Wacker Chemie AG

München

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

Veröffentlicht am 28. Juli 2022

1. Halbjahr

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Konzernumsatz des 1. Halbjahres 2022 liegt mit 4,25 Mrd. € um 49 Prozent über Vorjahr

EBITDA hat sich wegen deutlich höherer Preise mit 1,27 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt

EBIT steigt auf 1,08 Mrd. €, Periodenergebnis des 1. Halbjahres 2022 beträgt 794 Mio. €

Netto-Cashflow des Berichtszeitraums beläuft sich wegen umsatzbedingt gestiegenem Working Capital und Auszahlung für die Beteiligung am Spezialsilan-Hersteller SICO auf 115 Mio. €

Jahresprognose angehoben: Der Konzernumsatz soll 2022 in der Größenordnung von 8 Mrd. € bis 8,5 Mrd. € liegen, das EBITDA wird zwischen 1,8 Mrd. € und 2,3 Mrd. € erwartet

Titel - WACKER baut seinen Biotech-Standort in Halle zum mRNA-Kompetenzzentrum aus. Ab dem Jahr 2024 werden hier Wirkstoffe auf Basis von Messenger-Ribonukleinsäure hergestellt, wie zum Beispiel mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus. Die Produktionskapazitäten in Halle werden sich im Zuge des Ausbaus mehr als verdreifachen, die Zahl der Mitarbeiter wird sich mehr als verdoppeln. WACKER investiert über 100 Millionen Euro in den Bau des neuen Kompetenzzentrums.

WACKER - auf einen Blick

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Ergebnis/​Rendite/​Cashflow

Umsatz

4.250,4

2.860,6

48,6

EBITDA

1.269,5

578,7

>100

EBITDA-Marge (%)

29,9

20,2

-

EBIT

1.078,0

394,3

>100

EBIT-Marge (%)

25,4

13,8

-

Finanzergebnis

-39,2

-20,1

95,0

Ergebnis vor Ertragsteuern

1.038,8

374,2

>100

Periodenergebnis

793,5

291,1

>100

Ergebnis je Aktie (unverwässert/​verwässert) (€)

15,59

5,68

>100

Investitionen, ohne Akquisitionen

183,5

110,2

66,5

Abschreibungen

191,5

184,4

3,9

Netto-Cashflow

114,6

339,3

-66,2

Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

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Mio. €

30.06.2022

31.12.2021

Veränderung in %

Bilanz

Bilanzsumme

8.833,2

8.134,3

8,6

Eigenkapital

4.590,6

3.100,4

48,1

Eigenkapitalquote (%)

52,0

38,1

-

Finanzierungsverbindlichkeiten

1.558,6

1.436,8

8,5

Nettofinanzvermögen

119,0

546,5

-78,2

Mitarbeiter (Anzahl am Stichtag)

15.250

14.406

5,9

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

WACKER hat das 1. Halbjahr 2022 mit sehr guten Zahlen abgeschlossen. Obwohl die Weltwirtschaft gegenwärtig mit zahlreichen Unsicherheiten und Belastungen zu kämpfen hat, war die Nachfrage unserer Kunden über die gesamten sechs Monate hinweg anhaltend stark. Die ganz erheblich gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe konnten wir zu einem wesentlichen Teil über höhere Preise ausgleichen. Hinzu kommen die Effekte aus unseren laufenden Effizienzprogrammen, die unsere Kostenposition kontinuierlich verbessern.

Auf Grund des guten Geschäftsverlaufs im 1. Halbjahr haben wir entschieden, unsere Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr anzuheben. Wir rechnen nun mit einem Konzernumsatz in der Größenordnung von 8 Mrd. € bis 8,5 Mrd. € und einem EBITDA zwischen 1,8 Mrd. € und 2,3 Mrd. €. Berücksichtigt haben wir dabei, dass einerseits die Nachfrage unserer Kunden weiterhin hoch ist. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt. Andererseits sehen wir für die nächsten Monate aber auch zunehmende Herausforderungen.

Sorgen bereiten uns in erster Linie die weiter steigenden Energie- und Rohstoffpreise. Hinzu kommt die hohe Inflation. Sie erhöht zum einen unsere eigenen Herstellungskosten und kann zum anderen deutliche Auswirkungen auf die Kundennachfrage haben - und damit auch auf unser Geschäft. Erhebliche Risiken ergeben sich darüber hinaus aus geopolitischen Konflikten - Stichwort Ukrainekrieg - und aus den Auswirkungen der pandemiebedingten Lockdowns in China auf die globalen Lieferketten.

Inzwischen hat die Bundesregierung die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Gegenwärtig hat das noch keine Auswirkung auf unsere Produktion. Wir arbeiten aber schon seit Februar an Lösungen für unterschiedliche Szenarien.

Wichtig ist zunächst einmal: Das hocheffiziente Gas- und Dampfkraftwerk, das wir an unserem größten Produktionsstandort Burghausen betreiben, ist als systemrelevant eingestuft, weil es dazu gebraucht wird, das Stromnetz insgesamt stabil zu halten. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Systemrelevanz auch bei einer sich weiter verschärfenden Mangellage in der Gasversorgung bestehen bleibt und wir genügend Gas zum Betrieb unseres Kraftwerks bekommen werden.

Auch nutzen wir Erdgas hauptsächlich dazu, um Strom und Dampf zu erzeugen. Das gibt uns eine gewisse Flexibilität. Zum Beispiel könnten wir bei einer verminderten Gaszufuhr höhere Strommengen am Markt einkaufen, die Eigenproduktion von Strom vermindern und das Gas vor allem für die Erzeugung von Prozessdampf einsetzen. Denn Einschränkungen beim Prozessdampf hätten unmittelbare Auswirkungen auf unsere Produktion. Deswegen arbeiten wir auch an technischen Lösungen, um im Notfall kurzfristig Erdgas teilweise durch Heizöl ersetzen zu können.

Wir haben also in gewissem Umfang Möglichkeiten, die Folgen geringerer Gaslieferungen zu kompensieren. Richtig ist aber auch: Käme es zu größeren Versorgungseinschränkungen beim Erdgas, so sind, wie bei vielen anderen Industrieunternehmen auch, Auswirkungen auf unsere Produktion nicht auszuschließen. Beim unteren Ende unserer EBITDA-Prognose haben wir deshalb vorsorglich eine Mehrbelastung von 200 Mio. € bis 250 Mio. € zusätzlich zu den bereits erwarteten Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen berücksichtigt. Ohne diese zusätzliche Belastung trauen wir unseren Geschäftsbereichen zu, in Summe ein EBITDA zwischen 2,0 Mrd. € und 2,3 Mrd. € zu erreichen.

Worauf kommt es also an? Was können, was müssen wir tun, um mit diesen Herausforderungen umzugehen?

Wichtige Antworten darauf gibt unsere Wachstumsstrategie, die wir Ende März in London dem Kapitalmarkt vorgestellt haben. Bis zum Jahr 2030 wollen wir unseren Umsatz auf über 10 Mrd. € steigern, bei gleichzeitig hoher Ertragskraft. Wir fokussieren uns auf chemische Spezialprodukte mit hohem Mehrwert für unsere Kunden. Unsere biotechnologischen Aktivitäten bauen wir forciert aus. Bei Polysilicium setzen wir auf höchste Qualität für Halbleiter- und Solaranwendungen. All das trägt wesentlich dazu bei, die Resilienz von WACKER zu stärken - also das Unternehmen mit Blick auf die makroökonomischen Herausforderungen widerstandsfähig aufzustellen.

Widerstandskraft und Zukunftssicherheit sind auch wichtige Leitmotive für unseren Fokus auf Nachhaltigkeit. Die aktuelle Diskussion um russische Gaslieferungen führt uns gerade drastisch vor Augen, wie abhängig wir von fossilen Energieträgern und Rohstoffen sind. Wollen wir uns aus dieser Abhängigkeit befreien, dann führt an einem schnellen und konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien und einer Umstellung auf nicht-fossile Rohstoffe kein Weg vorbei.

Unsere Nachhaltigkeitsziele nehmen genau diese Herausforderungen in den Blick. Zum einen werden wir unseren eigenen ökologischen Fußabdruck deutlich verbessern und unseren spezifischen Energieverbrauch senken. Zum anderen bieten wir unseren Kunden Lösungen, die es ihnen möglich machen, selbst nachhaltiger zu wirtschaften und innovative Produkte auf den Markt zu bringen, die Energie einsparen und den Ressourcenverbrauch senken.

Die kommenden Monate werden anspruchsvoll. Knappe Rohstoffe und Vorprodukte, gestresste Lieferketten, steigende Energiepreise - all das belastet die Weltwirtschaft aufs Äußerste und wird auch uns bei WACKER wahrscheinlich viel abverlangen. Wovon wir aber überzeugt sind: Mit unseren neuen Nachhaltigkeits- und Wachstumszielen haben wir gute, langfristige und tragfähige Antworten auf diese Herausforderungen gefunden.

 

München, den 28. Juli 2022

Der Vorstand der Wacker Chemie AG

Die WACKER-Aktie

Die weltweiten Aktienmärkte haben sich im 1. Halbjahr 2022 volatil und uneinheitlich entwickelt. Insgesamt verbuchten alle großen Börsenindizes deutliche Verluste. Zur Unsicherheit an den Märkten haben eine ganze Reihe von Faktoren beigetragen. Dazu zählen geopolitische Risiken wie der Krieg in der Ukraine oder die Auswirkungen der corona-bedingten Lockdowns in China auf die globalen Lieferketten. Die stark steigende Inflation in Europa hat im Berichtszeitraum die Konsumbereitschaft der Verbraucher gedämpft. Gleichzeitig erhöhten sich dadurch auch die Herstellungskosten vieler produzierender Unternehmen. Um dem gegenzusteuern, haben sich die Notenbanken dazu entschlossen, die geldpolitischen Zügel anzuziehen und die Leitzinsen zu erhöhen. Dies wiederum brachte aber die Börsenkurse unter Druck.

