   241,8 195,4
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen   575,4 599,0
Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen   - 0,2 9,5
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge   - 39,1 - 55,4
Ergebnis aus Equity-Accounting sowie Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen   - 3,3 - 2,9
Zinsergebnis   24,5 37,8
Zinsauszahlungen   - 30,4 - 45,5
Zinseinzahlungen   15,1 22,1
Steueraufwand   164,9 169,8
Steuerzahlungen   - 218,7 - 188,9
Erhaltene Ausschüttung   4,3 4,0
Veränderung der Vorräte   - 40,3 - 64,3
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   16,9 - 42,1
Veränderung der nicht finanziellen Vermögenswerte   8,1 6,2
Veränderung der finanziellen Vermögenswerte   49,7 7,5
Veränderung der Rückstellungen   84,7 70,8
Veränderung der nicht finanziellen Verbindlichkeiten   10,3 17,9
Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten   - 8,2 - 27,9
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen   - 238,3 - 227,8
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 21 617,2 485,2
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien   - 820,7 - 525,1
Erlöse aus Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   5,1 1,9
Erlöse aus Abgang von Finanzinvestitionen   - 0,1
Auszahlungen für Akquisitionen   - 25,8
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren   - 815,6 -497,3
Einzahlungen aus der Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern   342,3 120,3
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren und Festgeldern   - 218,1 - 128,6
Cashflow aus Investitionstätigkeit 21 - 691,4 - 505,6
Gewinnausschüttungen   - 74,5 - 24,8
Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter   - 1,4 - 0,9
Einzahlungen aus der Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG   361,9 -
Aufnahme Bankverbindlichkeiten   99,8 198,3
Rückzahlung Bankverbindlichkeiten   - 319,5 - 250,7
Rückzahlung sonstiger Finanzierungsverbindlichkeiten   - 8,4 - 10,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 21 57,9 - 88,6
Veränderung aus Wechselkursänderungen   0,9 3,1
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 - 15,4 - 105,9
Stand am Jahresanfang   325,9 431,8
Stand am Jahresende   310,5 325,9

Entwicklung des Eigenkapitals Für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember

des WACKER-Konzerns

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Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapital-
rücklage
Eigene Anteile Gewinnrücklagen/
Konzernergebnis
Übrige Eigenkapital-
posten
Summe Anteile anderer Gesellschafter Gesamt
01.01.2014 260,8 157,4 - 45,1 1.973,9 - 168,2 2.178,8 18,3 2.197,1
Jahresergebnis - - - 203,8 - 203,8 - 8,4 195,4
Ausschüttung - - - - 24,8 - - 24,8 - 0,9 - 25,7
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - -435,4 - 435,4 2,6 - 432,8
Konsolidierungskreis/ Sonstiges - - - - - - 12,5 12,5
31.12.2014 260,8 157,4 - 45,1 2.152,9 - 603,6 1.922,4 24,1 1.946,5
01.01.2015 260,8 157,4 - 45,1 2.152,9 - 603,6 1.922,4 24,1 1.946,5
Jahresergebnis - - - 246,7 - 246,7 - 4,9 241,8
Ausschüttung - - - - 74,5 - - 74,5 - 1,4 - 75,9
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - - - 83,8 113,3 197,1 164,8 361,9
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - 276,5 276,5 44,3 320,8
31.12.2015 260,8 157,4 - 45,1 2.408,9 - 213,8 2.568,2 226,9 2.795,1

Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten Für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember

(auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend)

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Mio. € Marktwert-
änderung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere
Unterschieds-
betrag aus der Währungs-
umrechnung
Marktwert-
änderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge)
Neubewertung von leistungs-
orientierten Pensionsplänen
Effekte aus Netto-
investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe
Summe (ohne Anteil anderer Gesellschafter)
01.01.2014 0,8 - 50,9 10,4 - 125,9 - 2,6 - 168,2
Ergebnisneutrale Veränderung 0,6 - - 28,4 - 520,2 - - 548,0
Ergebniswirksame Umgliederung - 0,9 - 17,5 - 10,5 - 2,6 - 26,3
Veränderung Translation - 138,9 - - - 138,9
31.12.2014 0,5 70,5 - 28,5 - 646,1 - - 603,6
01.01.2015 0,5 70,5 - 28,5 - 646,1   - 603,6
Ergebnisneutrale Veränderung - 0,7 - - 48,6 131,9 - 82,6
Ergebniswirksame Umgliederung - - 52,0 - - 52,0
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG 0,3 9,3 15,6 88,1 - 113,3
Veränderung Translation - 141,9 - - - 141,9
31.12.2015 0,1 221,7 - 9,5 - 426,1 - - 213,8

Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten (auf Minderheitsgesellschafter entfallend)

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Mio. € Marktwert-
änderung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere
Unterschieds-
betrag aus der Währungs-
umrechnung
Marktwert-
änderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge)
Neubewertung von leistungs-
orientierten Pensionsplänen
Effekte aus Netto-
investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe
Summe (Anteil anderer Gesellschafter)
01.01.2014 - - 3,8 - - - - 3,8
Ergebnisneutrale Veränderung - - - - - -
Ergebniswirksame Umgliederung - - - - - -
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - - - - - -
Veränderung Translation - 2,6 - - - 2,6
31.12.2014 - - 1,2 - - - - 1,2
01.01.2015   - 1,2       - 1,2
Ergebnisneutrale Veränderung 0,3 - - 1,2 34,5 - 33,6
Ergebniswirksame Umgliederung - 0,3 - 11,3 - - 11,0
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - 0,3 - 9,3 - 15,6 - 88,1 - - 113,3
Veränderung Translation - - 0,3 - - - - 0,3
31.12.2015 - 0,3 - 10,8 - 5,5 - 53,6 - - 70,2

Segmentdaten nach Bereichen Für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember

2015

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Mio. € Silicones Polymers Biosolutions Polysilicon Siltronic Sonstiges Konsolidierung Konzern
Umsatz mit Dritten 1.942,8 1.162,5 197,1 978,9 923,8 91,1 - 5.296,2
Innenumsätze 0,5 23,0 - 84,7 7,5 106,4 - 222,1 -
Gesamtumsatz 1.943,3 1.185,5 197,1 1.063,6 931,3 197,5 - 222,1 5.296,2
EBIT 194,5 184,4 21,0 162,6 4,5 - 94,5 0,9 473,4
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen 81,7 37,8 11,2 239,8 119,5 85,6 - 0,2 575,4
EBITDA 276,2 222,2 32,2 402,4 124,0 - 8,9 0,7 1.048,8
Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis 3,3 - - - - - - 3,3
Anlagenzugänge1 82,0 47,4 6,2 581,8 75,1 41,5 - 834,0
Anlagenzugänge 82,0 47,4 6,2 581,8 75,1 41,5 - 834,0
Vermögen (31.12.) 1.309,3 589,9 149,3 3.132,0 1.016,1 1.096,3 - 28,5 7.264,4
Schulden (31.12.) 749,0 281,1 67,0 1.392,0 543,5 1.451,5 - 14,8 4.469,3
Netto-Vermögen (31.12.) 560,3 308,8 82,3 1.740,0 472,6 - 355,2 - 13,7 2.795,1
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 21,2 - - - - - - 21,2
Forschungskosten 35,8 14,8 6,1 15,3 64,3 42,8 - 3,8 175,3
Mitarbeiter (31.12.) 4.353 1.461 491 2.373 3.894 4.400 - 16.972
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.348 1.442 491 2.278 4.004 4.374 - 16.937

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 22.

2014

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Mio. € Silicones Polymers Biosolutions Polysilicon Siltronic Sonstiges Konsolidierung Konzern
Umsatz mit Dritten 1.733,3 1.040,5 176,2 949,5 848,0 78,9 - 4.826,4
Innenumsätze 0,3 23,9 - 99,6 5,4 87,0 - 216,2 -
Gesamtumsatz 1.733,6 1.064,4 176,2 1.049,1 853,4 165,9 - 216,2 4.826,4
EBIT 128,9 118,7 13,6 305,3 - 43,5 - 75,4 - 4,3 443,3
Abschreibungen und Wertminderungen/ Zuschreibungen 80,9 30,8 10,0 231,7 157,5 88,1 - 599,0
EBITDA 209,8 149,5 23,6 537,0 114,0 12,7 - 4,3 1.042,3
Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis 2,9 - - - - - - 2,9
Wertminderungen im Anlagevermögen - - - - - 9,5 - - - 9,5
Anlagenzugänge1 88,5 56,3 8,4 334,5 40,7 43,8 - 572,2
Anlagenzugänge 88,5 56,3 8,4 334,5 40,7 43,8 - 572,2
Vermögen (31.12.) 1.255,1 546,4 145,7 2.620,7 1.044,1 1.535,1 - 199,9 6.947,2
Schulden (31.12.) 762,1 297,9 75,2 1.623,9 758,8 1.668,0 - 185,2 5.000,7
Netto-Vermögen (31.12.) 493,0 248,5 70,5 996,8 285,3 - 132,9 - 14,7 1.946,5
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 20,5 - - - - - - 20,5
Forschungskosten 39,5 13,2 6,7 18,7 64,6 40,4 - 183,1
Mitarbeiter (31.12.) 4.240 1.408 484 2.093 4.165 4.313 - 16.703
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.201 1.400 476 2.083 4.263 4.321 - 16.744

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 22.

Segmentdaten nach Regionen Für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember

2015

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Mio. € Deutschland Übriges Europa Amerika Asien Sonstige Regionen Konsolidierung Konzern
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 684,9 1.202,7 945,1 2.253,1 210,4 - 5.296,2
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 4.332,6 134,0 892,8 1.164,5 9,2 - 1.236,9 5.296,2
Anlagenzugänge1 193,5 11,1 587,8 41,5 0,1 - 834,0
Anlagenzugänge 193,5 11,1 587,8 41,5 0,1 - 834,0
Vermögen (31.12.) 6.119,2 1.650,5 2.826,1 1.108,2 5,9 -4.445,5 7.264,4
Schulden (31.12.) 3.550,2 182,5 1.436,2 825,6 2,0 - 1.527,2 4.469,3
Netto-Vermögen (31.12.) 2.569,0 1.468,0 1.389,9 282,6 3,9 - 2.918,3 2.795,1
Langfristiges Vermögen2 1.712,5 43,6 2.483,3 610,4 3,1 5,4 4.858,3
Forschungskosten 150,9 - 12,4 14,2 - - 2,2 175,3
Mitarbeiter (31.12.) 12.251 390 1.830 2.448 53 - 16.972

2014

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Mio. € Deutschland Übriges Europa Amerika Asien Sonstige Regionen Konsolidierung Konzern
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 663,7 1.130,5 810,7 2.039,7 181,8 - 4.826,4
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 4.006,5 137,8 769,7 962,3 7,6 - 1.057,5 4.826,4
Anlagenzugänge1 191,3 4,9 348,3 27,6 0,1 - 572,2
Anlagenzugänge 191,3 4,9 348,3 27,6 0,1 - 572,2
Vermögen (31.12.) 5.945,5 1.424,4 2.035,9 1.060,2 5,6 - 3.524,4 6.947,2
Schulden (31.12.) 4.079,5 195,6 866,9 844,0 1,4 - 986,7 5.000,7
Netto-Vermögen (31.12.) 1.866,0 1.228,8 1.169,0 216,2 4,2 - 2.537,7 1.946,5
Langfristiges Vermögen2 1.950,0 40,8 1.739,6 637,7 3,0 5,1 4.376,2
Forschungskosten 163,3 - 9,8 12,5 - - 2,5 183,1
Mitarbeiter (31.12.) 12.366 354 1.530 2.408 45 - 16.703

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
2 Langfristige Vermögenswerte gem. IFRS 8 (ohne Finanzinstrumente, latente Steueransprüche und Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses)
Die Segmentdaten nach Regionen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 22.

Anhang

des WACKER-Konzerns

Grundlagen und Methoden

Der WACKER-Konzern (WACKER) ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Die operativen Geschäftsbereiche sind in der Silicon- und der Polymerchemie, der Spezial- und Feinchemie, der Polysiliciumherstellung sowie der Halbleitertechnologie tätig. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Lagebericht erläutert.

Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Anschrift lautet: Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München.

Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 159705 geführt. Der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Ferner können der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des WACKER-Konzerns und der Wacker Chemie AG auf der Internetseite von WACKER abgerufen werden. www.wacker.com/geschaeftsbericht

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von WACKER zugänglich gemacht worden. www.wacker.com/corporate-governance

Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den ergänzenden Vorschriften des § 315 a Abs. 1 HGB erstellt. Die für das laufende Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert.

Die funktionale Währung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden ausführlich im Konzernlagebericht im Nachtragsbericht dargelegt. Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 29. Februar 2016 freigegeben. Er wird dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 08. März 2016 vorgelegt.

Änderung der Darstellung

Im Rahmen einer Überarbeitung der Bilanz hat WACKER zum 31. Dezember 2015 den Ausweis finanzieller und nichtfinanzieller Vermögenswerte und Schulden verbessert. Die zuvor zusammengefasst ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden wurden in finanzielle und sonstige Forderungen und Vermögenswerte bzw. finanzielle und sonstige Verbindlichkeiten aufgespalten. In der Kapitalflussrechnung wurden die zuvor als ergänzende Information ausgewiesenen Cashflows aus Zinsen, Steuern und Ausschüttungen im Cashflow der betrieblicher Geschäftstätigkeit separat ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden in beiden Fällen angepasst. Durch die Änderungen sind auch die begleitenden Anhangsangaben angepasst worden.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2015 erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften

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Standard/ Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
IFRIC 21 Abgaben 01.01.15 13.06.14 IFRIC 21 "Abgaben" enthält Regelungen zur Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben, die keine Abgaben im Sinne des IAS 12 "Ertragsteuern" darstellen. Die Anwendung der Interpretation kann dazu führen, dass eine Verpflichtung zur Zahlung von Abgaben zu einem anderen Zeitpunkt als bisher in der Bilanz erfasst wird, insbesondere dann, wenn die Verpflichtung zur Zahlung nur dann entsteht, wenn bestimmte Umstände an einem bestimmten Zeitpunkt vorliegen. Die Änderungen im Zusammenhang mit IFRIC 21 haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Abschlusses von WACKER.
Improvements to IFRS (2011 - 2013)   01.07.14 18.12.14 Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 und IAS 40. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.

Nicht vorzeitig angewandte Standards/ Interpretationen

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet werden. Es werden nur die für WACKER relevanten Standards angegeben. Soweit von neuen Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft.

Bereits von der Europäischen Union anerkannte Standards/ Interpretationen und Änderungen bestehender Standards

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Standard/ Interpretation Veröffentlichung durch IASB Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
Amendments to IFRS 11 Erwerb von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 06.05.14 01.01.16 24.11.15 Mit der Änderung wird klargestellt, dass Erwerbe und Hinzuerwerbe von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3, "Unternehmenszusammenschlüsse" darstellen, nach den Prinzipien für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen des IFRS 3 und anderer anwendbarer IFRS zu bilanzieren sind, soweit diese nicht im Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen. Die Klarstellung hat aktuell keinen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Amendments to IAS 1 Anhangangaben 18.12.14 01.01.16 18.12.15 Die Änderungen betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben nur dann notwendig sind, wenn ihr Inhalt wesentlich ist. Dies gilt explizit auch dann, wenn ein IFRS eine Liste von Minimum-Angaben fordert. Zudem werden Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung aufgenommen. Des Weiteren wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis at equity bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Schließlich erfolgt die Streichung einer Musterstruktur des Anhangs hin zur Berücksichtigung unternehmensindividueller Relevanz. Die Klarstellung hat keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses von WACKER.
Improvements to IFRS (2010 - 2012)   12.12.13 01.02.15 17.12.14 Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24 und IAS 38. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.
Improvements to IFRS (2012 - 2014)   25.09.14 01.01.16 15.12.15 Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 5, IFRS 7, IAS 19 und IAS 34. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.

Von der Europäischen Union noch nicht anerkannte Standards/ Interpretationen sowie Änderungen bestehender Standards

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Standard/ Interpretation Veröffentlichung durch IASB Anwendungszeitpunkt Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
IFRS 9 Finanzinstrumente 24.07.14 01.01.18 Erwartet im ersten Halbjahr 2016 Die aktualisierte Version des IFRS 9 umfasst neben dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten neue Vorschriften zur Bilanzierung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte und überarbeitete Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten im Rahmen des Hedge Accounting. Finanzielle Vermögenswerte werden künftig entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Zuordnung hängt vom Geschäftsmodell des Unternehmens ab. Das Klassifizierungsmodell für finanzielle Verbindlichkeiten wird grundsätzlich beibehalten. Die Erfassung von Wertminderungen ändert sich grundlegend, da nicht mehr nur eingetretene Verluste sondern bereits erwartete Verluste zu erfassen sind. Zielsetzung des neuen Hedge Accounting Modells unter IFRS 9 ist es, eine engere Verknüpfung zwischen dem Risikomanagementsystem und der bilanziellen Abbildung zu erreichen. Die weiterhin zulässigen Arten von Sicherungsbeziehungen sind das "Cash Flow Hedge Accounting", "Fair Value Hedge Accounting" und der "Hedge of a net investment in a foreign operation". Der Kreis für qualifizierende Grund- und Sicherungsgeschäfte wurde jeweils erweitert. WACKER kann im Moment noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von WACKER haben wird.
IFRS 16 Leases 13.01.16 01.01.19 Offen Durch die Regelungen im Standard werden generell alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz erfasst. Für alle Leasingverhältnisse ist eine Leasingverbindlichkeit für die Zahlungsverpflichtungen zu passivieren. Gleichzeitig wird ein Nutzungsrecht für den geleasten Vermögenswert, welches dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen entspricht, aktiviert. Dieses wird planmäßig abgeschrieben während die Leasingverbindlichkeit während der Laufzeit durch Tilgung und Zinsabgrenzung abgebaut wird. Für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Gegenstände von geringem Wert gibt es Erleichterungen bei der Bilanzierung. WACKER hat die Auswirkungen des neuen Standards noch nicht analysiert. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Leasingverpflichtungen deutlich erhöhen werden. Dadurch werden im Wesentlichen die Finanzierungsverbindlichkeiten ansteigen und höhere immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen werden.
Amendments to IAS 12 Income Taxes 19.01.16 01.01.17 Offen Die Änderung enthält Konkretisierungen zu abziehbaren temporären Differenzen und deren Beurteilung. Ferner wird klargestellt, wie das künftig zu versteuernde Einkommen für die Bilanzierung aktiver latenter Steuern zu ermitteln ist. Die Änderung hat keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. Die Klarstellungen werden jedoch bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern im Abschluss von WACKER relevant werden.
Amendments to IAS 7 Statement of Cash Flows 29.01.16 01.01.17 Offen Die Änderungen sollen dazu führen, dass die Veränderung der Verschuldung des Unternehmens besser abgebildet wird. Vorgeschlagen wird eine Überleitungsrechnung der Verschuldung vom Anfangsbestand der Bilanz zum Endbestand der Bilanz. Die Angaben zur Kapitalflussrechnung werden sich für WACKER voraussichtlich erhöhen. Es ergeben sich keine wesentlichen Änderungen der Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Konzerns.
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen 28.05.14 01.01.18 Erwartet in Q2 2016 Nach IFRS 15 sind Umsatzerlöse dann zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Entscheidend ist nicht mehr die Übertragung wesentlicher Chancen und Risiken, wie noch nach den alten Regelungen des IAS 18, "Umsatzerlöse". Die Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen erwartet zu erhalten. Das neue Modell sieht zur Ermittlung der Umsatzrealisierung ein fünfstufiges Schema vor, wonach zunächst der Kundenvertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren sind. Anschließend ist der Transaktionspreis zu ermitteln und zuzuordnen. Der Umsatz ist für jede einzelne Leistungsverpflichtung zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht daran erlangt. WACKER wird die Auswirkungen des neuen Standards für die Umsatzrealisierung in 2016 analysieren. Die Auswirkungen können aktuell noch nicht beurteilt werden. Durch den neuen Standard wird es zu einer Ausweitung der Anhangangaben im Abschluss von WACKER kommen.
Amendments to IFRS 10 and IAS 28 Veräußerung oder Einlage von Vermögenswerten in assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen 11.09.14 Verschoben Verschoben -IASB Exposure Draft wird abgewartet Nach der Änderung beider Standards ist eine Gewinn- bzw. Verlustrealiserung beim Investor in voller Höhe immer dann vorzunehmen, wenn die Transaktion einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 betrifft. Ist dies nicht der Fall, sondern betrifft die Transaktion Vermögenswerte, die keinen Geschäftsbetrieb darstellen, ist lediglich der anteilige Erfolg (in Höhe des Anteils der anderen Investoren) zu erfassen. Die Änderung hat aktuell keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der Wacker Chemie AG und ihrer Tochterunternehmen auch gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen einbezogen.

Tochterunternehmen sind Gesellschaften, bei denen die Wacker Chemie AG über bestehende Rechte verfügt, die ihr die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten zu lenken. Beherrschung ist somit nur gegeben, wenn die Wacker Chemie AG oder eine ihrer Töchter variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einer Gesellschaft ausgesetzt ist und mittels ihrer Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten die Möglichkeit zur Beeinflussung dieser Rückflüsse hat. In der Regel beruht die Beherrschungsmöglichkeit dabei auf einer mittel- oder unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit der Wacker Chemie AG. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht.

Strukturierte Einheiten werden konsolidiert, wenn die wirtschaftliche Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt. Eine strukturierte Einheit dient einem bestimmten Geschäftszweck. Strukturierte Einheiten sind derart ausgestaltet, dass Stimmrechte oder ähnliche Rechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn vertragliche Vereinbarungen die relevanten Aktivitäten steuern und diese sich auf einen streng eingegrenzten Zweck beziehen.

Gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) beruhen auf gemeinsamen Vereinbarungen. Eine gemeinsame Vereinbarung liegt vor, wenn der WACKER Konzern auf Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung die zusammen mit einem Dritten geführten Aktivitäten gemeinschaftlich führt. Gemeinschaftliche Führung liegt nur vor, sofern Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die Einstimmigkeit der beteiligten Parteien erfordern. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit ist dadurch gekennzeichnet, dass die Parteien, die die gemeinschaftliche Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben. Die Vermögenswerte und Schulden sowie Erlöse und Aufwendungen aus den gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden anteilig, entsprechend den Rechten und Pflichten des WACKER-Konzerns, in den Konzernabschluss einbezogen. Bei Gemeinschaftsunternehmen besitzen die Parteien, die die gemeinschaftliche Führung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung. Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode bilanziert.

Aktuell werden im Konzernabschluss keine gemeinschaftlichen Tätigkeiten bilanziert.

Ebenfalls nach der Equity-Methode werden assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die Wacker Chemie AG in der Regel auf Grund des Anteilsbesitzes zwischen 20 Prozent und 50 Prozent einen maßgeblichen Einfluss ausübt.

Soweit Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen selbst Tochtergesellschaften haben, werden diese in der nachfolgenden Tabelle nicht mitgezählt.

Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt ist bzw. bei denen WACKER keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als Beteiligungen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

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Anzahl Deutschland Übriges Europa Amerika Asien Sonstige Regionen Gesamt
Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft)            
01.01.2015 15 13 5 17 2 52
Zugänge - - 1 - 1 2
Abgänge und Fusionen - 1 - - - - - 1
31.12.2015 14 13 6 17 3 53
At equity konsolidierte Unternehmen            
01.01.2015 - - - 3 - 3
31.12.2015 - - - 3 - 3
Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen            
01.01.2015 1 - - - - 1
31.12.2015 1 - - - - 1
Gesamt            
01.01.2015 16 13 5 20 2 56
Zugänge - - 1 - 1 2
Abgänge und Fusionen - 1 - - - - - 1
31.12.2015 15 13 6 20 3 57
Strukturierte Einheiten            
01.01.2015 1 - - - - 1
31.12.2015 1 - - - - 1

Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 wie folgt verändert.

Veränderung des Konsolidierungskreises

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%
Abgänge/ Fusionen bei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften  
Scil Proteins Production GmbH, Halle (Verschmelzung auf die WACKER Biotech GmbH, Jena zum 01. Januar 2015) 100
Neugründungen von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften  
Wacker Kimya Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei (Neugründung am 28. Mai 2015) 100
Wacker Colombia S.A. S., Bogotá, Colombia (Neugründung am 11. September 2015) 100
Teilabgang bei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften durch den Börsengang der Siltronic AG1  
Siltronic AG, München 42,2
Siltronic Holding International B. V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande 42,2
Siltronic Corp., Portland, Oregon, USA 42,2
Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur 42,2
Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur 42,2
Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan 42,2
Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., Singapur 42,2

1 Börsengang der 100 % Tochter Siltronic AG am 11. Juni 2015, Platzierung von 42,2 % durch Ausgabe neuer Aktien und Veräußerung von Anteilen, gehalten von der 3. Venture GmbH

Die Scil Proteins Production GmbH, Halle wurde von der WACKER Biotech GmbH am 02. Januar 2014 erworben und wurde zum Stichtag 01. Januar 2015 auf die Muttergesellschaft verschmolzen.

WACKER hat am 11. Juni 2015 im Rahmen eines Börsengangs 25,5 Prozent seiner Anteile an der bis dahin 100%igen Tochter Siltronic AG an der Frankfurter Börse platziert. Gleichzeitig wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Siltronic AG neue Aktien ausgegeben, die den Beteiligungsanteil von WACKER um 16,7 Prozent reduzierten. Nach dem Börsengang beträgt der Minderheitenanteil an der Siltronic AG 42,2 Prozent. WACKER ist mit 57,8 Prozent weiterhin Mehrheitsaktionär und konsolidiert die Gesellschaft voll im Konzernabschluss. Das Gesamtvolumen der Transaktion belief sich auf 379,5 Mio. €. Transaktionskosten in Höhe von 17,6 Mio. € wurden direkt im Eigenkapital verrechnet. Auf Grund der mehrheitswahrenden Transaktion handelt es sich bilanziell um einen Geschäftsvorfall mit Eigentümern, der zu keinem Ergebnisausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung führt. Zu den Veränderungen im Eigenkapital verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel. Dort werden die Änderungen in einer gesonderten Zeile ausgewiesen.

Insgesamt werden 14 inländische und 42 ausländische Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Das Tochterunternehmen W.E.L.T. Reisebüro GmbH, dessen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, wird wegen Geringfügigkeit nicht konsolidiert. Die Umsätze und die Bilanzsumme lagen im Geschäftsjahr 2014 unter 0,5 Mio. €. Das Tochterunternehmen, an dem WACKER 51 Prozent der Anteile hält, wird zu Anschaffungskosten bewertet und innerhalb der langfristigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen.

Neben den mittelbar oder unmittelbar beherrschten Unternehmen konsolidiert WACKER auf Grund des beherrschenden Einflusses eine strukturierte Einheit im Sinne des IFRS 10. Hierbei handelt es sich um einen Spezialfonds, in den die Wacker Chemie AG Sondervermögen eingezahlt hat. Dieser Treuhandfonds wurde ausschließlich für WACKER aufgelegt und alle Anteile des Fonds werden von WACKER gehalten. Die Einbringung des Sondervermögens stellt auf Grund der vertraglichen Ausgestaltung eine strukturierte Einheit im Sinne des IFRS 10 dar.

Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Dividendenausschüttungen können durch den Vorrang der Tilgung von Gesellschafterdarlehen eingeschränkt sein. Es existieren zum Stichtag keine erheblichen Beschränkungen auf Grund von Schutzrechten zugunsten nicht beherrschender Anteile. Für weitere Angaben verweisen wir auf die Ziffer 12 des Konzernanhangs (Eigenkapital/Anteile anderer Gesellschafter/ Kapitalmanagement).

Regulatorische Anforderungen oder lokale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen können in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte an oder von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen in einigen asiatischen und südamerikanischen Ländern lokalen Devisenbeschränkungen. Dort ist die Kapitalausfuhr aus dem jeweiligen Land grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung durch staatliche Behörden über Kapitalmaßnahmen (Dividende, Kapitalherabsetzung) möglich. Andere, wesentliche Beschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit von Vermögenswerten innerhalb des Konzerns bestehen nicht.

Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der Wacker Chemie AG und der einbezogenen Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen und strukturierten Einheiten. Alle Gesellschaften haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag.

Alle wesentlichen Meldedaten der Gesellschaften sind für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft.

Die Erstkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen auf den Zeitpunkt des Erwerbs bzw. der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss. Hierbei ergibt sich das Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen unter Berücksichtigung aller identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualverbindlichkeiten; die Bewertung aller Bilanzposten erfolgt mit ihren beizulegenden Zeitwerten. Ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Tochterunternehmens und dem so ermittelten anteiligen Eigenkapital wird als Geschäfts-oder Firmenwert aktiviert und einem jährlichen Impairment-Test unterworfen. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird unmittelbar als Ertrag vereinnahmt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen.

Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit diese höher als das anteilige Eigenkapital sind, verbleibt ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert- oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen. Soweit die Anschaffungskosten geringer als das anteilige Eigenkapital im Erwerbszeitpunkt sind, wird dieser Unterschiedsbetrag dem Bilanzansatz zugeschrieben und in der Gewinn- und Verlustrechnung im Equity-Ergebnis erfasst. Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen. Langfristige Finanzierungen, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition des Eigentümers in das Unternehmen zuzuordnen sind, werden bei der Berücksichtigung der Eigenkapitalveränderung einbezogen.

Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Konsolidierung

Bei der Beurteilung, ob bei Gesellschaften, an denen WACKER weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält, Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen WACKER 50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass WACKER die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame Beherrschung vorliegt. Sofern gemeinsame Beherrschung vorliegt, muss zwischen gemeinschaftlicher Tätigkeit (Joint Operation) oder Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) unterschieden werden. Diese Unterscheidung hängt davon ab, ob WACKER unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten hat oder ob Rechte am Reinvermögensüberschuss der Gesellschaft bestehen. Dabei muss WACKER die Struktur und die rechtliche Form der Gesellschaft, die vertraglichen Vereinbarungen sowie sonstige Umstände berücksichtigen.

Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt.

Unternehmenserwerbe

Die Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs erfolgt mit Hilfe der Erwerbsmethode, die eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der erstmaligen Beherrschung vorsieht.

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauer der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipativen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse beeinflussen.

Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Akquisitionen erfolgt unter der Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind.

Akquisitionen und Mehrheitsübernahmen im Geschäftsjahr 2015

Im Geschäftsjahr 2015 wurden keine Akquisitionen und Mehrheitsübernahmen durchgeführt.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value) angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim Vorliegen von Cashflow Hedges im übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst.

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Die sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebenden Nettogewinne oder -verluste werden in den übrigen Eigenkapitalposten erfolgsneutral erfasst. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar:

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ISO Code Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2015 31.12.2014 2015 2014
US-Dollar USD 1,09 1,22 1,11 1,33
Japanischer Yen JPY 131,41 145,35 134,27 140,50
Singapur-Dollar SGD 1,54 1,61 1,52 1,68
Chinesischer Renminbi CNY 7,09 7,54 6,97 8,18

Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die Annahmen im Zusammenhang mit Impairment-Tests und Kaufpreisallokationen.

Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger Perioden aus.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen/ at equity bewertete Beteiligungen

Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse aus den getätigten Investitionen geschätzt. Der künftige technische Fortschritt und laufende Ersatz- und Entwicklungszyklen werden in die Ermittlung einbezogen. Der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte und der Sachanlagen beträgt 4,83 Mrd. € (Vorjahr 4,35 Mrd. €). At equity bewertete Beteiligungen sind in Höhe von 21,2 Mio. € (Vorjahr 20,5 Mio. €) in der Bilanz ausgewiesen.

Impairment-Tests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung erfordert Schätzungen auf Basis von Börsenkursen, Preisen vergleichbarer Geschäfte, Barwert- oder sonstige Bewertungsverfahren oder einer Kombination hieraus, die Einschätzungen und Beurteilung vonseiten des Managements erforderlich machen. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungssätze. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft deutliche Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten, die zu zusätzlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen führen können. Siehe Ziffer 4

Rückstellungen

Wesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen für Schadenersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von Umweltschäden. Auch Änderungen des Diskontierungssatzes führen zu Veränderungen in der Ermittlung der langfristigen Rückstellungen. Hier spiegelt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld wider. Dadurch steigt der Buchwert der langfristigen Rückstellungen an. Der Buchwert der Umweltschutzrückstellungen beträgt 79,9 Mio. € (Vorjahr 69,0 Mio. €), der Buchwert der Rückstellung für Verkauf/ Einkauf beträgt 60,7 Mio. € (Vorjahr 43,5 Mio. €) und der Buchwert der sonstigen anderen Rückstellungen beträgt 58,9 Mio. € (Vorjahr 71,7 Mio. €). Siehe Ziffer 14.

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den Diskontierungssatz, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld beeinflusst den Buchwert der Pensionsrückstellungen. Der Buchwert der Pensionsrückstellung beträgt 1,61 Mrd. € (Vorjahr 1,76 Mrd. €). Siehe Ziffer 13.

Die Höhe der Pensionsverpflichtung ergibt sich durch Diskontierung der wackerspezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungszinssatz ermittelt sich aus der Zinsstrukturkurve hochrangiger festverzinslicher, laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen zum Bilanzstichtag. Die Anleihen lauten jeweils auf die gleiche Währung wie die zugrunde liegende Pensionsverpflichtung. Die Anleihen weisen ein Rating von mindestens aa einer der drei großen Rating-Agenturen aus. Die Grundlage in Deutschland bildet ein über Bloomberg zum Stichtag ermitteltes Anleihenportfolio mit einer Laufzeit, die annähernd mit der Laufzeit der Pensionsverpflichtung übereinstimmt.

Rückstellungen für Steuerrisikopositionen werden gebildet, wenn eine Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 Prozent besteht. WACKER schätzt für jedes Jahr aus Erfahrungen der Vergangenheit die Zuführung zu den Steuerrisikorückstellungen neu ein.

Latente Steuern

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Im Falle von Gesellschaften, die in der Vergangenheit steuerliche Verluste ausgewiesen haben, werden aktive latente Steuern nur in Ausnahmefällen aktiviert, wenn substanzielle Hinweise der Realisierbarkeit bestehen. Der Buchwert der in der Bilanz erfassten aktiven latenten Steuern beträgt 321,4 Mio. € (Vorjahr 334,3 Mio. €).

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Zusätzlich werden sie um neue Rechnungslegungsvorschriften des aktuellen Geschäftsjahres ergänzt, die erstmals anzuwenden sind. Einschränkungen der Vergleichbarkeit können sich bei wesentlichen Erwerben vollkonsolidierter Unternehmen ergeben. Sofern dies der Fall ist, wird hierauf bei der Erläuterung des Konsolidierungskreises eingegangen. Soweit wesentliche Anpassungen von Vorjahresbeträgen erfolgen, werden diese bei den betroffenen Anhangsangaben erläutert oder im Abschnitt "Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" übergeleitet.

Der Konzernabschluss basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, Derivate und das Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen.

Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, andere Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit diesem Wert im Anhang veröffentlicht. Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) eines Vermögenswertes oder einer Verbindlichkeit ist der Preis, der am Bewertungsstichtag in einer regulären Transaktion zwischen Marktteilnehmern beim Verkauf eines Vermögenswertes zu erzielen bzw. für den Abgang einer Verbindlichkeit zu zahlen wäre.

Bei der Ermittlung des Fair Values von Finanzinstrumenten können, je nachdem, wie hoch der Anteil der nicht-beobachtbaren Inputfaktoren ist, mehr oder weniger umfangreiche Schätzungen erforderlich sein. WACKER ist bestrebt, sich bei der Ermittlung des Fair Values auf möglichst viele beobachtbare Inputfaktoren zu stützen und die Verwendung nichtbeobachtbarer Inputfaktoren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Ob der Wert eines Inputparameters beobachtbar ist oder nicht, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: unter anderem von der Art des Finanzinstruments, der Existenz eines Marktes für das betreffende Instrument, spezifischen Transaktionseigenschaften, der Liquidität und den allgemeinen Marktbedingungen. Wenn der Fair Value nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird der Buchwert als Näherungswert zur Bestimmung des Fair Values herangezogen.

Finanzinstrumente, die im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet oder angegeben werden, werden gemäß der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 bemessen und klassifiziert. Die Hierarchie besteht aus drei Leveln, denen die Inputfaktoren je nach ihrer Beobachtbarkeit im Rahmen der entsprechenden Bewertungsverfahren zugeordnet werden.

Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen Gegenleistung oder Forderung. Der Ausweis erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie Rabatte und Preisnachlässe. Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden und die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Erwerber übergegangen sind. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt. Die Umsatzerlöse und ihre Entwicklung nach Bereichen und Regionen werden in der Segmentberichterstattung dargestellt.

WACKER tätigt keine Geschäfte, die eine Umsatzrealisierung als langfristige Fertigungsaufträge nach der Percentage of Completion Methode erfordern.

In den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen ausgewiesen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls in diesem Posten ausgewiesen.

Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation, der Werbung und der Marktforschung sowie die anwendungstechnische Beratung bei Kunden. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter diesem Posten ausgewiesen.

Zu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung. Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse erfolgen.

Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden sind.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung als Aufwand erfasst. Zinserträge werden zeitanteilig unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Effektivzinssatzes bewertet. Dividendenerträge aus Finanzinvestitionen werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer werden drei bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäftswerte) sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind, unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert.

Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden zu Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear abgeschrieben. Die angesetzten Nutzungsdauern entsprechen denen der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte. Sofern Entwicklungskosten aktiviert werden, umfassen diese die direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden ab dem Produktionsstart planmäßig über die Nutzungsdauer der korrespondierenden Produktionsanlagen abgeschrieben.

Geschäftswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäftswerte wird jährlich ein Impairment-Test durchgeführt. Sofern der Impairment-Test zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den Geschäftswert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Die Wertminderungen des Geschäftswerts werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Derzeit ist kein Geschäftswert aktiviert.

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen reduzieren die Anschaffungskosten. Eine Neubewertung von Sachanlagen auf Basis der Regelungen in IAS 16 wird nicht vorgenommen. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.

Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert. Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt wird.

Finanzierungskosten, die im Zusammenhang mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Darüber hinaus werden Finanzierungskosten nicht als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. WACKER bilanziert Finanzierungskosten gemäß IAS 23 (Borrowing Costs) für wesentliche langfristige Investitionsmaßnahmen in Produktionsanlagen.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

Wenn Sachanlagen endgültig stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht. Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

In den Sachanlagen werden auch Vermögenswerte aus Leasingtransaktionen ausgewiesen. Im Wege des Finance Lease finanzierte Sachanlagen werden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Wert bilanziert, soweit die Barwerte der Mindestleasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Vertragslaufzeit. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden unter den Finanzierungsverbindlichkeiten passiviert. Die zu zahlenden Leasingraten werden nach der Effektivzinsmethode in einen Tilgungsanteil und in einen Zinsanteil aufgeteilt.

Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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In Jahren Nutzungsdauer
Produktionsgebäude 10 bis 40
Sonstige Bauten und vergleichbare Rechte 10 bis 30
Technische Anlagen und Maschinen 6 bis 12
Fahrzeuge 4 bis 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 12

Soweit der nach den vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von immateriellen Vermögenswerten oder Sachanlagen, die planmäßig abgeschrieben werden, über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird einem solchen Umstand durch Wertminderungen Rechnung getragen.

Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashinflows separat identifiziert werden können (sog. zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht mehr bestehen, werden gegebenenfalls Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell wie Sachanlagen bewertet. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Leistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Beizulegende Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt.

Leasingtransaktionen sind entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Im Rahmen des Operating Lease genutzte Vermögenswerte werden nicht aktiviert. Die zu leistenden Leasingzahlungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Ein Finance Lease ist ein Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermögenswertes auf den Leasingnehmer übertragen werden. Vermögenswerte, die im Rahmen des Finance Lease genutzt werden, werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wenn nicht ein davon abweichender Marktwert verfügbar ist. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt.

Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen.

Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode grundsätzlich mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens dessen Eigenkapital aufgezehrt haben, wird der Wert in der Konzernbilanz vollständig abgeschrieben. Weitergehende Verluste werden nur dann berücksichtigt, wenn langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem Unternehmen bestehen bzw. der Konzern zusätzliche Verpflichtungen eingegangen ist oder für das Unternehmen Zahlungen geleistet hat. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nachdem der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt.

Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen.

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzinstrumente werden zu dem Zeitpunkt im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments wird.

Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen (Käufe oder Verkäufe im Rahmen eines Vertrags, dessen Bedingungen die Lieferung des Vermögenswertes innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der üblicherweise durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Markts festgelegt wird) ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Bei zusammengesetzten Finanzinstrumenten werden Fremd- und Eigenkapitalkomponenten getrennt und beim Emittenten gesondert ausgewiesen.

Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet.

Für Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert grundsätzlich dem Betrag, den der Konzern erhalten bzw. zahlen würde, wenn er die Finanzinstrumente am Bilanzstichtag tauschen bzw. begleichen wollte. Sofern Marktwerte an Märkten für Finanzinstrumente zur Verfügung stehen, werden diese verwendet. Ansonsten werden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis der am Bilanzstichtag bestehenden Marktkonditionen - Zinssätze, Devisenkurse, Warenpreise - unter Verwendung der Mittelkurse berechnet. Dabei wird der Zeitwert mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz oder die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle, ermittelt. Bei einigen Derivaten basiert der beizulegende Zeitwert auf externen Bewertungen unserer Finanzpartner.

Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte. WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, keinen Gebrauch.

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten. WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, keinen Gebrauch.

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich danach, ob ein Finanzinstrument zu Handelszwecken oder bis zur Endfälligkeit gehalten wird, ob das Finanzinstrument zur Veräußerung verfügbar ist, oder ob es sich um vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen handelt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ebenfalls unter die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet fallen alle derivativen Finanzinstrumente, die nicht einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zugerechnet werden.

Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen beinhalten kurz- und langfristige Wertpapiere und Festgelder sowie Teile der in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Posten.

Kredite und Forderungen sind nicht derivative Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Forderungen und Ausleihungen, sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet.

Die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte sind, wenn es sich nicht um Kredite und Forderungen handelt, als zur Veräußerung verfügbar zu klassifizieren und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sofern dieser verlässlich ermittelbar ist. Dies sind im Wesentlichen Eigenkapitaltitel und nicht bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Wenn die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten unter die Anschaffungskosten fallen oder objektive Hinweise vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist, wird der direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Unternehmen legt seiner Einschätzung möglicher Wertminderungen alle verfügbaren Informationen zugrunde, wie z. B. Marktbedingungen und -preise, anlagespezifische Faktoren sowie Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs unter die Anschaffungskosten. Wertminderungen eines Schuldinstruments werden in Folgeperioden rückgängig gemacht, sofern die Gründe für die Wertminderung entfallen sind. Mit dem Abgang der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren.

Sofern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen sowie zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, können gemäß IAS 39 bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Spezialvorschriften des Hedge Accountings angewendet werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung zu reduzieren. Je nach Art des abgesicherten Grundgeschäftes wird zwischen einem "Fair Value Hedge", einem "Cashflow Hedge" und einem "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" unterschieden.

Die bilanzielle Erfassung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum Marktwert bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Positive Marktwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative Marktwerte zum Ansatz einer Schuld.

Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zur Begrenzung des Risikos zukünftig geringerer Zahlungszu- bzw. höherer -abflüsse aus in der Bilanz angesetzten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ("Cashflow Hedge") werden unter Berücksichtigung von Steuereffekten, bei Vorliegen und Dokumentation ausreichender Effizienz, im übrigen Eigenkapital erfasst. Erst zum Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital. Absicherungen von Marktwertänderungen bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden oder nicht bilanzierten festen vertraglichen Verpflichtungen führen zu "Fair Value Hedges". Marktwertänderungen werden sowohl bei den abgesicherten Grundgeschäften als auch bei den Finanzderivaten, die als Sicherungsinstrument eingesetzt werden, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" wird derzeit von WACKER nicht angewendet.

Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

Wertänderungen von Devisentermingeschäften und -optionen werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen, während Wertänderungen von Zinsswaps und Zinsoptionen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Im übrigen Finanzergebnis werden auch Wertänderungen von Währungsderivaten zur Sicherung von in Fremdwährung eingegangenen Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen. Veränderungen beizulegender Zeitwerte von Warentermingeschäften und -optionen werden in den Herstellungskosten erfasst. Die Sicherung von geplanten Umsätzen in Fremdwährung wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst. Es erfolgt keine Verrechnung entsprechender Aufwendungen und Erträge.

Vorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen Fertigungsprozesse nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf Basis durchschnittlicher Auslastungen ermittelt. Abwertungen werden für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, sowie im Rahmen der verlustfreien Bewertung vorgenommen. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden in den Herstellungskosten darüber hinaus Kosten der nicht genutzten Produktionskapazitäten ausgewiesen. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten werden unfertige und fertige Erzeugnisse im Posten Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen. In den Vorräten sind auch Ersatzteile für die laufende Instandhaltung der Produktionsanlagen enthalten. Sie werden ebenfalls anhand ihrer Lagerdauer und möglicher Verwertbarkeit bewertet.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von null bilanziert. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert. Erlöse aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten werden erfolgswirksam vereinnahmt. Der Verbrauch wird anhand eines laufenden Durchschnittswerts von entgeltlichen und unentgeltlichen Zertifikaten ermittelt. Er wird ratierlich anhand des quartalsweisen Emissionsausstoßes als Aufwand in den Herstellungskosten erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte inkl. Ertragsteuerforderungen, mit Ausnahme von Finanzderivaten, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Risiken sind durch angemessene Abschreibungen berücksichtigt, die als Wertberichtigungen gebucht werden. Die Bildung von Wertberichtigungen auf nicht versicherte Forderungen bzw. auf den Selbstbehalt bei versicherten Forderungen erfolgt in der Regel, wenn auf Grund der vorliegenden Informationen der Eingang der Forderung als nicht mehr wahrscheinlich eingeschätzt wird. Soweit nach den faktischen und rechtlichen Gegebenheiten mit dem Forderungseingang nicht mehr gerechnet wird, erfolgt die Ausbuchung der Bruttoforderung sowie die Auflösung der gebildeten Wertberichtigung. Aufwendungen aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst. WACKER ist nicht Auftragnehmer von langfristigen Fertigungen.

