Wacker Chemie AG

München

Jahres und- Konzernabschluss Wacker Chemie AG 31.12.2020

Bericht des Aufsichtsrats

DR. PETER-ALEXANDER WACKER

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

2020 war für WACKER ein Jahr größter Kraftanstrengung. Die Corona-Pandemie hat die Welt vor Herausforderungen gestellt, für die es in der Neuzeit keine Blaupause gibt. Um dieser kritischen Situation zu begegnen, haben wir uns vor allem auf die finanzielle Stabilität des Unternehmens konzentriert. Drei Hebel waren dabei von besonderer Bedeutung: ein starker Netto-Cashflow, ein geringeres Investitionsbudget, ausgerichtet an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie deutliche Kosteneinsparungen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist, dass wir die langfristige Finanzierung von WACKER rechtzeitig sichergestellt haben.

Das Zahlenwerk des abgelaufenen Geschäftsjahres beweist: WACKER ist sehr stabil durch diese schwierige Zeit gekommen. Der Netto-Cashflow hat sich mit rund 700 Millionen Euro fast vervierfacht und die Nettofinanzschulden sind mit rund 70 Millionen Euro äußerst gering.

Alle Bereiche des Unternehmens haben eine hervorragende Leistung vollbracht und sind wesentlich verantwortlich für dieses sehr gute Ergebnis. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diesen großen Erfolg in dieser Ausnahmesituation.

Von größter Bedeutung für die weitere Zukunft des Unternehmens war auch der Abschluss einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern zum Programm "Zukunft gestalten". Damit ist WACKER in der Lage, das Unternehmen so aufzustellen, dass wir international auf Augenhöhe mit unseren Wettbewerbern bleiben. Mein ausdrücklicher Dank geht deshalb an alle Arbeitnehmervertreter im Unternehmen, die dieses Ergebnis voll und ganz mittragen.

Mit der Abgabe der Siltronic-Anteile an das taiwanesische Unternehmen GlobalWafers vollenden wir unser strategisches Ziel, uns mit ganzer Kraft auf unseren ursprünglichen Kern zu konzentrieren - das Chemiegeschäft. GlobalWafers ist es bis Anfang Februar 2021 gelungen, sich die Aktienmehrheit an der Siltronic AG zu sichern. Noch ist die Transaktion nicht endgültig, weil verschiedene fusionskontrollrechtliche und außenwirtschaftliche Freigaben noch nicht erteilt worden sind. Aber eine wichtige Hürde ist damit genommen. Wir sind zuversichtlich, dass der Zusammenschluss wie geplant vollzogen wird und Siltronic dann ihren weiteren Weg gemeinsam mit GlobalWafers erfolgreich gestalten kann.

Für WACKER geht es jetzt darum, die richtigen Investitionen für die Zukunft zu tätigen. Unser Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS ist ein gutes Beispiel dafür. Der Erwerb des Plasmid-DNA-Herstellers Genopis Inc. rundet das Produktportfolio auf dem Gebiet mikrobieller Technologien ab. Gleichzeitig setzen wir mit einem eigenen Produktionsstandort einen Fuß auf den großen amerikanischen Markt für biopharmazeutische Produkte.

Ein Thema ist nach wie vor ungelöst: die hohen Pensionsverpflichtungen. Für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist es sehr wichtig, die Belastungen aus den Pensionsverpflichtungen zu mindern. Das Niedrigzinsumfeld für Kapitalanlagen ist eine schwere Bürde für die finanzielle Ausstattung von WACKER. Die außerordentlichen Zahlungen an die Pensionskasse, die wir schon geleistet haben und in Zukunft leisten müssen, fehlen für Wachstumsinvestitionen. Auf Dauer gefährdet das die wirtschaftliche Substanz des Unternehmens, weil wir Finanzmittel nicht für Innovationen und das Wachstum unserer Geschäfte einsetzen können. Deshalb müssen wir Lösungen finden, die das Unternehmen entlasten. Dazu gibt es keine Alternative.

Mit dem Ablauf der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 41 gibt es einen Wechsel an der Spitze des Unternehmens. Dr. Rudolf Staudigl wird nach 25 Jahren im Vorstand, davon 13 Jahre als Vorstandsvorsitzender, sowie nach 38 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand gehen.

Der Aufsichtsrat dankt Dr. Rudolf Staudigl für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle von WACKER. Er hat das Unternehmen mitgeprägt wie nur wenige vor ihm. Seine Nachfolge übernimmt Dr. Christian Hartel, der seit 2003 bei WACKER tätig ist. Wir besetzen damit die wichtigste Position in der operativen Führung aus den eigenen Reihen. Das zeigt, dass WACKER immer wieder hervorragende Führungspersönlichkeiten hervorbringt, die diese Aufgabe erfüllen können. Wir haben mit diesem Schritt die Kontinuität in der Leitung des Konzerns sichergestellt und den Generationswechsel an der Spitze des Unternehmens vollzogen.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse Zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2020 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage sowie über Compliance- und Nachhaltigkeits-Themen informiert. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2020 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die in diesem Zusammenhang zu ergreifenden Maßnahmen

das darüber hinausgehende herausfordernde globale Marktumfeld, insbesondere die hohen Energiekosten und die Entwicklung des Poly-Marktes

die Zunahme von Protektionismus und Handelsstreitigkeiten, insbesondere die Antidumpingverfahren gegen die Solar- und weitere Industrien in den usa, der EU und China, ihre Auswirkungen auf WACKER und entsprechende Handlungsmöglichkeiten

die Veräußerung der Siltronic-Anteile an das taiwanesische Unternehmen GlobalWafers

verschiedene M & A-Projekte

das Projekt "Zukunft gestalten"

die auf Grund des niedrigen Diskontierungszinses gestiegenen Pensionsrückstellungen und die Neuordnung der Pensionssysteme

Finanzierungsmaßnahmen

Personalangelegenheiten des Vorstands (die Verlängerung des Vertrags von Dr. Ohler um weitere fünf Jahre sowie die personellen Änderungen im Vorstand im nächsten Jahr)

das neue Vorstandsvergütungssystem

das Umsetzungsgesetz zur Zweiten Aktionärsrechterichtlinie und die Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 09. Dezember 2020 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2021- 2025 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2021.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Aufgaben und Mitglieder der Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 191 im Einzelnen aufgeführt.

Der Prüfungsausschuss hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr vier Sitzungen ab. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2020, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns, der CSR-Berichterstattung sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Rechnungslegungsprozesse und internen Kontrollsysteme, der Compliance und der Revision. Er überwachte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich darüber hinaus mit den von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2020 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2020 zweimal, Gegenstand der Beratungen waren jeweils Personalangelegenheiten des Vorstands (die Festlegung der Gesamtbezüge sowie der Erfolgsziele für die variable Vergütung, die Vertragsverlängerung von Herrn Dr. Ohler für weitere fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2025, das neue Vergütungssystem für den Vorstand sowie die personellen Änderungen im Vorstand im Jahr 2021).

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Aus- und Fortbildung

Die Aufsichtsratsmitglieder sind angehalten, sich regelmäßig fortzubilden. Die Gesellschaft unterstützt die Mitglieder dabei, insbesondere auch durch die Gewährung einer großzügig bemessenen Pauschale für Auslagen, die unter anderem für Fortbildungsmaßnahmen genutzt werden kann und soll. Zur Amtseinführung erhalten neue Aufsichtsratsmitglieder ein Informationspaket zu den Rechten und Pflichten eines Aufsichtsratsmitglieds einschließlich Merkblättern zu Insiderverboten und Eigengeschäften von Führungskräften.

Regelmäßig werden die Aufsichtsratsmitglieder außerdem über wesentliche Gesetzesänderungen und Gerichtsurteile, die ihre Arbeit betreffen, unterrichtet. So wurde im vergangenen Jahr über das Umsetzungsgesetz zur Zweiten Aktionärsrechterichtlinie und die Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex berichtet.

Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme

Sowohl an den Aufsichtsratssitzungen als auch an den Sitzungen der Ausschüsse haben im Geschäftsjahr 2020 sämtliche Mitglieder der jeweiligen Gremien teilgenommen. Die Teilnahme der Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse wird im Folgenden in individualisierter Form offengelegt:

Aufsichtsratsplenum Sitzungsteilnahme während Amtszeit
Dr. Peter-Alexander Wacker 4/4
Manfred Köppl 4/4
Peter Áldozó 4/4
Dr. Andreas H. Biagosch 4/4
Dr. Gregor Biebl 4/4
Matthias Biebl 4/4
Markus Hautmann 0/0
Ingrid Heindl 4/4
Konrad Kammergruber* 3/3
Jörg Kammermann** 4/4
Eduard-Harald Klein 4/4
Franz-Josef Kortüm 4/4
Barbara Kraller 4/4
Beate Rohrig 4/4
Dr. Birgit Schwab*** 1/1
Ann-Sophie Wacker 4/4
Dr. Susanne Weiss 4/4
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker 4/4
Präsidialausschuss
Dr. Peter-Alexander Wacker 2/2
Manfred Köppl 2/2
Franz-Josef Kortüm 2/2
Prüfungsausschuss
Dr. Peter-Alexander Wacker 4/4
Manfred Köppl 4/4
Franz-Josef Kortüm 4/4
Vermittlungsausschuss
Dr. Peter-Alexander Wacker 0/0
Manfred Köppl 0/0
Franz-Josef Kortüm 0/0
Eduard-Harald Klein 0/0

* Bis 30. September 2020
** Bis 31. Dezember 2020
*** Seit 01. Oktober 2020

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 09. Dezember 2020 behandelt und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich und auch in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 191 wiedergegeben.

Weitere Informationen zur Corporate Governance bei WACKER finden Sie ebenfalls in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 191.

In seiner Sitzung im Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen sowie der umfassenden Berichterstattung durch den Vorstand und der frühzeitig vor den Sitzungen erhaltenen Unterlagen - effizient arbeitet. Weitere Informationen zur regelmäßigen Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 191.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2020, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2020) geprüft.

Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 04. August 2020 vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt und uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt.

Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht. Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 23. Februar 2021 die Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289b, 315b HGB) sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 04. März 2021 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen - einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts für die Wacker Chemie AG und den Konzern - intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Der langjährige Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Konrad Kammergruber schied mit Eintritt in den Ruhestand Ende September 2020 aus dem Aufsichtsrat aus. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Kammergruber für seine stets partnerschaftliche, wertvolle und bereichernde Arbeit in den vergangenen Jahren und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.

Als neues Mitglied rückte Frau Dr. Birgit Schwab als gewähltes Ersatzmitglied als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat nach.

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 legte der Arbeitnehmervertreter Jörg Kammermann sein Mandat in unserem Aufsichtsrat nieder. Auch Herrn Kammermann dankt der Aufsichtsrat für seine konstruktive und geschätzte Mitarbeit in unserem Gremium.

Als sein Nachfolger wurde Markus Hautmann auf Antrag des Vorstands mit Wirkung ab dem 01. Januar 2021 gerichtlich bestellt.

Im Vorstand stehen im Jahr 2021 ebenfalls Veränderungen an: In seiner Sitzung am 09. Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat wesentliche personelle Weichenstellungen zur langfristigen Sicherung der Kontinuität in der Führung des Unternehmens beschlossen. Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender des Vorstands der Wacker Chemie AG, wird mit Ablauf der kommenden Hauptversammlung, die für den 12. Mai 2021 geplant ist, in den Ruhestand treten. Zu seinem Nachfolger hat der Aufsichtsrat zum gleichen Zeitpunkt Dr. Christian Hartel berufen, der dem Vorstand des Unternehmens bereits seit 2015 angehört. Ebenfalls mit Wirkung zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2021 wurde Frau Angela Wörl als Arbeitsdirektorin in den Vorstand der Wacker Chemie AG bestellt. Frau Wörl leitet gegenwärtig bei WACKER den Zentralbereich Personal. Ihr Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihre engagierte Arbeit in einem für uns alle in jeglicher Hinsicht herausfordernden Geschäftsjahr 2020.

München, 04. März 2021

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten, die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht vom Fliesenkleber bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 65 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 35 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie.

Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit

WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau der Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2020 haben wir in Shanghai ein Kompetenzzentrum für wärmeleitfähige Silicone sowie siliconbasierte Lösungen für eine wachsende Zahl von Anwendungen in der Unterhaltungselektronik und der Telekommunikationsindustrie eröffnet.

26 Produktionsstandorte

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten. Davon sind zehn in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen.

» Siehe Grafik b.2 auf Seite 52

Rechtliche Unternehmensstruktur

Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 53 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 49 Gesellschaften voll konsolidiert. Vier Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind.

» Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis.

Vier operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche.

Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

» Siehe Grafik b.4 auf Seite 54

B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte

B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns¹

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern.

Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2020

Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Konrad Kammergruber hat auf Grund seiner Pensionierung sein Mandat im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG niedergelegt und ist mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Als neues Mitglied rückte Frau Dr. Birgit Schwab als gewähltes Ersatzmitglied als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat nach. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 ist Jörg Kammermann, ehemaliger Bezirksleiter der IG BCE Altötting, aus dem Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger wurde zum 01. Januar 2021 Markus Hautmann, Bezirksleiter der IG BCE Altötting, bestellt.

Im Vorstand der Wacker Chemie AG gab es im Geschäftsjahr 2020 keine Änderungen. In seiner Sitzung vom 11. März 2020 hat der Aufsichtsrat den Vertrag von Dr. Tobias Ohler um fünf Jahre bis 2025 verlängert.

In seiner Sitzung vom 09. Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat wesentliche personelle Weichenstellungen beschlossen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Staudigl wird mit Ablauf der kommenden Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand treten. Zu seinem Nachfolger hat der Aufsichtsrat Dr. Christian Hartel berufen, der von diesem Zeitpunkt an den Vorstandsvorsitz übernimmt. Zum gleichen Zeitpunkt rückt Angela Wörl als Arbeitsdirektorin in den Vorstand auf.

» Angaben zur Ressortverteilung im Vorstand finden sich im Kapitel Weitere Informationen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 315d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem Vorstand, gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben zum Diversitätskonzept werden dort angegeben.

» www.wacker.com/corporate-governance

Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2020, zur Verfügung. Er wird außerdem im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer unterzogen.

» https://www.wacker.com/geschaeftsbericht

B.3 Unternehmensstruktur von WACKER

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2020 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES bietet die breiteste Produktpalette des Unternehmens. Aus den beiden Rohstoffen Siliciummetall und Methanol werden über 2.800 Siliconprodukte in sieben Produktgruppen produziert, darunter Silane, Siloxane, Siliconöle, Siliconemulsionen, Siliconelastomere, Siliconharze und Kieselsäuren. Silicone besitzen eine Vielzahl chemischer, mechanischer und haptischer Eigenschaften, die sich ganz gezielt einstellen und immer wieder neu kombinieren lassen. Eine solche Vielseitigkeit und Anwendungsbreite bietet kein anderer Kunststoff. Silicone sind extrem langlebig, widerstandsfähig, wasserabweisend und UV-stabil. Als Werkstoffe sind sie in alltäglichen Anwendungen genauso unverzichtbar wie für die Entwicklung innovativer und neuer Technologien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Weitere Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie.

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen Pharmaproteine und Impfstoffe, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Pharmawirkstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und für die Solarindustrie her.

Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten Burghausen, Nünchritz, Charleston und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen (Kapitel ungeprüft)

WACKER zählt in seinen drei größten Geschäftsbereichen zu den Top-3-Anbietern weltweit.

Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien.

B.4 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung

Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Asien.

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein aus vegetarischen Rohstoffen sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter ausbauen.

Hohe Wettbewerbsintensität zeichnet den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON aus. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des globalen Marktumfeldes in der globalen Solarindustrie. Eigenen Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON nach Produktionsmenge weltweit die Nummer eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und bei monokristallinem Polysilicium für die Solarindustrie.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir jedoch auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Auftragsentwicklung

Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und langfristige Verträge ab; ein Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen anhand von Marktreferenzen. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung von Rohstoff- und Energiepreisen, aber auch Daten aus unserer Marktforschung und aus Kundengesprächen.

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleichgeblieben.

Rohstoff- und Energiekosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO2-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen. Auf Grund der hohen Strompreise in Deutschland ergeben sich Nachteile für WACKER gegenüber Wettbewerbern. Wir fordern deshalb die Einführung eines Industriestrompreises und wirken diesbezüglich auf die politisch Verantwortlichen ein. Wir arbeiten zudem ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, flexiblen Abnahmemengen oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch Preisflexibilität zu erhalten.

B.5 Wettbewerbspositionen von WACKER

Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES Dow WACKER KCC + Momentive
WACKER POLYMERS WACKER Celanese Dairen
WACKER POLYSILICON Solaranwendungen Yongxiang Daqo WACKER
WACKER POLYSILICON Halbleiteranwendungen WACKER Hemlock Tokuyama

(Tabelle B.5 ungeprüft)

Währungsschwankungen

Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 39 Mio. € negativ ausgewirkt. Zusätzlich haben wir im Jahr 2020 Sicherungsgeschäfte in japanischen Yen (JPY) abgeschlossen.

Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von pv-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten.

Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft

China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen US-Hersteller von Polysilicium für Solaranwendungen erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen für Solaranwendungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende Regelung. Die USA haben ihrerseits Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens" (Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren" eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten könnte sich im Gesamtkontext einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen.

Ziele und Strategien

Strategie des WACKER-Konzerns

Die fünf übergreifenden strategischen Ziele von WACKER gelten nach wie vor. Im Mittelpunkt stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Wir richten unser Handeln dabei an einer nachhaltigen Entwicklung aus.

» Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com

Die strategischen Geschäftsziele für den WACKER-Konzern lauten weiterhin:

Ausbau unserer Produktionskapazitäten mit Investitionen unterhalb der Abschreibungen.

Höheres Wachstum schaffen als der Durchschnitt der Chemieindustrie.

Starker Fokus auf Nachhaltigkeit.

Attraktive Margen im Wirtschaftszyklus erzielen.

Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft steigern.

Die Investitionen konzentrieren sich auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten.

Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Wir wollen dabei den Anteil von Spezialprodukten weiter erhöhen. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale.

Im Mittelpunkt unseres Programms "WACKER Operating System" (WOS) stehen: geringerer Rohstoffeinsatz und eine höhere Prozesseffizienz unserer Anlagen. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Außerdem entwickeln wir eine Vielzahl neuer, nachhaltiger Produkte, die den CO2-Ausstoß mindern. Wir liefern unter anderem Polysilicium als Ausgangsmaterial für Solaranlagen sowie eine Vielzahl von Produkten für die moderne, ressourcenschonende Bauindustrie.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an.

Um unsere Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, streben wir einen positiven Cashflow an und wollen den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stetig steigern.

Mit dem Programm "Zukunft gestalten", das wir Ende 2019 gestartet haben, wollen wir die Kosten verringern und die Effizienz steigern. Die Geschäfts- und Zentralbereiche stellen sich organisatorisch neu auf und vereinfachen dabei ihre Abläufe und Strukturen. Gleichzeitig stärken wir die Verantwortung in den Regionen. Bis Ende 2022 will WACKER insgesamt 250 Mio. € einsparen. Dazu gehört auch der Abbau von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen vor allem in Deutschland.

Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung. Seit 2017 haben wir ein Digitalisierungsprogramm, das alle Kerngeschäftsprozesse umfasst - von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Die einzelnen Projekte aus diesem Programm werden seit Dezember 2019 in den verantwortlichen Bereichen weitergeführt.

Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES will als weltweiter Hersteller von Siliconen den Anteil an margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil über erzielte Skaleneffekte Kostenführer zu sein. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer Produkte im industriellen Maßstab erlauben.

Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz in den Geschäftsprozessen. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten deutlich zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen weiter zu erhöhen sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. Gleichzeitig halten wir den hohen Qualitätsstandard, mit dem wir den Maßstab in der Industrie setzen. Der Fokus unseres Geschäfts liegt darauf, die Mengen bei Kunden aus der Halbleiterindustrie auszubauen und das Wachstum von monokristallinen Anwendungen für die Solarindustrie zu begleiten.

Steuerungssystem

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2020 unverändert geblieben:

die EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz). Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.

der ROCE, also die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise der Return on Capital Employed. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Der über vier Quartale gebildete Durchschnitt der langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte und des Working Capital bilden das eingesetzte Kapital. Die Ermittlung erfolgt zeitversetzt ein Quartal rückwirkend. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird.

das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Die Entwicklung des BVC ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung.

der Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.

Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:

der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.

die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Die Investitionen enthalten keine Nutzungsrechte der Leasingbilanzierung.

die Nettofinanzschulden: Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung

Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient.

Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2020

EBITDA-Marge: Im Jahr 2020 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 14,2 Prozent.

B.6 Soll / Ist-Abgleich

Mio. € Ist 2020 Prognose 2020 2019
EBITDA-Marge (%) 14,2 leicht unter Vorjahr 15,9
EBITDA 666,3 rund 20 % unter Vorjahr 783,4
ROCE (%) 5,6 deutlich positiv, deutlich über Vorjahr -11,3
Netto-Cashflow 697,7 deutlich positiv, deutlich über Vorjahr 184,4

EBITDA: Für das Jahr 2020 haben wir ein EBITDA erwartet, das um etwa 20 Prozent unter dem Vorjahr liegt. Mit einem Rückgang von 14,9 Prozent bewegte sich das EBITDA im Rahmen unserer Erwartungen. Maßgeblich verantwortlich für das geringere EBITDA ist ein Sonderertrag aus Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio. €, den wir im Jahr 2019 verbucht haben. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich um 0,7 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2020 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern zehn Prozent. Im Jahr 2020 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene erreicht. Der BVC war mit -169 Mio. € (2019: -1,1 Mrd. €) weiterhin negativ, aber deutlich besser als im Vorjahr.

B.7 ROCE und Wertbeitrag

Mio. € 2020 2019
EBIT 262,8 -536,3
Capital Employed1 4.111,4 5.183,5
ROCE2 (%) 5,6 -11,3
Kapitalkosten vor Steuern (%) -10,1 10,0
BVC3 -169,3 -1.102,4

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert.

ROCE: Erreicht hat WACKER im Jahr 2020 einen ROCE von 5,6 Prozent. In unserer Prognose vom März 2020 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE positiv und deutlich über Vorjahr sein wird.

Netto-Cashflow: Die Prognose für 2020 war ein deutlich positiver und deutlich über dem Vorjahr liegender Netto-Cashflow. Mit 697,7 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow deutlich besser entwickelt als prognostiziert. Verantwortlich dafür sind geringere Investitionen und deutliche Reduzierungen im Umlaufvermögen.

Planungszyklus

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

B.8 Strategische und operative Planung

a Prognosefestlegung für das laufende Jahr
b Strategieklausur
c Abbildung der Strategie in der operativen Planung
d Planungsklausur
e Verabschiedung operative Planung (durch Aufsichtsrat)

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen.

Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

» Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2020 finden Sie im Kapitel zur Finanzlage auf Seite 74.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten.

Übernahmerechtliche Angaben

B.9 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB

Zu der nach § 315a Abs. 1 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:
§ 315a (1) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 1.692.317 Stück vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden; der verbleibende Restbestand von 782.300 Stück darf nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden.
§ 315a (1) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315a (1) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital: Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Bad Wiessee, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315a (1) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten: Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
§ 315a (1) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen: Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315a (1) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen: Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gemäß § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315a (1) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien: Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 04. August 2020 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315a (1) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen: In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change-of-Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change-of-Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315a (1) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots: Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 zur schwersten globalen Rezession seit fast 100 Jahren geführt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft um 3,5 Prozent geschrumpft. Besonders stark ging die Wirtschaftsleistung in den Ländern der Eurozone zurück. In Italien lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut den Konjunkturforschern etwa 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, in Spanien um 11,1 Prozent. Trotz zum Teil umfangreicher staatlicher Hilfsmaßnahmen führte die Pandemie in vielen Ländern zu einem bedeutenden Anstieg von Arbeitslosigkeit und Armut. Auch in China, wo die Pandemie Anfang des Jahres ihren Ausgang nahm, brach die Wirtschaft zeitweise ein. Die Volksrepublik wies jedoch bereits im 2. Quartal 2020 wieder ein Wachstum aus.

B.10 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2020

Quellen: weltweit: IWF, Europa: OECD, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie.

Pandemie trifft chemische Industrie

Auf Grund der Corona-Pandemie sind die Umsätze in der chemischen Industrie im 1. Halbjahr 2020 weltweit zurückgegangen. Im Sommer setzte eine Erholung ein, die bis zum Jahresende anhielt. Die Nachfrage nach Chemikalien und Pharmazeutika stabilisierte sich. Der weltweite Branchenumsatz der chemischen Industrie (inkl. Pharmazeutika) lag im Jahr 2019 nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) bei 5,1 Bio. €, mehr als 50 Prozent davon kamen aus Asien. In den vergangenen Jahren haben sich die Wachstumszentren immer mehr in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer verschoben. Investitionen finden verstärkt in Ländern mit geringen Energie- und Rohstoffkosten statt. Europa profitiert über den Außenhandel von den Wachstumsmärkten. Dieser Trend setzte sich 2020 fort.

Für die chemische Industrie in Deutschland war 2020 ein schwieriges Jahr. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Branche verringerte sich laut VCI um sechs Prozent auf 186 Mrd. € (2019: 193 Mrd. €). Unter dem Corona-bedingten Auftragsrückgang litt das Auslandsgeschäft in nahezu allen Exportmärkten (-6,5 Prozent) ebenso wie der Umsatz im Inland (-5,5 Prozent). Die Produktion fiel um drei Prozent. Die Chemie alleine ohne die fast stabile Pharmabranche verbuchte ein Minus von vier Prozent.

Rückgang der Bauinvestitionen

Auch wenn andere Wirtschaftsbereiche deutlich stärker betroffen waren, hat sich die Corona-Pandemie 2020 auch auf die Bauwirtschaft negativ ausgewirkt. Projekte wurden verzögert, Investitionen verschoben. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts b + l Marktdaten GmbH waren die Bauinvestitionen in fast allen Märkten rückläufig. Weltweit ging das Bauvolumen 2020 um -2,3 Prozent auf insgesamt 9,11 Bio. US-$ zurück. (2019: 9,32 Bio. US-$). Am stärksten fiel der Rückgang mit -6,4 Prozent in Südamerika aus. Aber auch in Westeuropa (-5,5 Prozent) lag das Bauvolumen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

B.11 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2020

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020

Markt für Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Minus

Das Volumen des weltweiten Elektrotechnik- und Elektronikmarktes ist im Jahr 2020 nach Schätzungen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um drei Prozent zurückgegangen und lag bei rund 4,37 Bio. € (2019: 4,51 Bio. €). Während die Folgen der Corona-Pandemie in den Industrieländern für einen Rückgang um rund sieben Prozent sorgten, fiel das Minus in den Schwellenländern mit einem Minus von einem Prozent vergleichsweise moderat aus.

Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung

Die globale Solarbranche ist im Jahr 2020 weitergewachsen. Nach Angaben verschiedener Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 140 Gigawatt (GW) neu installiert (2019: ca. 120 GW). Das sind rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2020 waren damit weltweit mehr als 700 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund die Hälfte der Neuinstallationen wurden 2020 in China, Japan und den USA getätigt. Trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte damit ein Wachstum der globalen pv-Märkte im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Neben Fördermaßnahmen haben insbesondere die stark gesunkenen Systemkosten erheblich zum weltweiten Ausbau der pv-Installationen beigetragen. Photovoltaik ist bereits heute wettbewerbsfähig mit der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern. Nicht geförderter Solarstrom hat sich weiter verbilligt. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen lag sein Handelspreis bereits bei unter 15 US-$ pro Megawattstunde.

B.12 Neu installierte pv-Leistungen 2020 und 2019

Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2020
2020 2019 %
Deutschland 4.800 4.000 20
Spanien 2.600 4.700 - 45
Übriges Europa 13.000 13.000 0
USA 19.000 13.300 43
Japan 8.200 7.500 9
China 48.200 30.100 60
Indien 3.500 7.300 - 52
Übrige Welt 40.700 40.100 1
Gesamt 140.000 120.000 17

Quellen: Bundesnetzagentur, Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER (Tabelle B.12 ungeprüft)

Trotz der global gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie herausfordernd. In den USA und Indien sorgen Strafzölle auf importierte Solarzellen und Module für höhere Preise und damit für ein gebremstes Wachstum. In China wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Der hohe Wettbewerbsdruck hält auf allen Wertschöpfungsstufen an.

B.13 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa

2018 2019 2020

Siliciummetall (€/t)

Ethylen (€/t)

Methanol (€/t)

Vinylacetatmonomer (€/t)

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt
(Tabelle B.13 ungeprüft)

Rohstoffpreise niedriger als im Vorjahr

Die Rohstoffpreise waren 2020 insgesamt niedriger als im Vorjahr, wobei sich die Preisverläufe der einzelnen Materialien unterschiedlich darstellten. Die Preisentwicklung war geprägt durch die teils abrupten Nachfrageveränderungen infolge der Corona-Pandemie. Das hat sich auf die gesamten Wertschöpfungsketten ausgewirkt. Nachdem es zu Beginn des Jahres einen Preisanstieg gab, fielen die Preise für metallurgisches Silicium infolge verminderter Nachfrage insbesondere für Aluminiumanwendungen im 2. und 3. Quartal. Zum Jahresende kam es zu einer Erholung der Preise. Die Ethylenpreise in Europa wurden im Wesentlichen durch den Hauptkostenfaktor Naphtha und damit durch die Entwicklung der Erdölpreise bestimmt. Die sehr gute Angebotssituation sowie die Bewegungen der Kohle-und Ölpreise, welche für die fundamentale Preisbildung von Methanol ausschlaggebend sind, führten zu stark sinkenden Methanolpreisen bis zur Jahresmitte. Im Anschluss stiegen die Preise dann stark an infolge höherer Vorproduktkosten sowie einer geringeren Mengenverfügbarkeit. Eine ähnliche Entwicklung war bei Vinylacetatmonomer zu sehen. Getrieben durch eine schwächere Nachfrage infolge der Pandemie sowie durch niedrigere Preise der Vorprodukte sanken zunächst die Preise. Im 2. Halbjahr zogen sie dann wieder an.

Strom- und CO2-Preise sinken

Die Preise der für WACKER wichtigsten Energieträger sanken infolge der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 temporär in erheblichem Umfang. Auf dem globalen Rohölmarkt fielen die Preise auf Grund des Nachfrageeinbruchs auf ein Drei-Jahres-Tief. Nach Reduzierungen der OPEC-Fördermengen und Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen erholten sich die Preise im Jahresverlauf langsam, erreichten jedoch nicht ihr vorheriges Niveau. Die deutschen Strompreise gaben unter dem Einfluss historisch niedriger Gas- und Kohlepreise, hoher Einspeisemengen erneuerbaren Stroms sowie einer geringeren Nachfrage von Seiten der Industrie zunächst weiter nach und stabilisierten sich im Jahresverlauf bei einem Preis von rund 40 €/MWh. Getrieben von stark steigenden Gas-, Kohle-und CO2-Preisen erreichten die Strompreise zum Jahresende ihren Jahreshöchstwert. Zusätzlich sind die Strompreise in Deutschland mit Abgaben und Umlagen belastet. Dazu zählen unter anderem Netzentgelte, Stromsteuer und die EEG-Umlage.

Die Preise für CO2-Emissionszertifikate fielen auf Tagesbasis im 1. Quartal auf rund 16 € pro Tonne. Die einsetzende Erholung ließ die Preise auf Tagesbasis zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren über 30 € pro Tonne steigen. In der zweiten Jahreshälfte stabilisierten sich die Preise zunächst im Bereich von 25 € pro Tonne, ehe sie im Dezember auf über 30 € pro Tonne stiegen. Dabei wies der Preisverlauf eine erhebliche Volatilität auf.

B.14 Marktpreisentwicklung der für WACKER relevanten Energieträger

2018 2019 2020

Börsenstrompreis Deutschland (EEX Frontjahr) (€/MWh)

CO2 (€/t)

Öl/Brent (€/bbl)

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt
(Tabelle B.14 ungeprüft)

Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen

Die wirtschaftspolitischen Risiken haben sich im Geschäftsjahr 2020 vor allem durch die Corona-Pandemie deutlich erhöht. Das hat die Entwicklung der Weltwirtschaft maßgeblich beeinflusst. Mit Ausnahme von China verzeichnen alle großen Volkswirtschaften eine Abnahme ihrer Wirtschaftsleistung. Seit der Finanzkrise 2009 war der Rückgang der Weltwirtschaft nicht mehr so stark wie im abgelaufenen Jahr.

Das Chemiegeschäft von WACKER hat sich unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen im Jahr 2020 ordentlich entwickelt. Besonders im 2. Quartal 2020 verzeichnete WACKER einen deutlichen Rückgang im Umsatz. Mit Beginn des 3. Quartals setzte eine Erholung des Geschäfts ein, die sich im 4. Quartal weiter fortsetzen konnte. Deutlich unter Vorjahr blieb der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS blieb dagegen nur leicht unter dem Vorjahreswert. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg. Das operative Ergebnis der Chemiebereiche blieb leicht unter dem Vorjahr. Der wesentliche Grund dafür sind niedrigere Durchschnittspreise für Standardprodukte in unserem Silicongeschäft. Das hat das EBITDA von WACKER SILICONES vermindert. WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS konnten beim EBITDA zulegen. Das Polysiliciumgeschäft ist im Umsatz durch höhere Absatzmengen leicht gewachsen. Das Ergebnis von WACKER POLYSILICON liegt auf Grund einer im Jahr 2019 verbuchten Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen deutlich unter Vorjahr. Auf vergleichbarer Basis hat sich das operative Ergebnis aber deutlich verbessert.

In den drei großen Regionen Europa, Asien und Amerika sind die Umsätze auf Grund der Corona-Pandemie zurückgegangen. In Europa und Asien blieb der Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahr, in Amerika im hohen einstelligen Prozentbereich.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Akquisitionen / Beteiligungen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 keine Unternehmen erworben und hat sich auch nicht an Unternehmen beteiligt.

Desinvestitionen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 eine Vereinbarung mit GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan, getroffen, seine Anteile in Höhe von 30,83 Prozent an der Siltronic AG abzugeben, vorausgesetzt die verschiedenen fusionskontrollrechtlichen und außerwirtschaftlichen Freigaben werden erteilt.

Investitionen

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant geringer. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €).

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere drei Chemiebereiche. In Ulsan, Südkorea, ist ein neuer Dispersionsreaktor fertiggestellt worden. In Nanjing, China, erweitern wir unsere Produktionskapazitäten um einen neuen Reaktor für Dispersionen und einen Sprühtrockner für Dispersionspulver. In Amsterdam haben wir in den Aufbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus investiert sowie in Anlagen zur Produktion von Biopharmazeutika. Daneben hat WACKER in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert sowie in Infrastrukturmaßnahmen an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen und Nünchritz.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat seine im Geschäftsbericht 2019 ausgegebenen Ziele für 2020 im Laufe des Jahres den Auswirkungen der Corona-Pandemie angepasst. Ausschlaggebend dafür war der vor allem im 2. Quartal massive Einbruch der Weltwirtschaft. Bereits bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2019 Mitte März hatte das Unternehmen wegen der nicht verlässlich abzuschätzenden Folgen der Pandemie für die Ertrags- und Finanzlage seine Jahresprognose unter Vorbehalt gestellt.

Verzicht auf Prognose nach Abschluss des 1. Quartals

WACKER hat Anfang des Jahres 2020 prognostiziert, seinen Umsatz um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht unter Vorjahr liegen, das EBITDA um rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der ROCE sollte positiv sein und deutlich über Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv und deutlich über Vorjahr erwartet. Die Investitionen sollten bei rund 350 Mio. € und die Abschreibungen bei rund 425 Mio. € liegen. Die Nettofinanzschulden wurden deutlich niedriger als im Vorjahr erwartet.

Mit der Veröffentlichung der Zwischenmitteilung zum 1. Quartal im April 2020 hat WACKER davon Abstand genommen, eine Jahresprognose zu geben. Zu diesem Zeitpunkt war nicht verlässlich abzusehen, wie lange und wie stark die weltweit getroffenen staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen das Geschäft des Unternehmens beeinträchtigen werden.

Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER erneut auf einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr 2020 verzichtet, da die Auswirkungen des weltweiten Infektionsgeschehens auf das Geschäft des Unternehmens weiterhin nicht hinreichend genau zu beziffern waren. WACKER hat jedoch deutlich gemacht, dass infolge der Pandemie sowohl der Umsatz als auch das EBITDA und die EBITDA-Marge des Geschäftsjahres 2020 unter dem Niveau des Vorjahres erwartet werden. Der Netto-Cashflow sollte über dem Vorjahreswert liegen.

In seiner Zwischenmitteilung zum 3. Quartal hat WACKER seine Erwartungen für den Umsatz, das EBITDA und die EBITDA-Marge beibehalten. Der Netto-Cashflow sollte nun deutlich über dem Wert des Vorjahres liegen.

WACKER schließt das Geschäftsjahr 2020 im Rahmen seiner Erwartungen ab

WACKER hat 2020 einen Umsatz von 4,69 Mrd. € (2019: 4,93 Mrd. €) erzielt und blieb damit um 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie ging der Umsatz im 2. Quartal 2020 stark zurück. Im 3. und 4. Quartal hat WACKER diesen Einbruch vor allem dank der robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie bei Polysilicium teilweise wieder aufgeholt, konnte ihn aber nicht vollständig ausgleichen. Neben den im Jahresvergleich insgesamt etwas niedrigeren Absatzmengen haben auch Preisveränderungen und Währungseffekte die Umsatzentwicklung gebremst.

Das EBITDA blieb mit 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €) um 14,9 Prozent unter Vorjahr. Entsprechend ist auch die EBIDTA-Marge niedriger als im Vorjahr. Maßgeblich für den Rückgang des EBITDA ist der Sonderertrag des Vorjahres aus Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio. €. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich um 0,7 Prozent zurückgegangen.

Der Netto-Cashflow ist mit 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €) deutlich über Vorjahr. Ursächlich für diesen starken Anstieg sind unter anderem deutliche Reduzierungen im Umlaufvermögen und deutlich geringere Investitionen. Der ROCE ist mit 5,6 Prozent deutlich positiv und deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Investitionen auf 224,4 Mio. €. Sie lagen damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 379,5 Mio. €.

Die Nettofinanzschulden lagen zum Jahresende bei 67,5 Mio. € (2019: 713,7 Mio. €) und waren damit deutlich niedriger als im Vorjahr.

B.15 Aufwand Kostenarten

% vom Umsatz 2020 2019
Personalkosten 28,4 25,6
Rohstoffkosten 28,1 30,0
Energiekosten 7,7 8,1
Abschreibungen 8,6 26,8

B.16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen Ergebnis 2019 Prognose
März 2020
Prognose April 2020 Prognose
Juli 2020
Prognose
Oktober 2020
Ergebnis 2020
EBITDA-Marge (%) 15,9 leicht unter Vorjahr - unter dem Niveau des Vorjahres unter dem Niveau des Vorjahres 14,2
EBITDA (Mio. €) 783,4 rund 20 Prozent unter Vorjahr - unter dem Niveau des Vorjahres unter dem Niveau des Vorjahres 666,3
ROCE (%) -11,3 deutlich positiv, deutlich über Vorjahr - - - 5,6
Netto-Cashflow (Mio. €) 184,4 deutlich positiv, deutlich über Vorjahr - über Vorjahr deutlich über Vorjahr 697,7
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.927,6 niedriger einstelliger Prozentsatz höher - unter dem Niveau des Vorjahres unter dem Niveau des Vorjahres 4.692,2
Investitionen (Mio. €) 379,5 rund 350 <300 <250 <250 224,4
Nettofinanzschulden (Mio. €) 713,7 deutlich niedriger als im Vorjahr - - - 67,5
Abschreibungen (Mio. €) 1.319,7 rund 425 - - - 403,5

Ertragslage

Konzernumsatz liegt mit 4,69 Mrd. € fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres von 4,93 Mrd. €

Der WACKER-Konzern blieb im Geschäftsjahr 2020 beim Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere in den Monaten April bis Juni ging der Umsatz auf Grund der Corona-Pandemie deutlich zurück. Niedrigere Preise und Absatzmengen, vor allem im Geschäftsbereich WACKER SILICONES, sind der wesentliche Grund dafür. Ausgewirkt haben sich aber auch Produktmixeffekte sowie Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich schwächeren US-Dollar. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sank der Umsatz nur leicht und der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erzielte einen Jahresumsatz von 2,24 Mrd. € (2019: 2,45 Mrd. €) und blieb damit auf Grund geringerer Absatzmengen und Preise für Standardprodukte um neun Prozent unter dem Wert des Vorjahres. WACKER POLYMERS erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Das ist ein leichtes Minus von einem Prozent. Der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich leicht um ein Prozent auf 246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stieg insbesondere auf Grund höherer Absatzmengen im zweiten Halbjahr um zwei Prozent auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €).

» Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 68.

Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 3,91 Mrd. € (2019: 4,13 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 83 Prozent.

» Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht Seite 70.

Konzern-EBITDA liegt bei 666,3 Mio. €, EBITDA-Marge beträgt 14,2 Prozent

Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gesunken. Es beläuft sich auf 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 14,2 Prozent unter dem Vorjahr (2019: 15,9 Prozent). Im EBITDA des Vorjahres ist eine verbuchte Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen für den Schadensfall am US-Standort Charleston im Jahr 2017 enthalten. Diese Sonderzahlung in Höhe von 112,5 Mio. € hat WACKER in den Herstellungskosten ausgewiesen. Bereinigt um diesen Betrag beläuft sich das EBITDA des Geschäftsjahres 2020 auf 670,9 Mio. €. Auf vergleichbarer Basis ist das EBITDA um ein Prozent gesunken. Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs auf Grund der Corona-Pandemie im 2. Quartal konnte WACKER durch Einsparungen bei den laufenden Sachkosten und durch geringere Rohstoffkosten die Herstellungskosten und Funktionskosten reduzieren. Das hat das EBITDA positiv beeinflusst. Bestandteil des Effizienzprogramms ist auch ein Personalabbau. WACKER hat für freiwillige Abfindungen an Mitarbeiter 48,0 Mio. € im 4. Quartal zurückgestellt. Die Kosten dafür haben das EBITDA belastet.

Positiv auf das EBITDA hat sich das Equity-Ergebnis des Konzerns ausgewirkt. Es beläuft sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Das Ergebnis der Siltronic trägt in Höhe von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) zum Equity-Ergebnis bei.

» Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 68.

B.17 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich

B.18 Überleitung EBITDA auf EBIT

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
EBITDA 666,3 783,4 -14,9
Abschreibungen/ Zuschreibungen auf Anlagevermögen -403,5 -1.319,7 -69,4
EBIT 262,8 -536,3 n. a.

EBIT liegt bei 262,8 Mio. €

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 262,8 Mio. € (2019: -536,3 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von 5,6 Prozent (2019: -10,9 Prozent). Das negative EBIT im Vorjahr ist zurückzuführen auf eine Wertberichtigung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON in Höhe von 760,0 Mio. € auf Grund der niedrigen Preise für Polysilicium. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Abschreibungen auf 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd. €).

B.19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
EBIT 262,8 -536,3 n. a.
Finanzergebnis -44,9 -54,9 -18,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 217,9 -591,2 n. a.
Ertragsteuern -15,6 -38,4 -59,4
Jahresergebnis 202,3 -629,6 n. a.
davon
auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 189,2 -642,6 n. a.
auf andere Gesellschafter entfallend 13,1 13,0 0,8
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/ verwässert) 3,81 -12,94 n. a.
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 -

Herstellungskosten rückläufig im Vergleich zum Vorjahr

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 869,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2019: 803,2 Mio. €) um acht Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 3,82 Mrd. € (2019: 4,12 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 18,5 Prozent (2019: 16,3 Prozent). WACKER konnte die Herstellungskosten durch Effizienzmaßnahmen reduzieren. Auch geringere Rohstoff- und Energiekosten haben die Herstellungskosten verbessert. Die im September 2019 verbuchte Versicherungsleistung in Höhe von 112,5 Mio. € aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston ist in den Herstellungskosten des Vorjahres ausgewiesen. Bestandsabwertungen erhöhten die Herstellungskosten um 22,5 Mio. € (2019: 46,3 Mio. €). Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 84 Prozent auf 81 Prozent gesunken.

Funktionskosten deutlich rückläufig

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) sind im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen. Sie sanken auf 586,7 Mio. € (2019: 633,4 Mio. €). Zurückzuführen ist dieser Rückgang vor allem auf geringere Sach- und Reisekosten sowie Effizienzmaßnahmen in allen Bereichen.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf -57,4 Mio. € (2019: -760,4 Mio. €). Der sonstige betriebliche Aufwand enthält 48,9 Mio. € Aufwendungen für Abfindungsleistungen, die im Rahmen eines Freiwilligenprogramms im Wesentlichen im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Im Vorjahr enthielt der sonstige betriebliche Aufwand eine Wertminderung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON in Höhe von 760 Mio. €. Verluste aus dem Währungsergebnis belasteten das sonstige betriebliche Ergebnis mit -7,8 Mio. € (2019: -12,7 Mio. €).

Beteiligungsergebnis

Das Equity-Ergebnis ging auf Grund des niedrigeren Ergebnisses der Siltronic AG zurück. Es belief sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Siltronic steuerte ein Ergebnis in Höhe von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) bei.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr. Es belief sich auf -44,9 Mio. € (2019: -54,9 Mio. €). Zinserträge von 8,1 Mio. € (2019: 10,6 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,0 Mio. € (2019: 20,3 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf -13,9 Mio. € (2019: -9,7 Mio. €). WACKER hat in 2020 weitere Finanzschulden aufgenommen, um die Liquiditätsbasis zu stärken.

Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -31,0 Mio. € (2019: -45,2 Mio. €). Neben geringeren Zinseffekten aus Pensions-und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen eingesetzt werden.

Ertragsteuern

Der Konzern weist für das Jahr 2020 einen Steueraufwand von 15,6 Mio. € (2019: 38,4 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 7,1 Prozent (2019: 22,7 Prozent bereinigt um den Wertminderungsaufwand von 760 Mio. €). Das bereits nach Steuern ausgewiesene Equity-Ergebnis der Siltronic AG, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist, mindert die Steuerquote ebenso wie steuerfreie Erträge und periodenfremde Steuern.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis beträgt auf Grund der genannten Effekte 202,3 Mio. €. Im Vorjahr hat WACKER einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -629,6 Mio. € ausgewiesen.

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 5,6 Prozent (2019: -11,3 Prozent). Ursächlich für den Anstieg ist das deutlich bessere EBIT. Die Mittelbindung ist auf Grund eines verbesserten Working Capital zurückgegangen. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 5.183,5 Mio. € auf 4.111,4 Mio. €.

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Er belief sich auf 2,24 Mrd. € (2019: 2,45 Mrd. €). Das sind im Vergleich 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Dafür verantwortlich sind niedrigere Preise bei Standardsiliconen sowie rückläufige Mengen und negative Währungseffekte. Regional betrachtet ist der Umsatz von WACKER SILICONES in Amerika, Asien und Europa zurückgegangen.

Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesunken. Es verringerte sich um 19,0 Prozent auf 387,8 Mio. € (2019: 478,5 Mio. €). Dafür verantwortlich sind deutlich niedrigere Mengen und Preise für Standardsilicone und rückläufige Mengen. Die EBITDA-Marge belief sich auf 17,3 Prozent (2019: 19,5 Prozent).

Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 49,9 Prozent gesunken. Sie beliefen sich auf 96,9 Mio. € (2019: 193,6 Mio. €). Die Mittel gingen in neue Anlagen vorwiegend an den deutschen Standorten. Zum 31. Dezember 2020 waren im Geschäftsbereich 5.076 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2019: 5.267).

B.20 Segmentdaten WACKER SILICONES

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 2.244,0 2.453,0 2.499,6 2.200,2 2.001,1
EBITDA 387,8 478,5 616,6 444,9 361,2
EBITDA-Marge (%) 17,3 19,5 24,7 20,2 18,1
EBIT 276,8 375,3 536,7 362,2 280,8
Investitionen 96,9 193,6 222,7 142,8 88,6
Forschungsaufwand 60,2 65,0 60,9 58,6 53,7
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 5.076 5.267 5.114 4.737 4.566

WACKER POLYMERS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist im Jahr 2020 leicht um 1,3 Prozent gesunken. Er belief sich auf 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Niedrigere Preise und negative Währungseffekte haben das Umsatzwachstum gebremst. Während im Geschäft mit Dispersionspulver mehr Mengen abgesetzt wurden, gingen die Absatzmengen bei Dispersionen zurück.

Die Umsätze von WACKER POLYMERS in Europa und Asien bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres, in Amerika ging der Umsatz zurück. Gut entwickelt hat sich im Jahr 2020 das Geschäft mit Polymeranwendungen für die Bauindustrie.

Das EBITDA lag mit 270,5 Mio. € (2019: 194,2 Mio. €) 39,3 Prozent über dem Vorjahr. Hier haben sich Verbesserungen bei den Herstellungskosten sowie im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Rohstoffpreise positiv ausgewirkt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 20,8 Prozent (2019: 14,8 Prozent).

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Sie betrugen 35,6 Mio. € (2019: 62,4 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in den Ausbau der Kapazitäten in Nanjing, China und nach Deutschland. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2020 auf 1.540 gesunken (31. Dezember 2019: 1.630).

B.21 Segmentdaten WACKER POLYMERS

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 1.298,5 1.315,1 1.282,2 1.245,1 1.194,8
EBITDA 270,5 194,2 147,7 205,6 261,0
EBITDA Marge (%) 20,8 14,8 11,5 16,5 21,8
EBIT 229,3 153,7 108,0 168,1 223,7
Investitionen 35,6 62,4 71,0 48,1 37,5
Forschungsaufwand 32,2 33,9 30,0 29,3 30,3
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 1.540 1.630 1.600 1.539 1.484

WACKER BIOSOLUTIONS

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2020 seinen Umsatz um 1,3 Prozent auf 246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €) steigern. Maßgeblich für den Anstieg waren höhere Absatzmengen im Geschäft mit biopharmazeutischen Produkten und bei Cyclodextrinen. Niedrigere Absatzmengen bei einigen Produkten haben den Umsatzanstieg gebremst. Regional betrachtet hat sich der Umsatz in Europa sehr positiv entwickelt, in Amerika und in Asien kam es zu Umsatzrückgängen.

Das EBITDA liegt mit 38,1 Mio. € (2019: 31,1 Mio. €) deutlich über dem Vorjahr. Dafür verantwortlich sind das Mengenwachstum und eine bessere Kostenstruktur. Die EBITDA-Marge belief sich auf 15,5 Prozent (2019: 12,8 Prozent).

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 19,9 Mio. € (2019: 13,2 Mio. €). Das sind 50,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Schwerpunkt der Investitionen war der neue Produktionsstandort zur Herstellung von Biopharmazeutika in Amsterdam.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich zum 31. Dezember 2020 auf 764 erhöht (31. Dezember 2019: 754).

B.22 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 246,1 243,0 227,0 205,9 206,4
EBITDA 38,1 31,1 23,5 37,5 37,0
EBITDA Marge (%) 15,5 12,8 10,4 18,2 17,9
EBIT 21,6 14,0 9,8 26,1 25,7
Investitionen 19,9 13,2 17,9 15,7 9,1
Forschungsaufwand 5,7 6,4 6,3 6,0 6,2
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 764 754 709 533 510

WACKER POLYSILICON

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2020 leicht erhöht. Er belief sich auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 1,6 Prozent. Die wesentlichen Gründe dafür sind höhere Absatzmengen sowie ein besserer Produktmix. Asien war auch im Jahr 2020 die wichtigste Absatzregion für die Produkte des Geschäftsbereichs.

Das EBITDA von WACKER POLYSILICON summierte sich auf 4,7 Mio. € (2019: 56,9 Mio. €). Das sind 91,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereinigt um den Sonderertrag des Vorjahres aus Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall in Charleston in Höhe von 112,5 Mio. € hat der Geschäftsbereich sein EBITDA allerdings um 60,3 Mio. € erhöht. Vor allem weitere Verbesserungen bei den Herstellkosten haben sich hier positiv bemerkbar gemacht. Die EBITDA-Marge belief sich auf 0,6 Prozent (2019: 7,3 Prozent).

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich erneut verringert auf 24,9 Mio. € (2019: 35,3 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten ist auf 2.180 zurückgegangen (31. Dezember 2019: 2.333).

Zusammengefasster Lagebericht - Ertragslage

B.23 Segmentdaten WACKER POLYSILICON

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 792,2 780,0 823,5 1.124,0 1.095,5
EBITDA 4,7 56,9 72,4 290,4 285,9
EBITDA Marge (%) 0,6 7,3 8,8 25,8 26,1
EBIT -147,8 -1.012,9 -257,3 -87,6 -117,1
Investitionen 24,9 35,3 62,2 57,6 130,0
Forschungsaufwand 21,3 30,0 32,8 22,6 18,3
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 2.180 2.333 2.549 2.538 2.490

Sonstiges

Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 128,0 Mio. € (2019: 157,6 Mio. €). Das sind 18,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

B.24 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten

Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -35,3 Mio. € (2019: 22,4 Mio. €). Der Rückgang ist auf das niedrigere Equity-Ergebnis der Siltronic zurückzuführen und auf Einmalaufwendungen aus dem Programm "Zukunft gestalten".

Das EBIT aus "Sonstiges" lag bei -117,6 Mio. € (2019: -66,7 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2020 waren im Segment "Sonstiges" 4.723 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2019: 4.674). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie Zentralfunktionen.

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,69 Mrd. € (2019: 4,93 Mrd. €) erwirtschafteten wir 83,3 Prozent (2019: 83,8 Prozent) im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 16,7 Prozent.

Region Asien mit Umsatzrückgang

Im Geschäftsjahr 2020 ist der Umsatz in der Region Asien zurückgegangen. Er sank um 4,3 Prozent auf 1,69 Mrd. € (2019: 1,76 Mrd. €). Der Umsatz in Greater China bewegte sich mit 1,02 Mrd. € (2019: 1,05 Mrd. €) leicht unter dem Niveau des Vorjahres. In Südostasien verzeichnete WACKER einen deutlichen Rückgang. Der Anteil der Region Asien am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 36,0 Prozent (2019: 35,8 Prozent).

Geschäft in Europa ebenfalls schwächer

In Europa hat sich das Geschäft von WACKER abgeschwächt. Der Umsatz verringerte sich um 3,8 Prozent auf 1,93 Mrd. € (2019: 2,00 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 41,1 Prozent (2019: 40,7 Prozent).

B.25 Außenumsatz am Sitz des Kunden

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Europa 1.927,2 2.004,0 2.096,7 1.970,4 1.850,9
Amerika 832,9 919,5 878,2 838,7 825,6
Asien 1.687,7 1.763,8 1.756,9 1.886,2 1.751,6
Sonstige Regionen 244,4 240,3 247,0 228,9 206,1
Gesamtumsatz 4.692,2 4.927,6 4.978,8 4.924,2 4.634,2

Region Amerika verzeichnet deutlichen Umsatzrückgang

Der Umsatz in der Region Amerika ist um 9,4 Prozent auf 832,9 Mio. € (2019: 919,5 Mio. €) gesunken. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,8 Prozent (2019: 18,7 Prozent).

B.26 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Europa 3.798,2 3.977,5 4.018,3 4.029,5 3.825,2
Amerika 1.134,6 1.249,7 1.106,1 1.167,7 1.116,2
Asien 918,2 980,5 979,5 859,5 731,2
Sonstige Regionen 11,2 13,1 13,0 12,1 10,4
Konsolidierung -1.170,0 -1.293,2 -1.138,1 -1.144,6 -1.048,8
Gesamtumsatz 4.692,2 4.927,6 4.978,8 4.924,2 4.634,2

Sonstige Regionen

In den sonstigen Regionen der Welt ist der Umsatz leicht gestiegen. Er erhöhte sich um 1,7 Prozent auf 244,4 Mio. € (2019: 240,3 Mio. €).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um sieben Prozent erhöht. Sie stieg um 459,5 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 6,95 Mrd. € (31. Dezember 2019: 6,49 Mrd. €). Die größten Veränderungen betreffen die Liquidität. WACKER weist zum 31. Dezember 2020 auf Grund des hohen Mittelzuflusses aus dem operativen Geschäft sowie zusätzlicher Kreditaufnahmen liquide Mittel in Höhe von 1,34 Mrd. € aus. WACKER hat im Dezember 2020 ein Angebot von GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan, angenommen, seine Siltronic-Anteile an GlobalWafers Co. Ltd. im Rahmen eines Übernahmeangebots abzugeben, falls dieses erfolgreich ist. Aus diesem Grund haben wir die at-Equity-Beteiligung in den Posten zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte umgegliedert. Auf der Passivseite erhöhten sich die Pensionsrückstellungen auf Grund der niedrigen Diskontierungszinssätze. Dies führt zu einem deutlichen Rückgang des Eigenkapitals.

B.28 Bilanzentwicklung Aktiva

Mio. € 2020 2019
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und Nutzungsrechte 2.527,8 2.801,8
At equity bewertete Beteiligungen 49,1 640,4
Sonstige langfristige Vermögenswerte 794,6 700,8
Langfristige Vermögenswerte 3.371,5 4.143,0
Vorräte 879,5 979,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 627,0 631,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2.072,5 736,7
Kurzfristige Vermögenswerte 3.579,0 2.348,0
Summe Aktiva 6.950,5 6.491,0

Anlagevermögen sinkt auf Grund der Umgliederung der Siltronic-Anteile

Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen hat sich im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 865,0 Mio. € auf 2,58 Mrd. € verringert (31. Dezember 2019: 3,44 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen sank dabei auf 2,39 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,64 Mrd. €) auf Grund planmäßiger Abschreibungen. Die laufenden Abschreibungen beliefen sich auf 403,5 Mio. €. Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €) zurückgegangen. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen. WACKER hat auf die wirtschaftlichen Risiken, die mit der Corona-Pandemie verbunden sind, flexibel reagiert und Investitionen zum Teil verschoben. Mehr als die Hälfte der Investitionen wurden in Deutschland getätigt. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € reduziert. Grund ist der im Jahresverlauf stärkere Euro im Vergleich zum US-Dollar.

B.27 Vermögens- und Kapitalstruktur

Auf der Aktivseite wurden Nutzungsrechte aus Leasingverträgen in Höhe von 110,8 Mio. € (31. Dezember 2019: 119,8 Mio. €) bilanziert. Gleichzeitig beliefen sich die Finanzierungsverbindlichkeiten aus Leasingverträgen auf 122,8 Mio. €. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €). In den als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien werden Nutzungsrechte in Höhe von 1,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 7,1 Mio. €) ausgewiesen, da WACKER langfristige Untermietverträge für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen ist.

Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG, am 09. Dezember 2020 eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Siltronic-Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50-prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. WACKER hat die Siltronic-Beteiligung in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte umgegliedert. Damit weist WACKER aktuell geringere at Equity bewertete Beteiligungen in Höhe von 49,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 640,4 Mio. €) aus.

Langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2020 auf 794,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 700,8 Mio. €). Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresende um 13 Prozent. Deutlich gestiegen sind die aktiven latenten Steuern von 632,9 Mio. € auf 770,8 Mio. €. Hier wirkte sich der Anstieg der Pensionsrückstellungen aus. Eine Ausleihung an ein Joint-Venture-Unternehmen wurde in Höhe von 50,8 Mio. € getilgt.

Working Capital sinkt um 14 Prozent

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 3,58 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,35 Mrd. €). Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Die Vorräte gingen um zehn Prozent zurück von 979,8 Mio. € auf 879,5 Mio. €. Dafür verantwortlich ist vor allem die erhöhte Nachfrage nach unseren Produkten im 2. Halbjahr 2020, nachdem es im 2. Quartal 2020 durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Umsatzrückgang gegeben hatte.

Das Working Capital war zum 31. Dezember 2020 um 14 Prozent geringer als zum Stichtag 2019. Es belief sich auf 1,08 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €). Hier haben sich die Rückgänge bei den Vorräten um zehn Prozent ausgewirkt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben mit 627,0 Mio. € nahezu konstant. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 20 Prozent. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist auf das höhere Einkaufsvolumen im 2. Halbjahr 2020 und verlängerte Zahlungsziele zurückzuführen. WACKER hatte zuvor auf Grund geringerer Absatz- und Produktionsmengen sein Einkaufsvolumen im 2. Quartal reduziert.

B.29 Working Capital

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 627,0 631,5 -0,7
Vorräte 879,5 979,8 -10,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -424,2 -355,0 19,5
Working Capital 1.082,3 1.256,3 -13,9

Liquidität steigt auf 1,34 Mrd. €

Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere und Festgelder beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2020 auf 712,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 109,4 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in Fonds angelegt. Es ergaben sich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2020 von 626,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 435,8 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit auf 1,34 Mrd. € an (31. Dezember 2019: 545,2 Mio. €). Das sind 145 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen Gründe für den Anstieg sind Rückgänge im Working Capital und in der Investitionstätigkeit des Unternehmens. Im Juni hat WACKER neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € aufgenommen (2019: 200 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich eine Sonderzahlung an die Pensionskasse in Höhe von 73,4 Mio. € (2019: 70,7 Mio. €) aus, die WACKER im 4. Quartal geleistet hat. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 24,8 Mio. € (2019: 124,2 Mio. €) hat im 3. Quartal 2020 ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden Mittel geführt. Im Vorjahr wirkte sich der Zahlungseingang der Versicherungsleistung aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston in Höhe von 112,5 Mio. € positiv aus.

B.30 Bilanzentwicklung Passiva

Mio. € 2020 2019
Eigenkapital 1.691,8 2.029,0
Langfristige Rückstellungen 2.947,2 2.507,9
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.322,7 1.049,0
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 162,5 152,8
davon langfristige Anzahlungen 71,1 61,0
Langfristige Schulden 4.432,4 3.709,7
Finanzierungsverbindlichkeiten 82,8 209,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 424,2 355,0
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 319,3 187,4
Kurzfristige Schulden 826,3 752,3
Schulden 5.258,7 4.462,0
Summe Passiva 6.950,5 6.491,0
Capital Employed 4.111,4 5.183,5

Eigenkapitalquote liegt bei 24,3 Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Es belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 1,69 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,03 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 24,3 Prozent (31. Dezember 2019: 31,3 Prozent). Der Jahresüberschuss erhöhte die Gewinnrücklagen um 202,3 Mio. €. Im Vorjahr ergab sich ein negatives Jahresergebnis in Höhe von 629,6 Mio. €. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 24,8 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Rückgang der übrigen Eigenkapitalposten um 340,8 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 179,8 Mio. € negativ beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 66,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 62,1 Mio. €).

Schulden steigen durch höhere Pensionsrückstellungen

Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 796,7 Mio. € gestiegen. Das ist ein Anstieg um 17,9 Prozent auf 5,26 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 438,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und belaufen sich auf 2,71 Mrd. €. Der Grund dafür sind niedrigere Diskontierungszinssätze. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 0,70 Prozent (31. Dezember 2019: 1,25 Prozent) und in den USA 2,29 Prozent (31. Dezember 2019: 3,16 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen und Altersteilzeit.

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten liegen insgesamt auf Vorjahresniveau bei 162,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 152,8 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in Form von erhaltenen Anzahlungen und langfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich auf 424,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 355,0 Mio. €). Ein höheres Einkaufsvolumen im 4. Quartal und längere Zahlungsziele sind im Wesentlichen dafür verantwortlich.

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 70 Prozent auf 319,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 187,4 Mio. €) gestiegen. Hier wirkt sich ein Anstieg der Personalverbindlichkeiten und Personalrückstellungen aus. Die erfolgswirksame Vergütung für das Jahr 2020 ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen und erhöht die Verbindlichkeiten. Ferner wurden im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Rückstellungen für Abfindungen in Höhe von 48,0 Mio. € gebildet. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 46,7 Mio. € (31. Dezember 2019: 46,3 Mio. €).

Finanzierungsverbindlichkeiten steigen

Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag um 146,6 Mio. € auf 1,41 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €) gestiegen. Währungseffekte haben die Finanzierungsverbindlichkeiten um rund 35 Mio. € reduziert. WACKER hat im 2. Quartal 2020 neue Darlehen in Höhe von 300 Mio. € zu günstigen Konditionen aufgenommen. Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. Die Finanzierungsverbindlichkeiten valutieren im Wesentlichen auf Euro und US-Dollar. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst.

WACKER weist zum 31. Dezember 2020 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 122,8 Mio. €. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €) aus.

Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 16 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 13 im Konzernanhang.

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen.

WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2020

Im April 2020 hat WACKER eine weitere Tranche seines US-Private Placements in Höhe von 130 Millionen US-Dollar planmäßig zurückgezahlt. Im Juni 2020 ist ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € abgeschlossen worden. Es hat Laufzeiten von vier und sechs Jahren. Das Schuldscheindarlehen löst eine kurzfristige Zwischenfinanzierung in Höhe von 250 Mio. € ab. Im 4. Quartal hat WACKER einen Kredit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 290 Mio. € unterzeichnet. Er hat eine Laufzeit von fünf Jahren ab Inanspruchnahme. Die Ziehung wird in 2021 oder 2022 erfolgen.

Finanzierungsanalyse

Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow.

Netto-Cashflow

Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2020 deutlich erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €).

B.31 Netto-Cashflow

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 873,7 605,0 44,4
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren -176,0 -420,6 -58,2
Netto-Cashflow 697,7 184,4 >100

Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere).

B.32 Netto-Cashflow

Brutto-Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 873,7 Mio. € (2019: 605,0 Mio. €). Außer dem Jahresergebnis von 202,3 Mio. € (2019: -629,6 Mio. €) verbesserten positive Veränderungen des Working Capital von 100,0 Mio. € (2019: 35,4 Mio. € höhere Auszahlungen) den Brutto-Cashflow. Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd. €) erhöhen den operativen Cashflow. Im Vorjahr war in den Abschreibungen die Wertminderung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON enthalten. Die Verbesserung des Working Capital beruht im Wesentlichen auf Rückgängen bei den Vorräten und auf höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende. Das im Periodenergebnis enthaltene Equity-Ergebnis von 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €) hat den Brutto-Cashflow verringert. Die Dividendenzahlung der Siltronic AG von 27,8 Mio. € erhöhte den Brutto-Cashflow. Zahlungswirksam war ebenfalls die Sonderzahlung in die Pensionskasse in Höhe von 73,4 Mio. €.

B.33 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2020 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -226,5 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (2019: -415,1 Mio. €). WACKER hat auf Grund der Corona-Pandemie seine Investitionsausgaben reduziert. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat WACKER im Inland getätigt. Aus einer strategischen Ausleihung an das at Equity bilanzierte Unternehmen Dow Siloxanes (Zhangjiagang) Co., Ltd. erhielt WACKER eine Teilzahlung in Höhe von 50,1 Mio. € zurück. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2020 auf -176,0 Mio. € (2019: -420,6 Mio. €).

B.34 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf 117,1 Mio. € (2019: -26,2 Mio. €). Er zeigt die Netto-Aufnahme von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 177,1 Mio. € (2019: 142,0 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 24,8 Mio. € führte im 3. Quartal zu einem Mittelabfluss. Rückzahlungen von Leasingverbindlichkeiten beliefen sich auf -31,8 Mio. € (2019: -34,8 Mio. €).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Finanzmittelbestand erhöhte sich auf 626,0 Mio. € (2019: 435,8 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln sowie lang-und kurzfristigen Wertpapieren ist deutlich von 545,2 Mio. € auf 1.338,0 Mio. € gestiegen.

Nettofinanzschulden rückläufig auf Grund hoher Liquidität

Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 713,7 Mio. €). Das sind 91 Prozent weniger als vor einem Jahr.

B.35 Nettofinanzschulden

Der Rückgang der Nettofinanzschulden ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus dem operativen Geschäft sowie geringere Investitionsauszahlungen zurückzuführen.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2020 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.198,6 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2020 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 99,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2020 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand

Das operative Geschäft von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 geprägt von den weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vor allem im 2. Quartal verzeichneten wir deutliche Einbußen im Umsatz. Im zweiten Halbjahr 2020 zogen die Umsätze insgesamt wieder an. In unserem Chemiegeschäft verzeichnete WACKER SILICONES den größten Rückgang beim Umsatz auf Grund geringerer Absatzmengen und niedrigerer Durchschnittspreise für Standardsilicone. WACKER POLYMERS blieb nur leicht unter dem Vorjahresniveau. WACKER BIOSOLUTIONS konnte seinen Umsatz leicht steigern. Ebenfalls einen leichten Umsatzanstieg verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON auf Grund höherer Absatzmengen.

Die Ertragsentwicklung in den Chemiebereichen war gekennzeichnet von zum Teil niedrigeren Durchschnittspreisen für einige Produktgruppen, geringeren Absatzmengen sowie negativen Währungseffekten. Auf der anderen Seite haben sich niedrigere Rohstoffkosten und Produktivitätsmaßnahmen positiv auf das EBITDA ausgewirkt. Der ROCE ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. WACKER POLYSILICON hat im Geschäftsjahr 2020 ein leicht positives EBITDA erwirtschaftet. Maßgeblich dafür verantwortlich sind erfolgreiche Kostensenkungsmaßnahmen und höhere Absatzmengen.

Der Personalaufwand ist sowohl absolut als auch im Verhältnis zum Umsatz gestiegen. Die Gründe dafür liegen in höheren Aufwendungen für Altersvorsorge und variable Vergütungen. Die Rohstoffkosten sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz gesunken. Die Energiekosten sind im Vergleich zum Vorjahr geringer, vor allem auf Grund niedrigerer Preise für Erdgas. Die Abschreibungen sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz deutlich niedriger.

Das Konzerneigenkapital ist mit 1,69 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr um 337,2 Mio. € gesunken. Im Wesentlichen dafür verantwortlich ist die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote hat sich von 31,3 auf 24,3 Prozent verringert. Die Nettofinanzschulden des Konzerns sind deutlich zurückgegangen. Die Ursachen dafür sind unter anderem erhebliche Reduzierungen im Umlaufvermögen bei deutlich niedrigeren Investitionen. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Mit 224,4 Mio. € lagen sie klar unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow bewegt sich mit 697,7 Mio. € ganz erheblich über dem Vorjahr.

Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft hatte, konnte sich WACKER im Geschäftsjahr 2020 insgesamt gut behaupten. Die Aufstellung des Geschäftsportfolios, mit der sich Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum Teil kompensieren lassen, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt.

Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung (f & E) verfolgt WACKER drei Ziele:

Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.

Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in der Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.

Wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftsfelder zu bedienen wie Energiespeicherung, Erzeugung regenerativer Energie, Elektromobilität, modernes Bauen und Biotechnologie.

Die f & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,3 Prozent (2019: 3,5 Prozent) leicht unter dem Vorjahr.

B.36 Ausgaben für Forschung und Entwicklung

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Forschungs-und Entwicklungskosten 156,6 173,3 164,6 153,1 150,0

Im Geschäftsjahr 2020 haben wir 91 Erfindungen zum Patent angemeldet (2019: 99). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 4.200 aktive Patente sowie 1.400 laufende Patentanmeldungen. f & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich.

Wir haben in neue Labore und deren Ausstattung sowie in Pilotanlagen und Pilotreaktortechnologien investiert. Die Arbeitsprozesse unserer internationalen f & E-Kompetenzzentren haben wir weiter automatisiert und digitalisiert. Am Standort Nünchritz haben wir eine Pilotanlage für eine innovative Harztechnologie errichtet.

B.37 Investitionen in f & E-Einrichtungen

Ein Großteil der f & e-Kosten entfiel darauf, Produkte und Produktionsverfahren zu entwickeln. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind insbesondere Energiegewinnung und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin/Health Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie.

B.38 Struktur der F & E-Aufwendungen 2020

in %

Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen. Wir bündeln unsere Kompetenzen konzernweit und setzen sie bereichsübergreifend bedarfsgerecht ein.

Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf Prozessthemen, Elektromobilität und Leichtbau.

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich f & e sowie dezentral in den Geschäftsbereichen, die anwendungsnah forschen und entwickeln. Der Zentralbereich f & e koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition systematisch bewerten.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Wir kooperieren mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten, um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Bauanwendungen sowie Prozesssimulation und -entwicklung.

Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete WACKER-Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern.

Forschungsarbeit bei WACKER

In der f & e waren im Jahr 2020 konzernweit 752 Mitarbeiter beschäftigt (2019: 766). Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter (2019: 5,2 Prozent). Davon arbeiteten 590 Mitarbeiter bei der f & e in Deutschland und 162 im Ausland.

Alexander Wacker Innovationspreis

Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 im Rahmen der WACKER Innovation Days, eines jährlichen Forschungssymposiums, das im Berichtsjahr als Online-Veranstaltung stattfand. SeungA Lee und JungEun Lee vom Center of Excellence Electronics, einer Forschungseinrichtung des WACKER-Konzerns in Seoul, Korea, hatten Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen entwickelt. Damit ermöglichen sie maßgeschneiderte Lösungen für den stark wachsenden Markt hochwertiger, entspiegelter Displayanwendungen. Beim Optical Bonding verbinden Silicongele das dünne Deckglas mit den Schichten darunterliegender Elektronik. Die Entspiegelung wird bewirkt, indem der Spalt mit einem Gel ausgefüllt und dabei Luft verdrängt wird.

In der Preiskategorie Lifetime Achievement würdigte WACKER erstmals herausragende Entwicklungsleistungen während eines Berufslebens. Die Auszeichnung ging an einen indischen Forscher: Amit Paul von WACKER Metroark Chemicals in Kalkutta ist es gelungen, durch wasserfreie Silan-Oligomer/ Tensid-Mischungen hydrophobem Zement sowie Beton- und Mörtelmassen wasserabweisende Eigenschaften zu verleihen. Zudem entwickelte er eine Siliconölemulsion mit niedriger Partikelgröße, die in Haarpflegeprodukten und Hochleistungsadditiven für Kosmetik, Lackformulierungen und den Pflanzenschutz zum Einsatz kommt.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Im Fokus unserer zentralen Forschung liegen Projekte, die nachhaltige Themen voranbringen, z. B. Kreislaufwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe. Wir forschen am Einsatz nachhaltiger Verfahren, um den CO2-Fußabdruck unserer Produkte und Produktionsverfahren kontinuierlich zu verringern. Für Siliconprodukte und Vinylacetat-Ethylen (VAE) arbeiten wir an der Entwicklung von Polymerbausteinen, die aus CO2 hergestellt und gleichzeitig biologisch abbaubar sind. Dabei kooperiert die zentrale Forschung intensiv mit den Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS. Die Effizienz unserer Forschung steigern wir auch, indem wir uns in öffentlich geförderten Projekten engagieren, z. B. dem Kopernikus-Projekt P2X. Hier untersuchen wir Technologien, die erneuerbaren Strom in andere Energieformen umwandeln, z. B. in chemische Rohstoffe und Synthesebausteine.

» https://www.kopernikus-projekte.de/projekte/p2x/

Ein Schwerpunkt unserer Grundlagenforschung bleibt die Chemie des niedervalenten Siliciums und Germaniums zum industriellen Einsatz, beispielsweise in der Katalyse und Synthese. Dabei kooperieren wir eng mit dem WACKER-Institut für Siliciumchemie an der TUM.

Die zur Vernetzung von Siliconen benötigten Katalysatoren enthalten Edelmetalle wie Platin, was die Herstellung teuer macht. Zudem verbleiben die Edelmetalle im Silicon. Forschern des WACKER-Instituts für Siliciumchemie und des WACKER-Konzerns gelang es im Berichtsjahr, Siliconkautschuke ohne edelmetallhaltige Katalysatoren zu vulkanisieren. Statt der sonst üblichen Vernetzer verwendeten sie Siliconbausteine, die Siliraneinheiten enthalten. Die auf diese Weise hergestellten Siliconelastomere zeichnen sich durch sehr hohe Reinheit aus. Sie enthalten weder flüchtige Substanzen noch Spuren von Edelmetallen.

Internationale Partner testen, für welche Anwendungen sich unsere hochinnovativen, auf Silicium basierenden Anodenmaterialien eignen, z. B. für Konsumentenelektronik oder Antriebsbatterien in Elektrofahrzeugen. Gemeinsam mit Forschern unserer britischen Beteiligung Nexeon Ltd. intensivieren wir unsere Arbeiten an siliciumbasierten Materialien für Hochleistungsbatterien.

Unsere Forschung legt einen Fokus auf biotechnologische Verfahren und Produkte. Mit ESETEC®-Stämmen der dritten Generation können wir erstmals gezielt auslösen, dass korrekt gefaltete Pharmaproteine aus einer Bakterienzelle freigesetzt werden. Ein solches Verfahren entwickeln wir zur Produktion von Nukleinsäuren als wichtige Klasse der Biopharmazeutika. Wir nutzen unsere biotechnologischen Produktionsplattformen, um neue Herstellverfahren für funktionelle Zusätze zu erarbeiten, die wir auf dem stark wachsenden Markt alternativer, nicht tierischer Nahrungsmittel-Proteine anbieten. Unsere moderne Systembiologie ermöglicht, die Aminosäure L-Cystein kostengünstig und nachhaltig herzustellen. Auf dieser Basis erarbeiten wir mit Partnern fermentative Produktionsverfahren für schwefelhaltige Naturstoffe, die als Nahrungsmittel und Nahrungszusatzstoffe eingesetzt werden.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Bioabbaubarkeit im Besonderen gewinnen weiter an Bedeutung. Unsere Forscher in Burghausen arbeiten an Siliconsystemen mit Materialien oder organischen Bausteinen, die abbaubar sind. Im Kompetenzzentrum Shanghai forscht WACKER SILICONES an Wärmeleitmaterialien insbesondere für die Elektronikindustrie. Ein Schwerpunkt des Burghauser Kompetenzzentrums lag im Berichtsjahr auf Faserverbundstoffen für temperaturstabile, feuerfeste Leichtbauelemente, die aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen bestehen. Zum Einsatz in Sensoren hat WACKER SILICONES druckbare, elastische Elektrodenmaterialien entwickelt. Unsere harzgefüllten, optisch klaren Siliconsysteme für Optical Bonding erhöhen die Funktionalität von Bildschirmen.

Wir forschen weiter an UV-aktivierbaren Siliconen, deren Einsatz im Vergleich zur thermischen Härtung Energie spart. Am Forschungsstandort Ann Arbor /Michigan, usa, arbeiten wir an Siliconsystemen zum gezielten Freisetzen von Wirkstoffen in der Wundversorgung. Unsere Forschungsaktivitäten digitalisieren wir durch Molekülsimulation und Big-Data-Analysen. In interdisziplinären HIT-Teams (High Innovation ImpacT) prüfen wir mit Innovationsmethoden wie Design Thinking, ob unsere Entwicklungsprojekte umsetzbar und marktfähig sind. Dabei haben die HIT-Teams im Berichtsjahr einen Schwerpunkt auf die Themen Hygiene und Pandemie gesetzt.

WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt weiter auf nachhaltige, funktionelle polymere Bindemittel für die Baubranche und Konsumgüter. Wir verbessern fortlaufend Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind und den Einsatz nachhaltiger Formulierungskomponenten in den verschiedensten Materialien ermöglichen. Im Fokus stehen nachwachsende Rohstoffe sowie polymere funktionelle Additive zur Produktion bioabbaubarer Materialien. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen unsere Kunden veredelte Dispersionsfarben und leistungsfähige Kompositmaterialien herstellen. Wir haben nachhaltige Bindemittel für Klebstoffe sowie für zementäre Baustoffe eingeführt.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützen wir beim Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen. Das Angebot unseres gemeinsamen Förderprojekts "ChangeLab! WACKER/KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainable Construction" richten wir an Studenten des KIT sowie an Architekten, Ingenieure und Bauexperten. Wir wollen die Stufen der Bauwertschöpfungskette stärker mit der Forschung vernetzen, indem wir den Austausch über Ideen und Denkansätze für Materialentwicklung sowie kreislaufgerechte Konstruktionen fördern.

» https://changelab.exchange

Die Forschung von WACKER BIOSOLUTIONS stärkt weiter ihre technologischen Kernkompetenzen Biotechnologie und Mikrobiologie. Für den COVID-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac N.V. produzieren wir bei erfolgreicher Zulassung am Standort Amsterdam mit der GMP(Good Manufacturing Practice)-Produktion diesen Impfstoff. Unsere fermentativen Herstellprozesse von hochwertigen, biobasierten und natürlichen Inhaltsstoffen für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel erneuern und verbessern wir kontinuierlich. Wir ermöglichen unseren Pharmakunden die Produktion schwierig zugänglicher aktiver Proteine mit der mikrobiellen Produktionsplattform ESETEC®, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Im Berichtszeitraum haben wir Herstellprozesse für Lebendbakterien optimiert, die unsere Kunden als pharmazeutisch aktive Wirkstoffe einsetzen. Für unsere vielfältig einsetzbaren Cyclodextrine entwickeln wir Anwendungen in der Lebensmittelbranche, Landwirtschaft und Pharmazie weiter.

Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht über alle Schritte der Wertschöpfungskette enorme Fortschritte, was sich in kontinuierlich steigenden Zellwirkungsgraden widerspiegelt. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie WACKER POLYSILICON es produziert. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von mittlerweile über 22 Prozent aus. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 23 bis 25 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus. Der Initiative Alliance for Ultra Low Carbon Solar (ULCSA) sind wir im Berichtsjahr beigetreten. Die internationalen Mitglieder dieser in den USA gegründeten Organisation engagieren sich für den Einsatz von Photovoltaikkomponenten mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck.

» https://ultralowcarbonsolar.org/

Mitarbeiter

Belegschaft leicht verringert

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2020 um 2,6 Prozent verringert. In Deutschland arbeiten 70,7 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 29,3 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt.

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern, hat WACKER im zweiten Quartal des Berichtsjahres Kurzarbeit in mehreren produktionsnahen und administrativen Einheiten in Deutschland eingeführt. Zwischen April und Dezember 2020 befanden sich zeitweise fast 2.000 Mitarbeiter an den Standorten München, Burghausen, Stetten und Nünchritz in Kurzarbeit.

Bei der Umsetzung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" hat sich das Unternehmen im Oktober 2020 mit den Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten Stellenabbau geeinigt. Konzernweit sollen bis Ende des Jahres 2022 rund 1.200 Stellen in der Verwaltung und den nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche wegfallen, davon rund 1.000 in Deutschland. Umgesetzt werden soll der Stellenabbau in Deutschland ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträgen. Betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen dieses Projekts sind in Deutschland ausgeschlossen.

WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (47,9 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (12,1 Prozent).

B.39 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember

2020 2019 2018 2017 2016
Deutschland 10.096 10.356 10.291 9.984 9.775
Ausland 4.187 4.302 4.251 3.827 3.673
Konzern 14.283 14.658 14.542 13.811 13.448

Der Personalaufwand lag mit 1.329,4 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (2019: 1.253,8 Mio. €).

B.40 Personalaufwand

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Personalaufwand 1.329,4 1.253,8 1.231,5 1.198,0 1.101,2

Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 288,7 Mio. € (2019: 263,2 Mio. €). Entsprechend dem Tarifvertrag von IG BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom November 2019 stiegen die Tarifentgelte im Jahr 2020 durch die vereinbarte Einmalzahlung für die ersten sechs Monate des Jahres und die erste Stufe der Tariferhöhung, die zum 01. Juli 2020 in Kraft trat.

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung. Die Pensionskasse hat rund 17.800 Mitglieder und leistet an rund 8.800 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 675 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Auf Grund des Niedrigzinsumfeldes haben wir der Pensionskasse von WACKER eine Sonderzahlung in Höhe von 73,4 Mio. € zugeführt, um eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sicherzustellen. WACKER arbeitet intensiv daran, die betriebliche Altersversorgung zu reformieren, um die Belastungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu verringern.

Einkauf und Logistik (Kapitel ungeprüft)

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2020 auf 2,8 Mrd. € (2019: 3,4 Mrd. €) gesunken. Die wichtigsten Gründe dafür sind deutlich niedrigere Rohstoff- und Energiepreise, aber auch die insgesamt reduzierten Einkaufsleistungen, die aus den niedrigeren Investitionen und dem Kostenprogramm "Zukunft gestalten" resultieren. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 61 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau (2019: 69 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb mit ca. 11.000 auf dem Vorjahresniveau.

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,7 Mrd. € (2019: 1,9 Mrd. €) rund elf Prozent unter dem Vorjahr. Der Großteil dieses Rückgangs ist auf geringere Preise zurückzuführen, der Rest entfällt auf weniger Mengen.

B.41 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Beschaffungsvolumen 2.847 3.414 3.603 3.144 2.890

Produktion (Kapitel ungeprüft)

Die Produktionsmengen sind im Vergleich zum Vorjahr um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz gestiegen. Die Produktionskosten sind dagegen leicht gesunken.

B.42 Produktionsauslastung 2020

% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 95
WACKER POLYMERS 87
WACKER POLYSILICON 85

Im Geschäftsjahr 2020 betrugen die Investitionen 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 386,2 Mio. €.

B.43 Wichtige Inbetriebnahmen

Standort Projekte Inbetriebnahme
Burghausen Kapazitätserweiterung der Stickstofferzeugung 2020
Köln Neue Mittelspannungsversorgung 2020
Nanjing, China Errichtung von Lagertanks für Dispersionen 2020
Ulsan, Südkorea Dispersionsreaktoranlage 2020

Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms

Mit dem kontinuierlichen Programm "WACKER Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir 500 Projekte bearbeitet. Dabei betreffen die Kosteneinsparungen alle Kostenarten. Die Schwerpunkte lagen auf Themen der Arbeitsproduktivität und der spezifischen Energieverbräuche. Die WOS-Academy konnte auf Grund der Corona-Pandemie deutlich weniger Schulungen und Trainings durchführen.

Vertrieb und Marketing (Kapitel ungeprüft)

Die Umsatzentwicklung von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 beeinflusst durch die Corona-Pandemie, die sich weltweit ausgebreitet hat. Der größte Rückgang mit neun Prozent entfiel dabei auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES, während der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS nur ein leichtes Minus verzeichnete und die Geschäftsbereiche WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON im Umsatz leicht zulegen konnten. In allen Bereichen verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr rückläufige Preise, bei WACKER SILICONES auch geringere Absatzmengen. Dagegen konnten WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON ihre Absatzmengen steigern.

Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, regionale Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER 37 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2020 rund 23 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaftet haben. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes resultieren aus dem Geschäft mit rund 5.000 aktiven Kundenbeziehungen. Rund 22 Prozent entfallen auf Umsätze mit unseren Distributoren.

Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und den Absatz unserer Produkte zu unterstützen. Im Jahr 2020 haben wir dafür 7,5 Mio. € (2019: 14,8 Mio. €) ausgegeben.

Präsenzmessen auf Grund der Corona-Pandemie so gut wie nicht möglich

Die Präsentation auf internationalen Messen ist im Jahr 2020 fast zum Erliegen gekommen. Die Zahl der Messen sank deutlich auf 32 (2019: 114), davon elf Präsenzmessen. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ.

Lagebericht der Wacker Chemie AG

(Ergänzende Erläuterungen nach HGB)

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 53 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte-und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, bei Nutzungsrechten sowie Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Leasingbilanzierung, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.

B.44 Gewinn- und Verlustrechnung

Mio. € 2020 2019
Umsatzerlöse 3.579,1 3.779,0
Bestandsveränderung -65,3 -13,3
Andere aktivierte Eigenleistungen 32,7 37,1
Gesamtleistung 3.546,5 3.802,8
Sonstige betriebliche Erträge 183,5 216,0
Materialaufwand -1.819,6 -2.070,1
Personalaufwand -1.067,5 -989,7
Abschreibungen -169,6 -224,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen -722,8 -791,0
Betriebsergebnis -49,5 -56,7
Beteiligungsergebnis (inkl. Zu- und Abschreibung auf Beteiligungen) 63,8 107,6
Zinsergebnis -92,4 -121,8
Sonstiges Finanzergebnis -31,6 -1,4
Finanzergebnis -60,2 -15,6
Ergebnis vor Ertragsteuern -109,7 -72,3
Steuern vom Einkommen und Ertrag 8,2 39,3
Jahresfehlbetrag /Jahresüberschuss -101,5 -33,0
EBITDA1 120,1 168,0

1 EBITDA ist das Betriebsergebnis vor Abschreibung / Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG war beeinflusst durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bei einem Umsatzrückgang von fünf Prozent bewegte sich das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis reduzierte sich auf Grund geringerer Dividendenerträge deutlich. Zum Jahresende wies die Wacker Chemie AG einen Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. € aus. Das ist ein Rückgang um 68,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.

Der Umsatz verringerte sich von 3,78 Mrd. € auf 3,58 Mrd. €. Das ist ein Minus von fünf Prozent. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft. Dabei gingen die Umsätze in fast allen Geschäftsbereichen zurück. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete mit 1,70 Mrd. € Umsatz einen Rückgang um acht Prozent (2019: 1,84 Mrd. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS belief sich auf 780,1 Mio. € (2019: 805,6 Mio. €). Dies entspricht einem Rückgang von drei Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS reduzierte sich der Umsatz um 6,9 Mio. € auf 145,6 Mio. € (2019: 152,5 Mio. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON verzeichnete hingegen eine leichte Umsatzsteigerung auf 794,2 Mio. € (2019: 783,1 Mio. €).

Der Materialaufwand reduzierte sich im Geschäftsjahr 2020 um 250,5 Mio. € auf 1,82 Mrd. € (2019: 2,07 Mrd. €). Dies resultiert vor allem aus einem Rückgang der Bezugspreise und der Mengen bei den strategischen Rohstoffen sowie geringeren Mengen an Handelswaren. Die Wacker Chemie AG hat im Geschäftsjahr 2020 von niedrigeren Preisen für Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer profitiert. Auch die Rohstoffpreise für Siliciummetall entwickelten sich zeitweise rückläufig. Die Aufwendungen für Energie waren ebenfalls leicht rückläufig. Insgesamt sank die Materialeinsatzquote auf 51,3 Prozent (2019: 54,4 Prozent).

Der Personalaufwand stieg um acht Prozent auf 1.067,5 Mio. € (2019: 989,7 Mio. €). Für diesen Anstieg verantwortlich sind Tarifabschlüsse sowie höhere variable Vergütungsbestandteile, die im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Erhöht hat sich auch der Aufwand für Altersvorsorgevereinbarungen, die im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "Zukunft gestalten" eingegangen wurden. Wie im Vorjahr sind Sonderaufwendungen zur Absicherung der künftigen Finanzierung der Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG enthalten. Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.823 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2019: 10.093). Die Personalaufwandsquote stieg auf 30,1 Prozent (2019: 26,0 Prozent).

Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 169,6 Mio. € (2019: 224,7 Mio. €). Das ist ein Minus von 25 Prozent.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und sonstigem betrieblichen Aufwand, hat sich um 35,7 Mio. € auf -539,3 Mio. € (2019: -575,0 Mio. €) verbessert. Grund hierfür ist insbesondere der Rückgang des sonstigen betrieblichen Aufwands auf Grund von Kosteneinsparungen. Gegenläufig wirkten sich Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt "Zukunft gestalten" in Höhe von 48,9 Mio. € aus. Im Vorjahr ist ein Ertrag aus Versicherungsleistungen für den Schadensfall im Jahr 2017 am US-Standort Charleston in den USA in Höhe von 112,5 Mio. € enthalten. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Insbesondere die Aufwendungen für Instandhaltung und sonstige Fremdarbeiten verringerten sich im Geschäftsjahr 2020. Das Währungsergebnis verbesserte sich um 40,1 Mio. € auf 27,1 Mio. € (2019: -13,0 Mio. €).

Das Betriebsergebnis belief sich auf -49,5 Mio. € (2019: -56,7 Mio. €).

Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Diese lagen mit 63,8 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 107,6 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2020 wurden deutlich geringere Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften geleistet. Zudem verringerte sich der Dividendenertrag aus der Beteiligung an der Siltronic AG.

Das Zinsergebnis verbesserte sich auf -92,4 Mio. € (2019: -121,8 Mio. €). Hierbei wirkte sich der im Vorjahresvergleich geringere Diskontierungszinssatz für Pensionsverpflichtungen aus. Entsprechend gingen die Zinsaufwendungen für Pensionen auf 85,4 Mio. € (2019: 93,8 Mio. €) zurück. Zudem waren im Vorjahr Rückverrechnungen an Tochtergesellschaften im Zinsaufwand enthalten.

Das Ergebnis aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist geprägt von der Verlustsituation im laufenden Geschäftsjahr. Im Geschäftsjahr ergab sich für die Wacker Chemie AG inkl. ihrer inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht, ein Steuerertrag von 8,2 Mio. €. Dieser resultiert im Wesentlichen aus Erstattungen für Vorjahre. Im Vorjahr ergab sich ein Ertrag von 39,3 Mio. €.

Das Geschäftsjahr endete mit einem Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2020 beläuft sich nach Berücksichtigung des Verlustvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 24,8 Mio. € auf insgesamt 1,20 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €).

Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB

Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent angestiegen und beläuft sich auf 6,04 Mrd. € (31. Dezember 2019: 5,48 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.

B.45 Bilanz

Aktiva

Mio. € 2020 2019
Immaterielle Vermögenswerte 5,5 8,8
Sachanlagen 982,3 992,8
Finanzanlagen 2.665,1 2.704,8
Anlagevermögen 3.652,9 3.706,4
Vorräte 562,6 606,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 346,8 365,5
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 322,5 350,2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 669,3 715,7
Wertpapiere und Termingelder 680,6 107,7
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 463,4 339,4
Umlaufvermögen 2.375,9 1.769,5
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 6,7 4,7
Summe Aktiva 6.035,5 5.480,6

Passiva

2020 2019
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigene Anteile -12,4 -12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 1.198,6 1.324,9
Eigenkapital 2.604,4 2.730,7
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 980,0 912,9
Andere Rückstellungen 473,0 326,3
Rückstellungen 1.453,0 1.239,2
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.507,3 1.061,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 264,2 212,6
Übrige Verbindlichkeiten 189,1 218,3
Verbindlichkeiten 1.960,6 1.492,0
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 17,5 18,7
Summe Passiva 6.035,5 5.480,6

Das Anlagevermögen liegt im Geschäftsjahr 2020 mit 3,65 Mrd. € unter dem Vorjahr (2019: 3,71 Mrd. €). Leicht zurückgegangen ist im Vergleich zum Vorjahr das Sachanlagevermögen. Die Abschreibungen in Höhe von 164,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,0 Mio. €) übersteigen die Investitionen in Höhe von 155,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 208,3 Mio. €). Das Finanzanlagevermögen reduzierte sich ebenfalls von 2,70 Mrd. € auf 2,67 Mrd. €. Das resultiert aus der planmäßigen Tilgung einer an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, gegebenen Ausleihung. Insgesamt beträgt das Anlagevermögen 61 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 68 Prozent.

Der Bestand an Vorräten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Er belief sich auf 562,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 606,7 Mio. €). Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent. Dies ist zum einen auf verringerte Rohstoffkosten und zum anderen auf gestiegenen Absatzmengen, insbesondere im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON, zurückzuführen. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um fünf Prozent niedriger als im Vorjahr. Sie beliefen sich am Stichtag auf 346,8 Mio. € (31. Dezember 2019: 365,5 Mio. €).

Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen zum Stichtag bei 322,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 350,2 Mio. €). Das ist ein Rückgang um acht Prozent. Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 246,8 Mio. € (31. Dezember 2019: 271,4 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2020 verfügte die Wacker Chemie AG über Wertpapiere und Termingelder in Höhe von 680,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 107,7 Mio. €) mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 463,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 339,4 Mio. €).

Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,60 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,73 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 43,2 Prozent (31. Dezember 2019: 49,8 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2019 eine Dividende in Höhe von 24,8 Mio. € auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.300,1 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2020 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2020 in Höhe von -101,5 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.198,6 Mio. €.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 67,1 Mio. € auf 980,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 912,9 Mio. €). Die anderen Rückstellungen, bestehend aus Personal-, Steuer- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 ebenfalls und betrugen 473,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 326,3 Mio. €). Der Grund dafür war insbesondere der Anstieg der Personalrückstellungen um 149,8 Mio. €. Im Rahmen des Programms "Zukunft gestalten" ist eine Rückstellung in Höhe von 48,0 Mio. € berücksichtigt. In diesem Zusammenhang angebotene ATZ-Vereinbarungen führten im Geschäftsjahr 2020 zu Rückstellungen für Aufstockungsbeträge in Höhe von 23,9 Mio. €. Im Verhältnis zur Bilanzsumme machen die Rückstellungen 24 Prozent aus (31. Dezember 2019: 23 Prozent).

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 1.507,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 1.061,1 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 42 Prozent. Die Kreditaufnahme bei Banken belief sich auf 1.057,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 770,3 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 158,4 Mio. € an und beliefen sich auf 444,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 286,0 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme erhöhte sich insgesamt auf 25 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2019: 19 Prozent).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 51,6 Mio. € auf 264,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 212,6 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 189,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,3 Mio. €). Verantwortlich für den Rückgang sind im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Sie sanken um 46,6 Mio. € auf 50,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 96,8 Mio. €).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 17,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 18,7 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist insbesondere durch geringere Materialkosten und Kosteneinsparungen auf 351,9 Mio. € angestiegen (2019: 96,9 Mio. €). Zudem verbesserte die Entwicklung des Working Capital den betrieblichen Cashflow.

Die Investitionen in Sachanlagen verringerten sich im Geschäftsjahr 2020 deutlich. Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere und Termingelder) verbesserte sich daher im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 222,8 Mio. € (2019: -139,0 Mio. €). Freie Mittel wurden in Wertpapiere und Termingelder investiert. Dadurch erhöhte sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit auf 703,2 Mio. € (2019: 298,0 Mio. €). Zudem enthält der Cashflow aus Investitionstätigkeit die Rückführung eines Darlehens, das an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, ausgegeben wurde.

Die Zuflüsse aus Finanzierungstätigkeit betragen 475,3 Mio. € (2019: 273,9 Mio. €). Neben dem Erhalt von Mitteln aus den US-amerikanischen Tochtergesellschaften auf Grund des bestehenden Cashpoolings wurden im Geschäftsjahr 2020 per saldo Bankverbindlichkeiten in Höhe von 287,2 Mio. € aufgenommen (2019: 186,4 Mio. €). Die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -24,8 Mio. €.

Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens und des Kassen- und Bankguthabens, beträgt zum 31. Dezember 2020 1.144,0 Mio. € und ist insbesondere durch die Zunahme der Wertpapiere und Termingelder angestiegen. Im Vorjahr belief sich die Liquidität auf 447,1 Mio. €. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten ergibt Nettofinanzforderungen in Höhe von 86,4 Mio. €. Im Vorjahr bestanden Nettofinanzschulden in Höhe von -323,2 Mio. €.

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

» Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem".

Ausblick

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2021 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

Welche weiteren Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung haben wird, ist zurzeit noch nicht verlässlich abzuschätzen. Wir gehen derzeit davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir, vor Berücksichtigung eines möglichen Veräußerungsgewinns aus dem Verkauf der Siltronic-Anteile, ein leicht positives Ergebnis.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden.

Risikobericht

Beschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-Management

Ganzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management

Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Menschen und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen-und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagemententspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell.

» Siehe Grafik b.46 auf Seite 87

Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten.

Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der wurden in Deutschland getätigt. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € reduziert. Grund ist der im Jahresverlauf stärkere Euro im Vergleich zum US-Dollar.

B.46 "Three Lines of Defense"-Modell

Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zum Halbjahr.

Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

B.47 Risikomanagementsystem

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.

Risikosteuerung

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen

konzernweite Risikoabdeckung

konzernweite Risikoabbildung

Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand.

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung 5 Mio. € übersteigt.

Risikoidentifikation

Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

B.48 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)

1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können

Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.

Compliance-Management

WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität.

Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen.

Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2020 nicht identifiziert.

Konzernrevision

Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert.

Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst.

Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben.

Audits

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken

Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mithilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2021.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.

Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen.

B.49 Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2021

Risiko/Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkungen
Gesamtwirtschaftliche Risiken möglich groß
Absatzmarktrisiken
Chemie möglich mittel
Polysilicium möglich mittel
Beschaffungsmarktrisiken möglich mittel
Investitionsrisiken gering mittel
Produktions- und Umweltrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken
Kreditrisiko gering niedrig
Währungs- und Zinsrisiken möglich mittel
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen hoch groß
Rechtliche Risiken gering niedrig
Regulatorische Risiken
Energiewende in Deutschland möglich niedrig
Handelsbeschränkungen Polysilicium möglich groß
Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte hoch niedrig
IT-Risiken möglich mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken hoch groß

Einschätzung und Risikobewertung: Zwar erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich die Weltwirtschaft nach der scharfen Rezession auf Grund der Corona-Pandemie im Jahr 2021 schrittweise wieder erholt. Sie rechnen aber nicht damit, dass das Niveau vor der Krise bereits im laufenden Jahr wieder erreicht wird. Vielmehr prognostizieren sie einen langen, regional ungleichmäßigen und mit Blick auf die noch nicht unter Kontrolle gebrachte Pandemie auch unsicheren Erholungsprozess. Hinzu kommen die weiter schwelenden handelspolitischen Konflikte.

Angesichts der anhaltenden Risiken halten wir es für möglich, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2021 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das möglicherweise große Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.

Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung und intensives Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und dort weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Kurzfristige, starke Nachfrageschwankungen, wie sie aktuell die Corona-Krise hervorruft, können wir aber nur teilweise aussteuern.

Einschätzung und Risikobewertung: Wir erwarten, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2021 für unsere Produkte insgesamt gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotzdem stark ausgelastet sein werden. WACKER SILICONES geht davon aus, dass sich die Angebots- und Nachfragesituation nach dem Corona-bedingten Rückgang im Laufe des Jahres 2021 wieder normalisieren wird. Dadurch sollte auch unsere Anlagenauslastung steigen. Je nach Endmarkt und Vertriebsregion sowie in Abhängigkeit von der aktuellen Pandemielage kann sich die Situation jedoch unterschiedlich darstellen. Wir gehen von einem volatilen, insgesamt aber unveränderten Preisniveau für Standardsilicone und von einem leicht zunehmenden Preisdruck bei Spezialitäten aus.

Insgesamt halten wir es für möglich, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen bereits berücksichtigt. In unseren Prognosen gehen wir Stand heute davon aus, dass die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres 2021 unter Kontrolle gebracht werden kann. Sollte dies nicht eintreffen, liegen die etwaigen Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren Bereich.

Szenario 2: Überkapazitäten und sehr niedrige Preise bei Polysilicium für die Solarindustrie, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden.

Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen.

Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren, beispielsweise durch den Ausbau unserer Marktanteile bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten.

Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2021 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Zollrisiken.

Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben.

Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich systematische Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Dazu zählen langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch teilweise Rückwärtsintegration, etwa mit unserer Siliciummetallproduktion oder unserer Vinylacetatproduktion, verringern wir unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Rohstoff- und Energieeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen.

Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Darüber hinaus können die Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa und in die USA eingeführt wird.

Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen.

Im Jahr 2020 hat WACKER auf Grund der Corona-bedingten globalen Rezession von niedrigeren Rohstoffpreisen profitiert. Für 2021 gehen wir davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Kosten für Erdgas und Strom bleiben im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich stabil. Dieses Szenario bildet die Grundlage unserer Planungen. Die Auswirkungen darüber hinausgehender deutlicher Preissteigerungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns wären voraussichtlich mittel.

Investitionsrisiken

Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen.

Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen.

Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken.

Investitionsvorhaben werden mit einem Risikomanagementprozess begleitet und deren Planung wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Projekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Größere Investitionen werden nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2021 deutlich steigen. Der Grund dafür sind Projekte zum Kapazitätsausbau in unseren Chemiebereichen. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. Wir haben mit dem Halbleiterunternehmen GlobalWafers eine verbindliche Vereinbarung abgeschlossen, unsere Anteile an Siltronic zu einem Angebotspreis von 145 € je Aktie im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots von GlobalWafers für Siltronic einzuliefern. Sollte die Übernahme wider Erwarten nicht zustande kommen, könnte der Börsenwert von Siltronic daraufhin unter Druck geraten. In Summe betrachtet schätzen wir die Investitionsrisiken mit geringer Wahrscheinlichkeit mit möglichen Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens-und Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich ein.

Produktions- und Umweltrisiken

Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen.

Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.

Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und UN Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente.

Kreditrisiko

Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER.

Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung des historischen Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir in der Regel mit Banken, die ein Mindestrating haben.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Ausfälle von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.

Währungs- und Zinsrisiken

Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.

Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden.

Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor.

Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente erfordert ein operatives Grundgeschäft und ist in internen Anweisungen geregelt.

Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäfts sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2021 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.

Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte.

Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag auf 1.338,0 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von 690 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs-und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen.

Pensionen

Szenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld).

Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus künftigen Zahlungsströmen) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.

Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert. Die Pensionskasse optimiert alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Geschäftsjahr 2020 hat WACKER der Pensionskasse zusätzlich eine Sonderzahlung 73,4 Mio. € zugeführt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an.

Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Für die Zukunft halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass weitere Sonderzahlungen in die Pensionskasse notwendig werden, dass der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen weiter steigen und höhere Pensionsrückstellungen die Bilanz belasten. Dies hätte mittelfristig große Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.

Rechtliche Risiken

Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.

Auswirkungen für WACKER: lanGWierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.

Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf externe Rechtsexperten zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob uns bestehende Patente und Schutzrechte Dritter behindern könnten.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter verbindlich sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen.

Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Regulatorische Risiken

Energiewende in Deutschland

Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland (Energiewende), um die für 2030 bis 2050 gesetzten Ziele zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen, schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird, insbesondere im Stromsektor (Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnungen, Strom und Gas, EU-Beihilferecht, Energieeffizienz-Richtlinie, nationaler und europäischer Emissionshandel, Sektorkopplung, Wasserstoffwirtschaft).

Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlich regulierter Entgelte und Umlagen, wenn die Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang beibehalten werden.

Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement).

Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei der Netzentgeltbefreiung und bei den Berechnungsgrundlagen für die Netzumlagen haben bereits dazu geführt, dass die Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten in den vergangenen Jahren gesunken ist. Ab dem laufenden Jahr greifen für die Phase 4 des europäischen Emissionshandels Vorschriften zu einer beschleunigten Reduzierung der Emissionshöchstmenge in der Europäischen Union. Das könnte zu höheren Preisen oder zu geringeren Zuteilungen von Emissionszertifikaten führen. Wir halten es außerdem für möglich, dass es 2021 zu weiteren Änderungen an den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen.

Handelsbeschränkungen Polysilicium

Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums (mofcom) gegen Polysiliciumimporte aus den usa. Am 20. Januar 2020 hat das MOFCOM nach einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle auf in den USA produziertes Solarsilicium beschlossen, die Zölle um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.

Maßnahmen: Trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Solarsilicium aus den usa) und damit chinesische Antidumping- und Antisubventionszölle sowie weitere Strafzölle auf Solarsilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht außerdem nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Darüber hinaus haben wir an unserem Standort Charleston hergestelltes Polysilicium für Halbleiteranwendungen bereits bei Kunden qualifiziert und werden 2021 weitere Qualifikationen für Halbleiterkunden abschließen können.

Einschätzung und Risikobewertung: Am 15. Januar 2020 haben die USA und China die Phase 1 eines Handelsabkommens unterzeichnet. In diesem Abkommen hat sich China unter anderem verpflichtet, in den Jahren 2020 und 2021 in den USA produzierte Güter im Gesamtwert von mindestens 250 Mrd. US-$ zu erwerben. Dazu zählt ausdrücklich auch Polysilicium für Solaranwendungen. Ob und inwieweit sich dadurch positive Effekte für den Verkauf unseres in den USA hergestellten Polysiliciums ergeben, können wir gegenwärtig nicht beurteilen, weil noch unklar ist, wie China diese Vereinbarungen im Detail umsetzen wird. Bislang hat China seine Zölle auf Solarsilicium aus den USA nicht aufgehoben und WACKER kann sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes Solarsilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren. Mit Blick auf die anhaltenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2021 wären dann wahrscheinlich groß.

Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte

Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden.

Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.

Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst.

Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen Bereich liegen.

IT-Risiken

Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie(IT)-Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.

Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Diese Anforderungen dokumentieren wir in sogenannten Service Level Agreements (SLAs). Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Ausschlaggebend für eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme ist ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall existieren vordefinierte Prozesse und Abläufe (Business Continuity Management). IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethodik. Sie stellt sicher, dass Änderungen nach definierten Prozessen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden.

Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Konzernrevision hat 2020 den Risikomanagementprozess analysiert und die Richtigkeit und Vollständigkeit der Prozesse und Strukturen in der IT und der Digitalisierung bestätigt. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Im Jahr 2020 haben wir ein sogenanntes Cyber Defence Center (CDC) eingerichtet. Es überprüft fortlaufend die Sicherheit unserer IT-Landschaft und unserer -Anwendungen und veranlasst, dass eventuell festgestellte Defizite zeitnah behoben werden. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Need-to-know-Prinzip. Wir hinterfragen sie regelmäßig und evaluieren neue Konzepte, die der fortschreitenden Digitalisierung Rechnung tragen. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente und ständig aktualisierte Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch. Die Techniken potenzieller Angreifer beobachten und bewerten wir fortlaufend, um gegebenenfalls unsere Verteidigungsstrategien entsprechend anzupassen.

Einschätzung und Risikobewertung: Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auch im Jahr 2020 haben wir eine hohe Zahl von Versuchen beobachtet, unsere IT-Systeme und unsere -Infrastruktur anzugreifen. Dass solche Angriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich trotz unserer Vorsorgemaßnahmen nicht ausschließen. Daher stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Sollte es in einem solchen Fall in unseren IT-Systemen zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Personalrisiken

Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.

Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.

Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können.

WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.

Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2021 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.

Externe Risiken

Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.

Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Versorgungsengpässe, Produktionsausfälle, Störungen in der Lieferkette, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Maßnahmen: Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions-und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die gegenwärtige Corona-Pandemie ist dafür ein klarer Beleg. Das neuartige Coronavirus sowie die staatlichen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Pandemie einzudämmen und die Gesundheit der Menschen zu schützen, haben im Jahr 2020 die Wirtschaft massiv beeinträchtigt und weltweit zu einer scharfen Rezession geführt. In vielen Ländern sind die Infektionszahlen nach wie vor auf einem hohen Niveau. Ob und wie schnell Impfungen dazu beitragen werden, das Infektionsgeschehen wirksam und dauerhaft zu stoppen, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Im Jahr 2020 ist es uns dank unserer detaillierten Maßnahmenpläne sowie unserer weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen zwar gut gelungen, die Auswirkungen von coviD-19 auf das Unternehmen zu begrenzen. Die Situation entwickelt sich aber nach wie vor sehr dynamisch. Wir können deshalb den weiteren Fortgang aktuell nicht verlässlich abschätzen. Sollte die Pandemie nicht deutlich eingedämmt werden können, so halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass WACKER im laufenden Jahr erneut von Risiken aus der Corona-Pandemie und den Folgen behördlicher Maßnahmen betroffen sein könnte. Sofern ein solches Szenario eintritt, könnte dies große Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns haben.

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs-und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Zusätzlich zur erwarteten Erholung der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, die Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt-und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien wollen wir dieses Wachstum begleiten.

Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos von drei auf 25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange Lebensdauer der Batterie sorgen.

Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 70 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen.

WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion von Pharmaproteinen und Impfstoffen. Mit dem 2018 erworbenen Standort in Amsterdam hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten und Kompetenzen auf diesen Feldern erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka mit Lebendbakterien eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für Nahrungsergänzungsmittel, die die Herzgesundheit fördern, oder für verbesserte Schaumeigenschaften in Barista-Toppings.

Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Den größten Zubau erwarten wir weiterhin in China, Indien und den usa. Wachstumspotenziale sehen wir außerdem im weltweit zunehmenden Trend zu hocheffizienten monokristallinen Solarzellen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Qualitätsführer in der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium davon profitieren.

Unternehmensstrategische Chancen

Um die Chancen zu nutzen, in unseren Geschäftsbereichen weiter zu wachsen, konzentrieren wir uns weiterhin darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte, insbesondere für Spezialitäten, weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden im Jahr 2021 deutlich steigen, aber erneut unterhalb der Abschreibungen liegen. Im Fokus steht nach wie vor der Ausbau unserer Kapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte. An unserem Standort Nünchritz errichten wir eine neue Fertigungslinie für silanterminierte Polymere. Diese Siliconspezialitäten kommen unter anderem in hochwertigen Klebstoffen zum Einsatz. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver für die Bauindustrie errichten wir derzeit an unserem chinesischen Standort Nanjing.

Weitere unternehmensstrategische Chancen ergeben sich aus unserem laufenden Projekt "Zukunft gestalten". Hier überprüfen wir unsere bestehende Organisation und unsere Prozesse, um WACKER, schlanker, schneller und flexibler zu machen. Das unterstützt unsere Strategie des nachhaltigen Umsatz- und Ertragswachstums und hilft uns dabei, die Potenziale unseres Technologie- und Produktportfolios noch besser zu nutzen. Unser Ziel ist es, WACKER auf diese Weise erfolgreich für die Zukunft aufzustellen, um uns so kurz- und langfristig im zunehmenden Wettbewerb und bei weiteren konjunkturellen Schwankungen behaupten zu können.

Leistungswirtschaftliche Chancen

WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "WACKER Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Leistungswirtschaftliche Chancen erwarten wir uns darüber hinaus aus unserem Projekt "Zukunft gestalten". Durch eine schlankere und effizientere Organisation wollen wir erhebliche Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten erzielen.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt.

Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Zwar sind insbesondere die Risiken, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben, unverändert hoch. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Corona-Pandemie wirft einen langen Schatten auf die Weltwirtschaft. Die Aussichten bleiben 2021 unsicher. Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen zwar davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Falls sich die Impfstoffbereitstellung verzögert oder es zu Schwierigkeiten bei der Eindämmung weiterer Infektionsausbrüche kommt, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet damit, dass der Aufschwung in den asiatischen Ländern am stärksten sein wird. In vielen anderen Ländern wird die Wirtschaftsleistung voraussichtlich bis Ende des Jahres 2021 noch nicht wieder das Niveau von 2019 erreicht haben. Neben der Corona-Pandemie bergen auch geopolitische Krisen wie der bislang ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Folgen des Brexits Abwärtsrisiken.

B.50 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2021

Quellen: weltweit: IWF, Europa: OECD, Asien: ADB, China: IWF, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird auch im Jahr 2021 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stehen. Je nach dem Fortgang des Infektionsgeschehens kann es regional sowie in den unterschiedlichen Marktsegmenten zu uneinheitlichen Entwicklungen kommen. Aus unserer Sicht werden die für uns bedeutenden Branchen jedoch mittelfristig wieder wachsen.

Chemische Industrie soll im Jahr 2021 zulegen

Nach einem schwierigen Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) für 2021 ein Produktionsplus von 1,5 Prozent und einen Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent. Bei der Beschäftigung rechnet der VCI dagegen mit einem leichten Rückgang um ein Prozent, bedingt durch den Strukturwandel in der Branche, der durch die Corona-Krise beschleunigt wird.

Auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie bestehen auch für die Chemiebereiche von WACKER nicht unerhebliche Risiken. Die Stärke unseres breiten Produktportfolios hat sich aber in der Krise bereits bewährt. Wir gehen davon aus, dass WACKER auch 2021 zum Beispiel als Zulieferer in die Medizintechnik, bei der Erzeugung von Etiketten oder von hochreinen Silanen für die elektronische Industrie profitieren wird. Die langfristigen Trends sind zudem intakt und werden sich künftig zum Teil noch beschleunigen. Mittelfristig ergeben sich weiterhin Wachstumschancen in den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Das führt zu einem höheren Bedarf unserer Industriekunden nach WACKER-Technologien. Ein Teil unseres Produktportfolios wird zudem in hochautomatisierten industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt. In diesen Bereichen verzeichnet WACKER auch in den Industriestaaten ein Wachstum über dem Wirtschaftsdurchschnitt.

Bauindustrie wächst wieder

Nach dem Rückgang 2020 wird die Bauindustrie nach Prognosen des Marktforschungsinstituts b + l Marktdaten GmbH mittelfristig wieder wachsen. Im Durchschnitt soll das globale Bauvolumen bis 2023 jährlich um rund zwei Prozent zulegen.

Auch der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwartet für 2021 eine positive Entwicklung, getrieben durch die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die zahlreichen Anreize der Regierungen weltweit, wie etwa der European Green Deal, werden der Bauwirtschaft voraussichtlich zusätzlich positive Impulse geben.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb-und -dichtstoffen. Das gilt auch für silanbasierte Zementzusätze, die sowohl Energieeinsparungen bei der Herstellung als auch eine verbesserte Lagerfähigkeit bieten und die Qualität und Lebensdauer des Betons erhöhen. Gute Chancen sehen wir für unsere "eco"-Produktlinie, mit der wir dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung tragen.

B.51 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach

Regionen 2021 - 2023

in %

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020

Aufschwung in der Elektro- und Elektronikindustrie

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet im Jahr 2021 mit einer Rückkehr in die Wachstumszone. Der Anstieg des weltweiten Marktvolumens liegt laut der Prognose des Branchenverbands bei rund sechs Prozent. Getragen wird der Aufschwung demnach sowohl von den Schwellenländern wie auch von den Industrieländern.

Generell gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER weiterhin in der Automobilindustrie, beispielsweise durch den zunehmenden Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, Sensoren und optischen Displays sowie die wachsende Bedeutung der Elektromobilität. Gegenüber 2020 kann sich hier zudem eine Aufholphase im Automobilabsatz positiv auswirken.

B.52 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

Branchen Entwicklung 2020 Entwicklung 2021
Chemieindustrie Rückgang Wachstum
Bauindustrie Rückgang Wachstum
Energie / Elektro Rückgang Wachstum
Photovoltaikindustrie Wachstum Wachstum

Photovoltaikleistung wird 2021 voraussichtlich weiterwachsen

Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2021 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Zudem stellt die Solarenergie einen wichtigen Baustein dar, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 °c zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiterwachsen. China bleibt auch im Jahr 2021 der weltweit größte und wichtigste Markt. Weitere Länder mit hohen Zubauraten sind die USA, die Länder Europas, Japan und Indien. Zu den Regionen mit starkem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen im Jahr 2021 zwischen 150 und 180 Gigawatt (GW) liegen werden.

B.53 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2021

Neu installierte PV-Leistung (MW)
2021 2020
Lower Range Upper Range
Deutschland 4.000 6.000 4.800
Spanien 4.000 5.000 2.600
Übriges Europa 14.000 17.000 13.000
USA 22.000 24.000 19.000
Japan 7.000 8.000 8.200
China 50.000 60.000 48.200
Indien 4.000 7.000 3.500
Übrige Welt 45.000 53.000 40.700
Gesamt 150.000 180.000 140.000

Quellen: PV-Markt 2021: Solar Energy Industries Association (SEIA), Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2020: Bundesnetzagentur, Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER (Tabelle B.53 ungeprüft)

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2021 wächst. Wie stark dieses Wachstum sein wird, hängt vor allem davon ab, ob und inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie einzudämmen. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus Asien. Wachstum erwarten wir aber auch für die USA und in Europa.

Investitionen und Produktion

Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2021 analog zum Vorjahr auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. Die Investitionen werden mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres sein, aber unter den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt mit mehr als 40 Prozent auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Er investiert unter anderem in eine neue Anlage für Hybridpolymere in Nünchritz. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wird im Laufe des Geschäftsjahres seine Produktionsanlagen in Nanjing weiter ausbauen.

B.54 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2021/ 2022

Standort Projekte Inbetriebnahme
Burghausen Anlage zur Herstellung von Spezialsiliconen für Konsumgüter 2021
Burghausen Neue Polymerkapazität 2021
Burghausen Kapazitätserweiterung der Silicon-Grundmassenanlage 2021
Burghausen Kapazitätserweiterung Vinylsilicone 2021
Adrian Multifunktionale Emulsionsanlage 2022
Amsterdam Neuer Fermenter 2022
Burghausen Anlage zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuk 2022
Nanjing Dispersionsreaktor 2022
Nünchritz Anlage für Hybridpolymere 2022

Künftige Produkte und Dienstleistungen

WACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik, Automotive und Körperpflege. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für silanmodifizierte Hybridpolymere, etwa als Dicht- und Klebstoff oder in abriebfesten Schutzbeschichtungen für Betonböden. Vielversprechend entwickeln sich unsere neuen silanbasierten Zementzusätze. Mit ihnen lässt sich bei der Zementherstellung Energie einsparen. Außerdem verbessern sie die Lagerstabilität des Zements und erhöhen die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Zementprodukten. Ein weiteres Fokusgebiet ist die Entwicklung neuer Faserverbundstoffe aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen, die vor allem in temperaturstabilen oder feuerfesten Leichtbauelementen zum Einsatz kommen. Steigende Nachfrage verzeichnen wir bei Spezialsilanen für die Mikroelektronik sowie bei Siliconen, für deren Herstellung nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden. Solche Produkte werden immer häufiger in der Kosmetik und Körperpflege, bei Trennbeschichtungen, in der Oberflächen- und Textilpflege sowie im Baubereich verwendet. Für das Fokusfeld Elektronik haben wir druckbare und elastische Elektrodenmaterialien aus Silicon für die Anwendung in Sensoren sowie harzgefüllte, optisch klare Siliconsysteme für Optical-Bonding-Anwendungen entwickelt. In der Elektromobilität etablieren sich zusehends wärmeleitfähige Siliconelastomere. Derzeit arbeiten wir hier an dichtereduzierten und oberflächenmodifizierten Formulierungen. Solche Produkte tragen wesentlich zur Kühlung und damit zum Wärmemanagement elektrischer Speichermodule und von Elektronikbauteilen bei. Mit der Herstellung elektroaktiver Siliconlaminate unterstützen wir die Entwicklung innovativer Touchscreens mit haptischer Feedbackfunktion für die Automobil-, Unterhaltungs- und Medizintechnikindustrie.

WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau-, Beschichtungs- und Verklebungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS zum Beispiel in der Lage, Dispersionen speziell auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymeren unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten. Hier kommt unter anderem biobasierte Essigsäure zum Einsatz. Mithilfe des Massenbilanzverfahrens reduzieren wir die CO2-Emissionen. Auch Dispersionspulver für konservierungsmittelfreie Anwendungen sind Teil des Portfolios. Biozidfreie Pulverfarben ermöglichen den Einsatz genau abgemessener Farbmengen und reduzieren damit Materialverbrauch und -überschüsse. Mit dem Technologiewechsel vom Dickbett- zum Dünnbettverfahren bei der Verlegung von Fliesen leisten wir zudem einen Beitrag zur Reduzierung des Zementverbrauchs, was wiederum mit einer Reduktion der CO2-Emis-sionen einhergeht.

Für WACKER BIOSOLUTIONS ergeben sich derzeit Wachstumspotenziale auf dem Pharma- und Lebensmittelmarkt. Der Pharmamarkt verschiebt sich stetig in Richtung biotechnologisch hergestellter Arzneien. Als Auftragshersteller (CDMO) für Biopharmazeutika bedienen wir die steigende Nachfrage an unseren Produktionsstandorten in Jena, Halle und Amsterdam. Am Standort Amsterdam, an dem wir auch Impfstoffe und lebende mikrobielle Produkte (LMPS) herstellen, investieren wir aktuell in neue Produktionsanlagen. Diese Maßnahmen ermöglichen unter anderem die Produktion neuer Wirkstoffklassen wie mRNA-basierte Impfstoffe, die beispielsweise auch bei Impfstoffen gegen das Coronavirus sars-CoV-2 eine besondere Rolle spielen. Auf dem Lebensmittelmarkt folgen wir dem Trend "Gesunde Ernährung". Studien belegen, dass unser Antioxidans HTEssence© die Herzgesundheit fördert. Unsere Cyclodextrine finden sich in zahlreichen Lebensmittelanwendungen. Sie erhöhen zum Beispiel die Bioverfügbarkeit von Curcumin und sorgen für verbesserte Schaumeigenschaften in Barista-Toppings.

Der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Vor allem die Nachfrage nach monokristallinen Zellen steigt kontinuierlich an. Sie besitzen höhere Wirkungsgrade und produzieren so bei gleicher Sonneneinstrahlung mehr Strom. WACKER ist hier gut positioniert. Mit unserem hochreinen Polysilicium können wir das stark wachsende Segment der monokristallinen Zellen bestens bedienen. Außerdem bauen wir unseren Anteil an hochqualitativem Polysilicium für die Halbleiterindustrie aus.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2021 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 (2020: 1,15). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Kosten für Erdgas und Strom bleiben im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist für das Jahr 2021 weitgehend gesichert. Aus dem Programm "Zukunft gestalten" erwarten wir Einsparungen bei den Sachkosten sowie einen Rückgang im Personalaufwand. In der Prognose enthalten sind aber auch laufende Aufwendungen für Altersteilzeit. Sollte die Übernahme der Siltronic-Anteile durch GlobalWafers Co. Ltd. im Jahr 2021 vollzogen werden, wird sich das EBITDA von WACKER um 780 Mio. € erhöhen. Der Netto-Cashflow wird dann um den Veräußerungserlös in Höhe von 1,3 Mrd. € steigen. Die Nettofinanzschulden verringern sich um diesen Betrag. Diese Sondereffekte sind in der Prognose für 2021 nicht berücksichtigt.

Steuerungskennzahlen und Wertmanagement

Die wichtigsten Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Konzernumsatz 2021 mit Mengenwachstum

WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2021 steigende Absatzmengen und positive Produktmixeffekte in den Chemiebereichen. Die Durchschnittspreise in einigen Produktsegmenten werden voraussichtlich etwas niedriger sein als im Vorjahr. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir von leicht steigenden Absatzmengen und einem besseren Produktmix aus. Im Jahresdurchschnitt erwarten wir bei den Polysiliciumpreisen keinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt soll der Konzernumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen.

Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2021 auf einen Wachstumskurs zurückkehren, wenn es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt und die Corona-Pandemie erfolgreich eingedämmt wird.

Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht.

Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird leicht über dem Niveau des Vorjahres erwartet (2020: 14,2 Prozent). Das EBITDA wird zehn bis 20 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen. Höhere Rohstoffkosten und negative Währungseffekte von mehr als 100 Mio. € beeinflussen die EBITDA-Entwicklung. In der Prognose auf Konzernebene haben wir einen Teil der wirtschaftlichen Unsicherheiten berücksichtigt, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben. Der Konzernjahresüberschuss wird deutlich über dem Vorjahr liegen.

ROCE: Der ROCE wird gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen (2020: 5,6 Prozent).

Netto-Cashflow: Für das Jahr 2021 erwarten wir einen deutlich positiven Cashflow, der deutlich unter dem Vorjahr liegt. Höhere Investitionen, Abfindungen und Auszahlungen aus dem Programm "Zukunft gestalten" sowie ein Anstieg des Working Capital sind dafür verantwortlich.

Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Investitionen: Im Jahr 2021 werden sich die Investitionen auf rund 350 Mio. € belaufen und damit deutlich höher sein als im Vorjahr. Sie liegen aber unter den Abschreibungen. Die Abschreibungen bleiben mit rund 400 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen fließen unter anderem in neue Dispersions- und Dispersionspulveranlagen in Burghausen und Nanjing sowie in eine Anlage zur Herstellung von Hybridpolymeren in Nünchritz.

Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden gehen auf Grund des positiven Cashflows weiter zurück (2020: 67,5 Mio. €). Wir erwarten ein leicht positives Nettofinanzvermögen.

Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2021 einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen bei Spezialanwendungen. Gegenläufig wirken sich in einigen Produktbereichen niedrigere Durchschnittspreise aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen, genauso wie die EBITDA-Marge. Die Rohstoff- und Energiepreise erwarten wir ebenfalls leicht über dem Vorjahr.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Steigende Mengen im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Wir erwarten auch hier Zuwächse in allen Regionen. Das EBITDA wird auf Grund deutlich höherer Rohstoffkosten deutlich unter dem Vorjahr liegen. Das gilt auch für die EBITDA-Marge, die wir zwischen 15 und 18 Prozent erwarten.

B.55 Ausblick für das Jahr 2021

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen Ist 2020 Ausblick 2021
EBITDA-Marge (%) 14,2 leicht über Vorjahr
EBITDA (Mio. €) 666,3 10 bis 20 Prozent über Vorjahr
ROCE (%) 5,6 deutlich über Vorjahr
Netto-Cashflow (Mio. €) 697,7 deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.692,2 mittlerer einstelliger Prozentsatz höher
Investitionen (Mio. €) 224,4 rund 350 Mio. €
Nettofinanzschulden (Mio. €) 67,5 positives Nettofinanzvermögen
Abschreibungen (Mio. €) 403,5 rund 400 Mio. €

Einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwarten wir im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt in erster Linie aus dem Geschäft mit Biopharmazeutika. Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Polysiliciumgeschäft gehen wir für das Jahr 2021 von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Dafür verantwortlich sind ein verbesserter Produktmix und ein leichter Anstieg der Absatzmengen. Die Durchschnittspreise für Polysilicium werden nicht zurückgehen. Wir erwarten ein deutlich positives EBITDA, das deutlich über dem Vorjahr liegt. Die EBITDA-Marge soll deutlich steigen.

Künftige Dividende

Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio. €.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

Die wirtschaftlichen Risiken für das Jahr 2021 bleiben bestehen. Beeinflusst wird die globale Wirtschaftsentwicklung in erster Linie dadurch, inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Die Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen aber davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Sollte es zu weiteren Verzögerungen bei der Impfstoffbereitstellung kommen oder die restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung weiterer Infektionsausbrüche deutlich verlängert werden, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kommen.

Für unser Geschäft erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2021. Wir gehen davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2021 wieder um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen wird. Das EBITDA soll zehn bis 20 Prozent über dem Vorjahr liegen. Gebremst wird die EBITDA-Entwicklung durch deutlich höhere Rohstoffkosten und negative Währungseffekte. Sie belasten das EBITDA mit mehr als 100 Mio. €.

Die Investitionen werden mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 400 Mio. € und sind damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Netto-Cashflow wird deutlich positiv sein, aber deutlich unter dem Vorjahr liegen. Die Nettofinanzschulden gehen weiter zurück und wir erwarten ein leicht positives Nettofinanzvermögen.

In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserem hervorragenden Produktportfolio den Wachstumskurs wieder fortsetzen und mit unseren Investitionen das Marktwachstum begleiten. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON gehen wir ebenfalls von einem Anstieg beim Umsatz aus und von einem deutlich positiven EBITDA.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.

C.1 Gewinn- und Verlustrechnung

1. Januar bis 31. Dezember

Mio. € Anhang 2020 2019
Umsatzerlöse 01 4.692,2 4.927,6
Herstellungskosten 02 -3.822,3 -4.124,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 869,9 803,2
Vertriebskosten -290,6 -314,5
Forschungs- und Entwicklungskosten -156,6 -173,3
Allgemeine Verwaltungskosten -139,5 -145,6
Sonstige betriebliche Erträge 02 85,5 97,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 02 -142,9 -857,4
Betriebsergebnis 225,8 -590,6
Equity-Ergebnis 03 34,9 54,3
Sonstiges Beteiligungsergebnis 03 2,1 -
EBIT (Earnings before interest and taxes) 262,8 -536,3
Zinserträge 03 8,1 10,6
Zinsaufwendungen 03 -22,0 -20,3
Übriges Finanzergebnis 03 -31,0 -45,2
Finanzergebnis -44,9 -54,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 217,9 -591,2
Ertragsteuern 04 -15,6 -38,4
Jahresergebnis 202,3 -629,6
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 189,2 -642,6
auf andere Gesellschafter entfallend 12 13,1 13,0
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert / verwässert) 20 3,81 -12,94

C.2 Gesamtergebnisrechnung

1. Januar bis 31. Dezember

Mio. € 2020 2019
Jahresergebnis 202,3 -629,6
Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen -340,8 -401,7
davon Ertragsteuereffekte 140,4 140,6
Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden -340,8 -401,7
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -29,1 -40,1
Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung -179,8 45,0
davon ergebniswirksam - -
Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge) 9,3 2,8
davon Ertragsteuereffekte -3,9 -1,3
davon ergebniswirksam -2,2 10,3
Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden -170,5 47,8
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -18,9 10,4
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen nach Steuern -511,3 -353,9
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend -506,1 -353,9
auf andere Gesellschafter entfallend -5,2 -
Gesamtergebnis -309,0 -983,5
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend -316,9 -996,5
auf andere Gesellschafter entfallend 7,9 13,0

C.3 Bilanz

Zum 31. Dezember

Aktiva

Mio. € Anhang 31.12.2020 31.12.2019
Immaterielle Vermögenswerte 05 21,1 29,4
Sachanlagen 05 2.393,2 2.644,0
Nutzungsrechte 06 110,8 119,8
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 07 2,7 8,6
At equity bewertete Beteiligungen 08 49,1 640,4
Wertpapiere 11 - -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 18,9 58,8
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 10 4,9 9,1
Aktive latente Steuern 04 770,8 632,9
Langfristige Vermögenswerte 3.371,5 4.143,0
Vorräte 09 879,5 979,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 627,0 631,5
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 68,0 79,9
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 10 73,5 63,0
Ertragsteuerforderungen 10 40,5 48,6
Wertpapiere und Festgelder 11 712,0 109,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 626,0 435,8
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 12 552,5 -
Kurzfristige Vermögenswerte 3.579,0 2.348,0
Summe Aktiva 6.950,5 6.491,0

Passiva

Mio. € Anhang 31.12.2020 31.12.2019
Gezeichnetes Kapital der Wacker Chemie AG 260,8 260,8
Kapitalrücklage der Wacker Chemie AG 157,4 157,4
Eigene Anteile -45,1 -45,1
Gewinnrücklagen / Konzernergebnis 2.726,0 2.561,6
Übrige Eigenkapitalposten -1.473,9 -967,8
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallendes Eigenkapital 1.625,2 1.966,9
Anteile anderer Gesellschafter 66,6 62,1
Eigenkapital 13 1.691,8 2.029,0
Pensionsrückstellungen 14 2.713,4 2.275,3
Andere Rückstellungen 15 233,8 232,6
Finanzierungsverbindlichkeiten 16 1.322,7 1.049,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 17 0,1 0,1
Ertragsteuerverbindlichkeiten 17 80,3 82,0
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten 17 71,1 61,0
Sonstige Verbindlichkeiten 17 1,9 0,5
Passive latente Steuern 04 9,1 9,2
Langfristige Schulden 4.432,4 3.709,7
Andere Rückstellungen 15 68,8 17,1
Finanzierungsverbindlichkeiten 16 82,8 209,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17 424,2 355,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 17 15,5 14,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten 17 12,5 13,1
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten 17 63,0 59,1
Sonstige Verbindlichkeiten 17 159,5 83,8
Kurzfristige Schulden 826,3 752,3
Schulden 5.258,7 4.462,0
Summe Passiva 6.950,5 6.491,0

C.4 Kapitalflussrechnung

01. Januar bis 31. Dezember

Mio. € Anhang 2020 2019
Jahresergebnis 202,3 -629,6
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen
auf Anlagevermögen 403,5 1.319,7
Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen 2,6 5,9
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 24,2 45,2
Ergebnis aus Equity-Accounting -34,9 -54,3
Zinsergebnis 13,9 9,7
Zinsauszahlungen -23,3 -19,3
Zinseinzahlungen 7,9 10,6
Steueraufwand 15,6 38,4
Steuerzahlungen -11,3 -10,5
Erhaltene Ausschüttung 27,8 48,8
Veränderung der Vorräte 42,5 -9,1
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -21,0 52,0
Veränderung der nichtfinanziellen Vermögenswerte -10,2 19,3
Veränderung der finanziellen Vermögenswerte 6,9 -0,9
Veränderung der Rückstellungen 50,8 -30,9
Veränderung der nichtfinanziellen Verbindlichkeiten 80,6 -76,3
Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten 81,7 -82,9
Veränderung der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten 14,1 -30,8
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 22 873,7 605,0
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -226,5 -415,1
Investitionen in finanzielle Vermögenswerte -0,4 -6,6
Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen/Finanzanlagen 50,9 1,1
Auszahlungen für Akquisitionen - -
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren -176,0 -420,6
Einzahlungen aus der Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern 334,1 26,0
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren und Festgeldern -941,2 -88,9
Cashflow aus Investitionstätigkeit 22 -783,1 -483,5
Gewinnausschüttungen -24,8 -124,2
Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter -3,4 -9,2
Aufnahme Finanzierungsverbindlichkeiten 518,2 222,1
Rückzahlung Finanzierungsverbindlichkeiten -341,1 -80,1
Rückzahlung Leasingverbindlichkeiten -31,8 -34,8
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 22 117,1 -26,2
Veränderung aus Wechselkursänderungen -17,5 -0,6
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 190,2 94,7
Stand am Jahresanfang 435,8 341,1
Stand am Jahresende 626,0 435,8

C.5 Entwicklung des Eigenkapitals

01. Januar bis 31. Dezember

Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Gewinnrücklagen / Konzernergebnis Übrige Eigenkapitalposten Summe
01.01.2019 wie berichtet 260,8 157,4 -45,1 3.328,0 -613,9 3.087,2
Effekte aus der Erstanwendung von neuen Rechnungslegungsstandards - - - 0,4 - 0,4
01.01.2019 260,8 157,4 -45,1 3.328,4 -613,9 3.087,6
Jahresergebnis - - - -642,6 - -642,6
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - -353,9 -353,9
Gesamtergebnis - - - -642,6 -353,9 -996,5
Ausschüttung - - - -124,2 - -124,2
31.12.2019 260,8 157,4 -45,1 2.561,6 -967,8 1.966,9
01.01.2020 260,8 157,4 -45,1 2.561,6 -967,8 1.966,9
Jahresergebnis - - - 189,2 - 189,2
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - - - - -506,1 -506,1
Gesamtergebnis - - - 189,2 -506,1 -316,9
Ausschüttung - - - -24,8 - -24,8
31.12.2020 260,8 157,4 -45,1 2.726,0 -1.473,9 1.625,2
Mio. € Anteile anderer Gesellschafter Gesamt
01.01.2019 wie berichtet 58,3 3.145,5
Effekte aus der Erstanwendung von neuen Rechnungslegungsstandards - 0,4
01.01.2019 58,3 3.145,9
Jahresergebnis 13,0 -629,6
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen - -353,9
Gesamtergebnis 13,0 -983,5
Ausschüttung -9,2 -133,4
31.12.2019 62,1 2.029,0
01.01.2020 62,1 2.029,0
Jahresergebnis 13,1 202,3
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen -5,2 -511,3
Gesamtergebnis 7,9 -309,0
Ausschüttung -3,4 -28,2
31.12.2020 66,6 1.691,8

C.6 Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten

01. Januar bis 31. Dezember

Mio. € Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktwertänderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe Summe
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
01.01.2019 148,9 -1,1 -758,0 -3,7 -613,9
Ergebnisneutrale Veränderung - -7,5 -401,7 - -409,2
Ergebniswirksame Umgliederung - 10,3 - - 10,3
Veränderung Translation 45,0 - - - 45,0
31.12.2019 193,9 1,7 -1.159,7 -3,7 -967,8
01.01.2020 193,9 1,7 -1.159,7 -3,7 -967,8
Ergebnisneutrale Veränderung - 11,5 -340,8 - -329,3
Ergebniswirksame Umgliederung - -2,2 - - -2,2
Veränderung Translation -174,6 - - - -174,6
31.12.2020 19,3 11,0 -1.500,5 -3,7 -1.473,9
Auf Minderheitsgesellschafter entfallend
01.01.2019 -5,5 - - - -5,5
Veränderung Translation - - - - -
31.12.2019 -5,5 - - - -5,5
01.01.2020 -5,5 - - - -5,5
Veränderung Translation -5,2 - - - -5,2
-10,7 - - - -10,7

C.7 Segmentdaten nach Bereichen

01. Januar bis 31. Dezember

Mio. € Silicones Polymers Biosolutions Polysilicon Sonstiges Konsolidierung
2020
Umsatz mit Dritten 2.243,8 1.282,1 246,1 792,2 128,0 -
Innenumsätze 0,2 16,4 - - - -16,6
Gesamtumsatz 2.244,0 1.298,5 246,1 792,2 128,0 -16,6
EBIT 276,8 229,3 21,6 -147,8 -117,6 0,5
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen 111,0 41,2 16,5 152,5 82,3 -
EBITDA 387,8 270,5 38,1 4,7 -35,3 0,5
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis 3,4 - - - 31,5 -
Wertminderungen im Anlagevermögen -0,6 - - -0,1 -0,3 -
Anlagenzugänge1 96,9 35,6 19,9 24,9 47,1 -
Finanzanlagenzugänge - - - - 0,4 -
Anlagenzugänge 96,9 35,6 19,9 24,9 47,5 -
Vermögen (31.12.) 1.644,3 673,5 223,1 1.040,8 3.368,9 -0,1
Schulden (31.12.) 955,4 390,7 109,7 577,9 3.225,0 -
Netto-Vermögen (31.12.) 688,9 282,8 113,4 462,9 143,9 -0,1
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.)2 45,0 - - - 554,5 -
Forschungskosten 60,2 32,2 5,7 21,3 37,2 -
Mitarbeiter (31.12.) 5.076 1.540 764 2.180 4.723 -
Mitarbeiter (Durchschnitt) 5.087 1.555 756 2.239 4.764 -
Mio. € Konzern
2020
Umsatz mit Dritten 4.692,2
Innenumsätze -
Gesamtumsatz 4.692,2
EBIT 262,8
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen 403,5
EBITDA 666,3
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis 34,9
Wertminderungen im Anlagevermögen -1,0
Anlagenzugänge1 224,4
Finanzanlagenzugänge 0,4
Anlagenzugänge 224,8
Vermögen (31.12.) 6.950,5
Schulden (31.12.) 5.258,7
Netto-Vermögen (31.12.) 1.691,8
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.)2 599,5
Forschungskosten 156,6
Mitarbeiter (31.12.) 14.283
Mitarbeiter (Durchschnitt) 14.401

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, ohne Nutzungsrechte Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 23.
2 Enthält auch zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte. Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs.

Mio. € Silicones Polymers Biosolutions Polysilicon Sonstiges Konsolidierung
2019
Umsatz mit Dritten 2.452,8 1.294,2 243,0 780,0 157,6 -
Innenumsätze 0,2 20,9 - - - -21,1
Gesamtumsatz 2.453,0 1.315,1 243,0 780,0 157,6 -21,1
EBIT 375,3 153,7 14,0 -1.012,9 -66,7 0,3
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen 103,2 40,5 17,1 1.069,8 89,1 -
EBITDA 478,5 194,2 31,1 56,9 22,4 0,3
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis 3,2 - - - 51,1 -
Wertminderungen im Anlagevermögen -4,8 - - -760,0 - -
Anlagenzugänge1 193,6 62,4 13,2 35,3 75,0 -
Finanzanlagenzugänge - - - - 6,6 -
Anlagenzugänge 193,6 62,4 13,2 35,3 81,6 -
Vermögen (31.12.) 1.766,1 681,9 216,8 1.293,2 2.533,2 -0,2
Schulden (31.12.) 929,2 331,4 97,4 584,9 2.519,1 -
Netto-Vermögen (31.12.) 836,9 350,5 119,4 708,3 14,1 -0,2
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 42,7 - - - 597,7 -
Forschungskosten 65,0 33,9 6,4 30,0 38,0 -
Mitarbeiter (31.12.) 5.267 1.630 754 2.333 4.674 -
Mitarbeiter (Durchschnitt) 5.293 1.623 737 2.441 4.657 -
Mio. € Konzern
2019
Umsatz mit Dritten 4.927,6
Innenumsätze -
Gesamtumsatz 4.927,6
EBIT -536,3
Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen 1.319,7
EBITDA 783,4
Im EBIT sind enthalten:
Equity-Ergebnis 54,3
Wertminderungen im Anlagevermögen -764,8
Anlagenzugänge1 379,5
Finanzanlagenzugänge 6,6
Anlagenzugänge 386,1
Vermögen (31.12.) 6.491,0
Schulden (31.12.) 4.462,0
Netto-Vermögen (31.12.) 2.029,0
Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) 640,4
Forschungskosten 173,3
Mitarbeiter (31.12.) 14.658
Mitarbeiter (Durchschnitt) 14.751

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, ohne Nutzungsrechte Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 23.