Auch die deutschen Leitindizes haben im 1. Halbjahr 2022 insgesamt deutlich an Boden verloren. Bereits in Januar gingen DAX und MDAX schrittweise zurück und erreichten ab dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine bis Mitte März einen ersten Tiefststand. In den folgenden Wochen wechselten sich Phasen der kurzzeitigen Erholung immer wieder mit Rücksetzern ab. Insgesamt beendete der DAX das erste Halbjahr 2022 rund 20 Prozent unter seinem Wert von Ende Dezember. Der MDAX verzeichnete im Berichtszeitraum ein Minus von rund 26 Prozent.

Der Kurs der WACKER-Aktie hat sich von Januar bis Juni deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Er lag zum Jahresauftakt bei 131,60 € (Jahresschlusskurs 30. Dezember 2021) und erreichte nach einem kurzzeitigen Hoch Mitte Januar am 24. Februar mit 122,60 € seinen Tiefststand im Berichtszeitraum. In den folgenden Wochen stieg das Papier entgegen dem allgemeinen Markttrend deutlich. Seinen Höchststand verzeichnete es am 08. Juni mit 183,90 €. In den letzten drei Wochen des Juni gab die WACKER-Aktie dann im Einklang mit dem Gesamtmarkt spürbar nach und ging am 30. Juni mit einem Schlusskurs von 137,60 € aus dem Handel. Das sind rund fünf Prozent mehr als zum Start des Berichtszeitraums und entspricht einer Marktkapitalisierung von 6,84 Mrd. €.

Weitere Angaben über die WACKER-Aktie finden sich im Geschäftsbericht 2021 auf den Seiten 44 bis 46 sowie im Internet unter www.wacker.com/​investor-relations.

Konzernzwischenlagebericht

Gesamtwirtschaftliche Lage, Konjunkturausblick und Branchenentwicklung

Krieg in der Ukraine bremst Konjunktur

Der Krieg in der Ukraine hat die Erholung der pandemiegeschwächten Konjunktur gebremst und die Weltwirtschaft auf einen Pfad niedrigeren Wachstums und höherer Inflation gebracht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass sich das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2022 auf 3,2 Prozent abschwächen wird. 1

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht in ihrem Konjunkturausblick davon aus, dass das weltweite Wachstum im Jahr 2022 auf 3,0 Prozent und 2023 auf 2,8 Prozent sinken wird. In Verbindung mit Chinas Null-Covid-Politik hat der Krieg in der Ukraine die Weltwirtschaft laut OECD auf einen Kurs langsameren Wachstums und steigender Inflation gebracht - eine Situation, die es nach den Aussagen der Konjunkturexperten seit den 1970er Jahren nicht mehr gegeben hat. Die steigende Inflation, die größtenteils auf den Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise zurückzuführen sei, bringe Menschen mit niedrigem Einkommen in Bedrängnis und führe in den ärmsten Volkswirtschaften der Welt zu ernsthaften Risiken für die Ernährungssicherheit. Mit Blick auf Energieimporte und den Flüchtlingszustrom sei Europa in besonderem Maße von den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Kriegs betroffen, so die Konjunkturforscher. 2

WACKER erwartet auf Grundlage der aktuellen Konjunkturprognosen, dass sich die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 abschwächen wird.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts 1

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%

2021

Ausblick 2022

Welt

6,1

3,2

Industrieländer

5,2

2,5

Entwicklungs- und Schwellenländer

6,8

3,6

Eurozone

5,4

2,6

Deutschland

2,9

1,2

Asien

7,3

4,6

China

8,1

3,3

Indien

8,7

7,4

USA

5,7

2,3

Erhöhte Unsicherheit auf den Chemiemärkten

Nachdem die globale Chemie- und Pharmaindustrie insgesamt gut ins Jahr 2022 gestartet ist, haben sich die Wachstumsaussichten vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine mittlerweile deutlich eingetrübt. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet für das Gesamtjahr nur noch mit einem Anstieg der weltweiten Produktionsleistung der chemischen Industrie um 4,1 Prozent - nach 6,8 Prozent im Jahr 2021. Eine ganze Reihe von Faktoren wirken sich laut VCI belastend auf die Chemiemärkte aus: Die höheren Energie- und Rohstoffpreise treiben die Inflation weiter an. Dies führt zu Reallohnverlusten und einer sinkenden Kaufkraft. Die Erhöhung der Leitzinsen durch die Notenbanken bremst Investitionen. Gleichzeitig wirken sich die Störungen in den weltweiten Lieferketten negativ auf Transportzeiten und Produktion aus. In diesem Umfeld, so der VCI, bekomme insbesondere die europäische Chemie zunehmend Probleme. 3

Auch den deutschen Chemieunternehmen haben die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten, Störungen in den Lieferketten, hohe Frachtkosten sowie Engpässe bei Vorprodukten im ersten Halbjahr 2022 zu schaffen gemacht. In diesem schwierigen Umfeld konnte die chemisch-pharmazeutische Industrie ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahr nur leicht steigern, wie aus der Halbjahresbilanz des VCI hervorgeht. Ohne Pharma sank die Produktion sogar um drei Prozent. Für das Gesamtjahr 2022 geht der Verband - bei preisintensiver, aber ausreichender Energie- und Rohstoffversorgung - nun von einem Rückgang der Produktion in Deutschland um 1,5 Prozent aus. Für das reine Chemiegeschäft rechnet er mit einem Rückgang um vier Prozent. 4

Entwicklung ausgewählter Branchenkennzahlen

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%

Wachstum 2021

Ausblick Wachstum 2022

Chemische Industrie

Produktionsleistung weltweit 3

6,8

4,1

Produktionsleistung EU 3

5,9

0,5

Produktionsleistung Deutschland 3, 4

5,1

-4,0

Photovoltaikindustrie

weltweit neu installierte Photovoltaikleistung 5

21

36

Für die Photovoltaikindustrie rechnen Branchenexperten im Jahr 2022 mit weiterem Wachstum. Abnehmende Gestehungskosten für Solarstrom wirken sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik und das politische Ziel, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, führen dazu, dass neue Märkte erschlossen werden.

Die Marktexperten des Branchenverbandes SolarPower Europe gehen davon aus, dass sich der Ausbau der Photovoltaik weiter beschleunigen wird. Nach dem mittleren Prognose-Szenario des Verbandes werden im Jahr 2022 weltweit rund 228 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein Plus von 36 Prozent. 5

WACKER rechnet nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien damit, dass die weltweit neu installierte Photovoltaikleistung in diesem Jahr zwischen 220 und 260 Gigawatt liegen wird.

1 International Monetary Fund, World Economic Outlook Update, July 2022: Gloomy and More Uncertain, Washington, 26. Juli 2022
2 Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), OECD Economic Outlook, Volume 2022 Issue 1: Preliminary version, Paris, 08. Juni 2022
3 Verband der Chemischen Industrie e.V., Die wirtschaftliche Lage der globalen Chemie im 1. Quartal 2022: Erhöhte Unsicherheit auf den globalen Chemiemärkten, Frankfurt/​M., 02. Juni 2022
4 Verband der Chemischen Industrie e.V., Halbjahresbilanz der chemisch-pharmazeutischen Industrie 2022: Standort Deutschland bekommt zunehmend Wettbewerbsproblem, Frankfurt/​M., 06. Juli 2022
5 SolarPower Europe, Global Market Outlook For Solar Power 2022-2026, Brüssel, 11. Mai 2022

Konzernentwicklung/​Ertragslage

01. Januar bis 30. Juni 2022

Umsatzerlöse

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

WACKER SILICONES

1.857,2

1.261,5

47,2

WACKER POLYMERS

1.070,8

753,6

42,1

WACKER BIOSOLUTIONS

161,1

138,7

16,1

WACKER POLYSILICON

1.093,5

651,2

67,9

Zentralfunktionen/​Sonstiges

79,8

62,6

27,5

Konsolidierungen

-12,0

-7,0

71,4

Konzernumsatz

4.250,4

2.860,6

48,6

EBITDA

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

WACKER SILICONES

555,8

255,6

>100

WACKER POLYMERS

183,8

101,7

80,7

WACKER BIOSOLUTIONS

7,7

17,4

-55,7

WACKER POLYSILICON

438,3

199,7

>100

Zentralfunktionen/​Sonstiges

82,3

4,4

>100

Konsolidierungen

1,6

-0,1

n.a.

Konzern-EBITDA

1.269,5

578,7

>100

EBIT

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

WACKER SILICONES

499,6

201,1

>100

WACKER POLYMERS

158,8

78,8

>100

WACKER BIOSOLUTIONS

-2,8

9,3

n.a.

WACKER POLYSILICON

378,8

135,9

>100

Zentralfunktionen/​Sonstiges

42,0

-30,7

n.a.

Konsolidierungen

1,6

-0,1

n.a.

Konzern-EBIT

1.078,0

394,3

>100

Der Umsatz des WACKER-Konzerns ist im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen. Die Umsatzerlöse beliefen sich von Januar bis Juni 2022 auf 4.250,4 Mio. € (Vorjahr 2.860,6 Mio. €). Das ist ein Plus von 49 Prozent.

Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren in erster Linie höhere Preise. Effekte aus Produktmix und Absatzmengen sowie Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich stärkeren US-Dollar haben den Umsatz ebenfalls positiv beeinflusst.

Zum Umsatzwachstum haben alle vier Geschäftsbereiche beigetragen. Besonders kräftig fiel das Plus im Geschäft mit Polysilicium aus. Hier stieg der Umsatz auf Grund höherer Preise im Jahresvergleich um 68 Prozent. Die beiden Chemiebereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS legten jeweils um mehr als 40 Prozent zu. Besonders stark war beispielsweise die Nachfrage nach Produkten für Klebstoffe und industrielle Beschichtungen. Sehr solide entwickelte sich auch das Geschäft mit biotechnologisch hergestellten Produkten und mit Feinchemikalien. Hier stieg der Umsatz um 16 Prozent.

Umsatzentwicklung im Jahresvergleich

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in Mio. €

Konzernumsatz
1. Halbjahr 2021

Absatzmengen- und Produktmixeffekte

Preiseffekte

Währungseffekte

Konzernumsatz
1. Halbjahr 2022

2.861

139

1.125

126

4.250

Umsatz legt in allen Regionen deutlich zu

Im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2022 ist der Konzernumsatz vor allem preisbedingt in allen Regionen gestiegen. Am höchsten fiel das Plus in Asien aus. Aber auch alle anderen Regionen legten prozentual deutlich zweistellig zu. Insgesamt stieg der Umsatz in Asien im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2022 um 58 Prozent. In Amerika lag das Plus im Jahresvergleich bei 57 Prozent, in Europa stieg der Umsatz um 36 Prozent.

Konzernumsatz nach Regionen

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Anteil am Konzernumsatz in %

Europa

1.556,9

1.141,3

36,4

37

Amerika

652,7

415,1

57,2

15

Asien

1.830,9

1.156,4

58,3

43

Sonstige Regionen

209,9

147,8

42,0

5

Gesamtumsatz

4.250,4

2.860,6

48,6

100

EBITDA liegt bei 1.270 Mio. €, EBITDA-Marge beträgt 30 Prozent

WACKER hat im Berichtszeitraum ein EBITDA von 1.269,5 Mio. € erwirtschaftet und sein operatives Ergebnis damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (578,7 Mio. €) mehr als verdoppelt. Maßgeblich für diesen Anstieg waren höhere Preise und Produktmixeffekte. Die sehr hohe Auslastung der Produktionsanlagen hat das EBITDA ebenfalls positiv beeinflusst. Negativ ausgewirkt haben sich dagegen die deutlich höheren Preise für Energie und Rohstoffe. Sie haben im Berichtszeitraum das EBITDA um rund 600 Mio. € gemindert. Für die sechs Monate Januar bis Juni 2022 ergibt sich im WACKER-Konzern eine EBITDA-Marge von 29,9 Prozent (Vorjahr 20,2 Prozent).

Überleitung EBITDA auf EBIT

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

EBITDA

1.269,5

578,7

>100

Abschreibungen/​Zuschreibungen auf Anlagevermögen

-191,5

-184,4

3,9

EBIT

1.078,0

394,3

>100

EBIT gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summiert sich im Berichtszeitraum auf 1.078,0 Mio. € (Vorjahr 394,3 Mio. €). Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und ergibt eine EBIT-Marge von 25,4 Prozent (Vorjahr 13,8 Prozent). Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren die bereits genannten Faktoren.

Die Abschreibungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 191,5 Mio. € (Vorjahr 184,4 Mio. €). Das sind vier Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Herstellungskostenquote lag im Berichtszeitraum bei 69 Prozent. Sie ist damit im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozentpunkte gesunken. Im Wesentlichen ist diese Verbesserung auf die deutlich gestiegenen Umsätze zurückzuführen. Dagegen haben die stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe die Herstellungskosten erhöht. Die Herstellungskosten profitieren von den Maßnahmen zur Kostensenkung aus den laufenden Effizienzprogrammen des Konzerns und der Geschäftsbereiche.

Überleitung EBIT auf Periodenergebnis

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

EBIT

1.078,0

394,3

>100

Finanzergebnis

-39,2

-20,1

95,0

Ergebnis vor Ertragsteuern

1.038,8

374,2

>100

Ertragsteuern

-245,3

-83,1

>100

Periodenergebnis

793,5

291,1

>100

davon

auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend

774,4

282,1

>100

auf andere Gesellschafter entfallend

19,1

9,0

>100

Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/​verwässert)

15,59

5,68

>100

Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet)

49.677.983

49.677.983

-

Beteiligungsergebnis

Das Equity-Ergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf 59,8 Mio. € (Vorjahr 18,4 Mio. €). Es ist geprägt durch die hohen Gewinne der Siltronic AG, an der WACKER mit 30,8 Prozent beteiligt ist.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf -39,2 Mio. € (Vorjahr -20,1 Mio. €). WACKER erzielte Zinserträge von 2,4 Mio. € (Vorjahr 2,9 Mio. €). Diesen stehen Zinsaufwendungen in Höhe von 13,2 Mio. € (Vorjahr 11,7 Mio. €) gegenüber.

Das übrige Finanzergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf -28,4 Mio. € (Vorjahr -11,3 Mio. €). Neben Zinseffekten aus Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kosten aus derivativen Finanzinstrumenten zur Sicherung von Konzernfinanzierungen enthalten. Negativ entwickelte sich das übrige Finanzergebnis auf Grund von Bewertungsverlusten auf Wertpapiere sowie durch Währungsverluste durch den angestiegenen US-Dollar im Vergleich zum Euro.

Ertragsteuern

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 ergab sich ein Steueraufwand von 245,3 Mio. € (Vorjahr Steueraufwand von 83,1 Mio. €). Damit ergibt sich im Berichtszeitraum eine Steuerquote von 23,6 Prozent (Vorjahr 22,2 Prozent).

Periodenergebnis

Das Periodenergebnis des Berichtzeitraums beläuft sich auf Grund der oben genannten Effekte auf 793,5 Mio. € (Vorjahr 291,1 Mio. €).

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie beläuft sich im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2022 auf 15,59 € (Vorjahr 5,68 €).

Entwicklung der Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Außenumsatz

1.857,1

1.261,5

47,2

Innenumsatz

0,1

-

-

Gesamtumsatz

1.857,2

1.261,5

47,2

EBIT

499,6

201,1

>100

EBIT-Marge (%)

26,9

15,9

-

Abschreibungen

56,2

54,5

3,1

EBITDA

555,8

255,6

>100

EBITDA-Marge (%)

29,9

20,3

-

Investitionen

81,4

48,2

68,9

Forschungsaufwand

34,0

33,8

0,6

scrollen

Stichtag

30.06.2022

31.12.2021

Veränderung in %

Anzahl der Mitarbeiter

5.898

5.211

13,2

Der Gesamtumsatz von WACKER SILICONES liegt im 1. Halbjahr 2022 mit 1.857,2 Mio. € um 47 Prozent über Vorjahr (1.261,5 Mio. €). Vor allem höhere Preise und ein verbesserter Produktmix durch einen höheren Anteil an margenstarken Spezialsiliconen haben die Umsatzentwicklung begünstigt. Währungsveränderungen haben den Umsatz ebenfalls positiv beeinflusst. In nahezu allen Anwendungsfeldern sind die Umsätze im Jahresvergleich deutlich gewachsen. Besonders ausgeprägt war das Plus beispielsweise bei Siliconen für Klebstoffanwendungen, für Beschichtungen und für verbrauchernahe Anwendungen.

Das EBITDA von WACKER SILICONES hat sich im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2022 mit 555,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (255,6 Mio. €) mehr als verdoppelt. Zusätzlich zum höheren Umsatz hat die im Jahresvergleich gestiegene Auslastung der Produktionsanlagen die Ergebnisentwicklung begünstigt. Dagegen haben die stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe die Herstellungskosten erhöht und so das EBITDA gemindert. Die EBITDA-Marge belief sich im Berichtszeitraum auf 29,9 Prozent nach 20,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Die Investitionen von WACKER SILICONES haben sich im Jahresvergleich deutlich erhöht. Sie summierten sich im Berichtszeitraum auf 81,4 Mio. € (Vorjahr 48,2 Mio. €). Die Mittel flossen unter anderem in den Ausbau der Kapazitäten für Flüssigsiliconkautschuke an den Standorten Burghausen und Adrian (USA) sowie für hochtemperaturvernetzende Festsiliconkautschuke am neuen Standort Panagarh (Indien). Erweiterungsmaßnahmen laufen auch in Pilsen (Tschechien) und in Tsukuba (Japan). Die Investitionsmaßnahmen sind Teil der neuen Wachstumsziele, die WACKER Ende März angekündigt hat.

Den Erwerb einer 60-prozentigen Beteiligung am chinesischen Spezialsilanhersteller SICO Performance Material Co., Ltd., Jining hat der Geschäftsbereich Anfang Mai erfolgreich abgeschlossen. Die Auszahlung für den Kaufpreis beläuft sich auf rund 165 Mio. €. Weitere Angaben zu dieser Transaktion finden sich im Konzernanhang dieses Berichts. Mit der Beteiligung an SICO baut WACKER SILICONES sein Angebot hochwertiger Spezialprodukte in Asien weiter aus.

WACKER POLYMERS

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Außenumsatz

1.058,9

746,6

41,8

Innenumsatz

11,9

7,0

70,0

Gesamtumsatz

1.070,8

753,6

42,1

EBIT

158,8

78,8

>100

EBIT-Marge (%)

14,8

10,5

-

Abschreibungen

25,0

22,9

9,2

EBITDA

183,8

101,7

80,7

EBITDA-Marge (%)

17,2

13,5

-

Investitionen

43,4

28,5

52,3

Forschungsaufwand

17,0

17,7

-4,0

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Stichtag

30.06.2022

31.12.2021

Veränderung in %

Anzahl der Mitarbeiter

1.590

1.595

-0,3

Der Gesamtumsatz von WACKER POLYMERS liegt im Berichtszeitraum mit 1.070,8 Mio. € um 42 Prozent über Vorjahr (753,6 Mio. €). Ausschlaggebend für diesen Anstieg sind vor allem höhere Preise. Etwas gestiegene Absatzmengen, ein besserer Produktmix sowie Wechselkurseffekte haben die Umsatzentwicklung ebenfalls positiv beeinflusst. Die Produktionsanlagen von WACKER POLYMERS waren von Januar bis Juni durchschnittlich zu mehr als 90 Prozent ausgelastet.

Das EBITDA von WACKER POLYMERS summierte sich im Berichtszeitraum auf 183,8 Mio. € (Vorjahr 101,7 Mio. €). Das ist ein Plus von 81 Prozent. Neben den höheren Preisen hat auch die sehr hohe Anlagenauslastung das EBITDA positiv beeinflusst. Dagegen haben die stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe sowie deutlich höhere Frachtkosten die Ergebnisentwicklung ganz erheblich gebremst. Die EBITDA-Marge lag im Berichtszeitraum bei 17,2 Prozent nach 13,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.

WACKER POLYMERS hat von Januar bis Juni 2022 insgesamt 43,4 Mio. € (Vorjahr 28,5 Mio. €) investiert. Die Mittel gingen unter anderem in den Bau eines neuen Dispersionsreaktors und eines Sprühtrockners am chinesischen Standort Nanjing.

WACKER BIOSOLUTIONS

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Außenumsatz

161,1

138,7

16,1

Innenumsatz

-

-

-

Gesamtumsatz

161,1

138,7

16,1

EBIT

-2,8

9,3

n.a.

EBIT-Marge (%)

-1,7

6,7

-

Abschreibungen

10,5

8,1

29,6

EBITDA

7,7

17,4

-55,7

EBITDA-Marge (%)

4,8

12,5

-

Investitionen

21,1

11,3

86,7

Forschungsaufwand

2,9

3,2

-9,4

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Stichtag

30.06.2022

31.12.2021

Veränderung in %

Anzahl der Mitarbeiter

767

751

2,1

WACKER BIOSOLUTIONS erzielte im Berichtszeitraum einen Gesamtumsatz von 161,1 Mio. €. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr (138,7 Mio. €). Die wesentlichen Ursachen für das Umsatzplus sind bessere Preise und höhere Absatzmengen. Besonders gut hat sich im Berichtszeitraum beispielsweise das Geschäft mit Cyclodextrinen entwickelt. Währungseinflüsse wirkten sich ebenfalls positiv auf die Erlöse aus.

Das EBITDA von WACKER BIOSOLUTIONS liegt in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 mit 7,7 Mio. € um 56 Prozent unter Vorjahr (17,4 Mio. €). Verantwortlich für diesen Rückgang waren unter anderem der zeitweise Ausfall einer Produktionsanlage am Standort Burghausen, höhere Energie und Rohstoffkosten sowie Integrationskosten für den Standort San Diego. Die EBITDA-Marge belief sich im 1. Halbjahr auf 4,8 Prozent nach 12,5 Prozent im Vorjahr.

WACKER BIOSOLUTIONS hat im Berichtszeitraum 21,1 Mio. € (Vorjahr 11,3 Mio. €) investiert. Die Mittel flossen unter anderem in den Ausbau der Standorte Amsterdam und Halle.

WACKER POLYSILICON

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Außenumsatz

1.093,5

651,2

67,9

Innenumsatz

-

-

-

Gesamtumsatz

1.093,5

651,2

67,9

EBIT

378,8

135,9

>100

EBIT-Marge (%)

34,6

20,9

-

Abschreibungen

59,5

63,8

-6,7

EBITDA

438,3

199,7

>100

EBITDA-Marge (%)

40,1

30,7

-

Investitionen

22,8

10,5

>100

Forschungsaufwand

12,9

10,5

22,9

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Stichtag

30.06.2022

31.12.2021

Veränderung in %

Anzahl der Mitarbeiter

2.175

2.219

-2,0

WACKER POLYSILICON hat im 1. Halbjahr 2022 einen Gesamtumsatz von 1.093,5 Mio. € erzielt. Das sind 68 Prozent mehr als im Vorjahr (651,2 Mio. €). Vor allem die deutlich höheren Durchschnittspreise für Solarsilicium sind für dieses Plus verantwortlich. Etwas geringere Absatzmengen als im Vorjahr haben die Umsatzentwicklung dagegen leicht gebremst. Hier wirkt sich unter anderem aus, dass anders als im 1. Halbjahr 2021 im Berichtszeitraum keine Polysiliciumbestände reduziert werden konnten. Die Preise für Halbleitersilicium sind im Jahresvergleich ebenfalls gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Anteil von Silicium für Halbleiteranwendungen an den gesamten Absatzmengen weiter erhöht.

Das EBITDA von WACKER POLYSILICON belief sich im Berichtszeitraum auf 438,3 Mio. € und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (199,7 Mio. €) mehr als verdoppelt. Ausschlaggebend für diesen starken Anstieg waren in erster Linie höhere Preise. Effizienzmaßnahmen in der Produktion und weitere Fortschritte bei der Senkung der Herstellungskosten haben das EBITDA ebenfalls positiv beeinflusst. Gegenläufig haben höhere Energie- und Rohstoffpreise das EBITDA des Geschäftsbereichs deutlich gemindert. Von Januar bis Juni 2022 errechnet sich eine EBITDA-Marge von 40,1 Prozent nach 30,7 Prozent im Vorjahreszeitraum.

WACKER POLYSILICON hat in der Berichtsperiode 22,8 Mio. € investiert. Im Vorjahr beliefen sich die Investitionen auf 10,5 Mio. €.

Finanz- und Vermögenslage

30. Juni 2022

Vermögens- und Kapitalstruktur

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30.06.2022

Bilanzsumme 8.833,2 Mio. €

Aktiva

Anlagevermögen

Vorräte

Forderungen/​ Vermögenswerte

Zahlungsmittel/​ Wertpapiere

43,6%

17,5%

19,9%

19,0%

Passiva

Eigenkapital

Rückstellungen

Finanzierungs- verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten/​ erhaltene Anzahlungen

52,0%

10,3%

17,6%

20,1%

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31.12.2021

Bilanzsumme 8.134,3 Mio. €

Aktiva

Anlagevermögen

Vorräte

Forderungen/​ Vermögenswerte

Zahlungsmittel/​ Wertpapiere

41,3%

14,5%

19,8%

24,4%

Passiva

Eigenkapital

Rückstellungen

Finanzierungs- verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten/​ erhaltene Anzahlungen

38,1%

25,6%

17,7%

18,6%

Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum Stichtag 30. Juni 2022 auf 8,83 Mrd. € nach 8,13 Mrd. € am 31. Dezember 2021. Im Wesentlichen stieg das Anlagevermögen, aber auch das Working Capital hat sich im Vergleich zum Jahresende 2021 um 50 Prozent erhöht.

Anlagevermögen deutlich angestiegen

Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen ist im Vergleich zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres auf Grund von höheren Investitionen und währungsbedingt deutlich gestiegen. Es beläuft sich auf 3,85 Mrd. € (31.12.2021: 3,36 Mrd. €). Nutzungsrechte aus neuen Leasingvereinbarungen erhöhten das Anlagevermögen um 120 Mio. €. Ferner ergab sich ein Unterschiedsbetrag von 123 Mio. € aus dem Erwerb der 60-prozentigen Beteiligung an SICO Performance Material Co., Ltd., Jining (China). Die at-Equity-Beteiligungen stiegen um 146,9 Mio. €. Der Anstieg ist sowohl auf das hohe Ergebnis der Siltronic AG zurückzuführen als auch auf positive Bewertungseffekte für Pensionen im Equity-Ansatz von Siltronic. Abschreibungen in Höhe von 191,5 Mio. € (Vorjahr 184,4 Mio. €) reduzierten die Sachanlagen. Investitionen erhöhten das Anlagevermögen um 183,5 Mio. €.

Working Capital steigt an

Das Working Capital wuchs um 50 Prozent auf 1,86 Mrd. € (31.12.2021: 1,24 Mrd. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 46 Prozent auf Grund von Preiserhöhungen und der hohen Nachfrage unserer Kunden. Die Vorräte stiegen geschäftsbedingt sowie auf Grund angespannter Lieferketten und höherer Rohstoffpreise um 32 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 17 Prozent. Auch hier zeigen sich das höhere Geschäftsvolumen sowie Preissteigerungen bei allen wesentlichen Rohstoffen.

Veränderung Working Capital

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Mio. €

30.06.2022

31.12.2021

Veränderung in %

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

1.201,0

824,8

45,6

Vorräte

1.549,3

1.177,0

31,6

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

-891,1

-761,9

17,0

Working Capital

1.859,2

1.239,9

49,9

Liquidität sinkt auf Grund von Auszahlungen für die Dividende sowie für den Erwerb von SICO

WACKER weist zum 30. Juni 2022 liquide Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) von 1,68 Mrd. € aus (31.12.2021: 1,98 Mrd. €). Das ist ein Rückgang um 15 Prozent.

Pensionsrückstellungen sinken deutlich wegen gestiegener Diskontierungssätze

Die Pensionsrückstellungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 663,6 Mio. € (31.12.2021: 1,81 Mrd. €). Das ist ein Rückgang um 1,15 Mrd. €. Die Diskontierungszinssätze betrugen im Inland 3,30 Prozent (31.12.2021: 1,24 Prozent) und in den USA 4,46 Prozent (31.12.2021: 2,66 Prozent).

Eigenkapitalquote liegt bei 52 Prozent

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 gestiegen. Es belief sich zum 30. Juni 2022 auf 4,59 Mrd. € (31.12.2021: 3,10 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 52,0 Prozent (31.12.2021: 38,1 Prozent). Im Wesentlichen spiegeln sich hier das sehr gute Periodenergebnis sowie die Effekte aus den Pensionsrückstellungen und aus Währungskursveränderungen wider. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen erhöhte das Eigenkapital um 936,7 Mio. €. Währungseffekte erhöhten das Konzerneigenkapital um 136,3 Mio. €. Die Dividende der Wacker Chemie AG reduzierte das Eigenkapital um 397,4 Mio. €.

Brutto-Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich von Januar bis Juni 2022 auf 456,2 Mio. € (Vorjahr 490,9 Mio. €). Dieser resultiert im Wesentlichen aus einem um Abschreibungen bereinigten Periodenergebnis von 985,0 Mio. € (Vorjahr 475,5 Mio. €). Anders als im Vorjahr haben Auszahlungen aus dem Working Capital den Brutto-Cashflow deutlich beeinflusst. Die Auszahlungen aus dem Working Capital beliefen sich auf 554,3 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €).

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag von Januar bis Juni 2022 mit -341,6 Mio. € über dem Vorjahreswert (-151,6 Mio. €). Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um laufende Investitionen in den Chemiebereichen sowie um Auszahlungen für den Erwerb der 60 Prozent-Beteiligung an SICO Performance Materials Co., Ltd., Jining (China).

Netto-Cashflow

Der Netto-Cashflow beläuft sich im Sechs-Monats-Zeitraum 2022 auf Grund der oben genannten Effekte auf 114,6 Mio. € (Vorjahr 339,3 Mio. €).

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)

456,2

490,9

-7,1

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren

-341,6

-151,6

>100

Netto-Cashflow

114,6

339,3

-66,2

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum 2022 auf -433,1 Mio. € (Vorjahr -134,6 Mio. €). Er zeigt im Wesentlichen die Gewinnausschüttung der Wacker Chemie AG in Höhe von 397,4 Mio. €.

Finanzierungsverbindlichkeiten sind gestiegen

Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum 30. Juni 2022 angestiegen. Sie beliefen sich auf 1,56 Mrd. € (31.12.2021: 1,44 Mrd. €). Der Anstieg ergibt sich im Wesentlichen aus den gestiegenen Leasingverbindlichkeiten auf Grund der Inbetriebnahme des neuen Innovations- und Verwaltungszentrums in den USA. Im Mai 2022 hat WACKER ein neues langfristiges, festverzinsliches Darlehen in Höhe von 290 Mio. € aufgenommen. Zuvor wurden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 300 Mio. € getilgt. Währungseffekte beeinflussten die Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 25 Mio. €.

Nettofinanzvermögen von 119 Mio. €

Das Nettofinanzvermögen (Saldo aus lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) ist deutlich zurückgegangen. WACKER weist zum 30. Juni 2022 ein Nettofinanzvermögen von 119,0 Mio. € aus (31.12.2021: Nettofinanzvermögen von 546,5 Mio. €). Der Grund sind die gestiegenen Investitionsausgaben und der stark negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Nettofinanzvermögen

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in Mio. €

Nettofinanz- vermögen zum 31.12.2021

Cashflow aus betr. Geschäfts- tätigkeit (Brutto-Cashflow)

Cashflow aus langfr. Investi- tionstätigkeit vor Wertpapieren

Gewinn- ausschüttung Wacker Chemie AG

Zugang Leasing- verbindlichkeiten

Wechselkurs- einflüsse, Sonstiges

Nettofinanz- vermögen zum 30.06.2022

546,5

456,2

-341,6

-397,4

-119,6

-25,1

119,0

Chancen und Risiken

Einschätzungen zu Chancen und Risiken bleiben unverändert

Die zentralen Risikofelder, die sich im Jahr 2022 nachteilig auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, haben wir im Geschäftsbericht 2021 ausführlich erläutert. Zudem beschreiben wir dort die wesentlichen Chancen für unser Geschäft sowie die Ausgestaltung unseres Risikomanagementsystems.

» Siehe Geschäftsbericht 2021 Seite 87 bis 100

Unsere dort getroffenen Aussagen und Einschätzungen haben sich im Berichtszeitraum nicht wesentlich geändert.

Die Risiken aus den steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, aus dem Krieg in der Ukraine und seinen Folgen sowie aus der in vielen Ländern steigenden Inflation sorgen nach wie vor für erhebliche Unsicherheit an den Märkten. Die Konsequenzen, die sich daraus für die Wirtschaft insgesamt und für WACKER im weiteren Jahresverlauf noch ergeben könnten, sind gegenwärtig nicht präzise abzuschätzen.

Das untere Ende der Bandbreite unserer Prognose für das EBITDA im Gesamtjahr, das bei 1,8 Mrd. € liegt, berücksichtigt mögliche Belastungen, die sich aus der Versorgungslage bei Erdgas ergeben könnten. Wir planen hier gegenwärtig mit einer Mehrbelastung von 200 Mio. € bis 250 Mio. €. Sollte dieses Szenario nicht eintreten, so besteht die Chance, dass sich das EBITDA im Gesamtjahr entsprechend erhöht.

Abgesehen davon haben wir keine weiteren bedeutsamen Risiken und Chancen identifiziert, die über das hinausgehen, was wir in unserem Geschäftsbericht 2021 dargestellt haben. Zwar können wir grundsätzlich nicht ausschließen, dass weitere Risiken und Chancen für unsere Geschäftstätigkeit bestehen, die uns derzeit nicht bekannt sind oder die wir gegenwärtig als unwesentlich einschätzen. Wir erwarten aber nicht, dass Risiken eintreten, die eigenständig oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand von WACKER gefährden könnten.

Prognoseveränderungsbericht

Jahresprognose angehoben

Unsere Einschätzungen zur voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens im laufenden Jahr haben wir im Prognosebericht des Geschäftsberichts 2021 ausführlich dargestellt.

» Siehe Geschäftsbericht 2021 Seite 101 bis 106

Mit Blick auf die gute Geschäftsentwicklung hatten wir bereits bei der Vorlage der Zahlen des 1. Quartals 2022 unsere Umsatzerwartungen nach oben angepasst. Am 13. Juni 2022 haben wir bekanntgegeben, dass wir nach unseren aktuellen Abschätzungen für das 2. Quartal 2022 ein EBITDA von etwa 600 Mio. € bei einem Umsatz von etwa 2,1 Mrd. € erwarten. Gleichzeitig hatten wir angekündigt, unsere Prognose für das Gesamtjahr zu überarbeiten und nach oben anzupassen.

Wir erwarten im Gesamtjahr 2022 jetzt einen Umsatz in der Größenordnung von 8,0 Mrd. € bis 8,5 Mrd. € (bisherige Prognose: 7,5 Mrd. €). Das EBITDA wird im Gesamtjahr 2022 voraussichtlich zwischen 1,8 Mrd. € und 2,3 Mrd. € liegen (bisherige Prognose: zwischen 1,2 Mrd. € und 1,5 Mrd. €).

Die weiterhin positive Entwicklung der Verkaufspreise für unsere Produkte sowie die anhaltend gute Nachfrage in zahlreichen Abnehmerindustrien sind die Gründe für die höheren Erwartungen. Dabei belasten höhere Preise für Energie und Rohstoffe die Ergebnisentwicklung voraussichtlich in einer Größenordnung von rund 1,5 Mrd. € (bisherige Prognose: 1,1 Mrd. €), was in unserer aktuellen Prognose berücksichtigt ist. Diese Mehrkosten sollen aber über Preiserhöhungen zu einem wesentlichen Teil weitergegeben werden.

Das untere Ende der Bandbreite unserer Erwartungen für das EBITDA von 1,8 Mrd. € bis 2,3 Mrd. € berücksichtigt zusätzliche Risiken, die sich aus der Versorgungslage bei Erdgas ergeben könnten. Hier haben wir vorsorglich eine Mehrbelastung von 200 Mio. € bis 250 Mio. € zusätzlich zu den bereits erwarteten Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen berücksichtigt. Ohne diese zusätzliche Belastung trauen wir unseren Geschäftsbereichen zu, in Summe ein EBITDA zwischen 2,0 Mrd. € und 2,3 Mrd. € zu erreichen.

Durch die neue Prognose für das EBITDA ändert sich auch unsere Einschätzung für die EBITDA-Marge im Gesamtjahr. Die EBITDA-Marge erwarten wir jetzt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (bisherige Prognose: deutlich unter Vorjahr). Das Jahresergebnis des Konzerns wird nun voraussichtlich deutlich über Vorjahr liegen (bisherige Prognose: deutlich unter Vorjahr). Für unsere restlichen finanziellen Steuerungskennzahlen bleibt die Prognose gegenüber den Aussagen im Geschäftsbericht 2021 unverändert.