Forderungen aus Finance-Lease-Verträgen, bei denen WACKER als Leasinggeber agiert, werden unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Hierbei wird der um die noch nicht realisierten Finanzierungserträge reduzierte Bruttowert der ausstehenden Leasingzahlungen als Forderung aktiviert. Die eingehenden Leasingraten werden in den jeweiligen Zinsertrag und die Tilgung der ausstehenden Forderung so aufgeteilt, dass der Zinsertrag die konstante Verzinsung der noch offenen Forderung widerspiegelt. Der Zinsertrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und einer geringen Wertschwankung unterliegen. Sie haben bei Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen, bewertet.

Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst.

Pensionsrückstellungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") gebildet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Des Weiteren beruht die Berechnung auf versicherungsmathematischen Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer und finanzieller Rechnungsgrundlagen. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen wird der Zeitwert des zugehörigen Planvermögens abgezogen, sodass sich die Netto-pensionsverpflichtung bzw. der Vermögenswert aus den leistungsorientierten Plänen ergibt. Übersteigt das Fondsvermögen die Verpflichtung aus der Pensionszusage, wird grundsätzlich ein Aktivposten ausgewiesen. Die Aktivierung steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass das bilanzierende Unternehmen auch einen wirtschaftlichen Nutzen aus diesen Vermögenswerten ziehen kann, z. B. in Form von Rückflüssen oder künftigen Beitragsermäßigungen. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres festgelegte Diskontierungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettopensionsverpflichtung angewandt wird. Als Abzinsungsfaktor wird dabei der Zinssatz verwendet, der zur Bewertung des Anwartschaftsbarwerts der leistungsorientierten Verpflichtung herangezogen wird. Die Nettozinsen aus der Netto-Pensionsverpflichtung umfassen den mit dem Rechnungszins kalkulierten Zinsertrag aus Planvermögen und den Zinsaufwand auf den Anwartschaftsbarwert.

Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus der Abweichung von der Einschätzung zum Periodenbeginn und dem tatsächlichen Verlauf während der Periode bzw. der neueren Schätzung zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, Rententrends, Gehaltsentwicklungen und Diskontierungszinssätze ergeben, werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine erfolgswirksame Erfassung der im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht gestattet. Ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind Differenzen zwischen dem am Periodenanfang ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen und den am Ende der Periode tatsächlich festgestellten Erträgen aus Planvermögen. Beide Effekte werden als "Neubewertungen von leistungsorientierten Pensionsplänen" in den übrigen Eigenkapitalposten ausgewiesen.

Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst WACKER den hieraus resultierenden Effekt als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Dieser wird bei Entstehung sofort erfolgswirksam erfasst. Auch die aus einer Abgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Verwaltungskosten, die nicht Bestandteil der Verwaltung des Planvermögens sind, werden bei Leistungserbringung ebenfalls erfolgswirksam erfasst.

Der Aufwand aus der Dotierung der Pensionsrückstellungen wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Der Zinsanteil wird im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischer Gutachten gebildet und bewertet. Altersteilzeitrückstellungen stellen auf Grund ihrer Ausgestaltung ebenfalls andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gem. IAS 19 (revised 2011) dar, da diese noch an die Erbringung von Arbeitsleistungen in der Zukunft geknüpft sind. WACKER hat Altersteilzeitvereinbarungen ausschließlich als Blockmodell ausgestaltet. Die bilanzielle Erfassung der Rückstellung erfolgt ratierlich über den Zeitraum des Erdienens des Anspruches in der Beschäftigungsphase. Der so genannte Erfüllungsrückstand, der den Gehaltsanteil darstellt, auf den der Mitarbeiter während der Beschäftigungsphase verzichtet, wird durch Planvermögen abgesichert. Die Altersteilzeitrückstellung stellt die Nettoverpflichtung von WACKER dar, in der das Planvermögen gegen die Gesamtverpflichtung aufgerechnet wird. Die Aufstockungsleistungen werden erst bei vollständiger Erbringung der notwendigen Arbeitsleistung vollständig erdient. Bereits ausgezahlte, aber noch nicht erdiente Aufstockungsleistungen werden aktiviert.

Für gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert auf den Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Bei der Bewertung der übrigen Rückstellungen fließen grundsätzlich alle Kostenbestandteile ein, die auch im Vorratsvermögen aktiviert werden. Es werden auch künftige Preissteigerungen bei der Bewertung berücksichtigt. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem gegenwärtigen Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden nicht mit Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen.

Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.

Zur Ermittlung der Ertragsteuerrückstellungen sind Ermessensspielräume auszuüben. WACKER ermittelt für erwartete Risiken aus steuerlichen Außenprüfungen entsprechende Rückstellungen. Sofern die finalen Ergebnisse dieser Außenprüfungen von den Schätzungen abweichen, werden diese in der Periode erfasst, in der sie bekannt geworden sind.

Finanzierungsverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei allen Finanzierungsverbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ebenfalls angesetzt. Verbindlichkeiten aus Finance-Lease-Verträgen werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige finanzelle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten inkl. Ertragsteuerverbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Bestehen von künftigen Ereignissen abhängt, die nicht unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, sowie bestehende Verpflichtungen, die nicht passiviert werden können, weil entweder ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden mit ihrem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang angegeben.

Die Segmentberichterstattung von WACKER ist gemäß dem sog. "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet. Es erfolgt keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten.

Beabsichtigte Veräußerungen (disposal group) und nicht fortgeführte Aktivitäten (discontinued operation) werden nach den in IFRS 5 definierten Kriterien abgebildet. Bei beabsichtigten Veräußerungen werden Vermögenswerte und zugehörige Verbindlichkeiten in der Bilanz gesondert ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer disposal group sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführter Aktivität enthalten, außer es handelt sich um eine nicht fortgeführte Aktivität. Bei erstmaliger Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2015 ergaben sich keine Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Folgende Übersicht zeigt zusammengefasst die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

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GUV Posten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode
Umsatz-/ Ertragsrealisierung Die Umsatzrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Erbringung der Lieferung/Leistung und des Gefahrenübergangs
Aufwandsrealisierung Die Aufwandsrealisierung findet zum Zeitpunkt der Verursachung und mit Inanspruchnahme der Leistung statt
Steuern Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen, ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen sowie steuerliche Verlustvorträge gebildet, soweit die Realisierung ausreichend wahrscheinlich ist
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Bilanzposten AKTIVA Bilanzierungs- und Bewertungsmethode
Langfristige Vermögenswerte  
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen Fortgeführte Anschaffungs- und Herstellungskosten; Abschreibungen werden grundsätzlich linear vorgenommen.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Fortgeführte Anschaffungskosten
At equity bewertete Beteiligungen Fortgeführter anteiliger Wert des Eigenkapitals der Beteiligung bzw. niedrigerer erzielbarer Betrag
Sonstige finanzielle Vermögenswerte  
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte  
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Beilzulegender Zeitwert bzw. Anschaffungskosten
Ausgereichte Darlehen und Forderungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Derivative finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten; Risiken werden in Form von Wertberichtigungen berücksichtigt
Ertragsteuerforderungen Betrag, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden erwartet wird
Aktive latente Steuern Undiskontierte Bewertung anhand der Steuersätze, deren Gültigkeit für die Periode erwartet wird, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte Niedrigerer Wert aus Nettoveräußerungswert und Anschaffungs- und Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten; Risiken werden in Form von Wertberichtigungen berücksichtigt
Sonstige finanzielle Vermögenswerte  
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte  
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Beilzulegender Zeitwert bzw. Anschaffungskosten
Ausgereichte Darlehen und Forderungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Derivative finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten; Risiken werden in Form von Wertberichtigungen berücksichtigt
Ertragsteuerforderungen Betrag, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden erwartet wird
Wertpapiere und bis zur Endfälligkeit gehaltene Festgelder Beizulegender Zeitwert bzw. Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Fortgeführte Anschaffungskosten
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Bilanzposten PASSIVA Bilanzierungs- und Bewertungsmethode
Langfristige Schulden  
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Ermittlung nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren
Andere Rückstellungen Barwert des künftigen Erfüllungsbetrags
Ertragsteuerrückstellungen Barwert des künftigen Erfüllungsbetrags
Finanzierungsverbindlichkeiten Erstmaliger Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert; Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten  
Originäre finanzielle verzinsliche und unverzinsliche Verbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert
Sonstige Verbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten
Passive latente Steuern Undiskontierte Bewertung anhand der Steuersätze, deren Gültigkeit für die Periode erwartet wird, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
Kurzfristige Schulden  
Andere Rückstellungen Barwert des künftigen Erfüllungsbetrags
Ertragsteuerrückstellungen Barwert des künftigen Erfüllungsbetrags
Finanzierungsverbindlichkeiten Erstmaliger Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert; Fortgeführte Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten  
Originäre finanzielle verzinsliche und unverzinsliche Verbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert
Ertragsteuerverbindlichkeiten Betrag, in dessen Höhe eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird
Sonstige Verbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten

01 Umsatzerlöse/ Herstellungskosten/Sonstige betriebliche Erträge/ Sonstige betriebliche Aufwendungen

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Mio. € 2015 2014
Umsatzerlöse    
Erlöse aus Lieferung von Erzeugnissen und Handelswaren 5.239,1 4.752,4
Erlöse aus sonstigen Leistungen 57,1 74,0
Gesamt 5.296,2 4.826,4
Herstellungskosten - 4.167,1 - 3.982,2
Die Herstellungskosten enthalten folgende Auflösungen (+)/ Bildung (-) von Wertberichtigungen auf Vorräte 1,6 - 5,6
Sonstige betriebliche Erträge    
Erträge aus Währungsgeschäften 196,2 113,3
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 3,5 3,4
Erträge aus Versicherungserstattungen 2,7 4,9
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 1,7 1,0
Erträge aus dem Abgang von Sach- und Finanzanlagen 3,3 1,1
Erträge aus Zuschreibungen Anlagevermögen 0,5 -
Erträge aus Subventionen/ Zuschüsse 2,6 4,2
Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen und Schadenersatzzahlungen 137,6 206,3
Übrige betriebliche Erträge 29,3 30,9
Gesamt 377,4 365,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen    
Aufwendungen aus Währungsgeschäften - 265,3 - 96,2
Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen - 0,5 - 2,3
Aufwendungen aus Anlagenabgang - 3,1 - 10,6
Aufwendungen aus Wertminderungen im Anlagevermögen - 0,1 - 9,5
Übrige betriebliche Aufwendungen - 143,7 - 63,0
Gesamt - 412,7 - 181,6

Im Vorjahr wurden im Geschäftsbereich Siltronic Wertminderung auf nicht mehr genutztes Anlagevermögen vorgenommen.

Die Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen und der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen betreffen in 2015, wie in 2014 einbehaltene Anzahlungen und Schadensersatzzahlungen aus aufgelösten und neu strukturierten Verträgen mit Polysiliciumkunden.

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten überwiegend nicht aktivierungsfähige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Aufbau der Polysiliciumanlagen in Charleston, im US-Bundesstaat Tennessee.

02 Equity-Ergebnis/Sonstiges Beteiligungsergebnis/ Zinsergebnis/ Übriges Finanzergebnis

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Mio. € 2015 2014
Equity-Ergebnis 3,3 2,9
davon auf Gemeinschaftsunternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis 4,2 3,7
davon auf assoziierte Unternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis - 0,9 - 0,8
Sonstiges Beteiligungsergebnis    
Sonstige Beteiligungsaufwendungen/ Beteiligungserträge - 0,2 0,1
Gesamt - 0,2 0,1
Zinsergebnis    
Zinserträge 7,3 8,4
davon aus Finanzinstrumenten, die zur Veräußerung bestimmt sind 0,4 1,2
davon aus Finanzinstrumenten, Krediten und Forderungen 6,7 6,8
Zinsaufwendungen - 31,8 - 46,2
davon aus Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Finance Lease) - 29,8 - 37,0
Gesamt - 24,5 - 37,8
Übriges Finanzergebnis    
Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen/ Verbindlichkeiten - 47,9 - 49,6
Sonstige finanzielle Aufwendungen/ Erträge 5,7 9,3
Gesamt - 42,2 - 40,3

Die Equity-Ergebnisse entfallen im Wesentlichen auf Beteiligungen an Unternehmen in China. Sie enthalten neben den anteiligen Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen.

Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 18,6 Mio. € (Vorjahr 5,1 Mio. €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Zinsergebnis entsprechend. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns, der im Geschäftsjahr herangezogen wurde, belief sich auf 3,0 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent).

Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind die Netto-Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der kalkulierten Erträge aus Planvermögen in Höhe von 41,5 Mio. € (Vorjahr 40,2 Mio. €) und Zinsaufwendungen und Zinserträge aus der Aufzinsung und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 6,5 Mio. € (Vorjahr 7,9 Mio. €) enthalten.

Die sonstigen finanziellen Erträge und Aufwendungen ergeben sich im Wesentlichen aus Währungseffekten im Rahmen von Finanztransaktionen.

03 Ertragsteuern

Der Berechnung der Ertragsteuern liegen die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt geltenden oder erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen. In Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit der Gemeinde des ansässigen Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer zu zahlen.

Steuersätze in Deutschland

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% 2015 2014
Gewichteter Durchschnittssatz für die Gewerbesteuer 12,2 12,3
Körperschaftsteuersatz 15,0 15,0
Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer 5,5 5,5

Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag mit einem Gesamtsteuersatz, einschließlich Solidaritätszuschlag von 28,0 Prozent (Vorjahr 28,2 Prozent) bewertet. Der von den ausländischen Konzerngesellschaften erzielte Gewinn wird mit den im jeweiligen Sitzland gültigen Sätzen versteuert. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen wie im Vorjahr zwischen zehn Prozent und 39,0 Prozent.

Steuerabgrenzungen auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften wurden nur vorgenommen, sofern eine Ausschüttung geplant ist. An ausschüttungsfähigen Beträgen sind 323,5 Mio. € (Vorjahr 254,1 Mio. €) vorhanden.

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Mio. € 2015 2014
Laufende Steuern Inland - 181,2 - 192,0
Laufende Steuern Ausland - 21,0 - 18,5
Laufende Steuern - 202,2 - 210,5
Latente Steuern Inland 29,9 44,8
Latente Steuern Ausland 7,4 - 4,1
Latente Steuern 37,3 40,7
Ertragsteuern - 164,9 - 169,8
Ableitung des effektiven Steuersatzes    
Ergebnis vor Steuern 406,7 365,2
Ertragsteuersatz der Wacker Chemie AG (%) 28,0 28,2
Erwarteter Steueraufwand - 113,9 - 102,8
Steuersatzbedingte Abweichungen 10,6 - 8,6
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen - 18,1 - 28,3
Steuereffekt der steuerfreien Erträge 5,2 12,5
Periodenfremde Steuern (laufendes Ergebnis) - 0,3 4,3
Effekte aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen - 46,5 -46,5
Equity-Ergebnis Konzern 0,8 0,1
Sonstige Abweichungen - 2,7 - 0,5
Ertragsteuern insgesamt - 164,9 - 169,8
Effektive Steuerbelastung (%) 40,5 46,5

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres in Höhe von 164,9 Mio. € ist um 51,0 Mio. € höher als der erwartete Steueraufwand in Höhe von 113,9 Mio. €, der sich bei Anwendung des inländischen Gesamtsteuersatzes von 28,0 Prozent auf das Ergebnis vor Steuern ergäbe.

In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen aus Vorjahren in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr Steueraufwendungen 16,3 Mio. €) sowie periodenfremde latente Steuererträge in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr Steuerertrag 20,6 Mio. €) enthalten.

Zuordnung der Steuerabgrenzungen

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Mio. € 2015 2014
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 12,6 - 13,8 1,1
Sachanlagen 38,2 36,8 5,4 31,0
Finanzanlagen - 3,5 - 1,9
Vermögenswerte 14,7 0,5 16,3 2,2
Pensionsrückstellungen 243,4 - 284,2 -
Übrige Rückstellungen 33,0 - 32,0 0,4
Verbindlichkeiten 12,3 - 15,8 0,2
Verlustvorträge 4,6 - - -
Verrechnung Gesellschaften mit Gruppenbesteuerung - 5,5 - 5,5 - 0,6 - 0,6
Gesamt 353,3 35,3 366,9 36,2
Saldierungen - 31,9 - 31,9 - 32,6 - 32,6
Bilanzposten 321,4 3,4 334,3 3,6

Eine Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern findet statt, wenn künftige Belastungen oder Minderungen desselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Des Weiteren werden aktive latente Steuern nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile wahrscheinlich ist.

Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in Höhe von 37,3 Mio. € (Vorjahr 40,7 Mio. €) erfolgswirksam erfasst, während - 49,9 Mio. € (Vorjahr 126,7 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:

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Mio. € 2015 2014
Innerhalb von 1 Jahr 78,0 18,0
Innerhalb von 2 Jahren 90,6 80,9
Innerhalb von 3 Jahren 50,8 85,0
Innerhalb von 4 Jahren 17,3 47,9
Innerhalb von 5 Jahren oder später 142,2 84,5
Gesamt 378,9 316,3
Davon voraussichtlich nicht realisierbare Verlustvorträge - 360,4 - 316,3
Davon voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge 18,5 -

Die entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 378,9 Mio. € (Vorjahr 316,3 Mio. €). Diese sind in Höhe von 360,4 Mio. € (Vorjahr 316,3 Mio. €) nicht realisierbar und deshalb wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Theoretisch würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 100,9 Mio. € (Vorjahr 89,0 Mio. €) errechnen. Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 139,3 Mio. € (Vorjahr 67,9 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Zum 31. Dezember 2015 werden keine aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 712,1 Mio. € (Vorjahr 628,6 Mio. €) angesetzt. Die Veränderung betrifft im Wesentlichen Teile der im sonstigen Eigenkapital ausgewiesenen versicherungsmathematischen Verluste aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen und steuerlich nicht sofort abzugsfähigen Vorlaufkosten des Produktionsstandortes Charleston, im US-Bundesstaat Tennessee.

04 Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte/ Sachanlagen/ als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und at equity bewertete Beteiligungen

2015

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Mio. € Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien At equity bewertete Beteiligungen Gesamt
Anschaffungskosten          
Anfangsstand 01.01.2015 166,4 11.832,5 11,7 20,5 12.031,1
Zugänge 3,4 830,6 - - 834,0
Abgänge - 0,4 - 80,8 - - - 81,2
Umbuchungen 7,9 - 5,0 - - 2,9
Sonstige Veränderungen1 - - - - 1,0 - 1,0
Währungsveränderungen 2,6 368,3 - 1,7 372,6
Endstand 31.12.2015 179,9 12.945,6 11,7 21,2 13.158,4
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2015 133,5 7.521,2 10,2   7.664,9
Zugänge 13,2 562,4 - - 575,6
Wertminderungen - 0,1 - - 0,1
Abgänge - 0,4 - 75,9 - - - 76,3
Zuschreibungen - - 0,5 - - - 0,5
Währungsveränderungen 1,5 139,2 - - 140,7
Endstand 31.12.2015 147,8 8.146,5 10,2 - 8.304,5
Bilanzwert 31.12.2015 32,1 4.799,1 1,5 21,2 4.853,9
Minderung der Anschaffungskosten durch Investitionsförderung         481,4

1 Dieser Wert enthält Veränderungen aus der Anwendung der Equity-Methode.

2014

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Mio. € Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien At equity bewertete Beteiligungen Gesamt
Anschaffungskosten          
Anfangsstand 01.01.2014 141,9 10.658,9 11,7 18,9 10.831,4
Zugänge 4,4 567,8 - - 572,2
Abgänge - 3,3 - 83,3 - - - 86,6
Umbuchungen 2,8 - 2,8 - - -
Konzernkreisänderungen 16,8 321,1 - - 337,9
Sonstige Veränderungen1 - - - - 1,1 - 1,1
Währungsveränderungen 3,8 370,8 - 2,7 377,3
Endstand 31.12.2014 166,4 11.832,5 11,7 20,5 12.031,1
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2014 121,5 6.874,8 10,2 - 7.006,5
Zugänge 12,6 576,9 - - 589,5
Wertminderungen 0,6 8,9 - - 9,5
Abgänge - 2,9 - 70,2 - - - 73,1
Währungsveränderungen 1,7 130,8 - - 132,5
Endstand 31.12.2014 133,5 7.521,2 10,2 - 7.664,9
Bilanzwert 31.12.2014 32,9 4.311,3 1,5 20,5 4.366,2
Minderung der Anschaffungskosten durch Investitionsförderung         470,8

1 Dieser Wert enthält Veränderungen aus der Anwendung der Equity-Methode.

05 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte. Im Rahmen des Erwerbs der Scil Proteins Production GmbH und der Vollkonsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in 2014 wurden im Vorjahr immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 16,8 Mio. € im Rahmen der Kaufpreisallokation identifiziert. Es handelt sich um Auftragsbestände und Kundenstämme der Gesellschaften. Sie werden über drei bis fünf Jahre abgeschrieben.

06 Sachanlagen

2015

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Mio. € Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten          
Anfangsstand 01.01.2015 1.691,3 7.828,5 642,7 1.670,0 11.832,5
Zugänge 6,6 106,7 20,7 696,6 830,6
Abgänge - 6,9 - 57,4 - 15,6 - 0,9 - 80,8
Umbuchungen 310,3 878,4 25,6 - 1.219,3 - 5,0
Währungsveränderungen 57,7 130,4 4,0 176,2 368,3
Endstand 31.12.2015 2.059,0 8.886,6 677,4 1.322,6 12.945,6
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2015 974,5 6.014,5 531,9 0,3 7.521,2
Zugänge 63,6 459,2 39,6 - 562,4
Wertminderungen 0,1 - - - 0,1
Abgänge - 5,8 - 55,1 - 14,7 - 0,3 - 75,9
Zuschreibungen - 0,5 - - - - 0,5
Währungsveränderungen 34,3 101,6 3,2 0,1 139,2
Endstand 31.12.2015 1.066,2 6.520,2 560,0 0,1 8.146,5
Bilanzwert 31.12.2015 992,8 2.366,4 117,4 1.322,5 4.799,1
Darin enthaltene Vermögenswerte aus Finance Lease          
Bruttowerte - 98,1 - - 98,1
Abschreibungen - - 60,0 - - - 60,0
Bilanzwerte - 38,1 - - 38,1

2014

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Mio. € Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten          
Anfangsstand 01.01.2014 1.495,6 7.349,1 626,4 1.187,8 10.658,9
Zugänge 8,5 89,0 20,2 450,1 567,8
Abgänge - 0,7 - 60,9 - 21,0 - 0,7 - 83,3
Umbuchungen 14,7 111,1 8,8 - 137,4 - 2,8
Konzernkreisänderungen 116,8 197,1 3,1 4,1 321,1
Währungsveränderungen 56,4 143,1 5,2 166,1 370,8
Endstand 31.12.2014 1.691,3 7.828,5 642,7 1.670,0 11.832,5
Abschreibungen          
Anfangsstand 01.01.2014 888,3 5.474,2 509,5 2,8 6.874,8
Zugänge 57,8 480,8 38,3 - 576,9
Wertminderungen 4,6 3,8 0,5 - 8,9
Abgänge - 0,5 - 49,4 - 20,3 - - 70,2
Umbuchungen 0,5 1,9 - - 2,4 -
Währungsveränderungen 23,8 103,2 3,9 - 0,1 130,8
Endstand 31.12.2014 974,5 6.014,5 531,9 0,3 7.521,2
Bilanzwert 31.12.2014 716,8 1.814,0 110,8 1.669,7 4.311,3
Darin enthaltene Vermögenswerte aus Finance Lease          
Bruttowerte - 79,1 - - 79,1
Abschreibungen - - 53,1 - - - 53,1
Bilanzwerte - 26,0 - - 26,0

Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 18,6 Mio. € (Vorjahr 5,1 Mio. €) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 3,0 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent). In den Sachanlagen sind auch technische Maschinen sowie andere Anlagen in Höhe von 38,1 Mio. € (Vorjahr 23,7 Mio. €) enthalten, denen ein eingebettetes Finance Lease zugrunde liegt. WACKER ist auf Grund der Vertragsgestaltung das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen.

