BayWa AG

München

Quartalsmitteilung Q1-3/​2020

BayWa Konzern

Hinweis

Betragsangaben erfolgen in Millionen Euro und werden - sofern nicht anderslautend vermerkt - auf eine Nachkommastelle gerundet. Dadurch können sich geringfügige Abweichungen bei Summenbildungen sowie bei der Berechnung von Prozentangaben ergeben.

Quartalsmitteilung 1

Überblick über den Geschäftsverlauf des BayWa Konzerns

Starkes drittes Quartal - BayWa bekräftigt Jahresziele

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Ergebnis (EBIT) nach neun Monaten über dem Vorjahr; deutliche Ergebnisverbesserung in allen drei operativen Segmenten

Segment Energie: Verkäufe von Erneuerbare-Energien-Projekten ausgebaut, reger Handel mit Photovoltaikkomponenten; Wärmegeschäft profitiert vom Ölpreis

Segment Agrar: steigende Agrarpreise begünstigen Erzeugnis- und Obsthandel; gute Entwicklung im Geschäftsfeld Technik

Segment Bau: Kauflaune im Bausektor ungebrochen; Baustoffhandel floriert

Der BayWa Konzern weist nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 einen preisbedingten Umsatzrückgang um 2,2 Prozent auf rund 12,2 Mrd. Euro aus (Vorjahr: 12,5 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Vorjahresvergleich von 77,3 Mio. Euro auf 102,7 Mio. Euro zum 30. September 2020. Diese signifikante Ergebnisverbesserung wurde von allen drei operativen Kernsegmenten getragen.

Das Segment Energie verzeichnete einen Ergebnisanstieg um 22,6 Mio. Euro auf insgesamt 48,0 Mio. Euro (Vorjahr: 25,4 Mio. Euro). Die positive Entwicklung ist vor allem auf das Projektgeschäft der BayWa r.e. renewable energy GmbH zurückzuführen. Hier konnten mehrere internationale Projektverkäufe erfolgreich realisiert werden. Erstmals konnte ein Solarprojekt von knapp 40 Megawatt (MW) in Malaysia erbaut und an einen lokalen Investor verkauft werden. Der größte Teil der geplanten Projektverkäufe findet wie in den Vorjahren im Schlussquartal statt. Der Handel mit Photovoltaik(PV)-Komponenten sowie das Geschäft mit Wärmeenergieträgern konnten an die gute Entwicklung des ersten Halbjahres anknüpfen und haben dementsprechend zu dem positiven Ergebnis im Segment Energie beigetragen. Das Segment Agrar erzielte eine Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,7 Mio. Euro auf 77,5 Mio. Euro (Vorjahr: 65,8 Mio. Euro). Eine starke Nachfrage nach Soja und Mais bei gleichzeitig steigenden Preisen waren die wesentlichen Treiber des Ergebniszuwachses im Geschäftsfeld BayWa Agri Supply & Trade (BAST). Auch der Obsthandel im Geschäftsfeld Global Produce profitierte von einer guten Preisentwicklung und konnte den letztjährigen Sondereffekt aus dem Verkauf einer Immobilie durch das operative Ergebnis vollständig kompensieren. Während das Ergebnis im Geschäftsfeld Technik gegenüber der Vorjahresperiode nochmals zulegen konnte, hatte das inländische Betriebsmittelgeschäft mit Preisrückgängen bei Düngemitteln und einer verhaltenen Pflanzenschutznachfrage zu kämpfen. Die Entwicklung im Baustoffhandel bleibt weiterhin dynamisch. Das Segment Bau verzeichnet nach neun Monaten einen Ergebniszuwachs um knapp 16 Mio. Euro auf insgesamt 39,2 Mio. Euro (Vorjahr: 23,3 Mio. Euro).

Für das Gesamtjahr 2020 bestätigt das Management seine Prognose, trotz der Corona-Pandemie ein operatives Konzernergebnis (EBIT) mindestens auf dem Niveau des Vorjahres zu erreichen.

Highlights des dritten Quartals 2020

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BayWa r.e. treibt mit fünf Projekten die Verbreitung von Agri-Photovoltaik in Europa voran; größte Agri-PV-Anlage in den Niederlanden fertiggestellt

BayWa Mobility Solutions GmbH nimmt weitere LNG-Tankstelle in Eching bei München in Betrieb

Spatenstich in Lappersdorf: BayWa investiert 4,5 Mio. Euro in neuen Baustoff-Fachhandel

1 Die vorliegende Quartalsmitteilung wurde nach IFRS-Grundsätzen erstellt. Es handelt sich nicht um einen Zwischenabschluss nach IAS 34 oder einen Abschluss nach IAS 1.

