![]() Wacker Chemie AGMünchenJahres und- Konzernabschluss Wacker Chemie AG 31.12.2020Bericht des Aufsichtsrats DR. PETER-ALEXANDER WACKER Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, 2020 war für WACKER ein Jahr größter Kraftanstrengung. Die Corona-Pandemie hat die
Welt vor Herausforderungen gestellt, für die es in der Neuzeit keine Blaupause gibt.
Um dieser kritischen Situation zu begegnen, haben wir uns vor allem auf die finanzielle
Stabilität des Unternehmens konzentriert. Drei Hebel waren dabei von besonderer Bedeutung:
ein starker Netto-Cashflow, ein geringeres Investitionsbudget, ausgerichtet an den
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie deutliche Kosteneinsparungen. Ein weiterer
Erfolgsfaktor ist, dass wir die langfristige Finanzierung von WACKER rechtzeitig sichergestellt
haben. Das Zahlenwerk des abgelaufenen Geschäftsjahres beweist: WACKER ist sehr stabil durch
diese schwierige Zeit gekommen. Der Netto-Cashflow hat sich mit rund 700 Millionen
Euro fast vervierfacht und die Nettofinanzschulden sind mit rund 70 Millionen Euro
äußerst gering. Alle Bereiche des Unternehmens haben eine hervorragende Leistung vollbracht und sind
wesentlich verantwortlich für dieses sehr gute Ergebnis. Der Aufsichtsrat dankt allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diesen großen Erfolg in dieser Ausnahmesituation. Von größter Bedeutung für die weitere Zukunft des Unternehmens war auch der Abschluss
einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern zum Programm "Zukunft gestalten".
Damit ist WACKER in der Lage, das Unternehmen so aufzustellen, dass wir international
auf Augenhöhe mit unseren Wettbewerbern bleiben. Mein ausdrücklicher Dank geht deshalb
an alle Arbeitnehmervertreter im Unternehmen, die dieses Ergebnis voll und ganz mittragen. Mit der Abgabe der Siltronic-Anteile an das taiwanesische Unternehmen GlobalWafers
vollenden wir unser strategisches Ziel, uns mit ganzer Kraft auf unseren ursprünglichen
Kern zu konzentrieren - das Chemiegeschäft. GlobalWafers ist es bis Anfang Februar
2021 gelungen, sich die Aktienmehrheit an der Siltronic AG zu sichern. Noch ist die
Transaktion nicht endgültig, weil verschiedene fusionskontrollrechtliche und außenwirtschaftliche
Freigaben noch nicht erteilt worden sind. Aber eine wichtige Hürde ist damit genommen.
Wir sind zuversichtlich, dass der Zusammenschluss wie geplant vollzogen wird und Siltronic
dann ihren weiteren Weg gemeinsam mit GlobalWafers erfolgreich gestalten kann. Für WACKER geht es jetzt darum, die richtigen Investitionen für die Zukunft zu tätigen.
Unser Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS ist ein gutes Beispiel dafür. Der Erwerb
des Plasmid-DNA-Herstellers Genopis Inc. rundet das Produktportfolio auf dem Gebiet
mikrobieller Technologien ab. Gleichzeitig setzen wir mit einem eigenen Produktionsstandort
einen Fuß auf den großen amerikanischen Markt für biopharmazeutische Produkte. Ein Thema ist nach wie vor ungelöst: die hohen Pensionsverpflichtungen. Für die Zukunftsfähigkeit
des Unternehmens ist es sehr wichtig, die Belastungen aus den Pensionsverpflichtungen
zu mindern. Das Niedrigzinsumfeld für Kapitalanlagen ist eine schwere Bürde für die
finanzielle Ausstattung von WACKER. Die außerordentlichen Zahlungen an die Pensionskasse,
die wir schon geleistet haben und in Zukunft leisten müssen, fehlen für Wachstumsinvestitionen.
Auf Dauer gefährdet das die wirtschaftliche Substanz des Unternehmens, weil wir Finanzmittel
nicht für Innovationen und das Wachstum unserer Geschäfte einsetzen können. Deshalb
müssen wir Lösungen finden, die das Unternehmen entlasten. Dazu gibt es keine Alternative. Mit dem Ablauf der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 41 gibt es einen Wechsel an der
Spitze des Unternehmens. Dr. Rudolf Staudigl wird nach 25 Jahren im Vorstand, davon
13 Jahre als Vorstandsvorsitzender, sowie nach 38 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand
gehen. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Rudolf Staudigl für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle
von WACKER. Er hat das Unternehmen mitgeprägt wie nur wenige vor ihm. Seine Nachfolge
übernimmt Dr. Christian Hartel, der seit 2003 bei WACKER tätig ist. Wir besetzen damit
die wichtigste Position in der operativen Führung aus den eigenen Reihen. Das zeigt,
dass WACKER immer wieder hervorragende Führungspersönlichkeiten hervorbringt, die
diese Aufgabe erfüllen können. Wir haben mit diesem Schritt die Kontinuität in der
Leitung des Konzerns sichergestellt und den Generationswechsel an der Spitze des Unternehmens
vollzogen. Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand
und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse Zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat
hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr
2020 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen,
die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden. Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah
und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das
operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich
der Risikolage sowie über Compliance- und Nachhaltigkeits-Themen informiert. Auch
außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt
mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle
Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert.
Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit
dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach
gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen
Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der
Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2020 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im
ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zwischen den Sitzungen hat
uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben
informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen
wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands
in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden
von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen
vorbereitet. Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und
Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat
der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm
erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie
Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die
Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger,
waren nicht notwendig. Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren
Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat in
seiner Sitzung am 09. Dezember 2020 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der
Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2021- 2025 des Unternehmens. Ebenfalls
erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2021. Arbeit der Ausschüsse Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse.
Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den
Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Aufgaben
und Mitglieder der Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite
191 im Einzelnen aufgeführt. Der Prüfungsausschuss hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr vier Sitzungen ab. Er befasste
sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2020,
der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen
des Konzerns, der CSR-Berichterstattung sowie mit Fragen des Risikomanagements, der
Rechnungslegungsprozesse und internen Kontrollsysteme, der Compliance und der Revision.
Er überwachte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich darüber hinaus
mit den von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss
dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur
Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020, erteilte den Prüfungsauftrag
für das Geschäftsjahr 2020 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte. Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2020 zweimal, Gegenstand der Beratungen
waren jeweils Personalangelegenheiten des Vorstands (die Festlegung der Gesamtbezüge
sowie der Erfolgsziele für die variable Vergütung, die Vertragsverlängerung von Herrn
Dr. Ohler für weitere fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2025, das neue Vergütungssystem
für den Vorstand sowie die personellen Änderungen im Vorstand im Jahr 2021). Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Aus- und Fortbildung Die Aufsichtsratsmitglieder sind angehalten, sich regelmäßig fortzubilden. Die Gesellschaft
unterstützt die Mitglieder dabei, insbesondere auch durch die Gewährung einer großzügig
bemessenen Pauschale für Auslagen, die unter anderem für Fortbildungsmaßnahmen genutzt
werden kann und soll. Zur Amtseinführung erhalten neue Aufsichtsratsmitglieder ein
Informationspaket zu den Rechten und Pflichten eines Aufsichtsratsmitglieds einschließlich
Merkblättern zu Insiderverboten und Eigengeschäften von Führungskräften. Regelmäßig werden die Aufsichtsratsmitglieder außerdem über wesentliche Gesetzesänderungen
und Gerichtsurteile, die ihre Arbeit betreffen, unterrichtet. So wurde im vergangenen
Jahr über das Umsetzungsgesetz zur Zweiten Aktionärsrechterichtlinie und die Neufassung
des Deutschen Corporate Governance Kodex berichtet. Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme Sowohl an den Aufsichtsratssitzungen als auch an den Sitzungen der Ausschüsse haben
im Geschäftsjahr 2020 sämtliche Mitglieder der jeweiligen Gremien teilgenommen. Die
Teilnahme der Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen des Aufsichtsrats und
der Ausschüsse wird im Folgenden in individualisierter Form offengelegt:
*
Bis 30. September 2020 Corporate Governance Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate
Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat
in der Sitzung vom 09. Dezember 2020 behandelt und die gemeinsam mit dem Vorstand
abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist
den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich und auch in der Erklärung
zur Unternehmensführung auf Seite 191 wiedergegeben. Weitere Informationen zur Corporate Governance bei WACKER finden Sie ebenfalls in
der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 191. In seiner Sitzung im Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner
Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund
der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen sowie der umfassenden
Berichterstattung durch den Vorstand und der frühzeitig vor den Sitzungen erhaltenen
Unterlagen - effizient arbeitet. Weitere Informationen zur regelmäßigen Selbstbeurteilung
des Aufsichtsrats finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 191. Jahres- und Konzernabschlussprüfung Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten
Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2020, den Konzernabschluss
sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2020) geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss
der Hauptversammlung vom 04. August 2020 vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung
in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung unter Beachtung
der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsgemäßer
Abschlussprüfung durchgeführt und uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht
für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht.
Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers,
der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung
lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 23. Februar 2021 die Abschlüsse,
den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht
für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289b, 315b HGB) sowie die Prüfungsberichte
des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat
in seiner Sitzung vom 04. März 2021 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts
des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden
Abschlussunterlagen - einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts
für die Wacker Chemie AG und den Konzern - intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer
nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen
Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen
und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen
gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten
Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie
AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie
AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020. Der Jahresabschluss der Wacker
Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des
Bilanzgewinns schließen wir uns an. Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand Der langjährige Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Konrad Kammergruber schied
mit Eintritt in den Ruhestand Ende September 2020 aus dem Aufsichtsrat aus. Der Aufsichtsrat
dankt Herrn Kammergruber für seine stets partnerschaftliche, wertvolle und bereichernde
Arbeit in den vergangenen Jahren und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute. Als neues Mitglied rückte Frau Dr. Birgit Schwab als gewähltes Ersatzmitglied als
Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat nach. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 legte der Arbeitnehmervertreter Jörg Kammermann
sein Mandat in unserem Aufsichtsrat nieder. Auch Herrn Kammermann dankt der Aufsichtsrat
für seine konstruktive und geschätzte Mitarbeit in unserem Gremium. Als sein Nachfolger wurde Markus Hautmann auf Antrag des Vorstands mit Wirkung ab
dem 01. Januar 2021 gerichtlich bestellt. Im Vorstand stehen im Jahr 2021 ebenfalls Veränderungen an: In seiner Sitzung am
09. Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat wesentliche personelle Weichenstellungen zur
langfristigen Sicherung der Kontinuität in der Führung des Unternehmens beschlossen.
Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender des Vorstands der Wacker Chemie AG, wird mit Ablauf
der kommenden Hauptversammlung, die für den 12. Mai 2021 geplant ist, in den Ruhestand
treten. Zu seinem Nachfolger hat der Aufsichtsrat zum gleichen Zeitpunkt Dr. Christian
Hartel berufen, der dem Vorstand des Unternehmens bereits seit 2015 angehört. Ebenfalls
mit Wirkung zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2021 wurde Frau Angela Wörl
als Arbeitsdirektorin in den Vorstand der Wacker Chemie AG bestellt. Frau Wörl leitet
gegenwärtig bei WACKER den Zentralbereich Personal. Ihr Vertrag hat eine Laufzeit
von drei Jahren. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie
den Arbeitnehmervertretungen für ihre engagierte Arbeit in einem für uns alle in jeglicher
Hinsicht herausfordernden Geschäftsjahr 2020. München, 04. März 2021 Der Aufsichtsrat Dr. Peter-Alexander Wacker Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des Konzerns WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten,
die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht
vom Fliesenkleber bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als
3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. Wichtigster Grundstoff ist Silicium Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund
65 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium
ist. Für die restlichen 35 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere wichtigsten
Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die
Photovoltaikindustrie. Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie
steht der Ausbau der Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren,
in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können,
und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten
und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr
2020 haben wir in Shanghai ein Kompetenzzentrum für wärmeleitfähige Silicone sowie
siliconbasierte Lösungen für eine wachsende Zahl von Anwendungen in der Unterhaltungselektronik
und der Telekommunikationsindustrie eröffnet. 26 Produktionsstandorte Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten. Davon
sind zehn in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort
für WACKER ist Burghausen.
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Siehe Grafik b.2 auf Seite 52 Rechtliche Unternehmensstruktur Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem
Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 53 Gesellschaften beteiligt,
die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 49 Gesellschaften voll konsolidiert.
Vier Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten
die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für
den Konzern unbedeutend sind. Vier operative Geschäftsbereiche WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung
und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche. Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit zugeordnete Produkte, Produktionen,
Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind
zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils
dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.
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Siehe Grafik b.4 auf Seite 54 B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte![]() B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns¹![]() Leitung und Kontrolle Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG
ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der
Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie
und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die
Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere
mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2020 Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Konrad Kammergruber hat auf Grund seiner Pensionierung
sein Mandat im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG niedergelegt und ist mit Wirkung
zum Ablauf des 30. September 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Als neues Mitglied
rückte Frau Dr. Birgit Schwab als gewähltes Ersatzmitglied als Vertreterin der Arbeitnehmerseite
in den Aufsichtsrat nach. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 ist Jörg Kammermann, ehemaliger
Bezirksleiter der IG BCE Altötting, aus dem Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ausgeschieden.
Zu seinem Nachfolger wurde zum 01. Januar 2021 Markus Hautmann, Bezirksleiter der
IG BCE Altötting, bestellt. Im Vorstand der Wacker Chemie AG gab es im Geschäftsjahr 2020 keine Änderungen. In
seiner Sitzung vom 11. März 2020 hat der Aufsichtsrat den Vertrag von Dr. Tobias Ohler
um fünf Jahre bis 2025 verlängert. In seiner Sitzung vom 09. Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat wesentliche personelle
Weichenstellungen beschlossen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Staudigl wird mit
Ablauf der kommenden Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand treten. Zu
seinem Nachfolger hat der Aufsichtsrat Dr. Christian Hartel berufen, der von diesem
Zeitpunkt an den Vorstandsvorsitz übernimmt. Zum gleichen Zeitpunkt rückt Angela Wörl
als Arbeitsdirektorin in den Vorstand auf.
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Angaben zur Ressortverteilung im Vorstand finden sich im Kapitel Weitere Informationen. Erklärung zur Unternehmensführung Die nach § 315d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung
ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten
Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise
von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben
zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den
Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem
Vorstand, gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben
zum Diversitätskonzept werden dort angegeben.
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www.wacker.com/corporate-governance Nichtfinanzielle Konzernerklärung Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung
ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten.
Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts
und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2020, zur Verfügung. Er wird
außerdem im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des
Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung
der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle
Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer
unterzogen.
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https://www.wacker.com/geschaeftsbericht B.3 Unternehmensstruktur von WACKER![]() Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge
des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des
Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig
Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich
im Geschäftsjahr 2020 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben
wir unser Produktportfolio erweitert. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES bietet die breiteste Produktpalette des Unternehmens.
Aus den beiden Rohstoffen Siliciummetall und Methanol werden über 2.800 Siliconprodukte
in sieben Produktgruppen produziert, darunter Silane, Siloxane, Siliconöle, Siliconemulsionen,
Siliconelastomere, Siliconharze und Kieselsäuren. Silicone besitzen eine Vielzahl
chemischer, mechanischer und haptischer Eigenschaften, die sich ganz gezielt einstellen
und immer wieder neu kombinieren lassen. Eine solche Vielseitigkeit und Anwendungsbreite
bietet kein anderer Kunststoff. Silicone sind extrem langlebig, widerstandsfähig,
wasserabweisend und UV-stabil. Als Werkstoffe sind sie in alltäglichen Anwendungen
genauso unverzichtbar wie für die Entwicklung innovativer und neuer Technologien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere
Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen
Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel
ist die Bauindustrie. Weitere Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier-
und Klebstoffindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte
sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen Pharmaproteine und Impfstoffe,
Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse sowie Acetylaceton.
Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche
wie Pharmawirkstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe und Agrochemikalien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter-
und für die Solarindustrie her. Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten
Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten Burghausen, Nünchritz,
Charleston und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende
Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere
Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden
in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen
wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion
den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig
und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen (Kapitel ungeprüft) WACKER zählt in seinen drei größten Geschäftsbereichen zu den Top-3-Anbietern weltweit. Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa
die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer.
Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen
Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. B.4 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung![]() Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS
der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über
eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa,
Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Asien. Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein aus vegetarischen Rohstoffen sowie bei
Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS
Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis
verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter
ausbauen. Hohe Wettbewerbsintensität zeichnet den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON aus.
Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium
und die Entwicklung des globalen Marktumfeldes in der globalen Solarindustrie. Eigenen
Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON nach Produktionsmenge weltweit die Nummer
eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und bei monokristallinem Polysilicium
für die Solarindustrie. Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können
uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen.
Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des
Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir jedoch auch die Möglichkeit,
diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern. Auftragsentwicklung Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich.
Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger
und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Das Geschäft im Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten
bis zu einem Jahr. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und
langfristige Verträge ab; ein Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen
anhand von Marktreferenzen. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern
auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb
als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt. Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen
in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern.
Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns
dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen
Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Dazu zählen beispielsweise die
Entwicklung von Rohstoff- und Energiepreisen, aber auch Daten aus unserer Marktforschung
und aus Kundengesprächen. Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen,
sind in vielen Bereichen gleichgeblieben. Rohstoff- und Energiekosten Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen
eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Rohstoff-
und Energiekosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur.
WACKER strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch
unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern
wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens
beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO2-Zertifikaten im Rahmen
des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen.
Auf Grund der hohen Strompreise in Deutschland ergeben sich Nachteile für WACKER gegenüber
Wettbewerbern. Wir fordern deshalb die Einführung eines Industriestrompreises und
wirken diesbezüglich auf die politisch Verantwortlichen ein. Wir arbeiten zudem ständig
daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der
spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise
Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, flexiblen Abnahmemengen oder regelmäßiger Anpassung
der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch
Preisflexibilität zu erhalten. B.5 Wettbewerbspositionen von WACKER
Währungsschwankungen Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte
unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften
das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine
Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro
gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 39 Mio. € negativ
ausgewirkt. Zusätzlich haben wir im Jahr 2020 Sicherungsgeschäfte in japanischen Yen
(JPY) abgeschlossen. Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind
wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme
für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule
und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen
der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare
Kostenrückgänge bei der Herstellung von pv-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich
festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern.
Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle
Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen US-Hersteller von Polysilicium
für Solaranwendungen erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen für Solaranwendungen
aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende
Regelung. Die USA haben ihrerseits Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens"
(Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren"
eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche
Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten könnte sich im Gesamtkontext
einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen. Ziele und StrategienStrategie des WACKER-Konzerns Die fünf übergreifenden strategischen Ziele von WACKER gelten nach wie vor. Im Mittelpunkt
stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder
führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Wir richten unser Handeln dabei an einer
nachhaltigen Entwicklung aus.
»
Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com Die strategischen Geschäftsziele für den WACKER-Konzern lauten weiterhin:
Die Investitionen konzentrieren sich auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte
in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen
von Vorprodukten. Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen
sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker
wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Wir wollen dabei den Anteil von
Spezialprodukten weiter erhöhen. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum
sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien.
Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser
Chemiegeschäft Wachstumspotenziale. Im Mittelpunkt unseres Programms "WACKER Operating System" (WOS) stehen: geringerer
Rohstoffeinsatz und eine höhere Prozesseffizienz unserer Anlagen. Ziel ist es, die
spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Außerdem entwickeln wir eine Vielzahl
neuer, nachhaltiger Produkte, die den CO2-Ausstoß mindern. Wir liefern unter anderem Polysilicium als Ausgangsmaterial für
Solaranlagen sowie eine Vielzahl von Produkten für die moderne, ressourcenschonende
Bauindustrie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen.
Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an. Um unsere Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, streben wir einen positiven
Cashflow an und wollen den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stetig steigern. Mit dem Programm "Zukunft gestalten", das wir Ende 2019 gestartet haben, wollen wir
die Kosten verringern und die Effizienz steigern. Die Geschäfts- und Zentralbereiche
stellen sich organisatorisch neu auf und vereinfachen dabei ihre Abläufe und Strukturen.
Gleichzeitig stärken wir die Verantwortung in den Regionen. Bis Ende 2022 will WACKER
insgesamt 250 Mio. € einsparen. Dazu gehört auch der Abbau von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen
vor allem in Deutschland. Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung.
Seit 2017 haben wir ein Digitalisierungsprogramm, das alle Kerngeschäftsprozesse umfasst
- von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren
Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Die einzelnen Projekte aus diesem Programm
werden seit Dezember 2019 in den verantwortlichen Bereichen weitergeführt. Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche WACKER SILICONES will als weltweiter Hersteller von Siliconen den Anteil an margenstarken
Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt
der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil über erzielte Skaleneffekte
Kostenführer zu sein. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ
höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie
aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver
auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und
neue Anwendungsfelder erschlossen werden. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf,
seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt
es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer
Produkte im industriellen Maßstab erlauben. Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz in
den Geschäftsprozessen. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten deutlich
zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen weiter zu erhöhen
sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. Gleichzeitig halten wir den
hohen Qualitätsstandard, mit dem wir den Maßstab in der Industrie setzen. Der Fokus
unseres Geschäfts liegt darauf, die Mengen bei Kunden aus der Halbleiterindustrie
auszubauen und das Wachstum von monokristallinen Anwendungen für die Solarindustrie
zu begleiten. SteuerungssystemWertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik.
Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der
Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen
der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die
EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens
im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die
Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen
Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das
variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Für die Kommunikation
mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle
Steuerungskennzahl. Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im
Geschäftsjahr 2020 unverändert geblieben:
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen,
die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über
die Verschuldung des Konzerns. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung
des Unternehmens dient. Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2020 EBITDA-Marge: Im Jahr 2020 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht
haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 14,2 Prozent. B.6 Soll / Ist-Abgleich
EBITDA: Für das Jahr 2020 haben wir ein EBITDA erwartet, das um etwa 20 Prozent unter
dem Vorjahr liegt. Mit einem Rückgang von 14,9 Prozent bewegte sich das EBITDA im
Rahmen unserer Erwartungen. Maßgeblich verantwortlich für das geringere EBITDA ist
ein Sonderertrag aus Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio. €, den wir im
Jahr 2019 verbucht haben. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich
um 0,7 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2020 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern
zehn Prozent. Im Jahr 2020 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene erreicht. Der
BVC war mit -169 Mio. € (2019: -1,1 Mrd. €) weiterhin negativ, aber deutlich besser
als im Vorjahr. B.7 ROCE und Wertbeitrag
1
Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen
Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern zuzüglich
Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung
der Kapitalkosten. ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2020 einen ROCE von 5,6 Prozent. In unserer Prognose
vom März 2020 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE positiv und deutlich über
Vorjahr sein wird. Netto-Cashflow: Die Prognose für 2020 war ein deutlich positiver und deutlich über
dem Vorjahr liegender Netto-Cashflow. Mit 697,7 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow
deutlich besser entwickelt als prognostiziert. Verantwortlich dafür sind geringere
Investitionen und deutliche Reduzierungen im Umlaufvermögen. Planungszyklus Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden
können. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen
sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur
strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die
geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur
verabschiedet. B.8 Strategische und operative Planung![]()
a
Prognosefestlegung für das laufende Jahr Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen
Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat
verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar
die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich
überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Finanzierungsstrategie Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum
und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung
aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente. Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung
wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien
sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in
der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte
bzw. Regionen Sonderfinanzierungen. Operative Steuerungsinstrumente Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS).
Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit,
Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine
weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO
9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Übernahmerechtliche AngabenB.9 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB
WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 zur schwersten globalen Rezession seit fast
100 Jahren geführt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft
um 3,5 Prozent geschrumpft. Besonders stark ging die Wirtschaftsleistung in den Ländern
der Eurozone zurück. In Italien lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut den Konjunkturforschern
etwa 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, in Spanien um 11,1 Prozent. Trotz zum Teil
umfangreicher staatlicher Hilfsmaßnahmen führte die Pandemie in vielen Ländern zu
einem bedeutenden Anstieg von Arbeitslosigkeit und Armut. Auch in China, wo die Pandemie
Anfang des Jahres ihren Ausgang nahm, brach die Wirtschaft zeitweise ein. Die Volksrepublik
wies jedoch bereits im 2. Quartal 2020 wieder ein Wachstum aus. B.10 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2020![]() Branchenspezifische Rahmenbedingungen Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen
sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie. Pandemie trifft chemische Industrie Auf Grund der Corona-Pandemie sind die Umsätze in der chemischen Industrie im 1.
Halbjahr 2020 weltweit zurückgegangen. Im Sommer setzte eine Erholung ein, die bis
zum Jahresende anhielt. Die Nachfrage nach Chemikalien und Pharmazeutika stabilisierte
sich. Der weltweite Branchenumsatz der chemischen Industrie (inkl. Pharmazeutika)
lag im Jahr 2019 nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) bei 5,1
Bio. €, mehr als 50 Prozent davon kamen aus Asien. In den vergangenen Jahren haben
sich die Wachstumszentren immer mehr in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer
verschoben. Investitionen finden verstärkt in Ländern mit geringen Energie- und Rohstoffkosten
statt. Europa profitiert über den Außenhandel von den Wachstumsmärkten. Dieser Trend
setzte sich 2020 fort. Für die chemische Industrie in Deutschland war 2020 ein schwieriges Jahr. Der Umsatz
in Deutschlands drittgrößter Branche verringerte sich laut VCI um sechs Prozent auf
186 Mrd. € (2019: 193 Mrd. €). Unter dem Corona-bedingten Auftragsrückgang litt das
Auslandsgeschäft in nahezu allen Exportmärkten (-6,5 Prozent) ebenso wie der Umsatz
im Inland (-5,5 Prozent). Die Produktion fiel um drei Prozent. Die Chemie alleine
ohne die fast stabile Pharmabranche verbuchte ein Minus von vier Prozent. Rückgang der Bauinvestitionen Auch wenn andere Wirtschaftsbereiche deutlich stärker betroffen waren, hat sich die
Corona-Pandemie 2020 auch auf die Bauwirtschaft negativ ausgewirkt. Projekte wurden
verzögert, Investitionen verschoben. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts
b + l Marktdaten GmbH waren die Bauinvestitionen in fast allen Märkten rückläufig.
Weltweit ging das Bauvolumen 2020 um -2,3 Prozent auf insgesamt 9,11 Bio. US-$ zurück.
(2019: 9,32 Bio. US-$). Am stärksten fiel der Rückgang mit -6,4 Prozent in Südamerika
aus. Aber auch in Westeuropa (-5,5 Prozent) lag das Bauvolumen deutlich unter dem
Niveau des Vorjahres. B.11 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2020![]()
Quelle:
B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020 Markt für Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Minus Das Volumen des weltweiten Elektrotechnik- und Elektronikmarktes ist im Jahr 2020
nach Schätzungen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
(ZVEI) um drei Prozent zurückgegangen und lag bei rund 4,37 Bio. € (2019: 4,51 Bio.
€). Während die Folgen der Corona-Pandemie in den Industrieländern für einen Rückgang
um rund sieben Prozent sorgten, fiel das Minus in den Schwellenländern mit einem Minus
von einem Prozent vergleichsweise moderat aus. Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung Die globale Solarbranche ist im Jahr 2020 weitergewachsen. Nach Angaben verschiedener
Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 140 Gigawatt (GW)
neu installiert (2019: ca. 120 GW). Das sind rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr.
Zum Jahresende 2020 waren damit weltweit mehr als 700 GW Photovoltaikleistung installiert.
Rund die Hälfte der Neuinstallationen wurden 2020 in China, Japan und den USA getätigt.
Trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte damit ein Wachstum der
globalen pv-Märkte im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Neben Fördermaßnahmen
haben insbesondere die stark gesunkenen Systemkosten erheblich zum weltweiten Ausbau
der pv-Installationen beigetragen. Photovoltaik ist bereits heute wettbewerbsfähig
mit der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern. Nicht geförderter Solarstrom
hat sich weiter verbilligt. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen
lag sein Handelspreis bereits bei unter 15 US-$ pro Megawattstunde. B.12 Neu installierte pv-Leistungen 2020 und 2019
Trotz der global gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der
Photovoltaikindustrie herausfordernd. In den USA und Indien sorgen Strafzölle auf
importierte Solarzellen und Module für höhere Preise und damit für ein gebremstes
Wachstum. In China wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein Wachstum im Vergleich
zum Vorjahr erzielt. Der hohe Wettbewerbsdruck hält auf allen Wertschöpfungsstufen
an. B.13 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa
Siliciummetall (€/t)![]() Ethylen (€/t)![]() Methanol (€/t)![]() Vinylacetatmonomer (€/t)![]()
Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt
Rohstoffpreise niedriger als im Vorjahr Die Rohstoffpreise waren 2020 insgesamt niedriger als im Vorjahr, wobei sich die
Preisverläufe der einzelnen Materialien unterschiedlich darstellten. Die Preisentwicklung
war geprägt durch die teils abrupten Nachfrageveränderungen infolge der Corona-Pandemie.
Das hat sich auf die gesamten Wertschöpfungsketten ausgewirkt. Nachdem es zu Beginn
des Jahres einen Preisanstieg gab, fielen die Preise für metallurgisches Silicium
infolge verminderter Nachfrage insbesondere für Aluminiumanwendungen im 2. und 3.
Quartal. Zum Jahresende kam es zu einer Erholung der Preise. Die Ethylenpreise in
Europa wurden im Wesentlichen durch den Hauptkostenfaktor Naphtha und damit durch
die Entwicklung der Erdölpreise bestimmt. Die sehr gute Angebotssituation sowie die
Bewegungen der Kohle-und Ölpreise, welche für die fundamentale Preisbildung von Methanol
ausschlaggebend sind, führten zu stark sinkenden Methanolpreisen bis zur Jahresmitte.
Im Anschluss stiegen die Preise dann stark an infolge höherer Vorproduktkosten sowie
einer geringeren Mengenverfügbarkeit. Eine ähnliche Entwicklung war bei Vinylacetatmonomer
zu sehen. Getrieben durch eine schwächere Nachfrage infolge der Pandemie sowie durch
niedrigere Preise der Vorprodukte sanken zunächst die Preise. Im 2. Halbjahr zogen
sie dann wieder an. Strom- und CO2-Preise sinken Die Preise der für WACKER wichtigsten Energieträger sanken infolge der Corona-Pandemie
im Frühjahr 2020 temporär in erheblichem Umfang. Auf dem globalen Rohölmarkt fielen
die Preise auf Grund des Nachfrageeinbruchs auf ein Drei-Jahres-Tief. Nach Reduzierungen
der OPEC-Fördermengen und Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen erholten
sich die Preise im Jahresverlauf langsam, erreichten jedoch nicht ihr vorheriges Niveau.
Die deutschen Strompreise gaben unter dem Einfluss historisch niedriger Gas- und Kohlepreise,
hoher Einspeisemengen erneuerbaren Stroms sowie einer geringeren Nachfrage von Seiten
der Industrie zunächst weiter nach und stabilisierten sich im Jahresverlauf bei einem
Preis von rund 40 €/MWh. Getrieben von stark steigenden Gas-, Kohle-und CO2-Preisen erreichten die Strompreise zum Jahresende ihren Jahreshöchstwert. Zusätzlich
sind die Strompreise in Deutschland mit Abgaben und Umlagen belastet. Dazu zählen
unter anderem Netzentgelte, Stromsteuer und die EEG-Umlage. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate fielen auf Tagesbasis im 1. Quartal auf rund 16 € pro Tonne.
Die einsetzende Erholung ließ die Preise auf Tagesbasis zum ersten Mal seit mehr als
zehn Jahren über 30 € pro Tonne steigen. In der zweiten Jahreshälfte stabilisierten
sich die Preise zunächst im Bereich von 25 € pro Tonne, ehe sie im Dezember auf über
30 € pro Tonne stiegen. Dabei wies der Preisverlauf eine erhebliche Volatilität auf. B.14 Marktpreisentwicklung der für WACKER relevanten Energieträger
Börsenstrompreis Deutschland (EEX Frontjahr) (€/MWh)![]() CO2 (€/t)![]() Öl/Brent (€/bbl)![]()
Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt
Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen Die wirtschaftspolitischen Risiken haben sich im Geschäftsjahr 2020 vor allem durch
die Corona-Pandemie deutlich erhöht. Das hat die Entwicklung der Weltwirtschaft maßgeblich
beeinflusst. Mit Ausnahme von China verzeichnen alle großen Volkswirtschaften eine
Abnahme ihrer Wirtschaftsleistung. Seit der Finanzkrise 2009 war der Rückgang der
Weltwirtschaft nicht mehr so stark wie im abgelaufenen Jahr. Das Chemiegeschäft von WACKER hat sich unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen
im Jahr 2020 ordentlich entwickelt. Besonders im 2. Quartal 2020 verzeichnete WACKER
einen deutlichen Rückgang im Umsatz. Mit Beginn des 3. Quartals setzte eine Erholung
des Geschäfts ein, die sich im 4. Quartal weiter fortsetzen konnte. Deutlich unter
Vorjahr blieb der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Der Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS blieb dagegen nur leicht unter dem Vorjahreswert. Der Geschäftsbereich
WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg. Das operative Ergebnis
der Chemiebereiche blieb leicht unter dem Vorjahr. Der wesentliche Grund dafür sind
niedrigere Durchschnittspreise für Standardprodukte in unserem Silicongeschäft. Das
hat das EBITDA von WACKER SILICONES vermindert. WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS
konnten beim EBITDA zulegen. Das Polysiliciumgeschäft ist im Umsatz durch höhere Absatzmengen
leicht gewachsen. Das Ergebnis von WACKER POLYSILICON liegt auf Grund einer im Jahr
2019 verbuchten Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen deutlich unter Vorjahr.
Auf vergleichbarer Basis hat sich das operative Ergebnis aber deutlich verbessert. In den drei großen Regionen Europa, Asien und Amerika sind die Umsätze auf Grund
der Corona-Pandemie zurückgegangen. In Europa und Asien blieb der Umsatz im mittleren
einstelligen Prozentbereich unter Vorjahr, in Amerika im hohen einstelligen Prozentbereich. Für den Geschäftsverlauf wesentliche EreignisseAkquisitionen / Beteiligungen WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 keine Unternehmen erworben und hat sich auch nicht
an Unternehmen beteiligt. Desinvestitionen WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 eine Vereinbarung mit GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan,
getroffen, seine Anteile in Höhe von 30,83 Prozent an der Siltronic AG abzugeben,
vorausgesetzt die verschiedenen fusionskontrollrechtlichen und außerwirtschaftlichen
Freigaben werden erteilt. Investitionen Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant geringer. Sie beliefen
sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen
Ländern für unsere drei Chemiebereiche. In Ulsan, Südkorea, ist ein neuer Dispersionsreaktor
fertiggestellt worden. In Nanjing, China, erweitern wir unsere Produktionskapazitäten
um einen neuen Reaktor für Dispersionen und einen Sprühtrockner für Dispersionspulver.
In Amsterdam haben wir in den Aufbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus
investiert sowie in Anlagen zur Produktion von Biopharmazeutika. Daneben hat WACKER
in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert
sowie in Infrastrukturmaßnahmen an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen
und Nünchritz. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf WACKER hat seine im Geschäftsbericht 2019 ausgegebenen Ziele für 2020 im Laufe des
Jahres den Auswirkungen der Corona-Pandemie angepasst. Ausschlaggebend dafür war der
vor allem im 2. Quartal massive Einbruch der Weltwirtschaft. Bereits bei der Vorlage
des Geschäftsberichts 2019 Mitte März hatte das Unternehmen wegen der nicht verlässlich
abzuschätzenden Folgen der Pandemie für die Ertrags- und Finanzlage seine Jahresprognose
unter Vorbehalt gestellt. Verzicht auf Prognose nach Abschluss des 1. Quartals WACKER hat Anfang des Jahres 2020 prognostiziert, seinen Umsatz um einen niedrigen
einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht unter Vorjahr
liegen, das EBITDA um rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der ROCE sollte positiv
sein und deutlich über Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv und
deutlich über Vorjahr erwartet. Die Investitionen sollten bei rund 350 Mio. € und
die Abschreibungen bei rund 425 Mio. € liegen. Die Nettofinanzschulden wurden deutlich
niedriger als im Vorjahr erwartet. Mit der Veröffentlichung der Zwischenmitteilung zum 1. Quartal im April 2020 hat
WACKER davon Abstand genommen, eine Jahresprognose zu geben. Zu diesem Zeitpunkt war
nicht verlässlich abzusehen, wie lange und wie stark die weltweit getroffenen staatlichen
Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen das Geschäft des Unternehmens beeinträchtigen
werden. Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER erneut auf einen konkreten
Ausblick für das Gesamtjahr 2020 verzichtet, da die Auswirkungen des weltweiten Infektionsgeschehens
auf das Geschäft des Unternehmens weiterhin nicht hinreichend genau zu beziffern waren.
WACKER hat jedoch deutlich gemacht, dass infolge der Pandemie sowohl der Umsatz als
auch das EBITDA und die EBITDA-Marge des Geschäftsjahres 2020 unter dem Niveau des
Vorjahres erwartet werden. Der Netto-Cashflow sollte über dem Vorjahreswert liegen. In seiner Zwischenmitteilung zum 3. Quartal hat WACKER seine Erwartungen für den
Umsatz, das EBITDA und die EBITDA-Marge beibehalten. Der Netto-Cashflow sollte nun
deutlich über dem Wert des Vorjahres liegen. WACKER schließt das Geschäftsjahr 2020 im Rahmen seiner Erwartungen ab WACKER hat 2020 einen Umsatz von 4,69 Mrd. € (2019: 4,93 Mrd. €) erzielt und blieb
damit um 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie
ging der Umsatz im 2. Quartal 2020 stark zurück. Im 3. und 4. Quartal hat WACKER diesen
Einbruch vor allem dank der robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie bei Polysilicium
teilweise wieder aufgeholt, konnte ihn aber nicht vollständig ausgleichen. Neben den
im Jahresvergleich insgesamt etwas niedrigeren Absatzmengen haben auch Preisveränderungen
und Währungseffekte die Umsatzentwicklung gebremst. Das EBITDA blieb mit 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €) um 14,9 Prozent unter Vorjahr.
Entsprechend ist auch die EBIDTA-Marge niedriger als im Vorjahr. Maßgeblich für den
Rückgang des EBITDA ist der Sonderertrag des Vorjahres aus Versicherungsleistungen
in Höhe von 112,5 Mio. €. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich
um 0,7 Prozent zurückgegangen. Der Netto-Cashflow ist mit 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €) deutlich über Vorjahr.
Ursächlich für diesen starken Anstieg sind unter anderem deutliche Reduzierungen im
Umlaufvermögen und deutlich geringere Investitionen. Der ROCE ist mit 5,6 Prozent
deutlich positiv und deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Investitionen auf 224,4 Mio. €. Sie lagen
damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 379,5 Mio. €. Die Nettofinanzschulden lagen zum Jahresende bei 67,5 Mio. € (2019: 713,7 Mio. €)
und waren damit deutlich niedriger als im Vorjahr. B.15 Aufwand Kostenarten
B.16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf
ErtragslageKonzernumsatz liegt mit 4,69 Mrd. € fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres von 4,93 Mrd. € Der WACKER-Konzern blieb im Geschäftsjahr 2020 beim Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres.
Insbesondere in den Monaten April bis Juni ging der Umsatz auf Grund der Corona-Pandemie
deutlich zurück. Niedrigere Preise und Absatzmengen, vor allem im Geschäftsbereich
WACKER SILICONES, sind der wesentliche Grund dafür. Ausgewirkt haben sich aber auch
Produktmixeffekte sowie Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich schwächeren
US-Dollar. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sank der Umsatz nur leicht und der
Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg. Der
Geschäftsbereich WACKER SILICONES erzielte einen Jahresumsatz von 2,24 Mrd. € (2019:
2,45 Mrd. €) und blieb damit auf Grund geringerer Absatzmengen und Preise für Standardprodukte
um neun Prozent unter dem Wert des Vorjahres. WACKER POLYMERS erwirtschaftete 2020
einen Umsatz von 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Das ist ein leichtes Minus von einem
Prozent. Der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich leicht um ein Prozent auf
246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON
stieg insbesondere auf Grund höherer Absatzmengen im zweiten Halbjahr um zwei Prozent
auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €).
»
Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht
Seite 68. Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz
belief sich auf 3,91 Mrd. € (2019: 4,13 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind
das 83 Prozent.
»
Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht Seite 70. Konzern-EBITDA liegt bei 666,3 Mio. €, EBITDA-Marge beträgt 14,2 Prozent Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent
gesunken. Es beläuft sich auf 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €). Die EBITDA-Marge
liegt mit 14,2 Prozent unter dem Vorjahr (2019: 15,9 Prozent). Im EBITDA des Vorjahres
ist eine verbuchte Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen für den Schadensfall
am US-Standort Charleston im Jahr 2017 enthalten. Diese Sonderzahlung in Höhe von
112,5 Mio. € hat WACKER in den Herstellungskosten ausgewiesen. Bereinigt um diesen
Betrag beläuft sich das EBITDA des Geschäftsjahres 2020 auf 670,9 Mio. €. Auf vergleichbarer
Basis ist das EBITDA um ein Prozent gesunken. Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs
auf Grund der Corona-Pandemie im 2. Quartal konnte WACKER durch Einsparungen bei den
laufenden Sachkosten und durch geringere Rohstoffkosten die Herstellungskosten und
Funktionskosten reduzieren. Das hat das EBITDA positiv beeinflusst. Bestandteil des
Effizienzprogramms ist auch ein Personalabbau. WACKER hat für freiwillige Abfindungen
an Mitarbeiter 48,0 Mio. € im 4. Quartal zurückgestellt. Die Kosten dafür haben das
EBITDA belastet. Positiv auf das EBITDA hat sich das Equity-Ergebnis des Konzerns ausgewirkt. Es beläuft
sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Das Ergebnis der Siltronic trägt in Höhe
von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) zum Equity-Ergebnis bei.
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Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht
Seite 68. B.17 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich![]() B.18 Überleitung EBITDA auf EBIT
EBIT liegt bei 262,8 Mio. € Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr
auf 262,8 Mio. € (2019: -536,3 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von 5,6 Prozent
(2019: -10,9 Prozent). Das negative EBIT im Vorjahr ist zurückzuführen auf eine Wertberichtigung
auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON in Höhe von 760,0
Mio. € auf Grund der niedrigen Preise für Polysilicium. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen
sich die Abschreibungen auf 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd. €). B.19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis
Herstellungskosten rückläufig im Vergleich zum Vorjahr Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 869,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2019:
803,2 Mio. €) um acht Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf
3,82 Mrd. € (2019: 4,12 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 18,5 Prozent (2019:
16,3 Prozent). WACKER konnte die Herstellungskosten durch Effizienzmaßnahmen reduzieren.
Auch geringere Rohstoff- und Energiekosten haben die Herstellungskosten verbessert.
Die im September 2019 verbuchte Versicherungsleistung in Höhe von 112,5 Mio. € aus
dem Schadensfall am US-Standort Charleston ist in den Herstellungskosten des Vorjahres
ausgewiesen. Bestandsabwertungen erhöhten die Herstellungskosten um 22,5 Mio. € (2019:
46,3 Mio. €). Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 84 Prozent auf 81 Prozent
gesunken. Funktionskosten deutlich rückläufig Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine
Verwaltungskosten) sind im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen.
Sie sanken auf 586,7 Mio. € (2019: 633,4 Mio. €). Zurückzuführen ist dieser Rückgang
vor allem auf geringere Sach- und Reisekosten sowie Effizienzmaßnahmen in allen Bereichen. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr
2020 auf -57,4 Mio. € (2019: -760,4 Mio. €). Der sonstige betriebliche Aufwand enthält
48,9 Mio. € Aufwendungen für Abfindungsleistungen, die im Rahmen eines Freiwilligenprogramms
im Wesentlichen im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Im Vorjahr enthielt der sonstige betriebliche
Aufwand eine Wertminderung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON
in Höhe von 760 Mio. €. Verluste aus dem Währungsergebnis belasteten das sonstige
betriebliche Ergebnis mit -7,8 Mio. € (2019: -12,7 Mio. €). Beteiligungsergebnis Das Equity-Ergebnis ging auf Grund des niedrigeren Ergebnisses der Siltronic AG zurück.
Es belief sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Siltronic steuerte ein Ergebnis
in Höhe von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) bei. Finanz- und Zinsergebnis Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr.
Es belief sich auf -44,9 Mio. € (2019: -54,9 Mio. €). Zinserträge von 8,1 Mio. € (2019:
10,6 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,0 Mio. € (2019: 20,3 Mio. €)
gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf -13,9 Mio. € (2019: -9,7 Mio. €).
WACKER hat in 2020 weitere Finanzschulden aufgenommen, um die Liquiditätsbasis zu
stärken. Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -31,0 Mio. € (2019: -45,2 Mio. €). Neben
geringeren Zinseffekten aus Pensions-und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte
und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen
eingesetzt werden. Ertragsteuern Der Konzern weist für das Jahr 2020 einen Steueraufwand von 15,6 Mio. € (2019: 38,4
Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 7,1 Prozent (2019: 22,7 Prozent
bereinigt um den Wertminderungsaufwand von 760 Mio. €). Das bereits nach Steuern ausgewiesene
Equity-Ergebnis der Siltronic AG, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist, mindert
die Steuerquote ebenso wie steuerfreie Erträge und periodenfremde Steuern. Konzernergebnis Das Konzernergebnis beträgt auf Grund der genannten Effekte 202,3 Mio. €. Im Vorjahr
hat WACKER einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -629,6 Mio. € ausgewiesen. Kapitalrendite (ROCE) Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug
zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis
der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung
des ROCE ein. Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 5,6 Prozent (2019: -11,3
Prozent). Ursächlich für den Anstieg ist das deutlich bessere EBIT. Die Mittelbindung
ist auf Grund eines verbesserten Working Capital zurückgegangen. Das Capital Employed
sank im Geschäftsjahr von 5.183,5 Mio. € auf 4.111,4 Mio. €. SegmentberichterstattungWACKER SILICONES Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen.
Er belief sich auf 2,24 Mrd. € (2019: 2,45 Mrd. €). Das sind im Vergleich 8,5 Prozent
weniger als im Vorjahr. Dafür verantwortlich sind niedrigere Preise bei Standardsiliconen
sowie rückläufige Mengen und negative Währungseffekte. Regional betrachtet ist der
Umsatz von WACKER SILICONES in Amerika, Asien und Europa zurückgegangen. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesunken. Es verringerte sich um 19,0
Prozent auf 387,8 Mio. € (2019: 478,5 Mio. €). Dafür verantwortlich sind deutlich
niedrigere Mengen und Preise für Standardsilicone und rückläufige Mengen. Die EBITDA-Marge
belief sich auf 17,3 Prozent (2019: 19,5 Prozent). Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 49,9 Prozent gesunken. Sie beliefen
sich auf 96,9 Mio. € (2019: 193,6 Mio. €). Die Mittel gingen in neue Anlagen vorwiegend
an den deutschen Standorten. Zum 31. Dezember 2020 waren im Geschäftsbereich 5.076
Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2019: 5.267). B.20 Segmentdaten WACKER SILICONES
WACKER POLYMERS Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist im Jahr 2020 leicht um 1,3 Prozent
gesunken. Er belief sich auf 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Niedrigere Preise und
negative Währungseffekte haben das Umsatzwachstum gebremst. Während im Geschäft mit
Dispersionspulver mehr Mengen abgesetzt wurden, gingen die Absatzmengen bei Dispersionen
zurück. Die Umsätze von WACKER POLYMERS in Europa und Asien bewegten sich auf dem Niveau
des Vorjahres, in Amerika ging der Umsatz zurück. Gut entwickelt hat sich im Jahr
2020 das Geschäft mit Polymeranwendungen für die Bauindustrie. Das EBITDA lag mit 270,5 Mio. € (2019: 194,2 Mio. €) 39,3 Prozent über dem Vorjahr.
Hier haben sich Verbesserungen bei den Herstellungskosten sowie im Vergleich zum Vorjahr
niedrigere Rohstoffpreise positiv ausgewirkt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 20,8
Prozent (2019: 14,8 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Sie betrugen
35,6 Mio. € (2019: 62,4 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in den
Ausbau der Kapazitäten in Nanjing, China und nach Deutschland. Die Zahl der Mitarbeiter
ist zum 31. Dezember 2020 auf 1.540 gesunken (31. Dezember 2019: 1.630). B.21 Segmentdaten WACKER POLYMERS
WACKER BIOSOLUTIONS Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2020 seinen Umsatz
um 1,3 Prozent auf 246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €) steigern. Maßgeblich für den
Anstieg waren höhere Absatzmengen im Geschäft mit biopharmazeutischen Produkten und
bei Cyclodextrinen. Niedrigere Absatzmengen bei einigen Produkten haben den Umsatzanstieg
gebremst. Regional betrachtet hat sich der Umsatz in Europa sehr positiv entwickelt,
in Amerika und in Asien kam es zu Umsatzrückgängen. Das EBITDA liegt mit 38,1 Mio. € (2019: 31,1 Mio. €) deutlich über dem Vorjahr. Dafür
verantwortlich sind das Mengenwachstum und eine bessere Kostenstruktur. Die EBITDA-Marge
belief sich auf 15,5 Prozent (2019: 12,8 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf
19,9 Mio. € (2019: 13,2 Mio. €). Das sind 50,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Schwerpunkt
der Investitionen war der neue Produktionsstandort zur Herstellung von Biopharmazeutika
in Amsterdam. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich zum 31. Dezember 2020 auf 764 erhöht (31. Dezember
2019: 754). B.22 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS
WACKER POLYSILICON Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2020
leicht erhöht. Er belief sich auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €). Das ist ein Anstieg
von 1,6 Prozent. Die wesentlichen Gründe dafür sind höhere Absatzmengen sowie ein
besserer Produktmix. Asien war auch im Jahr 2020 die wichtigste Absatzregion für die
Produkte des Geschäftsbereichs. Das EBITDA von WACKER POLYSILICON summierte sich auf 4,7 Mio. € (2019: 56,9 Mio.
€). Das sind 91,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereinigt um den Sonderertrag des
Vorjahres aus Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall in Charleston in Höhe von
112,5 Mio. € hat der Geschäftsbereich sein EBITDA allerdings um 60,3 Mio. € erhöht.
Vor allem weitere Verbesserungen bei den Herstellkosten haben sich hier positiv bemerkbar
gemacht. Die EBITDA-Marge belief sich auf 0,6 Prozent (2019: 7,3 Prozent). Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich erneut verringert auf 24,9 Mio.
€ (2019: 35,3 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten ist auf 2.180 zurückgegangen (31.
Dezember 2019: 2.333). Zusammengefasster Lagebericht - ErtragslageB.23 Segmentdaten WACKER POLYSILICON
Sonstiges Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 128,0
Mio. € (2019: 157,6 Mio. €). Das sind 18,8 Prozent weniger als im Vorjahr. B.24 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten![]() Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -35,3 Mio. € (2019:
22,4 Mio. €). Der Rückgang ist auf das niedrigere Equity-Ergebnis der Siltronic zurückzuführen
und auf Einmalaufwendungen aus dem Programm "Zukunft gestalten". Das EBIT aus "Sonstiges" lag bei -117,6 Mio. € (2019: -66,7 Mio. €). Zum 31. Dezember 2020 waren im Segment "Sonstiges" 4.723 Mitarbeiter beschäftigt
(31. Dezember 2019: 4.674). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen
und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz
sowie Zentralfunktionen. Regionenbericht Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,69 Mrd.
€ (2019: 4,93 Mrd. €) erwirtschafteten wir 83,3 Prozent (2019: 83,8 Prozent) im Ausland.
Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 16,7 Prozent. Region Asien mit Umsatzrückgang Im Geschäftsjahr 2020 ist der Umsatz in der Region Asien zurückgegangen. Er sank
um 4,3 Prozent auf 1,69 Mrd. € (2019: 1,76 Mrd. €). Der Umsatz in Greater China bewegte
sich mit 1,02 Mrd. € (2019: 1,05 Mrd. €) leicht unter dem Niveau des Vorjahres. In
Südostasien verzeichnete WACKER einen deutlichen Rückgang. Der Anteil der Region Asien
am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 36,0 Prozent (2019: 35,8 Prozent). Geschäft in Europa ebenfalls schwächer In Europa hat sich das Geschäft von WACKER abgeschwächt. Der Umsatz verringerte sich
um 3,8 Prozent auf 1,93 Mrd. € (2019: 2,00 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag
bei 41,1 Prozent (2019: 40,7 Prozent). B.25 Außenumsatz am Sitz des Kunden
Region Amerika verzeichnet deutlichen Umsatzrückgang Der Umsatz in der Region Amerika ist um 9,4 Prozent auf 832,9 Mio. € (2019: 919,5
Mio. €) gesunken. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,8
Prozent (2019: 18,7 Prozent). B.26 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft
Sonstige Regionen In den sonstigen Regionen der Welt ist der Umsatz leicht gestiegen. Er erhöhte sich
um 1,7 Prozent auf 244,4 Mio. € (2019: 240,3 Mio. €). Vermögenslage Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um
sieben Prozent erhöht. Sie stieg um 459,5 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember
2020 auf 6,95 Mrd. € (31. Dezember 2019: 6,49 Mrd. €). Die größten Veränderungen betreffen
die Liquidität. WACKER weist zum 31. Dezember 2020 auf Grund des hohen Mittelzuflusses
aus dem operativen Geschäft sowie zusätzlicher Kreditaufnahmen liquide Mittel in Höhe
von 1,34 Mrd. € aus. WACKER hat im Dezember 2020 ein Angebot von GlobalWafers Co.
Ltd., Taiwan, angenommen, seine Siltronic-Anteile an GlobalWafers Co. Ltd. im Rahmen
eines Übernahmeangebots abzugeben, falls dieses erfolgreich ist. Aus diesem Grund
haben wir die at-Equity-Beteiligung in den Posten zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte
umgegliedert. Auf der Passivseite erhöhten sich die Pensionsrückstellungen auf Grund
der niedrigen Diskontierungszinssätze. Dies führt zu einem deutlichen Rückgang des
Eigenkapitals. B.28 Bilanzentwicklung Aktiva
Anlagevermögen sinkt auf Grund der Umgliederung der Siltronic-Anteile Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen hat sich im Vergleich
zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 865,0 Mio. € auf 2,58 Mrd. € verringert (31.
Dezember 2019: 3,44 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen sank dabei auf 2,39 Mrd. € (31.
Dezember 2019: 2,64 Mrd. €) auf Grund planmäßiger Abschreibungen. Die laufenden Abschreibungen
beliefen sich auf 403,5 Mio. €. Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 224,4
Mio. € (2019: 379,5 Mio. €) zurückgegangen. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf
die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen.
WACKER hat auf die wirtschaftlichen Risiken, die mit der Corona-Pandemie verbunden
sind, flexibel reagiert und Investitionen zum Teil verschoben. Mehr als die Hälfte
der Investitionen wurden in Deutschland getätigt. Währungsveränderungen haben den
Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € reduziert. Grund ist der im
Jahresverlauf stärkere Euro im Vergleich zum US-Dollar. B.27 Vermögens- und Kapitalstruktur![]() Auf der Aktivseite wurden Nutzungsrechte aus Leasingverträgen in Höhe von 110,8 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 119,8 Mio. €) bilanziert. Gleichzeitig beliefen sich die Finanzierungsverbindlichkeiten
aus Leasingverträgen auf 122,8 Mio. €. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €). In den als
Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien werden Nutzungsrechte in Höhe von 1,2 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 7,1 Mio. €) ausgewiesen, da WACKER langfristige Untermietverträge
für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen ist. Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber
der Siltronic AG, am 09. Dezember 2020 eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Siltronic-Anteile
von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Der Andienungszeitraum
endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50-prozentigen Annahme des Angebots
von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. WACKER hat die Siltronic-Beteiligung
in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 in zur Veräußerung gehaltene
Vermögenswerte umgegliedert. Damit weist WACKER aktuell geringere at Equity bewertete
Beteiligungen in Höhe von 49,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 640,4 Mio. €) aus. Langfristige Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2020
auf 794,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 700,8 Mio. €). Sie erhöhten sich im Vergleich
zum Vorjahresende um 13 Prozent. Deutlich gestiegen sind die aktiven latenten Steuern
von 632,9 Mio. € auf 770,8 Mio. €. Hier wirkte sich der Anstieg der Pensionsrückstellungen
aus. Eine Ausleihung an ein Joint-Venture-Unternehmen wurde in Höhe von 50,8 Mio.
€ getilgt. Working Capital sinkt um 14 Prozent Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent gestiegen.
Sie beliefen sich auf 3,58 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,35 Mrd. €). Zurückzuführen
ist das im Wesentlichen auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Die Vorräte gingen um
zehn Prozent zurück von 979,8 Mio. € auf 879,5 Mio. €. Dafür verantwortlich ist vor
allem die erhöhte Nachfrage nach unseren Produkten im 2. Halbjahr 2020, nachdem es
im 2. Quartal 2020 durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Umsatzrückgang gegeben
hatte. Das Working Capital war zum 31. Dezember 2020 um 14 Prozent geringer als zum Stichtag
2019. Es belief sich auf 1,08 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €). Hier haben
sich die Rückgänge bei den Vorräten um zehn Prozent ausgewirkt. Die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen blieben mit 627,0 Mio. € nahezu konstant. Die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 20 Prozent. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen ist auf das höhere Einkaufsvolumen im 2. Halbjahr 2020
und verlängerte Zahlungsziele zurückzuführen. WACKER hatte zuvor auf Grund geringerer
Absatz- und Produktionsmengen sein Einkaufsvolumen im 2. Quartal reduziert. B.29 Working Capital
Liquidität steigt auf 1,34 Mrd. € Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere
und Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen
Wertpapiere und Festgelder beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2020 auf 712,0 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 109,4 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit
fixer Laufzeit und in Fonds angelegt. Es ergaben sich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
zum 31. Dezember 2020 von 626,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 435,8 Mio. €). Insgesamt
stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit auf 1,34 Mrd. € an (31.
Dezember 2019: 545,2 Mio. €). Das sind 145 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen
Gründe für den Anstieg sind Rückgänge im Working Capital und in der Investitionstätigkeit
des Unternehmens. Im Juni hat WACKER neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio.
€ aufgenommen (2019: 200 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich eine Sonderzahlung an die
Pensionskasse in Höhe von 73,4 Mio. € (2019: 70,7 Mio. €) aus, die WACKER im 4. Quartal
geleistet hat. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 24,8 Mio. €
(2019: 124,2 Mio. €) hat im 3. Quartal 2020 ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden
Mittel geführt. Im Vorjahr wirkte sich der Zahlungseingang der Versicherungsleistung
aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston in Höhe von 112,5 Mio. € positiv aus. B.30 Bilanzentwicklung Passiva
Eigenkapitalquote liegt bei 24,3 Prozent Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Es belief
sich zum 31. Dezember 2020 auf 1,69 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,03 Mrd. €). Damit
beträgt die Eigenkapitalquote 24,3 Prozent (31. Dezember 2019: 31,3 Prozent). Der
Jahresüberschuss erhöhte die Gewinnrücklagen um 202,3 Mio. €. Im Vorjahr ergab sich
ein negatives Jahresergebnis in Höhe von 629,6 Mio. €. Die Dividendenzahlung der Wacker
Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 24,8 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung
der Pensionsrückstellungen führte zu einem Rückgang der übrigen Eigenkapitalposten
um 340,8 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 179,8
Mio. € negativ beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital
belief sich zum Bilanzstichtag auf 66,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 62,1 Mio. €). Schulden steigen durch höhere Pensionsrückstellungen Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 796,7 Mio. € gestiegen.
Das ist ein Anstieg um 17,9 Prozent auf 5,26 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen erhöhten
sich um 438,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und belaufen sich auf 2,71 Mrd. €. Der
Grund dafür sind niedrigere Diskontierungszinssätze. Die Diskontierungssätze betrugen
im Inland 0,70 Prozent (31. Dezember 2019: 1,25 Prozent) und in den USA 2,29 Prozent
(31. Dezember 2019: 3,16 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen enthalten
im Wesentlichen Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen
und Altersteilzeit. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten liegen insgesamt auf Vorjahresniveau
bei 162,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 152,8 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in Form von erhaltenen Anzahlungen und langfristigen
Ertragsteuerverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich auf 424,2 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 355,0 Mio. €). Ein höheres Einkaufsvolumen im 4. Quartal und
längere Zahlungsziele sind im Wesentlichen dafür verantwortlich. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 70 Prozent
auf 319,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 187,4 Mio. €) gestiegen. Hier wirkt sich ein
Anstieg der Personalverbindlichkeiten und Personalrückstellungen aus. Die erfolgswirksame
Vergütung für das Jahr 2020 ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen und erhöht
die Verbindlichkeiten. Ferner wurden im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Rückstellungen
für Abfindungen in Höhe von 48,0 Mio. € gebildet. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen
beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 46,7 Mio. € (31. Dezember 2019: 46,3 Mio. €). Finanzierungsverbindlichkeiten steigen Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag
um 146,6 Mio. € auf 1,41 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €) gestiegen. Währungseffekte
haben die Finanzierungsverbindlichkeiten um rund 35 Mio. € reduziert. WACKER hat im
2. Quartal 2020 neue Darlehen in Höhe von 300 Mio. € zu günstigen Konditionen aufgenommen.
Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. Die Finanzierungsverbindlichkeiten
valutieren im Wesentlichen auf Euro und US-Dollar. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten
wird fest verzinst. WACKER weist zum 31. Dezember 2020 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 122,8 Mio.
€. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €) aus. Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer
16 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements
siehe Ziffer 13 im Konzernanhang. FinanzlageGrundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig
zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen
Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement
bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement
und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Kapitalstrukturmanagement
gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen
Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden
Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise
der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio,
ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster
ausgerichtet ist. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass
die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit
unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Der zentrale
konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung
und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die
Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns
zu begrenzen. Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2020 Im April 2020 hat WACKER eine weitere Tranche seines US-Private Placements in Höhe
von 130 Millionen US-Dollar planmäßig zurückgezahlt. Im Juni 2020 ist ein Schuldscheindarlehen
in Höhe von 300 Mio. € abgeschlossen worden. Es hat Laufzeiten von vier und sechs
Jahren. Das Schuldscheindarlehen löst eine kurzfristige Zwischenfinanzierung in Höhe
von 250 Mio. € ab. Im 4. Quartal hat WACKER einen Kredit mit der Europäischen Investitionsbank
(EIB) in Höhe von 290 Mio. € unterzeichnet. Er hat eine Laufzeit von fünf Jahren ab
Inanspruchnahme. Die Ziehung wird in 2021 oder 2022 erfolgen. Finanzierungsanalyse Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung
des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts
dient der Netto-Cashflow. Netto-Cashflow Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow
zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2020 deutlich erreicht. Der Netto-Cashflow belief
sich im Geschäftsjahr 2020 auf 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €). B.31 Netto-Cashflow
Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit
und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere). B.32 Netto-Cashflow![]() Brutto-Cashflow Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im
Geschäftsjahr 2020 auf 873,7 Mio. € (2019: 605,0 Mio. €). Außer dem Jahresergebnis
von 202,3 Mio. € (2019: -629,6 Mio. €) verbesserten positive Veränderungen des Working
Capital von 100,0 Mio. € (2019: 35,4 Mio. € höhere Auszahlungen) den Brutto-Cashflow.
Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd.
€) erhöhen den operativen Cashflow. Im Vorjahr war in den Abschreibungen die Wertminderung
auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON enthalten. Die Verbesserung
des Working Capital beruht im Wesentlichen auf Rückgängen bei den Vorräten und auf
höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende. Das im Periodenergebnis
enthaltene Equity-Ergebnis von 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €) hat den Brutto-Cashflow
verringert. Die Dividendenzahlung der Siltronic AG von 27,8 Mio. € erhöhte den Brutto-Cashflow.