07 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser usw.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet; es liegt kein Finance Lease vor. Die Betreibung, Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen.

Die Miet- und Pachteinnahmen sind in der folgenden Aufstellung enthalten.

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Mio. € 2015 2014
Beizulegender Zeitwert 14,0 14,0
Miet-/ Pachteinnahmen 0,8 0,8
Kosten - 0,2 - 0,2

Der beizulegende Zeitwert beruht auf einem externen Gutachten, das periodisch aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte in 2014.

Da aus wirtschaftlicher Sicht für einen potenziellen Käufer nur die Einstellung des derzeitigen Betriebes und der Abriss der vorhandenen Gebäude in Betracht kommt, um die Grundstücksflächen einer neuen Verwendung zuführen zu können, wurde zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes der Verkehrswert auf Grund des Liquidationswertes des Betriebes ermittelt. Bei der Ermittlung wurde die aktuelle Marktlage und damit das aktuelle Preisniveau berücksichtigt. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe zwei zuzuordnen. Der Restbuchwert entfällt auf die Grundstücke.

Das Bewertungsverfahren wurde im Vergleich zum letzten Bewertungszeitpunkt nicht geändert.

08 At equity bewertete Beteiligungen

Der Konzern bilanziert die Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode. Sie sind für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich. Wurden Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen von den Gesellschaftern ausgegeben, ist die Tilgung dieser Darlehen grundsätzlich vorrangig vor einer Dividendenausschüttung.

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung des Beteiligungsbuchwerts nach der Equity-Methode im Berichtszeitraum:

Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden

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Mio. € 2015 2014
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode    
Stand Jahresanfang 16,6 15,9
anteiliger Jahresüberschuss 4,2 3,7
anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals 1,4 1,0
Gesamtergebnis der Gesellschaften 5,6 4,7
Dividenden - 4,2 - 4,0
Stand Jahresende 18,0 16,6

Assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden

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Mio. € 2015 2014
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode    
Stand Jahresanfang 3,9 3,0
anteiliger Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag - 0,9 - 0,8
anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals 0,2 1,7
Gesamtergebnis der Gesellschaften - 0,7 0,9
Stand Jahresende 3,2 3,9

Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzahlen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen dargestellt. Abweichungen zwischen dem anteiligen Jahresüberschuss und dem Equity-Ergebnis sowie dem anteiligen Eigenkapital und dem Buchwert der Equity bewerteten Beteiligungen ergeben sich im Wesentlichen durch Fair-Value-Anpassungen und Konsolidierungsmaßnahmen.

Kennzahlen Gemeinschaftsunternehmen

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Mio. € 2015 2014
Gesamt Anteile von Wacker Gesamt Anteile von Wacker
Gewinn und Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen 8,4 4,2 7,4 3,7
Sonstiges Ergebnis 2,8 1,4 2,0 1,0
Gesamtergebnis 11,2 5,6 9,4 4,7

Kennzahlen assoziierte Unternehmen

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Mio. € 2015 2014
Gesamt Anteile von Wacker Gesamt Anteile von Wacker
Gewinn und Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen - 3,7 - 0,9 - 3,3 - 0,8
Sonstiges Ergebnis 1,1 0,2 6,8 1,7
Gesamtergebnis - 2,6 - 0,7 3,5 0,9

09 Vorräte

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Mio. € 2015 2014
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 231,2 215,1
Erzeugnisse 483,2 452,8
Handelswaren 68,7 62,5
Nicht abgerechnete Leistungen 2,1 1,5
Anzahlungen - 2,4
Gesamt 785,2 734,3
Davon Bilanzierung zum Nettoveräußerungswert 111,8 133,8

10 Finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte/ Forderungen

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Mio. € 2015 2014
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 679,4 - 679,4 684,0 - 684,0
Beteiligungen 11,1 11,1 - 11,2 11,2 -
Ausleihungen 99,9 99,9 - 93,5 93,5 -
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 1,0 - 1,0 1,4 - 1,4
Darlehens- und Zinsforderungen 0,2 - 0,2 4,2 - 4,2
Derivative Finanzinstrumente 12,6 0,2 12,4 4,2 0,3 3,9
Ansprüche aus Investitions-Förderungsmaßnahmen - - - 3,2 - 3,2
Forderungen an Lieferanten 6,6 - 6,6 3,4 0,1 3,3
Kautionen 1,4 0,1 1,3 10,9 0,1 10,8
Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel 3,8 - 3,8 8,3 - 8,3
Übrige finanzielle Vermögenswerte 24,7 0,1 24,6 77,1 0,8 76,3
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 161,3 111,4 49,9 217,4 106,0 111,4
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 10,1 1,0 9,1 10,1 1,3 8,8
Planvermögen 0,4 - 0,4 3,7 0,3 3,4
Sonstige Steuerforderungen 44,2 2,7 41,5 52,9 3,3 49,6
Übrige Vermögenswerte 8,0 0,6 7,4 3,1 - 3,1
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 62,7 4,3 58,4 69,8 4,9 64,9
Ertragsteuerforderungen 19,1 0,1 19,0 20,3 5,1 15,2

Die übrigen finanziellen Vermögenswerte enthalten in 2014 im Wesentlichen Vorauszahlungen an die Pensionskasse.

Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten entsprechen. Ausfallrisiken sind - soweit nicht durch Versicherungen, Bankbürgschaften und erhaltene Anzahlungen abgedeckt - durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen und der Überfälligkeiten stellen sich wie folgt dar:

2015

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Mio. € Buchwert Davon zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig Davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig Davon zum Abschlussstichtag wertgemindert
überfällig bis 30 Tage überfällig 31 bis 45 Tage überfällig > 45 Tage
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 679,4 551,3 121,9 2,2 3,5 0,5
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 49,9 49,8 - - 0,1 -
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 111,4 111,4 - - - -
Gesamt 840,7 712,5 121,9 2,2 3,6 0,5

2014

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Mio. € Buchwert Davon zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig Davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig Davon zum Abschlussstichtag wertgemindert
überfällig bis 30 Tage überfällig 31 bis 45 Tage überfällig > 45 Tage
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 684,0 554,8 104,7 2,4 21,8 0,3
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 111,4 109,4 0,6 - 1,2 0,2
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 106,0 106,0 - - - -
Gesamt 901,4 770,2 105,3 2,4 23,0 0,5

Entwicklung der Wertberichtigungen und Überfälligkeiten

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Mio. € 2015 2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Gesamt Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Gesamt
Wertberichtigungen Stand 01.01. 5,1 - 5,1 13,0 0,7 13,7
Inanspruchnahme - 2,7 - - 2,7 - 3,5 - - 3,5
Zuführung/Auflösung 2,8 - 2,8 - 4,9 - 0,9 - 5,8
Währungsveränderungen 0,4 - 0,4 0,5 0,2 0,7
Stand 31.12. 5,6 - 5,6 5,1 - 5,1

Wertberichtigungen werden bei erkennbaren Kreditrisiken sowie bei Änderungen der Währungsparitäten gebildet. Permanente Bonitätseinschätzungen werden bzgl. der Werthaltigkeit der Forderungen durchgeführt und es werden gegebenenfalls Kreditausfallversicherungen abgeschlossen. Ferner werden Anzahlungen und Bankbürgschaften von Kunden geleistet. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen bezüglich der Kreditqualität. Die Zuführungen/ Auflösungen bei den Wertberichtigungen auf Forderungen im Berichtsjahr betreffen im Wesentlichen Unternehmen der Siltronic-Gruppe und die Wacker Chemie AG.

11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente / Wertpapiere

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Mio. € 2015 2014
Wertpapiere und bis zur Endfälligkeit gehaltene Festgelder1 70,9 195,0
davon kurzfristig 67,2 157,4
davon langfristig 3,7 37,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente    
Zahlungsmitteläquivalente 94,2 75,0
Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestand 216,3 250,9
Gesamt 310,5 325,9

1 Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Anleihen unterschiedlicher Emittenten, die im Wesentlichen der Kategorie "bis zur Endfälligkeit gehalten" zugeordnet sind.

Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Termingelder und Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgegeben werden und der Kategorie "bis zur Endfälligkeit gehalten" zugeordnet werden. Wacker verfügt über keine Zahlungsmittel, die Verfügungsbeschränkungen auf Grund von Devisenausfuhrbeschränkungen unterliegen.

12 Eigenkapital /Anteile anderer Gesellschafter/ Kapitalstrukturmanagement

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €. Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht einem rechnerischen Wert von fünf € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien besteht zum Stichtag nicht. Der Vorstand ist ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelungen des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben.

Die Anzahl der ausstehenden Aktien hat sich im Rahmen des Börsengangs im April 2006 durch Veräußerung eines Teils der vorher im eigenen Bestand befindlichen Anteile erhöht. Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle:

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Stück 2015 2014
Ausstehende Aktien zu Beginn des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Ausstehende Aktien zum Ende des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Eigene Anteile im Bestand 2.474.617 2.474.617
Gesamtbestand 52.152.600 52.152.600

Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der Wacker Chemie AG wird auf Ziffer 24 - Nahestehende Personen - verwiesen.

Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die in das Eigenkapital geleistet wurden.

In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen. In 2015 erhöhte der Erlös aus dem Börsengang der Siltronic die Gewinnrücklagen um 83,8 Mio. €.

Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten und Pensionen ausgewiesen.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn- bzw. Verlustanteile auf:

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Mio. € 2015 2014
Gewinnanteile 7,2 3,7
Verlustanteile - 12,1 - 12,1
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter - 4,9 - 8,4

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf folgende Gesellschaften:

Anteile anderer Gesellschafter

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Mio. € 2015 2014
Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien 21,4 17,2
Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co., Private Ltd. Singapur1 9,0 6,0
Siltronic AG, München1 196,5 0,9
Gesamt 226,9 24,1

1 Inklusive der Tochtergesellschaften

Die Stimmrechte anderer Gesellschafter entsprechen ihrem Anteil am Eigenkapital.

Im Rahmen des Börsengangs der Siltronic AG am 11. Juni 2015 wurden insgesamt 12,65 Mio. Aktien platziert. Davon stammen fünf Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung von Siltronic und 7,65 Mio. Aktien aus dem Bestand von WACKER. Für den WACKER-Konzern ergab sich dadurch nach Transaktionskosten ein Zugang im Eigenkapital von 361,9 Mio. €. Gleichzeitig ging der Anteil von WACKER am Eigenkapital der Siltronic AG von zuvor 100 Prozent auf nun 57,8 Prozent zurück. Der Anteil anderer Gesellschafter an der Siltronic AG und ihren Tochtergesellschaften liegt jetzt bei 42,2 Prozent. Da der Konzern immer noch die Mehrheit an den Gesellschaften hält, stieg durch die Transaktion das Eigenkapital der Aktionäre der Wacker Chemie AG um 197,1 Mio. € an. Gleichzeitig erhöhten sich die auf andere Gesellschafter entfallenden Anteile am Konzerneigenkapital um 164,8 Mio. €. Transaktionskosten in Höhe von 17,6 Mio. € wurden im Eigenkapital verrechnet.

Im WACKER-Konzern ist die Siltronic AG ein wesentliches Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen:

Wesentliche nicht beherrschende Anteile

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2015 2014
Name und Sitz der Gesellschaft:    
Siltronic AG, München, Deutschland und deren Tochtergesellschaften    
Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteile (%) 42,17 -
Stimmrechtsquote (%) 42,17 -
Kumulierte nicht beherrschende Anteile (Stück) 12.650.000 -
Dividenden, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurden (€) - -

In der folgenden Tabelle werden zusammenfassende Finanzinformationen zum Siltronic Teilkonzern dargestellt:

Zusammenfassende Finanzinformationen zur Siltronic AG und deren Tochterunternehmen1 :

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Mio. € 2015 2014
Kurzfristige Vermögenswerte 461,7 462,0
Langfristige Vermögenswerte 554,3 582,2
Kurzfristige Schulden 147,5 317,5
Langfristige Schulden 395,9 441,2
Umsatzerlöse 931,3 853,4
Gewinn oder Verlust aus fortzuführenden Geschäftsbereichen - 18,2 - 51,9
Sonstiges Ergebnis 62,4 - 171,5
Gesamtergebnis 44,2 - 223,4
Cash Flow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 96,1 124,7
Cash Flow aus Investitionstätigkeit - 98,7 - 11,2
davon Investition in Immaterielle Vermögenswerte/Sachanlagen - 58,9 - 37,7
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit - 32,2 58,6

1 Konsolidierter Teilkonzernabschluss des Siltronic Konzerns nach IFRS

Angaben zum Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des WACKER-Konzerns verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Renditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Als Instrumente der Kapitalsteuerung dienen unter anderem Dividendenzahlungen an Anteilseigner und Aktienrückkäufe.

Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften zur Kapitalerhaltung. Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet.

Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, mindestens 25 Prozent des Jahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien stimmen zu.

Überdies verfügt WACKER über ein aktives Fremdkapitalmanagement. Ziel ist ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein komfortables Liquiditätspolster. Im Rahmen des wertorientierten Managements gehört die Kennzahl Nettofinanzschulden zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen.

Die Kapitalstruktur des WACKER-Konzerns stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Kapitalstruktur

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Mio. € 2015 2014
Eigenkapital der Aktionäre der Wacker Chemie AG 2.568,2 1.922,4
Anteil am Gesamtkapital (%) 63,8 54,6
Langfristige Finanzierungsverbindlichkeiten 1.136,7 1.318,2
Kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten 318,7 283,3
Gesamt 1.455,4 1.601,5
Anteil am Gesamtkapital (%) 36,2 45,4
Gesamtkapital 4.023,6 3.523,9

13 Pensionsrückstellungen

Für die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter basieren.

Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Bei WACKER existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne, die teilweise über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG oder Fonds finanziert sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen garantieren die unterschiedlichen Pensionspläne den Mitarbeitern lebenslange Renten auf Basis des während der Beschäftigung bei WACKER durchschnittlich bezogenen Gehalts (Karrieredurchschnittsplan) oder Kapitalzahlungen.

Im Konzern bestehen folgende Altersversorgungspläne:

Versorgungspläne über die Pensionskasse

Für Mitarbeiter in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen.

Die Pensionskasse ist ein kleiner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 53 des Versicherungsaufsichtsgesetzes und ist reguliert nach § 118 b Abs. 3 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Sie unterliegt damit den Regelungen für deutsche Versicherer und wird von der BaFin beaufsichtigt. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen.

Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung eine feste Leistungszusage, die bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu berücksichtigen ist. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 in die Unternehmen eingetreten sind, gelten neue Tarife für die Grundversorgung. Den garantierten Leistungen liegen dort feste Zinssätze zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können die zukünftige Leistung erhöhen. Diese neuen Tarife gehen nicht in die Ermittlung der Pensionsverpflichtung ein, da sie auf Grund ihrer versicherungsförmigen Ausgestaltung als beitragsorientierte Pläne zu qualifizieren sind.

Zusätzlich können Mitarbeiter in Deutschland Beiträge zur freiwilligen Höherversicherung PK+ an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG leisten. Die Beiträge aus der tarifvertraglich geregelten Altersversorgung auf Grund der Tarifverträge über Einmalzahlungen und Altersvorsorge und über Lebensarbeitszeit und Demografie werden in die freiwillige Höherversicherung eingezahlt.

Im Geschäftsjahr 2015 wurde die bilanzielle Behandlung des Tarifs für die freiwillige Höherversicherung für Firmenbeitritte von 1972 bis 2004 geändert. Bis zum Geschäftsjahr 2014 wurde dieser Tarif bei WACKER als beitragsorientierter Plan behandelt. Aufgrund des andauernden Niedrigzinsumfelds ist in der Zukunft nicht sicher davon auszugehen, dass die Pensionskasse in jedem Fall den garantierten Rechnungszins von 4 % erwirtschaften kann, so dass WACKER diesen Tarif seit 2015 als leistungsorientierte Pensionszusage behandelt. Die Umstellung führt dazu, dass in 2015 der Barwert der Verpflichtung erfolgsneutral um 106,8 Mio. € Mio. € steigt. Gleichzeitig werden im Planvermögen erfolgsneutral Zugänge von 79,5 Mio. € berücksichtigt. Die Effekte sind in der Tabelle "Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen" in der Zeile "Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste" und in der Zeile "Gewinne /Verluste aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge" enthalten.

Mitarbeiter, die nach 2004 in das Unternehmen eingetreten sind, erhalten im Tarif für die freiwillige Höherversicherung einen niedrigeren Garantiezinssatz von 2,5 Prozent (2005 - 2012) bzw. 1,75 Prozent (ab 2013). Diese Tarife gehen nicht in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen ein, da sie auf Grund ihrer versicherungsförmigen Ausgestaltung als beitragsorientierte Pläne zu qualifizieren sind.

Direktzusagen des WACKER-Konzerns

Neben den Zusagen der Pensionskasse erhalten Mitarbeiter in Deutschland direkte Leistungszusagen in Form einer Zusatzversorgung. Mit der Zusatzversorgung werden Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze abgesichert. Bis 2004 eingetretene Mitarbeiter und deren Hinterbliebene erhalten Rentenleistungen. Die Höhe der Rente hängt vom durchschnittlich während der Beschäftigung bei WACKER bezogenen Gehalt ab (Karrieredurchschnittsplan). Für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter wird jährlich ein Prozentsatz des Gehalts oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bereitgestellt. Das sich hieraus ergebende Kapital wird verzinst. Die Leistungen können als lebenslange Rente oder, für Zusagen ab 2005, alternativ als Einmalzahlung abgerufen werden. Leistungsberechtigt sind die Mitarbeiter und ihre Hinterbliebenen. Die Ansprüche der Mitarbeiter gehen in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen ein. Dies gilt sowohl für bis 2004 eingetretene Mitarbeiter als auch für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter.

Für Mitglieder des Vorstands bestehen Einzelzusagen.

Außertariflich bezahlte Mitarbeiter in Deutschland können in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan ("Deferred Compensation") Teile ihres Gehalts einzahlen. Dieser Plan gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, Teile ihrer künftigen Entgeltansprüche in ein wertgleiches Versorgungskapital umzuwandeln. Das Versorgungskapital wird in Abhängigkeit vom Abschluss der Teilnahmevereinbarung am Leistungsplan (Zusage) mit sieben Prozent (1996 - 2001), sechs Prozent (2002 - 2010) oder fünf Prozent (2011 - 2013) verzinst. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von sieben Prozent oder sechs Prozent kann der Mitarbeiter zwischen einer Auszahlung in Rentenform oder als Kapital wählen. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von fünf Prozent erfolgt die Auszahlung ausschließlich in Kapitalform. Ab 2015 können leitende Angestellte Teile ihres Gehalts zu einem variablen Zinssatz in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan einzahlen. Der variable Zinssatz ist abhängig von der fünfjährigen Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen und beträgt mindestens 2,5 Prozent und höchstens fünf Prozent. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich in Kapitalform. Zusagen, die bis zum 31. Dezember 2000 erteilt wurden, werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet, Zusagen, die ab dem 01. Januar 2001 erteilt wurden, werden mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft bzw. mit dem erworbenen Kapital bewertet.

Die Versorgungsansprüche in Deutschland sind durch den Pensionssicherungsverein a. G. gegen Insolvenz geschützt. Die Insolvenzsicherung ist nach oben begrenzt. Gesetzliche Mindestfinanzierungspflichten bestehen nicht.

Pensionszusagen im Ausland

Für die Mitarbeiter ausländischer Tochtergesellschaften bestehen unterschiedliche Pensionszusagen nach den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Außer den in den USA begebenen Pensionszusagen sind diese Pensionspläne für den Konzern nicht wesentlich.

In den USA bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen für Mitarbeiter der Siltronic Corporation, Portland und der Wacker Chemicals Corporation, Adrian. Für beide Unternehmen wurden die leistungsorientierten Pläne ab dem 31. Dezember 2003 für Neuzusagen geschlossen. Die leistungsorientierten Zusagen werden nur für die Altbestände fortgeführt. Die Versorgungsleistung besteht in einer monatlichen Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr, die sich auf Basis des zuletzt gezahlten Durchschnittsgehaltes ermittelt. Spezielle Regelungen gibt es bei frühzeitiger Verrentung ab dem 55. Lebensjahr abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand sowie für Austrittsentschädigungen unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Für neue Mitarbeiter in den USA existieren nur noch beitragsorientierte Pensionspläne.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen übergeleitet werden:

Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen

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Mio. € 31.12.2015 31.12.2014
Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
Barwert der zumindest teilweise fondsfinanzierten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 2.230,2 222,8 2.453,0 2.267,1 210,4 2.477,5
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens - 1.660,5 - 160,4 - 1.820,9 - 1.593,3 - 148,8 - 1.742,1
Finanzierungsstatus 569,7 62,4 632,1 673,8 61,6 735,4
Barwert der ungedeckten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 963,4 16,2 979,6 1.008,9 13,9 1.022,8
Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 1.533,1 78,6 1.611,7 1.682,7 75,5 1.758,2
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.533,1 78,6 1.611,7 1.682,7 75,5 1.758,2

Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen

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Mio. € Barwert der Pensionsverpflichtungen Marktwert des Planvermögens Summe
Stand zum 01.01.2014 2.663,4 - 1.584,1 1.079,3
Laufender Dienstzeitaufwand 63,0 - 63,0
Zinsaufwand/ (-ertrag) 102,2 - 62,0 40,2
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand/Effekte aus Abgeltungen und Kürzungen 0,1 - 0,1
Neubewertungen      
Gewinne (-)/ Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge - - 76,3 - 76,3
Gewinne (-)/ Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen 9,7 - 9,7
Gewinne (-)/ Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen 705,8 - 705,8
Erfahrungsbedingte Gewinne (-)/ Verluste (+) 0,7 - 0,7
Effekt aus Währungsdifferenzen 23,5 - 15,9 7,6
Beiträge      
Arbeitgeber - - 48,2 - 48,2
Begünstigte des Pensionsplans 9,5 - 9,5 -
Rentenzahlungen - 77,6 53,4 - 24,2
Übertragungen/ Abgeltungen/ Sonstiges - 0,5 0,5
Stand zum 31.12.2014 3.500,3 - 1.742,1 1.758,2
Laufender Dienstzeitaufwand 87,5 - 87,5
Zinsaufwand/ (-ertrag) 85,1 - 43,6 41,5
Aus dem Planvermögen gezahlte Verwaltungskosten - 0,7 0,7
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand/ Effekte aus Abgeltungen und Kürzungen 1,4 - 1,4
Neubewertungen      
Gewinne (-)/ Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge - - 23,3 - 23,3
Gewinne (-)/ Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen - 3,5 - - 3,5
Gewinne (-)/ Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen - 283,3 - - 283,3
Erfahrungsbedingte Gewinne (-)/ Verluste (+) 95,7 - 95,7
Effekt aus Währungsdifferenzen 24,5 - 16,3 8,2
Beiträge      
Arbeitgeber - - 44,2 - 44,2
Begünstigte des Pensionsplans 10,3 - 10,3 -
Rentenzahlungen - 85,4 58,2 - 27,2
Stand zum 31.12.2015 3.432,6 - 1.820,9 1.611,7

Annahmen

Die Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen und landesspezifischen, biometrischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt. Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die folgende Parameter berücksichtigt haben:

Versicherungsmathematische Annahmen

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% 2015 2014
Inland USA Inland USA
Rechnungszins 2,75 4,2 2,3 3,8
Entgelttrend 2,5 2,0/3,0 2,5 2,0/3,0
Künftige Rentensteigerung 1,8/1,0/2,5 - 1,8/1,0/2,5 -

Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland die von Prof. Dr. Klaus Heubeck entwickelten "Richttafeln 1998" mit Modifikationen zugrunde gelegt. Dabei werden für den Bestand der Pensionskasse (Grundversorgung) von der Aufsichtsbehörde genehmigte Sterbetafeln (Reduzierung der Sterblichkeiten bei Männern auf 75 Prozent und bei Frauen auf 85 Prozent der Richttafelwerte) verwendet. Für den Bestand der übrigen Zusagen wurden die Sterblichkeiten bei Männern auf 60 Prozent und bei Frauen auf 85 Prozent der Heubeck-Werte reduziert und damit insbesondere der anerkannte Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Höhe der Rente ("Einfluss des sozioökonomischen Status") berücksichtigt. In den USA wird die Sterblichkeitstafel Sex distinct RP-2014 mortality tables (Scale SOA MP-2014) für Rentner und Nicht-Rentner, nach Geschlecht unterschieden, angewendet. Dabei wurde die Sterblichkeitstafel RP-2014 auf das Jahr 2007 zurückgerechnet und eine modifizierte Variante der Tafel MP-2014 für die zukünftigen Perioden angewendet.

