BayWa AGMünchenQuartalsmitteilung Q1-3/2020BayWa KonzernHinweisBetragsangaben erfolgen in Millionen Euro und werden -
sofern nicht anderslautend vermerkt - auf eine
Nachkommastelle gerundet. Dadurch können sich
geringfügige Abweichungen bei Summenbildungen sowie
bei der Berechnung von Prozentangaben ergeben.
Quartalsmitteilung 1Überblick über den Geschäftsverlauf des BayWa KonzernsStarkes drittes Quartal - BayWa bekräftigt Jahreszielescrollen
Der BayWa Konzern weist nach neun Monaten des laufenden
Geschäftsjahres gegenüber dem Vergleichszeitraum
2019 einen preisbedingten Umsatzrückgang um 2,2
Prozent auf rund 12,2 Mrd. Euro aus (Vorjahr: 12,5 Mrd.
Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im
Vorjahresvergleich von 77,3 Mio. Euro auf 102,7 Mio. Euro
zum 30. September 2020. Diese signifikante
Ergebnisverbesserung wurde von allen drei operativen
Kernsegmenten getragen.
Das Segment Energie verzeichnete einen Ergebnisanstieg
um 22,6 Mio. Euro auf insgesamt 48,0 Mio. Euro (Vorjahr:
25,4 Mio. Euro). Die positive Entwicklung ist vor allem auf
das Projektgeschäft der BayWa r.e. renewable energy
GmbH zurückzuführen. Hier konnten mehrere
internationale Projektverkäufe erfolgreich realisiert
werden. Erstmals konnte ein Solarprojekt von knapp 40
Megawatt (MW) in Malaysia erbaut und an einen lokalen
Investor verkauft werden. Der größte Teil der
geplanten Projektverkäufe findet wie in den Vorjahren
im Schlussquartal statt. Der Handel mit
Photovoltaik(PV)-Komponenten sowie das Geschäft mit
Wärmeenergieträgern konnten an die gute
Entwicklung des ersten Halbjahres anknüpfen und haben
dementsprechend zu dem positiven Ergebnis im Segment
Energie beigetragen. Das Segment Agrar erzielte eine
Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um
11,7 Mio. Euro auf 77,5 Mio. Euro (Vorjahr: 65,8 Mio.
Euro). Eine starke Nachfrage nach Soja und Mais bei
gleichzeitig steigenden Preisen waren die wesentlichen
Treiber des Ergebniszuwachses im Geschäftsfeld BayWa
Agri Supply & Trade (BAST). Auch der Obsthandel im
Geschäftsfeld Global Produce profitierte von einer
guten Preisentwicklung und konnte den letztjährigen
Sondereffekt aus dem Verkauf einer Immobilie durch das
operative Ergebnis vollständig kompensieren.
Während das Ergebnis im Geschäftsfeld Technik
gegenüber der Vorjahresperiode nochmals zulegen
konnte, hatte das inländische
Betriebsmittelgeschäft mit Preisrückgängen
bei Düngemitteln und einer verhaltenen
Pflanzenschutznachfrage zu kämpfen. Die Entwicklung im
Baustoffhandel bleibt weiterhin dynamisch. Das Segment Bau
verzeichnet nach neun Monaten einen Ergebniszuwachs um
knapp 16 Mio. Euro auf insgesamt 39,2 Mio. Euro (Vorjahr:
23,3 Mio. Euro).
Für das Gesamtjahr 2020 bestätigt das
Management seine Prognose, trotz der Corona-Pandemie ein
operatives Konzernergebnis (EBIT) mindestens auf dem Niveau
des Vorjahres zu erreichen.
Highlights des dritten Quartals 2020scrollen
Vermögensentwicklung vom 1. Januar bis 30. September 2020Die Bilanzsumme des BayWa Konzerns beträgt zum Ende
des dritten Quartals 9.413,3 Mio. Euro und liegt somit um
546,1 Mio. Euro bzw. 6,2 Prozent über dem Wert zum
Ende des Geschäftsjahres 2019. Dies ist im
Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der unfertigen
Leistungen, der überwiegend das Geschäftsfeld
Regenerative Energien und hier im Bau befindliche
Erneuerbare-Energien-Anlagen betrifft.
Das Eigenkapital in Höhe von 1.280,5 Mio. Euro
liegt um 78,1 Mio. Euro bzw. 5,7 Prozent unter dem Wert zum
31. Dezember 2019. Der Rückgang resultiert
insbesondere aus Dividendenausschüttungen sowie aus
verschiedenen erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassenden
Sachverhalten, darunter Währungsdifferenzen und
Bewertungseffekte.
Die langfristigen Schulden belaufen sich zum 30.
September 2020 auf 3.143,4 Mio. Euro und sind damit auf dem
Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2019.
Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich im dritten
Quartal 2020 gegenüber dem Wert zum Ende des
Geschäftsjahres 2019 um 612,3 Mio. Euro bzw. 14,0
Prozent auf 4.989,4 Mio. Euro. Der Anstieg betrifft im
Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie kurzfristige Finanzschulden. Letztere
stehen im Zusammenhang mit der Finanzierung von im Bau
befindlichen Erneuerbare-Energien-Anlagen.
Ergebnisentwicklung vom 1. Januar bis 30. September 2020Die Umsatzerlöse des BayWa Konzerns reduzierten
sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 275,2 Mio. Euro
bzw. 2,2 Prozent und betragen 12.197,8 Mio. Euro zum Ende
des dritten Quartals 2020. Dem steht ein deutlicher Anstieg
der Bestandsveränderung um 287,2 Mio. Euro auf 650,7
Mio. Euro gegenüber, der im Wesentlichen die
Aktivitäten des Geschäftsfelds Regenerative
Energien widerspiegelt und auf die im Bau befindlichen
Erneuerbare-Energien-Anlagen zurückzuführen ist.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich
um 12,4 Mio. Euro auf 138,5 Mio. Euro. Ein leichter Anstieg
ist ebenso bei den anderen aktivierten Eigenleistungen zu
verzeichnen. Diese liegen um 2,8 Mio. Euro über dem
Niveau der Vorjahresperiode und belaufen sich auf 11,3 Mio.
Euro.
Der Materialaufwand reduzierte sich - analog zu den
Umsatzerlösen - um 103,6 Mio. Euro auf 11.520,3 Mio.
Euro. Damit konnte das Rohergebnis in Höhe von 1.478,0
Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 130,8 Mio.
Euro übertroffen werden.
Der Anstieg des Personalaufwands um 60,4 Mio. Euro bzw.
7,6 Prozent auf 852,7 Mio. Euro geht in erster Linie auf
gestiegene Mitarbeiterzahlen speziell in den
Geschäftsfeldern Global Produce und Regenerative
Energien sowie auf Tariferhöhungen zurück.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in den ersten
drei Quartalen in Höhe von 365,2 Mio. Euro liegen
leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte stiegen um 15,5 Mio. Euro bzw. 10,6
Prozent auf 162,1 Mio. Euro.
Das Ergebnis der betrieblichen
Geschäftstätigkeit beläuft sich auf einen
Gewinn in Höhe von 98,0 Mio. Euro. Es liegt um 56,7
Mio. Euro über dem Wert des Vergleichszeitraums im
Jahr 2019 und konnte damit mehr als verdoppelt werden.
Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 21,3 Mio.
Euro bzw. 78,3 Prozent auf 5,9 Mio. Euro. Der Rückgang
ist insbesondere auf die im Vorjahr enthaltenen
Veräußerungsgewinne aus den Verkäufen der
BMH Biomethan GmbH, München, sowie der
Kartoffel-Centrum Bayern GmbH, Rain am Lech,
zurückzuführen. Das Ergebnis aus
At-Equity-Anteilen reduzierte sich um 10,0 Mio. Euro auf
minus 1,2 Mio. Euro.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des
BayWa Konzerns beläuft sich zum dritten Quartal 2020
auf einen Gewinn in Höhe von 102,7 Mio. Euro.
Das Zinsergebnis der ersten neun Monate hat sich im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Mio. Euro verbessert
und liegt bei 76,9 Mio. Euro.
Unter Berücksichtigung eines Steueraufwands in
Höhe von 7,5 Mio. Euro ergibt sich ein
Konzernüberschuss für die ersten drei Quartale
2020 in Höhe von 18,3 Mio. Euro. Dieser ist um 19,8
Mio. Euro höher als der Konzernüberschuss des
Vergleichszeitraums 2019.
Geschäftsverlauf in den Segmenten vom 1. Januar bis 30. September 2020Segment Energiescrollen
Im BayWa Konzern umfasst das Segment Energie neben dem
Handel mit fossilen und nachwachsenden Brenn-, Kraft- und
Schmierstoffen auch das Geschäft mit erneuerbaren
Energien, das in der BayWa r.e. renewable energy GmbH
gebündelt ist. Das Segment Energie verzeichnete ein
starkes drittes Quartal. Nach neun Monaten weist das
Segment, verglichen mit der Vorjahresperiode, einen
preisbedingten Umsatzrückgang um 11,2 Prozent aus,
konnte jedoch das operative Ergebnis (EBIT) des Segments
von 25,4 Mio. Euro auf 48,0 Mio. Euro nahezu verdoppeln.
Dieser spürbare Anstieg gegenüber dem
Vorjahreszeitraum ist insbesondere auf Projektverkäufe
der BayWa r.e. zurückzuführen.
Die Verkäufe der zwei Windparks Schönberg 2
(4,7 MW) in Deutschland und Le Champ Grand (9,0 MW) in
Frankreich sowie des Solarparks Gebeng (38,9 MW) in
Malaysia haben wesentlich zum Ergebnis beigetragen.
Darüber hinaus profitierte das Geschäftsfeld
Regenerative Energien vom dynamischen Handel mit
Photovoltaik(PV)-Komponenten. Hierzu trugen insbesondere
höhere Erträge in Deutschland und der Schweiz
bei. Entsprechend liegt die Gesamtleistung der verkauften
PV-Module um 29,8 Prozent über dem Niveau des
Vorjahreszeitraums. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum
Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland, den
Niederlanden, Frankreich und Malaysia mit einer
Gesamtleistung von über 107 MW veräußert.
Wie in den Vorjahren findet der größte Teil der
geplanten Projektverkäufe im Schlussquartal statt.
Im Geschäftsfeld Klassische Energie profitierte der
Handel mit Wärmeenergieträgern von einer hohen
Nachfrage, die vor allem auf die Entwicklung des
Ölpreises zurückzuführen ist. Im
Berichtszeitraum lag der Rohölpreis rund 30 Prozent
unter dem Vorjahresniveau. Zusätzliche Kaufimpulse
dürfte die seit Juli geltende Mehrwertsteuersenkung
ausgelöst haben. Diese wurde von den Verbrauchern als
Kaufsignal gesehen und zur Bevorratung genutzt. Auch die
für 2021 beschlossene CO2-Steuer sollte bereits zu
Preissicherungskäufen geführt haben, da diese
eine Verteuerung von Kraft- und Brennstoffen mit sich
bringt. Zudem haben der Ausbau des Neugeschäfts der
BayWa Mobility Solutions GmbH und die Inbetriebnahme von
zwei weiteren LNG-Tankstellen (LNG: Liquefied Natural Gas -
flüssiges Erdgas) positiv zum Ergebnis beigetragen.
Segment Agrarscrollen
Das Segment Agrar gliedert sich in die vier
Geschäftsfelder BayWa Agri Supply & Trade (BAST),
Global Produce, Agrar und Technik. Die Geschäftsfelder
BAST und Agrar decken den nationalen und internationalen
Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und
Betriebsmitteln ab. Global Produce umfasst den weltweiten
Handel mit Obst und Fruchtgemüse. Das
Geschäftsfeld Technik handelt mit landtechnischen
Maschinen und Anlagen und bietet umfangreiche
Serviceleistungen an. Nach neun Monaten des laufenden
Geschäftsjahres erzielte das Segment Agrar einen
Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis
(EBIT) verbesserte sich in der Berichtsperiode um 17,8
Prozent, was im Wesentlichen auf höhere
Ergebnisbeiträge in den Geschäftsfeldern BAST und
Technik zurückzuführen ist.
Im Geschäftsfeld BAST liegt das Ergebnis
signifikant über dem Niveau des Vorjahres. Der Konzern
profitierte im internationalen Handel mit Getreide und
Ölsaaten von einer starken Preisrallye an den
Agrarrohstoffmärkten, die im August und September
wegen der erwarteten Ernterückgänge einsetzte.
Das trockene Wetter in vielen globalen Anbaugebieten, wie
z. B. in der Schwarzmeerregion, verunsicherte die Landwirte
zunehmend. Vor diesem Hintergrund fiel die
Abgabebereitschaft für die alte Ernte geringer aus bei
gleichzeitig höherer internationaler
Getreidenachfrage. Vor allem aus China kommt eine starke
Nachfrage nach Futtergetreide, da sich der Schweinebestand
dort wieder erholt. Das Spezialitätengeschäft
entwickelte sich relativ stabil. Geringere Absatzmengen
konnten durch höhere Margen kompensiert werden.
Die neue europäische Apfelernte dürfte,
aufgrund von Frühjahrsfrösten in den meisten
Anbauregionen, leicht unter der bereits angebotsschwachen
letztjährigen Ernte liegen. Die Prognosen für die
deutsche Apfelernte weichen nur unwesentlich vom Vorjahr
ab. Zudem sind die Lager bereits zu Beginn der Saison
geräumt. Entsprechend liegen die Apfelpreise in
Deutschland weiterhin auf einem überdurchschnittlich
hohen Niveau, wovon auch die Handelsmargen profitierten.
Das Geschäftsfeld Global Produce startete gut in die
inländische Apfelvermarktung, was sich bis Jahresende
fortsetzen sollte. In Neuseeland profitierte T&G Global
Limited von einer überdurchschnittlichen Ernte und
einem starken Exportgeschäft zu Beginn der dortigen
Apfelsaison. Zudem erhöhte sich das
Vermarktungsvolumen durch den Erwerb des Obsthändlers
Freshmax New Zealand Ltd; das wirkte sich ebenfalls positiv
auf das Ergebnis im Berichtszeitraum aus.
Die Marktbedingungen für das inländische
Agrarhandelsgeschäft sind durch eine heterogene
Entwicklung gekennzeichnet. Während einige
Bundesländer im Süden im Mehrjahresvergleich
Zuwächse verzeichneten, ist die vorläufige
Erntemenge im Norden geringer ausgefallen. Insgesamt
dürfte die Erntemenge (Getreide und Körnermais)
für das Jahr 2020 in Deutschland um 3 Prozent leicht
unter dem Vorjahresniveau liegen. Gründe dafür
sind vor allem Spätfröste im April und Mai, eine
ausgeprägte Frühjahrstrockenheit und mangelnde
Bodenfeuchtigkeit in manchen Regionen. Dennoch verzeichnete
das Geschäftsfeld Agrar gegenüber dem Vorjahr
leicht höhere Erfassungsmengen bei Getreide. Die
dazugehörigen Handelskontrakte werden in den
Folgemonaten abgerufen und erfolgswirksam verbucht. Im
Betriebsmittelgeschäft liegt der Absatz von
Pflanzenschutzmitteln witterungsbedingt insbesondere bei
Herbiziden hinter dem Niveau des Vorjahres. Die
Absatzmengen bei Dünger bewegten sich bedingt durch
die strengen Düngeverordnungen weiterhin auf dem
niedrigen Vorjahresniveau. Zudem haben gegenüber der
Vorjahresperiode stark nachgebende Düngemittelpreise
zu einem erheblichen Druck auf die Handelsmargen
geführt und das Ergebnis im Geschäftsfeld
belastet.
Die Ergebnisverbesserung im Geschäftsfeld Technik
ist auf eine erhöhte Nachfrage nach Neumaschinen
zurückzuführen. Infolgedessen ist der Absatz um
18,4 Prozent gestiegen. Dabei dürfte sich der seit
Juli gesenkte Mehrwertsteuersatz positiv auf die
Absatzmengen ausgewirkt haben. Entsprechend erhöhte
sich auch die Nachfrage nach Wartungsarbeiten und
Serviceleistungen. Hohe Auftragseingänge sowie eine
stabile Nachfrage im Servicebereich lassen ein starkes
Schlussquartal im Geschäftsfeld Technik erwarten.
Segment Bauscrollen
Im Segment Bau wird innerhalb des Konzerns im
Wesentlichen der Handel mit Baustoffen in Deutschland und
Österreich zusammengefasst. Von Januar bis August
erreichten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe
trotz der Corona-Pandemie nahezu das hohe Vorjahresniveau.
Das Segment Bau nutzte die inländische Baukonjunktur
und konnte in den ersten neun Monaten den Umsatz
gegenüber dem Vorjahreszeitraum erheblich steigern.
Neben dem anhaltend niedrigen Zinsniveau und der
Mehrwertsteuersenkung zum Halbjahr dürften auch frei
gewordene Urlaubsbudgets, bedingt durch die
Corona-Pandemie, verstärkt in die Renovierung von
Wohnimmobilien geflossen sein. Von dieser Entwicklung
profitierten die Absatzmengen des gesamten
Baustoffportfolios, wobei das Sortiment für Garten-
und Landschaftsbau besonders stark nachgefragt wurde.
Positiv entwickelte sich auch der Online-Handel, da die
Kaufbereitschaft über digitale Wege zunimmt.
Entsprechend stieg das operative Ergebnis (EBIT)
gegenüber dem Vorjahr um knapp 16 Mio. Euro auf 39,2
Mio. (Vorjahr: 23,3 Mio. Euro).
Segment Innovation & Digitalisierungscrollen
Das Segment Innovation & Digitalisierung
bündelt alle Aktivitäten des BayWa Konzerns in
den Bereichen Digital Farming und eBusiness. Der
Umsatzanstieg des Segments in der Berichtsperiode ist im
Wesentlichen auf höhere Auftragseingänge durch
einen intensiveren Vertrieb von Smart-Farming-Lösungen
im dritten Quartal zurückzuführen. Verstärkt
nachgefragt waren Bodenprobendienstleistungen sowie
Hardware-Komponenten. Der Bereich eBusiness verzeichnete
seit Beginn der Corona-Pandemie einen deutlichen Anstieg
des Online-Handels. Hier hat sich der Umsatz im
Durchschnitt gegenüber der Vorjahresperiode
verdreifacht. Das Segment Agrar hält daran den
größten Anteil. Die Umsätze und
Erträge daraus werden allerdings demjenigen
Geschäftsfeld bzw. Segment zugerechnet, in dem das
jeweils verkaufte Produkt angesiedelt ist. Darüber
hinaus startete im dritten Quartal die offene
Handelsplattform NEXT Marktplatz der FarmFacts GmbH.
Hierüber können Landwirte - direkt aus der von
ihnen genutzten "NEXT Farming"-Software -
Betriebsmittel-Angebote von verschiedenen Anbietern
einholen sowie Kauf- und Lieferverträge
abschließen. Das operative Ergebnis (EBIT) ist
plangemäß negativ und weist im Berichtszeitraum
mit minus 8,4 Mio. Euro ein leicht besseres Ergebnis
gegenüber der Vorjahresperiode aus.
Sonstige AktivitätenDas EBIT der Sonstigen Aktivitäten mitsamt
Überleitung setzt sich im Wesentlichen aus den
Verwaltungskosten des Konzerns sowie
Konsolidierungseffekten zusammen und beträgt zum 30.
September 2020 minus 53,6 Mio. Euro (Vorjahr: minus 27,0
Mio. Euro). Der Ergebnisrückgang gegenüber der
Vergleichsperiode 2019 ist im Wesentlichen auf
coronabedingt ausgebliebene Bankdividenden und
Beteiligungserträge (11,8 Mio. Euro) sowie auf
Absicherungsgeschäfte für Währungsrisiken
(7,0 Mio. Euro) zurückzuführen. Darüber
hinaus sind Mehrkosten aufgrund der Corona-Pandemie (3,9
Mio. Euro) entstanden. Zudem profitierte das
Vorjahresergebnis von Einmaleffekten wie dem Verkauf der
Kartoffel-Centrum Bayern GmbH (3,9 Mio. Euro) und dem
Verkauf der Anteile an der AHG- Autohandelsgesellschaft mbh
(3,1 Mio. Euro).
AusblickFür das Schlussquartal bleiben die Perspektiven in
den drei operativen Kernsegmenten des BayWa Konzerns
positiv.
Im Geschäftsfeld Regenerative Energien wird die
Zeit bis zum Jahresende weiterhin von Projektverkäufen
bestimmt sein. Es sind zahlreiche Anlagenverkäufe in
Europa und in den USA vorgesehen. In den USA wird der
Verkauf eines 250 MW großen Windparks in Kalifornien
einen wesentlichen Ergebnisbeitrag im Schlussquartal
leisten. Zusätzliche Ergebnispotenziale ergeben sich
zudem aus dem internationalen Handel mit PV-Modulen und dem
Servicegeschäft. Im Geschäftsfeld Klassische
Energie bleibt nach der guten Entwicklung in den
vorangegangenen Monaten abzuwarten, ob der Handel mit
Heizöl in den bevorstehenden Wintermonaten nochmals
anzieht. Vorzieheffekte könnten sich durch die neue CO
2-Steuer ergeben, die ab dem Jahr 2021 erhoben
wird, sowie durch die Rückkehr zum
19-Prozent-Mehrwertsteuersatz ab 2021. Im Geschäft mit
Schmier- und Kraftstoffen wird eine stabile Entwicklung
erwartet. Insgesamt wird das Segment Energie zum Jahresende
einen signifikanten Ergebnissprung erzielen und das
Vorjahresniveau erreichen.
Die Preisvolatilitäten auf den internationalen
Getreide- und Ölsaatenmärkten könnten sich
bis zum Jahresende fortsetzen. Erhöhte Unsicherheiten
wegen der Corona-Pandemie einerseits und eine insgesamt
höhere Nachfrage aus China andererseits dürften
die Preise für Agrarrohstoffe in Bewegung halten.
Für das Geschäftsfeld BAST könnten sich
aufgrund der erwarteten Preisvolatilitäten
zusätzliche Chancen ergeben. Der Handel mit
Spezialitäten ist wesentlich geringeren
Preisschwankungen ausgesetzt, daher ist hier von einer
stabilen Entwicklung bis zum Jahresende auszugehen. Das
Geschäftsfeld Global Produce dürfte sich bis zum
Jahresende positiv entwickeln. Neben der Vermarktung der
deutschen Apfelernte zu überdurchschnittlichen Preisen
dürften auch die internationalen Aktivitäten von
dem saisontypischen Nachfrageanstieg nach exotischen
Früchten in der Vorweihnachtszeit profitieren. Im
Geschäftsfeld Agrar werden die zur diesjährigen
Ernte geschlossenen Getreidekontrakte im Wesentlichen in
den Folgemonaten erfolgswirksam verbucht. Eine
Jahresendrallye im schwächelnden
Betriebsmittelgeschäft ist unwahrscheinlich.
Allerdings könnten die relativ niedrigen
Düngemittelpreise sowie die
Mehrwertsteuererhöhung zum Jahresanfang 2021 zu einer
vermehrten Einlagerung seitens der Landwirte führen.
Die Restrukturierungskosten für den Umbau des
ostdeutschen Agrargeschäfts werden das Ergebnis im
Geschäftsfeld Agrar belasten, was aber durch den
positiven Verlauf der anderen Geschäftsfelder im
Segment Agrar vollständig kompensiert werden wird.
Eine optimistische Erwartungshaltung für das
Gesamtjahr 2020 besteht auch im Geschäftsfeld Technik,
das aufgrund des weiter steigenden Auftragsbestands wieder
an das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres anknüpfen
dürfte.
Im Segment Bau dürfte sich das mengenbedingte
Umsatz- und Ergebniswachstum gegenüber dem Vorjahr bis
zum Jahresende fortsetzen, sofern die Bautätigkeiten
nicht durch außergewöhnlich ungünstige
Witterungseinflüsse ausgebremst werden. Hinzu kommt,
dass im Schlussquartal erstmalig der Verkauf von
Wohneinheiten in der BayWa Bau Projekt GmbH erfolgt.
Für das Gesamtjahr 2020 ist angesichts der
gegenwärtigen Rahmenbedingungen eine deutliche
Steigerung von Umsatz und Ergebnis gegenüber dem
Vorjahr erreichbar.
Für das Gesamtjahr 2020 wird trotz der
Corona-Pandemie ein operatives Ergebnis des BayWa Konzerns
mindestens auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.
Hinweis: Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und
Planzahlen in dem vorliegenden Dokument basieren auf
Annahmen und unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit
sich diese Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend
herausstellen sollten oder sich andere unvorhersehbare
Risiken ergeben, ist nicht auszuschließen, dass die
tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der Gesellschaft von den in diesem Dokument dargestellten
zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.
Ausgewählte FinanzinformationenKonzernbilanz zum 30. September 2020Aktivascrollen
Passivascrollen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 30. September 2020Fortgeführte Geschäftsbereichescrollen
München, 12. November 2020
BayWa AktiengesellschaftDer Vorstand
FinanzkalenderTermine 2021Konzernabschluss 202025.03.2021, 10.30 Uhr - Bilanz-Pressekonferenz,
München
Veröffentlichung Zahlen zum 1. Quartal 202106.05.2021, 8.30 Uhr - Analysten Conference Call
Hauptversammlung 202115.06.2021, 10.00 Uhr - ICM, München
KontaktInvestor Relations
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