Wacker Chemie AG

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

nach einem starken Auftakt hat sich die Dynamik der Weltwirtschaft im Laufe des Jahres 2018 immer stärker abgeschwächt. Die zunehmende Abkehr vom Prinzip des freien Handels sowie die Politik großer Wirtschaftsnationen, etwa der USA und Chinas, durch staatliche Eingriffe die eigene Volkswirtschaft vor ausländischen Wettbewerbern zu schützen, gefährden das weitere Wachstum. Wir erleben nicht erst seit dem Beschluss der Briten, die EU zu verlassen, dass Unternehmen abhängiger von Entscheidungen einzelner Regierungen werden.

Als Unternehmen mit einem starken Exportanteil in die EU und nach China ist WACKER unmittelbar davon betroffen. Wir selbst wissen aus eigener Erfahrung bei Polysilicium, wie stark Handelsbeschränkungen und Protektionismus das operative Geschäft beeinflussen. Wir verfolgen sehr aufmerksam die weiteren Entwicklungen, weil wir davon ausgehen, dass sie in den nächsten Jahren Auswirkungen auf unser Geschäft haben könnten. Trotz dieser schwierigen politischen Rahmenbedingungen fühlen wir uns gut gerüstet, um unser organisches Wachstum erfolgreich fortzusetzen.

Wir haben in den vergangenen 15 Jahren viel in den Ausbau unseres globalen Produktions- und Vertriebsnetzes investiert. Davon hat im Geschäftsjahr 2018 vor allem unser Chemiegeschäft profitiert. Wir haben unsere Marktposition in West- wie auch in Osteuropa sowie in China weiter ausgebaut. Besonders stark hat sich unser Silicongeschäft entwickelt, wo wir die Nummer zwei in der Welt sind. Unsere große Stärke ist hier das breite Spektrum von hoch entwickelten Produkten für die wichtigsten Schlüsselindustrien.

Mit der Entscheidung, die Mehrheit an der Siltronic AG abzugeben, haben wir uns unabhängiger von zyklischen Märkten gemacht und die Kapitalintensität in unserem Geschäft verringert. Über unseren 30-prozentigen Anteil profitieren wir aber weiterhin von der positiven Geschäftsentwicklung.

Die gute Kapitalausstattung des Unternehmens verschafft uns die nötigen Handlungsspielräume für unsere langfristig angelegte Wachstumsstrategie. Die Investitionen im Jahr 2018 konnten wir vollständig aus dem Cashflow finanzieren. Dazu kommen eine hohe Eigenkapitalquote sowie eine geringe Nettofinanzverschuldung.

Wir als Unternehmen sehen es als eine unserer Kernaufgaben an, weiter konsequent für freien Handel einzutreten. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass wir in Zukunft nur so den Wohlstand und das Wachstum schaffen können, von dem immer mehr Menschen auf der Welt profitieren werden. Hinzu kommt: Je mehr Menschen einen Zuwachs an Wohlstand erreichen, desto größer ist auch ihr Wunsch nach mehr Lebensqualität. Hier kommt WACKER mit seinen hochwertigen Produkten ins Spiel. Es gibt für uns noch viele Märkte zu entwickeln und auszubauen, um weitere Marktanteile zu gewinnen.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von WACKER dankt der Aufsichtsrat für ihren hohen persönlichen Einsatz und ihre Leistung im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2018 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage und über Compliance-Themen informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2018 ist der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen zusammengetreten, drei im ersten - darunter die konstituierende Sitzung des neu gewählten Aufsichtsrats - und zwei im zweiten Halbjahr. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet.

Kein Mitglied hat an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen. An den Sitzungen der Ausschüsse haben jeweils alle Mitglieder dieser Ausschüsse teilgenommen.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

die Antidumpingverfahren gegen die Solar- und weitere Industrien in den USA, der EU und China, ihre Auswirkungen auf WACKER und entsprechende Handlungsmöglichkeiten

die Explosion in einer Anlage am Produktionsstandort Charleston in Tennessee und deren Folgen

die Entwicklung des Aktienkurses

Maßnahmen zur Konzernfinanzierung

die Vertragsverlängerungen des Vorstandsmitglieds Auguste Willems

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 06. Dezember 2018 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2019 - 2023 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2019.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Herr Franz-Josef Kortüm vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Peter-Alexander Wacker in den Ausschüssen den Vorsitz.

Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2017, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns, der CSR-Berichterstattung sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Er überwachte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich darüber hinaus mit den von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2018 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2018 zweimal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (Festlegung der Gesamtbezüge, Festsetzung der Erfolgsziele für die variable Vergütung, Empfehlung an den Aufsichtsrat zu der Vertragsverlängerung von Herrn Willems).

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 06. Dezember 2018 behandelt und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich.

Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.

In seiner Sitzung im Dezember 2018 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2018, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2018) einschließlich der Buchhaltung geprüft.

Die Prüfungsaufträge hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 09. Mai 2018 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte uneingeschränkte Bestätigungsvermerke.

Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht. Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 26. Februar 2019 die oben genannten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289b, 315b HGB) sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 13. März 2019 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen - einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts für die Wacker Chemie AG und den Konzern - intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG wurden auf der Hauptversammlung am 09. Mai 2018 in München gewählt. Als neues Mitglied wählte die Hauptversammlung Ann-Sophie Wacker in den Aufsichtsrat, Dr. Thomas Strüngmann hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Alle anderen Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite wurden wiedergewählt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Dr. Peter-Alexander Wacker in der konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung bestätigt. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren bereits vor der Hauptversammlung per Wahl durch die Arbeitnehmer und leitenden Angestellten der Wacker Chemie AG bestimmt worden. Dabei wurde Ingrid Heindl für Dagmar Burghart als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat gewählt.

Harald Sikorski legte mit Wirkung zum Ablauf des 31. Oktobers 2018 sein Aufsichtsratsmandat nieder. Als neues Mitglied wurde Jörg Kammermann auf Antrag des Vorstands mit Beschluss des Amtsgerichts München vom 14. November 2018 in den Aufsichtsrat bestellt.

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG hat in seiner Sitzung vom 06. März 2018 das Vorstandsmitglied Auguste Willems in seinem Amt bestätigt. Sein Vertrag wurde um weitere fünf Jahre (bis 31. Dezember 2023) verlängert.

 

München, 13. März 2019

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten, die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 70 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 30 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die chemische Grundstoffindustrie, die Elektro- und Elektronik-, die Solar-, die Textil-, die Nahrungs- und Konsumgüterindustrie sowie die Medizintechnik und die Biotechnologie. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Bau- und Automobilindustrie vertreten. Im Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Halbleiter- und Solarindustrie gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt.

Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit

WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Insgesamt unterhält WACKER 50 Vertriebsbüros in 32 Ländern. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2018 haben wir in Anyang, Südkorea, ein neues technisches Kompetenzzentrum eröffnet.

24 Produktionsstandorte

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 24 Produktionsstandorten (2017: 23). Davon sind zehn in Europa, sieben in Amerika und sieben in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir über 8.100 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2018 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von rund 950.000 Tonnen erzeugt. Das sind knapp 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER.

Rechtliche Unternehmensstruktur

Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 54 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 51 Gesellschaften voll konsolidiert. Drei Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind.

B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte

B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns1

1 Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen

Vier operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche.

Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern.

Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018

Im Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG in seiner Sitzung vom 06. März 2018 den Vertrag mit Vorstandsmitglied Auguste Willems um weitere fünf Jahre verlängert (bis 31. Dezember 2023). Neu gewählt wurden die Vertreter der Arbeitgeber im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG auf der Hauptversammlung am 09. Mai 2018 in München. Als neues Mitglied wählte die Hauptversammlung Ann-Sophie Wacker für Dr. Thomas Strüngmann als Vertreterin der Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat.

B.3 Ressortverteilung im Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance, Retirement Benefits

Dr. Christian Hartel

WACKER POLYMERS

WACKER BIOSOLUTIONS (seit 01. Juli 2018)

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor), Forschung und Entwicklung (seit 01. Juli 2018), Intellectual Property (seit 01. Juli 2018), Zentrale Ingenieurtechnik

Region Asien

Dr. Tobias Ohler

Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Information Technology, Procurement & Logistics

Region Amerika

Auguste Willems

WACKER SILICONES

WACKER BIOSOLUTIONS (bis 30. Juni 2018)

Sales and Distribution, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt/Gesundheit/Sicherheit, Product Stewardship Forschung und Entwicklung (bis 30. Juni 2018), Intellectual Property (bis 30. Juni 2018)

Regionen Europa, Mittlerer Osten

Alle anderen Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite wurden wiedergewählt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Dr. Peter-Alexander Wacker in einer konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung bestätigt. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren bereits vor der Hauptversammlung per Wahl durch die Arbeitnehmer und leitenden Angestellten der Wacker Chemie AG bestimmt worden. Dabei wurde Ingrid Heindl für Dagmar Burghart als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat gewählt.

B.4 Unternehmensstruktur von WACKER

Harald Sikorski hat mit Wirkung zum 31. Oktober 2018 sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt, da er eine neue Aufgabe in einem anderen Landesbezirk übernommen hat. Als neues Mitglied ist Jörg Kammermann auf Antrag des Vorstands mit Beschluss des Amtsgerichts München vom 14. November 2018 in den Aufsichtsrat bestellt worden.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 315d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem Vorstand sowie gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben zum Diversitätskonzept werden dort angegeben.

Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2018, zur Verfügung. Er wurde auch im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht gemäß International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" durch den Konzernabschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen.

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2018 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Produziert werden sowohl Spezialitäten als auch Standardprodukte.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie.

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und für die Solarindustrie her.

B.5 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung

Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

An den Wettbewerbspositionen der drei umsatzstärksten Geschäftsbereiche von WACKER hat es im Geschäftsjahr 2018 keine Veränderung gegeben. Wir gehören weltweit zu den zwei Top-Anbietern bei Siliconen, bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis (VAE) sowie bei Polysilicium. Bei einigen Produkten sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa und Amerika.

Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien.

Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien.

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter ausbauen. Zudem bietet der Geschäftsbereich Feinchemikalien in profitablen Nischen an.

Hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Eigenen Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON nach Produktionskapazitäten weltweit die Nummer eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und bei monokristallinem Polysilicium für die Solarindustrie.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Auftragsentwicklung

Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und mittelfristige Verträge ab. Ein zunehmender Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen anhand von Marktreferenzen. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.

B.6 Wettbewerbspositionen von WACKER

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Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES DowDuPont WACKER Momentive
WACKER POLYMERS WACKER (Dispersionspulver/VAE-Dispersionen) Nouryon (Elotex/ Dispersionspulver) Celanese (Dispersionen) Dairen (Dispersionspulver/ Dispersionen)
WACKER POLYSILICON WACKER GCL-Poly OCI

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können.

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2018 mit rund 44 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten.

Energie- und Rohstoffkosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO2-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte oder Umlagen. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abnahmemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch Preisflexibilität zu erhalten.

Währungsschwankungen

Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften (Derivate) das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 50 Mio. € negativ ausgewirkt.

Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Die Ende Mai bekanntgegebene Entscheidung Chinas, in 2018 die Einspeisevergütung zu drosseln und den Zubau von Photovoltaikanlagen zu deckeln, bremste die Nachfrage nach Solarmodulen. Auf Grund unserer starken Kostenposition, unserer hohen Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer breiten Kundenstruktur sowie fester Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern. WACKER wird weiter daran arbeiten, seine spezifischen Herstellkosten zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten.

B.7 Operative Frühindikatoren

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Geschäftsbereiche Operativer Frühindikator Frühindikator für
WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Rohstoffpreis- und Energiepreisentwicklung unsere Kostenentwicklung
WACKER SILICONES Auftragseingang pro Monat unsere Kapazitätsauslastung
WACKER POLYSILICON Kurz-, Mittel- und Langfristverträge unsere Kapazitätsauslastung, weitere Marktentwicklung
Marktforschung/Kundengespräche Zuwachs der Solarkapazitäten nach Ländern, unsere Kapazitätsauslastung
Alle Geschäftsbereiche Kundengespräche unsere Umsatzentwicklung, unsere Produktqualität
Marktforschung Markttrends, Produktinnovationen

Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft

China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen Polysiliciumhersteller aus den USA erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende Regelung. Die USA haben im Jahr 2018 Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens" (Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren" eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten wird sich wahrscheinlich im Gesamtkontext einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen. Zudem besteht für WACKER die Möglichkeit, im Rahmen eines New Shipper Reviews eine Befreiung von den chinesischen Antidumping- und Antisubventionszöllen auf Polysilicium aus den USA zu beantragen. Die Erfolgsaussichten im derzeitigen Umfeld sind schwer einzuschätzen.

Beendet sind dagegen die Antidumping- und Antisubventionszölle zwischen Europa und China. Für den Export von Polysilicium aus Europa hat WACKER mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) im Mai 2014 eine Mindestpreisvereinbarung unterzeichnet. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Nachdem die EU-Kommission die Antidumping- und Antisubventionszölle gegen chinesische Solarzellen- und -modulhersteller im September 2018 auslaufen ließ, hat auch das MOFCOM alle einschränkenden Maßnahmen mit Wirkung zum 01. November 2018 beendet. Damit kann Polysilicium von WACKER aus der EU ohne die Beschränkungen einer Mindestpreisvereinbarung nach China importiert werden.

Ziele und Strategien

Strategie des WACKER-Konzerns

An der Vision und den fünf übergreifenden strategischen Zielen von WACKER hat sich nichts geändert. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet.

Die strategischen Geschäftsziele für den WACKER-Konzern lauten:

Ausbau unserer Produktionskapazitäten mit Investitionen unterhalb der Abschreibungen.

Höheres Wachstum schaffen als der Durchschnitt der Chemieindustrie.

Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit.

Attraktive Margen im Wirtschaftszyklus erzielen.

Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft steigern.

Unsere Investitionen werden bis mindestens 2020 unterhalb der Abschreibungen liegen. Wir konzentrieren uns auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten.

Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Unterstützt wird das durch Produktinnovationen und einen höheren Anteil an Spezialprodukten. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale.

Wir arbeiten ständig daran, unseren Rohstoffeinsatz zu verringern und die Prozesseffizienz unserer Anlagen zu verbessern. Über das Programm "Wacker Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Wir entwickeln außerdem eine Vielzahl von nachhaltigen Produkten für erneuerbare Energien, Wärmedämmung und Elektromobilität. Sie werden zur Senkung des CO2-Ausstoßes in der Nutzungsphase beitragen.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von >16 Prozent an.

Mit Investitionen unter den Abschreibungen, weiteren Effizienz- und Kostenverbesserungen sowie unserem geplanten Umsatzwachstum erwirtschaften wir einen höheren Cashflow. Die Aktionäre wollen wir noch stärker am Gewinn beteiligen. Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzernjahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten.

Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung. Das Digitalisierungsprogramm, das seit 2017 läuft, umfasst alle Kerngeschäftsprozesse - von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Der digitale Wandel wird die nächsten Jahre intensiv von WACKER vorangetrieben und ist deshalb ein wichtiger Pfeiler einer Transformationsstrategie.

Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES will als weltweit zweitgrößter Hersteller von Siliconen den Anteil von margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil über erzielte Skaleneffekte Kostenführer zu sein. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden. Die globale Präsenz mit Produktionsanlagen sowohl für Dispersionen als auch Dispersionspulver auf VAE-Basis bietet die Chance, Wachstumsregionen als Märkte schneller zu erschließen. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer Produkte im industriellen Maßstab erlauben. Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz und einen hohen Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten weiter zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen zu erhöhen sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. Gleichzeitig halten wir den hohen Qualitätsstandard, mit dem wir den Maßstab in der Industrie setzen. Der Fokus unseres Geschäfts liegt darauf, die Marktposition bei Kunden aus der Halbleiterindustrie auszubauen und unseren Anteil im Bereich monokristallines Polysilicium für die Solarindustrie zu erhöhen.

Steuerungssystem

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen.

Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren.

Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2018 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:

der EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz). Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.

dem ROCE, der Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise dem Return on Capital Employed. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte und das Working Capital bilden das eingesetzte Kapital. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird. Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte sowie auf das Working Capital beeinflusst. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.

dem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Die Entwicklung des BVC ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung.

dem Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren inkl. Zugänge aus Finanzierungsleasing abzüglich Veränderungen der erhaltenen Anzahlungen). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.

Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:

der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.

die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich.

die Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung

Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient.

Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2018

EBITDA-Marge: Im Jahr 2018 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 18,7 Prozent.

B.8 Soll/Ist-Abgleich

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Mio. € Ist 2018 Prognose 2018 2017
EBITDA-Marge (%) 18,7 leicht über Vorjahr 20,6
EBITDA 930,0 mittlerer einstelliger Prozentsatz höher 1.014,1
ROCE (%) 5,9 deutlich über Vorjahr 7,5
Netto-Cashflow 124,7 deutlich positiv deutlich unter Vorjahr 358,1

EBITDA: Für das Jahr 2018 haben wir ein EBITDA erwartet, das um einen mittleren einstelligen Prozentsatz höher liegt als im Vorjahr. Dieses Ziel haben wir nicht erreicht. Der Grund dafür sind noch nicht erhaltene Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston. Im Vergleich zum EBITDA des Vorjahres ist das EBITDA um 84,1 Mio. € auf 930,0 Mio. € zurückgegangen. Im Jahr 2018 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern 10,3 Prozent. Im Jahr 2018 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene nicht erreicht. Mit -266,6 Mio. € war der erreichte Wert schlechter als im Vorjahr.

B.9 ROCE und Wertbeitrag

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Mio. € 2018 2017
EBIT 389,6 423,7
Capital Employed1 4.917,0 5.138,3
ROCE2(%) 5,9 7,5
Kapitalkosten vor Steuern (%) 10,3 10,1
BVC3 -266,6 - 151,8

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert.

ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2018 einen ROCE von 5,9 Prozent. In unserer Prognose vom März 2018 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE deutlich über Vorjahr sein wird. Dieses Ziel haben wir auf Grund nicht erhaltener Versicherungsleistung nicht erreicht.

Netto-Cashflow: Die Prognose für 2018 war ein deutlich positiver Netto-Cashflow, aber deutlich unter Vorjahr. Mit 124,7 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow im Rahmen unserer Prognose bewegt.

Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen.

B.10 Strategische und operative Planung

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a Prognosefestlegung für das laufende Jahr
b Nutzung der operativen Planung als Basis der strategischen Planung (inkl. aktueller Ist- und Rolling-Forecast-Zahlen)
c Strategieklausur
d Verabschiedung der Strategie
e Abbildung der Strategie in der operativen Planung
f Planungsklausur
g Verabschiedung operative Planung (durch Aufsichtsrat)

Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente.

WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten.

Übernahmerechtliche Angaben

B.11 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB

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Zu der nach § 315a Abs. 1 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:
§ 315a (1) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 1.692.317 Stück vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden; der verbleibende Restbestand von 782.300 Stück darf nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden.
§ 315a (1) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315a (1) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital: Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Bad Wiessee, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315a (1) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten: Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
§ 315a (1) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen: Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315a (1) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen: Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gemäß § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315a (1) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien: Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 08. Mai 2015 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315a (1) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen: In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change-of-Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change-of-Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315a (1) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots: Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft hat im Jahr 2018 in allen Regionen ihr Wachstum fortgesetzt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) nahm die weltweite Wirtschaftsleistung um 3,7 Prozent zu. Das Wachstum lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Zunächst waren von den Konjunkturforschern höhere Zuwachsraten prognostiziert worden, die jedoch im Laufe des Jahres angesichts wachsender Risiken nach unten korrigiert wurden.

In den Industrienationen bremsten wachsende Unsicherheiten auf Grund von Handelskonflikten sowie sich zuspitzende politische und geopolitische Krisen die wirtschaftliche Entwicklung. In weiten Teilen Europas wie auch in Japan blieben die Wachstumsraten hinter den Vorjahren zurück. In den USA wirkte die starke Binnenkonjunktur gegenläufig.

B.12 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2018

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF, Europa: OECD

In den Entwicklungs- und Schwellenländern nahm das Bruttoinlandsprodukt zum Teil deutlich zu. Rohstoffexportierende Länder wie Russland und Brasilien profitierten von höheren Ausfuhren. Das Wachstum der indischen Wirtschaft beschleunigte sich dank der starken Inlandsnachfrage. Nach Ansicht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wirkten hier Infrastrukturprogramme und Strukturreformen begünstigend. In China stützte sich die Wirtschaft ebenfalls auf eine starke Binnennachfrage, auch wenn sich das Wachstum leicht abschwächte. Die wirtschaftliche Entwicklung lag mit 6,6 Prozent Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt aber immer noch über den ursprünglichen Erwartungen der Regierung in Peking, die ein Plus von 6,5 Prozent angestrebt hatte.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie.

Chemiebereiche von WACKER mit guter Umsatzentwicklung

Die chemische Industrie hat sich im Jahr 2018 gut entwickelt. Die Produktion ist in nahezu allen Teilen der Welt gewachsen, entsprechend positiv entwickelte sich die Chemienachfrage. Der weltweite Branchenumsatz (inkl. Pharmazeutika) lag nach Angaben des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) im Jahr 2017 bei 4,8 Billionen €, knapp 60 Prozent davon kamen aus Asien. Das günstige internationale Marktumfeld hat auch das Geschäft der Chemieunternehmen hierzulande positiv beeinflusst. Dank der guten Konjunktur nahm die Nachfrage nach deutschen Chemieprodukten im vergangenen Jahr sowohl im Inland als auch im Ausland zu. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag 2018 bei rund 84 Prozent. Laut VCI stieg die Chemieproduktion in Deutschland um 2,5 Prozent. Da gleichzeitig die Chemikalienpreise um 2,0 Prozent zulegten, wuchs der Branchenumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 204 Mrd. € (2017: 195 Mrd. €).

Die Chemiebereiche von WACKER haben ihren Gesamtumsatz in der Summe gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren bessere Preise, vor allem für Siliconprodukte, sowie höhere Absatzmengen. Besonders gut war im Geschäftsbereich WACKER SILICONES die Nachfrage nach Siliconprodukten für die Elektronik-, Textil- und Kunststoffindustrie. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern und Dispersionen auf Basis von Vinylacetatethylen (VAE) steigern. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS entwickelte sich der Umsatz mit Produkten für Pharma- und Agroanwendungen besonders positiv.

Bauindustrie wächst im Jahr 2018

Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH im Jahr 2018 um 2,9 Prozent auf 9,1 Bio. US-$ (2017: 8,9 Bio. US-$) gewachsen. Die Bauleistungen in Westeuropa stiegen um 2,0 Prozent. In Osteuropa nahmen die Bauinvestitionen um 2,7 Prozent zu. Die Investitionen der Bauwirtschaft in Nordamerika wuchsen 2018 um 3,2 Prozent. Besonders kräftig war das Plus der Bauwirtschaft in Asien. Hier sind die Bauinvestitionen um 4,0 Prozent gewachsen.

B.13 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2018

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 12/2018

WACKER POLYMERS konnte seinen Umsatz mit Bauanwendungen weiter steigern. Das Absatzplus bei Dispersionspulvern war getrieben durch den wachsenden Markt für Trockenmörtel in allen Regionen weltweit. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in Asien und hier speziell in China zulegen. Neben Kleb- und Dichtstoffen sind wasserbasierte, umweltverträgliche Beschichtungen ein wichtiger Markt für unsere VAE-Dispersionen. Auch Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten ein Umsatzplus. In allen drei Produktbereichen Bautenschutz, Dicht- und Klebstoffe und silanmodifizierte Polymere konnten wir weiterwachsen. Im Jahr 2018 sind die Umsätze von WACKER SILICONES in allen Regionen gestiegen. Besonders stark war der Zuwachs in den GUS-Staaten, China und Indien.

Elektro- und Elektronikindustrie wächst in Schwellenländern

Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie ist im Jahr 2018 nach Schätzungen des Zentralverbands der Elektronik- und Elektroindustrie (ZVEI) um fünf Prozent gewachsen und erreichte ein Volumen von rund 4,4 Bio. € (2017: 4,2 Bio. €). Dafür verantwortlich sind besonders China und die Schwellenländer, die um jeweils sieben Prozent zulegen konnten.

WACKER hat zwei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON beliefert Kunden aus der Halbleiterindustrie mit Polysilicium. WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz mit Siliconen für die Elektronikindustrie um 20 Prozent steigern. Hierzu trugen besonders Zuwächse für Anwendungen im Bereich Automobilelektronik bei. Bei Silanen für Elektronikanwendungen betrug das Plus zwölf Prozent. Ebenfalls zweistellige Zuwächse waren bei Standardmaterialien zur Herstellung von Formteilen in unterschiedlichsten Anwendungsgebieten zu verzeichnen.

Die Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung

Der weltweite Solarmarkt lag im Jahr 2018 ganz leicht über dem Niveau des Vorjahres. Nach Angaben verschiedener Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 105 Gigawatt (GW) neu installiert (2017: ca. 100 GW). Das sind rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Fördermaßnahmen sowie die stark gesunkenen Systemkosten haben zum weltweiten Ausbau der PV-Installationen beigetragen. Zum Jahresende 2018 waren damit weltweit mehr als 500 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund zwei Drittel der Neuinstallationen wurden 2018 in China, Indien, Japan und den USA getätigt. Durch eine veränderte Förderpolitik sind die Neuinstallationen in China jedoch von 53 GW im Jahr 2017 auf 43 GW im Jahr 2018 gesunken. China hat die Einspeisevergütung und den Zubau von Photovoltaikanlagen im Juni 2018 stark gedrosselt. Zudem führten Effizienzsteigerungen zu einem sinkenden Polysiliciumverbrauch. Das hat sich auf unsere Absatzmengen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ausgewirkt.

B.14 Neu installierte PV-Leistungen 2017 und 2018

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Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2018
2018 2017 %
Deutschland 3.100 1.800 72
Frankreich 1.000 900 11
Übriges Europa 7.500 4.100 83
USA 11.100 10.600 5
Japan 7.000 7.400 -5
China 43.000 52.800 -19
Indien 9.500 9.600 -1
Übrige Welt 22.800 12.800 78
Gesamt 105.000 100.000 5

Quellen: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

Trotz der global leicht gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie herausfordernd. In den USA und Indien sorgten Strafzölle auf importierte Solarzellen und -module für höhere Preise und damit für ein gebremstes Wachstum in diesen Märkten. In Europa wurden die Mindestpreise für importierte Solarzellen und -module zwar zum 03. September 2018 beendet, sinkende Preise für Solarzellen und -module werden ihr volles Marktpotenzial aber voraussichtlich erst ab dem Jahr 2019 entfalten. Auf Grund der nach wie vor bestehenden Überkapazitäten hielt der Preisdruck auf allen Wertschöpfungsstufen weiter an. Das hat dazu geführt, dass sich die finanzielle Situation zahlreicher Solarunternehmen über das Gesamtjahr betrachtet nicht wesentlich verbessert hat.

B.15 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa

Siliciummetall (€ / t)

Ethylen (€ / t)

Methanol (€ / t)

Vinylacetatmonomer (€ / t)

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt

Rohstoffpreise insgesamt höher als im Vorjahr

Die Rohstoffpreise waren 2018 in der Summe deutlich höher als vor einem Jahr. Bei Vinylacetatmonomer (VAM) lag der Preisanstieg bei rund 14 Prozent. Methanol war um 13 Prozent teurer als im Jahr 2017. Siliciummetall verteuerte sich im Schnitt um drei Prozent. Die Preise für Ethylen stiegen im Schnitt um rund acht Prozent.

Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen

Trotz der nach wie vor bestehenden Konflikte und politischen Unsicherheiten ist die Weltwirtschaft im Jahr 2018 gewachsen. Vor allem im 1. Quartal 2018 entwickelte sich die Weltwirtschaft sehr dynamisch. Die zunehmenden handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen Amerika auf der einen Seite und China und Europa auf der anderen Seite führten im Verlauf des Jahres dazu, dass sich die Dynamik schrittweise abschwächte und sich das Wachstum verlangsamt hat. Auch die Probleme beim Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union haben die wirtschaftliche Entwicklung belastet. China verzeichnete im Jahr 2018 das schwächste Wachstum seit 1990. Gründe dafür sind der Handelsstreit mit Amerika und geringere Investitionen chinesischer Unternehmen.

Das Chemiegeschäft von WACKER hat sich unter diesen Rahmenbedingungen im Jahr 2018 gut entwickelt. Besonders stark war das Umsatzwachstum mit 14 Prozent in unserem Silicongeschäft. Aber auch die anderen beiden Geschäftsbereiche WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS verzeichneten höhere Absatzmengen. Das Ergebnis der Chemiebereiche konnte ebenfalls zulegen, auch wenn gestiegene Rohstoffkosten vor allem bei WACKER POLYMERS das Ergebnis belastet haben. Deutlich schwächer hat sich dagegen unser Polysiliciumgeschäft entwickelt. Geringere Durchschnittspreise und eine schwächere Nachfrage bei unseren Kunden waren hauptsächlich dafür verantwortlich. Belastet haben den Markt zusätzlich das Absenken der Einspeisevergütungen sowie Begrenzungen beim Zubau von Photovoltaikanlagen in China. All diese Faktoren sind der Grund, warum die Umsatz- und Ergebnisentwicklung deutlich geringer als geplant ausgefallen ist.

Der Rückgang in unserem Polysiliciumgeschäft ist auch der Grund dafür, dass unser Umsatz in Asien und vor allem in China zurückgegangen ist. In den beiden anderen Regionen Europa und Amerika konnte WACKER seinen Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich ausbauen. Ebenfalls zugelegt haben wir in den restlichen Ländern der Welt, wo wir im hohen einstelligen Prozentbereich gewachsen sind.

In den ersten Wochen des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 05. März 2019 hat sich unser Geschäft im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Nach der Stilllegung der Produktion für Polysilicium an unserem US-Produktionsstandort Charleston im September 2017 haben wir im Mai 2018 die Produktion schrittweise wieder aufgenommen und im Dezember 2018 die volle Produktionskapazität erreicht.

Akquisitionen

WACKER hat im April 2018 von SynCo Bio Partners Luxembourg S.à.r.l. einen Produktionsstandort in Amsterdam, Niederlande, zur Herstellung von Biopharmazeutika erworben. Mit dem Erwerb des Produktionsstandortes ist auch das dazugehörige operative Geschäft von WACKER übernommen worden. Die Kapazität der zwei Fermentationslinien beträgt rund 1.800 Liter. Damit hat der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS seine Gesamtkapazität verdoppelt. Mit dieser Akquisition will WACKER seine Position als Auftragshersteller von biopharmazeutischen Produkten weiter ausbauen.

Desinvestitionen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2018 keine Geschäftsfelder oder Produktgeschäfte veräußert.

Investitionen

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant gestiegen. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 460,9 Mio. € (2017: 326,8 Mio. €).

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere drei Chemiebereiche. An unserem Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sind im Jahr 2018 die Bauarbeiten einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure fortgesetzt worden. Allein in dieses Projekt flossen rund 55 Mio. €. In Holla, Norwegen, erweitern wir unsere Produktionsstätten für Siliciummetall. Im Jahr 2018 haben wir dafür rund 45 Mio. € investiert. In Ulsan, Südkorea, werden neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver gebaut. Von der Gesamtinvestition von rund 65 Mio. € hat WACKER in diesem Jahr rund 30 Mio. € realisiert. Abgeschlossen wurde die Modernisierung einer Großfermentationsanlage im spanischen León. Die Investitionssumme für dieses Projekt lag im Jahr 2018 bei rund acht Mio. €. Daneben hat WACKER in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert sowie in Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen und Nünchritz.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat seine zu Jahresbeginn gesteckten Ziele für das Geschäftsjahr 2018 beim EBITDA, bei der EBITDA-Marge, dem ROCE und dem Netto-Cashflow nicht verändert. Bei den Nettofinanzschulden und den Investitionen hat WACKER die Prognose im Laufe des Jahres konkretisiert. WACKER hat Anfang des Jahres 2018 prognostiziert, seinen Umsatz um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht über Vorjahr liegen, das EBITDA um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen und der ROCE deutlich über Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv erwartet, allerdings auch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Prognose bleibt über das Jahr unverändert, Aussagen zur Nettofinanzverschuldung und Investitionen konkretisiert

Mit der Veröffentlichung des Berichts zum 1. Quartal im April 2018 hat WACKER keine Veränderung an seiner Prognose vorgenommen.

Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER lediglich bei der Nettofinanzverschuldung und bei den Investitionen seine Prognose angepasst. Die Nettofinanzschulden sollten sich zum Jahresende 2018 auf rund 500 Mio. € belaufen. Bisher war WACKER von einer Nettofinanzverschuldung auf dem Niveau des Vorjahres (454,4 Mio. €) ausgegangen. Die Investitionen wurden im Gesamtjahr 2018 bei rund 450 Mio. € erwartet. Das sind rund 20 Mio. € weniger als zu Jahresbeginn prognostiziert (470 Mio. €).

Mit der Vorlage des Berichts zum 3. Quartal hat WACKER die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt.

WACKER erreicht Prognoseziel beim Umsatz, EBITDA wegen noch nicht erhaltener Versicherungsleistungen unter Vorjahr

WACKER konnte seinen Umsatz um 1,1 Prozent auf 4,98 Mrd. € (2017: 4,92 Mrd. €) steigern. Verantwortlich dafür sind vor allem höhere Absatzmengen. Der Umsatz in den Chemiebereichen ist weiter gestiegen. Besonders stark war das Umsatzwachstum im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat auf Grund von niedrigeren Durchschnittspreisen und Absatzmengen einen deutlichen Umsatzrückgang zu verzeichnen.

Das EBITDA blieb anders als prognostiziert mit 930,0 Mio. € (2017: 1.014,1 Mio. €) um 8,3 Prozent unter Vorjahr. Daher ist auch die EBITDA-Marge niedriger als im Vorjahr. Der Grund für das geringere EBITDA sind noch nicht erhaltene Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall am Standort Charleston in Tennessee, die Bestandteil der Ergebnisprognose für das Jahr 2018 waren. Da die Polysiliciumproduktion in Charleston erst Anfang Dezember 2018 die volle Kapazität erreicht hat, war es zeitlich nicht möglich, die Gespräche mit der Versicherung für das Geschäftsjahr 2018 zum Abschluss zu bringen. Wir erwarten dies nun im Laufe des Jahres 2019.

Der Netto-Cashflow ist mit 124,7 Mio. € deutlich positiv, aber wie prognostiziert deutlich unter dem Vorjahreswert. Der ROCE liegt auf Grund der noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen mit 5,9 Prozent anders als prognostiziert unter dem Vorjahreswert. Die Rohstoff- und Energiekosten sind stärker gestiegen als von uns erwartet. Der Kurs des Euro zum US-Dollar war auf Jahressicht im Durchschnitt etwas niedriger als ursprünglich von uns angenommen.

Im Geschäftsjahr 2018 waren die Investitionen deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Sie belaufen sich auf 460,9 Mio. €.

Die Nettofinanzschulden waren zum Jahresende mit 609,7 Mio. € nicht wie zu Beginn des Jahres prognostiziert auf dem Niveau des Vorjahres, sondern deutlich darüber. Auch hier haben sich die noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen ausgewirkt.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie zu Jahresbeginn angenommen erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 14.542 Mitarbeiter. Das sind 731 mehr als ein Jahr zuvor.

B.16 Aufwand Kostenarten

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% vom Umsatz 2018 2017
Personalkosten 24,7 24,5
Rohstoffkosten 29,6 28,6
Energiekosten 6,6 6,9
Abschreibungen 10,8 12,0

Abweichungen vom prognostizierten Aufwand

Die Personalkosten sind sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz leicht gestiegen. Mittelfristig erwarten wir auf Grund unserer umfassenden Programme zur Produktivitätssteigerung, dass das Verhältnis der Personalkosten zum Umsatz deutlich zurückgehen wird.

Die Rohstoffkosten sind gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich angestiegen. Hier hat sich der laufende Preisanstieg wichtiger Rohstoffe über das Jahr hinweg ausgewirkt, besonders bei VAM und Ethylen. Mittelfristig erwarten wir, dass das Verhältnis der Rohstoffkosten zum Umsatz auf Grund unserer Maßnahmen zur Verringerung des Rohstoffeinsatzes in unseren Produkten leicht zurückgehen wird.

Der Aufwand für Energie liegt leicht unter dem Vorjahr. Zurückzuführen ist das auf unsere fortlaufenden Programme zur Verringerung der Herstellkosten sowie den Stillstand der Polysiliciumproduktion am Standort Charleston im ersten Halbjahr 2018.

Die Abschreibungen sind erwartungsgemäß sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Hier haben sich das niedrigere Investitionsniveau der Jahre 2016 und 2017 sowie auslaufende Abschreibungen ausgewirkt. Im Jahr 2019 gehen wir von weiter rückläufigen Abschreibungen aus, die mittelfristig bei etwa 500 Mio. € liegen werden.

B.17 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

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Ergebnis 2017 angepasst Prognose Mär 2018 Prognose Apr 2018 Prognose Jul 2018 Prognose Okt 2018 Ergebnis 2018
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen
EBITDA-Marge (%) 20,6 leicht über Vorjahr leicht über Vorjahr leicht über Vorjahr leicht über Vorjahr 18,7
EBITDA (Mio. €) 1.014,1 mittlerer einstelliger Prozentsatz höher mittlerer einstelliger Prozentsatz höher mittlerer einstelliger Prozentsatz höher mittlerer einstelliger Prozentsatz höher 930,0
ROCE (%) 7,5 deutlich über Vorjahr deutlich über Vorjahr deutlich über Vorjahr deutlich über Vorjahr 5,9
Netto-Cashflow (Mio. €) 358,1 deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr 124,7
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.924,2 niedriger einstelliger Prozentsatz höher niedriger einstelliger Prozentsatz höher niedriger einstelliger Prozentsatz höher niedriger einstelliger Prozentsatz höher 4.978,8
Investitionen (Mio. €) 326,8 rund 470 rund 470 rund 450 rund 450 460,9
Nettofinanzschulden (Mio. €) 454,4 auf dem Niveau des Vorjahres auf dem Niveau des Vorjahres rund 500 rund 500 609,7
Abschreibungen (Mio. €) 590,4 rund 550 rund 550 rund 550 rund 550 540,4

Ertragslage

Konzernumsatz liegt mit 4,98 Mrd. € leicht über dem Vorjahresniveau von 4,92 Mrd. €

Der WACKER-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2018 seinen Umsatz erneut steigern. Er erhöhte sich um ein Prozent auf 4,98 Mrd. € (2017: 4,92 Mrd. €). Höhere Absatzmengen und Preise im Chemiegeschäft, insbesondere im Silicongeschäft, waren für diesen leichten Anstieg verantwortlich. Negative Währungskurseffekte aus dem gegenüber dem US-Dollar stärkeren Euro und niedrigere Preise im Polysiliciumgeschäft konnte WACKER dadurch ausgleichen. Den größten Umsatzzuwachs verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit einem Umsatzplus von 14 Prozent. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS steigerte seinen Umsatz um drei Prozent, der Umsatz bei WACKER BIOSOLUTIONS stieg um zehn Prozent. Dagegen ging der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON um 27 Prozent zurück. Das Geschäft mit Polysilicium für die Solarindustrie litt unter einem Rückgang der Absatzmengen und Preise. Die Entscheidung Chinas, den Zubau von Photovoltaikanlagen zu drosseln, hat seit Ende Mai 2018 die Nachfrage nach Solarmodulen deutlich gebremst. WACKER POLYSILICON hat diese Marktsituation allerdings genutzt, seine Vorräte aufzustocken, um seine Kunden schneller beliefern zu können.

Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 4,11 Mrd. € (2017: 4,10 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 82,5 Prozent. Die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro hat sich negativ auf den Umsatz ausgewirkt.

Konzern-EBITDA liegt bei 930,0 Mio. €, EBITDA-Marge beträgt 18,7 Prozent

Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent gesunken. Es beläuft sich auf 930,0 Mio. € (2017: 1.014,1 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 18,7 Prozent unter dem Vorjahr (2017: 20,6 Prozent). Der Grund für den Rückgang sind im Wesentlichen die Kosten der Betriebsunterbrechung am US-Standort Charleston und die noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall. Nach dem Schadensfall haben wir die Produktion von Mai bis Dezember 2018 schrittweise hochgefahren. Höhere Rohstoff- und Energiekosten haben die Ergebnisentwicklung deutlich gebremst.

Positiv hat sich auf das EBITDA das Equity-Ergebnis des Konzerns ausgewirkt, das sich auf 131,7 Mio. € beläuft. Neben dem Ergebnis der Siltronic in Höhe von 99,9 Mio. € (2017: 40,0 Mio. €) tragen positive Bewertungsänderungen anderer Beteiligungen zu diesem Ergebnis bei.

B.18 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich

Mio. €

B.19 Überleitung EBITDA auf EBIT

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Mio. € 2018 2017 Veränderung
in %
EBITDA 930,0 1.014,1 -8,3
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen -540,4 -590,4 -8,5
EBIT 389,6 423,7 -8,0

EBIT deutlich niedriger

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 389,6 Mio. € (2017: 423,7 Mio. €). Das sind acht Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 7,8 Prozent (2017: 8,6 Prozent). Geringere Abschreibungen als im Vorjahr verbesserten das EBIT. Die Abschreibungen gingen im Geschäftsjahr 2018 erwartungsgemäß um neun Prozent zurück.

B.20 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis

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Mio. € 2018 2017 Veränderung
in %
EBIT 389,6 423,7 -8,0
Finanzergebnis -65,2 -96,3 -32,3
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern 324,4 327,4 -0,9
Ertragsteuern -64,3 -77,3 -16,8
Jahresergebnis fortgeführte Geschäftstätigkeiten 260,1 250,1 4,0
Jahresergebnis nicht fortgeführte Geschäftstätigkeiten - 634,7 -100,0
Jahresergebnis 260,1 884,8 -70,6
davon
auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 246,1 866,7 -71,6
auf andere Gesellschafter entfallend 14,0 18,1 -22,7
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/verwässert) 4,95 17,45 -71,6
Ergebnis je Stammaktie in € aus fortgeführten Aktivitäten 4,95 4,85 2,2
Ergebnis je Stammaktie in € aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 12,60 -100,0
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 -

Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 874,7 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2017: 954,4 Mio. €) um acht Prozent gesunken. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 4,10 Mrd. € (2017: 3,97 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 17,6 Prozent (2017: 19,4 Prozent). Positiv wirkte sich der hohe Umsatz aus. Auf der anderen Seite drückten höhere Rohstoffkosten und die fortlaufenden Kosten nach dem Produktionsstillstand am US-Standort Charleston im September 2017 die Bruttoumsatzmarge. Im Jahr 2018 sind keine Erträge aus der Versicherungserstattung ertragswirksam vereinnahmt worden. Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 81 Prozent auf 82 Prozent gestiegen.

Funktionskosten steigen

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent erhöht. Sie stiegen auf 627,8 Mio. € (2017: 594,0 Mio. €). Hier wirkten sich neben in allen Bereichen gestiegenen Personalkosten auch höhere Forschungs- und Entwicklungskosten aus.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 11,0 Mio. € (2017: 19,4 Mio. €). Die Verluste aus dem Währungsergebnis belasteten das sonstige betriebliche Ergebnis mit -6,9 Mio. € (2017: -9,7 Mio. €). Höhere sonstige Aufwendungen als im Vorjahr führten zu einem Rückgang des Saldos.

Beteiligungsergebnis

Das Equity-Ergebnis stieg auf Grund des höheren Ergebnisses der Siltronic AG deutlich an. Es belief sich auf 131,7 Mio. € (2017: 42,0 Mio. €). WACKER hat Ende des 1. Quartals 2017 Anteile an der Siltronic AG verkauft und führt die Gesellschaft seit diesem Zeitpunkt als at-Equity-Beteiligung. Weitere positive Effekte ergaben sich aus Bewertungsänderungen anderer Beteiligungen.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß. Es belief sich auf -65,2 Mio. € (2017: -96,3 Mio. €). Zinserträge von 8,0 Mio. € (2017: 7,5 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,1 Mio. € (2017: 38,3 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf -14,1 Mio. € (2017: -30,8 Mio. €). Auf Grund der Rückführung und günstigen Refinanzierung von Bankdarlehen im Laufe des Jahres 2018 reduzierte sich der Zinsaufwand aus der Bankfinanzierung deutlich.

Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -51,1 Mio. € (2017: -65,5 Mio. €). Neben Zinseffekten aus Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen eingesetzt werden.

Ertragsteuern

Der Konzern weist für das Jahr 2018 einen Steueraufwand von 64,3 Mio. € (2017: 77,3 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 19,8 Prozent (2017: 23,6 Prozent). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem hohen, bereits nach Steuern ausgewiesenen Equity-Ergebnis der Siltronic AG, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg unter anderem auf Grund der genannten Effekte an. Der Jahresüberschuss beträgt 260,1 Mio. €. Das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten im Vorjahr belief sich auf 250,1 Mio. €. Der Jahresüberschuss lag 2017 insgesamt jedoch bei 884,8 Mio. €, da darin das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 634,7 Mio. € aus dem Abgang von Siltronic als Segment des WACKER-Konzerns enthalten war.

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Ab dem 2. Quartal 2017 fließen das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert nicht mehr in die Berechnung des ROCE ein.

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 5,9 Prozent (2017: 7,5 Prozent). Ursächlich für den Rückgang war ein deutlich niedrigeres EBIT. Die Mittelbindung ist auf Grund niedriger Investitionen und hoher Abschreibungen gesunken. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 5.138,3 Mio. € auf 4.917,0 Mio. €.

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Jahr 2018 einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt. Der Umsatz erhöhte sich um 13,6 Prozent auf 2,50 Mrd. € (2017: 2,20 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind stark gestiegene Absatzmengen bei Spezialprodukten und damit verbunden ein besserer Produktmix sowie höhere Preise. Das Wachstum kommt aus vielen Marktsegmenten, unter anderem aus dem Elektronikbereich, dem Baubereich sowie aus Medizintechnikanwendungen. Regional konnte WACKER SILICONES in allen drei Regionen Europa, Amerika und Asien deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen.

Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es erhöhte sich um 38,6 Prozent auf 616,6 Mio. € (2017: 444,9 Mio. €). Dafür verantwortlich sind das starke Mengenwachstum, höhere Preise und die hohe Auslastung der Produktionsanlagen. Die EBITDA-Marge lag bei 24,7 Prozent (2017: 20,2 Prozent) und damit deutlich höher als im Vorjahr.

Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 56,0 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 222,7 Mio. € (2017: 142,8 Mio. €). Die Mittel gingen vorrangig in den Bau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure an unserem US-Standort Charleston, in die Erweiterung der Siliciumproduktion am norwegischen Standort Holla sowie in neue Anlagen für fertige Siliconprodukte in Burghausen und in Zhangjiagang, China. Zum 31. Dezember 2018 waren im Geschäftsbereich 5.114 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2017: 4.737).

B.21 Segmentdaten WACKER SILICONES

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Mio. € 2018 2017 20161 2015 2014
Gesamtumsatz 2.499,6 2.200,2 2.001,1 1.943,3 1.733,6
EBITDA 616,6 444,9 361,2 276,2 209,8
EBITDA-Marge (%) 24,7 20,2 18,1 14,2 12,1
EBIT 536,7 362,2 280,8 194,5 128,9
Investitionen 222,7 142,8 88,6 82,0 88,5
Forschungsaufwand 60,9 58,6 53,7 35,8 39,5
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 5.114 4.737 4.566 4.353 4.240

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

WACKER POLYMERS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat im Jahr 2018 um 3,0 Prozent zugelegt. Er stieg auf 1,28 Mrd. € (2017: 1,25 Mrd. €). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen für Dispersionen und Dispersionspulver.

WACKER POLYMERS konnte seine Umsätze in Europa und Asien weiter ausbauen, wobei Asien prozentual den größten Zuwachs verzeichnete. Vor allem das Geschäft mit Polymeranwendungen für die Bauindustrie sowie für Beschichtungen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gut entwickelt.

Das EBITDA lag mit 147,7 Mio. € (2017: 205,6 Mio. €) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Hier haben sich deutlich höhere Rohstoffpreise ausgewirkt. Die EBITDA-Marge hat sich auf 11,5 Prozent (2017: 16,5 Prozent) verringert.

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 71,0 Mio. € (2017: 48,1 Mio. €). Die Investitionen flossen in neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver am Produktionsstandort Ulsan, Südkorea, und in Erweiterungsinvestitionen am Standort Burghausen. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2018 auf 1.600 (31. Dezember 2017: 1.539) gestiegen.

B.22 Segmentdaten WACKER POLYMERS

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Mio. € 2018 2017 20161 2015 2014
Gesamtumsatz 1.282,2 1.245,1 1.194,8 1.185,5 1.064,4
EBITDA 147,7 205,6 261,0 222,2 149,5
EBITDA-Marge (%) 11,5 16,5 21,8 18,7 14,0
EBIT 108,0 168,1 223,7 184,4 118,7
Investitionen 71,0 48,1 37,5 47,4 56,3
Forschungsaufwand 30,0 29,3 30,3 14,8 13,2
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 1.600 1.539 1.484 1.461 1.408

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

WACKER BIOSOLUTIONS

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2018 seinen Umsatz um 10,0 Prozent auf 227,0 Mio. € (2017: 205,9 Mio. €) steigern. Maßgeblich für den Anstieg waren höhere Absatzmengen und bessere Preise für einige Produkte. Die größten Zuwächse verzeichneten das Geschäft mit Pharmaproteinen sowie der Bereich Pharma/Agro. Regional betrachtet hat sich vor allem der Umsatz in Deutschland und in Amerika positiv entwickelt.

Das EBITDA liegt mit 23,5 Mio. € (2017: 37,5 Mio. €) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Ursachen dafür sind höhere Rohstoffkosten, Integrationskosten für die neuen Standorte León und Amsterdam und die noch geringe Auslastung der neuen Biopharmaproduktion in den Niederlanden. Die EBITDA-Marge belief sich auf 10,4 Prozent (2017: 18,2 Prozent).

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 17,9 Mio. € (2017: 15,7 Mio. €). Das sind 14,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie flossen in Erweiterungs- und Modernisierungsinvestitionen im spanischen León sowie am Standort Jena. Darüber hinaus haben wir im April 2018 von SynCo Bio Partners Luxembourg S.à.r.l. einen Produktionsstandort zur Herstellung von Biopharmazeutika in Amsterdam erworben. Die Kapazität der zwei Fermentationslinien beträgt 1.800 Liter. Damit hat der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS seine Gesamtkapazität zur Herstellung von Biopharmazeutika verdoppelt. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich auch auf Grund dieser Akquisition zum 31. Dezember 2018 auf 709 erhöht (31. Dezember 2017: 533).

B.23 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

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Mio. € 2018 2017 20161 2015 2014
Gesamtumsatz 227,0 205,9 206,4 197,1 176,2
EBITDA 23,5 37,5 37,0 32,2 23,6
EBITDA-Marge (%) 10,4 18,2 17,9 16,3 13,4
EBIT 9,8 26,1 25,7 21,0 13,6
Investitionen 17,9 15,7 9,1 6,2 8,4
Forschungsaufwand 6,3 6,0 6,2 6,1 6,7
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 709 533 510 491 484

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

WACKER POLYSILICON

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2018 verringert. Er belief sich auf 823,5 Mio. € (2017: 1,12 Mrd. €). Das sind 26,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die wesentlichen Gründe dafür sind deutlich niedrigere Absatzmengen und geringere Durchschnittspreise für Polysilicium. Ende Mai 2018 hatte China bekanntgegeben, die Einspeisevergütungen zu verringern und den Zubau von Photovoltaikanlagen zu begrenzen. Das hat die Nachfrage nach Solarmodulen in China gebremst und die Preise in der gesamten Wertschöpfungskette für Solarprodukte unter Druck gesetzt. WACKER POLYSILICON hat diese Marktsituation genutzt, seine Vorratsbestände aufzustocken, um seine Kunden schneller beliefern zu können. Asien war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte.

Das EBITDA von WACKER POLYSILICON belief sich auf 72,4 Mio. € (2017: 290,4 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 75,1 Prozent. Deutlich geringere Durchschnittspreise und niedrigere Absatzmengen waren hauptsächlich dafür verantwortlich. Zusätzlich haben Kosten der Betriebsunterbrechung sowie die Hochlaufkosten am US-Standort Charleston das Ergebnis belastet. Die EBITDA-Marge belief sich auf 8,8 Prozent (2017: 25,8 Prozent). Im Ergebnis für das Jahr 2018 sind keine Versicherungsleistungen für den Betriebsunterbrechungsschaden am US-Standort Charleston enthalten.

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Sie erhöhten sich um 8,0 Prozent auf 62,2 Mio. € (2017: 57,6 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten hat sich auf 2.549 erhöht (31. Dezember 2017: 2.538).

B.24 Segmentdaten WACKER POLYSILICON

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Mio. € 2018 2017 20161 2015 2014
Gesamtumsatz 823,5 1.124,0 1.095,5 1.063,6 1.049,1
EBITDA 72,4 290,4 285,9 402,4 537,0
EBITDA-Marge (%) 8,8 25,8 26,1 37,8 51,2
EBIT -257,3 -87,6 -117,1 162,6 305,3
Investitionen 62,2 57,6 130,0 581,8 334,5
Forschungsaufwand 32,8 22,6 18,3 15,3 18,7
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 2.549 2.538 2.490 2.373 2.093

1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

Sonstiges

Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 170,6 Mio. € (2017: 168,8 Mio. €). Das sind 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

B.25 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten

%

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50,2 % WACKER SILICONES
25,3 % WACKER POLYMERS
16,5 % WACKER POLYSILICON
4,6 % WACKER BIOSOLUTIONS
3,4 % SONSTIGES

Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 70,6 Mio. € (2017: 32,6 Mio. €). Der wesentliche Grund für den Anstieg ist das ausgewiesene Equity-Ergebnis der Siltronic.

Das EBIT aus "Sonstiges" liegt bei -6,8 Mio. € (2017: -48,2 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2018 waren im Segment "Sonstiges" 4.570 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2017: 4.464). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie der Zentralfunktionen.

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,98 Mrd. € (2017: 4,92 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2018 erwirtschafteten wir 82,5 Prozent (2017: 83,4 Prozent) im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 17,5 Prozent.

Region Asien mit Umsatzrückgang

Im Geschäftsjahr 2018 ist der Umsatz in der Region Asien um 6,9 Prozent gesunken. Der wesentliche Grund dafür ist, dass WACKER POLYSILICON weniger Polysilicium nach China verkauft hat, dem weltweit größten Abnehmerland für das Ausgangsmaterial für die Solarindustrie. Das hat die Umsatzentwicklung in Asien gebremst. Der Umsatz belief sich auf 1,76 Mrd. € (2017: 1,89 Mrd. €). In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) hat sich der Umsatz um 13,1 Prozent auf 1,05 Mrd. € (2017: 1,20 Mrd. €) verringert. Stark zulegen konnte der Umsatz von WACKER in Südkorea mit einem Plus von 14,9 Prozent und in Indien mit einem Plus von 20,3 Prozent. Der Anteil der Region Asien am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 35,3 Prozent (2017: 38,3 Prozent).

Geschäft in Europa legt zu

In Europa, wo WACKER eine starke Marktposition besitzt, hat sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. Er erhöhte sich um 6,4 Prozent auf 2,10 Mrd. € (2017: 1,97 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 42,1 Prozent (2017: 40,0 Prozent).

B.26 Außenumsatz am Sitz des Kunden

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Mio. € 2018 2017 2016 2015 2014
Europa 2.096,7 1.970,4 1.850,9 1.887,6 1.794,2
Amerika 878,2 838,7 825,6 945,1 810,7
Asien 1.756,9 1.886,2 1.751,6 2.253,1 2.039,7
Sonstige Regionen 247,0 228,9 206,1 210,4 181,8
Konzern 4.978,8 4.924,2 4.634,2 5.296,2 4.826,4

Region Amerika verzeichnet Umsatzwachstum

Das Geschäft in der Region Amerika ist um 4,7 Prozent auf 878,2 Mio. € (2017: 838,7 Mio. €) gestiegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,6 Prozent (2017: 17,0 Prozent).

B.27 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

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Mio. € 2018 2017 2016 2015 2014
Europa 4.018,3 4.029,5 3.825,2 4.466,6 4.144,3
Amerika 1.106,1 1.167,7 1.116,2 892,8 769,7
Asien 979,5 859,5 731,2 1.164,5 962,3
Sonstige Regionen 13,0 12,1 10,4 9,2 7,6
Konsolidierung -1.138,1 -1.144,6 -1.048,8 -1.236,9 -1.057,5
Konzern 4.978,8 4.924,2 4.634,2 5.296,2 4.826,4

Sonstige Regionen wachsen weiter im Umsatz

In den sonstigen Regionen der Welt konnte WACKER seinen Umsatz weiter steigern. Im Geschäftsjahr 2018 legte er um 7,9 Prozent auf 247,0 Mio. € (2017: 228,9 Mio. €) zu. Rund 40 Prozent davon erzielten wir in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Anteil der sonstigen Regionen am Konzernumsatz beläuft sich auf 5,0 Prozent (2017: 4,6 Prozent).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2017 um vier Prozent erhöht. Sie stieg um 283,0 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 7,12 Mrd. € (31. Dezember 2017: 6,84 Mrd. €). Im Wesentlichen stiegen die Vorräte sowie die at-Equity-Beteiligungen. Auf der Passivseite erhöhten sich im Wesentlichen die Pensionsrückstellungen sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

B.28 Bilanzentwicklung Aktiva

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Mio. € 2018 2017 Veränderung
in %
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3.565,3 3.543,2 0,6
At equity bewertete Beteiligungen 658,3 564,6 16,6
Sonstige langfristige Vermögenswerte 639,9 605,3 5,7
Langfristige Vermögenswerte 4.863,5 4.713,1 3,2
Vorräte 1.010,7 783,6 29,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 681,9 655,7 4,0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 562,6 683,3 -17,7
Kurzfristige Vermögenswerte 2.255,2 2.122,6 6,2
Summe Aktiva 7.118,7 6.835,7 4,1

B.29 Vermögens- und Kapitalstruktur

Sachanlagen unverändert, at-Equity-Beteiligungen deutlich gestiegen

Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen ist im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 115,8 Mio. € auf 4,22 Mrd. € gestiegen (31. Dezember 2017: 4,11 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen blieb mit 3,53 Mrd. € (31. Dezember 2018: 3,50 Mrd. €) annähernd konstant. Die Abschreibungen beliefen sich auf 540,4 Mio. € und reduzierten im Wesentlichen das Sachanlagevermögen. Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 460,9 Mio. € (2017: 326,8 Mio. €) gestiegen. Sie verteilten sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen. Dabei fielen über die Hälfte der Investitionen im Ausland an. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 84 Mio. € erhöht.

Ein positives Equity-Ergebnis von 99,9 Mio. € sowie Ausschüttungen in Höhe von 23,1 Mio. € von unserer at-Equity-Beteiligung Siltronic erhöhten in Summe die at-Equity-Beteiligungen. Weitere Bewertungseffekte führten ebenfalls zu einem Anstieg. Der Bilanzwert stieg in Summe von 564,6 Mio. € auf 658,3 Mio. €.

Langfristige Vermögenswerte und Wertpapiere

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2018 auf 639,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 605,3 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahresende um sechs Prozent gestiegen. WACKER hat die Anlage in langfristige Wertpapiere von 42,1 Mio. € auf 4,4 Mio. € reduziert. Deutlich gestiegen sind die aktiven latenten Steuern von 452,6 Mio. € auf 520,9 Mio. €. Hier wirkt sich der Anstieg der Pensionsrückstellungen aus.

Working Capital steigt um vier Prozent

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 2,26 Mrd. € (31. Dezember 2017: 2,12 Mrd. €). Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf den strategischen Vorratsaufbau im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Die Vorräte erhöhten sich um 29 Prozent von 783,6 Mio. € auf 1,01 Mrd. €. Gegenläufig entwickelte sich die kurzfristige Liquidität aus Wertpapieren und Zahlungsmitteln, die um 24 Prozent auf 383,1 Mio. € zurückging (31. Dezember 2017: 505,1 Mio. €).

Das Working Capital stieg zum 31. Dezember 2018 um vier Prozent. Es belief sich auf 1,22 Mrd. € (31. Dezember 2017: 1,17 Mrd. €). Neben dem Vorratsaufbau um 29 Prozent und einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um vier Prozent erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 75 Prozent.

Begründet ist dies durch ein höheres Geschäftsvolumen und gestiegene Investitionsausgaben zum Jahresende. Außerdem wirkten sich Umkehreffekte aus vorfälligen Zahlungen zum Jahresende 2017 aus. Währungseffekte haben das Working Capital nur geringfügig beeinflusst.

B.30 Working Capital

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Mio. € 2018 2017 Veränderung
in %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 681,9 655,7 4,0
Vorräte 1.010,7 783,6 29,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -470,6 -268,5 75,3
Working Capital 1.222,0 1.170,8 4,4

Liquidität sinkt um 29 Prozent

Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2018 auf 42,0 Mio. € (31. Dezember 2017: 218,2 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in kurzfristigen Rentenpapieren angelegt, die zum Jahresende ausliefen. Dadurch erhöhten sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2018 auf 341,1 Mio. € (31. Dezember 2017: 286,9 Mio. €). Insgesamt gingen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit um 29 Prozent auf 387,5 Mio. € zurück (31. Dezember 2017: 547,2 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 223,6 Mio. € und die Auszahlung der variablen Vergütung im 2. Quartal 2018 führten zu einem Rückgang der liquiden Mittel. Kosten aus dem Stillstand der Produktionsanlagen in Charleston in den ersten Monaten des Jahres 2018 und der schrittweise Hochlauf der Produktionsanlagen führten zu Mittelabflüssen. Auf Grund der im Jahr 2018 nicht erhaltenen Versicherungsleistungen konnten diese nicht ausgeglichen werden. Die Vorauszahlung der Versicherung in Höhe von 100 Mio. US-$ wurde gegen die Ansprüche aus dem Sachschaden verrechnet. Hohe Steuervorauszahlungen reduzierten die Liquidität ebenfalls. WACKER bilanziert Ertragsteuerforderungen in Höhe von 64,0 Mio. € in den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten (31. Dezember 2017: 13,9 Mio. €).

B.31 Bilanzentwicklung Passiva

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Mio. € 2018 2017 Veränderung
in %
Eigenkapital 3.145,5 3.169,3 -0,8
Langfristige Rückstellungen 2.103,4 1.899,4 10,7
Finanzierungsverbindlichkeiten 894,7 800,4 11,8
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 74,3 117,3 -36,7
davon erhaltene Anzahlungen 64,1 112,5 -43,0
Langfristige Schulden 3.072,4 2.817,1 9,1
Finanzierungsverbindlichkeiten 102,5 201,2 -49,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 470,6 268,5 75,3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 327,7 379,6 -13,7
Kurzfristige Schulden 900,8 849,3 6,1
Schulden 3.973,2 3.666,4 8,4
Summe Passiva 7.118,7 6.835,7 4,1
Capital Employed 4.917,0 5.138,3 -4,3

Eigenkapitalquote liegt bei 44,2 Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben. Es belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 3,15 Mrd. € (31. Dezember 2017: 3,17 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 44,2 Prozent (31. Dezember 2017: 46,4 Prozent). Das Jahresergebnis erhöhte die Gewinnrücklagen um 260,1 Mio. €. Im Vorjahr enthielt das Eigenkapital das hohe Jahresergebnis von 884,8 Mio. €, das durch den Gewinn aus dem Abgang der Siltronic AG beeinflusst wurde. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 223,6 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Rückgang der übrigen Eigenkapitalposten um 112,6 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 64,3 Mio. € positiv beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 58,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 50,1 Mio. €).

Schulden steigen durch höhere Pensionsrückstellungen und höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 306,8 Mio. € gestiegen. Das ist ein Anstieg um acht Prozent auf 3,97 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen sind 176,7 Mio. € höher als im Vorjahr und belaufen sich auf 1,80 Mrd. €. Durch den Rückgang der verwendeten Diskontierungssätze erhöhten sich die Pensionsrückstellungen um 67,6 Mio. €. Ferner wurde eine Anpassung versicherungsmathematischer Annahmen im Bereich der Sterbetafeln in Deutschland durchgeführt. Die neuen Heubeck-Tafeln 2018G wurden übernommen und führten zu einem Anstieg der Pensionsrückstellungen in Höhe von 62,6 Mio. €. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 1,98 Prozent (31. Dezember 2017: 2,09 Prozent) und in den USA 4,12 Prozent (31. Dezember 2017: 3,50 Prozent). Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe niedriger und liegen bei 74,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 117,3 Mio. €). Der Grund dafür liegt in der Veränderung der langfristigen erhaltenen Anzahlungen, die jetzt im kurzfristigen Bereich ausgewiesen werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich an auf 470,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 268,5 Mio. €). Begründet ist dies durch ein höheres Geschäftsvolumen und gestiegene Investitionsausgaben zum Jahresende. Außerdem wirkten sich Umkehreffekte aus vorfälligen Zahlungen zum Jahresende 2017 aus.

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 14 Prozent auf 327,7 Mio. € (31. Dezember 2017: 379,6 Mio. €) zurückgegangen. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 71,7 Mio. € (31. Dezember 2016: 61,8 Mio. €). Die kurzfristigen Ertragsteuerrückstellungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr zum einen auf Grund von Zahlungen, zum anderen auf Grund von Umgliederungen in die sonstigen Rückstellungen. Rückstellungen für steuerliche Nebenleistungen wie den Zinsaufwand sind umgegliedert worden. Sie sanken von 71,1 Mio. € auf 21,7 Mio. €. Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und erfolgsabhängige Vergütungen, sind zum Bilanzstichtag in Summe um acht Prozent zurückgegangen.

Finanzierungsverbindlichkeiten bleiben annähernd konstant

Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Geschäftsjahresende um 4,4 Mio. € auf 997,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 1,0 Mrd. €) zurückgegangen. Währungseffekte beeinflussten die Finanzierungsverbindlichkeiten nur unwesentlich. WACKER hat im 1. Quartal 2018 vorzeitig Darlehen über 250 Mio. US-$ zurückgeführt. Gleichzeitig wurde ein Schuldscheindarlehen über 300 Mio. € zu günstigen Konditionen aufgenommen. Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. WACKER weist Finanzierungsverbindlichkeiten im Wesentlichen in Euro und in US-Dollar aus. In geringerem Umfang wurden Finanzierungsverbindlichkeiten in chinesischen Renminbi aufgenommen. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst.

Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 14 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 11 im Konzernanhang.

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, sind der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 16 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt.

WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cashmanagement-Systeme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2018

Im Januar 2018 ist ein Ende 2017 abgeschlossenes Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € ausgezahlt worden.

150 Mio. € davon haben eine Laufzeit von fünf Jahren, die anderen 150 Mio. € haben eine Laufzeit von sieben Jahren. WACKER hat im 1. Quartal 2018 Bankkredite in Höhe von 250 Mio. US-$ vorzeitig zurückgezahlt, die im Jahr 2016 abgeschlossen wurden. Außerdem hat WACKER die erste planmäßig vereinbarte Tranche aus dem im Jahr 2013 abgeschlossenen Private Placement in Höhe von 70 Mio. US-$ zurückgeführt. Ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 50 Mio. € wurde refinanziert.

Die Finanzierungen des WACKER-Konzerns beinhalten marktübliche Kreditklauseln. Die wesentlichen Kredite unterliegen Financial Covenants (Verhältnis Net Debt / EBITDA und Maximalverschuldung aller Konzerngesellschaften).

Finanzierungsanalyse

Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow.

Netto-Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten

Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2018 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 124,7 Mio. € (2017: 358,1 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen im Wesentlichen durch den operativen Cashflow gedeckt werden.

B.32 Netto-Cashflow

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Mio. € 2018 2017
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 509,6 613,0
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 38,5 70,1
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren -423,4 -325,0
Zugänge aus Finanzierungsleasing - -
Netto-Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 124,7 358,1

Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inkl. Finanzierungsleasing.

B.33 Netto-Cashflow - fortgeführte Aktivitäten

Mio. € 0

Brutto-Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 509,6 Mio. € (2017: 613,0 Mio. €). Dem leicht gestiegenen Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von 260,1 Mio. € (2017: 250,1 Mio. €) stehen höhere Auszahlungen aus dem Working Capital von 182,7 Mio. € (2017: 124,1 Mio. €) sowie höhere Steuerzahlungen von 152,0 Mio. € (2017: 92,8 Mio. €) gegenüber. Das im Periodenergebnis enthaltene Equity-Ergebnis von 131,7 Mio. € (2017: 42,0 Mio. €) reduzierte den Brutto-Cashflow. Die Dividendenzahlung der Siltronic AG von 23,1 Mio. € erhöhte den Brutto-Cashflow. Der geringere Abbau von erhaltenen Anzahlungen von 38,5 Mio. € (2017: 70,1 Mio. €) wirkte sich positiv auf den Brutto-Cashflow aus. Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 540,4 Mio. € waren geringer als im Vorjahr (2017: 590,4 Mio. €).

B.34 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - fortgeführte Aktivitäten

Mio. € 0

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2018 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -408,8 Mio. € deutlich über denen des Vorjahres (-328,2 Mio. €). Grund für den Anstieg ist, dass im Jahr 2018 wie geplant verschiedene Standorte, insbesondere in den Chemiebereichen, ausgebaut wurden. Die Vorbereitungen dazu sind im Jahr 2017 getroffen worden. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat WACKER im Ausland getätigt. Für die Akquisition eines Standortes zur Produktion von Biopharmazeutika in Amsterdam zahlte der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS 21,0 Mio. €. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2018 auf -423,4 Mio. € (Vorjahr -325,0 Mio. €).

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit -Veräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten im Vorjahr

Im Vorjahr führten Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG und der Abgabe der Mehrheit zu einem Veräußerungserlös in Höhe von 353,2 Mio. € nach Transaktionskosten. Der Liquiditätsabgang auf Grund der Entkonsolidierung von Siltronic in Höhe von 161,4 Mio. € führte zu einem Netto-Mittelzufluss aus dem Verkauf in Höhe von 191,8 Mio. €.

B.35 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - fortgeführte Aktivitäten

Mio. € 0

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf -240,5 Mio. € (2017: -333,1 Mio. €). Er zeigt die Refinanzierung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten. Im Wesentlichen führte die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG im 2. Quartal 2018 in Höhe von 223,6 Mio. € zu Mittelabflüssen. Im Vorjahr wurden Finanzschulden getilgt und mit der Veräußerung von sechs Prozent der Eigentumsanteile an der Siltronic AG sind uns Mittel in Höhe von 87,6 Mio. € zugeflossen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Finanzmittelbestand stieg an auf 341,1 Mio. € (2017: 286,9 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln sowie lang- und kurzfristigen Wertpapieren reduzierte sich jedoch von 547,2 Mio. € auf 387,5 Mio. €.

Nettofinanzschulden steigen

Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2018 auf 609,7 Mio. € (31. Dezember 2017: 454,4 Mio. €). Das sind 34 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der geringere Netto-Cashflow und die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG haben die Liquidität bei gleichbleibenden Finanzierungsverbindlichkeiten verringert. Währungseffekte hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Nettofinanzschulden.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene syndizierte Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von 600 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

B.36 Nettofinanzschulden

Mio. € 0

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2018 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.482,3 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,50 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2018 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 124,2 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2018 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,1 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand

Deutlich gestiegene Absatzmengen in den drei Chemiebereichen sowie deutlich rückläufige Absatzmengen bei niedrigeren Durchschnittspreisen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und insgesamt deutlich höhere Rohstoffkosten haben das operative Geschäft von WACKER im Jahr 2018 bestimmt. Beim Umsatz hat WACKER sein Prognoseziel erreicht, bei EBITDA, der EBITDA-Marge und beim ROCE sind wir auf Grund noch nicht erhaltener Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall am Standort Charleston unter unserer Prognose geblieben.

Im Chemiegeschäft sind die Umsätze vor allem dank Mengenzuwächsen bei hoher Auslastung weiter gestiegen. Auch insgesamt höhere Preise haben zu dem Umsatzwachstum beigetragen. Auf das Ergebnis haben sich höhere Rohstoffkosten sowie Währungseffekte negativ ausgewirkt. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben rückläufige Absatzmengen und niedrigere Durchschnittspreise unser Geschäft belastet. Zusätzlich haben sich die Kürzung der Einspeisevergütungen für Solaranlagen und die Begrenzung beim Zubau von Solaranlagen in China negativ ausgewirkt. Auch die Kosten der Betriebsunterbrechung sowie die Hochlaufkosten bei der Wiederaufnahme der Produktion in Charleston haben das Ergebnis beeinflusst.

Der Personalaufwand ist in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz leicht gestiegen. Die Rohstoffkosten haben sich gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich erhöht. Der Aufwand für Energie liegt leicht unter dem Vorjahr. Die Abschreibungen sind wie angekündigt leicht zurückgegangen - absolut wie auch im Verhältnis zum Umsatz.

Das Konzerneigenkapital ist mit 3,15 Mrd. € gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 23,8 Mio. € zurückgegangen. Im Wesentlichen dafür verantwortlich sind versicherungsmathematische Verluste bei den Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 44,2 Prozent. Die Nettofinanzschulden des Konzerns haben sich erhöht. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2018 auf 609,7 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr wie geplant erhöht. Mit 460,9 Mio. € lagen sie aber unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow ist deutlich positiv, aber mit 124,7 Mio. € deutlich unter Vorjahr.

Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing

In diesem Abschnitt liefern wir Informationen über die Themen Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing, die für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen.

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:

Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.

Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in der Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.

Wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftsfelder zu bedienen wie Energiespeicherung, Erzeugung regenerativer Energie, Elektromobilität, modernes Bauen und Biotechnologie.

Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,3 Prozent (2017: 3,1 Prozent) leicht über dem Vorjahr.

B.37 Ausgaben für Forschung und Entwicklung

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Mio. € 2018 2017 20161 2015 2014
Forschungs- und Entwicklungskosten 164,6 153,1 150,0 175,3 183,1

1 Ab 2016 Umgliederung von Vertriebskosten in den Forschungsaufwand

Im Geschäftsjahr 2018 haben wir 87 Erfindungen zum Patent angemeldet (2017: 88). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 3.900 aktive Patente sowie 1.700 laufende Patentanmeldungen. F & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir nur in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich.

Wir haben unter anderem in neue F & E-Labore, Pilotreaktoren und Laborausstattung investiert. Beispiele sind ein Scale-up-Labor in Burghausen und die Laborraumerweiterung von WACKER POLYMERS in Korea. Weitere Investitionen gingen in Mess- und Analysegeräte an deutschen Standorten und bei Tochtergesellschaften im Ausland.

B.38 Investitionen in F & E-Einrichtungen

1 Mit Siltronic AG

Ein Großteil unserer F & E-Kosten entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 270 Projekten, davon betreffen 14 Prozent strategische Schlüsselprojekte. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energiegewinnung und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin /Health Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie.

B.39 Struktur der F & E-Aufwendungen 2018

Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. In diesem Programm bearbeiten wir rund fünf Prozent unserer Projekte. Im Jahr 2018 haben wir im Rahmen dieser Initiative ein Projekt im Bereich Gebäudeisolierung gestartet.

Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf der Weiterentwicklung von Lithium-Ionen-Batterien.

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Managementprozess konzernweit transparent dar. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition systematisch bewerten.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2018 arbeitete WACKER bei rund 45 Forschungsvorhaben mit 40 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Prozesssimulation sowie Prozessentwicklung.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2018 haben wir rund 160 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 50 internationalen Hochschulen betreut. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern.

Forschungsarbeit bei WACKER

Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Außerdem erschließt sie neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte, Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Laboren sowie Produktions- und Pilotanlagen und begleiten Applikationsversuche bei Kunden.

In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2018 bei WACKER 728 Mitarbeiter beschäftigt (2017: 728). Dies entspricht 5,0 Prozent der Mitarbeiter im Konzern (2017: 5,3 Prozent). Davon arbeiteten 575 Mitarbeiter bei der Forschung und Entwicklung in Deutschland und 153 im Ausland.

Alexander Wacker Innovationspreis

Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 abwechselnd in den Kategorien Produkt- und Prozessinnovation sowie Grundlagenforschung. Im Jahr 2018 sind zwei Chemiker aus Burghausen in der Kategorie Produktinnovation ausgezeichnet worden. Sie haben Bindemittel entwickelt, mit denen besonders leistungsfähige Kleb- und Dichtstoffe, Holzlacke und Beschichtungsmittel hergestellt werden können. Einsatzgebiete sind unter anderem Parkettkleber, Fugenmörtel, Rissvergussmassen, Anstrichmittel, Fliesenkleber oder abriebfeste Beschichtungen für Betonböden, die unter dem Markennamen GENIOSIL(r) STP-E vertrieben werden.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Ein Schwerpunkt unserer Grundlagenforschung ist die Chemie des niedervalenten Siliciums zur mittel- bis langfristigen industriellen Nutzung, beispielsweise in der Katalyse. Dabei kooperieren wir eng mit dem Institut für Siliciumchemie der Technischen Universität München. Ziel unserer Forschung zu Lithium-Ionen-Batterien ist es, hochkapazitive, auf Silicium basierende Anodenmaterialien zu entwickeln, um die Kapazität und Energiedichte von Lithium-Ionen-Zellen signifikant zu steigern. Industriell gefertigte Testzellen zeigen abhängig vom Zellformat eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität als graphitbasierte Referenzzellen. Entsprechende Entwicklungsprodukte befinden sich bei namhaften Zellherstellern in der Evaluierung.

B.40 Organisation von Forschung und Entwicklung

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt sind unsere Arbeiten an ESETEC(r) 2.0, einem mikrobiellen Produktionssystem für die Biopharmazeutika-Klasse der Antikörperfragmente. WACKER entwickelt eine neue Generation von ESETEC(r)-Stämmen, die bei der Kontrolle von Proteinproduktion, -faltung und -freisetzung flexibler für neue Pharmaproteinklassen sind. Ein neues Konzept der ESETEC(r) 3.0-Stämme wird ermöglichen, die Freisetzung eines Proteins gezielt zum idealen Zeitpunkt im Prozess zu induzieren.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

Die Forscher von WACKER SILICONES haben Mehrlagensysteme unserer ultrapräzisen Siliconfolien weiterentwickelt:

Mit neuen Silicon-Elektrodenmaterialien haben wir Mehrlagenstapel hergestellt; diese können als Aktoren eingesetzt werden, um elektrische Signale z. B. in mechanische Bewegung umzusetzen. Wir haben selbsthaftende Elastomere entwickelt, die schon bei niedrigen Temperaturen auf verschiedenen Substraten gut haften. Neue Klebertypen auf Basis unserer hochreaktiven, silanterminierten Polymere weisen in Kombination mit Siliconharzen eine hervorragende Bindekraft auf.

Wir arbeiten an Prinzipien zum kontrollierten Auslass von Wirkstoffen aus siliconhaltigen Netzwerkstrukturen, die z. B. in Wund- und Medizintechniken eingesetzt werden. Unsere sphärischen Siliconharzpartikel stellen eine neue Plattform für vielfältige Anwendungen z. B. in Kosmetikprodukten dar. Ein Schwerpunkt unserer Forschung bleiben Kompositmaterialien, also Verbundwerkstoffe aus Siliconharzen und natürlichen Füllstoffen bzw. hochfesten Fasern. Sie werden z. B. als Kunststein oder als Strukturbauteil in der Bau-, Energie- und Automobilindustrie eingesetzt.

WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf funktionelle polymere Bindemittel, die unter anderem in der Baubranche eingesetzt werden. Wir verbessern fortlaufend Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind. Einen Fokus setzen wir auf nachwachsende Rohstoffe. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen veredelte Dispersionsfarben, Kleb- und zementäre Baustoffe hergestellt werden.

B.41 Wichtige Produkteinführungen 2018

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Produkt Beschreibung Anwendung Branche
BELSIL(r) eco Biomethanolbasiertes Siliconöl Formulierung von Körperpflege- und Kosmetikprodukten Konsumgüter, Kosmetikindustrie
CAVAQ10(r) Cyclodextrinkomplex Coenzym Q10 mit verbesserter Stabilität und Bioverfügbarkeit Nahrungsergänzungsindustrie
DEHESIVE(r) SF 200 Siliconhaltige Papierbeschichtung Trennmittel Papier- und Etikettenindustrie
ELASTOSIL(r) R plus 4001/20 Weiches, extrem dehnbares Siliconelastomer Spritzgießen und Formpressen von Membranen und Dichtungen Haushaltswaren, Lebensmittelindustrie
ELASTOSIL(r) R plus 4001/90 Duroplastartiges Siliconelastomer Spritzgießen und Formpressen von Dichtungen, auch in sensiblen Anwendungen Lebensmittelindustrie, kunststoffverarbeitende Industrie
HDK(r) N20P PHARMA Hochdisperse Kieselsäure Verbesserung der Fließfähigkeit von pharmazeutischen Pulvern Pharmaindustrie
PULPSIL(r) 956 S Siliconpolyether Tensid für Papierherstellung Papierindustrie
SEMICOSIL(r) 961 TC Wärmeleitfähiger Silicon-Gap-Filler Wärmemanagementlösungen in Batterien und in der Leistungselektronik von Elektrofahrzeugen Automobil- und Elektronikindustrie
SEMICOSIL(r) 993 TC Wärmeleitfähiger Siliconkleber Wärmemanagement in elektronischen Bauteilen Elektronikindustrie
SEMICOSIL(r) PASTE RS5 Silicondichtpaste Dichtpaste zum reversiblen Verschluss von Gehäusedeckeln für große Bauteile wie Batteriekästen Automobil- und Elektronikindustrie
VINNAPAS(r) 4240 N Dispersionspulver auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymeren Klebe- und Einbettmörtel in Wärmedämmverbundsystemen Bauindustrie
VINNECO(r) Polymeres Bindemittel auf Basis nachwachsender Rohstoffe Farben, Klebstoffe, Textilien, Teppich Farben-, Klebstoff-, Textil- und Teppichindustrie

Die Forschung von WACKER BIOSOLUTIONS stärkt die biotechnologische Kompetenz dieses Geschäftsbereichs. Wir arbeiten an Produktionsverfahren und Technologien, um hochwertige, bioaktive Substanzen zum Einsatz in der Nahrungsmittelbranche und als Nahrungsergänzungsmittel herzustellen. Wir entwickeln unsere Produktionsplattform ESETEC(r), um die Produktion auch schwierig zugänglicher pharmazeutisch aktiver Proteine zu ermöglichen. Bei Cyclodextrinen entwickeln wir Anwendungen im Pharma- und Agrobereich sowie für industrielle Anwendungen.

Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht enorme Fortschritte über alle Schritte der Wertschöpfungskette. Parallel steigt der Zellwirkungsgrad kontinuierlich. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie es von WACKER POLYSILICON produziert wird. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaic (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von fast 22 Prozent aus. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 22 bis 24 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus.

Mitarbeiter

Belegschaft gewachsen

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2018 um 5,3 Prozent erhöht. Wesentlich für den Zuwachs sind die gute Auslastung unserer Produktionsanlagen sowie die Integration des neuen Standorts von WACKER BIOSOLUTIONS in Amsterdam, Niederlande.

In Deutschland arbeiten 70,8 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 29,2 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt.

B.42 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember

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2018 2017 2016 20151 20141
Deutschland 10.291 9.984 9.775 12.251 12.366
Ausland 4.251 3.827 3.673 4.721 4.337
Konzern 14.542 13.811 13.448 16.972 16.703

1 Mit Siltronic AG

WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (49,4 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (11,8 Prozent).

B.43 Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember

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2018 2017 2016 20151 20141
Deutschland 75 138 138 358 393
Ausland 34 31 40 54 134
Konzern 109 169 178 412 527

1 Mit Siltronic AG

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 1.231,5 Mio. € gestiegen.

B.44 Personalaufwand

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Mio. € 2018 2017 2016 20151 20141
Personalaufwand 1.231,5 1.198,0 1.101,2 1.350,1 1.246,9

1 Mit Siltronic AG

Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 244,9 Mio. € (2017: 241,6 Mio. €). Gründe für den Anstieg sind die höhere Beschäftigtenzahl und die Tarifsteigerung. Entsprechend dem Tarifvertrag von IG BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom September 2018 stiegen die Tarifentgelte zum 01. November 2018 um 3,6 Prozent. Das Urlaubsgeld wird 2019 von 614 € auf 1.200 € pro Jahr erhöht. Die Vergütung der Auszubildenden wuchs für die ersten beiden Lehrjahre um 9,0 Prozent und für die Lehrjahre drei und vier um 6,0 Prozent.

Zum fixen Grundgehalt erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute und ist an die Erreichung von Unternehmenszielen gebunden. Die Summe der im Jahr 2018 ausgezahlten variablen Entgeltkomponenten betrug konzernweit 81,1 Mio. €.

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.800 Mitglieder und leistet an rund 8.400 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 650 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung.

Einkauf und Logistik

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2018 auf 3,6 Mrd. € (2017: 3,2 Mrd. €) gestiegen. Die wichtigsten Gründe dafür waren das deutliche Wachstum der Produktionsmengen, Preissteigerungen für Rohstoffe und Energie sowie höhere Investitionen in Produktionsanlagen. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 73 Prozent über dem Vorjahresniveau (2017: 62 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb stabil bei rund 11.000 (2017: 11.500).

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 2,1 Mrd. € (2017: 1,87 Mrd. €) elf Prozent über dem Vorjahr. Die Mengen sind gegenüber dem Vorjahr im niedriegen einstelligen Prozentbereich gestiegen. Nach Jahren sinkender Marktpreise steigen die Preise für viele petrochemische Erzeugnisse und Metalle seit 2017 deutlich. Auch im Jahr 2018 haben sich die Preiserhöhungen für Kohle und Öl weiter fortgesetzt. Das hat sich preistreibend auf den Einkauf von Strom, Erdgas sowie viele Rohstoffe ausgewirkt. Zusätzlich haben die von chinesischen Behörden durchgeführten Umwelt-Audits bei Rohstoffunternehmen und Produktionsausfälle bei Essigsäure die Preisentwicklung einiger wichtiger Rohstoffe für WACKER beeinflusst und zusätzliche Preiserhöhungen bewirkt. Preistreibend ausgewirkt hat sich außerdem die Verteuerung der CO2-Zertifikate in der Europäischen Union.

B.45 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)

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Mio. € 2018 2017 2016 20151 20141
Beschaffungsvolumen 3.629 3.168 2.904 3.220 3.187

1 Mit Siltronic AG

Transportvolumen hat sich deutlich erhöht

Das Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Global hat WACKER 2,3 Mio. Tonnen (2017: 2,2 Mio. Tonnen) Fertig- und Halbfertigprodukte versandt. Burghausen als größte Logistikdrehscheibe des Konzerns erhöhte das Versandvolumen auf rund 920.000 Tonnen (2017: 894.000 Tonnen). Insgesamt wurde das Volumen über 45.000 LKW-Ladungen und 16.000 Übersee-Container abgewickelt.

Die zunehmende weltweite Vernetzung der Lieferströme unterstützen wir mit digitalen Systemen. Mit Hilfe von logistischen Nachverfolgungssystemen können wir unsere Lieferungen zunehmend in Echtzeit verfolgen und bei Problemen zeitnah reagieren.

Produktion

Die Produktionsmengen sind im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Die Produktionskosten haben sich dagegen um 3,1 Prozent verringert. Insgesamt lag die Produktionsauslastung in den Chemiebereichen bei rund 90 Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir auch auf Grund des Stillstands in Charleston weniger Mengen verkauft als ein Jahr zuvor. Der Produktionsstandort Charleston hat im Mai 2018 seine Produktion wieder aufgenommen.

B.46 Produktionsauslastung 2018

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% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 96
WACKER POLYMERS 89
WACKER POLYSILICON 100

Im Geschäftsjahr 2018 betrugen die Investitionen 460,9 Mio. € (2017: 326,8 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 480 Mio. €.

B.47 Wichtige Inbetriebnahmen

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Adrian/Michigan, USA Diskontinuierliche Emulsionsanlage 2018
Burghausen Anlage zur Herstellung temperfreier Flüssigsiliconkautschuke 2018
León, Spanien Cysteinanlage 2018
Jincheon, Südkorea Neuer Standort zur Herstellung von RTV-Siliconmassen 2018
Nanjing, China Kapazitätserweiterung VAE-Dispersionen 2018

Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms

Mit dem kontinuierlichen Programm "Wacker Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2018 haben wir rund 600 Projekte bearbeitet, davon entfielen rund 400 auf Maßnahmen im operativen Geschäft. Die Schwerpunkte lagen dabei auf der Verbesserung der Rohstoffausbeuten und der spezifischen Energieverbräuche. Die WOS-Academy hat in zwölf Schulungen rund 100 Mitarbeiter in der Anwendung von Produktivitätsmethoden wie Six Sigma und LEAN ausgebildet.

Vertrieb und Marketing

Die Nachfrage nach Chemieprodukten von WACKER war im Geschäftsjahr 2018 stark. Vor allem im Silicongeschäft waren wir bei einigen Produkten ausverkauft.

Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER rund 36 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2018 rund 24 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaften. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes haben wir mit weiteren rund 8.000 aktiven Kundenbeziehungen erzielt, rund 23 Prozent mit Distributoren, von denen wir mit den 20 wichtigsten rund 50 Prozent des Distributionsumsatzes abwickeln.

Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und die Produktwerbung von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2018 haben wir dafür 17,8 Mio. € (2017: 17,0 Mio. €) ausgegeben.

B.48 Prozentualer Anteil der Marketingkosten

%

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42 % Öffentlichkeitsarbeit
31 % Messen
12 % Sonstiges
11 % Produktkommunikation
4 % Anzeigen

Auf 103 Messen weltweit präsent

Im Jahr 2018 ist die weltweite Präsenz von WACKER auf Fachmessen nochmals gestiegen. Insgesamt waren wir auf 103 Messen (2017: 91 Messen) vertreten. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Allein im Jahr 2018 haben wir 40 Messen einer solchen Analyse unterzogen.

B.49 Messen

Anzahl

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29 Europa
27 Nord- und Mittelamerika
25 Asien
7 Naher Osten
6 Russland
5 Afrika
4 Südamerika

Lagebericht der Wacker Chemie AG

(Ergänzende Erläuterungen nach HGB)

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 54 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.

B.50 Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2018 2017
Umsatzerlöse 3.871,3 3.859,7
Bestandsveränderungen 72,4 42,4
Andere aktivierte Eigenleistungen 29,1 25,7
Gesamtleistung 3.972,8 3.927,8
Sonstige betriebliche Erträge 123,8 135,8
Materialaufwand -2.087,6 -1.958,9
Personalaufwand -908,2 -901,7
Abschreibungen -238,9 -269,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen -747,6 -714,5
Betriebsergebnis 114,3 219,3
Beteiligungsergebnis (inkl. Zu- und Abschreibungen auf Beteiligungen) 243,1 291,4
Zinsergebnis -75,8 -36,9
Sonstiges Finanzergebnis -5,4 -2,0
Finanzergebnis 161,9 252,5
Ergebnis vor Steuern 276,2 471,8
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -72,9 -113,8
Jahresüberschuss 203,3 358,0
EBITDA* 353,2 488,5

* EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen /Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG war geprägt durch ein rückläufiges Betriebsergebnis. Während die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg verzeichnete, verringerte sich das Betriebsergebnis hauptsächlich auf Grund von höheren Materialaufwendungen. Das Beteiligungsergebnis war geprägt von Zuschreibungen auf Anteile an Tochtergesellschaften in China. Der Jahresüberschuss verringerte sich insgesamt von 358,0 Mio. € auf 203,3 Mio. €.

Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen leichten Anstieg von 0,3 Prozent auf 3,87 Mrd. € (2017: 3,86 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz um 16 Prozent auf 1,88 Mrd. € (2017: 1,62 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte einen Umsatzanstieg von knapp vier Prozent auf 802,1 Mio. € (2017: 775,1 Mio. €) erzielen. Rückläufig war der Umsatz des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON. Er verringerte sich um 27 Prozent auf 825,0 Mio. € (2017: 1,13 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte seinen Umsatz auf 153,0 Mio. € (2017: 139,4 Mio. €). Das ist ein Plus von zehn Prozent.

Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2018 auf 2,09 Mrd. € (2017: 1,96 Mrd. €). Das resultiert vor allem aus einem Anstieg der Bezugspreise und der Mengen bei den strategischen Rohstoffen. Die Tendenz steigender Preise setzte sich bei Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer fort. Auch Siliciummetall verteuerte sich im Geschäftsjahr 2018 deutlich. Auch die Aufwendungen für Energie haben sich erhöht. Die Produktion im Werk Charleston der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C. wurde wieder aufgenommen. Die Kosten für das Hochfahren der Produktionsanlagen belasteten auf Grund der Auftragsfertigung das Ergebnis der Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2018. Der Produktionsausfall ist versichert. In den Bezugskosten für Polysilicium wurden die künftigen Erträge aus Versicherungserstattungen noch nicht berücksichtigt. Insgesamt erhöhte sich die Materialeinsatzquote auf 52,5 Prozent (2017: 49,9 Prozent).

Der Personalaufwand bewegte sich mit 908,2 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (2017: 901,7 Mio. €). Erhöhungen aus Tarifabschlüssen werden durch einen geringer ausfallenden variablen Vergütungsbestandteil, der im Jahr 2019 zur Auszahlung kommt, nahezu ausgeglichen. Zum 31. Dezember 2018 beschäftigte die Wacker Chemie AG 10.033 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2017: 9.740). Die Personalaufwandsquote blieb mit 22,9 Prozent (2017: 23,0 Prozent) auf gleichem Niveau.

Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 238,9 Mio. € (2017: 269,2 Mio. €). Das ist ein Minus von elf Prozent.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und sonstigem betrieblichen Aufwand, hat sich um 45,1 Mio. € auf -623,8 Mio. € (2017: -578,7 Mio. €) reduziert. Im sonstigen betrieblichen Ertrag konnten auslaufende Kostenerstattungen durch die teilweise Vereinnahmung einer Ausgleichszahlung, die im Geschäftsjahr 2014 von der Siltronic AG für die Übernahme von Mitarbeitern geleistet wurde, kompensiert werden. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Insbesondere die Aufwendungen für Instandhaltung und IT-Dienstleistungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018. Das Währungsergebnis verbesserte sich um 3,5 Mio. € auf -5,1 Mio. € (2017: -8,6 Mio. €).

Das Betriebsergebnis belief sich auf 114,3 Mio. € und lag damit unter dem Vorjahreswert von 219,3 Mio. €.

Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Diese lagen mit 66,6 Mio. € über dem Vorjahreswert von 43,3 Mio. €. Darin sind erstmals auch Dividenden von der Siltronic AG enthalten. Im Geschäftsjahr 2018 prägten Zuschreibungen von insgesamt 176,7 Mio. € auf die Beteiligungsansätze der Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur und Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Ltd., Singapur sowie der Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China das Beteiligungsergebnis. Gründe sind die verbesserte Marktlage und eine geänderte Verrechnungspreispolitik zwischen den chinesischen WACKER-Gesellschaften und den beiden Joint-Venture-Gesellschaften. Im Vorjahr entstanden Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 258,1 Mio. €. Diese resultierten aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG.

Das Zinsergebnis ging weiter zurück und betrug -75,8 Mio. € (2017: -36,9 Mio. €). Dabei wirkte sich vor allem der Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen mit 84,0 Mio. € (2017: 63,9 Mio. €) aus. Zudem führte die unterjährige Rückführung der Ausleihung an die Tochtergesellschaft Wacker Chemical Corp., Adrian/Michigan, USA, zu geringeren Zinserträgen im Vergleich zum Vorjahr.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich auf 72,9 Mio. € (2017: 113,8 Mio. €). Er enthält neben den laufenden Steueraufwendungen der Wacker Chemie AG auch Steueraufwendungen für inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht.

Der Jahresüberschuss betrug 203,3 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2018 ergibt sich nach Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 223,6 Mio. €. Er beläuft sich auf insgesamt 1,48 Mrd. € (2017: 1,50 Mrd. €).

Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB

Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent angestiegen. Sie beläuft sich auf 5,34 Mrd. € (31. Dezember 2017: 5,07 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.

B.51 Bilanz

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Mio. € 2018 2017
Aktiva
Immaterielle Vermögensgegenstände 11,2 15,7
Sachanlagen 1.008,5 1.028,0
Finanzanlagen 2.689,6 2.533,7
Anlagevermögen 3.709,3 3.577,4
Vorräte 624,3 481,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 397,2 393,2
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 300,2 238,8
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 697,4 632,0
Wertpapiere und Termingelder 40,7 155,0
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 266,5 216,4
307,2 371,4
Umlaufvermögen 1.628,9 1.485,3
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 5,8 6,5
Summe Aktiva 5.344,0 5.069,2
Passiva
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile -12,4 -12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 1.482,1 1.502,4
Eigenkapital 2.887,9 2.908,2
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 821,6 762,5
Andere Rückstellungen 458,2 439,0
Rückstellungen 1.279,8 1.201,5
Finanzverbindlichkeiten 634,1 496,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 268,7 136,2
Übrige Verbindlichkeiten 251,9 289,4
Verbindlichkeiten 1.154,7 922,2
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 21,6 37,3
Summe Passiva 5.344,0 5.069,2

Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2018 von 3,58 Mrd. € auf 3,71 Mrd. €. Das Sachanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, da die Abschreibungen in Höhe von 231,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 263,4 Mio. €) die Investitionen in Höhe von 213,8 Mio. € (31. Dezember 2017: 159,1 Mio. €) überstiegen. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich von 2,53 Mrd. € auf 2,69 Mrd. €. Das resultiert aus Zuschreibungen der Beteiligungsbuchwerte der WACKER-Gesellschaften in China in Höhe von insgesamt 176,7 Mio. €. Gegenläufig wirkt die Rückführung von langfristig angelegtem Fondsvermögen. Damit beträgt das Fondsvermögen zum Stichtag 5,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 104,8 Mio. €). Insgesamt belief sich das Anlagevermögen auf 69 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 71 Prozent.

Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Er belief sich auf 624,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 481,9 Mio. €). Das entspricht einem Anstieg von 30 Prozent. Dies ist auf die hohe Auslastung der Produktionsanlagen bei gleichzeitig höheren Rohstoffkosten und den strategischen Lageraufbau im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON zurückzuführen. Zudem stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen leicht an von 393,2 Mio. € auf 397,2 Mio. €.

Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 26 Prozent und beliefen sich zum Stichtag auf 300,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 238,8 Mio. €). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 189,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 141,0 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2018 verfügte die Wacker Chemie AG über 40,7 Mio. € an Termingeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 266,5 Mio. € (31. Dezember 2017: 216,4 Mio. €).

Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,89 Mrd. € (31. Dezember 2017: 2,91 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 54,0 Prozent (31. Dezember 2017: 57,4 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017 eine Dividende in Höhe von 223,6 Mio. € auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.278,8 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2018 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2018 in Höhe von 203,3 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.482,1 Mio. €.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 59,1 Mio. € auf 821,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 762,5 Mio. €). Auch die anderen Rückstellungen, bestehend aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018 und betrugen 458,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 439,0 Mio. €). Im Verhältnis zur gestiegenen Bilanzsumme bildeten die Rückstellungen wie im Vorjahr 24 Prozent der Bilanzsumme ab.

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 634,1 Mio. € (31. Dezember 2017: 496,6 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 28 Prozent. Er ist im Wesentlichen bedingt durch die Aufnahme von Bankdarlehen. Zum Stichtag belaufen sich die Kreditaufnahmen bei Banken auf 583,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 298,0 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen um 150,6 Mio. € zurück und beliefen sich auf 46,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 197,2 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme erhöhte sich insgesamt auf zwölf Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2017: zehn Prozent).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 132,5 Mio. € auf 268,7 Mio. € (31. Dezember 2017: 136,2 Mio. €). Hier haben sich das höhere Geschäftsvolumen, gestiegene Investitionsausgaben zum Jahresende und Umkehreffekte aus vorfälligen Zahlungen aus 2017 ausgewirkt. Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 251,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 289,4 Mio. €). Hier wirkte sich im Wesentlichen der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen aus. Diese verminderten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 um 38,7 Mio. € auf 131,8 Mio. € (31. Dezember 2017: 170,5 Mio. €).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 21,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 37,3 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern. Der Posten konnte im Geschäftsjahr 2018 teilweise aufgelöst werden, da das Mitarbeiterübernahmeprogramm seitens Siltronic AG beendet wurde. Der noch bestehende Posten wird über die verbleibende Unternehmenszugehörigkeit der übergetretenen Mitarbeiter aufgelöst.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr von 106,1 Mio. € auf 129,8 Mio. € angestiegen.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug 662,7 Mio. €. Der Großteil davon diente der verbesserten Eigenkapitalausstattung der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C., die damit ihrerseits ein langfristiges Finanzierungsdarlehen an die Wacker Chemie AG zurückführte. Daneben wurde der Ausbau von Produktionskapazitäten in den Tochtergesellschaften Wacker Chemicals Norway AS, Holla, und Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, weiter mit Kapitalerhöhungen über eine Zwischenholding finanziert. Gegenläufig wirkten die Einlagenrückführung aus dem WMM Universal Fonds und der Abbau des Bestands an Termingeldern. Im Vorjahr erzielte die Wacker Chemie AG einen Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit von 42,6 Mio. €. Darin wirkte sich vor allem der Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG in Höhe von 438,2 Mio. € aus.

Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung von Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Termingelder) ging im abgelaufenen Geschäftsjahr damit deutlich zurück. Er belief sich auf -729,0 Mio. € (2017: 375,2 Mio. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist demgegenüber deutlich positiv und belief sich auf 582,9 Mio. € (2017: -17,9 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2018 wurden im Wesentlichen Mittel zurückgeführt, die im Rahmen der konzerninternen Finanzierung an die Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C. ausgegeben wurden. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2018 per saldo Bankverbindlichkeiten in Höhe von 285,9 Mio. € aufgenommen, nachdem im Vorjahr 241,9 Mio. € getilgt wurden. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2018 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -223,6 Mio. €.

Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des WMM Universal Fonds und des Kassen- und Bankguthabens, hat sich zum 31. Dezember 2018 von 476,2 Mio. € auf 313,1 Mio. € deutlich verringert. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten beträgt damit -270,8 Mio. € (2017: Nettofinanzforderungen in Höhe von 178,2 Mio. €).

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

Ausblick

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2019 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

Wir gehen davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen positiven Jahresüberschuss unter dem Niveau des Vorjahres.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden.

Risikobericht

Beschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-Management

Ganzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management

Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen.

Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell.

Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten.

Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der Steuerabteilung und Kontrollen der steuerlichen Vorprozesse tragen dazu bei, entsprechende Risiken zu minimieren.

Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption.

Risikosteuerung

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen

konzernweite Risikoabdeckung

konzernweite Risikoabbildung

Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand.

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung 5 Mio. € übersteigt.

B.52 "Three Lines of Defense"-Modell

Risikoidentifikation

Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

B.53 Risikomanagementsystem

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, werden die Daten konsolidiert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zu den Quartalen.

Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert der Zentralbereich Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.

B.54 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)

1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können

Compliance-Management

WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität.

Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen. Die weltweit 21 Compliance-Beauftragten des WACKER-Konzerns sitzen in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland, Norwegen sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Compliance-Themen in Ländern, die hier nicht genannt sind, werden vom Chief Compliance Officer mit Unterstützung des Zentralbereichs Recht von Deutschland aus bearbeitet.

Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Im Jahr 2018 lag ein Schwerpunkt der Präsenzschulungen in den Ländern Indien, Libanon, Saudi-Arabien sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Neben unseren eigenen Mitarbeitern haben wir teilweise auch Beschäftigte unserer dortigen Distributoren geschult. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2018 nicht identifiziert.

Interne Revision

Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert.

Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst.

Im Geschäftsjahr 2018 hat die Konzernrevision weltweit bei einer Reihe von Tochtergesellschaften und Standorten Audits durchgeführt. Dabei wurden die wesentlichen Geschäftsprozesse auf Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit der internen Kontrollsysteme überprüft. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bildeten Prüfungen im Bereich Informationstechnologie zur IT-Sicherheit, IT-Infrastruktur und Lizenznutzung. Darüber hinaus wurden ausgewählte Prozesse in weiteren Bereichen wie Logistik, Ingenieurtechnik, Personalwesen und Bilanzierung untersucht.

Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben.

Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Externe Kontrolle

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Im Jahr 2018 wurde im Rahmen eines externen Audits überprüft, ob die Angemessenheit, Implementierung und die Wirksamkeit unseres internen Revisionssystems dem Standard 983 des Instituts der Wirtschaftsprüfer entspricht. Die Untersuchung hat ergeben, dass die Konzernrevision der Wacker Chemie AG die Anforderungen der Internationalen Grundlagen für die berufliche Praxis der Internen Revision (International Professional Practices Framework, IPPF) erfüllt.

Zentrale Risikofelder

Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken

Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2019.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.

Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still.

B.55 Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2019

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Risiko/Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkungen
Gesamtwirtschaftliche Risiken möglich mittel
Absatzmarktrisiken
Chemie möglich mittel
Polysilicium möglich groß
Beschaffungsmarktrisiken möglich mittel
Investitionsrisiken gering mittel
Produktions- und Umweltrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken Kreditrisiko gering niedrig
Währungs- und Zinsrisiken möglich mittel
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen möglich mittel
Rechtliche Risiken gering niedrig
Regulatorische Risiken
Energiewende in Deutschland möglich mittel
Handelsbeschränkungen Polysilicium möglich groß
Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte hoch niedrig
IT-Risiken gering mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken gering niedrig

Einschätzung und Risikobewertung: Für das Jahr 2019 erwarten Wirtschaftsforscher, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird. Allerdings hat sich das Expansionstempo im Verlauf des Jahres 2018 spürbar verlangsamt. Gleichzeitig haben die Risiken für die Weltwirtschaft nach Einschätzung der Konjunkturexperten deutlich zugenommen. Grund dafür sind in erster Linie die handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen den USA auf der einen Seite sowie China und der Europäischen Union auf der anderen Seite. Weitere Risiken für die Konjunktur könnten sich aus einer zu schnellen Normalisierung der Geldpolitik der führenden Notenbanken sowie durch die Auswirkungen des Brexit ergeben.

In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Regionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen.

Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Entwicklungen beeinflussen die Rahmenbedingungen zusätzlich.

Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der gestiegenen Risiken halten wir es allerdings für möglich, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2019 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER. Die Effekte aus dem Brexit hätten keine wesentliche direkte Auswirkung auf die Ertragslage von WACKER. Allerdings können sich indirekte Effekte über die Auswirkungen des Brexit auf den Handel und die Konjunktur ergeben.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.

Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.

Einschätzung und Risikobewertung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2019 für unsere Produkte insgesamt gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Bei Siliconen ist die Nachfrage im Jahr 2018 stark gewachsen, die die Kapazitäten der Siliconhersteller nicht vollständig decken konnten. Begleitet wurde diese Entwicklung außerdem durch Kunden, die über ihren eigentlichen Bedarf hinaus Bestände aufgebaut haben. Für 2019 geht WACKER SILICONES davon aus, dass sich die Angebots- und Nachfragesituation im Verlauf des Jahres wieder normalisieren wird. Insgesamt rechnen wir nicht damit, dass es im Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Prognosezeitraum zu Überkapazitäten und sinkender Auslastung kommen könnte. Für unsere Polymerprodukte sehen wir Chancen, im Jahr 2019 höhere Preise zu erzielen. WACKER SILICONES rechnet für 2019 über die einzelnen Produktgruppen und Regionen hinweg mit einem uneinheitlichen Preisbild.

Insgesamt halten wir es für möglich, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt. Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich.

Szenario 2: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden und das Auslaufen von langfristigen Lieferverträgen.

Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Das Auslaufen langfristiger Verträge sowie der Zubau neuer Kapazitäten von Wettbewerbern erhöhen das Auslastungsrisiko. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen.

Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten.

Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2019 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte eine Abschwächung der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich große Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Zollrisiken.

Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben.

Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Das beinhaltet auch Risiken aus Handelshemmnissen wie zunehmende Handelskonflikte oder durch den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. In ausgewählten Fällen sind wir teilweise rückwärtsintegriert und produzieren strategische Rohstoffe selbst. Unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla oder unsere eigene Vinylacetatproduktion in Burghausen verringern beispielsweise unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Durch die höheren Preise für Rohöl steigen auch die Preise für Rohstoffe, die aus Öl gewonnen werden, ebenso wie die Energiekosten. Darüber hinaus können die Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa und in die USA eingeführt wird.

WACKER verwendet eine Reihe hoch spezialisierter Rohstoffe, für die es nur wenige Lieferanten gibt. Sollten diese Lieferanten ausfallen, könnte dies unsere Produktion einschränken. Wir minimieren dieses Risiko durch entsprechende Gegenmaßnahmen (zum Beispiel Zweitlieferanten, Sicherheitsbestände, vorsorgliche Definition von Ersatzprodukten).

Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen.

Insgesamt gehen wir im Jahr 2019 auf Grund der sich abschwächenden Wirtschaftsentwicklung von leicht rückläufigen Rohstoffkosten aus. Wir erwarten jedoch, dass diese Einsparungen teilweise durch höhere Stromkosten auf Grund eines knapperen Angebots durch Kraftwerkschließungen, hohe Preise für Kohle sowie höherer Preise für Erdgas kompensiert werden. Ein solches Szenario ist in unseren Planungen berücksichtigt. Dass es zu Produktionsausfällen bei unseren Rohstofflieferanten kommen kann, halten wir auf Grund von Erfahrungen für möglich. Die Auswirkungen eines solchen Engpasses bei den für uns wesentlichen Rohstoffen und von höher als geplant liegenden Stromkosten auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns lägen voraussichtlich im mittleren Bereich.

Investitionsrisiken

Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen.

Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen.

Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 3 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. In diese Prüfung sind die Zentralbereiche einbezogen. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlagenprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2019 unter Vorjahr liegen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau unserer Produktionskapazitäten in den Chemiebereichen und dort insbesondere für Silicone. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko aus einer weiteren negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. Im Eintrittsfall lägen die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich.

Produktions- und Umweltrisiken

Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen.

Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.

Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care(r) und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente.

B.56 Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken

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Risiko Steuerung durch Zentralbereich
Kreditrisiken Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern
Währungs- und Zinsrisiken Finanzen und Versicherungen
Liquiditätsrisiko Finanzen und Versicherungen

Kreditrisiko

Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften).

Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir mit Banken, die in der Regel ein Mindestrating von A- der Ratingagentur Standard&Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb vorgegebener Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.

Währungs- und Zinsrisiken

Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.

Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden.

Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht.

Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäftes sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2019 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.

Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte.

Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag auf 387,5 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von 600 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen.

Pensionen

Szenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld).

Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Versorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.

Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter steigt weiter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf extrem niedrigem Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Im vergangenen Geschäftsjahr blieb unser Beitragssatz unverändert. Für die Zukunft halten wir es für möglich, dass wir wie bereits 2017 Sonderzahlungen in die Pensionskasse und das Fondsvermögen leisten müssen sowie der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen steigen werden. Dies hätte mittlere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.

Rechtliche Risiken

Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.

Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.

Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf hochqualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Regulatorische Risiken

Energiewende in Deutschland

Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird (Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnung, EU-Beihilferecht, Energieeffizienz-Richtlinie, Emissionshandel, Sektorkopplung).

Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender Strompreise beziehungsweise staatlicher Umlagen und höherer Netznutzungsentgelte, wenn der Gesetzgeber die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang ganz oder teilweise von Umlagen und Zusatzkosten freistellt.

Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement).

Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei der Netzentgeltbefreiung und bei den Berechnungsgrundlagen für die Netzzusatzkosten haben bereits im Jahr 2018 dazu geführt, dass die Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten niedriger war als in den Vorjahren. Wir halten es für möglich, dass es 2019 zu höheren Strompreisen sowie zu weiteren Änderungen an den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann, beispielsweise bei den Netznutzungsentgelten. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER würden im laufenden Jahr voraussichtlich im mittleren Bereich liegen, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen.

Handelsbeschränkungen Polysilicium

Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums (MOFCOM) gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Am 20. Januar 2019 hat das MOFCOM mit einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle auf in den USA produziertes Polysilicium begonnen. Diese Auslaufüberprüfung kann bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. Bis zum Abschluss der Überprüfung bleiben die chinesischen Zölle auf US-amerikanisches Polysilicium weiter in Kraft. Die handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China haben sich im Verlauf des Jahres 2018 deutlich verschärft. In Europa hat die EU-Kommission die Maßnahmen gegen chinesische Solarzellen und -module im September 2018 auslaufen lassen. Das MOFCOM hat seinerseits die bisherigen Maßnahmen gegen in Europa hergestelltes Polysilicium beendet. Damit kann Polysilicium von WACKER aus Europa in China wieder ohne Einschränkungen importiert werden.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.

Maßnahmen: Trotz des sich verschärfenden Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Polysilicium aus den USA) und damit chinesische Antidumping- und Antisubventionszölle auf Polysilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht darüber hinaus nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Diesen "New Shipper Review" werden wir zu gegebener Zeit beantragen. Darüber hinaus werden wir unser am Standort Charleston hergestelltes Polysilicium bei unseren Kunden aus der Halbleiterindustrie qualifizieren.

Einschätzung und Risikobewertung: Da die chinesischen Zölle gegen in Europa hergestelltes Polysilicium zum 31. Oktober 2018 ausgelaufen sind, kann WACKER dieses Material wieder ohne jegliche Einschränkungen nach China verkaufen. Mindestens bis zum Abschluss der oben beschriebenen Auslaufüberprüfung des MOFCOM kann WACKER sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes Polysilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren. Mit Blick auf die zunehmenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2019 wären dann wahrscheinlich groß.

Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte

Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden.

Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.

Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst.

Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen Bereich liegen.

IT-Risiken

Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie (IT)-Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.

Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Diese Anforderungen dokumentieren wir in so genannten Service Level Agreements (SLAs), die wir mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen vereinbaren. Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) haben wir für das Jahr 2018 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent erreicht. Ausschlaggebend dafür ist eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management).

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Durch ein konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringern wir die Komplexität und die damit verbundenen Risiken.

Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement optimieren wir ebenfalls laufend. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Prinzip, den einzelnen Anwendern den Zugriff nur auf diejenigen Systeme und Informationen zu ermöglichen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen (Need-to-know-Prinzip). Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Angriffen auf unsere Informationssysteme vorzubeugen.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Versuche, IT-Systeme und Netzwerke zu stören und anzugreifen, nehmen kontinuierlich zu. Dass solche Eingriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich nie vollständig ausschließen. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Personalrisiken

Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.

Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.

Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können.

WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet und entwickelt. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.

Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2019 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.

Externe Risiken

Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.

Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, erachten wir jedoch für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen.

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Knowhow verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).

B.57 Chancenmanagementsystem

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Zusätzlich zum erwarteten Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2019 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

B.58 Übersicht Unternehmenschancen

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern

Branchenspezifische Chancen

Umfassendes Produktportfolio für die globalen Zukunftstrends

Urbanisierung, Ressourcen- und Energieeffizienz, Mobilität, Wohlstandszuwachs

Unternehmensstrategische Chancen

Kostengünstiger Ausbau der Kapazitäten für Endprodukte

Positive Cashflows durch Investitionen unterhalb der Abschreibungen

Ausbau bestehender und Einrichtung neuer technischer Kompetenzzentren in den Regionen

Leistungswirtschaftliche Chancen

Höhere Produktivität der Anlagen

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien in der Wundversorgung, in der Kosmetik und Textilpflege, in der Kunststoffverarbeitung, im Elektronikbereich sowie im 3D-Druck wollen wir dieses Wachstum begleiten.

Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos von drei auf 25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange Lebensdauer der Batterie sorgen.

Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 80 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen sowie in seinem Substitutionsgeschäft.

WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion von Pharmaproteinen. Mit dem im April 2018 erworbenen Standort in Amsterdam hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten auf diesem Feld deutlich ausgebaut. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka mit Lebendbakterien eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für eifreie Backwaren oder fettarme Desserts. Wachstum erwarten wir auch im Geschäft mit Cystein und weiteren fermentativ erzeugten Produkten für Nahrungsmittel, etwa für vegetarische Fleischaromen. Mit unserer Großfermentationsanlage im spanischen León, die im August 2018 die Produktion aufgenommen hat, können wir den steigenden Bedarf langfristig begleiten.

Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Den größten Zubau erwarten wir weiterhin in China, Indien und den USA. Wachstumspotenziale sehen wir außerdem im weltweit zunehmenden Trend zu hocheffizienten monokristallinen Solarzellen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren.

Unternehmensstrategische Chancen

Der Ausbau unserer Kapazitäten für Vorprodukte in den vergangenen Jahren bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Bis mindestens zum Jahr 2020 konzentrieren wir uns nun darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden dabei unterhalb der Abschreibungen liegen. Besonders im Fokus steht dabei der Ausbau unserer Siliconproduktion. An unseren Standorten Burghausen, Adrian, USA, und Zhangjiagang, China, erweitern wir unsere Kapazitäten für Flüssigsiliconkautschuk, hoch- und raumtemperaturvernetzende Silicone sowie wärmeleitfähige Siliconmassen. Am US-amerikanischen Standort Charleston errichten wir eine Anlage für hochdisperse Kieselsäure, die in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Darüber hinaus prüfen wir dort den Bau einer Anlage für hochtemperaturvernetzende Siliconkautschuke. Mit diesen Maßnahmen tragen wir der hohen Nachfrage nach Siliconprodukten in Schlüsselbranchen wie der Automobil-, Elektronik- und Medizintechnikindustrie Rechnung. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver, die vor allem in die Bauindustrie gehen, errichten wir derzeit an unserem koreanischen Standort Ulsan.

Leistungswirtschaftliche Chancen

WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "Wacker Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten, um unsere Kunden noch effizienter zu betreuen, unsere Herstellungskosten weiter zu senken und die Produktivität unserer Herstellungsprozesse weiter zu steigern. So nutzen wir zum Beispiel Datenströme aus unseren Produktionsanlagen für die vorausschauende Instandhaltung. Seit Anfang des Jahres 2019 setzen wir für das Management unserer Kundenbeziehungen ein neues Software-System ein. Unsere Mitarbeiter im Vertrieb werden damit ortsunabhängiger, vernetzter und flexibler. Um die digitale Transformation im gesamten Unternehmen strukturiert voranzutreiben und nachhaltig zu etablieren, haben wir Mitte des Jahres 2017 das Programm WACKER Digital ins Leben gerufen. Darin bündeln wir bereits laufende und neue Digitalisierungsprojekte und schaffen die Grundlage für den effektiven und effizienten Einsatz digitaler Technologien.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt.

Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Zwar haben sich wie oben beschrieben auf Grund der politischen Entwicklungen die gesamtwirtschaftlichen Risiken gegenüber dem Vorjahr erhöht. Darüber hinaus haben auch die Absatzmarktrisiken sowie die Beschaffungsmarktrisiken etwas zugenommen. Damit ist nach unserer Einschätzung auch das Gesamtrisiko im Vergleich zum Jahr 2018 leicht gewachsen. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für das Jahr 2019 erwarten Wirtschaftsforscher, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird. Allerdings bewegt sie sich in schwierigem Fahrwasser. Der Aufschwung wird sich nach Einschätzung der Konjunkturforscher zwar fortsetzen, jedoch auf niedrigerem Niveau. Risiken bergen vor allem globale Handelskonflikte, insbesondere der zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften USA und China. Unter dem Einfluss höherer bilateraler Zölle könnten sich Handel und Investitionstätigkeiten weiter verlangsamen. Dazu kommen geopolitische Krisen und politische Unsicherheiten wie der Ausgang beim Brexit. Auch eine restriktivere Geldpolitik der führenden Notenbanken hat Potenzial, das weitere Wachstum zu hemmen. Mit zunehmenden Finanzierungsschwierigkeiten durch teurer werdende Kredite haben zudem eine Reihe von Schwellen- und Entwicklungsländern zu kämpfen.

B.59 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2019

%

Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: ADB, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF, Europa: OECD

Die OECD geht davon aus, dass das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts seinen Höhepunkt erreicht hat - und sich von 3,7 Prozent im Jahr 2018 auf 3,5 Prozent in den Jahren 2019 und 2020 abschwächen wird. Den größten Anteil am Aufschwung haben laut IWF die Schwellenländer mit einem Plus von 4,5 Prozent. Nach Ansicht der Konjunkturforscher wird sich aber das Expansionstempo auch hier in den kommenden Jahren insgesamt verlangsamen. In den Industrienationen wird 2019 ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent erwartet. In den Vereinigten Staaten soll die Wirtschaft um 2,5 Prozent wachsen (2018: 2,9 Prozent). Für China geht die Asiatische Entwicklungsbank von einem Wachstum von 6,3 Prozent im kommenden Jahr aus - nach 6,6 Prozent im Jahr 2018. In Indien soll das Wachstum dagegen weiter zulegen.

Wir gehen anhand der aktuellen Konjunkturprognosen in unserem Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2019 weiter wachsen wird. Für das Jahr 2020 rechnen wir mit einem ähnlichen Zuwachs.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2019 weitgehend positiv gestalten.

Chemische Industrie soll im Jahr 2019 leicht zulegen

Nach einem guten Jahr 2018 rechnet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) für das Jahr 2019 mit einem moderaten Wachstum. Nach Ansicht des Branchenverbands wird die Chemieproduktion um 1,5 Prozent wachsen. Beim Gesamtumsatz geht der VCI von einer Steigerung um 2,5 Prozent aus. Neben der abgeschwächten Konjunktur in Deutschland und der weltweit gedämpften wirtschaftlichen Entwicklung sieht sich die Branche mit politischen Herausforderungen wie den Handelskonflikten der USA mit der EU und mit China konfrontiert.

Die Chemiebereiche von WACKER sehen vor allem Wachstumschancen in den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden.

Bauindustrie bleibt auf Wachstumskurs

Die Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH in den nächsten Jahren weiter wachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen bis 2021 jährlich um rund 1,9 Prozent zulegen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Region Asien. Auch die europäische und südamerikanische Bauwirtschaft entwickeln sich nach Einschätzung von B + L weiterhin positiv, wenngleich mit niedrigeren Wachstumsraten als in Asien. In Nordamerika dagegen ist der Baumarkt leicht rückläufig.

B.60 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2019 - 2021

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 12/2018

Die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bieten für WACKER auch in den kommenden Jahren gute Wachstumspotenziale. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2019 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Zuwächse sehen wir vor allem bei emissionsarmen Innenfarben und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen sowie unter eigener Marke vertriebene Silicondichtstoffe.

Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2019 mit moderatem Wachstum

Die Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2019 mit einem Anstieg des weltweiten Marktvolumens um vier Prozent. Nach Schätzungen des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wird dieses Wachstum vor allem getragen durch die Schwellenländer und Asien, aber auch in Europa und Amerika erwartet der Branchenverband leichte Zuwächse.

Gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER bei Silicongelen und Siliconvergussmassen für Elektronikkomponenten und maßgeschneiderten Siliconen für die Automobilindustrie, beispielsweise für Fahrerassistenzsysteme, Sensoren und optische Displays.

Das Umfeld bleibt herausfordernd, die installierte Photovoltaikleistung wird 2019 voraussichtlich aber weiter wachsen

Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2019 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten im Markt.

B.61 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2019

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Neu installierte PV-Leistungen (MW)
2019 2018
Lower Range Upper Range
Deutschland 3.500 4.500 3.100
Frankreich 1.400 1.700 1.000
Übriges Europa 8.000 11.000 7.500
USA 11.000 14.000 11.100
Japan 6.000 7.000 7.000
China 40.000 45.000 43.000
Indien 11.000 12.000 9.500
Übrige Welt 29.100 34.800 22.800
Gesamt 110.000 130.000 105.000

Quellen: PV-Markt 2019: Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2018: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER

B.62 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

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Branchen Entwicklung 2018 Entwicklung 2019
Chemieindustrie Wachstum Wachstum
Bauindustrie Wachstum Wachstum
Energie / Elektro Wachstum Wachstum
Photovoltaikindustrie Wachstum Wachstum bei gleichzeitig hoher Wettbewerbsintensität

Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Außerdem ist die Solarenergie ein wichtiger Baustein, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 °C zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte für die Photovoltaik erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiter wachsen. China wird auch im Jahr 2019 der weltweit größte und wichtigste Markt bleiben. Zu den weiteren Ländern mit hohen Zubauraten gehören Indien, die USA, Europa und Japan. Zu den Regionen mit starkem Wachstumspotenzial zählen Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen (PV-Leistungen) zwischen 110 und 130 Gigawatt (GW) im Jahr 2019 liegen werden.

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2019 wächst. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus den Schwellenländern Asiens. Das Wachstum in den USA und Europa ist stabil.

Investitionen und Produktion

Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2019 analog dem Vorjahr auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden mit rund 400 Mio. € im Jahr 2019 unter dem Niveau des Vorjahres sein und deutlich unter den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Etwas mehr als 50 Prozent der Investitionen dienen dazu, das weitere Wachstum in unserem operativen Geschäft sicherzustellen. Der andere Teil unserer Investitionen fließt in Optimierungs- und Modernisierungsprojekte.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES baut eine neue Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort Charleston. Weitere Investitionen sind Anlagen zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuken in Burghausen und in Zhangjiagang, China. In Holla, Norwegen, bauen wir eine neue Produktionsanlage zur Herstellung von Siliciummetall. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erweitert in Nanjing, China, seine Anlagen für VAE-Dispersionen. In Ulsan, Südkorea, investieren wir in eine neue Dispersionsanlage sowie einen Sprühtrockner.

Im Jahr 2019 werden wir einige Investitionsprojekte abschließen und die Produktion aufnehmen.

B.63 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2019

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Standort Projekte Inbetriebnahme
Holla, Norwegen Anlage zur Herstellung von Siliciummetall 2019
Ulsan, Südkorea Dispersionsreaktor- und Sprühtrockneranlage 2019
Charleston, USA Anlage zur Herstellung hochdisperser Kieselsäure 2019
Nünchritz Kapazitätserweiterung zur Herstellung von Siloxan 2019
Burghausen Kapazitätserweiterung zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuk 2019

Der Instandhaltungsaufwand im Geschäftsjahr 2019 beläuft sich auf rund 435 Mio. €.

Künftige Produkte und Dienstleistungen

WACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik, Automotive und Körperpflege. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für silanmodifizierte Hybridpolymere, die hohe Zuwachsraten versprechen. Mit dieser Technologieplattform lassen sich neuartige Dicht- und Klebstoffe und abriebfeste Schutzbeschichtungen für Betonböden herstellen. Erfolgreich gestartet ist die Vermarktung eines neuen Silanoligomers für wasserabweisende Faserzementplatten. Steigende Nachfrage verzeichnen wir bei Spezialsilanen für die Mikroelektronik. Zu einem unverzichtbaren Werkstoff entwickeln sich wärmeleitfähige Siliconelastomere in der Elektromobilität. Spezialsilicone tragen ganz wesentlich zur Kühlung und damit zum Wärmemanagement moderner Speicherzellen bei.

WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau- und Beschichtungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS nun als weltweit erster Hersteller in der Lage, Dispersionen auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymer unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten.

WACKER BIOSOLUTIONS erschließt sich mit seinen Produkten neue Marktchancen bei Nahrungsergänzungsmitteln im Sportbereich. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass sich sowohl das Coenzym Q10 als auch das pflanzliche Antioxidans Curcumin positiv auf die allgemeine Leistungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit und die Regeneration der Muskulatur auswirken. Weil beide Substanzen schlecht wasserlöslich sind und deswegen vom menschlichen Körper nur schwer aufgenommen werden, komplexiert der Geschäftsbereich diese mit Cyclodextrinen. Dadurch lässt sich die Bioverfügbarkeit der Substanzen signifikant verbessern und in diverse Produkte für Sportler integrieren.

Auch der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Weltweit dominieren kristalline Solarzellen. Die Nachfrage nach monokristallinen Zellen steigt kontinuierlich an. Solche Premiumprodukte besitzen höhere Wirkungsgrade und produzieren bei gleicher Sonneneinstrahlung mehr Strom. Als Technologieführer ist WACKER hier sehr gut positioniert. Mit unserem hochreinen Polysilicium können wir das stark wachsende Segment der monokristallinen Zellen bestens bedienen. Außerdem bauen wir unseren Anteil an hochqualitativem Polysilicium für die Halbleiterindustrie kontinuierlich aus.

Forschung und Entwicklung

Strategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2019 für diese Projekte zehn Prozent (2018: zehn Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind die Zukunftsfelder Energie, Elektronik, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie.

Digitalisierung

Das Digitalisierungsprogramm von WACKER werden wir mit einer Vielzahl von Einzelprojekten im gesamten Unternehmen fortführen. Im Jahr 2019 nehmen wir ein neues Kundeninformationssystem in Betrieb, das dazu dient, die Kundennähe und Kundenorientierung zu verbessern. Außerdem präsentiert sich WACKER mit einem neuen Internetauftritt im Netz. In der Produktion und Logistik implementieren wir neue digitale Softwarelösungen, um die Prozesse sicherer und produktiver zu gestalten.

Mitarbeiter

Für das Jahr 2019 gehen wir von einem Anstieg der Mitarbeiterzahl aus. Dafür verantwortlich sind Produktionserweiterungen der Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS in Asien und den USA. Dabei steht weiterhin eine umsichtige Personalplanung im Mittelpunkt.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeitsziele von WACKER für die nächsten Jahre sind im nichtfinanziellen Bericht beschrieben. Im Jahr 2019 wird WACKER den regionalen Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Europa legen. Dabei überprüfen wir einzelne Standorte auf Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheit. WACKER wird im Jahr 2019 den Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2017/2018 veröffentlichen.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2019 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 (2018: 1,18). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe leicht unter dem Vorjahr liegen werden. Die Preise für Erdgas und Strom, insbesondere der Stromzukauf in Deutschland, werden deutlich über dem Vorjahresniveau erwartet. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist im Jahr 2019 weitgehend gesichert. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte. Die erwarteten Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall an unserem US-Standort Charleston sind in der Prognose noch nicht berücksichtigt.

Steuerungskennzahlen und Wertmanagement

Die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Konzernumsatz 2019 mit Mengenwachstum

WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2019 steigende Absatzmengen in den Chemiebereichen sowie in einzelnen Produktbereichen höhere, in anderen niedrigere Durchschnittspreise. Insgesamt liegen die Durchschnittspreise unter Vorjahr. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir von einem Anstieg der Absatzmengen aus. Allerdings liegen die Durchschnittspreise deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt soll der Konzernumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen.

Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2019 auf Wachstumskurs bleiben, wenn es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt.

Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht.

Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird deutlich unter dem Vorjahr (2018: 18,7 Prozent) erwartet. Das EBITDA wird 10 bis 20 Prozent unter dem Vorjahr bleiben. Der Grund dafür sind niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten. Das Beteiligungsergebnis erwarten wir unter dem Niveau des Vorjahres. Der Konzernjahresüberschuss soll bei einer Steuerquote von unter 20 Prozent deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

ROCE: Auf Grund eines geringeren operativen Ergebnisses wird der ROCE (2018: 5,9 Prozent) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Netto-Cashflow: Für das Jahr 2019 erwarten wir einen deutlich positiven und deutlich über dem Vorjahr liegenden Netto-Cashflow auf Grund geringerer Belastungen aus dem Working Capital.

Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Investitionen: Im Jahr 2019 werden sich die Investitionen auf rund 400 Mio. € belaufen und unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Sie liegen nach wie vor unter den Abschreibungen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2019 mit rund 525 Mio. € ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Investitionen fließen unter anderem in den Neubau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure und für Flüssigsiliconkautschuk in Burghausen, in den Ausbau unserer Kapazitäten für fertige Silicon- und Polymerprodukte sowie in den Bau einer neuen Anlage für Siliciummetall in Holla, Norwegen.

Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden auf Grund der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 über dem Niveau des Vorjahres (2018: 609,7 Mio. €) liegen.

Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2019 einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen und Verbesserungen im Produktmix. Gegenläufig wirken sich niedrigere Preise bei Standardprodukten aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Weiterhin wollen wir bei hoher Auslastung unserer Anlagen den Anteil von Spezialprodukten am Absatz erhöhen. Das EBITDA soll bei teilweise niedrigeren Rohstoffpreisen auf Grund niedrigerer Preise bei Standardprodukten deutlich unter dem Vorjahr liegen. Wir gehen von einer EBITDA-Marge von rund 20 Prozent aus.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Wir erwarten in allen Regionen Zuwächse. Das EBITDA soll bei niedrigeren Rohstoffpreisen und durch Preiserhöhungen deutlich über dem Vorjahr liegen. Wir gehen von einer EBITDA-Marge von rund 14 Prozent aus.

B.64 Ausblick für das Jahr 2019

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Ist 2018 Ausblick 2019
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen
EBITDA-Marge (%) 18,7 deutlich unter dem Vorjahr
EBITDA (Mio. €) 930,0 10 bis 20% unter dem Vorjahr
ROCE (%) 5,9 deutlich unter dem Niveau des Vorjahres
Netto-Cashflow (Mio. €) 124,7 deutlich positiv, deutlich über Vorjahr
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.978,8 mittlerer einstelliger Prozentsatz höher
Investitionen (Mio. €) 460,9 rund 400
Nettofinanzschulden (Mio. €) 609,7 über dem Niveau des Vorjahres
Abschreibungen (Mio. €) 540,4 rund 525

Einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentsatz erwarten wir im Jahr 2019 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt aus einer höheren Auslastung an unserem Produktionsstandort in Amsterdam sowie Mengenwachstum in anderen Bereichen. Das EBITDA soll auf Grund geringerer Integrationskosten deutlich über dem Vorjahr liegen. Das EBITDA erwarten wir bei über 30 Mio. €.

Im Polysiliciumgeschäft gehen wir im Jahr 2019 von einem kräftigen Mengenanstieg aus nach dem Rückgang im Jahr 2018. Der Umsatzanstieg wird im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet. Das EBITDA wird auf Grund deutlich niedrigerer Durchschnittspreise für Solarpolysilicium und höherer Belastungen aus Energiepreisen ausgeglichen erwartet und deutlich unter dem Vorjahr liegen.

Künftige Dividende

Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von 600 Mio. €.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

Die wirtschaftspolitischen Risiken für das Jahr 2019 haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Die Weltwirtschaft befindet sich zurzeit in einer Abschwungphase deren Ausmaß im Moment nicht abschätzbar ist. Wirtschaftsforscher haben in den vergangenen zwei Monaten ihre Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft zurückgenommen, sie gehen aber davon aus, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird.

Für unser Geschäft erwarten wir im Jahr 2019 einen leichten Rückgang bei den Rohstoffkosten, aber einen deutlichen Anstieg bei den Strompreisen in Deutschland, was vor allem das Ergebnis im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON belastet. Auf Grund dieser Rahmenbedingungen soll der Konzernumsatz insgesamt um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Wir rechnen damit, dass alle Geschäftsbereiche im Umsatz zulegen werden.

Das EBITDA wird dagegen deutlich unter Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir ebenfalls deutlich unter Vorjahr. Hier wirken sich deutlich niedrigere Durchschnittspreise bei Polysilicium, niedrigere Preise bei chemischen Standardprodukten sowie steigende Energiekosten aus. Beim Konzernjahresüberschuss rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang.

Die Investitionen werden mit rund 400 Mio. € wieder deutlich unter dem Vorjahr liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 525 Mio. € und sind damit leicht unter dem Vorjahr. Wir erwarten einen deutlich positiven und deutlich über dem Vorjahr liegenden Netto-Cashflow auf Grund geringerer Belastungen aus dem Working Capital. Die Nettofinanzschulden erwarten wir über dem Niveau des Vorjahres.

Überkapazitäten für Solarsilicium in China dämpfen trotz unserer führenden Markt- und Qualitätsposition die Ergebnisentwicklung im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und damit im Konzern. In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unseren hervorragenden Produkten unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen und mit unseren Investitionen das Marktwachstum begleiten.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.

C.1 Gewinn- und Verlustrechnung

01. Januar bis 31. Dezember

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Mio. € Anhang 2018 2017*
Umsatzerlöse 01 4.978,8 4.924,2
Herstellungskosten 02 -4.104,1 -3.969,8
Bruttoergebnis vom Umsatz 874,7 954,4
Vertriebskosten -303,5 -292,4
Forschungs- und Entwicklungskosten -164,6 -153,1
Allgemeine Verwaltungskosten -159,7 -148,5
Sonstige betriebliche Erträge 02 96,0 84,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen 02 -85,0 -64,8
Betriebsergebnis 257,9 379,8
Equity-Ergebnis 03 131,7 42,0
Sonstiges Beteiligungsergebnis 03 - 1,9
EBIT (Earnings before interest and taxes) 389,6 423,7
Zinserträge 03 8,0 7,5
Zinsaufwendungen 03 -22,1 -38,3
Übriges Finanzergebnis 03 -51,1 -65,5
Finanzergebnis -65,2 -96,3
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern 324,4 327,4
Ertragsteuern 04 -64,3 -77,3
Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 260,1 250,1
Jahresergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 634,7
Jahresergebnis 260,1 884,8
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 246,1 866,7
auf andere Gesellschafter entfallend 11 14,0 18,1
Ergebnis je Stammaktie in €
Ergebnis je Stammaktie in € aus fortgeführten Aktivitäten 4,95 4,85
Ergebnis je Stammaktie in € aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 12,60
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert /verwässert) 18 4,95 17,45

* Übriges Finanzergebnis und Ertragsteuern angepasst auf Grund der DRSC Interpretation 4 (IFRS) Bilanzierung von ertragsteuerlichen Nebenleistungen nach IFRS

C.2 Gesamtergebnisrechnung

01. Januar bis 31. Dezember

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Mio. € 2018 2017
Vor Steuern Latente Steuern Vor Steuern Latente Steuern
Jahresergebnis 260,1 884,8
Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen -149,3 36,7 -112,6 127,2 -29,9 97,3
Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden -149,3 36,7 -112,6 127,2 -29,9 97,3
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -14,3 -0,9 -15,2 -1,4 0,9 -0,5
Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 64,3 - 64,3 -186,2 - -186,2
davon ergebniswirksam - - - 12,4 - 12,4
Marktwertänderungen aus Wertpapieren - FVOCI - - - -0,1 - -0,1
Wertberichtigungen Wertpapiere - FVOCI - - - - - -
Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge) -12,8 3,9 -8,9 17,4 -3,5 13,9
davon ergebniswirksam 0,5 -0,2 0,3 1,1 -0,2 0,9
Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe - - - -2,5 - -2,5
davon ergebniswirksam - - - -2,4 - -2,4
Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden 51,5 3,9 55,4 -171,4 -3,5 -174,9
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -3,3 2,1 -1,2 -2,8 -1,3 -4,1
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen -97,8 40,6 -57,2 -44,2 -33,4 -77,6
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend -96,7 40,6 -56,1 -56,7 -33,4 -90,1
auf andere Gesellschafter entfallend -1,1 - -1,1 12,5 - 12,5
Summe der im Geschäftsjahr erfassten Erträge und Aufwendungen 202,9 807,2
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 190,0 776,6
auf andere Gesellschafter entfallend 12,9 30,6
Der den Aktionären der Wacker Chemie AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf
Fortgeführte Aktivitäten 190,0 133,3
Nicht fortgeführte Aktivitäten - 643,3
Der den anderen Gesellschaftern zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf
Fortgeführte Aktivitäten 12,9 6,3
Nicht fortgeführte Aktivitäten - 24,3

C.3 Bilanz

Zum 31. Dezember

Aktiva

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Mio. € Anhang 31.12.2018 31.12.2017*
Immaterielle Vermögenswerte 05 38,3 41,5
Sachanlagen 05 3.525,5 3.500,4
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 06 1,5 1,3
At equity bewertete Beteiligungen 07 658,3 564,6
Wertpapiere 10 4,4 42,1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 09 109,3 106,8
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 09 5,3 3,8
Aktive latente Steuern 04 520,9 452,6
Langfristige Vermögenswerte 4.863,5 4.713,1
Vorräte 08 1.010,7 783,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 09 681,9 655,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 09 30,1 78,3
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 09 85,4 86,0
Ertragsteuerforderungen 09 64,0 13,9
Wertpapiere und Festgelder 10 42,0 218,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10 341,1 286,9
Kurzfristige Vermögenswerte 2.255,2 2.122,6
Summe Aktiva 7.118,7 6.835,7

Passiva

Mio. € Anhang 31.12.2018 31.12.2017*
Gezeichnetes Kapital der Wacker Chemie AG 260,8 260,8
Kapitalrücklage der Wacker Chemie AG 157,4 157,4
Eigene Anteile -45,1 -45,1
Gewinnrücklagen/Konzernergebnis 3.328,0 3.303,9
Übrige Eigenkapitalposten -613,9 -557,8
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallendes Eigenkapital 3.087,2 3.119,2
Anteile anderer Gesellschafter 58,3 50,1
Eigenkapital 11 3.145,5 3.169,3
Pensionsrückstellungen 12 1.795,0 1.618,3
Andere Rückstellungen 13 220,1 233,1
Ertragsteuerrückstellungen 13 88,3 48,0
Finanzierungsverbindlichkeiten 14 894,7 800,4
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15 0,4 0,5
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten 15 64,1 112,5
Sonstige Verbindlichkeiten 15 - 0,1
Passive latente Steuern 04 9,8 4,2
Langfristige Schulden 3.072,4 2.817,1
Andere Rückstellungen 13 36,0 55,8
Ertragsteuerrückstellungen 13 21,7 71,1
Finanzierungsverbindlichkeiten 14 102,5 201,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15 470,6 268,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15 23,3 15,0
Ertragsteuerverbindlichkeiten 15 0,2 0,8
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten 15 86,8 78,3
Sonstige Verbindlichkeiten 15 159,7 158,6
Kurzfristige Schulden 900,8 849,3
Schulden 3.973,2 3.666,4
Summe Passiva 7.118,7 6.835,7

* Andere Rückstellungen (lang- und kurzfristig) und Ertragsteuerrückstellungen (lang- und kurzfristig) angepasst auf Grund der DRSC Interpretation 4 (IFRS) Bilanzierung von ertragsteuerlichen Nebenleistungen nach IFRS

C.4 Kapitalflussrechnung

01. Januar bis 31. Dezember

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Mio. € Anhang 2018 2017
Jahresergebnis 260,1 884,8
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -634,7
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen 540,4 590,4
Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen 3,7 3,0
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 66,2 40,0
Ergebnis aus Equity-Accounting -131,7 -42,0
Zinsergebnis 14,1 30,8
Zinsauszahlungen -20,3 -41,2
Zinseinzahlungen 9,5 7,6
Steueraufwand 64,3 77,3
Steuerzahlungen -152,0 -92,8
Erhaltene Ausschüttung 23,1 2,6
Veränderung der Vorräte -308,8 -97,7
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -22,0 6,0
Veränderung der nichtfinanziellen Vermögenswerte -0,3 -34,5
Veränderung der finanziellen Vermögenswerte 45,0 -63,0
Veränderung der Rückstellungen 13,5 74,6
Veränderung der nichtfinanziellen Verbindlichkeiten -3,4 38,6
Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten 150,0 -66,8
Veränderung der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten -41,8 -70,0
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - fortgeführte Aktivitäten 20 509,6 613,0
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - nicht fortgeführte Aktivitäten - 44,1
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 509,6 657,1
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -408,8 -328,2
Investitionen in finanzielle Vermögenswerte -0,1 -0,1
Erlöse aus Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 6,5 3,2
Erlöse aus Abgang von Finanzinvestitionen - 0,1
Auszahlungen für Akquisitionen -21,0 -
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren -423,4 -325,0
Einzahlungen aus der Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern 587,8 245,0
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren und Festgeldern -373,8 -402,6
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 20 -209,4 -482,6
Einzahlungen aus dem Abgang des Siltronic-Segments abzüglich abgegebener Zahlungsmittel - 191,8
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - -26,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -209,4 -316,8
Gewinnausschüttungen -223,6 -99,4
Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter -4,7 -4,6
Einzahlungen aus der Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - 87,6
Aufnahme Bankverbindlichkeiten 366,4 238,7
Rückzahlung Bankverbindlichkeiten -374,3 -550,4
Rückzahlung sonstiger Finanzverbindlichkeiten -4,3 -5,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 20 -240,5 -333,1
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -240,5 -333,1
Veränderung aus Wechselkursänderungen -5,5 -3,8
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10 54,2 3,4
Stand am Jahresanfang 286,9 283,5
Stand am Jahresende 341,1 286,9

C.5 Entwicklung des Eigenkapitals

01. Januar bis 31. Dezember

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Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Gewinnrücklagen / Konzernergebnis Übrige Eigenkapitalposten Summe
01.01.2017 260,8 157,4 -45,1 2.488,7 -482,4 2.379,4
Jahresergebnis - - - 866,7 - 866,7
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - -90,1 -90,1
Gesamtergebnis - - - 866,7 -90,1 776,6
Ausschüttung - - - -99,4 - -99,4
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - - - 47,9 14,7 62,6
Konsolidierungskreisänderungen - - - - - -
31.12.2017 260,8 157,4 -45,1 3.303,9 -557,8 3.119,2
01.01.2018 wie berichtet 260,8 157,4 -45,1 3.303,9 -557,8 3.119,2
Effekte aus der Erstanwendung von neuen Rechnungslegungsstandards* - - - 1,6 - 1,6
01.01.2018 260,8 157,4 -45,1 3.305,5 -557,8 3.120,8
Jahresergebnis - - - 246,1 - 246,1
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - -56,1 -56,1
Gesamtergebnis - - - 246,1 -56,1 190,0
Ausschüttung - - - -223,6 - -223,6
31.12.2018 260,8 157,4 -45,1 3.328,0 -613,9 3.087,2
scroll
Mio. € Anteile anderer Gesellschafter Gesamt
01.01.2017 213,8 2.593,2
Jahresergebnis 18,1 884,8
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen 12,5 -77,6
Gesamtergebnis 30,6 807,2
Ausschüttung -4,6 -104,0
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG 25,0 87,6
Konsolidierungskreisänderungen -214,7 -214,7
31.12.2017 50,1 3.169,3
01.01.2018 wie berichtet 50,1 3.169,3
Effekte aus der Erstanwendung von neuen Rechnungslegungsstandards* - 1,6
01.01.2018 50,1 3.170,9
Jahresergebnis 14,0 260,1
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen -1,1 -57,2
Gesamtergebnis 12,9 202,9
Ausschüttung -4,7 -228,3
31.12.2018 58,3 3.145,5

* Siehe Erläuterungen im Anhang; davon 1,5 Mio. € aus dem Equity Accounting Siltronic.

C.6 Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten

01. Januar bis 31. Dezember

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Mio. € Marktwertänderung aus Wertpapieren - FVOCI Wertberichtigungen Wertpapiere - FVOCI Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
01.01.2017 0,1 - 266,2
Ergebnisneutrale Veränderung -0,1 - -
Ergebniswirksame Umgliederung - - 12,4
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - - 1,6
Veränderung Translation - - -196,7
31.12.2017 - - 83,5
01.01.2018 - - 83,5
Ergebnisneutrale Veränderung - - -
Ergebniswirksame Umgliederung - - -
Veränderung Translation - - 65,4
31.12.2018 - - 148,9
Auf Minderheitsgesellschafter entfallend
01.01.2017 - - -12,2
Ergebnisneutrale Veränderung - - -
Ergebniswirksame Umgliederung - - -
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG - - -1,6
Veränderung Translation - - -1,9
Konsolidierungskreisänderungen - - 11,3
31.12.2017 - - -4,4
01.01.2018 - - -4,4
Veränderung Translation - - -1,1
31.12.2018 - - -5,5
scroll
Mio. € Marktwertänderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
01.01.2017 -5,2 -744,1 0,6
Ergebnisneutrale Veränderung 13,3 85,6 -1,8
Ergebniswirksame Umgliederung -0,4 - -2,4
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG 0,1 13,1 -0,1
Veränderung Translation - - -
31.12.2017 7,8 -645,4 -3,7
01.01.2018 7,8 -645,4 -3,7
Ergebnisneutrale Veränderung -9,2 -112,6 -
Ergebniswirksame Umgliederung 0,3 - -
Veränderung Translation - - -
31.12.2018 -1,1 -758,0 -3,7
Auf Minderheitsgesellschafter entfallend
01.01.2017 -1,9 -91,8 0,5
Ergebnisneutrale Veränderung -0,3 11,7 1,7
Ergebniswirksame Umgliederung 1,3 - -
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG -0,1 -13,1 0,1
Veränderung Translation - - -
Konsolidierungskreisänderungen 1,0 93,2 -2,3
31.12.2017 - - -
01.01.2018 - - -
Veränderung Translation - - -
31.12.2018 - - -
scroll
Mio. € Summe
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
01.01.2017 -482,4
Ergebnisneutrale Veränderung 97,0
Ergebniswirksame Umgliederung 9,6
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG 14,7
Veränderung Translation -196,7
31.12.2017 -557,8
01.01.2018 -557,8
Ergebnisneutrale Veränderung -121,8
Ergebniswirksame Umgliederung 0,3
Veränderung Translation 65,4
31.12.2018 -613,9
Auf Minderheitsgesellschafter entfallend
01.01.2017 -105,4
Ergebnisneutrale Veränderung 13,1
Ergebniswirksame Umgliederung 1,3
Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG -14,7
Veränderung Translation -1,9
Konsolidierungskreisänderungen 103,2
31.12.2017 -4,4
01.01.2018 -4,4
Veränderung Translation -1,1
31.12.2018 -5,5

C.7 Segmentdaten nach Bereichen

01. Januar bis 31. Dezember

scroll
Mio. € Silicones Polymers Biosolutions Polysilicon Sonstiges Nicht fortgeführte Aktivitäten
2018
Umsatz mit Dritten 2.499,5 1.258,2 227,0 823,5 170,6 -
Innenumsätze 0,1 24,0 - - - -
Gesamtumsatz 2.499,6 1.282,2 227,0 823,5 170,6 -
EBIT 536,7 108,0 9,8 -257,3 -6,8 -
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen 79,9 39,7 13,7 329,7 77,4 -
EBITDA 616,6 147,7 23,5 72,4 70,6 -
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis 31,8 - - - 99,9 -
Wertminderungen im Anlagevermögen - -1,4 - - - -
Anlagenzugänge1 222,7 71,0 17,9 62,2 87,1 -
Finanzanlagenzugänge - - - - - -
Anlagenzugänge 222,7 71,0 17,9 62,2 87,1 -
Vermögen (31.12.) 1.770,3 686,3 207,1 2.262,7 2.192,5 -
Schulden (31.12.) 826,3 307,6 78,2 712,4 2.048,9 -
Netto-Vermögen (31.12.) 944,0 378,7 128,9 1.550,3 143,6 -
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 41,7 - - - 616,6 -
Forschungskosten 60,9 30,0 6,3 32,8 34,6 -
Mitarbeiter (31.12.) 5.114 1.600 709 2.549 4.570 -
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.990 1.575 665 2.548 4.523 -
2017
Umsatz mit Dritten 2.200,0 1.225,6 205,8 1.101,3 150,8 -
Innenumsätze 0,2 19,5 0,1 22,7 18,0 -
Gesamtumsatz 2.200,2 1.245,1 205,9 1.124,0 168,8 -
EBIT 362,2 168,1 26,1 -87,6 -48,2 -
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen 82,7 37,5 11,4 378,0 80,8 -
EBITDA 444,9 205,6 37,5 290,4 32,6 -
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis 2,0 - - - 40,0 -
Wertminderungen im Anlagevermögen - - - - - -
Anlagenzugänge1 142,8 48,1 15,7 57,6 62,5 19,5
Finanzanlagenzugänge - - - - 0,1 -
Anlagenzugänge 142,8 48,1 15,7 57,6 62,6 19,5
Vermögen (31.12.) 1.471,1 609,3 157,7 2.395,3 2.202,4 -
Schulden (31.12.) 688,8 270,9 66,0 759,6 1.881,2 -
Netto-Vermögen (31.12.) 782,3 338,4 91,7 1.635,7 321,2 -
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 9,9 - - - 554,7 -
Forschungskosten 58,6 29,3 6,0 22,6 36,6 -
Mitarbeiter (31.12.) 4.737 1.539 533 2.538 4.464 -
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.708 1.519 528 2.527 4.441 -
scroll
Mio. € Konsolidierung Konzern
2018
Umsatz mit Dritten - 4.978,8
Innenumsätze -24,1 -
Gesamtumsatz -24,1 4.978,8
EBIT -0,8 389,6
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen - 540,4
EBITDA -0,8 930,0
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis - 131,7
Wertminderungen im Anlagevermögen - -1,4
Anlagenzugänge1 - 460,9
Finanzanlagenzugänge - -
Anlagenzugänge - 460,9
Vermögen (31.12.) -0,2 7.118,7
Schulden (31.12.) -0,2 3.973,2
Netto-Vermögen (31.12.) - 3.145,5
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) - 658,3
Forschungskosten - 164,6
Mitarbeiter (31.12.) - 14.542
Mitarbeiter (Durchschnitt) - 14.301
2017
Umsatz mit Dritten - 4.883,5
Innenumsätze -19,8 40,7
Gesamtumsatz -19,8 4.924,2
EBIT 3,1 423,7
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen - 590,4
EBITDA 3,1 1.014,1
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis - 42,0
Wertminderungen im Anlagevermögen - -
Anlagenzugänge1 - 346,2
Finanzanlagenzugänge - 0,1
Anlagenzugänge - 346,3
Vermögen (31.12.) -0,1 6.835,7
Schulden (31.12.) -0,1 3.666,4
Netto-Vermögen (31.12.) - 3.169,3
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) - 564,6
Forschungskosten - 153,1
Mitarbeiter (31.12.) - 13.811
Mitarbeiter (Durchschnitt) - 13.723

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 21.

C.8 Segmentdaten nach Regionen

01. Januar bis 31. Dezember

scroll
Mio. € Deutschland Übriges Europa Amerika Asien Sonstige Regionen Nicht fortgeführte Aktivitäten
2018
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 871,7 1.225,0 878,2 1.756,9 247,0 -
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 3.876,2 142,1 1.106,1 979,5 13,0 -
Anlagenzugänge1 220,4 63,1 99,5 77,8 0,1 -
Finanzanlagenzugänge - - - - - -
Anlagenzugänge 220,4 63,1 99,5 77,8 0,1 -
Vermögen (31.12.) 6.339,6 2.231,4 2.543,4 719,5 7,3 -
Schulden (31.12.) 3.360,3 108,5 567,2 267,8 3,3 -
Netto-Vermögen (31.12.) 2.979,3 2.122,9 1.976,2 451,7 4,0 -
Langfristiges Vermögen2 1.770,1 164,3 1.964,7 327,2 2,5 -
Forschungskosten 165,0 0,5 16,3 12,7 - -
Mitarbeiter (31.12.) 10.291 593 1.783 1.804 71 -
2017
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 820,5 1.149,9 838,7 1.886,2 228,9 -
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 3.910,0 119,5 1.167,7 859,5 12,1 -
Anlagenzugänge1 172,6 35,3 75,1 43,4 0,3 19,5
Finanzanlagenzugänge 0,1 - - - - -
Anlagenzugänge 172,7 35,3 75,1 43,4 0,3 19,5
Vermögen (31.12.) 5.997,2 1.498,7 2.627,3 656,9 6,2 -
Schulden (31.12.) 2.973,1 40,2 1.342,6 320,6 2,5 -
Netto-Vermögen (31.12.) 3.024,1 1.458,5 1.284,7 336,3 3,7 -
Langfristiges Vermögen2 1.721,5 87,0 2.015,6 284,8 2,7 -
Forschungskosten 153,8 - 15,9 11,0 - -
Mitarbeiter (31.12.) 9.984 407 1.676 1.678 66 -
scroll
Mio. € Konsolidierung Konzern
2018
Außenumsatz nach Sitz des Kunden - 4.978,8
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft -1.138,1 4.978,8
Anlagenzugänge1 - 460,9
Finanzanlagenzugänge - -
Anlagenzugänge - 460,9
Vermögen (31.12.) -4.722,5 7.118,7
Schulden (31.12.) -333,9 3.973,2
Netto-Vermögen (31.12.) -4.388,6 3.145,5
Langfristiges Vermögen2 - 4.228,8
Forschungskosten -29,9 164,6
Mitarbeiter (31.12.) - 14.542
2017
Außenumsatz nach Sitz des Kunden - 4.924,2
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft -1.144,6 4.924,2
Anlagenzugänge1 - 346,2
Finanzanlagenzugänge - 0,1
Anlagenzugänge - 346,3
Vermögen (31.12.) -3.950,6 6.835,7
Schulden (31.12.) -1.012,6 3.666,4
Netto-Vermögen (31.12.) -2.938,0 3.169,3
Langfristiges Vermögen2 - 4.111,6
Forschungskosten -27,6 153,1
Mitarbeiter (31.12.) - 13.811

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
2 Langfristige Vermögenswerte gemäß IFRS 8 (ohne Finanzinstrumente, latente Steueransprüche und Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses)

Die Segmentdaten nach Regionen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 21.

Anhang

des WACKER-Konzerns

Grundlagen und Methoden

Der WACKER-Konzern (WACKER) ist ein international tätiges Chemieunternehmen mit Kernaktivitäten in der Silicon- und der Polymerchemie, der Spezial- und Feinchemie und der Polysiliciumherstellung. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Lagebericht erläutert. Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München, HRB 159705). Sie hat ihren Firmensitz am Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Deutschland.

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der Wacker Chemie AG sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite von WACKER veröffentlicht.

Die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung des Konzernabschlusses der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und auf der Internetseite von WACKER öffentlich zugänglich gemacht.

Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den ergänzenden Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB erstellt. Die für das laufende Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert.

Die funktionale Währung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden ausführlich in Kapitel 24 des Anhangs dargelegt. Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 05. März 2019 freigegeben. Er wird dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 13. März 2019 vorgelegt.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

IFRS 15, "Revenues from Contracts with Customers"

IFRS 15 "Revenues from Contracts with Customers" ersetzt die Standards zur Umsatzrealisierung IAS 18 (Revenue) und IAS 11 (Construction Contracts) sowie die dazugehörigen Interpretationen und ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01. Januar 2018 beginnen. Der neue Standard sieht ein fünfstufiges Modell für die Erfassung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden vor. Nach IFRS 15 sind diejenigen Beträge als Umsatzerlöse zu erfassen, die ein Unternehmen als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden zu erwarten hat. Erlöse werden erfasst, wenn (oder sobald) das Unternehmen seine Leistungsverpflichtung erfüllt hat und der Kunde Verfügungsmacht über Waren oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt erlangt. Darüber hinaus konkretisiert IFRS 15 die Zuordnung von einzelnen Sachverhalten zu neuen Bilanzposten, einzelnen Funktionskosten in der Ergebnisrechnung und deren Brutto- versus Nettobetrachtung.

WACKER führt den IFRS 15 auf Basis der modifizierten retrospektiven Methode ein, sodass etwaige Umstellungseffekte zum 01. Januar 2018 kumulativ in den Gewinnrücklagen erfasst werden und die Vergleichsperiode in Einklang mit bisherigen Bilanzierungsregelungen dargestellt wird. Im Rahmen des Implementierungsprojektes wurden alle gängigen Geschäftsmodelle des Konzerns untersucht. Auf Basis dieser Untersuchungen ergeben sich aus der Umstellung keine wesentlichen Anpassungseffekte, die in den Gewinnrücklagen darzustellen sind. Die geringe Auswirkung des IFRS 15 ist darauf zurückzuführen, dass aus den Verträgen mit Kunden von WACKER üblicherweise jeweils eine Leistungsverpflichtung resultiert und diese zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt wird. Die Umstellungseffekte werden im Folgenden dargestellt:

Im Geschäftsbereich SILICONE ergeben sich Umstellungseffekte aus Transaktionen gem. IFRS 15.5 (d), das sind nicht-monetäre Tauschgeschäfte von z. B. Rohstoffen oder Erzeugnissen zwischen Unternehmen der gleichen Sparte, die Verkäufe an Kunden erleichtern oder Transportkosten reduzieren sollen. Es werden nur Transaktionen in der gleichen Periode abgewickelt. Diese Transaktionen wurden auf der Seite von WACKER früher als Umsatzerlöse ausgewiesen und werden nun nicht mehr als Umsatz erfasst. Dies hat den Umsatz in 2018 um rund 50 Mio. € geringer ausfallen lassen. Es ergaben sich keine Margeneffekte aus diesen Tauschgeschäften.

Im Geschäftsbereich POLYMERS ergaben sich geringfügige Umstellungseffekte aus der Beistellung von Rohstoffen im Rahmen der Lohnfertigung. Diese Transaktionen werden in 2018 nicht mehr als Umsatzerlöse ausgewiesen.

Ein Geschäftsmodell im Geschäftsbereich BIOSOLUTIONS besteht darin, Entwicklungsleistungen für die pharmazeutische Industrie im Rahmen von Dienstleistungsverträgen zu erbringen, die über einen Zeitraum hinweg erfüllt werden. Dabei handelt es sich um kundenspezifische Dienstleistungen, die anhand von vertraglichen Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert werden. Die Umsatzlegung nach IFRS 15 führt zu keinen Änderungen, da der Zahlungsanspruch bei Realisierung des Meilensteins entsteht. Weiter werden kundenspezifische Produkte im Zusammenhang mit Produktlieferverträgen für Vorprodukte von Medikamenten erstellt. Der Zahlungsanspruch entsteht hier mit Abnahme durch den Kunden. In unwesentlichem Umfang bestehen zum Stichtag Verkaufsvertragsvermögenswerte im Sinne von nicht abgerechneten Leistungen. WACKER weist diese weiterhin unter den Vorräten aus und erläutert diese im Anhang.

Bestimmte Transportklauseln führen zu einer separaten Leistungsverpflichtung, da die Fracht- und Transportleistung erst nach dem Kontrollübergang auf den Kunden abgeschlossen wird. Der Effekt aus der Verschiebung des Umsatzanteils für die Fracht- und Transportleistung auf einen späteren Zeitpunkt beträgt 3,1 Mio. € für das Geschäftsjahr 2017. Auf Grund der gleichzeitigen Reduzierung der bei WACKER angefallenen Transportkosten ergibt sich kein EBITDA-Effekt.

Hat eine Vertragspartei (Kunde oder Lieferant) ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, so hat das Unternehmen den Vertrag als Vertragsvermögenswert oder als Vertragsverbindlichkeit auszuweisen, je nachdem, ob das Unternehmen seine Leistung erbracht hat oder der Kunde die Zahlung geleistet hat. Jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung ist von einem Unternehmen gesondert als Forderung auszuweisen. WACKER weist aktuell ausschließlich Vertragsverbindlichkeiten in der Bilanz aus. Diese enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen und Vorauszahlungen von Kunden des Segments BIOSOLUTIONS. In 2017 wurden Kundenvorauszahlungen unter den nichtfinanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Ferner werden in 2017 noch unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesene Rabattabgrenzungen nun als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.

IFRS 9, "Financial Instruments"

IFRS 9, "Financial Instruments" ersetzt IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) und tritt für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 01. Januar 2018 beginnen. IFRS 9 führt neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten für Unternehmen ein, erfordert Änderungen der Bilanzierung der Effekte aus der Veränderung des eigenen Kreditrisikos für zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Verpflichtungen, ersetzt die derzeitigen Regelungen zur Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten und ändert die Bilanzierungsvorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.

Die Erstanwendung von IFRS 9 hat bei WACKER auf Grund der neuen Anforderungen zu geringen Anpassungen der Wertminderung geführt. Die höhere Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für Wertpapiere werden teilweise durch steuerliche Auswirkungen und Auflösungen von zuvor vorhandenen Wertminderungen ausgeglichen, sodass es zu einer geringen Erhöhung des Eigenkapitals kommt. Die Auswirkungen werden in einer separaten Zeile im Eigenkapital ausgewiesen. Die aus IFRS 9 resultierenden Änderungen zu IAS 1 (Ausweis von Wertminderungsaufwendungen und Erträgen aus Wertaufholungen als eigener Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung) wird WACKER auf Grund der geringen Beträge nicht vornehmen. Der Ausweis erfolgt wie in der Vergangenheit im sonstigen betrieblichen Aufwand für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie im übrigen Finanzergebnis für sonstige finanzielle Vermögenswerte und wird im Anhang beschrieben.

Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen nach IFRS 9 verlangt, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens und die Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts die Klassifizierung und dessen Bewertung bestimmen. Zum erstmaligen Ansatz wird der jeweilige finanzielle Vermögenswert entweder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" (FVPL), als "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (at amortised cost) oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in den Übrigen Eigenkapitalposten" (FVOCI) klassifiziert. Da die Anforderungen unter IFRS 9 von den bestehenden Beurteilungen unter IAS 39 abweichen, gibt es geringfügige Unterschiede in der Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Dies beinhaltet das Wahlrecht, bestimmte Vermögensgegenstände zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Verpflichtungen unter IFRS 9 bleibt weitgehend unverändert.

WACKER hat die finanziellen Vermögenswerte anhand der zugrunde liegenden Geschäftsmodelle und der vertraglichen Zahlungsstromcharakteristika der Vermögenswerte beurteilt und wie folgt zugeordnet:

Reklassifizierung der finanziellen Vermögenswerte zum 01. Januar 2018

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Mio. € Bewertung nach IAS 39
Finanzielle Vermögenswerte Kategorie IAS 39 Geschäftsmodell IFRS 9 / Bewertungskategorie Buchwert lt. Bilanz 31.12.2017 Neubewertung Buchwert lt. Bilanz zum 01.01.2018 (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Kredite und Forderungen/ amortized cost Halten/amortized cost 655,7 - 655,7 655,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 185,1 - 185,1 171,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen/ amortized cost Halten/amortized cost 160,6
Beteiligungen zur Veräußerung verfügbar/ at cost Handel/ FVPL* 11,1
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung FVPL* FVPL*
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
Wertpapiere und Festgelder 260,3 - 260,3 156,8
Termingelder Kredite und Forderungen/ amortized cost Halten/amortized cost 156,8
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbar/ FVOCI** Halten und Verkaufen/ FVOCI**
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 286,9 - 286,9 286,9
Festgelder Kredite und Forderungen/ amortized cost Halten/amortized cost 187,1
Bankguthaben Kredite und Forderungen/ amortized cost Halten/amortized cost 99,8
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.388,0 1.388,0
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Mio. € Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert 31.12.2017 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 655,7 655,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 8,4 5,0 174,0 160,6 19,5 5,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 160,6 160,6
Beteiligungen 11,1
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3,0 3,0 3,0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 5,4 5,0 10,4 5,4 5,0
Wertpapiere und Festgelder 103,5 260,3 156,8 103,5
Termingelder 156,8 156,8
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere 103,5 103,5 103,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 286,9 286,9
Festgelder 187,1 187,1
Bankguthaben 99,8 99,8
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.376,9
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Mio. € Bewertung nach IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte 01.01.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 655,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 185,1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 160,6
Beteiligungen 11,1
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3,0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 10,4
Wertpapiere und Festgelder 260,3
Termingelder 156,8
Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere 103,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 286,9
Festgelder 187,1
Bankguthaben 99,8
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.388,0

* FVPL = finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam
** FVOCI = finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente) bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral

Es ergab sich keine Buchwertänderung auf Grund von Reklassifizierungen. Die Einstufung finanzieller Verbindlichkeiten hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

Zur Bestimmung der möglichen Klassifizierungs- und Bewertungsänderungen durch die Umsetzung von IFRS 9 hat WACKER eine Bestimmung der Geschäftsmodelle durchgeführt sowie die vertraglichen Zahlungsstromcharakteristika der finanziellen Vermögenswerte innerhalb dieser Geschäftsmodelle beurteilt. Das Ergebnis der durchgeführten Analyse war, dass der Konzern Bestände von finanziellen Vermögenswerten identifiziert hat, die entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral bewertet werden, und welche somit Gegenstand der IFRS 9-Wertminderungsregeln werden.

Bei erstmaligem Ansatz eines nicht zu Handelszwecken gehaltenen Eigenkapitalinvestments wird WACKER im Einzelfall sein unwiderrufliches Wahlrecht zum Ausweis der nachfolgenden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral in den "Übrigen Eigenkapitalposten" wahrnehmen. Zum Umstellungszeitpunkt hat WACKER von diesem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Die Regelungen zur Wertminderung unter IFRS 9 werden auf "zu fortgeführten Anschaffungskosten" oder auf "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen erfolgsneutral in den Übrigen Eigenkapitalposten" bewertete Schuldinstrumente angewandt (im Weiteren insgesamt als "finanzielle Vermögenswerte" bezeichnet). Das Modell zur Bestimmung der Wertminderung und der Risikovorsorge ändert sich von einem Modell eingetretener Forderungsausfälle, bei dem Forderungsausfälle unter IAS 39 bei Eintritt eines definierten Verlustereignisses erfasst werden, hin zu einem erwarteten Forderungsausfallmodell unter IFRS 9, bei dem Wertminderungen für Forderungsausfälle bereits bei Erstansatz des finanziellen Vermögenswerts auf Basis der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Erwartungen potenzieller Forderungsausfälle erfasst werden. WACKER hat aus der Änderung des Forderungsausfallmodells nur einen unwesentlichen Änderungseffekt, da ein Großteil der Forderungen versichert ist. Eine ausführliche Beschreibung des Modells findet sich in den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen für finanzielle Vermögenswerte.

Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

IFRS 9 beinhaltet auch neue Regeln zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen mit dem Ziel, die Bilanzierung mit dem Risikomanagement in Einklang zu bringen. Grundsätzlich sind einige der Einschränkungen der derzeitigen Regelungen beseitigt worden, sodass eine größere Auswahl von Sicherungsinstrumenten und gesicherten Grundgeschäften für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen verfügbar wird. IFRS 9 beinhaltet ein Bilanzierungswahlrecht, die Anwendung der IFRS 9-Bilanzierungsregeln für Sicherungsbeziehungen zu verschieben und stattdessen die IAS 39-Bilanzierungsregeln für Sicherungsbeziehungen weiterhin anzuwenden. WACKER hat entschieden, dieses Bilanzierungswahlrecht auszuüben und somit die IFRS 9-Bilanzierungsregeln für Sicherungsbeziehungen nicht zum Datum des Inkrafttretens von IFRS 9 am 01. Januar 2018 anzuwenden.

Ferner wurden in diesem Konzernabschluss folgende Standards und Interpretationen erstmals angewandt:

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Standard / Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Auswirkungen auf WACKER
Amendments to IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - Nutzungsänderungen 01.01.18 14.03.18 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zur Erzielung von Mieteinkünften oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten und nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Die Änderung stellt klar, dass Nutzungsänderungen nur vorliegen, wenn diese gegeben und nachweisbar sind. Eine reine Absicht zur Nutzungsänderung reicht nicht aus. Da WACKER im Geschäftsjahr 2018 keine Nutzungsänderungen vorgenommen hat, führt diese Änderung zu keiner Änderung der Bilanzwerte.
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 01.01.18 28.03.18 Die Interpretation stellt klar, welcher Wechselkurs bei der erstmaligen Erfassung einer Fremdwährungstransaktion in der funktionalen Währung eines Unternehmens zu verwenden ist, wenn das Unternehmen Vorauszahlungen auf die der Transaktion zugrunde liegenden empfangenen Vermögenswerte, Aufwendung oder Erträge (oder Teile hiervon) leistet oder erhält. WACKER leistet Anzahlungen im Investitionsbereich nur in geringem Umfang. Die erhaltenen Anzahlungen auf Polysiliciumlieferungen wurden alle in Euro gezahlt. Weitere Vorauszahlungen finden nur in geringem Maßstab statt. Im Geschäftsjahr 2018 hat sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des WACKER-Konzerns durch diese Änderung nicht verändert.

Andere erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen sind mangels vorhandener Sachverhalte nicht relevant.

Nicht vorzeitig angewandte Standards / Interpretationen

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet werden. Es werden nur die für WACKER relevanten Standards angegeben. Soweit von neuen Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft.

Vom IASB herausgegebene, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

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Standard / Interpretation Veröffentlichung durch IASB
IFRS 16 Leasing Leasingbilanzierung 13.01.16
IFRIC 23 Steuerrisikopositionen aus Ertragsteuern 07.06.17
Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2015 - 2017 12.12.17
Amendments to IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer -Plananpassungen, -kürzungen und -abgeltungen 07.02.18
Amendments to IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse - Definition eines Geschäftsbetriebs 22.10.18
Amendments to IAS 1 and IAS 8 Definition von Wesentlichkeit 31.10.18
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Standard / Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
IFRS 16 Leasing 01.01.19 31.10.17 IFRS 16, Leasingverhältnisse, ersetzt den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung IAS 17, Leasingverhältnisse, sowie die dazugehörigen Interpretationen. WACKER wird die Umstellung nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz vornehmen; die Vergleichszahlen der Vorjahresperioden werden nicht angepasst. Die Analyse im Rahmen des konzernweiten Projekts zur Erstanwendung hat ergeben, dass IFRS 16 wesentliche Auswirkungen auf die Bestandteile des Konzernabschlusses und die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER haben wird. Bilanz: Für Leasingnehmer führt IFRS 16 einen einheitlichen Ansatz für die bilanzielle Abbildung von Leasingverträgen ein, wonach für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen anzusetzen sind. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht. Die Bilanzierungsvorschriften für Leasinggeber bleiben dagegen weitgehend unverändert, insbesondere im Hinblick auf die weiterhin erforderliche Klassifizierung von Leasingverhältnissen nach IAS 17. Bei Leasingverhältnissen, die bisher gemäß IAS 17 als "Operate-Lease-Verhältnisse" eingestuft waren, wird die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der restlichen Leasingzahlungen angesetzt, abgezinst unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes des Leasingnehmers zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung. Das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand wird grundsätzlich mit einem Betrag in Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich anfänglicher direkter Kosten bewertet. Die Analyse im Rahmen des konzernweiten Projektes zur Erstanwendung hat ergeben, dass zum 01. Januar 2019 aus der Umstellung voraussichtlich Leasingverbindlichkeiten in Höhe von rund 155 Mio. € und Nutzungsrechte von 145 Mio. € in der Bilanz erfasst werden. Zum Erstanwendungszeitpunkt werden sich die Gewinnrücklagen nur geringfügig verändern. Auf Grund der Bilanzverlängerung wird sich die Eigenkapitalquote um rund ein Prozent verringern. Infolge des wesentlichen Anstiegs der Leasingverbindlichkeiten wird sich die Nettofinanzverschuldung entsprechend erhöhen. GuV: Im Gegensatz zu dem bisherigen Ausweis der Aufwendungen aus Operate-Lease-Verhältnissen werden künftig Abschreibungen auf Nutzungsrechte sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten erfasst werden. Die Änderungen werden zu einem verbesserten EBITDA führen. Auf Basis der zum 01. Januar 2019 bestehenden Leasingverhältnisse wird sich das Konzern-EBITDA in 2019 voraussichtlich um rund 35 Mio. € erhöhen. Kapitalflussrechnung: Aus dem geänderten Ausweis der Leasingaufwendungen aus Operate-Lease-Verhältnissen wird sich entsprechend der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit verbessern und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verschlechtern. Der Netto-Cashflow verbessert sich in 2019 somit in Höhe von rund 30 Mio. €.
IFRIC 23 01.01.19 23.10.18 Die Interpretation enthält Regelungen zum Ansatz und zur Bewertung von Steuerrisikopositionen und schließt somit diesbezüglich bestehende Regelungslücken in IAS 12 "Ertragsteuern". Steuerrisikopositionen umfassen sämtliche risikobehafteten Steuersachverhalte. Es handelt sich um Unsicherheiten bei der Akzeptanz durch die Steuerbehörden. Der Ansatz einer Steuerrisikoposition (aktiv wie auch passiv) ist davon abhängig, ob eine Zahlung als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Die Steuerrisikoposition kann sich auf laufende wie auf latente Steuern auswirken. Es sind für die Ermittlung jeweils einheitliche Schätzungen und Annahmen zu treffen. Wir gehen davon aus, dass sich durch die Interpretation keine Änderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des WACKER-Konzerns ergibt.
01.01.19 2019 Im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprozesses wurden folgende Klarstellungen getroffen. IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen": Der Erwerb weiterer Anteile führt bei Erlangung der Beherrschung über die vormals gemeinsame Tätigkeit zur Neubewertung der Altanteile im Sinne eines sukzessiven Erwerbs; erfolgt keine Änderung der Einschätzung als gemeinsame Vereinbarung werden die Altanteile nicht neu bewertet; aktuell bilanziert WACKER keine gemeinsamen Tätigkeiten gem. IFRS 11. Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern" für Steuerwirkungen aus Dividendenzahlungen. Diese Änderung hat keine Auswirkungen auf WACKER; Änderung von IAS 23 "Fremdkapitalkosten": WACKER bilanzierte bereits in der Vergangenheit entsprechend der Klarstellung; diese besagt, dass Fremdmittel, die ursächlich einem speziellen nach IAS 23 qualifizierten Vermögenswert zugerechnet wurden, nach dessen Fertigstellung den allgemeinen Fremdkapitalkosten wieder zugeordnet werden und zur Aktivierung im Rahmen von IAS 23 zur Verfügung stehen.
Amendments to IAS 19 01.01.19 2019 Die Änderung betrifft die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwands nach einem Eingriff in leistungsorientierte Versorgungspläne. Für den Zeitraum zwischen dem Eingriff und dem Ende der Berichtsperiode wird der laufende Dienstzeitaufwand und der Nettozinsaufwand anhand der versicherungsmathematischen Annahmen und der Nettoschuld zum Zeitpunkt der Planänderung ermittelt. WACKER kann bei Plananpassungen von dieser Änderung betroffen sein - aktuell gehen wir nicht von einer Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus.
Amendments to IFRS 3 01.01.20 2019 Durch die Änderung wird die Definition eines Geschäftsbetriebs nach IFRS 3 geändert. Ein Geschäftsbetrieb liegt nur vor, wenn mindestens ein substanzieller Prozess zur Outputgenerierung vorliegt bzw. erworben wurde. Wird der Fair Value des Erwerbs ausschließlich auf erworbene Vermögenswerte konzentriert, liegt kein Geschäftsbetrieb vor und somit ist IFRS 3 nicht anzuwenden. WACKER wird bei zukünftigen Erwerben von dieser Änderung betroffen sein.
Amendments to IAS 1 and IAS 8 01.01.20 2019 Die Änderung stellt klar, dass Informationen wesentlich sind, wenn zu erwarten ist, dass ihr Weglassen oder ihre falsche Darstellung die Entscheidungen primärer Abschlussadressaten beeinflussen würde. Als primärer Abschlussadressat gilt ein bestehender Investor, Kreditgeber oder anderer Gläubiger. WACKER berücksichtigt diese Kriterien der Wesentlichkeit bereits in den veröffentlichten Konzernabschlüssen.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der Wacker Chemie AG alle Unternehmen einbezogen, über die die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Beherrschung im Sinne des IFRS 10 oder gemeinsame Beherrschung im Sinne des IFRS 11 ausüben kann. Gesellschaften, über die die Wacker Chemie AG gemeinsame Beherrschung ausüben kann, werden je nach Ausprägung quotal (line-by-line) in den Konzernabschluss einbezogen oder nach der Equity-Methode bewertet. In Abwesenheit anderer einschränkender vertraglicher Vereinbarungen führt eine Mehrheit der Stimmrechte in der Regel zu Beherrschung. Bei gleich verteilten Stimmrechten liegt in der Regel gemeinsame Beherrschung vor, es sei denn, andere (vertragliche) Rechte führen zu Beherrschung durch einen Anteilseigner. Aktuell wird ein Unternehmen mit gemeinsamer Beherrschung at equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Assoziierte Unternehmen, auf die die Wacker Chemie AG maßgeblichen Einfluss im Sinne des IAS 28 ausüben kann, werden ebenfalls nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt 20 Prozent oder mehr der Stimmrechte an dem Beteiligungsunternehmen hält, es sei denn, dies kann eindeutig widerlegt werden.

Strukturierte Einheiten werden im Sinne des IFRS 10 konsolidiert, wenn die wirtschaftliche Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt. WACKER bezieht einen Spezialfonds als strukturierte Einheit in den Konzernabschluss ein. Hierbei handelt es sich um einen Fonds, in den die Wacker Chemie AG Sondervermögen eingezahlt hat. Dieser Treuhandfonds wurde ausschließlich für WACKER aufgelegt und alle Anteile des Fonds werden von WACKER gehalten. Die Einbringung des Sondervermögens stellt auf Grund der vertraglichen Ausgestaltung eine strukturierte Einheit im Sinne des IFRS 10 dar.

Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt ist bzw. bei denen WACKER keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als Beteiligungen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Eine detaillierte Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und des gesamten Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG gemäß den §§ 285 und 313 HGB wird in der Anteilsbesitzliste dargestellt.

Zusammensetzung des Konzerns

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Anzahl 2018 2017
Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft) 52 49
Inland 15 15
Ausland 37 34
At equity konsolidierte Unternehmen 3 3
Inland 1 1
Ausland 2 2
Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen - -
Inland - -
Ausland - -
Gesamt 55 52
Inland 16 16
Ausland 39 36
Strukturierte Einheiten 1 1
Inland 1 1
Ausland - -

Insgesamt werden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 55 Unternehmen einbezogen (31. Dezember 2017: 52 Unternehmen). Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2017 wie folgt verändert.

Veränderung des Konsolidierungskreises

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%
Zugang bei vollkonsolidierten Unternehmen, 16.04.2018
SynCo Bio Partners Holding B. V., Amsterdam, Niederlande 100
SynCo Bio Partners B. V., Amsterdam, Niederlande 100
SynCo Bio Partners Investment B. V., Amsterdam, Niederlande 100

Am 16. April 2018 hat WACKER von SynCo Bio Partners Luxembourg S.à.r. l ., Luxembourg, einen Produktionsstandort in Amsterdam, Niederlande, zur Herstellung von Biopharmazeutika sowie das dazugehörige Geschäft erworben.

Die WACKER Chemical Finance B.V., Zaanstad, Niederlande, eine Tochtergesellschaft der Wacker Chemie AG, erwarb mit Vertrag vom 14. Dezember 2017 alle Anteile an der SynCo Bio Partners Holding B.V. Amsterdam, Niederlande. Der Vollzug des Kaufvertrags (Closing) hat am 16. April 2018 stattgefunden. Die Gesellschaft ist die Muttergesellschaft der operativ tätigen SynCo Bio Partners B.V. Amsterdam, Niederlande. Diese Gesellschaft betreibt im Wesentlichen zwei Fermentationslinien und eine sterile Abfüllanlage und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Die Anlagen entsprechen den Qualitätsrichtlinien der "Good Manufacturing Practice" (GMP) und sind bereits von der europäischen Aufsichtsbehörde EMA und der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA inspiziert und für die Herstellung bestimmter Pharmaproteine zugelassen.

Mit dem Closing hat WACKER die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 über die SynCo Bio Partners Holding B.V. und deren Tochtergesellschaften erlangt. WACKER beabsichtigt, durch die zusätzlichen Fermentationslinien sein Biotechnologiegeschäft weiter zu stärken und auszubauen.

Der Kaufpreis des Unternehmens beläuft sich auf 23,5 Mio. € und setzt sich aus einer Einmalzahlung in bar und einem Zurückbehalt für nachträgliche Anpassungen sowie einer Schuldenübernahme zusammen. Diese wurden in der Kaufpreisallokation berücksichtigt. Neben diesem Festbetrag wurde eine zeitlich nachgelagerte, bedingte Kaufpreiskomponente ("Earn Out") festgelegt. Die Basis bildet das EBITDA der Gesellschaft bis 2021. Diese wurde im Kaufpreis auf Grund der aktuellen Umsatz- und Ergebnissituation und den zukünftigen Erwartungen nicht berücksichtigt.

Der Zeitwert des erworbenen Vermögens zum Zeitpunkt der Übernahme betrug 29,9 Mio. €, wobei 25,4 Mio. € auf langfristige Vermögenswerte und 4,5 Mio. € auf kurzfristige Vermögenswerte entfielen. Davon entfielen 1,0 Mio. € auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Zeitwert der erworbenen Schulden belief sich auf 9,0 Mio. €, wobei ausschließlich kurzfristige Schulden erworben wurden. Die Kaufpreisallokation wurde zum 31. Dezember 2018 abgeschlossen. Es entstand ein Goodwill in Höhe von 2,6 Mio. €. Die Gesellschaft erzielte in 2018 Umsatzerlöse in Höhe von 4,3 Mio. € und ein EBITDA von -6,4 Mio. €. Die geringen Transaktionskosten wurden im Aufwand erfasst.

Zwei Gesellschaften wurden in WACKER Biotech Holding B.V. und WACKER Biotech B.V. umbenannt.

Am 15. März 2017 reduzierte WACKER seine Beteiligung an der Siltronic AG von 51,8 Prozent auf 30,8 Prozent im Rahmen einer Platzierung bei institutionellen Investoren. Auf Grund des Verlustes der Beherrschung wurde das Segment Siltronic zum 15. März 2017 entkonsolidiert. Der verbleibende Anteil in Höhe von 30,8 Prozent wurde als assoziiertes Unternehmen at equity bilanziert. In Übereinstimmung mit IFRS 5 wurden die im 1. Quartal 2017 erzielten Ergebnisse des Segments Siltronic als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen.

Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Dividendenausschüttungen können durch den Vorrang der Tilgung von Gesellschafterdarlehen eingeschränkt sein. Es existieren zum Stichtag keine erheblichen Beschränkungen auf Grund von Schutzrechten zugunsten nicht beherrschender Anteile. Für weitere Angaben verweisen wir auf den Konzernanhang (Eigenkapital/Anteile anderer Gesellschafter/ Kapitalmanagement).

Regulatorische Anforderungen oder lokale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen können in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte an oder von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen in einigen asiatischen und südamerikanischen Ländern lokalen Devisenbeschränkungen. Dort ist die Kapitalausfuhr aus dem jeweiligen Land grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung durch staatliche Behörden über Kapitalmaßnahmen (Dividende, Kapitalherabsetzung) möglich. Andere, wesentliche Beschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit von Vermögenswerten innerhalb des Konzerns bestehen nicht.

Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der Wacker Chemie AG und der einbezogenen Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen und strukturierten Einheiten. Alle Gesellschaften haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag.

Alle wesentlichen Meldedaten der Gesellschaften sind für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft.

Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs werden gezeigt als Summe aus den zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerten der übertragenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Schulden und der gegebenenfalls im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden, die aus bedingten Gegenleistungsvereinbarungen resultieren. Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt.

Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen.

Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, aufwandswirksam erfasst.

Als Geschäfts- und Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus dem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Unterschiedsbeträge werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam erfasst.

Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit diese höher als das anteilige Eigenkapital sind, verbleibt ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen. Soweit die Anschaffungskosten geringer als das anteilige Eigenkapital im Erwerbszeitpunkt sind, wird dieser Unterschiedsbetrag dem Bilanzansatz zugeschrieben und in der Gewinn- und Verlustrechnung im Equity-Ergebnis erfasst. Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen. Langfristige Finanzierungen, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition des Eigentümers in das Unternehmen zuzuordnen sind, werden bei der Berücksichtigung der Eigenkapitalveränderung einbezogen.

Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Schätzungen und Annahmen im Rahmen von Unternehmenserwerben und der Konsolidierung

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauer der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipativen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse beeinflussen.

Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Unternehmenszusammenschlüsse erfolgt unter der Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind.

Bei der Beurteilung, ob bei Gesellschaften, an denen WACKER weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält, Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen WACKER 50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass WACKER die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame Beherrschung vorliegt.

Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value) angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim Vorliegen von Cashflow Hedges im übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst.

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Die sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebenden Nettogewinne oder -verluste werden in den übrigen Eigenkapitalposten erfolgsneutral erfasst. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar:

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ISO Code Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2018 31.12.2017 2018 2017
US-Dollar USD 1,14 1,20 1,18 1,13
Chinesischer Renminbi CNY 7,86 7,79 7,81 7,62

Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die Bestimmung abgezinster Zahlungsströme im Zusammenhang mit Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen.

Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger Perioden aus.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen / at equity bewertete Beteiligungen

Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse aus den getätigten Investitionen geschätzt. Der künftige technische Fortschritt und laufende Ersatz- und Entwicklungszyklen werden in die Ermittlung einbezogen.

Werthaltigkeitstests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung erfordert Schätzungen auf Basis von Börsenkursen, Preisen vergleichbarer Geschäfte, Barwert- oder sonstiger Bewertungsverfahren oder einer Kombination hieraus, die Einschätzungen und Beurteilungen vonseiten des Managements erforderlich machen. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungssätze. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Den größten Einfluss auf die zukünftigen Cashflows haben die künftigen Verkaufspreise von WACKER-Produkten sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise. Hieraus könnten in der Zukunft deutliche Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten, die zu zusätzlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen führen können.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, andere Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit diesem Wert im Anhang veröffentlicht. Bei der Ermittlung des Fair Values von Finanzinstrumenten können, je nachdem, wie hoch der Anteil der nicht beobachtbaren Inputfaktoren ist, mehr oder weniger umfangreiche Schätzungen erforderlich sein. WACKER ist bestrebt, sich bei der Ermittlung des Fair Values auf möglichst viele beobachtbare Inputfaktoren zu stützen und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn der Fair Value nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird der Buchwert als Näherungswert zur Bestimmung des Fair Values herangezogen.

Finanzinstrumente, die im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet oder angegeben werden, werden gemäß der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 bemessen und klassifiziert. Die Hierarchie besteht aus drei Leveln, denen die Inputfaktoren je nach ihrer Beobachtbarkeit im Rahmen der entsprechenden Bewertungsverfahren zugeordnet werden.

Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte

Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustraten. WACKER übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende der Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren basieren auf Kreditratings und Kreditversicherungen sowie makroökonomischen Analysen, die die Grundlage für die Einstufung in Risikoklassen darstellen.

Rückstellungen

Wesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen für Schadenersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von Umweltschäden. Auch Änderungen des Diskontierungssatzes führen zu Veränderungen in der Ermittlung der langfristigen Rückstellungen. Hier spiegelt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld wider. Dadurch steigt der Buchwert der langfristigen Rückstellungen an.

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den Diskontierungssatz, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld beeinflusst den Buchwert der Pensionsrückstellungen.

Die Höhe der Pensionsverpflichtung ergibt sich durch Diskontierung der WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungszinssatz ermittelt sich aus der Zinsstrukturkurve hochrangiger festverzinslicher, laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen zum Bilanzstichtag. Die Anleihen lauten jeweils auf die gleiche Währung wie die zugrunde liegende Pensionsverpflichtung. Die Anleihen weisen ein Rating von mindestens AA einer der drei großen Rating-Agenturen aus. Die Grundlage in Deutschland bildet ein über Bloomberg zum Stichtag ermitteltes Anleihenportfolio mit einer Laufzeit, die annähernd mit der Laufzeit der Pensionsverpflichtung übereinstimmt.

Die Steuerrückstellungen enthalten unsichere Steuerpositionen für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können. Diese werden auf Basis der Erkenntnisse von vergangenen Außenprüfungen unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeiten (Erwartungswertmethode) ermittelt.

Latente Steuern

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Im Falle von Gesellschaften, die in der Vergangenheit steuerliche Verluste ausgewiesen haben, werden aktive latente Steuern nur in Ausnahmefällen aktiviert, wenn substanzielle Hinweise der Realisierbarkeit bestehen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Zusätzlich werden sie um neue Rechnungslegungsvorschriften des aktuellen Geschäftsjahres ergänzt, die erstmals anzuwenden sind. Der Konzernabschluss basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte, Derivate und das Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen.

Umsatzerlöse

Die Umsätze enthalten Erlöse aus Verträgen mit Kunden und andere Umsatzerlöse. Als Erlöse aus Verträgen mit Kunden sind diejenigen Beträge aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu erfassen, die als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden erwartet werden. Erlöse werden erfasst, wenn eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde und der Kunde Verfügungsmacht über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Dies kann über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt erfolgen. Dabei wird ein fünfstufiges Schema angewandt. Zunächst ist ein Kundenvertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Anschließend ist der Transaktionspreis zu ermitteln und zuzuordnen. Der Umsatz ist für jede einzelne Leistungsverpflichtung zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht (Kontrolle) über die Ware oder die Dienstleistung erlangt. Transportkosten stellen bei bestimmten Transportklauseln eine eigene Leistungsverpflichtung dar, da die Fracht- und Transportleistung erst nach dem Kontrollübergang auf den Kunden abgeschlossen wird. Üblicherweise erfolgt die Umsatzrealisierung mit Übergabe der Güter an den Kunden oder anhand von vereinbarten Transportbedingungen. Umsätze aus Dienstleistungen werden zum Teil über einen Zeitraum hinweg erfüllt. Diese werden anhand von vertraglichen Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert. Die Umsatzlegung erfolgt bei Realisierung des Meilensteins, zeitgleich entsteht der Zahlungsanspruch.

Andere Umsatzerlöse betreffen Erlöse, die nicht aus Verträgen mit Kunden stammen und mit dem beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen erhaltenen Gegenleistung oder Forderung erfasst werden.

Der Ausweis der Umsatzerlöse erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie nach Berücksichtigung von Rabatten und Preisnachlässen. Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt.

Hat eine Vertragspartei (Kunde oder Lieferant) ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, so hat das Unternehmen den Vertrag als Verkaufsvertragsvermögenswert oder als Verkaufsvertragsverbindlichkeit auszuweisen, je nachdem, ob das Unternehmen seine Leistung erbracht hat oder der Kunde die Zahlung geleistet hat. Jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung ist von einem Unternehmen gesondert als Forderung auszuweisen. WACKER weist aktuell ausschließlich Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in der Bilanz aus. Diese enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen und Vorauszahlungen von Kunden des Segments BIOSOLUTIONS. Auch kundenspezifische Rabattabgrenzungen werden als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den Rabattabgrenzungen handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei Erreichen bestimmter Schwellengrößen gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode kürzen. Diese werden auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in der Regel spätestens in der Folgeperiode beglichen. In unwesentlichem Umfang bestehen zum Stichtag Verkaufsvertragsvermögenswerte im Sinne von nicht abgerechneten Leistungen im Geschäftsbereich BIOSOLUTIONS. WACKER weist diese weiterhin unter den Vorräten aus und erläutert diese im Anhang. Es handelt sich um kurzfristig fällige Leistungen.

Die Umsatzerlöse und ihre Entwicklung nach Bereichen und Regionen werden in der Segmentberichterstattung und im Anhang dargestellt. Eine Aufteilung nach Segment, Region und unterteilt nach zeitraum- und zeitpunktbezogenen Umsätzen erfolgt im Anhang.

In der Vergleichsperiode wurden Umsatzerlöse mit dem beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhaltenen Gegenleistung oder Forderung erfasst. Die Umsatzerlöse galten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden und die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Erwerber übergegangen waren. WACKER tätigte keine Geschäfte, die eine Umsatzrealisierung als langfristige Fertigungsaufträge erforderte.

Funktionale Kosten

In den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen ausgewiesen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls in diesem Posten ausgewiesen. Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation, der Werbung und der Marktforschung. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter diesem Posten ausgewiesen. Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden sind.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Zu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung. Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse erfolgen.

Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen alle in- und ausländischen Steuern auf Grundlage des zu versteuernden Ergebnisses. Sie umfassen sowohl die laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Enthalten sind weiterhin Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuernachzahlungen bzw. -erstattungen aus noch offenen Steuererklärungen vergangener Jahre und aus steuerlichen Außenprüfungen.

Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerrückstellungen gebildet. Die Höhe ermittelt sich anhand der besten Schätzung der wahrscheinlichsten Steuerzahlung.

Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer werden drei bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind, unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert.

Geschäfts- und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäfts- und Firmenwerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sofern der Werthaltigkeitstest zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den Geschäfts- und Firmenwert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Die Wertminderungen des Geschäfts- und Firmenwerts werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen reduzieren die Anschaffungskosten. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten, die im Zusammenhang mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert.

Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.

Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert.

Wenn Sachanlagen endgültig stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht. Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

In den Sachanlagen werden auch Vermögenswerte aus Leasingtransaktionen ausgewiesen. Im Wege des Finance Lease finanzierte Sachanlagen werden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Wert bilanziert, soweit die Barwerte der Mindestleasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Vertragslaufzeit. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden unter den Finanzierungsverbindlichkeiten passiviert. Die zu zahlenden Leasingraten werden nach der Effektivzinsmethode in einen Tilgungsanteil und in einen Zinsanteil aufgeteilt.

Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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In Jahren Nutzungsdauer
Produktionsgebäude 10 bis 40
Sonstige Bauten und vergleichbare Rechte 10 bis 30
Technische Anlagen und Maschinen 6 bis 12
Fahrzeuge 4 bis 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 12

Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashinflows separat identifiziert werden können (sog. zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht mehr bestehen, werden gegebenenfalls Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell wie Sachanlagen bewertet. Sie umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Beizulegende Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt.

Leasing

Leasingtransaktionen sind entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Im Rahmen des Operating Lease genutzte Vermögenswerte werden nicht aktiviert. Die zu leistenden Leasingzahlungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Ein Finance Lease ist ein Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermögenswertes auf den Leasingnehmer übertragen werden. Vermögenswerte, die im Rahmen des Finance Lease genutzt werden, werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Beteiligungen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wenn nicht ein davon abweichender Marktwert verfügbar ist. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt.

Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode grundsätzlich mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens dessen Eigenkapital aufgezehrt haben, werden keine weitergehenden Verluste mehr berücksichtigt, es sei denn es bestehen langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem Unternehmen bzw. der Konzern ist zusätzliche Verpflichtungen eingegangen oder hat für das Unternehmen Zahlungen geleistet. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nachdem der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt.

Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen.

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Sie werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte bzw. Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Bei zusammengesetzten Finanzinstrumenten werden Fremd- und Eigenkapitalkomponenten getrennt und beim Emittenten gesondert ausgewiesen.

Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet.

Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Derivate sowie finanzielle Vermögenswerte, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, und finanzielle Vermögenswerte, die mit Verkaufsabsicht gehalten werden. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten.

WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (Fair-Value-Option), keinen Gebrauch.

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich im Geschäftsjahr 2018 danach, wie ein Finanzinstrument in die folgenden Kategorien nach IFRS 9 eingeordnet wird:

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen nach IFRS 9 verlangt, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und die Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts die Klassifizierung und dessen Bewertung bestimmen. Zum erstmaligen Ansatz wird der jeweilige finanzielle Vermögenswert entweder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" (FVPL), als "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (at amortised cost) oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in den Übrigen Eigenkapitalposten" (FVOCI) klassifiziert. Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Verpflichtungen unter IFRS 9 bleibt weitgehend unverändert.

Für das Geschäftsmodell "Halten" (held and collect) und für das Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" (Held to collect and to sell) ist Voraussetzung, dass die Zahlungsströme des Finanzinstruments ausschließlich aus Zinszahlung und Tilgung bestehen (Solely Payment of Principal and Interest - SPPI). Instrumente, die den SPPI-Test erfüllen, sind - vorbehaltlich der weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen bestehenden Möglichkeit zur Ausübung der Fair-Value-Option - im Geschäftsmodell "Halten" (held and collect) zu fortgeführten Anschaffungskosten und im Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" (Held to collect and to sell) zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu bewerten. Finanzinstrumente, die den SPPI-Test nicht bestehen, sind unter dem Geschäftsmodell "Handel" zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVPL) zu klassifizieren und zu bewerten. Für Eigenkapitalanteile, beispielsweise in Form von Aktien, bei denen keine Handelsabsicht besteht, sieht IFRS 9 eine Ausnahme vor. Eigenkapitalinstrumente sind zwar, da sie die Kriterien des SPPI-Tests nicht erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, allerdings besteht bei Zugang ein unwiderrufliches Wahlrecht, Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (OCI) auszuweisen. Dieses wird von WACKER aktuell nicht wahrgenommen.

Dem Geschäftsmodell "Halten" (amortized cost) werden bei WACKER Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen, Termingelder und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Wertpapiere werden, wenn sie das SPPI-Kriterium erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) bewertet. Hierbei handelt es sich um bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Mit der Ausbuchung der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Fondsanteile und Beteiligungen werden ins Geschäftsmodell Handel (FVPL) eingestuft, da sie Zahlungsströme aus Dividenden und Ausschüttungen generieren und das SPPI-Kriterium nicht erfüllen. Bei den Beteiligungen handelt es sich im Wesentlichen um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen. Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- und Marktwerte nicht verfügbar sind. WACKER sieht die historischen Anschaffungskosten als beste Näherung an den Fair Value dieser Eigenkapitalinstrumente an.

Derivative Finanzinstrumente unterliegen keiner Bewertungskategorie und werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen von strategischen Sicherungsbeziehungen erfolgt die Bilanzierung erfolgsneutral im Eigenkapital.

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Für das Vorjahr wurden Finanzinstrumente gem. IAS 39 in folgende Kategorien eingeordnet:

Finanzinstrumente können "zu Handelszwecken" oder "bis zur Endfälligkeit" gehalten werden, das Finanzinstrument kann der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" oder der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ebenfalls unter die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet fallen alle derivativen Finanzinstrumente, die nicht einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zugerechnet werden.

Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen beinhalten kurz- und langfristige Wertpapiere sowie Teile der in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Posten.

Kredite und Forderungen sind nicht derivative Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen und Ausleihungen, Festgelder sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet.

Die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte sind, wenn es sich nicht um Kredite und Forderungen handelt, als zur Veräußerung verfügbar zu klassifizieren und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sofern dieser verlässlich ermittelbar ist. Dies sind im Wesentlichen Eigenkapitaltitel und nicht bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Wenn die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten unter die Anschaffungskosten fallen oder objektive Hinweise vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist, wird der direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Unternehmen legt seiner Einschätzung möglicher Wertminderungen alle verfügbaren Informationen zugrunde, wie z. B. Marktbedingungen und -preise, anlagespezifische Faktoren sowie Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs unter die Anschaffungskosten. Wertminderungen eines Schuldinstruments werden in Folgeperioden rückgängig gemacht, sofern die Gründe für die Wertminderung entfallen sind. Mit dem Abgang der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte

Nach IFRS 9 werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von Finanzderivaten, grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert entweder erfolgsneutral oder erfolgswirksam bilanziert. Eine Risikovorsorge wird durch die Bildung von Wertminderungen vorgenommen. Wertminderungen für Forderungsausfälle werden bereits beim Erstansatz der finanziellen Vermögenswerte auf Basis der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Erwartungen potenzieller Forderungsausfälle erfasst. Falls sich das Ausfallrisiko am Bilanzstichtag seit dem Erstansatz nicht signifikant erhöht hat, erfasst WACKER eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle (Stufe 1). Diese spiegelt die erwarteten Forderungsausfälle wider, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate entstehen können. IFRS 9 erfordert die Erfassung einer Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle über die gesamte restliche Laufzeit für finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat (Stufe 2), und für am Bilanzstichtag notleidende Vermögenswerte (Stufe 3). Eine signifikante Erhöhung des Forderungsrisikos sieht WACKER als gegeben an, wenn sich das Rating des Kontrahenten deutlich verschlechtert und die Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist. Für in die Stufe 3 übergehende notleidende Vermögenswerte definiert WACKER die Kriterien Insolvenz, interne Mahnstufe 4, Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen als wesentliche Indikatoren. Unabhängig davon ist jedoch eine Einzelfallprüfung vorzunehmen. Dies erfolgt im Rahmen des Kreditmanagementprozesses. In diesem erfolgt auch die Zuordnung zu intern definierten Risikoklassen, insbesondere für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die internen Kreditklassen beinhalten zukunftsorientierte Informationen unter Einbezug von makroökonomischen Faktoren sowie das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen an. Dabei wird die Risikovorsorge sofort im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle der Gesamtlaufzeit bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("expected credit loss", "ECL") muss nicht mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden mithilfe einer Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Ausfallraten je Überfälligkeitskategorie anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen definiert.

Die über die Laufzeit erwarteten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswerts wider. WACKER bestimmt die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist.

Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle. Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch "PDL"), die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch "LGD") und die Schätzung des Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch "EAD"). Für Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk" handelt.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn keine Erwartung mehr besteht, den ausstehenden Cashflow noch zu erhalten. Eine Ausbuchung einer Forderung erfolgt nach spezieller Einzelfallprüfung. Dabei werden die ggf. gebildeten Wertminderungen gegen den Bruttowert der Forderung ausgebucht und somit verbraucht. Aufwendungen aus erwarteten Wertminderungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.

Im Vorjahr werden nach IAS 39 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte inkl. Ertragsteuerforderungen, mit Ausnahme von Finanzderivaten, grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Risiken werden durch angemessene Wertberichtigungen auf separaten Wertberichtigungskonten berücksichtigt. Die Bildung von Wertberichtigungen auf nicht versicherte Forderungen bzw. auf den Selbstbehalt bei versicherten Forderungen erfolgt in der Regel, wenn auf Grund der vorliegenden Informationen der Eingang der Forderung als nicht mehr wahrscheinlich eingeschätzt wird.

Soweit nach den faktischen und rechtlichen Gegebenheiten mit dem Forderungseingang nicht mehr gerechnet wird, erfolgt die Ausbuchung der Bruttoforderung sowie die Auflösung der gebildeten Wertberichtigung. Aufwendungen aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst. WACKER ist nicht Auftragnehmer von langfristigen Fertigungen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können, einer geringen Wertschwankung unterliegen und eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Sie sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen, bewertet.

Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet. Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk", da WACKER nur Bankbeziehungen mit Kontrahenten im Investment-Grade-Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da die Einlagen entsprechend abgesichert sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen.

Wenn die Vertragsbedingungen eines Vermögenswertes modifiziert werden und die Modifizierung nicht in einer Ausbuchung unter IFRS 9 resultiert, wird ein Ertrag oder Verlust in der Gewinn- oder Verlustrechnung erfasst. Der Betrag errechnet sich als Differenz zwischen den jeweils mit der originären Effektivzinsrate abgezinsten, ursprünglichen vertraglichen Zahlungsströmen und den modifizierten Zahlungsströmen. Für WACKER stellen Modifizierungen jedoch Ausnahmen dar, die bis jetzt nicht eingetreten sind.

Ein finanzieller Vermögenswert wird bei Kauf oder Begebung als wertgemindert betrachtet, wenn es objektive Hinweise auf eine Wertminderung zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung gibt. Solche notleidenden Vermögenswerte werden als "Purchased or Credit Impaired" ("POCI") bezeichnet und werden erstmalig mit ihrem beizulegenden Zeitwert (üblicherweise der Kaufpreis, der Erwartungen zu den über die Laufzeit erwarteten Kreditausfällen beinhaltet) erfasst. WACKER besitzt keine entsprechenden Forderungen.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Die bilanzielle Erfassung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Positive Zeitwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative Zeitwerte zum Ansatz einer Schuld. Aus der Zeitwertbewertung resultierende Unterschiede werden außerhalb des Hedge Accounting erfolgswirksam erfasst.

Sofern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen sowie zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, wendet WACKER Hedge Accounting gemäß den Anforderungen des IAS 39 an. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen ("Cashflow Hedge") werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern bis zur Realisierung des Grundgeschäftes im übrigen Eigenkapital erfasst. Im Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital. Ineffektive Teile des Sicherungsgeschäftes werden sofort erfolgswirksam erfasst. Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden bzw. nicht bilanzierter fester vertraglicher Verpflichtungen ("Fair Value Hedges") führen zur Erfassung der Marktwertänderungen sowohl des Grundgeschäftes als auch des Finanzderivats als Sicherungsinstrument in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" wird derzeit von WACKER nicht angewendet.

Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

Währungskurssicherungen der geplanten Umsätze werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen, während Zinssicherungen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Im übrigen Finanzergebnis werden Währungskurssicherungen der internen Konzernfinanzierung und Währungsderivate zur Sicherung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Fremdwährung ausgewiesen. Zeitwertänderungen von Rohstoffsicherungen werden in den Herstellungskosten erfasst.

Vorräte

Vorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder niedrigere realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen Fertigungsprozesse nicht angesetzt. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten in der chemischen Industrie werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen. In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind auch Ersatzteile für die laufende Instandhaltung der Produktionsanlagen enthalten. Sie werden ebenfalls anhand ihrer Lagerdauer und möglicher Verwertbarkeit bewertet.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von null bilanziert. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert.

Der Verbrauch wird anhand eines laufenden Durchschnittswerts von entgeltlichen und unentgeltlichen Zertifikaten ermittelt. Er wird ratierlich anhand des quartalsweisen Emissionsausstoßes als Aufwand in den Herstellungskosten erfasst.

Ertragsteuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Ertragsteuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst.

Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Leistungsorientierte Pensionszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") bewertet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Des Weiteren beruht die Bewertung auf versicherungsmathematischen Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer und finanzieller Rechnungsgrundlagen. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) wird der Zeitwert des zugehörigen Planvermögens abgezogen, sodass sich die Nettoschuld bzw. der Nettovermögenswert aus den leistungsorientierten Plänen ergibt. Für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwandes gelten die Annahmen, die der Ermittlung der DBO des Vorjahres zugrunde gelegt wurden. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres festgelegte Diskontierungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoschuld angewandt wird. Die Nettozinsen aus der Netto-Pensionsverpflichtung umfassen den mit dem Rechnungszins kalkulierten Zinsertrag aus Planvermögen und den Zinsaufwand auf den Anwartschaftsbarwert.

Neubewertungen umfassen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus der Abweichung von der Einschätzung zum Periodenbeginn und dem tatsächlichen Verlauf während der Periode bzw. der neueren Schätzung zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, Rententrends, Gehaltsentwicklungen und Diskontierungszinssätze ergeben. Sie werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind Differenzen zwischen dem am Periodenanfang ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen und den am Ende der Periode tatsächlich festgestellten Erträgen aus Planvermögen.

Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst WACKER den hieraus resultierenden Effekt als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Dieser wird bei Entstehung sofort erfolgswirksam erfasst. Auch die aus einer Abgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Verwaltungskosten, die nicht Bestandteil der Verwaltung des Planvermögens sind, werden bei Leistungserbringung ebenfalls erfolgswirksam erfasst.

Der Aufwand aus laufendem und nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Die Nettozinsen werden im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischen Gutachten gebildet und bewertet. Altersteilzeitrückstellungen stellen auf Grund ihrer Ausgestaltung ebenfalls andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 dar, da diese noch an die Erbringung von Arbeitsleistungen in der Zukunft geknüpft sind. WACKER hat Altersteilzeitvereinbarungen ausschließlich als Blockmodell ausgestaltet. Die bilanzielle Erfassung der Rückstellung erfolgt ratierlich über den Zeitraum des Erdienens des Anspruches in der Beschäftigungsphase.

Rückstellungen

Für gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert auf den geschätzten Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden nicht mit Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen.

Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.

Finanzierungsverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Verbindlichkeiten aus Finance-Lease-Verträgen werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Eventualverbindlichkeiten/Eventualforderungen

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht erfasst.

Eventualforderungen sind mögliche Vermögenswerte, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Am 05. September 2018 wurde vom DRSC die Interpretation IFRS Nr. 4 verabschiedet, die dazu verpflichtet, die für das Steuergebiet Deutschland gebildeten Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen nicht mehr als Steuerrückstellungen, sondern als sonstige Rückstellungen auszuweisen. Hierbei handelt es sich unter anderem um erwartete Zinsen auf unsichere Steuerpositionen, die nicht mehr im Steueraufwand, sondern im übrigen Finanzergebnis gezeigt werden müssen. WACKER hat zum 31. Dezember 2017 aus der Ertragsteuerrückstellung 9,8 Mio. € im kurzfristigen Bereich und 1,5 Mio. € im langfristigen Bereich in die sonstigen Rückstellungen umgegliedert. In 2017 wurden in der GuV 7,6 Mio. € aus den Ertragsteuern in das übrige Finanzergebnis umgegliedert.

01 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die im Umsatz erfassten Erlöse teilen sich wie folgt auf Verträge mit Kunden und sonstigen Erlösquellen auf:

Aufteilung der Umsatzerlöse

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Mio. € 2018 2017
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
Erlöse aus Lieferung von Erzeugnissen und Handelswaren 4.847,2 4.788,4
Erlöse aus sonstigen Leistungen 125,6 129,7
Gesamte Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 4.972,8 4.918,1
Andere Umsatzerlöse 6,0 6,1
Gesamte Umsatzerlöse 4.978,8 4.924,2

WACKER legt seinen Umsatz grundsätzlich zu einem bestimmten Lieferzeitpunkt. Das gängige Geschäftsmodell bei WACKER ist der Verkauf von chemischen Erzeugnissen auf Grund einer bindenden Einzelbestellung mit oder ohne einem bestehenden Rahmenvertrag mit dem Kunden. Üblicherweise resultiert jeweils eine Leistungsverpflichtung aus den Bestellungen des Kunden und diese wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei wirtschaftlichem Kontrollübergang gemäß Incoterm an den Kunden. Im Geschäftsbereich POLYSILICON ergeben sich auch mittel- und langfristige Lieferverträge mit einer vordefinierten Abnahmemenge. Die Umsatzrealisierung erfolgt auch hier zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Im Rahmen von kundenspezifischen Aufträgen im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS wird der Umsatz zeitraumbezogen gelegt. Das Geschäftsmodell besteht darin, Entwicklungsleistungen für die pharmazeutische Industrie im Rahmen von Dienstleistungsverträgen zu erbringen, die anhand von Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert werden. Der Zahlungsanspruch entsteht bei Realisierung des Meilensteins. Weiter werden kundenspezifische Produkte im Zusammenhang mit Produktlieferverträgen für Vorprodukte von Medikamenten erstellt. Der Zahlungsanspruch entsteht hier mit Abnahme durch den Kunden. Kunden leisten in bestimmten Fällen Kundenanzahlungen vor Lieferung bzw. vor Start der Dienstleistung. Auch der Geschäftsbereich BIOSOLUTIONS schließt mittelfristige Lieferverträge ab.

Es bestehen keine langfristigen Zahlungsziele, die eine Finanzierungskomponente darstellen könnten. Im Regelfall ist der Zahlungsanspruch innerhalb von 30 Tagen fällig. Kunden mit schlechter Bonität leisten Vorauskasse oder erbringen Bankbürgschaften vor Lieferung durch WACKER. Bei WACKER gelten grundsätzlich gesetzliche Gewährleistungspflichten bei mangelnder Qualität. Hierbei werden im Rahmenvertrag mit dem Kunden genaue Spezifikationsanforderungen definiert.

Dienstleistungen erfolgen im Wesentlichen im Geschäftsbereich Sonstiges durch die Medienversorgung und Organisation von Chemieparks für die dort angesiedelten Drittfirmen, insbesondere am Standort Burghausen, Deutschland. Ein weiterer Bestandteil des Umsatzes im Sonstigen resultiert aus dem Verkauf von Salz und Lauge. Die Umsatzrealisierung erfolgt sowohl für die Medienversorgung als auch für die Lieferung von Salz und Lauge zeitpunktbezogen. Die Erlösrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Lieferung.

Bei WACKER entsprechen die Umsatzerlöse je Segment den unterschiedlichen Produktkategorien des Konzerns. In den Segmenten zeigen sich die Unterschiede der chemischen Produkte wie auch die unterschiedlichen Markt- und Kundengruppen. Einen weiteren wesentlichen wirtschaftlichen Einfluss auf die Umsatzerlöse hat die Region, in die WACKER seine Produkte liefert.

Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse:

Aufgliederung der Umsatzerlöse

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Mio. € WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS
2018 2017 2018 2017 2018 2017
Umsatz nach Regionen
Europa 1.160,3 1.038,4 596,2 573,9 103,0 93,1
Amerika 459,9 420,3 334,3 337,2 70,8 59,9
Asien 717,2 599,7 277,9 257,4 42,6 42,4
Sonstige Regionen 162,2 141,8 73,8 76,6 10,6 10,5
Gesamt 2.499,6 2.200,2 1.282,2 1.245,1 227,0 205,9
davon Umsatzerlöse, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen - - - - - -
Zeitpunkt der Umsatzlegung Zeitpunktbezogen 2.499,6 2.200,2 1.282,2 1.245,1 185,0 173,4
Zeitraumbezogen - - - - 42,0 32,5
Gesamt 2.499,6 2.200,2 1.282,2 1.245,1 227,0 205,9
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Mio. € WACKER POLYSILICON Sonstiges / Konsolidierung Gesamt
2018 2017 2018 2017 2018 2017
Umsatz nach Regionen
Europa 96,6 125,8 140,6 139,2 2.096,7 1.970,4
Amerika 12,1 19,0 1,1 2,3 878,2 838,7
Asien 714,4 979,2 4,8 7,5 1.756,9 1.886,2
Sonstige Regionen 0,4 - - - 247,0 228,9
Gesamt 823,5 1.124,0 146,5 149,0 4.978,8 4.924,2
davon Umsatzerlöse, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen - - 6,0 6,1 6,0 6,1
Zeitpunkt der Umsatzlegung Zeitpunktbezogen 823,5 1.124,0 146,5 149,0 4.936,8 4.891,7
Zeitraumbezogen - - - - 42,0 32,5
Gesamt 823,5 1.124,0 146,5 149,0 4.978,8 4.924,2

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten ausschließlich Forderungen aus Verträgen mit Kunden. Siehe hierzu Note Nr. 9. Im Segment BIOSOLUTIONS resultieren aus Dienstleistungsverträgen mit der pharmazeutischen Industrie unwesentliche Verkaufsvertragsvermögenswerte im Sinne von nicht abgerechneten Leistungen. WACKER weist diese weiterhin unter den Vorräten aus. Diese beliefen sich zum Stichtag auf 1,4 Mio. €. Es handelt sich um kurzfristig fällige Leistungen.

Die von WACKER ausgewiesenen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in der Bilanz enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen und Vorauszahlungen von Kunden des Segments BIOSOLUTIONS. Im Segment POLYSILICON wird mit der jeweiligen Einzellieferung von Polysilicium an den Kunden ein fixierter Teil der erhaltenen Vorauszahlung als Umsatz realisiert und kürzt die Verbindlichkeit. Im Segment BIOSOLUTIONS werden die Vorauszahlungen von Kunden mit der Realisierung des betreffenden Meilensteins realisiert. Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt sich um Kundenanzahlungen im Wesentlichen für Polysiliciumlieferungen mit einer Laufzeit bis zu sechs Jahren. Die wesentlichen Änderungen resultieren aus dem Abbau der erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen.

Ferner werden Rabattabgrenzungen, die 2017 noch unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen wurden, nun als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den Rabattabgrenzungen handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei Erreichen bestimmter Schwellengrößen gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode kürzen. Diese werden auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in der Regel spätestens in der Folgeperiode beglichen.

Entwicklungen der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten

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Mio. € Erhaltene Anzahlungen Bonusabgrenzungen Gesamt
Stand zum 01.01.2018 174,3 16,5 190,8
Umsatzerlöse, in Vorperiode noch als Anzahlung erfasst -42,9 - -42,9
Um Bonus gekürzte Umsatzerlöse - 13,8 13,8
Im Ertrag erfasste Auflösung -30,4 -2,2 -32,6
Einzahlungen (+) 63,7 - 63,7
In 2018 realisierter Umsatz aus Einzahlungen (-) -28,8 - -28,8
Auszahlungen (-) - -13,2 -13,2
Währungsdifferenz -0,1 0,2 0,1
Konsolidierungskreisänderung - - -
Stand zum 31.12.2018 135,8 15,1 150,9

WACKER garantiert manchen Kunden in mehrjährigen Rahmenverträgen die Verfügbarkeit von bestimmten Mengenkontingenten pro Jahr. Die tatsächliche Mengen- und Preisfixierung ergibt sich in der Regel nur maximal für ein Jahr. Dies werden in unterjährlichen Detailverhandlungen fixiert. Aus Mindestabnahmemengen ergeben sich zukünftige Leistungsverpflichtungen (Auftragsbestand) mit Laufzeiten, die folgende Tabelle zeigt:

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Mio. € Auftragsbestand
Bis 2 Jahre 1.015,0
Größer 2 Jahre bis 3 Jahre 483,8
Größer 3 Jahre bis 4 Jahre 176,7
Größer 4 Jahre bis 5 Jahre 106,2
Größer 5 Jahre 79,8
Gesamter Auftragsbestand 1.861,5

02 Herstellungskosten /Sonstige betriebliche Erträge / Sonstige betriebliche Aufwendungen

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Mio. € 2018 2017
Herstellungskosten -4.104,1 -3.969,8
Die Herstellungskosten enthalten folgende Auflösungen (+) / Bildung (-) von Wertberichtigungen auf Vorräte -91,3 14,1
Sonstige betriebliche Erträge
Erträge aus Währungsgeschäften 41,3 30,9
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 7,2 9,8
Erträge aus Versicherungserstattungen 2,3 1,0
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen LuL 0,1 1,3
Erträge aus dem Abgang von Sach- und Finanzanlagen 0,9 3,0
Erträge aus Subventionen / Zuschüssen 0,9 5,2
Übrige betriebliche Erträge 43,3 33,0
Gesamt 96,0 84,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Aufwendungen aus Währungsgeschäften -48,2 -40,6
Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen LuL -1,1 -0,9
Aufwendungen aus Anlagenabgang -4,6 -6,0
Aufwendungen aus Wertminderungen im Anlagevermögen -1,4 -
Übrige betriebliche Aufwendungen -29,7 -17,3
Gesamt -85,0 -64,8

In den Herstellungskosten wurden 2018 die Kosten der Betriebsunterbrechung am Standort Charleston sowie die Kosten des Wiederanfahrens der Produktion ausgewiesen.

03 Equity-Ergebnis/Sonstiges Beteiligungsergebnis/ Zinsergebnis/Übriges Finanzergebnis

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Mio. € 2018 2017
Equity-Ergebnis 131,7 42,0
davon auf Gemeinschaftsunternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis 1,8 2,0
davon auf assoziierte Unternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis 129,9 40,0
Sonstiges Beteiligungsergebnis
Sonstige Beteiligungsaufwendungen/Beteiligungserträge - 1,9
Gesamt 131,7 43,9
Zinsergebnis
Zinserträge 8,0 7,5
davon aus Finanzinstrumenten (FVOCI) - -
davon aus Finanzinstrumenten (amortized cost) 8,0 7,5
Zinsaufwendungen -22,1 -38,3
davon aus Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Finance Lease) -19,5 -35,0
Gesamt -14,1 -30,8
Übriges Finanzergebnis
Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen / Verbindlichkeiten -35,4 -38,6
Sonstige finanzielle Aufwendungen / Erträge -15,7 -26,9
Gesamt -51,1 -65,5

Die Equity-Ergebnisse entfallen auf die Beteiligungen an der Siltronic AG sowie an Unternehmen in China. Sie enthalten neben den anteiligen Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen, Bewertungseffekten und sonstigen Konzernanpassungen.

Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 2,2 Mio. € (Vorjahr 1,3 Mio. €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Zinsergebnis entsprechend. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns, der im Geschäftsjahr herangezogen wurde, belief sich auf 2,0 Prozent (Vorjahr 2,7 Prozent).

Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind die Netto-Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der kalkulierten Erträge aus Planvermögen in Höhe von 33,2 Mio. € (Vorjahr 32,5 Mio. €) und Zinsaufwendungen und Zinserträge aus der Aufzinsung und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 2,3 Mio. € (Vorjahr 6,1 Mio. €) enthalten.

Die sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen ergeben sich im Wesentlichen aus Zinseffekten im Rahmen von Finanztransaktionen und deren Sicherung sowie auf erwarteten Zinsen auf unsichere Steuerpositionen.

04 Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. In Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer von 15,0 Prozent (Vorjahr 15,0 Prozent) auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent) erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit der Gemeinde des ansässigen Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer von 12,2 Prozent (Vorjahr 12,2 Prozent) zu zahlen.

Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag mit einem Gesamtsteuersatz, einschließlich Solidaritätszuschlag von 28,0 Prozent (Vorjahr 28,0 Prozent) bewertet. Die laufenden Steuern von ausländischen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts und mit den im jeweiligen Sitzland gültigen Steuersätzen ermittelt. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen laufenden Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0 Prozent und 34,6 Prozent (Vorjahr 9,0 Prozent und 39,0 Prozent).

Steuerabgrenzungen auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften wurden nur vorgenommen, sofern eine Ausschüttung geplant ist. An ausschüttungsfähigen Beträgen sind 359,5 Mio. € (Vorjahr 297,7 Mio. €) vorhanden.

In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen aus Vorjahren in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 18,2 Mio. €) sowie Steuererträge aus Vorjahren in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr 2,8 Mio. €) enthalten.

Auf Grund der am 05. September 2018 vom DRSC verabschiedeten Interpretation IFRS Nr. 4 werden unter anderem erwartete Zinsen auf unsichere Steuerpositionen nicht mehr im Ertragsteueraufwand, sondern im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Die entsprechenden Vorjahreszahlen wurden angepasst. In 2017 reduzieren sich die laufenden Ertragsteueraufwendungen in Höhe von 7,6 Mio. € und wurden in das übrige Finanzergebnis umgegliedert.

Überleitung tatsächliches Steuerergebnis

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Mio. € 2018 2017
Laufende Steuern Inland -68,6 -108,2
Laufende Steuern Ausland -23,8 -10,3
Laufende Steuern -92,4 -118,5
Latente Steuern Inland 25,8 29,1
Latente Steuern Ausland 2,3 12,1
Latente Steuern 28,1 41,2
Ertragsteuern -64,3 -77,3
Ableitung des effektiven Steuersatzes
Ergebnis vor Steuern 324,4 327,4
Ertragsteuersatz der Wacker Chemie AG (%) 28,0 28,0
Erwarteter Steueraufwand -90,8 -91,7
Steuersatzbedingte Abweichungen -4,8 4,5
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen -31,4 -13,8
Steuereffekt der steuerfreien Erträge 4,2 4,3
Periodenfremde Steuern (laufendes Ergebnis) -0,8 -15,4
Effekte aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen 24,2 23,7
Equity-Ergebnis Konzern 36,9 11,7
Sonstige Abweichungen -1,8 -0,6
Ertragsteuern insgesamt -64,3 -77,3
Effektive Steuerbelastung (%) 19,8 23,6

Auf Grund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste aus früheren Perioden und bisher nicht berücksichtigter temporärer Differenzen mindert sich der tatsächliche Ertragsteueraufwand im Vorjahr um 15,8 Mio. €. Der latente Steuerertrag im laufenden Geschäftsjahr enthält 7,6 Mio. € aus bisher nicht berücksichtigten temporären Differenzen und steuerlichen Verlusten aus früheren Perioden.

Zuordnung der Steuerabgrenzungen

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Mio. € 2018 2017
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 15,3 5,4 16,9 3,8
Sachanlagen 87,9 24,3 75,6 22,2
Finanzanlagen - 0,5 - 0,8
Übrige Vermögenswerte 29,5 1,5 16,2 5,0
Pensionsrückstellungen 358,8 - 316,2 -
Übrige Rückstellungen 33,7 - 41,8 -
Verbindlichkeiten 14,5 7,8 13,8 7,0
Verlustvorträge 10,9 - 6,7 -
Verrechnung Gesellschaften mit Gruppenbesteuerung - - -3,4 -3,4
Gesamt 550,6 39,5 483,8 35,4
Saldierungen -29,7 -29,7 -31,2 -31,2
Bilanzposten 520,9 9,8 452,6 4,2

Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in Höhe von 28,1 Mio. € (Vorjahr 41,2 Mio. €) erfolgswirksam als Ertrag erfasst, während 40,6 Mio. € (Vorjahr -33,4 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um aktive latente Steuern aus der Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen. Auf Grund von Konsolidierungskreisänderungen sind im Vorjahr erfolgsneutral aktive latente Steuern in Höhe von 6,0 Mio. € abgegangen. Diesen stand im Vorjahr ein Abgang von passiven latenten Steuern von 2,5 Mio. € gegenüber.

Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:

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Mio. € 2018 2017
Innerhalb von 1 Jahr 3,0 38,5
Innerhalb von 2 Jahren 1,1 15,4
Innerhalb von 3 Jahren 2,1 1,1
Innerhalb von 4 Jahren - 2,1
Innerhalb von 5 Jahren oder später 55,9 48,9
Gesamt 62,1 106,0

Die entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 62,1 Mio. € (Vorjahr 106,0 Mio. €). Diese sind in Höhe von 14,2 Mio. € (Vorjahr 79,4 Mio. €) voraussichtlich nicht realisierbar und deshalb wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Theoretisch würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr 19,9 Mio. €) errechnen. Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 6,7 Mio. € (Vorjahr 48,9 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Zum 31. Dezember 2018 werden keine aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 191,7 Mio. € (Vorjahr 204,6 Mio. €) angesetzt.

05 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

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Mio. € Immaterielle Vermögenswerte Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte Technische Anlagen und Maschinen* Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Sachanlagen
2018
Anfangsstand 01.01.2018 152,8 1.448,2 7.681,5 578,2 240,7 9.948,6
Zugänge 2,2 18,9 103,9 32,8 303,0 458,6
Abgänge -3,1 -2,7 -53,3 -15,1 - -71,1
Umbuchungen 0,8 22,8 91,5 6,5 -121,7 -0,9
Konzernkreisänderungen 10,0 6,8 46,8 1,0 - 54,6
Währungsveränderungen 1,6 23,4 92,5 1,8 2,3 120,0
Bruttobuchwert 31.12.2018 164,3 1.517,4 7.962,9 605,2 424,3 10.509,8
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -126,0 -750,0 -5.734,8 -499,6 0,1 -6.984,3
Konsolidierungskreisänderungen -1,2 -2,2 -32,7 -0,8 - -35,7
Buchwert 31.12.2018 38,3 767,4 2.228,1 105,6 424,4 3.525,5
Abschreibungen -13,4 -58,5 -434,9 -33,6 - -527,0
2017
Anfangsstand 01.01.2017 205,3 2.265,7 10.336,5 691,5 174,0 13.467,7
Zugänge 10,6 11,5 91,9 25,3 206,9 335,6
Abgänge -1,4 -2,1 -40,4 -22,8 -0,1 -65,4
Umbuchungen 1,6 5,5 58,3 20,5 -85,9 -1,6
Konzernkreisänderungen -58,2 -753,9 -2.463,7 -130,6 -44,4 -3.392,6
Währungsveränderungen -5,1 -78,5 -301,1 -5,7 -9,8 -395,1
Bruttobuchwert 31.12.2017 152,8 1.448,2 7.681,5 578,2 240,7 9.948,6
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -111,3 -685,4 -5.284,2 -478,6 - -6.448,2
Konsolidierungskreisänderungen 53,0 532,5 2.224,4 122,3 0,1 2.879,3
Buchwert 31.12.2017 41,5 762,8 2.397,3 99,6 240,7 3.500,4
Abschreibungen -13,1 -66,3 -506,3 -34,0 - -606,6
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Mio. € *Darin enthaltene Vermögenswerte aus Finance Lease
2018
Anfangsstand 01.01.2018 98,6
Zugänge -
Abgänge -
Umbuchungen -
Konzernkreisänderungen -
Währungsveränderungen 0,7
Bruttobuchwert 31.12.2018 99,3
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -76,9
Konsolidierungskreisänderungen -
Buchwert 31.12.2018 22,4
Abschreibungen -4,9
2017
Anfangsstand 01.01.2017 101,2
Zugänge -
Abgänge -
Umbuchungen 0,3
Konzernkreisänderungen -
Währungsveränderungen -2,9
Bruttobuchwert 31.12.2017 98,6
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -71,8
Konsolidierungskreisänderungen -
Buchwert 31.12.2017 26,8
Abschreibungen -6,2

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte, Software und ähnliche Rechte und Werte. Aus Unternehmenserwerben resultieren entgeltlich erworbene Technologien und Kundenstämme sowie Auftragsbestände. Sie werden über drei bis neun Jahre abgeschrieben.

Die Anschaffungskosten der Sachanlagen wurden in Höhe von 315,8 Mio. € (Vorjahr 313,7 Mio. €) durch Investitionsförderungen gemindert.

Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 2,2 Mio. € (Vorjahr 1,3 Mio. €) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 2,0 Prozent (Vorjahr 2,7 Prozent). In den Sachanlagen sind auch technische Maschinen sowie andere Anlagen in Höhe von 22,4 Mio. € (Vorjahr 26,8 Mio. €) enthalten, denen ein eingebettetes Finance Lease zugrunde liegt. WACKER ist auf Grund der Vertragsgestaltung das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen.

06 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser usw.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet. Die Betreibung, Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen. WACKER hat sich verpflichtet, zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen im notwendigen Umfang in den nächsten Jahren durchzuführen.

Die Miet- und Pachteinnahmen sind in der folgenden Aufstellung enthalten.

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Mio. € 2018 2017
Historische Anschaffungskosten 9,0 10,3
Kumulierte Abschreibung -7,5 -9,0
Bilanzwert 31.12.2018 1,5 1,3
Beizulegender Zeitwert 17,2 14,0
Miet-/Pachteinnahmen 0,7 0,7
Kosten -0,2 -0,1

Der beizulegende Zeitwert beruht auf einem externen Gutachten, das periodisch aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte in 2018. Da aus wirtschaftlicher Sicht für einen potenziellen Käufer nur die Einstellung des derzeitigen Betriebes und der Abriss der vorhandenen Gebäude in Betracht kommt, um die Grundstücksflächen einer neuen Verwendung zuführen zu können, wurde zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes der Verkehrswert auf Grund des Liquidationswertes des Betriebes ermittelt. Bei der Ermittlung wurde die aktuelle Marktlage und damit das aktuelle Preisniveau berücksichtigt. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe zwei zuzuordnen. Der Restbuchwert entfällt auf die Grundstücke.

Das Bewertungsverfahren wurde im Vergleich zum letzten Bewertungszeitpunkt nicht geändert.

07 At equity bewertete Beteiligungen

Der Konzern bilanziert Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode. Mit der Reduktion der Anteile an der Siltronic AG wird der verbleibende Anteil von 30,8 Prozent nach der Entkonsolidierung zum 15. März 2017 nach der Equity-Methode bilanziert. Aus Sicht des Konzerns ist die Beteiligung an der Siltronic AG mit ihren Tochtergesellschaften wesentlich.

Der Siltronic-Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie. WACKER liefert an Siltronic Polysilicium, den wichtigsten Rohstoff zur Herstellung von Siliciumwafern.

Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

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Name und Sitz der Gesellschaft: Siltronic AG, München, Deutschland und deren Tochtergesellschaften 2018 2017
Beteiligungsquote (%) 30,83 30,83
Stimmrechtsquote (%) 30,83 30,83
Kumulierte nicht beherrschende Anteile (Stück) 9.250.000 9.250.000
Xetra-Schlusskurs am Jahresende in € 72,20 121,30
Börsenwert der Anteile in Mio. € 667,9 1.122,0
Erhaltene Dividenden in Mio. € 23,1 -

Zusammenfassende Finanzinformationen zur Siltronic AG und deren Tochterunternehmen1 auf 100-Prozent-Basis:

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Mio. € 2018 2017
Eigentumsanteil (%) 30,8 30,8
Kurzfristige Vermögenswerte 1.078,9 706,0
Langfristige Vermögenswerte mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts 1.174,3 1.037,1
Kurzfristige Schulden 277,9 152,1
Langfristige Schulden 736,8 578,3
Nettovermögen (100 Prozent) 1.238,5 1.012,7
Abzgl. Anteil Minderheitsaktionäre -41,2 -14,8
Anteil des Konzerns am Nettovermögen 369,2 307,7
Effekte aus Konsolidierungsmaßnahmen 1,7 1,3
Geschäfts- oder Firmenwert 245,7 245,7
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 616,6 554,7
Umsatzerlöse2 1.456,7 919,3
Konzernjahresergebnis2 323,2 130,5
Sonstiges Ergebnis2 -48,3 -12,4
Gesamtergebnis2 274,9 118,1

1 Konsolidierter Teilkonzernabschluss des Siltronic-Konzerns nach IFRS
2 Auf Grund der erstmaligen unterjährigen Einbeziehung basieren die Angaben auf den Ergebnissen nach dem 15.03.2017

Überleitung des Equity-Buchwerts

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Mio. € 2018 2017
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode
Stand Jahresanfang 554,7 518,6
anteiliger Jahresüberschuss 99,5 38,7
Sonstige ergebniswirksame Änderungen 0,4 1,3
Ergebniswirksame Veränderung 99,9 40,0
Dividenden -23,1 -
Veränderung des sonstigen Eigenkapitals -14,9 -3,9
Stand Jahresende 616,6 554,7

Die restlichen Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen sind für sich genommen einzeln für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Beteiligungsbuchwerte im Berichtszeitraum.

Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen

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Mio. € 2018 2017
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode
Stand Jahresanfang 9,9 11,2
anteiliger Jahresüberschuss 1,8 2,0
anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals -0,1 -0,6
Gesamtergebnis der Gesellschaften 1,7 1,4
Dividenden - -2,7
Konsolidierungskreisänderung - -
Stand Jahresende 11,6 9,9

Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der für sich genommen unwesentlichen assoziierten Unternehmen

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Mio. € 2018 2017
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode
Stand Jahresanfang - -
anteiliger Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss 0,4 0,3
anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals 0,1 -5,8
Gesamtergebnis der Gesellschaften 0,5 -5,5
Zuschreibung Equity-Ansatz 29,6 -
Übersteigender anteiliger Verlust gem. IAS 28.38 - 5,5
Stand Jahresende 30,1 -

Wurden Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen von den Gesellschaftern ausgegeben, ist die Tilgung dieser Darlehen grundsätzlich vorrangig vor einer Dividendenausschüttung.

Abweichungen zwischen dem anteiligen Jahresüberschuss und dem Equity-Ergebnis sowie dem anteiligen Eigenkapital und dem Buchwert der at Equity bewerteten Beteiligungen ergeben sich im Wesentlichen durch Fair-Value-Anpassungen und Konsolidierungsmaßnahmen.

Im Geschäftsjahr 2018 wurde der Equity-Ansatz am chinesischen Siloxan-Joint-Venture mit Dow-Dupont zugeschrieben.

Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzahlen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen dargestellt.

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Mio. € 2018 2017
Gesamt Anteile von WACKER Gesamt Anteile von WACKER
Kennzahlen Gemeinschaftsunternehmen
Gewinn und Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen 3,6 1,8 4,0 2,0
Sonstiges Ergebnis -0,2 -0,1 -1,2 -0,6
Gesamtergebnis 3,4 1,7 2,8 1,4
Kennzahlen assoziierte Unternehmen
Gewinn und Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen 324,8 99,9 127,1 39,1
Sonstiges Ergebnis -47,9 -14,8 -35,9 -9,7
Gesamtergebnis 276,9 85,1 91,2 29,4

08 Vorräte

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Mio. € 2018 2017
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 315,5 245,0
Unfertige und fertige Erzeugnisse, Handelswaren 691,8 537,3
Nicht abgerechnete Leistungen 3,4 1,3
Gesamt 1.010,7 783,6
Davon Bilanzierung zum niedrigeren Nettoveräußerungswert 205,6 80,5

Die Herstellungskosten enthalten Kosten für Vorräte in Höhe von 4,1 Mrd. € (Vorjahr 4,0 Mrd. €), die als Aufwand erfasst wurden. Die als Aufwand erfassten Wertberichtigungen nahmen in der Berichtsperiode um 91,3 Mio. € zu. Im Vorjahr ergab sich eine Abnahme in Höhe von -14,1 Mio. €.

09 Finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte/Forderungen

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich ausschließlich um Forderungen aus Verträgen mit Kunden.

Die Versicherungserstattungen in Höhe von 10,2 Mio. € im Vorjahr betreffen Versicherungsansprüche aus dem Schadensfall am Produktionsstandort Charleston.

Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten entsprechen. Ausfallrisiken sind - soweit nicht durch Versicherungen, Bankbürgschaften und erhaltene Anzahlungen abgedeckt - durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen nach IFRS 9 an. Dabei wird die Risikovorsorge sofort im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle der Gesamtlaufzeit bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("Expected credit loss (ECL)") muss nicht mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden mithilfe einer Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Verlustausfallraten je Überfälligkeitskategorie anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen definiert.

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Mio. € 2018 2017
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 681,9 - 681,9 655,7 - 655,7
Beteiligungen 11,3 11,3 - 11,1 11,1 -
Ausleihungen 89,6 89,6 - 90,5 90,5 -
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 1,3 - 1,3 1,3 - 1,3
Darlehens- und Zinsforderungen - - - 1,6 - 1,6
Derivative Finanzinstrumente 10,7 4,7 6,0 13,4 1,5 11,9
Versicherungserstattungen - - - 10,2 - 10,2
Forderungen an Lieferanten 21,0 - 21,0 4,6 - 4,6
Kautionen 3,3 2,7 0,6 3,1 2,5 0,6
Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel 0,8 - 0,8 0,2 - 0,2
Übrige Vermögenswerte 1,4 1,0 0,4 49,1 1,2 47,9
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 139,4 109,3 30,1 185,1 106,8 78,3
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 8,2 0,9 7,3 10,2 1,2 9,0
Planvermögen Altersteilzeit 0,2 - 0,2 0,3 - 0,3
Geleistete Anzahlungen 16,9 3,6 13,3 9,1 2,3 6,8
Sonstige Steuerforderungen 60,3 0,8 59,5 63,7 0,3 63,4
Übrige Vermögenswerte 5,1 - 5,1 6,5 - 6,5
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 90,7 5,3 85,4 89,8 3,8 86,0
Ertragsteuerforderungen 64,0 - 64,0 13,9 - 13,9

Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der erwarteten Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2018

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Mio. € Buchwert Wertminderung erwartete Verlustrate(%)
nicht überfällig 609,3 -0,7 -0,11
überfällig bis 30 Tage 60,8 -0,7 -1,14
überfällig 31 bis 60 Tage 8,4 -0,2 -2,33
überfällig 61 bis 90 Tage 2,2 -0,2 -8,33
einzelwertgeminderte Forderungen 1,2 -1,5 -55,56
Gesamt 681,9 -3,3 -0,48

Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 01.01.2018

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Mio. € Buchwert Wertminderung erwartete Verlustrate(%)
nicht überfällig 513,3 -0,4 -0,08
überfällig bis 30 Tage 120,6 -0,2 -0,17
überfällig 31 bis 60 Tage 10,2 -0,1 -0,97
überfällig 61 bis 90 Tage 11,4 -0,1 -0,87
einzelwertgeminderte Forderungen 0,2 -2,6 -92,86
Gesamt 655,7 -3,4 -0,52

Die über die Laufzeit erwarten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswertes wider. WACKER bestimmt die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist.

Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle. Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch PD), die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch LGD) und die Schätzung des Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch EAD). Für Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk" handelt.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen und der Überfälligkeiten stellen sich wie folgt dar:

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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Mio. € 2018 2017
Stand 01.01. (gem. IAS 39) 3,4 3,7
Effekte aus der Erstanwendung von neuen Rechnungslegungsstandards -0,1 -
Eröffnungsbilanz der Wertberichtigung 01.01. (gem. IFRS 9) 3,3 3,7
Anstieg/Reduzierung der Wertminderungen erfolgswirksam 0,1 -
Abgeschriebene Forderungen auf Grund Uneinbringlichkeit - -0,1
Veränderung Konsolidierungskreis - -
Währungsveränderungen -0,1 -0,2
Stand 31.12. 3,3 3,4

Die Wertberichtigungen betreffen ausschließlich die Erlöse aus Verträgen mit Kunden.

Unter IAS 39 wurden im Vorjahr Wertberichtigungen bei erkennbaren Kreditrisiken sowie bei Änderungen der Währungsparitäten gebildet. Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte wurden im Vorjahr nicht vorgenommen. Zum 31. Dezember 2018 ergab sich kein wesentliches Ausfallrisiko.

Permanente Bonitätseinschätzungen werden bzgl. der Werthaltigkeit der Forderungen durchgeführt und es werden gegebenenfalls Kreditausfallversicherungen abgeschlossen. Ferner werden Anzahlungen und Bankbürgschaften von Kunden geleistet. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen bezüglich der Kreditqualität.

10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente / Wertpapiere

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Mio. € 2018 2017
Wertpapiere und Festgelder1 46,4 260,3
davon kurzfristig 42,0 218,2
davon langfristig 4,4 42,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmitteläquivalente 141,2 187,1
Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestand 199,9 99,8
Gesamt 341,1 286,9

1 Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Anleihen unterschiedlicher Emittenten, die im Wesentlichen der Kategorie FVOCI und FVPL zugeordnet sind.

Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Termingelder und Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgegeben werden und der Kategorie "Halten, amortized cost" zugeordnet werden. Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet. Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low value risk", da WACKER nur Bankbeziehungen mit Kontrahenten im Investment-Grade-Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da diese Einlagen entsprechend abgesichert sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen. WACKER verfügt über keine Zahlungsmittel, die Verfügungsbeschränkungen auf Grund von Devisenausfuhrbeschränkungen unterliegen.

Wertpapiere enthalten festverzinsliche Wertpapiere und Festgelder, die der Kategorie "Halten und Verkaufen, FVOCI" zugeordnet werden. Auch auf diese Finanzinstrumente ist das Wertminderungsmodell des IFRS 9 anzuwenden. Die Anlagerichtlinie von WACKER sieht nur die Anlage in Wertpapiere im Investmentgradebereich vor. Das Wertminderungsrisiko ist somit gering. Fondsanteile, die der Kategorie "Handel, FVPL" zugeordnet sind fallen nicht unter das Wertminderungsmodell des IFRS 9.

11 Eigenkapital/Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalstrukturmanagement

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €. Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht einem rechnerischen Wert von fünf € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien besteht zum Stichtag nicht. Der Vorstand ist ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelungen des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben.

Die Anzahl der ausstehenden Aktien hat sich im Rahmen des Börsengangs im April 2006 durch Veräußerung eines Teils der vorher im eigenen Bestand befindlichen Anteile erhöht. Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle:

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Stück 2018 2017
Ausstehende Aktien zu Beginn des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Ausstehende Aktien zum Ende des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Eigene Anteile im Bestand 2.474.617 2.474.617
Gesamtbestand 52.152.600 52.152.600

Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der Wacker Chemie AG wird auf den Abschnitt "Beziehungen zu nahestehenden Personen" verwiesen.

Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die in das Eigenkapital geleistet wurden.

In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen.

Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten, Cashflow Hedge Accounting und Pensionen ausgewiesen.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn- bzw. Verlustanteile auf:

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Mio. € 2018 2017
Gewinnanteile 14,0 18,6
Verlustanteile - -0,5
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 14,0 18,1

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf folgende Gesellschaften:

Anteile anderer Gesellschafter

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Mio. € 2018 2017
Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan 10,2 9,4
Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien 34,9 29,1
Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co., Private Ltd. Singapur1 13,2 11,6
Gesamt 58,3 50,1

1 Inklusive der Tochtergesellschaft

Die Stimmrechte anderer Gesellschafter entsprechen ihrem Anteil am Eigenkapital.

Weitere Informationen zu den einzelnen Gesellschaften sind in der Anteilsbesitzliste zu finden.

Angaben zum Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des WACKER-Konzerns verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Kapitalrenditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Als Instrumente der Kapitalsteuerung dienen unter anderem Dividendenzahlungen an Anteilseigner und Aktienrückkäufe.

Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften zur Kapitalerhaltung. Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet. Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, rund 50 Prozent des Konzernjahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien stimmen zu.

Überdies verfügt WACKER über ein aktives Fremdkapitalmanagement. Ziel ist ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein komfortables Liquiditätspolster. Ferner sollen die finanziellen Strukturen so ausgestaltet sein, dass die Bonität von WACKER mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Im Rahmen des wertorientierten Managements gehört die Kennzahl Nettofinanzschulden zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen.

Die Kapitalstruktur des WACKER-Konzerns stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Kapitalstruktur

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Mio. € 2018 2017
Eigenkapital der Aktionäre der Wacker Chemie AG 3.087,2 3.119,2
Anteil am Gesamtkapital (%) 75,6 75,7
Langfristige Finanzierungsverbindlichkeiten 894,7 800,4
Kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten 102,5 201,2
Gesamt 997,2 1.001,6
Anteil am Gesamtkapital (%) 24,4 24,3
Gesamtkapital 4.084,4 4.120,8

12 Pensionsrückstellungen

Für die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter basieren.

Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Bei WACKER existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne, die teilweise über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG oder Fonds finanziert sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen garantieren die unterschiedlichen Pensionspläne den Mitarbeitern lebenslange Renten auf Basis des während der Beschäftigung bei WACKER durchschnittlich bezogenen Gehalts (Karrieredurchschnittsplan) oder Kapitalzahlungen.

Im Konzern bestehen folgende Altersversorgungspläne:

Versorgungspläne über die Pensionskasse

Für Mitarbeiter in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen.

Die Pensionskasse ist ein kleiner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 210 des Versicherungsaufsichtsgesetzes und ist reguliert nach § 233 Abs. 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Sie unterliegt damit den Regelungen für deutsche Versicherer und wird von der BaFin beaufsichtigt. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen.

Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung eine feste Leistungszusage, die bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu berücksichtigen ist. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 in die Unternehmen eingetreten sind, gelten neue Tarife für die Grundversorgung. Den Leistungen liegen dort Garantiezinssätze zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können die zukünftige Leistung erhöhen. Zusätzlich können Mitarbeiter in Deutschland Beiträge zur freiwilligen Höherversicherung PK + an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG leisten. Vor allem werden die Beiträge aus der tarifvertraglich geregelten Altersversorgung auf Grund der Tarifverträge über Einmalzahlungen und Altersvorsorge und über Lebensarbeitszeit und Demografie in die freiwillige Höherversicherung eingezahlt.

Direktzusagen des WACKER-Konzerns

Neben den Zusagen der Pensionskasse erhalten Mitarbeiter in Deutschland direkte Leistungszusagen in Form einer Zusatzversorgung. Mit der Zusatzversorgung werden Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze abgesichert. Bis 2004 eingetretene Mitarbeiter und deren Hinterbliebene erhalten Rentenleistungen. Die Höhe der Rente hängt vom durchschnittlich während der Beschäftigung bei WACKER bezogenen Gehalt ab (Karrieredurchschnittsplan). Für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter wird jährlich ein Prozentsatz des Gehalts oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bereitgestellt. Das sich hieraus ergebende Kapital wird verzinst. Die Leistungen können als lebenslange Rente oder, für Zusagen ab 2005, alternativ als Einmalzahlung abgerufen werden. Leistungsberechtigt sind die Mitarbeiter und ihre Hinterbliebenen. Die Ansprüche der Mitarbeiter gehen in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen ein. Dies gilt sowohl für bis 2004 eingetretene Mitarbeiter als auch für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter.

Für Mitglieder des Vorstands bestehen Einzelzusagen. Weitere Informationen zur Altersversorgung des Vorstands sind im Vergütungsbericht zu finden.

Außertariflich bezahlte Mitarbeiter in Deutschland können in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan ("Deferred Compensation") Teile ihres Gehalts einzahlen. Dieser Plan gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, Teile ihrer künftigen Entgeltansprüche in ein wertgleiches Versorgungskapital umzuwandeln. Das Versorgungskapital wird in Abhängigkeit vom Abschluss der Teilnahmevereinbarung am Leistungsplan (Zusage) mit sieben Prozent (1996 - 2001), sechs Prozent (2002 - 2010) oder fünf Prozent (2011 - 2013) verzinst. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von sieben Prozent oder sechs Prozent kann der Mitarbeiter zwischen einer Auszahlung in Rentenform oder als Kapital wählen. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von fünf Prozent erfolgt die Auszahlung ausschließlich in Kapitalform. Ab 2015 können leitende Angestellte Teile ihres Gehalts zu einem variablen Zinssatz in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan einzahlen. Der variable Zinssatz ist abhängig von der fünfjährigen Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen und beträgt mindestens 2,5 Prozent und höchstens fünf Prozent. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich in Kapitalform. Zusagen, die bis zum 31. Dezember 2000 erteilt wurden, werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet, Zusagen, die ab dem 01. Januar 2001 erteilt wurden, werden mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft bzw. mit dem erworbenen Kapital bewertet.

Die Versorgungsansprüche in Deutschland sind durch den Pensionssicherungsverein a. G. gegen Insolvenz geschützt. Die Insolvenzsicherung ist nach oben begrenzt. Gesetzliche Mindestfinanzierungspflichten bestehen nicht.

Pensionszusagen im Ausland

Für die Mitarbeiter ausländischer Tochtergesellschaften bestehen unterschiedliche Pensionszusagen nach den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Von diesen Zusagen sind nur die Pläne in den USA für den Konzern wesentlich.

In den USA bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen für Mitarbeiter der Wacker Chemicals Corporation, Adrian. Diese Pläne wurden für Neuzusagen ab dem 31. Dezember 2003 geschlossen und werden nur noch für die Altbestände fortgeführt. Die Versorgungsleistung besteht in einer monatlichen Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr, die sich auf Basis des zuletzt gezahlten Durchschnittsgehaltes ermittelt. Spezielle Regelungen gibt es bei frühzeitiger Verrentung ab dem 55. Lebensjahr abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand sowie für Austrittsentschädigungen unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Für neue Mitarbeiter in den USA existieren nur noch beitragsorientierte Pensionspläne.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen übergeleitet werden:

Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen

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Mio. € 31.12.2018 31.12.2017
Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
Barwert der zumindest teilweise fondsfinanzierten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 2.446,0 96,1 2.542,1 2.236,3 96,6 2.332,9
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -1.682,1 -84,4 -1.766,5 -1.625,5 -85,9 -1.711,4
Finanzierungsstatus 763,9 11,7 775,6 610,8 10,7 621,5
Barwert der ungedeckten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 1.006,3 13,1 1.019,4 984,6 12,2 996,8
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.770,2 24,8 1.795,0 1.595,4 22,9 1.618,3

Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen

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Mio. € Barwert der Pensionsverpflichtungen Marktwert des Planvermögens Summe
Stand zum 01.01.2017 4.202,4 -2.094,6 2.107,8
Laufender Dienstzeitaufwand 81,4 - 81,4
Zinsaufwand/(-ertrag) 70,0 -35,4 34,6
Aus dem Planvermögen gezahlte Verwaltungskosten - 0,2 0,2
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,5 - 0,5
Effekte aus Abgeltungen -0,9 1,0 0,1
Neubewertungen
Gewinne (-) / Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge - -56,5 -56,5
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen - - -
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen -113,0 - -113,0
Erfahrungsbedingte Gewinne (-) / Verluste (+) 40,8 - 40,8
Effekt aus Währungsdifferenzen -15,9 11,8 -4,1
Beiträge
Arbeitgeber - -75,6 -75,6
Begünstigte des Pensionsplans 20,9 -20,9 -
Rentenzahlungen -77,7 51,6 -26,1
Abgeltungen -0,5 - -0,5
Konzernkreisänderungen -878,3 507,0 -371,3
Stand zum 31.12.2017 3.329,7 -1.711,4 1.618,3
Laufender Dienstzeitaufwand 74,0 74,0
Zinsaufwand/(-ertrag) 70,4 -37,2 33,2
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -0,2 - -0,2
Neubewertungen
Gewinne (-) / Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge - -4,6 -4,6
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen 62,6 - 62,6
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen 67,6 - 67,6
Erfahrungsbedingte Gewinne (-) / Verluste (+) 9,2 - 9,2
Effekt aus Währungsdifferenzen 4,9 -3,9 1,0
Beiträge
Arbeitgeber - -37,5 -37,5
Begünstigte des Pensionsplans 21,1 -21,1 -
Rentenzahlungen -77,8 49,2 -28,6
Stand zum 31.12.2018 3.561,5 -1.766,5 1.795,0

Annahmen

Die Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen und landesspezifischen, biometrischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt. Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die folgende Parameter berücksichtigt haben:

Versicherungsmathematische Annahmen

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% 2018 2017
Inland
Rechnungszins 1,98 2,09
Entgelttrend 2,50 2,50
Künftige Rentensteigerung1
Grund- und Zusatzversorgung 1,8/1,0 1,8/1,0
Deferred Compensation 2,5/1,0 2,5/1,0
USA
Rechnungszins 4,12 3,50
Entgelttrend 3,00 3,00

1 Variiert nach Eintrittsdatum der Mitarbeiter in das Unternehmen bzw. nach Abschlussdatum der verschiedenen Tarifgenerationen.

Hinsichtlich der Lebenserwartung wurden in Deutschland zum 31.12.2018 erstmals die von der Heubeck AG entwickelten Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen den aktuellen Stand der Lebenserwartung und der sozioökonomischen Faktoren und stellen aktuell die beste Schätzung der Lebenserwartung dar. Bis zum 31.12.2017 wurden die "Heubeck-Richttafeln 1998" mit Modifikationen bezüglich der Sterblichkeit und den sozioökonomischen Faktoren verwendet. In den USA wurde in 2018 auf die Sterblichkeitstafel RP-2018 (MP-2018 projection scale) umgestellt. Dabei wurde die Sterblichkeitstafel RP-2014 auf das Jahr 2006 (mit Scale MP-2014) zurückgerechnet und die Tafel MP-2018 für die zukünftigen Perioden zugrunde gelegt.

Die bei der Berechnung der Pensionsverpflichtung berücksichtigten Diskontierungssätze und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht auf einer Zinsstrukturkurve, die aus Renditen hochrangiger festverzinslicher und laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen des jeweiligen Landes abgeleitet wurde. Er berücksichtigt die WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme der Verpflichtungen.

Sensitivitätsanalyse

Bei der folgenden Sensitivitätsanalyse wird jeweils nur eine Annahme verändert, d. h., die übrigen Annahmen bleiben gegenüber der ursprünglichen Bewertung unverändert, sodass die Sensitivität jeder Annahme isoliert betrachtet werden kann. Daraus folgt, dass mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen nicht berücksichtigt werden.

Die folgende Übersicht zeigt, inwieweit sich der Barwert der Pensionsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen ändern würde.

Sensitivitätsanalyse

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31.12.2018 Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen 31.12.2017 Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen
Leistungsorientierte Verpflichtung
Mio. €
Veränderung
%
Leistungsorientierte Verpflichtung
Mio. €
Veränderung
%
Barwert der Pensionsverpflichtungen zum Stichtag 3.561,5 3.329,7
Barwert der Pensionsverpflichtungen falls
der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte höher wäre 3.232,6 -9,2 3.033,2 -8,9
der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre 3.942,3 10,7 3.671,6 10,3
der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte höher wäre 3.593,2 0,9 3.358,6 0,9
der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre 3.533,3 -0,8 3.303,4 -0,8
die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte höher wären 3.668,1 3,0 3.426,5 2,9
die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte niedriger wären 3.460,0 -2,8 3.237,2 -2,8
die Lebenserwartung um 1 Jahr höher wäre 3.685,7 3,5 3.456,3 3,8

Zusammensetzung des Planvermögens

In Deutschland investiert die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gemäß gesetzlichen Vorschriften und den Vorschriften ihrer Satzung das relevante Planvermögen. Die Pensionskasse investiert knapp die Hälfte des Vermögens in Aktien- und Rentenfonds. Die andere Hälfte wird als Direktinvestition in die Anlageklassen Schuldscheindarlehen, Immobilien, Immobiliendarlehen, Private Debt und Private Equity angelegt. Der verbleibende Teil des Vermögens wird als Liquidität vorgehalten. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der vom Vorstand der Pensionskasse vorgegebenen Kapitalanlagerichtlinie.

Das Planvermögen der in den USA aufgelegten Pensionspläne wird überwiegend in Aktien und Fonds gemäß den vorgegebenen Kapitalanlageregelungen angelegt. Die Zusammensetzung des Planvermögens des Konzerns zeigt folgende Tabelle:

Zusammensetzung des Planvermögens

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Mio. € 31.12.2018 31.12.2017
Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Gesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Gesamt
Immobilien - 334,7 334,7 - 272,5 272,5
Darlehen/Renten 607,3 287,4 894,7 631,1 305,0 936,1
Aktien/Fonds 238,3 225,3 463,6 248,5 171,4 419,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 73,5 73,5 - 82,9 82,9
Summe 845,6 920,9 1.766,5 879,6 831,8 1.711,4

Der WACKER-Konzern nutzte zum Stichtag 31. Dezember 2018 105,2 Mio. € (Vorjahr 84,2 Mio. €) des Planvermögens für eigene Zwecke. Hierbei handelt es sich um die von der Wacker Chemie AG genutzte Immobilie der WACKER-Hauptverwaltung in München.

Risiken

Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben den üblichen versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Planvermögen. In Deutschland werden wesentliche Teile der leistungsorientierten Verpflichtungen in der Pensionskasse verwaltet. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Asset-Liability-Studie wird das aktuelle und künftige Verhältnis von Portfoliostruktur zu den Verpflichtungen analysiert und prognostiziert. Als Resultat ermittelt sich das langfristige Renditeerfordernis der Pensionskasse. Darauf aufbauend definiert die Pensionskasse ein strategisches Zielportfolio. Das Renditeerfordernis, der Firmenbeitrag der Trägerunternehmen und die strategische Asset-Allokation werden somit jährlich überprüft und miteinander in Einklang gebracht.

Grundsätzlich sind alle Kapitalanlagen Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Diese können aus Zins-, Aktienkurs- bzw. Wechselkursverschiebungen bestehen. WACKER zielt darauf ab, durch ein so genanntes Overlay-Management Verluste auf ein vorgegebenes Maß zu beschränken.

Teilweise werden Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt.

Die leistungsorientierten Pläne in den USA unterliegen auf Grund der Anlage des Planvermögens in Aktien und Fonds neben den versicherungsmathematischen Risiken ebenfalls dem Marktpreisänderungsrisiko.

Je nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist WACKER dazu verpflichtet, eine Unterdeckung der Pensionspläne durch Zuführung liquider Mittel zu reduzieren.

Risiken ergeben sich insbesondere durch die Lebenserwartung der Leistungsempfänger, das Zinsgarantierisiko sowie aus Gehalts- und Rentensteigerungen. Das Zinsgarantierisiko wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses regelmäßig beobachtet. Es stellt bei der Ermittlung des langfristigen Zinserfordernisses und deren Erfüllbarkeit ein Schwerpunktthema der Pensionskasse dar. Risiken aus der Zinsgarantie entfallen auch auf die Pläne zur "Deferred Compensation".

Finanzierung der Pensionspläne

Im Geschäftsjahr 2018 wurden für Pläne in Deutschland 72,6 Mio. € (Vorjahr 72,1 Mio. €) und für Pläne im Ausland 5,2 Mio. € (Vorjahr 5,6 Mio. €) an Rentenzahlungen geleistet. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Rentenzahlungen aus Pensionsplänen von rund 82 Mio. €. Die laufenden Beiträge des Arbeitgebers in das Planvermögen werden in 2019 rund 40 Mio. € betragen. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt zum 31. Dezember 2018 20,9 Jahre (Vorjahr 20,2 Jahre) in Deutschland und 12,1 Jahre (Vorjahr 12,9 Jahre) in den USA.

Erwartete Fälligkeiten der Pensionszahlungen

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Mio. € 31.12.2018 31.12.2017
Weniger als 1 Jahr -81,6 -79,7
Zwischen 1 und 2 Jahren -88,5 -85,1
Zwischen 2 und 3 Jahren -91,6 -89,5
Zwischen 3 und 4 Jahren -96,8 -93,6
Zwischen 4 und 5 Jahren -101,0 -99,1

Zusammensetzung des Pensionsaufwands

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Mio. € 2018 2017
Laufender Dienstzeitaufwand aus leistungsorientierten Plänen -74,0 -81,4
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand/Effekte aus Abgeltungen und Kürzungen 0,2 -0,6
Aus dem Planvermögen gezahlte Verwaltungskosten aus leistungsorientierten Plänen -0,2
Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen -33,2 -34,6
Aufwand aus beitragsorientierten Plänen -6,8 -6,7
Übrige Pensionsaufwendungen -2,3 -3,4
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung -57,0 -57,4
Gesamt -173,1 -184,3

13 Andere Rückstellungen/Steuerrückstellungen

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Mio. € 2018 2017
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Personal 103,0 98,1 4,9 92,3 87,6 4,7
Verkauf/Einkauf 9,9 4,7 5,2 39,8 35,6 4,2
Umweltschutz 80,5 79,3 1,2 80,2 78,2 2,0
Sonstige 62,7 38,0 24,7 76,6 31,7 44,9
Andere Rückstellungen 256,1 220,1 36,0 288,9 233,1 55,8
Ertragsteuerrückstellungen 110,0 88,3 21,7 119,1 48,0 71,1

Personalrückstellungen

Sie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläums- und Sterbegeldern sowie Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss der langfristigen Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle erfolgt kontinuierlich. Zinseffekte erhöhten die Jubiläumsrückstellungen; Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle stiegen auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen, deren Mitarbeiter noch im Unternehmen tätig sind.

Verkaufs-/Einkaufsrückstellungen

Die Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie zu zahlende Provisionen für die Vermittlung von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Der wesentliche Teil der Rückstellungen wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren zu Abflüssen führen. Der Rückgang resultiert aus dem Verbrauch von Rückstellungen aus belastenden Verträgen sowie der Umgliederung von Rabattabgrenzungen in die Verkaufsvertragsverbindlichkeiten.

Umweltschutzrückstellungen

Die Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktions- oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen Umweltabgaben an staatliche Stellen. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen werden voraussichtlich innerhalb von 25 Jahren zu Abflüssen führen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen (z. B. für Schadenersatz, Erstattungsansprüche, Prozesskosten). Sie umfassen neben Risiken im Zusammenhang mit der Grund- und Vermögensteuern auch Risiken aus nicht in den Ertragsteuern erfassten steuerlichen Nebenleistungen.

Ertragsteuerrückstellungen

Sie enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern sowie Beträge für Risiken aus Außenprüfungen und Rechtsmitteln. Der vorhandene Bestand an langfristigen Steuerrückstellungen wird voraussichtlich erst nach vier Jahren abfließen.

In Abhängigkeit von der jeweiligen landesspezifischen Situation wurden für die Ermittlung der Rückstellungen Diskontierungszinssätze bis zu fünf Prozent verwendet. Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen im Zusammenhang mit Einkaufsgeschäften, Umweltrückstellungen, Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle und Jubiläumsrückstellungen.

Andere Rückstellungen/Ertragsteuerrückstellungen

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Mio. € 01.01.2018 Verbrauch Auflösung Zuführung Zinseffekt Währungsdifferenzen
Personal 92,3 -34,4 -1,0 52,6 0,9 0,1
Verkauf / Einkauf 39,8 -4,0 -32,1 5,5 0,8 -0,1
Umweltschutz 80,2 -4,5 -1,2 5,3 0,4 0,3
Sonstige 76,6 -18,9 -4,2 9,8 0,2 -0,8
Andere Rückstellungen 288,9 -61,8 -38,5 73,2 2,3 -0,5
Ertragsteuerrückstellungen 119,1 -38,8 -0,7 30,5 - -0,1
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Mio. € Sonstiges1 31.12.2018
Personal -7,5 103,0
Verkauf / Einkauf - 9,9
Umweltschutz - 80,5
Sonstige - 62,7
Andere Rückstellungen -7,5 256,1
Ertragsteuerrückstellungen - 110,0

1 Sonstige Veränderungen enthalten die Veränderung des Deckungsvermögens für Altersteilzeitverpflichtungen innerhalb der Personalrückstellungen in Höhe von 7,5 Mio. €.

14 Finanzierungsverbindlichkeiten

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Mio. € 2018 2017
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 675,0 582,9 92,1 633,5 499,8 133,7
Verbindlichkeiten aus Leasing-Verpflichtungen 26,3 22,2 4,1 29,8 25,6 4,2
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 295,9 289,6 6,3 338,3 275,0 63,3
Finanzierungsverbindlichkeiten 997,2 894,7 102,5 1.001,6 800,4 201,2

In 2018 wurde ein neues Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € aufgenommen. Bankkredite in Höhe von 250 Mio. US-$ (218,7 Mio. €) und 100 Mio. CNY (12,7 Mio. €) wurden vorzeitig getilgt. Des Weiteren wurde planmäßig die erste Tranche der Privatplatzierung in Höhe von 70 Mio. US-$ (61,2 Mio. €) zurückgeführt und ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 50 Mio. € refinanziert. Laufende Tilgungen bei Investitionskrediten erfolgten in Höhe von 16 Mio. €.

Für die Finanzierungsverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der Finanzierungsverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. In Einzelfällen enthalten festverzinsliche Darlehen von WACKER ausübbare Kündigungsoptionen. Auf Grund der bei Kündigung zu zahlenden hohen Vorfälligkeitsentschädigungen haben die Optionen derzeit rechnerisch keinen positiven Wert und ihr Zeitwert ist zu vernachlässigen. Diese Kündigungsoptionen werden daher aus Wesentlichkeitsgründen nicht bilanziert. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen (Covenants) eingehalten werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:

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Mio. € 2018 2017
Währung Buchwert
Mio. €
davon variabel verzinst Laufzeit bis Währung Buchwert
Mio. €
Investitionskredit* EUR 32,0 32,0 2020 EUR 48,0
Investitionskredit EUR 200,0 - 2022 EUR 200,0
Schuldscheindarlehen EUR 50,0 - 2023 EUR 50,0
Schuldscheindarlehen EUR 150,0 105,5 2023 -
Schuldscheindarlehen EUR 150,0 43,0 2025 -
Bankkredit KRW 22,0 22,0 2019 KRW 15,7
Bankkredit USD - - 2019 USD 208,9
Bankkredit CNY 30,8 30,8 2019 CNY 33,4
Bankkredit CNY 12,7 12,7 2020 CNY 25,7
Betriebsmittelkredit CNY 12,4 12,4 2019 CNY 38,3
Sonstiges 15,1 2,7 - 13,5
Gesamt 675,0 633,5
Beizulegender Zeitwert 678,1 633,5
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Mio. € 2017
davon variabel verzinst Laufzeit bis
Investitionskredit* 48,0 2020
Investitionskredit - 2022
Schuldscheindarlehen - 2018
Schuldscheindarlehen - -
Schuldscheindarlehen - -
Bankkredit 15,7 2018
Bankkredit 208,9 2019
Bankkredit 33,4 2019
Bankkredit 25,7 2020
Betriebsmittelkredit 38,3 2018
Sonstiges 2,5 -
Gesamt
Beizulegender Zeitwert

1 Davon 16 Mio. € im Folgejahr fällig.

Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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Mio. € 2018 2017
Währung Buchwert
Mio. €
davon variabel verzinst Laufzeit bis Währung Buchwert
Mio. €
Privatplatzierung (1. Tranche) USD - - 2018 USD 58,5
Privatplatzierung (2. Tranche) USD 113,5 - 2020 USD 108,4
Privatplatzierung (3. Tranche) USD 174,5 - 2023 USD 166,6
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten 7,9 - 4,8
Gesamt 295,9 338,3
Beizulegender Zeitwert 287,4 331,3
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Mio. € 2017
davon variabel verzinst Laufzeit bis
Privatplatzierung (1. Tranche) - 2018
Privatplatzierung (2. Tranche) - 2020
Privatplatzierung (3. Tranche) - 2023
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten -
Gesamt
Beizulegender Zeitwert

Die Buchwerte der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten entsprechen dem Rückzahlungsbetrag. Mit Ausnahme des auf Euro lautenden Investitionskredites in Höhe von 32 Mio. € und einem sonstigen Kredit in Höhe von 1,9 Mio. € sind sämtliche Kredite und Darlehen endfällig.

Der folgenden Übersicht können die zukünftigen Tilgungs- und Zinszahlungen für Kreditverbindlichkeiten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten entnommen werden.

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Mio. € 2019 2020 2021 2022 2023 bis 2025
Tilgung 98,4 145,6 3,4 200,0 523,5
Zinsen 16,5 12,0 10,6 9,9 5,4

Daneben bestehen langfristige ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 600,0 Mio. € (Vorjahr 901,1 Mio. €), für deren Inanspruchnahme alle Bedingungen erfüllt sind.

Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen zum Stichtag:

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Mio. € 2018 2017
Nominalwert Zinsen Barwert Nominalwert Zinsen Barwert
Mindestleasingzahlung innerhalb eines Jahres 6,6 2,5 4,1 6,8 2,6 4,2
Mindestleasingzahlung zwischen einem und fünf Jahren 16,2 8,0 8,2 19,7 8,3 11,4
Mindestleasingzahlung mehr als fünf Jahre 24,9 10,9 14,0 26,4 12,2 14,2
Gesamt 47,7 21,4 26,3 52,9 23,1 29,8

Bedingte Leasingzahlungen aus Finance Leasing liegen nicht vor.

Als Finance Lease wird ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk aktiviert. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. WACKER hat das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern WACKER dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden.

Darüber hinaus bestehen für einige technische Anlagen Leasingverträge, die als Finance Lease qualifiziert und von WACKER aktiviert wurden. Auch hier bestehen zum Teil Vorkaufsrechte und Mietverlängerungsoptionen.

Die Leasingverträge dienen der vereinfachten Beschaffung und Finanzierung von Betriebsmitteln und Anlagevermögen. Auf Grund der langfristigen Bindung entsteht jedoch für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

15 Finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten

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Mio. € 2018 2017
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 470,6 - 470,6 268,5 - 268,5
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen - - - 0,9 - 0,9
Derivative Finanzinstrumente 11,2 0,3 10,9 0,7 0,4 0,3
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 12,5 0,1 12,4 13,9 0,1 13,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 23,7 0,4 23,3 15,5 0,5 15,0
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 6,7 - 6,7 4,1 - 4,1
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 8,7 - 8,7 6,9 - 6,9
Variable Vergütungsanteile 74,8 - 74,8 90,0 - 90,0
Sonstige Personalverpflichtungen 22,8 - 22,8 21,5 - 21,5
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 23,8 - 23,8 22,7 - 22,7
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 15,0 - 15,0 1,8 - 1,8
Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 7,9 - 7,9 11,7 0,1 11,6
Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 159,7 - 159,7 158,7 0,1 158,6
Erhaltene Anzahlungen 135,8 64,1 71,7 174,3 112,5 61,8
Rabattabgrenzungen 15,1 - 15,1 16,5 - 16,5
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten 150,9 64,1 86,8 190,8 112,5 78,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,2 - 0,2 0,8 - 0,8

Die Steuerverbindlichkeiten umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden.

Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen.

Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Lieferungen von Polysilicium.

Für die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der sonstigen Verbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte.

16 Eventualverbindlichkeiten, Eventualforderungen, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualverbindlichkeiten bestehen bei WACKER im Wesentlichen aus eingegangenen Bürgschaften in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €). Eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften ist unwahrscheinlich.

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Mio. € 2018 2017
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating Leases
fällig innerhalb eines Jahres 35,4 45,8
fällig zwischen einem und fünf Jahren 55,8 56,1
fällig nach fünf und mehr Jahren 25,6 16,6
Gesamt 116,8 118,5
Leasingzahlungen auf Grund von Operating Leases 51,3 43,1
Die Summe der erwarteten Mindestzahlungen aus Untermietverhältnissen beträgt 4,2 4,3

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen, Kraftfahrzeuge sowie IT-Equipment. Die Laufzeiten liegen hierbei im Allgemeinen zwischen drei und fünf Jahren. Mietverträge für Büroräume, Sachanlagen usw. haben eine deutlich längere Laufzeit.

Im Rahmen der IFRS 16 Implementierung 2019 werden die Verpflichtungen aus kurzfristigen und geringwertigen Leasinggegenständen nicht als "right of use asset" bilanziert werden. WACKER schätzt die Verpflichtungen aus diesen Sachverhalten auf 12,7 Mio. € zum 31. Dezember 2018.

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 209,6 Mio. € (Vorjahr 192,5 Mio. €) und betrifft die operativen Segmente.

Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 100 Mio. € (Vorjahr 95 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Joint-Venture-Gesellschaft mit Dow-Dupont.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den wesentlichen Mindestabnahmeregelungen in Höhe von 1,07 Mrd. € (Vorjahr 1,16 Mrd. €). Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen ein und fünfzehn Jahren.

Die Versicherungsentschädigung für die Betriebsunterbrechung auf Grund der Wasserstoffexplosion am US-Produktionsstandort Charleston stellt für WACKER eine Eventualforderung dar. Auf Grund der noch nicht feststehenden Höhe des Schadens erfüllt die Versicherungsentschädigung nicht die Kriterien eines bilanzierbaren Vermögenswertes. WACKER hat eine Vorauszahlung in Höhe von 100 Mio. US-$ im Januar 2018 erhalten. Diese wurde gegen die Ansprüche aus dem Sachschaden verrechnet.

Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich begrenzt.

WACKER ist von Zeit zu Zeit in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet WACKER keine wesentlichen negativen Auswirkungen.

17 Sonstige Angaben

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen für die Dotierung externer Pensionsfonds und Pensionskassen werden ebenfalls in den Aufwendungen für Altersversorgung ausgewiesen.

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Mio. € 2018 2017
Materialaufwand -2.348,7 -2.233,7
Personalaufwand Löhne und Gehälter -986,6 -1.018,7
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -162,0 -164,8
Staatliche Altersversorgungsbeiträge 57,0 57,4
Sozialabgaben -105,0 -107,4
Aufwendungen für Altersversorgung -82,9 -92,3
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung -57,0 -57,4
Altersversorgung -139,9 -149,7
Personalaufwand gesamt -1.231,5 -1.275,8

Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,8 Mio. €) die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 0,6 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €) auf Abschlussprüfungsleistungen und 0,2 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen. Die anderen Bestätigungsleitungen beinhalten Bestätigungen nach § 64 EEG, § 15 KWKG, § 17 EnWG, § 20 WpHG ("EMIR"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung sowie einer Assuranceleistung auf den nichtfinanziellen Konzernbericht.

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Mio. € 2018 2017
Honoraraufwand für den Abschlussprüfer
Abschlussprüfungsleistungen 0,6 0,6
Andere Bestätigungsleistungen 0,2 0,2
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen - -
Gesamt 0,8 0,8

18 Ergebnis je Aktie / Dividende

Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis.

Für das Geschäftsjahr 2017 wurde eine Dividende in Höhe von 223,6 Mio. € ausgeschüttet; dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 4,50 €. Für das Geschäftsjahr 2017 wurden keine Einstellungen in die Gewinnrücklagen bei der Wacker Chemie AG geleistet.

Für das Geschäftsjahr 2018 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG eine Dividende in Höhe von rund 50 Prozent auf das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns vorgeschlagen. Dies entspricht einer Dividende von 2,50 € pro Aktie. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur auf die dividendenberechtigten Aktien, d. h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG. Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien, die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 124.194.957,50 € ausgeschüttet.

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2018 2017
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien (Stück) 49.677.983 49.677.983
Anzahl der ausstehenden Stammaktien zum Jahresende (Stück) 49.677.983 49.677.983
Dividende je dividendenberechtigte Stammaktie (€) 2,50 2,50
Sonderbonus aus Anlass der Veräußerung von Siltronic-Anteilen (€) - 2,00
Ausschüttung je dividendenberechtigte Stammaktie (€) 2,50 4,50
Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 260,1 250,1
Abzüglich auf andere Gesellschafter entfallende fortgeführte Aktivitäten -14,0 -9,6
Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) 246,1 240,5
Jahresergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) - 626,2
Jahresergebnis der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) 246,1 866,7
Ergebnisanteil der Stammaktien (Mio. €) 246,1 866,7
Ergebnis je Stammaktie (Durchschnitt, €) 4,95 17,45
Ergebnis je Stammaktie (Stichtag, €) 4,95 17,45
davon Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten 4,95 4,85
davon Ergebnis je Aktie aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 12,60

19 Finanzinstrumente

In der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören. WACKER hat keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet.

Der beizulegende Zeitwert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Bilanzposten dem Bilanzwert gleichgesetzt.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2018

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Mio. € Bewertung nach IFRS 9
Buchwert lt. Bilanz 31.12.2018 (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 681,9 681,9
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 139,4 117,4
Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 117,4
Beteiligungen (FVPL) - -
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - -
Wertpapiere und Festgelder 46,4 20,6
Wertpapiere und Festgelder (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 20,6
Wertpapiere (FVOCI) - -
Wertpapiere (FVPL) - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) 341,1 341,1
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.208,8 -
Finanzierungsverbindlichkeiten ohne Finance Lease (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) 970,9 970,9
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 26,3 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet) 470,6 470,6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 23,7 12,5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - 12,5
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - -
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 1.491,5 -
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Mio. € Bewertung nach IFRS 9 Bewertung nach IAS 17
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 31.12.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - - 681,9
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15,3 6,7 - 139,4
Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - - - 117,4
Beteiligungen (FVPL) 11,3 - - 11,3
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) 4,0 - - 4,0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 6,7 - 6,7
Wertpapiere und Festgelder 20,2 5,6 - 46,4
Wertpapiere und Festgelder (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - - - 20,6
Wertpapiere (FVOCI) - 5,6 - 5,6
Wertpapiere (FVPL) 20,2 - - 20,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - - - 341,1
Summe finanzielle Vermögenswerte - - - 1.208,8
Finanzierungsverbindlichkeiten ohne Finance Lease (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - - - 965,5
Verbindlichkeiten aus Finance Lease - - 26,3 26,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet) - - - 470,6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4,8 6,4 - 23,7
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - - - 12,5
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) 4,8 - - 4,8
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 6,4 - 6,4
Summe finanzielle Verbindlichkeiten - - - 1.486,1

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2017

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Mio. € Bewertung nach IAS 39
Buchwert lt. Bilanz 31.12.2017 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 655,7 655,7 - -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 185,1 171,7 8,4 5,0
Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 160,6 - -
Beteiligungen - 11,1 - -
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - - 3,0 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - 5,4 5,0
Wertpapiere und Festgelder 260,3 156,8 - 103,5
Wertpapiere und Festgelder (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 156,8 - -
Wertpapiere (FVOCI) - - - 103,5
Wertpapiere (FVPL) - - - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) 286,9 286,9 - -
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.388,0 - - -
Finanzierungsverbindlichkeiten ohne Finance Lease (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) 971,8 971,8 - -
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 29,8 - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet) 268,5 268,5 - -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15,5 14,8 0,7 -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - 14,8 - -
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - - 0,7 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - -
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 1.285,6 - - -
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Mio. € Bewertung nach IAS 17
(Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 31.12.2017
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 655,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - 185,1
Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 160,6
Beteiligungen - 11,1
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 3,0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 10,4
Wertpapiere und Festgelder - 260,3
Wertpapiere und Festgelder (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 156,8
Wertpapiere (FVOCI) - 103,5
Wertpapiere (FVPL) - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 286,9
Summe finanzielle Vermögenswerte - 1.388,0
Finanzierungsverbindlichkeiten ohne Finance Lease (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 964,8
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 29,8 29,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet) - 268,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - 15,5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - 14,8
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 0,7
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - -
Summe finanzielle Verbindlichkeiten - 1.278,6

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen, Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Anlagen in börsennotierten festverzinslichen Wertpapieren werden in der Kategorie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im übrigen Eigenkapital (FVOCI) geführt. Bestimmte Wertpapiere (Fonds) und Beteiligungen werden zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVPL) klassifiziert. Die Beteiligungen werden ebenfalls zum Fair Value bewertet, wobei die Anschaffungskosten die beste Näherung an den Fair Value darstellen, da keine an aktiven Märkten beobachtbaren Preise vorliegen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Finanzierungsverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen.

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten dar.

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Mio. € 2018 2017
Nettogewinne/-verluste aus Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 16,6 -20,3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) 0,1 1,9
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte / Verbindlichkeiten (FVPL) -33,9 46,4
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten -9,8 -86,6
Gesamt -27,0 -58,6

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" beinhaltet im Wesentlichen Nettoverluste /-gewinne aus der Währungsumrechnung, Zinserträge aus Finanzanlagen, Festgeldern und Bankguthaben sowie Wertberichtigungen.

Die Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte (FVOCI)" beinhaltet Zinserträge und sonstige Veränderungen aus festverzinslichen Wertpapieren.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte / Verbindlichkeiten" enthalten. Zusätzlich sind hier die Wertänderungen des Sicherungsgeschäfts im Rahmen des Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen. Ebenfalls enthalten sind Ausschüttungen aus Beteiligungen und Fonds.

Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 8,0 Mio. € (Vorjahr 7,5 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Bankguthaben, Festgeldern und Ausleihungen.

Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 21,2 Mio. € (Vorjahr 38,3 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Finanzierungsverbindlichkeiten.

Die Nettoverluste in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" bestehen im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten sowie Nettoverlusten und -gewinnen aus der Währungsumrechnung.

Die Wertberichtigungen von finanziellen Vermögenswerten bewertet zum FVOCI belaufen sich auf 0,02 Mio. €.

Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu Marktwerten oder umgekehrt statt.

Aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten zu Anschaffungskosten ergaben sich keine wesentlichen Gewinne und Verluste.

Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS 13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt.

Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert:

Stufe 1

Mittels notierter Preise in aktiven Märkten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert direkt von Preisen an aktiven liquiden Märkten abgeleitet werden kann und bei denen das im Markt beobachtbare Finanzinstrument repräsentativ für das zu bewertende Finanzinstrument ist. Hierzu zählen festverzinsliche Wertpapiere sowie ein Publikumsfond, die an liquiden Märkten gehandelt werden.

Stufe 2

Mittels Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert aus gleichartigen, an aktiven Märkten gehandelten Finanzinstrumenten oder mittels Bewertungsverfahren, deren sämtliche Parameter beobachtbar sind, ermittelt werden kann. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente, innerhalb oder außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten.

Stufe 3

Mittels Bewertungsverfahren auf Basis nicht beobachtbarer Parameter bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht aus am Markt beobachtbaren Daten ermittelt werden kann und die ein anderes Bewertungsverfahren benötigen. Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen eine Wertkomponente auf, die nicht beobachtbar ist und einen wesentlichen Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert hat. Hierzu zählen außerbörsliche Derivate sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente.

Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden oder zu Anschaffungskosten in der Bilanz bewertet werden und deren beizulegender Zeitwert im Anhang genannt wird.

Fair-Value-Hierarchie 2018

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Mio. € Fair-Value-Hierarchie Gesamt
Zum 31. Dezember 2018 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 4,0 - 4,0
Beteiligungen - Handel (FVPL) - - 11,3 11,3
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 6,7 - 6,7
Wertpapiere - Halten und Verkaufen (FVOCI) 5,6 - - 5,6
Wertpapiere - Handel (FVPL) 20,2 - - 20,2
Gesamt 25,8 10,7 11,3 47,8
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Ausleihungen - Halten - 89,6 - 89,6
Gesamt - 89,6 - 89,6
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 4,8 - 4,8
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 6,4 - 6,4
Gesamt - 11,2 - 11,2
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzschulden - 965,5 - 965,5
Gesamt - 965,5 - 965,5

Fair-Value-Hierarchie 2017

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Mio. € Fair-Value-Hierarchie Gesamt
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Zum 31. Dezember 2017
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 3,0 - 3,0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 10,4 - 10,4
Wertpapiere - Halten und Verkaufen (FVOCI) 103,5 - - 103,5
Wertpapiere - Handel (FVPL) - - - -
Gesamt 103,5 13,4 - 116,9
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Ausleihungen - Halten - 90,5 - 90,5
Gesamt - 90,5 - 90,5
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 0,7 - 0,7
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - -
Gesamt - 0,7 - 0,7
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzschulden - 964,8 - 964,8
Gesamt - 964,8 - 964,8

WACKER überprüft regelmäßig, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. Wie im Vorjahr haben auch im Geschäftsjahr 2018 keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden.

WACKER bewertete im Berichtszeitraum ausschließlich finanzielle Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen, auf Basis quotierter Preise der Kontrahenten oder anhand geeigneter Bewertungsverfahren (Discounted Cashflow bzw. finanzmathematisch anerkannte Verfahren wie z. B. die PAR-Methode) ermittelt.

Die derivativen Finanzinstrumente und die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und unterliegen damit einem wiederkehrenden Fair-Value-Ansatz.

Der Fair Value der derivativen Finanzinstrumente wird auf Basis von Marktdaten wie Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogenen Bewertungsverfahren berechnet. Die Ermittlungen des beizulegenden Zeitwertes enthalten das eigene bzw. das Ausfallsrisiko des Kontrahenten mit laufzeitadäquaten, am Markt beobachtbaren CDS-Werten. Der Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lässt sich mittels notierter Preise in aktiven Märkten ableiten.

Die Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für diese ist im Anhang jedoch verpflichtend der beizulegende Zeitwert anzugeben.

Der beizulegende Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der zukünftigen erwarteten Cashflows. Die Anwendung der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der marktgerechten Zinsen führt dazu, dass der Buchwert der Ausleihungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgt über die Nettobarwertmethode. Bei dieser werden marktübliche Zinsen zugrunde gelegt.

WACKER hat nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 11,3 Mio. € zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 9 bewertet und nun in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingruppiert. Dabei handelt es sich um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen. Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar sind. WACKER sieht die historischen Anschaffungskosten als beste Näherung an den Fair Value dieser Eigenkapitalinstrumente an. Es stehen keine weiteren Informationen zur Verfügung, die eine modellhafte Bewertung möglich machen könnten. Auf Grund der mangelnden Gewinnerzielungsabsicht stellt das von der Gesellschaft gehaltene und von WACKER genutzte Anlagevermögen den besten Inputfaktor für die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts dar. Dieses wird in den Anschaffungskosten anteilig abgebildet. WACKER überprüft die Beteiligungsbuchwerte einmal jährlich, um dem Risiko eines wertgeminderten Anlagevermögens entgegenzuwirken. Für die zum 31. Dezember 2018 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht.

Die von WACKER gehaltene einseitige Call-Option (Stufe 3 der Fair Value Hierarchie) zum Erwerb von einem Prozent der Anteile am Tochterunternehmen WACKER Asahikasei Silicone Co. Ltd., Japan wird zum Stichtag 31. Dezember 2018 zu Anschaffungskosten bilanziert. Die Anschaffungskosten stellen hier die beste Näherung an den Fair Value der Option dar.

Hinsichtlich der Bewertungsverfahren gab es keine Veränderungen zum Vorjahr.

Management von finanzwirtschaftlichen Risiken

WACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen Risiken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, Risiken zeitnah zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken, insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken, werden bezüglich ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos, insbesondere bei der Anlage von Wertpapieren und Zahlungsmitteln, werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung der Geschäfte erfolgen nach internen Kreditrisikogrundsätzen und unterliegen Kontrollen unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen, Anzahlungen und Bankbürgschaften abgesichert. Kundenratings und -kreditlimite basieren auf allgemein verfügbaren Informationen von Ratingagenturen und internen Informationen. Sicherheiten für Finanzinstrumente bestehen nicht. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch, dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertminderungen unter Berücksichtigung von erhaltenen Anzahlungen Rechnung getragen. Informationen zu Ausfallrisiken sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und in den Angaben zu den Bilanzposten enthalten.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien mit Finanzinstituten hoher Bonität und liquide Mittel vorgehalten.

Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form von kurzfristigen Anlagen und offenen Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen.

Hinsichtlich der Fälligkeitsanalyse für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Abschnitt Finanzierungsverbindlichkeiten.

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken.

Währungsrisiko

Die Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungs-Einnahmen und -Ausgaben. Das größte Risiko besteht gegenüber dem US-Dollar. Als US-Dollar-Einnahmen sind alle in US-Dollar fakturierten Umsätze zu verstehen, unter US-Dollar-Ausgaben werden sämtliche US-Dollar-Einkäufe sowie die Standortkosten in US-Dollar erfasst. Als relevante Risikovariable für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem CNY und JPY haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem € simuliert. Die Ausgangsgröße bildet der in der Prognose verwendete Umrechnungskurs. Die Auswirkung auf das EBITDA hätte zum 31. Dezember 2018 -52 Mio. € und zum 31. Dezember 2017 -50 Mio. € betragen. Der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 15,8 Mio. € (Vorjahr 22,2 Mio. €) erhöht. Das Währungs-Exposure lag zum 31. Dezember 2018 bei 516 Mio. € (Vorjahr 498 Mio. €).

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzierungsverbindlichkeiten und zinstragenden Anlagen. Der Vorstand legt die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument mit einem festen oder variablen Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Marktwertsensitivität oder einer Cashflow-Sensitivität gemessen. Finanzierungsverbindlichkeiten und Anlagen mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Festverzinsliche Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeit unterliegen sie keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Wenn das Marktzinsniveau zum Stichtag 31. Dezember 2018 um 100 Basispunkte niedriger (31. Dezember 2017: niedriger) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 1,2 Mio. € (Vorjahr 1,4 Mio. €) schlechter (schlechter) ausgefallen.

Rohstoffpreisrisiko

Generell bestehen Risiken bezüglich der ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen und ein Ergebnisrisiko bei möglichen Erhöhungen der Rohstoffpreise. Diese Risiken werden im Rahmen von Langfristverträgen abgedeckt. Cashflow Hedge Accounting wird nur in geringem Ausmaß für den langfristigen norwegischen Energiebedarf eingesetzt. Die erfolgswirksame Erfassung erfolgt in den Herstellungskosten.

Derivative Finanzinstrumente

Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt es sich im Wesentlichen um die laufende Energiebeschaffung. Die Preissicherung der Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen, für die im Wesentlichen die own use exemption des IFRS 9 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte sowie Devisenswaps. Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen unterlegt sind; zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung.

Devisensicherungen erfolgen insbesondere für den US-Dollar. Bei möglichen Zinssicherungen wird auf die Fälligkeit der Grundgeschäfte abgestellt.

Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von drei Monaten bis maximal 15 Monaten. Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn- und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach. Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten.

Die beizulegenden Zeitwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt.

Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten.

Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting durchgeführt. Siehe hierzu Ausführungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten im Zins- bzw. übrigen Finanzergebnis.

Für die strategische Sicherung wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure in US-Dollar angestrebt. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure für 2019 zu rund 45 Prozent abgesichert. Die Sicherungsquote der operativen Sicherung in US-Dollar beträgt durchschnittlich rund 50 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2018 wurde in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von -12,8 Mio. € (Vorjahr 17,4 Mio. €) aus Cashflow-Hedge-Beziehungen berücksichtigt. Davon betrafen 0,8 Mio. € geschlossene Cashflow-Hedge-Beziehungen. Während des Geschäftsjahres 2018 wurden 0,5 Mio. € in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Vorjahr 1,1 Mio. €). WACKER bestimmt die Wirksamkeit der wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument basierend auf Laufzeiten, Währungen und Nominalbeträgen, wobei die Sicherungsquote zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft im Hedge Accounting grundsätzlich 100 Prozent beträgt. WACKER überprüft, ob die designierten Derivate die Cashflows der Grundgeschäfte effektiv absichern mittels Verwendung der hypothetischen Derivate-Methode. Das Kreditrisiko der Kontrahenten sowie Veränderung des zeitlichen Eintritts der gesicherten hochwahrscheinlichen zukünftigen Transaktionen stellen mögliche Quellen der Ineffektivität dar. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren und die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente somit annähernd gegenläufig zu denen der Grundgeschäfte waren. Folgende Tabelle zeigt die Effekte auf die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns aus der strategischen Sicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen im Rahmen des Hedge Accounting:

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Mio. € 2018 2017
Devisentermingeschäfte zur strategischen Sicherung
Buchwert Verbindlichkeit -5,9 -
Buchwert Forderung - 4,2
Nennwert -163,5 -189,7
davon langfristig -24,0 -12,0
Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts, die zur Bestimmung der Effektivität der Sicherungsbeziehung verwendet wird 5,9 -4,2
Durchschnittlicher Sicherungskurs USD/€ 1,22 1,19

Fair Value Hedges bestehen zur Absicherung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden auf Grund von Währungsänderungen (Fremdwährungs-Swap). Bei einer effektiven Sicherung wird der Buchwert des zugeordneten Grundgeschäfts um die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte den abgesicherten Risiken angepasst. WACKER weist im Geschäftsjahr 2018 einen Aufwand aus der Realisierung und der Bewertung der Sicherungsinstrumente im Fair Value Hedge in Höhe von 25,8 Mio. € (Vorjahr Ertrag von 59,7 Mio. €) aus. Im gleichen Zeitraum wurde ein Ertrag bei den zugrunde liegenden Grundgeschäften in Höhe von 18,0 Mio. € (Vorjahr Aufwand von -71,7 Mio. €) realisiert. Beides wurde im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenzen resultieren aus der in der Sicherung enthaltenen Zinskomponente zwischen US-Dollar und Euro. Auf die Effektivität des Fair Value Hedges hat die Zinskomponente keinen Einfluss. Die Fair-Value-Hedge-Sicherung bestand zum 31. Dezember 2018 nicht mehr.

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Mio. € 31.12.2018 31.12.2017
Nominalwerte Marktwerte Nominalwerte Marktwerte
Devisentermingeschäfte 447,7 -10,2 949,4 11,6
Devisenswaps 20,0 0,8 - -
Zinsderivate 60,0 0,7 - -
Sonstige Derivate 12,9 9,5 16,7 1,1
Gesamt 540,6 0,8 966,1 12,7
Marktwerte für derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Hedge Accounting - -0,3 - 10,4

Die Währungsderivate beinhalten im Wesentlichen Devisenterminkontrakte und Devisenswaps über 493,0 Mio. US-$, 1.400 Mio. JPY und 75,0 Mio. CNY (Vorjahr 392,0 Mio. US-$, 400,0 Mio. JPY, und 619,0 Mio. €). Derivate mit Marktwerten von -10,3 Mio. € werden in 2019 fällig.

Bei den Zinsderivaten handelt es sich um Zins-Swaps mit einem Nominalwert in Höhe von 60,0 Mio. €. Durch diesen wird der feste Zinssatz des Darlehens in einen variablen Zinssatz umgewandelt. Der Swap läuft bis Januar 2023 und deckt sich mit der Fälligkeit der Darlehenstranche.

Bei den sonstigen Derivaten handelt es sich um auf dem norwegischen Markt gehandelte Strom-Futures mit einem Nominalwert von 12,9 Mio. € (Vorjahr 16,7 Mio. €). Mit den Strom-Futures wird das Risiko steigender Spot-Marktpreise am Energiemarkt durch eine strukturierte Preisfixierung auf dem Strommarkt begrenzt. Das Sicherungsvolumen beträgt bis zu 90 Prozent des nicht durch langfristige Lieferverträge abgedeckten zukünftigen Strombedarfs der Siliciumproduktion im norwegischen Holla. Die Laufzeiten betragen zwischen einem und drei Jahren. Es wurden Derivate bis 2021 abgeschlossen. Der durchschnittliche Sicherungskurs lieg bei 25,3 € /MWh (Vj. 25,3 € /MWh).

Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz.

Finanzielle Vermögenswerte /Schulden, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegen

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Mio. € 31.12.2018 31.12.2017
Derivate mit positivem Marktwert Derivate mit negativem Marktwert Derivate mit positivem Marktwert Derivate mit negativem Marktwert
I
Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte /Schulden 11,7 -12,2 13,7 -1,0
II
Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte /Schulden, die in der Bilanz saldiert werden -1,0 1,0 -0,3 0,3
I + II
Nettobeträge finanzieller Vermögenswerte /Schulden, die in der Bilanz ausgewiesen werden 10,7 -11,2 13,4 -0,7
Zugehörige Beträge, die in der Bilanz nicht saldiert werden
Finanzinstrumente -1,3 1,3 -1,6 -
Netto-Betrag 9,4 -9,9 11,8 -0,7

Die Tabelle zeigt neben den Finanzinstrumenten, die die Regelungen zur bilanziellen Saldierung nach IAS 32 erfüllen, auch jene Finanzinstrumente, die Aufrechnungsvereinbarungen oder Globalverrechnungsverträgen unterliegen, aber nach IAS 32 nicht saldierungsfähig sind.

Im Rahmen der Abwicklung der strategischen Kurssicherung stellt WACKER Devisentermingeschäfte vor Fälligkeit mit einem Gegengeschäft glatt. Das strategische Devisentermingeschäft und das korrespondierende Devisentermingeschäft der Glattstellung werden gemäß den Kriterien des IAS 32 saldiert ausgewiesen. Weiter werden Generalverrechnungsvereinbarungen mit einigen Banken geschlossen, welche nur im Insolvenzfall gelten.

Der Nettobetrag zeigt jenen Betrag an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten, der trotz Saldierung und Globalverrechnungsvereinbarung bei Insolvenz nicht erhalten werden bzw. bezahlt werden muss.

20 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt werden.

Die im betrieblichen Cashflow ausgewiesenen Zinszahlungen wurden um aktivierungspflichtige Bauzeitzinsen gekürzt. Die Bauzeitzinsen erhöhen die Investitionen im Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 2,2 Mio. € (Vorjahr 1,3 Mio. €).

Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen, da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden.

Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Eine Überleitung der gesamten Zu- und Abflüsse und sonstiger nicht zahlungswirksamer Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten zeigt folgende Übersicht:

Zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten

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Mio. € 01.01.18 Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderungen 31.12.18
Erwerbe/Veräußerungen Wechselkursbedingte Veränderungen Sonstiges
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 633,5 49,1 - -7,0 -0,6 675,0
Leasing-Verpflichtungen 29,8 -4,3 - 0,8 - 26,3
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 338,3 -57,0 - 11,4 3,2 295,9
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.001,6 -12,2 - 5,2 2,6 997,2

Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden Finanzmittelfonds verweisen wir auf Ziffer 10 des Anhangs.

Der Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthält die anteiligen Cashflows des Segments Siltronic, sowohl der betrieblichen als auch der investiven Tätigkeit, bis zum Abgangszeitpunkt.

21 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. WACKER berichtet über vier operative Segmente (SILICONES, POLYMERS, BIOSOLUTIONS und POLYSILICON), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Risiko- und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Für eine genauere Beschreibung der Produkte und Organisation der Segmente verweisen wir auf den Lagebericht. Es erfolgt keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten. Die keinem operativen Segment zugeordneten Aktivitäten und Ergebnisse werden als "Sonstiges" ausgewiesen, darunter auch das at-Equity-Ergebnis der Siltronic. Die Währungsergebnisse werden unter "Sonstiges" gezeigt.

Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt. Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter "Sonstiges" ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind. Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Auch der als strategisches Investment gehaltene at-Equity-Beteiligungsansatz der Siltronic wird unter "Sonstiges" gezeigt. Bei den geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem Sitz des Kunden als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert. Sowohl das Beteiligungsergebnis als auch der at-Equity-Ansatz der Siltronic werden der Region Deutschland zugeordnet.

WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBITDA. Das EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum EBIT. Das EBIT setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen inklusive dem Equity-Ergebnis und dem sonstigen Beteiligungsergebnis zusammen.

Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung eliminiert.

Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen, Liquidität sowie aktive latente Steuern werden jedoch grundsätzlich dem Segment "Sonstiges" zugeordnet.

Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen passive latente Steuern, die im Segment "Sonstiges" gezeigt werden. Die Aufteilung der Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Die Aufteilung der Pensionsrückstellungen erfolgt gemäß den geltenden Personalschlüsseln im Konzern. Die erhaltenen Anzahlungen werden dem jeweiligen Segment direkt zugeordnet.

Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge teilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente auf:

Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-)

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Mio. € 2018 2017
SILICONES 2,5 -0,9
POLYMERS -0,2 -0,5
BIOSOLUTIONS -1,0 -3,3
POLYSILICON 77,1 -16,3
Sonstiges -12,2 61,0
Gesamt 66,2 40,0

Der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus der Lieferung von Polysilicium und der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen aus Vertragsauflösungen im Segment Polysilicon belief sich auf 43,1 Mio. € (Vorjahr 71,7 Mio. €). 1,3 Mio. € Erhöhung (Vorjahr Rückgang 0,5 Mio. €) entfielen auf das Segment BIOSOLUTIONS. Das Segment "Sonstiges" verzeichnete im laufenden Jahr eine Erhöhung von 3,3 Mio. €.

Wesentliche ergebnisneutral berücksichtigte Wertänderungen betreffen Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) sowie Wertänderungen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen.

Die Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging entfallen in Höhe von 4,6 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio.€) auf das Segment SILICONES und in Höhe von -7,5 Mio. € (Vorjahr 8,4 Mio. €) auf Sonstiges. In Höhe von -6,0 Mio. € (Vorjahr 5,5 Mio. €) ergibt sich eine Veränderung aus derivativen Finanzinstrumenten der Siltronic-Beteiligung, die ebenfalls im "Sonstigen" ausgewiesen werden.

Die Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen verteilen sich wie folgt auf die Segmente:

Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen

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Mio. € 2018 2017
SILICONES -36,9 27,0
POLYMERS -12,7 9,8
BIOSOLUTIONS -3,8 2,4
POLYSILICON -22,5 18,2
Sonstiges -73,4 69,8
Gesamt -149,3 127,2

Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in den USA, auf 660,2 Mio. € (Vorjahr 627,2 Mio. €) und bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in China auf 517,4 Mio. € (Vorjahr 455,1 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze in Höhe von 670,4 Mio. € (Vorjahr 652,1 Mio. €) bzw. 940,9 Mio. € (Vorjahr 1.044,9 Mio. €) erzielt werden. Großkunden, mit denen angabepflichtige Umsätze getätigt werden, existieren nicht.

Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:

Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)

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Mio. € 2018 2017
Operatives Ergebnis der berichtspflichtigen Segmente 390,4 420,6
Konsolidierung -0,8 3,1
Konzern-EBIT 389,6 423,7
Finanzergebnis -65,2 -96,3
Ergebnis vor Steuern 324,4 327,4
Ertragsteuern -64,3 -77,3
Jahresergebnis fortgeführte Geschäftstätigkeiten 260,1 250,1
Jahresergebnis nicht fortgeführte Geschäftstätigkeiten - 634,7
Jahresergebnis 260,1 884,8

22 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse.

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Laufende Nummer Tätigkeit Kennzeichen* Eigenkapital
in T€
Jahresergebnis
in T€
Kapitalanteil
in %
gehalten über lfd. Nummer1
Verbundene Unternehmen
Deutschland
1 Alzwerke GmbH, München Sonstiges a), b) 7.160 - 100,00 0
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn-Riemerling Silicones a), b) 5.013 -2 100,00 0
3 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München Sonstiges a), b) 26 - 100,00 0
4 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs-GmbH, München - 29 - 100,00 0
5 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs-GmbH, Nünchritz - 26 -1 100,00 0
6 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München - 79 - 100,00 0
7 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München - 35 - 100,00 0
8 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München - 27 - 100,00 0
9 Wacker Biotech GmbH, Jena Biosolutions a), b) 290 - 100,00 0
10 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München - 24 - 100,00 0
11 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München - a), b) 2.753 - 100,00 0
12 Wacker-Chemie Zehnte Venture GmbH, München - 24 -1 100,00 0
13 Wacker-Chemie Elfte Venture GmbH, München - 24 -1 100,00 0
14 Wacker-Chemie Zwölfte Venture GmbH, München - 24 -1 100,00 0
Übriges Europa
15 Wacker Chemicals Finance B. V., Zaanstad, Niederlande Holding 2.113.909 2.909 100,00 0
16 Wacker Chemicals Ltd., Purley, Surrey, Vereinigtes Königreich Vertrieb 835 735 100,00 0
17 Wacker Chemie Italia S. r. l., San Donato Milanese, Italien Vertrieb 3.333 1.745 100,00 0
18 Wacker-Chemie Benelux B. V., Zaanstad, Niederlande Vertrieb 335 317 100,00 15
19 Wacker Chimie S. A. S., Lyon, Frankreich Vertrieb 905 641 100,00 0
20 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden Vertrieb 552 495 100,00 0
21 Wacker Química Ibérica, S. A., Barcelona, Spanien Vertrieb 691 552 100,00 0
22 Wacker-Chemie, s.r.o., Pilsen, Tschechien Vertrieb, Silicones 3.461 276 100,00 0
23 Wacker-Chemia Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen Vertrieb 746 616 100,00 0
24 Wacker Chemie Hungary Kft., Budapest, Ungarn Vertrieb 739 562 100,00 0
25 LLC Wacker Chemie Rus, Moskau, Russland Vertrieb 940 348 100,00 0
26 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Hemne, Norwegen Silicones 120.633 -1.866 100,00 15
27 Wacker Kimya Tic. Ltd. Sti., Istanbul, Türkei Vertrieb 473 430 100,00 15
28 Wacker Biosolutions León, S. L. U., León, Spanien Biosolutions 16.003 1.033 100,00 15
29 Wacker Biotech Holding B. V., Amsterdam, Niederlande Holding 15.317 239 100,00 15
30 Wacker Biotech B. V., Amsterdam, Niederlande Biosolutions -15.513 -7.521 100,00 29
31 SynCo Bio Partners Investments B. V., Amsterdam, Niederlande Biosolutions -85 -0 100,00 29
Amerika
32 Wacker Química do Brasil Ltda., Jandira - São Paulo, Brasilien Silicones, Polymers, Biosolutions 22.111 817 99,90 0
0,10 2
33 Wacker Mexicana S. A. de C. V., Mexiko, D. F., Mexiko Vertrieb 1.753 874 100,00 0
34 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA Silicones, Polymers, Biosolutions 2.106.603 21.529 100,00 15
35 Wacker Polysilicon North America, L. L. C., Cleveland, Tennessee, USA Polysilicon 1.630.303 4.882 100,00 34
36 Wacker Colombia S. A. S., Bogotá, Kolumbien Vertrieb 166 -16 100,00 15
Asien
37 Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan Silicones 20.519 3.219 50,004 0
38 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur Vertrieb 2.329 839 100,00 0
39 Wacker Chemicals Hong Kong Ltd., Hong Kong, China Vertrieb 2.480 25 100,00 0
40 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Kalkutta, Indien Silicones 71.165 21.841 51,00 0
41 Wacker Chemicals Korea Inc., Seongnam-si, Südkorea Silicones, Polymers 115.660 1.339 100,00 15
42 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan Vertrieb 343 211 100,00 0
43 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur Holding 47.939 -18 51,00 0
44 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 26.911 3.411 100,00 43
45 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 63.095 9.096 100,00 46
46 Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China Vertrieb 208.234 30.543 100,00 0
47 Wacker Chemicals (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing, China Polymers, Biosolutions 58.662 5.946 100,00 46
48 Wacker Chemie India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien Vertrieb 4.020 412 99,90 15
0,10 0
49 PT. Wacker Chemicals Indonesia, Tangerang, Indonesien Silicones, Polymers, Biosolutions 179 5 99,00 15
1,00 2
Übrige Regionen
50 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Mulgrave, Melbourne, Australien Vertrieb 672 372 100,00 0
51 Wacker Chemicals Middle East FZE, Dubai, VAE Vertrieb 3.286 479 100,00 0
Gemeinschaftsunternehmen/assoziierte Unternehmen
52 Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur2 Silicones 393.388 1.645 25,00 0
53 Wacker Dymatic Silicones (Shunde) Co., Ltd., Foshan, China Silicones 23.071 3.421 50,00 46
54 Siltronic AG, München2 Sonstiges 917.007 401.913 30,83 0
Special Purpose Entity
55 WMM Universal-Fonds (Sondervermögen), Deutschland3 5.709 -52 100,00 0

* Kennzeichen:
a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter der Wacker Chemie AG zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1 Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2 Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft; Angabe des konsolidierten Abschlusses nach IFRS
3 Anteile an Sondervermögen; Angaben nach IFRS
4 Beherrschender Einfluss auf Grund von potenziellen Stimmrechten

23 Beziehungen zu nahestehenden Personen

Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern.

Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.

Der WACKER-Konzern wird durch die Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Insgesamt betragen die Ausgaben 37,1 Mio. € (Vorjahr 36,6 Mio. €). Zum 31. Dezember 2018 bestanden Forderungen in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr 31,5 Mio. €) und Verbindlichkeiten von 1,2 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €).

Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht.

Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen /Personen

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Mio. € 2018 2017
Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten Erträge Aufwendungen
Assoziierte Unternehmen 177,8 141,8 14,7 18,6 135,2 131,0
Gemeinschaftsunternehmen 7,3 1,2 0,7 0,1 5,5 1,0
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Mio. € 2017
Forderungen Verbindlichkeiten
Assoziierte Unternehmen 12,0 19,1
Gemeinschaftsunternehmen 0,5 0,1

Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen.

Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von 89,6 Mio. € (Vorjahr 90,5 Mio. €).

Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats:

Vergütungen für Organe

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Feste Vergütungen Variable Vergütungen Altersversorgung1 Gesamt
Vorstandsvergütungen 2018 2.717.541 3.986.867 1.270.498 7.974.906
Vorstandsvergütungen 2017 2.631.856 4.956.160 1.415.435 9.003.451
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2018 30.768.564
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2017 28.090.779
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2018 1.963.723
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2017 1.995.326
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2018 33.981.707
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2017 37.590.405
Aufsichtsratsvergütungen 2018 2.161.685 - - 2.161.685
Aufsichtsratsvergütungen 2017 2.152.945 - - 2.152.945

1 Die Vergütung für die Altersversorgung ergibt sich aus dem Dienstzeitaufwand. Der Zinsaufwand belief sich auf 587.097 € (Vorjahr 535.197 €).

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und beinhaltet Angaben, die nach dem deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind.

Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden. Die Veröffentlichung dieser Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der Wacker Chemie AG.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind in dem Kapitel "Weitere Informationen" aufgeführt.

24 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Seit dem 31. Dezember 2018 bis zum Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 05. März 2019 sind keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten. Es haben sich keine wesentlichen grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in dem der WACKER-Konzern tätig ist.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben unverändert.

 

München, den 05. März 2019

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur Prüfung

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet. Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll- und Steuerungssysteme werden kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 26. Februar 2019 ausführlich behandelt. Über die Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

München, den 05. März 2019

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Wacker Chemie AG, München

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVo") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVo, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Die Beurteilung des Erstattungsanspruchs gegenüber der Versicherung im Schadensfall "Explosion am Standort Charleston"

Zur Darstellung des Sachverhalts verweisen wir auf die Ausführungen hierzu im Anhang. Weitere Erläuterungen sind im Anhang im Abschnitt "Eventualverbindlichkeiten, Eventualforderungen, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken" und im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt "Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse" und "Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf" des Wirtschaftsberichts enthalten.

Das Risiko für den Abschluss

Im September 2017 ereignete sich eine Explosion in einer Teilanlage der Produktion am Standort Charleston, Tennessee. An diesem Standort wird, neben den Standorten Burghausen und Nünchritz, Polysilicium in der WACKER-Gruppe ("WACKER") hergestellt. Im Jahresverlauf 2018 wurde die Produktion am Standort Charleston wieder aufgenommen und es konnte ab Dezember 2018 mit voller Nennkapazität nach der Wiederherstellung der Anlage produziert werden. WACKER hat eine Versicherung, die Sachschäden und Schäden aus einer Betriebsunterbrechung abdeckt. Die Sachschadenversicherung erstattet die Kosten der Wiederherstellung der Anlagen in ihren ursprünglichen Zustand. Der bilanzielle Ansatz der Erstattungsansprüche gegenüber der Versicherung erfordert, dass WACKER Ermessen bei der Beurteilung des Sachverhalts ausübt und überprüft, ob die Voraussetzungen zum Ansatz eines Vermögenswertes aus Erstattungsansprüchen der Versicherung gesamtheitlich nach den Rechnungslegungsstandards erfüllt sind. Potenzielle Erstattungsansprüche aus dem Sachschaden wurden als Vermögenswert zum 31. Dezember 2018 bilanziert und mit der von der Versicherung im Geschäftsjahr 2018 erhaltenen Vorauszahlung saldiert. Hinsichtlich der Ansprüche aus der Betriebsunterbrechung ist eine verlässliche Einschätzung zur Höhe des Betrages durch die Vertreter der Wacker Chemie AG zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses auf Basis der Bilanzierungsanforderungen noch nicht möglich. Die Gespräche mit der Versicherung führten auf Grund der hohen Komplexität und des kurzen Zeitraums seit Wiederherstellung der vollen Produktionskapazität bis zum Aufstellungsdatum nicht zu einer hinreichenden Konkretisierung der Forderung. Somit wurde zum Stichtag noch kein Vermögenswert auf Basis der Erstattungsansprüche aus der Betriebsunterbrechungsversicherung aktiviert.

Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Forderungen gegenüber der Versicherung der Höhe nach nicht korrekt bilanziert wurden.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand, Vertretern des Segments WACKER POLYSILICON, den Abteilungen Corporate Accounting und Corporate Controlling sowie der Rechts- und Versicherungsabteilung und der Werkleitung am Standort Charleston haben wir uns insbesondere Informationen zum aktuellen Stand der Gespräche mit der Versicherung eingeholt. Darüber hinaus haben wir die Korrespondenz mit der Versicherung sowie den von WACKER involvierten Sachverständigen ausgewertet. Wir haben die Einschätzung des Sachverständigen in persönlichen Befragungen sowie im Rahmen der Einholung einer Drittbestätigung gewürdigt. Darüber hinaus haben wir uns ein Verständnis über die bestehenden Unsicherheiten bei der Ermittlung und dem Ansatz der Erstattungsansprüche aus dieser Versicherung verschafft.

Hinsichtlich der bilanzierten Erstattungsansprüche aus dem Sachschaden haben wir in Stichproben die Kosten, die WACKER als erstattungsfähig eingeschätzt hat, überprüft und gewürdigt, ob die Kosten direkt mit der Wiederherstellung der beschädigten Anlage zusammenhängen und somit durch die Versicherung abgedeckt sind.

Wir haben geprüft, ob die Einschätzung des Vorstands auf Basis der Korrespondenz mit dem Sachverständigen sowie mit der Versicherung hinsichtlich potenzieller Ansprüche für die Betriebsunterbrechung nachvollziehbar ist.

Auf Grundlage unserer Kenntnisse und Erfahrungen haben wir die Anwendung auf die einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften hinsichtlich des Ansatzes sowie der Verlässlichkeit der Schätzung zur Höhe der Erstattungsansprüche aus der Schadensversicherung sowie der Betriebsunterbrechungsversicherung beurteilt.

Unsere Schlussfolgerungen

Die Annahmen von WACKER zum Ansatz und die Würdigung der Bilanzierungsvoraussetzungen der erwarteten Erstattungsansprüche sind sachgerecht.

Die Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON

Zur Darstellung des Segments WACKER POLYSILICON im Geschäftsjahr verweisen wir auf den Abschnitt "Segmentdaten nach Bereichen im Konzernabschluss" sowie den Abschnitt "Segmentberichterstattung" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Anhang Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze".

Das Risiko für den Abschluss

Der Buchwert des Vermögens im Segment WACKER POLYSILICON beträgt zum Stichtag 2,3 Mrd. € Die Geschäftsentwicklung im Segment WACKER POLYSILICON war in der Vergangenheit durch Schwankungen und in dem Geschäftsjahr 2018 vom Rückgang der Marktpreise für Polysilicium geprägt. Im Geschäftsjahr 2018 bremste die Entscheidung Chinas, den Zubau von Photovoltaikanlagen zu drosseln, die Nachfrage nach Solarmodulen. Diese Entscheidung hatte Einfluss auf das Ergebnis des Segments WACKER POLYSILICON. Dem Segment sind Produktionsanlagen aus Burghausen, Nünchritz und Charleston zugeordnet. Eine Wertminderung für das Sachanlagevermögen des Segments erfolgte im Geschäftsjahr nicht.

Werthaltigkeitstests sind für Sachanlagen durchzuführen, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des Vermögens der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu schätzen, der dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht.

Indikator einer möglichen Wertminderung könnte das derzeitige Preisniveau für Polysilicium sein, das einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse des Segments auf Basis der verabschiedeten operativen Planung hat. Die operative Planung und somit die Einschätzung, ob das Sachanlagevermögen des Segments WACKER POLYSILICON werthaltig ist, sind ermessensbehaftet und erfordern zahlreiche zukunftsorientierte Schätzungen - z. B. hinsichtlich der zukünftig nachgefragten Menge auf Basis des erwarteten Zubaus von Photovoltaikanlagen sowie der Entwicklung des Halbleiter-Marktes, der Preisentwicklung, des weltweiten Ausbaus von Produktionskapazitäten für Polysilicium und der damit zu erwartenden Zahlungsmittelzu- und -abflüsse. Vor diesem Hintergrund und auf Grund der Höhe der getätigten Investitionen war das Risiko der Wertminderung des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON im Rahmen unserer Prüfung von wesentlicher Bedeutung.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zur Identifizierung von Anhaltspunkten auf Wertminderung sowie der Ermittlung der erzielbaren Beträge verschafft. Die von der Gesellschaft identifizierten Anhaltspunkte auf Wertminderung haben wir analysiert und anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, ob weitere von der Gesellschaft nicht identifizierte Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen. Wir haben den von der Gesellschaft erstellten Wertminderungstest für das Segment WACKER POLYSILICON erhalten. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand, Vertretern des Segments WACKER POLYSILICON sowie der Abteilung Corporate Accounting haben wir die darin verwendeten Bewertungsannahmen und -parameter erläutern lassen. Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir neben der rechnerischen Richtigkeit die IFRS-Konformität des Bewertungsmodells der Gesellschaft gewürdigt. Des Weiteren haben wir die Angemessenheit der den erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen zugrunde liegenden Annahmen und Parameter des Segments WACKER POLYSILICON mit der durch den Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen (Peer-Group-Vergleich), insbesondere die Mengen- und Preisentwicklung im Bereich der Photovoltaik und im Halbleiterbereich, verglichen. Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie aktueller Zwischenergebnisse analysiert.

Unsere Schlussfolgerungen

Die von der Gesellschaft zur Beurteilung der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON verwendeten Annahmen und Parameter und die Schlussfolgerungen aus dem darauf basierenden Wertminderungstest sind sachgerecht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den von uns vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten gesonderten nichtfinanziellen Bericht und die Erklärung zur Unternehmensführung sowie die uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellten übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVo unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 09. Mai 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. Dezember 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Konzernabschlussprüfer der Wacker Chemie AG, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen.

 

München, den 05. März 2019

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andrejewski, Wirtschaftsprüfer

Hanshen, Wirtschaftsprüfer

Weitere Informationen

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker1,2,3

Vorsitzender

Bad Wiessee

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats Blue Elephant Energy AG

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums

ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Manfred Köppl*,1,2,3

Stv. Vorsitzender

Kirchdorf

Vorsitzender Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Peter Áldozó*

Burghausen

Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Dr. Andreas H. Biagosch

München

Geschäftsführer der Impacting l GmbH & Co. KG und der Impact GmbH

Mitglied des Board of Directors Ashok Leyland, Chennai, Indien Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien

Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE

Mitglied des Beirats ATHOS Service GmbH Lürssen Werft GmbH & Co. KG

Mitglied des Regionalbeirats Süd Commerzbank AG

Dr. Gregor Biebl

München Ministerialdirektor Bayerische Staatskanzlei

Matthias Biebl

München

Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG

Dagmar Burghart*

(bis 09. Mai 2019)

Kirchdorf

Teamleiterin Servicecenter

Betriebliche Altersversorgung, Wacker Chemie AG

Ingrid Heindl*

(seit 09. Mai 2018)

Reischach

Mitglied Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Konrad Kammergruber*

Burghausen

Leiter Infrastruktur Services, Wacker Chemie AG

Jörg Kammermann*

(seit 14. November 2018)

Burghausen

Bezirksleiter IG BCE Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats CeramTec GmbH

Eduard-Harald Klein*,1

Neuötting

Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Franz-Josef Kortüm1,2,3

München

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Webasto SE

Vorsitzender des Beirats Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

Mitglied des Board of Directors Autoliv Inc., USA

Barbara Kraller*

Taching

Stv. Vorsitzende Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Seppel Kraus*

Olching

Landesbezirksleiter IG BCE Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats Novartis Deutschland GmbH

Hexal AG

Harald Sikorski*

(bis 31. Oktober 2018)

München

Landesbezirksleiter IG BCE Westfalen

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH (seit 01. Juni 2018)

Mitglied des Aufsichtsrats Siltronic AG

Vivawest GmbH (seit 01. März 2018)

Vivawest Wohnen GmbH (seit 18. April 2018)

RAG AG (seit 01. Juli 2018)

RAG Deutsche Steinkohle (seit 01. Juli 2018)

Dr. Thomas Strüngmann

(bis 09. Mai 2018)

Bad Wiessee

Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH

Ann-Sophie Wacker

(seit 09. Mai 2018)

München

Rechtsreferendarin

Dr. Susanne Weiss

München

Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin

Vorsitzende des Aufsichtsrats

ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG

Mitglied des Aufsichtsrats Porr AG, Österreich Schattdecor AG

UBM Development AG, Österreich

Vorsitzende des Beirats

Alu-Sommer GmbH, Österreich Wirtschaftlicher Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim e.V.

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München

Professor emeritus für Biochemie an der LMU München

* Arbeitnehmervertreter; für die Aufsichtsratsvergütung gelten die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA).
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Franz-Josef Kortüm)

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte

Konzernentwicklung

Corporate Communications

Investor Relations

Konzernrevision

Recht

Compliance Retirement Benefits

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Aufsichtsrats

TÜV Süd AG (seit 13. Juli 2018)

Mitglied des Beirats

Bayern Deutsche Bank AG

Dr. Christian Hartel

WACKER POLYMERS

WACKER BIOSOLUTIONS (seit 01. Juli 2018)

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor)

Zentrale Ingenieurtechnik

Forschung und Entwicklung (seit 01. Juli 2018)

Intellectual Property (seit 01. Juli 2018)

Region Asien

Dr. Tobias Ohler

Bilanzierung und Steuern

Konzerncontrolling

Finanzen und Versicherungen

Information Technology

Procurement & Logistics

Region Amerika

Vorsitzender des Aufsichtsrats Siltronic AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Auguste Willems

WACKER SILICONES

Sales and Distribution

Werkleitungen

Corporate Security

Umwelt/Gesundheit/Sicherheit

Product Stewardship

Regionen Europa, Mittlerer Osten

Mitglied des Beirats Deutschland

TÜV Süd AG

Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289f, 315d HGB über die Unternehmensführung.

Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2018 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex in der aktuellen Fassung vom 07. Februar 2017 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2018 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Entsprechenserklärung 2018 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 07. Februar 2017 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in derselben Fassung weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen.

2. Ausnahmen

a) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 3.8 Abs. 2)

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Abs. 1 AktG leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

b) Zukunftsbezogenheit der Bemessungsgrundlage für die variable Vorstandsvergütung (Ziffer 4.2.3 Abs. 2)

Die variablen Bestandteile der Vorstandsvergütung berechnen sich auf Basis einer dreijährigen Bemessungsgrundlage. 15 Prozent der variablen Vergütung werden außerdem in Aktien ausgezahlt, die einer zweijährigen Haltefrist unterliegen. Auch wenn die Bemessungsgrundlage damit nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, halten wir unser Konzept der variablen Vergütung für ausgewogen und geeignet, die richtigen Anreize für eine nachhaltige Unternehmenspolitik zu setzen. Das Vergütungssystem stellt sicher, dass die Mitglieder des Vorstands über einen längeren Zeitraum an positiven und negativen Entwicklungen der Gesellschaft teilnehmen - einerseits über die Aktienkomponente und andererseits über die Durchschnittsbetrachtung eines Zeitraums von drei Jahren.

c) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Ziffer 5.3.3)

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind auf Grund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, sodass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

d) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)

Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

e) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)

Nach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen.

f) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.1 Abs. 5)

Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Zu den Kandidatenvorschlägen machen wir die gesetzlich geforderten Angaben. Auch der Geschäftsbericht enthält wesentliche Angaben zu den Aufsichtsratsmitgliedern. Die Angaben genügen aus unserer Sicht. Wir können den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht unserer Aufsichtsratsmitglieder, daher nicht erkennen.

g) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Ziffer 5.4.3)

Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein.

Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist.

h) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre (Ziffer 5.4.3)

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

Berichterstattung zur Corporate Governance

Aktionäre und Hauptversammlung

Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren

WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Website veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr richten wir eine Analystenveranstaltung aus. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das Podcast-Center.

Hauptversammlung

Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäfts- und im Kurzbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auch auf der Website zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Wacker Chemie AG hat wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben ein duales Führungssystem.

Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen.

Vorstand

Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling.

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu.

Enge Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Im Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür.

Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt; die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre.

Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend hat der Aufsichtsrat von WACKER bereits im Geschäftsjahr 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen. Im September 2017 hat der Aufsichtsrat diese überarbeitet und unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat neu beschlossen:

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.

(I) Ziele für die Zusammensetzung

1. Internationale Expertise

Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler Erfahrung angehören.

2. Vermeidung von /Umgang mit Interessenkonflikten

Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen.

3. Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder

Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor.

4. Vielfalt (Diversity)

Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs. 2 AktG hat sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen.

(II) Kompetenzprofil

Bei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung, branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an. Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem inhaltlichen Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:

Im Aufsichtsrat soll ein angemessener Sachverstand in den Bereichen Unternehmensführung, Bilanzierung, Controlling, Risikomanagement, Corporate Governance und Compliance vertreten sein.

Der Aufsichtsrat muss in seiner Gesamtheit mit der Chemiebranche vertraut sein (§ 100 Abs. 5 AktG).

Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG).

Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2018 dargelegten Gründen nicht gefolgt.

Dem Aufsichtsrat gehört eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Sämtliche Mitglieder auf Anteilseignerseite werden als unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingestuft. Der weitergehenden Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2018 dargelegten Gründen nicht gefolgt.

Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den im September 2017 gesetzten Zielen.

Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrats

Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2018 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm.

Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Er unterzieht zudem den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht (§§ 289b, 315b HGB) einer Vorprüfung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2018 Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Dr. Peter-Alexander Wacker und Manfred Köppl.

Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss (vgl. § 27 Abs. 3 MitbestG), der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht wird. Im Geschäftsjahr 2018 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an.

Wesentliche Unternehmensführungspraktiken

Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands

Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 181. Das Unternehmen hat in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance.

Grundsätze der Unternehmensethik

Neben unseren Visionen und unseren Zielen bilden unsere Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der WACKER-Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze - in fünf Codes festgehalten - regeln, wie die Unternehmensziele erreicht werden sollen. Ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt die Codes.

Code of Conduct: Der Code of Conduct enthält unsere Grundsätze im Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten. Er regelt auch den Umgang mit Informationen, Vertraulichkeit und Datenschutz, Schutz vor Geldwäsche sowie die Trennung von Privat- und Unternehmensinteressen.

Code of Innovation: Im Code of Innovation sind unsere Grundsätze für Forschung und Entwicklung, Kooperationen, Patente und das Innovationsmanagement festgelegt.

Code of Teamwork & Leadership: Der Code of Teamwork & Leadership umreißt unser Verständnis von Zusammenarbeit und Führung. Eine besondere Rolle spielen Vertrauen und Wertschätzung, Leistungswille und Erfolg, Anerkennung und Entwicklung, Teamarbeit und Chancengleichheit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Vorbildfunktion von Führungskräften.

Code of Safety: Der Code of Safety definiert unsere Sicherheitskultur und stellt Sicherheitsregeln für Arbeitsplätze, Anlagen, Produkte und Transport auf.

Code of Sustainability: Der Code of Sustainability führt Grundsätze der Nachhaltigkeit auf, nach denen sich Forschung und Entwicklung, Einkauf und Logistik, Produktion und Produkte sowie unser gesellschaftliches Engagement auszurichten haben.

Responsible Care(r) und Global Compact feste Bestandteile der Unternehmensführung

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care(r) der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible-Care(r)-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt.

Seit 2011 hat WACKER eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut, die für die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care(r) und Global Compact zuständig ist und weltweit die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER koordiniert.

Gesellschaftliches Engagement

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich.

Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKER

Bestimmungen des Art. 17 MAR werden erfüllt

Den gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596/2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten geführt.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats), sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 5.000 € erreicht oder übersteigt.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken

Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss. Er ist ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Gemäß den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer auch sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken.

D & O-Versicherung

WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor.

Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen

Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Geschlechterquote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen, wenn nicht gemäß § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter der Gesamterfüllung widerspricht. Sowohl die Vertreter der Arbeitnehmer als auch die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat haben der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote jeweils widersprochen. Der Aufsichtsrat ist daher sowohl auf der Seite der Anteilseignervertreter als auch auf der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens zwei Frauen und mit mindestens zwei Männern zu besetzen.

In der ordentlichen Hauptversammlung am 09. Mai 2018 wurden zwei Frauen als Vertreterinnen der Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat gewählt. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren bereits am 28. Februar 2018 per Wahl durch die Arbeitnehmer und leitenden Angestellten der Wacker Chemie AG bestimmt worden, dabei wurden ebenfalls zwei Frauen in den Aufsichtsrat gewählt.

Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen.

Sowohl die Zielgrößen für den Vorstand (Zielgröße 0, Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022) als auch die jeweiligen Zielgrößen für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (Zielgröße erste Führungsebene: 16 Prozent, Zielgröße zweite Ebene unterhalb des Vorstands: 18 Prozent, Umsetzungsfrist jeweils bis zum 31. Dezember 2019) werden derzeit erreicht bzw. übertroffen.

Diversitätskonzept

1. Diversitätskonzept für den Vorstand

Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Wir sind überzeugt, dass nur ein divers zusammengesetztes Gremium dieser Aufgabe gerecht werden kann. Es kommt entscheidend auf eine ausgewogene Zusammensetzung an, die dem Querschnitt der Aufgabenstellungen Rechnung trägt.

Für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat auf dieser Basis im Wesentlichen die folgenden Diversitätsaspekte:

Es wird großer Wert auf unterschiedliche Bildungs- und Berufshintergründe gelegt: Im Vorstand eines Chemieunternehmens sollten in jedem Fall naturwissenschaftliche Kompetenz und /oder Erfahrung in der chemischen Industrie vertreten sein. Gleichzeitig bedarf es aber auch der Kenntnis und Erfahrung im Bereich der Rechnungslegung, des Finanzmanagements, der Unternehmenssteuerung, Planung und Strategie sowie eines profunden Verständnisses der Zusammenhänge und Anforderungen des Kapitalmarkts.

In einem global tätigen Unternehmen wie der Wacker Chemie AG sind darüber hinaus unterschiedliche kulturelle Hintergründe oder jedenfalls ausgeprägte interkulturelle und internationale Erfahrungen unerlässlich.

Es kommt außerdem auf eine altersmäßig ausgewogene Struktur des Gesamtgremiums an. In der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist für Vorstandsmitglieder eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren vorgesehen, die bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern zu berücksichtigen ist.

Wir sind überzeugt davon, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen - dazu gehört auch, dass auch Frauen im Vorstand vertreten sind. In diesem Zusammenhang sind im Unternehmen bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen ergriffen worden.

Ziel des beschriebenen Diversitätskonzepts ist die optimale Zusammensetzung des Vorstands, um eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. Die diverse Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Gremium alle relevanten Themen mit angemessenem Sachverstand beurteilen, alle wesentlichen Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berücksichtigen und die richtigen Schwerpunkte setzen kann. Die Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder sorgt dafür, dass das Unternehmen einerseits von der langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung einzelner Vorstandsmitglieder profitieren kann. Andererseits wird so für das Nachrücken jüngerer Mitglieder und neue Impulse gesorgt.

Das Diversitätskonzept für den Vorstand wird vom Gesamtaufsichtsrat bei der Besetzung der Vorstandsposten berücksichtigt. Der Präsidialausschuss, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet, berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, wobei er im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern die Führungskräfteplanung des Unternehmens berücksichtigt.

Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands entspricht dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept.

2. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat

Das vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung verfolgte Diversitätskonzept spiegelt sich in den vom Aufsichtsrat im September 2017 beschlossenen Zielen für seine Zusammensetzung sowie im Kompetenzprofil wider.

Danach werden bei der Besetzung von Aufsichtsratspositionen die Diversitätskriterien internationale und interkulturelle Erfahrung, ausgewogene Altersstruktur sowie unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Fachkenntnisse und Bildungshintergründe berücksichtigt. Außerdem sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben hat sich der Aufsichtsrat außerdem zu mindestens 30 Prozent aus Frauen bzw. Männern sowie zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammenzusetzen.

Ziel des Diversitätskonzepts ist es, eine effektive Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat als Gesamtgremium zu gewährleisten. Ein nach den beschriebenen Kriterien divers besetzter Aufsichtsrat ist besser in der Lage, die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beurteilen und die Geschäftsführung, die Entscheidungen und die Strategie des Vorstands konstruktiv und umfassend zu hinterfragen. Die Altersgrenze ermöglicht es, dass Mitglieder ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zum Wohle des Unternehmens einbringen können. Gleichwohl ist sichergestellt, dass immer wieder jüngere Mitglieder nachrücken können.

Bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung - zuletzt bei den im Geschäftsjahr 2018 stattgefundenen Aufsichtsratswahlen - berücksichtigt der Aufsichtsrat das beschriebene Diversitätskonzept. Zudem führt der Aufsichtsrat im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Effizienzprüfung eine Selbstevaluierung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung und Diversität umfasst.

Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die Ziele für seine Zusammensetzung und füllt das Kompetenzprofil und das Diversitätskonzept aus. Insbesondere sind mit der Neuwahl von Frau Ann-Sophie Wacker und der Wiederwahl von Frau Dr. Susanne Weiss durch die Hauptversammlung 2018 nunmehr auch zwei weibliche Aufsichtsratsmitglieder auf Anteilseignerseite vertreten. Auf Arbeitnehmerseite sind mit Frau Ingrid Heindl und Frau Barbara Kraller ebenfalls zwei weibliche Mitglieder vertreten; die Anzahl der weiblichen Mitglieder erhöhte sich damit im Geschäftsjahr 2018 von drei auf vier und entspricht den gesetzlichen Anforderungen.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Vergütungssystem für den Vorstand

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig.

Nach dem seit dem 01. Januar 2010 geltenden Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich die Vorstandsvergütung aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:

(I) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus) ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Je nach Vorstandsmitglied liegt der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 180 Prozent bzw. 140 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 220 Prozent bzw. 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds.

(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens fünfjährige Vorstandstätigkeit. Erhöhungen der Jahresgehälter von Herrn Dr. Rudolf Staudigl und Herrn Auguste Willems wurden seit 2016 als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes (auf die Berechnung des Long Term Bonus (s. o. (II)) jedoch schon).

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend den Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes.

Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt sind (Abfindungs-Cap).

Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen.

Mit Wirkung zum 01. Oktober 2018 wurde das feste Jahresgehalt von Herrn Dr. Rudolf Staudigl von 840.000 € brutto auf 880.000 € brutto erhöht. Die Erhöhung wurde als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente festgelegt und hat keine Auswirkungen auf die Berechnung des Ruhegehalts. Bei der Berechnung des Long Term Bonus findet die Erhöhung Berücksichtigung.

Mit Wirkung zum 01. November 2018 wurde das feste Jahresgehalt von Herrn Dr. Christian Hartel von 400.000 € brutto auf 580.000 € brutto angehoben. Zum gleichen Zeitpunkt wurden die Konditionen für den Zielbonus wie folgt verändert: der rechnerische Zielbonus beträgt ab 01. November 2018 bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum 180 Prozent (Januar bis Oktober 2018 140 Prozent) des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes, der Maximalbonus beträgt 220 Prozent (Januar bis Oktober 2018 180 Prozent) des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes.

Alle genannten Erhöhungen erfolgten für das Jahr 2018 zeitanteilig.

Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2018 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung sowie Versorgungsaufwand aus.

Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 und 2017)

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2018 2017 2018 2017
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands Auguste Willems Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 850.000 840.000 610.000 610.000
Nebenleistungen2 93.416 54.644 49.838 48.406
Summe 943.416 894.644 659.838 658.406
Mehrjährige variable Vergütung3 1.411.000 1.774.080 1.012.600 1.288.320
Summe 2.354.416 2.668.724 1.672.438 1.946.726
Versorgungsaufwand4 - - 588.900 618.631
Gesamtvergütung 2.354.416 2.668.724 2.261.338 2.565.357
Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 430.000 400.000
Nebenleistungen2 51.591 48.314 52.696 50.492
Summe 631.591 628.314 482.696 450.492
Mehrjährige variable Vergütung3 962.800 1.224.960 600.467 668.800
Summe 1.594.391 1.853.274 1.083.163 1.119.292
Versorgungsaufwand4 473.620 578.020 207.978 218.784
Gesamtvergütung 2.068.011 2.431.294 1.291.141 1.338.076

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2018 ein Anteil von 50.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung und sonstige Kostenübernahmen.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2018 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben.

Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)

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2018 / Ziel 2018/Min. 2018/Max. 2017/Ziel 2018 / Ziel 2018/Min.
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands Auguste Willems Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 850.000 850.000 850.000 840.000 610.000 610.000
Nebenleistungen2 93.416 93.416 93.416 54.644 49.838 49.838
Summe 943.416 943.416 943.416 894.644 659.838 659.838
Mehrjährige variable Vergütung3 1.623.500 779.450 2.265.250 1.545.600 1.165.100 559.370
Summe 2.566.916 1.722.866 3.208.666 2.440.244 1.824.938 1.219.208
Versorgungsaufwand4 - - - - 588.900 588.900
Gesamtvergütung 2.566.916 1.722.866 3.208.666 2.440.244 2.413.838 1.808.108
Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000 430.000 430.000
Nebenleistungen2 51.591 51.591 51.591 48.314 52.696 52.696
Summe 631.591 631.591 631.591 628.314 482.696 482.696
Mehrjährige variable Vergütung3 1.107.800 531.860 1.545.700 1.067.200 687.967 333.643
Summe 1.739.391 1.163.451 2.177.291 1.695.514 1.170.663 816.339
Versorgungsaufwand4 473.620 473.620 473.620 578.020 207.978 207.978
Gesamtvergütung 2.213.011 1.637.071 2.650.911 2.273.534 1.378.641 1.024.317
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2018/Max. 2017/Ziel
Auguste Willems Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 610.000 610.000
Nebenleistungen2 49.838 48.406
Summe 659.838 658.406
Mehrjährige variable Vergütung3 1.625.650 1.122.400
Summe 2.285.488 1.780.806
Versorgungsaufwand4 588.900 618.631
Gesamtvergütung 2.874.388 2.399.437
Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 430.000 400.000
Nebenleistungen2 52.696 50.492
Summe 482.696 450.492
Mehrjährige variable Vergütung3 972.617 576.000
Summe 1.455.313 1.026.492
Versorgungsaufwand4 207.978 218.784
Gesamtvergütung 1.663.291 1.245.276

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2018 ein Anteil von 50.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung und sonstige Kostenübernahmen.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die tatsächliche Zielerreichung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt, für das Geschäftsjahr 2018 ein Minimalwert von 0 % bzw. ein Maximalwert von 220 % bzw. 180 %. In der Angabe des jeweils theoretisch erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwertes ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum des Aufsichtsrats enthalten.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen

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2018 2017
Gesamt 1.963.723 1.995.326

Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder

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2018 2017
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder
Gesamt 30.768.564 28.090.779
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Gesamt 33.981.707 37.590.405

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezüge

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2018 2017
Feste Vergütung1,2 2.161.685 2.152.945
Variable Vergütung - -
Gesamt 2.161.685 2.152.945

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.
2 Für die Arbeitnehmervertreter gelten für Aufsichtsratsvergütungen die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA).

Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG

Angaben für den WACKER-Konzern

Das Geschäftsmodell der Wacker Chemie AG

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Das Geschäftsmodell und die rechtliche Unternehmensstruktur sind im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Grundlagen des Konzerns", ausführlich beschrieben.

Rahmenwerke und Prüfung des Berichts

Unsere Berichterstattung zur Nachhaltigkeit und auch dieser zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht (im Folgenden: "Bericht") orientieren sich an den Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI).

Dieser Bericht ist zugleich die für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Erklärung für das Geschäftsjahr 2018 im Sinne von §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e Handelsgesetzbuch (HGB). Der Bericht wurde vom Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG geprüft und im Auftrag des Vorstands der Wacker Chemie AG von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" zum Zwecke der Erlangung einer begrenzten Prüfungssicherheit (Limited Assurance Engagement) bezüglich der gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB gesetzlich geforderten Angaben geprüft.

Alle in diesem Bericht enthaltenen Verweise beziehen sich auf weiterführende Informationen mit Ausnahme der Verweise auf den Konzernlagebericht.

Bedeutung von Nachhaltigkeit und anderen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren für WACKER

Seit Jahren ist Nachhaltigkeit als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie zu einem unserer strategischen Ziele erklärt haben. WACKER als innovatives Chemieunternehmen leistet einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität der Menschen auf der Welt zu verbessern. Wir wollen auch in Zukunft Lösungen entwickeln und anbieten, die unseren eigenen Anspruch erfüllen: Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre schaffen und nachhaltig wachsen.

Auch unsere strategische Mittelfrist-Planung für den WACKER-Konzern bis zum Jahr 2020, die wir im Rahmen des Kapitalmarkttags im Oktober 2016 vorgestellt haben, ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Eines der fünf strategischen Ziele lautet: "Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit".

Responsible Care(r) und UN Global Compact

Wir orientieren unser Handeln an zwei freiwilligen globalen Initiativen, die Basis sind für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care(r) der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible Care(r)-Initiative engagiert WACKER sich seit 1991 und ist als Teilnehmer des Programms verpflichtet, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Als Mitglied von UN Global Compact unterstützen wir aktiv die Ziele dieser weltweit wichtigsten und größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption. Jährlich im April geben wir unsere Fortschrittsmitteilung ab. Sämtliche Fortschrittsmitteilungen der letzten Jahre können auf der Website des UN Global Compact eingesehen werden.

Grundsätze der Unternehmensethik

Neben unserer Vision und unseren Zielen bilden die Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze sind in fünf Codes - darunter unser Code of Sustainability - niedergelegt und werden durch ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt. Sie sind für alle Mitarbeiter weltweit verpflichtend. Der Inhalt der Codes ist im Corporate Governance Bericht ausführlich beschrieben.

Integriertes Managementsystem

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach den Normen ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umweltschutz) und an den deutschen Standorten auch nach ISO 50001 (Energie) zertifizieren.

Die von uns durchgeführte Konzernzertifizierung stellt sicher, dass gesetzliche und kundenbezogene Vorgaben sowie unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten umgesetzt werden. Fast alle Produktionsstandorte von WACKER sind in die Konzernzertifikate ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) eingegliedert. Ausnahmen bilden das Werk Kalkutta der Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Indien, und der Standort Tsukuba der Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan. Diese haben entsprechende Einzelzertifikate. Das Werk in Charleston, USA, werden wir im Frühjahr 2019 in das Konzernzertifikat ISO 14001 integrieren. Alle Standorte haben wir im Berichtszeitraum nach den neuen Vorgaben der ISO 9001:2015 und 14001:2015 rezertifiziert.

Im Berichtsjahr lag der regionale Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Amerika. Es wurden die Standorte Charleston, Adrian, Eddyville und Calvert City auf Gesundheitsschutz und Sicherheit überprüft. Im Jahr 2019 liegt der Schwerpunkt auf Europa.

Analyse wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen

WACKER tauscht sich regelmäßig mit einer Vielzahl von Zielgruppen aus. Dazu gehören neben Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Analysten, Investoren und Journalisten auch Wissenschaftler, Nachbarn, Politiker, Verbände und Nichtregierungsorganisationen. Seit Jahren befragt WACKER im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung regelmäßig seine Stakeholder. Mit der weltweiten Umfrage haben wir im Jahr 2018 ermittelt, welche Nachhaltigkeitsthemen Stakeholder und Top-Management als wesentlich ansehen. Die fünf Top-Themen aus Sicht von Unternehmen und Stakeholdern sind Sicherheit der Produktionsanlagen, Produktsicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung, Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit sowie Compliance.

Ganz besonders wichtig sind uns als Unternehmen der chemischen Industrie auch Transport- und Lagersicherheit, das Risk Management, der Energieverbrauch, der schonende Ressourceneinsatz sowie die Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte.

Im Zuge unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir in diesem Bericht auch die gesetzliche Wesentlichkeitsdefinition nach §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e Handelsgesetzbuch (HGB) berücksichtigt. Bei den wesentlichen nichtfinanziellen Themen binden wir relevante Stakeholder mit ein. Alle wesentlichen Themen werden bei uns in entsprechenden Vorstandsgremien behandelt.

Umweltbelange

Mit quantifizierbaren Umweltzielen wollen wir die Auswirkungen unserer Produktion auf die Umwelt vermindern.

Umweltschutz

WACKER legt besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfälle und integrieren den Umweltschutz in unsere Produktionsprozesse. Ressourcen- und Abfallziele verfolgen wir bei WACKER auf Standort- bzw. Geschäftsbereichsebene.

D.1 Umweltziele des WACKER-Konzerns bis 2022

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Region Umweltkennzahl Basisjahr Ziel 20221(%)
WACKER Deutschland gewichteter spezifischer Energieverbrauch (pro Tonne Nettoproduktion)2 2007 - 50
WACKER Deutschland spezifische Kohlendioxidemissionen (pro Tonne Nettoproduktion)2 2012 -15
Konzern spezifische Staubemissionen (pro Tonne Bruttoproduktion)2 2012 - 50
Konzern spezifische Emissionen relevanter VOCs (flüchtige organische Verbindungen; pro Tonne Bruttoproduktion)2 2012 - 25
Konzern spezifische NOx-Emissionen (Stickoxide; pro Tonne Bruttoproduktion)2,3 2012 - 25

1 Die Zielerreichung wird nicht durch lineare Fortschritte erzielt, sondern durch einzelne Projekte, die in unterschiedlichen Phasen des Zielzeitraums umgesetzt werden. Deshalb werden keine Zwischenstände berichtet.
2 Die Bruttoproduktion entspricht der Gesamtproduktion (Ziel- und Nebenprodukte) eines Betriebs bzw. Standorts. Die Nettoproduktion errechnet sich aus der Bruttoproduktion eines Betriebs bzw. Standorts abzüglich des internen Wiedereinsatzes von Produkten.
3 Neues Ziel seit 2018.

D.2 Umweltschutzkosten

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Mio. € 2018 2017 2016
Betriebskosten 82,9 78,3 78,4
Investitionen 5,9 4,2 2,4

Unsere konzernweiten Standards zum Umweltschutz gelten für alle Produktionsstandorte und technischen Kompetenzzentren. Die Standortleiter stellen sicher, dass gesetzliche Auflagen im Umweltschutz sowie Umweltstandards eingehalten werden. Der Konzernkoordinator Umwelt prüft an den Standorten, wie Umweltstandards in der Praxis umgesetzt werden, und überwacht stichprobenartig, wie die gesetzlichen Auflagen eingehalten werden.

Im Jahr 2018 haben wir 5,9 Mio. € (2017: 4,2 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Die Umweltschutzbetriebskosten betrugen 82,9 Mio. € (2017: 78,3 Mio. €). Beispiele für Investitionen in den Umweltschutz sind am Standort Burghausen das Prozessleitsystem für das Entsorgungszentrum und am Standort Nünchritz die Modernisierung der Entsorgungseinrichtungen sowie der Messwarte.

Bewertung mit dem Global Water Tool(tm)

Wir haben im Jahr 2018 das Global Water Tool(tm) (GWT) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) beziehungsweise das darin enthaltene WRI Aqueduct erneut genutzt, um den relativen Wasserstressindex der Länder zu ermitteln, in denen unsere wichtigsten Produktionsstandorte sind. Wir prüfen, ob andere in diesem Instrument angewandten Wasserrisikofaktoren neben dem Wasserstressindex relevant für die WACKER-Produktionsstandorte sind. Das aktuelle Ergebnis zeigt, dass 99 Prozent unseres jährlichen Wassereinsatzes und über 91 Prozent unseres Produktionsvolumens auf Regionen mit ausreichender Wasserverfügbarkeit entfallen.

Im Jahr 2018 hat WACKER zum ersten Mal den Water Security Bericht des CDP (Berichtsjahr 2017) eingereicht und mit dem Ergebnis D abgeschnitten. Details sind für registrierte Benutzer bei CDP abrufbar.

Im Rahmen des Umweltpakts Bayern unterstützen wir mit sieben weiteren Unternehmen aus dem bayerischen Chemiedreieck im Verein "Naturnahe Alz" den bayerischen Staat dabei, den Fluss Alz zu renaturieren und dessen Ökosystem nachhaltig zu stärken. Im Berichtsjahr hat der Verein Naturnahe Alz erneut 60.000 € bereitgestellt und damit seit seiner Gründung im Jahr 2015 insgesamt 200.000 € für den Naturschutz investiert.

Energie

Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. Die WACKER-Standorte in Deutschland verbrauchen 3.976 GWh Strom; damit liegt unser Anteil am nationalen Stromverbrauch bei etwa 0,8 Prozent. WACKER verbessert ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. So bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.

D.3 Stromversorgung

%

1 Im Ausland beziehen wir den Strom fremd auf Basis des örtlichen Standardenergiemix.
2 Burghausen

Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. An den Standorten Burghausen und Nünchritz praktizieren wir seit Jahren zusätzlich zur Wärmerückgewinnung auch Wärmeverbundsysteme und verbessern und erweitern diese stetig. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (Erdgas) in unseren Kraftwerken.

Um die Energieeffizienz zu verbessern und den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) zu senken, hat der Vorstand Energieziele für WACKER in Deutschland festgelegt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den spezifischen Energieverbrauch bis zum Jahr 2022 auf die Hälfte des Wertes von 2007 zu senken. Die Nettoproduktion errechnet sich aus der Bruttoproduktion eines Betriebs bzw. Standorts abzüglich des internen Wiedereinsatzes von Produkten. Die Bruttoproduktion entspricht der Gesamtproduktion (Ziel- und Nebenprodukte) eines Betriebs bzw. Standorts.

D.4 Energieverbrauch

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GWh 2018 2017 2016
Stromverbrauch 5.178 5.460 5.199
Wärmeverbrauch 3.120 3.505 3.827
Primärenergieeinsatz gesamt 5.703 6.055 6.405
davon
Erdgas 4.827 5.056 5.378
Feste Energieträger1 640 750 769
Wärme Fremdbezug2 236 249 258

1 Kohle, Holzkohle, Holz; eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, als Reduktionsmittel
2 Dampf, Fernwärme

In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An unserem größten Standort Burghausen erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion: Die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK-Anlage) hat mit über 85 Prozent einen deutlich höheren Brennstoffnutzungsgrad als konventionelle Kraftwerke. Zusätzlich nutzen wir in Burghausen Wasserkraft, um Strom zu gewinnen. Unser Produktionsstandort in Holla, Norwegen, bezieht seinen Strom überwiegend aus Wasserkraft.

Vom konzernweiten Strombedarf entfielen 77 Prozent (2017: 72 Prozent) auf die Produktionsstandorte in Deutschland. Den spezifischen Energieverbrauch haben wir durch Effizienzmaßnahmen im Jahr 2018 weiter reduziert. Dazu haben wir in unseren Produktionsanlagen Prozesse zur Wärmerückgewinnung sowie Wärmeverbundsysteme weiter ausgebaut.

Unsere KWK-Anlage und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz erzeugten 1.431 GWh Strom im Jahr 2018 (2017: 1.481 GWh). Damit produzierte WACKER rund 36 Prozent seines Gesamtstrombedarfs in Deutschland selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der aus unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung und der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, stammt, belief sich im Berichtszeitraum konzernweit auf rund 1,0 Mio. Tonnen (2017: 1,0 Mio. Tonnen).

Mit seinen Kraftwerken an den Standorten Burghausen und Nünchritz unterliegt WACKER dem europäischen Emissionshandel. Seit dem Jahr 2014 kaufen wir zum Ausgleich der Unterdeckung Emissionszertifikate für unsere unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen.

Erläuterung der Umweltkennzahlen

Die direkten Emissionen von Kohlendioxid (Scope 1 nach Greenhouse Gas Protocol) gingen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent zurück. Dies ist im Wesentlichen auf einen geringeren Dampfbedarf an den Standorten Burghausen und Nünchritz zurückzuführen. Dadurch sanken zudem die konzernweiten Stickoxid (NOx)-Emissionen um 2,9 Prozent.

Durch Instandhaltungsmaßnahmen sowie Projektarbeiten am Filterhaus des Standorts Holla stiegen im Jahr 2018 die Emissionen an Gesamtstaub im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent. Dennoch haben wir das Ziel, die spezifischen Staubemissionen von 2012 bis 2020 zu halbieren, mit 48 Prozent schon fast erreicht.

Im sehr warmen Sommer 2018 haben wir die Prozesstemperaturen in den Produktionsanlagen am Standort Burghausen durch einen höheren Durchsatz an Kühlwasser sichergestellt. Dies hat einen Anstieg des Wassereinsatzes um 15 Prozent verursacht. Den Rückgang von rund sechs Prozent beim chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) sowie um 14 Prozent beim halogenierten organischen Kohlenwasserstoff (AOX) haben wir durch Optimierungen der Abwasserreinigung am Standort Burghausen erreicht.

Der konzernweite Anstieg der Abfallmenge um 13 Prozent resultiert aus der Zunahme an nicht gefährlichen Abfällen, unter anderem aus Bautätigkeiten am Standort Burghausen sowie durch die Aufnahme des spanischen Standorts León in die Berichterstattung.

Die gestiegenen Produktionsmengen an den Standorten Burghausen und Nünchritz haben höhere CO2-Emissionen durch zusätzlichen Fremdstromzukauf verursacht. Diese Entwicklung wurde durch den reduzierten Energieverbrauch am Standort Charleston überkompensiert. Die Umrechnungsfaktoren von Strom in CO2-Emissionen für die Stromerzeugung in Deutschland und den USA sind weiter gesunken (Daten gemäß "CO2-Emissions from Fuel Combustion, 2018 Edition" der International Energy Agency). Insgesamt haben diese Effekte zu einer Reduzierung von acht Prozent der indirekten CO2-Emissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) geführt.

D.5 Umweltkennzahlen

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Luft 20183 2017 2016
CO2-Emissionen1
direkte (kt) 1.194 1.239 1.277
indirekte (kt)2 1.478 1.606 1.588
NOXStickoxide (t) 1.810 1.860 1.970
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 860 880 890
Staub (t) 284 278 515
Wasser
Wassereinsatz (Tsd. m3) 227.510 197.430 207.930
CSB chemischer Sauerstoffbedarf (t) 1.230 1.310 1.210
AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe (t) 2,2 2,6 3,1
Abfall
beseitigt (t) 49.690 41.400 38.640
verwertet (t) 133.060 120.420 114.080
gefährlich (t) 77.070 75.800 73.660
nicht gefährlich (t) 105.680 86.020 79.060

1 CO2-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO2). Die Umrechnung erfolgt auf Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agency (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank (Dampf & Wärme).
2 Die von dem verbundenen Unternehmen Alzwerke GmbH gelieferten Strommengen gehen - auf Grund der Nichteinspeisung ins öffentliche Stromnetz - klimaneutral in die indirekten CO2-Emissionen ein.
3 Die Produktionsstandorte Amsterdam und León wurden 2018 erstmals in die Berichterstattung der Umweltkennzahlen aufgenommen.

Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern. Deshalb berechnen wir, nach der erstmaligen Erfassung der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) im Jahr 2011, seit dem Jahr 2012 auch alle für WACKER relevanten Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) entstehen, zum Beispiel durch zugekaufte Rohstoffe oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten.

Unsere Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2018 an das Carbon Disclosure Project (CDP) weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Die Wacker Chemie AG hat im Climate Change Bericht für den Sektor Chemie das Ergebnis B (Management) auf einer Skala von A (Leadership) bis D (Disclosure) erreicht. Details sind für registrierte Benutzer bei CDP abrufbar.

Anlagen-, Transport- und Produktsicherheit

Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst.

Anlagensicherheit

Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen, und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stör- oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern.

D.6 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse

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2018 2017 2016
Zahl sicherheits-/umweltrelevanter Ereignisse1Konzern 37 22 44
Sicherheits-/umweltrelevante Ereignisse Konzern pro einer Mio. Arbeitsstunden2 1,7 1,0 2,1

1 Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC
2 WACKER Process Safety Incident Rate (WPSIR)

Der Schwerpunkt unseres Sicherheitsmanagements liegt auf der Prävention. Dennoch lassen sich sicherheitskritische Ereignisse nicht immer verhindern. Wir erfassen alle sicherheits-, gesundheits- und umweltrelevanten Ereignisse konzernweit und zeitnah in unserem IT-System für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT). Die Berichte werden ausgewertet und die Maßnahmen verfolgt. Ereignismeldungen mit bereichs- oder standortübergreifenden Lerneffekten werden aufbereitet und an Unternehmenseinheiten mit ähnlichem Gefährdungspotenzial geschickt.

Sicherheitsschulungen und -überprüfungen

WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. Im Jahr 2018 haben wir die amerikanischen Standorte Charleston, Adrian, Eddyville und Calvert City überprüft. Betriebe, die lange Zeit keine meldepflichtigen Unfälle verzeichnen, werden bei WACKER besonders gewürdigt.

Sicherer Transport von Gefahrgut

WACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu lagern und zu transportieren. Das gilt besonders für Gefahrgut. Im Jahr 2018 wurden in unserem Auftrag rund 12.000 LKW für Gefahrguttransporte im Warenausgang unserer Standorte und Lager in Deutschland überprüft (2017: über 11.000). Bei Mängeln weisen wir diese zurück. Seit Jahren ist die Mängelquote sehr niedrig. Im Jahr 2018 lag sie bei Gefahrguttransporten im Warenausgang unseres größten Standorts Burghausen bei ca. 2,0 Prozent (2017: 1,4 Prozent).

Auch beim Thema Transportsicherheit setzen wir auf gut ausgebildetes Personal. Im Berichtsjahr nahmen allein in Deutschland mehr als 1.300 Mitarbeiter an Präsenzschulungen zum Thema Gefahrgutversand sowie mehr als 900 Mitarbeiter an Online-Schulungen zum Thema Ladungssicherung teil.

Regelmäßig tauschen wir uns mit unseren Logistikdienstleistern in Deutschland zu Themen der Transportsicherheit aus, beispielsweise während des jährlichen Lieferantentags. Bei Mängeln vereinbaren wir Verbesserungsmaßnahmen und überprüfen ihre Umsetzung. WACKER nutzt interne Bewertungskriterien und international anerkannte Systeme, um Logistikdienstleister auszuwählen und ihre Leistungen zu beurteilen. Über vertraglich festgelegte Vorgaben wie das Anforderungsprofil für Logistikdienstleister Straße stellt WACKER sicher, dass sowohl die Auftragnehmer als auch die Unterauftragnehmer unseren hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Im Rahmen der jährlichen Auditplanung werden ausgewählte Gefahrgutspediteure hinsichtlich der Einhaltung dieser Anforderungen überprüft und bei Bedarf Verbesserungsmaßnahmen festgelegt.

Für Produkte mit hohem Gefahrenpotenzial setzen wir Verpackungen und Tanks nach den höchsten Qualitätsstandards ein.

Bei der Überwachung der Distribution unserer Produkte erfassen wir auch Transportzwischenfälle ohne Gefahrgut und solche, die keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Diese Ereignisse fließen als ein wichtiges Kriterium in die jährliche Bewertung der Logistikdienstleister mit ein. Im Berichtsjahr verzeichneten wir insgesamt drei Transportvorkommnisse ohne Beteiligung von Gefahrgut.

D.7 Transportunfälle1

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Zahl der Unfälle 2018 2017 2016
Straße 3 6 2
Schiene - 2 4
See - - -
Binnenschiff - - 1
Flugzeug - - -

1 nur Deutschland

Produktsicherheit

WACKER informiert über die sichere Verwendung seiner Produkte und arbeitet kontinuierlich daran, für Mensch und Umwelt schädliche Substanzen in Produkten zu vermeiden oder zu verringern. WACKER vertreibt seine Produkte unter Einhaltung des im Empfangsland gültigen Chemikalienrechts.

Zur Orientierung für unsere Produktentwickler pflegen wir eine Liste mit rund 650 Stoffen, die bei WACKER nicht mehr in Produkten enthalten sein sollen. Das sind nicht nur verbotene oder beschränkte Chemikalien (z. B. Stoffe der Anhänge XIV und XVII der Chemikalienverordnung REACH), sondern auch Stoffe, die von vielen Unternehmen nicht gewünscht werden. Wir vermeiden so weit wie möglich Stoffe, die von der Europäischen Chemikalienagentur in der Liste der "besonders bedenklichen Stoffe" (SVHC, substances of very high concern) geführt sind.

Die Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) regelt seit 2007 das Registrieren, Bewerten, Zulassen und Beschränken von Chemikalien in der Europäischen Union (EU). Mit REACH werden umfassende Daten ermittelt. REACH stellt hohe Anforderungen an Hersteller, Importeure und Anwender von chemischen Produkten: Alle Stoffe, die sich auf dem europäischen Markt befinden, müssen ab einer Jahresmenge von einer Tonne registriert und bewertet werden. Der Prüfaufwand richtet sich hauptsächlich nach der hergestellten oder importierten Menge und den zu erwartenden Risiken. Besonders risikobehaftete Stoffe unterliegen einem behördlichen Zulassungsverfahren. Bis Ende 2018 reichte WACKER im Rahmen von REACH inklusive der überarbeiteten Versionen 480 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für viele der Dossiers stellt die ECHA im Rahmen ihrer regulären Bewertungstätigkeit Nachforderungen. Diese haben wir auch im Jahr 2018 fristgerecht bearbeitet.

WACKER steht mit seinen Lieferanten auch zu bislang noch nicht unter REACH registrierten Stoffen in intensivem Kontakt. Mit systematischen Abfragen haben wir von unseren Lieferanten verbindliche Aussagen zum Registrierstatus angefordert sowie zur weiteren Verfügbarkeit von Rohstoffen, insbesondere wegen des Ablaufs der letzten Registrierphase für Phase-in-Stoffe (>1 Tonne/Jahr) am 31. Mai 2018.

Zur sicheren Verwendung von Chemikalien hat der Welt-Chemieverband ICCA (International Council of Chemical Associations) die Global Product Strategy (GPS) entwickelt. Sie regelt, wie Eigenschaften von Chemikalien bewertet werden und wie über ihre sichere Verwendung zu informieren ist. In Europa werden die meisten GPS-Anforderungen über REACH und CLP, die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, erfüllt. Für unsere unter REACH registrierten Stoffe haben wir bis Ende 2018 im ICCA-Chemikalienportal 75 Sicherheitsbeschreibungen veröffentlicht.

Arbeitnehmerbelange

Der Erfolg von WACKER ist eine Teamleistung aller Mitarbeiter. Entsprechend dem UN-Nachhaltigkeitsziel Nr. 8 - Decent Work and Economic Growth - sorgt WACKER deshalb dafür, dass seine Mitarbeiter ihre persönlichen Potenziale entfalten, Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen können. Das fördern wir, indem wir unsere Mitarbeiter qualifizieren und weiterbilden. Wir wollen dafür sichere Arbeitsplätze, hohe Sozialleistungen und ein Arbeitsumfeld bieten, in dem Beruf und Privatleben vereinbar sind. Es ist uns wichtig, allen Mitarbeitern die gleichen Chancen einzuräumen. Unser Ziel ist es zudem, schwerbehinderte oder gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter dauerhaft beruflich zu integrieren. Die betriebliche Ausbildung ist seit jeher ein Schwerpunkt der Personalentwicklung von WACKER. Wir bieten unseren Mitarbeitern eine attraktive Entlohnung und Aufstiegsmöglichkeiten und beteiligen sie am Unternehmenserfolg. Alle wesentlichen Arbeitnehmerbelange werden bei uns in entsprechenden Vorstandsgremien behandelt.

In unserem Code of Conduct bekennen wir uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des Global Compact. Das schließt die Prinzipien mit ein, die sich auf Arbeitsnormen beziehen: Prinzipien Nr. 3 "Wahrung der Vereinigungsfreiheit", Nr. 4 "Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit", Nr. 5 "Abschaffung von Kinderarbeit" und Nr. 6 "Vermeidung von Diskriminierung". Wir verpflichten uns auch gegenüber unseren Kunden zur Wahrung dieser Arbeitsnormen.

Nachgewiesenes Fehlverhalten bei Personalbelangen ahnden wir entsprechend der Schwere des Vorfalls. Nennenswerte Vorfälle gab es im Berichtsjahr nicht.

Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau

Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2018 starteten 191 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 599 Auszubildenden fast so viele Lehrlinge beschäftigt wie im Vorjahr (2017: 601). Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 5,5 Prozent geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (2017: 5,7 Prozent). Fast alle der geeigneten Auszubildenden - 157 Absolventen - hat WACKER im Jahr 2018 übernommen, davon 130 unbefristet und 27 befristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für Partnerunternehmen außerhalb des WACKER-Konzerns aus.

Um die demografische Entwicklung zu begleiten und für junge Menschen langfristige Perspektiven bieten zu können, hat WACKER mit der Arbeitnehmervertretung eine Regelung zur Übernahme von Auszubildenden getroffen. Die neue Konzernbetriebsvereinbarung sieht vor, dass Auszubildende nach bestandenem Ausbildungsabschluss und bei entsprechender Eignung ein Übernahmeangebot erhalten: Auf unbefristete Stellen werden sie fest übernommen, auf befristete Stellen befristet.

WACKER hat im Jahr 2018 insgesamt 8,7 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2017: 7,9 Mio. €).

Arbeitsschutz

Für WACKER haben Arbeitsschutz und Anlagensicherheit eine herausragende Bedeutung. Aus diesem Grund legen wir gemeinsam mit Oberen Führungskräften und leitenden Angestellten in Deutschland Sicherheitsziele in den jährlichen Zielvereinbarungen fest.

Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz sind an der internationalen Norm OHSAS 18001 ausgerichtet. Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden.

Alle Mitarbeiter werden für ihren individuellen Arbeitsplatz in Sicherheitsthemen unterwiesen. So bietet WACKER Deutschland insgesamt 42 Online-Schulungen zu Themen der Arbeitssicherheit an. Die vermittelten Kenntnisse reichen von allgemeinen Sicherheitsunterweisungen für Büro- oder Labormitarbeiter bis zum sicheren Verhalten in explosionsgefährdeten Bereichen oder der Einstufung von Gefahrstoffen.

Im Berichtsjahr haben wir die Erkenntnisse aus der Explosion am Standort Charleston, USA, im Jahr 2017 im Rahmen eines Sicherheitsprogramms aufgearbeitet. Alle Einheiten weltweit sind aufgefordert, die Schutzkonzepte an Kompressoren zu überprüfen und bei Bedarf bis Ende 2019 nachzurüsten.

Ebenfalls im Jahr 2018 haben wir die Sicherheit von Rohrbrückenleitungen deutlich verbessert. Im Rahmen einer konzernweiten Initiative werden die technische Ausführung, der Korrosionsschutz sowie die organisatorischen Regelungen und Notfallpläne für Rohrbrückenleitungen überprüft und angepasst.

Die Entwicklung der Arbeitsunfälle zählt zu den wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Beim Arbeitsschutz haben wir uns vorgenommen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden konzernweit im Jahr 2020 nicht mehr als 1,7 betragen soll. Bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen) weist WACKER, verglichen mit dem Durchschnitt der deutschen Chemieindustrie, deutlich bessere Zahlen aus: Im Jahr 2018 betrug die Quote hier 1,3 pro eine Mio. Arbeitsstunden, während die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie im Jahr 2017 in Chemiebetrieben 9,3 meldepflichtige Unfälle auf eine Mio. Arbeitsstunden registrierte. In der Berichtsperiode verzeichnete WACKER in seiner Belegschaft wieder keinen Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang.

Die wenigsten Unfälle bei WACKER sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und erhöhen unsere Anstrengungen im Arbeitsschutz. Im Jahr 2018 haben wir überprüft, wie wichtige Sicherheitsregelungen in der Praxis an den deutschen Standorten umgesetzt werden. Hierzu gehörten beispielswiese Regelungen für die Sicherheit von Partnerfirmenmitarbeitern und Vorgaben zum sicheren Arbeiten auf Leitern.

Weiterhin setzen wir unser Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus (WSP) um: Es nutzt erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. WACKER Safety Plus zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden.

Vielfalt und Chancengleichheit (Diversity)

Gleichbehandlung: Die Verschiedenheit der Menschen sehen wir als Bereicherung. Ungleichbehandlung oder Herabsetzung auf Grund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder Alter lehnen wir ab. Diese Prinzipien gelten unternehmensweit und sind als Teil unserer Unternehmenskultur in unserem Code of Teamwork & Leadership verankert. Mögliche Diskriminierungen können Mitarbeiter - auch anonym - bei ihren Vorgesetzten melden, ebenso bei den Compliance-Beauftragten, dem Betriebsrat oder den Verantwortlichen der Personalabteilung. Die Beschwerde wird inhaltlich überprüft, der Beschwerdeführer über das Ergebnis informiert. Mögliche Diskriminierungsfälle werden in den monatlichen Compliance-Bericht an den Vorstand aufgenommen. Sie sind außerdem Gegenstand der regelmäßigen Berichte an den Aufsichtsrat. Alle Mitarbeiter der deutschen Standorte sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen.

Förderung von Vielfalt: WACKER startete im Jahr 2015 eine konzernweite Initiative, um Vielfalt in der Belegschaft zu fördern. Das Unternehmen trat der bundesweiten Initiative "Charta der Vielfalt" bei. Seitdem setzt WACKER jährlich Schwerpunktthemen, die den Mitarbeitern die Chancen und Herausforderungen einer vielfältigen Belegschaft bewusstmachen sollen. Im Jahr 2018 lag der Schwerpunkt auf dem Thema Inklusion, das auch beim deutschlandweiten Diversity Tag aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wurde.

D.8 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter

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2018 2017 2016
Unfallhäufigkeit Konzern:
Arbeitsunfälle1pro einer Mio. Arbeitsstunden 2,9 2,8 3,0
Europa 3,6 3,3 3,8
Amerika 1,5 2,2 0,7
Asien 0,4 0,4 0,8
Unfallhäufigkeit Konzern:
Meldepflichtige Arbeitsunfälle2pro einer Mio. Arbeitsstunden 1,3 1,4 1,6
Tödliche Arbeitsunfälle - - -

1 Unfälle ab einem Ausfalltag
2 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

Das bayerische Sozialministerium hat die Wacker Chemie AG im Berichtsjahr mit dem Emblem "Inklusion in Bayern - wir arbeiten miteinander" ausgezeichnet. Damit würdigt die bayerische Staatsregierung Arbeitgeber, die sich in beachtlichem Maße um die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben verdient machen. Ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld, das allen Beschäftigten ermöglicht, zum Unternehmenserfolg beizutragen, ist dabei Ziel von WACKER - auch um schwerbehinderte und gleichgestellte Mitarbeiter dauerhaft beruflich zu inkludieren.

Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung, gleichgestellte und gesundheitlich angeschlagene Mitarbeiter werden bei WACKER besonders geschützt und gefördert. So arbeiten im betrieblichen Eingliederungsmanagement Vorgesetzte, Mitarbeiter, Personalabteilung, Arbeitnehmervertretungen, Schwerbehindertenvertretung und Gesundheitsdienst eng zusammen, um betroffene Mitarbeiter gezielt und entsprechend der lokalen Gesetzgebung zu unterstützen.

Neben dem Thema Inklusion beschäftigt sich das Diversity Management bei WACKER verstärkt mit den Themen Geschlecht und kultureller Hintergrund. Menschen aus 67 verschiedenen Nationen arbeiten für WACKER. Zum Jahresende 2018 waren 37 der konzernweit 172 Oberen Führungskräfte nicht deutscher Nationalität - dies entspricht einem Anteil von 21,5 Prozent. Insgesamt waren im OFK-Kreis 15 Nationalitäten vertreten.

Anteil Frauen in Führungspositionen

Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in mittleren und oberen Führungspositionen mittel- bis langfristig signifikant zu erhöhen. Das Talent Management bei WACKER hilft dabei, das Potenzial der bei WACKER beschäftigten weiblichen Mitarbeiter systematisch zu erkennen und zu fördern. Der Corporate Governance Bericht enthält zusätzliche Informationen zum Frauenanteil und insbesondere dazu, wie bei WACKER das seit dem 01. Mai 2015 geltende Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen umgesetzt wird.

Auszeichnung als familienfreundliches Unternehmen

WACKER ist von der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen des Unternehmenswettbewerbs "Erfolgreich. Familienfreundlich" als eines von 20 Unternehmen ausgezeichnet worden, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf in vorbildlicher Weise unterstützen. 227 bayerische Unternehmen aller Branchen und Größen hatten sich am Wettbewerb beteiligt.

WACKER setzte sich in den Kriterien "Familienbewusste Arbeitsbedingungen", "Service- und Unterstützungsangebote", "Personalentwicklung und Nachhaltigkeit", "Information und Kommunikation" sowie "Unternehmens- und Führungskultur" durch. WACKER bietet den Mitarbeitern umfangreiche Möglichkeiten, ihr Privat- und Berufsleben in Einklang zu bringen. Dazu zählen vielfältige Arbeitszeitmodelle, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, Ferienbetreuung am größten Standort Burghausen, eine einwöchige "Familienzeit" für Eltern von Kindern unter acht Jahren und Unterstützung für pflegende Angehörige.

D.9 Vielfalt und Chancengleichheit

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2018 2017 2016
Beschäftigte Konzern 14.542 13.811 13.448
Davon weibliche Mitarbeiter 3.355 3.154 3.047
Anteil weibliche Mitarbeiter Konzern (%) 23,1 22,8 22,7
Beschäftigte Deutschland 10.291 9.984 9.775
Davon ausländische Mitarbeiter 1.054 1.046 1.034
Anteil ausländische Mitarbeiter Deutschland (%) 10,2 10,5 10,6
Zahl Mitarbeiter mittleres Management Konzern (Führungskreis 3) 3.212 3.043 2.927
Davon weibliche Mitarbeiter 762 690 650
Anteil weibliche Mitarbeiter mittleres Management Konzern (%) 23,7 22,7 22,2
Obere Führungskräfte Konzern1 172 166 165
Davon weibliche Obere Führungskräfte 23 21 19
Anteil weibliche Obere Führungskräfte Konzern (%) 13,4 12,7 11,5

1 OFK-Zahlen ohne ruhende Arbeitsverhältnisse und ohne Vorstand Wacker Chemie AG

WACKER ist im Jahr 2018 dem Netzwerk "Familienpakt Bayern" der Bayerischen Staatsregierung und der Wirtschaft beigetreten und unterstreicht damit sein Ziel, die familienfreundliche Unternehmenskultur voranzutreiben. Am Familienpakt Bayern beteiligen sich rund 600 Unternehmen.

Globale Mitarbeiterbefragung

Nach der Mitarbeiterbefragung in Deutschland im Jahr 2015 hat WACKER 2018 erstmals alle Mitarbeiter weltweit zu Kultur und Leistungsfähigkeit des Unternehmens befragt. Die Ergebnisse zeigen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns rund um den Globus identifizieren sich in hohem Maße mit ihrer Aufgabe und ihrem Arbeitgeber. So liegt das Engagement der Belegschaft - als durchschnittliche Zustimmung zu den Fragen Spaß an der Arbeit, Bewältigung der Arbeitsbelastung, Stolz auf das Unternehmen und Einsatzbereitschaft - global bei 82 Prozent. Dies ist auch im Vergleich zum Industriedurchschnitt, der von dem externen Dienstleister aus vielen Befragungen ermittelt wird, ein sehr positives Ergebnis. In Deutschland hat sich die Zustimmung zu diesen Fragen - im Vergleich zum bereits hohen Wert von 74 Prozent der letzten Befragung im Jahr 2015 - nochmals um 6 Prozentpunkte verbessert.

Fluktuation

Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Bindung unserer Belegschaft an das Unternehmen bestätigt dies. Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 18,1 Jahren zu unserem Unternehmen (2017: 18,3 Jahre). Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit der Oberen Führungskräfte beträgt 21,6 Jahre.

D.10 Fluktuationsrate

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% 2018 2017 2016
Deutschland 0,7 0,5 0,8
Ausland 8,4 8,2 7,0
Konzern 2,8 2,6 2,4

Mitarbeitervertretung

Unsere Mitarbeiter in Deutschland nutzen auch die Möglichkeit, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Alle Standorte des WACKER-Konzerns in Deutschland haben Mitarbeitervertretungen, die im Jahr 2018 turnusmäßig neu gewählt wurden. Bei WACKER wird Sozialpartnerschaft gelebt. Unternehmensleitung und Mitarbeitervertretungen gestalten die Arbeitsbeziehungen durch konstruktiven Dialog zum Wohl der Beschäftigten des Unternehmens. Das drückt sich unter anderem in zukunftsweisenden und praktikablen Betriebsvereinbarungen aus.

Auch auf internationaler Ebene können sich WACKER-Mitarbeiter gewerkschaftlich organisieren. An ausländischen Standorten, in denen keine betrieblichen Vertretungen vorgegeben oder etabliert sind, übernehmen Mitarbeiter der Personalabteilung die Funktion als Ansprechpartner für Mitarbeiterbelange.

Gesellschaftliche Verantwortung

WACKER versteht sich als Teil der Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten, und damit als Corporate Citizen - als unternehmerischer Bürger. Wir übernehmen deshalb gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld unserer Standorte.

Sozialbelange

Nachbarn: Corporate Citizenship beginnt mit einem guten Verhältnis zu den Kommunen und zu den Nachbarn. Wir sprechen offen über das, was hinter den Werktoren geschieht. Unsere Standorte gehen weltweit auf Fragen der Öffentlichkeit ein. Anwohner, die sich mit Anliegen an uns wenden, erhalten eine schnelle und verständliche Antwort. Dafür stehen Bürgertelefone und zentrale Ansprechpartner bereit.

Mit Umweltberichten und anderen Broschüren informieren wir über unsere Standorte. Wir laden zu Tagen der offenen Tür ein sowie zu anderen Veranstaltungen. Dazu zählen das WACKER WISSENSFORUM und die Umweltinformationstage am Standort Burghausen oder die jährlichen Nachbarschaftsgespräche im Werk Nünchritz. Im September 2018 hat sich WACKER mit drei Standorten am Tag der offenen Tür beteiligt, zu dem bundesweit rund 200 Chemie- und Pharmaunternehmen geladen hatten. Allein am Standort Burghausen besuchten rund 20.000 Nachbarn, interessierte Bürger und Mitarbeiter mit ihren Familien das Werk. Das WACKER-Werk in Nünchritz zählte 5.000 Besucher. Das Consortium in München, das sich zum 100-jährigen Bestehen dieses Standorts erstmals am Tag der offenen Tür beteiligte, besichtigten rund 500 Personen.

An vielen Standorten bieten wir der umliegenden Bevölkerung auch unentgeltliche Dienstleistungen, so zum Beispiel Augen- und Gesundheitsuntersuchungen in Indien oder der Household Hazardous Waste Day, an dem die Nachbarschaft unseres Standorts in Adrian (USA) Gelegenheit hat, ihre im Haushalt verwendeten Chemieprodukte, die nicht über den Hausmüll entsorgt werden können, bei uns abzugeben.

Schulen und Universitäten: WACKER möchte Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Denn als Chemieunternehmen brauchen wir auch in Zukunft hervorragende Wissenschaftler. Dieses Ziel verfolgen wir auf verschiedenen Wegen. Im Jahr 2018 haben wir zum elften Mal die Patenschaft und Organisation des Landeswettbewerbs Jugend forscht in Bayern übernommen.

WACKER unterstützt fortschrittliche Unterrichtsmethoden und ein modernes Schulmanagement. Wir zählen zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung Bildungspakt Bayern, der 143 Unternehmen und der Freistaat Bayern angehören. Aufgabe ist es, das Bildungssystem in Bayern zu modernisieren.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Unsere Forscher werden von Universitäten häufig zu Vorträgen und Gastvorlesungen eingeladen. Hochschulgruppen besuchen unsere Standorte, um einen Einblick in die Arbeit eines Industrieunternehmens zu erhalten. Studenten können bei WACKER Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen anfertigen oder als Praktikanten und Werkstudenten tätig sein.

Seit dem Jahr 1987 verleihen wir den WACKER Silicone Award. Dr. Herbert W. Roesky, emeritierter Professor für anorganische Chemie an der Georg-August-Universität Göttingen, war unser Preisträger im Jahr 2018. Der Forschungspreis wurde ihm im Rahmen der neunten europäischen Silicontage in Saarbrücken verliehen. WACKER würdigte damit Roeskys wegweisende Arbeiten auf dem Gebiet der niedervalenten Siliciumchemie.

Achtung der Menschenrechte

Die Achtung der Menschenrechte und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir bekennen uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact und damit auch zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen. Wir verurteilen jegliche Form von Zwangs- oder Pflichtarbeit sowie Sklavenhaltung. Dabei orientieren wir uns an den OECD-Leitsätzen für Multinationale Unternehmen, den ILO-Kernarbeitsnormen und den UN-Leitprinzprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Derzeit sind wir dabei, die Anforderungen aus dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte zu implementieren.

Neben den Arbeitsbedingungen im Unternehmen steht dabei auch die Einhaltung der Menschenrechte in der Lieferkette im Fokus. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie die Grundsätze des Global Compact und der Initiative Responsible Care(r) einhalten. Dies ist Bestandteil unserer Allgemeinen Einkaufsbedingungen. Die Einhaltung prüfen wir über Assessments und Audits im Rahmen der Initiative Together for Sustainability.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Dasselbe Selbstverständnis gilt für den Umgang mit Korruption und Bestechung: In unserem Geschäftsmodell haben Korruption und Bestechung keinen Platz. Entsprechende Grundsätze sind in unserem Code of Conduct enthalten. Alle WACKER-Mitarbeiter sind verpflichtet, diese einzuhalten.

Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Seit 2018 ist das Schulungsthema Compliance für alle WACKER-Mitarbeiter konzernweit verpflichtend. Bisher gehörten nur Mitarbeiter mit Kontakt zu externen Geschäftspartnern zur Zielgruppe der Fortbildung. Neu eingeführt wurde eine Compliance-Schulung für alle gewerblichen Mitarbeiter in Produktion, Werkstätten, Laboren und in der Logistik.

D.11 Korruptions- und Bestechungsvorfälle

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2018 2017 2016
Prävention
Anzahl der auf Korruptions- und Bestechungsrisiken untersuchten Organisationseinheiten 31 26 26
Anteil der auf Korruptions- und Bestechungsrisiken untersuchten Rechtseinheiten (%) 20 17 19
Korruptions- und Bestechungsvorfälle
untersucht 2 4 2
abgeschlossen 1 4 1
Als Reaktion auf Korruptions- und Bestechungsvorfälle ergriffene Maßnahmen1
Abmahnungen - - -
Beendigung des Arbeitsverhältnisses - 1 1
Zahl der Klagen - - 1
Höhe wesentlicher Bußgelder2und Zahl nicht monetärer Strafen - - -

1 Nur WACKER Deutschland
2 Höhe wesentlicher Bußgelder: ab 10.000 €

Gemäß dem Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International ist WACKER überwiegend in Ländern geschäftlich aktiv, die ein geringes oder sehr geringes Korruptionsrisiko haben.

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement

Unser Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien bezieht Waren und Dienstleistungen aus einer Vielzahl von Ländern. Als Mitglied der Initiativen Global Compact der Vereinten Nationen und Responsible Care(r) der chemischen Industrie ist es uns wichtig, zu überprüfen, ob auch unsere Lieferanten die allgemein anerkannten Nachhaltigkeitsgrundsätze einhalten. Mögliche kritische Themen sind: Arbeitsbedingungen, ethische Standards, Sicherheitsstandards (vor allem beim Umgang mit Gefahrstoffen) sowie der Umgang mit lokalen Ressourcen (z. B. Wassereinsatz oder Energieverbrauch).

Aus diesem Grund ist WACKER im Januar 2015 der Initiative Together for Sustainability (TfS) beigetreten. Diese Einkaufsinitiative der chemischen Industrie hat ein Verfahren zur Überprüfung der Nachhaltigkeitsleitung von Lieferanten entwickelt. Da die Prüfungsergebnisse standardisiert und allen TfS-Mitgliedern zugänglich sind, ist das Programm auch für die Lieferanten attraktiv.

Die TfS-Audit- und -Assessment-Ergebnisse sind ein fester Bestandteil unserer Lieferantenbewertung. Insbesondere bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen treten wir mit dem Lieferanten in die Diskussion mit dem Ziel, Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Der Fortschritt wird durch Re-Assessments oder wiederholte Audits verfolgt. Unverändert schlechte Ergebnisse und fehlende Kooperationsbereitschaft haben Auswirkungen, bis hin zur Beendigung der Geschäftsbeziehung. Bei der Bewertung unserer Lieferanten steht ein risikobasierter Ansatz im Vordergrund.

Wir streben an, dass die Nachhaltigkeitsleistung aller unserer als Key Supplier eingestuften Lieferanten über TfS bewertet wird. Auf diesem Weg sind wir seit dem TfS-Beitritt gut vorangekommen. Bereits mehr als 65 Prozent unserer Key Supplier und über 80 Prozent des Key-Supplier-Einkaufsvolumens sind durch TfS abgedeckt. Insgesamt sind mehr als 60 Prozent des globalen Einkaufsvolumens 2018 durch TfS erfasst, bei Rohstoffen und Energie liegt dieser Wert sogar bei rund 80 Prozent. Die Erreichung der TfS-Ziele wird im monatlichen Management-Bericht verfolgt.

Darüber hinaus erwarten wir, dass unsere Lieferanten ein Managementsystem verwenden, das den Ansprüchen der Norm ISO 9001 (Qualität) oder vergleichbaren Anforderungen, wie etwa GMP (Good Manufacturing Practice), genügt. Bei industriellen Lieferanten erwarten wir zudem eine Zertifizierung nach ISO 14001 (Umweltschutz).

Risiko- und Compliance-Management

Unternehmensrisiken steuern

Das Risiko- und Compliance-Management bei WACKER ist im Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts detailliert dargestellt. Das Gleiche gilt für die zentralen Risikofelder der Geschäftstätigkeit von WACKER sowie deren Handhabung.

Insgesamt sehen wir keine schwerwiegenden Risiken, die aus Umweltbelangen, Personalbelangen, Sozialbelangen, Menschenrechten, Korruption und Bestechung resultieren. Wir sehen auch keine schwerwiegenden Risiken, die vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit aus den Geschäftsbeziehungen oder aus unseren Produkten resultieren.

Angaben für die Wacker Chemie AG

Ergänzend zu den auf den WACKER-Konzern bezogenen Angaben des zusammengefassten nichtfinanziellen Konzernberichts sind nachfolgend die wesentlichen Kennzahlen der Wacker Chemie AG wiedergegeben.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig. Die Wacker Chemie AG umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Die verwendeten Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Dies gilt auch für Steuerung des Themas Nachhaltigkeit und der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen.

D.12 Energieverbrauch

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GWh 2018 2017 2016
Stromverbrauch 3.974 3.944 3.788
Wärmeverbrauch 1.936 2.204 2.240
Primärenergieeinsatz gesamt 4.494 4.729 4.762
davon
Erdgas 4.472 4.707 4.740
Feste Energieträger1 - - -
Wärme Fremdbezug2 22 22 22

1 Kohle, Holzkohle, Holz
2 Dampf, Fernwärme

D.13 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse

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2018 2017 2016
Zahl sicherheits-/umweltrelevanter Ereignisse1Wacker Chemie AG 30 14 16
Sicherheits-/umweltrelevante Ereignisse Wacker Chemie AG pro einer Mio. Arbeitsstunden2 1,9 0,9 1,1

1 Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC
2 WACKER Process Safety Incident Rate (WPSIR)

D.14 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter

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2018 2017 2016
Unfallhäufigkeit Wacker Chemie AG:
Arbeitsunfälle1pro einer Mio. Arbeitsstunden 3,4 3,1 3,3
Unfallhäufigkeit Wacker Chemie AG:
Meldepflichtige Arbeitsunfälle2pro einer Mio. Arbeitsstunden 1,4 1,5 1,5
Tödliche Arbeitsunfälle - - -

1 Unfälle ab einem Ausfalltag
2 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

D.15 Anzahl Mitarbeiter und Zeitarbeiter zum 31. Dezember

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2018 2017 2016
Mitarbeiter 10.033 9.740 9.539
Zeitarbeiter 75 138 137

D.16 Umweltkennzahlen

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2018 2017 2016
Luft
CO2-Emissionen1
direkte (kt) 848 896 891
indirekte (kt)2 1.137 1.110 1.127
NOXStickoxide (t) 680 750 750
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 560 570 580
Staub (t) 21 22 20
Wasser
Wassereinsatz (Tsd. m3) 218.280 187.870 197.500
CSB chemischer Sauerstoffbedarf (t) 1.050 1.110 980
AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe (t) 2,2 2,6 3,1
Abfall
beseitigt (t) 25.280 24.090 21.380
verwertet (t) 129.020 114.250 111.920
gefährlich (t) 74.640 73.920 71.950
nicht gefährlich (t) 79.660 64.420 61.350

1 CO2-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO2-Äquivalente). Die Umrechnung erfolgt auf Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agengy (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank (Dampf&Wärme).
2 Die von dem verbundenen Unternehmen Alzwerke GmbH gelieferten Strommengen gehen - auf Grund der Nichteinspeisung ins öffentliche Stromnetz - klimaneutral in die indirekten CO2-Emissionen ein.

Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts

An den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München

Wir haben den für die Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München, und den Konzern (im Folgenden "WACKER") zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht, sowie die durch Verweisung als Bestandteil qualifizierten Abschnitte im Konzernlagebericht "Grundlagen des Konzerns", "Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing" und "Risikobericht" (im Folgenden "Bericht") nach §§ 315b und 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter von WACKER sind verantwortlich für die Aufstellung des Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB.

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.

Erklärung des Wirtschaftsprüfers in Bezug auf die Unabhängigkeit und Qualitätssicherung

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Unsere Prüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1).

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den Bericht abzugeben.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der Bericht der Gesellschaft im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Konzernebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von WACKER zu erlangen.

Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von WACKER in der Berichtsperiode.

Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung, einschließlich der Konsolidierung der Daten.

Befragungen von Mitarbeitern auf Konzernebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due Diligence Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind.

Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente.

Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Konzernebene von allen Standorten gemeldet wurden.

Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung am Standort Nünchritz.

Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben.

Prüfungsurteil

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der Bericht von WACKER für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 3i5c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

Verwendungsbeschränkung /AAB-Klausel

Dieser Vermerk ist an den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München, gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung.

Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde. (https://kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsbeschränkung auf EUR 4 Mio für Fahrlässigkeit in Ziffer 9 der AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.

 

München, den 05. März 2019

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hanshen, Wirtschaftsprüfer

Hell