Die der Berechnung der Pensionsverpflichtung zugrunde liegenden Diskontierungssätze und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht auf einer Zinsstrukturkurve, die aus Renditen hochrangiger festverzinslicher und laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen des jeweiligen Landes abgeleitet wurde. Er berücksichtigt die WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme der Verpflichtungen.

Sensitivitätsanalyse

Bei der folgenden Sensitivitätsanalyse wird jeweils nur eine Annahme verändert, d. h., die übrigen Annahmen bleiben gegenüber der ursprünglichen Bewertung unverändert, sodass die Sensitivität jeder Annahme isoliert betrachtet werden kann. Daraus folgt, dass mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen nicht berücksichtigt werden.

Die folgende Übersicht zeigt, inwieweit sich der Barwert der Pensionsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen ändern würde.

Sensitivitätsanalyse

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31.12.2015 31.12.2014
Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen
Leistungsorientierte Verpflichtung
Mio. €
Veränderung % Leistungsorientierte Verpflichtung
Mio. €
Veränderung %
Barwert der Pensionsverpflichtungen zum Stichtag 3.432,6   3.500,3  
Barwert der Pensionsverpflichtungen falls        
der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte höher wäre 3.154,7 - 8,1 3.192,2 - 8,8
der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre 3.750,3 9,3 3.855,5 10,1
der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte höher wäre 3.465,8 1,0 3.539,2 1,1
der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre 3.399,6 - 1,0 3.462,6 - 1,1
die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte höher wären 3.526,0 2,7 3.603,8 3,0
die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte niedriger wären 3.343,3 - 2,6 3.401,8 - 2,8
die Lebenserwartung um 1 Jahr höher wäre 3.553,3 3,5 3.630,7 3,7

Zusammensetzung des Planvermögens

In Deutschland investiert die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gemäß gesetzlicher Vorschriften und der Vorschriften ihrer Satzung das relevante Planvermögen. Die Pensionskasse investiert knapp die Hälfte des Vermögens in Aktien- und Rentenfonds. Die andere Hälfte wird als Direktinvestition in die Anlageklassen Schuldscheindarlehen, Immobilien, Immobiliendarlehen und Private Equity angelegt. Der verbleibende Teil des Vermögens wird als Liquidität vorgehalten. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der vom Vorstand der Pensionskasse vorgegebenen Kapitalanlagerichtlinie.

Das Planvermögen der in den USA aufgelegten Pensionspläne wird überwiegend in Aktien und Fonds gemäß den vorgegebenen Kapitalanlageregelungen angelegt. Die Zusammensetzung des Planvermögens des Konzerns zeigt folgende Tabelle:

Zusammensetzung Planvermögen

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Mio. € 31.12.2015 31.12.2014
Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Gesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Gesamt
Immobilien - 274,5 274,5 - 262,2 262,2
Darlehen/ Renten 664,4 438,6 1.103,0 573,4 480,2 1.053,6
Aktien/ Fonds 246,0 138,9 384,9 245,0 95,6 340,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 58,5 58,5 - 85,7 85,7
Summe 910,4 910,5 1.820,9 818,4 923,7 1.742,1

Der WACKER-Konzern nutzte zum Stichtag 31. Dezember 2015 80,2 Mio. € (Vorjahr 80,2 Mio. €) des Planvermögens für eigene Zwecke. Hierbei handelte es sich um die von der Wacker Chemie AG selbst genutzte Immobilie der WACKER-Hauptverwaltung in München.

Risiken

Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben den üblichen versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Planvermögen. In Deutschland werden wesentliche Teile der leistungsorientierten Verpflichtungen in der Pensionskasse verwaltet. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Asset-Liability-Studie wird das aktuelle und künftige Verhältnis von Portfoliostruktur zu den Verpflichtungen analysiert und prognostiziert. Als Resultat ermittelt sich das langfristige Renditeerfordernis der Pensionskasse. Darauf aufbauend definiert die Pensionskasse ein strategisches Zielportfolio. Das Renditeerfordernis, der Firmenbeitrag der Trägerunternehmen und die strategische Asset-Allokation werden somit jährlich überprüft und miteinander in Einklang gebracht.

Grundsätzlich sind alle Kapitalanlagen Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Diese können aus Zins-, Aktienkurs- bzw. Wechselkursverschiebungen bestehen. Die Pensionskasse zielt darauf ab, durch ein so genanntes Overlay-Management Verluste auf ein vorgegebenes Maß zu beschränken. Derivate werden von der Pensionskasse nur zu Absicherungszwecken eingesetzt.

Die leistungsorientierten Pläne in den USA unterliegen auf Grund der Anlage des Planvermögens in Aktien und Fonds neben den versicherungsmathematischen Risiken ebenfalls dem Marktpreisänderungsrisiko.

Je nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist WACKER dazu verpflichtet, eine Unterdeckung der Pensionspläne durch Zuführung liquider Mittel zu reduzieren.

Versicherungsmathematische Risiken ergeben sich insbesondere durch die Lebenserwartung der Leistungsempfänger und das Zinsgarantierisiko. Insbesondere die bis 2004 in Deutschland erteilten Zusagen haben einen hohen Garantiezins, der im aktuellen Marktumfeld nicht risikolos zu erzielen ist. Das Zinsgarantierisiko wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses regelmäßig beobachtet. Es stellt bei der Ermittlung des langfristigen Zinserfordernisses und deren Erfüllbarkeit ein Schwerpunktthema der Pensionskasse dar. Risiken aus der Zinsgarantie entfallen auch auf die Pläne zur "Deferred Compensation".

Finanzierung der Pensionspläne

Im Geschäftsjahr 2015 wurden für Pläne in Deutschland 75,1 Mio. € (Vorjahr: 70,5 Mio. €) und für Pläne im Ausland 10,3 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €) an Rentenzahlungen geleistet. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Rentenzahlungen aus Pensionsplänen von rund 95 Mio. €. Die Einzahlungen des Arbeitgebers in das Planvermögen werden in 2016 rund 45 Mio. € betragen. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt zum 31. Dezember 2015 18,4 Jahre (Vorjahr 20,1 Jahre) in Deutschland und 14,2 Jahre (Vorjahr 14,5 Jahre) in den USA.

Erwartete Fälligkeiten der Pensionszahlungen

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Mio. € Erwartete Pensionszahlungen
31.12.15 31.12.14
Weniger als 1 Jahr - 92,0 - 85,3
Zwischen 1 und 2 Jahren - 95,3 - 93,1
Zwischen 2 und 3 Jahren - 98,4 - 94,7
Zwischen 3 und 4 Jahren - 105,0 - 98,1
Zwischen 4 und 5 Jahren - 110,3 - 104,3

Zusammensetzung des Pensionsaufwands

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Mio. € 2015 2014
Pensionsaufwand    
Pensionsaufwand aus leistungsorientierten Plänen - 131,1 - 103,3
Pensionsaufwand aus beitragsorientierten Plänen - 9,7 - 7,4
Übrige Pensionsaufwendungen - 3,2 - 3,0
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung - 64,0 - 62,4
Gesamte Altersversorgung - 208,0 - 176,1

14 Andere Rückstellungen/ Steuerrückstellungen

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Mio. € 2015 2014
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Personal 105,1 98,2 6,9 95,6 89,0 6,6
Verkauf/ Einkauf 60,7 22,9 37,8 43,5 5,4 38,1
Umweltschutz 79,9 79,3 0,6 69,0 67,1 1,9
Umstrukturierung 0,6 0,1 0,5 1,8 0,2 1,6
Sonstige 58,9 16,5 42,4 71,7 20,1 51,6
Andere Rückstellungen 305,2 217,0 88,2 281,6 181,8 99,8
Steuerrückstellungen 79,8 52,8 27,0 97,9 43,7 54,2

Personalrückstellungen

Sie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläums- und Sterbegeldern sowie Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss der langfristigen Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle erfolgt kontinuierlich.

Verkaufs-/ Einkaufsrückstellungen

Die Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie noch zu gewährende Rabatte, Skonti oder sonstige Preisnachlässe, zu zahlende Provisionen für die Vermittlung von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Der wesentliche Teil der Rückstellungen wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren zu Abflüssen führen.

Umweltschutzrückstellungen

Die Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktions-oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen Umweltabgaben an staatliche Stellen. Die Zuführungen sind im Wesentlichen auf die Anpassungen beim Rechnungszins zurückzuführen. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen werden voraussichtlich innerhalb von 25 Jahren zu Abflüssen führen.

Umstrukturierungsrückstellungen

Die Rückstellungen für Umstrukturierungen enthalten Abfindungszahlungen für ausscheidende Mitarbeiter, erwartete Kosten für Standortschließungen sowie Abbruchverpflichtungen und vergleichbare Belastungen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen (z. B. für Schadenersatz, Erstattungsansprüche).

In Abhängigkeit von der jeweiligen landesspezifischen Situation wurden für die Ermittlung der Rückstellungen, Zinssätze bis zu neun Prozent (Vorjahr zwischen 0,5 und zehn Prozent) verwendet. Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen im Zusammenhang mit Einkaufsgeschäften, Umweltrückstellungen, Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle und Jubiläumsrückstellungen.

Andere Rückstellungen

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Mio. € 01.01.2015 Verbrauch Auflösung Zuführung Zinseffekt Währungsdifferenzen 31.12.2015
Personal 95,6 - 21,0 - 28,1 2,3 0,1 105,1
Verkauf/ Einkauf 43,5 - 13,5 - 1,0 25,5 3,2 3,0 60,7
Umweltschutz 69,0 - 3,1 - 3,2 15,9 1,3 - 79,9
Umstrukturierung 1,8 - 0,7 - 0,6 0,1 - - 0,6
Sonstige 71,7 - 1,5 - 21,9 11,7 0,3 - 1,4 58,9
Gesamt 281,6 - 39,8 - 26,7 81,3 7,1 1,7 305,2

Steuerrückstellungen

Sie enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern sowie Beträge für Risiken aus Außenprüfungen und Rechtsmitteln. Der vorhandene Bestand an langfristigen Steuerrückstellungen wird im Wesentlichen in den nächsten zwei bis vier Jahren abfließen.

Steuerrückstellungen

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Mio. € 01.01.2015 Verbrauch Auflösung Zuführung/ Zinseffekt Währungsdifferenzen 31.12.2015
Steuern 97,9 - 48,1 - 1,0 30,9 0,1 79,8

15 Finanzierungsverbindlichkeiten

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Mio. € 2015 2014
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.000,2 700,1 300,1 1.195,3 932,4 262,9
Leasing-Verpflichtungen 39,1 33,2 5,9 28,8 21,6 7,2
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 416,1 403,4 12,7 377,4 364,2 13,2
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.455,4 1.136,7 318,7 1.601,5 1.318,2 283,3

In 2015 wurde ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 150 Mio. € planmäßig getilgt. Des Weiteren wurden in 2015 auf Renmimbi lautende Darlehen in Höhe von rund 50 Mio. € zurückgeführt.

In 2014 wurde ein Investitionskredit in Höhe von 80 Mio. € aufgenommen. Darüber hinaus erfolgte in 2014 eine Umstrukturierung der langfristigen Finanzierung der chinesischen Tochterunternehmen in Höhe von 800 Mio. Renminbi (106 Mio. €). Mit den neu aufgenommenen Darlehen wurden bestehende Kredite abgelöst. Durch die erstmalige Vollkonsolidierung der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. in 2014 erhöhten sich die Finanzierungsverbindlichkeiten um ein auf Singapur-Dollar lautendes Darlehen in Höhe von umgerechnet 35,8 Mio. € eines Minderheitsgesellschafters.

Für die Finanzierungsverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der Finanzierungsverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen (Covenants) eingehalten werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:

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Mio. € 2015 2014
Währung Buchwert
Mio. €
Laufzeit bis Währung Buchwert
Mio. €
Laufzeit bis
Investitionskredit EUR 200,0 2016 EUR 200,0 2016
Investitionskredit EUR 200,0 2017 EUR 200,0 2017
Investitionskredit EUR 80,0 2020 EUR 80,0 2020
Investitionskredit CNY - 2016 CNY 18,7 2016
Investitionskredit CNY 35,6 2018 CNY 67,6 2018
Schuldscheindarlehen EUR - 2015 EUR 150,0 2015
Schuldscheindarlehen EUR 150,0 2017 EUR 150,0 2017
Bankkredit JPY 76,1 2017 JPY 68,8 2017
Bankkredit EUR 50,0 2018 EUR 50,0 2018
Bankkredit CNY 112,8 2017 CNY 106,1 2017
Betriebsmittelkredit CNY 89,9 - CNY 95,3 -
Betriebsmittelkredit BRL 5,8 - BRL 7,7 -
Betriebsmittelkredit - - - - 1,1 -
Gesamt   1.000,2     1.195,3  
Beizulegender Zeitwert   1.012,5     1.218,7  

Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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Mio. € 2015 2014
Währung Buchwert
Mio. €
Laufzeit bis Währung Buchwert
Mio. €
Laufzeit bis
Privatplatzierung (1. Tranche) USD 63,9 2018 USD 57,6 2018
Privatplatzierung (2. Tranche) USD 118,5 2020 USD 107,0 2020
Privatplatzierung (3. Tranche) USD 182,4 2023 USD 164,5 2023
Darlehen von Minderheitsgesellschaftern SGD 38,6 2022 SGD 35,8 2022
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - 12,7 - - 12,5 -
Gesamt   416,1     377,4  
Beizulegender Zeitwert   409,2     371,3  

In den in Euro aufgenommenen Investitionskrediten sind wie im Vorjahr variable verzinste Kreditbeträge enthalten. Der variable Anteil beträgt 280,0 Mio. € (Vorjahr 280,0 Mio. €). Davon sind 200 Mio. € bis Ende 2016 und 80 Mio. € bis Mitte 2020 fällig. In den Bankkrediten sind in 2015 variable verzinste Kreditbeträge in Höhe von 38,0 Mio. € (Vorjahr 34,4 Mio. €) enthalten. Sie haben eine Restlaufzeit bis Ende 2017. In den Schuldscheindarlehen sind variable Kreditbeträge in Höhe von 39,0 Mio. € (Vorjahr 39,0 Mio. €) mit einer Restlaufzeit bis 2017 enthalten. Sämtliche in Renminbi aufgenommenen Darlehen sind wie im Vorjahr variabel verzinst. Die Privatplatzierungen und das Darlehen von einem Minderheitsgesellschafter sind in voller Höhe festverzinslich.

Die Buchwerte der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten entsprechen dem Rückzahlungsbetrag. Mit Ausnahme der auf Renminbi lautenden Investitionskredite und einem Teil der auf Euro lautenden Investitionskredite in Höhe von 80 Mio. € sind sämtliche Kredite und Darlehen endfällig.

Der folgenden Übersicht können die zukünftigen Tilgungs- und Zinszahlungen für Kreditverbindlichkeiten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten entnommen werden.

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Mio. € 2016 2017 2018 2019 2020 bis 2023
Tilgung 300,1 579,0 151,8 16,0 356,7
Zinsen 34,1 26,5 15,0 13,5 31,3

Daneben bestehen langfristige ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 602,8 Mio € (Vorjahr 603,5 Mio. €), für deren Inanspruchnahme alle Bedingungen erfüllt sind.

Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen zum Stichtag:

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Mio. € 2015 2014
Nominalwert Zinsen Barwert Nominalwert Zinsen Barwert
Mindestleasingzahlung innerhalb eines Jahres 9,1 3,2 5,9 8,3 1,1 7,2
Mindestleasingzahlung zwischen einem und fünf Jahren 25,7 10,3 15,4 18,7 2,3 16,4
Mindestleasingzahlung mehr als fünf Jahre 35,3 17,5 17,8 5,3 0,1 5,2
Gesamt 70,1 31,0 39,1 32,3 3,5 28,8

Bedingte Leasingzahlungen aus Finance Leasing liegen nicht vor.

Als Finance Lease wird ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk aktiviert. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. WACKER hat das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern WACKER dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden.

In 2015 wurde eine Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff und -dampf in Betrieb genommen. Diese wurde auf Grund der ausschließlichen Nutzung durch WACKER als Finance Lease aktiviert.

Darüber hinaus bestehen für einige technische Anlagen Leasingverträge, die als Finance Lease qualifiziert und von WACKER aktiviert wurden. Auch hier bestehen zum Teil Vorkaufsrechte und Mietverlängerungsoptionen.

Die Leasingverträge dienen der vereinfachten Beschaffung und Finanzierung von Betriebsmitteln und Anlagevermögen. Auf Grund der langfristigen Bindung entsteht jedoch für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

16 Finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten

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Mio. € 2015 2014
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 378,3 - 378,3 374,5 - 374,5
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 0,3 - 0,3 0,1 - 0,1
Derivative Finanzinstrumente 28,3 2,6 25,7 49,7 4,8 44,9
Übrige Verbindlichkeiten 21,5 - 21,5 24,7 0,3 24,4
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 50,1 2,6 47,5 74,5 5,1 69,4
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 3,0 - 3,0 3,3 - 3,3
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 5,6 - 5,6 5,4 - 5,4
Variable Vergütungsanteile 75,5 - 75,5 63,5 0,8 62,7
Sonstige Personalverpflichtungen 28,1 - 28,1 30,5 1,3 29,2
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 16,9 - 16,9 16,0 0,1 15,9
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 1,1 - 1,1 0,8 - 0,8
Erhaltene Anzahlungen (Dritte) 453,3 287,5 165,8 689,1 523,0 166,1
Übrige Verbindlichkeiten 1,6 - 1,6 0,2 - 0,2
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 585,1 287,5 297,6 808,8 525,2 283,6
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,3 - 0,3 0,1 - 0,1

Die Steuerverbindlichkeiten umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden.

Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen.

Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich.

Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Lieferungen von Halbleiterwafern und Polysilicium.

Für die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der sonstigen Verbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte.

17 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser künftiger Ereignisse bestätigt wird, die jedoch außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen. Ferner können gegenwärtige Verpflichtungen dann Eventualverbindlichkeiten darstellen, wenn der Abfluss von Ressourcen nicht hinreichend wahrscheinlich für die Bildung einer Rückstellung ist und/ oder die Höhe der Verpflichtungen nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.

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Mio. € 2015 2014
Bürgschaften 0,6 0,5

Eine Inanspruchnahme aus den verbleibenden Bürgschaften ist unwahrscheinlich.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

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Mio. € 2015 2014
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating Leases    
fällig innerhalb eines Jahres 38,2 30,3
fällig zwischen einem und fünf Jahren 64,6 64,9
fällig nach fünf und mehr Jahren 35,7 43,7
Gesamt 138,5 138,9
Leasingzahlungen auf Grund von Operating Leases 44,1 31,7
Die Summe der erwarteten Mindestzahlungen aus Untermietverhältnissen beträgt 2,9 1,1

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen, Kraftfahrzeuge sowie IT-Equipment. Die Laufzeiten liegen hierbei im Allgemeinen zwischen drei und fünf Jahren. Mietverträge für Büroräume, Sachanlagen usw. haben eine deutlich längere Laufzeit. Ferner pachtet der Konzern in Singapur auf Grund regulatorischer Vorgaben langfristig das Land, auf dem die Produktionsstätten errichtet wurden.

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Mio. € 2015 2014
Verpflichtungen aus Bestellungen für geplante Investitionsvorhaben (Bestellobligo) 205,0 421,6

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 205,0 Mio. € (Vorjahr 421,6 Mio. €) und betrifft im Wesentlichen die Investitionen im Segment WACKER POLYSILICON.

Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 100,0 Mio. € (Vorjahr 100 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Joint Venture Gesellschaft mit Dow Corning. Die vertraglich fixierten Transferpreise führten zu einer Rückstellung für belastende Verträge, die in den sonstigen Rückstellungen enthalten ist.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den wesentlichen Mindestabnahmeregelungen in Höhe von 1,58 Mrd. € (Vorjahr 2,06 Mrd. €). Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen ein und acht Jahren. Aus bestehenden Konsignationslagern hat der Konzern Rücknahmeverpflichtungen in Höhe von 13,6 Mio. € (Vorjahr 10,2 Mio. €).

Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich begrenzt.

WACKER ist von Zeit zu Zeit in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet WACKER keine wesentlichen negativen Auswirkungen.

18 Sonstige Angaben

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Mio. € 2015 2014
Materialaufwand - 2.276,6 - 2.159,1
Personalaufwand    
Löhne und Gehälter - 1.070,2 - 1.008,1
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung - 177,4 - 165,3
Staatliche Altersversorgungsbeiträge 64,0 62,4
Sozialabgaben - 113,4 - 102,9
Aufwendungen für Altersversorgung - 102,5 - 73,5
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung - 64,0 - 62,4
Altersversorgung - 166,5 - 135,9
Gesamt - 1.350,1 - 1.246,9

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen für die Dotierung externer Pensionsfonds und Pensionskassen werden ebenfalls in den Aufwendungen für Altersversorgung ausgewiesen.

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Mio. € 2015 2014
Honoraraufwand für den Abschlussprüfer    
Abschlussprüfungsleistungen 1,3 1,3
Andere Bestätigungsleistungen 0,4 0,1
Gesamt 1,7 1,4

Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr 1,4 Mio. €) die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 1,3 Mio. € (Vorjahr 1,3 Mio. €) auf Abschlussprüfungsleistungen und 0,4 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen. Diese betreffen im Wesentlichen Bestätigungsleistungen im Rahmen des Börsengangs der Siltronic AG.