Zahlungswirksam war ebenfalls die Sonderzahlung in die Pensionskasse in Höhe von 73,4
Mio. €. B.33 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)![]() Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte
des Konzerns geprägt. Im Jahr 2020 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -226,5
Mio. € unter dem Vorjahresniveau (2019: -415,1 Mio. €). WACKER hat auf Grund der Corona-Pandemie
seine Investitionsausgaben reduziert. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat
WACKER im Inland getätigt. Aus einer strategischen Ausleihung an das at Equity bilanzierte
Unternehmen Dow Siloxanes (Zhangjiagang) Co., Ltd. erhielt WACKER eine Teilzahlung
in Höhe von 50,1 Mio. € zurück. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit
belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2020 auf -176,0 Mio. € (2019:
-420,6 Mio. €). B.34 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren![]() Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf 117,1 Mio.
€ (2019: -26,2 Mio. €). Er zeigt die Netto-Aufnahme von externen Finanzierungsverbindlichkeiten
in Höhe von 177,1 Mio. € (2019: 142,0 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie
AG in Höhe von 24,8 Mio. € führte im 3. Quartal zu einem Mittelabfluss. Rückzahlungen
von Leasingverbindlichkeiten beliefen sich auf -31,8 Mio. € (2019: -34,8 Mio. €). Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Der Finanzmittelbestand erhöhte sich auf 626,0 Mio. € (2019: 435,8 Mio. €). Die Liquidität
aus Zahlungsmitteln sowie lang-und kurzfristigen Wertpapieren ist deutlich von 545,2
Mio. € auf 1.338,0 Mio. € gestiegen. Nettofinanzschulden rückläufig auf Grund hoher Liquidität Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung
(lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen
und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.
Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5 Mio. € (31. Dezember
2019: 713,7 Mio. €). Das sind 91 Prozent weniger als vor einem Jahr. B.35 Nettofinanzschulden![]() Der Rückgang der Nettofinanzschulden ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus
dem operativen Geschäft sowie geringere Investitionsauszahlungen zurückzuführen. Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten
verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien mit einer
Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien
haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen.
Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein. Rating WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente
wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER
bisher kein Kreditrating veröffentlicht. Vorschlag zur Gewinnverwendung Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2020 nach handelsrechtlichen Vorschriften
einen Bilanzgewinn von 1.198,6 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der
Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember
2020 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme
von 99,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im
Jahr 2020 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand Das operative Geschäft von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 geprägt von den weltweiten
Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vor allem im 2. Quartal verzeichneten wir deutliche
Einbußen im Umsatz. Im zweiten Halbjahr 2020 zogen die Umsätze insgesamt wieder an.
In unserem Chemiegeschäft verzeichnete WACKER SILICONES den größten Rückgang beim
Umsatz auf Grund geringerer Absatzmengen und niedrigerer Durchschnittspreise für Standardsilicone.
WACKER POLYMERS blieb nur leicht unter dem Vorjahresniveau. WACKER BIOSOLUTIONS konnte
seinen Umsatz leicht steigern. Ebenfalls einen leichten Umsatzanstieg verzeichnete
der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON auf Grund höherer Absatzmengen. Die Ertragsentwicklung in den Chemiebereichen war gekennzeichnet von zum Teil niedrigeren
Durchschnittspreisen für einige Produktgruppen, geringeren Absatzmengen sowie negativen
Währungseffekten. Auf der anderen Seite haben sich niedrigere Rohstoffkosten und Produktivitätsmaßnahmen
positiv auf das EBITDA ausgewirkt. Der ROCE ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich
verbessert. WACKER POLYSILICON hat im Geschäftsjahr 2020 ein leicht positives EBITDA
erwirtschaftet. Maßgeblich dafür verantwortlich sind erfolgreiche Kostensenkungsmaßnahmen
und höhere Absatzmengen. Der Personalaufwand ist sowohl absolut als auch im Verhältnis zum Umsatz gestiegen.
Die Gründe dafür liegen in höheren Aufwendungen für Altersvorsorge und variable Vergütungen.
Die Rohstoffkosten sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz gesunken. Die Energiekosten
sind im Vergleich zum Vorjahr geringer, vor allem auf Grund niedrigerer Preise für
Erdgas. Die Abschreibungen sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz deutlich niedriger. Das Konzerneigenkapital ist mit 1,69 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr um 337,2 Mio. €
gesunken. Im Wesentlichen dafür verantwortlich ist die erfolgsneutrale Anpassung der
Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote hat sich von 31,3 auf 24,3 Prozent verringert.
Die Nettofinanzschulden des Konzerns sind deutlich zurückgegangen. Die Ursachen dafür
sind unter anderem erhebliche Reduzierungen im Umlaufvermögen bei deutlich niedrigeren
Investitionen. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5
Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Mit
224,4 Mio. € lagen sie klar unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow bewegt sich
mit 697,7 Mio. € ganz erheblich über dem Vorjahr. Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft
hatte, konnte sich WACKER im Geschäftsjahr 2020 insgesamt gut behaupten. Die Aufstellung
des Geschäftsportfolios, mit der sich Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum
Teil kompensieren lassen, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt. Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und MarketingForschung und Entwicklung Mit seiner Forschung und Entwicklung (f & E) verfolgt WACKER drei Ziele:
Die f & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum
Konzernumsatz - liegt mit 3,3 Prozent (2019: 3,5 Prozent) leicht unter dem Vorjahr. B.36 Ausgaben für Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2020 haben wir 91 Erfindungen zum Patent angemeldet (2019: 99).
Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 4.200 aktive Patente sowie 1.400
laufende Patentanmeldungen. f & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir
in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse
in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich. Wir haben in neue Labore und deren Ausstattung sowie in Pilotanlagen und Pilotreaktortechnologien
investiert. Die Arbeitsprozesse unserer internationalen f & E-Kompetenzzentren haben
wir weiter automatisiert und digitalisiert. Am Standort Nünchritz haben wir eine Pilotanlage
für eine innovative Harztechnologie errichtet. B.37 Investitionen in f & E-Einrichtungen![]() Ein Großteil der f & e-Kosten entfiel darauf, Produkte und Produktionsverfahren zu
entwickeln. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind insbesondere Energiegewinnung
und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin/Health
Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie. B.38 Struktur der F & E-Aufwendungen 2020 in % ![]() Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene
Lösungen für neue Anwendungen. Wir bündeln unsere Kompetenzen konzernweit und setzen
sie bereichsübergreifend bedarfsgerecht ein. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand
gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf Prozessthemen,
Elektromobilität und Leichtbau. Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich f & e sowie dezentral
in den Geschäftsbereichen, die anwendungsnah forschen und entwickeln. Der Zentralbereich
f & e koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein.
Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen
konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition
systematisch bewerten. Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen Wir kooperieren mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten, um schneller
und effizienter Forschungserfolge zu erzielen. Die Themen unserer Kooperationen sind
unter anderem Stromspeicherung, Bauanwendungen sowie Prozesssimulation und -entwicklung. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität
München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete WACKER-Institut für Siliciumchemie,
das wir seither fördern. Forschungsarbeit bei WACKER In der f & e waren im Jahr 2020 konzernweit 752 Mitarbeiter beschäftigt (2019: 766).
Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter (2019: 5,2 Prozent). Davon arbeiteten
590 Mitarbeiter bei der f & e in Deutschland und 162 im Ausland. Alexander Wacker Innovationspreis Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem
Jahr 2006 im Rahmen der WACKER Innovation Days, eines jährlichen Forschungssymposiums,
das im Berichtsjahr als Online-Veranstaltung stattfand. SeungA Lee und JungEun Lee
vom Center of Excellence Electronics, einer Forschungseinrichtung des WACKER-Konzerns
in Seoul, Korea, hatten Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen entwickelt. Damit
ermöglichen sie maßgeschneiderte Lösungen für den stark wachsenden Markt hochwertiger,
entspiegelter Displayanwendungen. Beim Optical Bonding verbinden Silicongele das dünne
Deckglas mit den Schichten darunterliegender Elektronik. Die Entspiegelung wird bewirkt,
indem der Spalt mit einem Gel ausgefüllt und dabei Luft verdrängt wird. In der Preiskategorie Lifetime Achievement würdigte WACKER erstmals herausragende
Entwicklungsleistungen während eines Berufslebens. Die Auszeichnung ging an einen
indischen Forscher: Amit Paul von WACKER Metroark Chemicals in Kalkutta ist es gelungen,
durch wasserfreie Silan-Oligomer/ Tensid-Mischungen hydrophobem Zement sowie Beton-
und Mörtelmassen wasserabweisende Eigenschaften zu verleihen. Zudem entwickelte er
eine Siliconölemulsion mit niedriger Partikelgröße, die in Haarpflegeprodukten und
Hochleistungsadditiven für Kosmetik, Lackformulierungen und den Pflanzenschutz zum
Einsatz kommt. Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung Im Fokus unserer zentralen Forschung liegen Projekte, die nachhaltige Themen voranbringen,
z. B. Kreislaufwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe. Wir forschen am Einsatz nachhaltiger
Verfahren, um den CO2-Fußabdruck unserer Produkte und Produktionsverfahren kontinuierlich zu verringern.
Für Siliconprodukte und Vinylacetat-Ethylen (VAE) arbeiten wir an der Entwicklung
von Polymerbausteinen, die aus CO2 hergestellt und gleichzeitig biologisch abbaubar
sind. Dabei kooperiert die zentrale Forschung intensiv mit den Geschäftsbereichen
WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS. Die Effizienz unserer Forschung steigern wir
auch, indem wir uns in öffentlich geförderten Projekten engagieren, z. B. dem Kopernikus-Projekt
P2X. Hier untersuchen wir Technologien, die erneuerbaren Strom in andere Energieformen
umwandeln, z. B. in chemische Rohstoffe und Synthesebausteine.
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https://www.kopernikus-projekte.de/projekte/p2x/ Ein Schwerpunkt unserer Grundlagenforschung bleibt die Chemie des niedervalenten
Siliciums und Germaniums zum industriellen Einsatz, beispielsweise in der Katalyse
und Synthese. Dabei kooperieren wir eng mit dem WACKER-Institut für Siliciumchemie
an der TUM. Die zur Vernetzung von Siliconen benötigten Katalysatoren enthalten Edelmetalle wie
Platin, was die Herstellung teuer macht. Zudem verbleiben die Edelmetalle im Silicon.
Forschern des WACKER-Instituts für Siliciumchemie und des WACKER-Konzerns gelang es
im Berichtsjahr, Siliconkautschuke ohne edelmetallhaltige Katalysatoren zu vulkanisieren.
Statt der sonst üblichen Vernetzer verwendeten sie Siliconbausteine, die Siliraneinheiten
enthalten. Die auf diese Weise hergestellten Siliconelastomere zeichnen sich durch
sehr hohe Reinheit aus. Sie enthalten weder flüchtige Substanzen noch Spuren von Edelmetallen. Internationale Partner testen, für welche Anwendungen sich unsere hochinnovativen,
auf Silicium basierenden Anodenmaterialien eignen, z. B. für Konsumentenelektronik
oder Antriebsbatterien in Elektrofahrzeugen. Gemeinsam mit Forschern unserer britischen
Beteiligung Nexeon Ltd. intensivieren wir unsere Arbeiten an siliciumbasierten Materialien
für Hochleistungsbatterien. Unsere Forschung legt einen Fokus auf biotechnologische Verfahren und Produkte. Mit
ESETEC®-Stämmen der dritten Generation können wir erstmals gezielt auslösen, dass
korrekt gefaltete Pharmaproteine aus einer Bakterienzelle freigesetzt werden. Ein
solches Verfahren entwickeln wir zur Produktion von Nukleinsäuren als wichtige Klasse
der Biopharmazeutika. Wir nutzen unsere biotechnologischen Produktionsplattformen,
um neue Herstellverfahren für funktionelle Zusätze zu erarbeiten, die wir auf dem
stark wachsenden Markt alternativer, nicht tierischer Nahrungsmittel-Proteine anbieten.
Unsere moderne Systembiologie ermöglicht, die Aminosäure L-Cystein kostengünstig und
nachhaltig herzustellen. Auf dieser Basis erarbeiten wir mit Partnern fermentative
Produktionsverfahren für schwefelhaltige Naturstoffe, die als Nahrungsmittel und Nahrungszusatzstoffe
eingesetzt werden. Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Bioabbaubarkeit im Besonderen gewinnen weiter an
Bedeutung. Unsere Forscher in Burghausen arbeiten an Siliconsystemen mit Materialien
oder organischen Bausteinen, die abbaubar sind. Im Kompetenzzentrum Shanghai forscht
WACKER SILICONES an Wärmeleitmaterialien insbesondere für die Elektronikindustrie.
Ein Schwerpunkt des Burghauser Kompetenzzentrums lag im Berichtsjahr auf Faserverbundstoffen
für temperaturstabile, feuerfeste Leichtbauelemente, die aus Kohle- oder Glasfasern
und Siliconharzen bestehen. Zum Einsatz in Sensoren hat WACKER SILICONES druckbare,
elastische Elektrodenmaterialien entwickelt. Unsere harzgefüllten, optisch klaren
Siliconsysteme für Optical Bonding erhöhen die Funktionalität von Bildschirmen. Wir forschen weiter an UV-aktivierbaren Siliconen, deren Einsatz im Vergleich zur
thermischen Härtung Energie spart. Am Forschungsstandort Ann Arbor /Michigan, usa,
arbeiten wir an Siliconsystemen zum gezielten Freisetzen von Wirkstoffen in der Wundversorgung.
Unsere Forschungsaktivitäten digitalisieren wir durch Molekülsimulation und Big-Data-Analysen.
In interdisziplinären HIT-Teams (High Innovation ImpacT) prüfen wir mit Innovationsmethoden
wie Design Thinking, ob unsere Entwicklungsprojekte umsetzbar und marktfähig sind.
Dabei haben die HIT-Teams im Berichtsjahr einen Schwerpunkt auf die Themen Hygiene
und Pandemie gesetzt. WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt weiter auf nachhaltige, funktionelle
polymere Bindemittel für die Baubranche und Konsumgüter. Wir verbessern fortlaufend
Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind und den Einsatz
nachhaltiger Formulierungskomponenten in den verschiedensten Materialien ermöglichen.
Im Fokus stehen nachwachsende Rohstoffe sowie polymere funktionelle Additive zur Produktion
bioabbaubarer Materialien. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen,
polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen unsere
Kunden veredelte Dispersionsfarben und leistungsfähige Kompositmaterialien herstellen.
Wir haben nachhaltige Bindemittel für Klebstoffe sowie für zementäre Baustoffe eingeführt. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützen wir beim Aufbau einer
Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen. Das Angebot unseres gemeinsamen Förderprojekts
"ChangeLab! WACKER/KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainable Construction"
richten wir an Studenten des KIT sowie an Architekten, Ingenieure und Bauexperten.
Wir wollen die Stufen der Bauwertschöpfungskette stärker mit der Forschung vernetzen,
indem wir den Austausch über Ideen und Denkansätze für Materialentwicklung sowie kreislaufgerechte
Konstruktionen fördern. Die Forschung von WACKER BIOSOLUTIONS stärkt weiter ihre technologischen Kernkompetenzen
Biotechnologie und Mikrobiologie. Für den COVID-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV des
biopharmazeutischen Unternehmens CureVac N.V. produzieren wir bei erfolgreicher Zulassung
am Standort Amsterdam mit der GMP(Good Manufacturing Practice)-Produktion diesen Impfstoff.
Unsere fermentativen Herstellprozesse von hochwertigen, biobasierten und natürlichen
Inhaltsstoffen für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel erneuern und verbessern
wir kontinuierlich. Wir ermöglichen unseren Pharmakunden die Produktion schwierig
zugänglicher aktiver Proteine mit der mikrobiellen Produktionsplattform ESETEC®, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Im Berichtszeitraum haben wir Herstellprozesse
für Lebendbakterien optimiert, die unsere Kunden als pharmazeutisch aktive Wirkstoffe
einsetzen. Für unsere vielfältig einsetzbaren Cyclodextrine entwickeln wir Anwendungen
in der Lebensmittelbranche, Landwirtschaft und Pharmazie weiter. Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht über alle Schritte der Wertschöpfungskette
enorme Fortschritte, was sich in kontinuierlich steigenden Zellwirkungsgraden widerspiegelt.
Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden,
wie WACKER POLYSILICON es produziert. Referenzstudien wie die International Technology
Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie
(Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von mittlerweile über 22 Prozent aus.
Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom
umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen,
erreichen Wirkungsgrade von 23 bis 25 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen
die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus. Der Initiative Alliance for
Ultra Low Carbon Solar (ULCSA) sind wir im Berichtsjahr beigetreten. Die internationalen
Mitglieder dieser in den USA gegründeten Organisation engagieren sich für den Einsatz
von Photovoltaikkomponenten mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck.
»
https://ultralowcarbonsolar.org/ MitarbeiterBelegschaft leicht verringert Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2020 um 2,6 Prozent
verringert. In Deutschland arbeiten 70,7 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 29,3
Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern, hat WACKER im
zweiten Quartal des Berichtsjahres Kurzarbeit in mehreren produktionsnahen und administrativen
Einheiten in Deutschland eingeführt. Zwischen April und Dezember 2020 befanden sich
zeitweise fast 2.000 Mitarbeiter an den Standorten München, Burghausen, Stetten und
Nünchritz in Kurzarbeit. Bei der Umsetzung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" hat sich das Unternehmen
im Oktober 2020 mit den Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten
Stellenabbau geeinigt. Konzernweit sollen bis Ende des Jahres 2022 rund 1.200 Stellen
in der Verwaltung und den nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche wegfallen,
davon rund 1.000 in Deutschland. Umgesetzt werden soll der Stellenabbau in Deutschland
ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen
oder Aufhebungsverträgen. Betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen dieses Projekts sind
in Deutschland ausgeschlossen. WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer
(47,9 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (12,1
Prozent). B.39 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
Der Personalaufwand lag mit 1.329,4 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (2019: 1.253,8
Mio. €). B.40 Personalaufwand
Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung
in Höhe von 288,7 Mio. € (2019: 263,2 Mio. €). Entsprechend dem Tarifvertrag von IG
BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom November 2019 stiegen die Tarifentgelte
im Jahr 2020 durch die vereinbarte Einmalzahlung für die ersten sechs Monate des Jahres
und die erste Stufe der Tariferhöhung, die zum 01. Juli 2020 in Kraft trat. Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung.
Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. In Deutschland bietet
WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse
der WACKER Chemie VVaG. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung
durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen
Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils
oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung. Die Pensionskasse
hat rund 17.800 Mitglieder und leistet an rund 8.800 Rentenbezieher Pensionsleistungen.
Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 675 € pro Monat. Zu den Beiträgen
der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge
bei. Auf Grund des Niedrigzinsumfeldes haben wir der Pensionskasse von WACKER eine
Sonderzahlung in Höhe von 73,4 Mio. € zugeführt, um eine ausreichende Deckung der
Pensionsverpflichtungen sicherzustellen. WACKER arbeitet intensiv daran, die betriebliche
Altersversorgung zu reformieren, um die Belastungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens zu verringern. Einkauf und Logistik (Kapitel ungeprüft) Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2020 auf 2,8 Mrd. € (2019:
3,4 Mrd. €) gesunken. Die wichtigsten Gründe dafür sind deutlich niedrigere Rohstoff-
und Energiepreise, aber auch die insgesamt reduzierten Einkaufsleistungen, die aus
den niedrigeren Investitionen und dem Kostenprogramm "Zukunft gestalten" resultieren.
Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material,
bezogen auf den Umsatz - lag mit 61 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau (2019:
69 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb mit ca. 11.000 auf dem Vorjahresniveau. Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,7 Mrd. € (2019: 1,9
Mrd. €) rund elf Prozent unter dem Vorjahr. Der Großteil dieses Rückgangs ist auf
geringere Preise zurückzuführen, der Rest entfällt auf weniger Mengen. B.41 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)
Produktion (Kapitel ungeprüft) Die Produktionsmengen sind im Vergleich zum Vorjahr um einen niedrigen einstelligen
Prozentsatz gestiegen. Die Produktionskosten sind dagegen leicht gesunken. B.42 Produktionsauslastung 2020
Im Geschäftsjahr 2020 betrugen die Investitionen 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €).
Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 386,2 Mio. €. B.43 Wichtige Inbetriebnahmen
Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms Mit dem kontinuierlichen Programm "WACKER Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere
Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen
Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir
500 Projekte bearbeitet. Dabei betreffen die Kosteneinsparungen alle Kostenarten.
Die Schwerpunkte lagen auf Themen der Arbeitsproduktivität und der spezifischen Energieverbräuche.
Die WOS-Academy konnte auf Grund der Corona-Pandemie deutlich weniger Schulungen und
Trainings durchführen. Vertrieb und Marketing (Kapitel ungeprüft) Die Umsatzentwicklung von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 beeinflusst durch die
Corona-Pandemie, die sich weltweit ausgebreitet hat. Der größte Rückgang mit neun
Prozent entfiel dabei auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES, während der Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS nur ein leichtes Minus verzeichnete und die Geschäftsbereiche WACKER
BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON im Umsatz leicht zulegen konnten. In allen Bereichen
verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr rückläufige Preise, bei WACKER SILICONES auch
geringere Absatzmengen. Dagegen konnten WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER
POLYSILICON ihre Absatzmengen steigern. Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, regionale
Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER 37 Key Accounts, mit denen wir im Jahr
2020 rund 23 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaftet haben.
Mehr als 50 Prozent des Umsatzes resultieren aus dem Geschäft mit rund 5.000 aktiven
Kundenbeziehungen. Rund 22 Prozent entfallen auf Umsätze mit unseren Distributoren. Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und den
Absatz unserer Produkte zu unterstützen. Im Jahr 2020 haben wir dafür 7,5 Mio. € (2019:
14,8 Mio. €) ausgegeben. Präsenzmessen auf Grund der Corona-Pandemie so gut wie nicht möglich Die Präsentation auf internationalen Messen ist im Jahr 2020 fast zum Erliegen gekommen.
Die Zahl der Messen sank deutlich auf 32 (2019: 114), davon elf Präsenzmessen. Den
Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Lagebericht der Wacker Chemie AG(Ergänzende Erläuterungen nach HGB) Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr
2020 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst.
Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht
werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden
Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern
erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren
Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES,
WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen
Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie
AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und
Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 53 Tochtergesellschaften,
Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen
des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung
des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest,
verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte-und
das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation
mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und
den Aktionären. Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit
in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche
konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit
erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern
gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie
AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen
Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen
zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, bei Nutzungsrechten
sowie Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Leasingbilanzierung, den Pensionsrückstellungen
und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede
zwischen IFRS und HGB. B.44 Gewinn- und Verlustrechnung
1
EBITDA ist das Betriebsergebnis vor Abschreibung / Zuschreibungen auf Anlagevermögen. Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB Die Ertragslage der Wacker Chemie AG war beeinflusst durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Bei einem Umsatzrückgang von fünf Prozent bewegte sich das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau.
Das Finanzergebnis reduzierte sich auf Grund geringerer Dividendenerträge deutlich.
Zum Jahresende wies die Wacker Chemie AG einen Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €
aus. Das ist ein Rückgang um 68,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich von 3,78 Mrd. € auf 3,58 Mrd. €. Das ist ein Minus von
fünf Prozent. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie
auf die Wirtschaft. Dabei gingen die Umsätze in fast allen Geschäftsbereichen zurück.
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete mit 1,70 Mrd. € Umsatz einen Rückgang
um acht Prozent (2019: 1,84 Mrd. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS
belief sich auf 780,1 Mio. € (2019: 805,6 Mio. €). Dies entspricht einem Rückgang
von drei Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS reduzierte sich der Umsatz
um 6,9 Mio. € auf 145,6 Mio. € (2019: 152,5 Mio. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON
verzeichnete hingegen eine leichte Umsatzsteigerung auf 794,2 Mio. € (2019: 783,1
Mio. €). Der Materialaufwand reduzierte sich im Geschäftsjahr 2020 um 250,5 Mio. € auf 1,82
Mrd. € (2019: 2,07 Mrd. €). Dies resultiert vor allem aus einem Rückgang der Bezugspreise
und der Mengen bei den strategischen Rohstoffen sowie geringeren Mengen an Handelswaren.
Die Wacker Chemie AG hat im Geschäftsjahr 2020 von niedrigeren Preisen für Ethylen,
Methanol und Vinylacetatmonomer profitiert. Auch die Rohstoffpreise für Siliciummetall
entwickelten sich zeitweise rückläufig. Die Aufwendungen für Energie waren ebenfalls
leicht rückläufig. Insgesamt sank die Materialeinsatzquote auf 51,3 Prozent (2019:
54,4 Prozent). Der Personalaufwand stieg um acht Prozent auf 1.067,5 Mio. € (2019: 989,7 Mio. €).
Für diesen Anstieg verantwortlich sind Tarifabschlüsse sowie höhere variable Vergütungsbestandteile,
die im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Erhöht hat sich auch der Aufwand für Altersvorsorgevereinbarungen,
die im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "Zukunft gestalten" eingegangen wurden.
Wie im Vorjahr sind Sonderaufwendungen zur Absicherung der künftigen Finanzierung
der Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG enthalten. Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte
die Wacker Chemie AG 9.823 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2019: 10.093).
Die Personalaufwandsquote stieg auf 30,1 Prozent (2019: 26,0 Prozent). Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 169,6 Mio. € (2019: 224,7 Mio. €).
Das ist ein Minus von 25 Prozent. Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag
und sonstigem betrieblichen Aufwand, hat sich um 35,7 Mio. € auf -539,3 Mio. € (2019:
-575,0 Mio. €) verbessert. Grund hierfür ist insbesondere der Rückgang des sonstigen
betrieblichen Aufwands auf Grund von Kosteneinsparungen. Gegenläufig wirkten sich
Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt "Zukunft gestalten"
in Höhe von 48,9 Mio. € aus. Im Vorjahr ist ein Ertrag aus Versicherungsleistungen
für den Schadensfall im Jahr 2017 am US-Standort Charleston in den USA in Höhe von
112,5 Mio. € enthalten. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten
Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten,
Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften
ausgewiesen. Insbesondere die Aufwendungen für Instandhaltung und sonstige Fremdarbeiten
verringerten sich im Geschäftsjahr 2020. Das Währungsergebnis verbesserte sich um
40,1 Mio. € auf 27,1 Mio. € (2019: -13,0 Mio. €). Das Betriebsergebnis belief sich auf -49,5 Mio. € (2019: -56,7 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen.
Diese lagen mit 63,8 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 107,6 Mio. €. Im Geschäftsjahr
2020 wurden deutlich geringere Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften geleistet.
Zudem verringerte sich der Dividendenertrag aus der Beteiligung an der Siltronic AG. Das Zinsergebnis verbesserte sich auf -92,4 Mio. € (2019: -121,8 Mio. €). Hierbei
wirkte sich der im Vorjahresvergleich geringere Diskontierungszinssatz für Pensionsverpflichtungen
aus. Entsprechend gingen die Zinsaufwendungen für Pensionen auf 85,4 Mio. € (2019:
93,8 Mio. €) zurück. Zudem waren im Vorjahr Rückverrechnungen an Tochtergesellschaften
im Zinsaufwand enthalten. Das Ergebnis aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist geprägt von der Verlustsituation
im laufenden Geschäftsjahr. Im Geschäftsjahr ergab sich für die Wacker Chemie AG inkl.
ihrer inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht,
ein Steuerertrag von 8,2 Mio. €. Dieser resultiert im Wesentlichen aus Erstattungen
für Vorjahre. Im Vorjahr ergab sich ein Ertrag von 39,3 Mio. €. Das Geschäftsjahr endete mit einem Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €. Der Bilanzgewinn
für das Geschäftsjahr 2020 beläuft sich nach Berücksichtigung des Verlustvortrags
aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 24,8 Mio. € auf insgesamt
1,20 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent angestiegen
und beläuft sich auf 6,04 Mrd. € (31. Dezember 2019: 5,48 Mrd. €). In den einzelnen
Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte. B.45 BilanzAktiva
Passiva
Das Anlagevermögen liegt im Geschäftsjahr 2020 mit 3,65 Mrd. € unter dem Vorjahr
(2019: 3,71 Mrd. €). Leicht zurückgegangen ist im Vergleich zum Vorjahr das Sachanlagevermögen.
Die Abschreibungen in Höhe von 164,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,0 Mio. €) übersteigen
die Investitionen in Höhe von 155,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 208,3 Mio. €). Das
Finanzanlagevermögen reduzierte sich ebenfalls von 2,70 Mrd. € auf 2,67 Mrd. €. Das
resultiert aus der planmäßigen Tilgung einer an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang),
Co. Ltd., China, gegebenen Ausleihung. Insgesamt beträgt das Anlagevermögen 61 Prozent
der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 68 Prozent. Der Bestand an Vorräten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Er belief sich
auf 562,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 606,7 Mio. €). Das entspricht einem Rückgang
von sieben Prozent. Dies ist zum einen auf verringerte Rohstoffkosten und zum anderen
auf gestiegenen Absatzmengen, insbesondere im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON,
zurückzuführen. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um fünf Prozent
niedriger als im Vorjahr. Sie beliefen sich am Stichtag auf 346,8 Mio. € (31. Dezember
2019: 365,5 Mio. €). Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen zum Stichtag bei
322,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 350,2 Mio. €). Das ist ein Rückgang um acht Prozent.
Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 246,8 Mio. €
(31. Dezember 2019: 271,4 Mio. €). Zum 31. Dezember 2020 verfügte die Wacker Chemie AG über Wertpapiere und Termingelder
in Höhe von 680,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 107,7 Mio. €) mit einer Laufzeit von
mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember
2020 auf 463,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 339,4 Mio. €). Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,60 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,73 Mrd.
€). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 43,2 Prozent (31. Dezember 2019: 49,8
Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn
des Geschäftsjahres 2019 eine Dividende in Höhe von 24,8 Mio. € auszuschütten. Der
verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.300,1 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen.
Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2020 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres
2020 in Höhe von -101,5 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem
Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.198,6 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich
zum Vorjahr um 67,1 Mio. € auf 980,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 912,9 Mio. €). Die
anderen Rückstellungen, bestehend aus Personal-, Steuer- und Umweltschutzrückstellungen,
erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 ebenfalls und betrugen 473,0 Mio. € (31. Dezember
2019: 326,3 Mio. €). Der Grund dafür war insbesondere der Anstieg der Personalrückstellungen
um 149,8 Mio. €. Im Rahmen des Programms "Zukunft gestalten" ist eine Rückstellung
in Höhe von 48,0 Mio. € berücksichtigt. In diesem Zusammenhang angebotene ATZ-Vereinbarungen
führten im Geschäftsjahr 2020 zu Rückstellungen für Aufstockungsbeträge in Höhe von
23,9 Mio. €. Im Verhältnis zur Bilanzsumme machen die Rückstellungen 24 Prozent aus
(31. Dezember 2019: 23 Prozent). Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 1.507,3 Mio. € (31. Dezember
2019: 1.061,1 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 42 Prozent. Die Kreditaufnahme bei
Banken belief sich auf 1.057,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 770,3 Mio. €). Die Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 158,4 Mio. € an und beliefen sich auf
444,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 286,0 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten
an der Bilanzsumme erhöhte sich insgesamt auf 25 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember
2019: 19 Prozent). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr
um 51,6 Mio. € auf 264,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 212,6 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten
betrugen zum Stichtag 189,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,3 Mio. €). Verantwortlich
für den Rückgang sind im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen. Sie sanken um 46,6 Mio. € auf 50,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 96,8 Mio.
€). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 17,5 Mio. € (31.
Dezember 2019: 18,7 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der
Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist insbesondere durch geringere
Materialkosten und Kosteneinsparungen auf 351,9 Mio. € angestiegen (2019: 96,9 Mio.
€). Zudem verbesserte die Entwicklung des Working Capital den betrieblichen Cashflow. Die Investitionen in Sachanlagen verringerten sich im Geschäftsjahr 2020 deutlich.
Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit
und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere und Termingelder)
verbesserte sich daher im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 222,8 Mio. € (2019: -139,0
Mio. €). Freie Mittel wurden in Wertpapiere und Termingelder investiert. Dadurch erhöhte
sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit auf 703,2 Mio. € (2019: 298,0 Mio.
€). Zudem enthält der Cashflow aus Investitionstätigkeit die Rückführung eines Darlehens,
das an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, ausgegeben wurde. Die Zuflüsse aus Finanzierungstätigkeit betragen 475,3 Mio. € (2019: 273,9 Mio. €).
Neben dem Erhalt von Mitteln aus den US-amerikanischen Tochtergesellschaften auf Grund
des bestehenden Cashpoolings wurden im Geschäftsjahr 2020 per saldo Bankverbindlichkeiten
in Höhe von 287,2 Mio. € aufgenommen (2019: 186,4 Mio. €). Die Dividende für das Geschäftsjahr
2019 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -24,8 Mio. €. Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens und des Kassen-
und Bankguthabens, beträgt zum 31. Dezember 2020 1.144,0 Mio. € und ist insbesondere
durch die Zunahme der Wertpapiere und Termingelder angestiegen. Im Vorjahr belief
sich die Liquidität auf 447,1 Mio. €. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten
gegenüber Finanzinstituten ergibt Nettofinanzforderungen in Höhe von 86,4 Mio. €.
Im Vorjahr bestanden Nettofinanzschulden in Höhe von -323,2 Mio. €. Risiken und Chancen Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen
Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen
und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend
ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere
abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren
Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen
Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese
Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker
Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite
Risikomanagementsystem. Ausblick Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff-
und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2021 planen
wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20. Die Erwartung für die weitere
Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch
mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich
beschrieben wird. Welche weiteren Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung
haben wird, ist zurzeit noch nicht verlässlich abzuschätzen. Wir gehen derzeit davon
aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie
AG erwarten wir, vor Berücksichtigung eines möglichen Veräußerungsgewinns aus dem
Verkauf der Siltronic-Anteile, ein leicht positives Ergebnis. Veröffentlichung Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz
und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers
eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird
zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker
Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen
werden. RisikoberichtBeschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-ManagementGanzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil
der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl
unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen
Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand,
welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen
bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich
zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen.
Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele
und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben
wir im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer
Anlagen und den Schutz von Menschen und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten
gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen-und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits-
und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagemententspricht den gesetzlichen
Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand
und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der
einzelnen Geschäftsbereiche informiert. Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen
Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten
werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell.
»
Siehe Grafik b.46 auf Seite 87 Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das
die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet.
Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den
einzelnen operativen Einheiten. Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management.
Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen
Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür,
dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert
die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle
betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter
durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie
AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig
und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der wurden in Deutschland
getätigt. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund
100 Mio. € reduziert. Grund ist der im Jahresverlauf stärkere Euro im Vergleich zum
US-Dollar. B.46 "Three Lines of Defense"-Modell![]() Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige
Kontrollinstanz des Vorstands. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das
Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen
Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management
ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption. Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das
Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie
die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen
und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie
in der externen Berichterstattung vermieden werden. Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen
vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren
und zu minimieren. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller
Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe
Experten hinzu. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine
zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen
wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften
und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist
das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert
verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie
zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung
von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs-
und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Die Einhaltung
der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht.
Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie
beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht
identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen
dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt
und überwacht. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System
sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten
wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende
Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung
und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie
prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zum Halbjahr. Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften
bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals-
oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden. B.47 Risikomanagementsystem![]() Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem
eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess,
die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung.
Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss
sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit
dem Vorstand und dem Abschlussprüfer. Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte
und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich
der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen
und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren. Risikosteuerung WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle
Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren,
zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte
Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie
vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der Prüfungsausschuss des
Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus
drei miteinander verzahnten Elementen:
Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme
obliegt dem Finanzvorstand. Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und
Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:
Risikoidentifikation Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und
Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche
Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen,
Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds. B.48 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)![]() Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und
ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten
wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche
zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen
bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie
gegeneinander ab. Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements
umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich
für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische
Bewertung. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein Ad-hoc-Reporting
gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess
eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche
werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs
Finanzen und Versicherungen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der
Zentralbereich Bilanzierung und Steuern. Compliance-Management WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die
gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe,
darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen
Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren
die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die
im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie.
Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die
Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung
zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise
auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer
Anonymität. Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des
Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das
Thema Compliance zur Verfügung stehen. Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen,
informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien
und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Wesentliche
Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung
von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2020 nicht identifiziert. Konzernrevision Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als
unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne
Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den
operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem
wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie
verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert. Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und
mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile.
Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei
wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte
und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften.
Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss
besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen
angepasst. Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und
von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus
der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss
des Aufsichtsrats. Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung
der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung
im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben. Audits Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der
Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat. Zentrale RisikofelderDefinition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken
mithilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den
einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen
Bandbreiten:
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben
wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt
dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen
wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen
dabei diesen Bandbreiten:
Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken
und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz-und
Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den
Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2021. Gesamtwirtschaftliche Risiken Szenario: Konjunktur schwächt sich ab. Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten,
Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in
unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche
Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten,
Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen
Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit
den besten Kostenpositionen. B.49 Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2021
Einschätzung und Risikobewertung: Zwar erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich die
Weltwirtschaft nach der scharfen Rezession auf Grund der Corona-Pandemie im Jahr 2021
schrittweise wieder erholt. Sie rechnen aber nicht damit, dass das Niveau vor der
Krise bereits im laufenden Jahr wieder erreicht wird. Vielmehr prognostizieren sie
einen langen, regional ungleichmäßigen und mit Blick auf die noch nicht unter Kontrolle
gebrachte Pandemie auch unsicheren Erholungsprozess. Hinzu kommen die weiter schwelenden
handelspolitischen Konflikte. Angesichts der anhaltenden Risiken halten wir es für möglich, dass die Weltwirtschaft
im Jahr 2021 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft
schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das möglicherweise große Auswirkungen
auf die Ertragslage von WACKER. Absatzmarktrisiken Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen. Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen
und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung und intensives Bearbeiten von Wachstumsmärkten
sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche
im Geschäftsportfolio auszubauen und dort weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen.
Kurzfristige, starke Nachfrageschwankungen, wie sie aktuell die Corona-Krise hervorruft,
können wir aber nur teilweise aussteuern. Einschätzung und Risikobewertung: Wir erwarten, dass das Risiko von Überkapazitäten
im Jahr 2021 für unsere Produkte insgesamt gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen in Asien. Wir gehen allerdings
davon aus, dass wir trotzdem stark ausgelastet sein werden. WACKER SILICONES geht
davon aus, dass sich die Angebots- und Nachfragesituation nach dem Corona-bedingten
Rückgang im Laufe des Jahres 2021 wieder normalisieren wird. Dadurch sollte auch unsere
Anlagenauslastung steigen. Je nach Endmarkt und Vertriebsregion sowie in Abhängigkeit
von der aktuellen Pandemielage kann sich die Situation jedoch unterschiedlich darstellen.
Wir gehen von einem volatilen, insgesamt aber unveränderten Preisniveau für Standardsilicone
und von einem leicht zunehmenden Preisdruck bei Spezialitäten aus. Insgesamt halten wir es für möglich, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts
zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung
haben wir in unseren Planungen bereits berücksichtigt. In unseren Prognosen gehen
wir Stand heute davon aus, dass die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres 2021 unter
Kontrolle gebracht werden kann. Sollte dies nicht eintreffen, liegen die etwaigen
Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren
Bereich. Szenario 2: Überkapazitäten und sehr niedrige Preise bei Polysilicium für die Solarindustrie,
schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte
finanzielle Situation vieler Kunden. Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen
der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt
negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb
Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen. Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig
verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung
optimieren, beispielsweise durch den Ausbau unserer Marktanteile bei Polysilicium
für die Halbleiterindustrie. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch
das Verlangen von Sicherheiten. Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie
wird sich im Jahr 2021 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung
anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist
zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In
unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte
die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die
Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte
ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich mittlere Auswirkungen
auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen
wir als möglich ein. Beschaffungsmarktrisiken Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter
Rohstoffe, Zollrisiken. Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise.
Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es
können sich Absatzverluste ergeben. Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich systematische
Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten.
Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich,
entsprechende Gegenmaßnahmen. Dazu zählen langfristige Lieferverträge mit Partnern,
eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher
Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch
teilweise Rückwärtsintegration, etwa mit unserer Siliciummetallproduktion oder unserer
Vinylacetatproduktion, verringern wir unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten. Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Rohstoff- und Energieeinkauf
so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung
die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen,
sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen
flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von
niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen,
sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung
sehen. Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß
bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für
die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Darüber hinaus können die
Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche
Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa
und in die USA eingeführt wird. Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen
von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert
von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit
einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung
(Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der
weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik
abhängen. Im Jahr 2020 hat WACKER auf Grund der Corona-bedingten globalen Rezession von niedrigeren
Rohstoffpreisen profitiert. Für 2021 gehen wir davon aus, dass die Durchschnittspreise
für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die
Kosten für Erdgas und Strom bleiben im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich stabil.
Dieses Szenario bildet die Grundlage unserer Planungen. Die Auswirkungen darüber hinausgehender
deutlicher Preissteigerungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns wären voraussichtlich
mittel. Investitionsrisiken Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme
verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von
Risiken aus at-Equity-Beteiligungen. Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen
auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten
führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand
im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge
nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich
der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende
Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich
machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken
entgegenzuwirken. Investitionsvorhaben werden mit einem Risikomanagementprozess begleitet und deren
Planung wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von
Studien für den Vergleich mit anderen Projekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir
die Wirtschaftlichkeit. Größere Investitionen werden nur in Teilabschnitten freigegeben.
Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw.
auszuschließen. Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2021 deutlich
steigen. Der Grund dafür sind Projekte zum Kapazitätsausbau in unseren Chemiebereichen.
Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen
wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen
auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko
aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell
ebenfalls als gering ein. Wir haben mit dem Halbleiterunternehmen GlobalWafers eine
verbindliche Vereinbarung abgeschlossen, unsere Anteile an Siltronic zu einem Angebotspreis
von 145 € je Aktie im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots von GlobalWafers
für Siltronic einzuliefern. Sollte die Übernahme wider Erwarten nicht zustande kommen,
könnte der Börsenwert von Siltronic daraufhin unter Druck geraten. In Summe betrachtet
schätzen wir die Investitionsrisiken mit geringer Wahrscheinlichkeit mit möglichen
Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens-und Finanzlage voraussichtlich im mittleren
Bereich ein. Produktions- und Umweltrisiken Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen,
Erzeugnissen und Abfällen. Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle
und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen. Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS).
Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität,
Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche
Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und
UN Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen.
Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir,
höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten.
Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur
Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig
Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall
regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen
und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren
Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in
der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit
Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert.
Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung,
Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind
erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist,
dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden
Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall
kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben. Finanzwirtschaftliche Risiken WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit
und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken
sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Der Konzernanhang informiert ausführlich
über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. Kreditrisiko Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht
nach. Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER. Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls
zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten.
Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften
sowie die Auswertung des historischen Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen
wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko
bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl
unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir in der Regel
mit Banken, die ein Mindestrating haben. Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus
dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass
durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich
des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Ausfälle von Banken
eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im
niedrigen Bereich. Währungs- und Zinsrisiken Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen. Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und
-schulden. Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen
bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere
für den US-Dollar bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert
WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Devisensicherungen
erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch
durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes. Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige
Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Zinssicherungen
nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente erfordert ein operatives Grundgeschäft
und ist in internen Anweisungen geregelt. Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäfts sichern
wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben
könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit,
dass es im Jahr 2021 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von
unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein.
Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Liquiditätsrisiko Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den
Kreditmärkten. Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren
Investitionsprojekte. Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich
Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende
Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende
Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene
Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine
Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Im Rahmen des Cashpoolings werden
die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet. Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag
auf 1.338,0 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit
von über einem Jahr von 690 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts
von Finanzierungs-und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen
gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider
Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen
auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung
der ungenutzten Kreditlinien ansteigen. Pensionen Szenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen,
sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des
investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld). Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken
des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse
bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns.
Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen
und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus künftigen Zahlungsströmen) wirken
sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus. Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die
Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über
Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt
und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert.
Die Pensionskasse optimiert alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen
Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der
Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse.
So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Geschäftsjahr
2020 hat WACKER der Pensionskasse zusätzlich eine Sonderzahlung 73,4 Mio. € zugeführt.
Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu
Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an. Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer
älter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf einem sehr niedrigen
Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht
ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Für die Zukunft
halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass weitere Sonderzahlungen in die Pensionskasse
notwendig werden, dass der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen weiter steigen
und höhere Pensionsrückstellungen die Bilanz belasten. Dies hätte mittelfristig große
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. Rechtliche Risiken Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-,
arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft
ergeben können. Auswirkungen für WACKER: lanGWierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives
Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe
Kosten verursachen können. Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement
und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir
auch auf externe Rechtsexperten zurück. Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich
Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme
von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob uns bestehende Patente und
Schutzrechte Dritter behindern könnten. Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme.
Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt,
die für alle Mitarbeiter verbindlich sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität
für diese Themen. Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten
ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen
wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken,
die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit,
dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall
geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des
WACKER-Konzerns. Regulatorische RisikenEnergiewende in Deutschland Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland (Energiewende),
um die für 2030 bis 2050 gesetzten Ziele zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen, schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch
wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird, insbesondere im Stromsektor
(Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive
Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnungen, Strom und Gas, EU-Beihilferecht,
Energieeffizienz-Richtlinie, nationaler und europäischer Emissionshandel, Sektorkopplung,
Wasserstoffwirtschaft). Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlich
regulierter Entgelte und Umlagen, wenn die Ausnahmeregelungen für die energieintensive
Industrie nicht im bisherigen Umfang beibehalten werden. Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland
und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen
wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch
Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen.
Zudem nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben
(z. B. industrielles Lastmanagement). Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei der Netzentgeltbefreiung und bei
den Berechnungsgrundlagen für die Netzumlagen haben bereits dazu geführt, dass die
Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten in den vergangenen Jahren gesunken ist.
Ab dem laufenden Jahr greifen für die Phase 4 des europäischen Emissionshandels Vorschriften
zu einer beschleunigten Reduzierung der Emissionshöchstmenge in der Europäischen Union.
Das könnte zu höheren Preisen oder zu geringeren Zuteilungen von Emissionszertifikaten
führen. Wir halten es außerdem für möglich, dass es 2021 zu weiteren Änderungen an
den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann. Die Auswirkungen
solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich
niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen. Handelsbeschränkungen Polysilicium Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums
(mofcom) gegen Polysiliciumimporte aus den usa. Am 20. Januar 2020 hat das MOFCOM
nach einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle
auf in den USA produziertes Solarsilicium beschlossen, die Zölle um weitere fünf Jahre
zu verlängern. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf
langfristige Kundenbeziehungen. Maßnahmen: Trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in
zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern,
die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule
und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Solarsilicium aus den usa) und damit chinesische
Antidumping- und Antisubventionszölle sowie weitere Strafzölle auf Solarsilicium von
WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht außerdem nach dem chinesischen
Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen
und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum
des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China
importiert hat. Darüber hinaus haben wir an unserem Standort Charleston hergestelltes
Polysilicium für Halbleiteranwendungen bereits bei Kunden qualifiziert und werden
2021 weitere Qualifikationen für Halbleiterkunden abschließen können. Einschätzung und Risikobewertung: Am 15. Januar 2020 haben die USA und China die
Phase 1 eines Handelsabkommens unterzeichnet. In diesem Abkommen hat sich China unter
anderem verpflichtet, in den Jahren 2020 und 2021 in den USA produzierte Güter im
Gesamtwert von mindestens 250 Mrd. US-$ zu erwerben. Dazu zählt ausdrücklich auch
Polysilicium für Solaranwendungen. Ob und inwieweit sich dadurch positive Effekte
für den Verkauf unseres in den USA hergestellten Polysiliciums ergeben, können wir
gegenwärtig nicht beurteilen, weil noch unklar ist, wie China diese Vereinbarungen
im Detail umsetzen wird. Bislang hat China seine Zölle auf Solarsilicium aus den USA
nicht aufgehoben und WACKER kann sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes
Solarsilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren.
Mit Blick auf die anhaltenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten
wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen
und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung
im Jahr 2021 wären dann wahrscheinlich groß. Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung
chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren
Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen
zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden. Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten,
Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern. Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte
und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren
zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren.
Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen
Umfelds der jeweiligen Situation angepasst. Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf
Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren
oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass
neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen
an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten,
so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich
niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen
Bereich liegen. IT-Risiken Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie(IT)-Systeme,
Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage,
auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust. Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und
unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden
können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen
in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard
27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die
Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten.
Diese Anforderungen dokumentieren wir in sogenannten Service Level Agreements (SLAs).
Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Ausschlaggebend
für eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme ist ein damit verbundenes Backup-
und Recovery-Verfahren. Für den Notfall existieren vordefinierte Prozesse und Abläufe
(Business Continuity Management). IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch
eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethodik. Sie stellt sicher, dass
Änderungen nach definierten Prozessen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert
werden. Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements,
bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Konzernrevision hat 2020 den
Risikomanagementprozess analysiert und die Richtigkeit und Vollständigkeit der Prozesse
und Strukturen in der IT und der Digitalisierung bestätigt. Um Ausfälle, Datenverlust,
Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen
wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Im Jahr 2020 haben wir ein sogenanntes
Cyber Defence Center (CDC) eingerichtet. Es überprüft fortlaufend die Sicherheit unserer
IT-Landschaft und unserer -Anwendungen und veranlasst, dass eventuell festgestellte
Defizite zeitnah behoben werden. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Need-to-know-Prinzip.
Wir hinterfragen sie regelmäßig und evaluieren neue Konzepte, die der fortschreitenden
Digitalisierung Rechnung tragen. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware
begegnen wir durch effiziente und ständig aktualisierte Schutzprogramme. Weltweit
haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität
und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen
sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen
und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern,
um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in
regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland
durch. Die Techniken potenzieller Angreifer beobachten und bewerten wir fortlaufend,
um gegebenenfalls unsere Verteidigungsstrategien entsprechend anzupassen. Einschätzung und Risikobewertung: Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein
wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen.
Auch im Jahr 2020 haben wir eine hohe Zahl von Versuchen beobachtet, unsere IT-Systeme
und unsere -Infrastruktur anzugreifen. Dass solche Angriffe im Einzelfall erfolgreich
sein könnten, lässt sich trotz unserer Vorsorgemaßnahmen nicht ausschließen. Daher
stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Sollte es in einem solchen
Fall in unseren IT-Systemen zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs
beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das
Ergebnis des WACKER-Konzerns. Personalrisiken Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften,
Probleme beim Besetzen von Führungspositionen. Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ
auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs. Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu
gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne.
Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und
eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland
ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche
Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können. WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen
des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. WACKER
unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen
zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter
für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt. Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht
ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig
erhöhen. Für das Jahr 2021 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering
an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig. Externe Risiken Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg. Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit,
Versorgungsengpässe, Produktionsausfälle, Störungen in der Lieferkette, Ausfall von
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen. Maßnahmen: Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben
Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie
auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren.
Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher.
Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen
sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte
auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions-und Lieferfähigkeit
bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen
sollten. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen,
Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen.
Die gegenwärtige Corona-Pandemie ist dafür ein klarer Beleg. Das neuartige Coronavirus
sowie die staatlichen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Pandemie einzudämmen
und die Gesundheit der Menschen zu schützen, haben im Jahr 2020 die Wirtschaft massiv
beeinträchtigt und weltweit zu einer scharfen Rezession geführt. In vielen Ländern
sind die Infektionszahlen nach wie vor auf einem hohen Niveau. Ob und wie schnell
Impfungen dazu beitragen werden, das Infektionsgeschehen wirksam und dauerhaft zu
stoppen, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Im Jahr 2020 ist es uns dank unserer
detaillierten Maßnahmenpläne sowie unserer weltweit verteilten Produktionsstandorte
und Vertriebsniederlassungen zwar gut gelungen, die Auswirkungen von coviD-19 auf
das Unternehmen zu begrenzen. Die Situation entwickelt sich aber nach wie vor sehr
dynamisch. Wir können deshalb den weiteren Fortgang aktuell nicht verlässlich abschätzen.
Sollte die Pandemie nicht deutlich eingedämmt werden können, so halten wir die Wahrscheinlichkeit
für hoch, dass WACKER im laufenden Jahr erneut von Risiken aus der Corona-Pandemie
und den Folgen behördlicher Maßnahmen betroffen sein könnte. Sofern ein solches Szenario
eintritt, könnte dies große Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns
haben. ChancenberichtChancenmanagementsystem Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene
verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen,
da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER
setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs-und Analyseinstrumente ein, beispielsweise
zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen
wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle
- wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung). Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder
mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene
behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses
und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen
werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt
und zur Entscheidung gestellt. WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich
weiterzuentwickeln. Gesamtwirtschaftliche Chancen Zusätzlich zur erwarteten Erholung der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2021
sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion,
besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach
wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen
wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen
Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität
und Kundennähe von WACKER. Branchenspezifische Chancen Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio,
mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die
fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen
und Energie, die Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage
nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für
unser Geschäft hat sich nichts geändert. Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend
höhere Markt-und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen,
in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung
profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten
weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und
Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten
und Technologien wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro-
und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die
Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme
im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung.
Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene
Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen
schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten.
Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik.
Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos von drei auf
25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige
Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein
effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange
Lebensdauer der Batterie sorgen. Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des
steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung
sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid
zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen
Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung
von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen
sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch
in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 70 Prozent
des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade
erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut
zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS
außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen. WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten
Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion
von Pharmaproteinen und Impfstoffen. Mit dem 2018 erworbenen Standort in Amsterdam
hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten und Kompetenzen auf diesen Feldern erheblich
erweitert. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka
mit Lebendbakterien eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft
mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für Nahrungsergänzungsmittel,
die die Herzgesundheit fördern, oder für verbesserte Schaumeigenschaften in Barista-Toppings. Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie.
Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht
die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen
in vielen Ländern der Welt genutzt. Den größten Zubau erwarten wir weiterhin in China,
Indien und den usa. Wachstumspotenziale sehen wir außerdem im weltweit zunehmenden
Trend zu hocheffizienten monokristallinen Solarzellen. Der Geschäftsbereich WACKER
POLYSILICON wird als Qualitätsführer in der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium
davon profitieren. Unternehmensstrategische Chancen Um die Chancen zu nutzen, in unseren Geschäftsbereichen weiter zu wachsen, konzentrieren
wir uns weiterhin darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen
Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte,
insbesondere für Spezialitäten, weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden
im Jahr 2021 deutlich steigen, aber erneut unterhalb der Abschreibungen liegen. Im
Fokus steht nach wie vor der Ausbau unserer Kapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte.
An unserem Standort Nünchritz errichten wir eine neue Fertigungslinie für silanterminierte
Polymere. Diese Siliconspezialitäten kommen unter anderem in hochwertigen Klebstoffen
zum Einsatz. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver für die
Bauindustrie errichten wir derzeit an unserem chinesischen Standort Nanjing. Weitere unternehmensstrategische Chancen ergeben sich aus unserem laufenden Projekt
"Zukunft gestalten". Hier überprüfen wir unsere bestehende Organisation und unsere
Prozesse, um WACKER, schlanker, schneller und flexibler zu machen. Das unterstützt
unsere Strategie des nachhaltigen Umsatz- und Ertragswachstums und hilft uns dabei,
die Potenziale unseres Technologie- und Produktportfolios noch besser zu nutzen. Unser
Ziel ist es, WACKER auf diese Weise erfolgreich für die Zukunft aufzustellen, um uns
so kurz- und langfristig im zunehmenden Wettbewerb und bei weiteren konjunkturellen
Schwankungen behaupten zu können. Leistungswirtschaftliche Chancen WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten
zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur
Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit
unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "WACKER Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale.
Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten
in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen
zu erreichen. Leistungswirtschaftliche Chancen erwarten wir uns darüber hinaus aus unserem Projekt
"Zukunft gestalten". Durch eine schlankere und effizientere Organisation wollen wir
erhebliche Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten erzielen. Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung
des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den
Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden.
Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen
oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft
gefährden könnten. Zwar sind insbesondere die Risiken, die sich aus der Corona-Pandemie
ergeben, unverändert hoch. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer
guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen
auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch
und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten,
nutzen können. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Corona-Pandemie wirft einen langen Schatten auf die Weltwirtschaft. Die Aussichten
bleiben 2021 unsicher. Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen zwar davon aus,
dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank Impfkampagnen,
konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Falls
sich die Impfstoffbereitstellung verzögert oder es zu Schwierigkeiten bei der Eindämmung
weiterer Infektionsausbrüche kommt, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung
kommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
rechnet damit, dass der Aufschwung in den asiatischen Ländern am stärksten sein wird.
In vielen anderen Ländern wird die Wirtschaftsleistung voraussichtlich bis Ende des
Jahres 2021 noch nicht wieder das Niveau von 2019 erreicht haben. Neben der Corona-Pandemie
bergen auch geopolitische Krisen wie der bislang ungelöste Handelskonflikt zwischen
den USA und China sowie die Folgen des Brexits Abwärtsrisiken. B.50 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2021![]()
Quellen:
weltweit: IWF, Europa: OECD, Asien: ADB, China: IWF, Indien: ADB, Japan: OECD, USA:
IWF Branchenspezifische Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird
auch im Jahr 2021 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stehen. Je nach dem Fortgang
des Infektionsgeschehens kann es regional sowie in den unterschiedlichen Marktsegmenten
zu uneinheitlichen Entwicklungen kommen. Aus unserer Sicht werden die für uns bedeutenden
Branchen jedoch mittelfristig wieder wachsen. Chemische Industrie soll im Jahr 2021 zulegen Nach einem schwierigen Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland
erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) für 2021 ein Produktionsplus von
1,5 Prozent und einen Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent. Bei der Beschäftigung rechnet
der VCI dagegen mit einem leichten Rückgang um ein Prozent, bedingt durch den Strukturwandel
in der Branche, der durch die Corona-Krise beschleunigt wird. Auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie
bestehen auch für die Chemiebereiche von WACKER nicht unerhebliche Risiken. Die Stärke
unseres breiten Produktportfolios hat sich aber in der Krise bereits bewährt. Wir
gehen davon aus, dass WACKER auch 2021 zum Beispiel als Zulieferer in die Medizintechnik,
bei der Erzeugung von Etiketten oder von hochreinen Silanen für die elektronische
Industrie profitieren wird. Die langfristigen Trends sind zudem intakt und werden
sich künftig zum Teil noch beschleunigen. Mittelfristig ergeben sich weiterhin Wachstumschancen
in den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand
in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie
in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige
Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Das führt
zu einem höheren Bedarf unserer Industriekunden nach WACKER-Technologien. Ein Teil
unseres Produktportfolios wird zudem in hochautomatisierten industriellen Fertigungsprozessen
eingesetzt. In diesen Bereichen verzeichnet WACKER auch in den Industriestaaten ein
Wachstum über dem Wirtschaftsdurchschnitt. Bauindustrie wächst wieder Nach dem Rückgang 2020 wird die Bauindustrie nach Prognosen des Marktforschungsinstituts
b + l Marktdaten GmbH mittelfristig wieder wachsen. Im Durchschnitt soll das globale
Bauvolumen bis 2023 jährlich um rund zwei Prozent zulegen. Auch der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwartet für 2021 eine positive Entwicklung,
getrieben durch die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die zahlreichen
Anreize der Regierungen weltweit, wie etwa der European Green Deal, werden der Bauwirtschaft
voraussichtlich zusätzlich positive Impulse geben. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten
in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen
Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb-und -dichtstoffen. Das gilt
auch für silanbasierte Zementzusätze, die sowohl Energieeinsparungen bei der Herstellung
als auch eine verbesserte Lagerfähigkeit bieten und die Qualität und Lebensdauer des
Betons erhöhen. Gute Chancen sehen wir für unsere "eco"-Produktlinie, mit der wir
dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung tragen. B.51 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nachRegionen 2021 - 2023 in % ![]()
Quelle:
B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020 Aufschwung in der Elektro- und Elektronikindustrie Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet im Jahr
2021 mit einer Rückkehr in die Wachstumszone. Der Anstieg des weltweiten Marktvolumens
liegt laut der Prognose des Branchenverbands bei rund sechs Prozent. Getragen wird
der Aufschwung demnach sowohl von den Schwellenländern wie auch von den Industrieländern. Generell gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER weiterhin in der Automobilindustrie,
beispielsweise durch den zunehmenden Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, Sensoren
und optischen Displays sowie die wachsende Bedeutung der Elektromobilität. Gegenüber
2020 kann sich hier zudem eine Aufholphase im Automobilabsatz positiv auswirken. B.52 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER
Photovoltaikleistung wird 2021 voraussichtlich weiterwachsen Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2021
dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten
im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom
positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen
aus. Zudem stellt die Solarenergie einen wichtigen Baustein dar, um globale Klimaschutzziele
zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich
zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter
2 °c zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue
Märkte erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiterwachsen.
China bleibt auch im Jahr 2021 der weltweit größte und wichtigste Markt. Weitere Länder
mit hohen Zubauraten sind die USA, die Länder Europas, Japan und Indien. Zu den Regionen
mit starkem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der
Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis
externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen
im Jahr 2021 zwischen 150 und 180 Gigawatt (GW) liegen werden. B.53 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2021
Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr
2021 wächst. Wie stark dieses Wachstum sein wird, hängt vor allem davon ab, ob und
inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie einzudämmen. Die größten Wachstumsimpulse
kommen aus Asien. Wachstum erwarten wir aber auch für die USA und in Europa. Investitionen und Produktion Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2021 analog zum Vorjahr
auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. Die Investitionen werden
mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres sein, aber unter den Abschreibungen
liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt mit mehr als 40 Prozent auf den
Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Er investiert unter anderem in eine neue Anlage
für Hybridpolymere in Nünchritz. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wird im Laufe
des Geschäftsjahres seine Produktionsanlagen in Nanjing weiter ausbauen. B.54 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2021/ 2022
Künftige Produkte und Dienstleistungen WACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik,
Automotive und Körperpflege. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für
silanmodifizierte Hybridpolymere, etwa als Dicht- und Klebstoff oder in abriebfesten
Schutzbeschichtungen für Betonböden. Vielversprechend entwickeln sich unsere neuen
silanbasierten Zementzusätze. Mit ihnen lässt sich bei der Zementherstellung Energie
einsparen. Außerdem verbessern sie die Lagerstabilität des Zements und erhöhen die
Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Zementprodukten. Ein weiteres Fokusgebiet ist
die Entwicklung neuer Faserverbundstoffe aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen,
die vor allem in temperaturstabilen oder feuerfesten Leichtbauelementen zum Einsatz
kommen. Steigende Nachfrage verzeichnen wir bei Spezialsilanen für die Mikroelektronik
sowie bei Siliconen, für deren Herstellung nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden.
Solche Produkte werden immer häufiger in der Kosmetik und Körperpflege, bei Trennbeschichtungen,
in der Oberflächen- und Textilpflege sowie im Baubereich verwendet. Für das Fokusfeld
Elektronik haben wir druckbare und elastische Elektrodenmaterialien aus Silicon für
die Anwendung in Sensoren sowie harzgefüllte, optisch klare Siliconsysteme für Optical-Bonding-Anwendungen
entwickelt. In der Elektromobilität etablieren sich zusehends wärmeleitfähige Siliconelastomere.
Derzeit arbeiten wir hier an dichtereduzierten und oberflächenmodifizierten Formulierungen.