C.8 Segmentdaten nach Regionen

01. Januar bis 31. Dezember

Mio. € Deutschland Übriges Europa Amerika Asien Sonstige Regionen Konsolidierung
2020
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 784,7 1.142,5 832,9 1.687,7 244,4 -
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 3.588,4 209,8 1.134,6 918,2 11,2 -1.170,0
Anlagenzugänge1 161,7 17,6 14,6 30,4 0,1 -
Finanzanlagenzugänge 0,4 - - - - -
Anlagenzugänge 162,1 17,6 14,6 30,4 0,1 -
Vermögen (31.12.) 7.329,1 2.293,5 1.636,3 815,0 10,8 -5.134,2
Schulden (31.12.) 5.155,3 189,8 361,4 250,4 6,1 -704,3
Netto-Vermögen (31.12.) 2.173,8 2.103,7 1.274,9 564,6 4,7 -4.429,9
Langfristiges Vermögen2 1.180,2 205,6 845,0 345,9 5,1 -
Forschungskosten 157,7 - 13,4 11,8 - -26,3
Mitarbeiter (31.12.) 10.096 647 1.625 1.847 68 -
2019
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 796,5 1.207,5 919,5 1.763,8 240,3 -
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 3.791,3 186,2 1.249,7 980,5 13,1 -1.293,2
Anlagenzugänge1 219,9 53,8 47,8 57,9 0,1 -
Finanzanlagenzugänge 6,6 - - - - -
Anlagenzugänge 226,5 53,8 47,8 57,9 0,1 -
Vermögen (31.12.) 6.664,7 2.306,1 1.812,2 737,2 10,9 -5.040,1
Schulden (31.12.) 4.138,4 191,6 504,3 225,8 6,9 -605,0
Netto-Vermögen (31.12.) 2.526,3 2.114,5 1.307,9 511,4 4,0 -4.435,1
Langfristiges Vermögen2 1.807,0 215,7 1.064,9 357,3 6,4 -
Forschungskosten 174,0 0,4 18,2 14,2 - -33,5
Mitarbeiter (31.12.) 10.356 640 1.735 1.859 68 -
Mio. € Konzern
2020
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 4.692,2
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 4.692,2
Anlagenzugänge1 224,4
Finanzanlagenzugänge 0,4
Anlagenzugänge 224,8
Vermögen (31.12.) 6.950,5
Schulden (31.12.) 5.258,7
Netto-Vermögen (31.12.) 1.691,8
Langfristiges Vermögen2 2.581,8
Forschungskosten 156,6
Mitarbeiter (31.12.) 14.283
2019
Außenumsatz nach Sitz des Kunden 4.927,6
Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft 4.927,6
Anlagenzugänge1 379,5
Finanzanlagenzugänge 6,6
Anlagenzugänge 386,1
Vermögen (31.12.) 6.491,0
Schulden (31.12.) 4.462,0
Netto-Vermögen (31.12.) 2.029,0
Langfristiges Vermögen2 3.451,3
Forschungskosten 173,3
Mitarbeiter (31.12.) 14.658

1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, ohne Nutzungsrechte
2 Langfristige Vermögenswerte gemäß IFRS 8 (ohne Finanzinstrumente, latente Steueransprüche und Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses). Die Segmentdaten nach Regionen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 23.

Anhang des WACKER-Konzerns

Grundlagen und Methoden

Der WACKER-Konzern (WACKER) ist ein international tätiges Chemieunternehmen mit Kernaktivitäten in der Silicon- und der Polymerchemie, der Spezial- und Feinchemie und der Polysiliciumherstellung. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Konzernlagebericht erläutert. Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München, HRB 159705). Sie hat ihren Firmensitz am Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Deutschland.

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der Wacker Chemie AG sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite von WACKER veröffentlicht.

» www.wacker.com/geschaeftsbericht

Die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung des Konzernabschlusses der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und auf der Internetseite von WACKER öffentlich zugänglich gemacht.

» www.wacker.com/corporate-governance

Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den ergänzenden Vorschriften des § 315e Abs.1 HGB erstellt. Die für das laufende Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn-und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert.

Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts Anderes vermerkt ist. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden ausführlich in Kapitel 26 des Anhangs dargelegt. Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 04. März 2021 freigegeben. Er wurde dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 04. März 2021 vorgelegt.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

In diesem Konzernabschluss wurden folgende Standards und Interpretationen erstmals angewandt:

Standard / Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Auswirkungen auf WACKER
Amendments to IFRS 3 Unternehmens-
zusammenschlüsse - Definition eines Geschäftsbetriebs
01.01.2020 22.04.2020 Durch die Änderung wird die Definition eines Geschäftsbetriebs nach IFRS 3 geändert. Ein Geschäftsbetrieb liegt nur vor, wenn mindestens ein substanzieller Prozess zur Outputgenerierung vorliegt bzw. erworben wurde. Wird der Fair Value des Erwerbs ausschließlich auf erworbene Vermögenswerte konzentriert, liegt kein Geschäftsbetrieb vor und somit ist IFRS 3 nicht anzuwenden. WACKER wird bei zukünftigen Erwerben von dieser Änderung betroffen sein.
Amendments to IAS 1 and IAS 8 Definition von Wesentlichkeit 01.01.2020 10.12.2019 Die Änderung stellt klar, dass Informationen wesentlich sind, wenn zu erwarten ist, das ihr Weglassen, ihre falsche Darstellung die Entscheidungen primärer Abschlussadressaten beeinflussen würde. Als primärer Abschlussadressat gilt ein bestehender Investor, Kreditgeber oder anderer Gläubiger. WACKER berücksichtigt diese Kriterien der Wesentlichkeit bereits in ihren veröffentlichten Konzernabschlüssen.

Andere erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen sind mangels vorhandener Sachverhalte nicht relevant.

Nicht vorzeitig angewandte Standards / Interpretationen

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet werden. Es werden nur die für WACKER relevanten Standards angegeben. Soweit von neuen Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft.

Standard / Interpretation Veröffent-
lichung durch IASB
Anwendungs-
pflicht
Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf WACKER
Annual Improvements 2018-2020 14.05.2020 01.01.2022 H2 2021 WACKER geht aktuell davon aus, dass sich die Änderungen nicht auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns auswirken.
Amendments zu IAS 37 Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung des Vertrags 14.05.2020 01.01.2022 H2 2021 Die Änderung sieht vor, bei der Ermittlung belastender Verträge grundsätzlich alle einem Vertrag direkt zurechenbaren Kosten bei der Ermittlung der Kosten zur Erfüllung eines Vertrags einzubeziehen. Bei den Kosten, die dem Vertrag unmittelbar zuzuordnen sind handelt es sich neben den Kosten, die einem Unternehmen aus dem Vertrag zusätzlich entstehen, wie direkte Lohn- und Materialkosten, auch um weitere der Vertragserfüllung direkt zurechenbare Kosten (z.Bsp. anteilige Abschreibungen einer zur Vertragserfüllung genutzten Sachanlage). WACKER wird alle zum Erstanwendungszeitpunkt noch laufenden Verkaufsverträge untersuchen, ob es sich um belastende Verträge handelt. Die Anpassungen aus der Erstanwendung sind erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen.
Amendments zu IAS 16 Property, Plant and Equipment Erträge aus beabsichtigter Nutzung 14.05.2020 01.01.2022 H2 2021 Die Änderung sieht vor, dass künftig kein Abzug von Erträgen, die während der Zeit, in der eine Sachanlage zu ihrem Standort oder in ihren betriebsbereiten Zustand gebracht wird, erzielt wurden, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten mehr zulässig ist. WACKER hat von dieser Möglichkeit in der Vergangenheit keinen Gebrauch gemacht. Damit ergeben sich keine Änderungen der Vermögens- oder Finanzlage aus dieser Klarstellung.
Amendments to IAS 1 Presentation of Financial Statements Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig -Verschiebung des Anwendungsdatums 23.01.2020 und 15.07.2020 01.01.2023 Q1 2021 Die Änderungen an IAS 1 stellen klar, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig nach den Rechten richtet, die am Ende der Berichtsperiode bestehen. Sie ist sowohl unabhängig von den Erwartungen des Managements als auch von etwaigen Ereignissen nach dem Bilanzstichtag. Gleichzeitig wird durch die Änderung klargestellt, was in IAS 1 mit "Erfüllung" (Settlement) einer Verbindlichkeit gemeint ist. WACKER erwartet keine Änderungen aus diesen Klarstellungen.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der Wacker Chemie AG alle Unternehmen einbezogen, über die die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Beherrschung im Sinne des IFRS 10 oder gemeinsame Beherrschung im Sinne des IFRS 11 ausüben kann. Gesellschaften, über die eine Gesellschaft des WACKER-Konzerns gemeinsame Beherrschung ausübt, wird je nach Ausprägung quotal als gemeinschaftliche Tätigkeit (line-by-line) in den Konzernabschluss einbezogen oder als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bewertet. In Abwesenheit anderer einschränkender vertraglicher Vereinbarungen führt eine Mehrheit der Stimmrechte in der Regel zu Beherrschung. Bei gleich verteilten Stimmrechten liegt in der Regel gemeinsame Beherrschung vor, es sei denn, andere (vertragliche) Rechte führen zu Beherrschung durch einen Anteilseigner. Aktuell wird ein Unternehmen mit gemeinsamer Beherrschung at equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Assoziierte Unternehmen, auf die WACKER maßgeblichen Einfluss im Sinne des IAS 28 ausüben kann, werden ebenfalls nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn eine Gesellschaft des WACKER-Konzerns direkt oder indirekt 20 Prozent oder mehr der Stimmrechte an dem Beteiligungsunternehmen hält, es sei denn, dies kann eindeutig widerlegt werden.

Strukturierte Einheiten werden im Sinne des IFRS 10 konsolidiert, wenn die wirtschaftliche Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt.

Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt ist bzw. bei denen WACKER keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als Beteiligungen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Eine detaillierte Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und des gesamten Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG gemäß den §§ 285 und 313 HGB wird in der Anteilsbesitzliste dargestellt.

» Siehe Ziffer 24

Zusammensetzung des Konzerns

Anzahl 2020 2019
Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft) 50 50
Inland 15 15
Ausland 35 35
Aussoziierte/ Gemeinschaftsunternehmen 4 4
Inland 1 1
Ausland 3 3
Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen - -
Inland - -
Ausland - -
Gesamt 54 54
Inland 16 16
Ausland 38 38
Strukturierte Einheiten - -
Inland - -
Ausland - -

Insgesamt werden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 54 Unternehmen einbezogen (31. Dezember 2019: 54 Unternehmen).

Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2019 nicht verändert.

Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Dividendenausschüttungen können durch den Vorrang der Tilgung von Gesellschafterdarlehen eingeschränkt sein. Es existieren zum Stichtag keine erheblichen Beschränkungen auf Grund von Schutzrechten zugunsten nicht beherrschender Anteile. Für weitere Angaben verweisen wir auf den Konzernanhang (Eigenkapital/Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalmanagement).

» Siehe Ziffer 13

Regulatorische Anforderungen oder lokale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen können in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte an oder von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen in einigen asiatischen und südamerikanischen Ländern lokalen Devisenbeschränkungen. Dort ist die Kapitalausfuhr aus dem jeweiligen Land grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung durch staatliche Behörden über Kapitalmaßnahmen (Dividende, Kapitalherabsetzung) möglich. Andere, wesentliche Beschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit von Vermögenswerten innerhalb des Konzerns bestehen nicht.

Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss beinhaltet Tochterunternehmen, gemeinsame Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen. Alle Gesellschaften haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag.

Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 bilanziert. Es erfolgt eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert der erstmaligen Beherrschung.

Als Geschäfts- und Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus dem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Unterschiedsbeträge werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam erfasst.

Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen.

Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, aufwandswirksam als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst.

Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit diese höher als das anteilige neubewertete Nettovermögen sind, verbleibt ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen. Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen.

Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert.

Unternehmenserwerbe nach dem 31. Dezember 2020

Die WACKER Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA hat am 2. Februar 2021 einen Kaufvertrag über 100 Prozent der Anteile an der Genopis Inc, San Diego, USA unterzeichnet. Die Übertragung der Anteile fand vor der Aufstellung des Konzernabschlusses statt. Die im Jahr 2018 gegründete Genopis betreibt als CDMO (Auftragshersteller) eine spezialisierte Fermentationslinie mit einer Kapazität von 500 Litern zur Herstellung und Aufreinigung von pDNA. Die rund 40 Mitarbeiter des Unternehmens verfügen über Erfahrung in der Herstellung von pDNA nach den Qualitätsrichtlinien der "Good Manufacturing Practice" (GMP). pDNA kann entweder direkt für nukleinsäurebasierte Gentherapien und für Impfstoffe verwendet oder als Ausgangsbasis für solche innovativen Therapeutika eingesetzt werden, beispielsweise zur Herstellung von Messenger RNA (mRNA). Für WACKER stellt die Technologie eine sinnvolle Ergänzung seines Biotechnologie Bereichs dar sowie eine Produktionserweiterung auf dem amerikanischen Markt.

Der Gesamtkaufpreis für die Akquisition besteht aus einem fixen Kaufpreis von 37 Mio. US-$ nach Vollzug der Transaktion sowie weiteren bedingten Kaufpreiszahlungen innerhalb von 5 Jahren nach dem Erwerb. WACKER erwartet hieraus eine zukünftige Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von rund 8 Mio. US-$.

WACKER erwirbt voraussichtlich Vermögenswerte in Höhe von 25 Mio. US-$ und Schulden in Höhe von 11 Mio. US$. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von 31 Mio. US-$ teilt sich im Wesentlichen auf in immaterielle Vermögenswerte sowie Goodwill. Eine finale Erwerbsbilanz liegt noch nicht vor. Eine PPA wurde noch nicht durchgeführt.

WACKER hat gleichzeitig einen Vertrag zur strategischen Zusammenarbeit bei der Produktion des vom Verkäufer entwickelten Medikaments VM202 abgeschlossen. Dieses befindet sich aktuell in der klinischen Erprobung.

Schätzungen und Annahmen im Rahmen von Unternehmenserwerben und der Konsolidierung

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauer der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipativen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse beeinflussen.

Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Unternehmenszusammenschlüsse erfolgt unter der Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind.

Bei der Beurteilung, ob bei Gesellschaften, an denen WACKER weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält, Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen WACKER 50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass WACKER die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame Beherrschung vorliegt.

Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value) angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim Vorliegen von Cashflow Hedges im übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst.

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Die sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebenden Nettogewinne oder -verluste werden in den übrigen Eigenkapitalposten erfolgsneutral erfasst. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar:

ISO Code Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2020 31.12.2019 2020 2019
US-Dollar USD 1,23 1,12 1,14 1,12
Chinesischer Renminbi CNY 8,05 7,81 7,87 7,73

Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen, Schätzungen im Rahmen der Leasingbilanzierung sowie die Bestimmung abgezinster Zahlungsströme im Zusammenhang mit Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen.

Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger Perioden aus.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen/ at equity bewertete Beteiligungen

Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse aus den getätigten Investitionen geschätzt. Der künftige technische Fortschritt und laufende Ersatz- und Entwicklungszyklen werden in die Ermittlung einbezogen.

Werthaltigkeitstests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungssätze. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Den größten Einfluss auf die zukünftigen Cashflows haben die künftigen Verkaufspreise von WACKER-Produkten sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise. Hieraus könnten in der Zukunft deutliche Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten, die zu zusätzlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen führen können.

» Siehe Ziffer 05

Leasing

Leasingverbindlichkeiten werden anhand der vertraglichen Leasingdauer bilanziert. Annahmen und Schätzungen sind nötig bei der Bestimmung der Leasinglaufzeit, sowie des, der Abzinsung zugrunde liegenden Diskontierungszinssatzes. Der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Zinssatz ist dem Leasingnehmer nicht bekannt, deshalb ermittelt WACKER den Grenzfremdkapitalzinssatz anhand eines risikolosen Zinses plus eines abgeleiteten Credit Spreads der das Refinanzierungsniveau von WACKER abbildet.

» Siehe Ziffer 06

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, andere finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit diesem Wert im Anhang veröffentlicht. Bei der Ermittlung des Fair Values von Finanzinstrumenten können, je nachdem, wie hoch der Anteil der nicht beobachtbaren Inputfaktoren ist, mehr oder weniger umfangreiche Schätzungen erforderlich sein. WACKER ist bestrebt, sich bei der Ermittlung des Fair Values auf möglichst viele beobachtbare Inputfaktoren zu stützen und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn der Fair Value nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird der Buchwert als Näherungswert zur Bestimmung des Fair Values herangezogen.

Finanzinstrumente, die im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet oder angegeben werden, werden gemäß der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 bemessen und klassifiziert. Die Hierarchie besteht aus drei Leveln, denen die Inputfaktoren je nach ihrer Beobachtbarkeit im Rahmen der entsprechenden Bewertungsverfahren zugeordnet werden.

» Siehe Ziffer 21

Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte

Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustraten. WACKER übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende der Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren basieren auf Kreditratings und Kreditversicherungen sowie makroökonomischen Analysen, die die Grundlage für die Einstufung in Risikoklassen darstellen.

» Siehe Ziffer 10

Rückstellungen

Wesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen für Schadenersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von Umweltschäden. Auch Änderungen des Diskontierungssatzes führen zu Veränderungen in der Ermittlung der langfristigen Rückstellungen. Hier spiegelt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld wider. Dadurch steigt der Buchwert der langfristigen Rückstellungen an. Die verwendeten Diskontierungszinssätze werden zum Stichtag 31. Dezember 2020 bei der Untergrenze von Null gekappt. Es werden keine Negativzinssätze berücksichtigt.

» Siehe Ziffer 15

Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen und Annahmen für das Planvermögen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den Diskontierungssatz, erwartete Gehaltsund Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld beeinflusst den Buchwert der Pensionsrückstellungen.

» Siehe Ziffer 14

Die Höhe der Pensionsverpflichtung ergibt sich durch Diskontierung der WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungszinssatz ermittelt sich aus der Zinsstrukturkurve hochrangiger festverzinslicher, laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen zum Bilanzstichtag. Die Anleihen lauten jeweils auf die gleiche Währung wie die zugrunde liegende Pensionsverpflichtung. WACKER verwendet in Deutschland Anleihen des markit iBoxx EUR AA Corporate Bond Index. Des Weiteren wird die zusammengesetzte Zinsstrukturkurve der Staatsanleihen von vier derzeit mit AA bewerteten Staaten (Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich) mit einer längsten Laufzeit von etwa 100 Jahren angewendet. Ein gegebenenfalls aus diesen Parametern abgeleiteter negativer Abzinsungssatz wird bei der Ermittlung des Barwerts der Pensionsrückstellungen sowie anderer langfristig fälliger Leistungen an Arbeitnehmer, wie Jubiläumsrückstellungen, entsprechend berücksichtigt.

WACKER ist weltweit tätig und unterliegt den örtlichen Steuergesetzen. Obwohl wir davon ausgehen, steuerliche Unwägbarkeiten vernünftig eingeschätzt zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von dieser Einschätzung ab, könnte sich dies in der jeweiligen Periode, in der der Sachverhalt endgültig entschieden wird, auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern auswirken. Die Steuerverbindlichkeiten enthalten unsichere Steuerpositionen für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können.

Latente Steuern

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Im Falle von Gesellschaften, die in der Vergangenheit steuerliche Verluste im Sinne von IAS 12 ausgewiesen haben, werden aktive latente Steuern nur in Ausnahmefällen aktiviert, wenn substanzielle Hinweise der Realisierbarkeit bestehen.

COVID-19 Pandemie

Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf den Geschäftsverlauf des WACKER Konzerns werden im Konzernlagebericht dargestellt. Unsicherheiten bestehen im Rahmen der Prognose des Geschäftsjahres 2021. Die Risiken werden im Risikobericht des Konzernlageberichts dargelegt. Die weiteren weltwirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sowie der Beginn und die Dynamik der Erholung lassen sich zum Geschäftsjahresende schwer einschätzen. WACKER geht von einer Erholung der Wirtschaft in der zweiten Hälfte 2021 aus. Siehe hierzu Risiko-und Prognosebericht im Konzernlageberichts.

WACKER hat zum 31. Dezember 2020 keine staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen. Unterjährige Kurzarbeit wurde im September 2020 eingestellt. Im Rahmen des Forderungsmanagements zeigen sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 keine ansteigenden Überfälligkeiten bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. WACKER hat zum 31. Dezember 2020 keine wesentlichen Forderungsausfälle zu verzeichnen. Im Rahmen des Risikomanagements ermittelt WACKER das Expected Credit Loss für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anhand einer Risikomatrix. WACKER hat die Risikoeinschätzung innerhalb der Bandbreiten der Überfälligkeiten aufgrund der Covid-19 Krise erhöht. Der Aufwand aus Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich im Geschäftsjahr auf 6,7 Mio. €. Eine durchführte Analyse ergab keine Anzeichen für Wertminderungsbedarf im Rahmen des Sachanlagevermögens, Leasingverträgen sowie für finanzielle Vermögenswerte.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Zusätzlich werden sie um neue Rechnungslegungsvorschriften des aktuellen Geschäftsjahres ergänzt, die erstmals anzuwenden sind. Der Konzernabschluss basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte, Derivate und das Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen.

Umsatzerlöse

Die Umsätze enthalten Erlöse aus Verträgen mit Kunden und andere Umsatzerlöse. Als Erlöse aus Verträgen mit Kunden sind diejenigen Beträge aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu erfassen, die als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden erwartet werden. Erlöse werden erfasst, wenn eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde und der Kunde Verfügungsmacht über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Dies kann über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt erfolgen. Dabei wird ein fünfstufiges Schema angewandt. Zunächst ist ein Kundenvertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Anschließend ist der Transaktionspreis zu ermitteln und zuzuordnen. Der Umsatz ist für jede einzelne Leistungsverpflichtung zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht (Kontrolle) über die Ware oder die Dienstleistung erlangt. Transportkosten stellen bei bestimmten Transportklauseln eine eigene Leistungsverpflichtung dar, da die Fracht- und Transportleistung erst nach dem Kontrollübergang auf den Kunden abgeschlossen wird. Üblicherweise erfolgt die Umsatzrealisierung mit Übergabe der Güter an den Kunden oder anhand von vereinbarten Transportbedingungen. Umsätze aus Dienstleistungen werden zum Teil über einen Zeitraum hinweg erfüllt. Diese werden anhand von vertraglichen Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert. Die Umsatzlegung erfolgt bei Realisierung des Meilensteins, zeitgleich entsteht der Zahlungsanspruch.

Andere Umsatzerlöse betreffen Erlöse, die nicht aus Verträgen mit Kunden stammen und mit dem beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen erhaltenen Gegenleistung oder Forderung erfasst werden.

Der Ausweis der Umsatzerlöse erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie nach Berücksichtigung von Rabatten und Preisnachlässen. Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt.

Hat eine Vertragspartei (Kunde oder Lieferant) ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, so hat das Unternehmen den Vertrag als Verkaufsvertragsvermögenswert oder als Verkaufsvertragsverbindlichkeit auszuweisen, je nach dem, ob das Unternehmen seine Leistung erbracht hat oder der Kunde die Zahlung geleistet hat. Jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung ist von einem Unternehmen gesondert als Forderung auszuweisen. WACKER weist aktuell ausschließlich Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in der Bilanz aus. Diese enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen und Vorauszahlungen von Kunden des Segments BIOSOLUTIONS. Auch kundenspezifische Rabattabgrenzungen werden als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den Rabattabgrenzungen handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei Erreichen bestimmter Schwellengrößen gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode kürzen. Diese werden auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in der Regel spätestens in der Folgeperiode beglichen.

Funktionale Kosten

In den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen ausgewiesen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls in diesem Posten ausgewiesen. Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation, der Werbung und der Marktforschung. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter diesem Posten ausgewiesen. Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden sind.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Zu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung. Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse erfolgen.

Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen alle in- und ausländischen Steuern auf Grundlage des zu versteuernden Ergebnisses. Sie umfassen sowohl die laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Enthalten sind weiterhin Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuernachzahlungen bzw. -erstattungen aus noch offenen Steuererklärungen vergangener Jahre und aus steuerlichen Außenprüfungen.

Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Ertragsteuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung auf den Einzelsachverhalt (wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Ertragsteuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Ertragsteuerverbindlichkeit oder Ertragsteuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, stattdessen erfolgt eine Verrechnung der unsicheren Position mit dem ungenutzten steuerlichen Verlustvortrag oder der ungenutzten Steuergutschrift sofern die Verrechnung keiner Beschränkung unterliegt.

Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer werden drei bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind, unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert.

Geschäfts- und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäfts- und Firmenwerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sofern der Werthaltigkeitstest zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den Geschäfts- und Firmenwert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Die Wertminderungen des Geschäfts- und Firmenwerts werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen reduzieren die Anschaffungskosten. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten, die im Zusammenhang mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert.

Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.

Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung oder Förderdarlehen) von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert.

Wenn Sachanlagen endgültig stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht.

Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

in Jahren Nutzungsdauer
Produktionsgebäude 10 bis 40
Sonstige Bauten und vergleichbare Rechte 10 bis 30
Technische Anlagen und Maschinen 6 bis 12
Fahrzeuge 4 bis 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 12

Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashinflows separat identifiziert werden können (sog. zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden, wenn angemessene Sicherheit über den Zufluss bestehen, von dem Buchwert des Vermögenswerts abgesetzt und mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts im Ergebnis erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die den Konzern für entstandene Aufwendungen kompensieren, werden in der Periode erfolgswirksam von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen anfallen.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell wie Sachanlagen bewertet. Sie umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Beizulegende Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt. Ebenfalls werden in diesem Bilanzposten Nutzungsrechte aus langfristigen Untermietverhältnissen ausgewiesen.

Leasing

Bei Vertragsbeginn beurteilt WACKER, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Bei Vertragsabschluss oder Vertragsänderung ist das vereinbarte Entgelt in eine Leasingkomponente und eine Nichtleasingkomponente aufzuteilen. Für alle identifizierten Leasingverträge hat WACKER jedoch von der Trennung abgesehen, da es sich um reine Leasingentgelte handelte.

WACKER erfasst ein Nutzungsrecht, dass erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet wird und der Leasingverbindlichkeit entspricht. Die erstmalige Bewertung der Leasingverbindlichkeit umfasst geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher Kosten, abzüglich möglicher Kosten der Demontage oder Wiederherstellung des Standortes. Anschließend wird das Nutzungsrecht linear über die Leasingdauer abgeschrieben. Geht der Vermögenswert am Ende der Laufzeit auf WACKER über, oder es ist eine Kaufoption in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des Vermögenswertes.

Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungstag noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns angesetzt. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt WACKER Zinssätze aus verschiedenen externen Finanzquellen, die dem Rating der Wacker Chemie AG für bestimmte Laufzeitbändern entsprechen. Im Rahmen des Immobilienleasings werden Anpassungen aufgrund der Sicherheitsfunktion des Leasingobjekts vorgenommen. In die Bewertung werden feste Leasingzahlungen sowie variable Leasingzahlungen mit einbezogen. Letztere sind an einen Index oder Zins gekoppelt, und werden erstmals zum Bereitstellungstag ermittelt. Leasingzahlungen aus Verlängerungsoptionen oder Zahlungen aus Kaufoptionen werden nur berücksichtigt, wenn eine Ausübung hinreichend sicher ist. Strafzahlungen aus vorzeitigen Kündigungen werden angesetzt, wenn WACKER sicher ist, dass eine vorzeitige Kündigung vorgenommen wird.

Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Eine Neubewertung erfolgt bei Vertragsanpassungen oder geänderten Einschätzungen zur Ausübung von Optionen.

Nutzungsrechte werden in der Bilanz als eigene Position ausgewiesen. Leasingverbindlichkeiten werden unter den Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen. WACKER hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse, einschließlich IT-Ausstattung, nicht anzusetzen. Die Leasingzahlungen werden als Aufwand erfasst. Geleaste Firmenfahrzeuge für Mitarbeiter werden nicht als Untermietverhältnis erfasst, da diese als Gehaltsbestandteil unter IAS 19 Leistungen an Mitarbeiter zu bilanzieren sind.

Als Leasinggeber stuft WACKER ein Leasingverhältnis entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis ein. WACKER tritt als Leasinggeber auf, wenn ein Untermietverhältnis für Immobilien vorliegt. Die Einstufung berücksichtigt Indikatoren wie zum Beispiel, ob das Leasingverhältnis den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzung des Vermögenswerts oder des Nutzungsrechts umfasst. Der Konzern bilanziert Hauptleasingverhältnis und Unterleasingverhältnis separat, wenn er als zwischengeschalteter Leasinggeber auftritt. Er stuft das Unterleasingverhältnis auf Grundlage seines Nutzungsrechts aus dem Hauptleasingverhältnis ein.

Beteiligungen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zum Marktwert angesetzt. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt.

Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens dessen Eigenkapital aufgezehrt haben, werden keine weitergehenden Verluste mehr berücksichtigt. Ausnahmen bestehen, wenn langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem Unternehmen bestehen bzw. zusätzliche Verpflichtungen eingegangen wurden oder für das Unternehmen Zahlungen geleistet wurden. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nach nachdem der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt.

Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen.

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Sie werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte bzw. Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet.

Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Derivate sowie finanzielle Vermögenswerte, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, und finanzielle Vermögenswerte, die mit Verkaufsabsicht gehalten werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Leasingverbindlichkeiten, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten. WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (Fair-Value-Option), keinen Gebrauch.

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich danach, wie ein Finanzinstrument in die folgenden Kategorien nach IFRS 9 eingeordnet wird:

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen nach IFRS 9 verlangt, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und die Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts die Klassifizierung und dessen Bewertung bestimmen. Zum erstmaligen Ansatz wird der jeweilige finanzielle Vermögenswert entweder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" (FVPL), als "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (at amortised cost) oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in den Übrigen Eigenkapitalposten" (FVOCI) klassifiziert.

Für das Geschäftsmodell "Halten" (held and collect) und für das Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" (Held to collect and to sell) ist Voraussetzung, dass die Zahlungsströme des Finanzinstruments ausschließlich aus Zinszahlung und Tilgung bestehen (Solely Payment of Principal and Interest - SPPI). Instrumente, die den SPPI-Test erfüllen, sind - vorbehaltlich der weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen bestehenden Möglichkeit zur Ausübung der Fair-Value-Option - im Geschäftsmodell "Halten" (held and collect) zu fortgeführten Anschaffungskosten und im Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" (Held to collect and to sell) zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu bewerten. Finanzinstrumente, die den SPPI-Test nicht bestehen, sind unter dem Geschäftsmodell "Handel" zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVPL) zu klassifizieren und zu bewerten. Für Eigenkapitalanteile, beispielsweise in Form von Aktien, bei denen keine Handelsabsicht besteht, sieht IFRS 9 eine Ausnahme vor. Eigenkapitalinstrumente sind zwar, da sie die Kriterien des SPPI-Tests nicht erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, allerdings besteht bei Zugang ein unwiderrufliches Wahlrecht, Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (OCI) auszuweisen. Dieses wird von WACKER aktuell nicht wahrgenommen.

Dem Geschäftsmodell "Halten" (amortised cost) werden bei WACKER Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen, Termingelder und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere werden, wenn sie das SPPI-Kriterium erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) bewertet. Hierbei handelt es sich um bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Mit der Ausbuchung der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Fondsanteile und Beteiligungen werden ins Geschäftsmodell Handel (FVPL) eingestuft, da sie Zahlungsströme aus Dividenden und Ausschüttungen generieren und das SPPI-Kriterium nicht erfüllen. Bei den Beteiligungen handelt es sich im Wesentlichen um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen. Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- und Marktwerte nicht verfügbar sind. WACKER sieht die historischen Anschaffungskosten als beste Näherung an den Fair Value dieser Eigenkapitalinstrumente an. Derivative Finanzinstrumente unterliegen keiner Bewertungskategorie und werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen von strategischen Sicherungsbeziehungen erfolgt die Bilanzierung erfolgsneutral im Eigenkapital.

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Im Rahmen von Reverse-Factoring Vereinbarungen stellt WACKER Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf einer Plattform für Lieferanten zur Verfügung. Der Lieferant kann vor dem vereinbarten Zahlungsziel die Begleichung der Rechnung vornehmen. Verbindlichkeiten mit langen Zahlungszielen werden bei Reverse-Factoring Vereinbarungen in die Finanzschulden umgegliedert.

Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte

Nach IFRS 9 werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von Finanzderivaten, grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert entweder erfolgsneutral oder erfolgswirksam bilanziert. Eine Risikovorsorge wird durch die Bildung von Wertminderungen vorgenommen. Wertminderungen für Forderungsausfälle werden bereits beim Erstansatz der finanziellen Vermögenswerte auf Basis der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Erwartungen potenzieller Forderungsausfälle erfasst. Falls sich das Ausfallrisiko am Bilanzstichtag seit dem Erstansatz nicht signifikant erhöht hat, erfasst WACKER eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle (Stufe 1). Diese spiegelt die erwarteten Forderungsausfälle wider, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate entstehen können. IFRS 9 erfordert die Erfassung einer Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle über die gesamte restliche Laufzeit für finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat (Stufe 2), und für am Bilanzstichtag notleidende Vermögenswerte (Stufe 3). Eine signifikante Erhöhung des Forderungsrisikos sieht WACKER als gegeben an, wenn sich das Rating des Kontrahenten deutlich verschlechtert und die Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist. Für in die Stufe 3 übergehende notleidende Vermögenswerte definiert WACKER die Kriterien Insolvenz, interne Mahnstufe 4, Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen als wesentliche Indikatoren. Unabhängig davon ist jedoch eine Einzelfallprüfung vorzunehmen. Dies erfolgt im Rahmen des Kreditmanagementprozesses. In diesem erfolgt auch die Zuordnung zu intern definierten Risikoklassen, insbesondere für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die internen Kreditklassen beinhalten zukunftsorientierte Informationen unter Einbezug von makroökonomischen Faktoren sowie das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen an. Dabei wird die Risikovorsorge sofort im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle der Gesamtlaufzeit bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("expected credit loss", "ECL") muss nicht mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden mithilfe einer Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Ausfallraten je Überfälligkeitskategorie anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen definiert.

Die über die Laufzeit erwarteten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswerts wider. WACKER bestimmt die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist.

Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle. Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch "PD"), die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch "LGD") und die Schätzung des Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch "EAD"). Für Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk" handelt.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn keine Erwartung mehr besteht, den ausstehenden Cashflow noch zu erhalten. Eine Ausbuchung einer Forderung erfolgt nach spezieller Einzelfallprüfung. Dabei werden die ggf. gebildeten Wertminderungen gegen den Bruttowert der Forderung ausgebucht und somit verbraucht. Aufwendungen aus erwarteten Wertminderungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können, einer geringen Wertschwankung unterliegen und eine Laufzeit von bis zu drei Monaten haben. Sie sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen, bewertet.

Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet. Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk", da WACKER nur Bankbeziehungen mit Kontrahenten im Investment-Grade Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da die Einlagen entsprechend abgesichert sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen.

Wenn die Vertragsbedingungen eines Vermögenswertes modifiziert werden und die Modifizierung nicht in einer Ausbuchung unter IFRS 9 resultiert, wird ein Ertrag oder Verlust in der Gewinn- oder Verlustrechnung erfasst. Der Betrag errechnet sich als Differenz zwischen den jeweils mit der originären Effektivzinsrate abgezinsten, ursprünglichen vertraglichen Zahlungsströmen und den modifizierten Zahlungsströmen. Für WACKER stellen Modifizierungen jedoch Ausnahmen dar, die bis jetzt nicht eingetreten sind. Ein finanzieller Vermögenswert wird bei Kauf oder Begebung als wertgemindert betrachtet, wenn es objektive Hinweise auf eine Wertminderung zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung gibt. Solche notleidenden Vermögenswerte werden als "Purchased or Credit Impaired" ("POCI") bezeichnet und werden erstmalig mit ihrem beizulegenden Zeitwert (üblicherweise der Kaufpreis, der Erwartungen zu den über die Laufzeit erwarteten Kreditausfällen beinhaltet) erfasst. WACKER besitzt keine entsprechenden Forderungen.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Die bilanzielle Erfassung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Positive Zeitwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative Zeitwerte zum Ansatz einer Schuld. Unterschiede werden außerhalb des Hedge Accounting erfolgswirksam erfasst.

Sofern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen sowie zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, wendet WACKER Hedge Accounting gemäß den Anforderungen des IAS 39 an. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen ("Cash flow Hedge") werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern bis zur Realisierung des Grundgeschäftes im übrigen Eigenkapital erfasst. Im Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital. Ineffektive Teile des Sicherungsgeschäftes werden sofort erfolgswirksam erfasst. Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden bzw. nicht bilanzierter fester vertraglicher Verpflichtungen ("Fair Value Hedges") führen zur Erfassung der Marktwertänderungen sowohl des Grundgeschäftes als auch des Finanzderivats als Sicherungsinstrument in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" wird derzeit von WACKER nicht angewendet.

Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

Währungskurssicherungen der geplanten Umsätze werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen, während Zinssicherungen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Im übrigen Finanzergebnis werden Währungskurssicherungen der internen Konzernfinanzierung und Währungsderivate zur Sicherung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Fremdwährung ausgewiesen. Zeitwertänderungen von Rohstoffsicherungen werden in den Herstellungskosten erfasst.

Vorräte

Vorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder niedrigere realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen. Kosten für die betriebliche Altersversorgung und freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens werden ebenfalls berücksichtigt, soweit sie auf die Herstellung entfallen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen Fertigungsprozesse nicht angesetzt. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten in der chemischen Industrie werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen. In den Roh, Hilfs- und Betriebsstoffen sind auch Ersatzteile für die laufende Instandhaltung der Produktionsanlagen enthalten. Sie werden anhand ihrer Lagerdauer und möglicher Verwertbarkeit bewertet.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von null bilanziert. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert. Der Verbrauch wird anhand eines laufenden Durchschnittswerts von entgeltlichen und unentgeltlichen Zertifikaten ermittelt. Er wird ratierlich anhand des quartalsweisen Emissionsausstoßes als Aufwand in den Herstellungskosten erfasst.

Ertragsteuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Ertragsteuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Ertragsteuerforderungen enthalten auch unsichere Steuerpositionen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst.

Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Leistungsorientierte Pensionszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") bewertet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Des Weiteren beruht die Bewertung auf versicherungsmathematischen Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer und finanzieller Rechnungsgrundlagen. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) wird der Zeitwert des zugehörigen Planvermögens abgezogen, sodass sich die Nettoschuld bzw. der Nettovermögenswert aus den leistungsorientierten Plänen ergibt. Für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwandes gelten die Annahmen, die der Ermittlung der DBO des Vorjahres zugrunde gelegt wurden. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres festgelegte Diskontierungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoschuld angewandt wird. Die Nettozinsen aus der NettoPensionsverpflichtung umfassen den mit dem Rechnungszins kalkulierten Zinsertrag aus Planvermögen und den Zinsaufwand auf den Anwartschaftsbarwert. Neubewertungen umfassen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus der Abweichung von der Einschätzung zum Periodenbeginn und dem tatsächlichen Verlauf während der Periode bzw. der neueren Schätzung zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, Rententrends, Gehaltsentwicklungen und Diskontierungszinssätze ergeben. Sie werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind Differenzen zwischen dem am Periodenanfang ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen und den am Ende der Periode tatsächlich festgestellten Erträgen aus Planvermögen.

Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst WACKER den hieraus resultierenden Effekt als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Dieser wird bei Entstehung sofort erfolgswirksam erfasst. Auch die aus einer Abgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Verwaltungskosten, die nicht Bestandteil der Verwaltung des Planvermögens sind, werden bei Leistungserbringung ebenfalls erfolgswirksam erfasst.

Der Aufwand aus laufendem und nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Die Nettozinsen werden im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischen Gutachten gebildet und bewertet. Altersteilzeitrückstellungen stellen auf Grund ihrer Ausgestaltung ebenfalls andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 dar, da diese noch an die Erbringung von Arbeitsleistungen in der Zukunft geknüpft sind. WACKER hat Altersteilzeitvereinbarungen ausschließlich als Blockmodell ausgestaltet. Die bilanzielle Erfassung der Rückstellung erfolgt ratierlich über den Zeitraum des Erdienens des Anspruches in der Beschäftigungsphase.

Rückstellungen

Für gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert auf den geschätzten Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken.

Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden nicht mit Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen.

Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.

Finanzierungsverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Leasingverbindlichkeiten werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Eventualverbindlichkeiten / Eventualforderungen

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht erfasst.

Eventualforderungen sind mögliche Vermögenswerte, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen.

01 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die im Umsatz erfassten Erlöse teilen sich wie folgt auf Verträge mit Kunden und sonstigen Erlösquellen auf:

Aufteilung der Umsatzerlöse

Mio. € 2020 2019
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
Erlöse aus Lieferung von Erzeugnissen und Handelswaren 4.590,7 4.804,1
Erlöse aus sonstigen Leistungen 96,9 117,4
Gesamte Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 4.687,6 4.921,5
Andere Umsatzerlöse 4,6 6,1
Gesamte Umsatzerlöse 4.692,2 4.927,6

WACKER legt seinen Umsatz grundsätzlich zu einem bestimmten Lieferzeitpunkt. Das gängige Geschäftsmodell bei WACKER ist der Verkauf von chemischen Erzeugnissen auf Grund einer bindenden Einzelbestellung mit oder ohne einem bestehenden Rahmenvertrag mit dem Kunden. Üblicherweise resultiert jeweils eine Leistungsverpflichtung aus den Bestellungen des Kunden und diese wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei wirtschaftlichem Kontrollübergang gemäß Incoterm an den Kunden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ergeben sich auch mittel- und langfristige Lieferverträge mit einer vordefinierten Abnahmemenge. Die Umsatzrealisierung erfolgt auch hier zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Im Rahmen von kundenspezifischen Aufträgen im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS wird der Umsatz zeitraumbezogen gelegt. Das Geschäftsmodell besteht darin, Entwicklungsleistungen für die pharmazeutische Industrie im Rahmen von Dienstleistungsverträgen zu erbringen, die anhand von Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert werden. Der Zahlungsanspruch entsteht bei Realisierung des Meilensteins. Weiter werden kundenspezifische Produkte im Zusammenhang mit Produktlieferverträgen für Vorprodukte von Medikamenten erstellt. Der Zahlungsanspruch entsteht hier mit Abnahme durch den Kunden. Kunden leisten in bestimmten Fällen Kundenanzahlungen vor Lieferung bzw. vor Start der Dienstleistung. Auch der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS schließt mittelfristige Lieferverträge ab. In geringem Umfang werden Lizenzerträge aus der Lizenzierung des Prozess-Knowhows realisiert.

Es bestehen keine langfristigen Zahlungsziele, die eine Finanzierungskomponente darstellen könnten. Im Regelfall ist der Zahlungsanspruch innerhalb von 30 Tagen fällig. Kunden mit schlechter Bonität leisten Vorauskasse oder erbringen Bankbürgschaften vor Lieferung durch WACKER. Bei WACKER gelten grundsätzlich gesetzliche Gewährleistungspflichten bei mangelnder Qualität. Hierbei werden im Rahmenvertrag mit dem Kunden genaue Spezifikationsanforderungen definiert.

Dienstleistungen erfolgen im Wesentlichen im Geschäftsbereich WACKER Sonstiges durch die Medienversorgung und Organisation von Chemieparks für die dort angesiedelten Drittfirmen, insbesondere am Standort Burghausen, Deutschland. Ein weiterer Bestandteil des Umsatzes im Geschäftsbereich WACKER Sonstiges resultiert aus dem Verkauf von Salz und Lauge. Die Umsatzrealisierung erfolgt sowohl für die Medienversorgung als auch für die Lieferung von Salz und Lauge zeitpunktbezogen. Die Erlösrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Lieferung.

Bei WACKER entsprechen die Umsatzerlöse je Segment den unterschiedlichen Produktkategorien des Konzerns. In den Segmenten zeigen sich die Unterschiede der chemischen Produkte wie auch die unterschiedlichen Markt- und Kundengruppen. Einen weiteren wesentlichen wirtschaftlichen Einfluss auf die Umsatzerlöse hat die Region, in die WACKER seine Produkte liefert.

Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsatzerlöse

WACKER SILICONES WACKER POLYMERS WACKER BIOSOLUTIONS
Mio. € 2020 2019 2020 2019 2020 2019
Umsatz nach Regionen Europa 1.010,9 1.084,1 598,7 599,1 108,7 91,5
Amerika 411,8 468,8 322,2 345,0 88,8 92,3
Asien 671,7 742,4 298,0 297,3 40,5 50,4
Sonstige Regionen 149,6 157,7 79,6 73,7 8,1 8,8
Gesamt 2.244,0 2.453,0 1.298,5 1.315,1 246,1 243,0
davon Umsatzerlöse, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen - 0,5 - - - -
Zeitpunkt der Umsatzlegung Zeitpunktbezogen 2.244,0 2.453,0 1.298,5 1.315,1 173,7 178,9
Zeitraumbezogen - - - - 72,4 64,1
Gesamt 2.244,0 2.453,0 1.298,5 1.315,1 246,1 243,0
WACKER POLYSILICON Sonstiges / Konsolidierung Gesamt
Mio. € 2020 2019 2020 2019 2020 2019
Umsatz nach Regionen Europa 100,6 97,2 108,3 132,1 1.927,2 2.004,0
Amerika 9,6 12,4 0,5 1,0 832,9 919,5
Asien 674,9 670,3 2,6 3,4 1.687,7 1.763,8
Sonstige Regionen 7,1 0,1 - - 244,4 240,3
Gesamt 792,2 780,0 111,4 136,5 4.692,2 4.927,6
davon Umsatzerlöse, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen - - 4,6 5,6 4,6 6,1
Zeitpunkt der Umsatzlegung Zeitpunktbezogen 792,2 780,0 111,4 136,5 4.619,8 4.863,5
Zeitraumbezogen - - - - 72,4 64,1
Gesamt 792,2 780,0 111,4 136,5 4.692,2 4.927,6

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten im Wesentlichen Forderungen aus Verträgen mit Kunden. Siehe hierzu Note Nr. 10.

Die von WACKER in der Bilanz ausgewiesenen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen, Vorauszahlungen von Kunden des Segments WACKER BIOSOLUTIONS sowie Anzahlungen von Kunden für Infrastrukturprojekte in den Chemieparks des Geschäftsbereichs WACKER Sonstiges. Im Segment WACKER POLYSILICON wird mit der jeweiligen Einzellieferung von Polysilicium an den Kunden ein fixierter Teil der erhaltenen Vorauszahlung als Umsatz realisiert und kürzt die Verbindlichkeit. Im Segment WACKER BIOSOLUTIONS werden die Vorauszahlungen von Kunden mit der Realisierung des betreffenden Meilensteins realisiert.

Im Segment WACKER Sonstiges wird der Umsatz über die vertragliche Laufzeit des Kundenvertrags realisiert. Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich im Wesentlichen um Kundenanzahlungen für Polysiliciumlieferungen mit einer Laufzeit bis zu sechs Jahren. Der Anstieg der erhaltenen Anzahlungen resultiert im Wesentlichen aus erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen.

Ferner werden Rabattabgrenzungen als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den Rabattabgrenzungen handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei Erreichen bestimmter Schwellengrößen gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode kürzen. Diese werden auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in der Regel spätestens in der Folgeperiode beglichen.

Entwicklungen der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten

Mio. € Erhaltene Anzahlungen Bonusabgrenzungen Gesamt
Stand 01.01.2020 107,3 12,8 120,1
Umsatzerlöse, in Vorperiode noch als Anzahlung erfasst -43,6 - -43,6
Um Bonus gekürzte Umsatzerlöse - 14,9 14,9
Im Ertrag erfasste Auflösung - -1,0 -1,0
Einzahlungen (+) 79,2 - 79,2
In 2020 realisierter Umsatz aus Einzahlungen (-) -25,1 - -25,1
Auszahlungen (-) - -10,1 -10,1
Währungsdifferenz - -0,3 -0,3
Konsolidierungskreisänderung - - -
Stand 31.12.2020 117,8 16,3 134,1
Mio. € Erhaltene Anzahlungen Bonusabgrenzungen Gesamt
Stand 01.01.2019 135,8 15,1 150,9
Umsatzerlöse, in Vorperiode noch als Anzahlung erfasst -44,2 - -44,2
Um Bonus gekürzte Umsatzerlöse - 14,6 14,6
Im Ertrag erfasste Auflösung -26,3 -4,6 -30,9
Einzahlungen (+) 65,6 - 65,6
In 2019 realisierter Umsatz aus Einzahlungen (-) -23,6 - -23,6
Auszahlungen (-) - -12,3 -12,3
Währungsdifferenz - - -
Konsolidierungskreisänderung - - -
Stand 31.12.2019 107,3 12,8 120,1

WACKER garantiert manchen Kunden in mehrjährigen Rahmenverträgen die Verfügbarkeit von bestimmten Mengenkontingenten pro Jahr. Die tatsächliche Mengen-und Preisfixierung ergibt sich in der Regel nur maximal für ein Jahr. Diese werden in unterjährlichen Detailverhandlungen fixiert. Aus Mindestabnahmemengen ergeben sich zukünftige Leistungsverpflichtungen (Auftragsbestand) mit Laufzeiten, die folgende Tabelle zeigt:

Auftragsbestand

Mio. € 31.12.2020 31.12.2019
Bis 2 Jahre 990,9 750,0
Größer 2 Jahre bis 3 Jahre 495,2 389,5
Größer 3 Jahre bis 4 Jahre 405,0 313,9
Größer 4 Jahre bis 5 Jahre 163,4 312,8
Größer 5 Jahre 857,7 165,4
Gesamter Auftragsbestand 2.912,2 1.931,6

02 Herstellungskosten / Sonstige betriebliche Erträge /Sonstige betriebliche Aufwendungen

Mio. € 2020 2019
Herstellungskosten -3.822,3 -4.124,4
Die Herstellungskosten enthalten folgende Auflösungen (+) / Bildung (-) von Wertberichtigungen auf Vorräte -22,5 -46,3
Sonstige betriebliche Erträge Erträge aus Währungsgeschäften 58,2 29,0
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 6,2 2,1
Erträge aus Versicherungserstattungen 0,9 2,0
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen LuL 0,2 0,1
Erträge aus dem Abgang von Sach- und Finanzanlagen 0,2 0,2
Erträge aus Subventionen / Zuschüssen 3,6 1,7
Erträge aus Auflösung langfristiger Lieferverträge - 19,3
Übrige betriebliche Erträge 16,2 42,6
Gesamt 85,5 97,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Aufwendungen aus Währungsgeschäften -66,0 -41,7
Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen LuL -6,6 -0,8
Aufwendungen aus Anlagenabgang -2,8 -6,2
Aufwendungen aus Wertminderungen im Anlagevermögen -1,0 -764,8
Aufwendungen aus Restrukturierung -48,9 -
Übrige betriebliche Aufwendungen -17,6 -43,9
Gesamt -142,9 -857,4

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind für das Programm "Zukunft gestalten" 48,9 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen ausgewiesen worden. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um den Aufwand aus Abfindungszahlungen an Mitarbeitern in Deutschland.

Im Vorjahr wurden in den Herstellungskosten die vereinnahmte Versicherungsentschädigung in Höhe von 112,5 Mio. € aus dem Schadensfall am Standort Charleston ausgewiesen.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wurden im Vorjahr erhaltene Anzahlungen eines Solarkunden in Höhe von 19,3 Mio. € im Zusammenhang mit Vertragsänderungen ausgebucht und unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Aufgrund der niedrigen Preise für Polysilicium und der ausgebliebenen Erholung des Solarmarktes im 4. Quartal 2019 wurde zum 31. Dezember 2019 eine Wertminderung des Anlagevermögens des Geschäftsbereichs WACKERPOLYSILICON in Höhe von 760 Mio. € vorgenommen. Der Wertminderungsaufwand wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

03 Equity-Ergebnis / Sonstiges Beteiligungsergebnis / Zinsergebnis / Übriges Finanzergebnis

Mio. € 2020 2019
Equity-Ergebnis 34,9 54,3
davon auf Gemeinschaftsunternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis 1,8 1,8
davon auf assoziierte Unternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis 33,1 52,5
Sonstige Beteiligungsaufwendungen / Beteiligungserträge 2,1 -
Gesamt 37,0 54,3
Zinsergebnis Zinserträge 8,1 10,6
davon aus Finanzinstrumenten (FVOCI) - -
davon aus Finanzinstrumenten (amortized cost) 7,8 7,9
Zinsaufwendungen -22,0 -20,3
davon aus Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Leasing) -18,3 -16,7
Gesamt -13,9 -9,7
Übriges Finanzergebnis Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen / Verbindlichkeiten -26,9 -36,5
Sonstige finanzielle Aufwendungen / Erträge -4,1 -8,7
Gesamt -31,0 -45,2

Die Equity-Ergebnisse entfallen auf die Beteiligungen an der Siltronic AG sowie an Unternehmen in Asien und dem Vereinigten Königreich. Sie enthalten neben den anteiligen Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen, Bewertungseffekten und sonstigen Konzernanpassungen.

Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Zinsergebnis entsprechend. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns, der im Geschäftsjahr herangezogen wurde, belief sich auf 1,5 Prozent (Vorjahr 1,8 Prozent).

Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind die NettoZinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der kalkulierten Erträge aus Planvermögen in Höhe von 28,1 Mio. € (Vorjahr 35,0 Mio. €) und Zinsaufwendungen und Zinserträge aus der Aufzinsung und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr 1,5 Mio. €) enthalten.

Die sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen ergeben sich im Wesentlichen aus Zinseffekten im Rahmen von Finanztransaktionen und deren Sicherung sowie aus erwarteten Zinsen auf unsichere Steuerpositionen.

04 Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. In Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer von 15,0 Prozent (Vorjahr 15,0 Prozent) auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent) erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit der Gemeinde des ansässigen Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer von 13,0 Prozent (Vorjahr 12,2 Prozent) zu zahlen.

Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag mit einem Gesamtsteuersatz, einschließlich Solidaritätszuschlag von 28,8 Prozent (Vorjahr 28,0 Prozent) bewertet. Die laufenden Steuern von ausländischen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts und mit den im jeweiligen Sitzland gültigen Steuersätzen ermittelt. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen laufenden Ertragsteuersätze liegen wie im Vorjahr zwischen 8,2 Prozent und 34,6 Prozent.

Steuerabgrenzungen auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften wurden nur vorgenommen, sofern eine Ausschüttung geplant ist. An ausschüttungsfähigen Beträgen sind 373,2 Mio. € (Vorjahr 362,0 Mio. €) vorhanden. Für die temporäre Differenz von 18,7 Mio. € (Vorjahr 18,1 Mio. €) wurde eine passive latente Steuer in Höhe von 5,4 Mio. € (Vorjahr 5,2 Mio. €) nicht gebildet, da WACKER in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf zu steuern.

In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen aus Vorjahren in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €) sowie Steuererträge aus Vorjahren in Höhe von 14,0 Mio. € (Vorjahr 23,7 Mio. €) enthalten.

Überleitung tatsächliches Steuerergebnis

Mio. € 2020 2019
Laufende Steuern Inland 14,5 36,1
Laufende Steuern Ausland -30,3 -47,1
Laufende Steuern -15,8 -11,0
Latente Steuern Inland 5,6 -10,5
Latente Steuern Ausland -5,4 -16,9
Latente Steuern 0,2 -27,4
Ertragsteuern -15,6 -38,4
Ableitung des effektiven Steuersatzes
Ergebnis vor Steuern 217,9 -591,2
Ertragsteuersatz der Wacker Chemie AG (%) 28,8 28,0
Erwarteter Steuerertrag / -aufwand -62,7 165,6
Steuersatzbedingte Abweichungen 18,2 -41,7
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen -18,8 -35,3
Steuereffekt der steuerfreien Erträge 24,2 3,4
Periodenfremde Steuern (laufendes Ergebnis) 12,8 23,0
Effekte aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen 1,6 -168,4
Equity-Ergebnis Konzern 10,0 15,1
Sonstige Abweichungen -0,9 -0,1
Ertragsteuern insgesamt -15,6 -38,4
Effektive Steuerbelastung (%) 7,1 -6,5

Der latente Steueraufwand im laufenden Geschäftsjahr enthält 0,0 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €) aus bisher nicht berücksichtigten temporären Differenzen und steuerliche Verlusten aus früheren Perioden.

Zuordnung der Steuerabgrenzungen

Mio. € 2020 2019
Aktive latente Steuer Passive latente Steuer Aktive latente Steuer Passive latente Steuer
Immaterielle Vermögenswerte 4,6 4,7 10,4 5,2
Sachanlagen 75,7 27,1 87,5 23,8
Finanzanlagen - - - 0,1
Nutzungsrechte - 25,0 - 25,9
Übrige Vermögenswerte 32,8 12,2 32,3 2,9
Pensionsrückstellungen 624,1 - 487,7 -
Übrige Rückstellungen 44,2 0,5 35,0 -
Leasingverbindlichkeiten 26,5 0,8 29,0 0,7
Übrige Verbindlichkeiten 3,1 4,5 5,9 5,5
Verlustvorträge 25,5 - - -
Verrechnung Gesellschaften mit Gruppenbesteuerung -2,0 -2,0 -3,8 -3,8
Gesamt 843,5 72,8 684,0 60,3
Saldierungen -63,7 -63,7 -51,1 -51,1
Bilanzposten 770,8 9,1 632,9 9,2

Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr Aufwand 27,4 Mio. €) als Ertrag erfasst, während 136,5 Mio. € (Vorjahr 139,3 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um aktive latente Steuern aus der Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen.

Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:

Mio. € 2020 2019
Innerhalb von 1 Jahr - -
Innerhalb von 2 Jahren - -
Innerhalb von 3 Jahren - -
Innerhalb von 4 Jahren - -
Innerhalb von 5 Jahren oder später 167,7 44,8
Gesamt 167,7 44,8

Die entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 167,7 Mio. € (Vorjahr 44,8 Mio. €). Diese sind in Höhe von 78,2 Mio. € (Vorjahr 44,8 Mio. €) voraussichtlich nicht realisierbar und deshalb wurden keine latenten Steuern angesetzt. Theoretisch würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 19,6 Mio. € (Vorjahr 10,5 Mio. €) errechnen. Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 23,6 Mio. € (Vorjahr 22,3 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Zum 31. Dezember 2020 werden keine aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 820,1 Mio. € (Vorjahr 940,3 Mio. €) angesetzt. Der Rückgang ergibt sich aus dem geringeren Nichtansatz von temporären Differenzen auf die Wertminderungen im Anlagevermögen.

Es wurden aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 770,8 Mio. € (Vorjahr 632,9 Mio. €) angesetzt, ohne dass diesen passive latente Steuern in entsprechender Höhe gegenüber stehen. WACKER geht davon aus, dass das zukünftige steuerpflichtige Einkommen ausreichen wird, um diese aktiven latenten Steuern wahrscheinlich realisieren zu können.

05 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Mio. € Immaterielle Vermögenswerte Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Sachanlagen
2020
Anfangsstand 01.01.2020 169,2 1.627,5 8.315,1 628,4 238,9 10.809,9
Zugänge 2,0 10,3 67,9 15,8 128,4 222,4
Abgänge -1,5 -3,1 -32,0 -31,2 - -66,3
Umbuchungen 0,5 30,6 123,3 6,4 -160,8 -0,5
Konsolidierungskreisänderungen - - - - - -
Währungsveränderungen -3,5 -65,4 -228,2 -6,9 -6,1 -306,6
Bruttobuchwert 31.12.2020 166,7 1.599,9 8.246,1 612,5 200,4 10.658,9
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -145,6 -993,8 -6.754,8 -517,2 0,1 -8.265,7
Konsolidierungskreisänderungen - - - - - -
Buchwert 31.12.2020 21,1 606,1 1.491,3 95,3 200,5 2.393,2
Abschreibungen -10,2 -41,0 -287,7 -31,5 - -360,2
Wertminderungsaufwendungen - -0,4 -0,6 - - -1,0
2019
Anfangsstand 01.01.2019 164,3 1.517,4 7.962,9 605,2 424,3 10.509,8
Zugänge 4,2 38,1 164,5 28,0 144,7 375,3
Abgänge -0,8 -1,9 -16,6 -15,1 -0,2 -33,8
Umbuchungen 0,8 62,9 160,9 9,1 -333,0 -100,1
Konsolidierungskreisänderungen - - - - - -
Währungsveränderungen 0,7 11,0 43,4 1,2 3,1 58,7
Bruttobuchwert 31.12.2019 169,2 1.627,5 8.315,1 628,4 238,9 10.809,9
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -139,8 -987,4 -6.656,6 -522,0 0,1 -8.165,9
Konsolidierungskreisänderungen - - - - - -
Buchwert 31.12.2019 29,4 640,1 1.658,5 106,4 239,0 2.644,0
Abschreibungen -13,0 -56,5 -416,6 -33,7 - -506,8
Wertminderungsaufwendungen -1,3 -177,8 -577,3 -2,5 - -757,6

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte, Software und ähnliche Rechte und Werte. Aus Unternehmenserwerben resultieren entgeltlich erworbene Technologien und Kundenstämme sowie Auftragsbestände. Sie werden über drei bis neun Jahre abgeschrieben.

Die Anschaffungskosten der Sachanlagen wurden im Jahr 2020 in Höhe von 3,1 Mio. € (Vorjahr 1,2 Mio. €) durch Investitionsförderungen gemindert.

Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 1,5 Prozent (Vorjahr 1,8 Prozent).

Die Wertminderungsaufwendungen im Vorjahr beziehen sich auf Wertminderungen des Anlagevermögens des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON.

06 Leasing

Nutzungsrechte

Die folgende Tabelle zeigt die Vermögenswerte, die im Rahmen einer Leasingvereinbarung als Nutzungsrecht bilanziert werden

Mio. € Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nutzungsrechte
2020
Anfangsstand 01.01.2020 115,5 77,1 22,5 215,1
Zugänge 43,9 1,6 6,9 52,4
Abgänge -27,6 -1,8 -1,3 -30,7
Umbuchungen - - - -
Konsolidierungskreisänderungen - - - -
Währungsveränderungen -1,8 -2,4 -0,5 -4,7
Bruttobuchwert 31.12.2020 130,0 74,5 27,6 232,1
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -37,1 -66,9 -17,3 -121,3
Konsolidierungskreisänderungen - - - -
Buchwert 31.12.2020 92,9 7,6 10,3 110,8
Abschreibungen -19,5 -2,7 -9,3 -31,5
Wertminderungsaufwendungen - - - -
2019
Anfangsstand 01.01.2019 111,2 2,2 17,7 131,1
Zugänge 5,0 1,1 4,9 11,0
Abgänge -0,9 -25,3 -0,1 -26,3
Umbuchungen - 99,3 - 99,3
Konsolidierungskreisänderungen - - - -
Währungsveränderungen 0,2 -0,2 - -
Bruttobuchwert 31.12.2019 115,5 77,1 22,5 215,1
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -18,8 -67,5 -9,0 -95,3
Konsolidierungskreisänderungen - - - -
Buchwert 31.12.2019 96,7 9,6 13,5 119,8
Abschreibungen -19,1 -6,3 -9,1 -34,5
Wertminderungsaufwendungen - -5,9 - -5,9

Im Bereich Grundstücke und Gebäude mietet WACKER Immobilien an. Darunter fallen Büro- und Lagerflächen. Unter anderem handelt es sich um das von der Pensionskasse VVaG gemietete Grundstück und Gebäude der Hauptverwaltung München. Die Erwartung zur Nutzung von Verlängerungsoptionen wurde in 2020 angepasst.

Unter den Nutzungsrechten für Technische Anlagen und Maschinen befinden sich im Wesentlichen mietweise überlassene Betriebsvorrichtungen und Infrastruktureinrichtungen. Als Betriebs- und Geschäftsausstattung werden gemietete Fahrzeuge und Transportausstattungen wie Tanks und Transportwaggons ausgewiesen.

Längerfristige Mietverträge bestehen insbesondere für Immobilien und Betriebsvorrichtungen. Leasingverträge können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen haben. Diese Leasingkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen. Künftige Mittelabflüsse können sich aus Verlängerungsoptionen ergeben. Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen nicht bilanzierten Verlängerungsoptionen. Aus nicht begonnenen Leasingverhältnissen hat WACKER im Rahmen des Baus eines neuen Warenlagers Verpflichtungen in Höhe von 1,9 Mio. € jährlich ab 2021.

Die Wertminderungsaufwendungen im Vorjahr beziehen sich auf Nutzungsrechte des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON, die im Rahmen des Impairmenttests wertgemindert wurden.

Leasingverbindlichkeiten

2020 2019
Mio. € Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Leasingverbindlichkeiten 122,8 98,0 24,8 137,8 111,4 26,4

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 31,8 Mio. € (Vorjahr 34,8 Mio. €) getilgt, sowie 3,7 Mio. € (Vorjahr 3,6 Mio. €) an Zinsen für Leasingverhältnisse bezahlt (siehe auch Textziffer 22 Kapitalflussrechnung).

Zum Bilanzstichtag ergaben sich künftige Mittelabflüsse in Höhe von 144,8 Mio. € (Vorjahr 171,1 Mio. €). Es ergibt sich folgende Fälligkeitenstruktur der Leasingzahlungen:

Mio. € 2020 2019
Leasingzahlung innerhalb von 1 Jahr -29,9 -31,5
Leasingzahlung zwischen 1 und 5 Jahren -65,2 -63,2
Leasingzahlung mehr als 5 Jahre -49,7 -76,4
Gesamt -144,8 -171,1

WACKER als Leasinggeber

WACKER ist Leasinggeber im Rahmen der Untervermietung der Hauptverwaltung in München. Diese Vermietungen werden sowohl als Operating Lease in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr: 7,0 Mio. €) als auch als Finance Lease in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr 1,4 Mio. €) bilanziert. Die Nutzungsrechte aus dem Sublease im Rahmen des Operating Lease werden gem. IAS 40 ausgewiesen. WACKER trägt das Vermietungsrisiko für diese Mietflächen.

In der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich folgende Aufwendungen und Erträge aus Leasingsachverhalten:

Mio. € 2020 2019
Umsatzerlöse
Erträge aus Operating-Lease Verhältnissen - -
Erträge aus Sublease Verhältnissen 1,3 1,0
Erträge aus Sale-and Leaseback-Transaktionen - -
Funktionskosten
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen -5,1 -5,6
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte -4,0 -4,1
Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen - -
Andere Aufwendungen aus Leasingverhältnissen (Nebenkosten) - -
Abschreibungen
Abschreibungen auf Nutzungsrechte -31,5 -34,5
Wertminderungen auf Nutzungsrechte - -5,9
Finanzergebnis
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten -3,7 -3,6
Erträge aus der Währungsumrechnung von Leasingverbindlichkeiten - -
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von Leasingverbindlichkeiten - -

07 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser usw.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet. Die Betreibung, Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen. WACKER hat sich verpflichtet, zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen im notwendigen Umfang in den nächsten Jahren durchzuführen. Darüber hinaus ist WACKER langfristige Untermietverträge für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen.

Mio. € 2020 2019
01.01. 17,2 9,5
Effekte aus der Erstanwendung IFRS 16 - 7,7
01.01. 17,2 17,2
Zugänge 0,3 -
Abgänge -5,6 -
Bruttobuchwert 31.12. 11,9 17,2
Kumulierte Abschreibung -9,2 -8,6
Buchwert 31.12. 2,7 8,6
Beizulegender Zeitwert 18,4 24,3
Miet- / Pachteinnahmen 1,7 1,9
Kosten -0,8 -0,9

Der beizulegende Zeitwert der Immobilien am Produktionsstandort Köln beruht auf einem externen Gutachten das periodisch aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte in 2018. Zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes wurde der Verkehrswert auf Grund des Liquidationswertes des Betriebes ermittelt. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe zwei zuzuordnen. Der Restbuchwert entfällt auf die Grundstücke. Das Bewertungsverfahren wurde im Vergleich zum letzten Bewertungszeitpunkt nicht geändert.

Der beizulegende Zeitwert des Nutzungsrechts an der Münchener Hauptverwaltung beruht auf den diskontierten Mieteinzahlungen über die Restlaufzeit des Mietvertrags und entspricht dem Buchwert.

08 At equity bewertete Beteiligungen

Der Konzern bilanziert Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode. Wesentliche at equity bewertete Beteiligung ist die Siltronic AG mit ihren Tochtergesellschaften. Zum 31. Dezember 2020 wurde diese nach IFRS 5 bilanziert (siehe Note Nr. 12).

Der Siltronic-Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie. WACKER liefert an Siltronic Polysilicium, den wichtigsten Rohstoff zur Herstellung von Siliciumwafern.

Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

Name und Sitz der Gesellschaft:
Siltronic AG, München, Deutschland
und deren Tochtergesellschaften
2020 2019
Beteiligungsquote (%) 30,83 30,83
Stimmrechtsquote (%) 30,83 30,83
Kumulierte nicht beherrschende Anteile (Stück) 9.250.000 9.250.000
Xetra-Schlusskurs am Jahresende in € 128,1 89,72
Börsenwert der Anteile in Mio. € 1.184,9 829,9
Erhaltene Dividenden in Mio. € 27,8 46,3

Zusammenfassende Finanzinformationen zur Siltronic AG und deren Tochterunternehmen¹ auf 100-Prozent-Basis:

Mio. € 2020 2019
Kurzfristige Vermögenswerte 824,3 864,7
Langfristige Vermögenswerte mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts 1.379,3 1.432,9
Kurzfristige Schulden 219,2 243,5
Langfristige Schulden 900,7 857,9
Nettovermögen (100 %) 1.083,7 1.196,2
Abzgl. Anteil Minderheitsaktionäre -95,3 -76,4
Anteil des Konzerns am Nettovermögen 304,8 345,3
Eliminierung nicht realisierter Zwischengewinne und -verluste -0,1 0,6
Geschäfts- oder Firmenwert 245,7 245,7
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 550,4 591,6
Umsatzerlöse 1.207,1 1.270,4
Konzernjahresergebnis 108,1 171,8
Sonstiges Ergebnis -149,5 -97,6
Gesamtergebnis -41,4 74,2

1 Konzernabschluss der Siltronic AG nach IFRS

Überleitung des Equity-Buchwerts

Mio. € 2020 2019
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode
Stand Jahresanfang 591,6 616,6
anteiliges Jahresergebnis 33,4 52,5
Sonstige ergebniswirksame Änderungen -0,7 -1,1
Ergebniswirksame Veränderung 32,7 51,4
Dividenden -27,8 -46,3
Veränderung des sonstigen Eigenkapitals -46,1 -30,1
Stand Jahresende 550,4 591,6

Die restlichen Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen sind für sich genommen einzeln für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Beteiligungsbuchwerte im Berichtszeitraum.

Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der einzeln für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen

Mio. € 2020 2019
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode
Stand Jahresanfang 10,9 11,6
anteiliges Jahresergebnis 1,8 1,8
anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals -0,4 0,1
Gesamtergebnis der Gesellschaften 1,4 1,9
Dividenden - -2,6
Stand Jahresende 36,8 10,9

Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der einzeln für sich genommen unwesentlichen assoziierten Unternehmen

Mio. € 2020 2019
Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode
Stand Jahresanfang 37,9 30,1
anteiliges Jahresergebnis 0,3 1,1
anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals -1,4 0,4
Gesamtergebnis der Gesellschaften -1,1 1,5
Zugang - 6,3
Stand Jahresende 36,8 37,9

Wurden Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen von den Gesellschaftern ausgegeben, ist die Tilgung dieser Darlehen grundsätzlich vorrangig vor einer Dividendenausschüttung. Abweichungen zwischen dem anteiligen Jahresüberschuss und dem Equity-Ergebnis sowie dem anteiligen Eigenkapital und dem Buchwert der at Equity bewerteten Beteiligungen ergeben sich im Wesentlichen durch Fair-Value-Anpassungen und Konsolidierungsmaßnahmen.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde erstmalig die Nexeon Ltd. at equity in den Konzernabschluss einbezogen. WACKER erwarb am 11. September 2019 24,99 Prozent der Anteile an dieser Gesellschaft. Aus organisatorischen Gründen bezieht WACKER das anteilige Ergebnis von Nexeon mit einem Zeitversatz von drei Monaten in den Konzernabschluss ein.

Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzahlen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen dargestellt.

Mio. € 2020 2019
Gesamt Anteile von WACKER Gesamt Anteile von WACKER
Kennzahlen Gemeinschaftsunternehmen
Jahresergebnis 3,6 1,8 3,6 1,8
Sonstiges Ergebnis -0,8 -0,4 0,2 0,1
Gesamtergebnis 2,8 1,4 3,8 1,9
Kennzahlen assoziierte Unternehmen
Jahresergebnis 109,3 33,7 176,2 53,6
Sonstiges Ergebnis -155,1 -47,5 -96,0 -29,7
Gesamtergebnis -45,8 -13,8 80,2 23,9

09 Vorräte

Mio. € 2020 2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 295,6 313,4
Unfertige und fertige Erzeugnisse, Handelswaren 581,8 665,3
Nicht abgerechnete Leistungen 2,1 1,1
Gesamt 879,5 979,8
Davon Bilanzierung zum niedrigeren Nettoveräußerungswert 229,9 222,4

Die Herstellungskosten enthalten Kosten für Vorräte in Höhe von 3,8 Mrd. € (Vorjahr 4,1 Mrd. €), die als Aufwand erfasst wurden. Die als Aufwand erfassten Wertberichtigungen nahmen in der Berichtsperiode um 22,5 Mio. € zu. Im Vorjahr ergab sich eine Zunahme in Höhe von 46,3 Mio. €.

10 Finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte / Forderungen

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Verträgen mit Kunden.

Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten entsprechen. Ausfallrisiken sind - soweit nicht durch Versicherungen, Bankbürgschaften und erhaltene Anzahlungen abgedeckt - durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen nach IFRS 9 an. Dabei wird die Risikovorsorge sofort im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle der Gesamtlaufzeit bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("Expected credit loss (ECL)") muss nicht mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden mithilfe einer Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Verlustausfallraten je Überfälligkeitskategorie anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen definiert.

Mio. € 2020 2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 627,0 - 627,0 631,5 - 631,5
Beteiligungen 11,9 11,9 - 11,6 11,6 -
Ausleihungen an assoziierten Unternehmen 39,5 - 39,5 91,1 40,3 50,8
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 0,4 - 0,4 0,4 - 0,4
Darlehens- und Zinsforderungen 0,5 - 0,5 0,4 - 0,4
Derivative Finanzinstrumente 13,9 1,3 12,6 5,5 1,9 3,6
Forderungen an Lieferanten 13,9 - 13,9 21,9 - 21,9
Kautionen 2,7 2,6 0,1 3,1 2,7 0,4
Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel - - - 1,1 - 1,1
Übrige Vermögenswerte 4,1 3,1 1,0 3,6 2,3 1,3
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 86,9 18,9 68,0 138,7 58,8 79,9
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 11,0 0,6 10,4 8,1 0,6 7,5
Planvermögen Altersteilzeit - - - - - -
Geleistete Anzahlungen 9,8 3,0 6,8 9,5 3,6 5,9
Sonstige Steuerforderungen 49,1 1,3 47,8 48,4 4,9 43,5
Übrige Vermögenswerte 8,5 - 8,5 6,1 - 6,1
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 78,4 4,9 73,5 72,1 9,1 63,0
Ertragsteuerforderungen 40,5 - 40,5 48,6 - 48,6

Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der erwarteten Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2020

Mio € Buchwert Wertminderung Erwartete Verlustrate (%)
nicht überfällig 530,4 -4,4 -0,84
überfällig bis 30 Tage 79,8 -1,1 -1,40
überfällig 31 bis 60 Tage 17,7 -0,5 -2,91
überfällig 61 bis 90 Tage 4,0 -0,2 -5,26
einzelwertberichtigte Forderungen 1,8 -0,5 -38,46
Gesamt 31.12.2020 633,7 -6,7 -1,07

Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2019

Mio € Buchwert Wertminderung Erwartete Verlustrate (%)
nicht überfällig 575,7 -0,2 -0,02
überfällig bis 30 Tage 47,7 -0,6 -1,23
überfällig 31 bis 60 Tage 2,9 -0,3 -8,57
überfällig 61 bis 90 Tage einzelwertberichtigte 2,7 -0,1 -9,68
Forderungen 2,5 -2,1 -60,61
Gesamt 31.12.2019 8,6 -3,3 -0,52

Die über die Laufzeit erwarten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswertes wider. WACKER bestimmt die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist.

Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle. Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch PD), die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch LGD) und die Schätzung des Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch EAD). Für Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk" handelt.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen und der Überfälligkeiten stellen sich wie folgt dar:

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Mio. € 2020 2019
Eröffnungsbilanz der Wertberichtigung 01.01. (gem. IFRS 9) 3,3 3,3
Anstieg / Reduzierung der Wertminderungen erfolgswirksam 5,3 -
Abgeschriebene Forderungen aufgrund Uneinbringlichkeit - -
Veränderung Konsolidierungskreis - -
Währungsveränderungen - -
Stand 31.12. 8,6 3,3

Die Wertberichtigungen betreffen ausschließlich die Erlöse aus Verträgen mit Kunden. Zum 31. Dezember 2020 ergab sich kein wesentliches Ausfallrisiko.

Permanente Bonitätseinschätzungen werden bzgl. der Werthaltigkeit der Forderungen durchgeführt und es werden gegebenenfalls Kreditausfallversicherungen abgeschlossen. Ferner werden Anzahlungen und Bankbürgschaften von Kunden geleistet. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen bezüglich der Kreditqualität.

11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Wertpapiere, Liquidität

Mio. € 2020 2019
Wertpapiere und Festgelder1 712,0 109,4
davon kurzfristig 712,0 109,4
davon langfristig - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 626,0 435,8
davon Zahlungsmitteläquivalente 330,5 295,1
davon Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestand 295,5 140,7
Liquidität gesamt 1.338,0 545,2

1 Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um einen Fond und Festgelder unterschiedlicher Emittenten, die im Wesentlichen der Kategorie FVTPL zugeordnet sind.

Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Termingelder und Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgegeben werden und der Kategorie "Halten, amortized cost" zugeordnet werden. Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet. Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low value risk", da WACKER nur Bankbeziehungen mit Kontrahenten im Investment-Grade-Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da diese Einlagen entsprechend abgesichert sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen. WACKER verfügt über keine Zahlungsmittel, die Verfügungsbeschränkungen auf Grund von Devisenausfuhrbeschränkungen unterliegen.

Wertpapiere enthalten Festgelder, die der Kategorie "Halten und Verkaufen" zugeordnet werden. Auch auf diese Finanzinstrumente ist das Wertminderungsmodell des IFRS 9 anzuwenden. Die Anlagerichtlinie von WACKER sieht nur die Anlage in Wertpapiere im Investmentgradebereich vor. Das Wertminderungsrisiko ist somit gering. Fondsanteile, die der Kategorie "Handel, FVTPL" zugeordnet sind fallen nicht unter das Wertminderungsmodell des IFRS 9.

12 Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände

Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers Co. Ltd. vor. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer über 50 prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic Aktionäre. WACKER hat die at-equity bewertete Beteiligung an der Siltronic AG in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 umgegliedert in zu Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände. Damit endet die at-equity Bilanzierung der Beteiligung (siehe Note Nr. 05). Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. Diese sollen innerhalb eines Jahres vollzogen werden. Die Beteiligung an der Siltronic AG wird im Segment Sonstiges ausgewiesen.

Zur Veräußerung gehaltene Grundstücke in Höhe von 2,1 Mio. € sind ebenfalls in dieser Position ausgewiesen.

13 Eigenkapital / Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalstrukturmanagement

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €. Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht einem rechnerischen Wert von fünf € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien besteht zum Stichtag nicht. Der Vorstand ist ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelungen des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben.

Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle:

Stück 2020 2019
Ausstehende Aktien zu Beginn des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Ausstehende Aktien zum Ende des Geschäftsjahres 49.677.983 49.677.983
Eigene Anteile im Bestand 2.474.617 2.474.617
Gesamtbestand 52.152.600 52.152.600

Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der Wacker Chemie AG wird auf den Abschnitt "Beziehungen zu nahestehenden Personen" verwiesen.

» Siehe Ziffer 25

Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die in das Eigenkapital geleistet wurden.

In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen.

Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten, Cashflow Hedge Accounting, Pensionen und Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe ausgewiesen.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn- bzw. Verlustanteile auf:

Mio. € 2020 2019
Gewinnanteile 13,1 13,0
Verlustanteile - -
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 13,1 13,0

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf folgende Gesellschaften:

Anteile anderer Gesellschafter

Mio. € 2020 2019
WACKER Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan 7,8 8,7
WACKER Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien 39,9 37,1
WACKER Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co., Private Ltd. Singapur1 18,9 16,3
Gesamt 66,6 62,1

1 Inklusive der Tochtergesellschaften

Die Stimmrechte anderer Gesellschafter entsprechen ihrem Anteil am Eigenkapital.

Weitere Informationen zu den einzelnen Gesellschaften sind in der Anteilsbesitzliste zu finden.

» Siehe Ziffer 24

Angaben zum Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des WACKER-Konzerns verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Kapitalrenditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Als Instrumente der Kapitalsteuerung dienen unter anderem Dividendenzahlungen an Anteilseigner und Aktienrückkäufe.

Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften zur Kapitalerhaltung. Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet. Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, rund 50 Prozent des Konzernjahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien stimmen zu.

Überdies verfügt WACKER über ein aktives Fremdkapitalmanagement. Ziel ist ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein komfortables Liquiditätspolster. Ferner sollen die finanziellen Strukturen so ausgestaltet sein, dass die Bonität von WACKER mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Im Rahmen des wertorientierten Managements gehört die Kennzahl Nettofinanzschulden zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen.

» Siehe Kapitel "Steuerungssystem und Vermögenslage" im Konzernlagebericht

Die Kapitalstruktur des WACKER-Konzerns stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Kapitalstruktur

Mio. € 2020 2019
Eigenkapital der Aktionäre der Wacker Chemie AG 1.625,2 1.966,9
Anteil am Gesamtkapital (%) 53,6 61,0
Langfristige Finanzierungsverbindlichkeiten 1.322,7 1.049,0
Kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten 82,8 209,9
Gesamt 1.405,5 1.258,9
Anteil am Gesamtkapital (%) 46,4 39,0
Gesamtkapital 3.030,7 3.225,8

14 Pensionsrückstellungen

Für die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter basieren.

Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Bei WACKER existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne, die teilweise über die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG oder Fonds finanziert sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen garantieren die unterschiedlichen Pensionspläne den Mitarbeitern lebenslange Renten auf Basis des während der Beschäftigung bei WACKER durchschnittlich bezogenen Gehalts (Karrieredurchschnittsplan) oder Kapitalzahlungen.

Im Konzern bestehen folgende Altersversorgungspläne:

Versorgungspläne über die Pensionskasse

Für Mitarbeiter in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG gewährt. Diese wird aus Mitglieds-und Firmenbeiträgen finanziert. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen.

Die Pensionskasse ist ein kleiner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 210 des Versicherungsaufsichtsgesetzes und ist reguliert nach § 233 Abs. 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Sie unterliegt damit den Regelungen für deutsche Versicherer und wird von der BaFin beaufsichtigt. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen.

Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung eine feste Leistungszusage, die bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu berücksichtigen ist. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 in die Unternehmen eingetreten sind, gelten neue Tarife für die Grundversorgung. Den Leistungen liegen dort Garantiezinssätze zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können die zukünftige Leistung erhöhen.

Zusätzlich können Mitarbeiter in Deutschland Beiträge zur freiwilligen Höherversicherung PK + an die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG leisten. Vor allem werden die Beiträge aus der tarifvertraglich geregelten Altersversorgung auf Grund der Tarifverträge über Einmalzahlungen und Altersvorsorge und über Lebensarbeitszeit und Demografie in die freiwillige Höherversicherung eingezahlt.

Direktzusagen des WACKER-Konzerns

Neben den Zusagen der Pensionskasse erhalten Mitarbeiter in Deutschland direkte Leistungszusagen in Form einer Zusatzversorgung. Mit der Zusatzversorgung werden Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze abgesichert. Bis 2004 eingetretene Mitarbeiter und deren Hinterbliebene erhalten Rentenleistungen. Die Höhe der Rente hängt vom durchschnittlich während der Beschäftigung bei WACKER bezogenen Gehalt ab (Karrieredurchschnittsplan). Für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter wird jährlich ein Prozentsatz des Gehalts oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bereitgestellt. Das sich hieraus ergebende Kapital wird verzinst. Die Leistungen können als lebenslange Rente oder, für Zusagen ab 2005, alternativ als Einmalzahlung abgerufen werden. Leistungsberechtigt sind die Mitarbeiter und ihre Hinterbliebenen. Die Ansprüche der Mitarbeiter gehen in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen ein. Dies gilt sowohl für bis 2004 eingetretene Mitarbeiter als auch für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter.

Für Mitglieder des Vorstands bestehen Einzelzusagen. Weitere Informationen zur Altersversorgung des Vorstands sind im Vergütungsbericht zu finden.

Außertariflich bezahlte Mitarbeiter in Deutschland können in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan ("Deferred Compensation") Teile ihres Gehalts einzahlen. Dieser Plan gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, Teile ihrer künftigen Entgeltansprüche in ein wertgleiches Versorgungskapital umzuwandeln. Das Versorgungskapital wird in Abhängigkeit vom Abschluss der Teilnahmevereinbarung am Leistungsplan (Zusage) mit sieben Prozent (1996 - 2001), sechs Prozent (2002 - 2010) oder fünf Prozent (2011 -2013) verzinst. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von sieben Prozent oder sechs Prozent kann der Mitarbeiter zwischen einer Auszahlung in Rentenform oder als Kapital wählen. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von fünf Prozent erfolgt die Auszahlung ausschließlich in Kapitalform. Ab 2015 können leitende Angestellte Teile ihres Gehalts zu einem variablen Zinssatz in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan einzahlen. Der variable Zinssatz ist abhängig von der fünfjährigen Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen und beträgt mindestens 2,5 Prozent und höchstens fünf Prozent. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich in Kapitalform. Zusagen, die bis zum 31. Dezember 2000 erteilt wurden, werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet, Zusagen, die ab dem 01. Januar 2001 erteilt wurden, werden mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft bzw. mit dem erworbenen Kapital bewertet.

Die Versorgungsansprüche in Deutschland sind durch den Pensionssicherungsverein a. G. gegen Insolvenz geschützt. Die Insolvenzsicherung ist nach oben begrenzt. Gesetzliche Mindestfinanzierungspflichten bestehen nicht.

Pensionszusagen im Ausland

Für die Mitarbeiter ausländischer Tochtergesellschaften bestehen unterschiedliche Pensionszusagen nach den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Von diesen Zusagen sind nur die Pläne in den USA für den Konzern wesentlich.

In den USA bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen für Mitarbeiter der WACKER Chemicals Corporation, Adrian. Diese Pläne wurden für Neuzusagen ab dem 31. Dezember 2003 geschlossen und werden nur noch für die Altbestände fortgeführt. Die Versorgungsleistung besteht in einer monatlichen Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr, die sich auf Basis des zuletzt gezahlten Durchschnittsgehaltes ermittelt. Spezielle Regelungen gibt es bei frühzeitiger Verrentung ab dem 55. Lebensjahr abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand sowie für Austrittsentschädigungen unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Für neue Mitarbeiter in den USA existieren nur noch beitragsorientierte Pensionspläne.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen übergeleitet werden:

Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen

Mio. € 2020 2019
Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
Barwert der zumindest teilweise fondsfinanzierten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 3.390,3 110,4 3.500,7 2.936,0 110,6 3.046,6
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -1.989,4 -104,3 -2.093,7 -1.854,0 -101,8 -1.955,8
Finanzierungsstatus 1.400,9 6,1 1.407,0 1.082,0 8,8 1.090,8
Barwert der ungedeckten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 1.293,6 12,8 1.306,4 1.170,4 14,1 1.184,5
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.694,5 18,9 2.713,4 2.252,4 22,9 2.275,3

Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus haben die Wacker Chemie AG und die restlichen deutschen Tochterunternehmen des WACKER Konzerns in 2020 eine Sondereinzahlung in Höhe von 73,4 Mio. € (Vorjahr 70,7 Mio. €) an die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG geleistet. Diese Zahlung ist in der Position "Beiträge Arbeitgeber" erfasst.

Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen

Mio. € Barwert der Pensionsverpflichtungen Marktwert des Planvermögens Summe
Stand zum 01.01.2019 3.561,5 -1.766,5 1.795,0
Laufender Dienstzeitaufwand 81,7 - 81,7
Zinsaufwand / (-ertrag) 71,9 -36,9 35,0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -0,3 - -0,3
Neubewertungen
Gewinne (-) / Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge - -67,9 -67,9
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen 0,9 - 0,9
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen 583,0 - 583,0
Erfahrungsbedingte Gewinne (-) / Verluste (+) -13,9 - -13,9
Effekt aus Währungsdifferenzen 2,0 -1,2 0,8
Beiträge
Arbeitgeber - -109,7 -109,7
Begünstigte des Pensionsplans 23,1 -23,1 -
Übertragungen 0,8 - 0,8
Rentenzahlungen -79,6 49,5 -30,1
Stand zum 31.12.2019 4.231,1 -1.955,8 2.275,3
Laufender Dienstzeitaufwand 102,8 - 102,8
Zinsaufwand / (-ertrag) 54,2 -26,1 28,1
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -0,2 - -0,2
Neubewertungen
Gewinne (-) / Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge - -39,5 -39,5
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen -0,8 - -0,8
Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen 532,5 - 532,5
Erfahrungsbedingte Gewinne (-) / Verluste (+) -41,2 - -41,2
Effekt aus Währungsdifferenzen -10,5 8,6 -1,9
Beiträge
Arbeitgeber - -110,8 -110,8
Begünstigte des Pensionsplans 23,0 -23,0 -
Übertragungen - - -
Rentenzahlungen -83,8 52,9 -30,9
Stand zum 31.12.2020 4.807,1 -2.093,7 2.713,4

Annahmen

Die Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen und landesspezifischen, biometrischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt. Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die folgende Parameter berücksichtigt haben:

Versicherungsmathematische Annahmen

% 2020 2019
Inland
Rechnungszins 0,70 1,25
Entgelttrend 2,50 2,50
Künftige Rentensteigerung1
Grund- und Zusatzversorgung 1,8 / 1,0 1,8 / 1,0
Deferred Compensation 2,5 / 1,0 2,5 / 1,0
USA
Rechnungszins 2,29 3,16
Entgelttrend 3,00 3,00

1 Variiert nach Eintrittsdatum der Mitarbeiter in das Unternehmen bzw. nach Abschlussdatum der verschiedenen Tarifgenerationen.

Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland die von der Heubeck AG entwickelten Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen den aktuellen Stand der Lebenserwartung und der sozioökonomischen Faktoren und stellen aktuell die beste Schätzung der Lebenserwartung dar. In den USA werden aktuelle Sterbetafeln berücksichtigt, die regelmäßig an die neuesten Sterblichkeitserwartungen angepasst werden.

Die bei der Berechnung der Pensionsverpflichtung berücksichtigten Diskontierungssätze und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht auf einer Zinsstrukturkurve, die aus Renditen hochrangiger festverzinslicher und laufzeitäquivalenter Unternehmens anleihen des jeweiligen Landes abgeleitet wurde. Er berücksichtigt die WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme der Verpflichtungen.

Sensitivitätsanalyse

Bei der folgenden Sensitivitätsanalyse wird jeweils nur eine Annahme verändert, d. h., die übrigen Annahmen bleiben gegenüber der ursprünglichen Bewertung unverändert, sodass die Sensitivität jeder Annahme isoliert betrachtet werden kann. Daraus folgt, dass mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen nicht berücksichtigt werden.

Die folgende Übersicht zeigt, inwieweit sich der Barwert der Pensionsverpflictungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen ändern würde.

Sensitivitätsanalyse

31.12.2020 31.12.2019
Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen Leistungsorientierte Verpflichtungen Mio. € Veränderung % Leistungsorientierte Verpflichtungen Mio. € Veränderung %
Barwert der Pensionsverpflichtungen zum Stichtag 4.807,1 4.231,1
Barwert der Pensionsverpflichtungen falls
der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte höher wäre 4.322,6 -10,1 3.820,2 -9,7
der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre 5.373,9 11,8 4.710,7 11,3
der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte höher wäre 4.842,0 0,7 4.264,5 0,8
der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre 4.774,9 -0,7 4.200,4 -0,7
die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte höher wären 4.962,1 3,2 4.363,5 3,1
die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte niedriger wären 4.660,1 -3,1 4.105,4 -3,0
die Lebenserwartung um 1 Jahr höher wäre 4.999,1 4,0 4.390,5 3,8

Zusammensetzung des Planvermögens

In Deutschland investiert die Pensionskasse der WACKER Chemie VVaG gemäß gesetzlichen Vorschriften und den Vorschriften ihrer Satzung das relevante Planvermögen. Die Pensionskasse investiert knapp die Hälfte des Vermögens in Aktien- und Rentenfonds. Die andere Hälfte wird als Direktinvestition in die Anlageklassen Schuldscheindarlehen, Immobilien, Immobiliendarlehen, Private Debt und Private Equity angelegt. Der verbleibende Teil des Vermögens wird als Liquidität vorgehalten. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der vom Vorstand der Pensionskasse vorgegebenen Kapitalanlagerichtlinie.

Das Planvermögen der in den USA aufgelegten Pensionspläne wird überwiegend in Aktien und Fonds gemäß den vorgegebenen Kapitalanlageregelungen angelegt. Die Zusammensetzung des Planvermögens des Konzerns zeigt folgende Tabelle:

Zusammensetzung Planvermögen

Mio. € 31.12.2020 31.12.2019
Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Gesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Gesamt
Immobilien - 376,9 376,9 - 335,2 335,2
Darlehen / Renten 710,6 298,7 1.009,3 659,1 305,6 964,7
Aktien / Fonds 281,0 310,6 591,6 278,5 282,3 560,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 115,9 115,9 - 95,1 95,1
Summe 991,6 1.102,1 2.093,7 937,6 1.018,2 1.955,8

Der WACKER-Konzern nutzte zum Stichtag 31. Dezember 2020 115,0 Mio. € (Vorjahr 105,2 Mio. €) des Planvermögens für eigene Zwecke. Hierbei handelt es sich um die von der Wacker Chemie AG genutzte Immobilie der WACKER-Hauptverwaltung in München.

Risiken

Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben den üblichen versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Planvermögen. In Deutschland werden wesentliche Teile der leistungsorientierten Verpflichtungen in der Pensionskasse verwaltet. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Asset-Liability-Studie wird das aktuelle und künftige Verhältnis von Portfoliostruktur zu den Verpflichtungen analysiert und prognostiziert. Als Resultat ermittelt sich das langfristige Renditeerfordernis der Pensionskasse. Darauf aufbauend definiert die Pensionskasse ein strategisches Zielportfolio. Das Renditeerfordernis, der Firmenbeitrag der Trägerunternehmen und die strategische As-set-Allokation werden somit jährlich überprüft und miteinander in Einklang gebracht.

Grundsätzlich sind alle Kapitalanlagen Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Diese können aus Zins-, Aktienkurs- bzw. Wechselkursverschiebungen bestehen. WACKER zielt darauf ab, durch ein so genanntes Over-lay-Management Verluste auf ein vorgegebenes Maß zu beschränken. Teilweise werden Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt.

Die leistungsorientierten Pläne in den USA unterliegen auf Grund der Anlage des Planvermögens in Aktien und Fonds neben den versicherungsmathematischen Risiken ebenfalls dem Marktpreisänderungsrisiko.

Je nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist WACKER dazu verpflichtet, eine Unterdeckung der Pensionspläne durch Zuführung liquider Mittel zu reduzieren.

Risiken ergeben sich insbesondere durch die Lebenserwartung der Leistungsempfänger, das Zinsgarantierisiko sowie aus Gehalts- und Rentensteigerungen. Das Zinsgarantierisiko wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses regelmäßig beobachtet. Es stellt bei der Ermittlung des langfristigen Zinserfordernisses und deren Erfüllbarkeit ein Schwerpunktthema der Pensionskasse dar. Risiken aus der Zinsgarantie entfallen auch auf die Pläne zur "Deferred Compensation".

Finanzierung der Pensionspläne

Im Geschäftsjahr 2020 wurden für Pläne in Deutschland 77,4 Mio. € (Vorjahr 73,8 Mio. €) und für Pläne im Ausland 6,4 Mio. € (Vorjahr 5,8 Mio. €) an Rentenzahlungen geleistet. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Rentenzahlungen für Pensionen von rund 89 Mio. €. Die laufenden Beiträge des Arbeitgebers in das Planvermögen werden in 2021 rund 40 Mio. € betragen. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt zum 31. Dezember 2020 22,6 Jahre (Vorjahr 21,9 Jahre) in Deutschland und 13,0 Jahre (Vorjahr 13,6 Jahre) in den USA.

Erwartete Fälligkeiten der Pensionszahlungen

Mio. € 31.12.2020 31.12.2019
Weniger als 1 Jahr -88,9 -85,6
Zwischen 1 und 2 Jahren -96,4 -93,0
Zwischen 2 und 3 Jahren -100,6 -97,4
Zwischen 3 und 4 Jahren -104,8 -101,5
Zwischen 4 und 5 Jahren -110,5 -106,5

Zusammensetzung Pensionsaufwands

Mio. € 2020 2019
Laufender Dienstzeitaufwand aus leistungsorientierten Plänen -102,8 -81,7
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,2 0,3
Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen -28,1 -35,0
Aufwand aus beitragsorientierten Plänen -6,7 -7,1
Übrige Pensionsaufwendungen -3,2 -3,7
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung -58,8 -60,2
Gesamt -199,4 -187,4

15 Andere Rückstellungen

Mio. € 2020 2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Personal 117,1 110,4 6,7 107,7 101,7 6,0
Restrukturierung 48,0 2,4 45,6 - - -
Verkauf / Einkauf 10,6 3,9 6,7 8,3 4,5 3,8
Umweltschutz 84,1 84,1 - 86,1 86,1 -
Sonstige 42,8 33,0 9,8 47,6 40,3 7,3
Andere Rückstellungen 302,6 233,8 68,8 249,7 232,6 17,1

Personalrückstellungen

Sie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläums- und Sterbegeldern sowie Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss der langfristigen Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle erfolgt kontinuierlich. Zinseffekte erhöhten die Jubiläumsrückstellungen; Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle stiegen auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen, deren Mitarbeiter noch im Unternehmen tätig sind.

Restrukturierungsrückstellung

WACKER hat im Rahmen seines Programmes "Zukunft gestalten" Mitarbeitern in Deutschland im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Abfindungszahlungen angeboten. Rückstellung für dieses Restrukturierungsprogramm werden im Wesentlichen als kurzfristig ausgewiesen, da die Auszahlung im Jahr 2021 erfolgt.

Verkaufs- / Einkaufsrückstellungen

Die Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie zu zahlende Provisionen für die Vermittlung von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Der wesentliche Teil der Rückstellungen wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren zu Abflüssen führen.

Umweltschutzrückstellungen

Die Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktions- oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen Umweltabgaben an staatliche Stellen. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen werden voraussichtlich innerhalb von 25 Jahren zu Abflüssen führen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen (z. B. für Schadenersatz, Erstattungsansprüche, Prozesskosten). Sie umfassen neben Risiken im Zusammenhang mit der Grund- und Vermögensteuern auch Risiken aus nicht in den Ertragsteuern erfassten steuerlichen Nebenleistungen.

In Abhängigkeit von der jeweiligen landesspezifischen Situation wurden für die Ermittlung der Rückstellungen Diskontierungszinssätze bis zu 0,4 Prozent verwendet.

Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle und Jubiläumsrückstellungen. Für Umweltrückstellungen wird aufgrund des Niedrigzinsumfeldes zum Stichtag ein Diskontierungszins von nahezu Null verwendet.

Andere Rückstellungen

Mio. € 01.01.2020 Verbrauch Auflösung Zuführung Zinseffekt Währungsdifferenzen
Personal 107,7 -45,8 -0,5 65,6 0,6 -0,6
Restrukturierung - - - 48,0 - -
Verkauf / Einkauf 8,3 -2,1 -1,3 6,2 - -0,5
Umweltschutz 86,1 -2,8 -4,0 5,2 - -0,4
Sonstige 47,6 -4,7 -8,6 11,4 - -2,9
Andere Rückstellungen 249,7 -55,4 -14,4 136,4 0,6 -4,4
Mio. € Konsolidierungskreis / Sonstiges1 31.12.2020
Personal -9,9 117,1
Restrukturierung - 48,0
Verkauf / Einkauf - 10,6
Umweltschutz - 84,1
Sonstige - 42,8
Andere Rückstellungen -9,9 302,6

1 Sonstiges enthält die Veränderung des Deckungsvermögens für Altersteilzeitverpflichtungen innerhalb der Personalrückstellungen in Höhe von 9,9 Mio. €.

16 Finanzierungsverbindlichkeiten

Mio. € 2020 2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.104,5 1.053,4 51,1 816,4 756,9 59,5
Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen 122,8 98,0 24,8 137,8 111,4 26,4
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 178,2 171,3 6,9 304,7 180,7 124,0
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.405,5 1.322,7 82,8 1.258,9 1.049,0 209,9

In 2020 hat WACKER die zweite Tranche seiner US-Privatplatzierung in Höhe von 130 Millionen US-Dollar planmäßig zurückgezahlt und neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € aufgenommen. Die Schuldscheindarlehen lösen eine kurzfristige Zwischenfinanzierung in Höhe von 250 Mio. € ab. Laufende Tilgungen bei Investitionskrediten erfolgten in Höhe von 16 Mio. €. In 2019 wurden neue Bankdarlehen in Höhe von 200 Mio. € aufgenommen.

Für die Finanzierungsverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der Finanzierungsverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. In Einzelfällen enthalten festverzinsliche Darlehen von WACKER ausübbare Kündigungsoptionen. Auf Grund der bei Kündigung zu zahlenden hohen Vorfälligkeitsentschädigungen haben die Optionen derzeit rechnerisch keinen positiven Wert und ihr Zeitwert ist zu vernachlässigen. Diese Kündigungsoptionen werden daher aus Wesentlichkeitsgründen nicht bilanziert. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen (Covenants) eingehalten werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:

Mio. € 2020
Währung Buchwert Mio. € davon variabel verzinst Laufzeit bis
Investitionskredit - - - -
Investitionskredit EUR 200,0 - 2022
Schuldscheindarlehen EUR 50,0 - 2023
Schuldscheindarlehen EUR 150,0 45,5 2023
Schuldscheindarlehen EUR 150,0 43,0 2025
Schuldscheindarlehen EUR 226,0 66,5 2024
Schuldscheindarlehen EUR 74,0 5,5 2026
Bankkredit KRW 19,4 19,4 2021
Bankkredit EUR 100,0 - 2022
Bankkredit EUR 100,0 - 2024
Betriebsmittelkredit BRL 19,6 19,6 2021
Sonstiges 15,5 2,4
Gesamt 1.104,5 -
Beizulegender Zeitwert 1.119,9 -
Mio. € 2019
Währung Buchwert Mio. € davon variabel verzinst Laufzeit bis
Investitionskredit EUR 16,0 16,0 2020
Investitionskredit EUR 200,0 - 2022
Schuldscheindarlehen EUR 50,0 - 2023
Schuldscheindarlehen EUR 150,0 45,5 2023
Schuldscheindarlehen EUR 150,0 43,0 2025
Schuldscheindarlehen - - - -
Schuldscheindarlehen - - - -
Bankkredit KRW 21,6 21,6 2020
Bankkredit EUR 100,0 - 2022
Bankkredit EUR 100,0 - 2024
Betriebsmittelkredit BRL 16,6 16,6 2020
Sonstiges 12,2 3,9
Gesamt 816,4 -
Beizulegender Zeitwert 825,1 -

Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Mio. € 2020
Währung Buchwert Mio. € davon variabel verzinst Laufzeit bis
Privatplatzierung (1. Tranche) USD - - 2018
Privatplatzierung (2. Tranche) USD - - 2020
Privatplatzierung (3. Tranche) USD 162,4 - 2023
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten 15,8 -
Gesamt 178,2 -
Beizulegender Zeitwert 184,5 -
Mio. € 2019
Währung Buchwert Mio. € davon variabel verzinst Laufzeit bis
Privatplatzierung (1. Tranche) USD - - 2018
Privatplatzierung (2. Tranche) USD 115,9 - 2020
Privatplatzierung (3. Tranche) USD 178,0 - 2023
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten 10,8 -
Gesamt 304,7 -
Beizulegender Zeitwert 305,0 -

Die Buchwerte der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten entsprechen dem Rückzahlungsbetrag. Mit Ausnahme von sonstigen Krediten in Höhe von 7,6 Mio. € (Vorjahr 4,2 Mio. €) sind sämtliche Kredite und Darlehen endfällig.

Der folgenden Übersicht können die zukünftigen Tilgungs-und Zinszahlungen für Kreditverbindlichkeiten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten entnommen werden.

Mio. € 2021 2022 2023 2024 2025 bis 2026
Tilgung 58,0 309,7 364,7 326,6 223,7
Zinsen 16,7 14,9 8,8 4,3 1,8

Daneben bestehen langfristige ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 690,0 Mio. € (Vorjahr 600,0 Mio. €), für deren Inanspruchnahme alle Bedingungen erfüllt sind.

17 Finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten

Mio. € 2020 2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 424,2 - 424,2 355,0 - 355,0
Derivative Finanzinstrumente 0,4 - 0,4 6,0 - 6,0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 15,2 0,1 15,1 8,4 0,1 8,3
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15,6 0,1 15,5 14,4 0,1 14,3
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 9,7 - 9,7 8,3 - 8,3
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 5,1 - 5,1 5,6 - 5,6
Variable Vergütungsanteile 84,0 - 84,0 15,7 - 15,7
Sonstige Personalverpflichtungen 21,6 - 21,6 24,5 - 24,5
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 22,2 - 22,2 18,5 - 18,5
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 1,4 - 1,4 2,1 - 2,1
Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 17,4 1,9 15,5 9,6 0,5 9,1
Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 161,4 1,9 159,5 84,3 0,5 83,8
Erhaltene Anzahlungen 117,8 71,1 46,7 107,3 61,0 46,3
Rabattabgrenzungen 16,3 - 16,3 12,8 - 12,8
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten 134,1 71,1 63,0 120,1 61,0 59,1
Ertragsteuerverbindlichkeiten 92,8 80,3 12,5 95,1 82,0 13,1

Die Ertragsteuerverbindlichkeiten enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern sowie Beträge für unsichere Steuerpositionen.

Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen.

Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich.

Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Lieferungen von Polysilicium.

Für die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der sonstigen Verbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte.

18 Eventualverbindlichkeiten, Eventualforderungen, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualverbindlichkeiten bestehen bei WACKER im Wesentlichen aus eingegangenen Bürgschaften in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr 0,9 Mio. €). Eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften ist unwahrscheinlich.

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 103,0 Mio. € (Vorjahr 59,4 Mio. €) und betrifft die operativen Segmente.

Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 90 Mio. € (Vorjahr 90 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Joint-Venture-Gesellschaft mit DowDupont.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den wesentlichen Mindestabnahmeregelungen in Höhe von 1,1 Mrd. € (Vorjahr 1,60 Mrd. €). Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen ein und dreizehn Jahren.

Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich begrenzt.

WACKER ist von Zeit zu Zeit in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet WACKER keine wesentlichen negativen Auswirkungen.

19 Sonstige Angaben

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen für die Dotierung externer Pensionsfonds und Pensionskassen werden ebenfalls in den Aufwendungen für Altersversorgung ausgewiesen.

Mio. € 2020 2019
Materialaufwand -2.030,5 -2.203,7
Personalaufwand
Löhne und Gehälter -1.040,7 -990,6
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -176,2 -171,0
Staatliche Altersversorgungsbeiträge 58,8 60,2
Sozialabgaben -117,4 -110,8
Aufwendungen für Altersversorgung -112,5 -92,2
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung -58,8 -60,2
Altersversorgung -171,3 -152,4
Personalaufwand gesamt -1.329,4 -1.253,8

Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,8 Mio. €) die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 0,6 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €) auf Abschlussprüfungsleistungen und 0,2 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen. Die anderen Bestätigungsleitungen beinhalten Bestätigungen nach § 64 EEG, § 17 EnWG, § 20 WpHG ("EMIR"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung sowie einer Bestätigungsleistung auf den nichtfinanziellen Konzernbericht.

Mio. € 2020 2019
Honoraraufwand für den Abschlussprüfer
Abschlussprüfungsleistungen 0,6 0,7
Andere Bestätigungsleistungen 0,2 0,1
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen - -
Gesamt 0,8 0,8

20 Ergebnis je Aktie / Dividende

Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis.

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde eine Dividende in Höhe von 24,8 Mio. € ausgeschüttet; dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 0,50 €. Für das Geschäftsjahr 2019 wurden keine Einstellungen in die Gewinnrücklagen bei der Wacker Chemie AG geleistet.

Für das Geschäftsjahr 2020 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG eine Dividende in Höhe von 2,00 € pro Aktie vorgeschlagen. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur auf die dividendenberechtigten Aktien, d. h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG. Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien, die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 99.355.966,00 € ausgeschüttet.

2020 2019
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien (Stück) 49.677.983 49.677.983
Anzahl der ausstehenden Stammaktien zum Jahresende (Stück) 49.677.983 49.677.983
Dividende je dividendenberechtigte Stammaktie (€) 2,00 0,50
Ausschüttung je dividendenberechtigte Stammaktie (€) 2,00 0,50
Jahresergebnis der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) 189,2 -642,6
Ergebnisanteil der Stammaktien (Mio. €) 189,2 -642,6
Ergebnis je Stammaktie (Durchschnitt, €) 3,81 -12,94
Ergebnis je Stammaktie (Stichtag, €) 3,81 -12,94

21 Finanzinstrumente

In der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Leasingverbindlichkeiten sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören. WACKER hat keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet.

Der beizulegende Zeitwert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Bilanzposten dem Bilanzwert gleichgesetzt.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2020

Mio. € Bewertung nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16
Buchwert lt. Bilanz 31.12.2020 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (Fortgeführte) Anschaffungs-kosten Beizulegender Zeitwert 31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 627,0 627,0 - - - 627,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 86,9 61,1 15,5 10,3 - 86,9
Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 61,1 - - - 61,1
Beteiligungen (FVPL) - - 11,9 - - 11,9
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - - 3,6 - - 3,6
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - 10,3 - 10,3
Wertpapiere und Festgelder 712,0 597,4 114,6 - - 712,0
Wertpapiere und Festgelder (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 597,4 - - - 597,4
Wertpapiere (FVPL) - - 114,6 - - 114,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) 626,0 626,0 - - - 626,0
Summe finanzielle Vermögenswerte 2.051,9 - - - - 2.051,9
Finanzierungsverbindlichkeiten (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) 1.282,7 1.282,7 - - - 1.304,4
Leasingverbindlichkeiten 122,8 - - - 122,8 122,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet) 424,2 424,2 - - - 424,2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15,6 15,2 0,4 - - 15,6
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - 15,2 - - - 15,2
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - - 0,4 - - 0,4
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Acconting) - - - - - -
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 1.845,3 - - - - 1.867,0

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2019

Mio. € Bewertung nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16
Buchwert lt. Bilanz 31.12.2019 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (Fortgeführte) Anschaffungs-kosten Beizulegender Zeitwert 31.12.2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 631,5 631,5 - - - 631,5
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 138,7 121,6 14,3 2,8 - 138,7
Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 121,6 - - - 121,6
Beteiligungen (FVPL) - - 11,6 - - 11,6
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - - 2,7 - - 2,7
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - 2,8 - 2,8
Wertpapiere und Festgelder 109,4 59,5 49,9 - - 109,4
Wertpapiere und Festgelder (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) - 59,5 - - - 59,5
Wertpapiere (FVPL) - - 49,9 - - 49,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 435,8 435,8 - - - 435,8
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.315,4 - - - - 1.315,4
Finanzierungsverbindlichkeiten ohne Finance Lease (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) 1.121,1 1.121,1 - - - 1.130,1
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 137,8 - - - 137,8 137,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet) 355,0 355,0 - - - 355,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 14,4 8,4 4,3 1,7 - 14,4
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - 8,4 - - - 8,4
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - - 4,3 - - 4,3
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Acconting) - - - 1,7 - 1,7
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 1.628,3 - - - - 1.637,3

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen, Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bestimmte Wertpapiere (Fonds) und Beteiligungen werden zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVTPL) klassifiziert. Die Beteiligungen werden ebenfalls zum Fair Value bewertet, wobei die Anschaffungskosten die beste Näherung an den Fair Value darstellen, da keine an aktiven Märkten beobachtbaren Preise vorliegen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Finanzierungsverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen.

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -Verluste aus Finanzinstrumenten dar.

Mio. € 2020 2019
Nettogewinne / -Verluste aus Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten -10,0 8,8
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte / Verbindlichkeiten (FVTPL) 18,6 0,4
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten -34,6 -24,8
Gesamt -26,0 -15,6

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" beinhaltet im Wesentlichen Nettoverluste / -gewinne aus der Währungsumrechnung, Zinserträge aus Finanzanlagen, Festgeldern und Bankguthaben sowie Wertberichtigungen.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte /Verbindlichkeiten" enthalten. Ebenfalls enthalten sind Ausschüttungen aus Fonds sowie Fair Value Änderungen von Beteiligungen.

Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 8,1 Mio. € (Vorjahr 10,4 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Bankguthaben, Festgeldern und Ausleihungen.

Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 21,7 Mio. € (Vorjahr 20,9 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Finanzierungsverbindlichkeiten.

Die Nettoverluste in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" bestehen im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungsverbindlickeiten sowie Nettoverlusten und -gewinnen aus der Währungsumrechnung.

Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu Marktwerten oder umgekehrt statt.

Aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten zu Anschaffungskosten ergaben sich keine wesentlichen Gewinne und Verluste.

Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS 13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt.

Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert:

Stufe 1

Mittels notierter Preise in aktiven Märkten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert direkt von Preisen an aktiven liquiden Märkten abgeleitet werden kann und bei denen das im Markt beobachtbare Finanzinstrument repräsentativ für das zu bewertende Finanzinstrument ist. Hierzu zählen festverzinsliche Wertpapiere sowie ein Publikumsfond, die an liquiden Märkten gehandelt werden.

Stufe 2

Mittels Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert aus gleichartigen, an aktiven Märkten gehandelten Finanzinstrumenten oder mittels Bewertungsverfahren, deren sämtliche Parameter beobachtbar sind, ermittelt werden kann. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente, innerhalb oder außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten.

Stufe 3

Mittels Bewertungsverfahren auf Basis nicht beobachtbarer Parameter bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht aus am Markt beobachtbaren Daten ermittelt werden kann und die ein anderes Bewertungsverfahren benötigen. Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen eine Wertkomponente auf, die nicht beobachtbar ist und einen wesentlichen Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert hat. Hierzu zählen außerbörsliche Derivate sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente.

Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden oder zu Anschaffungskosten in der Bilanz bewertet werden und deren beizulegender Zeitwert im Anhang genannt wird.

Fair-Value-Hierarchie 2020

Mio. € Fair-Value-Hierarchie Gesamt
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Zum 31.Dezember 2020
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 3,6 - 3,6
Beteiligungen - Handel (FVPL) - - 11,9 11,9
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral / erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 10,3 - 10,3
Wertpapiere - Handel (FVPL) 114,6 - - 114,6
Gesamt 114,6 13,9 11,9 140,4
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Ausleihungen - Halten - 39,5 - 39,5
Gesamt - 39,5 - 39,5
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 0,4 - 0,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral / erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - - - -
Gesamt - 0,4 - 0,4
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzschulden - 1.304,4 - 1.304,4
Gesamt - 1.304,4 - 1.304,4

Fair-Value-Hierarchie 2019

Mio. € Fair-Value-Hierarchie Gesamt
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Zum 31.Dezember 2019
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 2,7 - 2,7
Beteiligungen - Handel (FVPL) - - 11,6 11,6
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral / erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 2,8 - 2,8
Wertpapiere - Handel (FVPL) 49,9 - - 49,9
Gesamt 49,9 5,5 11,6 67,0
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Ausleihungen - Halten - 91,1 - 91,1
Gesamt - 91,1 - 91,1
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL) - 4,3 - 4,3
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral / erfolgswirksam
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) - 1,7 - 1,7
Gesamt - 6,0 - 6,0
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzschulden - 1.130,1 - 1.130,1
Gesamt - 1.130,1 - 1.130,1

WACKER überprüft regelmäßig, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. Wie im Vorjahr haben auch im Geschäftsjahr 2020 keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden.

WACKER bewertete im Berichtszeitraum ausschließlich finanzielle Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen, auf Basis quotierter Preise der Kontrahenten oder anhand geeigneter Bewertungsverfahren (Discounted Cashflow bzw. finanzmathematisch anerkannte Verfahren wie z. B. die PAR-Methode, Black-Scholes-Formel) ermittelt.

Die derivativen Finanzinstrumente und die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und unterliegen damit einem wiederkehrenden Fair-Value-Ansatz.

Der Fair Value der derivativen Finanzinstrumente wird auf Basis von Marktdaten wie Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogenen Bewertungsverfahren berechnet.

Die Ermittlungen des beizulegenden Zeitwertes enthalten das eigene bzw. das Ausfallsrisiko des Kontrahenten mit laufzeitadäquaten, am Markt beobachtbaren CDS-Werten. Der Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lässt sich mittels notierter Preise in aktiven Märkten ableiten.

Die Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für diese ist im Anhang jedoch verpflichtend der beizulegende Zeitwert anzugeben.

Der beizulegende Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der zukünftigen erwarteten Cashflows. Die Anwendung der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der marktgerechten Zinsen führt dazu, dass der Buchwert der Ausleihungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgt über die Nettobarwertmethode. Bei dieser werden marktübliche Zinsen zugrunde gelegt.

WACKER hat nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 11,9 Mio. € (Vorjahr 11,6 Mio. €) zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 9 bewertet und in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingruppiert. Dabei handelt es sich um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen. Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar sind. WACKER überprüft die Beteiligungsbuchwerte einmal jährlich, um dem Risiko einer Wertänderung entgegenzuwirken. Für die zum 31. Dezember 2020 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht.

Die von WACKER gehaltene einseitige Call-Option (Stufe 3 der Fair Value Hierarchie) zum Erwerb von einem Prozent der Anteile am Tochterunternehmen WACKER Asahikasei Silicone Co. Ltd., Japan wird zum Stichtag 31. Dezember 2020 zu Anschaffungskosten bilanziert. Die Anschaffungskosten stellen hier die beste Näherung an den Fair Value der Option dar.

Hinsichtlich der Bewertungsverfahren gab es keine Veränderungen zum Vorjahr.

Management von finanzwirtschaftlichen Risiken

WACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen Risiken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, Risiken zeitnah zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken, insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken, werden bezüglich ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos, insbesondere bei der Anlage von Wertpapieren und Zahlungsmitteln, werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung der Geschäfte erfolgen nach internen Kreditrisikogrundsätzen und unterliegen Kontrollen unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen, Anzahlungen und Bankbürgschaften abgesichert. Kundenratings und -kreditlimite basieren auf allgemein verfügbaren Informationen von Ratingagenturen und internen Informationen. Sicherheiten für Finanzinstrumente bestehen nicht. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch, dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertminderungen unter Berücksichtigung von erhaltenen Anzahlungen Rechnung getragen. Informationen zu Ausfallrisiken sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und in den Angaben zu den Bilanzposten enthalten.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien mit Finanzinstituten hoher Bonität und liquide Mittel vorgehalten.

Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form von kurzfristigen Anlagen und offenen Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen.

Hinsichtlich der Fälligkeitsanalyse für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Abschnitt Finanzierungsverbindlichkeiten.

» Siehe Ziffer 16

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken.

Währungsrisiko

Die Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungs-Einnahmen und Ausgaben. Das größte Risiko besteht gegenüber dem US-Dollar. Als US-Dollar-Einnahmen sind alle in US-Dollar fakturierten Umsätze zu verstehen, unter US-Dollar-Ausgaben werden sämtliche US-Dollar-Einkäufe sowie die Standortkosten in US-Dollar erfasst. Als relevante Risikovariable für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem CNY und JPY haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem € simuliert. Die Ausgangsgröße bildet der in der Prognose verwendete Umrechnungskurs. Die Auswirkung auf das EBITDA hätte zum 31. Dezember 2020 -39 Mio. € und zum 31. Dezember 2019 -43 Mio. € betragen. Der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 15,0 Mio. € (Vorjahr 18,9 Mio. €) erhöht. Das Währungs-Exposure lag zum 31. Dezember 2020 bei 390 Mio. € (Vorjahr 435 Mio. €).

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzierungsverbindlichkeiten und zinstragenden Anlagen. Der Vorstand legt die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument mit einem festen oder variablen Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Marktwertsensitivität oder einer Cashflow-Sensitivität gemessen. Finanzierungsverbindlichkeiten und Anlagen mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Festverzinsliche Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeit unterliegen sie keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Variabel verzinslich ergibt sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 eine Nettoanlageposition. Wenn das Marktzinsniveau zum Stichtag 31. Dezember 2020 somit um 100 Basispunkte höher (31. Dezember 2019: höher) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 9,0 Mio. € (Vorjahr 4,0 Mio. €) besser (besser) ausgefallen.

Rohstoffpreisrisiko

Generell bestehen Risiken bezüglich der ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen und ein Ergebnisrisiko bei möglichen Erhöhungen der Rohstoffpreise. Diese Risiken werden im Rahmen von Langfristverträgen abgedeckt. Rohstofftermingeschäfte werden nur in geringem Umfang zur Abdeckung des Strombedarfs in Norwegen eingesetzt. Die erfolgswirksame Erfassung erfolgt in den Herstellungskosten.

Derivative Finanzinstrumente

Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt es sich im Wesentlichen um die laufende Energiebeschaffung. Die Preissicherung der Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen, für die im Wesentlichen die own use exemption des IFRS 9 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.

In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte sowie Devisenswaps und Devisenoptionen. Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen unterlegt sind; zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Devisensicherungen erfolgen insbesondere für den US-Dollar und den japanischen Yen. Bei möglichen Zinssicherungen wird auf die Fälligkeit der Grundgeschäfte abgestellt.

Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von drei Monaten bis maximal 15 Monaten. Im Falle des Japanischen Yen wurden Sicherungen bis 2027 abgeschlossen. Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn- und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach. Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten.

Die beizulegenden Zeitwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt.

Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting durchgeführt. Siehe hierzu Ausführungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten im Zins- bzw. übrigen Finanzergebnis.

Für die strategische Sicherung wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent bezogen auf das erwartete NettoExposure in US-Dollar angestrebt. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure für 2021 zu rund 45 Prozent abgesichert. Die Sicherungsquote der operativen Sicherung in US-Dollar beträgt durchschnittlich rund 50 Prozent. Die Sicherungsquote für Umsätze im japanischen Yen bis 2027 beläuft sich auf rund 25 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 13,2 Mio. € (Vorjahr 4,1 Mio. €) aus Cashflow-Hedge-Beziehungen berücksichtigt.

Davon betrafen -1,9 Mio. € geschlossene Cashflow-Hedge-Beziehungen. Während des Geschäftsjahres 2020 wurden 2,6 Mio. € in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Vorjahr 14,4 Mio. €). WACKER bestimmt die Wirksamkeit der wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument basierend auf Laufzeiten, Währungen und Nominalbeträgen, wobei die Sicherungsquote zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft im Hedge Accounting grundsätzlich 100 Prozent beträgt. WACKER überprüft, ob die designierten Derivate die Cashflows der Grundgeschäfte effektiv absichern mittels Verwendung der hypothetischen Derivate-Methode. Das Kreditrisiko der Kontrahenten sowie Veränderung des zeitlichen Eintritts der gesicherten hochwahrscheinlichen zukünftigen Transaktionen stellen mögliche Quellen der Ineffektivität dar. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren und die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente somit annähernd gegenläufig zu denen der Grundgeschäfte waren. Folgende Tabelle zeigt die Effekte auf die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns aus der strategischen Sicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen im Rahmen des Hedge Accounting:

Mio. € 31.12.2020 31.12.2019
Devisentermingeschäfte zur strategischen Sicherung USD
Buchwert Verbindlichkeit - -1,7
Buchwert Forderung 9,3 0,6
Nennwert -137,4 -163,4
davon langfristig -14,6 -8,7
Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts, die zur Bestimmung der Effektivität der Sicherungsbeziehung verwendet wird 9,3 -1,1
Durchschnittlicher Sicherungskurs USD/€ 1,16 1,15
Devisentermingeschäfte zur strategischen Sicherung JPY
Buchwert Verbindlichkeit - -
Buchwert Forderung 1,0 -
Nennwert -33,8 -
davon langfristig -33,8 -
Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts, die zur Bestimmung der Effektivität der Sicherungsbeziehung verwendet wird 1,0 -
Durchschnittlicher Sicherungskurs JPY/€ 124,4 -

Die Währungsderivate beinhalten im Wesentlichen Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen und Devisenswaps über 565 Mio. US-$, 4,6 Mrd. JPY , 180 Mio. CNY und 80,0 Mio. € (Vorjahr 688,0 Mio. US-$, 850 Mio. JPY, und 95,0 Mio. €). Derivate mit Marktwerten von +12,2 Mio. € werden in 2021 fällig.

Bei den sonstigen Derivaten handelt es sich um auf dem norwegischen Markt gehandelte Strom-Futures mit einem Nominalwert von 2,8 Mio. € (Vorjahr 8,5 Mio. €). Mit den

Strom-Futures wird das Risiko steigender Spot-Marktpreise am Energiemarkt durch eine strukturierte Preisfixierung auf dem Strommarkt begrenzt. Es wurden Derivate bis 2021 abgeschlossen. Der durchschnittliche Sicherungskurs liegt bei 23,3 € /MWh (Vj. 25,3 € /MWh).

Mio € 31.12.2020 31.12.2019
Nominalwerte Marktwerte Nominalwerte Marktwerte
Devisentermingeschäfte 438,6 11,2 508,2 -2,0
Devisenswaps 80,0 -0,3 130,9 -2,3
Devisenoptionen 105,6 2,6 74,7 -
Zinsderivate 110,0 - - -
Sonstige Derivate 2,8 0,0 8,5 3,8
Gesamt 737,0 13,5 722,3 -0,5
Marktwerte für derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Hedge Accounting - 10,3 - -1,1

Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz. Die Tabelle zeigt neben den Finanzinstrumenten, die die Regelungen zur bilanziellen Saldierung nach IAS 32 erfüllen, auch jene Finanzinstrumente, die Aufrechnungsvereinbarungen oder Globalverrechnungsverträgen unterliegen, aber nach IAS 32 nicht saldierungsfähig sind.

Finanzielle Vermögenswerte/Schulden, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegen

Mio € 31.12.2020 31.12.2019
Derivate mit positivem Marktwert Derivate mit negativem Marktwert Derivate mit positivem Marktwert Derivate mit negativem Marktwert
I
Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte / Schulden 15,6 -2,1 6,7 -7,3
II
Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte / Schulden, die in der Bilanz saldiert werden -1,7 1,7 -1,2 1,2
I + II
Nettobeträge finanzieller Vermögenswerte / Schulden, die in der Bilanz ausgewiesen werden 13,9 -0,4 5,5 -6,1
Zugehörige Beträge, die in der Bilanz nicht saldiert werden -0,1 0,1 -1,4 1,4
Netto-Betrag 13,8 -0,3 4,1 -4,7

Im Rahmen der Abwicklung der strategischen Kurssicherung stellt WACKER Devisentermingeschäfte vor Fälligkeit mit einem Gegengeschäft glatt. Das strategische Devisentermingeschäft und das korrespondierende Devisentermingeschäft der Glattstellung werden gemäß den Kriterien des IAS 32 saldiert ausgewiesen. Weiter werden Generalverrechnungsvereinbarungen mit einigen Banken geschlossen, welche nur im Insolvenzfall gelten.

Der Nettobetrag zeigt jenen Betrag an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten, der trotz Saldierung und Globalverrechnungsvereinbarung bei Insolvenz nicht erhalten werden bzw. bezahlt werden muss.

22 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt werden.

Die im betrieblichen Cashflow ausgewiesenen Zinszahlungen wurden um aktivierungspflichtige Bauzeitzinsen gekürzt. Die Bauzeitzinsen erhöhen die Investitionen im Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €).

Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen, da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden.

Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Eine Überleitung der gesamten Zu- und Abflüsse und sonstiger nicht zahlungswirksamer Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten zeigt folgende Übersicht:

Zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten

Mio. € 01.01.2020 Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderung 31.12.2020
Erwerbe / Veräußerungen Wechselkursbedingte Veränderung Sonstiges
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 816,4 297,5 - -5,9 -3,5 1.104,5
Leasingverpflichtungen 137,8 -31,8 19,0 -2,2 - 122,8
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 304,7 -120,4 - -11,6 5,5 178,2
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.258,9 145,3 19,0 -19,7 2,0 1.405,5

Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden Finanzmittelfonds verweisen wir auf Ziffer 11 des Anhangs.

» Siehe Ziffer 11

23 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. WACKER berichtet über vier operative Segmente (SILICONES, POLYMERS, BIOSOLUTIONS und Polysilicon), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Risiko-und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Für eine genauere Beschreibung der Produkte und Organisation der Segmente verweisen wir auf den Lagebericht. Es erfolgt keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten. Die keinem operativen Segment zugeordneten Aktivitäten und Ergebnisse werden als "Sonstiges" ausgewiesen, darunter auch das at-Equity-Ergebnis der Siltronic. Auch die Währungsergebnisse werden unter "Sonstiges" gezeigt.

Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt. Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter "Sonstiges" ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind. Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Auch der als strategisches Investment gehaltene at-Equity-Beteiligungsansatz der Siltronic wird unter "Sonstiges" gezeigt. Bei den geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem Sitz des Kunden als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert. Sowohl das Beteiligungsergebnis als auch der at-Equity-Ansatz der Siltronic werden der Region Deutschland zugeordnet.

WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBITDA. Das EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum EBIT. Das EBIT setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen inklusive dem Equity-Ergebnis und dem sonstigen Beteiligungsergebnis zusammen.

Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung eliminiert.

Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen, Liquidität sowie laufende Steuerforderungen und aktive latente Steuern werden jedoch grundsätzlich dem Segment "Sonstiges" zugeordnet.

Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen laufende Steuerverbindlichkeiten und passive latente Steuern, die im Segment "Sonstiges" gezeigt werden. Die Aufteilung der Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Die Aufteilung der Pensionsrückstellungen erfolgt gemäß den geltenden Personalschlüsseln im Konzern. Die erhaltenen Anzahlungen werden dem jeweiligen Segment direkt zugeordnet.

Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge teilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente auf:

Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-)

Mio. € 2020 2019
SILICONES -0,2 -2,4
POLYMERS -0,2 0,1
BIOSOLUTIONS -0,3 0,2
POLYSILICON 17,4 29,5
Sonstiges 7,5 17,8
Gesamt 24,2 45,2

Wesentliche ergebnisneutral berücksichtigte Wertänderungen betreffen Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) sowie Wertänderungen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen.

Die Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging entfallen in Höhe von -1,5 Mio. € (Vorjahr -3,6 Mio. €) auf das Segment SILICONES und in Höhe von 8,1 Mio. € (Vorjahr 3,7 Mio. €) auf Sonstiges. In Höhe von 2,7 Mio. € (Vorjahr 2,7 Mio. €) ergibt sich eine Veränderung aus derivativen Finanzinstrumenten der Siltronic Beteiligung, die ebenfalls im "Sonstigen" ausgewiesen werden.

Die Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen verteilen sich wie folgt auf die Segmente:

Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen

Mio. € 2020 2019
SILICONES -122,8 -134,5
POLYMERS -42,6 -45,5
BIOSOLUTIONS -11,9 -12,4
POLYSILICON -72,1 -82,3
Sonstiges -231,8 -267,6
Gesamt -481,2 -542,3

Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in den USA, auf 631,1 Mio. € (Vorjahr 686,4 Mio. €) und bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in China auf 513,2 Mio. € (Vorjahr 537,8 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze in Höhe von 638,6 Mio. € (Vorjahr 701,6 Mio. €) bzw. 956,1 Mio. € (Vorjahr 954,6 Mio. €) erzielt werden. Großkunden, mit denen angabepflichtige Umsätze getätigt werden, existieren nicht.

Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:

Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)

Mio. € 2020 2019
Operatives Ergebnis der berichtspflichtigen Segmente 262,3 -536,6
Konsolidierung 0,5 0,3
Konzern-EBIT 262,8 -536,3
Finanzergebnis -44,9 -54,9
Ergebnis vor Steuern 217,9 -591,2
Ertragsteuern -15,6 -38,4
Jahresergebnis 202,3 -629,6

24 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse.

Laufende Nummer Tätigkeit Kennzeichen* Eigenkapital T€ Jahresergebnis T€ Kapitalanteil in % gehalten über lfd. Nummer1
Verbundene Unternehmen
Deutschland
1 Alzwerke GmbH, München Sonstiges a), b) 7.160 - 100,00 0
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn-Riemerling Silicones a), b) 5.010 -2 100,00 0
3 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München Sonstiges a), b) 26 - 100,00 0
4 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs-GmbH, München - 28 -1 100,00 0
5 WACKER POLYSILICON Geschäftsführungs-GmbH, Nünchritz - 25 -1 100,00 0
6 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München - 79 - 100,00 0
7 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München - 34 -1 100,00 0
8 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München - 26 -1 100,00 0
9 Wacker Biotech GmbH, Jena Biosolutions 290 - 100,00 0
10 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München - 24 - 100,00 0
11 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München - a), b) 2.753 - 100,00 0
12 Wacker-Chemie Zehnte Venture GmbH, München - 24 - 100,00 0
13 Wacker-Chemie Elfte Venture GmbH, München - 24 - 100,00 0
14 Wacker-Chemie Zwölfte Venture GmbH, München - 24 - 100,00 0
Übriges Europa
15 Wacker Chemicals Finance B. V., Zaanstad, Niederlande Holding 2.119.281 -5.543 100,00 0
16 Wacker Chemicals Ltd., Bracknell, Vereinigtes Königreich Vertrieb 914 363 100,00 0
17 Wacker Chemie Italia S. r. l., Segrate, Italien Vertrieb 14.233 5.137 100,00 0
18 Wacker-Chemie Benelux B. V., Zaanstad, Niederlande Vertrieb 642 287 100,00 15
19 Wacker Chimie S. A. S., Lyon, Frankreich Vertrieb 2.053 724 100,00 0
20 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden Vertrieb 1.028 440 100,00 0
21 Wacker Química Ibérica, S. A., Barcelona, Spanien Vertrieb 1.313 565 100,00 0
22 Wacker-Chemie, s. r. o., Pilsen, Tschechien Vertrieb, Silicones 3.655 237 100,00 0
23 Wacker-Chemia Polska Sp. z o. o., Warschau, Polen Vertrieb 1.423 830 100,00 0
24 Wacker Chemie Hungary Kft., Budapest, Ungarn Vertrieb 1.005 328 100,00 0
25 LLC Wacker Chemie Rus, Moskau, Russland Vertrieb 819 318 100,00 0
26 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Hemne, Norwegen Silicones 91.469 -2.682 100,00 15
27 Wacker Kimya Tic. Ltd. Sti., Istanbul, Türkei Vertrieb 314 259 100,00 15
28 Wacker Biosolutions León, S. L. U., León, Spanien Biosolutions 16.459 556 100,00 15
29 Wacker Biotech B. V., Amsterdam, Niederlande Biosolutions 12.680 -4.175 100,00 15
Amerika
30 Wacker Química do Brasil Ltda., Jandira - Sao Paulo, Brasilien Silicones, Polymers, Biosolutions 23.270 6.535 99,90 0,10 0 2
31 Wacker Mexicana S. A. de C. V., Mexiko, D. F., Mexiko Vertrieb 1.683 397 100,00 0
32 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA Silicones, Polymers, Biosolutions 2.066.099 -35.787 100,00 15
33 WACKER POLYSILICON North America, LLC., Cleveland, Tennessee, USA Polysilicon 1.608.387 17.313 100,00 32
34 Wacker Colombia S. A. S., Bogotá, Kolumbien Vertrieb 190 36 100,00 15
Asien
35 Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan Silicones 15.681 1.663 50,003 0
36 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur Vertrieb 3.099 764 100,00 0
37 Wacker Chemicals Hong Kong Ltd., Hong Kong, China Vertrieb 2.624 176 100,00 0
38 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd. Kolkata, Indien Silicones 81.329 18.527 51,00 0
39 Wacker Chemicals Korea Inc Seongnam-si, Südkorea Silicones, Polymers 144.746 19.658 100,00 15
40 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan Vertrieb 469 39 100,00 0
41 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur Holding 47.898 -19 51,00 0
42 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 38.619 6.490 100,00 41
43 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 79.794 9.537 100,00 44
44 Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China Vertrieb 248.279 19.320 100,00 0
45 Wacker Chemicals (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing, China Polymers, Biosolutions 79.087 4.372 100,00 44
46 Wacker Chemie India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien Vertrieb 3.619 86 99,90 0,10 15 0
47 PT. Wacker Chemicals Indonesia, Tangerang, Indonesien Silicones, Polymers, Biosolutions 227 39 99,00 1,00 15 2
Übrige Regionen
48 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Mulgrave, Melbourne, Australien Vertrieb 831 190 100,00 0
49 Wacker Chemicals Middle East FZE, Dubai, VAE Vertrieb 3.785 768 100,00 0
Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen
50 Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur2 Silicones 397.270 6.691 25,00 0
51 Wacker Dymatic Silicones (Shunde) Co., Ltd., Foshan, China Silicones 24.608 3.577 50,00 44
52 Siltronic AG, München2 Sonstiges 871.795 160.784 30,83 0
53 Nexeon Ltd., Abingdon, Oxfordshire, Vereinigtes Königreich4 Sonstiges 19.699 -7.699 24,99 0

Kennzeichen:
a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1 Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2 Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft; Angabe des konsolidierten Abschlusses nach IFRS
3 Beherrschender Einfluss auf Grund von potenziellen Stimmrechten
4 Aufgeführt ist der Jahresabschluss für den Zeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2019 nach UK GAAP

25 Beziehungen zu nahestehenden Personen

Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern.

Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.

Der WACKER-Konzern wird durch die Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung.

WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Zum 31. Dezember 2020 ergaben sich Leasingverpflichtungen in Höhe von 13,3 Mio. € (Vorjahr 48,1 Mio €). Der Zinsaufwand betrug in 2020 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio €). Weiter bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 2,6 Mio. € (31.12.2019: 2,7 Mio. €) im Wesentlichen im Zusammenhang mit noch ausstehenden Beitragszahlungen.

Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht.

» www.unternehmensregister.de

Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen / Personen

Mio € 2020
Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Assoziierte Unternehmen 150,4 112,3 14,4 8,9
Gemeinschaftsunternehmen 4,1 1,3 0,7 0,4
Mio € 2019
Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Assoziierte Unternehmen 148,0 133,4 7,9 16,1
Gemeinschaftsunternehmen 4,7 1,4 1,0 0,2

Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen.

» Siehe Ziffer 18

Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von 39,5 Mio. € die als kurzfristige Finanzforderung ausgewiesen wird (Vorjahr 91,1 Mio. €, davon 50,8 Mio. € kurzfristig).

Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats:

Vergütungen für Organe

Feste Vergütungen Variable Vergütungen Altersversorgung1 Gesamt
Vorstandsvergütungen 2020 2.913.416 3.138.925 1.651.149 7.703.490
Vorstandsvergütungen 2019 2.910.069 3.047.500 1.403.332 7.360.901
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2020 42.230.614
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2019 36.731.498
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2020 1.906.493
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2019 2.255.993
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2020 36.109.573
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2019 35.727.056
Aufsichtsratsvergütungen 2020 2.165.000 - - 2.165.000
Aufsichtsratsvergütungen 2019 2.159.877 - - 2.159.877

1 Die Vergütung für die Altersversorgung ergibt sich aus dem Dienstzeitaufwand. Der Zinsaufwand belief sich auf 459.144 € (Vorjahr 609.219 €).

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und beinhaltet Angaben, die nach dem deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind.

Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden. Die Veröffentlichung dieser Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der Wacker Chemie AG.

» https://www.wacker.com/cms/de-de/about-WACKER/investor-relations/ corporate-governance/directors-dealings.html

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind in dem Kapitel "Weitere Informationen" aufgeführt.

26 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers Co. Ltd. vor. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50 prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic Aktionäre. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen.

Die rechtliche Unternehmensstruktur von WACKER wie auch die Organisationsstruktur blieben weitgehend unverändert.

München, den 04. März 2021

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl Christian Hartel
Tobias Ohler Auguste Willems

Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur Prüfung

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet. Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll- und Steuerungssysteme werden kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 23. Februar 2021 ausführlich behandelt. Über die Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

MÜNCHEN, DEN 04. MÄRZ 2021

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl Christian Hartel
Tobias Ohler Auguste Willems

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Als Ergebnis unserer Prüfung haben wir den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Wacker Chemie AG, München

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gewinn- und Verlust-rechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Eigenkapitals und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungs-methoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemä1, Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen aufgrund des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten"

Zur Darstellung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" verweisen wir auf den Abschnitt "Restrukturierungsrückstellung" im Konzernabschluss sowie die Abschnitte "Ziele und Strategien" und "Mitarbeiter" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Konzernanhang, Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze".

Das Risiko für den Abschluss

Der Konzern hat in einer Konzernbetriebsvereinbarung freiwillige Maßnahmen, wie Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge beschlossen.

Zum Stichtag wurden Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von EUR 48,0 Mio zur Umsetzung des geplanten Stellenabbaus im Rahmen des temporären Freiwilligenprogramms "Zukunft gestalten" gebildet und entsprechend im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Das Restrukturierungsprogramm enthält Maßnahmen, die Leistungen aus dem laufenden Beschäftigungsverhältnis sind, aber auch Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Die Unterscheidung zwischen den einzelnen Maßnahmen im Sinne des IAS 19 hat eine erhebliche Auswirkung auf die Aufwandserfassung im Geschäftsjahr und kann aufgrund der verschiedenen Gestaltungsformen komplex sein.

In den Fällen, in denen Leistungen an Arbeitnehmer zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses zugesagt werden und bis zur tatsächlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch einige Zeit verstreicht, ist zu beurteilen, ob eine Leistung aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder eine Leistung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorliegt. Bei Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist die Entstehung einer Verpflichtung durch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses begründet und ist unabhängig davon, ob künftig eine Arbeitsleistung erbracht wird. Ein Unternehmen hat derartige Leistungen sofort als Schuld und Aufwand anzusetzen, wenn es das Angebot nicht mehr zurückziehen kann oder wenn es die Kosten für eine Restrukturierung, welche Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses beinhaltet, ansetzt. Bei Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist der Aufwand über die Dienstzeit verteilt.