19 Ergebnis je Aktie/ Dividende

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2015 2014
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien (Stück) 49.677.983 49.677.983
Anzahl der ausstehenden Stammaktien zum Jahresende (Stück) 49.677.983 49.677.983
Ausschüttung je dividendenberechtigte Stammaktie (€) 2,00 1,50
Jahresergebnis der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) 246,7 203,8
Ergebnisanteil der Stammaktien (Mio. €) 246,7 203,8
Ergebnis je Stammaktie (Durchschnitt, €) 4,97 4,10
Ergebnis je Stammaktie (Stichtag, €) 4,97 4,10

Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis.

Ein Ergebnis je Aktie bezogen auf Ergebnisse aus fortgeführter bzw. nicht fortgeführter Tätigkeit wird mangels einschlägiger Sachverhalte nicht angegeben.

Für das Geschäftsjahr 2014 wurde eine Dividende in Höhe von 74,5 Mio. € ausgeschüttet; dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 1,5 €. Für das Geschäftsjahr 2014 wurden keine Einstellungen in die Gewinnrücklagen bei der Wacker Chemie AG geleistet.

Für das Geschäftsjahr 2015 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG eine Dividende in Höhe von 2,00 € vorgeschlagen. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur auf die dividendenberechtigten Aktien, d. h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG. Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien, die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 99.355.966,00 € ausgeschüttet.

20 Finanzinstrumente

In der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Der beizulegende Zeitwert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Bilanzposten dem Bilanzwert gleichgesetzt.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2015

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Mio. € Buchwert lt. Bilanz 31.12.2015 (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Bewertung nach IAS 39 Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Bewertung nach IAS 17 (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert 31.12.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 679,4 679,4 - - - 679,4
Kredite und Forderungen - 679,4 - - - 679,4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 161,3 148,7 12,1 0,5 - 150,2
Kredite und Forderungen - 137,6 - - - 137,6
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte1 - 11,1 - - - -
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - - 11,2 - - 11,2
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - - 0,9 0,5 - 1,4
Wertpapiere und Festgelder 70,9 64,6 - 6,3 - 70,9
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere und Festgelder - 64,6 - - - 64,6
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere - - - 6,3 - 6,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 310,5 310,5 - - - 310,5
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere und Festgelder - 94,2 - - - 94,2
Kredite und Forderungen - 216,3 - - - 216,3
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.222,1 - - - - 1.211,0
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Kredite und Forderungen 1.033,3 1.033,3 - - - 1.033,3
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere 158,8 158,8 - - - 158,8
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 17,4 11,1 - 6,3 - 6,3
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 11,2 - 11,2 - - 11,2
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 1,4 - 0,9 0,5 - 1,4
Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Finance Lease) 1.416,3 1.416,3 - - - 1.421,7
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 1.416,3 - - - 1.421,7
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 39,1 - - - 39,1 39,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 378,3 378,3 - - - 378,3
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 378,3 - - - 378,3
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 50,1 21,8 16,0 12,3 - 50,1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 21,8 - - - 21,8
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - - 15,9 - - 15,9
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - - 0,1 12,3 - 12,4
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 1.883,8 - - - - 1.889,2
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.816,4 1.816,4 - - - 1.821,8
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 15,9 - 15,9 - - 15,9
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 12,4 - 0,1 12,3 - 12,4

1 Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen, im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2014

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Mio. € Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
Buchwert lt. Bilanz 31.12.2014 (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (Fortgeführte) Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert 31.12.2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 684,0 684,0 - - - 684,0
Kredite und Forderungen - 684,0 - - - 684,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 217,4 213,2 1,4 2,8 - 206,2
Kredite und Forderungen - 202,0 - - - 202,0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte1 - 11,2 - - - -
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - - 1,4 - - 1,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - - - 2,8 - 2,8
Wertpapiere und Festgelder 195,0 10,0 - 185,0 - 195,0
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere und Festgelder - 10,0 - - - 10,0
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere - - - 185,0 - 185,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 325,9 325,9 - - - 325,9
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere und Festgelder - 75,0 - - - 75,0
Kredite und Forderungen - 250,9 - - - 250,9
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.422,3 - - - - 1.411,1
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Kredite und Forderungen 1.136,9 1.136,9 - - - 1.136,9
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere 85,0 85,0 - - - 85,0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 196,2 11,2 - 185,0 - 185,0
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1,4 - 1,4 - - 1,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 2,8 - - 2,8 - 2,8
Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Finance Lease) 1.572,7 1.572,7 - - - 1.590,0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 1.572,7 - - - 1.590,0
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 28,8 - - - 28,8 28,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 374,5 374,5 - - - 374,5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 374,5 - - - 374,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 74,5 24,8 15,4 34,3 - 74,5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 24,8 - - - 24,8
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - - 13,7 - - 13,7
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - - 1,7 34,3 - 36,0
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 2.050,5 - - - - 2.067,8
Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.972,0 1.972,0 - - - 1.989,3
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 13,7 - 13,7 - - 13,7
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 36,0 - 1,7 34,3 - 36,0

1 Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen, im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.

In den Krediten und Forderungen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

In der Kategorie bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere sind kurzfristige festverzinsliche Wertpapiere enthalten, die nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte enthalten Wertpapiere und Beteiligungen. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine an aktiven Märkten beobachtbaren Preise vorliegen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Finanzierungsverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen.

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten gemäß Bewertungskategorien dar. Nachfolgend sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Cashflow-Hedge-Beziehungen berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

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Mio. € 2015 2014
Nettoergebnis gemäß Bewertungskategorien    
Kredite und Forderungen 29,5 55,0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 0,7 1,3
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten 7,5 - 18,4
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 66,0 - 60,4
Gesamt - 28,3 - 22,5

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" beinhaltet im Wesentlichen Nettoverluste/ -gewinne aus der Währungsumrechnung, Zinserträge aus Finanzanlagen und Bankguthaben sowie Wertberichtigungen.

Die Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhaltet Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten" enthalten. Zusätzlich sind hier die Effekte aus Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen.

Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 6,9 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Bankguthaben und Ausleihungen sowie bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapieren.

Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 31,8 Mio. € (Vorjahr: 46,2 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Finanzierungsverbindlichkeiten.

In der Kategorie bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind im Wesentlichen Zinserträge aus langfristigen und kurzfristigen Unternehmensanleihen, die in den Wertpapieren ausgewiesen wurden, enthalten.

Die Nettoverluste in der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten.

Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu Marktwerten oder umgekehrt statt.

Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden den drei Kategorien gemäß IFRS 13-Bewertungshierarchie des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt.

Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert:

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Stufe 1: mittels notierter Preise in aktiven Märkten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert direkt von Preisen an aktiven liquiden Märkten abgeleitet werden kann und bei denen das im Markt beobachtbare Finanzinstrument repräsentativ für das zu bewertende Finanzinstrument ist. Hierzu zählen festverzinsliche Wertpapiere, die an liquiden Märkten gehandelt werden.
Stufe 2: mittels Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert aus gleichartigen, an aktiven Märkten gehandelten Finanzinstrumenten oder mittels Bewertungsverfahren, deren sämtliche Parameter beobachtbar sind, ermittelt werden kann. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente, innerhalb oder außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten.
Stufe 3: mittels Bewertungsverfahren auf Basis nicht beobachtbarer Parameter bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht aus am Markt beobachtbaren Daten ermittelt werden kann und die ein anderes Bewertungsverfahren benötigen. Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen eine Wertkomponente auf, die nicht beobachtbar ist und einen wesentlichen Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert hat. Hierzu zählen außerbörsliche Derivate sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente.

Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden oder zu Anschaffungskosten in der Bilanz bewertet werden und deren beizulegender Zeitwert im Anhang genannt wird:

Fair-Value-Hierarchie zum 31. Dezember 2015

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Mio. € Fair-Value-Hierarchie Gesamt
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 11,2 - 11,2
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/ erfolgswirksam        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - 1,4 - 1,4
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere 6,3 - - 6,3
Gesamt 6,3 12,6 - 18,9
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten        
Kredite und Forderungen        
Ausleihungen - 99,9 - 99,9
Gesamt - 99,9 - 99,9
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 15,9 - 15,9
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/ erfolgswirksam        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - 12,4 - 12,4
Gesamt - 28,3 - 28,3
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten        
Finanzierungsverbindlichkeiten        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 1.421,7 - 1.421,7
Gesamt - 1.421,7 - 1.421,7

Fair-Value-Hierarchie zum 31. Dezember 2014

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Mio. € Fair-Value-Hierarchie Gesamt
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 1,4 - 1,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - 2,8 - 2,8
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere 185,0 - - 185,0
Gesamt 185,0 4,2 - 189,2
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten        
Kredite und Forderungen        
Ausleihungen - 93,6 - 93,6
Gesamt - 93,6 - 93,6
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 13,7 - 13,7
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/ erfolgswirksam        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung - 36,0 - 36,0
Gesamt - 49,7 - 49,7
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten        
Finanzierungsverbindlichkeiten        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet - 1.590,0 - 1.590,0
Gesamt - 1.590,0 - 1.590,0

WACKER überprüft regelmäßig, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. Wie im Vorjahr haben auch im Geschäftsjahr 2015 keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden.

WACKER bewertete im Berichtszeitraum ausschließlich finanzielle Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen, auf Basis quotierter Preise der Kontrahenten oder anhand geeigneter Bewertungsverfahren (Discounted Cashflow bzw. finanzmathematisch anerkannte Verfahren wie z. B. die PAR-Methode) ermittelt.

Die derivativen Finanzinstrumente und die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und unterliegen damit einem wiederkehrenden Fair-Value-Ansatz.

Der Fair Value der derivativen Finanzinstrumente wird auf Basis von Marktdaten wie Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogener Bewertungsverfahren berechnet. Die Ermittlungen des beizulegenden Zeitwertes enthalten das eigene bzw. das Ausfallsrisiko des Kontrahenten mit laufzeitadäquaten, am Markt beobachtbaren CDs-Werten. Der Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lässt sich mittels notierter Preise in aktiven Märkten ableiten.

Die Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für diese ist im Anhang jedoch verpflichtend der beizulegende Zeitwert anzugeben.

Der beizulegende Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der zukünftigen erwarteten Cashflows. Die Anwendung der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der marktgerechten Zinsen führt dazu, dass der Buchwert der Ausleihungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgt über die Nettobarwertmethode. Bei dieser werden marktübliche Zinsen zugrunde gelegt.

Für die von WACKER zu Anschaffungskosten bewerteten Eigenkapitalinstrumente konnte kein beizulegender Zeitwert ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen und für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind. Für die zum 31. Dezember 2014 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht.

WACKER weist im Moment keine zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente aus, die in die Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie fallen.

Hinsichtlich der Bewertungsverfahren gab es keine Veränderungen zum Vorjahr.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen Risiken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, Risiken zeitnah zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken, insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken, werden bezüglich ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung der Geschäfte erfolgen nach internen Richtlinien und unterliegen Kontrollen unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen, Anzahlungen und Bankbürgschaften abgesichert. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch, dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertminderungen unter Berücksichtigung von erhaltenen Anzahlungen Rechnung getragen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten.

Zu seiner Begrenzung hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form von kurzfristigen Anlagen und Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen.

Hinsichtlich der Fälligkeitsanalyse für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten verweisen wir auf Ziffer 15.

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken.

Währungsrisiko

Die Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungs-Einnahmen und -Ausgaben. Das größte Risiko besteht gegenüber dem USD. Als USD-Einnahmen sind alle in USD fakturierten Umsätze zu verstehen, unter USD-Ausgaben werden sämtliche USD-Einkäufe sowie die Standortkosten in USD erfasst. Zu den direkten USD-Einnahmen und -Ausgaben werden noch in die Ermittlung des Risikopotenzials die indirekten USD-Einflüsse der Top-Rohstoffe Methanol und Erdgas mit einbezogen. Als relevante Risikovariable für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der USD Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in USD abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem CNY und JPY haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von zehn Prozent des USD gegenüber dem € simuliert. Die Ausgangsgröße bildet der in der Prognose verwendete Umrechnungskurs. Die Auswirkung auf das EBITDA hätte zum 31. Dezember 2015 - 60 Mio. € und zum 31. Dezember 2014 - 60 Mio. € betragen. Der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 29,4 Mio. € (Vorjahr 35,6 Mio. €) erhöht. Durch den optionalen Anteil an den Sicherungsgeschäften hätte bei einer Aufwertung von zehn Prozent des USD gegenüber dem € der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 23,2 Mio. € (Vorjahr 35,6 Mio. €) reduziert. Das Währungs-Exposure lag zum 31. Dezember 2015 bei 595 Mio. € (Vorjahr 601 Mio. €).

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzierungsverbindlichkeiten und zinstragenden Anlagen. Der Vorstand legt die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Nettofinanzschulden fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument (Finanzierungsverbindlichkeiten, Anlagen, Zinsderivate) mit einem festen oder variablen Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Markt-wertsensitivität oder einer Cashflow-Sensitivität gemessen. Finanzierungsverbindlichkeiten und Anlagen mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeit unterliegen sie keinem wesentlichen Zinsänderungrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Wenn das Marktzinsniveau zum Stichtag 31. Dezember 2015 um 100 Basispunkte niedriger (31. Dezember 2014: niedriger) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 1,4 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €) schlechter (schlechter) ausgefallen.

Rohstoffpreisrisiko

Generell bestehen Risiken bezüglich der ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen und ein Ergebnisrisiko bei möglichen Erhöhungen der Rohstoffpreise.

Derivative Finanzinstrumente

Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt es sich im Wesentlichen um die laufende Energiebeschaffung. Die Preissicherung der Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen, für die im Wesentlichen die own use exemption des IAS 39 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen sowie Devisenswaps. Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen (Grundgeschäft) unterlegt sind; zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung.

Devisensicherungen erfolgen insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen, Schweizer Franken sowie den Singapur-Dollar. Bei möglichen Zinssicherungen wird auf die Fälligkeit der Grundgeschäfte abgestellt.

Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von drei Monaten bis maximal 21 Monaten. Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn- und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach. Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten.

Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt.

Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum Marktwert angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting praktiziert. In diesen Fällen werden die Marktwertveränderungen von Devisentermingeschäften bzw. Veränderungen des inneren Werts von Devisenoptionen bis zum Eintritt des Grundgeschäfts ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst, soweit der Hedge effektiv ist. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktionen werden die im Eigenkapital kumuilierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Die Veränderungen der Zeitwerte der Devisenoptionen werden erfolgswirksam erfasst. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten im Zins- bzw. übrigen Finanzergebnis.

Für die strategische Sicherung werden abgestufte Sicherungsquoten verwendet. Die Quoten liegen zwischen 50 Prozent und 30 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure in US-$. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure für 2016 zu rund 50 Prozent abgesichert und das erwartete Netto-Exposure des Halbleitergeschäfts zusätzlich für 2017 zu rund 20 Prozent. Die Sicherungsquote der operativen Sicherung in US-$ beträgt rund 50 Prozent.

Im Geschäftsjahr ist in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 15,8 Mio. € (Vorjahr - 45,9 Mio. €) aus Cashflow Hedge Beziehungen berücksichtigt. Davon wurden 69,7 Mio. € ergebniswirksam während der Periode umgegliedert (Vorjahr: - 10,5 Mio. €). Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren.

Fair Value Hedges bestehen zur Absicherung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden auf Grund von Währungsänderungen (Fremdwährungs-Swap). Bei einer effektiven Sicherung wird der Buchwert des zugeordneten Grundgeschäfts um die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der abgesicherten Risiken angepasst. WACKER weist zum Geschäftsjahrsende einen Ertrag aus der Bewertung des Sicherungsinstruments im Fair Value Hedge in Höhe von 7,3 Mio. € (Vorjahr Aufwand von - 0,3 Mio. €) aus. Im gleichen Zeitraum wurde ein Aufwand bei dem zugrunde liegenden Grundgeschäft in Höhe von - 7,3 Mio. € (Vorjahr Ertrag von 0,3 Mio. €) realisiert. In Abhängigkeit vom Grundgeschäft wird die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes im Finanzergebnis ausgewiesen.

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Mio. € 31.12.2015 31.12.2014
Nominalwerte Marktwerte Nominalwerte Marktwerte
Währungsderivate 1.826,5 - 12,7 1.219,9 - 44,6
Sonstige Derivate 17,3 - 3,0 9,4 - 0,9
Gesamt 1.843,8 - 15,7 1.229,3 - 45,5
Marktwerte für derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Hedge Accounting   - 11,3   - 32,9

Die Währungsderivate beinhalten im Wesentlichen Devisenterminkontrakte und Devisenswaps über 1.309,5 Mio. US-$, 28,0 Mrd. JPY, 469,7 Mio. SGD und 10,5 Mio. CHF (Vorjahr 923,5 Mio. US-$, 27,7 Mrd. JPY, 435,5 Mio. SGD). Derivate mit Marktwerten von 13,3 Mio. € werden in 2016 fällig, in 2017 laufen 0,4 Mio. € vertraglich aus.

Bei den Sonstigen Derivaten handelt es sich um auf dem norwegischen Markt gehandelte Strom-Futures mit einem Nominalwert von 17,3 Mio. € (Vorjahr 9,4 Mio. €). Mit den Strom-Futures wird das Risiko steigender Spot-Marktpreise am Energiemarkt durch eine strukturierte Preisfixierung auf dem Strommarkt begrenzt. Das Sicherungsvolumen beträgt bis zu 90 Prozent des nicht durch langfristige Lieferverträge abgedeckten zukünftigen Strombedarfs der Siliciumproduktion im norwegischen Holla. Die Laufzeiten betragen zwischen einem und fünf Jahren. Es wurden Derivate bis 2020 abgeschlossen.

Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz. Ferner zeigt sie die finanziellen Auswirkungen einer möglichen Aufrechnung von Finanzinstrumenten aus Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen oder ähnlichen Vereinbarungen.

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Mio. € I II I + II Zugehörige Beträge, die in der Bilanz nicht saldiert werden Netto-Betrag
Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte/ Schulden Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte/ Schulden, die in der Bilanz saldiert werden Nettobeträge finanzieller Vermögenswerte/ Schulden, die in der Bilanz ausgewiesen werden Finanzinstrumente Erhaltene Barsicherheiten
31.12.2015            
Derivate mit positivem Marktwert 12,7 - 0,1 12,6 - 6,1 - 6,5
Derivate mit negativem Marktwert - 28,4 0,1 - 28,3 6,1 - - 22,2
31.12.2014            
Derivate mit positivem Marktwert 6,1 - 1,9 4,2 - 4,0 - 0,2
Derivate mit negativem Marktwert - 51,6 1,9 - 49,7 4,0 - - 45,7

Die Tabelle zeigt neben den Beträgen, die die Regelungen zur bilanziellen Saldierung nach IAS 32 erfüllen, auch jene Beträge, die zwar Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen, aber nach IAS 32 nicht saldierungsfähig sind.

WACKER saldiert keine wesentlichen finanziellen Vermögenswerte und Schulden. Im Rahmen der Abwicklung der strategischen Kurssicherung stellt WACKER Devisentermingeschäfte vor Fälligkeit mit einem Gegengeschäft glatt. Das strategische Devisentermingeschäft und das korrespondierende Devisentermingeschäft der Glattstellung werden gemäß den Kriterien des IAS 32 saldiert ausgewiesen. Weiter werden Generalverrechnungsvereinbarungen mit einigen Banken geschlossen, welche nur im Insolvenzfall gelten.

WACKER hat keine als Absicherung verpfändete Barsicherheiten für positive Marktwerte von Derivaten erhalten und für negative Marktwerte von Derivaten verpfändet.

Der Nettobetrag zeigt jenen Betrag an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten, der trotz Saldierung und Globalverrechnungsvereinbarung bei Insolvenz nicht erhalten werden bzw. bezahlt werden muss.

21 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt werden.

Die im betrieblichen Cashflow ausgewiesenen Zinszahlungen wurden um aktivierungspflichtige Bauzeitzinsen gekürzt. Die Bauzeitzinsen erhöhen die Investitionen im Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 18,6 Mio. € (Vorjahr: 5,1 Mio. €).

Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen, da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden.

Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens starken Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet, sodass auch hier eine Überleitung der gesamten Zu- und Abflüsse zur Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten in der Bilanz nicht möglich ist.

Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden Finanzmittelfonds verweisen wir auf den Anhang. Siehe Ziffer 11

22 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. WACKER berichtet über fünf operative Segmente (Silicones, Polymers, Biosolutions, Polysilicon und Siltronic), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Risiko- und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Die keinem operativen Segment zugeordneten Aktivitäten und Ergebnisse werden als "Sonstiges" ausgewiesen. Sofern Währungsergebnisse den Segmenten nicht zuordenbar sind, werden sie ebenfalls hier ausgewiesen. Die Währungsergebnisse des Segment Siltronic werden auf Grund des vorliegenden Teilkonzerns direkt im Segment ausgewiesen. Für die Chemiebereiche und das Segment Polysilicon werden die Währungsergebnisse in "Sonstiges" ausgewiesen.

Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt. Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter "Sonstiges" ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind. Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Bei den geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem Sitz des Kunden als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert.

WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBITDA. Das EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum EBIT. Das EBIT setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen inklusive dem Equity-Ergebnis und dem sonstigen Beteiligungsergebnis zusammen.

Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung eliminiert.

Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen, Liquidität sowie aktive latente Steuern werden jedoch grundsätzlich dem Segment "Sonstiges" zugeordnet.

Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen passive latente Steuern, die im Segment "Sonstiges" gezeigt werden. Die Aufteilung der Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Die Aufteilung der Pensionsrückstellungen erfolgt gemäß dem geltenden Personalschlüsseln im Konzern. Die erhaltenen Anzahlungen werden dem jeweiligen Segment direkt zugeordnet.

Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge teilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente auf:

Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge

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Mio. € 2015 2014
SILICONES 1,5 - 2,4
POLYMERS 0,9 - 1,9
BIOSOLUTIONS 0,1 - 0,2
POLYSILICON 4,3 - 3,1
SILTRONIC - 9,7 9,1
Sonstiges - 36,2 - 56,9
  - 39,1 - 55,4

Der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus der Lieferung von Polysilicium und der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen aus Vertragsauflösungen im Segment Polysilicon belief sich auf 214,4 Mio. € (Vorjahr - 218,6 Mio. €). Im Segment Siltronic gingen die erhaltenen Anzahlungen um 23,9 Mio. € zurück (Vorjahr: Zugang von 45,1 Mio. €).

Anlaufkosten für den neuen Polysiliciumstandort in Charleston, Tennessee, haben das EBITDA des Segments Polysilicon mit rund 90 Mio. € belastet.

Wesentliche ergebnisneutral berücksichtige Wertänderungen betreffen Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) sowie Wertänderungen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen.

Bei den Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging entfallen 13,5 Mio. € (Vorjahr - 33,4 Mio. €) auf das Segment Siltronic und 8,9 Mio. € (Vorjahr - 12,4 Mio. €) auf Sonstiges. Die Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen verteilen sich wie folgt auf die Segmente: 41,8 Mio. € (Vorjahr - 127,1 Mio. €) im Segment Silicones; 15,3 Mio. € (Vorjahr - 49,1 Mio. €) im Segment Polymers; 3,7 Mio. € (Vorjahr - 11,7 Mio. €) im Segment Biosolutions; 28,2 Mio. € (Vorjahr - 85,5 Mio. €) im Segment Polysilicon; 95,2 Mio. € (Vorjahr - 135,5 Mio. €) im Segment Siltronic und 77,8 Mio. € (Vorjahr - 231,0 Mio. €) im Segment Sonstiges.

Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in den USA, auf 829,4 Mio. € (Vorjahr 633,7 Mio. €) und bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in China auf 557,5 Mio. € (Vorjahr 441,5 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze in Höhe von 754,1 Mio. € (Vorjahr 643,0 Mio. €) bzw. 1.013,8 Mio. € (Vorjahr 900,0 Mio. €) erzielt werden. Großkunden, mit denen angabepflichtige Umsätze getätigt werden, existieren nicht.

Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:

Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)

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Mio. € 2015 2014
Operatives Ergebnis der berichtspflichtigen Segmente 472,5 447,6
Konsolidierung 0,9 - 4,3
Konzern EBIT 473,4 443,3
Finanzergebnis - 66,7 - 78,1
Ergebnis vor Steuern 406,7 365,2
Ertragsteuern - 164,9 - 169,8
Jahresergebnis 241,8 195,4

23 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse.

Verbundene Unternehmen

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Laufende Nummer Tätigkeit Kennzeichen* Eigenkapital
in T€
Jahresergebnis
in T€
Kapitalanteil
in %
gehalten über lfd. Nummer1
Deutschland            
1 Alzwerke GmbH, München Sonstiges a), b) 7.160 - 100,00 0
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn Silicones a), b) 5.016 - 100,00 0
3 W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München2 Sonstiges   116 75 51,00 0
4 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München Sonstiges a), b) 26 - 100,00 0
5 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München -   30 - 100,00 0
6 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz -   27 - 100,00 0
7 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München -   80 - 100,00 0
8 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München -   36 - 100,00 0
9 Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München Holding a), b) 387.727 - 100,00 0
10 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München -   27 - 100,00 0
11 Wacker Biotech GmbH, Jena Biosolutions a), b) 290 - 100,00 0
12 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München -   25 - 100,00 0
13 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München - a), b) 2.753 - 100,00 0
14 Siltronic AG, München Siltronic   525.760 - 72.756 49,50 9
          8,33 0
Übriges Europa            
15 Wacker Chemicals Finance B. V., Krommenie/Amsterdam, Niederlande Holding   1.369.849 164 100,00 0
16 Wacker-Chemicals Ltd., Egham, Surrey, Großbritannien Vertrieb   947 823 100,00 0
17 Wacker-Chemie Italia S. r. L., Peschiera Borromeo/ Mailand, Italien Vertrieb   2.382 782 100,00 0
18 Wacker-Chemie Benelux B. V., Krommenie/ Amsterdam, Niederlande Vertrieb   425 407 100,00 15
19 Wacker Chimie S. A. S., Lyon, Frankreich Vertrieb   561 349 100,00 0
20 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden Vertrieb   162 95 100,00 0
21 Wacker Química Ibérica, S. A., Barcelona, Spanien Vertrieb   442 304 100,00 0
22 Siltronic Holding International B. V., Krommenie/ Amsterdam, Niederlande Holding   318.255 37.585 57,83 14
23 Wacker-Chemie S. r. o., Prag, Tschechien Vertrieb   3.222 185 100,00 0
24 Wacker-Chemie Polska Sp. z o. o., Warschau, Polen Vertrieb   451 321 100,00 0
25 Wacker-Chemie Hungária Kft., Budapest, Ungarn Vertrieb   539 358 100,00 0
26 OOO Wacker Chemie RUS, Moskau, Russland Vertrieb   697 98 100,00 0
27 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Norwegen Silicones   40.661 5.604 100,00 15
28 Wacker Kimya Tic. Ltd. Sti., Türkei Vertrieb   273 221 100,00 15
Amerika Silicones,          
29 Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien Polymers   3.446 - 2.273 100,00 0
30 Wacker Mexicana S. A. de C. V., Mexiko, D. F., Mexiko Vertrieb   1.356 752 100,00 0
31 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA Silicones, Polymers, Biosolutions   1.468.616 12.700 100,00 15
32 Wacker Polysilicon North America L. L. C., Cleveland, Tennessee, USA Polysilicon   1.077.501 - 114.379 100,00 31
33 Siltronic Corp., Portland, Oregon, USA Siltronic   23.557 6.696 100,00 22
34 Wacker Colombia S. A. S., Kolumbien Vertrieb   16 6 100,00 15
Asien            
35 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur Vertrieb   1.997 512 100,00 0
36 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong, China Vertrieb   9.024 6.612 100,00 0
37 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien Silicones   43.660 9.396 51,00 0
38 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, Südkorea Silicones, Polymers   36.058 7.534 100,00 15
39 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan Vertrieb   15 - 46 100,00 0
40 Wacker Chemicals Trading (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China Silicones   4.298 74 100,00 36
41 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur Holding   47.905 - 17 51,00 0
42 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang, China Silicones   18.297 5.329 51,00 41
43 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang, China Silicones   50.913 8.857 100,00 45
44 Wacker Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi, China Biosolutions   2.745 - 135 100,00 45
45 Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, China Vertrieb   125.273 11.184 100,00 0
46 Wacker Chemicals (Nanjing) Co. Ltd., Nanjing, China Polymers, Biosolutions   54.697 1.541 100,00 45
47 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai, Indien Vertrieb   4.081 643 100,00 15
48 Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur Siltronic   127.417 43.707 57,83 22
49 Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur Siltronic   846 805 57,83 22
50 Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan Siltronic   - 13.569 26 57,83 22
51 Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., Singapur Siltronic   - 29.252 - 22.850 44,93 22
Übrige Regionen            
52 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Melbourne, Australien Vertrieb   697 363 100,00 0
53 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai, VAE Vertrieb   3.213 213 100,00 0

Gemeinschaftsunternehmen/ assoziierte Unternehmen3

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Laufende Nummer Tätigkeit Kennzeichen* Eigenkapital Jahresergebnis Kapitalanteil gehalten über lfd.
in T€ in T€ in % Nummer1
54 Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan Silicones   13.264 2.489 50,00 0
55 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur Silicones   368.758 - 3.739 25,00 0
56 Wacker Dymatic (Shunde) Co. Ltd., Guangdong, China Silicones   23.411 6.135 50,00 45

Special Purpose Entity

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Laufende Nummer Tätigkeit Kennzeichen* Eigenkapital Jahresergebnis Kapitalanteil gehalten über lfd.
in T€ in T€ in %4 Nummer1
57 WMM Universal-Fonds (Sondervermögen), Deutschland -   6.466 557 100,00 0

* Kennzeichen:
a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Ergebnis- bzw. Verlustübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter der Wacker Chemie AG zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1 Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2 Zahlen des Vorjahres
3 Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft
4 Anteile an Sondervermögen; Angaben nach IFRS

24 Beziehungen zu nahestehenden Personen

Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern.

Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 7. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.

Der WACKER-Konzern wird durch den Mehrheitsgesellschafter, die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Insgesamt betragen die Ausgaben 45,3 Mio. € (Vorjahr 45,6 Mio. €) und die Forderungen gegenüber der Pensionskasse 0,5 Mio. € (Vorjahr 40,4 Mio. €).

The Capital Research and Management Company, Inc., Los Angeles, USA, eine Tochtergesellschaft der Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, USA hat am 22. Juni 2015 mit einem Stimmrechtsanteil von 3,07 Prozent die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG überschritten.

Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht. www.unternehmensregister.de

Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen/ Personen

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Mio. € 2015 2014
Erträge Aufwen-
dungen
Forde-
rungen
Verbind-
lichkeiten
Erträge Aufwen-
dungen
Forde-
rungen
Verbind-
lichkeiten
Assoziierte Unternehmen 9,5 144,9 3,2 8,7 6,3 123,5 2,1 15,9
Gemeinschaftsunternehmen 31,5 1,4 5,4 0,5 28,0 1,7 4,3 0,2

Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter Ziffer 17 ausgewiesen.

Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von 99,9 Mio. € (Vorjahr 93,6 Mio. €).

Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats:

Vergütungen für Organe

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Feste Vergütungen Variable Vergütungen Altersversorgung1 Gesamt
Vorstandsvergütungen 2015 2.629.052 3.681.166 2.174.835 8.485.053
Vorstandsvergütungen 2014 2.633.579 3.057.625 934.991 6.626.195
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2015+       22.692.191
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2014       25.151.057
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2015       1.922.900
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2014       1.851.841
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2015       36.718.229
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2014       35.200.916
Aufsichtsratsvergütungen 2015 1.716.973 - - 1.716.973
Aufsichtsratsvergütungen 2014 1.729.041 - - 1.729.041

1 Die Vergütung für die Altersversorgung ergibt sich aus dem Dienstzeitaufwand. Der Zinsaufwand belief sich auf 585.079 € (Vorjahr 706.334 €).

Mit der Beendigung der regulären Laufzeit des Dienstvertrages trat Herr Dr. Rauhut zum 31. Oktober 2015 in den Ruhestand. Bis zum Ende des Dienstverhältnisses erhielt Herr Dr. Rauhut sämtliche ihm vertraglich zustehenden Leistungen. Nach Ausscheiden erhält er die vereinbarte Karenzentschädigung, die für die nächsten 12 Monate nach Ausscheiden einem Gesamtbetrag in Höhe von 636.548 € entspricht. Davon erhielt er in 2015 einen Betrag von 106.091 €, der im Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen enthalten sind.

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und beinhaltet Angaben, die nach dem deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind.

Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden. Die Veröffentlichung dieser Transaktionen er folgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der Wacker Chemie AG unter www.wacker.com/directors-dealings.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind auf den folgenden Seiten aufgeführt.

 

München, den 29. Februar 2016

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker1,2,3

Vorsitzender

Starnberg

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Beirats

Giesecke & Devrient GmbH (bis 31. Mai 2015)

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums

ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Anton Eisenacker* 1,2,3

Stv. Vorsitzender

Perach, Industriemeister Chemie

Peter Áldozó*

Burghausen, Personalfachkaufmann

Dr. Andreas H. Biagosch

(seit 26. Januar 2015)

München, Geschäftsführer der Impacting GmbH & Co. KG und der Impact GmbH

Mitglied des Board of Directors

Ashok Leyland, Chennai, Indien

Mitglied des Aufsichtsrats

Aixtron SE

Mitglied des Beirats

Lürssen Werft GmbH & Co. KG

Mitglied des Regionalbeirats Süd

Commerzbank KG

Dr. Gregor Biebl

München, Ministerialdirigent

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen

Matthias Biebl

München, Rechtsanwalt und Banksyndikus

UniCredit Bank AG

Dagmar Burghart*

Kirchdorf, Industriemechanikerin

Stv. Aufsichtsratsvorsitzende

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Konrad Kammergruber*

Burghausen, Leiter Infrastruktur Services

Eduard-Harald Klein*

Neuötting, Operator

Manfred Köppl* 1

Kirchdorf, Industriemechaniker

Franz-Josef Kortüm1,2,3

München

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Webasto SE

Vorsitzender des Beirats

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

Mitglied des Board of Directors

Autoliv Inc., USA

Seppel Kraus*

Olching, Landesbezirksleiter IG BCE, Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats

Novartis Deutschland GmbH

Hexal AG

Gerresheimer AG

Harald Sikorski*

München, Bezirksleiter IG BCE, Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Dr. Thomas Strüngmann

Tegernsee, Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH

Dr. Susanne Weiss

München, Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei

Weiss Walter Fischer-Zernin

Vorsitzende des Aufsichtsrats

PIAG Immobilien AG, Österreich (bis 19. Januar 2015)

ROFA AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Porr AG, Österreich

Schattdecor AG

UBM Development AG (seit 15. Januar 2015)

Vorsitzende des Beirats

Alu-Sommer GmbH, Österreich

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München, Professor emeritus für Biochemie an der LMU

München, Secretary General Human Frontier Science

Program (HFSP), Straßburg (bis 30. Juni 2015)

Mitglied des Aufsichtsrats

Bayer AG

* Arbeitnehmervertreter
** Verbundene Unternehmen
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Franz-Josef Kortüm)

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte

Konzernentwicklung

Corporate Communications

Investor Relations

Konzernrevision

Recht

Compliance

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Beirats Bayern

Deutsche Bank AG

Dr. Christian Hartel

(seit 01. November 2015)

WACKER POLYMERS

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor)

Zentrale Ingenieurtechnik

Region Asien

Dr. Tobias Ohler

WACKER POLYMERS (bis 31. Oktober 2015)

SILTRONIC (seit 01. November 2015)

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor) (bis 31. Oktober 2015)

Technischer Einkauf & Logistik Einkauf Rohstoffe

Bilanzierung und Steuern (seit 01. November 2015)

Konzerncontrolling (seit 01. November 2015)

Information Technology (seit 01. November 2015)

Region Asien (bis 31. Oktober 2015)

Region Amerika (seit 01. November 2015)

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (bis 11. Dezember 2015)

Pensionskasse der Wacker

Chemie VVaG (seit 01. Dezember 2015)

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (seit 12. Dezember 2015)

Dr. Joachim Rauhut

(bis 31. Oktober 2015)

SILTRONIC

Bilanzierung und Steuern

Konzerncontrolling

Finanzen und Versicherungen

Zentrale Ingenieurtechnik

Information Technology

Region Amerika

Mitglied des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

(bis 31. Oktober 2015)

MTU Aero Engines AG

B. Braun Melsungen AG

Stabilus S.A. (seit 12. Mai 2015)

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (bis 11. Dezember 2015)

Mitglied des Beirats

J. Heinrich Kramer Holding GmbH

Mitglied des Regionalbeirats Süd

Commerzbank AG

Auguste Willems

WACKER SILICONES

WACKER BIOSOLUTIONS

Sales and Distribution

Forschung und Entwicklung

Intellectual Property

Werkleitungen

Corporate

Security Umwelt/Gesundheit/Safety

Product Stewardship

Regionen Europa, Middle East

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG** (bis 07. Mai 2015)

Mitglied des Landesbeirats Bayern

TÜV Süd AG

** Verbundene Unternehmen

Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance sowie gemäß § 289 a Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung.

Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2015 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex vom 05. Mai 2015 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2015 beschlossen, gemäß § 161 AktG die nachfolgende Entsprechenserklärung abzugeben. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Entsprechenserklärung 2015 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2014 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 24. Juni 2014 mit den nachfolgend unter 2. a), b), c), d), e) und g) aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 05. Mai 2015 weiter mit den nachfolgend unter 2. a), c), d), e), f) und g) aufgeführten Ausnahmen entsprechen.

2. Ausnahmen

a) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

b) Angemessene Berücksichtigung von Frauen im Vorstand

Die Wacker Chemie AG misst dem Thema Diversity auch bei der Besetzung des Vorstands eine hohe Bedeutung bei. Wichtigste Kriterien sind dabei jedoch Kompetenz - auch internationale Kompetenz - und Qualifikation. Wir halten es aber nicht für zielführend, dem Thema "Anstreben einer angemessenen Berücksichtigung von Frauen" eine höhere Priorität als der Kompetenz und Qualifikation einzuräumen.

c) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

d) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

e) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

f) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat

Nach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen.

g) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds

Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein.

Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist.

Berichterstattung zur Corporate Governance

Aktionäre und Hauptversammlung

Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren

WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens, ob Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten, Medien sowie die interessierte Öffentlichkeit, gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Webseite veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr veranstalten wir eine Analystenveranstaltung. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das Podcast-Center. www.wacker.com

Hauptversammlung

Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäfts- und im Kurzbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auch auf der Webseite zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Wacker Chemie AG hat wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der das Unternehmen überwacht. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen.

Vorstand

Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie der Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und errichtet ein angemessenes Risikomanagement.

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu.

Enge Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Im Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance des Unternehmens. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands und berät über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür.

Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Geschäfte bedürfen vor Abschluss der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt; die Amtszeit beträgt grundsätzlich ca. fünf Jahre.

Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 folgend hat sich der Aufsichtsrat von WACKER im Dezember 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung gesetzt, die neben der hohen fachlichen Qualifikation auch die internationale Erfahrung der Mitglieder, die Verhinderung von Interessenskonflikten sowie Vielfalt und eine angemessenen Vertretung von Frauen berücksichtigen. Hiernach ergibt sich folgendes Anforderungs- und Zielprofil:

Internationalität: Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl von Mitgliedern mit internationalen Erfahrungen, mindestens jedoch ein Mitglied, angehören.

Vermeidung von/ Umgang mit Interessenskonflikten: Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von Interessenkonflikten an und wird dieses Ziel auch bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen.

Vielfalt und angemessene Vertretung von Frauen: Zur Vielfalt gehört auch Geschlechtervielfalt. Das im Dezember 2010 gesetzte Ziel, die Anzahl der weiblichen Vertreter auf mindestens zwei - hiervon jeweils eine Vertreterin der Anteilseigner- und der Arbeitnehmerseite - zu erhöhen, wurde bereits 2013 erreicht. Als paritätisch mitbestimmte börsennotierte Gesellschaft muss sich der Aufsichtsrat nach den Anforderungen des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" vom 24. April 2015 zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen. Diese Anforderungen gelten erstmals für Neuwahlen ab dem 01. Januar 2016.

Eine Altersgrenze ist bereits in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat enthalten. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 05. Mai 2015 zur Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2015 dargelegten Gründen nicht gefolgt.

Dadurch, dass Mitglieder des Aufsichtsrats nicht gleichzeitig dem Vorstand angehören können, ist bereits strukturell ein hohes Maß an Unabhängigkeit bei der Überwachung des Vorstands sichergestellt. Dem Aufsichtsrat gehört eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Der weitergehenden Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 05. Mai 2015 zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2015 dargelegten Gründen nicht gefolgt.

Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den im Dezember 2010 gesetzten Zielen.

Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrates

Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzt sich zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Anton Eisenacker und Franz-Josef Kortüm.

Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Darüber hinaus befasst er sich mit der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr und der Durchsprache der Quartalsabschlüsse sowie Fragen des Risikomanagements. Zu diesem Zweck obliegt ihm eine Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags für die Gewinnverwendung. Insbesondere überwacht er die Rechnungslegungsprozesse, die Compliance und die Wirksamkeit der internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssysteme. Dabei arbeitet er eng mit den Abschlussprüfern zusammen. Der Prüfungsausschuss bereitet darüber hinaus die Vereinbarung mit den Abschlussprüfern vor und trifft geeignete Maßnahmen, um die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen zu überwachen. Er unterbreitet auf dieser Grundlage dem Aufsichtsrat eine Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Mitglieder dieses Ausschusses sind Franz-Josef Kortüm, Dr. Peter-Alexander Wacker und Anton Eisenacker, Vorsitzender dieses Ausschusses ist Franz-Josef Kortüm.

Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss mit den ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben, dem Dr. Peter-Alexander Wacker, Anton Eisenacker, Franz-Josef Kortüm und Manfred Köppl angehören. Vorsitzender des Ausschusses ist Dr. Peter-Alexander Wacker.

Wesentliche Unternehmensführungspraktiken

Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands

Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Das Unternehmen hat in Deutschland, Norwegen, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland, Vereinigten Arabischen Emiraten und Taiwan Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten zum Thema Compliance. Auch im Geschäftsjahr 2015 lag wiederum ein Schwerpunkt des Compliance-Managements darin, den Austausch mit den ausländischen Standorten innerhalb der Compliance-Organisation weiter zu verbessern und die dortigen Mitarbeiter vor Ort zu schulen.

Responsible Care® und Global Compact feste Bestandteile der Unternehmensführung

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible Care® -Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt.

Seit 2011 hat WACKER eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut, die für die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care® und Global Compact zuständig ist und weltweit die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER koordiniert.

Gesellschaftliches Engagement

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns im Bereich Wissenschaft und Bildung, Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich.

Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKER

Bestimmungen des § 15 Wertpapierhandelsgesetz werden erfüllt

Den gesetzlichen Regelungen des § 15 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, für die der Zugang zu Insiderinformationen im Rahmen ihrer Aufgaben erforderlich ist, werden in einem Insiderverzeichnis geführt.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

In § 15a WpHG ist festgelegt, dass Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sowie bestimmte Angehörige verpflichtet sind, den Erwerb und den Verkauf von WACKER-Aktien und anderer darauf bezogener Rechte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft mitzuteilen, sofern die Wertgrenze von 5.000 € innerhalb eines Kalenderjahres überschritten wird.

Im Jahr 2015 sind von Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie deren meldepflichtigen Angehörigen keinerlei meldepflichtigen Verkaufs- und Erwerbsgeschäfte mitgeteilt worden.

Die Blue Elephant Holding GmbH, deren Mehrheitsgesellschafter Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG, ist, hält mehr als zehn Prozent der Aktien der Wacker Chemie AG.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken

Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss. Er ist ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Gemäß den Regelungen des Corporate Governance Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer auch sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken.

D & O-Versicherung

WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor.

Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG

Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" vom 24. April 2015 verpflichtet die Wacker Chemie AG Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen.

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG hat am 24. September 2015 für den Frauenanteil im Vorstand der Gesellschaft eine Zielgröße von Null und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 beschlossen.

Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat am 22. September 2015 für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von zehn Prozent (Stand 30. Juni 2015: acht Prozent) und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017, für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 17,5 Prozent (Stand 30. Juni 2015: 14,5 Prozent) und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 beschlossen.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Vergütungssystem für den Vorstand

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig.

Nach dem seit dem 01. Januar 2010 geltenden Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich die Vorstandsvergütung aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:

(I) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausbezahlt.

(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus wird die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Je nach Vorstandsmitglied liegt der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 180 Prozent bzw. 140 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 220 Prozent bzw. 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben. Für diese Aktien gilt eine Haltefrist von zwei Jahren.

(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Vor Eintritt des Versorgungsfalles hat Herr Dr. Rudolf Staudigl grundsätzlich Anspruch auf ein jährliches vorzeitiges Ruhegehalt, wenn er gegen seinen Willen aus dem Vorstand ausscheidet, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt oder wenn er von sich aus seine Tätigkeit auf Grund eines von der Gesellschaft zu vertretenden wichtigen Grundes beendet. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine fünfjährige Vorstandstätigkeit.

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben des VorstAG.

Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen bei den Herren Dr. Rudolf Staudigl und Auguste Willems auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen, bei den Herren Dr. Tobias Ohler und Dr. Christian Hartel auf den Wert von maximal einer Jahresgesamtvergütung begrenzt sind (Abfindungs-Cap).

Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen.

Mit Beendigung der regulären Laufzeit des Dienstvertrages trat Herr Dr. Joachim Rauhut zum 31. Oktober 2015 in den Ruhestand. Bis zum Ende des Dienstverhältnisses erhielt Herr Dr. Rauhut sämtliche ihm vertraglich zustehenden Leistungen. Nach Ausscheiden erhält er die vereinbarte Karenzentschädigung, die für die nächsten zwölf Monate nach seinem Ausscheiden einem Gesamtbetrag i. H. v. 636.548 € entspricht (anteilig für 2015 somit 106.091 €).

Zum 01. November 2015 wurde Herr Dr. Christian Hartel als neues Vorstandsmitglied benannt. Herr Dr. Christian Hartel erhält ein festes Jahresgehalt von 400.000 € brutto.

Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2015 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben.