Solche Produkte tragen wesentlich zur Kühlung und damit zum Wärmemanagement elektrischer
Speichermodule und von Elektronikbauteilen bei. Mit der Herstellung elektroaktiver
Siliconlaminate unterstützen wir die Entwicklung innovativer Touchscreens mit haptischer
Feedbackfunktion für die Automobil-, Unterhaltungs- und Medizintechnikindustrie. WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für
anspruchsvolle Bau-, Beschichtungs- und Verklebungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend
ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen
Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt
entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS zum Beispiel in der Lage, Dispersionen
speziell auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymeren unter Verwendung von nachwachsenden
Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten. Hier kommt unter anderem biobasierte
Essigsäure zum Einsatz. Mithilfe des Massenbilanzverfahrens reduzieren wir die CO2-Emissionen. Auch Dispersionspulver für konservierungsmittelfreie Anwendungen sind
Teil des Portfolios. Biozidfreie Pulverfarben ermöglichen den Einsatz genau abgemessener
Farbmengen und reduzieren damit Materialverbrauch und -überschüsse. Mit dem Technologiewechsel
vom Dickbett- zum Dünnbettverfahren bei der Verlegung von Fliesen leisten wir zudem
einen Beitrag zur Reduzierung des Zementverbrauchs, was wiederum mit einer Reduktion
der CO2-Emis-sionen einhergeht. Für WACKER BIOSOLUTIONS ergeben sich derzeit Wachstumspotenziale auf dem Pharma-
und Lebensmittelmarkt. Der Pharmamarkt verschiebt sich stetig in Richtung biotechnologisch
hergestellter Arzneien. Als Auftragshersteller (CDMO) für Biopharmazeutika bedienen
wir die steigende Nachfrage an unseren Produktionsstandorten in Jena, Halle und Amsterdam.
Am Standort Amsterdam, an dem wir auch Impfstoffe und lebende mikrobielle Produkte
(LMPS) herstellen, investieren wir aktuell in neue Produktionsanlagen. Diese Maßnahmen
ermöglichen unter anderem die Produktion neuer Wirkstoffklassen wie mRNA-basierte
Impfstoffe, die beispielsweise auch bei Impfstoffen gegen das Coronavirus sars-CoV-2
eine besondere Rolle spielen. Auf dem Lebensmittelmarkt folgen wir dem Trend "Gesunde
Ernährung". Studien belegen, dass unser Antioxidans HTEssence© die Herzgesundheit fördert. Unsere Cyclodextrine finden sich in zahlreichen Lebensmittelanwendungen.
Sie erhöhen zum Beispiel die Bioverfügbarkeit von Curcumin und sorgen für verbesserte
Schaumeigenschaften in Barista-Toppings. Der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren weiter
steigen. Vor allem die Nachfrage nach monokristallinen Zellen steigt kontinuierlich
an. Sie besitzen höhere Wirkungsgrade und produzieren so bei gleicher Sonneneinstrahlung
mehr Strom. WACKER ist hier gut positioniert. Mit unserem hochreinen Polysilicium
können wir das stark wachsende Segment der monokristallinen Zellen bestens bedienen.
Außerdem bauen wir unseren Anteil an hochqualitativem Polysilicium für die Halbleiterindustrie
aus. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021 Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die
Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr
2021 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 (2020: 1,15).
Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe
deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Kosten für Erdgas und Strom bleiben
im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist für
das Jahr 2021 weitgehend gesichert. Aus dem Programm "Zukunft gestalten" erwarten
wir Einsparungen bei den Sachkosten sowie einen Rückgang im Personalaufwand. In der
Prognose enthalten sind aber auch laufende Aufwendungen für Altersteilzeit. Sollte
die Übernahme der Siltronic-Anteile durch GlobalWafers Co. Ltd. im Jahr 2021 vollzogen
werden, wird sich das EBITDA von WACKER um 780 Mio. € erhöhen. Der Netto-Cashflow
wird dann um den Veräußerungserlös in Höhe von 1,3 Mrd. € steigen. Die Nettofinanzschulden
verringern sich um diesen Betrag. Diese Sondereffekte sind in der Prognose für 2021
nicht berücksichtigt. Steuerungskennzahlen und Wertmanagement Die wichtigsten Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem
Vorjahr unverändert. Konzernumsatz 2021 mit Mengenwachstum WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2021 steigende Absatzmengen und positive Produktmixeffekte
in den Chemiebereichen. Die Durchschnittspreise in einigen Produktsegmenten werden
voraussichtlich etwas niedriger sein als im Vorjahr. Im Polysiliciumgeschäft gehen
wir von leicht steigenden Absatzmengen und einem besseren Produktmix aus. Im Jahresdurchschnitt
erwarten wir bei den Polysiliciumpreisen keinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt
soll der Konzernumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf
Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen
abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2021 auf einen Wachstumskurs
zurückkehren, wenn es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen
Absatzregionen und -branchen kommt und die Corona-Pandemie erfolgreich eingedämmt
wird. Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger
Sicht. Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird leicht über dem
Niveau des Vorjahres erwartet (2020: 14,2 Prozent). Das EBITDA wird zehn bis 20 Prozent
über dem Niveau des Vorjahres liegen. Höhere Rohstoffkosten und negative Währungseffekte
von mehr als 100 Mio. € beeinflussen die EBITDA-Entwicklung. In der Prognose auf Konzernebene
haben wir einen Teil der wirtschaftlichen Unsicherheiten berücksichtigt, die sich
aus der Corona-Pandemie ergeben. Der Konzernjahresüberschuss wird deutlich über dem
Vorjahr liegen. ROCE: Der ROCE wird gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen (2020: 5,6 Prozent). Netto-Cashflow: Für das Jahr 2021 erwarten wir einen deutlich positiven Cashflow,
der deutlich unter dem Vorjahr liegt. Höhere Investitionen, Abfindungen und Auszahlungen
aus dem Programm "Zukunft gestalten" sowie ein Anstieg des Working Capital sind dafür
verantwortlich. Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene Investitionen: Im Jahr 2021 werden sich die Investitionen auf rund 350 Mio. € belaufen
und damit deutlich höher sein als im Vorjahr. Sie liegen aber unter den Abschreibungen.
Die Abschreibungen bleiben mit rund 400 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen
fließen unter anderem in neue Dispersions- und Dispersionspulveranlagen in Burghausen
und Nanjing sowie in eine Anlage zur Herstellung von Hybridpolymeren in Nünchritz. Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden gehen auf Grund des positiven Cashflows
weiter zurück (2020: 67,5 Mio. €). Wir erwarten ein leicht positives Nettofinanzvermögen. Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2021 einen Umsatzanstieg
im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum
wird getragen von steigenden Mengen bei Spezialanwendungen. Gegenläufig wirken sich
in einigen Produktbereichen niedrigere Durchschnittspreise aus. Wir gehen in allen
Regionen von steigenden Umsätzen aus. Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen,
genauso wie die EBITDA-Marge. Die Rohstoff- und Energiepreise erwarten wir ebenfalls
leicht über dem Vorjahr. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren
einstelligen Prozentbereich aus. Steigende Mengen im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft
tragen zu diesem Wachstum bei. Wir erwarten auch hier Zuwächse in allen Regionen.
Das EBITDA wird auf Grund deutlich höherer Rohstoffkosten deutlich unter dem Vorjahr
liegen. Das gilt auch für die EBITDA-Marge, die wir zwischen 15 und 18 Prozent erwarten. B.55 Ausblick für das Jahr 2021
Einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwarten wir im Geschäftsbereich
WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt in erster Linie aus dem Geschäft mit Biopharmazeutika.
Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf
dem Niveau des Vorjahres. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir für das Jahr 2021 von einem Umsatzanstieg im mittleren
einstelligen Prozentbereich aus. Dafür verantwortlich sind ein verbesserter Produktmix
und ein leichter Anstieg der Absatzmengen. Die Durchschnittspreise für Polysilicium
werden nicht zurückgehen. Wir erwarten ein deutlich positives EBITDA, das deutlich
über dem Vorjahr liegt. Die EBITDA-Marge soll deutlich steigen. Künftige Dividende Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner
auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden
Gremien stimmen zu. Finanzierung Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein
starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur
unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 verfügt WACKER über ungenutzte
Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio.
€. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung Die wirtschaftlichen Risiken für das Jahr 2021 bleiben bestehen. Beeinflusst wird
die globale Wirtschaftsentwicklung in erster Linie dadurch, inwieweit es gelingt,
die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Die Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen
aber davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank
Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen.
Sollte es zu weiteren Verzögerungen bei der Impfstoffbereitstellung kommen oder die
restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung weiterer Infektionsausbrüche deutlich verlängert
werden, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kommen. Für unser Geschäft erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2021.
Wir gehen davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2021 wieder um einen mittleren einstelligen
Prozentsatz steigen wird. Das EBITDA soll zehn bis 20 Prozent über dem Vorjahr liegen.
Gebremst wird die EBITDA-Entwicklung durch deutlich höhere Rohstoffkosten und negative
Währungseffekte. Sie belasten das EBITDA mit mehr als 100 Mio. €. Die Investitionen werden mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres
liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 400 Mio. € und sind damit auf dem
Niveau des Vorjahres. Der Netto-Cashflow wird deutlich positiv sein, aber deutlich
unter dem Vorjahr liegen. Die Nettofinanzschulden gehen weiter zurück und wir erwarten
ein leicht positives Nettofinanzvermögen. In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserem hervorragenden
Produktportfolio den Wachstumskurs wieder fortsetzen und mit unseren Investitionen
das Marktwachstum begleiten. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON gehen wir ebenfalls
von einem Anstieg beim Umsatz aus und von einem deutlich positiven EBITDA. Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts
geändert. C.1 Gewinn- und Verlustrechnung1. Januar bis 31. Dezember
C.2 Gesamtergebnisrechnung1. Januar bis 31. Dezember
C.3 BilanzZum 31. DezemberAktiva
Passiva
C.4 Kapitalflussrechnung01. Januar bis 31. Dezember
C.5 Entwicklung des Eigenkapitals01. Januar bis 31. Dezember
C.6 Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten01. Januar bis 31. Dezember
C.7 Segmentdaten nach Bereichen01. Januar bis 31. Dezember
1
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien,
ohne Nutzungsrechte Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs.
Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 23.
C.8 Segmentdaten nach Regionen01. Januar bis 31. Dezember
1
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien,
ohne Nutzungsrechte Anhang des WACKER-KonzernsGrundlagen und Methoden Der WACKER-Konzern (WACKER) ist ein international tätiges Chemieunternehmen mit Kernaktivitäten
in der Silicon- und der Polymerchemie, der Spezial- und Feinchemie und der Polysiliciumherstellung.
Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Konzernlagebericht erläutert. Die Muttergesellschaft
des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach
dem Recht der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München,
HRB 159705). Sie hat ihren Firmensitz am Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Deutschland. Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehene Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der Wacker Chemie
AG sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des
Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite von WACKER veröffentlicht.
»
www.wacker.com/geschaeftsbericht Die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss
der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung
des Konzernabschlusses der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt
beim Betreiber des Bundesanzeigers. Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene
Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und auf der Internetseite
von WACKER öffentlich zugänglich gemacht.
»
www.wacker.com/corporate-governance Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach
den ergänzenden Vorschriften des § 315e Abs.1 HGB erstellt. Die für das laufende Geschäftsjahr
verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations
Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten
und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte
und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten
nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn-und Verlustrechnung
ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu
verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz
zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro
(Mio. €) angegeben, soweit nichts Anderes vermerkt ist. Alle Beträge sind jeweils
für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen
führen. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden ausführlich in Kapitel 26 des
Anhangs dargelegt. Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 04.
März 2021 freigegeben. Er wurde dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 04. März 2021
vorgelegt. Neue Rechnungslegungsvorschriften In diesem Konzernabschluss wurden folgende Standards und Interpretationen erstmals
angewandt:
Andere erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen sind mangels vorhandener
Sachverhalte nicht relevant. Nicht vorzeitig angewandte Standards / Interpretationen Das International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen
und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht
verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet
werden. Es werden nur die für WACKER relevanten Standards angegeben. Soweit von neuen
Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir
den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards
auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft.
Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss werden neben der Wacker Chemie AG alle Unternehmen einbezogen,
über die die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Beherrschung im Sinne des IFRS
10 oder gemeinsame Beherrschung im Sinne des IFRS 11 ausüben kann. Gesellschaften,
über die eine Gesellschaft des WACKER-Konzerns gemeinsame Beherrschung ausübt, wird
je nach Ausprägung quotal als gemeinschaftliche Tätigkeit (line-by-line) in den Konzernabschluss
einbezogen oder als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bewertet. In
Abwesenheit anderer einschränkender vertraglicher Vereinbarungen führt eine Mehrheit
der Stimmrechte in der Regel zu Beherrschung. Bei gleich verteilten Stimmrechten liegt
in der Regel gemeinsame Beherrschung vor, es sei denn, andere (vertragliche) Rechte
führen zu Beherrschung durch einen Anteilseigner. Aktuell wird ein Unternehmen mit
gemeinsamer Beherrschung at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen, auf die WACKER maßgeblichen Einfluss im Sinne des IAS 28
ausüben kann, werden ebenfalls nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher
Einfluss wird vermutet, wenn eine Gesellschaft des WACKER-Konzerns direkt oder indirekt
20 Prozent oder mehr der Stimmrechte an dem Beteiligungsunternehmen hält, es sei denn,
dies kann eindeutig widerlegt werden. Strukturierte Einheiten werden im Sinne des IFRS 10 konsolidiert, wenn die wirtschaftliche
Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt. Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt
ist bzw. bei denen WACKER keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als Beteiligungen
unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Eine detaillierte Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften
und des gesamten Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG gemäß den §§ 285 und 313 HGB
wird in der Anteilsbesitzliste dargestellt. Zusammensetzung des Konzerns
Insgesamt werden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 54 Unternehmen einbezogen
(31. Dezember 2019: 54 Unternehmen). Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2019 nicht verändert. Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte
nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang
zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert
innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Dividendenausschüttungen
können durch den Vorrang der Tilgung von Gesellschafterdarlehen eingeschränkt sein.
Es existieren zum Stichtag keine erheblichen Beschränkungen auf Grund von Schutzrechten
zugunsten nicht beherrschender Anteile. Für weitere Angaben verweisen wir auf den
Konzernanhang (Eigenkapital/Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalmanagement). Regulatorische Anforderungen oder lokale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen können
in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte an oder
von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente unterliegen in einigen asiatischen und südamerikanischen
Ländern lokalen Devisenbeschränkungen. Dort ist die Kapitalausfuhr aus dem jeweiligen
Land grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung durch staatliche Behörden über
Kapitalmaßnahmen (Dividende, Kapitalherabsetzung) möglich. Andere, wesentliche Beschränkungen
hinsichtlich der Nutzbarkeit von Vermögenswerten innerhalb des Konzerns bestehen nicht. Konsolidierungsmethoden Der Konzernabschluss beinhaltet Tochterunternehmen, gemeinsame Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen
und assoziierte Unternehmen. Alle Gesellschaften haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag. Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 bilanziert.
Es erfolgt eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden
Zeitwert der erstmaligen Beherrschung. Als Geschäfts- und Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt
aus dem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer
Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener
Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des
erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Unterschiedsbeträge werden nach einer nochmaligen
Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam erfasst. Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht
erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil
am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen.
Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter
ausgewiesen. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht
um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, aufwandswirksam
als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst. Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten
bewertet. Soweit diese höher als das anteilige neubewertete Nettovermögen sind, verbleibt
ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser
ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen.
Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse,
ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise
vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird
eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen. Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden
zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen
und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert. Unternehmenserwerbe nach dem 31. Dezember 2020 Die WACKER Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA hat am 2. Februar 2021 einen Kaufvertrag
über 100 Prozent der Anteile an der Genopis Inc, San Diego, USA unterzeichnet. Die
Übertragung der Anteile fand vor der Aufstellung des Konzernabschlusses statt. Die
im Jahr 2018 gegründete Genopis betreibt als CDMO (Auftragshersteller) eine spezialisierte
Fermentationslinie mit einer Kapazität von 500 Litern zur Herstellung und Aufreinigung
von pDNA. Die rund 40 Mitarbeiter des Unternehmens verfügen über Erfahrung in der
Herstellung von pDNA nach den Qualitätsrichtlinien der "Good Manufacturing Practice"
(GMP). pDNA kann entweder direkt für nukleinsäurebasierte Gentherapien und für Impfstoffe
verwendet oder als Ausgangsbasis für solche innovativen Therapeutika eingesetzt werden,
beispielsweise zur Herstellung von Messenger RNA (mRNA). Für WACKER stellt die Technologie
eine sinnvolle Ergänzung seines Biotechnologie Bereichs dar sowie eine Produktionserweiterung
auf dem amerikanischen Markt. Der Gesamtkaufpreis für die Akquisition besteht aus einem fixen Kaufpreis von 37
Mio. US-$ nach Vollzug der Transaktion sowie weiteren bedingten Kaufpreiszahlungen
innerhalb von 5 Jahren nach dem Erwerb. WACKER erwartet hieraus eine zukünftige Kaufpreisverbindlichkeit
in Höhe von rund 8 Mio. US-$. WACKER erwirbt voraussichtlich Vermögenswerte in Höhe von 25 Mio. US-$ und Schulden
in Höhe von 11 Mio. US$. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von 31 Mio. US-$ teilt sich
im Wesentlichen auf in immaterielle Vermögenswerte sowie Goodwill. Eine finale Erwerbsbilanz
liegt noch nicht vor. Eine PPA wurde noch nicht durchgeführt. WACKER hat gleichzeitig einen Vertrag zur strategischen Zusammenarbeit bei der Produktion
des vom Verkäufer entwickelten Medikaments VM202 abgeschlossen. Dieses befindet sich
aktuell in der klinischen Erprobung. Schätzungen und Annahmen im Rahmen von Unternehmenserwerben und der Konsolidierung Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden
erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen
Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauer
der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipativen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen.
Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden
Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen
Konzernergebnisse beeinflussen. Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Unternehmenszusammenschlüsse erfolgt unter der
Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen
basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind. Bei der Beurteilung, ob bei Gesellschaften, an denen WACKER weniger als 100 Prozent
der Stimmrechte hält, Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss
vorliegt, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen WACKER
50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche
Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass WACKER
die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame
Beherrschung vorliegt. Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht
und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder
gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt. Währungsumrechnung In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und
Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig
davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher
Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value)
angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim
Vorliegen von Cashflow Hedges im übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst. Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen
Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung
nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der
funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag
und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode
umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher
und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung
grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Die sich
aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebenden Nettogewinne oder -verluste werden
in den übrigen Eigenkapitalposten erfolgsneutral erfasst. Umrechnungsdifferenzen,
die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren,
werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis
aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst. Die
für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen
stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar:
Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Rechnungslegung Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen
getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten
Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten
und Eventualforderungen auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen
am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge
und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen
sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die
Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und
Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen,
Schätzungen im Rahmen der Leasingbilanzierung sowie die Bestimmung abgezinster Zahlungsströme
im Zusammenhang mit Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen
abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt
und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger
Perioden aus. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen/ at equity bewertete Beteiligungen Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen.
Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse
aus den getätigten Investitionen geschätzt. Der künftige technische Fortschritt und
laufende Ersatz- und Entwicklungszyklen werden in die Ermittlung einbezogen. Werthaltigkeitstests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren
auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare
Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem
Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht. Zur Ermittlung
des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes
zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche
Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina,
der Kosten und der Diskontierungssätze. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen
der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen, sowie die Einschätzungen der diskontierten
künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder
Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Den größten Einfluss auf
die zukünftigen Cashflows haben die künftigen Verkaufspreise von WACKER-Produkten
sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise. Hieraus könnten in der Zukunft deutliche
Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten, die zu zusätzlichen Wertminderungen
oder Wertaufholungen führen können. Leasing Leasingverbindlichkeiten werden anhand der vertraglichen Leasingdauer bilanziert.
Annahmen und Schätzungen sind nötig bei der Bestimmung der Leasinglaufzeit, sowie
des, der Abzinsung zugrunde liegenden Diskontierungszinssatzes. Der dem Leasingvertrag
zugrunde liegende Zinssatz ist dem Leasingnehmer nicht bekannt, deshalb ermittelt
WACKER den Grenzfremdkapitalzinssatz anhand eines risikolosen Zinses plus eines abgeleiteten
Credit Spreads der das Refinanzierungsniveau von WACKER abbildet. Finanzinstrumente Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, andere finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit diesem Wert im Anhang veröffentlicht. Bei
der Ermittlung des Fair Values von Finanzinstrumenten können, je nachdem, wie hoch
der Anteil der nicht beobachtbaren Inputfaktoren ist, mehr oder weniger umfangreiche
Schätzungen erforderlich sein. WACKER ist bestrebt, sich bei der Ermittlung des Fair
Values auf möglichst viele beobachtbare Inputfaktoren zu stützen und die Verwendung
nicht beobachtbarer Inputfaktoren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn der Fair
Value nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird der Buchwert als Näherungswert
zur Bestimmung des Fair Values herangezogen. Finanzinstrumente, die im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet oder angegeben
werden, werden gemäß der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 bemessen und klassifiziert.
Die Hierarchie besteht aus drei Leveln, denen die Inputfaktoren je nach ihrer Beobachtbarkeit
im Rahmen der entsprechenden Bewertungsverfahren zugeordnet werden. Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko
und zu den erwarteten Verlustraten. WACKER übt bei der Erstellung dieser Annahmen
und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus,
basierend auf den Erfahrungen aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen
sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende der Berichtsperiode. Die wichtigsten
verwendeten Annahmen und Inputfaktoren basieren auf Kreditratings und Kreditversicherungen
sowie makroökonomischen Analysen, die die Grundlage für die Einstufung in Risikoklassen
darstellen. Rückstellungen Wesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen
für Schadenersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen
zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme
und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von
Umweltschäden. Auch Änderungen des Diskontierungssatzes führen zu Veränderungen in
der Ermittlung der langfristigen Rückstellungen. Hier spiegelt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld
wider. Dadurch steigt der Buchwert der langfristigen Rückstellungen an. Die verwendeten
Diskontierungszinssätze werden zum Stichtag 31. Dezember 2020 bei der Untergrenze
von Null gekappt. Es werden keine Negativzinssätze berücksichtigt. Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt
in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen und Annahmen für das
Planvermögen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um
auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den
Diskontierungssatz, erwartete Gehaltsund Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und
Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten
Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen
und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen
sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld
beeinflusst den Buchwert der Pensionsrückstellungen. Die Höhe der Pensionsverpflichtung ergibt sich durch Diskontierung der WACKER-spezifischen,
erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungszinssatz ermittelt sich aus
der Zinsstrukturkurve hochrangiger festverzinslicher, laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen
zum Bilanzstichtag. Die Anleihen lauten jeweils auf die gleiche Währung wie die zugrunde
liegende Pensionsverpflichtung. WACKER verwendet in Deutschland Anleihen des markit
iBoxx EUR AA Corporate Bond Index. Des Weiteren wird die zusammengesetzte Zinsstrukturkurve
der Staatsanleihen von vier derzeit mit AA bewerteten Staaten (Österreich, Belgien,
Finnland, Frankreich) mit einer längsten Laufzeit von etwa 100 Jahren angewendet.
Ein gegebenenfalls aus diesen Parametern abgeleiteter negativer Abzinsungssatz wird
bei der Ermittlung des Barwerts der Pensionsrückstellungen sowie anderer langfristig
fälliger Leistungen an Arbeitnehmer, wie Jubiläumsrückstellungen, entsprechend berücksichtigt. WACKER ist weltweit tätig und unterliegt den örtlichen Steuergesetzen. Obwohl wir
davon ausgehen, steuerliche Unwägbarkeiten vernünftig eingeschätzt zu haben, kann
nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang mit der ursprünglichen
Einschätzung deckt. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von dieser Einschätzung ab,
könnte sich dies in der jeweiligen Periode, in der der Sachverhalt endgültig entschieden
wird, auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern auswirken. Die Steuerverbindlichkeiten
enthalten unsichere Steuerpositionen für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte
Beträge eventuell nicht realisiert werden können. Latente Steuern Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger
Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich
ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich
aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden
Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren.
Im Falle von Gesellschaften, die in der Vergangenheit steuerliche Verluste im Sinne
von IAS 12 ausgewiesen haben, werden aktive latente Steuern nur in Ausnahmefällen
aktiviert, wenn substanzielle Hinweise der Realisierbarkeit bestehen. COVID-19 Pandemie Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf den Geschäftsverlauf des WACKER Konzerns
werden im Konzernlagebericht dargestellt. Unsicherheiten bestehen im Rahmen der Prognose
des Geschäftsjahres 2021. Die Risiken werden im Risikobericht des Konzernlageberichts
dargelegt. Die weiteren weltwirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sowie der Beginn
und die Dynamik der Erholung lassen sich zum Geschäftsjahresende schwer einschätzen.
WACKER geht von einer Erholung der Wirtschaft in der zweiten Hälfte 2021 aus. Siehe
hierzu Risiko-und Prognosebericht im Konzernlageberichts. WACKER hat zum 31. Dezember 2020 keine staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch
genommen. Unterjährige Kurzarbeit wurde im September 2020 eingestellt. Im Rahmen des
Forderungsmanagements zeigen sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 keine ansteigenden
Überfälligkeiten bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. WACKER hat zum
31. Dezember 2020 keine wesentlichen Forderungsausfälle zu verzeichnen. Im Rahmen
des Risikomanagements ermittelt WACKER das Expected Credit Loss für Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen anhand einer Risikomatrix. WACKER hat die Risikoeinschätzung
innerhalb der Bandbreiten der Überfälligkeiten aufgrund der Covid-19 Krise erhöht.
Der Aufwand aus Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief
sich im Geschäftsjahr auf 6,7 Mio. €. Eine durchführte Analyse ergab keine Anzeichen
für Wertminderungsbedarf im Rahmen des Sachanlagevermögens, Leasingverträgen sowie
für finanzielle Vermögenswerte. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen
werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses
zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Zusätzlich werden sie um neue Rechnungslegungsvorschriften
des aktuellen Geschäftsjahres ergänzt, die erstmals anzuwenden sind. Der Konzernabschluss
basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit
Ausnahme der Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie
zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte, Derivate und das
Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen. Umsatzerlöse Die Umsätze enthalten Erlöse aus Verträgen mit Kunden und andere Umsatzerlöse. Als
Erlöse aus Verträgen mit Kunden sind diejenigen Beträge aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
zu erfassen, die als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung
von Dienstleistungen an einen Kunden erwartet werden. Erlöse werden erfasst, wenn
eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde und der Kunde Verfügungsmacht über Waren
oder Dienstleistungen erlangt. Dies kann über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt
erfolgen. Dabei wird ein fünfstufiges Schema angewandt. Zunächst ist ein Kundenvertrag
und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Anschließend
ist der Transaktionspreis zu ermitteln und zuzuordnen. Der Umsatz ist für jede einzelne
Leistungsverpflichtung zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht (Kontrolle)
über die Ware oder die Dienstleistung erlangt. Transportkosten stellen bei bestimmten
Transportklauseln eine eigene Leistungsverpflichtung dar, da die Fracht- und Transportleistung
erst nach dem Kontrollübergang auf den Kunden abgeschlossen wird. Üblicherweise erfolgt
die Umsatzrealisierung mit Übergabe der Güter an den Kunden oder anhand von vereinbarten
Transportbedingungen. Umsätze aus Dienstleistungen werden zum Teil über einen Zeitraum
hinweg erfüllt. Diese werden anhand von vertraglichen Meilensteinen abgearbeitet und
dokumentiert. Die Umsatzlegung erfolgt bei Realisierung des Meilensteins, zeitgleich
entsteht der Zahlungsanspruch. Andere Umsatzerlöse betreffen Erlöse, die nicht aus Verträgen mit Kunden stammen
und mit dem beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen
erhaltenen Gegenleistung oder Forderung erfasst werden. Der Ausweis der Umsatzerlöse erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang
mit Umsätzen anfallende Steuern sowie nach Berücksichtigung von Rabatten und Preisnachlässen.
Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der
Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen
oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt. Hat eine Vertragspartei (Kunde oder Lieferant) ihre vertraglichen Verpflichtungen
erfüllt, so hat das Unternehmen den Vertrag als Verkaufsvertragsvermögenswert oder
als Verkaufsvertragsverbindlichkeit auszuweisen, je nach dem, ob das Unternehmen seine
Leistung erbracht hat oder der Kunde die Zahlung geleistet hat. Jeder unbedingte Anspruch
auf Erhalt einer Gegenleistung ist von einem Unternehmen gesondert als Forderung auszuweisen.
WACKER weist aktuell ausschließlich Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in der Bilanz
aus. Diese enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen
und Vorauszahlungen von Kunden des Segments BIOSOLUTIONS. Auch kundenspezifische Rabattabgrenzungen
werden als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den Rabattabgrenzungen
handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei Erreichen bestimmter Schwellengrößen
gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode kürzen. Diese werden auf Grund
der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in der Regel spätestens in der Folgeperiode
beglichen. Funktionale Kosten In den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren
und Leistungen ausgewiesen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie
den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der
Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls
in diesem Posten ausgewiesen. Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation,
der Werbung und der Marktforschung. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter
diesem Posten ausgewiesen. Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen
Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens
und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere
Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden
sind. Forschungs- und Entwicklungskosten Zu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung.
Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten
sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt
sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann
und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet
werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse
erfolgen. Ertragsteuern Ertragsteuern umfassen alle in- und ausländischen Steuern auf Grundlage des zu versteuernden
Ergebnisses. Sie umfassen sowohl die laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als
auch die latenten Steuern. Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen
nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Enthalten
sind weiterhin Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuernachzahlungen bzw.
-erstattungen aus noch offenen Steuererklärungen vergangener Jahre und aus steuerlichen
Außenprüfungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert
werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Ertragsteuerverbindlichkeiten gebildet.
Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung
auf den Einzelsachverhalt (wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Ertragsteuerforderungen
aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist,
dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags
oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Ertragsteuerverbindlichkeit oder
Ertragsteuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, stattdessen
erfolgt eine Verrechnung der unsicheren Position mit dem ungenutzten steuerlichen
Verlustvortrag oder der ungenutzten Steuergutschrift sofern die Verrechnung keiner
Beschränkung unterliegt. Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den
steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen
gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die
sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben
und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die
latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen
Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet
werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen,
soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive
latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und
Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven
oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst. Immaterielle Vermögenswerte Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert,
wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger
wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig
bestimmt werden können. Sie werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten
angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben.
Als Nutzungsdauer werden drei bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender
Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird
jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst.
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind den nutzenden Funktionsbereichen
zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind,
unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte
mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert. Geschäfts- und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäfts-
und Firmenwerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sofern der Werthaltigkeitstest
zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den
Geschäfts- und Firmenwert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn
Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten.
Die Wertminderungen des Geschäfts- und Firmenwerts werden unter den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen ausgewiesen. Sachanlagen Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und
entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear
abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend
den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten
sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von
ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen
reduzieren die Anschaffungskosten. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen
enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene
Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten, die im Zusammenhang
mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder
indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte
als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst.
Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen
werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche
Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht
anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung oder Förderdarlehen)
von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen
gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung
noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert. Wenn Sachanlagen endgültig stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die
Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten
Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht. Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem
Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen
bzw. Aufwendungen erfasst. Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern
zugrunde:
Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise
Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag,
ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben
sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden
Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden
Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert
ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung
des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze
verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte auf der niedrigsten
Ebene zusammengefasst, für die Cashinflows separat identifiziert werden können (sog.
zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht
mehr bestehen, werden Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf
den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen
werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in
den sonstigen betrieblichen Erträgen. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden, wenn angemessene Sicherheit
über den Zufluss bestehen, von dem Buchwert des Vermögenswerts abgesetzt und mittels
eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen
Vermögenswerts im Ergebnis erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die den Konzern
für entstandene Aufwendungen kompensieren, werden in der Periode erfolgswirksam von
den entsprechenden Aufwendungen abgezogen, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen
anfallen. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell
wie Sachanlagen bewertet. Sie umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung
von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Beizulegende
Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt.
Ebenfalls werden in diesem Bilanzposten Nutzungsrechte aus langfristigen Untermietverhältnissen
ausgewiesen. Leasing Bei Vertragsbeginn beurteilt WACKER, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet
oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung
eines identifizierbaren Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten
Zeitraum zu kontrollieren. Bei Vertragsabschluss oder Vertragsänderung ist das vereinbarte
Entgelt in eine Leasingkomponente und eine Nichtleasingkomponente aufzuteilen. Für
alle identifizierten Leasingverträge hat WACKER jedoch von der Trennung abgesehen,
da es sich um reine Leasingentgelte handelte. WACKER erfasst ein Nutzungsrecht, dass erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet wird
und der Leasingverbindlichkeit entspricht. Die erstmalige Bewertung der Leasingverbindlichkeit
umfasst geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher Kosten, abzüglich möglicher
Kosten der Demontage oder Wiederherstellung des Standortes. Anschließend wird das
Nutzungsrecht linear über die Leasingdauer abgeschrieben. Geht der Vermögenswert am
Ende der Laufzeit auf WACKER über, oder es ist eine Kaufoption in der Leasingverbindlichkeit
berücksichtigt, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des Vermögenswertes. Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungstag noch
nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des
Konzerns angesetzt. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt WACKER
Zinssätze aus verschiedenen externen Finanzquellen, die dem Rating der Wacker Chemie
AG für bestimmte Laufzeitbändern entsprechen. Im Rahmen des Immobilienleasings werden
Anpassungen aufgrund der Sicherheitsfunktion des Leasingobjekts vorgenommen. In die
Bewertung werden feste Leasingzahlungen sowie variable Leasingzahlungen mit einbezogen.
Letztere sind an einen Index oder Zins gekoppelt, und werden erstmals zum Bereitstellungstag
ermittelt. Leasingzahlungen aus Verlängerungsoptionen oder Zahlungen aus Kaufoptionen
werden nur berücksichtigt, wenn eine Ausübung hinreichend sicher ist. Strafzahlungen
aus vorzeitigen Kündigungen werden angesetzt, wenn WACKER sicher ist, dass eine vorzeitige
Kündigung vorgenommen wird. Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode
bewertet. Eine Neubewertung erfolgt bei Vertragsanpassungen oder geänderten Einschätzungen
zur Ausübung von Optionen. Nutzungsrechte werden in der Bilanz als eigene Position ausgewiesen. Leasingverbindlichkeiten
werden unter den Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen. WACKER hat beschlossen,
Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten denen Vermögenswerte von geringem Wert
zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse, einschließlich IT-Ausstattung,
nicht anzusetzen. Die Leasingzahlungen werden als Aufwand erfasst. Geleaste Firmenfahrzeuge
für Mitarbeiter werden nicht als Untermietverhältnis erfasst, da diese als Gehaltsbestandteil
unter IAS 19 Leistungen an Mitarbeiter zu bilanzieren sind. Als Leasinggeber stuft WACKER ein Leasingverhältnis entweder als Finanzierungsleasing
oder als Operating-Leasingverhältnis ein. WACKER tritt als Leasinggeber auf, wenn
ein Untermietverhältnis für Immobilien vorliegt. Die Einstufung berücksichtigt Indikatoren
wie zum Beispiel, ob das Leasingverhältnis den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen
Nutzung des Vermögenswerts oder des Nutzungsrechts umfasst. Der Konzern bilanziert
Hauptleasingverhältnis und Unterleasingverhältnis separat, wenn er als zwischengeschalteter
Leasinggeber auftritt. Er stuft das Unterleasingverhältnis auf Grundlage seines Nutzungsrechts
aus dem Hauptleasingverhältnis ein. Beteiligungen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden
zum Marktwert angesetzt. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts
unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen
werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche
und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt. Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß
der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse
werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben.
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss
erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten
Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert
abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens
dessen Eigenkapital aufgezehrt haben, werden keine weitergehenden Verluste mehr berücksichtigt.
Ausnahmen bestehen, wenn langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem Unternehmen
bestehen bzw. zusätzliche Verpflichtungen eingegangen wurden oder für das Unternehmen
Zahlungen geleistet wurden. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nach nachdem
der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt. Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt
und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags
folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. Finanzinstrumente Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt
im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments
wird. Sie werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte bzw. Verpflichtungen
erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung
sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag,
an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte
und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie
werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein
Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert
bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten,
die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in
der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen
der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar
verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter
Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente,
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Derivate sowie finanzielle Vermögenswerte,
die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, und finanzielle Vermögenswerte, die mit
Verkaufsabsicht gehalten werden. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln
oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene
Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Leasingverbindlichkeiten,
Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten. WACKER macht von dem
Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen
Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (Fair-Value-Option),
keinen Gebrauch. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet
sich danach, wie ein Finanzinstrument in die folgenden Kategorien nach IFRS 9 eingeordnet
wird: Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen
nach IFRS 9 verlangt, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens zur Steuerung finanzieller
Vermögenswerte und die Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen
Vermögenswerts die Klassifizierung und dessen Bewertung bestimmen. Zum erstmaligen
Ansatz wird der jeweilige finanzielle Vermögenswert entweder als "zum beizulegenden
Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" (FVPL), als "zu fortgeführten
Anschaffungskosten" (at amortised cost) oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
in den Übrigen Eigenkapitalposten" (FVOCI) klassifiziert. Für das Geschäftsmodell "Halten" (held and collect) und für das Geschäftsmodell "Halten
und Verkaufen" (Held to collect and to sell) ist Voraussetzung, dass die Zahlungsströme
des Finanzinstruments ausschließlich aus Zinszahlung und Tilgung bestehen (Solely
Payment of Principal and Interest - SPPI). Instrumente, die den SPPI-Test erfüllen,
sind - vorbehaltlich der weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen bestehenden Möglichkeit
zur Ausübung der Fair-Value-Option - im Geschäftsmodell "Halten" (held and collect)
zu fortgeführten Anschaffungskosten und im Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen"
(Held to collect and to sell) zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen
Ergebnis (FVOCI) zu bewerten. Finanzinstrumente, die den SPPI-Test nicht bestehen,
sind unter dem Geschäftsmodell "Handel" zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVPL) zu klassifizieren und zu bewerten. Für Eigenkapitalanteile,
beispielsweise in Form von Aktien, bei denen keine Handelsabsicht besteht, sieht IFRS
9 eine Ausnahme vor. Eigenkapitalinstrumente sind zwar, da sie die Kriterien des SPPI-Tests
nicht erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, allerdings besteht bei Zugang
ein unwiderrufliches Wahlrecht, Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (OCI) auszuweisen.
Dieses wird von WACKER aktuell nicht wahrgenommen. Dem Geschäftsmodell "Halten" (amortised cost) werden bei WACKER Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen, Termingelder und Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich
mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit
gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere werden, wenn sie das SPPI-Kriterium erfüllen,
zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) bewertet.
Hierbei handelt es sich um bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte
Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral
im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Mit der Ausbuchung der Finanzinstrumente werden
die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der
Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Fondsanteile und Beteiligungen werden ins Geschäftsmodell Handel (FVPL) eingestuft,
da sie Zahlungsströme aus Dividenden und Ausschüttungen generieren und das SPPI-Kriterium
nicht erfüllen. Bei den Beteiligungen handelt es sich im Wesentlichen um kleine, regionale
Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen.
Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- und Marktwerte
nicht verfügbar sind. WACKER sieht die historischen Anschaffungskosten als beste Näherung
an den Fair Value dieser Eigenkapitalinstrumente an. Derivative Finanzinstrumente
unterliegen keiner Bewertungskategorie und werden erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet. Im Rahmen von strategischen Sicherungsbeziehungen erfolgt die Bilanzierung
erfolgsneutral im Eigenkapital. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten
Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Im Rahmen von
Reverse-Factoring Vereinbarungen stellt WACKER Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen auf einer Plattform für Lieferanten zur Verfügung. Der Lieferant kann vor
dem vereinbarten Zahlungsziel die Begleichung der Rechnung vornehmen. Verbindlichkeiten
mit langen Zahlungszielen werden bei Reverse-Factoring Vereinbarungen in die Finanzschulden
umgegliedert. Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte Nach IFRS 9 werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle
Vermögenswerte, mit Ausnahme von Finanzderivaten, grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten
angesetzt. Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert entweder erfolgsneutral oder
erfolgswirksam bilanziert. Eine Risikovorsorge wird durch die Bildung von Wertminderungen
vorgenommen. Wertminderungen für Forderungsausfälle werden bereits beim Erstansatz
der finanziellen Vermögenswerte auf Basis der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Erwartungen
potenzieller Forderungsausfälle erfasst. Falls sich das Ausfallrisiko am Bilanzstichtag
seit dem Erstansatz nicht signifikant erhöht hat, erfasst WACKER eine Risikovorsorge
in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle (Stufe 1). Diese spiegelt
die erwarteten Forderungsausfälle wider, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb
der nächsten zwölf Monate entstehen können. IFRS 9 erfordert die Erfassung einer Risikovorsorge
in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle über die gesamte restliche Laufzeit für
finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat
(Stufe 2), und für am Bilanzstichtag notleidende Vermögenswerte (Stufe 3). Eine signifikante
Erhöhung des Forderungsrisikos sieht WACKER als gegeben an, wenn sich das Rating des
Kontrahenten deutlich verschlechtert und die Forderung mehr als 30 Tage überfällig
ist. Für in die Stufe 3 übergehende notleidende Vermögenswerte definiert WACKER die
Kriterien Insolvenz, interne Mahnstufe 4, Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen als
wesentliche Indikatoren. Unabhängig davon ist jedoch eine Einzelfallprüfung vorzunehmen.
Dies erfolgt im Rahmen des Kreditmanagementprozesses. In diesem erfolgt auch die Zuordnung
zu intern definierten Risikoklassen, insbesondere für die Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen. Die internen Kreditklassen beinhalten zukunftsorientierte Informationen
unter Einbezug von makroökonomischen Faktoren sowie das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten
Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen an. Dabei wird die Risikovorsorge sofort
im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle der Gesamtlaufzeit
bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("expected credit loss", "ECL") muss nicht
mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden mithilfe einer
Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Ausfallraten je Überfälligkeitskategorie
anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen definiert. Die über die Laufzeit erwarteten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse
über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswerts wider. WACKER bestimmt
die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die
gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist. Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche
Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle.
Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch "PD"),
die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch "LGD") und die Schätzung des
Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch "EAD"). Für Ausleihungen
und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen
erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low
credit risk" handelt. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn keine Erwartung mehr besteht,
den ausstehenden Cashflow noch zu erhalten. Eine Ausbuchung einer Forderung erfolgt
nach spezieller Einzelfallprüfung. Dabei werden die ggf. gebildeten Wertminderungen
gegen den Bruttowert der Forderung ausgebucht und somit verbraucht. Aufwendungen aus
erwarteten Wertminderungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie
finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können,
einer geringen Wertschwankung unterliegen und eine Laufzeit von bis zu drei Monaten
haben. Sie sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen,
bewertet. Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet.
Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk", da WACKER nur Bankbeziehungen
mit Kontrahenten im Investment-Grade Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds
gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da die Einlagen entsprechend abgesichert
sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen. Wenn die Vertragsbedingungen eines Vermögenswertes modifiziert werden und die Modifizierung
nicht in einer Ausbuchung unter IFRS 9 resultiert, wird ein Ertrag oder Verlust in
der Gewinn- oder Verlustrechnung erfasst. Der Betrag errechnet sich als Differenz
zwischen den jeweils mit der originären Effektivzinsrate abgezinsten, ursprünglichen
vertraglichen Zahlungsströmen und den modifizierten Zahlungsströmen. Für WACKER stellen
Modifizierungen jedoch Ausnahmen dar, die bis jetzt nicht eingetreten sind. Ein finanzieller
Vermögenswert wird bei Kauf oder Begebung als wertgemindert betrachtet, wenn es objektive
Hinweise auf eine Wertminderung zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung gibt. Solche
notleidenden Vermögenswerte werden als "Purchased or Credit Impaired" ("POCI") bezeichnet
und werden erstmalig mit ihrem beizulegenden Zeitwert (üblicherweise der Kaufpreis,
der Erwartungen zu den über die Laufzeit erwarteten Kreditausfällen beinhaltet) erfasst.
WACKER besitzt keine entsprechenden Forderungen. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-,
Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden
Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Die bilanzielle Erfassung von derivativen
Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden
Zeitwert bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht
sie abgeschlossen wurden. Positive Zeitwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative
Zeitwerte zum Ansatz einer Schuld. Unterschiede werden außerhalb des Hedge Accounting
erfolgswirksam erfasst. Sofern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen
sowie zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, wendet WACKER Hedge Accounting
gemäß den Anforderungen des IAS 39 an. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten
zur Absicherung von Zahlungsströmen ("Cash flow Hedge") werden unter Berücksichtigung
von latenten Steuern bis zur Realisierung des Grundgeschäftes im übrigen Eigenkapital
erfasst. Im Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag
des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen
Ergebnis ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen
für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung
bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital. Ineffektive Teile
des Sicherungsgeschäftes werden sofort erfolgswirksam erfasst. Absicherungen des beizulegenden
Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden bzw. nicht bilanzierter fester
vertraglicher Verpflichtungen ("Fair Value Hedges") führen zur Erfassung der Marktwertänderungen
sowohl des Grundgeschäftes als auch des Finanzderivats als Sicherungsinstrument in
der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische
Einheit durch einen "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" wird derzeit
von WACKER nicht angewendet. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter
entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert,
sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Währungskurssicherungen der geplanten Umsätze werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis
ausgewiesen, während Zinssicherungen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Im übrigen
Finanzergebnis werden Währungskurssicherungen der internen Konzernfinanzierung und
Währungsderivate zur Sicherung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Fremdwährung
ausgewiesen. Zeitwertänderungen von Rohstoffsicherungen werden in den Herstellungskosten
erfasst. Vorräte Vorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode
bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder niedrigere realisierbare Preise am
Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich
Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt
zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten
sowie lineare Abschreibungen. Kosten für die betriebliche Altersversorgung und freiwillige
soziale Leistungen des Unternehmens werden ebenfalls berücksichtigt, soweit sie auf
die Herstellung entfallen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen
Fertigungsprozesse nicht angesetzt. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten in der
chemischen Industrie werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen.
In den Roh, Hilfs- und Betriebsstoffen sind auch Ersatzteile für die laufende Instandhaltung
der Produktionsanlagen enthalten. Sie werden anhand ihrer Lagerdauer und möglicher
Verwertbarkeit bewertet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von null bilanziert.
Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt.
Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine
Abwertung auf diesen Wert. Der Verbrauch wird anhand eines laufenden Durchschnittswerts
von entgeltlichen und unentgeltlichen Zertifikaten ermittelt. Er wird ratierlich anhand
des quartalsweisen Emissionsausstoßes als Aufwand in den Herstellungskosten erfasst. Ertragsteuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte Ertragsteuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten
Anschaffungskosten angesetzt. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in
der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Ertragsteuerforderungen
enthalten auch unsichere Steuerpositionen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich
oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Leistungsorientierte Pensionszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren
("Projected Unit Credit Method") bewertet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die
am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete
Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Des Weiteren beruht die Bewertung
auf versicherungsmathematischen Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer
und finanzieller Rechnungsgrundlagen. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen (Defined
Benefit Obligation, DBO) wird der Zeitwert des zugehörigen Planvermögens abgezogen,
sodass sich die Nettoschuld bzw. der Nettovermögenswert aus den leistungsorientierten
Plänen ergibt. Für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwandes gelten die Annahmen,
die der Ermittlung der DBO des Vorjahres zugrunde gelegt wurden. Der Nettozinsaufwand
des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres festgelegte
Diskontierungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoschuld angewandt wird.
Die Nettozinsen aus der NettoPensionsverpflichtung umfassen den mit dem Rechnungszins
kalkulierten Zinsertrag aus Planvermögen und den Zinsaufwand auf den Anwartschaftsbarwert.
Neubewertungen umfassen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich
aus der Abweichung von der Einschätzung zum Periodenbeginn und dem tatsächlichen Verlauf
während der Periode bzw. der neueren Schätzung zum Bilanzstichtag hinsichtlich der
Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, Rententrends, Gehaltsentwicklungen und Diskontierungszinssätze
ergeben. Sie werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Ebenfalls
erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind Differenzen zwischen dem am
Periodenanfang ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen und den am Ende der Periode
tatsächlich festgestellten Erträgen aus Planvermögen. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung
oder Plankürzung, erfasst WACKER den hieraus resultierenden Effekt als nachzuverrechnenden
Dienstzeitaufwand. Dieser wird bei Entstehung sofort erfolgswirksam erfasst. Auch
die aus einer Abgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar in
der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Verwaltungskosten,
die nicht Bestandteil der Verwaltung des Planvermögens sind, werden bei Leistungserbringung
ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Der Aufwand aus laufendem und nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand wird den Kosten
der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Die Nettozinsen werden im übrigen Finanzergebnis
ausgewiesen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischen
Gutachten gebildet und bewertet. Altersteilzeitrückstellungen stellen auf Grund ihrer
Ausgestaltung ebenfalls andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß
IAS 19 dar, da diese noch an die Erbringung von Arbeitsleistungen in der Zukunft geknüpft
sind. WACKER hat Altersteilzeitvereinbarungen ausschließlich als Blockmodell ausgestaltet.
Die bilanzielle Erfassung der Rückstellung erfolgt ratierlich über den Zeitraum des
Erdienens des Anspruches in der Beschäftigungsphase. Rückstellungen Für gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden
Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung
der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der
Rückstellungen basiert auf den geschätzten Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige
Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns
abzudecken. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag
angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer
Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete
Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden
nicht mit Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert,
sofern die Realisierung so gut wie sicher ist. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter,
formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt
worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden
gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als
die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz
werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder
für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt
werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs,
wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen
erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet
waren. Finanzierungsverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden
Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung
erfolgt unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Leasingverbindlichkeiten
werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzierungsverbindlichkeiten
ausgewiesen. Eventualverbindlichkeiten / Eventualforderungen Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits
bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist
oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann.
Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht erfasst. Eventualforderungen sind mögliche Vermögenswerte, die aus vergangenen Ereignissen
resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder
mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig
unter der Kontrolle des Unternehmens stehen. 01 Erlöse aus Verträgen mit Kunden Die im Umsatz erfassten Erlöse teilen sich wie folgt auf Verträge mit Kunden und
sonstigen Erlösquellen auf: Aufteilung der Umsatzerlöse
WACKER legt seinen Umsatz grundsätzlich zu einem bestimmten Lieferzeitpunkt. Das
gängige Geschäftsmodell bei WACKER ist der Verkauf von chemischen Erzeugnissen auf
Grund einer bindenden Einzelbestellung mit oder ohne einem bestehenden Rahmenvertrag
mit dem Kunden. Üblicherweise resultiert jeweils eine Leistungsverpflichtung aus den
Bestellungen des Kunden und diese wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt. Die
Umsatzrealisierung erfolgt bei wirtschaftlichem Kontrollübergang gemäß Incoterm an
den Kunden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ergeben sich auch mittel- und langfristige
Lieferverträge mit einer vordefinierten Abnahmemenge. Die Umsatzrealisierung erfolgt
auch hier zu einem bestimmten Zeitpunkt. Im Rahmen von kundenspezifischen Aufträgen im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS
wird der Umsatz zeitraumbezogen gelegt. Das Geschäftsmodell besteht darin, Entwicklungsleistungen
für die pharmazeutische Industrie im Rahmen von Dienstleistungsverträgen zu erbringen,
die anhand von Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert werden. Der Zahlungsanspruch
entsteht bei Realisierung des Meilensteins. Weiter werden kundenspezifische Produkte
im Zusammenhang mit Produktlieferverträgen für Vorprodukte von Medikamenten erstellt.
Der Zahlungsanspruch entsteht hier mit Abnahme durch den Kunden. Kunden leisten in
bestimmten Fällen Kundenanzahlungen vor Lieferung bzw. vor Start der Dienstleistung.
Auch der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS schließt mittelfristige Lieferverträge
ab. In geringem Umfang werden Lizenzerträge aus der Lizenzierung des Prozess-Knowhows
realisiert. Es bestehen keine langfristigen Zahlungsziele, die eine Finanzierungskomponente darstellen
könnten. Im Regelfall ist der Zahlungsanspruch innerhalb von 30 Tagen fällig. Kunden
mit schlechter Bonität leisten Vorauskasse oder erbringen Bankbürgschaften vor Lieferung
durch WACKER. Bei WACKER gelten grundsätzlich gesetzliche Gewährleistungspflichten
bei mangelnder Qualität. Hierbei werden im Rahmenvertrag mit dem Kunden genaue Spezifikationsanforderungen
definiert. Dienstleistungen erfolgen im Wesentlichen im Geschäftsbereich WACKER Sonstiges durch
die Medienversorgung und Organisation von Chemieparks für die dort angesiedelten Drittfirmen,
insbesondere am Standort Burghausen, Deutschland. Ein weiterer Bestandteil des Umsatzes
im Geschäftsbereich WACKER Sonstiges resultiert aus dem Verkauf von Salz und Lauge.
Die Umsatzrealisierung erfolgt sowohl für die Medienversorgung als auch für die Lieferung
von Salz und Lauge zeitpunktbezogen. Die Erlösrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der
Lieferung. Bei WACKER entsprechen die Umsatzerlöse je Segment den unterschiedlichen Produktkategorien
des Konzerns. In den Segmenten zeigen sich die Unterschiede der chemischen Produkte
wie auch die unterschiedlichen Markt- und Kundengruppen. Einen weiteren wesentlichen
wirtschaftlichen Einfluss auf die Umsatzerlöse hat die Region, in die WACKER seine
Produkte liefert. Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der UmsatzerlöseAufgliederung der Umsatzerlöse
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten im Wesentlichen Forderungen
aus Verträgen mit Kunden. Siehe hierzu Note Nr. 10. Die von WACKER in der Bilanz ausgewiesenen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten enthalten
die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen, Vorauszahlungen
von Kunden des Segments WACKER BIOSOLUTIONS sowie Anzahlungen von Kunden für Infrastrukturprojekte
in den Chemieparks des Geschäftsbereichs WACKER Sonstiges. Im Segment WACKER POLYSILICON
wird mit der jeweiligen Einzellieferung von Polysilicium an den Kunden ein fixierter
Teil der erhaltenen Vorauszahlung als Umsatz realisiert und kürzt die Verbindlichkeit.
Im Segment WACKER BIOSOLUTIONS werden die Vorauszahlungen von Kunden mit der Realisierung
des betreffenden Meilensteins realisiert. Im Segment WACKER Sonstiges wird der Umsatz über die vertragliche Laufzeit des Kundenvertrags
realisiert. Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich im Wesentlichen um Kundenanzahlungen
für Polysiliciumlieferungen mit einer Laufzeit bis zu sechs Jahren. Der Anstieg der
erhaltenen Anzahlungen resultiert im Wesentlichen aus erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen. Ferner werden Rabattabgrenzungen als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.
Bei den Rabattabgrenzungen handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei
Erreichen bestimmter Schwellengrößen gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode
kürzen. Diese werden auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in
der Regel spätestens in der Folgeperiode beglichen. Entwicklungen der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten
WACKER garantiert manchen Kunden in mehrjährigen Rahmenverträgen die Verfügbarkeit
von bestimmten Mengenkontingenten pro Jahr. Die tatsächliche Mengen-und Preisfixierung
ergibt sich in der Regel nur maximal für ein Jahr. Diese werden in unterjährlichen
Detailverhandlungen fixiert. Aus Mindestabnahmemengen ergeben sich zukünftige Leistungsverpflichtungen
(Auftragsbestand) mit Laufzeiten, die folgende Tabelle zeigt: Auftragsbestand
02 Herstellungskosten / Sonstige betriebliche Erträge /Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind für das Programm "Zukunft gestalten"
48,9 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen ausgewiesen worden. Es handelt sich hierbei
im Wesentlichen um den Aufwand aus Abfindungszahlungen an Mitarbeitern in Deutschland. Im Vorjahr wurden in den Herstellungskosten die vereinnahmte Versicherungsentschädigung
in Höhe von 112,5 Mio. € aus dem Schadensfall am Standort Charleston ausgewiesen. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wurden im Vorjahr erhaltene Anzahlungen eines
Solarkunden in Höhe von 19,3 Mio. € im Zusammenhang mit Vertragsänderungen ausgebucht
und unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Aufgrund der niedrigen Preise für Polysilicium und der ausgebliebenen Erholung des
Solarmarktes im 4. Quartal 2019 wurde zum 31. Dezember 2019 eine Wertminderung des
Anlagevermögens des Geschäftsbereichs WACKERPOLYSILICON in Höhe von 760 Mio. € vorgenommen.
Der Wertminderungsaufwand wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. 03 Equity-Ergebnis / Sonstiges Beteiligungsergebnis / Zinsergebnis / Übriges Finanzergebnis
Die Equity-Ergebnisse entfallen auf die Beteiligungen an der Siltronic AG sowie an
Unternehmen in Asien und dem Vereinigten Königreich. Sie enthalten neben den anteiligen
Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen, Bewertungseffekten
und sonstigen Konzernanpassungen. Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio.
€) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Zinsergebnis entsprechend. Der durchschnittliche
Fremdkapitalzinssatz des Konzerns, der im Geschäftsjahr herangezogen wurde, belief
sich auf 1,5 Prozent (Vorjahr 1,8 Prozent). Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind die NettoZinsaufwendungen aus der
Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der kalkulierten Erträge aus Planvermögen
in Höhe von 28,1 Mio. € (Vorjahr 35,0 Mio. €) und Zinsaufwendungen und Zinserträge
aus der Aufzinsung und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr
1,5 Mio. €) enthalten. Die sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen ergeben sich im Wesentlichen
aus Zinseffekten im Rahmen von Finanztransaktionen und deren Sicherung sowie aus erwarteten
Zinsen auf unsichere Steuerpositionen. 04 Ertragsteuern Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern
vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. In
Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer von 15,0 Prozent (Vorjahr 15,0 Prozent)
auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (Vorjahr
5,5 Prozent) erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit der Gemeinde des ansässigen
Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer von 13,0 Prozent (Vorjahr 12,2 Prozent)
zu zahlen. Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag
mit einem Gesamtsteuersatz, einschließlich Solidaritätszuschlag von 28,8 Prozent (Vorjahr
28,0 Prozent) bewertet. Die laufenden Steuern von ausländischen Tochtergesellschaften
werden auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts und mit den im jeweiligen
Sitzland gültigen Steuersätzen ermittelt. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde
gelegten jeweiligen landesspezifischen laufenden Ertragsteuersätze liegen wie im Vorjahr
zwischen 8,2 Prozent und 34,6 Prozent. Steuerabgrenzungen auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften wurden
nur vorgenommen, sofern eine Ausschüttung geplant ist. An ausschüttungsfähigen Beträgen
sind 373,2 Mio. € (Vorjahr 362,0 Mio. €) vorhanden. Für die temporäre Differenz von
18,7 Mio. € (Vorjahr 18,1 Mio. €) wurde eine passive latente Steuer in Höhe von 5,4
Mio. € (Vorjahr 5,2 Mio. €) nicht gebildet, da WACKER in der Lage ist, den zeitlichen
Verlauf zu steuern. In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen aus Vorjahren in Höhe von 1,2
Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €) sowie Steuererträge aus Vorjahren in Höhe von 14,0 Mio.
€ (Vorjahr 23,7 Mio. €) enthalten. Überleitung tatsächliches Steuerergebnis
Der latente Steueraufwand im laufenden Geschäftsjahr enthält 0,0 Mio. € (Vorjahr
2,0 Mio. €) aus bisher nicht berücksichtigten temporären Differenzen und steuerliche
Verlusten aus früheren Perioden. Zuordnung der Steuerabgrenzungen
Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in Höhe von 0,2
Mio. € (Vorjahr Aufwand 27,4 Mio. €) als Ertrag erfasst, während 136,5 Mio. € (Vorjahr
139,3 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich
im Wesentlichen um aktive latente Steuern aus der Veränderung versicherungsmathematischer
Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen. Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:
Die entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 167,7 Mio. € (Vorjahr
44,8 Mio. €). Diese sind in Höhe von 78,2 Mio. € (Vorjahr 44,8 Mio. €) voraussichtlich
nicht realisierbar und deshalb wurden keine latenten Steuern angesetzt. Theoretisch
würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 19,6 Mio. € (Vorjahr 10,5 Mio. €) errechnen.
Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 23,6 Mio. € (Vorjahr
22,3 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Zum 31. Dezember 2020 werden keine
aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 820,1
Mio. € (Vorjahr 940,3 Mio. €) angesetzt. Der Rückgang ergibt sich aus dem geringeren
Nichtansatz von temporären Differenzen auf die Wertminderungen im Anlagevermögen. Es wurden aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge
in Höhe von 770,8 Mio. € (Vorjahr 632,9 Mio. €) angesetzt, ohne dass diesen passive
latente Steuern in entsprechender Höhe gegenüber stehen. WACKER geht davon aus, dass
das zukünftige steuerpflichtige Einkommen ausreichen wird, um diese aktiven latenten
Steuern wahrscheinlich realisieren zu können. 05 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte,
Software und ähnliche Rechte und Werte. Aus Unternehmenserwerben resultieren entgeltlich
erworbene Technologien und Kundenstämme sowie Auftragsbestände. Sie werden über drei
bis neun Jahre abgeschrieben. Die Anschaffungskosten der Sachanlagen wurden im Jahr 2020 in Höhe von 3,1 Mio. €
(Vorjahr 1,2 Mio. €) durch Investitionsförderungen gemindert. Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio.
€) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten
aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 1,5 Prozent
(Vorjahr 1,8 Prozent). Die Wertminderungsaufwendungen im Vorjahr beziehen sich auf Wertminderungen des Anlagevermögens
des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON. 06 LeasingNutzungsrechte Die folgende Tabelle zeigt die Vermögenswerte, die im Rahmen einer Leasingvereinbarung
als Nutzungsrecht bilanziert werden
Im Bereich Grundstücke und Gebäude mietet WACKER Immobilien an. Darunter fallen Büro-
und Lagerflächen. Unter anderem handelt es sich um das von der Pensionskasse VVaG
gemietete Grundstück und Gebäude der Hauptverwaltung München. Die Erwartung zur Nutzung
von Verlängerungsoptionen wurde in 2020 angepasst. Unter den Nutzungsrechten für Technische Anlagen und Maschinen befinden sich im Wesentlichen
mietweise überlassene Betriebsvorrichtungen und Infrastruktureinrichtungen. Als Betriebs-
und Geschäftsausstattung werden gemietete Fahrzeuge und Transportausstattungen wie
Tanks und Transportwaggons ausgewiesen. Längerfristige Mietverträge bestehen insbesondere für Immobilien und Betriebsvorrichtungen.
Leasingverträge können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen haben. Diese Leasingkonditionen
werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen
Konditionen. Künftige Mittelabflüsse können sich aus Verlängerungsoptionen ergeben.
Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen nicht bilanzierten Verlängerungsoptionen.
Aus nicht begonnenen Leasingverhältnissen hat WACKER im Rahmen des Baus eines neuen
Warenlagers Verpflichtungen in Höhe von 1,9 Mio. € jährlich ab 2021. Die Wertminderungsaufwendungen im Vorjahr beziehen sich auf Nutzungsrechte des Geschäftsbereichs
WACKER POLYSILICON, die im Rahmen des Impairmenttests wertgemindert wurden. Leasingverbindlichkeiten
Im Geschäftsjahr 2020 wurden Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 31,8 Mio. € (Vorjahr
34,8 Mio. €) getilgt, sowie 3,7 Mio. € (Vorjahr 3,6 Mio. €) an Zinsen für Leasingverhältnisse
bezahlt (siehe auch Textziffer 22 Kapitalflussrechnung). Zum Bilanzstichtag ergaben sich künftige Mittelabflüsse in Höhe von 144,8 Mio. €
(Vorjahr 171,1 Mio. €). Es ergibt sich folgende Fälligkeitenstruktur der Leasingzahlungen:
WACKER als Leasinggeber WACKER ist Leasinggeber im Rahmen der Untervermietung der Hauptverwaltung in München.
Diese Vermietungen werden sowohl als Operating Lease in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr:
7,0 Mio. €) als auch als Finance Lease in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr 1,4 Mio. €)
bilanziert. Die Nutzungsrechte aus dem Sublease im Rahmen des Operating Lease werden
gem. IAS 40 ausgewiesen. WACKER trägt das Vermietungsrisiko für diese Mietflächen. In der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich folgende Aufwendungen und Erträge
aus Leasingsachverhalten:
07 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Die Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei
handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser
usw.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet. Die Betreibung,
Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte
vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen.
WACKER hat sich verpflichtet, zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen im notwendigen Umfang
in den nächsten Jahren durchzuführen. Darüber hinaus ist WACKER langfristige Untermietverträge
für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen.
Der beizulegende Zeitwert der Immobilien am Produktionsstandort Köln beruht auf einem
externen Gutachten das periodisch aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte
in 2018. Zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes wurde der Verkehrswert auf Grund
des Liquidationswertes des Betriebes ermittelt. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist in der Fair-Value-Hierarchie der
Stufe zwei zuzuordnen. Der Restbuchwert entfällt auf die Grundstücke. Das Bewertungsverfahren
wurde im Vergleich zum letzten Bewertungszeitpunkt nicht geändert. Der beizulegende Zeitwert des Nutzungsrechts an der Münchener Hauptverwaltung beruht
auf den diskontierten Mieteinzahlungen über die Restlaufzeit des Mietvertrags und
entspricht dem Buchwert. 08 At equity bewertete Beteiligungen Der Konzern bilanziert Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nach
der Equity-Methode. Wesentliche at equity bewertete Beteiligung ist die Siltronic
AG mit ihren Tochtergesellschaften. Zum 31. Dezember 2020 wurde diese nach IFRS 5
bilanziert (siehe Note Nr. 12). Der Siltronic-Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Siliciumwafern
für die Halbleiterindustrie. WACKER liefert an Siltronic Polysilicium, den wichtigsten
Rohstoff zur Herstellung von Siliciumwafern. Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
Zusammenfassende Finanzinformationen zur Siltronic AG und deren Tochterunternehmen¹ auf 100-Prozent-Basis:
1
Konzernabschluss der Siltronic AG nach IFRS Überleitung des Equity-Buchwerts
Die restlichen Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen sind für sich genommen
einzeln für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich.
Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Beteiligungsbuchwerte im Berichtszeitraum. Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der einzeln für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen
Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der einzeln für sich genommen unwesentlichen assoziierten Unternehmen
Wurden Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen von
den Gesellschaftern ausgegeben, ist die Tilgung dieser Darlehen grundsätzlich vorrangig
vor einer Dividendenausschüttung. Abweichungen zwischen dem anteiligen Jahresüberschuss
und dem Equity-Ergebnis sowie dem anteiligen Eigenkapital und dem Buchwert der at
Equity bewerteten Beteiligungen ergeben sich im Wesentlichen durch Fair-Value-Anpassungen
und Konsolidierungsmaßnahmen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde erstmalig die Nexeon Ltd. at equity in den Konzernabschluss
einbezogen. WACKER erwarb am 11. September 2019 24,99 Prozent der Anteile an dieser
Gesellschaft. Aus organisatorischen Gründen bezieht WACKER das anteilige Ergebnis
von Nexeon mit einem Zeitversatz von drei Monaten in den Konzernabschluss ein. Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzahlen der nach der Equity-Methode einbezogenen
Unternehmen dargestellt.
09 Vorräte
Die Herstellungskosten enthalten Kosten für Vorräte in Höhe von 3,8 Mrd. € (Vorjahr
4,1 Mrd. €), die als Aufwand erfasst wurden. Die als Aufwand erfassten Wertberichtigungen
nahmen in der Berichtsperiode um 22,5 Mio. € zu. Im Vorjahr ergab sich eine Zunahme
in Höhe von 46,3 Mio. €. 10 Finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte / Forderungen Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich im Wesentlichen
um Forderungen aus Verträgen mit Kunden. Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten
entsprechen. Ausfallrisiken sind - soweit nicht durch Versicherungen, Bankbürgschaften
und erhaltene Anzahlungen abgedeckt - durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten
Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen nach IFRS 9 an. Dabei wird die Risikovorsorge
sofort im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle
der Gesamtlaufzeit bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("Expected credit loss
(ECL)") muss nicht mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden
mithilfe einer Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Verlustausfallraten
je Überfälligkeitskategorie anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen
definiert.
Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der erwarteten Wertminderungen für Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen: Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2020
Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2019
Die über die Laufzeit erwarten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse
über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswertes wider. WACKER bestimmt
die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die
gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist. Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche
Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle.
Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch PD),
die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch LGD) und die Schätzung des
Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch EAD). Für Ausleihungen
und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen
erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low
credit risk" handelt. Die Entwicklung der Wertberichtigungen und der Überfälligkeiten stellen sich wie
folgt dar: Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Wertberichtigungen betreffen ausschließlich die Erlöse aus Verträgen mit Kunden.
Zum 31. Dezember 2020 ergab sich kein wesentliches Ausfallrisiko. Permanente Bonitätseinschätzungen werden bzgl. der Werthaltigkeit der Forderungen
durchgeführt und es werden gegebenenfalls Kreditausfallversicherungen abgeschlossen.
Ferner werden Anzahlungen und Bankbürgschaften von Kunden geleistet. Das maximale
Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es
sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um
eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen
der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen
bezüglich der Kreditqualität. 11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Wertpapiere, Liquidität
Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten
handelt es sich um Termingelder und Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger
Bonität ausgegeben werden und der Kategorie "Halten, amortized cost" zugeordnet werden.
Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet.
Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low value risk", da WACKER nur Bankbeziehungen
mit Kontrahenten im Investment-Grade-Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds
gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da diese Einlagen entsprechend abgesichert
sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen. WACKER verfügt über keine
Zahlungsmittel, die Verfügungsbeschränkungen auf Grund von Devisenausfuhrbeschränkungen
unterliegen. Wertpapiere enthalten Festgelder, die der Kategorie "Halten und Verkaufen" zugeordnet
werden. Auch auf diese Finanzinstrumente ist das Wertminderungsmodell des IFRS 9 anzuwenden.
Die Anlagerichtlinie von WACKER sieht nur die Anlage in Wertpapiere im Investmentgradebereich
vor. Das Wertminderungsrisiko ist somit gering. Fondsanteile, die der Kategorie "Handel,
FVTPL" zugeordnet sind fallen nicht unter das Wertminderungsmodell des IFRS 9. 12 Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber
der Siltronic AG am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic
Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung
sieht eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers
Co. Ltd. vor. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer über 50
prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic Aktionäre.
WACKER hat die at-equity bewertete Beteiligung an der Siltronic AG in Höhe von 550,4
Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 umgegliedert in zu Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände.
Damit endet die at-equity Bilanzierung der Beteiligung (siehe Note Nr. 05). Die Übernahme
steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. Diese sollen innerhalb
eines Jahres vollzogen werden. Die Beteiligung an der Siltronic AG wird im Segment
Sonstiges ausgewiesen. Zur Veräußerung gehaltene Grundstücke in Höhe von 2,1 Mio. € sind ebenfalls in dieser
Position ausgewiesen. 13 Eigenkapital / Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalstrukturmanagement Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €.
Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht
einem rechnerischen Wert von fünf € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen
bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Ein genehmigtes Kapital
zur Ausgabe neuer Aktien besteht zum Stichtag nicht. Der Vorstand ist ermächtigt,
innerhalb der gesetzlichen Regelungen des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in
Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle:
Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der Wacker Chemie AG wird auf den Abschnitt
"Beziehungen zu nahestehenden Personen" verwiesen. Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über
den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die in das Eigenkapital
geleistet wurden. In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker
Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die
Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter
am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen. Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung
von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen
Bewertung von Finanzinstrumenten, Cashflow Hedge Accounting, Pensionen und Effekte
aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe ausgewiesen. Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn-
bzw. Verlustanteile auf:
Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf
folgende Gesellschaften: Anteile anderer Gesellschafter
1
Inklusive der Tochtergesellschaften Die Stimmrechte anderer Gesellschafter entsprechen ihrem Anteil am Eigenkapital. Weitere Informationen zu den einzelnen Gesellschaften sind in der Anteilsbesitzliste
zu finden. Angaben zum Kapitalmanagement Das Kapitalmanagement des WACKER-Konzerns verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung
zu sichern und angemessene Kapitalrenditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften.
Als Instrumente der Kapitalsteuerung dienen unter anderem Dividendenzahlungen an Anteilseigner
und Aktienrückkäufe. Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften
zur Kapitalerhaltung. Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.
Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet. Die Dividendenpolitik orientiert
sich grundsätzlich daran, rund 50 Prozent des Konzernjahresergebnisses an die Aktionäre
auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien
stimmen zu. Überdies verfügt WACKER über ein aktives Fremdkapitalmanagement. Ziel ist ein ausgewogenes
Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein komfortables
Liquiditätspolster. Ferner sollen die finanziellen Strukturen so ausgestaltet sein,
dass die Bonität von WACKER mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Im Rahmen
des wertorientierten Managements gehört die Kennzahl Nettofinanzschulden zu den ergänzenden
finanziellen Steuerungskennzahlen.
»
Siehe Kapitel "Steuerungssystem und Vermögenslage" im Konzernlagebericht Die Kapitalstruktur des WACKER-Konzerns stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt
dar: Kapitalstruktur
14 Pensionsrückstellungen Für die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen
und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der
Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter
basieren. Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten
Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung
von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das
Unternehmen. Bei WACKER existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte
Pläne, die teilweise über die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG oder Fonds finanziert
sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form
von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter
des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen garantieren die unterschiedlichen
Pensionspläne den Mitarbeitern lebenslange Renten auf Basis des während der Beschäftigung
bei WACKER durchschnittlich bezogenen Gehalts (Karrieredurchschnittsplan) oder Kapitalzahlungen. Im Konzern bestehen folgende Altersversorgungspläne: Versorgungspläne über die Pensionskasse Für Mitarbeiter in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige
Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG gewährt. Diese wird aus Mitglieds-und Firmenbeiträgen
finanziert. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Die Pensionskasse ist ein kleiner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne
des § 210 des Versicherungsaufsichtsgesetzes und ist reguliert nach § 233 Abs. 1 des
Versicherungsaufsichtsgesetzes. Sie unterliegt damit den Regelungen für deutsche Versicherer
und wird von der BaFin beaufsichtigt. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung
eine feste Leistungszusage, die bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu berücksichtigen
ist. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig
von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 in die Unternehmen
eingetreten sind, gelten neue Tarife für die Grundversorgung. Den Leistungen liegen
dort Garantiezinssätze zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung
ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können die zukünftige Leistung erhöhen. Zusätzlich können Mitarbeiter in Deutschland Beiträge zur freiwilligen Höherversicherung
PK + an die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG leisten. Vor allem werden die Beiträge
aus der tarifvertraglich geregelten Altersversorgung auf Grund der Tarifverträge über
Einmalzahlungen und Altersvorsorge und über Lebensarbeitszeit und Demografie in die
freiwillige Höherversicherung eingezahlt. Direktzusagen des WACKER-Konzerns Neben den Zusagen der Pensionskasse erhalten Mitarbeiter in Deutschland direkte Leistungszusagen
in Form einer Zusatzversorgung. Mit der Zusatzversorgung werden Gehaltsanteile oberhalb
der Beitragsbemessungsgrenze abgesichert. Bis 2004 eingetretene Mitarbeiter und deren
Hinterbliebene erhalten Rentenleistungen. Die Höhe der Rente hängt vom durchschnittlich
während der Beschäftigung bei WACKER bezogenen Gehalt ab (Karrieredurchschnittsplan).
Für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter wird jährlich ein Prozentsatz des Gehalts oberhalb
der Beitragsbemessungsgrenze bereitgestellt. Das sich hieraus ergebende Kapital wird
verzinst. Die Leistungen können als lebenslange Rente oder, für Zusagen ab 2005, alternativ
als Einmalzahlung abgerufen werden. Leistungsberechtigt sind die Mitarbeiter und ihre
Hinterbliebenen. Die Ansprüche der Mitarbeiter gehen in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen
ein. Dies gilt sowohl für bis 2004 eingetretene Mitarbeiter als auch für ab 2005 eingetretene
Mitarbeiter. Für Mitglieder des Vorstands bestehen Einzelzusagen. Weitere Informationen zur Altersversorgung
des Vorstands sind im Vergütungsbericht zu finden. Außertariflich bezahlte Mitarbeiter in Deutschland können in einen arbeitnehmerfinanzierten
Leistungsplan ("Deferred Compensation") Teile ihres Gehalts einzahlen. Dieser Plan
gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, Teile ihrer künftigen Entgeltansprüche in ein wertgleiches
Versorgungskapital umzuwandeln. Das Versorgungskapital wird in Abhängigkeit vom Abschluss
der Teilnahmevereinbarung am Leistungsplan (Zusage) mit sieben Prozent (1996 - 2001),
sechs Prozent (2002 - 2010) oder fünf Prozent (2011 -2013) verzinst. Bei den Zusagen
mit einer Verzinsung von sieben Prozent oder sechs Prozent kann der Mitarbeiter zwischen
einer Auszahlung in Rentenform oder als Kapital wählen. Bei den Zusagen mit einer
Verzinsung von fünf Prozent erfolgt die Auszahlung ausschließlich in Kapitalform.
Ab 2015 können leitende Angestellte Teile ihres Gehalts zu einem variablen Zinssatz
in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan einzahlen. Der variable Zinssatz ist
abhängig von der fünfjährigen Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen
und beträgt mindestens 2,5 Prozent und höchstens fünf Prozent. Die Auszahlung erfolgt
ausschließlich in Kapitalform. Zusagen, die bis zum 31. Dezember 2000 erteilt wurden,
werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet, Zusagen,
die ab dem 01. Januar 2001 erteilt wurden, werden mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft
bzw. mit dem erworbenen Kapital bewertet. Die Versorgungsansprüche in Deutschland sind durch den Pensionssicherungsverein a.
G. gegen Insolvenz geschützt. Die Insolvenzsicherung ist nach oben begrenzt. Gesetzliche
Mindestfinanzierungspflichten bestehen nicht. Pensionszusagen im Ausland Für die Mitarbeiter ausländischer Tochtergesellschaften bestehen unterschiedliche
Pensionszusagen nach den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Von diesen
Zusagen sind nur die Pläne in den USA für den Konzern wesentlich. In den USA bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen für Mitarbeiter der WACKER
Chemicals Corporation, Adrian. Diese Pläne wurden für Neuzusagen ab dem 31. Dezember
2003 geschlossen und werden nur noch für die Altbestände fortgeführt. Die Versorgungsleistung
besteht in einer monatlichen Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr, die sich auf Basis
des zuletzt gezahlten Durchschnittsgehaltes ermittelt. Spezielle Regelungen gibt es
bei frühzeitiger Verrentung ab dem 55. Lebensjahr abhängig von der Betriebszugehörigkeit.
Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische
Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand sowie für Austrittsentschädigungen
unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Für neue Mitarbeiter in den USA existieren
nur noch beitragsorientierte Pensionspläne. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf die in der
Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen übergeleitet werden: Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen
Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus haben die Wacker Chemie AG und die restlichen
deutschen Tochterunternehmen des WACKER Konzerns in 2020 eine Sondereinzahlung in
Höhe von 73,4 Mio. € (Vorjahr 70,7 Mio. €) an die Pensionskasse der WACKER Chemie
VVaG geleistet. Diese Zahlung ist in der Position "Beiträge Arbeitgeber" erfasst. Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen
Annahmen Die Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen
und landesspezifischen, biometrischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt.
Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die folgende
Parameter berücksichtigt haben: Versicherungsmathematische Annahmen
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland die von der Heubeck AG entwickelten
Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen den
aktuellen Stand der Lebenserwartung und der sozioökonomischen Faktoren und stellen
aktuell die beste Schätzung der Lebenserwartung dar. In den USA werden aktuelle Sterbetafeln
berücksichtigt, die regelmäßig an die neuesten Sterblichkeitserwartungen angepasst
werden. Die bei der Berechnung der Pensionsverpflichtung berücksichtigten Diskontierungssätze
und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen
Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht
auf einer Zinsstrukturkurve, die aus Renditen hochrangiger festverzinslicher und laufzeitäquivalenter
Unternehmens anleihen des jeweiligen Landes abgeleitet wurde. Er berücksichtigt die
WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme der Verpflichtungen. Sensitivitätsanalyse Bei der folgenden Sensitivitätsanalyse wird jeweils nur eine Annahme verändert, d.
h., die übrigen Annahmen bleiben gegenüber der ursprünglichen Bewertung unverändert,
sodass die Sensitivität jeder Annahme isoliert betrachtet werden kann. Daraus folgt,
dass mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen nicht berücksichtigt
werden. Die folgende Übersicht zeigt, inwieweit sich der Barwert der Pensionsverpflictungen
durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen ändern
würde. Sensitivitätsanalyse
Zusammensetzung des Planvermögens In Deutschland investiert die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG gemäß gesetzlichen
Vorschriften und den Vorschriften ihrer Satzung das relevante Planvermögen. Die Pensionskasse
investiert knapp die Hälfte des Vermögens in Aktien- und Rentenfonds. Die andere Hälfte
wird als Direktinvestition in die Anlageklassen Schuldscheindarlehen, Immobilien,
Immobiliendarlehen, Private Debt und Private Equity angelegt. Der verbleibende Teil
des Vermögens wird als Liquidität vorgehalten. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der
vom Vorstand der Pensionskasse vorgegebenen Kapitalanlagerichtlinie. Das Planvermögen der in den USA aufgelegten Pensionspläne wird überwiegend in Aktien
und Fonds gemäß den vorgegebenen Kapitalanlageregelungen angelegt. Die Zusammensetzung
des Planvermögens des Konzerns zeigt folgende Tabelle: Zusammensetzung Planvermögen
Der WACKER-Konzern nutzte zum Stichtag 31. Dezember 2020 115,0 Mio. € (Vorjahr 105,2
Mio. €) des Planvermögens für eigene Zwecke. Hierbei handelt es sich um die von der
Wacker Chemie AG genutzte Immobilie der WACKER-Hauptverwaltung in München. Risiken Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben
den üblichen versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im
Zusammenhang mit dem Planvermögen. In Deutschland werden wesentliche Teile der leistungsorientierten
Verpflichtungen in der Pensionskasse verwaltet. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten
Asset-Liability-Studie wird das aktuelle und künftige Verhältnis von Portfoliostruktur
zu den Verpflichtungen analysiert und prognostiziert. Als Resultat ermittelt sich
das langfristige Renditeerfordernis der Pensionskasse. Darauf aufbauend definiert
die Pensionskasse ein strategisches Zielportfolio. Das Renditeerfordernis, der Firmenbeitrag
der Trägerunternehmen und die strategische As-set-Allokation werden somit jährlich
überprüft und miteinander in Einklang gebracht. Grundsätzlich sind alle Kapitalanlagen Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Diese
können aus Zins-, Aktienkurs- bzw. Wechselkursverschiebungen bestehen. WACKER zielt
darauf ab, durch ein so genanntes Over-lay-Management Verluste auf ein vorgegebenes
Maß zu beschränken. Teilweise werden Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt. Die leistungsorientierten Pläne in den USA unterliegen auf Grund der Anlage des Planvermögens
in Aktien und Fonds neben den versicherungsmathematischen Risiken ebenfalls dem Marktpreisänderungsrisiko. Je nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist WACKER dazu verpflichtet,
eine Unterdeckung der Pensionspläne durch Zuführung liquider Mittel zu reduzieren. Risiken ergeben sich insbesondere durch die Lebenserwartung der Leistungsempfänger,
das Zinsgarantierisiko sowie aus Gehalts- und Rentensteigerungen. Das Zinsgarantierisiko
wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses regelmäßig beobachtet. Es stellt bei
der Ermittlung des langfristigen Zinserfordernisses und deren Erfüllbarkeit ein Schwerpunktthema
der Pensionskasse dar. Risiken aus der Zinsgarantie entfallen auch auf die Pläne zur
"Deferred Compensation". Finanzierung der Pensionspläne Im Geschäftsjahr 2020 wurden für Pläne in Deutschland 77,4 Mio. € (Vorjahr 73,8 Mio.
€) und für Pläne im Ausland 6,4 Mio. € (Vorjahr 5,8 Mio. €) an Rentenzahlungen geleistet.
Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Rentenzahlungen für Pensionen von rund
89 Mio. €. Die laufenden Beiträge des Arbeitgebers in das Planvermögen werden in 2021
rund 40 Mio. € betragen. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt
zum 31. Dezember 2020 22,6 Jahre (Vorjahr 21,9 Jahre) in Deutschland und 13,0 Jahre
(Vorjahr 13,6 Jahre) in den USA. Erwartete Fälligkeiten der Pensionszahlungen
Zusammensetzung Pensionsaufwands
15 Andere Rückstellungen
Personalrückstellungen Sie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläums- und Sterbegeldern sowie
Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss
der langfristigen Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle
erfolgt kontinuierlich. Zinseffekte erhöhten die Jubiläumsrückstellungen; Rückstellungen
für Altersteilzeitmodelle stiegen auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen, deren
Mitarbeiter noch im Unternehmen tätig sind. Restrukturierungsrückstellung WACKER hat im Rahmen seines Programmes "Zukunft gestalten" Mitarbeitern in Deutschland
im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Abfindungszahlungen angeboten. Rückstellung
für dieses Restrukturierungsprogramm werden im Wesentlichen als kurzfristig ausgewiesen,
da die Auszahlung im Jahr 2021 erfolgt. Verkaufs- / Einkaufsrückstellungen Die Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen
aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie zu zahlende Provisionen für die Vermittlung
von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Der wesentliche
Teil der Rückstellungen wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren zu Abflüssen
führen. Umweltschutzrückstellungen Die Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung
kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von
Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktions-
oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen
Umweltabgaben an staatliche Stellen. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen
werden voraussichtlich innerhalb von 25 Jahren zu Abflüssen führen. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und
ungewisser Verpflichtungen (z. B. für Schadenersatz, Erstattungsansprüche, Prozesskosten).
Sie umfassen neben Risiken im Zusammenhang mit der Grund- und Vermögensteuern auch
Risiken aus nicht in den Ertragsteuern erfassten steuerlichen Nebenleistungen. In Abhängigkeit von der jeweiligen landesspezifischen Situation wurden für die Ermittlung
der Rückstellungen Diskontierungszinssätze bis zu 0,4 Prozent verwendet. Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle und Jubiläumsrückstellungen.
Für Umweltrückstellungen wird aufgrund des Niedrigzinsumfeldes zum Stichtag ein Diskontierungszins
von nahezu Null verwendet. Andere Rückstellungen
16 Finanzierungsverbindlichkeiten
In 2020 hat WACKER die zweite Tranche seiner US-Privatplatzierung in Höhe von 130
Millionen US-Dollar planmäßig zurückgezahlt und neue Schuldscheindarlehen in Höhe
von 300 Mio. € aufgenommen. Die Schuldscheindarlehen lösen eine kurzfristige Zwischenfinanzierung
in Höhe von 250 Mio. € ab. Laufende Tilgungen bei Investitionskrediten erfolgten in
Höhe von 16 Mio. €. In 2019 wurden neue Bankdarlehen in Höhe von 200 Mio. € aufgenommen. Für die Finanzierungsverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es
gibt keine Sicherung der Finanzierungsverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche
Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich,
teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. In Einzelfällen enthalten festverzinsliche
Darlehen von WACKER ausübbare Kündigungsoptionen. Auf Grund der bei Kündigung zu zahlenden
hohen Vorfälligkeitsentschädigungen haben die Optionen derzeit rechnerisch keinen
positiven Wert und ihr Zeitwert ist zu vernachlässigen. Diese Kündigungsoptionen werden
daher aus Wesentlichkeitsgründen nicht bilanziert. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen
(Covenants) eingehalten werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Buchwerte der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten entsprechen dem Rückzahlungsbetrag.
Mit Ausnahme von sonstigen Krediten in Höhe von 7,6 Mio. € (Vorjahr 4,2 Mio. €) sind
sämtliche Kredite und Darlehen endfällig. Der folgenden Übersicht können die zukünftigen Tilgungs-und Zinszahlungen für Kreditverbindlichkeiten
und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten entnommen werden.
Daneben bestehen langfristige ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 690,0 Mio. € (Vorjahr
600,0 Mio. €), für deren Inanspruchnahme alle Bedingungen erfüllt sind. 17 Finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Die Ertragsteuerverbindlichkeiten enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern
sowie Beträge für unsichere Steuerpositionen. Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch
abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen. Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben
sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Lieferungen
von Polysilicium. Für die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt
keine Sicherung der sonstigen Verbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. 18 Eventualverbindlichkeiten, Eventualforderungen, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden
Haftungsumfang. Eventualverbindlichkeiten bestehen bei WACKER im Wesentlichen aus
eingegangenen Bürgschaften in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr 0,9 Mio. €). Eine Inanspruchnahme
aus den Bürgschaften ist unwahrscheinlich. Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 103,0 Mio. € (Vorjahr
59,4 Mio. €) und betrifft die operativen Segmente. Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 90 Mio. € (Vorjahr
90 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Joint-Venture-Gesellschaft mit DowDupont. Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen
für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige
finanzielle Verpflichtungen aus den wesentlichen Mindestabnahmeregelungen in Höhe
von 1,1 Mrd. € (Vorjahr 1,60 Mrd. €). Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen ein
und dreizehn Jahren. Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse und Zulagen der
öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten
eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung
dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt
werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich
begrenzt. WACKER ist von Zeit zu Zeit in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und
behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen
Zeitpunkt erwartet WACKER keine wesentlichen negativen Auswirkungen. 19 Sonstige Angaben Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen
sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind
hauptsächlich Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen
enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen für
die Dotierung externer Pensionsfonds und Pensionskassen werden ebenfalls in den Aufwendungen
für Altersversorgung ausgewiesen.
Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,8
Mio. €) die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 0,6 Mio. € (Vorjahr
0,7 Mio. €) auf Abschlussprüfungsleistungen und 0,2 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) auf
andere Bestätigungsleistungen. Die anderen Bestätigungsleitungen beinhalten Bestätigungen
nach § 64 EEG, § 17 EnWG, § 20 WpHG ("EMIR"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation")
und Verpackungsverordnung sowie einer Bestätigungsleistung auf den nichtfinanziellen
Konzernbericht.
20 Ergebnis je Aktie / Dividende Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr
dem unverwässerten Ergebnis. Für das Geschäftsjahr 2019 wurde eine Dividende in Höhe von 24,8 Mio. € ausgeschüttet;
dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 0,50 €. Für das
Geschäftsjahr 2019 wurden keine Einstellungen in die Gewinnrücklagen bei der Wacker
Chemie AG geleistet. Für das Geschäftsjahr 2020 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG eine Dividende in
Höhe von 2,00 € pro Aktie vorgeschlagen. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur
auf die dividendenberechtigten Aktien, d. h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung
oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG.
Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien,
die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 99.355.966,00
€ ausgeschüttet.
21 Finanzinstrumente In der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Leasingverbindlichkeiten
sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner
Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören. WACKER hat keine finanziellen Vermögenswerte
als Sicherheiten verpfändet. Der beizulegende Zeitwert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten
wird durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten
Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird der beizulegende Zeitwert für
kurzfristige Bilanzposten dem Bilanzwert gleichgesetzt. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen
31. Dezember 2020
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen, Festgelder
sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als bewertet zu fortgeführten
Anschaffungskosten ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung
werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht
dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der
Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows.
Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bestimmte
Wertpapiere (Fonds) und Beteiligungen werden zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVTPL) klassifiziert. Die Beteiligungen werden
ebenfalls zum Fair Value bewertet, wobei die Anschaffungskosten die beste Näherung
an den Fair Value darstellen, da keine an aktiven Märkten beobachtbaren Preise vorliegen. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen
Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende
Zeitwert von Finanzierungsverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig
zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen
Zinssätze. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten
bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen. Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -Verluste aus Finanzinstrumenten
dar.
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Vermögenswerte" beinhaltet im Wesentlichen Nettoverluste / -gewinne aus
der Währungsumrechnung, Zinserträge aus Finanzanlagen, Festgeldern und Bankguthaben
sowie Wertberichtigungen. Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-,
Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting
erfüllen, sind in der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
Vermögenswerte /Verbindlichkeiten" enthalten. Ebenfalls enthalten sind Ausschüttungen
aus Fonds sowie Fair Value Änderungen von Beteiligungen. Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 8,1 Mio. € (Vorjahr 10,4 Mio. €). Es handelt
sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Bankguthaben, Festgeldern und Ausleihungen. Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 21,7 Mio. € (Vorjahr
20,9 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoverluste in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten" bestehen im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten
und sonstige Finanzierungsverbindlickeiten sowie Nettoverlusten und -gewinnen aus
der Währungsumrechnung. Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten
zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu
Marktwerten oder umgekehrt statt. Aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten zu Anschaffungskosten ergaben
sich keine wesentlichen Gewinne und Verluste. Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte
und Schulden wurden gemäß IFRS 13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden
Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber,
welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind
und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von
Modellen erfolgt. Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert: Stufe 1 Mittels notierter Preise in aktiven Märkten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender
Zeitwert direkt von Preisen an aktiven liquiden Märkten abgeleitet werden kann und
bei denen das im Markt beobachtbare Finanzinstrument repräsentativ für das zu bewertende
Finanzinstrument ist. Hierzu zählen festverzinsliche Wertpapiere sowie ein Publikumsfond,
die an liquiden Märkten gehandelt werden. Stufe 2 Mittels Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten bewertete Finanzinstrumente,
deren beizulegender Zeitwert aus gleichartigen, an aktiven Märkten gehandelten Finanzinstrumenten
oder mittels Bewertungsverfahren, deren sämtliche Parameter beobachtbar sind, ermittelt
werden kann. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente, innerhalb oder außerhalb
von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten. Stufe 3 Mittels Bewertungsverfahren auf Basis nicht beobachtbarer Parameter bewertete Finanzinstrumente,
deren beizulegender Zeitwert nicht aus am Markt beobachtbaren Daten ermittelt werden
kann und die ein anderes Bewertungsverfahren benötigen. Die Finanzinstrumente dieser
Kategorie weisen eine Wertkomponente auf, die nicht beobachtbar ist und einen wesentlichen
Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert hat. Hierzu zählen außerbörsliche Derivate
sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente. Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle
Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz
bewertet werden oder zu Anschaffungskosten in der Bilanz bewertet werden und deren
beizulegender Zeitwert im Anhang genannt wird. Fair-Value-Hierarchie 2020
Fair-Value-Hierarchie 2019
WACKER überprüft regelmäßig, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level
der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. Wie im Vorjahr haben auch im Geschäftsjahr
2020 keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden. WACKER bewertete im Berichtszeitraum ausschließlich finanzielle Vermögenswerte und
Schulden zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag
vorhandenen Marktinformationen, auf Basis quotierter Preise der Kontrahenten oder
anhand geeigneter Bewertungsverfahren (Discounted Cashflow bzw. finanzmathematisch
anerkannte Verfahren wie z. B. die PAR-Methode, Black-Scholes-Formel) ermittelt. Die derivativen Finanzinstrumente und die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und unterliegen damit
einem wiederkehrenden Fair-Value-Ansatz. Der Fair Value der derivativen Finanzinstrumente wird auf Basis von Marktdaten wie
Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogenen Bewertungsverfahren berechnet. Die Ermittlungen des beizulegenden Zeitwertes enthalten das eigene bzw. das Ausfallsrisiko
des Kontrahenten mit laufzeitadäquaten, am Markt beobachtbaren CDS-Werten. Der Fair
Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lässt sich mittels
notierter Preise in aktiven Märkten ableiten. Die Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten
bilanziert. Für diese ist im Anhang jedoch verpflichtend der beizulegende Zeitwert
anzugeben. Der beizulegende Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der zukünftigen
erwarteten Cashflows. Die Anwendung der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung
der marktgerechten Zinsen führt dazu, dass der Buchwert der Ausleihungen dem beizulegenden
Zeitwert entspricht. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgt
über die Nettobarwertmethode. Bei dieser werden marktübliche Zinsen zugrunde gelegt. WACKER hat nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente in Höhe von
11,9 Mio. € (Vorjahr 11,6 Mio. €) zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 9 bewertet
und in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingruppiert. Dabei handelt es sich um kleine,
regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen.
Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- oder Marktwerte
nicht verfügbar sind. WACKER überprüft die Beteiligungsbuchwerte einmal jährlich,
um dem Risiko einer Wertänderung entgegenzuwirken. Für die zum 31. Dezember 2020 ausgewiesenen
Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht. Die von WACKER gehaltene einseitige Call-Option (Stufe 3 der Fair Value Hierarchie)
zum Erwerb von einem Prozent der Anteile am Tochterunternehmen WACKER Asahikasei Silicone
Co. Ltd., Japan wird zum Stichtag 31. Dezember 2020 zu Anschaffungskosten bilanziert.
Die Anschaffungskosten stellen hier die beste Näherung an den Fair Value der Option
dar. Hinsichtlich der Bewertungsverfahren gab es keine Veränderungen zum Vorjahr. Management von finanzwirtschaftlichen Risiken WACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken
und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements
ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen
entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer
Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte
und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen
Risiken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches
vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, Risiken zeitnah
zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand
wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken,
insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken, werden bezüglich
ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert. Kreditrisiko (Ausfallrisiko) Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der
möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe
des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht.
Zur Beschränkung des Ausfallrisikos, insbesondere bei der Anlage von Wertpapieren
und Zahlungsmitteln, werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit
Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen,
werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung
der Geschäfte erfolgen nach internen Kreditrisikogrundsätzen und unterliegen Kontrollen
unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände
und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen, Anzahlungen
und Bankbürgschaften abgesichert. Kundenratings und -kreditlimite basieren auf allgemein
verfügbaren Informationen von Ratingagenturen und internen Informationen. Sicherheiten
für Finanzinstrumente bestehen nicht. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch,
dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird
durch Wertminderungen unter Berücksichtigung von erhaltenen Anzahlungen Rechnung getragen.
Informationen zu Ausfallrisiken sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
und in den Angaben zu den Bilanzposten enthalten. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender
Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen
nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle
Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen
Finanzplanung sowie einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien
mit Finanzinstituten hoher Bonität und liquide Mittel vorgehalten. Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form
von kurzfristigen Anlagen und offenen Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe
von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen. Hinsichtlich der Fälligkeitsanalyse für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
verweisen wir auf den Abschnitt Finanzierungsverbindlichkeiten. Marktrisiken Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder
künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf
Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Währungsrisiko Die Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative
Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungs-Einnahmen und Ausgaben.
Das größte Risiko besteht gegenüber dem US-Dollar. Als US-Dollar-Einnahmen sind alle
in US-Dollar fakturierten Umsätze zu verstehen, unter US-Dollar-Ausgaben werden sämtliche
US-Dollar-Einkäufe sowie die Standortkosten in US-Dollar erfasst. Als relevante Risikovariable
für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar
Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in
US-Dollar abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem CNY und JPY
haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird
eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem € simuliert. Die Ausgangsgröße
bildet der in der Prognose verwendete Umrechnungskurs. Die Auswirkung auf das EBITDA
hätte zum 31. Dezember 2020 -39 Mio. € und zum 31. Dezember 2019 -43 Mio. € betragen.
Der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital
vor Ertragsteuern um 15,0 Mio. € (Vorjahr 18,9 Mio. €) erhöht. Das Währungs-Exposure
lag zum 31. Dezember 2020 bei 390 Mio. € (Vorjahr 435 Mio. €). Zinsrisiko Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzierungsverbindlichkeiten und zinstragenden
Anlagen. Der Vorstand legt die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden
fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate
abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument mit einem festen oder variablen
Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Marktwertsensitivität
oder einer Cashflow-Sensitivität gemessen. Finanzierungsverbindlichkeiten und Anlagen
mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen
somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Festverzinsliche Wertpapiere werden
zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeit unterliegen sie
keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting
angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen
Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen
Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das
Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.
Variabel verzinslich ergibt sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 eine Nettoanlageposition.
Wenn das Marktzinsniveau zum Stichtag 31. Dezember 2020 somit um 100 Basispunkte höher
(31. Dezember 2019: höher) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 9,0 Mio. € (Vorjahr
4,0 Mio. €) besser (besser) ausgefallen. Rohstoffpreisrisiko Generell bestehen Risiken bezüglich der ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen und
ein Ergebnisrisiko bei möglichen Erhöhungen der Rohstoffpreise. Diese Risiken werden
im Rahmen von Langfristverträgen abgedeckt. Rohstofftermingeschäfte werden nur in
geringem Umfang zur Abdeckung des Strombedarfs in Norwegen eingesetzt. Die erfolgswirksame
Erfassung erfolgt in den Herstellungskosten. Derivative Finanzinstrumente Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente
gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt
es sich im Wesentlichen um die laufende Energiebeschaffung. Die Preissicherung der
Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen, für die im Wesentlichen die own
use exemption des IFRS 9 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für
Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen
Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende
Geschäfte behandelt. In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden
Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte sowie Devisenswaps und Devisenoptionen.
Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende
Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen unterlegt sind;
zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte
Umsätze in Fremdwährung. Devisensicherungen erfolgen insbesondere für den US-Dollar
und den japanischen Yen. Bei möglichen Zinssicherungen wird auf die Fälligkeit der
Grundgeschäfte abgestellt. Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten
Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen zwei
und drei Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von drei Monaten
bis maximal 15 Monaten. Im Falle des Japanischen Yen wurden Sicherungen bis 2027 abgeschlossen.
Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn-
und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach.
Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch
konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte)
der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen
Verfahren ermittelt. Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum beizulegenden Zeitwert
angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten
bzw. sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken
aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting
durchgeführt. Siehe hierzu Ausführungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art
des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten
im Zins- bzw. übrigen Finanzergebnis. Für die strategische Sicherung wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent bezogen
auf das erwartete NettoExposure in US-Dollar angestrebt. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure
für 2021 zu rund 45 Prozent abgesichert. Die Sicherungsquote der operativen Sicherung
in US-Dollar beträgt durchschnittlich rund 50 Prozent. Die Sicherungsquote für Umsätze
im japanischen Yen bis 2027 beläuft sich auf rund 25 Prozent. Im Geschäftsjahr 2020 wurde in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen
und Aufwendungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 13,2 Mio. € (Vorjahr 4,1 Mio.
€) aus Cashflow-Hedge-Beziehungen berücksichtigt. Davon betrafen -1,9 Mio. € geschlossene Cashflow-Hedge-Beziehungen. Während des Geschäftsjahres
2020 wurden 2,6 Mio. € in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Vorjahr 14,4
Mio. €). WACKER bestimmt die Wirksamkeit der wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem
gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument basierend auf Laufzeiten, Währungen
und Nominalbeträgen, wobei die Sicherungsquote zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft
im Hedge Accounting grundsätzlich 100 Prozent beträgt. WACKER überprüft, ob die designierten
Derivate die Cashflows der Grundgeschäfte effektiv absichern mittels Verwendung der
hypothetischen Derivate-Methode. Das Kreditrisiko der Kontrahenten sowie Veränderung
des zeitlichen Eintritts der gesicherten hochwahrscheinlichen zukünftigen Transaktionen
stellen mögliche Quellen der Ineffektivität dar. Es wurden im Periodenergebnis keine
Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da die Sicherungsbeziehungen
nahezu vollständig effektiv waren und die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente
somit annähernd gegenläufig zu denen der Grundgeschäfte waren. Folgende Tabelle zeigt
die Effekte auf die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns aus der strategischen
Sicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen im Rahmen des
Hedge Accounting:
Die Währungsderivate beinhalten im Wesentlichen Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen
und Devisenswaps über 565 Mio. US-$, 4,6 Mrd. JPY , 180 Mio. CNY und 80,0 Mio. € (Vorjahr
688,0 Mio. US-$, 850 Mio. JPY, und 95,0 Mio. €). Derivate mit Marktwerten von +12,2
Mio. € werden in 2021 fällig. Bei den sonstigen Derivaten handelt es sich um auf dem norwegischen Markt gehandelte
Strom-Futures mit einem Nominalwert von 2,8 Mio. € (Vorjahr 8,5 Mio. €). Mit den Strom-Futures wird das Risiko steigender Spot-Marktpreise am Energiemarkt durch eine
strukturierte Preisfixierung auf dem Strommarkt begrenzt. Es wurden Derivate bis 2021
abgeschlossen. Der durchschnittliche Sicherungskurs liegt bei 23,3 € /MWh (Vj. 25,3
€ /MWh).
Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
und finanziellen Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz. Die Tabelle zeigt neben den
Finanzinstrumenten, die die Regelungen zur bilanziellen Saldierung nach IAS 32 erfüllen,
auch jene Finanzinstrumente, die Aufrechnungsvereinbarungen oder Globalverrechnungsverträgen
unterliegen, aber nach IAS 32 nicht saldierungsfähig sind. Finanzielle Vermögenswerte/Schulden, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegen
Im Rahmen der Abwicklung der strategischen Kurssicherung stellt WACKER Devisentermingeschäfte
vor Fälligkeit mit einem Gegengeschäft glatt. Das strategische Devisentermingeschäft
und das korrespondierende Devisentermingeschäft der Glattstellung werden gemäß den
Kriterien des IAS 32 saldiert ausgewiesen. Weiter werden Generalverrechnungsvereinbarungen
mit einigen Banken geschlossen, welche nur im Insolvenzfall gelten. Der Nettobetrag zeigt jenen Betrag an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen
Verbindlichkeiten, der trotz Saldierung und Globalverrechnungsvereinbarung bei Insolvenz
nicht erhalten werden bzw. bezahlt werden muss. 22 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode
ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen
von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen
bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit
den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt
werden. Die im betrieblichen Cashflow ausgewiesenen Zinszahlungen wurden um aktivierungspflichtige
Bauzeitzinsen gekürzt. Die Bauzeitzinsen erhöhen die Investitionen im Cashflow aus
langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €). Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel
ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in
der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten
erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung
in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapiere mit einer Laufzeit von
mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen,
da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden. Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen
gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im
Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens
Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung
werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Eine Überleitung der gesamten
Zu- und Abflüsse und sonstiger nicht zahlungswirksamer Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten
zeigt folgende Übersicht: Zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten
Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden
Finanzmittelfonds verweisen wir auf Ziffer 11 des Anhangs. 23 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung Die Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur
ausgerichtet. WACKER berichtet über vier operative Segmente (SILICONES, POLYMERS,
BIOSOLUTIONS und Polysilicon), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen
Risiko-und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Für eine
genauere Beschreibung der Produkte und Organisation der Segmente verweisen wir auf
den Lagebericht. Es erfolgt keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten. Die keinem
operativen Segment zugeordneten Aktivitäten und Ergebnisse werden als "Sonstiges"
ausgewiesen, darunter auch das at-Equity-Ergebnis der Siltronic. Auch die Währungsergebnisse
werden unter "Sonstiges" gezeigt. Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu
den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt.
Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter
"Sonstiges" ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind.
Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Auch der als strategisches Investment gehaltene
at-Equity-Beteiligungsansatz der Siltronic wird unter "Sonstiges" gezeigt. Bei den
geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend
dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem
Sitz des Kunden als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert.
Sowohl das Beteiligungsergebnis als auch der at-Equity-Ansatz der Siltronic werden
der Region Deutschland zugeordnet. WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBITDA. Das
EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen
zum EBIT. Das EBIT setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den
allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen
betrieblichen Erträgen und Aufwendungen inklusive dem Equity-Ergebnis und dem sonstigen
Beteiligungsergebnis zusammen. Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf immaterielle
Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie
auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten
getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten
abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und
Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen,
Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung
eliminiert. Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen,
Liquidität sowie laufende Steuerforderungen und aktive latente Steuern werden jedoch
grundsätzlich dem Segment "Sonstiges" zugeordnet. Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen laufende
Steuerverbindlichkeiten und passive latente Steuern, die im Segment "Sonstiges" gezeigt
werden. Die Aufteilung der Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne
Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Die Aufteilung der Pensionsrückstellungen
erfolgt gemäß den geltenden Personalschlüsseln im Konzern. Die erhaltenen Anzahlungen
werden dem jeweiligen Segment direkt zugeordnet. Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge teilen sich wie folgt auf die einzelnen
Segmente auf: Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-)
Wesentliche ergebnisneutral berücksichtigte Wertänderungen betreffen Marktwertänderungen
derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) sowie Wertänderungen aus der Neubewertung
von leistungsorientierten Pensionsplänen. Die Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging entfallen
in Höhe von -1,5 Mio. € (Vorjahr -3,6 Mio. €) auf das Segment SILICONES und in Höhe
von 8,1 Mio. € (Vorjahr 3,7 Mio. €) auf Sonstiges. In Höhe von 2,7 Mio. € (Vorjahr
2,7 Mio. €) ergibt sich eine Veränderung aus derivativen Finanzinstrumenten der Siltronic
Beteiligung, die ebenfalls im "Sonstigen" ausgewiesen werden. Die Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen
verteilen sich wie folgt auf die Segmente: Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen
Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus
Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den
Sitz der verkaufenden Einheit in den USA, auf 631,1 Mio. € (Vorjahr 686,4 Mio. €)
und bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in China auf 513,2 Mio. € (Vorjahr
537,8 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze
in Höhe von 638,6 Mio. € (Vorjahr 701,6 Mio. €) bzw. 956,1 Mio. € (Vorjahr 954,6 Mio.
€) erzielt werden. Großkunden, mit denen angabepflichtige Umsätze getätigt werden,
existieren nicht. Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus
der folgenden Aufstellung: Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)
24 Aufstellung des Anteilsbesitzes Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen
Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse.
Kennzeichen:
25 Beziehungen zu nahestehenden Personen Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen
oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes
Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung
liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an
der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen
die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns
zu steuern. Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug
auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des
Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte
mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen
besteht. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie
AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile
an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker
Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile
an der Wacker Chemie AG hält. Der WACKER-Konzern wird durch die Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker
Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile
an der Wacker Chemie AG. Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander
Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker
Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen
nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten
von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen
zu marktüblichen Konditionen. Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands
oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements
in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien
diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt
auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der
nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen
im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der
Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung
sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse
der Wacker Chemie VVaG. Zum 31. Dezember 2020 ergaben sich Leasingverpflichtungen
in Höhe von 13,3 Mio. € (Vorjahr 48,1 Mio €). Der Zinsaufwand betrug in 2020 0,5 Mio.
€ (Vorjahr 0,6 Mio €). Weiter bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 2,6 Mio. € (31.12.2019:
2,7 Mio. €) im Wesentlichen im Zusammenhang mit noch ausstehenden Beitragszahlungen. Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht. Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und
nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt,
wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts-
und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen / Personen
Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es
sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen,
Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen
haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und
Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen. Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von
39,5 Mio. € die als kurzfristige Finanzforderung ausgewiesen wird (Vorjahr 91,1 Mio.
€, davon 50,8 Mio. € kurzfristig). Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats:Vergütungen für Organe
Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten.
Der Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und beinhaltet Angaben, die nach dem
deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind. Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb
und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden.
Die Veröffentlichung dieser Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister
als auch auf der Website der Wacker Chemie AG. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind in dem
Kapitel "Weitere Informationen" aufgeführt. 26 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber
der Siltronic AG am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic
Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung
sieht eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers
Co. Ltd. vor. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als
50 prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic Aktionäre.
Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. Die rechtliche Unternehmensstruktur von WACKER wie auch die Organisationsstruktur
blieben weitgehend unverändert. München, den 04. März 2021 Wacker Chemie AG
Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur Prüfung Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER
wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London
veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER
hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und
des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der
Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet.
Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll- und Steuerungssysteme werden
kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und
den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER,
der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden
vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 23. Februar 2021 ausführlich
behandelt. Über die Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht. Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. MÜNCHEN, DEN 04. MÄRZ 2021 Wacker Chemie AG
Wiedergabe des Bestätigungsvermerks Als Ergebnis unserer Prüfung haben wir den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
erteilt. Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers An die Wacker Chemie AG, München Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsPrüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG und ihrer Tochtergesellschaften
(der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gewinn- und Verlust-rechnung,
der Gesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Eigenkapitals und der Kapitalflussrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang,
einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungs-methoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München,
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die im Abschnitt
"Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten
Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht
inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen
gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014;
im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.
Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung
des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von
den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie
den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Darüber hinaus erklären wir gemä1, Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir
keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend
und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss
und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei
der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen aufgrund des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" Zur Darstellung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" verweisen wir auf den
Abschnitt "Restrukturierungsrückstellung" im Konzernabschluss sowie die Abschnitte
"Ziele und Strategien" und "Mitarbeiter" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den
angewandten Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung
im Konzernanhang, Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze". Das Risiko für den Abschluss Der Konzern hat in einer Konzernbetriebsvereinbarung freiwillige Maßnahmen, wie Verrentung,
Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge beschlossen. Zum Stichtag wurden Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von EUR 48,0 Mio zur
Umsetzung des geplanten Stellenabbaus im Rahmen des temporären Freiwilligenprogramms
"Zukunft gestalten" gebildet und entsprechend im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.
Das Restrukturierungsprogramm enthält Maßnahmen, die Leistungen aus dem laufenden
Beschäftigungsverhältnis sind, aber auch Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses. Die Unterscheidung zwischen den einzelnen Maßnahmen im Sinne des IAS 19 hat eine
erhebliche Auswirkung auf die Aufwandserfassung im Geschäftsjahr und kann aufgrund
der verschiedenen Gestaltungsformen komplex sein. In den Fällen, in denen Leistungen an Arbeitnehmer zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses
zugesagt werden und bis zur tatsächlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch
einige Zeit verstreicht, ist zu beurteilen, ob eine Leistung aus Anlass der Beendigung
des Arbeitsverhältnisses oder eine Leistung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
vorliegt. Bei Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist die
Entstehung einer Verpflichtung durch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses begründet
und ist unabhängig davon, ob künftig eine Arbeitsleistung erbracht wird. Ein Unternehmen
hat derartige Leistungen sofort als Schuld und Aufwand anzusetzen, wenn es das Angebot
nicht mehr zurückziehen kann oder wenn es die Kosten für eine Restrukturierung, welche
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses beinhaltet, ansetzt.
Bei Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist der Aufwand über die Dienstzeit
verteilt. Der Ansatz und die Bewertung der Restrukturierungsrückstellungen sind komplex und
hängen von der Ausgestaltung der Konzernbetriebsvereinbarung, der Abfindungsbeträge
sowie der Freistellung von Mitarbeitern ab. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Leistungen
an Arbeitnehmer nicht in angemessener Höhe im Konzernabschluss erfasst und bewertet
wurden. Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting und der
Personalabteilung sowie durch Würdigung der Konzernbetriebsvereinbarung und der darauf
basierenden Aufhebungsvereinbarungen ein Verständnis über die Maßnahmen im Rahmen
des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" sowie den Prozess der Ermittlung der Rückstellungsbeträge
verschafft. Wir haben die bilanziellen Implikationen auf Basis der verschiedenen Maßnahmen kritisch
hinterfragt. Dabei haben wir insbesondere die Unterscheidung zwischen Leistungen nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses im Sinne des IAS 19 kritisch gewürdigt. Wir haben anhand einer risikoorientierten Auswahl an Einzelverpflichtungen die zugrundeliegenden
Daten, die zur Bewertung der Verpflichtung notwendig waren, mit den vertraglichen
Grundlagen und Personalakten abgestimmt und die Berechnung nachvollzogen. Dies beinhaltet
auch die Prüfung der Übereinstimmung der Berechnungsmethodik mit der Konzernbetriebsvereinbarung. Unsere Schlussfolgerungen Die Klassifizierung der im Geschäftsjahr angebotenen freiwilligen Maßnahmen im Rahmen
des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" und der darauf basierende Ansatz und die
Bewertung von Verpflichtungen ist im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungsgrundsätzen. Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON Zur Darstellung des Segments WACKER POLYSILICON im Geschäftsjahr verweisen wir auf
den Abschnitt "Segmentdaten nach Bereichen" im Konzernabschluss sowie den Abschnitt
"Segmentberichterstattung" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Konzernanhang, Abschnitt
"Bilanzierungs-und Bewertungsgrundsätze". Das Risiko für den Abschluss Der Buchwert des Vermögens im Segment WACKER POLYSILICON beträgt zum Stichtag EUR
1,0 Mrd. Im Vorjahr wurde eine Wertminderung in Höhe von EUR 760 Mio für das Sachanlagevermögen
des Segments erfasst. Neben der laufenden Abschreibung erfolgten im Geschäftsjahr
2020 weder weitere Wertminderungen noch Zuschreibungen. Der für das Segment bedeutende
Markt der Photovoltaik zeichnet sich durch eine hohe Volatilität und Wettbewerbsintensität
aus. Dadurch war in der Vergangenheit die Geschäftsentwicklung im Segment WACKER POLYSILICON
durch starke Preisschwankungen geprägt. Nach einem Rückgang im Jahr 2019 hat sich
der Marktpreis für Polysilicium im Geschäftsjahr 2020 entsprechend der Erwartungen
des Vorjahres stabilisiert. Der Umsatz im Segment WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr
2020 aufgrund von höheren Absatzmengen sowie einem besseren Produktmix leicht erhöht.
Dennoch ist auch in Zukunft von einer hohen Volatilität des Marktpreises auszugehen.
Dem Segment sind Produktionsanlagen aus Burghausen, Nünchritz und Charleston zugeordnet,
die eine zahlungsmittelgenerierende Einheit bilden. Werthaltigkeitstests sind für Sachanlagen durchzuführen, wenn Indikatoren auf eine
mögliche Wertminderung hinweisen. Des Weiteren hat ein Unternehmen an jedem Berichtsstichtag
zu prüfen, ob ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein Wertminderungsaufwand, der für einen
Vermögenswert in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich
vermindert haben könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt bzw. wegfällt, ist
der erzielbare Betrag des Vermögens der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu schätzen,
der dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert
entspricht. WACKER hat in seiner Ermittlung den Nutzungswert zugrunde gelegt. Die operative Planung und somit die Einschätzung, ob das Sachanlagevermögen des Segments
WACKER POLYSILICON werthaltig ist, ist ermessensbehaftet und erfordert Annahmen über
den Abzinsungssatz sowie zahlreiche zukunftsorientierte Schätzungen - z. B. hinsichtlich
der zukünftig nachgefragten Menge auf Basis des erwarteten Zubaus von Photovoltaikanlagen
sowie der Entwicklung des Halbleiter-Marktes, welches die wesentlichen Absatzmärkte
von Polysilicium sind, der Preisentwicklung, des weltweiten Ausbaus von Produktionskapazitäten
für Polysilicium und der damit zu erwartenden Zahlungsmittelzu- und -abflüsse. Vor
diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass das zum Abschlussstichtag
ausgewiesene Sachanlagevermögen des Segmentes WACKER POLYSILICON nicht in angemessener
Höhe erfasst wurde. Unser Vorgehen in der Prüfung Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting ein Verständnis
über den Prozess der Gesellschaft zur Identifizierung von Anhaltspunkten auf Wertminderung
und Wertaufholungen sowie Ermittlung der erzielbaren Beträge verschafft. Die von der
Gesellschaft identifizierten Anhaltspunkte auf Wertveränderungen haben wir analysiert
und anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt. Wir haben
den von der Gesellschaft erstellten Wertminderungstest für das Segment WACKER POLYSILICON
erhalten. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand, Vertretern des Segments WACKER
POLYSILICON sowie der Abteilung Corporate Accounting haben wir uns die darin verwendeten
Bewertungsannahmen und -parameter erläutern lassen und ein Verständnis über den Planungsprozess
erlangt. Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Bewertungsannahmen
und -parameter sowie die rechnerische Richtigkeit und die IFRS-Konformität des Bewertungsmodells
der Gesellschaft gewürdigt. Des Weiteren haben wir die Angemessenheit der den erwarteten
Zahlungsmittelzu- und -abflüssen zugrundeliegenden Annahmen und Parameter durch Abgleich
mit der durch den Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung und durch einen Abgleich
mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Letztere basieren
insbesondere auf langfristigen externen Prognosen hinsichtlich der Installationsmenge
im Bereich der Photovoltaik sowie der Entwicklung des Halbleiter-Marktes. Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden
sowie aktuellen Zwischenergebnissen analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit
Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus die Auswirkungen möglicher Veränderungen
des Abzinsungssatzes und des erwarteten EBITDA auf den erzielbaren Betrag untersucht,
indem wir alternative Szenarien des Mandanten nachgerechnet und mit den Bewertungsergebnissen
der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse). UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN Die von der Gesellschaft zur Beurteilung der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens
des Segments WACKER POLYSILICON verwendeten Annahmen und Parameter und die Schlussfolgerungen
aus dem darauf basierenden Wertminderungstest sind sachgerecht. Sonstige Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses,
der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs.
1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen
entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich
für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung
eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten
oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür
verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber
hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht
die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs
oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten
Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich
für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben,
um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den
anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende
geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu
können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss
als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen
Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit
dem Konzern-abschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang
steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken
der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten
Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür,
dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets
aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und
zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische
Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung.
Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten
Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, ein-schließlich
etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass
wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit
ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen
Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen
erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses
für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders
wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk,
es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe
des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB Wir haben gemäß, § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt,
ob die in der Datei , "WACKER_Konzern.zip"(SHA256-Hashwert: dfe36d1 f33f0825a718f2303182695fbe6b7f46d5
a24ec366155decca02687a1) die im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten abrufbar
ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses
und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet)
den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format")
in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen
Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen
des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und
daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben
genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der Datei, die im geschützten Mandanten
Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung
erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische
Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk
über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen
Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir
keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie
zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Wir haben unsere Prüfung der in der Datei, die im geschützten Mandanten Portal für
den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des
zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung
des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten
elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB
(IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend
beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem
des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der
Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung
der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und
des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB
und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz
4 Nr. 2 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen
zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -
Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat
sind. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung
der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften
Konzernabschluss und geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie weiteren offenzulegenden
Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen
als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen
frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die
Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 04. August 2020 als Konzernabschlussprüfer
gewählt. Wir wurden am 26. Dezember 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen
seit dem Geschäftsjahr 2006 als Konzernabschlussprüfer der Wacker Chemie AG, München,
tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile
mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht)
in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die nicht einzeln im Konzernabschluss oder im Bericht
über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns angegeben wurden, zusätzlich zur Konzernabschlussprüfung
für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht: Wir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG geprüft. Prüfungsintegriert erfolgten
prüferische Durchsichten von Zwischenabschlüssen der Konzernunternehmen. Ferner wurden
andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Prüfungen nach
dem EEG, EMIR-Prüfungen nach § 20 WpHG, die Bescheinigung der Strompreiskompensation
und die betriebswirtschaftliche Prüfung des nichtfinanziellen Berichts. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen. München, den 04. März 2021 KPMG AG
Aufsichtsrat
Dr. Peter-Alexander Wacker ¹,²,³ Bad Wiessee Vorsitzender des Aufsichtsrats Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums
Manfred Köppl *,¹,²,³ Kirchdorf
Peter Áldozó*
Burghausen Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG
Prof. Dr. Andreas Biagosch Mitglied des Board of Directors Mitglied des Aufsichtsrats Vorsitzender des Beirats Mitglied des Beirats
Dr. Gregor Biebl
Matthias Biebl
Markus Hautmann Schwandorf Mitglied des Aufsichtsrats SMP Deutschland GmbH Siltronic AG (seit 01. Januar 2021)
Ingrid Heindl*
Konrad Kammergruber* Burghause
Jörg Kammermann* Burghausen Mitglied des Aufsichtsrats
Eduard-Harald Klein*,¹
Neuötting Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG
Franz-Josef Kortüm¹,²,³ Vorsitzender des Beirats Mitglied des Board of Directors
Barbara Kraller*
Taching Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Vorstand
Beate Rohrig* Mitglied des Aufsichtsrats
Dr. Birgit Schwab* Burghausen Mitglied des Aufsichtsrats Burghauser Wohnbau GmbH (seit 01. Mai 2020)
Ann-Sophie Wacker
Dr. Susanne Weiss Vorsitzende des Aufsichtsrats Mitglied des Aufsichtsrats Vorsitzende des Beirats
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker
München Professor emeritus für Biochemie an der LMU München
Dr. Rudolf Staudigl WACKER POLYSILICON Vorsitzender des Aufsichtsrats Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Mitglied des Aufsichtsrats
Dr. Christian Hartel
WACKER POLYMERS Region Asien
Dr. Tobias Ohler
Bilanzierung und Steuern Vorsitzender des Aufsichtsrats Mitglied des Aufsichtsrats
Auguste Willems
WACKER SILICONES Sales and Distribution Werkleitungen Corporate Security Umwelt /Gesundheit /Sicherheit Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten
*
Arbeitnehmervertreter; für die Aufsichtsratsvergütung gelten die Abführungsregularien
des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker
und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA). Erklärung zur Unternehmensführung Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste
Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer
Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung
- zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Grundsatz 22 des Deutschen Corporate
Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 ("Kodex") über die Corporate
Governance sowie gemäß §§ 289f, 315d HGB über die Unternehmensführung. Entsprechenserklärung 2020 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2020 intensiv mit der
Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex auseinandergesetzt.
Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2020 die nachfolgende Entsprechenserklärung
beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde auf der Internetseite der Gesellschaft
öffentlich zugänglich gemacht und ist dort - zusammen mit weiteren, nicht mehr aktuellen
Entsprechenserklärungen - für mindestens fünf Jahre abrufbar. 1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG Im Dezember 2019 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte
Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither
den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom
07. Februar 2017 mit den nachfolgend unter 2. a), e), f), g), i), j), k) und l) aufgeführten
Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019
weiter mit den nachfolgend unter 2. a), b), c), d), e), f), g) und h) aufgeführten
Ausnahmen entsprechen. 2. Ausnahmena) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Abs. 2 bzw. Empfehlung C.1) Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG
gehört diesem in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur
eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen
an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene
Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüberhinausgehende Festlegung
eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat
begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder
des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen
wird die Empfehlung nicht befolgt. b) Vorstandsmitglied soll nicht zugleich Aufsichtsratsvorsitzender einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft sein (Empfehlung C.5) Unser Vorstandsmitglied Dr. Tobias Ohler ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic
AG. Die Siltronic AG war bis zu ihrer Entkonsolidierung im März 2017 eine Konzerntochter
und ein Geschäftsbereich der Wacker Chemie AG, für den Herr Dr. Ohler als Ressortvorstand
verantwortlich war. Die aus dieser Funktion resultierende Arbeitsbelastung war mindestens
so hoch wie nun die Belastung aus der Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender. Wir
sehen daher keinen Anlass anzunehmen, dass Herr Dr. Ohler für eines seiner beiden
Mandate zu wenig Zeit aufbringen kann. Wir halten es deshalb nicht für sinnvoll, dass
Herr Dr. Ohler sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG vorzeitig
niederlegt, zumal es angebracht erscheint, dass der größte Aktionär der Siltronic
AG auch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats stellt. c) Unabhängigkeit von mehr als der Hälfte der Anteilseignervertreter von Gesellschaft und Vorstand (Empfehlung C.7) Nach der neuen Definition von "Unabhängigkeit" im Kodex gelten solche Aufsichtsratsmitglieder,
die dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehören, nicht mehr als unabhängig
von der Gesellschaft und vom Vorstand. Dieses Kriterium der "zu langen" Zugehörigkeit
erfüllen im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter
- wobei eine Anteilseignervertreterin das Kriterium nur zugerechnet darüber erfüllt,
dass sie eine nahe Familienangehörige eines anderen Mitglieds ist, das bereits seit
mehr als zwölf Jahren im Aufsichtsrat vertreten ist, obwohl sie selbst dem Aufsichtsrat
erst seit kurzem angehört. Wir halten die grundsätzliche Festlegung dieser Empfehlung
für verfehlt. Aus unserer Sicht führt eine lange Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat gerade
nicht zwangsläufig zu einem wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt
- auf den es für die Beurteilung der Unabhängigkeit nach wie vor ankommen sollte.
Erst recht nicht, wenn die lange Zugehörigkeit lediglich über ein Verwandtschaftsverhältnis
"zugerechnet" wird. Wir halten es im Gegenteil für sehr wünschenswert, dass uns unsere
Aufsichtsratsmitglieder über einen langen Zeitraum begleiten. Es fördert das unbedingt
erforderliche tiefe Verständnis des Unternehmens, seines Geschäfts und des Wettbewerbsumfelds
sowie der Chancen und Risiken und trägt zu einer auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit
ausgerichteten Beratung und Kontrolle bei. Wir halten es auch nicht für sinnvoll,
nun einige der Anteilseignervertreter um Niederlegung ihres Mandats zu bitten, um
die Kodex-Empfehlung zu befolgen. Aus diesem Grund weichen wir von dieser Empfehlung
ab. Die übrigen Kriterien fehlender Unabhängigkeit von Gesellschaft und Vorstand treffen
auf keinen der Anteilseignervertreter zu. d) Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden, des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie des Vorsitzenden des Präsidialausschusses (Empfehlungen C.10 und D.4) Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der zugleich Vorsitzender des Präsidialausschusses
ist, gehört dem Aufsichtsrat bereits länger als zwölf Jahre an und gilt aus diesem
Grund gemäß der Kodex-Empfehlungen als nicht unabhängig von Gesellschaft und Vorstand.
Dasselbe gilt für den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, der dem Aufsichtsrat ebenfalls
bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Insofern ist eine Abweichung von den
Empfehlungen c.10 und d.4 zu erklären. Wir sehen bei beiden Mitgliedern des Aufsichtsrats
keinerlei Hinweise auf drohende wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte
und halten daher die Vermutung der fehlenden Unabhängigkeit aufgrund der langen Zugehörigkeit
zum Aufsichtsrat in beiden konkreten Fällen für unschädlich. Vielmehr profitieren
das Gremium sowie die beiden Ausschüsse von der langjährigen Erfahrung ihrer Vorsitzenden.
Einen Wechsel der Vorsitzenden halten wir nach Abwägung aller Umstände deshalb nicht
für geboten. Der Vollständigkeit halber weisen wir darauf hin, dass der Vorsitzende
des Prüfungsausschusses alle anderen gesetzlichen und vom Kodex empfohlenen Anforderungen
erfüllt und zudem unabhängig vom kontrollierenden Aktionär ist. e) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.1 Abs. 5 bzw. Empfehlung C.14) Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe
der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Zu den Kandidatenvorschlägen
machen wir die gesetzlich geforderten Angaben. Auch der Geschäftsbericht enthält wesentliche
Angaben zu den Aufsichtsratsmitgliedern. Die Angaben genügen aus unserer Sicht. Wir
können den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht
unserer Aufsichtsratsmitglieder, daher nicht erkennen. f) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Ziffer 5.4.3 bzw. Empfehlung C.15) Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds
bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird
von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten
werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse
wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung
lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist. g) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Ziffer 5.3.3 bzw. Empfehlung D.5) Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit
Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge
an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von
uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses
bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den
Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär
abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur
Effizienzsteigerung liefern würde. h) Festlegung der Leistungskriterien für die variable Vergütung für das bevorstehende Geschäftsjahr (Empfehlung G.7) Wir halten es für sinnvoll, die variable Vergütung für das kommende Geschäftsjahr
in derselben Aufsichtsratssitzung festzulegen, in der über die variable Vergütung
für das vergangene Geschäftsjahr entschieden wird. Dies erfolgt naturgemäß in der
März-Sitzung des Aufsichtsrats. In diesem Zusammenhang werden auch die Leistungskriterien
für die variable Vergütung festgelegt. Diese Vorgehensweise hat sich in der Vergangenheit
bewährt und wir halten es nicht für effizient, die Entscheidung über die Leistungskriterien
und die Entscheidung über Ziel- und Maximalvergütung in zwei unterschiedlichen Sitzungen
zu behandeln. Aus diesem Grund wird die Empfehlung, dass die Leistungskriterien für
alle variablen Vergütungsbestandteile für das bevorstehende Geschäftsjahr festgelegt
werden sollen, nicht befolgt. i) Selbstbehalt bei d & o-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 3.8 Abs. 2) Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit
einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet
der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung
des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus
sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das
operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden
für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich
zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen,
halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder
des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll. j) Zukunftsbezogenheit der Bemessungsgrundlage für die variable Vorstandsvergütung (Ziffer 4.2.3 Abs. 2) Die Empfehlung, die inzwischen nicht mehr im Kodex enthalten ist, wurde in der Vergangenheit
nicht befolgt. Nach dem bisher geltenden Vergütungssystem berechneten sich die variablen
Bestandteile der Vorstandvergütung auf Basis einer dreijährigen, und damit mehrjährigen,
Bemessungsgrundlage. 15 Prozent der variablen Vergütung wurden außerdem in Aktien
ausgezahlt, die einer zweijährigen Haltefrist unterlagen. Auch wenn die Bemessungsgrundlage
damit nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen war, hielten wir unser Konzept der variablen
Vergütung für ausgewogen und geeignet, die richtigen Anreize für eine nachhaltige
Unternehmenspolitik zu setzen. Das Vergütungssystem stellte sicher, dass die Mitglieder
des Vorstands über einen längeren Zeitraum an positiven und negativen Entwicklungen
der Gesellschaft teilnahmen - einerseits über die Aktienkomponente und andererseits
über die Durchschnittsbetrachtung eines Zeitraums von drei Jahren. k) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1 Abs. 2) Nach dieser früheren Empfehlung sollte der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung
eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche
allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern
wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats
für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung
des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung
vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs
einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter
im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen. l) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre (Ziffer 5.4.3) Nach dieser früheren Empfehlung sollten die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz
den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht
gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner
Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den
Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist
auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz
nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wurde die Empfehlung
nicht befolgt. Berichterstattung zur Corporate GovernanceAktionäre und HauptversammlungAktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter,
Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit, gleichberechtigt und
zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig
in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf
unserer Webseite veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt
zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung
informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung.
Regelmäßig nehmen wir an Konferenzen und Roadshows teil und suchen aktiv den Kontakt
zu institutionellen Anlegern. Im vergangenen Geschäftsjahr fanden nahezu alle diese
Veranstaltungen virtuell statt. Daneben finden regelmäßig Kapitalmarkttage statt,
2020 haben wir zwei solcher Veranstaltungen virtuell durchgeführt. Wichtige Präsentationen
können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen
in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte
und den Nachhaltigkeitsbericht sowie die Satzung der Wacker Chemie AG und die Geschäftsordnung
für den Aufsichtsrat. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die
Medienbibliothek und das Podcast Center. Hauptversammlung Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend
über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten
die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäftsbericht.
In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und
die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen
Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den
Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie den Nichtfinanziellen
Bericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auf der Webseite
zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und
die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu
einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert
seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung.
Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter
zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind. Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Die Wacker Chemie AG hat, wie im deutschen Aktiengesetz vorgeschrieben, ein duales
Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat,
der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden
Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng
voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens
sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen. Gemeinsames Ziel
ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet
dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig, zeitnah und
umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung,
der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance.
Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand,
insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands und berät sich mit ihm über die vorstehenden
Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs
von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür. Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte
Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören
unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und
Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die
Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die
Aufnahme großer langfristiger Kredite. Vorstand Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker
Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen
sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen
Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung
des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen
Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und
Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen
Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.
Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener
Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht
gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu. Besetzung des Vorstands Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam
mit dem Vorstand kontinuierlich für eine nachhaltige und langfristige Nachfolgeplanung
im Vorstand, um eine dauerhafte, kompetente Führung sicherzustellen und auf kurzfristige
Ausfälle oder Abgänge angemessen reagieren zu können. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats,
der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet, berät regelmäßig über
die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, wobei er im Austausch mit den
Vorstandsmitgliedern die Führungskräfteplanung des Unternehmens berücksichtigt. Es
werden außerdem die Anforderungen des Aktiengesetzes und des Kodex sowie die Aspekte
des vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des
Vorstands beachtet. Der Präsidialausschuss erstellt unter Berücksichtigung dieser
Kriterien, der unternehmerischen Bedürfnisse sowie der konkreten Qualifikationsanforderungen
ein Anforderungsprofil. Auf dieser Basis erörtert und benennt der Präsidialausschuss
für jeden Vorstandsposten eine Reihe von potenziellen Nachfolgern. Bei der Identifikation
und Nominierung solcher Kandidaten wirkt der Vorstand mit. Um eine angemessene Nachfolgeplanung
zu ermöglichen, greifen Aufsichtsrat und Vorstand auch auf die Ergebnisse der Evaluierung
der weiteren Führungsebenen im Unternehmen zurück, um fortlaufend geeignete Personen
zu identifizieren. Ist eine Stelle neu zu besetzen, erstellt der Präsidialausschuss
so frühzeitig wie möglich eine engere Auswahl von verfügbaren Kandidaten, führt mit
diesen Gespräche und unterbreitet dem Aufsichtsrat anschließend einen begründeten
Vorschlag sowie eine Empfehlung zur Beschlussfassung. Maßgeblich ist dabei stets das
Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls. Je nach
Situation werden Personalberater in diese Arbeit einbezogen, um die persönliche Sicht
der Aufsichtsratsmitglieder zu validieren und um ein vollständiges Bild des in Frage
kommenden Kandidatenpools zu erlangen. Diversitätskonzept für den Vorstand Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder
insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns
erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Wir sind überzeugt,
dass nur ein divers zusammengesetztes Gremium dieser Aufgabe gerecht werden kann.
Es kommt entscheidend auf eine ausgewogene Zusammensetzung an, die dem Querschnitt
der Aufgabenstellungen Rechnung trägt. Für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat auf dieser
Basis im Wesentlichen die folgenden Diversitäts-Aspekte:
Ziel des beschriebenen Diversitätskonzepts ist die optimale Zusammensetzung des Vorstands,
um eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. Die diverse
Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Gremium alle relevanten Themen mit angemessenem
Sachverstand beurteilen, alle wesentlichen Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln
berücksichtigen und die richtigen Schwerpunkte setzen kann. Die Regelaltersgrenze
für Vorstandsmitglieder sorgt dafür, dass das Unternehmen einerseits von der langjährigen
Berufs- und Lebenserfahrung einzelner Vorstandsmitglieder profitieren kann. Andererseits
wird so für das Nachrücken jüngerer Mitglieder und neue Impulse gesorgt. Das Diversitätskonzept für den Vorstand wird bei der Besetzung der Vorstandsposten
berücksichtigt. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands entspricht dem vom Aufsichtsrat beschlossenen
Diversitätskonzept. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen,
die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden
Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat
zustimmen. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz
(MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der
Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung,
die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt;
die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre. Zugehörigkeitsdauer der Aufsichtsratsmitglieder
*
bis 30. September 2020 Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrats Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich
qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig
im Aufsichtsrat berichtet. Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor,
insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung
des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System
der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der
Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr
2020 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem
sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm. Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung
des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck
obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten
Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Er unterzieht zudem den zusammengefassten
gesonderten Nichtfinanziellen Bericht (§§ 289b, 315b HGB) einer Vorprüfung. Darüber
hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen.
Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen
dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der
Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer
und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere
die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten
Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
und der Wirksamkeit der internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems
und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr
2020 Herr Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und
Herr Manfred Köppl. Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss (vgl. § 27 Abs. 3
MitbestG), der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der
Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die
erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht
wird. Im Geschäftsjahr 2020 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender
sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an. Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen,
die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung C.1 des Kodex folgend
hat der Aufsichtsrat von WACKER unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich
eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat beschlossen: Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die
zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten
und fachlichen Erfahrungen verfügen. (I) Ziele für die Zusammensetzung1. Internationale Expertise Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat
eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler
Erfahrung angehören. 2. Vermeidung von / Umgang mit Interessenkonflikten Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen
zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern.
Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen
und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen
Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. 3. Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren
für Aufsichtsratsmitglieder vor. 4. Vielfalt (Diversity) Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity)
die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe
und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs.
2 Aktiengesetz hat sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu
mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen. (II) Kompetenzprofil Bei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung,
branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an.
Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem
inhaltlichem Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt
über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit
des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und
qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:
Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil
bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung
des Aufsichtsrats entspricht den beschlossenen Zielen und dem Kompetenzprofil. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat Das vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung verfolgte Diversitätskonzept spiegelt
sich in den vom Aufsichtsrat beschlossenen Zielen für seine Zusammensetzung sowie
im Kompetenzprofil wider. Danach werden bei der Besetzung von Aufsichtsratspositionen die Diversitätskriterien
internationale und interkulturelle Erfahrung, ausgewogene Altersstruktur sowie unterschiedliche
berufliche Erfahrungen, Fachkenntnisse und Bildungshintergründe berücksichtigt. Außerdem
sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren
für Aufsichtsratsmitglieder vor. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben hat sich der
Aufsichtsrat außerdem zu mindestens 30 Prozent aus Frauen bzw. Männern sowie zu gleichen
Teilen aus Anteilseignerund Arbeitnehmervertretern zusammenzusetzen. Ziel des Diversitätskonzepts ist es, eine effektive Kontrolle und Beratung des Vorstands
durch den Aufsichtsrat als Gesamtgremium zu gewährleisten. Ein nach den beschriebenen
Kriterien divers besetzter Aufsichtsrat ist besser in der Lage, die Themen aus unterschiedlichen
Blickwinkeln zu beurteilen und die Geschäftsführung, Entscheidungen und Strategie
des Vorstands konstruktiv und umfassend zu hinterfragen. Die Altersgrenze ermöglicht
es, dass Mitglieder ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zum Wohle des Unternehmens
einbringen können. Gleichwohl ist sichergestellt, dass immer wieder jüngere Mitglieder
nachrücken können. Bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung - zuletzt bei den Aufsichtsratswahlen
durch die Hauptversammlung 2018 - berücksichtigt der Aufsichtsrat das beschriebene
Diversitätskonzept. Zudem führt der Aufsichtsrat im Rahmen der regelmäßig durchgeführten
Effizienzprüfung eine Selbstevaluierung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung
und Diversität umfasst. Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die Ziele für seine
Zusammensetzung und entspricht dem Kompetenzprofil Diversitätskonzept. Nach dem Ausscheiden
von Herrn Konrad Kammergruber aus dem Aufsichtsrat und dem sich anschließenden Nachrücken
der Ersatzkandidatin Frau Dr. Birgit Schwab im Oktober 2020 sind aktuell sechs Frauen
im Aufsichtsrat vertreten, zwei auf Anteilseigner- und vier auf Arbeitnehmerseite,
wodurch die gesetzlichen Anforderungen übererfüllt werden. Unabhängigkeit Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehört dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite
eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Mit der
Neufassung des Kodex vom 16. Dezember 2019 wurden die Kriterien für die Beurteilung
der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern konkretisiert. Demnach gelten Aufsichtsratsmitglieder,
die dem Aufsichtsrat länger als zwölf Jahre angehören, als nicht mehr unabhängig von
Vorstand und Gesellschaft. Nach dieser Definition erfüllen zwei Anteilseignervertreter
das Kriterium der Unabhängigkeit von Vorstand und Gesellschaft: Prof. Dr. Andreas
Biagosch und Dr. Gregor Biebl. Wir halten darüber hinaus Frau Ann-Sophie Wacker für unabhängig von Vorstand und
Gesellschaft. Zwar wird gemäß der Kodex-Definition vermutet, dass auch sie nicht unabhängig
ist, weil ein naher Familienangehöriger von ihr (Dr. Peter-Alexander Wacker) dem Aufsichtsrat
bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Die Anteilseignerseite des Aufsichtsrats
ist in ihrer Einschätzung unter pflichtgemäßer Würdigung aller Umstände jedoch zu
dem Ergebnis gelangt, dass dadurch keine fehlende Unabhängigkeit von Frau WACKER begründet
wird. Es ist nicht anzunehmen, dass sie bei der Ausübung ihrer Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied
von ihrem Vater beeinflusst wird - zumal die fehlende Unabhängigkeit von Vorstand
und Gesellschaft im Fall von Herrn Dr. WACKER lediglich aus seiner langen Zugehörigkeit
zum Aufsichtsrat resultiert und es ansonsten keine besondere persönliche oder geschäftliche
Beziehung zur Gesellschaft oder deren Vorstand gibt, die einen wesentlichen und nicht
nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen könnte. Gerade beim Kriterium der
Zugehörigkeitsdauer halten wir die pauschale Annahme, dass die fehlende Unabhängigkeit
auf einen nahen Angehörigen abfärbt, für verfehlt. Unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sind die folgenden vier Anteilseignervertreter:
Herr Franz-Josef Kortüm, Herr Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Herr Prof. Dr. Biagosch
und Herr Dr. Gregor Biebl. Frau Dr. Susanne Weiss, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und Herr Matthias Biebl gehören
der Geschäftsführung des kontrollierenden Aktionärs an und gelten nach der Kodex-Empfehlung
c.9 damit - unwiderlegbar - als nicht unabhängig. Dasselbe gilt für Frau Ann-Sophie
Wacker, deren fehlende Unabhängigkeit gemäß Kodex allein daraus resultiert, dass sie
die Tochter von Herrn Dr. WACKER ist. Wir halten den Kodex hier für zu weitgehend,
weil er die Besonderheiten von Familiengesellschaften nicht berücksichtigt. Beim kontrollierenden
Aktionär handelt es sich in unserem Fall um eine Familien-Holding deren einziges Geschäft
im Halten der Anteile an der Wacker Chemie AG besteht. Der kontrollierende Aktionär
übt also neben dem Halten der Beteiligung an der Wacker Chemie AG keine weitere unternehmerische
Tätigkeit aus, es gibt daher keine anderweitige unternehmerische Interessensbindung.
Im konkreten Fall besteht daher keine Gefahr eines typischen konzernrechtlichen Interessenkonflikts. Der Empfehlung c.1 des Kodex zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder
wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2020 dargelegten Gründen nicht
gefolgt. Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat überprüft jährlich, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine
Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Im Geschäftsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat in seiner
Dezember-Sitzung die Effizienz seiner Tätigkeit in Form einer allgemeinen Aussprache
überprüft. Die Diskussion und Bewertung erfolgte anhand bestimmter Kriterien, darunter
die Dauer und Frequenz von (Ausschuss-)Sitzungen, die Vorbereitung und Durchführung
von Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen, die Qualität und Rechtzeitigkeit der Information
der Aufsichtsratsmitglieder, die personelle Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Ausschüssen,
der Umgang mit Interessenkonflikten sowie anderen Konflikten im Gremium und die allgemeine
Befähigung des Aufsichtsrats, den Vorstand der Gesellschaft angemessen zu beraten
und zu überwachen. Die Selbstbeurteilung bestätigte eine professionelle und konstruktive
Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie mit dem Vorstand.
Die Aufsichtsratsmitglieder kamen zu dem Ergebnis, dass insbesondere die im Vorfeld
der Sitzung zur Verfügung gestellten Unterlagen umfassend, qualitativ hochwertig und
sehr gut verständlich sind und so eine umfassende und effiziente Vorbereitung auf
die Sitzungen und eine offene Diskussion in den Sitzungen ermöglichen. Als besonders
zweckmäßig und einem offenen Austausch förderlich wurden die getrennten Vorgespräche
von Anteilseigner- und Arbeitsnehmervertretern vor den Plenumssitzungen beurteilt.
Grundlegender Veränderungsbedarf wurde nicht identifiziert, einzelne Anregungen werden
auch unterjährig aufgegriffen und umgesetzt. Wesentliche UnternehmensführungspraktikenCompliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung
im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System
des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche
Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 87. Das Unternehmen hat in Deutschland,
Norwegen, den usa, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur,
Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und
ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche
gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen
der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance. Grundsätze der Unternehmensethik
Responsible Care® und UN Global Compact feste Bestandteile der Unternehmensführung Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung
bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible
Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER
- verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit,
Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben.
Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien
des UN Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards
und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien
des UN Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten
daher auch in diesem Punkt. Seit 2011 hat WACKER eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut, die
für die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care® und UN Global Compact zuständig ist und weltweit die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER
koordiniert. Gesellschaftliches Engagement Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich
zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner
Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen
regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen.
Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen
Bereich. Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKERBestimmungen des Art. 17 MAR werden erfüllt Den gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU)
Nr. 596/ 2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren
eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche
Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die
im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten
geführt. Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats), sowie zu diesen in enger Beziehung
stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft
oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten
innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur,
wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb
eines Kalenderjahres 20.000 € erreicht oder übersteigt. Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil
einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement
identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen.
Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes
Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert
der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der
Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt
sich regelmäßig der Prüfungsausschuss und auch der gesamte Aufsichtsrat wird regelmäßig
über das Compliance Management System und die konzerninternen Kontrollsysteme informiert.
Beide sind ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem
wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Rechnungslegung und Abschlussprüfung Gemäß den Regelungen des Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss-
und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der
Abschlussprüfer sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die
die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung
Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen
Entsprechenserklärung zum Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat
darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken. D & O-Versicherung WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die
Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D
& O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die
Mitglieder des Vorstands vor. Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe
von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen
Dienst" verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30
Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Geschlechterquote
ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen, wenn nicht gemäß § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG
die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter der Gesamterfüllung widerspricht.
Sowohl die Vertreter der Arbeitnehmer als auch die Vertreter der Anteilseigner im
Aufsichtsrat haben der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote jeweils
widersprochen. Der Aufsichtsrat ist daher sowohl auf der Seite der Anteilseignervertreter
als auch auf der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens zwei Frauen
und mit mindestens zwei Männern zu besetzen. Die Wacker Chemie AG übertrifft mit zwei Frauen auf Anteilseigner- und vier Frauen
auf Arbeitnehmerseite die gesetzlichen Anforderungen. Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil
im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen.
Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden
Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen. Die Zielgröße für den Vorstand (Zielgröße 0, Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022)
ist aktuell erreicht. Der Aufsichtsrat hat im Dezember 2020 Frau Angela Wörl mit Wirkung
zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2021 als neues Vorstandsmitglied bestellt,
so dass im Vorstand ab diesem Zeitpunkt drei Männer und eine Frau vertreten sein werden.
Bei den Zielgrößen für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (Zielgröße
erste Führungsebene: 21 Prozent, Zielgröße zweite Ebene unterhalb des Vorstands: 20
Prozent), für die eine Umsetzungsfrist bis zum 31. Dezember 2022 festgesetzt wurde,
befinden wir uns auf einem sehr guten Weg. Nach aktueller Lage gehen wir davon aus,
dass wir beide Zielgrößen bis zum Ablaufen der Umsetzungsfrist erreichen werden. Vergütungsbericht Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts
und des testierten Konzernabschlusses. Vergütungssystem für den Vorstand Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker
Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss
zuständig. Vor dem Hintergrund der Änderungen im Aktiengesetz und im Deutschen Corporate
Governance Kodex hat der Aufsichtsrat beschlossen, das Vergütungssystem mit Wirkung
ab 01. Januar 2021 punktuell anzupassen. Es wird der nächsten ordentlichen Hauptversammlung
zur Billigung vorgelegt. Das seit dem 01. Januar 2010 und bis einschließlich 31. Dezember 2020 geltende Vergütungssystem
für den Vorstand setzt sich aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen: (I) Einem festen Jahresgehalt: Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt. (II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus: Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus)
ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich
festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus
werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung
der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung
einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow,
Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Der rechnerische Zielbonus bei
100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum liegt bei 180 Prozent des durchschnittlichen
Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus beträgt
220 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums.
Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage
einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung
nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder
sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der
Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird
zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien
angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden
sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der
Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit
rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine
mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell
abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds. (III) Einem Beitrag zur Altersversorgung: Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen
Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw.
bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der
Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der
Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes
wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag
pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens
fünfjährige Vorstandstätigkeit. Erhöhungen der Jahresgehälter von Herrn Dr. Rudolf
Staudigl und Herrn Auguste Willems wurden seit 2016 als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige
Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes
(auf die Berechnung des Long Term Bonus (s.o. (II)) jedoch schon). Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz,
insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben
des deutschen Aktiengesetzes. Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus
dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung
verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der
zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges
Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund
sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen auf den Wert von
maximal zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt sind (Abfindungs-Cap). Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2020 Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden
Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen. In 2020 gab es keine Veränderungen bei der Vergütung der Vorstandsmitglieder. Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2020 aus Festvergütung,
Nebenleistungen, variabler Vergütung sowie Versorgungsaufwand aus. Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 und 2019)
1
Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil
von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht. Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2020 gewährten
Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht
werden können, angegeben. Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)
1
Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil
von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht. Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen
Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder
Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung
der Wacker Chemie AG geregelt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf
des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf
zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden
Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden,
erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung. Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen
Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder
von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen
unberücksichtigt. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung
des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden
Umsatzsteuer, erstattet. Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz;
insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine
D & O-Versicherung ab. Aufsichtsratsbezüge
1
In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten. Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AGAngaben für den WACKER-KonzernDas Geschäftsmodell der Wacker Chemie AG WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten.
Das Geschäftsmodell und die rechtliche Unternehmensstruktur sind im zusammengefassten
Lagebericht, Kapitel "Grundlagen des Konzerns", ausführlich beschrieben. Rahmenwerke und Prüfung des Berichts Unsere Berichterstattung zur Nachhaltigkeit und auch dieser zusammengefasste gesonderte
nichtfinanzielle Konzernbericht (im Folgenden: "Bericht") orientieren sich an den
Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI). Dieser Bericht ist zugleich die für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG zusammengefasste
gesonderte nichtfinanzielle Erklärung für das Geschäftsjahr 2020 im Sinne von §§ 315b,
315c i. V. m. 289b bis 289e Handelsgesetzbuch (HGB). Der Bericht wurde vom Aufsichtsrat
der Wacker Chemie AG geprüft und im Auftrag des Vorstands der Wacker Chemie AG von
der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, unter Beachtung des International Standard
on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than
Audits or Reviews of Historical Financial Information" zum Zwecke der Erlangung einer
begrenzten Prüfungssicherheit (Limited Assurance Engagement) bezüglich der gemäß §§
315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB gesetzlich geforderten Angaben geprüft. Alle in diesem Bericht enthaltenen Verweise beziehen sich auf weiterführende Informationen
mit Ausnahme der Verweise auf den Konzernlagebericht. Bedeutung von Nachhaltigkeit und anderen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren für WACKER Seit Jahren ist Nachhaltigkeit als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert.
Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang
bringen. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie zu einem
unserer strategischen Ziele erklärt haben. WACKER als innovatives Chemieunternehmen
leistet einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität der Menschen auf der Welt zu verbessern.
Wir wollen auch in Zukunft Lösungen entwickeln und anbieten, die unseren eigenen Anspruch
erfüllen: Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre schaffen und nachhaltig wachsen.
Eines unserer fünf strategischen Ziele lautet: "Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit". Responsible Care® und UN Global Compact Wir orientieren unser Handeln an zwei freiwilligen globalen Initiativen, die Basis
für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER sind: Responsible Care® der chemischen Industrie und Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible-Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Als Teilnehmer des Programms sind wir
verpflichtet, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und
Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Als Mitglied
von UN Global Compact unterstützen wir aktiv die Ziele dieser weltweit wichtigsten
und größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung zum Schutz der
Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption.
Jährlich im April geben wir unsere Fortschrittsmitteilung ab. Sämtliche Fortschrittsmitteilungen
der letzten Jahre können auf der Website vom UN Global Compact eingesehen werden:
»
https://www.unglobalcompact.org/what-is-gc/participants/ 10060-wacker-Chemie-ag Grundsätze der Unternehmensethik Neben unserer Vision und unseren Zielen bilden die Verhaltensgrundsätze die dritte
Säule der Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze sind in fünf Codes - darunter unser
Code of Sustainability - niedergelegt und werden durch ein Regelwerk aus Richtlinien
und Anweisungen ergänzt. Sie sind für alle Mitarbeiter weltweit verpflichtend. Der
Inhalt der Codes ist in der Erklärung zur Unternehmensführung ausführlich beschrieben. Unsere Unternehmensführung ist in die CSR-Belange u. a. durch die Verantwortlichen
für EHS, PS und Sustainability (Umwelt- und Gesundheitsschutz, Produktsicherheit und
Nachhaltigkeit) eingebunden. Unser Vorstand ist im Sustainability Council vertreten
sowie im Human Rights Committee über den Chief Compliance Officer, der direkt an ihn
berichtet. Darüber hinaus ist unser Vorstand im Vorsitz des Technik- und Umweltausschusses
im Chemieverband VCI vertreten, in dessen Nachhaltigkeitsboard und bei dessen Initiative
Chemie3 wir mitwirken. Integriertes Managementsystem Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS).
Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit,
Energie, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir
durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach den Normen ISO 9001 (Qualität),
ISO 14001 (Umweltschutz) und an den deutschen Standorten auch nach ISO 50001 (Energie)
zertifizieren. Die von uns durchgeführte Konzernzertifizierung unterstützt uns darin, gesetzliche
und kundenbezogene Vorgaben sowie unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten
umzusetzen. Fast alle Produktionsstandorte von WACKER sind in die Konzernzertifikate
ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) eingegliedert. Ausnahmen sind die WACKER
Biotech B. V., Amsterdam, Niederlande, und die WACKER Biotech GmbH, Halle und Jena,
sowie die WACKER Dymatic SILICONES (Shunde) Co., Ltd., Foshan City und Zhangjiagang
City, China. Für den Standort Tsukuba der WACKER Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio,
Japan, liegen entsprechende Einzelzertifikate vor. Alle deutschen Standorte inklusive
Halle und Jena wurden erstmals nach der revisionierten ISO 50001:2018 zertifiziert,
der Standort in Jincheon, Korea, zusätzlich nach der neuen ISO 45001:2018 (Arbeitsschutz). Neben diesen vier klassischen Managementnormen hält WACKER zahlreiche Produktzertifikate
gemäß den Standards FSSC 22000 (Lebensmittel) und EFfCI GMP (Kosmetik). Auch die Zertifizierung
unserer Produkte nach islamischen und jüdischen Speisevorschriften (halal bzw. koscher)
wird immer wichtiger und sichert den Zugang zu diesen Märkten. Im Berichtsjahr ließ
WACKER erstmals biomassenbilanzierte Produkte gemäß dem neuen REDcert2-Standard für
die chemische Industrie zertifizieren. Mit diesen Produkten leistet WACKER einen wichtigen
Beitrag zur Nachhaltigkeit, da wir hier auf fossile Rohstoffe verzichten. Alle Zertifikate stehen unseren Kunden zum Download im Internet zur Verfügung: Nachhaltigkeitsstrategie Mit SustainaBalance® hat sich WACKER eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen bis 2030 gesetzt. Wir fördern
das Gleichgewicht zwischen ökologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bedürfnissen
nach drei Leitlinien:
Für Monitoring und Steuerung der Nachhaltigkeitsstrategie hat der Vorstand ein Sustainability
Council einberufen, in dem sich Mitglieder aus Geschäfts- und Zentralbereichen über
die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung abstimmen. Das Sustainability Council steuert
bereichsübergreifende Maßnahmen und überprüft den Programmfortschritt. Mit unserem Programm WACKER Sustainable Solutions (WACKER - nachhaltige Lösungen
schaffen) verankern wir Nachhaltigkeitsaspekte noch stärker in unseren Geschäftsmodellen. WACKER Sustainable Solutions setzt sich zum Ziel:
Um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei unseren Mitarbeitern zu vertiefen, fand
im Berichtsjahr zum dritten Mal eine konzernweite Nachhaltigkeitswoche statt. Es wurden
mehr als 30 nachhaltige Projekte initiiert, um Ressourcen zu sparen und den CO2-Fußabdruck zu verringern. Analyse wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen WACKER tauscht sich regelmäßig mit einer Vielzahl von Zielgruppen aus. Dazu gehören
neben Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Analysten, Investoren und Journalisten auch
Wissenschaftler, Nachbarn, Politiker, Verbände und Nichtregierungsorganisationen.
Seit Jahren befragt WACKER im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung regelmäßig
seine Stakeholder. Im Jahr 2020 haben wir aus Kosten- und Effizienzgründen erstmals eine indirekte Stakeholderbefragung
durchgeführt. Dabei haben WACKER-Mitarbeiter jeweils für die Stakeholdergruppe, mit
der sie im engen Austausch stehen, die Bedeutung der Themen abgeschätzt. Neben der
Relevanz für die Stakeholder wurden auch der Einfluss der Themen auf WACKER und die
Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von WACKER auf die Themen abgefragt. Die fünf
Top-Themen sind Sicherheit der Produktionsanlagen, Produktsicherheit, Wettbewerbsfähigkeit
und Wertentwicklung, Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit sowie Compliance
und entsprechen somit den Schwerpunkten der Befragung aus dem Jahr 2018.
»
Weitere Informationen zur ressourcenschonenden Produktion und zu nachhaltigen Produkten
finden sich im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Weitere Informationen zu Forschung
und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing". CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz Wir berichten in diesem nichtfinanziellen Bericht über Themen, die nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz
wesentlich sind. Dies beinhaltet nach dem Ergebnis unserer Stakeholderbefragung 2020
folgende 13 von 30 abgefragten Schwerpunkte: D.1 Relevante Themen nach CSR-RUG
Über das Thema Menschenrechte berichten wir aufgrund der gesetzlichen Anforderungen.
Darüber hinaus enthält dieser nichtfinanzielle Bericht weitere nicht im Sinne des
CSR-RUG wesentliche Themen, die wir aufgenommen haben, um eine Kontinuität der Inhalte
zu gewährleisten. Umweltbelange Mit quantifizierbaren Umweltzielen wollen wir die Auswirkungen unserer Produktion
auf die Umwelt vermindern. Unsere langfristigen Ziele bezüglich CO2-Emissionen und Energieverbrauch gelten konzernweit. Umweltschutz WACKER legt besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits
in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. WACKER arbeitet ständig daran, seine
Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben
ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion
zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Energie- und Ressourcenverbrauch,
Emissionen und Abfälle und integrieren den Umweltschutz in unsere Produktionsprozesse.
Ressourcen- und Abfallziele verfolgen wir bei WACKER auf Standort- bzw. Geschäftsbereichsebene. Unsere konzernweiten Standards zum Umweltschutz gelten für alle Produktionsstandorte
und technischen Kompetenzzentren. Die Standortleiter stellen sicher, dass gesetzliche
Auflagen im Umweltschutz sowie Umweltstandards eingehalten werden. D.3 Umweltschutzkosten
Im Jahr 2020 haben wir 0,8 Mio. € (2019: 5,1 Mio. €) in den Umweltschutz investiert.
Die Umweltschutzbetriebskosten betrugen 83,0 Mio. € (2019: 82,9 Mio. €). Die Hälfte
der Umweltinvestitionen floss in das Abfallmanagement am chinesischen Standort Zhangjiagang.
Im Werk Nünchritz haben wir Vorarbeiten zum Bau einer DeNOx-Anlage zur Rauchgasentstickung
in der Rückstandsverbrennung gestartet. Am Standort Burghausen wurde in ein neues
Messfahrzeug investiert. D.2 Umweltziele des WACKER-Konzerns
Energie Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. WACKER verbessert
ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. So bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig
und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. D.4 Stromherkunft![]() Energieverbrauch Um den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) weiter
zu senken, hat der Vorstand das Ziel für WACKER festgelegt, den spezifischen Energieverbrauch
im Konzern bis zum Jahr 2030 auf die Hälfte des Werts von 2007 zu senken. D.5 Energieverbrauch Konzern
1
Ohne Energie durch Fremdbezug Strom, ohne eigens erzeugte erneuerbare Energie und
ohne Berücksichtigung rückgewonnener Energie Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse
nutzen. Zusätzlich zur Wärmerückgewinnung betreiben wir Wärmeverbundsysteme, die wir
stetig weiterentwickeln und verbessern. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie
(Erdgas) in unseren Kraftwerken. Auch der Verbrauch an elektrischer Energie wird stetig
optimiert. Unsere Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) zur Strom- und Dampferzeugung am
Standort Burghausen haben wir mit einer neuen Gasturbine modernisiert. Mit der über
130 MW leistenden neuen Turbine ist die KWK-Anlage effizienter und emissionsärmer
als die frühere, fast 20 Jahre alte Anlage. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf Erdgas. An unserem größten Standort
Burghausen erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion in der KWK-Anlage.
Zusammen mit dem Wasserkraftwerk in Burghausen und kleineren Erzeugungsanlagen haben
wir im Berichtsjahr 1.236 GWh Strom erzeugt (2019: 1.075 GWh). Damit haben wir rund
21 Prozent unseres Gesamtstrombedarfs selbst erzeugt. Erläuterung der Umweltkennzahlen Die direkten Emissionen von Kohlendioxid aus fossilen Quellen (Scope 1 nach Greenhouse
Gas Protocol) stiegen in 2020 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent. Höhere Kohlendioxidemissionen
resultieren aus dem Kapazitätsausbau der Siliciumproduktion am Standort Holla, Norwegen.
Der Anstieg ist auch auf die Inbetriebnahme der neuen Gasturbine am Standort Burghausen
zurückzuführen. Damit konnten wir unser Kraftwerk fast durchgängig betreiben - im
Gegensatz zum umbaubedingten mehrmonatigen Stillstand im Vorjahr. Die Emissionen an Stickoxiden stiegen im Vergleich zu 2019 um 30 Prozent an. Wesentliche
Ursachen hierfür waren der Kapazitätsausbau in Holla sowie Maßnahmen, um die Prozesse
im neuen Ofen zu stabilisieren. Dies führte am Standort Holla im Berichtsjahr zu einem
ungeplanten Anstieg der Stickoxide um 45 Prozent. Die deutliche Emissionsreduzierung
der neuen Gasturbine in Burghausen mit 16 Prozent weniger NOx verringerte diesen Effekt. Der über die Jahre sichtbare, stark durch die Produktionsauslastung beeinflusste
Verlauf bei den flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC) führte im Berichtsjahr
zu einer Erhöhung von elf Prozent. Ursachen sind der Ausbau der Produktionskapazitäten
des Geschäftsbereichs WACKER POLYMERS in Ulsan sowie die hohe Auslastung der Anlagen
in Nanjing und Burghausen. Durch den starken Ausbau am Standort Holla stieg die Emission an Gesamtstaub im Vergleich
zum Vorjahr an. Zwar trägt der neue Ofen mit einem verbesserten Stand der Technik
dazu bei, die spezifischen Staubemissionen pro Tonne Produkt weiter zu reduzieren,
im Berichtsjahr führten jedoch notwendige Maßnahmen zur Stabilisierung der Prozesse
des neuen Ofens zu Phasen erhöhter Staubemissionen. Die Wasserentnahme liegt gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent höher. Dies ist nicht
auf einen höheren Wasserverbrauch zurückzuführen, sondern auf den Einbezug von Wassermengen,
die wir an den Standorten Burghausen und Köln gewinnen und an Dritte abgeben. Im Sinne
der Bilanzgrenzen der CDP-Berichterstattung berichten wir vom Jahr 2020 an alle Wassermengen,
die wir der Natur entnehmen, unabhängig davon, ob wir sie selbst verwenden oder an
Dritte weitergeben. Die Abfallmenge stieg konzernweit um 14 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf die
abschließende Entsorgung mineralischer Abfälle am Standort Holla zurückzuführen, die
dort im Rahmen eines mehrjährigen Ausbauprojekts entstanden sind. Veränderungen bei
den produktionsbezogenen Abfallströmen spiegeln den Verlauf der Produktionsauslastung
wider. In den betrieblichen Prozessen traten pandemiebedingte Effekte auf, z. B. vermehrte
Ab- und Anfahrvorgänge, schwankende Produktionsauslastung, Verschiebung von Wartungsphasen
sowie eingeschränkte Möglichkeiten zur Besetzung betrieblicher Schichten. Aufgrund
der Corona-Pandemie wurden keine der geplanten Audits vor Ort an den WACKER-Standorten
durchgeführt D.6 Umweltkennzahlen
1
CO2-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources
Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting
and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften
Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO2-Äquivalente). Die Umrechnung erfolgt auf
Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agency (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank
(Dampf & Wärme). Treibhausgasemissionen Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Monitoringinstrument, aus dem wir Verbesserungsmaßnahmen
zum Klimaschutz ableiten. Deshalb ermitteln wir neben den direkten Emissionen (Scope
1) auch indirekte Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) und
alle für WACKER relevanten Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette (Scope
3) entstehen, z. B. durch zugekaufte Rohstoffe, den Transport von Produkten oder bei
der Entsorgung. Die Scope-3-Daten berichtet WACKER im Nachhaltigkeitsbericht sowie
im Climate-Change-Bericht des Carbon Disclosure Project (CDP). Ein erhöhter Energiebedarf durch veränderte Prozesse am Standort Charleston, usa,
und den Kapazitätsausbau am Standort Ulsan, Südkorea, ließen die Scope-2-Emissio-nen
im Jahre 2020 steigen. Dieser Anstieg der indirekten CO2-Emissionen wurde jedoch auf Konzernebene überkompensiert durch Produktionsrückgang
am Standort Nünchritz und vor allem durch den geringeren Stromzukauf in Burghausen
im Vergleich zum Vorjahr auf Grund des ganzjährigen Betriebs der neuen Gasturbine
in der KWK-Anlage. Kleinere Änderungen der indirekten CO2-Emissionen an weiteren Standorten kompensieren sich auf Konzernebene. Die Umrechnungsfaktoren von Strom in CO2-Emissionen für die Stromerzeugung in Deutschland und den USA sind weiter gesunken
(Daten gemäß "CO2-Emissions from Fuel Combustion, 2020 Edition" der International Energy Agency). Der
Effekt der gesunkenen Emissionsfaktoren für indirekte CO2-Emissionen für Stromerzeugung hat den Rückgang der Scope-2-Emissionen auf Grund verminderter
Mengen an zugekauftem Strom zusätzlich verstärkt. Unsere Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2020 an das CDP weitergegeben,
an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Die Wacker Chemie AG hat im Climate-Change-Bericht
für den Sektor Chemie wie im Vorjahr das Ergebnis B erreicht (Skala von A bis D für
die Stufen A Leadership, B Management, C Awareness und D Disclosure). Details sind
für registrierte Benutzer beim CDP abrufbar. Wasser Im Water-Security-Bericht des CDP haben wir im Jahr 2020 das Ergebnis B erreicht.
Dies gelang auf Grund detaillierter Analysen der Prozesse und einer systematischeren
Datenerfassung (Vorjahr: B-; Skala von A bis D; A Leadership, B Management, C Awareness
und D Disclosure). Details sind für registrierte Benutzer beim CDP abrufbar. Beim WWF Water Risk Filter (World Wildlife Fund) haben wir bezüglich des Risikos
in Gewässereinzugsgebieten (Global Basin Risk) für unsere Produktionsstandorte einen
Wert von höchstens 3,6 (auf einer Skala von 1 für keine Risiken bis 5 für hohe Risiken)
erreicht und damit keine signifikanten Risiken für Gewässer festgestellt.
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https://waterriskfilter.panda.org/ WACKER hat sich im Berichtsjahr der Operation Clean Sweep® (OCS) angeschlossen. Die Initiative setzt sich dafür ein, den Eintrag von Kunststoff-Pellets
(Flocken, Pulver, Partikel) in Gewässer zu vermeiden.
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https://www.opcleansweep.org/ Wir haben im Berichtsjahr ein Programm zur Water Stewardship vorbereitet, in dem
sich unsere Geschäftsbereiche und Standorte über die gesamte Lieferkette hinweg für
den verantwortlichen Umgang mit der Ressource Wasser engagieren. Das Betriebliche Vorschlagswesen am Standort Burghausen hat mit einer Ideenkampagne
dazu aufgerufen, Wasser als wichtige Ressource zu schonen. Insbesondere zu den Themen
Kühl- und Abwasser wurden rund 30 Vorschläge eingereicht, von denen acht bereits umgesetzt
sind bzw. einer noch realisiert wird. Im November des Berichtsjahrs initiierte das
Betriebliche Vorschlagswesen einen Ideenwettbewerb zum Thema Kreislaufwirtschaft,
zu dem bis Jahresende elf Vorschläge eingingen. Produktbewertung nach nachhaltigen Kriterien Das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 spielt bei der Entwicklung unserer
Produkte eine zunehmend wichtige Rolle. Beim Bewerten der Nachhaltigkeit unserer Produkte
beziehen wir ökonomische, ökologische sowie soziale Aspekte entlang des gesamten Produktlebenszyklus
ein. Wir nutzen dazu als Instrumente WACKER Sustainable Solutions und das WACKER ECOWHEEL
®. Zusätzlich erstellen wir Ökobilanzen, mit denen wir den Produktlebensweg von der
Herstellung bis zum Werktor nachvollziehen.
Naturschutz WACKER ist Gründungsmitglied des Umwelt- und Klimapakts Bayern, den die Bayerische
Staatsregierung und die bayerischen Wirtschaftsverbände im Berichtsjahr mit einem
Schwerpunkt auf Klimaschutz verlängert haben.
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https://www.umweltpakt.bayern.de Im Rahmen des Umweltpakts Bayern unterstützen wir im Verein Naturnahe Alz mit sieben
weiteren Unternehmen aus dem bayerischen Chemiedreieck den bayerischen Staat dabei,
den Fluss Alz zu renaturieren und dessen Ökosystem nachhaltig zu stärken.
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https://www.naturnahe-alz.de/ In einem Gemeinschaftsprojekt zur Förderung der Artenvielfalt engagiert sich WACKER
am Standort Burghausen in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Altötting.
Der Kanaldamm der Alz ist auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern mit eineinhalb
Kilometern Länge zwischen Burgkirchen und Hirten blüh- und insektenfreundlich aufgewertet
worden. Auf dem Burghauser Werkgelände wurden Flächen mit insgesamt über 2.300 Quadratmetern
als Blühwiesen für Insektennahrung angelegt. Anlagen-, Transport und Produktsicherheit Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass
Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement,
das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst. Anlagensicherheit Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch
Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene
Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler
auf eine Ereigniskette bis hin zum Stör- oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden
Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern. D.7 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse - WACKER-Konzern
1
Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC (CEFIC Guidance for Reporting
on the ICCA Globally Harmonized PROCEss Safety Metric, Juni 2016) Der Schwerpunkt unseres Sicherheitsmanagements liegt auf der Prävention. Dennoch
lassen sich sicherheitskritische Ereignisse nicht immer verhindern. Wir erfassen alle
sicherheits-, gesundheits- und umweltrelevanten Ereignisse konzernweit und zeitnah
in unserem IT-System für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT). Die Berichte werden
ausgewertet und die Maßnahmen verfolgt. Ereignismeldungen mit bereichs- oder standortübergreifenden
Lerneffekten werden aufbereitet und an Unternehmenseinheiten mit ähnlichem Gefährdungspotenzial
geschickt. Sicherheitsschulungen und -Überprüfungen WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden.
Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und
des Explosionsschutzes. Betriebe, die lange Zeit keine meldepflichtigen Unfälle verzeichnen,
werden bei WACKER besonders gewürdigt. Um ihre Kenntnisse zum Explosionsschutz zu vertiefen, haben wir im Berichtsjahr webbasierte,
interaktive Trainings für Experten entwickelt und mit guter Beteiligung durchgeführt. Das Programm zur Verbesserung der Sicherheit von Rohrbrückenleitungen wurde in ein
fortlaufendes Programm zur Überprüfung und gegebenenfalls Behebung von Korrosionsschäden
überführt. Sicherer Transport von Gefahrgut WACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu lagern und zu transportieren. Das
gilt besonders für Gefahrgut. Alle Standorte, an denen WACKER produziert und Waren
versendet, müssen die lokalen und international gültigen Transportvorschriften sowie
die hohen WACKER-Sicherheitsstandards beachten. Der Anteil der Gefahrgutversendungen an der Gesamtversandmenge lag im Jahr 2020 in
Deutschland bei ca. 15 Prozent. Es wurden rund 12.000 LKW für Gefahrguttransporte
im Warenausgang unserer Standorte und Lager in Deutschland nach der Transportvorschrift
für Straße (ADR) überprüft (2019: rund 9.000). Bei Mängeln weisen wir sie zurück.
Seit Jahren ist die Mängelquote sehr niedrig. Im Jahr 2020 lag sie bei Gefahrguttransporten
auf der Straße im Warenausgang unseres größten Standorts Burghausen bei 2,0 Prozent
(2019: 2,8 Prozent). Auch beim Thema Transportsicherheit setzen wir auf gut ausgebildetes
und geschultes Personal. Regelmäßig tauschen wir uns mit unseren Logistikdienstleistern in Deutschland zu
Themen der Transportsicherheit aus, beispielsweise während des jährlichen Lieferantentags.
Bei Mängeln vereinbaren wir Verbesserungsmaßnahmen. WACKER hat einen hohen Sicherheitsanspruch
an die Logistikdienstleister. Dies wird neben den vertraglichen Vereinbarungen auch
durch ein umfassendes Anforderungsprofil untermauert. Für Produkte mit hohem Gefahrenpotenzial setzen wir Verpackungen und Tanks nach den
höchsten Qualitätsstandards ein. Bei der Überwachung der Distribution unserer Produkte erfassen wir auch Transportzwischenfälle
ohne Gefahrgut und solche, die keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
haben. Diese Ereignisse fließen als ein wichtiges Kriterium in die jährliche Bewertung
der Logistikdienstleister mit ein. Im Berichtsjahr verzeichneten wir in Deutschland
insgesamt vier Transportvorkommnisse mit Beteiligung von Gefahrgut. D.8 Transportvorkommnisse Deutschland
Produktsicherheit WACKER informiert über die sichere Verwendung seiner Produkte. Wir arbeiten kontinuierlich
daran, für Mensch und Umwelt schädliche Substanzen in Produkten zu vermeiden oder
zu verringern. WACKER hält das jeweils im Empfangsland seiner gelieferten Produkte
gültige Chemikalienrecht ein. Der Aufwand steigt weiterhin stetig, das jeweils geltende
Chemikalienrecht weltweit zu beachten und umzusetzen. Zur Orientierung für unsere Produktentwickler pflegen wir eine Liste mit Stoffen,
die bei WACKER nicht mehr in Produkten enthalten sein sollen. Das sind nicht nur verbotene
oder beschränkte Chemikalien (z. B. Stoffe der Anhänge XIV und XVII der Chemikalienverordnung
REACH), sondern auch Stoffe, die von vielen Unternehmen nicht gewünscht werden. Wir
vermeiden so weit wie möglich Stoffe, die von der Europäischen Chemikalienagentur
in der Liste der "besonders bedenklichen Stoffe" (SVHC, substances of very high concern)
geführt sind. Die Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction
of Chemicals) regelt seit 2007 das Registrieren, Bewerten, Zulassen und Beschränken
von Chemikalien in der Europäischen Union (EU). Mit REACH werden umfassende Daten
ermittelt. REACH stellt hohe Anforderungen an Hersteller, Importeure und Anwender
von chemischen Produkten: Alle Stoffe, die sich auf dem europäischen Markt befinden,
müssen ab einer Jahresmenge von einer Tonne registriert und bewertet werden. Der Prüfaufwand
richtet sich hauptsächlich nach der hergestellten oder importierten Menge und den
zu erwartenden Risiken. Besonders risikobehaftete Stoffe unterliegen einem behördlichen
Zulassungsverfahren. Vom Beginn der Registrierungen im Jahr 2008 bis Ende 2020 reichte
WACKER im Rahmen von REACH inklusive der überarbeiteten Versionen 670 Registrierungsdossiers
bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für viele der Dossiers stellt
die ECHA im Rahmen ihrer regulären Bewertungstätigkeit Nachforderungen. Diese haben
wir auch im Jahr 2020 fristgerecht bearbeitet. WACKER steht weiterhin mit seinen Lieferanten zu bislang noch nicht unter REACH registrierten
Stoffen in intensivem Kontakt. Wir überprüfen anhand unserer Daten den Registrierstatus
und fordern bei Bedarf Informationen an, um sicherzustellen, dass wir nur REACH-konforme
Rohstoffe einsetzen. Als Beitrag zur sicheren Verwendung von Chemikalien stellt die
ECHA im Internet Stoffinformationen in sogenannten Infocards mit den in den Registrierungsdossiers
enthaltenen Daten bereit.
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https://echa.europa.eu/information-on-chemicals Arbeitnehmerbelange Der Erfolg von WACKER ist eine Teamleistung aller Mitarbeiter. Entsprechend dem UN-Nachhaltigkeitsziel
Nr. 8 - Decent Work and Economic Growth - sorgt WACKER deshalb dafür, dass seine Mitarbeiter
ihre persönlichen Potenziale entfalten, Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen
können. Das fördern wir, indem wir unsere Mitarbeiter qualifizieren und weiterbilden.
Wir wollen dafür sichere Arbeitsplätze, hohe Sozialleistungen und ein Arbeitsumfeld
bieten, in dem Beruf und Privatleben vereinbar sind. Es ist uns wichtig, allen Mitarbeitern
die gleichen Chancen einzuräumen. Unser Ziel ist es zudem, schwerbehinderte oder gesundheitlich
eingeschränkte Mitarbeiter dauerhaft beruflich zu integrieren. Die betriebliche Ausbildung
ist seit jeher ein Schwerpunkt der Personalstrategie von WACKER. Wir bieten unseren
Mitarbeitern eine attraktive Entlohnung und Aufstiegsmöglichkeiten und beteiligen
sie am Unternehmenserfolg. Alle wesentlichen Arbeitnehmerbelange werden bei uns in
entsprechenden Vorstandsgremien behandelt. In unserem Code of Conduct bekennen wir uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des
UN Global Compact. Das schließt die Prinzipien mit ein, die sich auf Arbeitsnormen
beziehen: Prinzipien Nr. 3 "Wahrung der Vereinigungsfreiheit", Nr. 4 "Abschaffung
aller Formen von Zwangsarbeit", Nr. 5 "Abschaffung von Kinderarbeit" und Nr. 6 "Vermeidung
von Diskriminierung". Wir verpflichten uns auch gegenüber unseren Kunden zur Wahrung
dieser Arbeitsnormen. Nachgewiesenes Fehlverhalten bei Personalbelangen ahnden wir entsprechend der Schwere
des Vorfalls. Nennenswerte Vorfälle gab es im Berichtsjahr nicht. Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im
Geschäftsjahr 2020 starteten 189 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im
Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 642 Auszubildenden
3,9 Prozent mehr Lehrlinge beschäftigt als im Vorjahr (2019: 618). Die Ausbildungsquote
(Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt
mit 5,9 Prozent etwas über dem Niveau des Vorjahres (2019: 5,6 Prozent). Fast alle
der geeigneten Auszubildenden - 139 Absolventen -hat WACKER im Jahr 2020 übernommen,
davon 54 unbefristet und 85 befristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch
für Unternehmen außerhalb des WACKER-Konzerns aus. Um die demografische Entwicklung zu begleiten und für junge Menschen langfristige
Perspektiven bieten zu können, wurde im Berichtsjahr eine Konzernbetriebsvereinbarung
zur Übernahme von Auszubildenden abgeschlossen. Sie gilt bis zum 31. März 2026 und
sieht vor, dass Auszubildende nach bestandenem Ausbildungsabschluss und bei entsprechender
Eignung ein Übernahmeangebot erhalten. WACKER hat im Jahr 2020 insgesamt 4,9 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung
investiert (2019: 8,5 Mio. €). Arbeitsschutz Für WACKER haben Arbeitsschutz und Anlagensicherheit eine herausragende Bedeutung.
Aus diesem Grund legen wir gemeinsam mit Oberen Führungskräften und leitenden Angestellten
in Deutschland Sicherheitsziele in den jährlichen Zielvereinbarungen fest. Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz sind an den internationalen Normen
OHSAS 18001 und ISO 45001 ausgerichtet. Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass
die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden. Alle Mitarbeiter werden für ihren individuellen Arbeitsplatz in Sicherheitsthemen
unterwiesen. So bietet WACKER Deutschland über 40 Online-Schulungen zu Themen der
Arbeitssicherheit an. Die vermittelten Kenntnisse reichen von allgemeinen Sicherheitsunterweisungen
für Büro- oder Labormitarbeiter bis zum sicheren Verhalten in explosionsgefährdeten
Bereichen oder der Einstufung von Gefahrstoffen. Die Entwicklung der Arbeitsunfälle zählt zu den wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren.
Wir hatten uns vorgenommen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden
konzernweit im Jahr 2020 nicht mehr als 2,0 betragen soll. Die tatsächlich erreichte
Unfallhäufigkeit hat sich mit 3,0 Arbeitsunfällen pro einer Million Arbeitsstunden
gegenüber dem Vorjahr zwar verringert, wir haben unser Ziel dennoch verfehlt. Im November 2020 kam es am us-Standort Charleston in einem Produktionsgebäude zu
einem geringfügigen Austritt von Chlorwasserstoff und Dampf. Im Zuge der Evakuierung
des Gebäudes nach diesem Stoffaustritt wurden fünf Fremdfirmenmitarbeiter verletzt,
einer von ihnen tödlich. Der Vorfall hatte keine Auswirkungen außerhalb des Werks
oder auf die Umwelt. In seiner Belegschaft verzeichnete WACKER in der Berichtsperiode
wieder keinen Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang. D.9 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter
1
Unfälle ab einem Ausfalltag Die wenigsten Unfälle bei WACKER sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit
bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit
nicht zufrieden und passen unsere Initiativen im Arbeitsschutz regelmäßig an. Weiterhin setzen wir unser Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus (WSP) um: Es nutzt
erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen.
Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen.
WACKER Safety Plus zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden. Ein Schwerpunkt lag im Jahr 2020 darauf, geeignete Hygieneschutzmaßnahmen gegen die
Ausbreitung des Coronavirus zu entwickeln und an den Standorten zu implementieren.
Krisenstäbe arbeiteten daran, abgestimmt, schnell, pragmatisch und zuverlässig die
Geschäftsprozesse am Laufen zu halten. Oberste Priorität hatten dabei die Gesundheit
der Mitarbeiter sowie die Aufrechterhaltung der Produktion, um die Kunden verlässlich
zu beliefern. Zu diesem Zweck hatten wir frühzeitig verbindliche Regeln und Maßnahmen
im Unternehmen eingeführt. Dazu zählten beispielsweise Hygiene- und Abstandsregeln
und das Verbot von Dienstreisen in Risikogebiete. Alle Mitarbeiter, denen es durch
ihre Tätigkeit möglich war, arbeiteten von zu Hause aus. In Bereichen, die für das
Funktionieren unserer Verbundstruktur besonders wichtig sind und in denen arbeitsbedingt
der notwendige Abstand zu den Kollegen nicht eingehalten werden konnte, trugen die
Mitarbeiter Schutzmasken. Diese Maßnahmen hatten sich bewährt. Die Zahl der am Coronavirus
erkrankten Mitarbeiter im Konzern war im Berichtsjahr niedrig. Vielfalt und Chancengleichheit (Diversity) Die Verschiedenheit der Menschen sehen wir als Bereicherung. Ungleichbehandlung oder
Herabsetzung auf Grund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder
Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder Alter lehnen wir ab. Diese
Prinzipien gelten unternehmensweit und sind als Teil unserer Unternehmenskultur in
unserem Code of Teamwork & Leadership verankert. Mögliche Diskriminierungen können
Mitarbeiter - auch anonym - melden. Dies kann bei den Führungskräften, den Compliance-Beauftragten,
dem Betriebsrat oder den Verantwortlichen der Personalabteilung erfolgen. Die Beschwerde
wird inhaltlich überprüft, der Beschwerdeführer über das Ergebnis informiert. Mögliche
Diskriminierungsfälle werden in den monatlichen Compliance-Bericht an den Vorstand
aufgenommen. Sie sind außerdem Gegenstand der regelmäßigen Berichte an den Aufsichtsrat.
Alle Mitarbeiter der deutschen Standorte sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung
mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen. Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung, gleichgestellte und gesundheitlich angeschlagene
Mitarbeiter werden bei WACKER besonders geschützt und gefördert. So arbeiten im betrieblichen
Eingliederungsmanagement Vorgesetzte, Mitarbeiter, Personalabteilung, Arbeitnehmervertretungen,
Schwerbehindertenvertretung und Gesundheitsdienst eng zusammen, um betroffene Mitarbeiter
gezielt und entsprechend der lokalen Gesetzgebung zu unterstützen. D.10 Vielfalt und Chancengleichheit
1
OFK-Zahlen ohne ruhende Arbeitsverhältnisse und ohne Vorstand Wacker Chemie AG Neben dem Thema Inklusion beschäftigt sich das Diversity Management bei WACKER verstärkt
mit den Themen Geschlecht und kultureller Hintergrund. Menschen aus 70 verschiedenen
Nationen arbeiten für WACKER. Zum Jahresende 2020 waren 37 der konzernweit 169 Oberen
Führungskräfte nicht deutscher Nationalität - dies entspricht einem Anteil von 21,9
Prozent. Insgesamt waren im OFK-Kreis 15 Nationalitäten vertreten. Anteil Frauen in Führungspositionen Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in mittleren und oberen Führungspositionen
mittel- bis langfristig signifikant zu erhöhen. Das Talent Management bei WACKER hilft
dabei, das Potenzial der bei WACKER beschäftigten weiblichen Mitarbeiter systematisch
zu erkennen und zu fördern. Der Corporate Governance Bericht enthält zusätzliche Informationen
zum Frauenanteil und insbesondere dazu, wie bei WACKER das seit dem 01. Mai 2015 geltende
Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen
umgesetzt wird. Vereinbarkeit Familie und Beruf WACKER bietet den Mitarbeitern umfangreiche Möglichkeiten, ihr Privat- und Berufsleben
in Einklang zu bringen. Dazu zählen vielfältige Arbeitszeitmodelle, Unterstützung
bei der Kinderbetreuung, Ferienbetreuung am größten Standort Burghausen, eine einwöchige
"Familienzeit" für Eltern von Kindern unter acht Jahren und Unterstützung für pflegende
Angehörige. WACKER ist Mitglied im Netzwerk "Familienpakt Bayern" der Bayerischen Staatsregierung
und der Wirtschaft und unterstreicht damit sein Ziel, die familienfreundliche Unternehmenskultur
voranzutreiben. Am Familienpakt Bayern beteiligen sich über 950 Unternehmen, öffentliche
Arbeitgeber, gemeinnützige Organisationen und Vereine. Fluktuation Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden
Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Betriebszugehörigkeit
unserer Belegschaft bestätigt dies. Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal)
gehören im Durchschnitt seit 18,5 Jahren zu unserem Unternehmen (2019: 18,1 Jahre).
Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit der Oberen Führungskräfte beträgt
23,2 Jahre. D.11 Fluktuationsrate
Bei der jährlichen Befindlichkeitsumfrage des Chemieführungskräfteverbands VAA lag
WACKER auf dem zehnten Platz von 21 untersuchten Unternehmen. Die im VAA organisierten
Führungskräfte bewerteten den Konzern in diesem Jahr mit der Gesamtnote 2,7 (angelehnt
an Schulnoten; Vorjahr mit 2,5 auf dem dritten Platz). Informationen zu unserem Effizienzprogramm "Zukunft gestalten" sowie über Phasen
der Kurzarbeit haben wir im zusammengefassten Lagebericht aufgenommen. Mitarbeitervertretung Unsere Mitarbeiter in Deutschland nutzen auch die Möglichkeit, sich gewerkschaftlich
zu organisieren. Alle Standorte des WACKER-Konzerns in Deutschland haben Mitarbeitervertretungen.
Bei WACKER wird Sozialpartnerschaft gelebt. Unternehmensleitung und Mitarbeitervertretungen
gestalten die Arbeitsbeziehungen durch konstruktiven Dialog zum Wohl der Beschäftigten
des Unternehmens. Das drückt sich unter anderem in zukunftsweisenden Betriebsvereinbarungen
aus. Auch auf internationaler Ebene können sich WACKERMitarbeiter gewerkschaftlich organisieren.
An ausländischen Standorten, in denen keine betrieblichen Vertretungen vorgegeben
oder etabliert sind, übernehmen Mitarbeiter der Personalabteilung die Funktion als
Ansprechpartner für Mitarbeiterbelange. Gesellschaftliche Verantwortung WACKER versteht sich als Teil der Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten, und
damit als Corporate Citizen - als unternehmerischer Bürger. Wir übernehmen deshalb
gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld unserer Standorte. Sozialbelange Nachbarn: Corporate Citizenship beginnt mit einem guten Verhältnis zu den Kommunen
und zu den Nachbarn. Wir sprechen offen über das, was hinter den Werktoren geschieht.
Unsere Standorte gehen weltweit auf Fragen der Öffentlichkeit ein. Anwohner, die sich
mit Anliegen an uns wenden, erhalten eine schnelle und verständliche Antwort. Dafür
stehen Bürgertelefone und zentrale Ansprechpartner bereit. Mit Umweltberichten und
anderen Broschüren informieren wir über unsere Standorte. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat WACKER im Berichtsjahr Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen
und andere Einrichtungen unterstützt. Auf Anfrage des bayerischen Wirtschaftsministeriums
hat WACKER zu Beginn der Pandemie 11.000 Liter Isopropanol zur Herstellung von 15.000
Litern Handdesinfektionsmittel für bayerische Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
gespendet. Die WACKER Chemical Corporation in Adrian/Michigan, usa, stellte das am
Standort benötigte Handdesinfektionsmittel selbst her und gab überschüssige Mengen
an lokale Rettungsdienste und medizinische Einrichtungen ab. Das Unternehmen Arburg,
ein Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Verarbeitung von Kunststoffen und Siliconkautschuken,
fertigte auf Basis eines Flüssigsiliconkautschuks von WACKER neuartige Gesichtsmasken.
WACKER SILICONES stellte das Rohmaterial für mehrere 10.000 Masken dem Unternehmen
unentgeltlich zur Verfügung. Das Produkt diente zunächst dem Schutz der eigenen Mitarbeiter
und wurde später über den Landkreis Freudenstadt kostenlos an Krankenhäuser, Rettungsdienste
und Pflegeeinrichtungen verteilt. Mit zwei Geldspenden von jeweils 7,5 Mio. Rupien (91.500 €) unterstützte WACKER Metroark
Chemicals (WMC) den Hilfsfonds des indischen Bundesstaats Westbengalen, wo sich auch
die Produktion von WMC in Amtala befindet, sowie den Unterstützungsfonds PM CARES
des indischen Premierministers, der die Corona-Hilfsmaßnahmen in Indien koordiniert. An vielen Standorten bieten wir der umliegenden Bevölkerung auch unentgeltliche Dienstleistungen,
so zum Beispiel Augen- und Gesundheitsuntersuchungen in Indien oder den Household
Hazardous Waste Day, an dem die Nachbarschaft unseres Standorts in Adrian / Michigan
(USA) Gelegenheit hat, ihre im Haushalt verwendeten Chemieprodukte, die nicht über
den Hausmüll entsorgt werden können, bei uns abzugeben. Schulen und Universitäten: WACKER möchte Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft
und Technik begeistern. Denn als Chemieunternehmen brauchen wir auch in Zukunft hervorragende
Wissenschaftler. Dieses Ziel verfolgen wir auf verschiedenen Wegen. WACKER unterstützt fortschrittliche Unterrichtsmethoden und ein modernes Schulmanagement.
Wir zählen zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung Bildungspakt Bayern, der mehr
als 140 Unternehmen und der Freistaat Bayern angehören. Aufgabe ist es, das Bildungssystem
in Bayern zu modernisieren. Im Jahr 2020 erreichte der WACKER-Schulversuchskoffer
CHEM2DO® die Marke von 2.700 geschulten Lehrern in Deutschland und Österreich. Mit den seit
sieben Jahren verfügbaren Fortbildungen werden Lehrkräfte auf Experimente mit Siliconen
und Cyclodextrinen vorbereitet, die sie dann im Unterricht einsetzen können. WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen
Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Unsere Forscher werden von Universitäten häufig
zu Vorträgen und Gastvorlesungen eingeladen. Hochschulgruppen besuchen unsere Standorte,
um einen Einblick in die Arbeit eines Industrieunternehmens zu erhalten. Studenten
können bei WACKER Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen anfertigen oder
als Praktikanten und Werkstudenten tätig sein. D.12 Korruptions- und Bestechungsvorfälle
1
Es werden nur Korruptionsfälle im engeren Sinne betrachtet, wie Bestechung. Achtung der Menschenrechte Wir sind streng darauf bedacht, Menschenrechtsverletzungen durch unsere Geschäftstätigkeit
weder zu verursachen noch zu solchen beizutragen. Wir bekennen uns ausdrücklich zu
den zehn Prinzipien des UN Global Compact und damit auch zur Unterstützung der Menschenrechte
und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen. Wir verurteilen jegliche Form von
Zwangs- oder Pflichtarbeit sowie Sklavenhaltung. Wir wenden keine körperliche oder
geistige Gewalt oder jegliche Art von Missbrauch an. Dabei orientieren wir uns an
den OECD-Leitsätzen für Multinationale Unternehmen, den ILO-Kernarbeitsnormen und
den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Im Berichtsjahr haben wir
die Anforderungen aus dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte weiter
umgesetzt. Unser Human Rights Committee hat die Aufgabe, potenzielle Auswirkungen auf Menschenrechte
bei WACKER sowie in der gesamten Wertschöpfungskette zu bewerten, bestehende Managementansätze
für Schutz- und Kontrollmechanismen zu prüfen, Schwachstellen zu identifizieren und
Informationsbedarf zu decken. Das Gremium setzt sich aus Experten für Nachhaltigkeit,
Compliance, Recht, Personal-und Sozialwesen, Einkauf und Logistik, Vertrieb sowie
für Menschenrechte im Allgemeinen zusammen und tagt mindestens viermal pro Jahr. Es
prüft Ergebnisse aus Audits und Assessments und stößt soweit erforderlich Verbesserungsmaßnahmen
an. Im Berichtszeitraum wurden keine direkten Menschenrechtsverletzungen bekannt. Vorstandsmitglied Auguste Willems ist unter anderem für die CSR-Belange und somit
auch für das Thema Menschenrechte verantwortlich, das auch im Sustainability Council
unter seiner Leitung eingebracht wird. Als Vorstandsvorsitzender unterschreibt Dr.
Rudolf Staudigl unsere Stellungnahme zum Modern Slavery Act sowie unseren Global-Compact-Fortschrittsbericht.
Im Rahmen der Initiative Together for Sustainability (TfS) binden wir unsere Lieferkette
bei Anforderungen bezüglich Menschenrechten ein. Bekämpfung von Korruption und Bestechung In unserem Geschäftsmodell haben Korruption und Bestechung keinen Platz. Entsprechende
Grundsätze sind in unserem Code of Conduct enthalten. Alle WACKER-Mitarbeiter sind
verpflichtet, diese einzuhalten. Der Chief Compliance Officer berichtet fachlich direkt an den Vorstandsvorsitzenden.
Der Gesamtvorstand wird quartalsweise über alle relevanten Compliance-Fälle des Konzerns
informiert; bei dringenden Fällen erfolgt eine unverzügliche Information an den Vorstand. Unsere Ziele sind eine hohe Teilnehmerzahl bei unseren Online-Compliance-Schulungen
sowie eine niedrige Anzahl an Korruptionsfällen. Compliance-Schulungen sensibilisieren
die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die
im Tagesgeschäft zu beachten sind. Das Schulungsthema Compliance ist für alle WACKER-Mitarbeiter
konzernweit verpflichtend. Gemäß dem Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International weist
mehr als die Hälfte der Länder, in denen WACKER geschäftlich tätig ist, ein geringes
oder sehr geringes Korruptionsrisiko auf. Nachhaltiges Lieferkettenmanagement Unser Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien bezieht Waren
und Dienstleistungen aus einer Vielzahl von Ländern. Als Mitglied der Initiativen
Global Compact der Vereinten Nationen und Responsible Care® der chemischen Industrie ist es uns wichtig, zu überprüfen, ob auch unsere Lieferanten
die allgemein anerkannten Nachhaltigkeitsgrundsätze einhalten. Dabei geht es insbesondere
um die Themen Arbeitsbedingungen, ethische Standards, Sicherheitsstandards (vor allem
beim Umgang mit Gefahrstoffen) sowie den Umgang mit lokalen Ressourcen (z. B. Wassereinsatz
oder Energieverbrauch). Seit dem Jahr 2015 ist WACKER Mitglied der Initiative Together for Sustainability
(TfS). Diese Einkaufsinitiative der chemischen Industrie hat ein Verfahren zur Überprüfung
der Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten entwickelt. Da die Prüfungsergebnisse
standardisiert und allen TfS-Mitgliedern zugänglich sind, ist das Programm auch für
die Lieferanten attraktiv. Die TfS-Audit- und -Assessment-Ergebnisse sind ein fester Bestandteil unserer Lieferantenbewertung.
Bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen sprechen wir die Lieferanten darauf an,
wie Verbesserungen erreicht werden können. Der Fortschritt wird durch Reassessments
oder wiederholte Audits verfolgt. Unverändert schlechte Ergebnisse und fehlende Kooperationsbereitschaft
haben Auswirkungen bis hin zur Beendigung der Geschäftsbeziehung. Bei der Bewertung
unserer Lieferanten steht ein risikobasierter Ansatz im Vordergrund. Wir streben an, dass die Nachhaltigkeitsleistung aller unserer als Key Supplier eingestuften
Lieferanten über TfS bewertet wird. Unsere Key Supplier stehen für 79 Prozent des
unternehmensweiten Beschaffungsvolumens. Auf diesem Weg sind wir seit dem TfS-Beitritt
gut vorangekommen. Zum Ende des Jahres 2020 waren 81 Prozent unserer Key Supplier
und 94 Prozent des Key-Supplier-Einkaufsvolumens durch ein gültiges (d. h. maximal
drei Jahre altes) TfS-Assessment bzw. -Audit abgedeckt. Die Erreichung der TfS-Ziele
wird im monatlichen Managementbericht verfolgt. Darüber hinaus erwarten wir, dass unsere Lieferanten ein Managementsystem verwenden,
das den Ansprüchen der Norm ISO 9001 (Qualität) oder vergleichbaren Anforderungen,
wie etwa GMP (Good Manufacturing Practice), genügt. Bei industriellen Lieferanten
erwarten wir zudem eine Zertifizierung nach ISO 14001 (Umweltschutz). WACKER bewertet als Mitglied von TfS nicht nur seine Lieferanten unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten,
sondern unterzieht sich selbst als Lieferant einer externen Bewertung durch EcoVadis.
Für das Jahr 2020 hat WACKER ein EcoVadis Recognition Level in Platin erreicht. Der
Konzern verbesserte sein Ergebnis von 72 Punkten im Jahr 2018 auf 75 Punkte und zählt
damit zum besten Prozent der bewerteten Unternehmen. Unsere Compliance-Anforderungen sind in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen
integriert, die wir im Jahr 2020 aktualisiert haben. Risiko- und Compliance-ManagementUnternehmensrisiken steuern Das Risiko- und Compliance-Management bei WACKER ist im Risikobericht des zusammengefassten
Lageberichts detailliert dargestellt. Das Gleiche gilt für die zentralen Risikofelder
der Geschäftstätigkeit von WACKER sowie deren Handhabung. Insgesamt sehen wir keine schwerwiegenden Risiken, die aus Umweltbelangen, Personalbelangen,
Sozialbelangen, Menschenrechten, Korruption und Bestechung resultieren. Wir sehen
auch keine schwerwiegenden Risiken, die vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit aus
den Geschäftsbeziehungen oder aus unseren Produkten resultieren. Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung Zur Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung berichten wir im zusammengefassten Lagebericht.
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Wertorientiertes Management: https://berichte.wacker.com/ 2020/geschaeftsbericht/lagebericht/steuerungssystem/wertorientiertes-management Angaben für die Wacker Chemie AG Ergänzend zu den auf den WACKER-Konzern bezogenen Angaben des zusammengefassten nichtfinanziellen
Konzernberichts sind nachfolgend die wesentlichen Kennzahlen der Wacker Chemie AG
wiedergegeben. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren
Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES,
WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig. Die Wacker Chemie
AG umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Die verwendeten Kennzahlen zur
Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die
Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet.
Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung.
Dies gilt auch für die Steuerung des Themas Nachhaltigkeit und der nichtfinanziellen
Leistungsindikatoren. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. D.13 Energieverbrauch
1
Ohne Energie durch Fremdbezug Strom, ohne eigens erzeugte erneuerbare Energie und
ohne Berücksichtigung rückgewonnener Energie D.14 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse
1
Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC (CEFIC Guidance for Reporting
on the ICCA Globally Harmonized Process Safety Metric, Juni 2016) D.15 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter
1
Unfälle ab einem Ausfalltag D.16 Anzahl Mitarbeiter und Zeitarbeiter
D.17 Umweltkennzahlen
1
CO2-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources
Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting
and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften
Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO2-Äquivalente). Die Umrechnung erfolgt auf
Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agency (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank
(Dampf & Wärme). Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen BerichtsAn den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München Wir haben die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Wacker Chemie AG, München (im
Folgenden "Wacker Chemie AG" oder "Gesellschaft") nach § 315b HGB, die mit der nichtfinanziellen
Erklärung des Mutterunternehmens nach § 289b HGB zusammengefasst ist, (im Folgenden
"zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht") für den Zeitraum vom 1.
Januar bis 31. Dezember 2020 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung
des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit
den §§315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl
und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des zusammengefassten gesonderten
nichtfinanziellen Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen
zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind
die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als
notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen
Berichts zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten
- falschen Angaben ist. Verantwortung des Wirtschaftsprüfers Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil
mit begrenzter Sicherheit über den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen
Bericht abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem International Standard on Assurance
Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews
of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, als Limited Assurance
Engagement durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen,
dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte
bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste
gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft im Berichtszeitraum vom 1. Januar
bis 31. Dezember 2020 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit
den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Dies bedeutet
nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei
einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen
im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger
umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt
wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und
sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise hinreichend
und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Sicherung der Unabhängigkeit und Qualität des Wirtschaftsprüfers Bei der Durchführung des Auftrags haben wir die Anforderungen an Unabhängigkeit und
Qualitätssicherung aus den nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen
Verlautbarungen, insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte
Buchprüfer sowie des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung
in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), beachtet. Prüfungsurteil Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen,
dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Wacker Chemie AG
für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 in allen wesentlichen Belangen
nicht in Übereinstimmung mit den §§315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt
worden ist. Verwendungsbeschränkung / AAB-Klausel Dieser Vermerk ist an den Vorstand der Wacker Chemie AG, München, gerichtet und ausschließlich
für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung. Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Vorstand
der Wacker Chemie AG, München, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen
für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 zugrunde
(https://kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der
in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen
Regelungen (einschließlich der Haftungsregelung unter Nr. 9 der Allgemeinen Auftragsbedingungen)
zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an. München, den 4. März 2021 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 und zusammengefasster LageberichtGewinn- und Verlustrechnung der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2020
Bilanz der Wacker Chemie AG zum 31. Dezember 2020
Anhang der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 20201 Grundsätze der Rechnungslegung Die Wacker Chemie AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München.
Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 159705 im Register des Amtsgerichts München
eingetragen. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München und der
Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung
der Konzernabschlüsse der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft,
München erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers. Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große
Kapitalgesellschaften und zusätzlicher, sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden,
Anforderungen aufgestellt. Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst.
Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und ggf. erläutert.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern
nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio.
€). In Einzelfällen ergeben sich daraus geringe Anpassungen aufgrund von Rundungsdifferenzen. Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2020 wurde in Anwendung
der §§ 315 Abs. 5 i. V. m. 298 Abs. 2 HGB mit dem Konzernlagebericht der Wacker Chemie
AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns
und der Wacker Chemie AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers
eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich.
Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie
AG im Geschäftsbericht der Wacker Chemie AG veröffentlicht. Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance
Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB wurden abgegeben.
Die Wacker Chemie AG erstellt gemäß §§ 289b, 289c HGB einen gesonderten nichtfinanziellen
Bericht. Die nichtfinanzielle Erklärung ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts.
Gemäß § 289b Abs. 3 HGB ist die Wacker Chemie AG von der Pflicht zur Erweiterung des
Lageberichts befreit. Die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die
Erklärung zur Unternehmensführung und die nichtfinanzielle Erklärung sind auf der
Internetseite www.wacker.com veröffentlicht. 2 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung Die Umsatzerlöse umfassen alle Erlöse aus dem Verkauf von Produkten sowie aus der
Erbringung von Dienstleistungen und aus Vermietung und Verpachtung. Sie gelten als
realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden. Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Gewinne aus Beteiligungen an verbundenen
Unternehmen phasengleich vereinnahmt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten
angesetzt und linear pro rata temporis über maximal 10 Jahre abgeschrieben. Selbst
geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und
entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich linear
pro rata temporis abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens
40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 25 Jahren und Betriebs-
und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 12 Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter
Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von 250 Euro direkt
als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von 1.000 Euro als Sammelposten über fünf
Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten
werden als laufender Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der
Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen
vor dem 1. Januar 2010 erfolgte die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen
Wirtschaftsgütern degressiv, sofern die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen
erlaubte. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung
des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von
Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des
Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen
Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der
Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Sofern nicht anders vermerkt, werden diese
Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Zuwendungen Dritter
mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter
Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert,
bilanziert. Unterverzinsliche langfristige Ausleihungen werden mit dem Marktzins abgezinst.
Sofern Ausleihungen in Fremdwährung eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben,
werden sie ohne Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips
bewertet. Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten
oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse
erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten
enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material-
und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und
Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Herstellungskosten
werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt.
Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung
beachtet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null im
Vorratsvermögen erfasst. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten
angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Durchschnitts-Methode unter Beachtung
des strengen Niederstwertprinzips. Für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten
für den Ausgleich der CO2-Emissionen des abgelaufenen Kalenderjahres wird eine Rückstellung
gebildet, die sich nach dem Wert der im Vorratsvermögen erfassten Zertifikaten bemisst.
Soweit der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtliche Abgabeverpflichtung
nicht deckt, werden zusätzliche Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von
unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem
Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen
berücksichtigt. Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Wertpapiere zweckgebunden
angelegt und dem Zugriff der Wacker Chemie AG entzogen (Deckungsvermögen). Das Deckungsvermögen
wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen
aus Altersteilzeit verrechnet. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten
übersteigt, sind Regelungen zu einer Ausschüttungssperre zu beachten. Ein übersteigender
Teil der Verpflichtungen wird als Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen.
Sofern der Wert der angelegten Mittel den Wert der handelsrechtlichen Verpflichtungen
übersteigt, erfolgt ein Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung"
auf der Aktivseite der Bilanz. Die Wertpapiere und Termingelder des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten
bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen. In fremder
Währung werden sie zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn
die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen
und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten
berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern
auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen
Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen.
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes,
der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige
Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus
insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive
latente Steuern" angesetzt. Eine sich insgesamt nach Verrechnung ergebende Steuerentlastung
wird unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch
nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt.
Hinsichtlich der Lebenserwartungen in Deutschland werden die von der Heubeck-Richttafeln-GmbH
entwickelten Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen
neben den aktuellen Lebenserwartungen auch sozioökonomische Faktoren. Erwartete künftige
Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt.
Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt
sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen
Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit
von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Für den Unterschiedsbetrag zwischen dem Wertansatz
der Rückstellung mit zehn- und siebenjährigem Durchschnittszins bestehen Regelungen
zu einer Ausschüttungssperre. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen
Grundsätzen. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses
mit der Verpflichtung verrechnet. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden jährliche
Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge und Aufwendungen
aus dem Deckungsvermögen werden im Zinsergebnis mit Aufwendungen aus der Verpflichtung
saldiert ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dazu fließen zukünftig erwartete Preis- und
Kostensteigerungen mit ein. Diese werden aus der erwarteten Preissteigerungsrate und
aus erwarteten Entgeltsteigerungen abgeleitet. Bei längerfristigen Verpflichtungen
für ungewisse Verbindlichkeiten werden die Laufzeiten in regelmäßigen Abständen überprüft.
Alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen werden berücksichtigt. Rückstellungen
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre unter Verwendung
der Barwertmethode abgezinst. Rückstellungen von bis zu einem Jahr Restlaufzeit werden
nicht abgezinst. Die Aufzinsung erfolgt mit dem Zinssatz des Vorjahres. Aufwendungen
aus Aufzinsung werden im Zinsergebnis gezeigt. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Disagios werden aktivisch
abgegrenzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit
sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit den Devisenkassamittelkursen
bewertet. Sofern sie eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben, werden sie ohne
Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips bewertet. Zur Sicherung von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken werden Devisentermingeschäfte,
Devisenswaps, Devisenoptionen und Zinsderivate abgeschlossen. Dies führt bei bestehendem
Sicherungszusammenhang zur Bildung von Bewertungseinheiten zwischen dem jeweiligen
Grundgeschäft und den dafür abgeschlossenen Sicherungsgeschäften. Die Wacker Chemie
AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab, als auch Risiken gleichartiger
Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete
Geschäfte in Fremdwährung teilweise abgesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher
Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden
gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft
innerhalb der Bewertungseinheit nach der sog. Einfrierungsmethode, d.h. durch Beibehaltung
der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit.
Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen,
werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen
pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden für Verlustüberhänge Drohverlustrückstellungen
gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit es sich
bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit
von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander
verrechnet. Kursgewinne bzw. Kursverluste aus dem operativen Geschäft und der kurzfristigen Finanzierung
von verbundenen Unternehmen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw.
Aufwendungen ausgewiesen. Kursgewinne bzw. -verluste aus langfristiger Finanzierung
werden im sonstigen Finanzergebnis gezeigt. 3 Umsatzerlöse
4 Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Währungsgeschäften,
Kostenerstattungen, der Auflösung von Rückstellungen und Versicherungserstattungen
ausgewiesen.
1)
periodenfremde Erträge In 2019 beinhalten die Versicherungserstattungen einen Erstattungsbetrag aus der
Versicherung für Betriebsunterbrechung für den Schadensfall, der sich 2017 am Standort
Charleston in den USA ereignet hatte. Er betrug 112,5 Mio. €. 5 Materialaufwand
Im Materialaufwand sind in 2020 Aufwendungen aus der Auftragsfertigung in Höhe von
372,3 Mio. € (Vorjahr 421,2 Mio. €) enthalten. 6 Personalaufwand
Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen
sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen
sowie Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie
VVaG, München, enthalten. In 2020 wurde eine Sonderzahlung an die Pensionskasse der
Wacker Chemie VVaG in Höhe von 73,2 Mio. € (Vorjahr 70,4 Mio. €) geleistet. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der
Pensionsrückstellungen, werden im Zinsergebnis erfasst. 7 Abschreibungen
Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen Stilllegungen von Anlagen. 8 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten,
Reparatur- / Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.
1)
periodenfremde Aufwendungen In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge,
Kostenübernahmen von Tochtergesellschaften, Reisekosten, sonstige personalbezogene
Kosten, Beratungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen sowie Aufwendungen
für Umweltschutz, rechtliche und andere Risiken enthalten. WACKER hat am 20. Februar 2020 ein Restrukturierungsprogramm ("Zukunft gestalten")
bekannt gegeben. Durch Reduzierung der Sachkosten und einer Verschlankung der Organisation
sollen jährlich 250 Mio. € eingespart werden. Die Einsparungen sollen zum Teil auch
durch einen Stellenabbau bis zum Ende des Jahres 2022 erreicht werden. Details zu
den Konditionen eines Freiwilligenprogramms wurden in einer am 12. Oktober 2020 unterzeichneten
Konzernbetriebsvereinbarung festgelegt. Für das Maßnahmen-Paket ist eine Obergrenze
(ATZ und Aufhebungsverträge) von insgesamt 510 Mitarbeitern festgelegt worden. Im
Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm sind Aufwendungen in Höhe von 48,9
Mio. € für zu zahlende Abfindungen im Geschäftsjahr 2020 berücksichtigt worden. 9 Finanzergebnis
Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren aus Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen
mit der Alzwerke GmbH, der DRAWIN Vertriebs-GmbH, der Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung
GmbH sowie mit der Wacker Biotech GmbH. Bei den Erträgen aus Beteiligungen handelt
es sich um Dividendenzahlungen. Zinsergebnis
1)
darin enthalten: periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr 23,1
Mio. €) Die Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung resultieren mit 85,4 Mio. € aus der Aufzinsung
der Pensionsverpflichtungen (Vorjahr 93,8 Mio. €). Die Effekte aus der Aufzinsung
und Zinsänderung anderer langfristiger Personalrückstellungen betragen 2,6 Mio. €
(Vorjahr 4,2 Mio. €). Darin enthalten ist ein Ertrag aus der Verrechnung des Aufwands
aus Aufzinsung und den Erträgen und Aufwendungen aus Deckungsvermögen für Rückstellungen
aus Altersteilzeit in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr Aufwand 1,5 Mio. €). Im Jahr 2020
betragen die Erträge aus Deckungsvermögen 2,0 Mio. € (Vorjahr Aufwand 0,2 Mio. €)
und die Aufwendungen aus Aufzinsung von 0,7 Mio. € (Vorjahr Aufwand 1,3 Mio. €). Weiterhin
sind Effekte aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen, im Wesentlichen
für Rückstellungen für Umweltschutzauflagen, in Höhe von 3,8 Mio. € enthalten (Vorjahr
3,0 Mio. €). Sonstige Finanzergebnis
In den übrigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen sind Gewinne und Verluste aus
der Bewertung von Finanz-forderungen und -schulden in Fremdwährung enthalten. 10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag
besteht. Es ergaben sich periodenfremde Steuererträge von 13,0 Mio. € (Vorjahr 42,6
Mio. €) und periodenfremde Steueraufwendungen von 0,0 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €).
Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten. Latente Steuern betreffen nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten,
sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Insgesamt erwartet die Wacker
Chemie AG als Organträger zum 31. Dezember 2020 Steuerentlastungen in Höhe von 281,4
Mio. € (Vorjahr 265,9 Mio. €), die ausschließlich aus aktiven Steuerlatenzen bestehen.
Hierbei wurde ein kombinierter Steuersatz von 28,80 % (Vorjahr 28,01 %) zugrunde gelegt.
Die Steuerentlastungen wurden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht
bilanziert. Aktive Steuerlatenzen auf Verlustvorträge wurden nicht angesetzt. Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 281,4 Mio. € (Vorjahr 265,9 Mio. €) verteilen
sich auf Anlagevermögen mit 88,1 Mio. € (Vorjahr 103,7 Mio. €), Umlaufvermögen mit
15 Mio. € (Vorjahr 13,1 Mio. €), Pensionsverpflichtungen mit 126,4 Mio. € (Vorjahr
106,9 Mio. €), übrige Rückstellungen (u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste)
sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 51,9 Mio. € (Vorjahr 42,7 Mio.
€). 11 Immaterielle Vermögensgegenstände
12 Sachanlagen
13 Finanzanlagen
Die Zugänge bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen
die Finanzierung der Wacker Biotech B.V., Amsterdam, Niederlande. Die Ausleihungen an Beteiligungen betreffen ein Fremdwährungsdarlehen an die Dow
Siloxane (Zhangjiagang) Co., Ltd. Im Geschäftsjahr 2020 wurde davon ein Betrag von
49,9 Mio. € zurückgeführt. Die Aufstellung des Anteilbesitzes ist unter Ziffer 32 aufgeführt. 14 Vorräte
Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen zum Teil erbrachte, aber noch nicht
abgerechnete, Leistungen. 15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen in Höhe von 95,5 Mio. € (Vorjahr 100,8 Mio. €) sowie Darlehens- und
Cash Pool Forderungen in Höhe von 149,6 Mio. € (Vorjahr 168,2 Mio. €). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht,
betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinsforderungen an assoziierte
Unternehmen. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden Forderungen an Steuerbehörden in
Höhe von 54,7 Mio. € (Vorjahr 54,4 Mio. €) ausgewiesen. 16 Wertpapiere und Termingelder
Unter diesem Posten werden Termingelder und Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr
als 3 Monaten und kleiner 1 Jahr ausgewiesen. 17 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten
sowie Mieten und Disagios erfasst, soweit sie zukünftige Geschäftsjahre betreffen. Die Disagios betragen zum Bilanzstichtag 2,3 Mio. € (Vorjahr 1,1 Mio. €). 18 Eigenkapital
*
Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung 2020. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht
aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien. Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617
Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000
€ entspricht dies einem Wert von 12.373.085 € (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen
Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht
im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden. Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten
und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf 73,3 Mio. € (Vorjahr
63,5 Mio. €). Dieser Wert liegt Ende 2020 um 2,5 Mio. € über den Anschaffungskosten
(Vorjahr 0,4 Mio. € unter den Anschaffungskosten) und fällt unter die Ausschüttungssperre
des § 268 Abs. 8 HGB. Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde und ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag
zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen
Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung
nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen
sieben Geschäftsjahren beläuft sich zum Stichtag auf 120,2 Mio. € (Vorjahr 117,4 Mio.
€). Eine Ausschüttungssperre (§ 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs.6 HGB) bezogen auf den Bilanzgewinn
besteht nicht. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie
AG am 7. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der
Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat am 12. April 2006
mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG
hält. Weitere Informationen sind im Unternehmensregister angegeben (www.unternehmensregister.de). 19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Für Mitarbeiter der Wacker Chemie AG wird im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung
eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie
VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert.
Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, beträgt der Firmenbeitrag
400 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Für Mitarbeiter, die nach 2004 der Pensionskasse
beigetreten sind, beträgt der Firmenbeitrag 100 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge.
Die Wacker Chemie AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf für die Anwartschaftssteigerungen
der Pensionskasse zu sichern soweit sie nicht aus den laufenden Mitgliedsbeiträgen
der Wacker Chemie AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden können. Eine Unterdeckung
der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG bestand zum Stichtag nicht. Zusätzlich gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der
Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungspflichtigen Direktzusagen. Weiter
besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, freiwillig Teile des Entgelts in unmittelbare
Versorgungszusagen umzuwandeln. Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch
nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet. Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameterzugrunde gelegt:
Bei Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen
Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren hätte sich eine Rückstellung
für Pensionen in Höhe von 1.098,6 Mio. € (Vorjahr 1.028,8 Mio. €) ergeben. 20 Andere Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen
für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Umweltschutzauflagen,
Personalverpflichtungen, mögliche Schadenersatzzahlungen, ausstehende Rechnungen sowie
Kundenboni. Im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm "Zukunft gestalten" wurden im Geschäftsjahr
2020 Rückstellungen für Abfindungen in Höhe vom 48,0 Mio. € gebildet. Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 97,6 Mio. € (Vorjahr
61,7 Mio. €) umfasst ratierlich zugeführte Verpflichtungen für noch nicht entlohnte
Anteile der Arbeitsleistung während der Beschäftigungsphase (Erfüllungsrückstand)
sowie Aufstockungsbeträge in voller Höhe. Berücksichtigt werden alle zum Jahresende
anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze.
Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese
ebenfalls in die Rückstellung einbezogen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden zusätzliche
Aufstockungsbeträge in Höhe von 23,9 Mio. € im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm
"Zukunft gestalten" zugeführt. Die Höhe der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2020 betrug 170,9 Mio.
€ (Vorjahr 125,2 Mio. €). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende
Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf 73,3 Mio. € (Vorjahr
63,5 Mio. €). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betragen
70,9 Mio. € (Vorjahr 63,9 Mio. €). Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen
Entgelt- und Rentenanpassungen entsprechen dem bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen
verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2020 zugrunde gelegte Rechnungszins
beträgt 0,54 % (Vorjahr 0,72 %). 21 Finanzverbindlichkeiten
22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten
Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich im Wesentlichen um Kundenanzahlungen
im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium. Zudem sind Anzahlungen
von Dritten enthalten, die an unseren Standorten Köln und Burghausen ansässig sind.
Sie betreffen Vorauszahlungen für die künftige Nutzung der jeweiligen Werksinfrastruktur
in Höhe von 13,6 Mio. € (Vorjahr 10,1 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen. 23 Passive Rechnungsabgrenzungsposten Die Wacker Chemie AG hat sich in 2014 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten
Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG über einen festgelegten Zeitraum von 5 Jahren
verpflichtet. Die Siltronic AG hat dafür eine einmalige Zahlung in Höhe von 39,0 Mio.
€ geleistet, die bilanziell abgegrenzt wurden. Der Posten konnte im Geschäftsjahr
2020 weiter aufgelöst werden. Der noch verbleibende Betrag beläuft sich zum 31. Dezember
2020 auf 17,5 Mio. € (Vorjahr 18,7 Mio. €). 24 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter
25 Nicht in der Bilanz enthaltene Haftungsverhältnisse Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.
Die angegebenen Bürgschaften sichern im Wesentlichen die externe Finanzierung von
verbundenen Unternehmen. Weiter enthält der Betrag Vertragserfüllungsgarantien gegenüber
Dritten für Tochterunternehmen. Darüber hinaus sichert die Wacker Chemie AG die Bezahlung
von Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen ab. Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochterunternehmen, für die die
Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen
Bürgschaften unwahrscheinlich. Die Wacker Chemie AG haftet zudem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen
Tochtergesellschaften, mit denen Beherrschungs-und Ergebnisabführungsverträge bestehen. 26 Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Prüferhonorare Die nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.
Darin enthalten sind folgende wesentliche Einzelsachverhalte: Es besteht ein Mietvertrag für das Gebäude der Hauptverwaltung München mit der PK
Wacker GSG GmbH & Co. KG, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Mietvertrag
hat eine Laufzeit bis Dezember 2022. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das
Gebäude. Auch enthalten sind weitere Miet- und Pachtverträge für Lagergebäude, Büros, Maschinen,
Kesselwagen, Container, IT-Equipment und den Fuhrpark. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter
Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.
Neben dem Bestellobligo für Investitionsvorhaben bestehen wesentliche langfristige
Abnahmeverpflichtungen aus Strom-, Gas- und Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten
bis zum Jahr 2033. Zum 31. Dezember 2020 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung
nominal auf insgesamt 1,02 Mrd. € (Vorjahr 1,35 Mrd. €). Die Verträge dienen der Sicherstellung
der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund
veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten
Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang benötigt werden. Weiter hat sich die Wacker Chemie AG zur Absicherung der langfristig vereinbarten
Abnahme von Rohstoffen durch Tochterunternehmen gegenüber einem assoziierten Unternehmen
verpflichtet. Zudem besteht im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung bei der Tochtergesellschaft
Wacker Polysilicon North America L.L.C. die Verpflichtung zur Abnahme von Polysilicium. Im Rahmen von Investitionstätigkeiten hat die Wacker Chemie AG Zulagen sowie Zuschüsse
der öffentlichen Hand erhalten. Diese sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bei
Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise
zurückgeführt werden. Die Dauer für die Erfüllung dieser Bedingungen ist zeitlich
begrenzt. Von Zeit zu Zeit ist die Wacker Chemie AG in gerichtliche und schiedsgerichtliche
Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren
können die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft keine negativen Auswirkungen. Honoraraufwand für den Abschlussprüfer
Die anderen Bestätigungsleitungen beinhalten Bestätigungen nach § 64 EEG, § 15 KWKG,
§ 20 WpHG ("EMIR"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung
sowie einer Assuranceleistung auf den nichtfinanziellen Konzernbericht. 27 Derivative Finanzinstrumente Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte,
Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Zur Sicherung von Zinsänderungsrisiken
werden Zinsderivate und zur Sicherung von Rohstoffrisiken werden ggf. Warentermingeschäfte
abgeschlossen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und
Zahlungsmitteleingangs, soweit sie auf Wechselkurs-, Zinssatz- und Rohstoffpreisänderungen
beruhen, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen
internen Richtlinien. Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:
Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrundeliegenden Kauf- und
Verkaufsbeträge. Die Marktwerte stellen den beizulegenden Zeitwert dar und beziehen
sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag.
Sie werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Bewertungsmethoden einzeln
ermittelt. Devisenkontrakte werden dabei mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag
bewertet. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte
und stellt die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners dar. Die Geschäfte werden
deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen. Die operative Sicherung im Devisenbereich sichert das Risiko von Währungsverlusten
aus bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten sowie ausgereichten und empfangenen
Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen in Fremdwährung. Zur Abdeckung dieser
Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps abgeschlossen. Im Allgemeinen
umfasst die operative Sicherung Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten:
Die strategische Sicherung dient zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit
erwarteter Transaktionen. Dazu gehören auch noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung.
Es werden Devisentermingeschäfte und -optionen für Geschäfte, die in USD abgeschlossen
wurden, mit einer maximalen Laufzeit von 13 Monaten (Vorjahr 13 Monaten) eingesetzt. Für Geschäfte die in JPY abgeschlossen wurden, werden Devisentermingeschäfte mit
einer maximalen Laufzeit von 77 Monaten eingesetzt. Bei hoher Effektivität zwischen
dem mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument
werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Für die strategische Sicherung
wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure
in US-Dollar angestrebt:
Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Wacker Chemie
AG grundsätzlich nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung
der Fair Values von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Es wurden
im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten erfasst, da die
Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren. Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten
ergeben, zusammen:
Im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr aufgenommenen Schuldscheindarlehen wurden
Zinsderivate zur Zinsoptimierung im Nominalvolumen von 110 Mio. € abgeschlossen. Der
Marktwert der Zinsderivate beträgt zum Stichtag 0,0 Mio. €. 28 Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands Der Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983
Stammaktien) einen Betrag von 2,00 Euro je Stückaktie aus dem Bilanzgewinn für das
Jahr 2019 auszuschütten. Insgesamt soll eine Dividende von 99.355.966,00 € ausgeschüttet
werden. 29 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Nahestehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen,
die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem
maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen. Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander
Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker
Familiengesellschaft mbH und deren nahestehenden Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen
von nur untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen das Anmieten von Büroräumen und
den Dienstleistungsaustausch in geringem Umfang zu marktüblichen Konditionen. Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und nahestehenden Unternehmen
Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei
die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht, sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des
Anhangs ersichtlich. Im Berichtsjahr erzielte die Wacker Chemie AG mit assoziierten
Unternehmen Umsätze, Lizenzerlöse sowie Erträge aus Verwaltungskostenumlagen in Höhe
von 137,9 Mio. € (Vorjahr 139,3 Mio. €). Assoziierte Unternehmen haben der Wacker
Chemie AG für Materialbezüge, Provisionen und sonstige Kosten im Berichtsjahr 0,1
Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind oben
unter Ziffer 25 ausgewiesen. Zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen siehe Ziffer 13. Die
Zinserträge aus der Ausleihung an Beteiligungen betragen wie 3,5 Mio. € (Vorjahr 3,9
Mio. €). Die Wacker Chemie AG mietet das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörige
Grundstück seit Oktober 2011 von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker
Chemie VVaG. Die daraus entstandenen Mietaufwendungen belaufen sich auf 4,5 Mio. €
(Vorjahr 4,4 Mio. €). Zuweisungen an die Pensionskasse führten zu einem Aufwand von
31,8 Mio. € (Vorjahr 32,7 Mio. €). Zudem wurde im Geschäftsjahr eine Sonderzahlung
in Höhe von 73,2 Mio. € (Vorjahr 70,4 Mio. €) geleistet. Zum Bilanzstichtag bestanden
Verbindlichkeiten gegenüber der Pensionskasse in Höhe von 2,6 Mio. € (Vorjahr 2,7
Mio.€). Aufsichtsrat
Dr. Peter Alexander Wacker 1,2,3
Vorsitzender Bad Wiessee Ehemaliger Vorstandsvorsitzender Wacker Chemie AG, Unternehmer Vorsitzender des Aufsichtsrats Blue Elephant Energy AG Vorsitzender des Aufsichtsrates und Kuratoriums Ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München
e.V.
Manfred Köppl*1,2,3
Stv. Vorsitzender Kirchdorf Vorsitzender Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG
Peter
Áidozó* Burghausen Stv. Vorsitzender Betriebsrat Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG
Dr. Andreas H. Biagosch
München Geschäftsführer der Impacting | GmbH & Co. KG und der Impact GmbH Mitglied des Board of Directors Ashok Leyland, Chennai, Indien Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE Vorsitzender des Beitrats ATHOS Service GmbH (seit 15. Juni 2020) Mitglied des Beirats ATHOS Service GmbH (bis 14. Juni 2020) Lürssen Werft GmbH & Co. KG (bis 12. November 2020)
Dr. Gregor Biebl
München Ministerialdirektor Bayerische Staatskanzlei
Matthias Biebl
München Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG
Markus Hautmann
(seit 01. Januar 2021) Schwandorf Bezirksleiter IG BCE Altötting Mitglied des Aufsichtsrats SMP Deutschland GmbH Siltronic AG (seit 01. Januar 2021)
Ingrid Heindl*
Reischach Mitglied Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG
Konrad Kammergruber*
(bis 30. September 2020) Burghausen Ehemaliger Leiter Infrastruktur Services der Wacker Chemie AG
Jörg Kammermann*
(bis 31. Dezember 2020) Burghausen Ehemaliger Bezirksleiter IG BCE Altötting Mitglied des Aufsichtsrats Siltronic AG (bis 31. Dezember 2020)
Eduard-Harald Klein*,1
Neuötting Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG
Franz-Josef Kortüm1,2,3
München Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE Vorsitzender des Aufsichtsrats Webasto SE (bis 31. August 2019) Vorsitzender des Beirats Brose Fahrzeugteile GmbH &Co. KG Mitglied des Board of Directors Autoliv Inc., USA
Barbara Kraller*
Taching Stv. Vorsitzender Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG
Beate Röhrig*
Unterhaching Landesbezirksleiterin IG BCE Bayern Mitglied des Aufsichtsrats ADIDAS AG Evonik Nutrition & Care GmbH (bis 01. Juli 2020)
Dr. Birgit Schwab*
(seit 01. Oktober 2020) Burghausen Leiterin Qualitätsmangement WACKER BIOSOLUTIONS Mitglied des Aufsichtsrats Burghauser Wohnbau GmbH (seit 01. Mai 2020)
Ann-Sophie Wacker
München Rechtsanwältin
Dr. Susanne Weiss
München Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin Vorsitzender des Aufsichtsrats ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG Mitglied des Aufsichtsrats Porr AG. Österreich Spielvereinigung Unterhaching (seit 03. Februar 2020) Schattdecor AG (bis 24. Juni 2019) UBM Development AG. Österreich Vorsitzender des Beirats Alu-Sommer GmbH. Österreich
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker
München Professor emeritus für Biochemie an der LMU München
•
Arbeitnehmervertreter; für die Aufsichtsratsvergütung gelten die Abführungsregularien
des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbandsangestellter Akademiker und
leitender Angestellter der chemischen Industrie e.V. (VAA). Vorstand
Dr. Rudolf Staudigl
Vorsitzender WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte Konzernentwicklung Corporate Communications Investor Relations Konzernrevision Recht Compliance Retirement Benefits Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Mitglied des Aufsichtsrats TÜV Süd AG
Dr. Christian Hartel
WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS Personal/Soziales (Arbeitsdirektor) Zentrale Ingenieurtechnik Forschung und Entwicklung Intellectual Property Region Asien
Dr. Tobias Ohler
Bilanzierung und Steuern Konzerncontrolling Finanzen und Versicherung Information Technology Procurement & Logistics Region Amerika Vorsitzender des Aufsichtsrats Siltronic AG Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG
Auguste Willems
WACKER SILICONES Sales and Distribution Werkleitungen Corporate Sercurity Umwelt/Gesundheit/Sicherheit Product Stewardship Region Europa, Mittlerer Osten 30 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG
*)
inklusive der Nebenleistungen Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten.
Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts des Wacker-Konzerns
und der Wacker Chemie AG und beinhaltet die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB. Die
Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind unter Ziffer
29 aufgeführt. 31 Aufstellung des Anteilsbesitzes Die nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder
mittelbar zur Herstellung einer dauernden Verbindung (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 und
Nr. 11b HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich
bei den inländischen Gesellschaften um Beträge nach HGB, bei den ausländischen Gesellschaften
um Beträge, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ermittelt wurden.
a)
Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen. 32 Vorgänge nach dem Abschlussstichtag Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber
der Siltronic AG am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic
Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung
sieht eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers
Co. Ltd. vor. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als
50 prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic Aktionäre.
Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben unverändert. 33 Veröffentlichung Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen
Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage
der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers
eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB
159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der
Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen. Die Offenlegung
dieses Konzernabschlusses erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers. München, den 04. März 2021 Wacker Chemie AG
Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid) Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker
Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind. München, den 04. März 2021 Wacker Chemie AG
Zusammengefasster LageberichtGrundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des Konzerns WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten,
die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht
vom Fliesenkleber bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als
3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. Wichtigster Grundstoff ist Silicium Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund
65 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium
ist. Für die restlichen 35 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere wichtigsten
Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die
Photovoltaikindustrie. Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie
steht der Ausbau der Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren,
in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können,
und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten
und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr
2020 haben wir in Shanghai ein Kompetenzzentrum für wärmeleitfähige Silicone sowie
siliconbasierte Lösungen für eine wachsende Zahl von Anwendungen in der Unterhaltungselektronik
und der Telekommunikationsindustrie eröffnet. 26 Produktionsstandorte Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten. Davon
sind zehn in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort
für WACKER ist Burghausen. » Siehe Grafik B.2 auf Seite 52 Rechtliche Unternehmensstruktur Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem
Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 53 Gesellschaften beteiligt,
die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 49 Gesellschaften voll konsolidiert.
Vier Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten
die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für
den Konzern unbedeutend sind. » Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus
ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis. Vier operative Geschäftsbereiche WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung
und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche. Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit zugeordnete Produkte, Produktionen,
Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind
zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils
dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern. » Siehe Grafik B.4 auf Seite 54 B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte![]() B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns¹![]()
1
Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen Leitung und Kontrolle Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG
ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der
Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie
und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die
Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere
mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2020 Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Konrad Kammergruber hat auf Grund seiner Pensionierung
sein Mandat im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG niedergelegt und ist mit Wirkung
zum Ablauf des 30. September 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Als neues Mitglied
rückte Frau Dr. Birgit Schwab als gewähltes Ersatzmitglied als Vertreterin der Arbeitnehmerseite
in den Aufsichtsrat nach. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 ist Jörg Kammermann, ehemaliger
Bezirksleiter der IG BCE Altötting, aus dem Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ausgeschieden.
Zu seinem Nachfolger wurde zum 01. Januar 2021 Markus Hautmann, Bezirksleiter der
IG BCE Altötting, bestellt. Im Vorstand der Wacker Chemie AG gab es im Geschäftsjahr 2020 keine Änderungen. In
seiner Sitzung vom 11. März 2020 hat der Aufsichtsrat den Vertrag von Dr. Tobias Ohler
um fünf Jahre bis 2025 verlängert. In seiner Sitzung vom 09. Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat wesentliche personelle
Weichenstellungen beschlossen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Staudigl wird mit
Ablauf der kommenden Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand treten. Zu
seinem Nachfolger hat der Aufsichtsrat Dr. Christian Hartel berufen, der von diesem
Zeitpunkt an den Vorstandsvorsitz übernimmt. Zum gleichen Zeitpunkt rückt Angela Wörl
als Arbeitsdirektorin in den Vorstand auf. » Angaben zur Ressortverteilung im Vorstand finden sich im Kapitel Weitere Informationen. Erklärung zur Unternehmensführung Die nach § 315d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung
ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten
Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise
von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben
zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den
Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem
Vorstand, gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben
zum Diversitätskonzept werden dort angegeben. » www.wacker.com/corporate-governance Nichtfinanzielle Konzernerklärung Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung
ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten.
Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts
und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2020, zur Verfügung. Er wird
außerdem im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des
Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung
der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle
Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer
unterzogen. » https://www.wacker.com/geschaeftsbericht B.3 Unternehmensstruktur von WACKER![]() Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge
des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des
Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig
Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich
im Geschäftsjahr 2020 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben
wir unser Produktportfolio erweitert. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES bietet die breiteste Produktpalette des Unternehmens.
Aus den beiden Rohstoffen Siliciummetall und Methanol werden über 2.800 Siliconprodukte
in sieben Produktgruppen produziert, darunter Silane, Siloxane, Siliconöle, Siliconemulsionen,
Siliconelastomere, Siliconharze und Kieselsäuren. Silicone besitzen eine Vielzahl
chemischer, mechanischer und haptischer Eigenschaften, die sich ganz gezielt einstellen
und immer wieder neu kombinieren lassen. Eine solche Vielseitigkeit und Anwendungsbreite
bietet kein anderer Kunststoff. Silicone sind extrem langlebig, widerstandsfähig,
wasserabweisend und UV-stabil. Als Werkstoffe sind sie in alltäglichen Anwendungen
genauso unverzichtbar wie für die Entwicklung innovativer und neuer Technologien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere
Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen
Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel
ist die Bauindustrie. Weitere Abnehmerbranchen sind die Lack-und Farben-, Papier-
und Klebstoffindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte
sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen Pharmaproteine und Impfstoffe,
Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse sowie Acetylaceton.
Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche
wie Pharmawirkstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe und Agrochemikalien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter-
und für die Solarindustrie her. Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten
Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten Burghausen, Nünchritz,
Charleston und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende
Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere
Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden
in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen
wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion
den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig
und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen (Kapitel ungeprüft) WACKER zählt in seinen drei größten Geschäftsbereichen zu den Top-3-Anbietern weltweit. Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa
die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer.
Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen
Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. B.4 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung![]() Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS
der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über
eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa,
Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Asien. Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein aus vegetarischen Rohstoffen sowie bei
Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS
Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis
verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter
ausbauen. Hohe Wettbewerbsintensität zeichnet den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON aus.
Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium
und die Entwicklung des globalen Marktumfeldes in der globalen Solarindustrie. Eigenen
Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON nach Produktionsmenge weltweit die Nummer
eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und bei monokristallinem Polysilicium
für die Solarindustrie. Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können
uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen.
Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des
Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir jedoch auch die Möglichkeit,
diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern. Auftragsentwicklung Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich.
Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger
und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Das Geschäft im Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten
bis zu einem Jahr. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und
langfristige Verträge ab; ein Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen
anhand von Marktreferenzen. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern
auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb
als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt. Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen
in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern.
Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns
dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen
Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Dazu zählen beispielsweise die
Entwicklung von Rohstoff- und Energiepreisen, aber auch Daten aus unserer Marktforschung
und aus Kundengesprächen. Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen,
sind in vielen Bereichen gleichgeblieben. Rohstoff- und Energiekosten Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen
eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Rohstoff-
und Energiekosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur.
strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch unsere
eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir
den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens
beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO2-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen.
Auf Grund der hohen Strompreise in Deutschland ergeben sich Nachteile für WACKER gegenüber
Wettbewerbern. Wir fordern deshalb die Einführung eines Industriestrompreises und
wirken diesbezüglich auf die politisch Verantwortlichen ein. Wir arbeiten zudem ständig
daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der
spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise
Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, flexiblen Abnahmemengen oder regelmäßiger Anpassung
der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch
Preisflexibilität zu erhalten. B.5 Wettbewerbspositionen von WACKER
(Tabelle B.5 ungeprüft) Währungsschwankungen Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte
unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften
das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine
Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro
gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 39 Mio. € negativ
ausgewirkt. Zusätzlich haben wir im Jahr 2020 Sicherungsgeschäfte in japanischen Yen
(JPY) abgeschlossen. Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind
wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme
für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule
und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen
der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare
Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich
festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern.
Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle
Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen US-Hersteller von Polysilicium
für Solaranwendungen erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen für Solaranwendungen
aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende
Regelung. Die USA haben ihrerseits Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens"
(Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren"
eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche
Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten könnte sich im Gesamtkontext
einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen. Ziele und StrategienStrategie des WACKER-Konzerns Die fünf übergreifenden strategischen Ziele von WACKER gelten nach wie vor. Im Mittelpunkt
stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder
führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Wir richten unser Handeln dabei an einer
nachhaltigen Entwicklung aus. » Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com Die strategischen Geschäftsziele für den WACKER -Konzern lauten weiterhin:
Die Investitionen konzentrieren sich auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte
in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen
von Vorprodukten. Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen
sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker
wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Wir wollen dabei den Anteil von
Spezialprodukten weiter erhöhen. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum
sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien.
Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser
Chemiegeschäft Wachstumspotenziale. Im Mittelpunkt unseres Programms "WACKER Operating System" (WOS) stehen: geringerer
Rohstoffeinsatz und eine höhere Prozesseffizienz unserer Anlagen. Ziel ist es, die
spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Außerdem entwickeln wir eine Vielzahl
neuer, nachhaltiger Produkte, die den CO2-Ausstoß mindern. Wir liefern unter anderem Polysilicium als Ausgangsmaterial für
Solaranlagen sowie eine Vielzahl von Produkten für die moderne, ressourcenschonende
Bauindustrie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen.
Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an. Um unsere Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, streben wir einen positiven
Cashflow an und wollen den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stetig steigern. Mit dem Programm "Zukunft gestalten", das wir Ende 2019 gestartet haben, wollen wir
die Kosten verringern und die Effizienz steigern. Die Geschäfts- und Zentralbereiche
stellen sich organisatorisch neu auf und vereinfachen dabei ihre Abläufe und Strukturen.
Gleichzeitig stärken wir die Verantwortung in den Regionen. Bis Ende 2022 will WACKER
insgesamt 250 Mio. € einsparen. Dazu gehört auch der Abbau von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen
vor allem in Deutschland. Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung.
Seit 2017 haben wir ein Digitalisierungsprogramm, das alle Kerngeschäftsprozesse umfasst
- von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren
Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Die einzelnen Projekte aus diesem Programm
werden seit Dezember 2019 in den verantwortlichen Bereichen weitergeführt. Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche WACKER SILICONES will als weltweiter Hersteller von Siliconen den Anteil an margenstarken
Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt
der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil über erzielte Skaleneffekte
Kostenführer zu sein. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ
höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie
aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver
auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und
neue Anwendungsfelder erschlossen werden. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf,
seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt
es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer
Produkte im industriellen Maßstab erlauben. Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz in
den Geschäftsprozessen. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten deutlich
zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen weiter zu erhöhen
sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. Gleichzeitig halten wir den
hohen Qualitätsstandard, mit dem wir den Maßstab in der Industrie setzen. Der Fokus
unseres Geschäfts liegt darauf, die Mengen bei Kunden aus der Halbleiterindustrie
auszubauen und das Wachstum von monokristallinen Anwendungen für die Solarindustrie
zu begleiten. SteuerungssystemWertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik.
Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der
Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen
der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die
EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens
im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die
Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen
Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das
variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Für die Kommunikation
mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle
Steuerungskennzahl. Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER -Konzern Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im
Geschäftsjahr 2020 unverändert geblieben:
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen,
die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über
die Verschuldung des Konzerns. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung
des Unternehmens dient. Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2020 EBITDA-Marge: Im Jahr 2020 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht
haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 14,2 Prozent. B.6 Soll / Ist-Abgleich
EBITDA: Für das Jahr 2020 haben wir ein EBITDA erwartet, das um etwa 20 Prozent unter
dem Vorjahr liegt. Mit einem Rückgang von 14,9 Prozent bewegte sich das EBITDA im
Rahmen unserer Erwartungen. Maßgeblich verantwortlich für das geringere EBITDA ist
ein Sonderertrag aus Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio. €, den wir im
Jahr 2019 verbucht haben. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich
um 0,7 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2020 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern
zehn Prozent. Im Jahr 2020 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene erreicht. Der
BVC war mit -169 Mio. € (2019: -1,1 Mrd. €) weiterhin negativ, aber deutlich besser
als im Vorjahr. B.7 ROCE und Wertbeitrag
1
Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen
Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern zuzüglich
Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung
der Kapitalkosten. ROCE : Erreicht hat WACKER im Jahr 2020 einen ROCE von 5,6 Prozent. In unserer Prognose
vom März 2020 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE positiv und deutlich über
Vorjahr sein wird. Netto-Cashflow: Die Prognose für 2020 war ein deutlich positiver und deutlich über
dem Vorjahr liegender Netto-Cashflow. Mit 697,7 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow
deutlich besser entwickelt als prognostiziert. Verantwortlich dafür sind geringere
Investitionen und deutliche Reduzierungen im Umlaufvermögen. Planungszyklus Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden
können. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen
sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur
strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die
geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur
verabschiedet. B.8 Strategische und operative Planung![]() Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen
Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat
verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar
die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich
überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Finanzierungsstrategie Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum
und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung
aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente. Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung
wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien
sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in
der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte
bzw. Regionen Sonderfinanzierungen. » Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2020 finden Sie im Kapitel zur
Finanzlage auf Seite 74. Operative Steuerungsinstrumente Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS).
Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit,
Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine
weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO
9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Übernahmerechtliche AngabenB.9 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB
WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 zur schwersten globalen Rezession seit fast
100 Jahren geführt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft
um 3,5 Prozent geschrumpft. Besonders stark ging die Wirtschaftsleistung in den Ländern
der Eurozone zurück. In Italien lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut den Konjunkturforschern
etwa 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, in Spanien um 11,1 Prozent. Trotz zum Teil
umfangreicher staatlicher Hilfsmaßnahmen führte die Pandemie in vielen Ländern zu
einem bedeutenden Anstieg von Arbeitslosigkeit und Armut. Auch in China, wo die Pandemie
Anfang des Jahres ihren Ausgang nahm, brach die Wirtschaft zeitweise ein. Die Volksrepublik
wies jedoch bereits im 2. Quartal 2020 wieder ein Wachstum aus. B.10 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2020![]() Quellen: weltweit: IWF, Europa: OECD, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt,
Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF Branchenspezifische Rahmenbedingungen Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen
sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie. Pandemie trifft chemische Industrie Auf Grund der Corona-Pandemie sind die Umsätze in der chemischen Industrie im 1.
Halbjahr 2020 weltweit zurückgegangen. Im Sommer setzte eine Erholung ein, die bis
zum Jahresende anhielt. Die Nachfrage nach Chemikalien und Pharmazeutika stabilisierte
sich. Der weltweite Branchenumsatz der chemischen Industrie (inkl. Pharmazeutika)
lag im Jahr 2019 nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) bei 5,1
Bio. €, mehr als 50 Prozent davon kamen aus Asien. In den vergangenen Jahren haben
sich die Wachstumszentren immer mehr in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer
verschoben. Investitionen finden verstärkt in Ländern mit geringen Energie- und Rohstoffkosten
statt. Europa profitiert über den Außenhandel von den Wachstumsmärkten. Dieser Trend
setzte sich 2020 fort. Für die chemische Industrie in Deutschland war 2020 ein schwieriges Jahr. Der Umsatz
in Deutschlands drittgrößter Branche verringerte sich laut VCI um sechs Prozent auf
186 Mrd. € (2019: 193 Mrd. €). Unter dem Corona-bedingten Auftragsrückgang litt das
Auslandsgeschäft in nahezu allen Exportmärkten (-6,5 Prozent) ebenso wie der Umsatz
im Inland (-5,5 Prozent). Die Produktion fiel um drei Prozent. Die Chemie alleine
ohne die fast stabile Pharmabranche verbuchte ein Minus von vier Prozent. Rückgang der Bauinvestitionen Auch wenn andere Wirtschaftsbereiche deutlich stärker betroffen waren, hat sich die
Corona-Pandemie 2020 auch auf die Bauwirtschaft negativ ausgewirkt. Projekte wurden
verzögert, Investitionen verschoben. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts
B + L Marktdaten GmbH waren die Bauinvestitionen in fast allen Märkten rückläufig.
Weltweit ging das Bauvolumen 2020 um -2,3 Prozent auf insgesamt 9,11 Bio. US-$ zurück.
(2019: 9,32 Bio. US-$). Am stärksten fiel der Rückgang mit -6,4 Prozent in Südamerika
aus. Aber auch in Westeuropa (-5,5 Prozent) lag das Bauvolumen deutlich unter dem
Niveau des Vorjahres. B.11 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2020![]() Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020 Markt für Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Minus Das Volumen des weltweiten Elektrotechnik- und Elektronikmarktes ist im Jahr 2020
nach Schätzungen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
(ZVEI) um drei Prozent zurückgegangen und lag bei rund 4,37 Bio. € (2019: 4,51 Bio.
€). Während die Folgen der Corona-Pandemie in den Industrieländern für einen Rückgang
um rund sieben Prozent sorgten, fiel das Minus in den Schwellenländern mit einem Minus
von einem Prozent vergleichsweise moderat aus. Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung Die globale Solarbranche ist im Jahr 2020 weitergewachsen. Nach Angaben verschiedener
Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 140 Gigawatt (GW)
neu installiert (2019: ca. 120 GW). Das sind rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr.
Zum Jahresende 2020 waren damit weltweit mehr als 700 GW Photovoltaikleistung installiert.
Rund die Hälfte der Neuinstallationen wurden 2020 in China, Japan und den USA getätigt.
Trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte damit ein Wachstum der
globalen PV-Märkte im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Neben Fördermaßnahmen
haben insbesondere die stark gesunkenen Systemkosten erheblich zum weltweiten Ausbau
der PV-Installationen beigetragen. Photovoltaik ist bereits heute wettbewerbsfähig
mit der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern. Nicht geförderter Solarstrom
hat sich weiter verbilligt. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen
lag sein Handelspreis bereits bei unter 15 US-$ pro Megawattstunde. B.12 Neu installierte PV-Leistungen 2020 und 2019
Quellen: Bundesnetzagentur, Solar Energy Industries Association (SEIA), China National
Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien,
eigene Marktuntersuchungen von WACKER Trotz der global gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der
Photovoltaikindustrie herausfordernd. In den USA und Indien sorgen Strafzölle auf
importierte Solarzellen und Module für höhere Preise und damit für ein gebremstes
Wachstum. In China wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein Wachstum im Vergleich
zum Vorjahr erzielt. Der hohe Wettbewerbsdruck hält auf allen Wertschöpfungsstufen
an. B.13 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa![]() Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt Rohstoffpreise niedriger als im Vorjahr Die Rohstoffpreise waren 2020 insgesamt niedriger als im Vorjahr, wobei sich die
Preisverläufe der einzelnen Materialien unterschiedlich darstellten. Die Preisentwicklung
war geprägt durch die teils abrupten Nachfrageveränderungen infolge der Corona-Pandemie.
Das hat sich auf die gesamten Wertschöpfungsketten ausgewirkt. Nachdem es zu Beginn
des Jahres einen Preisanstieg gab, fielen die Preise für metallurgisches Silicium
infolge verminderter Nachfrage insbesondere für Aluminiumanwendungen im 2. und 3.
Quartal. Zum Jahresende kam es zu einer Erholung der Preise. Die Ethylenpreise in
Europa wurden im Wesentlichen durch den Hauptkostenfaktor Naphtha und damit durch
die Entwicklung der Erdölpreise bestimmt. Die sehr gute Angebotssituation sowie die
Bewegungen der Kohle-und Ölpreise, welche für die fundamentale Preisbildung von Methanol
ausschlaggebend sind, führten zu stark sinkenden Methanolpreisen bis zur Jahresmitte.
Im Anschluss stiegen die Preise dann stark an infolge höherer Vorproduktkosten sowie
einer geringeren Mengenverfügbarkeit. Eine ähnliche Entwicklung war bei Vinylacetatmonomer
zu sehen. Getrieben durch eine schwächere Nachfrage infolge der Pandemie sowie durch
niedrigere Preise der Vorprodukte sanken zunächst die Preise. Im 2. Halbjahr zogen
sie dann wieder an. Strom- und CO2-Preise sinken Die Preise der für WACKER wichtigsten Energieträger sanken infolge der Corona-Pandemie
im Frühjahr 2020 temporär in erheblichem Umfang. Auf dem globalen Rohölmarkt fielen
die Preise auf Grund des Nachfrageeinbruchs auf ein Drei-Jahres-Tief. Nach Reduzierungen
der OPEC-Fördermengen und Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen erholten
sich die Preise im Jahresverlauf langsam, erreichten jedoch nicht ihr vorheriges Niveau.
Die deutschen Strompreise gaben unter dem Einfluss historisch niedriger Gas- und Kohlepreise,
hoher Einspeisemengen erneuerbaren Stroms sowie einer geringeren Nachfrage von Seiten
der Industrie zunächst weiter nach und stabilisierten sich im Jahresverlauf bei einem
Preis von rund 40 €/MWh. Getrieben von stark steigenden Gas-, Kohle-und CO2-Preisen erreichten die Strompreise zum Jahresende ihren Jahreshöchstwert. Zusätzlich
sind die Strompreise in Deutschland mit Abgaben und Umlagen belastet. Dazu zählen
unter anderem Netzentgelte, Stromsteuer und die EEG-Umlage. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate fielen auf Tagesbasis im 1. Quartal auf rund 16 € pro Tonne.
Die einsetzende Erholung ließ die Preise auf Tagesbasis zum ersten Mal seit mehr als
zehn Jahren über 30 € pro Tonne steigen. In der zweiten Jahreshälfte stabilisierten
sich die Preise zunächst im Bereich von 25 € pro Tonne, ehe sie im Dezember auf über
30 € pro Tonne stiegen. Dabei wies der Preisverlauf eine erhebliche Volatilität auf. B.14 Marktpreisentwicklung der für WACKER relevanten Energieträger![]() Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen Die wirtschaftspolitischen Risiken haben sich im Geschäftsjahr 2020 vor allem durch
die Corona-Pandemie deutlich erhöht. Das hat die Entwicklung der Weltwirtschaft maßgeblich
beeinflusst. Mit Ausnahme von China verzeichnen alle großen Volkswirtschaften eine
Abnahme ihrer Wirtschaftsleistung. Seit der Finanzkrise 2009 war der Rückgang der
Weltwirtschaft nicht mehr so stark wie im abgelaufenen Jahr. Das Chemiegeschäft von WACKER hat sich unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen
im Jahr 2020 ordentlich entwickelt. Besonders im 2. Quartal 2020 verzeichnete WACKER
einen deutlichen Rückgang im Umsatz. Mit Beginn des 3. Quartals setzte eine Erholung
des Geschäfts ein, die sich im 4. Quartal weiter fortsetzen konnte. Deutlich unter
Vorjahr blieb der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Der Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS blieb dagegen nur leicht unter dem Vorjahreswert. Der Geschäftsbereich
WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg. Das operative Ergebnis
der Chemiebereiche blieb leicht unter dem Vorjahr. Der wesentliche Grund dafür sind
niedrigere Durchschnittspreise für Standardprodukte in unserem Silicongeschäft. Das
hat das EBITDA von WACKER SILICONES vermindert. WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS
konnten beim EBITDA zulegen. Das Polysiliciumgeschäft ist im Umsatz durch höhere Absatzmengen
leicht gewachsen. Das Ergebnis von WACKER POLYSILICON liegt auf Grund einer im Jahr
2019 verbuchten Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen deutlich unter Vorjahr.
Auf vergleichbarer Basis hat sich das operative Ergebnis aber deutlich verbessert. In den drei großen Regionen Europa, Asien und Amerika sind die Umsätze auf Grund
der Corona-Pandemie zurückgegangen. In Europa und Asien blieb der Umsatz im mittleren
einstelligen Prozentbereich unter Vorjahr, in Amerika im hohen einstelligen Prozentbereich. Für den Geschäftsverlauf wesentliche EreignisseAkquisitionen / Beteiligungen WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 keine Unternehmen erworben und hat sich auch nicht
an Unternehmen beteiligt. Desinvestitionen WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 eine Vereinbarung mit GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan,
getroffen, seine Anteile in Höhe von 30,83 Prozent an der Siltronic AG abzugeben,
vorausgesetzt die verschiedenen fusionskontrollrechtlichen und außerwirtschaftlichen
Freigaben werden erteilt. Investitionen Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant geringer. Sie beliefen
sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen
Ländern für unsere drei Chemiebereiche. In Ulsan, Südkorea, ist ein neuer Dispersionsreaktor
fertiggestellt worden. In Nanjing, China, erweitern wir unsere Produktionskapazitäten
um einen neuen Reaktor für Dispersionen und einen Sprühtrockner für Dispersionspulver.
In Amsterdam haben wir in den Aufbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus
investiert sowie in Anlagen zur Produktion von Biopharmazeutika. Daneben hat WACKER
in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert
sowie in Infrastrukturmaßnahmen an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen
und Nünchritz. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf WACKER hat seine im Geschäftsbericht 2019 ausgegebenen Ziele für 2020 im Laufe des
Jahres den Auswirkungen der Corona-Pandemie angepasst. Ausschlaggebend dafür war der
vor allem im 2. Quartal massive Einbruch der Weltwirtschaft. Bereits bei der Vorlage
des Geschäftsberichts 2019 Mitte März hatte das Unternehmen wegen der nicht verlässlich
abzuschätzenden Folgen der Pandemie für die Ertrags- und Finanzlage seine Jahresprognose
unter Vorbehalt gestellt. Verzicht auf Prognose nach Abschluss des 1. Quartals WACKER hat Anfang des Jahres 2020 prognostiziert, seinen Umsatz um einen niedrigen
einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht unter Vorjahr
liegen, das EBITDA um rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der ROCE sollte positiv
sein und deutlich über Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv und
deutlich über Vorjahr erwartet. Die Investitionen sollten bei rund 350 Mio. € und
die Abschreibungen bei rund 425 Mio. € liegen. Die Nettofinanzschulden wurden deutlich
niedriger als im Vorjahr erwartet. Mit der Veröffentlichung der Zwischenmitteilung zum 1. Quartal im April 2020 hat
WACKER davon Abstand genommen, eine Jahresprognose zu geben. Zu diesem Zeitpunkt war
nicht verlässlich abzusehen, wie lange und wie stark die weltweit getroffenen staatlichen
Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen das Geschäft des Unternehmens beeinträchtigen
werden. Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER erneut auf einen konkreten
Ausblick für das Gesamtjahr 2020 verzichtet, da die Auswirkungen des weltweiten Infektionsgeschehens
auf das Geschäft des Unternehmens weiterhin nicht hinreichend genau zu beziffern waren.
WACKER hat jedoch deutlich gemacht, dass infolge der Pandemie sowohl der Umsatz als
auch das EBITDA und die EBITDA-Marge des Geschäftsjahres 2020 unter dem Niveau des
Vorjahres erwartet werden. Der Netto-Cashflow sollte über dem Vorjahreswert liegen. In seiner Zwischenmitteilung zum 3. Quartal hat WACKER seine Erwartungen für den
Umsatz, das EBITDA und die EBITDA-Marge beibehalten. Der Netto-Cashflow sollte nun
deutlich über dem Wert des Vorjahres liegen. WACKER schließt das Geschäftsjahr 2020 im Rahmen seiner Erwartungen ab WACKER hat 2020 einen Umsatz von 4,69 Mrd. € (2019: 4,93 Mrd. €) erzielt und blieb
damit um 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie
ging der Umsatz im 2. Quartal 2020 stark zurück. Im 3. und 4. Quartal hat WACKER diesen
Einbruch vor allem dank der robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie bei Polysilicium
teilweise wieder aufgeholt, konnte ihn aber nicht vollständig ausgleichen. Neben den
im Jahresvergleich insgesamt etwas niedrigeren Absatzmengen haben auch Preisveränderungen
und Währungseffekte die Umsatzentwicklung gebremst. Das EBITDA blieb mit 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €) um 14,9 Prozent unter Vorjahr.
Entsprechend ist auch die EBITDA-Marge niedriger als im Vorjahr. Maßgeblich für den
Rückgang des EBITDA ist der Sonderertrag des Vorjahres aus Versicherungsleistungen
in Höhe von 112,5 Mio. €. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich
um 0,7 Prozent zurückgegangen. Der Netto-Cashflow ist mit 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €) deutlich über Vorjahr.
Ursächlich für diesen starken Anstieg sind unter anderem deutliche Reduzierungen im
Umlaufvermögen und deutlich geringere Investitionen. Der ROCE ist mit 5,6 Prozent
deutlich positiv und deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Investitionen auf 224,4 Mio. €. Sie lagen
damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 379,5 Mio. €. Die Nettofinanzschulden lagen zum Jahresende bei 67,5 Mio. € (2019: 713,7 Mio. €)
und waren damit deutlich niedriger als im Vorjahr. B.15 Aufwand Kostenarten
B.16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf
ErtragslageKonzernumsatz liegt mit 4,69 Mrd. € fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres von 4,93 Mrd. € Der WACKER -Konzern blieb im Geschäftsjahr 2020 beim Umsatz unter dem Niveau des
Vorjahres. Insbesondere in den Monaten April bis Juni ging der Umsatz auf Grund der
Corona-Pandemie deutlich zurück. Niedrigere Preise und Absatzmengen, vor allem im
Geschäftsbereich WACKER SILICONES, sind der wesentliche Grund dafür. Ausgewirkt haben
sich aber auch Produktmixeffekte sowie Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich
schwächeren US-Dollar. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sank der Umsatz nur leicht
und der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg.
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erzielte einen Jahresumsatz von 2,24 Mrd. €
(2019: 2,45 Mrd. €) und blieb damit auf Grund geringerer Absatzmengen und Preise für
Standardprodukte um neun Prozent unter dem Wert des Vorjahres. WACKER POLYMERS erwirtschaftete
2020 einen Umsatz von 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Das ist ein leichtes Minus
von einem Prozent. Der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich leicht um ein Prozent
auf 246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON
stieg insbesondere auf Grund höherer Absatzmengen im zweiten Halbjahr um zwei Prozent
auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €). » Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht
Seite 68. Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz
belief sich auf 3,91 Mrd. € (2019: 4,13 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind
das 83 Prozent. » Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht Seite 70. Konzern-EBITDA liegt bei 666,3 Mio. €, EBITDA-Marge beträgt 14,2 Prozent Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent
gesunken. Es beläuft sich auf 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €). Die EBITDA-Marge
liegt mit 14,2 Prozent unter dem Vorjahr (2019: 15,9 Prozent). Im EBITDA des Vorjahres
ist eine verbuchte Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen für den Schadensfall
am US-Standort Charleston im Jahr 2017 enthalten. Diese Sonderzahlung in Höhe von
112,5 Mio. € hat WACKER in den Herstellungskosten ausgewiesen. Bereinigt um diesen
Betrag beläuft sich das EBITDA des Geschäftsjahres 2020 auf 670,9 Mio. €. Auf vergleichbarer
Basis ist das EBITDA um ein Prozent gesunken. Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs
auf Grund der Corona-Pandemie im 2. Quartal konnte WACKER durch Einsparungen bei den
laufenden Sachkosten und durch geringere Rohstoffkosten die Herstellungskosten und
Funktionskosten reduzieren. Das hat das EBITDA positiv beeinflusst. Bestandteil des
Effizienzprogramms ist auch ein Personalabbau. WACKER hat für freiwillige Abfindungen
an Mitarbeiter 48,0 Mio. € im 4. Quartal zurückgestellt. Die Kosten dafür haben das
EBITDA belastet. Positiv auf das EBITDA hat sich das Equity-Ergebnis des Konzerns ausgewirkt. Es beläuft
sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Das Ergebnis der Siltronic trägt in Höhe
von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) zum Equity-Ergebnis bei. » Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht
Seite 68. B.17 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich![]() B.18 Überleitung EBITDA auf EBIT
EBIT liegt bei 262,8 Mio. € Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr
auf 262,8 Mio. € (2019: -536,3 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von 5,6 Prozent
(2019: -10,9 Prozent). Das negative EBIT im Vorjahr ist zurückzuführen auf eine Wertberichtigung
auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON in Höhe von 760,0
Mio. € auf Grund der niedrigen Preise für Polysilicium. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen
sich die Abschreibungen auf 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd. €). B.19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis
Herstellungskosten rückläufig im Vergleich zum Vorjahr Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 869,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2019:
803,2 Mio. €) um acht Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf
3,82 Mrd. € (2019: 4,12 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 18,5 Prozent (2019:
16,3 Prozent). WACKER konnte die Herstellungskosten durch Effizienzmaßnahmen reduzieren.
Auch geringere Rohstoff- und Energiekosten haben die Herstellungskosten verbessert.
Die im September 2019 verbuchte Versicherungsleistung in Höhe von 112,5 Mio. € aus
dem Schadensfall am US-Standort Charleston ist in den Herstellungskosten des Vorjahres
ausgewiesen. Bestandsabwertungen erhöhten die Herstellungskosten um 22,5 Mio. € (2019:
46,3 Mio. €). Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 84 Prozent auf 81 Prozent
gesunken. Funktionskosten deutlich rückläufig Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine
Verwaltungskosten) sind im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen.
Sie sanken auf 586,7 Mio. € (2019: 633,4 Mio. €). Zurückzuführen ist dieser Rückgang
vor allem auf geringere Sach- und Reisekosten sowie Effizienzmaßnahmen in allen Bereichen. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr
2020 auf -57,4 Mio. € (2019: -760,4 Mio. €). Der sonstige betriebliche Aufwand enthält
48,9 Mio. € Aufwendungen für Abfindungsleistungen, die im Rahmen eines Freiwilligenprogramms
im Wesentlichen im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Im Vorjahr enthielt der sonstige betriebliche
Aufwand eine Wertminderung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON
in Höhe von 760 Mio. €. Verluste aus dem Währungsergebnis belasteten das sonstige
betriebliche Ergebnis mit -7,8 Mio. € (2019: -12,7 Mio. €). Beteiligungsergebnis Das Equity-Ergebnis ging auf Grund des niedrigeren Ergebnisses der Siltronic AG zurück.
Es belief sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Siltronic steuerte ein Ergebnis
in Höhe von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) bei. Finanz- und Zinsergebnis Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr.
Es belief sich auf -44,9 Mio. € (2019: -54,9 Mio. €). Zinserträge von 8,1 Mio. € (2019:
10,6 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,0 Mio. € (2019: 20,3 Mio. €)
gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf -13,9 Mio. € (2019: -9,7 Mio. €).
WACKER hat in 2020 weitere Finanzschulden aufgenommen, um die Liquiditätsbasis zu
stärken. Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -31,0 Mio. € (2019: -45,2 Mio. €). Neben
geringeren Zinseffekten aus Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte
und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen
eingesetzt werden. Ertragsteuern Der Konzern weist für das Jahr 2020 einen Steueraufwand von 15,6 Mio. € (2019: 38,4
Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 7,1 Prozent (2019: 22,7 Prozent
bereinigt um den Wertminderungsaufwand von 760 Mio. €). Das bereits nach Steuern ausgewiesene
Equity-Ergebnis der Siltronic AG, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist, mindert
die Steuerquote ebenso wie steuerfreie Erträge und periodenfremde Steuern. Konzernergebnis Das Konzernergebnis beträgt auf Grund der genannten Effekte 202,3 Mio. €. Im Vorjahr
hat WACKER einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -629,6 Mio. € ausgewiesen. Kapitalrendite (ROCE) Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug
zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis
der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung
des ROCE ein. Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 5,6 Prozent (2019: -11,3
Prozent). Ursächlich für den Anstieg ist das deutlich bessere EBIT. Die Mittelbindung
ist auf Grund eines verbesserten Working Capital zurückgegangen. Das Capital Employed
sank im Geschäftsjahr von 5.183,5 Mio.€ auf 4.111,4 Mio.€. SegmentberichterstattungWACKER SILICONES Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen.
Er belief sich auf 2,24 Mrd. € (2019: 2,45 Mrd. €). Das sind im Vergleich 8,5 Prozent
weniger als im Vorjahr. Dafür verantwortlich sind niedrigere Preise bei Standardsiliconen
sowie rückläufige Mengen und negative Währungseffekte. Regional betrachtet ist der
Umsatz von WACKER SILICONES in Amerika, Asien und Europa zurückgegangen. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesunken. Es verringerte sich um 19,0
Prozent auf 387,8 Mio. € (2019: 478,5 Mio. €). Dafür verantwortlich sind deutlich
niedrigere Mengen und Preise für Standardsilicone und rückläufige Mengen. Die EBITDA-Marge
belief sich auf 17,3 Prozent (2019: 19,5 Prozent). Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 49,9 Prozent gesunken. Sie beliefen
sich auf 96,9 Mio. € (2019: 193,6 Mio. €). Die Mittel gingen in neue Anlagen vorwiegend
an den deutschen Standorten. Zum 31. Dezember 2020 waren im Geschäftsbereich 5.076
Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2019: 5.267). B.20 Segmentdaten WACKER SILICONES
WACKER POLYMERS Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist im Jahr 2020 leicht um 1,3 Prozent
gesunken. Er belief sich auf 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Niedrigere Preise und
negative Währungseffekte haben das Umsatzwachstum gebremst. Während im Geschäft mit
Dispersionspulver mehr Mengen abgesetzt wurden, gingen die Absatzmengen bei Dispersionen
zurück. Die Umsätze von WACKER POLYMERS in Europa und Asien bewegten sich auf dem Niveau
des Vorjahres, in Amerika ging der Umsatz zurück. Gut entwickelt hat sich im Jahr
2020 das Geschäft mit Polymeranwendungen für die Bauindustrie. Das EBITDA lag mit 270,5 Mio. € (2019: 194,2 Mio. €) 39,3 Prozent über dem Vorjahr.
Hier haben sich Verbesserungen bei den Herstellungskosten sowie im Vergleich zum Vorjahr
niedrigere Rohstoffpreise positiv ausgewirkt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 20,8
Prozent (2019: 14,8 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Sie betrugen
35,6 Mio. € (2019: 62,4 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in den
Ausbau der Kapazitäten in Nanjing, China und nach Deutschland. Die Zahl der Mitarbeiter
ist zum 31. Dezember 2020 auf 1.540 gesunken (31. Dezember 2019: 1.630). B.21 Segmentdaten WACKER POLYMERS
WACKER BIOSOLUTIONS Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2020 seinen Umsatz
um 1,3 Prozent auf 246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €) steigern. Maßgeblich für den
Anstieg waren höhere Absatzmengen im Geschäft mit biopharmazeutischen Produkten und
bei Cyclodextrinen. Niedrigere Absatzmengen bei einigen Produkten haben den Umsatzanstieg
gebremst. Regional betrachtet hat sich der Umsatz in Europa sehr positiv entwickelt,
in Amerika und in Asien kam es zu Umsatzrückgängen. Das EBITDA liegt mit 38,1 Mio. € (2019: 31,1 Mio. €) deutlich über dem Vorjahr. Dafür
verantwortlich sind das Mengenwachstum und eine bessere Kostenstruktur. Die EBITDA-Marge
belief sich auf 15,5 Prozent (2019: 12,8 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf
19,9 Mio. € (2019: 13,2 Mio. €). Das sind 50,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Schwerpunkt
der Investitionen war der neue Produktionsstandort zur Herstellung von Biopharmazeutika
in Amsterdam. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich zum 31. Dezember 2020 auf 764 erhöht (31. Dezember
2019: 754). B.22 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS
WACKER POLYSILICON Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2020
leicht erhöht. Er belief sich auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €). Das ist ein Anstieg
von 1,6 Prozent. Die wesentlichen Gründe dafür sind höhere Absatzmengen sowie ein
besserer Produktmix. Asien war auch im Jahr 2020 die wichtigste Absatzregion für die
Produkte des Geschäftsbereichs. Das EBITDA von WACKER POLYSILICON summierte sich auf 4,7 Mio. € (2019: 56,9 Mio.
€). Das sind 91,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereinigt um den Sonderertrag des
Vorjahres aus Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall in Charleston in Höhe von
112,5 Mio. € hat der Geschäftsbereich sein EBITDA allerdings um 60,3 Mio. € erhöht.
Vor allem weitere Verbesserungen bei den Herstellkosten haben sich hier positiv bemerkbar
gemacht. Die EBITDA-Marge belief sich auf 0,6 Prozent (2019: 7,3 Prozent). Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich erneut verringert auf 24,9 Mio.
€ (2019: 35,3 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten ist auf 2.180 zurückgegangen (31.
Dezember 2019: 2.333). B.23 Segmentdaten WACKER POLYSILICON
Sonstiges Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 128,0
Mio. € (2019: 157,6 Mio. €). Das sind 18,8 Prozent weniger als im Vorjahr. B.24 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten![]() Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -35,3 Mio. € (2019:
22,4 Mio. €). Der Rückgang ist auf das niedrigere Equity-Ergebnis der Siltronic zurückzuführen
und auf Einmalaufwendungen aus dem Programm "Zukunft gestalten". Das EBIT aus "Sonstiges" lag bei -117,6 Mio. € (2019: -66,7 Mio. €). Zum 31. Dezember 2020 waren im Segment "Sonstiges" 4.723 Mitarbeiter beschäftigt
(31. Dezember 2019: 4.674). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen
und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz
sowie Zentralfunktionen. Regionenbericht Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,69 Mrd.
€ (2019: 4,93 Mrd. €) erwirtschafteten wir 83,3 Prozent (2019: 83,8 Prozent) im Ausland.
Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 16,7 Prozent. Region Asien mit Umsatzrückgang Im Geschäftsjahr 2020 ist der Umsatz in der Region Asien zurückgegangen. Er sank
um 4,3 Prozent auf 1,69 Mrd. € (2019: 1,76 Mrd. €). Der Umsatz in Greater China bewegte
sich mit 1,02 Mrd. € (2019: 1,05 Mrd. €) leicht unter dem Niveau des Vorjahres. In
Südostasien verzeichnete WACKER einen deutlichen Rückgang. Der Anteil der Region Asien
am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 36,0 Prozent (2019: 35,8 Prozent). Geschäft in Europa ebenfalls schwächer In Europa hat sich das Geschäft von WACKER abgeschwächt. Der Umsatz verringerte sich
um 3,8 Prozent auf 1,93 Mrd. € (2019: 2,00 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag
bei 41,1 Prozent (2019: 40,7 Prozent). B.25 Außenumsatz am Sitz des Kunden
Region Amerika verzeichnet deutlichen Umsatzrückgang Der Umsatz in der Region Amerika ist um 9,4 Prozent auf 832,9 Mio. € (2019: 919,5
Mio. €) gesunken. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,8
Prozent (2019: 18,7 Prozent). B.26 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft
Sonstige Regionen In den sonstigen Regionen der Welt ist der Umsatz leicht gestiegen. Er erhöhte sich
um 1,7 Prozent auf 244,4 Mio.€ (2019: 240,3 Mio. €). Vermögenslage Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um
sieben Prozent erhöht. Sie stieg um 459,5 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember
2020 auf 6,95 Mrd. € (31. Dezember 2019: 6,49 Mrd. €). Die größten Veränderungen betreffen
die Liquidität. WACKER weist zum 31. Dezember 2020 auf Grund des hohen Mittelzuflusses
aus dem operativen Geschäft sowie zusätzlicher Kreditaufnahmen liquide Mittel in Höhe
von 1,34 Mrd. € aus. WACKER hat im Dezember 2020 ein Angebot von GlobalWafers Co.
Ltd., Taiwan, angenommen, seine Siltronic-Anteile an GlobalWafers Co. Ltd. im Rahmen
eines Übernahmeangebots abzugeben, falls dieses erfolgreich ist. Aus diesem Grund
haben wir die at-Equity-Beteiligung in den Posten zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte
umgegliedert. Auf der Passivseite erhöhten sich die Pensionsrückstellungen auf Grund
der niedrigen Diskontierungszinssätze. Dies führt zu einem deutlichen Rückgang des
Eigenkapitals. B.27 Vermögens- und Kapitalstruktur![]() B.28 Bilanzentwicklung Aktiva
Anlagevermögen sinkt auf Grund der Umgliederung der Siltronic-Anteile Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen hat sich im Vergleich
zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 865,0 Mio. € auf 2,58 Mrd. € verringert (31.
Dezember 2019: 3,44 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen sank dabei auf 2,39 Mrd. € (31.
Dezember 2019: 2,64 Mrd. €) auf Grund planmäßiger Abschreibungen. Die laufenden Abschreibungen
beliefen sich auf 403,5 Mio. €. Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 224,4
Mio. € (2019: 379,5 Mio. €) zurückgegangen. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf
die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen.
WACKER hat auf die wirtschaftlichen Risiken, die mit der Corona-Pandemie verbunden
sind, flexibel reagiert und Investitionen zum Teil verschoben. Mehr als die Hälfte
der Investitionen wurden in Deutschland getätigt. Währungsveränderungen haben den
Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € reduziert. Grund ist der im
Jahresverlauf stärkere Euro im Vergleich zum US-Dollar. Auf der Aktivseite wurden Nutzungsrechte aus Leasingverträgen in Höhe von 110,8 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 119,8 Mio. €) bilanziert. Gleichzeitig beliefen sich die Finanzierungsverbindlichkeiten
aus Leasingverträgen auf 122,8 Mio. €. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €). In den als
Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien werden Nutzungsrechte in Höhe von 1,2 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 7,1 Mio. €) ausgewiesen, da WACKER langfristige Untermietverträge
für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen ist. Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber
der Siltronic AG, am 09. Dezember 2020 eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Siltronic-Anteile
von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Der Andienungszeitraum
endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50-prozentigen Annahme des Angebots
von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. WACKER hat die Siltronic-Beteiligung
in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 in zur Veräußerung gehaltene
Vermögenswerte umgegliedert. Damit weist WACKER aktuell geringere at Equity bewertete
Beteiligungen in Höhe von 49,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 640,4 Mio. €) aus. Langfristige Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2020
auf 794,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 700,8 Mio. €). Sie erhöhten sich im Vergleich
zum Vorjahresende um 13 Prozent. Deutlich gestiegen sind die aktiven latenten Steuern
von 632,9 Mio. € auf 770,8 Mio. €. Hier wirkte sich der Anstieg der Pensionsrückstellungen
aus. Eine Ausleihung an ein Joint-Venture-Unternehmen wurde in Höhe von 50,8 Mio.
€ getilgt. Working Capital sinkt um 14 Prozent Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent gestiegen.
Sie beliefen sich auf 3,58 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,35 Mrd. €). Zurückzuführen
ist das im Wesentlichen auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Die Vorräte gingen um
zehn Prozent zurück von 979,8 Mio. € auf 879,5 Mio. €. Dafür verantwortlich ist vor
allem die erhöhte Nachfrage nach unseren Produkten im 2. Halbjahr 2020, nachdem es
im 2. Quartal 2020 durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Umsatzrückgang gegeben
hatte. Das Working Capital war zum 31. Dezember 2020 um 14 Prozent geringer als zum Stichtag
2019. Es belief sich auf 1,08 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €). Hier haben
sich die Rückgänge bei den Vorräten um zehn Prozent ausgewirkt. Die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen blieben mit 627,0 Mio. € nahezu konstant. Die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 20 Prozent. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen ist auf das höhere Einkaufsvolumen im 2. Halbjahr 2020
und verlängerte Zahlungsziele zurückzuführen. WACKER hatte zuvor auf Grund geringerer
Absatz- und Produktionsmengen sein Einkaufsvolumen im 2. Quartal reduziert. B.29 Working Capital
Liquidität steigt auf 1,34 Mrd. € Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere
und Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen
Wertpapiere und Festgelder beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2020 auf 712,0 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 109,4 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit
fixer Laufzeit und in Fonds angelegt. Es ergaben sich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
zum 31. Dezember 2020 von 626,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 435,8 Mio. €). Insgesamt
stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit auf 1,34 Mrd. € an (31.
Dezember 2019: 545,2 Mio. €). Das sind 145 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen
Gründe für den Anstieg sind Rückgänge im Working Capital und in der Investitionstätigkeit
des Unternehmens. Im Juni hat WACKER neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio.
€ aufgenommen (2019: 200 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich eine Sonderzahlung an die
Pensionskasse in Höhe von 73,4 Mio. € (2019: 70,7 Mio. €) aus, die WACKER im 4. Quartal
geleistet hat. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 24,8 Mio. €
(2019: 124,2 Mio. €) hat im 3. Quartal 2020 ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden
Mittel geführt. Im Vorjahr wirkte sich der Zahlungseingang der Versicherungsleistung
aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston in Höhe von 112,5 Mio. € positiv aus. B.30 Bilanzentwicklung Passiva
Eigenkapitalquote liegt bei 24,3 Prozent Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Es belief
sich zum 31. Dezember 2020 auf 1,69 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,03 Mrd. €). Damit
beträgt die Eigenkapitalquote 24,3 Prozent (31. Dezember 2019: 31,3 Prozent). Der
Jahresüberschuss erhöhte die Gewinnrücklagen um 202,3 Mio. €. Im Vorjahr ergab sich
ein negatives Jahresergebnis in Höhe von 629,6 Mio. €. Die Dividendenzahlung der Wacker
Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 24,8 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung
der Pensionsrückstellungen führte zu einem Rückgang der übrigen Eigenkapitalposten
um 340,8 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 179,8
Mio. € negativ beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital
belief sich zum Bilanzstichtag auf 66,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 62,1 Mio. €). Schulden steigen durch höhere Pensionsrückstellungen Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 796,7 Mio. € gestiegen.
Das ist ein Anstieg um 17,9 Prozent auf 5,26 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen erhöhten
sich um 438,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und belaufen sich auf 2,71 Mrd. €. Der
Grund dafür sind niedrigere Diskontierungszinssätze. Die Diskontierungssätze betrugen
im Inland 0,70 Prozent (31. Dezember 2019: 1,25 Prozent) und in den USA 2,29 Prozent
(31. Dezember 2019: 3,16 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen enthalten
im Wesentlichen Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen
und Altersteilzeit. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten liegen insgesamt auf Vorjahresniveau
bei 162,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 152,8 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in Form von erhaltenen Anzahlungen und langfristigen
Ertragsteuerverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich auf 424,2 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 355,0 Mio. €). Ein höheres Einkaufsvolumen im 4. Quartal und
längere Zahlungsziele sind im Wesentlichen dafür verantwortlich. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 70 Prozent
auf 319,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 187,4 Mio. €) gestiegen. Hier wirkt sich ein
Anstieg der Personalverbindlichkeiten und Personalrückstellungen aus. Die erfolgswirksame
Vergütung für das Jahr 2020 ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen und erhöht
die Verbindlichkeiten. Ferner wurden im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Rückstellungen
für Abfindungen in Höhe von 48,0 Mio. € gebildet. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen
beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 46,7 Mio.€ (31. Dezember 2019: 46,3 Mio. €). Finanzierungsverbindlichkeiten steigen Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag
um 146,6 Mio. € auf 1,41 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €) gestiegen. Währungseffekte
haben die Finanzierungsverbindlichkeiten um rund 35 Mio. € reduziert. WACKER hat im
2. Quartal 2020 neue Darlehen in Höhe von 300 Mio. € zu günstigen Konditionen aufgenommen.
Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. Die Finanzierungsverbindlichkeiten
valutieren im Wesentlichen auf Euro und US-Dollar. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten
wird fest verzinst. WACKER weist zum 31. Dezember 2020 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 122,8 Mio.
€. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €) aus. Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer
16 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements
siehe Ziffer 13 im Konzernanhang. FinanzlageGrundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig
zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen
Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement
bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement
und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Kapitalstrukturmanagement
gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen
Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden
Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise
der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio,
ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster
ausgerichtet ist. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass
die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit
unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Der zentrale
konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung
und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die
Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns
zu begrenzen. Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2020 Im April 2020 hat WACKER eine weitere Tranche seines US-Private Placements in Höhe
von 130 Millionen US-Dollar planmäßig zurückgezahlt. Im Juni 2020 ist ein Schuldscheindarlehen
in Höhe von 300 Mio. € abgeschlossen worden. Es hat Laufzeiten von vier und sechs
Jahren. Das Schuldscheindarlehen löst eine kurzfristige Zwischenfinanzierung in Höhe
von 250 Mio. € ab. Im 4. Quartal hat WACKER einen Kredit mit der Europäischen Investitionsbank
(EIB) in Höhe von 290 Mio. € unterzeichnet. Er hat eine Laufzeit von fünf Jahren ab
Inanspruchnahme. Die Ziehung wird in 2021 oder 2022 erfolgen. Finanzierungsanalyse Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung
des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts
dient der Netto-Cashflow. Netto-Cashflow Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow
zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2020 deutlich erreicht. Der Netto-Cashflow belief
sich im Geschäftsjahr 2020 auf 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €). B.31 Netto-Cashflow
Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit
und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere). B.32 Netto-Cashflow![]() Brutto-Cashflow Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im
Geschäftsjahr 2020 auf 873,7 Mio. € (2019: 605,0 Mio. €). Außer dem Jahresergebnis
von 202,3 Mio. € (2019: -629,6 Mio. €) verbesserten positive Veränderungen des Working
Capital von 100,0 Mio. € (2019: 35,4 Mio. € höhere Auszahlungen) den Brutto-Cashflow.
Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd.
€) erhöhen den operativen Cashflow. Im Vorjahr war in den Abschreibungen die Wertminderung
auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON enthalten. Die Verbesserung
des Working Capital beruht im Wesentlichen auf Rückgängen bei den Vorräten und auf
höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende. Das im Periodenergebnis
enthaltene Equity-Ergebnis von 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €) hat den Brutto-Cashflow
verringert. Die Dividendenzahlung der Siltronic AG von 27,8 Mio. € erhöhte den Brutto-Cashflow.
Zahlungswirksam war ebenfalls die Sonderzahlung in die Pensionskasse in Höhe von 73,4
Mio. €. B.33 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)![]() Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte
des Konzerns geprägt. Im Jahr 2020 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -226,5
Mio. € unter dem Vorjahresniveau (2019: -415,1 Mio. €). WACKER hat auf Grund der Corona-Pandemie
seine Investitionsausgaben reduziert. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat
WACKER im Inland getätigt. Aus einer strategischen Ausleihung an das at Equity bilanzierte
Unternehmen Dow Siloxanes (Zhangjiagang) Co., Ltd. erhielt WACKER eine Teilzahlung
in Höhe von 50,1 Mio. € zurück. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit
belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2020 auf -176,0 Mio. € (2019:
-420,6 Mio. €). B.34 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren![]() Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf 117,1 Mio.
€ (2019: -26,2 Mio. €). Er zeigt die Netto-Aufnahme von externen Finanzierungsverbindlichkeiten
in Höhe von 177,1 Mio. € (2019: 142,0 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie
AG in Höhe von 24,8 Mio. € führte im 3. Quartal zu einem Mittelabfluss. Rückzahlungen
von Leasingverbindlichkeiten beliefen sich auf -31,8 Mio. € (2019: -34,8 Mio. €). Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Der Finanzmittelbestand erhöhte sich auf 626,0 Mio. € (2019: 435,8 Mio. €). Die Liquidität
aus Zahlungsmitteln sowie lang-und kurzfristigen Wertpapieren ist deutlich von 545,2
Mio. € auf 1.338,0 Mio. € gestiegen. Nettofinanzschulden rückläufig auf Grund hoher Liquidität Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung
(lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen
und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.
Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5 Mio. € (31. Dezember
2019: 713,7 Mio. €). Das sind 91 Prozent weniger als vor einem Jahr. B.35 Nettofinanzschulden![]() Der Rückgang der Nettofinanzschulden ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus
dem operativen Geschäft sowie geringere Investitionsauszahlungen zurückzuführen. Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten
verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien mit einer
Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien
haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen.
Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein. Rating WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente
wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER
bisher kein Kreditrating veröffentlicht. Vorschlag zur Gewinnverwendung Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2020 nach handelsrechtlichen Vorschriften
einen Bilanzgewinn von 1.198,6 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der
Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember
2020 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme
von 99,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im
Jahr 2020 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand Das operative Geschäft von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 geprägt von den weltweiten
Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vor allem im 2. Quartal verzeichneten wir deutliche
Einbußen im Umsatz. Im zweiten Halbjahr 2020 zogen die Umsätze insgesamt wieder an.
In unserem Chemiegeschäft verzeichnete WACKER SILICONES den größten Rückgang beim
Umsatz auf Grund geringerer Absatzmengen und niedrigerer Durchschnittspreise für Standardsilicone.
WACKER POLYMERS blieb nur leicht unter dem Vorjahresniveau. WACKER BIOSOLUTIONS konnte
seinen Umsatz leicht steigern. Ebenfalls einen leichten Umsatzanstieg verzeichnete
der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON auf Grund höherer Absatzmengen. Die Ertragsentwicklung in den Chemiebereichen war gekennzeichnet von zum Teil niedrigeren
Durchschnittspreisen für einige Produktgruppen, geringeren Absatzmengen sowie negativen
Währungseffekten. Auf der anderen Seite haben sich niedrigere Rohstoffkosten und Produktivitätsmaßnahmen
positiv auf das EBITDA ausgewirkt. Der ROCE ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich
verbessert. WACKER POLYSILICON hat im Geschäftsjahr 2020 ein leicht positives EBITDA
erwirtschaftet. Maßgeblich dafür verantwortlich sind erfolgreiche Kostensenkungsmaßnahmen
und höhere Absatzmengen. Der Personalaufwand ist sowohl absolut als auch im Verhältnis zum Umsatz gestiegen.
Die Gründe dafür liegen in höheren Aufwendungen für Altersvorsorge und variable Vergütungen.
Die Rohstoffkosten sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz gesunken. Die Energiekosten
sind im Vergleich zum Vorjahr geringer, vor allem auf Grund niedrigerer Preise für
Erdgas. Die Abschreibungen sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz deutlich niedriger. Das Konzerneigenkapital ist mit 1,69 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr um 337,2 Mio. €
gesunken. Im Wesentlichen dafür verantwortlich ist die erfolgsneutrale Anpassung der
Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote hat sich von 31,3 auf 24,3 Prozent verringert.
Die Nettofinanzschulden des Konzerns sind deutlich zurückgegangen. Die Ursachen dafür
sind unter anderem erhebliche Reduzierungen im Umlaufvermögen bei deutlich niedrigeren
Investitionen. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5
Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Mit
224,4 Mio. € lagen sie klar unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow bewegt sich
mit 697,7 Mio. € ganz erheblich über dem Vorjahr. Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft
hatte, konnte sich WACKER im Geschäftsjahr 2020 insgesamt gut behaupten. Die Aufstellung
des Geschäftsportfolios, mit der sich Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum
Teil kompensieren lassen, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt. Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und MarketingForschung und Entwicklung Mit seiner Forschung und Entwicklung (F&E) verfolgt WACKER drei Ziele:
Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum
Konzernumsatz - liegt mit 3,3 Prozent (2019: 3,5 Prozent) leicht unter dem Vorjahr. B.36 Ausgaben für Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2020 haben wir 91 Erfindungen zum Patent angemeldet (2019: 99).
Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 4.200 aktive Patente sowie 1.400
laufende Patentanmeldungen. F & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir
in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse
in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich. Wir haben in neue Labore und deren Ausstattung sowie in Pilotanlagen und Pilotreaktortechnologien
investiert. Die Arbeitsprozesse unserer internationalen F & E-Kompetenzzentren haben
wir weiter automatisiert und digitalisiert. Am Standort Nünchritz haben wir eine Pilotanlage
für eine innovative Harztechnologie errichtet. B.37 Investitionen in F & E-Einrichtungen![]() Ein Großteil der F & E-Kosten entfiel darauf, Produkte und Produktionsverfahren zu
entwickeln. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind insbesondere Energiegewinnung
und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin/Health
Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie. B.38 Struktur der F & E-Aufwendungen 2020![]() Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene
Lösungen für neue Anwendungen. Wir bündeln unsere Kompetenzen konzernweit und setzen
sie bereichsübergreifend bedarfsgerecht ein. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand
gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf Prozessthemen,
Elektromobilität und Leichtbau. Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich F & E sowie dezentral
in den Geschäftsbereichen, die anwendungsnah forschen und entwickeln. Der Zentralbereich
F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein.
Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen
konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition
systematisch bewerten. Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen Wir kooperieren mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten, um schneller
und effizienter Forschungserfolge zu erzielen. Die Themen unserer Kooperationen sind
unter anderem Stromspeicherung, Bauanwendungen sowie Prozesssimulation und -entwicklung. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität
München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete WACKER-Institut für Siliciumchemie,
das wir seither fördern. Forschungsarbeit bei WACKER In der F & E waren im Jahr 2020 konzernweit 752 Mitarbeiter beschäftigt (2019: 766).
Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter (2019: 5,2 Prozent). Davon arbeiteten
590 Mitarbeiter bei der F & E in Deutschland und 162 im Ausland. Alexander Wacker Innovationspreis Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem
Jahr 2006 im Rahmen der WACKER Innovation Days, eines jährlichen Forschungssymposiums,
das im Berichtsjahr als Online-Veranstaltung stattfand. SeungA Lee und JungEun Lee
vom Center of Excellence Electronics, einer Forschungseinrichtung des WACKER-Konzerns
in Seoul, Korea, hatten Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen entwickelt. Damit
ermöglichen sie maßgeschneiderte Lösungen für den stark wachsenden Markt hochwertiger,
entspiegelter Displayanwendungen. Beim Optical Bonding verbinden Silicongele das dünne
Deckglas mit den Schichten darunterliegender Elektronik. Die Entspiegelung wird bewirkt,
indem der Spalt mit einem Gel ausgefüllt und dabei Luft verdrängt wird. In der Preiskategorie Lifetime Achievement würdigte WACKER erstmals herausragende
Entwicklungsleistungen während eines Berufslebens. Die Auszeichnung ging an einen
indischen Forscher: Amit Paul von WACKER Metroark Chemicals in Kalkutta ist es gelungen,
durch wasserfreie Silan-Oligomer/ Tensid-Mischungen hydrophobem Zement sowie Beton-
und Mörtelmassen wasserabweisende Eigenschaften zu verleihen. Zudem entwickelte er
eine Siliconölemulsion mit niedriger Partikelgröße, die in Haarpflegeprodukten und
Hochleistungsadditiven für Kosmetik, Lackformulierungen und den Pflanzenschutz zum
Einsatz kommt. Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung Im Fokus unserer zentralen Forschung liegen Projekte, die nachhaltige Themen voranbringen,
z. B. Kreislaufwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe. Wir forschen am Einsatz nachhaltiger
Verfahren, um den CO2-Fußabdruck unserer Produkte und Produktionsverfahren kontinuierlich zu verringern.
Für Siliconprodukte und Vinylacetat-Ethylen (VAE) arbeiten wir an der Entwicklung
von Polymerbausteinen, die aus CO2 hergestellt und gleichzeitig biologisch abbaubar sind. Dabei kooperiert die zentrale
Forschung intensiv mit den Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS.
Die Effizienz unserer Forschung steigern wir auch, indem wir uns in öffentlich geförderten
Projekten engagieren, z. B. dem Kopernikus-Projekt P2X. Hier untersuchen wir Technologien,
die erneuerbaren Strom in andere Energieformen umwandeln, z. B. in chemische Rohstoffe
und Synthesebausteine. » https://www.kopernikus-projekte.de/projekte/p2x/ Ein Schwerpunkt unserer Grundlagenforschung bleibt die Chemie des niedervalenten
Siliciums und Germaniums zum industriellen Einsatz, beispielsweise in der Katalyse
und Synthese. Dabei kooperieren wir eng mit dem WACKER-Institut für Siliciumchemie
an der TUM. Die zur Vernetzung von Siliconen benötigten Katalysatoren enthalten Edelmetalle wie
Platin, was die Herstellung teuer macht. Zudem verbleiben die Edelmetalle im Silicon.
Forschern des WACKER-Instituts für Siliciumchemie und des WACKER-Konzerns gelang es
im Berichtsjahr, Siliconkautschuke ohne edelmetallhaltige Katalysatoren zu vulkanisieren.
Statt der sonst üblichen Vernetzer verwendeten sie Siliconbausteine, die Siliraneinheiten
enthalten. Die auf diese Weise hergestellten Siliconelastomere zeichnen sich durch
sehr hohe Reinheit aus. Sie enthalten weder flüchtige Substanzen noch Spuren von Edelmetallen. Internationale Partner testen, für welche Anwendungen sich unsere hochinnovativen,
auf Silicium basierenden Anodenmaterialien eignen, z. B. für Konsumentenelektronik
oder Antriebsbatterien in Elektrofahrzeugen. Gemeinsam mit Forschern unserer britischen
Beteiligung Nexeon Ltd. intensivieren wir unsere Arbeiten an siliciumbasierten Materialien
für Hochleistungsbatterien. Unsere Forschung legt einen Fokus auf biotechnologische Verfahren und Produkte. Mit
ESETEC®-Stämmen der dritten Generation können wir erstmals gezielt auslösen, dass korrekt
gefaltete Pharmaproteine aus einer Bakterienzelle freigesetzt werden. Ein solches
Verfahren entwickeln wir zur Produktion von Nukleinsäuren als wichtige Klasse der
Biopharmazeutika. Wir nutzen unsere biotechnologischen Produktionsplattformen, um
neue Herstellverfahren für funktionelle Zusätze zu erarbeiten, die wir auf dem stark
wachsenden Markt alternativer, nicht tierischer Nahrungsmittel-Proteine anbieten.
Unsere moderne Systembiologie ermöglicht, die Aminosäure L-Cystein kostengünstig und
nachhaltig herzustellen. Auf dieser Basis erarbeiten wir mit Partnern fermentative
Produktionsverfahren für schwefelhaltige Naturstoffe, die als Nahrungsmittel und Nahrungszusatzstoffe
eingesetzt werden. Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Bioabbaubarkeit im Besonderen gewinnen weiter an
Bedeutung. Unsere Forscher in Burghausen arbeiten an Siliconsystemen mit Materialien
oder organischen Bausteinen, die abbaubar sind. Im Kompetenzzentrum Shanghai forscht
WACKER SILICONES an Wärmeleitmaterialien insbesondere für die Elektronikindustrie.
Ein Schwerpunkt des Burghauser Kompetenzzentrums lag im Berichtsjahr auf Faserverbundstoffen
für temperaturstabile, feuerfeste Leichtbauelemente, die aus Kohle- oder Glasfasern
und Siliconharzen bestehen. Zum Einsatz in Sensoren hat WACKER SILICONES druckbare,
elastische Elektrodenmaterialien entwickelt. Unsere harzgefüllten, optisch klaren
Siliconsysteme für Optical Bonding erhöhen die Funktionalität von Bildschirmen. Wir forschen weiter an uv-aktivierbaren Siliconen, deren Einsatz im Vergleich zur
thermischen Härtung Energie spart. Am Forschungsstandort Ann Arbor/Michigan, USA,
arbeiten wir an Siliconsystemen zum gezielten Freisetzen von Wirkstoffen in der Wundversorgung.
Unsere Forschungsaktivitäten digitalisieren wir durch Molekülsimulation und Big-Data-Analysen.
In interdisziplinären hit-Teams (High Innovation ImpacT) prüfen wir mit Innovationsmethoden
wie Design Thinking, ob unsere Entwicklungsprojekte umsetzbar und marktfähig sind.
Dabei haben die hit-Teams im Berichtsjahr einen Schwerpunkt auf die Themen Hygiene
und Pandemie gesetzt. WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt weiter auf nachhaltige, funktionelle
polymere Bindemittel für die Baubranche und Konsumgüter. Wir verbessern fortlaufend
Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind und den Einsatz
nachhaltiger Formulierungskomponenten in den verschiedensten Materialien ermöglichen.
Im Fokus stehen nachwachsende Rohstoffe sowie polymere funktionelle Additive zur Produktion
bioabbaubarer Materialien. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen,
polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen unsere
Kunden veredelte Dispersionsfarben und leistungsfähige Kompositmaterialien herstellen.
Wir haben nachhaltige Bindemittel für Klebstoffe sowie für zementäre Baustoffe eingeführt. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützen wir beim Aufbau einer
Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen. Das Angebot unseres gemeinsamen Förderprojekts
"ChangeLab! WACKER /KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainable Construction"
richten wir an Studenten des KIT sowie an Architekten, Ingenieure und Bauexperten.
Wir wollen die Stufen der Bauwertschöpfungskette stärker mit der Forschung vernetzen,
indem wir den Austausch über Ideen und Denkansätze für Materialentwicklung sowie kreislaufgerechte
Konstruktionen fördern. » https://changelab.exchange Die Forschung von WACKER BIOSOLUTIONS stärkt weiter ihre technologischen Kernkompetenzen
Biotechnologie und Mikrobiologie. Für den COVID-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV des
biopharmazeutischen Unternehmens CureVac n. v. produzieren wir bei erfolgreicher Zulassung
am Standort Amsterdam mit der GMP (Good Manufacturing Practice)-Produktion diesen
Impfstoff. Unsere fermentativen Herstellprozesse von hochwertigen, biobasierten und
natürlichen Inhaltsstoffen für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel erneuern
und verbessern wir kontinuierlich. Wir ermöglichen unseren Pharmakunden die Produktion
schwierig zugänglicher aktiver Proteine mit der mikrobiellen Produktionsplattform
ESETEC®, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Im Berichtszeitraum haben wir Herstellprozesse
für Lebendbakterien optimiert, die unsere Kunden als pharmazeutisch aktive Wirkstoffe
einsetzen. Für unsere vielfältig einsetzbaren Cyclodextrine entwickeln wir Anwendungen
in der Lebensmittelbranche, Landwirtschaft und Pharmazie weiter. Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht über alle Schritte der Wertschöpfungskette
enorme Fortschritte, was sich in kontinuierlich steigenden Zellwirkungsgraden widerspiegelt.
Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden,
wie WACKER POLYSILICON es produziert. Referenzstudien wie die International Technology
Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie
(Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von mittlerweile über 22 Prozent aus.
Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom
umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen,
erreichen Wirkungsgrade von 23 bis 25 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen
die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus. Der Initiative Alliance for
Ultra Low Carbon Solar (ULCSA) sind wir im Berichtsjahr beigetreten. Die internationalen
Mitglieder dieser in den USA gegründeten Organisation engagieren sich für den Einsatz
von Photovoltaikkomponenten mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck. Belegschaft leicht verringert Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2020 um 2,6 Prozent
verringert. In Deutschland arbeiten 70,7 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 29,3
Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern, hat WACKER im
zweiten Quartal des Berichtsjahres Kurzarbeit in mehreren produktionsnahen und administrativen
Einheiten in Deutschland eingeführt. Zwischen April und Dezember 2020 befanden sich
zeitweise fast 2.000 Mitarbeiter an den Standorten München, Burghausen, Stetten und
Nünchritz in Kurzarbeit. Bei der Umsetzung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" hat sich das Unternehmen
im Oktober 2020 mit den Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten
Stellenabbau geeinigt. Konzernweit sollen bis Ende des Jahres 2022 rund 1.200 Stellen
in der Verwaltung und den nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche wegfallen,
davon rund 1.000 in Deutschland. Umgesetzt werden soll der Stellenabbau in Deutschland
ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen
oder Aufhebungsverträgen. Betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen dieses Projekts sind
in Deutschland ausgeschlossen. WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer
(47,9 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (12,1
Prozent). B.39 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
Der Personalaufwand lag mit 1.329,4 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (2019: 1.253,8
Mio. €). B.40 Personalaufwand
Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung
in Höhe von 288,7 Mio. € (2019: 263,2 Mio. €). Entsprechend dem Tarifvertrag von IG
BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom November 2019 stiegen die Tarifentgelte
im Jahr 2020 durch die vereinbarte Einmalzahlung für die ersten sechs Monate des Jahres
und die erste Stufe der Tariferhöhung, die zum 01. Juli 2020 in Kraft trat. Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung.
Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. In Deutschland bietet
WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse
der Wacker Chemie VVaG. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung
durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen
Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils
oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung. Die Pensionskasse
hat rund 17.800 Mitglieder und leistet an rund 8.800 Rentenbezieher Pensionsleistungen.
Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 675 € pro Monat. Zu den Beiträgen
der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge
bei. Auf Grund des Niedrigzinsumfeldes haben wir der Pensionskasse von WACKER eine
Sonderzahlung in Höhe von 73,4 Mio. € zugeführt, um eine ausreichende Deckung der
Pensionsverpflichtungen sicherzustellen. WACKER arbeitet intensiv daran, die betriebliche
Altersversorgung zu reformieren, um die Belastungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens zu verringern. Einkauf und Logistik (Kapitel ungeprüft) Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2020 auf 2,8 Mrd. € (2019:
3,4 Mrd. €) gesunken. Die wichtigsten Gründe dafür sind deutlich niedrigere Rohstoff-
und Energiepreise, aber auch die insgesamt reduzierten Einkaufsleistungen, die aus
den niedrigeren Investitionen und dem Kostenprogramm "Zukunft gestalten" resultieren.
Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material,
bezogen auf den Umsatz - lag mit 61 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau (2019:
69 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb mit ca. 11.000 auf dem Vorjahresniveau. Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,7 Mrd. € (2019: 1,9
Mrd. €) rund elf Prozent unter dem Vorjahr. Der Großteil dieses Rückgangs ist auf
geringere Preise zurückzuführen, der Rest entfällt auf weniger Mengen. B.41 Beschaffungsvolumen
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| Mio. € | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 |
| Beschaffungsvolumen | 2.847 | 3.414 | 3.603 | 3.144 | 2.890 |
Die Produktionsmengen sind im Vergleich zum Vorjahr um einen niedrigen einstelligen
Prozentsatz gestiegen. Die Produktionskosten sind dagegen leicht gesunken.
| % | Auslastung der Produktionsanlagen |
| WACKER SILICONES | 95 |
| WACKER POLYMERS | 87 |
| WACKER POLYSILICON | 85 |
Im Geschäftsjahr 2020 betrugen die Investitionen 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €).
Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 386,2 Mio.€.
| Standort | Projekte | Inbetriebnahme |
| Burghausen | Kapazitätserweiterung der Stickstofferzeugung | 2020 |
| Köln | Neue Mittelspannungsversorgung | 2020 |
| Nanjing, China | Errichtung von Lagertanks für Dispersionen | 2020 |
| Ulsan, Südkorea | Dispersionsreaktoranlage | 2020 |
Mit dem kontinuierlichen Programm "WACKER Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere
Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen
Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir
500 Projekte bearbeitet. Dabei betreffen die Kosteneinsparungen alle Kostenarten.
Die Schwerpunkte lagen auf Themen der Arbeitsproduktivität und der spezifischen Energieverbräuche.
Die WOS-Academy konnte auf Grund der Corona-Pandemie deutlich weniger Schulungen und
Trainings durchführen.
Die Umsatzentwicklung von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 beeinflusst durch die
Corona-Pandemie, die sich weltweit ausgebreitet hat. Der größte Rückgang mit neun
Prozent entfiel dabei auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES, während der Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS nur ein leichtes Minus verzeichnete und die Geschäftsbereiche WACKER
BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON im Umsatz leicht zulegen konnten. In allen Bereichen
verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr rückläufige Preise, bei WACKER SILICONES auch
geringere Absatzmengen. Dagegen konnten WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER
POLYSILICON ihre Absatzmengen steigern.
Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, regionale
Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER 37 Key Accounts, mit denen wir im Jahr
2020 rund 23 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaftet haben.
Mehr als 50 Prozent des Umsatzes resultieren aus dem Geschäft mit rund 5.000 aktiven
Kundenbeziehungen. Rund 22 Prozent entfallen auf Umsätze mit unseren Distributoren.
Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und den
Absatz unserer Produkte zu unterstützen. Im Jahr 2020 haben wir dafür 7,5 Mio. € (2019:
14,8 Mio. €) ausgegeben.
Die Präsentation auf internationalen Messen ist im Jahr 2020 fast zum Erliegen gekommen.
Die Zahl der Messen sank deutlich auf 32 (2019: 114), davon elf Präsenzmessen. Den
Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ.
Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr
2020 sind nach §315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst.
Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht
werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden
Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern
erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG.
Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren
Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES,
WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen
Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie
AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und
Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 53 Tochtergesellschaften,
Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen
des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung
des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest,
verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte-und
das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation
mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und
den Aktionären.
Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit
in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche
konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit
erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern
gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie
AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns.
Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen
Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen
zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, bei Nutzungsrechten
sowie Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Leasingbilanzierung, den Pensionsrückstellungen
und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede
zwischen IFRS und HGB.
| Mio. € | 2020 | 2019 |
| Umsatzerlöse | 3.579,1 | 3.779,0 |
| Bestandsveränderung | -65,3 | -13,3 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 32,7 | 37,1 |
| Gesamtleistung | 3.546,5 | 3.802,8 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 183,5 | 216,0 |
| Materialaufwand | -1.819,6 | -2.070,1 |
| Personalaufwand | -1.067,5 | -989,7 |
| Abschreibungen | -169,6 | -224,7 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -722,8 | -791,0 |
| Betriebsergebnis | -49,5 | -56,7 |
| Beteiligungsergebnis (inkl. Zu- und Abschreibung auf Beteiligungen) | 63,8 | 107,6 |
| Zinsergebnis | -92,4 | -121,8 |
| Sonstiges Finanzergebnis | -31,6 | -1,4 |
| Finanzergebnis | -60,2 | -15,6 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -109,7 | -72,3 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | 8,2 | 39,3 |
| Jahresfehlbetrag /Jahresüberschuss | -101,5 | -33,0 |
| EBITDA1 | 120,1 | 168,0 |
1
EBITDA ist das Betriebsergebnis vor Abschreibung / Zuschreibungen auf Anlagevermögen.
Die Ertragslage der Wacker Chemie AG war beeinflusst durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Bei einem Umsatzrückgang von fünf Prozent bewegte sich das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau.
Das Finanzergebnis reduzierte sich auf Grund geringerer Dividendenerträge deutlich.
Zum Jahresende wies die Wacker Chemie AG einen Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €
aus. Das ist ein Rückgang um 68,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.
Der Umsatz verringerte sich von 3,78 Mrd. € auf 3,58 Mrd. €. Das ist ein Minus von
fünf Prozent. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie
auf die Wirtschaft. Dabei gingen die Umsätze in fast allen Geschäftsbereichen zurück.
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete mit 1,70 Mrd. € Umsatz einen Rückgang
um acht Prozent (2019: 1,84 Mrd. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS
belief sich auf 780,1 Mio. € (2019: 805,6 Mio. €). Dies entspricht einem Rückgang
von drei Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS reduzierte sich der Umsatz
um 6,9 Mio.€ auf 145,6 Mio. € (2019: 152,5 Mio. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON
verzeichnete hingegen eine leichte Umsatzsteigerung auf 794,2 Mio. € (2019: 783,1
Mio. €).
Der Materialaufwand reduzierte sich im Geschäftsjahr 2020 um 250,5 Mio. € auf 1,82
Mrd. € (2019: 2,07 Mrd. €). Dies resultiert vor allem aus einem Rückgang der Bezugspreise
und der Mengen bei den strategischen Rohstoffen sowie geringeren Mengen an Handelswaren.
Die Wacker Chemie AG hat im Geschäftsjahr 2020 von niedrigeren Preisen für Ethylen,
Methanol und Vinylacetatmonomer profitiert. Auch die Rohstoffpreise für Siliciummetall
entwickelten sich zeitweise rückläufig. Die Aufwendungen für Energie waren ebenfalls
leicht rückläufig. Insgesamt sank die Materialeinsatzquote auf 51,3 Prozent (2019:
54,4 Prozent).
Der Personalaufwand stieg um acht Prozent auf 1.067,5 Mio. € (2019: 989,7 Mio. €).
Für diesen Anstieg verantwortlich sind Tarifabschlüsse sowie höhere variable Vergütungsbestandteile,
die im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Erhöht hat sich auch der Aufwand für Altersvorsorgevereinbarungen,
die im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "Zukunft gestalten" eingegangen wurden.
Wie im Vorjahr sind Sonderaufwendungen zur Absicherung der künftigen Finanzierung
der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG enthalten. Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte
die Wacker Chemie AG 9.823 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2019: 10.093).
Die Personalaufwandsquote stieg auf 30,1 Prozent (2019: 26,0 Prozent).
Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 169,6 Mio. € (2019: 224,7 Mio. €).
Das ist ein Minus von 25 Prozent.
Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag
und sonstigem betrieblichen Aufwand, hat sich um 35,7 Mio. € auf -539,3 Mio. € (2019:
-575,0 Mio. €) verbessert. Grund hierfür ist insbesondere der Rückgang des sonstigen
betrieblichen Aufwands auf Grund von Kosteneinsparungen. Gegenläufig wirkten sich
Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt "Zukunft gestalten"
in Höhe von 48,9 Mio. € aus. Im Vorjahr ist ein Ertrag aus Versicherungsleistungen
für den Schadensfall im Jahr 2017 am US-Standort Charleston in den USA in Höhe von
112,5 Mio. € enthalten. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten
Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten,
Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften
ausgewiesen. Insbesondere die Aufwendungen für Instandhaltung und sonstige Fremdarbeiten
verringerten sich im Geschäftsjahr 2020. Das Währungsergebnis verbesserte sich um
40,1 Mio. € auf 27,1 Mio. € (2019: -13,0 Mio. €).
Das Betriebsergebnis belief sich auf -49,5 Mio. € (2019: -56,7 Mio. €).
Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen.
Diese lagen mit 63,8 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 107,6 Mio. €. Im Geschäftsjahr
2020 wurden deutlich geringere Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften geleistet.
Zudem verringerte sich der Dividendenertrag aus der Beteiligung an der Siltronic AG.
Das Zinsergebnis verbesserte sich auf -92,4 Mio. € (2019: -121,8 Mio. €). Hierbei
wirkte sich der im Vorjahresvergleich geringere Diskontierungszinssatz für Pensionsverpflichtungen
aus. Entsprechend gingen die Zinsaufwendungen für Pensionen auf 85,4 Mio. € (2019:
93,8 Mio. €) zurück. Zudem waren im Vorjahr Rückverrechnungen an Tochtergesellschaften
im Zinsaufwand enthalten.
Das Ergebnis aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist geprägt von der Verlustsituation
im laufenden Geschäftsjahr. Im Geschäftsjahr ergab sich für die Wacker Chemie AG inkl.
ihrer inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht,
ein Steuerertrag von 8,2 Mio. €. Dieser resultiert im Wesentlichen aus Erstattungen
für Vorjahre. Im Vorjahr ergab sich ein Ertrag von 39,3 Mio. €.
Das Geschäftsjahr endete mit einem Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €. Der Bilanzgewinn
für das Geschäftsjahr 2020 beläuft sich nach Berücksichtigung des Verlustvortrags
aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 24,8 Mio. € auf insgesamt
1,20 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €).
Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent angestiegen
und beläuft sich auf 6,04 Mrd. € (31. Dezember 2019: 5,48 Mrd. €). In den einzelnen
Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.
| Mio. € | 2020 | 2019 |
| Aktiva | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 5,5 | 8,8 |
| Sachanlagen | 982,3 | 992,8 |
| Finanzanlagen | 2.665,1 | 2.704,8 |
| Anlagevermögen | 3.652,9 | 3.706,4 |
| Vorräte | 562,6 | 606,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 346,8 | 365,5 |
| Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 322,5 | 350,2 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 669,3 | 715,7 |
| Wertpapiere und Termingelder | 680,6 | 107,7 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 463,4 | 339,4 |
| Umlaufvermögen | 2.375,9 | 1.769,5 |
| Aktive Rechnungsabgrenzungsposten | 6,7 | 4,7 |
| Summe Aktiva | 6.035,5 | 5.480,6 |
| Passiva | ||
| Gezeichnetes Kapital | 260,8 | 260,8 |
| ./. Nennbetrag eigene Anteile | -12,4 | -12,4 |
| Ausgegebenes Kapital | 248,4 | 248,4 |
| Kapitalrücklage | 157,4 | 157,4 |
| Andere Gewinnrücklagen | 1.000,0 | 1.000,0 |
| Bilanzgewinn | 1.198,6 | 1.324,9 |
| Eigenkapital | 2.604,4 | 2.730,7 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 980,0 | 912,9 |
| Andere Rückstellungen | 473,0 | 326,3 |
| Rückstellungen | 1.453,0 | 1.239,2 |
| Finanzierungsverbindlichkeiten | 1.507,3 | 1.061,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 264,2 | 212,6 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 189,1 | 218,3 |
| Verbindlichkeiten | 1.960,6 | 1.492,0 |
| Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 17,5 | 18,7 |
| Summe Passiva | 6.035,5 | 5.480,6 |
Das Anlagevermögen liegt im Geschäftsjahr 2020 mit 3,65 Mrd. € unter dem Vorjahr
(2019: 3,71 Mrd. €). Leicht zurückgegangen ist im Vergleich zum Vorjahr das Sachanlagevermögen.