Der Ansatz und die Bewertung der Restrukturierungsrückstellungen sind komplex und hängen von der Ausgestaltung der Konzernbetriebsvereinbarung, der Abfindungsbeträge sowie der Freistellung von Mitarbeitern ab.

Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Leistungen an Arbeitnehmer nicht in angemessener Höhe im Konzernabschluss erfasst und bewertet wurden.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting und der Personalabteilung sowie durch Würdigung der Konzernbetriebsvereinbarung und der darauf basierenden Aufhebungsvereinbarungen ein Verständnis über die Maßnahmen im Rahmen des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" sowie den Prozess der Ermittlung der Rückstellungsbeträge verschafft.

Wir haben die bilanziellen Implikationen auf Basis der verschiedenen Maßnahmen kritisch hinterfragt. Dabei haben wir insbesondere die Unterscheidung zwischen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Sinne des IAS 19 kritisch gewürdigt.

Wir haben anhand einer risikoorientierten Auswahl an Einzelverpflichtungen die zugrundeliegenden Daten, die zur Bewertung der Verpflichtung notwendig waren, mit den vertraglichen Grundlagen und Personalakten abgestimmt und die Berechnung nachvollzogen. Dies beinhaltet auch die Prüfung der Übereinstimmung der Berechnungsmethodik mit der Konzernbetriebsvereinbarung.

Unsere Schlussfolgerungen

Die Klassifizierung der im Geschäftsjahr angebotenen freiwilligen Maßnahmen im Rahmen des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" und der darauf basierende Ansatz und die Bewertung von Verpflichtungen ist im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungsgrundsätzen.

Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON

Zur Darstellung des Segments WACKER POLYSILICON im Geschäftsjahr verweisen wir auf den Abschnitt "Segmentdaten nach Bereichen" im Konzernabschluss sowie den Abschnitt "Segmentberichterstattung" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Konzernanhang, Abschnitt "Bilanzierungs-und Bewertungsgrundsätze".

Das Risiko für den Abschluss

Der Buchwert des Vermögens im Segment WACKER POLYSILICON beträgt zum Stichtag EUR 1,0 Mrd. Im Vorjahr wurde eine Wertminderung in Höhe von EUR 760 Mio für das Sachanlagevermögen des Segments erfasst. Neben der laufenden Abschreibung erfolgten im Geschäftsjahr 2020 weder weitere Wertminderungen noch Zuschreibungen. Der für das Segment bedeutende Markt der Photovoltaik zeichnet sich durch eine hohe Volatilität und Wettbewerbsintensität aus. Dadurch war in der Vergangenheit die Geschäftsentwicklung im Segment WACKER POLYSILICON durch starke Preisschwankungen geprägt. Nach einem Rückgang im Jahr 2019 hat sich der Marktpreis für Polysilicium im Geschäftsjahr 2020 entsprechend der Erwartungen des Vorjahres stabilisiert. Der Umsatz im Segment WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2020 aufgrund von höheren Absatzmengen sowie einem besseren Produktmix leicht erhöht. Dennoch ist auch in Zukunft von einer hohen Volatilität des Marktpreises auszugehen. Dem Segment sind Produktionsanlagen aus Burghausen, Nünchritz und Charleston zugeordnet, die eine zahlungsmittelgenerierende Einheit bilden.

Werthaltigkeitstests sind für Sachanlagen durchzuführen, wenn Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung hinweisen. Des Weiteren hat ein Unternehmen an jedem Berichtsstichtag zu prüfen, ob ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein Wertminderungsaufwand, der für einen Vermögenswert in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt bzw. wegfällt, ist der erzielbare Betrag des Vermögens der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu schätzen, der dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht. WACKER hat in seiner Ermittlung den Nutzungswert zugrunde gelegt.

Die operative Planung und somit die Einschätzung, ob das Sachanlagevermögen des Segments WACKER POLYSILICON werthaltig ist, ist ermessensbehaftet und erfordert Annahmen über den Abzinsungssatz sowie zahlreiche zukunftsorientierte Schätzungen - z. B. hinsichtlich der zukünftig nachgefragten Menge auf Basis des erwarteten Zubaus von Photovoltaikanlagen sowie der Entwicklung des Halbleiter-Marktes, welches die wesentlichen Absatzmärkte von Polysilicium sind, der Preisentwicklung, des weltweiten Ausbaus von Produktionskapazitäten für Polysilicium und der damit zu erwartenden Zahlungsmittelzu- und -abflüsse. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass das zum Abschlussstichtag ausgewiesene Sachanlagevermögen des Segmentes WACKER POLYSILICON nicht in angemessener Höhe erfasst wurde.

Unser Vorgehen in der Prüfung

Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zur Identifizierung von Anhaltspunkten auf Wertminderung und Wertaufholungen sowie Ermittlung der erzielbaren Beträge verschafft. Die von der Gesellschaft identifizierten Anhaltspunkte auf Wertveränderungen haben wir analysiert und anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt. Wir haben den von der Gesellschaft erstellten Wertminderungstest für das Segment WACKER POLYSILICON erhalten. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand, Vertretern des Segments WACKER POLYSILICON sowie der Abteilung Corporate Accounting haben wir uns die darin verwendeten Bewertungsannahmen und -parameter erläutern lassen und ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt. Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Bewertungsannahmen und -parameter sowie die rechnerische Richtigkeit und die IFRS-Konformität des Bewertungsmodells der Gesellschaft gewürdigt. Des Weiteren haben wir die Angemessenheit der den erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen zugrundeliegenden Annahmen und Parameter durch Abgleich mit der durch den Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung und durch einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Letztere basieren insbesondere auf langfristigen externen Prognosen hinsichtlich der Installationsmenge im Bereich der Photovoltaik sowie der Entwicklung des Halbleiter-Marktes.

Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie aktuellen Zwischenergebnissen analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Abzinsungssatzes und des erwarteten EBITDA auf den erzielbaren Betrag untersucht, indem wir alternative Szenarien des Mandanten nachgerechnet und mit den Bewertungsergebnissen der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse).

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die von der Gesellschaft zur Beurteilung der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON verwendeten Annahmen und Parameter und die Schlussfolgerungen aus dem darauf basierenden Wertminderungstest sind sachgerecht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird,

die nichtfinanzielle Konzernerklärung in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird,

die im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzern-abschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmens-tätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, ein-schließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB

Wir haben gemäß, § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei , "WACKER_Konzern.zip"(SHA256-Hashwert: dfe36d1 f33f0825a718f2303182695fbe6b7f46d5 a24ec366155decca02687a1) die im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der Datei, die im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Wir haben unsere Prüfung der in der Datei, die im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 04. August 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. Dezember 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Konzernabschlussprüfer der Wacker Chemie AG, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht einzeln im Konzernabschluss oder im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns angegeben wurden, zusätzlich zur Konzernabschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

Wir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG geprüft. Prüfungsintegriert erfolgten prüferische Durchsichten von Zwischenabschlüssen der Konzernunternehmen. Ferner wurden andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Prüfungen nach dem EEG, EMIR-Prüfungen nach § 20 WpHG, die Bescheinigung der Strompreiskompensation und die betriebswirtschaftliche Prüfung des nichtfinanziellen Berichts.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen.

München, den 04. März 2021

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andrejewski Hanshen
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker ¹,²,³
Vorsitzender

Bad Wiessee
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Blue Elephant Energy AG

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums
ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Manfred Köppl *,¹,²,³
Stv. Vorsitzender

Kirchdorf
Vorsitzender Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Peter Áldozó*

Burghausen

Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Prof. Dr. Andreas Biagosch
München
Geschäftsführer der Impacting l GmbH & Co. kg und der Impact GmbH

Mitglied des Board of Directors
Ashok Leyland, Chennai, Indien
Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien

Mitglied des Aufsichtsrats
Aixtron SE

Vorsitzender des Beirats
athos Service GmbH (seit 15. Juni 2020

Mitglied des Beirats
athos Service GmbH (bis 14. Juni 2020)
Lürssen Werft GmbH & Co. kg (bis 12. November 2020)

Dr. Gregor Biebl
München
Ministerialdirektor
Bayerische Staatskanzlei

Matthias Biebl
München
Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG

Markus Hautmann
(seit 01. Januar 2021)

Schwandorf
Bezirksleiter IG BCE Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats SMP Deutschland GmbH

Siltronic AG (seit 01. Januar 2021)

Ingrid Heindl*
Reischach
Mitglied Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Konrad Kammergruber*
(bis 30. September 2020)

Burghause
Ehemaliger Leiter Infrastruktur Services der Wacker Chemie AG

Jörg Kammermann*
(bis 31. Dezember 2020)

Burghausen
Ehemaliger Bezirksleiter IG BCE Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats
Siltronic AG (bis 31. Dezember 2020)

Eduard-Harald Klein*,¹

Neuötting

Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Franz-Josef Kortüm¹,²,³
München
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE

Vorsitzender des Beirats
Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

Mitglied des Board of Directors
Autoliv Inc., USA

Barbara Kraller*

Taching
Stv. Vorsitzende Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Vorstand

Beate Rohrig*
Unterhaching
Landesbezirksleiterin IG BCE Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats
ADIDAS AG
Evonik Nutrition & Care GmbH (bis 01. Juli 2020)

Dr. Birgit Schwab*
(seit 01. Oktober 2020)

Burghausen
Leiterin Qualitätsmanagement WACKER BIOSOLUTIONS

Mitglied des Aufsichtsrats

Burghauser Wohnbau GmbH (seit 01. Mai 2020)

Ann-Sophie Wacker
München
Rechtsanwältin

Dr. Susanne Weiss
München
Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei
Weiss Walter Fischer-Zernin

Vorsitzende des Aufsichtsrats
ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG

Mitglied des Aufsichtsrats
Porr AG, Österreich
Spielvereinigung Unterhaching (seit 03. Februar 2020) UBM Development AG, Österreich

Vorsitzende des Beirats
Alu-Sommer GmbH, Österreich

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München

Professor emeritus für Biochemie an der LMU München

Dr. Rudolf Staudigl
Vorsitzender

WACKER POLYSILICON
Obere Führungskräfte
Konzernentwicklung
Corporate Communications
Investor Relations
Konzernrevision
Recht
Compliance
Retirement Benefits

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
Groz-Beckert KG

Mitglied des Aufsichtsrats
tüv Süd AG

Dr. Christian Hartel

WACKER POLYMERS
WACKER BIOSOLUTIONS
Personal /Soziales (Arbeitsdirektor)
Zentrale Ingenieurtechnik
Forschung und Entwicklung
Intellectual Property

Region Asien

Dr. Tobias Ohler

Bilanzierung und Steuern
Konzerncontrolling
Finanzen und Versicherungen
Information Technology
Procurement & Logistics Region Amerika

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Siltronic AG

Mitglied des Aufsichtsrats
Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Auguste Willems

WACKER SILICONES

Sales and Distribution

Werkleitungen

Corporate Security

Umwelt /Gesundheit /Sicherheit

Product Stewardship

Regionen Europa, Mittlerer Osten

* Arbeitnehmervertreter; für die Aufsichtsratsvergütung gelten die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA).
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Franz-Josef Kortüm)

Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 ("Kodex") über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289f, 315d HGB über die Unternehmensführung.

Entsprechenserklärung 2020 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2020 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2020 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht und ist dort - zusammen mit weiteren, nicht mehr aktuellen Entsprechenserklärungen - für mindestens fünf Jahre abrufbar.

1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2019 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 07. Februar 2017 mit den nachfolgend unter 2. a), e), f), g), i), j), k) und l) aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 weiter mit den nachfolgend unter 2. a), b), c), d), e), f), g) und h) aufgeführten Ausnahmen entsprechen.

2. Ausnahmen

a) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Abs. 2 bzw. Empfehlung C.1)

Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG gehört diesem in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüberhinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

b) Vorstandsmitglied soll nicht zugleich Aufsichtsratsvorsitzender einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft sein (Empfehlung C.5)

Unser Vorstandsmitglied Dr. Tobias Ohler ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG. Die Siltronic AG war bis zu ihrer Entkonsolidierung im März 2017 eine Konzerntochter und ein Geschäftsbereich der Wacker Chemie AG, für den Herr Dr. Ohler als Ressortvorstand verantwortlich war. Die aus dieser Funktion resultierende Arbeitsbelastung war mindestens so hoch wie nun die Belastung aus der Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender. Wir sehen daher keinen Anlass anzunehmen, dass Herr Dr. Ohler für eines seiner beiden Mandate zu wenig Zeit aufbringen kann. Wir halten es deshalb nicht für sinnvoll, dass Herr Dr. Ohler sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG vorzeitig niederlegt, zumal es angebracht erscheint, dass der größte Aktionär der Siltronic AG auch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats stellt.

c) Unabhängigkeit von mehr als der Hälfte der Anteilseignervertreter von Gesellschaft und Vorstand (Empfehlung C.7)

Nach der neuen Definition von "Unabhängigkeit" im Kodex gelten solche Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehören, nicht mehr als unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand. Dieses Kriterium der "zu langen" Zugehörigkeit erfüllen im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter - wobei eine Anteilseignervertreterin das Kriterium nur zugerechnet darüber erfüllt, dass sie eine nahe Familienangehörige eines anderen Mitglieds ist, das bereits seit mehr als zwölf Jahren im Aufsichtsrat vertreten ist, obwohl sie selbst dem Aufsichtsrat erst seit kurzem angehört. Wir halten die grundsätzliche Festlegung dieser Empfehlung für verfehlt. Aus unserer Sicht führt eine lange Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat gerade nicht zwangsläufig zu einem wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt - auf den es für die Beurteilung der Unabhängigkeit nach wie vor ankommen sollte. Erst recht nicht, wenn die lange Zugehörigkeit lediglich über ein Verwandtschaftsverhältnis "zugerechnet" wird. Wir halten es im Gegenteil für sehr wünschenswert, dass uns unsere Aufsichtsratsmitglieder über einen langen Zeitraum begleiten. Es fördert das unbedingt erforderliche tiefe Verständnis des Unternehmens, seines Geschäfts und des Wettbewerbsumfelds sowie der Chancen und Risiken und trägt zu einer auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichteten Beratung und Kontrolle bei. Wir halten es auch nicht für sinnvoll, nun einige der Anteilseignervertreter um Niederlegung ihres Mandats zu bitten, um die Kodex-Empfehlung zu befolgen. Aus diesem Grund weichen wir von dieser Empfehlung ab. Die übrigen Kriterien fehlender Unabhängigkeit von Gesellschaft und Vorstand treffen auf keinen der Anteilseignervertreter zu.

d) Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden, des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie des Vorsitzenden des Präsidialausschusses (Empfehlungen C.10 und D.4)

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der zugleich Vorsitzender des Präsidialausschusses ist, gehört dem Aufsichtsrat bereits länger als zwölf Jahre an und gilt aus diesem Grund gemäß der Kodex-Empfehlungen als nicht unabhängig von Gesellschaft und Vorstand. Dasselbe gilt für den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, der dem Aufsichtsrat ebenfalls bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Insofern ist eine Abweichung von den Empfehlungen c.10 und d.4 zu erklären. Wir sehen bei beiden Mitgliedern des Aufsichtsrats keinerlei Hinweise auf drohende wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte und halten daher die Vermutung der fehlenden Unabhängigkeit aufgrund der langen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat in beiden konkreten Fällen für unschädlich. Vielmehr profitieren das Gremium sowie die beiden Ausschüsse von der langjährigen Erfahrung ihrer Vorsitzenden. Einen Wechsel der Vorsitzenden halten wir nach Abwägung aller Umstände deshalb nicht für geboten. Der Vollständigkeit halber weisen wir darauf hin, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses alle anderen gesetzlichen und vom Kodex empfohlenen Anforderungen erfüllt und zudem unabhängig vom kontrollierenden Aktionär ist.

e) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.1 Abs. 5 bzw. Empfehlung C.14)

Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Zu den Kandidatenvorschlägen machen wir die gesetzlich geforderten Angaben. Auch der Geschäftsbericht enthält wesentliche Angaben zu den Aufsichtsratsmitgliedern. Die Angaben genügen aus unserer Sicht. Wir können den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht unserer Aufsichtsratsmitglieder, daher nicht erkennen.

f) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Ziffer 5.4.3 bzw. Empfehlung C.15)

Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist.

g) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Ziffer 5.3.3 bzw. Empfehlung D.5)

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

h) Festlegung der Leistungskriterien für die variable Vergütung für das bevorstehende Geschäftsjahr (Empfehlung G.7)

Wir halten es für sinnvoll, die variable Vergütung für das kommende Geschäftsjahr in derselben Aufsichtsratssitzung festzulegen, in der über die variable Vergütung für das vergangene Geschäftsjahr entschieden wird. Dies erfolgt naturgemäß in der März-Sitzung des Aufsichtsrats. In diesem Zusammenhang werden auch die Leistungskriterien für die variable Vergütung festgelegt. Diese Vorgehensweise hat sich in der Vergangenheit bewährt und wir halten es nicht für effizient, die Entscheidung über die Leistungskriterien und die Entscheidung über Ziel- und Maximalvergütung in zwei unterschiedlichen Sitzungen zu behandeln. Aus diesem Grund wird die Empfehlung, dass die Leistungskriterien für alle variablen Vergütungsbestandteile für das bevorstehende Geschäftsjahr festgelegt werden sollen, nicht befolgt.

i) Selbstbehalt bei d & o-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 3.8 Abs. 2)

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

j) Zukunftsbezogenheit der Bemessungsgrundlage für die variable Vorstandsvergütung (Ziffer 4.2.3 Abs. 2)

Die Empfehlung, die inzwischen nicht mehr im Kodex enthalten ist, wurde in der Vergangenheit nicht befolgt. Nach dem bisher geltenden Vergütungssystem berechneten sich die variablen Bestandteile der Vorstandvergütung auf Basis einer dreijährigen, und damit mehrjährigen, Bemessungsgrundlage. 15 Prozent der variablen Vergütung wurden außerdem in Aktien ausgezahlt, die einer zweijährigen Haltefrist unterlagen. Auch wenn die Bemessungsgrundlage damit nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen war, hielten wir unser Konzept der variablen Vergütung für ausgewogen und geeignet, die richtigen Anreize für eine nachhaltige Unternehmenspolitik zu setzen. Das Vergütungssystem stellte sicher, dass die Mitglieder des Vorstands über einen längeren Zeitraum an positiven und negativen Entwicklungen der Gesellschaft teilnahmen - einerseits über die Aktienkomponente und andererseits über die Durchschnittsbetrachtung eines Zeitraums von drei Jahren.

k) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)

Nach dieser früheren Empfehlung sollte der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen.

l) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre (Ziffer 5.4.3)

Nach dieser früheren Empfehlung sollten die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wurde die Empfehlung nicht befolgt.

Berichterstattung zur Corporate Governance

Aktionäre und Hauptversammlung

Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren

WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit, gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Webseite veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig nehmen wir an Konferenzen und Roadshows teil und suchen aktiv den Kontakt zu institutionellen Anlegern. Im vergangenen Geschäftsjahr fanden nahezu alle diese Veranstaltungen virtuell statt. Daneben finden regelmäßig Kapitalmarkttage statt, 2020 haben wir zwei solcher Veranstaltungen virtuell durchgeführt. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht sowie die Satzung der Wacker Chemie AG und die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das Podcast Center.

» www.wacker.com

Hauptversammlung

Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäftsbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie den Nichtfinanziellen Bericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auf der Webseite zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Wacker Chemie AG hat, wie im deutschen Aktiengesetz vorgeschrieben, ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür.

Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite.

Vorstand

Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling.

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit.

Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu.

Besetzung des Vorstands

Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand kontinuierlich für eine nachhaltige und langfristige Nachfolgeplanung im Vorstand, um eine dauerhafte, kompetente Führung sicherzustellen und auf kurzfristige Ausfälle oder Abgänge angemessen reagieren zu können. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet, berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, wobei er im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern die Führungskräfteplanung des Unternehmens berücksichtigt. Es werden außerdem die Anforderungen des Aktiengesetzes und des Kodex sowie die Aspekte des vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Vorstands beachtet. Der Präsidialausschuss erstellt unter Berücksichtigung dieser Kriterien, der unternehmerischen Bedürfnisse sowie der konkreten Qualifikationsanforderungen ein Anforderungsprofil. Auf dieser Basis erörtert und benennt der Präsidialausschuss für jeden Vorstandsposten eine Reihe von potenziellen Nachfolgern. Bei der Identifikation und Nominierung solcher Kandidaten wirkt der Vorstand mit. Um eine angemessene Nachfolgeplanung zu ermöglichen, greifen Aufsichtsrat und Vorstand auch auf die Ergebnisse der Evaluierung der weiteren Führungsebenen im Unternehmen zurück, um fortlaufend geeignete Personen zu identifizieren. Ist eine Stelle neu zu besetzen, erstellt der Präsidialausschuss so frühzeitig wie möglich eine engere Auswahl von verfügbaren Kandidaten, führt mit diesen Gespräche und unterbreitet dem Aufsichtsrat anschließend einen begründeten Vorschlag sowie eine Empfehlung zur Beschlussfassung. Maßgeblich ist dabei stets das Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls. Je nach Situation werden Personalberater in diese Arbeit einbezogen, um die persönliche Sicht der Aufsichtsratsmitglieder zu validieren und um ein vollständiges Bild des in Frage kommenden Kandidatenpools zu erlangen.

Diversitätskonzept für den Vorstand

Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Wir sind überzeugt, dass nur ein divers zusammengesetztes Gremium dieser Aufgabe gerecht werden kann. Es kommt entscheidend auf eine ausgewogene Zusammensetzung an, die dem Querschnitt der Aufgabenstellungen Rechnung trägt.

Für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat auf dieser Basis im Wesentlichen die folgenden Diversitäts-Aspekte:

Es wird großer Wert auf unterschiedliche Bildungs-und Berufshintergründe gelegt: Im Vorstand eines Chemieunternehmens sollten in jedem Fall naturwissenschaftliche Kompetenz und/oder Erfahrung in der chemischen Industrie vertreten sein. Gleichzeitig bedarf es aber auch der Kenntnis und Erfahrung im Bereich der Rechnungslegung, des Finanzmanagements, der Unternehmenssteuerung, Planung und Strategie sowie eines profunden Verständnisses der Zusammenhänge und Anforderungen des Kapitalmarkts.

In einem global tätigen Unternehmen wie der Wacker Chemie AG sind darüber hinaus unterschiedliche kulturelle Hintergründe oder jedenfalls ausgeprägte interkulturelle und internationale Erfahrungen unerlässlich.

Es kommt außerdem auf eine altersmäßig ausgewogene Struktur des Gesamtgremiums an. In der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist für Vorstandsmitglieder eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren vorgesehen, die bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern zu berücksichtigen ist.

Wir sind überzeugt davon, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen - dazu gehört auch, dass auch Frauen im Vorstand vertreten sind. In diesem Zusammenhang sind im Unternehmen bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen ergriffen worden.

Ziel des beschriebenen Diversitätskonzepts ist die optimale Zusammensetzung des Vorstands, um eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. Die diverse Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Gremium alle relevanten Themen mit angemessenem Sachverstand beurteilen, alle wesentlichen Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berücksichtigen und die richtigen Schwerpunkte setzen kann. Die Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder sorgt dafür, dass das Unternehmen einerseits von der langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung einzelner Vorstandsmitglieder profitieren kann. Andererseits wird so für das Nachrücken jüngerer Mitglieder und neue Impulse gesorgt.

Das Diversitätskonzept für den Vorstand wird bei der Besetzung der Vorstandsposten berücksichtigt.

Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands entspricht dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt; die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre.

Zugehörigkeitsdauer der Aufsichtsratsmitglieder

Name Mitglied des Aufsichtsrats seit
WACKER, Dr. Peter-Alexander (Vorsitzender) 08. Mai 2008
Köppl, Manfred (Stellvertretender Vorsitzender) 01. April 2003
Áldozó, Peter 22. Juli 1998
Biagosch, Prof. Dr. Andreas 26.Januar 2015
Biebl, Dr. Gregor 08. Mai 2013
Biebl, Matthias 08. Mai 2008
Hautmann, Markus 01. Januar 2021
Heindl, Ingrid 09. Mai 2018
Kammergruber, Konrad* 01. Januar 2012
Kammermann, Jörg** 14. November 2018
Klein, Eduard-Harald 01. April 2003
Kortüm, Franz-Josef 05. April 2001
Kraller, Barbara 24. April 2017
Rohrig, Beate 18. Juli 2019
Schwab, Dr. Birgit 01. Oktober 2020
WACKER, Ann-Sophie 09. Mai 2018
Weiss, Dr. Susanne 08. Mai 2008
Winnacker, Prof. Dr. Ernst-Ludwig 27. September 2005

* bis 30. September 2020
** bis 31. Dezember 2020

Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrats

Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2020 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm.

Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Er unterzieht zudem den zusammengefassten gesonderten Nichtfinanziellen Bericht (§§ 289b, 315b HGB) einer Vorprüfung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit der internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2020 Herr Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und Herr Manfred Köppl.

Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss (vgl. § 27 Abs. 3 MitbestG), der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht wird. Im Geschäftsjahr 2020 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an.

Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung C.1 des Kodex folgend hat der Aufsichtsrat von WACKER unter Berücksichtigung der

Empfehlungen des Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat beschlossen:

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.

(I) Ziele für die Zusammensetzung

1. Internationale Expertise

Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler Erfahrung angehören.

2. Vermeidung von / Umgang mit Interessenkonflikten

Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen.

3. Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder

Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor.

4. Vielfalt (Diversity)

Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs. 2 Aktiengesetz hat sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen.

(II) Kompetenzprofil

Bei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung, branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an. Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem inhaltlichem Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:

Im Aufsichtsrat soll ein angemessener Sachverstand in den Bereichen Unternehmensführung, Bilanzierung, Controlling, Risikomanagement, Corporate Governance und Compliance vertreten sein.

Der Aufsichtsrat muss in seiner Gesamtheit mit der Chemiebranche vertraut sein (§ 100 Abs. 5 AktG).

Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG).

Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den beschlossenen Zielen und dem Kompetenzprofil.

Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat

Das vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung verfolgte Diversitätskonzept spiegelt sich in den vom Aufsichtsrat beschlossenen Zielen für seine Zusammensetzung sowie im Kompetenzprofil wider.

Danach werden bei der Besetzung von Aufsichtsratspositionen die Diversitätskriterien internationale und interkulturelle Erfahrung, ausgewogene Altersstruktur sowie unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Fachkenntnisse und Bildungshintergründe berücksichtigt. Außerdem sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben hat sich der Aufsichtsrat außerdem zu mindestens 30 Prozent aus Frauen bzw. Männern sowie zu gleichen Teilen aus Anteilseignerund Arbeitnehmervertretern zusammenzusetzen.

Ziel des Diversitätskonzepts ist es, eine effektive Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat als Gesamtgremium zu gewährleisten. Ein nach den beschriebenen Kriterien divers besetzter Aufsichtsrat ist besser in der Lage, die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beurteilen und die Geschäftsführung, Entscheidungen und Strategie des Vorstands konstruktiv und umfassend zu hinterfragen. Die Altersgrenze ermöglicht es, dass Mitglieder ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zum Wohle des Unternehmens einbringen können. Gleichwohl ist sichergestellt, dass immer wieder jüngere Mitglieder nachrücken können.

Bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung - zuletzt bei den Aufsichtsratswahlen durch die Hauptversammlung 2018 - berücksichtigt der Aufsichtsrat das beschriebene Diversitätskonzept. Zudem führt der Aufsichtsrat im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Effizienzprüfung eine Selbstevaluierung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung und Diversität umfasst.

Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die Ziele für seine Zusammensetzung und entspricht dem Kompetenzprofil Diversitätskonzept. Nach dem Ausscheiden von Herrn Konrad Kammergruber aus dem Aufsichtsrat und dem sich anschließenden Nachrücken der Ersatzkandidatin Frau Dr. Birgit Schwab im Oktober 2020 sind aktuell sechs Frauen im Aufsichtsrat vertreten, zwei auf Anteilseigner- und vier auf Arbeitnehmerseite, wodurch die gesetzlichen Anforderungen übererfüllt werden.

Unabhängigkeit

Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehört dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Mit der Neufassung des Kodex vom 16. Dezember 2019 wurden die Kriterien für die Beurteilung der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern konkretisiert. Demnach gelten Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat länger als zwölf Jahre angehören, als nicht mehr unabhängig von Vorstand und Gesellschaft. Nach dieser Definition erfüllen zwei Anteilseignervertreter das Kriterium der Unabhängigkeit von Vorstand und Gesellschaft: Prof. Dr. Andreas Biagosch und Dr. Gregor Biebl.

Wir halten darüber hinaus Frau Ann-Sophie Wacker für unabhängig von Vorstand und Gesellschaft. Zwar wird gemäß der Kodex-Definition vermutet, dass auch sie nicht unabhängig ist, weil ein naher Familienangehöriger von ihr (Dr. Peter-Alexander Wacker) dem Aufsichtsrat bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Die Anteilseignerseite des Aufsichtsrats ist in ihrer Einschätzung unter pflichtgemäßer Würdigung aller Umstände jedoch zu dem Ergebnis gelangt, dass dadurch keine fehlende Unabhängigkeit von Frau WACKER begründet wird. Es ist nicht anzunehmen, dass sie bei der Ausübung ihrer Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied von ihrem Vater beeinflusst wird - zumal die fehlende Unabhängigkeit von Vorstand und Gesellschaft im Fall von Herrn Dr. WACKER lediglich aus seiner langen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat resultiert und es ansonsten keine besondere persönliche oder geschäftliche Beziehung zur Gesellschaft oder deren Vorstand gibt, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen könnte. Gerade beim Kriterium der Zugehörigkeitsdauer halten wir die pauschale Annahme, dass die fehlende Unabhängigkeit auf einen nahen Angehörigen abfärbt, für verfehlt.

Unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sind die folgenden vier Anteilseignervertreter: Herr Franz-Josef Kortüm, Herr Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Herr Prof. Dr. Biagosch und Herr Dr. Gregor Biebl.

Frau Dr. Susanne Weiss, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und Herr Matthias Biebl gehören der Geschäftsführung des kontrollierenden Aktionärs an und gelten nach der Kodex-Empfehlung c.9 damit - unwiderlegbar - als nicht unabhängig. Dasselbe gilt für Frau Ann-Sophie Wacker, deren fehlende Unabhängigkeit gemäß Kodex allein daraus resultiert, dass sie die Tochter von Herrn Dr. WACKER ist. Wir halten den Kodex hier für zu weitgehend, weil er die Besonderheiten von Familiengesellschaften nicht berücksichtigt. Beim kontrollierenden Aktionär handelt es sich in unserem Fall um eine Familien-Holding deren einziges Geschäft im Halten der Anteile an der Wacker Chemie AG besteht. Der kontrollierende Aktionär übt also neben dem Halten der Beteiligung an der Wacker Chemie AG keine weitere unternehmerische Tätigkeit aus, es gibt daher keine anderweitige unternehmerische Interessensbindung. Im konkreten Fall besteht daher keine Gefahr eines typischen konzernrechtlichen Interessenkonflikts.

Der Empfehlung c.1 des Kodex zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2020 dargelegten Gründen nicht gefolgt.

Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat überprüft jährlich, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Im Geschäftsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat in seiner Dezember-Sitzung die Effizienz seiner Tätigkeit in Form einer allgemeinen Aussprache überprüft. Die Diskussion und Bewertung erfolgte anhand bestimmter Kriterien, darunter die Dauer und Frequenz von (Ausschuss-)Sitzungen, die Vorbereitung und Durchführung von Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen, die Qualität und Rechtzeitigkeit der Information der Aufsichtsratsmitglieder, die personelle Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Ausschüssen, der Umgang mit Interessenkonflikten sowie anderen Konflikten im Gremium und die allgemeine Befähigung des Aufsichtsrats, den Vorstand der Gesellschaft angemessen zu beraten und zu überwachen. Die Selbstbeurteilung bestätigte eine professionelle und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie mit dem Vorstand. Die Aufsichtsratsmitglieder kamen zu dem Ergebnis, dass insbesondere die im Vorfeld der Sitzung zur Verfügung gestellten Unterlagen umfassend, qualitativ hochwertig und sehr gut verständlich sind und so eine umfassende und effiziente Vorbereitung auf die Sitzungen und eine offene Diskussion in den Sitzungen ermöglichen. Als besonders zweckmäßig und einem offenen Austausch förderlich wurden die getrennten Vorgespräche von Anteilseigner- und Arbeitsnehmervertretern vor den Plenumssitzungen beurteilt. Grundlegender Veränderungsbedarf wurde nicht identifiziert, einzelne Anregungen werden auch unterjährig aufgegriffen und umgesetzt.

Wesentliche Unternehmensführungspraktiken

Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands

Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 87. Das Unternehmen hat in Deutschland, Norwegen, den usa, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance.

Grundsätze der Unternehmensethik

Neben unseren Visionen und unseren Zielen bilden unsere Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der WACKER Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze -in fünf Codes festgehalten - regeln, wie die Unternehmensziele erreicht werden sollen. Ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt die Codes.

Code of Conduct: Der Code of Conduct enthält unsere Grundsätze im Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten. Er regelt auch den Umgang mit Informationen, Vertraulichkeit und Datenschutz, Schutz vor Geldwäsche sowie die Trennung von Privat- und Unternehmensinteressen.

Code of Innovation: Im Code of Innovation sind unsere Grundsätze für Forschung und Entwicklung, Kooperationen, Patente und das Innovationsmanagement festgelegt.

Code of Teamwork & Leadership: Der Code of Teamwork & Leadership umreißt unser Verständnis von Zusammenarbeit und Führung. Eine besondere Rolle spielen Vertrauen und Wertschätzung, Leistungswille und Erfolg, Anerkennung und Entwicklung, Teamarbeit und Chancengleichheit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Vorbildfunktion von Führungskräften.

Code of Safety: Der Code of Safety definiert unsere Sicherheitskultur und stellt Sicherheitsregeln für Arbeitsplätze, Anlagen, Produkte und Transport auf.

Code of Sustainability: Der Code of Sustainability führt Grundsätze der Nachhaltigkeit auf, nach denen sich Forschung und Entwicklung, Einkauf und Logistik, Produktion und Produkte sowie unser gesellschaftliches Engagement auszurichten haben.

» Die Codes sind unter https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/wacker-at-a-glance/corporate-strategy-and-policy-guidelines/ethi-cal-principles.html abrufbar.

Responsible Care® und UN Global Compact feste Bestandteile der Unternehmensführung

Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des UN Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des UN Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt.

Seit 2011 hat WACKER eine eigene Abteilung Corporate Sustainability aufgebaut, die für die Umsetzung unserer Selbstverpflichtungen Responsible Care® und UN Global Compact zuständig ist und weltweit die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER koordiniert.

Gesellschaftliches Engagement

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich.

Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKER

Bestimmungen des Art. 17 MAR werden erfüllt

Den gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596/ 2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit

den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten geführt.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats), sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 20.000 € erreicht oder übersteigt.

» Der Wacker Chemie AG gemeldete Geschäfte werden ordnungsgemäß veröffentlicht; nähere Informationen sind unter www.wacker.com/cms/de-de/ about-wacker/investor-relations/corporate-governance/directors-dealings abrufbar.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken

Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss und auch der gesamte Aufsichtsrat wird regelmäßig über das Compliance Management System und die konzerninternen Kontrollsysteme informiert. Beide sind ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Gemäß den Regelungen des Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken.

D & O-Versicherung

WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor.

Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen

Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Geschlechterquote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen, wenn nicht gemäß § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter der Gesamterfüllung widerspricht. Sowohl die Vertreter der Arbeitnehmer als auch die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat haben der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote jeweils widersprochen. Der Aufsichtsrat ist daher sowohl auf der Seite der Anteilseignervertreter als auch auf der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens zwei Frauen und mit mindestens zwei Männern zu besetzen.

Die Wacker Chemie AG übertrifft mit zwei Frauen auf Anteilseigner- und vier Frauen auf Arbeitnehmerseite die gesetzlichen Anforderungen.

Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen.

Die Zielgröße für den Vorstand (Zielgröße 0, Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022) ist aktuell erreicht. Der Aufsichtsrat hat im Dezember 2020 Frau Angela Wörl mit Wirkung zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2021 als neues Vorstandsmitglied bestellt, so dass im Vorstand ab diesem Zeitpunkt drei Männer und eine Frau vertreten sein werden. Bei den Zielgrößen für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (Zielgröße erste Führungsebene: 21 Prozent, Zielgröße zweite Ebene unterhalb des Vorstands: 20 Prozent), für die eine Umsetzungsfrist bis zum 31. Dezember 2022 festgesetzt wurde, befinden wir uns auf einem sehr guten Weg. Nach aktueller Lage gehen wir davon aus, dass wir beide Zielgrößen bis zum Ablaufen der Umsetzungsfrist erreichen werden.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Vergütungssystem für den Vorstand

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig. Vor dem Hintergrund der Änderungen im Aktiengesetz und im Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat beschlossen, das Vergütungssystem mit Wirkung ab 01. Januar 2021 punktuell anzupassen. Es wird der nächsten ordentlichen Hauptversammlung zur Billigung vorgelegt.

Das seit dem 01. Januar 2010 und bis einschließlich 31. Dezember 2020 geltende Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:

(I) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus) ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum liegt bei 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus beträgt 220 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds.

(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens fünfjährige Vorstandstätigkeit. Erhöhungen der Jahresgehälter von Herrn Dr. Rudolf Staudigl und Herrn Auguste Willems wurden seit 2016 als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes (auf die Berechnung des Long Term Bonus (s.o. (II)) jedoch schon).

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes.

Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt sind (Abfindungs-Cap).

Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2020

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen.

In 2020 gab es keine Veränderungen bei der Vergütung der Vorstandsmitglieder.

Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2020 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung sowie Versorgungsaufwand aus.

Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 und 2019)

2020 2019 2020 2019
Dr. Rudolf Staudigl Auguste Willems
Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 880.000 880.000 610.000 610.000
Nebenleistungen2 95.945 64.464 51.387 56.047
Summe 975.945 944.464 661.387 666.047
Mehrjährige variable Vergütung3 1.042.360 1.012.000 722.545 701.500
Summe 2.018.305 1.956.464 1.383.932 1.367.547
Versorgungsaufwand4 - - 667.680 593.979
Gesamtvergütung 2.018.305 1.956.464 2.051.612 1.961.526
Dr. Tobias Ohler Dr. Christian Hartel
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000
Nebenleistungen2 61.175 81.225 54.909 58.333
Summe 641.175 661.225 634.909 638.333
Mehrjährige variable Vergütung3 687.010 667.000 687.010 667.000
Summe 1.328.185 1.328.225 1.321.919 1.305.333
Versorgungsaufwand4 593.120 491.025 390.349 318.328
Gesamtvergütung 1.921.305 1.819.250 1.712.268 1.623.661

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung und sonstige Kostenübernahmen.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2020 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben.

Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)

2020/Ziel 2020/Min. 2020/Max. 2019/Ziel
Dr. Rudolf Staudigl
Vorsitzender des Vorstands
Festvergütung1 880.000 880.000 880.000 880.000
Nebenleistungen2 95.945 95.945 95.945 64.464
Summe 975.945 975.945 975.945 944.464
Mehrjährige variable Vergütung3 941.600 289.520 1.384.240 1.434.400
Summe 1.917.545 1.265.465 2.360.185 2.378.864
Versorgungsaufwand4 - - - -
Gesamtvergütung 1.917.545 1.265.465 2.360.185 2.378.864
Dr. Tobias Ohler
Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000
Nebenleistungen2 61.175 61.175 61.175 81.225
Summe 641.175 641.175 641.175 661.225
Mehrjährige variable Vergütung3 620.600 190.820 912.340 945.400
Summe 1.261.775 831.995 1.553.515 1.606.625
Versorgungsaufwand4 593.120 593.120 593.120 491.025
Gesamtvergütung 1.854.895 1.425.115 2.146.635 2.097.650
2020/Ziel 2020/Min. 2020/Max. 2019/Ziel
Auguste Willems
Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 610.000 610.000 610.000 610.000
Nebenleistungen2 51.387 51.387 51.387 56.047
Summe 661.387 661.387 661.387 666.047
Mehrjährige variable Vergütung3 652.700 200.690 959.530 994.300
Summe 1.314.087 862.077 1.620.917 1.660.347
Versorgungsaufwand4 667.680 667.680 667.680 593.979
Gesamtvergütung 1.981.767 1.529.757 2.288.597 2.254.326
Dr. Christian Hartel Dr. Christian Hartel
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000
Nebenleistungen2 54.909 54.909 54.909 58.333
Summe 634.909 634.909 634.909 638.333
Mehrjährige variable Vergütung3 620.600 190.820 912.340 945.400
Summe 1.255.509 825.729 1.547.249 1.583.733
Versorgungsaufwand4 390.349 390.349 390.349 318.328
Gesamtvergütung 1.645.858 1.216.078 1.937.598 1.902.061

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung und sonstige Kostenübernahmen.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die tatsächliche Zielerreichung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt, für das Geschäftsjahr 2020 ein Minimalwert von 0 % bzw. ein Maximalwert von 220 %. In der Angabe des jeweils theoretisch erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwertes ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum des Aufsichtsrats enthalten.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen

2020 2019
Gesamt 1.906.493 2.255.993

Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder

2020 2019
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder
Gesamt 42.230.614 36.731.498
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Gesamt 36.109.573 35.727.056

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezüge

2020 2019
Feste Vergütung1,2 2.165.000 2.159.877
Variable Vergütung - -
Gesamt 2.165.000 2.159.877

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.
2 Für die Arbeitnehmervertreter gelten für Aufsichtsratsvergütungen die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e.V. (VAA).

Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG

Angaben für den WACKER-Konzern

Das Geschäftsmodell der Wacker Chemie AG

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Das Geschäftsmodell und die rechtliche Unternehmensstruktur sind im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Grundlagen des Konzerns", ausführlich beschrieben.

Rahmenwerke und Prüfung des Berichts

Unsere Berichterstattung zur Nachhaltigkeit und auch dieser zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht (im Folgenden: "Bericht") orientieren sich an den Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI).

Dieser Bericht ist zugleich die für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Erklärung für das Geschäftsjahr 2020 im Sinne von §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e Handelsgesetzbuch (HGB). Der Bericht wurde vom Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG geprüft und im Auftrag des Vorstands der Wacker Chemie AG von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" zum Zwecke der Erlangung einer begrenzten Prüfungssicherheit (Limited Assurance Engagement) bezüglich der gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB gesetzlich geforderten Angaben geprüft.

Alle in diesem Bericht enthaltenen Verweise beziehen sich auf weiterführende Informationen mit Ausnahme der Verweise auf den Konzernlagebericht.

Bedeutung von Nachhaltigkeit und anderen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren für WACKER

Seit Jahren ist Nachhaltigkeit als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie zu einem unserer strategischen Ziele erklärt haben. WACKER als innovatives Chemieunternehmen leistet einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität der Menschen auf der Welt zu verbessern. Wir wollen auch in Zukunft Lösungen entwickeln und anbieten, die unseren eigenen Anspruch erfüllen: Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre schaffen und nachhaltig wachsen. Eines unserer fünf strategischen Ziele lautet: "Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit".

Responsible Care® und UN Global Compact

Wir orientieren unser Handeln an zwei freiwilligen globalen Initiativen, die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER sind: Responsible Care® der chemischen Industrie und Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible-Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Als Teilnehmer des Programms sind wir verpflichtet, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Als Mitglied von UN Global Compact unterstützen wir aktiv die Ziele dieser weltweit wichtigsten und größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption. Jährlich im April geben wir unsere Fortschrittsmitteilung ab. Sämtliche Fortschrittsmitteilungen der letzten Jahre können auf der Website vom UN Global Compact eingesehen werden:

» https://www.unglobalcompact.org/what-is-gc/participants/ 10060-wacker-Chemie-ag
» Die jeweils aktuelle Fortschrittsmitteilung wird zusätzlich auf der WACKER-Website veröffentlicht: www.wacker.com/cms/de/wacker_group/ sustainability/selbstverpflichtungen/global_compact.jsp

Grundsätze der Unternehmensethik

Neben unserer Vision und unseren Zielen bilden die Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze sind in fünf Codes - darunter unser Code of Sustainability - niedergelegt und werden durch ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt. Sie sind für alle Mitarbeiter weltweit verpflichtend. Der Inhalt der Codes ist in der Erklärung zur Unternehmensführung ausführlich beschrieben.

» Die Codes sind außerdem auf der WACKER-Website abrufbar: www.wacker.com/cms/de/wacker_group/wacker_facts/policy/policy.jsp

Unsere Unternehmensführung ist in die CSR-Belange u. a. durch die Verantwortlichen für EHS, PS und Sustainability (Umwelt- und Gesundheitsschutz, Produktsicherheit und Nachhaltigkeit) eingebunden. Unser Vorstand ist im Sustainability Council vertreten sowie im Human Rights Committee über den Chief Compliance Officer, der direkt an ihn berichtet. Darüber hinaus ist unser Vorstand im Vorsitz des Technik- und Umweltausschusses im Chemieverband VCI vertreten, in dessen Nachhaltigkeitsboard und bei dessen Initiative Chemie3 wir mitwirken.

» https://www.chemiehoch3.de/

Integriertes Managementsystem

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Energie, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach den Normen ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umweltschutz) und an den deutschen Standorten auch nach ISO 50001 (Energie) zertifizieren.

Die von uns durchgeführte Konzernzertifizierung unterstützt uns darin, gesetzliche und kundenbezogene Vorgaben sowie unsere Konzernstandards an allen WACKER-Standorten umzusetzen. Fast alle Produktionsstandorte von WACKER sind in die Konzernzertifikate ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) eingegliedert. Ausnahmen sind die WACKER Biotech B. V., Amsterdam, Niederlande, und die WACKER Biotech GmbH, Halle und Jena, sowie die WACKER Dymatic SILICONES (Shunde) Co., Ltd., Foshan City und Zhangjiagang City, China. Für den Standort Tsukuba der WACKER Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan, liegen entsprechende Einzelzertifikate vor. Alle deutschen Standorte inklusive Halle und Jena wurden erstmals nach der revisionierten ISO 50001:2018 zertifiziert, der Standort in Jincheon, Korea, zusätzlich nach der neuen ISO 45001:2018 (Arbeitsschutz).

Neben diesen vier klassischen Managementnormen hält WACKER zahlreiche Produktzertifikate gemäß den Standards FSSC 22000 (Lebensmittel) und EFfCI GMP (Kosmetik). Auch die Zertifizierung unserer Produkte nach islamischen und jüdischen Speisevorschriften (halal bzw. koscher) wird immer wichtiger und sichert den Zugang zu diesen Märkten. Im Berichtsjahr ließ WACKER erstmals biomassenbilanzierte Produkte gemäß dem neuen REDcert2-Standard für die chemische Industrie zertifizieren. Mit diesen Produkten leistet WACKER einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, da wir hier auf fossile Rohstoffe verzichten.

Alle Zertifikate stehen unseren Kunden zum Download im Internet zur Verfügung:

» www.wacker.com/certificates

Nachhaltigkeitsstrategie

Mit SustainaBalance® hat sich WACKER eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen bis 2030 gesetzt. Wir fördern das Gleichgewicht zwischen ökologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bedürfnissen nach drei Leitlinien:

Werte steigern,

Fußabdruck senken,

Zusammenarbeit leben.

Für Monitoring und Steuerung der Nachhaltigkeitsstrategie hat der Vorstand ein Sustainability Council einberufen, in dem sich Mitglieder aus Geschäfts- und Zentralbereichen über die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung abstimmen. Das Sustainability Council steuert bereichsübergreifende Maßnahmen und überprüft den Programmfortschritt.

Mit unserem Programm WACKER Sustainable Solutions (WACKER - nachhaltige Lösungen schaffen) verankern wir Nachhaltigkeitsaspekte noch stärker in unseren Geschäftsmodellen.

WACKER Sustainable Solutions setzt sich zum Ziel:

die bestehenden nachhaltigen Geschäftsfelder zu fördern und auszubauen,

neue nachhaltige Geschäfte aufzubauen,

die Nachhaltigkeitsrisiken in unserem Geschäftsportfolio frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei unseren Mitarbeitern zu vertiefen, fand im Berichtsjahr zum dritten Mal eine konzernweite Nachhaltigkeitswoche statt. Es wurden mehr als 30 nachhaltige Projekte initiiert, um Ressourcen zu sparen und den CO2-Fußabdruck zu verringern.

Analyse wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen

WACKER tauscht sich regelmäßig mit einer Vielzahl von Zielgruppen aus. Dazu gehören neben Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Analysten, Investoren und Journalisten auch Wissenschaftler, Nachbarn, Politiker, Verbände und Nichtregierungsorganisationen. Seit Jahren befragt WACKER im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung regelmäßig seine Stakeholder.

Im Jahr 2020 haben wir aus Kosten- und Effizienzgründen erstmals eine indirekte Stakeholderbefragung durchgeführt. Dabei haben WACKER-Mitarbeiter jeweils für die Stakeholdergruppe, mit der sie im engen Austausch stehen, die Bedeutung der Themen abgeschätzt. Neben der Relevanz für die Stakeholder wurden auch der Einfluss der Themen auf WACKER und die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von WACKER auf die Themen abgefragt. Die fünf Top-Themen sind Sicherheit der Produktionsanlagen, Produktsicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung, Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit sowie Compliance und entsprechen somit den Schwerpunkten der Befragung aus dem Jahr 2018.

» Weitere Informationen zur ressourcenschonenden Produktion und zu nachhaltigen Produkten finden sich im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing".
» Wir veröffentlichen alle zwei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht, um unsere Stakeholder offen und umfassend über die Nachhaltigkeitsarbeit von WACKER zu informieren. Im Jahr 2021 wird WACKER seinen Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2019/2020 veröffentlichen.

CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

Wir berichten in diesem nichtfinanziellen Bericht über Themen, die nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wesentlich sind. Dies beinhaltet nach dem Ergebnis unserer Stakeholderbefragung 2020 folgende 13 von 30 abgefragten Schwerpunkte:

D.1 Relevante Themen nach CSR-RUG

Wesentliche Themen nach CSR-RUG Aspekt nach CSR-RUG
Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit Arbeitnehmerbelange
Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen Arbeitnehmerbelange
Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung Arbeitnehmerbelange
Sicherheit der Produktionsanlagen Arbeitnehmer- und Umweltbelange
Beziehung zu Stakeholdern Arbeitnehmer-, Umwelt- und Sozialbelange
Compliance Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Abfall und Entsorgung Umweltbelange
Emissionen Umweltbelange
Energieeffizienz Umweltbelange
Nachhaltige Produkte und Innovationen Umweltbelange
Produktsicherheit Umweltbelange
Ressourceneinsatz Umweltbelange
Transport- und Lagersicherheit Umweltbelange

Über das Thema Menschenrechte berichten wir aufgrund der gesetzlichen Anforderungen. Darüber hinaus enthält dieser nichtfinanzielle Bericht weitere nicht im Sinne des CSR-RUG wesentliche Themen, die wir aufgenommen haben, um eine Kontinuität der Inhalte zu gewährleisten.

Umweltbelange

Mit quantifizierbaren Umweltzielen wollen wir die Auswirkungen unserer Produktion auf die Umwelt vermindern. Unsere langfristigen Ziele bezüglich CO2-Emissionen und Energieverbrauch gelten konzernweit.

Umweltschutz

WACKER legt besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfälle und integrieren den Umweltschutz in unsere Produktionsprozesse. Ressourcen- und Abfallziele verfolgen wir bei WACKER auf Standort- bzw. Geschäftsbereichsebene.

» Das Verbundsystem ist im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" beschrieben.

Unsere konzernweiten Standards zum Umweltschutz gelten für alle Produktionsstandorte und technischen Kompetenzzentren. Die Standortleiter stellen sicher, dass gesetzliche Auflagen im Umweltschutz sowie Umweltstandards eingehalten werden.

D.3 Umweltschutzkosten

Mio.€ 2020 2019 2018
Betriebskosten 83,0 82,9 82,9
Investitionen 0,8 5,1 5,9

Im Jahr 2020 haben wir 0,8 Mio. € (2019: 5,1 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Die Umweltschutzbetriebskosten betrugen 83,0 Mio. € (2019: 82,9 Mio. €). Die Hälfte der Umweltinvestitionen floss in das Abfallmanagement am chinesischen Standort Zhangjiagang. Im Werk Nünchritz haben wir Vorarbeiten zum Bau einer DeNOx-Anlage zur Rauchgasentstickung in der Rückstandsverbrennung gestartet. Am Standort Burghausen wurde in ein neues Messfahrzeug investiert.

D.2 Umweltziele des WACKER-Konzerns

Region Umweltkennzahl2 Basisjahr Zieljahr Ziel1 (%)
Konzern spezifischer Energieverbrauch (pro Tonne Nettoproduktion) 2007 2030 -50
Konzern spezifische Kohlendioxidemissionen (pro Tonne Nettoproduktion) 2012 2030 -33
Konzern spezifische Staubemissionen (pro Tonne Bruttoproduktion) 2012 2022 -50
Konzern spezifische Emissionen relevanter VOCs (flüchtige organische Verbindungen; pro Tonne Bruttoproduktion) 2012 2022 -25
Konzern spezifische NOX-Emissionen (Stickoxide; pro Tonne Bruttoproduktion) 2012 2022 -25

1 Die Zielerreichung wird nicht durch lineare Fortschritte erzielt, sondern durch einzelne Projekte, die in unterschiedlichen Phasen des Zielzeitraums umgesetzt werden. Deshalb werden keine Zwischenstände berichtet.

Energie

Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. WACKER verbessert ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. So bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.

D.4 Stromherkunft

Energieverbrauch

Um den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) weiter zu senken, hat der Vorstand das Ziel für WACKER festgelegt, den spezifischen Energieverbrauch im Konzern bis zum Jahr 2030 auf die Hälfte des Werts von 2007 zu senken.

D.5 Energieverbrauch Konzern

GWh 2020 2019 2018
Stromverbrauch 5.879 5.818 5.178
davon
aus Eigenerzeugung fossil 988 802 1.213
aus Eigenerzeugung erneuerbare 249 273 218
Energieeinsatz1 5.744 5.217 5.703
davon
Erdgas2, 3 4.188 4.029 4.827
feste Energieträger4 1.295 947 640
Wärme Fremdbezug5 261 241 236

1 Ohne Energie durch Fremdbezug Strom, ohne eigens erzeugte erneuerbare Energie und ohne Berücksichtigung rückgewonnener Energie
2 Enthält Erdgaseinsatz für Stromeigenerzeugung fossil
3 Der Wärmeverbrauch wird seit dem Berichtsjahr 2020 nicht mehr separat ausgewiesen; diese Angabe ist zu überwiegenden Teilen im Erdgasverbrauch enthalten.
4 Kohle, Holzkohle, Holz; eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, als Reduktionsmittel
5 Dampf, Fernwärme

Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. Zusätzlich zur Wärmerückgewinnung betreiben wir Wärmeverbundsysteme, die wir stetig weiterentwickeln und verbessern. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (Erdgas) in unseren Kraftwerken. Auch der Verbrauch an elektrischer Energie wird stetig optimiert.

Unsere Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) zur Strom- und Dampferzeugung am Standort Burghausen haben wir mit einer neuen Gasturbine modernisiert. Mit der über 130 MW leistenden neuen Turbine ist die KWK-Anlage effizienter und emissionsärmer als die frühere, fast 20 Jahre alte Anlage.

In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf Erdgas. An unserem größten Standort Burghausen erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion in der KWK-Anlage. Zusammen mit dem Wasserkraftwerk in Burghausen und kleineren Erzeugungsanlagen haben wir im Berichtsjahr 1.236 GWh Strom erzeugt (2019: 1.075 GWh). Damit haben wir rund 21 Prozent unseres Gesamtstrombedarfs selbst erzeugt.

Erläuterung der Umweltkennzahlen

Die direkten Emissionen von Kohlendioxid aus fossilen Quellen (Scope 1 nach Greenhouse Gas Protocol) stiegen in 2020 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent. Höhere Kohlendioxidemissionen resultieren aus dem Kapazitätsausbau der Siliciumproduktion am Standort Holla, Norwegen. Der Anstieg ist auch auf die Inbetriebnahme der neuen Gasturbine am Standort Burghausen zurückzuführen. Damit konnten wir unser Kraftwerk fast durchgängig betreiben - im Gegensatz zum umbaubedingten mehrmonatigen Stillstand im Vorjahr.

Die Emissionen an Stickoxiden stiegen im Vergleich zu 2019 um 30 Prozent an. Wesentliche Ursachen hierfür waren der Kapazitätsausbau in Holla sowie Maßnahmen, um die Prozesse im neuen Ofen zu stabilisieren. Dies führte am Standort Holla im Berichtsjahr zu einem ungeplanten Anstieg der Stickoxide um 45 Prozent. Die deutliche Emissionsreduzierung der neuen Gasturbine in Burghausen mit 16 Prozent weniger NOx verringerte diesen Effekt.

Der über die Jahre sichtbare, stark durch die Produktionsauslastung beeinflusste Verlauf bei den flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC) führte im Berichtsjahr zu einer Erhöhung von elf Prozent. Ursachen sind der Ausbau der Produktionskapazitäten des Geschäftsbereichs WACKER POLYMERS in Ulsan sowie die hohe Auslastung der Anlagen in Nanjing und Burghausen.

Durch den starken Ausbau am Standort Holla stieg die Emission an Gesamtstaub im Vergleich zum Vorjahr an. Zwar trägt der neue Ofen mit einem verbesserten Stand der Technik dazu bei, die spezifischen Staubemissionen pro Tonne Produkt weiter zu reduzieren, im Berichtsjahr führten jedoch notwendige Maßnahmen zur Stabilisierung der Prozesse des neuen Ofens zu Phasen erhöhter Staubemissionen.

Die Wasserentnahme liegt gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent höher. Dies ist nicht auf einen höheren Wasserverbrauch zurückzuführen, sondern auf den Einbezug von Wassermengen, die wir an den Standorten Burghausen und Köln gewinnen und an Dritte abgeben. Im Sinne der Bilanzgrenzen der CDP-Berichterstattung berichten wir vom Jahr 2020 an alle Wassermengen, die wir der Natur entnehmen, unabhängig davon, ob wir sie selbst verwenden oder an Dritte weitergeben.

Die Abfallmenge stieg konzernweit um 14 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf die abschließende Entsorgung mineralischer Abfälle am Standort Holla zurückzuführen, die dort im Rahmen eines mehrjährigen Ausbauprojekts entstanden sind. Veränderungen bei den produktionsbezogenen Abfallströmen spiegeln den Verlauf der Produktionsauslastung wider.

In den betrieblichen Prozessen traten pandemiebedingte Effekte auf, z. B. vermehrte Ab- und Anfahrvorgänge, schwankende Produktionsauslastung, Verschiebung von Wartungsphasen sowie eingeschränkte Möglichkeiten zur Besetzung betrieblicher Schichten. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden keine der geplanten Audits vor Ort an den WACKER-Standorten durchgeführt

D.6 Umweltkennzahlen

2020 2019 2018
Luft
CO2-Emissionen1
direkte (kt)2 1.264 1.133 1.194
davon fossil (kt) 1.208 1.102 1.166
davon biogen (kt) 56 31 28
indirekte (kt)3 1.579 1.754 1.478
NOX (Stickoxide) (t) 2.330 1.790 1.810
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 890 800 860
Staub (t) 500 354 284
Wasser
Wasserentnahme (Tsd. m3)4 264.077 218.270 227.510
Abfall
gesamt 200.160 175.870 182.750
beseitigt (t) 88.880 64.370 49.690
verwertet (t) 111.280 111.500 133.060
gefährlich (t) 96.350 71.390 77.070
nicht gefährlich (t) 103.810 104.480 105.680

1 CO2-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO2-Äquivalente). Die Umrechnung erfolgt auf Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agency (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank (Dampf & Wärme).
2 CO2-Emissionen werden gemäß dem GHG Protokoll in fossile und biogene Quellen aufgeteilt. Letztere entstehen auf Grund der Verbrennung oder Zersetzung von nachwachsenden Rohstoffen.
3 Die von dem verbundenen Unternehmen Alzwerke GmbH gelieferten Strommengen gehen - auf Grund der Nichteinspeisung ins öffentliche Stromnetz -klimaneutral in die indirekten CO2-Emissionen ein. Vom Jahr 2020 an enthalten die indirekten CO2-Emissionen auch Beiträge von Methan und Lachgas, umgerechnet in CO2-Äquivalente.
4 Die Wasserentnahme enthält vom Jahr 2020 an auch Wassermengen, die an Dritte weitergegeben werden.

Treibhausgasemissionen

Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Monitoringinstrument, aus dem wir Verbesserungsmaßnahmen zum Klimaschutz ableiten. Deshalb ermitteln wir neben den direkten Emissionen (Scope 1) auch indirekte Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) und alle für WACKER relevanten Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) entstehen, z. B. durch zugekaufte Rohstoffe, den Transport von Produkten oder bei der Entsorgung. Die Scope-3-Daten berichtet WACKER im Nachhaltigkeitsbericht sowie im Climate-Change-Bericht des Carbon Disclosure Project (CDP).

Ein erhöhter Energiebedarf durch veränderte Prozesse am Standort Charleston, usa, und den Kapazitätsausbau am Standort Ulsan, Südkorea, ließen die Scope-2-Emissio-nen im Jahre 2020 steigen. Dieser Anstieg der indirekten CO2-Emissionen wurde jedoch auf Konzernebene überkompensiert durch Produktionsrückgang am Standort Nünchritz und vor allem durch den geringeren Stromzukauf in Burghausen im Vergleich zum Vorjahr auf Grund des ganzjährigen Betriebs der neuen Gasturbine in der KWK-Anlage. Kleinere Änderungen der indirekten CO2-Emissionen an weiteren Standorten kompensieren sich auf Konzernebene.

Die Umrechnungsfaktoren von Strom in CO2-Emissionen für die Stromerzeugung in Deutschland und den USA sind weiter gesunken (Daten gemäß "CO2-Emissions from Fuel Combustion, 2020 Edition" der International Energy Agency). Der Effekt der gesunkenen Emissionsfaktoren für indirekte CO2-Emissionen für Stromerzeugung hat den Rückgang der Scope-2-Emissionen auf Grund verminderter Mengen an zugekauftem Strom zusätzlich verstärkt.

Unsere Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2020 an das CDP weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Die Wacker Chemie AG hat im Climate-Change-Bericht für den Sektor Chemie wie im Vorjahr das Ergebnis B erreicht (Skala von A bis D für die Stufen A Leadership, B Management, C Awareness und D Disclosure). Details sind für registrierte Benutzer beim CDP abrufbar.

» https://www.CDP.net/en/data

Wasser

Im Water-Security-Bericht des CDP haben wir im Jahr 2020 das Ergebnis B erreicht. Dies gelang auf Grund detaillierter Analysen der Prozesse und einer systematischeren Datenerfassung (Vorjahr: B-; Skala von A bis D; A Leadership, B Management, C Awareness und D Disclosure). Details sind für registrierte Benutzer beim CDP abrufbar.

» https://www.CDP.net/en/data

Beim WWF Water Risk Filter (World Wildlife Fund) haben wir bezüglich des Risikos in Gewässereinzugsgebieten (Global Basin Risk) für unsere Produktionsstandorte einen Wert von höchstens 3,6 (auf einer Skala von 1 für keine Risiken bis 5 für hohe Risiken) erreicht und damit keine signifikanten Risiken für Gewässer festgestellt.

» https://waterriskfilter.panda.org/

WACKER hat sich im Berichtsjahr der Operation Clean Sweep® (OCS) angeschlossen. Die Initiative setzt sich dafür ein, den Eintrag von Kunststoff-Pellets (Flocken, Pulver, Partikel) in Gewässer zu vermeiden.

» https://www.opcleansweep.org/

Wir haben im Berichtsjahr ein Programm zur Water Stewardship vorbereitet, in dem sich unsere Geschäftsbereiche und Standorte über die gesamte Lieferkette hinweg für den verantwortlichen Umgang mit der Ressource Wasser engagieren.

Das Betriebliche Vorschlagswesen am Standort Burghausen hat mit einer Ideenkampagne dazu aufgerufen, Wasser als wichtige Ressource zu schonen. Insbesondere zu den Themen Kühl- und Abwasser wurden rund 30 Vorschläge eingereicht, von denen acht bereits umgesetzt sind bzw. einer noch realisiert wird. Im November des Berichtsjahrs initiierte das Betriebliche Vorschlagswesen einen Ideenwettbewerb zum Thema Kreislaufwirtschaft, zu dem bis Jahresende elf Vorschläge eingingen.

Produktbewertung nach nachhaltigen Kriterien

Das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 spielt bei der Entwicklung unserer Produkte eine zunehmend wichtige Rolle. Beim Bewerten der Nachhaltigkeit unserer Produkte beziehen wir ökonomische, ökologische sowie soziale Aspekte entlang des gesamten Produktlebenszyklus ein. Wir nutzen dazu als Instrumente WACKER Sustainable Solutions und das WACKER ECOWHEEL ®. Zusätzlich erstellen wir Ökobilanzen, mit denen wir den Produktlebensweg von der Herstellung bis zum Werktor nachvollziehen.

Mit dem WACKER ECOWHEEL® identifizieren wir auf qualitativer Ebene Fokusthemen der Nachhaltigkeit und legen gemeinsam mit unseren Stakeholdern Schwerpunkte für Forschungsprojekte fest. Dabei berücksichtigen wir Material-, Wasser- und Energieeinsatz sowie Ökotoxizität entlang des gesamten Produktlebenszyklus.

Mit dem Programm WACKER Sustainable Solutions bewerten wir unser Produktportfolio auf Nachhaltigkeitsaspekte. Dabei orientieren wir uns an den Standards des World Business Council for Sustainable Development (wbcsd). Wir untersuchen den Lebenszyklus von Produkten und ihre Anwendung unter regionalen Anforderungen. Als Grundlage für die Bewertung fassen wir die Produkte in sogenannten PARCs zusammen (Product / Product group in one Application in one Region as Combination). Wir prüfen die toxikologische Einstufung, regulatorische und soziale Kriterien, Konfliktindustrien und Rohstoffe sowie nachhaltige Aspekte über den Produktlebenszyklus hinweg. Jeden bewerteten PARC stufen wir in eine von fünf Nachhaltigkeitskategorien ein. Bis Ende des Berichtsjahrs haben wir über 270 PARC-Verfahren durchgeführt und damit rund 90 Prozent des Umsatzes (bezogen auf 2019) von WACKER abgedeckt. 80 Prozent der Produkte erfüllen die Mindestnachhaltigkeitskriterien; für 20 Prozent haben wir Maßnahmen definiert, um ihre Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern oder sie zu ersetzen.

» https://www.wbcsd.org/Programs/Circular-Economy/Factor-10/ Sector-Deep-Dives/Resources/Chemical-Industry-Methodology-for-Portfolio-Sustainability-Assessments

Mit unseren Ökobilanzen quantifizieren wir den Umwelteinfluss unserer Produkte von der Herstellung bis zum Werktor (Cradle-to-Gate-Bilanzen). Solche Analysen ermöglichen uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte und unserer Produktion zu bewerten und zu verbessern. In einer Ökobilanz berücksichtigen wir alle relevanten potenziellen Schadwirkungen auf Boden, Luft, Wasser sowie alle Stoffströme, die mit dem betrachteten System verbunden sind. Dies beinhaltet Rohstoffeinsätze und Emissionen aus Ver- und Entsorgungsprozessen, aus der Energieerzeugung und aus Transporten. Im Berichtszeitraum haben Kunden von WACKER POLYMERS und WACKER SILICONES auf Anfrage aufbereitete Daten übermittelt.

Zur systematischen Bewertung von Rohstoffen, die in unseren Produkten eingesetzt werden, haben wir in einer Datenbank das System "Identifying Substances and Mixtures of Concern" (ISC) aufgebaut. Neben regulatorischen Faktoren berücksichtigen wir auch gesellschaftliche Diskussionen.

Naturschutz

WACKER ist Gründungsmitglied des Umwelt- und Klimapakts Bayern, den die Bayerische Staatsregierung und die bayerischen Wirtschaftsverbände im Berichtsjahr mit einem Schwerpunkt auf Klimaschutz verlängert haben.

» https://www.umweltpakt.bayern.de

Im Rahmen des Umweltpakts Bayern unterstützen wir im Verein Naturnahe Alz mit sieben weiteren Unternehmen aus dem bayerischen Chemiedreieck den bayerischen Staat dabei, den Fluss Alz zu renaturieren und dessen Ökosystem nachhaltig zu stärken.

» https://www.naturnahe-alz.de/

In einem Gemeinschaftsprojekt zur Förderung der Artenvielfalt engagiert sich WACKER am Standort Burghausen in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Altötting. Der Kanaldamm der Alz ist auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern mit eineinhalb Kilometern Länge zwischen Burgkirchen und Hirten blüh- und insektenfreundlich aufgewertet worden. Auf dem Burghauser Werkgelände wurden Flächen mit insgesamt über 2.300 Quadratmetern als Blühwiesen für Insektennahrung angelegt.

Anlagen-, Transport und Produktsicherheit

Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst.

Anlagensicherheit

Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stör- oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern.

D.7 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse - WACKER-Konzern

2020 2019 2018
Zahl sicherheits- /umweltrelevanter Ereignisse1 Konzern 29 29 37
Sicherheits- / umweltrelevante Ereignisse Konzern pro einer Mio. Arbeitsstunden2 1,3 1,3 1,7

1 Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC (CEFIC Guidance for Reporting on the ICCA Globally Harmonized PROCEss Safety Metric, Juni 2016)
2 WACKER PROCEss Safety Incident Rate (WPSIR)

Der Schwerpunkt unseres Sicherheitsmanagements liegt auf der Prävention. Dennoch lassen sich sicherheitskritische Ereignisse nicht immer verhindern. Wir erfassen alle sicherheits-, gesundheits- und umweltrelevanten Ereignisse konzernweit und zeitnah in unserem IT-System für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT). Die Berichte werden ausgewertet und die Maßnahmen verfolgt. Ereignismeldungen mit bereichs- oder standortübergreifenden Lerneffekten werden aufbereitet und an Unternehmenseinheiten mit ähnlichem Gefährdungspotenzial geschickt.

Sicherheitsschulungen und -Überprüfungen

WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. Betriebe, die lange Zeit keine meldepflichtigen Unfälle verzeichnen, werden bei WACKER besonders gewürdigt.

Um ihre Kenntnisse zum Explosionsschutz zu vertiefen, haben wir im Berichtsjahr webbasierte, interaktive Trainings für Experten entwickelt und mit guter Beteiligung durchgeführt.

Das Programm zur Verbesserung der Sicherheit von Rohrbrückenleitungen wurde in ein fortlaufendes Programm zur Überprüfung und gegebenenfalls Behebung von Korrosionsschäden überführt.

Sicherer Transport von Gefahrgut

WACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu lagern und zu transportieren. Das gilt besonders für Gefahrgut. Alle Standorte, an denen WACKER produziert und Waren versendet, müssen die lokalen und international gültigen Transportvorschriften sowie die hohen WACKER-Sicherheitsstandards beachten.

Der Anteil der Gefahrgutversendungen an der Gesamtversandmenge lag im Jahr 2020 in Deutschland bei ca. 15 Prozent. Es wurden rund 12.000 LKW für Gefahrguttransporte im Warenausgang unserer Standorte und Lager in Deutschland nach der Transportvorschrift für Straße (ADR) überprüft (2019: rund 9.000). Bei Mängeln weisen wir sie zurück. Seit Jahren ist die Mängelquote sehr niedrig. Im Jahr 2020 lag sie bei Gefahrguttransporten auf der Straße im Warenausgang unseres größten Standorts Burghausen bei 2,0 Prozent (2019: 2,8 Prozent). Auch beim Thema Transportsicherheit setzen wir auf gut ausgebildetes und geschultes Personal.

