![]() Wacker Chemie AGMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 und LageberichtBericht des AufsichtsratsZusammengefasster LageberichtCorporate Governance BerichtBestätigungsvermerk des AbschlussprüfersBericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren,nach einem starken Auftakt hat sich die Dynamik der Weltwirtschaft im Laufe des Jahres 2018 immer stärker abgeschwächt. Die zunehmende Abkehr vom Prinzip des freien Handels sowie die Politik großer Wirtschaftsnationen, etwa der USA und Chinas, durch staatliche Eingriffe die eigene Volkswirtschaft vor ausländischen Wettbewerbern zu schützen, gefährden das weitere Wachstum. Wir erleben nicht erst seit dem Beschluss der Briten, die EU zu verlassen, dass Unternehmen abhängiger von Entscheidungen einzelner Regierungen werden. Als Unternehmen mit einem starken Exportanteil in die EU und nach China ist WACKER unmittelbar davon betroffen. Wir selbst wissen aus eigener Erfahrung bei Polysilicium, wie stark Handelsbeschränkungen und Protektionismus das operative Geschäft beeinflussen. Wir verfolgen sehr aufmerksam die weiteren Entwicklungen, weil wir davon ausgehen, dass sie in den nächsten Jahren Auswirkungen auf unser Geschäft haben könnten. Trotz dieser schwierigen politischen Rahmenbedingungen fühlen wir uns gut gerüstet, um unser organisches Wachstum erfolgreich fortzusetzen. Wir haben in den vergangenen 15 Jahren viel in den Ausbau unseres globalen Produktions- und Vertriebsnetzes investiert. Davon hat im Geschäftsjahr 2018 vor allem unser Chemiegeschäft profitiert. Wir haben unsere Marktposition in West- wie auch in Osteuropa sowie in China weiter ausgebaut. Besonders stark hat sich unser Silicongeschäft entwickelt, wo wir die Nummer zwei in der Welt sind. Unsere große Stärke ist hier das breite Spektrum von hoch entwickelten Produkten für die wichtigsten Schlüsselindustrien. Mit der Entscheidung, die Mehrheit an der Siltronic AG abzugeben, haben wir uns unabhängiger von zyklischen Märkten gemacht und die Kapitalintensität in unserem Geschäft verringert. Über unseren 30-prozentigen Anteil profitieren wir aber weiterhin von der positiven Geschäftsentwicklung. Die gute Kapitalausstattung des Unternehmens verschafft uns die nötigen Handlungsspielräume für unsere langfristig angelegte Wachstumsstrategie. Die Investitionen im Jahr 2018 konnten wir vollständig aus dem Cashflow finanzieren. Dazu kommen eine hohe Eigenkapitalquote sowie eine geringe Nettofinanzverschuldung. Wir als Unternehmen sehen es als eine unserer Kernaufgaben an, weiter konsequent für freien Handel einzutreten. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass wir in Zukunft nur so den Wohlstand und das Wachstum schaffen können, von dem immer mehr Menschen auf der Welt profitieren werden. Hinzu kommt: Je mehr Menschen einen Zuwachs an Wohlstand erreichen, desto größer ist auch ihr Wunsch nach mehr Lebensqualität. Hier kommt WACKER mit seinen hochwertigen Produkten ins Spiel. Es gibt für uns noch viele Märkte zu entwickeln und auszubauen, um weitere Marktanteile zu gewinnen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von WACKER dankt der Aufsichtsrat für ihren hohen persönlichen Einsatz und ihre Leistung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Kontinuierlicher Dialog mit dem VorstandFür WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2018 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden. Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage und über Compliance-Themen informiert. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2018 ist der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen zusammengetreten, drei im ersten - darunter die konstituierende Sitzung des neu gewählten Aufsichtsrats - und zwei im zweiten Halbjahr. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Kein Mitglied hat an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen. An den Sitzungen der Ausschüsse haben jeweils alle Mitglieder dieser Ausschüsse teilgenommen. Schwerpunkte der Beratungen im AufsichtsratGegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig. Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren
Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 06. Dezember 2018 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2019 - 2023 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2019. Arbeit der AusschüsseDie Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Herr Franz-Josef Kortüm vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Peter-Alexander Wacker in den Ausschüssen den Vorsitz. Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2017, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns, der CSR-Berichterstattung sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Er überwachte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich darüber hinaus mit den von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2018 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte. Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2018 zweimal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (Festlegung der Gesamtbezüge, Festsetzung der Erfolgsziele für die variable Vergütung, Empfehlung an den Aufsichtsrat zu der Vertragsverlängerung von Herrn Willems). Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Corporate GovernanceDer Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 06. Dezember 2018 behandelt und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich. Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht. → Weitere Informationen ab Seite 185 In seiner Sitzung im Dezember 2018 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDie KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2018, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2018) einschließlich der Buchhaltung geprüft. Die Prüfungsaufträge hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 09. Mai 2018 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht. Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 26. Februar 2019 die oben genannten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289 b, 315 b HGB) sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 13. März 2019 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen -einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts für die Wacker Chemie AG und den Konzern -intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an. Veränderungen in Aufsichtsrat und VorstandDie Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG wurden auf der Hauptversammlung am 09. Mai 2018 in München gewählt. Als neues Mitglied wählte die Hauptversammlung Ann-Sophie Wacker in den Aufsichtsrat, Dr. Thomas Strüngmann hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Alle anderen Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite wurden wiedergewählt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Dr. Peter-Alexander Wacker in der konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung bestätigt. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren bereits vor der Hauptversammlung per Wahl durch die Arbeitnehmer und leitenden Angestellten der Wacker Chemie AG bestimmt worden. Dabei wurde Ingrid Heindl für Dagmar Burghart als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat gewählt. Harald Sikorski legte mit Wirkung zum Ablauf des 31. Oktobers 2018 sein Aufsichtsratsmandat nieder. Als neues Mitglied wurde Jörg Kammermann auf Antrag des Vorstands mit Beschluss des Amtsgerichts München vom 14. November 2018 in den Aufsichtsrat bestellt. Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG hat in seiner Sitzung vom 06. März 2018 das Vorstandsmitglied Auguste Willems in seinem Amt bestätigt. Sein Vertrag wurde um weitere fünf Jahre (bis 31. Dezember 2023) verlängert.
München, 13. März 2019 Der Aufsichtsrat Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Zusammengefasster LageberichtGrundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des KonzernsWACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten, die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. Wichtigster Grundstoff ist SiliciumDer größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 70 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 30 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die chemische Grundstoffindustrie, die Elektro- und Elektronik-, die Solar-, die Textil-, die Nahrungs- und Konsumgüterindustrie sowie die Medizintechnik und die Biotechnologie. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Bau- und Automobilindustrie vertreten. Im Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Halbleiter- und Solarindustrie gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt. Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die VertriebsarbeitWACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Insgesamt unterhält WACKER 50 Vertriebsbüros in 32 Ländern. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2018 haben wir in Anyang, Südkorea, ein neues technisches Kompetenzzentrum eröffnet. 24 ProduktionsstandorteDer globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 24 Produktionsstandorten (2017: 23). Davon sind zehn in Europa, sieben in Amerika und sieben in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir über 8.100 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2018 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von rund 950.000 Tonnen erzeugt. Das sind knapp 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER. → Siehe Grafik B.2 auf Seite 44 Rechtliche UnternehmensstrukturSeit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 54 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 51 Gesellschaften voll konsolidiert. Drei Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind. → Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis. B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte![]() B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns1![]()
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Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen Vier operative GeschäftsbereicheWACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche. Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern. → Siehe Grafik B.5 auf Seite 46 Leitung und KontrolleWie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018Im Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG in seiner Sitzung vom 06. März 2018 den Vertrag mit Vorstandsmitglied Auguste Willems um weitere fünf Jahre verlängert (bis 31. Dezember 2023). Neu gewählt wurden die Vertreter der Arbeitgeber im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG auf der Hauptversammlung am 09. Mai 2018 in München. Als neues Mitglied wählte die Hauptversammlung Ann-Sophie Wacker für Dr. Thomas Strüngmann als Vertreterin der Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat. B.3 Ressortverteilung im VorstandDr. Rudolf Staudigl Vorsitzender WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance, Retirement Benefits Dr. Christian Hartel WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS (seit 01. Juli 2018) Personal / Soziales (Arbeitsdirektor), Forschung und Entwicklung (seit 01. Juli 2018), Intellectual Property (seit 01. Juli 2018), Zentrale Ingenieurtechnik Region Asien Dr. Tobias Ohler Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Information Technology, Procurement & Logistics Region Amerika Auguste Willems WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS (bis 30. Juni 2018) Sales and Distribution, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt /Gesundheit /Sicherheit, Product Stewardship Forschung und Entwicklung (bis 30. Juni 2018), Intellectual Property (bis 30. Juni 2018) Regionen Europa, Mittlerer Osten Alle anderen Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite wurden wiedergewählt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Dr. Peter-Alexander Wacker in einer konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung bestätigt. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren bereits vor der Hauptversammlung per Wahl durch die Arbeitnehmer und leitenden Angestellten der Wacker Chemie AG bestimmt worden. Dabei wurde Ingrid Heindl für Dagmar Burghart als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat gewählt. B.4 Unternehmensstruktur von WACKER![]() Harald Sikorski hat mit Wirkung zum 31. Oktober 2018 sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt, da er eine neue Aufgabe in einem anderen Landesbezirk übernommen hat. Als neues Mitglied ist Jörg Kammermann auf Antrag des Vorstands mit Beschluss des Amtsgerichts München vom 14. November 2018 in den Aufsichtsrat bestellt worden. Erklärung zur UnternehmensführungDie nach § 315 d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem Vorstand sowie gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben zum Diversitätskonzept werden dort angegeben. → www.wacker.com/corporate-governance Nichtfinanzielle KonzernerklärungDie nach §§ 315 b, 315 c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2018, zur Verfügung. Er wurde auch im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht gemäß International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" durch den Konzernabschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. → https://berichte.wacker.com/2018/geschaeftsbericht/ Vergütung von Vorstand und AufsichtsratDie Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Wichtige Produkte, Dienstleistungen und GeschäftsprozesseDas Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2018 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Produziert werden sowohl Spezialitäten als auch Standardprodukte. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und für die Solarindustrie her. B.5 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung![]() Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKEREin wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Wesentliche Absatzmärkte und WettbewerbspositionenAn den Wettbewerbspositionen der drei umsatzstärksten Geschäftsbereiche von WACKER hat es im Geschäftsjahr 2018 keine Veränderung gegeben. Wir gehören weltweit zu den zwei Top-Anbietern bei Siliconen, bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis (VAE) sowie bei Polysilicium. Bei einigen Produkten sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa und Amerika. Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKERDer Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien. Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter ausbauen. Zudem bietet der Geschäftsbereich Feinchemikalien in profitablen Nischen an. Hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Eigenen Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON nach Produktionskapazitäten weltweit die Nummer eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und bei monokristallinem Polysilicium für die Solarindustrie. Wirtschaftliche und rechtliche EinflussfaktorenWACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern. AuftragsentwicklungDie Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und mittelfristige Verträge ab. Ein zunehmender Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen anhand von Marktreferenzen. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt. B.6 Wettbewerbspositionen von WACKER
Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige EntwicklungenAnhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Wirtschaftliche Einflüsse auf unser GeschäftDie wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2018 mit rund 44 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten. Energie- und RohstoffkostenAls chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO2-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte oder Umlagen. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abnahmemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch Preisflexibilität zu erhalten. WährungsschwankungenGrundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften (Derivate) das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 50 Mio. € negativ ausgewirkt. Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare EnergienAls einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Die Ende Mai bekanntgegebene Entscheidung Chinas, in 2018 die Einspeisevergütung zu drosseln und den Zubau von Photovoltaikanlagen zu deckeln, bremste die Nachfrage nach Solarmodulen. Auf Grund unserer starken Kostenposition, unserer hohen Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer breiten Kundenstruktur sowie fester Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern. WACKER wird weiter daran arbeiten, seine spezifischen Herstellkosten zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten. B.7 Operative Frühindikatoren
Rechtliche Einflüsse auf unser GeschäftChina hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen Polysiliciumhersteller aus den USA erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im us-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende Regelung. Die USA haben im Jahr 2018 Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens" (Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren" eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten wird sich wahrscheinlich im Gesamtkontext einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen. Zudem besteht für WACKER die Möglichkeit, im Rahmen eines New Shipper Reviews eine Befreiung von den chinesischen Antidumping- und Antisubventionszöllen auf Polysilicium aus den USA zu beantragen. Die Erfolgsaussichten im derzeitigen Umfeld sind schwer einzuschätzen. Beendet sind dagegen die Antidumping- und Antisubventionszölle zwischen Europa und China. Für den Export von Polysilicium aus Europa hat WACKER mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) im Mai 2014 eine Mindestpreisvereinbarung unterzeichnet. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Nachdem die EU-Kommission die Antidumping- und Antisubventionszölle gegen chinesische Solarzellen- und -modulhersteller im September 2018 auslaufen ließ, hat auch das MOFCOM alle einschränkenden Maßnahmen mit Wirkung zum 01. November 2018 beendet. Damit kann Polysilicium von WACKER aus der EU ohne die Beschränkungen einer Mindestpreisvereinbarung nach China importiert werden. Ziele und StrategienStrategie des WACKER-KonzernsAn der Vision und den fünf übergreifenden strategischen Zielen von WACKER hat sich nichts geändert. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet. → Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com Die strategischen Geschäftsziele für den WACKER-Konzern lauten:
Unsere Investitionen werden bis mindestens 2020 unterhalb der Abschreibungen liegen. Wir konzentrieren uns auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten. Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Unterstützt wird das durch Produktinnovationen und einen höheren Anteil an Spezialprodukten. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale. Wir arbeiten ständig daran, unseren Rohstoffeinsatz zu verringern und die Prozesseffizienz unserer Anlagen zu verbessern. Über das Programm "Wacker Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Wir entwickeln außerdem eine Vielzahl von nachhaltigen Produkten für erneuerbare Energien, Wärmedämmung und Elektromobilität. Sie werden zur Senkung des CO2-Ausstoßes in der Nutzungsphase beitragen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an. Mit Investitionen unter den Abschreibungen, weiteren Effizienz- und Kostenverbesserungen sowie unserem geplanten Umsatzwachstum erwirtschaften wir einen höheren Cashflow. Die Aktionäre wollen wir noch stärker am Gewinn beteiligen. Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzernjahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten. Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung. Das Digitalisierungsprogramm, das seit 2017 läuft, umfasst alle Kerngeschäftsprozesse - von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Der digitale Wandel wird die nächsten Jahre intensiv von WACKER vorangetrieben und ist deshalb ein wichtiger Pfeiler einer Transformationsstrategie. Strategie der einzelnen GeschäftsbereicheWACKER SILICONES will als weltweit zweitgrößter Hersteller von Siliconen den Anteil von margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil über erzielte Skaleneffekte Kostenführer zu sein. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden. Die globale Präsenz mit Produktionsanlagen sowohl für Dispersionen als auch Dispersionspulver auf VAE-Basis bietet die Chance, Wachstumsregionen als Märkte schneller zu erschließen. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer Produkte im industriellen Maßstab erlauben. Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz und einen hohen Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten weiter zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen zu erhöhen sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. Gleichzeitig halten wir den hohen Qualitätsstandard, mit dem wir den Maßstab in der Industrie setzen. Der Fokus unseres Geschäfts liegt darauf, die Marktposition bei Kunden aus der Halbleiterindustrie auszubauen und unseren Anteil im Bereich monokristallines Polysilicium für die Solarindustrie zu erhöhen. SteuerungssystemWertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der UnternehmenspolitikWertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte. Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl. Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-KonzernDie wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2018 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:
Ergänzende finanzielle SteuerungskennzahlenDie wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören: der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung. die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich. die Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der KonzernsteuerungWir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient. Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2018EBITDA-Marge: Im Jahr 2018 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 18,7 Prozent. B.8 Soll / Ist-Abgleich
EBITDA: Für das Jahr 2018 haben wir ein EBITDA erwartet, das um einen mittleren einstelligen Prozentsatz höher liegt als im Vorjahr. Dieses Ziel haben wir nicht erreicht. Der Grund dafür sind noch nicht erhaltene Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston. Im Vergleich zum EBITDA des Vorjahres ist das EBITDA um 84,1 Mio. € auf 930,0 Mio. € zurückgegangen. Im Jahr 2018 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern 10,3 Prozent. Im Jahr 2018 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene nicht erreicht. Mit -266,6 Mio. € war der erreichte Wert schlechter als im Vorjahr. B.9 ROCE und Wertbeitrag
1
Das Capital Employed (gebundenes Kapital)
setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten
abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern zuzüglich
Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich
der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es
ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten. ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2018 einen ROCE von 5,9 Prozent. In unserer Prognose vom März 2018 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE deutlich über Vorjahr sein wird. Dieses Ziel haben wir auf Grund nicht erhaltener Versicherungsleistung nicht erreicht. Netto-Cashflow: Die Prognose für 2018 war ein deutlich positiver Netto-Cashflow, aber deutlich unter Vorjahr. Mit 124,7 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow im Rahmen unserer Prognose bewegt. Strategische Planung, unterteilt in zwei SchritteDie strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet. Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. B.10 Strategische und operative Planung![]() FinanzierungsstrategieMit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente. WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen. Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen. → Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2018 finden Sie im Kapitel zur Finanzlage auf Seite 67. Operative SteuerungsinstrumenteDie operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Übernahmerechtliche AngabenB.11 Angaben nach § 315 a Abs. 1 HGBZu der nach § 315 a Abs. 1 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:
WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche EntwicklungDie Weltwirtschaft hat im Jahr 2018 in allen Regionen ihr Wachstum fortgesetzt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) nahm die weltweite Wirtschaftsleistung um 3,7 Prozent zu. Das Wachstum lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Zunächst waren von den Konjunkturforschern höhere Zuwachsraten prognostiziert worden, die jedoch im Laufe des Jahres angesichts wachsender Risiken nach unten korrigiert wurden. In den Industrienationen bremsten wachsende Unsicherheiten auf Grund von Handelskonflikten sowie sich zuspitzende politische und geopolitische Krisen die wirtschaftliche Entwicklung. In weiten Teilen Europas wie auch in Japan blieben die Wachstumsraten hinter den Vorjahren zurück. In den USA wirkte die starke Binnenkonjunktur gegenläufig. B.12 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2018![]() Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF, Europa: OECD In den Entwicklungs- und Schwellenländern nahm das Bruttoinlandsprodukt zum Teil deutlich zu. Rohstoffexportierende Länder wie Russland und Brasilien profitierten von höheren Ausfuhren. Das Wachstum der indischen Wirtschaft beschleunigte sich dank der starken Inlandsnachfrage. Nach Ansicht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wirkten hier Infrastrukturprogramme und Strukturreformen begünstigend. In China stützte sich die Wirtschaft ebenfalls auf eine starke Binnennachfrage, auch wenn sich das Wachstum leicht abschwächte. Die wirtschaftliche Entwicklung lag mit 6,6 Prozent Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt aber immer noch über den ursprünglichen Erwartungen der Regierung in Peking, die ein Plus von 6,5 Prozent angestrebt hatte. Branchenspezifische RahmenbedingungenMit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie. Chemiebereiche von WACKER mit guter UmsatzentwicklungDie chemische Industrie hat sich im Jahr 2018 gut entwickelt. Die Produktion ist in nahezu allen Teilen der Welt gewachsen, entsprechend positiv entwickelte sich die Chemienachfrage. Der weltweite Branchenumsatz (inkl. Pharmazeutika) lag nach Angaben des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) im Jahr 2017 bei 4,8 Billionen €, knapp 60 Prozent davon kamen aus Asien. Das günstige internationale Marktumfeld hat auch das Geschäft der Chemieunternehmen hierzulande positiv beeinflusst. Dank der guten Konjunktur nahm die Nachfrage nach deutschen Chemieprodukten im vergangenen Jahr sowohl im Inland als auch im Ausland zu. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag 2018 bei rund 84 Prozent. Laut VCI stieg die Chemieproduktion in Deutschland um 2,5 Prozent. Da gleichzeitig die Chemikalienpreise um 2,0 Prozent zulegten, wuchs der Branchenumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 204 Mrd. € (2017: 195 Mrd. €). Die Chemiebereiche von WACKER haben ihren Gesamtumsatz in der Summe gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren bessere Preise, vor allem für Siliconprodukte, sowie höhere Absatzmengen. Besonders gut war im Geschäftsbereich WACKER SILICONES die Nachfrage nach Siliconprodukten für die Elektronik-, Textil- und Kunststoffindustrie. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern und Dispersionen auf Basis von Vinylacetatethylen (VAE) steigern. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS entwickelte sich der Umsatz mit Produkten für Pharma- und Agroanwendungen besonders positiv. Bauindustrie wächst im Jahr 2018Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH im Jahr 2018 um 2,9 Prozent auf 9,1 Bio. US-$ (2017: 8,9 Bio. US-$) gewachsen. Die Bauleistungen in Westeuropa stiegen um 2,0 Prozent. In Osteuropa nahmen die Bauinvestitionen um 2,7 Prozent zu. Die Investitionen der Bauwirtschaft in Nordamerika wuchsen 2018 um 3,2 Prozent. Besonders kräftig war das Plus der Bauwirtschaft in Asien. Hier sind die Bauinvestitionen um 4,0 Prozent gewachsen. B.13 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2018![]() Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 12/ 2018 WACKER POLYMERS konnte seinen Umsatz mit Bauanwendungen weiter steigern. Das Absatzplus bei Dispersionspulvern war getrieben durch den wachsenden Markt für Trockenmörtel in allen Regionen weltweit. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in Asien und hier speziell in China zulegen. Neben Kleb- und Dichtstoffen sind wasserbasierte, umweltverträgliche Beschichtungen ein wichtiger Markt für unsere VAE-Dispersionen. Auch Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten ein Umsatzplus. In allen drei Produktbereichen Bautenschutz, Dicht- und Klebstoffe und silanmodifizierte Polymere konnten wir weiterwachsen. Im Jahr 2018 sind die Umsätze von WACKER SILICONES in allen Regionen gestiegen. Besonders stark war der Zuwachs in den GUS-Staaten, China und Indien. Elektro- und Elektronikindustrie wächst in SchwellenländernDer weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie ist im Jahr 2018 nach Schätzungen des Zentralverbands der Elektronik- und Elektroindustrie (ZVEI) um fünf Prozent gewachsen und erreichte ein Volumen von rund 4,4 Bio. € (2017: 4,2 Bio. €). Dafür verantwortlich sind besonders China und die Schwellenländer, die um jeweils sieben Prozent zulegen konnten. WACKER hat zwei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON beliefert Kunden aus der Halbleiterindustrie mit Polysilicium. WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz mit Siliconen für die Elektronikindustrie um 20 Prozent steigern. Hierzu trugen besonders Zuwächse für Anwendungen im Bereich Automobilelektronik bei. Bei Silanen für Elektronikanwendungen betrug das Plus zwölf Prozent. Ebenfalls zweistellige Zuwächse waren bei Standardmaterialien zur Herstellung von Formteilen in unterschiedlichsten Anwendungsgebieten zu verzeichnen. Die Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten EnergieversorgungDer weltweite Solarmarkt lag im Jahr 2018 ganz leicht über dem Niveau des Vorjahres. Nach Angaben verschiedener Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 105 Gigawatt (GW) neu installiert (2017: ca. 100 GW). Das sind rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Fördermaßnahmen sowie die stark gesunkenen Systemkosten haben zum weltweiten Ausbau der PV-Installationen beigetragen. Zum Jahresende 2018 waren damit weltweit mehr als 500 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund zwei Drittel der Neuinstallationen wurden 2018 in China, Indien, Japan und den USA getätigt. Durch eine veränderte Förderpolitik sind die Neuinstallationen in China jedoch von 53 GW im Jahr 2017 auf 43 GW im Jahr 2018 gesunken. China hat die Einspeisevergütung und den Zubau von Photovoltaikanlagen im Juni 2018 stark gedrosselt. Zudem führten Effizienzsteigerungen zu einem sinkenden Polysiliciumverbrauch. Das hat sich auf unsere Absatzmengen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ausgewirkt. B.14 Neu installierte PV-Leistungen 2017 und 2018
Quellen: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER Trotz der global leicht gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie herausfordernd. In den USA und Indien sorgten Strafzölle auf importierte Solarzellen und -module für höhere Preise und damit für ein gebremstes Wachstum in diesen Märkten. In Europa wurden die Mindestpreise für importierte Solarzellen und -module zwar zum 03. September 2018 beendet, sinkende Preise für Solarzellen und -module werden ihr volles Marktpotenzial aber voraussichtlich erst ab dem Jahr 2019 entfalten. Auf Grund der nach wie vor bestehenden Überkapazitäten hielt der Preisdruck auf allen Wertschöpfungsstufen weiter an. Das hat dazu geführt, dass sich die finanzielle Situation zahlreicher Solarunternehmen über das Gesamtjahr betrachtet nicht wesentlich verbessert hat. B.15 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa![]() Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt Rohstoffpreise insgesamt höher als im VorjahrDie Rohstoffpreise waren 2018 in der Summe deutlich höher als vor einem Jahr. Bei Vinylacetatmonomer (VAM) lag der Preisanstieg bei rund 14 Prozent. Methanol war um 13 Prozent teurer als im Jahr 2017. Siliciummetall verteuerte sich im Schnitt um drei Prozent. Die Preise für Ethylen stiegen im Schnitt um rund acht Prozent. Gesamtaussage des Vorstands zu den RahmenbedingungenTrotz der nach wie vor bestehenden Konflikte und politischen Unsicherheiten ist die Weltwirtschaft im Jahr 2018 gewachsen. Vor allem im 1. Quartal 2018 entwickelte sich die Weltwirtschaft sehr dynamisch. Die zunehmenden handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen Amerika auf der einen Seite und China und Europa auf der anderen Seite führten im Verlauf des Jahres dazu, dass sich die Dynamik schrittweise abschwächte und sich das Wachstum verlangsamt hat. Auch die Probleme beim Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union haben die wirtschaftliche Entwicklung belastet. China verzeichnete im Jahr 2018 das schwächste Wachstum seit 1990. Gründe dafür sind der Handelsstreit mit Amerika und geringere Investitionen chinesischer Unternehmen. Das Chemiegeschäft von WACKER hat sich unter diesen Rahmenbedingungen im Jahr 2018 gut entwickelt. Besonders stark war das Umsatzwachstum mit 14 Prozent in unserem Silicongeschäft. Aber auch die anderen beiden Geschäftsbereiche WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS verzeichneten höhere Absatzmengen. Das Ergebnis der Chemiebereiche konnte ebenfalls zulegen, auch wenn gestiegene Rohstoffkosten vor allem bei WACKER POLYMERS das Ergebnis belastet haben. Deutlich schwächer hat sich dagegen unser Polysiliciumgeschäft entwickelt. Geringere Durchschnittspreise und eine schwächere Nachfrage bei unseren Kunden waren hauptsächlich dafür verantwortlich. Belastet haben den Markt zusätzlich das Absenken der Einspeisevergütungen sowie Begrenzungen beim Zubau von Photovoltaikanlagen in China. All diese Faktoren sind der Grund, warum die Umsatz- und Ergebnisentwicklung deutlich geringer als geplant ausgefallen ist. Der Rückgang in unserem Polysiliciumgeschäft ist auch der Grund dafür, dass unser Umsatz in Asien und vor allem in China zurückgegangen ist. In den beiden anderen Regionen Europa und Amerika konnte WACKER seinen Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich ausbauen. Ebenfalls zugelegt haben wir in den restlichen Ländern der Welt, wo wir im hohen einstelligen Prozentbereich gewachsen sind. In den ersten Wochen des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 05. März 2019 hat sich unser Geschäft im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Für den Geschäftsverlauf wesentliche EreignisseNach der Stilllegung der Produktion für Polysilicium an unserem US-Produktionsstandort Charleston im September 2017 haben wir im Mai 2018 die Produktion schrittweise wieder aufgenommen und im Dezember 2018 die volle Produktionskapazität erreicht. AkquisitionenWACKER hat im April 2018 von SynCo Bio Partners Luxembourg S.à.r.l. einen Produktionsstandort in Amsterdam, Niederlande, zur Herstellung von Biopharmazeutika erworben. Mit dem Erwerb des Produktionsstandortes ist auch das dazugehörige operative Geschäft von WACKER übernommen worden. Die Kapazität der zwei Fermentationslinien beträgt rund 1.800 Liter. Damit hat der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS seine Gesamtkapazität verdoppelt. Mit dieser Akquisition will WACKER seine Position als Auftragshersteller von biopharmazeutischen Produkten weiter ausbauen. DesinvestitionenWACKER hat im Geschäftsjahr 2018 keine Geschäftsfelder oder Produktgeschäfte veräußert. InvestitionenDie Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant gestiegen. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 460,9 Mio. € (2017: 326,8 Mio. €). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere drei Chemiebereiche. An unserem Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sind im Jahr 2018 die Bauarbeiten einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure fortgesetzt worden. Allein in dieses Projekt flossen rund 55 Mio. €. In Holla, Norwegen, erweitern wir unsere Produktionsstätten für Siliciummetall. Im Jahr 2018 haben wir dafür rund 45 Mio. € investiert. In Ulsan, Südkorea, werden neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver gebaut. Von der Gesamtinvestition von rund 65 Mio. € hat WACKER in diesem Jahr rund 30 Mio. € realisiert. Abgeschlossen wurde die Modernisierung einer Großfermentationsanlage im spanischen León. Die Investitionssumme für dieses Projekt lag im Jahr 2018 bei rund acht Mio. €. Daneben hat WACKER in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert sowie in Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen und Nünchritz. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten GeschäftsverlaufWACKER hat seine zu Jahresbeginn gesteckten Ziele für das Geschäftsjahr 2018 beim EBITDA bei der EBITDA-Marge, dem ROCE und dem Netto-Cashflow nicht verändert. Bei den Nettofinanzschulden und den Investitionen hat WACKER die Prognose im Laufe des Jahres konkretisiert. WACKER hat Anfang des Jahres 2018 prognostiziert, seinen Umsatz um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht über Vorjahr liegen, das EBITDA um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen und der ROCE deutlich über Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv erwartet, allerdings auch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Prognose bleibt über das Jahr unverändert, Aussagen zur Nettofinanzverschuldung und Investitionen konkretisiertMit der Veröffentlichung des Berichts zum 1. Quartal im April 2018 hat WACKER keine Veränderung an seiner Prognose vorgenommen. Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER lediglich bei der Nettofinanzverschuldung und bei den Investitionen seine Prognose angepasst. Die Nettofinanzschulden sollten sich zum Jahresende 2018 auf rund 500 Mio. € belaufen. Bisher war WACKER von einer Nettofinanzverschuldung auf dem Niveau des Vorjahres (454,4 Mio. €) ausgegangen. Die Investitionen wurden im Gesamtjahr 2018 bei rund 450 Mio. € erwartet. Das sind rund 20 Mio. € weniger als zu Jahresbeginn prognostiziert (470 Mio. €). Mit der Vorlage des Berichts zum 3. Quartal hat WACKER die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. WACKER erreicht Prognoseziel beim Umsatz, EBITDA wegen noch nicht erhaltener Versicherungsleistungen unter VorjahrWACKER konnte seinen Umsatz um 1,1 Prozent auf 4,98 Mrd. € (2017: 4,92 Mrd. €) steigern. Verantwortlich dafür sind vor allem höhere Absatzmengen. Der Umsatz in den Chemiebereichen ist weiter gestiegen. Besonders stark war das Umsatzwachstum im Geschäftsbereich WACKER SILICONES . Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat auf Grund von niedrigeren Durchschnittspreisen und Absatzmengen einen deutlichen Umsatzrückgang zu verzeichnen. Das EBITDA blieb anders als prognostiziert mit 930,0 Mio. € (2017: 1.014,1 Mio. €) um 8,3 Prozent unter Vorjahr. Daher ist auch die EBITDA-Marge niedriger als im Vorjahr. Der Grund für das geringere EBITDA sind noch nicht erhaltene Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall am Standort Charleston in Tennessee, die Bestandteil der Ergebnisprognose für das Jahr 2018 waren. Da die Polysiliciumproduktion in Charleston erst Anfang Dezember 2018 die volle Kapazität erreicht hat, war es zeitlich nicht möglich, die Gespräche mit der Versicherung für das Geschäftsjahr 2018 zum Abschluss zu bringen. Wir erwarten dies nun im Laufe des Jahres 2019. Der Netto-Cashflow ist mit 124,7 Mio. € deutlich positiv, aber wie prognostiziert deutlich unter dem Vorjahreswert. Der ROCE liegt auf Grund der noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen mit 5,9 Prozent anders als prognostiziert unter dem Vorjahreswert. Die Rohstoff- und Energiekosten sind stärker gestiegen als von uns erwartet. Der Kurs des Euro zum US-Dollar war auf Jahressicht im Durchschnitt etwas niedriger als ursprünglich von uns angenommen. Im Geschäftsjahr 2018 waren die Investitionen deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Sie belaufen sich auf 460,9 Mio. €. Die Nettofinanzschulden waren zum Jahresende mit 609,7 Mio. € nicht wie zu Beginn des Jahres prognostiziert auf dem Niveau des Vorjahres, sondern deutlich darüber. Auch hier haben sich die noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen ausgewirkt. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie zu Jahresbeginn angenommen erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 14.542 Mitarbeiter. Das sind 731 mehr als ein Jahr zuvor. B.16 Aufwand Kostenarten
Abweichungen vom prognostizierten AufwandDie Personalkosten sind sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz leicht gestiegen. Mittelfristig erwarten wir auf Grund unserer umfassenden Programme zur Produktivitätssteigerung, dass das Verhältnis der Personalkosten zum Umsatz deutlich zurückgehen wird. Die Rohstoffkosten sind gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich angestiegen. Hier hat sich der laufende Preisanstieg wichtiger Rohstoffe über das Jahr hinweg ausgewirkt, besonders bei VAM und Ethylen. Mittelfristig erwarten wir, dass das Verhältnis der Rohstoffkosten zum Umsatz auf Grund unserer Maßnahmen zur Verringerung des Rohstoffeinsatzes in unseren Produkten leicht zurückgehen wird. Der Aufwand für Energie liegt leicht unter dem Vorjahr. Zurückzuführen ist das auf unsere fortlaufenden Programme zur Verringerung der Herstellkosten sowie den Stillstand der Polysiliciumproduktion am Standort Charleston im ersten Halbjahr 2018. Die Abschreibungen sind erwartungsgemäß sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Hier haben sich das niedrigere Investitionsniveau der Jahre 2016 und 2017 sowie auslaufende Abschreibungen ausgewirkt. Im Jahr 2019 gehen wir von weiter rückläufigen Abschreibungen aus, die mittelfristig bei etwa 500 Mio. € liegen werden. B.17 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf
ErtragslageKonzernumsatz liegt mit 4,98 Mrd. € leicht über dem Vorjahresniveau von 4,92 Mrd. €Der WACKER-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2018 seinen Umsatz erneut steigern. Er erhöhte sich um ein Prozent auf 4,98 Mrd. € (2017: 4,92 Mrd. €). Höhere Absatzmengen und Preise im Chemiegeschäft, insbesondere im Silicongeschäft, waren für diesen leichten Anstieg verantwortlich. Negative Währungskurseffekte aus dem gegenüber dem US-Dollar stärkeren Euro und niedrigere Preise im Polysiliciumgeschäft konnte WACKER dadurch ausgleichen. Den größten Umsatzzuwachs verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit einem Umsatzplus von 14 Prozent. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS steigerte seinen Umsatz um drei Prozent, der Umsatz bei WACKER BIOSOLUTIONS stieg um zehn Prozent. Dagegen ging der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON um 27 Prozent zurück. Das Geschäft mit Polysilicium für die Solarindustrie litt unter einem Rückgang der Absatzmengen und Preise. Die Entscheidung Chinas, den Zubau von Photovoltaikanlagen zu drosseln, hat seit Ende Mai 2018 die Nachfrage nach Solarmodulen deutlich gebremst. WACKER POLYSILICON hat diese Marktsituation allerdings genutzt, seine Vorräte aufzustocken, um seine Kunden schneller beliefern zu können. → Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 61. Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 4,11 Mrd. € (2017: 4,10 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 82,5 Prozent. Die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro hat sich negativ auf den Umsatz ausgewirkt. → Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht Seite 63. Konzern-EBITDA liegt bei 930,0 Mio. €, EBITDA-Marge beträgt 18,7 ProzentDas operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent gesunken. Es beläuft sich auf 930,0 Mio. € (2017: 1.014,1 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 18,7 Prozent unter dem Vorjahr (2017: 20,6 Prozent). Der Grund für den Rückgang sind im Wesentlichen die Kosten der Betriebsunterbrechung am US-Standort Charleston und die noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall. Nach dem Schadensfall haben wir die Produktion von Mai bis Dezember 2018 schrittweise hochgefahren. Höhere Rohstoff- und Energiekosten haben die Ergebnisentwicklung deutlich gebremst. Positiv hat sich auf das EBITDA das Equity-Ergebnis des Konzerns ausgewirkt, das sich auf 131,7 Mio. € beläuft. Neben dem Ergebnis der Siltronic in Höhe von 99,9 Mio. € (2017: 40,0 Mio. €) tragen positive Bewertungsänderungen anderer Beteiligungen zu diesem Ergebnis bei. Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 61. B.18 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich Mio. €![]() B.19 Überleitung EBITDA auf EBIT
EBIT deutlich niedrigerDas Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 389,6 Mio. € (2017: 423,7 Mio. €). Das sind acht Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 7,8 Prozent (2017: 8,6 Prozent). Geringere Abschreibungen als im Vorjahr verbesserten das EBIT. Die Abschreibungen gingen im Geschäftsjahr 2018 erwartungsgemäß um neun Prozent zurück. B.20 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis
Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr um drei ProzentDas Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 874,7 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2017: 954,4 Mio. €) um acht Prozent gesunken. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 4,10 Mrd. € (2017: 3,97 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 17,6 Prozent (2017: 19,4 Prozent). Positiv wirkte sich der hohe Umsatz aus. Auf der anderen Seite drückten höhere Rohstoffkosten und die fortlaufenden Kosten nach dem Produktionsstillstand am US-Standort Charleston im September 2017 die Bruttoumsatzmarge. Im Jahr 2018 sind keine Erträge aus der Versicherungserstattung ertragswirksam vereinnahmt worden. Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 81 Prozent auf 82 Prozent gestiegen. Funktionskosten steigenDie übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent erhöht. Sie stiegen auf 627,8 Mio. € (2017: 594,0 Mio. €). Hier wirkten sich neben in allen Bereichen gestiegenen Personalkosten auch höhere Forschungs- und Entwicklungskosten aus. Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDer Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 11,0 Mio. € (2017: 19,4 Mio. €). Die Verluste aus dem Währungsergebnis belasteten das sonstige betriebliche Ergebnis mit -6,9 Mio. € (2017: -9,7 Mio. €). Höhere sonstige Aufwendungen als im Vorjahr führten zu einem Rückgang des Saldos. BeteiligungsergebnisDas Equity-Ergebnis stieg auf Grund des höheren Ergebnisses der Siltronic AG deutlich an. Es belief sich auf 131,7 Mio. € (2017: 42,0 Mio. €). WACKER hat Ende des 1. Quartals 2017 Anteile an der Siltronic AG verkauft und führt die Gesellschaft seit diesem Zeitpunkt als at-Equity-Beteiligung. Weitere positive Effekte ergaben sich aus Bewertungsänderungen anderer Beteiligungen. Finanz- und ZinsergebnisDas Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß. Es belief sich auf -65,2 Mio. € (2017: -96,3 Mio. €). Zinserträge von 8,0 Mio. € (2017: 7,5 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,1 Mio. € (2017: 38,3 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf -14,1 Mio. € (2017: -30,8 Mio. €). Auf Grund der Rückführung und günstigen Refinanzierung von Bankdarlehen im Laufe des Jahres 2018 reduzierte sich der Zinsaufwand aus der Bankfinanzierung deutlich. Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -51,1 Mio. € (2017: -65,5 Mio. €). Neben Zinseffekten aus Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen eingesetzt werden. ErtragsteuernDer Konzern weist für das Jahr 2018 einen Steueraufwand von 64,3 Mio. € (2017: 77,3 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 19,8 Prozent (2017: 23,6 Prozent). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem hohen, bereits nach Steuern ausgewiesenen Equity-Ergebnis der Siltronic AG, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist. KonzernergebnisDas Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg unter anderem auf Grund der genannten Effekte an. Der Jahresüberschuss beträgt 260,1 Mio. €. Das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten im Vorjahr belief sich auf 250,1 Mio. €. Der Jahresüberschuss lag 2017 insgesamt jedoch bei 884,8 Mio. €, da darin das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 634,7 Mio. € aus dem Abgang von Siltronic als Segment des WACKER-Konzerns enthalten war. Kapitalrendite (ROCE)Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Ab dem 2. Quartal 2017 ließen das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert nicht mehr in die Berechnung des ROCE ein. Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 5,9 Prozent (2017: 7,5 Prozent). Ursächlich für den Rückgang war ein deutlich niedrigeres EBIT. Die Mittelbindung ist auf Grund niedriger Investitionen und hoher Abschreibungen gesunken. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 5.138,3 Mio. € auf 4.917,0 Mio. €. SegmentberichterstattungWACKER SILICONESDer Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Jahr 2018 einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt. Der Umsatz erhöhte sich um 13,6 Prozent auf 2,50 Mrd. € (2017: 2,20 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind stark gestiegene Absatzmengen bei Spezialprodukten und damit verbunden ein besserer Produktmix sowie höhere Preise. Das Wachstum kommt aus vielen Marktsegmenten, unter anderem aus dem Elektronikbereich, dem Baubereich sowie aus Medizintechnikanwendungen. Regional konnte WACKER SILICONES in allen drei Regionen Europa, Amerika und Asien deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es erhöhte sich um 38,6 Prozent auf 616,6 Mio. € (2017: 444,9 Mio. €). Dafür verantwortlich sind das starke Mengenwachstum, höhere Preise und die hohe Auslastung der Produktionsanlagen. Die EBITDA-Marge lag bei 24,7 Prozent (2017: 20,2 Prozent) und damit deutlich höher als im Vorjahr. Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 56,0 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 222,7 Mio. € (2017: 142,8 Mio. €). Die Mittel gingen vorrangig in den Bau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure an unserem US-Standort Charleston, in die Erweiterung der Siliciumproduktion am norwegischen Standort Holla sowie in neue Anlagen für fertige Siliconprodukte in Burghausen und in Zhangjiagang, China. Zum 31. Dezember 2018 waren im Geschäftsbereich 5.114 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2017: 4.737). B.21 Segmentdaten WACKER SILICONES
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Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten
in den Forschungsaufwand WACKER POLYMERSDer Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat im Jahr 2018 um 3,0 Prozent zugelegt. Er stieg auf 1,28 Mrd. € (2017: 1,25 Mrd. €). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen für Dispersionen und Dispersionspulver. WACKER POLYMERS konnte seine Umsätze in Europa und Asien weiter ausbauen, wobei Asien prozentual den größten Zuwachs verzeichnete. Vor allem das Geschäft mit Polymeranwendungen für die Bauindustrie sowie für Beschichtungen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gut entwickelt. Das EBITDA lag mit 147,7 Mio. € (2017: 205,6 Mio. €) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Hier haben sich deutlich höhere Rohstoffpreise ausgewirkt. Die EBITDA-Marge hat sich auf 11,5 Prozent (2017: 16,5 Prozent) verringert. Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 71,0 Mio. € (2017: 48,1 Mio. €). Die Investitionen flossen in neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver am Produktionsstandort Ulsan, Südkorea, und in Erweiterungsinvestitionen am Standort Burghausen. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2018 auf 1.600 (31. Dezember 2017: 1.539) gestiegen. B.22 Segmentdaten WACKER POLYMERS
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Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten
in den Forschungsaufwand WACKER BIOSOLUTIONSDer Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2018 seinen Umsatz um 10,0 Prozent auf 227,0 Mio. € (2017: 205,9 Mio. €) steigern. Maßgeblich für den Anstieg waren höhere Absatzmengen und bessere Preise für einige Produkte. Die größten Zuwächse verzeichneten das Geschäft mit Pharmaproteinen sowie der Bereich Pharma/Agro. Regional betrachtet hat sich vor allem der Umsatz in Deutschland und in Amerika positiv entwickelt. Das EBITDA liegt mit 23,5 Mio. € (2017: 37,5 Mio. €) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Ursachen dafür sind höhere Rohstoffkosten, Integrationskosten für die neuen Standorte León und Amsterdam und die noch geringe Auslastung der neuen Biopharmaproduktion in den Niederlanden. Die EBITDA-Marge belief sich auf 10,4 Prozent (2017: 18,2 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 17,9 Mio. € (2017: 15,7 Mio. €). Das sind 14,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie flossen in Erweiterungs- und Modernisierungsinvestitionen im spanischen León sowie am Standort Jena. Darüber hinaus haben wir im April 2018 von SynCo Bio Partners Luxembourg S.à.r.l. einen Produktionsstandort zur Herstellung von Biopharmazeutika in Amsterdam erworben. Die Kapazität der zwei Fermentationslinien beträgt 1.800 Liter. Damit hat der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS seine Gesamtkapazität zur Herstellung von Biopharmazeutika verdoppelt. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich auch auf Grund dieser Akquisition zum 31. Dezember 2018 auf 709 erhöht (31. Dezember 2017: 533). B.23 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS
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Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten
in den Forschungsaufwand WACKER POLYSILICONDer Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2018 verringert. Er belief sich auf 823,5 Mio. € (2017: 1,12 Mrd. €). Das sind 26,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die wesentlichen Gründe dafür sind deutlich niedrigere Absatzmengen und geringere Durchschnittspreise für Polysilicium. Ende Mai 2018 hatte China bekanntgegeben, die Einspeisevergütungen zu verringern und den Zubau von Photovoltaikanlagen zu begrenzen. Das hat die Nachfrage nach Solarmodulen in China gebremst und die Preise in der gesamten Wertschöpfungskette für Solarprodukte unter Druck gesetzt. WACKER POLYSILICON hat diese Marktsituation genutzt, seine Vorratsbestände aufzustocken, um seine Kunden schneller beliefern zu können. Asien war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte. Das EBITDA von WACKER POLYSILICON belief sich auf 72,4 Mio. € (2017: 290,4 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 75,1 Prozent. Deutlich geringere Durchschnittspreise und niedrigere Absatzmengen waren hauptsächlich dafür verantwortlich. Zusätzlich haben Kosten der Betriebsunterbrechung sowie die Hochlaufkosten am US-Standort Charleston das Ergebnis belastet. Die EBITDA-Marge belief sich auf 8,8 Prozent (2017: 25,8 Prozent). Im Ergebnis für das Jahr 2018 sind keine Versicherungsleistungen für den Betriebsunterbrechungsschaden am US-Standort Charleston enthalten. Die Investitionen von WACKER POLYSILICON sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Sie erhöhten sich um 8,0 Prozent auf 62,2 Mio. € (2017: 57,6 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten hat sich auf 2.549 erhöht (31. Dezember 2017: 2.538). B.24 Segmentdaten WACKER POLYSILICON
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Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten
in den Forschungsaufwand SonstigesDer unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 170,6 Mio. € (2017: 168,8 Mio. €). Das sind 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. B.25 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten![]() Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 70,6 Mio. € (2017: 32,6 Mio. €). Der wesentliche Grund für den Anstieg ist das ausgewiesene Equity-Ergebnis der Siltronic. Das EBIT aus "Sonstiges" liegt bei -6,8 Mio. € (2017: -48,2 Mio. €). Zum 31. Dezember 2018 waren im Segment "Sonstiges" 4.570 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2017: 4.464). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie der Zentralfunktionen. RegionenberichtDas operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,98 Mrd. € (2017: 4,92 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2018 erwirtschafteten wir 82,5 Prozent (2017: 83,4 Prozent) im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 17,5 Prozent. Region Asien mit UmsatzrückgangIm Geschäftsjahr 2018 ist der Umsatz in der Region Asien um 6,9 Prozent gesunken. Der wesentliche Grund dafür ist, dass WACKER POLYSILICON weniger Polysilicium nach China verkauft hat, dem weltweit größten Abnehmerland für das Ausgangsmaterial für die Solarindustrie. Das hat die Umsatzentwicklung in Asien gebremst. Der Umsatz belief sich auf 1,76 Mrd. € (2017: 1,89 Mrd. €). In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) hat sich der Umsatz um 13,1 Prozent auf 1,05 Mrd. € (2017: 1,20 Mrd. €) verringert. Stark zulegen konnte der Umsatz von WACKER in Südkorea mit einem Plus von 14,9 Prozent und in Indien mit einem Plus von 20,3 Prozent. Der Anteil der Region Asien am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 35,3 Prozent (2017: 38,3 Prozent). Geschäft in Europa legt zuIn Europa, wo WACKER eine starke Marktposition besitzt, hat sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. Er erhöhte sich um 6,4 Prozent auf 2,10 Mrd. € (2017: 1,97 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 42,1 Prozent (2017: 40,0 Prozent). B.26 Außenumsatz am Sitz des Kunden
Region Amerika verzeichnet UmsatzwachstumDas Geschäft in der Region Amerika ist um 4,7 Prozent auf 878,2 Mio. € (2017: 838,7 Mio. €) gestiegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,6 Prozent (2017: 17,0 Prozent). B.27 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft
Sonstige Regionen wachsen weiter im UmsatzIn den sonstigen Regionen der Welt konnte WACKER seinen Umsatz weiter steigern. Im Geschäftsjahr 2018 legte er um 7,9 Prozent auf 247,0 Mio. € (2017: 228,9 Mio. €) zu. Rund 40 Prozent davon erzielten wir in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Anteil der sonstigen Regionen am Konzernumsatz beläuft sich auf 5,0 Prozent (2017: 4,6 Prozent). VermögenslageDie Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2017 um vier Prozent erhöht. Sie stieg um 283,0 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 7,12 Mrd. € (31. Dezember 2017: 6,84 Mrd. €). Im Wesentlichen stiegen die Vorräte sowie die at-Equity-Beteiligungen. Auf der Passivseite erhöhten sich im Wesentlichen die Pensionsrückstellungen sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. B.28 Bilanzentwicklung Aktiva
B.29 Vermögens- und Kapitalstruktur2018![]() 2017![]() Sachanlagen unverändert, at-Equity-Beteiligungen deutlich gestiegenDas Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen ist im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 115,8 Mio. € auf 4,22 Mrd. € gestiegen (31. Dezember 2017: 4,11 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen blieb mit 3,53 Mrd. € (31. Dezember 2018: 3,50 Mrd. €) annähernd konstant. Die Abschreibungen beliefen sich auf 540,4 Mio. € und reduzierten im Wesentlichen das Sachanlagevermögen. Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 460,9 Mio. € (2017: 326,8 Mio. €) gestiegen. Sie verteilten sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen. Dabei fielen über die Hälfte der Investitionen im Ausland an. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 84 Mio. € erhöht. Ein positives Equity-Ergebnis von 99,9 Mio. € sowie Ausschüttungen in Höhe von 23,1 Mio. € von unserer at-Equity-Beteiligung Siltronic erhöhten in Summe die at-Equity-Beteiligungen. Weitere Bewertungseffekte führten ebenfalls zu einem Anstieg. Der Bilanzwert stieg in Summe von 564,6 Mio. € auf 658,3 Mio. €. Langfristige Vermögenswerte und WertpapiereDie sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2018 auf 639,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 605,3 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahresende um sechs Prozent gestiegen. WACKER hat die Anlage in langfristige Wertpapiere von 42,1 Mio. € auf 4,4 Mio. € reduziert. Deutlich gestiegen sind die aktiven latenten Steuern von 452,6 Mio. € auf 520,9 Mio. €. Hier wirkt sich der Anstieg der Pensionsrückstellungen aus. Working Capital steigt um vier ProzentDie kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 2,26 Mrd. € (31. Dezember 2017: 2,12 Mrd. €). Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf den strategischen Vorratsaufbau im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Die Vorräte erhöhten sich um 29 Prozent von 783,6 Mio. € auf 1,01 Mrd. €. Gegenläufig entwickelte sich die kurzfristige Liquidität aus Wertpapieren und Zahlungsmitteln, die um 24 Prozent auf 383,1 Mio. € zurückging (31. Dezember 2017: 505,1 Mio. €). Das Working Capital stieg zum 31. Dezember 2018 um vier Prozent. Es belief sich auf 1,22 Mrd. € (31. Dezember 2017: 1,17 Mrd. €). Neben dem Vorratsaufbau um 29 Prozent und einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um vier Prozent erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 75 Prozent. Begründet ist dies durch ein höheres Geschäftsvolumen und gestiegene Investitionsausgaben zum Jahresende. Außerdem wirkten sich Umkehreffekte aus vorfälligen Zahlungen zum Jahresende 2017 aus. Währungseffekte haben das Working Capital nur geringfügig beeinflusst. B.30 Working Capital
Liquidität sinkt um 29 ProzentEin wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2018 auf 42,0 Mio. € (31. Dezember 2017: 218,2 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in kurzfristigen Rentenpapieren angelegt, die zum Jahresende ausliefen. Dadurch erhöhten sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2018 auf 341,1 Mio. € (31. Dezember 2017: 286,9 Mio. €). Insgesamt gingen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit um 29 Prozent auf 387,5 Mio. € zurück (31. Dezember 2017: 547,2 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 223,6 Mio. € und die Auszahlung der variablen Vergütung im 2. Quartal 2018 führten zu einem Rückgang der liquiden Mittel. Kosten aus dem Stillstand der Produktionsanlagen in Charleston in den ersten Monaten des Jahres 2018 und der schrittweise Hochlauf der Produktionsanlagen führten zu Mittelabflüssen. Auf Grund der im Jahr 2018 nicht erhaltenen Versicherungsleistungen konnten diese nicht ausgeglichen werden. Die Vorauszahlung der Versicherung in Höhe von 100 Mio. us-$ wurde gegen die Ansprüche aus dem Sachschaden verrechnet. Hohe Steuervorauszahlungen reduzierten die Liquidität ebenfalls. WACKER bilanziert Ertragsteuerforderungen in Höhe von 64,0 Mio. € in den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten (31. Dezember 2017: 13,9 Mio. €). B.31 Bilanzentwicklung Passiva
Eigenkapitalquote liegt bei 44,2 ProzentDas Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben. Es belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 3,15 Mrd. € (31. Dezember 2017: 3,17 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 44,2 Prozent (31. Dezember 2017: 46,4 Prozent). Das Jahresergebnis erhöhte die Gewinnrücklagen um 260,1 Mio. €. Im Vorjahr enthielt das Eigenkapital das hohe Jahresergebnis von 884,8 Mio. €, das durch den Gewinn aus dem Abgang der Siltronic AG beeinflusst wurde. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 223,6 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Rückgang der übrigen Eigenkapitalposten um 112,6 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 64,3 Mio. € positiv beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 58,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 50,1 Mio. €). Schulden steigen durch höhere Pensionsrückstellungen und höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 306,8 Mio. € gestiegen. Das ist ein Anstieg um acht Prozent auf 3,97 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen sind 176,7 Mio. € höher als im Vorjahr und belaufen sich auf 1,80 Mrd. €. Durch den Rückgang der verwendeten Diskontierungssätze erhöhten sich die Pensionsrückstellungen um 67,6 Mio. €. Ferner wurde eine Anpassung versicherungsmathematischer Annahmen im Bereich der Sterbetafeln in Deutschland durchgeführt. Die neuen Heubeck-Tafeln 2018G wurden übernommen und führten zu einem Anstieg der Pensionsrückstellungen in Höhe von 62,6 Mio. €. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 1,98 Prozent (31. Dezember 2017: 2,09 Prozent) und in den USA 4,12 Prozent (31. Dezember 2017: 3,50 Prozent). Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe niedriger und liegen bei 74,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 117,3 Mio. €). Der Grund dafür liegt in der Veränderung der langfristigen erhaltenen Anzahlungen, die jetzt im kurzfristigen Bereich ausgewiesen werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich an auf 470,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 268,5 Mio. €). Begründet ist dies durch ein höheres Geschäftsvolumen und gestiegene Investitionsausgaben zum Jahresende. Außerdem wirkten sich Umkehreffekte aus vorfälligen Zahlungen zum Jahresende 2017 aus. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 14 Prozent auf 327,7 Mio. € (31. Dezember 2017: 379,6 Mio. €) zurückgegangen. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 71,7 Mio. € (31. Dezember 2016: 61,8 Mio. €). Die kurzfristigen Ertragsteuerrückstellungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr zum einen auf Grund von Zahlungen, zum anderen auf Grund von Umgliederungen in die sonstigen Rückstellungen. Rückstellungen für steuerliche Nebenleistungen wie den Zinsaufwand sind umgegliedert worden. Sie sanken von 71,1 Mio. € auf 21,7 Mio. €. Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und erfolgsabhängige Vergütungen, sind zum Bilanzstichtag in Summe um acht Prozent zurückgegangen. Finanzierungsverbindlichkeiten bleiben annähernd konstantDie lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Geschäftsjahresende um 4,4 Mio. € auf 997,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 1,0 Mrd. €) zurückgegangen. Währungseffekte beeinflussten die Finanzierungsverbindlichkeiten nur unwesentlich. WACKER hat im 1. Quartal 2018 vorzeitig Darlehen über 250 Mio. US-$ zurückgeführt. Gleichzeitig wurde ein Schuldscheindarlehen über 300 Mio. € zu günstigen Konditionen aufgenommen. Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. WACKER weist Finanzierungsverbindlichkeiten im Wesentlichen in Euro und in US-Dollar aus. In geringerem Umfang wurden Finanzierungsverbindlichkeiten in chinesischen Renminbi aufgenommen. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst. Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 14 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 11 im Konzernanhang. Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle FinanzierungsinstrumenteEin bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, sind der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 16 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente. FinanzlageGrundsätze und Ziele unseres FinanzmanagementsWichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt. WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cashmanagement-Systeme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente. Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2018Im Januar 2018 ist ein Ende 2017 abgeschlossenes Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € ausgezahlt worden. 150 Mio. € davon haben eine Laufzeit von fünf Jahren, die anderen 150 Mio. € haben eine Laufzeit von sieben Jahren. WACKER hat im 1. Quartal 2018 Bankkredite in Höhe von 250 Mio. US-$ vorzeitig zurückgezahlt, die im Jahr 2016 abgeschlossen wurden. Außerdem hat WACKER die erste planmäßig vereinbarte Tranche aus dem im Jahr 2013 abgeschlossenen Private Placement in Höhe von 70 Mio. US-$ zurückgeführt. Ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 50 Mio. € wurde refinanziert. Die Finanzierungen des WACKER-Konzerns beinhalten marktübliche Kreditklauseln. Die wesentlichen Kredite unterliegen Financial Covenants (Verhältnis Net Debt /EBITDA und Maximalverschuldung aller Konzerngesellschaften). FinanzierungsanalyseEin wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Netto-Cashflow aus fortgeführten AktivitätenDas langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2018 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 124,7 Mio. € (2017: 358,1 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen im Wesentlichen durch den operativen Cashflow gedeckt werden. B.32 Netto-Cashflow
Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inkl. Finanzierungsleasing. B.33 Netto-Cashflow - fortgeführte Aktivitäten![]() Brutto-Cashflow aus fortgeführten AktivitätenDer Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf 509,6 Mio. € (2017: 613,0 Mio. €). Dem leicht gestiegenen Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von 260,1 Mio. € (2017: 250,1 Mio. €) stehen höhere Auszahlungen aus dem Working Capital von 182,7 Mio. € (2017: 124,1 Mio. €) sowie höhere Steuerzahlungen von 152,0 Mio. € (2017: 92,8 Mio. €) gegenüber. Das im Periodenergebnis enthaltene Equity-Ergebnis von 131,7 Mio. € (2017: 42,0 Mio. €) reduzierte den Brutto-Cashflow. Die Dividendenzahlung der Siltronic AG von 23,1 Mio. € erhöhte den Brutto-Cashflow. Der geringere Abbau von erhaltenen Anzahlungen von 38,5 Mio. € (2017: 70,1 Mio. €) wirkte sich positiv auf den Brutto-Cashflow aus. Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 540,4 Mio. € waren geringer als im Vorjahr (2017: 590,4 Mio. €). B.34 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - fortgeführte Aktivitäten![]() Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit aus fortgeführten AktivitätenDer Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2018 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -408,8 Mio. € deutlich über denen des Vorjahres (-328,2 Mio. €). Grund für den Anstieg ist, dass im Jahr 2018 wie geplant verschiedene Standorte, insbesondere in den Chemiebereichen, ausgebaut wurden. Die Vorbereitungen dazu sind im Jahr 2017 getroffen worden. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat WACKER im Ausland getätigt. Für die Akquisition eines Standortes zur Produktion von Biopharmazeutika in Amsterdam zahlte der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS 21,0 Mio. €. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2018 auf -423,4 Mio. € (Vorjahr -325,0 Mio. €). Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit -Veräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten im VorjahrIm Vorjahr führten Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG und der Abgabe der Mehrheit zu einem Veräußerungserlös in Höhe von 353,2 Mio. € nach Transaktionskosten. Der Liquiditätsabgang auf Grund der Entkonsolidierung von Siltronic in Höhe von 161,4 Mio. € führte zu einem Netto-Mittelzufluss aus dem Verkauf in Höhe von 191,8 Mio. €. B.35 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - fortgeführte Aktivitäten![]() B.36 Nettofinanzschulden![]() Cashflow aus FinanzierungstätigkeitDer Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf -240,5 Mio. € (2017: -333,1 Mio. €). Er zeigt die Refinanzierung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten. Im Wesentlichen führte die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG im 2. Quartal 2018 in Höhe von 223,6 Mio. € zu Mittelabflüssen. Im Vorjahr wurden Finanzschulden getilgt und mit der Veräußerung von sechs Prozent der Eigentumsanteile an der Siltronic AG sind uns Mittel in Höhe von 87,6 Mio. € zugeflossen. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDer Finanzmittelbestand stieg an auf 341,1 Mio. € (2017: 286,9 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln sowie lang- und kurzfristigen Wertpapieren reduzierte sich jedoch von 547,2 Mio. € auf 387,5 Mio. €. Nettofinanzschulden steigenDie Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2018 auf 609,7 Mio. € (31. Dezember 2017: 454,4 Mio. €). Das sind 34 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der geringere Netto-Cashflow und die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG haben die Liquidität bei gleichbleibenden Finanzierungsverbindlichkeiten verringert. Währungseffekte hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Nettofinanzschulden. Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene syndizierte Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von 600 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein. RatingWACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht. Vorschlag zur GewinnverwendungDie Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2018 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.482,3 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,50 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2018 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 124,2 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2018 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,1 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den VorstandDeutlich gestiegene Absatzmengen in den drei Chemiebereichen sowie deutlich rückläufige Absatzmengen bei niedrigeren Durchschnittspreisen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und insgesamt deutlich höhere Rohstoffkosten haben das operative Geschäft von WACKER im Jahr 2018 bestimmt. Beim Umsatz hat WACKER sein Prognoseziel erreicht, bei EBITDA, der EBITDA-Marge und beim ROCE sind wir auf Grund noch nicht erhaltener Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall am Standort Charleston unter unserer Prognose geblieben. Im Chemiegeschäft sind die Umsätze vor allem dank Mengenzuwächsen bei hoher Auslastung weiter gestiegen. Auch insgesamt höhere Preise haben zu dem Umsatzwachstum beigetragen. Auf das Ergebnis haben sich höhere Rohstoffkosten sowie Währungseffekte negativ ausgewirkt. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben rückläufige Absatzmengen und niedrigere Durchschnittspreise unser Geschäft belastet. Zusätzlich haben sich die Kürzung der Einspeisevergütungen für Solaranlagen und die Begrenzung beim Zubau von Solaranlagen in China negativ ausgewirkt. Auch die Kosten der Betriebsunterbrechung sowie die Hochlaufkosten bei der Wiederaufnahme der Produktion in Charleston haben das Ergebnis beeinflusst. Der Personalaufwand ist in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz leicht gestiegen. Die Rohstoffkosten haben sich gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich erhöht. Der Aufwand für Energie liegt leicht unter dem Vorjahr. Die Abschreibungen sind wie angekündigt leicht zurückgegangen - absolut wie auch im Verhältnis zum Umsatz. Das Konzerneigenkapital ist mit 3,15 Mrd. € gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 23,8 Mio. € zurückgegangen. Im Wesentlichen dafür verantwortlich sind versicherungsmathematische Verluste bei den Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 44,2 Prozent. Die Nettofinanzschulden des Konzerns haben sich erhöht. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2018 auf 609,7 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr wie geplant erhöht. Mit 460,9 Mio. € lagen sie aber unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow ist deutlich positiv, aber mit 124,7 Mio. € deutlich unter Vorjahr. Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und MarketingIn diesem Abschnitt liefern wir Informationen über die Themen Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing, die für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen. Forschung und EntwicklungMit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:
Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,3 Prozent (2017: 3,1 Prozent) leicht über dem Vorjahr. B.37 Ausgaben für Forschung und Entwicklung
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Ab 2016 Umgliederung von Vertriebskosten in
den Forschungsaufwand Im Geschäftsjahr 2018 haben wir 87 Erfindungen zum Patent angemeldet (2017: 88). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 3.900 aktive Patente sowie 1.700 laufende Patentanmeldungen. F & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir nur in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich. Wir haben unter anderem in neue F & E-Labore, Pilotreaktoren und Laborausstattung investiert. Beispiele sind ein Scale-up-Labor in Burghausen und die Laborraumerweiterung von WACKER Polymers in Korea. Weitere Investitionen gingen in Mess- und Analysegeräte an deutschen Standorten und bei Tochtergesellschaften im Ausland. B.38 Investitionen in F & E-Einrichtungen![]() Ein Großteil unserer F & E-Kosten entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 270 Projekten, davon betreffen 14 Prozent strategische Schlüsselprojekte. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energiegewinnung und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin/ Health Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie. B.39 Struktur der F & E-Aufwendungen 2018![]() Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. In diesem Programm bearbeiten wir rund fünf Prozent unserer Projekte. Im Jahr 2018 haben wir im Rahmen dieser Initiative ein Projekt im Bereich Gebäudeisolierung gestartet. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf der Weiterentwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei EbenenWACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Managementprozess konzernweit transparent dar. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition systematisch bewerten. Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und ForschungseinrichtungenUnsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2018 arbeitete WACKER bei rund 45 Forschungsvorhaben mit 40 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Prozesssimulation sowie Prozessentwicklung. WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2018 haben wir rund 160 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 50 internationalen Hochschulen betreut. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern. Forschungsarbeit bei WACKERDie zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Außerdem erschließt sie neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte, Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Laboren sowie Produktions- und Pilotanlagen und begleiten Applikationsversuche bei Kunden. In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2018 bei WACKER 728 Mitarbeiter beschäftigt (2017: 728). Dies entspricht 5,0 Prozent der Mitarbeiter im Konzern (2017: 5,3 Prozent). Davon arbeiteten 575 Mitarbeiter bei der Forschung und Entwicklung in Deutschland und 153 im Ausland. Alexander Wacker InnovationspreisDen mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 abwechselnd in den Kategorien Produkt- und Prozessinnovation sowie Grundlagenforschung. Im Jahr 2018 sind zwei Chemiker aus Burghausen in der Kategorie Produktinnovation ausgezeichnet worden. Sie haben Bindemittel entwickelt, mit denen besonders leistungsfähige Kleb- und Dichtstoffe, Holzlacke und Beschichtungsmittel hergestellt werden können. Einsatzgebiete sind unter anderem Parkettkleber, Fugenmörtel, Rissvergussmassen, Anstrichmittel, Fliesenkleber oder abriebfeste Beschichtungen für Betonböden, die unter dem Markennamen GENIOSIL(r)STP-E vertrieben werden. Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und EntwicklungEin Schwerpunkt unserer Grundlagenforschung ist die Chemie des niedervalenten Siliciums zur mittel- bis langfristigen industriellen Nutzung, beispielsweise in der Katalyse. Dabei kooperieren wir eng mit dem Institut für Siliciumchemie der Technischen Universität München. Ziel unserer Forschung zu Lithium-Ionen-Batterien ist es, hochkapazitive, auf Silicium basierende Anodenmaterialien zu entwickeln, um die Kapazität und Energiedichte von Lithium-Ionen-Zellen signifikant zu steigern. Industriell gefertigte Testzellen zeigen abhängig vom Zellformat eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität als graphitbasierte Referenzzellen. Entsprechende Entwicklungsprodukte befinden sich bei namhaften Zellherstellern in der Evaluierung. B.40 Organisation von Forschung und Entwicklung![]() Ein weiterer Forschungsschwerpunkt sind unsere Arbeiten an ESETEC(r)2.0, einem mikrobiellen Produktionssystem für die Biopharmazeutika-Klasse der Antikörperfragmente. WACKER entwickelt eine neue Generation von ESETEC(r)-Stämmen, die bei der Kontrolle von Proteinproduktion, -faltung und -freisetzung flexibler für neue Pharmaproteinklassen sind. Ein neues Konzept der ESETEC(r)3.0-Stämme wird ermöglichen, die Freisetzung eines Proteins gezielt zum idealen Zeitpunkt im Prozess zu induzieren. Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren GeschäftsbereichenDie Forscher von WACKER SILICONES haben Mehrlagensysteme unserer ultrapräzisen Siliconfolien weiterentwickelt: B.41 Wichtige Produkteinführungen 2018
Mit neuen Silicon-Elektrodenmaterialien haben wir Mehrlagenstapel hergestellt; diese können als Aktoren eingesetzt werden, um elektrische Signale z. B. in mechanische Bewegung umzusetzen. Wir haben selbsthaftende Elastomere entwickelt, die schon bei niedrigen Temperaturen auf verschiedenen Substraten gut haften. Neue Klebertypen auf Basis unserer hochreaktiven, silanterminierten Polymere weisen in Kombination mit Siliconharzen eine hervorragende Bindekraft auf. Wir arbeiten an Prinzipien zum kontrollierten Auslass von Wirkstoffen aus siliconhaltigen Netzwerkstrukturen, die z. B. in Wund- und Medizintechniken eingesetzt werden. Unsere sphärischen Siliconharzpartikel stellen eine neue Plattform für vielfältige Anwendungen z. B. in Kosmetikprodukten dar. Ein Schwerpunkt unserer Forschung bleiben Kompositmaterialien, also Verbundwerkstoffe aus Siliconharzen und natürlichen Füllstoffen bzw. hochfesten Fasern. Sie werden z. B. als Kunststein oder als Strukturbauteil in der Bau-, Energie- und Automobilindustrie eingesetzt. WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf funktionelle polymere Bindemittel, die unter anderem in der Baubranche eingesetzt werden. Wir verbessern fortlaufend Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind. Einen Fokus setzen wir auf nachwachsende Rohstoffe. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen veredelte Dispersionsfarben, Kleb- und zementäre Baustoffe hergestellt werden. Die Forschung von WACKER BIOSOLUTIONS stärkt die biotechnologische Kompetenz dieses Geschäftsbereichs. Wir arbeiten an Produktionsverfahren und Technologien, um hochwertige, bioaktive Substanzen zum Einsatz in der Nahrungsmittelbranche und als Nahrungsergänzungsmittel herzustellen. Wir entwickeln unsere Produktionsplattform ESETEC(r), um die Produktion auch schwierig zugänglicher pharmazeutisch aktiver Proteine zu ermöglichen. Bei Cyclodextrinen entwickeln wir Anwendungen im Pharma- und Agrobereich sowie für industrielle Anwendungen. Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht enorme Fortschritte über alle Schritte der Wertschöpfungskette. Parallel steigt der Zellwirkungsgrad kontinuierlich. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie es von WACKER POLYSILICON produziert wird. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaic (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von fast 22 Prozent aus. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 22 bis 24 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus. MitarbeiterBelegschaft gewachsenDie Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2018 um 5,3 Prozent erhöht. Wesentlich für den Zuwachs sind die gute Auslastung unserer Produktionsanlagen sowie die Integration des neuen Standorts von WACKER BIOSOLUTIONS in Amsterdam, Niederlande. In Deutschland arbeiten 70,8 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 29,2 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt. B.42 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (49,4 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (11,8 Prozent). B.43 Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 1.231,5 Mio. € gestiegen. B.44 Personalaufwand
Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 244,9 Mio. € (2017: 241,6 Mio. €). Gründe für den Anstieg sind die höhere Beschäftigtenzahl und die Tarifsteigerung. Entsprechend dem Tarifvertrag von IG BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom September 2018 stiegen die Tarifentgelte zum 01. November 2018 um 3,6 Prozent. Das Urlaubsgeld wird 2019 von 614 € auf 1.200 € pro Jahr erhöht. Die Vergütung der Auszubildenden wuchs für die ersten beiden Lehrjahre um 9,0 Prozent und für die Lehrjahre drei und vier um 6,0 Prozent. Zum fixen Grundgehalt erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute und ist an die Erreichung von Unternehmenszielen gebunden. Die Summe der im Jahr 2018 ausgezahlten variablen Entgeltkomponenten betrug konzernweit 81,1 Mio. €. Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.800 Mitglieder und leistet an rund 8.400 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 650 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung. Einkauf und LogistikDas Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2018 auf 3,6 Mrd. € (2017: 3,2 Mrd. €) gestiegen. Die wichtigsten Gründe dafür waren das deutliche Wachstum der Produktionsmengen, Preissteigerungen für Rohstoffe und Energie sowie höhere Investitionen in Produktionsanlagen. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 73 Prozent über dem Vorjahresniveau (2017: 62 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb stabil bei rund 11.000 (2017: 11.500). Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 2,1 Mrd. € (2017: 1,87 Mrd. €) elf Prozent über dem Vorjahr. Die Mengen sind gegenüber dem Vorjahr im niedriegen einstelligen Prozentbereich gestiegen. Nach Jahren sinkender Marktpreise steigen die Preise für viele petrochemische Erzeugnisse und Metalle seit 2017 deutlich. Auch im Jahr 2018 haben sich die Preiserhöhungen für Kohle und Öl weiter fortgesetzt. Das hat sich preistreibend auf den Einkauf von Strom, Erdgas sowie viele Rohstoffe ausgewirkt. Zusätzlich haben die von chinesischen Behörden durchgeführten Umwelt-Audits bei Rohstoffunternehmen und Produktionsausfälle bei Essigsäure die Preisentwicklung einiger wichtiger Rohstoffe für WACKER beeinflusst und zusätzliche Preiserhöhungen bewirkt. Preistreibend ausgewirkt hat sich außerdem die Verteuerung der CO2-Zertifikate in der Europäischen Union. B.45 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)
Transportvolumen hat sich deutlich erhöhtDas Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Global hat WACKER 2,3 Mio. Tonnen (2017: 2,2 Mio. Tonnen) Fertig- und Halbfertigprodukte versandt. Burghausen als größte Logistikdrehscheibe des Konzerns erhöhte das Versandvolumen auf rund 920.000 Tonnen (2017: 894.000 Tonnen). Insgesamt wurde das Volumen über 45.000 LKW-Ladungen und 16.000 Übersee-Container abgewickelt. Die zunehmende weltweite Vernetzung der Lieferströme unterstützen wir mit digitalen Systemen. Mit Hilfe von logistischen Nachverfolgungssystemen können wir unsere Lieferungen zunehmend in Echtzeit verfolgen und bei Problemen zeitnah reagieren. ProduktionDie Produktionsmengen sind im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Die Produktionskosten haben sich dagegen um 3,1 Prozent verringert. Insgesamt lag die Produktionsauslastung in den Chemiebereichen bei rund 90 Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir auch auf Grund des Stillstands in Charleston weniger Mengen verkauft als ein Jahr zuvor. Der Produktionsstandort Charleston hat im Mai 2018 seine Produktion wieder aufgenommen. B.46 Produktionsauslastung 2018
Im Geschäftsjahr 2018 betrugen die Investitionen 460,9 Mio. € (2017: 326,8 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 480 Mio. €. B.47 Wichtige Inbetriebnahmen
Schwerpunkte des ProduktivitätsprogrammsMit dem kontinuierlichen Programm "Wacker Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2018 haben wir rund 600 Projekte bearbeitet, davon entfielen rund 400 auf Maßnahmen im operativen Geschäft. Die Schwerpunkte lagen dabei auf der Verbesserung der Rohstoffausbeuten und der spezifischen Energieverbräuche. Die WOS-Academy hat in zwölf Schulungen rund 100 Mitarbeiter in der Anwendung von Produktivitätsmethoden wie Six Sigma und LEAN ausgebildet. Vertrieb und MarketingDie Nachfrage nach Chemieprodukten von WACKER war im Geschäftsjahr 2018 stark. Vor allem im Silicongeschäft waren wir bei einigen Produkten ausverkauft. Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER rund 36 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2018 rund 24 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaften. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes haben wir mit weiteren rund 8.000 aktiven Kundenbeziehungen erzielt, rund 23 Prozent mit Distributoren, von denen wir mit den 20 wichtigsten rund 50 Prozent des Distributionsumsatzes abwickeln. Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und die Produktwerbung von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2018 haben wir dafür 17,8 Mio. € (2017: 17,0 Mio. €) ausgegeben. B.48 Prozentualer Anteil der Marketingkosten![]() Auf 103 Messen weltweit präsentIm Jahr 2018 ist die weltweite Präsenz von WACKER auf Fachmessen nochmals gestiegen. Insgesamt waren wir auf 103 Messen (2017: 91 Messen) vertreten. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Allein im Jahr 2018 haben wir 40 Messen einer solchen Analyse unterzogen. B.49 Messen![]() Lagebericht der Wacker Chemie AG(Ergänzende Erläuterungen nach HGB)Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 54 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB. b.50 Gewinn- und Verlustrechnung
*
EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen
/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen. Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Ertragslage der Wacker Chemie AG war geprägt durch ein rückläufiges Betriebsergebnis. Während die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg verzeichnete, verringerte sich das Betriebsergebnis hauptsächlich auf Grund von höheren Materialaufwendungen. Das Beteiligungsergebnis war geprägt von Zuschreibungen auf Anteile an Tochtergesellschaften in China. Der Jahresüberschuss verringerte sich insgesamt von 358,0 Mio. € auf 203,3 Mio. €. Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen leichten Anstieg von 0,3 Prozent auf 3,87 Mrd. € (2017: 3,86 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz um 16 Prozent auf 1,88 Mrd. € (2017: 1,62 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte einen Umsatzanstieg von knapp vier Prozent auf 802,1 Mio. € (2017: 775,1 Mio. €) erzielen. Rückläufig war der Umsatz des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON. Er verringerte sich um 27 Prozent auf 825,0 Mio. € (2017: 1,13 Mrd. €). Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte seinen Umsatz auf 153,0 Mio. € (2017: 139,4 Mio. €). Das ist ein Plus von zehn Prozent. Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2018 auf 2,09 Mrd. € (2017: 1,96 Mrd. €). Das resultiert vor allem aus einem Anstieg der Bezugspreise und der Mengen bei den strategischen Rohstoffen. Die Tendenz steigender Preise setzte sich bei Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer fort. Auch Siliciummetall verteuerte sich im Geschäftsjahr 2018 deutlich. Auch die Aufwendungen für Energie haben sich erhöht. Die Produktion im Werk Charleston der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C. wurde wieder aufgenommen. Die Kosten für das Hochfahren der Produktionsanlagen belasteten auf Grund der Auftragsfertigung das Ergebnis der Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2018. Der Produktionsausfall ist versichert. In den Bezugskosten für Polysilicium wurden die künftigen Erträge aus Versicherungserstattungen noch nicht berücksichtigt. Insgesamt erhöhte sich die Materialeinsatzquote auf 52,5 Prozent (2017: 49,9 Prozent). Der Personalaufwand bewegte sich mit 908,2 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (2017: 901,7 Mio. €). Erhöhungen aus Tarifabschlüssen werden durch einen geringer ausfallenden variablen Vergütungsbestandteil, der im Jahr 2019 zur Auszahlung kommt, nahezu ausgeglichen. Zum 31. Dezember 2018 beschäftigte die Wacker Chemie AG 10.033 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2017: 9.740). Die Personalaufwandsquote blieb mit 22,9 Prozent (2017: 23,0 Prozent) auf gleichem Niveau. Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 238,9 Mio. € (2017: 269,2 Mio. €). Das ist ein Minus von elf Prozent. Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und sonstigem betrieblichen Aufwand, hat sich um 45,1 Mio. € auf -623,8 Mio. € (2017: -578,7 Mio. €) reduziert. Im sonstigen betrieblichen Ertrag konnten auslaufende Kostenerstattungen durch die teilweise Vereinnahmung einer Ausgleichszahlung, die im Geschäftsjahr 2014 von der Siltronic AG für die Übernahme von Mitarbeitern geleistet wurde, kompensiert werden. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Insbesondere die Aufwendungen für Instandhaltung und IT-Dienstleistungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018. Das Währungsergebnis verbesserte sich um 3,5 Mio. € auf -5,1 Mio. € (2017: -8,6 Mio. €). Das Betriebsergebnis belief sich auf 114,3 Mio. € und lag damit unter dem Vorjahreswert von 219,3 Mio. €. Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Diese lagen mit 66,6 Mio. € über dem Vorjahreswert von 43,3 Mio. €. Darin sind erstmals auch Dividenden von der Siltronic AG enthalten. Im Geschäftsjahr 2018 prägten Zuschreibungen von insgesamt 176,7 Mio. € auf die Beteiligungsansätze der Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur und Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Ltd., Singapur sowie der Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China das Beteiligungsergebnis. Gründe sind die verbesserte Marktlage und eine geänderte Verrechnungspreispolitik zwischen den chinesischen WACKER-Gesellschaften und den beiden Joint-Venture-Gesellschaften. Im Vorjahr entstanden Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 258,1 Mio. €. Diese resultierten aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG. Das Zinsergebnis ging weiter zurück und betrug -75,8 Mio. € (2017: -36,9 Mio. €). Dabei wirkte sich vor allem der Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen mit 84,0 Mio. € (2017: 63,9 Mio. €) aus. Zudem führte die unterjährige Rückführung der Ausleihung an die Tochtergesellschaft Wacker Chemical Corp., Adrian/ Michigan, USA, zu geringeren Zinserträgen im Vergleich zum Vorjahr. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich auf 72,9 Mio. € (2017: 113,8 Mio. €). Er enthält neben den laufenden Steueraufwendungen der Wacker Chemie AG auch Steueraufwendungen für inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Der Jahresüberschuss betrug 203,3 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2018 ergibt sich nach Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 223,6 Mio. €. Er beläuft sich auf insgesamt 1,48 Mrd. € (2017: 1,50 Mrd. €). Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent angestiegen. Sie beläuft sich auf 5,34 Mrd. € (31. Dezember 2017: 5,07 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte. B.51 Bilanz
Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2018 von 3,58 Mrd. € auf 3,71 Mrd. €. Das Sachanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, da die Abschreibungen in Höhe von 231,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 263,4 Mio. €) die Investitionen in Höhe von 213,8 Mio. € (31. Dezember 2017: 159,1 Mio. €) überstiegen. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich von 2,53 Mrd. € auf 2,69 Mrd. €. Das resultiert aus Zuschreibungen der Beteiligungsbuchwerte der WACKER-Gesellschaften in China in Höhe von insgesamt 176,7 Mio. €. Gegenläufig wirkt die Rückführung von langfristig angelegtem Fondsvermögen. Damit beträgt das Fondsvermögen zum Stichtag 5,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 104,8 Mio. €). Insgesamt belief sich das Anlagevermögen auf 69 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 71 Prozent. Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Er belief sich auf 624,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 481,9 Mio. €). Das entspricht einem Anstieg von 30 Prozent. Dies ist auf die hohe Auslastung der Produktionsanlagen bei gleichzeitig höheren Rohstoffkosten und den strategischen Lageraufbau im Geschäftsbereich Wacker Polysilicon zurückzuführen. Zudem stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen leicht an von 393,2 Mio. € auf 397,2 Mio. €. Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 26 Prozent und beliefen sich zum Stichtag auf 300,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 238,8 Mio. €). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 189,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 141,0 Mio. €). Zum 31. Dezember 2018 verfügte die Wacker Chemie AG über 40,7 Mio. € an Termingeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 266,5 Mio. € (31. Dezember 2017: 216,4 Mio. €). Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,89 Mrd. € (31. Dezember 2017: 2,91 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 54,0 Prozent (31. Dezember 2017: 57,4 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017 eine Dividende in Höhe von 223,6 Mio. € auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.278,8 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2018 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2018 in Höhe von 203,3 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.482,1 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 59,1 Mio. € auf 821,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 762,5 Mio. €). Auch die anderen Rückstellungen, bestehend aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018 und betrugen 458,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 439,0 Mio. €). Im Verhältnis zur gestiegenen Bilanzsumme bildeten die Rückstellungen wie im Vorjahr 24 Prozent der Bilanzsumme ab. Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 634,1 Mio. € (31. Dezember 2017: 496,6 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 28 Prozent. Er ist im Wesentlichen bedingt durch die Aufnahme von Bankdarlehen. Zum Stichtag belaufen sich die Kreditaufnahmen bei Banken auf 583,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 298,0 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen um 150,6 Mio. € zurück und beliefen sich auf 46,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 197,2 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme erhöhte sich insgesamt auf zwölf Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2017: zehn Prozent). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 132,5 Mio. € auf 268,7 Mio. € (31. Dezember 2017: 136,2 Mio. €). Hier haben sich das höhere Geschäftsvolumen, gestiegene Investitionsausgaben zum Jahresende und Umkehreffekte aus vorfälligen Zahlungen aus 2017 ausgewirkt. Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 251,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 289,4 Mio. €). Hier wirkte sich im Wesentlichen der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen aus. Diese verminderten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 um 38,7 Mio. € auf 131,8 Mio. € (31. Dezember 2017: 170,5 Mio. €). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 21,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 37,3 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern. Der Posten konnte im Geschäftsjahr 2018 teilweise aufgelöst werden, da das Mitarbeiterübernahmeprogramm seitens Siltronic AG beendet wurde. Der noch bestehende Posten wird über die verbleibende Unternehmenszugehörigkeit der übergetretenen Mitarbeiter aufgelöst. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr von 106,1 Mio. € auf 129,8 Mio. € angestiegen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug 662,7 Mio. €. Der Großteil davon diente der verbesserten Eigenkapitalausstattung der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C., die damit ihrerseits ein langfristiges Finanzierungsdarlehen an die Wacker Chemie AG zurückführte. Daneben wurde der Ausbau von Produktionskapazitäten in den Tochtergesellschaften Wacker Chemicals Norway AS, Holla, und Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, weiter mit Kapitalerhöhungen über eine Zwischenholding finanziert. Gegenläufig wirkten die Einlagenrückführung aus dem WMM Universal Fonds und der Abbau des Bestands an Termingeldern. Im Vorjahr erzielte die Wacker Chemie AG einen Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit von 42,6 Mio. €. Darin wirkte sich vor allem der Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG in Höhe von 438,2 Mio. € aus. Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung von Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Termingelder) ging im abgelaufenen Geschäftsjahr damit deutlich zurück. Er belief sich auf -729,0 Mio. € (2017: 375,2 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist demgegenüber deutlich positiv und belief sich auf 582,9 Mio. € (2017: -17,9 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2018 wurden im Wesentlichen Mittel zurückgeführt, die im Rahmen der konzerninternen Finanzierung an die Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L.L.C. ausgegeben wurden. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2018 per saldo Bankverbindlichkeiten in Höhe von 285,9 Mio. € aufgenommen, nachdem im Vorjahr 241,9 Mio. € getilgt wurden. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2018 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -223,6 Mio. €. Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des WMM Universal Fonds und des Kassen- und Bankguthabens, hat sich zum 31. Dezember 2018 von 476,2 Mio. € auf 313,1 Mio. € deutlich verringert. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten beträgt damit -270,8 Mio. € (2017: Nettofinanzforderungen in Höhe von 178,2 Mio. €). Risiken und ChancenDie Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. → Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem". AusblickDie wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2019 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird. Wir gehen davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen positiven Jahresüberschuss unter dem Niveau des Vorjahres. VeröffentlichungDer von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. → www.wacker.com RisikoberichtBeschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-ManagementGanzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-ManagementDas Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen. Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert. Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell. → Siehe Grafik B.52 auf Seite 82 Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten. Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der Steuerabteilung und Kontrollen der steuerlichen Vorprozesse tragen dazu bei, entsprechende Risiken zu minimieren. Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption. RisikosteuerungWACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:
Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand. Organisation und Instrumente des RisikomanagementsystemsDas konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:
B.52 "Three Lines of Defense"-Modell![]() RisikoidentifikationRisiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds. Bewertung, Quantifizierung und Management von RisikenIdentifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab. Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht. Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern. Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes KontrollsystemDas interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden. Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu. B.53 Risikomanagementsystem![]() Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, werden die Daten konsolidiert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zu den Quartalen. Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden. Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer. Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert der Zentralbereich Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren. B.54 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)![]() Compliance-ManagementWACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität. Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen. Die weltweit 21 Compliance-Beauftragten des WACKER-Konzerns sitzen in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland, Norwegen sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Compliance-Themen in Ländern, die hier nicht genannt sind, werden vom Chief Compliance Officer mit Unterstützung des Zentralbereichs Recht von Deutschland aus bearbeitet. Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Im Jahr 2018 lag ein Schwerpunkt der Präsenzschulungen in den Ländern Indien, Libanon, Saudi-Arabien sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Neben unseren eigenen Mitarbeitern haben wir teilweise auch Beschäftigte unserer dortigen Distributoren geschult. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2018 nicht identifiziert. Interne RevisionDie interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert. Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Im Geschäftsjahr 2018 hat die Konzernrevision weltweit bei einer Reihe von Tochtergesellschaften und Standorten Audits durchgeführt. Dabei wurden die wesentlichen Geschäftsprozesse auf Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit der internen Kontrollsysteme überprüft. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bildeten Prüfungen im Bereich Informationstechnologie zur IT-Sicherheit, IT-Infrastruktur und Lizenznutzung. Darüber hinaus wurden ausgewählte Prozesse in weiteren Bereichen wie Logistik, Ingenieurtechnik, Personalwesen und Bilanzierung untersucht. Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben. Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Externe KontrolleExtern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat. Im Jahr 2018 wurde im Rahmen eines externen Audits überprüft, ob die Angemessenheit, Implementierung und die Wirksamkeit unseres internen Revisionssystems dem Standard 983 des Instituts der Wirtschaftsprüfer entspricht. Die Untersuchung hat ergeben, dass die Konzernrevision der Wacker Chemie AG die Anforderungen der Internationalen Grundlagen für die berufliche Praxis der Internen Revision (International Professional Practices Framework, IPPF) erfüllt. Zentrale RisikofelderDefinition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von RisikenWir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:
Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2019. Gesamtwirtschaftliche RisikenSzenario: Konjunktur schwächt sich ab. Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere speziische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still. B.55 Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2019
Einschätzung und Risikobewertung: Für das Jahr 2019 erwarten Wirtschaftsforscher, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird. Allerdings hat sich das Expansionstempo im Verlauf des Jahres 2018 spürbar verlangsamt. Gleichzeitig haben die Risiken für die Weltwirtschaft nach Einschätzung der Konjunkturexperten deutlich zugenommen. Grund dafür sind in erster Linie die handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen den USA auf der einen Seite sowie China und der Europäischen Union auf der anderen Seite. Weitere Risiken für die Konjunktur könnten sich aus einer zu schnellen Normalisierung der Geldpolitik der führenden Notenbanken sowie durch die Auswirkungen des Brexit ergeben. In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Regionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen. Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Entwicklungen beeinflussen die Rahmenbedingungen zusätzlich. Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der gestiegenen Risiken halten wir es allerdings für möglich, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2019 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER. Die Effekte aus dem Brexit hätten keine wesentliche direkte Auswirkung auf die Ertragslage von WACKER. Allerdings können sich indirekte Effekte über die Auswirkungen des Brexit auf den Handel und die Konjunktur ergeben. AbsatzmarktrisikenSzenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen. Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden. Einschätzung und Risikobewertung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2019 für unsere Produkte insgesamt gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Bei Siliconen ist die Nachfrage im Jahr 2018 stark gewachsen, die die Kapazitäten der Siliconhersteller nicht vollständig decken konnten. Begleitet wurde diese Entwicklung außerdem durch Kunden, die über ihren eigentlichen Bedarf hinaus Bestände aufgebaut haben. Für 2019 geht WACKER SILICONES davon aus, dass sich die Angebots- und Nachfragesituation im Verlauf des Jahres wieder normalisieren wird. Insgesamt rechnen wir nicht damit, dass es im Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Prognosezeitraum zu Überkapazitäten und sinkender Auslastung kommen könnte. Für unsere Polymerprodukte sehen wir Chancen, im Jahr 2019 höhere Preise zu erzielen. WACKER SILICONES rechnet für 2019 über die einzelnen Produktgruppen und Regionen hinweg mit einem uneinheitlichen Preisbild. Insgesamt halten wir es für möglich, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt. Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich. Szenario 2: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden und das Auslaufen von langfristigen Lieferverträgen. Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Das Auslaufen langfristiger Verträge sowie der Zubau neuer Kapazitäten von Wettbewerbern erhöhen das Auslastungsrisiko. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen. Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten. Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2019 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte eine Abschwächung der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich große Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein. BeschaffungsmarktrisikenSzenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Zollrisiken. Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben. Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Das beinhaltet auch Risiken aus Handelshemmnissen wie zunehmende Handelskonflikte oder durch den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. In ausgewählten Fällen sind wir teilweise rückwärtsintegriert und produzieren strategische Rohstoffe selbst. Unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla oder unsere eigene Vinylacetatproduktion in Burghausen verringern beispielsweise unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten. Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Durch die höheren Preise für Rohöl steigen auch die Preise für Rohstoffe, die aus Öl gewonnen werden, ebenso wie die Energiekosten. Darüber hinaus können die Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa und in die USA eingeführt wird. WACKER verwendet eine Reihe hoch spezialisierter Rohstoffe, für die es nur wenige Lieferanten gibt. Sollten diese Lieferanten ausfallen, könnte dies unsere Produktion einschränken. Wir minimieren dieses Risiko durch entsprechende Gegenmaßnahmen (zum Beispiel Zweitlieferanten, Sicherheitsbestände, vorsorgliche Definition von Ersatzprodukten). Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen. Insgesamt gehen wir im Jahr 2019 auf Grund der sich abschwächenden Wirtschaftsentwicklung von leicht rückläufigen Rohstoffkosten aus. Wir erwarten jedoch, dass diese Einsparungen teilweise durch höhere Stromkosten auf Grund eines knapperen Angebots durch Kraftwerkschließungen, hohe Preise für Kohle sowie höherer Preise für Erdgas kompensiert werden. Ein solches Szenario ist in unseren Planungen berücksichtigt. Dass es zu Produktionsausfällen bei unseren Rohstofflieferanten kommen kann, halten wir auf Grund von Erfahrungen für möglich. Die Auswirkungen eines solchen Engpasses bei den für uns wesentlichen Rohstoffen und von höher als geplant liegenden Stromkosten auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns lägen voraussichtlich im mittleren Bereich. InvestitionsrisikenSzenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen. Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 3 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. In diese Prüfung sind die Zentralbereiche einbezogen. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlagenprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen. Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2019 unter Vorjahr liegen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau unserer Produktionskapazitäten in den Chemiebereichen und dort insbesondere für Silicone. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko aus einer weiteren negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. Im Eintrittsfall lägen die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich. Produktions- und UmweltrisikenSzenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen. Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen. Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care(r)und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben. Finanzwirtschaftliche RisikenWACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. B.56 Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken
KreditrisikoSzenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften). Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir mit Banken, die in der Regel ein Mindestrating von A- der Ratingagentur Standard& Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb vorgegebener Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden. Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich. Währungs- und ZinsrisikenSzenario: Währungs- und Zinsschwankungen. Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden. Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes. Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht. Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäftes sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2019 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis. LiquiditätsrisikoSzenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten. Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte. Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet. Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag auf 387,5 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von 600 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen. PensionenSzenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld). Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverplichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Versorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus. Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an. Einschätzung und Risikobewertung: Die Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter steigt weiter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf extrem niedrigem Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Im vergangenen Geschäftsjahr blieb unser Beitragssatz unverändert. Für die Zukunft halten wir es für möglich, dass wir wie bereits 2017 Sonderzahlungen in die Pensionskasse und das Fondsvermögen leisten müssen sowie der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen steigen werden. Dies hätte mittlere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. Weitere Informationen dazu ab Seite 146 im Konzernanhang. Rechtliche RisikenSzenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können. Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können. Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf hochqualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück. Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern. Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden. Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. Regulatorische RisikenEnergiewende in DeutschlandSzenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird (Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnung, EU-Beihilferecht, Energieeffizienz-Richtlinie, Emissionshandel, Sektorkopplung). Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender Strompreise beziehungsweise staatlicher Umlagen und höherer Netznutzungsentgelte, wenn der Gesetzgeber die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang ganz oder teilweise von Umlagen und Zusatzkosten freistellt. Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement). Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei der Netzentgeltbefreiung und bei den Berechnungsgrundlagen für die Netzzusatzkosten haben bereits im Jahr 2018 dazu geführt, dass die Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten niedriger war als in den Vorjahren. Wir halten es für möglich, dass es 2019 zu höheren Strompreisen sowie zu weiteren Änderungen an den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann, beispielsweise bei den Netznutzungsentgelten. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER würden im laufenden Jahr voraussichtlich im mittleren Bereich liegen, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen. Handelsbeschränkungen PolysiliciumSzenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums (MOFCOM) gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Am 20. Januar 2019 hat das MOFCOM mit einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle auf in den USA produziertes Polysilicium begonnen. Diese Auslaufüberprüfung kann bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. Bis zum Abschluss der Überprüfung bleiben die chinesischen Zölle auf US-amerikanisches Polysilicium weiter in Kraft. Die handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China haben sich im Verlauf des Jahres 2018 deutlich verschärft. In Europa hat die EU-Kommission die Maßnahmen gegen chinesische Solarzellen und -module im September 2018 auslaufen lassen. Das MOFCOM hat seinerseits die bisherigen Maßnahmen gegen in Europa hergestelltes Polysilicium beendet. Damit kann Polysilicium von WACKER aus Europa in China wieder ohne Einschränkungen importiert werden. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen. Maßnahmen: Trotz des sich verschärfenden Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Polysilicium aus den USA) und damit chinesische Antidumping- und Antisubventionszölle auf Polysilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht darüber hinaus nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Diesen "New Shipper Review" werden wir zu gegebener Zeit beantragen. Darüber hinaus werden wir unser am Standort Charleston hergestelltes Polysilicium bei unseren Kunden aus der Halbleiterindustrie qualifizieren. Einschätzung und Risikobewertung: Da die chinesischen Zölle gegen in Europa hergestelltes Polysilicium zum 31. Oktober 2018 ausgelaufen sind, kann WACKER dieses Material wieder ohne jegliche Einschränkungen nach China verkaufen. Mindestens bis zum Abschluss der oben beschriebenen Auslaufüberprüfung des MOFCOM kann WACKER sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes Polysilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren. Mit Blick auf die zunehmenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2019 wären dann wahrscheinlich groß. Neue Regelungen für Produktionsverfahren und ProdukteSzenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden. Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern. Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst. Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen Bereich liegen. IT-RisikenSzenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie (IT)-Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust. Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Diese Anforderungen dokumentieren wir in so genannten Service Level Agreements (SLAs), die wir mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen vereinbaren. Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) haben wir für das Jahr 2018 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent erreicht. Ausschlaggebend dafür ist eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management). IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Durch ein konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringern wir die Komplexität und die damit verbundenen Risiken. Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement optimieren wir ebenfalls laufend. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Prinzip, den einzelnen Anwendern den Zugriff nur auf diejenigen Systeme und Informationen zu ermöglichen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen (Need-to-know-Prinzip). Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Angriffen auf unsere Informationssysteme vorzubeugen. Einschätzung und Risikobewertung: Die Versuche, IT-Systeme und Netzwerke zu stören und anzugreifen, nehmen kontinuierlich zu. Dass solche Eingriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich nie vollständig ausschließen. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. PersonalrisikenSzenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen. Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs. Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können. WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet und entwickelt. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt. Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2019 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig. Externe RisikenSzenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg. Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen. Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, erachten wir jedoch für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen. ChancenberichtChancenmanagementsystemDas Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung). B.57 Chancenmanagementsystem![]() Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung -wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt. WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Gesamtwirtschaftliche ChancenZusätzlich zum erwarteten Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2019 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER. B.58 Übersicht UnternehmenschancenGesamtwirtschaftliche ChancenWachstum in Asien und anderen Schwellenländern Branchenspezifische ChancenUmfassendes Produktportfolio für die globalen Zukunftstrends Urbanisierung, Ressourcen- und Energieeffizienz, Mobilität, Wohlstandszuwachs Unternehmensstrategische ChancenKostengünstiger Ausbau der Kapazitäten für Endprodukte Positive Cashflows durch Investitionen unterhalb der Abschreibungen Ausbau bestehender und Einrichtung neuer technischer Kompetenzzentren in den Regionen Leistungswirtschaftliche ChancenHöhere Produktivität der Anlagen Branchenspezifische ChancenBranchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert. Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien in der Wundversorgung, in der Kosmetik und Textilplege, in der Kunststoffverarbeitung, im Elektronikbereich sowie im 3D-Druck wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos von drei auf 25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange Lebensdauer der Batterie sorgen. Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 80 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen sowie in seinem Substitutionsgeschäft. WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion von Pharmaproteinen. Mit dem im April 2018 erworbenen Standort in Amsterdam hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten auf diesem Feld deutlich ausgebaut. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka mit Lebendbakterien eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für eifreie Backwaren oder fettarme Desserts. Wachstum erwarten wir auch im Geschäft mit Cystein und weiteren fermentativ erzeugten Produkten für Nahrungsmittel, etwa für vegetarische Fleischaromen. Mit unserer Großfermentationsanlage im spanischen León, die im August 2018 die Produktion aufgenommen hat, können wir den steigenden Bedarf langfristig begleiten. Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Den größten Zubau erwarten wir weiterhin in China, Indien und den USA. Wachstumspotenziale sehen wir außerdem im weltweit zunehmenden Trend zu hocheffizienten monokristallinen Solarzellen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren. Unternehmensstrategische ChancenDer Ausbau unserer Kapazitäten für Vorprodukte in den vergangenen Jahren bietet WACKER Chancen, in seinen Geschäftsbereichen weiter zu wachsen. Bis mindestens zum Jahr 2020 konzentrieren wir uns nun darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden dabei unterhalb der Abschreibungen liegen. Besonders im Fokus steht dabei der Ausbau unserer Siliconproduktion. An unseren Standorten Burghausen, Adrian, USA, und Zhangjiagang, China, erweitern wir unsere Kapazitäten für Flüssigsiliconkautschuk, hoch- und raumtemperaturvernetzende Silicone sowie wärmeleitfähige Siliconmassen. Am US-amerikanischen Standort Charleston errichten wir eine Anlage für hochdisperse Kieselsäure, die in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Darüber hinaus prüfen wir dort den Bau einer Anlage für hochtemperaturvernetzende Siliconkautschuke. Mit diesen Maßnahmen tragen wir der hohen Nachfrage nach Siliconprodukten in Schlüsselbranchen wie der Automobil-, Elektronik- und Medizintechnikindustrie Rechnung. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver, die vor allem in die Bauindustrie gehen, errichten wir derzeit an unserem koreanischen Standort Ulsan. Leistungswirtschaftliche ChancenWACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "Wacker Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten, um unsere Kunden noch effizienter zu betreuen, unsere Herstellungskosten weiter zu senken und die Produktivität unserer Herstellungsprozesse weiter zu steigern. So nutzen wir zum Beispiel Datenströme aus unseren Produktionsanlagen für die vorausschauende Instandhaltung. Seit Anfang des Jahres 2019 setzen wir für das Management unserer Kundenbeziehungen ein neues Software-System ein. Unsere Mitarbeiter im Vertrieb werden damit ortsunabhängiger, vernetzter und flexibler. Um die digitale Transformation im gesamten Unternehmen strukturiert voranzutreiben und nachhaltig zu etablieren, haben wir Mitte des Jahres 2017 das Programm WACKER Digital ins Leben gerufen. Darin bündeln wir bereits laufende und neue Digitalisierungsprojekte und schaffen die Grundlage für den effektiven und effizienten Einsatz digitaler Technologien. Beurteilung des Gesamtrisikos durch den VorstandDas implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Zwar haben sich wie oben beschrieben auf Grund der politischen Entwicklungen die gesamtwirtschaftlichen Risiken gegenüber dem Vorjahr erhöht. Darüber hinaus haben auch die Absatzmarktrisiken sowie die Beschaffungsmarktrisiken etwas zugenommen. Damit ist nach unserer Einschätzung auch das Gesamtrisiko im Vergleich zum Jahr 2018 leicht gewachsen. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenFür das Jahr 2019 erwarten Wirtschaftsforscher, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird. Allerdings bewegt sie sich in schwierigem Fahrwasser. Der Aufschwung wird sich nach Einschätzung der Konjunkturforscher zwar fortsetzen, jedoch auf niedrigerem Niveau. Risiken bergen vor allem globale Handelskonflikte, insbesondere der zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften USA und China. Unter dem Einfluss höherer bilateraler Zölle könnten sich Handel und Investitionstätigkeiten weiter verlangsamen. Dazu kommen geopolitische Krisen und politische Unsicherheiten wie der Ausgang beim Brexit. Auch eine restriktivere Geldpolitik der führenden Notenbanken hat Potenzial, das weitere Wachstum zu hemmen. Mit zunehmenden Finanzierungsschwierigkeiten durch teurer werdende Kredite haben zudem eine Reihe von Schwellen- und Entwicklungsländern zu kämpfen. B.59 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2019![]() Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: ADB, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF, Europa: OECD Die OECD geht davon aus, dass das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts seinen Höhepunkt erreicht hat - und sich von 3,7 Prozent im Jahr 2018 auf 3,5 Prozent in den Jahren 2019 und 2020 abschwächen wird. Den größten Anteil am Aufschwung haben laut IWF die Schwellenländer mit einem Plus von 4,5 Prozent. Nach Ansicht der Konjunkturforscher wird sich aber das Expansionstempo auch hier in den kommenden Jahren insgesamt verlangsamen. In den Industrienationen wird 2019 ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent erwartet. In den Vereinigten Staaten soll die Wirtschaft um 2,5 Prozent wachsen (2018: 2,9 Prozent). Für China geht die Asiatische Entwicklungsbank von einem Wachstum von 6,3 Prozent im kommenden Jahr aus - nach 6,6 Prozent im Jahr 2018. In Indien soll das Wachstum dagegen weiter zulegen. Wir gehen anhand der aktuellen Konjunkturprognosen in unserem Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2019 weiter wachsen wird. Für das Jahr 2020 rechnen wir mit einem ähnlichen Zuwachs. Branchenspezifische RahmenbedingungenDie wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird sich aus unserer Sicht im Jahr 2019 weitgehend positiv gestalten. Chemische Industrie soll im Jahr 2019 leicht zulegenNach einem guten Jahr 2018 rechnet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) für das Jahr 2019 mit einem moderaten Wachstum. Nach Ansicht des Branchenverbands wird die Chemieproduktion um 1,5 Prozent wachsen. Beim Gesamtumsatz geht der VCI von einer Steigerung um 2,5 Prozent aus. Neben der abgeschwächten Konjunktur in Deutschland und der weltweit gedämpften wirtschaftlichen Entwicklung sieht sich die Branche mit politischen Herausforderungen wie den Handelskonflikten der USA mit der EU und mit China konfrontiert. Die Chemiebereiche von WACKER sehen vor allem Wachstumschancen in den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Bauindustrie bleibt auf WachstumskursDie Bauindustrie wird nach Ansicht des Marktforschungsinstituts B+L Marktdaten GmbH in den nächsten Jahren weiter wachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen bis 2021 jährlich um rund 1,9 Prozent zulegen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Region Asien. Auch die europäische und südamerikanische Bauwirtschaft entwickeln sich nach Einschätzung von B+L weiterhin positiv, wenngleich mit niedrigeren Wachstumsraten als in Asien. In Nordamerika dagegen ist der Baumarkt leicht rückläufig. B.60 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2019 - 2021![]() Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 12 /2018 Die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bieten für WACKER auch in den kommenden Jahren gute Wachstumspotenziale. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2019 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Zuwächse sehen wir vor allem bei emissionsarmen Innenfarben und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen sowie unter eigener Marke vertriebene Silicondichtstoffe. Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2019 mit moderatem WachstumDie Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2019 mit einem Anstieg des weltweiten Marktvolumens um vier Prozent. Nach Schätzungen des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wird dieses Wachstum vor allem getragen durch die Schwellenländer und Asien, aber auch in Europa und Amerika erwartet der Branchenverband leichte Zuwächse. Gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER bei Silicongelen und Siliconvergussmassen für Elektronikkomponenten und maßgeschneiderten Siliconen für die Automobilindustrie, beispielsweise für Fahrerassistenzsysteme, Sensoren und optische Displays. Das Umfeld bleibt herausfordernd, die installierte Photovoltaikleistung wird 2019 voraussichtlich aber weiter wachsenDas wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2019 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten im Markt. B.61 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2019
Quellen: PV-Markt 2019: Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2018: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER B.62 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER
Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Außerdem ist die Solarenergie ein wichtiger Baustein, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 °C zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte für die Photovoltaik erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiter wachsen. China wird auch im Jahr 2019 der weltweit größte und wichtigste Markt bleiben. Zu den weiteren Ländern mit hohen Zubauraten gehören Indien, die USA, Europa und Japan. Zu den Regionen mit starkem Wachstumspotenzial zählen Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen (PV-Leistungen) zwischen 110 und 130 Gigawatt (GW) im Jahr 2019 liegen werden. Künftige Entwicklung des WACKER-KonzernsNach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2019 wächst. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus den Schwellenländern Asiens. Das Wachstum in den USA und Europa ist stabil. Investitionen und ProduktionDer Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2019 analog dem Vorjahr auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden mit rund 400 Mio. € im Jahr 2019 unter dem Niveau des Vorjahres sein und deutlich unter den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Etwas mehr als 50 Prozent der Investitionen dienen dazu, das weitere Wachstum in unserem operativen Geschäft sicherzustellen. Der andere Teil unserer Investitionen fließt in Optimierungs- und Modernisierungsprojekte. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES baut eine neue Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort Charleston. Weitere Investitionen sind Anlagen zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuken in Burghausen und in Zhangjiagang, China. In Holla, Norwegen, bauen wir eine neue Produktionsanlage zur Herstellung von Siliciummetall. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erweitert in Nanjing, China, seine Anlagen für VAE-Dispersionen. In Ulsan, Südkorea, investieren wir in eine neue Dispersionsanlage sowie einen Sprühtrockner. Im Jahr 2019 werden wir einige Investitionsprojekte abschließen und die Produktion aufnehmen. B.63 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2019
Der Instandhaltungsaufwand im Geschäftsjahr 2019 beläuft sich auf rund 435 Mio. €. Künftige Produkte und DienstleistungenWACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik, Automotive und Körperpflege. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für silanmodifizierte Hybridpolymere, die hohe Zuwachsraten versprechen. Mit dieser Technologieplattform lassen sich neuartige Dicht- und Klebstoffe und abriebfeste Schutzbeschichtungen für Betonböden herstellen. Erfolgreich gestartet ist die Vermarktung eines neuen Silanoligomers für wasserabweisende Faserzementplatten. Steigende Nachfrage verzeichnen wir bei Spezialsilanen für die Mikroelektronik. Zu einem unverzichtbaren Werkstoff entwickeln sich wärmeleitfähige Siliconelastomere in der Elektromobilität. Spezialsilicone tragen ganz wesentlich zur Kühlung und damit zum Wärmemanagement moderner Speicherzellen bei. WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau- und Beschichtungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS nun als weltweit erster Hersteller in der Lage, Dispersionen auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymer unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten. WACKER BIOSOLUTIONS erschließt sich mit seinen Produkten neue Marktchancen bei Nahrungsergänzungsmitteln im Sportbereich. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass sich sowohl das Coenzym Q10 als auch das pflanzliche Antioxidans Curcumin positiv auf die allgemeine Leistungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit und die Regeneration der Muskulatur auswirken. Weil beide Substanzen schlecht wasserlöslich sind und deswegen vom menschlichen Körper nur schwer aufgenommen werden, komplexiert der Geschäftsbereich diese mit Cyclodextrinen. Dadurch lässt sich die Bioverfügbarkeit der Substanzen signifikant verbessern und in diverse Produkte für Sportler integrieren. Auch der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Weltweit dominieren kristalline Solarzellen. Die Nachfrage nach monokristallinen Zellen steigt kontinuierlich an. Solche Premiumprodukte besitzen höhere Wirkungsgrade und produzieren bei gleicher Sonneneinstrahlung mehr Strom. Als Technologieführer ist WACKER hier sehr gut positioniert. Mit unserem hochreinen Polysilicium können wir das stark wachsende Segment der monokristallinen Zellen bestens bedienen. Außerdem bauen wir unseren Anteil an hochqualitativem Polysilicium für die Halbleiterindustrie kontinuierlich aus. Forschung und EntwicklungStrategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2019 für diese Projekte zehn Prozent (2018: zehn Prozent) des F & E-Budgets aufzuwenden. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind die Zukunftsfelder Energie, Elektronik, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Themen Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie. DigitalisierungDas Digitalisierungsprogramm von WACKER werden wir mit einer Vielzahl von Einzelprojekten im gesamten Unternehmen fortführen. Im Jahr 2019 nehmen wir ein neues Kundeninformationssystem in Betrieb, das dazu dient, die Kundennähe und Kundenorientierung zu verbessern. Außerdem präsentiert sich WACKER mit einem neuen Internetauftritt im Netz. In der Produktion und Logistik implementieren wir neue digitale Softwarelösungen, um die Prozesse sicherer und produktiver zu gestalten. MitarbeiterFür das Jahr 2019 gehen wir von einem Anstieg der Mitarbeiterzahl aus. Dafür verantwortlich sind Produktionserweiterungen der Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS in Asien und den USA. Dabei steht weiterhin eine umsichtige Personalplanung im Mittelpunkt. NachhaltigkeitDie Nachhaltigkeitsziele von WACKER für die nächsten Jahre sind im nichtfinanziellen Bericht beschrieben. Im Jahr 2019 wird WACKER den regionalen Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsmanagements auf Europa legen. Dabei überprüfen wir einzelne Standorte auf Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheit. WACKER wird im Jahr 2019 den Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2017/ 2018 veröffentlichen. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2019 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 (2018: 1,18). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe leicht unter dem Vorjahr liegen werden. Die Preise für Erdgas und Strom, insbesondere der Stromzukauf in Deutschland, werden deutlich über dem Vorjahresniveau erwartet. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist im Jahr 2019 weitgehend gesichert. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte. Die erwarteten Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall an unserem US-Standort Charleston sind in der Prognose noch nicht berücksichtigt. Steuerungskennzahlen und WertmanagementDie wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Konzernumsatz 2019 mit MengenwachstumWACKER erwartet im Geschäftsjahr 2019 steigende Absatzmengen in den Chemiebereichen sowie in einzelnen Produktbereichen höhere, in anderen niedrigere Durchschnittspreise. Insgesamt liegen die Durchschnittspreise unter Vorjahr. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir von einem Anstieg der Absatzmengen aus. Allerdings liegen die Durchschnittspreise deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt soll der Konzernumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2019 auf Wachstumskurs bleiben, wenn es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt. Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf KonzernebeneSo entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht. Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird deutlich unter dem Vorjahr (2018: 18,7 Prozent) erwartet. Das EBITDA wird 10 bis 20 Prozent unter dem Vorjahr bleiben. Der Grund dafür sind niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten. Das Beteiligungsergebnis erwarten wir unter dem Niveau des Vorjahres. Der Konzernjahresüberschuss soll bei einer Steuerquote von unter 20 Prozent deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. ROCE: Auf Grund eines geringeren operativen Ergebnisses wird der ROCE (2018: 5,9 Prozent) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Netto-Cashflow: Für das Jahr 2019 erwarten wir einen deutlich positiven und deutlich über dem Vorjahr liegenden Netto-Cashflow auf Grund geringerer Belastungen aus dem Working Capital. Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf KonzernebeneInvestitionen: Im Jahr 2019 werden sich die Investitionen auf rund 400 Mio. € belaufen und unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Sie liegen nach wie vor unter den Abschreibungen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2019 mit rund 525 Mio. € ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Investitionen fließen unter anderem in den Neubau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure und für Flüssigsiliconkautschuk in Burghausen, in den Ausbau unserer Kapazitäten für fertige Silicon- und Polymerprodukte sowie in den Bau einer neuen Anlage für Siliciummetall in Holla, Norwegen. Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden auf Grund der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 über dem Niveau des Vorjahres (2018: 609,7 Mio. €) liegen. Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der GeschäftsbereicheFür den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2019 einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen und Verbesserungen im Produktmix. Gegenläufig wirken sich niedrigere Preise bei Standardprodukten aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Weiterhin wollen wir bei hoher Auslastung unserer Anlagen den Anteil von Spezialprodukten am Absatz erhöhen. Das EBITDA soll bei teilweise niedrigeren Rohstoffpreisen auf Grund niedrigerer Preise bei Standardprodukten deutlich unter dem Vorjahr liegen. Wir gehen von einer EBITDA-Marge von rund 20 Prozent aus. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Wir erwarten in allen Regionen Zuwächse. Das EBITDA soll bei niedrigeren Rohstoffpreisen und durch Preiserhöhungen deutlich über dem Vorjahr liegen. Wir gehen von einer EBITDA-Marge von rund 14 Prozent aus. B.64 Ausblick für das Jahr 2019
Einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentsatz erwarten wir im Jahr 2019 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt aus einer höheren Auslastung an unserem Produktionsstandort in Amsterdam sowie Mengenwachstum in anderen Bereichen. Das EBITDA soll auf Grund geringerer Integrationskosten deutlich über dem Vorjahr liegen. Das EBITDA erwarten wir bei über 30 Mio. €. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir im Jahr 2019 von einem kräftigen Mengenanstieg aus nach dem Rückgang im Jahr 2018. Der Umsatzanstieg wird im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet. Das EBITDA wird auf Grund deutlich niedrigerer Durchschnittspreise für Solarpolysilicium und höherer Belastungen aus Energiepreisen ausgeglichen erwartet und deutlich unter dem Vorjahr liegen. Künftige DividendeZiel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu. FinanzierungDie Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von 600 Mio. €. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen GeschäftsentwicklungDie wirtschaftspolitischen Risiken für das Jahr 2019 haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Die Weltwirtschaft befindet sich zurzeit in einer Abschwungphase deren Ausmaß im Moment nicht abschätzbar ist. Wirtschaftsforscher haben in den vergangenen zwei Monaten ihre Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft zurückgenommen, sie gehen aber davon aus, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird. Für unser Geschäft erwarten wir im Jahr 2019 einen leichten Rückgang bei den Rohstoffkosten, aber einen deutlichen Anstieg bei den Strompreisen in Deutschland, was vor allem das Ergebnis im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON belastet. Auf Grund dieser Rahmenbedingungen soll der Konzernumsatz insgesamt um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Wir rechnen damit, dass alle Geschäftsbereiche im Umsatz zulegen werden. Das EBITDA wird dagegen deutlich unter Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir ebenfalls deutlich unter Vorjahr. Hier wirken sich deutlich niedrigere Durchschnittspreise bei Polysilicium, niedrigere Preise bei chemischen Standardprodukten sowie steigende Energiekosten aus. Beim Konzernjahresüberschuss rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang. Die Investitionen werden mit rund 400 Mio. € wieder deutlich unter dem Vorjahr liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 525 Mio. € und sind damit leicht unter dem Vorjahr. Wir erwarten einen deutlich positiven und deutlich über dem Vorjahr liegenden Netto-Cashflow auf Grund geringerer Belastungen aus dem Working Capital. Die Nettofinanzschulden erwarten wir über dem Niveau des Vorjahres. Überkapazitäten für Solarsilicium in China dämpfen trotz unserer führenden Markt- und Qualitätsposition die Ergebnisentwicklung im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON und damit im Konzern. In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unseren hervorragenden Produkten unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen und mit unseren Investitionen das Marktwachstum begleiten. Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert. Corporate Governance Bericht und Erklärung zur UnternehmensführungCorporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289f, 315 d HGB über die Unternehmensführung. Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate GovernanceVorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2018 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex in der aktuellen Fassung vom 07. Februar 2017 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2018 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Entsprechenserklärung 2018 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktGIm Dezember 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 07. Februar 2017 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in derselben Fassung weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen. 2. Ausnahmena) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 3.8 Abs. 2)Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Abs. 1 AktG leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll. b) Zukunftsbezogenheit der Bemessungsgrundlage für die variable Vorstandsvergütung (Ziffer 4.2.3 Abs. 2)Die variablen Bestandteile der Vorstandsvergütung berechnen sich auf Basis einer dreijährigen Bemessungsgrundlage. 15 Prozent der variablen Vergütung werden außerdem in Aktien ausgezahlt, die einer zweijährigen Haltefrist unterliegen. Auch wenn die Bemessungsgrundlage damit nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, halten wir unser Konzept der variablen Vergütung für ausgewogen und geeignet, die richtigen Anreize für eine nachhaltige Unternehmenspolitik zu setzen. Das Vergütungssystem stellt sicher, dass die Mitglieder des Vorstands über einen längeren Zeitraum an positiven und negativen Entwicklungen der Gesellschaft teilnehmen - einerseits über die Aktienkomponente und andererseits über die Durchschnittsbetrachtung eines Zeitraums von drei Jahren. c) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Ziffer 5.3.3)Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind auf Grund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, sodass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde. d) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt. e) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)Nach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen. f) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.1 Abs. 5)Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Zu den Kandidatenvorschlägen machen wir die gesetzlich geforderten Angaben. Auch der Geschäftsbericht enthält wesentliche Angaben zu den Aufsichtsratsmitgliedern. Die Angaben genügen aus unserer Sicht. Wir können den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht unserer Aufsichtsratsmitglieder, daher nicht erkennen. g) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Ziffer 5.4.3)Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist. h) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre (Ziffer 5.4.3)Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt. Berichterstattung zur Corporate GovernanceAktionäre und HauptversammlungAktionäre und Öffentlichkeit transparent informierenWACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Website veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr richten wir eine Analystenveranstaltung aus. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das PodcastCenter. → www.wacker.com HauptversammlungDie jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäfts- und im Kurzbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auch auf der Website zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratDie Wacker Chemie AG hat wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen. VorstandDem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu. Enge Zusammenarbeit von Vorstand und AufsichtsratIm Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür. Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite. AufsichtsratDer Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen. Zusammensetzung des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt; die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre. Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AGFür WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend hat der Aufsichtsrat von WACKER bereits im Geschäftsjahr 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen. Im September 2017 hat der Aufsichtsrat diese überarbeitet und unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat neu beschlossen: Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. (I) Ziele für die Zusammensetzung1. Internationale ExpertiseIm Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler Erfahrung angehören. 2. Vermeidung von / Umgang mit InteressenkonfliktenDie Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. 3. Altersgrenze für AufsichtsratsmitgliederDie Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. 4. Vielfalt (Diversity)Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs. 2 AktG hat sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen. (II) KompetenzprofilBei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung, branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an. Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem inhaltlichen Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:
Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2018 dargelegten Gründen nicht gefolgt. Dem Aufsichtsrat gehört eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Sämtliche Mitglieder auf Anteilseignerseite werden als unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingestuft. Der weitergehenden Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2018 dargelegten Gründen nicht gefolgt. Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den im September 2017 gesetzten Zielen. Ausschüsse erhöhen Effizienz des AufsichtsratsDamit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet. Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2018 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm. Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Er unterzieht zudem den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht (§§ 289 b, 315 b HGB) einer Vorprüfung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2018 Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Dr. Peter-Alexander Wacker und Manfred Köppl. Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss (vgl. § 27 Abs. 3 MitbestG), der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht wird. Im Geschäftsjahr 2018 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an. Wesentliche UnternehmensführungspraktikenCompliance als wesentliche Leitungsaufgabe des VorstandsDie Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 181. Das Unternehmen hat in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance. Grundsätze der Unternehmensethik
→ Die Codes sind unter https://www.wacker.com/cms/de/wacker_group/ wacker_facts/policy/policy.jsp abrufbar. Responsible Care (r) und Global Compact feste Bestandteile der UnternehmensführungZwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care(r)der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible-Care(r)-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt. Seit 2011 hat WACKER eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut, die für die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care(r)und Global Compact zuständig ist und weltweit die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER koordiniert. Gesellschaftliches EngagementUnternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich. Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKERBestimmungen des Art. 17 MAR werden erfülltDen gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596/2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten geführt. Aktiengeschäfte von Vorstand und AufsichtsratPersonen, die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats), sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 5.000 € erreicht oder übersteigt. → Die der Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2018 gemeldeten Geschäfte wurden ordnungsgemäß veröffentlicht; nähere Informationen sind unter www.wacker.com/cms/de/investor-relations/corporate-governance/directors_ dealings/directors_dealings.jsp abrufbar. Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und RisikenDer verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss. Er ist ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Rechnungslegung und AbschlussprüfungGemäß den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer auch sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken. D & O-VersicherungWACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor. Förderung der Teilhabe von Frauen an FührungspositionenDas am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Geschlechterquote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen, wenn nicht gemäß § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter der Gesamterfüllung widerspricht. Sowohl die Vertreter der Arbeitnehmer als auch die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat haben der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote jeweils widersprochen. Der Aufsichtsrat ist daher sowohl auf der Seite der Anteilseignervertreter als auch auf der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens zwei Frauen und mit mindestens zwei Männern zu besetzen. In der ordentlichen Hauptversammlung am 09. Mai 2018 wurden zwei Frauen als Vertreterinnen der Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat gewählt. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren bereits am 28. Februar 2018 per Wahl durch die Arbeitnehmer und leitenden Angestellten der Wacker Chemie AG bestimmt worden, dabei wurden ebenfalls zwei Frauen in den Aufsichtsrat gewählt. Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen. Sowohl die Zielgrößen für den Vorstand (Zielgröße 0, Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022) als auch die jeweiligen Zielgrößen für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (Zielgröße erste Führungsebene: 16 Prozent, Zielgröße zweite Ebene unterhalb des Vorstands: 18 Prozent, Umsetzungsfrist jeweils bis zum 31. Dezember 2019) werden derzeit erreicht bzw. übertroffen. Diversitätskonzept1. Diversitätskonzept für den VorstandDer Vorstand der Wacker Chemie AG ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Wir sind überzeugt, dass nur ein divers zusammengesetztes Gremium dieser Aufgabe gerecht werden kann. Es kommt entscheidend auf eine ausgewogene Zusammensetzung an, die dem Querschnitt der Aufgabenstellungen Rechnung trägt. Für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat auf dieser Basis im Wesentlichen die folgenden Diversitätsaspekte:
