Ad-hoc | 13 June 2003 21:34
Senator Entertainment AG
Senator bereinigt Bilanz im Krisenjahr 2002
Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.
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Senator hat im Berichtsjahr 2002 umfangreiche Abschreibungen auf das
Filmvermögen vorgenommen. Zudem wurde die CinemaxX-Beteiligung weitestgehend
abgeschrieben.
Im Berichtsjahr wurde ein Umsatz von 63,6 Mio. EUR erzielt (Vorjahr: 140,1 Mio.
EUR). Das EBITDA betrug 15,3 Mio. EUR (Vorjahr: 94,1 Mio. EUR).
Hauptumsatzträger war mit 37,7% der TV-Lizenzhandel.
Im Berichtsjahr wurden Abschreibungen auf Filmverwertungsrechte in Höhe von
142,6 Mio. EUR vorgenommen. 57,6 Mio. EUR davon waren außerplanmäßige
Abschreibungen vor allem auf internationale Filmprojekte sowie auf Titel aus dem
Revolution-Output-Deal. Damit hat Senator auf die veränderte Marktsituation im
nationalen und internationalen Filmgeschäft reagiert die Bewertung des
Filmvermögens an die korrigierten Erlöserwartungen angepasst.
Das Finanzergebnis von -61,6 Mio. EUR wurde durch die außerplanmäßige
Abschreibung der CinemaxX-Beteiligung in Höhe von 46,9 Mio. EUR geprägt.
Aufgrund des schwierigen Umfeldes in der Kinobranche wurde die Beteiligung mit
5,0 Mio. EUR bewertet. Insgesamt wurden außerplanmäßige Abschreibungen von 113,3
Mio. EUR vorgenommen.
Der Jahresfehlbetrag nach Steuern und Anteilen Dritter beträgt -178,2 Mio. EUR
(-4,2 Mio. EUR). Das Eigenkapital des Senator-Konzerns reduzierte sich um 88,4%
auf 23,5 Mio. EUR, während das Eigenkapital der Senator Entertainment AG von
187,2 Mio. EUR auf 35,9 Mio. EUR bei einem Grundkapital von 34,0 Mio. EUR
abnahm. Mit einem operativen Cash Flow von 40,0 Mio. EUR konnten 40,3% (49,2%)
der Neuinvestitionen in Filmverwertungsrechte aus eigener Kraft finanziert
werden.
Senator wird sich künftig auf deutsche und internationale Eigenproduktionen
sowie auf die gezielte Vermarktung ausgewählter Filmrechte und auf den
Weltvertrieb konzentrieren. Die Ausweitung der internationalen Aktivitäten wird
mit der Umstrukturierung des Kredites vom finanzierenden Konsortium mitgetragen.
Senator geht davon aus, die nötigen Schritte für eine Restrukturierung
eingeleitet zu haben, die sich spätestens im Geschäftsjahr 2004 positiv
auswirken werden. Für das Jahr 2003 erwartet Senator Umsätze zwischen 50 und 60
Mio. EUR.
Kontakt: Senator Entertainment AG
Karl-W. Homburg, Leitung IR/UK Tel.:030 88091-612 investor@senator.de
Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 13.06.2003
Informationen und Erläuterungen des Emittenten zu dieser Ad-hoc-Mitteilung:
Bilanzbereinigung und Konsolidierung im Krisenjahr 2002
Senator hat im Berichtsjahr 2002 umfangreiche Abschreibungen auf das
Filmvermögen vorgenommen. Zudem wurde die CinemaxX-Beteiligung weitestgehend
abgeschrieben.
Nach erfolgreichen Verhandlungen mit dem finanzierenden Bankenkonsortium ist
nunmehr der Weg frei für eine solide Weiterentwicklung des Unternehmens und ein
Anknüpfen an frühere Erfolge. Die Umstrukturierung des Konsortialkredites wird
nach wie vor eine Finanzierung des Wachstums von Senator International
ermöglichen.
Hohe Erwartungen an Output-Deals haben sich nicht erfüllt
Der im Berichtsjahr 2002 erzielte Umsatz in Höhe von 63,6 Mio. EUR (Vorjahr:
140,1 Mio. EUR) ging mit einem Anteil von 37,7% hauptsächlich auf den TV-
Lizenzhandel zurück. Im Herbst des Berichtsjahres wurde ein umfangreiches TV-
Paket an die Kirch Media verkauft. Die Einspielergebnisse der zum Teil mit hohen
Erwartungen ins Kino gebrachten Spielfilme aus den Output-Deals blieben hinter
den Prognosen zurück.
Die Gründe für den ursprünglichen Abschluss der Output-Deals mit den Revolution
Studios und FilmFour waren folgende: Die Zeiten des Börsen-Booms führten zu
Marktverwerfungen und überhöhten Preisen und gleichzeitig zur Verknappung des
Kinospielfilmangebots. Eine ausreichende Versorgung mit Kinospielfilmen konnte
deshalb allein über Output-Deals gesichert werden. Die Erfolge, die viele der
erworbenen Filme in den USA verzeichnen konnten, wurden vom internationalen und
so auch vom deutschen Publikum nicht mitgetragen.
Um der veränderten Marktsituation Rechnung zu tragen, hat Senator
außerplanmäßige Abschreibungen auf das Filmvermögen in Höhe von 57,6 Mio. EUR
vorgenommen. Zudem hat Senator angesichts des sich eintrübenden Marktumfelds
frühzeitig wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Dazu gehörte auch die
Beendigung des Output-Deals mit den Revolution Studios und mit FilmFour.
Eigenkapital durch außerplanmäßige Abschreibungen stark reduziert
Auf die CinemaxX-Beteiligung wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von
46,9 Mio. EUR vorgenommen, die eine grundlegende Bilanzbereinigung im Bereich
der Equity-Beteiligungen darstellt.
Diese Vorsichtsmaßnahme wurde ergriffen, da sich die Geschäftentwicklung von
CinemaxX zuletzt durch ein verändertes Wettbewerbsumfeld im Kinomarkt und eine
verringerte Besucherzahl zusätzlich eintrübte. Die strategischen Vorteile
bestehen unberührt von der vorgenommenen Abschreibung weiter.
Der Jahresfehlbetrag nach Steuern und Anteilen Dritter beträgt -178,2 Mio. EUR
(-4,2 Mio. EUR). Das Eigenkapital des Senator-Konzerns reduzierte sich um 88,4%
auf 23,5 Mio. EUR, während das Eigenkapital der Senator Entertainment AG von
187,2 Mio. EUR auf 35,9 Mio. EUR bei einem Grundkapital von 34,0 Mio. EUR
abnahm. Durch den im Anteil geringfügig verringerten operativen Cash Flow von
40,0 Mio. EUR konnten 40,3% (49,2%) der Neuinvestitionen in
Filmverwertungsrechte aus eigener Kraft finanziert werden.
Über den Kampf zurück ins Spiel
Das raue Klima im Medienmarkt forderte in fast allen Bereichen dieser Branche
tief greifende Veränderungen. Senator reagiert auf das andauernde schlechte
Umfeld mit einer weitergehenden Konzentration auf weniger riskante doch zugleich
ertragsstarke Projekte und Kostensenkungen insbesondere in der Berliner
Zentrale. Damit wurden die Weichen für eine risikobewusste Wachstumspolitik in
den nächsten Jahren gestellt.
Im nationalen Bereich wird die Gesellschaft wieder verstärkt auf Eigen- und
Koproduktionen setzen, mit denen Senator bereits in der Vergangenheit
erfolgreich war. Gegenwärtig befinden sich der neue Lars Büchel Film (JETZT ODER
NIE) ERBSEN AUF HALB SECHS sowie der neue Helge Schneider Film TEDDY SCHU – DER
TAG WIRD KOMMEN in Produktion. In Vorbereitung befindet sich u.a. der zweite
Teil der Walter Moers-Verfilmung von DAS KLEINE ARSCHLOCH.
Für den Herbst steht u.a. die vom Erfolgsregisseur Sönke Wortmanns inszenierte
Senator Ko-Produktion DAS WUNDER VON BERN auf dem Verleih-Plan (Kinostart 16.
Oktober 2003).
Senator ist ferner am Einspielergebnis des Sensationserfolges GOOD BYE, LENIN!
der Senator Mehrheitsbeteiligung X-Filme Creative Pool beteiligt. X-Filme
Creative Pool hat weitere aussichtsreiche Filmprojekte in der Pipeline.
Ebenso wird nunmehr der Ausbau des Weltvertriebsarmes ‘Senator International’
intensiv vorangetrieben. Dieses Geschäftsfeld ist besonders deshalb vorteilhaft,
weil kein Auswertungsrisiko besteht und größere Produktionen nur dann begonnen
werden, wenn das Produktionsbudget durch Vorverkäufe und weitere
Finanzierungsbeiträge ausreichend abgesichert ist.
Inzwischen ist Senator International zu einer der angesehensten Adressen in
Hollywood aufgestiegen. Viele Produzenten (z.B. Gold Circle Films – MY BIG FAT
GREEK WEDDING) setzen inzwischen großes Vertrauen auf Senator International und
engagieren diese als Vertriebsdienstleister. Mit dem erfolgreichen Aufbau des
Weltvertriebs wird ein weiterer Umsatzschwerpunkt Senators geschaffen.
Gemeinsames Label mit Sam Raimi in den USA
Im ersten Quartal gründeten Senator International und Sam Raimi (SPIDER-MAN)
unter dem Namen ‘Ghost House Pictures’ ein gemeinsames Label für
gemeinschaftliche Produktionen, die exklusiv von Senator International weltweit
vermarktet werden.
Als erstes Projekt aus dieser Kooperation wird der Film BOOGEYMAN in zwei Wochen
in Neuseeland in Produktion gehen. Zur Auswertung in den USA wurde der Film an
den Major Sony/Columbia verkauft. Weiterhin befindet sich das Projekt HAROLD &
KUMAR, das ebenfalls hervorragende Vorverkaufsergebnisse realisieren konnte
(Verkauf für die US-Auswertung an New Line), in Produktion.
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WKN: 722440; ISIN: DE0007224404; Index:
Notiert: Geregelter Markt in Frankfurt (General Standard); Freiverkehr in
Berlin-Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart
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