Verkürzter Konzernzwischenabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung

01. Januar bis 30. Juni 2022

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Umsatzerlöse

4.250,4

2.860,6

48,6

Herstellungskosten

-2.936,6

-2.186,9

34,3

Bruttoergebnis vom Umsatz

1.313,8

673,7

95,0

Vertriebskosten

-160,3

-144,5

10,9

Forschungs- und Entwicklungskosten

-84,9

-84,1

1,0

Allgemeine Verwaltungskosten

-85,3

-74,8

14,0

Sonstige betriebliche Erträge

85,3

33,1

>100

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-51,1

-27,5

85,8

Betriebsergebnis

1.017,5

375,9

>100

Equity-Ergebnis 1

59,8

18,4

>100

Sonstiges Beteiligungsergebnis

0,7

-

n.a.

EBIT (Earnings before interest and taxes)

1.078,0

394,3

>100

Zinserträge

2,4

2,9

-17,2

Zinsaufwendungen

-13,2

-11,7

12,8

Übriges Finanzergebnis

-28,4

-11,3

>100

Finanzergebnis

-39,2

-20,1

95,0

Ergebnis vor Ertragsteuern

1.038,8

374,2

>100

Ertragsteuern

-245,3

-83,1

>100

Periodenergebnis

793,5

291,1

>100

davon

auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend

774,4

282,1

>100

auf andere Gesellschafter entfallend

19,1

9,0

>100

Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/​verwässert)

15,59

5,68

>100

Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet)

49.677.983

49.677.983

-

1 Equity Ergebnis Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

Gesamtergebnisrechnung

01. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen

Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Periodenergebnis 1

793,5

291,1

Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden

Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen 1

936,7

410,8

davon Ertragsteuereffekte

-340,8

-148,1

Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden

936,7

410,8

davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

94,1

43,2

Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden 1

Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung

136,3

67,7

davon ergebniswirksam

-

-

Wertänderungen von Wertpapieren (FVOCI)

-7,5

-

davon Ertragsteuereffekte

3,0

-

davon ergebniswirksam

-

-

Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge)

0,2

-9,3

davon Ertragsteuereffekte

-0,1

3,7

davon ergebniswirksam

9,2

-4,3

Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden

129,0

58,4

davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

20,8

4,5

Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen nach Steuern

1.065,7

469,2

davon

auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend

1.065,0

467,7

auf andere Gesellschafter entfallend

0,7

1,5

Gesamtergebnis

1.859,2

760,3

davon

auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend

1.839,4

749,8

auf andere Gesellschafter entfallend

19,8

10,5

1 Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

Bilanz

Zum 30. Juni 2022

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Mio. €

30.06.2022

31.12.2021

Veränderung in %

AKTIVA

Immaterielle Vermögenswerte

173,9

45,9

>100

Sachanlagen

2.572,1

2.466,9

4,3

Nutzungsrechte

246,9

138,8

77,9

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

1,5

2,3

-34,8

At equity bewertete Beteiligungen

855,8

708,9

20,7

Wertpapiere

184,2

318,5

-42,2

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

22,1

18,8

17,6

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

16,2

16,5

-1,8

Aktive latente Steuern

239,8

569,7

-57,9

Langfristige Vermögenswerte

4.312,5

4.286,3

0,6

Vorräte

1.549,3

1.177,0

31,6

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

1.201,0

824,8

45,6

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

29,5

33,4

-11,7

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

209,7

118,1

77,6

Ertragsteuerforderungen

37,8

29,9

26,4

Wertpapiere und Festgelder

634,5

738,2

-14,0

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

858,9

926,6

-7,3

Kurzfristige Vermögenswerte

4.520,7

3.848,0

17,5

Summe Aktiva

8.833,2

8.134,3

8,6

PASSIVA

Gezeichnetes Kapital der Wacker Chemie AG

260,8

260,8

-

Kapitalrücklage der Wacker Chemie AG

157,4

157,4

-

Eigene Anteile

-45,1

-45,1

-

Gewinnrücklagen/​Konzernergebnis

3.810,5

3.433,5

11,0

Übrige Eigenkapitalposten

276,9

-788,1

n.a.

Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallendes Eigenkapital

4.460,5

3.018,5

47,8

Anteile anderer Gesellschafter

130,1

81,9

58,9

Eigenkapital

4.590,6

3.100,4

48,1

Pensionsrückstellungen

663,6

1.813,4

-63,4

Andere Rückstellungen

223,0

247,7

-10,0

Finanzierungsverbindlichkeiten

1.095,1

1.064,0

2,9

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

12,0

13,4

-10,4

Ertragsteuerverbindlichkeiten

123,5

117,5

5,1

Verkaufsvertragsverbindlichkeiten

176,1

56,3

>100

Sonstige Verbindlichkeiten

1,3

-

n.a.

Passive latente Steuern

9,9

9,7

2,1

Langfristige Schulden

2.304,5

3.322,0

-30,6

Andere Rückstellungen

22,4

21,8

2,8

Finanzierungsverbindlichkeiten

463,5

372,8

24,3

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

891,1

761,9

17,0

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

41,0

30,5

34,4

Ertragsteuerverbindlichkeiten

164,4

69,0

>100

Verkaufsvertragsverbindlichkeiten

94,6

168,3

-43,8

Sonstige Verbindlichkeiten

261,1

287,6

-9,2

Kurzfristige Schulden

1.938,1

1.711,9

13,2

Schulden

4.242,6

5.033,9

-15,7

Summe Passiva

8.833,2

8.134,3

8,6

Kapitalflussrechnung

01. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen

Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

Periodenergebnis 1

793,6

291,1

>100

Abschreibungen auf Anlagevermögen

191,5

184,4

3,9

Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen

2,0

2,6

-23,1

Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge

16,7

-89,9

n.a.

Ergebnis aus Equity-Accounting 1

-59,8

-18,4

>100

Zinsergebnis

10,8

8,8

22,7

Zinsauszahlungen

-15,5

-15,6

-0,6

Zinseinzahlungen

3,0

2,1

42,9

Steueraufwand

245,3

83,1

>100

Steuerzahlungen

-157,3

-25,0

>100

Erhaltene Ausschüttung

27,7

23,0

20,4

Veränderung der Vorräte

-344,0

21,7

n.a.

Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

-338,7

-194,0

74,6

Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

128,4

171,7

-25,2

Veränderung der nichtfinanziellen Vermögenswerte

-78,8

-35,4

>100

Veränderung der finanziellen Vermögenswerte

7,0

9,0

-22,2

Veränderung der Rückstellungen

16,4

3,6

>100

Veränderung der nichtfinanziellen Verbindlichkeiten

-28,7

66,0

n.a.

Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten

-6,8

-4,8

41,7

Veränderung der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten

43,4

6,9

>100

Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)

456,2

490,9

-7,1

Auszahlungen/​Einzahlungen für Investitionen

-212,8

-124,0

71,6

Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen

1,2

2,5

-52,0

Auszahlungen für Akquisitionen

-130,0

-30,1

>100

Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren

-341,6

-151,6

>100

Auszahlungen/​Einzahlungen für den Erwerb/​die Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern

236,5

226,4

4,5

Cashflow aus Investitionstätigkeit

-105,1

74,8

n.a.

Gewinnausschüttungen

-406,6

-110,4

>100

Veränderung Finanzierungsverbindlichkeiten

-10,2

-8,3

22,9

Rückzahlung Leasingverbindlichkeiten

-16,3

-15,9

2,5

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

-433,1

-134,6

>100

Veränderung aus Wechselkursänderungen

14,4

14,5

-0,7

Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

-67,7

445,6

n.a.

Stand am Jahresanfang

926,6

626,0

48,0

Stand am Stichtag

858,9

1.071,6

-19,8

1 Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

Entwicklung des Eigenkapitals

01. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen

Mio. €

Gezeichnetes Kapital

Kapital- rücklage

Eigene
Anteile

Gewinnrücklagen /​ Konzernergebnis

01.01.2021

260,8

157,4

-45,1

2.726,0

Periodenergebnis

-

-

-

282,1

Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen

-

-

-

-

Gesamtergebnis

-

-

-

282,1

Ausschüttung

-

-

-

-99,4

30.06.2021

260,8

157,4

-45,1

2.908,7

01.01.2022

260,8

157,4

-45,1

3.433,5

Periodenergebnis

-

-

-

774,4

Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen

-

-

-

-

Gesamtergebnis

-

-

-

774,4

Ausschüttung

-

-

-

-397,4

Zugang

-

-

-

-

30.06.2022

260,8

157,4

-45,1

3.810,5

Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

scrollen

Mio. €

Übrige Eigenkapitalposten

Summe

Anteile anderer Gesellschafter

Gesamt

01.01.2021

-1.473,9

1.625,2

66,6

1.691,8

Periodenergebnis

-

282,1

9,0

291,1

Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen

467,7

467,7

1,5

469,2

Gesamtergebnis

467,7

749,8

10,5

760,3

Ausschüttung

-

-99,4

-11,0

-110,4

30.06.2021

-1.006,2

2.275,6

66,1

2.341,7

01.01.2022

-788,1

3.018,5

81,9

3.100,4

Periodenergebnis

-

774,4

19,1

793,5

Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen

1.065,0

1.065,0

0,7

1.065,7

Gesamtergebnis

1.065,0

1.839,4

19,8

1.859,2

Ausschüttung

-

-397,4

-9,2

-406,6

Zugang

-

-

37,6

37,6

30.06.2022

276,9

4.460,5

130,1

4.590,6

Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten

01. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen

Mio. €

Marktwert- änderungen aus Wertpapieren - FVOCI

Wertberich- tigungen Wertpapiere - FVOCI

Unterschieds- betrag aus der Währungs- umrechnung

Wertänderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge)

Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend

01.01.2021

-

-

19,3

11,0

Ergebnisneutrale Veränderung

-

-

-

-5,0

Ergebniswirksame Umgliederung

-

-

-

-4,3

Veränderung Translation

-

-

66,2

-

30.06.2021

-

-

85,5

1,7

01.01.2022

-1,2

0,1

188,2

-4,9

Ergebnisneutrale Veränderung

-7,5

-

-

-9,0

Ergebniswirksame Umgliederung

-

-

-

9,2

Veränderung Translation

-

-

135,6

-

30.06.2022

-8,7

0,1

323,8

-4,7

Auf Minderheitsgesellschafter entfallend

01.01.2021

-

-

-10,7

-

Veränderung Translation

-

-

1,5

-

30.06.2021

-

-

-9,2

-

01.01.2022

-

-

-5,3

-

Veränderung Translation

-

-

0,7

-

30.06.2022

-

-

4,6

-

Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

scrollen

Mio. €

Neubewertung von leistungs- orientierten Pensionsplänen

Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe

Summe

Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend

01.01.2021

-1.500,5

-3,7

-1.473,9

Ergebnisneutrale Veränderung

410,8

-

405,8

Ergebniswirksame Umgliederung

-

-

-4,3

Veränderung Translation

-

-

66,2

30.06.2021

-1.089,7

-3,7

-1.006,2

01.01.2022

-966,6

-3,7

-788,1

Ergebnisneutrale Veränderung

936,7

-

920,2

Ergebniswirksame Umgliederung

-

-

9,2

Veränderung Translation

-

-

135,6

30.06.2022

-29,9

-3,7

276,9

Auf Minderheitsgesellschafter entfallend

01.01.2021

-

-

-10,7

Veränderung Translation

-

-

1,5

30.06.2021

-

-

-9,2

01.01.2022

-

-

-5,3

Veränderung Translation

-

-

0,7

30.06.2022

-

-

-4,6

Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

Konzernanhang

01. Januar bis 30. Juni 2022

Grundlagen und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernzwischenabschluss der Wacker Chemie AG zum 30. Juni 2022 ist in Übereinstimmung mit den Regelungen des Internationalen Accounting Standards (IAS) 34 in verkürzter Form nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board, London, sowie den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee aufgestellt worden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die für das Geschäftsjahr 2021 galten, wurden um neue Rechnungslegungsvorschriften ergänzt, die erstmals im Geschäftsjahr 2022 anzuwenden sind. Im Geschäftsjahr 2022 ergaben sich keine wesentlichen Rechnungslegungsänderungen für WACKER. Ansonsten blieben die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unverändert.

Die Aufstellung der Zwischenabschlüsse erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf Prämissen, die zum Bilanzstichtag Gültigkeit hatten. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Die Steuerermittlung erfolgt analog der Vorgehensweise zum Geschäftsjahresende durch eine Ermittlung des Steueraufwands zum Zwischenabschlussstichtag. Das Wahlrecht, nach IAS 34 eine Schätzung vorzunehmen, wird nicht angewandt.

Die Netto-Pensionsverpflichtung ist zu jedem Stichtag neu zu schätzen und der Abzinsungsfaktor ist zu jedem Stichtag neu zu ermitteln. Zum 30. Juni 2022 wurde zur Ermittlung der Netto-Pensionsrückstellung ein Abzinsungsfaktor von 3,30 Prozent im Inland und 4,46 Prozent in den USA verwendet (30. Juni 2021: 1,16 Prozent Inland und 2,66 Prozent USA). Zum 31. Dezember 2021 belief sich der Prozentsatz auf 1,24 Prozent im Inland und auf 2,66 Prozent in den USA. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Annahme über die künftigen Rentensteigerungen in Deutschland von 1,8 Prozent p.a. auf 2,0 Prozent p.a. angepasst.

Der Zwischenbericht baut als Informationsinstrument auf dem Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende auf. Die angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden und die Ausübung von in den IFRS enthaltenen Wahlrechten werden im Konzernanhang ausführlich dargestellt.

Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München, HRB 159705). Sie hat ihren Firmensitz am Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Deutschland.

Saisonale Einflüsse

Der Verkauf von Polymer- und Siliconprodukten an die Bauindustrie ist unterjährig saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Der Absatz ist witterungsbedingt in den Sommermonaten höher als im für die Bauindustrie produktionsschwachen Winter. Dieser Effekt kann durch Überseeverkäufe abgemindert werden. Dies führt dazu, dass im 1. und 4. Quartal der Umsatz vor allem im Segment WACKER POLYMERS üblicherweise geringer ausfällt als im 2. und 3. Quartal.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Bei WACKER entsprechen die Umsatzerlöse je Segment den unterschiedlichen Produktkategorien des Konzerns. In den Segmenten zeigen sich die Unterschiede der chemischen Produkte wie auch die unterschiedlichen Markt- und Kundengruppen. Einen weiteren wesentlichen wirtschaftlichen Einfluss auf die Umsatzerlöse hat die Region, in die WACKER seine Produkte liefert. WACKER legt seinen Umsatz mehrheitlich zu einem bestimmten Lieferzeitpunkt. Im Rahmen von kundenspezifischen Aufträgen im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS wird der Umsatz zeitraumbezogen gelegt. Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse gemäß IFRS 15:

Aufgliederung der Umsatzerlöse gem. IFRS 15:

01. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen

Mio. €

WACKER SILICONES

WACKER POLYMERS

WACKER BIOSOLUTIONS

2022

2021

2022

2021

2022

2021

Umsatz nach Regionen

Europa

842,5

604,7

485,4

355,4

71,4

64,1

Amerika

318,1

201,3

262,4

164,1

54,4

42,9

Asien

576,8

375,3

242,3

179,4

26,1

25,7

Sonstige Regionen

119,8

80,2

80,7

54,7

9,2

6,0

Gesamt

1.857,2

1.261,5

1.070,8

753,6

161,1

138,7

davon Umsatzerlöse, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen

-

-

-

-

-

-

Zeitpunkt der Umsatzlegung

Zeitpunktbezogen

1.857,2

1.261,5

1.070,8

753,6

134,4

96,0

Zeitraumbezogen

-

-

-

-

26,7

42,7

Gesamt

1.857,2

1.261,5

1.070,8

753,6

161,1

138,7

scrollen

Mio. €

WACKER POLYSILICON

Sonstiges /​ Konsolidierung

Gesamt

2022

2021

2022

2021

2022

2021

Umsatz nach Regionen

Europa

90,1

61,9

67,5

55,2

1.556,9

1.141,3

Amerika

17,7

6,8

0,1

-

652,7

415,1

Asien

985,7

575,6

-

0,4

1.830,9

1.156,4

Sonstige Regionen

-

6,9

0,2

-

209,9

147,8

Gesamt

1.093,5

651,2

67,8

55,6

4.250,4

2.860,6

davon Umsatzerlöse, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen

-

-

1,6

2,3

1,6

2,3

Zeitpunkt der Umsatzlegung

Zeitpunktbezogen

1.093,5

651,2

67,8

55,6

4.223,7

2.817,9

Zeitraumbezogen

-

-

-

-

26,7

42,7

Gesamt

1.093,5

651,2

67,8

55,6

4.250,4

2.860,6

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bezüglich der Angaben zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen verweisen wir auf den Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021. Im Berichtszeitraum ergab sich ein Rückgang der langfristigen Verpflichtungen aufgrund des Auslaufens mehrerer Beschaffungsverträge.

Veränderung im Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst zum 30. Juni 2022 einschließlich der Wacker Chemie AG 50 Unternehmen sowie einen Spezialfonds, der als strukturiere Einheit in den Konzernabschluss einbezogen wurde. Hierbei handelt es sich um einen Fonds, in den die Wacker Chemie AG Sondervermögen einbezahlt hat. 46 Unternehmen werden im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Zwischenabschluss einbezogen. Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 verändert.

Die Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China hat am 27. Oktober 2021 einen Vertrag über den Kauf von 60 Prozent der Anteile an der SICO Performance Material Co., Ltd., Jining (China) in einem Share-Deal unterzeichnet. Das Closing der Transaktion fand am 01. Mai 2022 statt. SICO ist in China ein führender Hersteller von organofunktionellen Silanen, die eine wichtige Komponente in hochleistungsfähigen Kleb- und Dichtstoffen, Beschichtungen und Kompositwerkstoffen sind. Der Kaufpreis der Akquisition beträgt 178 Mio. €. 165 Mio. € wurden vollständig in bar beglichen. Für 6 Mio. € aus Kaufpreisanpassungen bestand am Quartalsstichtag eine Verbindlichkeit. Diese wurde im Juli beglichen. Fünf Prozent des Kaufpreises in Höhe von 7 Mio. € werden nach dem Ablauf von drei Jahren von WACKER ausbezahlt.

WACKER erwirbt Vermögenswerte in Höhe von 113 Mio. € und Schulden in Höhe von 21 Mio. €. Von den übernommenen Vermögenswerten entfielen 36 Mio. € auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Minderheitenanteil am Nettovermögen von 40 Prozent beläuft sich auf 37 Mio. €. Der Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis und anteiligem Nettovermögen in Höhe von 123 Mio. € (Ausweis im Goodwill) teilt sich im Wesentlichen in immaterielle Vermögenswerte und die Bewertung von Sachanlagen sowie Goodwill auf. Eine Kaufpreisallokation hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts noch nicht stattgefunden. Die Kosten der Transaktion wurden im Aufwand erfasst und waren von untergeordneter Bedeutung. Die Gesellschaft erzielte seit Erwerb 23 Mio. € Umsatz und ein positives EBITDA in Höhe von 8 Mio. €. Hätte der Erwerb am Jahresanfang stattgefunden, hätte sich ein Umsatz von 78 Mio. € und ein EBITDA in Höhe von 25 Mio. € ergeben.