Gewährte Zuwendungen für das Berichtsjahr

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Dr. Rudolf Staudigl
Vorsitzender des Vorstands
2015 2015 (Min.) 2015 (Max.) 2014
Festvergütung 800.000 800.000 800.000 787.500
Periodenfremde Zahlung1 28.125 28.125 28.125 28.125
Nebenleistungen2 55.132 55.132 55.132 61.539
Summe 883.257 883.257 883.257 877.164
Einjährige variable Vergütung3 - - - 250.000
Mehrjährige variable Vergütung4 1.312.000 582.400 1.840.800 937.125
Summe 2.195.257 1.465.657 2.724.057 2.064.289
Versorgungsaufwand5 10.583 10.583 10.583 8.490
Gesamtvergütung 2.205.840 1.476.240 2.734.640 2.072.779
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Dr. Christian Hartel
Mitglied des Vorstands
(seit 01.11.2015)
2015 2015 (Min.) 2015 (Max.) 2014
Festvergütung 66.668 66.668 66.668 -
Periodenfremde Zahlung1 - - - -
Nebenleistungen2 8.100 8.100 8.100 -
Summe 74.768 74.768 74.768 -
Einjährige variable Vergütung3 - - - -
Mehrjährige variable Vergütung4 86.000 38.267 123.067 -
Summe 160.768 113.035 197.835 -
Versorgungsaufwand5 1.201.045 1.201.045 1.201.045 -
Gesamtvergütung 1.361.813 1.314.080 1.398.880 -
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Dr. Tobias Ohler
Mitglied des Vorstands
2015 2015 (Min.) 2015 (Max.) 2014
Festvergütung 400.000 400.000 400.000 400.000
Periodenfremde Zahlung1 15.000 15.000 15.000 15.000
Nebenleistungen2 44.391 44.391 44.391 39.319
Summe 459.391 459.391 459.391 454.319
Einjährige variable Vergütung3 - - - -
Mehrjährige variable Vergütung4 516.000 229.600 738.400 368.000
Summe 975.391 688.991 1.197.791 822.319
Versorgungsaufwand5 354.563 354.563 354.563 250.760
Gesamtvergütung 1.329.954 1.043.554 1.552.354 1.073.079
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Dr. Joachim Rauhut
Mitglied des Vorstands
(bis 31.10.2015)
2015 2015 (Min.) 2015 (Max.) 2014
Festvergütung 483.333 483.333 483.333 572.500
Periodenfremde Zahlung1 20.625 20.625 20.625 20.625
Nebenleistungen2 53.058 53.058 53.058 63.556
Summe 557.016 557.016 557.016 656.681
Einjährige variable Vergütung3 - - - -
Mehrjährige variable Vergütung4 792.666 351.866 1.112.149 681.275
Summe 1.349.682 908.882 1.669.165 1.337.956
Versorgungsaufwand5 10.041 10.041 10.041 222.842
Gesamtvergütung 1.359.723 918.923 1.679.206 1.560.798
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Auguste Willems
Mitglied des Vorstands
2015 2015 (Min.) 2015 (Max.) 2014
Festvergütung 580.000 580.000 580.000 572.500
Periodenfremde Zahlung1 20.625 20.625 20.625 20.625
Nebenleistungen2 53.995 53.995 53.995 52.290
Summe 654.620 654.620 654.620 645.415
Einjährige variable Vergütung3 - - - -
Mehrjährige variable Vergütung4 951.200 422.240 1.334.580 681.275
Summe 1.605.820 1.076.860 1.989.200 1.326.690
Versorgungsaufwand5 598.603 598.603 598.603 452.899
Gesamtvergütung 2.204.423 1.675.463 2.587.803 1.779.589

1 Anteilige Kompensation des Einbehalts aus 2013. Im Geschäftsjahr 2013 hatte WACKER aufgrund der herausfordernden Ertragslage eine Vielzahl an Programmen zur Kostenreduzierung und Produktivitätsverbesserung umgesetzt. Im Sinne einer Vorbildfunktion hatte der Vorstand von März bis einschließlich November 2013 seine monatliche Festvergütung vorübergehend um 10 Prozent reduziert. In 2014 und 2015 wurden den Mitgliedern des Vorstands jeweils 50 Prozent des jeweiligen Einbehalts aus 2013 zurückbezahlt.
2 Nebenleistungen enthalten insbesondere die Nutzung eines Firmenfahrzeuges und Zuschüsse zur Sozialversicherung.
3 Sonderbonus für herausragende persönliche Leistung in 2014
4 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 Prozent des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die tatsächliche Zielerreichung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt, für das Geschäftsjahr 2015 ein Minimalwert von Null Prozent bzw. ein Maximalwert von 220 Prozent bzw. 180 Prozent. In der Angabe des jeweils theoretisch erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwertes ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum des Aufsichtsrats enthalten.
5 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen. Im Zusammenhang mit der Berufung von Herrn Dr. Hartel in den Vorstand der Wacker Chemie AG entstand nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand für vergangene Jahre in Höhe von 1.119.185 €.

Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr GHKb aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung - differenziert nach einjähriger bzw. mehrjähriger variabler Vergütung - sowie Versorgungsaufwand aus.

Zufluss Berichtsjahr

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Dr. Rudolf Staudigl Dr. Christian Hartel Dr. Tobias Ohler
Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
(seit 01.11.2015)
2015 2014 2015 2014 2015 2014
Festvergütung 800.000 787.500 66.668 - 400.000 400.000
Periodenfremde Zahlung1 28.125 28.125 - - 15.000 15.000
Nebenleistungen2 55.132 61.539 8.100 - 44.391 39.319
Summe 883.257 877.164 74.768 - 459.391 454.319
Einjährige variable Vergütung3 - 250.000 - - - -
Mehrjährige variable Vergütung4 1.320.000 984.375 86.667 - 520.000 392.000
Summe 2.203.257 2.111.539 161.435 - 979.391 846.319
Versorgungsaufwand5 10.583 8.490 1.201.045 - 354.563 250.760
Gesamtvergütung 2.213.840 2.120.029 1.362.480 - 1.333.954 1.097.079
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Dr. Joachim Rauhut Auguste Willems
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
(bis 31.10.2015)
2015 2014 2015 2014
Festvergütung 483.333 572.500 580.000 572.500
Periodenfremde Zahlung1 20.625 20.625 20.625 20.625
Nebenleistungen2 53.058 63.556 53.995 52.290
Summe 557.016 656.681 654.620 645.415
Einjährige variable Vergütung3 - - - -
Mehrjährige variable Vergütung4 797.500 715.625 957.000 715.625
Summe 1.354.516 1.372.306 1.611.620 1.361.040
Versorgungsaufwand5 10.041 222.842 598.603 452.899
Gesamtvergütung 1.364.557 1.595.148 2.210.223 1.813.939

1 Anteilige Kompensation des Einbehalts aus 2013. Im Geschäftsjahr 2013 hatte WACKER aufgrund der herausfordernden Ertragslage eine Vielzahl an Programmen zur Kostenreduzierung und Produktivitätsverbesserung umgesetzt. Im Sinne einer Vorbildfunktion hatte der Vorstand von März bis einschließlich November 2013 seine monatliche Festvergütung vorübergehend um 10 Prozent reduziert. In 2014 und 2015 wurden den Mitgliedern des Vorstands jeweils 50 Prozent des jeweiligen Einbehalts aus 2013 zurückbezahlt.
2 Nebenleistungen enthalten insbesondere die Nutzung eines Firmenfahrzeuges und Zuschüsse zur Sozialversicherung.
3 Sonderbonus für herausragende persönliche Leistung in 2014
4 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 Prozent des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst.
5 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen, hierbei handelt es sich nicht um einen Zufluss im Geschäftsjahr. Im Zusammenhang mit der Berufung von Herrn Dr. Hartel in den Vorstand der Wacker Chemie AG entstand nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand für vergangene Jahre in Höhe von 1.119.185 €.

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen

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Gesamt
2015 1.922.900
2014 1.851.841

Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder

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Gesamt
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder  
2015 22.692.191
2014 25.151.057
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen  
2015 36.718.229
2014 35.200.916

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 70.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und Ausschussvorsitzenden mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandates entsprechende Auslagen mit einer jährlichen Pauschale von 18.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezüge

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Feste Vergütung1 Variable Vergütung Gesamt
2015 1.716.973 - 1.716.973
2014 1.729.041 - 1.729.041

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.

Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur Prüfung

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet. Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll-und Steuerungssysteme werden kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 29. Februar 2016 ausführlich behandelt. Über die Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter gem. §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

München, den 29. Februar 2016

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt:

Wir haben den von der Wacker Chemie AG, München, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Entwicklung des Eigenkapitals, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 29. Februar 2016

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pastor, Wirtschaftsprüfer

Maurer, Wirtschaftsprüfer

Mehrjahresübersicht

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Mio. € 2015 Veränderung
in %
2014 2013 2012 2011 2010 2009
Umsatz 5.296,2 9,7 4.826,4 4.478,9 4.634,9 4.909,7 4.748,4 3.719,3
Ergebnis vor Steuern 406,7 11,4 365,2 31,0 203,9 567,4 732,3 3,3
Jahresergebnis 241,8 23,7 195,4 6,3 114,7 356,1 497,0 - 74,5
EBITDA 1.048,8 0,6 1.042,3 678,7 795,4 1.104,2 1.194,5 606,7
EBIT 473,4 6,8 443,3 114,3 266,6 603,2 764,6 26,8
Anlagevermögen 4.964,9 11,0 4.471,0 4.067,7 4.260,7 3.797,7 3.273,5 3.017,5
Immaterielle Vermögensgegenstände 32,1 - 2,4 32,9 20,4 25,5 30,2 33,2 22,0
Sachanlagen 4.800,6 11,3 4.312,8 3.785,6 3.924,4 3.502,0 3.027,2 2.778,5
Finanzanlagen 132,2 5,5 125,3 261,7 310,8 265,5 213,1 217,0
Umlaufvermögen inkl. lat. Steuer + RAP 2.299,5 - 7,1 2.476,2 2.264,7 2.232,1 2.439,3 2.227,7 1.524,4
Flüssige Mittel 310,5 - 4,7 325,9 431,8 192,6 473,9 545,2 363,6
Eigenkapital 2.795,1 43,6 1.946,5 2.197,1 2.121,3 2.629,7 2.446,8 1.942,4
Gezeichnetes Kapital 260,8 - 260,8 260,8 260,8 260,8 260,8 260,8
Kapitalrücklage 157,4 - 157,4 157,4 157,4 157,4 157,4 157,4
Eigene Anteile - 45,1 - - 45,1 - 45,1 - 45,1 - 45,1 - 45,1 - 45,1
Gewinn-RL/ Konzernerg./ übriges EK 2.195,1 41,7 1.549,3 1.805,7 1.730,0 2.230,3 2.049,0 1.552,4
Anteile anderer Gesellschafter 226,9 > 100 24,1 18,3 18,2 26,3 24,7 16,9
Fremdkapital 4.469,3 - 10,6 5.000,7 4.135,3 4.371,5 3.607,3 3.054,4 2.599,5
Rückstellungen 1.996,7 - 6,6 2.137,7 1.401,9 1.575,3 904,2 893,2 867,8
Verbindlichkeiten inkl. lat. Steuer + RAP 2.472,6 - 13,6 2.863,1 2.733,4 2.796,2 2.703,1 2.161,2 1.731,7
Nettofinanzschulden (-) Nettofinanzforderungen (+) - 1.074,0 - 0,6 - 1.080,6 - 792,2 - 700,5 95,7 264,0 - 76,1
Bilanzsumme 7.264,4 4,6 6.947,2 6.332,4 6.492,8 6.237,0 5.501,2 4.541,9
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 16.937 1,2 16.744 16.134 16.663 16.934 16.033 15.719
Mitarbeiter (31.12.) 16.972 1,6 16.703 16.009 16.292 17.168 16.314 15.618
Mitarbeiter gesamt 16.972 1,6 16.703 16.009 16.292 17.168 16.314 15.618
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Mio. € 2015 Veränderung
in %
2014 2013 2012 2011 2010 2009
Kennzahlen zur Rentabilität                
Umsatzrendite (EBIT) = EBIT/ Umsatz (%) 8,9 n. a. 9,2 2,6 5,8 12,3 16,1 0,7
Umsatzrendite (EBITDA) = EBITDA/ Umsatz (%) 19,8 n. a. 21,6 15,2 17,2 22,5 25,2 16,3
Eigenkapitalrendite = Jahresergebnis/ EK (zum 31.12.) (%) 8,7 n. a. 10,0 0,3 5,4 14,0 22,6 - 3,7
ROCE - Return on capital employed = EBIT/ Capital Employed (%) 8,1 n. a. 8,4 2,2 5,2 13,9 19,1 0,7
Bilanzkennzahlen                
Anlagenintensität des Anlagevermögens = Anlagevermögen/ Gesamtvermögen (%) 68,3 n. a. 64,4 64,2 65,6 60,9 59,5 66,4
Eigenkapitalquote = Eigenkapital/ Gesamtvermögen (%) 38,5 n. a. 28,0 34,7 32,7 42,2 44,5 42,8
Kapitalstruktur = Eigenkapital/ Fremdkapital (%) 62,5 n. a. 38,9 53,1 48,5 72,9 80,1 74,7
Cashflow & Investitionen                
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 617,2 27,2 485,2 464,0 363,2 867,0 1.103,1 767,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit langfristig - 815,6 64,0 - 497,3 - 555,2 - 1.053,8 - 831,5 - 681,5 - 800,4
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 57,9 > 100 - 88,6 227,6 326,6 37,4 3,7 92,5
Netto-Cashflow                
= CFbetr. + CFInvest. -Zugänge Finance Leases 22,5 - 89,6 215,7 109,7 - 536,2 6,2 421,6 - 32,9
Investitionen 834,0 45,8 572,2 503,7 1.095,4 981,2 695,1 740,1
Aktie & Bewertung                
Konzernergebnis 241,8 23,7 195,4 6,3 114,7 352,6 490,7 - 70,8
Ergebnis je Aktie (€) = Konzernergebnis/ Anzahl der Aktien 4,97 21,1 4,10 0,05 2,4 7,1 9,9 - 1,4
Marktkapitalisierung (Gesamtaktien ohne eigene Anteile) - - 100,0 4.523,2 3.994,1 2.466,5 3.087,5 6.487,9 6.066,7
Anzahl Aktien 49.677.983 - 49.677.983 49.677.983 49.677.983 49.677.983 49.677.983 49.677.983
Kurs zum Stichtag 31.12. 77,52 - 14,9 91,05 80,4 49,7 62,2 130,6 122,1
Dividende je Aktie (€) 2,00 33,3 1,50 0,50 0,60 2,20 3,20 1,20
Dividendenrendite (%) 2,2 n. a. 1,7 0,8 1,0 3,5 2,8 1,4
Capital Employed 5.875,4 11,7 5.260,7 5.238,2 4.979,0 4.343,8 4.004,4 3.846,3

Chemisches Glossar

B

Biotechnologie

Biotechnologische Verfahren nutzen lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion. Je nach Anwendung wird zwischen roter, grüner und weißer Biotechnologie unterschieden: Rote Biotechnologie: medizinisch-pharmazeutische Anwendung. Grüne Biotechnologie: landwirtschaftliche Anwendung. Weiße Biotechnologie: biotechnologisch basierte Produkte und Industrieprozesse, z. B. in der Chemie-, Textil- oder Lebensmittelindustrie.

C

Chlorsilane

Verbindungen aus Silicium, Chlor und Wasserstoff. In der Halbleiterindustrie wird meist Trichlorsilan zur Herstellung von Polysilicium und für die Abscheidung von Silicium nach dem Epitaxieverfahren verwendet.

Cyclodextrine

Cyclodextrine gehören zur Klasse zyklischer Oligosaccharide, zu Deutsch: ringförmiger Zuckermoleküle. Cyclodextrine sind in der Lage, Fremdmoleküle wie Geruchsstoffe zu binden oder Wirkstoffe dosiert an die Umgebung abzugeben. Cyclodextrine werden von WACKER BIOSOLUTIONS produziert und vermarktet.

Cystein

Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure und gehört zu den nichtessentiellen Aminosäuren, da es vom Körper gebildet werden kann. Cystein findet z. B. als Lebensmittelzusatzstoff oder Hustenmittel Anwendung. Cystein und seine Derivate stellen ein Geschäftsfeld des Bereichs WACKER BIOSOLUTIONS dar.

D

Dispersionen

Binäres System, in dem ein Bestandteil in fein verteilter Form in einem anderen Bestandteil vorliegt. VINNAPAS® -Dispersionen von WACKER sind Vinylacetat-basierende Co- und Terpolymere in flüssiger Form, die hauptsächlich als Bindemittel in der Bauindustrie dienen, z. B. für Fugenmörtel, Grundierungen, Putze oder Primer.

Dispersionspulver

Entsteht durch Trocknen von Dispersionen in so genannten Sprüh- oder Scheibentrocknern. ViNNAPAS® -Dispersionspulver von WACKER werden als Bindemittel in der Bauindustrie, z. B. für Fliesenkleber, Selbstverlaufsmassen, Reparaturmörtel etc. empfohlen. Die Pulver verbessern Adhäsion, Kohäsion, Flexibilität und Biegezugfestigkeit, Wasserrückhaltevermögen und die Verarbeitungseigenschaften.

E

Elastomere

Kunststoff, der sich nahezu ideal elastisch verhält: Bei Einwirkung einer Kraft verformt sich ein Gegenstand, bei Nachlassen der Kraft nimmt der Gegenstand genau die Ursprungsform wieder ein. Die Zeit der Krafteinwirkung spielt beim ideal elastischen Verhalten keine Rolle, wohl aber die Temperatur.

Ethylen

Ethylen ist ein farbloses, sehr reaktionsfähiges Gas und ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie.

H

Halbleiter

Stoffe, deren elektrische Leitfähigkeit viel geringer ist als die von Metallen, aber mit steigender Temperatur stark anwächst. Halbleiter können durch Dotierung mit Fremdatomen gezielt verändert und dem Einsatzzweck angepasst werden.

P

Polymer

Polymere sind große Moleküle, die aus Ketten von Untereinheiten (Monomere) bestehen. Ein Polymer enthält zwischen 10.000 und 100.000 Monomere. Ein Polymer kann langgestreckt sein oder als Knäuel vorliegen.

Polymerblends

Gemische aus synthetischen und natürlichen Polymeren, bei denen der nachwachsende Rohstoff mit einem Anteil von mindestens 65 Prozent die Hauptkomponente stellt. Kombiniert mit dem Bindemittelsystem VINNEX® entstehen Polymerblends aus nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Stärke), Polymilchsäure (PLA) oder Polyhydroxyalkanoate (PHA).

Polysilicium

Polykristallines Silicium des Bereichs WACKER POLYSILICON. Hochreines Silicium zur Herstellung von Siliciumwafern für die Elektronik- und Solarindustrie. Rohsilicium wird in das flüssige Trichlorsilan überführt, aufwändig destilliert und bei 1.000 Grad Celsius in hochreiner Form wieder abgeschieden.

Pyrogene Kieselsäure

Weißes, synthetisches, nichtkristallines Silicumdioxid (SiO2 ) in Pulverform, hergestellt durch Flammenhydrolyse von Siliciumverbindungen. Vielfältige Nutzung als Additiv in Siliconkautschuk, Dichtmassen, Farben und Lacken, Pharmazie und Kosmetik.

S

Silane

Silane werden sowohl als Monomere für die Synthese von Siloxanen eingesetzt, als auch als Hilfs- oder Rohstoff direkt verkauft. Typische Anwendungsgebiete sind Oberflächenbehandlung, Agenz in der Pharmasynthese, Haftprimer bei Beschichtungen.

Silicium

Nach Sauerstoff das am häufigsten vorkommende Element auf der Erde. In der Natur kommt Silicium ausnahmslos in Form von Verbindungen vor, hauptsächlich als Siliciumdioxid und in Form von Silicaten. Silicium wird über die energieintensive Reaktion von Quarzsand mit Kohle gewonnen und ist wichtigster Rohstoff der Elektronikindustrie.

Siliciumwafer

Ein Siliciumwafer ist eine runde Scheibe mit einer Dicke zwischen ca. 200 und 800 μm, die von der Halbleiterindustrie für die Herstellung von Halbleiterbauelementen, d. h. integrierten Schaltkreisen und Einzelbauelementen (so genannten diskreten Bauelementen), eingesetzt wird.

Silicone

Sammelbegriff für Verbindungen von organischen Molekülen mit Silicium. Nach ihren Anwendungsgebieten lassen sich Silicone in Öle, Harze und Kautschuke einteilen. Silicone zeichnen sich durch eine Vielzahl herausragender Stoffeigenschaften aus. Typische Einsatzgebiete sind: Bau, Elektrik und Elektronik, Transport und Verkehr, Textilausrüstung und Papierbeschichtung.

Siloxan

Systematische Bezeichnung für Verbindungen, bei denen Siliciumatome über Sauerstoffatome verknüpft sind und die freien Valenzen über Wasserstoff oder organische Reste abgesättigt sind. Siloxane sind Grundbausteine der Polymeri sationsprodukte (Polysiloxan, Polyorganosiloxan), die zum Aufbau von Siliconen dienen.

V

VINNAPAS®

VINNAPAS® ist die Produktbezeichnung für Dispersionen, Dispersionspulver, Festharze und deren Lösungen. VINNAPAS® -Dispersionen und -Dispersionspulver werden hauptsächlich in der Bauindustrie als polymere Bindemittel eingesetzt z. B. für Fliesenkleber, Wärmedämmverbundsysteme, Selbstverlaufsmassen und Putze.

Finanzglossar

B

Business Value Contribution (BVC)

Der BVC (= Wertbeitrag) ist eine Steuerungsgröße, mit deren Hilfe die Wertschaffung der Wacker-Einheiten nach Abzug aller Kapitalkosten gemessen wird. Zur Ermittlung des BVC werden vom Gewinn (EBIT) die Kapitalkosten (WACC X CE) subtrahiert. Der BVC ist eine um außerordentliche Effekte (z. B. Unternehmensteilverkäufe) bereinigte Ergebnisgröße und damit ein gutes Maß für die Geschäftsentwicklung.

C

Capital Employed (CE)

Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere, zuzüglich Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.

Cashflow

Der Cashflow ist die wirtschaftliche Messgröße, die den aus der Geschäftstätigkeit erzielten Nettozufluss bzw. -abfluss liquider Mittel während einer Periode darstellt. Der Netto-Cashflow ist die Summe aus dem Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus laufender Investitionstätigkeit ohne Wertpapiere, inklusive Zugänge aus Finanzierungsleasing.

E

EBIT

Earnings Before Interest and Taxes = Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Über verschiedene Unternehmen einheitlich definierte und damit gut vergleichbare Gewinngröße.

EBITDA

Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation = Ergebnis vor Zinsen und Steuern und vor Abschreibungen = EBIT + Abschreibungen.

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote errechnet sich aus dem prozentualen Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme eines Unternehmens. Sie beschreibt den Grad der wirtschaftlichen und finanziellen Stabilität des Unternehmens.

I

IFRS

Die International Financial Reporting Standards (bis 2001 International Accounting Standards, IAS) sind internationale Rechnungslegungsvorschriften, die vom in London/ Großbritannien ansässigen "International Accounting Standards Board" (IASB) erarbeitet und veröffentlicht werden. Seit 2005 sind die IFRS nach der so genannten IAS-Verordnung von börsennotierten Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden.

K

Kapitalrendite (ROCE)

Return on Capital Employed: Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital.