BayWa AG

München

Quartalsmitteilung Q1-3/​2022 BayWa-Konzern

Quartalsmitteilung Q1-3/​2022

Hinweis

Betragsangaben erfolgen in Millionen Euro und werden - sofern nicht anderslautend vermerkt - auf eine Nachkommastelle gerundet.

Dadurch können sich geringfügige Abweichungen bei Summenbildungen sowie bei der Berechnung von Prozentangaben ergeben.

Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf geschlechtsspezifische Formulierungen und formale Anzeige von Geschlechtsidentitäten verzichtet. Die gewählte Form steht für alle Geschlechter (m/​w/​d).

Quartalsmitteilung 1

Überblick über den Geschäftsverlauf des BayWa Konzerns

Starkes drittes Quartal - BayWa hebt Ergebnisprognose für Gesamtjahr 2022 erneut an

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BayWa Konzern kann Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach neun Monaten gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln

Ergebnisverbesserung in allen drei operativen Geschäftsfeldern

Geschäftsfeld Energie: reger Handel mit Photovoltaikkomponenten und konventionellen Energieträgern

Geschäftsfeld Agrar: steigende Preise für Agrarerzeugnisse; starke Entwicklung im Spezialitätengeschäft

Geschäftsfeld Bau: weiterhin große Nachfrage im Baustoffhandel bei fortgesetzt hoher Lieferfähigkeit

Der BayWa Konzern hat in den ersten neun Monaten 2022 die dynamische Geschäftsentwicklung der Vorquartale fortgesetzt. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 um 42,1 Prozent auf rund 20,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 14,1 Mrd. Euro). Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen gestiegene Preise an den Agrar- und Energiemärkten sowie eine insgesamt hohe Nachfrage in allen Geschäftsbereichen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Berichtszeitraum um 140 Prozent von 191,7 Mio. Euro auf 459,8 Mio. Euro. Diese signifikante Ergebnissteigerung wurde von allen drei operativen Geschäftsfeldern getragen.

Im Geschäftsfeld Energie erhöhte sich das Ergebnis (EBIT) um 126,4 Mio. Euro auf insgesamt 206,5 Mio. Euro (Vorjahr: 80,1 Mio. Euro). Die positive Entwicklung ist vor allem auf das Segment Regenerative Energien zurückzuführen. Hier konnte der Handel mit Photovoltaik-(PV-)Komponenten an die sehr starke Entwicklung des ersten Halbjahres anknüpfen. Darüber hinaus profitierte die BayWa in diesem Segment vom sukzessiven Abverkauf mehrerer Solaranlagen in den Niederlanden sowie einer starken Stromvermarktung. Auch der Handel mit Wärmeenergieträgern und Kraftstoffen konnte im Ergebnis gegenüber dem Vorjahr signifikant zulegen. Hier führten die gegenwärtige Energiekrise und die damit verbundenen Unsicherheiten zu einer höheren Bevorratung auf Kundenseite.

Im Geschäftsfeld Agrar stieg das Ergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 159,5 Mio. Euro auf 270,9 Mio. Euro (Vorjahr: 111,4 Mio. Euro). In den Segmenten Agrar und Cefetra Group waren sowohl der internationale als auch der nationale Handel mit Getreide und Betriebsmitteln die wesentlichen Ergebnistreiber. Beide Segmente profitierten dabei von verbesserten Handelsopportunitäten sowie von gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Preisen an den Agrarrohstoffmärkten. Zudem zeigt die Optimierung der Handelssteuerung im inländischen Getreidehandel positive Ergebniseffekte. Auch das Ergebnis im Segment Technik konnte gegenüber der Vorjahresperiode zulegen. Eine wachsende Nachfrage verzeichnete vor allem der Handel mit landtechnischen Maschinen bei einer gleichzeitig starken Auslastung des Servicegeschäfts. Der Obsthandel im Segment Global Produce hatte mit witterungsbedingten Volumen- und Qualitätseinbußen in Neuseeland sowie Logistikengpässen zu kämpfen, weshalb im Segment Global Produce nicht an das Vorjahresergebnis angeknüpft werden konnte.

Im Geschäftsfeld Bau konnte das EBIT zum 30. September 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Mio. Euro auf insgesamt 65,8 Mio. Euro zulegen (Vorjahr: 61,4 Mio. Euro). Dabei setzte sich die Dynamik im Segment Bau trotz steigender Finanzierungszinsen und Energiekosten fort und die BayWa profitierte bei hoher Nachfrage von einer fortgesetzt hohen Lieferfähigkeit.

Insgesamt hat sich die BayWa AG allen Widrigkeiten zum Trotz in den ersten neun Monaten sehr positiv entwickelt und ist ungeachtet einer sich weiter eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Lage zuversichtlich für den Abschluss des Geschäftsjahres 2022. Nach einer erstmaligen Erhöhung der Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2022 im Juli 2022 hat der Vorstand aufgrund der fortgeführt starken Entwicklung die Erwartung nunmehr auf ein Gesamtjahresergebnis (EBIT) von 475 bis 525 Mio. Euro nach oben korrigiert (siehe Ad-hoc-Mitteilung vom 25. Oktober 2022).

1 Die vorliegende Quartalsmitteilung wurde nach IFRS-Grundsätzen erstellt. Es handelt sich nicht um einen Zwischenabschluss nach IAS 34 oder einen Abschluss nach IAS 1.

Highlights des dritten Quartals 2022

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BayWa r.e. verkauft Tochter Bioenergy an Macquarie (Closing: 30. September 2022)

BayWa r.e. in Vorauswahl für Offshore-Tender in Frankreich

BayWa Global Produce verkauft Mehrheitsanteil am Klimagewächshaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Closing: 31. Juli 2022)

BayWa Energie eröffnet neues Holzpelletlager in Schlacht bei Glonn (rund 680 Quadratmeter Lagerfläche für 3.000 Tonnen Holzpellets)

BayWa AG erhält Prime Status im ISS ESG Rating - Branchenführer beim Thema Nachhaltigkeit

Vermögensentwicklung vom 1. Januar bis 30. September 2022

Die Bilanzsumme des BayWa Konzerns beträgt zum Ende des dritten Quartals 13.738,4 Mio. Euro und liegt somit um 1.967,0 Mio. Euro über dem Wert zum Ende des Geschäftsjahres 2021. Wesentlicher Treiber ist der saisonal bedingte Anstieg der kurzfristigen Forderungen, der über alle Segmente des BayWa Konzerns hinweg zu verzeichnen ist. Darüber hinaus trägt der Anstieg der Vorräte, insbesondere der Waren, zur Gesamtentwicklung bei.

Das Eigenkapital erhöhte sich seit dem 31. Dezember 2021 um 40,4 Mio. Euro auf 1.856,5 Mio. Euro. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Konzernjahresüberschuss zum 30. September 2022 und aus versicherungsmathematischen Gewinnen aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen infolge des gestiegenen Zinsniveaus. Gegenläufig wirken neben der für das Geschäftsjahr 2021 ausgeschütteten Dividende in Höhe von 37,1 Mio. Euro insbesondere erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Bewertungseffekte infolge der stark gestiegenen Strompreise, die insbesondere den Stromhandel im Segment Regenerative Energien betreffen.

Sowohl die langfristigen als auch die kurzfristigen Schulden liegen am 30. September 2022 über dem Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2021. Die höhere Mittelinanspruchnahme ist - im lang- wie im kurzfristigen Bereich - insbesondere auf die Finanzierung der deutlich gestiegenen Getreidebestände infolge der frühen Ernte und der stark gestiegenen Preise im Segment Agrar sowie auf die Projektentwicklungen im Segment Regenerative Energien zurückzuführen.

Ergebnisentwicklung vom 1. Januar bis 30. September 2022

Die Umsatzerlöse des BayWa Konzerns belaufen sich zum Ende des dritten Quartals 2022 auf 20.073,0 Mio. Euro. Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5.948,2 Mio. Euro bzw. 42,1 Prozent. Der Anstieg in den sonstigen betrieblichen Erträgen um 160,3 Mio. Euro auf 414,8 Mio. Euro ist im Wesentlichen auf Fremdwährungseffekte zurückzuführen. Unter Berücksichtigung einer leicht rückläufigen Bestandsveränderung - insbesondere nach Projektverkäufen im Segment Regenerative Energien - hat sich die Gesamtleistung des BayWa Konzerns um 41,3 Prozent auf 20.841,2 Mio. Euro erhöht.

Der Materialaufwand stieg - im Gleichklang mit den Umsatzerlösen - um 5.468,1 Mio. Euro auf 18.366,7 Mio. Euro. Damit konnte das Rohergebnis in Höhe von 2.474,5 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 624,7 Mio. Euro übertroffen werden.

Der Anstieg des Personalaufwands um 131,2 Mio. Euro auf 1.066,6 Mio. Euro ist in erster Linie auf gestiegene Mitarbeiterzahlen speziell im Segment Regenerative Energien zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Berichtszeitraum um 264,3 Mio. Euro und belaufen sich auf 801,6 Mio. Euro. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus Fremdwährungseffekten. Daneben stiegen auch die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte um 7,4 Prozent auf 193,1 Mio. Euro.

Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit beträgt nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 413,2 Mio. Euro. Es konnte somit gegenüber dem Vergleichszeitraum aus dem Vorjahr um 215,9 Mio. Euro übertroffen werden.

Der Anstieg des Beteiligungsergebnisses um 52,2 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf der Bioenergy GmbH und deren Tochterunternehmen an die Green Investment Group, einen Spezialisten für "Grüne Investitionen" der Macquarie Group, zum 30. September 2022. Ferner liegt auch das Ergebnis aus den at-Equity-bewerteten Anteilen mit 12,4 Mio. Euro deutlich über dem Wert des Vergleichszeitraums aus dem Vorjahr (minus 6,6 Mio. Euro).

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des BayWa Konzerns beläuft sich zum Ende des dritten Quartals 2022 auf 459,8 Mio. Euro. Es hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt (191,7 Mio. Euro).

Das Zinsergebnis ging im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2021 um 42,2 Mio. Euro zurück und beträgt zum 30. September 2022 minus 117,4 Mio. Euro. Diese Entwicklung spiegelt den allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus sowie ein gestiegenes Finanzierungsvolumen der BayWa r.e. AG wider.

Unter Berücksichtigung eines Steueraufwands in Höhe von 98,1 Mio. Euro ergibt sich ein Konzernüberschuss für die ersten neun Monate 2022 in Höhe von 244,3 Mio. Euro. Dieser ist um 160,8 Mio. Euro höher als der Konzernüberschuss des Vergleichszeitraums 2021.

Geschäftsverlauf in den Segmenten vom 1. Januar bis 30. September 2022

Geschäftsfeld Energie

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in % Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in %
Segment Regenerative Energien 4.518,4 2.219,6 > 100 161,7 69,0 > 100
Segment Energie 2.432,6 1.465,3 66,0 44,8 11,1 > 100
Geschäftsfeld Energie 6.951,0 3.684,9 88,6 206,5 80,1 > 100

Das Geschäftsfeld Energie des BayWa Konzerns setzt sich aus den Segmenten Regenerative Energien und Energie zusammen. Das Segment Regenerative Energien deckt wesentliche Teile der Wertschöpfungskette bei den erneuerbaren Energien ab, insbesondere das komplette Projektgeschäft im Bereich Wind- und Solarenergie sowie den Handel mit Photovoltaik-(PV-)Komponenten. Die technische und kaufmännische Betriebsführung der Anlagen sowie der Energiehandel ergänzen das Dienstleistungsportfolio. Das Segment Energie umfasst den Handel mit fossilen und nachwachsenden Brenn-, Kraft- und Schmierstoffen und bietet Lösungen für Wärme und Mobilität.

Das Segment Regenerative Energien verzeichnete ein starkes drittes Quartal 2022. Nach neun Monaten des laufenden Berichtsjahres stieg das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 92,7 Mio. Euro auf 161,7 Mio. Euro (Vorjahr: 69,0 Mio. Euro). Zurückzuführen ist die signifikante Ergebnissteigerung vor allem auf das Handelsgeschäft mit PV-Komponenten, das an die starke Entwicklung aus dem ersten Halbjahr anknüpfen und den Ergebnisvorsprung weiter ausbauen konnte. Folglich lag die Gesamtleistung der verkauften PV-Module um knapp 79 Prozent und der Absatz von Wechselrichtern um rund 61 Prozent über der Vorjahresperiode. Dabei war insbesondere in Europa eine höhere Nachfrage zu verzeichnen. Darüber hinaus zeigte die Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer), zu der auch der Bereich Energiehandel zählt, ebenfalls eine positive Ergebnisentwicklung. Hierbei profitierte die Geschäftseinheit sowohl von einer hohen Stromproduktion der Anlagen sowie von der Stromvermarktung. Im Projektgeschäft wurden im dritten Quartal eine Solaranlage in Thailand sowie vier Solaranlagen in den Niederlanden mit einer Gesamtleistung von 73,2 Megawatt (MW) veräußert. Darin enthalten ist auch das Floating-PV-Projekt Sellingen (Niederlande), das mit rund 41 MW das größte Floating-PV-Projekt in Europa ist und rund 12.000 Haushalte mit Strom versorgen kann. Insgesamt wurden in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2022 weltweit Wind- und Solarenergieanlagen mit einer Leistung von rund 423 MW verkauft. Ein großer Teil der geplanten Projektverkäufe findet wie in den Vorjahren im Schlussquartal statt. Zudem erfolgte zum 30. September 2022 der Verkauf der Bioenergy GmbH an die Green Investment Group (GIG), einen Spezialisten für "Grüne Investitionen" der Macquarie Group.

Im Segment Energie liegt das EBIT in der Berichtsperiode mit 44,8 Mio. Euro (Vorjahr: 11,1 Mio. Euro) signifikant über dem Niveau des Vorjahreszeitraums und schließt damit an die positive Entwicklung im ersten Halbjahr 2022 an. Sowohl bei Kraftstoffen als auch bei Wärmeenergieträgern war trotz eines hohen Preisniveaus eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. Infolge des Krieges in der Ukraine und der damit einhergehenden hohen Unsicherheiten hinsichtlich der Versorgung im Winter sowie weiterer Preissteigerungen an den globalen Rohstoffmärkten kam es zu einer vorzeitigen Bevorratung seitens privater sowie gewerblicher Verbraucher. Das Kraftstoffgeschäft verzeichnete dabei vor dem Auslaufen der temporären Absenkung der Energiesteuer zum 31. August 2022 zusätzliche Nachfrageimpulse. Im Handel mit Wärmeenergieträgern hat sich das aktive Vorratsmanagement der BayWa bewährt. Hier konnte die hohe Nachfrage insbesondere bei Holzpellets uneingeschränkt bedient werden. Um auch zukünftig die steigende Nachfrage nach festen Brennstoffen zu bedienen, baut die BayWa ihre Lager- und Vertriebskapazitäten weiter aus. So wurde im dritten Quartal ein weiteres Holzpelletlager in Schlacht bei Glonn eröffnet. Auf 680 Quadratmeter Lagerfläche werden bis zu 3.000 Tonnen Holzpellets gelagert und damit Privatkunden in einem Umkreis von 50 Kilometern versorgt. Damit unterhält die BayWa mittlerweile 16 eigene Pelletlager mit einer Gesamtkapazität von 73.000 Tonnen Holzpellets. Der Absatzrückgang bei Schmierstoffen gegenüber der Vorjahresperiode aufgrund einer knappen Verfügbarkeit von Grundölen konnte durch die starke Entwicklung bei Kraftstoffen und Wärmeenergieträgern überkompensiert werden.

Geschäftsfeld Agrar

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in % Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in %
Segment Cefetra Group 1 4.637,7 3.629,9 27,8 52,8 28,8 83,3
Segment Global Produce 703,8 709,3 - 0,8 18,3 22,7 - 19,4
Segment Agrar 1 4.425,4 3.128,1 41,5 152,3 34,0 > 100
Segment Technik 1.540,3 1.378,2 11,8 47,5 25,9 83,4
Geschäftsfeld Agrar 11.307,2 8.845,5 27,8 270,9 111,4 > 100

1 Die Vorjahreszahlen wurden gemäß IAS 8.42 angepasst. Für Details wird auf Abschnitt A.7 des Konzernanhangs im Konzernfinanzbericht 2021 verwiesen.

Das Geschäftsfeld Agrar gliedert sich in die vier Segmente Cefetra Group, Global Produce, Agrar und Technik. Die Segmente Cefetra Group und Agrar decken den internationalen und nationalen Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Betriebsmitteln ab. Das Segment Global Produce umfasst den weltweiten Handel mit Obst und Fruchtgemüse. Im Segment Technik handelt BayWa mit landtechnischen Maschinen und Anlagen und bietet umfangreiche Serviceleistungen an.

Im Segment Cefetra Group liegt das Ergebnis signifikant über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Zurückzuführen ist die positive Entwicklung vor allem auf den Handel mit Spezialitäten. Dabei profitierte vor allem die Tochter Royal Ingredients von einem regen Handel insbesondere in den USA und dem weiteren Ausbau der Vertriebsaktivitäten. Der internationale Handel mit Getreide und Ölsaaten verzeichnete eine stabile Entwicklung. Eine knappe Getreidebilanz und abnehmende Bestände führten zu hohen Preisvolatilitäten und einem insgesamt überdurchschnittlichen Preisniveau an den Agrarrohstoffmärkten, die der Konzern für sich nutzen konnte. Trotz einer Preiskorrektur zu Beginn des zweiten Quartals lagen die Preise für nahezu alle Getreidesorten zum Ende des dritten Quartals zwischen 14 und 24 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zwei Jahre. Insgesamt erzielte das Segment Cefetra Group in den ersten neun Monaten des laufenden Berichtsjahres eine EBIT-Steigerung gegenüber der Vorjahresperiode um 24,0 Mio. Euro auf 52,8 Mio. Euro (Vorjahr: 28,8 Mio. Euro).

Die Marktbedingungen für das inländische Agrarhandelsgeschäft sind durch eine heterogene Entwicklung gekennzeichnet. Während die Körnermaisernte aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit rund 20 Prozent geringer ausfiel als im Vorjahr, konnte die Erntemenge für Getreide und Raps der Sommerernte teilweise deutlich zulegen. Insgesamt dürfte die Erntemenge (Getreide und Körnermais) für das Jahr 2022 laut Deutschem Raiffeisenverband (DRV) bei 43,3 Mio. Tonnen liegen und damit rund 2 Prozent über der geringen Vorjahresernte. Die leicht höhere Erntemenge bei gleichzeitig seitwärts tendierenden Preisen wurde im Berichtsquartal vom Erzeugnishandel dazu genutzt, das Vorkontraktvolumen für die Saison 2022/​23 deutlich auszubauen. Ein Großteil der dabei geschlossenen Kontrakte wird jedoch erst im Folgejahr ergebniswirksam. Demgegenüber wurden bei der Fakturierung bestehender Getreidekontrakte aus den Vormonaten bzw. dem Jahr 2021 überdurchschnittliche Ergebnismargen realisiert. Die höheren Ergebnismargen sind neben der Marktentwicklung auch auf die Optimierung der Handelssteuerung und der Vertriebsprozesse im inländischen Getreidehandel zurückzuführen. Während im Betriebsmittelgeschäft der Absatz von Düngemitteln in Deutschland, insbesondere von stickstoffhaltigen Düngern, bis zu 20 Prozent rückläufig war, konnte der Absatz bei der BayWa gegenüber dem Vorjahr leicht zulegen. Die Sorge landwirtschaftlicher Kunden vor Versorgungsengpässen sowie weiteren Preissteigerungen führten zu einer vorgezogenen Bevorratung für die neue Düngesaison. Ebenso ist der Pflanzenschutzmarkt in der laufenden Saison von steigenden Produktionskosten sowie von Versorgungsengpässen geprägt. An den Preissteigerungen konnte die BayWa vor allem im ersten Halbjahr partizipieren und ihr großes Lieferantennetzwerk nutzen. Im Saatgutgeschäft wirkt sich der Ausbau des Produktportfolios zu margenstarken Exklusivsorten (Ölfrüchte) positiv aus. Insgesamt legte das EBIT im Vergleich zur Vorjahresperiode um 118,3 Mio. Euro auf 152,3 Mio. Euro (Vorjahr: 34,0 Mio. Euro) signifikant zu.

Die neue europäische Apfelernte dürfte mit 12,1 Mio. Tonnen geringfügig über dem hohen Vorjahresniveau liegen. Allerdings führten im Sommer Trockenheit und Hitzewellen in Westeuropa in verschiedenen Regionen zu kleineren Fruchtgrößen und schwächeren Qualitäten als ursprünglich erwartet. Im Segment Global Produce wirkten sich die im Vergleich zum Vorjahr erschwerten Rahmenbedingungen belastend auf die Geschäftsentwicklung aus. Steigende Inflationsraten, höhere Energiekosten sowie geopolitische Unsicherheiten führten bei den Verbrauchern zu einer deutlich geringeren Nachfrage nach Obst und Gemüse. Gleichzeitig war die Warenverfügbarkeit im Markt aufgrund noch vorhandener Bestände aus der Vorjahresernte hoch. Diese Entwicklung führte zu einem spürbaren Preisdruck. Aus diesem Grund konnten die gestiegenen Energie- und Logistikkosten im Segment nicht an den Einzelhandel weitergeben werden und belasteten die Handelsmargen. Hiervon war auch die Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaft TFC Holland B.V. (TFC) betroffen. Hier wurde insbesondere für exotische Früchte und Premiumprodukte eine deutlich geringere Nachfrage verzeichnet, die sich jedoch im Verlauf des dritten Quartals zu erholen begann. Zudem war aufgrund von Logistikengpässen teilweise eine Eindeckung über den Spotmarkt zu deutlich höheren Preisen notwendig. In Neuseeland wirkten sich widrige Witterungsbedingungen negativ auf die diesjährige Apfelernte aus. Überdurchschnittliche Regenmengen führten zu erschwerten Erntebedingungen sowie einem höheren Arbeitseinsatz und somit zu höheren Kosten. Gleichzeitig ergaben sich hierdurch Einbußen bei den geernteten Volumina. Zudem fielen die Qualitäten der geernteten Mengen unterdurchschnittlich aus und werden vermehrt zur Vermostung verwendet. Durch die geringeren Volumina sowohl bei der eigenen Produktion als auch der von externen Erzeugern verzeichneten auch die Packhäuser eine Unterauslastung. Ferner führte die angespannte Logistiksituation im internationalen Handelsgeschäft dazu, dass Äpfel verzögert verschifft und nicht zu den geplanten Verkaufsfenstern in die Absatzmärkte gebracht werden konnten. Vor diesem Hintergrund lag das EBIT zum 30. September 2022 im Segment Global Produce mit 18,3 Mio. Euro erheblich unter der Vorjahresperiode (Vorjahr: 22,7 Mio. Euro). Zum 31. Juli erfolgte das Closing zum Verkauf der Mehrheitsanteile am Klimagewächshaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an den dort ansässigen Obst- und Gemüseproduzenten Pure Harvest Smart Farms, woraus ein positiver Ergebniseffekt resultierte.

Das Segment Technik konnte das hohe Ergebnisniveau der Vorjahresperiode signifikant übertreffen. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine erhöhte Nachfrage nach Neumaschinen über alle Baureihen hinweg zurückzuführen. Hier konnte der Absatz um 6,5 Prozent zulegen. Dieser Effekt dürfte auf den sukzessiven Abbau des Produktionsstaus aufgrund von Bauteileknappheiten und Corona-Lockdowns im Vorjahr zurückzuführen sein. Darüber hinaus hat der angekündigte Anstieg der Maschinenpreise seitens der Hersteller zu Vorzieheffekten geführt. Dabei dürfte die starke Nachfrage durch das Investitionsprogramm Landwirtschaft gestützt werden. Das Servicegeschäft verzeichnete eine rege Nachfrage nach Wartungs- und Serviceleistungen sowie Ersatzteilen. Zudem konnte man Preiserhöhungen umsetzen, die ebenfalls zur positiven Ergebnisentwicklung beigetragen haben. Auch konnte der Konzern coronabedingte Personalengpässe überbrücken.

Entsprechend erzielte das Segment Technik in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gegenüber der Vorjahresperiode eine signifikante Steigerung des EBIT um 21,6 Mio. Euro auf insgesamt 47,5 Mio. Euro (Vorjahr: 25,9 Mio. Euro).

Geschäftsfeld Bau

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in % Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in %
Segment Bau 1.795,6 1.576,5 13,9 65,8 61,4 7,2

Im Segment Bau wird innerhalb des Konzerns im Wesentlichen der Handel mit Baustoffen in Deutschland und Österreich zusammengefasst. In der Berichtsperiode profitierte das Segment von einer stabilen Baukonjunktur und einer höheren Nachfrage, insbesondere im Bereich der Gebäudesanierung. Auch im dritten Quartal lagen die Preise für Baumaterialien, trotz einer leichten Preisberuhigung im Juli und August, auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Begrenzte Lieferkapazitäten der Hersteller sowie fehlende Transportkapazitäten bei gleichzeitig hoher Nachfrage sind nach wie vor die wesentlichen Gründe für den Preisanstieg. Das Segment Bau profitierte dabei von einem guten Bestandsmanagement sowie einem diversifizierten und stabilen Lieferantennetzwerk. Hierdurch war die BayWa trotz einer knappen Warenverfügbarkeit am Markt nahezu uneingeschränkt lieferfähig und konnte höhere Handelsmargen erzielen. Bei der BayWa Bauprojekt GmbH wurden im dritten Quartal weitere Wohneinheiten aus den Projekten "Wohnen am Lerchenberg" (Borna) und "Traunstorfer Str." (Traunstein) vermarktet. Insgesamt stieg das EBIT im Segment Bau gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 4,4 Mio. Euro auf 65,8 Mio. Euro (Vorjahr: 61,4 Mio. Euro).

Segment Innovation & Digitalisierung

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Umsatz EBIT
In Mio. Euro Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in % Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 Veränderung in %
Segment Innovation & Digitalisierung 7,8 8,8 - 11,4 - 8,3 - 7,7 - 7,8

Das Segment Innovation & Digitalisierung bündelt alle Aktivitäten des BayWa Konzerns in den Bereichen Digital Farming und eBusiness. In der Berichtsperiode konnte der Umsatz im Bereich Digital Farming das Niveau des Vorjahres nicht ganz erreichen. Ursache hierfür war vor allem die Zurückhaltung der Landwirte, angesichts volatiler und unsicherer Agrarmärkte in neue Software zu investieren. Der Bereich eBusiness profitierte von einer höheren Nachfrage im B2B-Geschäft und verzeichnete in nahezu allen Sortimentsbereichen große Zuwächse. Insgesamt erhöhten sich die über das BayWa Portal getätigten Umsätze um rund 63 Prozent. Die Umsätze und Erträge daraus werden allerdings demjenigen Geschäftsfeld bzw. Segment zugerechnet, in dem das jeweils verkaufte Produkt angesiedelt ist. Das operative Ergebnis (EBIT) ist plangemäß negativ und weist im Berichtszeitraum minus 8,3 Mio. Euro aus.

Sonstige Aktivitäten

Das EBIT der Sonstigen Aktivitäten mitsamt Überleitung setzt sich im Wesentlichen aus den Verwaltungskosten des Konzerns sowie Konsolidierungseffekten zusammen und liegt zum 30. September 2022 bei minus 75,1 Mio. Euro (Vorjahr: minus 53,5 Mio. Euro). Zurückzuführen ist der Ergebnisrückgang gegenüber der Vorjahresperiode vor allem auf gestiegene Prämien für D & O-Versicherungen. Hinzu kamen höhere Personalkosten aufgrund von höheren Provisionen. Weiterhin entstanden Mehrkosten für den Abbruch von Betriebsgebäuden sowie den Ausbau der IT-Sicherheit. Darüber hinaus wirkten sich neben Währungskursdifferenzen gegenüber dem Vorjahr geringere Bankdividenden belastend aus.

Ausblick

Der BayWa Konzern hat sich in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Marktsituation sehr positiv entwickelt. Allerdings dürfte sich die Wachstumsdynamik in einigen Segmenten im Schlussquartal etwas abschwächen. Insgesamt ist jedoch zu erwarten, dass die zum 30. September 2022 erreichte Ergebnissteigerung zu einem über den bisherigen Erwartungen liegenden Ergebnis für das Geschäftsjahr 2022 führen wird. Daher hat der Vorstand die Ergebnisprognose nunmehr auf ein Gesamtjahresergebnis (EBIT) von 475 bis 525 Mio. Euro erhöht.

Im Segment Regenerative Energien wird das Schlussquartal von Projektverkäufen bestimmt sein. Bereits im dritten Quartal erfolgte das Signing für den Verkauf des über 31 Megawatt (MW) großen Solarparks "Lemsterhoek" in den Niederlanden, dessen Closing bis zum Ende des Jahres vorgesehen ist. Vor dem Hintergrund des globalen Trends, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren, dürfte sich der Handel mit Photovoltaikkomponenten weiterhin stark entwickeln. Im Segment Energie dürfte sich die Wachstumsdynamik der vergangenen Monate aufgrund von Vorzieheffekten auf einem reduzierten Niveau fortsetzen. Bestellungen von Wärmeenergieträgern werden zudem stark von der Witterung in den Wintermonaten abhängen. Der Handel mit Holzpellets dürfte im Schlussquartal von der Erstbefüllung neu installierter Pelletheizungen sowie einer erhöhten Nachfrage seitens Großverbrauchern wie Schulen und Krankenhäusern profitieren. Um die Nachfrage nach CO2-neutralen Wärmeenergieträgern auch zukünftig bedienen zu können, produziert seit Oktober 2022 die Danpower Pelletproduktion GmbH in Heidegrund im Auftrag der BayWa rund 60.000 Tonnen Holzpellets im Jahr. Die Kraftstoffnachfrage sollte bis Ende des Jahres über dem Vorjahr liegen. Bei Schmierstoffen bleibt die Lage angespannt, da Vorprodukte für die Herstellung von Schmierstoffen weiterhin knapp sind. Den hohen Ergebnisvorsprung zum Vorjahr dürfte das Geschäftsfeld Energie bis zum Ende des Geschäftsjahres halten können.

Im Segment Cefetra Group sollte sich der Handel mit Spezialitäten bis zum Jahresende stabil entwickeln. Neue Absatzpotenziale ergeben sich hierbei durch die stetige Diversifizierung und den Ausbau des Produktportfolios. Die Preisentwicklung im Handel mit Standarderzeugnissen wird stark von der Entwicklung in der Ukraine abhängen, da Russland bereits Ängste vor einer neuen Seeblockade im Schwarzen Meer schürt. Das Abkommen über die Ausfuhr ukrainischen Getreides läuft Mitte November ab und könnte erneut zu Verwerfungen an den Rohstoffmärkten führen. Das Schlussquartal im Segment Agrar ist stärker vom Wareneingang als vom Warenausgang geprägt. Dies dürfte im laufenden Geschäftsjahr noch stärker zum Tragen kommen, da aufgrund der unsicheren Marktentwicklung ein vorsichtigeres Einkaufsverhalten seitens der Industrie zu verzeichnen ist. Eine Jahresendrallye im Betriebsmittelgeschäft ist aufgrund von Vorzieheffekten im dritten Quartal sowie eines anhaltend hohen Preisniveaus nicht zu erwarten. Wegen der steigenden Energiekosten sowie des knappen Angebots an Düngemitteln ist weiterhin mit einem hohen Preisniveau zu rechnen. Darüber hinaus wird das operative Ergebnis im Segment Agrar von fortlaufenden Restrukturierungsmaßnahmen belastet. Das Segment Global Produce wird das Vorjahresniveau bis zum Jahresende voraussichtlich nicht ganz erreichen. Anhaltend globale Logistikengpässe, höhere Kosten sowie geringere Erntevolumina und Fruchtqualitäten aufgrund von widrigen Witterungsbedingungen in Neuseeland dürften die operative Ergebnisentwicklung belasten. Zudem ist bei vielen Konsumenten wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten eine deutliche Kaufzurückhaltung für Premiumprodukte und exotische Früchte zu spüren. Der positive Trend im Landtechnikgeschäft dürfte bis zum Jahresende anhalten, was sich bereits im höheren Auftragseingang widerspiegelt. Allerdings wird ein großer Teil dieser Bestellungen erst im Folgejahr fakturiert. Außerdem dürfte vor allem der bestehende Chipmangel die Hersteller weiterhin mit Lieferproblemen belasten. Darüber hinaus bleiben im Servicegeschäft coronabedingte Personalengpässe herausfordernd. Vor diesem Hintergrund ist im Schlussquartal im Geschäftsfeld Agrar nur mit einem geringfügigen Ergebniszuwachs zu rechnen.

Das Segment Bau dürfte sich trotz eines langsam abschwächenden Baubooms aufgrund von hohen Auftragsbeständen bis zum Jahresende stabil entwickeln. Jedoch trübt sich die Geschäftserwartung in der Baubranche langsam ein. Steigende Zinsen, Lieferengpässe und höhere Preise für Baumaterialien führen bei Auftraggebern zu erhöhten Planungsunsicherheiten, weshalb Bauprojekte vermehrt zurückgestellt oder storniert werden. Eine temporäre Abschwächung der Baukonjunktur dürfte das Segment Bau durch das breit angelegte Portfolio sowie die erfolgreiche Umsetzung der Strategie hin zum Multispezialisten und den Ausbau von Spezialsortimenten gut abfedern können. Zudem dürften sich die Ergebnisbeiträge aus den Bauprojekten der BayWa Bau Projekt GmbH stabilisierend auf das Ergebnis auswirken. Insgesamt dürfte das Geschäftsfeld Bau sich auf dem Ergebnisniveau des Vorjahres einpendeln.

Für die Sonstigen Aktivitäten ist bis zum Jahresende von erheblich höheren Belastungseffekten auszugehen. Neben gestiegenen Prämien für D & O-Versicherungen kommen höhere Personalkosten aufgrund von höheren Provisionen hinzu. Zudem entstehen im Konzern höhere Aufwendungen durch steigende Energie- und Mietkosten. Darüber hinaus werden im Vergleich zum Vorjahr Mehraufwendungen für den Ausbau der IT-Sicherheit entstehen. Zudem investiert der Konzern in neue Software, um zukünftig Unternehmensprozesse noch digitaler, effizienter und wettbewerbsfähiger zu gestalten. Dies wird das negative Ergebnis der Sonstigen Aktivitäten gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich erheblich erhöhen.

Der Vorstand der BayWa AG hatte ursprünglich für das Gesamtjahr 2022 im Konzern eine EBIT-Steigerung von 10 bis 20 Prozent (EBIT Gesamtjahr 2021: 266,6 Mio. Euro) erwartet. Nach einer erstmaligen Erhöhung der Prognose am 25. Juli 2022 wurde ein EBIT zwischen 400 und 450 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Aufgrund der im dritten Quartal fortgeführt starken Entwicklung wurde die Ergebnisprognose erneut erhöht (siehe Ad-hoc-Mitteilung vom 25. Oktober 2022). Der Vorstand erwartet nunmehr ein Gesamtjahresergebnis (EBIT) von 475 bis 525 Mio. Euro.

Hinweis: Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen in dem vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von den in diesem Dokument dargestellten zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.

Ausgewählte Finanzinformationen

Konzernbilanz zum 30. September 2022

Aktiva

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In Mio. Euro 30.09.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 483,5 434,5
Sachanlagen 2.679,6 2.552,6
At-Equity-bilanzierte Anteile 263,5 242,6
Übrige Finanzanlagen 235,0 254,9
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 34,2 37,7
Ertragsteuerforderungen 4,1 0,5
Vermögenswerte aus Derivaten 148,0 73,6
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 44,2 36,3
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 6,4 19,0
Latente Steueransprüche 233,0 119,6
4.131,5 3.771,3
Kurzfristige Vermögenswerte
Wertpapiere 1,1 1,1
Vorräte 5.077,3 4.213,0
Biologische Vermögenswerte 8,8 15,2
Ertragsteuerforderungen 24,0 36,0
Vermögenswerte aus Derivaten 734,3 1.049,1
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.915,6 1.859,7
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 555,2 405,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 283,9 399,1
9.600,2 7.978,7
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen 6,7 21,4
Summe Aktiva 13.738,4 11.771,4

Passiva

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In Mio. Euro 30.09.2022 31.12.2021
Eigenkapital
Ausgegebenes Kapital 91,2 91,2
Kapitalrücklage 129,5 129,5
Hybridkapital 296,3 296,3
Gewinnrücklagen 469,4 485,1
Sonstige Rücklagen 145,2 12,3
Eigenkapital vor Anteilen anderer Gesellschafter 1.131,6 1.014,4
Anteile anderer Gesellschafter 724,9 801,7
1.856,5 1.816,1
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 508,3 704,8
Langfristige übrige Rückstellungen 79,2 73,5
Finanzschulden 3.109,7 2.717,3
Leasingverbindlichkeiten 879,6 861,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 6,4 5,0
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,5 0,5
Verbindlichkeiten aus Derivaten 224,7 50,2
Übrige Verbindlichkeiten 82,7 85,6
Latente Steuerschulden 198,0 133,1
5.089,1 4.631,4
Kurzfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 29,4 30,7
Kurzfristige übrige Rückstellungen 630,7 418,2
Finanzschulden 1.872,4 1.467,3
Leasingverbindlichkeiten 75,3 76,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 2.088,5 1.356,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten 81,4 35,7
Verbindlichkeiten aus Derivaten 978,7 1.152,3
Übrige Verbindlichkeiten 1.036,4 776,4
6.792,8 5.313,8
Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen 0,0 10,1
Summe Passiva 13.738,4 11.771,4

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 30. September 2022

Fortgeführte Geschäftsbereiche

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In Mio. Euro Q1-3/​2022 Q1-3/​2021 angepasst 1
Umsatzerlöse 20.073,0 14.124,8
Bestandsveränderung 341,9 357,3
Andere aktivierte Eigenleistungen 11,5 11,8
Sonstige betriebliche Erträge 414,8 254,5
Materialaufwand - 18.366,7 - 12.898,6
Rohergebnis 2.474,5 1.849,8
Personalaufwand - 1.066,6 - 935,4
Abschreibungen - 193,1 - 179,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 801,6 - 537,3
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit 413,2 197,3
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen 12,4 - 6,6
Übriges Beteiligungsergebnis 34,2 1,0
Zinsertrag 9,3 12,1
Zinsaufwand - 126,7 - 87,3
Finanzergebnis - 70,8 - 80,8
Ergebnis vor Steuern (EBT) 342,4 116,5
Ertragsteuern - 98,1 - 33,0
Konzernquartalsüberschuss 244,3 83,5
davon: Gewinnanteil der Minderheitsgesellschafter 89,3 38,9
davon: Gewinnanteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens 155,0 44,6
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in Euro) 4,08 0,99
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in Euro) 4,08 0,99

1 Die Vorjahreszahlen wurden gemäß IAS 8.42 angepasst. Für Details wird auf Abschnitt A.7 des Konzernanhangs im Konzernfinanzbericht 2021verwiesen.

München, 8. November 2022

BayWa Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Prof. Klaus Josef Lutz

Andreas Helber

Marcus Pöllinger

Reinhard Wolf

Finanzkalender

Termine 2023

Konzernabschluss 2022

30.03.2023, 10.30 Uhr - Bilanz-Pressekonferenz, München

30.03.2023, 14.00 Uhr - Analystenkonferenz, München

Veröffentlichung Zahlen zum 1. Quartal 2023

11.05.2023 - Pressemitteilung

11.05.2023, 8.30 Uhr - Analysten Conference Call

Hauptversammlung 2023

06.06.2023, 10.00 Uhr

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