Die Abschreibungen in Höhe von 164,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,0 Mio. €) übersteigen
die Investitionen in Höhe von 155,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 208,3 Mio. €). Das
Finanzanlagevermögen reduzierte sich ebenfalls von 2,70 Mrd. € auf 2,67 Mrd. €. Das
resultiert aus der planmäßigen Tilgung einer an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang),
Co. Ltd., China, gegebenen Ausleihung. Insgesamt beträgt das Anlagevermögen 61 Prozent
der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 68 Prozent.
Der Bestand an Vorräten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Er belief sich
auf 562,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 606,7 Mio. €). Das entspricht einem Rückgang
von sieben Prozent. Dies ist zum einen auf verringerte Rohstoffkosten und zum anderen
auf gestiegenen Absatzmengen, insbesondere im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON,
zurückzuführen. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um fünf Prozent
niedriger als im Vorjahr. Sie beliefen sich am Stichtag auf 346,8 Mio. € (31. Dezember
2019: 365,5 Mio. €).
Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen zum Stichtag bei
322,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 350,2 Mio. €). Das ist ein Rückgang um acht Prozent.
Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 246,8 Mio. €
(31. Dezember 2019: 271,4 Mio. €).
Zum 31. Dezember 2020 verfügte die Wacker Chemie AG über Wertpapiere und Termingelder
in Höhe von 680,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 107,7 Mio. €) mit einer Laufzeit von
mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember
2020 auf 463,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 339,4 Mio. €).
Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,60 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,73 Mrd.
€). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 43,2 Prozent (31. Dezember 2019: 49,8
Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn
des Geschäftsjahres 2019 eine Dividende in Höhe von 24,8 Mio.€ auszuschütten. Der
verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.300,1 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen.
Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2020 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres
2020 in Höhe von -101,5 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem
Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.198,6 Mio.€.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich
zum Vorjahr um 67,1 Mio. € auf 980,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 912,9 Mio. €). Die
anderen Rückstellungen, bestehend aus Personal-, Steuer- und Umweltschutzrückstellungen,
erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 ebenfalls und betrugen 473,0 Mio. € (31. Dezember
2019: 326,3 Mio. €). Der Grund dafür war insbesondere der Anstieg der Personalrückstellungen
um 149,8 Mio. €. Im Rahmen des Programms "Zukunft gestalten" ist eine Rückstellung
in Höhe von 48,0 Mio. € berücksichtigt. In diesem Zusammenhang angebotene atz-Vereinbarungen
führten im Geschäftsjahr 2020 zu Rückstellungen für Aufstockungsbeträge in Höhe von
23,9 Mio. €. Im Verhältnis zur Bilanzsumme machen die Rückstellungen 24 Prozent aus
(31. Dezember 2019: 23 Prozent).
Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 1.507,3 Mio. € (31. Dezember
2019: 1.061,1 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 42 Prozent. Die Kreditaufnahme bei
Banken belief sich auf 1.057,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 770,3 Mio. €). Die Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 158,4 Mio. € an und beliefen sich auf
444,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 286,0 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten
an der Bilanzsumme erhöhte sich insgesamt auf 25 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember
2019: 19 Prozent).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr
um 51,6 Mio. € auf 264,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 212,6 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten
betrugen zum Stichtag 189,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,3 Mio. €). Verantwortlich
für den Rückgang sind im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen. Sie sanken um 46,6 Mio. € auf 50,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 96,8 Mio.
€).
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 17,5 Mio. € (31.
Dezember 2019: 18,7 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der
Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern.
Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist insbesondere durch geringere
Materialkosten und Kosteneinsparungen auf 351,9 Mio. € angestiegen (2019: 96,9 Mio.
€). Zudem verbesserte die Entwicklung des Working Capital den betrieblichen Cashflow.
Die Investitionen in Sachanlagen verringerten sich im Geschäftsjahr 2020 deutlich.
Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit
und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere und Termingelder)
verbesserte sich daher im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 222,8 Mio. € (2019: -139,0
Mio. €). Freie Mittel wurden in Wertpapiere und Termingelder investiert. Dadurch erhöhte
sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit auf 703,2 Mio. € (2019: 298,0 Mio.
€). Zudem enthält der Cashflow aus Investitionstätigkeit die Rückführung eines Darlehens,
das an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, ausgegeben wurde.
Die Zuflüsse aus Finanzierungstätigkeit betragen 475,3 Mio. € (2019: 273,9 Mio. €).
Neben dem Erhalt von Mitteln aus den US-amerikanischen Tochtergesellschaften auf Grund
des bestehenden Cashpoolings wurden im Geschäftsjahr 2020 per saldo Bankverbindlichkeiten
in Höhe von 287,2 Mio. € aufgenommen (2019: 186,4 Mio. €). Die Dividende für das Geschäftsjahr
2019 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -24,8 Mio. €.
Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens und des Kassen-
und Bankguthabens, beträgt zum 31. Dezember 2020 1.144,0 Mio. € und ist insbesondere
durch die Zunahme der Wertpapiere und Termingelder angestiegen. Im Vorjahr belief
sich die Liquidität auf 447,1 Mio. €. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten
gegenüber Finanzinstituten ergibt Nettofinanzforderungen in Höhe von 86,4 Mio. €.
Im Vorjahr bestanden Nettofinanzschulden in Höhe von -323,2 Mio. €.
Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen
Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen
und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend
ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere
abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren
Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen
Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese
Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker
Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite
Risikomanagementsystem.
» Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses
Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen
Kontrollsystems für die WACKER Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem
(IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem".
Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff-
und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2021 planen
wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20. Die Erwartung für die weitere
Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch
mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich
beschrieben wird.
Welche weiteren Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung
haben wird, ist zurzeit noch nicht verlässlich abzuschätzen. Wir gehen derzeit davon
aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie
AG erwarten wir, vor Berücksichtigung eines möglichen Veräußerungsgewinns aus dem
Verkauf der Siltronic-Anteile, ein leicht positives Ergebnis.
Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz
und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers
eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird
zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker
Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen
werden.
Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil
der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl
unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen
Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand,
welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen
bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich
zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen.
Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele
und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben
wir im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.
Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer
Anlagen und den Schutz von Menschen und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten
gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen-und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits-
und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen
Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand
und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der
einzelnen Geschäftsbereiche informiert.
Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen
Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten
werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell.
» Siehe Grafik B.46 auf Seite 87
Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das
die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet.
Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den
einzelnen operativen Einheiten.
Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management.
Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen
Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür,
dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert
die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle
betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter
durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie
AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig
und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der Steuerabteilung und
Kontrollen der steuerlichen Vorprozesse tragen dazu bei, entsprechende Risiken zu
minimieren.

Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige
Kontrollinstanz des Vorstands. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das
Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen
Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management
ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption.
Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.
Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das
Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie
die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen
und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie
in der externen Berichterstattung vermieden werden.
Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen
vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren
und zu minimieren. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller
Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe
Experten hinzu.
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine
zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen
wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften
und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist
das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert
verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie
zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung
von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs-
und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Die Einhaltung
der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht.
Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie
beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht
identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden.
Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen
dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt
und überwacht. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System
sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten
wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende
Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung
und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie
prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zum Halbjahr.
Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften
bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals-
oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem
eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess,
die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung.
Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss
sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit
dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.
Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte
und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich
der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen
und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.
WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle
Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren,
zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte
Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie
vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der Prüfungsausschuss des
Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet.
Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus
drei miteinander verzahnten Elementen:
| ― |
bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen |
| ― |
konzernweite Risikoabdeckung |
| ― |
konzernweite Risikoabbildung |
Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme
obliegt dem Finanzvorstand.
Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und
Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:
| ― |
das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden. |
| ― |
die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden. |
| ― |
der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt. |
| ― |
die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung 5 Mio. € übersteigt. |
Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und
Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche
Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen,
Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und
ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten
wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche
zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen
bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie
gegeneinander ab.
Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements
umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich
für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische
Bewertung. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein Ad-hoc-Reporting
gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess
eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche
werden monatlich identifiziert und eingeschätzt.
Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs
Finanzen und Versicherungen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der
Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.
WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die
gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe,
darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen
Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren
die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die
im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie.
Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die
Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung
zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise
auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer
Anonymität.
Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des
Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das
Thema Compliance zur Verfügung stehen.
Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen,
informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien
und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Wesentliche
Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung
von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2020 nicht identifiziert.
Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als
unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne
Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den
operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem
wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie
verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert.
Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und
mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile.
Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei
wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte
und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften.
Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss
besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen
angepasst.
Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und
von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus
der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss
des Aufsichtsrats.
Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung
der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung
im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben.
Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der
Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.
Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken
mithilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den
einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen
Bandbreiten:
| ― |
gering: kleiner als 25 Prozent |
| ― |
möglich: 25 bis 75 Prozent |
| ― |
hoch: größer als 75 Prozent |
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben
wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt
dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen
wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen
dabei diesen Bandbreiten:
| ― |
niedrig: bis 25 Mio. € |
| ― |
mittel: bis 100 Mio. € |
| ― |
groß: über 100 Mio. € |
Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken
und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz-und
Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den
Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2021.
Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.
Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten,
Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.
Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in
unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche
Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten,
Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen
Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit
den besten Kostenpositionen.
| Risiko / Kategorie | Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche Auswirkungen |
| Gesamtwirtschaftliche Risiken | möglich | groß |
| Absatzmarktrisiken | ||
| Chemie | möglich | mittel |
| Polysilicium | möglich | mittel |
| Beschaffungsmarktrisiken | möglich | mittel |
| Investitionsrisiken | gering | mittel |
| Produktions- und Umweltrisiken | gering | mittel |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | ||
| Kreditrisiko | gering | niedrig |
| Währungs- und Zinsrisiken | möglich | mittel |
| Liquiditätsrisiko | gering | niedrig |
| Pensionen | hoch | groß |
| Rechtliche Risiken | gering | niedrig |
| Regulatorische Risiken | ||
| Energiewende in Deutschland | möglich | niedrig |
| Handelsbeschränkungen Polysilicium | möglich | groß |
| Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte | hoch | niedrig |
| IT-Risiken | möglich | mittel |
| Personalrisiken | gering | niedrig |
| Externe Risiken | hoch | groß |
Einschätzung und Risikobewertung: Zwar erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich die
Weltwirtschaft nach der scharfen Rezession auf Grund der Corona-Pandemie im Jahr 2021
schrittweise wieder erholt. Sie rechnen aber nicht damit, dass das Niveau vor der
Krise bereits im laufenden Jahr wieder erreicht wird. Vielmehr prognostizieren sie
einen langen, regional ungleichmäßigen und mit Blick auf die noch nicht unter Kontrolle
gebrachte Pandemie auch unsicheren Erholungsprozess. Hinzu kommen die weiter schwelenden
handelspolitischen Konflikte.
Angesichts der anhaltenden Risiken halten wir es für möglich, dass die Weltwirtschaft
im Jahr 2021 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft
schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das möglicherweise große Auswirkungen
auf die Ertragslage von WACKER.
Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.
Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.
Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen
und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung und intensives Bearbeiten von Wachstumsmärkten
sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche
im Geschäftsportfolio auszubauen und dort weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen.
Kurzfristige, starke Nachfrageschwankungen, wie sie aktuell die Corona-Krise hervorruft,
können wir aber nur teilweise aussteuern.
Einschätzung und Risikobewertung: Wir erwarten, dass das Risiko von Überkapazitäten
im Jahr 2021 für unsere Produkte insgesamt gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich
WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen in Asien. Wir gehen allerdings
davon aus, dass wir trotzdem stark ausgelastet sein werden. WACKER SILICONES geht
davon aus, dass sich die Angebots- und Nachfragesituation nach dem Corona-bedingten
Rückgang im Laufe des Jahres 2021 wieder normalisieren wird. Dadurch sollte auch unsere
Anlagenauslastung steigen. Je nach Endmarkt und Vertriebsregion sowie in Abhängigkeit
von der aktuellen Pandemielage kann sich die Situation jedoch unterschiedlich darstellen.
Wir gehen von einem volatilen, insgesamt aber unveränderten Preisniveau für Standardsilicone
und von einem leicht zunehmenden Preisdruck bei Spezialitäten aus.
Insgesamt halten wir es für möglich, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts
zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung
haben wir in unseren Planungen bereits berücksichtigt. In unseren Prognosen gehen
wir Stand heute davon aus, dass die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres 2021 unter
Kontrolle gebracht werden kann. Sollte dies nicht eintreffen, liegen die etwaigen
Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren
Bereich.
Szenario 2: Überkapazitäten und sehr niedrige Preise bei Polysilicium für die Solarindustrie,
schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte
finanzielle Situation vieler Kunden.
Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen
der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt
negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb
Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen.
Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig
verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung
optimieren, beispielsweise durch den Ausbau unserer Marktanteile bei Polysilicium
für die Halbleiterindustrie. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch
das Verlangen von Sicherheiten.
Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie
wird sich im Jahr 2021 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung
anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist
zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In
unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte
die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die
Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte
ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich mittlere Auswirkungen
auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen
wir als möglich ein.
Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter
Rohstoffe, Zollrisiken.
Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise.
Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es
können sich Absatzverluste ergeben.
Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich systematische
Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten.
Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich,
entsprechende Gegenmaßnahmen. Dazu zählen langfristige Lieferverträge mit Partnern,
eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher
Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch
teilweise Rückwärtsintegration, etwa mit unserer Siliciummetallproduktion oder unserer
Vinylacetatproduktion, verringern wir unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten.
Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Rohstoff- und Energieeinkauf
so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung
die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen,
sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen
flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von
niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen,
sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung
sehen.
Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß
bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für
die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Darüber hinaus können die
Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche
Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa
und in die USA eingeführt wird.
Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen
von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert
von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit
einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung
(Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der
weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik
abhängen.
Im Jahr 2020 hat WACKER auf Grund der Corona-bedingten globalen Rezession von niedrigeren
Rohstoffpreisen profitiert. Für 2021 gehen wir davon aus, dass die Durchschnittspreise
für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die
Kosten für Erdgas und Strom bleiben im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich stabil.
Dieses Szenario bildet die Grundlage unserer Planungen. Die Auswirkungen darüber hinausgehender
deutlicher Preissteigerungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns wären voraussichtlich
mittel.
Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme
verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von
Risiken aus at-Equity-Beteiligungen.
Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen
auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten
führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand
im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge
nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich
der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende
Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich
machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen.
Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken
entgegenzuwirken.
Investitionsvorhaben werden mit einem Risikomanagementprozess begleitet und deren
Planung wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von
Studien für den Vergleich mit anderen Projekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir
die Wirtschaftlichkeit. Größere Investitionen werden nur in Teilabschnitten freigegeben.
Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw.
auszuschließen.
Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2021 deutlich
steigen. Der Grund dafür sind Projekte zum Kapazitätsausbau in unseren Chemiebereichen.
Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen
wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen
auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko
aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell
ebenfalls als gering ein. Wir haben mit dem Halbleiterunternehmen GlobalWafers eine
verbindliche Vereinbarung abgeschlossen, unsere Anteile an Siltronic zu einem Angebotspreis
von 145 € je Aktie im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots von GlobalWafers
für Siltronic einzuliefern. Sollte die Übernahme wider Erwarten nicht zustande kommen,
könnte der Börsenwert von Siltronic daraufhin unter Druck geraten. In Summe betrachtet
schätzen wir die Investitionsrisiken mit geringer Wahrscheinlichkeit mit möglichen
Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögensund Finanzlage voraussichtlich im mittleren
Bereich ein.
Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen,
Erzeugnissen und Abfällen.
Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle
und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.
Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS).
Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität,
Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche
Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und UN Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen.
Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir,
höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten.
Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur
Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig
Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall
regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen
und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren
Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in
der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit
Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert.
Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.
Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung,
Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind
erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist,
dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden
Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall
kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben.
WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit
und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken
sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Der Konzernanhang informiert ausführlich
über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente.
Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht
nach.
Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER.
Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls
zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten.
Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften
sowie die Auswertung des historischen Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen
wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko
bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl
unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir in der Regel
mit Banken, die ein Mindestrating haben.
Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus
dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass
durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich
des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Ausfälle von Banken
eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im
niedrigen Bereich.
Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.
Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und
-schulden.
Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen
bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere
für den US-Dollar bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert
WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Devisensicherungen
erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch
durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.
Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige
Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Zinssicherungen
nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor.
Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente erfordert ein operatives Grundgeschäft
und ist in internen Anweisungen geregelt.
Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäfts sichern
wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben
könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit,
dass es im Jahr 2021 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von
unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein.
Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis.
Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den
Kreditmärkten.
Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren
Investitionsprojekte.
Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich
Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende
Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende
Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene
Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine
Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Im Rahmen des Cashpoolings werden
die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.
Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag
auf 1.338,0 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit
von über einem Jahr von 690 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts
von Finanzierungsund Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen
gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider
Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen
auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung
der ungenutzten Kreditlinien ansteigen.
Szenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen,
sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des
investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld).
Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken
des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse
bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns.
Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen
und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus künftigen Zahlungsströmen) wirken
sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.
Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die
Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über
Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt
und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert.
Die Pensionskasse optimiert alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen
Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der
Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse.
So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Geschäftsjahr
2020 hat WACKER der Pensionskasse zusätzlich eine Sonderzahlung 73,4 Mio. € zugeführt.
Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu
Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an.
Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer
älter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf einem sehr niedrigen
Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht
ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Für die Zukunft
halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass weitere Sonderzahlungen in die Pensionskasse
notwendig werden, dass der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen weiter steigen
und höhere Pensionsrückstellungen die Bilanz belasten. Dies hätte mittelfristig große
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.
Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-,
arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft
ergeben können.
Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives
Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe
Kosten verursachen können.
Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement
und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir
auch auf externe Rechtsexperten zurück.
Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich
Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme
von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob uns bestehende Patente und
Schutzrechte Dritter behindern könnten.
Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme.
Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt,
die für alle Mitarbeiter verbindlich sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität
für diese Themen.
Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten
ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen
wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken,
die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit,
dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall
geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des
WACKER-Konzerns.
Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland (Energiewende),
um die für 2030 bis 2050 gesetzten Ziele zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen, schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch
wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird, insbesondere im Stromsektor
(Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive
Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnungen, Strom und Gas, EU-Beihilferecht,
Energieeffizienz-Richtlinie, nationaler und europäischer Emissionshandel, Sektorkopplung,
Wasserstoffwirtschaft).
Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlich
regulierter Entgelte und Umlagen, wenn die Ausnahmeregelungen für die energieintensive
Industrie nicht im bisherigen Umfang beibehalten werden.
Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland
und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen
wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch
Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen.
Zudem nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben
(z. B. industrielles Lastmanagement).
Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei der Netzentgeltbefreiung und bei
den Berechnungsgrundlagen für die Netzumlagen haben bereits dazu geführt, dass die
Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten in den vergangenen Jahren gesunken ist.
Ab dem laufenden Jahr greifen für die Phase 4 des europäischen Emissionshandels Vorschriften
zu einer beschleunigten Reduzierung der Emissionshöchstmenge in der Europäischen Union.
Das könnte zu höheren Preisen oder zu geringeren Zuteilungen von Emissionszertifikaten
führen. Wir halten es außerdem für möglich, dass es 2021 zu weiteren Änderungen an
den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann. Die Auswirkungen
solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich
niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen.
Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums
(MOFCOM) gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Am 20. Januar 2020 hat das MOFCOM
nach einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle
auf in den USA produziertes Solarsilicium beschlossen, die Zölle um weitere fünf Jahre
zu verlängern.
Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf
langfristige Kundenbeziehungen.
Maßnahmen: Trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in
zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern,
die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule
und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Solarsilicium aus den USA) und damit chinesische
Antidumping- und Antisubventionszölle sowie weitere Strafzölle auf Solarsilicium von
WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht außerdem nach dem chinesischen
Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen
und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum
des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China
importiert hat. Darüber hinaus haben wir an unserem Standort Charleston hergestelltes
Polysilicium für Halbleiteranwendungen bereits bei Kunden qualifiziert und werden
2021 weitere Qualifikationen für Halbleiterkunden abschließen können.
Einschätzung und Risikobewertung: Am 15. Januar 2020 haben die USA und China die
Phase 1 eines Handelsabkommens unterzeichnet. In diesem Abkommen hat sich China unter
anderem verpflichtet, in den Jahren 2020 und 2021 in den USA produzierte Güter im
Gesamtwert von mindestens 250 Mrd. US-$ zu erwerben. Dazu zählt ausdrücklich auch
Polysilicium für Solaranwendungen. Ob und inwieweit sich dadurch positive Effekte
für den Verkauf unseres in den USA hergestellten Polysiliciums ergeben, können wir
gegenwärtig nicht beurteilen, weil noch unklar ist, wie China diese Vereinbarungen
im Detail umsetzen wird. Bislang hat China seine Zölle auf Solarsilicium aus den USA
nicht aufgehoben und WACKER kann sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes
Solarsilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren.
Mit Blick auf die anhaltenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten
wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen
und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung
im Jahr 2021 wären dann wahrscheinlich groß.
Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung
chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren
Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen
zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden.
Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten,
Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.
Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte
und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren
zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren.
Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen
Umfelds der jeweiligen Situation angepasst.
Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf
Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren
oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass
neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen
an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten,
so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich
niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen
Bereich liegen.
Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie(IT)-Systeme,
Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit.
Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage,
auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.
Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und
unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden
können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen
in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard
27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die
Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten.
Diese Anforderungen dokumentieren wir in sogenannten Service Level Agreements ( SLAs).
Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Ausschlaggebend
für eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme ist ein damit verbundenes Backup-
und Recovery-Verfahren. Für den Notfall existieren vordefinierte Prozesse und Abläufe
(Business Continuity Management).
IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethodik.
Sie stellt sicher, dass Änderungen nach definierten Prozessen kontrolliert in unsere
Systemlandschaft integriert werden.
Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements,
bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Konzernrevision hat 2020 den
Risikomanagementprozess analysiert und die Richtigkeit und Vollständigkeit der Prozesse
und Strukturen in der IT und der Digitalisierung bestätigt. Um Ausfälle, Datenverlust,
Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen
wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Im Jahr 2020 haben wir ein sogenanntes
Cyber Defence Center (CDC) eingerichtet. Es überprüft fortlaufend die Sicherheit unserer
IT-Landschaft und unserer -Anwendungen und veranlasst, dass eventuell festgestellte
Defizite zeitnah behoben werden. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Need-to-know-Prinzip.
Wir hinterfragen sie regelmäßig und evaluieren neue Konzepte, die der fortschreitenden
Digitalisierung Rechnung tragen. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware
begegnen wir durch effiziente und ständig aktualisierte Schutzprogramme. Weltweit
haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität
und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen
sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen
und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern,
um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in
regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland
durch. Die Techniken potenzieller Angreifer beobachten und bewerten wir fortlaufend,
um gegebenenfalls unsere Verteidigungsstrategien entsprechend anzupassen.
Einschätzung und Risikobewertung: Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein
wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen.
Auch im Jahr 2020 haben wir eine hohe Zahl von Versuchen beobachtet, unsere IT-Systeme
und unsere -Infrastruktur anzugreifen. Dass solche Angriffe im Einzelfall erfolgreich
sein könnten, lässt sich trotz unserer Vorsorgemaßnahmen nicht ausschließen. Daher
stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Sollte es in einem solchen
Fall in unseren IT-Systemen zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs
beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das
Ergebnis des WACKER-Konzerns.
Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften,
Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.
Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ
auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.
Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu
gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne.
Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und
eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland
ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche
Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können.
WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen
des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. WACKER
unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen
zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter
für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.
Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht
ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig
erhöhen. Für das Jahr 2021 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering
an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.
Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.
Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit,
Versorgungsengpässe, Produktionsausfälle, Störungen in der Lieferkette, Ausfall von
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.
Maßnahmen: Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben
Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie
auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren.
Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher.
Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen
sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte
auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit
bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen
sollten.
Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen,
Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen.
Die gegenwärtige Corona-Pandemie ist dafür ein klarer Beleg. Das neuartige Coronavirus
sowie die staatlichen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Pandemie einzudämmen
und die Gesundheit der Menschen zu schützen, haben im Jahr 2020 die Wirtschaft massiv
beeinträchtigt und weltweit zu einer scharfen Rezession geführt. In vielen Ländern
sind die Infektionszahlen nach wie vor auf einem hohen Niveau. Ob und wie schnell
Impfungen dazu beitragen werden, das Infektionsgeschehen wirksam und dauerhaft zu
stoppen, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Im Jahr 2020 ist es uns dank unserer
detaillierten Maßnahmenpläne sowie unserer weltweit verteilten Produktionsstandorte
und Vertriebsniederlassungen zwar gut gelungen, die Auswirkungen von covid-19 auf
das Unternehmen zu begrenzen. Die Situation entwickelt sich aber nach wie vor sehr
dynamisch. Wir können deshalb den weiteren Fortgang aktuell nicht verlässlich abschätzen.
Sollte die Pandemie nicht deutlich eingedämmt werden können, so halten wir die Wahrscheinlichkeit
für hoch, dass WACKER im laufenden Jahr erneut von Risiken aus der Corona-Pandemie
und den Folgen behördlicher Maßnahmen betroffen sein könnte. Sofern ein solches Szenario
eintritt, könnte dies große Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns
haben.
Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene
verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen,
da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER
setzt kontinuierlich Marktbeobachtungsund Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur
strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen
wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle
- wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).
Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder
mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene
behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses
und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen
werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt
und zur Entscheidung gestellt.
WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich
weiterzuentwickeln.
Zusätzlich zur erwarteten Erholung der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2021
sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion,
besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach
wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen
wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen
Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität
und Kundennähe von WACKER.
Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio,
mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die
fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen
und Energie, die Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage
nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für
unser Geschäft hat sich nichts geändert.
Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend
höhere Markt-und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen,
in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung
profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten
weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und
Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten
und Technologien wollen wir dieses Wachstum begleiten.
Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro-
und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die
Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme
im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung.
Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene
Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen
schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten.
Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik.
Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos von drei auf
25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige
Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein
effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange
Lebensdauer der Batterie sorgen.
Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des
steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung
sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid
zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen
Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung
von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen
sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch
in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 70 Prozent
des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade
erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut
zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS
außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen.
WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten
Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion
von Pharmaproteinen und Impfstoffen. Mit dem 2018 erworbenen Standort in Amsterdam
hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten und Kompetenzen auf diesen Feldern erheblich
erweitert. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka
mit Lebendbakterien eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft
mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für Nahrungsergänzungsmittel,
die die Herzgesundheit fördern, oder für verbesserte Schaumeigenschaften in Barista-Toppings.
Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie.
Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht
die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen
in vielen Ländern der Welt genutzt. Den größten Zubau erwarten wir weiterhin in China,
Indien und den USA. Wachstumspotenziale sehen wir außerdem im weltweit zunehmenden
Trend zu hocheffizienten monokristallinen Solarzellen. Der Geschäftsbereich WACKER
POLYSILICON wird als Qualitätsführer in der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium
davon profitieren.
Um die Chancen zu nutzen, in unseren Geschäftsbereichen weiter zu wachsen, konzentrieren
wir uns weiterhin darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen
Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte,
insbesondere für Spezialitäten, weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden
im Jahr 2021 deutlich steigen, aber erneut unterhalb der Abschreibungen liegen. Im
Fokus steht nach wie vor der Ausbau unserer Kapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte.
An unserem Standort Nünchritz errichten wir eine neue Fertigungslinie für silanterminierte
Polymere. Diese Siliconspezialitäten kommen unter anderem in hochwertigen Klebstoffen
zum Einsatz. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver für die
Bauindustrie errichten wir derzeit an unserem chinesischen Standort Nanjing.
Weitere unternehmensstrategische Chancen ergeben sich aus unserem laufenden Projekt
"Zukunft gestalten". Hier überprüfen wir unsere bestehende Organisation und unsere
Prozesse, um WACKER, schlanker, schneller und flexibler zu machen. Das unterstützt
unsere Strategie des nachhaltigen Umsatz- und Ertragswachstums und hilft uns dabei,
die Potenziale unseres Technologie- und Produktportfolios noch besser zu nutzen. Unser
Ziel ist es, WACKER auf diese Weise erfolgreich für die Zukunft aufzustellen, um uns
so kurz- und langfristig im zunehmenden Wettbewerb und bei weiteren konjunkturellen
Schwankungen behaupten zu können.
WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten
zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur
Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit
unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "Wacker Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale.
Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten
in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen
zu erreichen.
Leistungswirtschaftliche Chancen erwarten wir uns darüber hinaus aus unserem Projekt
"Zukunft gestalten". Durch eine schlankere und effizientere Organisation wollen wir
erhebliche Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten erzielen.
Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung
des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den
Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden.
Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt.
Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen
oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft
gefährden könnten. Zwar sind insbesondere die Risiken, die sich aus der Corona-Pandemie
ergeben, unverändert hoch. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer
guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen
auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch
und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten,
nutzen können.
Die Corona-Pandemie wirft einen langen Schatten auf die Weltwirtschaft. Die Aussichten
bleiben 2021 unsicher. Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen zwar davon aus,
dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank Impfkampagnen,
konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Falls
sich die Impfstoffbereitstellung verzögert oder es zu Schwierigkeiten bei der Eindämmung
weiterer Infektionsausbrüche kommt, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung
kommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
rechnet damit, dass der Aufschwung in den asiatischen Ländern am stärksten sein wird.
In vielen anderen Ländern wird die Wirtschaftsleistung voraussichtlich bis Ende des
Jahres 2021 noch nicht wieder das Niveau von 2019 erreicht haben. Neben der Corona-Pandemie
bergen auch geopolitische Krisen wie der bislang ungelöste Handelskonflikt zwischen
den USA und China sowie die Folgen des Brexits Abwärtsrisiken.

Quellen: weltweit: IWF, Europa: OECD, Asien: ADB, China: IWF, Indien: ADB, Japan:
OECD, USA: IWF
Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird
auch im Jahr 2021 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stehen. Je nach dem Fortgang
des Infektionsgeschehens kann es regional sowie in den unterschiedlichen Marktsegmenten
zu uneinheitlichen Entwicklungen kommen. Aus unserer Sicht werden die für uns bedeutenden
Branchen jedoch mittelfristig wieder wachsen.
Nach einem schwierigen Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland
erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) für 2021 ein Produktionsplus von
1,5 Prozent und einen Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent. Bei der Beschäftigung rechnet
der VCI dagegen mit einem leichten Rückgang um ein Prozent, bedingt durch den Strukturwandel
in der Branche, der durch die Corona-Krise beschleunigt wird.
Auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie
bestehen auch für die Chemiebereiche von WACKER nicht unerhebliche Risiken. Die Stärke
unseres breiten Produktportfolios hat sich aber in der Krise bereits bewährt. Wir
gehen davon aus, dass WACKER auch 2021 zum Beispiel als Zulieferer in die Medizintechnik,
bei der Erzeugung von Etiketten oder von hochreinen Silanen für die elektronische
Industrie profitieren wird. Die langfristigen Trends sind zudem intakt und werden
sich künftig zum Teil noch beschleunigen. Mittelfristig ergeben sich weiterhin Wachstumschancen
in den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand
in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie
in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige
Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Das führt
zu einem höheren Bedarf unserer Industriekunden nach WACKER-Technologien. Ein Teil
unseres Produktportfolios wird zudem in hochautomatisierten industriellen Fertigungsprozessen
eingesetzt. In diesen Bereichen verzeichnet WACKER auch in den Industriestaaten ein
Wachstum über dem Wirtschaftsdurchschnitt.
Nach dem Rückgang 2020 wird die Bauindustrie nach Prognosen des Marktforschungsinstituts
B + L Marktdaten GmbH mittelfristig wieder wachsen. Im Durchschnitt soll das globale
Bauvolumen bis 2023 jährlich um rund zwei Prozent zulegen.
Auch der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwartet für 2021 eine positive Entwicklung,
getrieben durch die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die zahlreichen
Anreize der Regierungen weltweit, wie etwa der European Green Deal, werden der Bauwirtschaft
voraussichtlich zusätzlich positive Impulse geben.
Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten
in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen
Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen. Das gilt
auch für silanbasierte Zementzusätze, die sowohl Energieeinsparungen bei der Herstellung
als auch eine verbesserte Lagerfähigkeit bieten und die Qualität und Lebensdauer des
Betons erhöhen. Gute Chancen sehen wir für unsere "ECO"-Produktlinie, mit der wir
dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung tragen.

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020
Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet im Jahr
2021 mit einer Rückkehr in die Wachstumszone. Der Anstieg des weltweiten Marktvolumens
liegt laut der Prognose des Branchenverbands bei rund sechs Prozent. Getragen wird
der Aufschwung demnach sowohl von den Schwellenländern wie auch von den Industrieländern.
Generell gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER weiterhin in der Automobilindustrie,
beispielsweise durch den zunehmenden Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, Sensoren
und optischen Displays sowie die wachsende Bedeutung der Elektromobilität. Gegenüber
2020 kann sich hier zudem eine Aufholphase im Automobilabsatz positiv auswirken.
| Branchen | Entwicklung 2020 | Entwicklung 2021 |
| Chemieindustrie | Rückgang | Wachstum |
| Bauindustrie | Rückgang | Wachstum |
| Energie /Elektro | Rückgang | Wachstum |
| Photovoltaikindustrie | Wachstum | Wachstum |
Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2021
dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten
im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom
positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen
aus. Zudem stellt die Solarenergie einen wichtigen Baustein dar, um globale Klimaschutzziele
zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich
zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter
2 °c zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue
Märkte erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiterwachsen.
China bleibt auch im Jahr 2021 der weltweit größte und wichtigste Markt. Weitere Länder
mit hohen Zubauraten sind die USA, die Länder Europas, Japan und Indien. Zu den Regionen
mit starkem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der
Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis
externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen
im Jahr 2021 zwischen 150 und 180 Gigawatt (GW) liegen werden.
| Neu installierte PV-Leistung (MW) | |||
| 2021 | 2020 | ||
| Lower Range | Upper Range | ||
| Deutschland | 4.000 | 6.000 | 4.800 |
| Spanien | 4.000 | 5.000 | 2.600 |
| Übriges Europa | 14.000 | 17.000 | 13.000 |
| USA | 22.000 | 24.000 | 19.000 |
| Japan | 7.000 | 8.000 | 8.200 |
| China | 50.000 | 60.000 | 48.200 |
| Indien | 4.000 | 7.000 | 3.500 |
| Übrige Welt | 45.000 | 53.000 | 40.700 |
| Gesamt | 150.000 | 180.000 | 140.000 |
Quellen: PV-Markt 2021: Solar Energy Industries Association (SEIA), Marktstudien,
eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2020: Bundesnetzagentur, Solar Energy
Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable
Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER
(Tabelle B.53 ungeprüft)
Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr
2021 wächst. Wie stark dieses Wachstum sein wird, hängt vor allem davon ab, ob und
inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie einzudämmen. Die größten Wachstumsimpulse
kommen aus Asien. Wachstum erwarten wir aber auch für die USA und in Europa.
Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2021 analog zum Vorjahr
auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. Die Investitionen werden
mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres sein, aber unter den Abschreibungen
liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt mit mehr als 40 Prozent auf den
Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Er investiert unter anderem in eine neue Anlage
für Hybridpolymere in Nünchritz. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wird im Laufe
des Geschäftsjahres seine Produktionsanlagen in Nanjing weiter ausbauen.
| Standort | Projekte | Inbetriebnahme |
| Burghausen | Anlage zur Herstellung von Spezialsiliconen für Konsumgüter | 2021 |
| Burghausen | Neue Polymerkapazität | 2021 |
| Burghausen | Kapazitätserweiterung der Silicon-Grundmassenanlage | 2021 |
| Burghausen | Kapazitätserweiterung Vinylsilicone | 2021 |
| Adrian | Multifunktionale Emulsionsanlage | 2022 |
| Amsterdam | Neuer Fermenter | 2022 |
| Burghausen | Anlage zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuk | 2022 |
| Nanjing | Dispersionsreaktor | 2022 |
| Nünchritz | Anlage für Hybridpolymere | 2022 |
WACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik,
Automotive und Körperpflege. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für
silanmodifizierte Hybridpolymere, etwa als Dicht- und Klebstoff oder in abriebfesten
Schutzbeschichtungen für Betonböden. Vielversprechend entwickeln sich unsere neuen
silanbasierten Zementzusätze. Mit ihnen lässt sich bei der Zementherstellung Energie
einsparen. Außerdem verbessern sie die Lagerstabilität des Zements und erhöhen die
Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Zementprodukten. Ein weiteres Fokusgebiet ist
die Entwicklung neuer Faserverbundstoffe aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen,
die vor allem in temperaturstabilen oder feuerfesten Leichtbauelementen zum Einsatz
kommen. Steigende Nachfrage verzeichnen wir bei Spezialsilanen für die Mikroelektronik
sowie bei Siliconen, für deren Herstellung nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden.
Solche Produkte werden immer häufiger in der Kosmetik und Körperpflege, bei Trennbeschichtungen,
in der Oberflächen- und Textilpflege sowie im Baubereich verwendet. Für das Fokusfeld
Elektronik haben wir druckbare und elastische Elektrodenmaterialien aus Silicon für
die Anwendung in Sensoren sowie harzgefüllte, optisch klare Siliconsysteme für Optical-Bonding-Anwendungen
entwickelt. In der Elektromobilität etablieren sich zusehends wärmeleitfähige Siliconelastomere.
Derzeit arbeiten wir hier an dichtereduzierten und oberflächenmodifizierten Formulierungen.
Solche Produkte tragen wesentlich zur Kühlung und damit zum Wärmemanagement elektrischer
Speichermodule und von Elektronikbauteilen bei. Mit der Herstellung elektroaktiver
Siliconlaminate unterstützen wir die Entwicklung innovativer Touchscreens mit haptischer
Feedbackfunktion für die Automobil-, Unterhaltungs- und Medizintechnikindustrie.
WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für
anspruchsvolle Bau-, Beschichtungs- und Verklebungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend
ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen
Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt
entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS zum Beispiel in der Lage, Dispersionen
speziell auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymeren unter Verwendung von nachwachsenden
Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten. Hier kommt unter anderem biobasierte
Essigsäure zum Einsatz. Mithilfe des Massenbilanzverfahrens reduzieren wir die CO2-Emissionen. Auch Dispersionspulver für konservierungsmittelfreie Anwendungen sind
Teil des Portfolios. Biozidfreie Pulverfarben ermöglichen den Einsatz genau abgemessener
Farbmengen und reduzieren damit Materialverbrauch und -überschüsse. Mit dem Technologiewechsel
vom Dickbett- zum Dünnbettverfahren bei der Verlegung von Fliesen leisten wir zudem
einen Beitrag zur Reduzierung des Zementverbrauchs, was wiederum mit einer Reduktion
der CO2-Emissionen einhergeht.
Für WACKER BIOSOLUTIONS ergeben sich derzeit Wachstumspotenziale auf dem Pharma-
und Lebensmittelmarkt. Der Pharmamarkt verschiebt sich stetig in Richtung biotechnologisch
hergestellter Arzneien. Als Auftragshersteller (CDMO) für Biopharmazeutika bedienen
wir die steigende Nachfrage an unseren Produktionsstandorten in Jena, Halle und Amsterdam.
Am Standort Amsterdam, an dem wir auch Impfstoffe und lebende mikrobielle Produkte
(LMPS) herstellen, investieren wir aktuell in neue Produktionsanlagen. Diese Maßnahmen
ermöglichen unter anderem die Produktion neuer Wirkstoffklassen wie mRNA-basierte
Impfstoffe, die beispielsweise auch bei Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2
eine besondere Rolle spielen. Auf dem Lebensmittelmarkt folgen wir dem Trend "Gesunde
Ernährung". Studien belegen, dass unser Antioxidans HTESSENCE© die Herzgesundheit fördert. Unsere Cyclodextrine finden sich in zahlreichen Lebensmittelanwendungen.
Sie erhöhen zum Beispiel die Bioverfügbarkeit von Curcumin und sorgen für verbesserte
Schaumeigenschaften in Barista-Toppings.
Der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren weiter
steigen. Vor allem die Nachfrage nach monokristallinen Zellen steigt kontinuierlich
an. Sie besitzen höhere Wirkungsgrade und produzieren so bei gleicher Sonneneinstrahlung
mehr Strom. WACKER ist hier gut positioniert. Mit unserem hochreinen Polysilicium
können wir das stark wachsende Segment der monokristallinen Zellen bestens bedienen.
Außerdem bauen wir unseren Anteil an hochqualitativem Polysilicium für die Halbleiterindustrie
aus.
Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die
Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr
2021 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 (2020: 1,15).
Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe
deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Kosten für Erdgas und Strom bleiben
im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist für
das Jahr 2021 weitgehend gesichert. Aus dem Programm "Zukunft gestalten" erwarten
wir Einsparungen bei den Sachkosten sowie einen Rückgang im Personalaufwand. In der
Prognose enthalten sind aber auch laufende Aufwendungen für Altersteilzeit. Sollte
die Übernahme der Siltronic-Anteile durch GlobalWafers Co. Ltd. im Jahr 2021 vollzogen
werden, wird sich das EBITDA von WACKER um 780 Mio. € erhöhen. Der Netto-Cashflow
wird dann um den Veräußerungserlös in Höhe von 1,3 Mrd. € steigen. Die Nettofinanzschulden
verringern sich um diesen Betrag. Diese Sondereffekte sind in der Prognose für 2021
nicht berücksichtigt.
Die wichtigsten Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem
Vorjahr unverändert.
WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2021 steigende Absatzmengen und positive Produktmixeffekte
in den Chemiebereichen. Die Durchschnittspreise in einigen Produktsegmenten werden
voraussichtlich etwas niedriger sein als im Vorjahr. Im Polysiliciumgeschäft gehen
wir von leicht steigenden Absatzmengen und einem besseren Produkt-mix aus. Im Jahresdurchschnitt
erwarten wir bei den Polysiliciumpreisen keinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt
soll der Konzernumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen.
Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf
Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen
abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2021 auf einen Wachstumskurs
zurückkehren, wenn es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen
Absatzregionen und -branchen kommt und die Corona-Pandemie erfolgreich eingedämmt
wird.
So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger
Sicht.
Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird leicht über dem
Niveau des Vorjahres erwartet (2020: 14,2 Prozent). Das EBITDA wird zehn bis 20 Prozent
über dem Niveau des Vorjahres liegen. Höhere Rohstoffkosten und negative Währungseffekte
von mehr als 100 Mio. € beeinflussen die EBITDA-Entwicklung. In der Prognose auf Konzernebene
haben wir einen Teil der wirtschaftlichen Unsicherheiten berücksichtigt, die sich
aus der Corona-Pandemie ergeben. Der Konzernjahresüberschuss wird deutlich über dem
Vorjahr liegen.
ROCE: Der ROCE wird gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen (2020: 5,6 Prozent).
Netto-Cashflow: Für das Jahr 2021 erwarten wir einen deutlich positiven Cashflow,
der deutlich unter dem Vorjahr liegt. Höhere Investitionen, Abfindungen und Auszahlungen
aus dem Programm "Zukunft gestalten" sowie ein Anstieg des Working Capital sind dafür
verantwortlich.
Investitionen: Im Jahr 2021 werden sich die Investitionen auf rund 350 Mio. € belaufen
und damit deutlich höher sein als im Vorjahr. Sie liegen aber unter den Abschreibungen.
Die Abschreibungen bleiben mit rund 400 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen
fließen unter anderem in neue Dispersions- und Dispersionspulveranlagen in Burghausen
und Nanjing sowie in eine Anlage zur Herstellung von Hybridpolymeren in Nünchritz.
Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden gehen auf Grund des positiven Cashflows
weiter zurück (2020: 67,5 Mio. €). Wir erwarten ein leicht positives Nettofinanzvermögen.
Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2021 einen Umsatzanstieg
im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum
wird getragen von steigenden Mengen bei Spezialanwendungen. Gegenläufig wirken sich
in einigen Produktbereichen niedrigere Durchschnittspreise aus. Wir gehen in allen
Regionen von steigenden Umsätzen aus. Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen,
genauso wie die EBITDA-Marge. Die Rohstoff- und Energiepreise erwarten wir ebenfalls
leicht über dem Vorjahr.
Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren
einstelligen Prozentbereich aus. Steigende Mengen im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft
tragen zu diesem Wachstum bei. Wir erwarten auch hier Zuwächse in allen Regionen.
Das EBITDA wird auf Grund deutlich höherer Rohstoffkosten deutlich unter dem Vorjahr
liegen. Das gilt auch für die EBITDA-Marge, die wir zwischen 15 und 18 Prozent erwarten.
| Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen | Ist 2020 | Ausblick 2021 |
| EBITDA-Marge (%) | 14,2 | leicht über Vorjahr |
| EBITDA (Mio. €) | 666,3 | 10 bis 20 Prozent über Vorjahr |
| ROCE (%) | 5,6 | deutlich über Vorjahr |
| Netto-Cashflow (Mio. €) | 697,7 | deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr |
| Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen | ||
| Umsatz (Mio. €) | 4.692,2 | mittlerer einstelliger Prozentsatz höher |
| Investitionen (Mio. €) | 224,4 | rund 350 Mio. € |
| Nettofinanzschulden (Mio. €) | 67,5 | positives Nettofinanzvermögen |
| Abschreibungen (Mio. €) | 403,5 | rund 400 Mio. € |
Einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwarten wir im Geschäftsbereich
WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt in erster Linie aus dem Geschäft mit Biopharmazeutika.
Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf
dem Niveau des Vorjahres.
Im Polysiliciumgeschäft gehen wir für das Jahr 2021 von einem Umsatzanstieg im mittleren
einstelligen Prozentbereich aus. Dafür verantwortlich sind ein verbesserter Produktmix
und ein leichter Anstieg der Absatzmengen. Die Durchschnittspreise für Polysilicium
werden nicht zurückgehen. Wir erwarten ein deutlich positives EBITDA, das deutlich
über dem Vorjahr liegt. Die EBITDA-Marge soll deutlich steigen.
Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner
auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden
Gremien stimmen zu.
Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein
starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur
unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 verfügt WACKER über ungenutzte
Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio.
€.
Die wirtschaftlichen Risiken für das Jahr 2021 bleiben bestehen. Beeinflusst wird
die globale Wirtschaftsentwicklung in erster Linie dadurch, inwieweit es gelingt,
die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Die Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen
aber davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank
Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen.
Sollte es zu weiteren Verzögerungen bei der Impfstoffbereitstellung kommen oder die
restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung weiterer Infektionsausbrüche deutlich verlängert
werden, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kommen.
Für unser Geschäft erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2021.
Wir gehen davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2021 wieder um einen mittleren einstelligen
Prozentsatz steigen wird. Das EBITDA soll zehn bis 20 Prozent über dem Vorjahr liegen.
Gebremst wird die EBITDA-Entwicklung durch deutlich höhere Rohstoffkosten und negative
Währungseffekte. Sie belasten das EBITDA mit mehr als 100 Mio. €.
Die Investitionen werden mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres
liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 400 Mio.€ und sind damit auf dem
Niveau des Vorjahres. Der Netto-Cashflow wird deutlich positiv sein, aber deutlich
unter dem Vorjahr liegen. Die Nettofinanzschulden gehen weiter zurück und wir erwarten
ein leicht positives Nettofinanzvermögen.
In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserem hervorragenden
Produktportfolio den Wachstumskurs wieder fortsetzen und mit unseren Investitionen
das Marktwachstum begleiten. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON gehen wir ebenfalls
von einem Anstieg beim Umsatz aus und von einem deutlich positiven EBITDA.
Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts
geändert.
Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts
und des testierten Konzernabschlusses.
Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker
Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss
zuständig. Vor dem Hintergrund der Änderungen im Aktiengesetz und im Deutschen Corporate
Governance Kodex hat der Aufsichtsrat beschlossen, das Vergütungssystem mit Wirkung
ab 01. Januar 2021 punktuell anzupassen. Es wird der nächsten ordentlichen Hauptversammlung
zur Billigung vorgelegt.
Das seit dem 01. Januar 2010 und bis einschließlich 31. Dezember 2020 geltende Vergütungssystem
für den Vorstand setzt sich aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:
Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.
Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus)
ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich
festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus
werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung
der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung
einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow,
Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Der rechnerische Zielbonus bei
100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum liegt bei 180 Prozent des durchschnittlichen
Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus beträgt
220 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums.
Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage
einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung
nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder
sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der
Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird
zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien
angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden
sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der
Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit
rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine
mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell
abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds.
Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen
Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw.
bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der
Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der
Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes
wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag
pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens
fünfjährige Vorstandstätigkeit. Erhöhungen der Jahresgehälter von Herrn Dr. Rudolf
Staudigl und Herrn Auguste Willems wurden seit 2016 als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige
Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes
(auf die Berechnung des Long Term Bonus (s.o. (ii)) jedoch schon).
Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz,
insbesondere eine d & o-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben
des deutschen Aktiengesetzes.
Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus
dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung
verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der
zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges
Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.
Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund
sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen auf den Wert von
maximal zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt sind (Abfindungs-Cap).
Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden
Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen.
In 2020 gab es keine Veränderungen bei der Vergütung der Vorstandsmitglieder.
Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2020 aus Festvergütung,
Nebenleistungen, variabler Vergütung sowie Versorgungsaufwand aus.
| € | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands | Auguste Willems Mitglied des Vorstands | |||
| Festvergütung1 | 880.000 | 880.000 | 610.000 | 610.000 |
| Nebenleistungen2 | 95.945 | 64.464 | 51.387 | 56.047 |
| Summe | 975.945 | 944.464 | 661.387 | 666.047 |
| Mehrjährige variable Vergütung3 | 1.042.360 | 1.012.000 | 722.545 | 701.500 |
| Summe | 2.018.305 | 1.956.464 | 1.383.932 | 1.367.547 |
| Versorgungsaufwand4 | - | - | 667.680 | 593.979 |
| Gesamtvergütung | 2.018.305 | 1.956.464 | 2.051.612 | 1.961.526 |
| Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands | Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands | |||
| Festvergütung1 | 580.000 | 580.000 | 580.000 | 580.000 |
| Nebenleistungen2 | 61.175 | 81.225 | 54.909 | 58.333 |
| Summe | 641.175 | 661.225 | 634.909 | 638.333 |
| Mehrjährige variable Vergütung3 | 687.010 | 667.000 | 687.010 | 667.000 |
| Summe | 1.328.185 | 1.328.225 | 1.321.919 | 1.305.333 |
| Versorgungsaufwand4 | 593.120 | 491.025 | 390.349 | 318.328 |
| Gesamtvergütung | 1.921.305 | 1.819.250 | 1.712.268 | 1.623.661 |
1
Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil
von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2
Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung
und sonstige Kostenübernahmen.
3
Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten
Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist
zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte
Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst.
4
Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.
Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2020 gewährten
Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht
werden können, angegeben.
| € | 2020/Ziel | 2020/Min. | 2020/Max. | 2019/Ziel |
| Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands | ||||
| Festvergütung1 | 880.000 | 880.000 | 880.000 | 880.000 |
| Nebenleistungen2 | 95.945 | 95.945 | 95.945 | 64.464 |
| Summe | 975.945 | 975.945 | 975.945 | 944.464 |
| Mehrjährige variable Vergütung3 | 941.600 | 289.520 | 1.384.240 | 1.434.400 |
| Summe | 1.917.545 | 1.265.465 | 2.360.185 | 2.378.864 |
| Versorgungsaufwand4 | - | - | - | |
| Gesamtvergütung | 1.917.545 | 1.265.465 | 2.360.185 | 2.378.864 |
| Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung1 | 580.000 | 580.000 | 580.000 | 580.000 |
| Nebenleistungen2 | 61.175 | 61.175 | 61.175 | 81.225 |
| Summe | 641.175 | 641.175 | 641.175 | 661.225 |
| Mehrjährige variable Vergütung3 | 620.600 | 190.820 | 912.340 | 945.400 |
| Summe | 1.261.775 | 831.995 | 1.553.515 | 1.606.625 |
| Versorgungsaufwand4 | 593.120 | 593.120 | 593.120 | 491.025 |
| Gesamtvergütung | 1.854.895 | 1.425.115 | 2.146.635 | 2.097.650 |
| € | 2020/Ziel | 2020/Min. | 2020/Max. | 2019/Ziel |
| Auguste Willems Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung1 | 610.000 | 610.000 | 610.000 | 610.000 |
| Nebenleistungen2 | 51.387 | 51.387 | 51.387 | 56.047 |
| Summe | 661.387 | 661.387 | 661.387 | 666.047 |
| Mehrjährige variable Vergütung3 | 652.700 | 200.690 | 959.530 | 994.300 |
| Summe | 1.314.087 | 862.077 | 1.620.917 | 1.660.347 |
| Versorgungsaufwand4 | 667.680 | 667.680 | 667.680 | 593.979 |
| Gesamtvergütung | 1.981.767 | 1.529.757 | 2.288.597 | 2.254.326 |
| Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung1 | 580.000 | 580.000 | 580.000 | 580.000 |
| Nebenleistungen2 | 54.909 | 54.909 | 54.909 | 58.333 |
| Summe | 634.909 | 634.909 | 634.909 | 638.333 |
| Mehrjährige variable Vergütung3 | 620.600 | 190.820 | 912.340 | 945.400 |
| Summe | 1.255.509 | 825.729 | 1.547.249 | 1.583.733 |
| Versorgungsaufwand4 | 390.349 | 390.349 | 390.349 | 318.328 |
| Gesamtvergütung | 1.645.858 | 1.216.078 | 1.937.598 | 1.902.061 |
1
Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil
von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2
Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung
und sonstige Kostenübernahmen.
3
Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten
Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist
zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte
Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die
Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die tatsächliche Zielerreichung der
beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt, für das Geschäftsjahr 2020 ein
Minimalwert von 0 % bzw. ein Maximalwert von 220 %. In der Angabe des jeweils theoretisch
erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwertes ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum
des Aufsichtsrats enthalten.
4
Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.
| € | 2020 | 2019 |
| Gesamt | 1.906.493 | 2.255.993 |
| € | 2020 | 2019 |
| Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder | ||
| Gesamt | 42.230.614 | 36.731.498 |
| Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen | ||
| Gesamt | 36.109.573 | 35.727.056 |
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung
der Wacker Chemie AG geregelt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf
des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf
zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden
Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden,
erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.
Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen
Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder
von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen
unberücksichtigt.
Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung
des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden
Umsatzsteuer, erstattet.
Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz;
insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine
d & o-Versicherung ab.
| € | 2020 | 2019 |
| Feste Vergütung1,2 | 2.165.000 | 2.159.877 |
| Variable Vergütung | - | - |
| Gesamt | 2.165.000 | 2.159.877 |
1
In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.
2
Für die Arbeitnehmervertreter gelten für Aufsichtsratsvergütungen die Abführungsregularien
des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker
und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA).
Die für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des
zusammengefassten Lageberichts ("ESEF-Unterlagen") mit dem Dateinamen "wacker_ Chemie
AG.zip" (SHA256-Hashwert: 029bb1c4f41d4d41dddc4d6ede5c1a062895 ad3d6867df4899bdf061fc75499b)
stehen im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten zum Download bereit.
Wir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, München, - bestehend aus der
Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung
der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den
zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München, für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen"
unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts
haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich
geprüft.
Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom
Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die
sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen
Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und |
| ― |
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen
gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014;
im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.
Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung
des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von
dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den
deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen
deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber
hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen
Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung,
dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als
Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten
Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei
der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Der Ansatz und die Bewertung von Verpflichtungen aufgrund des Effizienzprogramms
"Zukunft gestalten"
Zur Darstellung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" verweisen wir auf den
Abschnitt "andere Rückstellungen" im Anhang sowie den Abschnitt "Ziele und Strategien"
und "Mitarbeiter" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Anhang Abschnitt "Grundsätze
der Bilanzierung und Bewertung".
Die Gesellschaft hat in einer Konzernbetriebsvereinbarung freiwillige Maßnahmen,
wie Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge beschlossen.
Zum Stichtag wurden Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von EUR 48,0 Mio zur
Umsetzung des geplanten Stellenabbaus im Rahmen des temporären Freiwilligenprogramms
"Zukunft gestalten" gebildet und entsprechend in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen
erfasst. Das Programm beinhaltet sowohl Maßnahmen, die im Zusammenhang mit zukünftigen
Leistungen der Arbeitnehmer stehen, als auch Maßnahmen mit Abfindungscharakter. Diese
Unterscheidung hat eine erhebliche Auswirkung auf die bilanzielle Erfassung im Geschäftsjahr
und kann aufgrund der verschiedenen Gestaltungsformen komplex sein. Leistungen mit
Abfindungscharakter sind bei Zusage in voller Höhe aufwandswirksam zu erfassen, dies
gilt jedoch nicht für solche Maßnahmen, die im Zusammenhang mit künftigen Leistungen
der Arbeitnehmer stehen.
Der Ansatz und die Bewertung der Restrukturierungsrückstellungen sind komplex und
hängen von der Ausgestaltung der Konzernbetriebsvereinbarung, der Abfindungsverträge
sowie der Freistellung von Mitarbeitern ab.
Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Verpflichtungen
und der Aufwand nicht in angemessener Höhe im Jahresabschluss erfasst und bewertet
wurden.
Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting und der
Personalabteilung sowie durch Würdigung der Konzernbetriebsvereinbarung und der darauf
basierenden Aufhebungsvereinbarungen ein Verständnis über die Maßnahmen im Rahmen
des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" sowie den Prozess der Ermittlung der Rückstellungsbeträge
verschafft.
Wir haben die bilanziellen Implikationen auf Basis der verschiedenen Maßnahmen kritisch
hinterfragt. Dabei haben wir insbesondere die Unterscheidung zwischen Maßnahmen, die
im Zusammenhang mit zukünftigen Leistungen der Arbeitnehmer stehen und Maßnahmen mit
Abfindungscharakter kritisch gewürdigt.
Wir haben anhand einer risikoorientierten Auswahl an Einzelverpflichtungen die zugrunde
liegenden Daten, die zur Bewertung der Verpflichtung notwendig waren, mit den vertraglichen
Grundlagen und Personalakten abgestimmt und die Berechnung nachvollzogen. Dies beinhaltet
auch die Prüfung der Übereinstimmung der Berechnungsmethodik mit der Konzernbetriebsvereinbarung.
Die Klassifizierung der im Geschäftsjahr angebotenen freiwilligen Maßnahmen im Rahmen
des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" und der darauf basierende Ansatz und die
Bewertung von Verpflichtungen ist im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungsgrundsätzen.
Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung
im zugehörigen Abschnitt "Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung" und zu den Finanzanlagen
im Abschnitt 13 im Anhang.
Zum Bilanzstichtag beträgt der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen EUR
2.391,1 Mio.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich
dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Berechnung
des beizulegenden Wertes erfolgt anhand des Ertragswertverfahrens.
Die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Ertragswertverfahren ist komplex
und die hierbei getroffenen Annahmen sind in hohem Maße von der Einschätzung und Beurteilung
der gesetzlichen Vertreter abhängig und unterliegen daher erheblichen Ermessensspielräumen.
Dies gilt insbesondere für die Cashflows, die langfristigen Wachstumsraten und die
Kapitalkosten. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass die Anteile an verbundenen
Unternehmen nicht sachgerecht bilanziert wurden: Übersteigt der beizulegende Wert
den Buchwert, so erfolgt - im Fall einer vorausgegangenen außerplanmäßigen Abschreibung
-eine Zuschreibung bis maximal zu den ursprünglichen Anschaffungskosten, soweit die
Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Im umgekehrten Fall
ist der Buchwert auf den beizulegenden Wert zu berichtigen.
Wir haben zunächst auf Grundlage einer Risikoanalyse verbundene Unternehmen ausgewählt,
bei denen ein wesentliches Risiko einer außerplanmäßigen Abschreibung oder auch Wertaufholung
zum Bilanzstichtag bestehen könnte. Die für die Ermittlung des beizulegenden Werts
verwendete Bewertungsmethodik sowie die Bewertungsannahmen und -parameter wurden von
uns, unter Einbindung unserer Bewertungsspezialisten, beurteilt. In Gesprächen unter
anderem mit dem Vorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche haben wir ein Verständnis
über den Planungsprozess erlangt und die verwendeten Annahmen unter anderem mit allgemeinen
und branchenspezifischen Markterwartungen (Peer-Group-Vergleich) abgeglichen. Von
der Angemessenheit der erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, die der Ertragswertberechnung
für die einzelnen zu bewertenden Anteile an verbundenen Unternehmen zugrunde gelegt
werden, haben wir uns überzeugt und dabei beurteilt, ob die in der Unternehmensplanung
enthaltenen Planwerte und die zugrunde liegenden Annahmen angemessen sind.
Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden
sowie anhand aktueller Zwischenergebnisse analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit
Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung
bzw. der langfristigen Wachstumsraten auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse),
indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen
haben.
Die den Kapitalkosten zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien
Zinssatz, die Marktrisikoprämie, die spezifischen Risikozuschläge und den Betafaktor,
haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.
Die zur Beurteilung der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
verwendete Bewertungsmethodik sowie Annahmen und Parameter der Wacker Chemie AG sind
insgesamt angemessen.
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen
verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― |
die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, |
| ― |
die nichtfinanzielle Konzernerklärung in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und |
| ― |
die im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben. |
Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften
Lageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht
erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir
weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung
hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen
zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― |
wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― |
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses,
der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter
Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses
zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -
falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich,
die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen.
Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür
verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche
Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten
Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich
für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben,
um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den
anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende
geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu
können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss
als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen
Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen
mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in
Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten
Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür,
dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets
aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und
zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische
Grundhaltung. Darüber hinaus:
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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
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gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
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beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
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ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
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beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
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beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
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führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten
Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich
etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass
wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit
ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen
Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen
erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses
für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders
wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk,
es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe
des Sachverhalts aus.
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt,
ob die in der Datei, die im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten abrufbar
ist, "wacker_ Chemie AG.zip" (SHA256-Hashwert: 029bb1c4f41d4d41dddc4d6ede5c1a062895
ad3d6867df4899bdf061fc75499b) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten
Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden
auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische
Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang
mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die
Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch
auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen
und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des
zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328
Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere
im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten
Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum
beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis
zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben
enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen
Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben
des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit
§ 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung
der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen
und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung
danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat
die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards:
Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1)
angewendet.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung
der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des
zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen
zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -
Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat
sind.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung
der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften
Jahresabschluss und geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie weiteren offenzulegenden
Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen
als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen
frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die
Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. |
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gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben. |
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beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt. |
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beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen. |
Wir wurden von der Hauptversammlung am 4. August 2020 als Abschlussprüfer gewählt.
Wir wurden am 26. Dezember 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen
seit der Kapitalmarktorientierung im Geschäftsjahr 2006 als Abschlussprüfer der Wacker
Chemie AG, München, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile
mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht)
in Einklang stehen.
Wir haben folgende Leistungen, die nicht einzeln im Jahresabschluss oder im zusammengefassten
Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Jahresabschlussprüfung für das geprüfte
Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:
Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG geprüft. Prüfungsintegriert erfolgten
prüferische Durchsichten von Zwischenabschlüssen der Konzernunternehmen. Ferner wurden
andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Prüfungen nach
dem EEG, EMIR-Prüfungen nach § 20 WpHG, die Bescheinigung der Strompreiskompensation
und die betriebswirtschaftliche Prüfung des nichtfinanziellen Berichts.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen.
München, den 4. März 2021
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Signiert von Kai Christian Andrejewski am 04.03.2021 | Signiert von Johannes Franziskus Hanshen am 04.03.2021 |
| Andrejewski | Hanshen |
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