Wacker Chemie AG

München

Jahresabschluss zum 31.12.2017

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 und Lagebericht

An unsere Aktionäre

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

seit dem vergangenen Jahr befindet sich WACKER nach einer Phase hoher Investitionen in einer neuen Etappe seiner strategischen Ausrichtung. Sie ist geprägt von einem hohen Zufluss liquider Mittel, Investitionen unterhalb der Abschreibungen und einer niedrigen Nettofinanzverschuldung. Dadurch stärken wir die Finanzkraft des Unternehmens und schaffen die Grundlage, noch stärker in Forschung und Entwicklung sowie in Zukunftsfelder zu investieren. Im Mittelpunkt stehen dabei neue Technologien wie z. B. die Elektromobilität und zukunftsträchtige Geschäfte in der Biotechnologie. Gleichzeitig treiben wir die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse voran, um die Beziehungen zu unseren Kunden zu erweitern und möglicherweise neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Der Erfolg von WACKER beruht darauf, dass wir mit unseren anerkannt hochwertigen Produkten in den vergangenen Jahren organisch stark gewachsen sind. Wir sehen nach wie vor große Chancen und Potenziale, unser organisches Wachstum erfolgreich fortzusetzen. Deshalb haben wir auch angesichts unserer sehr guten Finanzausstattung keinen Anlass, größere Akquisitionen ins Auge zu fassen. Im Vordergrund steht für uns, die Wachstumspotenziale unseres attraktiven Produktportfolios optimal zu nutzen. Die Voraussetzungen haben wir mit unserer globalen Ausrichtung in den vergangenen Jahren geschaffen.

Durch die Abgabe der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG an institutionelle Investoren im März 2017 haben wir den WACKER-Konzern neu geordnet. Mit dieser Transaktion haben wir unser strategisches Ziel erreicht, Siltronic die unternehmerische Eigenständigkeit zu geben. WACKER ist dadurch weniger kapitalintensiv und weniger volatil aufgestellt. Der Fokus liegt damit auf unseren Anwendungskompetenzen in der Chemie und darauf, die Wertschöpfungsketten in diesem Geschäft zu stärken. Auch für Siltronic bedeutet das eine Zäsur. Nach 50 Jahren Zugehörigkeit zum WACKER-Konzern steht das Unternehmen nun auf eigenen Beinen. Unsere Beteiligung von etwas mehr als 30 Prozent an der Siltronic zeigt, dass wir von den positiven Geschäftsperspektiven des Unternehmens überzeugt sind.

Für WACKER war 2017 ein sehr gutes Geschäftsjahr, was sich auch in einer höheren Dividende widerspiegelt. Großen Anteil an diesem Erfolg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WACKER. Ihnen gilt der Dank des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG für ihre hohe Einsatzbereitschaft und ihr großes Engagement.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2017 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage und über Compliance-Themen informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2017 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet.

Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats haben an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen. An den Sitzungen der Ausschüsse haben jeweils alle Mitglieder dieser Ausschüsse teilgenommen.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

der Verkauf der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG

zukünftige und laufende Investitionsprojekte, insbesondere die Investition in einen Reaktor und Trockner in Südkorea

die Antidumpingverfahren gegen die Solarindustrie in den USA, der EU und China, ihre Auswirkungen auf WACKER und entsprechende Handlungsmöglichkeiten

die Explosion in einer Anlage am Produktionsstandort Charleston in Tennessee und deren Folgen

die Entwicklung des Aktienkurses

Maßnahmen zur Konzernfinanzierung

die Vertragsverlängerungen des Vorsitzenden des Vorstands Dr. Rudolf Staudigl sowie des Vorstandsmitglieds Dr. Christian Hartel

das Thema Diversity (u. a. die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand, die Verabschiedung neuer Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie eines Kompetenzprofils)

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 07. Dezember 2017 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2018 - 2022 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2018.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Herr Franz-Josef Kortüm vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Peter-Alexander Wacker in den Ausschüssen den Vorsitz.

Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2016, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Er überwachte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich darüber hinaus mit den von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat bereits Ende 2016 eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2017 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2017 viermal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (Festlegung der Gesamtbezüge, Festsetzung der Erfolgsziele für die variable Vergütung, Empfehlung an den Aufsichtsrat zu den Vertragsverlängerungen von Herrn Dr. Staudigl und Herrn Dr. Hartel).

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 07. Dezember 2017 diskutiert und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich.

Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.

→ Siehe Seite 177

In seiner Sitzung im Dezember 2017 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2017, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2017) einschließlich der Buchhaltung geprüft.

Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2017 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht. Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 26. Februar 2018 die oben genannten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289 b, 315 b HGB) sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 06. März 2018 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen - einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts für die Wacker Chemie AG und den Konzern - intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Herr Schuster, Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und Mitarbeiter der Siltronic AG, schied auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic AG am 15. März 2017 mit Ablauf des 14. März 2017 aus dem Aufsichtsrat aus. Wir danken ihm für seinen Einsatz und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. Als neues Mitglied des Aufsichtsrats der Arbeitnehmerseite wurde Frau Barbara Kraller auf Antrag des Vorstands durch Beschluss des Amtsgerichts München vom 24. April 2017 bestellt.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 07. Dezember 2017 den Vorsitzenden des Vorstands Herrn Dr. Rudolf Staudigl sowie das Vorstandsmitglied Herrn Dr. Christian Hartel in ihren Ämtern bestätigt. Der Aufsichtsrat folgte dabei dem Wunsch von Herrn Dr. Staudigl, seinen aktuellen, noch bis zum 30. September 2018 laufenden Vertrag nur noch um drei Jahre bis zum 30. September 2021 zu verlängern. Der Vertrag von Herrn Dr. Hartel, der noch bis zum 31. Oktober 2018 läuft, wurde um fünf Jahre bis zum 31. Oktober 2023 verlängert.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihre engagierte Arbeit. Sie haben erneut zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr der Wacker Chemie AG beigetragen.

 

München, 06. März 2018

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. In unzähligen Dingen des täglichen Lebens kommen WACKER-Produkte zum Einsatz. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 70 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 30 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die chemische Grundstoffindustrie, die Elektro- und Elektronik-, die Solar-, die Textil-, die Nahrungs- und Konsumgüterindustrie sowie die Medizintechnik und die Biotechnologie. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Bau- und Automobilindustrie vertreten. Im Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Solarindustrie gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt.

Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit

WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Insgesamt unterhält WACKER 50 Vertriebsbüros in 32 Ländern. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2017 haben wir in Jakarta (Indonesien) und Istanbul (Türkei) zwei neue technische Kompetenzzentren eröffnet. In Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan hat WACKER ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für Silicone in Betrieb genommen.

23 Produktionsstandorte

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 23 Produktionsstandorten (2016: 26). Davon sind neun in Europa, sieben in Amerika und sieben in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir etwa 7.900 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2017 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von rund 900.000 Tonnen erzeugt. Das sind knapp 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER.

→ Siehe Grafik B.2 auf Seite 44

Rechtliche Unternehmensstruktur

Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 51 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 49 Gesellschaften voll konsolidiert. Drei Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind.

→ Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis.

B. 1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte

B. 2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns1

1 Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen

Vier operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich seit dem 15. März 2017 in vier operative Geschäftsbereiche. Mit dem Verkauf von 6,3 Millionen Aktien aus seinem Bestand hat WACKER die Mehrheit an der Siltronic AG abgegeben und bilanziert die Beteiligung an dem Unternehmen at equity. Durch diese Transaktion ist die Siltronic AG kein operativer Geschäftsbereich des WACKER-Konzerns mehr.

→ Weitere Informationen zur Entkonsolidierung der Siltronic AG finden Sie im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis.

Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

→ Siehe Grafik B.5 auf Seite 46

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern.

Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

B. 3 Ressortverteilung im Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance, Retirement Benefits

Dr. Christian Hartel

WACKER POLYMERS

Personal / Soziales (Arbeitsdirektor), Zentrale Ingenieurtechnik Region Asien

Dr. Tobias Ohler

SILTRONIC (bis 14. März 2017)

Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Information Technology, Procurement & Logistics Region Amerika

Auguste Willems

WACKER SILICONES

WACKER BIOSOLUTIONS

Sales and Distribution, Forschung und Entwicklung, Intellectual Property, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt / Gesundheit / Sicherheit, Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten

Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017

Im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG in seiner Sitzung vom 07. Dezember 2017 den Vorstandsvorsitzenden, Dr. Rudolf Staudigl, sowie Vorstandsmitglied Dr. Christian Hartel in ihren Ämtern bestätigt. Der Vertrag von Dr. Rudolf Staudigl ist um weitere drei Jahre (bis 30. September 2021) verlängert worden und der von Dr. Christian Hartel um fünf Jahre (bis 31. Oktober 2023). Im Aufsichtsrat ist Manfred Köppl mit Wirkung zum 01. Januar 2017 zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt worden. Hansgeorg Schuster, der mit Wirkung zum 01. Januar 2017 als neues Mitglied dem Aufsichtsrat angehörte, ist auf Grund der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG am 14. März 2017 wieder als Mitglied aus dem Gremium ausgeschieden. Als neues Mitglied ist Barbara Kraller auf Antrag des Vorstands mit Beschluss des Amtsgerichts München vom 24. April 2017 in den Aufsichtsrat bestellt worden.

B. 4 Unternehmensstruktur von WACKER

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach §§ 289 f, 315 d, HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken.

→ www.wacker.com /corporate-governance

Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Die nach §§ 315 b, 315 c sowie §§ 289 b, c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2017, zur Verfügung. Er wurde auch im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht gemäß International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" durch den Konzernabschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Der Konzernlagebericht ist um Inhalte, die im nichtfinanziellen Konzernbericht enthalten sind, gekürzt, um Doppelungen zu vermeiden.

→ https://berichte.wacker.com/2017/geschaeftsbericht/

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen.

Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2017 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Produziert werden sowohl Spezialitäten als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie.

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiterindustrie und vor allem für die Solarindustrie her.

Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse.

B. 5 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

An den Wettbewerbspositionen der drei umsatzstärksten Geschäftsbereiche von WACKER hat es im Geschäftsjahr 2017 keine Veränderung gegeben. Wir gehören weltweit zu den Top-3-Anbietern bei Siliconen, bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis (VAE) sowie bei Polysilicium. Bei einigen Produkten sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa und Amerika.

Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien.

Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und -Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien.

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer.

Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter ausbauen. Zudem bietet der Geschäftsbereich Feinchemikalien in profitablen Nischen an.

Mengenwachstum und hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Nach Produktionskapazitäten ist WACKER POLYSILICON weltweit die Nummer zwei. Unsere Absatzmenge belief sich im Jahr 2017 auf mehr als 70.000 Tonnen.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Auftragsentwicklung

Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und mittelfristige Verträge ab. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.

B. 6 Wettbewerbspositionen von WACKER

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Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES DowDuPont WACKER Momentive
WACKER POLYMERS WACKER (Dispersionspulver/ VAE-Dispersionen) Akzo Nobel (Elotex) (Dispersionspulver)/Celanese (Dispersionen) Dairen (Dispersionspulver/ Dispersionen)
WACKER POLYSILICON GCL-Poly WACKER OCI

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können.

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2017 mit rund 44,1 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten.

Energie- und Rohstoffkosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER versucht dauerhaft, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte oder Umlagen. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abgabemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch Preisflexibilität zu erhalten.

Währungsschwankungen

Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften (Derivate) das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 50 Mio. € negativ ausgewirkt.

Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Auf Grund unserer starken Kostenposition, unserer hohen Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer breiten Kundenstruktur sowie fester Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern. WACKER wird weiter daran arbeiten, seine spezifischen Herstellkosten zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten.

B. 7 Operative Frühindikatoren

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Geschäftsbereiche Operativer Frühindikator Frühindikator für
WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Rohstoffpreis- und Energiepreisentwicklung unsere Kostenentwicklung
WACKER SILICONES Auftragseingang pro Monat unsere Kapazitätsauslastung
WACKER POLYSILICON Kurz-, Mittel- und Langfristverträge unsere Kapazitätsauslastung, weitere Marktentwicklung
Marktforschung/Kundengespräche Zuwachs der Solarkapazitäten nach Ländern, unsere Kapazitätsauslastung
Alle Geschäftsbereiche Kundengespräche unsere Umsatzentwicklung, unsere Produktqualität
Marktforschung Markttrends, Produktinnovationen

Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft

China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen Polysiliciumhersteller aus den USA erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee ebenfalls unter die entsprechende Regelung. Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen China und den USA, die Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten gütlich beizulegen. Davon würde auch WACKER profitieren. Zudem besteht für WACKER die Möglichkeit, im Rahmen direkter Gespräche eine Befreiung für Zölle zu beantragen. Für den Export von Polysilicium aus Europa hat WACKER mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) im Mai 2014 eine Mindestpreisvereinbarung unterzeichnet. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Nachdem die EU-Kommission die Antidumping- und Antisubventionszölle gegen chinesische Solarzellen- und -modulhersteller im März 2017 für weitere 18 Monate bis September 2018 beschlossen hat, hat auch das MOFCOM die Maßnahmen der Mindestpreisvereinbarung um ebenfalls 18 Monate verlängert. Die EU-Kommission will nach dem Ablauf dieser Frist die Antidumping- und Antisubventionszölle auslaufen lassen.

Ziele und Strategien

Strategie des WACKER-Konzerns

An der Vision und den fünf übergreifenden strategischen Zielen von WACKER hat sich nichts geändert. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet.

→ Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com

Im Rahmen des Kapitalmarkttags im Oktober 2017 in London haben wir die Strategie für den WACKER-Konzern bis zum Jahr 2020 bestätigt. Unsere strategischen Ziele für die nächsten Jahre lauten wie bisher:

Ausbau unserer Produktionskapazitäten mit Investitionen unterhalb der Abschreibungen.

Höheres Wachstum schaffen als der Durchschnitt der Chemieindustrie.

Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit.

Attraktive Margen im Wirtschaftszyklus erzielen.

Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft steigern.

Unsere Investitionen werden bis mindestens 2020 unterhalb der Abschreibungen liegen. Wir konzentrieren uns auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten.

Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Unterstützt wird das durch Produktinnovationen und einen höheren Anteil an Spezialprodukten. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale.

Wir arbeiten ständig daran, unseren Rohstoffeinsatz zu verringern und die Prozesseffizienz unserer Anlagen zu verbessern. Über das Programm "Wacker Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Wir entwickeln außerdem eine Vielzahl von nachhaltigen Produkten für erneuerbare Energien, Wärmedämmung und Elektromobilität. Sie werden zur Senkung des CO2-Ausstoßes in der Nutzungsphase beitragen.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an, für unser Polysiliciumgeschäft eine Zielmarge von > 30 Prozent.

Die deutlich niedrigeren Investitionen, weitere Effizienz- und Kostenverbesserungen sowie unser geplantes Umsatzwachstum führen zu einem höheren Cashflow. Die Aktionäre wollen wir noch stärker am Gewinn beteiligen. Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzernjahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten. In der Vergangenheit betrug die Ausschüttungsquote mindestens 25 Prozent des Jahresüberschusses.

Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung. Wir haben dafür im Jahr 2017 ein Digitalisierungsprogramm gestartet. Es umfasst alle Kerngeschäftsprozesse - von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Der digitale Wandel wird die nächsten Jahre intensiv von WACKER vorangetrieben und ist deshalb ein wichtiger Pfeiler einer Transformationsstrategie.

Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES will als weltweit zweitgrößter Hersteller von Siliconen den Anteil von margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil die Kostenführerschaft zu übernehmen. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer Produkte im industriellen Maßstab erlauben. Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz und einen hohen Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten weiter zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen zu erhöhen sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern.

Steuerungssystem

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands und des oberen Managements einbezogen.

Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren.

Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2017 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:

der EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz). Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.

dem ROCE, der Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise dem Return on Capital Employed. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte und das Working Capital bilden das eingesetzte Kapital. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird. Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte sowie auf das Working Capital beeinflusst. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.

dem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Die Entwicklung des BVC ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung.

dem Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren inkl. Zugänge aus Finanzierungsleasing abzüglich Veränderungen der erhaltenen Anzahlungen). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.

Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:

der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.

die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich.

die Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung

Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient.

Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2017

EBITDA-Marge: Im Jahr 2017 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 20,6 Prozent.

B. 8 Soll/Ist-Abgleich

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Mio. € Ist 2017 Prognose 20171 20161
EBITDA-Marge (%) 20,6 leicht unter Vorjahr 20,6
EBITDA 1.014,1 auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres 955,52
ROCE(%) 7,5 auf dem Niveau des Vorjahres 6,4
Netto-Cashflow 358,1 auf dem Niveau des Vorjahres 361,1

1 Angepasst
2 In 2016 lag das bereinigte EBITDA bei 935,2 Mio. €.

EBITDA: Für das Jahr 2017 haben wir ein EBITDA erwartet, das ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Dieses Ziel haben wir übertroffen. Im Vergleich zum bereinigten EBITDA des Vorjahres ist das EBITDA um 78,9 Mio. € auf 1.014,1 Mrd. € gestiegen. Einschließlich der Sondererträge des Vorjahres hat sich das EBITDA von 955,5 Mio. € um 58,6 Mio. € auf 1.014,1 Mio. € erhöht. Im Jahr 2017 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern 10,1 Prozent. Im Jahr 2017 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene erreicht. Mit -152 Mio. € war der erreichte Wert besser als im Vorjahr.

B. 9 ROCE und Wertbeitrag

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Mio. € 2017 2016
EBIT 423,7 337,5
Capital Employed1 5.138,3 5.300,4
ROCE2 (%) 7,5 6,4
Kapitalkosten vor Steuern (%) 10,1 10,1
BVC3 -151,8 - 197,0

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern, zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital. Das Equity-Ergbnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert.

ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2017 einen ROCE von 7,5 Prozent. In unserer Prognose vom März 2017 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE auf dem Niveau des Vorjahres sein wird.

Netto-Cashflow: Die Prognose für 2017 war ein deutlich positiver Netto-Cashflow auf dem Niveau des Vorjahres. Mit 358,1 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow im Rahmen unserer Prognose bewegt.

Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen.

B. 10 Strategische und operative Planung

Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente.

WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

→ Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2017 finden Sie im Kapitel zur Finanzlage auf Seite 69.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten.

Übernahmerechtliche Angaben

B. 11 Angaben nach § 315 a Abs. 1 HGB

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Zu der nach § 315 a Abs. 1 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:
§ 315 a (4) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 1.692.317 Stück vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden; der verbleibende Restbestand von 782.300 Stück darf nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden.
§ 315 a (4) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315 a (4) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital: Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Bad Wiessee, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315 a (4) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten: Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
§ 315 a (4) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen: Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315 a (4) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen: Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gemäß § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315 a (4) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien: Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 08. Mai 2015 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315 a (4) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen: In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change-of-Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change-of-Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315 a (4) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots: Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft befand sich im Jahr 2017 in allen Regionen in einer robusten Aufwärtsbewegung. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2017 um 3,7 Prozent zugenommen (2016: 3,2 Prozent).

In den Industrienationen profitierte die Wirtschaftsentwicklung in vielen Ländern davon, dass die Inlandsnachfrage stärker ausfiel als ursprünglich erwartet. Höhere Investitionen und Exporte haben im Euroraum und in Japan das Wachstum zusätzlich begünstigt.

B. 12 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2017

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt Indien: NCAER National Council of Applied Economic Research, Japan: IWF, USA: IWF, Europa: OECD

In den Entwicklungs- und Schwellenländern nahm das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Jahr 2016 ebenfalls deutlich zu. So profitierten rohstoffexportierende Länder wie Brasilien und Russland von höheren Ausfuhren. In China wiederum gab der anziehende Binnenkonsum der Konjunktur Auftrieb. Viele andere asiatische Länder verzeichneten ebenfalls ein deutliches Plus beim Bruttoinlandsprodukt. Hier kamen nach Ansicht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) sowohl Impulse aus der Binnennachfrage als auch aus der Exportwirtschaft zum Tragen. Das Wachstum der indischen Wirtschaft hat sich dagegen im Jahresverlauf etwas verlangsamt. Ein Grund dafür war laut ADB die zur Jahresmitte eingeführte landesweite Mehrwertsteuer.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie.

Chemiebereiche von WACKER mit guter Umsatzentwicklung

Die chemische Industrie hat sich im Jahr 2017 gut entwickelt. Die Industrieproduktion ist in nahezu allen Teilen der Welt weiter gewachsen, entsprechend positiv entwickelte sich die Chemienachfrage. Der weltweite Branchenumsatz (inkl. Pharmazeutika) lag nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) im Jahr 2016 bei 4,6 Bio. €, knapp 60 Prozent davon kamen aus Asien. Das günstige internationale Marktumfeld hat auch das Geschäft der Chemieunternehmen hierzulande positiv beeinflusst. Dank der guten Konjunktur nahm die Nachfrage nach deutschen Chemieprodukten sowohl im Inland als auch im Ausland deutlich zu. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 86,7 Prozent. Laut VCI stieg die Chemieproduktion in Deutschland im Jahr 2017 um 2,5 Prozent. Da gleichzeitig die Chemikalienpreise um 3,0 Prozent zulegten, wuchs der Branchenumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf rund 195 Mrd. € (2016: 185 Mrd. €).

Die Chemiebereiche von WACKER haben ihren Gesamtumsatz in der Summe gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren höhere Absatzmengen in allen Segmenten bei insgesamt etwas besseren Preisen. Besonders gut war im Geschäftsbereich WACKER SILICONES beispielsweise die Nachfrage nach Siliconprodukten für die Elektronik-, Automobil-, Textil- und Kunststoffindustrie. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern und VAE-Dispersionen leicht steigern. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS entwickelte sich der Umsatz mit Produkten für Pharma- und Agroanwendungen besonders positiv.

Bauindustrie wächst im Jahr 2017

Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH im Jahr 2017 um 3,5 Prozent auf 8,9 Bio. US-$ (2016: 8,6 Bio. US-$) gewachsen. Die Bauleistungen in Westeuropa stiegen um 2,4 Prozent. In Osteuropa nahmen die Bauinvestitionen um 1,2 Prozent zu. Die Investitionen der Bauwirtschaft in Nordamerika wuchsen 2017 um 2,9 Prozent. Besonders kräftig war das Plus der Bauwirtschaft in Asien. Hier sind die Bauinvestitionen um 4,9 Prozent gewachsen.

WACKER POLYMERS hat seinen Umsatz mit Bauanwendungen weiter steigern können. Das Wachstum bei Dispersionspulvern ist getrieben durch den Markt für Trockenmörtel in allen Regionen weltweit. Insgesamt haben wir rund 28.000 Tonnen mehr Dispersionspulver in die Bauindustrie verkauft. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in Asien und hier speziell in China deutlich zulegen. Neben Kleb- und Dichtstoffen sind wasserbasierte, umweltverträgliche Beschichtungen ein wichtiger Markt für unsere VAE-Dispersionen. Auch Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten ein Umsatzplus. In allen drei Produktbereichen Bautenschutz, Dicht- und Klebstoffe und silanmodifizierte Polymere konnten wir weiter wachsen. Im Jahr 2017 sind die Umsätze von WACKER SILICONES in allen Regionen gestiegen. Besonders stark war der Zuwachs in Indien, Südkorea, Südostasien und den GUS-Staaten.

B. 13 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2017

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2017

Elektro- und Elektronikindustrie wächst in Schwellenländern

Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie ist im Jahr 2017 nach Schätzungen des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um vier Prozent gewachsen und erreichte ein Volumen von rund 4,3 Bio. € (2016: 4,1 Bio. €). Dafür verantwortlich sind besonders China und die Schwellenländer, die um sieben bzw. um sechs Prozent zulegen konnten. In Deutschland, dem weltweit fünftgrößten Markt, ist der Umsatz nach Angaben des ZVEI auf rund 128 Mrd. € gestiegen (2016: 125 Mrd. €).

WACKER hat zwei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON beliefert Kunden aus der Halbleiterindustrie mit Polysilicium. WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz mit Siliconen für die Elektronikindustrie um sechs Prozent steigern. Bei Silanen für Elektronikanwendungen betrug das Plus knapp 30 Prozent. Zuwächse verzeichneten wir bei medienresistenten Vergussmassen, hochspeziellen Siliconkautschuken für die Halbleiterindustrie sowie bei Silicongelen für die Automobilelektronik. Auch das Geschäft im Bereich Kabel und Isolatoren konnte um sechs Prozent wachsen.

Die Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung

Für die globale Solarbranche standen die Zeichen im Jahr 2017 weiter auf Wachstum. Nach Angaben verschiedener Marktstudien wurden weltweit ca. 104 Gigawatt (GW) neu installiert (2016: 78 GW). Das sind rund 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2017 waren damit weltweit rund 400 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund drei Viertel der Neuinstallationen wurden 2017 in China, Indien, Japan und den USA getätigt. Fördermaßnahmen sowie die stark gesunkenen Systemkosten haben erheblich zum weltweiten Ausbau der PV-Installationen beigetragen. Aber auch nicht geförderter Solarstrom hat sich weiter verbilligt. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen lag sein Handelspreis bereits bei 0,02 US-$ pro Kilowattstunde.

B. 14 Neu installierte PV-Leistungen 2016 und 2017

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Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2017
2017 2016 %
Deutschland 1.800 1.500 20
Frankreich 900 600 50
Übriges Europa 4.400 4.300 2
USA 11.500 14.800 - 22
Japan 7.500 8.400 - 11
China 54.000 32.500 66
Indien 9.500 4.300 >100
Übrige Welt 14.400 11.500 25
Gesamt 104.000 77.900 34

Quellen: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, China National Energy Agency, Apricum, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

Trotz der global stark gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie herausfordernd. Einerseits trieb die hohe Nachfrage nach Solarzellen und -modulen, speziell in China und Indien, die Absatzmengen. In den USA sorgte ein laufendes Verfahren zur Verhängung von Strafzöllen und Mindestpreisen für importierte Solarzellen für Vorzieheffekte. Auf der anderen Seite hielt der Preisdruck auf Grund der nach wie vor bestehenden Überkapazitäten auf allen Wertschöpfungsstufen weiter an. Das hat dazu geführt, dass sich die finanzielle Situation zahlreicher Solarunternehmen über das Gesamtjahr betrachtet nicht wesentlich verbessert hat.

B. 15 Spotpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe

Siliciummetall (€ / t)

Ethylen (€ / t)

Methanol (€ / t)

Vinylacetatmonomer (€ / t)

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt

Rohstoffpreise insgesamt deutlich höher als im Vorjahr

Die Rohstoffpreise waren 2017 in der Summe deutlich höher als vor einem Jahr. Besonders stark fiel der Preisanstieg mit etwa 40 Prozent bei Methanol aus. Ethylen und Vinylacetatmonomer (VAM) waren um etwa zehn Prozent teurer als im Jahr 2016. Der Preis für Siliciummetall ist im Jahresverlauf gestiegen. Der Rohstoff war zum Jahresende um etwa zehn Prozent teurer als im Januar 2017.

Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen

Ungeachtet der nach wie vor bestehenden Konflikte und politischen Unsicherheiten hat sich die Weltwirtschaft im Jahr 2017 gut entwickelt. Unterstützt durch die expansive Geldpolitik der führenden Notenbanken haben die Investitionen in den wichtigsten Industrieländern deutlich zugenommen. Sowohl in den USA als auch im Euroraum legte die Produktion im Jahresverlauf kräftig zu. Die chinesische Wirtschaft befindet sich infolge der staatlichen Anreize ebenfalls auf Expansionskurs. Die Dynamik in diesen großen Volkswirtschaften hat auch die Konjunktur in den Schwellenländern angeregt. Insgesamt gewann der weltweite Aufschwung der Wirtschaft im Laufe des Jahres 2017 sowohl an Breite als auch an Geschwindigkeit.