Regelmäßig tauschen wir uns mit unseren Logistikdienstleistern in Deutschland zu Themen der Transportsicherheit aus, beispielsweise während des jährlichen Lieferantentags. Bei Mängeln vereinbaren wir Verbesserungsmaßnahmen. WACKER hat einen hohen Sicherheitsanspruch an die Logistikdienstleister. Dies wird neben den vertraglichen Vereinbarungen auch durch ein umfassendes Anforderungsprofil untermauert.

Für Produkte mit hohem Gefahrenpotenzial setzen wir Verpackungen und Tanks nach den höchsten Qualitätsstandards ein.

Bei der Überwachung der Distribution unserer Produkte erfassen wir auch Transportzwischenfälle ohne Gefahrgut und solche, die keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Diese Ereignisse fließen als ein wichtiges Kriterium in die jährliche Bewertung der Logistikdienstleister mit ein. Im Berichtsjahr verzeichneten wir in Deutschland insgesamt vier Transportvorkommnisse mit Beteiligung von Gefahrgut.

D.8 Transportvorkommnisse Deutschland

Zahl der Unfälle 2020 2019 2018
Straße - 3 3
Schiene 2 2 -
See 2 - -
Binnenschiff - - -
Flugzeug - - -

Produktsicherheit

WACKER informiert über die sichere Verwendung seiner Produkte. Wir arbeiten kontinuierlich daran, für Mensch und Umwelt schädliche Substanzen in Produkten zu vermeiden oder zu verringern. WACKER hält das jeweils im Empfangsland seiner gelieferten Produkte gültige Chemikalienrecht ein. Der Aufwand steigt weiterhin stetig, das jeweils geltende Chemikalienrecht weltweit zu beachten und umzusetzen.

Zur Orientierung für unsere Produktentwickler pflegen wir eine Liste mit Stoffen, die bei WACKER nicht mehr in Produkten enthalten sein sollen. Das sind nicht nur verbotene oder beschränkte Chemikalien (z. B. Stoffe der Anhänge XIV und XVII der Chemikalienverordnung REACH), sondern auch Stoffe, die von vielen Unternehmen nicht gewünscht werden. Wir vermeiden so weit wie möglich Stoffe, die von der Europäischen Chemikalienagentur in der Liste der "besonders bedenklichen Stoffe" (SVHC, substances of very high concern) geführt sind.

Die Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) regelt seit 2007 das Registrieren, Bewerten, Zulassen und Beschränken von Chemikalien in der Europäischen Union (EU). Mit REACH werden umfassende Daten ermittelt. REACH stellt hohe Anforderungen an Hersteller, Importeure und Anwender von chemischen Produkten: Alle Stoffe, die sich auf dem europäischen Markt befinden, müssen ab einer Jahresmenge von einer Tonne registriert und bewertet werden. Der Prüfaufwand richtet sich hauptsächlich nach der hergestellten oder importierten Menge und den zu erwartenden Risiken. Besonders risikobehaftete Stoffe unterliegen einem behördlichen Zulassungsverfahren. Vom Beginn der Registrierungen im Jahr 2008 bis Ende 2020 reichte WACKER im Rahmen von REACH inklusive der überarbeiteten Versionen 670 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für viele der Dossiers stellt die ECHA im Rahmen ihrer regulären Bewertungstätigkeit Nachforderungen. Diese haben wir auch im Jahr 2020 fristgerecht bearbeitet.

WACKER steht weiterhin mit seinen Lieferanten zu bislang noch nicht unter REACH registrierten Stoffen in intensivem Kontakt. Wir überprüfen anhand unserer Daten den Registrierstatus und fordern bei Bedarf Informationen an, um sicherzustellen, dass wir nur REACH-konforme Rohstoffe einsetzen. Als Beitrag zur sicheren Verwendung von Chemikalien stellt die ECHA im Internet Stoffinformationen in sogenannten Infocards mit den in den Registrierungsdossiers enthaltenen Daten bereit.

» https://echa.europa.eu/information-on-chemicals

Arbeitnehmerbelange

Der Erfolg von WACKER ist eine Teamleistung aller Mitarbeiter. Entsprechend dem UN-Nachhaltigkeitsziel Nr. 8 - Decent Work and Economic Growth - sorgt WACKER deshalb dafür, dass seine Mitarbeiter ihre persönlichen Potenziale entfalten, Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen können. Das fördern wir, indem wir unsere Mitarbeiter qualifizieren und weiterbilden. Wir wollen dafür sichere Arbeitsplätze, hohe Sozialleistungen und ein Arbeitsumfeld bieten, in dem Beruf und Privatleben vereinbar sind. Es ist uns wichtig, allen Mitarbeitern die gleichen Chancen einzuräumen. Unser Ziel ist es zudem, schwerbehinderte oder gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter dauerhaft beruflich zu integrieren. Die betriebliche Ausbildung ist seit jeher ein Schwerpunkt der Personalstrategie von WACKER. Wir bieten unseren Mitarbeitern eine attraktive Entlohnung und Aufstiegsmöglichkeiten und beteiligen sie am Unternehmenserfolg. Alle wesentlichen Arbeitnehmerbelange werden bei uns in entsprechenden Vorstandsgremien behandelt.

In unserem Code of Conduct bekennen wir uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact. Das schließt die Prinzipien mit ein, die sich auf Arbeitsnormen beziehen: Prinzipien Nr. 3 "Wahrung der Vereinigungsfreiheit", Nr. 4 "Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit", Nr. 5 "Abschaffung von Kinderarbeit" und Nr. 6 "Vermeidung von Diskriminierung". Wir verpflichten uns auch gegenüber unseren Kunden zur Wahrung dieser Arbeitsnormen.

Nachgewiesenes Fehlverhalten bei Personalbelangen ahnden wir entsprechend der Schwere des Vorfalls. Nennenswerte Vorfälle gab es im Berichtsjahr nicht.

Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau

Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2020 starteten 189 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 642 Auszubildenden 3,9 Prozent mehr Lehrlinge beschäftigt als im Vorjahr (2019: 618). Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 5,9 Prozent etwas über dem Niveau des Vorjahres (2019: 5,6 Prozent). Fast alle der geeigneten Auszubildenden - 139 Absolventen -hat WACKER im Jahr 2020 übernommen, davon 54 unbefristet und 85 befristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für Unternehmen außerhalb des WACKER-Konzerns aus.

Um die demografische Entwicklung zu begleiten und für junge Menschen langfristige Perspektiven bieten zu können, wurde im Berichtsjahr eine Konzernbetriebsvereinbarung zur Übernahme von Auszubildenden abgeschlossen. Sie gilt bis zum 31. März 2026 und sieht vor, dass Auszubildende nach bestandenem Ausbildungsabschluss und bei entsprechender Eignung ein Übernahmeangebot erhalten.

WACKER hat im Jahr 2020 insgesamt 4,9 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2019: 8,5 Mio. €).

Arbeitsschutz

Für WACKER haben Arbeitsschutz und Anlagensicherheit eine herausragende Bedeutung. Aus diesem Grund legen wir gemeinsam mit Oberen Führungskräften und leitenden Angestellten in Deutschland Sicherheitsziele in den jährlichen Zielvereinbarungen fest.

Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz sind an den internationalen Normen OHSAS 18001 und ISO 45001 ausgerichtet. Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden.

Alle Mitarbeiter werden für ihren individuellen Arbeitsplatz in Sicherheitsthemen unterwiesen. So bietet WACKER Deutschland über 40 Online-Schulungen zu Themen der Arbeitssicherheit an. Die vermittelten Kenntnisse reichen von allgemeinen Sicherheitsunterweisungen für Büro- oder Labormitarbeiter bis zum sicheren Verhalten in explosionsgefährdeten Bereichen oder der Einstufung von Gefahrstoffen.

Die Entwicklung der Arbeitsunfälle zählt zu den wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Wir hatten uns vorgenommen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden konzernweit im Jahr 2020 nicht mehr als 2,0 betragen soll. Die tatsächlich erreichte Unfallhäufigkeit hat sich mit 3,0 Arbeitsunfällen pro einer Million Arbeitsstunden gegenüber dem Vorjahr zwar verringert, wir haben unser Ziel dennoch verfehlt.

Im November 2020 kam es am us-Standort Charleston in einem Produktionsgebäude zu einem geringfügigen Austritt von Chlorwasserstoff und Dampf. Im Zuge der Evakuierung des Gebäudes nach diesem Stoffaustritt wurden fünf Fremdfirmenmitarbeiter verletzt, einer von ihnen tödlich. Der Vorfall hatte keine Auswirkungen außerhalb des Werks oder auf die Umwelt. In seiner Belegschaft verzeichnete WACKER in der Berichtsperiode wieder keinen Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang.

D.9 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter

2020 2019 2018
Unfallhäufigkeit Konzern:
Arbeitsanfälle1 pro einer Mio. Arbeitsstunden 3,0 3,4 2,9
Europa2 3,3 3,7 3,6
Amerika 3,2 2,9 1,5
Asien 1,3 1,9 0,4
Unfallhäufigkeit Konzern:
meldepflichtige Arbeitsunfälle3 pro einer Mio. Arbeitsstunden 2,2 1,9 1,3
Tödliche Arbeitsunfälle - - -

1 Unfälle ab einem Ausfalltag
2 Vom Jahr 2020 an haben wir das Burghauer Berufsbildungswerk (BBiW) in die Berechnung aufgenommen.
3 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

Die wenigsten Unfälle bei WACKER sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und passen unsere Initiativen im Arbeitsschutz regelmäßig an.

Weiterhin setzen wir unser Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus (WSP) um: Es nutzt erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. WACKER Safety Plus zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden.

Ein Schwerpunkt lag im Jahr 2020 darauf, geeignete Hygieneschutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu entwickeln und an den Standorten zu implementieren. Krisenstäbe arbeiteten daran, abgestimmt, schnell, pragmatisch und zuverlässig die Geschäftsprozesse am Laufen zu halten. Oberste Priorität hatten dabei die Gesundheit der Mitarbeiter sowie die Aufrechterhaltung der Produktion, um die Kunden verlässlich zu beliefern. Zu diesem Zweck hatten wir frühzeitig verbindliche Regeln und Maßnahmen im Unternehmen eingeführt. Dazu zählten beispielsweise Hygiene- und Abstandsregeln und das Verbot von Dienstreisen in Risikogebiete. Alle Mitarbeiter, denen es durch ihre Tätigkeit möglich war, arbeiteten von zu Hause aus. In Bereichen, die für das Funktionieren unserer Verbundstruktur besonders wichtig sind und in denen arbeitsbedingt der notwendige Abstand zu den Kollegen nicht eingehalten werden konnte, trugen die Mitarbeiter Schutzmasken. Diese Maßnahmen hatten sich bewährt. Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Mitarbeiter im Konzern war im Berichtsjahr niedrig.

Vielfalt und Chancengleichheit (Diversity)

Die Verschiedenheit der Menschen sehen wir als Bereicherung. Ungleichbehandlung oder Herabsetzung auf Grund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder Alter lehnen wir ab. Diese Prinzipien gelten unternehmensweit und sind als Teil unserer Unternehmenskultur in unserem Code of Teamwork & Leadership verankert. Mögliche Diskriminierungen können Mitarbeiter - auch anonym - melden. Dies kann bei den Führungskräften, den Compliance-Beauftragten, dem Betriebsrat oder den Verantwortlichen der Personalabteilung erfolgen. Die Beschwerde wird inhaltlich überprüft, der Beschwerdeführer über das Ergebnis informiert. Mögliche Diskriminierungsfälle werden in den monatlichen Compliance-Bericht an den Vorstand aufgenommen. Sie sind außerdem Gegenstand der regelmäßigen Berichte an den Aufsichtsrat. Alle Mitarbeiter der deutschen Standorte sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen.

Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung, gleichgestellte und gesundheitlich angeschlagene Mitarbeiter werden bei WACKER besonders geschützt und gefördert. So arbeiten im betrieblichen Eingliederungsmanagement Vorgesetzte, Mitarbeiter, Personalabteilung, Arbeitnehmervertretungen, Schwerbehindertenvertretung und Gesundheitsdienst eng zusammen, um betroffene Mitarbeiter gezielt und entsprechend der lokalen Gesetzgebung zu unterstützen.

D.10 Vielfalt und Chancengleichheit

2020 2019 2018
Beschäftigte Konzern 14.283 14.658 14.542
davon weibliche Mitarbeiter 3.404 3.454 3.355
Anteil weibliche Mitarbeiter Konzern (%) 23,8 23,6 23,1
Beschäftigte Deutschland 10.099 10.359 10.291
davon ausländische Mitarbeiter 1.005 1.047 1.054
Anteil ausländische Mitarbeiter Deutschland (%) 10,0 10,1 10,2
Zahl Mitarbeiter mittleres Management Konzern (Führungskreis 3) 3.278 3.313 3.212
davon weibliche Mitarbeiter 804 810 762
Anteil weibliche Mitarbeiter mittleres Management Konzern (%) 24,5 24,4 23,7
Obere Führungskräfte Konzern1 169 174 172
davon weibliche Obere Führungskräfte 25 24 23
Anteil weibliche Obere Führungskräfte Konzern (%) 14,8 13,8 13,4

1 OFK-Zahlen ohne ruhende Arbeitsverhältnisse und ohne Vorstand Wacker Chemie AG

Neben dem Thema Inklusion beschäftigt sich das Diversity Management bei WACKER verstärkt mit den Themen Geschlecht und kultureller Hintergrund. Menschen aus 70 verschiedenen Nationen arbeiten für WACKER. Zum Jahresende 2020 waren 37 der konzernweit 169 Oberen Führungskräfte nicht deutscher Nationalität - dies entspricht einem Anteil von 21,9 Prozent. Insgesamt waren im OFK-Kreis 15 Nationalitäten vertreten.

Anteil Frauen in Führungspositionen

Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in mittleren und oberen Führungspositionen mittel- bis langfristig signifikant zu erhöhen. Das Talent Management bei WACKER hilft dabei, das Potenzial der bei WACKER beschäftigten weiblichen Mitarbeiter systematisch zu erkennen und zu fördern. Der Corporate Governance Bericht enthält zusätzliche Informationen zum Frauenanteil und insbesondere dazu, wie bei WACKER das seit dem 01. Mai 2015 geltende Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen umgesetzt wird.

Vereinbarkeit Familie und Beruf

WACKER bietet den Mitarbeitern umfangreiche Möglichkeiten, ihr Privat- und Berufsleben in Einklang zu bringen. Dazu zählen vielfältige Arbeitszeitmodelle, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, Ferienbetreuung am größten Standort Burghausen, eine einwöchige "Familienzeit" für Eltern von Kindern unter acht Jahren und Unterstützung für pflegende Angehörige.

WACKER ist Mitglied im Netzwerk "Familienpakt Bayern" der Bayerischen Staatsregierung und der Wirtschaft und unterstreicht damit sein Ziel, die familienfreundliche Unternehmenskultur voranzutreiben. Am Familienpakt Bayern beteiligen sich über 950 Unternehmen, öffentliche Arbeitgeber, gemeinnützige Organisationen und Vereine.

Fluktuation

Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Betriebszugehörigkeit unserer Belegschaft bestätigt dies. Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 18,5 Jahren zu unserem Unternehmen (2019: 18,1 Jahre). Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit der Oberen Führungskräfte beträgt 23,2 Jahre.

D.11 Fluktuationsrate

% 2020 2019 2018
Deutschland 0,9 0,5 0,7
Ausland 7,5 8,4 8,4
Konzern 2,7 2,7 2,8

Bei der jährlichen Befindlichkeitsumfrage des Chemieführungskräfteverbands VAA lag WACKER auf dem zehnten Platz von 21 untersuchten Unternehmen. Die im VAA organisierten Führungskräfte bewerteten den Konzern in diesem Jahr mit der Gesamtnote 2,7 (angelehnt an Schulnoten; Vorjahr mit 2,5 auf dem dritten Platz).

Informationen zu unserem Effizienzprogramm "Zukunft gestalten" sowie über Phasen der Kurzarbeit haben wir im zusammengefassten Lagebericht aufgenommen.

» Kapitel "Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing".

Mitarbeitervertretung

Unsere Mitarbeiter in Deutschland nutzen auch die Möglichkeit, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Alle Standorte des WACKER-Konzerns in Deutschland haben Mitarbeitervertretungen. Bei WACKER wird Sozialpartnerschaft gelebt. Unternehmensleitung und Mitarbeitervertretungen gestalten die Arbeitsbeziehungen durch konstruktiven Dialog zum Wohl der Beschäftigten des Unternehmens. Das drückt sich unter anderem in zukunftsweisenden Betriebsvereinbarungen aus.

Auch auf internationaler Ebene können sich WACKERMitarbeiter gewerkschaftlich organisieren. An ausländischen Standorten, in denen keine betrieblichen Vertretungen vorgegeben oder etabliert sind, übernehmen Mitarbeiter der Personalabteilung die Funktion als Ansprechpartner für Mitarbeiterbelange.

Gesellschaftliche Verantwortung

WACKER versteht sich als Teil der Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten, und damit als Corporate Citizen - als unternehmerischer Bürger. Wir übernehmen deshalb gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld unserer Standorte.

Sozialbelange

Nachbarn: Corporate Citizenship beginnt mit einem guten Verhältnis zu den Kommunen und zu den Nachbarn. Wir sprechen offen über das, was hinter den Werktoren geschieht. Unsere Standorte gehen weltweit auf Fragen der Öffentlichkeit ein. Anwohner, die sich mit Anliegen an uns wenden, erhalten eine schnelle und verständliche Antwort. Dafür stehen Bürgertelefone und zentrale Ansprechpartner bereit. Mit Umweltberichten und anderen Broschüren informieren wir über unsere Standorte.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat WACKER im Berichtsjahr Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und andere Einrichtungen unterstützt. Auf Anfrage des bayerischen Wirtschaftsministeriums hat WACKER zu Beginn der Pandemie 11.000 Liter Isopropanol zur Herstellung von 15.000 Litern Handdesinfektionsmittel für bayerische Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gespendet. Die WACKER Chemical Corporation in Adrian/Michigan, usa, stellte das am Standort benötigte Handdesinfektionsmittel selbst her und gab überschüssige Mengen an lokale Rettungsdienste und medizinische Einrichtungen ab. Das Unternehmen Arburg, ein Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Verarbeitung von Kunststoffen und Siliconkautschuken, fertigte auf Basis eines Flüssigsiliconkautschuks von WACKER neuartige Gesichtsmasken. WACKER SILICONES stellte das Rohmaterial für mehrere 10.000 Masken dem Unternehmen unentgeltlich zur Verfügung. Das Produkt diente zunächst dem Schutz der eigenen Mitarbeiter und wurde später über den Landkreis Freudenstadt kostenlos an Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen verteilt.

Mit zwei Geldspenden von jeweils 7,5 Mio. Rupien (91.500 €) unterstützte WACKER Metroark Chemicals (WMC) den Hilfsfonds des indischen Bundesstaats Westbengalen, wo sich auch die Produktion von WMC in Amtala befindet, sowie den Unterstützungsfonds PM CARES des indischen Premierministers, der die Corona-Hilfsmaßnahmen in Indien koordiniert.

An vielen Standorten bieten wir der umliegenden Bevölkerung auch unentgeltliche Dienstleistungen, so zum Beispiel Augen- und Gesundheitsuntersuchungen in Indien oder den Household Hazardous Waste Day, an dem die Nachbarschaft unseres Standorts in Adrian / Michigan (USA) Gelegenheit hat, ihre im Haushalt verwendeten Chemieprodukte, die nicht über den Hausmüll entsorgt werden können, bei uns abzugeben.

Schulen und Universitäten: WACKER möchte Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Denn als Chemieunternehmen brauchen wir auch in Zukunft hervorragende Wissenschaftler. Dieses Ziel verfolgen wir auf verschiedenen Wegen.

WACKER unterstützt fortschrittliche Unterrichtsmethoden und ein modernes Schulmanagement. Wir zählen zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung Bildungspakt Bayern, der mehr als 140 Unternehmen und der Freistaat Bayern angehören. Aufgabe ist es, das Bildungssystem in Bayern zu modernisieren. Im Jahr 2020 erreichte der WACKER-Schulversuchskoffer CHEM2DO® die Marke von 2.700 geschulten Lehrern in Deutschland und Österreich. Mit den seit sieben Jahren verfügbaren Fortbildungen werden Lehrkräfte auf Experimente mit Siliconen und Cyclodextrinen vorbereitet, die sie dann im Unterricht einsetzen können.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Unsere Forscher werden von Universitäten häufig zu Vorträgen und Gastvorlesungen eingeladen. Hochschulgruppen besuchen unsere Standorte, um einen Einblick in die Arbeit eines Industrieunternehmens zu erhalten. Studenten können bei WACKER Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen anfertigen oder als Praktikanten und Werkstudenten tätig sein.

D.12 Korruptions- und Bestechungsvorfälle

2020 2019 2018
Prävention
Anzahl der auf Korruptions- und Bestechungsrisiken untersuchten Organisationseinheiten 27 29 31
Anteil der auf Korruptions- und Bestechungsrisiken untersuchten Rechtseinheiten (%) 20 20 20
Korruptions- und Bestechungsvorfälle1
untersucht - 1 2
abgeschlossen2 - 2 1
Als Reaktion auf Korruptions- und Bestechungsvorfälle ergriffene Maßnahmen3
Abmahnungen - - -
Beendigung des Arbeitsverhältnisses - 1 -
Zahl der Klagen - - -
Höhe wesentlicher Bußgelder und Zahl nicht monetärer Strafen - - -

1 Es werden nur Korruptionsfälle im engeren Sinne betrachtet, wie Bestechung.
2 Höhe wesentlicher Bußgelder: ab 10.000 €

Achtung der Menschenrechte

Wir sind streng darauf bedacht, Menschenrechtsverletzungen durch unsere Geschäftstätigkeit weder zu verursachen noch zu solchen beizutragen. Wir bekennen uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact und damit auch zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen. Wir verurteilen jegliche Form von Zwangs- oder Pflichtarbeit sowie Sklavenhaltung. Wir wenden keine körperliche oder geistige Gewalt oder jegliche Art von Missbrauch an. Dabei orientieren wir uns an den OECD-Leitsätzen für Multinationale Unternehmen, den ILO-Kernarbeitsnormen und den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Im Berichtsjahr haben wir die Anforderungen aus dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte weiter umgesetzt.

Unser Human Rights Committee hat die Aufgabe, potenzielle Auswirkungen auf Menschenrechte bei WACKER sowie in der gesamten Wertschöpfungskette zu bewerten, bestehende Managementansätze für Schutz- und Kontrollmechanismen zu prüfen, Schwachstellen zu identifizieren und Informationsbedarf zu decken. Das Gremium setzt sich aus Experten für Nachhaltigkeit, Compliance, Recht, Personal-und Sozialwesen, Einkauf und Logistik, Vertrieb sowie für Menschenrechte im Allgemeinen zusammen und tagt mindestens viermal pro Jahr. Es prüft Ergebnisse aus Audits und Assessments und stößt soweit erforderlich Verbesserungsmaßnahmen an. Im Berichtszeitraum wurden keine direkten Menschenrechtsverletzungen bekannt.

Vorstandsmitglied Auguste Willems ist unter anderem für die CSR-Belange und somit auch für das Thema Menschenrechte verantwortlich, das auch im Sustainability Council unter seiner Leitung eingebracht wird. Als Vorstandsvorsitzender unterschreibt Dr. Rudolf Staudigl unsere Stellungnahme zum Modern Slavery Act sowie unseren Global-Compact-Fortschrittsbericht. Im Rahmen der Initiative Together for Sustainability (TfS) binden wir unsere Lieferkette bei Anforderungen bezüglich Menschenrechten ein.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

In unserem Geschäftsmodell haben Korruption und Bestechung keinen Platz. Entsprechende Grundsätze sind in unserem Code of Conduct enthalten. Alle WACKER-Mitarbeiter sind verpflichtet, diese einzuhalten.

Der Chief Compliance Officer berichtet fachlich direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Der Gesamtvorstand wird quartalsweise über alle relevanten Compliance-Fälle des Konzerns informiert; bei dringenden Fällen erfolgt eine unverzügliche Information an den Vorstand.

Unsere Ziele sind eine hohe Teilnehmerzahl bei unseren Online-Compliance-Schulungen sowie eine niedrige Anzahl an Korruptionsfällen. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Das Schulungsthema Compliance ist für alle WACKER-Mitarbeiter konzernweit verpflichtend.

Gemäß dem Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International weist mehr als die Hälfte der Länder, in denen WACKER geschäftlich tätig ist, ein geringes oder sehr geringes Korruptionsrisiko auf.

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement

Unser Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien bezieht Waren und Dienstleistungen aus einer Vielzahl von Ländern. Als Mitglied der Initiativen Global Compact der Vereinten Nationen und Responsible Care® der chemischen Industrie ist es uns wichtig, zu überprüfen, ob auch unsere Lieferanten die allgemein anerkannten Nachhaltigkeitsgrundsätze einhalten. Dabei geht es insbesondere um die Themen Arbeitsbedingungen, ethische Standards, Sicherheitsstandards (vor allem beim Umgang mit Gefahrstoffen) sowie den Umgang mit lokalen Ressourcen (z. B. Wassereinsatz oder Energieverbrauch).

Seit dem Jahr 2015 ist WACKER Mitglied der Initiative Together for Sustainability (TfS). Diese Einkaufsinitiative der chemischen Industrie hat ein Verfahren zur Überprüfung der Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten entwickelt. Da die Prüfungsergebnisse standardisiert und allen TfS-Mitgliedern zugänglich sind, ist das Programm auch für die Lieferanten attraktiv.

» https://tfs-initiative.com/

Die TfS-Audit- und -Assessment-Ergebnisse sind ein fester Bestandteil unserer Lieferantenbewertung. Bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen sprechen wir die Lieferanten darauf an, wie Verbesserungen erreicht werden können. Der Fortschritt wird durch Reassessments oder wiederholte Audits verfolgt. Unverändert schlechte Ergebnisse und fehlende Kooperationsbereitschaft haben Auswirkungen bis hin zur Beendigung der Geschäftsbeziehung. Bei der Bewertung unserer Lieferanten steht ein risikobasierter Ansatz im Vordergrund.

Wir streben an, dass die Nachhaltigkeitsleistung aller unserer als Key Supplier eingestuften Lieferanten über TfS bewertet wird. Unsere Key Supplier stehen für 79 Prozent des unternehmensweiten Beschaffungsvolumens. Auf diesem Weg sind wir seit dem TfS-Beitritt gut vorangekommen. Zum Ende des Jahres 2020 waren 81 Prozent unserer Key Supplier und 94 Prozent des Key-Supplier-Einkaufsvolumens durch ein gültiges (d. h. maximal drei Jahre altes) TfS-Assessment bzw. -Audit abgedeckt. Die Erreichung der TfS-Ziele wird im monatlichen Managementbericht verfolgt.

Darüber hinaus erwarten wir, dass unsere Lieferanten ein Managementsystem verwenden, das den Ansprüchen der Norm ISO 9001 (Qualität) oder vergleichbaren Anforderungen, wie etwa GMP (Good Manufacturing Practice), genügt. Bei industriellen Lieferanten erwarten wir zudem eine Zertifizierung nach ISO 14001 (Umweltschutz).

WACKER bewertet als Mitglied von TfS nicht nur seine Lieferanten unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, sondern unterzieht sich selbst als Lieferant einer externen Bewertung durch EcoVadis. Für das Jahr 2020 hat WACKER ein EcoVadis Recognition Level in Platin erreicht. Der Konzern verbesserte sein Ergebnis von 72 Punkten im Jahr 2018 auf 75 Punkte und zählt damit zum besten Prozent der bewerteten Unternehmen.

Unsere Compliance-Anforderungen sind in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen integriert, die wir im Jahr 2020 aktualisiert haben.

Risiko- und Compliance-Management

Unternehmensrisiken steuern

Das Risiko- und Compliance-Management bei WACKER ist im Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts detailliert dargestellt. Das Gleiche gilt für die zentralen Risikofelder der Geschäftstätigkeit von WACKER sowie deren Handhabung.

Insgesamt sehen wir keine schwerwiegenden Risiken, die aus Umweltbelangen, Personalbelangen, Sozialbelangen, Menschenrechten, Korruption und Bestechung resultieren. Wir sehen auch keine schwerwiegenden Risiken, die vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit aus den Geschäftsbeziehungen oder aus unseren Produkten resultieren.

Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung

Zur Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung berichten wir im zusammengefassten Lagebericht.

» Wertorientiertes Management: https://berichte.wacker.com/ 2020/geschaeftsbericht/lagebericht/steuerungssystem/wertorientiertes-management
» Branchenspezifische Rahmenbedingungen: https://berichte.wacker.com/2020/geschaeftsbericht/lagebericht/wirtschaftsbericht/branche
» Chancenbericht: https://berichte.wacker.com/2020/geschaeftsbericht/lagebericht/risikobericht/chancenbericht

Angaben für die Wacker Chemie AG

Ergänzend zu den auf den WACKER-Konzern bezogenen Angaben des zusammengefassten nichtfinanziellen Konzernberichts sind nachfolgend die wesentlichen Kennzahlen der Wacker Chemie AG wiedergegeben.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig. Die Wacker Chemie AG umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Die verwendeten Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Dies gilt auch für die Steuerung des Themas Nachhaltigkeit und der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen.

D.13 Energieverbrauch

GWh 2020 2019 2018
Stromverbrauch 3.776 4.023 3.974
davon
aus Eigenerzeugung fossil 988 802 1.213
aus Eigenerzeugung erneuerbare 248 273 218
Energieeinsatz1 3.785 3.635 4.494
davon
Erdgas2, 3 3.764 3.613 4.472
feste Energieträger4 - - -
Wärme Fremdbezug5 21 22 22

1 Ohne Energie durch Fremdbezug Strom, ohne eigens erzeugte erneuerbare Energie und ohne Berücksichtigung rückgewonnener Energie
2 Enthält Erdgaseinsatz für Stromeigenerzeugung fossil
3 Der Wärmeverbrauch wird seit dem Berichtsjahr 2020 nicht mehr separat ausgewiesen; diese Angabe ist zu überwiegenden Teilen im Erdgasverbrauch enthalten.
4 Kohle, Holzkohle, Holz; eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, als Reduktionsmittel
5 Dampf, Fernwärme

D.14 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse

2020 2019 2018
Zahl sicherheits-/umweltrelevanter Ereignisse1 Wacker Chemie AG 19 15 30
Sicherheits- / umweltrelevante Ereignisse Wacker Chemie AG pro einer Mio. Arbeitsstunden2 1,2 1,0 1,9

1 Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC (CEFIC Guidance for Reporting on the ICCA Globally Harmonized Process Safety Metric, Juni 2016)
2 WACKER Process Safety Incident Rate (WPSIR)

D.15 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter

2020 2019 2018
Arbeitsanfälle1 pro einer Mio. Arbeitsstunden 3,1 3,3 3,4
Meldepflichtige Arbeitsanfälle2 pro einer Mio. Arbeitsstunden 2,1 1,7 1,4
Tödliche Arbeitsanfälle - - -

1 Unfälle ab einem Ausfalltag
2 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

D.16 Anzahl Mitarbeiter und Zeitarbeiter

2020 2019 2018
Mitarbeiter 9.823 10.093 10.033
Zeitarbeiter 92 71 75

D.17 Umweltkennzahlen

2020 2019 2018
Luft
CO2-Emissionen1
direkte (kt)2 732 702 848
davon fossil (kt) 732 702 848
davon biogen (kt) - - -
indirekte (kt)3 1.022 1.230 1.137
NOX (Stickoxide) (t) 400 460 680
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) 490 490 560
Staub (t) 27 21 21
Wasser
Wasserentnahme (Tsd. m3)4 230.740 204.630 218.280
Abfall
gesamt 121.320 135.570 154.300
beseitigt (t) 18.040 30.370 25.280
verwertet (t) 103.280 105.200 129.020
gefährlich (t) 65.500 69.000 74.640
nicht gefährlich (t) 55.820 66.570 79.660

1 CO2-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO2-Äquivalente). Die Umrechnung erfolgt auf Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agency (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank (Dampf & Wärme).
2 CO2-Emissionen werden gemäß GHG Protokoll in fossile und biogene Quellen aufgeteilt. Letztere entstehen aufgrund der Verbrennung oder Zersetzung von nachwachsenden Rohstoffen.
3 Die vom verbundenen Unternehmen Alzwerke GmbH gelieferten Strommengen gehen - auf Grund der Nichteinspeisung ins öffentliche Stromnetz -klimaneutral in die indirekten CO2-Emissionen ein. Vom Jahr 2020 an enthalten die indirekten CO2-Emissionen auch Beiträge von Methan und Lachgas, umgerechnet in CO2-Äquivalente.
4 Die Wasserentnahme enthält vom Jahr 2020 an auch Wassermengen, die an Dritte weitergegeben werden.

Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts

An den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München

Wir haben die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Wacker Chemie AG, München (im Folgenden "Wacker Chemie AG" oder "Gesellschaft") nach § 315b HGB, die mit der nichtfinanziellen Erklärung des Mutterunternehmens nach § 289b HGB zusammengefasst ist, (im Folgenden "zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit den §§315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB.

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht abzugeben.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, als Limited Assurance Engagement durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft im Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Gruppenebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von Wacker Chemie AG zu erlangen

Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von Wacker Chemie AG in der Berichtsperiode

Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben, einschließlich der Konsolidierung der Daten, zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Befragungen von Mitarbeitern auf Gruppenebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due-Diligence-Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind

Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente

Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Gruppenebene von allen Standorten gemeldet wurden - Einschätzung der Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung am Standort Charleston (USA)

Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise hinreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Sicherung der Unabhängigkeit und Qualität des Wirtschaftsprüfers

Bei der Durchführung des Auftrags haben wir die Anforderungen an Unabhängigkeit und Qualitätssicherung aus den nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen, insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), beachtet.

Prüfungsurteil

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Wacker Chemie AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

Verwendungsbeschränkung / AAB-Klausel

Dieser Vermerk ist an den Vorstand der Wacker Chemie AG, München, gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung.

Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Vorstand der Wacker Chemie AG, München, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 zugrunde (https://kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsregelung unter Nr. 9 der Allgemeinen Auftragsbedingungen) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.

München, den 4. März 2021

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Hell Carmen Auer
ppa.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 und zusammengefasster Lagebericht

Gewinn- und Verlustrechnung der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2020

Mio. € Anhang 2020 2019
Umsatzerlöse 3 3.579,1 3.779,0
Bestandsveränderungen - 65,3 - 13,3
Andere aktivierte Eigenleistungen 32,7 37,1
Gesamtleistung 3.546,5 3.802,8
Sonstige betriebliche Erträge 4 183,5 216,0
Materialaufwand 5 - 1.819,6 - 2.070,1
Personalaufwand 6 - 1.067,5 - 989,7
Abschreibungen 7 - 169,6 - 224,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 - 722,8 - 791,0
Betriebsergebnis - 49,5 - 56,7
Beteiligungsergebnis (inkl. Zu- und Abschreibungen auf Beteiligungen) 63,8 107,6
Zinsergebnis - 92,4 - 121,8
Sonstiges Finanzergebnis - 31,6 -1,4
Finanzergebnis 9 - 60,2 - 15,6
Ergebnis vor Steuern -109,7 - 72,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10 8,2 39,3
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag (-)/Jahresüberschuss - 101,5 - 33,0
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.300,1 1.357,9
Bilanzgewinn 1.198,6 1.324,9

Bilanz der Wacker Chemie AG zum 31. Dezember 2020

Mio. € Anhang 2020 2019
Immaterielle Vermögensgegenstände 11 5,5 8,8
Sachanlagen 12 982,3 992,8
Finanzanlagen 13 2.665,1 2.704,8
Anlagevermögen 3.652,9 3.706,4
Vorräte 14 562,6 606,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 346,8 365,5
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 322,5 350,2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15 669,3 715,7
Wertpapiere und Termingelder 16 680,6 107,7
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 463,4 339,4
Umlaufvermögen 2.375,9 1.769,5
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 17 6,7 4,7
AKTIVA 6.035,5 5.480,6
Mio. € Anhang 2020 2019
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile - 12,4 - 12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 1.198,6 1.324,9
Eigenkapital 18 2.604,4 2.730,7
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19 980,0 912,9
Andere Rückstellungen 20 473,0 326,3
Rückstellungen 1.453,0 1.239,2
Finanzverbindlichkeiten 21 1.507,3 1.061,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 264,2 212,6
Übrige Verbindlichkeiten 22 189,1 218,3
Verbindlichkeiten 1.960,6 1.492,0
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 23 17,5 18,7
PASSIVA 6.035,5 5.480,6

Anhang der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2020

1 Grundsätze der Rechnungslegung

Die Wacker Chemie AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 159705 im Register des Amtsgerichts München eingetragen.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung der Konzernabschlüsse der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers.

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und zusätzlicher, sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden, Anforderungen aufgestellt. Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und ggf. erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. €). In Einzelfällen ergeben sich daraus geringe Anpassungen aufgrund von Rundungsdifferenzen.

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2020 wurde in Anwendung der §§ 315 Abs. 5 i. V. m. 298 Abs. 2 HGB mit dem Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG im Geschäftsbericht der Wacker Chemie AG veröffentlicht.

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB wurden abgegeben. Die Wacker Chemie AG erstellt gemäß §§ 289b, 289c HGB einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Die nichtfinanzielle Erklärung ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 289b Abs. 3 HGB ist die Wacker Chemie AG von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts befreit. Die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Erklärung zur Unternehmensführung und die nichtfinanzielle Erklärung sind auf der Internetseite www.wacker.com veröffentlicht.

2 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Die Umsatzerlöse umfassen alle Erlöse aus dem Verkauf von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen und aus Vermietung und Verpachtung. Sie gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden.

Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Gewinne aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen phasengleich vereinnahmt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear pro rata temporis über maximal 10 Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich linear pro rata temporis abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens 40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 25 Jahren und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 12 Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von 250 Euro direkt als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von 1.000 Euro als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen vor dem 1. Januar 2010 erfolgte die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern degressiv, sofern die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen erlaubte. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Unterverzinsliche langfristige Ausleihungen werden mit dem Marktzins abgezinst. Sofern Ausleihungen in Fremdwährung eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben, werden sie ohne Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips bewertet.

Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Herstellungskosten werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null im Vorratsvermögen erfasst. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Durchschnitts-Methode unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten für den Ausgleich der CO2-Emissionen des abgelaufenen Kalenderjahres wird eine Rückstellung gebildet, die sich nach dem Wert der im Vorratsvermögen erfassten Zertifikaten bemisst. Soweit der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtliche Abgabeverpflichtung nicht deckt, werden zusätzliche Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Wertpapiere zweckgebunden angelegt und dem Zugriff der Wacker Chemie AG entzogen (Deckungsvermögen). Das Deckungsvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen aus Altersteilzeit verrechnet. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, sind Regelungen zu einer Ausschüttungssperre zu beachten. Ein übersteigender Teil der Verpflichtungen wird als Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen. Sofern der Wert der angelegten Mittel den Wert der handelsrechtlichen Verpflichtungen übersteigt, erfolgt ein Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz.

Die Wertpapiere und Termingelder des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen. In fremder Währung werden sie zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes, der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive latente Steuern" angesetzt. Eine sich insgesamt nach Verrechnung ergebende Steuerentlastung wird unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Hinsichtlich der Lebenserwartungen in Deutschland werden die von der Heubeck-Richttafeln-GmbH entwickelten Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen neben den aktuellen Lebenserwartungen auch sozioökonomische Faktoren. Erwartete künftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Für den Unterschiedsbetrag zwischen dem Wertansatz der Rückstellung mit zehn- und siebenjährigem Durchschnittszins bestehen Regelungen zu einer Ausschüttungssperre.

Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses mit der Verpflichtung verrechnet. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden jährliche Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden im Zinsergebnis mit Aufwendungen aus der Verpflichtung saldiert ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dazu fließen zukünftig erwartete Preis- und Kostensteigerungen mit ein. Diese werden aus der erwarteten Preissteigerungsrate und aus erwarteten Entgeltsteigerungen abgeleitet. Bei längerfristigen Verpflichtungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden die Laufzeiten in regelmäßigen Abständen überprüft. Alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre unter Verwendung der Barwertmethode abgezinst. Rückstellungen von bis zu einem Jahr Restlaufzeit werden nicht abgezinst. Die Aufzinsung erfolgt mit dem Zinssatz des Vorjahres. Aufwendungen aus Aufzinsung werden im Zinsergebnis gezeigt.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Disagios werden aktivisch abgegrenzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit den Devisenkassamittelkursen bewertet. Sofern sie eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben, werden sie ohne Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips bewertet.

Zur Sicherung von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps, Devisenoptionen und Zinsderivate abgeschlossen. Dies führt bei bestehendem Sicherungszusammenhang zur Bildung von Bewertungseinheiten zwischen dem jeweiligen Grundgeschäft und den dafür abgeschlossenen Sicherungsgeschäften. Die Wacker Chemie AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab, als auch Risiken gleichartiger Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Geschäfte in Fremdwährung teilweise abgesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft innerhalb der Bewertungseinheit nach der sog. Einfrierungsmethode, d.h. durch Beibehaltung der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen, werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden für Verlustüberhänge Drohverlustrückstellungen gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit es sich bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander verrechnet.

Kursgewinne bzw. Kursverluste aus dem operativen Geschäft und der kurzfristigen Finanzierung von verbundenen Unternehmen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Kursgewinne bzw. -verluste aus langfristiger Finanzierung werden im sonstigen Finanzergebnis gezeigt.

3 Umsatzerlöse

BEREICHE (Mio. €) 2020 2019
WACKER SILICONES 1.697,1 1.844,8
WACKER POLYMERS 780,1 805,6
WACKER POLYSILICON 794,2 783,1
WACKER BIOSOLUTIONS 145,6 152,5
Sonstiges *) 162,1 193,0
Summe 3.579,1 3.779,0

*) Unter dem Bereich "Sonstiges" werden Erlöse aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie Erlöse aus dem Salzgeschäft ausgewiesen.

(Sitz der Kunden)
REGIONEN (Mio. €) 2020 2019
Deutschland 823,0 840,4
Übriges Europa 1.119,1 1.201,6
Amerika 371,7 413,9
Asien 1.050,9 1.112,5
Übrige Regionen 214,4 210,6
Summe 3.579,1 3.779,0

4 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Währungsgeschäften, Kostenerstattungen, der Auflösung von Rückstellungen und Versicherungserstattungen ausgewiesen.

Mio. € 2020 2019
Erträge aus Währungsumrechnung 72,3 26,5
Erträge aus Währungsderivaten 26,8 6,7
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen1) 5,8 23,2
Versicherungserstattungen 0,9 114,1
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen1) - 0,2
Subventionen / Zuschüsse 1,0 0,7
Übrige betriebliche Erträge2) 76,7 44,6
Summe 183,5 216,0

1) periodenfremde Erträge
2) darin enthalten: periodenfremde Erträge in Höhe von 58,2 Mio. € (Vorjahr: 15,3 Mio. €), im Wesentlichen aus Transferpreisnachbelastungen

In 2019 beinhalten die Versicherungserstattungen einen Erstattungsbetrag aus der Versicherung für Betriebsunterbrechung für den Schadensfall, der sich 2017 am Standort Charleston in den USA ereignet hatte. Er betrug 112,5 Mio. €.

5 Materialaufwand

Mio. € 2020 2019
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren - 1.783,8 - 2.035,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen - 35,8 - 34,5
Summe - 1.819,6 - 2.070,1

Im Materialaufwand sind in 2020 Aufwendungen aus der Auftragsfertigung in Höhe von 372,3 Mio. € (Vorjahr 421,2 Mio. €) enthalten.

6 Personalaufwand

Mio. € 2020 2019
Löhne, Gehälter und Aufwendungen für Altersteilzeit - 808,8 - 732,1
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung - 139,1 - 126,9
Aufwendungen für Altersversorgung - 119,6 - 130,7
Summe - 1.067,5 - 989,7

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge.

In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sowie Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, enthalten. In 2020 wurde eine Sonderzahlung an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG in Höhe von 73,2 Mio. € (Vorjahr 70,4 Mio. €) geleistet.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, werden im Zinsergebnis erfasst.

7 Abschreibungen

Mio. € 2020 2019
Planmäßige Abschreibungen - 169,1 - 208,0
Außerplanmäßige Abschreibungen - 0,5 - 16,7
Summe - 169,6 - 224,7

Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen Stilllegungen von Anlagen.

8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten, Reparatur- / Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.

Mio. € 2020 2019
Aufwendungen aus Währungsumrechnung - 49,3 - 25,0
Aufwendungen aus Währungsderivaten - 22,7 - 21,2
Wertberichtigungen auf Forderungen - 4,1 - 0,6
Verluste aus Anlagenabgang1) - 1,4 - 4,9
Vertriebskosten (Frachten, Vertreterkosten) - 224,6 - 248,8
Pachten, Mieten, Leasing - 25,4 - 37,2
Reparaturen, Instandhaltung, Fremdleistungen - 206,9 - 255,8
Restrukturierungsaufwendungen - 48,9 -
Übrige betriebliche Aufwendungen 2) - 138,2 - 196,3
- 721,5 - 789,8
Sonstige Steuern (im Wesentlichen vermögensabhängige Steuern) - 1,3 - 1,2
Summe - 722,8 - 791,0

1) periodenfremde Aufwendungen
2) darin enthalten: periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €)

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge, Kostenübernahmen von Tochtergesellschaften, Reisekosten, sonstige personalbezogene Kosten, Beratungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen sowie Aufwendungen für Umweltschutz, rechtliche und andere Risiken enthalten.

WACKER hat am 20. Februar 2020 ein Restrukturierungsprogramm ("Zukunft gestalten") bekannt gegeben. Durch Reduzierung der Sachkosten und einer Verschlankung der Organisation sollen jährlich 250 Mio. € eingespart werden. Die Einsparungen sollen zum Teil auch durch einen Stellenabbau bis zum Ende des Jahres 2022 erreicht werden. Details zu den Konditionen eines Freiwilligenprogramms wurden in einer am 12. Oktober 2020 unterzeichneten Konzernbetriebsvereinbarung festgelegt. Für das Maßnahmen-Paket ist eine Obergrenze (ATZ und Aufhebungsverträge) von insgesamt 510 Mitarbeitern festgelegt worden. Im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm sind Aufwendungen in Höhe von 48,9 Mio. € für zu zahlende Abfindungen im Geschäftsjahr 2020 berücksichtigt worden.

9 Finanzergebnis

Mio. € 2020 2019
Erträge aus Gewinnübernahmen 33,8 44,1
Erträge aus Beteiligungen 33,0 63,5
davon verbundene Unternehmen 3,2 17,2
Abschreibungen auf Beteiligungen - 3,0 -
davon verbundene Unternehmen - -
Beteiligungsergebnis (inkl. Zu- und Abschreibungen auf Beteiligungen) 63,8 107,6

Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren aus Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen mit der Alzwerke GmbH, der DRAWIN Vertriebs-GmbH, der Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH sowie mit der Wacker Biotech GmbH. Bei den Erträgen aus Beteiligungen handelt es sich um Dividendenzahlungen.

Zinsergebnis

Mio. € 2020 2019
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3,8 4,2
davon verbundene Unternehmen 0,1 0,1
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4,9 6,3
davon verbundene Unternehmen 2,3 2,6
Aufwendungen aus der Abzinsung von Forderungen und der Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten - 91,8 - 101,1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen1) - 9,3 - 31,2
davon verbundene Unternehmen1) - 0,8 - 25,2
Zinsergebnis - 92,4 - 121,8

1) darin enthalten: periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr 23,1 Mio. €)

Die Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung resultieren mit 85,4 Mio. € aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen (Vorjahr 93,8 Mio. €). Die Effekte aus der Aufzinsung und Zinsänderung anderer langfristiger Personalrückstellungen betragen 2,6 Mio. € (Vorjahr 4,2 Mio. €). Darin enthalten ist ein Ertrag aus der Verrechnung des Aufwands aus Aufzinsung und den Erträgen und Aufwendungen aus Deckungsvermögen für Rückstellungen aus Altersteilzeit in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr Aufwand 1,5 Mio. €). Im Jahr 2020 betragen die Erträge aus Deckungsvermögen 2,0 Mio. € (Vorjahr Aufwand 0,2 Mio. €) und die Aufwendungen aus Aufzinsung von 0,7 Mio. € (Vorjahr Aufwand 1,3 Mio. €). Weiterhin sind Effekte aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen, im Wesentlichen für Rückstellungen für Umweltschutzauflagen, in Höhe von 3,8 Mio. € enthalten (Vorjahr 3,0 Mio. €).

Sonstige Finanzergebnis

Mio. € 2020 2019
Übrige finanzielle Erträge 28,0 20,0
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren - - 0,5
Übrige finanzielle Aufwendungen - 59,6 - 20,9
Sonstiges Finanzergebnis - 31,6 - 1,4

In den übrigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen sind Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Finanz-forderungen und -schulden in Fremdwährung enthalten.

10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Es ergaben sich periodenfremde Steuererträge von 13,0 Mio. € (Vorjahr 42,6 Mio. €) und periodenfremde Steueraufwendungen von 0,0 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €). Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten.

Latente Steuern betreffen nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Insgesamt erwartet die Wacker Chemie AG als Organträger zum 31. Dezember 2020 Steuerentlastungen in Höhe von 281,4 Mio. € (Vorjahr 265,9 Mio. €), die ausschließlich aus aktiven Steuerlatenzen bestehen. Hierbei wurde ein kombinierter Steuersatz von 28,80 % (Vorjahr 28,01 %) zugrunde gelegt. Die Steuerentlastungen wurden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Aktive Steuerlatenzen auf Verlustvorträge wurden nicht angesetzt.

Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 281,4 Mio. € (Vorjahr 265,9 Mio. €) verteilen sich auf Anlagevermögen mit 88,1 Mio. € (Vorjahr 103,7 Mio. €), Umlaufvermögen mit 15 Mio. € (Vorjahr 13,1 Mio. €), Pensionsverpflichtungen mit 126,4 Mio. € (Vorjahr 106,9 Mio. €), übrige Rückstellungen (u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste) sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 51,9 Mio. € (Vorjahr 42,7 Mio. €).

11 Immaterielle Vermögensgegenstände

Mio. € Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechte und Werten
Anschaffungskosten
Anfangsstand 01.01.2020 151,8
Zugänge 1,9
Abgänge - 1,0
Umbuchungen 0,4
Endstand 31.12.2020 153,1
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2020 - 143,0
Zugänge - 5,6
Abgänge 1,0
Endstand 31.12.2020 - 147,6
Bilanzwert 31.12.2020 5,5
Bilanzwert 31.12.2019 8,8

12 Sachanlagen

Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01.01.2020 748,3 4.948,1 492,3 151,7 6.340,4
Zugänge 8,1 53,5 12,9 80,8 155,3
Abgänge - 0,2 - 29,4 - 27,8 - - 57,4
Umbuchungen 12,8 86,9 5,4 - 105,5 -0,4
Endstand 31.12.2020 769,0 5.059,1 482,8 127,0 6.437,9
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2020 - 561,6 - 4.374,4 - 411,6 - - 5.347,6
Zugänge - 14,7 - 124,9 - 24,4 - - 164,0
Abgänge 0,2 28,3 27,5 - 56,0
Umbuchungen - - - - -
Endstand 31.12.2020 - 576,1 - 4.471,0 - 408,5 - - 5.455,6
Bilanzwert 31.12.2020 192,9 588,1 74,3 127,0 982,3
Bilanzwert 31.12.2019 186,7 573,7 80,7 151,7 992,8

13 Finanzanlagen

Mio. € Anteile an verbundenen
Unternehmen
Beteiligungen Ausleihungen an
verbundene Unternehmen
Ausleihungen
an Beteiligungen
Gesamt
Anschaffungskosten
Anfangsstand 01.01.2020 2.425,4 290,0 11,4 89,8 2.816,6
Zugänge - 0,3 15,0 0,4 15,7
Abgänge - - 1,4 - 51,0 - 52,4
Endstand 31.12.2020 2.425,4 290,3 25,0 39,2 2.779,9
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2020 - 34,3 - 77,5 - - - 111,8
Zugänge/Abgänge - - 3,0 - - - 3,0
Zuschreibungen - - - - -
Endstand 31.12.2020 - 34,3 - 80,5 - - - 114,8
Bilanzwert 31.12.2020 2.391,1 209,8 25,0 39,2 2.665,1
Bilanzwert 31.12.2019 2.391,1 212,5 11,4 89,8 2.704,8

Die Zugänge bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen die Finanzierung der Wacker Biotech B.V., Amsterdam, Niederlande.

Die Ausleihungen an Beteiligungen betreffen ein Fremdwährungsdarlehen an die Dow Siloxane (Zhangjiagang) Co., Ltd. Im Geschäftsjahr 2020 wurde davon ein Betrag von 49,9 Mio. € zurückgeführt.

Die Aufstellung des Anteilbesitzes ist unter Ziffer 32 aufgeführt.

14 Vorräte

Mio. € 2020 2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 159,0 144,2
Erzeugnisse, Waren 402,7 462,1
Nicht abgerechnete Leistungen 0,9 0,4
Gesamt 562,6 606,7

Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen zum Teil erbrachte, aber noch nicht abgerechnete, Leistungen.

15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Mio. € 2020 davon Restlaufzeit
über 1 Jahr
2019 davon Restlaufzeit
über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 346,8 - 365,5 -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 246,8 - 271,4 -
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 14,2 - 7,4 -
Sonstige Vermögensgegenstände 61,5 - 71,4 -
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 322,5 - 350,2 -
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 669,3 - 715,7 -

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 95,5 Mio. € (Vorjahr 100,8 Mio. €) sowie Darlehens- und Cash Pool Forderungen in Höhe von 149,6 Mio. € (Vorjahr 168,2 Mio. €).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinsforderungen an assoziierte Unternehmen.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden Forderungen an Steuerbehörden in Höhe von 54,7 Mio. € (Vorjahr 54,4 Mio. €) ausgewiesen.

16 Wertpapiere und Termingelder

Mio. € 2020 2019
Sonstige Wertpapiere und Termingelder 680,6 107,7
Insgesamt 680,6 107,7

Unter diesem Posten werden Termingelder und Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als 3 Monaten und kleiner 1 Jahr ausgewiesen.

17 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten sowie Mieten und Disagios erfasst, soweit sie zukünftige Geschäftsjahre betreffen.

Die Disagios betragen zum Bilanzstichtag 2,3 Mio. € (Vorjahr 1,1 Mio. €).

18 Eigenkapital

Mio. € Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage Andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Gesamt
Anfangsbestand 01.01.2020 248,4 157,4 1.000,0 1.324,9 2.730,7
Ausschüttung* - - - - 24,8 - 24,8
Jahresfehlbetrag - - - - 101,5 - 101,5
Endbestand 31.12.2020 248,4 157,4 1.000,0 1.198,6 2.604,4

* Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung 2020.

Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien. Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617 Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000 € entspricht dies einem Wert von 12.373.085 € (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden.

Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf 73,3 Mio. € (Vorjahr 63,5 Mio. €). Dieser Wert liegt Ende 2020 um 2,5 Mio. € über den Anschaffungskosten (Vorjahr 0,4 Mio. € unter den Anschaffungskosten) und fällt unter die Ausschüttungssperre des § 268 Abs. 8 HGB.

Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde und ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich zum Stichtag auf 120,2 Mio. € (Vorjahr 117,4 Mio. €).

Eine Ausschüttungssperre (§ 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs.6 HGB) bezogen auf den Bilanzgewinn besteht nicht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 7. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.

Weitere Informationen sind im Unternehmensregister angegeben (www.unternehmensregister.de).

19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für Mitarbeiter der Wacker Chemie AG wird im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, beträgt der Firmenbeitrag 400 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Für Mitarbeiter, die nach 2004 der Pensionskasse beigetreten sind, beträgt der Firmenbeitrag 100 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Die Wacker Chemie AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf für die Anwartschaftssteigerungen der Pensionskasse zu sichern soweit sie nicht aus den laufenden Mitgliedsbeiträgen der Wacker Chemie AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden können. Eine Unterdeckung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG bestand zum Stichtag nicht.

Zusätzlich gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungspflichtigen Direktzusagen. Weiter besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, freiwillig Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln.

Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet.

Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameterzugrunde gelegt:

2020 2019
Rechnungszins (p.a.)
- 10-Jahres-Durchschnitt 2,30 % 2,71 %
- 7-Jahres-Durchschnitt 1,60 % 1,97 %
Einkommenssteigerung (p.a.) 2,50 % 2,50 %
Erhöhung der Bemessungsgrundlage 2,50 % 2,50 %
Rentenanpassung
- Grund- und Zusatzversorgung 1,80 % bzw. 1,00 % 1,80 % bzw. 1,00 %
- Gehaltsumwandlung 2,50 % bzw. 1,00 % 2,50 % bzw. 1,00 %
Sterblichkeit Heubeck 2018 G Heubeck 2018 G

Bei Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren hätte sich eine Rückstellung für Pensionen in Höhe von 1.098,6 Mio. € (Vorjahr 1.028,8 Mio. €) ergeben.

20 Andere Rückstellungen

Mio. € 2020 2019
Steuerrückstellungen 63,8 61,8
Sonstige Rückstellungen 409,2 264,5
Gesamt 473,0 326,3

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Umweltschutzauflagen, Personalverpflichtungen, mögliche Schadenersatzzahlungen, ausstehende Rechnungen sowie Kundenboni.

Im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm "Zukunft gestalten" wurden im Geschäftsjahr 2020 Rückstellungen für Abfindungen in Höhe vom 48,0 Mio. € gebildet.

Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 97,6 Mio. € (Vorjahr 61,7 Mio. €) umfasst ratierlich zugeführte Verpflichtungen für noch nicht entlohnte Anteile der Arbeitsleistung während der Beschäftigungsphase (Erfüllungsrückstand) sowie Aufstockungsbeträge in voller Höhe. Berücksichtigt werden alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze. Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls in die Rückstellung einbezogen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden zusätzliche Aufstockungsbeträge in Höhe von 23,9 Mio. € im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm "Zukunft gestalten" zugeführt.

Die Höhe der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2020 betrug 170,9 Mio. € (Vorjahr 125,2 Mio. €). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf 73,3 Mio. € (Vorjahr 63,5 Mio. €). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betragen 70,9 Mio. € (Vorjahr 63,9 Mio. €).

Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen Entgelt- und Rentenanpassungen entsprechen dem bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2020 zugrunde gelegte Rechnungszins beträgt 0,54 % (Vorjahr 0,72 %).

21 Finanzverbindlichkeiten

Mio. € 2020 davon
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
davon
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
davon Restlaufzeit
mehr als 5 Jahre
2019 davon
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.057,5 3,0 980,5 74,0 770,3 17,2
Verbindlichkeiten gegenüberverbundenen Unternehmen 444,4 444,4 - - 286,0 286,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 5,4 5,4 - - 4,8 4,8
Gesamt 1.507,3 452,8 980,5 74,0 1.061,1 308,0
Mio. € davon Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 603,1 150,0
Verbindlichkeiten gegenüberverbundenen Unternehmen - -
Sonstige Finanzverbindlichkeiten - -
Gesamt 603,1 150,0

22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten

Mio. € 2020 davon
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
davon
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
davon Restlaufzeit
mehr als 5 Jahre
2019 davon
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 264,2 264,2 - - 212,6 212,6
Verbindlichkeiten gegenüberverbundenen Unternehmen 50,2 50,2 - - 96,8 96,8
Verbindlichkeiten aus Steuern 10,9 10,9 - - 11,5 11,5
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2,6 2,6 - - 2,7 2,7
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung 0,2 0,2 - - 0,2 0,2
Verbindlichkeiten aus glattgestellten Termingeschäften - - - - 1,5 1,5
Erhaltene Anzahlungen 112,0 39,2 72,8 - 101,5 40,0
Sonstige Verbindlichkeiten 13,2 13,2 - - 4,1 4,1
Übrige Verbindlichkeiten 189,1 116,3 72,8 - 218,3 156,8
Mio. € davon Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Verbindlichkeiten gegenüberverbundenen Unternehmen - -
Verbindlichkeiten aus Steuern - -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit - -
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung - -
Verbindlichkeiten aus glattgestellten Termingeschäften - -
Erhaltene Anzahlungen 61,5 -
Sonstige Verbindlichkeiten - -
Übrige Verbindlichkeiten 61,5 -

Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich im Wesentlichen um Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium. Zudem sind Anzahlungen von Dritten enthalten, die an unseren Standorten Köln und Burghausen ansässig sind. Sie betreffen Vorauszahlungen für die künftige Nutzung der jeweiligen Werksinfrastruktur in Höhe von 13,6 Mio. € (Vorjahr 10,1 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

23 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Wacker Chemie AG hat sich in 2014 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG über einen festgelegten Zeitraum von 5 Jahren verpflichtet. Die Siltronic AG hat dafür eine einmalige Zahlung in Höhe von 39,0 Mio. € geleistet, die bilanziell abgegrenzt wurden. Der Posten konnte im Geschäftsjahr 2020 weiter aufgelöst werden. Der noch verbleibende Betrag beläuft sich zum 31. Dezember 2020 auf 17,5 Mio. € (Vorjahr 18,7 Mio. €).

24 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2020 2019
WACKER SILICONES 2.966 3.017
WACKER POLYMERS 950 962
WACKER POLYSILICON 1.743 1.854
WACKER BIOSOLUTIONS 237 240
Sonstiges 4.032 4.086
Gesamt 9.928 10.159

25 Nicht in der Bilanz enthaltene Haftungsverhältnisse

Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.

Tsd. € 2020 2019
Bürgschaften 230,9 367,2
davon für verbundene Unternehmen 230,8 367,1

Die angegebenen Bürgschaften sichern im Wesentlichen die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen. Weiter enthält der Betrag Vertragserfüllungsgarantien gegenüber Dritten für Tochterunternehmen. Darüber hinaus sichert die Wacker Chemie AG die Bezahlung von Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen ab.

Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochterunternehmen, für die die Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich.

Die Wacker Chemie AG haftet zudem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen Tochtergesellschaften, mit denen Beherrschungs-und Ergebnisabführungsverträge bestehen.

26 Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Prüferhonorare

Die nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.

Mio. € 2020 2019
Miet-, Pacht- und Leasingverträge
Ausgaben im Folgejahr 28,5 25,8
Ausgaben im 2. -4. Jahr 38,9 28,7
Ausgaben im 5. Jahr und später 27,0 12,5
Gesamt 94,4 67,0

Darin enthalten sind folgende wesentliche Einzelsachverhalte:

Es besteht ein Mietvertrag für das Gebäude der Hauptverwaltung München mit der PK Wacker GSG GmbH & Co. KG, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis Dezember 2022. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das Gebäude.

Auch enthalten sind weitere Miet- und Pachtverträge für Lagergebäude, Büros, Maschinen, Kesselwagen, Container, IT-Equipment und den Fuhrpark.

Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

Mio. € 2020 2019
Bestellobligo Investitionsvorhaben 37,1 52,0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen - -

Neben dem Bestellobligo für Investitionsvorhaben bestehen wesentliche langfristige Abnahmeverpflichtungen aus Strom-, Gas- und Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2033. Zum 31. Dezember 2020 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung nominal auf insgesamt 1,02 Mrd. € (Vorjahr 1,35 Mrd. €). Die Verträge dienen der Sicherstellung der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang benötigt werden.

Weiter hat sich die Wacker Chemie AG zur Absicherung der langfristig vereinbarten Abnahme von Rohstoffen durch Tochterunternehmen gegenüber einem assoziierten Unternehmen verpflichtet. Zudem besteht im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung bei der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L.L.C. die Verpflichtung zur Abnahme von Polysilicium.

Im Rahmen von Investitionstätigkeiten hat die Wacker Chemie AG Zulagen sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand erhalten. Diese sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Die Dauer für die Erfüllung dieser Bedingungen ist zeitlich begrenzt.

Von Zeit zu Zeit ist die Wacker Chemie AG in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft keine negativen Auswirkungen.

Honoraraufwand für den Abschlussprüfer

Mio. € 2020 2019
Abschlussprüfung 0,6 0,6
Andere Bestätigungsleistungen 0,2 0,1
Gesamt 0,8 0,7

Die anderen Bestätigungsleitungen beinhalten Bestätigungen nach § 64 EEG, § 15 KWKG, § 20 WpHG ("EMIR"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung sowie einer Assuranceleistung auf den nichtfinanziellen Konzernbericht.

27 Derivative Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Zur Sicherung von Zinsänderungsrisiken werden Zinsderivate und zur Sicherung von Rohstoffrisiken werden ggf. Warentermingeschäfte abgeschlossen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und Zahlungsmitteleingangs, soweit sie auf Wechselkurs-, Zinssatz- und Rohstoffpreisänderungen beruhen, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien.

Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:

Währungsderivate (Mio. €) 2020 2019
Nominalwerte 544,9 618,9
Marktwerte 13,1 - 2,2
Kreditrisiko 13,9 1,6

Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrundeliegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte stellen den beizulegenden Zeitwert dar und beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag. Sie werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Bewertungsmethoden einzeln ermittelt. Devisenkontrakte werden dabei mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte und stellt die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners dar. Die Geschäfte werden deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen.

Die operative Sicherung im Devisenbereich sichert das Risiko von Währungsverlusten aus bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten sowie ausgereichten und empfangenen Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen in Fremdwährung. Zur Abdeckung dieser Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps abgeschlossen. Im Allgemeinen umfasst die operative Sicherung Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten:

Operative Sicherung (Mio. €) 2020 2019
Nominalvolumen 227,7 263,2
Beizulegende Zeitwerte insgesamt 0,8 0,6
davon negative beizulegende Zeitwerte (Drohverlustrückstellung) - 0,1 - 0,3

Die strategische Sicherung dient zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Transaktionen. Dazu gehören auch noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Es werden Devisentermingeschäfte und -optionen für Geschäfte, die in USD abgeschlossen wurden, mit einer maximalen Laufzeit von 13 Monaten (Vorjahr 13 Monaten) eingesetzt.

Für Geschäfte die in JPY abgeschlossen wurden, werden Devisentermingeschäfte mit einer maximalen Laufzeit von 77 Monaten eingesetzt. Bei hoher Effektivität zwischen dem mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Für die strategische Sicherung wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure in US-Dollar angestrebt:

Strategische Sicherung (Mio. €) 2020 2019
Nominalvolumen 317,2 355,6
Beizulegende Zeitwerte insgesamt 12,3 -2,8
davon nicht bilanzierte beizulegende Zeitwerte aufgrund Anwendung der Einfrierungsmethode 10,3 0,5
davon Forderungen aus beizulegenden Zeitwerten glattgestellter Geschäfte 1,2 0,4
davon Verbindlichkeiten aus beizulegenden Zeitwerten glattgestellter Geschäfte 0,0 -1,5
davon beizulegende Zeitwerte aus Geschäften ohne Bewertungseinheit 0,8 -0,6

Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Wacker Chemie AG grundsätzlich nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung der Fair Values von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren.

Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten ergeben, zusammen:

Mio. € 2020 2019
Sonstige Vermögensgegenstände (Forderungen aus glattgestellten Devisentermingeschäften, -optionen und Zinsderivaten) 2,0 0,5
Übrige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus glattgestellten Devisentermingeschäften, -optionen und Zinsderivaten) 0,0 -1,5
Sonstige Rückstellungen (Drohverlust für noch offene Devisentermingeschäfte, -optionen und Zinsderivate) -0,8 -0,6

Im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr aufgenommenen Schuldscheindarlehen wurden Zinsderivate zur Zinsoptimierung im Nominalvolumen von 110 Mio. € abgeschlossen. Der Marktwert der Zinsderivate beträgt zum Stichtag 0,0 Mio. €.

28 Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands

Der Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983 Stammaktien) einen Betrag von 2,00 Euro je Stückaktie aus dem Bilanzgewinn für das Jahr 2019 auszuschütten. Insgesamt soll eine Dividende von 99.355.966,00 € ausgeschüttet werden.

29 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahestehenden Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen von nur untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch in geringem Umfang zu marktüblichen Konditionen.

Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des Anhangs ersichtlich. Im Berichtsjahr erzielte die Wacker Chemie AG mit assoziierten Unternehmen Umsätze, Lizenzerlöse sowie Erträge aus Verwaltungskostenumlagen in Höhe von 137,9 Mio. € (Vorjahr 139,3 Mio. €). Assoziierte Unternehmen haben der Wacker Chemie AG für Materialbezüge, Provisionen und sonstige Kosten im Berichtsjahr 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) in Rechnung gestellt.

Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind oben unter Ziffer 25 ausgewiesen.

Zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen siehe Ziffer 13. Die Zinserträge aus der Ausleihung an Beteiligungen betragen wie 3,5 Mio. € (Vorjahr 3,9 Mio. €).

Die Wacker Chemie AG mietet das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörige Grundstück seit Oktober 2011 von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die daraus entstandenen Mietaufwendungen belaufen sich auf 4,5 Mio. € (Vorjahr 4,4 Mio. €). Zuweisungen an die Pensionskasse führten zu einem Aufwand von 31,8 Mio. € (Vorjahr 32,7 Mio. €). Zudem wurde im Geschäftsjahr eine Sonderzahlung in Höhe von 73,2 Mio. € (Vorjahr 70,4 Mio. €) geleistet. Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten gegenüber der Pensionskasse in Höhe von 2,6 Mio. € (Vorjahr 2,7 Mio.€).