Überleitung des Segmentergebnisses

scrollen

Mio. €

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

Veränderung in %

EBIT der berichtspflichtigen Segmente

1.034,4

425,1

>100

Zentralfunktionen/​Sonstiges

42,0

-30,7

n.a.

Konsolidierung

1,6

-0,1

n.a.

Konzern-EBIT

1.078,0

394,3

>100

Finanzergebnis

-39,2

-20,1

95,0

Ergebnis vor Steuern

1.038,8

374,2

>100

Ertragsteuern

-245,3

-83,1

>100

Periodenergebnis

793,5

291,1

>100

Vorjahr enthält Siltronic-Ergebnis gem. IFRS 5 Rücknahme

Angaben zu Segmenten

Für die erforderlichen Segmentangaben zu den Geschäftsbereichen verweisen wir auf die Entwicklung der Geschäftsbereiche im Zwischenlagebericht.

Angaben zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)

Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die nachfolgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns dar.

WACKER hat nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 12,5 Mio. € (Vorjahr 12,2 Mio. €) zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 9 bewertet und in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingruppiert. Dabei handelt es sich um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen.

Der Spezialfonds, der als strukturierte Einheit konsolidiert wird, enthält börsennotierte, festverzinsliche Wertpapiere, die in der Kategorie Halten und Veräußern eingegliedert wurden. Marktwertänderungen werden im OCI abgebildet. Ferner hat WACKER börsennotierte, festverzinsliche Wertpapiere in die Kategorie Halten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten eingeordnet, da diese bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Die Bewertung erfolgt anhand der Effektivzinsmethode.

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten (IFRS 7)

scrollen

Mio. €

30.06.2022

31.12.2021

Marktwert

Buchwert

Marktwert

Buchwert

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

1.201,0

1.201,0

824,8

824,8

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

51,6

51,6

52,2

52,2

Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

31,9

31,9

38,3

38,3

Beteiligungen (FVPL)

12,5

12,5

12,2

12,2

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)

2,4

2,4

0,3

0,3

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)¹

4,8

4,8

1,4

1,4

Wertpapiere und Festgelder

815,7

818,7

1.055,8

1.056,7

Wertpapiere und Festgelder
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

341,2

344,2

590,3

591,2

Wertpapiere (FVPL)

294,2

294,2

271,7

271,7

Wertpapiere (FVOCI)

180,3

180,3

193,8

193,8

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

858,9

858,9

926,6

926,6

Summe finanzielle Vermögenswerte

2.927,2

2.930,2

2.859,4

2.860,3

Finanzierungsverbindlichkeiten

1.541,4

1.558,6

1.444,6

1.436,8

Finanzierungsverbindlichkeiten
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

1.270,9

1.288,1

1.284,5

1.276,7

Finanzierungsverbindlichkeiten
(bewertet zum beizulegenden Zeitwert)

6,2

6,2

6,4

6,4

Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen

264,3

264,3

153,7

153,7

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

891,1

891,1

761,9

761,9

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

53,0

53,0

43,9

43,9

sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

32,6

32,6

31,7

31,7

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)

9,9

9,9

5,4

5,4

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting) 1

10,5

10,5

6,8

6,8

Summe finanzielle Verbindlichkeiten

2.485,5

2.502,7

2.250,4

2.242,6

1 Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung fallen nicht unter IFRS 9, sind jedoch unter dieser Bewertung ausgewiesen, um auf die Gesamtsumme der Bilanz überzuleiten.

Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS 13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt.

Bezüglich der Definition der Fair-Value-Hierarchiestufen und der zugeordneten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden, sowie deren Bewertung, verweisen wir auf den Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021 (Kapitel Finanzinstrumente).

Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden:

Fair-Value-Hierarchie

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Mio. €

30.06.2022

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Gesamt

Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)

-

2,4

-

2,4

Wertpapiere - Handel (FVPL)

294,2

-

-

294,2

Beteiligungen - Handel (FVPL)

-

-

12,5

12,5

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)

-

4,8

-

4,8

Wertpapiere (FVOCI)

180,3

-

-

180,3

Gesamt

474,5

7,2

12,5

494,2

Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Ausleihungen - Halten

-

-

-

-

Wertpapiere und Festgelder
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

341,2

-

-

341,2

Gesamt

590,3

-

-

590,3

Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)

-

9,9

-

9,9

Finanzierungsverbindlichkeiten (FVPL)

-

-

6,2

6,2

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)

-

10,5

-

10,5

Gesamt

-

20,4

6,2

26,6

Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Finanzierungsverbindlichkeiten

-

1.270,9

-

1.270,9

Gesamt

-

1.270,9

-

1.270,9

scrollen

Mio. €

31.12.2021

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Gesamt

Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)

-

0,3

-

0,3

Wertpapiere - Handel (FVPL)

271,7

-

-

271,7

Beteiligungen - Handel (FVPL)

-

-

12,2

12,2

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)

-

1,4

-

1,4

Wertpapiere (FVOCI)

193,8

-

-

193,8

Gesamt

465,5

1,7

12,2

479,4

Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Ausleihungen - Halten

-

-

-

-

Wertpapiere und Festgelder
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)

590,3

-

-

590,3

Gesamt

590,3

-

-

590,3

Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)

-

5,4

-

5,4

Finanzierungsverbindlichkeiten (FVPL)

-

-

6,4

6,4

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)

-

6,8

-

6,8

Gesamt

-

12,2

6,4

18,6

Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Finanzierungsverbindlichkeiten

-

1.284,5

-

1.284,5

Gesamt

-

1.284,5

-

1.284,5

Die Marktwertermittlung in Level 1 erfolgt auf Basis notierter, unangepasster Preise auf aktiven Märkten für diese oder identische Vermögenswerte und Schulden. Die in Level 2 eingestuften Finanzinstrumente werden mittels Bewertungsverfahren auf Basis von Parametern bewertet, die entweder direkt oder indirekt von beobachtbaren Marktparametern abgeleitet werden. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente, innerhalb und außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzschulden.

In Level 3 erfolgt die Marktwertermittlung auf der Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen. Hierunter zählen nicht zu Handelszwecken gehaltene Beteiligungen von WACKER sowie Earn-Out-Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben. Die Earn-Out-Verbindlichkeiten werden unter den Finanzschulden ausgewiesen und sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. WACKER überprüft zu jedem Quartalsstichtag, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. In den ersten sechs Monaten 2022 haben, wie im Konzernabschluss 2021, keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchien stattgefunden.

Im Berichtszeitraum ergaben sich keine nicht wiederkehrenden Fair-Value-Bewertungen.

Beziehungen zu nahestehenden Personen

Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern.

Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.

Der WACKER-Konzern wird durch die Mehrheitsgesellschafterin Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Zum 30. Juni 2022 ergaben sich Leasingverpflichtungen in Höhe von 6,7 Mio. € (31. Dezember 2021 8,7 Mio. €). Weiter bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 1,5 Mio. € (31. Dezember 2021: 2,5 Mio. €) im Wesentlichen im Zusammenhang mit noch ausstehenden Beitragszahlungen.

Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt.

Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit den oben genannten nahestehenden Unternehmen dar:

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen/​Personen

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Mio. €

1. Halbjahr 2022

30.06.2022

Erträge

Aufwendungen

Forderungen

Verbindlichkeiten

Assoziierte Unternehmen

99,6

104,6

22,1

41,1

Gemeinschaftsunternehmen

2,0

0,7

0,8

0,2

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Mio. €

1. Halbjahr 2021

31.12.2021

Erträge

Aufwendungen

Forderungen

Verbindlichkeiten

Assoziierte Unternehmen

77,1

59,4

12,7

43,1

Gemeinschaftsunternehmen

2,2

1,1

1,2

0,1

Währungskurse

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Stichtagskurs

Durchschnittskurse

30.06.2022

31.12.2021

1. Halbjahr 2022

1. Halbjahr 2021

USD

1,04

1,13

1,09

1,21

CNY

6,99

7,20

7,08

7,80

Wesentliche Ereignisse der Periode

Die bezüglich ihrer Auswirkung, ihrer Natur und ihres Auftretens wesentlichen Ereignisse der Berichtsperiode werden im Konzernzwischenbericht beschrieben.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Seit dem 30. Juni 2022 bis zum Aufstellungstermin des Halbjahresabschlusses am 27. Juli 2022 sind keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

Es haben sich keine wesentlichen grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in dem der WACKER-Konzern tätig ist.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben unverändert.

 

München, den 27. Juli 2022

Wacker Chemie AG

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Angela Wörl

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

 

München, den 27. Juli 2022

Der Vorstand der Wacker Chemie AG

Christian Hartel

Tobias Ohler

Auguste Willems

Angela Wörl

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Wacker Chemie AG, München

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Konzern-Bilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Konzern-Kapitalflussrechnung, Entwicklung des Konzerneigenkapitals sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Wacker Chemie AG, München, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2022, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischen-lageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

 

München, den 27. Juli 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Huber-Straßer
Wirtschaftsprüferin

Prof. Dr. Grottel
Wirtschaftsprüfer

Dieser Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von WACKER beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören unter anderem: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch WACKER ist weder geplant noch übernimmt WACKER die Verpflichtung dafür.

Auf Grund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Zwischenbericht sowie in anderen Mitteilungen bzw. Berichten nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Die Inhalte dieses Zwischenberichts sprechen alle Geschlechter gleichermaßen an. Zur besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Sprachform (z. B. Kunde, Mitarbeiter) verwendet