![]() Wacker Chemie AGMünchenKonzernabschluss zum 31.12.2016Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,mit der Inbetriebnahme des neuen Produktionsstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee hat WACKER eine zehn Jahre dauernde Phase hoher Investitionen abgeschlossen, in der wir teilweise bis zu 25 Prozent unseres Umsatzes reinvestiert haben. Jetzt befindet sich das Unternehmen in einer neuen Etappe seiner Ausrichtung. WACKER will in den nächsten Jahren - bis 2020 - die Früchte dieser umfangreichen Aussaat ernten. Diese nächste Stufe ist geprägt vom weiteren organischen Wachstum in unserem operativen Geschäft, von einem hohen Zufluss liquider Mittel und einem deutlichen Abbau unserer Nettofinanzverbindlichkeiten. Dadurch stärken wir die Finanzkraft des Unternehmens. Gleichzeitig rüsten wir uns damit für künftige unternehmerische Herausforderungen und legen das Fundament für die nächste kapitalintensive Stufe unseres Wachstums. Parallel zu dieser intensiven Investitionsphase ist es gelungen, in den drei Chemiebereichen organisch stark zu wachsen, die Wettbewerbspositionen zu festigen und auszubauen sowie die Ertragskraft zu stärken. Das Chemiegeschäft von WACKER steht heute für mehr als 60 Prozent des Konzernumsatzes und des bereinigten EBITDA. Bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS Weltmarktführer. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES nimmt die Top-2-Position unter den größten Siliconherstellern der Welt ein, in Europa ist er Marktführer. Das Geschäft von WACKER BIOSOLUTIONS wurde mit gezielten strategischen Akquisitionen ergänzt und abgerundet, die gute Wachstumsperspektiven in Zukunftsfeldern bieten. Im Polysiliciumgeschäft ist WACKER nicht nur Kosten- und Qualitätsführer, sondern auch führend nach verkauften Absatzmengen. Diese Entwicklung verdeutlicht: WACKER hat anerkannt hochwertige Produkte, um Kunden aus fast allen wichtigen Industriebranchen weltweit bedienen zu können. Die Aufgabe für die Zukunft besteht darin, die hohe Technologiekompetenz und Innovationskraft erfolgreich in geschäftlichen Erfolg umzumünzen. Die Voraussetzungen dafür haben wir mit der starken globalen Ausrichtung des Unternehmens in den vergangenen Jahren geschaffen. Einen großen Anteil an diesem erfolgreichen Weg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WACKER. Ihnen gilt der Dank des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG für ihre hohe Einsatzbereitschaft und ihr großes Engagement. Kontinuierlicher Dialog mit dem VorstandFür WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2016 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden. Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage und über Compliance Themen informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2016 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats haben an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen. An den Sitzungen der Ausschüsse haben jeweils alle Mitglieder dieser Ausschüsse teilgenommen. Schwerpunkte der Beratungen im AufsichtsratGegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig. Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren
Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 06. Dezember 2016 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2017 - 2021 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2017. Arbeit der AusschüsseDie Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Herr Franz-Josef Kortüm vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Peter-Alexander Wacker in den Ausschüssen den Vorsitz. Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr fünfmal zusammen. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2015, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2016, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2016 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausschusstätigkeit war die Durchführung eines Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens für die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2017 gemäß Art. 16 Abs. 3 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 (EU-Abschlussprüferverordnung). Auf der Grundlage des Ergebnisses dieses Verfahrens unterbreitete der Ausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017. Der Prüfungsausschuss befasste sich zudem mit den geänderten Anforderungen der EU-Abschlussprüferverordnung, insbesondere mit einem Konzept zur Billigung so genannter Nichtprüfungsleistungen. Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2016 einmal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (Festlegung der Gesamtbezüge, Festsetzung der Erfolgsziele für die variable Vergütung, Anpassung des festen Jahresgehalts). Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Corporate GovernanceDer Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 06. Dezember 2016 diskutiert und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich. Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht. (→ Weitere Informationen ab Seite 178) In seiner Sitzung im Dezember 2016 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDie KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2016, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2016) einschließlich der Buchhaltung geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Mai 2016 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 27. Februar 2017 die oben genannten Abschlüsse und Berichte sowie die Prüfungsberichte des Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfers im Gespräch mit diesem eingehend diskutiert, geprüft und darüber dem Gesamtaufsichtsrat berichtet. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 07. März 2017 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen dem Prüfungsausschuss und dem Gesamtaufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an. Veränderungen in Aufsichtsrat und VorstandHerr Anton Eisenacker, langjähriger Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, legte sein Mandat mit Wirkung zum 31. Dezember 2016 nieder, da er im Februar 2017 in den Ruhestand trat. Wir danken ihm für seinen unermüdlichen Einsatz und die kooperative Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. Als Nachfolger für Herrn Eisenacker rückte automatisch Herr Hansgeorg Schuster als gewähltes Ersatzmitglied mit Wirkung zum 01. Januar 2017 nach. Herr Manfred Köppl wurde zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden mit Wirkung zum 01. Januar 2017 gewählt und rückte damit automatisch gemäß Geschäftsordnung bzw. Gesetz in den Präsidialausschuss sowie den Vermittlungsausschuss nach. Da er jedoch bereits gewähltes Mitglied im Vermittlungsausschuss war, wurde von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat Herr Eduard Harald Klein als weiteres Mitglied in den Vermittlungsausschuss gewählt. Vom gesamten Aufsichtsrat wurde Herr Manfred Köppl als Nachfolger für Herrn Eisenacker in den Prüfungsausschuss gewählt. Im Vorstand gab es im Geschäftsjahr 2016 keine Änderungen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihre engagierte Arbeit. Sie haben erneut zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr der Wacker Chemie AG beigetragen.
München, 07. März 2017 Der Aufsichtsrat Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des KonzernsWACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. In unzähligen Dingen des täglichen Lebens kommen WACKER-Produkte zum Einsatz. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle. Wichtigster Grundstoff ist SiliciumDer größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. 80 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 20 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die Konsumgüter-, die Nahrungsmittel-, die Pharma-, die Textil-, die Solar-, die Elektro- und Elektronik- und die chemische Grundstoffindustrie sowie die Medizintechnik, die Biotechnologie und der Maschinenbau. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Automobil- und Bauindustrie vertreten. Mit der Produktion von Siliciumwafern zählen wir zu den wichtigsten Zulieferern der Halbleiterindustrie. Im Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Solarindustrie gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt. Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die VertriebsarbeitWACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Insgesamt unterhält WACKER 51 Vertriebsbüros in 31 Ländern. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2016 haben wir unser bereits bestehendes technisches Kompetenzzentrum in Singapur erweitert. 26 ProduktionsstandorteDer globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten (2015: 25). Davon sind zehn in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir etwa 9.700 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2016 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von 810.000 Tonnen erzeugt. Das sind rund 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER. (→ Siehe Grafik 2.2) Rechtliche UnternehmensstrukturSeit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 59 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 56 Gesellschaften voll konsolidiert. Zwei Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind. → Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis. Fünf operative GeschäftsbereicheWACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in fünf operative Geschäftsbereiche. Sie verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern. (→ Siehe Grafik 2.5) 2.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte![]() 2.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns1)![]()
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Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen Leitung und KontrolleWie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. 2.3 Ressortverteilung im VorstandDr. Rudolf Staudigl VorsitzenderWACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance, Retirement Benefits seit 01. Juli 2016 Dr. Christian HartelWACKER POLYMERS Personal /Soziales, Arbeitsdirektor, Zentrale Ingenieurtechnik Region Asien Dr. Tobias OhlerSILTRONIC Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Information Technology, Technischer Einkauf und Logistik, Einkauf Rohstoffe Region Amerika Auguste WillemsWACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS Sales and Distribution, Forschung und Entwicklung, Intellectual Property, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt /Gesundheit / Sicherheit, Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2016Im Aufsichtsrat hat es im Geschäftsjahr 2016 Veränderungen gegeben. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Anton Eisenacker hat sein Mandat mit Wirkung zum 31. Dezember 2016 niedergelegt, da er in den Ruhestand trat. In der Aufsichtsratssitzung vom 06. Dezember 2016 wurde Manfred Köppl, der bereits Mitglied im Aufsichtsrat ist, zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden mit Wirkung zum 01. Januar 2017 gewählt. Der bereits als Ersatzmitglied gewählte Hansgeorg Schuster ist mit Wirkung zum 01. Januar 2017 in den Aufsichtsrat nachgerückt. Erklärung zur UnternehmensführungDie nach §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. → www.wacker.com/corporate-governance Vergütung von Vorstand und AufsichtsratDie Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. 2.4 Unternehmensstruktur von WACKER![]() Wichtige Produkte, Dienstleistungen und GeschäftsprozesseDas Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2016 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Produziert werden sowohl Spezialitäten nach den Anforderungen der Kunden als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Der kleinste Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und Elektronikindustrie und vor allem für die Solarindustrie her. Der größte Teil des Polysiliciums geht an externe Kunden. Wir beliefern intern den Geschäftsbereich Siltronic mit Polysilicium. Der führende Halbleiterhersteller Siltronic produziert Siliciumwafer. Sie sind das wesentliche Ausgangsprodukt für fast alle Halbleiter - seien es diskrete Halbleiterbauelemente (Transistoren oder Gleichrichter) oder Mikrochips (Mikroprozessoren, Speicherbausteine). Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKEREin wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Wesentliche Absatzmärkte und WettbewerbspositionenAn den Wettbewerbspositionen der vier umsatzstärksten Geschäftsbereiche von WACKER hat es im Geschäftsjahr 2016 eine Veränderung gegeben. Durch die Übernahme von SunEdisonSemiconductor durch den taiwanesischen Halbleiterkonzern Global Wafers ist Siltronic die Nummer vier unter den Siliciumherstellern. Die anderen Wettbewerbspositionen von WACKER sind unverändert. Dort gehören wir weltweit zu den Top-3-Anbietern. Bei einigen Produkten wie der Marke VINNAPAS® im Bereich der Dispersionspulver für die Bauindustrie sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa inkl. Deutschland und Amerika. (→ Siehe Tabelle 2.6) Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKERDer Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. 2.5 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung![]() Bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Pulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien. Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter ausbauen. Zudem bietet der Geschäftsbereich Feinchemikalien in profitablen Nischen an. Mengenwachstum und hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Nach Produktionskapazitäten ist WACKER POLYSILICON weltweit die Nummer zwei. Unsere Absatzmenge belief sich im Jahr 2016 auf mehr als 66.000 Tonnen. Siltronic ist einer der größten Hersteller von Siliciumwafern und anderen Produkten für die Halbleiterindustrie. Zu den Kunden zählen alle wichtigen Halbleiterunternehmen der Welt, mit denen wir mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes in diesem Geschäft erzielen. Wirtschaftliche und rechtliche EinflussfaktorenWACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern. AuftragsentwicklungDie Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und mittelfristige Verträge mit teilweise flexiblen Mengengleitklauseln ab. Bei Siltronic werden Aufträge üblicherweise von Quartal zu Quartal mit den Kunden verhandelt. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt. Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige EntwicklungenAnhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Da WACKER viele seiner Produkte in die Bauindustrie liefert, setzen wir hier verschiedene Analysewerkzeuge ein, um die weitere Branchenentwicklung einschätzen zu können. (→ Siehe Tabelle 2.7) Wirtschaftliche Einflüsse auf unser GeschäftDie wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2016 mit rund 38,0 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten. 2.6 Wettbewerbspositionen von WACKERscroll
Energie- und RohstoffkostenAls chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER versucht weniger abhängig von diesem Einflussfaktor zu werden. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte oder Umlagen. Kostenentlastungen für energieintensive Unternehmen wie zum Beispiel bei der EEG-Umlage können sich positiv auf die Energiekosten auswirken. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abgabemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um eine höhere Preisflexibilität zu erreichen. WährungsschwankungenGrundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für mindestens die Hälfte unserer Dollar- und Yen-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften (Derivate) und dokumentierten Stopp / Loss Orders das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 60 Mio. € negativ ausgewirkt. Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare EnergienAls einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. WACKER wird parallel dazu weiter daran arbeiten, seine Produktivität zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten. Auf Grund unserer starken Kostenposition, unserer hohen Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer breiten Kundenstruktur sowie mehrjähriger Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern. Rechtliche Einflüsse auf unser GeschäftChina hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen Polysiliciumhersteller aus den USA erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee ebenfalls unter die entsprechende Regelung. Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen China und den USA, die Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten gütlich beizulegen. Davon würde auch WACKER profitieren. Allerdings besteht für WACKER die Möglichkeit, im Rahmen direkter Gespräche eine Befreiung für Zölle zu beantragen. Für den Export von Polysilicium aus Europa hat WACKER mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) im Mai 2014 eine bis April 2016 gültige Mindestpreisvereinbarung unterzeichnet. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Im Mai 2016 hat das MOFCOM eine Überprüfung eröffnet. Spätestens im April 2017 wird das MOFCOM eine Entscheidung treffen, ob die Maßnahmen beibehalten oder eingestellt werden. Bis dahin gelten die Regelungen der Mindestpreisvereinbarung unverändert weiter. Auch die von der EU gegen China verhängten Maßnahmen werden derzeit überprüft. Eine Entscheidung der EU-Kommission zu dieser Überprüfung wird im März 2017 erwartet. Die Vereinbarung, die den Import von Solarmodulen chinesischer Solarunternehmen reglementiert, gilt bis dahin unverändert. 2.7 Operative Frühindikatorenscroll
192 Registrierungsdossiers im Rahmen von REACH eingereichtBis Ende 2016 reichte WACKER 192 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für einen Teil der Dossiers der ersten und zweiten Phase, die in den Jahren 2010 bzw. 2013 eingereicht wurden, stellt die echa Nachforderungen. Diese haben wir auch im Jahr 2016 bearbeitet. Der Welt-Chemieverband ICCA (International Council of Chemical Associations) hat die Global Product Strategy (GPS) entwickelt. Sie regelt, wie Eigenschaften von Chemikalien bewertet werden und wie über ihre sichere Verwendung zu informieren ist. In Europa werden die meisten GPS-Anforderungen über REACH und CLP, die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, erfüllt. Für unsere unter REACH registrierten Stoffe haben wir bis Ende 2016 im ICCA-Chemikalienportal 75 Sicherheitsbeschreibungen veröffentlicht. Ziele und StrategienStrategie des WACKER-KonzernsUnsere Vision und die fünf übergreifenden strategischen Ziele gelten nach wie vor. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet. Die fünf übergreifenden Ziele lauten:
Im Rahmen des Kapitalmarkttags im Oktober 2016 haben wir die Strategie für den WACKER-Konzern bis zum Jahr 2020 vorgestellt. Drei Hebel bestimmen dabei unsere Strategie: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte. Unsere strategischen Ziele für die nächsten fünf Jahre lauten:
Unsere Investitionen werden bis 2020 unterhalb der Abschreibungen liegen. Wir konzentrieren uns auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten. Mit den neuen Kapazitäten wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Unterstützt wird das durch Produktinnovationen und einen höheren Anteil an Spezialprodukten. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert Brasilien, China, Indien, Südostasien sowie der Nahe und Mittlere Osten. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale. Wir arbeiten ständig daran, unseren Rohstoffeinsatz zu verringern und die Prozesseffizienz unserer Anlagen zu verbessern. Wir entwickeln außerdem eine Vielzahl von nachhaltigen Produkten für erneuerbare Energien, Wärmedämmung und Elektromobilität. Sie sorgen dafür, dass sie den CO2 -Ausstoß senken. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von >16 Prozent an. Für unser Polysiliciumgeschäft eine Zielmarge von >30 Prozent. Die deutlich niedrigeren Investitionen, weitere Effizienz- und Kostenverbesserungen sowie unser geplantes Umsatzwachstum führen zu einem höheren Cashflow. Die Aktionäre wollen wir noch stärker am Gewinn beteiligen. Ziel ist es, rund die Hälfte des Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten. Bisher strebte WACKER eine Ausschüttungsquote von mindestens 25 Prozent des Jahresüberschusses an. Strategie der einzelnen GeschäftsbereicheDie einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER haben unterschiedliche strategische Schwerpunkte definiert. SILTRONICDer strategische Fokus der Siltronic liegt auf dem wachstumsstärksten Geschäft mit 300 mm Siliciumwafern. Eine dauernde strategische Aufgabe sind Kostensenkungs-, Produktivitäts- und Flexibilisierungsinitiativen, um die Produktionsprozesse und -abläufe weiter zu optimieren. Die Investitionen in Produktentwicklungen dienen dazu, die Anforderungen der neuesten Design-Rules zu erfüllen und qualitätssteigernde Maßnahmen umzusetzen. Durch den Börsengang der Siltronic AG an der Frankfurter Börse erhöht die Gesellschaft ihre strategischen Wachstumschancen und ihre Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung, WACKER ist weiterhin Mehrheitsaktionär an der Siltronic AG. 2.8 Strategie der einzelnen Geschäftsbereichescroll
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SteuerungssystemWertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der UnternehmenspolitikWertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der bvc (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands und des oberen Managements einbezogen. Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte. Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl. Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-KonzernDie wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2016 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:
Ergänzende finanzielle SteuerungskennzahlenDie wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören: der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung. die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Investitionen von übergeordnetem Unternehmensinteresse werden vom Vorstand auf Basis der Konzernstrategie festgelegt. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich. die Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden. Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenVon den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, über die wir im Geschäftsbericht ausführlich informieren, setzen wir keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient. Es gibt einzelne nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie die Unfallhäufigkeit, die in Teilbereichen des Unternehmens als Zielgröße eine wichtige Rolle spielen. 2.9 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die in Teilbereichen des Unternehmens zur Steuerung dienenscroll
Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2016EBITDA-Marge: Im Jahr 2016 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 20,4 Prozent. 2.10 Soll / Ist-Abgleichscroll
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Prognose März 2016 EBITDA: Für das Jahr 2016 haben wir ein EBITDA erwartet, das ohne Sondererträge leicht über dem Vorjahr liegt. Dieses Ziel haben wir übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das EBITDA ohne Sondererträge um 169,9 Mio. € auf 1,08 Mrd. € gestiegen. Einschließlich der Sondererträge hat sich das EBITDA von 1,05 Mrd. € um 52,6 Mio. € auf 1,10 Mrd. € erhöht. Im Jahr 2016 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern 10,1 Prozent. Im Jahr 2016 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene nicht erreicht. Mit - 246,7 Mio. € war der erreichte Wert unter dem Niveau des Vorjahres. 2.11 ROCE und Wertbeitragscroll
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Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen
Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern,
zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung
der Kapitalkosten. ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2016 einen ROCE von 6,1 Prozent. In unserer Prognose sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE auf Grund des höheren gebundenen Vermögens deutlich niedriger ausfallen wird als im Vorjahr. Netto-Cashflow: Die Prognose für 2016 war auf Grund stark rückläufiger Investitionen ein deutlich positiver Netto-Cashflow. Mit 400,6 Mio. € hat sich der Netto-Cash-flow im Rahmen unserer Prognose bewegt. Strategische Planung, unterteilt in zwei SchritteDie strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet. Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Den Überbau bildet die Mittelfristplanung über fünf Jahre. 2.12 Strategische und operative Planung![]() scroll
FinanzierungsstrategieMit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente. WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen. Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen. Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2016Im Geschäftsjahr 2016 hat WACKER eine Finanzierungstranche von 200 Mio. € an die Europäische Investitionsbank (EIB) zurückgezahlt. Gleichzeitig wurde mit der eib ein langfristiger Finanzierungsvertrag über 200 Mio. € abgeschlossen, der im 1. Quartal 2017 gezogen wird. Darüber hinaus hat WACKER fünf bilaterale Kredite von insgesamt 250 Mio. US-$ für drei Jahre bei Banken aufgenommen. Der 2014 abgeschlossene 200-Mio.-€-Konsortialkredit wurde 2016 um ein weiteres Jahr bis 2021 verlängert. Ein im Jahr 2017 auslaufender Konsortialkredit über 400 Mio. € ist außerdem im Dezember 2016 in gleicher Höhe vorzeitig für fünf Jahre refinanziert worden. Beide Konsortialkredite nehmen wir zurzeit nicht in Anspruch. Die Finanzierungen des WACKER-Konzerns beinhalten marktübliche Kreditklauseln und bei Großkrediten als einzige Financial Covenant das Verhältnis Net Debt / EBITDA. Bei allen Kreditverträgen, die wir verhandeln, achten wir darauf, die Verträge so zu gestalten, dass die Gleichbehandlung der Finanzpartner (pari passu) gegeben und ein konzernweites, nachlaufendes Vertragsmonitoring gewährleistet ist. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. WACKER verfügt zum 31. Dezember 2016 über offene Kreditlinien (inkl. Konsortialkredite) von über einem Jahr in Höhe von rund 800 Mio. €. WACKER arbeitet mit einer Anzahl von Banken (Kernbankenprinzip) zusammen. Sie müssen eine Bonität im Investment-Grade-Bereich und eine langfristig angelegte Geschäftsausrichtung haben. Operative SteuerungsinstrumenteDie operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Übernahmerechtliche Angaben2.13 Angaben nach § 315 Abs. 4 HGBZu der nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:scroll
WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche EntwicklungDie Weltwirtschaft hat im Jahr 2016 ihr moderates Wachstum fortgesetzt, blieb aber hinter den ursprünglichen Erwartungen für das Gesamtjahr zurück. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2016 um 3,1 Prozent zugenommen (2015: 3,1 Prozent). In den Industrienationen bremsten die Zurückhaltung der Unternehmen bei den Investitionen und die verhaltene I nlandsnachfrage die Wirtschaftsentwicklung. Auch die etwas schwächere Konjunkturentwicklung in den Vereinigten Staaten, das Brexit-Votum im Vereinigten Königreich und die weltweit wachsende Furcht vor Terroranschlägen haben die Entwicklung der Weltkonjunktur gebremst. 2.14 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2016![]() Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt, Indien: NCAER National Council of Applied Economic Research, Japan: IWF, USA: IWF, Europa: OECD Niedrige Öl- und Rohstoffpreise entlasteten zwar die produktions- und konsumintensiven Volkswirtschaften, dämpften aber gleichzeitig die Wachstumsperspektiven rohstoffexportierender Länder wie Russland oder Brasilien. Chinas Wirtschaftswachstum ist im Jahresverlauf ebenfalls abgekühlt, hat sich aber weitgehend stabilisiert. Die Volksrepublik setzt nun auf einen konsequenten Strukturwandel mit einer gelockerten Geld- und Fiskalpolitik, mehr Binnenkonsum und einem stärkeren Dienstleistungssektor, um langfristig ein nachhaltigeres Wachstum zu gewährleisten. Die geringere Nachfrage in China bremste nach Ansicht der Asiatischen Entwicklungsbank (adb) auch das Wachstum in anderen asiatischen Ländern. Branchenspezifische RahmenbedingungenMit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Halbleiter-, die Photovoltaik-, die Chemie-, die Bau- sowie die Elektro- und Elektronikindustrie. Chemiebereiche von WACKER mit guter UmsatzentwicklungDie chemische Industrie entwickelte sich im Jahr 2016 verhalten und die Preise für chemische Erzeugnisse waren rückläufig. Der weltweite Branchenumsatz (inkl. Pharmazeutika) lag nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) im Jahr 2015 bei 4,7 Bio. €, knapp 60 Prozent davon kamen aus Asien. Das schwierige internationale Marktumfeld beeinflusste auch das Geschäft der deutschen Chemieunternehmen. Angesichts der schwachen internationalen Nachfrage musste die Produktion in Deutschland zeitweise gedrosselt werden. Der weiterhin niedrige Ölpreis stützte allerdings die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produzenten. Der schwache Euro stärkte zudem das Exportgeschäft. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 83,7 Prozent. Laut VCI stieg die Chemieproduktion in Deutschland im Jahr 2016 um 0,5 Prozent. Der Branchenumsatz sank aber auf Grund deutlich niedrigerer Preise im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 183 Mrd. € (2015: 189 Mrd. €). Die Chemiebereiche von WACKER haben ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren in allen Segmenten höhere Absatzmengen bei in einigen Produktbereichen niedrigeren Preisen. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete eine gute Nachfrage bei Siliconprodukten für die Elektronik-, Konsumgüter- und Kunststoffindustrie sowie für die Medizintechnik. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern und VAE-Dispersionen leicht steigern. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS entwickelte sich der Umsatz mit Pharmaproteinen besonders positiv. Bauindustrie wächst im Jahr 2016Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts B+L Marktdaten GmbH im Jahr 2016 um 2,1 Prozent auf 8,6 Bio. US-$ (2015: 8,4 Bio. US-$) gewachsen. Die Bauleistungen in Westeuropa stiegen um 1,8 Prozent. Der Umsatz der deutschen Bauindustrie betrug real 334,4 Mrd. US-$ (2015: 325,6 Mrd. US-$). In Osteuropa gingen die Bauleistungen marginal um 0,1 Prozent zurück. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die schwache Entwicklung der Bauwirtschaft in Russland zurückzuführen. Die Investitionen in der US-amerikanischen Bauwirtschaft wuchsen 2016 um 2,3 Prozent. China bleibt mit 1,6 Bio. US-$ der weltweit größte Markt und hat sich nach einem schwachen Wachstum im Jahr 2015 im Berichtsjahr wieder deutlich positiver entwickelt. 2.15 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2016![]() Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/ 2016 WACKER POLYMERS hat seinen Umsatz mit Bauanwendungen weiter steigern können. Das Wachstum bei Dispersionspulvern ist getrieben durch den Markt für Trockenmörtel in Ländern wie den USA oder in Südostasien. Auch in West- und Zentraleuropa verzeichneten wir weiteres Umsatzwachstum. Insgesamt haben wir rund 9.000 Tonnen mehr Dispersionspulver in die Bauindustrie verkauft. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in Amerika stark wachsen. Neben Kleb- und Dichtstoffen sind wasserbasierte, umweltverträgliche Beschichtungen ein wichtiger Markt für unsere VAE-Dispersionen. Auch Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten ein Umsatzplus. In allen drei Produktbereichen Bautenschutz, Dicht- und Klebstoffe und silanmodifizierte Polymere konnten wir weiter wachsen. Im Jahr 2016 sind die Umsätze in Europa und Asien gestiegen. Besonders stark konnten wir in Südostasien, Indien und den GUS-Staaten zulegen. Elektro- und Elektronikindustrie wächst in SchwellenländernDer weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie ist im Jahr 2016 nach Schätzungen des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) erneut um drei Prozent gewachsen und erreichte ein Volumen von rund 3,7 Bio. € (2015: 3,6 Bio. €). Dafür verantwortlich sind besonders China und die Schwellenländer, die rund fünf Prozent zulegen konnten. In Deutschland, dem weltweit fünftgrößten Markt, ist der Umsatz nach Angaben des zvei auf rund 182 Mrd. € gestiegen (2015: 178 Mrd. €). WACKER hat drei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Siltronic verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen leichten Absatzanstieg mit ihren Kunden aus der Halbleiterindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat knapp zehn Prozent seiner Polysiliciumabsatzmengen im Jahr 2016 an Kunden aus der Elektronikindustrie verkauft. WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz mit Elektronikanwendungen um sechs Prozent steigern. Zuwächse verzeichneten wir bei medienresistenten Vergussmassen, hochspeziellen Siliconkautschuken und Silanen für die Halbleiterindustrie sowie bei Silicongelen für die Automobilelektronik. Auch das Geschäft im Bereich Kabel und Isolatoren konnte um elf Prozent wachsen. Die Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten EnergieversorgungFür die globale Solarbranche standen die Zeichen im Jahr 2016 weiter auf Wachstum. Nach Angaben verschiedener Marktstudien und unserer eigenen Markteinschätzungen wurden weltweit ca. 76 Gigawatt (GW) neu installiert (2015: 56 GW). Das sind ca. 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2016 waren damit weltweit rund 300 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund 70 Prozent der Neuinstallationen wurden 2016 in China, Japan und den USA getätigt. Fördermaßnahmen sowie die stark gesunkenen Systemkosten haben erheblich zum Ausbau der PV-Installationen beigetragen. 2.16 Neu installierte PV-Leistungen 2015 und 2016scroll
