BayWa AktiengesellschaftMünchenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022HalbjahresfinanzberichtBayWa Konzern 2022HinweisBetragsangaben erfolgen in Millionen Euro und werden -
sofern nicht anderslautend vermerkt - auf eine
Nachkommastelle gerundet. Dadurch können sich
geringfügige Abweichungen bei Summenbildungen sowie
bei der Berechnung von Prozentangaben ergeben.
Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf
geschlechtsspezifische Formulierungen und die formale
Anzeige von Geschlechtsidentitäten verzichtet. Die
gewählte Form steht für alle Geschlechter
(m/w/d).
KonzernzwischenlageberichtÜberblick über den Geschäftsverlauf des BayWa KonzernsBayWa Konzern übertrifft Ergebniserwartungen und erreicht neue HöchstständeNach sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres
erreichte der Konzernumsatz rund 12,9 Mrd. Euro und lag
damit 39 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis
vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 183,9
Mio. Euro auf insgesamt 328,5 Mio. Euro. Der BayWa Konzern
konnte an das starke Auftaktquartal anknüpfen und
erzielte im zweiten Quartal 2022 ein EBIT von rund 183,6
Mio. Euro.
Alle drei Geschäftsfelder Energie, Agrar und Bau
konnten ihr Ergebnis (EBIT) im ersten Halbjahr 2022
gegenüber der Vorjahresperiode signifikant steigern.
Die größte Ergebnisverbesserung verzeichnete das
Geschäftsfeld Agrar; das EBIT hat sich hier
gegenüber der Vorjahresperiode um 134,0 Mio. Euro auf
222,3 Mio. Euro erhöht. Getragen wurde diese
Entwicklung insbesondere vom Getreide- und
Betriebsmittelhandel in den Segmenten Cefetra Group und
Agrar. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf stark
steigende Erzeugnis-und Betriebsmittelpreise
zurückzuführen, die zeitweise neue
Höchststände in der Berichtsperiode erreichten.
Ursache für die extremen Preisanstiege sind die
knappen Getreidebilanzen, die sich durch die
wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine noch
verschärft haben, sowie gestiegene Energiekosten. Die
Segmente Global Produce und Technik des Geschäftsfelds
Agrar legten gegenüber der Vorjahresperiode ebenfalls
zu. Der Handel mit landtechnischen Maschinen konnte sein
Ergebnis mehr als verdoppeln. Die Steigerung resultierte u.
a. aus dem hohen Auftragsbestand des Vorjahres und der
guten Lieferfähigkeit.
Das Geschäftsfeld Energie profitierte von der
ungebrochen starken Nachfrage nach
Photovoltaik(PV)-Komponenten und dem Energiehandel bzw. der
Vermarktung von Strom, u. a. aus eigenen Anlagen als
Independent Power Producer (IPP). Ein weiterer
Ergebnistreiber war die stabile Nachfrageentwicklung im
Wärmegeschäft bei gleichzeitig steigenden
Preisen. Somit konnte das EBIT im Geschäftsfeld
Energie gegenüber der Vorjahresperiode um rund 84
Prozent gesteigert werden. Auch im Geschäftsfeld Bau
wurde das gute Vorjahresergebnis nochmals um knapp 30
Prozent übertroffen. Ursächlich für diese
Zunahme war, dass die BayWa trotz gestörter
Lieferketten dank ihrer Lagerbestände und
langjährigen stabilen Lieferantennetzwerke nahezu
uneingeschränkt lieferfähig war.
Insgesamt konnte sich die BayWa als systemrelevantes
Unternehmen in der Corona-Pandemie erneut gut behaupten,
und das trotz der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten
insbesondere infolge des Krieges in der Ukraine. Der
Konzern nutzte die Möglichkeiten seines
vielschichtigen Portfolios, das Grundbedürfnisse
bedient und einen relativ geringen Anteil an
energieintensiven Aktivitäten aufweist. Zudem
profitierten alle Segmente davon, dass sie zuverlässig
die Lieferfähigkeit in einem Marktumfeld
sicherstellten, das von Rohstoffverknappungen und
Störungen der weltweiten Lieferketten geprägt
war. Die zunehmenden geopolitischen Spannungen dürften
in einzelnen Segmenten der BayWa zu Vorzieheffekten bzw.
höherer Bevorratung auf Kundenseite geführt
haben. Die enorme Wachstumsdynamik dürfte sich im
zweiten Halbjahr in diesem Tempo nicht fortsetzen.
Allerdings ist zu erwarten, dass die bereits zum Halbjahr
erreichte Ergebnissteigerung zu einem über den
bisherigen Erwartungen liegenden Ergebnis für das
Geschäftsjahr 2022 insgesamt führen wird.
Für das Gesamtjahr 2022 ging der Vorstand in der
bisherigen Planung von einer erheblichen EBIT-Steigerung
(10 Prozent bis 20 Prozent) gegenüber dem Vorjahr
(EBIT Gesamtjahr 2021: 266,6 Mio. Euro) aus. Der Vorstand
erwartet nunmehr ein Gesamtjahresergebnis (EBIT) von 400
Mio. Euro bis 450 Mio. Euro.
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Das Geschäftsfeld Energie verzeichnete ein starkes
erstes Halbjahr 2022. Das operative Ergebnis (EBIT) konnte
gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2021 um 48,3 Mio. Euro
auf insgesamt 105,6 Mio. Euro zulegen (Vorjahr: 57,3 Mio.
Euro). Beide Segmente, Regenerative Energien und Energie,
haben zu dieser Steigerung beigetragen. Im Segment
Regenerative Energien entwickelten sich die
Handelsaktivitäten im Energiehandel bedingt durch den
starken Anstieg der Strompreise besser als erwartet.
Daneben hat sich die Gesamtleistung der verkauften
PV-Module um rund 77 Prozent erhöht. Entsprechend
stiegen auch die Absätze bei Wechselrichtern und lagen
52 Prozent über dem Vorjahreswert. Das
Projektgeschäft dürfte im zweiten Halbjahr weiter
an Fahrt gewinnen, liegt jedoch mit einer verkauften
Gesamtleistung von rund 350 Megawatt (MW; ohne
Projektrechte) bereits über dem Vorjahreswert von 137
MW. Im Segment Energie konnten nahezu alle Produktbereiche
zulegen. Die Ergebnisentwicklung profitierte im
Wesentlichen von den Preisanstiegen bei allen
Energieträgern und einer erhöhten
inländischen Nachfrage nach Brenn- und Kraftstoffen.
Ursachen für die hohen Energiepreise waren einerseits
die höhere Industrieproduktion nach dem
coronabedingten Einbruch, höhere Preise für
CO2-Emissionszertifikate sowie die Auswirkungen des
russischen Krieges gegen die Ukraine.
Im Geschäftsfeld Agrar verbesserte sich das EBIT in
der Berichtsperiode um rund 134,0 Mio. auf 222,3 Mio.
(Vorjahr: 88,3 Mio. Euro). Dabei konnten die Segmente
Cefetra Group und Agrar signifikante Ergebniszuwächse
erzielen. Sowohl der internationale als auch der
inländische Erzeugnishandel profitierten von der
Preisentwicklung an den Getreidemärkten. Der Krieg in
der Ukraine verstärkte die Sorge um die globale
Getreideverfügbarkeit und hatte hohe
Preisvolatilitäten zur Folge, die handelsseitig
genutzt werden konnten. Zudem haben höhere
Energiekosten und Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu
einer temporären Verknappung und zu einem extremen
Preisanstieg vor allem bei stickstoffhaltigen
Düngemitteln geführt. Die Befürchtung, keine
Düngemittel mehr beziehen zu können, hat bei den
Landwirten trotz des hohen Preisniveaus zu einer stabilen
Einlagerungsbereitschaft geführt. Aufgrund des breiten
Lieferantenportfolios und eines aktiven Vorratsmanagements
war der inländische Agrarhandel in der Lage, seine
Kunden nahezu durchgehend mit Betriebsmitteln zu beliefern.
Im Segment Technik bewegte sich die
Investitionsbereitschaft der Landwirte weiterhin auf einem
hohen Niveau. Getragen durch die guten Erzeugnispreise
für die Landwirte und hohe Auftragsbestände des
Segments Technik aus dem Vorjahr konnte der Absatz von
Neumaschinen - insbesondere von Traktoren - um rund 18,6
Prozent gesteigert werden. Zudem verzeichnete der
Servicebereich eine erhöhte Nachfrage nach
Ersatzteilen.
Das Segment Global Produce verzeichnete im ersten
Halbjahr 2022 einen heterogen Geschäftsverlauf. Der
Handel mit Markenäpfeln und exotischen Früchten
verlief auf der nördlichen Hemisphäre verhalten.
Die wirtschaftliche Gesamtsituation bremste die Nachfrage
der Konsumenten für Premiumprodukte. In der
südlichen Hemisphäre konnte dagegen eine
höhere Vermarktungsmenge bei Äpfeln erzielt
werden, da im Vorjahr die Ernte durch Hagelschäden
beeinträchtigt war.
Das EBIT im Geschäftsfeld bzw. Segment Bau in
Höhe von 43,5 Mio. Euro hat gegenüber dem
Vorjahreswert signifikant zugelegt (Vorjahr: 33,6 Mio.
Euro). Diese positive Entwicklung ist neben der relativ
milden Witterung, die einen Start der Bautätigkeit
bereits zu Beginn des Kalenderjahres ermöglichte, auch
auf eine hohe Nachfrage für Baumaterialien bei
gleichzeitig steigenden Preisen zurückzuführen.
Wesentliche Ergebnistreiber im Segment Bau waren das breite
Sortiment, der Ausbau von Spezialisierungen und digitalen
Lösungsangeboten sowie die uneingeschränkte
Lieferfähigkeit.
Geschäftsverlauf in den Segmenten im ersten Halbjahr 2022Geschäftsfeld EnergieMarkt- und BranchenentwicklungEntwicklung erneuerbare EnergienIm ersten Halbjahr 2022 lagen die globalen Investitionen
für erneuerbare Energien im Bereich Solarenergie und
Onshore-Windenergie mit rund 171 Mrd. US-Dollar knapp 14
Prozent über der Vorjahresperiode. Dabei stiegen die
Investitionen in Solarenergie im Vergleich zum Vorjahr um
29 Prozent auf rund 116 Mrd. US-Dollar an, wohingegen die
Investitionen in Onshore-Windenergie um rund 10 Prozent auf
etwa 55 Mrd. US-Dollar zurückgingen. Diese Abweichung
dürfte teilweise auf die zeitliche Volatilität
des Projektgeschäfts zurückzuführen sein.
Für das Gesamtjahr 2022 wird erwartet, dass der
globale Zubau von Onshore-Windenergieanlagen knapp 92
Gigawatt (GW) erreichen wird, was einem Anstieg
gegenüber dem Vorjahr um etwa 11 Prozent entspricht.
Neben dem größten Einzelmarkt China dürfte
das Wachstum vor allem auf die EMEA-Region entfallen.
Haupttreiber für den verstärkten Bau neuer
Anlagen in Europa ist der russische Angriffskrieg in der
Ukraine und die damit einhergehenden Bedenken hinsichtlich
der Versorgungsrisiken aufgrund der derzeit hohen
Abhängigkeit von Energieeinfuhren aus Russland. Die
aktuellen geopolitischen Spannungen dürften sich auch
auf den Bereich Solarenergie auswirken. Hier wird für
das laufende Jahr ein Zubau von etwa 238 GW prognostiziert.
Das entspricht einem Anstieg von knapp 31 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Neben den Wachstumstreibern
China, Indien und Brasilien dürften rund 19 Prozent
des Zubaus bei Photovoltaik(PV)-Anlagen auf die EMEA-Region
entfallen.
Im ersten Halbjahr 2022 deckten Energien aus
erneuerbaren Quellen rund 49 Prozent des Stromverbrauchs in
Deutschland ab. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies
einem Anstieg um etwa 6 Prozentpunkte. Der höhere
Anteil an erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch ist
vor allem auf einen windreichen Jahresbeginn im Januar und
Februar sowie zahlreiche Sonnenstunden in Mai und Juni
zurückzuführen. Insgesamt wurde im ersten
Halbjahr 2022 mit 139 Terawattstunden (TWh) knapp 14
Prozent mehr Ökostrom als im Vorjahreszeitraum ins
Netz eingespeist. Den größten Anteil an
erneuerbarem Strom produzierte dabei die
Onshore-Windenergie mit 59 TWh, gefolgt von der
Solarenergie mit knapp 33 TWh. In den ersten fünf
Monaten des Kalenderjahres 2022 übertraf der Zubau von
Solarenergie in Deutschland mit rund 2,6 GW den
Vorjahreswert um 8 Prozent. Der Zubau von
Onshore-Windenergieanlagen lag im selben Zeitraum bei 849
Megawatt (MW) und damit um 2 Prozent über der
Vergleichsperiode. Lange Planungs- und
Genehmigungsverfahren sowie eine zu geringe Anzahl an
ausgewiesenen Flächen aufgrund der Abstandsregelung
erschweren bisher den Zubau im Bereich Windenergie.
Außerdem können Klagen gegen bereits erteilte
Genehmigungen zu Verzögerungen oder sogar zur
Einstellung einiger Projekte führen. In Zukunft
könnte ein neues Gesetzespaket - "Wind-an-Land-Gesetz"
- den Ausbau von Windenergieanlagen durch die Erleichterung
von Genehmigungsverfahren und die Erteilung von
Ausnahmegenehmigungen für den Bau neuer Anlagen in
Deutschland fördern. Das Gesetz sieht vor, dass bis
zum Jahr 2032 2 Prozent der Landesflächen von den
Bundesländern für Windräder zur
Verfügung gestellt werden müssen.
Energieverbände befürchten jedoch, dass sich der
Zubau durch unkonkrete Regelungen verlangsamen könnte.
Seit Mitte letzten Jahres verzeichneten die Erdgaspreise
einen nahezu ununterbrochenen Anstieg und haben sich -
nicht zuletzt aufgrund von Versorgungsunsicherheiten als
Folge des Krieges in der Ukraine - bis Juni 2022 mehr als
verdreifacht. Die Verteuerung von Erdgas durch den Krieg in
der Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Preise an den
Strombörsen. In Deutschland liegt der Anteil von Gas
an der Stromerzeugung bei rund 15 Prozent. Der
durchschnittliche Strompreis für Deutschland am
EPEX-Spotmarkt verzeichnete nahezu eine Verdreifachung
gegenüber dem Vorjahr und erreichte im Juni 2022 rund
218 Euro pro Megawattstunde. Diese Entwicklung dürfte
den Ausbau von erneuerbaren Energiequellen zusätzlich
verstärkt vorantreiben.
Entwicklung EnergieDer Rohölpreis setzte seine Preisrallye Anfang des
Jahres 2022 fort. Neben einer robusten Nachfrage bei
gleichzeitig knappem Angebot dürften insbesondere
geopolitische Spannungen und spekulative Finanzinvestoren
im ersten Quartal zu den Preistreibern gezählt haben.
Im März erreichte der Rohölpreis mit einem
Tageshoch von rund 139 US-Dollar pro Barrel den
höchsten Stand seit 2008. Dieser Preissprung ist vor
allem auf den Ukraine-Krieg und die zunehmende Angst vor
dessen Auswirkungen auf die weltweite Energieversorgung
zurückzuführen. Nach der Ankündigung eines
Importverbots russischen Erdöls seitens der USA
einigte sich Ende Mai die Europäische Union in einem
sechsten Sanktionspaket auf ein Ölembargo gegen
Russland. Dieses sieht ein Einfuhrverbot von über zwei
Dritteln der russischen Öl-Lieferungen bis Ende des
Jahres vor. Darüber hinaus dürfte die Sorge, dass
einige Länder wie zum Beispiel Nigeria, Libyen und
Angola aufgrund von mangelnden Produktionskapazitäten
ihre Ölförderziele nicht erfüllen
können, zu anhaltend hohen Preisen geführt haben.
Im zweiten Quartal 2022 bewegte sich der Rohölpreis in
einer Bandbreite zwischen 98 und 122 US-Dollar pro Barrel
und lag Ende Juni mit knapp 115 US-Dollar pro Barrel rund
53 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Der Preis
für Heizöl in Deutschland verzeichnete einen
ähnlichen Verlauf und verdoppelte sich im Juli mit 145
Eurocent pro Liter gegenüber dem Vorjahr. Hier
führten Panikkäufe infolge des starken
Preisanstiegs sowie Nachholeffekte aufgrund einer
unterdurchschnittlichen Bevorratung im Vorjahr zu einer
höheren Nachfrage. Bei Kraftstoffen dürften die
sukzessiven Lockerungen der Corona-Maßnahmen im
ersten Halbjahr 2022 zu einer um 7,8 Prozent gestiegenen
Absatzmenge geführt haben. Dagegen ging der Absatz von
Schmierstoffen aufgrund einer knappen Verfügbarkeit
von Grundölen als Vorprodukt um 12 Prozent deutlich
zurück. Für Holzpellets lagen die Preise im Juni
rund 95 Prozent über denen der Vorjahresperiode.
Ursache hierfür war neben erhöhten Kosten bei der
Produktion sowie beim Transport der Holzpresslinge durch
hohe Energie- und Rohstoffpreise auch ein sprunghafter
Anstieg der Nachfrage insbesondere aus anderen
europäischen Ländern. Gleichzeitig war das
Angebot aufgrund unterbrochener Lieferketten sowie der
Sanktionen gegen Russland und Belarus stark
eingeschränkt.
GeschäftsverlaufDas Geschäftsfeld Energie des BayWa Konzerns setzt
sich aus den Segmenten Regenative Energien und Energie
zusammen. Das Segment Regenerative Energien deckt
wesentliche Teile der Wertschöpfungskette bei den
erneuerbaren Energien ab, insbesondere das komplette
Projektgeschäft im Bereich Wind- und Solarenergie
sowie den Handel mit Photovoltaikkomponenten. Die
technische und kaufmännische Betriebsführung der
Anlagen sowie der Energiehandel ergänzen das
Dienstleistungsportfolio. Das Segment Energie umfasst den
Handel mit fossilen und nachwachsenden Brenn-, Kraft- und
Schmierstoffen und ist Lösungsanbieter für
Wärme und Mobilität.
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Segment Regenerative EnergienIm Segment Regenerative Energien war die erste
Jahreshälfte 2022 von der Projektierung und dem
Baustart einer Vielzahl von Wind- und Solarenergieprojekten
vor allem im ersten Quartal geprägt. Von den für
das Geschäftsjahr 2022 geplanten Projektverkäufen
mit einer Gesamtleistung von rund 1,2 GW, wobei ein Teil
dieser Projekte nicht verkauft, sondern in die eigene
Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer)
überführt werden sollen, wurden im ersten
Halbjahr folgende Projekte veräußert: zwei
Windparks in Italien und Deutschland mit einer
Gesamtleistung von 22,5 MW sowie sechs Solarparks in
Frankreich, den Niederlanden und den USA mit insgesamt
327,5 MW. Darunter fällt auch das Projekt "Corazon I",
das mit einer Leistung von 266 MW eines der
größten Solarprojekte im US-Bundesstaat Texas
ist. Mit dieser Leistung kann "Corazon I" rund 38.000
Haushalte mit Strom versorgen und spart dabei 250.000
Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr ein. Der angrenzende
Batteriespeicher "Guajillo" verfügt über eine
Kapazität von 200 MW und soll in Zukunft den
überschüssigen Strom aus "Corazon I" aufnehmen
und in Zeiten des Spitzenverbrauchs das Stromnetz
unterstützen. Die Inbetriebnahme des Batteriespeichers
ist bis Ende 2023 geplant, wobei die BayWa r.e. AG die
Projektrechte bereits im ersten Quartal 2022 verkauft hat.
In den ersten sechs Monaten 2022 nahm der Absatz von
PV-Komponenten nochmals signifikant zu. Im Vergleich zur
Vorjahresperiode hat sich die Gesamtleistung der verkauften
PV-Module um 77 Prozent erhöht. Entsprechend ist auch
der Absatz von Wechselrichtern gestiegen und lag 52 Prozent
über dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist
neben der Effizienzsteigerung bei PV-Komponenten und der
damit einhergehenden verbesserten Wettbewerbsfähigkeit
gegenüber klassischen Energieträgern auch auf die
durchgehende Lieferfähigkeit im
PV-Handelsgeschäft zurückzuführen.
Darüber hinaus dürfte das Geschäft von
zunehmenden Nachhaltigkeitsverpflichtungen angesichts des
Klimawandels und den damit gestiegenen Erwartungen von
Kunden und Investoren profitiert haben. Auch dürften
sich die höheren europäischen Zubauziele bis 2030
im Bereich erneuerbare Energien als Folge der anhaltenden
Energiekrise in Europa ausgewirkt haben. Die
Geschäftseinheit IPP, zu der auch der Bereich
Energiehandel zählt, verzeichnete im ersten Halbjahr
2022 ebenfalls eine positive Entwicklung. Das Geschäft
profitierte von dem hohen Energiepreisniveau sowie einem
hohen Produktionsniveau der Anlagen. Der Energiehandel
konnte durch neue Produkte im Bereich
Stromlieferverträge einen guten Ergebnisbeitrag
leisten. Insgesamt erhöhte sich das EBIT im Segment
Regenerative Energien zum 30. Juni 2022 von 50,8 Mio. Euro
im Vorjahr auf 85,0 Mio. Euro im laufenden Jahr. Zu dieser
signifikanten Ergebnisverbesserung trugen insbesondere der
Energiehandel sowie der Handel mit PV-Komponenten bei.
Segment EnergieIm Segment Energie liegt das EBIT zum 30. Juni 2022
signifikant über dem Niveau des Vorjahres.
Zurückzuführen ist diese Entwicklung vor allem
auf eine starke Nachfrage bei Kraftstoffen sowie bei
Wärmeenergieträgern trotz des höheren
Preisniveaus. Infolge des Kriegs in der Ukraine kam es zu
großen Verunsicherungen auf den globalen
Rohstoffmärkten und zu deutlichen Preissteigerungen.
In dieser angespannten Marktsituation befürchteten
Verbraucher Versorgungsengpässe oder weitere
Preisanstiege. Dies dürfte im ersten Halbjahr 2022 bei
Wärmeenergieträgern teilweise zu
Vorsorgekäufen geführt haben. Zudem kam es bei
Holzpellets aufgrund des Kriegs und damit einhergehender
Wirtschaftssanktionen zu globalen
Versorgungsengpässen. Dies trieb Nachfrage und Preise
zusätzlich an. Während das inländische
Geschäft mit Wärmeenergieträgern in der
Berichtsperiode von einem hohen Lagerbestand profitierte
und nahezu uneingeschränkt lieferfähig war,
konnte das Geschäft in Österreich aufgrund von
Materialknappheit das Absatzniveau des Vorjahres nicht ganz
erreichen. Insgesamt lagen die Absatzmengen von Heizöl
und festen Brennstoffen wie Holzpellets trotz einer
herausfordernden Versorgungslage leicht über der
Vorjahresperiode. Auch im Kraftstoffgeschäft nahmen
die Absatzvolumina aufgrund einer sukzessiven Lockerung der
Corona-Maßnahmen und damit einer Normalisierung des
Straßenverkehrs zu und lagen um knapp 9 Prozent
über dem Vorjahr. Dagegen ging der Absatz von
Schmierstoffen im selben Zeitraum um rund 9 Prozent
zurück. Ursache hierfür ist insbesondere die
knappe Verfügbarkeit von Vorprodukten wie
Grundölen, da diese zum Großteil aus Russland
stammten. Jedoch konnte der Absatzrückgang durch
besser Handelsmargen überkompensiert werden. Insgesamt
konnte das Segment Energie das EBIT gegenüber der
Vorjahresperiode um 14,1 Mio. Euro auf 20,6 Mio. Euro
steigern.
Geschäftsfeld AgrarMarkt- und BranchenentwicklungEntwicklung bei Getreide und ÖlsaatenFür das Getreidejahr 2022/23 wird laut Prognose des
US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) eine globale
Erzeugung von rund 2,25 Mrd. Tonnen Getreide (ohne Reis)
erwartet und damit ein leichter Rückgang um knapp 1,5
Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei dürfte die
Weizenproduktion um 1 Prozent und die
Grobgetreideproduktion, überwiegend Mais, um 1,8
Prozent abnehmen. Der erwartete Produktionsrückgang
ist insbesondere auf Europa zurückzuführen und
kann teilweise durch eine erhöhte Ernte in Kanada, USA
und Russland kompensiert werden. In Europa herrscht
einerseits eine Verknappung des Angebots infolge des Kriegs
in der Ukraine: So dürfte die ukrainische
Getreideernte laut den Prognosen der USDA rund 35 Mio.
Tonnen geringer ausfallen als im Vorjahr (Vorjahr: 87 Mio.
Tonnen). Daneben fallen auch die Ernteprognosen für
Europa aufgrund des trockenen Wetters - vor allem in den
Ländern Frankreich, Spanien und Italien - geringer
aus. Aufgrund der niedrigeren Ertragsprognosen werden
derzeit mit knapp 605 Mio. Tonnen (Vorjahr: 619 Mio.
Tonnen) leicht rückläufige globale
Endbestände für das Getreidejahr 2022/23
erwartet. Für die globale Ölsaatenproduktion
prognostiziert die USDA hingegen eine Erntemenge von 643
Mio. Tonnen, was einer Steigerung um rund 7 Prozent
gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Zuwachs ist
hauptsächlich auf ausgeweitete Anbauflächen bei
Raps infolge einer lebhaften Nachfrage und erheblicher
Preissteigerungen zurückzuführen. Die
Getreideernte der Europäischen Union dürfte
insgesamt um knapp 3 Prozent auf etwa 284 Mio. Tonnen
sinken. In Deutschland gehen Experten aufgrund langer
Trockenheit und Hitze im Juni von einer leicht
unterdurchschnittlichen Getreideernte bei großen
regionalen Unterschieden aus. Besonders stark betroffen
sind einzelne Regionen Mitteldeutschlands. Insgesamt
dürfte die Ernte laut dem Deutschen Raiffeisenverband
(DRV) bei 43,2 Mio. Tonnen liegen und damit rund 2 Prozent
unter dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020, aber rund 1
Mio. Tonnen über der geringen Vorjahresernte. Die
Rapsernte dürfte mit 3,8 Mio. Tonnen um rund 6 Prozent
höher ausfallen als 2021 und profitiert von
erweiterten Anbauflächen. In der Berichtsperiode lagen
die Getreidepreise insgesamt deutlich über dem Niveau
des Vorjahres. Zurückzuführen ist diese
Entwicklung neben dem Krieg in der Ukraine und den damit
verbundenen Versorgungsunsicherheiten vor allem auf
Hitzewellen in Teilen Europas und der USA. So notierten die
Preise zum Ende des ersten Halbjahres 2022 spürbar
über denen der Vorjahresperiode: für Weizen um 68
Prozent, für Sojaschrot um 41 Prozent, für Raps
um 30 Prozent und für Mais um 18 Prozent. Bereits im
Juni und verstärkt im Juli setzte dann an den globalen
Getreidemärkten eine Gegenbewegung ein. Durch die
Ankündigungen über eine mögliche Einigung
zwischen Russland, der Ukraine, der Türkei und der UNO
bezüglich eines sicheren Exports ukrainischen
Getreides kamen die Preise teilweise unter Druck.
Entwicklung im ObsthandelIm Obsthandel ist der europäische Apfelmarkt in der
Saison 2021/22 nach zwei Jahren mit unterdurchschnittlichen
Erntemengen von einer um rund 11 Prozent höheren Ernte
als in der Vorjahressaison geprägt. Die frostbedingten
Ausfälle insbesondere in Italien und Frankreich
konnten durch höhere Erträge aus Polen, Spanien
und Ungarn überkompensiert werden. Im Juni 2022 waren
die Apfelbestände in Europa um 19 Prozent und in
Deutschland um 43 Prozent höher als im Vorjahr. Neben
dem höheren Erntevolumen führte auch das Embargo
Weißrusslands für westliche Lebensmittel zu dem
Bestandsüberhang in Europa. Als Folge der aktuellen
geopolitischen Entwicklungen und der damit verbundenen
Unsicherheit sowie der in vielen Bereichen des
täglichen Lebens spürbaren Preissteigerungen ist
die Nachfrage der Konsumenten nach Äpfeln, aber auch
bei Obst und Gemüse im Allgemeinen gesunken. Die
Apfelpreise in Deutschland lagen aufgrund der hohen
Lagerbestände bei gleichzeitig geringerer Nachfrage
deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt und im Juni
mit 0,55 Euro pro Kilogramm rund 30 Prozent unter dem
Vorjahresniveau. In Neuseeland fällt die Apfelernte
aufgrund der guten Wachstumsbedingungen 2022 deutlich
höher aus als im Vorjahr. Im Vorjahr waren dagegen
Hagelschäden zu verzeichnen. Allerdings kam es im
zweiten Quartal des laufenden Jahres aufgrund starker
Regenfälle zu einem verzögerten sowie erschwerten
Erntebeginn, sodass in einigen Regionen Neuseelands
Qualität und Fruchtgrößen schlechter als
erwartet ausfallen.
Entwicklung bei BetriebsmittelnDer Betriebsmittelsektor war im ersten Halbjahr von
externen Faktoren wie einer knappen Warenverfügbarkeit
sowie hohen Energiepreisen als Folge des Kriegs in der
Ukraine und der Energiekrise geprägt. Diese Spannungen
führten bei den Kunden zu großer Verunsicherung,
weshalb die Kaufbereitschaft trotz der derzeit hohen Preise
stabil war. Neben hohen Energie- und Transportkosten
dürften auch die Sanktionen gegen Russland, das einer
der Hauptexporteure für einige Düngersorten ist,
für die knappe Versorgungslage und die
Preisentwicklung verantwortlich sein. So notierte Ende des
ersten Halbjahres 2022 Kali-Dünger 235 Prozent,
Stickstoffdünger 147 Prozent und Phosphatdünger
102 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Bereich
Pflanzenschutzmittel war ebenfalls eine stabile Nachfrage
zu verzeichnen. Die Verfügbarkeit von
Pflanzenschutzmitteln blieb jedoch aufgrund fehlender
wichtiger Vorprodukte und Verpackungen infolge
unterbrochener Lieferketten knapp.
Entwicklung bei der LandtechnikDie Stimmung unter den deutschen Landwirten hat sich
seit dem Frühjahr 2022 nur wenig verändert und
bewegt sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Das
landwirtschaftliche Konjunkturbarometer lag im Juni 2022
bei 11,1 und damit um 3,6 Punkte unter der
Vorjahresperiode. Zurückzuführen ist dies vor
allem auf unterdurchschnittliche Ernteerwartungen, unklare
politische und gesetzliche Rahmenbedingungen, fehlende
Planungssicherheit sowie starke Preissteigerungen bei
Betriebsmitteln. Für das zweite Halbjahr planen die
Landwirte in Deutschland trotz zunehmender Unsicherheiten,
ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahresniveau um
0,6 Mrd. Euro auf 4,9 Mrd. Euro zu erhöhen. Dabei
dürften vor allem die Investitionen in erneuerbare
Energien und Landkauf deutlich steigen. Investitionen in
Wirtschaftsgebäude gehen hingegen zurück.
Zusätzliche Investitionsanreize für Maschinen und
Geräte dürften dabei von dem Konjunkturprogramm
"Bauernmilliarde" ausgehen, dessen zweite Runde Mitte Juli
gestartet ist. Die Neuzulassungszahlen von Traktoren in
Deutschland verringerten sich von Januar bis Juni 2022
gegenüber den Vorjahreszahlen um rund 7,4 Prozent auf
15.729 Traktoren. Ursache hierfür dürfte vor
allem die verzögerte Auslieferung seitens der
Hersteller aufgrund Teileknappheit sein.
GeschäftsverlaufDas Geschäftsfeld Agrar gliedert sich in die vier
Segmente Cefetra Group, Global Produce, Agrar und Technik.
Die Segmente Cefetra Group und Agrar decken den
internationalen und nationalen Handel mit
landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Betriebsmitteln ab.
Das Segment Global Produce umfasst den weltweiten Handel
mit Obst und Gemüse. Das Segment Technik handelt mit
landtechnischen Maschinen und Anlagen und bietet
umfangreiche Serviceleistungen an.
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Segment Cefetra GroupIm Segment Cefetra Group konnte vor allem der Handel mit
Spezialitäten zulegen, der überwiegend zum
Gesamtergebnis beitrug. Wesentliche Ergebnistreiber waren
dabei Royal Ingredients und Tracomex; hier legte vor allem
die Nachfrage nach Proteinen und Stärkeprodukten stark
zu. Gleichzeitig führte die zunehmende Sorge um die
globale Getreideverfügbarkeit infolge des Krieges in
der Ukraine und einer bereits knappen Getreidebilanz zu
starken Preisvolatilitäten an den
Agrarrohstoffmärkten und zu insgesamt nochmals
höheren Preisen als im Vorjahreszeitraum. Durch diese
Rahmenbedingungen ergaben sich im Berichtszeitraum
Handelsopportunitäten, von denen das Segment
profitierte. Im zweiten Quartal übernahm die Cefetra
Group die mehrheitlichen Anteile des Nuss- und
Trockenfrüchte-händlers Heinrich Brüning
GmbH mit Sitz in Hamburg und baute damit das
Spezialitätengeschäft weiter aus. Insgesamt
erzielte das Segment Cefetra Group in den ersten sechs
Monaten des laufenden Geschäftsjahres eine
EBIT-Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um
16,5 Mio. Euro auf 36,6 Mio. Euro.
Segment AgrarDas Segment Agrar entwickelte sich im ersten Halbjahr
2022 sehr positiv. Der Umsatz erhöhte sich
gegenüber der Vorjahresperiode um 40 Prozent auf knapp
3 Mrd. Euro; dazu beigetragen hat vor allem, dass die
Preise im inländischen Handel mit Erzeugnissen und bei
Betriebsmitteln stark gestiegen sind.
Zurückzuführen war diese Preisdynamik
insbesondere auf den Ukraine-Krieg und die sich daraus
ergebenden möglichen wirtschaftlichen Folgen. Neben
einer Verschärfung der bereits knappen Getreidebilanz
zog dies bei einigen Getreidesorten zeitweise neue
Preis-Höchststände nach sich. Im Erzeugnishandel
konnten die Getreidebestände im ersten Halbjahr 2022
zu überdurchschnittlichen Handelsmargen vermarktet
werden. Einen ähnlichen Verlauf nahm der Handel mit
Betriebsmitteln. Aufgrund von wirtschaftlichen Sanktionen
gegen Russland befürchteten viele Landwirte
Versorgungsengpässe bei Düngemitteln. Daher war
die Einlagerungsbereitschaft trotz hohem Preisniveau stabil
und die hohen Lagerkapazitäten der BayWa dienten als
Grundlage für eine nahezu uneingeschränkte
Lieferfähigkeit. Auch im Bereich Pflanzenschutzmitteln
kam es zu Vorzieheffekten. Darüber hinaus war aufgrund
der feuchtwarmen Witterung in Süddeutschland eine
höhere Nachfrage nach Fungiziden zu verzeichnen. Hier
profitierte die BayWa von ihrer guten Bestandsführung
bei gleichzeitig besseren Handelsmargen. Positiv auf die
Margen im Saatgutgeschäft wirkten sich der Ausbau der
Eigenmarkenstrategie, Verschiebungen zu
margenstärkeren Sortimenten und das breite Portfolio
aus. Insgesamt hat sich das EBIT im Vergleich zum
Vorjahreswert von 39,0 Mio. Euro auf 134,2 Mio. Euro
signifikant verbessert.
Segment Global ProduceDas Segment Global Produce verzeichnete im ersten
Halbjahr 2022 einen heterogenen Geschäftsverlauf. Hohe
Inflationsraten und eine allgemein angespannte
wirtschaftliche Gesamtsituation infolge des Krieges in der
Ukraine sowie der Energiekrise führten zu einem
deutlich schwächeren Konsumverhalten in Europa. Davon
waren insbesondere Markenäpfel sowie exotische
Früchte betroffen. Diese Entwicklung belastete auch
die Geschäftsentwicklung bei der Tochtergesellschaft
TFC Holland B.V. (TFC). Zudem führten höhere
Luft- und Seefrachtpreise zu geringeren Handelsmargen, da
die Kostensteigerungen aufgrund einer guten
Warenverfügbarkeit im Markt nicht in vollem Umfang an
die Kunden weitergegeben werden konnten. Im
neuseeländischen Apfelgeschäft fiel die
Erntemenge deutlich größer aus als im Vorjahr,
als sich Hagelschäden und coronabedingter Mangel an
Saisonarbeitskräften auf die Erntemenge auswirkten.
Allerdings fallen die Mengen und Qualitäten
witterungsbedingt teilweise dennoch etwas geringer aus als
ursprünglich erwartet. So sorgten starke
Regenfälle im Norden Neuseelands für einen
verzögerten Start der Ernte und insgesamt auch
für herausfordernde Erntebedingungen. Die Vergabe von
weiteren Anbaulizenzen für die Apfelsorte "Envy" trug
auch im zweiten Quartal zur Ergebnisverbesserung bei.
Positiv wirkten sich Wechselkurseffekte im Ergebnis des
Klimagewächshauses in den Vereinigten Arabischen
Emiraten (VAE) aus. Insgesamt konnte das Segment Global
Produce das EBIT gegenüber der Vorjahresperiode um 1,9
Mio. Euro auf 16,4 Mio. Euro steigern.
Segment TechnikDas Segment Technik verzeichnete ein starkes erstes
Halbjahr 2022. Dabei profitierte das Segment insbesondere
von einem soliden Auftragspolster sowie einer anhaltend
hohen Investitionsbereitschaft der Landwirte. Durch eine
gute Verfügbarkeit von Neumaschinen ergaben sich
zusätzliche Chancen, Kunden kurzfristig zu bedienen.
Der Absatz von Neumaschinen konnte im ersten Halbjahr 2022
gegenüber der Vorjahresperiode um knapp 19 Prozent
gesteigert werden. Überdurchschnittlich hohe
Erzeugnispreise sowie zahlreiche Förderprogramme
dürften den Handel mit landtechnischen Maschinen
darüber hinaus angetrieben haben. Das
Servicegeschäft verzeichnete eine stabile Auslastung
aufgrund einer hohen Nachfrage nach Wartungsleistungen und
Ersatzteilen. Vor diesem Hintergrund stieg das Ergebnis im
Segment Technik gegenüber der Vorjahresperiode um 20,4
Mio. Euro auf 35,1 Mio. Euro an.
Geschäftsfeld BauMarkt- und BranchenentwicklungEntwicklung BauNachdem die deutsche Bauindustrie aufgrund einer
günstigen Witterung und einer stabilen Baukonjunktur
positiv in das Jahr 2022 gestartet ist, kam es im April zu
einem Umschwung. Ursächlich hierfür dürften
insbesondere die knappe Versorgung mit Baumaterialien und -
damit einhergehend - die nochmals stark gestiegenen
Baustoffpreise sein. Aufgrund steigender Energiekosten
haben einige Baustoffhersteller ihre Produktion gedrosselt
bzw. teilweise komplett eingestellt. Zudem führen nach
wie vor fehlende Transportkapazitäten und
Personalmangel zu Unterbrechungen in den Lieferketten.
Daneben kommt es vermehrt zu Hamsterkäufen, was
Nachfrage und Preise weiter antreibt. Die Preise für
Baumaterialien lagen im Mai teilweise 80 Prozent über
dem Vorjahresniveau. Dies führt dazu, dass einige
Bauprojekte zu teuer werden und deshalb verschoben oder
storniert werden müssen. Der Umsatz im deutschen
Bauhauptgewerbe lag in den Monaten von Januar bis April
2022 nominal zwar bei rund 14 Prozent über dem
Vorjahresniveau, real mit knapp 1 Prozent nur
geringfügig darüber. Die Wohnungsbaugenehmigungen
gingen in den ersten vier Monaten mit 123.659 Einheiten
(Vorjahr: 125.553 Einheiten) gegenüber dem
Vorjahreswert um 1,5 Prozent zurück. Während die
Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser
gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten, verzeichneten
die Genehmigungen vor allem bei Einfamilienhäusern
einen deutlichen Rückgang. Nachdem der Hauptverband
der Deutschen Bauindustrie Anfang des Jahres 2022 noch eine
nominale Umsatzsteigerung im Bauhauptgewerbe um 5,5 Prozent
bzw. preisbereinigt um 1,5 Prozent erwartet hatte, geht man
zum Ende des ersten Halbjahres 2022 davon aus, dass sich
der reale Umsatz im laufenden Jahr stagnieren bzw. um etwa
2 Prozent sinken wird.
Geschäftsverlaufscrollen
Segment BauIm Segment Bau wird innerhalb des Konzerns im
Wesentlichen der Handel mit Baustoffen in Deutschland und
Österreich zusammengefasst. In der Berichtsperiode
führten eine stabile Baukonjunktur sowie günstige
Witterungsbedingungen in den Frühlingsmonaten zu einem
frühen Saisonstart und einer hohen Nachfrage nach
Baumaterialien. Vor allem die Sortimentsbereiche Hochbau
und Dach konnten stark zulegen. Dabei setzte sich die
dynamische Preisentwicklung bei Baumaterialien als Folge
der Energiekrise sowie der knappen Warenverfügbarkeit
auch im zweiten Quartal 2022 fort. Das Segment Bau
profitierte von einem guten Lagerbestand sowie einem
diversifizierten und stabilen Lieferantennetzwerk. Aus
diesem Grund war das Segment Bau der BayWa nahezu
uneingeschränkt lieferfähig und konnte
höhere Handelsmargen erzielen. Zudem wirkte sich die
erfolgreiche Umsetzung der Strategie hin zum
Multispezialisten und der damit einhergehende Ausbau von
Spezialsortimenten positiv auf das Wachstum aus. Auch die
BayWa Bau Projekt GmbH trug mit der Vermarktung weiterer
Wohneinheiten aus den Projekten in Schrobenhausen und
Traunstein, positiv zur Geschäftsentwicklung bei. Vor
diesem Hintergrund konnte das EBIT in den ersten sechs
Monaten des laufenden Geschäftsjahres gegenüber
der Vorjahresperiode signifikant verbessert werden und
erreichte 43,5 Mio. Euro. Zudem erhöhte die BayWa ihre
Beteiligung an der Tjiko GmbH auf 67 Prozent. Damit wird
die BayWa Hauptanteilseigner und das Geschäft des
Herstellers von Badmodulen in Holzbauweise in Zukunft
vollkonsolidieren.
Segment Innovation & DigitalisierungMarkt- und BranchenentwicklungDigitale Anwendungen sind zur Unterstützung der
täglichen Arbeitsabläufe wie auch zur
Betriebsplanung und -kontrolle in der Landwirtschaft
längst angekommen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2020
im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, des Deutschen
Bauernverbands und der Landwirtschaftlichen Rentenbank
haben bereits rund 82 Prozent der deutschen Landwirte
digitale Technologien oder Anwendungen im Einsatz. Weitere
10 Prozent der Landwirte diskutieren den Einsatz oder haben
bereits konkrete Pläne, digitale Anwendungen in ihrem
Betrieb einzusetzen. Die Digitalisierung in der
Landwirtschaft umfasst im Wesentlichen die Bereiche
Precision Farming und Smart Farming. Während bei
Precision Farming die Automatisierung von
landwirtschaftlichen Prozessen im Vordergrund steht, geht
Smart Farming noch einen Schritt weiter und hat die
digitale Vernetzung sämtlicher betrieblichen Bereiche
vom Stall über die Feldbearbeitung bis hin zur
Erntevermarktung zum Ziel. Hier verarbeiten Maschinen und
Geräte Informationen oft selbstständig und
treffen zumindest teilautonome Entscheidungen. Als
Datenlieferanten kommen dabei zunehmend Satelliten zum
Einsatz. Die Kombination von Satellitendaten mit
Pflanzenwachstumsmodellen ermöglicht die Ermittlung
des Ertragspotenzials jeder Fläche, die
Abschätzung der ökonomischen Vorteile einer
teilflächenspezifischen Bearbeitung und die Ableitung
konkreter Handlungsempfehlungen für die Feldarbeit.
Werden diese Informationen anhand einer entsprechenden
Steuerungssoftware mit der Technologie in der Zugmaschine
sowie im Anbaugerät verknüpft, kann
beispielsweise eine teilflächenspezifische Aussaat
oder Düngung durchgeführt werden. Zur Vernetzung
aller Arbeitsschritte kommen verstärkt
Farm-Management-Systeme zum Einsatz, die dem Landwirt
Verwaltungsaufgaben erleichtern und
Analysemöglichkeiten bieten. Angesichts steigender
Anforderungen hinsichtlich Dokumentationspflichten und
Datenschutz aufgrund neuer Gesetze wie der
europäischen Datenschutz-Grundverordnung gehen
Experten in den kommenden Jahren insbesondere bei
diesbezüglichen Softwarelösungen von Prozentual
zweistelligen Wachstumsraten aus.
Geschäftsverlaufscrollen
Das Segment Innovation & Digitalisierung
bündelt alle Aktivitäten des BayWa Konzerns in
den Bereichen Digital Farming und eBusiness. In der
Berichtsperiode konnte der Umsatz das Niveau des Vorjahres
nicht ganz erreichen. Ursache hierfür ist vor allem
die Zurückhaltung der Landwirte aufgrund volatiler und
unsicherer Agrarmärkte, in neue Software zu
investieren. Zudem waren Bodenanalysen insbesondere im
ersten Quartal 2022 aufgrund schlechter
Witterungsbedingungen und Personalmangels nur
eingeschränkt möglich. Dagegen war im selben
Zeitraum eine erhöhte Nachfrage nach Geodaten zu
verzeichnen. Der Bereich eBusiness profitierte insgesamt
von einer anhaltend hohen Nachfrage im Online-Handel.
Während im B2C-Geschäft der wieder offene
Einzelhandel sowie steigende Verbraucherpreise zu einer
Normalisierung des Kaufverhaltens führten, waren im
B2B-Geschäft große Zuwächse in nahezu allen
Sortimentsbereichen zu verzeichnen. So erhöhten sich
die über das BayWa Portal getätigten Umsätze
gegenüber der Vorjahresperiode insgesamt um rund 21
Prozent. Die entsprechenden Umsätze und Erträge
werden allerdings demjenigen Segment zugerechnet, in dem
das jeweils verkaufte Produkt angesiedelt ist. Das
operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des
Segments ist plangemäß negativ und weist im
Berichtszeitraum minus 5,0 Mio. Euro aus.
Sonstige AktivitätenDas EBIT der Sonstigen Aktivitäten umfasst neben
Ergebnisbeiträgen aus Randaktivitäten einen
Großteil der Verwaltungskosten des Konzerns sowie
Konsolidierungseffekte und beträgt zum 30. Juni 2022
minus 37,9 Mio. Euro (Vorjahr: minus 29,8 Mio. Euro). Der
Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode ist im
Wesentlichen auf gestiegene Prämien für D &
O-Versicherungen sowie Währungskursdifferenzen
zurückzuführen. Darüber hinaus sind
Mehrkosten für die konzernweite Erneuerung des
digitalen Warenwirtschaftssystems und der Ausbau der
IT-Sicherheit entstanden. Zudem fallen die Personalkosten,
aufgrund von höheren Prämien und Provisionen
gegenüber dem Vorjahr, höher aus.
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa KonzernsVermögenslage zum 30. Juni 2022Zum Ende des ersten Halbjahres 2022 beläuft sich
die Bilanzsumme des BayWa Konzerns auf 12.722,9 Mio. Euro
und liegt damit über dem Wert zum Stichtag des
Geschäftsjahres 2021 (11.771,4 Mio. Euro). Das
langfristige Vermögen erhöhte sich seit
Jahresbeginn um 257,0 Mio. Euro und beträgt zum 30.
Juni 2022 4.028,3 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist im
Wesentlichen auf den Anstieg der immateriellen
Vermögenswerte (plus 45,1 Mio. Euro), der Sachanlagen
(plus 97,9 Mio. Euro) und der langfristigen
Vermögenswerte aus Derivaten (plus 39,4 Mio. Euro)
zurückzuführen. Demgegenüber verminderten
sich die übrigen Finanzanlagen im Vergleich zum Ende
des Geschäftsjahres 2021 um 43,0 Mio. Euro auf 211,9
Mio. Euro. Das kurzfristige Vermögen des BayWa
Konzerns beläuft sich zum 30. Juni 2022 auf 8.635,8
Mio. Euro und liegt damit über dem Wert zum 31.
Dezember 2021 (7.978,7 Mio. Euro). Ursächlich für
diese Entwicklung sind insbesondere der saisonübliche
Anstieg der Forderungen aus Lieferung und Leistungen um
851,7 Mio. Euro auf 2.193,5 Mio. Euro sowie die
Erhöhung der sonstigen nicht finanziellen
Vermögenswerte um 126,8 Mio. Euro auf 532,3 Mio. Euro.
Dem stehen Rückgänge bei den kurzfristigen
Vermögenswerten aus Derivaten um 215,5 Mio. Euro auf
833,6 Mio. Euro gegenüber.
Im ersten Halbjahr 2022 nahm das Eigenkapital des BayWa
Konzerns im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres
2021 um 156,7 Mio. Euro auf 1.972,8 Mio. Euro zu. Der
Anstieg beruht im Wesentlichen auf
versicherungsmathematischen Gewinnen aus Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen infolge des gestiegenen
Zinsniveaus sowie auf dem Konzernhalbjahresüberschuss
zum 30. Juni 2022.
Die langfristigen Schulden des BayWa Konzerns betragen
zum Ende des ersten Halbjahres 2022 4.799,7 Mio. Euro und
liegen damit um 168,3 Mio. Euro über dem
Vergleichswert zum Ende des Geschäftsjahres 2021
(4.631,4 Mio. Euro). Während sowohl die langfristigen
Finanzschulden (plus 213,1 Mio. Euro auf 2.930,4 Mio. Euro)
als auch die langfristigen Verbindlichkeiten aus Derivaten
(plus 64,9 Mio. Euro auf 115,1 Mio. Euro) angestiegen sind,
verminderten sich die Verpflichtungen aus
Pensionsrückstellungen um 191,9 Mio. Euro auf 512,9
Mio. Euro.
Die kurzfristigen Schulden des BayWa Konzerns
erhöhten sich seit dem 31. Dezember 2021 um 635,7 Mio.
Euro auf 5.949,5 Mio. Euro. Ursächlich hierfür
sind gegenläufigen Entwicklungen: Während sich
die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Derivaten im ersten
Halbjahr 2022 um 193,1 Mio. Euro auf 959,2 Mio. Euro
verminderten, nahmen sowohl die Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen saisonal bedingt um 389,2 Mio.
Euro auf 1.745,5 Mio. Euro, die kurzfristigen
Finanzschulden um 153,8 Mio. Euro auf 1.621,1 Mio. Euro als
auch die übrigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten
um 140,8 Mio. Euro auf 803,8 Mio. Euro zu.
Finanzlage im ersten Halbjahr 2022Ausgehend von einem Halbjahresüberschuss von 177,6
Mio. Euro zum 30. Juni 2022 haben sich die Cash Earnings im
Vorjahresvergleich um 164,0 Mio. Euro auf 386,7 Mio. Euro
erhöht. Der Anstieg im Vorratsbestand, bei den
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den
sonstigen Aktiva, die nicht der Investitions- und
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, verursachte im
ersten Halbjahr 2022 einen Zahlungsmittelabfluss in
Höhe von 1.484,2 Mio. Euro. Dies wurde durch den
Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie der sonstigen Passiva, die nicht der
Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen
sind, in Höhe von 951,3 Mio. Euro nur teilweise
kompensiert. Der Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit beläuft sich somit nach
den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 auf
minus 57,7 Mio. Euro und liegt damit um 118,4 Mio. Euro
über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Aus der Investitionstätigkeit des BayWa Konzerns
resultierte in den ersten sechs Monaten des
Geschäftsjahres 2022 ein Zahlungsmittelabfluss in
Höhe von 183,4 Mio. Euro. Hierauf entfallen 69,4 Mio.
Euro auf den Erwerb der Patent Co. DOO Misicevo, Subotica,
Serbien, und ihrer 100-prozentigen Tochter PATENT CO. DOO
LAKTASI, Laktasi, Bosnien und Herzegowina. Die
Gesellschaften wurden im Rahmen eines Share-Deals erworben.
Des Weiteren wurden liquide Mittel für den Erwerb von
immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in
Höhe von 153,8 Mio. Euro aufgewendet.
Zahlungsmittelzuflüsse von 39,4 Mio. Euro resultierten
hingegen aus der Veräußerung von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Abgang von
Finanzanlagen führte im ersten Halbjahr zu einem
Zahlungsmittelzufluss von 1,5 Mio. Euro. Aus dem Zugang von
Finanzanlagen ergaben sich hingegen
Zahlungsmittelabflüsse von 9,6 Mio. Euro.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
beläuft sich auf 76,9 Mio. Euro und ist vor allem auf
die Aufnahme von Finanzschulden zurückzuführen.
Gegenläufig wirkten Dividendenzahlungen der BayWa AG
und weiterer Konzerngesellschaften in Höhe von 59,8
Mio. Euro, Auszahlungen für Leasingverpflichtungen und
Zinszahlungen. Im Vorjahr belief sich der Cashflow aus der
Finanzierungstätigkeit auf 284,2 Mio. Euro, wobei sich
hier insbesondere der Einstieg des in der Schweiz
ansässigen Investors Energy Infrastructure Partners AG
(EIP) bei der BayWa r.e. AG positiv auswirkte.
Insgesamt haben sich die flüssigen Mittel aufgrund
der Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus der laufenden
Geschäftstätigkeit, der Investitions- sowie der
Finanzierungstätigkeit seit dem 31. Dezember 2021 um
165,6 Mio. Euro auf 233,4 Mio. Euro verringert.
Ertragslage im ersten Halbjahr 2022Im ersten Halbjahr 2022 beläuft sich der Umsatz des
BayWa Konzerns auf 12.913,9 Mio. Euro und liegt damit um
3.620,3 Mio. Euro über dem Niveau des
Vergleichszeitraums 2021. Im Segment Regenerative Energien
konnte der Umsatz um 1.382,5 Mio. Euro auf 2.733,8 Mio.
Euro gesteigert werden, gefolgt vom Segment Agrar mit einem
Anstieg um 853,8 Mio. Euro auf 2.982,3 Mio. Euro.
Umsatzsteigerungen verzeichneten auch die Segmente Energie
(plus 584,8 Mio. Euro auf 1.477,2 Mio. Euro), Cefetra Group
(plus 481,6 Mio. Euro auf 3.054,6 Mio. Euro), Bau (plus
166,1 Mio. Euro auf 1.160,7 Mio. Euro) und Technik (plus
153,1 Mio. Euro auf 1.033,9 Mio. Euro). In den Segmenten
Global Produce (minus 2,2 Mio. Euro auf 458,8 Mio. Euro)
und Innovation & Digitalisierung (minus 0,9 Mio. Euro
auf 4,8 Mio. Euro) sowie in den Sonstigen Aktivitäten
(plus 1,5 Mio. Euro auf 7,8 Mio. Euro) liegen die
Umsatzerlöse annähernd auf dem Niveau des
Vorjahreszeitraums.
Die sonstigen betrieblichen Erträge des BayWa
Konzerns liegen mit 235,6 Mio. Euro über dem Wert der
Vergleichsperiode des Vorjahres in Höhe von 160,0 Mio.
Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Bewertung von
Fremdwährungsgeschäften zurückzuführen.
Unter Berücksichtigung einer Bestandsveränderung
von 62,7 Mio. Euro und anderer aktivierter Eigenleistungen
von 7,8 Mio. Euro erhöhte sich die Gesamtleistung des
BayWa Konzerns im ersten Halbjahr 2022 um 3.608,6 Mio. Euro
auf 13.220,0 Mio. Euro.
Der Materialaufwand stieg im Vergleich zu den
Umsatzerlösen unterproportional um 3.231,3 Mio. Euro
auf 11.608,5 Mio. Euro, sodass sich das Rohergebnis des
BayWa Konzerns um 377,3 Mio. Euro auf 1.611,5 Mio. Euro
verbesserte. Der Personalaufwand erhöhte sich im
ersten Halbjahr 2022 um 87,1 Mio. Euro auf 701,7 Mio. Euro
- insbesondere aufgrund gestiegener Mitarbeiterzahlen im
Segment Regenerative Energien. Die Abschreibungen auf
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte liegen mit
126,5 Mio. Euro um 8,2 Mio. Euro über dem Niveau des
Vorjahreszeitraums. Die sonstigen betrieblichen
Aufwendungen nahmen im ersten Halbjahr 2022 um 115,5 Mio.
Euro auf 466,3 Mio. Euro zu. Neben höheren sonstigen
Aufwendungen trug insbesondere die Realisierung von
Fremdwährungsgeschäften zum Anstieg der sonstigen
betrieblichen Aufwendungen bei.
Die dargestellten Veränderungen erhöhten das
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit im
ersten Halbjahr 2022 um 166,5 Mio. Euro auf 317,0 Mio.
Euro.
Das Beteiligungsergebnis beläuft sich auf 11,5 Mio.
Euro und liegt damit um 17,4 Mio. Euro über dem Wert
des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Diese Entwicklung
ist insbesondere auf den Anstieg des Ergebnisses aus
at-Equity-bewerteten Anteilen um 17,9 Mio. Euro auf 9,4
Mio. Euro zurückzuführen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des BayWa
Konzerns beläuft sich für die ersten sechs Monate
des Geschäftsjahres 2022 auf
328.5 Mio. Euro und liegt damit um 183,9 Mio. Euro
über dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Das Zinsergebnis des ersten Halbjahres 2022 verringerte
sich um 27,3 Mio. Euro und beläuft sich auf minus 77,9
Mio. Euro. Unter Berücksichtigung eines Steueraufwands
von 73,0 Mio. Euro ergibt sich für das erste Halbjahr
2022 ein Konzernüberschuss in Höhe von 177.6 Mio.
Euro nach 66,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2021.
MitarbeiterDer BayWa Konzern verzeichnete im ersten Halbjahr 2022
in nahezu allen Geschäftsfeldern einen Anstieg bei der
Zahl der Beschäftigten. Die Mitarbeiterzahl
erhöhte sich zum Berichtszeitpunkt um 1.354 Personen
auf 22.250. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus
einer Erhöhung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl
um 787 auf 3.461 Beschäftigte im Segment Regenerative
Energien.
AusblickDer BayWa Konzern hat sich im ersten Halbjahr 2022 trotz
der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Marktsituation sehr
positiv entwickelt. Im zweiten Halbjahr dürfte sich
die Wachstumsdynamik in einigen Segmenten abschwächen.
Allerdings ist zu erwarten, dass die zum Halbjahr bereits
erreichte Ergebnissteigerung zu einem über den
bisherigen Erwartungen liegenden Ergebnis für das
Geschäftsjahr 2022 führen wird. Für das
Gesamtjahr 2022 ging der Vorstand in der bisherigen Planung
von einer erheblichen EBIT-Steigerung (10 Prozent bis 20
Prozent) gegenüber dem Vorjahr (EBIT Gesamtjahr 2021:
266,6 Mio. Euro) aus. Der Vorstand erwartet nunmehr ein
Gesamtjahresergebnis (EBIT) von 400 Mio. Euro bis 450 Mio.
Euro.
Im Geschäftsfeld Energie sind die Perspektiven
für eine Fortsetzung der sehr guten
Geschäftsentwicklung auch in der zweiten
Jahreshälfte 2022 positiv. Der globale Trend, die
Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren, wird
sich angesichts der aktuellen Energiekrise nochmals
verstärken. Hiervon sollten alle
Geschäftsbereiche im Segment Regenerative Energien
profitieren und in der zweiten Jahreshälfte im Konzern
am stärksten zulegen. Für das Gesamtjahr 2022
sind weltweit Verkäufe von Projekten mit einer
Gesamtleistung von bis zu 1,2 Gigawatt (GW) geplant, wovon
ein Teil der Projekte nicht verkauft, sondern in das eigene
IPP-Geschäft übernommen wird. Bei einem
Großteil der zur Veräußerung anstehenden
Anlagen dürfte der Verkaufsprozess im vierten Quartal
2022 abgeschlossen werden. Die Kernregionen, in denen die
Projekte errichtet bzw. verkauft werden, liegen
überwiegend in Europa. Vor allem in Spanien stehen
größere Solarenergie-Projekte von insgesamt mehr
als 180 Megawatt (MW) zum Verkauf an. In South Lanarkshire,
Schottland, plant die BayWa r.e., den Windpark "Dalquhandy"
mit einer Leistung von rund 45 MW im vierten Quartal zu
veräußern. Ferner sind bereits Projekte im
zweiten Quartal 2022 in Betrieb gegangen wie der Solarpark
"Spitalhöfe" mit Batteriespeicher in
Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg. Der
Solarpark mit einer Leistung von 7,5 Megawatt peak (MWp)
kann jährlich 8 Mio. Kilowattstunden Grünstrom
erzeugen, was dem Verbrauch von 2.500
Durchschnittshaushalten in Deutschland entspricht. Der
Solarhandel der BayWa r.e. konnte zum Ende des zweiten
Quartals einen Großauftrag in der Südeifel
gewinnen. Für die elf Solarparks mit einer
voraussichtlichen Gesamtleistung von 214 MWp werden
über 380.000 Solarmodule von der BayWa r.e. AG
bezogen. Der Absatz im Handel mit PV-Komponenten sollte im
zweiten Halbjahr an die starke Entwicklung der ersten sechs
Monate des laufenden Geschäftsjahres anknüpfen
können. Hier dürfte der Trend ungebrochen
bleiben. Mögliche Herausforderungen könnten durch
Lieferengpässe aus Asien entstehen, sollte es dort zu
weiteren Lockdowns kommen.
Im Segment Energie dürfte sich die Wachstumsdynamik
im zweiten Halbjahr 2022 auf einem reduzierten Niveau
fortsetzen. Hier dürfte vor allem der Handel im
Wärmegeschäft weiter anziehen. Die
Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen und die
damit verbundene Unsicherheit führt sowohl bei
privaten als auch bei gewerbetreibenden Kunden zu
höheren Bevorratungen für sämtliche
Wärmeträger wie beispielsweise Holzpellets oder
Heizöl. Allerdings bleibt die Versorgungslage
insbesondere bei Holzpellets knapp, da Importe aus Russland
nicht möglich sind bei gleichzeitigem Zubau von
Pelletheizungen. Zusätzlichen Auftrieb könnte das
Wärmegeschäft durch die anstehenden Wintermonate
erhalten. Zum 31. August 2022 läuft die temporäre
Absenkung der Energiesteuer für Kraftstoffe aus. Vor
deren Ablauf könnten zusätzliche Nachfrageimpulse
entstehen. Zudem sollte die Kraftstoffnachfrage aufgrund
der Lockerung der Corona-Maßnahmen und der damit
einhergehenden Normalisierung des Straßenverkehrs
über dem Vorjahr liegen. Positiv entwickelt sich der
Ausbau der Ladeinfrastruktur für die
Elektromobilität. Durch die Kooperation mit SMATRICS
EnBW erweitert die BayWa Mobility Solutions GmbH (BMS) die
Reichweite ihrer Ladekarten in Österreich um 250
Schnell-Ladepunkte. Der Handel mit Schmierstoffen
dürfte aufgrund der Angebotsknappheit angespannt
bleiben, aber höhere Handelsmargen zulassen.
Im internationalen Handel mit Getreide und Ölsaaten
waren die Handelsopportunitäten im ersten Halbjahr
2022 von steigenden Preisen an den Märkten
gekennzeichnet. Bereits zum Ende des ersten Halbjahres hat
sich der Preistrend gedreht. Vor allem die Hoffnung auf ein
baldiges Ende der Seewegblockade im Schwarzen Meer hat die
Erzeugnispreise unter Druck gesetzt. Die voranschreitende
Weizenernte zog die Notierungen zusätzlich nach unten.
Allerdings werden die Prognosen für die Getreideernte
in der Europäischen Union (EU) aufgrund des extrem
heißen und trockenen Wetters sukzessive gesenkt. Vor
diesem Hintergrund ist weiterhin mit hohen
Preisvolatilitäten zu rechnen, die sich für den
Handel mit Erzeugnissen tendenziell eher positiv auswirken.
Belastend könnten sich jedoch zunehmende
Logistikengpässe sowie steigende Gaspreise auf das
Handelsgeschäft mit Erzeugnissen auswirken. Das
Spezialitätengeschäft hat sich in den vergangenen
Monaten als relativ krisenfest erwiesen. Die mehrheitliche
Übernahme des Nuss- und
Trockenfrüchtehändlers Heinrich Brüning GmbH
mit Sitz in Hamburg dürfte ein weiterer Schritt sein,
um den Ergebnisanteil bei den Spezialitäten im Segment
Cefetra Group zu erhöhen.
In Deutschland haben sich die Aussichten für die
Getreideernte gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert,
wobei die zu Beginn des Sommers einsetzende Trockenheit zu
sukzessiven Anpassungen der Ernteprognose nach unten
geführt hat. Der Deutsche Raiffeisenverband
prognostiziert eine Ernte in Höhe von 43,2 Mio.
Tonnen; dies entspricht einem Anstieg um rund 2 Prozent
gegenüber dem Vorjahreswert. Allerdings nehmen die
Sorgen im Hinblick auf die Qualitäten zu. Regional ist
von starken Unterschieden bei den Qualitäten
auszugehen. Die zweite Jahreshälfte wird von
höheren Energie- und Logistikosten geprägt
werden. Darüber hinaus werden Getreidekontrakte
abgeschlossen, die sich erst im Folgejahr ergebniswirksam
verbucht werden. Für den inländischen Handel mit
Erzeugnissen birgt diese Ausgangslage Chancen und Risiken.
Zusätzliche Herausforderungen können sich durch
die aktuelle Trockenheit für die Maisernte sowie beim
Nassmais ergeben, da die notwendige Trocknung hohe
Energiekosten verursacht. Im Betriebsmittelgeschäft
sind rückläufige Absätze zu erwarten. Die
Trockenheit der vergangenen Wochen dürfte die
Nachfrage nach Pflanzenschutz- und Düngemitteln
reduzieren. Die BayWa erwartet daher auf dem aktuell hohen
Preisniveau keine wesentlichen Absatzvolumina. Angesichts
des knappen Angebots am Weltmarkt aufgrund des Krieges in
der Ukraine ist mit weiterhin hohen Preisen für
Stickstoff-, Phosphor- und Kalidünger zu rechnen. Dies
wird die Einlagerungsstrategie bei der BayWa nachteilig
beeinflussen. Zur Risikominimierung erfolgt die Beschaffung
über Back-to-Back-Verträge. Hier erfolgt die
Beschaffung zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem
Landwirt, weshalb die Handelsmargen voraussichtlich
geringer ausfallen werden.
Der positive Trend im Segment Technik dürfte sich
im zweiten Halbjahr 2022 zwar fortsetzen, allerdings nicht
auf dem Niveau des sehr starken ersten Halbjahres. Hier ist
insbesondere mit einer "normalisierten" Nachfrage nach
landtechnischen Maschinen zu rechnen, nachdem die BayWa im
ersten Halbjahr von einem erhöhten Auftragsbestand aus
dem Vorjahr profitieren konnte. Zudem bleiben
Unsicherheiten hinsichtlich der globalen
Lieferengpässe bestehen. Das Servicegeschäft
dürfte sich weiterhin stabil entwickeln. Die positive
Ergebniserwartung in diesem Segment basiert auf einer im
bisherigen Jahresverlauf relativ stabilen
Liquiditätsentwicklung bei den Landwirten, die u. a.
auf die hohen Erzeugnispreise zurückzuführen ist.
Die Ernteschätzung des Jahres 2022 für
europäische Äpfel liegt deutlich über dem
Niveau der verhältnismäßig kleinen Ernte
des Vorjahres. Die Prognose liegt um rund 6 Prozent
über dem fünfjährigen Referenzdurchschnitt.
Hinzu kommt, dass in der EU in der laufenden Saison,
verglichen mit den Vorjahren, relativ hohe
Obstbestände lagern. Laut aktuellen Meldungen (per
Juni 2022) liegen die Volumen um mehr als 50 Prozent
über dem fünfjährigen Durchschnitt. Der
europäische Obstmarkt ist mit reichlich Ware
bestückt. Ein Grund hierfür ist, dass die
Nachfrage für viele Früchte vergleichsweise
gering ist, da steigende Lebenshaltungskosten den Konsum
vor allem für regionale Produkte oder Premiummarken
mindern. Konsumenten weichen bei verschiedenen Produkten
vermehrt auf günstigere Importware aus. Diese
Gesamtsituation erschwert insbesondere den
interkontinentalen Handel mit tropischen Früchten.
Neben der Konsumflaute wirken sich höhere
Frachtkosten, die nicht an den Lebensmitteleinzelhandel
weitergegeben werden können, belastend aus. Vor diesem
Hintergrund wird das Geschäft bei der BayWa Obst GmbH
& Co. KG. sowie der Handel mit Südfrüchten
bei der Tochtergesellschaft TFC Holland B.V. (TFC) auch im
weiteren Jahresverlauf herausfordernd. In der
südlichen Hemisphäre fiel die Erntemenge bei
Äpfeln gegenüber dem Vorjahr besser aus. Die
Ernte war zwar von starken Regenfällen negativ
beeinflusst, lag aber rund 15 Prozent über dem
Vorjahr, das durch Hagelschäden und coronabedingt
fehlende Saisonarbeitskräfte stark beeinträchtigt
worden war. Der Apfelhandel innerhalb der südlichen
Hemisphäre dürfte stabil bleiben. Der Export in
die nördliche Hemisphäre könnte jedoch
aufgrund der dort vorhandenen hohen Bestände stocken
und die Preise unter Druck setzen. Positiv wird sich der
Verkauf der Mehrheitsanteile am Klimagewächshaus in
den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf das Ergebnis
im Segment Global Produce auswirken. Hier wurde wie geplant
das Klimagewächshaus an den dort ansässigen Obst-
und Gemüseproduzenten Pure Harvest Smart Farms
veräußert. Der Transaktionsabschluss erfolgt im
dritten Quartal 2022.
Das Segment Bau dürfte sich aufgrund der
vorhandenen hohen Auftragsbestände weiterhin positiv
entwickeln. Der Bauboom der vergangenen Jahre schwächt
sich jedoch langsam ab. Das Statistische Bundesamt
führt das höhere Bauvolumen bei Aufträgen
nur noch auf den Preisanstieg zurück. Hohe Preise,
steigende Zinsen und Lieferengpässe lassen
Auftraggeber vorsichtiger werden. Hinzu kommen Unklarheiten
über die weitere staatliche Förderung
energieeffizienten Bauens durch die Kreditanstalt für
Wiederaufbau (KfW). Allerdings bleibt der Wohnraum vor
allem in Ballungsgebieten weiterhin knapp. Eine
temporäre Schwächung der Baukonjunktur
dürfte das Segment Bau durch das breit angelegte
Portfolio gut abfedern können. Die Aufstockung der
Anteile auf 67 Prozent am Badmodulhersteller Tjiko GmbH
sowie Ergebnisbeiträge aus den Bauprojekten der BayWa
Bau Projekt GmbH dürften sich ebenfalls stabilisierend
auf das Ergebnis auswirken.
Die Aktivitäten im Segment Innnovation &
Digitalisierung sind hauptsächlich durch Investitionen
und Entwicklungskosten für zukünftige digitale
Produkt- und Serviceangebote geprägt. Infolgedessen
ist, wie geplant, ein negatives EBIT zu erwarten, dass sich
gegenüber dem Vorjahresniveau voraussichtlich
geringfügig verbessern wird.
Für die Sonstigen Aktivitäten ist von
höheren Belastungseffekten auszugehen. Der weitere
Verlauf der Corona-Pandemie bleibt schwer
einschätzbar, daher ist mit zusätzlichen
Aufwendungen für den Arbeitsschutz und die Sicherheit
der BayWa Belegschaft zu rechnen. Darüber hinaus
führt die positive Ergebnisprognose zu höheren
Rückstellungen für Prämien und Provisionen.
Hinzukommen höhere Aufwendungen in der Hauptverwaltung
aufgrund von Energie- und Mietkosten. Dies wird das
Ergebnis der Sonstigen Aktivitäten entsprechend
belasten.
Insgesamt wird für alle operativen
Geschäftsfelder des BayWa Konzerns eine signifikante
Verbesserung des operativen Ergebnisses erwartet. Für
das Gesamtjahr 2022 erwartet der Vorstand nunmehr ein
Gesamtjahresergebnis (EBIT) von 400 Mio. Euro bis 450 Mio.
Euro.
Hinweis: Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und
Planzahlen in dem vorliegenden Dokument basieren auf
Annahmen und unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit
sich diese Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend
herausstellen sollten oder sich andere unvorhersehbare
Risiken ergeben, ist nicht auszuschließen, dass die
tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der Gesellschaft von den in diesem Dokument dargestellten
zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.
Verkürzter Konzernzwischenabschluss der BayWa AG zum 30. Juni 2022KonzernbilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungFortgeführte Geschäftsbereichescrollen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung QuartalsaufteilungFortgeführte Geschäftsbereichescrollen
Überleitung zum Konzern-Gesamtergebnisscrollen
Verkürzte Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Verkürzte Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
Ausgewählte erläuternde AnhangangabenBilanzierungs- und BewertungsmethodenDer vorliegende Halbjahresfinanzbericht des BayWa
Konzerns zum 30. Juni 2022 wurde in Übereinstimmung
mit den International Financial Reporting Standards (IFRS),
wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind,
erstellt. In Übereinstimmung mit IAS 34 wird der
Konzernzwischenabschluss in einer im Vergleich zum
Konzernjahresabschluss verkürzten Form
veröffentlicht und ist daher in Verbindung mit dem
Konzernabschluss der BayWa AG für das
Geschäftsjahr 2021 zu lesen. Alle neuen oder
geänderten IFRS und Interpretationen des IFRS
Interpretations Committee, die für den BayWa Konzern
erstmals zum 1. Januar 2021 verpflichtend anzuwenden waren,
wurden beachtet. Für schon bestehende oder
unveränderte IFRS stimmen die Bilanzierungs-,
Bewertungs-, Konsolidierungs- und Ausweisgrundsätze
mit Ausnahme der unten aufgeführten Änderungen
mit denjenigen überein, die bei der Erstellung des
Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 angewandt wurden.
Diesbezüglich wird auf den Konzernabschluss der BayWa
AG zum 31. Dezember 2021 verwiesen. Die
Berichtswährung der BayWa AG ist der Euro. Die
Betragsangaben erfolgen in Millionen Euro und werden -
sofern nicht anderslautend vermerkt - auf eine
Nachkommstelle gerundet. Dadurch können sich
geringfügige Abweichungen bei Summenbildungen sowie
bei der Berechnung von Prozentangaben ergeben.
Im BayWa Konzern wurde im Segment Regenerative Energien
im ersten Halbjahr 2022 eine länderspezifische Analyse
für bestehende Finanzinstrumente vorgenommen. Ziel der
Analyse war es, zu klären, ob für aus dem
Stromhandel resultierende finanzielle Vermögenswerte
und finanzielle Verbindlichkeiten die Voraussetzungen
für eine Saldierung gemäß IAS 32.42 ff.
erfüllt sind. Hierfür galt es insbesondere zu
beurteilen, ob der BayWa Konzern über einen
durchsetzbaren Rechtsanspruch verfügt, bestehende
finanzielle Vermögenswerte und finanzielle
Verbindlichkeiten mit derselben Gegenpartei zu verrechnen.
Im Ergebnis konnten im Abschluss zum 30. Juni 2022 im
Segment Regenerative Energien finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Höhe von
702,8 Mio. Euro im Einklang mit IAS 32 saldiert werden.
Annahmen und SchätzungenSoweit im Rahmen der Berichterstattung Annahmen und
Schätzungen vorgenommen wurden, bleiben diese in der
Methodik innerhalb des Geschäftsjahres und im
Geschäftsjahresvergleich unverändert. Es gibt
keine berichtspflichtigen Änderungen mit einer
wesentlichen Auswirkung auf die aktuelle Berichtsperiode.
Saison- und Konjunktureinflüsse auf die GeschäftstätigkeitGeschäftstypisch wirken sich saisonale
Einflüsse auf nahezu alle Kernaktivitäten des
Konzerns aus. Sie führen im Jahresverlauf zu
Schwankungen bei Umsatz und Ergebnis, die sich teilweise
ausgleichen. In den Segmenten Global Produce und Agrar
liegen die Hauptaktivitäten in den ersten drei
Quartalen eines Geschäftsjahres, mit Schwerpunkt im
zweiten Quartal. Im Segment Energie führen mehr
konjunkturelle Einflüsse zu
Geschäftsschwankungen. Die Preisentwicklung
beeinflusst maßgeblich das Verbraucherverhalten und
damit wesentlich die Umsatzentwicklung des
Geschäftsfelds. Nachfragestaus lösen sich dann im
Mehrjahresverlauf auf. Im Segment Regenerative Energien
ergeben sich Schwankungen in Abhängigkeit von
Projektverkäufen. Zudem können sich politische
Einflussfaktoren durch Änderungen von
Fördermaßnahmen auf die
Geschäftsentwicklung auswirken. Im Segment Bau
verstärkt sich die Tätigkeit nach dem ersten
Quartal und reduziert sich witterungsbedingt innerhalb des
vierten Quartals.
Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf den BayWa KonzernDie Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die
Vermögens- Finanz- und Ertragslage des BayWa Konzerns
werden weiterhin als nicht wesentlich eingeschätzt.
Zwar sind als Folge des Kriegs sind Rohstoff- und
Energiepreise im ersten Halbjahr 2022 stark angestiegen.
Diese Preissteigerungen kann der Konzern aber
größtenteils an Dritte weitergeben. Daher haben
sich aus dem Ukraine-Krieg für den BayWa Konzern bis
zum Zeitpunkt der Aufstellung des
Halbjahreskonzernabschlusses bilanziell keine wesentlichen
Implikationen ergeben. Für die Auswirkungen auf das
Geschäft des BayWa Konzerns, speziell auf die
einzelnen Segmente, wird auf die Ausführungen im
Konzernzwischenlagebericht verwiesen.
Änderungen im KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss werden neben der BayWa AG alle
wesentlichen Unternehmen einbezogen, auf die die BayWa AG
direkt oder indirekt über Tochterunternehmen
beherrschenden Einfluss nehmen kann.
Zum 30. Juni 2022 wurden insgesamt 541 Gesellschaften
nach den Vorschriften der Vollkonsolidierung im
Konzernabschluss berücksichtigt; zum 31. Dezember 2021
waren es 522 Gesellschaften. Daneben wurden 22 assoziierte
Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in den
Konzernabschluss nach der Equity-Methode gemäß
IAS 28 einbezogen (Bilanzstichtag des Vorjahres: 25
Unternehmen).
Der Konsolidierungskreis hat sich im ersten Halbjahr
2022 wie folgt geändert:
Verbundene Unternehmen, die bisher aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurdenscrollen
Erworbene Unternehmen, die aufgrund von Beherrschungserlangung erstmals in den Konzernabschluss einbezogen werden ¹scrollen
1 Bei den dargestellten Unternehmen bestand
jeweils kein Anteilsbesitz im Vorjahr.
Gegründete Unternehmen, die erstmals in den Konzernabschluss einbezogen werden ¹scrollen
1 Bei den dargestellten Unternehmen bestand
jeweils kein Anteilsbesitz im Vorjahr.
Unternehmen, die aufgrund von Beherrschungsverlust nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen werden ¹scrollen
Zugänge durch Unternehmenserwerbe im ersten Halbjahr 2022Zugang: Patent Co. DOO Misicevo, Subotica, SerbienDie RWA AG hat über die RWA International Holding
GmbH, Korneuburg, Österreich, mit Wirkung zum 31.
Januar 2022 90 Prozent der Anteile an dem serbischen
Mischfutterkonzern Patent Co. DOO Misicevo mit Sitz in
Subotica übernommen. Im Zuge des Erwerbs der Patent
Co. wurde auch die 100-prozentige Tochtergesellschaft
PATENT CO. DOO LAKTASI, Laktasi, Bosnien und Herzegowina,
übernommen. Patent Co. ist ein international
etabliertes Unternehmen mit moderner Infrastruktur und
Forschung sowie einer hohen regionalen und internationalen
Vertriebskompetenz. Im Bereich Mischfutter vertreibt Patent
Co. neben Mischfutter auch Proteinkonzentrate und
sogenannte Premixe in der Balkanregion. Daneben ist das
Unternehmen mit Futtermittelzusatzstoffen in Europa, Asien,
Nord-, Zentral- und Lateinamerika am Markt vertreten. Ziel
der Akquisition ist die Stärkung des Produktportfolios
und der geografischen Positionierung in den Bereichen
Futtermittel und Futtermittelzusatzstoffe. Der
beherrschende Einfluss besteht seit dem 31. Januar 2022. Ab
diesem Zeitpunkt wird die Patent Co. und ihre
Tochtergesellschaft in den Konzernabschluss der BayWa AG im
Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen. Die
Anschaffungskosten belaufen sich für 90 Prozent der
Anteile auf 72 Mio. Euro. Darüber hinaus wurde eine
Call-Put-Option-Vereinbarung bezüglich des Erwerbs
über die restlichen 10 Prozent der Anteile
geschlossen. Für die Ermittlung der gesamten
Anschaffungskosten wurde für die Call-Put-Option eine
einjährige Zielerreichung von 100 Prozent zugrunde
gelegt. Daraus resultieren Anschaffungskosten von insgesamt
80,8 Mio. Euro. Gemäß der vorläufigen
Kaufpreisallokation resultiert ein Geschäfts- oder
Firmenwert in Höhe von 40,5 Mio. Euro. Die
Transaktionskosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb
angefallen sind, belaufen sich auf 0,9 Mio. Euro.
Zusammengefasst stellen sich die Zugänge der
Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwert)
und Schulden bewertet zu beizulegenden Zeitwerten
(gegliedert nach Hauptgruppen) aus dem Erwerb der Patent
Co. DOO Misicevo wie folgt dar (vorläufige Werte):
scrollen
Die Überleitung zum Geschäfts- oder Firmenwert
zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung lautet wie folgt:
scrollen
Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert
beinhaltet nicht separierbare immaterielle
Vermögenswerte wie Fachwissen der Mitarbeiter und
erwartete Synergieeffekte.
Umsatz- und Ergebnisbeitrag der im Berichtszeitraum erstmals konsolidierten Gesellschaftenscrollen
Weitere Erwerbe im ersten Halbjahr 2022Die BayWa AG hat über die Konzerngesellschaft
Cefetra Group B.V., Rotterdam, Niederlande, mit Wirkung zum
29. April 2022 weitere 40 Prozent der Anteile an der Royal
Ingredients Group International B.V., Alkmaar, Niederlande,
erworben, sodass der Cefetra Group B.V. seit dem
Erwerbszeitpunkt 100 Prozent der Anteile an der
Gesellschaft zustehen. Die Anschaffungskosten für die
erworbenen Anteile betragen 38,6 Mio. Euro. Diese
beinhalten die vertraglich vereinbarten und im April 2022
zur Auszahlung gelangten Kaufpreiskomponenten von 38,6 Mio.
Euro. Der Buchwert der bisher nicht beherrschten Anteile im
Eigenkapital der Royal Ingredients Group International B.V.
betrug zum Erwerbszeitpunkt 5,3 Mio. Euro. Somit
reduzierten sich im Konzernabschluss infolge der
Transaktion einerseits die Anteile anderer Gesellschafter
um 5,3 Mio. Euro und andererseits das den Gesellschaftern
des Mutterunternehmens zustehende Eigenkapital um 33,3 Mio.
Euro aus der Verrechnung des aus dem sukzessiven Erwerb
entstandenen Unterschiedsbetrags. Die im Zusammenhang mit
dem Anteilserwerb angefallenen Transaktionskosten belaufen
sich auf 0,1 Mio. Euro. Diese sind in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen enthalten.
FinanzinstrumenteDie Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu
den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie stellt sich zum
Berichtsstichtag 30. Juni 2022 wie folgt dar:
scrollen
Im Vorjahr wurden in dieser Tabelle auch die Anteile an
verbundenen Unternehmen sowie Beteiligungen
aufgeführt. Da diese jedoch keine Finanzinstrumente im
Sinne des IFRS 9 darstellen, sondern lediglich in Analogie
zu IFRS 9 bilanziert sind, können sie auch keinem
Level zugeordnet werden. Aus diesem Grund wurden beide
Positionen aus der Tabelle entfernt.
scrollen
Schuldverschreibung/EigenkapitaltitelIm ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022 waren
keine Schuldscheindarlehen fällig. Emissionen wurden
weder bei Schuldverschreibungen noch bei Eigenkapitaltiteln
getätigt.
Gewinnverwendung des Bilanzgewinns 2021Die Hauptversammlung hat am 24. Mai 2022 folgende
Gewinnverwendung des Bilanzgewinns des Geschäftsjahres
2021 der BayWa AG beschlossen:
scrollen
Die Dividende wurde am 27. Mai 2022 ausgezahlt. Der an
die Aktionäre auszuschüttende Betrag verminderte
sich um den Teilbetrag, der auf die zum Zeitpunkt des
Gewinnverwendungsbeschlusses im Besitz der BayWa AG
befindlichen eigenen Aktien entfällt, da diesen
gemäß § 71b AktG keine Rechte zustehen.
Dieser Teilbetrag wurde in die anderen Gewinnrücklagen
eingestellt.
Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie resultiert aus der Division des
Ergebnisanteils der Aktionäre der BayWa AG nach
Berücksichtigung der Dividende auf das Hybridkapital,
geteilt durch die durchschnittliche Anzahl der im
Geschäftsjahr ausgegebenen und dividendenberechtigten
Aktien. Effekte, die zu einer Verwässerung
führten, hat es nicht gegeben. Damit entsprechen sich
das verwässerte und das unverwässerte Ergebnis je
Aktie.
Berichtspflichtige SachverhalteIn der Halbjahresfinanzberichterstattung ist über
Sachverhalte zu berichten, die Vermögenswerte,
Schulden, Eigenkapital, Periodenergebnis oder Cashflows
beeinflusst haben und die aufgrund ihrer Art, ihres
Ausmaßes oder ihrer Häufigkeit ungewöhnlich
sind.
Im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2022 haben sich
keine wesentlichen berichtspflichtigen Sachverhalte
ereignet. Hinsichtlich bestehender Effekte aus
Unternehmenserwerben und
Unternehmensveräußerungen wird auf die zuvor
gemachten Ausführungen verwiesen.
SteuerberechnungDie Steuerberechnung erfolgt mit dem gewichteten
durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatz,
getrennt nach Regionen. Die aktiven latenten Steuern
umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus
der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in
den Folgeperioden ergeben und deren Realisierung mit
ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist.
Eventualschulden und EventualforderungenWeder bei den Eventualschulden noch bei den
Eventualforderungen haben sich wesentlichen
Veränderungen gegenüber dem 31. Dezember 2021
ergeben.
KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung ist gemäß IAS 7 nach
der indirekten Methode erstellt und nach den
Zahlungsströmen aus der laufenden
Geschäftstätigkeit, der Investitions- und
Finanzierungstätigkeit gegliedert.
Sonstige berichtspflichtige Sachverhalte nach dem BilanzstichtagMit Closing am 25. Juli 2022 hat die BayWa AG im Zuge
der Portfolio-Optimierung im Segment Global Produce den
Verkauf ihres 49-Prozent-Anteils an der Al Dahra BayWa
Agriculture LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate,
abgeschlossen. Die Al Dahra BayWa Agriculture LLC betreibt
seit 2018 ein Klimagewächshaus in den Vereinigten
Arabischen Emiraten zur Produktion von Fruchtgemüse
für den lokalen Markt. Mit dem Verkauf folgt die BayWa
dem im Projektgeschäft üblichen Ansatz, Anlagen
nach erfolgter Fertigstellung und erfolgreicher
Inbetriebnahme an Investoren zu veräußern.
Darüber hinaus haben sich seit dem Bilanzstichtag
30. Juni 2022 keine weiteren berichtspflichtigen
Sachverhalte ergeben, die einen wesentlichen Einfluss auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa
Konzerns haben.
Prüferische Durchsicht des HalbjahresfinanzberichtsDer Halbjahresfinanzbericht wurde keiner
prüferischen Durchsicht unterzogen.
SegmentberichterstattungIm Vergleich zum Vorjahr wurde die
Segmentberichterstattung dahingehend geändert, dass
die Unterteilung in Segmente und Geschäftsfelder seit
dem Geschäftsjahr 2021 nicht mehr vorgenommen wird.
Die berichtspflichtigen Segmente im Sinne von IFRS 8
stellen die Geschäftsfelder dar, daher wurden die
Summenspalten entfernt. Folglich gliedern sich die
operativen Geschäftsaktivitäten des BayWa
Konzerns in die Segmente Regenerative Energien, Energie
(ehemals: Klassische Energie), Cefetra Group, Global
Produce, Agrar, Technik und Bau. Daneben werden - wie
bisher - die Segmente Innovation & Digitalisierung
sowie die Sonstigen Aktivitäten gesondert ausgewiesen.
Die Darstellung des Vorjahres wurde aus Gründen der
besseren Vergleichbarkeit entsprechend angepasst.
Das Segment Regenerative Energien gliedert sich unter
dem Dach der BayWa r.e. AG in die drei Bereiche Projects,
Operations und Solutions. Der Bereich Projects befasst sich
weltweit mit der Planung, Projektierung und dem Bau von
Wind- und Solarenergieanlagen sowie der
Veräußerung der betriebsfertigen Anlagen. Dabei
wird die BayWa r.e. ihre Aktivitäten zukünftig
auch auf Offshore-Windenergieanlagen ausweiten. Der Bereich
Operations umfasst planerische und technische
Dienstleistungen, die Versorgung mit Verbrauchsmaterialien,
die technische und kaufmännische Betriebsführung,
die Instandhaltung der Anlagen, den Energiehandel sowie die
Vermarktung von Strom aus eigenen Anlagen als Independent
Power Producer (IPP). Im Bereich Solutions werden
Photovoltaiksysteme und -komponenten vertrieben und
maßgeschneiderte Energielösungen für die
Energieversorgung von Gewerbe- und Industriekunden
entwickelt.
Das Segment Energie beinhaltet die flächendeckende
Versorgung gewerblicher und privater Kunden mit
Heizöl, Kraft- und Schmierstoffen, AdBlue sowie
Holzpellets und Wärmelösungen. Daneben bietet das
Segment auch Lösungen in den Bereichen
Elektromobilität, LNG (Liquefied Natural Gas) und
digitale Mobilität.
Das Segment Cefetra Group ist auf den internationalen
Handel mit Getreide und Ölsaaten spezialisiert und
deckt als Supply Chain Manager die gesamte
Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Logistik
bis zum Vertrieb ab. Zu den Kunden zählen lokale und
internationale Getreide- und Ölmühlen, Brauereien
und Mälzereien, Hersteller von Stärke- und
Futtermitteln sowie Hersteller von Biokraftstoffen und
Ethanol. Daneben wird im Segment Cefetra Group das
Geschäft mit Waren wie Stärkeprodukten, Reis und
Hülsenfrüchten, aber auch mit Bioprodukten
gezielt ausgebaut. Das Segment Cefetra Group bedient so die
wachsende Nachfrage der Lebens- und Futtermittelindustrie
nach diesen Produkten.
Das Segment Global Produce fasst sämtliche
Aktivitäten des Konzerns im Bereich Obst- und
Gemüseanbau und den Handel mit diesen Produkten
zusammen. In Deutschland ist die BayWa der bedeutendste
Einzelvermarkter von heimischem Tafelkernobst für den
Lebensmitteleinzelhandel. Haupterfassungsgebiet ist die
Bodenseeregion. Im internationalen Kontext gehören zum
Segment auch die neuseeländische T&G
Global-Unternehmensgruppe mit Sitz in Auckland sowie der
niederländischen Südfrüchtehändler TFC
Holland B.V., Maasdijk, mit denen die gesamte
Wertschöpfungskette in der Obst- und
Gemüsevermarktung global abgedeckt wird.
Schwerpunkt des Segments Agrar ist das direkte
Handelsgeschäft mit den Landwirten. Dazu versorgt es
landwirtschaftliche Kunden in Deutschland über das
ganze Jahr hinweg mit Betriebsmitteln, die für die
landwirtschaftliche Produktion notwendig sind, wie z. B.
mit Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmitteln sowie mit
Futter- und Hygienemitteln für die Tierhaltung. Zudem
erfasst das Segment nach der Ernte Agrarerzeugnisse wie
Getreide, Ölsaaten oder Hopfen und vermarktet diese an
lokale und regionale Verarbeiter, aber auch in
Exportmärkte. Dafür verfügt es über
eine hohe Lager- und Logistikleistung einschließlich
Anschluss zur Ostsee über zwei Häfen. Über
die Konzerngesellschaft RWA Raiffeisen Ware Austria AG, die
mit über 400 genossenschaftlichen Lagerhausstandorten
enge Geschäftsbeziehungen unterhält, ist das
Segment Agrar auch in Österreich flächendeckend
vertreten.
Im Segment Technik ist der Vertrieb von Maschinen,
Geräten und Anlagen für die Land-, Forst- und
Kommunalwirtschaft in Deutschland und Österreich
gebündelt. Das Segment deckt neben dem Verkauf von
Neu- und Gebrauchtmaschinen auch Wartungs- und
Reparaturleistungen inkl. Ersatzteilservice ab. Die BayWa
ist weltweit der größte Vertriebspartner des
AGCO-Konzerns mit den Marken Fendt, Massey Ferguson, Valtra
und Challenger sowie führend im globalen Vertrieb von
CLAAS-Landmaschinen. Zum Kundenkreis zählen neben
Agrar- und Forstbetrieben auch Wein- und Obstbauern,
Kommunen und gewerbliche Unternehmen. Angeboten werden hier
auch verschiedene Marken von Fahrzeugen für den Kehr-,
Reinigungs- und Winterdienst sowie Mäh- und
Sportplatztechnik. Darüber hinaus expandiert auch das
Segment Technik in internationale Märkte wie die
Niederlande, Südafrika und Kanada.
Das Segment Bau deckt das komplette Baustoffsortiment ab
- von Tiefbau, Hochbau, Neubau, Renovierung und
Modernisierung über Garten- und Landschaftsbau bis hin
zu energetischen und baugesunden Lösungspaketen. Die
Kernregion des Segments Bau liegt in Süddeutschland
und Österreich. Das Produktspektrum richtet sich an
Bauunternehmen, Kommunen, Handwerks- und Gewerbebetriebe
sowie den privaten Endverbraucher. Ergänzend bietet
das Segment Bau den Kunden zahlreiche Spezialisierungen und
vielfältige Dienstleistungen sowie Kompetenz und
Unterstützung bei innovativen Themen wie gesundes
Bauen, Energieeffizienz oder Building Information Modeling
(BIM).
Mit dem Segment Innovation & Digitalisierung hat
sich die BayWa auf die digitale Zukunft eingestellt. Hier
werden zum einen die Aktivitäten im Bereich Digital
Farming gesteuert; dies umfasst insbesondere die
Entwicklung und Vermarktung der digitalen Angebote zur
Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft. Zum
anderen ist der Online-Vertrieb im BayWa Konzern unter dem
Dach des BayWa Portals im Segment Innovation &
Digitalisierung gebündelt.
Die Sonstigen Aktivitäten umfassen neben
Randaktivitäten überwiegend die Aktivitäten
des BayWa Konzerns im Bereich der Immobilien.
Die Überleitung enthält im Wesentlichen die
Abschreibung auf die im Rahmen von Kaufpreisallokationen
aus Vorjahren aufgedeckten stillen Reserven und
immateriellen Vermögenswerte.
Segmentinformationen nach Regionenscrollen
Verkürzte Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern (GuV) für das erste Halbjahr 2022scrollen
scrollen
Verkürzte Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern (GuV) für das erste Halbjahr 2021 ¹scrollen
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Verkürzte Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern (Bilanz) zum 30. Juni 2022scrollen
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Verkürzte Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern (Bilanz) zum 31. Dezember 2021 ¹scrollen
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Verkürzte Segmentberichterstattung nach Geschäftsfeldern (GuV) - Quartalsaufteilung ¹scrollen
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Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der
Konzernhalbjahreszwischenabschluss ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind.
München, 2. August 2022
BayWa Aktiengesellschaft
Der Vorstand
FinanzkalenderTermine 2022Veröffentlichung Zahlen zum 3. Quartal 202210.11.2022, 8.30 Uhr - Analysten Conference Call
10.11.2022, 10.30 Uhr - Telefon-Pressekonferenz
Termine 2023Konzernabschluss 202230.03.2023, 10.30 Uhr - Bilanz-Pressekonferenz,
München
30.03.2023, 14.00 Uhr - Analystenkonferenz, München
Veröffentlichung Zahlen zum 1. Quartal 202311.05.2023 - Pressemitteilung
11.05.2023, 8.30 Uhr - Analysten Conference Call
Hauptversammlung 202306.06.2023, 10.00 Uhr
KontaktInvestor Relations
Arabellastraße 4
81925 München
investorrelations@baywa.de
www.baywa.com
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