Vermögensentwicklung vom 1. Januar bis 30. September 2020

Die Bilanzsumme des BayWa Konzerns beträgt zum Ende des dritten Quartals 9.413,3 Mio. Euro und liegt somit um 546,1 Mio. Euro bzw. 6,2 Prozent über dem Wert zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der unfertigen Leistungen, der überwiegend das Geschäftsfeld Regenerative Energien und hier im Bau befindliche Erneuerbare-Energien-Anlagen betrifft.

Das Eigenkapital in Höhe von 1.280,5 Mio. Euro liegt um 78,1 Mio. Euro bzw. 5,7 Prozent unter dem Wert zum 31. Dezember 2019. Der Rückgang resultiert insbesondere aus Dividendenausschüttungen sowie aus verschiedenen erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassenden Sachverhalten, darunter Währungsdifferenzen und Bewertungseffekte.

Die langfristigen Schulden belaufen sich zum 30. September 2020 auf 3.143,4 Mio. Euro und sind damit auf dem Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2019.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Wert zum Ende des Geschäftsjahres 2019 um 612,3 Mio. Euro bzw. 14,0 Prozent auf 4.989,4 Mio. Euro. Der Anstieg betrifft im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Finanzschulden. Letztere stehen im Zusammenhang mit der Finanzierung von im Bau befindlichen Erneuerbare-Energien-Anlagen.

Ergebnisentwicklung vom 1. Januar bis 30. September 2020

Die Umsatzerlöse des BayWa Konzerns reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 275,2 Mio. Euro bzw. 2,2 Prozent und betragen 12.197,8 Mio. Euro zum Ende des dritten Quartals 2020. Dem steht ein deutlicher Anstieg der Bestandsveränderung um 287,2 Mio. Euro auf 650,7 Mio. Euro gegenüber, der im Wesentlichen die Aktivitäten des Geschäftsfelds Regenerative Energien widerspiegelt und auf die im Bau befindlichen Erneuerbare-Energien-Anlagen zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 12,4 Mio. Euro auf 138,5 Mio. Euro. Ein leichter Anstieg ist ebenso bei den anderen aktivierten Eigenleistungen zu verzeichnen. Diese liegen um 2,8 Mio. Euro über dem Niveau der Vorjahresperiode und belaufen sich auf 11,3 Mio. Euro.

Der Materialaufwand reduzierte sich - analog zu den Umsatzerlösen - um 103,6 Mio. Euro auf 11.520,3 Mio. Euro. Damit konnte das Rohergebnis in Höhe von 1.478,0 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 130,8 Mio. Euro übertroffen werden.

Der Anstieg des Personalaufwands um 60,4 Mio. Euro bzw. 7,6 Prozent auf 852,7 Mio. Euro geht in erster Linie auf gestiegene Mitarbeiterzahlen speziell in den Geschäftsfeldern Global Produce und Regenerative Energien sowie auf Tariferhöhungen zurück.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in den ersten drei Quartalen in Höhe von 365,2 Mio. Euro liegen leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen um 15,5 Mio. Euro bzw. 10,6 Prozent auf 162,1 Mio. Euro.

Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf einen Gewinn in Höhe von 98,0 Mio. Euro. Es liegt um 56,7 Mio. Euro über dem Wert des Vergleichszeitraums im Jahr 2019 und konnte damit mehr als verdoppelt werden.

Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 21,3 Mio. Euro bzw. 78,3 Prozent auf 5,9 Mio. Euro. Der Rückgang ist insbesondere auf die im Vorjahr enthaltenen Veräußerungsgewinne aus den Verkäufen der BMH Biomethan GmbH, München, sowie der Kartoffel-Centrum Bayern GmbH, Rain am Lech, zurückzuführen. Das Ergebnis aus At-Equity-Anteilen reduzierte sich um 10,0 Mio. Euro auf minus 1,2 Mio. Euro.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des BayWa Konzerns beläuft sich zum dritten Quartal 2020 auf einen Gewinn in Höhe von 102,7 Mio. Euro.

Das Zinsergebnis der ersten neun Monate hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Mio. Euro verbessert und liegt bei 76,9 Mio. Euro.

Unter Berücksichtigung eines Steueraufwands in Höhe von 7,5 Mio. Euro ergibt sich ein Konzernüberschuss für die ersten drei Quartale 2020 in Höhe von 18,3 Mio. Euro. Dieser ist um 19,8 Mio. Euro höher als der Konzernüberschuss des Vergleichszeitraums 2019.

Geschäftsverlauf in den Segmenten vom 1. Januar bis 30. September 2020

Segment Energie

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in % Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in %
Regenerative Energien 1.329,8 1.081,2 23,0 22,0 3,9 > 100
Klassische Energie 1.323,6 1.908,1 - 30,6 26,0 21,5 20,9
Segment Energie 2.653,4 2.989,3 - 11,2 48,0 25,4 89,0

Im BayWa Konzern umfasst das Segment Energie neben dem Handel mit fossilen und nachwachsenden Brenn-, Kraft- und Schmierstoffen auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien, das in der BayWa r.e. renewable energy GmbH gebündelt ist. Das Segment Energie verzeichnete ein starkes drittes Quartal. Nach neun Monaten weist das Segment, verglichen mit der Vorjahresperiode, einen preisbedingten Umsatzrückgang um 11,2 Prozent aus, konnte jedoch das operative Ergebnis (EBIT) des Segments von 25,4 Mio. Euro auf 48,0 Mio. Euro nahezu verdoppeln. Dieser spürbare Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist insbesondere auf Projektverkäufe der BayWa r.e. zurückzuführen.

Die Verkäufe der zwei Windparks Schönberg 2 (4,7 MW) in Deutschland und Le Champ Grand (9,0 MW) in Frankreich sowie des Solarparks Gebeng (38,9 MW) in Malaysia haben wesentlich zum Ergebnis beigetragen. Darüber hinaus profitierte das Geschäftsfeld Regenerative Energien vom dynamischen Handel mit Photovoltaik(PV)-Komponenten. Hierzu trugen insbesondere höhere Erträge in Deutschland und der Schweiz bei. Entsprechend liegt die Gesamtleistung der verkauften PV-Module um 29,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Malaysia mit einer Gesamtleistung von über 107 MW veräußert. Wie in den Vorjahren findet der größte Teil der geplanten Projektverkäufe im Schlussquartal statt.

Im Geschäftsfeld Klassische Energie profitierte der Handel mit Wärmeenergieträgern von einer hohen Nachfrage, die vor allem auf die Entwicklung des Ölpreises zurückzuführen ist. Im Berichtszeitraum lag der Rohölpreis rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zusätzliche Kaufimpulse dürfte die seit Juli geltende Mehrwertsteuersenkung ausgelöst haben. Diese wurde von den Verbrauchern als Kaufsignal gesehen und zur Bevorratung genutzt. Auch die für 2021 beschlossene CO2-Steuer sollte bereits zu Preissicherungskäufen geführt haben, da diese eine Verteuerung von Kraft- und Brennstoffen mit sich bringt. Zudem haben der Ausbau des Neugeschäfts der BayWa Mobility Solutions GmbH und die Inbetriebnahme von zwei weiteren LNG-Tankstellen (LNG: Liquefied Natural Gas - flüssiges Erdgas) positiv zum Ergebnis beigetragen.

Segment Agrar

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in % Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in %
BAST 3.281,0 3.645,0 - 10,0 16,6 10,6 56,6
Global Produce 711,6 613,4 16,0 30,2 30,2 0,0
Agrar 2.764,9 2.709,7 2,0 6,7 10,5 - 36,2
Technik 1.358,6 1.222,9 11,1 24,0 14,5 65,5
Segment Agrar 8.116,1 8.191,0 - 0,9 77,5 65,8 17,8

Das Segment Agrar gliedert sich in die vier Geschäftsfelder BayWa Agri Supply & Trade (BAST), Global Produce, Agrar und Technik. Die Geschäftsfelder BAST und Agrar decken den nationalen und internationalen Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Betriebsmitteln ab. Global Produce umfasst den weltweiten Handel mit Obst und Fruchtgemüse. Das Geschäftsfeld Technik handelt mit landtechnischen Maschinen und Anlagen und bietet umfangreiche Serviceleistungen an. Nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte das Segment Agrar einen Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich in der Berichtsperiode um 17,8 Prozent, was im Wesentlichen auf höhere Ergebnisbeiträge in den Geschäftsfeldern BAST und Technik zurückzuführen ist.

Im Geschäftsfeld BAST liegt das Ergebnis signifikant über dem Niveau des Vorjahres. Der Konzern profitierte im internationalen Handel mit Getreide und Ölsaaten von einer starken Preisrallye an den Agrarrohstoffmärkten, die im August und September wegen der erwarteten Ernterückgänge einsetzte. Das trockene Wetter in vielen globalen Anbaugebieten, wie z. B. in der Schwarzmeerregion, verunsicherte die Landwirte zunehmend. Vor diesem Hintergrund fiel die Abgabebereitschaft für die alte Ernte geringer aus bei gleichzeitig höherer internationaler Getreidenachfrage. Vor allem aus China kommt eine starke Nachfrage nach Futtergetreide, da sich der Schweinebestand dort wieder erholt. Das Spezialitätengeschäft entwickelte sich relativ stabil. Geringere Absatzmengen konnten durch höhere Margen kompensiert werden.

Die neue europäische Apfelernte dürfte, aufgrund von Frühjahrsfrösten in den meisten Anbauregionen, leicht unter der bereits angebotsschwachen letztjährigen Ernte liegen. Die Prognosen für die deutsche Apfelernte weichen nur unwesentlich vom Vorjahr ab. Zudem sind die Lager bereits zu Beginn der Saison geräumt. Entsprechend liegen die Apfelpreise in Deutschland weiterhin auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau, wovon auch die Handelsmargen profitierten. Das Geschäftsfeld Global Produce startete gut in die inländische Apfelvermarktung, was sich bis Jahresende fortsetzen sollte. In Neuseeland profitierte T&G Global Limited von einer überdurchschnittlichen Ernte und einem starken Exportgeschäft zu Beginn der dortigen Apfelsaison. Zudem erhöhte sich das Vermarktungsvolumen durch den Erwerb des Obsthändlers Freshmax New Zealand Ltd; das wirkte sich ebenfalls positiv auf das Ergebnis im Berichtszeitraum aus.

Die Marktbedingungen für das inländische Agrarhandelsgeschäft sind durch eine heterogene Entwicklung gekennzeichnet. Während einige Bundesländer im Süden im Mehrjahresvergleich Zuwächse verzeichneten, ist die vorläufige Erntemenge im Norden geringer ausgefallen. Insgesamt dürfte die Erntemenge (Getreide und Körnermais) für das Jahr 2020 in Deutschland um 3 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Gründe dafür sind vor allem Spätfröste im April und Mai, eine ausgeprägte Frühjahrstrockenheit und mangelnde Bodenfeuchtigkeit in manchen Regionen. Dennoch verzeichnete das Geschäftsfeld Agrar gegenüber dem Vorjahr leicht höhere Erfassungsmengen bei Getreide. Die dazugehörigen Handelskontrakte werden in den Folgemonaten abgerufen und erfolgswirksam verbucht. Im Betriebsmittelgeschäft liegt der Absatz von Pflanzenschutzmitteln witterungsbedingt insbesondere bei Herbiziden hinter dem Niveau des Vorjahres. Die Absatzmengen bei Dünger bewegten sich bedingt durch die strengen Düngeverordnungen weiterhin auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Zudem haben gegenüber der Vorjahresperiode stark nachgebende Düngemittelpreise zu einem erheblichen Druck auf die Handelsmargen geführt und das Ergebnis im Geschäftsfeld belastet.

Die Ergebnisverbesserung im Geschäftsfeld Technik ist auf eine erhöhte Nachfrage nach Neumaschinen zurückzuführen. Infolgedessen ist der Absatz um 18,4 Prozent gestiegen. Dabei dürfte sich der seit Juli gesenkte Mehrwertsteuersatz positiv auf die Absatzmengen ausgewirkt haben. Entsprechend erhöhte sich auch die Nachfrage nach Wartungsarbeiten und Serviceleistungen. Hohe Auftragseingänge sowie eine stabile Nachfrage im Servicebereich lassen ein starkes Schlussquartal im Geschäftsfeld Technik erwarten.

Segment Bau

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in % Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in %
Segment Bau 1.410,5 1.275,2 10,6 39,2 23,3 68,2

Im Segment Bau wird innerhalb des Konzerns im Wesentlichen der Handel mit Baustoffen in Deutschland und Österreich zusammengefasst. Von Januar bis August erreichten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe trotz der Corona-Pandemie nahezu das hohe Vorjahresniveau. Das Segment Bau nutzte die inländische Baukonjunktur und konnte in den ersten neun Monaten den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum erheblich steigern. Neben dem anhaltend niedrigen Zinsniveau und der Mehrwertsteuersenkung zum Halbjahr dürften auch frei gewordene Urlaubsbudgets, bedingt durch die Corona-Pandemie, verstärkt in die Renovierung von Wohnimmobilien geflossen sein. Von dieser Entwicklung profitierten die Absatzmengen des gesamten Baustoffportfolios, wobei das Sortiment für Garten- und Landschaftsbau besonders stark nachgefragt wurde. Positiv entwickelte sich auch der Online-Handel, da die Kaufbereitschaft über digitale Wege zunimmt. Entsprechend stieg das operative Ergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahr um knapp 16 Mio. Euro auf 39,2 Mio. (Vorjahr: 23,3 Mio. Euro).

Segment Innovation & Digitalisierung

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in % Q1-3/​2020 Q1-3/​2019 Veränderung in %
Segment Innovation & Digitalisierung 8,1 7,0 15,7 - 8,4 - 10,2 17,6

Das Segment Innovation & Digitalisierung bündelt alle Aktivitäten des BayWa Konzerns in den Bereichen Digital Farming und eBusiness. Der Umsatzanstieg des Segments in der Berichtsperiode ist im Wesentlichen auf höhere Auftragseingänge durch einen intensiveren Vertrieb von Smart-Farming-Lösungen im dritten Quartal zurückzuführen. Verstärkt nachgefragt waren Bodenprobendienstleistungen sowie Hardware-Komponenten. Der Bereich eBusiness verzeichnete seit Beginn der Corona-Pandemie einen deutlichen Anstieg des Online-Handels. Hier hat sich der Umsatz im Durchschnitt gegenüber der Vorjahresperiode verdreifacht. Das Segment Agrar hält daran den größten Anteil. Die Umsätze und Erträge daraus werden allerdings demjenigen Geschäftsfeld bzw. Segment zugerechnet, in dem das jeweils verkaufte Produkt angesiedelt ist. Darüber hinaus startete im dritten Quartal die offene Handelsplattform NEXT Marktplatz der FarmFacts GmbH. Hierüber können Landwirte - direkt aus der von ihnen genutzten "NEXT Farming"-Software - Betriebsmittel-Angebote von verschiedenen Anbietern einholen sowie Kauf- und Lieferverträge abschließen. Das operative Ergebnis (EBIT) ist plangemäß negativ und weist im Berichtszeitraum mit minus 8,4 Mio. Euro ein leicht besseres Ergebnis gegenüber der Vorjahresperiode aus.

Sonstige Aktivitäten

Das EBIT der Sonstigen Aktivitäten mitsamt Überleitung setzt sich im Wesentlichen aus den Verwaltungskosten des Konzerns sowie Konsolidierungseffekten zusammen und beträgt zum 30. September 2020 minus 53,6 Mio. Euro (Vorjahr: minus 27,0 Mio. Euro). Der Ergebnisrückgang gegenüber der Vergleichsperiode 2019 ist im Wesentlichen auf coronabedingt ausgebliebene Bankdividenden und Beteiligungserträge (11,8 Mio. Euro) sowie auf Absicherungsgeschäfte für Währungsrisiken (7,0 Mio. Euro) zurückzuführen. Darüber hinaus sind Mehrkosten aufgrund der Corona-Pandemie (3,9 Mio. Euro) entstanden. Zudem profitierte das Vorjahresergebnis von Einmaleffekten wie dem Verkauf der Kartoffel-Centrum Bayern GmbH (3,9 Mio. Euro) und dem Verkauf der Anteile an der AHG- Autohandelsgesellschaft mbh (3,1 Mio. Euro).

Ausblick

Für das Schlussquartal bleiben die Perspektiven in den drei operativen Kernsegmenten des BayWa Konzerns positiv.

Im Geschäftsfeld Regenerative Energien wird die Zeit bis zum Jahresende weiterhin von Projektverkäufen bestimmt sein. Es sind zahlreiche Anlagenverkäufe in Europa und in den USA vorgesehen. In den USA wird der Verkauf eines 250 MW großen Windparks in Kalifornien einen wesentlichen Ergebnisbeitrag im Schlussquartal leisten. Zusätzliche Ergebnispotenziale ergeben sich zudem aus dem internationalen Handel mit PV-Modulen und dem Servicegeschäft. Im Geschäftsfeld Klassische Energie bleibt nach der guten Entwicklung in den vorangegangenen Monaten abzuwarten, ob der Handel mit Heizöl in den bevorstehenden Wintermonaten nochmals anzieht. Vorzieheffekte könnten sich durch die neue CO 2-Steuer ergeben, die ab dem Jahr 2021 erhoben wird, sowie durch die Rückkehr zum 19-Prozent-Mehrwertsteuersatz ab 2021. Im Geschäft mit Schmier- und Kraftstoffen wird eine stabile Entwicklung erwartet. Insgesamt wird das Segment Energie zum Jahresende einen signifikanten Ergebnissprung erzielen und das Vorjahresniveau erreichen.

Die Preisvolatilitäten auf den internationalen Getreide- und Ölsaatenmärkten könnten sich bis zum Jahresende fortsetzen. Erhöhte Unsicherheiten wegen der Corona-Pandemie einerseits und eine insgesamt höhere Nachfrage aus China andererseits dürften die Preise für Agrarrohstoffe in Bewegung halten. Für das Geschäftsfeld BAST könnten sich aufgrund der erwarteten Preisvolatilitäten zusätzliche Chancen ergeben. Der Handel mit Spezialitäten ist wesentlich geringeren Preisschwankungen ausgesetzt, daher ist hier von einer stabilen Entwicklung bis zum Jahresende auszugehen. Das Geschäftsfeld Global Produce dürfte sich bis zum Jahresende positiv entwickeln. Neben der Vermarktung der deutschen Apfelernte zu überdurchschnittlichen Preisen dürften auch die internationalen Aktivitäten von dem saisontypischen Nachfrageanstieg nach exotischen Früchten in der Vorweihnachtszeit profitieren. Im Geschäftsfeld Agrar werden die zur diesjährigen Ernte geschlossenen Getreidekontrakte im Wesentlichen in den Folgemonaten erfolgswirksam verbucht. Eine Jahresendrallye im schwächelnden Betriebsmittelgeschäft ist unwahrscheinlich. Allerdings könnten die relativ niedrigen Düngemittelpreise sowie die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahresanfang 2021 zu einer vermehrten Einlagerung seitens der Landwirte führen. Die Restrukturierungskosten für den Umbau des ostdeutschen Agrargeschäfts werden das Ergebnis im Geschäftsfeld Agrar belasten, was aber durch den positiven Verlauf der anderen Geschäftsfelder im Segment Agrar vollständig kompensiert werden wird. Eine optimistische Erwartungshaltung für das Gesamtjahr 2020 besteht auch im Geschäftsfeld Technik, das aufgrund des weiter steigenden Auftragsbestands wieder an das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres anknüpfen dürfte.

Im Segment Bau dürfte sich das mengenbedingte Umsatz- und Ergebniswachstum gegenüber dem Vorjahr bis zum Jahresende fortsetzen, sofern die Bautätigkeiten nicht durch außergewöhnlich ungünstige Witterungseinflüsse ausgebremst werden. Hinzu kommt, dass im Schlussquartal erstmalig der Verkauf von Wohneinheiten in der BayWa Bau Projekt GmbH erfolgt. Für das Gesamtjahr 2020 ist angesichts der gegenwärtigen Rahmenbedingungen eine deutliche Steigerung von Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr erreichbar.

Für das Gesamtjahr 2020 wird trotz der Corona-Pandemie ein operatives Ergebnis des BayWa Konzerns mindestens auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

Hinweis: Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen in dem vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von den in diesem Dokument dargestellten zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.

Ausgewählte Finanzinformationen

Konzernbilanz zum 30. September 2020

Aktiva

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In Mio. Euro 30.09.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 421,8 403,7
Sachanlagen 2.105,3 2.066,3
At-Equity-bilanzierte Anteile 200,2 208,0
Übrige Finanzanlagen 187,2 218,3
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 49,8 46,7
Ertragsteuerforderungen 0,0 0,0
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 29,3 35,9
Latente Steueransprüche 307,3 297,7
3.300,9 3.276,6
Kurzfristige Vermögenswerte
Wertpapiere 1,2 1,3
Vorräte 3.705,5 3.286,4
Biologische Vermögenswerte 13,1 13,6
Ertragsteuerforderungen 61,8 59,8
Finanzielle Vermögenswerte 334,9 150,3
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.832,0 1.844,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 161,1 229,7
6.109,6 5.585,9
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen 2,8 4,7
Summe Aktiva 9.413,3 8.867,2

Passiva

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In Mio. Euro 30.09.2020 31.12.2019
Eigenkapital
Ausgegebenes Kapital 90,3 90,3
Kapitalrücklage 118,2 118,2
Hybridkapital 296,3 296,3
Gewinnrücklagen 465,8 471,9
Sonstige Rücklagen 15,3 47,1
Eigenkapital vor Anteilen anderer Gesellschafter 955,3 1.023,8
Anteile anderer Gesellschafter 325,2 334,8
1.280,5 1.358,6
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 721,8 735,5
Langfristige übrige Rückstellungen 63,6 59,5
Finanzschulden 1.320,2 1.301,1
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing 712,4 706,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 5,7 7,2
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,0 0,0
Finanzielle Verbindlichkeiten 17,6 8,3
Übrige Verbindlichkeiten 88,8 84,3
Latente Steuerschulden 213,3 229,1
3.143,4 3.131,5
Kurzfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 30,3 31,0
Kurzfristige übrige Rückstellungen 288,3 258,4
Finanzschulden 2.420,2 2.313,6
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing 67,7 68,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.293,4 1.048,7
Ertragsteuerverbindlichkeiten 23,7 16,1
Finanzielle Verbindlichkeiten 290,6 121,3
Übrige Verbindlichkeiten 575,2 519,8
4.989,4 4.377,1
Summe Passiva 9.413,3 8.867,2

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 30. September 2020

Fortgeführte Geschäftsbereiche

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In Mio. Euro Q1-3/​2020 Q1-3/​2019
Umsatzerlöse 12.197,8 12.473,0
Bestandsveränderung 650,7 363,5
Andere aktivierte Eigenleistungen 11,3 8,5
Sonstige betriebliche Erträge 138,5 126,1
Materialaufwand 11.520,3 - 11.623,9
Rohergebnis 1.478,0 1.347,2
Personalaufwand 852,7 - 792,3
Abschreibungen 162,1 - 146,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 365,2 - 367,0
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit 98,0 41,3
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen 1,2 8,8
Übriges Beteiligungsergebnis 5,9 27,2
Zinsertrag 9,3 9,8
Zinsaufwand 86,2 - 89,1
Finanzergebnis 72,2 - 43,3
Ergebnis vor Steuern (EBT) 25,8 - 2,0
Ertragsteuern 7,5 0,5
Konzernüberschuss/​-fehlbetrag 18,3 - 1,5
davon: Gewinnanteil der Minderheitsgesellschafter 20,1 18,9
davon: Gewinnanteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens 1,8 - 20,4
EBIT 102,7 77,3
EBITDA 264,8 223,9
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in Euro) 1 0,33 - 0,85
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in Euro) 1 0,33 - 0,85

1 Korrektur der Vorjahreszahl nach IAS 8.49 a) - siehe hierzu Abschnitt (D.10.) des Konzernfinanzberichts 2019, S. 139.

München, 12. November 2020

BayWa Aktiengesellschaft

Der Vorstand
Prof. Klaus Josef Lutz
Andreas Helber
Marcus Pöllinger
Matthias Taft
Reinhard Wolf

Finanzkalender

Termine 2021

Konzernabschluss 2020

25.03.2021, 10.30 Uhr - Bilanz-Pressekonferenz, München
26.03.2021, 11.00 Uhr - Analystenkonferenz, München

Veröffentlichung Zahlen zum 1. Quartal 2021

06.05.2021, 8.30 Uhr - Analysten Conference Call
06.05.2021 - Pressemitteilung

Hauptversammlung 2021

15.06.2021, 10.00 Uhr - ICM, München

Kontakt

Investor Relations
Arabellastraße 4
81925 München
investorrelations@baywa.de
www.baywa.com