Quellen: PV-Markt 2016: Bundesnetzagentur, Commissariat General au Developpement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2015: Bundesnetzagentur, Commissariat General au Developpement Durable, IHS, RTS Corporation, eigene Marktuntersuchungen von WACKER. Trotz der global stark gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie vor allem in der zweiten Jahreshälfte herausfordernd. Eine Änderung der Einspeisevergütung in China zum 01. Juli 2016 führte zu hohen PV-Installationen im 1. Halbjahr, aber deutlich geringerer Nachfrage in den folgenden Monaten. Dadurch gaben die Preise auf allen Wertschöpfungsstufen nach. Seit Mitte Oktober ist jedoch wieder eine leichte Erholung der Preise zu beobachten. Der immer noch hohe Preisdruck hat aber dazu geführt, dass sich die finanzielle Situation der beteiligten Unternehmen über das Gesamtjahr betrachtet nicht wesentlich verbessert hat. Nachfrage nach Siliciumwafern wächstDie Nachfrage nach Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie ist 2016 - gemessen in verkaufter Waferfläche - gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nach Daten des Industrieverbands SEMI hat der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche gegenüber 2015 um 2,9 Prozent zugenommen. Im 1. Quartal war die Nachfrage zwar eher verhalten und lag unter dem Vorjahreswert. Im weiteren Jahresverlauf belebte sich der Markt jedoch deutlich, so dass die Siliciumnachfrage in den folgenden Quartalen sogar über den jeweiligen Rekordwerten des Vorjahres lag. Rohstoffkosten niedriger als im VorjahrDie Rohstoffkosten sind im Jahr 2016 niedriger gewesen als im Vorjahr. Ethylen verbilligte sich leicht, während die Preise für Siliciummetall und Vinylacetatmonomer (VAM) um mehr als 14 Prozent fielen. Der Methanolpreis sank im Jahresdurchschnitt deutlich um rund 26 Prozent. 2.17 Spotpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe![]() ![]() ![]() ![]() Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt Gesamtaussage des Vorstands zu den RahmenbedingungenDie Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2016 war beeinflusst durch das Volksvotum Großbritanniens, aus der Europäischen Union auszutreten, die Präsidentenwahl in den USA sowie durch Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft. Zusätzlich beeinträchtigten die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie die weiter bestehenden Wirtschaftssanktionen der USA und der EU gegen Russland die weltweite wirtschaftliche Entwicklung. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft lag mit 6,7 Prozent im Rahmen der Erwartungen. Deutschland erwies sich auch im Jahr 2016 als Stabilitätsanker in Europa, andere europäische Volkswirtschaften wie Spanien und Frankreich wuchsen wieder etwas stärker. Der wirtschaftliche Aufschwung in den USA hat sich trotz der allerdings sehr geringen Zinserhöhungen fortgesetzt. Das Geschäft von WACKER hat sich trotz der geopolitischen Risiken im Jahr 2016 gut entwickelt. Während viele Chemieunternehmen rückläufige Umsätze verzeichneten, konnte WACKER im Jahr 2016 seinen Umsatz wie geplant moderat steigern. Dafür verantwortlich waren die drei Chemiebereiche, die höhere Mengen absetzen konnten. Noch stärker als der Umsatz ist das Ergebnis gewachsen. Die hohe Auslastung unserer Produktionskapazitäten, Kostenverbesserungen und niedrige Rohstoffpreise sind Gründe für die positive Ergebnisentwicklung. Der weltweite Solarmarkt ist erneut gewachsen. Stark schwankende und in der Summe niedrigere Preise für Polysilicium haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung allerdings gebremst. Nach einem dynamischen Auftakt im 1. Halbjahr 2016 schwächte sich das Geschäft im 3. Quartal etwas ab. Im 4. Quartal haben sich die Absatzmengen davon wieder erholen können. Das Geschäft mit Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie war vor allem im 1. Halbjahr schwächer und konnte sich im 2. Halbjahr erholen. Höheren Absatzmengen und positiven Währungseffekten standen niedrige Absatzpreise gegenüber. Die Umsätze der Siltronic haben das Niveau des Vorjahres leicht übertroffen. Wir konnten in allen Regionen unseren Umsatz im Jahr 2016 erhöhen, auch wenn der Zuwachs in Europa und Amerika nicht sehr stark war. Die Region Asien ist mit 3,9 Prozent gewachsen. Hier entwickelt sich das Geschäft in Japan, Südkorea und Indien sehr positiv. Die Region Asien hat mit 43,3 Prozent erneut den größten Anteil am Gesamtumsatz. In den ersten Wochen des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 27. Februar 2017 ist WACKER gut in das Jahr gestartet. Für den Geschäftsverlauf wesentliche EreignisseDesinvestitionenWACKER hat im Geschäftsjahr 2016 keine Geschäftsfelder oder Produktgeschäfte veräußert. InvestitionenDie Investitionen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 427,6 Mio. € (2015: 834,0 Mio. €). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER stand nach wie vor der Aufbau des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Rund 100 Mio. € flossen im Jahr 2016 in die Fertigstellung dieses Projekts. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Investitionen lag auf Anlagen für die Herstellung von Fertigprodukten in unterschiedlichen Regionen. An unserem US-Standort in Eddyville haben wir beispielsweise die Produktionskapazitäten für Cyclodextrine um 30 Prozent erhöht. Am Standort Burghausen wurde die Produktion für funktionelle Siliconöle für die Lack-, Papier-, Textil-, Kosmetik- und Körperpflegeindustrie in mehreren Stufen erweitert. Die Investitionen dafür belaufen sich auf rund 25 Mio. €. In Freiberg wurde in neue Ziehanlagen für die Herstellung von Einkristallen bei der Siltronic investiert. Die Sanierung des Alzkanals in Burghausen führte zu Investitionen in Höhe von 25 Mio. €. Mit weiteren Investitionsprojekten haben wir im Jahr 2016 begonnen. In Jincheon, Südkorea, verlagern wir unsere Produktion an einen neuen Standort und erweitern gleichzeitig unsere Kapazitäten für Silicondichtstoffe, Spezialsilicone und Flüssigkautschuk. In Amtala, Indien, bauen wir eine Produktion für oberflächenaktive Silicone für Industrie-, Agro- und Körperpflegeanwendungen auf. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten GeschäftsverlaufWACKER hat im Laufe des Jahres seine zu Jahresbeginn gesteckten Ziele konkretisiert und verändert. Davon betroffen waren die Aussagen zum EBITDA und zu den Nettofinanzschulden. WACKER hat wie prognostiziert seinen Umsatz um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz gesteigert. Mit 5,40 Mrd. € lag er zwei Prozent höher als im Vorjahr. Verantwortlich dafür sind höhere Mengen. Die EBITDA-Marge ist nicht wie erwartet etwas niedriger ausgefallen als im Geschäftsjahr 2015. Das EBITDA konnten wir bereinigt um Sondererträge gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Auch im Geschäftsjahr 2016 haben wir erhaltene Anzahlungen vereinnahmt und Schadenersatzleistungen auf Grund von Auflösungen langfristiger Lieferverträge für Polysilicium erhalten, die aber in ihrer Höhe deutlich unter dem Vorjahr lagen. Das Chemiegeschäft in unseren drei Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS hat sich wie erwartet positiv entwickelt. Höhere Absatzmengen waren dafür verantwortlich. In der Summe konnten alle drei Geschäftsbereiche den Umsatz steigern. Das EBITDA lag deutlich über Vorjahr. Bei WACKER POLYSILICON waren die Preise für Solarsilicium im Laufe des Jahres schwankend. Trotz deutlich niedrigerer Preise konnte WACKER POLYSILICON seinen Umsatz durch den Verkauf höherer Absatzmengen steigern. Siltronic hat einen Umsatz erzielt, der das Vorjahresniveau leicht übertroffen hat. Die Absatzmengen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Höheren Absatzmengen und positiven Währungseffekten standen niedrige Absatzpreise gegenüber. Insgesamt lag das EBITDA der Siltronic über dem Vorjahr. Die Rohstoff- und Energiekosten sowie die Wechselkurse haben sich im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. EBITDA-Prognose nach dem 1. Quartal konkretisiertMit der Veröffentlichung des Berichts zum 1. Quartal im April 2016 hat WACKER seine Prognose für das EBITDA konkretisiert. Statt eines leichten Anstiegs bereinigt um Sondererträge sollte es jetzt um fünf bis zehn Prozent über dem Vorjahr (2015: 911,2 Mio. € ohne Sondererträge) liegen. Mit 1,08 Mrd. € lag das bereinigte EBITDA um 18,6 Prozent über dem Vorjahr. Die Nettofinanzschulden, die bisher auf dem Niveau des Vorjahres erwartet wurden, würden leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2015: 1,07 Mrd. €) liegen. Alle anderen Steuerungskennzahlen blieben unverändert. Mit dem Bericht zum 2. Quartal 2016 haben wir prognostiziert, dass wir das EBITDA am oberen Ende der von uns genannten Spanne von fünf bis zehn Prozent erwarten. Die Investitionen haben sich so entwickelt, wie von uns zur Bilanzpressekonferenz im März 2016 kommuniziert. Sie belaufen sich auf 427,6 Mio. €. Die Nettofinanzschulden sind zum Jahresende mit 992,5 Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie zu Jahresbeginn angenommen erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 17.205 Mitarbeiter. Das sind 233 mehr als ein Jahr zuvor. Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende von 2,00 € je Aktie (2015: 2,00 €) vor. Abweichungen vom prognostizierten AufwandDie Personalkosten sind in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Dafür verantwortlich ist die höhere Zahl der Beschäftigten, die unter anderem auf die Inbetriebnahme des neuen Produktionsstandortes Charleston zurückzuführen ist. Mittelfristig erwarten wir, dass auf Grund von Produktivitätssteigerungen das Verhältnis der Personalkosten zum Umsatz leicht zurückgehen wird. Die Rohstoffkosten sind gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz leicht zurückgegangen. Ein günstigerer Produktmix und unsere Effizienzprogramme zum Rohstoffeinsatz haben sich positiv ausgewirkt. Zusätzlich haben im Jahresdurchschnitt niedrigere Preise unsere Rohstoffkosten positiv beeinflusst. Mittelfristig erwarten wir steigende Rohstoffpreise, die die Rohstoffkosten im Verhältnis zum Umsatz ansteigen lassen. 2.18 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlaufscroll
Die Energiekosten sind wie von uns angenommen unter den Vorjahreswerten geblieben. Verantwortlich dafür waren günstigere Beschaffungskonditionen sowie eine geringere Belastung durch regulatorische Kosten. Die Abschreibungen liegen sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich über dem Vorjahr. Hier haben sich anlaufende Abschreibungen auf unsere Anlagen für Polysilicium an unserem neuen Produktionsstandort Charleston ausgewirkt. Für 2017 erwarten wir einen leichten Rückgang der Abschreibungen, die mittelfristig auf das Niveau der Abschreibungen aus dem Jahr 2015 zurückgehen. 2.19 Aufwand Kostenartenscroll
ErtragslageKonzernumsatz liegt mit 5,40 Mrd. € zwei Prozent über dem VorjahrDer WACKER-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016 seinen Umsatz erneut gesteigert. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 5,40 Mrd. € (2015: 5,30 Mrd. €). Der Umsatz erhöhte sich auf Grund der guten Kundennachfrage und der damit verbundenen Mengensteigerungen sowie dank positiver Währungskurseffekte um knapp zwei Prozent. Alle Geschäftsbereiche konnten höhere Mengen absetzen und ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. Insbesondere die Chemiebereiche trugen zum Umsatzwachstum durch ein deutliches Mengenwachstum bei. WACKER POLYSILICON hat seinen Umsatz in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld mit niedrigeren Preisen um drei Prozent steigern können. Siltronic hat trotz niedrigerer Preise beim Umsatz das Niveau des Vorjahres leicht übertroffen. (→ Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht S. 62.) (→ Siehe Grafik 2.22 auf Seite 61) Einen wesentIichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 4,69 Mrd. € (Vorjahr 4,61 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 87 Prozent. (→ Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht S. 64.) Konzern-EBITDA liegt bei 1,10 Mrd. €, EBITDA-Marge beträgt 20,4 ProzentDas operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. Es belief sich auf 1.101,4 Mio. € (2015: 1.048,8 Mio. €). Trotz geringerer Erträge aus vereinnahmten Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen konnte WACKER das EBITDA 2016 deutlich steigern. Im Jahr 2015 hat WACKER Sondererträge aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen in Höhe von 137,6 Mio. € erhalten, die das EBITDA positiv beeinflussten. Im Jahr 2016 beliefen sich die Sondererträge aus Vertragsauflösungen auf 20,3 Mio. €. Bereinigt um diesen Effekt stieg das EBITDA auf 1.081,1 Mio. €, im Vergleich zum Vorjahr (2015: 911,2 Mio. €) um 18,6 Prozent. (→ Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht S. 62.) 2.20 Überleitung EBITDA auf EBITscroll
Höhere Abschreibungen mindern EBIT und JahresergebnisDas Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 366,2 Mio. €. (2015: 473,4 Mio. €). Das sind 23 Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 6,8 Prozent (2015: 8,9 Prozent). Für den Rückgang verantwortlich sind höhere Abschreibungen. Die Abschreibungen stiegen im Geschäftsjahr 2016 erwartungsgemäß um 28 Prozent auf 735,2 Mio. € (2015: 575,4 Mio. €). Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr um 6 ProzentDas Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 990,7 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2015: 1,13 Mrd. €) um zwölf Prozent gesunken. Die Bruttoumsatzmarge betrug 18,3 Prozent (2015: 21,3 Prozent). Hier wirkten sich neben höheren Abschreibungen noch Anlaufkosten am neuen Produktionsstandort Charleston aus, die die Herstellungskostenquote des Konzerns von 79 Prozent auf 82 Prozent erhöhten. Funktionskosten steigenDie übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent erhöht. Sie stiegen auf 652,3 Mio. € (2015: 623,5 Mio. €). Insbesondere die allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich auf Grund der Inbetriebnahme des neuen Produktionsstandorts Charleston. Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDer Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 26,7 Mio. € (2015: - 35,3 Mio. €). Erträge aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen von 20,3 Mio. € (2015: 137,6 Mio. €) wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Deutlich geringere Verluste aus dem Währungsergebnis von - 17,5 Mio. € (2015: - 69,1 Mio. €) und der Wegfall von Kosten durch die Inbetriebnahme des Produktionsstandorts Charleston führten zu deutlich niedrigeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen. 2.21 Überleitung EBIT auf Periodenergebnisscroll
Finanz- und ZinsergebnisDas Finanzergebnis des WACKER-Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß schwächer. Es belief sich auf - 101,4 Mio. € (2015: - 66,7 Mio. €). Zinserträge von 6,0 Mio. € (2015: 7,3 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 42,4 Mio. € (2015: 31,8 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf - 36,4 Mio. € (2015: - 24,5 Mio. €). Auf Grund der Inbetriebnahme des Produktionsstandorts Charleston fällt im Berichtsjahr die Aktivierung von Bauzeitzinsen deutlich geringer aus. Das führt zu einem höheren Zinsaufwand im Vergleich zum Vorjahr von 17,4 Mio. €. 2.22 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich![]() Das übrige Finanzergebnis belief sich auf - 65,0 Mio. € (2015: - 42,2 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus Kurseffekten der Finanzanlagen und deren Sicherung enthalten. Im Vorjahr waren positive Währungseffekte aus Finanzanlagen enthalten. ErtragsteuernDer Konzern weist für 2016 einen Steueraufwand von 75,5 Mio. € (2015: 164,9 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 28,5 Prozent (2015: 40,5 Prozent). Die positive Entwicklung resultiert aus dem Wegfall der steuerlich nicht angesetzten Anlaufkosten für den Produktionsstandort Charleston und auf Grund geringerer Verluste einiger Tochtergesellschaften. KonzernergebnisDas Konzernergebnis ging auf Grund der genannten Effekte zurück. Der Jahresüberschuss betrug 189,3 Mio. € (2015: 241,8 Mio. €). Kapitalrendite (ROCE)Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 6,1 Prozent (2015: 8,1 Prozent). Der Rückgang beruht im Wesentlichen auf der hohen Mittelbindung bei gesunkenem EBIT. Der Grund für die hohe Mittelbindung sind unsere hohen Investitionen in neue Produktionsanlagen im vergangenen Jahr. Das Capital Employed ist im Geschäftsjahr mit 6.018,0 Mio. € leicht angestiegen. SegmentberichterstattungWACKER SILICONESDer Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Jahr 2016 erstmals die 2-Mrd.-€-Grenze überschritten. Er erhöhte sich auf 2,00 Mrd. € (2015: 1,94 Mrd. €). Das ist ein Anstieg um 3,0 Prozent. Dafür verantwortlich sind in erster Linie höhere Absatzmengen bei etwas niedrigeren Preisen. WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz in allen drei Geschäftssparten steigern. Der Umsatz mit Spezialprodukten ist dabei überproportional gestiegen. Besonders gut hat sich der Absatz mit Siliconen und Siliconkautschuk für Konsumgüterprodukte, die chemische Industrie, Energie- und Elektronikanwendungen sowie für höherwertige Produkte aus dem Baubereich entwickelt. Regional war das Wachstum in Europa am stärksten, aber auch in Asien hat WACKER SILICONES seinen Umsatz weiter gesteigert. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es erhöhte sich um 30,8 Prozent auf 361,2 Mio. € (2015: 276,2 Mio. €). Dafür verantwortlich sind das Mengenwachstum, die hohe Auslastung der Produktionsanlagen und eine hohe Kosteneffizienz. Die EBITDA-Marge lag bei 18,1 Prozent (2015: 14,2 Prozent) und damit deutlich höher als im Vorjahr. Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 8,0 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 88,6 Mio. € (2015: 82,0 Mio. €). Die Mittel gingen vorrangig in den Ausbau der Produktionsanlagen für Silicone am Standort Burghausen und für Erweiterungen am Standort Nünchritz. Zum 31. Dezember 2016 waren im Geschäftsbereich 4.566 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2015: 4.353). 2.23 Segmentdaten WACKER SILICONESscroll
WACKER POLYMERSDer Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat im Jahr 2016 um ein Prozent zugelegt. Er erhöhte sich auf 1,195 Mrd. € (2015: 1,186 Mrd. €). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen für Dispersionen und Dispersionspulver. Niedrigere Preise haben sich gegenläufig ausgewirkt. WACKER POLYMERS konnte seine Umsätze im Dispersionsgeschäft vor allem in Amerika deutlich steigern, aber auch in Asien weiter zulegen. Prozentual den höchsten Zuwachs erzielte das Geschäft in Indien mit einem Anstieg um rund 20 Prozent. Das Geschäft mit Dispersionspulvern hat vor allem in Nordamerika und in Europa zugelegt. Das EBITDA lag mit 261,0 Mio. € (2015: 222,2 Mio. €) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Hier haben sich die deutlich gestiegenen Absatzmengen, die hohe Anlagenauslastung und sehr hohe Kosteneffizienz ausgewirkt. Die EBITDA-Marge hat sich auf 21,8 Prozent (2015: 18,7 Prozent) verbessert. Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Sie beliefen sich auf 37,5 Mio. € (2015: 47,4 Mio. €). Die Investitionen flossen in Erweiterungen bestehender Produktionsanlagen und in einen neuen Pilotreaktor für Dispersionen am Standort Nanjing, China. Mit der neuen Anlage baut WACKER POLYMERS seine lokalen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in China aus und erweitert sein Angebot für Produktentwicklungen, Anwendungstechnik und Kundenservice vor Ort. Die Zahl der Mitarbeiter des Geschäftsbereichs ist zum 31. Dezember 2016 mit 1.484 leicht gestiegen (31. Dezember 2015: 1.461). 2.24 Segmentdaten WACKER POLYMERSscroll
WACKER BIOSOLUTIONSPositiv entwickelt hat sich auch der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Er stieg im Jahr 2016 um 4,7 Prozent auf 206,4 Mio. € (2015: 197,1 Mio. €). Wesentlicher Treiber dafür waren höhere Absatzmengen, während sich niedrigere Preise gegenläufig ausgewirkt haben. Besonders gut entwickelt hat sich das Geschäft in den Bereichen Pharmaproteine und Ernährung mit prozentual zweistelligen Zuwachsraten. Regional konnte der Umsatz vor allem in Europa und Asien gesteigert werden. Das EBITDA ist um 14,9 Prozent auf 37,0 Mio. € (2015: 32,2 Mio. €) gestiegen. Dafür verantwortlich sind vor allem das Mengenwachstum und eine hohe Produktionsauslastung. Die EBITDA-Marge hat sich auf 17,9 Prozent (2015: 16,3 Prozent) verbessert. Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 9,1 Mio. € (2015: 6,2 Mio. €). Sie flossen in die Erweiterung bestehender Produktionsanlagen. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem Ausbau der Anlage zur Herstellung von Cyclodextrinen in Amerika. Außerdem hat WACKER BIOSOLUTIONS eine Großfermentationsanlage in Spanien erworben. Damit wollen wir den steigenden Bedarf unserer Kunden an Cystein langfristig sicherstellen und weitere biotechnologisch erzeugte Produkte herstellen. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2016 auf 510 gestiegen (31. Dezember 2015: 491). 2.25 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONSscroll
WACKER POLYSILICONDer Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist im Jahr 2016 um drei Prozent gestiegen. Er erhöhte sich auf 1,1 Mrd. € (2015: 1,06 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind deutlich höhere Absatzmengen trotz niedrigerer Durchschnittspreise für Solarsilicium. Asien war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die wichtigste Absatzregion. Das EBITDA ist mit 285,9 Mio. € (2015: 402,4 Mio. €) deutlich unter dem Vorjahr geblieben. Wesentlich für diesen Rückgang waren niedrigere Durchschnittspreise, Anlaufkosten für das Hochfahren der Produktionsanlagen am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sowie deutlich geringere Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden. Die EBITDA-Marge belief sich auf 26,1 Prozent (2015: 37,8 Prozent). Die Investitionen von WACKER POLYSILICON sind mit der Fertigstellung der Produktionsanlagen in Charleston im Jahr 2016 sehr deutlich zurückgegangen. Sie verringerten sich um 77,6 Prozent auf 130,0 Mio. € (2015: 581,8 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten hat sich erhöht. Sie ist auf 2.490 gestiegen (31. Dezember 2015: 2.373). 2.26 Segmentdaten WACKER POLYSILICONscroll
SiltronicSiltronic hat 2016 einen Umsatz auf Vorjahresniveau erzielt. Der Umsatz belief sich auf 933,4 Mio. € (2015: 931,3 Mio. €). Höheren Absatzmengen und positiven Währungseffekten standen niedrigere Absatzpreise gegenüber. Der Umsatz mit 300 mm Siliciumwafern ist weiter gestiegen. Asien war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die wichtigste Absatzregion. Zulegen konnte auch der Umsatz in Europa. Das EBITDA hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,7 Prozent auf 145,9 Mio. € (2015: 124,0 Mio. €) verbessert. Positiv beeinflusst wurde das EBITDA durch weitere Maßnahmen zur Kostensenkung, die hohe Produktionsauslastung und niedrigere Aufwendungen bei der Wechselkurssicherung. Die EBITDA-Marge betrug 15,6 Prozent (2015: 13,3 Prozent). Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen von Siltronic sind im Jahr 2016 gestiegen. Sie beliefen sich auf 89,5 Mio. € (2015: 75,1 Mio. €). Das sind 19,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Mittel wurden vor allem für die Modernisierung von Kristallziehanlagen und die weitere Automation der Produktion verwendet. Die Beschäftigtenzahl der Siltronic ist mit 3.757 niedriger als im Vorjahr (31. Dezember 2015: 3.894). 2.27 Segmentdaten SILTRONICscroll
SonstigesDer unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 162,6 Mio. € (2015: 197,5 Mio. €). Das sind 17,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der milde Winter 2015 /2016 führte zu Rückgängen im Salzgeschäft. Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 10,2 Mio. € (2015: - 8,9 Mio. €). Geringere Aufwendungen für die Währungssicherung haben das EBITDA positiv beeinflusst. Das EBIT aus "Sonstiges" betrug - 76,0 Mio. € (2015: - 94,5 Mio. €). Zum 31. Dezember 2016 waren im Segment "Sonstiges" 4.398 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2015: 4.400). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie der Zentralfunktionen. 2.28 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten![]() scroll
RegionenberichtDas operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 5,40 Mrd. € (2015: 5,30 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2016 erwirtschafteten wir 86,9 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 13,1 Prozent. Region Asien im Umsatz weiter gewachsenAsien ist die Region mit dem größten Umsatzanteil in unserem Geschäft. Der Haupttreiber ist der steigende Lebensstandard in den dortigen Schwellenländern. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 43,3 Prozent (2015: 42,5 Prozent). Der Umsatz belief sich auf 2,34 Mrd. € (2015: 2,25 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von 3,9 Prozent. In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) hat sich der Umsatz um 2.0 Prozent auf 1,37 Mrd. € (2015: 1,34 Mrd. €) erhöht. Region Europa wächst leichtIn Europa, wo WACKER eine starke Marktposition besitzt, ist der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr gleich geblieben. Er erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 1.894 Mio. € (2015: 1.887,6 Mio. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 35.0 Prozent (2015: 35,6 Prozent). 2.29 Außenumsatz am Sitz des Kundenscroll
Geschäft in Amerika mit leichtem UmsatzplusDas Geschäft in der Region Amerika ist um 0,6 Prozent auf 950,9 Mio. € (2015: 945,1 Mio. €) gestiegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,6 Prozent (2015: 17,8 Prozent). Sonstige Regionen legen zuDer Umsatz in den sonstigen Regionen der Welt hat sich im Geschäftsjahr 2016 um 4,0 Prozent auf 218,8 Mio. € (2015: 210,4 Mio. €) erhöht. Mehr als 40 Prozent davon erzielten wir in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Anteil der sonstigen Regionen am Gesamtumsatz beläuft sich auf 4,0 Prozent (2015: 4,0 Prozent). 2.30 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaftscroll
VermögenslageDie Bilanzsumme des WACKER-Konzerns ist im Vergleich zum 31. Dezember 2015 um knapp drei Prozent gewachsen. Sie stieg um 196,2 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 7,46 Mrd. € (31. Dezember 2015: 7,26 Mrd. €). Im Wesentlichen haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vorräte erhöht. Auf Grund der geringeren Investitionsausgaben und des guten operativen Cashflows stiegen die liquiden Mittel deutlich an. Auf der Passivseite haben sich die Pensionsrückstellungen auf Grund der weiterhin rückläufigen Diskontierungszinsen um 30 Prozent erhöht. Die erhaltenen Anzahlungen verringerten sich deutlich. Das ist darauf zurückzuführen, dass wir unseren Kunden wie vereinbart die entsprechenden Polysiliciummengen dafür geliefert haben und weitere Kundenverträge aufgelöst wurden. Das Eigenkapital des Konzerns ging im Wesentlichen auf Grund der erfolgsneutral abgebildeten Erhöhungen der Pensionsrückstellungen um sieben Prozent zurück. Im Vorjahr erhöhten die von Dritten erhaltenen Einzahlungen aus dem erfolgreichen Börsengang der Siltronic AG das Konzerneigenkapital um 361,9 Mio. €. (→ Siehe Grafik 2.33 auf Seite 66) 2.31 Bilanzentwicklung Aktivascroll
Anlagevermögen sinkt abschreibungsbedingtDas Anlagevermögen ist im Wesentlichen durch höhere Abschreibungen auf 4,65 Mrd. € gesunken (31. Dezember 2015: 4,83 Mrd. €). Die Abschreibungen beliefen sich auf 735,2 Mio. €. Die Investitionen gingen im Geschäftsjahr durch die Inbetriebnahme des Produktionsstandorts Charleston deutlich zurück. Sie beliefen sich auf 427,6 Mio. € (2015: 834,0 Mio. €). Rund ein Viertel dieser Investitionen flossen noch in die endgültige Fertigstellung von Charleston. Die restlichen Investitionen verteilen sich vor allem auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und Siltronic. Durch die Vollkonsolidierung des Gemeinschaftsunternehmens WACKER Asahi Kasei Silicone reduzierten sich die at equity bewerteten Beteiligungen. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Anlagevermögens um 90,3 Mio. € erhöht. Langfristige Vermögenswerte und WertpapiereDie sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2016 auf 621,1 Mio. € (31. Dezember 2015: 440,9 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent gestiegen. WACKER hat nicht benötigte Liquidität in Höhe von 56,0 Mio. € (31. Dezember 2015: 3,7 Mio. €) in langfristigen Wertpapieren angelegt. Im Wesentlichen stiegen jedoch die aktiven latenten Steuern um 128,5 Mio. € auf 449,9 Mio. €. Dafür sind hauptsächlich die höheren versicherungsmathematischen Verluste der Pensionsrückstellungen verantwortlich. Working Capital steigt durch Forderungsaufbau und höhere VorräteDie kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um knapp elf Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 2,18 Mrd. € (31. Dezember 2015: 1,97 Mrd. €). Zurückzuführen ist dies unter anderem auf ein gestiegenes Working Capital. Es zeigt einen geschäftsbedingten Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie höhere Vorräte. Währungseffekte haben die Vorräte und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 18,0 Mio. € erhöht. 2.32 Working Capitalscroll
2.33 Vermögens- und Kapitalstruktur![]() 2.34 Bilanzentwicklung Passivascroll
Liquidität steigt um 22 ProzentEin wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des Jahres 2016 auf 126,2 Mio. € (31. Dezember 2015: 67,2 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in kurzfristige Rentenpapiere angelegt. Die Zahlungsmittel gingen leicht zurück. Sie beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 283,5 Mio. € (31. Dezember 2015: 310,5 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit um 22 Prozent. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind Ertragsteuerforderungen in Höhe von 18,5 Mio. € (31. Dezember 2015: 19,0 Mio. €) und sonstige Steueransprüche in Höhe von 45,4 Mio. € (31. Dezember 2015: 41,5 Mio. €) enthalten. Eigenkapitalquote liegt bei 34,8 ProzentDas Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um 201,9 Mio. € gesunken. Es belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 2,59 Mrd. € (31. Dezember 2015: 2,79 Mrd. €). Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 34,8 Prozent (31. Dezember 2015: 38,5 Prozent). Die Gewinnrücklagen haben sich durch das Jahresergebnis des Konzerns erhöht. Gleichzeitig reduzierten sie sich durch die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG um 99,4 Mio. €. Die übrigen Eigenkapitalposten verringerten das Eigenkapital im Wesentlichen durch die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Durch die Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne zum Ende des Geschäftsjahres stiegen die versicherungsmathematischen Verluste. Das hat das Eigenkapital um 356,2 Mio. € reduziert. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 43.4 Mio. € positiv beeinflusst. Schulden steigen durch höhere PensionsverpflichtungenDie Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 399,1 Mio. € gestiegen. Das ist ein Anstieg um neun Prozent auf 4,87 Mrd. €. Insbesondere der Zuwachs der Pensionsrückstellungen um 496,1 Mio. € auf 2,11 Mrd. € ist dafür verantwortlich. Der Anstieg von 30 Prozent ist darauf zurückzuführen, dass der verwendete Diskontierungszinssatz der leistungsorientierten Pensionspläne gesunken ist. Er betrug im Inland 1,94 Prozent (31. Dezember 2015: 2,75 Prozent) und in den USA 3,92 Prozent (31. Dezember 2015: 4,2 Prozent). Dadurch steigen die versicherungsmathematischen Verluste deutlich an. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen haben sich erhöht. Sie betrugen 247.4 Mio. € (31. Dezember 2015: 217,0 Mio. €). Hier wirkte sich das niedrige Zinsniveau auf Jubiläums- und Umweltschutzrückstellungen aus. Altersteilzeitrückstellungen erhöhten sich auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe gesunken und liegen bei 172,7 Mio. € (31. Dezember 2015: 293,5 Mio. €). Der Grund dafür liegt darin, dass langfristig erhaltene Anzahlungen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert wurden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen in ähnlicher Größenordnung wie im Vorjahr bei 369,7 Mio. € (31. Dezember 2015: 378,3 Mio. €). Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten haben sich um fünf Prozent auf 438,9 Mio. € (31. Dezember 2015: 460,6 Mio. €) reduziert. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 106,6 Mio. € (31. Dezember 2015: 165,8 Mio. €). Kurzfristige Ertragsteuerrückstellungen und Verbindlichkeiten für Devisentermingeschäfte veränderten sich zum Bilanzstichtag unwesentlich. Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und erfolgsabhängige Vergütungen, haben sich zum Bilanzstichtag leicht erhöht. Finanzierungsverbindlichkeiten bleiben konstantDie lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag konstant bei 1,46 Mrd. € geblieben. WACKER hat im März 2016 neue bilaterale Kredite in Höhe von insgesamt 250 Mio. US-$ aufgenommen und nutzt damit das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung. Im Dezember 2016 wurden 200 Mio. € an Finanzierungsverbindlichkeiten planmäßig getilgt. Der kurzfristige Anteil der Finanzverbindlichkeiten erhöhte sich auf Grund der Fälligkeit einiger zuvor als langfristig ausgewiesener Finanzierungen. Währungseffekte haben die Finanzierungsverbindlichkeiten ebenfalls erhöht. Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle FinanzierungsinstrumenteEin bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, ist der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 15 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente. FinanzlageGrundsätze und Ziele unseres FinanzmanagementsWichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt. WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cash-Management-Systeme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente. FinanzierungsanalyseEin wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Netto-CashflowDas langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2016 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 400,6 Mio. € (2015: 22,5 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen im Wesentlichen durch den operativen Cashflow gedeckt werden. 2.35 Netto-Cashflowscroll
Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inkl. Finanzierungsleasing. 2.36 Netto-Cashflow![]() Brutto-CashflowDer Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (BruttoCashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 736,6 Mio. € (2015: 617,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 19 Prozent. Einem niedrigeren Periodenergebnis von 189,3 Mio. € (2015: 241,8 Mio. €) und höheren Auszahlungen aus dem Working Capital von - 57,3 Mio. € (Vorjahr: - 28,3 Mio. €) standen geringere Steuerzahlungen von 79,5 Mio. € (2015: 218,7 Mio. €) und ein geringerer Abbau von erhaltenen Anzahlungen von 183,1 Mio. € (2015: 238,3 Mio. €) gegenüber. Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 735,2 Mio. € waren deutlich höher als im Vorjahr (2015: 575,4 Mio. €). 2.37 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)![]() Cashflow aus langfristiger InvestitionstätigkeitDer Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2016 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit 516,9 Mio. € deutlich unter denen des Vorjahres (2015: 815,6 Mio. €). Das liegt daran, dass die Investitionen in die Polysiliciumanlagen am Produktionsstandort Charleston abgeschlossen sind. Aus Akquisitionen ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 8,8 Mio. € aus dem Erwerb von Großfermentationsanlagen am neuen Standort León, Spanien. 2.38 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren![]() Cashflow aus FinanzierungstätigkeitDer Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf - 135,8 Mio. € (2015: 57,9 Mio. €). Er zeigt im Wesentlichen die Refinanzierung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von rund 250 Mio. €. WACKER hat im März 2016 neue bilaterale Kredite in Höhe von 250 Mio. US-$ aufgenommen und im Dezember 2016 Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 200 Mio. € planmäßig getilgt. Im 2. Quartal 2016 hat WACKER 99,4 Mio. € an Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Im Vorjahr haben die Einzahlungen aus dem Börsengang der Siltronic AG den Finanzierungs-Cashflow um 361,9 Mio. € erhöht. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDer Finanzmittelbestand verringerte sich von 310,5 Mio. € auf 283,5 Mio. €. Die Liquidität aus Zahlungsmitteln und lang- und kurzfristigen Wertpapieren erhöhte sich jedoch von 381,4 Mio. € auf 465,7 Mio. €. Nettofinanzschulden gingen zurückDie Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Brutto-Finanz-Verschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2016 auf 992,5 Mio. € (31. Dezember 2015: 1,07 Mrd. €). Das sind acht Prozent weniger als vor einem Jahr. Die hohen Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft führten zu einem Anstieg der Liquidität bei gleichbleibenden Finanzierungsverbindlichkeiten. Währungseffekte erhöhten die Nettofinanzschulden um rund 28 Mio. €. Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 800 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein. RatingWACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht. Vorschlag zur GewinnverwendungDie Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2016 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.243,8 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2016 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 99,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2016 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,6 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den VorstandHöhere Absatzmengen in allen fünf Geschäftsbereichen bei niedrigeren Preisen haben das operative Geschäft von WACKER im Jahr 2016 bestimmt. Erhaltene Anzahlungen und Schadenersatzleistungen auf Grund von Auflösungen langfristiger Lieferverträge mit Kunden aus der Solarindustrie haben keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Ergebnisentwicklung gehabt. Ihr Anteil ist deutlich zurückgegangen. Insgesamt hat der Konzern seine Jahresprognose bei allen wesentlichen Steuerungskennzahlen erreicht. 2.39 Nettofinanzschulden![]() Im Chemiegeschäft sind die Umsätze vor allem dank Mengenzuwächsen weiter gestiegen. Gegenläufig haben sich niedrigere Preise ausgewirkt. Das EBITDA der Chemiebereiche ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Die hohe Auslastung der Anlagen, Kosteneffizienz und geringere Rohstoffkosten sind dafür verantwortlich. Bei WACKER POLYSILICON konnten wir deutlich mehr Mengen absetzen bei allerdings niedrigeren Preisen. Die Polysiliciumproduktion war über das ganze Jahr hinweg an unseren Standorten Burghausen und Nünchritz voll ausgelastet. Der neue Standort Charleston wurde planmäßig in der Produktion hochgefahren. In unserem Halbleitergeschäft hat Siltronic den Umsatz aus dem Vorjahr ganz leicht übertroffen. Höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte haben die schwächeren Preise für Siliciumwafer ausgleichen können. Der Personalaufwand ist in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz leicht gestiegen. Die Rohstoffkosten sind in absoluten Zahlen wie auch im Verhältnis zum Umsatz leicht gesunken. Auch der Aufwand für Energie war niedriger als im Vorjahr. Die Abschreibungen sind wie angekündigt deutlich gestiegen - absolut wie auch im Verhältnis zum Umsatz. Das Konzerneigenkapital ist mit 2,59 Mrd. € gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 201,9 Mio. € gesunken. Der Grund dafür sind im Wesentlichen erfolgsneutrale Anpassungen der Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote hat sich von 38,5 auf 34,8 Prozent verringert. Die Nettofinanzschulden des Konzerns haben sich wie erwartet verringert. Dafür verantwortlich sind vor allem die hohen Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft bei gleichbleibenden Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2016 auf 992,5 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr nahezu halbiert. Mit 427,6 Mio. € lagen sie deutlich unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow hat sich so wie erwartet entwickelt. Mit 400,6 Mio. € ist er deutlich höher als im Vorjahr. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere InformationenIn diesem Abschnitt liefern wir weitere Informationen über unsere nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die nicht der Steuerung des Unternehmens dienen, aber für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen. Forschung und EntwicklungMit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:
2.40 Ausgaben für Forschung und Entwicklungscroll
Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,4 Prozent (2015: 3,3 Prozent) trotz der positiven Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau, da unsere Aufwendungen beispielsweise für Prozessentwicklungen gestiegen sind. Aus Lizenzvergaben erhielten wir im Jahr 2016 rund 3,0 Mio. € (2015: 4,2 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2016 haben wir 116 Erfindungen zum Patent angemeldet (2015: 114). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 5.600 aktive Patente sowie 1.900 laufende Patentanmeldungen. F & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir nur in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich. 2.41 Anteil Neuproduktrate (NPR)1![]()
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Umsatzanteil der in den vergangenen fünf Jahren eingeführten Produkte Wir haben unter anderem in neue Pilotreaktoren investiert, um erfolgreiche Produktentwicklungen vom Labor- in den Produktionsmaßstab zu skalieren. Ein Beispiel ist der Pilotreaktor von WACKER POLYMERS in Nanjing, China. Weitere Investitionen gingen in die Laborausstattung von Tochtergesellschaften in China, Korea und Indien, um Entwicklungen vor Ort bei Kunden voranzutreiben. 2.42 Investitionen in F&E-Einrichtungen![]() Ein Großteil unserer F & E-Kosten entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 300 Projekten auf mehr als 30 Technologieplattformen. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energiegewinnung und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin / Health Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie. Im Jahr 2013 hatten wir die Initiative New Solutions gestartet, um technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen rasch zu entwickeln. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. Wir haben neue und bestehende Produkte für innovative Anwendungen auf dem Markt eingeführt. Ein Beispiel für unsere Innovationen ist der 3D-Druck. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Dazu gehört das Projekt OPERA (Organic Phosphor for Efficient Remote led Applications), das wir im Jahr 2016 erfolgreich beendet haben. Das Ziel des von der EU geförderten Projektes OPERA war die Entwicklung von LED-basierten Lichtkomponenten, die die Lichteffizienz durch Remote-Phosphor-Technologie (Trennung des LED-Chips von der weißes Licht bildenden Phosphorschicht) steigern und z. B. als Tageslichtersatz dienen. Im Zeitraum von 2013 bis 2016 entwickelten sechs Projektpartner aus Deutschland, Finnland und den Niederlanden neuartige Lichtkomponenten für die Lichtstreuung, die Lichtreflexion sowie die Übertragung von Licht. 2.43 Struktur der F&E-Aufwendungen![]() Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei EbenenWACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Managementprozess konzernweit transparent dar. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition systematisch bewerten. Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und ForschungseinrichtungenUnsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Halbleitertechnologie, Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2016 arbeitete WACKER bei rund 44 Forschungsvorhaben mit mehr als 40 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Prozesssimulation sowie Prozessentwicklung. WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2016 haben wir rund 170 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 60 internationalen Hochschulen betreut. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern. Den WACKER Silicone Award verleihen wir seit dem Jahr 1987. Dr. Alexander Filippou, Professor für anorganische Chemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, war unser Preisträger im Jahr 2016. Wir haben ihm den mittlerweile 16. Silicone Award im Rahmen der achten Europäischen Siliciumtage im polnischen Posen überreicht. Forschungsarbeit bei WACKERDie zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte und Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Laboren sowie Produktions- und Pilotanlagen und begleiten Applikationsversuche bei Kunden. 2.44 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung zum Stichtag 31. Dezemberscroll
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Verhältnis Mitarbeiter F& E zu Mitarbeiter Konzern gesamt Alexander Wacker InnovationspreisDen mit 10.000 € dotierten Alexander WACKER Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 abwechselnd in den Kategorien Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung. Im Jahr 2016 zeichnete WACKER ein Team aus vier Forschern in der Kategorie Prozessinnovation aus. Sie hatten unser neues 3D-Druckverfahren zur Herstellung von Formteilen aus Silicon entwickelt. Unsere 3D-Drucktechnologie mit dem Markennamen ACEO® nutzt ein so genanntes Drop-on-Demand-Verfahren: Auf einer Unterlage deponiert der Druckerkopf winzige Silicontröpfchen. Schicht für Schicht entsteht so das Werkstück, das sich von Teilen aus Spritzguss kaum unterscheidet. Mit wasserlöslichen Stützmaterialien lassen sich Bauteile mit komplexen Geometrien erzeugen, auch mit innenliegenden Strukturelementen. Abnehmerbranchen für 3D-Druck sind zum Beispiel die Medizintechnik, der Automobilbau (z. B. für Prototypen) sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie. 2.45 Organisation von Forschung und Entwicklung![]() Siltronic Inventor AwardMit dem Inventor Award, der ebenfalls mit 10.000 € dotiert ist, zeichnet die Siltronic AG Mitarbeiter aus, die technologische Innovationen hervorgebracht haben. Im Jahr 2016 ging der Preis an ein Team aus zwei Mitarbeitern von Burghausen sowie einen Mitarbeiter vom Standort Freiberg. Sie hatten einen pp-Epi-Wafer entwickelt, der härter ist, weniger Spannungen im Kristallgitter aufweist und dadurch bessere Leistungen bei den hergestellten elektronischen Bauteilen erreicht. Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und EntwicklungEin neuer Forschungsschwerpunkt ist die Chemie des niedervalenten Siliciums. Das Institut für Siliciumchemie an der Technischen Universität München begleitet dieses Thema, um die Erkenntnisse mittel- bis langfristig in die industrielle Nutzung, beispielsweise in der Katalyse, zu überführen. Unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für siliciumhaltige Anodenaktivmaterialien in Lithiumionenbatterien sind so weit fortgeschritten, dass wir die Marktanforderungen hinsichtlich Kapazität und Zyklenfestigkeit der nächsten Batteriegeneration erfüllen. Globale Technologieführer testen unsere Materialien. Bei unserer Technologieplattform Silicon-Copolymere setzen wir Schwerpunkte auf Herstellverfahren und Additive für Kunststoffe. Wir verbessern Eigenschaften von Gießharzen und optimieren Prozesse zur Extrusion von Kunststoffen, insbesondere mit nachwachsenden Rohstoffen, wie Holz, als Füllstoff. Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren GeschäftsbereichenNeue Materialien für die Elektroisolation sowie das Wärmemanagement für verbesserte Leitfähigkeit in Elektronikanwendungen sind Schwerpunkte unserer Forschungsteams bei WACKER SILICONES. Elektroaktive Siliconpolymere (EAP) für Sensoren und Aktoren stehen ebenfalls im Fokus von WACKER SILICONES. Silicone mit verbesserter Klebkraft bei sanfter Ablösung fördern die Wundbehandlung und können Wirkstoffe gezielt abgeben. Im Bereich Consumer Care entwickeln wir Siliconpartikel mit neuen Funktionalitäten für Kosmetikanwendungen sowie für verbesserten Halt von Haarpflegeprodukten. WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf Polymere, die das Formulieren emissionsarmer Endprodukte ermöglichen und damit die Anforderungen strengster Umweltsiegel erreichen. Wir arbeiten intensiv an Produkten, die frei von alkylphenol-modifizierten Tensiden (APEO) und Formaldehyd bzw. arm an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind. Beispiele sind funktionalisierte Polymerdispersionen für zementäre Dichtungsmassen, Dispersionsinnenfarben sowie Polymerdispersionen zum Veredeln mineralischer Oberflächen. 2.46 Wichtige Produkteinführungen 2016scroll
Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat sein Verfahren ESETEC® 2.0 eingesetzt, um ein Antikörperfragment für MedImmune, die Biopharmazeutika-Sparte von Astra-Zeneca, herzustellen. Unsere Technologie überzeugt durch hohe Produktivität und einfache Aufreinigungsprozesse. Mit der neuen CANDY2GUM®-Technologie lassen sich in einem Kochprozess wasserbasierte, fetthaltige und natürliche Inhaltsstoffe wie Fruchtsäfte, Kakao und Kaffee in Süßwaren einarbeiten, die beim Verzehr vom Kaubonbon zum Kaugummi werden. Wir haben 3D-Druck für individualisierbare Kaugummiformen entwickelt. Den neuen Produktionsstandort von WACKER POLYSILICON in Tennessee, USA, haben wir mit einer energieeffizienten Generation von Abscheidereaktoren mit höherer Ausbringung in Betrieb genommen. Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht enorme Fortschritte. Unsere Kunden haben die Sägeverluste sowie die Waferdicke kontinuierlich reduziert. Parallel wird der Zellwirkungsgrad erhöht. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie es von WACKER POLYSILICON produziert wird. Bei multikristallinen Standardzellen liegt der Zellwirkungsgrad bei über 18 Prozent, bei monokristallinen im Bereich von 20 Prozent. Die Wirkungsgrade monokristalliner Hochleistungszellen (High Efficiency Cells) reichen von über 20 bis zu 25 Prozent. Parallel erhöhen unsere Kunden kontinuierlich den Modulwirkungsgrad. Kommerzielle Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von bis zu 22 Prozent. Die Energierückflusszeit - also die nötige Betriebsdauer eines Solarmoduls, um den Energieaufwand seiner Herstellung zu erzeugen - liegt je nach geografischer Lage der installierten Solarmodule zwischen sechs (Sahara) und 18 Monaten (Nordeuropa). Unser Geschäftsbereich Siltronic unterstützt seine Kunden mit langjährigen Design-Rule-Projekten dabei, die Integrationsdichte auf Speicherchips und Mikroprozessoren kontinuierlich zu erhöhen. Qualitätsparameter der von uns produzierten Wafer sind die Ebenheit sowie die Freiheit von immer kleineren Oberflächendefekten. Wir tragen damit zu kompakteren Sensoren bei, die u. a. in Kameras eingesetzt werden. Dies ist auch Basis für steigende Schalteffizienzen in Leistungselektronik, die den Wirkungsgrad z. B. von Netzteilen erhöhen. Siltronic bedient mit maßgeschneiderten Entwicklungsprojekten eine Vielzahl von Spezialanwendungen, wie Elektromobilität und Industrie 4.0. (→ Siehe Tabelle 2.46 auf Seite 74) MitarbeiterBelegschaft leicht gewachsenDie Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2016 um 1,4 Prozent erhöht. Wesentlicher Grund für den leichten Zuwachs ist das Hochfahren der Polysiliciumproduktion in Tennessee, USA. Siltronic hat ihre Produktivitätsmaßnahmen im Berichtsjahr fortgeführt. In Deutschland arbeiten 71 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 29 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt. 2.47 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezemberscroll
WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (54,0 Prozent). Rund jede siebte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (14,3 Prozent). 2.48 Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezemberscroll
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf 1.379,4 Mio. € gestiegen. Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 272,5 Mio. € (2015: 279,9 Mio. €). Gründe für den Anstieg sind die höhere Beschäftigtenzahl und die Tarifsteigerung. 2.49 Personalaufwandscroll
Zum fixen Grundgehalt mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Die Summe der im Jahr 2016 ausgezahlten variablen Entgeltkomponenten betrug konzernweit 69,3 Mio. €. Die IG BCE und die Arbeitgeber der chemischen Industrie haben sich im Juni 2016 auf einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten geeinigt. Die Tarifentgelte stiegen in der ersten Stufe zum 01. September 2016 um drei Prozent. Zum 01. Oktober 2017 werden sie um weitere 2,3 Prozent steigen. Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.000 Mitglieder und leistet an rund 8.200 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 650 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung. Aus- und Weiterbildung auf hohem NiveauBei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2016 starteten 174 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 596 Auszubildenden etwa so viele Lehrlinge beschäftigt wie im Vorjahr (2015: 597). Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 4,7 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres (2015: 4,7 Prozent). Einen Großteil der geeigneten Auszubildenden - 154 Absolventen - hat WACKER im Jahr 2016 übernommen, davon 41 befristet und 113 unbefristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für 22 Partnerunternehmen aus. Insgesamt hat WACKER im Jahr 2016 7,9 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2015: 7,7 Mio. €). Vielfalt in der BelegschaftSeit dem Beitritt zur bundesweiten Initiative "Charta der Vielfalt" im Jahr 2015 setzt WACKER jährlich Schwerpunktthemen, die den Mitarbeitern die Chancen und Herausforderungen einer vielfältigen Belegschaft bewusst machen sollen. Im Jahr 2016 lag der Schwerpunkt auf dem Thema Generationenmix. Künftig werden unterschiedliche Generationen etwa zehn Jahre länger zusammenarbeiten als heute, die Belegschaft wird dadurch heterogener. Gründe dafür: Die älteren Mitarbeiter bleiben durch eine Anhebung des Rentenalters länger im Unternehmen, während Nachwuchskräfte auf Grund der europaweiten Harmonisierung von Studiengängen sowie der verkürzten Schulzeit früher ins Unternehmen nachrücken. Neben dem Thema Generationen beschäftigt sich das Diversity Management bei WACKER noch verstärkt mit den Themen Geschlecht und kultureller Hintergrund. Menschen aus 69 verschiedenen Nationen arbeiten für WACKER. Zum Jahresende 2016 waren 43 der konzernweit 196 Oberen Führungskräfte nicht deutscher Nationalität - dies entspricht einem Anteil von 22 Prozent. Insgesamt waren im OFK-Kreis 17 Nationalitäten vertreten. Das seit dem 01. Mai 2015 geltende Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen setzt WACKER in Deutschland so um: Vorstand: Auch bei der Besetzung des Vorstands misst die Wacker Chemie AG dem Thema Vielfalt eine hohe Bedeutung bei. Wichtigste Kriterien sind dabei Kompetenz und Qualifikation. Für die erste Frist (30. Juni 2017) stehen keine regulären Neubestellungen im Vorstand an. Der Aufsichtsrat hat daher eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand bis zum 30. Juni 2017 von null festgelegt. Führungsebenen unter Vorstand: WACKER orientiert sich an den im Organigramm der Wacker Chemie AG abgebildeten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands. Auf der zweiten Berichtsebene haben wir zusätzlich festgelegt, dass wir nur Führungskräfte einbeziehen, die im höchsten außertariflichen Gehaltsband liegen oder Obere Führungskräfte sind und Mitarbeiter führen. Als Berichtszeitraum haben wir auch für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands das Zeitfenster bis zum 30. Juni 2017 gewählt. Da unsere Zahlen zur Ermittlung des Status quo auf dem Stichtag 30. Juni 2015 basieren, können wir somit die Entwicklung über einen Zweijahreszeitraum betrachten. Frauenanteil: Für die erste Führungsebene streben wir an, den Frauenanteil von acht Prozent auf zehn Prozent zu erhöhen. Für die zweite Führungsebene haben wir uns das Ziel gesetzt, den Frauenanteil von 14,5 Prozent auf 17,5 Prozent zu steigern. Ideenmanagement: Prozess verschlanktDie Ideen seiner Mitarbeiter helfen WACKER, besser zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Jahr 2016 stieg die Zahl der eingereichten Verbesserungsvorschläge gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent. Auch die Beteiligungsquote (Zahl der Einreicher pro 100 Mitarbeiter) und der Gesamtnutzen legten zu. Im Berichtsjahr haben wir das Ideenmanagement-System überarbeitet und die Prozesse zur Bearbeitung der Ideen verschlankt. WACKER beschäftigt sich seit Jahren mit dem demografischen Wandel. Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten im Konzern lag zum Bilanzstichtag bei 43,0 Jahren. Die Belegschaft im Ausland ist jünger als in Deutschland. Im Ausland unterscheiden sich die Altersstrukturen stark. Die Länder Asiens beschäftigen vor allem jüngere Mitarbeiter (durchschnittliches Alter: 35,6 Jahre), die Belegschaft der US-Niederlassungen war im Schnitt 44,7 Jahre alt. Unsere regional unterschiedlichen Altersstrukturen stellen keine Besonderheit von WACKER dar, sondern reflektieren die Altersstrukturen des jeweiligen Kontinents oder Landes. 2.50 Ideenmanagementscroll
Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Bindung unserer Belegschaft an das Unternehmen bestätigt dies. Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 18,8 Jahren zu unserem Unternehmen (2015: 18,4 Jahre). 2.51 Fluktuationsratescroll
Beliebter Arbeitgeber unter FührungskräftenWACKER gehört nach Einschätzung ihrer eigenen Führungskräfte zu den drei beliebtesten Arbeitgebern in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. In der jährlich stattfindenden Befindlichkeitsumfrage des Führungskräfteverbands Chemie VAA belegt WACKER im Berichtsjahr den dritten Platz. Die Durchschnittsbewertung aller 24 teilnehmenden Unternehmen lag wie im Vorjahr bei 3,1 (nach deutschen Schulnoten). Mit einer Note von 2,63 liegt WACKER über dem Schnitt und machte zugleich unter den Teilnehmern den größten Sprung nach vorn. 2.52 Demografieanalyse 2016 Deutschland und Ausland![]() NachhaltigkeitNachhaltigkeitssteuerungSeit Jahren ist Nachhaltigkeit als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie als eines unserer fünf strategischen Ziele erklärt und eigene Verhaltensgrundsätze erstellt haben. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen. Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. Mit diesen Selbstverpflichtungen gehen wir über gesetzlich geforderte Standards zum Schutz von Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft hinaus. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie die Grundsätze des Global Compact und der Initiative Responsible Care® ebenfalls einhalten. Dies ist Bestandteil unserer allgemeinen Beschaffungsbedingungen. Im Geschäftsjahr 2016 hat WACKER bei strategischen Projekten der Nachhaltigkeitssteuerung wichtige Fortschritte erzielt. Regionaler SchwerpunktIm Jahr 2016 legte WACKER den regionalen Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Europa. Dabei haben wir einzelne Standorte, unter anderem die deutschen Standorte Stetten und Halle sowie unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla, auf Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheit überprüft. KonzernzertifikatDie von uns durchgeführte Konzernzertifizierung stellt sicher, dass kundenbezogene Vorgaben und unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten umgesetzt werden. Fast alle Produktionsstandorte von WACKER sind in die Konzernzertifikate ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) eingegliedert. Ausnahmen bilden die Wacker Química do Brasil, das Werk Kalkutta der Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Indien, sowie der Standort Tsukuba der Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan. Diese haben entsprechende Einzelzertifikate. Das neue Werk in Charleston, USA, wurde nach dem Hochfahren ebenfalls in das Konzernzertifikat ISO 9001 integriert. Seit 2012 sind alle deutschen Standorte der Wacker Chemie AG, Siltronic AG und der Alzwerke GmbH nach ISO 50001 (Energiemanagementsystem) zertifiziert. Im Berichtsjahr sind die Wacker Biotech GmbH und die DRAWIN Vertriebs-GmbH nach dieser Norm erfolgreich zertifiziert worden. Die siliconproduzierenden Standorte Burghausen und Nünchritz, Deutschland, Jandira, Brasilien, Zhangjiagang, China, und Amtala, Indien, sind nach der Norm ISO 22716 für die Kosmetikindustrie zertifiziert. Nachhaltigkeitsbericht: bester der BrancheIm Jahr 2016 haben das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung und future e. V. ihr Ranking der Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht. Die Initiative im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wertete zum neunten Mal die Nachhaltigkeitsberichte der 150 größten deutschen Unternehmen aus. Der WACKER-Nachhaltigkeitsbericht 2013 / 2014 verbesserte sich gegenüber dem letzten Ranking und landete auf dem 11. Platz (2011: 14. Platz). In der Branche Chemie / Pharma erreichte er den 1. Platz. Analyse wesentlicher NachhaltigkeitsthemenNach den regelmäßigen Stakeholderbefragungen im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung haben wir im Jahr 2016 erstmals auch unser Top-Management zu wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen befragt. Ergebnis: Die drei Top-Themen aus Sicht von Unternehmen und Stakeholder sind Compliance, Produktsicherheit und Anlagensicherheit. Arbeits- und AnlagensicherheitEin wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst. Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden. Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stoffaustritt oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern. WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit. Beim Arbeitsschutz haben wir uns das Ziel gesetzt, bis 2020 die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden konzernweit auf mindestens 1,7 zu senken. Konzernweit verzeichneten wir im Berichtsjahr 3,0 Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen pro eine Mio. Arbeitsstunden. Bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen) weist WACKER, verglichen mit dem Durchschnitt der deutschen Chemieindustrie, deutlich bessere Zahlen aus: Hier betrug die Quote im Berichtsjahr 1,6 pro eine Mio. Arbeitsstunden, während die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie im Jahr 2015 9,4 meldepflichtige Unfälle auf eine Mio. Arbeitsstunden in Chemiebetrieben registrierte. 2.53 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter Konzernscroll
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Unfälle ab einem Ausfalltag Sicherer Transport von GefahrgutWACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu transportieren und zu lagern. Das gilt besonders für Gefahrgut. Im Jahr 2016 wurden in unserem Auftrag über 9.500 lkw überprüft. Seit Jahren ist die Mängelquote niedrig. Im Jahr 2016 lag sie bei Gefahrguttransporten in Deutschland bei ca. 1,3 Prozent (2015: 1,5 Prozent). Die Gefahrgutspediteure werden regelmäßig von WACKER auditiert. Über Vorgaben stellt WACKER sicher, dass auch die Unterauftragnehmer unserer Logistikdienstleister unseren hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Im Geschäftsjahr 2016 verzeichneten wir sieben Transportvorkommnisse. Mitgerechnet sind auch Unfälle ohne Gefahrgut, unabhängig davon, ob sie Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Für Produkte mit hohem Gefahrenpotenzial setzen wir Verpackungen und Tanks nach den höchsten Sicherheitsstandards ein, die teilweise über den gesetzlichen Anforderungen liegen. Engagement für FlüchtlingeWACKER übernimmt gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner Standorte. Ein besonderes Anliegen ist uns die naturwissenschaftlichtechnische Ausbildung junger Menschen. Wir brauchen engagierte Wissenschaftler und Ingenieure, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen. Im Jahr 2016 haben wir zum zehnten Mal die Patenschaft und Organisation des Landeswettbewerbs Jugend forscht in Bayern übernommen. Seit 2007 unterstützt WACKER das christliche Kinder- und Jugendwerk "Die Arche" in München. Die Initiative kümmert sich um rund 400 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien, darunter auch Flüchtlingskinder. Im Berichtsjahr übergab WACKER der Münchner Arche zum zehnten Mal eine Spende von 100.000 €. Das WACKER-Ausbildungszentrum Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW) und die Münchner Flüchtlingsinitiative SchlaU-Schule arbeiten seit dem Jahr 2016 zusammen. Ziel der Kooperation ist es, junge Flüchtlinge im Landkreis Altötting beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen und passgenaue Ausbildungsstellen zu vermitteln. Dazu fördert WACKER die SchlaU-Schule über sechs Jahre mit insgesamt 200.000 €. Das BBiW hat mit Unterstützung der SchlaU-Initiative eine berufliche Orientierungswoche für junge Flüchtlinge ins Leben gerufen, an der 18 jugendliche Flüchtlinge teilnahmen. Zwei Flüchtlinge hat das BBiW im Berichtsjahr in eine kaufmännische Ausbildung aufgenommen. Von den zwölf jugendlichen unbegleiteten Flüchtlingen, die im Jugendgästehaus des BBiW betreut werden, haben sechs eine Ausbildung in lokalen Handwerksbetrieben begonnen. Das Werk in Nünchritz, Deutschland, wurde für ein auszubildenden-Projekt zum Thema Flüchtlinge als "Unternehmen für Toleranz" ausgezeichnet. Der Verein Arbeit und Leben Sachsen verleiht den Titel an Betriebe, die sich für Integration, Vielfalt und Toleranz und gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzen. WACKER Hilfsfonds: Einsatz für FlutkatastropheEin Jahrhunderthochwasser hat im Juni 2016 Teile Niederbayerns, Deutschland, überflutet. Viele Privatpersonen und soziale Einrichtungen sind betroffen, darunter WACKER-Mitarbeiter. Die Wacker Chemie AG unterstützt mit ihrer Stiftung, dem WACKER Hilfsfonds, Betroffene in der Region. Im Rahmen einer Spendenaktion sammelte der WACKER HILFSFONDS rund 156.000 €. Das Unternehmen verdoppelte die Gelder, die Mitarbeiter aufgebracht haben, so zuvor als Wiederaufbauhilfe rund 312.000 € zur Verfügung stehen. Darüber hinaus spendete WACKER 100.000 € als Soforthilfe für Flutopfer. UmweltschutzWACKER legt besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. Mit unseren Umweltschutzmaßnahmen gehen wir oft über die gesetzlichen Anforderungen hinaus - das entspricht dem Kerngedanken der Initiative Responsible Care®. WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Emissionen und Abfälle. Unser Engagement im Umweltschutz spiegelt sich in Auszeichnungen wider. So wurde z. B. WACKER Greater China für seinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung erneut mit dem Shanghai Magnolia Silver Award geehrt. Das Sicherheitskomitee der Freihandelszone Zhangjiagang zeichnete die Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen des dortigen WACKER-Produktionsstandorts aus. Die Stadt Portland würdigte die Nachhaltigkeitsarbeit des US-amerikanischen Siltronic-Produktionsstandorts mit der Gold Sustainability at Work Certification. Für den nachhaltig sicheren Betrieb der Abwasserbehandlungsanlage der dortigen Waferproduktion verlieh die Stadt Portland den Gold Compliance Award. Im Jahr 2016 haben wir 5,5 Mio. € (2015: 5,7 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Im gleichen Zeitraum beliefen sich die Umweltschutzbetriebskosten auf 81,0 Mio. € (2015: 83,8 Mio. €). Wasserverbrauch mit dem Global Water Tool© geprüftWir nutzen das Global Water Tool© (GWT) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), um den jährlichen relativen Wasserstressindex der Länder zu ermitteln, in denen unsere wichtigsten Produktionsstandorte sind. Die seit dem Jahr 2012 durchgeführte Auswertung basiert auf Auswertungen zum Wasserstressindex der Water Systems Analysis Group der University of New Hampshire, USA. Dieser gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen Wasserbedarf und Verfügbarkeit von sich erneuerndem Süßwasser. Das Ergebnis zeigt, dass unsere wichtigsten Produktionsstätten in Regionen mit einem niedrigen relativen Wasserstressindex liegen. Auf diese Regionen entfallen mehr als 97 Prozent unseres jährlichen Wassereinsatzes und über 90 Prozent unseres Produktionsvolumens. Auf Produktionsstandorte in Ländern, für die mit dem GWT keine Informationen zum Wasserstressindex verfügbar sind, entfallen weniger als 0,5 Prozent unseres Wasserverbrauchs. Im Rahmen des Umweltpakts Bayern unterstützen wir mit sieben weiteren Unternehmen aus dem bayerischen Chemiedreieck im Verein "Naturnahe Alz" den bayerischen Staat dabei, den Fluss Alz zu renaturieren und dessen Ökosystem nachhaltig zu stärken. Umweltrelevante Projekte an den ProduktionsstandortenIm Jahr 2016 haben wir den rund 17 Kilometer langen Alzkanal am Standort Burghausen saniert. Dessen Wasser dient zur Strom- sowie zur Kühl- und Brauchwasserversorgung des Standorts Burghausen. Während der Sanierung haben wir die alternative Versorgung mit Kühl- und Brauchwasser sowie die geänderte Entsorgung von Kühl-, Brauch- und Abwasser mit einem Monitoringprogramm überwacht, um sicherzustellen, dass die Gewässerökologie nicht nachteilig beeinträchtigt wurde. Wir haben ersatzweise Wasser aus dem Fluss Salzach als Kühl- und Brauchwasser genutzt, das eine deutlich niedrigere Wassertemperatur aufweist als das Wasser des Alzkanals; durch diese Sondersituation musste deutlich weniger Wasser eingesetzt werden. Durch die neue Polysiliciumproduktion in Charleston, USA, haben sich die Abwasserfrachten an CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) erhöht. Der Anstieg von AOX (halogenierte organische Kohlenwasserstoffe) wurde durch die Einleitung eines am Standort Burghausen ansässigen Unternehmens in das WACKER-eigene Kanalnetz verursacht; der eingeleitete Stoff hatte keine nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt. Die direkten Emissionen von Kohlendioxid (Scope 1) stiegen durch die Inbetriebnahme des Standorts Charleston konzernweit um 4,3 Prozent. Die Stickoxidemissionen (NOx) stiegen sowohl durch den neuen Standort Charleston als auch durch eine neue Messmethode bei der gesetzlich erforderlichen Emissionsdatenerfassung am Standort Holla, Norwegen. Die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) sind am Standort Burghausen gesunken; konzernweit stiegen sie leicht durch höhere Produktionsmengen an den Standorten Nanjing, China, und Ulsan, Korea. Eines unserer Konzernumweltziele ist, die spezifischen Staubemissionen von 2012 bis 2022 pro Tonne Produkt zu halbieren. Dies betrifft im Wesentlichen die Siliciummetallproduktion am Standort Holla, Norwegen, wo wir im Berichtsjahr die Filteranlagen zur Staubreduktion umgebaut haben. Während des behördlich genehmigten, vierwöchigen Ausnahmebetriebs auf Grund des Umbaus stiegen die Staubemissionen vorübergehend an. Betrachtet man nur den Normalbetrieb im Jahr 2016 für die Berechnung der spezifischen Emissionen, so zeigt sich, dass durch bereits umgesetzte Maßnahmen eine Verbesserung von rund 40 Prozent, bezogen auf das Ausgangsjahr 2012, erreicht wurde. Unsere indirekten CO2-Emissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) haben sich im Berichtsjahr auf 1.855 kt (2015: 1.544 kt) erhöht. Ursachen waren die Inbetriebnahme des Standorts Charleston, USA, und dass das Kraftwerk in Burghausen vorübergehend für Revisionsarbeiten abgestellt war. Durch Energieeffizienzmaßnahmen haben wir den gewichteten spezifischen Energieverbrauch und die damit verbundenen spezifischen CO2-Emissionen bei einem vergleichbaren Produktportfolio gesenkt. Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern. Deshalb berechnen wir, nach der erstmaligen Erfassung der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (gemäß Greenhouse Gas Protocol Scope 2) im Jahr 2011, seit dem Jahr 2012 auch unsere Scope-3-Emissionen. Sie umfassen alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, zum Beispiel durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Diese Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2016 an das Carbon Disclosure Project (CDP) weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Das CDP ist eine im Jahr 2000 in London gegründete Non-Profit-Organisation, die mehr Transparenz bei klimaschädlichen Treibhausgasemissionen schaffen will. Die Wacker Chemie AG hat in der jährlichen Nachhaltigkeitsbewertung des Carbon Disclosure Project (CDP) das Performance Profil B auf einer Skala von A bis D erreicht. ProduktverantwortungWACKER berücksichtigt Kriterien des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sowie der Sicherheit in allen Stadien des Produktlebenszyklus. Bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten betrachten wir die Nachhaltigkeitsaspekte der neuen Produkte und Verfahren. Das beginnt beim Einsatz von Rohstoffen: Wir versuchen, möglichst geringe Mengen und ökologisch vorteilhafte Rohstoffe einzusetzen. Unsere Produkte werden in der Regel von Geschäftskunden weiterverarbeitet und im Allgemeinen nicht direkt von Endverbrauchern genutzt. Mit unseren Ökobilanzen betrachten wir den Umwelteinfluss der Produkte entlang ihres Lebenswegs von der Herstellung bis zum Werktor (Cradle-to-Gate-Bilanzen). Diese Analysen ermöglichen uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte bzw. unserer Produktion zu bewerten und zu verbessern. Dabei berücksichtigen wir Material-, Wasser- und Energieeinsatz sowie Ökotoxizität entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Mit dem WACKER EcoWheel® identifizieren wir Fokusthemen der Nachhaltigkeit und legen gemeinsam mit unseren Kunden Schwerpunkte für Forschungsprojekte fest. 2.54 Produktlebenszyklus![]() scroll
2.55 Umweltkennzahlen 2012 - 2016scroll
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CO2-Emissionen werden gemäß Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und
World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting
Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften
Strom umgerechnet in CO2 -Äquivalente). Für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden bei den direkten CO2 -Emissionen des Konzerns auch die Emissionen aus dem Innerwerkverkehr der Standorte
und die Emissionen der biologischen Abwasserreinigung sowie der Notstromaggregate
während der Alzkanalabstellung des Standorts Burghausen berücksichtigt. EnergiemanagementDie chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. Allein in Deutschland nutzt sie rund 20 Prozent des Stroms, der von Industriebetrieben verbraucht wird. Die Wacker Chemie AG verbraucht in Deutschland 4.103 GWh Strom; damit liegt unser Anteil am nationalen Stromverbrauch bei etwa 0,8 Prozent. WACKER verbessert ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. So bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. An den Standorten Burghausen und Nünchritz praktizieren wir seit Jahren Wärmeverbundsysteme und verbessern diese stetig. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (Erdgas) in unseren Kraftwerken. Um die Energieeffizienz zu verbessern und den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) zu senken, hat der Vorstand Energieziele für WACKER in Deutschland festgelegt. Unser ursprüngliches Ziel war es, im Zeitraum von 2007 bis 2022 den gewichteten spezifischen Energieverbrauch um ein Drittel zu senken. Im Jahr 2014 hatten wir den spezifischen Energieverbrauch bereits um ein Drittel reduziert. Nun haben wir uns zum Ziel gesetzt, den spezifischen Energieverbrauch bis zum Jahr 2022 auf die Hälfte des Wertes von 2007 zu senken. Effizient Energie erzeugenAm Standort Burghausen nutzen wir unter anderem Wasserkraft, um Strom zu gewinnen. Unser Produktionsstandort in Holla, Norwegen, bezieht seinen Strom überwiegend aus Wasserkraft. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An unserem größten Standort Burghausen erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion: Die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK-Anlage) hat mit über 80 Prozent einen deutlich höheren Brennstoffnutzungsgrad als konventionelle Kraftwerke zur getrennten Strom- und Wärmeerzeugung. Vom konzernweiten Strombedarf entfielen 71 Prozent (2015: 78 Prozent) auf die Produktionsstandorte in Deutschland. Den spezifischen Energieverbrauch haben wir durch Effizienzmaßnahmen im Jahr 2016 weiter reduziert. Unsere KWK-Anlage und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz erzeugten im Jahr 2016 rund 1.416 GWh Strom (2015: 1.451 GWh). Damit produzierte WACKER mit umweltfreundlichen Verfahren rund 25 Prozent seines Gesamtstrombedarfs selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der aus unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung und der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, stammt, belief sich im Berichtszeitraum konzernweit auf rund 1,0 Mio. Tonnen (2015: 1,1 Mio. Tonnen). 2.56 Stromversorgung![]()
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Im Ausland beziehen wir den Strom fremd auf Basis des örtlichen Standardenergiemix Mit seinen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an den Standorten Burghausen und Nünchritz unterliegt WACKER dem europäischen Emissionshandel. Seit dem Jahr 2014 kaufen wir zum Ausgleich der Unterdeckung Emissionszertifikate für unsere unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen. 2.57 Energieverbrauchscroll
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Kohle, Holzkohle, Holz; eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen,
als Reduktionsmittel Einkauf und LogistikDas Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2016 zurückgegangen. Die wesentlichen Gründe dafür sind deutlich geringere Investitionsausgaben und günstigere Rohstoffpreise. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe und Energie sowie für Dienstleistungen, Material und Equipment. WACKER hat für Rohstoffe, Material und Dienstleistungen 3,33 Mrd. € (2015: 3,66 Mrd. €) ausgegeben. Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionsprojekte in Höhe von 428 Mio. € (2015: 834 Mio. €). Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag bei 62 Prozent (2015: 69 Prozent). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 1.300 verschiedene Rohstoffe sowie eine Vielzahl technischer Güter und Dienstleistungen für den Anlagenbau und die Instandhaltung beschafft. Die Zahl unserer Lieferanten beläuft sich auf rund 11.500 (10.500 im Technischen Einkauf & Logistik, 1.000 im Rohstoffeinkauf). Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe leicht unter VorjahresniveauDas Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,64 Mrd. € (2015: 1,73 Mrd. €) 5,2 Prozent unter dem Vorjahr. Die Mengen sind gegenüber 2015 im mittleren einstelligen Prozentbereich gestiegen. Dagegen sanken die durchschnittlichen Beschaffungspreise für Rohstoffe und Energie um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang des Ölpreises hat im Jahr 2016 auch zu einer Preisentlastung unserer Rohstoffe Ethylen, Essigsäure und Vinylacetatmonomer geführt. Der Anstieg der brasilianischen Siliciumexporte nach Nordamerika und Europa hat zu geringeren Preisen im Siliciumeinkauf geführt. Auch die Preise für Energie, insbesondere Erdgas, waren im Vorjahr rückläufig. Im Jahr 2016 hat die EU-Kommission energieintensiven Unternehmen in Deutschland die gewährte Reduzierung von Umlagen und Steuern auf Strompreise bestätigt. Das hat die regulatorischen Unsicherheiten auch für WACKER verringert. 2.58 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)scroll
Technischer Einkauf & LogistikDas Rechnungsvolumen im Zentralbereich Technischer Einkauf & Logistik liegt auf Grund geringerer Investitionsausgaben rund zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Lieferzeiten bewegen sich auf dem Vorjahresniveau. Zehn Prozent unserer Lieferanten decken 90 Prozent unseres Einkaufsvolumens im Bereich Technischer Einkauf & Logistik ab. Im Geschäftsjahr 2016 haben wir in spezifischen Segmenten wie in der Logistik und bei technischen Dienstleistungen größere Rahmenverträge über mehrere Jahre abgeschlossen. Die Initiative, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern, zeigt weiterhin messbare Ergebnisse und wird auf breiter Basis fortgeführt. Der Projekteinkauf hat im vergangenen Jahr 15 Projekte in verschiedenen Planungsstadien betreut. Die größten davon waren der Abschluss des Polysiliciumausbauprojekts im US-Bundesstaat Tennessee sowie der neue Dispersionsreaktor im US-Bundesstaat Kentucky. Die systematische Risikobeobachtung ist für WACKER ein wichtiges Instrument, um unsere Lieferbeziehungen richtig bewerten zu können. Dabei kamen Analysen von Ratingagenturen, eigene Lieferantenbewertungen und verstärkt der direkte Kontakt zu unseren Partnern zum Einsatz. Durch den Technischen Einkauf wurden für das Jahr 2016 rund 350 Lieferanten beurteilt. In Deutschland, dem nach wie vor größten Beschaffungsmarkt, arbeiten wir mit rund 6.500 Lieferanten zusammen. Die durchschnittliche Lieferantenbindungsdauer (Technischer Einkauf & Logistik) beträgt zehn Jahre. Am diesjährigen Lieferanten- und Logistiktag in Burghausen nahmen rund 300 Unternehmen teil. Transportvolumen hat sich erhöhtDas Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Burghausen als größte Logistikdrehscheibe des Konzerns erhöhte das Versandvolumen um rund drei Prozent auf rund 825.000 Tonnen (2015: 800.000 Tonnen). Die Zahl der LKW-Ladungen ist leicht gestiegen, genauso wie die der Übersee-Container. Das Volumen wurde über 43.000 LKW-Ladungen und 14.400 Übersee-Container abgewickelt. WACKER ist Teil der Einkaufsinitiative "Together for Sustainability". Sie hat das Ziel, ein standardisiertes globales Programm zur verantwortungsvollen Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen in der Chemiebranche einzuführen und die ökologischen und sozialen Standards bei Lieferanten zu verbessern. ProduktionProduktionsmengen gegenüber dem Vorjahr gestiegenDie Produktionsmengen sind im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir so große Mengen verkauft wie nie zuvor. Auch in den Chemiebereichen verzeichneten wir einen Mengenanstieg und eine hohe Auslastung. In den Chemiebereichen lag die Produktionsauslastung bei über 80 Prozent. Wesentliche Abschaltungen von Anlagen gab es nicht. Die Produktionskosten haben sich um 8,6 Prozent erhöht. Die Instandhaltungskosten bewegen sich mit 472 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. 2.59 Produktionsauslastung 2016scroll
Im Geschäftsjahr 2016 betrugen die Investitionen in neue Produktionsanlagen 427,6 Mio. € (2015: 834,0 Mio. €). Der größte Teil davon entfiel auf die Fertigstellung der neuen Polysiliciumproduktion im US-Bundesstaat Tennessee. Die Projektabwicklung bei allen Investitionsprojekten liegt in den Händen der Ingenieurtechnik von WACKER. 2.60 Wichtige Inbetriebnahmenscroll
Schwerpunkte des ProduktivitätsprogrammsHohe Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist ein Erfolgsgarant von WACKER. Über das Programm "Wacker Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten jedes Jahr weiter zu verringern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mehr als 700 Projekte im operativen Geschäft und in den Zentralbereichen bearbeitet. Rund 500 davon entfielen auf Maßnahmen im operativen Geschäft und rund 200 auf Maßnahmen in den Zentralbereichen. Die Schwerpunkte von WOS: Verbesserung der Rohstoffausbeuten und der spezifischen Energieverbräuche. Für 20 Produktgruppen in den Chemiebereichen arbeiten wir mit einem neuen Ansatz an einer Verringerung der spezifischen Herstellkosten. Die 2009 gegründete WOS ACADEMY hat im vergangenen Jahr in sieben Schulungen knapp 100 Mitarbeiter in der Anwendung neuer Produktivitätsmethoden wie Six Sigma ausgebildet. Parallel zur Ausbildung haben wir Projekte durchgeführt, um die spezifischen Kosten zu verbessern. Vertrieb und MarketingUmsatz von WACKER-Produkten legt zuDer Umsatz unserer Produkte ist im Jahr 2016 gestiegen. Dafür verantwortlich waren vor allem höhere Mengen. Unser Geschäft ist geprägt durch eine hohe Wiederkaufrate. Bei Siltronic haben 100 Prozent der Kunden im Jahr 2016 Produkte bezogen, die auch im Jahr 2015 beliefert wurden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS lag die Wiederkaufrate bei 97 Prozent (bezogen auf den Umsatz), im Geschäftsbereich WACKER SILICONES bei etwas mehr als 90 Prozent. Die Wiederkaufrate bei WACKER POLYSILICON ist nicht aussagekräftig, da sich Kunden aus dem Solargeschäft vollständig zurückgezogen haben. Die Kunden von WACKER unterteilen sich in drei Gruppen: Global Key Accounts, Kunden und Distributoren. Global Key Accounts sind Kunden mit besonderer strategischer Bedeutung für WACKER und mit hohen Umsätzen. WACKER hat aktuell 40 Global Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2016 rund 25 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen (WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS) erwirtschaftet haben. Mit unseren rund 8.000 aktiven anderen Kundenbeziehungen haben wir mehr als 55 Prozent unseres Chemieumsatzes erzielt, rund 20 Prozent mit Distributoren. Vertriebs- und Distributionsnetz ausgebautIm Jahr 2016 sind wir im Distributionsgeschäft der Chemiebereiche moderat gewachsen. Die Zahl unserer Distributoren hat sich auf rund 350 erhöht, da wir unser Distributionsnetz in Asien erweitert haben. Die Zahl der überregionalen Distributorengruppen (fünf) blieb konstant. Der Anteil der 50 wichtigsten Distributoren für unser Geschäft liegt bei rund 75 Prozent des Umsatzes, den wir im Distributionsgeschäft erwirtschaften. Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, den Markenauftritt von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2016 haben wir 14,8 Mio. € (2015: 14,8 Mio. €) dafür ausgegeben. 2.61 Prozentualer Anteil der Marketingkosten![]() scroll
Auf 71 Messen weltweit präsentDie Präsenz von WACKER auf Fachmessen ist im Jahr 2016 auf einem hohen Niveau geblieben. Insgesamt waren wir auf 71 Messen (2015: 86 Messen) mit einem eigenen Stand vertreten. Die wichtigste Messe im Jahr 2016 war die weltweit größte Kunststoffmesse K in Düsseldorf, wo wir neue Produkte und Anwendungen aus dem Geschäftsbereich WACKER SILICONES präsentiert haben. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Im Jahr 2016 haben wir 26 Messen (2015: 30 Messen) einer solchen Analyse unterzogen. 2.62 Messen![]() scroll
Lagebericht (Ergänzende Erläuterungen nach HGB)der Wacker Chemie AGDer Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2016 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. An der Siltronic AG ist die Wacker Chemie AG zum Stichtag direkt und indirekt mit 57,8 Prozent beteiligt. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 59 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Wirtschaftsbericht angegeben. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB. Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Ertragslage der Wacker Chemie AG war im Geschäftsjahr 2016 geprägt durch ein verringertes Betriebsergebnis. Während die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr leicht anstieg, verringerte sich das Betriebsergebnis hauptsächlich auf Grund von höheren Materialaufwendungen. 2.63 Gewinn- und Verlustrechnungscroll
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EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen /Zuschreibungen auf Anlagevermögen. Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen Anstieg von zwei Prozent auf 3,65 Mrd. € (2015: 3,59 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz um vier Prozent auf 1,50 Mrd. € (2015: 1,44 Mrd. €). Etwas rückläufig war der Umsatz im Geschäftsbereich Wacker POLYMERS. Er verringerte sich um ein Prozent auf 731.4 Mio. € (2015: 739,5 Mio. €). Der Geschäftsbereich Wacker BIOSOLUTIONS erhöhte seinen Umsatz auf 138.7 Mio. € (2015: 136,5 Mio. €). Das entspricht einem Plus von zwei Prozent. Wacker POLYSILICON konnte auf Grund steigender Absatzmengen bei niedrigeren Preisen einen Umsatzanstieg von drei Prozent auf 1,10 Mrd. € (2015: 1.07 Mrd. €) erzielen. Die Gesamtleistung erhöhte sich insgesamt um 31,7 Mio. € auf 3,65 Mrd. €. Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2016 auf 1,79 Mrd. € (2015: 1,50 Mrd. €) und beinhaltet hohe Beschaffungskosten für Polysilicium, das im Rahmen einer Auftragsfertigung von der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L.L.C. bezogen wurde. Die Anlagen am neuen Polysilicium-Standort in Tennessee wurden Anfang des Jahres erfolgreich in Betrieb genommen und bis zum Jahresende auf das geplante Produktionsvolumen hochgefahren. Der Beschaffungspreis der Wacker Chemie AG beinhaltet unter anderem die zu Beginn des Jahres angefallenen Anlaufkosten sowie die im Rahmen des Hochfahrens der Produktion entstandenen Leerkosten. Positiv entwickelten sich die Rohstoffpreise. Für alle wesentlichen Rohstoffe fiel der durchschnittliche Einkaufspreis unter das Niveau des Vorjahres. Am stärksten fielen die Preise für Siliciummetall und Vinylacetatmonomer. Zudem gingen die Aufwendungen für Energie zurück. Insgesamt stieg die Materialeinsatzquote auf 48,9 Prozent (2015: 41,5 Prozent). Der Personalaufwand erhöhte sich um sechs Prozent auf 872.4 Mio. € (2015: 825,4 Mio. €) und entwickelte sich nahezu proportional zu den Umsatzerlösen. Grund für die Erhöhung sind die Tarifabschlüsse und Sonderaufwendungen zur Absicherung der künftigen Finanzierung der Wacker Pensionskasse VVaG. Zum 31. Dezember 2016 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.539 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2015: 9.519). Die Personalaufwandsquote blieb mit 23,9 Prozent (2015: 22,7 Prozent) auf gleichem Niveau. Die Abschreibungen haben sich um fünf Prozent auf 296.5 Mio. € (2015: 312,1 Mio. €) verringert. Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichem Ertrag und sonstigem betrieblichem Aufwand, hat sich um 86,5 Mio. € auf - 518,2 Mio. € (2015: -431,7 Mio. €) reduziert. Das geht zum großen Teil zurück auf die geringeren Erträge aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und erhaltenen Schadenersatzleistungen im Zusammenhang mit Vertragsauflösungen mit Polysiliciumkunden. Sie summierten sich im Geschäftsjahr 2016 auf 20,3 Mio. € (2015: 137,6 Mio. €). Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungseffekten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften enthalten. Das Währungsergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr und belief sich auf - 8,6 Mio. € (2015: - 21,1 Mio. €). Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen haben das sonstige betriebliche Ergebnis um 11,6 Mio. € (2015: 5,2 Mio. €) erhöht. Das Betriebsergebnis belief sich auf 180,0 Mio. € (2015: 551,1 Mio. €). Dabei konnten die Chemiebereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS ihren Ergebnisbeitrag weiter steigern. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erzielte im Geschäftsjahr 2016 ein nahezu unverändert positives Ergebnis. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wirkten sich erstmals Materialaufwendungen im Zusammenhang mit der Beschaffung von Polysilicium von der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L.L.C. im Rahmen einer Auftragsfertigung aus. Zudem fielen die Erträge aus Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen sowie erhaltene Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit Vertragsauflösungen mit 20,3 Mio. € geringer aus als im Vorjahr (2015: 137,6 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis belief sich auf Grund geringerer Erträge aus Gewinnübernahmen aus der Ergebnisabführung von Tochtergesellschaften mit 27,1 Mio. € (2015:71,5 Mio. €) unter dem Vorjahresniveau. Es enthält neben Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen Dividendenausschüttungen in Höhe von 38,0 Mio. €. Im Vorjahr beliefen sie sich auf 81,7 Mio. €. In 2015 waren in der Ergebnisabführung der Dritte Venture GmbH Erträge im Zusammenhang mit der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG im Rahmen des Börsengangs enthalten. Das Zinsergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 107,2 Mio. € auf 2,5 Mio. € (2015: - 104,7 Mio. €). Hierbei wirkte sich vor allem die erstmalige Verwendung des zehnjährigen Durchschnittszinses nach der Zinsverordnung der Deutschen Bundesbank aus. Dadurch erhöhte sich der Diskontierungszinssatz für Pensionsverpflichtungen im Vorjahresvergleich leicht. Die Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen betragen daher im Geschäftsjahr 2016 lediglich 13,7 Mio. € (2015: 91,0 Mio. €). Die Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, ebenso die Zinserträge aus Wertpapieren und Festgeldanlagen. Demgegenüber stiegen auf Grund von Konditionspassungen die Zinserträge aus der Finanzierung von Tochtergesellschaften. Die oben beschriebenen Effekte führten dazu, dass sich das Ergebnis vor Steuern auf 208,4 Mio. € (2015: 515,6 Mio. €) und der Jahresüberschuss von 335,8 Mio. € auf 121,4 Mio. € verringerten. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich auf 87,0 Mio. € (2015: 179,8 Mio. €). Er setzt sich zusammen aus den laufenden Steueraufwendungen der Wacker Chemie AG und Steueraufwendungen für die inländischen Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Der Jahresüberschuss betrug 121,4 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2016 ergibt sich nach Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 99,4 Mio. €. Er beläuft sich auf insgesamt 1,24 Mrd. € (2015: 1,22 Mrd. €). Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Bilanzsumme der Wacker Chemie AG beläuft sich auf 5,15 Mrd. € (31. Dezember 2015: 5,14 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte. Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr 2016 auf 3,86 Mrd. € erhöht (31. Dezember 2015: 3,29 Mrd. €). Dabei entwickelten sich Sachanlagevermögen und Finanzanlagevermögen gegenläufig. Das Sachanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, da die Abschreibungen in Höhe von 291,9 Mio. € (31. Dezember 2015: 307,8 Mio. €) die Investitionen in Höhe von 141,7 Mio. € (31. Dezember 2015: 135,2 Mio. €) überstiegen. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich von 2,00 Mrd. € auf 2,72 Mrd. €. Darin enthalten ist eine Ausleihung an die Tochtergesellschaft Wacker Chemical Corporation in Höhe von 600 Mio. €, die die bisherige kurzfristige Finanzierung des neuen Produktionsstandortes Charleston/Tennessee ersetzt. Im Geschäftsjahr 2016 wurden zudem die von der Wacker Chemie AG gehaltenen Anteile an einem geschlossenen Wertpapierfonds aufgestockt. Das Fondsvermögen betrug zum Stichtag 106,4 Mio. € (31. Dezember 2015: 6,4 Mio. €). Das Anlagevermögen beträgt 75 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 64 Prozent. Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Er belief sich auf 424,8 Mio. € (31. Dezember 2015: 428,3 Mio. €). Dagegen stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 357,7 Mio. € auf 414,0 Mio. €. Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich um 60 Prozent und beliefen sich zum Stichtag auf 361,7 Mio. € (31. Dezember 2015: 920,6 Mio. €). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen sind vor allem auf Grund der längerfristigen Finanzierung des Produktionsstandortes im US-Bundesstaat Tennessee deutlich zurückgegangen und betrugen 296,6 Mio. € (31. Dezember 2015: 868,1 Mio. €). 2.64 Bilanzscroll
Die im Vorjahr angelegten Termingelder mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten in Höhe von 20 Mio. € sind im Geschäftsjahr 2016 ausgelaufen. Das Kassen- und Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 88,7 Mio. € (31. Dezember 2015: 118,1 Mio. €). Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,65 Mrd. € (31. Dezember 2015: 2,63 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 51,4 Prozent (31. Dezember 2015: 51,1 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2015 eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.122,4 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2016 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2016 in Höhe von 121,4 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.243,8 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind um 12,2 Mio. € leicht angestiegen auf 705,8 Mio. € (31. Dezember 2015: 693,6 Mio. €). Zur Abzinsung wurde in 2016 erstmals der durchschnittliche Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Die anderen Rückstellungen stiegen im Geschäftsjahr 2016 um 84,7 Mio. € auf 413,5 Mio. € (31. Dezember 2015: 328,8 Mio. €). Sie setzen sich im Wesentlichen aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen zusammen. Grund für den Anstieg sind insbesondere eine Vorsorge zur Absicherung der künftigen Finanzierung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG sowie die Dotierung einer Rückstellung im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung von Polysilicium. Daneben erhöhten sich vor allem die Steuerrückstellungen. Insgesamt bilden die Rückstellungen 22 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) der Bilanzsumme ab. Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 647,0 Mio. € (31. Dezember 2015: 855,3 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 24 Prozent. Er ist im Wesentlichen bedingt durch die Rückzahlung von Bankdarlehen. Zum Stichtag belaufen sich die Kreditaufnahmen bei Banken auf 545,2 Mio. € (31. Dezember 2015: 756,1 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 2,6 Mio. € und beliefen sich zum Stichtag auf 98,3 Mio. € (31. Dezember 2015: 95,7 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf 13 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2015: 17 Prozent). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 36,2 Mio. € auf 184,2 Mio. € (31. Dezember 2015: 148,0 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 516,5 Mio. € (31. Dezember 2015: 450,0 Mio. €). Der Anstieg ist überwiegend auf zum Stichtag noch nicht bezahlte Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung von Polysilicium bei der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L.L.C. zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen aus. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug 38,2 Mio. € (31. Dezember 2015: 38,8 Mio. €) zum Bilanzstichtag 2016. Dieser betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 520,7 Mio. € (2015: 501,3 Mio. €). Das liegt im Wesentlichen an den höheren Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung. Gegenläufig wirkt sich das geringere Jahresergebnis aus. Darüber hinaus wirken sich im Geschäftsjahr 2016 höhere nicht zahlungswirksame Aufwendungen aus der Dotierung von Rückstellungen positiv aus. Die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen reduzierten sich erwartungsgemäß um - 161,1 Mio. € auf Grund der erfolgten Lieferungen sowie einbehaltener Vorauszahlungen aus aufgelösten Verträgen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit der Wacker Chemie AG hat sich mit - 223,8 Mio. € (2015: - 182,1 Mio. €) etwas erhöht. Nicht sofort notwendige Mittel wurden zur Aufstockung des geschlossenen Fonds verwendet. Das führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von 100,0 Mio. €. Dem gegenüber steht ein Mittelzufluss aus dem Verkauf von Wertpapieren im Volumen von 20 Mio. €. Des Weiteren flossen Mittel in laufende Investitionen in Sachanlagevermögen. Sie waren mit 137,0 Mio. € etwas geringer als im letzten Geschäftsjahr (2015: 144,6 Mio. €). Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung von Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmals deutlich. Er belief sich auf 537,9 Mio. € (2015: 352,9 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf - 326,3 Mio. € (2015: - 304,9 Mio. €). Mit den freien Mitteln wurden im Geschäftsjahr 2016 Bankverbindlichkeiten in Höhe von 200,0 Mio. € (2015: 150,0 Mio. €) zurückgeführt. Der Umfang der konzerninternen Finanzierung der Wacker Chemie AG stieg nur noch leicht an. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2015 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von - 99,4 Mio. €. Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des geschlossenen Investmentfonds und des Kassen- und Bankguthabens, hat sich zum 31. Dezember 2016 von 144,5 Mio. € auf 195,1 Mio. € leicht erhöht. Die Nettofinanzschulden berechnen sich als Saldo aus der so definierten Liquidität und den Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten. Sie haben sich infolge der Mittelanlage im geschlossenen Fonds und der neuerlichen Tilgung der Bankverbindlichkeiten deutlich verringert. Hier wirkte sich vor allem der verbesserte Netto-Cashflow positiv aus. Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 beliefen sich die Nettofinanzschulden auf 350,1 Mio. € (2015: 611,6 Mio. €). Risiken und ChancenDie Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. → Weitere Informationen hierzu finden sich dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem". AusblickDie wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2017 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,10 und zum Yen von 120. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird. Wir gehen davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt und das EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen positiven Jahresüberschuss, der unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2016 liegen wird. VeröffentlichungDer von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. → www.wacker.com RisikoberichtBeschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-ManagementGanzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-ManagementDas Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen. Als Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert. Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem so genannten "Three Lines of Defense Modell". Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten. Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter durch. Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption. RisikosteuerungWACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:
Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand. 2.65 Three Lines of Defense Modell![]() Organisation und Instrumente des RisikomanagementsystemsDas konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:
RisikoidentifikationRisiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds. Bewertung, Quantifizierung und Management von RisikenIdentifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab. Der Zentralbereich Controlling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Einkauf Rohstoffe & Energie, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht. Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern. 2.66 Risikomanagementsystem![]() Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes KontrollsystemDas interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden. Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des iks nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, werden die Angaben konsolidiert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahrs und zu den Quartalen. Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden. Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer. 2.67 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)![]() Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert der Zentralbereich Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren. Compliance-ManagementWACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen. Die weltweit 23 Compliance-Beauftragten des WACKER-Konzerns sitzen in Deutschland, den USA, China, Taiwan, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland, Norwegen sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Compliance-Themen in Ländern, die hier nicht genannt sind, werden vom Chief Compliance Officer von Deutschland aus bearbeitet. Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption zu verhindern. Im Jahr 2016 fand ein thematischer Austausch aller Compliance Officer in München statt, um das weltweite Vorgehen gegen Gesetzesverstöße einheitlich abzustimmen. Ein weiterer Fokus lag wie schon 2015 auch im abgelaufenen Geschäftsjahr auf der Abwehr von Cyberkriminalität. So wurde beispielsweise eine spezielle Kampagne zu diesem Thema gestartet, um die Mitarbeiter für die Gefahren von Cyberkriminalität zu sensibilisieren. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als fünf Mio. € wurden im Jahr 2016 nicht identifiziert. Interne RevisionDie interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert. Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Prüfungsschwerpunkte waren im Geschäftsjahr 2016 die Einhaltung von Umweltauflagen in den USA sowie die Umsatzkommissionierung und -rabattierung inkl. deren rechnungslegungsbezogener Behandlung. Bei den durchgeführten funktionsübergreifenden Geschäftsprozessaudits von Tochtergesellschaften wurden auch Aspekte der Anlagensicherheit überprüft, beispielsweise die Durchführung von Sicherheitsschulungen oder von technischen Kontrollen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als fünf Mio. € keine wesentlichen Beanstandungen zur ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme. Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Externe KontrolleExtern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat. Zentrale RisikofelderDefinition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von RisikenWir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:
Die folgende Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2017. 2.68 Eintrittwahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2017scroll
Gesamtwirtschaftliche RisikenSzenario: Konjunktur schwächt sich ab. Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still. Um einem Konjunkturabschwung zu begegnen, nutzen wir auch das Instrument der Kurzarbeit und verlängern keine befristeten Arbeitsverträge. Einschätzung und Risikobewertung: Für das Jahr 2017 erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft fortsetzen wird. Risiken für die Konjunktur ergeben sich aus den anhaltenden geopolitischen Krisen sowie aus der gestiegenen politischen Unsicherheit in Europa und in den USA. Eine unerwartete Eintrübung der Wirtschaftslage in China könnte die Weltwirtschaft ebenso bremsen wie mögliche Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten. In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Absatzregionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen. Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Entwicklungen beeinflussen die Rahmenbedingungen zusätzlich. Die Entwicklung von Absatzmengen und Preisen im Geschäft von Siltronic mit Halbleiterwafern hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Erstens kommt es darauf an, wie sich die Nachfrage von Konsumenten und Industrie nach elektronischen Geräten entwickelt - beispielsweise nach Computern, Smartphones und Tablet-PCs. Zweitens spielt das Verhältnis zwischen den weltweit verfügbaren Produktionskapazitäten und der Nachfrage der Halbleiterhersteller eine wichtige Rolle. Beide Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang miteinander. Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der beschriebenen Risiken kann es allerdings grundsätzlich sein, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2017 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER. AbsatzmarktrisikenSzenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen. Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte. Maßnahmen: WACKER begegnet diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden. Einschätzung und Risikobewertung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2017 für unsere Produkte gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES gibt es bei der Siloxanproduktion in China Überkapazitäten wie auch in einzelnen Segmenten, beispielsweise bei Flüssigsiliconkautschuk, die zu einer niedrigeren Auslastung führen können. Der Preisdruck auf die Produkte in den Chemiebereichen bleibt im Jahr 2017 bestehen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt. Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich. Szenario 2: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden und das Auslaufen von langfristigen Lieferverträgen. Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Das Auslaufen langfristiger Verträge erhöht das Auslastungsrisiko. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen. Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten. Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2017 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium auf dem derzeitig niedrigen Niveau bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich große Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein. Szenario 3: zyklische Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt. Auswirkungen für WACKER: Rückgang bei Mengen und Preisen. Maßnahmen: Siltronic verringert die Risiken durch Erhöhen der Flexibilität in der Produktion sowie durch ein konsequentes Kostenmanagement. Die eigenen Kapazitäten passt Siltronic den Marktentwicklungen an und verbessert ständig die Effizienz der Produktions- und Geschäftsprozesse, um damit die Kostenbasis zu optimieren. Einschätzung und Risikobewertung: Für das Jahr 2017 erwartet Siltronic derzeit höhere Absatzmengen als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dieses Szenario liegt unseren Planungen und Prognosen zugrunde. Wir halten es für möglich, dass sich Mengen und Preise substanziell anders entwickeln als von uns erwartet. Sollten die Absatzmengen entgegen unseren aktuellen Erwartungen deutlich schlechter ausfallen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis von Siltronic. BeschaffungsmarktrisikenSzenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Zollrisiken. Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben. Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die auch eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als signifikant eingestuft werden, treffen wir, wo immer möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. In ausgewählten Fällen sind wir auch teilweise rückwärtsintegriert und produzieren strategische Rohstoffe selbst. Unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla verringert beispielsweise unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten deutlich. Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch Preisgleitklauseln von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen durchaus deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Derzeit steigen die Preise für Rohöl und Kohle. Sollte sich diese Entwicklung dauerhaft fortsetzen, so könnten sich dadurch unsere Rohstoff- und Energiekosten erhöhen. WACKER verwendet eine Reihe hoch spezialisierter Rohstoffe, für die es nur wenige Lieferanten gibt. Sollten diese Lieferanten ausfallen, könnte dies unsere Produktion einschränken. Wir minimieren dieses Risiko durch entsprechende Gegenmaßnahmen (zum Beispiel Zweitlieferanten, Sicherheitsbestände, Produktwechsel). Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland müssen energieintensive Unternehmen oder Unternehmensteile nur einen Teil der EEG-Umlage zahlen. Auch WACKER profitiert davon in einzelnen Unternehmensteilen. Eine Einschränkung der Befreiungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmensteile erheblich beeinträchtigen. Generell wird die weitere Strompreisentwicklung (Großhandelspreise, Netzentgelte, Leistungsmarkt) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen. Insgesamt halten wir es derzeit für möglich, dass sich die Rohstoff- und Energiepreise auch längerfristig weiter erhöhen. Sollte dieser Fall eintreten, hätte das voraussichtlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns. MarktentwicklungsrisikenSzenario: Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen, fehlende Kundenakzeptanz bei neu entwickelten Produkten. Auswirkungen für WACKER: Eine falsche Einschätzung künftiger Marktentwicklungen kann sich auf unsere Stellung im Markt und unsere Ergebnissituation auswirken. Neue Produkte, die wir am Markt vorbeientwickeln, haben negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. Maßnahmen: WACKER arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen und hat dadurch eine gute Informationsbasis für neue Anwendungen und Produkte. Gleichzeitig beobachten wir intensiv den Markt und unsere Wettbewerber, führen Kunden- und Lieferanteninterviews durch und sind regelmäßig auf den für WACKER wichtigen Messen präsent. In Einzelfällen geben wir Marktstudien in Auftrag. Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir bestimmte Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. WACKER kooperiert bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in seiner Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen. Einschätzung und Risikobewertung: WACKER verfügt über langjährige Markterfahrung und eine detaillierte Planung, die sofort aktualisiert wird, sobald sich Marktentwicklungen verändern. Das Risiko, dass wir Marktentwicklungen falsch beurteilen oder darauf nicht entsprechend reagieren, schätzen wir als gering ein. Sollte dies in einzelnen Anwendungsfeldern dennoch geschehen, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertragsentwicklung voraussichtlich niedrig. InvestitionsrisikenSzenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus At-equity-Beteiligungen. Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 3,0 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. In diese Prüfung sind die Zentralbereiche einbezogen. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlagenprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen. Einschätzung und Risikobewertung: An unserem neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee haben wir im vergangenen Jahr die Produktionsanlagen wie vorgesehen vollständig in Betrieb genommen. Unsere kapitalintensiven Investitionen in Großanlagen für Vorprodukte sind damit abgeschlossen. In diesem und in den kommenden drei Jahren begleiten wir die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen und bauen unsere Kapazitäten für Endprodukte weiter aus. Die Investitionen werden im Jahr 2017 unter den Abschreibungen liegen. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Produktions- und UmweltrisikenSzenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen. Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen. Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadenereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben. Finanzwirtschaftliche RisikenWACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. (→ Weitere Informationen dazu auf den Seiten 165 bis 166 im Konzernanhang.) 2.69 Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risikenscroll
KreditrisikoSzenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften). Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir mit Banken, die in der Regel ein Mindestrating von A- der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb vorgegebener Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden. Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich. Währungs- und ZinsrisikenSzenario: Währungs- und Zinsschwankungen. Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden. Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen, den Singapur-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar, den japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes. Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht. Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-, Yen- und Singapur-Dollar-Geschäftes sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2017 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis. LiquiditätsrisikoSzenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten. Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte. Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet. Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr auf Grund deutlich geringerer Investitionstätigkeit erhöht. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 465,7 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von rund 800 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen. PensionenSzenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld). Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Versorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus. Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an. Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Im Jahr 2016 blieb unser Beitragssatz unverändert. WACKER erwartet, dass im Jahr 2017 Sonderzahlungen in die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG geleistet werden. Die Auswirkungen auf den Cashflow des WACKER-Konzerns würden in diesem Fall vermutlich im niedrigen Bereich liegen. Für die Zukunft halten wir es für möglich, dass wir weitere Zahlungen in die Pensionskasse und das Fondsvermögen leisten müssen sowie der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen steigen werden. Dies hätte mittlere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. (→ Weitere Informationen dazu ab Seite 148 im Konzernanhang.) Rechtliche RisikenSzenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können. Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können. Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf hochqualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück. Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern. Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden. Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, halten den Eintritt solcher Risiken jedoch grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. Regulatorische RisikenEnergiewende in DeutschlandSzenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch ständige Anpassungen des Gesetzgebers in Berlin und Brüssel geprägt sein wird (Erneuerbare-Energien-Gesetz, besondere Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen, Netznutzungsentgelt, Eigenstromprivileg, EU-Beihilfeverfahren, Beihilferichtlinien, Weißbuch der Bundesregierung Deutschland, Gesetzgebung zur Kraft-Wärme-Kopplung, Kapazitätsmechanismen). Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen wegen steigender staatlicher Umlagen auf den Strombeschaffungspreis. Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich zum Beispiel aus erneuerbaren Energien ergeben (industrielles Lastmanagement). Einschätzung und Risikobewertung: Im Jahr 2016 hat der Bundestag eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen, die zu Beginn des Jahres 2017 in Kraft getreten ist. Darüber hinaus haben sich die Bundesregierung und die EU-Kommission zu den Regelungen für eigenerzeugten Strom, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und abschaltbare Lasten verständigt. In der Summe ergeben sich daraus für WACKER keine wesentlichen Belastungen, die über das bisherige Maß hinausgehen. Wir halten es grundsätzlich für möglich, dass es 2017 zu Änderungen an weiteren gesetzlichen Bestimmungen im Bereich Energiepolitik kommen kann, beispielsweise bei den Netznutzungsentgelten. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr aber voraussichtlich niedrig. Für die kommenden Jahre gehen wir davon aus, dass das regulatorische Umfeld im Kontext der Energiewende weiter in Bewegung bleiben wird. Handelsbeschränkungen Polysilicium Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Das Antidumpingverfahren der EU gegen chinesische Solarunternehmen ist untersucht und verlängert worden. Der Verkauf von WACKER-Polysilicium in China erfolgt bis April 2017 gemäß der einvernehmlichen Regelung von WACKER mit dem MOFCOM. Danach Auslaufen der Vereinbarungen zwischen WACKER und der chinesischen Regierung und schärfere Maßnahmen von Seiten Chinas. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen. Maßnahmen: Wir versuchen in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den USA und China, die Ausübung (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Polysilicium aus den USA) und damit das Verhängen von Strafzöllen auf Polysilicium von WACKER aus den USA zu vermeiden. Es besteht darüber hinaus nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Dieses "New Shipper Review" werden wir beantragen. Wir versuchen darüber hinaus, bei der chinesischen Regierung zum April 2017 eine Einstellung der Maßnahmen gegen aus Europa importiertes Polysilicium zu erreichen. Einschätzung und Risikobewertung: Die Zölle auf Polysiliciumimporte aus den USA nach China gelten bis Januar 2019. Es ist aus unserer Sicht nicht vorhersehbar, ob diese Zölle nach dem Januar 2019 eingestellt oder fortgesetzt werden. Sollte die Europäische Union nach Abschluss ihrer laufenden Untersuchungen im März 2017 die Handelsmaßnahmen gegen chinesische Solarmodule und die bestehende Mindestpreisvereinbarung verlängern, rechnen wir damit, dass auch die chinesischen Behörden nach Abschluss ihrer Untersuchungen im April 2017 die Maßnahmen gegen Polysilicium aus Europa verlängern werden. Für diesen Fall gehen wir davon aus, dass auch unsere bisherige Mindestpreisvereinbarung für nach China exportiertes Polysilicium aus europäischer Produktion unverändert fortgeführt wird. Für unser in Deutschland hergestelltes Polysilicium kann aber eine nachteilige Änderung unseres Mindestpreisabkommens mit China nicht vollständig ausgeschlossen werden, falls sich die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und China verschlechtern. Sollte dieser Fall eintreten, halten wir es für möglich, dass WACKER von Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2017 wären dann wahrscheinlich groß. Neue Regelungen für Produktionsverfahren und ProdukteSzenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an den Produktionsverfahren von WACKER notwendig. Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern. Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. So haben wir in einigen Anlagen zur Herstellung von Siliconen damit begonnen, diese mit zusätzlicher Technik auf mögliche regulatorische Veränderungen vorzubereiten. Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER allenfalls im niedrigen Bereich. IT-RisikenSzenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf die Informationstechnologie (IT)-Systeme und die Netzwerke, die die Datensicherheit gefährden. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust. Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Die Grundlage dafür bilden Standards wie der ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für alle Systeme einschließlich der produktionsnahen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Aus den Anforderungen leiten wir Maßnahmen ab, deren Umsetzung und Einhaltung wir regelmäßig kontrollieren. Mit unseren Geschäftsbereichen, Zentralbereichen und Regionalorganisationen vereinbaren wir so genannte Service Level agreements (SLAs). Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) haben wir für das Jahr 2016 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent vereinbart und erreicht. Die Basis dafür ist eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management). IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Sicherheitsanforderungen werden bereits in der Planungsphase ermittelt und berücksichtigt. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringert die Komplexität und die Risiken. Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Ebenso optimieren wir laufend die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk und unsere Systeme zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungs-Programmen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Sicherheitsüberprüfungen der eingesetzten Lösungen und Geschäftspartner im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Angriffen auf unsere Informationssysteme vorzubeugen. Einschätzung und Risikobewertung: Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke sind nie vollständig auszuschließen. Die Angriffsszenarien nehmen weltweit an Umfang und Vielfalt zu. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. PersonalrisikenSzenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen. Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs. Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können. WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt. Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2017 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig. Externe RisikenSzenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg. Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen. Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, erachten wir jedoch für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen. ChancenberichtChancenmanagementsystemDas Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung). 2.70 Chancenmanagementsystem![]() Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung -wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt. WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Gesamtwirtschaftliche ChancenUnabhängig von den weltwirtschaftlichen Herausforderungen sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Unsere Fokusländer und -regionen sind Brasilien, China, Indien und der Mittlere Osten. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER. 2.71 Übersicht UnternehmenschancenGesamtwirtschaftliche ChancenWachstum in Asien und anderen Schwellenländern Branchenspezifische ChancenUmfassendes Produktportfolio für die globalen Zukunftstrends Urbanisierung, Ressourcen- und Energieeffizienz, Mobilität, Wohlstandszuwachs und Digitalisierung Unternehmensstrategische ChancenKostengünstiger Ausbau der Kapazitäten für Endprodukte Wachsende Cashflows durch niedrigere Investitionen Leistungswirtschaftliche ChancenHöhere Produktivität der Anlagen Ausbau bestehender und Einrichtung neuer technischer Kompetenzzentren in den Regionen Anpassung von Produkten an regionale Anforderungen Branchenspezifische ChancenBranchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert. Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien in der Wundversorgung, in der Kosmetik und Textilpflege, in der Kunststoffverarbeitung, im Elektronikbereich sowie im 3D-Druck wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Laut Semicast Research wird der Markt für Fahrerassistenzsysteme in Kraftfahrzeugen bis 2022 jährlich um knapp 13 Prozent wachsen. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement und Gipsmörteln durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 80 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Insbesondere im stark wachsenden Markt für Trockenbau arbeiten wir an speziellen Bindemitteln für gipsbasierte Baustoffe. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem in seinem Substitutionsgeschäft. WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Dazu zählen Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein. In der Auftragsherstellung von Pharmaproteinen sehen wir uns mit Fermenterkapazitäten von 300 bis zu 1.500 Litern bestens gerüstet, die Bedürfnisse unserer Kunden in allen Phasen der Wertschöpfung abzudecken, von der klinischen Prüfung bis hin zur Marktversorgung. Im Geschäft mit Cyclodextrinen und Cystein entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für fettarme Salatdressings, und schaffen so zusätzliche Nachfrage nach unseren Produkten. 2.72 Absatzchancen und -risikenscroll
Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit der Solarindustrie im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Solaranlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Wachstumspotenziale sehen wir in erster Linie in China, Indien und den USA. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren. Unternehmensstrategische ChancenDer Ausbau unserer Kapazitäten für Vorprodukte in den vergangenen Jahren bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Bis zum Jahr 2020 werden wir uns nun darauf konzentrieren, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte in den Wachstumsregionen der Welt weiter auszubauen. So errichten wir an unserem koreanischen Standort Jincheon derzeit neue Produktionsanlagen für Silicone, die in die Bau-, Elektronik- und Automobilindustrie gehen. In den USA bauen wir am Standort Ann Arbor ein neues Forschungszentrum für Silicone auf und stärken auf diese Weise unsere Entwicklungskompetenz in Nordamerika. Mit dem neuen Pilotreaktor für VAE-Dispersionen am chinesischen Polymerstandort Nanjing erweitern wir unser Angebot für Produktentwicklungen, Anwendungstechnik und Kundenservice vor Ort. Am Polysiliciumstandort Charleston haben wir die Produktionsanlagen in 2016 wie geplant vollständig in Betrieb genommen. Damit können wir am weiteren Wachstum des Photovoltaikmarktes teilhaben. Die deutlich niedrigeren Investitionen führen dazu, dass in diesem und in den kommenden Jahren der Netto-Cashflow voraussichtlich kräftig wachsen wird. Leistungswirtschaftliche ChancenWACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und in der Siltronic setzen wir unsere so genannten Kostenroadmaps weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "WACKER Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen. Beurteilung des Gesamtrisikos durch den VorstandDas implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt. Im Wesentlichen hat sich im Verlauf des Jahres 2016 das Risiko bei den Pensionen erhöht. Durch die derzeit steigenden Preise für Rohöl und Kohle haben sich die Beschaffungsmarktrisiken gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Investitionsrisiken haben sich mit der zeitgerechten Inbetriebnahme der Produktionsanlagen am Standort Charleston im Jahresverlauf vermindert. Das Gesamtrisiko ist in der Summe gegenüber dem Vorjahr nach unserer Einschätzung in etwa gleich geblieben. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Die Marktrisiken in der Photovoltaikindustrie, die geprägt sind von Überkapazitäten und niedrigen Preisen sowie einer Konsolidierung innerhalb der Branche, sind zwar nach wie vor vorhanden. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie Weltwirtschaft befindet sich nach Einschätzungen der Konjunkturforscher auf einem moderaten Wachstumskurs. Die Prognosen sind allerdings von einer hohen Unsicherheit gekennzeichnet, denn die Risiken, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2017 schwächer ausfallen könnte als erwartet, sind immer noch groß. Der Aufschwung in den Industrienationen bleibt verhalten, da das Wachstum durch gedämpfte Investitionstätigkeit und geringe Inlandsnachfrage gebremst wird. Auch die niedrigen Inflationsraten in vielen Ländern bremsen das Wachstum und die anhaltend expansive Geldpolitik der führenden Notenbanken stärkt die Auftriebskräfte nur bedingt. 2.73 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2017![]() Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: ADB, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: OECD, Europa: OECD Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds 2017 etwas stärker wachsen als im Jahr zuvor. Der IWF geht davon aus, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt um 3,4 Prozent (2016: 3,1 Prozent) steigt. Den größten Anteil an dieser Aufwärtsentwicklung im Jahr 2017 haben laut IWF die Schwellenländer mit einem Plus von 4,6 Prozent. Die Industrienationen werden einen Anstieg ihrer Wirtschaftsleistung von 1,8 Prozent beisteuern. In China hat das Risiko eines abrupten Wachstumsrückgangs auf kurze Sicht nachgelassen, da die Konjunkturmaßnahmen langsam Wirkungen zeigen. In den nächsten Jahren wird sich nach Ansicht der Experten das Expansionstempo in der Volksrepublik ebenso wie in den Schwellenländern Asiens weiter verlangsamen, auch wenn die Wachstumsraten insgesamt hoch bleiben. Im Euroraum scheint sich das moderate Wachstum fortzusetzen, trotz der Unsicherheit über die Ausgestaltung des britischen Austritts aus der Europäischen Union. In den Vereinigten Staaten soll die Wirtschaftsleistung im Jahr 2017 ebenfalls steigen. Wir gehen anhand der aktuellen Konjunkturprognosen in unserem Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2017 spürbar zulegen wird. Für das Jahr 2018 rechnen wir mit einem ähnlichen Zuwachs. Branchenspezifische RahmenbedingungenDie wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2017 weitgehend positiv gestalten. Chemische Industrie soll im Jahr 2017 leicht zulegen Nach einem durchwachsenen Jahr 2016 rechnet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auch für das Jahr 2017 mit einer schwachen Dynamik in der chemischen Industrie. Nach Ansicht des Branchenverbands wird die globale Chemieproduktion nur geringfügig um 0,5 Prozent wachsen. Beim Gesamtumsatz geht der VCI von einer Steigerung um ein Prozent aus. Das Exportgeschäft bleibt dabei der Wachstumstreiber der deutschen Chemie. Gebremst wird der Aufwärtstrend nach Angaben des VCI durch das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld. Die Chemiebereiche von WACKER sehen vor allem Wachstumschancen in den BRIC-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Weltweite Bauindustrie bleibt auf WachstumskursDie Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH in den nächsten Jahren weiter wachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen jährlich um rund 1,7 Prozent bis 2019 zulegen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Region Asien. Auch die europäische und nordamerikanische Bauwirtschaft entwickeln sich nach Einschätzung von B + L weiterhin positiv, wenngleich mit niedrigeren Wachstumsraten als in Asien. In Südamerika dagegen stagniert der Baumarkt. 2.74 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2017 - 2019![]() Quelle: B + L Marktdaten GmbH 2.75 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKERscroll
Die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bieten für WACKER auch in den kommenden Jahren gute Wachstumspotenziale. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2017 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Zuwächse sehen wir vor allem bei emissionsarmen Innenfarben und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten für die Bauindustrie weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und Dichtstoffen sowie unter eigener Marke vertriebene Silicondichtstoffe. Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2017 mit moderatem WachstumDie Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2017 mit einem Anstieg des weltweiten Marktvolumens von drei bis vier Prozent. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wird dieses Wachstum vor allem getragen von Asien, aber auch in Europa und USA erwartet der Branchenverband leichte Zuwächse. Für die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie geht der zvei von zwei Prozent Marktwachstum für das Jahr 2017 aus. Gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER bei Silicongelen und Siliconvergussmassen für Elektronikkomponenten und maßgeschneiderten Siliconen für die Automobilindustrie, beispielsweise für Fahrerassistenzsysteme, Sensoren und optische Displays. Das Umfeld bleibt herausfordernd, der Photovoltaikmarkt wird aber in 2017 weiter wachsenDas wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie wird auch im Jahr 2017 herausfordernd bleiben. Vor allem die geringe Ertragskraft vieler Solarunternehmen, Produktionsüberkapazitäten sowie niedrige Preise führen zu Unsicherheiten im Markt. Im Laufe des Jahres 2016 sind sowohl die Modulkosten als auch die globalen Preise für Solarmodule teilweise um bis 30 Prozent gesunken. Die Photovoltaik ist dadurch in allen Regionen der Welt gegenüber anderen Energieträgern noch wettbewerbsfähiger geworden. Im Dezember 2015 hatten sich beim Klimagipfel in Paris 190 Länder gemeinsam zu Maßnahmen verpflichtet, die sich abzeichnende Erderwärmung bei deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten, idealerweise sogar bei nur 1,5 Grad Celsius. Die meisten Nationen, die der UN-Klimakonferenz angehören, haben inzwischen das Klimaabkommen unterzeichnet. Die Photovoltaik spielt bei der Erreichung der festgelegten Klimaziele eine tragende Rolle, da sie den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell reduziert. Diese politischen Rahmenbedingungen und die erhöhte Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik führen dazu, dass weitere neue Märkte für die Photovoltaik erschlossen werden und der weltweite Markt für erneuerbare Energie auf Basis von Photovoltaik weiter wachsen wird. China wird auch im Jahr 2017 der weltweit größte und wichtigste Markt bleiben. Zu den weiteren Ländern mit hohem Zubau gehören laut den Marktforschern von IHS die USA, Indien und Japan. Zu den Regionen mit hohem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen davon aus, dass der Markt für Photovoltaik im Jahr 2017 weiter wachsen wird. Die neu installierte Photovoltaikleistung (PV-Leistung) wird zwischen 75 und 85 Gigawatt (GW) erwartet. 2.76 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2017scroll
Quellen: PV-Markt 2017: IHS, RTS Corporation, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2016: Bundesnetzagentur, Commissariat General au Développement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, eigene Marktuntersuchungen von WACKER Nachfrage nach Halbleiterwafern soll im Jahr 2017 steigenFür das Jahr 2017 erwartet die Marktforschungsfirma IHS Markit Technology, dass die Nachfrage nach Siliciumwafern nach verkaufter Fläche um 5,1 Prozent ansteigt. Diese Entwicklung wird vor allem durch Zuwächse im Halbleitermarkt getrieben. Für den siliciumbasierten Halbleitermarkt rechnet IHS Markit Technology für 2017 mit einem Umsatzanstieg von 4,8 Prozent. Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei JahrenDie Geschäftsstrategie von WACKER wird auch in den kommenden Jahren von drei Hebeln bestimmt: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte. Fokusregionen für weiteres Wachstum sind unverändert Brasilien, China, Indien, Südostasien sowie der Nahe und Mittlere Osten. Das größte Potenzial hat dabei China. In Indien sehen wir erneut gute Chancen, mit unseren Produkten zu wachsen. Auch in unseren etablierten Märkten Amerika und Europa sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumschancen. Weitere Informationen zur Ausrichtung sind im Kapitel Ziele und Strategien erläutert. Die Internationalisierung von WACKER schreitet in den kommenden Jahren voran und wird begleitet von Ausbauprojekten in den unterschiedlichen Regionen. Operative Verantwortung werden wir noch stärker auf die Regionen übertragen. Unsere Produkte sollen noch besser auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten werden. Dazu werden wir unsere F & E-Arbeit noch stärker internationalisieren. Unser Netz, bestehend aus technischen Kompetenzzentren und der WACKER ACADEMY, erweitern wir gezielt. Künftige Entwicklung des WACKER-KonzernsNach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2017 wächst. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus Asien und den USA, das Wachstum in Europa ist verhalten. Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2017 auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden im Jahr 2017 weiter deutlich unter den Abschreibungen liegen. Im Jahr 2018 bleiben die Investitionen ebenfalls unter dem Niveau der Abschreibungen. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES baut eine neue Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort Charleston und eine Silicon-Mehrzweckanlage im brasilianischen Jandira. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS investiert in Burghausen in einen Reaktor für VAE-Dispersionen. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat eine Großfermentationsanlage in Spanien übernommen, wo künftig fermentativ erzeugtes Cystein hergestellt wird. Bei Siltronic konzentrieren sich die Investitionen darauf, die Anforderungen der neuesten Design-Rules bei der 300 mm Technologie zu bedienen. Künftige Produkte und DienstleistungenDer Geschäftsbereich WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau- und Beschichtungsanwendungen. Insbesondere der Bedarf an funktionalen Zusätzen für wasserabweisende Baustoffe und Imprägnierungen steigt weltweit. Wir haben spezielle Dispersionen für hydrophobe Beschichtungen entwickelt, die Küchen, Bäder oder Fundamente zuverlässig und sicher vor Feuchtigkeit schützen. Nach Schätzungen von MarketsandMarkets wächst der globale Markt für abdichtende Bauzusätze bis 2020 mit durchschnittlich rund acht Prozent auf rund 3,8 Mrd. US-$. Weltweit steigt auch die Nachfrage nach umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen. Laut Mordor Intelligence wächst die globale Beschichtungsindustrie mit durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr und erreicht bis zum Jahr 2021 einen Wert von rund 179 Mrd. US-$. Mit speziellen Dispersionen für funktionale Außenanwendungen wollen wir unsere Marktposition in diesem Bereich weiter ausbauen. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES wird seine 2014 begonnenen Aktivitäten rund um das Thema additive Fertigung für Silicone weiter vorantreiben. Das WACKER-eigene 3D-Druckverfahren, bei dem Silicontröpfchen schichtweise zu Formteilen aufgebaut werden, zeichnet sich durch hohe Präzision und Gestaltungsfreiheit aus. Unter dem Markennamen ACEO® bietet WACKER umfassende Beratungs- und Dienstleistungen rund um den 3D-Druck mit Siliconen an. ACEO® kooperiert eng mit Universitäten und Forschungsinstituten. Ziel ist es, die eigene Expertise zu vertiefen und mit dieser Technologie Marktführer zu werden. Experten rechnen mit jährlichen Wachstumsraten des 3D-Markts von über 30 Prozent. Vielversprechend entwickelt sich auch das Geschäft mit Präzisionsfilmen aus Silicon. Sie ermöglichen unter anderem die Entwicklung von Membranen und tragbaren Sensoren für Textilien. Damit lassen sich beispielsweise Bewegungsabläufe für medizinische oder therapeutische Zwecke virtuell darstellen. Der Wundversorgungsmarkt wird nach Expertenansicht bis 2021 jährlich sechs Prozent wachsen. Für diesen Bedarf entwickelt WACKER spezielle Silicongele. Bei der Versorgung großflächiger oder chronischer Wunden setzt die Medizin in zunehmendem Maße auf siliconbeschichtete Wundauflagen. Im Bereich Kosmetik- und Körperpflege entwickeln wir neue Siliconadditive. In Asien liegt der Schwerpunkt auf Siliconelastomergelen für die Formulierung von Hautpflegeprodukten und Make-up. In China und Indien bauen wir unser Angebot an Siliconölen und -emulsionen für Haarwaschmittel und Conditioner aus. Bei Kosmetik und Körperpflegeprodukten kommt das größte Wachstum aus Asien sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Mit einem Warenverkaufswert von über 100 Mrd. € ist Asien schon heute größter Absatzmarkt der Welt. Im Baubereich stehen unter anderem neue Anti-Graffiti-Beschichtungen im Fokus. Weiterer Schwerpunkt ist die Anpassung von Produkten an lokale Anforderungen, um regionale Märkte noch stärker zu durchdringen. Silanmodifizierte Hybridpolymere werden als Technologieplattform zur Formulierung von Baudicht- und -klebstoffen, hochbelastbaren Industrieklebstoffen, Beschichtungen und Flächenabdichtungen immer wichtiger. Wachstumsimpulse erwarten wir außerdem von unseren Siliconadditiven zur Herstellung von Holz-Polymer-Verbundwerkstoffen. Laut MarketsandMarkets wird der Weltmarkt für solche Hybridkunststoffe bis 2021 jährlich um zwölf Prozent zulegen. Wachstumstreiber sind vor allem die Bau- und Automobilindustrie. WACKER Biotech hat für das Pharmaunternehmen medac einen zuverlässigen und hochmodernen Prozess entwickelt, um das Biopharmazeutikum Spectrila® kostengünstig und sicher für die Marktversorgung herzustellen. Das Arzneimittel wird zur Behandlung akuter lymphatischer Leukämie (ALL) eingesetzt, der häufigsten Form von Blutkrebs bei Kindern. In Kombination mit anderen Medikamenten kann bei Kindern eine Heilungsrate von 90 Prozent erreicht werden. Nach Studien von Research and Markets wird der Markt für Biopharmazeutika bis zum Jahr 2020 mit durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr wachsen und ein Volumen von rund 250 Mrd. US-$ erreichen. Weiteres Potenzial verspricht der Markt für funktionale Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel: Das Marktforschungsinstitut Mordor Intelligence geht davon aus, dass der Markt für Lebensmittel mit einem positiven Gesundheitseffekt durchschnittlich 7,5 Prozent pro Jahr wachsen wird. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS will von diesem Wachstum profitieren, zum Beispiel mit naturidentischem Hydroxytyrosol für die Herz-Kreislauf-Gesundheit, fermentativem Cystein für vegetarische Fleischaromen oder Cyclodextrinen für eifreie Backwaren. Forschung und EntwicklungStrategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2017 für diese Projekte elf Prozent (2016: 15 Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind die Zukunftsfelder Energie, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen sowie Halbleiter. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie. ProduktionWACKER wird in den nächsten beiden Jahren neue Produktionskapazitäten in Betrieb nehmen. Das konzernweite Programm "WACKER Operating System" (WOS) konzentriert sich darauf, die Produktivität der Produktionsbetriebe und aller produktionsnahen Servicebereiche weiter zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf Schlüsselprojekten mit hohem wirtschaftlichem Einfluss auf Kosten und Nutzen. 2.77 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2017scroll
Der Instandhaltungsaufwand im Geschäftsjahr 2017 beläuft sich auf rund 475 Mio. €. Einkauf und LogistikDer Einkauf von Energie und Rohstoffen bleibt ein wichtiger Einflussfaktor hinsichtlich der Ertragsstärke von WACKER. Energie- und Rohstoffkosten machen mehr als ein Drittel unserer Herstellungskosten aus. WACKER geht davon aus, dass die Durchschnittspreise im Jahr 2017 für unsere wichtigsten Rohstoffe höher sein werden als im Vorjahr. Die Energiespotmärkte sowie andere Rohstoffmärkte haben in der ersten Jahreshälfte 2016 Tiefstände bei den Preisen erreicht. Seitdem sehen wir steigende Preise in diesen Märkten, die wiederum wesentlich sind für die Preise vieler unserer Rohstoffe. Die Preisentwicklung auf dem Erdölmarkt im weiteren Jahresverlauf 2017 kann auch die Preisbildung für wichtige Rohstoffe von WACKER wie Ethylen und Methanol beeinflussen. Angesichts der hohen Abhängigkeit Europas von Rohstoffimporten können auch Anti-Dumping-Strafzölle, die Rohstoffkosten von WACKER beeinträchtigen. Wir gehen davon aus, dass der Strompreis gegenüber dem Vorjahr stabil bleibt. Die Preise für Erdgas sind höher als im Vorjahr. Die Energiekosten werden im Jahr 2017 über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist im Jahr 2017 weitgehend gesichert. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte. Im Technischen Einkauf führen wir eine global einheitliche Methodik zum Lieferantenmanagement ein. Hier ist das Ziel, unser Lieferantenportfolio auf unsere wichtigsten Partner zu fokussieren, um dann gemeinsam mit diesen Lieferanten deren Leistungsfähigkeit für WACKER zu steigern. Im Bereich der Logistik arbeiten wir daran, die Potenziale für die Digitalisierung in der Logistik auszuloten. Das geschieht mit Pilotanwendungen in unseren Zentrallägern und in Zusammenarbeit mit unseren Logistikpartnern. Vertrieb und MarketingDer Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wird 2017 in Indonesien ein neues technisches Kompetenzzentrum eröffnen. In Hanoi, Vietnam, wird ein weiteres Vertriebsbüro eröffnet. Das Vertriebsbüro auf den Philippinen wird erweitert. Die Vertriebsaktivitäten im Nahen und Mittleren Osten bauen wir gemeinsam mit unseren Distributionspartnern gezielt aus. Wichtigste Messe im Jahr 2017 ist die European Coatings Show im April in Nürnberg. MitarbeiterFür das Jahr 2017 gehen wir von einem leichten Anstieg der Mitarbeiterzahl aus. Dabei steht weiterhin eine umsichtige Personalplanung im Mittelpunkt. NachhaltigkeitWACKER arbeitet weiter daran, seine Energieeffizienz zu verbessern. Mit quantifizierbaren Umweltzielen wollen wir die Auswirkungen unserer Produktion auf die Umwelt vermindern. Im Jahr 2017 legt WACKER den regionalen Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Asien. Dabei überprüfen wir einzelne Standorte auf Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheit. Im Jahr 2018 liegt der Schwerpunkt auf Amerika. Beim Arbeitsschutz haben wir uns das Ziel gesetzt, die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden konzernweit auf mindestens 1,7 im Jahr 2020 zu verringern. Für die dritte, bis Mitte 2018 laufende REACH-Etappe bereiten wir weitere 110 Stoffdossiers vor. WACKER wird im Jahr 2017 den Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2015 /2016 veröffentlichen. 2.78 Umweltziele des WACKER-Konzerns bis 2022scroll
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2017 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,10 und zum Yen von 120. Steuerungskennzahlen und WertmanagementDie wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Konzernumsatz 2017 mit MengenwachstumWACKER erwartet im Geschäftsjahr 2017 steigende Mengen in allen Geschäftsbereichen. In unseren Planungsprämissen gehen wir davon aus, dass die Preise für Siliciumwafer steigen. Die durchschnittlichen Preise für Polysilicium werden unter Vorjahr liegen. Der Konzernumsatz soll bei weiter niedrigen Preisen im Polysiliciumgeschäft um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Aus heutiger Sicht werden die Chemiebereiche im Umsatz wachsen. Im Polysiliciumgeschäft erwarten wir einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Siltronic wird im Umsatz deutlich wachsen. Das Umsatzwachstum soll sich im Vergleich zum Jahr 2017 im Jahr 2018 fortsetzen - vorausgesetzt, dass die weltweite Konjunktur wie von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert auf Wachstumskurs bleibt und es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt. Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf KonzernebeneSo entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht. Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird leicht unter Vorjahr erwartet. Insgesamt niedrigere Preise in unserem Geschäft und steigende Rohstoffpreise mindern die EBITDA-Marge. Das EBITDA wird auf vergleichbarer Basis - d. h. ohne Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Auflösung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu unseren Solarkunden - auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Sollten sich die aktuellen Marktbedingungen im Jahresverlauf fortsetzen, ergeben sich daraus zusätzliche Chancen für die EBITDA-Entwicklung. Der Konzernjahresüberschuss soll bei einer Steuerquote von 30 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres liegen. ROCE: Der ROCE wird im Vergleich zum Vorjahr (2016: 6,1 Prozent) auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Netto-Cashflow: Für das Jahr 2017 erwarten wir einen deutlich positiven Netto-Cashflow in der Größenordnung des Vorjahres. Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf KonzernebeneInvestitionen: Im Jahr 2017 werden sich die Investitionen auf rund 450 Mio. € belaufen und damit gegenüber dem Vorjahr leicht steigen. Sie liegen aber nach wie vor deutlich unter den Abschreibungen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2017 mit rund 720 Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Investitionen fließen unter anderem in den Neubau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort in Charleston. Die Investitionen werden voraussichtlich in vollem Umfang aus dem erwarteten Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt. Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden weiter sinken und deutlich unter Vorjahr liegen (2016: 992,5 Mio. €). 2.79 Ausblick für das Jahr 2017scroll
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Das EBITDA ohne Sondererträge lag 2016 bei 1.081,1 Mio. €. Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der GeschäftsbereicheFür den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2017 einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum wird getragen von allen Geschäftseinheiten von WACKER SILICONES. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Weiterhin wollen wir bei hoher Auslastung unserer Anlagen den Anteil mit Spezialprodukten am Umsatz erhöhen. Das EBITDA soll bei teilweise steigenden Rohstoffpreisen gegenüber dem Vorjahr leicht steigen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Dispersions-wie auch das Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Vor allem in Amerika erwarten wir eine Fortsetzung des starken Wachstums aus dem Vorjahr. Beim EBITDA gehen wir bei deutlich steigenden Rohstoffpreisen von einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr aus, wobei die EBITDA-Marge die Zielmarge von 16 Prozent für die Chemiebereiche von WACKER übertreffen wird. Einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwarten wir im Jahr 2017 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt vor allem aus dem Bereich Pharma /Agro. Integrationskosten für den neuen Standort in Spanien werden die EBITDA-Entwicklung im Jahr 2017 beeinflussen. Das EBITDA wird deutlich unter dem Vorjahr liegen. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir im Jahr 2017 von einem weiteren Mengenwachstum aus. Der Photovoltaikmarkt wird aus unserer Sicht sein Wachstum fortsetzen. Wir erwarten trotz des Mengenwachstums nur einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres, da wir im Vergleich zum Vorjahr mit niedrigeren Durchschnittspreisen rechnen. Das EBITDA auf vergleichbarer Basis - ohne Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen unserer Kunden - erwarten wir etwas höher als im Vorjahr. Für Siltronic gehen wir von einem Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Verantwortlich dafür sind steigende Absatzmengen sowie höhere Absatzpreise. Im Geschäft mit 200 und 300 mm Wafern rechnen wir mit einer hohen Auslastung. Beim EBITDA gehen wir auf Grund steigender Mengen und Preise sowie Maßnahmen zur Kostenoptimierung und niedrigeren Kosten aus Währungssicherungsgeschäften von einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus. Künftige DividendeWACKER will seine Aktionäre stärker am Gewinn beteiligen. Ziel ist es, rund die Hälfte des Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten. Bisher strebte WACKER eine Ausschüttungsquote von mindestens 25 Prozent des Jahresüberschusses an. Künftig sollen rund 50 Prozent des Jahresüberschusses an die Aktionäre ausgezahlt werden, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu. FinanzierungDie Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 800 Mio. €. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen GeschäftsentwicklungDie wirtschaftspolitischen Risiken für das Jahr 2017 haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Noch nicht abschließend einzuschätzen ist der wirtschaftspolitische Kurs Amerikas unter dem neuen Präsidenten Donald Trump. Insgesamt ist allerdings weltweit zu beobachten, dass der Handelsprotektionismus zunimmt. Das könnte das weltweite Wachstum bremsen. WACKER geht dennoch davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2017 weiter wachsen wird. Für unser Geschäft erwarten wir im Jahr 2017 steigende Rohstoffpreise. Der Konzernumsatz soll bei weiter niedrigen Preisen im Polysiliciumgeschäft um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Wir rechnen damit, dass die Chemiebereiche im Umsatz zulegen werden. Den Umsatz von WACKER POLYSILICON erwarten wir auf Vorjahresniveau. Siltronic wird im Umsatz deutlich wachsen. Das EBITDA auf vergleichbarer Basis erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres. Die EBITDA-Marge wird etwas niedriger ausfallen als im Vorjahr. Die Investitionen werden mit rund 450 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Abschreibungen liegen mit 720 Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Wir erwarten einen deutlich positiven Netto-Cashflow in der Größenordnung des Vorjahres. Die Nettofinanzschulden werden deutlich sinken. Den Konzernjahresüberschuss erwarten wir auf Vorjahresniveau. WACKER verfügt über hervorragende Produkte, die von Kunden aus aller Welt nachgefragt werden. Unsere Technologie- und Innovationskraft sowie unsere Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten bilden das Fundament, unsere Marktpositionen zu festigen und auszubauen. Wir sehen gute Chancen, im Jahr 2017 im Umsatz weiter zu wachsen und beim EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge trotz steigender Rohstoffpreise das Niveau des Vorjahres zu erreichen. Auf Grund unserer Strategie sind wir so gut aufgestellt, dieses Wachstum über das Jahr 2017 hinaus fortzusetzen. Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert. 3.1 Gewinn- und Verlustrechnung 01. Januar bis 31. Dezemberscroll
3.2 Gesamtergebnisrechnung 01. Januar bis 31. Dezemberscroll
3.3 Bilanz zum 31. DezemberAktiva scroll
3.4 Kapitalflussrechnung01. Januar bis 31. Dezemberscroll
3.5 Entwicklung des Eigenkapitals 01. Januar bis 31. Dezemberscroll
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3.6 Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten01. Januar bis 31. Dezemberscroll
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3.7 Segmentdaten nach Bereichen01. Januar bis 31. Dezemberscroll
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Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 20. 3.8 Segmentdaten nach Regionen01. Januar bis 31. Dezemberscroll
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Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Die Segmentdaten nach Regionen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 20. Anhang des WACKER-KonzernsGrundlagen und MethodenDer WACKER-Konzern (WACKER) ist ein international tätiges Chemieunternehmen mit Kernaktivitäten in der Silicon- und der Polymerchemie, der Spezial- und Feinchemie, der Polysiliciumherstellung sowie der Halbleitertechnologie. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Lagebericht erläutert. Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München, HRB 15975). Sie hat ihren Firmensitz am Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Deutschland. Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der Wacker Chemie AG sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite von WACKER veröffentlicht. (→ www.wacker.com/geschaeftsbericht) Die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung des Konzernabschlusses der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers. Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von WACKER zugänglich gemacht. (→ www.wacker.com/corporate-governance) Vorstand und Aufsichtsrat der Siltronic AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Siltronic zugänlich gemacht. → www.siltronic.com/int/de/investor_relations/corporate_governance/corporate_governance_1.jsp Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den ergänzenden Vorschriften des § 315 a Abs. 1 HGB erstellt. Die für das laufende Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die funktionale Währung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden ausführlich im Nachtragsbericht dargelegt. Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 27. Februar 2017 freigegeben. Er wird dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 07. März 2017 vorgelegt. Neue RechnungslegungsvorschriftenBei den in diesem Konzernabschluss erstmals angewandten neuen oder überarbeiteten Standards und Interpretationen handelt es sich um:
Hieraus ergaben sich jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses von WACKER. Andere erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen sind mangels vorhandener Sachverhalte nicht relevant. Nicht vorzeitig angewandte Standards / InterpretationenDas International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet werden. Es werden nur die für WACKER relevanten Standards angegeben. Soweit von neuen Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft. Vom lASB herausgegebene, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriftenscroll
KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss werden neben der Wacker Chemie AG alle Unternehmen einbezogen, über die die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Beherrschung im Sinne des IFRS 10 oder gemeinsame Beherrschung im Sinne des IFRS 11 ausüben kann. Gesellschaften, über die die Wacker Chemie AG gemeinsame Beherrschung ausüben kann, werden je nach Ausprägung quotal (line-by-line) in den Konzernabschluss einbezogen oder nach der Equity-Methode bewertet. In Abwesenheit anderer einschränkender vertraglicher Vereinbarungen führt eine Mehrheit der Stimmrechte in der Regel zu Beherrschung. Bei gleich verteilten Stimmrechten liegt in der Regel gemeinsame Beherrschung vor, es sei denn, andere (vertragliche) Rechte führen zu Beherrschung durch einen Anteilseigner. Aktuell werden keine Unternehmen quotal in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen, auf die die Wacker Chemie AG maßgeblichen Einfluss im Sinne des IAS 28 ausüben kann, werden ebenfalls nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt 20 Prozent oder mehr der Stimmrechte an dem Beteiligungsunternehmen hält, es sei denn, dies kann eindeutig widerlegt werden. Strukturierte Einheiten werden im Sinne des IFRS 10 konsolidiert, wenn die wirtschaftliche Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt. WACKER bezieht ein Unternehmen als strukturierte Einheit in den Konzernabschluss ein. Hierbei handelt es sich um einen Spezialfonds, in den die Wacker Chemie AG Sondervermögen eingezahlt hat. Dieser Treuhandfonds wurde ausschließlich für WACKER aufgelegt und alle Anteile des Fonds werden von WACKER gehalten. Die Einbringung des Sondervermögens stellt auf Grund der vertraglichen Ausgestaltung eine strukturierte Einheit im Sinne des IFRS 10 dar. Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt ist bzw. bei denen WACKER keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als Beteiligungen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Das Tochterunternehmen W.E.L.T Reisebüro GmbH, dessen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, wird wegen Geringfügigkeit nicht konsolidiert. Die Umsätze und die Bilanzsumme lagen im Geschäftsjahr 2015 unter 0,5 Mio. €. Eine detaillierte Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und des gesamten Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG gemäß den §§ 285 und 313 HGB wird in der Anteilsbesitzliste dargestellt. (→ Siehe Ziffer 21 des Konzernanhangs) Zusammensetzung des Konzernsscroll
Insgesamt werden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 60 Unternehmen einbezogen (31. Dezember 2015: 57 Unternehmen). Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2015 wie folgt verändert. Veränderung des Konsolidierungskreisesscroll
Die Wacker Biosolutions Leon S. L. U., León, Spanien erwarb im Dezember 2016 Großfermentationsanlagen von Antibioticos de Leon in Form eines Asset-Deals. Der Kaufpreis für die Anlagen belief sich auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag und wurde im Sachanlagevermögen aktiviert. Am 01. Oktober 2016 hat WACKER mit der vertraglichen Vereinbarung einer Kaufoption auf einen zusätzlichen Unternehmensanteil an der Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan die Beherrschung über die Gesellschaft übernommen. Durch die unverfallbare und jederzeit ausübbare Kaufoption hat WACKER das Recht, ihren Anteil von 50 Prozent auf 51 Prozent aufzustocken. WACKER bilanziert die zuvor als Gemeinschaftsunternehmen at-equity einbezogene Gesellschaft nun als Tochterunternehmen gemäß IFRS 10. Der Einfluss der Veränderung des Konsolidierungskreises auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird im Kapitel Akquisitionen und Mehrheitsübernahmen im Geschäftsjahr 2016 im Anhang dargestellt. Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Dividendenausschüttungen können durch den Vorrang der Tilgung von Gesellschafterdarlehen eingeschränkt sein. Es existieren zum Stichtag keine erheblichen Beschränkungen auf Grund von Schutzrechten zugunsten nicht beherrschender Anteile. Für weitere Angaben verweisen wir auf den Konzernanhang (Eigenkapital /Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalmanagement). (→ Siehe Ziffer 10) Regulatorische Anforderungen oder lokale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen können in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte an oder von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen in einigen asiatischen und südamerikanischen Ländern lokalen Devisenbeschränkungen. Dort ist die Kapitalausfuhr aus dem jeweiligen Land grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung durch staatliche Behörden über Kapitalmaßnahmen (Dividende, Kapitalherabsetzung) möglich. Andere, wesentliche Beschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit von Vermögenswerten innerhalb des Konzerns bestehen nicht. KonsolidierungsmethodenDer Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der Wacker Chemie AG und der einbezogenen Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen und strukturierten Einheiten. Alle Gesellschaften haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag. Alle wesentlichen Meldedaten der Gesellschaften sind für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft. Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs werden gezeigt als Summe aus den zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerten der übertragenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Schulden und der gegebenenfalls im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden, die aus bedingten Gegenleistungsvereinbarungen resultieren. Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, aufwandswirksam erfasst. Als Geschäfts- und Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus dem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Unterschiedsbeträge werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam erfasst. Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit diese höher als das anteilige Eigenkapital sind, verbleibt ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert- oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen. Soweit die Anschaffungskosten geringer als das anteilige Eigenkapital im Erwerbszeitpunkt sind, wird dieser Unterschiedsbetrag dem Bilanzansatz zugeschrieben und in der Gewinn- und Verlustrechnung im Equity-Ergebnis erfasst. Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen. Langfristige Finanzierungen, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition des Eigentümers in das Unternehmen zuzuordnen sind, werden bei der Berücksichtigung der Eigenkapitalveränderung einbezogen. Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht. Schätzungen und Annahmen im Rahmen von Unternehmenserwerben und der KonsolidierungDie Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauer der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipativen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse beeinflussen. Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Unternehmenszusammenschlüsse erfolgt unter der Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind. Bei der Beurteilung, ob bei Gesellschaften, an denen WACKER weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält, Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen WACKER 50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass WACKER die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame Beherrschung vorliegt. Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt. Akquisitionen und Mehrheitsübernahmen im Geschäftsjahr 2016Am 01. Oktober 2016 unterzeichnete die Wacker Chemie AG und die Asahi Kasei Corporation einen Vertrag über den Kauf einer Call-Option für zusätzlich ein Prozent der Anteile an der Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Japan (AWS) zu dem Wert von einem japanischen Yen. Bis zu diesem Zeitpunkt hielten beide Gesellschafter 50 Prozent an der Gesellschaft und führten sie als Gemeinschaftsunternehmen. Durch den Options-Vertrag und die damit entstandenen potenziellen Stimmrechte erlangte WACKER Beherrschung nach IFRS 10 über die zuvor als Equity-Beteiligung geführte Gesellschaft. Die Gesellschaft wird ab dem 01. Oktober 2016 voll in den Konzernabschluss von WACKER einbezogen. Die AWS produziert unterschiedliche Siliconprodukte für den japanischen und asiatischen Markt. Die Kaufoption sichert WACKER die Möglichkeit der Kontrollübernahme als Gegenleistung für eine intensivere Geschäftsentwicklung durch WACKER. Der Buchwert der at-equity bewerteten Altanteile belief sich zum 1. Oktober 2016 auf 6,6 Mio. €. Eine durch einen externen Gutachter anhand eines finanzmathematischen Modells durchgeführte Unternehmensbewertung führte zu einer positiven Wertanpassung der Altanteile in Höhe von 9.9 Mio. €. Die Bewertung basierte auf der Cashflow-Planung der Gesellschaft. Die Neubewertung im Rahmen des fiktiven Abgangs der Altanteile sowie Effekte aus der zuvor erfolgsneutral gebuchten Währungsumrechnung führten zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag von 10,0 Mio. €. Die Kaufpreisallokation wurde zum 31. Dezember 2016 abgeschlossen. Der Zeitwert des erworbenen Vermögens zum Zeitpunkt der Übernahme betrug 48,7 Mio. €, wobei 23,2 Mio. € auf langfristige Vermögenswerte und 25,5 Mio. € auf kurzfristige Vermögenswerte entfielen. Der Zeitwert der erworbenen Schulden belief sich auf 22,2 Mio. €, wobei langfristige Schulden von 11,1 Mio. € und kurzfristige Schulden von 11,1 Mio. € erworben wurden. Aus der Transaktion resultierte ein geringfügiger Goodwill von 3,2 Mio. €. Die Vollkonsolidierung führte zu keinen wesentlichen Einflüssen auf die Umsatzerlöse und das Ergebnis des Konzerns. Die AWS hat im vierten Quartal 2016 einen Umsatz von 12.9 Mio. €, ein EBITDA von 0,9 Mio. € und ein Jahresergebnis von 0,7 Mio. € erzielt. Die erworbenen Forderungen hatten einen beizulegenden Zeitwert von 7,8 Mio. € und betrafen ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Zeitwert entsprach dem Bruttoforderungswert. Der auf den Gesellschafter Asahikasei entfallende Minderheitenanteil belief sich zum 01. Oktober 2016 auf 13,2 Mio. €. WährungsumrechnungIn den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value) angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim Vorliegen von Cashflow Hedges im übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst. Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Die sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebenden Nettogewinne oder -Verluste werden in den übrigen Eigenkapitalposten erfolgsneutral erfasst. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar: scroll
Schätzungen und Annahmen im Rahmen der RechnungslegungDie Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die Bestimmung abgezinster Zahlungsströme im Zusammenhang mit Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger Perioden aus. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen / at equity bewertete BeteiligungenDie voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse aus den getätigten Investitionen geschätzt. Der künftige technische Fortschritt und laufende Ersatz- und Entwicklungszyklen werden in die Ermittlung einbezogen. Werthaltigkeitstests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung erfordert Schätzungen auf Basis von Börsenkursen, Preisen vergleichbarer Geschäfte, Barwert- oder sonstige Bewertungsverfahren oder einer Kombination hieraus, die Einschätzungen und Beurteilung vonseiten des Managements erforderlich machen. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungssätze. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft deutliche Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten, die zu zusätzlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen führen können. (→ Siehe Ziffer 04) FinanzinstrumenteFinanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, andere Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit diesem Wert im Anhang veröffentlicht. Bei der Ermittlung des Fair Values von Finanzinstrumenten können, je nachdem, wie hoch der Anteil der nicht-beobachtbaren Inputfaktoren ist, mehr oder weniger umfangreiche Schätzungen erforderlich sein. WACKER ist bestrebt, sich bei der Ermittlung des Fair Values auf möglichst viele beobachtbare Inputfaktoren zu stützen und die Verwendung nichtbeobachtbarer Inputfaktoren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn der Fair Value nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird der Buchwert als Näherungswert zur Bestimmung des Fair Values herangezogen. Finanzinstrumente, die im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet oder angegeben werden, werden gemäß der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 bemessen und klassifiziert. Die Hierarchie besteht aus drei Leveln, denen die Inputfaktoren je nach ihrer Beobachtbarkeit im Rahmen der entsprechenden Bewertungsverfahren zugeordnet werden. (→ Siehe Ziffer 18) RückstellungenWesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen für Schadenersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von Umweltschäden. Auch Änderungen des Diskontierungssatzes führen zu Veränderungen in der Ermittlung der langfristigen Rückstellungen. Hier spiegelt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld wider. Dadurch steigt der Buchwert der langfristigen Rückstellungen an. (→ Siehe Ziffer 12) Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den Diskontierungssatz, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld beeinflusst den Buchwert der Pensionsrückstellungen. (→ Siehe Ziffer 11) Die Höhe der Pensionsverpflichtung ergibt sich durch Diskontierung der WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungszinssatz ermittelt sich aus der Zinsstrukturkurve hochrangiger festverzinslicher, laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen zum Bilanzstichtag. Die Anleihen lauten jeweils auf die gleiche Währung wie die zugrunde liegende Pensionsverpflichtung. Die Anleihen weisen ein Rating von mindestens AA einer der drei großen Rating-Agenturen aus. Die Grundlage in Deutschland bildet ein über Bloomberg zum Stichtag ermitteltes Anleihenportfolio mit einer Laufzeit, die annähernd mit der Laufzeit der Pensionsverpflichtung übereinstimmt. Rückstellungen für Steuerrisikopositionen werden gebildet, wenn eine Eintrittswahrscheinlichkeit von über so Prozent besteht. WACKER schätzt für jedes Jahr aus Erfahrungen der Vergangenheit die Zuführung zu den Steuerrisikorückstellungen neu ein. Latente SteuernZu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Im Falle von Gesellschaften, die in der Vergangenheit steuerliche Verluste ausgewiesen haben, werden aktive latente Steuern nur in Ausnahmefällen aktiviert, wenn substanzielle Hinweise der Realisierbarkeit bestehen. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Zusätzlich werden sie um neue Rechnungslegungsvorschriften des aktuellen Geschäftsjahres ergänzt, die erstmals anzuwenden sind. Der Konzernabschluss basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, Derivate und das Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen. UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen Gegenleistung oder Forderung. Der Ausweis erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie ohne Rabatte und Preisnachlässe. Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden und die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Erwerber übergegangen sind. Üblicherweise erfolgt dies mit Übergabe der Güter an den Kunden oder anhand von vereinbarten Transportbedingungen. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt. Die Umsatzerlöse und ihre Entwicklung nach Bereichen und Regionen werden in der Segmentberichterstattung dargestellt. WACKER tätigt keine Geschäfte, die eine Umsatzrealisierung als langfristige Fertigungsaufträge erfordern. Funktionale KostenIn den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen ausgewiesen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls in diesem Posten ausgewiesen. Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation, der Werbung und der Marktforschung sowie die anwendungstechnische Beratung bei Kunden. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter diesem Posten ausgewiesen. Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden sind. Forschungs- und EntwicklungskostenZu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung. Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse erfolgen. ErtragsteuernErtragsteuern umfassen die laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Enthalten sind weiterhin Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuernachzahlungen bzw. -erstattungen aus noch offenen Steuererklärungen vergangener Jahre und aus steuerlichen Außenprüfungen. Zur Ermittlung der Ertragsteuerrückstellungen sind Ermessensspielräume auszuüben. WACKER ermittelt für erwartete Risiken aus steuerlichen Außenprüfungen entsprechende Rückstellungen (unsichere Steuerpositionen). Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst. Immaterielle VermögenswerteErworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer werden drei bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind, unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert. Geschäfts- und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäfts- und Firmenwerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sofern der Werthaltigkeitstest zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den Geschäfts- und Firmenwert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Die Wertminderungen des Geschäfts- und Firmenwerts werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. SachanlagenSachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen reduzieren die Anschaffungskosten. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten, die im Zusammenhang mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert. Wenn Sachanlagen endgültig stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht. Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. In den Sachanlagen werden auch Vermögenswerte aus Leasingtransaktionen ausgewiesen. Im Wege des Finance Lease finanzierte Sachanlagen werden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Wert bilanziert, soweit die Barwerte der Mindestleasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Vertragslaufzeit. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden unter den Finanzierungsverbindlichkeiten passiviert. Die zu zahlenden Leasingraten werden nach der Effektivzinsmethode in einen Tilgungsanteil und in einen Zinsanteil aufgeteilt. Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde: scroll
Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashinflows separat identifiziert werden können (sog. zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht mehr bestehen, werden gegebenenfalls Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienAls Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell wie Sachanlagen bewertet. Sie umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Beizulegende Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt. LeasingLeasingtransaktionen sind entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Im Rahmen des Operating Lease genutzte Vermögenswerte werden nicht aktiviert. Die zu leistenden Leasingzahlungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Ein Finance Lease ist ein Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermögenswertes auf den Leasingnehmer übertragen werden. Vermögenswerte, die im Rahmen des Finance Lease genutzt werden, werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet. Beteiligungen, assoziierte Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenAnteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wenn nicht ein davon abweichender Marktwert verfügbar ist. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt. Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode grundsätzlich mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens dessen Eigenkapital aufgezehrt haben, werden keine weitergehende Verluste mehr berücksichtigt, es sei denn es bestehen langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem Unternehmen bzw. der Konzern ist zusätzliche Verpflichtungen eingegangen oder hat für das Unternehmen Zahlungen geleistet. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nachdem der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt. Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. FinanzinstrumenteFinanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Sie werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte bzw. Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Bei zusammengesetzten Finanzinstrumenten werden Fremd- und Eigenkapitalkomponenten getrennt und beim Emittenten gesondert ausgewiesen. Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten. WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (Fair Value Option), keinen Gebrauch. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich danach, wie ein Finanzinstrument in die folgenden Kategorien nach IAS 39 eingeordnet wird: Finanzinstrumente können "zu Handelszwecken" oder "bis zur Endfälligkeit" gehalten werden, das Finanzinstrument kann der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" oder der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden. Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ebenfalls unter die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet fallen alle derivativen Finanzinstrumente, die nicht einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zugerechnet werden. Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen beinhalten kurz- und langfristige Wertpapiere sowie Teile der in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Posten. Kredite und Forderungen sind nicht derivative Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen und Ausleihungen, Festgelder sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte sind, wenn es sich nicht um Kredite und Forderungen handelt, als zur Veräußerung verfügbar zu klassifizieren und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sofern dieser verlässlich ermittelbar ist. Dies sind im Wesentlichen Eigenkapitaltitel und nicht bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Wenn die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten unter die Anschaffungskosten fallen oder objektive Hinweise vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist, wird der direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Unternehmen legt seiner Einschätzung möglicher Wertminderungen alle verfügbaren Informationen zugrunde, wie z. B. Marktbedingungen und -preise, anlagespezifische Faktoren sowie Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs unter die Anschaffungskosten. Wertminderungen eines Schuldinstruments werden in Folgeperioden rückgängig gemacht, sofern die Gründe für die Wertminderung entfallen sind. Mit dem Abgang der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Die bilanzielle Erfassung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Positive Zeitwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative Zeitwerte zum Ansatz einer Schuld. Aus der Zeitwertbewertung resultierende Unterschiede werden erfolgswirksam erfasst. Sofern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen sowie zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, wendet WACKER Hedge Accounting gemäß den Anforderungen des IAS 39 an. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen ("Cashflow Hedge") werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern bis zur Realisierung des Grundgeschäftes im übrigen Eigenkapital erfasst. Im Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital. Ineffektive Teile des Sicherungsgeschäftes werden sofort erfolgswirksam erfasst. Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden bzw. nicht bilanzierter fester vertraglicher Verpflichtungen ("Fair Value Hedges") führen zur Erfassung der Marktwertänderungen sowohl des Grundgeschäftes als auch des Finanzderivats als Sicherungsinstrument in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" wird derzeit von WACKER nicht angewendet. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Währungskurssicherungen, unter anderem der geplanten Umsätze, werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen, während Zinssicherungen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Im übrigen Finanzergebnis werden Währungsderivate zur Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten in Fremdwährung ausgewiesen. Zeitwertänderungen von Rohstoffsicherungen werden in den Herstellungskosten erfasst. VorräteVorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder niedrigere realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen Fertigungsprozesse nicht angesetzt. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten in der chemischen Industrie werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen. In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind auch Ersatzteile für die laufende Instandhaltung der Produktionsanlagen enthalten. Sie werden ebenfalls anhand ihrer Lagerdauer und möglicher Verwertbarkeit bewertet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von null bilanziert. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert. Der Verbrauch wird anhand eines laufenden Durchschnittswerts von entgeltlichen und unentgeltlichen Zertifikaten ermittelt. Er wird ratierlich anhand des quartalsweisen Emissionsausstoßes als Aufwand in den Herstellungskosten erfasst. Finanzielle Vermögenswerte und ErtragsteuerforderungenForderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte inkl. Ertragsteuerforderungen, mit Ausnahme von Finanzderivaten, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Risiken werden durch angemessene Wertberichtigungen auf separaten Wertberichtigungskonten berücksichtigt. Die Bildung von Wertberichtigungen auf nicht versicherte Forderungen bzw. auf den Selbstbehalt bei versicherten Forderungen erfolgt in der Regel, wenn auf Grund der vorliegenden Informationen der Eingang der Forderung als nicht mehr wahrscheinlich eingeschätzt wird. Soweit nach den faktischen und rechtlichen Gegebenheiten mit dem Forderungseingang nicht mehr gerechnet wird, erfolgt die Ausbuchung der Bruttoforderung sowie die Auflösung der gebildeten Wertberichtigung. Aufwendungen aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst. WACKER ist nicht Auftragnehmer von langfristigen Fertigungen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können, einer geringen Wertschwankung unterliegen und eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Sie sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen, bewertet. Pensionsrückstellungen und ähnliche VerpflichtungenLeistungsorientierte Pensionszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") bewertet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Des Weiteren beruht die Bewertung auf versicherungsmathematischen Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer und finanzieller Rechnungsgrundlagen. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) wird der Zeitwert des zugehörigen Planvermögens abgezogen, so dass sich die Nettoschuld bzw. der Nettovermögenswert aus den leistungsorientierten Plänen ergibt. Für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwandes gelten die Annahmen, die der Ermittlung der dbo des Vorjahres zugrunde gelegt wurden. Der Netto-Zinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres festgelegte Diskontierungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoschuld angewandt wird. Die Nettozinsen aus der Netto-Pensionsverpflichtung umfassen den mit dem Rechnungszins kalkulierten Zinsertrag aus Planvermögen und den Zinsaufwand auf den Anwartschaftsbarwert. Neubewertungen umfassen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus der Abweichung von der Einschätzung zum Periodenbeginn und dem tatsächlichen Verlauf während der Periode bzw. der neueren Schätzung zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, Rententrends, Gehaltsentwicklungen und Diskontierungszinssätze ergeben. Sie werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind Differenzen zwischen dem am Periodenanfang ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen und den am Ende der Periode tatsächlich festgestellten Erträgen aus Planvermögen. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst WACKER den hieraus resultierenden Effekt als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Dieser wird bei Entstehung sofort erfolgswirksam erfasst. Auch die aus einer Abgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Verwaltungskosten, die nicht Bestandteil der Verwaltung des Planvermögens sind, werden bei Leistungserbringung ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Der Aufwand aus laufendem und nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Die Nettozinsen werden im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischer Gutachten gebildet und bewertet. Altersteilzeitrückstellungen stellen auf Grund ihrer Ausgestaltung ebenfalls andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 dar, da diese noch an die Erbringung von Arbeitsleistungen in der Zukunft geknüpft sind. WACKER hat Altersteilzeitvereinbarungen ausschließlich als Blockmodell ausgestaltet. Die bilanzielle Erfassung der Rückstellung erfolgt ratierlich über den Zeitraum des Erdienens des Anspruches in der Beschäftigungsphase. RückstellungenFür gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert auf den geschätzten Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden nicht mit Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren. Finanzierungsverbindlichkeiten und sonstige finanzielle VerbindlichkeitenOriginäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Verbindlichkeiten aus Finance-Lease-Verträgen werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen. EventualverbindlichkeitenEventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht erfasst. Änderungen von Bilanzierungs- und BewertungsmethodenIm Geschäftsjahr 2016 ergaben sich keine Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. 01 Umsatzerlöse / Herstellungskosten / Sonstige betriebliche Erträge / Sonstige betriebliche Aufwendungenscroll
Der Anstieg der Wertminderungen auf Vorräte resultiert aus der Abwertung der hohen Herstellungskosten in der Anlaufphase der Polysiliciumanlagen in Charleston, Tennessee. Die Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen und der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen betreffen in 2016 wie in 2015 einbehaltene Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen aus aufgelösten und neu strukturierten Verträgen mit Polysiliciumkunden. Die übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Vorjahr überwiegend nicht aktivierungsfähige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Aufbau der Polysiliciumanlagen in Charleston, Tennessee. 02 Equity-Ergebnis / Sonstiges Beteiligungsergebnis / Zinsergebnis / Übriges Finanzergebnisscroll
Die Equity-Ergebnisse entfallen im Wesentlichen auf Beteiligungen an Unternehmen in China. Sie enthalten neben den anteiligen Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen und sonstigen Konzernanpassungen. Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 1.2 Mio. € (Vorjahr 18,6 Mio. €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Zinsergebnis entsprechend. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns, der im Geschäftsjahr herangezogen wurde, belief sich auf 2,6 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent). Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind die Netto-Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der kalkulierten Erträge aus Planvermögen in Höhe von 44,0 Mio. € (Vorjahr 41,5 Mio. €) und Zinsaufwendungen und Zinserträge aus der Aufzinsung und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 6,0 Mio. € (Vorjahr 6,5 Mio. €) enthalten. Die sonstigen finanziellen Erträge und Aufwendungen ergeben sich im Wesentlichen aus Währungs- und Zinseffekten im Rahmen von Finanztransaktionen und deren Sicherung. 03 ErtragsteuernAls Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. In Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer von 15,0 Prozent (Vorjahr 15,0 Prozent) auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent) erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit der Gemeinde des ansässigen Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer von 12,2 Prozent (Vorjahr 12,2 Prozent) zu zahlen. Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag mit einem Gesamtsteuersatz, einschließlich Solidaritätszuschlag von 28,0 Prozent (Vorjahr 28,0 Prozent) bewertet. Die laufenden Steuern von ausländischen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts und mit den im jeweiligen Sitzland gültigen Steuersätzen ermittelt. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen wie im Vorjahr zwischen 10,0 Prozent und 39,0 Prozent. Steuerabgrenzungen auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften wurden nur vorgenommen, sofern eine Ausschüttung geplant ist. An ausschüttungsfähigen Beträgen sind 425,0 Mio. € (Vorjahr 323,5 Mio. €) vorhanden. In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen aus Vorjahren in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,3 Mio. €) sowie Steuererträge aus Vorjahren in Höhe von 17,1 Mio. (Vorjahr 0,0 Mio. €) enthalten. scroll
Auf Grund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste aus früheren Perioden und bisher nicht berücksichtigter temporärer Differenzen mindert sich der tatsächliche Ertragsteueraufwand im laufenden Geschäftsjahr um 11,7 Mio. € (Vorjahr 2,1 Mio. €). Zuordnung der Steuerabgrenzungenscroll
Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in Höhe von 25,7 Mio. € (Vorjahr 37,3 Mio. €) erfolgswirksam als Ertrag erfasst, während 104,1 Mio. € (Vorjahr - 49,9 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um aktive latente Steuern aus der Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen. Auf Grund von Konsolierungskreisänderung sind erfolgsneutral passive latente Steuern in Höhe von 4,1 Mio. € zugegangen. Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden: scroll
Die entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 326,3 Mio. € (Vorjahr 378,9 Mio. €). Diese sind in Höhe von 304,7 Mio. € (Vorjahr 360,4 Mio. €) voraussichtlich nicht realisierbar und deshalb wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Theoretisch würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 85,3 Mio. € (Vorjahr 100,9 Mio. €) errechnen. Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 169,7 Mio. € (Vorjahr 139,3 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Zum 31. Dezember 2016 werden keine aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 668,9 Mio. € (Vorjahr 712,1 Mio. €) angesetzt. Die Veränderung betrifft im Wesentlichen Teile der im sonstigen Eigenkapital ausgewiesenen versicherungsmathematischen Verluste aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen und temporären Differenzen im Sachanlagevermögen. 04 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagenscroll
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Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte, Software und ähnliche Rechte und Werte. Aus Unternehmenserwerben resultieren entgeltlich erworbene Technologien und Kundenstämme sowie Auftragsbestände. Sie werden über drei bis neun Jahre abgeschrieben. Die Anschaffungskosten der Sachanlagen wurden in Höhe von 482,2 € (Vorjahr 481,4 Mio. €) durch Investitionsförderungen gemindert. Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr 18,6 Mio. €) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 2,6 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent). In den Sachanlagen sind auch technische Maschinen sowie andere Anlagen in Höhe von 33,9 Mio. € (Vorjahr 38,1 Mio. €) enthalten, denen ein eingebettetes Finance Lease zugrunde liegt. WACKER ist auf Grund der Vertragsgestaltung das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen. 05 Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienDie Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser usw.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet. Die Betreibung, Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen. WACKER hat sich verpflichtet, zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen im notwendigen Umfang in den nächsten Jahren durchzuführen. Die Miet- und Pachteinnahmen sind in der folgenden Aufstellung enthalten. scroll
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Abgang von Anschaffungskosten und Abschreibungen in Höhe von 1,2 Mio. €. Der beizulegende Zeitwert beruht auf einem externen Gutachten, das periodisch aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte in 2014. Da aus wirtschaftlicher Sicht für einen potenziellen Käufer nur die Einstellung des derzeitigen Betriebes und der Abriss der vorhandenen Gebäude in Betracht kommt, um die Grundstücksflächen einer neuen Verwendung zuführen zu können, wurde zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes der Verkehrswert auf Grund des Liquidationswertes des Betriebes ermittelt. Bei der Ermittlung wurde die aktuelle Marktlage und damit das aktuelle Preisniveau berücksichtigt. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe zwei zuzuordnen. Der Restbuchwert entfällt auf die Grundstücke. Das Bewertungsverfahren wurde im Vergleich zum letzten Bewertungszeitpunkt nicht geändert. 06 At equity bewertete BeteiligungenDer Konzern bilanziert die Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode. Sie sind für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich. Wurden Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen von den Gesellschaftern ausgegeben, ist die Tilgung dieser Darlehen grundsätzlich vorrangig vor einer Dividendenausschüttung. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung des Beteiligungsbuchwerts nach der Equity-Methode im Berichtszeitraum: Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werdenscroll
Assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werdenscroll
Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzahlen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen dargestellt. Abweichungen zwischen dem anteiligen Jahresüberschuss und dem Equity-Ergebnis sowie dem anteiligen Eigenkapital und dem Buchwert der Equity bewerteten Beteiligungen ergeben sich im Wesentlichen durch Fair-Value-Anpassungen und Konsolidierungsmaßnahmen. scroll
07 Vorrätescroll
Die Herstellungskosten enthalten Kosten für Vorräte in Höhe von 4,4 Mrd. € (Vorjahr 4,2 Mrd. €), die als Aufwand erfasst wurden. Die als Aufwand erfassten Wertberichtigungen betrugen in der Berichtsperiode 21,5 Mio. € (Vorjahr - 1,6 Mio. €). 08 Finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte / Forderungenscroll
Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten entsprechen. Ausfallrisiken sind - soweit nicht durch Versicherungen, Bankbürgschaften und erhaltene Anzahlungen abgedeckt - durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Entwicklung der Wertberichtigungen und der Überfälligkeiten stellen sich wie folgt dar: Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungenscroll
Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungenscroll
Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht vorgenommen. Zum 31. Dezember 2016 ergab sich kein wesentliches Ausfallrisiko. Wertberichtigungen werden bei erkennbaren Kreditrisiken sowie bei Änderungen der Währungsparitäten gebildet. Permanente Bonitätseinschätzungen werden bzgl. der Werthaltigkeit der Forderungen durchgeführt und es werden gegebenenfalls Kreditausfallversicherungen abgeschlossen. Ferner werden Anzahlungen und Bankbürgschaften von Kunden geleistet. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen bezüglich der Kreditqualität. Die Zuführungen /Auflösungen bei den Wertberichtigungen auf Forderungen im Berichtsjahr betreffen im Wesentlichen die Wacker Chemie AG. 09 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente / Wertpapierescroll
Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Termingelder und Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgegeben werden und der Kategorie "bis zur Endfälligkeit gehalten" zugeordnet werden. WACKER verfügt über keine Zahlungsmittel, die Verfügungsbeschränkungen auf Grund von Devisenausfuhrbeschränkungen unterliegen. 10 Eigenkapital /Anteile anderer Gesellschafter / KapitalstrukturmanagementDas gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €. Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht einem rechnerischen Wert von fünf € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien besteht zum Stichtag nicht. Der Vorstand ist ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelungen des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Die Anzahl der ausstehenden Aktien hat sich im Rahmen des Börsengangs im April 2006 durch Veräußerung eines Teils der vorher im eigenen Bestand befindlichen Anteile erhöht. Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle: scroll
Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der Wacker Chemie AG wird auf den Abschnitt Beziehungen zu nahestehenden Personen verwiesen. (→ Siehe Ziffer 22) Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die in das Eigenkapital geleistet wurden. In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen. In 2015 erhöhte der Erlös aus dem Börsengang der Siltronic die Gewinnrücklagen um 83,8 Mio. €. Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten und Pensionen ausgewiesen. Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn- bzw. Verlustanteile auf: scroll
Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf folgende Gesellschaften: Anteile anderer Gesellschafterscroll
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Inklusive der Tochtergesellschaften Die Stimmrechte anderer Gesellschafter entsprechen ihrem Anteil am Eigenkapital. Im Vorjahr hat die Siltronic AG im Rahmen eines Börsengangs 12,65 Mio. Aktien platziert. Davon stammen fünf Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung von Siltronic und 7,65 Mio. Aktien aus dem Bestand von WACKER. Gleichzeitig ging der Anteil von WACKER am Eigenkapital der Siltronic AG von zuvor 100 Prozent auf nun 57,8 Prozent zurück. Im WACKER-Konzern ist die Siltronic AG ein wesentliches Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen: Wesentliche nicht beherrschende Anteilescroll
In der folgenden Tabelle werden zusammenfassende Finanzinformationen zum Siltronic Teilkonzern dargestellt: Zusammenfassende Finanzinformationen zur Siltronic AG und deren Tochterunternehmen1 :scroll
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Konsolidierter Teilkonzernabschluss des Siltronic Konzerns nach IFRS Weitere Informationen zu den einzelnen Gesellschaften finden sich in der Anteilsbesitzliste. (→ Siehe Ziffer 21) Angaben zum KapitalmanagementDas Kapitalmanagement des WACKER-Konzerns verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Kapitalrenditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Als Instrumente der Kapitalsteuerung dienen unter anderem Dividendenzahlungen an Anteilseigner und Aktienrückkäufe. Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften zur Kapitalerhaltung. Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet. Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, rund 50 Prozent des Konzernjahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien stimmen zu. Überdies verfügt WACKER über ein aktives Fremdkapitalmanagement. Ziel ist ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein komfortables Liquiditätspolster. Ferner sollen die finanziellen Strukturen so ausgestaltet sein, dass die Bonität von WACKER mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Im Rahmen des wertorientierten Managements gehört die Kennzahl Nettofinanzschulden zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen. (→ Siehe Kapitel Steuerungssystem und Vermögenslage im Konzernlagebericht.) Die Kapitalstruktur des WACKER-Konzerns stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar: Kapitalstrukturscroll
11 PensionsrückstellungenFür die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter basieren. Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Bei WACKER existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne, die teilweise über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG oder Fonds finanziert sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen garantieren die unterschiedlichen Pensionspläne den Mitarbeitern lebenslange Renten auf Basis des während der Beschäftigung bei WACKER durchschnittlich bezogenen Gehalts (Karrieredurchschnittsplan) oder Kapitalzahlungen. Im Konzern bestehen folgende Altersversorgungspläne: Versorgungspläne über die PensionskasseFür Mitarbeiter in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Die Pensionskasse ist ein kleiner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 210 des Versicherungsaufsichtsgesetzes und ist reguliert nach § 233 Abs. 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Sie unterliegt damit den Regelungen für deutsche Versicherer und wird von der BaFin beaufsichtigt. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung eine feste Leistungszusage, die bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu berücksichtigen ist. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 in die Unternehmen eingetreten sind, gelten neue Tarife für die Grundversorgung. Den Leistungen liegen dort Garantiezinssätze zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können die zukünftige Leistung erhöhen. Zusätzlich können Mitarbeiter in Deutschland Beiträge zur freiwilligen Höherversicherung PK+ an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG leisten. Vor allem werden die Beiträge aus der tarifvertraglich geregelten Altersversorgung auf Grund der Tarifverträge über Einmalzahlungen und Altersvorsorge und über Lebensarbeitszeit und Demografie in die freiwillige Höherversicherung eingezahlt. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die bilanzielle Behandlung der Tarife für Mitarbeiter in Deutschland, die nach 2004 in das Unternehmen eingetreten sind, geändert. Bis zum Geschäftsjahr 2015 wurden diese Tarife bei WACKER als beitragsorientiert behandelt. Wegen des weiterhin anhaltenden Niedrigzinsumfeldes wurden diese Tarife in 2016 auf Grund der gestiegenen Wahrscheinlichkeiten einer Inanspruchnahme von WACKER neu eingeschätzt und als leistungsorientierte Verpflichtung bilanziert. Die Umstellung führt dazu, dass in 2016 der Barwert der Verpflichtung erfolgsneutral um 143,1 Mio. € steigt. Gleichzeitig werden im Planvermögen erfolgsneutral Zugänge von 138,6 Mio. € berücksichtigt. Die Effekte sind in der Tabelle "Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen" in der Zeile "Erfahrungsbedingte Gewinne / Verluste" und in der Zeile "Gewinne /Verluste aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge" enthalten. Direktzusagen des WACKER-KonzernsNeben den Zusagen der Pensionskasse erhalten Mitarbeiter in Deutschland direkte Leistungszusagen in Form einer Zusatzversorgung. Mit der Zusatzversorgung werden Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze abgesichert. Bis 2004 eingetretene Mitarbeiter und deren Hinterbliebene erhalten Rentenleistungen. Die Höhe der Rente hängt vom durchschnittlich während der Beschäftigung bei WACKER bezogenen Gehalt ab (Karrieredurchschnittsplan). Für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter wird jährlich ein Prozentsatz des Gehalts oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bereitgestellt. Das sich hieraus ergebende Kapital wird verzinst. Die Leistungen können als lebenslange Rente oder, für Zusagen ab 2005, alternativ als Einmalzahlung abgerufen werden. Leistungsberechtigt sind die Mitarbeiter und ihre Hinterbliebenen. Die Ansprüche der Mitarbeiter gehen in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen ein. Dies gilt sowohl für bis 2004 eingetretene Mitarbeiter als auch für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter. Für Mitglieder des Vorstands bestehen Einzelzusagen. Weitere Informationen zur Altersversorgung des Vorstands finden Sie im Vergütungsbericht. (→ Siehe Seite 183) Außertariflich bezahlte Mitarbeiter in Deutschland können in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan ("Deferred Compensation") Teile ihres Gehalts einzahlen. Dieser Plan gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, Teile ihrer künftigen Entgeltansprüche in ein wertgleiches Versorgungskapital umzuwandeln. Das Versorgungskapital wird in Abhängigkeit vom Abschluss der Teilnahmevereinbarung am Leistungsplan (Zusage) mit sieben Prozent (1996-2001), sechs Prozent (2002-2010) oder fünf Prozent (2011 - 2013) verzinst. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von sieben Prozent oder sechs Prozent kann der Mitarbeiter zwischen einer Auszahlung in Rentenform oder als Kapital wählen. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von fünf Prozent erfolgt die Auszahlung ausschließlich in Kapitalform. Ab 2015 können leitende Angestellte Teile ihres Gehalts zu einem variablen Zinssatz in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan einzahlen. Der variable Zinssatz ist abhängig von der fünfjährigen Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen und beträgt mindestens 2,5 Prozent und höchstens fünf Prozent. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich in Kapitalform. Zusagen, die bis zum 31. Dezember 2000 erteilt wurden, werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet, Zusagen, die ab dem 01. Januar 2001 erteilt wurden, werden mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft bzw. mit dem erworbenen Kapital bewertet. Die Versorgungsansprüche in Deutschland sind durch den Pensionssicherungsverein a. G. gegen Insolvenz geschützt. Die Insolvenzsicherung ist nach oben begrenzt. Gesetzliche Mindestfinanzierungspflichten bestehen nicht. Pensionszusagen im AuslandFür die Mitarbeiter ausländischer Tochtergesellschaften bestehen unterschiedliche Pensionszusagen nach den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Außer den in den USA begebenen Pensionszusagen sind diese Pensionspläne für den Konzern nicht wesentlich. In den USA bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen für Mitarbeiter der Siltronic Corporation, Portland und der Wacker Chemicals Corporation, Adrian. Für beide Unternehmen wurden die leistungsorientierten Pläne ab dem 31. Dezember 2003 für Neuzusagen geschlossen. Die leistungsorientierten Zusagen werden nur für die Altbestände fortgeführt. Die Versorgungsleistung besteht in einer monatlichen Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr, die sich auf Basis des zuletzt gezahlten Durchschnittsgehaltes ermittelt. Spezielle Regelungen gibt es bei frühzeitiger Verrentung ab dem 55. Lebensjahr abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand sowie für Austrittsentschädigungen unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Für neue Mitarbeiter in den USA existieren nur noch beitragsorientierte Pensionspläne. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen übergeleitet werden: Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungenscroll
Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungenscroll
AnnahmenDie Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen und landesspezifischen, biometrischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt. Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die folgende Parameter berücksichtigt haben: scroll
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland die von Prof. Dr. Klaus Heubeck entwickelten "Richttafeln 1998" mit Modifikationen zugrunde gelegt. Dabei werden für den Bestand der Pensionskasse (Grundversorgung) von der Aufsichtsbehörde genehmigte Sterbetafeln (Reduzierung der Sterblichkeiten bei Männern auf 75 Prozent und bei Frauen auf 85 Prozent der Richttafelwerte) verwendet. Für den Bestand der übrigen Zusagen wurden die Sterblichkeiten bei Männern auf 60 Prozent und bei Frauen auf 85 Prozent der Heubeck-Werte reduziert und damit insbesondere der anerkannte Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Höhe der Rente ("Einfluss des sozioökonomischen Status") berücksichtigt. In den USA wird die Sterblichkeitstafel Sex distinct RP-2014 mortality tables (Scale soa MP-2014) für Rentner und Anwärter, nach Geschlecht unterschieden, angewendet. Dabei wurde die Sterblichkeitstafel RP-2014 auf das Jahr 2007 zurückgerechnet und eine modifizierte Variante der Tafel MP-2014 für die zukünftigen Perioden zugrunde gelegt. Die bei der Berechnung der Pensionsverpflichtung berücksichtigten Diskontierungssätze und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht auf einer Zinsstrukturkurve, die aus Renditen hochrangiger festverzinslicher und laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen des jeweiligen Landes abgeleitet wurde. Er berücksichtigt die WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme der Verpflichtungen. SensitivitätsanalyseBei der folgenden Sensitivitätsanalyse wird jeweils nur eine Annahme verändert, d. h., die übrigen Annahmen bleiben gegenüber der ursprünglichen Bewertung unverändert, sodass die Sensitivität jeder Annahme isoliert betrachtet werden kann. Daraus folgt, dass mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die folgende Übersicht zeigt, inwieweit sich der Barwert der Pensionsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen ändern würde. Sensitivitätsanalysescroll
Zusammensetzung des PlanvermögensIn Deutschland investiert die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gemäß gesetzlicher Vorschriften und der Vorschriften ihrer Satzung das relevante Planvermögen. Die Pensionskasse investiert knapp die Hälfte des Vermögens in Aktien- und Rentenfonds. Die andere Hälfte wird als Direktinvestition in die Anlageklassen Schuldscheindarlehen, Immobilien, Immobiliendarlehen und Private Equity angelegt. Der verbleibende Teil des Vermögens wird als Liquidität vorgehalten. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der vom Vorstand der Pensionskasse vorgegebenen Kapitalanlagerichtlinie. Das Planvermögen der in den USA aufgelegten Pensionspläne wird überwiegend in Aktien und Fonds gemäß den vorgegebenen Kapitalanlageregelungen angelegt. Die Zusammensetzung des Planvermögens des Konzerns zeigt folgende Tabelle: Zusammensetzung des Planvermögensscroll
Der WACKER-Konzern nutzte zum Stichtag 31. Dezember 2016 84,2 Mio. € (Vorjahr 80,2 Mio. €) des Planvermögens für eigene Zwecke. Hierbei handelte es sich um die von der Wacker Chemie AG selbst genutzte Immobilie der WACKER-Hauptverwaltung in München. RisikenDie mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben den üblichen versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Planvermögen. In Deutschland werden wesentliche Teile der leistungsorientierten Verpflichtungen in der Pensionskasse verwaltet. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Asset-Liability-Studie wird das aktuelle und künftige Verhältnis von Portfoliostruktur zu den Verpflichtungen analysiert und prognostiziert. Als Resultat ermittelt sich das langfristige Renditeerfordernis der Pensionskasse. Darauf aufbauend definiert die Pensionskasse ein strategisches Zielportfolio. Das Renditeerfordernis, der Firmenbeitrag der Trägerunternehmen und die strategische Asset-Allokation werden somit jährlich überprüft und miteinander in Einklang gebracht. Grundsätzlich sind alle Kapitalanlagen Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Diese können aus Zins-, Aktienkurs- bzw. Wechselkursverschiebungen bestehen. WACKER zielt darauf ab, durch ein so genanntes Overlay-Management Verluste auf ein vorgegebenes Maß zu beschränken. Teilweise werden Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt. Die leistungsorientierten Pläne in den USA unterliegen auf Grund der Anlage des Planvermögens in Aktien und Fonds neben den versicherungsmathematischen Risiken ebenfalls dem Marktpreisänderungsrisiko. Je nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist WACKER dazu verpflichtet, eine Unterdeckung der Pensionspläne durch Zuführung liquider Mittel zu reduzieren. Risiken ergeben sich insbesondere durch die Lebenserwartung der Leistungsempfänger, das Zinsgarantierisiko sowie aus Gehalts- und Rentensteigerungen. Das Zinsgarantierisiko wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses regelmäßig beobachtet. Es stellt bei der Ermittlung des langfristigen Zinserfordernisses und deren Erfüllbarkeit ein Schwerpunktthema der Pensionskasse dar. Risiken aus der Zinsgarantie entfallen auch auf die Pläne zur "Deferred Compensation". Finanzierung der PensionspläneIm Geschäftsjahr 2016 wurden für Pläne in Deutschland 78,9 Mio. € (Vorjahr: 75,1 Mio. €) und für Pläne im Ausland 10,1 Mio. € (Vorjahr: 10,3 Mio. €) an Rentenzahlungen geleistet. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Rentenzahlungen aus Pensionsplänen von rund 95 Mio. €. Die laufenden Beiträge des Arbeitgebers in das Planvermögen werden in 2017 rund 45 Mio. € betragen. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt zum 31. Dezember 2016 20,7 Jahre (Vorjahr 18,4 Jahre) in Deutschland und 14,7 Jahre (Vorjahr 14,2 Jahre) in den USA. Erwartete Fälligkeiten der Pensionszahlungenscroll
Zusammensetzung des Pensionsaufwandsscroll
12 Andere Rückstellungen / Steuerrückstellungenscroll
PersonalrückstellungenSie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläums- und Sterbegeldern sowie Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss der langfristigen Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle erfolgt kontinuierlich. Zinseffekte erhöhten die Jubiläumsrückstellungen; Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle stiegen auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen, deren Mitarbeiter noch im Unternehmen tätig sind. Verkaufs- / EinkaufsrückstellungenDie Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie noch zu gewährende Rabatte, Skonti oder sonstige Preisnachlässe, zu zahlende Provisionen für die Vermittlung von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Der wesentliche Teil der Rückstellungen wird voraussichtlich in den nächsten drei Jahren zu Abflüssen führen. UmweltschutzrückstellungenDie Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktions- oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen Umweltabgaben an staatliche Stellen. Die Zuführungen sind im Wesentlichen auf die Anpassungen beim Rechnungszins zurückzuführen. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen werden voraussichtlich innerhalb von 25 Jahren zu Abflüssen führen. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen (z. B. für Schadenersatz, Erstattungsansprüche, Prozesskosten). ErtragsteuerrückstellungenSie enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern sowie Beträge für Risiken aus Außenprüfungen und Rechtsmitteln. Der vorhandene Bestand an langfristigen Steuerrückstellungen wird im Wesentlichen in den nächsten zwei bis vier Jahren abfließen. In Abhängigkeit von der jeweiligen landesspezifischen Situation wurden für die Ermittlung der Rückstellungen Zinssätze bis zu zehn Prozent (Vorjahr Zinssätze bis zu neun Prozent) verwendet. Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen im Zusammenhang mit Einkaufsgeschäften, Umweltrückstellungen, Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle und Jubiläumsrückstellungen. Andere Rückstellungen / Ertragsteuerrückstellungenscroll
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Enthält die Veränderung des Deckungsvermögens für Altersteilzeitverpflichtungen. 13 Finanzierungsverbindlichkeitenscroll
In 2016 hat WACKER neue Bankkredite in Höhe von insgesamt 250 Mio. US-$ (237,6 Mio. €) und 23,3 Mio. südkoreanischen Won (18,4 Mio. €) aufgenommen. Ein endfälliger auf Euro lautender Investitionskredit in Höhe von 200 Mio. € wurde planmäßig getilgt und laufende planmäßige Tilgungen bei einem weiteren Investitionskredit in Höhe von 16 Mio. € geleistet. Ein bis 2018 auf Renminbi lautender Investitionskredit in Höhe von 252,8 Mio. cny (34,6 Mio. €) wurde in 2016 getilgt. In 2015 wurde ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 150 Mio. € planmäßig getilgt. Des Weiteren wurden in 2015 auf Renmimbi lautende Darlehen in Höhe von rund 50 Mio. € zurückgeführt. Für die Finanzierungsverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der Finanzierungsverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen (Covenants) eingehalten werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die Buchwerte der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten entsprechen dem Rückzahlungsbetrag. Mit Ausnahme des auf Euro lautenden Investitionskredites in Höhe von 64 Mio. € sind sämtliche Kredite und Darlehen endfällig. Der folgenden Übersicht können die zukünftigen Tilgungs- und Zinszahlungen für Kreditverbindlichkeiten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten entnommen werden. scroll
Daneben bestehen langfristige ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 801,1 Mio € (Vorjahr 602,8 Mio. €), für deren Inanspruchnahme alle Bedingungen erfüllt sind. Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen zum Stichtag: scroll
Bedingte Leasingzahlungen aus Finance Leasing liegen nicht vor. Als Finance Lease wird ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk aktiviert. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. WACKER hat das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern WACKER dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden. Darüber hinaus bestehen für einige technische Anlagen Leasingverträge, die als Finance Lease qualifiziert und von WACKER aktiviert wurden. Auch hier bestehen zum Teil Vorkaufsrechte und Mietverlängerungsoptionen. Die Leasingverträge dienen der vereinfachten Beschaffung und Finanzierung von Betriebsmitteln und Anlagevermögen. Auf Grund der langfristigen Bindung entsteht jedoch für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann. 14 Finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeitenscroll
Die Steuerverbindlichkeiten umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden. Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen. Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Lieferungen von Halbleiterwafern und Polysilicium. Für die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der sonstigen Verbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. 15 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken EventualverbindlichkeitenDie Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualverbindlichkeiten bestehen bei WACKER im Wesentlichen aus eingegangenen Bürgschaften in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €). Eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften ist unwahrscheinlich. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risikenscroll
Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen, Kraftfahrzeuge sowie IT-Equipment. Die Laufzeiten liegen hierbei im Allgemeinen zwischen drei und fünf Jahren. Mietverträge für Büroräume, Sachanlagen usw. haben eine deutlich längere Laufzeit. Ferner pachtet der Konzern in Singapur auf Grund regulatorischer Vorgaben langfristig das Land, auf dem die Produktionsstätten errichtet wurden. scroll
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 121,3 Mio. € (Vorjahr 205,0 Mio. €) und betrifft die operativen Segmente. Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 90,0 Mio. € (Vorjahr 100 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Joint Venture Gesellschaft mit Dow Corning. Die vertraglich fixierten Transferpreise führten zu einer Rückstellung für belastende Verträge, die in den sonstigen Rückstellungen enthalten ist. Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den wesentlichen Mindestabnahmeregelungen in Höhe von 1,32 Mrd. € (Vorjahr 1,58 Mrd. €). Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen ein und sieben Jahren. Aus bestehenden Konsignationslagern hat der Konzern eine Abnahmeverpflichtung in Höhe von 8,9 Mio. € (Vorjahr 13,6 Mio. €). Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich begrenzt. WACKER ist von Zeit zu Zeit in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet WACKER keine wesentlichen negativen Auswirkungen. 16 Sonstige Angabenscroll
Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen für die Dotierung externer Pensionsfonds und Pensionskassen werden ebenfalls in den Aufwendungen für Altersversorgung ausgewiesen. scroll
Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 1,1 Mio. € (Vorjahr 1,7 Mio. €) die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 1,0 Mio. € (Vorjahr 1,3 Mio. €) auf Abschlussprüfungsleistungen und 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,4 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen. 17 Ergebnis je Aktie / Dividendescroll
Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis. Ein Ergebnis je Aktie bezogen auf Ergebnisse aus fortgeführter bzw. nicht fortgeführter Tätigkeit wird mangels einschlägiger Sachverhalte nicht angegeben. Für das Geschäftsjahr 2015 wurde eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. € ausgeschüttet; dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 2,00 €. Für das Geschäftsjahr 2015 wurden keine Einstellungen in die Gewinnrücklagen bei der Wacker Chemie AG geleistet. Für das Geschäftsjahr 2016 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG eine Dividende in Höhe von 2,00 € vorgeschlagen. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur auf die dividendenberechtigten Aktien, d. h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG. Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien, die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 99.355.966,00 € ausgeschüttet. 18 FinanzinstrumenteIn der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören. WACKER hat keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet. Der beizulegende Zeitwert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Bilanzposten dem Bilanzwert gleichgesetzt. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2016scroll
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Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2015scroll
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In den Krediten und Forderungen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen, Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte enthalten Wertpapiere und Beteiligungen. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine an aktiven Märkten beobachtbaren Preise vorliegen. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Finanzierungsverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen. Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten dar. scroll
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" beinhaltet im Wesentlichen Nettoverluste / -gewinne aus der Währungsumrechnung, Zinserträge aus Finanzanlagen und Bankguthaben sowie Wertberichtigungen. Die Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhaltet Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren. In der Kategorie bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind im Wesentlichen Festgeldanlagen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr, die in den Wertpapieren ausgewiesen wurden, enthalten. Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte / Verbindlichkeiten" enthalten. Zusätzlich sind hier die Effekte aus Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen. Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 5,6 Mio. € (Vorjahr: 6,9 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Bankguthaben und Ausleihungen sowie bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapieren. Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 42,4 Mio. € (Vorjahr: 31,8 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoverluste in der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten sowie Nettoverlusten und -gewinnen aus der Währungsumrechnung. Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu Marktwerten oder umgekehrt statt. Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS 13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt. Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert: Stufe 1Mittels notierter Preise in aktiven Märkten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert direkt von Preisen an aktiven liquiden Märkten abgeleitet werden kann und bei denen das im Markt beobachtbare Finanzinstrument repräsentativ für das zu bewertende Finanzinstrument ist. Hierzu zählen festverzinsliche Wertpapiere, die an liquiden Märkten gehandelt werden. Stufe 2Mittels Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert aus gleichartigen, an aktiven Märkten gehandelten Finanzinstrumenten oder mittels Bewertungsverfahren, deren sämtliche Parameter beobachtbar sind, ermittelt werden kann. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente, innerhalb oder außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten. Stufe 3Mittels Bewertungsverfahren auf Basis nicht beobachtbarer Parameter bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht aus am Markt beobachtbaren Daten ermittelt werden kann und die ein anderes Bewertungsverfahren benötigen. Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen eine Wertkomponente auf, die nicht beobachtbar ist und einen wesentlichen Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert hat. Hierzu zählen außerbörsliche Derivate sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente. Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden oder zu Anschaffungskosten in der Bilanz bewertet werden und deren beizulegender Zeitwert im Anhang genannt wird: Fair-Value-Hierarchiescroll
Fair-Value-Hierarchiescroll
WACKER überprüft regelmäßig, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. Wie im Vorjahr haben auch im Geschäftsjahr 2016 keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden. WACKER bewertete im Berichtszeitraum ausschließlich finanzielle Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen, auf Basis quotierter Preise der Kontrahenten oder anhand geeigneter Bewertungsverfahren (Discounted Cashflow bzw. finanzmathematisch anerkannte Verfahren wie z. B. die PAR-Methode) ermittelt. Die derivativen Finanzinstrumente und die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und unterliegen damit einem wiederkehrenden Fair-Value-Ansatz. Der Fair Value der derivativen Finanzinstrumente wird auf Basis von Marktdaten wie Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogener Bewertungsverfahren berechnet. Die Ermittlungen des beizulegenden Zeitwertes enthalten das eigene bzw. das Ausfallsrisiko des Kontrahenten mit laufzeitadäquaten, am Markt beobachtbaren CDS-Werten. Der Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lässt sich mittels notierter Preise in aktiven Märkten ableiten. Die Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für diese ist im Anhang jedoch verpflichtend der beizulegende Zeitwert anzugeben. Der beizulegende Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der zukünftigen erwarteten Cashflows. Die Anwendung der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der marktgerechten Zinsen führt dazu, dass der Buchwert der Ausleihungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgt über die Nettobarwertmethode. Bei dieser werden marktübliche Zinsen zugrunde gelegt. Für die von WACKER zu Anschaffungskosten bewerteten Eigenkapitalinstrumente konnte kein beizulegender Zeitwert ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen und für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind. Für die zum 31. Dezember 2016 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht. Die von WACKER gehaltene einseitige Call-Option zum Erwerb von einem Prozent der Anteile am Tochterunternehmen Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Japan wird zum Stichtag 31. Dezember 2016 zu Anschaffungskosten bilanziert. WACKER weist im Moment keine zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente aus, die in die Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie fallen. Hinsichtlich der Bewertungsverfahren gab es keine Veränderungen zum Vorjahr. Management von finanzwirtschaftlichen RisikenWACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen Risiken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, Risiken zeitnah zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken, insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken, werden bezüglich ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert. Kreditrisiko (Ausfallrisiko)Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos, insbesondere bei der Anlage von Wertpapieren und Zahlungsmitteln, werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung der Geschäfte erfolgen nach internen Kreditrisikogrundsätzen und unterliegen Kontrollen unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen, Anzahlungen und Bankbürgschaften abgesichert. Kundenratings und -kreditlimite basieren auf allgemein verfügbaren Informationen von Ratingagenturen und internen Informationen. Sicherheiten für Finanzinstrumente bestehen nicht. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch, dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertminderungen unter Berücksichtigung von erhaltenen Anzahlungen Rechnung getragen. LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien mit Finanzinstituten hoher Bonität und liquide Mittel vorgehalten. Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form von kurzfristigen Anlagen und offenen Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen. Hinsichtlich der Fälligkeitsanalyse für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Abschnitt Finanzierungsverbindlichkeiten. (→ Siehe Ziffer 13) MarktrisikenAls Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. WährungsrisikoDie Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungs-Einnahmen und -Ausgaben. Das größte Risiko besteht gegenüber dem usd. Als USD-Einnahmen sind alle in usd fakturierten Umsätze zu verstehen, unter USD-Ausgaben werden sämtliche USD-Einkäufe sowie die Standortkosten in usd erfasst. Zu den direkten USD-Einnahmen und -Ausgaben werden noch in die Ermittlung des Risikopotenzials die indirekten USD-Einflüsse der Top-Rohstoffe Methanol und Erdgas mit einbezogen. Als relevante Risikovariable für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der usd Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in usd abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem CNY und JPY haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von zehn Prozent des usd gegenüber dem € simuliert. Die Ausgangsgröße bildet der in der Prognose verwendete Umrechnungskurs. Die Auswirkung auf das EBITDA hätte zum 31. Dezember 2016 - 58 Mio. € und zum 31. Dezember 2015 - 60 Mio. € betragen. Der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 15,3 Mio. € (Vorjahr 29,4 Mio. €) erhöht. Das Währungs-Exposure lag zum 31. Dezember 2016 bei 582 Mio. € (Vorjahr 595 Mio. €). ZinsrisikoDas Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzierungsverbindlichkeiten und zinstragenden Anlagen. Der Vorstand legt die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument mit einem festen oder variablen Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Marktwertsensitivität oder einer Cashflow-Sensitivität gemessen. Finanzierungsverbindlichkeiten und Anlagen mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeit unterliegen sie keinem wesentlichen Zinsänderungrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Wenn das Marktzinsniveau zum Stichtag 31. Dezember 2016 um 100 Basispunkte niedriger (31. Dezember 2015: niedriger) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 0,4 Mio. € (Vorjahr 1,4 Mio. €) schlechter (schlechter) ausgefallen. RohstoffpreisrisikoGenerell bestehen Risiken bezüglich der ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen und ein Ergebnisrisiko bei möglichen Erhöhungen der Rohstoffpreise. Diese Risiken werden im Rahmen von Langfristverträgen abgedeckt. Cashflow Hedge Accounting wird nur in geringem Ausmaß für den langfristigen norwegischen Energiebedarf eingesetzt. Die erfolgswirksame Erfassung erfolgt in den Herstellungskosten. Derivative FinanzinstrumenteDie finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt es sich im Wesentlichen um die laufende Energiebeschaffung. Die Preissicherung der Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen, für die im Wesentlichen die own use exemption des IAS 39 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen sowie Devisenswaps. Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen unterlegt sind; zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Devisensicherungen erfolgen insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Bei möglichen Zinssicherungen wird auf die Fälligkeit der Grundgeschäfte abgestellt. Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von drei Monaten bis maximal 21 Monaten. Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn- und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach. Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting durchgeführt. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten im Zins- bzw. übrigen Finanzergebnis. Für die strategische Sicherung werden abgestufte Sicherungsquoten verwendet. Die Quoten liegen zwischen 50 Prozent und 30 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure in US-$. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure für 2017 zu rund 50 Prozent abgesichert und das erwartete Netto-Exposure des Halbleitergeschäfts zusätzlich für 2018 zu rund 15 Prozent. Die Sicherungsquote der operativen Sicherung in US-$ beträgt durchschnittlich rund 50 Prozent. Im Geschäftsjahr 2016 wurde in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 7,6 Mio. € (Vorjahr 15,8 Mio. €) aus Cashflow Hedge Beziehungen berücksichtigt. Während des Geschäftsjahres 2016 wurden - 21,1 Mio. € in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Vorjahr 69,7 Mio. €). Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren. Fair Value Hedges bestehen zur Absicherung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden auf Grund von Währungsänderungen (Fremdwährungs-Swap). Bei einer effektiven Sicherung wird der Buchwert des zugeordneten Grundgeschäfts um die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der abgesicherten Risiken angepasst. WACKER weist zum Geschäftsjahrsende einen Ertrag aus der Bewertung des Sicherungsinstruments im Fair Value Hedge in Höhe von 5,1 Mio. € (Vorjahr Ertrag von 7,3 Mio. €) aus. Im gleichen Zeitraum wurde ein Aufwand bei dem zugrunde liegenden Grundgeschäft in Höhe von - 5,1 Mio. € (Vorjahr Aufwand von - 7,3 Mio. €) realisiert. Beides wurde im Finanzergebnis ausgewiesen. Aus einer weiteren Fair Value Hedge Beziehung wurde aus der Bewertung des Sicherungsgeschäftes ein Verlust in Höhe von 3,2 Mio. € und aus der Bewertung des Grundgeschäfts ein Gewinn in Höhe von 3,2 Mio. € im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. scroll