Aufsichtsrat

Dr. Peter Alexander Wacker 1,2,3

Vorsitzender

Bad Wiessee

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender Wacker Chemie AG, Unternehmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Blue Elephant Energy AG

Vorsitzender des Aufsichtsrates und Kuratoriums

Ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Manfred Köppl*1,2,3

Stv. Vorsitzender

Kirchdorf

Vorsitzender Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Peter Áidozó*

Burghausen

Stv. Vorsitzender Betriebsrat Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Dr. Andreas H. Biagosch

München

Geschäftsführer der Impacting | GmbH & Co. KG und der Impact GmbH

Mitglied des Board of Directors

Ashok Leyland, Chennai, Indien

Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien

Mitglied des Aufsichtsrats

Aixtron SE

Vorsitzender des Beitrats

ATHOS Service GmbH (seit 15. Juni 2020)

Mitglied des Beirats

ATHOS Service GmbH (bis 14. Juni 2020)

Lürssen Werft GmbH & Co. KG (bis 12. November 2020)

Dr. Gregor Biebl

München

Ministerialdirektor

Bayerische Staatskanzlei

Matthias Biebl

München

Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG

Markus Hautmann

(seit 01. Januar 2021)

Schwandorf

Bezirksleiter IG BCE Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

SMP Deutschland GmbH

Siltronic AG (seit 01. Januar 2021)

Ingrid Heindl*

Reischach

Mitglied Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Konrad Kammergruber*

(bis 30. September 2020)

Burghausen

Ehemaliger Leiter Infrastruktur Services der Wacker Chemie AG

Jörg Kammermann*

(bis 31. Dezember 2020)

Burghausen

Ehemaliger Bezirksleiter IG BCE Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG (bis 31. Dezember 2020)

Eduard-Harald Klein*,1

Neuötting

Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Franz-Josef Kortüm1,2,3

München

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Webasto SE (bis 31. August 2019)

Vorsitzender des Beirats

Brose Fahrzeugteile GmbH &Co. KG

Mitglied des Board of Directors

Autoliv Inc., USA

Barbara Kraller*

Taching

Stv. Vorsitzender Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG

Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG

Beate Röhrig*

Unterhaching

Landesbezirksleiterin IG BCE Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats

ADIDAS AG

Evonik Nutrition & Care GmbH (bis 01. Juli 2020)

Dr. Birgit Schwab*

(seit 01. Oktober 2020)

Burghausen

Leiterin Qualitätsmangement WACKER BIOSOLUTIONS

Mitglied des Aufsichtsrats

Burghauser Wohnbau GmbH (seit 01. Mai 2020)

Ann-Sophie Wacker

München

Rechtsanwältin

Dr. Susanne Weiss

München

Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei

Weiss Walter Fischer-Zernin

Vorsitzender des Aufsichtsrats

ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Porr AG. Österreich

Spielvereinigung Unterhaching (seit 03. Februar 2020)

Schattdecor AG (bis 24. Juni 2019)

UBM Development AG. Österreich

Vorsitzender des Beirats

Alu-Sommer GmbH. Österreich

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München

Professor emeritus für Biochemie an der LMU München

Arbeitnehmervertreter; für die Aufsichtsratsvergütung gelten die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbandsangestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e.V. (VAA).
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Franz-Josef Kortüm)

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

WACKER POLYSILICON

Obere Führungskräfte

Konzernentwicklung

Corporate Communications

Investor Relations

Konzernrevision

Recht

Compliance

Retirement Benefits

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Aufsichtsrats

TÜV Süd AG

Dr. Christian Hartel

WACKER POLYMERS

WACKER BIOSOLUTIONS

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor)

Zentrale Ingenieurtechnik

Forschung und Entwicklung

Intellectual Property

Region Asien

Dr. Tobias Ohler

Bilanzierung und Steuern

Konzerncontrolling

Finanzen und Versicherung

Information Technology

Procurement & Logistics

Region Amerika

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Auguste Willems

WACKER SILICONES

Sales and Distribution

Werkleitungen

Corporate Sercurity

Umwelt/Gesundheit/Sicherheit

Product Stewardship

Region Europa, Mittlerer Osten

30 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG

Vergütungen für Organe (Euro) Feste Vergütung *) Variable Vergütung Altersversorgung **) Insgesamt
Vorstandsvergütung 2020 2.913.416 3.138.925 1.651.149 7.703.490
Vorstandsvergütung 2019 2.910.069 3.047.500 1.403.332 7.360.901
Pensionsverpflichtungen für aktive
Vorstandsmitglieder 2020
42.230.614
Pensionsverpflichtungen für aktive
Vorstandsmitglieder 2019
36.731.498
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder
und ihre Hinterbliebenen 2020
1.906.493
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder
und ihre Hinterbliebenen 2019
2.255.993
Pensionsverpflichtungen für frühere
Vorstandsmitglieder und ihre
Hinterbliebenen 2020
36.109.573
Pensionsverpflichtungen für frühere
Vorstandsmitglieder und ihre
Hinterbliebenen 2019
35.727.056
Aufsichtsratsvergütung 2020 2.165.000 - - 2.165.000
Aufsichtsratsvergütung 2019 2.159.877 - - 2.159.877

*) inklusive der Nebenleistungen
**) Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen. Der Zinsaufwand belief sich auf 459.144 € (Vorjahr 609.219 €).

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG und beinhaltet die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind unter Ziffer 29 aufgeführt.

31 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder mittelbar zur Herstellung einer dauernden Verbindung (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11b HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich bei den inländischen Gesellschaften um Beträge nach HGB, bei den ausländischen Gesellschaften um Beträge, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ermittelt wurden.

Lfd Nr. Verbundene Unternehmen Tätigkeit Kennzeichen Eigenkapital T€ Jahresergebnis T€ Kapitalanteil in %
Deutschland
1 Alzwerke GmbH, München Sonstiges a), b) 7.160 0 100,00
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn-Riemerling Silicones a), b) 5.010 -2 100,00
3 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München Sonstiges a), b) 26 0 100,00
4 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs-GmbH, München - 28 - 1 100,00
5 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs-GmbH, Nünchritz - 25 - 1 100,00
6 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München - 79 0 100,00
7 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München - 34 - 1 100,00
8 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München - 26 - 1 100,00
9 Wacker Biotech GmbH, Jena Biosolutions a), b) 290 0 100,00
10 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München - 24 0 100,00
11 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München - a), b) 2.753 0 100,00
12 Wacker-Chemie Zehnte Venture GmbH, München - 24 0 100,00
13 Wacker-Chemie Elfte Venture GmbH, München - 24 0 100,00
14 Wacker-Chemie Zwölfte Venture GmbH, München 24 0 100,00
Übriges Europa
15 Wacker Chemicals Finance B. V., Zaanstad, Niederlande Holding 2.119.281 - 5.543 100,00
16 Wacker Chemicals Ltd., Bracknell, Vereinigtes Königreich Vertrieb 914 363 100,00
17 Wacker Chemie Italia S. r. l., Segrate, Italien Vertrieb 14.233 5.137 100,00
18 Wacker-Chemie Benelux B. V., Zaanstad, Niederlande Vertrieb 642 287 100,00
19 Wacker Chimie S. A. S., Lyon, Frankreich Vertrieb 2.053 724 100,00
20 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden Vertrieb 1.028 440 100,00
21 Wacker Química Ibérica, S. A., Barcelona, Spanien Vertrieb 1.313 565 100,00
22 Wacker-Chemie, s. r. o., Pilsen, Tschechien Vertrieb,
Silicones
3.655 237 100,00
23 Wacker-Chemia Polska Sp. z o. o., Warschau, Polen Vertrieb 1.423 830 100,00
24 Wacker Chemie Hungary Kft., Budapest, Ungarn Vertrieb 1.005 328 100,00
25 LLC Wacker Chemie Rus, Moskau, Russland Vertrieb 819 318 100,00
26 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Hemne, Norwegen Silicones 91.469 - 2.682 100,00
27 Wacker Kimya Tic. Ltd. Sti., Istanbul, Türkei Vertrieb 314 259 100,00
28 WACKER BIOSOLUTIONS León, S. L. U., León, Spanien Biosolutions 16.459 556 100,00
29 Wacker Biotech B. V., Amsterdam, Niederlande Biosolutions 12.680 - 4.175 100,00
Amerika
30 Wacker Química do Brasil Ltda., Jandira -Sao Paulo, Brasilien Silicones,
Polymers,
Biosolutions
23.270 6.535 99,90
- 0 0,10
31 Wacker Mexicana S. A. de C. V., Mexiko, D. F., Mexiko Vertrieb 1.683 397 100,00
32 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA Silicones, Polymers,
Biosolutions
2.066.099 -35.787 100,00
33 Wacker Polysilicon North America, LLC., Cleveland, Tennessee, USA Polysilicon 1.608.387 17.313 100,00
34 Wacker Colombia S. A. S., Bogotá, Kolumbien Vertrieb 190 36 100,00
Asien
35 Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan Silicones 15.681 1.663 50,003)
36 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur Vertrieb 3.099 764 100,00
37 Wacker Chemicals Hong Kong Ltd., Hong Kong, China Vertrieb 2.624 176 100,00
38 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd. Kolkata, Indien Silicones 81.329 18.527 51,00
39 Wacker Chemicals Korea Inc Seongnam-si, Südkorea Silicones,
Polymers
144.746 19.658 100,00
40 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan Vertrieb 469 39 100,00
41 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur Holding 47.898 - 19 51,00
42 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 38.619 6.490 100,00
43 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China Silicones 79.794 9.537 100,00
44 Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China Vertrieb 248.279 19.320 100,00
45 Wacker Chemicals (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing, China Polymers,
Biosolutions
79.087 4.372 100,00
46 Wacker Chemie India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien Vertrieb 3.619 86 99,90
- 0 0,10
47 PT. Wacker Chemicals Indonesia, Tangerang, Indonesien Silicones,
Polymers, Biosolutions
227 39 99,00
1,00
Übrige Regionen
48 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Mulgrave, Melbourne, Australien Vertrieb 831 190 100,00
49 Wacker Chemicals Middle East FZE, Dubai, VAE Vertrieb 3.785 768 100,00
Gemeinschaftsunternehmen/assoziierte Unternehmen
50 Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur Silicones 397.2702) 6.691 25,00
51 Wacker Dymatic Silicones (Shunde) Co., Ltd., Foshan, China Silicones 24.608 3.577 50,00
52 Siltronic AG, München Sonstiges 871.7952) 160.784 30,83
53 Nexeon Ltd., Abingdon, Oxfordshire, Vereinigtes Königreich 4) Sonstiges 19.699 -7.699 24,99
Lfd Nr. Verbundene Unternehmen gehalten über lfd. Nummer1)
1 Alzwerke GmbH, München 0
2 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn-Riemerling 0
3 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München 0
4 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs-GmbH, München 0
5 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs-GmbH, Nünchritz 0
6 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München 0
7 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München 0
8 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München 0
9 Wacker Biotech GmbH, Jena 0
10 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München 0
11 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München 0
12 Wacker-Chemie Zehnte Venture GmbH, München 0
13 Wacker-Chemie Elfte Venture GmbH, München 0
14 Wacker-Chemie Zwölfte Venture GmbH, München 0
Übriges Europa
15 Wacker Chemicals Finance B. V., Zaanstad, Niederlande 0
16 Wacker Chemicals Ltd., Bracknell, Vereinigtes Königreich 0
17 Wacker Chemie Italia S. r. l., Segrate, Italien 0
18 Wacker-Chemie Benelux B. V., Zaanstad, Niederlande 15
19 Wacker Chimie S. A. S., Lyon, Frankreich 0
20 Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden 0
21 Wacker Química Ibérica, S. A., Barcelona, Spanien 0
22 Wacker-Chemie, s. r. o., Pilsen, Tschechien 0
23 Wacker-Chemia Polska Sp. zo. o., Warschau, Polen 0
24 Wacker Chemie Hungary Kft., Budapest, Ungarn 0
25 LLC Wacker Chemie Rus, Moskau, Russland 0
26 Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Hemne, Norwegen 15
27 Wacker Kimya Tic. Ltd. Sti., Istanbul, Türkei 15
28 WACKER BIOSOLUTIONS León, S. L. U., León, Spanien 15
29 Wacker Biotech B. V., Amsterdam, Niederlande 15
Amerika
30 Wacker Química do Brasil Ltda., Jandira -Sao Paulo, Brasilien 0
2
31 Wacker Mexicana S. A. de C. V., Mexiko, D. F., Mexiko 0
32 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA 15
33 Wacker Polysilicon North America, LLC., Cleveland, Tennessee, USA 32
34 Wacker Colombia S. A. S., Bogotá, Kolumbien 15
Asien
35 Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan 0
36 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur 0
37 Wacker Chemicals Hong Kong Ltd., Hong Kong, China 0
38 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd. Kolkata, Indien 0
39 Wacker Chemicals Korea Inc Seongnam-si, Südkorea 15
40 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan 0
41 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur 0
42 Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China 41
43 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China 44
44 Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China 0
45 Wacker Chemicals (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing, China 44
46 Wacker Chemie India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien 15
0
47 PT. Wacker Chemicals Indonesia, Tangerang, Indonesien 15
2
Übrige Regionen
48 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Mulgrave, Melbourne, Australien 0
49 Wacker Chemicals Middle East FZE, Dubai, VAE 0
Gemeinschaftsunternehmen/assoziierte Unternehmen
50 Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur 0
51 Wacker Dymatic Silicones (Shunde) Co., Ltd., Foshan, China 44
52 Siltronic AG, München 0
53 Nexeon Ltd., Abingdon, Oxfordshire, Vereinigtes Königreich 4) 0

a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen.
b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter der Wacker Chemie AG zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1) Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
2) Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft; Angabe des konsolidierten Abschlusses nach IFRS
3) Beherrschender Einfluss auf Grund von potentiellen Stimmrechten
4) Aufgeführt ist der Jahresabschluss für den Zeitraum 01.01.2019-31.12.2019 nach UK GAAP.

32 Vorgänge nach dem Abschlussstichtag

Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers Co. Ltd. vor. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50 prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic Aktionäre. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben unverändert.

33 Veröffentlichung

Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen. Die Offenlegung dieses Konzernabschlusses erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers.

München, den 04. März 2021

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl Christian Hartel
Tobias Ohler Auguste Willems

Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind.

München, den 04. März 2021

Wacker Chemie AG

Rudolf Staudigl Christian Hartel
Tobias Ohler Auguste Willems

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten, die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht vom Fliesenkleber bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 65 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 35 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie.

Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit

WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau der Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2020 haben wir in Shanghai ein Kompetenzzentrum für wärmeleitfähige Silicone sowie siliconbasierte Lösungen für eine wachsende Zahl von Anwendungen in der Unterhaltungselektronik und der Telekommunikationsindustrie eröffnet.

26 Produktionsstandorte

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten. Davon sind zehn in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen.

» Siehe Grafik B.2 auf Seite 52

Rechtliche Unternehmensstruktur

Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 53 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 49 Gesellschaften voll konsolidiert. Vier Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind.

» Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis.

Vier operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche.

Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

» Siehe Grafik B.4 auf Seite 54

B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte

B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns¹

1 Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern.

Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2020

Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Konrad Kammergruber hat auf Grund seiner Pensionierung sein Mandat im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG niedergelegt und ist mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Als neues Mitglied rückte Frau Dr. Birgit Schwab als gewähltes Ersatzmitglied als Vertreterin der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat nach. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 ist Jörg Kammermann, ehemaliger Bezirksleiter der IG BCE Altötting, aus dem Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger wurde zum 01. Januar 2021 Markus Hautmann, Bezirksleiter der IG BCE Altötting, bestellt.

Im Vorstand der Wacker Chemie AG gab es im Geschäftsjahr 2020 keine Änderungen. In seiner Sitzung vom 11. März 2020 hat der Aufsichtsrat den Vertrag von Dr. Tobias Ohler um fünf Jahre bis 2025 verlängert.

In seiner Sitzung vom 09. Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat wesentliche personelle Weichenstellungen beschlossen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Staudigl wird mit Ablauf der kommenden Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand treten. Zu seinem Nachfolger hat der Aufsichtsrat Dr. Christian Hartel berufen, der von diesem Zeitpunkt an den Vorstandsvorsitz übernimmt. Zum gleichen Zeitpunkt rückt Angela Wörl als Arbeitsdirektorin in den Vorstand auf.

» Angaben zur Ressortverteilung im Vorstand finden sich im Kapitel Weitere Informationen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 315d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem Vorstand, gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben zum Diversitätskonzept werden dort angegeben.

» www.wacker.com/corporate-governance

Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2020, zur Verfügung. Er wird außerdem im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer unterzogen.

» https://www.wacker.com/geschaeftsbericht

B.3 Unternehmensstruktur von WACKER

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2020 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES bietet die breiteste Produktpalette des Unternehmens. Aus den beiden Rohstoffen Siliciummetall und Methanol werden über 2.800 Siliconprodukte in sieben Produktgruppen produziert, darunter Silane, Siloxane, Siliconöle, Siliconemulsionen, Siliconelastomere, Siliconharze und Kieselsäuren. Silicone besitzen eine Vielzahl chemischer, mechanischer und haptischer Eigenschaften, die sich ganz gezielt einstellen und immer wieder neu kombinieren lassen. Eine solche Vielseitigkeit und Anwendungsbreite bietet kein anderer Kunststoff. Silicone sind extrem langlebig, widerstandsfähig, wasserabweisend und UV-stabil. Als Werkstoffe sind sie in alltäglichen Anwendungen genauso unverzichtbar wie für die Entwicklung innovativer und neuer Technologien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Weitere Abnehmerbranchen sind die Lack-und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie.

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen Pharmaproteine und Impfstoffe, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Pharmawirkstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe und Agrochemikalien.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und für die Solarindustrie her.

Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten Burghausen, Nünchritz, Charleston und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen (Kapitel ungeprüft)

WACKER zählt in seinen drei größten Geschäftsbereichen zu den Top-3-Anbietern weltweit.

Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien.

B.4 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung

Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Asien.

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein aus vegetarischen Rohstoffen sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter ausbauen.

Hohe Wettbewerbsintensität zeichnet den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON aus. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des globalen Marktumfeldes in der globalen Solarindustrie. Eigenen Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON nach Produktionsmenge weltweit die Nummer eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und bei monokristallinem Polysilicium für die Solarindustrie.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir jedoch auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Auftragsentwicklung

Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und langfristige Verträge ab; ein Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen anhand von Marktreferenzen. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung von Rohstoff- und Energiepreisen, aber auch Daten aus unserer Marktforschung und aus Kundengesprächen.

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleichgeblieben.

Rohstoff- und Energiekosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO2-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen. Auf Grund der hohen Strompreise in Deutschland ergeben sich Nachteile für WACKER gegenüber Wettbewerbern. Wir fordern deshalb die Einführung eines Industriestrompreises und wirken diesbezüglich auf die politisch Verantwortlichen ein. Wir arbeiten zudem ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden. Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, flexiblen Abnahmemengen oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch Preisflexibilität zu erhalten.

B.5 Wettbewerbspositionen von WACKER

Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES Dow WACKER KCC + Momentive
WACKER POLYMERS WACKER Celanese Dairen
WACKER POLYSILICON Solaranwendungen Yongxiang Daqo WACKER
WACKER POLYSILICON Halbleiteranwendungen WACKER Hemlock Tokuyama

(Tabelle B.5 ungeprüft)

Währungsschwankungen

Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 39 Mio. € negativ ausgewirkt. Zusätzlich haben wir im Jahr 2020 Sicherungsgeschäfte in japanischen Yen (JPY) abgeschlossen.

Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten.

Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft

China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen US-Hersteller von Polysilicium für Solaranwendungen erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen für Solaranwendungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende Regelung. Die USA haben ihrerseits Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens" (Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren" eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten könnte sich im Gesamtkontext einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen.

Ziele und Strategien

Strategie des WACKER-Konzerns

Die fünf übergreifenden strategischen Ziele von WACKER gelten nach wie vor. Im Mittelpunkt stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Wir richten unser Handeln dabei an einer nachhaltigen Entwicklung aus.

» Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com

Die strategischen Geschäftsziele für den WACKER -Konzern lauten weiterhin:

Ausbau unserer Produktionskapazitäten mit Investitionen unterhalb der Abschreibungen.

Höheres Wachstum schaffen als der Durchschnitt der Chemieindustrie.

Starker Fokus auf Nachhaltigkeit.

Attraktive Margen im Wirtschaftszyklus erzielen.

Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft steigern.

Die Investitionen konzentrieren sich auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten.

Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Wir wollen dabei den Anteil von Spezialprodukten weiter erhöhen. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale.

Im Mittelpunkt unseres Programms "WACKER Operating System" (WOS) stehen: geringerer Rohstoffeinsatz und eine höhere Prozesseffizienz unserer Anlagen. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Außerdem entwickeln wir eine Vielzahl neuer, nachhaltiger Produkte, die den CO2-Ausstoß mindern. Wir liefern unter anderem Polysilicium als Ausgangsmaterial für Solaranlagen sowie eine Vielzahl von Produkten für die moderne, ressourcenschonende Bauindustrie.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an.

Um unsere Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, streben wir einen positiven Cashflow an und wollen den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stetig steigern.

Mit dem Programm "Zukunft gestalten", das wir Ende 2019 gestartet haben, wollen wir die Kosten verringern und die Effizienz steigern. Die Geschäfts- und Zentralbereiche stellen sich organisatorisch neu auf und vereinfachen dabei ihre Abläufe und Strukturen. Gleichzeitig stärken wir die Verantwortung in den Regionen. Bis Ende 2022 will WACKER insgesamt 250 Mio. € einsparen. Dazu gehört auch der Abbau von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen vor allem in Deutschland.

Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung. Seit 2017 haben wir ein Digitalisierungsprogramm, das alle Kerngeschäftsprozesse umfasst - von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Die einzelnen Projekte aus diesem Programm werden seit Dezember 2019 in den verantwortlichen Bereichen weitergeführt.

Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES will als weltweiter Hersteller von Siliconen den Anteil an margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil über erzielte Skaleneffekte Kostenführer zu sein. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer Produkte im industriellen Maßstab erlauben.

Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz in den Geschäftsprozessen. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten deutlich zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen weiter zu erhöhen sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. Gleichzeitig halten wir den hohen Qualitätsstandard, mit dem wir den Maßstab in der Industrie setzen. Der Fokus unseres Geschäfts liegt darauf, die Mengen bei Kunden aus der Halbleiterindustrie auszubauen und das Wachstum von monokristallinen Anwendungen für die Solarindustrie zu begleiten.

Steuerungssystem

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER -Konzern

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2020 unverändert geblieben:

die EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz).
Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.

der ROCE, also die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise der Return on Capital Employed. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Der über vier Quartale gebildete Durchschnitt der langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte und des Working Capital bilden das eingesetzte Kapital. Die Ermittlung erfolgt zeitversetzt ein Quartal rückwirkend. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird.

das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Die Entwicklung des BVC ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung.

der Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.

Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:

der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.

die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Die Investitionen enthalten keine Nutzungsrechte der Leasingbilanzierung.

die Nettofinanzschulden: Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung

Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient.

Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2020

EBITDA-Marge: Im Jahr 2020 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 14,2 Prozent.

B.6 Soll / Ist-Abgleich

Mio. € Ist 2020 Prognose 2020 2019
EBITDA-Marge (%) 14,2 leicht unter Vorjahr 15,9
EBITDA 666,3 rund 20 % unter Vorjahr 783,4
ROCE (%) 5,6 deutlich positiv, deutlich über Vorjahr -11,3
Netto-Cashflow 697,7 deutlich positiv, deutlich über Vorjahr 184,4

EBITDA: Für das Jahr 2020 haben wir ein EBITDA erwartet, das um etwa 20 Prozent unter dem Vorjahr liegt. Mit einem Rückgang von 14,9 Prozent bewegte sich das EBITDA im Rahmen unserer Erwartungen. Maßgeblich verantwortlich für das geringere EBITDA ist ein Sonderertrag aus Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio. €, den wir im Jahr 2019 verbucht haben. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich um 0,7 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2020 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern zehn Prozent. Im Jahr 2020 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene erreicht. Der BVC war mit -169 Mio. € (2019: -1,1 Mrd. €) weiterhin negativ, aber deutlich besser als im Vorjahr.

B.7 ROCE und Wertbeitrag

Mio. € 2020 2019
EBIT 262,8 -536,3
Capital Employed1 4.111,4 5.183,5
ROCE2 (%) 5,6 -11,3
Kapitalkosten vor Steuern (%) -10,1 10,0
BVC3 -169,3 -1.102,4

1 Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern zuzüglich Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
2 Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert.

ROCE : Erreicht hat WACKER im Jahr 2020 einen ROCE von 5,6 Prozent. In unserer Prognose vom März 2020 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE positiv und deutlich über Vorjahr sein wird.

Netto-Cashflow: Die Prognose für 2020 war ein deutlich positiver und deutlich über dem Vorjahr liegender Netto-Cashflow. Mit 697,7 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow deutlich besser entwickelt als prognostiziert. Verantwortlich dafür sind geringere Investitionen und deutliche Reduzierungen im Umlaufvermögen.

Planungszyklus

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.

B.8 Strategische und operative Planung

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen.

Finanzierungsstrategie

Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente.

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

» Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2020 finden Sie im Kapitel zur Finanzlage auf Seite 74.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten.

Übernahmerechtliche Angaben

B.9 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB

Zu der nach § 315a Abs. 1 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:
§ 315a (1) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 1.692.317 Stück vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden; der verbleibende Restbestand von 782.300 Stück darf nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden.
§ 315a (1) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315a (1) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital: Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Bad Wiessee, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315a (1) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten: Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
§ 315a (1) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen: Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315a (1) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen: Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gemäß § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315a (1) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien: Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 04. August 2020 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315a (1) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen: In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change-of-Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change-of-Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315a (1) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots: Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 zur schwersten globalen Rezession seit fast 100 Jahren geführt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft um 3,5 Prozent geschrumpft. Besonders stark ging die Wirtschaftsleistung in den Ländern der Eurozone zurück. In Italien lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut den Konjunkturforschern etwa 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, in Spanien um 11,1 Prozent. Trotz zum Teil umfangreicher staatlicher Hilfsmaßnahmen führte die Pandemie in vielen Ländern zu einem bedeutenden Anstieg von Arbeitslosigkeit und Armut. Auch in China, wo die Pandemie Anfang des Jahres ihren Ausgang nahm, brach die Wirtschaft zeitweise ein. Die Volksrepublik wies jedoch bereits im 2. Quartal 2020 wieder ein Wachstum aus.

B.10 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2020

Quellen: weltweit: IWF, Europa: OECD, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie.

Pandemie trifft chemische Industrie

Auf Grund der Corona-Pandemie sind die Umsätze in der chemischen Industrie im 1. Halbjahr 2020 weltweit zurückgegangen. Im Sommer setzte eine Erholung ein, die bis zum Jahresende anhielt. Die Nachfrage nach Chemikalien und Pharmazeutika stabilisierte sich. Der weltweite Branchenumsatz der chemischen Industrie (inkl. Pharmazeutika) lag im Jahr 2019 nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) bei 5,1 Bio. €, mehr als 50 Prozent davon kamen aus Asien. In den vergangenen Jahren haben sich die Wachstumszentren immer mehr in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer verschoben. Investitionen finden verstärkt in Ländern mit geringen Energie- und Rohstoffkosten statt. Europa profitiert über den Außenhandel von den Wachstumsmärkten. Dieser Trend setzte sich 2020 fort.

Für die chemische Industrie in Deutschland war 2020 ein schwieriges Jahr. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Branche verringerte sich laut VCI um sechs Prozent auf 186 Mrd. € (2019: 193 Mrd. €). Unter dem Corona-bedingten Auftragsrückgang litt das Auslandsgeschäft in nahezu allen Exportmärkten (-6,5 Prozent) ebenso wie der Umsatz im Inland (-5,5 Prozent). Die Produktion fiel um drei Prozent. Die Chemie alleine ohne die fast stabile Pharmabranche verbuchte ein Minus von vier Prozent.

Rückgang der Bauinvestitionen

Auch wenn andere Wirtschaftsbereiche deutlich stärker betroffen waren, hat sich die Corona-Pandemie 2020 auch auf die Bauwirtschaft negativ ausgewirkt. Projekte wurden verzögert, Investitionen verschoben. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH waren die Bauinvestitionen in fast allen Märkten rückläufig. Weltweit ging das Bauvolumen 2020 um -2,3 Prozent auf insgesamt 9,11 Bio. US-$ zurück. (2019: 9,32 Bio. US-$). Am stärksten fiel der Rückgang mit -6,4 Prozent in Südamerika aus. Aber auch in Westeuropa (-5,5 Prozent) lag das Bauvolumen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

B.11 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2020

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020

Markt für Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Minus

Das Volumen des weltweiten Elektrotechnik- und Elektronikmarktes ist im Jahr 2020 nach Schätzungen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um drei Prozent zurückgegangen und lag bei rund 4,37 Bio. € (2019: 4,51 Bio. €). Während die Folgen der Corona-Pandemie in den Industrieländern für einen Rückgang um rund sieben Prozent sorgten, fiel das Minus in den Schwellenländern mit einem Minus von einem Prozent vergleichsweise moderat aus.

Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung

Die globale Solarbranche ist im Jahr 2020 weitergewachsen. Nach Angaben verschiedener Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 140 Gigawatt (GW) neu installiert (2019: ca. 120 GW). Das sind rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2020 waren damit weltweit mehr als 700 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund die Hälfte der Neuinstallationen wurden 2020 in China, Japan und den USA getätigt. Trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte damit ein Wachstum der globalen PV-Märkte im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Neben Fördermaßnahmen haben insbesondere die stark gesunkenen Systemkosten erheblich zum weltweiten Ausbau der PV-Installationen beigetragen. Photovoltaik ist bereits heute wettbewerbsfähig mit der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern. Nicht geförderter Solarstrom hat sich weiter verbilligt. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen lag sein Handelspreis bereits bei unter 15 US-$ pro Megawattstunde.

B.12 Neu installierte PV-Leistungen 2020 und 2019

Neu installierte PV-Leistungen (MW) Wachstum 2020 %
2020 2019
Deutschland 4.800 4.000 20
Spanien 2.600 4.700 -45
Übriges Europa 13.000 13.000 0
USA 19.000 13.300 43
Japan 8.200 7.500 9
China 48.200 30.100 60
Indien 3.500 7.300 -52
Übrige Welt 40.700 40.100 1
Gesamt 140.000 120.000 17

Quellen: Bundesnetzagentur, Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER
(Tabelle B.12 ungeprüft)

Trotz der global gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie herausfordernd. In den USA und Indien sorgen Strafzölle auf importierte Solarzellen und Module für höhere Preise und damit für ein gebremstes Wachstum. In China wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Der hohe Wettbewerbsdruck hält auf allen Wertschöpfungsstufen an.

B.13 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt
(Tabelle B.13 ungeprüft)

Rohstoffpreise niedriger als im Vorjahr

Die Rohstoffpreise waren 2020 insgesamt niedriger als im Vorjahr, wobei sich die Preisverläufe der einzelnen Materialien unterschiedlich darstellten. Die Preisentwicklung war geprägt durch die teils abrupten Nachfrageveränderungen infolge der Corona-Pandemie. Das hat sich auf die gesamten Wertschöpfungsketten ausgewirkt. Nachdem es zu Beginn des Jahres einen Preisanstieg gab, fielen die Preise für metallurgisches Silicium infolge verminderter Nachfrage insbesondere für Aluminiumanwendungen im 2. und 3. Quartal. Zum Jahresende kam es zu einer Erholung der Preise. Die Ethylenpreise in Europa wurden im Wesentlichen durch den Hauptkostenfaktor Naphtha und damit durch die Entwicklung der Erdölpreise bestimmt. Die sehr gute Angebotssituation sowie die Bewegungen der Kohle-und Ölpreise, welche für die fundamentale Preisbildung von Methanol ausschlaggebend sind, führten zu stark sinkenden Methanolpreisen bis zur Jahresmitte. Im Anschluss stiegen die Preise dann stark an infolge höherer Vorproduktkosten sowie einer geringeren Mengenverfügbarkeit. Eine ähnliche Entwicklung war bei Vinylacetatmonomer zu sehen. Getrieben durch eine schwächere Nachfrage infolge der Pandemie sowie durch niedrigere Preise der Vorprodukte sanken zunächst die Preise. Im 2. Halbjahr zogen sie dann wieder an.

Strom- und CO2-Preise sinken

Die Preise der für WACKER wichtigsten Energieträger sanken infolge der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 temporär in erheblichem Umfang. Auf dem globalen Rohölmarkt fielen die Preise auf Grund des Nachfrageeinbruchs auf ein Drei-Jahres-Tief. Nach Reduzierungen der OPEC-Fördermengen und Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen erholten sich die Preise im Jahresverlauf langsam, erreichten jedoch nicht ihr vorheriges Niveau. Die deutschen Strompreise gaben unter dem Einfluss historisch niedriger Gas- und Kohlepreise, hoher Einspeisemengen erneuerbaren Stroms sowie einer geringeren Nachfrage von Seiten der Industrie zunächst weiter nach und stabilisierten sich im Jahresverlauf bei einem Preis von rund 40 €/MWh. Getrieben von stark steigenden Gas-, Kohle-und CO2-Preisen erreichten die Strompreise zum Jahresende ihren Jahreshöchstwert. Zusätzlich sind die Strompreise in Deutschland mit Abgaben und Umlagen belastet. Dazu zählen unter anderem Netzentgelte, Stromsteuer und die EEG-Umlage.

Die Preise für CO2-Emissionszertifikate fielen auf Tagesbasis im 1. Quartal auf rund 16 € pro Tonne. Die einsetzende Erholung ließ die Preise auf Tagesbasis zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren über 30 € pro Tonne steigen. In der zweiten Jahreshälfte stabilisierten sich die Preise zunächst im Bereich von 25 € pro Tonne, ehe sie im Dezember auf über 30 € pro Tonne stiegen. Dabei wies der Preisverlauf eine erhebliche Volatilität auf.

B.14 Marktpreisentwicklung der für WACKER relevanten Energieträger

Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt
(Tabelle B.14 ungeprüft)

Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen

Die wirtschaftspolitischen Risiken haben sich im Geschäftsjahr 2020 vor allem durch die Corona-Pandemie deutlich erhöht. Das hat die Entwicklung der Weltwirtschaft maßgeblich beeinflusst. Mit Ausnahme von China verzeichnen alle großen Volkswirtschaften eine Abnahme ihrer Wirtschaftsleistung. Seit der Finanzkrise 2009 war der Rückgang der Weltwirtschaft nicht mehr so stark wie im abgelaufenen Jahr.

Das Chemiegeschäft von WACKER hat sich unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen im Jahr 2020 ordentlich entwickelt. Besonders im 2. Quartal 2020 verzeichnete WACKER einen deutlichen Rückgang im Umsatz. Mit Beginn des 3. Quartals setzte eine Erholung des Geschäfts ein, die sich im 4. Quartal weiter fortsetzen konnte. Deutlich unter Vorjahr blieb der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS blieb dagegen nur leicht unter dem Vorjahreswert. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg. Das operative Ergebnis der Chemiebereiche blieb leicht unter dem Vorjahr. Der wesentliche Grund dafür sind niedrigere Durchschnittspreise für Standardprodukte in unserem Silicongeschäft. Das hat das EBITDA von WACKER SILICONES vermindert. WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS konnten beim EBITDA zulegen. Das Polysiliciumgeschäft ist im Umsatz durch höhere Absatzmengen leicht gewachsen. Das Ergebnis von WACKER POLYSILICON liegt auf Grund einer im Jahr 2019 verbuchten Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen deutlich unter Vorjahr. Auf vergleichbarer Basis hat sich das operative Ergebnis aber deutlich verbessert.

In den drei großen Regionen Europa, Asien und Amerika sind die Umsätze auf Grund der Corona-Pandemie zurückgegangen. In Europa und Asien blieb der Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahr, in Amerika im hohen einstelligen Prozentbereich.

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Akquisitionen / Beteiligungen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 keine Unternehmen erworben und hat sich auch nicht an Unternehmen beteiligt.

Desinvestitionen

WACKER hat im Geschäftsjahr 2020 eine Vereinbarung mit GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan, getroffen, seine Anteile in Höhe von 30,83 Prozent an der Siltronic AG abzugeben, vorausgesetzt die verschiedenen fusionskontrollrechtlichen und außerwirtschaftlichen Freigaben werden erteilt.

Investitionen

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant geringer. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €).

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere drei Chemiebereiche. In Ulsan, Südkorea, ist ein neuer Dispersionsreaktor fertiggestellt worden. In Nanjing, China, erweitern wir unsere Produktionskapazitäten um einen neuen Reaktor für Dispersionen und einen Sprühtrockner für Dispersionspulver. In Amsterdam haben wir in den Aufbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus investiert sowie in Anlagen zur Produktion von Biopharmazeutika. Daneben hat WACKER in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert sowie in Infrastrukturmaßnahmen an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen und Nünchritz.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER hat seine im Geschäftsbericht 2019 ausgegebenen Ziele für 2020 im Laufe des Jahres den Auswirkungen der Corona-Pandemie angepasst. Ausschlaggebend dafür war der vor allem im 2. Quartal massive Einbruch der Weltwirtschaft. Bereits bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2019 Mitte März hatte das Unternehmen wegen der nicht verlässlich abzuschätzenden Folgen der Pandemie für die Ertrags- und Finanzlage seine Jahresprognose unter Vorbehalt gestellt.

Verzicht auf Prognose nach Abschluss des 1. Quartals

WACKER hat Anfang des Jahres 2020 prognostiziert, seinen Umsatz um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht unter Vorjahr liegen, das EBITDA um rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der ROCE sollte positiv sein und deutlich über Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv und deutlich über Vorjahr erwartet. Die Investitionen sollten bei rund 350 Mio. € und die Abschreibungen bei rund 425 Mio. € liegen. Die Nettofinanzschulden wurden deutlich niedriger als im Vorjahr erwartet.

Mit der Veröffentlichung der Zwischenmitteilung zum 1. Quartal im April 2020 hat WACKER davon Abstand genommen, eine Jahresprognose zu geben. Zu diesem Zeitpunkt war nicht verlässlich abzusehen, wie lange und wie stark die weltweit getroffenen staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen das Geschäft des Unternehmens beeinträchtigen werden.

Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER erneut auf einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr 2020 verzichtet, da die Auswirkungen des weltweiten Infektionsgeschehens auf das Geschäft des Unternehmens weiterhin nicht hinreichend genau zu beziffern waren. WACKER hat jedoch deutlich gemacht, dass infolge der Pandemie sowohl der Umsatz als auch das EBITDA und die EBITDA-Marge des Geschäftsjahres 2020 unter dem Niveau des Vorjahres erwartet werden. Der Netto-Cashflow sollte über dem Vorjahreswert liegen.

In seiner Zwischenmitteilung zum 3. Quartal hat WACKER seine Erwartungen für den Umsatz, das EBITDA und die EBITDA-Marge beibehalten. Der Netto-Cashflow sollte nun deutlich über dem Wert des Vorjahres liegen.

WACKER schließt das Geschäftsjahr 2020 im Rahmen seiner Erwartungen ab

WACKER hat 2020 einen Umsatz von 4,69 Mrd. € (2019: 4,93 Mrd. €) erzielt und blieb damit um 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie ging der Umsatz im 2. Quartal 2020 stark zurück. Im 3. und 4. Quartal hat WACKER diesen Einbruch vor allem dank der robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie bei Polysilicium teilweise wieder aufgeholt, konnte ihn aber nicht vollständig ausgleichen. Neben den im Jahresvergleich insgesamt etwas niedrigeren Absatzmengen haben auch Preisveränderungen und Währungseffekte die Umsatzentwicklung gebremst.

Das EBITDA blieb mit 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €) um 14,9 Prozent unter Vorjahr. Entsprechend ist auch die EBITDA-Marge niedriger als im Vorjahr. Maßgeblich für den Rückgang des EBITDA ist der Sonderertrag des Vorjahres aus Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio. €. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich um 0,7 Prozent zurückgegangen.

Der Netto-Cashflow ist mit 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €) deutlich über Vorjahr. Ursächlich für diesen starken Anstieg sind unter anderem deutliche Reduzierungen im Umlaufvermögen und deutlich geringere Investitionen. Der ROCE ist mit 5,6 Prozent deutlich positiv und deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Investitionen auf 224,4 Mio. €. Sie lagen damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 379,5 Mio. €.

Die Nettofinanzschulden lagen zum Jahresende bei 67,5 Mio. € (2019: 713,7 Mio. €) und waren damit deutlich niedriger als im Vorjahr.

B.15 Aufwand Kostenarten

% vom Umsatz 2020 2019
Personalkosten 28,4 25,6
Rohstoffkosten 28,1 30,0
Energiekosten 7,7 8,1
Abschreibungen 8,6 26,8

B.16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

Wichtige finanzielle
Steuerungskennzahlen
Ergebnis
2019
Prognose
März 2020
Prognose
April 2020
Prognose
Juli 2020
Prognose
Oktober 2020
Ergebnis
2020
EBITDA-Marge (%) 15,9 leicht unter
Vorjahr
- unter dem Niveau
des Vorjahres
unter dem Niveau
des Vorjahres
14,2
EBITDA (Mio. €) 783,4 rund 20 Prozent
unter Vorjahr
- unter dem Niveau
des Vorjahres
unter dem Niveau
des Vorjahres
666,3
ROCE (%) -11,3 deutlich positiv,
deutlich über Vorjahr
- - 5,6
Netto-Cashflow (Mio. €) 184,4 deutlich positiv,
deutlich über Vorjahr
- über Vorjahr deutlich über
Vorjahr
697,7
Ergänzende finanzielle
Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.927,6 niedriger einstelliger
Prozentsatz höher
- unter dem Niveau
des Vorjahres
unter dem Niveau
des Vorjahres
4.692,2
Investitionen (Mio. €) 379,5 rund 350 <300 <250 <250 224,4
Nettofinanzschulden (Mio. €) 713,7 deutlich niedriger
als im Vorjahr
- - 67,5
Abschreibungen (Mio. €) 1.319,7 rund 425 - - 403,5

Ertragslage

Konzernumsatz liegt mit 4,69 Mrd. € fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres von 4,93 Mrd. €

Der WACKER -Konzern blieb im Geschäftsjahr 2020 beim Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere in den Monaten April bis Juni ging der Umsatz auf Grund der Corona-Pandemie deutlich zurück. Niedrigere Preise und Absatzmengen, vor allem im Geschäftsbereich WACKER SILICONES, sind der wesentliche Grund dafür. Ausgewirkt haben sich aber auch Produktmixeffekte sowie Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich schwächeren US-Dollar. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sank der Umsatz nur leicht und der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erzielte einen Jahresumsatz von 2,24 Mrd. € (2019: 2,45 Mrd. €) und blieb damit auf Grund geringerer Absatzmengen und Preise für Standardprodukte um neun Prozent unter dem Wert des Vorjahres. WACKER POLYMERS erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Das ist ein leichtes Minus von einem Prozent. Der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich leicht um ein Prozent auf 246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stieg insbesondere auf Grund höherer Absatzmengen im zweiten Halbjahr um zwei Prozent auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €).

» Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 68.

Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 3,91 Mrd. € (2019: 4,13 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 83 Prozent.

» Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht Seite 70.

Konzern-EBITDA liegt bei 666,3 Mio. €, EBITDA-Marge beträgt 14,2 Prozent

Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gesunken. Es beläuft sich auf 666,3 Mio. € (2019: 783,4 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 14,2 Prozent unter dem Vorjahr (2019: 15,9 Prozent). Im EBITDA des Vorjahres ist eine verbuchte Sonderzahlung aus Versicherungsleistungen für den Schadensfall am US-Standort Charleston im Jahr 2017 enthalten. Diese Sonderzahlung in Höhe von 112,5 Mio. € hat WACKER in den Herstellungskosten ausgewiesen. Bereinigt um diesen Betrag beläuft sich das EBITDA des Geschäftsjahres 2020 auf 670,9 Mio. €. Auf vergleichbarer Basis ist das EBITDA um ein Prozent gesunken. Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs auf Grund der Corona-Pandemie im 2. Quartal konnte WACKER durch Einsparungen bei den laufenden Sachkosten und durch geringere Rohstoffkosten die Herstellungskosten und Funktionskosten reduzieren. Das hat das EBITDA positiv beeinflusst. Bestandteil des Effizienzprogramms ist auch ein Personalabbau. WACKER hat für freiwillige Abfindungen an Mitarbeiter 48,0 Mio. € im 4. Quartal zurückgestellt. Die Kosten dafür haben das EBITDA belastet.

Positiv auf das EBITDA hat sich das Equity-Ergebnis des Konzerns ausgewirkt. Es beläuft sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Das Ergebnis der Siltronic trägt in Höhe von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) zum Equity-Ergebnis bei.

» Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 68.

B.17 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich

B.18 Überleitung EBITDA auf EBIT

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
EBITDA 666,3 783,4 -14,9
Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen -403,5 -1.319,7 -69,4
EBIT 262,8 -536,3 n.a.

EBIT liegt bei 262,8 Mio. €

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 262,8 Mio. € (2019: -536,3 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von 5,6 Prozent (2019: -10,9 Prozent). Das negative EBIT im Vorjahr ist zurückzuführen auf eine Wertberichtigung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON in Höhe von 760,0 Mio. € auf Grund der niedrigen Preise für Polysilicium. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Abschreibungen auf 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd. €).

B.19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
EBIT 262,8 -536,3 n.a.
Finanzergebnis -44,9 -54,9 -18,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 217,9 -591,2 n.a.
Ertragsteuern -15,6 -38,4 -59,4
Jahresergebnis 202,3 -629,6 n.a.
davon
auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend 189,2 -642,6 n.a.
auf andere Gesellschafter entfallend 13,1 13,0 0,8
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/ verwässert) 3,81 -12,94 n. a.
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) 49.677.983 49.677.983 -

Herstellungskosten rückläufig im Vergleich zum Vorjahr

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 869,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2019: 803,2 Mio. €) um acht Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 3,82 Mrd. € (2019: 4,12 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 18,5 Prozent (2019: 16,3 Prozent). WACKER konnte die Herstellungskosten durch Effizienzmaßnahmen reduzieren. Auch geringere Rohstoff- und Energiekosten haben die Herstellungskosten verbessert. Die im September 2019 verbuchte Versicherungsleistung in Höhe von 112,5 Mio. € aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston ist in den Herstellungskosten des Vorjahres ausgewiesen. Bestandsabwertungen erhöhten die Herstellungskosten um 22,5 Mio. € (2019: 46,3 Mio. €). Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 84 Prozent auf 81 Prozent gesunken.

Funktionskosten deutlich rückläufig

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) sind im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen. Sie sanken auf 586,7 Mio. € (2019: 633,4 Mio. €). Zurückzuführen ist dieser Rückgang vor allem auf geringere Sach- und Reisekosten sowie Effizienzmaßnahmen in allen Bereichen.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf -57,4 Mio. € (2019: -760,4 Mio. €). Der sonstige betriebliche Aufwand enthält 48,9 Mio. € Aufwendungen für Abfindungsleistungen, die im Rahmen eines Freiwilligenprogramms im Wesentlichen im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Im Vorjahr enthielt der sonstige betriebliche Aufwand eine Wertminderung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON in Höhe von 760 Mio. €. Verluste aus dem Währungsergebnis belasteten das sonstige betriebliche Ergebnis mit -7,8 Mio. € (2019: -12,7 Mio. €).

Beteiligungsergebnis

Das Equity-Ergebnis ging auf Grund des niedrigeren Ergebnisses der Siltronic AG zurück. Es belief sich auf 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €). Siltronic steuerte ein Ergebnis in Höhe von 32,7 Mio. € (2019: 51,4 Mio. €) bei.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr. Es belief sich auf -44,9 Mio. € (2019: -54,9 Mio. €). Zinserträge von 8,1 Mio. € (2019: 10,6 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,0 Mio. € (2019: 20,3 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf -13,9 Mio. € (2019: -9,7 Mio. €). WACKER hat in 2020 weitere Finanzschulden aufgenommen, um die Liquiditätsbasis zu stärken.

Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -31,0 Mio. € (2019: -45,2 Mio. €). Neben geringeren Zinseffekten aus Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen eingesetzt werden.

Ertragsteuern

Der Konzern weist für das Jahr 2020 einen Steueraufwand von 15,6 Mio. € (2019: 38,4 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 7,1 Prozent (2019: 22,7 Prozent bereinigt um den Wertminderungsaufwand von 760 Mio. €). Das bereits nach Steuern ausgewiesene Equity-Ergebnis der Siltronic AG, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist, mindert die Steuerquote ebenso wie steuerfreie Erträge und periodenfremde Steuern.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis beträgt auf Grund der genannten Effekte 202,3 Mio. €. Im Vorjahr hat WACKER einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -629,6 Mio. € ausgewiesen.

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 5,6 Prozent (2019: -11,3 Prozent). Ursächlich für den Anstieg ist das deutlich bessere EBIT. Die Mittelbindung ist auf Grund eines verbesserten Working Capital zurückgegangen. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 5.183,5 Mio.€ auf 4.111,4 Mio.€.

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Er belief sich auf 2,24 Mrd. € (2019: 2,45 Mrd. €). Das sind im Vergleich 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Dafür verantwortlich sind niedrigere Preise bei Standardsiliconen sowie rückläufige Mengen und negative Währungseffekte. Regional betrachtet ist der Umsatz von WACKER SILICONES in Amerika, Asien und Europa zurückgegangen.

Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesunken. Es verringerte sich um 19,0 Prozent auf 387,8 Mio. € (2019: 478,5 Mio. €). Dafür verantwortlich sind deutlich niedrigere Mengen und Preise für Standardsilicone und rückläufige Mengen. Die EBITDA-Marge belief sich auf 17,3 Prozent (2019: 19,5 Prozent).

Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 49,9 Prozent gesunken. Sie beliefen sich auf 96,9 Mio. € (2019: 193,6 Mio. €). Die Mittel gingen in neue Anlagen vorwiegend an den deutschen Standorten. Zum 31. Dezember 2020 waren im Geschäftsbereich 5.076 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2019: 5.267).

B.20 Segmentdaten WACKER SILICONES

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 2.244,0 2.453,0 2.499,6 2.200,2 2.001,1
EBITDA 387,8 478,5 616,6 444,9 361,2
EBITDA Marge (%) 17,3 19,5 24,7 20,2 18,1
EBIT 276,8 375,3 536,7 362,2 280,8
Investitionen 96,9 193,6 222,7 142,8 88,6
Forschungsaufwand 60,2 65,0 60,9 58,6 53,7
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 5.076 5.267 5.114 4.737 4.566

WACKER POLYMERS

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist im Jahr 2020 leicht um 1,3 Prozent gesunken. Er belief sich auf 1,30 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €). Niedrigere Preise und negative Währungseffekte haben das Umsatzwachstum gebremst. Während im Geschäft mit Dispersionspulver mehr Mengen abgesetzt wurden, gingen die Absatzmengen bei Dispersionen zurück.

Die Umsätze von WACKER POLYMERS in Europa und Asien bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres, in Amerika ging der Umsatz zurück. Gut entwickelt hat sich im Jahr 2020 das Geschäft mit Polymeranwendungen für die Bauindustrie.

Das EBITDA lag mit 270,5 Mio. € (2019: 194,2 Mio. €) 39,3 Prozent über dem Vorjahr. Hier haben sich Verbesserungen bei den Herstellungskosten sowie im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Rohstoffpreise positiv ausgewirkt. Die EBITDA-Marge belief sich auf 20,8 Prozent (2019: 14,8 Prozent).

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Sie betrugen 35,6 Mio. € (2019: 62,4 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in den Ausbau der Kapazitäten in Nanjing, China und nach Deutschland. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2020 auf 1.540 gesunken (31. Dezember 2019: 1.630).

B.21 Segmentdaten WACKER POLYMERS

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 1.298,5 1.315,1 1.282,2 1.245,1 1.194,8
EBITDA 270,5 194,2 147,7 205,6 261,0
EBITDA Marge (%) 20,8 14,8 11,5 16,5 21,8
EBIT 229,3 153,7 108,0 168,1 223,7
Investitionen 35,6 62,4 71,0 48,1 37,5
Forschungsaufwand 32,2 33,9 30,0 29,3 30,3
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 1.540 1.630 1.600 1.539 1.484

WACKER BIOSOLUTIONS

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2020 seinen Umsatz um 1,3 Prozent auf 246,1 Mio. € (2019: 243,0 Mio. €) steigern. Maßgeblich für den Anstieg waren höhere Absatzmengen im Geschäft mit biopharmazeutischen Produkten und bei Cyclodextrinen. Niedrigere Absatzmengen bei einigen Produkten haben den Umsatzanstieg gebremst. Regional betrachtet hat sich der Umsatz in Europa sehr positiv entwickelt, in Amerika und in Asien kam es zu Umsatzrückgängen.

Das EBITDA liegt mit 38,1 Mio. € (2019: 31,1 Mio. €) deutlich über dem Vorjahr. Dafür verantwortlich sind das Mengenwachstum und eine bessere Kostenstruktur. Die EBITDA-Marge belief sich auf 15,5 Prozent (2019: 12,8 Prozent).

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 19,9 Mio. € (2019: 13,2 Mio. €). Das sind 50,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Schwerpunkt der Investitionen war der neue Produktionsstandort zur Herstellung von Biopharmazeutika in Amsterdam.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich zum 31. Dezember 2020 auf 764 erhöht (31. Dezember 2019: 754).

B.22 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 246,1 243,0 227,0 205,9 206,4
EBITDA 38,1 31,1 23,5 37,5 37,0
EBITDA Marge (%) 15,5 12,8 10,4 18,2 17,9
EBIT 21,6 14,0 9,8 26,1 25,7
Investitionen 19,9 13,2 17,9 15,7 9,1
Forschungsaufwand 5,7 6,4 6,3 6,0 6,2
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 764 754 709 533 510

WACKER POLYSILICON

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2020 leicht erhöht. Er belief sich auf 792,2 Mio. € (2019: 780,0 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 1,6 Prozent. Die wesentlichen Gründe dafür sind höhere Absatzmengen sowie ein besserer Produktmix. Asien war auch im Jahr 2020 die wichtigste Absatzregion für die Produkte des Geschäftsbereichs.

Das EBITDA von WACKER POLYSILICON summierte sich auf 4,7 Mio. € (2019: 56,9 Mio. €). Das sind 91,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereinigt um den Sonderertrag des Vorjahres aus Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall in Charleston in Höhe von 112,5 Mio. € hat der Geschäftsbereich sein EBITDA allerdings um 60,3 Mio. € erhöht. Vor allem weitere Verbesserungen bei den Herstellkosten haben sich hier positiv bemerkbar gemacht. Die EBITDA-Marge belief sich auf 0,6 Prozent (2019: 7,3 Prozent).

Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich erneut verringert auf 24,9 Mio. € (2019: 35,3 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten ist auf 2.180 zurückgegangen (31. Dezember 2019: 2.333).

B.23 Segmentdaten WACKER POLYSILICON

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Gesamtumsatz 792,2 780,0 823,5 1.124,0 1.095,5
EBITDA 4,7 56,9 72,4 290,4 285,9
EBITDA Marge (%) 0,6 7,3 8,8 25,8 26,1
EBIT -147,8 -1.012,9 -257,3 -87,6 -117,1
Investitionen 24,9 35,3 62,2 57,6 130,0
Forschungsaufwand 21,3 30,0 32,8 22,6 18,3
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 2.180 2.333 2.549 2.538 2.490

Sonstiges

Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 128,0 Mio. € (2019: 157,6 Mio. €). Das sind 18,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

B.24 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten

Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -35,3 Mio. € (2019: 22,4 Mio. €). Der Rückgang ist auf das niedrigere Equity-Ergebnis der Siltronic zurückzuführen und auf Einmalaufwendungen aus dem Programm "Zukunft gestalten".

Das EBIT aus "Sonstiges" lag bei -117,6 Mio. € (2019: -66,7 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2020 waren im Segment "Sonstiges" 4.723 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2019: 4.674). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie Zentralfunktionen.

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,69 Mrd. € (2019: 4,93 Mrd. €) erwirtschafteten wir 83,3 Prozent (2019: 83,8 Prozent) im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 16,7 Prozent.

Region Asien mit Umsatzrückgang

Im Geschäftsjahr 2020 ist der Umsatz in der Region Asien zurückgegangen. Er sank um 4,3 Prozent auf 1,69 Mrd. € (2019: 1,76 Mrd. €). Der Umsatz in Greater China bewegte sich mit 1,02 Mrd. € (2019: 1,05 Mrd. €) leicht unter dem Niveau des Vorjahres. In Südostasien verzeichnete WACKER einen deutlichen Rückgang. Der Anteil der Region Asien am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 36,0 Prozent (2019: 35,8 Prozent).

Geschäft in Europa ebenfalls schwächer

In Europa hat sich das Geschäft von WACKER abgeschwächt. Der Umsatz verringerte sich um 3,8 Prozent auf 1,93 Mrd. € (2019: 2,00 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 41,1 Prozent (2019: 40,7 Prozent).

B.25 Außenumsatz am Sitz des Kunden

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Europa 1.927,2 2.004,0 2.096,7 1.970,4 1.850,9
Amerika 832,9 919,5 878,2 838,7 825,6
Asien 1.687,7 1.763,8 1.756,9 1.886,2 1.751,6
Sonstige Regionen 244,4 240,3 247,0 228,9 206,1
Gesamtumsatz 4.692,2 4.927,6 4.978,8 4.924,2 4.634,2

Region Amerika verzeichnet deutlichen Umsatzrückgang

Der Umsatz in der Region Amerika ist um 9,4 Prozent auf 832,9 Mio. € (2019: 919,5 Mio. €) gesunken. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,8 Prozent (2019: 18,7 Prozent).

B.26 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Europa 3.798,2 3.977,5 4.018,3 4.029,5 3.825,2
Amerika 1.134,6 1.249,7 1.106,1 1.167,7 1.116,2
Asien 918,2 980,5 979,5 859,5 731,2
Sonstige Regionen 11,2 13,1 13,0 12,1 10,4
Konsolidierung -1.170,0 -1.293,2 -1.138,1 -1.144,6 -1.048,8
Gesamtumsatz 4.692,2 4.927,6 4.978,8 4.924,2 4.634,2

Sonstige Regionen

In den sonstigen Regionen der Welt ist der Umsatz leicht gestiegen. Er erhöhte sich um 1,7 Prozent auf 244,4 Mio.€ (2019: 240,3 Mio. €).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um sieben Prozent erhöht. Sie stieg um 459,5 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 6,95 Mrd. € (31. Dezember 2019: 6,49 Mrd. €). Die größten Veränderungen betreffen die Liquidität. WACKER weist zum 31. Dezember 2020 auf Grund des hohen Mittelzuflusses aus dem operativen Geschäft sowie zusätzlicher Kreditaufnahmen liquide Mittel in Höhe von 1,34 Mrd. € aus. WACKER hat im Dezember 2020 ein Angebot von GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan, angenommen, seine Siltronic-Anteile an GlobalWafers Co. Ltd. im Rahmen eines Übernahmeangebots abzugeben, falls dieses erfolgreich ist. Aus diesem Grund haben wir die at-Equity-Beteiligung in den Posten zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte umgegliedert. Auf der Passivseite erhöhten sich die Pensionsrückstellungen auf Grund der niedrigen Diskontierungszinssätze. Dies führt zu einem deutlichen Rückgang des Eigenkapitals.

B.27 Vermögens- und Kapitalstruktur

B.28 Bilanzentwicklung Aktiva

Mio. € 2020 2019
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und Nutzungsrechte 2.527,8 2.801,8
At equity bewertete Beteiligungen 49,1 640,4
Sonstige langfristige Vermögenswerte 794,6 700,8
Langfristige Vermögenswerte 3.371,5 4.143,0
Vorräte 879,5 979,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 627,0 631,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2.072,5 736,7
Kurzfristige Vermögenswerte 3.579,0 2.348,0
Summe Aktiva 6.950,5 6.491,0

Anlagevermögen sinkt auf Grund der Umgliederung der Siltronic-Anteile

Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen hat sich im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 865,0 Mio. € auf 2,58 Mrd. € verringert (31. Dezember 2019: 3,44 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen sank dabei auf 2,39 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,64 Mrd. €) auf Grund planmäßiger Abschreibungen. Die laufenden Abschreibungen beliefen sich auf 403,5 Mio. €. Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €) zurückgegangen. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen. WACKER hat auf die wirtschaftlichen Risiken, die mit der Corona-Pandemie verbunden sind, flexibel reagiert und Investitionen zum Teil verschoben. Mehr als die Hälfte der Investitionen wurden in Deutschland getätigt. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € reduziert. Grund ist der im Jahresverlauf stärkere Euro im Vergleich zum US-Dollar.

Auf der Aktivseite wurden Nutzungsrechte aus Leasingverträgen in Höhe von 110,8 Mio. € (31. Dezember 2019: 119,8 Mio. €) bilanziert. Gleichzeitig beliefen sich die Finanzierungsverbindlichkeiten aus Leasingverträgen auf 122,8 Mio. €. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €). In den als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien werden Nutzungsrechte in Höhe von 1,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 7,1 Mio. €) ausgewiesen, da WACKER langfristige Untermietverträge für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen ist.

Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG, am 09. Dezember 2020 eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Siltronic-Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50-prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. WACKER hat die Siltronic-Beteiligung in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte umgegliedert. Damit weist WACKER aktuell geringere at Equity bewertete Beteiligungen in Höhe von 49,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 640,4 Mio. €) aus.

Langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2020 auf 794,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 700,8 Mio. €). Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresende um 13 Prozent. Deutlich gestiegen sind die aktiven latenten Steuern von 632,9 Mio. € auf 770,8 Mio. €. Hier wirkte sich der Anstieg der Pensionsrückstellungen aus. Eine Ausleihung an ein Joint-Venture-Unternehmen wurde in Höhe von 50,8 Mio. € getilgt.

Working Capital sinkt um 14 Prozent

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 3,58 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,35 Mrd. €). Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Die Vorräte gingen um zehn Prozent zurück von 979,8 Mio. € auf 879,5 Mio. €. Dafür verantwortlich ist vor allem die erhöhte Nachfrage nach unseren Produkten im 2. Halbjahr 2020, nachdem es im 2. Quartal 2020 durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Umsatzrückgang gegeben hatte.

Das Working Capital war zum 31. Dezember 2020 um 14 Prozent geringer als zum Stichtag 2019. Es belief sich auf 1,08 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €). Hier haben sich die Rückgänge bei den Vorräten um zehn Prozent ausgewirkt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben mit 627,0 Mio. € nahezu konstant. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 20 Prozent. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist auf das höhere Einkaufsvolumen im 2. Halbjahr 2020 und verlängerte Zahlungsziele zurückzuführen. WACKER hatte zuvor auf Grund geringerer Absatz- und Produktionsmengen sein Einkaufsvolumen im 2. Quartal reduziert.

B.29 Working Capital

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 627,0 631,5 -0,7
Vorräte 879,5 979,8 -10,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -424,2 -355,0 19,5
Working Capital 1.082,3 1.256,3 -13,9

Liquidität steigt auf 1,34 Mrd. €

Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere und Festgelder beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2020 auf 712,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 109,4 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in Fonds angelegt. Es ergaben sich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2020 von 626,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 435,8 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit auf 1,34 Mrd. € an (31. Dezember 2019: 545,2 Mio. €). Das sind 145 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen Gründe für den Anstieg sind Rückgänge im Working Capital und in der Investitionstätigkeit des Unternehmens. Im Juni hat WACKER neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € aufgenommen (2019: 200 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich eine Sonderzahlung an die Pensionskasse in Höhe von 73,4 Mio. € (2019: 70,7 Mio. €) aus, die WACKER im 4. Quartal geleistet hat. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 24,8 Mio. € (2019: 124,2 Mio. €) hat im 3. Quartal 2020 ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden Mittel geführt. Im Vorjahr wirkte sich der Zahlungseingang der Versicherungsleistung aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston in Höhe von 112,5 Mio. € positiv aus.

B.30 Bilanzentwicklung Passiva

Mio. € 2020 2019
Eigenkapital 1.691,8 2.029,0
Langfristige Rückstellungen 2.947,2 2.507,9
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.322,7 1.049,0
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 162,5 152,8
davon langfristige Anzahlungen 71,1 61,0
Langfristige Schulden 4.432,4 3.709,7
Finanzierungsverbindlichkeiten 82,8 209,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 424,2 355,0
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 319,3 187,4
Kurzfristige Schulden 826,3 752,3
Schulden 5.258,7 4.462,0
Summe Passiva 6.950,5 6.491,0
Capital Employed 4.111,4 5.183,5

Eigenkapitalquote liegt bei 24,3 Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Es belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 1,69 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,03 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 24,3 Prozent (31. Dezember 2019: 31,3 Prozent). Der Jahresüberschuss erhöhte die Gewinnrücklagen um 202,3 Mio. €. Im Vorjahr ergab sich ein negatives Jahresergebnis in Höhe von 629,6 Mio. €. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 24,8 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Rückgang der übrigen Eigenkapitalposten um 340,8 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 179,8 Mio. € negativ beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 66,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 62,1 Mio. €).

Schulden steigen durch höhere Pensionsrückstellungen

Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 796,7 Mio. € gestiegen. Das ist ein Anstieg um 17,9 Prozent auf 5,26 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 438,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und belaufen sich auf 2,71 Mrd. €. Der Grund dafür sind niedrigere Diskontierungszinssätze. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 0,70 Prozent (31. Dezember 2019: 1,25 Prozent) und in den USA 2,29 Prozent (31. Dezember 2019: 3,16 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen und Altersteilzeit.

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten liegen insgesamt auf Vorjahresniveau bei 162,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 152,8 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in Form von erhaltenen Anzahlungen und langfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich auf 424,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 355,0 Mio. €). Ein höheres Einkaufsvolumen im 4. Quartal und längere Zahlungsziele sind im Wesentlichen dafür verantwortlich.

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 70 Prozent auf 319,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 187,4 Mio. €) gestiegen. Hier wirkt sich ein Anstieg der Personalverbindlichkeiten und Personalrückstellungen aus. Die erfolgswirksame Vergütung für das Jahr 2020 ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen und erhöht die Verbindlichkeiten. Ferner wurden im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Rückstellungen für Abfindungen in Höhe von 48,0 Mio. € gebildet. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 46,7 Mio.€ (31. Dezember 2019: 46,3 Mio. €).

Finanzierungsverbindlichkeiten steigen

Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag um 146,6 Mio. € auf 1,41 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €) gestiegen. Währungseffekte haben die Finanzierungsverbindlichkeiten um rund 35 Mio. € reduziert. WACKER hat im 2. Quartal 2020 neue Darlehen in Höhe von 300 Mio. € zu günstigen Konditionen aufgenommen. Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. Die Finanzierungsverbindlichkeiten valutieren im Wesentlichen auf Euro und US-Dollar. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst.

WACKER weist zum 31. Dezember 2020 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 122,8 Mio. €. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €) aus.

Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 16 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 13 im Konzernanhang.

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen.

WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2020

Im April 2020 hat WACKER eine weitere Tranche seines US-Private Placements in Höhe von 130 Millionen US-Dollar planmäßig zurückgezahlt. Im Juni 2020 ist ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € abgeschlossen worden. Es hat Laufzeiten von vier und sechs Jahren. Das Schuldscheindarlehen löst eine kurzfristige Zwischenfinanzierung in Höhe von 250 Mio. € ab. Im 4. Quartal hat WACKER einen Kredit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 290 Mio. € unterzeichnet. Er hat eine Laufzeit von fünf Jahren ab Inanspruchnahme. Die Ziehung wird in 2021 oder 2022 erfolgen.

Finanzierungsanalyse

Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow.

Netto-Cashflow

Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2020 deutlich erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 697,7 Mio. € (2019: 184,4 Mio. €).

B.31 Netto-Cashflow

Mio. € 2020 2019 Veränderung in %
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 873,7 605,0 44,4
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren -176,0 -420,6 -58,2
Netto-Cashflow 697,7 184,4 >100

Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere).

B.32 Netto-Cashflow

Brutto-Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 873,7 Mio. € (2019: 605,0 Mio. €). Außer dem Jahresergebnis von 202,3 Mio. € (2019: -629,6 Mio. €) verbesserten positive Veränderungen des Working Capital von 100,0 Mio. € (2019: 35,4 Mio. € höhere Auszahlungen) den Brutto-Cashflow. Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 403,5 Mio. € (2019: 1,32 Mrd. €) erhöhen den operativen Cashflow. Im Vorjahr war in den Abschreibungen die Wertminderung auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON enthalten. Die Verbesserung des Working Capital beruht im Wesentlichen auf Rückgängen bei den Vorräten und auf höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende. Das im Periodenergebnis enthaltene Equity-Ergebnis von 34,9 Mio. € (2019: 54,3 Mio. €) hat den Brutto-Cashflow verringert. Die Dividendenzahlung der Siltronic AG von 27,8 Mio. € erhöhte den Brutto-Cashflow. Zahlungswirksam war ebenfalls die Sonderzahlung in die Pensionskasse in Höhe von 73,4 Mio. €.

B.33 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2020 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -226,5 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (2019: -415,1 Mio. €). WACKER hat auf Grund der Corona-Pandemie seine Investitionsausgaben reduziert. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat WACKER im Inland getätigt. Aus einer strategischen Ausleihung an das at Equity bilanzierte Unternehmen Dow Siloxanes (Zhangjiagang) Co., Ltd. erhielt WACKER eine Teilzahlung in Höhe von 50,1 Mio. € zurück. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2020 auf -176,0 Mio. € (2019: -420,6 Mio. €).

B.34 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf 117,1 Mio. € (2019: -26,2 Mio. €). Er zeigt die Netto-Aufnahme von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 177,1 Mio. € (2019: 142,0 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 24,8 Mio. € führte im 3. Quartal zu einem Mittelabfluss. Rückzahlungen von Leasingverbindlichkeiten beliefen sich auf -31,8 Mio. € (2019: -34,8 Mio. €).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Finanzmittelbestand erhöhte sich auf 626,0 Mio. € (2019: 435,8 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln sowie lang-und kurzfristigen Wertpapieren ist deutlich von 545,2 Mio. € auf 1.338,0 Mio. € gestiegen.

Nettofinanzschulden rückläufig auf Grund hoher Liquidität

Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 713,7 Mio. €). Das sind 91 Prozent weniger als vor einem Jahr.

B.35 Nettofinanzschulden

Der Rückgang der Nettofinanzschulden ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus dem operativen Geschäft sowie geringere Investitionsauszahlungen zurückzuführen.

Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2020 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.198,6 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2020 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 99,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2020 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand

Das operative Geschäft von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 geprägt von den weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vor allem im 2. Quartal verzeichneten wir deutliche Einbußen im Umsatz. Im zweiten Halbjahr 2020 zogen die Umsätze insgesamt wieder an. In unserem Chemiegeschäft verzeichnete WACKER SILICONES den größten Rückgang beim Umsatz auf Grund geringerer Absatzmengen und niedrigerer Durchschnittspreise für Standardsilicone. WACKER POLYMERS blieb nur leicht unter dem Vorjahresniveau. WACKER BIOSOLUTIONS konnte seinen Umsatz leicht steigern. Ebenfalls einen leichten Umsatzanstieg verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON auf Grund höherer Absatzmengen.

Die Ertragsentwicklung in den Chemiebereichen war gekennzeichnet von zum Teil niedrigeren Durchschnittspreisen für einige Produktgruppen, geringeren Absatzmengen sowie negativen Währungseffekten. Auf der anderen Seite haben sich niedrigere Rohstoffkosten und Produktivitätsmaßnahmen positiv auf das EBITDA ausgewirkt. Der ROCE ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. WACKER POLYSILICON hat im Geschäftsjahr 2020 ein leicht positives EBITDA erwirtschaftet. Maßgeblich dafür verantwortlich sind erfolgreiche Kostensenkungsmaßnahmen und höhere Absatzmengen.

Der Personalaufwand ist sowohl absolut als auch im Verhältnis zum Umsatz gestiegen. Die Gründe dafür liegen in höheren Aufwendungen für Altersvorsorge und variable Vergütungen. Die Rohstoffkosten sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz gesunken. Die Energiekosten sind im Vergleich zum Vorjahr geringer, vor allem auf Grund niedrigerer Preise für Erdgas. Die Abschreibungen sind absolut und im Verhältnis zum Umsatz deutlich niedriger.

Das Konzerneigenkapital ist mit 1,69 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr um 337,2 Mio. € gesunken. Im Wesentlichen dafür verantwortlich ist die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote hat sich von 31,3 auf 24,3 Prozent verringert. Die Nettofinanzschulden des Konzerns sind deutlich zurückgegangen. Die Ursachen dafür sind unter anderem erhebliche Reduzierungen im Umlaufvermögen bei deutlich niedrigeren Investitionen. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2020 auf 67,5 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Mit 224,4 Mio. € lagen sie klar unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow bewegt sich mit 697,7 Mio. € ganz erheblich über dem Vorjahr.

Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft hatte, konnte sich WACKER im Geschäftsjahr 2020 insgesamt gut behaupten. Die Aufstellung des Geschäftsportfolios, mit der sich Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum Teil kompensieren lassen, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt.

Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung (F&E) verfolgt WACKER drei Ziele:

Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.

Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in der Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.

Wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftsfelder zu bedienen wie Energiespeicherung, Erzeugung regenerativer Energie, Elektromobilität, modernes Bauen und Biotechnologie.

Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,3 Prozent (2019: 3,5 Prozent) leicht unter dem Vorjahr.

B.36 Ausgaben für Forschung und Entwicklung

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Forschungs- und Entwicklungskosten 156,6 173,3 164,6 153,1 150,0

Im Geschäftsjahr 2020 haben wir 91 Erfindungen zum Patent angemeldet (2019: 99). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 4.200 aktive Patente sowie 1.400 laufende Patentanmeldungen. F & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich.

Wir haben in neue Labore und deren Ausstattung sowie in Pilotanlagen und Pilotreaktortechnologien investiert. Die Arbeitsprozesse unserer internationalen F & E-Kompetenzzentren haben wir weiter automatisiert und digitalisiert. Am Standort Nünchritz haben wir eine Pilotanlage für eine innovative Harztechnologie errichtet.