Unterstützt von diesen Wachstumstrends hat sich das Geschäft von WACKER im Jahr 2017 gut entwickelt. Wir konnten unseren Umsatz wie geplant um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Dafür verantwortlich waren vor allem höhere Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen. Das Ergebnis ist ebenfalls weiter gewachsen. Die hohe Auslastung unserer Produktionskapazitäten, Kostenverbesserungen und das Beteiligungsergebnis von Siltronic sind Gründe für die positive Ergebnisentwicklung. Die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Rohstoffpreise konnten wir so mehr als ausgleichen. Der weltweite Solarmarkt ist erneut kräftig gewachsen. Unser Polysiliciumgeschäft hat davon in Form von deutlich höheren Absatzmengen profitiert. Niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung allerdings gebremst.

Wir konnten in allen Regionen unseren Umsatz im Jahr 2017 erhöhen, auch wenn der Zuwachs in Amerika währungsbedingt nicht sehr stark war. Die Region Asien ist mit 7,7 Prozent am stärksten gewachsen. Hier entwickelt sich das Geschäft in China, Indien und Südostasien sehr positiv. Die Region Europa einschließlich Deutschlands hat mit 40,0 Prozent den größten Anteil am Gesamtumsatz.

In den ersten Wochen des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 26. Februar 2018 ist WACKER gut in das Jahr gestartet.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

An unserem US-Produktionsstandort Charleston kam es am 07. September 2017 auf Grund eines technischen Defekts zu einer Wasserstoffexplosion, die eine Teilanlage der Produktion beschädigt hat. Da diese Anlage essentiell für den Produktionsprozess von Polysilicium ist, wurde die Produktion stillgelegt. Da die Schäden und der Produktionsausfall versichert sind, erwartet WACKER keinen wesentlichen finanziellen Schaden aus diesem Ereignis. Allerdings hat der Stillstand der Produktionsanlagen dazu geführt, dass WACKER rund 6.000 Tonnen weniger Polysilicium für den Verkauf zur Verfügung standen.

Desinvestitionen

Zu Beginn des Jahres hat WACKER zunächst 1,8 Millionen Aktien der Siltronic AG aus dem Bestand des Konzerns an der Börse verkauft und hieraus einen Veräußerungserlös von 87,6 Mio. € erzielt. Am 15. März 2017 hat das Unternehmen dann die Mehrheit an der Siltronic AG abgegeben. In einem Platzierungsverfahren hat WACKER rund 6,3 Millionen Aktien aus seinem Bestand zum Preis von 56,06 € pro Aktie an institutionelle Investoren veräußert. Der Bruttoemissionserlös betrug rund 353,2 Mio. €. Mit einem Anteil von 30,8 Prozent bleibt WACKER aber ein wesentlicher Aktionär von Siltronic. Die Beteiligung an Siltronic wird seit dem 15. März 2017 at equity bilanziert.

Investitionen

Die Investitionen lagen im Vergleich auf Vorjahresniveau. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 326,8 Mio. € (2016: 338,1 Mio. €).

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere drei Chemiebereiche. In Jincheon, Südkorea, haben wir neue Anlagen zur Produktion von Silicondichtstoffen und Spezialsilicone errichtet. Die Investitionen lagen bei rund 15 Mio. €. Die bestehenden Anlagen für polymere Bindemittel am Standort Burghausen sind um einen neuen Dispersionsreaktor mit einer Jahreskapazität von 60.000 Tonnen erweitert worden. Die Investitionssumme betrug rund 25 Mio. €. Daneben hat WACKER eine Reihe kleiner Investitionsprojekte bearbeitet.

Mit weiteren Investitionsprojekten haben wir im Jahr 2017 begonnen. An unserem Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee haben wir mit dem Bau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure begonnen, deren Investitionen sich insgesamt auf 150 Mio. US-$ belaufen werden. In Holla, Norwegen, erweitern wir unsere Produktionsstätten für Siliciummetall. In dieses Projekt flossen im Jahr 2017 rund 25 Mio. €. In Ulsan, Südkorea, ist der Startschuss für neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver gefallen. Für den Ausbau sind rund 60 Mio. € vorgesehen. In León, Spanien, modernisieren wir eine Großfermentationsanlage, die wir Ende Dezember 2016 erworben haben. Insgesamt investiert WACKER hier rund 15 Mio. € in die Modernisierung.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat im Laufe des Jahres seine zu Jahresbeginn gesteckten Ziele konkretisiert und angehoben. Davon betroffen waren die Aussagen zum EBITDA, zur EBITDA-Marge, zum ROCE, zum Netto-Cashflow, zu den Investitionen sowie zu den Nettofinanzschulden. WACKER hat Anfang des Jahres 2017 prognostiziert, seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht unter Vorjahr liegen, das EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres genauso wie der ROCE und der Netto-Cashflow.

Prognose auf Grund des Verkaufs der Mehrheitsanteile an Siltronic nach dem 1. Quartal angepasst

Mit der Veröffentlichung des Berichts zum 1. Quartal im April 2017 hat WACKER seine Prognose auf Grund des Verkaufs der Mehrheitsanteile an Siltronic angepasst. Das EBITDA wird auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge gegenüber dem Vorjahr (935,5 Mio. €) um einen mittleren einstelligen Prozentwert niedriger erwartet. Im Geschäftsbericht zur Bilanzpressekonferenz waren wir inkl. Siltronic von einem EBITDA ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres ausgegangen. Die EBITDA-Marge, die wir leicht unter Vorjahr (20,6 Prozent) erwartet hatten, wird jetzt etwas unter Vorjahr sein. Der ROCE wird nicht auf dem Niveau des Vorjahres liegen, sondern leicht darunter. Der Netto-Cashflow, den wir auf dem Niveau des Vorjahres erwartet hatten, wird deutlich niedriger sein. Alle anderen Steuerungskennzahlen bewegen sich im Rahmen der Prognose zur Bilanzpressekonferenz.

Prognose zum 2. und 3. Quartal angehoben

Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER seine Prognose in Bezug auf das EBITDA konkretisiert. Für das Gesamtjahr rechnet WACKER mit einem EBITDA zwischen 900 und 935 Mio. €. Das entspricht am oberen Ende dem um Sondererträge bereinigten EBITDA des Vorjahres (2016: 935,2 Mio. €). Dafür verantwortlich sind das gut laufende Chemiegeschäft sowie das Beteiligungsergebnis der Siltronic, das höher sein wird als erwartet.

Die gute Geschäftsentwicklung ist wesentlich dafür verantwortlich, dass wir mit dem Bericht zum 3. Quartal die Prognose erneut angehoben haben. WACKER rechnet jetzt mit einem EBITDA von 1 Mrd. € und wird damit das Vorjahresergebnis übertreffen. Die EBITDA-Marge wird auf dem Niveau des Vorjahres erwartet und nicht wie vorher prognostiziert etwas unter Vorjahr. Auch die Prognose für weitere finanzielle Steuerungskennzahlen hat WACKER angepasst. Der ROCE wird leicht über und nicht leicht unter dem Vorjahr sein. Der Netto-Cashflow liegt nur etwas unter dem Vorjahreswert und nicht mehr deutlich. Die Investitionen, die bisher leicht steigen sollten, werden nunmehr auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Die Nettofinanzschulden sollen sich zum Jahresende auf rund 500 Mio. € belaufen.

WACKER erreicht alle seine Prognoseziele

WACKER konnte seinen Umsatz um 6,3 Prozent auf 4,92 Mrd. € (2016: 4,63 Mrd. €) steigern. Verantwortlich dafür sind vor allem höhere Absatzmengen. Der Umsatz in unseren zwei Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS hat sich wie erwartet positiv entwickelt. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erzielte einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat auf Grund höherer Absatzmengen beim Umsatz etwas zulegen können. Die EBITDA-Marge belief sich mit 20,6 Prozent auf Vorjahresniveau. Das EBITDA auf vergleichbarer Basis (955,5 Mio. €) konnten wir gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern auf 1.014,1 Mio. €. Der Netto-Cashflow liegt mit 358,1 Mio. € auf dem Vorjahreswert. Der ROCE liegt mit 7,5 Prozent über dem Vorjahr. Die Rohstoff- und Energiekosten haben sich im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Der Kurs des Euro zum US-Dollar war auf Jahressicht im Durchschnitt leicht höher als ursprünglich von uns angenommen.

Im Geschäftsjahr 2017 waren die Investitionen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Sie belaufen sich auf 326,8 Mio. €.

Die Nettofinanzschulden waren zum Jahresende mit 454,4 Mio. € nochmals niedriger als im Bericht zum 3. Quartal prognostiziert.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie zu Jahresbeginn angenommen erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 13.811 Mitarbeiter. Das sind 363 mehr als ein Jahr zuvor.

Abweichungen vom prognostizierten Aufwand

Die Personalkosten sind in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Hier wirken sich die im Jahresverlauf gestiegene Beschäftigtenzahl sowie höhere Aufwendungen für die variable Vergütung aus, die durch die fortlaufenden Produktivitätsmaßnahmen nicht vollständig kompensiert werden konnten. Mittelfristig erwarten wir einen Rückgang der Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz.

Die Rohstoffkosten sind gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich angestiegen. Hier hat sich der Preisauftrieb wichtiger Rohstoffe, wie z. B. Methanol, VAM und Ethylen, ausgewirkt. Mittelfristig erwarten wir, dass das Verhältnis der Rohstoffkosten zum Umsatz auf Grund unserer Maßnahmen zur Reduzierung des Rohstoffeinsatzes in unseren Produkten leicht zurückgehen wird.

B. 16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

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Ergebnis 2016 angepasst Prognose Mär 2017 Prognose Apr 2017 Prognose Aug 2017 Prognose Okt 2017 Ergebnis 2017
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen
EBITDA-Marge (%) 20,6 leicht unter Vorjahr etwas unter Vorjahr etwas unter Vorjahr auf dem Niveau des Vorjahres 20,6
EBITDA (Mio. €) 955,5 auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge um mittleren einstelligen Prozentsatz niedriger zwischen 900 und 935 1.000 1.014,1
ROCE (%) 6,4 auf dem Niveau des Vorjahres leicht unter Vorjahr leicht unter Vorjahr leicht über Vorjahr 7,5
Netto-Cashflow (Mio. €) 361,1 auf dem Niveau des Vorjahres deutlich unter Vorjahr deutlich unter Vorjahr etwas unter Vorjahr 358,1
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.634,2 um mittleren einstelligen Prozentsatz höher um mittleren einstelligen Prozentsatz höher um mittleren einstelligen Prozentsatz höher um mittleren einstelligen Prozentsatz höher 4.924,2
Investitionen (Mio. €) 338,1 rund 450 rund 360 rund 360 auf dem Niveau des Vorjahres 326,8
Nettofinanzschulden (Mio. €) 992,5 deutlich unter Vorjahr deutlich unter Vorjahr deutlich unter Vorjahr rund 500 454,4
Abschreibungen (Mio. €) 618,0 rund 720 rund 600 rund 600 rund 600 590,4

Unsere Energieeffizienz konnten wir in 2017 weiter verbessern, entsprechend sind die Energiekosten im Verhältnis zum Umsatz gesunken.

Die Abschreibungen sind erwartungsgemäß sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz gegenüber Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dies ist auf das im Vergleich zu den Vorjahren niedrigere Investitionsniveau der Jahre 2016 und 2017 zurückzuführen. Für 2018 erwarten wir einen weiteren Rückgang der Abschreibungen und mittelfristig ein Niveau von etwa 500 Mio. € p. a.

B. 17 Aufwand Kostenarten

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% vom Umsatz 2017 2016
Personalkosten 24,5 24,0
Rohstoffkosten 28,6 27,5
Energiekosten 6,9 7,2
Abschreibungen 12,0 13,3

Ertragslage

Veränderung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage durch den Abgang des Geschäftsbereichs Siltronic

Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER seine Mehrheit an der Siltronic AG abgegeben. Zu Beginn des Jahres 2017 hat WACKER zunächst 1,8 Millionen Aktien der Siltronic AG aus dem Bestand des Konzerns an der Börse verkauft. Am 15. März 2017 hat das Unternehmen dann weitere 6,3 Millionen Siltronic-Aktien im Rahmen eines Platzierungsverfahrens an institutionelle Investoren veräußert. Die Beteiligung von WACKER an Siltronic hat sich dadurch auf 30,8 Prozent verringert. Am 31. Dezember 2016 hielt WACKER noch 57,8 Prozent der Anteile.

Gemäß den Regeln des Standards IFRS 5 ("Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche") weist WACKER das Ergebnis der Siltronic AG und ihrer Tochtergesellschaften rückwirkend für das Jahr 2016 als Ergebnis aus "nicht fortgeführten Aktivitäten" aus. Der Gewinn aus dem Abgang von Siltronic ermittelt sich aus dem Liquiditätszufluss der platzierten Anteile und der Bewertung der verbleibenden Anteile zum Transaktionskurs abzüglich des WACKER zuzurechnenden Nettovermögens der Siltronic und der Transaktionskosten. Der Abgangsgewinn sowie das Periodenergebnis von Siltronic werden in der Linie "nicht fortgeführte Aktivitäten" gezeigt.

Der Verlust der Beherrschung führt dazu, dass die Vermögenswerte und Schulden von Siltronic nicht mehr im Konzern ausgewiesen werden. Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich durch den Abgang der Siltronic nur unwesentlich reduziert, da der Liquiditätszufluss aus den beiden Transaktionen und die Neubewertung der verbleibenden Anteile den Abgang der Vermögenswerte von Siltronic kompensiert haben.

Die Beteiligung an Siltronic wird seit dem 15. März 2017 at equity bilanziert und das anteilige Periodenergebnis des Siltronic-Konzerns wird im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. Die als fortgeführte Aktivitäten gezeigten Werte der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017 sind mit dem Vorjahr vergleichbar.

→ Wir verweisen für weitere Informationen zum Abgang von Siltronic auf den Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis auf Seite 118.

→ Siehe Tabelle B.20 auf Seite 61

Konzernumsatz liegt mit 4,92 Mrd. € 6,3 Prozent über dem Vorjahr

Der WACKER-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2017 seinen Umsatz erneut steigern. Er erhöhte sich um 6,3 Prozent auf 4,92 Mrd. € (2016: 4,63 Mrd. €). Verantwortlich dafür waren höhere Absatzmengen bei Siliconen, Polymerprodukten und Polysilicium. Negative Währungskurseffekte aus dem gegenüber dem US-Dollar stärkeren Euro und in Summe etwas niedrigere Preise konnte WACKER mehr als ausgleichen. Im Umsatz besonders stark zulegen konnte der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit einem Anstieg von zehn Prozent. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS steigerte seinen Umsatz um mehr als vier Prozent. In einem nach wie vor volatilen Marktumfeld mit niedrigeren Durchschnittspreisen erzielte der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ein Umsatzwachstum von mehr als zwei Prozent.

→ Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht ab Seite 62.

Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 4,10 Mrd. € (2016: 3,86 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamt-Umsatz sind das 83,3 Prozent. Die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro hat sich negativ auf den Umsatz ausgewirkt.

→ Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht ab Seite 64.

Konzern-EBITDA liegt bei 1,01 Mrd. €, EBITDA-Marge beträgt 20,6 Prozent

Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent gestiegen. Es beläuft sich auf 1.014,1 Mio. € (2016: 955,5 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 20,6 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres (2016: 20,6 Prozent). Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER keine Erträge mehr aus vereinnahmten Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen ausgewiesen. Im vergangenen Jahr hatte WACKER noch Sondererträge aus Vertragsauflösungen von 20,3 Mio. € vereinnahmt. Bereinigt um diesen Effekt stieg das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr (935,5 Mio. €) um acht Prozent.

Maßgeblich für diesen Zuwachs sind der Umsatzanstieg, eine sehr gute operative Leistung sowie das Beteiligungsergebnis der Siltronic in Höhe von 40,0 Mio. €. Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Rohstoffkosten konnte WACKER dadurch mehr als ausgleichen.

→ Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht ab Seite 62.

B. 18 Überleitung EBITDA auf EBIT

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Mio. € 2017 20161 Veränderung
in %
EBITDA 1.014,1 955,5 6,1
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen - 590,4 - 618,0 - 4,5
EBIT 423,7 337,5 25,5

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

EBIT steigt deutlich an

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 423,7 Mio. € (2016: 337,5 Mio. €). Das sind 26 Prozent mehr als vor einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 8,6 Prozent (2016: 7,3 Prozent). Geringere Abschreibungen als im Vorjahr erhöhten das EBIT. Diese gingen im Geschäftsjahr 2017 erwartungsgemäß um fünf Prozent zurück.

B. 19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis

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Mio. € 2017 20161 Veränderung
in %
EBIT 423,7 337,5 25,5
Finanzergebnis - 88,7 - 91,1 - 2,6
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern 335,0 246,4 36,0
Ertragsteuern - 84,9 - 68,3 24,3
Jahresergebnis fortgeführte Geschäftstätigkeiten 250,1 178,1 40,4
Jahresergebnis nicht fortgeführte Geschäftstätigkeiten 634,7 11,2 >100
Jahresergebnis 884,8 189,3 >100
davon auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 866,7 179,2 >100
auf andere Gesellschafter entfallend 18,1 10,1 79,2
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/ verwässert) 17,45 3,61 >100
Ergebnis je Stammaktie in € aus fortgeführten Aktivitäten 4,85 3,44 40,7
Ergebnis je Stammaktie in € aus nicht fortgeführten Aktivitäten 12,60 0,17 >100
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 -

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 954,4 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2016: 822,8 Mio. €) um 16 Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 3,97 Mrd. € (2016: 3,81 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 19,4 Prozent (2016: 17,8 Prozent). Positiv wirkte sich der hohe Umsatz aus. Daneben drückten höhere Rohstoffkosten und die fortlaufenden Kosten nach dem Produktionsstillstand am US-Standort Charleston im September 2017 die Bruttoumsatzmarge. Im Jahr 2017 sind keine wesentlichen Erträge aus der zu erwartenden Versicherungserstattung ertragswirksam vereinnahmt worden. Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 82 Prozent auf 81 Prozent gesunken.

Funktionskosten steigen

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent erhöht. Sie stiegen auf 594,0 Mio. € (2016: 537,8 Mio. €). Hier wirkten sich neben gestiegenen Vertriebskosten höhere Personalkosten in allen Funktionsbereichen aus.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 19,4 Mio. € (2016: 51,4 Mio. €). Im Vorjahr wirkten sich Erträge aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen von 20,3 Mio. € positiv auf das Ergebnis aus. Verluste aus dem Währungsergebnis von -9,7 Mio. € (2016: 3,4 Mio. €) belasteten das sonstige betriebliche Ergebnis.

Beteiligungsergebnis

Der Saldo aus Equity-Ergebnis und sonstigen Beteiligungsergebnissen stieg auf Grund des Ergebnisses der Siltronic deutlich an. Es belief sich auf 43,9 Mio. € (2016: 1,1 Mio. €).

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß. Es belief sich auf -88,7 Mio. € (2016: -91,1 Mio. €). Zinserträge von 7,5 Mio. € (2016: 4,7 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 38,3 Mio. € (2016: 39,9 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf - 30,8 Mio. € (2016: - 35,2 Mio. €). Auf Grund der Refinanzierung von Bankdarlehen im Laufe des Jahres 2017 reduzierte sich der Zinsaufwand aus der Bankfinanzierung leicht.

Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -57,9 Mio. € (2016: -55,9 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus Kurseffekten der Finanzanlagen enthalten. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden erstmals die Währungseffekte aus der internen Konzernfinanzierung einschließlich der abgeschlossenen Währungsderivate im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Ertragsteuern

Der Konzern weist für das Jahr 2017 einen Steueraufwand von 84,9 Mio. € (2016: 68,3 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 25,3 Prozent (2016: 27,7 Prozent). Der Rückgang resultiert aus dem hohen, bereits nach Steuern ausgewiesenen Equity-Ergebnis der Siltronic, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis stieg unter anderem auf Grund der genannten Effekte an. Der Jahresüberschuss betrug 884,8 Mio. € (2016: 189,3 Mio. €). Darin enthalten ist das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 634,7 Mio. € aus dem 1. Quartal 2017. Von Januar bis März 2017 erzielte Siltronic einen Periodengewinn von 17,7 Mio. € (2016: 11,2 Mio. €). Aus dem Abgang von Siltronic als Segment des WACKER-Konzerns ergab sich darüber hinaus ein Gewinn in Höhe von 617,0 Mio. €. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg im Geschäftsjahr auf 250,1 Mio. € (2016: 178,1 Mio. €). Das ist ein Plus von 40 Prozent.

B. 20 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich

Die Tabelle zeigt die einzelnen Bestandteile des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten:

B. 21 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten

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Mio. €
Veräußerungserlös (vor Transaktionskosten) 353,2
Neubewertung der verbleibenden 30,8 Prozent at-Equity-Anteile 518,6
Abgehende Summe Vermögen und Schulden Siltronic -453,3
Abgang der Anteile anderer Gesellschafter im WACKER-Konzern 214,7
Anteiliger Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung -11,6
Nicht aktivierungsfähige Kosten (Steuern, Transaktionskosten) -4,6
Abgangsgewinn 617,0
Laufendes Ergebnis Siltronic Q1 2017 17,7
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten 634,7

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 7,5 Prozent (2016: 6,4 Prozent). Im Wesentlichen ist die Mittelbindung auf Grund niedriger Investitionen und hoher Abschreibungen gesunken. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 5.300,4 Mio. € auf 5.138,3 Mio. €.

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Jahr 2017 einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt. Der Umsatz erhöhte sich um 9,9 Prozent auf 2,20 Mrd. € (2016: 2,00 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind gestiegene Absatzmengen und etwas höhere Preise. WACKER SILICONES konnte in allen Geschäftssparten beim Umsatz kräftig zulegen. Der Umsatz mit Spezialprodukten ist dabei überproportional gestiegen. Besonders gut entwickelt hat sich der Absatz mit Siliconen für die Automobilindustrie, für allgemeine Industrieanwendungen, für die Textilindustrie, für medizinische Anwendungen sowie für Dicht- und Klebstoffe für die Bauindustrie. Stark war auch unser Silikonkautschukgeschäft. Regional konnte WACKER SILICONES in allen drei Regionen Europa, Amerika und Asien Umsatzzuwächse verzeichnen, wobei Europa und Asien im Umsatz am stärksten gewachsen sind.

Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es erhöhte sich um 23,2 Prozent auf 444,9 Mio. € (2016: 361,2 Mio. €). Dafür verantwortlich sind das starke Mengenwachstum, etwas höhere Preise in einigen Produktgruppen, die hohe Auslastung der Produktionsanlagen sowie eine gute Kosteneffizienz. Die EBITDA-Marge lag bei 20,2 Prozent (2016: 18,1 Prozent) und damit deutlich höher als im Vorjahr.

Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 61,2 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 142,8 Mio. € (2016: 88,6 Mio. €). Die Mittel gingen vorrangig in den Bau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure an unserem US-Standort Charleston sowie in die neue Anlage zur Produktion von Silicondichtstoffen und Spezialsilicone in Jincheon, Südkorea. Zum 31. Dezember 2017 waren im Geschäftsbereich 4.737 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2016: 4.566).

B. 22 Segmentdaten WACKER SILICONES

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Mio. € 20171 20161 2015 2014 2013
Gesamtumsatz 2.200,2 2.001,1 1.943,3 1.733,6 1.672,2
EBITDA 444,9 361,2 276,2 209,8 230,2
EBITDA-Marge (%) 20,2 18,1 14,2 12,1 13,8
EBIT 362,2 280,8 194,5 128,9 151,1
Investitionen 142,8 88,6 82,0 88,5 85,4
Forschungsaufwand 58,6 53,7 35,8 39,5 34,6
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 4.737 4.566 4.353 4.240 4.109

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

WACKER POLYMERS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat im Jahr 2017 um 4,2 Prozent zugelegt. Er erhöhte sich auf 1,25 Mrd. € (2016: 1,19 Mrd. €). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen für Dispersionen und Dispersionspulver. Niedrigere Preise sowie negative Währungseffekte haben sich gegenläufig ausgewirkt.

WACKER POLYMERS konnte seine Umsätze in Europa und Asien deutlich steigern. Prozentual das stärkste Wachstum verzeichnete das Geschäft in China mit einem Anstieg von rund elf Prozent. Besonders gut hat sich der Absatz von Produkten für die Bauindustrie entwickelt.

Das EBITDA lag mit 205,6 Mio. € (2016: 261,0 Mio. €) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Hier haben sich die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise ausgewirkt. Die EBITDA-Marge hat sich auf 16,5 Prozent (2016: 21,8 Prozent) verringert.

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 48,1 Mio. € (2016: 37,5 Mio. €). Die Investitionen flossen in den Bau eines neuen Dispersionsreaktors am Standort Burghausen sowie in Infrastrukturprojekte an den Standorten Köln und Calvert City in den USA. Außerdem haben wir im Jahr 2017 damit begonnen, Investitionsmittel für die neuen Produktionsanlagen am Produktionsstandort Ulsan, Südkorea, aufzuwenden. Die Zahl der Mitarbeiter des Geschäftsbereichs ist zum 31. Dezember 2017 mit 1.539 leicht gestiegen (31. Dezember 2016: 1.484).

B. 23 Segmentdaten WACKER POLYMERS

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Mio. € 20171 20161 2015 2014 2013
Gesamtumsatz 1.245,1 1.194,8 1.185,5 1.064,4 978,7
EBITDA 205,6 261,0 222,2 149,5 147,8
EBITDA-Marge (%) 16,5 21,8 18,7 14,0 15,1
EBIT 168,1 223,7 184,4 118,7 112,9
Investitionen 48,1 37,5 47,4 56,3 36,8
Forschungsaufwand 29,3 30,3 14,8 13,2 12,3
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 1.539 1.484 1.461 1.408 1.377

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

WACKER BIOSOLUTIONS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS war mit 205,9 Mio. € (2016: 206,4 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres. Zwar konnte der Geschäftsbereich höhere Absatzmengen verkaufen, leicht niedrigere Preise und negative Währungseffekte haben sich aber gegenläufig auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt. Den größten Umsatzzuwachs erzielte WACKER BIOSOLUTIONS im Bereich Pharma/Agro. Im Bereich Ernährung ging der Umsatz leicht zurück. Auf Grund von Projektgeschäften hat sich der Umsatz in den einzelnen Regionen unterschiedlich entwickelt. Regional konnte der Umsatz in Amerika sowie auf dem deutschen Markt gesteigert werden.

Das EBITDA ist mit 37,5 Mio. € (2016: 37,0 Mio. €) leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die EBITDA-Marge belief sich auf 18,2 Prozent (2016: 17,9 Prozent).

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 15,7 Mio. € (2016: 9,1 Mio. €). Sie flossen vor allem in zwei größere Projekte. Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag auf der Modernisierung und Erweiterung der Großfermentationsanlage in Spanien, die wir im Geschäftsjahr 2016 erworben haben. Dort wollen wir unsere Cysteinproduktion konzentrieren sowie für andere Kunden biotechnologisch erzeugte Produkte herstellen. Im Bereich Pharmaproteine haben wir am Standort in Jena verschiedene Modernisierungsinvestitionen umgesetzt. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2017 auf 533 (2016: 510) gestiegen.

B. 24 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

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Mio. € 20171 20161 2015 2014 2013
Gesamtumsatz 205,9 206,4 197,1 176,2 158,4
EBITDA 37,5 37,0 32,2 23,6 23,6
EBITDA-Marge (%) 18,2 17,9 16,3 13,4 14,9
EBIT 26,1 25,7 21,0 13,6 17,2
Investitionen 15,7 9,1 6,2 8,4 10,2
Forschungsaufwand 6,0 6,2 6,1 6,7 7,0
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 533 510 491 484 371

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

WACKER POLYSILICON

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist im Jahr 2017 um 2,6 Prozent gestiegen. Er erhöhte sich auf 1,12 Mrd. € (2016: 1,10 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind höhere Absatzmengen trotz niedrigerer Durchschnittspreise. Gebremst wurde ein stärkerer Absatz- und Umsatzanstieg durch einen Produktionsausfall an unserem US-Standort Charleston. Dort kam es am 07. September 2017 auf Grund eines technischen Defekts zu einer Wasserstoffexplosion, die eine Teilanlage beschädigt hat. Die Produktion wurde daraufhin stillgelegt. Dadurch standen WACKER POLYSILICON rund 6.000 Tonnen weniger Polysilicium für den Verkauf zur Verfügung. Asien war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte.

Das EBITDA ist mit 290,4 Mio. € (2016: 285,9 Mio. €) leicht um 1,6 Prozent gestiegen. Wesentlich für diesen Anstieg waren höhere Absatzmengen und geringere Herstellkosten. Niedrigere Durchschnittspreise haben sich gegenläufig ausgewirkt. Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER POLYSILICON keine Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden vereinnahmt. Im Ergebnis sind noch keine wesentlichen Versicherungsleistungen auf Grund des Produktionsausfalls in Charleston enthalten. Die EBITDA-Marge belief sich auf 25,8 Prozent (2016: 26,1 Prozent).

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON sind nochmals deutlich zurückgegangen. Sie verringerten sich um 55,7 Prozent auf 57,6 Mio. € (2016: 130,0 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten hat sich auf 2.538 erhöht (31. Dezember 2016: 2.490).

B. 25 Segmentdaten WACKER POLYSILICON

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Mio. € 20171 20161 2015 2014 2013
Gesamtumsatz 1.124,0 1.095,5 1.063,6 1.049,1 924,2
EBITDA 290,4 285,9 402,4 537,0 233,9
EBITDA-Marge (%) 25,8 26,1 37,8 51,2 25,3
EBIT -87,6 - 117,1 162,6 305,3 0,1
Investitionen 57,6 130,0 581,8 334,5 290,0
Forschungsaufwand 22,6 18,3 15,3 18,7 20,6
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 2.538 2.490 2.373 2.093 2.102

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

Sonstiges

Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 168,8 Mio. € (2016: 162,6 Mio. €). Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

B.26 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten

Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 32,6 Mio. € (2016: 10,2 Mio. €). Der wesentliche Grund für den Anstieg ist das seit dem 15. März 2017 hier ausgewiesene Equity-Ergebnis der Siltronic.

Das EBIT aus "Sonstiges" betrug - 48,2 Mio. € (2016: -76,0 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2017 waren im Segment "Sonstiges" 4.464 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2016: 4.398). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie der Zentralfunktionen.

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,92 Mrd. € Umsatz (2016: 4,63 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten wir 83,4 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 16,6 Prozent.

Region Asien im Umsatz am stärksten gewachsen

Die Region Asien ist im Umsatz erneut kräftig gewachsen. Der Haupttreiber ist der steigende Lebensstandard in den dortigen Ländern. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 38,3 Prozent (2016: 37,8 Prozent). Der Umsatz belief sich auf 1,89 Mrd. € (2016: 1,75 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von 7,7 Prozent. In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) hat sich der Umsatz um 9,4 Prozent auf 1,20 Mrd. € (2016: 1,10 Mrd. €) erhöht.

Region Europa ebenfalls mit einem deutlichen Umsatzplus

In Europa, wo WACKER eine starke Marktposition besitzt, hat sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. Er erhöhte sich um 6,5 Prozent auf 1,97 Mrd. € (2016: 1,85 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 40,0 Prozent (2016: 39,9 Prozent).

B. 27 Außenumsatz am Sitz des Kunden

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Mio. € 2017 20161 2015 2014 2013
Europa 1.970,4 1.850,9 1.887,6 1.794,2 1.720,8
Amerika 838,7 825,6 945,1 810,7 761,0
Asien 1.886,2 1.751,6 2.253,1 2.039,7 1.826,1
Sonstige Regionen 228,9 206,1 210,4 181,8 171,0
Konzern 4.924,2 4.634,2 5.296,2 4.826,4 4.478,9

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Geschäft in Amerika wächst leicht

Das Geschäft in der Region Amerika ist um 1,6 Prozent auf 838,7 Mio. € (2016: 825,6 Mio. €) gestiegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,0 Prozent (2016: 17,8 Prozent).

Sonstige Regionen legen zu

Der Umsatz in den sonstigen Regionen der Welt hat sich im Geschäftsjahr 2017 um 11,0 Prozent auf 228,9 Mio. € (2016: 206,1 Mio. €) erhöht. Mehr als 40 Prozent davon erzielten wir in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Anteil der sonstigen Regionen am Gesamtumsatz beläuft sich auf 4,6 Prozent (2016: 4,4 Prozent).

B. 28 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

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Mio. € 2017 20161 2015 2014 2013
Europa 4.029,5 3.825,2 4.466,6 4.144,3 3.927,0
Amerika 1.167,7 1.116,2 892,8 769,7 742,1
Asien 859,5 731,2 1.164,5 962,3 761,6
Sonstige Regionen 12,1 10,4 9,2 7,6 7,0
Konsolidierung - 1.144,6 - 1.048,8 - 1.236,9 - 1.057,5 - 958,8
Konzern 4.924,2 4.634,2 5.296,2 4.826,4 4.478,9

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2016 um acht Prozent reduziert. Sie sank um 625,9 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 6,84 Mrd. € (31. Dezember 2016: 7,46 Mrd. €). Wesentlich dafür verantwortlich sind der Abgang des Segments Siltronic und hohe planmäßige Abschreibungen, die deutlich über den Investitionen lagen. Die Bilanzsumme wurde auch durch den Aufbau von Vorräten, den Rückgang von Pensionsrückstellungen und den deutlichen Rückgang von Finanzierungsverbindlichkeiten beeinflusst. Das Eigenkapital erhöhte sich kräftig auf Grund des hohen Jahresergebnisses des Konzerns.

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Bilanzsumme ist der Abgang der Vermögenswerte und Schulden durch die Entkonsolidierung von Siltronic. Anfang des Jahres hat WACKER zunächst sechs Prozent der Siltronic-Anteile über die Börse veräußert und einen Erlös von 87,6 Mio. € erzielt. Danach hielt WACKER noch 51,8 Prozent an der Siltronic AG. Diese Transaktion führte nicht zu einem Verlust der Kontrolle und wurde ausschließlich im Eigenkapital des Konzerns abgebildet. Zum 15. März 2017 trennte sich WACKER dann von weiteren 21 Prozent seiner Anteile und entkonsolidierte den Siltronic-Konzern, weil durch diesen Beteiligungsabbau die Beherrschung entfallen ist.

Der erzielte Veräußerungserlös belief sich vor Transaktionskosten auf 353,2 Mio. €. Die Veräußerungserlöse aus allen Transaktionen erhielt WACKER vollständig in bar. Durch die Entkonsolidierung reduzierte sich die Bilanz zum 31. März 2017 um folgende Vermögenswerte und Schulden von Siltronic:

B. 29 Vermögens- und Kapitalstruktur

2017

Bilanzsumme 6.835,7 Mio. €

2016

Bilanzsumme 7.461,6 Mio. €

B. 30 Buchwerte der abgehenden Vermögenswerte und Schulden des Siltronic-Teilkonzerns

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Mio. € 31.03.2017
Immaterielle Vermögenswerte 5,2
Sachanlagen 513,2
Wertpapiere 89,3
Vorräte 144,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 128,4
Sonstige Vermögenswerte 33,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 161,4
Summe der Vermögenswerte 1.075,2
Pensionsrückstellungen - 371,3
Finanzschulden - 41,9
Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen - 82,3
Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen - 126,4
Summe der Schulden - 621,9
Summe Vermögen und Schulden 453,3

Auf Grund der im Anschluss erfolgten at-Equity-Bilanzierung wurden die verbleibenden 30,8 Prozent der Siltronic-Anteile von WACKER zum Fair Value bewertet und in Höhe von 518,6 Mio. € als at-Equity-Beteiligung bilanziert. Zum 31. Dezember 2017 beträgt der at-Equity-Ansatz der Siltronic-Anteile 554,7 Mio. €. Er enthält neben dem anteiligen positiven Ergebnis des Siltronic-Konzerns in Höhe von 52,0 Mio. € die Abschreibungen auf die aufgedeckten stillen Reserven und Konsolidierungseffekte.

B. 31 Bilanzentwicklung Aktiva

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Mio. € 2017 2016 Veränderung
in %
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3.543,2 4.646,8 - 23,7
At equity bewertete Beteiligungen 564,6 11,2 >100
Sonstige langfristige Vermögenswerte 605,3 621,1 - 2,5
Langfristige Vermögenswerte 4.713,1 5.279,1 - 10,7
Vorräte 783,6 846,3 - 7,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 655,7 775,7 - 15,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 683,3 560,5 21,9
Kurzfristige Vermögenswerte 2.122,6 2.182,5 - 2,7
Summe Aktiva 6.835,7 7.461,6 - 8,4

Anlagevermögen sinkt währungs- und abschreibungsbedingt

Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen ist im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 550,2 Mio. € auf 4,11 Mrd. € gesunken (31. Dezember 2016: 4,66 Mrd. €). Die Abschreibungen betrugen 590,4 Mio. € und reduzierten im Wesentlichen das Sachanlagevermögen. Die Investitionen gingen im Geschäftsjahr nochmals zurück. Sie beliefen sich auf 326,8 Mio. € (2016: 338,1 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie in Infrastrukturmaßnahmen. Dabei entfielen mehr als die Hälfte der Investitionen auf Deutschland. Der Abgang des Anlagevermögens von Siltronic im 1. Quartal 2017 wurde durch den Zugang der at-Equity-Beteiligung kompensiert. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Anlagevermögens um 314,3 Mio. € reduziert.

Langfristige Vermögenswerte und Wertpapiere

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2017 auf 605,3 Mio. € (31. Dezember 2016: 621,1 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahresende nahezu konstant geblieben. WACKER hat nicht benötigte Liquidität in Höhe von 42,1 Mio. € (31. Dezember 2016: 56,0 Mio. €) in langfristigen Wertpapieren angelegt. Leicht gestiegen sind die aktiven latenten Steuern. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 452,6 Mio. €.

Working Capital geht ohne Siltronic um sieben Prozent zurück

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gesunken. Sie beliefen sich auf 2,12 Mrd. € (31. Dezember 2016: 2,18 Mrd. €). Zurückzuführen ist dies unter anderem auf den Abgang der Siltronic-Vermögenswerte.

B. 32 Working Capital

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Mio. € 2017 2016 Veränderung
in %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 655,7 775,7 - 15,5
Vorräte 783,6 846,3 - 7,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 268,5 - 369,7 - 27,4
Working Capital 1.170,8 1.252,3 - 6,5

Das Working Capital ging zum 31. Dezember 2017 um sieben Prozent zurück. Das im Jahr 2017 nicht mehr enthaltene Working Capital von Siltronic belief sich auf 190,4 Mio. € zum Abgangszeitpunkt. Aus den fortgeführten Aktivitäten ergibt sich im Wesentlichen ein Aufbau der Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben nahezu konstant. Währungseffekte haben das Working Capital um 43,3 Mio. € reduziert.

Liquidität steigt um 18 Prozent

Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2017 auf 218,2 Mio. € (31. Dezember 2016: 126,2 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in kurzfristigen Rentenpapieren angelegt. Die Zahlungsmittel blieben konstant. Sie beliefen sich auf 286,9 Mio. € zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2016: 283,5 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit um 18 Prozent auf 547,2 Mio. € (31. Dezember 2016: 465,7 Mio. €).

Durch die beiden Transaktionen zur Abgabe der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG erzielte WACKER in Summe einen Erlös von 440,8 Mio. €. Die Entkonsolidierung der Siltronic hat die liquiden Mittel um 161,4 Mio. € verringert. Die Auszahlung der Dividende und der variablen Vergütungen im 2. Quartal 2017 führte ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden Mittel. Im 4. Quartal 2017 hat WACKER außerdem Finanzverbindlichkeiten in Höhe von rund 240 Mio. € getilgt, was die Liquidität nochmals gemindert hat.

In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind sonstige Steueransprüche in Höhe von 63,4 Mio. € (31. Dezember 2015: 45,4 Mio. €) enthalten.

B. 33 Bilanzentwicklung Passiva

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Mio. € 2017 2016 Veränderung
in %
Eigenkapital 3.169,3 2.593,2 22,2
Langfristige Rückstellungen 1.896,6 2.428,9 - 21,9
Finanzierungsverbindlichkeiten 800,4 791,1 1,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 117,3 172,7 - 32,1
davon erhaltene Anzahlungen 112,5 164,1 - 31,4
Langfristige Schulden 2.814,3 3.392,7 - 17,0
Finanzierungsverbindlichkeiten 201,2 667,1 - 69,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 268,5 369,7 - 27,4
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 382,4 438,9 - 12,9
Kurzfristige Schulden 852,1 1.475,7 - 42,3
Schulden 3.666,4 4.868,4 - 24,7
Summe Passiva 6.835,7 7.461,6 - 8,4
Capital Employed 5.138,3 5.300,4 3,1

Eigenkapitalquote liegt bei 46,4 Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr kräftig gestiegen. Es belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 3,17 Mrd. € (31. Dezember 2016: 2,59 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 46,4 Prozent (31. Dezember 2016: 34,8 Prozent). Im Wesentlichen spiegelt sich hier das Jahresergebnis wider, das durch den Gewinn aus dem Abgang der Siltronic AG stark beeinflusst ist. Es erhöhte die Gewinnrücklagen um 884,8 Mio. €. Zusätzlich stieg durch den Verkauf von sechs Prozent der Anteile an der Siltronic AG das Eigenkapital um 87,6 Mio. €. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 99,4 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Anstieg der übrigen Eigenkapitalposten um 97,3 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 186,2 Mio. € negativ beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital hat sich mit dem Abgang des Siltronic-Konzerns um 214,7 Mio. € reduziert.

Schulden sinken durch geringere Finanzierungsverbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen

Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 1,20 Mrd. € gesunken. Das ist ein Rückgang um 24,7 Prozent auf 3,67 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen sind 489,5 Mio. € geringer als im Vorjahr und belaufen sich auf 1,62 Mrd. €. Wesentlichen Anteil daran hatte die Entkonsolidierung von Siltronic. Dadurch verringerten sich die Pensionsrückstellungen um 371,3 Mio. €. Insbesondere durch den Anstieg der verwendeten Diskontierungssätze gingen die Pensionsrückstellungen um 127,2 Mio. € zurück. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 2,09 Prozent (31. Dezember 2016: 1,94 Prozent) und in den USA 3,50 Prozent (31. Dezember 2016: 3,92 Prozent). Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe niedriger und liegen bei 117,3 Mio. € (31. Dezember 2016: 172,7 Mio. €). Der Grund dafür liegt in der Veränderung der langfristigen erhaltenen Anzahlungen, die jetzt im kurzfristigen Bereich ausgewiesen werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen deutlich zurück auf 268,5 Mio. € (31. Dezember 2016: 369,7 Mio. €). Auf die Siltronic AG entfielen dabei 82,3 Mio. €. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 13 Prozent auf 382,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 438,9 Mio. €) zurückgegangen. Auf die Entkonsolidierung entfielen davon 70,0 Mio. €. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 61,8 Mio. € (31. Dezember 2016: 106,6 Mio. €). Die kurzfristigen Ertragsteuerrückstellungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr auf Grund zusätzlicher Risikovorsorge. Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und erfolgsabhängige Vergütungen, sind zum Bilanzstichtag leicht gestiegen.

Finanzierungsverbindlichkeiten gehen um 31 Prozent zurück

Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Geschäftsjahresende um 456,6 Mio. € auf 1,0 Mrd. € (31. Dezember 2016: 1,46 Mrd. €) zurückgegangen. WACKER hat im März 2017 fällige Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 200 Mio. € durch ein neues langfristiges Darlehen in Höhe von ebenfalls 200 Mio. € refinanziert. Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2017 hat WACKER zusätzlich Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 300 Mio. € planmäßig getilgt. Auf die Entkonsolidierung von Siltronic entfielen 41,9 Mio. €. Währungseffekte haben die Finanzierungsverbindlichkeiten ebenfalls reduziert. WACKER weist Finanzierungsverbindlichkeiten im Wesentlichen in Euro und in US-Dollar aus. In geringerem Umfang wurden Finanzierungsverbindlichkeiten in chinesischen Renminbi aufgenommen. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst.

→ Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 13 im Konzernanhang.

→ Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 10 im Konzernanhang.

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, ist der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 17 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt.

WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cash-Management-Systeme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2017

Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER eine Schuldscheintranche in Höhe von 150 Mio. € zurückgeführt sowie eine Finanzierungstranche von 200 Mio. € an die Europäische Investitionsbank (EIB) und einen Kredit von 10 Mrd. ¥ an die Development Bank of Japan zurückgezahlt. Gleichzeitig wurde ein mit der EIB 2016 geschlossener Finanzierungsvertrag über 200 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 gezogen. Im Dezember 2017 hat WACKER ein neues Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € begeben, das über fünf (150 Mio. €) und sieben Jahre (150 Mio. €) läuft. Die Auszahlung dieses Schuldscheins erfolgt im Januar 2018. Der 2016 abgeschlossene 400-Mio.-€-Konsortialkredit wurde im Jahr 2017 um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert. Dieser Konsortialkredit sowie ein weiterer Konsortialkredit aus dem Jahr 2014 über 200 Mio. € dienen als Absicherung unserer Finanzierung. Beide Konsortialkredite nehmen wir zurzeit nicht in Anspruch.

Die Finanzierungen des WACKER-Konzerns beinhalten marktübliche Kreditklauseln. Die wesentlichen Kredite unterliegen Financial Covenants (Verhältnis Net Debt/EBITDA und Maximalverschuldung aller Konzerngesellschaften).

Finanzierungsanalyse

Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Alle Cashflow-Zahlen wurden auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic im Jahr 2017 für die Vergleichbarkeit der Zahlen angepasst.

Netto-Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten

Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2017 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 358,1 Mio. € (2016: 361,1 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen durch den operativen Cashflow vollständig gedeckt werden.

B. 34 Netto-Cashflow

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Mio. € 2017 20161
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 613,0 621,0
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 70,1 162,6
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - 325,0 -420,3
Zugänge aus Finanzierungsleasing - - 2,2
Netto-Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 358,1 361,1

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inkl. Finanzierungsleasing.

B. 35 Netto-Cashflow - fortgeführte Aktivitäten

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Brutto-Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 613,0 Mio. € (2016: 621,0 Mio. €). Einem höheren Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von 250,1 Mio. € (2016: 178,1 Mio. €) stehen höhere Auszahlungen aus dem Working Capital von 124,1 Mio. € (2016: 59,1 Mio. €) sowie höhere Steuerzahlungen von 92,8 Mio. € (2016: 74,8 Mio. €) gegenüber. Das im Periodenergebnis enthaltene Equity-Ergebnis von 42,0 Mio. € (2016: 0,2 Mio. €) und höhere Forderungen aus der Umsatzsteuer reduzierten den Brutto-Cashflow. Der geringere Abbau von erhaltenen Anzahlungen von 70,1 Mio. € (2016: 162,6 Mio. €) wirkte sich positiv auf den Brutto-Cashflow aus. Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 590,4 Mio. € waren geringer als im Vorjahr (2016: 618,0 Mio. €).

B. 36 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - fortgeführte Aktivitäten

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt.

Im Jahr 2017 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -328,2 Mio. € deutlich unter denen des Vorjahres (2016: 417,7 Mio. €). Im Jahr 2017 hat WACKER eine Reihe kleinerer Investitionsprojekte in Zusammenhang mit bestehenden Produktionsanlagen abgeschlossen und in den weiteren Ausbau verschiedener Standorte investiert. Mehr als die Hälfte der Investitionen entfielen auf Produktionsstandorte in Deutschland. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2017 auf -325,0 Mio. € (2016: -420,3 Mio. €).

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit - Veräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten

Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG und der Abgabe der Mehrheit führten zu einem Veräußerungserlös in Höhe von 353,2 Mio. € vor Transaktionskosten. Der Liquiditätsabgang auf Grund der Entkonsolidierung von Siltronic in Höhe von 161,4 Mio. € führte zu einem Netto-Mittelzufluss aus dem Verkauf in Höhe von 191,8 Mio. €.

Anteilige Auszahlungen für Investitionen des Siltronic-Segments für das 1. Quartal 2017 beliefen sich auf 26,0 Mio. €.

B. 37 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - fortgeführte Aktivitäten

1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag im Geschäftsjahr bei -333,1 Mio. € (2016: -135,8 Mio. €). Er zeigt im Wesentlichen die Rückzahlung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten. Im 2. Quartal 2017 hat WACKER außerdem 99,4 Mio. € Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Zu einem Mittelzufluss führte die Veräußerung von sechs Prozent der Eigentumsanteile an der Siltronic AG in Höhe von 87,6 Mio. €.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Finanzmittelbestand blieb annähernd konstant bei 286,9 Mio. € (2016: 283,5 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln und lang- und kurzfristigen Wertpapieren erhöhte sich jedoch von 465,7 Mio. € auf 547,2 Mio. €.

Nettofinanzschulden sinken deutlich

Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Brutto-Finanz-Verschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 454,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 992,5 Mio. €). Das sind 54 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die hohen Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und die Veräußerung der Siltronic-Anteile führten zu einem Anstieg der Liquidität bei rückläufigen Finanzierungsverbindlichkeiten. Währungseffekte verminderten die Nettofinanzschulden um rund 95 Mio. €.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 900 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2017 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.502,4 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende für das Geschäftsjahr 2017 von 2,50 € je Aktie vor. Außerdem sollen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Siltronic-Anteilen sowie der sehr guten Entwicklung der Nettofinanzschulden zusätzlich 2,00 € je Aktie ausgeschüttet werden. Bezogen auf die am 31. Dezember 2017 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 223,5 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2017 ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,0 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand

Deutlich gestiegene Absatzmengen in den Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie höhere Absatzmengen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON bei etwas niedrigeren Preisen und insgesamt deutlich höheren Rohstoffpreisen haben das operative Geschäft von WACKER im Jahr 2017 bestimmt. Auf Grund der guten Geschäftsentwicklung hat WACKER im Laufe des Jahres seine Prognose für die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen angehoben. Insgesamt hat der Konzern seine Jahresprognose bei all diesen Steuerungskennzahlen erreicht.

B. 38 Nettofinanzschulden

Mit dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG an institutionelle Investoren am 15. März 2017 hat WACKER sein strategisches Ziel erreicht, die Mehrheit abzugeben. Mit dieser Transaktion haben sich die Nettofinanzschulden deutlich verringert. Das operative Geschäft von WACKER ist in Zukunft weniger kapitalintensiv und volatil.

Im Chemiegeschäft - bis auf den kleinsten Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS - sind die Umsätze vor allem dank Mengenzuwächsen bei hoher Auslastung weiter gestiegen. Insgesamt etwas höhere Preise haben ebenfalls zu dem Umsatzwachstum beigetragen. Auf das Ergebnis haben sich höhere Rohstoffpreise sowie Währungseffekte negativ ausgewirkt. Bei WACKER POLYSILICON konnten wir mehr Mengen mit niedrigeren Durchschnittspreisen absetzen. Die Produktion war über das ganze Jahr hinweg an unseren Produktionsstandorten Burghausen und Nünchritz voll ausgelastet. An unserem neuen US-Standort Charleston kam es im September 2017 auf Grund eines technischen Defekts zu einer Wasserstoffexplosion. Daraufhin wurde die Produktion stillgelegt. Dadurch standen uns rund 6.000 Tonnen Polysilicium weniger zum Verkauf zur Verfügung.

Der Personalaufwand ist in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz gestiegen. Die Rohstoffkosten haben sich gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich erhöht. Der Aufwand für Energie war dagegen niedriger als vor einem Jahr. Die Abschreibungen sind wie angekündigt leicht zurückgegangen - absolut wie auch im Verhältnis zum Umsatz.

Das Konzerneigenkapital ist mit 3,17 Mrd. € gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 580 Mio. € gestiegen. Im Wesentlichen dafür verantwortlich ist das Jahresergebnis des WACKER-Konzerns. Die Eigenkapitalquote hat sich von 34,8 auf 46,4 Prozent erhöht. Die Nettofinanzschulden des Konzerns haben sich deutlich verringert. Dafür verantwortlich sind die hohen Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft bei noch einmal etwas niedrigeren Investitionen und die Veräußerungserlöse aus dem Verkauf der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2017 auf 454,4 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr nochmals reduziert. Mit 326,8 Mio. € lagen sie deutlich unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow bewegt sich mit 358,1 Mio. € auf Vorjahresniveau.

Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing

In diesem Abschnitt liefern wir Informationen über die Themen Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing, die nicht der Steuerung des Unternehmens dienen, aber für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen.

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:

Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.

Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in der Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.

Wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftsfelder zu bedienen wie Energiespeicherung, Erzeugung regenerativer Energie, Elektromobilität, modernes Bauen und Biotechnologie.

B. 39 Ausgaben für Forschung und Entwicklung

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Mio. € 20171 20161 2015 2014 2013
Forschungs- und Entwicklungskosten 153,1 150,0 175,3 183,1 173,8

1 Ab 2016 Umgliederung von Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,1 Prozent (2016: 3,2 Prozent) auf Vorjahresniveau.

Im Geschäftsjahr 2017 haben wir 88 Erfindungen zum Patent angemeldet (2016: 96). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 3.800 aktive Patente sowie 1.700 laufende Patentanmeldungen. F & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir nur in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich.

Wir haben unter anderem in neue Pilotreaktoren und deren Automatisierung investiert, um erfolgreiche Produktentwicklungen vom Labor- in den Produktionsmaßstab zu skalieren. Ein Beispiel ist die Verdopplung der Polymersynthese-Kapazitäten für Forschungszwecke sowie der Laborraumausbau von WACKER POLYMERS in China. Weitere Investitionen gingen in die Automatisierung unserer Pilotpolymerisationsanlagen in den USA sowie in Laborausstattungen an deutschen Standorten und bei Tochtergesellschaften im Ausland.

B. 40 Investitionen in F & E-Einrichtungen

1 Ohne Siltronic AG
2 Mit Siltronic AG

Ein Großteil unserer F & E-Kosten entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 260 Projekten. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energiegewinnung und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin/Health Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie.

B. 41 Struktur der F & E-Aufwendungen 2017

Im Jahr 2013 hatten wir die Initiative New Solutions gestartet, um technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen rasch zu entwickeln. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. Im Jahr 2017 haben wir in diesem Programm ein neues Projekt im Bereich Elektromobilität gestartet. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert.

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Managementprozess konzernweit transparent dar. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition systematisch bewerten.

B. 42 Organisation von Forschung und Entwicklung

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2017 arbeitete WACKER bei rund 26 Forschungsvorhaben mit mehr als 20 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Prozesssimulation sowie Prozessentwicklung.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2017 haben wir rund 140 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 50 internationalen Hochschulen betreut. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern.

Forschungsarbeit bei WACKER

Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte und Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Laboren sowie Produktions- und Pilotanlagen und begleiten Applikationsversuche bei Kunden. In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2017 bei WACKER 728 Mitarbeiter beschäftigt (2016: 695). Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter im Konzern (2016: 5,2 Prozent). Davon arbeiteten 581 Mitarbeiter bei der Forschung und Entwicklung in Deutschland und 147 im Ausland.

Alexander Wacker Innovationspreis

Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 abwechselnd in den Kategorien Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung. Im Jahr 2017 zeichnete die Wacker Chemie AG ein Forscherteam für die Aufklärung des Verhaltens von Siliconen im Hochtemperaturbereich aus. Vier Spezialisten aus dem konzerneigenen Forschungszentrum "Consortium für elektrochemische Industrie" entwickelten hochtemperaturbeständige Siliconöle: Das Produkt HELISOL(r) ermöglicht in Solarthermieanlagen Wirkungsgrade, die sich mit bisherigen Wärmeträgerflüssigkeiten nicht erreichen lassen.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Ein Forschungsschwerpunkt im Bereich Grundlagenforschung ist die Chemie des niedervalenten Siliciums zur mittel- bis langfristigen industriellen Nutzung, beispielsweise in der Katalyse. Dabei kooperieren wir eng mit dem Institut für Siliciumchemie der Technischen Universität München.

Ziel unserer Forschung zu Lithium-Ionen-Batterien ist es, hochkapazitive Anodenmaterialien zu entwickeln, um die Kapazität und Energiedichte von Lithium-Ionen-Zellen signifikant zu steigern. Testzellen zeigen eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität als graphitbasierte Referenzzellen. Wir haben Projekte zur Markteinführung gestartet.

ESETEC(r) 2.0 ist ein hocheffizientes mikrobielles Produktionssystem für Antikörperfragmente. In der biotechnologischen Forschung entwickeln wir eine neue Generation von ESETEC(r) -Stämmen, die Proteinproduktion, -faltung und -freisetzung weiter verbessert und damit flexibler für neue Biopharmazeutika ist.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

Ein Themenschwerpunkt in der Forschung von WACKER SILICONES liegt auf wärmeleitfähigen Materialien zum optimalen Wärme- und Gewichtsmanagement in Batterien von Elektrofahrzeugen. Um die Produktivität in der Elektronik weiter zu erhöhen, erforschen wir lösemittelfreie, bei Raumtemperatur vernetzende Silicone zum optischen Kleben, Versiegeln und Einbetten von Bauteilen. Siliconfolien mit erhöhter dielektrischer Leitfähigkeit werden in dielektrischen Energieumwandlern mit erniedrigter Gebrauchsspannung eingesetzt. Wir arbeiten an siliconhaftenden Elektrodenmaterialien, um die Haftung und die Oberflächeneigenschaften zu verbessern.

Im Bereich Consumer Care entwickeln wir hydrophile Silicongele für eine schnelle Rückfeuchtung der Haut in kosmetischen Anwendungen. Wir arbeiten an neuartigen Antischaummittelkomponenten mit höchster Wirksamkeit. Die Synthese von Siliconharzen und Siliconhybridmaterialien ist Basis unserer Forschung an lösemittelhaltigen organischen Systemen für Beschichtungen und Bauanwendungen.

WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf funktionelle polymere Bindemittel und Systemlösungen unter anderem für die Baubranche. Wir arbeiten an noch nachhaltigeren Produkten, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind. Einen Fokus setzen wir auf nachwachsende Rohstoffe. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze zur Herstellung von veredelten Dispersionsfarben, Kleb- und zementären Baustoffen auf den Markt gebracht.

Mit seinen Forschungsaktivitäten stärkt WACKER BIOSOLUTIONS seine biotechnologische Kompetenz. Wir entwickeln Produktionsverfahren für hochwertige bioaktive Substanzen und verbessern kontinuierlich unsere Produktionssysteme für Pharmaproteine. Auf Basis unserer Cyclodextrin-Plattform entwickeln wir neue Anwendungen im Pharma- und Agro-Bereich sowie für industrielle Anwendungen. Den 3D-Druck für individualisierbare Kaugummiformen haben wir im Berichtszeitraum u. a. auf Messen vorgestellt.

Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht enorme Fortschritte über alle Schritte der Wertschöpfungskette. Parallel steigt der Zellwirkungsgrad kontinuierlich. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie es von WACKER POLYSILICON produziert wird. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaic (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von über 21 Prozent aus. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction oder Interdigitated Back Contact Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 22 bis 24 Prozent. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt.

B. 43 Wichtige Produkteinführungen 2017

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Produkt Beschreibung Anwendung Branche
ELASTOSIL(r) R plus 4350/55 Hochhitzebeständiges Festsilicon Hitzebeständige Schläuche, Dichtungen für Backofen- und Herdtüren Haushaltsgeräte
GENIOSIL(r) XM 20 Alpha-silanterminiertes Bindemittel Modifizierung der mechanischen Eigenschaften elastischer Kleb- und Dichtstoffe Bau
SILFOAM(r) Delayed Defoamer Siliconentschäumer mit verzögert einsetzender Wirkung Handwaschmittel Konsumgüter
SILRES(r) BS 6920 Alpha-silanterminiertes Bindemittel Imprägnierung und Fleckschutz von zementgebundenen Untergründen Bau
SILRES(r) BS 710 Elastischer und atmungsaktiver Siliconschutzfilm Anti-Graffiti-Schutz Bautenschutz
VINNAPAS(r) 760 ED Dispersion Formulierung flexibler Dichtungsschlämmen Bau
VINNAPAS(r) EP 701K Dispersion Verklebung von Papiertüten, Kartons, Verpackungen und Buchdeckeln Papier- und Verpackungsindustrie
VINNOL(r) E 18/38 Polymerharz Bindemittel für Digitaldruckfarben Papier- und Druckfarbenindustrie
PRIMIS(r)SAF 9000/9001 Dispersion Schmutzabweisende Behandlung von Wänden, Beton- und Steinböden Bau- und Farbenindustrie
PRIMIS(r) KT 3000 Polymeradditiv Schnelltrocknende Außenfarben und Putze Bau
CAPIVA(r) C 03 und CAPIVA(r) 3D Festharz Herstellung von neuartigen Kaugummis via CANDY2GUM(r)-Technologie, auch aus dem 3D-Drucker Süßwaren- und Kaugummiindustrie

Mitarbeiter

Belegschaft leicht gewachsen

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2017 um 2,7 Prozent erhöht. Wesentlich für den leichten Zuwachs ist das Hochfahren der Polysiliciumproduktion in Tennessee, USA.

In Deutschland arbeiten 72,3 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 27,7 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt.

B. 44 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember

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20171 20161 20152 20142 20132
Deutschland 9.984 9.775 12.251 12.366 12.322
Ausland 3.827 3.673 4.721 4.337 3.687
Konzern 13.811 13.448 16.972 16.703 16.009

1 Ohne Siltronic AG
2 Mit Siltronic AG

WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (49,9 Prozent). Rund jede neunte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (11,3 Prozent).

B. 45 Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember

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20171 20161 20152 20142 20132
Deutschland 138 138 358 393 286
Ausland 31 40 54 134 58
Konzern 169 178 412 527 344

1 Ohne Siltronic AG
2 Mit Siltronic AG

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 8,8 Prozent auf 1.198,0 Mio. € gestiegen.

B. 46 Personalaufwand

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Mio. € 20171 20161 20152 20142 20132
Personalaufwand 1.198,0 1.101,2 1.350,1 1.246,9 1.133,0

1 Ohne Siltronic AG
2 Mit Siltronic AG

Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 241,6 Mio. € (2016: 216,2 Mio. €). Gründe für den Anstieg sind die höhere Beschäftigtenzahl, die Tarifsteigerung sowie variable Gehaltsbestandteile.

Zum fixen Grundgehalt erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Die Summe der im Jahr 2017 ausgezahlten variablen Entgeltkomponenten betrug konzernweit 65,1 Mio. €. Entsprechend dem Tarifvertrag von IG BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom Juni 2016 stiegen die Tarifentgelte zum 01. Oktober 2017 um 2,3 Prozent.

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.200 Mitglieder und leistet an rund 8.200 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 650 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung.

Einkauf und Logistik

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2017 gestiegen. Die Gründe dafür waren das deutliche Volumenwachstum sowie Preissteigerungen für Rohstoffe und Energie. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe und Energie sowie für Dienstleistungen, Material und Equipment. Das Beschaffungsvolumen belief sich auf 3,2 Mrd. € (2016: 3,0 Mrd. €). Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionsprojekte in Höhe von 300 Mio. €. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 62 Prozent auf Vorjahresniveau (2016: 62 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb konstant bei 11.500 (2016: 11.500).

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,87 Mrd. € (2016: 1,60 Mrd. €) 16,9 Prozent über dem Vorjahr. Die Mengen sind gegenüber dem Vorjahr im hohen einstelligen Prozentbereich gestiegen. Nach Jahren sinkender Marktpreise sind die Preise für viele petrochemische Erzeugnisse und Metalle deutlich höher. Beeinflusst wurde die Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten durch die von chinesischen Behörden durchgeführten Umwelt-Audits bei Rohstoffunternehmen und eine Begrenzung der Kohleproduktion. Das hat zu einem Preisanstieg für erdölbasierte Rohstoffe geführt. Auch die Preise für Energie, insbesondere Erdgas, waren höher als im Vorjahr.

B. 47 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)

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Mio. € 20171 20161 20152 20142 20132
Beschaffungsvolumen 3.270 3.000 3.655 3.187 3.076

1 Ohne Siltronic AG
2 Mit Siltronic AG

Transportvolumen hat sich deutlich erhöht

Das Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr auf Grund des guten Geschäftsverlaufs deutlich gestiegen. Burghausen als größte Logistikdrehscheibe des Konzerns erhöhte das Versandvolumen auf rund 880.000 Tonnen (2016: 825.000 Tonnen). Insgesamt wurde das Volumen über 45.000 LKW-Ladungen und 15.500 Übersee-Container abgewickelt.

Die zunehmende weltweite Vernetzung der Lieferströme unterstützen wir mit digitalen Systemen. Mit Hilfe von logistischen Nachverfolgungssystemen können wir unsere Lieferungen künftig weltweit in Echtzeit verfolgen und bei Problemen zeitnah reagieren. An den deutschen Standorten von WACKER ist das System bereits in Betrieb, an den internationalen Standorten wird es im Jahr 2018 ausgerollt.

Produktion

Die Produktionsmengen sind im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic haben sich die Produktionskosten um 17,1 Prozent verringert. Auf vergleichbarer Basis haben sie sich dagegen um 3,0 Prozent erhöht. Besonders stark war der Produktionsanstieg im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Dort waren die Anlagen komplett ausgelastet. Insgesamt lag die Produktionsauslastung in den Chemiebereichen bei über 80 Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir wiederum mehr Mengen verkauft als ein Jahr zuvor, trotz des viermonatigen Produktionsausfalls am Standort Charleston.

B. 48 Produktionsauslastung 2017

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% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 98
WACKER POLYMERS 86 - 87
WACKER POLYSILICON 100

Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die Investitionen 326,8 Mio. € (2016: 338,1 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 380 Mio. €.

B. 49 Wichtige Inbetriebnahmen

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Burghausen Dispersionsreaktoranlage 2017
Burghausen Logistikausbau für Vinylacetatmonomer (VAM) 2017
Brasilien Silicone-Mehrzweckanlage 2017

Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms

Mit dem kontinuierlichen Programm "Wacker Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir rund 700 Projekte bearbeitet, davon entfielen rund 500 auf Maßnahmen im operativen Geschäft. Die Schwerpunkte lagen dabei auf der Verbesserung der Rohstoffausbeuten und der spezifischen Energieverbräuche. Die WOS-Academy hat in 12 Schulungen über 100 Mitarbeiter in der Anwendung neuer Produktionsmethoden wie Six Sigma und LEAN ausgebildet.

Vertrieb und Marketing

Die Nachfrage nach Produkten von WACKER war im Geschäftsjahr 2017 stark. Vor allem im Silicongeschäft waren wir bei einigen Produkten ausverkauft.

Unser Geschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Global Key Accounts, Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER rund 40 Global Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2017 rund 25 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaften. 55 Prozent des Umsatzes haben wir mit weiteren rund 8.000 aktiven Kundenbeziehungen erzielt, rund 20 Prozent mit Distributoren, von denen wir mit den 50 wichtigsten rund 65 Prozent des Distributionsumsatzes abwickeln.

Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und die Produktwerbung von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2017 haben wir dafür 17,0 Mio. € (2016: 14,8 Mio. €) ausgegeben.

B. 50 Prozentualer Anteil der Marketingkosten

Auf 91 Messen weltweit präsent

Im Jahr 2017 ist die weltweite Präsenz von WACKER auf Fachmessen nochmals gestiegen. Insgesamt waren wir auf 91 Messen (2016: 71 Messen) vertreten. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Allein im Jahr 2017 haben wir 35 Messen einer solchen Analyse unterzogen.

B. 51 Messen

Lagebericht

der Wacker Chemie AG (Ergänzende Erläuterungen nach HGB)

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Mit Wirkung zum 01. Januar 2017 wurden das Vermögen und die Schulden der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München, auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Zum 01. Januar 2017 hielt die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH 49,5 Prozent der Anteile der Siltronic AG. Ende Januar bis Anfang Februar 2017 veräußerte somit die Wacker Chemie AG sechs Prozent ihrer Anteile an der Siltronic AG. Im März 2017 reduzierte sie ihre Anteile, im Rahmen einer Platzierung bei institutionellen Investoren, um weitere 21 Prozent auf 30,8 Prozent. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 51 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.

B. 52 Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2017 2016
Umsatzerlöse 3.859,7 3.651,2
Bestandsveränderungen 42,4 - 18,1
Andere aktivierte Eigenleistungen 25,7 22,4
Gesamtleistung 3.927,8 3.655,5
Sonstige betriebliche Erträge 135,8 230,4
Materialaufwand - 1.958,9 - 1.788,4
Personalaufwand - 901,7 - 872,4
Abschreibungen - 269,2 - 296,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 714,5 - 748,6
Betriebsergebnis 219,3 180,0
Beteiligungsergebnis 291,4 27,1
Zinsergebnis - 36,9 2,5
Sonstiges Finanzergebnis - 2,0 - 1,2
Finanzergebnis 252,5 28,4
Ergebnis vor Steuern 471,8 208,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 113,8 - 87,0
Jahresüberschuss 358,0 121,4
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.243,8 1.221,8
Ausschüttung - 99,4 - 99,4
Bilanzgewinn 1.502,4 1.243,8
EBITDA* 488,5 476,5

* EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen /Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG zeigte einen deutlichen Anstieg der Gesamtleistung und des Betriebsergebnisses. Das Ergebnis vor Steuern war zudem geprägt durch ein hohes Beteiligungsergebnis, das durch Anteilsverkäufe positiv beeinflusst war. Der Jahresüberschuss verbesserte sich dadurch von 121,4 Mio. € auf 358,0 Mio. €.

Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen Anstieg von sechs Prozent auf 3,86 Mrd. € (2016: 3,65 Mrd. €). Hierzu trugen alle Geschäftsbereiche bei. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz auf 1,62 Mrd. € (2016: 1,50 Mrd. €). Dies entspricht einem Plus von acht Prozent. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte einen Umsatzanstieg von sechs Prozent auf 775,1 Mio. € (2016: 731,4 Mio. €) erzielen. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte seinen Umsatz auf 139,4 Mio. € (2016: 138,7 Mio. €). Das entspricht einem Plus von einem Prozent. Der Umsatz des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON stieg um drei Prozent auf 1,13 Mrd. € (2016: 1,10 Mrd. €). Die Gesamtleistung erhöhte sich insgesamt um 272,3 Mio. € auf 3,93 Mrd. €.

Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2017 auf 1,96 Mrd. € (2016: 1,79 Mrd. €). Dabei erhöhten sich die Aufwendungen aus dem Bezug von nahezu allen strategischen Rohstoffen. Vor allem wirkten sich die höheren Preise und Mengen bei Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer aus. Der Preis für Siliciummetall bewegte sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Aufwendungen für Energie stiegen leicht an. Im September 2017 kam es im Werk Charleston der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C. zu einer Wasserstoffexplosion, wodurch die Produktion dort seither ruht. Da der Produktionsausfall versichert ist, sind insgesamt keine erhöhten Aufwendungen für die Wacker Chemie AG auf Grund der Auftragsfertigung zu erwarten. In den Bezugskosten für Polysilicium wurden die künftigen Erträge aus Versicherungserstattungen im Wesentlichen noch nicht berücksichtigt. Insgesamt erhöhte sich die Materialeinsatzquote auf 49,9 Prozent (2016: 48,9 Prozent).

Der Personalaufwand erhöhte sich um drei Prozent auf 901,7 Mio. € (2016: 872,4 Mio. €). Grund für die Erhöhung sind die Tarifabschlüsse sowie höhere variable Vergütungsbestandteile, die im Jahr 2018 zur Auszahlung kommen. Zum 31. Dezember 2017 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.740 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2016: 9.539). Die Personalaufwandsquote blieb mit 23,0 Prozent (2016: 23,9 Prozent) auf gleichem Niveau.

Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 269,2 Mio. € (2016: 296,5 Mio. €). Das ist ein Minus von neun Prozent.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich um 94,6 Mio. € auf 135,8 Mio. € (2016: 230,4 Mio. €) reduziert. Insbesondere der Rückgang bei den Währungskursgewinnen in Höhe von 31,1 Mio. € und die Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und erhaltenen Schadenersatzleistungen im Zusammenhang mit Vertragsauflösungen mit Polysiliciumkunden in Höhe von 20,3 Mio. € in 2016 sind für den Rückgang verantwortlich.

Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Insbesondere die Vertriebsaufwendungen haben sich im Geschäftsjahr 2017 auf Grund des Anstiegs des Umsatzvolumens erhöht. Rückläufig waren die Währungskursverluste. Sie gingen gegenüber dem Vorjahr um 31,1 Mio. € zurück.

Das Betriebsergebnis lag mit 219,3 Mio. € um 22 Prozent über dem Vorjahreswert (2016: 180,0 Mio. €).

Das Beteiligungsergebnis stieg auf 291,4 Mio. € (2016: 27,1 Mio. €). Das resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG. Der hieraus entstandene Gewinn aus dem Abgang von Anteilen belief sich auf 258,1 Mio. €. Die Erträge aus Ergebnisabführungen und Dividendenausschüttungen lagen mit 43,3 Mio. € um 5,3 Mio. € über Vorjahresniveau (2016: 38,0 Mio. €).

Das Zinsergebnis ging zurück und betrug -36,9 Mio. € (2016: 2,5 Mio. €). Dabei wirkte sich vor allem der Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen mit 63,9 Mio. € negativ aus. Im Vorjahr lag der Zinsaufwand auf Grund der erstmaligen Verwendung des zehnjährigen Durchschnittszinses nach der Zinsverordnung der Deutschen Bundesbank bei 13,7 Mio. €. Zudem gingen wegen des durchschnittlich gesunkenen Zinsniveaus die Zinserträge aus Forderungen gegenüber Tochtergesellschaften zurück. Gegenläufig wirkte sich der Zinsertrag aus der Anlage von Termingeldern in US-Dollar aus.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich auf 113,8 Mio. € (2016: 87,0 Mio. €). Er enthält neben den laufenden Steueraufwendungen der Wacker Chemie AG auch Steueraufwendungen für inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht.

Der Jahresüberschuss betrug 358,0 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2017 ergibt sich nach Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 99,4 Mio. €. Er beläuft sich auf insgesamt 1,50 Mrd. € (2016: 1,24 Mrd. €).

B. 53 Bilanz

Aktiva

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Mio. € 2017 2016
Immaterielle Vermögensgegenstände 15,7 9,8
Sachanlagen 1.028,0 1.135,6
Finanzanlagen 2.533,7 2.715,6
Anlagevermögen 3.577,4 3.861,0
Vorräte 481,9 424,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 393,2 414,0
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 238,8 361,7
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 632,0 775,7
Wertpapiere und Termingelder 155,0 -
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 216,4 88,7
371,4 88,7
Umlaufvermögen 1.485,3 1.289,2
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 6,5 4,6
Summe Aktiva 5.069,2 5.154,8
Passiva
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
. /. Nennbetrag eigener Anteile - 12,4 - 12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 1.502,4 1.243,8
Eigenkapital 2.908,2 2.649,6
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 762,5 705,8
Andere Rückstellungen 439,0 413,5
Rückstellungen 1.201,5 1.119,3
Finanzverbindlichkeiten 496,6 647,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 136,2 184,2
Übrige Verbindlichkeiten 289,4 516,5
Verbindlichkeiten 922,2 1.347,7
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 37,3 38,2
Summe Passiva 5.069,2 5.154,8

Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Sie beläuft sich auf 5,07 Mrd. € (31. Dezember 2016: 5,15 Mrd. €). Das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr. In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.

Das Anlagevermögen reduzierte sich im Geschäftsjahr 2017 von 3,86 Mrd. € auf 3,58 Mrd. €. Das Sachanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, da die Abschreibungen in Höhe von 263,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 291,9 Mio. €) die Investitionen in Höhe von 159,1 Mio. € (31. Dezember 2016: 141,7 Mio. €) überstiegen. Das Finanzanlagevermögen ging von 2,72 Mrd. € auf 2,53 Mrd. € zurück. Der größte Teil des Rückgangs ist auf die Verschmelzung mit der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München, zum 01. Januar 2017 und den Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG im Januar und März 2017 zurückzuführen. Das langfristige Fondsvermögen betrug zum Stichtag 104,8 Mio. € (31. Dezember 2016: 106,4 Mio. €). Insgesamt belief sich das Anlagevermögen auf 71 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 75 Prozent.

Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Er belief sich auf 481,9 Mio. € (31. Dezember 2016: 424,8 Mio. €). Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent. Im Wesentlichen ist dies auf die hohe Auslastung der Produktionsanlagen bei gestiegenem Rohstoffpreisniveau zurückzuführen. Dagegen gingen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen leicht von 414,0 Mio. € auf 393,2 Mio. € zurück.

Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich um 34 Prozent und beliefen sich zum Stichtag auf 238,8 Mio. € (31. Dezember 2016: 361,7 Mio. €). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen insbesondere mit der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C. sind deutlich zurückgegangen und betrugen 141,0 Mio. € (31. Dezember 2016: 296,6 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2017 verfügte die Wacker Chemie AG über 155,0 Mio. € an Termingeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 216,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 88,7 Mio. €).

Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,91 Mrd. € (31. Dezember 2016: 2,65 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 57,4 Prozent (31. Dezember 2016: 51,4 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016 eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. € auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.144,4 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2017 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2017 in Höhe von 358,0 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.502,4 Mio. €.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 56,7 Mio. € auf 762,5 Mio. € (31. Dezember 2016: 705,8 Mio. €). Auch die anderen Rückstellungen, bestehend aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017 und betrugen 439,0 Mio. € (31. Dezember 2016: 413,5 Mio. €). Grund für diesen Anstieg in Höhe von 25,5 Mio. € waren insbesondere die Steuer- und Personalrückstellungen. Insgesamt bilden die Rückstellungen 24 Prozent (31. Dezember 2016: 22 Prozent) der Bilanzsumme ab.

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 496,6 Mio. € (31. Dezember 2016: 647,0 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 23 Prozent. Er ist im Wesentlichen bedingt durch die planmäßige Rückführung von Bankdarlehen. Zum Stichtag belaufen sich die Kreditaufnahmen bei Banken auf 298,0 Mio. € (31. Dezember 2016: 545,2 Mio. €). Im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung von Polysilicium stiegen die Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen um 98,9 Mio. € auf 197,2 Mio. € (31. Dezember 2016: 98,3 Mio. €) an. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf zehn Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2016: 13 Prozent).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen im Vergleich zum Vorjahr um 48,0 Mio. € auf 136,2 Mio. € zurück (31. Dezember 2016: 184,2 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 289,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 516,5 Mio. €). Die erhaltenen Anzahlungen aus Lieferverträgen für Polysilicium gingen zurück. Sie betrugen zum Stichtag 170,5 Mio. € (31. Dezember 2016: 242,0 Mio. €).

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr von 520,7 Mio. € auf 106,1 Mio. € zurückgegangen. Das liegt im Wesentlichen an der Zahlung von Verbindlichkeiten. Zusätzlich reduzierten sich die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen um 71,5 Mio. € auf Grund der erfolgten Lieferungen.

Aus Investitionstätigkeit erzielte die Wacker Chemie AG einen Mittelzufluss in Höhe von 42,6 Mio. €. Im Vorjahr betrug der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -223,8 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2017 wirkte sich der Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG mit einem Zufluss von 438,2 Mio. € positiv aus. Gegenläufig stiegen die Auszahlungen für Investitionen auf 177,9 Mio. € (2016: 137,0 Mio. €). Zudem wurden im Geschäftsjahr 2017 Kapitalerhöhungen über eine Zwischenholding in die Gesellschaften Wacker Chemicals Norway AS, Holla, sowie Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, durchgeführt. Nicht sofort notwendige Mittel wurden in Termingeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten angelegt. Das führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von 155,0 Mio. €.

Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung von Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Termingelder) gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr zurück. Er belief sich auf 375,2 Mio. € (2016: 537,9 Mio. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf -17,9 Mio. € (2016: -326,3 Mio. €). Im Rahmen der konzerninternen Finanzierung wurden Mittel von den Tochtergesellschaften an die Wacker Chemie AG zurückgeführt. Mit freien Mitteln wurden im Geschäftsjahr 2017 per saldo Bankverbindlichkeiten in Höhe von 241,9 Mio. € (2016: 215,9 Mio. €) getilgt. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2017 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -99,4 Mio. €.

Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des WMM Universal Fonds und des Kassen- und Bankguthabens, hat sich zum 31. Dezember 2017 von 195,1 Mio. € auf 476,2 Mio. € deutlich erhöht. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten hat sich dadurch deutlich verbessert (Nettofinanzforderungen in Höhe von 178,2 Mio. €; 2016: Nettofinanzschulden in Höhe von -350,1 Mio. €).

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

→ Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem".

Ausblick

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2018 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,25. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

Wir gehen davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen positiven Jahresüberschuss, der unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2017 liegen wird.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden.

→ www.wacker.com

Risikobericht

Beschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-Management

Ganzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management

Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen.

Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense Modell".

Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten.

Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter durch.

Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption.

Risikosteuerung

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen

konzernweite Risikoabdeckung

konzernweite Risikoabbildung

B. 54 Three Lines of Defense Modell

Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand.

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung 5 Mio. € übersteigt.

Risikoidentifikation

Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.

B. 55 Risikomanagementsystem

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, werden die Daten konsolidiert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zu den Quartalen.

Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

B. 56 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)

1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert der Zentralbereich Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.

Compliance-Management

WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität.

Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen. Die weltweit 20 Compliance-Beauftragten des WACKER-Konzerns sitzen in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland, Norwegen sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Compliance-Themen in Ländern, die hier nicht genannt sind, werden vom Chief Compliance Officer mit Unterstützung des Zentralbereichs Recht von Deutschland aus bearbeitet.

Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Im Jahr 2017 lag ein Schwerpunkt der Präsenzschulungen in den südostasiatischen Ländern Indonesien, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Neben unseren eigenen Mitarbeitern haben wir hier auch Beschäftigte unserer dortigen Distributoren geschult. Weitere Präsenzschulungen wurden an unserem Standort Dubai durchgeführt. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2017 nicht identifiziert.

Interne Revision

Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert.

Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst.

Prüfungsschwerpunkte waren im Geschäftsjahr 2017 der regelkonforme Ablauf und die Effizienz von logistischen Prozessen und Funktionen sowie die Einhaltung von Vorschriften beim Betrieb ausgewählter Gefahrstoffläger. Darüber hinaus hat die Konzernrevision bei Tochtergesellschaften und an Standorten Audits durchgeführt. Dabei wurden die wesentlichen Geschäftsprozesse auf Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit der internen Kontrollsysteme überprüft. Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben.

Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Externe Kontrolle

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken

Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die folgende Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2018.

B. 57 Eintrittwahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2018

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Risiko/Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkungen
Gesamtwirtschaftliche Risiken gering mittel
Absatzmarktrisiken
Chemie gering mittel
Polysilicium möglich groß
Beschaffungsmarktrisiken möglich mittel
Investitionsrisiken gering mittel
Produktions- und Umweltrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken
Kreditrisiko gering niedrig
Währungs- und Zinsrisiken möglich mittel
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen möglich mittel
Rechtliche Risiken gering niedrig
Regulatorische Risiken
Energiewende in Deutschland möglich niedrig
Handelsbeschränkungen Polysilicium möglich groß
Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte hoch niedrig
IT-Risiken gering mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken gering niedrig

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.

Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still.

Einschätzung und Risikobewertung: Für das Jahr 2018 erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft fortsetzen wird. Risiken für die Konjunktur ergeben sich aus den anhaltenden geopolitischen Krisen sowie aus der fortbestehenden politischen Unsicherheit in Europa und den USA. Eine unerwartete Eintrübung der Wirtschaftslage in China könnte die Weltwirtschaft ebenso bremsen wie eine restriktivere Geldpolitik in Europa und den USA.

In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Regionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen.

Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Entwicklungen beeinflussen die Rahmenbedingungen zusätzlich.

Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der beschriebenen Risiken kann es allerdings grundsätzlich sein, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.

Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.

Einschätzung und Risikobewertung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2018 für unsere Produkte gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Bei Siliconen dagegen übersteigt die Nachfrage derzeit die weltweit verfügbaren Kapazitäten. Wir erwarten, dass sich diese Marktsituation im Jahr 2018 nicht wesentlich ändern wird. Wir rechnen deshalb nicht damit, dass es im Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Prognosezeitraum zu Überkapazitäten und sinkender Auslastung kommen könnte. Sowohl für unsere Silicone als auch für unsere Polymerprodukte sehen wir Chancen, im Jahr 2018 höhere Preise zu erzielen.

Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt. Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich.

Szenario 2: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden und das Auslaufen von langfristigen Lieferverträgen.

Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Das Auslaufen langfristiger Verträge erhöht das Auslastungsrisiko. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen.

Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten.

Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2018 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich große Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario: Höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Zollrisiken.

Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben.

Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. In ausgewählten Fällen sind wir teilweise rückwärtsintegriert und produzieren strategische Rohstoffe selbst. Unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla verringert beispielsweise unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Die Preise für Rohöl und Kohle sind seit Mitte 2016 deutlich gestiegen. Dadurch steigen auch die Preise für Rohstoffe, die aus Öl und Kohle gewonnen werden, ebenso wie die Energiekosten. Darüber hinaus können die Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa und in die USA eingeführt wird.

WACKER verwendet eine Reihe hoch spezialisierter Rohstoffe, für die es nur wenige Lieferanten gibt. Sollten diese Lieferanten ausfallen, könnte dies unsere Produktion einschränken. Wir minimieren dieses Risiko durch entsprechende Gegenmaßnahmen (zum Beispiel Zweitlieferanten, Sicherheitsbestände, vorsorgliche Definition von Ersatzprodukten).

Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen.

Insgesamt halten wir es für möglich, dass sich die Rohstoff- und Energiepreise auch längerfristig weiter erhöhen. Sollte dieser Fall eintreten, so lägen die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren Bereich.

Investitionsrisiken

Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen.

Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen.

Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 3 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. In diese Prüfung sind die Zentralbereiche einbezogen. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlagenprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Einschätzung und Risikobewertung: Unsere kapitalintensiven Investitionen in Großanlagen haben wir im Jahr 2016 mit der Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion am US-Standort Charleston abgeschlossen. Wir begleiten die steigende Nachfrage unserer Kunden mindestens bis zum Jahr 2020 vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen und bauen unsere Kapazitäten für Endprodukte weiter aus. Die Investitionen werden im Jahr 2018 unter den Abschreibungen liegen. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. Im Eintrittsfall lägen die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich.

Produktions- und Umweltrisiken

Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen.

Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.

Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care(r) und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Das hat sich beispielsweise im September 2017 bei dem Schadensereignis an unserem US-Standort Charleston gezeigt. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben. Der Schaden am Standort Charleston wird die Ertrags- und Vermögenslage von WACKER im Jahr 2018 nicht wesentlich beeinflussen, da sowohl die Betriebsunterbrechung als auch der Aufwand für die Instandsetzung der Anlagen durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wir die Lieferverpflichtungen gegenüber unseren Polysiliciumkunden mit den Produktionsmengen aus unseren anderen Standorten erfüllen konnten und können.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente.

→ Weitere Informationen dazu ab Seite 155 im Konzernanhang.

B. 58 Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken

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Risiko Steuerung durch Zentralbereich
Kreditrisiken Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern
Währungs- und Zinsrisiken Finanzen und Versicherungen
Liquiditätsrisiko Finanzen und Versicherungen

Kreditrisiko

Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften).

Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir mit Banken, die in der Regel ein Mindestrating von A- der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb vorgegebener Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.

Währungs- und Zinsrisiken

Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.

Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden.

Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht.

Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäftes sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2018 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Szenario: Mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.

Auswirkungen für WACKER: Steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte.

Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr vor allem auf Grund der Erlöse aus der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG erhöht. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 547,2 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von rund 900 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen.

Pensionen

Szenario: Steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld).

Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Versorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.

Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an.

Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Im vergangenen Geschäftsjahr blieb unser Beitragssatz unverändert. WACKER hat jedoch 2017 Sonderzahlungen in Höhe von rund 36 Mio. € in die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG geleistet. Für die Zukunft halten wir es für möglich, dass wir weitere Zahlungen in die Pensionskasse und das Fondsvermögen leisten müssen sowie der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen steigen werden. Dies hätte mittlere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.

→ Weitere Informationen dazu ab Seite 140 im Konzernanhang.

Rechtliche Risiken

Szenario: Vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.

Auswirkungen für WACKER: Langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.

Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf hochqualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Regulatorische Risiken

Energiewende in Deutschland

Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird (Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnung, EU-Beihilferecht, Energieeffizienz-Richtlinie, Emissionshandel, Sektorkopplung).

Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlicher Umlagen, wenn der Gesetzgeber die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang ganz oder teilweise von Umlagen und Zusatzkosten freistellt.

Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement).

Einschätzung und Risikobewertung: Zu Beginn des Jahres 2017 ist eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Kraft getreten. Darüber hinaus haben sich die Bundesregierung und die EU-Kommission zu den Regelungen für eigenerzeugten Strom, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und abschaltbare Lasten verständigt. In der Summe ergaben sich daraus für WACKER keine wesentlichen Belastungen, die über das bisherige Maß hinausgehen. Wir halten es für möglich, dass es 2018 zu Änderungen an weiteren gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann, beispielsweise bei den Netznutzungsentgelten. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen.

Handelsbeschränkungen Polysilicium

Szenario: Abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Das Antidumpingverfahren der EU gegen chinesische Solarunternehmen ist durchgeführt und die Maßnahmen sind verlängert worden. Der Verkauf von WACKER-Polysilicium in China erfolgt bis November 2018 gemäß der einvernehmlichen Regelung von WACKER mit dem MOFCOM. Anschließend erfolgt gegebenenfalls eine erneute Auslaufüberprüfung, die bis zu zwölf Monate dauern kann. Während dieser Zeit bleiben die Maßnahmen des MOFCOM sowie die Mindestpreisvereinbarung unverändert in Kraft.

Auswirkungen für WACKER: Negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.

Maßnahmen: Wir versuchen in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den USA und China, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Polysilicium aus den USA) und damit Strafzölle auf Polysilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht darüber hinaus nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Diesen "New Shipper Review" werden wir zu gegebener Zeit beantragen. Wir arbeiten darüber hinaus daran, dass die Europäische Kommission am sukzessiven Zurückführen der Maßnahmen gegen chinesische Solarzellen und -module festhält, damit diese Maßnahmen wie geplant im September 2018 auslaufen können. Umgekehrt sollte sich das positiv auf die im November 2018 anstehende Entscheidung des MOFCOM zu den Maßnahmen gegen europäisches Polysilicium auswirken.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Zölle auf Polysiliciumimporte aus den USA nach China gelten bis Januar 2019. Es ist aus unserer Sicht nicht vorhersehbar, ob diese Zölle nach dem Januar 2019 eingestellt oder fortgesetzt werden. Sollte die Europäische Union ihre Maßnahmen gegen chinesische Solarzellen und -module im September 2018 wie geplant auslaufen lassen, rechnen wir damit, dass auch die chinesischen Behörden ihre Maßnahmen gegen Polysilicium aus Europa im November 2018 beenden werden. Sofern sich beide Seiten aber erneut für Auslaufuntersuchungen entscheiden, gehen wir davon aus, dass sowohl China als auch die Europäische Union die jeweiligen Maßnahmen und Mindestpreisabkommen bis zum Abschluss der Überprüfungen unverändert fortführen. Für unser in Deutschland hergestelltes Polysilicium kann aber eine nachteilige Änderung unseres Mindestpreisabkommens mit China im Jahr 2018 nicht vollständig ausgeschlossen werden, falls sich die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und China verschlechtern. Sollte dieser Fall eintreten, halten wir es für möglich, dass WACKER von Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2018 wären dann wahrscheinlich groß.

Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte

Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren und Umformulierungen unserer Produkte notwendig.

Auswirkungen für WACKER: Zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.

Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Erste Maßnahmen zur Anpassung von Herstellungsverfahren sind bereits umgesetzt. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst.

Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen auch im mittleren Bereich liegen.

IT-Risiken

Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie (IT-) Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit.

Auswirkungen für WACKER: Negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.

Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Diese Anforderungen dokumentieren wir in so genannten Service Level Agreements (SLAs), die wir mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen vereinbaren. Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) haben wir für das Jahr 2017 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent erreicht. Ausschlaggebend dafür ist eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management).

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Durch ein konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringern wir die Komplexität und die damit verbundenen Risiken.

Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement optimieren wir ebenfalls laufend. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Prinzip, den einzelnen Anwendern den Zugriff nur auf diejenigen Systeme und Informationen zu ermöglichen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen (Need-to-know-Prinzip). Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Angriffen auf unsere Informationssysteme vorzubeugen.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Versuche, IT-Systeme und Netzwerke zu stören und anzugreifen, nehmen kontinuierlich zu. Dass solche Eingriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich nie vollständig ausschließen. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Personalrisiken

Szenario: Demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.

Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.

Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können.

WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.

Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2018 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.

Externe Risiken

Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.

Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, erachten wir jedoch für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen.

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).

B. 59 Chancenmanagementsystem

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Zusätzlich zur erwarteten positiven Entwicklung der Weltkonjunktur im Jahr 2018 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

B. 60 Übersicht Unternehmenschancen

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern

Branchenspezifische Chancen

Umfassendes Produktportfolio für die globalen Zukunftstrends

Urbanisierung, Ressourcen- und Energieeffizienz, Mobilität, Wohlstandszuwachs

Unternehmensstrategische Chancen

Kostengünstiger Ausbau der Kapazitäten für Endprodukte

Positive Cashflows durch Investitionen unterhalb der Abschreibungen

Ausbau bestehender und Einrichtung neuer technischer Kompetenzzentren in den Regionen

Leistungswirtschaftliche Chancen

Höhere Produktivität der Anlagen

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien in der Wundversorgung, in der Kosmetik und Textilpflege, in der Kunststoffverarbeitung, im Elektronikbereich sowie im 3D-Druck wollen wir dieses Wachstum begleiten.

Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Laut Semicast Research wird der Markt für Fahrerassistenzsysteme in Kraftfahrzeugen bis 2022 jährlich um knapp 13 Prozent wachsen. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige Batterien. Wir entwickeln deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone für ein effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange Lebensdauer der Batterie.

Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 80 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen sowie in seinem Substitutionsgeschäft.

WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Im Geschäft mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für eifreie Backwaren oder fettarme Desserts, und schaffen so zusätzliche Nachfrage nach unseren Produkten. Wachstum erwarten wir auch im Geschäft mit Cystein und weiteren fermentativ erzeugten Produkten für Nahrungsmittel, etwa für vegetarische Fleischaromen. Mit unserer Großfermentationsanlage im spanischen León, in die wir derzeit investieren, wollen wir den steigenden Bedarf langfristig begleiten.

Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit der Solarindustrie im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Solaranlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Wachstumspotenziale sehen wir in erster Linie in China, Indien und den USA sowie im weltweit zunehmenden Trend zu hocheffizienten monokristallinen Solarzellen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren.

Unternehmensstrategische Chancen

Der Ausbau unserer Kapazitäten für Vorprodukte in den vergangenen Jahren bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Bis mindestens zum Jahr 2020 konzentrieren wir uns nun darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte in den Wachstumsregionen der Welt weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden dabei unterhalb der Abschreibungen liegen. So errichten wir an unserem koreanischen Standort Ulsan derzeit neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver, die vor allem in die Bauindustrie gehen. In China erweitern wir unsere Kapazitäten für Silicone und Polymerprodukte. Außerdem bauen wir unser technisches Zentrum in Shanghai aus. Wir richten dort mehrere neue Forschungslabore für Silicone sowie für biotechnologische Produkte ein und stärken auf diese Weise unsere Entwicklungskompetenz in unserem größten Einzelmarkt. Am US-amerikanischen Standort Charleston errichten wir eine Anlage für hochdisperse Kieselsäure. Sie ist der nächste logische Schritt, um Charleston zu einem voll integrierten Siliciumstandort im zweitgrößten Chemiemarkt der Welt auszubauen.

Leistungswirtschaftliche Chancen

WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unsere so genannte Kostenroadmap weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "Wacker Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt.

Am 07. September 2017 kam es im Werk Charleston auf Grund eines technischen Defekts zu einer Wasserstoffexplosion, die eine Teilanlage des Werks beschädigte. Dadurch kam es zwar zu einem mehrmonatigen Produktionsstillstand. Da die Schäden und der Produktionsausfall aber versichert sind, ergaben sich keine größeren finanziellen Folgen aus dem Ereignis. Insgesamt kam es im Verlauf des Jahres 2017 zu keinen maßgeblichen Veränderungen bei den Einzelrisiken. Das Gesamtrisiko ist in der Summe gegenüber dem Vorjahr nach unserer Einschätzung in etwa gleich geblieben.

Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Die Marktrisiken in der Photovoltaikindustrie sind zwar nach wie vor vorhanden. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich im Jahr 2018 nach Einschätzungen der Konjunkturforscher weiter fortsetzen und beschleunigen. Gleichzeitig bestehen aber mittelfristig nach wie vor erhebliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Eine unerwartete Eintrübung der Wirtschaftslage in China könnte die Weltwirtschaft ebenso bremsen wie eine restriktivere Geldpolitik der führenden Notenbanken. Auch die niedrigen Inflationsraten in vielen Ländern hemmen das Wachstum. Nicht zu vernachlässigende Gefahren für die Weltkonjunktur bergen außerdem die geopolitischen Krisen im Nahen Osten, in Osteuropa und in Asien sowie die anhaltenden politischen Unsicherheiten in Europa und den USA.

B. 61 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2018

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: ADB, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: OECD, Europa: OECD

Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds 2018 etwas stärker wachsen als im Jahr zuvor. Der IWF geht davon aus, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt um 3,9 Prozent (2017: 3,7 Prozent) steigt. Den größten Anteil an dieser Aufwärtsentwicklung im Jahr 2018 haben laut IWF die Schwellenländer mit einem Plus von 4,9 Prozent. Die Industrienationen werden einen Anstieg ihrer Wirtschaftsleistung von 2,3 Prozent beisteuern. In China greifen die Maßnahmen, mit denen die Regierung die Bedeutung des Dienstleistungssektors stärken will. Gleichzeitig zeigen die nach wie vor hohen Wachstumsraten in der Volksrepublik, dass der Umbau der Wirtschaft nicht so schnell vorangeht wie geplant. Insgesamt aber wird sich nach Ansicht von Experten das Expansionstempo in China in den kommenden Jahren ebenso wie in den Schwellenländern Asiens weiter verlangsamen, auch wenn die Wachstumsraten insgesamt hoch bleiben. Im Euroraum scheint sich das Wachstum fortzusetzen. In den Vereinigten Staaten soll die Wirtschaftsleistung im Jahr 2018 ebenfalls steigen.

Wir gehen anhand der aktuellen Konjunkturprognosen in unserem Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 spürbar zulegen wird. Für das Jahr 2019 rechnen wir mit einem ähnlichen Zuwachs.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2018 weitgehend positiv gestalten.

Chemische Industrie soll im Jahr 2018 leicht zulegen

Nach einem guten Jahr 2017 rechnet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auch für das Jahr 2018 mit einer positiven Dynamik in der chemischen Industrie. Nach Ansicht des Branchenverbands wird die Chemieproduktion um zwei Prozent wachsen. Beim Gesamtumsatz geht der VCI von einer Steigerung um drei Prozent aus. Das Exportgeschäft der deutschen Chemieunternehmen wird durch die robuste Weltwirtschaft weiter Rückenwind erhalten. Im Inland profitiert die Branche von der starken Industriekonjunktur.

Die Chemiebereiche von WACKER sehen vor allem Wachstumschancen in den BRIC-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden.

Weltweite Bauindustrie bleibt auf Wachstumskurs

Die Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH in den nächsten Jahren weiter wachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen bis 2020 jährlich um rund 2,1 Prozent zulegen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Region Asien. Auch die europäische und südamerikanische Bauwirtschaft entwickeln sich nach Einschätzung von B + L weiterhin positiv, wenngleich mit niedrigeren Wachstumsraten als in Asien. In Nordamerika dagegen ist der Baumarkt leicht rückläufig.

B. 62 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2018 - 2020

Quelle: B + L Marktdaten GmbH

Die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bieten für WACKER auch in den kommenden Jahren gute Wachstumspotenziale. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2018 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Zuwächse sehen wir vor allem bei emissionsarmen Innenfarben und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten für die Bauindustrie weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen sowie unter eigener Marke vertriebene Silicondichtstoffe.

Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2018 mit moderatem Wachstum

Die Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2018 mit einem Anstieg des weltweiten Marktvolumens von vier Prozent. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wird dieses Wachstum vor allem getragen von Asien und Amerika, aber auch in Europa erwartet der Branchenverband leichte Zuwächse. Für die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie geht der ZVEI von zwei Prozent Marktwachstum für das Jahr 2018 aus. Gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER bei Silicongelen und Siliconvergussmassen für Elektronikkomponenten und maßgeschneiderten Siliconen für die Automobilindustrie, beispielsweise für Fahrerassistenzsysteme, Sensoren und optische Displays.

Das Umfeld bleibt herausfordernd, die installierte Photovoltaikleistung wird 2018 voraussichtlich aber weiter wachsen

Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2018 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität und die mögliche Einführung von neuen Handelsbeschränkungen für Photovoltaikprodukte führen einerseits zu Unsicherheiten im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Außerdem ist die Solarenergie ein wichtiger Baustein, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 °C zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte für die Photovoltaik erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiter wachsen. China wird auch im Jahr 2018 der weltweit größte und wichtigste Markt bleiben. Zu den weiteren Ländern mit hohen Zubauraten gehören laut den Marktforschern von IHS Indien die USA und Japan. Zu den Regionen mit starkem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen (PV-Leistungen) zwischen 110 und 125 Gigawatt (GW) liegen werden.

B. 63 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

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Branchen Entwicklung 2017 Entwicklung 2018
Chemieindustrie Wachstum Wachstum
Bauindustrie Wachstum Wachstum
Energie / Elektro Wachstum Wachstum
Photovoltaikindustrie deutliches Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung Wachstum bei gleichzeitig hoher Wettbewerbsintensität

B. 64 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2018

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Neu installierte PV-Leistungen (MW)
2018 2017
Lower Range Upper Range
Deutschland 2.000 2.400 1.800
Frankreich 1.100 1.300 900
Übriges Europa 4.900 5.400 4.400
USA 8.000 10.000 11.500
Japan 7.000 8.000 7.500
China 59.000 65.000 54.000
Indien 9.000 11.000 9.500
Übrige Welt 19.000 21.900 14.400
Gesamt 110.000 125.000 104.000

Quellen: PV-Markt 2018: IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2017: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, SEIA, RTS Corporation, China National Energy Agency, Apricum, Ministry of New and Renewable Energy, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 wächst. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus den Schwellenländern Asiens. Das Wachstum in den USA und Europa ist stabil.

Investitionen und Produktion

Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2018 auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden mit rund 470 Mio. € im Jahr 2018 höher als im Vorjahr sein, aber weiter unter den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Rund 55 Prozent der Investitionen dienen dazu, das weitere Wachstum in unserem operativen Geschäft sicherzustellen. 45 Prozent unserer Investitionen fließen in Optimierungs- und Modernisierungsprojekte.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES baut eine neue Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort Charleston. Weitere Investitionen sind Anlagen zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuken in Burghausen und in Zhangjiagang, China. In Holla, Norwegen, bauen wir eine neue Produktionsanlage zur Herstellung von Siliciummetall. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erweitert in Nanjing, China, seine Anlagen für VAE-Dispersionen. In Ulsan, Südkorea, investieren wir in eine neue Dispersionsanlage sowie einen Sprühtrockner. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat eine Großfermentationsanlage in Spanien übernommen, die modernisiert wird.

Im Jahr 2018 werden wir einige Investitionsprojekte abschließen und die Produktion aufnehmen.

B. 65 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2018

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Adrian/Michigan, USA Diskontinuierliche Emulsionsanlage 2018
Burghausen Anlage zur Herstellung temperfreier Flüssigsiliconkautschuke 2018
León, Spanien Cystein-Anlage 2018
Jincheon, Südkorea Neuer Standort zur Herstellung von RTV-Siliconmassen 2018
Nanjing, China Kapazitätserweiterung VAE-Dispersionen 2018

Der Instandhaltungsaufwand im Geschäftsjahr 2018 beläuft sich auf rund 400 Mio. €.

Künftige Produkte und Dienstleistungen

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau- und Beschichtungsanwendungen. Insbesondere der Bedarf an funktionalen Zusätzen für wasserabweisende Baustoffe und Imprägnierungen steigt weltweit. Die Marktforscher von Lucintel schätzen, dass der weltweite Markt für abdichtende Baubeschichtungen bis 2021 mit durchschnittlich vier Prozent auf rund 24 Mrd. US-$ wachsen wird. Mit speziellen Dispersionen für hydrophobe Beschichtungen, die Küchen, Bäder oder Fundamente zuverlässig und sicher vor Feuchtigkeit schützen, wollen wir unsere Marktposition in diesem Bereich weiter ausbauen.

Weltweit steigt auch die Nachfrage nach funktionalen Farben und Beschichtungen. Wir haben spezielle Dispersionen für fleckenresistente Boden- und Wandbeschichtungen entwickelt, so dass sich verschiedenste Flecken wie Rotwein, Ketchup oder Öl einfach und meist ohne Rückstände abwischen lassen. Nach Angaben von Research and Markets wächst dieser Markt für Beschichtungen mit durchschnittlich 6,6 Prozent pro Jahr und erreicht bis 2026 ein Volumen von 4,6 Mrd. US-$.

Im Baubereich setzt WACKER SILICONES auf drei Säulen: chemische Produkte für Baubeschichtungen und Baustoffe, Silicondichtstoffe sowie silanmodifizierte Hybridpolymere. Bei den bauchemischen Produkten stehen neue Imprägnierungen und Baubeschichtungen für zementär gebundene Industriefußböden im Fokus. Vielversprechend entwickeln sich auch unsere silanmodifizierten Hybridpolymere. Sie werden als Technologieplattform für die Formulierung von Baudichtstoffen, hochbelastbaren Industrieklebstoffen, Beschichtungen und Flächenabdichtungen immer wichtiger. Im Jahr 2017 haben wir beispielsweise ein neues Hybridpolymer auf den Markt gebracht, das die Formulierung elastischer, extrem dehnbarer und gut haftender Baufugendichtstoffe ermöglicht. Das jährliche Mengenwachstum für diese auf Polymeren basierenden Kleb- und Dichtstoffe liegt laut MarketsandMarkets bei rund neun Prozent.

Der Wundversorgungsmarkt wird nach Expertenansicht bis 2021 jährlich sechs Prozent wachsen. Für diesen Bedarf entwickelt WACKER spezielle Silicongele und auf Siliconharzen basierende Haftsysteme. Bei der Versorgung großflächiger oder chronischer Wunden setzt die Medizin in zunehmendem Maße auf siliconbeschichtete Wundauflagen. Auch bei Siliconadditiven und Prozesshilfsmitteln rechnen wir mit steigenden Absätzen. Diese Additive werden für die Entwicklung neuer Kunststoffmischungen benötigt. Im Bereich Kosmetik- und Körperpflege entwickeln wir neue Siliconprodukte. In Asien liegt der Schwerpunkt auf Siliconelastomergelen für die Formulierung von Hautpflegeprodukten und Make-up. In China und Indien bauen wir unser Angebot an Siliconölen und -emulsionen für Haarwaschmittel und Conditioner aus. Mit einem Warenverkaufswert von über 100 Mrd. € ist Asien schon heute größter Absatzmarkt der Welt.

Wacker Biotech hat für das Pharmaunternehmen Chiesi einen zuverlässigen und hochmodernen Prozess entwickelt, um das Biopharmazeutikum Retavase(r) kostengünstig und sicher für den US-Markt herzustellen. Das Produkt wurde Ende 2017 von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. Das Medikament dient zur Behandlung von akutem Herzinfarkt bei Erwachsenen. Für den Pharmakonzern Fresenius Medical Care hat Wacker Biotech ein industrialisierbares Verfahren zur Herstellung eines speziellen Antikörperfragments entwickelt, das für die selektive Blutwäsche von Patienten in Apheres-Produkten eingesetzt wird. Nach einer Marktstudie von Persistence Market Research wird der Markt für Biopharmazeutika bis zum Jahr 2020 mit durchschnittlich neun Prozent pro Jahr wachsen und ein Volumen von rund 275 Mrd. US-$ erreichen.

Auch der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Weltweit dominieren kristalline Solarzellen. In den meisten Fällen bestehen sie aus multikristallinem Silicium, doch die Nachfrage nach monokristallinen Zellen steigt kontinuierlich. Solche Premiumprodukte besitzen höhere Wirkungsgrade und produzieren bei gleicher Sonneneinstrahlung mehr Strom. Als Technologieführer ist WACKER hier sehr gut positioniert. Mit unserem hochreinen Polysilicium können wir das stark wachsende Segment der monokristallinen Zellen bestens bedienen.

Forschung und Entwicklung

Strategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2018 für diese Projekte zehn Prozent (2017: elf Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind die Zukunftsfelder Energie, Elektronik, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie.

Den WACKER Silicone Award verleihen wir seit dem Jahr 1987. Wir werden den mittlerweile 17. Silicone Award im September 2018 im Rahmen der 9. European Silicon Days in Saarbrücken überreichen.

Digitalisierung

Das Digitalisierungsprogramm von WACKER werden wir mit einer Vielzahl von Einzelprojekten im gesamten Unternehmen fortführen. Um unser Kundenmanagement weiter zu verbessern, werden wir ein neues Kundeninformationssystem einführen.

Mitarbeiter

Für das Jahr 2018 gehen wir von einem Anstieg der Mitarbeiterzahl aus. Dafür verantwortlich sind Produktionserweiterungen der Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS in Asien sowie der Ausbau des US-Standortes Charleston. Dabei steht weiterhin eine umsichtige Personalplanung im Mittelpunkt.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeitsziele von WACKER für die nächsten Jahre sind in der nichtfinanziellen Erklärung beschrieben. Ein zusätzliches Ziel vom Jahr 2018 an ist, die spezifischen Stickoxidemissionen bis zum Jahr 2022 um 25 Prozent zu senken. Im Jahr 2018 wird WACKER den regionalen Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Amerika legen. Dabei überprüfen wir einzelne Standorte auf Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheit. Im Jahr 2019 wird der Schwerpunkt auf Europa liegen.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2018 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,25 (2017: 1,10). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich steigen werden. Die Preise für Erdgas und Strom werden ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau erwartet. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist im Jahr 2018 weitgehend gesichert. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte.

Steuerungskennzahlen und Wertmanagement

Die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Konzernumsatz 2018 mit Mengenwachstum

WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2018 steigende Absatzmengen und teilweise höhere Preise in den Chemiebereichen. Im Polysiliciumgeschäft werden die Absatzmengen auf dem und die Durchschnittspreise unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Konzernumsatz soll insgesamt um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen. Das Umsatzwachstum wird begrenzt durch die Neuregelung der Richtlinie IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden". Die Änderungen führen dazu, dass einige Lieferverträge mit Unternehmen nicht mehr als Umsatzerlöse ausgewiesen werden dürfen. Das schmälert die Umsatzentwicklung um einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der im Vergleich zum Vorjahr gegenüber dem Dollar stärkere Euro wirkt sich ebenfalls dämpfend auf den Umsatzanstieg aus.

Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen.

Im Jahr 2019 soll der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr weiter wachsen - vorausgesetzt, dass die weltweite Konjunktur wie von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert auf Wachstumskurs bleibt und es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt.

Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht.

Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird leicht über dem Vorjahr (2017: 20,6 Prozent) erwartet. Das EBITDA wird um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Das weitere Mengenwachstum, insgesamt höhere Absatzpreise und die operative Leistung sowie ein weiter verbessertes Beteiligungsergebnis wirken sich positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Steigende Rohstoffpreise und Währungseffekte laufen dagegen. Der Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten soll bei einer Steuerquote von rund 25 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen.

B. 66 Ausblick für das Jahr 2018

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Ist 2017 Ausblick 2018
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen
EBITDA-Marge (%) 20,6 leicht über Vorjahr
EBITDA (Mio. €) 1.014,1 mittlerer einstelliger Prozentsatz höher
ROCE (%) 7,5 deutlich über Vorjahr
Netto-Cashflow (Mio. €) 358,1 deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.924,2 niedriger einstelliger Prozentsatz höher
Investitionen (Mio. €) 326,8 rund 470
Nettofinanzschulden (Mio. €) 454,4 auf dem Niveau des Vorjahres
Abschreibungen (Mio. €) 590,4 rund 550

ROCE: Der ROCE wird im Vergleich zum Vorjahr (2017: 7,5 Prozent) auf Grund der rückläufigen Kapitalintensität deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen.

Netto-Cashflow: Für das Jahr 2018 erwarten wir einen deutlich positiven Netto-Cashflow, der auf Grund höherer Ausgaben für Investitionen deutlich unter dem Vorjahr liegen wird.

Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Investitionen: Im Jahr 2018 werden sich die Investitionen auf rund 470 Mio. € belaufen und damit gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen. Sie liegen aber nach wie vor unter den Abschreibungen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2018 mit rund 550 Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Investitionen fließen unter anderem in den Neubau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort in Charleston und den Bau einer neuen Anlage für Siliciummetall in Holla, Norwegen.

Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden auf dem Niveau des Vorjahres liegen (2017: 454,4 Mio. €).

Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2018 einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Hier wirkt sich die Neuregelung der Richtlinie IFRS 15 aus. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen und höheren Preisen in allen Geschäftseinheiten. Gegenläufig wirken sich Wechselkurseffekte aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Weiterhin wollen wir bei hoher Auslastung unserer Anlagen den Anteil von Spezialprodukten am Absatz erhöhen. Das EBITDA soll bei teilweise höheren Rohstoffpreisen um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr steigen.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Das EBITDA soll bei weiter steigenden Rohstoffpreisen und einer planmäßigen Produktionsabstellung im 2. Quartal auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentsatz erwarten wir im Jahr 2018 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt vor allem aus dem Bereich Lebensmittel/Nahrungsergänzung. Integrationskosten für den neuen Standort in Spanien werden die EBITDA-Entwicklung im Jahr 2018 beeinflussen. Das EBITDA wird deutlich unter dem Vorjahr liegen.

Im Polysiliciumgeschäft gehen wir im Jahr 2018 auf Grund des gegenwärtigen Stillstands unserer Produktionsanlagen in Charleston von unveränderten Absatzmengen bei niedrigeren Durchschnittspreisen für Polysilicium aus. Wir erwarten deshalb einen Umsatz, der im hohen einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr liegt. Das EBITDA wird durch weiter erfolgreiche Kostenreduktionen und der Berücksichtigung von Versicherungsleistungen leicht über Vorjahr sein.

Künftige Dividende

Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 900 Mio. €.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

Die wirtschaftspolitischen Risiken für das Jahr 2018 haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Weltwirtschaft befindet sich zurzeit in einer robusten Verfassung sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern. In Europa könnte die Wachstumsdynamik der Unternehmen durch den stärkeren Eurokurs jedoch gebremst werden. WACKER geht jedoch davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 ihren Wachstumskurs fortsetzen wird.

Für unser Geschäft erwarten wir im Jahr 2018 weiter steigende Rohstoffpreise und Gegenwind durch den stärkeren Eurokurs gegenüber dem US-Dollar. Auf Grund dieser Rahmenbedingungen soll der Konzernumsatz insgesamt um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen. Wir rechnen damit, dass die Chemiebereiche im Umsatz zulegen werden. Der Umsatz von WACKER POLYSILICON wird im hohen einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr erwartet. Hier wirkt sich der Stillstand in unserem US-Produktionsstandort Charleston aus.

Das EBITDA soll weiterwachsen und um einen mittleren einstelligen Prozentsatz über dem Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir leicht über dem Vorjahr. Beim Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg.

Die Investitionen werden mit rund 470 Mio. € deutlich höher sein als im Vorjahr, vor allem um das Wachstum im Geschäftsbereich WACKER SILICONES begleiten zu können. Die Abschreibungen liegen mit rund 550 Mio. € deutlich unter Vorjahr. Wir erwarten einen deutlich positiven Netto-Cashflow, der auf Grund der höheren Investitionen aber deutlich unter dem Vorjahr sein wird. Die Nettofinanzschulden bleiben auf dem Niveau des Vorjahres.

Wir verfügen über hervorragende Produkte, die von Kunden aus aller Welt nachgefragt werden. Zusammen mit unserer hohen Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten und unserer Innovationskraft sind wir zuversichtlich, unsere Marktpositionen zu festigen und auszubauen.

Wir sehen gute Chancen, im Jahr 2018 erneut im Umsatz zu wachsen und das EBITDA trotz steigender Rohstoffpreise und Effekten aus der Wechselkursentwicklung weiter zu steigern. Die höheren Investitionen dienen dazu, die Wachstumschancen in unseren Chemiebereichen aktiv wahrzunehmen.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.

Erstmaliger Gleichstellungsbericht gemäß §§ 21, 22 Entgelttransparenzgesetz im Kalenderjahr 2018 für das Kalenderjahr 2016

Maßnahmen der Wacker Chemie AG zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und deren Wirkungen

Als globales Unternehmen ist WACKER in einem internationalen Markt und multikulturellen Umfeld tätig. Wir brauchen die Fähigkeiten und das Engagement jedes Mitarbeiters. Wir sind überzeugt: Vielfalt macht unser Unternehmen leistungsfähiger. Die Verschiedenheit der Menschen sehen wir daher als Bereicherung. Ungleichbehandlung oder Herabsetzung auf Grund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder Alter lehnen wir ab. In diesem Sinne fördert WACKER auch die Gleichstellung von Frauen und Männern.

Alle Mitarbeiter der deutschen Standorte sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen.

Die Fortbildung gilt für alle Hierarchieebenen, vom Vorstand bis zum Tarifmitarbeiter. Auch jeder neue Mitarbeiter muss diese Schulung durchlaufen.

Das Unternehmen trat im Jahr 2015 der bundesweiten Initiative "Charta der Vielfalt" bei. Seitdem setzt WACKER jährlich Schwerpunktthemen, die den Mitarbeitern die Chancen und Herausforderungen einer vielfältigen Belegschaft bewusstmachen sollen. Im Jahr 2016 lag der Schwerpunkt auf dem Thema Generationenmix. WACKER fördert Netzwerke von Frauen, beispielsweise den WACKER Women's Circle und das Münchener Cross-Mentoring-Programm.

Unsere lebensphasenorientierte Personalpolitik mit einem breiten Angebot an unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet den entsprechenden Rahmen für eine Gleichstellung. Dazu zählen unter anderem:

WACKER-Kinderbetreuungszuschuss

WACKER-Familienzeiten (übergesetzliche bezahlte Freistellungen bis zu einer Arbeitswoche für die Kinderbetreuung,)

Elternzeitrückkehr-Seminare

kostenlose Vermittlung von Kinderbetreuung und Beratung zu Erziehung und Betreuungsfragen bis hin zu psychologischer Unterstützung und Notfalltelefon mit 24-Stunden-Service

lokale Ferienbetreuung

bis zu 30 Prozent Gehaltszuschuss bei Teilzeitmodellen wegen Pflege

flexible Arbeitszeitmodelle, insbesondere Sabbaticals

Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in mittleren und oberen Führungspositionen mittel- bis langfristig signifikant zu erhöhen. Unser Talent Management verfolgt unter anderem das Ziel, das Potenzial von Frauen sichtbar zu machen.

Das seit dem 1. Mai 2015 geltende Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen setzt WACKER in Deutschland wie folgt um: Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil von acht Prozent im Mai 2015 auf zehn Prozent zum 30. Juni 2017 zu erhöhen. Für die zweite Führungsebene haben wir uns das Ziel gesetzt, im selben Zeitraum den Frauenanteil von 14,5 Prozent auf 17,5 Prozent zu steigern. Ende Juni 2017 haben wir für die erste Führungsebene einen Frauenanteil von 16 Prozent erreicht. Bei der zweiten Führungsebene stieg der Frauenanteil auf 18 Prozent.

Maßnahmen zur Herstellung von Entgeltgleichheit für Frauen und Männer

Für WACKER ist es selbstverständlich, Frauen und Männer gleich zu behandeln. Das gilt auch für das Entgelt. Ob im Tarifbereich, bei den außertariflichen Mitarbeitern oder in der Gruppe der leitenden Angestellten: Für Frauen und Männer werden die gleichen Kriterien zur Entgeltfindung zu Grunde gelegt.

Die Wacker Chemie AG ist an Flächentarifverträge gebunden, die klare und geschlechtsneutrale Eingruppierungs- und Entgeltregelungen vorsehen. Daneben bestehen für außertarifliche Mitarbeiter ebenfalls geschlechtsneutrale Regelungen, die mit den Arbeitnehmervertretungen (Betriebsräte und Sprecherausschüsse) vereinbart sind. Diese Regelungen umfassen die Einordnung gleicher bzw. gleichwertiger Tätigkeiten in entsprechende Entgeltbänder sowie die Entwicklung der Gehälter in den Entgeltbändern. Ergänzend besteht ein institutionalisiertes Stellenbewertungsverfahren, bei denen die Arbeitnehmervertretungen einbezogen sind.

Für Funktionen im Top Management entscheidet der Gesamtvorstand über die Festlegung der Entgelte und deren individuelle Entwicklung geschlechtsneutral unter Berücksichtigung von Vergleichsfunktionen. Die Zuordnung zu Entgeltbändern erfolgt funktionsbezogen. Basis hierfür ist ein institutionalisiertes Stellenbewertungsverfahren.

Mindestens einmal jährlich erstellen wir Entgeltanalysen, die die Umsetzung und Einhaltung der vereinbarten Regeln überprüfen und dokumentieren. Dazu gehört eine überregionale Analyse, um die geschlechtliche Verteilung der Entgelte zu evaluieren. Statistische Unterschiede im durchschnittlichen Jahresgehalt zwischen Frauen und Männern - wie auch innerhalb einer Gruppe von nur Frauen oder nur Männern - beruhen im Wesentlichen auf der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Berufserfahrung.

Beschäftigtenzahlen gemäß § 21 Absatz 2 Entgelttransparenzgesetz

Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter1

Wacker Chemie AG

scroll
2016
männlich 7.917
weiblich 2.110
Gesamt 10.027

1 Stammbelegschaft, Auszubildende und befristete Mitarbeiter, ohne Leiharbeitnehmer und Vorstände

Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter1

Wacker Chemie AG

scroll
2016
Beschäftigung 100 %
männlich 5.517
weiblich 1.131
Beschäftigung < 100 %
männlich 2.400
weiblich 980
Gesamt 10.027

1 Stammbelegschaft, Auszubildende und befristete Mitarbeiter, ohne Leiharbeitnehmer und Vorstände

Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289 f, 315 d HGB über die Unternehmensführung.

Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2017 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex in der aktuellen Fassung vom 07. Februar 2017 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2017 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Entsprechenserklärung 2017 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2016 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 05. Mai 2015 mit den nachfolgend unter Ziffer 2 a), c), d), e), g) und h) aufgeführten Ausnahmen bzw. den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 mit den nachfolgend in Ziffer 2 aufgeführten Ausnahmen.

Die Wacker Chemie AG wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen.

2. Ausnahmen

a) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 3.8 Abs. 2)

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Abs. 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

b) Zukunftsbezogenheit der Bemessungsgrundlage für die variable Vorstandsvergütung (Ziffer 4.2.3 Abs. 2)

Die variablen Bestandteile der Vorstandsvergütung berechnen sich auf Basis einer dreijährigen und damit mehrjährigen Bemessungsgrundlage. 15 Prozent der variablen Vergütung werden außerdem in Aktien ausgezahlt, die einer zweijährigen Haltefrist unterliegen. Auch wenn die Bemessungsgrundlage damit nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, halten wir unser Konzept der variablen Vergütung für ausgewogen und geeignet, die richtigen Anreize für eine nachhaltige Unternehmenspolitik zu setzen. Das Vergütungssystem stellt sicher, dass die Mitglieder des Vorstands über einen längeren Zeitraum an positiven und negativen Entwicklungen der Gesellschaft teilnehmen - einerseits über die Aktienkomponente und andererseits über die Durchschnittsbetrachtung eines Zeitraums von drei Jahren.

c) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Ziffer 5.3.3)

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind auf Grund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

d) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

e) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)

Nach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen.

f) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.1 Abs. 5)

Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Zu den Kandidatenvorschlägen machen wir die gesetzlich geforderten Angaben. Auch der Geschäftsbericht enthält wesentliche Angaben zu den Aufsichtsratsmitgliedern. Die Angaben genügen aus unserer Sicht. Wir können den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht unserer Aufsichtsratsmitglieder, daher nicht erkennen.

g) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Ziffer 5.4.3)

Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein.

Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist.

h) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre (Ziffer 5.4.3)

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

Der in die Fassung des Kodex vom 07. Februar 2017 in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 neu aufgenommenen Empfehlung zur Erarbeitung eines Kompetenzprofils für das Gesamtgremium des Aufsichtsrats entspricht die Wacker Chemie AG seit dem Beschluss des Aufsichtsrats über ein solches Kompetenzprofil vom 21. September 2017.

Berichterstattung zur Corporate Governance

Aktionäre und Hauptversammlung

Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren

WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Website veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr richten wir eine Analystenveranstaltung aus. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das PodcastCenter.

→ www.wacker.com

Hauptversammlung

Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäfts- und im Kurzbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auch auf der Website zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Wacker Chemie AG hat wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen.

Vorstand

Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling.

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu.

Enge Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Im Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür.

Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt; die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre.

Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend hat der Aufsichtsrat von WACKER bereits im Geschäftsjahr 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen. Im September 2017 hat der Aufsichtsrat diese überarbeitet und unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat neu beschlossen:

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.

(I) Ziele für die Zusammensetzung

1. Internationale Expertise

Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler Erfahrung angehören.

2. Vermeidung von / Umgang mit Interessenkonflikten

Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen.

3. Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder

Die vom Aufsichtsrat in der Geschäftsordnung niedergelegten Regelungen zur Altersgrenze sind zu beachten.

4. Vielfalt (Diversity)

Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs. 2 Aktiengesetz soll sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen.

(II) Kompetenzprofil

Bei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung, branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an. Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem inhaltlichen Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:

Im Aufsichtsrat soll ein angemessener Sachverstand in den Bereichen Unternehmensführung, Bilanzierung, Controlling, Risikomanagement, Corporate Governance und Compliance vertreten sein.

Der Aufsichtsrat muss in seiner Gesamtheit mit der Chemiebranche vertraut sein (§ 100 Abs. 5 AktG).

Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG).

Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2017 dargelegten Gründen nicht gefolgt.

Dem Aufsichtsrat gehört eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Sämtliche Mitglieder auf Anteilseignerseite werden als unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingestuft. Der weitergehenden Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2017 dargelegten Gründen nicht gefolgt.

Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den im September 2017 gesetzten Zielen.

Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrates

Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2017 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm.

Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsantrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2017 Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Dr. Peter-Alexander Wacker und Manfred Köppl.

Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss, der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht wird. Im Geschäftsjahr 2017 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an.

Wesentliche Unternehmensführungspraktiken

Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands

Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 86. Das Unternehmen hat in Deutschland, Norwegen, den USA, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance.

Grundsätze der Unternehmensethik

Neben unseren Visionen und unseren Zielen bilden unsere Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der WACKER-Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze - in fünf Codes festgehalten - regeln, wie die Unternehmensziele erreicht werden sollen. Ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt die Codes.

Code of Conduct: Der Code of Conduct enthält unsere Grundsätze im Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten. Er regelt auch den Umgang mit Informationen, Vertraulichkeit und Datenschutz, Schutz vor Geldwäsche sowie die Trennung von Privat- und Unternehmensinteressen.

Code of Innovation: Im Code of Innovation sind unsere Grundsätze für Forschung und Entwicklung, Kooperationen, Patente und das Innovationsmanagement festgelegt.

Code of Teamwork & Leadership: Der Code of Teamwork & Leadership umreißt unser Verständnis von Zusammenarbeit und Führung. Eine besondere Rolle spielen Vertrauen und Wertschätzung, Leistungswille und Erfolg, Anerkennung und Entwicklung, Teamarbeit und Chancengleichheit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Vorbildfunktion von Führungskräften.

Code of Safety: Der Code of Safety definiert unsere Sicherheitskultur und stellt Sicherheitsregeln für Arbeitsplätze, Anlagen, Produkte und Transport auf.

Code of Sustainability: Der Code of Sustainability führt Grundsätze der Nachhaltigkeit auf, nach denen sich Forschung und Entwicklung, Einkauf und Logistik, Produktion und Produkte sowie unser gesellschaftliches Engagement auszurichten haben.

→ Die Codes sind unter https://www.wacker.com/cms/de/wacker_group/wacker_facts/policy/policy.jsp abrufbar.

Responsible Care(r) und Global Compact feste Bestandteile der Unternehmensführung

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care(r) der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible-Care(r)-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt.

Seit 2011 hat WACKER eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut, die für die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care(r) und Global Compact zuständig ist und weltweit die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER koordiniert.

Gesellschaftliches Engagement

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich.

Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKER

Bestimmungen des Art. 17 MAR werden erfüllt

Den gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596 /2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten geführt.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats) sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 5.000 € erreicht oder übersteigt.

→ Die der Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2017 gemeldeten Geschäfte wurden ordnungsgemäß veröffentlicht; nähere Informationen sind unter www.wacker.com/cms/de/investor-relations/corporate-governance/directors_dealings/directors_dealings.jsp abrufbar.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken

Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss. Er ist ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Gemäß den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer auch sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken.

D & O-Versicherung

WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor.

Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen

Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Anforderungen gelten erstmals für Neubestellungen ab 01. Januar 2016. Seit dem 01. Januar 2016 fanden auf Anteilseignerseite keine Neubestellungen in den Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG statt. Für den mit der Entkonsolidierung der Siltronic AG am 15. März 2017 ausgeschiedenen Arbeitnehmervertreter und Siltronic-Mitarbeiter Hansgeorg Schuster rückte durch Beschluss des Amtsgerichts München vom 24. April 2017 auf Arbeitnehmerseite Barbara Kraller in den Aufsichtsrat nach. Der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat liegt damit aktuell bei insgesamt 18,75 Prozent (eine Anteilseignervertreterin und zwei Arbeitnehmervertreterinnen; Vorjahr: 12,5 Prozent).

Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen.

Sowohl die Zielgrößen für den Vorstand (Zielgröße 0, Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017) als auch die jeweiligen Zielgrößen für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (Zielgröße erste Führungsebene: zehn Prozent, Zielgröße zweite Ebene unterhalb des Vorstands: 17,5 Prozent, Umsetzungsfrist jeweils bis zum 30. Juni 2017) wurden innerhalb der Umsetzungsfrist erreicht bzw. übertroffen.

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG hat im Juni 2017 für den Frauenanteil im Vorstand der Gesellschaft eine Zielgröße von 0 und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022 beschlossen.

Mit einer Umsetzungsfrist bis jeweils zum 31. Dezember 2019 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG im Juni 2017 für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 16 Prozent und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 18 Prozent beschlossen.

Diversitätskonzept

1. Diversitätskonzept für den Vorstand

Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Wir sind überzeugt, dass nur ein divers zusammengesetztes Gremium dieser Aufgabe gerecht werden kann. Es kommt entscheidend auf eine ausgewogene Zusammensetzung an, die dem Querschnitt der Aufgabenstellungen Rechnung trägt.

Für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat auf dieser Basis im Wesentlichen die folgenden Diversitätsaspekte:

Es wird großer Wert auf unterschiedliche Bildungs- und Berufshintergründe gelegt: Im Vorstand eines Chemieunternehmens sollten in jedem Fall naturwissenschaftliche Kompetenz und / oder Erfahrung in der chemischen Industrie vertreten sein. Gleichzeitig bedarf es aber auch der Kenntnis und Erfahrung im Bereich der Rechnungslegung, des Finanzmanagements, der Unternehmenssteuerung, Planung und Strategie sowie eines profunden Verständnisses der Zusammenhänge und Anforderungen des Kapitalmarkts.

In einem global tätigen Unternehmen wie der Wacker Chemie AG sind darüber hinaus unterschiedliche kulturelle Hintergründe oder jedenfalls ausgeprägte interkulturelle und internationale Erfahrungen unerlässlich.

Es kommt außerdem auf eine altersmäßig ausgewogene Struktur des Gesamtgremiums an. In der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist für Vorstandsmitglieder eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren vorgesehen, die bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern zu berücksichtigen ist.

Wir sind überzeugt davon, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen - dazu gehört auch, dass auch Frauen im Vorstand vertreten sind. In diesem Zusammenhang sind im Unternehmen bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen ergriffen worden.

Ziel des beschriebenen Diversitätskonzepts ist die optimale Zusammensetzung des Vorstands, um eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. Die diverse Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Gremium alle relevanten Themen mit angemessenem Sachverstand beurteilen, alle wesentlichen Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berücksichtigen und die richtigen Schwerpunkte setzen kann. Die Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder sorgt dafür, dass das Unternehmen einerseits von der langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung einzelner Vorstandsmitglieder profitieren kann. Andererseits wird so für das Nachrücken jüngerer Mitglieder und neue Impulse gesorgt.

Das Diversitätskonzept für den Vorstand wird vom Gesamtaufsichtsrat bei der Besetzung der Vorstandsposten berücksichtigt. Der Präsidialausschuss, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet, berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, wobei er im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern die Führungskräfteplanung des Unternehmens berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden die Verträge des langjährigen Vorsitzenden des Vorstands Dr. Rudolf Staudigl (63 Jahre) sowie des erst vor drei Jahren erstmals bestellten Vorstandsmitglieds Dr. Christian Hartel (46 Jahre) jeweils verlängert. Dabei wurde insbesondere der Regelaltersgrenze Rechnung getragen, denn der Vertrag von Herrn Dr. Staudigl wurde nur für drei Jahre, bis 30. September 2021, verlängert. Beide Vorstandsmitglieder tragen mit ihren unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Erfahrungen zur Diversität im Vorstand bei.

2. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat

Das vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung verfolgte Diversitätskonzept spiegelt sich in den vom Aufsichtsrat im September 2017 beschlossenen Zielen für seine Zusammensetzung sowie im Kompetenzprofil wider.

→ Siehe Seite 179

Danach werden bei der Besetzung von Aufsichtsratspositionen die Diversitätskriterien internationale und interkulturelle Erfahrung, ausgewogene Altersstruktur sowie unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Fachkenntnisse und Bildungshintergründe berücksichtigt. Außerdem sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben hat sich der Aufsichtsrat außerdem zu mindestens 30 Prozent aus Frauen bzw. Männern sowie zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammenzusetzen.

Ziel des Diversitätskonzepts ist es, eine effektive Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat als Gesamtgremium zu gewährleisten. Ein nach den beschriebenen Kriterien divers besetzter Aufsichtsrat ist besser in der Lage, die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beurteilen und die Geschäftsführung, die Entscheidungen und die Strategie des Vorstands konstruktiv und umfassend zu hinterfragen. Die Altersgrenze ermöglicht es, dass Mitglieder ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zum Wohle des Unternehmens einbringen können. Gleichwohl ist sichergestellt, dass immer wieder jüngere Mitglieder nachrücken können.

Bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung - das nächste Mal für die im Geschäftsjahr 2018 anstehenden Aufsichtsratswahlen - berücksichtigt der Aufsichtsrat das beschriebene Diversitätskonzept. Zudem führt der Aufsichtsrat im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Effizienzprüfung eine Selbstevaluierung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung und Diversität umfasst.

Im Geschäftsjahr 2017 gab es im Aufsichtsrat einen Wechsel auf Arbeitnehmerseite. Mit der gerichtlichen Bestellung von Barbara Kraller hat sich die Anzahl der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder auf drei erhöht.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Vergütungssystem für den Vorstand

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig.

Nach dem seit dem 1. Januar 2010 geltenden Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich die Vorstandsvergütung aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:

(I) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus) ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Je nach Vorstandsmitglied liegt der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 180 Prozent bzw. 140 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 220 Prozent bzw. 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds.

(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Vor Eintritt des Versorgungsfalles hat Herr Dr. Rudolf Staudigl grundsätzlich Anspruch auf ein jährliches vorzeitiges Ruhegehalt, wenn er gegen seinen Willen aus dem Vorstand ausscheidet, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, oder wenn er von sich aus seine Tätigkeit auf Grund eines von der Gesellschaft zu vertretenden wichtigen Grundes beendet. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens fünfjährige Vorstandstätigkeit. Die Erhöhungen des Jahresgehaltes von Herrn Dr. Rudolf Staudigl und Herrn Auguste Willems ab 01. April 2016 wurden als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes (auf die Berechnung des Long Term Bonus (s. o. (II)) jedoch schon).

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend den Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes.

Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen bei den Herren Dr. Rudolf Staudigl, Auguste Willems und Dr. Tobias Ohler auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen, bei Herrn Dr. Christian Hartel auf den Wert von maximal einer Jahresgesamtvergütung begrenzt sind (Abfindungs-Cap).

Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen.

In 2017 gab es keine Veränderungen bei der Vergütung der Vorstandsmitglieder.

Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2017 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung - differenziert nach einjähriger bzw. mehrjähriger variabler Vergütung - sowie Versorgungsaufwand aus.

Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 und 2016)

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2017 2016 2017 2016
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands Auguste Willems Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 840.000 830.000 610.000 602.500
Nebenleistungen2 54.644 54.733 48.406 50.302
Summe 894.644 884.733 658.406 652.802
Mehrjährige variable Vergütung3 1.774.080 1.734.700 1.288.320 1.259.225
Summe 2.668.724 2.619.433 1.946.726 1.912.027
Versorgungsaufwand4 - 10.079 618.631 538.976
Gesamtvergütung 2.668.724 2.629.512 2.565.357 2.451.003
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2017 2016 2017 2016
Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 400.000 400.000
Nebenleistungen2 48.314 44.479 50.492 49.709
Summe 628.314 624.479 450.492 449.709
Mehrjährige variable Vergütung3 1.224.960 1.212.200 668.800 660.000
Summe 1.853.274 1.836.679 1.119.292 1.109.709
Versorgungsaufwand4 578.020 456.746 218.784 172.075
Gesamtvergütung 2.431.294 2.293.425 1.338.076 1.281.784

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2017 ein Anteil von 40.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten insbesondere die Nutzung eines Firmenfahrzeuges und Zuschüsse zur Sozialversicherung.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2017 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben.

Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)

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2017 / Ziel 2017 / Min. 2017 / Max. 2016 / Ziel
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands
Festvergütung1 840.000 840.000 840.000 830.000
Nebenleistungen2 54.644 54.644 54.644 54.733
Summe 894.644 894.644 894.644 884.733
Mehrjährige variable Vergütung3 1.545.600 729.120 2.162.160 1.552.100
Summe 2.440.244 1.623.764 3.056.804 2.436.833
Versorgungsaufwand4 - - - 10.079
Gesamtvergütung 2.440.244 1.623.764 3.056.804 2.446.912
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2017 / Ziel 2017 / Min. 2017 / Max. 2016 / Ziel
Auguste Willems Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 610.000 610.000 610.000 602.500
Nebenleistungen2 48.406 48.406 48.406 50.302
Summe 658.406 658.406 658.406 652.802
Mehrjährige variable Vergütung3 1.122.400 529.480 1.570.140 1.126.675
Summe 1.780.806 1.187.886 2.228.546 1.779.477
Versorgungsaufwand4 618.631 618.631 618.631 538.976
Gesamtvergütung 2.399.437 1.806.517 2.847.177 2.318.453
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2017 / Ziel 2017 / Min. 2017 / Max. 2016 / Ziel
Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000
Nebenleistungen2 48.314 48.314 48.314 44.479
Summe 628.314 628.314 628.314 624.479
Mehrjährige variable Vergütung3 1.067.200 503.440 1.492.920 1.084.600
Summe 1.695.514 1.131.754 2.121.234 1.709.079
Versorgungsaufwand4 578.020 578.020 578.020 456.746
Gesamtvergütung 2.273.534 1.709.774 2.699.254 2.165.825
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2017 / Ziel 2017 / Min. 2017 / Max. 2016 / Ziel
Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 400.000 400.000 400.000 400.000
Nebenleistungen2 50.492 50.492 50.492 49.709
Summe 450.492 450.492 450.492 449.709
Mehrjährige variable Vergütung3 576.000 274.400 821.600 588.000
Summe 1.026.492 724.892 1.272.092 1.037.709
Versorgungsaufwand4 218.784 218.784 218.784 172.075
Gesamtvergütung 1.245.276 943.676 1.490.876 1.209.784

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2017 ein Anteil von 40.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten insbesondere die Nutzung eines Firmenfahrzeuges und Zuschüsse zur Sozialversicherung.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die tatsächliche Zielerreichung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt, für das Geschäftsjahr 2017 ein Minimalwert von 0 % bzw. ein Maximalwert von 220 % bzw. 180 %. In der Angabe des jeweils theoretisch erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwertes ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum des Aufsichtsrats enthalten.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen

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2017 2016
Gesamt 1.995.326 2.383.4671

1 Diese Bezüge enthalten die im Zusammenhang mit der Beendigung des Dienstvertrages an Herrn Dr. Rauhut in 2016 gewährte Karenzentschädigung.

Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder

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2017 2016
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder
Gesamt 28.090.779 27.587.433
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Gesamt 37.590.405 39.163.469

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezüge

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2017 2016
Feste Vergütung1, 2 2.152.945 2.165.000
Variable Vergütung - -
Gesamt 2.152.945 2.165.000

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.
2 Für die Arbeitnehmervertreter gelten für Aufsichtsratsvergütungen die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA).

Jahresabschluss 2017

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017

der Wacker Chemie AG

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Anhang Mio. Euro 2017 Mio. Euro 2016
Umsatzerlöse 3 3.859,7 3.651,2
Bestandsveränderungen 42,4 -18,1
Andere aktivierte Eigenleistungen 25,7 22,4
Gesamtleistung 3.927,8 3.655,5
Sonstige betriebliche Erträge 4 135,8 230,4
Materialaufwand 5 -1.958,9 -1.788,4
Personalaufwand 6 -901,7 -872,4
Abschreibungen 7 -269,2 -296,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -714,5 -748,6
Betriebsergebnis 219,3 180,0
Beteiligungsergebnis 33,3 27,1
Erträge aus Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen 258,1 0,0
Zinsergebnis -36,9 2,5
Sonstiges Finanzergebnis -2,0 -1,2
Finanzergebnis 9 252,5 28,4
Ergebnis vor Steuern 471,8 208,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10 -113,8 -87,0
Jahresüberschuss 358,0 121,4
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.243,8 1.221,8
Ausschüttung -99,4 -99,4
Bilanzgewinn 1.502,4 1.243,8

Bilanz zum 31. Dezember 2017

der Wacker Chemie AG

AKTIVA

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Anhang Mio. Euro 2017 Mio. Euro 2016
Immaterielle Vermögensgegenstände 11 15,7 9,8
Sachanlagen 12 1.028,0 1.135,6
Finanzanlagen 13 2.533,7 2.715,6
Anlagevermögen 3.577,4 3.861,0
Vorräte 14 481,9 424,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 393,2 414,0
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 238,8 361,7
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15 632,0 775,7
Wertpapiere und Termingelder 16 155,0 0,0
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 216,4 88,7
371,4 88,7
Umlaufvermögen 1.485,3 1.289,2
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 17 6,5 4,6
5.069,2 5.154,8

PASSIVA

Anhang Mio. Euro 2017 Mio. Euro 2016
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile -12,4 -12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 1.502,4 1.243,8
Eigenkapital 18 2.908,2 2.649,6
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19 762,5 705,8
Andere Rückstellungen 20 439,0 413,5
Rückstellungen 1.201,5 1.119,3
Finanzverbindlichkeiten 21 496,6 647,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 136,2 184,2
Übrige Verbindlichkeiten 22 289,4 516,5
Verbindlichkeiten 922,2 1.347,7
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 23 37,3 38,2
5.069,2 5.154,8

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

der Wacker Chemie AG

1 Grundsätze der Rechnungslegung

Die Wacker Chemie AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 159705 im Register des Amtsgerichts München eingetragen.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung der Konzernabschlüsse der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers.

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und zusätzlicher, sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden, Anforderungen aufgestellt. Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und ggf. erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. Euro). In Einzelfällen ergeben sich daraus geringe Anpassungen aufgrund von Rundungsdifferenzen.

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2017 wurde in Anwendung der §§ 315 Abs. 5 i. V. m. 298 Abs. 2 HGB mit dem Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG im Geschäftsbericht der Wacker Chemie AG veröffentlicht.

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB wurden abgegeben. Die Wacker Chemie AG erstellt gemäß §§ 289b, 289c HGB einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Die nichtfinanzielle Erklärung ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 289b Abs. 3 HGB ist die Wacker Chemie AG von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts befreit. Die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Erklärung zur Unternehmensführung und die nichtfinanzielle Erklärung sind auf der Internetseite www.wacker.com veröffentlicht.

2 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Die Umsatzerlöse umfassen alle Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. Sie gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden.

Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Gewinne aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen phasengleich vereinnahmt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear pro rata temporis über maximal 10 Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich linear pro rata temporis abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens 40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 25 Jahren und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 12 Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von 150 Euro direkt als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von 1.000 Euro als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen vor dem 1. Januar 2010 erfolgte die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern degressiv, sofern die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen erlaubte. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Unterverzinsliche langfristige Ausleihungen werden mit dem Marktzins abgezinst.

Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Herstellungskosten werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Wertpapiere zweckgebunden angelegt und dem Zugriff der Wacker Chemie AG entzogen (Deckungsvermögen). Das Deckungsvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen aus Altersteilzeit verrechnet. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, sind Regelungen zu einer Ausschüttungssperre zu beachten. Ein übersteigender Teil der Verpflichtungen wird als Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen. Übersteigt der Wert der angelegten Mittel den Wert der handelsrechtlichen Verpflichtungen, erfolgt ein Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz.

Die Wertpapiere und Termingelder des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null erfasst. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Durchschnitts-Methode unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Der Ausweis der Emissionszertifikate erfolgt im Vorratsvermögen. Für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten für den Ausgleich der CO2 -Emissionen des abgelaufenen Kalenderjahres wird eine Rückstellung gebildet, die sich nach dem Wert der im Vorratsvermögen erfassten Zertifikaten bemisst. Soweit der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtliche Abgabeverpflichtung nicht deckt, werden zusätzliche Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt.

Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen. In fremder Währung werden sie zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes, der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive latente Steuern" angesetzt. Eine sich insgesamt nach Verrechnung ergebende Steuerentlastung wird unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt und unter Berücksichtigung von biometrischen Wahrscheinlichkeiten auf Basis modifizierter Richttafeln 1998 von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Erwartete künftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Für den Unterschiedsbetrag zwischen dem Wertansatz der Rückstellung mit zehn- und siebenjährigem Durchschnittszins bestehen Regelungen zu einer Ausschüttungssperre.

Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses mit der Verpflichtung verrechnet. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden jährliche Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden im Zinsergebnis mit Aufwendungen aus der Verpflichtung saldiert ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dazu fließen zukünftig erwartete Preis- und Kostensteigerungen mit ein. Diese werden aus der erwarteten Preissteigerungsrate und aus erwarteten Entgeltsteigerungen abgeleitet. Bei längerfristigen Verpflichtungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden die Laufzeiten in regelmäßigen Abständen überprüft. Alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre unter Verwendung der Barwertmethode abgezinst. Rückstellungen von bis zu einem Jahr Restlaufzeit werden nicht abgezinst. Die Aufzinsung erfolgt mit dem Zinssatz des Vorjahres. Aufwendungen aus Aufzinsung werden im Zinsergebnis gezeigt.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Disagios werden aktivisch abgegrenzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit den Devisenkassamittelkursen bewertet. Sofern sie eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben, werden sie ohne Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips bewertet.

Zur Sicherung von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps, Devisenoptionen und Zinsderivate abgeschlossen. Dies führt bei bestehendem Sicherungszusammenhang zur Bildung von Bewertungseinheiten zwischen dem jeweiligen Grundgeschäft und den dafür abgeschlossenen Sicherungsgeschäften. Die Wacker Chemie AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab, als auch Risiken gleichartiger Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Geschäfte in Fremdwährung teilweise abgesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft innerhalb der Bewertungseinheit nach der sog. Einfrierungsmethode, d.h. durch Beibehaltung der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen, werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden für Verlustüberhänge Drohverlustrückstellungen gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit es sich bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander verrechnet. In Einzelfällen kommt auch die sog. Durchbuchungsmethode zur Anwendung. Dabei werden sämtliche Marktwertveränderungen aufgrund von Währungsschwankungen sowohl beim Grund- als auch bei den Sicherungsgeschäften ergebniswirksam erfasst.

Kursgewinne bzw. Kursverluste aus dem operativen Geschäft und der kurzfristigen Finanzierung von verbundenen Unternehmen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Kursgewinne bzw. -verluste aus langfristiger Finanzierung werden im sonstigen Finanzergebnis gezeigt.

3 Umsatzerlöse

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BEREICHE Umsatzerlöse
2017 2016
WACKER SILICONES 1.622,7 1.502,0
WACKER POLYMERS 775,1 731,4
WACKER POLYSILICON 1.128,0 1.099,8
WACKER BIOSOLUTIONS 139,4 138,7
Sonstiges*) 194,5 179,3
3.859,7 3.651,2

*) Unter dem Bereich "Sonstiges" werden Erlöse aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie Erlöse aus dem Salzgeschäft ausgewiesen.

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REGIONEN Umsatzerlöse (Sitz der Kunden)
2017 2016
Deutschland 857,0 780,3
Übriges Europa 1.107,1 1.031,1
Amerika 369,4 374,1
Asien 1.333,1 1.282,2
Übrige Regionen 193,1 183,5
3.859,7 3.651,2

4 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Währungsgeschäften, der Auflösung von Rückstellungen und Versicherungserstattungen ausgewiesen.

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2017 2016
Erträge aus Währungsumrechnung 38,2 86,7
Erträge aus Währungsderivaten 23,7 6,3
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen1) 7,6 11,6
Versicherungserstattungen 0,5 0,7
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen1) 1,0 0,0
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen1) 2,2 4,6
Subventionen / Zuschüsse 0,9 1,2
Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen1) 0,0 20,3
Übrige betriebliche Erträge2) 61,7 99,0
135,8 230,4

1) periodenfremde Erträge
2) darin enthalten: periodenfremde Erträge in Höhe von 16,2 Mio. Euro (Vorjahr: 19,0 Mio. Euro), im Wesentlichen aus Kostenerstattungen

5 Materialaufwand

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2017 2016
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.940,0 -1.768,0
Aufwendungen für bezogene Leistungen -18,9 -20,4
-1.958,9 -1.788,4

6 Personalaufwand

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2017 2016
Löhne, Gehälter und Aufwendungen für Altersteilzeit -733,0 -674,2
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -117,1 -108,8
Aufwendungen für Altersversorgung -51,6 -89,4
-901,7 -872,4

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge.

In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sowie Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, enthalten.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, werden im Zinsergebnis erfasst.

7 Abschreibungen

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2017 2016
Planmäßige Abschreibungen -269,2 -296,5
Außerplanmäßige Abschreibungen 0,0 0,0
-269,2 -296,5

8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten, Reparatur- / Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.

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2017 2016
Aufwendungen aus Währungsumrechnung -32,7 -15,4
Aufwendungen aus Währungsderivaten -37,8 -86,2
Wertberichtigungen auf Forderungen -0,3 -0,9
Verluste aus Anlagenabgang1) -1,6 -1,2
Vertriebskosten (Frachten, Vertreterkosten) -219,7 -196,5
Pachten, Mieten, Leasing -63,4 -61,2
Reparaturen, Instandhaltung, Fremdleistungen -187,8 -217,1
Übrige betriebliche Aufwendungen2) -170,0 -168,7
-713,3 -747,2
Sonstige Steuern (im Wesentlichen vermögensabhängige Steuern) -1,2 -1,4
-714,5 -748,6

1) periodenfremde Aufwendungen
2) darin enthalten: periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr 0,1 Mio. Euro)

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge, Kostenübernahmen von Tochtergesellschaften, Reisekosten, sonstige personalbezogene Kosten, Beratungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen sowie Aufwendungen für Umweltschutz, rechtliche und andere Risiken enthalten.

9 Finanzergebnis

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Beteiligungsergebnis
Erträge aus Gewinnübernahmen 30,5 22,7
Erträge aus Beteiligungen 12,8 15,3
davon verbundene Unternehmen (10,9) (13,1)
Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,0 -10,9
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen -10,0 0,0
Sonstige außerplanmäßige Beteiligungsabschreibungen 0,0 0,0
33,3 27,1

Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren im Wesentlichen aus Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen mit der Alzwerke GmbH, der DRAWIN Vertriebs-GmbH, der Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH sowie mit der Wacker Biotech GmbH.

Der Aufwand aus Verlustübernahme in 2016 resultiert im Wesentlichen aus dem Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der Alzwerke GmbH und ergab sich im Zusammenhang mit der in 2016 durchgeführten Sanierung des Alzkanals.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in 2017 betreffen die Anteile an der Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo.

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Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen 2017 2016
Gewinne aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen 258,1 0,0

Die Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen den Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG, München. Zwischen dem 24. Januar und 9. Februar 2017 wurden insgesamt sechs Prozent der Aktien über die Börse veräußert. Am 15. März 2017 reduzierte WACKER seine Beteiligung an der Siltronic AG um weitere 21 Prozent auf nunmehr 30,83 Prozent im Rahmen einer Platzierung bei institutionellen Investoren.

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Zinsergebnis 2017 2016
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 28,5 15,7
davon verbundene Unternehmen (24,3) (11,4)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 18,1 23,4
davon verbundene Unternehmen (15,6) (23,3)
Aufwendungen aus der Abzinsung von Forderungen und der Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten -72,5 -23,7
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -11,0 -12,9
davon verbundene Unternehmen (1) (0)
-36,9 2,5
Sonstiges Finanzergebnis
Übrige finanzielle Erträge 0,7 5,1
Übrige finanzielle Aufwendungen -2,7 -6,3
-2,0 -1,2
Finanzergebnis gesamt -5,6 28,4

Die Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung resultieren mit 63,9 Mio. Euro aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen (Vorjahr 13,7 Mio. Euro). Die Effekte aus der Aufzinsung und Zinsänderung anderer langfristiger Personalrückstellungen betragen 5,0 Mio. Euro (Vorjahr 5,8 Mio. Euro). Der darin enthaltene Aufwand aus Rückstellungen für Altersteilzeit beträgt 1,9 Mio. Euro (Vorjahr 2,1 Mio. Euro) und setzt sich aus der Verrechnung des Aufwands aus Aufzinsung und den Erträgen und Aufwendungen aus Deckungsvermögen zusammen. Im Jahr 2017 betragen die Aufwendungen aus Deckungsvermögen wie im Vorjahr 0,1 Mio. Euro. Weiterhin sind Effekte aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen, im Wesentlichen für Rückstellungen für Umweltschutzauflagen, in Höhe von 3,6 Mio. Euro enthalten (Vorjahr 3,5 Mio. Euro).

In den übrigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen sind Gewinne aus der Bewertung von Finanzschulden in Fremdwährung von 5,9 Mio. Euro und Verluste aus deren Absicherung von 5,9 Mio. Euro enthalten (Vorjahr 5,1 Mio. Euro Verluste aus der Bewertung von Finanzschulden in Fremdwährung und 5,1 Mio. Euro Gewinne aus deren Absicherung).

10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Es ergaben sich periodenfremde Steuererträge von 1,8 Mio. Euro und periodenfremde Steueraufwendungen von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr Ertrag von 5,5 Mio. Euro). Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten.

Latente Steuern betreffen nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Insgesamt erwartet die Wacker Chemie AG als Organträger zum 31. Dezember 2017 Steuerentlastungen in Höhe von 225,0 Mio. Euro (Vorjahr 203,1 Mio. Euro), die ausschließlich aus aktiven Steuerlatenzen bestehen. Hierbei wurde, wie auch im Vorjahr, ein kombinierter Steuersatz von 28,01 % zugrunde gelegt. Die Steuerentlastungen wurden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Steuerliche Verlustvorträge bestehen nicht.

Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 225,0 Mio. Euro (Vorjahr 203,1 Mio. Euro) verteilen sich auf Anlagevermögen mit 97,8 Mio. Euro (Vorjahr 84,3 Mio. Euro), Umlaufvermögen mit 11,0 Mio. Euro (Vorjahr 9,9 Mio. Euro), Pensionsverpflichtungen mit 76,2 Mio. Euro (Vorjahr 65,9 Mio. Euro), übrige Rückstellungen (u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste) sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 40,0 Mio. Euro (Vorjahr 43,0 Mio. Euro).

11 Immaterielle Vermögensgegenstände

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Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechte und Werten
Anschaffungskosten
Anfangsstand 01.01.2017 136,1
Zugänge 10,2
Abgänge -1,5
Umbuchungen 1,6
Endstand 31.12.2017 146,4
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2017 126,3
Zugänge 5,8
Abgänge -1,4
Endstand 31.12.2017 130,7
Bilanzwert 31.12.2017 15,7
Bilanzwert 31.12.2016 9,8

12 Sachanlagen

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Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01.01.2017 709,4 4.653,9 450,2 75,1 5.888,6
Zugänge 7,0 64,9 19,2 67,9 159,0
Abgänge -2,0 -27,2 -18,8 0,0 -48,0
Umbuchungen 2,9 46,1 5,2 -55,8 -1,6
Endstand 31.12.2017 717,3 4.737,7 455,8 87,2 5.998,0
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2017 491,2 3.880,3 381,5 0,0 4.753,0
Zugänge 28,5 211,8 23,1 0,0 263,4
Abgänge -1,9 -26,5 -18,0 0,0 -46,4
Endstand 31.12.2017 517,8 4.065,6 386,6 0,0 4.970,0
Bilanzwert 31.12.2017 199,5 672,1 69,2 87,2 1.028,0
Bilanzwert 31.12.2016 218,2 773,6 68,7 75,1 1.135,6

13 Finanzanlagen

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Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen WMM Universal Fonds Ausleihungen an verbundene Unternehmen Ausleihungen an Beteiligungen Gesamt
Anschaffungskosten
Anfangsstand 01.01.2017 3.120,9 118,9 106,4 600,0 87,9 4.034,1
Zugänge 399,4 0,0 0,0 0,7 0,0 400,1
Abgänge -1.610,4 0,0 0,0 0,0 0,0 -1.610,4
Umbuchungen -164,6 164,6 0,0 0,0 0,0 0,0
Endstand 31.12.2017 1.745,3 283,5 106,4 600,7 87,9 2.823,8
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2017 1.213,1 105,4 0,0 0,0 0,0 1.318,5
Zugänge 10,0 0,0 1,6 0,0 0,0 11,6
Abgänge -1.040,0 0,0 0,0 0,0 0,0 -1.040,0
Endstand 31.12.2017 183,1 105,4 1,6 0,0 0,0 290,1
Bilanzwert 31.12.2017 1.562,2 178,1 104,8 600,7 87,9 2.533,7
Bilanzwert 31.12.2016 1.907,8 13,5 106,4 600,0 87,9 2.715,6

Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen Kapitalerhöhungen bei der Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie, Niederlande von insgesamt 64,3 Mio. Euro und Zugänge von Anteilen an der Siltronic AG, München im Zusammenhang mit der Verschmelzung mit der Wacker Dritten Venture GmbH, München zum 1. Januar 2017. Die Abgänge betreffen den Anteil an der Wacker Chemie Dritte Venture GmbH, München, die auf den 1. Januar 2017 mit der Wacker Chemie AG verschmolzen wurde und den Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG im Januar und im März 2017. Durch den Verkauf sanken die Anteile an der Siltronic AG von 57,83 % auf 30,83 %. Mit dem Rückgang der Beteiligungsquote wurden die Anteile von Anteilen an verbundenen Unternehmen in die Beteiligungen umgegliedert.

Die vom WMM Universal Fonds erworbenen Wertpapiere stellen bei diesem Sondervermögen nach § 6 KAGG dar. Anlageziel des Fonds ist Kapitalwachstum bei einem ausgewogenen Rendite-Risikoverhältnis im Rahmen einer konservativen Anlagepolitik. Das Fondsvermögen betrug zum Stichtag 104,9 Mio. Euro (im Vorjahr 105,6 Mio. Euro) und war zum größten Teil in festverzinsliche Wertpapiere investiert, wobei der Schwerpunkt der Anlagen im relativ ausfallsicheren Bereich bonitätsstarker Unternehmensanleihen liegt. Das restliche Vermögen in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr 0,9 Mio. Euro) wurde als Liquidität gehalten. Im Geschäftsjahr 2017 wurden 0,4 Mio. Euro (Vorjahr 0,9 Mio. Euro), die im Zinsergebnis erfasst sind, ausgeschüttet.

Aufgrund der in der Vergangenheit vorgenommenen Ausschüttungen und des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus erfolgte im Geschäftsjahr 2017 eine Korrektur des Buchwerts am WMM Universal Fond auf die noch zu erwartenden Rückflüsse.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen mit 600 Mio. Euro die Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA. Die Ausleihungen an Beteiligungen betreffen ein langfristiges Darlehen an die Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang.

Die Aufstellung des Anteilbesitzes ist unter Ziffer 32 aufgeführt.

14 Vorräte

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2017 2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 102,8 87,1
Erzeugnisse, Waren 378,7 337,5
Nicht abgerechnete Leistungen 0,4 0,2
481,9 424,8

Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen zum Teil erbrachte, aber noch nicht abgerechnete, Leistungen.

15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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2017 2016
Gesamt davon Restlaufzeit über 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 393,2 0,0 414,0 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 141,0 0,0 296,6 0,0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 9,6 0,0 1,4 0,0
Sonstige Vermögensgegenstände 88,2 0,0 63,7 0,0
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 238,8 0,0 361,7 0,0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 632,0 0,0 775,7 0,0

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 86,1 Mio. Euro (Vorjahr 101,5 Mio. Euro) sowie Darlehens- und Cash Pool Forderungen in Höhe von 53,2 Mio. Euro (Vorjahr 194,5 Mio. Euro).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinsforderungen an assoziierte Unternehmen.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden Forderungen an Steuerbehörden in Höhe von 35,6 Mio. Euro (Vorjahr 23,8 Mio. Euro) ausgewiesen.

16 Wertpapiere und Termingelder

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2017 2016
Sonstige Wertpapiere und Termingelder 155,0 0,0
Insgesamt 155,0 0,0

In 2017 werden unter diesem Posten Termingelder mit einer Laufzeit von mehr als 3 Monaten ausgewiesen.

17 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten sowie Mieten und Disagios erfasst, soweit sie zukünftige Geschäftsjahre betreffen.

Die Disagios betragen zum Bilanzstichtag 2,3 Mio. Euro (Vorjahr 2,0 Mio. Euro).

18 Eigenkapital

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Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage Andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Gesamt
01.01.2017 248,4 157,3 1.000,0 1.243,8 2.649,5
Ausschüttung* 0,0 0,0 0,0 -99,4 -99,4
Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0 358,0 358,0
31.12.2017 248,4 157,3 1.000,0 1.502,4 2.908,1

* Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung 2017.

Der im Bilanzgewinn enthaltene Gewinnvortrag beträgt 1.144,4 Mio. Euro (Vorjahr 1.122,4 Mio. Euro).

Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien. Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617 Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000 Euro entspricht dies einem Wert von 12.373.085 Euro (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden.

Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf 45,7 Mio. Euro (Vorjahr 35,7 Mio. Euro). Dieser Wert entspricht den Anschaffungskosten im laufenden Jahr. Im Vorjahr lag der Betrag um 0,2 Mio. Euro über den Anschaffungskosten.

Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde und ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich zum Stichtag auf 111,7 Mio. Euro (Vorjahr 88,1 Mio. Euro).

Eine Ausschüttungssperre (§ 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs. 6 HGB) bezogen auf den Bilanzgewinn besteht nicht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 7. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. The Capital Research and Management Company, Inc., Los Angeles, USA, eine Tochtergesellschaft der Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, USA, hat am 22. Juni 2015 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG überschritten. Am 28. April 2017 hat die Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, USA mitgeteilt, dass die Capital Research and Management Company am 26. April 2017 die Schwelle von 3 % unterschritten hat. Der Anteil betrug zu diesem Tag 2,68%. Die Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt/Main hat am 24. Januar 2017 mitgeteilt, dass sie am 19. Januar 2017 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat. Der Stimmrechtsanteil betrug zu diesem Tag 3,01%. Am 20. Januar 2017 wurde die Schwelle von 3 % wieder unterschritten. Der Stimmrechtsanteil betrug zu diesem Tag 2,99%. Am 26. Januar 2017 hat die Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt/Main mitgeteilt, dass sie am 23. Januar 2017 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat. Der Stimmrechtsanteil betrug zu diesem Tag 3,003%. Am 27. Januar 2017 wurde mitgeteilt, dass am 25. Januar 2017 die Schwelle von 3 % der Stimmrechtsanteile wieder unterschritten wurde. Der Stimmrechtsanteil betrug zu diesem Tag 2,96%.

Weitere Informationen sind im Unternehmensregister angegeben (www.unternehmensregister.de).

19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für Mitarbeiter der Wacker Chemie AG wird im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Derzeit beträgt der Firmenbeitrag 400 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Die Wacker Chemie AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf der Pensionskasse zu sichern, soweit er nicht aus den laufenden Mitgliedsbeiträgen der Wacker Chemie AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden kann. Eine Unterdeckung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG bestand zum Stichtag nicht.

Zusätzlich gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungspflichtigen Direktzusagen. Weiter besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, freiwillig Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln.

Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet.

Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameter zugrunde gelegt:

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2017 2016
Rechnungszins (p.a.)
- 10-Jahres-Durchschnitt 3,68% 4,01%
- 7-Jahres-Durchschnitt 2,80% 3,24%
Einkommenssteigerung (p.a.) 2,50% 2,50%
Erhöhung der Bemessungsgrundlage 2,50% 2,50%
Rentenanpassung
- Grund- und Zusatzversorgung 1,80 % bzw. 1,00 % 1,80 % bzw. 1,00 %
- Gehaltsumwandlung 2,50 % bzw. 1,00 % 2,50 % bzw. 1,00 %
Sterblichkeit HEU98MOD6085 HEU98MOD6085

Bei Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren hätte sich eine Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 874,2 Mio. Euro (Vorjahr 793,9 Mio. Euro) ergeben.

20 Andere Rückstellungen

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2017 2016
Steuerrückstellungen 121,5 85,9
Sonstige Rückstellungen 317,5 327,6
439,0 413,5

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Personalverpflichtungen, Umweltschutzauflagen, mögliche Schadenersatzzahlungen, ausstehende Rechnungen sowie Kundenboni.

Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 50,2 Mio. Euro (Vorjahr 46,5 Mio. Euro) umfasst ratierlich zugeführte Verpflichtungen für noch nicht entlohnte Anteile der Arbeitsleistung während der Beschäftigungsphase (Erfüllungsrückstand) sowie Aufstockungsbeträge und Abfindungen in voller Höhe. Berücksichtigt werden alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze. Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls in die Rückstellung einbezogen.

Die Höhe der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2017 betrug 95,9 Mio. Euro (Vorjahr 82,2 Mio. Euro). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf 45,7 Mio. Euro (Vorjahr 35,7 Mio. Euro). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betragen 45,7 Mio. Euro (Vorjahr 35,5 Mio. Euro).

Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen Entgelt- und Rentenanpassungen entsprechen den bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2017 zugrunde gelegte Rechnungszins beträgt 1,43 % (Vorjahr 1,81 %).

21 Finanzverbindlichkeiten

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2017
Gesamt davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 298,0 66,0 232,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 197,2 197,2 0,0 0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 1,4 1,4 0,0 0,0
496,6 264,6 232,0 0,0
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2016
Gesamt davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 545,2 447,2 98,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 98,3 98,3 0,0 0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 3,5 3,5 0,0 0,0
647,0 549,0 98,0 0,0

22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten

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2017
Gesamt davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 136,2 136,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 95,3 95,3 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus Steuern 13,4 13,4 0,0 0,0
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,2 0,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 0,2 0,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus glattgestellten Termingeschäften 0,1 0,1 0,0 0,0
Erhaltene Anzahlungen 170,5 58,0 112,5 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 9,7 9,7 0,0 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 289,4 176,9 112,5 0,0
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2016
Gesamt davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 184,2 184,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 253,3 253,3 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus Steuern 10,7 10,7 0,0 0,0
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,2 0,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 0,2 0,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus glattgestellten Termingeschäften 0,4 0,4 0,0 0,0
Erhaltene Anzahlungen 242,0 82,0 160,0 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 9,7 9,7 0,0 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 516,5 356,5 160,0 0,0

Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

23 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Wacker Chemie AG hat sich in 2014 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG über einen festgelegten Zeitraum von 5 Jahren verpflichtet. Die Siltronic AG hat dafür eine einmalige Zahlung in Höhe von 39,0 Mio. Euro geleistet. Dieser Betrag wird zeitanteilig aufgelöst. Der noch verbleibende Betrag beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 36,9 Mio. Euro (Vorjahr 37,9 Mio. Euro).

24 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

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2017 2016
WACKER SILICONES 2.730 2.629
WACKER POLYMERS 921 914
WACKER POLYSILICON 1.926 1.912
WACKER BIOSOLUTIONS 226 222
Sonstiges 3.884 3.870
9.687 9.546

25 Nicht in der Bilanz enthaltene Haftungsverhältnisse

Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.

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2017 2016
Bürgschaften 694,9 858,7
davon für verbundene Unternehmen (694,4) (858,2)

Die angegebenen Bürgschaften sichern im Wesentlichen die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen. Weiter enthält der Betrag Vertragserfüllungsgarantien gegenüber Dritten für Tochterunternehmen. Darüber hinaus sichert die Wacker Chemie AG die Bezahlung von Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen ab.

Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochterunternehmen, für die die Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich.

Die Wacker Chemie AG haftet zudem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen Tochtergesellschaften, mit denen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge bestehen.

26 Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Prüferhonorare

Die nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.

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Miet-, Pacht- und Leasingverträge 2017 2016
Ausgaben im Folgejahr 40,4 37,8
Ausgaben im 2. - 4. Jahr 47,0 58,7
Ausgaben im 5. Jahr und später 16,5 9,2
103,9 105,7

Darin enthalten sind folgende wesentliche Einzelsachverhalte:

Es besteht ein Mietvertrag für das Gebäude der Hauptverwaltung München mit der PK Wacker GSG GmbH & Co. KG, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis Oktober 2021. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das Gebäude.

Ein Leasingvertrag besteht für ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. Es besteht das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern die Wacker Chemie AG oder ein mit ihr verbundenes Unternehmen dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden.

Auch enthalten sind weitere Miet- und Pachtverträge für Lagergebäude, Maschinen, technische Anlagen, Kesselwagen, Container, IT-Equipment und den Fuhrpark.

Die Leasing- und Pachtverträge dienen der vereinfachten Beschaffung von Betriebsmitteln und der Finanzierung von Anlagevermögen. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

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2017 2016
Bestellobligo Investitionsvorhaben 98,9 52,9
davon gegenüber verbundenen Unternehmen (0,0) (0,0)

Neben dem Bestellobligo für Investitionsvorhaben bestehen wesentliche langfristige Abnahmeverpflichtungen aus Strom-, Gas- und Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2033. Zum 31. Dezember 2017 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung nominal auf insgesamt 0,93 Mrd. Euro (Vorjahr 1,06 Mrd. Euro). Die Verträge dienen der Sicherstellung der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang benötigt werden.

Weiter hat sich die Wacker Chemie AG zur Absicherung der langfristig vereinbarten Abnahme von Rohstoffen durch Tochterunternehmen gegenüber einem assoziierten Unternehmen verpflichtet. Zudem besteht im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung bei der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L.L.C. die Verpflichtung zur Abnahme von Polysilicium. Das geplante Produktionsvolumen am Standort Tennessee beträgt durchschnittlich ca. 20 kt pro Jahr.

Im Rahmen von Investitionstätigkeiten hat die Wacker Chemie AG Zulagen sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand erhalten. Diese sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Die Dauer für die Erfüllung dieser Bedingungen ist zeitlich begrenzt.

Von Zeit zu Zeit ist die Wacker Chemie AG in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft keine negativen Auswirkungen.

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Honoraraufwand für den Abschlussprüfer 2017 2016
Abschlussprüfung 0,6 0,6
Andere Bestätigungsleistungen 0,1 0,1
0,7 0,7

27 Derivative Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Zur Sicherung von Zinsänderungsrisiken werden Zinsderivate und zur Sicherung von Rohstoffrisiken werden ggf. Warentermingeschäfte abgeschlossen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und Zahlungsmitteleingangs, soweit sie auf Wechselkurs-, Zinssatz- und Rohstoffpreisänderungen beruhen, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien.

Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:

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Währungsderivate
2017 2016
Nominalwerte 342,1 417,5
Marktwerte 5,6 -9,7
Kreditrisiko 5,8 0,8

Die abgeschlossenen Währungsderivate haben wie im Vorjahr Laufzeiten von maximal 13 Monaten.

Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrundeliegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte und stellt die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners dar. Die Geschäfte werden deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung von den am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei werden Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Einen wesentlichen Umfang der Sicherungsmaßnahmen stellt die Abdeckung der Währungsrisiken aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus ausgereichten und empfangenen Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen dar. Zur Abdeckung dieser Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps mit einem Nominalvolumen von 68,6 Mio. Euro (Vorjahr 245,9 Mio. Euro) abgeschlossen. Gleichartige Grundgeschäfte werden zu Portfolien zusammengefasst. Daraus ergeben sich positive beizulegende Zeitwerte in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr 0,7 Mio. Euro) sowie negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von insgesamt 0,1 Mio. Euro (Vorjahr 0,4 Mio. Euro), wovon 0,1 Mio. Euro als Drohverlustrückstellung (Vorjahr 0,4 Mio. Euro) erfasst werden. Diese Geschäfte werden im Jahr 2018 fällig.

Zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte in Fremdwährung bestehen Devisentermingeschäfte im Nominalwert von 273,5 Mio. Euro (Vorjahr 84,1 Mio. Euro) mit einer maximalen Restlaufzeit wie im Vorjahr von 13 Monaten. Zu den erwarteten Geschäften gehören noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Für diese sogenannten strategischen Geschäfte werden -soweit zulässig- Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Der beizulegende Zeitwert der strategischen Geschäfte beläuft sich insgesamt auf 5,3 Mio. Euro (Vorjahr -3,6 Mio. Euro). Aufgrund der Einfrierungsmethode werden noch offene Geschäfte mit einem Marktwert in Höhe von 4,3 Mio. Euro nicht bilanziert (Vorjahr -3,1 Mio. Euro). Aus glattgestellten Geschäften ergeben sich Forderungen in Höhe von 1,1 Mio. Euro (Vorjahr 0,1 Mio. Euro) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von -0,1 Mio. Euro (Vorjahr -0,4 Mio. Euro). Für negative Marktwerte aus offenen Geschäften, für die keine Bewertungseinheiten bestanden, wurde in 2016 eine Drohverlustrückstellung in Höhe von -0,2 Mio. Euro gebildet.

Der im Geschäftsjahr 2012 aufgenommene Kredit über 10 Mrd. Yen wurde in 2017 vollständig zurückgeführt. Die sich bis dahin ergebenden ausgleichenden Marktwertveränderungen werden im Übrigen finanziellen Ertrag bzw. im Übrigen finanziellen Aufwand ausgewiesen.

Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Wacker Chemie AG grundsätzlich nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung der Fair Values von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren. Die Effektivität für die Sicherung der langfristigen Finanzschuld war aufgrund der identischen Nominalvolumina bzw. des abgesicherten Währungsrisikos von 10 Mrd. Yen stets zu 100% gegeben.

Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten ergeben, zusammen:

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2017 2016
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften, glattgestellten Geschäften und Zinsabgrenzungen 1,1 0,2
Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten Zinsabgrenzungen, Verbindlichkeiten aus glattgestellten Geschäften und Kaufoptionen 0,1 0,4
Sonstige Rückstellungen für noch offene Derivat-Geschäfte 0,1 7,1

28 Verschmelzungen

Aufgrund der Verschmelzungsverträge vom 27. Juni 2017 wurde im Geschäftsjahr 2017 mit Wirkung zum 1. Januar 2017 das Vermögen und die Schulden der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München und der W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München auf die Wacker Chemie AG verschmolzen.

Die Auswirkungen der zum Buchwert übertragenen Vermögensgegenstände und Schulden zum Stichtag 1. Januar 2017 auf die Wacker Chemie AG sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

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Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH W.E.L.T. Reisebüro GmbH
AKTIVA
Anlagevermögen 335,1 -
Forderungen an verbundene Unternehmen 52,6 0,1
387,7 0,1
PASSIVA
Eigenkapital 387,7 -
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 0,1
387,7 0,1

Zum 1. Januar 2017 hielt die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH 49,50 % der Anteile der Siltronic AG zu einem Buchwert von 335,1 Mio. Euro. Aus der Verschmelzung ergab sich ein Verschmelzungsgewinn von 2.273,83 Euro. Die W.E.L.T. Reisebüro GmbH hatte zum Zeitpunkt der Verschmelzung keine Geschäftstätigkeit mehr. Aus der Verschmelzung ergab sich ein Verschmelzungsverlust von 1.099,11 Euro.

Die Verschmelzung der beiden Gesellschaften hatte keinen materiellen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG.

29 Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands

Der Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983 Stammaktien) einen Betrag von 2,50 Euro je Stückaktie für das Jahr 2017 auszuschütten. Ferner sollen die Aktionäre an dem erfolgreichen Verkauf der Anteile an der Siltronic AG sowie der guten Entwicklung der Nettofinanzschulden in Höhe von 2,00 Euro je Stückaktie Sonderdividende beteiligt werden. Insgesamt soll eine Dividende von 223.550.923,50 Euro ausgeschüttet werden. Der verbleibende Restbetrag des Bilanzgewinns in Höhe von 1.278.997.738,43 Euro soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

30 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahestehenden Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen von nur untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch in geringem Umfang zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des Anhangs ersichtlich. Im Berichtsjahr erzielte die Wacker Chemie AG mit assoziierten Unternehmen Umsätze, Lizenzerlöse sowie Erträge aus Verwaltungskostenumlagen in Höhe von 123,8 Mio. Euro (Vorjahr 16,0 Mio. Euro). Assoziierte Unternehmen haben der Wacker Chemie AG für Materialbezüge, Provisionen und sonstige Kosten im Berichtsjahr 0,2 Mio. Euro (Vorjahr 0,6 Mio. Euro) in Rechnung gestellt.

Die Wacker Chemie AG hat sich in 2014 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG über einen festgelegten Zeitraum von fünf Jahren verpflichtet.

Im Rahmen der Unterstützung eines assoziierten Unternehmens übernahm die Wacker Chemie AG im Berichtsjahr 0,4 Mio. Euro (Vorjahr 3,5 Mio. Euro) Beschaffungskosten für ihre Tochtergesellschaften in China.

Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind oben unter Ziffer 25 ausgewiesen.

Zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen siehe Ziffer 13. Die Zinserträge aus der Ausleihung an Beteiligungen betragen 4,1 Mio. Euro (Vorjahr 4,3 Mio. Euro).

Die Wacker Chemie AG mietet das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörige Grundstück seit Oktober 2011 von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die daraus entstandenen Mietaufwendungen belaufen sich auf 4,4 Mio. Euro (Vorjahr 4,3 Mio. Euro). Aus dem Verkauf eines Grundstücks an die Pensionskasse entstanden in 2016 Erträge aus dem Buchgewinn in Höhe von 4,1 Mio. Euro. Zuweisungen an die Pensionskasse führten zu einem Aufwand von 31,7 Mio. Euro (Vorjahr 31,4 Mio. Euro). Im Vorjahr führten Aufwendungen für die Dotierung der Pensionskasse zu einem zusätzlichen Aufwand in Höhe von 36,3 Mio. Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen gegenüber der Pensionskasse in Höhe von 31,5 Mio. Euro (Vorjahr 36,9 Mio. Euro), im Wesentlichen aufgrund von Vorauszahlungen von Arbeitgeberbeiträgen.

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker1,2,3

Vorsitzender

Bad Wiessee

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Blue Elephant Energy AG

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums

ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Manfred Köppl*,1,2,3

Stv. Vorsitzender

Kirchdorf

Betriebsratsvorsitzender

Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Peter Áldozó*

Burghausen

Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Dr. Andreas H. Biagosch

München

Geschäftsführer der Impacting I GmbH & Co. KG und der Impact GmbH

Mitglied des Board of Directors

Ashok Leyland, Chennai, Indien

Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien

Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE

Mitglied des Beirats

ATHOS Service GmbH (seit 30. September 2017)

Lürssen Werft GmbH & Co. KG

Mitglied des Regionalbeirats Süd

Commerzbank AG

Dr. Gregor Biebl

München

Ministerialdirigent

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat

Matthias Biebl

München

Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG

Dagmar Burghart*

Kirchdorf

Teamleiterin Servicecenter

Betriebliche Altersversorgung, Wacker Chemie AG

Konrad Kammergruber*

Burghausen

Leiter Infrastruktur Services, Wacker Chemie AG

Eduard-Harald Klein*,1

Neuötting

Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Franz-Josef Kortüm1,2,3

München

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Webasto SE

Vorsitzender des Beirats

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

Mitglied des Board of Directors

Autoliv Inc., USA

Barbara Kraller*

(seit 24. April 2017)

Taching

Stv. Betriebsratsvorsitzende Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Seppel Kraus*

Olching

Landesbezirksleiter IG BCE, Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats

Novartis Deutschland GmbH Hexal AG

Gerresheimer AG (bis 26. April 2017)

Hansgeorg Schuster*

(bis 14. März 2017)

Braunau am Inn, Österreich

Mitglied des Gesamtbetriebsrats der Siltronic AG

Harald Sikorski*

München

Bezirksleiter IG BCE, Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG

Dr. Thomas Strüngmann

Tegernsee

Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH

Dr. Susanne Weiss

München

Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin

Vorsitzende des Aufsichtsrats

ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Porr AG, Österreich

Schattdecor AG

UBM Development AG, Österreich

Vorsitzende des Beirats

Alu-Sommer GmbH, Österreich

Wirtschaftlicher Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim e.V.

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München

Professor emeritus für Biochemie an der LMU München

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte

Konzernentwicklung

Corporate Communications

Investor Relations

Konzernrevision

Recht

Compliance

Retirement Benefits

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Beirats Bayern

Deutsche Bank AG

Dr. Christian Hartel

WACKER POLYMERS

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor)

Zentrale Ingenieurtechnik

Region Asien

Dr. Tobias Ohler

SILTRONIC (bis 14. März 2017)

Bilanzierung und Steuern

Konzerncontrolling

Finanzen und Versicherungen

Information Technology

Procurement & Logistics

Region Amerika

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Auguste Willems

WACKER SILICONES

WACKER BIOSOLUTIONS

Sales and Distribution

Forschung und Entwicklung

Intellectual Property

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Umwelt/Gesundheit/Sicherheit

Product Stewardship

Regionen Europa, Mittlerer Osten

Mitglied des Landesbeirats Bayern

TÜV Süd AG

* Arbeitnehmervertreter; für die Aufsichtsratsvergütung gelten die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e.V. (VAA).
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Franz-Josef Kortüm)

31 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG

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Vergütungen für Organe (Euro) Feste Vergütung*) Variable Vergütung Altersversorgung**) Insgesamt
Vorstandsvergütung 2017 2.631.856 4.956.160 1.415.435 9.003.451
Vorstandsvergütung 2016 2.611.723 4.866.125 1.177.876 8.655.724
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder 2017 28.090.779
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder 2016 27.587.433
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2017 1.995.326
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2016 2.383.467
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2017 37.590.405
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2016 39.163.469
Aufsichtsratsvergütung 2017 2.152.945 0 2.152.945
Aufsichtsratsvergütung 2016 2.165.000 0 2.165.000

*) inklusive der Nebenleistungen
**) Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen. Der Zinsaufwand belief sich auf 535.197 Euro (Vorjahr 624.036 Euro).

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG und beinhaltet die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind unter Ziffer 29 aufgeführt.

32 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder mittelbar zur Herstellung einer dauernden Verbindung (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11b HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich bei den inländischen Gesellschaften um Beträge nach HGB, bei den ausländischen Gesellschaften um Beträge, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ermittelt wurden.

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Lfd. Nr. Tätigkeit Kenn- zeichen Eigenkapital
T€
Jahresergebnis
T€
Kapitalanteil
in %
gehalten über lfd. Nummer1)
Verbundene Unternehmen
1 Alzwerke GmbH, München Sonstiges a), b) 7.160 - 100,00 0
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn-Riemerling Silicones a), b) 5.015 -1 100,00 0
3 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München Sonstiges a), b) 26 - 100,00 0
4 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München - 29 - 100,00 0
5 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz - 27 - 100,00 0
6 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München - 79 -1 100,00 0
7 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München - 35 - 100,00 0
8 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München - 27 - 100,00 0
9 Wacker Biotech GmbH, Jena Biosolutions a), b) 290 - 100,00 0
10 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München - 24 -1 100,00 0
11 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München - a), b) 2.753 - 100,00 0
12 Wacker-Chemie Zehnte Venture GmbH, München - 25 - 100,00 0
13 Wacker-Chemie Elfte Venture GmbH, München - 25 - 100,00 0
14 Wacker-Chemie Zwölfte Venture GmbH, München - 25 - 100,00 0
Übriges Europa
15 Wacker Chemicals Finance B.V., Zaanstad, Niederlande Holding 1.440.735 3.416 100,00 0
16 Wacker Chemicals Ltd., Purley, Surrey, Großbritannien Vertrieb 992 888 100,00 0
17 Wacker Chemie Italia S.r.L., San Donato Milanese, Italien Vertrieb 2.868 1.285 100,00 0
18 Wacker-Chemie Benelux B.V., Zaanstad, Niederlande Vertrieb 609 591 100,00 15
19 Wacker Chimie S.A.S., Lyon, Frankreich Vertrieb 481 205 100,00 0
20 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden Vertrieb 411 359 100,00 0
21 Wacker Química Ibérica, S.A., Barcelona, Spanien Vertrieb 636 498 100,00 0
22 Wacker-Chemie, s.r.o., Pilsen, Tschechien Vertrieb, Silicones 3.440 225 100,00 0
23 Wacker-Chemia Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen Vertrieb 563 415 100,00 0
24 Wacker Chemie Hungary Kft., Budapest, Ungarn Vertrieb 618 433 100,00 0
25 LLC Wacker Chemie Rus, Moskau, Russland Vertrieb 888 195 100,00 0
26 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Hemne, Norwegen Silicones 80.565 -1.975 100,00 15
27 Wacker Kimya Tic. Ltd.Sti., Istanbul, Türkei Vertrieb 358 275 100,00 15
28 Wacker Biosolutions León, S.L.U., León, Spanien Biosolutions 14.970 -32 100,00 15
Amerika
29 Wacker do Quimica Brasil Ltda., Jandira - Sao Paulo, Brasilien Silicones, Polymers 23.969 -45 99,90 0
0,10 2
30 Wacker Mexicana S.A. de C.V., Mexiko, D.F., Mexiko Vertrieb 1.055 254 100,00 0
31 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA Silicones, Polymers, Biosolutions 1.473.316 1.129 100,00 15
32 Wacker Polysilicon North America, LLC., Cleveland, Tennessee, USA Polysilicon 970.899 -6.278 100,00 31
33 Wacker Colombia S.A.S., Bogotá, Kolumbien Vertrieb 188 24 100,00 15
Asien
34 Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan Silicones 19.005 -1.009 50,004) 0
35 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur Vertrieb 2.470 1.073 100,00 0
36 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong, China Vertrieb 2.703 366 100,00 0
37 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien Silicones 59.455 17.481 51,00 0
38 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, Südkorea Silicones, Polymers 85.022 4.308 100,00 15
39 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan Vertrieb 450 388 100,00 0
40 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur Holding 47.954 -17 51,00 0
41 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 23.771 3.303 100,00 40
42 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 54.551 3.761 100,00 43
43 Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China Vertrieb 178.624 40.277 100,00 0
44 Wacker Chemicals (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing, China Polymers, Biosolutions 53.253 2.093 100,00 43
45 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai, Indien Vertrieb 3.891 148 99,00 15
0,10 0
46 PT. Wacker Chemicals Indonesia, Tangerang, Indonesien Silicones, Polymers, Biosolutions 177 42 99,00 15
1,00 2
Übrige Regionen
47 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Mulgrave, Melbourne, Australien Vertrieb 530 214 100,00 0
48 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai, VAE Vertrieb 3.135 541 100,00 0
Gemeinschaftsunternehmen/ assoziierte Unternehmen
49 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur2) Silicones 323.250 1.293 25,00 0
50 Wacker Dymatic Silicones (Shunde) Co., Ltd., Foshan, China Silicones 19.852 3.945 50,00 43
51 Siltronic AG, München2) Sonstiges 638.123 192.427 30,83 0
Sondervermögen
52 WMM Universal-Fonds (Sondervermögen), Deutschland3) 104.856 -658 100,00 0

a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG Ergebnis- bzw. Verlustübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1) Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2) Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft
3) Anteile am Sondervermögen, Angaben nach IFRS
4) Beherrschender Einfluss auf Grund von potenziellen Stimmrechten

33 Vorgänge nach dem Abschlussstichtag

Die Wacker Chemie AG hat am 09. Januar 2018 das bereits im Dezember 2017 unterschriebene Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. Euro ausbezahlt bekommen. Das Darlehen ist endfällig und teilweise fest, teilweise variabel verzinst. Das Darlehen ist somit nicht mehr Teil der langfristig ungenutzten Kreditlinien wie zum 31.12.2017 noch dargestellt.

34 Veröffentlichung

Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen. Die Offenlegung dieses Konzernabschlusses erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers.

 

München, den 26. Februar 2018

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind.

 

München, den 26. Februar 2018

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Wacker Chemie AG, München

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, München - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst, f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unterernehmen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im zugehörigen Abschnitt "Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung" und zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen im Abschnitt 13 im Anhang.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Zum Bilanzstichtag beträgt der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen EUR 1.562 Mio.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Berechnung des beizulegenden Wertes erfolgt anhand des Ertragswertverfahrens. Die hierbei getroffenen Annahmen sind in hohem Maße von der Einschätzung und Beurteilung der gesetzlichen Vertreter abhängig und unterliegen daher erheblichen Ermessensspielräumen. Dies gilt insbesondere für die Budgetannahmen, die Wachstumsraten und die Kapitalkosten. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass die Anteile an verbundenen Unternehmen nicht werthaltig sind.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Die für die Ermittlung des beizulegenden Werts verwendete Bewertungsmethodik sowie die Bewertungsannahmen und -parameter wurden von uns, unter Einbindung unserer Bewertungsspezialisten, beurteilt. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche haben wir ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt und die verwendeten Annahmen unter anderem mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen (Peer-Group-Vergleich) abgeglichen. Von der Angemessenheit der erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, die der Ertragswertberechnung für die einzelnen zu bewertenden Anteile an verbundenen Unternehmen zugrunde gelegt werden, haben wir uns zudem anhand der durch den Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung überzeugt und dabei beurteilt, ob die in der Unternehmensplanung enthaltenen Planwerte und die zugrundeliegenden Annahmen angemessen sind. Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie aktueller Zwischenergebnisse analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung bzw. der Wachstumsrate auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben. Die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie, die spezifischen Risikozuschläge und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen verwendeten Annahmen und Parameter der Wacker Chemie AG sind insgesamt angemessen.

Die Verschmelzung der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH auf die Wacker Chemie AG und der Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG

Die Darstellung der Transaktion erfolgt im Anhang im Abschnitt 9, 13 sowie 28.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Mit Verschmelzungsvertrag vom 27. Juni 2017 ist die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH auf die Wacker Chemie AG als übernehmenden Rechtsträger mit schuldrechtlicher Rückwirkung zum Verschmelzungsstichtag 1. Januar 2017 zu Buchwerten verschmolzen worden. Im Weiteren veräußerte die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, aufgrund der rückwirkenden Verschmelzung zum 1. Januar 2017, auf Rechnung der Wacker Chemie AG im ersten Quartal 2017 Anteile an der Siltronic AG. Im Rahmen von zwei Transaktionen wurden 8,1 Mio Anteile (entspricht einer Beteiligung von 27 %) über den Kapitalmarkt und über ein Platzierungsverfahren an institutionelle Anleger veräußert. Dies führte zu einer Reduzierung der Anteile von 57,8 % auf 30,8 % an der Siltronic AG. Im Geschäftsjahr wurde der Gewinn aus dem Abgang der Anteile in Höhe von EUR 258 Mio im gesonderten Posten ,Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen' in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Es besteht das Risiko, dass die Übertragung zu Buchwerten aufgrund des Transaktionswertes sowie der zu beachtenden Bilanzierungsvorschriften nicht sachgerecht abgebildet werden.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Zur Prüfung der Verschmelzung haben wir den Verschmelzungsvertrag gewürdigt sowie die Eintragung in das Handelsregister eingesehen. Die Übertragung des Vermögens als Ganzes durch Aufnahme bei der Wacker Chemie AG haben wir auf ihre Richtigkeit hinsichtlich der Übernahme der Buchwerte der Vermögensgegenstände und Schulden sowie der Zuordnung des erzielten Ergebnisses im Jahresabschluss des übernehmenden Rechtsträgers, der Wacker Chemie AG, gewürdigt. Durch Abstimmung mit zugrunde liegenden Bankbelegen sowie Verkaufsverträgen haben wir des Weiteren die sachgerechte Abbildung des Verkaufs der Anteile beurteilt.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Übertragung zu Buchwerten im Wege der Verschmelzung sowie die Verkaufstransaktionen wurden sachgerecht im Abschluss abgebildet.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den von uns vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten gesonderten nichtfinanziellen Bericht und die Erklärung zur Unternehmensführung sowie die uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellten übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Abschlussprüfer der Wacker Chemie AG, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Alfons Maurer.

 

München, den 26. Februar 2018

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andrejewski, Wirtschaftsprüfer

Maurer, Wirtschaftsprüfer