Die Währungsderivate beinhalten im Wesentlichen Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen und Devisenswaps über 610,8 Mio. US-$, 33,1 Mrd. JPY, 70,7 Mio. SGD und 687,0 Mio. € (Vorjahr 1.309,5 Mio. US-$, 28,0 Mrd. jpy, 469,7 Mio. sgd und 10,5 Mio. chf). Derivate mit Marktwerten von - 22,4 Mio. € werden in 2017 fällig, in 2018 laufen 0,5 Mio. € vertraglich aus. Bei den Sonstigen Derivaten handelt es sich um auf dem norwegischen Markt gehandelte Strom-Futures mit einem Nominalwert von 15,0 Mio. € (Vorjahr 17,3 Mio. €). Mit den Strom-Futures wird das Risiko steigender Spot-Marktpreise am Energiemarkt durch eine strukturierte Preisfixierung auf dem Strommarkt begrenzt. Das Sicherungsvolumen beträgt bis zu 90 Prozent des nicht durch langfristige Lieferverträge abgedeckten zukünftigen Strombedarfs der Siliciumproduktion im norwegischen Holla. Die Laufzeiten betragen zwischen einem und vier Jahren. Es wurden Derivate bis 2020 abgeschlossen. Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz. Finanzielle Vermögenswerte / Schulden, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegenscroll
Die Tabelle zeigt neben den Finanzinstrumenten, die die Regelungen zur bilanziellen Saldierung nach IAS 32 erfüllen, auch jene Finanzinstrumente, die Aufrechnungsvereinbarungen oder Globalverrechnungsverträgen unterliegen, aber nach IAS 32 nicht saldierungsfähig sind. Im Rahmen der Abwicklung der strategischen Kurssicherung stellt WACKER Devisentermingeschäfte vor Fälligkeit mit einem Gegengeschäft glatt. Das strategische Devisentermingeschäft und das korrespondierende Devisentermingeschäft der Glattstellung werden gemäß den Kriterien des IAS 32 saldiert ausgewiesen. Weiter werden Generalverrechnungsvereinbarungen mit einigen Banken geschlossen, welche nur im Insolvenzfall gelten. Der Nettobetrag zeigt jenen Betrag an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten, der trotz Saldierung und Globalverrechnungsvereinbarung bei Insolvenz nicht erhalten werden bzw. bezahlt werden muss. 19 Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDer Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt werden. Die im betrieblichen Cashflow ausgewiesenen Zinszahlungen wurden um aktivierungspflichtige Bauzeitzinsen gekürzt. Die Bauzeitzinsen erhöhen die Investitionen im Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr: 18,6 Mio. €). Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen, da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden. Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens starken Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet, sodass auch hier eine Überleitung der gesamten Zu- und Abflüsse zur Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten in der Bilanz nicht möglich ist. Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden Finanzmittelfonds verweisen wir auf den Anhang. (→ Siehe Ziffer 09) 20 Erläuterungen zur SegmentberichterstattungDie Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. WACKER berichtet über fünf operative Segmente (Silicones, Polymers, Biosolutions, Polysilicon und Siltronic), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Risiko- und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Es erfolgt keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten. Die keinem operativen Segment zugeordneten Aktivitäten und Ergebnisse werden als "Sonstiges" ausgewiesen. Die Währungsergebnisse des Segments Siltronic werden auf Grund des vorliegenden Teilkonzerns direkt im Segment ausgewiesen. Für die Chemiebereiche und das Segment Polysilicon werden die Währungsergebnisse in "Sonstiges" gezeigt. Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt. Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter "Sonstiges" ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind. Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Bei den geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem Sitz des Kunden als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert. WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBITDA. Das EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum EBIT. Das EBIT setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen inklusive dem Equity-Ergebnis und dem sonstigen Beteiligungsergebnis zusammen. Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung eliminiert. Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen, Liquidität sowie aktive latente Steuern werden jedoch grundsätzlich dem Segment "Sonstiges" zugeordnet. Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen passive latente Steuern, die im Segment "Sonstiges" gezeigt werden. Die Aufteilung der Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Die Aufteilung der Pensionsrückstellungen erfolgt gemäß den geltenden Personalschlüsseln im Konzern. Die erhaltenen Anzahlungen werden dem jeweiligen Segment direkt zugeordnet. Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge teilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente auf: Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-)scroll
Der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus der Lieferung von Polysilicium und der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen aus Vertragsauflösungen im Segment Polysilicon belief sich auf 161,1 Mio. € (Vorjahr 214,4 Mio. €). Im Segment Siltronic gingen die erhaltenen Anzahlungen um 20,1 Mio. € zurück (Vorjahr 23,9 Mio. €). 1,9 Mio. € Rückgang entfielen auf das Segment Biosolutions. Wesentliche ergebnisneutral berücksichtige Wertänderungen betreffen Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) sowie Wertänderungen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen. Bei den Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging entfallen 5,0 Mio. € (Vorjahr 13,5 Mio. €) auf das Segment Siltronic und - 1,9 Mio. € (Vorjahr 8,9 Mio. €) auf Sonstiges. Die Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen verteilen sich wie folgt auf die Segmente: scroll
Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in den USA, auf 756,8 Mio. € (Vorjahr 732,9 Mio. €) und bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in China auf 406,3 Mio. € (Vorjahr 419,5 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze in Höhe von 773,7 Mio. € (Vorjahr 754,1 Mio. €) bzw. 1.016,0 Mio. € (Vorjahr 1.013,8 Mio. €) erzielt werden. Großkunden, mit denen angabepflichtige Umsätze getätigt werden, existieren nicht. Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung: Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)scroll
21 Aufstellung des AnteilsbesitzesSofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse. scroll
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Kennzeichen: 22 Beziehungen zu nahestehenden PersonenNach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern. Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Der WACKER-Konzern wird durch den Mehrheitsgesellschafter, die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG. Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Insgesamt betragen die Ausgaben 44,8 Mio. € (Vorjahr 45,3 Mio. €). Zum 31. Dezember 2016 bestanden Forderungen in Höhe von 48,0 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €) und Verbindlichkeiten von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €). The Capital Research and Management Company, Inc., Los Angeles, USA, eine Tochtergesellschaft der Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, USA hat am 22. Juni 2015 mit einem Stimmrechtsanteil von 3,07 Prozent die Schwelle von drei Prozent der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG überschritten. Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht. (→ www.unternehmensregister.de) Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen / Personenscroll
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Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter ausgewiesen. (→ Siehe Ziffer 15) Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von 96,4 Mio. € (Vorjahr 99,9 Mio. €). Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats:Vergütungen für Organescroll
Mit der Beendigung der regulären Laufzeit des Dienstvertrages trat Herr Dr. Rauhut zum 31. Oktober 2015 in den Ruhestand. Bis zum Ende des Dienstverhältnisses erhielt Herr Dr. Rauhut sämtliche ihm vertraglich zustehenden Leistungen. Nach Ausscheiden erhält er die vereinbarte Karenzentschädigung, die für die nächsten zwölf Monate nach Ausscheiden einem Gesamtbetrag in Höhe von 636.548 € entspricht. Davon erhielt er in 2015 einen Betrag von 106.091 €, der im Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen enthalten sind. Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und beinhaltet Angaben, die nach dem deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind. Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden. Die Veröffentlichung dieser Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der Wacker Chemie AG. (→ www.wacker.com/directors-dealings) Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind auf den folgenden Seiten aufgeführt. 23 Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 20. Februar 2017 wurde WACKER von der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG über die Änderung des technischen Geschäftsplans der Pensionskasse informiert. In diesem Zusammenhang wurde eine Sonderzahlung in Höhe von 48 Mio. € für die Mitgliedsgesellschaften des Konzerns eingefordert.
München, den 27. Februar 2017 Wacker Chemie AG Rudolf Staudigl Christian Hartel Tobias Ohler Auguste Willems AufsichtsratDr. Peter-Alexander Wacker1, 2, 3 Vorsitzender Bad Wiessee Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer Vorsitzender des Aufsichtsrats Blue Elephant Energy AG seit 15. April 2016 Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. Anton Eisenacker* 1, 2, 3, 4 Stv. Vorsitzender bis 31. Dezember 2016 Perach Betriebsratsmitglied, Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Manfred Köppl*, 1, 2, 3, 4 Stv. Vorsitzender seit 01. Januar 2017 Kirchdorf Betriebsratsvorsitzender Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Peter Áldozó*, 4 Burghausen Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG Dr. Andreas H. Biagosch München Geschäftsführer der Impacting I GmbH & Co. KG und der Impact GmbH Mitglied des Board of Directors Ashok Leyland, Chennai, Indien Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE Mitglied des Beirats Lürssen Werft GmbH & Co. KG Mitglied des Regionalbeirats Süd Commerzbank AG Dr. Gregor Biebl München Ministerialdirigent Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat Matthias Biebl München Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG Dagmar Burghart*, 4 Kirchdorf Teamleiterin Servicecenter Betriebliche Altersversorgung, Wacker Chemie AG Stv. Aufsichtsratsvorsitzende Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG bis 30. April 2016 Konnrad Kammergruber*, 4 Burghausen Leiter Infrastruktur Services, Wacker Chemie AG Eduard-Harald Klein*, 1, 4 Neuötting Vorsitzender Konzern-/ Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Franz-Josef Kortüm1, 2, 3 München Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Webasto SE Vorsitzender des Beirats Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG Mitglied des Board of Directors Autoliv Inc., USA Seppel Kraus*, 4 Olching Landesbezirksleiter IG BCE, Bayern Mitglied des Aufsichtsrats Novartis Deutschland GmbH Hexal AG Gerresheimer AG Hansgeorg Schuster*, 4 seit 01. Januar 2017 Braunau am Inn, Österreich Mitglied des Gesamtbetriebsrats der Siltronic AG** Harald Sikorski*, 4 München Bezirksleiter IG BCE, Altötting Mitglied des Aufsichtsrats Siltronic AG** Dr. Thomas Strüngmann Tegernsee Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH Dr. Susanne Weiss München Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin Vorsitzende des Aufsichtsrats ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG Mitglied des Aufsichtsrats Porr AG, Österreich Schattdecor AG UBM Development AG, Österreich Vorsitzende des Beirats Alu-Sommer GmbH, Österreich Wirtschaftlicher Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim e. V. Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker München Professor emeritus für Biochemie an der LMU München Mitglied des Aufsichtsrats Bayer AG bis 29. April 2016 MediGene AG bis 11. August 2016 VorstandDr. Rudolf Staudigl Vorsitzender WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte Konzernentwicklung Corporate Communications Investor Relations Konzernrevision Recht Compliance Retirement Benefits seit 01. Juli 2016 Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Mitglied des Beirats Bayern Deutsche Bank AG Dr. Christian Hartel WACKER POLYMERS Personal / Soziales, Arbeitsdirektor Zentrale Ingenieurtechnik Region Asien Dr. Tobias Ohler SILTRONIC Bilanzierung und Steuern Konzerncontrolling Finanzen und Versicherungen Information Technology Technischer Einkauf und Logistik Einkauf Rohstoffe Region Amerika Vorsitzender des Aufsichtsrats Siltronic AG** Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Auguste Willems WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS Sales and Distribution Forschung und Entwicklung Intellectual Property Werkleitungen Corporate Security Umwelt / Gesundheit / Sicherheit Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten Mitglied des Landesbeirats Bayern TÜV Süd AG
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Arbeitnehmervertreter Corporate Governance Bericht und Erklärung zur UnternehmensführungCorporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht -zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289 a Abs. 1, 315 Abs. 5 HGB über die Unternehmensführung. Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate GovernanceVorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2016 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex in der aktuellen Fassung vom 5. Mai 2015 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2016 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Entsprechenserklärung 2016 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktGIm Dezember 2015 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in derselben Fassung weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen. 2. Ausnahmena) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für AufsichtsratsmitgliederGesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll. b) Bildung eines Nominierungsausschusses im AufsichtsratDer Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde. c) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die AktionäreNach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt. d) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt. e) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum AufsichtsratNach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen. f) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines AufsichtsratsmitgliedsNach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist. Berichterstattung zur Corporate GovernanceAktionäre und HauptversammlungAktionäre und Öffentlichkeit transparent informierenWACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit, gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Webseite veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr richten wir eine Analystenveranstaltung aus. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das PodcastCenter. (→ www.wacker.com) HauptversammlungDie jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäfts- und im Kurzbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auch auf der Webseite zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratDie Wacker Chemie AG hat wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen. VorstandDem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu. Enge Zusammenarbeit von Vorstand und AufsichtsratIm Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür. Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite. AufsichtsratDer Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen. Zusammensetzung des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt; die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre. Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 folgend hat sich der Aufsichtsrat von WACKER im Dezember 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung gesetzt, die neben der hohen fachlichen Qualifikation auch die internationale Erfahrung der Mitglieder, die Verhinderung von Interessenskonflikten sowie Vielfalt und eine angemessenen Vertretung von Frauen berücksichtigen. Hiernach ergibt sich folgendes Anforderungs- und Zielprofil:
Eine Altersgrenze ist bereits in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat enthalten. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 05. Mai 2015 zur Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2016 dargelegten Gründen nicht gefolgt. Dadurch, dass Mitglieder des Aufsichtsrats nicht gleichzeitig dem Vorstand angehören können, ist bereits strukturell ein hohes Maß an Unabhängigkeit bei der Überwachung des Vorstands sichergestellt. Dem Aufsichtsrat gehört eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Der weitergehenden Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 5. Mai 2015 zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2016 dargelegten Gründen nicht gefolgt. Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den im Dezember 2010 gesetzten Zielen. Die Altersgrenze wird eingehalten. Ausschüsse erhöhen Effizienz des AufsichtsratesDamit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet. Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2016 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Anton Eisenacker und Franz-Josef Kortüm. Mit Wirkung ab 01. Januar 2017 rückte der neue stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Köppl gemäß Geschäftsordnung für den zum 31. Dezember 2016 aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen bisherigen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Anton Eisenacker in den Präsidialausschuss nach. Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsantrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit der internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2016 Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Dr. Peter-Alexander Wacker und Anton Eisenacker. Nach dem Ausscheiden von Anton Eisenacker zum Jahresende wurde Manfred Köppl als neues Mitglied des Prüfungsausschusses mit Wirkung ab 01. Januar 2017 gewählt. Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss mit den ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben, dem 2016 Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Anton Eisenacker, Franz-Josef Kortüm und Manfred Köppl angehörten. Seit 01. Januar 2017 gehören dem Ausschuss Dr. Peter-Alexander Wacker, Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an. Wesentliche UnternehmensführungspraktikenCompliance als wesentliche Leitungsaufgabe des VorstandsDie Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Das Unternehmen hat in Deutschland, Norwegen, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur, Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Taiwan Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance. Grundsätze der UnternehmensethikNeben unserer Vision und unseren Zielen bilden unsere Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der WACKER-Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze - in fünf Codes festgehalten - regeln, wie die Unternehmensziele erreicht werden sollen. Ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt die Codes.
(→ Die Codes sind unter www.wacker.com/cms/de/WACKER_group/WACKER_ facts/policy/policy.jsp abrufbar.) Responsible Care® und Global Compact feste Bestandteile der UnternehmensführungZwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern -unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt. Seit 2011 hat WACKER eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut, die für die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care® und Global Compact zuständig ist und weltweit die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER koordiniert. Gesellschaftliches EngagementUnternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich. Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKERBestimmungen des Art. 17 MAR werden erfülltDen gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596 /2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten geführt. Aktiengeschäfte von Vorstand und AufsichtsratPersonen die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats) sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 mar verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundener Derivate oder anderer damit verbundener Finanzinstrumente innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 5.000 € übersteigt. Im Jahr 2016 sind von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie deren meldepflichtigen nahestehenden Personen keinerlei meldepflichtigen Geschäfte mitgeteilt worden. Die Blue Elephant Holding GmbH, deren Mehrheitsgesellschafter Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG, ist, hält mehr als zehn Prozent der Aktien der Wacker Chemie AG. Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und RisikenDer verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss. Er ist ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Rechnungslegung und AbschlussprüfungGemäß den Regelungen des Corporate Governance Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer auch sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken. D & O-VersicherungWACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor. Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktGDas am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Anforderungen gelten erstmals für Neubestellungen ab 01. Januar 2016. Seit dem 01. Januar 2016 fanden weder auf Anteilseignerseite noch auf Arbeitnehmerseite Neubestellungen in den Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG statt, weshalb der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2016 unverändert bei 12,5 Prozent lag (eine Anteilseignervertreterin und eine Arbeitnehmervertreterin). Für den zum Ablauf des 31. Dezember 2016 ausgeschiedenen Arbeitnehmervertreter Anton Eisenacker ist mit Wirkung zum 01. Januar 2017 automatisch das im Rahmen der letzten Aufsichtsratswahlen der Arbeitnehmer im März 2013 gewählte Ersatzmitglied Hansgeorg Schuster nachgerückt; da seine Wahl zum Ersatzmitglied bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen war, war die neue gesetzliche Regelung nicht anwendbar. Der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat liegt damit auch aktuell bei insgesamt 12,5 Prozent. Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen. Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG hat im September 2015 für den Frauenanteil im Vorstand der Gesellschaft eine Zielgröße von 0 und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 beschlossen. Ebenfalls mit einer Umsetzungsfrist bis jeweils zum 30. Juni 2017 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG im September 2015 für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von zehn Prozent und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 17,5 Prozent beschlossen. VergütungsberichtDer nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses. Vergütungssystem für den VorstandFür die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig. Nach dem seit dem 01. Januar 2010 geltenden Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich die Vorstandsvergütung aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen: (i) Einem festen Jahresgehalt:Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausbezahlt. (ii) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long-Term-Bonus) ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus wird die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Je nach Vorstandsmitglied liegt der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 180 Prozent bzw. 140 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 220 Prozent bzw. 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben. Für diese Aktien gilt eine Haltefrist von zwei Jahren. (iii) Einem Beitrag zur Altersversorgung:Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Vor Eintritt des Versorgungsfalles hat Herr Dr. Rudolf Staudigl grundsätzlich Anspruch auf ein jährliches vorzeitiges Ruhegehalt, wenn er gegen seinen Willen aus dem Vorstand ausscheidet, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt oder wenn er von sich aus seine Tätigkeit auf Grund eines von der Gesellschaft zu vertretenden wichtigen Grundes beendet. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens fünfjährige Vorstandstätigkeit. Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend den Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes. Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen bei den Herren Dr. Rudolf Staudigl, Auguste Willems und Dr. Tobias Ohler auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen, bei Herrn Dr. Christian Hartel auf den Wert von maximal einer Jahresgesamtvergütung begrenzt sind (Abfindungs-Cap). Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen. Mit Wirkung zum 01. April 2016 wurde das feste Jahresgehalt von Herrn Dr. Rudolf Staudigl von 800.000 € brutto auf 840.000 € brutto erhöht. Ebenfalls mit Wirkung zum 01. April 2016 wurde das feste Jahresgehalt von Herrn Auguste Willems von 580.000 € brutto auf 610.000 € brutto erhöht. Für das Jahr 2016 erfolgten die Erhöhungen zeitanteilig. Die vorgenannten Erhöhungen haben keine Auswirkungen auf die Berechnung des Ruhegehalts, sie wurden als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente festgelegt. Bei der Berechnung des Long-Term-Bonus wird diese Entgeltkomponente berücksichtigt. Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2016 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben. Gewährte Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)scroll
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Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2016 ein
Anteil von 30.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 22.500 € (Herr Willems) außer Betracht. Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2016 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung - differenziert nach einjähriger bzw. mehrjähriger variabler Vergütung - sowie Versorgungsaufwand aus. Zufluss Berichtsjahrscroll
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Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2016 ein
Anteil von 30.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 22.500 € (Herr Willems) außer Betracht. Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenenscroll
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Vergütung der AufsichtsratsmitgliederDie Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt. Die Hauptversammlung hat am 20. Mai 2016 mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2016 die feste Vergütung und die Auslagenpauschale für die Mitglieder des Aufsichtsrats angehoben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit somit ab 01. Januar 2016 eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung. Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet. Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab. Aufsichtsratsbezügescroll
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In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten. Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur PrüfungFür die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet. Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll- und Steuerungssysteme werden kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 27. Februar 2017 ausführlich behandelt. Über die Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht. Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGBWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
München, den 27. Februar 2017 Wacker Chemie AG Rudolf Staudigl Tobias Ohler Christian Hartel Auguste Willems Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der Wacker Chemie AG, München, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Entwicklung des Eigenkapitals, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den IFRS, wie sie in der eu anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der eu anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 27. Februar 2017 KPMG AG Andrejewski, Wirtschaftsprüfer Maurer, Wirtschaftsprüfer Mehrjahresübersichtscroll
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FinanzglossarBusiness Value Contribution (BVC)Der BVC (=Wertbeitrag) ist eine Steuerungsgröße, mit deren Hilfe die Wertschaffung der WACKER-Einheiten nach Abzug aller Kapitalkosten gemessen wird. Zur Ermittlung des BVC werden vom Gewinn (EBIT) die Kapitalkosten (WACC x CE) subtrahiert. Der BVC ist eine um außerordentliche Effekte (z. B. Unternehmensteilverkäufe) bereinigte Ergebnisgröße und damit ein gutes Maß für die Geschäftsentwicklung. Capital Employed (CE)Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern, zuzüglich Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten. CashflowDer Cashflow ist die wirtschaftliche Messgröße, die den aus der Geschäftstätigkeit erzielten Nettozufluss bzw. -abfluss liquider Mittel während einer Periode darstellt. Der Netto-Cashflow ist die Summe aus dem Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus laufender Investitionstätigkeit ohne Wertpapiere, inklusive Zugänge aus Finanzierungsleasing. EBITEarnings Before Interest and Taxes = Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Über verschiedene Unternehmen einheitlich definierte und damit gut vergleichbare Gewinngröße. EBITDAEarnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation = Ergebnis vor Zinsen und Steuern und vor Abschreibungen = EBIT + Abschreibungen. EigenkapitalquoteDie Eigenkapitalquote errechnet sich aus dem prozentualen Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme eines Unternehmens. Sie beschreibt den Grad der wirtschaftlichen und finanziellen Stabilität des Unternehmens. IFRSDie International Financial Reporting Standards (bis 2001 International Accounting Standards, IAS) sind internationale Rechnungslegungsvorschriften, die vom in London/ Großbritannien ansässigen "International Accounting Standards Board" (IASB) erarbeitet und veröffentlicht werden. Seit 2005 sind die IFRS nach der so genannten lAS-Verordnung von börsennotierten Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden. Kapitalrendite (ROCE)Return on Capital Employed: Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital. Chemisches GlossarBiotechnologieBiotechnologische Verfahren nutzen lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion. Je nach Anwendung wird zwischen roter, grüner und weißer Biotechnologie unterschieden: Rote Biotechnologie: medizinisch-pharmazeutische Anwendung. Grüne Biotechnologie: landwirtschaftliche Anwendung. Weiße Biotechnologie: biotechnologisch basierte Produkte und Industrieprozesse, z. B. in der Chemie-, Textil- oder Lebensmittelindustrie. ChlorsilaneVerbindungen aus Silicium, Chlor und Wasserstoff. In der Halbleiterindustrie wird meist Trichlorsilan zur Herstellung von Polysilicium und für die Abscheidung von Silicium nach dem Epitaxieverfahren verwendet. CyclodextrineCyclodextrine gehören zur Klasse zyklischer Oligosaccharide, zu Deutsch: ringförmiger Zuckermoleküle. Cyclodextrine sind in der Lage, Fremdmoleküle wie Geruchsstoffe zu binden oder Wirkstoffe dosiert an die Umgebung abzugeben. Cyclodextrine werden von WACKER BIOSOLUTIONS produziert und vermarktet. CysteinCystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure und gehört zu den nichtessentiellen Aminosäuren, da es vom Körper gebildet werden kann. Cystein findet z. B. als Lebensmittelzusatzstoff oder Hustenmittel Anwendung. Cystein und seine Derivate stellen ein Geschäftsfeld des Bereichs WACKER BIOSOLUTIONS dar. DispersionenBinäres System, in dem ein Bestandteil in fein verteilter Form in einem anderen Bestandteil vorliegt. VINNAPAS®-Dispersionen von WACKER sind Vinylacetat-basierende Co- und Terpolymere in flüssiger Form, die hauptsächlich als Bindemittel in der Bauindustrie dienen, z. B. für Fugenmörtel, Grundierungen, Putze oder Primer. DispersionspulverEntsteht durch Trocknen von Dispersionen in so genannten Sprüh- oder Scheibentrocknern. VINNAPAS®-Dispersionspulver von WACKER werden als Bindemittel in der Bauindustrie, z. B. für Fliesenkleber, Selbstverlaufsmassen, Reparaturmörtel etc. empfohlen. Die Pulver verbessern Adhäsion, Kohäsion, Flexibilität und Biegezugfestigkeit, Wasserrückhaltevermögen und die Verarbeitungseigenschaften. ElastomereKunststoff, der sich nahezu ideal elastisch verhält: Bei Einwirkung einer Kraft verformt sich ein Gegenstand, bei Nachlassen der Kraft nimmt der Gegenstand genau die Ursprungsform wieder ein. Die Zeit der Krafteinwirkung spielt beim ideal elastischen Verhalten keine Rolle, wohl aber die Temperatur. EthylenEthylen ist ein farbloses, sehr reaktionsfähiges Gas und ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie. HalbleiterStoffe, deren elektrische Leitfähigkeit viel geringer ist als die von Metallen, aber mit steigender Temperatur stark anwächst. Halbleiter können durch Dotierung mit Fremdatomen gezielt verändert und dem Einsatzzweck angepasst werden. PolymerPolymere sind große Moleküle, die aus Ketten von Untereinheiten (Monomere) bestehen. Ein Polymer enthält zwischen 10.000 und 100.000 Monomere. Ein Polymer kann langgestreckt sein oder als Knäuel vorliegen. PolymerblendsGemische aus synthetischen und natürlichen Polymeren, bei denen der nachwachsende Rohstoff mit einem Anteil von mindestens 65 Prozent die Hauptkomponente stellt. Kombiniert mit dem Bindemittelsystem VINNEX® entstehen Polymerblends aus nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Stärke), Polymilchsäure (PLA) oder Polyhydroxyalkanoate (PHA). PolysiliciumPolykristallines Silicium des Bereichs WACKER POLYSILICON. Hochreines Silicium zur Herstellung von Siliciumwafern für die Elektronik- und Solarindustrie. Rohsilicium wird in das flüssige Trichlorsilan überführt, aufwändig destilliert und bei 1.000 Grad Celsius in hochreiner Form wieder abgeschieden. Pyrogene KieselsäureWeißes, synthetisches, nichtkristallines Silicumdioxid (SiO2 ) in Pulverform, hergestellt durch Flammenhydrolyse von Siliciumverbindungen. Vielfältige Nutzung als Additiv in Siliconkautschuk, Dichtmassen, Farben und Lacken, Pharmazie und Kosmetik. SilaneSilane werden sowohl als Monomere für die Synthese von Siloxanen eingesetzt, als auch als Hilfs- oder Rohstoff direkt verkauft. Typische Anwendungsgebiete sind Oberflächenbehandlung, AGenz in der Pharmasynthese, Haftprimer bei Beschichtungen. SiliciumNach Sauerstoff das am häufigsten vorkommende Element auf der Erde. In der Natur kommt Silicium ausnahmslos in Form von Verbindungen vor, hauptsächlich als Siliciumdioxid und in Form von Silicaten. Silicium wird über die energieintensive Reaktion von Quarzsand mit Kohle gewonnen und ist wichtigster Rohstoff der Elektronikindustrie. SiliciumwaferEin Siliciumwafer ist eine runde Scheibe mit einer Dicke zwischen ca. 200 und 800 μm, die von der Halbleiterindustrie für die Herstellung von Halbleiterbauelementen, d. h. integrierten Schaltkreisen und Einzelbauelementen (so genannten diskreten Bauelementen), eingesetzt wird. SiliconeSammelbegriff für Verbindungen von organischen Molekülen mit Silicium. Nach ihren Anwendungsgebieten lassen sich Silicone in Öle, Harze und Kautschuke einteilen. Silicone zeichnen sich durch eine Vielzahl herausragender Stoffeigenschaften aus. Typische Einsatzgebiete sind: Bau, Elektrik und Elektronik, Transport und Verkehr, Textilausrüstung und Papierbeschichtung. SiloxanSystematische Bezeichnung für Verbindungen, bei denen Siliciumatome über Sauerstoffatome verknüpft sind und die freien Valenzen über Wasserstoff oder organische Reste abgesättigt sind. Siloxane sind Grundbausteine der Polymeri sationsprodukte (Polysiloxan, Polyorganosiloxan), die zum Aufbau von Siliconen dienen. VINNAPAS®VINNAPAS® ist die Produktbezeichnung für Dispersionen, Dispersionspulver, Festharze und deren Lösungen. VINNAPAS®-Dispersionen und -Dispersionspulver werden hauptsächlich in der Bauindustrie als polymere Bindemittel eingesetzt z. B. für Fliesenkleber, Wärmedämmverbund-systeme, Selbstverlaufsmassen und Putze. |
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