Ziel des beschriebenen Diversitätskonzepts ist die optimale Zusammensetzung des Vorstands, um eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. Die diverse Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Gremium alle relevanten Themen mit angemessenem Sachverstand beurteilen, alle wesentlichen Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berücksichtigen und die richtigen Schwerpunkte setzen kann. Die Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder sorgt dafür, dass das Unternehmen einerseits von der langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung einzelner Vorstandsmitglieder profitieren kann. Andererseits wird so für das Nachrücken jüngerer Mitglieder und neue Impulse gesorgt. Das Diversitätskonzept für den Vorstand wird vom Gesamtaufsichtsrat bei der Besetzung der Vorstandsposten berücksichtigt. Der Präsidialausschuss, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet, berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, wobei er im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern die Führungskräfteplanung des Unternehmens berücksichtigt. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands entspricht dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept. 2. Diversitätskonzept für den AufsichtsratDas vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung verfolgte Diversitätskonzept spiegelt sich in den vom Aufsichtsrat im September 2017 beschlossenen Zielen für seine Zusammensetzung sowie im Kompetenzprofil wider. → Siehe Seite 187. Danach werden bei der Besetzung von Aufsichtsratspositionen die Diversitätskriterien internationale und interkulturelle Erfahrung, ausgewogene Altersstruktur sowie unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Fachkenntnisse und Bildungshintergründe berücksichtigt. Außerdem sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben hat sich der Aufsichtsrat außerdem zu mindestens 30 Prozent aus Frauen bzw. Männern sowie zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammenzusetzen. Ziel des Diversitätskonzepts ist es, eine effektive Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat als Gesamtgremium zu gewährleisten. Ein nach den beschriebenen Kriterien divers besetzter Aufsichtsrat ist besser in der Lage, die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beurteilen und die Geschäftsführung, die Entscheidungen und die Strategie des Vorstands konstruktiv und umfassend zu hinterfragen. Die Altersgrenze ermöglicht es, dass Mitglieder ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zum Wohle des Unternehmens einbringen können. Gleichwohl ist sichergestellt, dass immer wieder jüngere Mitglieder nachrücken können. Bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung -zuletzt bei den im Geschäftsjahr 2018 stattgefundenen Aufsichtsratswahlen - berücksichtigt der Aufsichtsrat das beschriebene Diversitätskonzept. Zudem führt der Aufsichtsrat im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Effizienzprüfung eine Selbstevaluierung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung und Diversität umfasst. Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die Ziele für seine Zusammensetzung und füllt das Kompetenzprofil und das Diversitätskonzept aus. Insbesondere sind mit der Neuwahl von Frau Ann-Sophie Wacker und der Wiederwahl von Frau Dr. Susanne Weiss durch die Hauptversammlung 2018 nunmehr auch zwei weibliche Aufsichtsratsmitglieder auf Anteilseignerseite vertreten. Auf Arbeitnehmerseite sind mit Frau Ingrid Heindl und Frau Barbara Kraller ebenfalls zwei weibliche Mitglieder vertreten; die Anzahl der weiblichen Mitglieder erhöhte sich damit im Geschäftsjahr 2018 von drei auf vier und entspricht den gesetzlichen Anforderungen. VergütungsberichtDer nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses. Vergütungssystem für den VorstandFür die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig. Nach dem seit dem 01. Januar 2010 geltenden Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich die Vorstandsvergütung aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen: (I) Einem festen Jahresgehalt:Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt. (II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus) ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Je nach Vorstandsmitglied liegt der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 180 Prozent bzw. 140 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 220 Prozent bzw. 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds. (III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens fünfjährige Vorstandstätigkeit. Erhöhungen der Jahresgehälter von Herrn Dr. Rudolf Staudigl und Herrn Auguste Willems wurden seit 2016 als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes (auf die Berechnung des Long Term Bonus (s. o. (II)) jedoch schon). Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend den Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes. Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt sind (Abfindungs-Cap). Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen. Mit Wirkung zum 01. Oktober 2018 wurde das feste Jahresgehalt von Herrn Dr. Rudolf Staudigl von 840.000 € brutto auf 880.000 € brutto erhöht. Die Erhöhung wurde als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente festgelegt und hat keine Auswirkungen auf die Berechnung des Ruhegehalts. Bei der Berechnung des Long Term Bonus findet die Erhöhung Berücksichtigung. Mit Wirkung zum 01. November 2018 wurde das feste Jahresgehalt von Herrn Dr. Christian Hartel von 400.000 € brutto auf 580.000 € brutto angehoben. Zum gleichen Zeitpunkt wurden die Konditionen für den Zielbonus wie folgt verändert: der rechnerische Zielbonus beträgt ab 01. November 2018 bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum 180 Prozent (Januar bis Oktober 2018 140 Prozent) des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes, der Maximalbonus beträgt 220 Prozent (Januar bis Oktober 2018 180 Prozent) des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes. Alle genannten Erhöhungen erfolgten für das Jahr 2018 zeitanteilig. Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2018 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung sowie Versorgungsaufwand aus. Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 und 2017)
1
Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen
Anteils der Vergütung bleiben in 2018 ein Anteil von 50.000 € (Herr
Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht. Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2018 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben. Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)
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Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen
Anteils der Vergütung bleiben in 2018 ein Anteil von 50.000 € (Herr
Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht. Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen
Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder
Vergütung der AufsichtsratsmitgliederDie Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung. Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet. Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab. Aufsichtsratsbezüge
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In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale
enthalten. Jahresabschluss 2018Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2018der Wacker Chemie AG
Bilanz zum 31. Dezember 2018der Wacker Chemie AGAKTIVA
Anhang für das Geschäftsjahr 2018der Wacker Chemie AG1 Grundsätze der RechnungslegungDie Wacker Chemie AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 159705 im Register des Amtsgerichts München eingetragen. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung der Konzernabschlüsse der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers. Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und zusätzlicher, sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden, Anforderungen aufgestellt. Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und ggf. erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. Euro). In Einzelfällen ergeben sich daraus geringe Anpassungen aufgrund von Rundungsdifferenzen. Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2018 wurde in Anwendung der §§ 315 Abs. 5 i. V. m. 298 Abs. 2 HGB mit dem Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG im Geschäftsbericht der Wacker Chemie AG veröffentlicht. Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB wurden abgegeben. Die Wacker Chemie AG erstellt gemäß §§ 289b, 289c HGB einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Die nichtfinanzielle Erklärung ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 289b Abs. 3 HGB ist die Wacker Chemie AG von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts befreit. Die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Erklärung zur Unternehmensführung und die nichtfinanzielle Erklärung sind auf der Internetseite www.wacker.com veröffentlicht. 2 Grundsätze der Bilanzierung und BewertungDie Umsatzerlöse umfassen alle Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. Sie gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden. Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Gewinne aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen phasengleich vereinnahmt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear pro rata temporis über maximal 10 Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich linear pro rata temporis abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens 40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 25 Jahren und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 12 Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von 250 Euro direkt als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von 1.000 Euro als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen vor dem 1. Januar 2010 erfolgte die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern degressiv, sofern die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen erlaubte. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Unterverzinsliche langfristige Ausleihungen werden mit dem Marktzins abgezinst. Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Herstellungskosten werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null im Vorratsvermögen erfasst. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Durchschnitts-Methode unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten für den Ausgleich der C02-Emissionen des abgelaufenen Kalenderjahres wird eine Rückstellung gebildet, die sich nach dem Wert der im Vorratsvermögen erfassten Zertifikaten bemisst. Soweit der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtliche Abgabeverpflichtung nicht deckt, werden zusätzliche Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Wertpapiere zweckgebunden angelegt und dem Zugriff der Wacker Chemie AG entzogen (Deckungsvermögen). Das Deckungsvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen aus Altersteilzeit verrechnet. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, sind Regelungen zu einer Ausschüttungssperre zu beachten. Ein übersteigender Teil der Verpflichtungen wird als Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen. Übersteigt der Wert der angelegten Mittel den Wert der handelsrechtlichen Verpflichtungen, erfolgt ein Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Die Wertpapiere und Termingelder des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen. In fremder Währung werden sie zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes, der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive latente Steuern" angesetzt. Eine sich insgesamt nach Verrechnung ergebende Steuerentlastung wird unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Hinsichtlich der Lebenserwartungen in Deutschland werden die von der Heubeck-Richttafeln-GmbH entwickelten Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen neben den aktuellen Lebenserwartungen auch sozioökonomische Faktoren. Bis einschließlich 2017 wurden biometrischen Wahrscheinlichkeiten auf Basis modifizierter Richttafeln 1998 von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Erwartete künftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2018 wurde auf die Richttafeln 2018 G umgestellt, um eine bessere Abbildung der Lebenserwartung zu gewährleisten. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Für den Unterschiedsbetrag zwischen dem Wertansatz der Rückstellung mit zehn- und siebenjährigem Durchschnittszins bestehen Regelungen zu einer Ausschüttungssperre. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses mit der Verpflichtung verrechnet. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden jährliche Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden im Zinsergebnis mit Aufwendungen aus der Verpflichtung saldiert ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dazu fließen zukünftig erwartete Preis- und Kostensteigerungen mit ein. Diese werden aus der erwarteten Preissteigerungsrate und aus erwarteten Entgeltsteigerungen abgeleitet. Bei längerfristigen Verpflichtungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden die Laufzeiten in regelmäßigen Abständen überprüft. Alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre unter Verwendung der Barwertmethode abgezinst. Rückstellungen von bis zu einem Jahr Restlaufzeit werden nicht abgezinst. Die Aufzinsung erfolgt mit dem Zinssatz des Vorjahres. Aufwendungen aus Aufzinsung werden im Zinsergebnis gezeigt. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Disagios werden aktivisch abgegrenzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit den Devisenkassamittelkursen bewertet. Sofern sie eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben, werden sie ohne Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips bewertet. Zur Sicherung von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps, Devisenoptionen und Zinsderivate abgeschlossen. Dies führt bei bestehendem Sicherungszusammenhang zur Bildung von Bewertungseinheiten zwischen dem jeweiligen Grundgeschäft und den dafür abgeschlossenen Sicherungsgeschäften. Die Wacker Chemie AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab, als auch Risiken gleichartiger Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Geschäfte in Fremdwährung teilweise abgesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft innerhalb der Bewertungseinheit nach der sog. Einfrierungsmethode, d.h. durch Beibehaltung der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen, werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden für Verlustüberhänge Drohverlustrückstellungen gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit es sich bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander verrechnet. In Einzelfällen kommt auch die sog. Durchbuchungsmethode zur Anwendung. Dabei werden sämtliche Marktwertveränderungen aufgrund von Währungsschwankungen sowohl beim Grund- als auch bei den Sicherungsgeschäften ergebniswirksam erfasst. Kursgewinne bzw. Kursverluste aus dem operativen Geschäft und der kurzfristigen Finanzierung von verbundenen Unternehmen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Kursgewinne bzw. -verluste aus langfristiger Finanzierung werden im sonstigen Finanzergebnis gezeigt. 3 UmsatzerlöseBEREICHE
REGIONEN
4 Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Währungsgeschäften, Kostenerstattungen, der Auflösung von Rückstellungen und Versicherungserstattungen ausgewiesen.
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periodenfremde Erträge 5 Materialaufwand
Im Materialaufwand sind in 2018 Aufwendungen aus der Auftragsfertigung in Höhe von 328,2 Mio. Euro enthalten. Die Kosten für das Hochfahren der Produktionsanlagen im Werk Charleston der Tochtergesellschaft WACKER POLYSILICON North America L. L. C. im Zusammenhang mit der Explosion im September 2017 belasteten aufgrund der Auftragsfertigung das Ergebnis der Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2018. Der Produktionsausfall ist versichert. Der Anspruch gegenüber der Versicherung aus der Betriebsunterbrechung wurde bisher noch nicht bilanziell berücksichtigt. 6 Personalaufwand
Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sowie Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, enthalten. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, werden im Zinsergebnis erfasst. 7 Abschreibungen
8 Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten, Reparatur- / Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.
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periodenfremde Aufwendungen In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge, Kostenübernahmen von Tochtergesellschaften, Reisekosten, sonstige personalbezogene Kosten, Beratungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen sowie Aufwendungen für Umweltschutz, rechtliche und andere Risiken enthalten. 9 Finanzergebnis
Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren aus Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen mit der Alzwerke GmbH, der DRAWIN Vertriebs-GmbH, der Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH sowie mit der Wacker Biotech GmbH. Die Zuschreibungen betreffen die Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China und die Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur sowie die Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in 2017 betreffen die Anteile an der Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo.
Die Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen in 2017 betreffen den Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG, München. Zwischen dem 24. Januar und 9. Februar 2017 wurden insgesamt sechs Prozent der Aktien über die Börse veräußert. Am 15. März 2017 reduzierte WACKER seine Beteiligung an der Siltronic AG um weitere 21 Prozent auf nunmehr 30,83 Prozent im Rahmen einer Platzierung bei institutionellen Investoren.
Die Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung resultieren mit 84,0 Mio. Euro aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen (Vorjahr 63,9 Mio. Euro). Die Effekte aus der Aufzinsung und Zinsänderung anderer langfristiger Personalrückstellungen betragen 5,4 Mio. Euro (Vorjahr 5,0 Mio. Euro). Der darin enthaltene Aufwand aus Rückstellungen für Altersteilzeit beträgt 2,0 Mio. Euro (Vorjahr 1,9 Mio. Euro) und setzt sich aus der Verrechnung des Aufwands aus Aufzinsung und den Erträgen und Aufwendungen aus Deckungsvermögen zusammen. Im Jahr 2018 betragen die Aufwendungen aus Deckungsvermögen 0,2 Mio. Euro (Vorjahr 0,1 Mio. Euro). Weiterhin sind Effekte aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen, im Wesentlichen für Rückstellungen für Umweltschutzauflagen, in Höhe von 3,8 Mio. Euro enthalten (Vorjahr 3,6 Mio. Euro). In den übrigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen sind Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Finanzschulden in Fremdwährung und deren Absicherung enthalten. 10 Steuern vom Einkommen und vom ErtragDer Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Es ergaben sich periodenfremde Steuererträge von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr 1,8 Mio. Euro) und periodenfremde Steueraufwendungen von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr 0,4 Mio. Euro). Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten. Latente Steuern betreffen nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei 0rgantöchtern bestehen. Insgesamt erwartet die Wacker Chemie AG als Organträger zum 31. Dezember 2018 Steuerentlastungen in Höhe von 253,5 Mio. Euro (Vorjahr 225,0 Mio. Euro), die ausschließlich aus aktiven Steuerlatenzen bestehen. Hierbei wurde, wie auch im Vorjahr, ein kombinierter Steuersatz von 28,01 % zugrunde gelegt. Die Steuerentlastungen wurden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Steuerliche Verlustvorträge bestehen nicht. Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 253,5 Mio. Euro (Vorjahr 225,0 Mio. Euro) verteilen sich auf Anlagevermögen mit 105,7 Mio. Euro (Vorjahr 97,8 Mio. Euro), Umlaufvermögen mit 12,2 Mio. Euro (Vorjahr 11,0 Mio. Euro), Pensionsverpflichtungen mit 86,9 Mio. Euro (Vorjahr 76,2 Mio. Euro), übrige Rückstellungen (u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste) sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 48,7 Mio. Euro (Vorjahr 40,0 Mio. Euro). 11 Immaterielle Vermögensgegenstände
12 Sachanlagen
13 Finanzanlagen
Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen Kapitalerhöhungen bei der Wacker Chemicals Finance B.V., Zaanstad, Niederlande für deren Tochtergesellschaften Wacker Polysilicon North America L.L.C. (600,0 Mio. Euro), Wacker Chemicals Norway AS Holla, Norwegen (39,6 Mio. Euro) und Wacker Chemicals Korea Inc., Seongnam-si, Südkorea (30,5 Mio. Euro). Die Zuschreibungen betreffen die Anteile an der Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China und der Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur. Die Zuschreibungen bei den Beteiligungen betreffen die Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur. Die vom WMM Universal Fonds erworbenen Wertpapiere stellen bei diesem Sondervermögen nach § 6 KAGG dar. Anlageziel des Fonds ist Kapitalwachstum bei einem ausgewogenen Rendite-Risikoverhältnis im Rahmen einer konservativen Anlagepolitik. Das Fondsvermögen betrug zum Stichtag 5,9 Mio. Euro (im Vorjahr 104,8 Mio. Euro) und war zum größten Teil in festverzinsliche Wertpapiere investiert, wobei der Schwerpunkt der Anlagen im relativ ausfallsicheren Bereich bonitätsstarker Unternehmensanleihen liegt. Der Marktwert des Vermögens lag bei 5,7 Mio. Euro (Vorjahr 104,9 Mio. Euro). Diese Wertminderung erachten wir nicht als dauerhaft. Im Geschäftsjahr 2018 wurden 1,7 Mio. Euro (Vorjahr 0,4 Mio. Euro), die im Zinsergebnis erfasst sind, ausgeschüttet. Die Abgänge bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die Wacker Chemical Corp., Adrian, USA. Diese wurde nach der erfolgten Kapitalerhöhung vorzeitig zurückgeführt. Die Ausleihungen an Beteiligungen betreffen langfristige Darlehen an die Dow Corning (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang. Die Aufstellung des Anteilbesitzes ist unter Ziffer 32 aufgeführt. 14 Vorräte
Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen zum Teil erbrachte, aber noch nicht abgerechnete, Leistungen. 15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 89,8 Mio. Euro (Vorjahr 86,1 Mio. Euro) sowie Darlehens- und Cash Pool Forderungen in Höhe von 95,2 Mio. Euro (Vorjahr 53,2 Mio. Euro). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinsforderungen an assoziierte Unternehmen. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden Forderungen an Steuerbehörden in Höhe von 78,4 Mio. Euro (Vorjahr 35,6 Mio. Euro) ausgewiesen. 16 Wertpapiere und Termingelder
Unter diesem Posten werden Termingelder und Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als 3 Monaten und kleiner 1 Jahr ausgewiesen. 17 Aktive RechnungsabgrenzungspostenUnter den aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten sowie Mieten und Disagios erfasst, soweit sie zukünftige Geschäftsjahre betreffen. Die Disagios betragen zum Bilanzstichtag 1,7 Mio. Euro (Vorjahr 2,3 Mio. Euro). 18 Eigenkapital
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Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung
2018. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien. Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617 Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000 Euro entspricht dies einem Wert von 12.373.085 Euro (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden. Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf 53,2 Mio. Euro (Vorjahr 45,7 Mio. Euro). Dieser Wert liegt in 2018 um 0,2 Mio. EUR unter den Anschaffungskosten. Im Vorjahr entsprach der Wert den Anschaffungskosten. Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde und ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich zum Stichtag auf 126,8 Mio. Euro (Vorjahr 111,7 Mio. Euro). Eine Ausschüttungssperre (§ 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs.6 HGB) bezogen auf den Bilanzgewinn besteht nicht. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 7. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Weitere Informationen sind im Unternehmensregister angegeben (www.unternehmensregister.de). 19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenFür Mitarbeiter der Wacker Chemie AG wird im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Derzeit beträgt der Firmenbeitrag 400 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Die Wacker Chemie AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf der Pensionskasse zu sichern, soweit er nicht aus den laufenden Mitgliedsbeiträgen der Wacker Chemie AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden kann. Eine Unterdeckung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG bestand zum Stichtag nicht. Zusätzlich gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungspflichtigen Direktzusagen. Weiter besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, freiwillig Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet. Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameter zugrunde gelegt:
Bei Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren hätte sich eine Rückstellung für Pensionen in Höhe von 946,9 Mio. Euro (Vorjahr 871,9 Mio. Euro) ergeben. 20 Andere Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Personalverpflichtungen, Umweltschutzauflagen, mögliche Schadenersatzzahlungen, ausstehende Rechnungen sowie Kundenboni. Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 60,1 Mio. Euro (Vorjahr 50,2 Mio. Euro) umfasst ratierlich zugeführte Verpflichtungen für noch nicht entlohnte Anteile der Arbeitsleistung während der Beschäftigungsphase (Erfüllungsrückstand) sowie Aufstockungsbeträge und Abfindungen in voller Höhe. Berücksichtigt werden alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze. Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls in die Rückstellung einbezogen. Die Höhe der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2018 betrug 113,3 Mio. Euro (Vorjahr 95,9 Mio. Euro). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf 53,2 Mio. Euro (Vorjahr 45,7 Mio. Euro). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betragen 53,4 Mio. Euro (Vorjahr 45,7 Mio. Euro). Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen Entgelt- und Rentenanpassungen entsprechen den bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2018 zugrunde gelegte Rechnungszins beträgt 0,98 % (Vorjahr 1,43 %). 21 Finanzverbindlichkeiten
22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten
Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. 23 Passive RechnungsabgrenzungspostenDie Wacker Chemie AG hat sich in 2014 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG über einen festgelegten Zeitraum von 5 Jahren verpflichtet. Die Siltronic AG hat dafür eine einmalige Zahlung in Höhe von 39,0 Mio. Euro geleistet. Der Posten konnte im Geschäftsjahr 2018 teilweise aufgelöst werden, da das Mitarbeiterübernahmeprogramm seitens Siltronic AG beendet wurde. Der noch verbleibende Betrag beläuft sich zum 31. Dezember 2018 auf 20,4 Mio. Euro (Vorjahr 36,9 Mio. Euro). 24 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter
25 Nicht in der Bilanz enthaltene HaftungsverhältnisseDie nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.
Die angegebenen Bürgschaften sichern im Wesentlichen die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen. Weiter enthält der Betrag Vertragserfüllungsgarantien gegenüber Dritten für Tochterunternehmen. Darüber hinaus sichert die Wacker Chemie AG die Bezahlung von Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen ab. Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochterunternehmen, für die die Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich. Die Wacker Chemie AG haftet zudem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen Tochtergesellschaften, mit denen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge bestehen. 26 Sonstige finanzielle Verpflichtungen / PrüferhonorareDie nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.
Darin enthalten sind folgende wesentliche Einzelsachverhalte: Es besteht ein Mietvertrag für das Gebäude der Hauptverwaltung München mit der PK Wacker GSG GmbH & Co. KG, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis Oktober 2021. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das Gebäude. Ein Leasingvertrag besteht für ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet zum 31.07.2019. Auch enthalten sind weitere Miet- und Pachtverträge für Lagergebäude, Büros, Maschinen, technische Anlagen, Kesselwagen, Container, IT-Equipment und den Fuhrpark. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.
Neben dem Bestellobligo für Investitionsvorhaben bestehen wesentliche langfristige Abnahmeverpflichtungen aus Strom-, Gas- und Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2033. Zum 31. Dezember 2018 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung nominal auf insgesamt 0,68 Mrd. Euro (Vorjahr 0,93 Mrd. Euro). Die Verträge dienen der Sicherstellung der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang benötigt werden. Weiter hat sich die Wacker Chemie AG zur Absicherung der langfristig vereinbarten Abnahme von Rohstoffen durch Tochterunternehmen gegenüber einem assoziierten Unternehmen verpflichtet. Zudem besteht im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung bei der Tochtergesellschaft WACKER POLYSILICON North America L.L.C. die Verpflichtung zur Abnahme von Polysilicium. Das geplante Produktionsvolumen am Standort Tennessee beträgt durchschnittlich ca. 20 kt pro Jahr. Im Rahmen von Investitionstätigkeiten hat die Wacker Chemie AG Zulagen sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand erhalten. Diese sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Die Dauer für die Erfüllung dieser Bedingungen ist zeitlich begrenzt. Von Zeit zu Zeit ist die Wacker Chemie AG in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft keine negativen Auswirkungen.
27 Derivative FinanzinstrumenteZur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Zur Sicherung von Zinsänderungsrisiken werden Zinsderivate und zur Sicherung von Rohstoffrisiken werden ggf. Warentermingeschäfte abgeschlossen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und Zahlungsmitteleingangs, soweit sie auf Wechselkurs-, Zinssatz- und Rohstoffpreisänderungen beruhen, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien. Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:
Die abgeschlossenen Währungsderivate haben eine Laufzeit von maximal 14 Monaten (Vorjahr 13 Monaten). Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrundeliegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte und stellt die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners dar. Die Geschäfte werden deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung von den am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei werden Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet. Einen wesentlichen Umfang der Sicherungsmaßnahmen stellt die Abdeckung der Währungsrisiken aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus ausgereichten und empfangenen Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen dar. Zur Abdeckung dieser Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps mit einem Nominalvolumen von 177,7 Mio. Euro (Vorjahr 68,6 Mio. Euro) abgeschlossen. Gleichartige Grundgeschäfte werden zu Portfolien zusammengefasst. Daraus ergeben sich positive beizulegende Zeitwerte in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr 0,4 Mio. Euro) sowie negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von insgesamt 0,3 Mio. Euro (Vorjahr 0,1 Mio. Euro), wovon 0,3 Mio. Euro als Drohverlustrückstellung (Vorjahr 0,1 Mio. Euro) erfasst werden. Diese Geschäfte werden im Jahr 2019 fällig. Zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte in Fremdwährung bestehen Devisentermingeschäfte im Nominalwert von 270,0 Mio. Euro (Vorjahr 273,5 Mio. Euro) mit einer maximalen Restlaufzeit von 14 Monaten (Vorjahr 13 Monaten). Zu den erwarteten Geschäften gehören noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Für diese sogenannten strategischen Geschäfte werden -soweit zulässig- Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Der beizulegende Zeitwert der strategischen Geschäfte beläuft sich insgesamt auf -10,0 Mio. Euro (Vorjahr 5,3 Mio. Euro). Aufgrund der Einfrierungsmethode werden noch offene Geschäfte mit einem Marktwert in Höhe von 0,1 Mio. Euro nicht bilanziert (Vorjahr 4,3 Mio. Euro). Aus glattgestellten Geschäften ergeben sich Forderungen in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr 1,1 Mio. Euro) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von -3,8 Mio. Euro (Vorjahr -0,1 Mio. Euro). Für negative Marktwerte aus offenen Geschäften, für die keine Bewertungseinheiten bestanden, wurde in 2018 eine Drohverlustrückstellung in Höhe von -0,3 Mio. Euro gebildet. Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Wacker Chemie AG grundsätzlich nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung der Fair Values von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren. Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten ergeben, zusammen:
28 Ergebnisverwendungsvorschlag des VorstandsDer Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983 Stammaktien) einen Betrag von 2,50 Euro je Stückaktie für das Jahr 2018 auszuschütten. Insgesamt soll eine Dividende von 124.194.957,50 Euro ausgeschüttet werden. Der verbleibende Restbetrag des Bilanzgewinns in Höhe von 1.358.102.191,01 Euro soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. 29 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenNahestehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen. Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahestehenden Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen von nur untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch in geringem Umfang zu marktüblichen Konditionen. Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des Anhangs ersichtlich. Im Berichtsjahr erzielte die Wacker Chemie AG mit assoziierten Unternehmen Umsätze, Lizenzerlöse sowie Erträge aus Verwaltungskostenumlagen in Höhe von 168,8 Mio. Euro (Vorjahr 123,8 Mio. Euro). Assoziierte Unternehmen haben der Wacker Chemie AG für Materialbezüge, Provisionen und sonstige Kosten im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr 0,2 Mio. Euro) in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind oben unter Ziffer 25 ausgewiesen. Zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen siehe Ziffer 13. Die Zinserträge aus der Ausleihung an Beteiligungen betragen wie im Vorjahr 4,1 Mio. Euro. Die Wacker Chemie AG mietet das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörige Grundstück seit Oktober 2011 von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die daraus entstandenen Mietaufwendungen belaufen sich wie im Vorjahr auf 4,4 Mio. Euro. Zuweisungen an die Pensionskasse führten zu einem Aufwand von 32,3 Mio. Euro (Vorjahr 31,7 Mio. Euro). Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten gegenüber der Pensionskasse in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr Forderung 31,5 Mio. Euro, im Wesentlichen aufgrund von Vorauszahlungen von Arbeitgeberbeiträgen). AufsichtsratDr. Peter-Alexander Wacker1,2,3 Vorsitzender Bad Wiessee Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer Vorsitzender des Aufsichtsrats Blue Elephant Energy AG Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums ifo Institut-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. Manfred Köppl*,1,2,3 Stv. Vorsitzender Kirchdorf Vorsitzender Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Peter Áldozó* Burghausen Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG Dr. Andreas H. Biagosch München Geschäftsführer der Impacting I GmbH&Co. KG und der Impact GmbH Mitglied des Board of Directors Ashok Leyland, Chennai, Indien Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE Mitglied des Beirats ATHOS Service GmbH Lürssen Werft GmbH & Co. KG Mitglied des Regionalbeirats Süd Commerzbank AG Dr. Gregor Biebl München Ministerialdirektor Bayerische Staatskanzlei Matthias Biebl München Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG Dagmar Burghart* (bis 09. Mai 2019) Kirchdorf Teamleiterin Servicecenter Betriebliche Altersversorgung, Wacker Chemie AG Ingrid Heindl* (seit 09. Mai 2018) Reischach Mitglied Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Konrad Kammergruber* Burghausen Leiter Infrastruktur Services, Wacker Chemie AG Jörg Kammermann* (seil 14. November 2018) Burghausen Bezirksleiter IG BCE Altötting Mitglied des Aufsichtsrats CeramTec GmbH Eduard-Harald Klein*,1 Neuötting Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Franz-Josef Kortüm1,2,3 München Ehemaliger Vorstandvorsitzender der Webasto SE Vorsilzender des Aufsichtsrates Webasto SE Vorsitzender des Beirats Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG Mitglied des Board of Directors Autoliv lnc., USA Barbara Kraller* Taching Stv. Vorsitzende Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Seppel Kraus* Olching Landesbezirksleiter IG BCE Bayern Mitglied das Aufsichtsrats Novartis Deutschland GmbH Hexal AG AufsichtsratHarald Sikorski* (bis 31. Oktober 2018) München Landesbezirksleiter IG BCE Westfalen Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH (seit 01. Juni 2018) Mitglied des Aufsichtsrats Siltronic AG Vivawest GmbH (seit 01. März 2018) Vivawest Wohnen GmbH (seit 18. April 2018) RAG AG (seit 01. Juli 2018) RAG Deutsche Steinkohle (seit 01. Juli 2018) Dr. Thomas Strüngmann (bis 09. Mai 2018) Bad Wiesee Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH Ann-Sophie Wacker (seit 09. Mai 2018) München Rechtsreferendarin Dr. Susanne Weiss München Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin Vorsitzende des Aufsichtsrats ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG Mitglied des Aufsichtsrats Porr AG, Österreich Schattdecor AG UBM Development AG, Österreich Vorsitzende des Beirats Alu-Sommer GmbH, Österreich Wirtschaftlicher Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim e.V. Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker München Professor emeritus für Biochemie an der LMU München VorstandDr. Rudolf Staudigl Vorsitzender WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte Konzernentwicklung Corporate Communications Investor Relations Konzernrevision Recht Complance Retirement Benefits Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Mitglied des Aufsichtsrats TÜV Süd AG (seit 13. Juli 2018) Mitglied des Beirats Bayern Deutsche Bank AG Dr. Christian Hartel WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS (seit 01. Juli 2018) Personal/Soziales (Arbeitsdirektor) Zentrale Ingeneurtechnik Forschung und Entwicklung (seit 01. Juli 2018) Intellectual Property (seit 01. Juli 2018) Region Asien Dr. Tobias Ohler Bilanzierung und Steuern Konzerncontrolling Finanzen und Versicherungen Information Technology Procurement & Logistics Region Amerika Vorsitzender des Aufsichtsrats Siltronic AG Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Auguste Willems WACKER SILICONES Sales and Distribution Werkleitungen Corporate Security Umwelt/Gesundheit/Sicherheit Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten Mitglied des Beirats Deutschland TÜV Süd AG
*
Arbeitnehmervertreter, für die Aufsichtsratsvergütung
gelten die Abführungsregulären des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
bzw. des Verbands angestellter Akademie und leitender Angestellter
der chemischen Industrie e. V. (VAA). 30 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG
*)
inklusive der Nebenleistungen Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG und beinhaltet die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind unter Ziffer 29 aufgeführt. 31 Aufstellung des AnteilsbesitzesDie nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder mittelbar zur Herstellung einer dauernden Verbindung (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11b HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich bei den inländischen Gesellschaften um Beträge nach HGB, bei den ausländischen Gesellschaften um Beträge, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ermittelt wurden.
a)
Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker
Chemie AG Ergebnis- bzw. Verlustübernahmeverträge abgeschlossen. 32 Vorgänge nach dem AbschlussstichtagVorgänge von besonderer Bedeutung mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sind seit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 nicht eingetreten. 33 VeröffentlichungDer Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen. Die Offenlegung dieses Konzernabschlusses erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers.
München, den 05. März 2019 Wacker Chemie AG Rudolf Staudigl Christian Hartel Tobias Ohler Auguste Willems Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind.
München, den 05. März 2019 Wacker Chemie AG Rudolf Staudigl Christian Hartel Tobias Ohler Auguste Willems Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wacker Chemie AG, München Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, München - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen und BeteiligungenZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im zugehörigen Abschnitt "Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung" und zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen im Abschnitt 13 im Anhang. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSZum Bilanzstichtag beträgt der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen EUR 2.381,1 Mio und der Buchwert der Beteiligungen EUR 205,9 Mio. Im Geschäftsjahr 2018 wurden Zuschreibungen auf die Anteile an verbundenen in Höhe von EUR 148,8 Mio und auf Beteiligungen in Höhe von EUR 27,9 Mio vorgenommen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Berechnung des beizulegenden Wertes erfolgt anhand des Ertragswertverfahrens. Die hierbei getroffenen Annahmen sind in hohem Maße von der Einschätzung und Beurteilung der gesetzlichen Vertreter abhängig und unterliegen daher erheblichen Ermessensspielräumen. Dies gilt insbesondere für die Budgetannahmen, die Wachstumsraten und die Kapitalkosten. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass die Anteile an verbundenen Unternehmen nicht sachgerecht bilanziert wurden: Übersteigt der beizulegende Wert den Buchwert, so erfolgt - im Fall einer vorausgegangenen außerplanmäßigen Abschreibung -eine Zuschreibung bis maximal zu den ursprünglichen Anschaffungskosten, soweit die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Im umgekehrten Fall ist der Buchwert auf den beizulegenden Wert zu berichtigen. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGDie für die Ermittlung des beizulegenden Werts verwendete Bewertungsmethodik sowie die Bewertungsannahmen und -parameter wurden von uns, unter Einbindung unserer Bewertungsspezialisten, beurteilt. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche haben wir ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt und die verwendeten Annahmen unter anderem mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen (Peer-Group-Vergleich) abgeglichen. Von der Angemessenheit der erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, die der Ertragswertberechnung für die einzelnen zu bewertenden Anteile an verbundenen Unternehmen zugrunde gelegt werden, haben wir uns zudem anhand der durch den Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung überzeugt und dabei beurteilt, ob die in der Unternehmensplanung enthaltenen Planwerte und die zugrunde liegenden Annahmen angemessen sind. Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie aktueller Zwischenergebnisse analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung bzw. der Wachstumsrate auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben. Die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie, die spezifischen Risikozuschläge und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie zur Beurteilung der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen verwendeten Annahmen und Parameter der Wacker Chemie AG sind insgesamt angemessen. Die Beurteilung des Erstattungsanspruchs gegenüber der Versicherung im Schadensfall "Explosion am Standort Charleston"Zur Darstellung des Sachverhalts verweisen wir auf die Ausführungen hierzu im Anhang im Abschnitt ,Materialaufwand' sowie im Abschnitt ,Sonstige finanzielle Verpflichtungen'. Weitere Erläuterungen zum Sachverhalt sind im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt ,Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse', ,Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf' des Wirtschaftsberichts sowie dem ,Lagebericht der Wacker Chemie AG' enthalten. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSDie Wacker Chemie AG hat mit der Wacker Polysilicon North America L.L.C (auch "WPNA"), Cleveland, Tennessee, USA, einen Vertrag abgeschlossen, der die Wacker Chemie AG verpflichtet die Produktion der WPNA abzunehmen. Die Kosten der Produktion der WPNA werden im Rahmen der Auftragsfertigung durch die Wacker Chemie AG übernommen. Durch die Explosion einer Teilanlage der Produktion am Standort Charleston, Tennessee, dem einzigen Produktionsstandort der WPNA im September 2017 musste die Produktion zeitweise eingestellt werden. Im Jahresverlauf 2018 wurde die Produktion am Standort Charleston wieder aufgenommen und es konnte ab Dezember 2018 mit voller Nennkapazität nach der Wiederherstellung der Anlage produziert werden. Der Produktionsausfall durch die Betriebsunterbrechung sowie die Anlaufkosten im Zuge der Wiederaufnahme der Produktion haben auf der Seite der WPNA zu einer hohen Kostenbelastung geführt, die im Rahmen der Vereinbarung zur Auftragsfertigung an die Wacker Chemie AG weiterbelastet wurden. WACKER hat eine Versicherung, die Sachschäden und Schäden aus einer Betriebsunterbrechung abdeckt. Die potenzielle Versicherungserstattung für die Betriebsunterbrechung würde die entstandenen Kosten für den Produktionsausfall sowie die Anlaufkosten verringern und im Zuge dessen zu einer niedrigeren Weiterbelastung der WPNA an die Wacker Chemie AG oder zu einem Ansatz der Erstattungsansprüche bei der Wacker Chemie AG führen. Der bilanzielle Ansatz der Erstattungsansprüche gegenüber der Versicherung erfordert, dass die Gesellschaft Ermessen bei der Beurteilung des Sachverhalts ausübt und überprüft, ob die Voraussetzungen zum Ansatz eines Vermögensgegenstands aus Erstattungsansprüchen bei der Versicherung gesamtheitlich nach den Rechnungslegungsstandards erfüllt sind. Hinsichtlich der Ansprüche aus der Betriebsunterbrechung ist eine verlässliche Einschätzung zur Höhe des Betrages durch die Vertreter der Wacker Chemie AG und der WPNA zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses auf Basis der Bilanzierungsanforderungen noch nicht möglich. Die Gespräche mit der Versicherung führten aufgrund der hohen Komplexität und des kurzen Zeitraums seit Wiederherstellung der vollen Produktionskapazität bis zum Aufstellungsdatum nicht zu einer hinreichenden Konkretisierung der Forderung. Somit wurde zum Stichtag noch kein Erstattungsanspruch aus der Versicherungsleistung für die Betriebsunterbrechung erfasst. Es besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Ansprüche aus der Versicherungserstattung für die Betriebsunterbrechung der Höhe nach nicht korrekt bilanziert wurden. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGIn Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand, Vertretern des Segments WACKER POLYSILICON, den Abteilungen Corporate Accounting und Corporate Controlling sowie der Rechts- und Versicherungsabteilung und der Werkleitung am Standort Charleston haben wir uns insbesondere Informationen zum aktuellen Stand der Gespräche mit der Versicherung eingeholt. Darüber hinaus haben wir die Korrespondenz mit der Versicherung sowie den von WACKER involvierten Sachverständigen ausgewertet. Wir haben die Einschätzung des Sachverständigen in persönlichen Befragungen sowie im Rahmen der Einholung einer Drittbestätigung gewürdigt. Darüber hinaus haben wir uns ein Verständnis über die bestehenden Unsicherheiten bei der Ermittlung und dem Ansatz der Erstattungsansprüche aus dieser Versicherung verschafft. Wir haben geprüft, ob die Einschätzung des Vorstands auf Basis der Korrespondenz mit dem Sachverständigen sowie mit der Versicherung hinsichtlich potenzieller Ansprüche für die Betriebsunterbrechung nachvollziehbar ist. Auf Grundlage unserer Kenntnisse und Erfahrungen haben wir die Anwendung auf die einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften hinsichtlich des Ansatzes sowie der Verlässlichkeit der Schätzung zur Höhe der Erstattungsansprüche aus der Betriebsunterbrechungsversicherung. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie Annahmen der WACKER zum Ansatz und die Würdigung der Bilanzierungsvoraussetzungen der erwarteten Erstattungsansprüche aus der Versicherung für Betriebsunterbrechung sind sachgerecht. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den von uns vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten gesonderten nichtfinanziellen Bericht und die Erklärung zur Unternehmensführung sowie die uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellten übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 9. Mai 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. Dezember 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Abschlussprüfer der Wacker Chemie AG, München, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht: Prüfungen nach § 64 EEG, § 17 EnWG, § 15 KWKG, § 20 WpHG ("Emir"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung, Limited Assurance-Leistung zum nichtfinanziellen Bericht. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen.
München, den 5. März 2019 KPMG AG Andrejewski, Wirtschaftsprüfer Hanshen, Wirtschaftsprüfer |
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