B.37 Investitionen in F & E-Einrichtungen

Ein Großteil der F & E-Kosten entfiel darauf, Produkte und Produktionsverfahren zu entwickeln. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind insbesondere Energiegewinnung und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin/Health Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie.

B.38 Struktur der F & E-Aufwendungen 2020

Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen. Wir bündeln unsere Kompetenzen konzernweit und setzen sie bereichsübergreifend bedarfsgerecht ein.

Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf Prozessthemen, Elektromobilität und Leichtbau.

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich F & E sowie dezentral in den Geschäftsbereichen, die anwendungsnah forschen und entwickeln. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt- und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität und Technologieposition systematisch bewerten.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Wir kooperieren mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten, um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Bauanwendungen sowie Prozesssimulation und -entwicklung.

Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete WACKER-Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern.

Forschungsarbeit bei WACKER

In der F & E waren im Jahr 2020 konzernweit 752 Mitarbeiter beschäftigt (2019: 766). Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter (2019: 5,2 Prozent). Davon arbeiteten 590 Mitarbeiter bei der F & E in Deutschland und 162 im Ausland.

Alexander Wacker Innovationspreis

Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 im Rahmen der WACKER Innovation Days, eines jährlichen Forschungssymposiums, das im Berichtsjahr als Online-Veranstaltung stattfand. SeungA Lee und JungEun Lee vom Center of Excellence Electronics, einer Forschungseinrichtung des WACKER-Konzerns in Seoul, Korea, hatten Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen entwickelt. Damit ermöglichen sie maßgeschneiderte Lösungen für den stark wachsenden Markt hochwertiger, entspiegelter Displayanwendungen. Beim Optical Bonding verbinden Silicongele das dünne Deckglas mit den Schichten darunterliegender Elektronik. Die Entspiegelung wird bewirkt, indem der Spalt mit einem Gel ausgefüllt und dabei Luft verdrängt wird.

In der Preiskategorie Lifetime Achievement würdigte WACKER erstmals herausragende Entwicklungsleistungen während eines Berufslebens. Die Auszeichnung ging an einen indischen Forscher: Amit Paul von WACKER Metroark Chemicals in Kalkutta ist es gelungen, durch wasserfreie Silan-Oligomer/ Tensid-Mischungen hydrophobem Zement sowie Beton- und Mörtelmassen wasserabweisende Eigenschaften zu verleihen. Zudem entwickelte er eine Siliconölemulsion mit niedriger Partikelgröße, die in Haarpflegeprodukten und Hochleistungsadditiven für Kosmetik, Lackformulierungen und den Pflanzenschutz zum Einsatz kommt.

Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung

Im Fokus unserer zentralen Forschung liegen Projekte, die nachhaltige Themen voranbringen, z. B. Kreislaufwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe. Wir forschen am Einsatz nachhaltiger Verfahren, um den CO2-Fußabdruck unserer Produkte und Produktionsverfahren kontinuierlich zu verringern. Für Siliconprodukte und Vinylacetat-Ethylen (VAE) arbeiten wir an der Entwicklung von Polymerbausteinen, die aus CO2 hergestellt und gleichzeitig biologisch abbaubar sind. Dabei kooperiert die zentrale Forschung intensiv mit den Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS. Die Effizienz unserer Forschung steigern wir auch, indem wir uns in öffentlich geförderten Projekten engagieren, z. B. dem Kopernikus-Projekt P2X. Hier untersuchen wir Technologien, die erneuerbaren Strom in andere Energieformen umwandeln, z. B. in chemische Rohstoffe und Synthesebausteine.

» https://www.kopernikus-projekte.de/projekte/p2x/

Ein Schwerpunkt unserer Grundlagenforschung bleibt die Chemie des niedervalenten Siliciums und Germaniums zum industriellen Einsatz, beispielsweise in der Katalyse und Synthese. Dabei kooperieren wir eng mit dem WACKER-Institut für Siliciumchemie an der TUM.

Die zur Vernetzung von Siliconen benötigten Katalysatoren enthalten Edelmetalle wie Platin, was die Herstellung teuer macht. Zudem verbleiben die Edelmetalle im Silicon. Forschern des WACKER-Instituts für Siliciumchemie und des WACKER-Konzerns gelang es im Berichtsjahr, Siliconkautschuke ohne edelmetallhaltige Katalysatoren zu vulkanisieren. Statt der sonst üblichen Vernetzer verwendeten sie Siliconbausteine, die Siliraneinheiten enthalten. Die auf diese Weise hergestellten Siliconelastomere zeichnen sich durch sehr hohe Reinheit aus. Sie enthalten weder flüchtige Substanzen noch Spuren von Edelmetallen.

Internationale Partner testen, für welche Anwendungen sich unsere hochinnovativen, auf Silicium basierenden Anodenmaterialien eignen, z. B. für Konsumentenelektronik oder Antriebsbatterien in Elektrofahrzeugen. Gemeinsam mit Forschern unserer britischen Beteiligung Nexeon Ltd. intensivieren wir unsere Arbeiten an siliciumbasierten Materialien für Hochleistungsbatterien.

Unsere Forschung legt einen Fokus auf biotechnologische Verfahren und Produkte. Mit ESETEC®-Stämmen der dritten Generation können wir erstmals gezielt auslösen, dass korrekt gefaltete Pharmaproteine aus einer Bakterienzelle freigesetzt werden. Ein solches Verfahren entwickeln wir zur Produktion von Nukleinsäuren als wichtige Klasse der Biopharmazeutika. Wir nutzen unsere biotechnologischen Produktionsplattformen, um neue Herstellverfahren für funktionelle Zusätze zu erarbeiten, die wir auf dem stark wachsenden Markt alternativer, nicht tierischer Nahrungsmittel-Proteine anbieten. Unsere moderne Systembiologie ermöglicht, die Aminosäure L-Cystein kostengünstig und nachhaltig herzustellen. Auf dieser Basis erarbeiten wir mit Partnern fermentative Produktionsverfahren für schwefelhaltige Naturstoffe, die als Nahrungsmittel und Nahrungszusatzstoffe eingesetzt werden.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Bioabbaubarkeit im Besonderen gewinnen weiter an Bedeutung. Unsere Forscher in Burghausen arbeiten an Siliconsystemen mit Materialien oder organischen Bausteinen, die abbaubar sind. Im Kompetenzzentrum Shanghai forscht WACKER SILICONES an Wärmeleitmaterialien insbesondere für die Elektronikindustrie. Ein Schwerpunkt des Burghauser Kompetenzzentrums lag im Berichtsjahr auf Faserverbundstoffen für temperaturstabile, feuerfeste Leichtbauelemente, die aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen bestehen. Zum Einsatz in Sensoren hat WACKER SILICONES druckbare, elastische Elektrodenmaterialien entwickelt. Unsere harzgefüllten, optisch klaren Siliconsysteme für Optical Bonding erhöhen die Funktionalität von Bildschirmen.

Wir forschen weiter an uv-aktivierbaren Siliconen, deren Einsatz im Vergleich zur thermischen Härtung Energie spart. Am Forschungsstandort Ann Arbor/Michigan, USA, arbeiten wir an Siliconsystemen zum gezielten Freisetzen von Wirkstoffen in der Wundversorgung. Unsere Forschungsaktivitäten digitalisieren wir durch Molekülsimulation und Big-Data-Analysen. In interdisziplinären hit-Teams (High Innovation ImpacT) prüfen wir mit Innovationsmethoden wie Design Thinking, ob unsere Entwicklungsprojekte umsetzbar und marktfähig sind. Dabei haben die hit-Teams im Berichtsjahr einen Schwerpunkt auf die Themen Hygiene und Pandemie gesetzt.

WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt weiter auf nachhaltige, funktionelle polymere Bindemittel für die Baubranche und Konsumgüter. Wir verbessern fortlaufend Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind und den Einsatz nachhaltiger Formulierungskomponenten in den verschiedensten Materialien ermöglichen. Im Fokus stehen nachwachsende Rohstoffe sowie polymere funktionelle Additive zur Produktion bioabbaubarer Materialien. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen unsere Kunden veredelte Dispersionsfarben und leistungsfähige Kompositmaterialien herstellen. Wir haben nachhaltige Bindemittel für Klebstoffe sowie für zementäre Baustoffe eingeführt.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützen wir beim Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen. Das Angebot unseres gemeinsamen Förderprojekts "ChangeLab! WACKER /KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainable Construction" richten wir an Studenten des KIT sowie an Architekten, Ingenieure und Bauexperten. Wir wollen die Stufen der Bauwertschöpfungskette stärker mit der Forschung vernetzen, indem wir den Austausch über Ideen und Denkansätze für Materialentwicklung sowie kreislaufgerechte Konstruktionen fördern.

» https://changelab.exchange

Die Forschung von WACKER BIOSOLUTIONS stärkt weiter ihre technologischen Kernkompetenzen Biotechnologie und Mikrobiologie. Für den COVID-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac n. v. produzieren wir bei erfolgreicher Zulassung am Standort Amsterdam mit der GMP (Good Manufacturing Practice)-Produktion diesen Impfstoff. Unsere fermentativen Herstellprozesse von hochwertigen, biobasierten und natürlichen Inhaltsstoffen für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel erneuern und verbessern wir kontinuierlich. Wir ermöglichen unseren Pharmakunden die Produktion schwierig zugänglicher aktiver Proteine mit der mikrobiellen Produktionsplattform ESETEC®, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Im Berichtszeitraum haben wir Herstellprozesse für Lebendbakterien optimiert, die unsere Kunden als pharmazeutisch aktive Wirkstoffe einsetzen. Für unsere vielfältig einsetzbaren Cyclodextrine entwickeln wir Anwendungen in der Lebensmittelbranche, Landwirtschaft und Pharmazie weiter.

Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht über alle Schritte der Wertschöpfungskette enorme Fortschritte, was sich in kontinuierlich steigenden Zellwirkungsgraden widerspiegelt. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie WACKER POLYSILICON es produziert. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von mittlerweile über 22 Prozent aus. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 23 bis 25 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus. Der Initiative Alliance for Ultra Low Carbon Solar (ULCSA) sind wir im Berichtsjahr beigetreten. Die internationalen Mitglieder dieser in den USA gegründeten Organisation engagieren sich für den Einsatz von Photovoltaikkomponenten mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck.
» https://ultralowcarbonsolar.org/

Belegschaft leicht verringert

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2020 um 2,6 Prozent verringert. In Deutschland arbeiten 70,7 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 29,3 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt.

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern, hat WACKER im zweiten Quartal des Berichtsjahres Kurzarbeit in mehreren produktionsnahen und administrativen Einheiten in Deutschland eingeführt. Zwischen April und Dezember 2020 befanden sich zeitweise fast 2.000 Mitarbeiter an den Standorten München, Burghausen, Stetten und Nünchritz in Kurzarbeit.

Bei der Umsetzung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" hat sich das Unternehmen im Oktober 2020 mit den Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten Stellenabbau geeinigt. Konzernweit sollen bis Ende des Jahres 2022 rund 1.200 Stellen in der Verwaltung und den nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche wegfallen, davon rund 1.000 in Deutschland. Umgesetzt werden soll der Stellenabbau in Deutschland ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträgen. Betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen dieses Projekts sind in Deutschland ausgeschlossen.

WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (47,9 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (12,1 Prozent).

B.39 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Deutschland 10.096 10.356 10.291 9.984 9.775
Ausland 4.187 4.302 4.251 3.827 3.673
Konzern 14.283 14.658 14.542 13.811 13.448

Der Personalaufwand lag mit 1.329,4 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (2019: 1.253,8 Mio. €).

B.40 Personalaufwand

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Personalaufwand 1.329,4 1.253,8 1.231,5 1.198,0 1.101,2

Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 288,7 Mio. € (2019: 263,2 Mio. €). Entsprechend dem Tarifvertrag von IG BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom November 2019 stiegen die Tarifentgelte im Jahr 2020 durch die vereinbarte Einmalzahlung für die ersten sechs Monate des Jahres und die erste Stufe der Tariferhöhung, die zum 01. Juli 2020 in Kraft trat.

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung. Die Pensionskasse hat rund 17.800 Mitglieder und leistet an rund 8.800 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 675 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Auf Grund des Niedrigzinsumfeldes haben wir der Pensionskasse von WACKER eine Sonderzahlung in Höhe von 73,4 Mio. € zugeführt, um eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sicherzustellen. WACKER arbeitet intensiv daran, die betriebliche Altersversorgung zu reformieren, um die Belastungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu verringern.

Einkauf und Logistik (Kapitel ungeprüft)

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2020 auf 2,8 Mrd. € (2019: 3,4 Mrd. €) gesunken. Die wichtigsten Gründe dafür sind deutlich niedrigere Rohstoff- und Energiepreise, aber auch die insgesamt reduzierten Einkaufsleistungen, die aus den niedrigeren Investitionen und dem Kostenprogramm "Zukunft gestalten" resultieren. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 61 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau (2019: 69 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb mit ca. 11.000 auf dem Vorjahresniveau.

Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,7 Mrd. € (2019: 1,9 Mrd. €) rund elf Prozent unter dem Vorjahr. Der Großteil dieses Rückgangs ist auf geringere Preise zurückzuführen, der Rest entfällt auf weniger Mengen.

B.41 Beschaffungsvolumen
(inkl. Beschaffung für Investitionen)

Mio. € 2020 2019 2018 2017 2016
Beschaffungsvolumen 2.847 3.414 3.603 3.144 2.890

Produktion (Kapitel ungeprüft)

Die Produktionsmengen sind im Vergleich zum Vorjahr um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz gestiegen. Die Produktionskosten sind dagegen leicht gesunken.

B.42 Produktionsauslastung 2020

% Auslastung der Produktionsanlagen
WACKER SILICONES 95
WACKER POLYMERS 87
WACKER POLYSILICON 85

Im Geschäftsjahr 2020 betrugen die Investitionen 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 386,2 Mio.€.

B.43 Wichtige Inbetriebnahmen

Standort Projekte Inbetriebnahme
Burghausen Kapazitätserweiterung der Stickstofferzeugung 2020
Köln Neue Mittelspannungsversorgung 2020
Nanjing, China Errichtung von Lagertanks für Dispersionen 2020
Ulsan, Südkorea Dispersionsreaktoranlage 2020

Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms

Mit dem kontinuierlichen Programm "WACKER Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir 500 Projekte bearbeitet. Dabei betreffen die Kosteneinsparungen alle Kostenarten. Die Schwerpunkte lagen auf Themen der Arbeitsproduktivität und der spezifischen Energieverbräuche. Die WOS-Academy konnte auf Grund der Corona-Pandemie deutlich weniger Schulungen und Trainings durchführen.

Vertrieb und Marketing (Kapitel ungeprüft)

Die Umsatzentwicklung von WACKER war im Geschäftsjahr 2020 beeinflusst durch die Corona-Pandemie, die sich weltweit ausgebreitet hat. Der größte Rückgang mit neun Prozent entfiel dabei auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES, während der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS nur ein leichtes Minus verzeichnete und die Geschäftsbereiche WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON im Umsatz leicht zulegen konnten. In allen Bereichen verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr rückläufige Preise, bei WACKER SILICONES auch geringere Absatzmengen. Dagegen konnten WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON ihre Absatzmengen steigern.

Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, regionale Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER 37 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2020 rund 23 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaftet haben. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes resultieren aus dem Geschäft mit rund 5.000 aktiven Kundenbeziehungen. Rund 22 Prozent entfallen auf Umsätze mit unseren Distributoren.

Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und den Absatz unserer Produkte zu unterstützen. Im Jahr 2020 haben wir dafür 7,5 Mio. € (2019: 14,8 Mio. €) ausgegeben.

Präsenzmessen auf Grund der Corona-Pandemie so gut wie nicht möglich

Die Präsentation auf internationalen Messen ist im Jahr 2020 fast zum Erliegen gekommen. Die Zahl der Messen sank deutlich auf 32 (2019: 114), davon elf Präsenzmessen. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ.

Lagebericht der Wacker Chemie AG

(Ergänzende Erläuterungen nach HGB)

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 sind nach §315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 53 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte-und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, bei Nutzungsrechten sowie Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Leasingbilanzierung, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.

B.44 Gewinn- und Verlustrechnung

Mio. € 2020 2019
Umsatzerlöse 3.579,1 3.779,0
Bestandsveränderung -65,3 -13,3
Andere aktivierte Eigenleistungen 32,7 37,1
Gesamtleistung 3.546,5 3.802,8
Sonstige betriebliche Erträge 183,5 216,0
Materialaufwand -1.819,6 -2.070,1
Personalaufwand -1.067,5 -989,7
Abschreibungen -169,6 -224,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen -722,8 -791,0
Betriebsergebnis -49,5 -56,7
Beteiligungsergebnis (inkl. Zu- und Abschreibung auf Beteiligungen) 63,8 107,6
Zinsergebnis -92,4 -121,8
Sonstiges Finanzergebnis -31,6 -1,4
Finanzergebnis -60,2 -15,6
Ergebnis vor Ertragsteuern -109,7 -72,3
Steuern vom Einkommen und Ertrag 8,2 39,3
Jahresfehlbetrag /Jahresüberschuss -101,5 -33,0
EBITDA1 120,1 168,0

1 EBITDA ist das Betriebsergebnis vor Abschreibung / Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG war beeinflusst durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bei einem Umsatzrückgang von fünf Prozent bewegte sich das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis reduzierte sich auf Grund geringerer Dividendenerträge deutlich. Zum Jahresende wies die Wacker Chemie AG einen Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. € aus. Das ist ein Rückgang um 68,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.

Der Umsatz verringerte sich von 3,78 Mrd. € auf 3,58 Mrd. €. Das ist ein Minus von fünf Prozent. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft. Dabei gingen die Umsätze in fast allen Geschäftsbereichen zurück. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete mit 1,70 Mrd. € Umsatz einen Rückgang um acht Prozent (2019: 1,84 Mrd. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS belief sich auf 780,1 Mio. € (2019: 805,6 Mio. €). Dies entspricht einem Rückgang von drei Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS reduzierte sich der Umsatz um 6,9 Mio.€ auf 145,6 Mio. € (2019: 152,5 Mio. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON verzeichnete hingegen eine leichte Umsatzsteigerung auf 794,2 Mio. € (2019: 783,1 Mio. €).

Der Materialaufwand reduzierte sich im Geschäftsjahr 2020 um 250,5 Mio. € auf 1,82 Mrd. € (2019: 2,07 Mrd. €). Dies resultiert vor allem aus einem Rückgang der Bezugspreise und der Mengen bei den strategischen Rohstoffen sowie geringeren Mengen an Handelswaren. Die Wacker Chemie AG hat im Geschäftsjahr 2020 von niedrigeren Preisen für Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer profitiert. Auch die Rohstoffpreise für Siliciummetall entwickelten sich zeitweise rückläufig. Die Aufwendungen für Energie waren ebenfalls leicht rückläufig. Insgesamt sank die Materialeinsatzquote auf 51,3 Prozent (2019: 54,4 Prozent).

Der Personalaufwand stieg um acht Prozent auf 1.067,5 Mio. € (2019: 989,7 Mio. €). Für diesen Anstieg verantwortlich sind Tarifabschlüsse sowie höhere variable Vergütungsbestandteile, die im Jahr 2021 ausgezahlt werden. Erhöht hat sich auch der Aufwand für Altersvorsorgevereinbarungen, die im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "Zukunft gestalten" eingegangen wurden. Wie im Vorjahr sind Sonderaufwendungen zur Absicherung der künftigen Finanzierung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG enthalten. Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.823 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2019: 10.093). Die Personalaufwandsquote stieg auf 30,1 Prozent (2019: 26,0 Prozent).

Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 169,6 Mio. € (2019: 224,7 Mio. €). Das ist ein Minus von 25 Prozent.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und sonstigem betrieblichen Aufwand, hat sich um 35,7 Mio. € auf -539,3 Mio. € (2019: -575,0 Mio. €) verbessert. Grund hierfür ist insbesondere der Rückgang des sonstigen betrieblichen Aufwands auf Grund von Kosteneinsparungen. Gegenläufig wirkten sich Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt "Zukunft gestalten" in Höhe von 48,9 Mio. € aus. Im Vorjahr ist ein Ertrag aus Versicherungsleistungen für den Schadensfall im Jahr 2017 am US-Standort Charleston in den USA in Höhe von 112,5 Mio. € enthalten. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Insbesondere die Aufwendungen für Instandhaltung und sonstige Fremdarbeiten verringerten sich im Geschäftsjahr 2020. Das Währungsergebnis verbesserte sich um 40,1 Mio. € auf 27,1 Mio. € (2019: -13,0 Mio. €).

Das Betriebsergebnis belief sich auf -49,5 Mio. € (2019: -56,7 Mio. €).

Das Beteiligungsergebnis enthält Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Diese lagen mit 63,8 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 107,6 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2020 wurden deutlich geringere Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften geleistet. Zudem verringerte sich der Dividendenertrag aus der Beteiligung an der Siltronic AG.

Das Zinsergebnis verbesserte sich auf -92,4 Mio. € (2019: -121,8 Mio. €). Hierbei wirkte sich der im Vorjahresvergleich geringere Diskontierungszinssatz für Pensionsverpflichtungen aus. Entsprechend gingen die Zinsaufwendungen für Pensionen auf 85,4 Mio. € (2019: 93,8 Mio. €) zurück. Zudem waren im Vorjahr Rückverrechnungen an Tochtergesellschaften im Zinsaufwand enthalten.

Das Ergebnis aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist geprägt von der Verlustsituation im laufenden Geschäftsjahr. Im Geschäftsjahr ergab sich für die Wacker Chemie AG inkl. ihrer inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht, ein Steuerertrag von 8,2 Mio. €. Dieser resultiert im Wesentlichen aus Erstattungen für Vorjahre. Im Vorjahr ergab sich ein Ertrag von 39,3 Mio. €.

Das Geschäftsjahr endete mit einem Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2020 beläuft sich nach Berücksichtigung des Verlustvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 24,8 Mio. € auf insgesamt 1,20 Mrd. € (2019: 1,32 Mrd. €).

Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB

Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent angestiegen und beläuft sich auf 6,04 Mrd. € (31. Dezember 2019: 5,48 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.

B.45 Bilanz

Mio. € 2020 2019
Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte 5,5 8,8
Sachanlagen 982,3 992,8
Finanzanlagen 2.665,1 2.704,8
Anlagevermögen 3.652,9 3.706,4
Vorräte 562,6 606,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 346,8 365,5
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 322,5 350,2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 669,3 715,7
Wertpapiere und Termingelder 680,6 107,7
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 463,4 339,4
Umlaufvermögen 2.375,9 1.769,5
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 6,7 4,7
Summe Aktiva 6.035,5 5.480,6
Passiva
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigene Anteile -12,4 -12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Andere Gewinnrücklagen 1.000,0 1.000,0
Bilanzgewinn 1.198,6 1.324,9
Eigenkapital 2.604,4 2.730,7
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 980,0 912,9
Andere Rückstellungen 473,0 326,3
Rückstellungen 1.453,0 1.239,2
Finanzierungsverbindlichkeiten 1.507,3 1.061,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 264,2 212,6
Übrige Verbindlichkeiten 189,1 218,3
Verbindlichkeiten 1.960,6 1.492,0
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 17,5 18,7
Summe Passiva 6.035,5 5.480,6

Das Anlagevermögen liegt im Geschäftsjahr 2020 mit 3,65 Mrd. € unter dem Vorjahr (2019: 3,71 Mrd. €). Leicht zurückgegangen ist im Vergleich zum Vorjahr das Sachanlagevermögen. Die Abschreibungen in Höhe von 164,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,0 Mio. €) übersteigen die Investitionen in Höhe von 155,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 208,3 Mio. €). Das Finanzanlagevermögen reduzierte sich ebenfalls von 2,70 Mrd. € auf 2,67 Mrd. €. Das resultiert aus der planmäßigen Tilgung einer an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, gegebenen Ausleihung. Insgesamt beträgt das Anlagevermögen 61 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 68 Prozent.

Der Bestand an Vorräten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Er belief sich auf 562,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 606,7 Mio. €). Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent. Dies ist zum einen auf verringerte Rohstoffkosten und zum anderen auf gestiegenen Absatzmengen, insbesondere im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON, zurückzuführen. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um fünf Prozent niedriger als im Vorjahr. Sie beliefen sich am Stichtag auf 346,8 Mio. € (31. Dezember 2019: 365,5 Mio. €).

Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen zum Stichtag bei 322,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 350,2 Mio. €). Das ist ein Rückgang um acht Prozent. Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 246,8 Mio. € (31. Dezember 2019: 271,4 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2020 verfügte die Wacker Chemie AG über Wertpapiere und Termingelder in Höhe von 680,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 107,7 Mio. €) mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 463,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 339,4 Mio. €).

Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,60 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,73 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 43,2 Prozent (31. Dezember 2019: 49,8 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2019 eine Dividende in Höhe von 24,8 Mio.€ auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.300,1 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2020 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2020 in Höhe von -101,5 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.198,6 Mio.€.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 67,1 Mio. € auf 980,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 912,9 Mio. €). Die anderen Rückstellungen, bestehend aus Personal-, Steuer- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 ebenfalls und betrugen 473,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 326,3 Mio. €). Der Grund dafür war insbesondere der Anstieg der Personalrückstellungen um 149,8 Mio. €. Im Rahmen des Programms "Zukunft gestalten" ist eine Rückstellung in Höhe von 48,0 Mio. € berücksichtigt. In diesem Zusammenhang angebotene atz-Vereinbarungen führten im Geschäftsjahr 2020 zu Rückstellungen für Aufstockungsbeträge in Höhe von 23,9 Mio. €. Im Verhältnis zur Bilanzsumme machen die Rückstellungen 24 Prozent aus (31. Dezember 2019: 23 Prozent).

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 1.507,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 1.061,1 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 42 Prozent. Die Kreditaufnahme bei Banken belief sich auf 1.057,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 770,3 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 158,4 Mio. € an und beliefen sich auf 444,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 286,0 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme erhöhte sich insgesamt auf 25 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2019: 19 Prozent).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 51,6 Mio. € auf 264,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 212,6 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 189,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 218,3 Mio. €). Verantwortlich für den Rückgang sind im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Sie sanken um 46,6 Mio. € auf 50,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 96,8 Mio. €).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 17,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 18,7 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist insbesondere durch geringere Materialkosten und Kosteneinsparungen auf 351,9 Mio. € angestiegen (2019: 96,9 Mio. €). Zudem verbesserte die Entwicklung des Working Capital den betrieblichen Cashflow.

Die Investitionen in Sachanlagen verringerten sich im Geschäftsjahr 2020 deutlich. Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere und Termingelder) verbesserte sich daher im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 222,8 Mio. € (2019: -139,0 Mio. €). Freie Mittel wurden in Wertpapiere und Termingelder investiert. Dadurch erhöhte sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit auf 703,2 Mio. € (2019: 298,0 Mio. €). Zudem enthält der Cashflow aus Investitionstätigkeit die Rückführung eines Darlehens, das an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, ausgegeben wurde.

Die Zuflüsse aus Finanzierungstätigkeit betragen 475,3 Mio. € (2019: 273,9 Mio. €). Neben dem Erhalt von Mitteln aus den US-amerikanischen Tochtergesellschaften auf Grund des bestehenden Cashpoolings wurden im Geschäftsjahr 2020 per saldo Bankverbindlichkeiten in Höhe von 287,2 Mio. € aufgenommen (2019: 186,4 Mio. €). Die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -24,8 Mio. €.

Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens und des Kassen- und Bankguthabens, beträgt zum 31. Dezember 2020 1.144,0 Mio. € und ist insbesondere durch die Zunahme der Wertpapiere und Termingelder angestiegen. Im Vorjahr belief sich die Liquidität auf 447,1 Mio. €. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten ergibt Nettofinanzforderungen in Höhe von 86,4 Mio. €. Im Vorjahr bestanden Nettofinanzschulden in Höhe von -323,2 Mio. €.

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

» Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die WACKER Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem".

Ausblick

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2021 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

Welche weiteren Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung haben wird, ist zurzeit noch nicht verlässlich abzuschätzen. Wir gehen derzeit davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir, vor Berücksichtigung eines möglichen Veräußerungsgewinns aus dem Verkauf der Siltronic-Anteile, ein leicht positives Ergebnis.

Veröffentlichung

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden.

Risikobericht

Beschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-Management

Ganzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management

Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Menschen und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen-und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell.

» Siehe Grafik B.46 auf Seite 87

Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten.

Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der Steuerabteilung und Kontrollen der steuerlichen Vorprozesse tragen dazu bei, entsprechende Risiken zu minimieren.

B.46 "Three Lines of Defense"-Modell

Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden.

Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zum Halbjahr.

Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.

B.47 Risikomanagementsystem

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.

Risikosteuerung

Mitarbeiter

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet.

Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen

konzernweite Risikoabdeckung

konzernweite Risikoabbildung

Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand.

Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:

das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.

die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.

der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.

die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung 5 Mio. € übersteigt.

Risikoidentifikation

Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.

B.48 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)

1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können

Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.

Compliance-Management

WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität.

Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen.

Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2020 nicht identifiziert.

Konzernrevision

Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert.

Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst.

Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben.

Audits

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken

Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mithilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:

gering: kleiner als 25 Prozent

möglich: 25 bis 75 Prozent

hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:

niedrig: bis 25 Mio. €

mittel: bis 100 Mio. €

groß: über 100 Mio. €

Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2021.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.

Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen.

B.49 Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2021

Risiko / Kategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkungen
Gesamtwirtschaftliche Risiken möglich groß
Absatzmarktrisiken
Chemie möglich mittel
Polysilicium möglich mittel
Beschaffungsmarktrisiken möglich mittel
Investitionsrisiken gering mittel
Produktions- und Umweltrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken
Kreditrisiko gering niedrig
Währungs- und Zinsrisiken möglich mittel
Liquiditätsrisiko gering niedrig
Pensionen hoch groß
Rechtliche Risiken gering niedrig
Regulatorische Risiken
Energiewende in Deutschland möglich niedrig
Handelsbeschränkungen Polysilicium möglich groß
Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte hoch niedrig
IT-Risiken möglich mittel
Personalrisiken gering niedrig
Externe Risiken hoch groß

Einschätzung und Risikobewertung: Zwar erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich die Weltwirtschaft nach der scharfen Rezession auf Grund der Corona-Pandemie im Jahr 2021 schrittweise wieder erholt. Sie rechnen aber nicht damit, dass das Niveau vor der Krise bereits im laufenden Jahr wieder erreicht wird. Vielmehr prognostizieren sie einen langen, regional ungleichmäßigen und mit Blick auf die noch nicht unter Kontrolle gebrachte Pandemie auch unsicheren Erholungsprozess. Hinzu kommen die weiter schwelenden handelspolitischen Konflikte.

Angesichts der anhaltenden Risiken halten wir es für möglich, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2021 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das möglicherweise große Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.

Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.

Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung und intensives Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und dort weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Kurzfristige, starke Nachfrageschwankungen, wie sie aktuell die Corona-Krise hervorruft, können wir aber nur teilweise aussteuern.

Einschätzung und Risikobewertung: Wir erwarten, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2021 für unsere Produkte insgesamt gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotzdem stark ausgelastet sein werden. WACKER SILICONES geht davon aus, dass sich die Angebots- und Nachfragesituation nach dem Corona-bedingten Rückgang im Laufe des Jahres 2021 wieder normalisieren wird. Dadurch sollte auch unsere Anlagenauslastung steigen. Je nach Endmarkt und Vertriebsregion sowie in Abhängigkeit von der aktuellen Pandemielage kann sich die Situation jedoch unterschiedlich darstellen. Wir gehen von einem volatilen, insgesamt aber unveränderten Preisniveau für Standardsilicone und von einem leicht zunehmenden Preisdruck bei Spezialitäten aus.

Insgesamt halten wir es für möglich, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen bereits berücksichtigt. In unseren Prognosen gehen wir Stand heute davon aus, dass die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres 2021 unter Kontrolle gebracht werden kann. Sollte dies nicht eintreffen, liegen die etwaigen Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren Bereich.

Szenario 2: Überkapazitäten und sehr niedrige Preise bei Polysilicium für die Solarindustrie, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden.

Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen.

Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren, beispielsweise durch den Ausbau unserer Marktanteile bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten.

Einschätzung und Risikobewertung: Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2021 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Zollrisiken.

Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben.

Maßnahmen: Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich systematische Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Dazu zählen langfristige Lieferverträge mit Partnern, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch teilweise Rückwärtsintegration, etwa mit unserer Siliciummetallproduktion oder unserer Vinylacetatproduktion, verringern wir unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Rohstoff- und Energieeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen.

Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen. Darüber hinaus können die Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa und in die USA eingeführt wird.

Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen.

Im Jahr 2020 hat WACKER auf Grund der Corona-bedingten globalen Rezession von niedrigeren Rohstoffpreisen profitiert. Für 2021 gehen wir davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Kosten für Erdgas und Strom bleiben im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich stabil. Dieses Szenario bildet die Grundlage unserer Planungen. Die Auswirkungen darüber hinausgehender deutlicher Preissteigerungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns wären voraussichtlich mittel.

Investitionsrisiken

Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen.

Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen.

Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken.

Investitionsvorhaben werden mit einem Risikomanagementprozess begleitet und deren Planung wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Projekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Größere Investitionen werden nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.

Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2021 deutlich steigen. Der Grund dafür sind Projekte zum Kapazitätsausbau in unseren Chemiebereichen. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. Wir haben mit dem Halbleiterunternehmen GlobalWafers eine verbindliche Vereinbarung abgeschlossen, unsere Anteile an Siltronic zu einem Angebotspreis von 145 € je Aktie im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots von GlobalWafers für Siltronic einzuliefern. Sollte die Übernahme wider Erwarten nicht zustande kommen, könnte der Börsenwert von Siltronic daraufhin unter Druck geraten. In Summe betrachtet schätzen wir die Investitionsrisiken mit geringer Wahrscheinlichkeit mit möglichen Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögensund Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich ein.

Produktions- und Umweltrisiken

Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen.

Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.

Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und UN Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente.

Kreditrisiko

Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.

Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER.

Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung des historischen Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir in der Regel mit Banken, die ein Mindestrating haben.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Ausfälle von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.

Währungs- und Zinsrisiken

Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.

Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden.

Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor.

Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente erfordert ein operatives Grundgeschäft und ist in internen Anweisungen geregelt.

Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäfts sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2021 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.

Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte.

Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.

Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag auf 1.338,0 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von 690 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungsund Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen.

Pensionen

Szenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld).

Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus künftigen Zahlungsströmen) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.

Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert. Die Pensionskasse optimiert alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Geschäftsjahr 2020 hat WACKER der Pensionskasse zusätzlich eine Sonderzahlung 73,4 Mio. € zugeführt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an.

Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Für die Zukunft halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass weitere Sonderzahlungen in die Pensionskasse notwendig werden, dass der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen weiter steigen und höhere Pensionsrückstellungen die Bilanz belasten. Dies hätte mittelfristig große Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER.

Rechtliche Risiken

Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.

Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.

Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf externe Rechtsexperten zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob uns bestehende Patente und Schutzrechte Dritter behindern könnten.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter verbindlich sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen.

Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Regulatorische Risiken

Energiewende in Deutschland

Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland (Energiewende), um die für 2030 bis 2050 gesetzten Ziele zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen, schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird, insbesondere im Stromsektor (Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnungen, Strom und Gas, EU-Beihilferecht, Energieeffizienz-Richtlinie, nationaler und europäischer Emissionshandel, Sektorkopplung, Wasserstoffwirtschaft).

Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlich regulierter Entgelte und Umlagen, wenn die Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang beibehalten werden.

Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement).

Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei der Netzentgeltbefreiung und bei den Berechnungsgrundlagen für die Netzumlagen haben bereits dazu geführt, dass die Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten in den vergangenen Jahren gesunken ist. Ab dem laufenden Jahr greifen für die Phase 4 des europäischen Emissionshandels Vorschriften zu einer beschleunigten Reduzierung der Emissionshöchstmenge in der Europäischen Union. Das könnte zu höheren Preisen oder zu geringeren Zuteilungen von Emissionszertifikaten führen. Wir halten es außerdem für möglich, dass es 2021 zu weiteren Änderungen an den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen.

Handelsbeschränkungen Polysilicium

Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums (MOFCOM) gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Am 20. Januar 2020 hat das MOFCOM nach einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle auf in den USA produziertes Solarsilicium beschlossen, die Zölle um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.

Maßnahmen: Trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Solarsilicium aus den USA) und damit chinesische Antidumping- und Antisubventionszölle sowie weitere Strafzölle auf Solarsilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht außerdem nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Darüber hinaus haben wir an unserem Standort Charleston hergestelltes Polysilicium für Halbleiteranwendungen bereits bei Kunden qualifiziert und werden 2021 weitere Qualifikationen für Halbleiterkunden abschließen können.

Einschätzung und Risikobewertung: Am 15. Januar 2020 haben die USA und China die Phase 1 eines Handelsabkommens unterzeichnet. In diesem Abkommen hat sich China unter anderem verpflichtet, in den Jahren 2020 und 2021 in den USA produzierte Güter im Gesamtwert von mindestens 250 Mrd. US-$ zu erwerben. Dazu zählt ausdrücklich auch Polysilicium für Solaranwendungen. Ob und inwieweit sich dadurch positive Effekte für den Verkauf unseres in den USA hergestellten Polysiliciums ergeben, können wir gegenwärtig nicht beurteilen, weil noch unklar ist, wie China diese Vereinbarungen im Detail umsetzen wird. Bislang hat China seine Zölle auf Solarsilicium aus den USA nicht aufgehoben und WACKER kann sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes Solarsilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren. Mit Blick auf die anhaltenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2021 wären dann wahrscheinlich groß.

Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte

Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden.

Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.

Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst.

Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen Bereich liegen.

IT-Risiken

Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie(IT)-Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit.

Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.

Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Diese Anforderungen dokumentieren wir in sogenannten Service Level Agreements ( SLAs). Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Ausschlaggebend für eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme ist ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall existieren vordefinierte Prozesse und Abläufe (Business Continuity Management).

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethodik. Sie stellt sicher, dass Änderungen nach definierten Prozessen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden.

Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Konzernrevision hat 2020 den Risikomanagementprozess analysiert und die Richtigkeit und Vollständigkeit der Prozesse und Strukturen in der IT und der Digitalisierung bestätigt. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Im Jahr 2020 haben wir ein sogenanntes Cyber Defence Center (CDC) eingerichtet. Es überprüft fortlaufend die Sicherheit unserer IT-Landschaft und unserer -Anwendungen und veranlasst, dass eventuell festgestellte Defizite zeitnah behoben werden. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Need-to-know-Prinzip. Wir hinterfragen sie regelmäßig und evaluieren neue Konzepte, die der fortschreitenden Digitalisierung Rechnung tragen. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente und ständig aktualisierte Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch. Die Techniken potenzieller Angreifer beobachten und bewerten wir fortlaufend, um gegebenenfalls unsere Verteidigungsstrategien entsprechend anzupassen.

Einschätzung und Risikobewertung: Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auch im Jahr 2020 haben wir eine hohe Zahl von Versuchen beobachtet, unsere IT-Systeme und unsere -Infrastruktur anzugreifen. Dass solche Angriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich trotz unserer Vorsorgemaßnahmen nicht ausschließen. Daher stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Sollte es in einem solchen Fall in unseren IT-Systemen zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.

Personalrisiken

Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.

Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.

Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können.

WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.

Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2021 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.

Externe Risiken

Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.

Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Versorgungsengpässe, Produktionsausfälle, Störungen in der Lieferkette, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Maßnahmen: Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.

Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die gegenwärtige Corona-Pandemie ist dafür ein klarer Beleg. Das neuartige Coronavirus sowie die staatlichen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Pandemie einzudämmen und die Gesundheit der Menschen zu schützen, haben im Jahr 2020 die Wirtschaft massiv beeinträchtigt und weltweit zu einer scharfen Rezession geführt. In vielen Ländern sind die Infektionszahlen nach wie vor auf einem hohen Niveau. Ob und wie schnell Impfungen dazu beitragen werden, das Infektionsgeschehen wirksam und dauerhaft zu stoppen, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Im Jahr 2020 ist es uns dank unserer detaillierten Maßnahmenpläne sowie unserer weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen zwar gut gelungen, die Auswirkungen von covid-19 auf das Unternehmen zu begrenzen. Die Situation entwickelt sich aber nach wie vor sehr dynamisch. Wir können deshalb den weiteren Fortgang aktuell nicht verlässlich abschätzen. Sollte die Pandemie nicht deutlich eingedämmt werden können, so halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass WACKER im laufenden Jahr erneut von Risiken aus der Corona-Pandemie und den Folgen behördlicher Maßnahmen betroffen sein könnte. Sofern ein solches Szenario eintritt, könnte dies große Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns haben.

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungsund Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Zusätzlich zur erwarteten Erholung der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, die Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert.

Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt-und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien wollen wir dieses Wachstum begleiten.

Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos von drei auf 25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange Lebensdauer der Batterie sorgen.

Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 70 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen.

WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion von Pharmaproteinen und Impfstoffen. Mit dem 2018 erworbenen Standort in Amsterdam hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten und Kompetenzen auf diesen Feldern erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka mit Lebendbakterien eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für Nahrungsergänzungsmittel, die die Herzgesundheit fördern, oder für verbesserte Schaumeigenschaften in Barista-Toppings.

Energie bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom im Vergleich zu anderen Energieträgern erhöht die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter. Immer stärker werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Den größten Zubau erwarten wir weiterhin in China, Indien und den USA. Wachstumspotenziale sehen wir außerdem im weltweit zunehmenden Trend zu hocheffizienten monokristallinen Solarzellen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Qualitätsführer in der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium davon profitieren.

Unternehmensstrategische Chancen

Um die Chancen zu nutzen, in unseren Geschäftsbereichen weiter zu wachsen, konzentrieren wir uns weiterhin darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte, insbesondere für Spezialitäten, weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden im Jahr 2021 deutlich steigen, aber erneut unterhalb der Abschreibungen liegen. Im Fokus steht nach wie vor der Ausbau unserer Kapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte. An unserem Standort Nünchritz errichten wir eine neue Fertigungslinie für silanterminierte Polymere. Diese Siliconspezialitäten kommen unter anderem in hochwertigen Klebstoffen zum Einsatz. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver für die Bauindustrie errichten wir derzeit an unserem chinesischen Standort Nanjing.

Weitere unternehmensstrategische Chancen ergeben sich aus unserem laufenden Projekt "Zukunft gestalten". Hier überprüfen wir unsere bestehende Organisation und unsere Prozesse, um WACKER, schlanker, schneller und flexibler zu machen. Das unterstützt unsere Strategie des nachhaltigen Umsatz- und Ertragswachstums und hilft uns dabei, die Potenziale unseres Technologie- und Produktportfolios noch besser zu nutzen. Unser Ziel ist es, WACKER auf diese Weise erfolgreich für die Zukunft aufzustellen, um uns so kurz- und langfristig im zunehmenden Wettbewerb und bei weiteren konjunkturellen Schwankungen behaupten zu können.

Leistungswirtschaftliche Chancen

WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "Wacker Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Leistungswirtschaftliche Chancen erwarten wir uns darüber hinaus aus unserem Projekt "Zukunft gestalten". Durch eine schlankere und effizientere Organisation wollen wir erhebliche Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten erzielen.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt.

Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Zwar sind insbesondere die Risiken, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben, unverändert hoch. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Corona-Pandemie wirft einen langen Schatten auf die Weltwirtschaft. Die Aussichten bleiben 2021 unsicher. Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen zwar davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Falls sich die Impfstoffbereitstellung verzögert oder es zu Schwierigkeiten bei der Eindämmung weiterer Infektionsausbrüche kommt, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet damit, dass der Aufschwung in den asiatischen Ländern am stärksten sein wird. In vielen anderen Ländern wird die Wirtschaftsleistung voraussichtlich bis Ende des Jahres 2021 noch nicht wieder das Niveau von 2019 erreicht haben. Neben der Corona-Pandemie bergen auch geopolitische Krisen wie der bislang ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Folgen des Brexits Abwärtsrisiken.

B.50 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2021

Quellen: weltweit: IWF, Europa: OECD, Asien: ADB, China: IWF, Indien: ADB, Japan: OECD, USA: IWF

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird auch im Jahr 2021 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stehen. Je nach dem Fortgang des Infektionsgeschehens kann es regional sowie in den unterschiedlichen Marktsegmenten zu uneinheitlichen Entwicklungen kommen. Aus unserer Sicht werden die für uns bedeutenden Branchen jedoch mittelfristig wieder wachsen.

Chemische Industrie soll im Jahr 2021 zulegen

Nach einem schwierigen Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) für 2021 ein Produktionsplus von 1,5 Prozent und einen Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent. Bei der Beschäftigung rechnet der VCI dagegen mit einem leichten Rückgang um ein Prozent, bedingt durch den Strukturwandel in der Branche, der durch die Corona-Krise beschleunigt wird.

Auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie bestehen auch für die Chemiebereiche von WACKER nicht unerhebliche Risiken. Die Stärke unseres breiten Produktportfolios hat sich aber in der Krise bereits bewährt. Wir gehen davon aus, dass WACKER auch 2021 zum Beispiel als Zulieferer in die Medizintechnik, bei der Erzeugung von Etiketten oder von hochreinen Silanen für die elektronische Industrie profitieren wird. Die langfristigen Trends sind zudem intakt und werden sich künftig zum Teil noch beschleunigen. Mittelfristig ergeben sich weiterhin Wachstumschancen in den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden Schwellenländern. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze weiter erhöhen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Das führt zu einem höheren Bedarf unserer Industriekunden nach WACKER-Technologien. Ein Teil unseres Produktportfolios wird zudem in hochautomatisierten industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt. In diesen Bereichen verzeichnet WACKER auch in den Industriestaaten ein Wachstum über dem Wirtschaftsdurchschnitt.

Bauindustrie wächst wieder

Nach dem Rückgang 2020 wird die Bauindustrie nach Prognosen des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH mittelfristig wieder wachsen. Im Durchschnitt soll das globale Bauvolumen bis 2023 jährlich um rund zwei Prozent zulegen.

Auch der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwartet für 2021 eine positive Entwicklung, getrieben durch die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die zahlreichen Anreize der Regierungen weltweit, wie etwa der European Green Deal, werden der Bauwirtschaft voraussichtlich zusätzlich positive Impulse geben.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen. Das gilt auch für silanbasierte Zementzusätze, die sowohl Energieeinsparungen bei der Herstellung als auch eine verbesserte Lagerfähigkeit bieten und die Qualität und Lebensdauer des Betons erhöhen. Gute Chancen sehen wir für unsere "ECO"-Produktlinie, mit der wir dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung tragen.

B.51 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2021 - 2023
in %

Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2020

Aufschwung in der Elektro- und Elektronikindustrie

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet im Jahr 2021 mit einer Rückkehr in die Wachstumszone. Der Anstieg des weltweiten Marktvolumens liegt laut der Prognose des Branchenverbands bei rund sechs Prozent. Getragen wird der Aufschwung demnach sowohl von den Schwellenländern wie auch von den Industrieländern.

Generell gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER weiterhin in der Automobilindustrie, beispielsweise durch den zunehmenden Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, Sensoren und optischen Displays sowie die wachsende Bedeutung der Elektromobilität. Gegenüber 2020 kann sich hier zudem eine Aufholphase im Automobilabsatz positiv auswirken.

B.52 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

Branchen Entwicklung 2020 Entwicklung 2021
Chemieindustrie Rückgang Wachstum
Bauindustrie Rückgang Wachstum
Energie /Elektro Rückgang Wachstum
Photovoltaikindustrie Wachstum Wachstum

Photovoltaikleistung wird 2021 voraussichtlich weiterwachsen

Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2021 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Zudem stellt die Solarenergie einen wichtigen Baustein dar, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 °c zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiterwachsen. China bleibt auch im Jahr 2021 der weltweit größte und wichtigste Markt. Weitere Länder mit hohen Zubauraten sind die USA, die Länder Europas, Japan und Indien. Zu den Regionen mit starkem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen im Jahr 2021 zwischen 150 und 180 Gigawatt (GW) liegen werden.

B.53 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2021

Neu installierte PV-Leistung (MW)
2021 2020
Lower Range Upper Range
Deutschland 4.000 6.000 4.800
Spanien 4.000 5.000 2.600
Übriges Europa 14.000 17.000 13.000
USA 22.000 24.000 19.000
Japan 7.000 8.000 8.200
China 50.000 60.000 48.200
Indien 4.000 7.000 3.500
Übrige Welt 45.000 53.000 40.700
Gesamt 150.000 180.000 140.000

Quellen: PV-Markt 2021: Solar Energy Industries Association (SEIA), Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2020: Bundesnetzagentur, Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER
(Tabelle B.53 ungeprüft)

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2021 wächst. Wie stark dieses Wachstum sein wird, hängt vor allem davon ab, ob und inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie einzudämmen. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus Asien. Wachstum erwarten wir aber auch für die USA und in Europa.

Investitionen und Produktion

Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2021 analog zum Vorjahr auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. Die Investitionen werden mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres sein, aber unter den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt mit mehr als 40 Prozent auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Er investiert unter anderem in eine neue Anlage für Hybridpolymere in Nünchritz. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wird im Laufe des Geschäftsjahres seine Produktionsanlagen in Nanjing weiter ausbauen.

B.54 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2021 / 2022

Standort Projekte Inbetriebnahme
Burghausen Anlage zur Herstellung von Spezialsiliconen für Konsumgüter 2021
Burghausen Neue Polymerkapazität 2021
Burghausen Kapazitätserweiterung der Silicon-Grundmassenanlage 2021
Burghausen Kapazitätserweiterung Vinylsilicone 2021
Adrian Multifunktionale Emulsionsanlage 2022
Amsterdam Neuer Fermenter 2022
Burghausen Anlage zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuk 2022
Nanjing Dispersionsreaktor 2022
Nünchritz Anlage für Hybridpolymere 2022

Künftige Produkte und Dienstleistungen

WACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik, Automotive und Körperpflege. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für silanmodifizierte Hybridpolymere, etwa als Dicht- und Klebstoff oder in abriebfesten Schutzbeschichtungen für Betonböden. Vielversprechend entwickeln sich unsere neuen silanbasierten Zementzusätze. Mit ihnen lässt sich bei der Zementherstellung Energie einsparen. Außerdem verbessern sie die Lagerstabilität des Zements und erhöhen die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Zementprodukten. Ein weiteres Fokusgebiet ist die Entwicklung neuer Faserverbundstoffe aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen, die vor allem in temperaturstabilen oder feuerfesten Leichtbauelementen zum Einsatz kommen. Steigende Nachfrage verzeichnen wir bei Spezialsilanen für die Mikroelektronik sowie bei Siliconen, für deren Herstellung nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden. Solche Produkte werden immer häufiger in der Kosmetik und Körperpflege, bei Trennbeschichtungen, in der Oberflächen- und Textilpflege sowie im Baubereich verwendet. Für das Fokusfeld Elektronik haben wir druckbare und elastische Elektrodenmaterialien aus Silicon für die Anwendung in Sensoren sowie harzgefüllte, optisch klare Siliconsysteme für Optical-Bonding-Anwendungen entwickelt. In der Elektromobilität etablieren sich zusehends wärmeleitfähige Siliconelastomere. Derzeit arbeiten wir hier an dichtereduzierten und oberflächenmodifizierten Formulierungen. Solche Produkte tragen wesentlich zur Kühlung und damit zum Wärmemanagement elektrischer Speichermodule und von Elektronikbauteilen bei. Mit der Herstellung elektroaktiver Siliconlaminate unterstützen wir die Entwicklung innovativer Touchscreens mit haptischer Feedbackfunktion für die Automobil-, Unterhaltungs- und Medizintechnikindustrie.

WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau-, Beschichtungs- und Verklebungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS zum Beispiel in der Lage, Dispersionen speziell auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymeren unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten. Hier kommt unter anderem biobasierte Essigsäure zum Einsatz. Mithilfe des Massenbilanzverfahrens reduzieren wir die CO2-Emissionen. Auch Dispersionspulver für konservierungsmittelfreie Anwendungen sind Teil des Portfolios. Biozidfreie Pulverfarben ermöglichen den Einsatz genau abgemessener Farbmengen und reduzieren damit Materialverbrauch und -überschüsse. Mit dem Technologiewechsel vom Dickbett- zum Dünnbettverfahren bei der Verlegung von Fliesen leisten wir zudem einen Beitrag zur Reduzierung des Zementverbrauchs, was wiederum mit einer Reduktion der CO2-Emissionen einhergeht.

Für WACKER BIOSOLUTIONS ergeben sich derzeit Wachstumspotenziale auf dem Pharma- und Lebensmittelmarkt. Der Pharmamarkt verschiebt sich stetig in Richtung biotechnologisch hergestellter Arzneien. Als Auftragshersteller (CDMO) für Biopharmazeutika bedienen wir die steigende Nachfrage an unseren Produktionsstandorten in Jena, Halle und Amsterdam. Am Standort Amsterdam, an dem wir auch Impfstoffe und lebende mikrobielle Produkte (LMPS) herstellen, investieren wir aktuell in neue Produktionsanlagen. Diese Maßnahmen ermöglichen unter anderem die Produktion neuer Wirkstoffklassen wie mRNA-basierte Impfstoffe, die beispielsweise auch bei Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 eine besondere Rolle spielen. Auf dem Lebensmittelmarkt folgen wir dem Trend "Gesunde Ernährung". Studien belegen, dass unser Antioxidans HTESSENCE© die Herzgesundheit fördert. Unsere Cyclodextrine finden sich in zahlreichen Lebensmittelanwendungen. Sie erhöhen zum Beispiel die Bioverfügbarkeit von Curcumin und sorgen für verbesserte Schaumeigenschaften in Barista-Toppings.

Der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Vor allem die Nachfrage nach monokristallinen Zellen steigt kontinuierlich an. Sie besitzen höhere Wirkungsgrade und produzieren so bei gleicher Sonneneinstrahlung mehr Strom. WACKER ist hier gut positioniert. Mit unserem hochreinen Polysilicium können wir das stark wachsende Segment der monokristallinen Zellen bestens bedienen. Außerdem bauen wir unseren Anteil an hochqualitativem Polysilicium für die Halbleiterindustrie aus.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2021 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 (2020: 1,15). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Kosten für Erdgas und Strom bleiben im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist für das Jahr 2021 weitgehend gesichert. Aus dem Programm "Zukunft gestalten" erwarten wir Einsparungen bei den Sachkosten sowie einen Rückgang im Personalaufwand. In der Prognose enthalten sind aber auch laufende Aufwendungen für Altersteilzeit. Sollte die Übernahme der Siltronic-Anteile durch GlobalWafers Co. Ltd. im Jahr 2021 vollzogen werden, wird sich das EBITDA von WACKER um 780 Mio. € erhöhen. Der Netto-Cashflow wird dann um den Veräußerungserlös in Höhe von 1,3 Mrd. € steigen. Die Nettofinanzschulden verringern sich um diesen Betrag. Diese Sondereffekte sind in der Prognose für 2021 nicht berücksichtigt.

Steuerungskennzahlen und Wertmanagement

Die wichtigsten Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Konzernumsatz 2021 mit Mengenwachstum

WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2021 steigende Absatzmengen und positive Produktmixeffekte in den Chemiebereichen. Die Durchschnittspreise in einigen Produktsegmenten werden voraussichtlich etwas niedriger sein als im Vorjahr. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir von leicht steigenden Absatzmengen und einem besseren Produkt-mix aus. Im Jahresdurchschnitt erwarten wir bei den Polysiliciumpreisen keinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt soll der Konzernumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen.

Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2021 auf einen Wachstumskurs zurückkehren, wenn es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt und die Corona-Pandemie erfolgreich eingedämmt wird.

Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht.

Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird leicht über dem Niveau des Vorjahres erwartet (2020: 14,2 Prozent). Das EBITDA wird zehn bis 20 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen. Höhere Rohstoffkosten und negative Währungseffekte von mehr als 100 Mio. € beeinflussen die EBITDA-Entwicklung. In der Prognose auf Konzernebene haben wir einen Teil der wirtschaftlichen Unsicherheiten berücksichtigt, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben. Der Konzernjahresüberschuss wird deutlich über dem Vorjahr liegen.

ROCE: Der ROCE wird gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen (2020: 5,6 Prozent).

Netto-Cashflow: Für das Jahr 2021 erwarten wir einen deutlich positiven Cashflow, der deutlich unter dem Vorjahr liegt. Höhere Investitionen, Abfindungen und Auszahlungen aus dem Programm "Zukunft gestalten" sowie ein Anstieg des Working Capital sind dafür verantwortlich.

Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Investitionen: Im Jahr 2021 werden sich die Investitionen auf rund 350 Mio. € belaufen und damit deutlich höher sein als im Vorjahr. Sie liegen aber unter den Abschreibungen. Die Abschreibungen bleiben mit rund 400 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen fließen unter anderem in neue Dispersions- und Dispersionspulveranlagen in Burghausen und Nanjing sowie in eine Anlage zur Herstellung von Hybridpolymeren in Nünchritz.

Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden gehen auf Grund des positiven Cashflows weiter zurück (2020: 67,5 Mio. €). Wir erwarten ein leicht positives Nettofinanzvermögen.

Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche

Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2021 einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen bei Spezialanwendungen. Gegenläufig wirken sich in einigen Produktbereichen niedrigere Durchschnittspreise aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen, genauso wie die EBITDA-Marge. Die Rohstoff- und Energiepreise erwarten wir ebenfalls leicht über dem Vorjahr.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Steigende Mengen im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Wir erwarten auch hier Zuwächse in allen Regionen. Das EBITDA wird auf Grund deutlich höherer Rohstoffkosten deutlich unter dem Vorjahr liegen. Das gilt auch für die EBITDA-Marge, die wir zwischen 15 und 18 Prozent erwarten.

B.55 Ausblick für das Jahr 2021

Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen Ist 2020 Ausblick 2021
EBITDA-Marge (%) 14,2 leicht über Vorjahr
EBITDA (Mio. €) 666,3 10 bis 20 Prozent über Vorjahr
ROCE (%) 5,6 deutlich über Vorjahr
Netto-Cashflow (Mio. €) 697,7 deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Umsatz (Mio. €) 4.692,2 mittlerer einstelliger Prozentsatz höher
Investitionen (Mio. €) 224,4 rund 350 Mio. €
Nettofinanzschulden (Mio. €) 67,5 positives Nettofinanzvermögen
Abschreibungen (Mio. €) 403,5 rund 400 Mio. €

Einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwarten wir im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt in erster Linie aus dem Geschäft mit Biopharmazeutika. Das EBITDA soll leicht über dem Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Polysiliciumgeschäft gehen wir für das Jahr 2021 von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Dafür verantwortlich sind ein verbesserter Produktmix und ein leichter Anstieg der Absatzmengen. Die Durchschnittspreise für Polysilicium werden nicht zurückgehen. Wir erwarten ein deutlich positives EBITDA, das deutlich über dem Vorjahr liegt. Die EBITDA-Marge soll deutlich steigen.

Künftige Dividende

Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 600 Mio. €.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

Die wirtschaftlichen Risiken für das Jahr 2021 bleiben bestehen. Beeinflusst wird die globale Wirtschaftsentwicklung in erster Linie dadurch, inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Die Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen aber davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder steigen wird, dank Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Sollte es zu weiteren Verzögerungen bei der Impfstoffbereitstellung kommen oder die restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung weiterer Infektionsausbrüche deutlich verlängert werden, kann es jedoch erneut zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kommen.

Für unser Geschäft erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2021. Wir gehen davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2021 wieder um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen wird. Das EBITDA soll zehn bis 20 Prozent über dem Vorjahr liegen. Gebremst wird die EBITDA-Entwicklung durch deutlich höhere Rohstoffkosten und negative Währungseffekte. Sie belasten das EBITDA mit mehr als 100 Mio. €.

Die Investitionen werden mit rund 350 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 400 Mio.€ und sind damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Netto-Cashflow wird deutlich positiv sein, aber deutlich unter dem Vorjahr liegen. Die Nettofinanzschulden gehen weiter zurück und wir erwarten ein leicht positives Nettofinanzvermögen.

In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserem hervorragenden Produktportfolio den Wachstumskurs wieder fortsetzen und mit unseren Investitionen das Marktwachstum begleiten. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON gehen wir ebenfalls von einem Anstieg beim Umsatz aus und von einem deutlich positiven EBITDA.

Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Vergütungssystem für den Vorstand

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig. Vor dem Hintergrund der Änderungen im Aktiengesetz und im Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat beschlossen, das Vergütungssystem mit Wirkung ab 01. Januar 2021 punktuell anzupassen. Es wird der nächsten ordentlichen Hauptversammlung zur Billigung vorgelegt.

Das seit dem 01. Januar 2010 und bis einschließlich 31. Dezember 2020 geltende Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:

(i) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

(ii) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus) ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum liegt bei 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus beträgt 220 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds.

(iii) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens fünfjährige Vorstandstätigkeit. Erhöhungen der Jahresgehälter von Herrn Dr. Rudolf Staudigl und Herrn Auguste Willems wurden seit 2016 als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes (auf die Berechnung des Long Term Bonus (s.o. (ii)) jedoch schon).

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine d & o-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes.

Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt sind (Abfindungs-Cap).

Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2020

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen.

In 2020 gab es keine Veränderungen bei der Vergütung der Vorstandsmitglieder.

Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2020 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung sowie Versorgungsaufwand aus.

Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 und 2019)

2020 2019 2020 2019
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands Auguste Willems Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 880.000 880.000 610.000 610.000
Nebenleistungen2 95.945 64.464 51.387 56.047
Summe 975.945 944.464 661.387 666.047
Mehrjährige variable Vergütung3 1.042.360 1.012.000 722.545 701.500
Summe 2.018.305 1.956.464 1.383.932 1.367.547
Versorgungsaufwand4 - - 667.680 593.979
Gesamtvergütung 2.018.305 1.956.464 2.051.612 1.961.526
Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000
Nebenleistungen2 61.175 81.225 54.909 58.333
Summe 641.175 661.225 634.909 638.333
Mehrjährige variable Vergütung3 687.010 667.000 687.010 667.000
Summe 1.328.185 1.328.225 1.321.919 1.305.333
Versorgungsaufwand4 593.120 491.025 390.349 318.328
Gesamtvergütung 1.921.305 1.819.250 1.712.268 1.623.661

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung und sonstige Kostenübernahmen.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2020 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben.

Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)

2020/Ziel 2020/Min. 2020/Max. 2019/Ziel
Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands
Festvergütung1 880.000 880.000 880.000 880.000
Nebenleistungen2 95.945 95.945 95.945 64.464
Summe 975.945 975.945 975.945 944.464
Mehrjährige variable Vergütung3 941.600 289.520 1.384.240 1.434.400
Summe 1.917.545 1.265.465 2.360.185 2.378.864
Versorgungsaufwand4 - - -
Gesamtvergütung 1.917.545 1.265.465 2.360.185 2.378.864
Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000
Nebenleistungen2 61.175 61.175 61.175 81.225
Summe 641.175 641.175 641.175 661.225
Mehrjährige variable Vergütung3 620.600 190.820 912.340 945.400
Summe 1.261.775 831.995 1.553.515 1.606.625
Versorgungsaufwand4 593.120 593.120 593.120 491.025
Gesamtvergütung 1.854.895 1.425.115 2.146.635 2.097.650
2020/Ziel 2020/Min. 2020/Max. 2019/Ziel
Auguste Willems Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 610.000 610.000 610.000 610.000
Nebenleistungen2 51.387 51.387 51.387 56.047
Summe 661.387 661.387 661.387 666.047
Mehrjährige variable Vergütung3 652.700 200.690 959.530 994.300
Summe 1.314.087 862.077 1.620.917 1.660.347
Versorgungsaufwand4 667.680 667.680 667.680 593.979
Gesamtvergütung 1.981.767 1.529.757 2.288.597 2.254.326
Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands
Festvergütung1 580.000 580.000 580.000 580.000
Nebenleistungen2 54.909 54.909 54.909 58.333
Summe 634.909 634.909 634.909 638.333
Mehrjährige variable Vergütung3 620.600 190.820 912.340 945.400
Summe 1.255.509 825.729 1.547.249 1.583.733
Versorgungsaufwand4 390.349 390.349 390.349 318.328
Gesamtvergütung 1.645.858 1.216.078 1.937.598 1.902.061

1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleibt ein Anteil von 80.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten die Nutzung eines Firmenfahrzeuges, Zuschüsse zur Sozialversicherung und sonstige Kostenübernahmen.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die tatsächliche Zielerreichung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt, für das Geschäftsjahr 2020 ein Minimalwert von 0 % bzw. ein Maximalwert von 220 %. In der Angabe des jeweils theoretisch erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwertes ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum des Aufsichtsrats enthalten.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen

2020 2019
Gesamt 1.906.493 2.255.993

Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder

2020 2019
Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder
Gesamt 42.230.614 36.731.498
Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Gesamt 36.109.573 35.727.056

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine d & o-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezüge

2020 2019
Feste Vergütung1,2 2.165.000 2.159.877
Variable Vergütung - -
Gesamt 2.165.000 2.159.877

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten.
2 Für die Arbeitnehmervertreter gelten für Aufsichtsratsvergütungen die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA).

ESEF-Unterlagen der Wacker Chemie AG zum 31. Dezember 2020

Die für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts ("ESEF-Unterlagen") mit dem Dateinamen "wacker_ Chemie AG.zip" (SHA256-Hashwert: 029bb1c4f41d4d41dddc4d6ede5c1a062895 ad3d6867df4899bdf061fc75499b) stehen im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten zum Download bereit.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Wacker Chemie AG, München

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Der Ansatz und die Bewertung von Verpflichtungen aufgrund des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten"

Zur Darstellung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" verweisen wir auf den Abschnitt "andere Rückstellungen" im Anhang sowie den Abschnitt "Ziele und Strategien" und "Mitarbeiter" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Anhang Abschnitt "Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung".

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Die Gesellschaft hat in einer Konzernbetriebsvereinbarung freiwillige Maßnahmen, wie Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge beschlossen.

Zum Stichtag wurden Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von EUR 48,0 Mio zur Umsetzung des geplanten Stellenabbaus im Rahmen des temporären Freiwilligenprogramms "Zukunft gestalten" gebildet und entsprechend in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Das Programm beinhaltet sowohl Maßnahmen, die im Zusammenhang mit zukünftigen Leistungen der Arbeitnehmer stehen, als auch Maßnahmen mit Abfindungscharakter. Diese Unterscheidung hat eine erhebliche Auswirkung auf die bilanzielle Erfassung im Geschäftsjahr und kann aufgrund der verschiedenen Gestaltungsformen komplex sein. Leistungen mit Abfindungscharakter sind bei Zusage in voller Höhe aufwandswirksam zu erfassen, dies gilt jedoch nicht für solche Maßnahmen, die im Zusammenhang mit künftigen Leistungen der Arbeitnehmer stehen.

Der Ansatz und die Bewertung der Restrukturierungsrückstellungen sind komplex und hängen von der Ausgestaltung der Konzernbetriebsvereinbarung, der Abfindungsverträge sowie der Freistellung von Mitarbeitern ab.

Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Verpflichtungen und der Aufwand nicht in angemessener Höhe im Jahresabschluss erfasst und bewertet wurden.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting und der Personalabteilung sowie durch Würdigung der Konzernbetriebsvereinbarung und der darauf basierenden Aufhebungsvereinbarungen ein Verständnis über die Maßnahmen im Rahmen des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" sowie den Prozess der Ermittlung der Rückstellungsbeträge verschafft.

Wir haben die bilanziellen Implikationen auf Basis der verschiedenen Maßnahmen kritisch hinterfragt. Dabei haben wir insbesondere die Unterscheidung zwischen Maßnahmen, die im Zusammenhang mit zukünftigen Leistungen der Arbeitnehmer stehen und Maßnahmen mit Abfindungscharakter kritisch gewürdigt.

Wir haben anhand einer risikoorientierten Auswahl an Einzelverpflichtungen die zugrunde liegenden Daten, die zur Bewertung der Verpflichtung notwendig waren, mit den vertraglichen Grundlagen und Personalakten abgestimmt und die Berechnung nachvollzogen. Dies beinhaltet auch die Prüfung der Übereinstimmung der Berechnungsmethodik mit der Konzernbetriebsvereinbarung.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Klassifizierung der im Geschäftsjahr angebotenen freiwilligen Maßnahmen im Rahmen des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" und der darauf basierende Ansatz und die Bewertung von Verpflichtungen ist im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungsgrundsätzen.

Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im zugehörigen Abschnitt "Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung" und zu den Finanzanlagen im Abschnitt 13 im Anhang.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Zum Bilanzstichtag beträgt der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen EUR 2.391,1 Mio.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Berechnung des beizulegenden Wertes erfolgt anhand des Ertragswertverfahrens.

Die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Ertragswertverfahren ist komplex und die hierbei getroffenen Annahmen sind in hohem Maße von der Einschätzung und Beurteilung der gesetzlichen Vertreter abhängig und unterliegen daher erheblichen Ermessensspielräumen. Dies gilt insbesondere für die Cashflows, die langfristigen Wachstumsraten und die Kapitalkosten. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass die Anteile an verbundenen Unternehmen nicht sachgerecht bilanziert wurden: Übersteigt der beizulegende Wert den Buchwert, so erfolgt - im Fall einer vorausgegangenen außerplanmäßigen Abschreibung -eine Zuschreibung bis maximal zu den ursprünglichen Anschaffungskosten, soweit die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Im umgekehrten Fall ist der Buchwert auf den beizulegenden Wert zu berichtigen.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Wir haben zunächst auf Grundlage einer Risikoanalyse verbundene Unternehmen ausgewählt, bei denen ein wesentliches Risiko einer außerplanmäßigen Abschreibung oder auch Wertaufholung zum Bilanzstichtag bestehen könnte. Die für die Ermittlung des beizulegenden Werts verwendete Bewertungsmethodik sowie die Bewertungsannahmen und -parameter wurden von uns, unter Einbindung unserer Bewertungsspezialisten, beurteilt. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche haben wir ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt und die verwendeten Annahmen unter anderem mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen (Peer-Group-Vergleich) abgeglichen. Von der Angemessenheit der erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, die der Ertragswertberechnung für die einzelnen zu bewertenden Anteile an verbundenen Unternehmen zugrunde gelegt werden, haben wir uns überzeugt und dabei beurteilt, ob die in der Unternehmensplanung enthaltenen Planwerte und die zugrunde liegenden Annahmen angemessen sind.

Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie anhand aktueller Zwischenergebnisse analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung bzw. der langfristigen Wachstumsraten auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben.

Die den Kapitalkosten zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie, die spezifischen Risikozuschläge und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die zur Beurteilung der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen verwendete Bewertungsmethodik sowie Annahmen und Parameter der Wacker Chemie AG sind insgesamt angemessen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird,

die nichtfinanzielle Konzernerklärung in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und

die im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei, die im geschützten Mandanten Portal für den Emittenten abrufbar ist, "wacker_ Chemie AG.zip" (SHA256-Hashwert: 029bb1c4f41d4d41dddc4d6ede5c1a062895 ad3d6867df4899bdf061fc75499b) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Jahresabschluss und geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 4. August 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. Dezember 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit der Kapitalmarktorientierung im Geschäftsjahr 2006 als Abschlussprüfer der Wacker Chemie AG, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht einzeln im Jahresabschluss oder im zusammengefassten Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Jahresabschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG geprüft. Prüfungsintegriert erfolgten prüferische Durchsichten von Zwischenabschlüssen der Konzernunternehmen. Ferner wurden andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Prüfungen nach dem EEG, EMIR-Prüfungen nach § 20 WpHG, die Bescheinigung der Strompreiskompensation und die betriebswirtschaftliche Prüfung des nichtfinanziellen Berichts.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen.

München, den 4. März 2021

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Signiert von Kai Christian Andrejewski am 04.03.2021 Signiert von Johannes Franziskus Hanshen am 04.03.2021
Andrejewski Hanshen
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer