Wild Bunch AGBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017BilanzAKTIVA scroll
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2017 - 31.12.2017scroll
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Allgemeines Der Jahresabschluss der Wild Bunch AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 wurde unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) unter Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Wild Bunch AG ist zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Dieser wurde im Geschäftsjahr nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Konzernlage- und Lagebericht der Wild Bunch AG werden im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Die Gesellschaft wird unter der Handelsregisternummer HR B 68059 B des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg geführt. Die Gesellschaft gilt nach § 267 Abs. 3 S. 2 HGB als große Kapitalgesellschaft. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie im Vorjahr nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. In anderen Fällen werden eventuelle Kursverluste am Bilanzstichtag berücksichtigt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Entgeltlich erworbene Filmrechte werden über die erwartete Nutzungsdauer verwertungsbedingt abgeschrieben. Die Abschreibung der Filmrechte erfolgt entsprechend den Erlöserwartungen. Die sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer, die bei den immateriellen Vermögensgegenständen und anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 10 Jahren liegen, nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter unter € 150 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen € 150 und € 1.000 betragen, werden in einem Sammelposten aktiviert und linear über 5 Jahre abgeschrieben (so genannte Poolabschreibung). Sofern die fortgeführten Anschaffungskosten den beizulegenden Wert der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen übersteigen, werden bei voraussichtlicher dauerhafter Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Finanzanlagen Die Anteile werden mit den Anschaffungskosten bei voraussichtlich dauernder Wertminderung abzüglich außerplanmäßiger Abschreibung und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert bilanziert. Vorräte Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert oder ihrem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben ausgewiesen, die vor dem Abschlussstichtag gezahlt wurden, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Unter dem Rechnungsabgrenzungsposten werden zudem positive Unterschiedsbeträge zwischen Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit und Ausgabebetrag ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag ist durch planmäßige jährliche Abschreibung zu tilgen, die auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt wird. Eigene Anteile Eigene Anteile werden vom Eigenkapital abgesetzt (§ 272 Abs. 1a HGB). Sonderposten für Investitionszuschüsse Für gewährte Investitionszuschüsse wurde ein Sonderposten für Investitionszuschüsse gebildet, der analog der Abschreibungen auf die geförderten Vermögensgegenstände ertragswirksam aufgelöst wird. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt, um alle zum Bilanzstichtag vorhandenen ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Sie sind nach den Erkenntnissen bis zur Bilanzaufstellung angemessen dotiert. Da es sich ausschließlich um kurzfristige Verpflichtungen handelt, entfällt eine fristadäquate Abzinsung. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt. Latente Steuern Der Berechnung latenter Steuern wurde ein zum Vorjahr unveränderter kombinierter Ertragsteuersatz von 31,0 % zugrunde gelegt. Die Steuerermittlung zum 31. Dezember 2017 führte unverändert zum Vorjahresstichtag ausschließlich zu aktiven latenten Steuern, deren Ansatz in Ausübung des dafür bestehenden Wahlrechts unterbleibt. Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist im Anlagenspiegel dargestellt. Finanzanlagen Die Wild Bunch AG, Berlin, erwarb mit Eintragung der Sachkapitalerhöhung in das Handelsregister am 5. Februar 2015 100 % der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich (nachfolgend „Wild Bunch S.A.“), einem europäischen Filmvertriebsunternehmen. Das Grundkapital der Wild Bunch S.A. beträgt € 187.750,00 und ist eingeteilt in 18.775 Aktien im Nennbetrag von € 10,00. Dabei wird eine Aktie von der Wild Bunch S.A. selbst gehalten. Der Erwerb erfolgte im Wege einer Sachkapitalerhöhung. Zum Bilanzstichtag bestanden Darlehen an die Tochtergesellschaft Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, mit einem Gesamtvolumen in Höhe von T€ 18.182. Die unbesicherten Darlehen werden mit 5 % p.a. verzinst und haben eine Laufzeit bis zum 27. Januar 2019. Die Laufzeit verlängert sich um 12 Monate, sofern die Darlehen nicht drei Monate vor Fälligkeit gekündigt werden. Eine Kündigung ist bisher nicht erfolgt. Zur Entwicklung der Finanzanlagen wird auf die gesonderte Darstellung am Ende des Anhangs verwiesen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen gegen verbunden Unternehmen in Höhe von T€ 3.830 (Vj.: T€ 2.225), davon entfielen auf Lieferungen und Leistungen T€ 334 (Vj.: T€ 341) und auf sonstige Vermögensgegenstände T€ 3.496 (Vj.: T€ 1.884). Wie im Vorjahr sind sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände bis auf die Kaution für die Büroräume in Höhe von T€ 64 (Vj.: T€ 64) innerhalb eines Jahres fällig. Rechnungsabgrenzungsposten Unter dem Rechnungsabgrenzungsposten wird im Wesentlichen die erfolgsabhängige Provision für die Platzierung der im Geschäftsjahr 2016 ausgegebenen Teilschuldverschreibungen (T€ 68, Vj.: T€ 123 sowie die Kreditprovision für den revolvierenden Bankkredit mit der Bank Leumi (T€ 133; Vj.: T€ 0), der im Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen wurde, ausgewiesen. Die Provisionen werden über die Laufzeit der Anleihe bzw. über die Kreditlaufzeit ratierlich aufgelöst. Grundkapital Am 8. Januar 2016 führte die Gesellschaft eine Barkapitalerhöhung im Umfang von € 5.372.464 sowie abschließend am 2. Februar 2016 eine weitere Barkapitalerhöhung im Umfang von € 668.980 durch. Damit hat der Vorstand die ihm von der Hauptversammlung eingeräumte Möglichkeit zur Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015/I durch Barkapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss im Umfang von 10 Prozent des Grundkapitals bis auf eine Aktie vollständig ausgeschöpft. Das Grundkapital beläuft sich nun auf € 81.763.015. Die neuen Aktien wurden jeweils zu einem Ausgabepreis von € 2,05 pro Aktie ausgegeben, so dass der Gesellschaft insgesamt ein Bruttoemissionserlös von rund € 12,39 Mio. zugeflossen ist. Der Erlös soll die Finanzierungsstruktur der Gesellschaft stärken und zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten sowie zur weiteren Umsetzung der Wachstumspläne des Unternehmens verwendet werden. Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt. Es ist in nennwertlose 81.763.015 Stückaktien, auf die ein rechnerischer Wert von jeweils € 1 entfällt eingeteilt. Die eigenen Anteile wurden in Höhe ihres rechnerischen Werts mit dem gezeichneten Kapital verrechnet. Auf der Hauptversammlung vom 30. Juni 2015 wurde das bis dahin noch bestehende genehmigte Kapital 2012/I aufgehoben, soweit von diesem kein Gebrauch gemacht worden war, und ein neues genehmigtes Kapital beschlossen, wodurch der Vorstand ermächtigt ist, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 29. Juni 2020 um einen Betrag von bis zu € 37.165.007,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I). Das genehmigte Kapital wurde 2015 und 2016 zur Ausgabe von 1.391.556 bzw. 6.041.444 neuen Aktien verwandt. Das genehmigte Kapital beträgt nach teilweiser Ausschöpfung zum Bilanzstichtag noch € 29.732.007 (Vj.: € 29.732.007). Auf der Hauptversammlung vom 30. August 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2020 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu € 19.750.097,00 zu begeben. Das Bedingte Kapital 2015/I wird nur verwendet, soweit die Inhaber der Wandlungs- oder Optionsrechte von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllen. Die Eintragung des Bedingten Kapitals 2015/I ins Handelsregister erfolgte am 7. Juli 2015. Kapitalrücklage Im Dezember 2015 wurden 1.391.556 neue Aktien im Rahmen der Barkapitalerhöhung zu einem Bezugspreis von € 2,05 je neue Aktie platziert. Der Differenzbetrag von € 1,05 je neuer Aktie wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Die Kosten für die Kapitalerhöhung beliefen sich auf T€ 245. Im Januar und Februar 2016 wurden insgesamt weitere 6.041.444 neue Aktien im Rahmen von weiteren Barkapitalerhöhungen zu einem Bezugspreis von € 2,05 je neue Aktie platziert. Der Differenzbetrag von € 1,05 je neuer Aktie wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Die Kosten für die Kapitalerhöhungen beliefen sich auf T€ 530. Eigene Anteile und Gewinnrücklagen Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 29. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in einem Volumen von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Gesellschaft hat sich wiederum verpflichtet, keinen Handel mit den eigenen Aktien zu treiben und die eigenen Aktien nur unter bestimmten Umständen zu veräußern. Am 31. Dezember 2017 weist die Gesellschaft 2.414 (Vj.: 2.414) Stückaktien als eigene Anteile aus, auf die nominal € 2.414 (Vj.: € 2.414) bzw. ca. 0,003 % (Vj.: 0,003 %) des Grundkapitals am 31. Dezember 2017 entfallen. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Prüfungs- und Abschlusskosten (T€ 290; Vj.: T€ 807), für ausstehende Rechnungen (T€ 332; Vj.: T€ 301) sowie für Urlaubsrückstellungen (T€ 141; Vj.: T€ 115). Verbindlichkeitenspiegel scroll
Alle Verbindlichkeiten bis auf die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind unbesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 17.791 (Vj.: T€ 16.028), davon entfielen auf Lieferungen und Leistungen T€ 365 (Vj.: T€ 1.813). Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von über fünf Jahren bestehen wie im Vorjahr nicht. Anleihen Die Wild Bunch AG hat am 24. März 2016 eine im Rahmen einer Privatplatzierung angebotene Anleihe (ISIN DE000A2AALE3) erfolgreich platziert. Institutionelle Investoren zeichneten Anleihen mit einer Laufzeit von 36 Monaten im Gesamtbetrag von € 16 Mio. Die Anleihe wird bis zum Tag der Rückzahlung mit jährlich 8 % p.a. verzinst und liegt damit deutlich unter den Kosten der zurückgeführten Anleihe 2015. Die Erlöse dienen der Sicherung der Liquidität, der Rückführung bestehender Verbindlichkeiten und der Finanzierung des laufenden Geschäfts bis zur Umsetzung einer umfassenderen Neuaufstellung der Refinanzierungsstruktur der Gruppe. Im September 2016 wurde das unbesicherte Darlehen von Sapinda Asia Ltd., Tortola, Britisch Virgin Island, in Höhe von T€ 2.000 in die Unternehmensanleihe gewandelt. Kreditrahmenvertrag mit Bank Leumi Plc (UK) Zur Sicherung der Liquiditätslage hat die Wild Bunch Gruppe am 5. April 2017 mit der in London ansässigen Geschäftsbank Bank Leumi Plc (UK) einen Kreditrahmenvertrag über eine revolvierende Kreditlinie im Umfang von € 30 Mio. geschlossen. Der bis 2020 laufende Kreditrahmen erlaubt es den deutschen, italienischen und spanischen Gesellschaften der Wild Bunch Gruppe sowie der Wild Bunch AG bestehende Finanzierungen zurückzuführen und ihr laufendes Geschäft zu finanzieren. Eine erste Ziehung in Höhe von rund € 20 Mio. erfolgte am 18. Juli 2017. Zudem wurde eine freibleibende Erhöhung der Kreditlinie durch den Beitritt der französischen Gesellschaften und unter der Voraussetzung des Eintritts weiterer Bedingungen auf bis zu € 100 Mio. im Vertrag vorgesehen; zur Nutzung der erweiterten Kreditlinie ist eine erneute Zustimmung der Bank Leumi Plc (UK) und ggf. weiterer Konsortialbanken erforderlich (siehe Ausführungen zu bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken unter Abschnitt 4.1.3 des Konzernlageberichts). Die im Rahmen der Kreditvereinbarung mit Bank Leumi gewährten Darlehen sind durch den Abschluss einer Reihe von Sicherheitenverträge mit den Kreditnehmern besichert. Gegenstand der Sicherheitenverträge sind weitreichende Abtretungen von Vermögensgegenständen an die kreditgewährende Bank. Dazu zählen insbesondere jedwede Art von zukünftigen Forderungen (Receivables), Gesellschaftsanteilen, physischen Vermögensgegenständen (Filmmaterialien), Verpfändung von Konten und Rechten (Filmverwertungsrechte). Wie ihm Rahmen derartiger Kreditfinanzierungen üblich verbleiben sämtliche Sicherheiten - mit Ausnahme des Eintritts des Sicherungsfalls - beim Sicherheitengeber. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Lohn- und Kirchensteuer (T€ 23; Vj.: T€ 22), Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern (T€ 10; Vj.: T€ 10) und Verbindlichkeiten gegenüber dem Aufsichtsrat (T€ 3; Vj.: T€ 26). Umsatzerlöse Die im Inland erzielten Umsatzerlöse umfassen im Wesentlichen Home Video Erlöse in Höhe von T€ 14 (Vj.: T€ 23) sowie Erlöse aus der Auswertung von Musikrechten T€ 22 (Vj.: T€ 37). Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen wurden insbesondere periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen in Höhe von T€ 208 (Vj.: T€ 1.049) ausgewiesen. Des Weiteren wurden weiterberechnete Kosten an Konzern-gesellschaften in Höhe von T€ 374 (Vj.: T€ 344), Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens in Höhe von T€ 13 (Vj.: T€ 22) sowie Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von T€ 92 (Vj.: T€ 0) erfasst. Im Vorjahr konnte die Gesellschaft durch den Verkauf einer Beteiligung einen Gewinn in Höhe von T€ 740 als sonstigen betrieblichen Ertrag verzeichnen. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten Die im Berichtsjahr vorgenommenen Abschreibungen in Höhe von T€ 2.924 (Vj.: T€ 0) betreffen Abschreibungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Kosten aufgrund von Rechts- und Beratungsleistungen (T€ 2.076; Vj.: T€ 865) und Abschluss- und Prüfungskosten (T€ 600; Vj.: T€ 954). Des Weiteren enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Raumkosten und sonstige Mieten (T€ 283; Vj.: T€ 290), Aufsichtsratsvergütungen (T€ 106; Vj.: T€ 106) sowie sonstige Fremdleistungen (T€ 42; Vj.: T€ 49). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung 2016 in Höhe von T€ 310 enthalten. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Im Geschäftsjahr 2017 übernahm die Wild Bunch AG im Zusammenhang mit Ergebnis-abführungsverträgen Erträge der Senator Film Verleih GmbH, Berlin, in Höhe von T€ 4.802 (Vj.: T€ 1.848), der Senator Home Entertainment GmbH, Berlin, in Höhe von T€ 300 (Vj.: T€ 863), der Senator Film München GmbH, München, in Höhe von T€ 97; Vj.: T€ -94) und der Senator MovInvest GmbH, Berlin, von T€ 1 (Vj.: T€ 8). Aufwendungen aus Verlustübernahme Im Geschäftsjahr 2017 übernahm die Wild Bunch AG im Zusammenhang mit Ergebnisabführungsverträgen den Verlust der Senator Film Produktion GmbH, Berlin, in Höhe von T€ 27 (Vj.: T€ 49) und der Senator Film Köln GmbH, Köln, in Höhe von T€ 195 (Vj.: Gewinn T€ 326). Sonstige Angaben Haftungsverhältnisse Für den von der Bank Leumi Plc (UK) gewährten Rahmenkredit sind neben der Wild Bunch AG auch die folgenden Gesellschaften der Wild Bunch Gruppe Kreditnehmer:
Die Kreditnehmer garantieren untereinander für die Erfüllung sämtlicher Forderungen gegen den Darlehensgeber (cross guarantee). Zum 31. Dezember 2017 betrug die Inanspruchnahme des Kreditrahmens sowie die fälligen Zinsverpflichtungen der übrigen Kreditnehmer T€ 24.288. Aufgrund der vorliegenden Unternehmensplanung sowie der Geschäftsentwicklung der übrigen Kreditnehmer wird das Risiko der Inanspruchnahme aus den gewährten Garantien als gering eingeschätzt. Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen Die Wild Bunch AG hat im Geschäftsjahr 2008 sowie in den Geschäftsjahren 2010 und 2013 gegenüber der Universum Film GmbH, München, (Konzernfremder) eine Patronatserklärung abgegeben, in der sie sich in Form einer Schuldmitübernahme verpflichtet, für die Verpflichtungen aus dem zwischen dem verbundenen Unternehmen Senator Home Entertainment GmbH und Universum Film GmbH, München, abgeschlossenen Videovertriebsvertrag vom 18. August 2006 und dem dazugehörigen Long Form Vertrag vom 13. Mai 2008 sowie dem Lizenzvertrag vom 2. Dezember 2010 und 10. Oktober 2013 einzustehen. Zum 31. Dezember 2017 bestanden Verpflichtungen der Senator Home Entertainment GmbH gegenüber der Universum Film GmbH aus erhaltenen Vorschüssen in Höhe von T€ 107 (Vorjahr: T€ 1.546). Die Vorschüsse wurden auch nach dem Bilanzstichtag planmäßig abgerechnet. Aus der weiteren Verwertung der Rechte bei der Universum Film GmbH erwartet der Vorstand daher keine Inanspruchnahme der Wild Bunch AG aus der Patronatserklärung. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum 31. Dezember 2017 hatte die Gesellschaft folgende langfristige Miet- und Leasingverpflichtungen: scroll
Steuerliche Verhältnisse Es bestehen folgende Organschaftsverhältnisse (Körperschafts-, Gewerbe-, Umsatzsteuer): scroll
Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt die folgende Zahl an Angestellten (ohne Vorstand): scroll
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats scroll
Die Aufsichtsratsmitglieder sind darüber hinaus Mitglied in folgenden gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien: Wolf-Dieter Gramatke
Tarek Malak
Prof. Dr. Katja Nettesheim
Aktien der Organmitglieder Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 hielten die nachfolgend aufgeführten Organmitglieder folgende Aktien an der Wild Bunch AG: scroll
Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat Bezüge für das Geschäftsjahr 2017: Bei den nachfolgenden Angaben zur Vorstandsvergütung handelt es sich um gesetzlich vorgesehene Anhangsangaben nach dem Handelsgesetzbuch (vgl. § 285 HGB) sowie um Angaben aufgrund der Vorgaben des Corporate Governance Kodex. Die fixen Bezüge der Vorstände für das Geschäftsjahr 2017 setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Alle Vorstände erhalten außerdem einen Short Term Incentive (STI), der 1 % des Konzern-EBT nach IFRS der Wild Bunch Gruppe gemäß geprüften Konzernabschlusses beträgt, vorausgesetzt das festgelegte Mindestkonzernergebnis wird erreicht oder überschritten. Das zu erreichende Ergebnis beträgt für das Geschäftsjahr 2015 T€ 4.500, für das Geschäftsjahr 2016 T€ 5.000 und für das Geschäftsjahr 2017 T€ 5.500. Der hiernach zu zahlende Bonus beträgt maximal T€ 125 p. a. Herr Sturm erhält darüber hinaus ab dem Jahr 2015 bis einschließlich des Jahres 2017, im jeweiligen Folgejahr, einen Long Term Incentive (LTI) in Höhe von 1 % des durchschnittlichen Konzern-EBT nach IFRS der Wild Bunch Gruppe gemäß geprüften Konzernabschluss, vorausgesetzt das Mindestkonzernergebnis wird erreicht oder überschritten. Das zu erreichende durchschnittliche Ergebnis beträgt für das Geschäftsjahr 2016 T€ 4.750 für 2015 und 2016 und für das Geschäftsjahr 2017 T€ 5.250 für 2015, 2016 und 2017. Der hiernach zu zahlende Bonus beträgt maximal T€ 150 p. a. Der Aufsichtsrat der Wild Bunch AG ist dazu ermächtigt über einen zusätzlichen freiwilligen Bonus für die Vorstände für außergewöhnliche Leistungen zu beschließen. Dieser freiwillige Bonus kann höchstens T€ 100 pro Jahr betragen. Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen für das Geschäftsjahr 2017 T€ 1.043 (Vj.: T€ 1.036). Im Falle der Arbeitsunfähigkeit erhalten die Vorstände ihre Bezüge (Festgehalt und erfolgsabhängige Vergütungen) für die Dauer von sechs Monaten weiter, längstens jedoch bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses. Das gleiche gilt im Falle des Todes des Vorstandsmitglieds für seine hinterbliebene Ehefrau oder Lebenspartnerin. Bei einem Change of Control Event sowie im Fall der Abberufung oder Freistellung von den Dienstpflichten haben die Vorstände ein außerordentliches Kündigungsrecht. In diesem Fall haben die Vorstandsmitglieder Herr Grimond, Herr Chioua und Herr Maraval Anspruch auf ihre Gesamtvergütung (Festgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit, maximal in Höhe der Gesamtvergütung für zwei Jahre. Derartige vertragliche Regelungen bestehen für Herrn Sturm nicht. Die Gesellschaft hat für die Organe des Konzerns eine D&O Versicherung abgeschlossen. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 verteilen sich wie folgt: scroll
Abschlussprüferhonorar Das Gesamthonorar des Wirtschaftsprüfer Mazars GmbH & Co. KG für Abschlussprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2017 belief sich auf T€ 290 (Vj.: T€ 0). Ergebnisverwendungsvorschlag Aufsichtsrat und Vorstand schlagen vor den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und den Aktionären durch Veröffentlichung auf der Internetseite der Gesellschaft http://wildbunch.eu/wp-content/uploads/2015/07/Entsprechenserklärung_2018_VW-finalPDF-1.pdf und im Bundesanzeiger zugänglich gemacht. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht) Kapitalmaßnahmen Verhandlungen mit Investoren zur finanzwirtschaftlichen Neustrukturierung Das Unternehmen hat am 15. Juni 2018 mit Sapinda Holding B.V. und SWB Finance B.V. (zusammen nachfolgend „Sapinda“) einen Vertrag zur finanzwirtschaftlichen Neustrukturierung der Wild Bunch Gruppe abgeschlossen. Diese Vereinbarung sieht folgende wesentliche Schritte vor:
Verhandlungen mit Lieferanten und Banken Neben der Umsetzung des Kreditrahmenvertrags mit Banken in Frankreich hat das Unternehmen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Kreditverbindlichkeiten getroffen. So wurden im Geschäftsjahr 2017 und 2018 Verhandlungen mit Lieferanten und Banken geführt und teilweise neue Zahlungsziele vereinbart. Nach dem Bilanzstichtag 2017 sind keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung mit erheblichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage der Wild Bunch Gruppe eingetreten. Bekanntmachung gemäß § 33 WpHG/§ 21 WpHG a.F. Hiermit teilt die SENATOR Entertainment AG mit, dass die Gesamtzahl der Stimmrechte am Ende des Monats Februar 2015 insgesamt 74.330.015 Stimmrechte beträgt. Die Veränderung der Gesamtzahl der Stimmrechte ist ab dem 5. Februar 2015 wirksam. Folgende Meldungen nach WpHG wurden in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 mitgeteilt: Herr Vincent Grimond, Frankreich, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 09.02.2015 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SENATOR Entertainment AG, Berlin, Deutschland, am 05.02.2015 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 9,45 % (das entspricht 7.023.531 Stimmrechten) betragen hat. Herr Vincent Maraval, Frankreich, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 09.02.2015 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SENATOR Entertainment AG, Berlin, Deutschland, am 05.02.2015 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,50 % (das entspricht 2.598.111 Stimmrechten) betragen hat. Herr Brahim Chioua, Frankreich, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 09.02.2015 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SENATOR Entertainment AG, Berlin, Deutschland, am 05.02.2015 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 7,44 % (das entspricht 5.529.543 Stimmrechten) betragen hat. 28.07.2017 Wild Bunch AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG a.F. 1. Angaben zum Emittenten Wild Bunch AG 2. Grund der Mitteilung scroll
3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen scroll
4. Namen der Aktionäre mit 3 % oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. ADS Securities LLC 5. Datum der Schwellenberührung 10.05.2017 6. Gesamtstimmrechtsanteile scroll
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständena. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG) scroll
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG scroll
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG scroll
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen scroll
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9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) scroll
11.02.2016 Wild Bunch AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG a.F. 1. Angaben zum Emittenten Wild Bunch AG 2. Grund der Mitteilung scroll
3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen scroll
4. Namen der Aktionäre mit 3 % oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. Edgefilm Ltd. 5. Datum der Schwellenberührung 04.02.2016 6. Gesamtstimmrechtsanteile scroll
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG) scroll
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG scroll
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG scroll
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen scroll
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9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) Datum der Hauptversammlung: 23.02.2016 Wild Bunch AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG a.F. 1. Angaben zum Emittenten Wild Bunch AG 2. Grund der Mitteilung scroll
3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen scroll
4. Namen der Aktionäre mit 3 % oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung 18.02.2016 6. Gesamtstimmrechtsanteile scroll
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG) scroll
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG scroll
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG scroll
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen scroll
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9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) scroll
01.04.2016 Wild Bunch AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG 1. Angaben zum Emittenten Wild Bunch AG 2. Grund der Mitteilung scroll
3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen scroll
4. Namen der Aktionäre mit 3 % oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. Sapinda Asia Limited 5. Datum der Schwellenberührung 31.12.2015 6. Gesamtstimmrechtsanteile scroll
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG) scroll
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG scroll
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG scroll
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen scroll
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9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) scroll
Folgende Meldungen nach WpHG wurden im Geschäftsjahr 2015 mitgeteilt: 23.12.2015 1. Angaben zum Emittenten Wild Bunch AG 2. Grund der Mitteilung scroll
3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen scroll
4. Namen der Aktionäre mit 3 % oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung 15.12.2015 6. Gesamtstimmrechtsanteile scroll
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG) scroll
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG scroll
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG scroll
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen scroll
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9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) scroll
Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2017 Die Wild Bunch AG war zum 31. Dezember 2017 an folgenden Gesellschaften direkt oder mittelbar beteiligt: scroll
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Ergebnisabführungsvertrag mit Wild Bunch AG Konzernabschluss Die Gesellschaft ist Mutterunternehmen für die in der Aufstellung des Anteilsbesitzes aufgeführten Tochterunternehmen i. S. d. § 290 HGB, die damit auch verbundene Unternehmen i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB sind. Bezüglich der nach § 285 Nr. 11 HGB erforderlichen Angaben zum Anteilsbesitz wird auf die gesonderte Aufstellung des Anteilsbesitzes verwiesen.
Berlin, den 6. August 2018 Wild Bunch AG Vincent Grimond, Vorstandsvorsitzender, CEO Max Sturm, CFO Brahim Chioua, COO Vincent Maraval, CCO ***Versicherung der gesetzlichen Vertreter zum 31. Dezember 2017 Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Berlin, den 6. August 2018 Wild Bunch AG Vincent Grimond, Vorstandsvorsitzender, CEO Max Sturm, CFO Brahim Chioua, COO Vincent Maraval, CCO Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wild Bunch AG, Berlin: Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Wild Bunch AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht der Wild Bunch AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Lagebericht Bezug genommen wird, haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt 4.1.3. „Finanzielle, bilanzielle und steuerliche Risiken“ des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts. Dort ist ausgeführt, dass die Wild Bunch AG zum Aufstellungszeitpunkt den folgenden bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken ausgesetzt ist. Die Wild Bunch Gruppe hat im April 2017 einen Rahmenkreditvertrag im Umfang von bis zu € 30 Mio. abgeschlossen. Dieser kann durch die Bank im Fall der Verletzung von vereinbarten Financial Covenants fällig gestellt werden. Der Vorstand der Wild Bunch AG hat sich zum Aufstellungszeitpunkt zudem mit Investoren und Gläubigern auf Eckpunkte einer finanziellen Restrukturierung der gesamten Wild Bunch Gruppe verständigt. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Restrukturierung, die zu einer deutlichen Entschuldung der Konzerngesellschaften und zur Zuführung neuer finanzieller Mittel führt, hängt von der Umsetzung bestimmter im zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht dargestellter Bedingungen ab. Sollten der Rahmenkreditvertrag fällig gestellt werden oder die geplante Restrukturierung nicht erfolgreich abgeschlossen werden können, wäre die Wild Bunch AG darauf angewiesen, dass die anderweitige Beschaffung finanzieller Mittel kurzfristig gelingt. Andernfalls wäre der Bestand der Wild Bunch AG gefährdet. Dies weist auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 S. 3 HGB darstellt. Unser Prüfungsurteil ist hinsichtlich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Beurteilung der Liquiditätsplanung der Wild Bunch Gruppe Zugehörige Informationen im Jahresabschluss und zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht Die Angaben der Gesellschaft zur Planung sind in den Abschnitten 3.3. „Erwartete Entwicklung“, 3.4. „Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Konzerns“ und 4.1.3. „Finanzielle, bilanzielle und steuerliche Risiken“ des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts enthalten. Sachverhalt und Risiko für die Prüfung Die Liquiditätsplanung der Wild Bunch Gruppe basiert auf der Annahme, dass die eingeleitete finanzielle Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen wird und den Konzerngesellschaften ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden können, um ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen sowie notwendige Investitionen in weitere Filmverleihrechte und neue Vermarktungsstrategien zu tätigen. Es besteht das Risiko, dass die Annahmen, die der Planung zugrunde liegen, nicht erreicht werden können. Hierdurch wäre die weitere Entwicklung der Gesellschaft beeinträchtigt und deren Bestand gefährdet. Vor diesem Hintergrund erachten wir die Beurteilung der Liquiditätsplanung des Konzerns als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die von der Gesellschaft aufgestellte Liquiditätsplanung inhaltlich nachvollzogen und die zugrunde gelegten Annahmen verplausibilisiert. Die zutreffende Berücksichtigung der finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen in der Planung haben wir überprüft. Des Weiteren haben wir zur Beurteilung der Planung ein im Rahmen des Restrukturierungsprozesses erstelltes externes Sanierungsgutachten gewürdigt. Wir kommen nach intensiver Diskussion der Planung und der zugrundeliegenden Annahmen mit dem Vorstand zu dem Schluss, dass die zugrundeliegenden Annahmen und Planziele plausibel sind. Wir haben uns weiterhin mit dem möglichen Eintritt der im Abschnitt „Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit“ aufgeführten Risiken auseinandergesetzt. Hinsichtlich der geplanten finanziellen Restrukturierung haben wir den Vorstand befragt und sind zur Erkenntnis gekommen, dass diesem zum Prüfungszeitpunkt keine Anhaltspunkte vorliegen, die gegen die erfolgreiche Umsetzung der eingeleiteten Maßnahmen sprechen. Wir haben uns des Weiteren auch nach dem 31. Dezember 2017 bis zum Datum des Bestätigungsvermerks davon überzeugt, dass die finanzierende Bank (im Rahmen einer Stillhaltevereinbarung) beabsichtigt ihr Engagement im Rahmen eines Gesamtrestrukturierungskonzeptes aufrechtzuerhalten und derzeit ein Fälligstellen des Kreditvertrages bei Nichteinhaltung von Covenants nicht beabsichtigt ist. Unter Berücksichtigung der durch die Wild Bunch Gruppe eingeleiteten finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen kommen wir zu der Auffassung, dass die Liquiditätsplanung insgesamt risikobehaftet, aber plausibel ist. Werthaltigkeit der Finanzanlagen Zugehörige Informationen im Jahresabschluss und zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht Zu den bezüglich der Finanzanlagen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angabe im Anhang in den Abschnitten „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ und „Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung“. Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im Anlagenspiegel dargestellt. Sachverhalt und Risiko für die Prüfung Im Jahresabschluss der Wild Bunch AG werden unter dem Bilanzposten „Finanzanlagen“ Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt T€ 131.988 ausgewiesen, die damit zusammen rund 97 % der Bilanzsumme ausmachen und das bilanzielle Eigenkapital der Gesellschaft um T€ 36.126 übersteigen. Die Finanzanlagen werden jährlich von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungs- bzw. Zuschreibungsbedarf zu ermitteln. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße davon abhängig, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsmittelzuflüsse einschätzen und die jeweils verwendeten Diskontierungszinssätze ableiten. Vor dem Hintergrund der der Bewertung zugrundeliegenden Komplexität sowie der im Rahmen der Bewertung vorhandenen Ermessensspielräume ist die Werthaltigkeit der Finanzanlagen im Rahmen unserer Prüfung ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir den von den gesetzlichen Vertretern der Wild Bunch AG implementierten Prozess sowie die Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Finanzanlagen, auf mögliche Fehlerrisiken analysiert und uns ein Verständnis über die Prozessschritte und die implementierten internen Kontrollen verschafft. Wir haben das Vorgehen der Gesellschaft bei der Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze sowie bei der Ableitung der Zukunftserfolge auf Vereinbarkeit mit handelsrechtlichen Vorschriften und berufsständischen Verlautbarungen gewürdigt. Die dem Werthaltigkeitstest zugrundeliegende Unternehmensplanung haben wir analysiert. Die wesentlichen Annahmen zum Wachstum, geplanten Geschäftsverlauf und zur künftigen Rentabilität haben wir nachvollzogen und im Branchenvergleich verplausibilisiert. Wir haben die Planung mit den gesetzlichen Vertretern, den Sanierungsgutachtern und weiteren externen Beratern der Wild Bunch AG ausführlich diskutiert. Auf dieser Grundlage haben wir deren Angemessenheit beurteilt. Die Angemessenheit der sonstigen wesentlichen Bewertungsannahmen, wie beispielsweise des Diskontierungszinssatzes, haben wir mit Unterstützung von internen Bewertungsspezialisten auf Basis einer Analyse von Marktindikatoren untersucht. Wir haben die bei der Bestimmung der verwendeten Diskontierungszinssätze herangezogenen Parameter im Hinblick auf die sachgerechte Ableitung analysiert und ihre Berechnung unter Beachtung der dafür vorliegenden Anforderungen der handelsrechtlichen Vorschriften nachvollzogen. Ferner haben wir die rechnerische Richtigkeit der Bewertungsmodelle unter Beachtung der handelsrechtlichen Anforderungen überprüft. Der von den gesetzlichen Vertretern durchgeführte Wertminderungstest sowie die hierfür angewandten Bewertungsparameter und -annahmen sind aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Werthaltigkeit der Finanzanlagen zu überprüfen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Der Aufsichtsrat ist für die folgenden sonstigen Informationen verantwortlich:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und deszusammengefassten Konzernlage- und Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Konzernlage- und Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden auf Antrag des Vorstands mit Gerichtsbeschluss vom 29. Dezember 2017 zum Abschlussprüfer bestellt. Wir wurden am 31. Januar/15. Februar 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der Wild Bunch AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Frank Pannewitz.
Berlin, 6. August 2018 Mazars GmbH & Co. KG Udo Heckeler, Wirtschaftsprüfer Frank Pannewitz, Wirtschaftsprüfer Zusammengefasster Konzernlage- und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017Inhalt Konzernlage- und Lagebericht 1. Grundlagen des Konzerns 1.1. Struktur der Gruppe und ihre Segmente 1.2. Geschäftsmodell 1.3. Mitarbeiter 1.4. Forschung und Entwicklung 1.5. Steuerungssystem 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen 2.2. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren 2.3. Geschäftsverlauf 2.4. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns 2.5. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Wild Bunch AG 2.6. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Wild Bunch AG 3. Prognosebericht 3.1. Entwicklung des Marktumfeldes 3.2. Ausrichtung des Konzerns im Geschäftsjahr 2018 3.3. Erwartete Entwicklung 3.4. Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Konzerns 4. Chancen- und Risikobericht 4.1. Risikobericht 4.2. Chancenbericht 4.3. Gesamteinschätzung der Risiken und Chance 5. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risiko-Managementsystems 5.1. Risikomanagementsystem 5.2. Internes Kontrollsystem 6. Übernahmerechtliche Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB 7. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315 Abs. 5 HGB 8. Abhängigkeitsbericht 9. Vergütungsbericht Konzernlage- und LageberichtDies ist der Lagebericht der Wild Bunch Gruppe (im Folgenden „Wild Bunch“ oder „Gruppe“ genannt). Es handelt sich um einen zusammengefassten Lagebericht der Wild Bunch AG und des Konzerns. Sofern nicht explizit auf die Wild Bunch AG oder den Konzern Bezug genommen wird, verstehen sich die Aussagen auf die Wild Bunch AG und den Konzern gleichermaßen. Die dargestellten Ausführungen des Geschäftsverlaufs sowie der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns basieren auf dem Konzernabschluss nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind. Summen und Prozentangaben wurden auf Basis der nicht gerundeten Euro-Beträge berechnet und können von einer Berechnung auf Basis der berichteten Tausend bzw. Mio. Euro-Beträge abweichen. Die getroffenen Aussagen beziehen sich im Wesentlichen auf die Gruppe zum Stichtag 31. Dezember 2017. Zur besseren Einordnung der Sachverhalte werden an unterschiedlichen Stellen aktuelle Entwicklungen zusätzlich erläutert. Sämtliche wesentliche Veränderungen im Konzern nach dem Bilanzstichtag sind zudem im Nachtragsbericht im Anhang zum Konzernabschluss 2017 enthalten. Sämtliche Angaben beziehen sich auf das Gesamtjahr 2017. 1. Grundlagen des Konzerns Die Struktur der Wild Bunch sowie die einzelnen operativen Segmente, in denen die Gruppe tätig ist, werden auf den folgenden Seiten beschrieben. 1.1. Struktur der Gruppe und ihre Segmente Die Gruppe ist in den zwei Segmenten „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion“ und „Sonstige“ tätig. Als Dachgesellschaft erfüllt die Wild Bunch AG unter anderem eine Holdingfunktion und ist für Management, Finanzierung, Konzernrecht, Kommunikation und Informationstechnik (IT) verantwortlich. Die Struktur der Gruppe zum 31. Dezember 2017 stellt sich wie folgt dar: ![]()
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Senator Reykjavik GmbH ist eine 100%ige Tochter der Senator Film Produktion GmbH 1.2. Geschäftsmodell Wild Bunch ist ein führendes, unabhängiges, europäisches Filmverleih- und Produktionsunternehmen, das im Direktvertrieb in Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und Österreich, im Weltvertrieb sowie in der Finanzierung von Koproduktionen und dem elektronischen Direktvertrieb von Filmen und TV-Serien tätig ist. Die Aktivitäten der Gruppe decken die gesamte Wertschöpfungskette der Filmherstellung und des Filmvertriebs ab, angefangen bei der Produktion von Spielfilmen, über den Weltvertrieb bis hin zu Kinoverleih und digitalem Verleih (TV, Home Entertainment, VOD/SVOD). Mit seiner vielfältigen Redaktionspolitik bietet das Unternehmen kontinuierlich neue und innovative Filme aus aller Welt an, indem es sowohl in europäische Filmproduktionen als auch in US-amerikanische und internationale Independent-Filme investiert. Dank der internationalen Vertriebsaktivitäten durch die Vertriebslabels Wild Bunch, Elle Driver, Versatile und Insiders kann das Unternehmen Filmverleihern und Sendeanstalten weltweit internationale Kinofilme anbieten. Wild Bunch ist bestrebt, anders zu sein und führt das unverzichtbare klassische Know-how im Umgang mit Talents und der Produktion von hochwertigen Inhalten mit einem radikal neuen Marktansatz und einer innovativen Herangehensweise zusammen, um den kommerziellen Wert solcher Inhalte zu maximieren. Dies beinhaltet die Ausrichtung des Geschäfts auf alternative Vertriebswege vor dem Hintergrund der Digitalisierung sowie die Fokussierung auf die Produktion und Vermarktung hochwertiger Inhalte im Film- und Unterhaltungsmarkt. Das Unternehmen verfügt über ein europaweites Vertriebsnetzwerk und ist aktuell in fünf Märkten im Direktverleih tätig: in Frankreich mit Wild Bunch Distribution SAS und Wild Side Film SAS, in Italien mit BIM Distribuzione s.r.l. (im Folgenden BIM genannt), in Deutschland mit Wild Bunch Germany GmbH (im Folgenden Wild Bunch Germany genannt) und Central Film Verleih GmbH, in Spanien mit Vértigo Films S.L. (im Folgenden Vértigo genannt) und in Österreich mit Wild Bunch Austria GmbH. Im Rahmen der Unternehmensstrategie möchte Wild Bunch die geografische und inhaltliche Expansion weiter vorantreiben, vorausgesetzt die notwendigen Investitionsmittel stehen dafür zur Verfügung. Mit dem im September 2015 gegründeten Label Wild Bunch TV setzt das Unternehmen auf Koproduktion, Finanzierung und Vermarktung internationaler TV-Serien. Unter dem Label Wild Bunch Digital entwickelt das Unternehmen seit 2017 zudem eine einheitliche Digitalstrategie für seine Produkte. Wild Bunch bietet gegenwärtig eine Bibliothek mit über 2.500 Film- und Serientiteln unterschiedlichster Genres an und vertreibt zusätzlich bis zu 100 neue Independent-Filme im Jahr. Umfang und Qualität der Filmbibliothek machen Wild Bunch zu einem wichtigen Partner für alle Abnehmer, von TV-Anstalten bis hin zu Anbietern von digitalen Videoinhalten. Wild Bunch hat alternative Ansätze der Kommerzialisierung entwickelt, die weitgehend auf neuen elektronischen Vertriebskanälen und einer Neugestaltung der Ablaufplanung basieren. So hat sich das Unternehmen im Markt des elektronischen Direktvertriebs mit seiner französischen VOD/SVOD-Plattform FilmoTV positioniert. Über Partnerschaften mit traditionellen Sendern versucht das Unternehmen auch weiterhin, Reichweite und Inhalte von FilmoTV zu erweitern. Darüber hinaus hat Wild Bunch als eine der ersten Vertriebsgesellschaften in Europa Aktivitäten im Bereich e-Cinema durch das Angebot eines alternativen Vertriebsmodells gestartet, um das Publikum für „Eventfilme“ und deren wirtschaftliches Potenzial zu gewinnen. Im Bewusstsein des steigenden Marktanteils von VOD weltweit und der begrenzten Verfügbarkeit von Kinoleinwänden, bietet Wild Bunch diese Filme entweder direkt verschiedenen VOD-Diensten an oder, sofern gesetzlich erlaubt, gleichzeitig via VOD sowie in einer begrenzten Anzahl von Kinos. Neben der weiteren Durchdringung der bestehenden Märkte sind die Entwicklung neuer Marktsegmente bzw. innovativer Lösungen in Produktion, Vertrieb und Verleih sowie die geographische Expansion somit ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. 1.3. Mitarbeiter Die Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 durchschnittlich 155 Mitarbeiter. Dies entspricht einem Rückgang von 3,13 % gegenüber der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl im Vorjahr (2016: 160 Mitarbeiter). Darin spiegeln sich zugleich die Bemühungen wider, die Overhead-Kosten im Zeitverlauf signifikant zu verringern. 1.4. Forschung und Entwicklung Wild Bunch betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im engeren Sinne. Zuordenbare Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bestehen entsprechend nicht. 1.5. Steuerungssystem Der Vorstand hat das interne Steuerungssystem entlang der Konzernstrategie ausgerichtet und geeignete Kontrollgrößen definiert. Ein wichtiges Modul des internen Steuerungs- und Kontrollsystems ist die regelmäßige Erfassung und Aktualisierung von Daten durch das Controlling sowie die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat. Gegenstand der Analysen und Berichterstattung sind insbesondere die in 2.2. dargestellten Leistungsindikatoren. Grundlage dieser Analysen sind insbesondere das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (vergleiche Abschnitt 5. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems), insbesondere die detaillierte Risikoerfassung und Risikoüberwachung beim Erwerb und bei der Verwertung von Filmen. Im Jahr 2016 wurde mit einer Harmonisierung der Rechnungslegungsprozesse innerhalb der zusammengeführten Gruppe begonnen. Dies soll nunmehr im Jahr 2018 abgeschlossen werden. 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen 2.1.1. Geschäftsumfeld Die geschäftlichen Aktivitäten der Wild Bunch Gruppe konzentrieren sich größtenteils auf Frankreich, Deutschland/Österreich, Italien und Spanien. Daher ist die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern für die Gruppe von hoher Bedeutung. Die Gruppe ist ferner über ihre Weltvertriebsaktivitäten oder über Filmeinkäufe in ausländischen Märkten, wie etwa in den USA, tätig. Die Weltwirtschaft ist nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2017 um 3,7 % gewachsen und damit noch stärker als 2016 mit 3,2 %. Auch 2018 soll das Wachstum noch einmal an Momentum zulegen, erwartet werden 3,9 %. In der Europäischen Union stieg das Bruttoinlandsprodukt 2017 nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat um 2,5 %. Die wichtigsten Märkte von Wild Bunch verzeichneten im Jahr 2017 ebenfalls deutliche Zuwächse. In Frankreich stieg das Bruttoinlandsprodukt 2017 nach Angaben der staatlichen Statistikbehörde INSEE um 2,0 %, nachdem es im Vorjahr nur 1,1 % waren. Für 2018 sagt der IWF eine Wachstumsrate von 1,9 % voraus. Die deutsche Wirtschaft wuchs 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamts (DESTATIS) um 2,2 %, nachdem es im Vorjahr noch 1,9 % gewesen waren. Wesentlicher Wachstumsfaktor war hier die Binnennachfrage. Nach Einschätzung des IWF wird die deutsche Wirtschaft 2018 um 2,3 % zulegen. Für Italien meldete die amtliche Statistik von ISTAT ein Wirtschaftswachstum von 1,5 % im Jahr 2017 gegenüber 0,9 % im Vorjahr. Das Wachstum soll laut IWF auch 2018 anhalten und sich bei einer Rate von 1,4 % bewegen. Das Bruttoinlandsprodukt Spaniens ist nach Einschätzung des IWF erneut kräftig um 3,1 % gewachsen, nach 3,3 % im Vorjahr. Allerdings erwartet der IWF hier eine nachlassende Dynamik, so dass 2018 nur noch ein Plus von 2,4 % prognostiziert wird. Diese positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten bieten in der Regel auch ein gutes Umfeld für die Medienbranche. Der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro, der einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Wild Bunch haben kann, ist 2017 deutlich zurückgegangen. So stand die Notierung zum Jahresanfang bei 0,95 Euro/US-Dollar. Über den Jahresverlauf gab der Wert des US-Dollar aber kontinuierlich nach und stand am letzten Handelstag bei nur noch 0,83 Euro/US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von rund 13 %. Wild Bunch ist ebenfalls abhängig von der Entwicklung der Zinssätze. Seit März 2016 steht der Leitzins der Europäischen Zentralbank auf 0 %, der Einlagezins für Banken bei minus 0,4 %. Mit dem Rekord-Niedrigzins beabsichtigt die EZB, die weitere wirtschaftliche Erholung in der Eurozone zu fördern. In den USA hingegen hat die Notenbank Federal Reserve (FED) den Leitzins bereits in mehreren Schritten wieder leicht angehoben. Nach Erhöhungen im März und im Dezember 2017 liegt er nunmehr in einer Spanne von 1,25 % bis 1,5 %. 2.1.2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen Das Geschäftsjahr 2017 war geprägt von einigen wesentlichen Trends:
Prägend für den Wandel in der Medienbranche ist laut „PwC German Entertainment and Media Outlook 2017-2021“ die Direct-to-Consumer-Vermarktung von Inhalten. Content-Anbieter müssen die Kunden an sich binden, indem sie ihnen exzellente Inhalte bieten und gleichzeitig eine beispielhafte User Experience vermitteln. Dazu gehören als Grundlagen die einfache Nutzung der Angebote und eine bequeme Zahlungsabwicklung. Darüber hinaus gilt es aber auch, die Angebote möglichst individuell auf die Kunden hin zuzuschneiden, um ihre Präferenzen zu bedienen und inhaltlich Anregungen zu bieten, die mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Wie schon zuvor die Hersteller von Markenartikeln sind auch Anbieter von Medieninhalten gefordert, ihre Nutzer nachhaltig in Fans zu verwandeln, die über vielfältige Kommunikationskanäle angesprochen werden und denen darüber hinaus ein Feedback ermöglicht wird. Diese Fanbasis gilt es dann zu monetarisieren. Wild Bunch wurde aus der Überzeugung heraus gegründet, dass die Film- und Unterhaltungsindustrie vor weitreichenden Veränderungen steht. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und des damit verbundenen Wandels in der Film- und Unterhaltungsbranche verändern sich die Entwicklung, Produktion, Finanzierung, Vermarktung und der Vertrieb von filmischer Unterhaltung. Mehrere Marktindikatoren spiegeln diese Entwicklung wider: SVOD (Subscription-Video-On-Demand) ist laut PwC Media & Entertainment Outlook 2017-2021 eines der am stärksten wachsenden Marktsegmente und VOD (Video-On-Demand) ersetzt sukzessive die DVD. Die zunehmende Digitalisierung der Film- und Unterhaltungsindustrie führt zu stetig neuen und vielseitigen inhaltlichen Angeboten und veränderten Sehgewohnheiten, die wiederum zusätzliche Player wie Multichannel-Netzwerke oder SVOD-Dienste wie Amazon oder Netflix entstehen lassen, die zunehmend in den Kernmärkten von Wild Bunch präsent sind. Eine solches Voranschreiten der Digitalisierung bedeutet eine größere Auswahl für die Verbraucher. Als weiterer Markttrend erwies sich die Internationalisierung und Konzentration des Filmgeschäfts. Während der technologische Wandel rasant voranschreitet, mussten die traditionellen Medienunternehmen reagieren, um gegenüber Giganten wie Amazon oder iTunes wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Markt wurden daher einige große Übernahmen angekündigt und eingeleitet: So machte etwa Disney im Dezember 2017 ein Angebot zum Erwerb von 21th Century Fox in Höhe von 52,4 Mrd. Dollar. Nach einem konkurrierenden Angebot von Comcast hat Disney sein Angebot inzwischen nochmals auf 71,3 Mrd. Dollar erhöht; die von AT&T vorgeschlagene Fusion mit Time Warner wurde im Juni 2018 genehmigt. Wild Bunch sieht sich aufgrund der renommierten und hochwertigen Filmbibliothek, seiner Kontakte zu Talents weltweit und aufgrund des internationalen Verleih- und Vertriebsnetzwerks gut positioniert, um von diesen Entwicklungen zu profitieren. 2.1.2.1. Kino Nach Schätzungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle ist die Zahl der Kinobesucher in der Europäischen Union im Jahr 2017 um 0,7 % auf 985 Mio. zurückgegangen (Vj. 992 Mio.). Dabei nahm die Zahl der Kinobesucher in 13 der 25 untersuchten Länder zu, in 7 ab und in weiteren 5 blieb sie stabil. Sehr stark fiel der Rückgang in Italien mit minus 12,9 % aus. Auch Frankreich verzeichnete mit minus 1,8% einen Rückgang. In Deutschland wurden 1,0 % mehr Kinotickets verkauft als im Vorjahr, Spanien lag mit einem Rückgang von 0,7 % im europaweiten Durchschnitt. Die Anteile nationaler Filme am Gesamtangebot nahmen in nahezu allen Ländern Europas weiter zu. Frankreich In Frankreich, dem stärksten Kinomarkt Europas, wurden 2017 rund 209,2 Mio. Kinokarten verkauft (Vj. 213,1 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang von 1,8 %. Der Marktanteil nationaler Filme stieg weiter auf 37,4 % (Vj. 35,8 %). Deutschland Ein Plus von 1,0 % verzeichneten im Jahr 2017 die deutschen Kinos und zählten 122,3 Mio. Besucher nach 121,1 Mio. im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg überproportional um 3,9 % auf € 1,06 Mrd. (Vj. € 1,02 Mrd.). Der Anteil nationaler Produktionen verbesserte sich auf 23,9 %, nachdem er im Vorjahr noch bei 22,7 % gelegen hatte. Erfolgreichster Film 2017 in Deutschland war „Fack ju Göhte“ mit mehr als 5,5 Mio. Besuchern. Italien Italien verzeichnete 2017 den stärksten Rückgang an den Kinokassen in ganz Europa. 99,2 Mio. verkaufte Tickets (Vj. 112,8 Mio.) bedeuten ein Minus von 12,9 %. Die Einnahmen gingen entsprechend um 11,9 % auf € 613 Mio. zurück (Vj. € 695 Mio.). Spanien Der spanische Kinomarkt zeigte sich 2017 leicht rückläufig und zählte 99,7 Mio. Besucher (Vj. 101,8). Dies entspricht einem leichten Rückgang von 2,6 %. Der Umsatz gab um 1,8 % auf € 595 Mio. (Vj. € 606 Mio.) nach. 2.1.2.2. Elektronische Distribution und Home Entertainment Die Verbreitung von Abrufdiensten wie Netflix, Amazon oder GooglePlay beschleunigt das Umsatzwachstum im digitalen Videomarkt. IHS Markit rechnet mit einem Anstieg im europäischen SVOD-Markt von € 3 Mrd. im Jahr 2016 auf € 5,2 Mrd. im Jahr 2020. Daneben wird erwartet, dass sich SVOD im Home-Entertainment-Markt angesichts der rückläufigen DVD-Verkäufe zum größten Umsatztreiber entwickeln wird. PwC geht im Media Outlook davon aus, dass die Einnahmen aus Videoabrufdiensten um US-$ 1,88 Mrd. über dem Kinoertrag liegen und prognostiziert einen endgültigen Niedergang der DVD-Verkäufe von US-$ 1,63 Mrd. auf nur noch US-$ 714 Mio. im Jahr 2020. Für den Vertrieb von Wild Bunch stellen die etablierten VOD/SVOD-Plattformen eine wichtige Kundengruppe dar. Die wichtigsten Anbieter im SVOD-Bereich sind mit rasant steigenden Nutzerzahlen in Europa Netflix und Amazon Prime Instant Video. Frankreich Laut GfK und CNC wurden im Jahr 2017 auf dem französischen Videomarkt Umsatzerlöse in Höhe von € 1,02 Mrd. erzielt, nach € 940 Mio. im Vorjahr. Im Segment VOD/SVOD setzte sich das Wachstum mit einem starken Umsatzanstieg um 43 % auf € 492 Mio. (Vj.: € 344 Mio.) fort. Dennoch konnte das Umsatzwachstum im digitalen Videomarkt die Umsatzrückgänge bei DVD und Blu-ray nicht kompensieren. Nach Umsätzen aus DVD- und Blu-ray-Verkäufen von € 596 Mio. im Vorjahr ging der Umsatz 2017 um 10 % auf € 536,6 Mio. zurück. Deutschland Im Jahr 2017 zeigte die deutsche Videobranche laut GfK in Deutschland eine insgesamt stabile Entwicklung und lag mit einem Umsatz in Höhe von € 1,83 Mrd. um 3 % über dem Vorjahr (€ 1,77 Mrd.). SVOD weist auch in Deutschland mit einem Zuwachs von 50 % auf € 488 Mio. das stärkste Wachstum aus. Bereits 27 % aller Ausgaben für Home Video entfallen auf diesen Bereich. Zudem verstärkt sich das Wachstum, das bislang nur die jungen Zielgruppen umfasste, nun auch in den höheren Altersgruppen. Insgesamt gab es 9 Mio. SVOD-Abonnenten. Auf Netflix sahen die Nutzer im Jahr 2017 im Durchschnitt 5,3 Spielfilme und 20,1 TV-Episoden. Der Konkurrenzkampf in Streaming nimmt unterdessen zu: Unter den Streaminganbietern hat laut PwC in Deutschland Amazon mit 36 % den größten Marktanteil vor Netflix mit 21 %, iTunes mit 16 % und Maxdome mit 11 %. Weitere Zuwächse verzeichneten die digitalen Vertriebsformen TVOD und EST. Mit einem Umsatz von € 280 Mio. 15 % des Gesamtmarktes auf diesen Bereich. Dies entspricht einer Steigerung von 27 % gegenüber dem Vorjahr. Für den Kauf physischer DVD- und Blu-ray-Produkte gaben die Konsumenten im Jahr 2017 € 1,06 Mrd. aus, dies entspricht einem Rückgang von 14 %. Ebenfalls weiter stark rückläufig ist der physische Verleih, der wiederum um 30 % zurückging. Nur noch 5 % aller Umsätze, entsprechend € 84 Mio., entfallen auf diesen Bereich. Insgesamt bleibt der deutsche Markt für elektronische Distribution und Home Entertainment einer der umsatzstärksten in Europa. Italien Die gesamten Einnahmen aus dem italienischen Videomarkt 2017 beliefen sich laut „Univideo 2018“ auf € 340,2 Mio. im Vergleich zu € 376 Mio. im Jahr 2016. Der digitale Videomarkt erlebte 2017 einen starken Anstieg mit Umsatzerlösen von € 85,2 Mio. (Vj.: € 36 Mio.), das entspricht nunmehr in etwa 25 % des gesamten Umsatzes im Bereich Home Entertainment. Insgesamt haben 5 Mio. Menschen in Italien, entsprechend 9,5 % der Bevölkerung über 14 Jahre, im vergangenen Jahr mindestens ein Home-Video-Produkt gekauft. Der Umsatz aus dem Verkauf von DVD und Blu-ray ging um 2,4 % zurück und betrug € 206 Mio. (Vj.: € 211 Mio.) für insgesamt 16,3 Mio. verkaufte Stück (-13,9 %). Spanien Im Jahr 2017 gab es in Spanien bereits 85 VOD-Anbieter. Nach Angaben von Statista wurde 2017 ein Umsatz von € 151 Mio. für digitale TV-Abonnements erzielt, für weitere OTT-Video-Angebote € 75 Mio. Die Verkäufe für physische DVD und Blu-ray gingen nach Angaben von GfK um 13 % zurück und lagen bei € 75 Mio. 2.1.2.3. TV Laut DHR/Digital TV Research verändert sich das europäische TV-Segment unter den Herausforderungen eines diversifizierten Wettbewerbs und dem Kampf der traditionellen Sender um Inhalte gegen große digitale (Streaming-) Unternehmen und Telekommunikationsanbieter. Zusätzliche Herausforderungen, denen sich die klassischen TV-Sender im Wettbewerb mit digitalen (Streaming-) Anbietern gegenübersehen, sind die Zunahme nichtlinearer Angebote, ein mehr und mehr fragmentiertes Publikum, die Notwendigkeit, genauere Daten zu erheben, um zielgerichtete Werbung zu schalten sowie der Ehrgeiz, eine europaweite Ausdehnung ihrer Programme zu entwickeln. Fernsehen bleibt zwar das am meisten konsumierte Medium bei Zugrundelegung der Gesamtnutzungsdauer, aber es muss sich schnell seine digitale Zukunft erschaffen. Denn der Wettbewerb mit den großen Digitalunternehmen und ihrer viel jüngeren Zuschauergruppe wird mehr und mehr Realität; ein Umstand, der das Fernsehen auf lange Sicht zersetzen könnte. Unterdessen zeigen die Schätzungen für das Jahr 2022 65 Mio. SVOD-Abonnenten in Europa (44,6 Mio. im Jahr 2017) mit einem Umsatz von US-$ 6,5 Mrd.. Der Werbemarkt verlagerte sich entsprechend in den digitalen Bereich mit mehr Umsatz für digitale Werbung als für herkömmliche TV-Werbung (Quelle: DHR/MAGNA). 2017 bestätigt den Machtwechsel von TV hin zu digitalen Angeboten. So sind die digitalen Werbeeinnahmen weltweit zum ersten Mal höher als die TV-Werbeeinnahmen im Jahr 2017: -2 % für TV-Werbung bei US-$ 178 Mrd., plus 17 % für digitale Werbung bei 209 Mrd. US-$, 41 % Marktanteil für digitale Werbung im Vergleich zu 35 % für TV im Jahr 2017 und 50 % des Marktanteils für digitale Werbung im Jahr 2020 bei US-$ 291 Mrd. (gegenüber US-$ 183,4 Mrd. für TV). Der TV-Markt wird sich daher an den Rückgang seiner Werbeeinnahmen anpassen und Wachstum und Profitabilität in anderen Bereichen suchen müssen. Aber die Fernsehsender richten sich bereits auf die neuen Verhältnisse ein. DHR/Digital TV Research schätzt den kumulierten Umsatz von Digital Distribution und PayTV im Jahr 2022 auf US-$ 283 Mrd., ein Anstieg von plus 18 % gegenüber 2016 (US-$ 239 Mrd.). Die Experten halten PayTV daher nicht für ein Auslaufmodell, sondern sagen für 2022 eine Milliarde Abonnenten vorher. Das lineare Fernsehen steht laut PwC immer noch auf Rang eins hinsichtlich der durchschnittlichen Nutzungsdauer pro Tag. Allerdings ist mit der zunehmenden Verbreitung von schnellen Internetzugängen ein stetiger Rückgang zu erwarten, denn die Zuschauer entscheiden zunehmend selbst, auf welche Inhalte sie wann und wo zurückgreifen. TV-Sender richten ihre Angebote auf die unterschiedlichen Kanäle (Mobile, Tablet, TV etc.) aus und orientieren sich an den Sehgewohnheiten der Zuschauer, etwa am sogenannten Binge Watching. Der europäische Markt für Bezahlfernsehen sieht sich einem zunehmenden Wettbewerb durch SVOD-Dienste wie Netflix und Amazon ausgesetzt. Trotz alledem bleiben TV-Sender wichtige Partner der Filmindustrie. Der westeuropäische Pay-TV-Markt ist nach DHR/Digital TV Research annähernd gesättigt, wird aber, im Gegensatz zu Nordamerika, zwischen 2016 und 2022 noch Abonnenten gewinnen. Dies entspricht einer Steigerung von 6,7 % um fast 7 Mio. weitere Abonnenten auf 106 Mio.. Westeuropa hat im Juni 2017 bereits die Marke von 100 Mio. Pay-TV-Abonnenten überschritten. Frankreich In Frankreich liegt die durchschnittliche Fernsehdauer pro Tag mit 3 Stunden und 51 Minuten nach wie vor weit vor der Internetnutzung mit nur 1 Stunde und 23 Minuten. Jedoch nimmt das zeitversetzte Fernsehen über Mediatheken und andere Streaming-Dienste stetig zu. Mehr als 23 % der Sendezeit im französischen Fernsehen bestehen aus Spielfilmen und Serien. Um den heimischen Markt zu stärken, hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen France Télévisions angekündigt zukünftig jährlich mehr als € 400 Mio. in heimische Produktionen zu investieren. Außerdem will France Télévisions ein eigenes SVOD-Angebot schaffen und 2018 auf den Markt bringen. Der Bezahlsender Canal+ hat wie im Vorjahr Marktanteile verloren und liegt bei 1,2 % der Zuschauer (Vorjahr 1,7 %). Deutschland Nach Schätzungen des Verbandes privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) wurden im dualen System in Deutschland im Jahr 2016 TV-Erlöse von rund € 15,5 Mrd. (Vj.: € 15,3 Mrd.) erzielt. Dabei lagen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Gesamteinnahmen laut Schätzungen des VPRT bei rund € 5,7 Mrd. (Vj.: € 5,6 Mrd.), davon entfielen etwa € 4,9 Mrd. (€ 4,9 Mrd.) auf TV-Gebühren, rund € 0,3 Mrd. (Vj.: € 0,3 Mrd.) auf TV-Werbeerlöse und geschätzte € 0,5 Mrd. (Vj.: € 0,5 Mrd.) auf sonstige öffentlich-rechtliche TV-Erlöse. Daneben wurden nach Schätzungen des VPRT in Deutschland 2017 rund € 2,3 Mrd. im Pay-TV-Markt umgesetzt, dies entspricht einem Zuwachs zum Vorjahr von 7,2 % bzw. einem Plus von € 156 Mio. Durch Fernsehwerbung wurde im deutschen TV-Markt einschließlich öffentlicher und privater Anbieter demnach ein Umsatz von € 4,6 Mrd. (Vj.: € 4,5 Mrd.) erzielt (Umsätze der audiovisuellen Medien in Deutschland 2017, Okt. 2017, VPRT). Im Bereich Pay-TV schätzt der VPRT die Zahl der Abonnenten im deutschsprachigen Raum (DACH-Region) 2017 auf 8,7 Mio. Abonnenten (Vj.: 8,4 Mio.), davon stammen fast 90 %, entsprechend 7,9 Mio. Abonnenten, aus Deutschland. Im Jahr 2017 gab es in Deutschland 103 Pay-TV-Programme. Daneben wächst auch das sogenannte OTT-Angebot, einerseits mit hybriden Plattformen wie Amazon Channels, Magine und Zattoo, die lineare und non-lineare Programme über das Netz anbieten, andererseits mit reinen On-Demand-Plattformen wie Amazon Prime, Maxdome, Netflix oder Sky Ticket. Italien In Italien hatte der TV-Markt 2017 einen Anteil von 63,4 % am gesamten Werbemarkt und verlor damit zum Vorjahr 1,6 Prozentpunkte. Auch hier zeigt sich die Abwanderung von Werbebudgets weg vom Fernsehen hin zu Online-Angeboten. Die erwarteten steigenden Einnahmen des staatlichen Rundfunks RAI sollten sich zeitnah in höheren Budgets für TV-Produktionen niederschlagen. Seit Juli 2016 wird in Italien die allgemeine Fernsehgebühr (Canone RAI) für den privaten Fernsehkonsum über die Stromrechnung eingezogen. Die automatische Integration der Fernsehgebühr in die Stromrechnung soll dazu dienen, der weitverbreiteten Missachtung bei der Zahlung von TV-Gebühren entgegenzusteuern. Spanien Spanische Nutzer widmeten 2017 rund 48 % ihrer Medienkonsumzeit dem Fernsehen. Die durchschnittliche Fernsehdauer stieg um 7 auf 240 Minuten täglich. Dies geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Barlovento Comunicación hervor. Die Zahl der Abonnements im Pay-TV stieg rasant um 22,3 %, nach dem bereits im Vorjahr ein Wachstum von 20 % verzeichnet worden war. Laut CNMC verfügten 6,1 Mio. Haushalte in Spanien über einen Zugang zu Bezahlfernsehsendern. In Spanien zeichnen sich bei PayTV-Sendern große Veränderungen ab, da Triple-Play-Angebote (PayTV + Internet + Mobilfunk) im Jahr 2016 mit 4,7 Mio. Abonnenten rasant gewachsen sind, währen das klassische PayTV auf 0,9 Mio. Abonnenten gesunken ist (Quelle: Elmundo + Kantar Media YCNMC), 2.1.2.4. Sonstige Der globale Filmmarkt bleibt im Berichtszeitraum ein sehr dynamisches Umfeld. Im Vergleich zur Entwicklung des traditionellen Filmkonsums und einer Explosion der Nachfrage nach Inhalten zeigt sich ein überdurchschnittliches Wachstum der digitalen Dienste. Der Markt zeigte mehr und mehr eine Verlagerung des Wettbewerbs hin zur Produktion von Inhalten: So startete Apple eine exklusive Original Content-Produktion und bekundete seine Absicht im Jahr 2018, US-$ 1 Milliarde in audiovisuelle Inhalte zu investieren. Dies entspricht in etwa der Größenordnung von Amazons Produktionsgesamtausgaben. Netflix steht mit einem Investment Budget von US-$ 6 Mrd. 2018 an der Spitze, während HBO US-$ 2 Mrd. in Inhalte investieren will. Insgesamt werden Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google im Jahr 2018 zusammen US-$ 20 Mrd. für Inhalte ausgeben. Zudem wächst die TV-Serienproduktion in den USA weiterhin (plus 7 % gegenüber dem Jahr 2016; Quelle: Les Echos - FX Networks). 487 TV-Serien wurden im Jahr 2017 in den Vereinigten Staaten gezeigt, von denen 117 TV-Serien von neuen digitalen Plattformen wie Netflix, Amazon oder Hulu initiiert wurden (2016: 90 TV-Serien; 2010: 4 TV-Serien). Aber auch das traditionelle TV bleibt einer der Hauptinvestoren für Original Content. Screendaily berichtet, dass die US-$ 1 Milliarde, die Netflix für Original Content europaweit vorgesehen hat, weit weniger sei, als die allein für Großbritannien in den TV-Budgets der BBC und ITV berücksichtigten 2,3 Mrd. und US-$ 1,3 Mrd. 2.2. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren Finanzielle Leistungsindikatoren Das vorrangige Ziel der Wild Bunch Gruppe ist es, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Umsatz, Bruttogewinn und das operative Ergebnis (EBIT) sind die maßgeblichen Steuerungsgrößen innerhalb der Gruppe. scroll
1 Umsatzerlöse plus sonstige filmbezogene Erträge abzüglich Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Über die finanziellen Steuerungsgrößen hinaus sind nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bzw. Erfolgsfaktoren von zentraler Bedeutung für die Performance des Unternehmens. Diese ergeben sich aus den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells. Besucherzahlen Im Segment „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion“ ist das Kinokassen-Geschäft, das von einem Film generiert wird, ein entscheidender Faktor für die Profitabilität, da der Kinoerfolg in der Regel auch die nachfolgenden Verwertungsstufen beeinflusst. Die Film-Auswertung in diesem Segment bleibt ein volatiles Geschäft und die Filmveröffentlichungen von Wild Bunch im Jahr 2017 zeigten die gleiche Volatilität. Die von der Wild Bunch Gruppe veröffentlichten Kinofilme erzielten einen Nettoumsatz von T€ 16.511 (Vj.: T€ 23.760). Zugang zu Rechten Die Gruppe befindet sich im Wettbewerb mit anderen, wenn sie Rechte an literarischen Werken und Drehbüchern erwerben oder Verträge mit erfolgreichen Regisseuren, Schauspielern und Filmstudios abschließen will. Aus diesem Grund pflegt die Gruppe eine enge Zusammenarbeit mit renommierten und erfahrenen Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten in Europa, die über eine ausgewiesene Kompetenz in der Produktion von Kinofilmen und TV-Formaten verfügen. Fachkenntnisse und Kontaktnetzwert Sowohl die technische als auch die inhaltliche Kompetenz sind, insbesondere mit Blick auf die steigende Bedeutung des digitalen Videomarkts, entscheidend. Ebenso wichtig ist die Rekrutierung, Förderung und Bindung von gut ausgebildeten, fachkundigen, engagierten und kreativen Mitarbeitern. Ein breites und etabliertes Netzwerk an Kontakten sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern sind ebenfalls wichtige Faktoren für den Erfolg der Gruppe. 2.3. Geschäftsverlauf Die Geschäftsentwicklung von Wild Bunch war im Jahr 2017 geprägt von den Verhandlungen und der Umsetzung notwendiger Finanzierungsmaßnahmen. Mit dem Abschluss der Kreditrahmenvereinbarung mit der in London ansässigen Geschäftsbank Bank Leumi plc (UK) („Bank Leumi“) im April 2017, konnten diese teilweise zur Umsetzung gebracht werden und ermöglichten Wild Bunch, seine strategische Unternehmensplanung zumindest teilweise zu realisieren. Dazu zählt zum Beispiel das weitere Wachstum im TV-Bereich, der Abschluss wichtiger Volume-Verträge mit internationalen SVOD-Anbietern sowie die fortlaufende Fokussierung auf lokale Produktionen. Zudem gelang der Gruppe eine weitere Reduzierung der Gemeinkosten um 3,9 % auf € 21,7 Mio. (Vj.: € 22,6 Mio.).
Das Geschäftssegment „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion“ von Wild Bunch deckt die gesamte Verwertungskette für Filme ab und umfasst vor allem Filmverwertungserlöse aus den Bereichen Kinoverleih, Weltvertrieb sowie elektronischer Direktvertrieb und Home Entertainment. Der Umsatz in diesem Segment reduzierte sich im Jahr 2017 auf € 97,1 Mio. im Vergleich zu € 117,4 Mio. im Jahr 2016. Im Segment „Sonstige“ verringerte sich der Umsatz von € 4,7 Mio. im Jahr 2016 auf € 4,3 Mio. im Jahr 2017, darin sind insbesondere die Aktivitäten der SVOD-Plattform des Konzerns und die Vermarktung von Musikrechten gebündelt. 2.3.1. Kinoverleih (Theatrical Distribution) Im Geschäftsjahr 2017 veröffentlichte die Gruppe insgesamt 50 Filme (Vj.: 58 Filme) in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien und erzielte in diesen und geringfügig auch in weiteren Ländern einen Gesamtumsatz von T€ 16.511 im Vergleich zu T€ 23.760 im Jahr 2016. Dieser Rückgang hatte einen direkten Einfluss auf das Gesamtergebnis des Jahres. scroll
Frankreich In Frankreich veröffentlichte Wild Bunch 2017 wie im Vorjahr 14 Filme, darunter die chilenische Produktion NERUDA von Pablo Larrain (236.397 Besucher), den japanischen Animationsfilm YO- KAI WATCH von Shigeharu Takahashi und Shinji Ushiro (230.397 Besucher), die französische Komödie GARDE ALTERNEE von Alexandra Leclère (474.134 Besucher), den neuen Dokumentarfilm des berühmten Filmemachers und Fotografen Raymond Depardon, 12 JOURS (146.350 Besucher) und der gefeierte Horror-Film RAW von Julia Ducournau (154.256 Besucher). Im Kinoverleih in Frankreich wurde im Berichtszeitraum insgesamt ein Umsatz von T€ 7.301 erzielt (Vj.: T€ 10.654). Deutschland Wild Bunch Germany und Senator Film Verleih brachten 13 Filme (Vj.: 16 Filme) in die Kinos, darunter auch die von Senator Film Produktion koproduzierten Titel LOMMBOCK von Regisseur Christian Zübert (341.600 Besucher), DIE PFEFFERKÖRNER UND DER FLUCH DES SCHWARZEN KÖNIGS von Christian Theede (326.000 Besucher) und ROCK MY HEART von Hanno Olderdissen (177.000 Besucher) sowie der frankokanadische Animationshit BALLERINA von Eric Summer und Eric Warin (279.000 Besucher). Im Kinoverleih in Deutschland wurde im Berichtszeitraum insgesamt ein Umsatz von T€ 5.653 erzielt (Vj.: T€ 3.944). Italien Des Weiteren wurden in Italien insgesamt 15 Filme (Vj.: 17 Filme) von BIM veröffentlicht, darunter IL MEDICO DI CAMPAGNIA von Thomas Lilti (geschätzt € 0,97 Mio. Einnahmen/171.300 Besucher) und 50 PRIMAVERE (AURORE) von Blandine Lenoir (geschätzt € 0,43 Mio. Einnahmen/71.000 Besucher). Im Kinoverleih in Italien wurde im Jahr 2017 insgesamt ein Umsatz von T€ 2.204 erzielt (Vj.: T€ 4.339). Spanien In Spanien wurden insgesamt 13 Filme (Vj.: 19 Filme) von Vértigo in die Kinos gebracht, darunter der oscarnominierte COMANCHERIA von David Mackenzie (161.000 Besucher), JACKIE, ein Biopic über das Leben von Jacqueline Kennedy von Pablo Larraín (134.000 Besucher). Im Kinoverleih in Spanien wurde im Jahr 2017 insgesamt ein Umsatz von T€ 1.353 erzielt (Vj.: T€ 4.518). 2017 brachte Wild Bunch mehrere seiner Filme in unterschiedlichen Ländern parallel in die Kinos, zum Beispiel A FOND in Frankreich und Spanien, FELT und RADIN in Italien und Deutschland, RODIN in Deutschland und Frankreich, HISTORY OF LOVE in Italien und Spanien und SENSE OF AN ENDING in Italien und Spanien. Einige Filme des Jahres 2017 konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Dazu gehörten BIENVENUE AU GONDWANA von Mamane in Frankreich (68.454 Besucher), SI J’ETAIS UN HOMME von Audrey Dana in Frankreich (162.464 Besucher), FALLEN von Scott Hicks in Deutschland (25.027 Besucher) and REPARER LES VIVANTS (dt. DIE LEBENDEN REPARIEREN) von Katell Quillévéré in Deutschland (3.716 Besucher), HISTORY OF LOVE von Radu Mihăileanu in Italien (24.220 Besucher) und Spanien (5.951 Besucher). Im aktuellen Stadium der strategischen Entwicklung von Wild Bunch bleibt der Erfolg der veröffentlichten Kinofilme ein wesentlicher Faktor für Umsatz und Profitabilität der Gruppe. 2.3.2. Weltvertrieb Im Rahmen der internationalen Vertriebsaktivitäten hat Wild Bunch im Jahr 2017 über seine International Sales-Einheiten Insiders, Versatile, Elle Driver und Wild Bunch International Sales für 37 Filme (Vj.: 39 Filme) den Weltvertrieb übernommen. Dazu zählen der russische Film TESNOTA von Kantemir Balagov, RAW von Julia Ducournau, der neue Film des international gefeierten Regisseurs Kore-eda Hirokazu THE 3RD MURDER, RODIN von Jacques Doillon, LOVELESS von Andrej Swjaginzew, RACER AND THE JAILBIRD VON Michaël R. Roskam, I AM NOT MADAME BOVARY von Feng Xiaogang, SI J’ETAIS UN HOMME von Audrey Dana, BELOW HER MOUTH von April Mullen, 7.19 AM von Jorge Michel Grau, SAFE NEIGHBORHOOD von Chris Pekover, S.M.A.R.T. CHASE von Charles Martin, YOU WERE NEVER REALLY HERE von Lynne Ramsay mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. Der Film wurde bei den Festspielen in Cannes 2017 für den besten Film nominiert und gewann die Auszeichnung für das beste Drehbuch und den besten Darsteller. Die internationalen Vertriebsaktivitäten von Wild Bunch erzielten im Berichtszeitraum Umsatzerlöse in Höhe von T€ 28.274 (Vj.: T€ 27.454). Wild Bunch TV Wild Bunch TV als Label der Wild Bunch S.A., Paris, wurde 2015 mit dem Ziel gegründet, TV-Serien zu initiieren, zu identifizieren und gemeinsam zu entwickeln, Koproduktions- und Finanzierungsdienste für TV-Serien zur Verfügung zu stellen und weltweit ein attraktives TV-Angebot zu vertreiben und zu vermarkten. Wild Bunch TV verstärkte seine Vertriebsaktivitäten mit zwei neuen Serien: MAMA’S ANGEL von Keren Weissman wurde an 10x45’ - YES TV (Israel) verkauft und THE EXCHANGE PRINCIPLE von Oded Davidoff an 10x45’ - HOT TV (Israel). 2.3.3. Elektronischer Direktvertrieb und Home Entertainment VoD In den Kernmärkten von Wild Bunch ist im Berichtszeitraum der Umsatzbeitrag von VOD/SVOD im Videomarkt weiter gestiegen. Auch bei einigen konventionellen DVD-Veröffentlichungen erzielte Wild Bunch gute Ergebnisse. Im Geschäftsjahr 2017 realisierte die Gruppe signifikante Umsätze mit Netflix auf globaler und regionaler Ebene sowie durch weitere Verkäufe an Amazon. Wild Bunch ist gut positioniert, um von der wachsenden Nachfrage im digitalen Videomarkt zu profitieren. Aufgrund von geringeren Investitionen in neue filmische Inhalte blieb der Umsatz im Bereich VOD/SVOD im Jahr 2017 mit T€ 11.127 (Vj.: T€ 11.589) leicht unter dem Vorjahresniveau. Home Video Im Bereich Home Entertainment verzeichnete Wild Bunch im internationalen Markt zahlreiche Erfolge. Dazu gehören GUARDIANS von Sarik Andreasyan, der erfolgreichsten Produktion im Bereich Direct-to-Video. Sie verkaufte sich in Frankreich 22.000-mal als DVD und 100.000-mal als VOD. Gute Verkaufswerte erzielte auch der Science-Fiction-Film OSIRIS von Shane Abbess, der im Sommer 2017 in Frankreich veröffentlicht wurde. Er verkaufte sich 22.000-mal als DVD und 30.000-mal als VOD. Der Thriller COMANCHERIA von David Mackenzie erreichte 27.000 DVD-Verkäufe und 32.000 VOD-Downloads in Frankreich. Enttäuschend entwickelten sich die Verkaufszahlen in Frankreich von GRAVE von Julia Ducournau mit jeweils 10.000 Verkäufen als DVD und VOD und HISTOIRE DE L’AMOUR von Radu Mihăileanu, mit 4.000 DVD- und 6.000 VOD-Verkäufen. Insgesamt erzielte die Wild Bunch Gruppe mit dem Vertrieb von Home Video Einheiten einen Umsatz von T€ 13.037 (Vj.: T€ 16.182). Der Umsatzrückgang um 19,4 % entspricht dabei der allgemeinen Markttendenz und der Verschiebung hin zum Abruf von VoD-Inhalten. In Italien ragte die Produktion SNOWDEN mit Erlösen von T€ 50 im Bereich TVOD und T€ 88 bei Verkäufen als DVD und Blu-ray heraus (11.500 verkaufte Exemplare). TV-Verkäufe Im Bereich TV (Free and Pay-TV) erzielte Wild Bunch im Jahr 2017 einen Umsatz von T€ 28.330 (Vj.: € 31.887). Der Rückgang ist im Wesentlichen der geringeren Investitionstätigkeit der Gruppe im Berichtszeitraum geschuldet. Im Geschäftsjahr 2017 erzielten Filme, die von Wild Bunch an die jeweiligen TV-Sender
verkauft worden waren, hohe Einschaltquoten. So erreichte in Italien 12 YEARS A SLAVE
auf Canale 5 einen Marktanteil von 12,7 %. LA FAMILLE BELIER kam bei seiner Ausstrahlung
auf RAI 3 auf Die Attraktivität der Filmbibliothek von Wild Bunch wurde auch durch starke Umsätze in Frankreich belegt: An Arte wurde Filme wie DETECTIVE DEE 2, DRIVE, THE SHOCK CORRIDOR oder LE TIGRE DU BENGAL von Fritz Lang verkauft. Canal+ übernahm Titel wie TORO und COMANCHERIA. Auf verschiedenen TNT-Kanälen liefen COMME T’Y ES BELLE (TF1 Series) und UN ÉTÉ À OSAGE COUNTY (C8). LES CHEVALIERS DU ZODIAQUE wurde an Altice verkauft. Klassische TV-Sender wie France2 mit DE L’AUTRE CÔTÉ DU LIT oder France3 mit LES SAVEURS DU PALAIS trugen ebenfalls zum Verkaufserfolg bei. Auch in Italien verzeichnete Wild Bunch vielfältige Verkaufsaktivitäten, was auch auf neue Free-TV-Angebote zurückzuführen ist. Zahlreiche Filme aus unserem Bestand wurden an unterschiedliche TV-Sender wie Paramount, Comedy, Cielo, TV8 und Universal verkauft. Filmo TV Darüber hinaus erweiterte Filmo TV im Berichtsjahr seinen Bestand und schloss eine Vereinbarung mit Fox and Paramount, um die Titel dieser beiden Produktionsfirmen in sein Angebot zu übernehmen. Die Online-Bibliothek von Filmo hat 2017 die Marke von 7.000 Titeln überschritten. Filmo TV entwickelte zudem die innovative Schnittstelle FilmoGeneric weiter. 2017 startete die Neu-Entwicklung von zahlreichen Apps, die es dem Unternehmen ermöglichen, besser auf die individuellen Kundenwünsche einzugehen und die Kundenbindung zu erhöhen. Die ersten beiden Apps wurden bereits gestartet. Wild Bunch Digital In Anbetracht der Marktentwicklung und bereits gewonnenen Erkenntnisse aus dem bisherigen digitalen Vertrieb hat Wild Bunch beschlossen, seine Aktivitäten im Bereich des digitalen Vertriebs zu bündeln. Dazu wurde im Oktober 2017 eine neue Einheit, Wild Bunch Digital, gegründet. Wild Bunch Digital ist spezialisiert auf die Herausbringung digitaler Inhalte, erwirbt, koproduziert und aggregiert Kino-, audiovisuelle und Webinhalte und vermarktet sie über sämtliche digitale Dienste (e-Cinema, VOD, SVOD, PayTV, FreeTV). Hierbei kombiniert die Wild Bunch-Gruppe ihre paneuropäische und internationale Ausrichtung mit ihrer Kompetenz, erfolgreich Projekte zu entwickeln, zu akquirieren und zu vermarkten. Wild Bunch Digital vereinigt somit nicht nur die digitalen Vertriebsaktivitäten von Wild Side, Wild Bunch und Wild Bunch TV, sondern bindet auch Inhalte von weiteren Anbietern ein. Wild Bunch Digital hat am 28. September 2017 über e-Cinema 47 METERS DOWN von Johannes Roberts erfolgreich in Frankreich veröffentlicht. Mit 40.000 Abrufen als VOD ist der Film der bisher zweiterfolgreichste im Bereich e-Cinema nach WELCOME TO NEW YORK. Dazu kommen noch 8.000 verkaufte DVD und Verkäufe an die beiden französischen TV-Sender Canal+ und TF1 TNT. Auch wenn es sich um eine sehr innovative Vertriebsform handelt, bleibt der Beitrag des e-Cinemas zum konsolidierten Umsatz von Wild Bunch begrenzt. 2.3.4. Sonstige Informationen Veräußerung von Geschäftsanteilen an Circuito Cinema s.r.l. Im Laufe des Geschäftsjahres 2017 veräußerte BIM 10,57 % ihres 35,47 %-Gesellschaftsanteils an der Circuito Cinema s.r.l., so dass die Gesellschaft nun noch 24,9 % an dem italienischen Kinobetreiber hält. Der Verkauf an die Mitgesellschafter erfolgte aus strategischen Gründen. Auszeichnungen auf Film Festivals Filme von Wild Bunch wurden auch im Jahr 2017 mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. IN THE FADE (AUS DEM NICHTS) von Fatih Akin, vertrieben von BIM in Italien, gewann den Preis für die beste Schauspielerin (Diane Kruger) bei den Filmfestspielen in Cannes und den Golden Globe für den besten ausländischen Film. LOVELESS von Andrej Swjaginzew, weltweit verkauft von Wild Bunch International und in Deutschland von Wild Bunch Deutschland, gewann den Preis der Jury in Cannes und den Preis für den besten Film beim London Film Festival (BFI). YOU WERE NEVER REALLY HERE von Lynne Ramsay, vertrieben von Insiders, gewann in Cannes den Preis für das beste Drehbuch in Cannes und Joaquin Phoenix wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet. THE MISEDUCATION OF CAMERON POST von Desiree Akhavan, vertrieben von Elle Driver, gewann den „Grand Jury Prize“ beim Sundance Festival; TARDE PARA LA IRA von Raul Arevalo, vertrieben von BIM in Italien, gewann gleich vier Preise beim spanischen Filmpreis Goya: für den besten Film, das beste Regiedebut, die beste Nebendarstellerin und das beste Drehbuch. ÜBERFLIEGER von Toby Genkel und Reza Memari, im Vertrieb von Wild Bunch Deutschland und koproduziert von Senator Film München, gewann den Preis für den besten Animationsfilm beim Bayerischen Filmpreis. 2.3.5. Gesamtbeurteilung des Geschäftsverlaufs Wild Bunch ist auf europäischer Ebene eines der führenden Filmvertriebsunternehmen, das insbesondere durch seine strategisch hinreichende Unternehmensgröße Einkaufs- und Marktmacht realisieren kann und in der Lage ist, auf die raschen Veränderungen in der Filmrechteverwertung zu reagieren. Das Geschäftsjahr 2017 war geprägt von intensiven Verhandlungen mit Investoren und Banken hinsichtlich der weiteren finanziellen Restrukturierung der Gruppe. Im Umfeld dieser Refinanzierungspläne wurden die Investitionen im Vergleich zu 2016 um € 5,8 Mio. auf € 44,5 Mio. reduziert, gleichzeitig stieg die Nettoverschuldung auf € 86 Mio., also € 10,8 Mio. mehr im Vergleich zur Nettoverschuldung Ende 2016. Insgesamt konnte Wild Bunch seine strategische Neuausrichtung weiter vorantreiben. Beispielhaft stehen hier die Entwicklung der Marken Wild Bunch Digital, Wild Bunch TV sowie das innovative Geschäftsmodell von Insiders. Gleichzeitig wird die Gruppe weitere Anstrengungen und Investitionen in den Kerngeschäftsbereichen unternehmen müssen, um in einem dynamischen Marktumfeld zukünftig wieder wachsen zu können. Dazu hat die Gruppe gemeinsam mit Banken und Investoren ein Bündel an Maßnahmen vereinbart, das die finanzwirtschaftliche Neuaufstellung der Gruppe ermöglicht und strategisch die Weichen für die Zukunft stellt. 2.4. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns Tatsächliche Entwicklung im Vergleich mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf Die Umsatzerlöse beliefen sich 2017 auf € 101,4 Mio. und lagen damit unter der Prognose des Managements, das einen moderaten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (€ 122,2 Mio.) erwartet hatte. Besonders der Bereich Theatrical konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Aufgrund der ausbleibenden Umsätze wurde auch die EBIT-Prognose nicht erreicht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei € 0,7 Mio. und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von € 3,8 Mio. Erwartet worden war hingegen eine leichte Steigerung. Die vom Vorstand erwartete EBITDA-Marge für das Geschäftsjahr 2017 von mehr als 35 % wurde mit 47 % hingegen bestätigt. Ein vom Vorstand oberhalb des Vorjahres (€ 20,1 Mio.) erwarteter Bruttogewinn für das Geschäftsjahr 2017 wurde mit € 18 Mio. verfehlt. Die Nettoverschuldung erhöhte sich auch unter Beachtung neuer Kreditaufnahmen unter der Kreditlinie von Bank Leumi auf T€ 85.989 (Vj.: T€ 75.201). 2.4.1. Ertragslage des Konzerns Im Geschäftsjahr 2017 ging der Umsatz laut IFRS-Konzernabschluss um 17,0 % auf T€ 101.420 zurück (Vj.: T€ 122.152). Die Konzernumsatzerlöse verteilten sich wie folgt auf die einzelnen Segmente: Im Segment „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion“ erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2017 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 97.082 (Vj.: T€ 117.416). Wesentliche Umsatzbeiträge leisteten der Kinoverleih mit T€ 16.511 bzw. 16,3 % (Vj.: T€ 23.760 bzw. 20,2 %), der Weltvertrieb mit T€ 28.274 bzw. 27,9 % (Vj.: T€ 27.454 bzw. 23,4 %), der elektronische Direktvertrieb und Home Entertainment sowie TV mit T€ 52.494 bzw. 51,8 % (Vj.: T€ 59.658 bzw. 48,8 %) sowie der Bereich Filmproduktion mit T€ 1.584 bzw. 1,6 % (Vj.: T€ 4.345 bzw. 3,7 %). Daneben erwirtschaftete der Konzern im Segment „Sonstige“ einen Umsatz von T€ 4.338 (Vj.: T€ 4.737). Nach Regionen verteilten sich die Umsatzerlöse von Wild Bunch im Geschäftsjahr 2017 wie folgt: Mit T€ 36.312 bzw. 35,8 % (Vj.: T€ 41.718 bzw. 34,2 %) entfiel der größte Umsatzanteil des Unternehmens auf Frankreich. Die Geschäftsaktivitäten in Deutschland trugen T€ 25.471 bzw. 25,1 % (Vj.: T€ 31.382 bzw. 25,7 %) zum Gesamtumsatz bei. Daneben wurden in den weiteren Kernmärkten der Gruppe, Spanien T€ 4.452 bzw. 4,4 % (Vj.: T€ 9.973 bzw. 8,2 %) und Italien T€ 6.459 bzw. 6,4 % (Vj.: T€ 10.672 bzw. 8,7 %) erwirtschaftet. Die Umsätze in den übrigen Regionen weltweit beliefen sich im Berichtszeitraum auf T€ 28.725. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 28,3 % (Vj.: T€ 28.407 bzw. 23,3 %). Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen beliefen
sich im Geschäftsjahr 2017 auf T€ 91.157 (Vj.: T€ 111.832). Die Aufwendungen des Konzerns
umfassen insbesondere Kosten im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Filmen in Höhe von
Die sonstigen betrieblichen Erträge des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf T€ 9.404 (Vj.: T€ 7.649). Diese resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 2.024 (Vj.: T€ 1.685), der Ausbuchung von Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 708 (Vj.: T€ 3.556) und Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen von T€ 623 (Vj.: T€ 638). Der Verwaltungsaufwand des Konzerns verringerte sich weiter auf T€ 21.663 (Vj.: T€ 22.618). Dies ist insbesondere auf geringere Personalkosten von T€ 12.679 (Vj.: T€ 13.885) infolge der Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern zurückzuführen. Abschreibungen belasteten den Verwaltungsaufwand in Höhe von T€ 302 (Vj.: T€ 236). Trotz der erreichten Kostensenkungen erhöhte sich die Verwaltungsaufwandsquote aufgrund des niedrigeren Umsatzes auf 21,6 % (Vj.: 18,5 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns lagen mit T€ 4.991 (Vj.: T€ 1.329) im Geschäftsjahr 2017 deutlich über dem Vorjahr. Die Währungsverluste weiteten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich auf T€ 4.160 (Vj. T€ 1.225) aus. Das Ergebnis vor Steuern ging im Berichtszeitraum deutlich auf T€ -5.436 (Vj.: T€ -343) zurück. Grund hierfür waren die deutlich niedrigeren Umsatzerlöse. Auch das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduzierte sich im Geschäftsjahr 2017 auf T€ 734 (Vj.: T€ 3.754). Die Finanzerträge, die im Wesentlichen aus Währungsgewinnen von T€ 590 (Vj.: T€ 916) und Zinserträgen von T€ 280 (Vj.: T€ 48) resultierten, betrugen 2017 T€ 897 (Vj.: T€ 1.107). Hingegen führten Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 5.753 (Vj.: T€ 4.489) zu einem Finanzaufwand des Konzerns von T€ 6.809 (Vj.: T€ 5.313), so dass sich das Finanzergebnis negativ auf T€ -6.170 (Vj.: T€ -4.097) ausweitete. Der Steueraufwand betrug insgesamt T€ 1.241 (Vj.: T€ 1.146) und umfasst im Wesentlichen Körperschaftsteuern in Höhe von T€ -845 (Vj.: T€ -2.066) und latente Steuern in Höhe von T€ -157 (Vj.: T€ 2.231). Im Geschäftsjahr 2017 belief sich das Konzernergebnis auf T€ -6.677 (Vj.: T€ 803). Bei gegenüber dem Vorjahr unverändert 81.763.015 durchschnittlich ausstehenden Aktien der Wild Bunch AG zum 31. Dezember 2017 entspricht dies einem Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) von € -0,08 (Vj.: € 0,01). Wesentliche Kennzahlen im Überblick scroll
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Nettoverschuldung entspricht Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquide Mittel 2.4.2. Ertragslage der Segmente Die Ertragslage der Segmente im Geschäftsjahr 2017 stellt sich wie folgt dar: scroll
2.4.3. Vermögenslage des Konzerns Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2017 auf T€ 282.446 (31. Dezember 2016: T€ 315.808). Auf der Aktivseite betrug das langfristige Vermögen zum 31. Dezember 2017 T€ 213.352 (31. Dezember 2016: T€ 230.070). Dieses umfasst immaterielle Vermögenswerte in Höhe von T€ 81.689 (31. Dezember 2016: T€ 95.593). Dabei steht der überwiegende Teil im Zusammenhang mit Filmverwertungsrechten, die planmäßig in den kommenden Monaten und Jahren verwertet und damit zu den Umsatzerlösen beitragen werden. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr geht mit der Verringerung des Geschäftsvolumens und planmäßigen Abschreibungen einher. Des Weiteren ist in den langfristigen Vermögenswerten des Konzerns ein Firmenwert (Goodwill) in Höhe von T€ 124.454 enthalten (31. Dezember 2016: T€ 124.454). Zum Stichtag 31. Dezember 2017 summierten sich die Sachanlagen auf T€ 1.156 (31. Dezember 2016: T€ 1.274). Die anderen Finanzanlagen erhöhten sich auf T€ 2.511 (31. Dezember 2016: T€ 913), was im Wesentlichen auf den Anstieg von hinterlegten Sicherheitsleistungen zurückzuführen ist. Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge reduzierten sich auf T€ 872 (31. Dezember 2016: T€ 4.899). Grund hierfür ist in erster Linie die Wertberichtigung von aktiven latenten Steuern nach Bemessung ihrer Realisierbarkeit unter Zugrundelegung eines dreijährigen Planungshorizonts. Die kurzfristigen Vermögenswerte des Konzerns beliefen sich zum Bilanzstichtag 2017 auf T€ 68.094 (31. Dezember 2016: T€ 85.738). Zum Bilanzstichtag 2017 spiegelt der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte im Vergleich zum Vorjahr das geringere Geschäftsvolumen wider. Ein ganz wesentlicher Teil der kurzfristigen Vermögenswerte entfiel auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen in Höhe von T€ 36.020 (31. Dezember 2016: T€ 42.090). Daneben bestehen sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von T€ 23.832 (31. Dezember 2016: T€ 33.743), die zu einem überwiegenden Teil aus Umsatzsteuerforderungen sowie Forderungen gegenüber Förderanstalten resultieren. Die liquiden Mittel gingen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 auf T€ 6.593 zurück (31. Dezember 2016: T€ 7.170). Zum 31. Dezember 2017 belief sich das bilanzielle Eigenkapital auf T€ 81.175 (31. Dezember 2016: T€ 87.736). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 28,74 % (31. Dezember 2016: 27,8 %). Zum 31. Dezember 2017 standen insgesamt T€ 200.408 an Verbindlichkeiten zu Buche (31. Dezember 2017: T€ 228.072). Die Summe der langfristigen Verbindlichkeiten belief sich zum 31. Dezember 2017 auf T€ 52.156 (31. Dezember 2016: T€ 64.215). Dies ist insbesondere auf den Abschluss der Rahmenkreditvereinbarung mit Bank Leumi zurückzuführen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten gingen deutlich auf insgesamt T€ 48.459 zurück (31. Dezember 2016: T€ 56.198). Weitere Informationen zur Fälligkeit und Unterlegung der Finanzverbindlichkeiten finden sich im Konzernanhang. Die passiven latenten Steuern reduzierten sich auf T€ 2.881 (31. Dezember 2016: T€ 6.081). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2017 betrugen T€ 148.252 (31. Dezember 2016: T€ 163.857). Diese enthalten kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 44.123 (31. Dezember 2016: T€ 26.173), wobei auch der Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen auf den Abschluss der Kreditrahmenvereinbarung mit Bank Leumi zurückzuführen ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Lizenzgeberabführungen beliefen sich auf T€ 52.077 (31. Dezember 2016: T€ 71.216). Auch hier spiegelt sich das geringere Geschäftsvolumen im Berichtszeitraum wider. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen T€ 49.080 (31. Dezember 2016: T€ 62.113) und umfassen neben passiven Rechnungsabgrenzungen in Höhe von T€ 14.455 (31. Dezember 2016: T€ 19.547) auch abzuführende Lohnsteuer und Sozialabgaben sowie Verbindlichkeiten gegenüber Filmförderanstalten. 2.4.4. Finanzlage des Konzerns Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete die Wild Bunch AG einen positiven operativen Cashflow von T€ 26.418 (Vj.: T€ 37.793). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf das reduzierte Geschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2017 zurückzuführen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf T€ -39.450 (Vj.: T€ -43.126). Dieser Rückgang resultiert aus geringeren Zahlungen für Investitionen in Filmverwertungsrechte und sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von T€ 44.510 (Vj.: T€ 50.259). Hierbei investierten die Unternehmen der Wild Bunch-Gruppe vor allem in Filmverwertungsrechte, die planmäßig in den kommenden Monaten und Jahren über die einzelnen Wertschöpfungsketten verwertet werden. Positiv zeigte sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit mit einem Mittelzufluss in Höhe von T€ 12.490 (Vj.: T€ 3.863). Während die Aufnahme von sonstigen Finanzverbindlichkeiten (insb. die Inanspruchnahme der Rahmenkreditlinie bei Bank Leumi und weiterer Finanzierungen) einen positiven Cashflow von T€ 36.172 (Vj.: T€ 13.336) generierte, führten reduzierte Finanzverbindlichkeiten zu einem Mittelabfluss in Höhe von T€ -23.682 (Vj.: T€ -22.693). Zu Bestimmungen und Struktur der Fristigkeit der Finanzverbindlichkeiten verweisen wir auf die detaillierten Angaben im Konzernanhang. Die Finanzlage zum Ende des Geschäftsjahres war insgesamt angespannt. Ab Ende November 2017 führten die französischen Tochtergesellschaften der Gruppe in einem gerichtlich beaufsichtigten Verfahren Gespräche mit Gläubigern zur Gesamtrestrukturierung und teilweisen Stundung der Verbindlichkeiten der französischen Gesellschaften (s. dazu unter Ziffer 3.4. und 4.1.3). Insgesamt beliefen sich die liquiden Mittel des Konzerns zum 31. Dezember 2017 auf T€ 6.593 (Vj.: T€ 7.170). Nicht ausgenutzte Kreditlinien bei Banken beliefen sich zum Stichtag auf T€ 1.597 (Vj.: T€ 16.700). Die Eigenkapitalquote belief sich auf 28,7 % (Vj.: 27,8 %) und der Anteil der mittel- und langfristigen Finanzierung an der Gesamtfinanzierung auf ca. 26,1 % (Vj.: 28,2 %). 2.5. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Wild Bunch AG Tatsächliche Entwicklung im Vergleich mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf 2.5.1. Ertragslage der Wild Bunch AG Auf Ebene der Einzelgesellschaft Wild Bunch AG belief sich der Umsatz im Jahr 2017 auf T€ 38 (Vj.: T€ 60), wobei der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr darauf zurückzuführen ist, dass die Wild Bunch AG nach dem Zusammenschluss mit der Wild Bunch Gruppe in 2015 operativ kein Neugeschäft mehr tätigt und sich auf die Abwicklung des Altgeschäfts beschränkt, welches ertragsmäßig planmäßig rückläufig ist. Die Umsatzerlöse umfassen im Wesentlichen Home Video Erlöse in Höhe von T€ 14 (Vj.: T€ 23) sowie Erlöse aus der Auswertung von Musikrechten T€ 21 (Vj.: T€ 37). Die sonstigen betrieblichen Erträge der Einzelgesellschaft beliefen sich auf T€ 696 (Vj.: T€ 2.187) und beinhalten insbesondere Konzernumlagen, die der Wild Bunch AG für ihre Holdingleistungen im Bereich Administration und Finanzierung zustehen, sowie Wechselkurserträge i.H.v. T€ 0,26 (Vj.: T€ 21). Der Materialaufwand verringerte sich weitgehend korrespondierend zu den reduzierten Umsatzerlösen auf T€ 14 (Vj.: T€ 17). Die Materialaufwandsquote belief sich, gemessen am Umsatz, infolge auf 36,8 % (Vj.: 28,3 %). Ohne Vorstandsmitglieder beschäftige die Wild Bunch AG im Geschäftsjahr 2017 durchschnittlich 7 Mitarbeiter (Vj.: 7). Auch der Personalaufwand betrug im Jahr 2017 T€ 922 (Vj.: T€ 901), wobei die Aufwendungen für Löhne und Gehälter im Berichtszeitraum T€ 821 (Vj.: T€ 805) betrugen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Einzelgesellschaft beliefen sich 2017 auf T€ 3.483 (Vj.: T€ 3.083). Sie enthalten insbesondere Kosten für das operative Geschäft wie Mietaufwendungen, Kosten für den Aufsichtsrat sowie Reisekosten und sonstige Verwaltungskosten. Mit verschiedenen Tochtergesellschaften hat die Wild Bunch AG Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen, was jedoch gleichzeitig zum Ausgleich von Verlusten verpflichtet. Hierdurch resultierten Aufwendungen aus der Verlustübernahme in Höhe von T€ 222 (Vj.: T€ 143). Die Wild Bunch AG übernimmt als Muttergesellschaft die Konzernfinanzierung und stellt den Konzerngesellschaften Liquidität zur Verfügung. Hierzu nimmt sie als Hauptkreditnehmerin Darlehen bei Kreditinstituten auf bzw. refinanziert sich über den Kapitalmarkt. Die Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzerngesellschaften werden verzinst. Dementsprechend beliefen sich die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge im Geschäftsjahr 2017 auf T€ 651 (Vj.: T€ 773). Demgegenüber standen Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von T€ 2.519 (Vj.: T€ 2.793). Die Einzelgesellschaft verzeichnete ein deutlich negatives Ergebnis der gewöhnlichen Tätigkeit (EBT) von T€ -2.517 (Vj.: T€ -6). Der Jahresfehlbetrag der Einzelgesellschaft betrug im Geschäftsjahr 2017 T€ -2.517 (Vj.: T€ -6), vor allem durch die im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren sonstigen betrieblichen Erträge der Einzelgesellschaft bei gleichbleibend hohen sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Personalaufwendungen. 2.5.2. Vermögens- und Finanzlage der Wild Bunch AG Die Einzelgesellschaft Wild Bunch AG wies zum 31. Dezember 2017 eine Bilanzsumme von T€ 136.302 aus (Vj.: T€ 135.117). Auf der Aktivseite betrug das Anlagevermögen T€ 132.031 (Vj.: T€ 132.052), wobei analog zum Vorjahr mit T€ 111.698 der ganz wesentliche Teil, Anteilen an verbundenen Unternehmen zuzuordnen ist. Die Anteile an assoziierten Unternehmen betrugen T€ 2.108 (Vj.: T€ 2.108). Die immateriellen Vermögensgegenstände beliefen sich auf T€ 1 (Vj.: T€ 4), die Sachanlagen beliefen sich auf T€ 42 (Vj.: T€ 61). Das Umlaufvermögen belief sich zum Bilanzstichtag 2017 auf T€ 4.040 (Vj.: T€ 2.943). Die Vorräte verringerten sich aufgrund von Verkäufen von DVD-Beständen auf T€ 4 (Vj.: T€ 8). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich hingegen auf T€ 3.972 (Vj.: T€ 2.590). Dieser Zuwachs resultierte aus gestiegenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 3.830 (Vj.: T€ 2.225). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verblieben bei T€ 1 (Vj.: T€ 1). Die sonstigen Vermögensgegenstände verringerten sich auf T€ 140 (Vj.: T€ 363). Zum Stichtag verfügte die Wild Bunch AG über liquide Mittel von T€ 64 (Vj.: T€ 345). Das Eigenkapital der Wild Bunch AG betrug zum 31. Dezember 2017 T€ 95.862 (Vj.: T€ 98.379), die Eigenkapitalquote belief sich infolge auf 70,3 % (Vj.: 72,8 %). Ein Sonderposten für Investitionszuschüsse, unter dem die Gesellschaft Zuschüsse aus dem Programm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ bilanziert, lag aufgrund der weiteren Auflösung mit T€ 1 entsprechend niedriger als im Vorjahr (T€ 14). Zum Geschäftsjahresende beliefen sich die Rückstellungen auf T€ 823 (Vj.: T€ 1.287), die sich aus sonstigen Rückstellungen wie insbesondere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Prüfungskosten sowie Urlaubsrückstellungen ergaben. Zum Bilanzstichtag 2017 erhöhten sich die Verbindlichkeiten auf T€ 39.616 (Vj.: T€ 35.438), was im Wesentlichen auf die gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 17.791 (Vj.: T€ 16.028) zurückzuführen ist, die aufgrund der bestehenden Ergebnisabführungsverträge und der Verpflichtung zum Verlustausgleich entstehen. Daneben werden die Anleihen weiterhin mit T€ 18.032 bilanziert (Vj.: T€ 18.032). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich auf T€ 2.939 (Vj.: T€ 0). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich stichtagsbezogen auf T€ 816 (Vj.: T€ 1.318). Die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich weiter auf T€ 38 (Vj.: T€ 59). Ein Kapitalzufluss in Höhe von T€ 2.939 resultierte allein aus Finanzierungstätigkeit durch Aufnahme von anteiligen Kreditfinanzierungen in Höhe des genannten Betrags. Der operative Cashflow belief sich auf T€ -3.220. Über den Lauf des Geschäftsjahres 2017 reduzierten sich die liquiden Mittel der Wild Bunch AG von T€ 345 zum 1. Januar 2017 auf T€ 64 zum 31. Dezember 2017. Zur Sicherung der Liquiditätslage hat die Wild Bunch Gruppe im April 2017 mit Bank Leumi einen Kreditrahmenvertrag über eine revolvierende Kreditlinie im Umfang von € 30 Mio. geschlossen. Aus dem bis 2019 laufenden Kreditrahmen haben die deutschen, italienischen und spanischen Gesellschaften der Wild Bunch Gruppe sowie der Wild Bunch AG, im Berichtszeitraum bestehende Finanzierungen zurückgeführt und ihr laufendes Geschäft finanziert. Eine erste Ziehung in Höhe von € 20 Mio. erfolgte am 18. Juli 2017. Der durch den Wert der Borrowing Base definierte Kreditrahmen betrug zum Stichtag € 23,4 Mio. und war im Umfang von € 21,9 Mio. in Anspruch genommen. Bei Abschluss des Kreditrahmenvertrages wurde bereits eine freibleibende Erhöhung der Kreditlinie durch den Beitritt der französischen Gesellschaften und unter der Voraussetzung des Eintritts weiterer Bedingungen auf bis zu € 100 Mio. im Vertrag vorgesehen; zur Nutzung der erweiterten Kreditlinie ist eine erneute Zustimmung von Bank Leumi und ggf. weiterer Konsortialbanken erforderlich (s. auch 3.4). 2.6. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Wild Bunch AG Das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 war weiterhin durch die angestrebte finanzielle Restrukturierung und das fortlaufende Management der Integration der Unternehmenseinheiten geprägt. So konnte die Finanzstruktur durch Abschluss einer nahezu gruppenweiten Finanzierung mit Bank Leumi deutlich verbessert werden. Mit dieser stehen den deutschen, italienischen und spanischen Einheiten der Gruppe für eine Laufzeit von zwei Jahren Mittel von zunächst bis zu € 30 Mio. für das operative Geschäft zur Verfügung, nach Erfüllung der Voraussetzungen für den Beitritt der französischen Tochter Wild Bunch S.A. zur Finanzierung bis zu insgesamt € 100 Mio.. Der potentielle Zugang zu Liquidität wird zur Stärkung und Stabilisierung der Finanzlage des Unternehmens beitragen. Die verbesserten Finanzierungskonditionen führen werden zudem zu einer Reduzierung der Fremdkapitalkosten und damit zu finanziellen Entlastungen in den kommenden Jahren führen. Als europaweit tätiges Filmunternehmen mit einem unverwechselbaren Erscheinungsbild und einem breiten Portfolio an Aktivitäten vom Weltvertrieb bis hin zum direkten elektronischen Vertrieb sieht sich Wild Bunch in seiner strategischen Grundausrichtung bestätigt, wenngleich die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2017 nicht zufriedenstellend war. Das Unternehmen konnte seine operativen Tätigkeiten erfolgreich fortführen, insbesondere die Produktion und den Vertrieb von Filmen in den Bereichen Kino, TV und Home Entertainment. Zwar verringerte sich der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2017 auf T€ 101.419 (Vj.: T€ 122.152). Hinsichtlich der Profitabilität lag das Unternehmen mit einem geringen operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern von T€ 734 im noch positiven Bereich, jedoch unterhalb des Rahmens seiner Erwartungen, die leicht über dem Vorjahreswert angesiedelt waren (Vj.: T€ 3.754). Mit einem positiven Cashflow aus operativer Tätigkeit von T€ 26.418 (Vj.: T€ 37.793) und liquiden Mitteln von T€ 6.593 (Vj.: T€ 7.170) bei einer gestiegenen Nettoverschuldung von T€ 85.989 (Vj.: T€ 75.201) verfügt das Unternehmen über eine derzeit belastete, aber kontrollierbare Liquiditätslage (s. zu den bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken in Abschnitt 4.1.3. Finanzielle, bilanzielle und steuerliche Risiken) und weist eine Eigenkapitalquote von 28,7 % (Vj.: 27,8 %) aus. Dennoch führte die finanzielle Gesamtsituation dazu, dass ein unmittelbarer Restrukturierungsdruck für die Gruppe bestand. Wild Bunch sieht sich insgesamt gut positioniert, um weitere Synergien zu erzielen und die Vorteile zu nutzen, die sich aus dem hohen Wachstumspotenzial des internationalen Filmmarktes ergeben. Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2017 hat die hohe Veränderungsdynamik verdeutlicht, der die Filmbranche aktuell ausgesetzt ist. 3. Prognosebericht 3.1. Entwicklung des Marktumfeldes Die Unterhaltungs- und Medienindustrie kann nach Einschätzungen der Beratungsgesellschaft PwC im Media & Entertainment Outlook 2015-2019 („PwC Media Outlook 2015“) ihren Wachstumstrend auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Der Gesamtumsatz auf dem globalen Filmmarkt wird voraussichtlich um 4,1 % CAGR bis 2019 auf rund US-$ 105 Mrd. wachsen. Insbesondere wird in den aufstrebenden Märkten China und Lateinamerika ein starkes Wachstum erwartet, das einhergeht mit einem weiteren Aufwärtstrend in den etablierten Märkten um den globalen Marktführer USA. Trotz der Konkurrenz durch andere Unterhaltungsformen und des leichten Zugangs zu digitalen Inhalten wird der globale Kinomarkt laut dem PwC Media Outlook 2016 um jährlich 6,0 % auf US-$ 49,32 Mrd. im Jahr 2020 wachsen. Neben den weiterhin dominierenden Hollywood-Blockbustern sollen in den einzelnen Märkten auch nationale Filmproduktionen für eine steigende Resonanz in den Kinos sorgen. Neben dem anhaltenden Umsatzwachstum an der Kinokasse ist insbesondere der elektronische Konsum über Video-on-Demand-Angebote ein wesentlicher Wachstumstreiber. PwC prognostiziert im PwC Media Outlook 2016, dass durch den elektronischen Konsum von Videoinhalten bis 2020 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 11,5 % verzeichnet werden wird. Video- und Streamingdienste werden somit in vielen Märkten weiter an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung kann ebenso in den wesentlichen Märkten von Wild Bunch beobachtet werden - jedoch mit unterschiedlicher Intensität. Nach dem PwC Media Outlook 2015 ist zu erwarten, dass der elektronische Vertrieb von Videoinhalten in den kommenden Jahren den Verleih physischer Videos (DVD und Blu-ray) als zweitgrößte Umsatzquelle ersetzen wird. Während ein jährlicher Umsatzrückgang bei physischen Videoinhalten von 5,8 % prognostiziert wird, trauen die Experten den rasant wachsenden Streamingdiensten bis 2019 ein jährliches Umsatzwachstum von 19 % zu. Der Rückgang an klassischen Videotheken und die zunehmend größere Auswahl an Streamingdiensten werden diesen Umbruch im Videogeschäft nochmals beschleunigen. Folglich rechnet PwC bis 2019 mit einem Umsatzrückgang bei den physischen Videos von jährlich 5,8 % auf US-$ 22,8 Mrd. In der Studie wird darauf verwiesen, dass das Wachstum der so genannten OTT-Videodienste (Over-The-Top) sich auch auf die Verteilung der Werbeeinnahmen auswirken wird. Demnach ist damit zu rechnen, dass sich der Fernsehkonsum von traditionellen Netzwerken hin zu digitalen Alternativen verschiebt. Insgesamt wird erwartet, dass die TV-Werbung weltweit jährlich um 4,1 % auf US-$ 204,1 Mrd. im Jahr 2019 steigen wird, während die terrestrischen und Multichannel-Werbeeinnahmen voraussichtlich jährlich um 2,8 % bzw. 5,1 % zulegen werden. Für die weltweit online generierten TV-Werbeeinnahmen wird ein signifikantes jährliches Wachstum von 19,8 % prognostiziert, während sich weltweit der Anstieg an Werbeeinnahmen insgesamt verlangsamt. Für neue Möglichkeiten und zugleich weitreichende Herausforderungen für Filmunternehmen sorgt der mit der Digitalisierung einhergehende weltweite Smartphone-Boom. Nach Angaben des PwC Media Outlook 2015 wird die Zahl der Smartphone-Verbindungen von 1,9 Mrd. im Jahr 2014 auf 3,9 Mrd. im Jahr 2019 ansteigen. Für Film- und TV-Serienanbieter bedeutet dies, Produktion und Vertrieb von Inhalten in Zukunft verstärkt auch auf den Abruf über mobile Endgeräte auszurichten. Insgesamt bringen der wachsende globale Filmmarkt sowie die steigende Nachfrage nach Pay-TV und VOD langfristige Wachstumschancen für die Gruppe mit sich. Im Geschäftsjahr 2018 verfolgt Wild Bunch das Ziel, von diesen Wachstumstrends auf den internationalen Märkten zu profitieren. 3.2. Ausrichtung des Konzerns im Geschäftsjahr 2018 Wild Bunch bleibt im Hinblick auf die Zukunft ambitioniert. Das Unternehmen beabsichtigt, seine finanzielle Restrukturierung im Laufe des Geschäftsjahres 2018 abzuschließen und auf dieser Basis digitale Bereiche zu stärken und vermehrten Fokus auf qualitativ hochwertige Projekte im Bereich TV/Serie zu legen. Nach erfolgreicher Umsetzung der Refinanzierungsmaßnahmen will das Unternehmen sein Wachstum wieder aufnehmen und deutlich beschleunigen und sich als einer der führenden europaweiten Konzerne im weltweiten Markt für Filmunterhaltung durchsetzen. Zudem sollen neue Märkte erschlossen werden, insbesondere Vertriebsterritorien in Europa, in denen die Wild Bunch Gruppe bisher nicht aktiv ist, sowie China. Möglicherweise soll auch eine Beteiligung im Rahmen einer bevorstehenden Marktkonsolidierung angestrebt werden. Die operativen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und zur Kostensenkung werden zur Verbesserung der Transparenz, einer Optimierung der Organisationsstruktur sowie insgesamt zu einem besseren Ergebnis beitragen. Wild Bunch wird die Vermarktung seiner umfangreichen Bibliothek mit gleicher Intensität fortsetzen, um in diesem Zuge von der Nachfrage nach neuen digitalen Diensten zu profitieren. 3.3. Erwartete Entwicklung Das Geschäftsjahr 2018 steht weiterhin im Fokus der finanziellen Reorganisation, deren Umsetzung sich das Management auch weiterhin vorwiegend und schwerpunktmäßig widmen wird. Operativ wird Wild Bunch im Geschäftsjahr 2018 weiterhin Anstrengungen in Hinblick auf die Verbreiterung des Angebots sowie auf Kostensenkungen unternehmen. Trotz begrenzter finanzieller Mittel wird Wild Bunch weiterhin seine Präsenz sowohl in den TV-Programmen durch Wild Bunch TV als auch in der Produktion in den bestehenden Märkten steigern. Um die Auswertung der Filmbibliothek voranzutreiben, hat insbesondere die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit Anbietern im Bereich der elektronischen Distribution Priorität. Gleichzeitig obliegt es Wild Bunch, seine Rationalisierungsmaßnahmen fortzusetzen, Strukturen zu vereinfachen, Handlungsinstrumente anzugleichen und die Unternehmensorganisation zu überprüfen. Wild Bunch plant, im Jahr 2018 insgesamt 53 Filme in den Kinos in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien herauszubringen. Einige Filme werden in mehreren Märkten durch das Vertriebsnetz von Wild Bunch veröffentlicht, wie beispielsweise TROPPA GRAZIA (BIM und Vértigo), den Gewinner der Goldenen Palme des Filmfestivals von Cannes SHOPLIFTERS (BIM und Wild Bunch Germany) oder WHITNEY (BIM and Vértigo). Geplante Kinoveröffentlichungen nach Ländern: Frankreich Wild Bunch Distribution plant, 10 Filme in den französischen Kinos herauszubringen, darunter den Animationsfilm CROC-BLANC von Alexandre Espigares, nach Jack Londons „Wolfsblut“ mit der Stimme von Virginie Efira; VERONICA, ein spanischer Genrefilm, der in Spanien mit 600.000 Besuchern und 7 Nominierungen für den spanischen Filmpreis Goya sehr großen Erfolg hatte; CLIMAX von Gaspar Noé und mit LES FILLES DU SOLEIL von Eva Husson u.a. mit Emmanuelle Bercot und Golshifteh Farahani, einen Film über eine Gruppe von Frauen im Widerstandskampf gegen den Islamischen Staat. Deutschland Wild Bunch Germany plant 16 Kinoveröffentlichungen, darunter DR KNOCK von Lorraine Lévy, eine französische Komödie mit Omar Sy, mit PETTERSON UND FINDUS 3 - FINDUS ZIEHT UM den nunmehr dritten und finalen Teil der erfolgreichen Pettersson-und-Findus-Animationsfilme des vielfach ausgezeichneten Regisseurs Ali Samadi Ahadi, die auf der in mehr als 40 Sprachen übersetzten gleichnamigen Bestseller-Kinderbuchreihe von Sven Nordqvist basieren; CAPHARNAÜM von Nadine Labaki, den Gewinner des Jurypreis beim Filmfestival von Cannes; den mit Lars Eidinger, Hannah Herzsprung, Tobias Moretti, Joachim Król, Claudia Michelsen und Max Raabe herausragend besetzten deutschen Film MACKIE MESSER - BRECHTS DREIGROSCHENFILM von Joachim A. Lang, basierend auf der Dreigroschenoper von Berthold Brecht und die deutsche Familien-Komödie MEINE TEUFLISCH GUTE FREUNDIN von Marco Petry. Italien BIM plant 11 Kinostarts in Italien, darunter SHOPLIFTERS von Kore-eda Hirokazu, IN THE FADE („AUS DEM NICHTS“) von Fatih Akin, dem Golden Globe-Gewinner für den Besten Ausländischen Film mit Diane Kruger, Gewinnerin der Auszeichnung Beste Darstellerin in Cannes; WHITNEY von Kevin MacDonald, ein Dokumentarfilm über eine der berühmtesten Sängerinnen aller Zeiten; TROPPA GRAZIA von Gianni Zanasi, ein italienischer Film, der den Preis für den besten europäischen Film im Wettbewerb Directors‘ Fortnight gewann. Spanien Vértigo plant 16 Kinostarts in Spanien, darunter LAZZARO FELICE von Alice Rohrwacher, die den Preis für das Beste Drehbuch beim Filmfestival von Cannes gewann; WHITNEY von Kevin MacDonald, TROPPA GRAZIA von Gianni Zanasi; BURNING, ein südkoreanisches Mystery-Drama von Lee Chang-dong, Gewinner des FIPRESCI-Preis beim Filmfestival von Cannes; GIRL, ein belgischer Erstlings-Film von Lukas Dhont, Gewinner der Goldenen Kamera beim Filmfestival von Cannes und des Preises für den Besten Schauspieler für Victor Polster im Wettbewerb Un Certain Regard. e-Cinema-Veröffentlichungen in Frankreich Das Unternehmen wird seine Aktivitäten im Bereich e-Cinema mit der Veröffentlichung von Filmen wie RESCUE UNDER FIRE (ZONA HOSTILE), einem spanischen Kriegsfilm von Adolfo Martinez Perez; PURITY OF VENGEANCE BY Christoffer Boe, einem dänischen Film, dem vierten und letzten Film der beliebten Department Q-Serie nach den Romanen von Jussi Adler-Olsen; 10 X 10 von Suzi Ewing, einem englischen Thriller, fortsetzen. Weltvertrieb Im Weltvertrieb sollen im Jahr 2018 37 Filme ausgeliefert werden, darunter große Titel wie HIGH LIFE von Claire Denis; LES TRADUCTEURS, ein spannender Krimi von Régis Roinsard, mit LA QUIETUDE schließt Pablo Trapero an sein mehrfach preisgekröntes Werk El Clan an und setzt seinen Diskurs über Familie und Erbe von Argentiniens unruhiger Vergangenheit fort; LONG DAY'S JOURNEY INTO NIGHT, ein chinesischer Film von Bi Gan, in der Machart von Wong Kar Wai, eine mutige, schöne und ehrgeizige Reise in die Geheimnisse eines unruhigen Lebens; THE MISEDUCATION OF CAMERON POST, der zweite Film von Desiree Akhavan mit Chloë Moretz und Sasha Lane, der den Großen Preis der Jury beim SUNDANCE Filmfestival gewann; SAVAGE von Vincent Mariette, LES FILLES DU SOLEIL von Eva Husson, SHOPLIFTERS von Kore-eda Hirokazu; CAPHARNAÜM von Nadine Labaki, Gewinner des Jurypreises beim Filmfestival von Cannes; GUAPO SEMPRE von Richard Aujard mit Mickey Rourke; THE STATE AGAINST MANDELA AND OTHERS von Gilles Porte und Nicolas Champeaux, eine französische Dokumentation über einen historischen südafrikanischen Prozess in den Jahren 1963 und 1964, bei dem neben Nelson Mandela acht weiteren Angeklagten die Todesstrafe drohte; KINGS von Deniz Gamze Ergüven, mit Halle Berry und Daniel Craig; UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell und THE SISTERS BROTHERS mit Joaquin Phoenix, eine dunkel-komische, gewalttätige existenzielle Odyssee des mehrfach preisgekrönten Regisseurs Jacques Audiard. Vertrieb von TV-Serien WILD BUNCH TV beweist im Geschäftsjahr 2018 seine Fähigkeit, trotz geringerer Investitionen an der Spitze des TV-Vertriebsgeschäfts zu bleiben. 2018 vertreibt WILD BUNCH TV international vier neue Serien: TEAM CHOCOLATE eine Dramaserie von Marc Bryssinck und Filip Lenaerts, bestehend aus 7 Episoden à 52 Minuten (7 x 52‘), für die Wild Bunch TV die Remake-Rechte an den kanadischen Produzenten und Verleiher Reel One Entertainment verkaufte; THE OIL FUND, ein brillantes, ehrgeiziges und schroffes norwegischen Drama, das in 10 Folgen à 26 Minuten einen Insider-Blick auf die kollidierende Welt der Hochfinanz und des öffentlichen Sektors wirft. Die Serie des in Hollywood lebenden norwegischen Regisseur Harald Zwart lief im Wettbewerb des SériesMania-Festivals. Hinzu kamen DRAGONSLAYER666, eine finnische Serie von 12 Folgen à 26 Minuten basierend auf dem preisgekrönten Buch von Aleksi Delikouras, die am Beispiel eines Onlinespielekrieges grundlegende Fragen behandelt: Was es braucht, um ein Champion zu werden, wie man ein Team aufbaut, dem man vertrauen kann, um es mit in den Kampf zu nehmen; und MARY AND MIKE, eine chilenische Miniserie von sieben Folgen à 52 Minuten, die als Spionage-Drama die wahre Geschichte des gefährlichsten Paares Lateinamerikas direkt nach Pinochets Putsch in Chile behandelt. Direktvertrieb und Home Entertainment Nach einem starken elektronischen Umsatz im Jahr 2017, wird der Umsatz im Jahr 2018 noch einmal höher ausfallen. Der Hauptabnehmer von Wild Bunch für die digitale Auswertung bleibt Netflix. Gleichzeitig hat Amazon seine SVOD-Aktivitäten im Jahr 2018 aufgenommen und Wild Bunch-Inhalte (Katalogfilme) seinen Kunden ab dem Mai 2018 zur Verfügung gestellt. Die Wild Bunch-Gruppe wird auch einige ehrgeizige Veröffentlichungen von DVDs wie STARS 80, LA SUITE in Frankreich mit speziellen Marketingkampagnen, z.B. attraktiver Verkaufspreis (€ 10) bei großem Volumen (40.000 Stück), begleiten; dazu zählen auch THE VILLAINESS von Byeong-gil Jeong, gezeigt beim Festival von Cannes im Rahmen eines Midnight Screenings; oder CROC-BLANC von Alexandre Espigares, die im August 2018 veröffentlicht werden sollen. FilmoTV In 2017 mit dem Zweck neue Geschäftsmodelle zu initiieren (u.a. Bündelung und Integration in Bouquets) begonnene Gespräche mit bestehenden Partnern wie Telekommunikationsbetreibern, sollten 2018 zu neuen Geschäftsmöglichkeiten führen. Zudem prüfte Filmo TV lokale Vertriebsmöglichkeiten in anderen europäischen Ländern, hauptsächlich in der französisch-sprachigen Schweiz sowie in Belgien. Dies wird auch im Jahr 2018 fortgesetzt werden. 3.4. Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Konzerns Wild Bunch hat sich zum Ziel gesetzt, auch weiterhin ein Innovationsführer auf dem Film- und Unterhaltungsmarkt zu bleiben, insbesondere durch die weitere Stärkung seiner Aktivitäten in den Wachstumssparten VOD/SVOD und e-Cinema. Seine europaweite Präsenz, die Maßnahmen zur Erweiterung des Portfolios sowie die Nutzung der laufenden digitalen Revolution sind wichtige Voraussetzungen für den zukünftigen Erfolg. Im Jahr 2018 wird sich Wild Bunch darauf konzentrieren, die Refinanzierungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen, das Geschäftsmodell weiter an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und daraus resultierende Vorteile zu nutzen. Dies sollte beispielsweise zukünftig zu einem Umsatzwachstum durch die Geschäfte von Wild Bunch TV oder vermehrte Geschäftsaktivitäten im elektronischen Direktvertrieb führen. Da im Jahresverlauf 2017 die finanziellen Mittel für den Erwerb von Filmen begrenzt waren, ist das Portfolio der Gruppe an neuen Inhalten für das Jahr 2018 deutlich geringer. Für 2018 geht der Vorstand von Investitionen in der Höhe von rund € 25 Mio. aus, für 2019 und 2020 wird ein deutlicher Anstieg geplant. Folglich erwartet der Vorstand für das Jahr 2018 deutlich niedrigere Umsatzerlöse als im Jahr 2017 (€ 101,4 Mio.). Dieser Umsatzrückgang soll durch steigende Investitionen in Filmrechte im Jahr 2019 wieder ausgeglichen werden und in den Folgejahren zu steigenden Umsatzerlösen führen. Gleichzeitig sollte nach Erwartungen des Vorstands durch eine Verbesserung der Performance des Portfolios die operative Marge erhöht werden. Daher rechnet der Vorstand mit einem EBIT für das Jahr 2018 etwas über dem Niveau des Vorjahres 2017 (€ 0,7 Mio.). Darin nicht enthalten sind etwaige Sondereffekte im Zusammenhang mit nachfolgend beschriebenen Kapitalmaßnahmen. Der Vorstand plant die Umsetzung einer Reihe von Refinanzierungsmaßnahmen, für die er die Zustimmung wesentlicher Gläubiger und Investoren der Gesellschaft gewinnen konnte, was im Juli 2018 zu einer Beendigung der gerichtlichen Aufsicht über die Verhandlungen führte. Kurzfristiges Ziel ist dabei die finanzwirtschaftliche Restrukturierung der Gruppe durch eine deutliche Entschuldung der Gruppe, die kurzfristige Zuführung zusätzlicher liquider Mittel aus Gesellschafterdarlehen über rund € 30 Mio. sowie eine mittel- bis langfristige Finanzierung der Investitionen. Dazu soll im Rahmen der Restrukturierung zunächst die Herabsetzung des Grundkapitals der Wild Bunch AG im Verhältnis 40 zu 1 erfolgen. Sodann soll das Grundkapital im Wege zweier Sachkapitalerhöhungen gegen Einbringung von bestehenden Bankverbindlichkeiten und weiterer Verbindlichkeiten der französischen Konzerngesellschaften (insb. Wild Bunch S.A.) erhöht werden. Diese Verbindlichkeiten sollen in einem ersten Schritt im Gesamtumfang von € 62,7 Mio. durch einen Investor übernommen werden, welcher sich verpflichtet hat, von diesen Verbindlichkeiten € 36,6 Mio. im Wege einer Sachkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in die Wild Bunch AG einzubringen, wodurch sich die Finanzverbindlichkeiten der Wild Bunch-Gruppe in entsprechender Höhe reduzieren würden. Die restlichen € 26,1 Mio. sollen als Darlehen bestehen bleiben. Zudem sollen auch die Gläubiger der 2016 begebenen 8%-Unternehmensanleihe im Gesamtnennbetrag von € 18 Mio. den Umtausch sämtlicher von ihnen gehaltener Schuldverschreibungen in neue Aktien der Wild Bunch AG im Wege einer weiteren Sachkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschließen. Im Rahmen des Debt-Equity-Swaps sollen die Anleihegläubiger Erwerbsrechte auf neue Aktien der Wild Bunch AG erhalten. Bei erfolgreicher Durchführung dieses Debt-Equity-Swaps würden die Finanzverbindlichkeiten der Wild Bunch AG um weitere € 18 Mio. verringert. Insgesamt würden damit die Finanzverbindlichkeiten der Wild Bunch-Gruppe um € 54,6 Mio. reduziert. Um die Finanz- und Investitionskraft der Gruppe entsprechend der Businessplanung zu stärken, beabsichtigt der Investor, der Wild Bunch-Gruppe eine Zwischenfinanzierung von bis zu € 15 Mio. zu gewähren, die nach der erfolgreichen Durchführung der oben genannten Kapitalmaßnahmen und Beschlussfassung durch die Hauptversammlung Ende September 2018 durch ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von € 30 Mio. abgelöst werden soll. Die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen hängt maßgeblich von der Befreiung des Investors zur Abgabe eines Pflichtübernahmeangebots durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ab. Als weiteren Baustein hat der Vorstand in der bestehenden Kreditvereinbarung mit Bank Leumi vereinbart, die gegenwärtig bis zu € 30 Mio. gewährte Kreditlinie zu verlängern und auf ein Gesamtvolumen von bis zu € 100 Mio. zu erweitern. Voraussetzung für eine solche Erweiterung ist der Beitritt der französischen Konzerntöchter unter Einbringung ihrer Sicherheiten zur Finanzierung sowie die Zustimmung des Investors. Die Höhe der für die Gruppe tatsächlich abrufbaren Mittel ist sodann wiederum abhängig von den festgestellten Vermögenswerten der Kreditnehmer. Parallel zur Optimierung der Vermögenslage durch genannte Schritte plant der Vorstand zudem operative Maßnahmen zur Verbesserung der Ergebnissituation. 4. Chancen- und Risikobericht 4.1. Risikobericht Grundsätzliche vorgesehene Methodik der Risikofestlegung Risiken werden aufgrund der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen finanziellen Schadensrisikos bewertet. Das arithmetische Mittel aus der Summe von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensrisiko ergibt dann eine Relevanz des Gesamtrisikos. Bei der Risikobewertung wurden folgende Klassen von Eintrittswahrscheinlichkeiten berücksichtigt: scroll
Weiterhin wurden bei der Risikobewertung folgende Schadensklassen abgegrenzt: scroll
Risiken, die der Schadensklasse 2 zuzuordnen sind und eine Eintrittswahrscheinlichkeit der Klasse 3 oder 4 haben, werden als wesentliche Risiken klassifiziert und einzeln dargestellt. Der Prozess der Risikoerfassung und -klassifizierung ist derzeit noch nicht vollständig abgeschlossen. Dies ist für das zweite Halbjahr 2018 vorgesehen. 4.1.1. Markt- und Geschäftsrisiken Die Geschäftsmodelle sind davon abhängig, den Geschmack der Kunden zu treffen, deren Nutzungsverhalten zu verstehen und zeitnah auf Veränderungen zu reagieren
Durch gezielte Marktforschung und Nutzungsanalysen versucht Wild Bunch, zukünftige Trends zu antizipieren. Durch die Erarbeitung verbraucherfreundlicher Programme und Stoffe wird die Attraktivität der Produkte erhöht. Die Auswirkungen der Piraterie werden durch Lobbying, Sensibilisierungskampagnen und die konsequente Verfolgung von Verstößen reduziert, um Umsatzverluste zu mildern. Der Vorstand der Wild Bunch erwartet, dass neue rechtliche Rahmenbedingungen zu einer Verbesserung bei der Nettorisikosituation führen. Zugriff auf Lizenzen und Stoffe
Einerseits werden diese Risiken durch die ausgeprägte und langjährige Erfahrung der Mitarbeiter im Bereich Rechte- und Lizenzeinkauf in den jeweiligen Tochtergesellschaften beobachtet. Andererseits wird auch die Entwicklung von alternativen Formaten und In-House-Produktionen ausgebaut, um eine gewisse Unabhängigkeit von Rechten Dritter zu schaffen. Wild Bunch spielt eine wichtige Rolle als führender unabhängiger paneuropäischer Koproduzent und Verleiher. Fremdproduktionen werden aus Finanzierungsgründen im Voraus noch vor Fertigstellung des Films verkauft. Es dauert häufig mehrere Jahre vom Kauf bis zur tatsächlichen Lieferung des Films. Um das finanzielle Risiko einzelner Projekte zu reduzieren, werden in der Regel bestimmte Rechte bereits im Voraus verkauft (sog. „Pre-Sales“, z. B. Video und TV). Wild Bunch steht im Hinblick auf den Vertrieb seiner Produkte in einem intensiven Wettbewerb Die Planung des Konzerns unterstellt bestimmte Marktanteile sowie Besucherzahlen bzw. Erlöse aus den verschiedenen Auswertungsstufen. Wenn diese Annahmen nicht zueinander passen, kann auch der geplante Umsatz nicht erreicht werden. Es besteht auch die Gefahr, dass die Kostenstruktur nicht rechtzeitig angepasst werden kann. Die folgenden Faktoren sind in diesem Zusammenhang zu beachten:
Die Diversifizierung der Gruppe auf unterschiedliche Produkte und Märkte reduziert das Wettbewerbsrisiko in einem einzelnen Bereich/Segment. Da insbesondere Marktanteile und Zuschauerzahlen Schlüsselfaktoren für mögliche Umsätze sind, ist Wild Bunch bestrebt, attraktive Programminhalte für TV-Sender und andere Plattformen sowie für seine Filme und TV-Serien zu finden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, das Profil zu schärfen und die Attraktivität der Produkte durch höhere Marketingausgaben zu steigern. Wild Bunch ist abhängig von Kunden und Geschäftspartnern
Eine vorzeitige Beendigung einzelner Vereinbarungen könnte aufgrund der Suche nach neuen Partnern und der Etablierung neuer Strukturen höhere Kosten nach sich ziehen. Beziehungen mit Kunden und Geschäftspartnern sind daher eine zentrale Managementaufgabe. Die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen und die Qualität der gelieferten Waren und erbrachten Leistungen werden in regelmäßigen Abständen überprüft. Die globale wirtschaftliche Lage eines Landes kann den wirtschaftlichen Status der Filmverleiher, die Filme erwerben, kurzfristig negativ beeinflussen (Abwertung der lokalen Währung, Insolvenzrisiken usw.). 4.1.2. Betriebsrisiken Risiken beim Filmeinkauf
Abhängigkeit von Fördermitteln
4.1.3. Finanzielle, bilanzielle und steuerliche Risiken Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unterliegt die Wild Bunch Gruppe in finanzieller Hinsicht vor allem einer Reihe von Finanzierungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken. Bestandsgefährdende Liquiditätsrisiken
Zusammenfassung bestandsgefährdender Risiken Risiken, die sich bei Realisierung als bestandsgefährdend für den Konzern oder einzelner seiner Konzerngesellschaften entwickeln könnten, bestehen nach o.g. in folgenden Bereichen: Der Konzern hat im April 2017 einen Rahmenkreditvertrag im Umfang von bis zu € 30 Mio. abgeschlossen. Dieser kann durch die Bank im Fall der Verletzung von vereinbarten Financial Covenants (u.a. EBITDA-Ratio und Equity-Minimum) fällig gestellt werden. Der Vorstand geht nach der derzeitigen Planung davon aus, die Financial Covenants zu erfüllen. Darüber hinaus bestehen weitere vertragliche Berichtspflichten, bei deren Verletzung die Bank die gewährten Kredite ebenfalls fällig stellen kann. Insbesondere im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Gruppe besteht das Risiko, dass die Financial Covenants nicht eingehalten werden können. Die Fortführung des Konzerns hängt im Fall der Fälligstellung des Kredits davon ab, dass die dann erforderliche anderweitige Beschaffung finanzieller Mittel im erforderlichen Umfang kurzfristig gelingt. Ferner setzt die Fortführung des Konzerns voraus, dass die Umsetzung der unter 3.4. und 4.3.1. beschriebenen Refinanzierungsmaßnahmen gelingt. Sollten diese nicht oder nicht im benötigten Umfang zur Umsetzung kommen, setzt die Fortführung der Gesellschaft voraus, dass die Aufnahme weiterer Mittel im erforderlichen Umfang gelingt. Ein zusätzlicher, über die unter 3.4. und 4.3.1. vorgestellten Refinanzierungsmaßnahmen hinausgehender Finanzierungsbedarf könnte entstehen, sollte es negative Abweichungen gegenüber der vom Vorstand erstellten Businessplanung geben. Eine deutliche negative Abweichung hätte nach Einschätzung des Vorstands zumindest eine Beeinträchtigung der geplanten Geschäftsentwicklung zur Folge. Risiko aus Default der Anleihe 2016/19 Ein gegenüber dem Vorjahr unverändert geringes Risiko besteht für den Fall, dass die Anleihe nicht im Rahmen der geplanten finanzwirtschaftlichen Restrukturierung wie vorgesehen abgelöst wird. Die Anleihebedingungen sehen vor, dass der Anleihegläubiger ein Kündigungsrecht der Anleihe im Fall der nicht vertragsgerechten Zahlung von Zinsen auf die Anleihe hat. Der Vorstand hält das Risiko eines Zinsausfalls sowie einer Kündigung der Anleihe im Falle eines Defaults für äußerst gering. Alle bisherigen Zinszahlungen wurden in voller Höhe und ohne Verzögerungen geleistet. Wertminderung von Vermögenswerten
Währungsrisiken
Kreditrisiken
Zinsänderungen
Risiken im Rahmen zukünftiger Steuerprüfungen
4.1.4. Rechtliche Risiken Risiken aus Rechtsstreitigkeiten Als internationales Unternehmen ist Wild Bunch einer Reihe von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Urheberrecht, Gesellschaftsrecht, Wertpapierhandelsrecht und Arbeitsrecht. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, so dass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen gedeckt sind und sich erheblich nachteilig auswirken könnten. Das Gesamtrisiko der von Konzerngesellschaften der Wild Bunch Gruppe zum Stichtag gerichtlich geführten Rechtsstreitigkeiten beträgt dabei nicht mehr als € 250 Tsd. Verstöße gegen das Urheberrecht
Regulatorische Risiken Die Geschäftsaktivitäten der Wild Bunch als paneuropäischem Unternehmen sind Gegenstand der Regulierung und der rechtlichen Rahmenbedingungen in den Geschäftssitzen der Konzerngesellschaften und auf europäischer Ebene. Unvorhergesehene Veränderungen der regulatorischen oder rechtlichen Rahmenbedingungen können daher auch Auswirkungen auf einzelne Geschäftsaktivitäten der Gesellschaft haben. Die operativen Geschäftsaktivitäten der Wild Bunch sind regulatorischen Risiken insbesondere dann ausgesetzt, wenn diese die Herstellung und den Vertrieb von Filmen und Medieninhalten betreffen. Das Unternehmen ist über seine Führungskräfte und Mitarbeiter in Interessen- und Fachverbänden vertreten, um eine bestmögliche Berücksichtigung seiner Interessen zu erreichen. In Deutschland führte beispielweise eine im März 2017 in Kraft getretene Änderung im Urhebervertragsrecht zu einer stärkeren Beteiligung von Kreativen am kommerziellen Erfolg von Filmproduktionen, soweit sich der Erfolg als überdurchschnittlich herausstellt. Zur Substantiierung möglicher Ansprüche wird den Kreativen zudem ein Auskunftsrecht gegen den Filmverleiher über die mit dem Film erzielten Erlöse eingeräumt, was in einem höheren Verwaltungsaufwand münden könnte. Insgesamt lässt sich an dieser Stelle unterstreichen, dass der Schutz lokaler Kulturgüter, wozu auch Filme gehören, und lokaler Unternehmen, die im Unterhaltungssektor tätig sind, ein wichtiges und kontinuierliches Ziel nationaler und europäischer Regulierung ist. Zusammengefasst werden regulatorische Risiken oder Risiken aus dem rechtlichen Umfeld für die Gesellschaft daher als gering und wenn auftretend als handhabbar eingestuft. Risiken aus behördlichen Verfahren Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Halbjahresberichts 2016 zum 21. März 2017 und hinsichtlich der Geschäftsberichte 2015, 2016 sowie auch dieses Geschäftsberichts 2017 kann das Management derzeit nicht ausschließen, dass gegen die Wild Bunch AG ein behördliches Bußgeldverfahren der BaFin eröffnet wird. 4.2. Chancenbericht 4.2.1. Chancenmanagement Analog zum Risikomanagement verfolgt die Wild Bunch Gruppe mit dem Chancenmanagement das Ziel, die strategischen und operativen Ziele rasch und effizient durch konkrete Aktivitäten umzusetzen. Chancen können sich in allen Bereichen ergeben. Deren Identifikation und zielgerichtete Nutzung ist eine Managementaufgabe, die in die alltäglichen Entscheidungen mit einfließt. Ein wesentlicher Bestandteil im strukturierten Umgang ist die umfassende Marktforschung. 4.2.2. Angaben zu individuellen Chancen Entsprechend der Definition des Risikoberichts definiert die Gruppe eine Chance als eine mögliche künftige Entwicklung oder ein zukünftiges Ereignis, das zu einer positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen kann. Das bedeutet, dass Ereignisse, die bereits in die Budget- oder Mittelfristplanung eingegangen sind, nach dieser Definition keine Chance darstellen und in diesem Bericht nicht behandelt werden. Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in der Auswertung und Entwicklung von bereits gesicherten Lizenzen, Formaten und Stoffen sowie der Einbindung in ein ausgeprägtes internationales Netzwerk Die Wild Bunch Gruppe, die zu einem der führenden paneuropäischen Filmunternehmen geworden ist, besitzt angesichts dieser neuen Gruppenstruktur eine Vielzahl an Nutzungs- und/oder Vermarktungsrechten (vor allem Filmrechte und Stoffe), die teilweise deutlich über den Planungszeitraum hinausgehen. Diese bilden die Grundlage für die Erzielung von Einnahmen weit über den Planungszeitraum hinaus. Sowohl das Image der Gruppe sowie die Aufrechterhaltung und Pflege eines ausgeprägten Netzwerks fördern den Zugang zu diesen Rechten auch in der Zukunft. Die Auswertung dieser Rechte kann die Attraktivität und damit die Reichweite der Vermarktungsplattformen stärker als erwartet erhöhen, was zu zukünftigen Umsätzen führen würde, die höher als geplant ausfallen. Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen für die Stärkung ihrer Marktposition durch die Aufnahme von Verhandlungen beispielsweise mit Rechteinhabern, Produzenten, Schauspielern und Kunden Infolge des erfolgreichen Zusammenschlusses von Wild Bunch und Senator sowie der dadurch deutlich stärkeren Marktposition können Synergien erzielt werden, die höher ausfallen als angenommen. Dies gilt insbesondere auf Einkauf-, Kosten- und Finanzierungsseite. So können durch die deutlich gesteigerte Unternehmensgröße und die internationale Aufstellung zum Beispiel Rechte und Verträge mit Rechteinhabern möglicherweise zu Bedingungen erworben werden, die aufgrund der stärkeren Verhandlungsposition weit vorteilhafter sind als ursprünglich erwartet. Im Zuge dessen kann auch der offenere und effizientere Zugang zu Talents zu geschäftlichen Chancen führen, die in den heutigen Planungen noch keine Berücksichtigung finden. Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in der zunehmenden Digitalisierung und dem damit verbundenen veränderten Mediennutzungsverhalten Der Medienkonsum ändert sich aufgrund der zunehmenden Digitalisierung. Nach Schätzungen des PwC Media Outlook 2015-2019 wird beispielsweise die elektronische Verbreitung von Videoinhalten Kauf und Ausleihe von physischen Videos (DVD und Blu-ray) in den kommenden Jahren als zweitgrößte Einnahmequelle ablösen. Die Wild Bunch Gruppe entwickelt ihr Geschäftsmodell stetig weiter und arbeitet an der Einführung neuer direkter Vertriebswege. Aufgrund des zunehmenden Digitalisierungsdrucks wird das e-Cinema zu einem neuen Vertriebskanal für „Eventfilme“ bzw. FilmoTV als neuer Vertriebskanal für den französischen VOD/SVOD-Service der Gruppe. Zusätzlich hat die Gruppe aktiv neue Wege der Lizenzierung und Vermarktung ihrer Rechte entwickelt, die dank von Vereinbarungen mit digitalen Vertriebspartnern neue digitale Vermarktungsmöglichkeiten bieten, einschließlich Produktionen für internationale und nationale Anbieter wie Netflix. Die paneuropäische Positionierung mit Filmen und TV-Serien sowie seine starke und bekannte Marke verleiht Wild Bunch eine starke Position in der Medienbranche. Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen dank der erneuten starken Anziehungskraft von Fernsehdiensten für Zuschauer, Nutzer und Werbetreibende Aus Kundensicht bleibt Fernsehen eine Hochburg der Medien im Bereich Filmentertainment. Heute zeichnet sich die hohe Attraktivität von Fernsehen nicht nur dadurch aus, dass Werbetreibende eine größere Reichweite innerhalb eines kurzen Zeitraums erzielen und ihren Bekanntheitsgrad steigern können, sondern auch dadurch, dass sich Fernsehen selbst neu erfunden hat und es gelungen ist, sich von einer linearen zu einer nicht-linearen Programmgestaltung zu entwickeln. Dabei wird ein jüngeres, flexibleres und unabhängigeres Publikum angezogen und bedient, das ständig nach neuen Inhalten verlangt. Online-Fernsehen mit seinen unzähligen Möglichkeiten der individualisierten Werbung verbindet die Senderkapazitäten einer intensivierten Werbung mit dem Bedürfnis des Publikums nach einer breiteren Palette an Qualitätsprodukten. Die höheren Werbeeinnahmen sollten die Akquisitionstätigkeiten des Netzwerkes weiterhin erhöhen, um so die Nachfrage des Publikums nach neuen Produkten zu bedienen. Der Vorstand ist der Auffassung, dass sich aus der Gründung von Wild Bunch TV bedeutende Chancen ergeben könnten. Die firmeninterne Koproduktions- und Marketingeinheit für internationale Fernsehserien konzentriert sich auf die Anforderungen des wachsenden Marktes für Fernsehdienste. Nachdem bereits erfolgreich zwei international attraktive TV-Serien produziert und verkauft wurden, sieht das Management auch Chancen, weitere TV-Serien, die von der Einheit entwickelt werden, über Plan zu vertreiben. Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in der weiteren Internationalisierung des Geschäfts Die Wild Bunch Gruppe ist derzeit in den meisten wichtigen europäischen Filmmärkten (Deutschland/Österreich, Frankreich, Italien und Spanien) vertreten. Neben der weiteren Durchdringung dieser Kernmärkte bietet die Expansion in neue Märkte Chancen, die möglicherweise größer sind als das Unternehmen derzeit plant. Andere bedeutende Chancen könnten sich aus den sich schnell entwickelnden Regionen wie China, Indien oder Südamerika ergeben. In Abhängigkeit davon, wie diese möglichen Markteintritte erfolgen, könnten diese Maßnahmen zu höheren Umsätzen als geplant führen. Mit der Gründung des China Europe Film Fund (CEFF) im letzten Jahr und folglich mit der Schaffung von einzigartigen Bedingungen für die Entwicklung und Finanzierung von chinesisch-europäischen Gemeinschaftsproduktionen wurden attraktive Bedingungen im chinesischen Kernmarkt geschaffen, die zu zusätzlichen Wachstumschancen führen könnten. Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in weiteren Kooperationen und Unternehmenszusammenschlüssen Bedeutende Synergien sowie eine intensivierte oder beschleunigte Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten könnten sich aus Akquisitionen und Zusammenschlüssen ergeben, die beispielsweise noch nicht in den derzeitigen Planungen enthalten sind. Darüber hinaus könnten der Umfang und die Nutzung der bestehenden Filmbibliothek durch neue Vertriebskanäle als Ergebnis von M&A-Transaktionen gestärkt werden. Die Erfahrungen und die Reputation des Managements der Gruppe ermöglichen es dem Unternehmen, eine aktive Rolle in der Zusammenführung von Filmvertreibern und Produzenten zu spielen. 4.3. Gesamteinschätzung der Risiken und Chancen Auf Basis der vorliegenden Informationen und der Einschätzungen, insbesondere der Eintrittswahrscheinlichkeiten, der maximalen Schadenshöhe und der Wirkung der getroffenen Gegenmaßnahmen, gelangt der Vorstand der Wild Bunch AG zu der Überzeugung, dass neben den in Abschnitt 4.1.3. Finanzielle, bilanzielle und steuerliche Risiken dargestellten bestandsgefährdenden Risiken aktuell keine Risiken bekannt sind, die einen den Bestand des Konzerns gefährdenden Charakter aufweisen. Dies gilt für die Risiken im Einzelnen sowie auch deren Gesamtheit, sofern sich die Auswirkung der Gesamtheit sinnvoll simulieren oder anderweitig abschätzen lässt. Sollten sich jedoch die erwarteten Ergebnisbeiträge von erworbenen und noch zu erwerbenden Filmverwertungsrechten nicht wie geplant entwickeln und das operative Geschäft der Tochtergesellschaften deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben, hängt die Fortführung der Gesellschaft im bisherigen Geschäftsumfang trotz der abgeschlossenen Finanzierungsverträge sowie trotz der im Falle der erfolgreichen Restrukturierung zusätzlich von Investorenseite zur Verfügung gestellten Mitteln wesentlich davon ab, dass die Aufnahme weiterer Mittel gelingt. Der Vorstand ist der Überzeugung, dass die getroffenen Maßnahmen das Risiko in einem wirtschaftlich vertretbaren Ausmaß halten und erachtet die Risikotragfähigkeit der Gruppe als ausreichend. Die größten Chancen sieht der Vorstand in der weiteren Integration der Gruppe, den daraus erwachsenden Synergien, einer Reduzierung der laufenden Kosten, den Wachstumspotenzialen sowie der Verstetigung der Erträge. Darüber hinaus erwachsen Perspektiven aus der Zusammenarbeit mit Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten im In- und Ausland sowie dem Zugriff auf attraktive Stoffe und Lizenzen, die verstärkte Zusammenarbeit mit Talenten und einer Erweiterung des Geschäftsmodells durch Internationalisierung der Produktions- und Vermarktungsaktivitäten sowie möglichen weiteren strategischen Akquisitionen. 5. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risiko-Managementsystems 5.1. Risikomanagementsystem Wild Bunch ist vielfältigen Risiken und Chancen ausgesetzt. Diese können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Risikomanagementsystem gilt für alle Bereiche des Konzerns. Als Risiken werden strategische und operative Ereignisse und Maßnahmen betrachtet, die wesentlichen Einfluss auf die Existenz und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens haben. Dazu zählen auch externe Faktoren, wie die Wettbewerbssituation, regulatorische Entwicklungen und andere, die das Erreichen der Unternehmensziele gefährden können. Die wesentlichen Chancen und Risiken sind oben aufgelistet. Zielsetzung des Vorstands von Wild Bunch für 2017 war eine konzernweite Vereinheitlichung der Risiko- und Chancenbewertung durch ein standardisiertes und konzernweites Risikomanagementsystem, dessen Implementierungsprozess noch andauert und im Jahr 2018 abgeschlossen werden soll. Risiken sollten nur in dem Maß eingegangen werden, dass diese absehbar keine besonderen negativen Einflüsse auf die Unternehmensentwicklung haben. Sämtliche Mitarbeiter sollen ihr Handeln auf Verhinderung von existenzgefährdenden Risiken überprüfen. Das Risikomanagementsystem der Wild Bunch Gruppe basiert im Wesentlichen auf einer detaillierten Risikoerfassung und Risikoüberwachung beim Erwerb und der Verwertung von Filmrechten. Dabei werden umfangreiche Analysen über die Verwertbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Filmrechten über die gesamte Verwertungskette, detaillierte Einschätzungen zu Umsatzerlösen und direkten Kosten auf den einzelnen Stufen der Verwertungskette sowie Soll/Ist-Vergleiche zur Risikoüberwachung genutzt. Die Liquiditätssteuerung und Sicherstellung der Einhaltung finanzieller Zielgrößen werden auf Ebene des Vorstands überwacht, der darüber regelmäßig dem Aufsichtsrat Bericht erstattet. Weiterhin überwacht die Wild Bunch Gruppe Risiken auf Ebene der einzelnen Tochtergesellschaften durch laufende Kommunikation des lokalen Managements mit dem Vorstand. Die Liquiditäts- und Cashflow-Vorschau wird von den einzelnen Cash-Pools der Gruppe regelmäßig erstellt und auf Konzernebene konsolidiert, indem maßgeschneiderte Excel-basierte Tools verwendet werden. Das Unternehmen plant im Jahr 2018 verbesserte Tools auf Konzernebene zu implementieren und den zugrundeliegenden Prozess zu optimieren. Eine vollständige Vereinheitlichung wesentlicher Komponenten des Risikomanagementsystems der gesamten Wild Bunch Gruppe zur Verbesserung ihrer Effizienz ist für 2018 geplant. 5.2. Internes Kontrollsystem Das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem soll sicherstellen, dass alle Ereignisse und Transaktionen in der Finanzbuchhaltung vollständig erfasst, korrekt angesetzt und bewertet werden und in der finanziellen Berichterstattung der Wild Bunch AG und ihrer Tochtergesellschaften in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und vertraglichen Anforderungen sowie internen Leitlinien dargestellt sind. Die konzernweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften ist Voraussetzung hierfür. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass trotz angemessener und funktionsfähiger Systeme eine vollständige Sicherheit bei der Identifizierung und Steuerung von Risiken nicht gewährleistet werden kann. Die Rechnungslegungsprozesse innerhalb der Wild Bunch Gruppe sind an den Hauptstandorten in Paris und Berlin zentralisiert. In Paris werden bestimmte Zentralfunktionen für die Tochtergesellschaften der Wild Bunch S.A., Paris, übernommen. In Berlin wird zentral die Rechnungslegung für die deutschen Tochtergesellschaften verantwortet sowie die Konsolidierung des Konzernabschlusses vorgenommen. Innerhalb des Konzerns ist SAGE als ERP-System in Paris im Einsatz und SAP R/3 in Berlin. Weiterhin nutzt die Wild Bunch Gruppe das System Opera für die Konsolidierung der einzelnen Konzerngesellschaften. Darüber hinaus werden die Daten aus anderen IT-Systemen im Hinblick auf ihre korrekte Übertragung und Verarbeitung überwacht. Die IT-Systeme, die im Rahmen der finanziellen Berichterstattung verwendet werden, sind vor unbefugtem Zugriff gesichert. Die Wild Bunch Gruppe verfügt über Berechtigungskonzepte, die regelmäßig aktualisiert und überwacht werden. Das Rechnungswesen erstellt auf lokaler Ebene regelmäßig Einzelabschlüsse für alle lokalen Gesellschaften der Wild Bunch Gruppe unter Anwendung lokaler Rechnungslegungsvorschriften und berichtet konsolidierte IFRS-Finanzinformationen halbjährlich an den Vorstand. Für Konsolidierungszwecke werden in den lokalen Ländern Berichtspakete für die entsprechenden Gesellschaften erstellt, welche die Basis für den Konzernabschluss bilden. Die wesentlichen Elemente der Bilanzierung (u.a. Filmvermögen sowie Rückstellungen) sind die Grundlage für Buchungen in Tabellenkalkulationen. Für das Geschäftsjahr 2018 plant der Vorstand die Einführung von IT-Datenbanken für diese Bereiche. Im Anschluss an den Zusammenschluss der früheren Wild Bunch S.A. und Senator Entertainment AG zur Wild Bunch AG wurde mit einer Harmonisierung der Rechnungslegungsprozesse innerhalb der zusammengeführten Gruppe begonnen. In diesem Zusammenhang wurden Änderungen an den Rechnungslegungsmethoden der Wild Bunch S.A. notwendig. Außerdem wurden Bilanzierungsfehler in der Vergangenheit identifiziert, die eine rückwirkende Anpassung der Konzernzahlen nach IAS 8 im Konzernabschluss der Wild Bunch AG für das Geschäftsjahr 2015 zur Folge hatten. Ursächlich dafür waren die unterschiedlichen Rechnungslegungsprozesse, die 2014 in Teilen der Wild Bunch Gruppe unter kapitalmarktorientierten Rahmenbedingungen eingesetzt wurden. Eine Harmonisierung der Rechnungslegungsprozesse wurde 2015 eingeleitet, die Anwendung konzernweiter Rechnungslegungsprozesse in der täglichen Bilanzierungspraxis ist aber im kommenden Jahr zu verbessern. Aufgrund der oben genannten Umstände sowie komplexer Darstellungs- und Konsolidierungsfragen im Zusammenhang mit der Reverse Acquisition kam es zu einer Verzögerung des Abschlusserstellungsprozesses für die Geschäftsjahre 2015 und 2016. Die Controlling-Abteilung überprüft regelmäßig die auf Ebene einzelner Filmverwertungsrechte erfassten Aufwendungen und Erträge, d.h. die dort erfassten Auszahlungen bzw. Einzahlungen. Die Wild Bunch AG verfügt über ein geeignetes System an internen Richtlinien, welches Compliance-Themen, Berechtigungskonzepte für Bestellungen und Vertragsabschlüsse, Zeichnungsberechtigungen und interne Bilanzierungsrichtlinien abdeckt. Die wesentlichen Prozesse sind in Form von Ablaufdiagrammen dokumentiert und enthalten eine Beschreibung der prozessintegrierten Überwachungsmaßnahmen. Diese Richtlinien und Dokumentationen werden regelmäßig aktualisiert. Darüber hinaus befasst sich auch der Aufsichtsrat regelmäßig mit den wesentlichen Fragen der Rechnungslegung und des hierauf bezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. 6. Übernahmerechtliche Angaben nach 315 Abs. 4 HGB Gemäß § 315 Abs. 4 HGB haben Aktiengesellschaften, die einen organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes durch von ihnen ausgegebene stimmberechtigte Aktien in Anspruch nehmen, folgende Angaben im Lagebericht zu machen: Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das Grundkapital der Wild Bunch AG beträgt € 81.763.015. Es ist eingeteilt in 81.763.015 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Verschiedene Aktiengattungen bestehen nicht. Zu den Angaben für die bedingten und genehmigten Kapitalia verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang des Jahresabschlusses der Wild Bunch AG zum 31. Dezember 2017. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zehn vom Hundert der Stimmrechte überschreiten: Die Beteiligungen an der Wild Bunch AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind im Anhang des Jahresabschlusses der Wild Bunch AG zum 31. Dezember 2017 dargestellt, der auf der Internetseite www.wildbunch.eu/investors/publications/abrufbar ist. Unter der Adresse www.wildbunch.eu/investors/the-share/sind die aktuellen Stimmrechtsmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz veröffentlicht. Die Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen: Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht. Die Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben: Es ist dem Vorstand nicht bekannt, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben. Die gesetzlichen Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung: Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgt auf Grundlage der §§ 84, 85 AktG. Änderungen der Satzung richten sich nach §§ 179, 133 AktG, wobei der Aufsichtsrat auch ermächtigt ist, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Die Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen: Der Vorstand der Wild Bunch AG wurde durch verschiedene Hauptversammlungsbeschlüsse ermächtigt, eigene Aktien in einem Volumen von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben, zuletzt für einen Zeitraum bis zum 29. Juni 2020 durch Beschluss der Hauptversammlung 2015. Der letztmalige Erwerb von eigenen Anteilen erfolgte zu verschiedenen Zeitpunkten im Geschäftsjahr 2000. Zum Bilanzstichtag wies die Wild Bunch AG 2.415 Stückaktien als eigene Anteile aus, auf die nominal € 2.415 bzw. ca. 0,0003 % des Grundkapitals am 31. Dezember 2017 entfallen. Mit weiterem Beschluss der Hauptversammlung 2015 wurde das bis dahin noch bestehende genehmigte Kapital 2012/I aufgehoben, soweit von diesem von der Gesellschaft kein Gebrauch gemacht worden war, und ein neues genehmigtes Kapital beschlossen, wodurch der Vorstand ermächtigt ist, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 29. Juni 2020 um einen Betrag von bis zu € 37.165.007,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I), welches der Gesellschaft noch im Umfang von € 29.732.007,00 zur Nutzung zur Verfügung steht. Zudem wurde der Vorstand auf der Hauptversammlung 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2020 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu € 19.750.097,00 zu begeben. Das Bedingte Kapital 2015/I wird nur verwendet, soweit die Inhaber der Wandlungs- oder Optionsrechte von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllen. Die Eintragung des Bedingten Kapital 2015/I in das Handelsregister erfolgte am 7. Juli 2015. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen: Bei einem Change of Control Event haben die Vorstände teilweise ein außerordentliches Kündigungsrecht. In diesem Fall haben die Vorstandsmitglieder Herr Grimond, Herr Chioua und Herr Maraval Anspruch auf ihre Gesamtvergütung (Festgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit, maximal in Höhe der Gesamtvergütung für zwei Jahre. Derartige vertragliche Regelungen bestehen für Herrn Sturm nicht. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind: Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen nicht. 7. Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB Die Berichterstattung nach §§ 289f und 315d HGB ist unter der Internetadresse http://wildbunch.eu/de/investor-relations/corporate-governance/abrufbar. 8. Abhängigkeitsbericht Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der die folgende Schlusserklärung enthält: „Wir erklären, dass die Gesellschaft bei jedem Rechtsgeschäft mit herrschenden und verbundenen Unternehmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, angemessene Gegenleistungen erhalten hat und dass die Gesellschaft durch entsprechende getroffene oder unterlassene Maßnahmen nicht benachteiligt wurde.“ Im Berichtszeitraum wurden keine Rechtsgeschäfte oder Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens sowie der mit diesem verbundenen Unternehmen vorgenommen bzw. getroffen noch unterlassen. 9. Vergütungsbericht Die Vorstände erhalten ein festes Jahresgehalt (einschließlich Zuschuss zur Altersvorsorge und ggf. Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung) sowie teilweise eine Tantieme, die unter Beachtung des § 87 AktG das Geschäftsergebnis und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie die Leistungen des Vorstandsmitglieds angemessen berücksichtigt. Die ergebnisabhängigen Vergütungen können maximal T€ 275 pro Jahr betragen. Die Grundlagen des Vergütungssystems sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses enthalten die Vorstandsverträge keine ausdrückliche Abfindungszusage. Eine Abfindung kann sich aber aus einer individuell zu treffenden Aufhebungsvereinbarung ergeben. Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung, deren Höhe durch den Beschluss der Hauptversammlung festgelegt wird. Ihnen werden auch die mit ihrer Tätigkeit zusammenhängenden Auslagen sowie die auf diese Bezüge entfallende Umsatzsteuer erstattet. Zu weiteren Ausführungen wird auf den Punkt 46 „Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands“ im Konzernanhang verwiesen.
Berlin, den 6. August 2018 Grimond Chioua Sturm Maraval Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2017Wild Bunch AG, BerlinDer Aufsichtsrat berichtet im Folgenden über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2017, insbesondere über Art und Umfang der Prüfung der Geschäftsführung der Gesellschaft sowie über Beratungen im Aufsichtsrat, über die Beachtung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), über die Prüfung des Jahresabschlusses der Wild Bunch AG und des Konzerns sowie über personelle Veränderungen in den Organen der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat verfügt, der Empfehlung des DCGK entsprechend, über eine ausreichende Zahl unabhängiger Mitglieder. Zusammenwirken von Aufsichtsrat und Vorstand Der Aufsichtsrat nahm 2017 seine ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Pflichten wahr. Er überwachte laufend die Geschäftsführung des Vorstands und begleitete ihn regelmäßig beratend bei der Leitung und strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Durch schriftliche und mündliche Berichte seitens des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend unterrichtet. Die Berichte enthielten alle relevanten Informationen zur Geschäftsentwicklung und über die Lage des Konzerns, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den genehmigten Plänen wurden vorgetragen, begründet und diskutiert. Der Vorstand stimmte die strategische Ausrichtung des Konzerns mit dem Aufsichtsrat ab und erörterte mit ihm alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge die weitere strategische Ausrichtung sowie die künftige Finanzierung des Konzerns. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat weiterhin über die wichtigsten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen und legte ihm Geschäftsvorgänge, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften oder von besonderer Bedeutung waren, rechtzeitig zur Beschlussfassung vor. Über besondere Absichten und Vorhaben, die für das Unternehmen eilbedürftig waren, wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand auch zwischen den Sitzungen ausführlich informiert und er hat - sofern erforderlich - sein schriftliches Votum erteilt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ließ sich auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen regelmäßig über die aktuelle Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorgänge sowie bestehende Risiken im Unternehmen unterrichten. Seine Prüfungstätigkeit erfüllte der Aufsichtsrat u.a. und soweit in diesem Bericht nicht gesondert beschrieben, indem er Berichte des Vorstands, der Mitarbeiter sowie externer Wirtschaftsprüfer entgegennahm und erörterte. Sitzungen des Aufsichtsrats Im Jahre 2017 fanden vier Aufsichtsratssitzungen statt, drei davon jeweils mit persönlicher Anwesenheit der Teilnehmer an den Standorten Berlin und Paris sowie eine Aufsichtsratssitzung durchgeführt als Telefonkonferenz. Die Teilnahmequote der Mitglieder in den Sitzungen des Aufsichtsrats lag bei 96%. Ausschüsse Um eine effiziente Wahrnehmung seiner Aufgaben sicherzustellen, verfügt der Aufsichtsrat über die folgenden beiden Ausschüsse: Den Prüfungs- und Bilanzausschuss sowie den Investitionsausschuss. Dem Prüfungs- und Bilanzausschuss gehörten im Geschäftsjahr folgende Mitglieder an: Wolf-Dieter Gramatke, Pierre Tattevin sowie Tarek Malak. Pierre Tattevin fungiert zudem als unabhängiger Finanzexperte (IFC) des Aufsichtsrates. Der Investitionsausschuss setzte sich aus den folgenden Mitgliedern zusammen: Prof. Dr. Katja Nettesheim, Tarek Malak, Benjamin Waisbren und Hans Mahr. Im Jahr 2017 fanden aufgrund der Komplexität der Jahresabschlüsse 2015 und 2016 drei Sitzungen des Prüfungs- und Bilanzausschusses statt. Eine Sitzung des Investitionsausschusses fand nicht statt. Beratungen im Aufsichtsrat Gegenstand regelmäßiger Berichterstattung durch den Vorstand und Beratungen in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seinen Gremien waren die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis der Gesellschaft und des Konzerns, die Finanz- und Liquiditätslage, der Stand der Arbeiten an den Jahresabschlüssen, die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells sowie die strategische Ausrichtung des Konzerns. Schwerpunkt der Sitzungen waren in der ersten Jahreshälfte vor allem Beratungen über die die Aufstellung des Jahresabschlusses 2015 und des Jahresabschlusses 2016 jeweils für den Konzern und die Wild Bunch AG sowie damit verwandte Themen, die Investorensuche, die Fremdkapitalbeschaffung sowie Stand und Fortschritt von Verhandlungen mit Gläubigern, insbesondere auf Ebene der Wild Bunch S.A. in Frankreich. Im weiteren Jahresverlauf wurden schwerpunktmäßig die weitere Sicherung der Liquidität, die Investorensuche, die Durchführung von Strukturmaßnahmen und damit verbundene Einzelfragen sowie die Liquiditätslage des Konzerns diskutiert. Zentraler Gegenstand der Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat waren die weitere operative Integration der französischen, italienischen und spanischen Unternehmensteile in den Gesamtkonzern, insbesondere auch deren bilanzielle Konsolidierung und deren Abbildung in den im Geschäftsjahr 2017 fertiggestellten Jahresabschlüssen 2015 und 2016, die weitere Finanzierung der operativen Tätigkeiten der Gesellschaft, vor allem durch Abschluss einer Kreditrahmenvereinbarung über 30 Millionen Euro der deutschen, spanischen und italienischen Konzerntöchter mit der israelisch-amerikanischen Bank Leumi. Im Einzelnen sind folgende Themenbereiche der Aufsichtsratssitzungen besonders hervorzuheben:
Beschlüsse des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat im Rahmen seiner Sitzungen Beschlüsse zur Genehmigung des vom Vorstand aufgestellten Budgets und der Cashflow-Planung für das Geschäftsjahr 2017, über die Annahme und Billigung der Jahres- und Konzernabschlüsse für die Geschäftsjahre 2015 und 2016, die Annahme der Abhängigkeitsberichte und der Corporate Governance Dokumentationen für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 gefasst. Der Aufsichtsrat hat zudem Beschlüsse über die Auswahl des Wirtschaftsprüfers für das Geschäftsjahr 2017 sowie über die Neuwahl eines neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gefasst. Corporate Governance Der Aufsichtsrat hat sich in seinen Sitzungen mehrfach mit Fragen von Corporate Governance im Unternehmen befasst. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich über die Aktualisierung der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex verständigt und die gemeinsame Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG im April 2018 abgegeben. Sie ist der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Wild Bunch AG zusammen mit früheren Entsprechenserklärungen dauerhaft zugänglich gemacht. Vorstand und Aufsichtsrat haben darin erklärt, dass den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen wurde und wird, mit den in der Entsprechenserklärung bezeichneten Ausnahmen. Im Corporate Governance Bericht erläutern Vorstand und Aufsichtsrat gesondert die Corporate Governance. Erläuterungen gemäß Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz Der Aufsichtsrat hat sich mit den Angaben im Lagebericht der Wild Bunch AG und im Konzernlagebericht gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB und den Erläuterungen des Vorstands hierzu auseinandergesetzt. Auf die entsprechenden Erläuterungen im Lagebericht/Konzern-Lagebericht wird Bezug genommen. Der Aufsichtsrat hat die Angaben und Erläuterungen geprüft und macht sie sich zu Eigen. Sie sind aus Sicht des Aufsichtsrats vollständig. Besetzung des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr 2017 ergaben sich in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates folgende Veränderungen: Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Wolf-Dieter Gramatke, hat am 5. Dezember 2017 sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Aufsichtsrat wählte in seiner Sitzung vom 11. Dezember 2017 Herrn Tarek Malak zum Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Frau Prof. Dr. Katja Nettesheim hat ihr Amt zum 21. Dezember 2017 niedergelegt. Eine Nachbesetzung durch den Aufsichtsrat erfolgte bisher nicht. Besetzung des Vorstands Im Geschäftsjahr 2017 bestand der Vorstand der Gesellschaft durchgängig aus den Herren Vincent Grimond, Brahim Chioua, Max Sturm und Vincent Maraval. Herr Vincent Grimond ist Vorstandsvorsitzender. Prüfung des Abschlusses der Wild Bunch AG und des Konzerns zum 31. Dezember 2017 Die Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, wurde mit Beschluss des AG Charlottenburg vom 29. Dezember 2017 unter entsprechender Anwendung von § 318 Abs. 4 Satz 1 HGB i.V.m. § 37W Abs. 5 Satz 2 WpHG zum Abschlussprüfer sowie als Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 und zum Prüfer für die gegebenenfalls prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten, die vor der ordentlichen Hauptversammlung des Jahres 2018 aufgestellt werden, für dieses Geschäftsjahr bestellt und vom Aufsichtsrat am 15. Februar 2018 mit der Durchführung der Prüfungshandlungen beauftragt. Gegenstand der Prüfungen waren der vom Vorstand vorgelegte und nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellte Jahresabschluss der Wild Bunch AG und der Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017, der nach den Vorschriften des International Accounting Standards Board (IASB) und ergänzend nach den nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wurde. Dem Jahresabschluss der Wild Bunch AG und dem Konzernabschluss wurden uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Der Jahresabschluss der Wild Bunch AG sowie der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Sie waren Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrats am 6. August 2018, an der auch Vertreter des Abschlussprüfers teilnahmen und für Fragen zur Verfügung standen. Der Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach abschließendem Ergebnis seiner eigenen Prüfung waren Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 festgestellt. Prüfung des Berichts des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Aufgrund der im Berichtsjahr bestehenden Beteiligung von Sapinda-Gesellschaften an der Gesellschaft, ist die Wild Bunch AG im Berichtsjahr als ein von einem einzelnen Aktionär abhängiges Unternehmen einzustufen. Ein Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag mit Sapinda-Gesellschaften besteht nicht. Der Vorstand der Wild Bunch AG hat daher gemäß § 312 AktG für den Zeitraum der Abhängigkeit einen Bericht über die Beziehung zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2017 erstellt (Abhängigkeitsbericht). Der Vorstand hat den Abhängigkeitsbericht dem Aufsichtsrat fristgerecht vorgelegt. Der Abschlussprüfer der Gesellschaft hat den Abhängigkeitsbericht geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Seinen Prüfungsbericht hat der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Prüfungsbericht wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern übermittelt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben in ihrer Sitzung vom 6. August 2018 den Prüfungsbericht eingehend mit den Mitgliedern des Vorstands erörtert. Der an der Sitzung ebenfalls teilnehmende Abschlussprüfer hat darüber hinaus über seine Prüfung und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gelangten zu der Überzeugung, dass der Prüfungsbericht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Im Rahmen seiner eigenen Prüfung sind dem Aufsichtsrat keine Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit oder sonstige Beanstandungen ersichtlich geworden. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands zur Ergebnisverwendung an. Der Aufsichtsrat dankt Vorstand, Management und Mitarbeitern für eine große Leistungsbereitschaft und hohen persönlichen Einsatz.
Berlin, 6. August 2018 Der Aufsichtsrat Tarek Malak, Vorsitzender |
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