BayWa Aktiengesellschaft

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht

der BayWa AG

für das Geschäftsjahr 2022

Hinweise zu diesem Konzernlagebericht

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Die Reihenfolge der Segmente im Geschäftsfeld Agrar hat sich dahingehend geändert, dass das Segment Global Produce nun nach dem Segment Technik eingeordnet ist.

Es werden qualitativ-komparative Aussagen genutzt, um Ergebnisveränderungen und Prognosen in Bandbreiten zu beschreiben. Erläuterung der qualitativ-komparativen Aussagen: leicht, moderat, gering ≙ 1-5 Prozent; spürbar, deutlich ≙ 5-10 Prozent; erheblich, wesentlich ≙ 10-20 Prozent; signifikant ≙ 20-50 Prozent; stark ≙ > 50 Prozent

Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf geschlechtsspezifische Formulierungen und die formale Anzeige von Geschlechtsidentitäten verzichtet. Die gewählte Form steht für alle Geschlechter (m/​w/​d).

Der vorliegende Konzernlagebericht enthält erstmals Angaben, die nach den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften oder den Vorgaben des Deutschen Rechnungslegungsstandards 20 (DRS 20) keine verpflichtenden Lageberichtsinhalte sind. Diese sogenannten lageberichtsfremden Angaben sind nicht Pflichtbestandteil der Abschlussprüfung. Sie werden daher im vorliegenden Bericht von den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben durch eine entsprechende Hervorhebung und Kenntlichmachung klar abgegrenzt. Ein Beispiel für derartige lageberichtsfremden Angaben ist die Beschreibung der wesentlichen Merkmale des Internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagementsystems, das gemäß Empfehlung A.5 in Verbindung mit Grundsatz 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) 2022 in den Lagebericht aufgenommen wurde und auf den Seiten 67 bis 69 zu finden ist.

Überblick

Die BayWa ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 profitabel gewachsen und hat das starke Vorjahresergebnis nochmals übertroffen. Sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis (EBIT) erzielte der Konzern neue Bestmarken. Alle drei operativen Geschäftsfelder haben sich positiv entwickelt. Wesentliche Treiber waren dynamische Entwicklungen an den internationalen Rohstoffbörsen und die beschleunigte Energiewende, die durch den Krieg gegen die Ukraine nochmals verstärkt wurden. In einem heterogenen und komplexen Marktumfeld konnte die BayWa von ihrem breit diversifizierten Geschäftsportfolio profitieren und an den Megatrends Ernährungs- und Energiesicherheit teilhaben.

Ungeachtet schwieriger Rahmenbedingungen konnte das Wachstum in den internationalen Märkten der BayWa - insbesondere im Segment Regenerative Energien - im Berichtzeitraum ausgebaut werden. Den hohen, volatilen Preisniveaus und Lieferengpässen an den Rohstoff- und Energiemärkten begegnete die BayWa mit einem aktiven Vorratsmanagement und einer leistungsfähigen Liefer- und Logistikkette, woraus sich zudem Handelsopportunitäten für das Unternehmen ergaben.

Das Geschäftsfeld Energie (Segmente Regenerative Energien und Energie) verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 eine sehr positive Entwicklung. Der Umsatz erhöhte sich um 72,9 Prozent auf 9.832,8 Mio. Euro. Auf der Ertragsseite lag das EBIT bei 292,7 Mio. Euro (Vorjahr: 152,4 Mio. Euro).

Das Segment Regenerative Energien war im Geschäftsjahr 2022 mehr denn je geprägt vom Klimawandel und drängenden Fragen der Energiesicherheit, die ein noch schnelleres Wachstum der erneuerbaren Energien erfordern. Besonders profitieren konnte das Segment im Berichtszeitraum von einer hohen Dynamik im Handel mit Solarmodulen und gestiegenen Handelsmargen am Strommarkt. Auch der Verkauf der BayWa r.e. Bioenergy GmbH wirkte sich positiv auf das Ergebnis aus. Im Handel mit Photovoltaik-(PV-)Komponenten stieg die Gesamtleistung der verkauften PV-Module um rund 71 Prozent auf knapp 3,5 Gigawatt peak (GWp). Die Gesamtleistung der verkauften Solar- und Windkraftanlagen stieg von 612,8 MW im Vorjahr auf 797,0 Megawatt (MW). In der Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer) profitierten sowohl das eigene, weiter ausgebaute Anlagenportfolio als auch der Energiehandel von gestiegenen Strompreisen. Der Segmentumsatz konnte um starke 82,3 Prozent auf 6.489,2 Mio. Euro ausgeweitet werden. Das EBIT erreichte im Berichtsjahr mit 239,1 Mio. Euro einen neuen Bestwert (Vorjahr: 135,0 Mio. Euro).

Im Segment Energie verbuchte der BayWa-Konzern im Geschäftsjahr 2022 eine gute Entwicklung. Vor allem bei Kraftstoffen und Wärmeenergieträgern verzeichnete das Unternehmen eine starke Umsatzentwicklung. Ein maßgeblicher Treiber waren die hohen Unsicherheiten am Markt hinsichtlich der Versorgung im Winter sowie weiterer Preissteigerungen an den globalen Rohstoffmärkten. Im Zuge dessen kam es zu einer vorzeitigen Bevorratung seitens privater sowie gewerblicher Verbraucher. Im Kraftstoffmarkt machte sich die gestiegene Fahrleistung im Logistikmarkt positiv bemerkbar. Dabei bewährte sich auch angesichts hoher und volatiler Rohstoff- und Energiepreise das aktive Vorratsmanagement der BayWa. Auch das Geschäft rund um den Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität entwickelte sich sehr positiv. Zusammengefasst war im Segment Energie im Berichtsjahr ein starkes Umsatzwachstum um 57,1 Prozent auf 3.343,6 Mio. Euro zu verzeichnen (Vorjahr: 2.128,2 Mio. Euro). Auf der Ertragsseite wurde das EBIT mit 53,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht.

Im Geschäftsfeld Agrar (Segmente Cefetra Group, Agrar, Technik und Global Produce) verbesserte sich der Umsatz im Berichtsjahr um 23,4 Prozent auf 14.859,7 Mio. Euro. Das EBIT stieg um 79,6 Prozent auf 255,5 Mio. Euro.

Das Segment Cefetra Group entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022 trotz eines volatilen Handelsumfelds mit hohen Versorgungsunsicherheiten und Preisanstiegen an den Rohstoffbörsen sehr positiv. Geringere Getreideverfügbarkeiten aufgrund des Krieges gegen die Ukraine und Hitzewellen in Teilen Europas und den USA führten zu Unsicherheiten an den Rohstoffbörsen, die vor allem im ersten Halbjahr 2022 zu teilweise extremen Preisanstiegen bei nahezu allen Getreidesorten führten. Durch eine hohe Lieferfähigkeit profitierte die BayWa in diesem Segment ertragsseitig von Handelsopportunitäten. Auch das höhermargige Spezialitätengeschäft - insbesondere Royal Ingredients - entwickelt sich weiterhin positiv und bleibt die Ertragssäule des Segments. Um diesen Geschäftszweig weiter auszubauen, übernahm die Cefetra Group im zweiten Quartal 2022 mehrheitlich den Nuss- und Trockenfrüchtehändler Heinrich Brüning GmbH mit Sitz in Hamburg. Die fortgeführte Produktdiversifizierung im Bereich nachhaltiger Erzeugnisse wirkte sich ebenfalls positiv auf die Geschäftsentwicklung aus. Der Umsatz des Segments Cefetra Group stieg im Berichtszeitraum um 22,3 Prozent auf 6.111,2 Mio. Euro. Das EBIT legte von 38,8 Mio. Euro im Vorjahr um 53,4 Prozent auf 59,5 Mio. Euro im Berichtsjahr zu.

Im Segment Agrar erzielte die BayWa im Geschäftsjahr 2022 sowohl umsatz- als auch ertragsseitig eine sehr gute Entwicklung. Die beherrschenden Faktoren im Segment Agrar waren im Geschäftsjahr 2022 neben der grundsätzlich angespannten globalen Ernährungsversorgung steigende Preise sowohl für Agrarerzeugnisse als auch für Betriebsmittel. Die bereits vorhandenen Markttreiber wurden dabei durch den Krieg gegen die Ukraine nochmals verstärkt. Ein wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung im Segment war auch hier die Sicherstellung der Warenverfügbarkeit, die durch vorausschauendes Bestands- und Einkaufsmanagement gewährleistet werden konnte. Aufgrund der seit mehreren Jahren knappen globalen Getreidebilanz sowie gestresster Lieferketten war der BayWa-Konzern bereits seit Längerem von knappen Verfügbarkeiten und höheren Preisen ausgegangen und hatte sich entsprechend positioniert. Im Betriebsmittelgeschäft führten die Erwartung des Marktes wegen möglicher Versorgungsengpässe und eine expansive Preisentwicklung teilweise zu einer vorgezogenen Bevorratung von Düngemitteln. Der Saatgutabsatz der BayWa legte ebenfalls zu. Bei Futtermitteln lagen die Absatzmengen auf dem Niveau des Vorjahres. Auch im Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Getreide und Ölsaaten) erreichte das Handelsvolumen im Jahr 2022 nahezu den Vorjahreswert. Hier profitierte die BayWa von Handelskontrakten, die bereits Ende 2021 geschlossen worden waren und im Berichtsjahr zu höheren Ausübungspreisen realisiert wurden. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz im Segment Agrar um 37,6 Prozent auf 5.750,7 Mio. Euro. Beim EBIT war im Vergleich zur Vorjahresperiode eine starke Steigerung um 92,4 Mio. Euro auf 104,7 Mio. Euro zu verzeichnen (Vorjahr: 12,3 Mio. Euro).

Das Segment Technik entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022 sowohl in den Kernmärkten Deutschland und Österreich als auch in den internationalen Vertriebsgebieten sehr positiv. Wesentliche Treiber waren die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Landwirte aufgrund einer guten Ertragssituation und die gegenüber dem Vorjahr gestiegene Verfügbarkeit von Neumaschinen. Insgesamt verkaufte das Segment Technik im Berichtsjahr 5.025 Neumaschinen und damit 52 mehr als im Geschäftsjahr 2021. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr das knappe Angebot an Neumaschinen das Geschäft zusätzlich angetrieben hatte. Im Servicegeschäft verzeichnete die BayWa ebenfalls eine gute Entwicklung. Vor allem der Online-Ersatzteilhandel entwickelte sich sehr dynamisch. Im internationalen Geschäft legten sowohl die niederländische Konzerngesellschaft Agrimec Group B.V. als auch CLAAS International (Kanada) bei Umsatz und EBIT deutlich zu. Insgesamt konnte das Segment Technik den Rekordumsatz des Vorjahres von 1.909,0 Mio. Euro nochmals um 8,8 Prozent auf 2.076,5 Mio. Euro übertreffen. Das EBIT erhöhte sich im Berichtsjahr auf 70,2 Mio. Euro, nach 48,6 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Segment Global Produce war im Geschäftsjahr 2022 von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Die wesentlichen Faktoren waren steigende Inflationsraten, höhere Energiekosten, geopolitische Unsicherheiten und eine in der Folge spürbare Kaufzurückhaltung bei Obst und Gemüse auf Seiten der Verbraucher. Hinzu kamen höhere Logistikkosten bei gleichzeitig unterdurchschnittlichen Obst- bzw. Apfelpreisen, die nicht dem Inflationstrend folgten. Gleichzeitig war die Warenverfügbarkeit im Markt aufgrund vorhandener Bestände aus der Vorjahresernte hoch. Zwar erhöhten sich auch auf Seiten der BayWa die Vermarktungsmengen bei Äpfeln um rund 25 Prozent. Allerdings wurde ein Teil dieser Mengen günstig in Drittländer außerhalb Europas veräußert, um Lager zu räumen. Ferner verzeichnete die BayWa in diesem Segment einen Absatzrückgang bei Beeren, Steinobst und Südfrüchten, wohingegen die Nachfrage bei Fruchtgemüse leicht zulegte. In Summe erzielte die BayWa im Segment Global Produce im Berichtsjahr einen Umsatz von 921,3 Mio. Euro, nach 960,7 Mio. Euro im Vorjahr. Im Wesentlichen aufgrund gesunkener Handelsmargen reduzierte sich das EBIT auf 21,1 Mio. Euro (Vorjahr: 42,6 Mio. Euro).

Im Geschäftsfeld Bau (Segment Bau) konnte im Geschäftsjahr 2022 erneut eine starke Entwicklung verbucht werden und damit in einem teilweise schwächeren Gesamtmarkt die Position der BayWa weiter gestärkt werden. Im Baustoffhandel verzeichneten insbesondere die Sortimentsbereiche Hochbau, Dach, Trockenbau und Tiefbau einen erheblichen Umsatzanstieg, der bei anhaltend hoher Nachfrage vor allem auf Preissteigerungen über alle Produktgruppen hinweg zurückzuführen war. Hinzu kam eine uneingeschränkte Lieferfähigkeit der BayWa ungeachtet knapper Warenverfügbarkeiten am Markt. Eine besonders starke Nachfrage verzeichneten zuletzt Dämmstoffe für energetische Gebäudesanierungen. Die strategische Weiterentwicklung vom reinen Produkthändler zum Anbieter innovativer Dienstleistungen und Lösungen wurde u. a. mit der Erhöhung der Beteiligung an der Tjiko GmbH, Hersteller industriell vorgefertigter Badmodule, weiter vorangetrieben. Die BayWa Bau Projekt GmbH trug ebenfalls positiv zur Geschäftsentwicklung bei. Hier konnten mehrere Bauprojekte abgeschlossen und 15 neue Projekte akquiriert werden. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz des Segments Bau 2022 um 12,6 Prozent auf 2.346,9 Mio. Euro. Das EBIT lag mit 70,4 Mio. Euro leicht unter dem hohen Niveau des Vorjahres.

Im Segment Innovation & Digitalisierung ging der Umsatz im Jahr 2022 auf 10,4 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 11,1 Mio. Euro). Angesichts volatiler Agrarmärkte war bei Kunden die Investitionsbereitschaft in neue Digital-Farming-Anwendungen etwas zurückhaltender. 39 Prozent des Umsatzes entfielen auf Software-Lizenzen und Wartungsverträge, gefolgt von Dienstleistungen (37 Prozent). Sensoren, Messsysteme und andere Hardware trugen knapp 24 Prozent zum Umsatz bei. Der eBusiness-Bereich profitierte von einer erhöhten Nachfrage im B2B-Geschäft und die über die BayWa-eBusiness-Kanäle realisierten Umsätze erhöhten sich um rund 31,3 Prozent auf42 Mio. Euro. Zusätzlich zu den Umsätzen, die nicht dem Segment Innovation & Digitalisierung, sondern direkt dem jeweiligen operativen Segment zuzurechnen sind, werden ab dem Jahr 2023 auch die wesentlichen Kosten aus dem Bereich eBusiness dort verbucht werden. Im Berichtsjahr belief sich das negative EBIT erwartungsgemäß auf 11,4 Mio. Euro, nach minus 20,2 Mio. Euro im Vorjahr.

BayWa-Konzern

Umsatz

in Mio. Euro

EBIT

in Mio. Euro

Insgesamt steigerte der BayWa-Konzern den Umsatz im Berichtsjahr um 36,4 Prozent auf 27.061,8 Mio. Euro. Das EBIT verbesserte sich um 89,1 Prozent auf 504,1 Mio. Euro. Ein starker Anstieg ist auch beim Ergebnis vor Steuern zu verzeichnen: Es beläuft sich auf 319,6 Mio. Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt (Vorjahr: 160,6 Mio. Euro). Nach einem Steueraufwand von 80,1 Mio. Euro liegt der Konzernjahresüberschuss mit 239,5 Mio. Euro 110,7 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres. Der Anteil der BayWa-Aktionäre am Konzernjahresüberschuss erhöhte sich um 97,4 Mio. Euro auf 168,1 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie erreichte 4,36 Euro, nach 1,63 Euro im Vorjahr. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 0,05 Euro auf 1,10 Euro je Aktie vor. Zusätzlich soll es dieses Jahr anlässlich des 100-jährigen Bestehens der BayWa AG eine Sonderdividende von 0,10 Euro je Aktie geben.

Für das laufende Geschäftsjahr 2023 prognostiziert das Management ein EBIT im Konzern in einer Bandbreite von 320 bis 370 Mio. Euro. Mit Blick auf das außerordentlich gute Abschneiden im vergangenen Geschäftsjahr liegt die erwartete Ergebnisentwicklung weiterhin deutlich über den Durchschnittswerten der Vorjahre. Zudem hat das Management im Zuge der zuletzt sehr guten Entwicklung und getragen von den bedeutenden Megatrends und Grundbedürfnissen, die das Unternehmen bedient, das Mittelfristziel des BayWa-Konzern angehoben. Zentrales finanzielles Ziel des BayWa-Konzerns ist nun ein nachhaltiges operatives Ergebnis (EBIT) in der Spanne von 470 bis 520 Mio. Euro, die bis Ende des Jahres 2025 erreicht werden soll.

Grundlagen des Konzerns

Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Der BayWa-Konzern

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2022 Umsatz (in Mio. Euro) Mitarbeiter (im Jahresdurchschnitt)
Regenerative Energien 6.489,2 3.754
Energie 3.343,6 1.411
Cefetra Group 6.111,2 623
Agrar 5.750,7 3.630
Technik 2.076,5 3.826
Global Produce 921,3 3.151
Bau 2.346,9 4.661
Innovation & Digitalisierung 10,4 220
Sonstige Aktivitäten 12,0 1.017
Gesamt 27.061,8 22.293

Die BayWa AG wurde 1923 gegründet und hat ihren Hauptsitz in München. Aus ihren Wurzeln im genossenschaftlichen Landhandel heraus hat sich die BayWa durch stetiges Wachstum und einen kontinuierlichen Ausbau des Leistungsspektrums zu einem international tätigen Konzern entwickelt. In ihren drei Geschäftsfeldern Energie, Agrar und Bau bietet das Unternehmen eine breite Palette an Produkten und Lösungen zur Deckung von Grundbedürfnissen wie Ernährung, Energie, Wärme und Mobilität an.

Die Geschäftstätigkeit des BayWa-Konzerns umfasst Aktivitäten wie Projektierung, Groß- und Einzelhandel und Logistik sowie umfangreiche ergänzende Beratungs- und Dienstleistungen. Der geschäftliche Schwerpunkt liegt in Europa und wird durch bedeutende Aktivitäten in den USA und in Neuseeland sowie Geschäftsbeziehungen von Asien bis Südamerika zu einem internationalen Handels- und Beschaffungsnetzwerk erweitert. Der BayWa-Konzern ist über eigene Tochterunternehmen und Beteiligungen in 53 Ländern weltweit aktiv.

Der BayWa-Konzern führt seine Geschäfte in den drei Geschäftsfeldern Energie, Agrar und Bau, unterteilt in sieben operative Segmente und das Entwicklungssegment Innovation & Digitalisierung. Hinzu kommt noch der Bereich Sonstige Aktivitäten, in dem zentrale Steuerungs- und Verwaltungsfunktionen gebündelt sind. Die Führung der Geschäftsaktivitäten erfolgt sowohl direkt über das Mutterunternehmen BayWa AG als auch mittelbar über die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Insgesamt umfasst der BayWa-Konzern neben der Muttergesellschaft BayWa AG 540 vollkonsolidierte Beteiligungen. Darüber hinaus werden 26 Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der BayWa AG einbezogen.

Segment Regenerative Energien

Das Segment Regenerative Energien umfasst die Aktivitäten der BayWa r.e. AG, unter deren Dach der Konzern wesentliche Teile der Wertschöpfungskette im Bereich der erneuerbaren Energien abdeckt. Gegründet 2009, ist das Tochterunternehmen BayWa r.e. heute ein weltweit aktiver Entwickler, Dienstleister, Photovoltaik-(PV-)Großhändler, Energiehändler und Anbieter von Energielösungen im Bereich der erneuerbaren Energien. Seit 2021 hält ein Fonds des Investors Energy Infrastructure Partners (EIP) 49 Prozent der Anteile an der BayWa r.e. Die BayWa AG ist mit 51 Prozent weiterhin Mehrheitsgesellschafterin.

Die BayWa r.e. verfolgt eine dreifache Diversifizierungsstrategie ihres Geschäftsportfolios: nach Ländern, nach Energieträgern und nach Geschäftsaktivitäten. Die Geschäftsaktivitäten gliedern sich in die drei Bereiche Projects, Operations und Solutions.

Der Bereich Projects befasst sich weltweit mit der Planung, Projektierung und dem Bau von Wind- und Solarenergieanlagen sowie der Veräußerung der betriebsfertigen Anlagen. Dabei hat die BayWa r.e. zuletzt ihre Aktivitäten auch auf Offshore-Windenergieanlagen ausgeweitet, um den Ausbau erneuerbarer Energien weltweit noch schneller und in größerem Maßstab voranzutreiben.

Der Bereich Operations umfasst planerische und technische Dienstleistungen, die Versorgung mit Verbrauchsmaterialien, die technische und kaufmännische Betriebsführung, die Instandhaltung der Anlagen, den Energiehandel sowie die Vermarktung von Strom aus eigenen Anlagen als Independent Power Producer (IPP). Niederlassungen in Europa, den USA und Südostasien ermöglichen international einen 24-Stunden-Service für die Kunden der BayWa r.e. Weltweit werden im Servicegeschäft derzeit Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 10,2 GW betreut. Im Energiehandel, welcher der Geschäftseinheit IPP zugeordnet ist, vermarktet die BayWa r.e. Strom aus erneuerbarer Erzeugung.

Im Bereich Solutions werden Photovoltaiksysteme und -komponenten vertrieben und maßgeschneiderte Energielösungen für die Energieversorgung von Gewerbe- und Industriekunden entwickelt. Das Segment Regenerative Energien ist seit seiner Gründung stark international ausgerichtet, um größtmögliche Unabhängigkeit von der Entwicklung einzelner regionaler Märkte zu gewährleisten. Die BayWa r.e. ist heute in insgesamt 30 Ländern in den vier Regionen Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik sowie Afrika mit eigenen Niederlassungen vertreten.

Die Bioenergiesparte unter dem Dach der BayWa r.e. Bioenergy GmbH wurde im Berichtszeitraum an die zur Macquarie Asset Management gehörenden Green Investment Group veräußert. Macquarie ist einer der größten Infrastrukturinvestoren weltweit. Der Verkauf ermöglicht der BayWa r.e., sich noch stärker auf das strategische Kerngeschäft, die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie, zu konzentrieren.

Segment Energie

Die Aktivitäten des Segments Energie gliedern sich in die Bereiche Schmierstoffe, Haustechnik, Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffe, Holzpellets, Contracting, die BayWa Mobility Solutions GmbH sowie die BayWa Power Liquids GmbH. Der geografische Fokus liegt dabei vorwiegend auf den vier deutschen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen sowie auf Österreich.

Das Schmierstoffgeschäft umfasst den Handel mit der Marke TECTROL sowie umfangreiche Anwendungen und Servicepakete für Fokuskunden, wie beispielsweise Betreiber von Biogasmotoren und Gewerbekunden. Darüber hinaus werden Schmierstoffe und Betriebsmittel aller bedeutenden Hersteller und Marken an B2B-Anwender aus den Bereichen Gewerbe, Industrie, Kommunen, Transportbranche sowie Land- und Forstwirtschaft - auch online über die digitale Plattform Interlubes - vermarktet.

Daneben bietet die BayWa Haustechnik GmbH mit 13 Standorten überregional Installationsdienstleistungen für Heizung, Sanitär und Lüftung an. Das Leistungsspektrum reicht von Öl-, Gas-, Holz- und Pellet-Heiztechnik über Wärmepumpen, Solarsysteme und Wohnraumlüftung bis hin zur Sanitärtechnik.

Im Bereich Heizöl und Diesel bzw. Ottokraftstoffe beliefert die BayWa Landwirte und Gewerbekunden - einschließlich Baustellen- und Hofbetankungen - mit Kraft- bzw. Brennstoffen. Der Vertrieb von Brennstoffen erfolgt künftig unter der neuen, einheitlichen Logistik-Marke enlog (Energie-Logistik). Diesel- und Ottokraftstoffe sowie AdBlue werden über insgesamt 115 eigene Tankstellen und Partnerstationen in Deutschland verkauft. Zudem beliefert die BayWa Wiederverkäufer sowie Großabnehmer mit Kraft- und Brennstoffen sowie AdBlue. In Österreich werden weitere Tankstellen über Tochtergesellschaften geführt. Die Konzerngesellschaft GENOL Gesellschaft m.b.H. versorgt als Großhändler genossenschaftliche Tankstellen.

Der Bereich Holzpellets umfasst zum einen die Produktion in der Tochtergesellschaft WUN Pellets GmbH, zum anderen den Vertrieb von Holzpellets an private Verbraucher und Gewerbekunden. Darüber hinaus bietet die BayWa unter der eigenständigen Marke Pellog Logistikleistungen für externe Holzpellethändler an.

Im Contracting liegt der Schwerpunkt auf Energielösungen in den Bereichen Biomasse, Blockheizkraftwerke und Gas für Hotellerie, Kommunen und den Wohnungsbau in Süddeutschland.

Die BayWa Mobility Solutions GmbH bietet umfassende Leistungen im Bereich E-Mobilität für Light Vehicle und Digital Mobility. Der Bereich Light Vehicle umfasst die Elektromobilität und treibt die Projektierung und den Ausbau der Ladeinfrastruktur voran. Digital Mobility bietet die komplette Systematik mit Tank- und Ladekarte, zugehöriger App sowie Abrechnung für Kunden und, als sogenanntes White-Label-System, auch für Dritte an. Kunden mit Elektroautos können ihre Fahrzeuge mit der BayWa-Ladekarte in Europa an über 200.000 Ladepunkten aufladen. In Deutschland werden rund 95 Prozent der Ladepunkte abgedeckt. Über die Plattform Chargemondo für private Ladelösungen bietet die BayWa Mobility Solutions GmbH die Konfiguration eines kundenindividuellen Komplettangebots an, in das alles aus einer Hand integriert werden kann: von der Planung bis zur Endmontage, einschließlich der Anmeldung beim Netzbetreiber und der Beantragung von Fördermöglichkeiten.

Der Bereich Heavy Vehicle wurde mit Wirkung zum 1. April 2022 von der BayWa Mobility Solutions GmbH auf die BayWa Power Liquids GmbH übertragen. Als 100-prozentige Tochter der BayWa AG positioniert sie sich als Lösungsanbieter für klimafreundliche Mobilität im Bereich Heavy Vehicle und betreibt das Tankstellennetz für flüssiges Erdgas (Liquefied Natural Gas - LNG) der BayWa.

Segment Cefetra Group

Im Segment Cefetra Group ist die BayWa als Supply Chain Manager von Agrarerzeugnissen vom Einkauf über die Logistik bis zum Vertrieb tätig. Es bündelt die standortübergreifenden Aktivitäten, insbesondere den internationalen Handel mit Getreide und Ölsaaten. Hauptkundengruppen sind Getreide- und Ölmühlen, Stärke- und Futtermittelhersteller, Mälzereien und Brauereien sowie Hersteller von Bio-Kraftstoffen. Seit 2021 umfasst das Produktspektrum auch Milchprodukte wie Käse, Butter und Milchpulver sowie Milchalternativen (Cefetra Dairy). 2022 wurde zudem die Heinrich Brüning GmbH - einer der größten Anbieter und Co-Packer für Trockenfrüchte und Nusskerne in Deutschland - übernommen.

Im Rahmen ihrer Spezialitätenstrategie baut die BayWa durch gezielte Akquisitionen von Spezialitätenhändlern ihr Geschäft mit Waren wie Stärkeprodukten, Reis und Hülsenfrüchten sowie mit Bio-Produkten weiter aus. Dadurch diversifiziert das Unternehmen sein Produktportfolio und profitiert von Märkten mit geringerer Wettbewerbsintensität gegenüber börsengehandelten Standarderzeugnissen. Für die Beschaffung und Vermarktung der Erzeugnisse verfügt die BayWa über ein weltweites Handelsnetzwerk sowie eigene Binnen- und Tiefseehäfen.

Segment Agrar

Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit im Segment Agrar ist die Erfassung und der Vertrieb von landwirtschaftlichen Erzeugnissen sowie die Versorgung landwirtschaftlicher Kunden mit Betriebsmitteln. Dabei konzentriert sich das Unternehmen aufgrund historisch gewachsener Strukturen vor allem auf Süddeutschland. Vereinzelt ist die BayWa auch in Nord- und Ostdeutschland aktiv. Insgesamt ist die BayWa das umsatzstärkste Agrarhandelsunternehmen Deutschlands.

Die BayWa versorgt konventionelle Landwirtschaftsbetriebe über das gesamte Anbaujahr mit Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünge-, Pflanzenschutz- sowie Futtermitteln und übernimmt die Erfassung und Vermarktung der Ernte. Für die Ernteerfassung unterhält die BayWa in ihren Kernregionen ein Netz von 156 leistungsfähigen Standorten mit hohen Transport-, Umschlags- und Lagerkapazitäten. Sie dienen einer reibungslosen Warenanlieferung, Qualitätsprüfung, Aufbereitung, fachgerechten Lagerung und Pflege der Agrarerzeugnisse. Die Vermarktung erfolgt über eigene Handelsabteilungen sowohl an lokale, regionale, nationale und internationale Abnehmer der Lebensmittelindustrie als auch an den Groß- und Einzelhandel.

Zusätzlich baut die BayWa ihr Angebot für den ökologischen Landbau und die Vermarktungsstrukturen für deren Erzeugnisse regional schrittweise aus. 106 Standorte der BayWa sind für den Handel von Betriebsmitteln für die ökologische Landwirtschaft zertifiziert. Darüber hinaus ist die BayWa Mitglied im Biokreis, dem viertgrößten Bio-Anbauverband in Deutschland, und lizenzierter Nutzer des Bayerischen Bio-Siegels. Die BayWa strebt an, mit einem Komplettangebot vom Saatgut bis zur Vermarktung effizientester Partner für den Handel von "EU-Bio"-Ware und Bio-Betriebsmitteln für bestehende sowie neue Bio-Betriebe zu sein.

Ein weiterer geografischer Schwerpunkt liegt auf dem österreichischen Markt. Hier ist die BayWa durch ihre Tochtergesellschaft RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft (RWA) mit 436 genossenschaftlichen Lagerhausstandorten flächendeckend vertreten.

Segment Technik

Im Segment Technik - unterteilt in die Sparten Spezialtechnik und Agrartechnik- vertreibt die BayWa ein Vollsortiment von Maschinen, Geräten und Anlagen sowie Spezialfahrzeugen für die Land-, Forst- und Kommunalwirtschaft in Deutschland und Österreich. Zudem bietet die BayWa umfangreiche Wartungs- und Reparaturleistungen einschließlich eines Ersatzteilservice an.

Die wichtigsten Vertriebsaktivitäten umfassen die Marken des AGCO-Konzerns - Fendt, Massey Ferguson, Valtra und Challenger - sowie CLAAS-Landmaschinen. Zum Kundenkreis zählen neben Agrar- und Forstbetrieben auch Wein- und Obstbauern, Kommunen und gewerbliche Unternehmen. Parallel zum stationären Handel betreibt die BayWa in diesem Segment insbesondere für den Verkauf von Gebrauchtmaschinen verschiedene Online-Plattformen.

Die Angebotspalette besteht neben Traktoren und Mähdreschern aus Spezialfahrzeugen mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise für Kehr-, Reinigungs- und Winterdienst sowie Mäh- und Sportplatztechnik. Für die Forstwirtschaft reicht das Angebot von Großgeräten wie Forsttraktoren und Holzhackmaschinen über Kleingeräte wie Motorsägen und Freischneider bis hin zur erforderlichen Schutzbekleidung,

Das Werkstattnetz der BayWa umfasst derzeit 279 Standorte und 791 mobile Servicefahrzeuge, wodurch eine große Nähe zum Kunden und eine schnelle Bearbeitung von Serviceaufträgen gewährleistet wird.

Zur Sicherung langfristiger Wachstumsperspektiven expandiert die BayWa im Segment Technik auch in internationale Märkte und ist derzeit in den Niederlanden, Kanada und Südafrika mit Tochtergesellschaften oder Gemeinschaftsunternehmen vertreten.

Segment Global Produce

Im Segment Global Produce deckt die BayWa die gesamte Wertschöpfungskette in der Obst- und Gemüsevermarktung ab. Sämtliche Aktivitäten und Beteiligungen in diesem Segment werden über die 100-prozentige Tochtergesellschaft BayWa Global Produce GmbH durchgeführt.

In Deutschland ist die BayWa einer der führenden Einzelvermarkter von Tafelkernobst für den Lebensmittelgroß- und -einzelhandel und Anbieter von Kernobst aus ökologischem Anbau. An fünf Standorten am Bodensee und am Neckar erfasst, sortiert, lagert, verpackt und bedient sie als Vertragsvermarkter für Obst Kunden im In- und Ausland. Über seine internationalen Beteiligungen bietet das Segment Global Produce zudem eine breite Produktpalette von Kernobst bis zu exotischen Obstspezialitäten.

Im internationalen Handel mit Frischeprodukten ist die BayWa über ihre neuseeländische Tochtergesellschaft T&G Global Limited (T&G Global) tätig, die internationale Handelsbeziehungen nach Amerika, Asien, Australien und Europa unterhält. Über die vorhandenen Vertriebsstrukturen von T&G Global und deren Beteiligungsgesellschaften erschließt die BayWa vor allem in Asien zusätzliche Absatzmärkte. Durch die Vermarktung von Tafelkernobst sowohl aus der nördlichen und südlichen Hemisphäre ist die BayWa in der Lage, ihre Handelspartner ganzjährig mit erntefrischer Ware zu versorgen, ihr Sortiment zu erweitern und Absatzchancen für deutsches Obst auf den internationalen Wachstumsmärkten zu nutzen.

Die niederländische Mehrheitsbeteiligung TFC Holland B.V. (TFC) ergänzt das BayWa-Portfolio um exotische Obstspezialitäten, insbesondere im Wachstumsmarkt für Ready-to-eat-Produkte. TFC verfügt über etablierte internationale Handelsbeziehungen in sämtlichen Beschaffungsmärkten für Tropenfrüchte - hauptsächlich für Avocados und Mangos - sowie zum europäischen Lebensmitteleinzelhandel.

Segment Bau

Das Segment Bau umfasst im Wesentlichen die Aktivitäten im Baustoff-Fachhandel in Süd- und Ostdeutschland sowie in Österreich. Hier deckt die BayWa das komplette Baustoffsortiment ab - von Tiefbau, Hochbau, Neubau, Renovierung und Modernisierung über Garten- und Landschaftsbau bis hin zu energetischen und baugesunden Lösungspaketen.

Im Baustoff-Fachhandel ist der BayWa-Konzern mit insgesamt 125 Standorten einer der Marktführer in Deutschland und zählt auch in Österreich mit 30 Standorten zu den führenden Anbietern. Daneben werden über die österreichische Tochtergesellschaft Lagerhaus Franchise GmbH Franchisepartner im Baustoff- sowie im Einzelhandelsgeschäft in Österreich betreut. Die Zahl der Franchisestandorte liegt bei insgesamt 1090. Das Produktspektrum richtet sich primär an kleine und mittelständische Bauunternehmen, Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie Kommunen. Daneben sind auch private Bauherren und Hausbesitzer wichtige Kunden.

Gesundes Bauen und Energieeffizienz stehen dabei zunehmend im Fokus. So bietet das Unternehmen ein umfangreiches Sortiment geprüft ausdünstungsarmer Baustoffe sowie Lösungen für energieeffizientes Bauen, Sanieren und Modernisieren an. Mit ihren Eigenmarkenlinien für Bauelemente und Gartengestaltung, für bautechnische und bauchemische Produkte und Dämmmaterialien, für wohngesunde Baustoffe und Reinigungsmittel sowie für Dachzubehör tritt die BayWa zunehmend auch als Initiator für neue Produkte auf.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Bereitstellung von Spezialsortimenten beispielsweise in den Bereichen Holzbau und Konstruktionsholz, Schalungszubehör und Betonfertigteile sowie Flachdachbau. Daneben bietet die BayWa AG über ihre Beteiligung an dem Start-up Tjiko GmbH Badmodule in Holzbauweise an. Das Badmodul-System von Tjiko richtet sich hauptsächlich an Bauträger und Generalunternehmer großer Wohnbauprojekte, die eine wirtschaftliche und zugleich möglichst individuelle Badausführung in ihren Objekten umzusetzen wünschen. Die individuelle Gestaltung ermöglicht ein digital gesteuerter Konfigurator; die komplette Inneneinrichtung wird seriell gefertigt.

Darüber hinaus kooperiert die BayWa in Deutschland mit Bauträgern bei der Realisierung von Projekten. Dazu geht sie als Partner Joint Ventures mit Bauunternehmen und Bauträgern ein und tritt in erster Linie als Anbieter von Konzepten auf.

Segment Innovation & Digitalisierung

Mit dem Segment Innovation & Digitalisierung stellt die BayWa die Weichen für eine digitale Zukunft. Innerhalb dieses Segments werden digitale Angebote zur Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft entwickelt und vermarktet.

Die Konzerngesellschaft FarmFacts GmbH bietet Landwirten mit den Software-Produkten NEXT Farming PRO und NEXT Farming LIVE ein zukunftsorientiertes und herstellerübergreifendes Farm-Management-System an. Es ermöglicht den Landwirten, die Vorteile von Smart Farming unabhängig von der Betriebsform und -größe zu nutzen.

In Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency - ESA) treibt die BayWa darüber hinaus die Nutzung von Satellitendaten in der Landwirtschaft voran. Ziel ist, Satellitendaten optimal in landwirtschaftliche Prozesse einzubinden, um positive Effekte auf den Ressourcen- und Wassereinsatz sowie die Ernteerträge zu erzielen. Die Konzerntochtergesellschaft VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH verarbeitet und vermarktet die daraus entstandenen Daten.

Sonstige Aktivitäten

Die sonstigen Aktivitäten umfassen die zentralen Steuerungs- und Verwaltungsfunktionen des Konzerns sowie Randaktivitäten.

Leitung, Überwachung und Compliance

Die BayWa ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit einer dualen Führungsstruktur, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat.

Den Vorstand bildeten zum 31. Dezember 2022 vier Mitglieder: Prof. Klaus Josef Lutz (Vorsitzender des Vorstands und verantwortlich für die Segmente Regenerative Energien, Cefetra Group und Global Produce), Andreas Helber (Finanzvorstand), Marcus Pöllinger (Mitglied des Vorstands und verantwortlich für die Segmente Agrar, Technik, Digital Farming, Bau und Energie) sowie Reinhard Wolf (Generaldirektor und Vorsitzender des Vorstands der RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft).

Mit Wirkung zum 31. März 2023 wird Prof. Klaus Josef Lutz die operative Leitung der BayWa AG abgeben und aus dem Vorstand ausscheiden. Der Aufsichtsrat der BayWa AG hat das Vorstandsmitglied Marcus Pöllinger als neuen Vorstandsvorsitzenden ab 1. April 2023 bestellt. Weiterhin hat der Aufsichtsrat Dr. Marlen Wienert, die derzeit den Geschäftsbereich Agrar | Technik leitet, mit Wirkung zum 1. April 2023 in den Vorstand der BayWa bestellt.

Der Vorstand leitet die Aktiengesellschaft eigenverantwortlich mit dem vorrangigen Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig und langfristig zu steigern.

Dem Aufsichtsrat der BayWa AG gehören 16 Mitglieder an. Er überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und erörtert regelmäßig Geschäftsentwicklung, Planung, Strategie und Risiken mit dem Vorstand. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz ist der Aufsichtsrat der BayWa AG paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt. Der Aufsichtsrat hat zur Effizienzsteigerung seiner Arbeit sechs Ausschüsse gebildet.

Einzelheiten zur Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat sowie zu Corporate Governance bei der BayWa AG werden im Bericht des Aufsichtsrats bzw. in der Konzernerklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB dargestellt. Letztere findet sich im Corporate-Governance-Bericht und ist abrufbar unter www.baywa.com/​konzern/​corporate-governance/​corporate-governance.html.

Konzernweit gilt ein Code of Conduct, durch den innerhalb des gesamten BayWa-Konzerns ein allgemeingültiger Wertestandard geschaffen wird. Für Mitarbeiter, die potenzielle Compliance-Verstöße melden wollen, wurde - ergänzend zu den bereits bestehenden Möglichkeiten wie der Vertrauensperson - ein anonymes Hinweisgebersystem eingeführt. Die so gewonnenen Hinweise werden bei Bedarf zusammen mit Corporate Audit ausgewertet und weiterverfolgt. Im Rahmen von internen Untersuchungen mit Compliance-Bezug arbeiten Corporate Compliance und Corporate Audit eng zusammen. Außerdem existieren umfassende Compliance-Kontrollen, um die Einhaltung der Compliance-Grundsätze nachprüfen und gewährleisten zu können. Corporate Compliance wird durch den Chief Compliance Officer geleitet. Er berichtet direkt an den Vorsitzenden des Vorstands. In den Segmenten der BayWa sowie den wesentlichen Beteiligungsunternehmen wurden zudem Compliance-Beauftragte und Datenschutz-Referenten ernannt. Sie dienen den Mitarbeitern als zusätzliche Ansprechpartner und agieren als Multiplikatoren.

Die Organisationseinheit Corporate Compliance nimmt vor allem präventive Aufgaben wahr. Zur Verhinderung von Rechtsverstößen setzt Corporate Compliance insbesondere auf Schulungen sowie ein umfangreiches Beratungs- und Informationsangebot. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt dabei auf den Themenbereichen Kartellrecht, Korruptionsprävention, Datenschutz, Informationssicherheit, Zoll- und Exportkontrolle sowie Geldwäsche. Zu diesen Themen wurden umfangreiche Regelwerke entwickelt, die als konzernweite Vorgabe dienen.

Zur Umsetzung der Anforderungen des zum neuen Geschäftsjahr in Kraft getretenen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) wurde bereits im Jahr 2021 der Bereich Social Compliance geschaffen. Ab dem 1. Januar 2023 sind große Unternehmen, so auch die BayWa AG, dazu verpflichtet, umfangreiche Berichtspflichten und Auflagen zu erfüllen und menschenrechtliche Missstände in der eigenen Geschäftstätigkeit und bei eigenen Zulieferern zu identifizieren und zu beheben. Zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten arbeitet Social Compliance eng mit anderen Konzernfunktionen wie Sustainability, Purchasing, Risk und Public Affairs zusammen.

Die BayWa r.e. hat infolge ihres starken Wachstums und ihrer internationalen Präsenz zum Oktober 2022 eine eigene Compliance-Organisation aufgebaut, die vom Director Compliance der BayWa r.e. geleitet wird. Sie wird als erster Ansprechpartner für alle BayWa r.e.-Gesellschaften fungieren. Die Tätigkeitsschwerpunkte liegen auf den Themengebieten Kartellrecht, Anti-Korruption, Geldwäscheprävention und Interessenkonflikte.

Konzernziele und Strategie

Grundlage für die strategische Weiterentwicklung des BayWa-Konzerns ist die Unternehmensstrategie BayWa 2025 "Sustainable Solutions for Life". Dabei verfolgt das Unternehmen klare Zielkriterien.

Zentrales finanzielles Ziel des BayWa-Konzerns ist die nachhaltige Etablierung eines operativen Ergebnisses (EBIT) in der Spanne von 470 Mio. bis 520 Mio. Euro, die bis Ende des Jahres 2025 erreicht werden soll. Zuvor hatte die BayWa eine Zielspanne von 400 Mio. bis 450 Mio. Euro ausgegeben. Im Zuge der zuletzt sehr guten Entwicklung und getragen von den bedeutenden Trends und Grundbedürfnissen, die das Unternehmen bedient, wurde das Mittelfristziel in diesem Jahr weiter angehoben.

Zudem beabsichtigt die BayWa, ihr Handeln nachhaltiger zu gestalten und bis 2025 über 50 Prozent der Erträge aus nachhaltigen Geschäftsaktivitäten zu erzielen. Parallel dazu wird die Reduzierung der Treibhausgasemissionen des Unternehmens bis 2025 um mindestens 22 Prozent im Vergleich zu 2017 angestrebt. Bis 2030 möchte das Unternehmen Klimaneutralität erreichen. Ein weiterer bedeutender Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung der gesamten Unternehmensgruppe ist zudem die Einführung eines internen CO 2-Preises. Eine interne Gebühr von 50 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO 2) schafft innerhalb der einzelnen Segmente ein zweckgebundenes Budget für Klimaschutzmaßnahmen. Um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen, plant die BayWa allein bis 2025 rund 19 Mio. Euro unmittelbar in die eigene Dekarbonisierung zu investieren.

Weitere Kernbestandteile der Strategie sind die fortgeführte Internationalisierung des Geschäfts, Investitionen in Diversifizierung und flexible Strukturen, die Digitalisierung der eigenen Prozesse, Produktportfolios und Vertriebskanäle sowie ein beschleunigter Übergang von einem vor allem auf den Handel konzentrierten Unternehmen zu einem Projekt- und Lösungsanbieter. Zudem setzt die BayWa auf die Förderung innovativer Technologien und "grüner" Geschäftsmodelle.

Bei den Wachstumsambitionen des Konzerns liegt der Fokus derzeit auf den Segmenten Regenerative Energien, Cefetra Group und Global Produce, die ihr Potenzial über eine Vielzahl von Ländern, Projektpipelines, Sortimenten und Warenströme entwickeln. Die BayWa profitiert in nahezu allen Geschäftssegmenten von Trends wie Dekarbonisierung und Ernährungs- sowie Energiesicherheit, mit denen unabhängig von Marktschwankungen zahlreiche kurz- und langfristige Chancen verbunden sind. Dabei analysiert die BayWa ihr Geschäftsportfolio kontinuierlich im Hinblick auf künftige Wachstums- und Ertragspotenziale mit dem Ziel, die Profitabilität der Geschäftstätigkeit des BayWa-Konzerns zu sichern und dauerhaft zu steigern.

Geschäftsfeld Energie

Segment Regenerative Energien

Der sich rasant beschleunigende Klimawandel und drängende Fragen der Energiesicherheit erfordern ein noch schnelleres Wachstum der erneuerbaren Energien. Aus diesen Gründen hat die BayWa r.e. ihr neues strategisches Ziel definiert: "Wir beschleunigen das Wachstum der erneuerbaren Energien." Mit ihrem diversifizierten und synergetischen Portfolio richtet sich die BayWa r.e. an ein breites Spektrum an Märkten und Kundensegmenten: die Entwicklung und den Verkauf von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien, das Asset Management, die Erzeugung und Vermarktung von Ökostrom, die Bereitstellung von maßgeschneiderten Dekarbonisierungslösungen für Gewerbe- und Industriekunden sowie den Großhandel mit Solarkomponenten.

Um an der Spitze neuer Entwicklungen zu bleiben, ist die BayWa r.e. aktiv in der Pilotierung und Entwicklung von Projekten mit innovativen und neuen Technologien, wie schwimmende Photovoltaik, Agri-Photovoltaik (Agri-PV), Offshore-Wind, Batterie-Energiespeicher und grüner Wasserstoff. Im Jahr 2022 wurde eine Wasserstoff-Expertengruppe gegründet, die die Umsetzung der Technologie in den verschiedenen Geschäftsbereichen der BayWa r.e. unterstützt.

Das Thema Nachhaltigkeit bleibt im Fokus der BayWa r.e. Seit 2018 arbeitet der Konzern zu 100 Prozent "CO 2-kompensiert". Er hat einen Nachhaltigkeitsrahmen 2025 definiert, der sich an zehn ausgewählten Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientiert. Im Jahr 2022 veröffentlichte die BayWa r.e. ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2021. Der Bericht stellt die bisherigen Fortschritte bei der Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele und SDGs des Unternehmens dar und legt verschiedene Leistungskennzahlen offen.

Er dient als wichtige Grundlage für die Akquise zusätzlicher grüner Finanzierungen, um das weitere Wachstum des Unternehmens zu sichern.

Um den Weg für den weiteren Aufschwung der BayWa r.e. zu ebnen und sich auf die sich abzeichnenden Herausforderungen in der Branche vorzubereiten, wird das Stärken der Resilienz und das Erreichen operativer Exzellenz ein zentrales Thema für den Konzern in seiner 4-Jahres-Corporate-Roadmap bis 2026 sein.

Die BayWa r.e. Group wird sich strategisch neu ausrichten und sich auf die weltweite Wind- und Solarprojektentwicklung sowie den Ausbau der Geschäftseinheiten Independent Power Producer (IPP), Services und Energy Solutions konzentrieren. Das weltweite Solarhandelsgeschäft wird an einen neuen Eigentümer veräußert. Der Verkauf wird es ermöglichen, das investierte Kapital in das Wachstum der zukünftigen Kerngeschäfte umzuwidmen. Darüber hinaus wird die Neuausrichtung zu einer Verringerung der Komplexität führen, was der Gruppe helfen wird, weitere Effizienzsteigerungen zu erzielen.

Für die Zukunft rechnet das Unternehmen mit einem beträchtlichen Volumenwachstum, einschließlich einer Ausweitung der Projektpipeline, des IPP-Portfolios und des Kundenstamms für Energy Solutions.

Segment Energie

Im Segment Energie positioniert sich die BayWa als Logistikanbieter und nimmt vor allem im ländlichen Raum eine Grundversorgungsfunktion bei konventionellen Kraft- und Schmierstoffen sowie bei Wärmeträgern wahr. Dabei steht im Zentrum der Segmentstrategie der schrittweise Übergang von traditionellen zu alternativen Energieträgern.

So bildet im Wärmegeschäft der Ausbau des Geschäfts mit CO 2-neutralen Holzpellets einen Schwerpunkt. In diesem Zusammenhang hat der Logistikdienstleister Pellog GmbH, eine 100-prozentige Beteiligung der BayWa AG, zum 1. Januar 2022 das Geschäft der Spedition Heyne & Naumann GmbH mit Sitz in Oelsnitz, Vogtland, übernommen, um seine Kapazitäten im Logistikmarkt auszubauen.

Auch beim Ausbau von Mobilitätslösungen steht die Bereitstellung klimaneutraler bzw. sauberer Aktivitäten im Fokus. Vor allem die Bereiche Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität (E-Mobilität), LNG-Tankstellen und digitale Mobilität werden kontinuierlich vorangetrieben. Darüber hinaus werden insbesondere für Betreiber von Fuhrparks auf Basis einer umfassenden Flottenanalyse Lösungen für die E-Mobilität angeboten. Hier übernimmt die BayWa von der Installation und vom Betrieb bis zur Wartung von Ladeinfrastruktur sämtliche Aufgaben.

Aufbauend auf der Versorgung ihrer Kunden mit Heizenergie arbeitet die BayWa zudem an einer Erweiterung der Geschäftsaktivitäten für innovative Lösungen. Dazu gehört die Konzeption von Contracting-Angeboten in den Bereichen Kühlung und Eigenverbrauch von Mehrfamilienhäusern.

Die Ausfuhr flüssiger Brenn- und Kraftstoffen erfolgt künftig unter der neuen, einheitlichen Logistik-Marke enlog (Energie-Logistik). Auf diese Weise sollen Vertrieb und Logistik flexibler gestaltet und neue Absatzkanäle erschlossen werden, um dadurch in einem in den nächsten Jahren schrumpfenden Markt den Grundstein für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit zu legen.

Geschäftsfeld Agrar

Im Agrarbereich bekräftigt der Konzern seine Zielsetzung, das führende europäische Unternehmen für Agrarhandel, -distribution und -logistik mit globaler Reichweite zu werden und so einen Beitrag zu einer gesicherten globalen Ernährungsversorgung zu leisten.

Die BayWa will bestehende Kundenbeziehungen vertiefen und neue Kunden gewinnen, indem sie die Möglichkeiten des Exports in internationale Märkte ausschöpft, die Angebotspalette bei den Agrarerzeugnissen um Spezialitäten wie Stärkeprodukte, Hopfen und Hülsenfrüchte erweitert sowie neue Serviceangebote unterbreitet. Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit sind dabei integrale Bestandteile der Lieferketten. So wird das Kerngeschäft auf funktionaler und kosteneffizienter Basis weiterentwickelt.

Segment Cefetra Group

Im Segment Cefetra Group sieht die Strategie 2024 "Road to Ingredients" die Erweiterung des Angebots um aufbereitete Erzeugnisse sowie den Ausbau des Vermarktungsangebots für ökologisch und regional erzeugte Agrargüter vor. Im Sinne dieser Strategie hat die Cefetra Group 2022 ihre Handelsaktivitäten im Bereich Baumnüsse und Trockenfrüchte durch die mehrheitliche Übernahme der Heinrich Brüning GmbH ausgebaut, die als einer der größten Anbieter und Co-Packer für Trockenfrüchte mit ihrer Tochtergesellschaft Suntree GmbH auch im Bio-Segment erfolgreich etabliert ist. Damit beliefert Cefetra erstmals den Einzelhandel direkt. Daneben stärkt die BayWa kontinuierlich ihre Position als Supply Chain Manager im Agrarhandelsmarkt und diversifiziert ihr Portfolio durch internationale Partnerschaften. Dies sind wichtige Schritte, um den Ausbau der Spezialitätenstrategie der Ceftera, bereits heute einer der größten europäischen Importeure für Getreide- und Ölschrote, weiter voranzutreiben. Die Ziele aus der Strategie 2024 "Road to Ingredients" werden im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 abgeschlossen. Das Management wird bis Ende des Jahres 2023 die Roadmap für die Strategie 2029 abschließen.

Segment Agrar

Im Segment Agrar wird mit Blick auf das Erfassungs- und Betriebsmittelgeschäft kontinuierlich die Standortstruktur überprüft. Um künftig zwischen den beiden Segmenten Agrar und Technik größere Synergieeffekte erzielen zu können, werden die Standorte zunehmend in integrierten Agrar- und Technik-Servicezentren zusammengefasst. 2023 beabsichtigt die BayWa weitere Standorte zu modernisieren bzw. neu zu bauen.

Ein weiterer Fokus der Weiterentwicklung des deutschen Agrargeschäfts der BayWa liegt auf der Prozessoptimierung in der Logistikkette. Zur Wahrnehmung der Grundversorgungsfunktion der BayWa wird, gestützt auf ein Netz leistungsfähiger Zentrallager, ein Logistikkonzept etabliert, das jederzeit die Lieferfähigkeit für die Landwirtschaft sicherstellt und gleichzeitig eine Reduzierung der Kapitalbindung im Segment Agrar ermöglichen soll. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die digitale Prozessabwicklung in der Logistik, wodurch eine erfolgreiche Steuerung der zunehmenden Komplexität und Dynamik der logistischen Prozesse möglich wird. Ziel ist, bei sinkenden Kosten den Kundennutzen zu steigern. Auch die gezielte Diversifizierung des Produktportfolios sowie der Ausbau des Eigenmarkengeschäfts tragen zur Stärkung der Ertragskraft bei.

Im Vertrieb wird das Angebot verstärkt auf ganzheitliche Lösungen ausgerichtet, da die zunehmende Digitalisierung der Landwirtschaft zu veränderten Anforderungen führt. Der Einsatz digital gesteuerter Maschinen und Geräte zur Ausbringung von Betriebsmitteln erfordert häufig auch speziell abgestimmte Sorten von Saatgut, Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln. Dies führt notwendigerweise zu einer engen Verzahnung des Service im Segment Technik mit dem Betriebsmittelgeschäft des Segments Agrar, um den landwirtschaftlichen Kunden Service und Produkte aus einer Hand anzubieten. Daneben wird im Betriebsmittelgeschäft das E-Commerce-Angebot stetig ausgeweitet, um schnell und flexibel auf neue Marktchancen und Kundenwünsche reagieren zu können.

Segment Technik

Ein wichtiger Schwerpunkt der aktuellen Strategie im Segment Technik ist die weitere Hebung von Synergien, die zwischen dem Segment Agrar und dem Segment Technik bestehen. Beide Segmente versorgen zu großen Teilen identische Kundengruppen mit unterschiedlichen Produkten entlang der Wertschöpfungskette. In diesem Zusammenhang ist auch die zuvor genannte Zusammenlegung der Standorte zu sehen.

Zur Steigerung der Effizienz hat das Unternehmen zudem eine Zweiteilung in die Bereiche Agrartechnik einerseits und Spezialtechnik für Kommunen, Gewerbe und Forstbetriebe andererseits vorgenommen. Im Fokus steht darüber hinaus die Entwicklung herstellerübergreifender, digitaler Schnittstellen. Zudem stärkt die BayWa im Segment Technik kontinuierlich die markenspezifischen Vertriebsorganisationen.

Bedarfsgerechte und effektive Bewässerung ist eine bedeutende Anpassungsstrategie an den Klimawandel und somit wichtiges Zukunftsthema für landwirtschaftliche Betriebe. Trockene und heiße Sommer sowie extreme Starkregenereignisse machen ein aktives Bewässerungsmanagement immer wichtiger. Hier möchte die BayWa ihren Kunden künftig noch gezielter Lösungen anbieten und sie dabei unterstützen, Erträge zu sichern, ohne die Umwelt zu belasten.

Segment Global Produce

Die Ziele im Segment Global Produce sind der Aufbau neuer attraktiver Produktkategorien und die sichere Lieferung in wichtige Handelsbereiche durch vertikale Integration. Die BayWa entwickelt den Handel mit Obst und Gemüse kontinuierlich strategisch weiter, um das Potenzial der weltweit wachsenden Nachfrage nach gesunden Frischeprodukten durch Investitionen und Partnerschaften zu nutzen.

Mit dem Umzug der niederländischen Tochtergesellschaft TFC Holland B.V. (TFC), spezialisiert auf exotisches Obst und Gemüse, an einen neuen, leistungsfähigeren Standort zu Beginn des Jahres 2023 schafft die BayWa die Basis für den weiteren Ausbau ihrer Geschäftsaktivitäten. Der deutliche Ausbau der Lager-, Reife- und Verarbeitungskapazitäten ermöglicht moderne und effiziente Produktionsprozesse. Gleichzeitig sichert sich TFC den direkten Warenzugriff und baut ihr ganzjähriges Angebot an Avocados durch eine langfristig angelegte Kooperation mit Erzeugern im südlichen Afrika weiter aus.

Die Strategie von VentureFruit, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft von T&G Global, die auf Pflanzengenetik und Sortenmanagement spezialisiert ist, zielt darauf ab, Erzeuger, Händler und Verbraucher weltweit mit neuartigen Premium-Früchten zu bedienen. So investiert das Unternehmen zusammen mit dem Forschungsinstitut Plant & Food Research in die Entwicklung neuartiger Beerensorten, um die weltweit steigende Nachfrage zu bedienen. Ferner hat VentureFruit im Rahmen der Messe Fruit Logistica 2023 in Berlin die neue Apfelsorte "Tutti" vorgestellt. Tutti ist der weltweit erste klimatolerante Apfel, den VentureFruit gemeinsam mit den Lizenznehmern in ein paar Jahren im Einzelhandel in den Verkauf bringen wird

Das Projekt der BayWa für den Bau, Betrieb und Verkauf innovativer Gewächshäuser wurde mit dem Verkauf der Mehrheitsbeteiligung am Joint Venture mit der Al Dahra Group, Abu Dhabi, und des dazugehörigen Klimagewächshauses in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an einen spezialisierten Betreiber erfolgreich abgeschlossen (Closing 31. Juli 2022). Die in diesem Bereich gewonnenen Erfahrungen verschaffen der BayWa einen signifikanten Wissensvorsprung bei zukünftigen internationalen Kooperationen.

Geschäftsfeld Bau

Segment Bau

Die derzeit wichtigste strategische Stoßrichtung im Segment Bau ist die kontinuierliche Weiterentwicklung von einem reinen Produkthändler zum Anbieter von innovativen Dienstleistungen und Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Bauens. In diesem Zusammenhang stehen die Beteiligungen an dem Badmodul-Hersteller Tjiko GmbH und dem Großkeramik-Verarbeiter Ceraflex GmbH wie auch die Aktivitäten der BayWa Bau Projekt GmbH in der Projektentwicklung und -durchführung. Die BayWa investiert weiter gezielt in Lösungen des systemischen Bauens und in mehr Vorfertigung von Bauteilen, um effizientere Prozesse und mehr Produktivität innerhalb der Bauwirtschaft zu ermöglichen. Der Aufbau einer ökologischen Baustoffdatenbank unterstreicht das Engagement des Segments Bau für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Gebäudesektor.

Im klassischen Baustoffhandel liegt der strategische Fokus u. a. auf dem Ausbau des Angebots von Eigenmarken und Spezialsortimenten wie beispielsweise im Bereich Bau- und Konstruktionsholz. Darüber hinaus wird das Portfolio zunehmend auf nachhaltige Baustoffe ausgerichtet.

Kontinuierliche Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und die Digitalisierung bilden weitere Schwerpunkte. Über die Verknüpfung des stationären Handels mit dem digitalen BayWa Baustoffe Online-Portal bietet die BayWa ein Omni-Channel-Angebot für ihr gesamtes Vertriebsgebiet. Die onlinebasierten Angebote werden sukzessive um Schnittstellen in die Fachhandwerkersoftware der Kunden erweitert. Die Prozesseffizienz wird durch Systeme für automatisches Bestandsmanagement gesteigert. Um die Lieferfähigkeit jederzeit sicherzustellen, werden die zahlreichen regionalen Lager zu einem Netz verspannt, das durch eine leistungsfähige Logistik ergänzt wird.

Segment Innovation & Digitalisierung

Das Entwicklungssegment Innovation & Digitalisierung fokussiert primär den Bereich Digital Farming. Hier strebt die BayWa eine europaweit führende Rolle als kompetenter Partner der Landwirtschaft an.

Die Tochtergesellschaft FarmFacts GmbH ist mit Software-Produkten wie NEXT Farming PRO und NEXT Farming LIVE einer der Marktführer in Deutschland und der Treiber für Smart Farming im BayWa-Konzern. Dabei spielt die kontinuierliche technologische Weiterentwicklung der bestehenden Lösungen eine große Rolle. Wachstumschancen eröffnen sich im Smart Farming aber auch in den internationalen Märkten.

Mit ihrem Tochterunternehmen VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH betreibt die BayWa einen Service zur Ertragsvorhersage für Kulturen wie Weizen, Mais und Raps, die mit Hilfe von Daten des Sentinel-2-Satelliten aus dem Copernicus-Programm der EU/​ESA ermittelt wird. Außerdem bietet VISTA Lösungen im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft an, z. B. zum optimalen Einsatz von Stickstoff in der Düngung und zur Bewässerung.

Der Bereich eBusiness beinhaltet mit dem BayWa Portal für die Landwirtschaft die Plattform für den Online-Handel und nimmt im BayWa-Konzern eine Querschnittsfunktion bei der Digitalisierung der Schnittstellen und Prozesse zwischen der BayWa und den Kunden wahr. Der Fokus liegt hier auf einem Omni-Channel-Ansatz und der Weiterentwicklung zu einer smarten digitalen Kundenplattform sowie auf der Digitalisierung kundenorientierter Prozesse.

Die Initiativen der BayWa Venture GmbH stehen für den offenen Innovationsansatz der BayWa. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltig und messbar neue Geschäftsmodelle und Technologien für die BayWa und ihre Beteiligungen zu öffnen. Die Umsetzung erfolgt über die BayWa Venture Investments und die BayWa Venture Start-Up Kollaborationen.

BayWa Venture Investments investiert für den BayWa-Konzern über ihr Investitionsvehikel BayWa Venture GmbH in internationale Start-ups. In der Regel ist das Investment in Form einer Minderheitsbeteiligung gestaltet. Das Kapital dient den jungen Unternehmen vor allem zur Produktentwicklung mit dem Ziel, Marktreife zu erlangen. Im Fokus der Investments stehen ausgewählte Innovationen aus den Bereichen AgTech und FoodTech mit den Schwerpunktbereichen "Nachhaltige Landwirtschaft" und "Neue Proteine". Insgesamt besteht das Investitionsportfolio der BayWa Venture GmbH per 31. Dezember 2022 aus elf Minderheitsbeteiligungen.

Mit BayWa Venture Kollaborationen werden Innovationen durch Zusammenarbeit und Unterstützungsleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gefördert. Start-ups erhalten Zugang zum operativen Geschäft, zu den Industrie-Netzwerken sowie den Märkten und Kunden der BayWa. Die Zusammenarbeit reicht dabei von einem reinen Sparring über Tests und Pilotprojekte bis hin zu Produkt- und Serviceentwicklungen sowie Vertriebskooperationen. So gibt es beispielsweise eine Arbeitsgruppe, die strukturiert neue biologische Betriebsmittel von jungen Unternehmen identifiziert, evaluiert und mit Feldtests begleitet und so durch gemeinsame Versuche die Entwicklung marktfähiger Lösungen unterstützt.

Aus den Fokusfeldern der BayWa Venture GmbH heraus hat der Konzern zudem seit 2022 den Teilbereich New Protein Solutions als Teil des Segments Agrar aufgebaut, entwickelt darüber neue Aktivitäten im Bereich Protein-Handel (auch gemeinsam mit den Start-ups) und baut diese sukzessive aus. Der Protein-Handel umfasst den kundenzentrierten Spezialhandel von gesunden, regionalen und nachhaltigen Erzeugnissen mit der Lebensmittelindustrie.

Unternehmensfinanzierung

Bei der Unternehmensfinanzierung stützt sich die BayWa auf bewährte und verlässliche Partner. Dabei achtet sie auf eine angemessene Diversifizierung der Finanzierungsquellen, um ihre Unabhängigkeit zu wahren und Risiken zu begrenzen. So setzt die BayWa zunehmend auf Finanzierungsinstrumente mit Nachhaltigkeitsbezug: mit zwei ESG-linked Schuldscheindarlehen über insgesamt 502,5 Mio. Euro, einer ESG-linked Konsortialfinanzierung über ursprünglich 1,7 Mrd. Euro, die mittlerweile auf 2,0 Mrd. Euro erhöht wurde, und einem Green Bond über 500,0 Mio. Euro. Die Hybridanleihe der BayWa mit einem Volumen von 300,0 Mio. Euro wurde zum vertraglich vereinbarten, erstmöglichen Rückzahlungstermin im Oktober 2022 fristgerecht gekündigt und zurückbezahlt. Die Refinanzierung erfolgte durch die Begebung eines Schuldscheindarlehens und durch die Erhöhung der Konsortialfinanzierung. Von wesentlicher Bedeutung im BayWa-Konzern ist das effiziente Management des Working Capital als Saldogröße des kurzfristigen Vermögens abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Finanzierung des BayWa-Konzerns war im Geschäftsjahr 2022 jederzeit durch ausreichende Kreditlinien bei den Finanzierungspartnern gesichert.

Nachhaltigkeit bei der BayWa

Nachhaltigkeitsstrategie

Ernährung, Energie, Wohnen, Wärme, und Mobilität: Als Grundversorger trägt die BayWa seit jeher zur Erfüllung der Bedürfnisse der Menschen bei. Doch diese Grundbedürfnisse können langfristig nur erfüllt werden, wenn sie in Einklang mit der Umwelt und den Menschenrechten stehen - globale Herausforderungen wie der Klimawandel oder Biodiversitätsverlust beeinträchtigen nicht nur die Lebensgrundlagen, sondern auch das Geschäft der BayWa maßgeblich. Gleichzeitig hat die BayWa durch ihre globale Tätigkeit große Auswirkungen und Einflussmöglichkeiten auf eine nachhaltige Entwicklung.

Um den globalen Herausforderungen zu begegnen, hat die BayWa im Jahr 2021 eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Das Unternehmen gibt damit die strategische Ausrichtung beim Thema Nachhaltigkeit für die nächsten Jahre vor. Die Basis der Nachhaltigkeitsstrategie bilden vier Handlungsfelder: Wertschöpfung, Umwelt und Klima, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Gesellschaft. Jedes Handlungsfeld ist mit relevanten Kernthemen und strategischen Zielsetzungen hinterlegt. Die Strategie knüpft an die bisherige Nachhaltigkeitsstrategie an und setzt gleichzeitig wichtige neue Impulse: Kernthemen wie nachhaltige Produkte und Lösungen, nachhaltige Beschaffung, Klima und Energie, Kreislaufwirtschaft, Ökosysteme und Biodiversität sowie Wasser bestimmen die künftige strategische Stoßrichtung der BayWa beim Thema Nachhaltigkeit. Zu einigen Kernthemen wurden bereits messbare Ziele und Maßnahmen erarbeitet, für andere entwickelt die BayWa diese zukünftig.

Seit 2021 ist die BayWa zudem Mitglied des Global Compact der Vereinten Nationen (UN). Mit dem Beitritt verpflichtet sich die BayWa, die zehn Prinzipien der internationalen UN-Initiative bei Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Bekämpfung von Korruption zu wahren und zu fördern.

Klimastrategie

Mit ihrer Klimastrategie als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie will die BayWa dazu beitragen, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Dahinter steht auch ihr Ziel, von 2030 an klimaneutral zu sein (Scope-1- und -2-Emissionen). Dafür wird das Unternehmen in den nächsten Jahren seinen Energieverbrauch und seine Treibhausgasemissionen von Standorten, Firmenwagen und aus der eigenen Logistik deutlich senken, ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien beziehen und verbleibende Treibhausgasemissionen durch den Kauf von qualitativ hochwertigen Klimaschutzzertifikaten kompensieren.

Der interne CO 2-Preis, den die BayWa 2022 beschlossen hat, dient als zusätzliches Governance-Instrument, um die in der Klimastrategie verankerte Minderung von Treibhausgasemissionen erreichen zu können. Die Scope-1- und -2-Emissionen der BayWa werden intern mit 50 Euro pro Tonne CO 2-Äquivalente bepreist. Mit dem gewonnenen Budget sollen die benötigten Klimaschutzmaßnahmen finanziert werden. Die Bepreisung greift erstmalig im Jahr 2023, um ca. 6,8 Mio. Euro bereitzustellen.

Klimaziele der BayWa und Status der Zielerreichung

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Deckung des eigenen Stromverbrauchs zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien ab Ende 2020 /​ Ziel wurde im Jahr 2022 erneut erreicht

Reduzierung des Energieverbrauchs um 22 Prozent bis 2025 (Basisjahr 2017 und bezogen auf das EBITDA) /​ Ziel wurde im Jahr 2022 erneut erreicht (minus 65 Prozent)

Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 22 Prozent bis 2025 (Basisjahr 2017) /​ Ziel wurde im Jahr 2022 vorläufig erreicht (minus 23 Prozent)

Errichtung und Bereitstellung von 10 GW Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energien bis 2025 /​ Ziel wurde im Jahr 2022 erreicht (11,9 GW)

Klimaneutralität im eigenen Betrieb von 2030 an (Scope 1 und 2)

Die Zielerreichung im Bereich der Treibhausgase lässt sich durch die im Rahmen der Energiekrise stark angestiegenen Preise und die damit einhergehenden Sparmaßnahmen erklären. Die BayWa ist bestrebt, diese Reduktion auch dauerhaft durch entsprechende Maßnahmen aus dem Schema des internen CO 2-Preises zu halten. Die BayWa wird 2023 das Ambitionsniveau ihrer Ziele prüfen, um den veränderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden.

Die BayWa ist sich ihrer Verantwortung für die Treibhausgasemissionen bewusst, die in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette anfallen (Scope 3). Zu sechs der fünfzehn Kategorien berichtet die BayWa bereits auf jährlicher Basis. 2022 wurde eine konzernweite Wesentlichkeitsanalyse für die Scope-3-Emissionen durchgeführt, um die relevanten Scope-3-Kategorien zu identifizieren und die Datenerhebung auszuweiten. Die Definition einer Scope-3-Zielsetzung für den Konzern ist für 2023 geplant.

Menschenrechtliche Sorgfalt

Der BayWa-Konzern bekennt sich zur Wahrung der Menschenrechte und setzt die damit verbundenen Sorgfaltspflichten, wie sie im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) festgelegt wurden, kontinuierlich um. Die 2022 veröffentlichte Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte beruht auf internationalen Übereinkommen und Leitlinien wie der internationalen Menschenrechtscharta inkl. der relevanten Rechte aus den UN-Zivil- und Sozialpakten, den Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) und den Prinzipien des UN Global Compact. Gemeinsam mit den beiden Verhaltenskodizes der BayWa (Code of Conduct und Supplier Code of Conduct) fasst die Grundsatzerklärung die wesentlichen Prinzipien des eigenen Handelns und die Anforderungen an das Handeln von Geschäftspartnern zusammen.

ESG Ratings

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Rating Ergebnis
MSCI ESG AA
ISS ESG C+
CDP (Klima) B

Weiterführende Informationen zu Nachhaltigkeitszielen und -maßnahmen im BayWa-Konzern sind dem zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht zu entnehmen, der Teil des gesonderten Nachhaltigkeitsberichts 2022 ist, der auf der Homepage www.baywa.com/​verantwortung/​auf-einen-blick veröffentlicht wird.

Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter im BayWa-Konzern ist auch im Geschäftsjahr 2022 gestiegen. Zum Jahresende waren 22.508 Mitarbeiter im BayWa-Konzern beschäftigt (Vorjahr: 21.468). Im Jahresdurchschnitt erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr um 1.108 bzw. 5,2 Prozent auf 22.293 Beschäftigte. Der Anstieg resultiert insbesondere aus den Segmenten Regenerative Energien (Anstieg um 933 Mitarbeiter) und Agrar (Anstieg um 222 Mitarbeiter). In den Segmenten Bau und Regenerative Energien ist der Anstieg der Mitarbeiterzahlen im Wesentlichen auf eine starke Ausweitung der Segmente und die allgemeine Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Die Segmente Cefetra Group und Agrar verzeichnen aufgrund durchgeführter Geschäftsakquisitionen einen Mitarbeiterzuwachs im Geschäftsjahr 2022. Rückläufige Mitarbeiterzahlen sind vor allem im Segment Global Produce (Rückgang um 499 Mitarbeiter) infolge des Verkaufs einer Traubenfarm in Peru sowie im Segment Innovation & Digitalisierung (Rückgang um 20 Mitarbeiter) zu verzeichnen. In den anderen Segmenten bewegt sich die Zahl der Mitarbeiter in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Um dem insbesondere in Deutschland spürbaren Fachkräftemangel entgegenzutreten, setzt die BayWa seit Jahren auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Die BayWa zählt zu den großen Ausbildungsunternehmen in Deutschland. Im Jahr 2022 haben 489 Auszubildende ihre Berufsausbildung bei der BayWa begonnen.

Insgesamt waren im BayWa-Konzern zum Jahresende 1.387 Auszubildende und Trainees beschäftigt. Die Ausbildungsquote lag bei 5,7 Prozent.

Entwicklung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl im BayWa-Konzern

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Veränderung
2018 2019 2020 2021 2022 2022/​21
Regenerative Energien 1.449 1.826 2.272 2.821 3.754 933
Energie 958 986 1.017 1.359 1.411 52
Cefetra Group 438 487 477 496 623 127
Agrar 3.543 3.533 3.502 3.408 3.630 222
Technik 3.679 3.772 3.786 3.805 3.826 21
Global Produce 2.768 2.788 3.997 3.650 3.151 - 499
Bau 4.211 4.371 4.528 4.454 4.661 207
Innovation & Digitalisierung 183 198 225 240 220 - 20
Sonstige Aktivitäten 775 870 913 952 1.017 65
BayWa-Konzern 18.004 18.831 20.717 21.185 22.293 1.108
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Veränderung
2022/​21
Regenerative Energien 33,1 %
Energie 3,8 %
Cefetra Group 25,6 %
Agrar 6,5 %
Technik 0,6 %
Global Produce - 13,7 %
Bau 4,6 %
Innovation & Digitalisierung - 8,3 %
Sonstige Aktivitäten 6,8 %
BayWa-Konzern 5,2 %

Steuerungssystem

Die strategische Steuerung der Unternehmensbereiche basiert auf einer wertorientierten Unternehmensführung und einem integrierten Risikomanagement. Die operative Steuerung der Unternehmensbereiche erfolgt über Zielvorgaben; wichtigster finanzieller Leistungsindikator ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2022 wird im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Finanzielle Leistungsindikatoren" erläutert. Über nichtfinanzielle Steuerungsgrößen berichtet die BayWa in ihrem gesonderten Nachhaltigkeitsbericht. Bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, über die gesondert im Lagebericht zu berichten wäre, liegen nicht vor.

Die wertorientierte Steuerung dient der mittel- und langfristigen Portfolio-Optimierung und der strategisch ausgerichteten Kapitalallokation im Konzern. Sie gibt Auskunft darüber, ob die erzielten operativen Überschüsse in einer angemessenen Relation zu den risikoadjustierten Kapitalkosten stehen bzw. ob die Segmente ihre Kapitalkosten erwirtschaften. Dabei wird das in den Segmenten durchschnittlich investierte Kapital mit den risikogewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC) verzinst. Die Rendite auf das investierte Kapital (Return on Invested Capital - ROIC) der Segmente wird diesen Kapitalkosten gegenübergestellt. Ein positiver wirtschaftlicher Ergebnisbeitrag (Economic Profit) ergibt sich, wenn die Verzinsung des investierten Kapitals über den segmentspezifischen Kapitalkosten liegt (siehe Abschnitt "Economic Profit"). Insbesondere im internationalen Geschäft kommt dabei der Weiterentwicklung eines effizienten Risikomanagements eine wesentliche Bedeutung zu, um den langfristigen Geschäftserfolg abzusichern. Das Risikomanagement wird durch ein Risk Board unter Leitung des Vorsitzenden des Vorstands überwacht und gesteuert. Daneben übernimmt das Global Book System (GBS) die Koordination des Handelsmanagements im Handel mit Getreide, Ölsaaten und Co-Produkten. Im GBS werden übergreifend für die nationalen und internationalen Bereiche die Handels- und Risikopositionen der einzelnen Produktlinien aufeinander abgestimmt und optimiert.

Forschung und Entwicklung im Segment Innovation & Digitalisierung

Forschung und Entwicklung betreibt der BayWa-Konzern im Zusammenhang mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung des Segments Innovation & Digitalisierung. Die entsprechenden Aktivitäten liegen dabei im Zuständigkeitsbereich der Tochtergesellschaften FarmFacts GmbH und VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH.

Die Forschung im Bereich Digital Farming konzentriert sich im Rahmen von Pilotprojekten vor allem auf neue Methoden für Aussaat und Düngung sowie auf Dienste und Anwendungen der Satellitenfernerkundung in der Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft und bei Umweltthemen. Digital Farming eröffnet Landwirten neue Wege, um ihre Betriebsprozesse zu optimieren und damit sowohl kosteneffizienter als auch nachhaltiger zu wirtschaften. So bietet die BayWa-Beteiligung FarmFacts unter der Marke NEXT Farming ein Farm-Management-System an, das Landwirten hilft, landwirtschaftliche Prozesse und Landmaschinen telematisch zu steuern und zu verwalten. Die Software vereint wichtige Funktionalitäten von der Dokumentation und dem Vertragswesen über das Teilflächenmanagement bis hin zur Umsetzung landesspezifischer Regeln der Düngeverordnung und Vernetzung mit der Landtechnik.

Die BayWa-Konzerntochter VISTA entwickelt kontinuierlich Lösungen, die mit Hilfe von Satellitendaten und dem physikalisch-basierten Pflanzenwachstumsmodell PROMET dabei helfen, Ressourcen zu schonen, den Wasserverbrauch zu verringern und die Ernteerträge zu steigern. PROMET berechnet die Entwicklung von Pflanzen mit großer Präzision in stündlichen Rechenschritten. Das ermöglicht zusammen mit aktuellen Satellitendaten die Ableitung des aktuellen Zustands von Pflanzenbeständen durch tägliche, wolkenunabhängige und vor allem absolute Werte, beispielsweise für Biomasse und Ertrag. Das hilft dem Landwirt bei der Optimierung der Aussaat und beim Einsatz von Dünger und Wasser.

Zum 31. Dezember 2022 waren im Bereich Forschung und Entwicklung 63 Mitarbeiter (Vorjahr: 77 Mitarbeiter) tätig. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand des BayWa-Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2022 insgesamt auf 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro). Die aktivierte Eigenleistung für neue Produkte im Bereich Digital Farming betrug rund 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 4,4 Mio. Euro).

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft war im Geschäftsjahr 2022 von einer maßgeblichen Beeinträchtigung der durch die Corona-Pandemie bereits geschwächten Wirtschaftslage gekennzeichnet. Die wesentlichen negativen Faktoren waren der Krieg gegen die Ukraine, hohe Inflationsraten, die Erhöhung der Zentralbankzinsen zur Inflationsbekämpfung und eine signifikante Konjunkturabschwächung in China im Zuge der Null-Covid-Strategie (IWF, World Economic Outlook, Januar 2023).

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner jüngsten Schätzung von Januar 2023 davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2022 ein Wachstum von rund 3,4 Prozent erreichte. In den Industriestaaten betrug das Wachstum laut IWF rund 2,7 Prozent. In den Schwellen- und Entwicklungsländern legte das Bruttoinlandsprodukt um 3,9 Prozent zu. In den Staaten des Euro-Raums betrug das Wirtschaftswachstum 3,5 Prozent. In den für die BayWa besonders wichtigen Märkten Deutschland und Österreich belief sich das Wirtschaftswachstum auf 1,9 Prozent respektive 4,7 Prozent (IWF, World Economic Outlook, Januar 2023; WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Konjunkturprognose 4/​2022, Dezember 2022).

Die jährliche Inflationsrate des Euro-Raums lag nach Rekordwerten von über 10 Prozent in den Herbstmonaten per Dezember 2022 bei 9,2 Prozent, so die Europäische Statistikbehörde Eurostat. Der Leitzins (Hauptrefinanzierungsgeschäft) der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde in der Folge erstmals seit 2016 im Juli auf zunächst 0,5 Prozent und dann in mehreren Schritten bis Dezember auf 2,5 Prozent erhöht (Eurostat, Annual inflation down to 9.2% in the euro area, January 2023; https:/​/​www.ecb.europa.eu/​stats/​policy_​ and_​exchange_​rates/​key_​ecb_​interest_​rates/​html/​index.en.html).

Im laufenden Geschäftsjahr 2023 wird sich das weltweite Wachstum voraussichtlich weiter abschwächen. Die wesentlichen Faktoren für diesen Trend sind eine zunehmend straffere Fiskalpolitik zur Eindämmung der hohen Inflation, fortwährende Beeinträchtigungen der globalen Wirtschaftsströme aufgrund des Krieges gegen die Ukraine und geringere Investitionsquoten in den Schwellen- und Entwicklungsländern (IWF, World Economic Outlook, Januar 2023).

Im Jahr 2023 rechnet der IWF mit einer geringen globale Wachstumsdynamik. Dennoch hat sich das Stimmungsbild mit einer Wachstumsprognose von 2,9 Prozent etwas aufgehellt. Noch im Oktober waren die Analysten des IWF von einem Wirtschaftswachstum in Höhe von nur 2,7 Prozent ausgegangen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 4,0 Prozent steigen. In den Industrieländern wird ein Zuwachs um 1,2 Prozent erwartet. Im Euro-Raum erwartet der IWF nur rund 0,7 Prozent Wachstum. In Deutschland soll die Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 unterjährig zwar rezessive Phasen durchlaufen, auf Gesamtjahresebene aber mit 0,1 Prozent zumindest leicht zulegen. Im Oktober hatte der IWF in Deutschland noch mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. In Österreich geht das WIFO von einem leichten Wachstum in Höhe von 0,3 Prozent aus (IWF, World Economic Outlook, Januar 2023; WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Konjunkturprognose 4/​2022, Dezember 2022).

Die EZB strebt für den Euro-Raum mittelfristig Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von 2 Prozent an. Allerdings ist diese Zielmarke vorerst in weite Ferne gerückt. Mit Wirkung zum 22. März 2023 wurde deshalb der Leitzins um 50 Basispunkte auf 3,5 Prozent angehoben. Damit hält der EZB-Rat an seinem geldpolitischen Kurs fest (EZB, Combined monetary policy decisions and statement, March 2023).

Operative Geschäftsentwicklung

Geschäftsfeld Energie

Markt- und Branchenentwicklung 2022/​23

Entwicklung erneuerbare Energien

Die internationale Wirtschaft ging mit relativem Optimismus in das Jahr 2022. Die von der Corona-Pandemie ausgehenden Risiken waren in vielen Teilen der Welt abgeklungen und die Wirtschaft wuchs 2021 um 6,1 Prozent, während sie 2020 noch um 3,1 Prozent geschrumpft war (World Bank). Obwohl die europäischen Strom- und Gaspreise im Winter 2021/​22 im historischen Vergleich auf Rekordhöhe stiegen, sah es zum Frühjahr wieder nach einer Normalisierung aus. Die abnehmenden Prognosen hinsichtlich der Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke, die niedrigen Füllstände der Reservoire für die Wasserkraft und die geringeren Erdgaslieferungen aus Russland nach Europa deuten jedoch auch auf bevorstehende Herausforderungen hin (European power volumes & prices: 2022 in review, Wood Mackenzie).

Der russische Angriff auf die Ukraine Ende Februar und die politische Instrumentalisierung der Gaslieferungen nach Europa führten zu einer Destabilisierung der regionalen und globalen Energiemärkte. Die europäischen Rohstoffpreise erreichten im Jahr 2022 ein noch nie dagewesenes Niveau, wobei Erdgas am niederländischen Handelsplatz TTF (Title Transfer Facility, ein virtueller Handelsplatz) im Durchschnitt 122 Euro pro Megawattstunde (MWh) kostete (zwischen 2015 und 2020 lag der Durchschnittspreis bei nur 16 Euro/​MWh). Dadurch stiegen die Strompreise im August 2022 in vielen Ländern der Europäischen Union (EU) auf400 bis 550 Euro/​MWh (European power volumes & prices: 2022 in review, Wood Mackenzie).

Die Krise zwang die europäischen Regierungen und Institutionen, unausgereifte Verordnungen zu erlassen. Ein Beispiel ist die Erlösobergrenze, die auf EU-Ebene eingeführt wurde, um "Überschussgewinne" aus sogenannten inframarginalen Stromerzeugungsanlagen wie Wind- und Solarenergieanlagen, aber auch Kernkraftwerken abzuschöpfen. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Gestaltung und Umsetzung in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten führte sie jedoch zu Unsicherheiten auf den Märkten und bei Investoren. Die Entwicklungen des Jahres 2022 werden tiefgreifende Auswirkungen auf die Zukunft der Strommärkte in Europa haben, da die Regulierungsbehörden der EU und der Mitgliedstaaten sowie Großbritannien sich darangemacht haben, den regulatorischen Rahmen für ihre jeweiligen Märkte neu zu gestalten.

Trotz dieser Herausforderungen wurden im Jahr 2022 weltweit schätzungsweise 375 Gigawatt (GW) an Photovoltaik-(PV-)Anlagen und Windenergieanlagen installiert - 33 Prozent mehr als der Rekordwert von 283 GW aus dem Jahr 2021 (BloombergNEF, Dezember 2022). Damit stieg die kumulierte globale installierte Leistung an PV und Windenergie auf 2.188 GW.

Der jährliche PV-Kapazitätszuwachs von 269 GW im Jahr 2022 - 47 Prozent mehr als im Vorjahr - umfasst 143 GW an Aufdach- und 126 GW an Freiflächenanlagen. Der asiatisch-pazifische Raum war wieder einmal der Motor des globalen PV-Marktwachstums: Die Kapazität in dieser Region stieg um 165 GW, was einem Zuwachs von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht und etwa zwei Drittel des globalen PV-Kapazitätszuwachses im Jahr 2022 ausmacht. Europa, der Nahe Osten und Afrika, also die EMEA-Region, sowie Nord- und Südamerika folgen mit 52 GW und 41 GW, 10 GW sind nicht klassifiziert. China behielt seine regionale und globale Führungsrolle bei, indem es im Jahr 2022 126 GW an PV-Solarkapazität installierte. Die USA (24 GW), Indien (18 GW) und Brasilien (11 GW) folgen.

In der EMEA-Region war Deutschland mit einem geschätzten Zubau von 7,4 GW an PV-Kapazität führend, gefolgt von Spanien (7 GW), Polen (4,3 GW) und den Niederlanden (4,3 GW). 57 Prozent der EMEA-PV-Kapazität wurden auf Dächern von gewerblichen, industriellen und privaten Verbrauchern installiert. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Aufdachanlagen auch in den Jahren 2023/​24 aufgrund hoher Strompreise und staatlicher Subventionen hoch bleiben wird, was das Wachstum für Solar-PV-Großhändler vorantreiben wird.

Im Jahr 2022 wurden auf dem globalen Windenergiemarkt schätzungsweise 106 GW an neuen Kapazitäten zugebaut, was einem Anstieg von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Zubau an Onshore-Windkraftanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf insgesamt 93 GW und glich den Rückgang des Offshore-Zubaus aus, der sich 2022 auf 13 GW belief, gegenüber 17 GW im Jahr 2021. Der asiatisch-pazifische Raum führte den globalen Markt mit einem Zubau von 63 GW an, gefolgt von 26 GW in der EMEA-Region und 17 GW in Nord- und Südamerika. China baute seine weltweite Führungsposition mit einem Zubau von 55 GW an Windenergiekapazität im Jahr 2022 weiter aus, gefolgt von 11 GW in den Vereinigten Staaten, 4,3 GW in Deutschland und 3,9 GW in Großbritannien. Windenergieprojekte haben längere Vorlaufzeiten und erfordern im Vergleich zur PV strengere Umweltverträglichkeitsprüfungen. Darüber hinaus ermöglicht die Modularität Letzterer ihren Einsatz in einer Größenordnung von einigen Kilowatt bis zu mehreren Megawatt, ohne dass sich die Wirtschaftlichkeit verschlechtert, was sie für Entscheidungsträger zu einer bevorzugten Wahl zur Senkung der Energiekosten macht.

Die Lockerung der Pandemie-Beschränkungen in China, die verstärkte Entschlossenheit Europas, den Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen des REPowerEU-Programms zu beschleunigen und die Einführung des Inflation Reduction Act in den USA werden den Zubau an PV-Kapazität im Jahr 2023 vermutlich auf über 300 GW ansteigen lassen. Auch der Windenergiemarkt wird seinen Wachstumstrend fortsetzen, wenn auch langsamer als der PV-Markt. Unabhängige Analysten prognostizieren, dass sich die neu installierte Windkraftkapazität im Jahr 2023 auf 109 GW belaufen wird. Da zahlreiche politische Maßnahmen die Nachfrage nach erneuerbaren Energien ankurbeln, wird erwartet, dass die jährlichen weltweiten Installationen bis 2025 500 GW überschreiten werden, wobei die Möglichkeit eines zusätzlichen Wachstums besteht, wenn die politischen Entscheidungsträger und die Industrie die Herausforderungen bei den Genehmigungen und in der Lieferkette bewältigen können (BloombergNEF, Dezember 2022).

Entwicklung Energie

Eine Schlüsselrolle für die Marktentwicklung im Segment Energie nimmt der Rohölpreis ein. Er ist ein Leitindikator für die Nachfrage- und Preisentwicklung zahlreicher fossiler Energieträger. Lag der Rohölpreis zu Jahresbeginn 2022 noch bei rund 80 US-Dollar/​Barrel, schnellte dieser mit Beginn des Krieges gegen die Ukraine und der damit einhergehenden Verunsicherung auf den globalen Rohstoffmärkten schlagartig nach oben. Im März erreichte der Rohölpreis mit einem Tageshoch von rund 139 US-Dollar/​Barrel den höchsten Stand seit 2008. Ein weiterer preistreibender Faktor war der seitens der G-7-Staaten und der Europäischen Union verhängte Ölpreisdeckel für russische Ölausfuhren mit Wirkung ab Dezember 2022. Weiteren Druck auf die Märkte übte die geringe globale Ölproduktion aus. Hatte diese im Jahresverlauf bereits weit unter den beabsichtigten Zielmengen gelegen, beschloss das Ölkartell der OPEC+ zusätzlich im Oktober 2022 eine Verringerung der Zielmengen ihrer Rohölproduktion, was kurzfristig zu einem erneuten, deutlichen Kurssprung führte. Diese Entwicklung wurde kontrastiert durch das Aufkommen einer globalen Rezession und der damit verbundenen Erwartung einer geringeren Nachfrage. Dadurch sank der Rohölpreis im zweiten Jahresverlauf bis Ende Dezember 2022 sukzessive wieder auf das Niveau von Anfang 2022. Im rechnerischen Jahresmittel lag der Rohölpreis mit 98,1 US-Dollar/​Barrel jedoch rund 28 US-Dollar über dem Durchschnitt des Vorjahres (TECSON, Rohölpreis, 2022).

Für das laufende Jahr 2023 geht die U.S. Energy Information Administration (EIA) auf Basis einer gedämpften Nachfrage von einem deutlich niedrigeren Rohöldurchschnittspreis von rund 84 US-Dollar/​Barrel aus. Prognoseunsicherheiten bestehen vor allem mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in China sowie die Rolle der russischen Ölproduktion (EIA, Short-Term Energy Outlook February, 2023). So verzichtet Deutschland neben den bereits bestehenden Sanktionen zusätzlich seit dem Jahreswechsel auf russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline. Gleichzeitig soll ein Teil der Importe durch kasachisches Öl ersetzt werden (GTAI, https:/​/​www.gtai.de/​de/​trade/​kasachstan/​branchen/​gruenes-licht-kasachstan-liefert-mehr-oel-nach-deutschland-946248).

Im Wärmegeschäft unterliegt die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen zum einen wetterabhängigen Verbrauchsschwankungen, zum anderen wird das Einkaufsverhalten von der Preisentwicklung beeinflusst. Der Preis für Heizöl folgt im Wesentlichen der Entwicklung des Rohölpreises. Ausgehend von einem bereits vergleichsweise hohen Niveau von knapp 87 Euro/​100 Liter verzeichneten die Heizölpreise im Geschäftsjahr 2022 einen deutlichen Anstieg und sprangen im März 2022 auf ein Rekordhoch von 204,5 Euro/​100 Liter. In den Folgemonaten fand, analog zum Rohölpreis, eine deutliche Entspannung statt. Mit einem Jahresdurchschnitt von 139 Euro/​100 Liter lag der Heizölpreis dennoch deutlich über dem Preisniveau der vergangenen Jahre (TECSON, Heizölpreise, 2022). Der Absatz von Heizöl in Deutschland stieg im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent (BAFA, Amtliche Mineralöldaten, Dezember 2022). Die Angst vor Versorgungsengpässen bei Gas hat Großverbraucher in Industrie und Gewerbe auf Heizöl ausweichen lassen und war einer der Hauptgründe für eine höhere Nachfrage. Insgesamt führen Einsparungen im Verbrauch durch moderne Technologien, energetische Sanierungen, mildere Winter und die steigende Verwendung erneuerbarer Energieträger jedoch zu einem sinkenden Heizölverbrauch. Dieser Trend wird sich auch künftig fortsetzen. So sieht das deutsche Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor, dass ab 2026 eine Ölheizung nur noch als Teil eines hybriden Systems installiert werden kann, das Ölheizungen mit einem erneuerbaren Wärmeträger kombiniert. In Österreich beinhaltet das Bundes-Regierungsprogramm 2020 bis 2024 bereits seit 2020 das Verbot von Ölheizungen im Neubau sowie seit 2021 bei Heizungswechsel.

Im Jahr 2022 war zudem ein sprunghafter Anstieg der Preise für Holzpellets zu verzeichnen. Zwischenzeitlich war mehr als eine Verdreifachung der Preise gegenüber dem Vorjahr auf rund 746 Euro/​Tonne (bei Abnahmemenge 26 Tonnen Bund) zu verzeichnen. Dabei war die Preissteigerung im Wesentlichen auf eine deutlich erhöhte Nachfrage sowie erhöhte Kosten bei Produktion und Transport zurückzuführen (DEPI, Pelletpreis/​ Wirtschaftlichkeit, Februar 2023; DEPV, Energiekrise beeinflusst Pelletpreis, November 2022). Hinzu kam eine zeitweise Unterbrechung des Angebots aufgrund von gestörten Lieferketten und eines im März 2022 erlassenen EU-weiten Einfuhrverbots von Holzpellets aus Belarus und Russland (GTAI, https:/​/​www.gtai.de/​ de/​trade/​russland/​branchen/​holz- und-papier-unterliegen-ein- und-ausfuhrbeschraenkungen-819516). Der Verbrauch von Holzpellets stieg in Deutschland im Jahr 2022 um 10,3 Prozent an. Auch die Zahl der im Jahr 2022 neu installierten Pelletfeuerungen ist weiter gestiegen. Daher wird im laufenden Jahr 2023 mit einem beschleunigten Wachstum des Pelletverbrauchs gerechnet (DEPV, Pelletproduktion und -verbrauch in Deutschland, Zubau von Pelletfeuerungen in Deutschland, 02.03.2023). Mittelfristig ist jedoch als Folge geänderter Förderbedingungen für Pelletheizungen von einem abflachenden Marktwachstum auszugehen. Wegen der im August 2022 geänderten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden nach Schätzung des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV) über 95 Prozent der bisher förderfähigen Holzzentralheizungen ab dem 1. Januar 2023 keine Subventionen mehr erhalten. Dadurch sinkt die Attraktivität der Installation von Holzfeuerungsanlagen. Bestandsanlagen sind von den Änderungen nicht betroffen. Es ist davon auszugehen, dass Holzpellets aber weiterhin ein wichtiger Baustein in der dezentralen Energieversorgung bleiben werden.

Bei Kraftstoffen nahm der Gesamtabsatz in Deutschland im Jahr 2022 um 0,7 Prozent zu. Dabei erhöhte sich der Absatz von Ottokraftstoffen um 3,5 Prozent. Der Absatz von Diesel sank hingegen um 0,6 Prozent. Der Gesamtabsatz von Schmierstoffen verringerte sich aufgrund einer knappen Verfügbarkeit von Grundölen als Vorprodukt 2022 um 3,6 Prozent (BAFA, Amtliche Mineralöldaten, Dezember 2022). Ursache hierfür sind im Wesentlichen die Entwicklungen am Rohölmarkt und die große Bedeutung Russlands bei der Beschaffung von Grundölen. Stark gestiegenen Kraftstoffpreisen stand dabei eine im Vorjahr durch Lockdowns beeinflusste, niedrigere Fahrleistung gegenüber (Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Verkehr in Zahlen 2022/​2023). Weitere wichtige Faktoren sind der Fahrzeugbestand und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Angesichts des zu erwartenden leichten Rückgangs der Wirtschaftsleistung in Deutschland ist von einem leicht sinkenden Absatz von ölbasierten Kraftstoffen auszugehen. In den kommenden Jahren ist generell mit einem strukturellen Rückgang der Nachfrage nach Kraft- und Schmierstoffen zu rechnen. So plant die Bundesregierung, bis 2030 einen Fahrzeugbestand von mindestens 15 Millionen Elektroautos zu erreichen (Deutsche Bundesregierung, Koalitionsvertrag 2021). Große Chancen ergeben sich so wiederum für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Ebenfalls großes Potenzial bietet der Einsatz von flüssigem Erdgas (Liquefied Natural Gas - LNG) im Verkehrssektor, gerade im Schwerlastbereich (Gas e. V., Bio-LNG im Schwerlastverkehr).

Geschäftsverlauf

Segment Regenerative Energien

Das Segment Regenerative Energien entwickelte sich im Jahr 2022 sehr positiv. Die Verkäufe von Anlagen haben im Berichtsjahr eine Gesamtleistung von 797,0 Megawatt (MW) erreicht. Der Anteil der schlüsselfertig errichteten Kraftwerke lag bei rund 97 Prozent. Im Vorjahr hatte dieser Anteil bei rund 74 Prozent gelegen, bei einer Gesamtleistung der realisierten Projekte von 612,8 MW. Neben der Errichtung schlüsselfertiger Wind- und Solarparks fließen in die Gesamtleistung auch der Verkauf von baufertigen Projektrechten sowie Generalunternehmerleistungen wie Planungs-, Beschaffungs- und Bauleistungen ein.

In der Geschäftseinheit Wind Projects wurden sechs Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 59,8 MW (Vorjahr: 119,8 MW) in den Ländermärkten Frankreich (19,1 MW), Australien (18,2 MW), Italien (18,0 MW) und Deutschland (4,5 MW) veräußert, wobei ein französisches Projekt nur zu 49 Prozent extern verkauft wurde. Die restlichen 51 Prozent des Windparks sowie drei weitere wurden in das eigene Portfolio der Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer) übertragen (insgesamt 75,6 MW). Die BayWa r.e. Group wird die kaufmännische und technische Betriebsführung für einen Großteil dieser Anlagen übernehmen. Darüber hinaus wurde ein erster Meilenstein für den Einstieg in die Offshore-Projektierung erreicht - die BayWa r.e. Group erhielt zusammen mit zwei Partnern im Rahmen einer Ausschreibung von Crown Estate Scotland den Zuschlag für einen schwimmenden Offshore-Windpark mit einer Gesamtleistung von 960 MW. Bei der Errichtung eines amerikanischen 95-MW-Windparks kam es aufgrund standortbedingter Unwägbarkeiten teilweise zu Baustopps und somit zu erheblichen Verzögerungen und Kostensteigerungen. Infolgedessen wurde eine Abwertung des Buchwerts des im Bau befindlichen Windparks vorgenommen. Nach Fertigstellung soll der Windpark von der BayWa r.e. betrieben werden.

In der Geschäftseinheit Solar Projects wurden 16 Freiflächenanlagen und vier Floating-PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 704,7 MW (Vorjahr: 394,0 MW) sowie vier Projektrechte für die Errichtung von Freiflächenanlagen (26,4 MW) bzw. Batteriespeicher (208 MW, 416 MWh) veräußert. Von der Gesamtleistung bei Solaranlagen entfielen 270,5 MW auf die USA, 202,44 MW auf die Niederlande, 115,0 MW auf Spanien und 110,1 MW auf Großbritannien. Darüber hinaus wurden drei in Betrieb genommene Projekte mit insgesamt 43,0 MW in die Einheit IPP übertragen.

Die Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer) betreibt ausgewählte Solar- und Windparks und hat im Jahr 2022 das zweite volle Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen. Zudem ist der Energiehandel der Geschäftseinheit IPP zugeordnet. Im Jahr 2022 wurde das Portfolio um sieben Parks vergrößert, sodass zum Jahresende 26 Wind- und Solarparks in Europa, Nordamerika und Australien mit einer Gesamtleistung von etwa 0,8 GW operativ im Bestand waren. Von den hohen Strompreisen konnten das Portfolio sowie der Energiehandel profitieren. Die gestiegenen Volatilitäten der Energiepreise führten im Energiehandel aber auch zu höheren Beschaffungskosten.

Die Geschäftseinheit Services erzielte im Jahr 2022 ein Wachstum der weltweit betreuten Anlagenkapazität um mehr als 5 Prozent auf über 10,2 GW (Vorjahr: 9,7 GW). Ergänzt wurde dieses Wachstum um erneute Vertriebserfolge im Bereich Photovoltaik-(PV-)Repowering in Deutschland, Italien und Frankreich. Lieferkettenbedingte Verzögerungen der Inbetriebnahmezeitpunkte von erneuerbaren Energieanlagen, sowie Verzögerungen in den Startdaten von Repowering-Projekten erschwerten das Geschäft in der Einheit Services.

Im Handel mit Photovoltaikkomponenten ist die Gesamtleistung der verkauften PV-Module um rund 71 Prozent auf knapp 3,5 Gigawatt peak (GWp) gestiegen. Bei den Produktgruppen Wechselrichter und Montagesysteme wurde jeweils eine signifikante Steigerung um rund 60 bzw. 110 Prozent erzielt. Im Geschäft mit Storage-Produkten wurde der Vorjahreswert um etwa 140 Prozent übertroffen. Das Wachstum ist vor allem auf die anhaltend hohe Nachfrage nach erneuerbaren Energien und die, trotz widriger Bedingungen, guten Produktverfügbarkeiten der Solarhandelsgesellschaften zurückzuführen. Über die in den Ländermärkten etablierten Webshops wurden in diesen Produktbereichen Umsätze von knapp 480 Mio. Euro abgewickelt, was einer Steigerung zum Vorjahr von ca. 100 Prozent entspricht. Insgesamt erwirtschaftete der Solarhandel den größten Teil seines Umsatzes in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (74 Prozent), gefolgt von Amerika (23 Prozent) und Asien (3 Prozent).

Die Geschäftseinheit Energy Solutions konnte im Jahr 2022 durch erfolgreiche Vertriebsaktivitäten sowohl in Europa als auch in Südostasien ihre Projektpipeline ausbauen, eine Vielzahl an Dach-, Carport- und Freiflächenprojekten realisieren und sich somit weiter als internationaler Entwickler integrierter Lösungen im Bereich erneuerbarer Energien für Unternehmen etablieren.

Der Umsatz des Segments Regenerative Energien konnte im Geschäftsjahr 2022 um 82,3 Prozent auf 6.489,2 Mio. Euro ausgeweitet werden. Das EBIT erreichte im Berichtsjahr mit 239,1 Mio. Euro einen neuen Bestwert und übertrifft damit den bisherigen Höchstwert von 135,0 Mio. Euro aus dem Vorjahr um rund 77 Prozent. Die Verbesserung des operativen Ergebnisses ist im Wesentlichen auf das starke Wachstum im Solarhandel zurückzuführen. Die Geschäftseinheit IPP übertraf das Vorjahresergebnis ebenfalls deutlich. Die Ergebnisverbesserung im Portfolio ergab sich zum einen aus den neu hinzugewonnenen Anlagen und zum anderen - wie auch im Energiehandel - aus den hohen Strompreisen. Darüber hinaus wirkte sich der Verkauf der BayWa r.e. Bioenergy GmbH positiv auf das Ergebnis im Segment Regenerative Energien aus.

Die Corona-Pandemie wirkte sich im Berichtsjahr weniger bedeutend auf die BayWa r.e. Group aus als in den Vorjahren. So kam es zwar weiterhin zu Verzögerungen etwa bei Genehmigungsprozessen und auch zu Lieferengpässen. Letztere sind jedoch weniger auf das Pandemie-Geschehen, sondern viel mehr auf die weiterhin gestörten Lieferketten zurückzuführen.

Segment Energie

Im Segment Energie war im Berichtszeitraum eine gute Entwicklung zu verzeichnen. Sowohl bei Kraftstoffen als auch bei Wärmeenergieträgern war trotz eines hohen Preisniveaus die Nachfrage solide. Aufgrund des Krieges gegen die Ukraine und der damit einhergehenden hohen Unsicherheiten hinsichtlich der Versorgung im Winter sowie weiterer Preissteigerungen an den globalen Rohstoffmärkten kam es teilweise zu einer vorzeitigen Bevorratung seitens privater sowie gewerblicher Verbraucher. Dabei bewährte sich das aktive Vorratsmanagement der BayWa.

Insbesondere bei Holzpellets konnte die Versorgung der Kunden so nahezu uneingeschränkt sichergestellt werden. Um auch zukünftig die Nachfrage nach festen Brennstoffen zu bedienen, baut die BayWa ihre Lager- und Vertriebskapazitäten weiter aus. So wurde im dritten Quartal ein weiteres Holzpelletlager in Schlacht bei Glonn eröffnet. Auf 680 Quadratmeter Lagerfläche werden bis zu 3.000 Tonnen Holzpellets gelagert und damit Privatkunden in einem Umkreis von 50 Kilometern versorgt. Damit unterhält die BayWa mittlerweile 16 eigene Pelletlager mit einer Gesamtkapazität von 73.000 Tonnen Holzpellets. Die BayWa geht davon aus, dass Holzpellets weiterhin ein wichtiger Baustein im Energiemix bleiben werden.

Zusätzlich stärkte das Unternehmen im Berichtszeitraum seine Logistikkapazitäten. Im Januar 2022 übernahm die BayWa-Tochter Pellog GmbH das Geschäft der Spedition Heyne & Naumann GmbH mit Sitz in Oelsnitz. Die Akquisition sichert dem Unternehmen wertvolle Dienstleistungs- und Logistikressourcen im umkämpften Logistikmarkt. Im September 2022 verkündete die BayWa eine langfristig angelegte, exklusive Kooperation mit der Danpower GmbH, Potsdam, für ihr Pelletwerk in Heidegrund. BayWa wird sowohl die Rohstoffversorgung als auch den Pelletvertrieb für das Werk Heidegrund übernehmen und so die Kundenversorgung langfristig sichern. Insgesamt fielen aufgrund des hohen Preisniveaus die Bestellvolumina der Kunden kleiner aus, da Kunden auf einen Rückgang der Preise spekuliert haben. So lag der Absatz von Holzpellets im Berichtszeitraum 8,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Im Handel mit Heizöl verzeichnete die BayWa insgesamt einen Rückgang der Absätze um 2,1 Prozent. Während die Nachfrage im Inland nahezu das Vorjahresniveau erreichte, verzeichnete die Nachfrage in Österreich einen stärkeren Rückgang. Zurückzuführen ist dieser Rückgang vor allem auf das Bundes-Regierungsprogramm 2020 bis 2024 in Österreich. Dieses beinhaltet seit 2020 das Verbot von Ölheizungen im Neubau sowie seit 2021 bei Heizungswechsel.

Das Kraftstoffgeschäft verzeichnete dagegen insbesondere vor dem Auslaufen der temporären Absenkung der Energiesteuer zum 31. August 2022 zusätzliche Nachfrageimpulse. Ebenfalls positiv wirkte sich die gestiegene Fahrleistung im Ottomotor-Bereich aus, wohingegen im Vergleichszeitraum 2021 die Fahrleistung durch die geltenden Lockdown-Regelungen deutlich gesunken war. Insgesamt lag das Absatzvolumen im Kraftstoffbereich um 7,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Im April 2022 nahm die neue Tochter BayWa Power Liquids GmbH ihren Betrieb auf. Die 100-prozentige Tochter der BayWa AG positioniert sich als Lösungsanbieter für klimafreundliche Mobilität im Schwerlastverkehr und betreibt das LNG-Tankstellennetz der BayWa, das derzeit 11 Standorte umfasst. Dieses wurde zum April von der BayWa Mobility Solutions GmbH auf die BayWa Power Liquids GmbH übertragen. Über die BayWa-Tankkarte stehen Kunden zudem weitere LNG-Stationen von Kooperationspartnern zur Verfügung.

Im Bereich Schmierstoffe führte die knappe Verfügbarkeit von Grundölen im Rohstoffbereich zu deutlich steigenden Produktpreisen bei Motoren-, Hydraulik- und Getriebeölen. Gleichzeitig kam es insbesondere im vierten Quartal 2022 aufgrund gestiegener Energiekosten zu zeitweisen AdBlue-Produktionsstopps. Insgesamt sank der Absatz von Schmierstoffen und Betriebsmitteln gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Prozent. Durch die dauerhafte Sicherstellung der Kundenversorgung war es der BayWa möglich, Absatzrückgänge bei diesen Produktgruppen ertragsseitig zu kompensieren.

Die Tochter BayWa Mobility Solutions GmbH setzte im Berichtszeitraum den Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität fort. Rund 300 Ladeparks mit durchschnittlich sechs Ladepunkten wurden neu gebaut, womit die Gesamtzahl der errichteten Ladepunkte auf 2.100 stieg (davon 1.800 Schnell-Ladepunkte). Dank einer im Frühjahr gestarteten Kooperation mit SMATRICS EnBW wurde die Reichweite der BayWa-Ladekarten in Österreich um mittlerweile rund 400 Schnell-Ladepunkte erweitert. Bereits zum 1. Januar 2022 war die neue Plattform Chargemondo für den Vertrieb privater Ladelösungen gestartet. Seit Februar 2022 übernimmt www.chargemondo.de zusätzlich die Vermarktung sogenannter THG-Quoten (Treibhausgasminderungsquoten). Im Rahmen des THG-Handels kann das durch den Betrieb eines Elektrofahrzeugs eingesparte CO₂ am Emissionsmarkt angeboten werden. In einer nächsten Stufe will die BayWa Mobility Solutions GmbH den THG-Quotenhandel auch für gewerbliche Kunden realisieren. Das nichtstrategische Hausanschlussgeschäft wurde im Dezember 2022 an die Werner Pletz GmbH verkauft.

Der Bereich Haustechnik profitierte im Geschäftsjahr erheblich von der gestiegenen Nachfrage nach neuen Wärmelösungen. Vor allem die Sanierung bestehender Heizungssysteme bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie der Umstieg auf Wärmepumpen erwiesen sich als Ergebnistreiber.

Zusammengefasst war im Segment Energie im Berichtsjahr ein starkes Umsatzwachstum um 57,1 Prozent auf 3.343,6 Mio. Euro zu verzeichnen (Vorjahr: 2.128,2 Mio. Euro). Das Wachstum ist vor allem auf das gestiegene Preisniveau zurückzuführen. Auf der Ertragsseite hat sich das EBIT mit 53,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht.

Geschäftsfeld Agrar

Markt- und Branchenentwicklung 2022/​23

Entwicklung bei Getreide und Ölsaaten

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Globale Getreidebilanz (ohne Reis) Getreidejahr Veränderung
in Mio. t 2020/​21 2021/​22 2022/​23 2021/​22 zu 2020/​21 2022/​23 zu 2021/​22
Produktion          
Welt 2.215,7 2.280,0 2.227,7 2,9 % - 2,3 %
davon Weizen 774,5 779,3 781,3 0,6 % 0,3 %
davon Grobgetreide 1.441,2 1.500,7 1.446,4 4,1 % - 3,6 %
Verbrauch          
Welt 2.238,5 2.282,7 2.246,8 2,0 % - 1,6 %
davon Weizen 782,7 792,5 789,7 1,3 % - 0,4 %
davon Grobgetreide 1.455,8 1.490,2 1.457,1 2,4 % - 2,2 %
Bestandsveränderung          
Welt - 22,8 - 2,7 - 19,1    
davon Weizen - 8,2 - 13,2 - 8,4    
davon Grobgetreide - 14,6 10,5 - 10,7    
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Europäische Getreidebilanz (ohne Reis) Getreidejahr Veränderung
in Mio. t 2020/​21 2021/​22 2022/​23 2021/​22 zu 2020/​21 2022/​23 zu 2021/​22
Produktion          
EU 282,1 292,6 270,3 3,7 % - 7,6 %
davon Deutschland 43,3 42,4 43,3 - 2,1% 2,1%
Verbrauch          
EU 264,2 268,1 262,0 1,5 % - 2,3 %
davon Deutschland 42,9 39,0 41,2 - 9,1% 5,6 %
Bestandsveränderung          
EU 17,9 24,5 8,3    
davon Deutschland 0,4 3,4 2,1    

Quellen: USDA, Grain: World Markets and Trade, January 2023, S. 20, 26; DRV: Jahresbericht Agrarwirtschaft 2022, S. 10; BLE, Getreideverbrauch

Deutschland, Inlandsverwendung insgesamt

Die weltweiten Agrarmärkte sind geprägt von einem engen Korridor zwischen Produktionsmengen und Nachfrage. Dabei konnte in den vergangenen Jahren das Angebot häufig nicht die Nachfrage decken. Gleichzeitig ist im Zuge einer bis 2050 weiter wachsenden Weltbevölkerung eine kontinuierlich steigende Nachfrage zu erwarten. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels, wodurch die Sicherung der globalen Ernährungsversorgung eine große Herausforderung darstellt. Der Krieg gegen die Ukraine hat die Situation weiter zugespitzt und die Folgen werden die Agrarmärkte in den kommenden Geschäftsperioden maßgeblich beeinflussen (BayWa, eigene Einschätzung).

Wichtigster Gradmesser für die Marktentwicklung pflanzlicher Erzeugnisse ist der Getreidemarkt. Im Getreidejahr 2021/​22 nahm der weltweite Verbrauch um 2,0 Prozent zu, wodurch sich die Vorratsbestände um 2,7 Mio. Tonnen reduzierten. In der Europäischen Union wurden im Erntejahr 2021/​22 rund 3,7 Prozent mehr Getreide geerntet als im Vorjahr und der Verbrauch wurde erneut deutlich übertroffen (USDA, Grain: World Markets and Trade, January 2023, S. 20, 26). In Deutschland lag die Ernte aufgrund einer in vielen Regionen außergewöhnlich trockenen Witterung und dadurch bedingt gesunkener Hektarerträge im Erntejahr 2021/​22 um 2,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Im Geschäftsjahr 2022 waren deutlich gestiegene Weltmarktpreise für Getreide festzustellen. Gründe dafür waren neben dem geschilderten Rückgang der Weltgetreidevorräte die Erwartung niedrigerer Ernten in wichtigen Erzeugerländern sowie geringere Exporte aus der Ukraine. Hinzu kommen generelle Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung der globalen Versorgungssituation (DBV, Situationsbericht 2022/​23, S. 192). Ausgehend von einem Jahrestiefstkurs von knapp 261 Euro/​Tonne Anfang Februar 2022 sprang der Preis für Weizen an der Warenterminbörse MATIF bis Mai 2022 auf den Jahreshöchstkurs von rund 438 Euro/​Tonne. In der zweiten Jahreshälfte bewegte sich der Weizenkurs bis November auf einem etwas niedrigeren, aber immer noch hohen Niveau um 350 Euro/​Tonne. Zum Jahresende 2022 notierte Weizen an der MATIF mit rund 309 Euro/​Tonne. Der Getreidepreisindex der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) lag im Jahr 2022 mit durchschnittlich 143,7 Punkten (Vorjahr: 125.7 Punkte) deutlich über dem Niveau der vergangenen zehn Jahre (FAO Food Price Index, Januar 2023).

Im Getreidejahr 2022/​23 wird gemäß aktuellen Prognosen des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (United States Department of Agriculture - USDA) zufolge die globale Getreideerzeugung um 2,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Für den weltweiten Verbrauch wird eine Abnahme um 1,6 Prozent erwartet. Da der Verbrauch in Summe erneut über den Produktionsmengen liegt, wird es sowohl bei Weizen als auch Grobgetreide zu einem Bestandsabbau kommen, weshalb im Jahr 2023 mit im Vergleich zu den Vorjahren erhöhten Preisniveaus zu rechnen ist. In der Europäischen Union dürfte die Erntemenge im Getreidejahr 2022/​23 Prognosen zufolge um rund 7,6 Prozent zurückgehen (USDA, Grain: World Markets and Trade, January 2023, S. 20, 26). Der Rückgang der Getreideernte geht auf einen überdurchschnittlich trockenen Sommer in Teilen der EU zurück, der zu niedrigeren Hektarerträgen führte (DBV, Situationsbericht 2022/​23, S. 190). Im Gegensatz dazu stieg die Getreideernte in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf rund 43,3 Mio. Tonnen und liegt damit nach einem schlechten Erntejahr 2021/​22 wieder auf dem Niveau der Jahre 2016 bis 2021. Gründe dafür waren eine größere Anbaufläche sowie leicht höhere Hektarerträge. Die Getreideernte wurde jedoch durch die Ausfälle aufgrund von Hitze und Trockenheit bei der Körnermaisernte geschmälert (DBV, Situationsbericht 2022/​23, S. 191; DRV: Jahresbericht Agrarwirtschaft 2022, S. 10). Die FAO und OECD rechnen in den kommenden Jahren für alle Getreidearten mit hohen Preisen (DBV, Situationsbericht 2022/​23, S. 193).

Bei Sojaschrot, der rund 70 Prozent der gesamten Ölschrote ausmacht, war im Wirtschaftsjahr 2021/​22 ein weltweiter leichter Rückgang des Erntevolumens um 0,5 Prozent auf 247 Mio. Tonnen zu verzeichnen (World Markets and Trade, January 2023, S. 11). Nach einem Jahrestiefstkurs von rund 380 Euro/​Tonne im Januar 2022 bewegten sich die Preise für Sojaschrot im Zuge allgemein steigender Rohstoff- und Agrarpreise in den Folgemonaten auf einem höheren Niveau zwischen rund 450 und 550 Euro/​Tonne. Nach einer leichten Abwärtstendenz in den Herbstmonaten führten deutlich verschlechterte Ernteaussichten in Argentinien im Dezember an der Warenterminbörse Chicago Board of Trade (CBoT) zu einem erneuten Anstieg der Preise. Der Jahresschlusskurs für Sojaschrot lag bei rund 493 Euro/​Tonne.

Für das Wirtschaftsjahr 2022/​23 wird die globale Sojaerzeugung (Sojaschrot) voraussichtlich um 4,2 Prozent auf 257 Mio. Tonnen steigen. Hauptursache für das Ertragswachstum sind die erwarteten Soja-Rekordernten in Brasilien und China (USDA, Oilseeds: World Markets and Trade, January 2023, S. 10 ff.).

Entwicklung im Obstanbau

Die Obsternte in Deutschland fiel 2022 nach Schätzungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) mit rund 1,33 Mio. Tonnen um 3 Prozent höher als im Vorjahr aus. Der Baumobstbau in Deutschland erbrachte 2022 eine Gesamternte von 1,17 Mio. Tonnen und damit rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Höheren Erntemengen bei Äpfeln, Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumen und Zwetschgen standen niedrigere Erntemengen bei Früchten wie Birnen oder Mirabellen gegenüber. Die Strauchbeerenernte fiel mit 44.500 Tonnen vor allem aufgrund von Anbaueinschränkungen bei Schwarzen Johannisbeeren rund 2 Prozent niedriger aus als im Vorjahr (DBV, Situationsbericht 2022/​23, S. 205). Bei Äpfeln wurde die Erntemenge des Vorjahres mit rund 1,1 Mio. Tonnen im Jahr 2022 um 6,6 Prozent übertroffen; im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2021 lag die Apfelernte 2022 um 10,3 Prozent höher. Ausschlaggebend war zum einen der gute Fruchtansatz im Frühjahr und zum anderen die gute Wetterlage und damit ein geringer Krankheits- und Schädlingsbefall (Destatis, Pressemitteilung, 09.01.2023, Apfelernte 2022 um 10,3 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre). Die im Jahr 2022 in den EU-Staaten erzielte Apfelerntemenge lag nach bisherigen Erhebungen mit rund 12,2 Mio. Tonnen leicht über dem Wert des Vorjahres von 12,0 Mio. Tonnen (World Apple and Pear Association - WAPA, EU 27 apple production by country, November 2022).

Aufgrund einer geringeren Nachfrage und, im Vergleich zu den Vorjahren, höherer Lagerbestände bewegten sich die Apfelpreise in Deutschland im gesamten Jahr 2022 unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Zum Vermarktungsbeginn der neuen Ernte ab August stabilisierten sich die Preise auf niedrigem Niveau zwischen 0,60 und 0,63 Euro pro Kilogramm. Demgegenüber konnten sich die EU-Durchschnittspreise für Äpfel bis auf den Zeitraum April bis August 2022 über dem fünfjährigen Durchschnitt behaupten. Die Konsumstimmung in Europa und vor allem in Deutschland wurde durch explodierende Energiekosten und eine hohe Inflation gehemmt. Trotz geringer Zufuhren aus Übersee bauten sich die Bestände daher Monat für Monat weiter auf. Im Ergebnis kollidierte die Räumung der Bestände stark mit der neuen Ernte. Bis in den September hinein lagerten noch umfangreiche Mengen an alterntigen Beständen, die den Frischmarkt bis in den Oktober belasteten und teilweise über die Industrie geräumt wurden (DG Agri Dashboard Apples, 17.11.2022). Zum 1. Dezember lagerten nach vorläufigen Angaben 4,4 Mio. Tonnen Äpfel in der EU und damit 9 Prozent weniger als im Vorjahr und 4 Prozent weniger als im Durchschnitt der letzten drei Jahre. Durch starke Exporte in Länder außerhalb Europas konnten im November 18 Prozent mehr Äpfel als im Jahr 2021 verkauft werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Preise für stabile Qualitäten 2023 anziehen (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH- AMI).

In der südlichen Hemisphäre fiel die Erntemenge von Äpfeln im Erntejahr 2021/​22 mit rund 4,9 Mio. Tonnen um 6,7 Prozent niedriger aus als im Vorjahr und lag damit deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen.

In Neuseeland, dem für die BayWa wichtigsten außereuropäischen Herkunftsland für Obst, wurde mit 502.000 Tonnen die kleinste Apfelernte seit 2013/​14 erzielt. Dabei führten widrige klimatische Wachstumsbedingungen nicht nur zu geringeren Erntemengen, sondern auch zu verminderten Fruchtqualitäten. Hinzu kam ein hoher Arbeitskräftemangel bei der Ernte aufgrund der pandemiebedingten Reisebeschränkungen nach Neuseeland. Für das Erntejahr 2022/​23 wird laut der World Apple and Pear Association (WAPA) in der südlichen Hemisphäre auf Basis der gegenwärtigen Fruchtentwicklung eine um knapp 6 Prozent höhere Apfelernte von 5,1 Mio. Tonnen prognostiziert. Hierbei dürften alle Länder außer Australien von höheren Erntemengen profitieren. In Neuseeland wird eine um knapp 7 Prozent höhere Erntemenge erwartet (WAPA, Southern Hemisphere Apple and Pear Crop Forecast, February 2023). Wesentlicher Faktor ist die Öffnung der Außengrenzen Neuseelands und damit die Rückkehr von ausländischen Arbeitskräften. Im Zuge der Naturkatastrophe durch die Überschwemmungen, u. a. in den Anbauregionen von T&G Global, die sich Mitte Februar 2023 in Neuseeland ereigneten, muss eine Abweichung von der oben genannten Prognose angenommen werden. Eine seriöse Einschätzung ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht möglich.

Entwicklung bei Betriebsmitteln

Bei landwirtschaftlichen Betriebsmitteln kam es vor allem im ersten Halbjahr 2022 zu deutlichen Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Der Preis für Düngemittel lag im Jahresvergleich durchschnittlich 99 Prozent über dem Vorjahr (Destatis, Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel, Genesis 61221-0001). Der Absatz ging aufgrund der Preissteigerungen aller Düngemittelsorten - Stickstoff-, Phosphat-, Kali- und Kalkdünger - um rund 7 Prozent zurück (Destatis, Inlandsabsatz von Düngemitteln, Genesis 42321-0003). Das Geschäft mit Düngemitteln ist von vielen Faktoren abhängig, u. a. von der Witterung und Verordnungen wie der Düngeverordnung (DüV), aber auch vom Energiepreis. Die Herstellung von Mineraldünger ist besonders energieintensiv und die starken Preissteigerungen auf den Energiemärkten, die bereits in den letzten Monaten des Jahres 2021 einsetzten und sich durch den Krieg gegen die Ukraine verstärkten, haben die Herstellung von Mineraldüngern so verteuert, dass einige Hersteller die Produktion deutlich reduziert und zwischenzeitlich sogar eingestellt haben. Das führte 2022 zu einer Verknappung von Mineraldünger auf dem westeuropäischen Markt (DRV, Jahresbericht Agrarwirtschaft 2022, S. 18). In den letzten Monaten des Jahres 2022 sind die Preise aufgrund gesunkener Gaspreise sowie einer ausreichenden Marktversorgung wieder rückläufig. Diese Entwicklung könnte zu einem leichten Nachfrageanstieg insbesondere bei Stickstoffdünger seitens der Landwirte führen. Gegenläufig dürfte sich die Düngeverordnung (DüV) auswirken. Im Zuge der 2020 geänderten DüV müssen die Bundesländer die mit Nitrat belasteten Gebiete ("Rote Gebiete") bis November 2022 neu ausweisen (https:/​/​www.bmel.de/​DE/​themen/​landwirtschaft/​ pflanzenbau/​ackerbau/​neuausweisung-belasteter-gebiete.html). Es ist davon auszugehen, dass mehr Rote Gebiete ausgewiesen werden als zuvor, infolgedessen weniger gedüngt werden darf und der Düngemittelabsatz 2023 erneut sinken wird.

Bei Pflanzenschutzmitteln ist der Absatz 2022 um rund 7,7 Prozent zurückgegangen. (DRV, Jahresbericht Agrarwirtschaft 2022, S. 18-19). Gestresste Lieferketten führten zu einer insgesamt knappen Warenverfügbarkeit am Markt. Dabei stiegen die durchschnittlichen Preise für Pflanzenschutzmittel mit rund 14 Prozent erheblich über dem Vorjahresniveau (Destatis, Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel, Genesis 61221-0001). Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hängt vor allem von der Witterung und ihren Folgen, wie Krankheiten und Schädlingsbefall der Pflanzen, ab. Im Jahr 2023 wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unter der Annahme weitgehend gleichbleibender Rahmenbedingungen wie Anbaustruktur, Witterungsverlauf und Preise voraussichtlich aufgrund gesellschaftlicher und politischer Einflüsse strukturell weiter zurückgehen. So möchten die Europäische Kommission und die Bundesregierung den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter reduzieren. Mitte 2022 hat die Kommission einen Vorschlag für eine neue EU-Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (Sustainable Use Regulation - SUR) veröffentlicht. Die Verordnung fordert 50 Prozent Reduktion bis 2030 und ein Totalverbot in allen Naturschutzgebieten (DRV, Jahresbericht Agrarwirtschaft 2022, S. 19).

Der Markt für Saatgut wird wesentlich von der Entwicklung der Anbauflächen für Getreide, Mais und Raps beeinflusst. Insgesamt lag die Anbaufläche in Deutschland 2022 geringfügig über dem Niveau des Vorjahres (Destatis, Feldfrüchte und Grünland Anbauflächen 2022, 23.01.2023), sodass sich der Branchenabsatz bei Saatgut im Jahr 2022 ebenfalls stabil bis leicht steigend entwickelt haben dürfte. Die Preise für Saatgut erhöhten sich 2022 um 17,5 Prozent (Destatis, Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel, Genesis 61221-0001). Unter der Annahme weitgehend konstanter Anbauflächen und eines normalen Witterungsverlaufs sollte der Absatz von Saatgut im Jahr 2023 auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Die Produktion von Futtermitteln ging im Wirtschaftsjahr 2021/​22 bundesweit um 4,4 Prozent auf 22,86 Mio. Tonnen Mischfutter zurück. Nach Tierarten betrachtet entfielen etwa 9,06 Mio. Tonnen und damit 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr auf Schweinefutter. Hierbei standen deutlich gestiegene Kosten für Betriebsmittel und zunehmende gesetzliche Anforderungen wenig kostendeckenden Schlachttierpreisen gegenüber. Der Rückgang um 4,3 Prozent auf 6,84 Mio. Tonnen bei Rinderfutter ist vor allem auf eine ausreichende Grundfutterversorgung aus der Ernte 2021 zurückzuführen. Dagegen blieben die Produktionsmengen von Geflügelfutter mit 6,37 Mio. Tonnen sowie Pferdefutter und sonstiges Mischfutter mit 0,59 Mio. Tonnen etwa auf dem Niveau des Vorjahres (DRV, Jahresbericht Agrarwirtschaft 2022, S. 29 f.). Die Futtermittelpreise lagen zum Jahresende 2022 um 38,1 Prozent über dem Vorjahresniveau (Destatis, Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel 2022, Genesis 61221-0001). In der Schweinehaltung führen die steigenden Preise für Betriebsmittel, die anhaltende Ausbreitung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest sowie die reduzierte Verbrauchernachfrage kurz- bis mittelfristig zu einer deutlichen Reduktion der Bestände. Laut Statistischem Bundesamt reduzierte sich die Anzahl der Schweine zum Stichtag 3. November 2022 um 10,2 Prozent auf 21,3 Millionen Tiere im Vergleich zum Vorjahr. Die Rinderbestände dürften in naher Zukunft relativ konstant bleiben. Für Geflügel wird grundsätzlich eine leichte Steigerung prognostiziert. Allerdings führen aktuelle Ausbrüche der Geflügelgrippe und damit verbundene Wiedereinstallungsverbote zu Absatzeinbußen bei Futtermitteln. Vor dem Hintergrund insgesamt abnehmender Tierbestände ist für 2023 eine leicht rückläufige Marktentwicklung zu erwarten (DRV, Jahresbericht Agrarwirtschaft 2022, S. 31).

Entwicklung bei der Landtechnik

Die wirtschaftliche Situation der Landwirte in Deutschland hat sich im Wirtschaftsjahr 2021/​22 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Dies gilt vor allem für Ackerbau- und Milchviehbetriebe. Im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe stieg das Unternehmensergebnis um rund 49 Prozent gegenüber dem Vorjahresresultat. Die Zunahme ist primär auf kurzfristige Preissteigerungen und damit höhere Erzeugerpreise aufgrund einer globalen engen Versorgungslage zurückzuführen und hat weniger mit einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit zu tun. Für das laufende Jahr 2022/​23 ist bei den meisten Agrarerzeugnissen von einer stabileren Erzeugerpreisentwicklung auszugehen. Dies dürfte im Wirtschaftsjahr 2022/​23 gegenüber dem Vorjahr zu niedrigeren, aber im Mehrjahresvergleich überdurchschnittlichen Unternehmensergebnissen führen (DBV, Situationsbericht 2022/​23, S. 170 ff.).

Gleichzeitig verzeichnete das Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbands (DBV), das die Stimmung in der Landwirtschaft misst, zum Jahreswechsel eine deutliche Verbesserung. Der Index stieg gegenüber dem Vorjahr von 8,8 auf 14,9 Punkte, ein Niveau, das zuletzt Mitte 2021 erreicht worden war. Allerdings bleibt das Stimmungsbild eine Momentaufnahme, so die Einschätzung des DBV, und spiegelt vor allem die verbesserten Betriebsergebnisse des Vorjahres wider (DBV, Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar, Januar 2023).

Der Umsatz der Hersteller von Landtechnik zeigte sich robust: Nach Schätzungen des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) wuchs der Branchenumsatz im Jahr 2022 um 18 Prozent auf über 12 Mrd. Euro und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Dennoch war der Landmaschinenhandel im Jahr 2022 aufgrund von Liefer- und Logistikengpässen angespannt, die sich allmählich auflösen (VDMA Landtechnik, PM 27.02.2023, Landtechnikindustrie setzt erstmals mehr als 12 Milliarden Euro um).

Im ersten Halbjahr 2023 liegt die grundsätzliche Bereitschaft der Landwirte, Investitionen zu tätigen, mit 34 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert von 37 Prozent. Das geplante Investitionsvolumen fällt mit 5,8 Mrd. Euro für die ersten sechs Monate des Jahres 2023 jedoch deutlich höher aus als im Vergleichszeitraum 2022 mit 5,0 Mrd. Euro. Im Fokus der Landwirte stehen Investitionen in erneuerbare Energien und Landkauf. Maschinen, Geräte und Wirtschaftsgebäude werden dagegen seltener geplant und stagnieren tendenziell im Volumen (DBV, Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar, 1. und 2. Quartal 2023, S. 5-6).

Geschäftsverlauf

Segment Cefetra Group

Im Segment Cefetra Group ist die BayWa als Supply Chain Manager von Agrarerzeugnissen vom Einkauf über die Logistik bis zum Vertrieb tätig. Hauptkundengruppen sind Getreide- und Ölmühlen, Stärke- und Futtermittelhersteller, Mälzereien und Brauereien sowie Hersteller von Backwaren, Bio-Kraftstoffen und Spirituosen.

Im Jahr 2022 war das Handelsumfeld der Cefetra Group durch hohe Versorgungsunsicherheiten gekennzeichnet. Geringere Getreideverfügbarkeiten aufgrund des Krieges gegen die Ukraine und Hitzewellen in Teilen Europas und den USA führten zu Unsicherheiten an den Rohstoffbörsen, die vor allem im ersten Halbjahr 2022 zu teilweise extremen Preisanstiegen bei nahezu allen Getreidesorten führten. Weizen, Mais und Raps verzeichneten Preissteigerungen in den ersten fünf Monaten des Berichtsjahres zwischenzeitlich von 40 bis 60 Prozent. Nachdem die Ukraine mit Russland ein Getreideausfuhrabkommen vereinbarte, gaben die Preise ab Juni nach. Dennoch blieben die Rohstoffbörsen volatil und verzeichneten überdurchschnittliche Preisniveaus. Von den Handelsopportunitäten, die sich im Berichtszeitraum durch diese Rahmenbedingungen ergaben, konnte die Cefetra Group deutlich profitieren.

Das Umschlagsvolumen des Segments Cefetra Group mit Getreide und Ölsaaten verringerte sich im Geschäftsjahr 2022 um rund 13 Prozent auf 16,2 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist neben einer schwächeren Nachfrage nach Futtermitteln insbesondere in den Benelux-Ländern auch auf die limitierte Exportmenge aus der Ukraine zurückzuführen. Darüber hinaus wurde der Handel durch höhere Logistikkosten beeinträchtigt. Trotz dieser angespannten Marktlage konnte die Cefetra Group ihre Lieferfähigkeit durch ein breites Lieferantennetzwerk und den Zugang zu zahlreichen Beschaffungsmärkten sicherstellen. Zur Stärkung des Vertriebsgebiets innerhalb des klassischen Futter- und Getreidehandelsgeschäfts, insbesondere in Großbritannien und Irland, erwarb die Cefetra Group im Berichtszeitraum für rund 8,3 Mio. Euro zwei Getreidespeicher in Schottland. Mit diesen Anlagen, die der Getreideverarbeitung und -lagerung sowie der Trocknung, Reinigung und Analyse von Getreide dienen, verfügt die Cefetra Group über die erforderliche Infrastruktur, um in den wichtigsten Getreideanbaugebieten Schottlands aktiv zu sein. Dadurch erweitert Cefetra ihr Kundenportfolio und wird ein wichtiger Lieferant für die Whisky-Hersteller.

Der Ausbau und die Produktdiversifizierung des Portfolios im höhermargigen Spezialitätengeschäft haben sich in den vergangenen Jahren zur tragenden Ergebnissäule im Segment Cefetra Group entwickelt. Dabei verzeichnete die Tochtergesellschaft Royal Ingredients Group B.V. den stärksten Ergebniszuwachs, wozu vor allem der Ausbau der Vertriebsaktivitäten in den USA positiv beitrug. Die Neugründungen aus dem Jahr 2021, darunter das Handelszentrum Sedaco in Dubai und Cefetra Dairy, die das Spezialitätenangebot um Milchprodukte und -alternativen erweitert, entwickeln sich nach Plan. Cefetra Dairy konnte im Berichtsjahr bereits einen positiven Ergebnisbeitrag erwirtschaften. Im zweiten Quartal 2022 baute die Cefetra Group mit der mehrheitlichen Übernahme des Nuss- und Trockenfrüchtehändlers Heinrich Brüning GmbH mit Sitz in Hamburg das Spezialitätengeschäft weiter aus.

Zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsbemühungen des BayWa-Konzerns wurde zum 1. Januar 2022 die Transportlogistik der Tochter Cefetra B.V. in den Niederlanden auf fossilfreien Dieselkraftstoff umgestellt. Dadurch wird in der Tochtergesellschaft Cefetra B.V. der CO 2-Fußabdruck in der Logistik um 80 bis 90 Prozent verringert und kommt so der Klimaneutralität, die der Konzern bis 2030 erreichen möchte, einen großen Schritt näher.

Angetrieben von den Marktfaktoren erhöhte sich im Berichtsjahr der Umsatz des Segments Cefetra Group um 22,3 Prozent auf 6.111,2 Euro, nach 4.996,3 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT legte von 38,8 Mio. Euro im Vorjahr um 53,4 Prozent auf 59,5 Mio. Euro im Berichtsjahr zu. Dazu trug neben den hohen Volatilitäten und Preissteigerungen im Commodity-Geschäft vor allem der Ausbau des höhermargigen Spezialitätengeschäfts und die weitere Produktdiversifizierung im Bereich nachhaltiger Erzeugnisse bei.

Segment Agrar

Das Segment Agrar beinhaltet das Betriebsmittelgeschäft, die Erfassung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen sowie die Handelsaktivitäten mit Getreide und Ölsaaten vor allem in Deutschland und Österreich. Die beherrschenden Faktoren im Segment Agrar waren im Geschäftsjahr 2022 neben der grundsätzlich angespannten globalen Ernährungsversorgung steigende Preise sowohl für Agrarerzeugnisse als auch für Betriebsmittel. Die bereits vorhandenen Markttreiber wurden dabei durch den Krieg gegen die Ukraine nochmals verstärkt. Dabei war es der BayWa möglich, trotz einer insgesamt schwierigen Marktsituation das EBIT zu steigern und die Planungen deutlich zu übertreffen. Ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns war die Sicherstellung der Warenverfügbarkeit, die durch vorausschauendes Bestands- und Einkaufsmanagement gewährleistet werden konnte. Aufgrund der seit mehreren Jahren knappen globalen Getreidebilanz sowie gestresster Lieferketten war die BayWa bereits vor dem Krieg gegen die Ukraine von knappen Verfügbarkeiten und höheren Preisen ausgegangen und hatte sich entsprechend positioniert.

Im Betriebsmittelgeschäft lag der Absatz von Düngemitteln des BayWa-Konzerns im Berichtszeitraum mit 2,3 Mio. Tonnen rund 1,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Sorge landwirtschaftlicher Kunden vor Versorgungsengpässen und zusätzlichen Preissteigerungen führten teilweise zu einer vorgezogenen Bevorratung für die Düngesaison 2023. Hierbei führten ein vorausschauender Einkauf sowie insgesamt hohe Düngemittelpreise zu überdurchschnittlichen Handelsmargen. Wie auch im Düngemarkt waren landwirtschaftliche Kunden bei Pflanzenschutzprodukten mit gestiegenen Preisen und Versorgungsengpässen konfrontiert. Darüber hinaus war aufgrund der feuchtwarmen Witterung in Süddeutschland eine höhere Nachfrage nach Fungiziden zu verzeichnen. Dank eines großen Lieferantennetzwerks konnte die BayWa die Versorgung ihrer Kunden mit Pflanzenschutzmitteln sichern, Marktanteile ausbauen und die Erträge deutlich erhöhen. Im Saatgutgeschäft wirkt sich der Ausbau des Produktportfolios zu margenstarken Exklusivsorten (Ölfrüchte) und Eigenmarken positiv aus. Der Saatgutabsatz der BayWa legte um 1,7 Prozent zu. Bei Futtermitteln konnte die BayWa ihre Absatzmengen auf dem Niveau des Vorjahres halten. Hierzu trug eine positive Entwicklung bei Ergänzungssortimenten insbesondere bei den Eigenmarken wesentlich bei.

Im Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Getreide und Ölsaaten) erreichte das Handelsvolumen im Jahr 2022 mit 8,2 Mio. Tonnen nahezu das Niveau des Vorjahres. Während das Volumen bei Getreide eine Steigerung um 3,3 Prozent verzeichnete, gingen die Volumina bei Ölsaaten um 16,5 Prozent zurück. Hintergrund ist, dass das Vergleichsjahr 2021 beim Absatz von Ölsaaten von Nachholeffekten aus dem Jahr 2020 und Vorzieheffekten aus dem Jahr 2022 profitierte. Bei der Ernteerfassung für das Getreidejahr 2022/​23 liegen die Werte im BayWa-Konzern in etwa auf Vorjahresniveau. Nur bei Mais reicht die erfasste Erntemenge nicht an das sehr gute Vorjahr heran. Bei der Körnermaisernte kam es aufgrund von Hitze und Trockenheit zu Ausfällen. Auf Grundlage einer intelligenten Steuerung des Handelsportfolios bei volatilen, in Summe aber stark steigenden Preisen war das Unternehmen in der Lage, im Erzeugnishandel an der Marktentwicklung zu partizipieren und überdurchschnittliche Margen zu erzielen. Zudem machte sich die Optimierung der Handelssteuerung und der Vertriebsprozesse im inländischen Getreidehandel im Berichtszeitraum positiv bemerkbar. So konnten die im Jahr 2021 geschlossenen Kontrakte im Berichtsjahr ergebniswirksam realisiert werden und trugen maßgeblich zur positiven Entwicklung bei.

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz im Segment Agrar um 37,6 Prozent auf 5.750,7 Mio. Euro. Beim EBIT war im Vergleich zur Vorjahresperiode eine starke Steigerung um 92,4 Mio. Euro auf 104,7 Mio. Euro zu verzeichnen (Vorjahr: 12,3 Mio. Euro).

Segment Technik

Das Segment Technik entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022 sehr positiv, das Vorjahresergebnis wurde übertroffen. Die zu Beginn des Jahres zurückhaltende Prognose - insbesondere für den Neumaschinenverkauf - ist nicht eingetroffen und die Absatzzahlen konnten gesteigert werden.

Wesentliche Treiber der positiven Entwicklung waren die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Landwirte aufgrund einer guten Ertragssituation und die Verfügbarkeit von Neumaschinen. Bewirkt hat dies der sukzessive Abbau des Produktionsstaus auf Seiten der Hersteller aufgrund von Bauteileknappheiten und wegen des Corona-Lockdowns im Jahr 2021. Hierdurch ergaben sich vor allem im ersten Halbjahr zusätzliche Chancen, Kunden kurzfristig zu bedienen. Zudem konnte der Überhang des Auftragsbestands aus dem Jahr 2021 bearbeitet und fakturiert werden. Insgesamt verkaufte das Segment Technik im Berichtsjahr 5.025 Neumaschinen und damit 52 mehr als im Geschäftsjahr 2021. Angekündigte Preiserhöhungen für Landmaschinen seitens der Hersteller dürften zusätzlich zu Vorzieheffekten geführt haben. Auch das Investitionsprogramm Landwirtschaft ("Bauernmilliarde") hat sich unterstützend ausgewirkt. Im Gebrauchtmaschinengeschäft fielen die Verkaufszahlen mit 1.724 Schleppern geringer aus (Vorjahr: 2.119 Schlepper). Im Vorjahr profitierte das Gebrauchtmaschinengeschäft von einem knappen Angebot an Neumaschinen

Das Servicegeschäft verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 eine rege Nachfrage nach Serviceleistungen sowie Ersatzteilen. Diese positive Entwicklung ist u. a. auf die überdurchschnittlichen Zulassungszahlen der vergangenen Jahre zurückzuführen. Darüber hinaus ist es der BayWa gelungen, die Nachfrage trotz der Pandemie zu bedienen. Kostensteigerungen konnten zudem durch umgesetzte Preiserhöhungen größtenteils kompensiert werden. Die BayWa hat darüber hinaus den Umsatz im Online-Handel durch den Ausbau der Sortimente um knapp 25 Prozent gesteigert.

Zusätzlich zum Kerngeschäft der BayWa Technik in Deutschland und Österreich legten auch im internationalen Geschäft sowohl die niederländische Konzerngesellschaft Agrimec Group B.V. als auch CLAAS International (Kanada) bei Umsatz und EBIT deutlich zu. Die Tochtergesellschaft CLAAS International eröffnete zudem im ersten Quartal 2022 ihren sechsten Standort, in Medicine Hat, Alberta.

Ein wichtiger strategischer Schwerpunkt war im Berichtsjahr die Hebung von Synergien in den Segmenten Agrar und Technik durch die Zusammenlegung respektive die Neuerrichtung von integrierten Agrar- und Technik-Servicezentren. Dadurch sollen die zu großen Teilen identischen Kundengruppen beider Segmente umfassend entlang der Wertschöpfungskette bedient werden. So eröffneten im Berichtszeitraum in Gaden bei Abensberg und in Großostheim bei Aschaffenburg zwei neue Technik-Servicezentren, in Nürtingen war im Juni der Spatenstich für einen neuen kombinierten Standort.

Insgesamt konnte das Segment Technik den Rekordumsatz des Vorjahres von 1.909,0 Mio. Euro nochmals um 8,8 Prozent auf 2.076,5 Mio. Euro übertreffen. Das EBIT erhöhte sich im Berichtsjahr auf 70,2 Mio. Euro, nach 48,6 Mio. Euro im Vorjahr.

Segment Global Produce

Das Segment Global Produce, das die gesamte Wertschöpfungskette in der Obst- und Gemüsevermarktung abdeckt, war im Geschäftsjahr 2022 von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Die wesentlichen Faktoren waren steigende Inflationsraten, höhere Energiekosten, geopolitische Unsicherheiten und eine in der Folge spürbare Kaufzurückhaltung bei Obst und Gemüse auf Seiten der Verbraucher. Gleichzeitig war die Warenverfügbarkeit im Markt aufgrund vorhandener Bestände aus der Vorjahresernte hoch. Diese Entwicklung führte zu einem spürbaren Preisdruck. Aus diesem Grund konnten die gestiegenen Energie- und Logistikkosten im Segment Global Produce nicht an den Einzelhandel weitergegeben werden und belasteten die Handelsmargen im Segment.

In der neuseeländischen Tochtergesellschaft T&G Global Limited (T&G Global) waren weitere spezifische Ursachen für gesunkene Vermarktungsmengen die ungünstigen klimatischen Wachstumsbedingungen, entstanden durch die sogenannte La-Niña-Wetterlage, sowie ein pandemiebedingter Arbeitskräftemangel bei der Ernte. Zudem stieß das Exportgeschäft neben Unterbrechungen in den Lieferketten auf eine verhaltene Nachfrage in den Zielmärkten wie beispielsweise in China, wo der Handel durch die Null-Covid-Politik des Landes nachteilig beeinflusst war.

In Europa war ein gegenüber dem Beginn der Corona-Pandemie deutlich verändertes Kaufverhalten zu beobachten und durch die stark steigenden Energiekosten haben Verbraucher vor allem bei Obst und Gemüse gespart. Vor diesem Hintergrund war der deutsche Handel gezwungen, auf Rabattaktionen und preisgünstigere Ware aus lokalen Regionen zu setzen.

Zudem wurden auf den europäischen Märkten aufgrund der allgemeinen Kosten- und Preissteigerungen Premium-Obstsorten vermehrt durch günstigere regionale Produkte substituiert, was vor allem bei der Vermarktung von exotischen Früchten und damit in der Geschäftsentwicklung der TFC Holland B.V. (TFC) zu beobachten war. Darüber hinaus führten Logistikengpässe zu erhöhten Kosten, da vereinzelt Eindeckungen über den Spotmarkt zu deutlich höheren Preisen notwendig waren.

Aus den geschilderten Faktoren resultiert ein deutlicher Rückgang der Handelsmargen im Segment Global Produce, obwohl sich die Vermarktungsmengen bei Äpfeln um rund 8 Prozent erhöhten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Teil dieser höheren Vermarktungsmengen günstig in Drittländer außerhalb Europas veräußert wurde, um Lager zu räumen. Ferner verzeichnete das Segment einen Absatzrückgang bei Beeren und Steinobst mit einem Minus von knapp 48 Prozent. Dagegen konnte sich der Absatz bei Südfrüchten um knapp 3 Prozent und Fruchtgemüse um rund 8 Prozent steigern.

Zum 31. Juli 2022 erfolgte das Closing zum Verkauf der Mehrheitsanteile am Klimagewächshaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an den dort ansässigen Obst- und Gemüseproduzenten Pure Harvest Smart Farms, woraus ein positiver Ergebniseffekt in Höhe von rund 3 Mio. Euro entstand. Das Klimagewächshaus in Al Ain war von Beginn an als Pilotprojekt angelegt, um ein neues Geschäftsmodell für ein nachhaltiges globales Versorgungssystem für Nahrungsmittel zu erproben. Mit der gewonnenen Erfahrung möchte sich die BayWa auch in Zukunft an Infrastrukturprojekten dieser Art beteiligen.

Im Dezember 2022 wurde zudem die Modernisierung und Erweiterung der Bio-Packstation am deutschen Obst-Standort Ravensburg abgeschlossen. Durch eine neue Sortieranlage sowie drei zusätzliche Packlinien stärkt die BayWa den Bereich Bio-Vermarktung und baut die Kapazitäten für plastikfreie Verpackungen weiter aus.

In Summe erzielte die BayWa im Segment Global Produce im Berichtsjahr einen Umsatz von 921,3 Mio. Euro, nach 960,7 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT reduzierte sich im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahreswert um 21,5 Mio. Euro auf 21,1 Mio. Euro (Vorjahr: 42,6 Mio. Euro). Der Rückgang ist auf Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zurückzuführen. Hier wirkten sich vor allem die gestiegenen Beschaffungskosten für exotische Früchte belastend aus, da eine Weitergabe an Kunden nicht möglich war. Dies führte im Berichtszeitraum zu deutlich geringeren Handelsmargen.

Geschäftsfeld Bau

Markt- und Branchenentwicklung 2022/​23

Entwicklung Bau

Die deutsche Bauwirtschaft war im Jahr 2022 von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Während sich im ersten Quartal 2022 die Konjunkturindikatoren am Bau noch positiv entwickelten, kam es ab April 2022 zu einem deutlichen Umschwung. Internationale Lieferkettenprobleme, der Krieg in der Ukraine, der zu einer weiteren Steigerung der ohnehin bereits hohen Preise für Baumaterial führte, anziehende Inflation sowie steigende Zinsen wirkten sich im Berichtszeitraum zunehmend belastend auf die Baukonjunktur in Deutschland aus.

Insgesamt lag der Umsatz im deutschen Bauhauptgewerbe zwar nominal um rund 12 Prozent über dem Vorjahresniveau, bereinigt um die Preissteigerungen ging der Umsatz jedoch um rund 5 Prozent zurück. Neben Lieferkettenproblemen wirkten sich auch die steigenden Energiepreise inflationär auf die Preise für Baumaterialien aus. Trotz Entspannung in den Lieferketten und des mehrheitlichen Rückgangs von Erzeugerpreisen für Baumaterial im zweiten Halbjahr lagen die Erzeugerpreise bei vielen Baumaterialien zum Jahresende über dem Vorjahresniveau (HDB, Pressemitteilung vom 22.12.2022, S. 3). So verzeichnete Bitumen im Dezember 2022 innerhalb eines Jahres einen Anstieg um rund 7 Prozent; bei Zement waren es knapp 27 Prozent und bei Asphaltmischgut knapp 31 Prozent (Statistisches Bundesamt, Baustatistischer Rundschreibendienst vom 20.01.2023). Diese Entwicklungen wirkten sich auf alle drei Sektoren der Bauwirtschaft - Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau - aus.

Der Wohnungsbau wurde 2022 mit einem Rückgang von real rund 4 Prozent erfasst, überwiegend zurückzuführen auf den Preisanstieg bei Baumaterialien. Zudem wurden Marktteilnehmer, durch die zunächst nicht eindeutige Regelung zur zukünftigen Förderung der KfW-Zuschüsse für energieeffizienten Neubau und die Sanierung von Wohngebäuden sehr verunsichert und hielten sich in der Folge mit Bauaufträgen zurück. Waren die historisch niedrigen Zinssätze für Hypothekenkredite in den vergangenen Jahren ein wesentlicher Treiber für den Wohnungsneubau, hat sich dieser Treiber im Laufe des Jahres 2022 durch die Zinswende gedreht und Baufinanzierungen haben sich erheblich verteuert: Seit Jahresbeginn stieg der Zinssatz für Hypothekarkredite mit mehr als zehn Jahren Laufzeit auf über 4 Prozent bis zum Jahresende um mehr als das Dreifache (HDB, Pressemitteilung vom 22.12.2022, S. 2).

Der Wirtschaftsbau verzeichnete 2022 preisbereinigt einen Umsatzrückgang von rund 5 Prozent. Genehmigungen für Neubauten, wie z. B. für Fabrik- und Werkstattgebäude, verzeichneten wie bereits in den Vorjahren einen Rückgang. In den Wirtschaftsbereichen wird wegen der stark gestiegenen Energiepreise für Gas und Erdöl mehr in grüne Energieträger als in Neubauten investiert (HDB, Pressemitteilung vom 22.12.2022, S. 3).

Als Folge der gestiegenen Baupreise verzeichnete auch der Sektor öffentlicher Bau 2022 mit minus 6 Prozent Rückgänge beim realen Umsatz. Geplanten Investitionen standen deutlich gestiegene Baupreise gegenüber, weshalb viele Projekte nicht umgesetzt wurden (HDB, Pressemitteilung vom 22.12.2022, S. 4). Die Investitionen des Bundes, etwa in die Infrastruktur, erreichten die eigene Zielvorgaben nicht (ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 6).

Gemäß der Konjunkturumfrage des ifo Instituts vom November 2022 wirkte sich auch der Fachkräftemangel hemmend auf die Bauwirtschaft aus: 38 Prozent der Unternehmen des Bauhauptgewerbes gaben eine Behinderung ihrer Produktion durch Fachkräftemangel an. Es fehlt an Baufacharbeitern und vor allem an Bauingenieuren (HDB, Pressemitteilung vom 22.12.2022).

Obwohl die deutsche Bauwirtschaft mit einem historisch hohen Auftragsbestand in das Jahr 2023 startet, wird in Verbindung mit einer anhaltend hohen Inflation sowie höheren Baufinanzierungskosten für das Bauhauptgewerbe von einem realen Umsatzrückgang zwischen 6 bis 7 Prozent ausgegangen (HDB, www.bauindustrie.de, Stand: 18.01.2023; ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 2). Die in den Vorjahren aufgebauten Kapazitäten werden im Laufe des Jahres nicht mehr ausgelastet sein, was zu Wettbewerbsdruck bei den Unternehmen führen könnte (ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 2).

Eine anhaltend hohe Inflation, weiter steigende Hypothekenzinsen und damit steigende Baufinanzierungskosten (ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 2-3) dürften im Wohnungsbau Investitionen in Neubauten im Jahr 2023 ausbremsen. Von den jährlich vom Staat 400.000 neu geplanten Wohnungen wird für 2023 mit höchstens 242.000 fertiggestellten Wohnungen gerechnet (Handelsblatt.de, Mehr Wohnungen ab 2024?, 18.01.2023). Stützend dürfte die Nachfrage nach Sanierungsarbeiten und die Wiedergewährung der Sonderabschreibungen im Mietwohnungsbau wirken (ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 4). Dies wird jedoch den erwarteten Rückgang bei Investitionen in Neubauten nicht kompensieren können (HDB, www.bauindustrie.de, Stand: 18.01.2023; ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 4).

Im Wirtschaftsbau wird 2023 real mit einem Umsatzrückgang von 4 bis 6 Prozent gerechnet (HDB, www.bauindustrie.de, Stand: 18.01.2023; ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 5). Positiv dürften sich zwar die steigenden Investitionen - beispielsweise der Deutschen Bahn - auswirken. Jedoch werden sich steigende Baupreise, u. a. bedingt durch hohe Finanzierungskosten, anhaltend negativ auf die Nachfrage im Wirtschaftsbau auswirken, sodass für 2023 von einem realen Umsatzrückgang ausgegangen wird (ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 5).

Im öffentlichen Bau hängt die Konjunktur davon ab, inwieweit steigende Zinsen und der starke Anstieg der Staatsverschuldung zu einer Priorisierung der Konsolidierung öffentlicher Haushalte führt und Investitionen verschoben werden (HDB, Pressemitteilung vom 22.12.2022, S. 4). Im öffentlichen Bau wird 2023 ein realer Umsatzrückgang von 4,5 bis 5 Prozent erwartet (ZDB, Pressemitteilung vom 06.12.2022, S. 6; HDB, www.bauindustrie.de, Stand: 18.01.2023).

Geschäftsverlauf

Segment Bau

Die BayWa verzeichnete in ihrem Segment Bau im Jahr 2022 ein starkes Geschäftsjahr. Eine stabile Baukonjunktur sowie günstige Witterungsbedingungen in den Frühlingsmonaten führten in der Berichtsperiode zu einem frühen Saisonstart und sorgten im Baustoffhandel für eine hohe Nachfrage nach Baumaterialien. Vor allem die Sortimentsbereiche Hochbau, Dach, Trockenbau und Tiefbau verzeichneten einen erheblichen Umsatzanstieg, der bei anhaltend hoher Nachfrage vor allem auf Preissteigerungen über alle Produktgruppen hinweg zurückzuführen war. Vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung gewinnt der Bereich der Gebäudesanierung zunehmend an Bedeutung, was in der Berichtsperiode insbesondere zu einer wachsenden Nachfrage nach Dämmstoffen führte.

Auf die aufgrund der Energiekrise knappe Warenverfügbarkeit reagierte die BayWa mit einer effizienten Nutzung der Lagerinfrastruktur, einem guten Bestandsmanagement sowie einem diversifizierten und stabilen Lieferantennetzwerk. Somit war die BayWa trotz einer zeitweisen knappen Warenverfügbarkeit am Markt nahezu uneingeschränkt lieferfähig und konnte durch ihren Wettbewerbsvorteil höhere Handelsmargen erzielen. Dazu trug auch die im Berichtsjahr umgesetzte Spezialisierung in den Bereichen Tiefbau und Breitband bei. Die Spezialisierung und Standortvielfalt versetzten das Segment Bau in die Lage, Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen und die entsprechende Warenverfügbarkeit zu sichern. Zuvor wurde bereits die Vertriebs- und Sortimentsspezialisierung in den Bereichen Holzbau, Schalungszubehör, Fertigteile, Metalldach, Flachdach, Bauelemente und Paletten eingeführt.

Ebenso trug die BayWa Bau Projekt GmbH positiv zur Geschäftsentwicklung bei. Im Berichtszeitraum erfolgte die Fertigstellung der Projekte Novum in Burgkirchen sowie Lanzenhaarer Weg in Sauerlach. Die Wohneinheiten aus Letzterem konnten im Berichtszeitraum bereits vollständig vermarktet werden. Für die Projektpipeline konnten im Jahr 2022 15 neue Projekte akquiriert werden.

Zudem erhöhte die BayWa ihre Beteiligung an der Tjiko GmbH auf 67 Prozent. Damit wurde die BayWa-Hauptanteilseigner und das Geschäft des Herstellers von industriell vorgefertigten Badmodulen in Holzbauweise wurde rückwirkend zum 1. Januar 2022 vollkonsolidiert.

Bei den BayWa-Eigenmarken positionierte sich im Jahr 2022 Valut, die Eigenmarke für Dachbaustoffe, durch einen Relaunch ihrer Website www.valut.de neu am Markt. Mit nutzerfreundlichen, speziellen Funktionen erleichtert die neue Internetseite Planung und Kauf von Dachprodukten. Die BayWa schärft mit den neuen Zusatzfunktionen auf der Internetseite das Valut-Markenprofil - und hebt sich erneut vom Wettbewerb ab.

Im Zuge der Positionierung als integrierter Multispezialist hat die BayWa weitere Fortschritte bei der Vernetzung des digitalen mit dem stationären Vertriebskanal gemacht. Zudem wurden erste Kundensysteme an das Warenwirtschaftssystem der BayWa digital angebunden, was den Bestellprozess im Großhandel vereinfacht.

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz des Segments Bau 2022 vor allem preisbedingt um 12,6 Prozent auf 2.346,9 Mio. Euro. Das EBIT lag mit 70,4 Mio. Euro leicht unter dem hohen Niveau des Vorjahres und ist vor allem auf einen geringeren Absatz bei Baumaterialien sowie höhere Investitionen für den Ausbau der BayWa-Eigenmarken zurückzuführen.

Segment Innovation & Digitalisierung

Markt- und Branchenentwicklung 2022/​23

Digitale Anwendungen von Smart Farming und Precision Farming bis hin zu Handelsplattformen spielen in der Landwirtschaft eine immer größere Rolle bei der Unterstützung der täglichen Arbeitsprozesse sowie bei der Betriebsplanung und -steuerung.

Gemäß einer repräsentativen Umfrage des Bitkom (Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche e. V.), unter 500 befragten Landwirten in Deutschland im März 2022 setzen bereits heute 79 Prozent der Betriebe auf Digital-Farming-Anwendungen. Am weitesten verbreitet sind GPS-gesteuerte Landmaschinen, die auf mehr als der Hälfte der deutschen Höfe zum Einsatz kommen. Zum Zeitpunkt der Befragung hatte zudem jeder sechste Hof konkrete Pläne, in den nächsten 12 Monaten in Digital-Farming-Anwendungen zu investieren. Besonders großes Potenzial haben der Umfrage zufolge Anwendungen zur teilflächenspezifischen Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, die bislang nur von 30 Prozent bzw. 23 Prozent der Betriebe genutzt werden. Mit Hilfe von Satellitendaten und Algorithmen wird beispielsweise der spezifische Düngerbedarf berechnet, was u. a. der Schonung von Ressourcen und der Steigerung von Ernteerträgen dient. Die Mehrheit der Befragten ist zudem der Auffassung, dass digitale Technologien und Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung in der landwirtschaftlichen Produktion und gleichzeitig zum Schutz von Umwelt und Klima leisten können (Bitkom e. V., Die Digitalisierung der Landwirtschaft, Mai 2022).

In den vergangenen Jahren setzte sich zudem die allgemeine Verlagerung von Handelsumsätzen auf digitale Kanäle fort. Im Jahr 2022 konnte der Online-Einzelhandel jedoch nicht an die hohen Vorjahresumsätze anknüpfen. Nachdem der Online-Einzelhandel 2022 robust mit zweistelligen Wachstumsraten gestartet war, fiel er mit Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine schlagartig ins Negative. Auch im weiteren Jahresverlauf war eine merkliche Zurückhaltung auf Käuferseite zu beobachten. Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) sanken die Umsätze im interaktiven Handel insgesamt um 5,2 Prozent auf 102,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 108,3 Mrd. Euro). Im laufenden Geschäftsjahr 2023 geht der bevh von einem E-Commerce-Wachstum von rund 4,8 Prozent aus (bevh, Umsätze im E-Commerce mit Waren und Dienstleistungen erneut über 100 Mrd. Euro, Januar 2023).

Ungleich größer ist der B2B-E-Commerce, der insbesondere digitale Geschäftsmodelle von Herstellern und Großhandelsunternehmen umfasst. Auch in diesem Marktumfeld nimmt die Bedeutung von Online-Shops und Marktplätzen von Jahr zu Jahr zu. Nach Angaben des B2B-Marktmonitors 2022, einer Gemeinschaftsstudie des ECC KÖLN (einer Tochterfirma des IFH KÖLN - Institut für Handelsforschung e. V.) in Zusammenarbeit mit Adobe, Creditreform und Intershop, betrug allein im Großhandel in Deutschland der B2B-E-Commerce-Umsatz im Jahr 2022 rund 591 Mrd. Euro (Vorjahr: 493 Mrd. Euro). Diese Summe umfasst auch herkömmliche digitale Schnittstellen, über die Informationen ausgetauscht, Bestellungen getätigt und Rechnungen erstellt werden. Immer stärker zum Einsatz kommen im Großhandel professionelle B2B-Online-Shops und -Marktplätze. In diesem Bereich stiegen die Umsätze von 2012 bis 2021 um durchschnittlich 25,7 Prozent auf rund 209 Mrd. Euro im Jahr 2021. Bei einem geschätzten Volumen von 280 Mrd. Euro im Jahr 2022 beträgt der Anteil des B2B-Online-Handels an den Gesamtumsätzen im Großhandel mittlerweile 16,5 Prozent und wird aus Sicht der Experten des ECC auch in den kommenden Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber bleiben (ECC KÖLN mit Adobe, Creditreform und Intershop, B2B-Marktmonitor, Oktober 2022).

Geschäftsverlauf

Im Segment Innovation & Digitalisierung sind alle Aktivitäten des BayWa-Konzerns in den Bereichen Digital Farming und eBusiness gebündelt. Der Bereich Digital Farming umfasst im Wesentlichen die Software-Produkte NEXT Farming PRO und NEXT Farming LIVE sowie Analysen, Beratungsleistungen und Hardware-Komponenten der FarmFacts GmbH. Hinzu kommen satellitengestützte Produkte zur teilflächenspezifischen Bewirtschaftung der Konzerngesellschaft VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH, die ebenfalls über die FarmFacts GmbH vermarktet werden. Der Bereich eBusiness umfasst nahezu alle Online-Vertriebsaktivitäten der BayWa. Mit der Bereitstellung und Weiterentwicklung der Online-Kanäle nimmt das Segment eine Servicefunktion für die operativen Segmente wahr. Den anfallenden Kosten stehen keine Umsätze und Erträge gegenüber, da diese demjenigen operativen Segment zugerechnet werden, in dem das jeweils verkaufte Produkt angesiedelt ist. Ab 2023 werden die wesentlichen Kosten aus dem Bereich eBusiness direkt den jeweiligen operativen Segmenten zugerechnet. Zudem werden allgemeinen Aufwendungen für die technische Weiterentwicklung des Bereichs eBusiness künftig unter den Sonstigen Aktivitäten geführt.

Im Geschäftsjahr 2022 konnte der Bereich Digital Farming, den Umsatz des Vorjahres nicht ganz erreichen. Angesichts volatiler und unsicherer Agrarmärkte zeigten sich die Landwirte bei der Investition in neue Software zurückhaltend. 40 Prozent des Umsatzes entfielen auf Software-Lizenzen und Wartungsverträge, gefolgt von Dienstleistungen (37 Prozent) wie Bodenprobenentnahmen, satellitengestützten Produkten zur teilflächenspezifischen Bewirtschaftung einschließlich Analysen und Beratungen. Sensoren, Messsysteme zur Bodenbestandsanalyse und andere Hardware trugen knapp 23 Prozent zum Umsatz bei.

Der eBusiness-Bereich profitierte von einer erhöhten Nachfrage im B2B-Geschäft und verzeichnete über nahezu alle Sortimentsbereiche große Zuwächse. Die über die BayWa-eBusiness-Kanäle getätigten Umsätze erhöhten sich im Berichtsjahr um knapp 52 Prozent. Dazu trug neben dem kontinuierlichen Ausbau der Online-Systeme und der technischen Weiterentwicklung auch die Sortimentserweiterung bei.

Insgesamt ging der Umsatz des Segments Innovation & Digitalisierung im Jahr 2022 auf 10,4 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 11,1 Mio. Euro). Die Online-Umsätze über die eBusiness-Kanäle sind darin nicht enthalten, da sie dem jeweiligen Segment zugerechnet werden. Im Berichtsjahr belief sich das negative EBIT erwartungsgemäß auf 11,4 Mio. Euro, nach minus 20,2 Mio. Euro im Vorjahr. Im Vorjahr führten außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände wie beispielsweise nicht mehr genutzte IT-Applikationen zu einem höheren negativen EBIT, die sich im Berichtsjahr nicht wiederholten. Darüber hinaus wurden in 2022 erfolgreiche Maßnahmen der Kostenreduzierung umgesetzt.

Entwicklung der Sonstigen Aktivitäten im Jahr 2022

Der Umsatz der Sonstigen Aktivitäten bewegte sich im Berichtsjahr mit 12,0 Mio. Euro auf einem ähnlichen Niveau wie 2021 (Vorjahr: 10,9 Mio. Euro). Das EBIT der Sonstigen Aktivitäten setzt sich aus den Verwaltungskosten des Konzerns sowie Konsolidierungseffekten zusammen und belief sich im Jahr 2022 auf minus 103,1 Mio. Euro, nach minus 81,1 Mio. Euro im Vorjahr. Der Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf gestiegene Prämien für D & O-Versicherungen sowie höhere Personalkosten zurückzuführen. Der Anstieg der Personalkosten resultiert auf gestiegene Mitarbeiterzahl sowie höheren Bonuszahlungen. Darüber hinaus sind Mehrkosten für die konzernweite Erneuerung des digitalen Warenwirtschaftssystems, den Ausbau der IT-Sicherheit sowie für den Abbruch von Betriebsgebäuden entstanden.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa-Konzerns

Vermögenslage

Zusammensetzung des Vermögens

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In Mio. Euro 2018 2019 2020 2021 2022 Veränderung 2022/​21
Langfristige Vermögenswerte 2.476,9 3.090,5 3.538,9 3.771,3 4.390,9 16,4 %
davon Grundstücke und Bauten 827,2 1.377,1 1.456,4 1.481,3 1.580,4 6,7 %
davon Technische Anlagen und Maschinen 342,9 411,3 642,4 753,4 1.102,7 46,4 %
davon Finanzanlagen 204,5 218,3 194,0 254,9 229,0 - 10,2 %
Langfristige Vermögensquote (in %) 33,0 35,2 39,5 32,0 33,8 -
Kurzfristige Vermögenswerte 1 5.034,6 5.691,4 5.411,1 8.000,1 8.585,5 7,3 %
davon Vorräte 2.909,5 3.286,4 2.939,2 4.213,0 4.756,8 12,9 %
davon Vermögenswerte aus Derivaten 220,1 145,7 457,4 1.049,1 611,2 - 41,7 %
Kurzfristige Vermögensquote (in %) 67,0 64,8 60,5 68,0 66,2 -
Gesamtvermögen 7.511,5 8.781,9 8.950,0 11.771,4 12.976,4 10,2 %

1 Inkl. zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen

Die Bilanzsumme des BayWa-Konzerns zum 31. Dezember 2022 liegt mit 12.976,4 Mio. Euro um 1.205,0 Mio. Euro bzw. 10,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Gründe für den Anstieg liegen sowohl in den langfristigen als auch in den kurzfristigen Vermögenswerten begründet, wobei die wesentlichen Treiber neben den kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten insbesondere die Vorräte und die Sachanlagen sind.

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen von 3.771,3 Mio. Euro zum Beginn des Geschäftsjahres auf 4.390,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022. Dies entspricht einem Anstieg um 619,6 Mio. Euro bzw. 16,4 Prozent.

Der größte Zuwachs ist in den Sachanlagen zu verzeichnen. Die Erhöhung um insgesamt 505,5 Mio. Euro resultiert neben dem Grundbesitz (plus 99,1 Mio. Euro) insbesondere aus den technischen Anlagen und Maschinen (plus 349,3 Mio. Euro). So wurden einerseits Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen getätigt, andererseits spiegelt sich hier die Umgliederung von Wind- und Solarenergieanlagen aus den Vorräten wider: Werden diese nach Fertigstellung in die Geschäftseinheit IPP des Segments Regenerative Energien überführt, spiegelt sich dies durch entsprechende Zugänge beim Grundbesitz und bei den technischen Anlagen wider. Daneben stiegen auch die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau um 48,1 Mio. Euro.

Zuwächse finden sich ferner bei den at-Equity-bilanzierten Anteilen (plus 36,1 Mio. Euro) aufgrund von Akquisitionen sowie bei den immateriellen Vermögenswerten (plus 24,8 Mio. Euro). Hier schlagen sich insbesondere die aus den Unternehmenserwerben des Geschäftsjahres 2022 resultierenden Geschäfts- oder Firmenwerte nieder. Schließlich ist auch bei den latenten Steueransprüchen ein Anstieg von 42,3 Mio. Euro zu verzeichnen.

Gegenläufig entwickelten sich die übrigen Finanzanlagen. Sie liegen um 25,9 Mio. Euro unter dem Wert zum Ende des Vorjahres. Der Rückgang resultiert mit minus 40,5 Mio. Euro insbesondere aus der Zeitwertbewertung der Anteile der Raiffeisen Bank International, Wien, Österreich, konnte aber durch gestiegene Anteile an verbundenen Unternehmen sowie gestiegene sonstige Ausleihungen teilweise kompensiert werden.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 590,4 Mio. Euro bzw. 7,4 Prozent und belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 8.569,1 Mio. Euro. Der eine wesentliche Treiber dafür sind die Vorräte (plus 543,8 Mio. Euro), speziell der infolge der Preissteigerungen im Geschäftsjahr 2022 um 715,8 Mio. Euro erhöhte Warenbestand, dem kompensatorische Effekte durch den Rückgang der unfertigen Leistungen um 274,3 Mio. Euro gegenüberstehen. Dieser Rückgang ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr 2022 erfolgte Fertigstellung von Projekten im Segment Regenerative Energien zurückzuführen, die zum Jahresultimo 2021 noch nicht abgeschlossen waren. Diese Projekte wurden entweder verkauft oder in die Geschäftseinheit IPP überführt. Der zweite wesentliche Treiber sind die übrigen kurzfristigen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte (plus 481,4 Mio. Euro), wobei sich der größte Anstieg in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - vor allem infolge der im Berichtsjahr zu verzeichnenden Preisentwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten - niederschlug. Um 152,0 Mio. Euro über dem Vorjahresvergleichswert liegen auch die sonstigen nichtfinanziellen Vermögenswerte. Wesentlich gegenläufig wirken neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (minus 177,3 Mio. Euro) lediglich die Vermögenswerte aus Derivaten (minus 437,9 Mio. Euro); bei Letzteren zeigt vor allem die seit dem Geschäftsjahr 2022 vorgenommene Saldierung von Vermögenswerten und Schulden im Energiehandel im Segment Regenerative Energien Wirkung. Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass im Rahmen des Cash-Managements des BayWa-Konzerns - soweit möglich - alle Cash-Bestände zur Reduzierung der Finanzierungsverbindlichkeiten verwendet werden.

Der BayWa-Konzern legt einen Schwerpunkt auf die fristenkongruente Finanzierung des Vermögens. Den kurzfristig fälligen Schulden auf der Kapitalseite von insgesamt 5.570,3 Mio. Euro - bestehend aus kurzfristigen Finanzschulden, Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten, finanziellen und nichtfinanziellen Verbindlichkeiten, Steuer- und übrigen Verbindlichkeiten sowie den kurzfristigen Rückstellungen und Schulden aus Veräußerungsgruppen - stehen kurzfristige Vermögenswerte und zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen von 8.585,5 Mio. Euro gegenüber. Die langfristigen Vermögenswerte von 4.390,9 Mio. Euro werden indessen mit Eigenmitteln und langfristig zur Verfügung stehendem Fremdkapital von 7.406,1 Mio. Euro zu rund 169 Prozent gedeckt. Diese fristenkongruente Finanzierung ist bei der Aufnahme Finanzmittel für die Finanzierungspartner der BayWa ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Finanzlage

Finanzmanagement

Ziel des Finanzmanagements des BayWa-Konzerns ist es, jederzeit die Zahlungsmittel für einen ordnungsgemäßen Geschäftsgang bereitzustellen. Dabei erfolgen Absicherungen gegen Zinsänderungsrisiken, Wechselkursrisiken und Marktwertrisiken von Waren durch Einsatz geeigneter derivativer Finanzinstrumente.

Selektiv werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten durch Devisentermingeschäfte und Swaps abgesichert. Diese Devisentermingeschäfte und Swaps dienen ausschließlich zur Sicherung bestehender und zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Grundgeschäften des Warenein- und Warenverkaufs im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs. Die Zielsetzung der Sicherungstransaktionen des BayWa-Konzerns besteht in der Reduzierung der Risiken aus Wechselkursschwankungen. Das Volumen der aus den jeweiligen Grundgeschäften entstandenen offenen Positionen und den daraus resultierenden Cashflows bildet die Basis für die Devisensicherung. Die Laufzeiten orientieren sich an den Laufzeiten der Grundgeschäfte.

Im BayWa-Konzern bildet das Finanzmanagement kein eigenständiges Profit-Center, sondern fungiert als Service-Center für die operativen Geschäftseinheiten. Es entspricht diesem konservativen Dienstleistungsansatz, dass kein Einsatz marktgängiger Finanzprodukte zur Erzielung originärer Ergebnisbeiträge aus dem Finanzbereich vorgenommen wird. Insbesondere erfolgt kein Aufbau spekulativer Risikopositionen im Finanzbereich.

Im täglichen Finanzmanagement liegt der Schwerpunkt im Liquiditätsmanagement mittels eines konzernweit angelegten Cash Pooling zur taggleichen Bereitstellung von Liquidität; gleichzeitig werden Zahlungseingänge und Bankbestände dazu verwendet, die Finanzierungsverbindlichkeiten zu reduzieren. Hierzu verfügt Corporate Treasury über geeignete IT-Systeme sowie eine entsprechende Treasury-Management-Software.

Die Finanzmittelbeschaffung ist, mit Ausnahme der Aktivitäten in Neuseeland, den Niederlanden sowie Österreich und Osteuropa, zentral organisiert. Corporate Treasury übernimmt das zentrale Monitoring des konzernweiten Finanzengagements.

Das Finanzmanagement unterliegt den Auflagen eines internen Kontrollsystems, das die Dokumentation der Transaktionen, gestaffelte Genehmigungs- und Vorlageverfahren, Vieraugenprinzip sowie die Trennung des Treasury-Bereichs in Front-, Middle- und Backoffice umfasst.

Zur Stärkung seines Finanzprofils hat der BayWa-Konzern im Geschäftsjahr 2021 die Finanzierungsstrategie geändert und im September 2021 einen nachhaltigen Konsortialkredit in Höhe von 1,7 Mrd. Euro abgeschlossen. Dieser wurde im Jahr 2022 auf 2,0 Mrd. Euro erhöht. Die Konditionierung des Kredits ist an das Nachhaltigkeitsrating der Agentur MSCI gekoppelt. Erhöht sich das momentane Rating von AA auf AAA, so reduziert sich die aktuelle Zinsmarge. Bei einer Herabstufung erhöht sich die Zinsmarge. Die neue Kreditlinie läuft bis September 2024 und hat zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Mit diesem Konsortialkredit wurden die bilateralen, unbesicherten und täglich fälligen Kreditlinien der beteiligten Banken abgelöst. Zu jedem Zeitpunkt waren Finanzierungslinien in ausreichender Höhe zur Sicherstellung des Geschäftsbetriebs des BayWa-Konzerns vorhanden. Investitionen in Sachanlagen oder Akquisitionen hingegen werden nach wie vor aus dem Eigenkapital sowie aus Erlösen aus langfristigen Kapitalmarkttransaktionen und sonstigen langfristigen Krediten finanziert. Hierzu zählen u. a. emittierte Schuldscheindarlehen (zu den Konditionen wird auf den Konzernanhang, Abschnitt C.14, verwiesen) sowie eine im Juni 2019 emittierte Unternehmensanleihe (Kupon 3,125 Prozent, gelistet an der Luxemburger Börse, ISIN XS2002496409, Stückelung 1.000 Euro, Laufzeit bis 26. Juni 2024). Die im Oktober 2017 emittierte Hybridanleihe (ISIN XS1695284114) mit einem Volumen von 300,0 Mio. Euro wurde zum vertraglich vereinbarten, erstmöglichen Rückzahlungstermin im Oktober 2022 fristgerecht gekündigt und vollständig zurückbezahlt. Die Kapitalmarktmaßnahmen diversifizieren somit das Refinanzierungsportfolio.

Darüber hinaus stehen den Projektgesellschaften im Segment Regenerative Energien separate Non-Recourse-Finanzierungen (ohne Zugriff der Fremdkapitalgeber auf Vermögenswerte und Cashflows des BayWa-Konzerns) zur Verfügung.

Das Management des Working Capital ist bei der BayWa ein Schwerpunkt und umfasst die Optimierung des Working Capital als Saldogröße des kurzfristigen Vermögens abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Zinsänderungsrisiken im Kurzfristbereich begegnet die BayWa im Rahmen des Risikomanagements durch den Einsatz einfacher derivativer Instrumente. Im langfristigen Bereich konnte durch die Begebung von Schuldscheindarlehen in den Jahren 2022, 2021, 2018, 2015 und 2014 eine natürliche Zinssicherung erzielt werden, da sowohl Tranchen mit fixer Verzinsung als auch Tranchen mit variabler Verzinsung emittiert wurden und so das Zinsänderungsrisiko verringert wurde. Der fixe Kupon der begebenen Hybridanleihe führte zu einer Erhöhung der Sicherungsquote mittels natürlicher Sicherung.

Rund 50 Prozent des gesamten Fremdmittelportfolios sollen mit entsprechenden Sicherungsinstrumenten gegen Zinserhöhungsrisiken gesichert sein. Mit dieser Teilsicherung wird dem stark schwankenden saisonalen Finanzierungsbedarf Rechnung getragen.

Die BayWa ist aus dem genossenschaftlichen Sektor hervorgegangen, dem sie auch weiterhin über ihre Aktionärsstruktur, aber auch über die kongruenten regionalen Interessen des genossenschaftlichen Bankenbereichs einerseits und des Handelsbereichs andererseits eng verbunden ist. Neben der Einbindung in den genossenschaftlichen Finanzverbund mindert insbesondere die länderübergreifende breite Diversifikation des Bankenportfolios und der Finanzierungsinstrumente das Finanzierungsrisiko des BayWa-Konzerns.

Kapitalstruktur

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In Mio. Euro 2018 2019 2020 2021 2022 Veränderung 2022/​21
Eigenkapital 1.389,1 1.339,0 1.153,6 1.816,1 1.909,0 5,1 %
Eigenkapitalquote (in %) 18,5 15,1 12,9 15,4 14,7 -
Kurzfristiges Fremdkapital 1 4.047,7 4.377,1 4.865,7 5.323,9 5.570,3 4,6 %
Langfristiges Fremdkapital 2.074,7 3.131,5 2.930,7 4.631,4 5.497,1 18,7 %
Fremdkapital 6.122,4 7.508,6 7.796,4 9.955,3 11.067,4 11.2 %
Fremdkapitalquote (in %) 81,5 84,9 87,1 84,6 85,3 -
Gesamtkapital (Eigenkapital plus Fremdkapital) 7.511,5 8.847,6 8.950,0 11.771,4 12.976,4 10,2 %

1 Inkl. Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen

Mit 12.976,4 Mio. Euro liegt die Bilanzsumme des BayWa-Konzerns zum 31. Dezember 2022 um 1.205,0 Mio. Euro bzw. 10,2 Prozent über dem Vorjahr. Wesentlicher Treiber sind insbesondere das lang- und das kurzfristige Fremdkapital mit einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 1.112,1 Mio. Euro. Daneben konnte auch das Eigenkapital um 92,9 Mio. Euro bzw. 5,1 Prozent gesteigert werden. Diesem Anstieg liegen einige wesentliche, teils gegenläufige Entwicklungen zugrunde: Mit 293,3 Mio. Euro wirkte sich die Rückzahlung des Hybridkapitals eigenkapitalmindernd aus. Demgegenüber trugen insbesondere der Konzernjahresüberschuss in Höhe von 239,5 Mio. Euro sowie der um 116,8 Mio. Euro geringere, im Eigenkapital erfasste, negative Bewertungseffekt der Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen aufgrund des seit Längerem wieder steigenden Zinsumfelds zum Anstieg des Eigenkapitals bei. Letzterer setzt sich aus der im Geschäftsjahr 2022 erfassten Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 116,4 Mio. Euro und aus Konsolidierungseffekten in Höhe von 0,4 Mio. Euro zusammen. Mit 119,6 Mio. Euro wirkten sich die im Geschäftsjahr 2022 erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Gewinne aus Stromlieferverträgen im Energiehandel im Segment Regenerative Energien ebenso positiv auf die Eigenkapitalentwicklung aus.

Kapitalmanagement

Die Kapitalstruktur des Konzerns besteht aus Fremd- und Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 14,7 Prozent (Vorjahr: 15,4 Prozent) des Gesamtkapitals. Um eine aussagekräftige Größe zu erhalten, wird im Kapitalmanagement der BayWa eine angepasste Eigenkapitalquote herangezogen. Die Anpassung betrifft die gebildete Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (inkl. Minderheitenanteil) in Höhe von minus 167,7 Mio. Euro (Vorjahr: minus 284,5 Mio. Euro). Der Grund dafür liegt darin, dass sich diese Rücklage aus der Veränderung von nicht beeinflussbaren Parametern bei der Berechnung von Personalrückstellungen ergibt. Bereinigt um diesen Effekt resultiert eine angepasste Eigenkapitalquote von 16,0 Prozent (Vorjahr: 17,8 Prozent). Im Konzernanhang sind die Angaben im Sinne von § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG für die eigenen Anteile enthalten.

Für ein Handelsunternehmen wie den BayWa-Konzern ist eine starre Eigenkapitalquote eine nur bedingt aussagekräftige Unternehmenskennziffer. Insbesondere die Veränderung der kurzfristigen Vermögenswerte mit der Einlagerung von Vorräten in Form von Agrarrohstoffen, aber auch der Erwerb von Projektrechten und die Bilanzierung im Bau befindlicher Wind- und Solarenergieanlagen im Segment Regenerative Energien hat unmittelbar Einfluss auf die Bilanzsumme und damit auch auf die Eigenkapitalquote, bildet jedoch die Grundlage für entsprechende Handelstätigkeiten im Folgejahr. Im Kapitalmanagementprozess des BayWa-Konzerns wird daher der Anlagendeckungsgrad II als Zielgröße verwendet. So sollen das Eigenkapital und das langfristige Fremdkapital das langfristige Vermögen zu mindestens 90 Prozent decken. Zum 31. Dezember 2022 betrug der Anlagendeckungsgrad rund 169 Prozent (Vorjahr: 171 Prozent).

Im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich die Fremdkapitalquote auf 85,3 Prozent (Vorjahr: 84,6 Prozent). Im BayWa-Konzern dient das kurzfristige Fremdkapital ausschließlich der Finanzierung der im Working Capital kurzfristig gebundenen Finanzmittel. Der ausgewiesene Stand an kurzfristigen Kapitalaufnahmen zum Jahresende spiegelt regelmäßig den Höchststand der Inanspruchnahmen aufgrund der Einlagerung von Rohstoffen im Agrarbereich bzw. aufgrund unfertiger Projekte im Segment Regenerative Energien wider. Das kurzfristige Fremdkapital beläuft sich auf 5.570,3 Mio. Euro und liegt damit um 246,4 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres. Der Anstieg resultiert neben den kurzfristigen übrigen Rückstellungen (plus 96,4 Mio. Euro) und den kurzfristigen übrigen finanziellen und nichtfinanziellen Verbindlichkeiten (plus 154,0 Mio. Euro) insbesondere aus den um 479,4 Mio. Euro gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen infolge der im Berichtsjahr zu verzeichnenden Preisentwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten. Auch gründet die Entwicklung des kurzfristigen Fremdkapitals auf den kurzfristigen Finanzschulden, die mit 1.718,7 Mio. Euro um 251,4 Mio. Euro über dem Vorjahr liegen. Demgegenüber haben sich die Verbindlichkeiten aus Derivaten, speziell aus Warentermin-, Devisen- und Zinssicherungsgeschäften deutlich verringert (minus 788,1 Mio. Euro auf 364,2 Mio. Euro); hier zeigt vor allem die seit dem Geschäftsjahr 2022 vorgenommene Saldierung von Vermögenswerten und Schulden im Energiehandel im Segment Regenerative Energien Wirkung.

Auch beim langfristigen Fremdkapital zeigt sich im Geschäftsjahr 2022 ein Anstieg in Höhe von 865,7 Mio. Euro auf 5.497,1 Mio. Euro. Haupttreiber sind die langfristigen Finanzschulden (plus 842,8 Mio. Euro) insbesondere aufgrund der erhöhten Inanspruchnahme des Konsortialkredits in Höhe von insgesamt 1.360,0 Mio. Euro (Vorjahr: 935,0 Mio. Euro) und der Begebung eines weiteren Schuldscheindarlehens im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 152,5 Mio. Euro. Dem stehen Rückgänge bei den langfristigen Pensionsrückstellungen gegenüber, die infolge gestiegener Rechnungszinsen um 185,0 Mio. Euro auf 519,8 Mio. Euro gesunken sind.

Nettoverschuldungsgrad

Das Management des BayWa-Konzerns überprüft und steuert die Kapitalstruktur in regelmäßigen Abständen, dies geschieht u. a. über die Kennzahlen "Angepasste Nettoschulden /​ Angepasstes Eigenkapital" und "Angepasste Nettoschulden /​ EBITDA".

Zur Ermittlung der "Angepassten Nettoschulden" werden von den lang- und kurzfristigen Finanzschulden bei Kreditinstituten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abgezogen. In Abzug gebracht werden auch Non-Recourse-Finanzierungen, obgleich diese verzinslich sind. Es handelt sich hierbei um Kredite an Projektgesellschaften im Segment Regenerative Energien, die allein auf den Projekt-Cashflow und nicht auf die Bonität des BayWa-Konzerns abgestellt sind. Ein Zugriff der Fremdkapitalgeber auf Vermögenswerte und Cashflows des BayWa-Konzerns außerhalb der jeweiligen Projektgesellschaft ist ausgeschlossen. Das erwirtschaftete EBITDA der Projektgesellschaften im Berichtsjahr beträgt 12,4 Mio. Euro (Vorjahr: 33,0 Mio. Euro). Ebenfalls werden sofort verwertbare Getreidevorräte abgezogen. Diese Vorräte wären aufgrund ihres sehr liquiden und kurzfristigen Charakters, ihrer täglichen, börsennotierten Preisfeststellung auf internationalen Märkten und Börsen sofort bei der Erfassung in flüssige Mittel umtauschbar. Jegliches Preisrisiko ist durch eine physische Verkaufsposition entweder über einen Verkaufskontrakt mit einem sehr solventen Geschäftspartner oder über einen Terminkontrakt an der Börse eliminiert. Aufgrund der hohen Liquidität dieser Vorratsbestände erachtet es der BayWa-Konzern als angebracht, diese als zahlungsähnliche Position bei der Berechnung der Nettoschulden und der damit zusammenhängenden Finanzkennzahlen in Abzug zu bringen.

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In Mio. Euro 31.12.2022 31.12.2021
Lang- und kurzfristige Finanzschulden bei Kreditinstituten 5.278,8 4.184,6
./​. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 221,8 - 399,1
Nettoschulden 5.057,0 3.785,5
./​. Non-Recourse-Finanzierung - 418,2 - 396,2
./​. Sofort verwertbare Vorräte - 1.208,5 - 1.099,1
Angepasste Nettoschulden 3.430,4 2.290,1
EBITDA 858,8 552,8
Angepasstes Eigenkapital 2.076,7 2.100,6
Angepasste Nettoschulden /​ Angepasstes Eigenkapital (in %) 165,2 109,0
Angepasste Nettoschulden /​ EBITDA 4,0 4,1

Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Geschäftsmodelle zwischen dem originären Handelsgeschäft des BayWa-Konzerns und der Projektentwicklung, die primär im Bereich der Regenerativen Energien vorzufinden ist, wird der Nettoverschuldungsgrad einer differenzierten Betrachtung - in Abhängigkeit von der Geschäftsaktivität - unterzogen. Zum einen unterscheidet sich in beiden Geschäftsaktivitäten die Verwendung der aufgenommenen Finanzmittel, zum anderen summiert sich die Mittelaufnahme im Rahmen der Projektentwicklung über einen längeren Zeitraum, bevor aus den Projektverkäufen dann entsprechende Mittelrückflüsse entstehen. In der Berechnung der angepassten Nettoverschuldung werden für das Handelsgeschäft beide Aspekte berücksichtigt. Hierbei werden die Finanzverbindlichkeiten, die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie das im Geschäftsjahr erwirtschaftete EBITDA des Segments Regenerative Energien in Abzug gebracht. Der Wert der Kennzahl "Nettoschulden (angepasst) /​ EBITDA" soll für das Handelsgeschäft des BayWa-Konzerns in einer Bandbreite zwischen 3,0 und 4,5 liegen und wird nach folgendem Schema ermittelt:

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In Mio. Euro 31.12.2022 31.12.2021
Lang- und kurzfristige Finanzschulden bei Kreditinstituten 3.246,2 2.469,8
./​. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 86,8 - 238,6
Nettoschulden 3.159,3 2.231,2
./​. Non-Recourse-Finanzierung - -
./​. Sofort verwertbare Vorräte - 1.208,5 - 1.099,1
Angepasste Nettoschulden 1.950,8 1.132,1
EBITDA 494,5 353,8
Angepasste Nettoschulden /​ EBITDA 3,9 3,2

Kapitalflussrechnung und Liquiditätsentwicklung

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In Mio. Euro 2018 2019 2020 2021 2022
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - 452,2 - 24,9 675,9 - 583,6 - 337,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 243,0 - 149,4 - 251,5 - 197,2 - 293,2
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 710,8 282,6 - 482,6 1.009,0 451,5
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1 120,6 229,7 168,4 399,1 221,8

1 Inkl. Zugängen/​Abgängen von Finanzmitteln infolge von Konsolidierungskreis- und Wechselkursveränderungen in Höhe von 1,6 Mio. Euro

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit beläuft sich für das Geschäftsjahr 2022 auf minus 337,2 Mio. Euro und liegt damit um 246,4 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres. Ausgehend von den um 204,6 Mio. Euro über dem Vorjahreswert liegenden Cash Earnings resultiert diese Steigerung maßgeblich aus einem im Vergleich zum Vorjahr deutlichen verringerten Aufbau bei den Vorräten, bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bei den anderen Aktiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, in Höhe von insgesamt 1.086,2 Mio. Euro. Gegenläufig wirkt ein gestiegener Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 76,2 Mio. Euro aus der Verringerung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und anderer Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit weist für das Berichtsjahr einen Zahlungsmittelabfluss von 293,2 Mio. Euro auf. Damit haben sich die Auszahlungen für Investitionen im Vorjahresvergleich um 96,0 Mio. Euro erhöht Die Auszahlungen für Unternehmenserwerbe belaufen sich auf 91,1 Mio. Euro (Vorjahr: 70,8 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr 2022 wurden Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen in Höhe von 379,1 Mio. Euro (Vorjahr: 239,0 Mio. Euro) getätigt, denen Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzanlagen in Höhe von 106,0 Mio. Euro (Vorjahr: 108,6 Mio. Euro) gegenüberstehen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf 451,5 Mio. Euro und liegt um 557,5 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Zahlungsmittelzuflüsse erfolgten aus der Aufnahme von Finanzkrediten in Höhe von 1.643,5 Mio. Euro. Demgegenüber führten neben den Zinszahlungen (188,6 Mio. Euro) und den Dividendenzahlungen bei der BayWa AG wie bei Tochtergesellschaften (insgesamt 82,4 Mio. Euro) insbesondere die Rückführungen von Finanzkrediten in Höhe von 516,8 Mio. Euro und die fristgerechte Rückzahlung des Hybridkapitals in Höhe von 300,0 Mio. Euro zu Zahlungsmittelabflüssen.

In der Gesamtbetrachtung der Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit, der Investitions- und der Finanzierungstätigkeit sowie unter Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und Wechselkursveränderungen wurden die Mittezuflüsse aus der betrieblichen und aus der Finanzierungstätigkeit durch die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit überkompensiert. Dadurch lag der Finanzmittelfonds zum Ende des Berichtsjahres mit 221,8 Mio. Euro um 177,3 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahres.

Finanzmittelausstattung und Kapitalerfordernisse

Die Finanzmittelausstattung des BayWa-Konzerns speist sich neben den Mittelzuflüssen aus der kurzfristigen Finanzierung des für den Geschäftsbetrieb notwendigen Vermögens (Working Capital) auch aus den Zuflüssen aus der operativen Geschäftstätigkeit. Maßgeblichen Einfluss auf die Kapitalerfordernisse der BayWa AG haben die Investitionsfinanzierung sowie die laufende Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, aber auch die Tilgung von Finanzschulden und die laufenden Zinszahlungen. Die Gesamtsicht auf Liquidität und Verschuldung wird durch die Berechnung der angepassten Nettoliquidität bzw. Nettoverschuldung bestimmt und für das interne Finanzmanagement wie auch für die externe Kommunikation mit Finanzinvestoren und Analysten verwendet. Die Nettoliquidität bzw. Nettoverschuldung ergibt sich aus der Summe der Zahlungsmittel abzüglich der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und abzüglich der ausstehenden Anleihen, wie sie in der Bilanz ausgewiesen werden.

Neben dem Konsortialkredit und kurzfristigen Geldaufnahmen finanziert sich das Unternehmen über ein Multi-Currency-Commercial-Paper-Programm. Dieses wurde zuletzt im Jahr 2017 um 500,0 Mio. Euro auf ein Gesamtvolumen von 1.000,0 Mio. Euro aufgestockt. Über den Bilanzstichtag wurden Wertpapiere in Euro im Gegenwert von 641,7 Mio. Euro (Vorjahr: 720,0 Mio. Euro) mit einer durchschnittlich gewichteten Restlaufzeit von 54 Tagen (Vorjahr: 86 Tage) emittiert. Im Rahmen des laufenden Asset-Backed-Securitisation-(ABS-)Programms wurden zum Stichtag Forderungen zum Nominalwert in Höhe von 145,8 Mio. Euro (Vorjahr: 129,7 Mio. Euro) finanziert.

Die BayWa AG hat im Dezember 2022 ein nachhaltiges Schuldscheindarlehen über 152,5 Mio. Euro emittiert. Dies diente der teilweisen Refinanzierung der im Oktober 2022 gekündigten Hybridanleihe. Die Konditionierung des Kredits ist an das Nachhaltigkeitsrating der Agentur MSCI gekoppelt. Erhöht sich das momentane Rating von AA auf AAA, so reduziert sich die aktuelle Zinsmarge. Bei einer Herabstufung erhöht sich die Zinsmarge. Die Laufzeit hat eine gewichtete Duration von 4,1 Jahren.

Investitionen

Der BayWa-Konzern hat im Geschäftsjahr 2022 unter Berücksichtigung der getätigten Unternehmenszukäufe insgesamt 618,4 Mio. Euro (Vorjahr: 375,8 Mio. Euro) in immaterielle Vermögenswerte (86,7 Mio. Euro) und Sachanlagen (531,7 Mio. Euro) investiert. Bei den Investitionen des Geschäftsjahres handelte es sich in erster Linie um Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen in technische Anlagen und Maschinen, Bausubstanz, Anlagen (im Bau) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung, da moderne Standorte und leistungsfähige Betriebsvorrichtungen wesentliche Voraussetzungen für effiziente Logistikprozesse sind. Zudem sind in den Investitionen in das Sachanlagevermögen auch solche in Wind- und Solarenergieanlagen zum Ausbau des IPP-Portfolios im Segment Regenerative Energien enthalten.

Nicht länger betrieblich genutztes Immobilienvermögen wurde im Geschäftsjahr 2022 vermarktet, wo dies sinnvoll erschien. Die dabei freigesetzten Mittel dienen der Rückführung von Fremdmitteln oder der Finanzierung des Konzernwachstums.

Ohne Berücksichtigung der Unternehmensakquisitionen entfielen rund 28,5 Prozent der gesamten Investitionen des BayWa-Konzerns in langfristige Vermögenswerte auf das Segment Regenerative Energien. Daneben entfielen 20,2 Prozent der Investitionen auf das Segment Agrar, 18,2 Prozent auf das Segment Global Produce und 10,5 Prozent auf das Segment Bau. Die verbleibenden 22,6 Prozent der Investitionen verteilten sich auf die Sonstigen Aktivitäten und die Segmente Technik, Cefetra Group, Energie sowie Innovation & Digitalisierung.

Ertragslage

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In Mio. Euro 2018 2019 2020 2021 2022 Veränderung 2022/​21
Umsatz 16.625,7 17.059,0 16.464,7 19.839,1 27.061,8 36,4 %
EBITDA 315,3 403,0 464,8 552,8 858,8 55,4 %
EBITDA-Marge (in %) 1,9 2,3 2,8 2,8 3,2 -
EBIT 172,4 188,4 211,6 266,6 504,1 89,1 %
EBIT-Marge (in %) 1,0 1,1 1,3 1,3 1,9 -
EBT 92,6 79,2 107,6 160,6 319,6 99,0 %
Konzernjahresüberschuss 54,9 65,1 59,5 128,8 239,5 85,9 %

Der Umsatz des BayWa-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 deutlich um 36,4 Prozent bzw. 7.222,7 Mio. Euro auf 27.061,8 Mio. Euro. Dieser Anstieg ist auf die nachhaltig positive Entwicklung in allen operativen Geschäftsfeldern und insbesondere auf gestiegene Umsatzerlöse in den Segmenten Regenerative Energien (plus 2.929,2 Mio. Euro auf 6.489,2 Mio. Euro), Agrar (plus 1.572,0 Mio. Euro auf 5.750,7 Mio. Euro), Energie (plus 1.215,4 Mio. Euro auf3.343,6 Mio. Euro) und Cefetra Group (plus 1.114,9 Mio. Euro auf 6.111,2 Mio. Euro) zurückzuführen. Weitere Umsatzsteigerungen konnten darüber hinaus in den Segmenten Bau (plus 262,7 Mio. Euro auf2.346,9 Mio. Euro) und Technik (plus 167,5 Mio. Euro auf2.076,5 Mio. Euro) verzeichnet werden. Demgegenüber sanken die Umsatzerlöse im Segment Global Produce um 39,4 Mio. Euro auf 921,3 Mio. Euro. Im Segment Innovation & Digitalisierung (minus 0,7 Mio. Euro auf 10,4 Mio. Euro) und in den Sonstigen Aktivitäten (plus 1,1 Mio. Euro auf 12,0 Mio. Euro) bewegten sich die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 88,7 Mio. Euro auf 492,9 Mio. Euro. Dieser Entwicklung liegen im Wesentlichen höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 66,2 Mio. Euro (Vorjahr: 21,0 Mio. Euro) sowie aus Währungskursgewinnen in Höhe von 212,7 Mio. Euro (Vorjahr: 178,9 Mio. Euro), denen Währungskursverluste in Höhe von 219,8 Mio. Euro (erfasst in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen) gegenüberstehen, zugrunde. Der Anstieg der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betrifft insbesondere ein Projekt in Großbritannien im Segment Regenerative Energien: Aufgrund der Nichterteilung der notwendigen Baugenehmigung durch die zuständigen Behörden konnte das Projekt nicht wie ursprünglich geplant realisiert werden. Daher mussten Rückstellungen in Höhe von 30,3 Mio. Euro aufgelöst werden. Parallel dazu wurden aktivierte Projektrechte in Höhe von 29,3 Mio. Euro wertberichtigt. Ebenso lagen die Übrigen Erträge mit 111,1 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres von 83,4 Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete der BayWa-Konzern eine Bestandserhöhung von 370,4 Mio. Euro (Vorjahr: 928,8 Mio. Euro), die im Wesentlichen auf noch nicht abgeschlossene Wind- und Solarenergieprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen ist.

Der Materialaufwand des BayWa-Konzerns erhöhte sich im Berichtsjahr als Folge des Anstiegs der Umsatzerlöse sowie aufgrund gestiegener Energie- und Rohstoffpreise und des insgesamt höheren Preisniveaus um 6.124,1 Mio. Euro auf 24.581,2 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der gestiegenen Umsatzerlöse und der Erhöhung des Materialaufwands konnte das Rohergebnis im Geschäftsjahr 2022 um 645,8 Mio. Euro auf 3.377,1 Mio. Euro gesteigert werden; dies entspricht einem Anstieg um 23,6 Prozent.

Der Personalaufwand erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 189,1 Mio. Euro auf 1.509,5 Mio. Euro. Ursächlich hierfür waren insbesondere die Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres 2022 sowie das anhaltende Wachstum im Segment Regenerative Energien.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 1.072,0 Mio. Euro und lagen damit um 217,0 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 855,0 Mio. Euro. Wesentliche Bestandteile der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungskursverlusten in Höhe von 219,8 Mio. Euro (Vorjahr: 182,8 Mio. Euro), Aufwendungen zum Unterhalt des Fuhrparks in Höhe von 88,1 Mio. Euro (Vorjahr: 69,1 Mio. Euro), Aufwendungen für Instandhaltung in Höhe von 87,4 Mio. Euro (Vorjahr: 79,0 Mio. Euro) sowie übrige Aufwendungen für allgemeine Vertriebs- und sonstige Kosten in Höhe von 162,9 Mio. Euro (Vorjahr: 111,2 Mio. Euro).

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) steigerte sich im Geschäftsjahr 2022 um 306,0 Mio. Euro bzw. 55,4 Prozent auf 858,8 Mio. Euro (Vorjahr: 552,8 Mio. Euro).

Mit einem Wert von 354,7 Mio. Euro lagen die laufenden Abschreibungen des BayWa-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 um 68,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 286,2 Mio. Euro. Dieser Anstieg liegt im Wesentlichen in der notwendigen außerplanmäßigen Abschreibung auf einen Windpark im Segment Regenerative Energien begründet. Bei der Errichtung der Anlage in den USA mit einer Leistung von 95 Megawatt kam es aufgrund standortbedingter Unwägbarkeiten teilweise zu Baustopps und somit zu erheblichen Verzögerungen und Kostensteigerungen, die zu einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 55,6 Mio. Euro führten. Insgesamt stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des BayWa-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 um 237,5 Mio. Euro bzw. 89,1 Prozent auf 504,1 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis setzt sich aus dem Beteiligungsergebnis, das dem EBITDA und dem EBIT zugerechnet wird, und dem Zinsergebnis zusammen. Das Beteiligungsergebnis lag im Berichtsjahr mit 63,3 Mio. Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahres von minus 3,0 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist sowohl auf einen Anstieg des Equity-Ergebnisses um 24,5 Mio. Euro auf 14,2 Mio. Euro als auch auf eine Erhöhung des übrigen Beteiligungsergebnisses um 41,8 Mio. Euro auf 49,1 Mio. Euro zurückzuführen. Letztere liegt insbesondere im Verkauf des Bioenergy-Portfolios im Segment Regenerative Energien begründet. Das Zinsergebnis sank im Geschäftsjahr 2022 um 78,5 Mio. Euro auf minus 184,5 Mio. Euro. Maßgeblich für den Rückgang war der Anstieg des Zinsaufwands um 80,4 Mio. Euro auf minus 202,1 Mio. Euro aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus im Geschäftsjahr 2022. Der Zinsertrag hingegen bewegte sich mit 17,6 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres von 15,7 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) des BayWa-Konzerns erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 159,0 Mio. Euro bzw. 99,0 Prozent auf 319,6 Mio. Euro. Ursächlich hierfür waren Ergebnisverbesserungen in den operativen Segmenten Agrar (plus 76,9 Mio. Euro), Regenerative Energien (plus 66,1 Mio. Euro), Energie (plus 35,3 Mio. Euro), Technik (plus 16,2 Mio. Euro), Cefetra Group (plus 13,1 Mio. Euro) sowie im Segment Innovation & Digitalisierung (plus 8,6 Mio. Euro). Ergebnisrückgänge waren in den operativen Segmenten Global Produce (minus 22,9 Mio. Euro) und Bau (minus 10,3 Mio. Euro) zu verzeichnen. Zudem sank das Ergebnis der Sonstigen Aktivitäten, zusammen mit den in der Überleitung dargestellten Konsolidierungseffekten, um insgesamt 24,0 Mio. Euro.

Der Ertragsteueraufwand des BayWa-Konzerns belief sich für das Geschäftsjahr 2022 auf 80,1 Mio. Euro (Vorjahr: 31,8 Mio. Euro), dies entspricht einer Steuerquote von 25,1 Prozent (Vorjahr: 19,8 Prozent). Nach Abzug des Ertragsteueraufwands ergab sich für den BayWa-Konzern für das Geschäftsjahr 2022 ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 239,5 Mio. Euro. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 110,7 Mio. Euro bzw. 85,9 Prozent.

Der auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Gewinnanteil beläuft sich auf 168,1 Mio. Euro (Vorjahr: 70,7 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie (EPS), ermittelt aus dem Gewinnanteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens bezogen auf die durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien von 35.644.609 (dividendenberechtigte Aktien ohne eigene Aktien), liegt im Geschäftsjahr 2022 bei 4,36 Euro und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 1,63 Euro.

Bei der BayWa AG bestanden im Segment Technik zum Bilanzstichtag wesentliche noch zu erfüllende Auftragsbestände: So lag der Auftragsbestand am 31. Dezember 2022 bei 625,7 Mio. Euro (Vorjahr: 378,0 Mio. Euro). Davon entfallen 561,4 Mio. Euro (Vorjahr: 309,6 Mio. Euro) auf den Bereich Neumaschinen und 53,9 Mio. Euro (Vorjahr: 56,4 Mio. Euro) auf den Bereich Innenwirtschaft (Hof- und Stalltechnik). Der starke Anstieg resultiert aus einer deutlich geringeren Faktura im Vertrieb infolge der angespannten Liefersituation sowie aus dem Auslaufen bestehender Herstellerkonditionen. Des Weiteren setzten die guten Erzeugerpreise am Ende des Geschäftsjahres für Landwirte einen Anreiz zu investieren. In dem gestiegenen Volumen sind außerdem Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent enthalten.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Für die kurzfristige operative Steuerung der Unternehmensbereiche orientiert sich die BayWa an der Entwicklung der Ergebniskennzahlen EBITDA, EBIT und EBT, wobei das EBIT den wichtigsten finanziellen Leistungsindikator darstellt. Die Ergebniskennzahlen der Segmente des BayWa-Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:

Finanzielle Ergebniskennzahlen

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Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT)
In Mio. Euro 2022 Veränderung absolut Veränderung
in %
Veränderung absolut Veränderung
in %
Regenerative Energien 364,3 165,4 83,2 239,1 104,1 77,1
Energie 71,3 38,4 > 100,0 53,6 36,2 > 100,0
Cefetra Group 81,0 32,5 67,0 59,5 20,7 53,4
Agrar 156,2 96,9 > 100,0 104,7 92,4 > 100,0
Technik 93,8 21,6 29,9 70,2 21,6 44,4
Global Produce 56,4 - 20,1 - 26,3 21,1 - 21,5 - 50,5
Bau 105,7 1,7 1,6 70,4 - 2,8 - 3,8
Innovation & Digitalisierung - 5,6 - 2,2 - 64,7 - 11,4 8,8 43,6
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Ergebnis vor Steuern (EBT)
In Mio. Euro 2022 Veränderung absolut Veränderung
in %
Regenerative Energien 161,2 66,1 69,5
Energie 51,9 35,3 > 100,0
Cefetra Group 46,8 13,1 38,9
Agrar 72,0 76,9 > 100,0
Technik 54,5 16,2 42,3
Global Produce 10,4 - 22,9 - 68,8
Bau 49,0 - 10,3 - 17,4
Innovation & Digitalisierung - 12,3 8,6 41,1

Die Differenz der Ergebnisbeiträge der Segmente zum Gesamtergebnis des BayWa-Konzerns ergibt sich in allen drei Ergebnisgrößen EBITDA, EBIT und EBT aus dem Ergebnisbeitrag der Sonstigen Aktivitäten sowie aus wirtschaftlichen Einflussfaktoren auf Konzernebene. Bei den Sonstigen Aktivitäten übt die BayWa keine unternehmerische Steuerung aus, da es sich um Randaktivitäten handelt, die im Konzern von untergeordneter Bedeutung sind. Bei den wirtschaftlichen Einflussfaktoren auf Konzernebene handelt es sich um Sachverhalte, die nicht der operativen Steuerung der Segmente zuzuordnen sind.

Die mittel- und langfristige Portfolio-Optimierung des BayWa-Konzerns erfolgt durch die wertorientierte Steuerung. Sie ermittelt anhand des Economic Profit den Überschuss der Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) der Geschäftsfelder bzw. Segmente über deren risikogewichtete Kapitalkosten.

Economic Profit

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In Mio. Euro 2022 Regenerative Energien Energie Cefetra Group Agrar Technik Global Produce
Net Operating Profit 239,1 53,6 59,5 104,7 70,2 21,1
Ø investiertes Kapital 1 2.820,7 115,6 711,9 1.581,0 699,0 444,3
ROIC (in %) 8,48 46,4 8,36 6,62 10,04 4,74
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (WACC) (in %) 6,63 7,20 6,30 5,90 7,80 6,20
Differenz (ROIC ./​. WACC) (in %) 1,85 39,20 2,06 0,72 2,24 - 1,46
Economic Profit Segmente 52,0 45,3 14,6 11,4 15,6 - 6,5
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In Mio. Euro 2022 Bau
Net Operating Profit 70,4
Ø investiertes Kapital 1 802,9
ROIC (in %) 8,77
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (WACC) (in %) 7,00
Differenz (ROIC ./​. WACC) (in %) 1,77
Economic Profit Segmente 14,2

1 Immaterielle Vermögenswerte + Sachanlagen + Net Working Capital

Im Geschäftsjahr 2022 erzielten die Segmente Regenerative Energien, Energie, Cefetra Group, Agrar, Technik und Bau trotz steigender Kapitalkosten einen positiven Economic Profit und damit einen Überschuss über ihre jeweiligen Kapitalkosten. Aufgrund der anhaltend positiven Geschäftsentwicklung und des starken internationalen Projektgeschäfts konnte das Segment Regenerative Energien seinen Economic Profit im Geschäftsjahr 2022 signifikant auf 52,0 Mio. Euro (Vorjahr: 28,5 Mio. Euro) steigern. Auch die Segmente Energie (45,3 Mio. Euro, Vorjahr: 13,0 Mio. Euro) und Agrar (11,4 Mio. Euro, Vorjahr: minus 43,9 Mio. Euro) verzeichneten aufgrund der Preisanstiege fossiler Energieträger und Agrarprodukte einen deutlichen Anstieg ihres Economic Profit. Ebenso konnten die Segmente Technik (15,6 Mio. Euro, Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) und Cefetra Group (14,6 Mio. Euro, Vorjahr: 12,0 Mio. Euro) ihren Economic Profit im Geschäftsjahr 2022 erhöhen. Demgegenüber verzeichneten die Segmente Global Produce (minus 6,5 Mio. Euro, Vorjahr: 19,1 Mio. Euro) und Bau (14,2 Mio. Euro, Vorjahr: 38,9 Mio. Euro) einen Rückgang ihres Economic Profit. Im Segment Bau ist der Rückgang auf ein preisbereinigt schwächeres Ergebnis im Zuge gesamtwirtschaftlicher Lieferkettenprobleme und erhöhter Energiepreise zurückzuführen.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

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Segment Kennzahl Prognose 1 Ist 1
Regenerative Energien EBIT signifikante Steigerung starke Steigerung
Energie EBIT deutlicher Rückgang starke Steigerung
Cefetra Group EBIT signifikante Steigerung starke Steigerung
Agrar EBIT signifikante Steigerung starke Steigerung
Technik EBIT signifikanter Rückgang signifikante Steigerung
Global Produce EBIT deutlicher Rückgang starker Rückgang
Bau EBIT erheblicher Rückgang leichter Rückgang
Konzern EBIT erhebliche Steigerung starke Steigerung

1 Erläuterung der qualitativ-komparativen Aussagen:
leicht, moderat, gering ≙ 1-5 Prozent; spürbar, deutlich ≙ 5-10 Prozent; erheblich, wesentlich ≙ 10-20 Prozent; signifikant ≙ 20-50 Prozent; stark ≙ > 50 Prozent

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und Erläuterungen Prognose/​Ist-Abweichung

Der BayWa-Konzern hat im Geschäftsjahr 2022 eine hervorragende Entwicklung verzeichnet. Alle drei Geschäftsfelder und auch nahezu alle Segmente entwickelten sich deutlich besser als ursprünglich angenommen. Dabei profitierte die BayWa von ihrem diversifizierten Geschäftsmodell mit einer breiten Palette an Produkten und Lösungen zur Deckung von menschlichen Grundbedürfnissen. Das Wachstum in den internationalen Märkten der BayWa - insbesondere im Segment Regenerative Energien - wurde weiter beschleunigt. Den hohen, volatilen Preisniveaus und Lieferengpässen an den Rohstoff- und Energiemärkten, die durch den Krieg gegen die Ukraine nochmals verstärkt wurden, begegnete die BayWa mit einem aktiven, vorausschauenden Vorratsmanagement und einer leistungsfähigen Liefer- und Logistikkette, woraus sich zudem Handelsopportunitäten für das Unternehmen ergaben.

Die Segmente Regenerative Energien, Energie, Cefetra Group und Agrar verzeichneten durchweg eine starke Steigerung beim EBIT um teilweise weit über 50 Prozent und entwickelten sich damit besser als erwartet. Wesentliche Treiber waren dynamische Entwicklungen an den internationalen Rohstoffbörsen und die beschleunigte Energiewende, die durch den Krieg gegen die Ukraine noch mehr angetrieben wurden. Auch das Segment Bau verbuchte im Berichtzeitraum einen positiven Geschäftsverlauf, der über den Erwartungen zu Jahresanfang 2022 lag. Das hohe Ertragsniveau des Vorjahres wurde nur leicht unterschritten. Nur im Segment Global Produce wurde die ursprüngliche Prognose für das Gesamtjahr 2022 unterschritten. Hier führten steigende Inflationsraten, höhere Energiekosten und geopolitische Unsicherheiten zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung. Aufgrund unterdurchschnittlicher Gemüse- und Obstpreise lagen die Handelsmargen unter dem Vorjahr. Dies führte zu einem Rückgang beim EBIT, der stärker ausfiel als zunächst angenommen.

Auf Konzernebene resultierte die beschriebene Entwicklung in einem eindeutigen Überschreiten der für das Berichtsjahr 2022 aufgestellten Konzernprognose. Im Konzernfinanzbericht für das Geschäftsjahr 2021 hatte das Management der BayWa AG noch eine erhebliche Steigerung (10-20 Prozent) des EBIT gegenüber dem Wert des Vorjahres in Aussicht gestellt (266,6 Mio. Euro). Im Zuge der guten Entwicklung im ersten Halbjahr 2022 erhöhte der Vorstand (siehe Ad-hoc-Mitteilung vom 25. Juli 2022) die Konzernprognose auf ein Gesamtjahresergebnis (EBIT) von 400 Mio. bis 450 Mio. Euro. Im Zuge einer weiterhin überdurchschnittlich guten Entwicklung im dritten Quartal 2022 korrigiert der Vorstand die Erwartung erneut nach oben auf ein Gesamtjahresergebnis (EBIT) in einer Spanne von 475 Mio. bis 525 Mio. Euro (siehe Ad-hoc-Mitteilung vom 25. Oktober 2022). Insgesamt erzielte die BayWa ein EBIT in Höhe 504,1 Mio. Euro, was einer starken Steigerung um 89,1 Prozent entspricht.

Prognosebericht

Um Ergebnisveränderungen und Prognosen in Bandbreiten zu beschreiben, werden folgende qualitativ-komparative Aussagen verwendet:

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Bandbreite der Veränderung Qualitativ-komparative Aussage
1-5 Prozent leicht, moderat, gering
5-10 Prozent spürbar, deutlich
10-20 Prozent erheblich, wesentlich
20-50 Prozent signifikant
> 50 Prozent stark

Ausblick für den BayWa-Konzern

Das Jahr 2022 war - teilweise begünstigt durch eine Reihe positiver Marktfaktoren - das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte des BayWa-Konzerns. Für die laufende Geschäftsperiode ist in einigen Bereichen mit einer Normalisierung der Entwicklungen zu rechnen. Die Perspektiven für den BayWa-Konzern sind dennoch weiterhin positiv. Das diversifizierte Geschäftsmodell der BayWa zeichnet sich durch eine hohe Resilienz aus und partizipiert an den bedeutenden Megatrends Ernährungs- und Energiesicherheit. Dabei bieten sich dem Unternehmen in seinen Geschäftsfeldern sowohl kurzfristige als auch langfristige Chancen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2023 prognostiziert das Management ein EBIT im Konzern in einer Bandbreite von 320 bis 370 Mio. Euro. Mit Blick auf das außerordentlich gute Abschneiden im vergangenen Geschäftsjahr liegt die erwartete Ergebnisentwicklung weiterhin deutlich über den Durchschnittswerten der Vorjahre.

Zentrales finanzielles Ziel des BayWa-Konzerns ist ein nachhaltiges operatives Ergebnis (EBIT) in der Spanne von 470 bis 520 Mio. Euro, die bis Ende des Jahres 2025 erreicht werden soll. Zuvor hatte die BayWa eine Zielspanne von 400 bis 450 Mio. Euro ausgegeben. Im Zuge der zuletzt sehr guten Entwicklung und getragen von den bedeutenden Trends und Grundbedürfnissen, die das Unternehmen bedient, wurde das Mittelfristziel angehoben.

Auf Segmentebene geht das Unternehmen davon aus, durchweg deutlich positive Ergebnisse zu erzielen. Dabei werden in den meisten Segmenten die Erträge zwar unter dem Vorjahresniveau liegen, aber auch hier im langjährigen Vergleich überdurchschnittlich gut ausfallen. Im Geschäftsfeld Agrar wird mit einer Erholung der Erzeugerpreise gerechnet. Ferner dürfte sich der sprunghafte Anstieg bei den Düngemittelpreisen, bedingt durch die Energiekrise, in dieser Form nicht wiederholen. Dennoch sind die weltweiten Getreidebestände knapp. Daher ist auch weiterhin von überdurchschnittlich hohen Preisen auszugehen. Das solide Einkommen wird seitens der Landwirte reinvestiert. Damit dürfte die BayWa doppelt profitieren. Die Entwicklung im Segment Global Produce wird im Jahr 2023 von einer unsicheren Ernteentwicklung in den Kernmärkten beeinflusst. Im Zuge der Überschwemmungen, die sich Mitte Februar 2023 in Neuseeland infolge eines massiven Tropensturms ereigneten, muss eine Abweichung von der ursprünglichen Planung angenommen werden. Nach aktuellem Stand dürften die jüngsten Ereignisse in Neuseeland insgesamt leicht rückläufige Vermarktungsmengen im Segment Global Produce nach sich ziehen. Eine abschließende Einschätzung ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht möglich. Bereinigt um den Einmalertrag aus dem Verkauf des Klimagewächshauses in Al Ain wird derzeit ein leichter Rückgang der Erträge (EBIT) gegenüber dem Vorjahr erwartet. Im Geschäftsfeld Energie bleiben der Trend und die Nachfrage nach regenerativen Energien ungebrochen. Allerdings ist vorgesehen, dass die BayWa r.e. einen höheren Anteil der Projekte ins eigene Portfolio der Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer) übernimmt. Dies sichert höhere Cashflows in der Zukunft, geht aber einem etwas geringeren Ergebnisanteil im laufenden Geschäftsjahr 2023 einher, da im Gegensatz zu den unmittelbaren Verkaufserlösen die Stromerlöse über mehrere Perioden erwirtschaftet werden. Die Ölpreise werden voraussichtlich weiterhin volatil bleiben und dem Segment Energie sowohl im Handel als auch bei den alternativen Energieträgern gute Absatzchancen bieten. Die hohen Auftragseingänge im Segment Bau und das breite Produktportfolio bei energieeffizienten Baustoffen dürfte das Segment vor keine großen Herausforderungen im Jahr 2023 stellen.

Dieser Prognose liegt die Einschätzung zugrunde, dass die Corona-Pandemie im weiteren Verlauf des Jahres 2023 keine neuen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen mehr verursachen wird. Weitere Risiken bestehen durch die politischen Unsicherheiten wegen einer weiteren Eskalation des Krieges gegen die Ukraine mit der möglichen Folge von Verwerfungen an den Märkten für Rohstoffe und Agrarerzeugnisse.

Ausblick für das Segment Regenerative Energien

Das Segment Regenerative Energien wird seinen Wachstumskurs in den internationalen Märkten im Jahr 2023 fortsetzen. Für das Geschäftsjahr 2023 ist in den Geschäftseinheiten Solar Projects und Wind Projects die Realisierung und der Transfer von fertigen und im Bau befindlichen Projekten mit einer Leistung von insgesamt etwa 2,1 Gigawatt (GW) geplant.

In der Geschäftseinheit Wind Projects sollen im Geschäftsjahr 2023 neue Projekte mit einem Volumen von ungefähr 0,8 GW (externe Verkäufe und Transfer von in Betrieb genommenen und im Bau befindlichen Kraftwerken in die Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer)) umgesetzt werden. Der Großteil davon soll in den USA realisiert werden, gefolgt von Europa - vor allem in den Ländermärkten Deutschland, Italien, Großbritannien sowie in weiteren europäischen Ländern. Durch die Ausweitung der Aktivitäten in Benelux, Griechenland, Spanien und Südkorea werden zudem in den Folgejahren steigende positive Ergebnisbeiträge aus Projektverkäufen in diesen Ländern erwartet.

In der Geschäftseinheit Solar Projects wird im Geschäftsjahr 2023 der externe Verkauf von Projekten und Projektrechten sowie Transfer von in Betrieb genommenen und im Bau befindlichen Kraftwerken an die Geschäftseinheit IPP mit einer Gesamtleistung in Höhe von etwa 1,3 GW angestrebt. Der Schwerpunkt wird dabei voraussichtlich auf den Märkten Niederlande, Spanien, Italien und Großbritannien liegen. Trotz weiterhin anhaltender Probleme bei den internationalen Lieferketten sollte sich das Gesamtumfeld, dank eines weiterhin steigenden Strombedarfs, eines positiven politischen Umfelds und der stetig wachsenden Anzahl von Regionen mit Netzparität für Solaranlagen positiv auf die weitere Geschäftsentwicklung der global agierenden Geschäftseinheit auswirken.

Das Portfolio der Geschäftseinheit IPP wird weiter wachsen und soll mittelfristig ca. 3 GW erreichen. Der Aufbau des Portfolios setzt sich ausschließlich aus Projekten zusammen, die in den Geschäftseinheiten Wind Projects bzw. Solar Projects entwickelt und erstellt werden. Im Fokus des künftigen Portfolioausbaus stehen insbesondere Parks in Europa mit gesetzlich garantierter Vergütung oder einem Power Purchase Agreement (PPA). Im Bereich Energiehandel wird mittelfristig aufgrund sinkender Strompreise ein Rückgang der Umsatz- und Ertragslage erwartet. Eine Verbesserung des Risk-Return-Verhältnisses im Direktvermarktungsportfolio ist allerdings weiterhin das Ziel. Zudem ist geplant, die Aktivitäten in ausgewählten europäischen Märkten voranzutreiben, insbesondere mit PPA- und Hedging-Lösungen für interne und externe Kunden.

Der mehrjährige Trend der negativen Preisentwicklung für Dienstleistungen im Bereich der technischen Betriebsführung hat sich im Jahr 2022 fortgesetzt, zeigt jedoch erstmalig Anzeichen der Stabilisierung. Verschlankung und Automatisierung der Abläufe in der Geschäftseinheit Services sowie eine Konzentrierung auf Kunden mit hohem Portfoliowachstumspotenzial stehen in den kommenden Jahren im Fokus der Betriebsführung. Das intern entwickelte Software-Dienstleistungsangebot wird auf die Portfoliomanagement-Software "Aristoteles" fokussiert. Die Software ist derzeit erfolgreich für das gruppeninterne Portfoliomanagement durch den Geschäftsbereich IPP im Einsatz. "Aristoteles" wird zukünftig auch extern vermarktet.

In der Geschäftseinheit Solar Trade wird der Handel mit Photovoltaik-(PV-)Komponenten weiterhin von einer steigenden Nachfrage nach neuen Systemlösungen profitieren. Gegenüber 2022 wird in diesem Jahr mit weiterhin hohen, jedoch leicht sinkenden Margen gerechnet, was auf die allgemeine Preisentwicklung sowie den Eintritt von Wettbewerbern in besonders attraktiven Märkten zurückzuführen ist. Hohe Strompreise sowie ambitionierte staatliche PV-Ausbauziele und Förderprogramme werden voraussichtlich in allen Regionen eine erhöhte Nachfrage nach sich ziehen. Der Ausbau der E-Mobilität im Gewerbe- und Residentialbereich sowie eine generell höhere Stromnachfrage werden weitere Wachstumsmöglichkeiten eröffnen. Die Auswirkungen des Klimawandels verdeutlichen erneut die Notwendigkeit der Energiewende, was zu vermehrter Akzeptanz erneuerbarer Energien und der Entwicklung des Solarhandels beiträgt. Um die Position des Solarhandels global weiter auszubauen, sind auch in den kommenden Jahren Zukäufe geplant. Anfang 2023 wurden aus der BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH die Solar Systems GmbH sowie die Solar-Planit Software GmbH ausgegliedert, um deren Wachstum gezielt vorantreiben zu können. Um Kunden in vielversprechenden Märkten im Baltikum besser erreichen zu können, wurde Anfang Februar 2023 eine Solarhandels-Gesellschaft in Lettland akquiriert. Zudem wird im Frühjahr 2023 eine neue Gesellschaft in Griechenland gegründet, um in den dortigen Solarhandelsmarkt einzusteigen. Um dem gestiegenen Umsätzen Rechnung zu tragen, ist in allen, aber vor allem in den europäischen Bestandsgesellschaften ein entsprechender Mitarbeiterzuwachs geplant. Weiteres Mitarbeiterwachstum ergibt sich aus den geplanten neuen Gesellschaften.

Die Geschäftseinheit Energy Solutions wird Unternehmen mit Fokus auf die Kernmärkte Deutschland, Spanien, Italien, aber auch in neuen Märkten wie z. B. Niederlande und Polen weiterhin im Rahmen des PV-Eigenverbrauchsmodells unterstützen. Angesichts der aufstrebenden Märkte in der Region Asien-Pazifik (APAC), vor allem in Thailand, Malaysia, Vietnam, Singapur und Indonesien, wo ein Großteil der Lieferketten multinationaler Unternehmen angesiedelt ist, geht die Geschäftseinheit Energy Solutions in den nächsten Jahren von einer Erhöhung des Geschäftsvolumens aus. Auch aus ambitionierten Klimazielen, wie beispielsweise denjenigen der Europäischen Union, sowie aufgrund des Inkrafttretens des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes erwartet Energy Solutions großes Potenzial für eine positive Geschäftsentwicklung sowohl im Bereich der Eigenverbrauchsmodelle als auch der Corporate PPAs. Mit Schwerpunkt auf dem Auf- und Ausbau langfristiger Geschäftsbeziehungen mit Großkunden wird das Energy-Solutions-Lösungsportfolio um zusätzliche Module wie Speicherlösungen, PV-Carports sowie Stromlieferlösungen erweitert.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Geschäftsjahr 2023 wird sich im Vergleich zum Vorjahreswert voraussichtlich leicht verringern. Diese Ergebniseinschätzung basiert auf der verstärkten Übergabe von Solar- und Windprojekten in die Geschäftseinheit IPP. Dadurch werden Margen aus dem Verkauf an externe Investoren im Geschäftsjahr 2023 durch langfristige Erträge aus Stromerzeugung ersetzt. Darüber hinaus war das Jahr 2022 geprägt von Sondereffekten, wie dem Verkauf der BayWa r.e. Bioenergy GmbH und der Schradenbiogas GmbH.

Mit Entscheidung des Aufsichtsrats der BayWa r.e. AG vom 1. März 2023 wird beabsichtigt, das internationale Solarhandelsgeschäft zu verkaufen. Die geplante Transaktion basiert auf der strategischen Neu-Ausrichtung der BayWa r.e. AG, die sich zukünftig auf das internationale Projektgeschäft und die weitere Expansion als Independent Power Producer (IPP) konzentrieren wird.

Ausblick für das Segment Energie

Im Segment Energie erwartet das BayWa-Management vor dem Hintergrund einer abgeschwächten Marktdynamik und Höchstergebnissen im Vorjahr sinkende Ergebnisbeiträge. Der schrittweise Übergang von traditionellen zu klimafreundlichen Energieträgern wird dabei konsequent fortgesetzt. Dazu gehört die Umsetzung neuer, innovativer Konzepte für die Deckung der Grundbedürfnisse nach Energie, Wärme und Mobilität.

Im Wärmegeschäft besitzen Holzpellets als CO 2-neutraler Energieträger in Deutschland weiterhin hohe Attraktivität. Gleichzeitig dürften sich die krisengetriebenen Preisvolatilitäten des Vorjahres im Jahr 2023 nicht wiederholen und damit Handelsmargen für die BayWa geringer ausfallen. Dem steht ein Absatzwachstum durch die Schaffung neuer Verkaufsstandorte und den Ausbau des E-Commerce-Handels gegenüber, das zumindest gemäß aktueller Planungen den Margenrückgang ertragsseitig jedoch nicht kompensieren wird. Bei einer im Gesamtmarkt fortgesetzt schwierigen Versorgung wird die BayWa dank erweiterter Lagerkapazitäten sowie zusätzlicher Mengen aus der Kooperation mit dem Werk Heidegrund auch im laufenden Geschäftsjahr die Lieferfähigkeit gegenüber ihren Kunden gewährleisten können.

Im Handel mit Heizöl sind im laufenden Geschäftsjahr geringere Erträge als im Vorjahr zu erwarten. Dies ist auf sinkende Preisniveaus und geringere Preisvolatilitäten sowie auf leicht schwächere Absätze aufgrund krisenbedingter Vorzieheffekte im Jahr 2022 zurückzuführen. Vor allem mittelfristig positiv auswirken wird sich die Einführung der neuen neutralen Logistik-Marke enlog. Gestartet zum 1. Januar 2023, werden künftig alle bestehenden Marken- und Vertriebskanäle einheitlich unter der Marke enlog speditiert. Zusätzlich ermöglicht die neutrale Marke, als Logistikdienstleister für weitere Unternehmen am Markt tätig zu werden. Bis Spätherbst 2023 soll die gesamte Tankwagenflotte das neue Logo tragen.

Im Handel mit herkömmlichen Kraftstoffen wird in den für die BayWa relevanten Segmenten Land- und Bauwirtschaft sowie Schwerlastverkehr eine stabile Entwicklung erwartet.

Die BayWa Power Liquids GmbH ist seit dem Jahr 2022 verantwortlich für den Bereich Heavy Vehicle und betreibt das LNG-Tankstellennetz der BayWa. Einerseits ist hier kurzfristig für herkömmliches LNG (Liquefied Natural Gas) eine schwierige Versorgung mit hohen Preisniveaus zu erwarten. Andererseits bezieht die BayWa seit Februar 2023 zusätzlich über die Verbio AG sogenanntes Bio-LNG, ein besonders emissionsarmer und klimafreundlicher Kraftstoff. Im weiteren Jahresverlauf sollen dann alle derzeit 11 LNG-Tankstellen mit 100 Prozent Bio-LNG versorgt werden. Der Einsatz von Bio-LNG im Schwerlastverkehr bietet derzeit große Chancen, u. a. dank hoher Prämien für erzielte CO 2-Einsparungen. Zudem forciert das Unternehmen den Einstieg in die Wasserstoff-Mobilität durch die Beteiligung an der Hy2B Wasserstoff GmbH. Ab Mitte 2023 wird in der Modellregion Pfeffenhausen bei Landshut erster grüner Wasserstoff produziert werden. Die BayWa übernimmt in diesem Rahmen die Logistik und den kaufmännischen Betrieb einer Wasserstoff-Tankstelle in Hofolding und organisiert den Treibhausgas-Quotenhandel.

Im Geschäft mit Schmierstoffen und Betriebsmitteln bleibt ein entscheidender Faktor die schwierige Versorgungssituation, insbesondere bei Grundölen. Die Geschäftsentwicklung wird daher im laufenden Geschäftsjahr maßgeblich abhängig von der Verfügbarkeit an Rohstoffen sowie funktionierenden Lieferketten sein. Ein positiver Faktor ist der fortschreitende Ausbau der Digitalisierung und des E-Commerce-Handels, insbesondere über den Online-Großhandel der Interlubes GmbH.

Im Segment Energie wird die BayWa Mobility Solutions GmbH im laufenden Geschäftsjahr von der zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrssektors profitieren. Angetrieben von attraktiven Markt- und Förderbedingungen wird vor allem das Projektgeschäft im Bereich Light Vehicle, also der Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität für Dritte, weiter expandieren.

Beim Wärme-Contracting wird mit einer Ausweitung des Geschäftsvolumens gerechnet. Hierzu tragen vermehrte Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber für Anlagentechnik zur Wärmelieferung (Heizzentralen, Heizwerke, Nahwärmenetze) bei. Daneben wird die BayWa auch in die Errichtung eigener Anlagen investieren und diese eigenständig betreiben.

Der Bereich Haustechnik wird im Zuge der beschleunigten Energiewende auch im laufenden Geschäftsjahr 2023 von der großen Nachfrage nach Sanierungen - insbesondere im Bereich Wärme - profitieren. Dagegen dürfte sich die Nachfrage im Neubaubereich aufgrund steigender Zinsen und Kosten und einem fortgesetzten Fachkräftemangel rückläufig entwickeln.

Insgesamt wird das Segment Energie im Geschäftsjahr 2023 nach dem Rekordjahr 2022 von einer Abschwächung der Marktdynamik gekennzeichnet sein. Basierend auf der Grundversorgungsfunktion bei konventionellen Kraft- und Schmierstoffen sowie Wärmeträgern wird der Ausbau des Geschäfts mit regenerativen Energieträgern dabei weiter forciert. Unter der Annahme geringerer Handelsmargen im Zuge einer Normalisierung der Marktpreise wird das EBIT des Segments Energie voraussichtlich einen starken Rückgang gegenüber der außergewöhnlich guten Entwicklung des Jahres 2022 verzeichnen, ungeachtet dessen aber weiterhin eine deutlich positive Geschäftsentwicklung vollziehen.

Ausblick für das Segment Cefetra Group

Im Segment Cefetra Group geht die BayWa derzeit von einer Normalisierung des Geschäfts aus, was zu geringeren Volatilitäten, aber auch einem geringeren Margenpotenzial führt. Ungeachtet dessen bleibt aufgrund von geopolitischen Spannungen und Störungen der Lieferketten und Handelsbeziehungen der Druck auf die Märkte überdurchschnittlich hoch. Für die BayWa bieten sich im gegenwärtigen Umfeld daher auf Basis eines konservativen Geschäftsausblicks Chancen.

Im Handel mit Getreide und Ölsaaten wird sich das Handelsvolumen bei Standarderzeugnissen auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Dabei wird die Cefetra Group weiterhin von ihrer starken Marktposition als einer der größten europäischen Importeure für Getreide- und Ölschrote mit einem weltweiten Handelsnetzwerk profitieren. Ein hemmender Faktor sind die rückläufigen Tierbestände, die in der Folge eine geringere Nachfrage auslösen. Insbesondere die Kundenbasis europäischer Schweinehalter wird in den kommenden Jahren weiter schrumpfen - ein Prozess, der durch hohe Futterpreise noch beschleunigt wird. Ziel der BayWa ist es, den aktuellen Marktanteil im traditionellen Geschäft zu halten.

Im Spezialitätengeschäft geht das Unternehmen ebenfalls von einer gewissen Abschwächung der Dynamik aus, was auch auf eine geringere Konsumlaune zurückzuführen ist. Gleichzeitig ist die BayWa in der Lage, weiterhin sowohl organisch als auch anorganisch in diesem Bereich zu wachsen. So wird das Geschäft des Nuss- und Trockenfrüchtehändlers Heinrich Brüning GmbH, der im zweiten Quartal 2022 übernommen worden war, erstmals ganzjährig bilanziert werden.

Insgesamt wird das EBIT des Segments Cefetra Group im Jahr 2023 voraussichtlich erheblich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Im langjährigen Mittel wird die Ertragsentwicklung, basierend auf der starken Marktposition und einer gezielten Spezialitätenstrategie der BayWa, aber weiterhin deutlich überdurchschnittlich ausfallen.

Ausblick für das Segment Agrar

Im Segment Agrar ist die Ausgangslage für 2023 positiv. In den BayWa-Regionen wird eine durchschnittliche Ernte erwartet bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Preisniveaus sowohl im Erzeugnishandel als auch im Betriebsmittelgeschäft. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die Entwicklung des Krieges gegen die Ukraine und dessen möglichen Folgen auf den Agrarsektor.

Im Erzeugnishandel (Getreidehandel und Erfassungsgeschäft) wird im ersten Halbjahr 2023 eine gute Entwicklung erwartet, da im Jahr 2022 bereits aussichtsreiche Verkaufskontrakte für die laufende Berichtsperiode geschlossen wurden. Aufgrund der knappen globalen Versorgungsbilanz wird weiterhin ein erhöhtes Preisniveau gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt erwartet. Die Handelspreise werden voraussichtlich unter dem außerordentlich hohen Niveau des Vorjahres liegen, das von extremen Preisspitzen aufgrund des Krieges gegen die Ukraine geprägt war. Für das Erntejahr 2023 ist zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland eine Erfassungsmenge auf einem durchschnittlichen Niveau zu erwarten, vorausgesetzt, es gibt keine elementaren Veränderungen in der Anbauverteilung und eine durchschnittliche Vegetationsperiode im ersten Halbjahr 2023. Darüber hinaus wird der ökologische Landbau weiter wachsen.

Im Betriebsmittelgeschäft führen Umweltauflagen für die Begrenzung von Mengen und Gebieten zu einem kontinuierlichen, strukturellen Rückgang im Düngemittelhandel. Darüber hinaus kam es in den BayWa-Vertriebsgebieten seitens der Landwirte im Jahr 2022 zu höheren Bevorratungen für die neue Düngesaison. Diese Vorzieheffekte dürften sich mindernd auf die Absätze auswirken. Zudem dürfte die Preisentwicklung rückläufig sein. Sinkende Gaspreise sowie eine unerwartet solide Versorgung der Weltmärkte trotz des Krieges gegen die Ukraine könnten zu Preisdruck führen. Dies führt zu geringeren Handelsmargen im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere bei Stickstoffdüngern. Beim Absatz von Pflanzenschutzmitteln wird bei einem normalen Witterungsverlauf ein Absatz auf Vorjahresniveau erwartet. Allerdings wirkt sich der gesellschaftliche Druck auf eine Verminderung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln aus. Neben den klassischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln existiert eine Vielzahl von sogenannten Biologicals, das heißt Biostimulanzien, biologische Pflanzenschutzmittel und Mikroorganismen. Diese Erweiterungen werden sowohl im Ökolandbau als auch in der konventionellen Landwirtschaft genutzt und verstärkt nachgefragt, um den strengeren Verordnungen nachzukommen. In diesem Bereich ist die BayWa gut positioniert und dürfte zukünftig stärker den Absatz in diesem Sortiment steigern.

Im Saatguthandel wird bei normaler Witterung eine stabile Absatzentwicklung erwartet. Spezifische Umweltauflagen wie Vorgaben zur Anbaudiversifizierung im Zuge von Grünlandmaßnahmen (Greening) wirken sich positiv auf den Absatz von Saatgut für Zwischenfrüchte aus und führen zu einer höheren Nachfrage nach margenstärkeren Spezialitäten. Darüber hinaus dürfte sich der Relaunch der Eigenmarke "Planterra" positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken.

Bei Futtermitteln dürfte die Marktsituation angespannt bleiben. Hauptursache sind mittel- bis langfristig rückläufige Tierbestände - insbesondere in der Schweineproduktion - sowie die hohen Preise für Futtergetreide. Beides dürfte sich weiter negativ auf die Nachfrage nach Mischfuttermitteln in Deutschland auswirken. Von der Verlagerung der Tierbestände nach Südosteuropa dürfte die österreichische Beteiligung RWA Raiffeisen Ware Austria AG aufgrund der Übernahme eines Mischfutterunternehmens in Serbien zunehmend profitieren.

Insgesamt geht das Management im Segment Agrar im Jahr 2023 von einem starken Rückgang der Erträge (EBIT) gegenüber dem außerordentlich guten Ergebnis des Vorjahres aus. Gleichzeitig wird aufgrund weiterhin überdurchschnittlichen Preisniveaus, sowohl im Erzeugnishandel als auch im Betriebsmittelgeschäft, ein sehr gutes Ergebnis erwartet, das signifikant über dem durchschnittlichen Ertragsniveau der Jahre vor 2022 liegt.

Ausblick für das Segment Technik

Der Ausblick für das Segment Technik ist auch für das Jahr 2023 positiv. Die Investitionsbereitschaft der Landwirte ist aufgrund der weiterhin hohen Erzeugerpreise intakt und wird zudem von den zusätzlichen Bundesmitteln aus den Fördermaßnahmen "Investitionsprogramm Landwirtschaft" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bis 2024 positiv beeinflusst.

Das Segment Technik ist im deutschen Landmaschinenhandel mit einem gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Auftragsbestand gestartet, woraus sich sehr gute Aussichten für das erste Halbjahr 2023 ableiten lassen. Herausfordernder könnte die Situation in der zweiten Jahreshälfte werden, da sich die Dynamik des Vorjahres abschwächen könnte. Zudem findet die Agritechnica - die weltgrößte Fachmesse für Landtechnik - erstmalig nach der Pandemie im November 2023 statt. Es ist davon auszugehen, dass potenzielle Käufer erst nach der Messe Kaufentscheidungen treffen. Zudem bleibt abzuwarten, inwieweit Preissteigerungen der Hersteller am Markt durchgesetzt und akzeptiert werden. Hier könnte es zu Nachfragerückgängen im Laufe des Jahres 2023 kommen. Dagegen dürfte sich die Unsicherheit bezüglich der Produktions- und Lieferfähigkeit der Hersteller weiter entspannen.

Im Servicegeschäft wird mit einer stabilen Entwicklung mit hoher Werkstattauslastung gerechnet. Belastend dürften sich der zunehmende Fachkräftemangel und die anhaltenden Kostensteigerungen für Energie, IT, Versicherung sowie Personal auswirken.

Um einerseits den steigenden Anforderungen der landwirtschaftlichen Kunden gerecht zu werden und andererseits Kostensteigerungen durch Effizienzgewinne auszugleichen, investiert die BayWa kontinuierlich in die Modernisierung der Standorte. So sind für das Jahr 2023 Neu- oder Umbau-Projekte an mehreren Standorten geplant. Die Fertigstellung könnte allerdings durch die erheblich gestiegenen Baukosten gebremst werden.

Im internationalen Geschäft dürfte sich die niederländische Konzerntochtergesellschaft Agrimec B.V. weiterhin solide entwickeln. Auch startete die Gesellschaft mit einem sehr hohen Auftragsbestand in das Jahr 2023 und verzeichnet eine gute Werkstattauslastung. Risiken ergeben sich aus der reduzierten Anzahl an Nutztierhaltern und Lohnunternehmern in den Niederlanden sowie dem Fachkräftemangel.

Bei CLAAS war der Auftragsbestand zum Jahresbeginn 2023 deutlich höher als im Vorjahr, was die Aussichten positiv beeinflusst. Zudem wird weiteres Wachstum durch den Ausbau des Marktanteils von CLAAS bei Traktoren und die Erweiterung des After-Sales-Geschäfts erwartet.

Im Segment Technik wird als Folge der möglichen Abschwächung und der steigenden Gesamtkosten ein signifikanter Rückgang der Erträge (EBIT) gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Ausblick für das Segment Global Produce

Die Entwicklung im Segment Global Produce wird im Jahr 2023 von einer unsicheren Ernteentwicklung in den Kernmärkten beeinflusst. Die gesamte Vermarktungsmenge von Kern-, Beeren- und Steinobst, Südfrüchten sowie Fruchtgemüse des BayWa-Konzerns wird im Jahr 2023 voraussichtlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Höhere Absatzmengen dürften aufgrund der negativen Auswirkungen eines Tropensturms in Neuseeland sowie des Verkaufs des Klimagewächshauses in Al Ain im Juli 2022 nicht realisierbar sein.

Im Zuge der Überschwemmungen, die sich Mitte Februar 2023 in Neuseeland im Zuge eines massiven Tropensturms ereigneten, muss eine Abweichung von der ursprünglichen Planung angenommen werden. Eine abschließende Einschätzung ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht möglich. Im Rahmen der ersten Bestandsanalysen handelt es sich in den betroffenen Anbauregionen der BayWa-Tochter T&G Global nicht um strukturelle Schäden, sondern um saisonale Erntebeeinträchtigungen. Von der Flutkatastrophe ist primär die Anbauregion Hawke's Bay betroffen. Hier werden Ernteeinbußen erwartet, die jedoch durch höhere Preise partiell kompensiert werden könnten, falls das Gesamtangebot - wie erwartet - abnimmt. In weiteren wichtigen Anbauregionen wie Gisborne und Nelson waren vorerst keine bzw. nur geringfügige Schäden zu verzeichnen.

Gleichzeitig dürfte sich die Arbeitskräfteverfügbarkeit - die während der Pandemie sehr eingeschränkt war - im Jahr 2023 verbessern und damit den Ernteprozess trotz der Sturmschäden erleichtern. Zudem wird eine leichte Entspannung bei Logistikengpässen und in den internationalen Handelsabläufen erwartet. Die Absatzsituation in Großbritannien und Europa bleibt nachfragebedingt angespannt. Ertragsseitig werden steigende Kosten, insbesondere bei den Arbeitslöhnen, belasten. Demgegenüber steht eine Stabilisierung des Geschäfts mit Fruchtgemüse sowie eine Ausweitung der Aktivitäten auf den pazifischen Inseln.

Die Ernte 2022/​23 ist in Deutschland gegenüber dem Vorjahr besser verlaufen. Optimale Witterungsbedingungen haben in den Erfassungsgebieten der BayWa zu steigenden Erntevolumina geführt. Mit dem Abschluss der Modernisierung und Erweiterung der Bio-Packstation am deutschen Obst-Standort Ravensburg kann die deutsche Tochter BayWa Obst zusätzlich auf verbesserte Abläufe in der Bio-Vermarktung bauen und die Kapazitäten für plastikfreie Verpackungen vergrößern, mit welchen sich Preiserhöhungen am Markt besser durchsetzen lassen. Dennoch stellen die Erhöhung des Mindestlohns, gestiegene Energie-, Betriebsmittel- und Logistikkosten und eine gedämpfte Konsumstimmung im Jahr 2023 wesentliche Herausforderungen dar.

Im Geschäft mit Südfrüchten geht die BayWa durch den im Januar 2023 vollzogenen Standortwechsel der niederländischen Tochter TFC Holland B.V. (TFC) von einer Steigerung der Produktqualität durch die Verwendung neuester Lager- und Reifetechnologien aus. Die Vertikalisierungsstrategie, die auf möglichst kurze Wertschöpfungsketten und direkten Warenzugriff in den Ursprungsländern bei Hauptprodukten wie Avocados und Mangos abzielt, wird fortgeführt. Zudem wird ein Buchgewinn durch den Verkauf des Altstandorts erwartet. Operativ wird eine Stabilisierung der Absatzvolumina und Preise sowie eine Margenverbesserung durch eine größere Produktfokussierung erwartet. Allerdings bleiben die Kosten im Wareneinkauf und knappe Logistikkapazitäten weiterhin eine große Herausforderung.

Nach aktuellem Stand dürften die jüngsten Ereignisse in Neuseeland insgesamt leicht rückläufige Vermarktungsmengen im Segment Global Produce nach sich ziehen. Bereinigt um den Einmalertrag aus dem Verkauf des Klimagewächshauses in Al Ain erwartet die BayWa daher im Segment Global Produce einen leichten Rückgang der Erträge (EBIT) gegenüber dem Vorjahr. Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass sich im Zuge der Sturmschäden in Neuseeland keine weiteren Ernteeinbußen ergeben.

Ausblick für das Segment Bau

Für das Segment Bau rechnet die BayWa im Jahr 2023 mit schwierigeren Rahmenbedingungen. Ein potenzieller Anstieg der Baufinanzierungskosten, überdurchschnittliche Tarifanpassungen sowie der spürbare Fachkräftemangel dürften die Branche weiter ausbremsen. Von einer Wiederbelebung von Förderprogrammen im Neubau, wie z. B. dem neuen KfW-Förderprogramm "Klimafreundlicher Neubau", das seit März 2023 angeboten wird, verspricht sich die BayWa hingegen positive Impulse für das Segment Bau. Unter Berücksichtigung dieser - zu diesem Zeitpunkt noch mit Unsicherheit behafteten - Rahmenbedingungen wird im Segment Bau eine rückläufige Absatzentwicklung des Baustoffhandels erwartet.

Die günstigen Witterungsbedingungen sowie der bestehende Auftragsbestand dürften im Segment Bau einen guten Start ins Geschäftsjahr 2023 ermöglichen. Zudem dürfte die Energiekrise die Nachfrage nach energieeffizientem Renovieren und Sanieren im Wohnungsbau steigern. Begünstigend wirken sich die Förderprogramme für die Sanierung von Bestandsgebäude aus. Hier dürfte die BayWa mit ihrem breiten Produktportfolio profitieren. Der Aufbau einer ökologischen Baustoffdatenbank unterstreicht das wachsende Engagement des Segments Bau für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Gebäudesektor. Die Datenbank für Baustoffe soll der Erfassung von CO 2-Emissionen von Baustoffen dienen - beginnend im Herstellerprozess und endend im BayWa-Lager. Die Baustoffdatenbank wird das Fundament für die Durchführung von CO 2-Gebäudebilanzierungen sowie für die Kundenberatung sein.

Im Projektgeschäft der BayWa Bau Projekt GmbH sichert ein hoher Auftragsbestand eine mindestens stabile Geschäftsentwicklung für das Jahr 2023. Mehrere laufende Bauvorhaben werden im Jahr 2023 fertiggestellt und für einige bereits genehmigte Bauprojekte steht der Baubeginn in den kommenden Monaten bevor. Zudem wurden im Jahr 2022 15 neue Bauprojekte akquiriert, woraus sich auch für die Jahre 2024 und 2025 bereits eine vielversprechende Ertragsentwicklung abzeichnet. Aus der gegenwärtig unsicheren Lage vieler kleiner Projektgesellschaften ergeben sich dabei für die BayWa durchaus Chancen für eine noch bessere Marktposition.

Die Beteiligungen am Badmodul-Hersteller Tjiko GmbH und am Großkeramik-Verarbeiter Ceraflex GmbH werden weiter ausgebaut und dürften positiv zum Ergebnis beitragen. Auch das BayWa Baustoff Online-Portal dürfte weiter wachsen. Dabei dürfte sich insbesondere die Vernetzung mit der Fachhandwerkersoftware der Kunden positiv auswirken.

Das EBIT im Segment Bau wird im Jahr 2023 voraussichtlich signifikant unter dem hohen Vorjahresniveau liegen. Wesentliche Ursachen hierfür sind Preisentwicklungen bei Baumaterialien, die nicht mehr so hohe Handelsspannen zulassen, sowie eine rückläufige Kaufbereitschaft von Immobilieninteressenten, bedingt durch das hohe Zinsniveau. Ferner sind inflationsbedingte Tarifanpassungen vorzunehmen, die zu höheren Kosten im Segment führen.

Ausblick für das Segment Innovation & Digitalisierung

Im Segment Innovation & Digitalisierung werden Lösungen im Bereich Digital Farming entwickelt. Für das Jahr 2023 ist die konsequente Fokussierung auf den Ausbau des Kerngeschäfts Software vorgesehen, worunter die beiden Software-Produkte NEXT Farming LIVE und NEXT Farming PRO zählen. Mittelfristig werden die Elemente der Desktop- und der Cloud-Software mit passender Hardware und Services in einer Lösung auf Basis von Cloud-Technologie unter dem Namen NEXT Farming aufgehen.

Operativ geht die BayWa im laufenden Geschäftsjahr von einem organischen Umsatzwachstum von ca. 10 Prozent aus. Das prognostizierte Umsatzwachstum beruht vor allem auf der Erwartung gesteigerter Softwareumsätze als Folge der Umstellung auf ein Abo-Preismodell (Subscription Fee).

Gegenüber dem im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich negativen Segment-EBIT des vergangenen Geschäftsjahres wird eine starke Verbesserung erwartet. Grund für eine EBIT-Verbesserung ist die ab 2023 auf die jeweiligen operativen Segmente direkt greifende Umlage der wesentlichen Kosten aus dem Bereich eBusiness. Die allgemeinen Aufwendungen für die technische Weiterentwicklung des Bereichs eBusiness werden künftig unter den Sonstigen Aktivitäten geführt. Darüber hinaus werden die im Vorjahr umgesetzten Kostenreduzierungen im Geschäftsjahr 2023 ihre vollständige Wirkung entfalten.

Sonstige Aktivitäten

Die Sonstigen Aktivitäten umfassen die zentralen Steuerungs- und Verwaltungsfunktionen des BayWa-Konzerns sowie Randaktivitäten. Insgesamt dürfte sich das negative EBIT der Sonstigen Aktivitäten im Jahr 2023 leicht erhöhen. Diese Entwicklung ist vor allem auf steigende Aufwendungen für Sonderprämien und zusätzliche Werbekampagnen zurückzuführen sowie auf Mehrkosten für die konzernweite Erneuerung des digitalen Warenwirtschaftssystems und den Ausbau der IT-Sicherheit. Zudem wird sich die Umgliederung der allgemeinen Aufwendungen für die technische Weiterentwicklung des Bereichs eBusiness in die Sonstigen Aktivitäten belastend auswirken.

Chancen- und Risikobericht

Grundsätze des Chancen- und Risikomanagements

Das Management von Chancen und Risiken ist eine fortwährende Aufgabe unternehmerischer Tätigkeit, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern, und ist eng an der langfristigen Strategie und der Mittelfristplanung des BayWa-Konzerns ausgerichtet. Die BayWa nutzt die sich im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ergebenden Chancen. Die Internationalisierung erschließt der BayWa zudem neue Geschäftschancen, durch die auch die Abhängigkeit von einzelnen Ländermärkten und deren Risiken weiter reduziert wird. Das Erkennen von Unternehmenschancen, die Sicherung des Vermögens und die Steigerung des Unternehmenswerts erfordern ein Chancen- und Risikomanagementsystem. Die systematische Weiterentwicklung bestehender und die Entwicklung neuer Systeme mit Frühwarncharakter tragen maßgeblich zur weiteren Festigung sowie zum gezielten Ausbau der konzernweiten Chancen- und Risikokultur bei.

Die Grundsätze des im BayWa-Konzern bestehenden Systems zur Erkennung und Überwachung geschäftsspezifischer Risiken sind in einem vom Vorstand verabschiedeten Risikomanagement-Handbuch beschrieben. Zudem prüft die Interne Revision regelmäßig das prozessbegleitende interne Risikomanagementsystem. ISO-Zertifizierungen zur Standardisierung von Abläufen und zur Vermeidung von Risiken sowie der Abschluss von Versicherungen ergänzen das Risikomanagement des Konzerns.

Darüber hinaus hat der BayWa-Konzern in seinen Unternehmensleitlinien und ethischen Grundsätzen sowie dem Code of Conduct verbindliche Ziele und Verhaltensweisen festgelegt und konzernweit vorgegeben. Sie betreffen das individuelle Handeln im Umgang mit Unternehmenswerten ebenso wie das faire und verantwortungsbewusste Verhalten gegenüber Lieferanten, Kunden und Kollegen.

Im Jahr 2021 wurde ein Prozess zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in das Risikomanagement in Gang gesetzt. Die Abteilungen Corporate Risk, Corporate Sustainability und Corporate Controlling arbeiten bereichsübergreifend daran, Themen der Nachhaltigkeit in das Risikomanagement zu integrieren. Im Zuge der Aktualisierung des Risikomanagement-Berichts 2021 wurden erstmals klimabezogene Risiken im Risikomanagementsystem systematisch identifiziert und dargestellt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden ein Leitfaden und eine Methodik für einen konzernweit einheitlichen Bewertungsstandard basierend auf den TCFD-Empfehlungen entwickelt. Anhand dieser identifizieren, bewerten und berichten die Risikobeauftragten Klimarisiken in ihren Geschäftsbereichen. Die Methodik wird in den nächsten Jahren um weitere Nachhaltigkeitsrisiken ergänzt. Menschenrechtsrisiken wurden erstmalig im Berichtsjahr 2022 abgefragt.

Corporate Sustainability und Corporate Risk führen jährlich mehrere Workshops mit den Risikobeauftragten zur Schulung durch und unterstützen sie aktiv in der operativen Anwendung der Methodik. Diese werden in den kommenden Jahren mit Hilfe von internen Feedbackrunden und Anwendungserfahrungen weiterentwickelt, mit dem Ziel, einen fachlich fundierten und anwenderfreundlichen Prozess zu etablieren. Des Weiteren wird die Methodik jährlich auf Änderungen in externen Reportingstandards und Regularien überprüft und aktualisiert. Darüber hinaus sind die Risikobeauftragten aufgefordert, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Nachhaltigkeitsrisiken anzugeben. Daraus resultierende mögliche Chancen und identifizierte Nachhaltigkeitsrisiken werden durch Corporate Sustainability und Corporate Risk aufbereitet und anschließend im Strategic Sustainability Board vorgestellt.

Aufbau des Chancen- und Risikomanagements im BayWa-Konzern

Im BayWa-Konzern ist das Chancen- und Risikomanagement ein integraler Bestandteil der Planungs- und Steuerungsprozesse. Ein umfangreiches Risikomanagementsystem auf Basis des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) erfasst und überwacht laufend sowohl die Konzernentwicklung als auch aktuelle Schwachstellen. Das Risikomanagementsystem umfasst alle Bereiche und ist ein zentrales Element der Berichterstattung. Insbesondere muss die Indentifikation und Begrenzung bestandsgefährdender Risiken durch das Risikomanagement gewährleistet werden. Dies versetzt die Konzernleitung in die Lage, schnell und effektiv zu handeln. Für jeden Bereich des Konzerns sind Risikobeauftragte und Risikoberichterstatter eingesetzt, die für die Umsetzung des Reporting-Prozesses sorgen.

Zentraler Bestandteil des Chancen- und Risikomanagements ist das bestehende Risk Board. Unter Leitung des Vorsitzenden des Vorstands tagt dieses mit operativen Managern und Mitarbeitern aus Stabsstellen besetzte Gremium regelmäßig, um operative Chancen und Risiken zu diskutieren und zu bewerten. Die protokollierten Sitzungen dienen der Entwicklung eines Chancen- und Risikoverständnisses und bilden auch die Grundlage des Risikomaßes für operative Entscheidungen.

Das Agrar Risk Committee ist Teil der Risk Governance und dient als höchstes Entscheidungsgremium für die Handelsaktivitäten mit Agrarrohstoffen und Düngemitteln. Dieses besteht u. a. aus Mitgliedern des Vorstands und tagt quartalsweise sowie anlassbezogen. Es beschließt Risikorichtlinien und Limitsysteme für den Agrarhandel und ergreift im Bedarfsfall risikosteuernde und -begrenzende Maßnahmen. Zur Sicherstellung einer umfassenden Umsetzung der Vorgaben des Agrar Risk Committee, inkl. Einhaltung der Limits, wurde neben der Organisationseinheit Corporate Risk auch in den jeweiligen Agrarhandelsgesellschaften ein vom Handel unabhängiges Risikomanagement eingerichtet. Die Verantwortung der Risk Officer in den Handelsgesellschaften bezieht sich auf sämtliche Risikoprozesse innerhalb des Unternehmens inkl. der Limitüberwachung und des Reportings.

Für die Handelsaktivitäten mit Stromgeschäften bei der BayWa r.e. Energy Trading GmbH (BET) sowie für die stromerzeugenden Beteiligungen der BayWa r.e. Group (IPP) bestehen eigenständige Risikokomitees. Diese setzen sich zusammen aus den verantwortlichen Funktionen für Handel, Portfolio- und Risikomanagement sowie dem hierfür zuständigen Vorstand der BayWa r.e. AG. Die beiden Risikokomitees haben eine vergleichbare Aufgabe wie das Agrar Risk Committee. Ein bei BET angesiedeltes, vom Handel unabhängiges, Risikomanagement sowie das Risikomanagement der IPP stellen sicher, dass die Vorgaben der Risikokomitees umfassend ungesetzt werden. Diese sind auch verantwortlich für die Risikoprozesse inkl. der Limitüberwachung und des Reportings. Risikorelevante Fragestellungen werden regelmäßig mit Corporate Risk abgestimmt.

Die Aufgaben der Organisationseinheit Corporate Risk umfassen neben der Durchführung des Risikocontrollings für die Aktivitäten im Agrarhandel auch den Betrieb und die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems zur handelstäglichen Überwachung der Risikopositionen. Zusätzlich dient der Bereich als konzernweites Kompetenzzentrum zur Sicherstellung von Best-Practice-Standards bei Methoden, Prozessen und Systemen des Risikocontrollings im Commodity-Handel sowie zur Gewährleistung der Erfüllung von Finanzmarktregulierungen zu Commodity-Derivaten.

Ablauf des Risikomanagements im BayWa-Konzern

Im konzernweiten Risikoreporting-Prozess werden die Risiken in Kategorien eingeteilt und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie mögliche monetäre Auswirkungen beurteilt. Das Risikomanagementsystem basiert auf individuellen Einschätzungen, unterstützt durch entsprechende Managementprozesse, und ist in die Kernaktivitäten integriert. Es beginnt bei der strategischen Planung und setzt sich über Beschaffung und Vertrieb, einschließlich des Kontrahenten-Risikomanagements, fort. Als Erweiterung des Planungsprozesses in den Segmenten, der Beschaffungs- und Vertriebsorganisation sowie in den Zentralbereichen dient das Risikomanagementsystem zur Identifikation und Bewertung möglicher Abweichungen von erwarteten Entwicklungen. Neben der Identifikation und Bewertung von wesentlichen Entwicklungen, die das Geschäft beeinflussen, lassen sich mit dem System Aktivitäten priorisieren und implementieren.

Kern des Risikomanagementsystems sind die Risikoberichte, die regelmäßig von den Geschäftseinheiten erstellt werden. Diese Berichte werden von der Abteilung Corporate Controlling zum jährlichen Risikomanagement-Bericht konsolidiert, der vom Vorstand und den Verantwortlichen der Segmente ausgewertet und beurteilt wird. Darin enthalten sind alle Einzelrisiken, die sich auf die Geschäftstätigkeit des BayWa-Konzerns auswirken könnten, eingeteilt in die sieben Risiko-Kategorien Compliance-Risiken, Risiken der Aufbau- und Ablauforganisation, operative Risiken, Marktrisiken, Finanzrisiken, rechtliche Risiken sowie strategische Risiken und ihre jeweiligen Unterkategorien. Die Bedeutung je Einzelrisiko resultiert aus der potenziellen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa-Konzerns bei Eintritt des Risikos, gewichtet mit der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos. Das Produkt dieser beiden Werte wird als Schadenserwartungswert bezeichnet. Der Schadenserwartungswert je Risiko-Kategorie ergibt sich durch die Addition der Schadenserwartungswerte aller der Risiko-Kategorie zugeordneten Unterkategorien. Deren Schadenserwartungswerte werden durch die Summe der Schadenserwartungswerte aller enthaltenen Einzelrisiken gebildet. Die addierten Schadenserwartungswerte formen die Basis für eine Klassifizierung der Risiko-Kategorien im BayWa-Konzern.

Für die Handelsaktivitäten mit Agrarrohstoffen und Düngemitteln besteht ein weiteres Risikomanagementsystem, das die diesbezüglichen Geschäftstätigkeiten der BayWa AG, der BayWa Agrarhandel GmbH, der Grainli GmbH & Co. KG sowie der Cefetra Group umfasst. Als Maßstab für die Ausgestaltung dieses Risikomanagementsystems dienen die durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) veröffentlichten MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement). Die MaRisk beinhalten Regelungen zur Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung aller wesentlichen Risikoarten (Marktrisiko, Kontrahentenrisiko, Liquiditätsrisiko, Operationelles Risiko). Diese im Finanzdienstleistungssektor und bei führenden Handelsunternehmen etablierten Standards wurden aufgrund des flexiblen und praxisnahen Rahmens wesentlicher Regelungen für den Agrarhandel der BayWa adaptiert. Ein angemessenes und wirksames Risikomanagement gemäß MaRisk beinhaltet unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit insbesondere die Festlegung von Strategien sowie die Einrichtung interner Kontrollverfahren. Das Interne Kontrollsystem (IKS) umfasst insbesondere:

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Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation

Prozesse zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung sowie Kommunikation der Risiken (Risikosteuerungs- und -controllingprozesse)

Einrichtung einer Risikocontrolling-Funktion

Zur handelstäglichen Marktrisikosteuerung werden für die zugehörigen Agrarhandelsgesellschaften die Positionen inkl. der Spreads (Basisrisiken) ermittelt und überwacht. Neben Volumenlimits dienen wertorientierte Verfahren einer risikoadäquaten Steuerung der Positionen. Hierzu gehören die regelmäßige (mindestens monatliche) Mark-to-Market-Bewertung der schwebenden Agrarhandelsgeschäfte der deutschen Agrarhandelseinheiten und die daraus abgeleitete Ermittlung der Handelsergebnisse sowie das portfoliobasierte Value-at-Risk-Verfahren für liquide Produkte aller Agrarhandelseinheiten. Die Handelspositionen sowie deren Risikogehalt werden täglich den operativen Einheiten und lokalen Risikoverantwortlichen sowie im Rahmen des Risk Board an den Vorstand berichtet.

Diese Steuerungsmechanismen werden durch eine einheitliche IT-Systemlösung für das Risikomanagement unterstützt, die seit Jahren etabliert ist und von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft abgenommen wurde.

In den jeweiligen Geschäftsbereichen werden die Handels- und Risikopositionen permanent abgestimmt und optimiert. Das Global Book System (GBS) ist hierbei für die einzelnen Produktlinien im Handel mit Getreide, Ölsaaten und Co-Produkten ausgerichtet und dient der übergreifenden Koordination des Handelsmanagements. Zur Einschätzung der globalen Nachfrage- und Angebotssituation werden im Rahmen der Marktforschungsaktivitäten fundamentale Marktanalysen durchgeführt. Ein zusätzlicher Schwerpunkt wird auf die Anwendung quantitativer Verfahren zur Portfolio- und Risikoanalyse gelegt, deren Ergebnisse in wöchentlichen Meetings mit den Handelsabteilungen diskutiert werden. Angesichts der Volatilitäten in den Agrarmärkten arbeitet die BayWa hier mit Spezialisten im Bereich algorithmusgesteuerter Handelsstrategien zusammen, um die Auswirkungen der durch den Hochfrequenzhandel ausgelösten Marktschwankungen auf die Positionen der BayWa zu begrenzen.

Für die Handelsaktivitäten mit Stromgeschäften besteht bei der BayWa r.e. Energy Trading GmbH (BET) ein eigenständiges Risikomanagementsystem. Als Maßstab für die Ausgestaltung dieses Risikomanagementsystems dienen ebenfalls die MaRisk, wobei diese Standards für den Stromhandel der BET adaptiert wurden. Die Marktrisikoüberwachung und -steuerung der BET basiert auf einer täglichen Überwachung der entsprechenden Strom-Positionen im Termin- und Kurzfristmarkt. Offene Terminmarkt-Positionen sind durch einen Value-at-Risk (maximaler Verlustrahmen) limitiert. Die Überwachung und Steuerung von Kontrahentenrisiken der BET basiert auf einer handelstäglichen Limitierung und Überwachung des Wertes gelieferter und noch nicht bezahlter sowie kontrahierter und noch nicht gelieferter Strommengen je Handelspartner.

Liquiditätsrisiken, die sich aus Margin-Zahlungen von Börsengeschäften ergeben, sind ebenfalls limitiert und werden handelstäglich überwacht.

Für die stromerzeugenden Beteiligungen der BayWa r.e. Group (IPP) besteht ein Risikomanagementsystem, das mit der BET eng verzahnt ist, u. a. durch die Implementierung eines gemeinsamen ETRM-Systems. Die Marktrisikopositionen werden auf Basis der erwarteten jährlichen Produktion der einzelnen Anlagen ermittelt. Dies erfolgt differenziert nach Marktgebiet und bezogen auf jene Anlagen, deren Positionen an den Terminmärkten adäquat abgesichert werden können. Hierbei werden regulatorische Rahmenbedingungen wie die Abschöpfung der Übererlöse nach dem Strompreisbremsegesetz (StromPBG) in Deutschland und vergleichbare Regelungen in anderen Ländern berücksichtigt. Regulatorische Entwicklungen werden durch Energy Policy & Markets sowie Legal & Compliance sowohl zentral als auch lokal laufend beobachtet und deren Auswirkungen mit Management, Handel und Risikomanagement besprochen. Die Marktpreisentwicklung an den Terminmärkten wird laufend beobachtet. Die Entscheidung zu Hedgingmaßnahmen und -konzepten findet auf Ebene des Vorstands der BayWa r.e. AG statt, der dies mit seinem Aufsichtsrat abstimmt. Wesentliche Risiken aus den Strommarktaktivitäten werden im Rahmen des Risk Board an den Vorstand berichtet.

Identifikation von Chancen im BayWa-Konzern

In einem dynamischen Marktumfeld ergeben sich auch Chancen. Der BayWa-Konzern überwacht fortlaufend sowohl gesamtwirtschaftliche Trends als auch die Entwicklung des branchenspezifischen sowie generellen Umfelds. Dazu gehören staatliche Regulierungen, Lieferanten, Kunden und andere Stakeholder sowie Wettbewerber. Die Identifikation von Chancen ist in den Strategie- und Planungsprozessen des BayWa-Konzerns integriert. Auf Basis dieser Analysen wird die Ausrichtung des Produkt- und Serviceportfolios permanent überprüft. Die Umsetzung der identifizierten Chancen erfolgt überwiegend dezentral in den Segmenten.

Klassifizierung von Risiken und Chancen im BayWa-Konzern

Die sieben Risiko-Kategorien im BayWa-Konzern gliedern sich jeweils in mehrere Unterkategorien auf. Die Risiken in diesen Unterkategorien werden anhand des theoretischen Schadenserwartungswerts als gering, spürbar, erheblich, signifikant oder substanziell klassifiziert. Der theoretische Schadenserwartungswert ist derjenige Betrag, der sich im sehr unwahrscheinlichen Fall eines gleichzeitigen Eintretens aller Einzelrisiken in einer Unterkategorie ergeben würde. Die Klassifizierung der Risiken erfolgt unter Berücksichtigung von Maßnahmen zur Risikoreduzierung (Nettobetrachtung). Eine Beurteilung der Bedeutung der Chancen für den BayWa-Konzern wird durch eine qualitative Klassifizierung in wesentlich bzw. unwesentlich vorgenommen. Die folgende Tabelle dient dem Gesamtüberblick über alle Risiken und Chancen und zeigt deren Bedeutung für den BayWa-Konzern im Geschäftsjahr 2023 auf.

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Risiken Chancen
Risikoklassifizierung Veränderung zum Vorjahr Chancenklassifizierung Veränderung zum Vorjahr
Marktrisiken und -chancen        
Absatzmarkt signifikant erhöht wesentlich konstant
Beschaffung signifikant konstant wesentlich erhöht
Wettbewerb spürbar reduziert unwesentlich konstant
Image spürbar konstant unwesentlich konstant
Preis substanziell konstant wesentlich konstant
Kundenverlust gering konstant /​ /​
Operative Risiken und Chancen        
Absatz spürbar konstant wesentlich konstant
Umwelteinfluss signifikant konstant unwesentlich konstant
Produktion erheblich erhöht unwesentlich konstant
Bestand spürbar konstant wesentlich konstant
Produktqualität erheblich konstant unwesentlich konstant
Schadenfall erheblich reduziert /​ /​
Projekt erheblich konstant wesentlich erhöht
Risiken und Chancen aus Aufbau- und Ablauforganisation        
IT signifikant erhöht unwesentlich konstant
Qualität substanziell konstant unwesentlich konstant
Personal signifikant konstant unwesentlich konstant
Organisation erheblich konstant unwesentlich konstant
Finanzrisiken und -chancen        
Finanzmarkt erheblich konstant unwesentlich konstant
Beteiligungen erheblich konstant unwesentlich konstant
Forderungsausfall erheblich konstant /​ /​
Zinsen spürbar erhöht unwesentlich reduziert
Liquidität spürbar konstant unwesentlich reduziert
Währung erheblich konstant unwesentlich konstant
Steuern erheblich erhöht /​ /​
Strategische Risiken und Chancen        
Unternehmensstrategie spürbar konstant unwesentlich konstant
Investitionen gering reduziert unwesentlich konstant
Akquisitionen & Veräußerungen gering konstant wesentlich erhöht
Marktentwicklung signifikant erhöht unwesentlich konstant
Innovation und Technologie erheblich konstant wesentlich konstant
Rechtliche Risiken und Chancen        
Verträge erheblich konstant /​ /​
Gesetzesveränderungen signifikant konstant unwesentlich konstant
Haftung und Versicherung spürbar konstant /​ /​
Gesetzesverletzungen erheblich konstant /​ /​
Compliance-Risiken und -Chancen        
Korruption/​Fraud spürbar reduziert /​ /​
Produktsicherheit/​Normen gering konstant /​ /​
Datenschutz gering konstant /​ /​
Einhaltung von Gesetzen & Richtlinien substanziell konstant /​ /​
Soziale Risiken gering /​    
Ökologische Risiken gering /​    
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Risikoklassifizierung (mögliche Ergebniswirkung) nach Schadenserwartungswert Beurteilung der Chancen
gering = ≤ 1,0 Mio. Euro Qualitative Klassifizierung /​ Einordnung in "wesentlich" und "unwesentlich"
spürbar = ≤ 2,5 Mio. Euro  
erheblich = ≤ 5,0 Mio. Euro  
signifikant = ≤ 10,0 Mio. Euro  
substanziell = > 10,0 Mio. Euro  

Gesamthaft bestanden für den BayWa-Konzern zum Zeitpunkt der Risikoinventur zum Jahresende 2022 keine bestandsgefährdenden Risiken.

Zusammensetzung der Risiko- und Chancen-Kategorien im BayWa-Konzern

Im Folgenden werden wesentliche Einzelrisiken mit einem Schadenserwartungswert von über 1 Mio. Euro beschrieben.

Compliance-Risiken

Die Unternehmen des Konzerns sind und werden auch künftig im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit Rechtsstreitigkeiten und Verfahren konfrontiert. Diese können beispielsweise aus Verstößen gegen Compliance-Vorschriften durch einzelne Mitarbeiter resultieren. Folgen hieraus können u. a. darin bestehen, dass einzelnen Unternehmen des Konzerns die Zahlung von Schadensersatz, Geldbußen oder sonstige zivil- oder strafrechtliche Sanktionen auferlegt werden. Zusätzlich kann es zu Reputationsschäden kommen. Diese Risiken werden durch die entsprechenden Fachbereiche des Konzerns laufend überwacht.

Ein BayWa-Compliance-Risiko stellt die Ausstellung von sogenannten Präferenznachweisen dar, die zur Reduzierung von Einfuhrabgaben im Empfangsland führen und bei unberechtigter Ausstellung hohe Strafzahlungen und die Abschöpfung sonstiger Vorteile zur Folge haben können. Auch zivilrechtliche Regressansprüche für nacherhobene Einfuhrabgaben des Kunden sind möglich. Um dieses Risiko zu reduzieren und eine Rücklaufquote von 100 Prozent zu erreichen, hat die BayWa verschiedene Prozesse und Maßnahmen eingeführt. Darunter fallen z. B. kunden- und mitarbeiterspezifische Kommunikationsmaßnahmen, digitale IT-Anbindungen zwischen dem Präferenztool und SAP sowie zentrale Prüfprozesse.

Auch Kartellrechtsverstöße stellen ein Compliance-Risiko dar. Vertikale und horizontale Absprachen können zu erheblichen Bußgeldern, Strafen und Reputationsverlust führen. Gleiches gilt für den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sowie für Korruptions- und Geldwäscheverstöße. Die BayWa begegnet diesem Risiko durch Präsenz- und Online-Schulungen, die Einführung von entsprechenden Richtlinien und Virtual Risk Solutions (VRS), durch Revisionskontrollen, durch die verpflichtende Prüfung von abzuschließenden Kooperationsverträgen, die Prüfung von Verbandsmitgliedschaften und eine Schulung von Compliance-Beauftragten zu allen relevanten Themen. Die Schulung erfolgt über eine spezielle Akademie-Plattform. Des Weiteren erfolgen regelmäßige Business-Partner-Prüfungen.

Im Bereich Handel mit Photovoltaikkomponenten prüft der belgische Zoll Solarmodul-Importe der luxemburgischen Niederlassung aus den Jahren 2017 und 2018. Dies basiert auf einer neuen Rechtslage der Europäischen Kommission, welche regelt, dass für Solarmodule aus Taiwan oder Malaysia Antidumping- und Antisubventionszölle anzuwenden sind. Obwohl die Prüfung von Seiten des belgischen Zolls noch nicht abschließend behandelt wurde, könnte es sein, dass rückwirkend Antidumpingzölle zu begleichen sind. Die BayWa r.e. ist in Abstimmung mit Lieferanten, um die Untersuchung voranzutreiben.

Operative Risiken und Chancen

Die wesentlichen operativen Risiken beinhalten produktbezogene Risiken sowie Risiken, die sich aus Umwelteinflüssen ergeben können.

Klimaveränderungen und zunehmende Extremwetterereignisse wie Trockenheit, Regenstürme oder starker Frost beeinflussen den Agrarbereich und können zu Ernteschäden oder teilweise zu Ernteausfällen führen. Dabei steht hier den jährlichen Produktionsschwankungen aufgrund möglicher nachteiliger Witterung in wichtigen Anbauregionen eine relativ konstant wachsende weltweite Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen gegenüber. Aus den preislichen Schwankungen für Agrarrohstoffe ergeben sich neben Preisrisiken durchaus auch Chancen, an Preisveränderungen wertsteigernd zu partizipieren. Um die Risiken von Ernteschwankungen zu minimieren, wird der Markt laufend beobachtet und die eigene Position in wöchentlichen Besprechungen analysiert und entsprechend den Ernteerwartungen angepasst.

Im Obst- und Gemüseanbau werden mögliche Risiken durch Naturereignisse wie Hagel, Überschwemmung und Dürre durch geeignete Maßnahmen wie beispielsweise der Abdeckung der Plantagen mit Hagelnetzen reduziert. Darüber hinaus werden diese Risiken teilweise durch abgeschlossene Versicherungen gedeckt.

Für die Cefetra Group gehört die Kontamination der Produkte und Abweichungen von Produktspezifikationen zu den größten Qualitätsrisiken. Zudem kann es durch Erwärmung zur Verschlechterung der Produktqualität kommen. Entsprechende Risiken bestehen für die Cefetra Group, die mit einer Reihe von Maßnahmen gegensteuert, wie mit dem Abschluss von vertraglichen Vereinbarungen, mit Zertifizierungen wie GMP+ und GTP sowie mit Audits zu deren Einhaltung. Auch werden Versicherungen gegen Qualitätsverluste abgeschlossen und Mitarbeiter geschult, um das Wissen über richtige Produktqualität zu trainieren. Die Cefetra Group setzt außerdem Überwachungsprogramme mit dem Ziel einer besseren Qualitätskontrolle auf und benennt Verantwortliche für Qualitätssicherung. Alle diese Maßnahmen sind im Qualitätshandbuch beschrieben, das klare Qualitätsstandards und -verfahren einschließt. Qualitätskontrollen erfolgen durch unabhängige Gutachter und Labore, wenn Ware einen Hafen verlässt oder am Bestimmungsort ankommt. Wird ein Schadstoff entdeckt, werden alle Beteiligten sofort informiert und es werden Maßnahmen eingeleitet, damit die Ware nicht auf den Markt kommt. Kundenbeschwerden werden dokumentiert und untersucht. Zum Schutz der Umwelt, zur Einhaltung von Gesundheit und Sicherheit haben die Unternehmen der Cefetra-Gruppe Verfahren für alle Standorte eingeführt, an denen Mitarbeiter von Cefetra tätig sind.

Bestimmte operative Risiken, insbesondere der Produktrückruf, werden unter Abwägung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses nur eingeschränkt versichert. In Zukunft erfolgen aufgrund der zunehmenden Einführung von Eigenmarken im Konzern in regelmäßigen Abständen Besprechungen mit den Sparten (risk owner), inwieweit der Risiko beispielsweise im Falle eines Rückrufs auf den Versicherer übertragen werden soll.

Marktrisiken und -chancen

Allgemeine konjunkturelle Einflüsse wirken sich auch auf das Konsum- und Investitionsverhalten in den Kernmärkten der BayWa aus. Dabei ist insbesondere hinsichtlich der Kundenstruktur in der Agrarbranche der Trend zu immer größeren landwirtschaftlichen Betrieben gegeben, die ihr Geschäft entsprechend professioneller betreiben. Diese Umfeldfaktoren beeinflussen den Geschäftsverlauf der BayWa jedoch weniger stark als andere Unternehmen. Das Geschäftsmodell der BayWa ist überwiegend auf die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse wie Ernährung, Energie, Wohnen, Wärme und Mobilität fokussiert, sodass zyklische Schwankungen der Nachfrage hier geringer ausfallen als in anderen Wirtschaftsbereichen. Dadurch kann die BayWa in Krisen sogar spezifische Chancen nutzen, etwa durch Identifikation und Akquisition von geeigneten Unternehmen zum Ausbau bestehender oder zum Aufbau neuer Geschäftsaktivitäten. Starken Rückschlägen der internationalen Wirtschaftsentwicklung, hervorgerufen beispielsweise durch einen globalen Rohstoffpreisverfall, kann sich die BayWa allerdings nicht völlig entziehen.

Bei der Cefetra Group wird ein Teil der Margen mit dem Positionshandel und mit Spreads wie Inter-Produkt-Spreads und Time-Spreads erzielt. Die Cefetra Group ist von Natur aus Rohstoffrisiken wie dem Differenz- und Prämienrisiko, dem Inter-Commodity-Risiko und dem Time-Spread-Risiko ausgesetzt. Das Unternehmen kann seine Positionen über Termingeschäfte absichern, was die Möglichkeit von Wertveränderungen während der Laufzeit des Termingeschäfts mit entsprechender Auswirkung auf das Ergebnis mit sich bringt. Cefetra hat zur Verringerung entsprechender Risiken verschiedene Maßnahmen ergriffen. Die wichtigsten Risiken aus der Nettowarenposition werden zentral in der Hauptgeschäftsstelle in Rotterdam, Niederlande, erfasst und überwacht. Täglich wird geprüft, ob die Positionen der Händler innerhalb der vorgegebenen Positionslimits liegen. Geschäftsführer, Handelsmanager und Risikomanager überwachen zudem laufend Spreads wie Time-Spreads und Intra-Commodity-Risiken, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Alle zwei Wochen erfolgt eine Mark-to-Market-Berechnung der Gewinne und Verluste sowie Betrachtung der Entwicklung der Hauptrisiken. Es gibt allwöchentlich eine Handelssitzung mit Handelsmanagern, Händlern und Risikomanagern sowie internen Marktanalysten, bei der die Marktsituation, die Risiken, die Positionen und die Spreads besprochen werden. Neben den Nettowarenlimits werden auch je nach Bedarf Prämienlimits verwendet, täglich überwacht und überprüft. Die verantwortlichen Handelsmanager und Händler werden im Falle einer Überschreitung kontaktiert und aufgefordert, die Limits innerhalb eines Arbeitstages einzuhalten. Die Datenanalyse für das Positionsmanagement erfolgt mit Hilfe der Software Tradesparent. Zudem wurde im gesamten BayWa-Konzern der Value at Risk implementiert, der tagesaktuell von der Abteilung Risikomanagement überwacht wird.

Der BayWa-Konzern verwendet zur Messung und Steuerung des Risikos aus der offenen Position (Bestand und Warentermingeschäfte) ein portfoliobasiertes Value-at-Risk-Verfahren. Der Value at Risk (VaR) zielt auf die Quantifizierung der negativen Wertänderung eines Portfolios, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (95 Prozent) während eines definierten Zeitraums (fünf Handelstage) nicht überschritten wird. Der zum 31. Dezember 2022 ermittelte VaR für Getreide, Ölsaaten und Co-Produkte beträgt 4,8 Mio. Euro, für Düngemittel 2,2 Mio. Euro und für Strom-Termingeschäfte der BayWa r.e. Energy Trading GmbH 2,2 Mio. Euro.

Ein weiteres Risiko im Agrarbereich können Tierseuchen oder ungewöhnliche schadensverursachende Ereignisse im Spot-Markt sein, die kurzfristig zu einer geringeren Nachfrage führen. Auch ein erhöhter Wettbewerbsdruck oder gestiegene Marktvolumina können zu Absatzvolumina entgegen der ursprünglichen Planung führen.

In der globalisierten Wirtschaft entstehen Unternehmen besondere Beschaffungsrisiken bei Lieferketten. So können länderspezifische Regularien, unterschiedliche Logistiken und Verkehrswege sowie Produktionsschwierigkeiten durch fehlende Teile und Fachkräftemangel besonders die Just-in-time-Belieferung erschweren oder gar verhindern. Hinzu kommen länderspezifische Sanktionen oder auch Kriegsgeschehnisse, die die Warenverfügbarkeit einschränken und zu logistischen Engpässen führen können. Von diesem Risiko ist die BayWa im Bereich Technik betroffen. Maßnahmen zur Vermeidung dieses Risikos sind ein aktives Beschaffungs- und Bestandsmanagement, mit frühzeitigem Ordern von benötigtem Produktvolumen etwa durch Sichern von Bauplätzen, sowie die Berücksichtigung der längeren Lieferzeiten auch bei Vertriebsaktivitäten. Das Produktmanagement steht dazu in engem Kontakt mit Lieferanten, analysiert fortlaufend Medienberichte, sammelt Kenntnisse über Lieferketten (EU/​nicht EU/​Kontinente) und wertet diese aus. Die Dokumentation erfolgt über Rundschreiben und den Mailverkehr innerhalb der Sparte.

Eine schlechte Finanzlage der öffentlichen Hand führt zu sinkender Nachfrage nach Baustoffen und damit zu einem Umsatz- und Rohertragsverlust. Diesem Risiko ist auch die BayWa ausgesetzt. Zur Identifizierung eines möglichen Risikos werden Baugenehmigungsstatistiken mit Daten über Auftraggeber der öffentlichen Hand ausgewertet und die Entwicklung von öffentlichen Ausschreibungen verfolgt. Entsprechende Erkenntnisse fließen in Planungsvorgespräche und in die Strategie für den Vertrieb von Baustoffen ein.

Extreme Marktverhärtungen z. B. bei Cyber- sowie D & O-Versicherungen, Großschadenereignisse oder erhöhte Schadenfrequenzen von Seiten der BayWa können zu fehlenden Deckungsbeiträgen beim Versicherer führen. Die Versicherungsprämie ist in der Folge aufgrund der Schadenentwicklung sowie durch inflationsbedingt erhöhte Schadenregulierungskosten für den Versicherer nicht mehr auskömmlich und es folgt eine Vertragssanierung durch den Versicherer. Dies kann zu Prämienerhöhungen, Ausschluss von versicherten Gefahren, höheren Selbstbehalten, Reduzierung der Deckungssummen/​Limits oder Kündigung des Versicherungsvertrags durch den Versicherer führen. Zur Reduzierung des eigenen Risikos verfolgt die BayWa eine kontinuierliche Identifizierung und Implementierung von Maßnahmen zur Schadenverhütung und -minimierung wie z. B. die Sicherung der Außenanlagen mit Hilfe von Einbruchmeldeanlagen.

Finanzrisiken und -chancen

Der Bereich Finanzrisiken und -chancen wird im BayWa-Konzern in mehrere Risikoarten unterteilt, die im Folgenden separat beschrieben werden.

Fremdwährungschancen und -risiken

Das Währungsrisiko kann die Ergebnisrechnung des Konzerns aufgrund unsicherer zukünftiger Wechselkursschwankungen negativ als auch positiv beeinflussen. Die Geschäftstätigkeit der BayWa findet zum großen Teil innerhalb des Euro-Raums statt. Sofern Fremdwährungspositionen aus Waren- und Leistungsgeschäften oder Projektierungen resultieren, werden diese grundsätzlich sofort abgesichert. Sonstige Zahlungsverpflichtungen oder -forderungen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt des Entstehens abgesichert. Spekulative Aufnahmen oder Anlagen von Finanzmitteln in Fremdwährungen sind nicht zulässig.

Kredit- und Kontrahentenrisiken bzw. Forderungsausfallrisiken

Sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf von Festpreiskontrakten (Forwards) mit Gegenparteien erfolgt der Verlust dieser Kontrakte, wenn die Gegenpartei ausfällt. In Vorerntephasen (Wettermärkte) entstehen bei Dürre infolge eines starken Preisanstiegs höhere Risiken (Exposures). Diese Risiken sind im Gegensatz zu Gläubigerrisiken nicht über Kreditversicherungen abdeckbar. Ein besonderer Fokus liegt auf der problematischen Kreditwürdigkeit in einzelnen Branchen und Ländern. Um die Risiken zu besprechen und zu steuern, finden regelmäßige Reviews zwischen Risikomanagement und Trading Management statt.

Das Geschäftsmodell der Energy Ventures GmbH ist aufgrund des frühen Investitionszeitpunkts in Unternehmen, die sich in ihren ersten Entwicklungsphasen befinden, riskant. Als potenzielles Risiko wird die Höhe der Beteiligungsbuchwerte der Gesellschaften zum Stichtag herangezogen, die ein erhöhtes Risiko (z. B. ungewisser Ausgang der nächsten Finanzierungsrunde) tragen.

Zinsänderungsrisiken

Zinsrisiken resultieren aus variablen Finanzierungen des Konzerns, insbesondere aus der Emission kurzlaufender Commercial Papers, der Aufnahme kurzfristiger Kredite sowie Schuldscheindarlehen mit variablem Zinsanteil. Die kurzfristigen Fremdmittel dienen überwiegend der Finanzierung des Working Capital. Zur Reduzierung des Zinsänderungsrisikos, das nicht durch einen Natural Hedge abgesichert ist, nutzt die BayWa derivative Instrumente in Form von Futures, Zinscaps und Zinsswaps. Im Geschäftsjahr 2022 lag der durchschnittliche Zinssatz für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten bei 1,7577 Prozent (Vorjahr: 0,8827 Prozent).

Steuerrisiken

Steuerliche Risiken resultieren insbesondere aus Änderungen nationaler Steuergesetze und -regelungen, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die nationalen Finanzbehörden, insbesondere bei Betriebsprüfungen. Feststellungen der nationalen Prüfungsbehörden der verschiedenen Länder können zu höheren Steueraufwendungen und -zahlungen führen und zudem Einfluss auf die Höhe der Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben. Verbleibende, über die in der Bilanz bereits berücksichtigten steuerlichen Risiken hinausgehende Risiken sind unwahrscheinlich bis möglich und könnten moderate Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Rechtliche Risiken

Die Unternehmen des Konzerns sind und werden auch künftig im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit Rechtsstreitigkeiten und Verfahren konfrontiert. Diese können beispielsweise aus der Geltendmachung von Ansprüchen aus der Verletzung vertraglicher Verpflichtungen, aus Zahlungsstreitigkeiten oder aus Verstößen gegen regulatorische bzw. steuerliche Vorschriften resultieren. Infolgedessen könnte u. a. einzelnen Unternehmen des Konzerns die Zahlung von Schadensersatz, Geldbußen oder sonstige zivilrechtliche, öffentlich-rechtliche oder strafrechtliche Sanktionen auferlegt werden. Ein konzernweites, risikobasiertes Compliance-Management-System trägt zur Vermeidung von Verstößen gegen rechtliche Vorgaben bei.

Wesentliche Risiken bestehen für die BayWa gegebenenfalls durch Cyber-Angriffe auf ihre IT-Landschaft. Externe Angreifer nutzen bei Unternehmen regelmäßig Softwarelücken aus, um an Kundendaten zu kommen oder das Unternehmen zu schädigen. Um dieses Risiko zu minimieren, werden u. a. Programmierungen fortlaufend vereinheitlicht und Eigen-Programmierungen eliminiert. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass auch standardisierte Software Lücken aufweist und so Hackerangriffe ermöglicht. Daher erfolgt im Hinblick auf Soft- und Hardware fortlaufend eine enge Abstimmung mit der IT-Security und dem Bereich Informationssicherheit. Webseiten werden zudem regelmäßig überprüft sowie Firewall-Einstellungen und das Monitoring laufend erhöht. Mitarbeiter werden zum Thema IT-Sicherheit geschult und im Hinblick auf mögliche Risiken sensibilisiert.

Änderungen in der Agrarpolitik, Regierungswechsel, neue EU-Verordnungen, Handelshemmnisse oder Exportverbote können unmittelbar Auswirkungen auf das Geschäft der BayWa haben. So kann etwa die Änderung der Verordnung Nährstoffgehalt Boden rückläufige Aufwandmengen an Düngemitteln zur Folge haben. Dem versucht die BayWa durch den Zugewinn von Marktanteilen und eine Kostenreduzierung zu begegnen. Über Änderungen von Verordnungen und Gesetzen wird die BayWa von der jeweiligen Landesanstalt informiert. Die Gegenmaßnahmen sind im jährlichen Strategiepapier festgehalten.

Die Cefetra Group ist auch Risiken durch Veränderungen in der Agrarpolitik ausgesetzt. Die Rechtsabteilung beobachtet diese Entwicklungen sehr genau. Ziel ist, die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften zu gewährleisten. Soweit möglich, werden Verkaufsverträge zu denselben Vertragsbedingungen und mit demselben Ursprung wie die ursprünglichen Käufe abgeschlossen. Wenn möglich, werden Vertragsformulierungen aufgenommen, die das Risiko für die Cefetra Group in Bezug auf Import- und Exportabgaben oder -verbote mindern. Als Entscheidungsbasis dienen dabei die kontinuierliche aktive Informationssuche und eine intensive allgemeine Marktbeobachtung.

Strategische Risiken und Chancen

Die wesentlichen strategischen Risiken beinhalten Risiken im Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell des Konzerns, der Wettbewerbsfähigkeit, der Digitalisierung sowie verändertem Kaufverhalten.

Ein strategisches Risiko für das Baustoffgeschäft der BayWa stellen neue technologische Trends und neue Verfahrenstechnologien dar. Darunter fallen z. B. insbesondere neue Bauweisen, die industrielle Vorfertigung sowie ein verstärkter Internetvertrieb. Diese Faktoren könnten zu einem Rückgang der Baustoffnachfrage und in der Folge zu einem Rückgang der Umsätze und Erträge führen. Die BayWa begegnet diesem Risiko mit einer Reihe von Maßnahmen, um das konventionelle Bauen für Bauherren, Bauträger und Generalunternehmer zukunftsfähig weiterzuentwickeln, z. B. durch den Ausbau des Key-Account-Managements für überregionale Kunden oder die Erbringung von Montageleistungen wie im Bereich Fenster und Türen. Weitere Maßnahmen sind die Fokussierung auf Eigenmarken, die Produktivitätssteigerung durch Digitalisierung von Kunden- und Lieferantenschnittstellen sowie der Ausbau der Spezialisierung auf Holz. Mit Beteiligungen in der Ceraflex Bayern GmbH (vorkonfektionierte Großkeramik), Tjiko GmbH (Badmodule) sowie weiteren geplanten Investitionen wird die Wertschöpfung im Bereich der Vorfertigung als Antwort auf den zunehmenden Fachkräftemangel konsequent ausgebaut.

Ein Abschwung der Baukonjunktur durch Korrekturen bei Förderprogrammen oder durch steigende Hypothekenzinsen birgt für die BayWa das Risiko sinkender Bautätigkeit und damit sinkender Umsätze mit Baustoffen. Darüber hinaus können Preiskämpfe mit Wettbewerbern die Geschäftsentwicklung nachteilig beeinflussen. Diesem Risiko trägt die BayWa Rechnung durch eine Anpassung ihrer Marketingstrategien, ihres Kosten- und Kreditmanagements sowie durch eine wertmäßige mittelfristige Sensibilitätsanalyse der Sparte unter bestimmten Einflussgrößen.

Risiken und Chancen der Aufbau- und Ablauforganisation

Im Bereich Aufbau- und Ablauforganisation unterscheidet der BayWa-Konzern mehrere Risikoarten, die im Folgenden separat beschrieben werden.

Der BayWa-Konzern konkurriert im Personalbereich mit anderen Unternehmen um hochqualifizierte Führungskräfte sowie leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter. Um den zukünftigen Erfolg sicherzustellen, benötigen die Konzernunternehmen qualifizierte Fachkräfte. Hohe Fluktuation, die Abwanderung leistungsstarken Fachpersonals, die fehlgeschlagene Bindung von Nachwuchskräften an die Konzernunternehmen und der Mangel an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt können sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Diesen Risiken begegnet die BayWa, indem sie die Arbeitgebermarke "BayWa" stärkt, ihre Rekrutierungsaktivitäten u. a. durch die Direktansprache potenzieller Bewerber oder die Nutzung des internen Mitarbeiternetzwerks weiter ausbaut, ihren Mitarbeitern vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet - horizontal und vertikal - und darüber hinaus ein modernes und zukunftsgerichtetes Arbeitsumfeld schafft. Gleichzeitig fördert die BayWa die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und zählt zu den großen Ausbildungsbetrieben speziell in ländlichen Regionen. Hieraus rekrutiert die BayWa einen großen Teil ihrer zukünftigen Fach- und Führungskräfte, die in der BayWa vielfältige und individuelle Weiterentwicklungsmöglichkeiten haben. Die langen Betriebszugehörigkeiten dokumentieren regelmäßig die hohe Loyalität, die die Mitarbeiter der BayWa entgegenbringen. Diese Beständigkeit schafft Stabilität und sichert zugleich den Wissenstransfer über Generationen hinweg.

Die Nutzung modernster Informationstechnologie kennzeichnet die gesamte Geschäftstätigkeit des BayWa-Konzerns. Alle wesentlichen Geschäftsprozesse werden durch die IT unterstützt und mit Hilfe modernster Softwarelösungen abgebildet. Gerade für ein personalintensives Handelsunternehmen ist die Systemunterstützung der Arbeitsabläufe zwingend erforderlich. Die fortlaufende Überprüfung und Überarbeitung der Prozesse bedeutet aber mehr als nur eine Implementierung neuer IT-Komponenten. Sie geht stets auch mit der Optimierung von Prozessabläufen einher, wodurch Chancen in Form von Synergie- und Einsparpotenzialen identifiziert und realisiert werden können. Gleichzeitig steigt mit zunehmender Komplexität und der Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Verlässlichkeit der IT-Systeme auch das systeminhärente Risiko. Während eines Stromausfalls kann es zu Unterbrechungen der IT-Systeme und IT-Services kommen. Für den Ablauf der Geschäftsprozesse in den Fachbereichen kann dies erhebliche Auswirkungen haben. Um diese Auswirkungen zu minimieren, wird derzeit an der Erstellung eines IT-Notfallplans gearbeitet.

Der BayWa-Konzern ist als Lieferant für die Landwirtschaft, weltweiter Beschaffer und Vermarkter von Getreide, Ölsaaten und Früchten sowie Händler von Energieträgern und Baustoffen mit den unterschiedlichsten nationalen Qualitäts- und Sicherheitsstandards konfrontiert. Dazu gehören auch gentechnische Veränderungen bei Erzeugnissen. Die Einhaltung der Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen wird durch das Qualitätsmanagement der jeweiligen Geschäftsfelder und Segmente gewährleistet. Darüber hinaus dokumentieren vielfältige Zertifizierungen die Erfüllung der diesbezüglichen gesetzlichen Ansprüche.

In der Regel verkauft die Cefetra Group "Free On Board (FOB)", "Free On Truck (FOT)" und "Cost Insurance Freight (CIF)" und regelt den Gefahrenübergang zwischen Verkäufer und Käufer. Damit ist das Unternehmen für die logistische Abwicklung eines erheblichen Teils seiner Transaktionen verantwortlich. Die Logistik ist z. B. aufgrund geografischer Diversifizierung, unterschiedlicher Transport- und Frachtkosten oder schwankender Wasserstände komplex und mit Risiken behaftet. Um diese Risiken zu minimieren, schließt die Rechtsabteilung des Unternehmens Versicherungen gegen Verlust und Zerstörung von Sendungen ab und bearbeitet die Meldung von Prämien und Schadenfällen. Zugleich werden Sendungen überwacht und verfolgt.

Beratungsfehler im Verkauf und die Belieferung des Kunden mit falscher Ware ist ein weiteres Risiko, dem die BayWa ausgesetzt ist. Um dieses zu minimieren, setzt das Unternehmen auf intensive Produktschulungen sowie ein Beschwerde-Management-System.

Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation durch die Konzernleitung

Die Gesamtbeurteilung der gegenwärtigen Chancen- und Risikosituation ergibt, dass weder Einzelrisiken noch Risiken im Zusammenwirken bestehen, die den Fortbestand des Konzerns gefährden. Die Gesamtbeurteilung ist damit unverändert zum Vorjahr. Auch für die Zukunft sind bestandsgefährdende Risiken gegenwärtig nicht erkennbar. Insgesamt sind die Risiken des BayWa-Konzerns begrenzt und überschaubar.

Neben potenziell nicht oder nur mittelbar beeinflussbaren geopolitischen oder makroökonomischen Risiken stehen die operativen Risiken im Mittelpunkt der Betrachtung. Bei Letzteren hat der BayWa-Konzern entsprechende Maßnahmen zur Risikosteuerung ergriffen.

Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Internes Kontrollsystem (IKS)

Das Interne Kontrollsystem (IKS) des BayWa-Konzerns beinhaltet die Summe der Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die der Steuerung und Überwachung der Unternehmensaktivitäten dienen. Die im IKS verankerten Regeln sind in verschiedenen Erklärungen, Richtlinien, Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen festgehalten. Es besteht ein konzernweiter Rahmen, in dem Aufbau, Überarbeitung und Kommunikation dieser Regelwerke festgelegt sind.

Durch die Abgrenzung von Verantwortungsbereichen und eindeutige Rollenzuteilungen werden zum einen klar definierte Zuständigkeiten sichergestellt. Zum anderen ist eine Funktionstrennung gegeben, durch die mögliche Interessenkollisionen unterbunden werden. Die verbindlichen Ziele und Verhaltensweisen, denen sich der BayWa-Konzern in seinen Unternehmensleitlinien sowie im Code of Conduct konzernweit verschrieben hat, betreffen das individuelle Handeln im Umgang mit Unternehmenswerten ebenso wie das faire und verantwortungsbewusste Verhalten gegenüber Lieferanten, Kunden und Kollegen. Des Weiteren hat die BayWa im Jahr 2022 einen Supplier Code of Conduct eingeführt.

Die jeweiligen Geschäftsfelder und Segmente definieren auf dieser Basis für ihre einzelnen Geschäftstätigkeiten einen angemessenen Rahmen von Prozessen und Regeln, die - je nach Geschäftsfeld oder Segment - aufgrund unterschiedlicher Systeme oder Prozessabläufe der in dem jeweiligen Prozess verarbeiteten Aktivität voneinander abweichen können. Bestimmte Risiken treten jedoch konzernweit auf. Für sie sind Konzernfunktionen eingerichtet, die für ihren jeweiligen Bereich im Sinne einer "zweiten Linie" adäquate konzernweite Standards hervorbringen und bei deren Umsetzung unterstützen bzw. deren Umsetzung überwachen.

So verfügt die BayWa z. B. über eine etablierte Nachhaltigkeitsorganisation als Gruppenfunktion im Konzern. Dabei trägt der Vorstand der BayWa die Gesamtverantwortung. Der Bereich Corporate Sustainability berichtet direkt an den Vorstand, entwickelt das Thema entsprechend den Stakeholder- und Shareholder-Anforderungen stetig weiter und ist für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie zuständig.

Das Compliance-Management-System der BayWa ist ein weiterer Bestandteil des IKS und umfasst die Themengebiete Wahrung der Menschenrechte, Korruptionsprävention, Kartellrecht und Geldwäscheprävention. Der konzernweit geltende Code of Conduct ist das zentrale Element dieses Systems und wird ergänzt durch weitere Richtlinien, die detailliertere Vorgaben machen, z. B. die Compliance Policy. Neben der Durchführung von Compliance-Schulungen werden fortlaufend Risikoanalysen und Compliance-Kontrollen durchgeführt, welche entweder persönlich oder IT-gestützt erfolgen. Zudem betreibt die BayWa ein IT-gestütztes Sanktions- und Terrorlisten-Screening sämtlicher Kunden und Lieferanten.

Alle wesentlichen Geschäftsprozesse werden durch IT-Lösungen unterstützt und mit Hilfe modernster Softwarelösungen abgebildet. Soweit anwendbar, wird das vorhandene Set an integrierten Applikationskontrollen sowie IT-unterstützten Kontrollen angewendet. Darüber hinaus finden manuell durchgeführte Kontrollen Anwendung. Die BayWa betreibt ein Datenschutz- und Informationssicherheitsmanagementsystem, in dessen Rahmen Richtlinien vorgehalten und Schulungen durchgeführt werden. Für den BayWa-Konzern besteht auch eine Cyber-Versicherung.

Für die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen sind bei den Geschäftsprozessen die jeweiligen Prozesseigentümer und konzernweit die jeweilige zweite Linie verantwortlich. Diese definieren Prozesse und Kontrollen zur Steuerung der Risiken. Corporate Audit als unabhängige dritte Linie prüft Geschäftsprozesse sowie die IT-Unterstützung nach eigener Risikoeinschätzung und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der Wirksamkeit und Effizienz der Prozesse und Kontrollen ab. Die Umsetzung der abgeleiteten Aktionspläne erfolgt durch die erste und zweite Linie und wird durch Corporate Audit überwacht.

Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Der Prüfungsausschuss (Audit Committee) überwacht den Rechnungslegungsprozess, die Abschlussprüfung und die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems sowie des internen Verfahrens für Geschäfte mit nahestehenden Personen (Related Party Transactions).

Da sich das Interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem laufend verändern, z. B. durch Änderungen des Geschäftsmodells und von Zuständigkeiten, ergeben sich aus den Revisionsprüfungen immer wieder Verbesserungspotenziale sowohl hinsichtlich der Angemessenheit (Fehlen geeigneter Kontrollen) und der Wirksamkeit (unzureichende Durchführung) von Kontrollen. Weitere Verbesserungspotenziale können sich zudem aus Compliance-Vorfällen ergeben. Die Umsetzung der Verbesserungspotenziale wird nachgehalten.

Bei der Gesamtbeurteilung der Managementsysteme im BayWa-Konzern wurde festgestellt, dass keines der im Berichtsjahr identifizierten Verbesserungspotenziale gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit der beiden Managementsysteme sprechen.

Risikomanagementsystem (RMS)

Das umfangreiche Risikomanagementsystem der BayWa erfasst und überwacht laufend sowohl die Konzernentwicklung als auch aktuelle Schwachstellen. Das Risikomanagementsystem umfasst alle Bereiche und ist ein zentrales Element der Berichterstattung. Eine wesentliche Aufgabe des Risikomanagements ist die Erkennung und Begrenzung bestandsgefährdender Risiken. In den Kapiteln "Grundsätze des Chancen- und Risikomanagements", "Aufbau des Chancen- und Risikomanagements im BayWa-Konzern", "Ablauf des Risikomanagements im BayWa-Konzern" ist das Risikomanagementsystem der BayWa detailliert beschrieben.

Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Wesentlicher Bestandteil des Chancen- und Risikomanagements ist das Interne Kontrollsystem (IKS) zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses. Der BayWa-Konzern hat entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ein internes Kontrollsystem implementiert. Dessen Funktionsfähigkeit wird fortlaufend von der Internen Revision überprüft. Externe Spezialisten werden regelmäßig hinzugezogen, um Benchmark-Analysen und Zertifizierungen durchzuführen und Optimierungen einzuleiten. Der Konzernabschluss wird in einem zentral durchgeführten Prozess erstellt. Die Erfüllung der gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist dabei durch entsprechende Bilanzierungsvorgaben sichergestellt. Die Abteilung Corporate Accounting fungiert als direkter Ansprechpartner für die Geschäftsführer und Mitarbeiter im Rechnungswesen der Tochtergesellschaften in Bezug auf das Reporting und die Jahres- bzw. Quartalsabschlüsse. Corporate Accounting erstellt den konsolidierten Konzernabschluss nach IFRS.

Ein Kontrollsystem, das den Rechnungslegungsprozess überwacht, soll sicherstellen, dass die Geschäftsvorfälle - wie von den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften gefordert - vollständig und zeitnah erfasst werden. Ferner soll damit gewährleistet werden, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt sowie Vermögenswerte und Schulden zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Das Kontrollsystem bedient sich sowohl automatisierter als auch manueller Kontrollmechanismen, um die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung sicherzustellen.

Alle einbezogenen Tochtergesellschaften sind verpflichtet, monatlich ihre Geschäftszahlen auf IFRS-Basis in einem standardisierten Reportingformat an die BayWa zu berichten. Dadurch können Plan-Ist-Abweichungen zeitnah identifiziert werden und es besteht die Möglichkeit, kurzfristig darauf zu reagieren.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht - seit dem Geschäftsjahr 2021 nicht mehr Bestandteil des Konzernlageberichts - wird auf der Homepage https:/​/​www.baywa.com/​konzern/​corporate-governance/​corporate-governance als gesondertes Dokument veröffentlicht und dauerhaft zugänglich gemacht.

Übernahmerelevante Angaben - Berichterstattung nach § 315a HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der BayWa AG beläuft sich zum Stichtag auf 91.807.715,84 Euro (Vorjahr: 91.250.199,04 Euro) und ist eingeteilt in 35.862.389 (Vorjahr: 35.644.609) auf den Namen lautende Stammaktien in Form von Stückaktien, mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 Euro je Aktie. Von den ausgegebenen Stückaktien sind 34.401.358 vinkulierte (Vorjahr: 34.175.458) und 217.780 junge vinkulierte (Vorjahr: 225.900) Namensaktien (ab 1. Januar 2023 dividendenberechtigte Mitarbeiteraktien). 1.243.251 Aktien sind nicht vinkulierte Namensaktien (Vorjahr: 1.243.251). Hinsichtlich der durch die Aktien vermittelten Rechte und Pflichten (z. B. Recht auf Anteil am Bilanzgewinn oder Teilnahme an der Hauptversammlung) wird auf die entsprechenden Regelungen des Aktiengesetzes verwiesen. Sonderrechte oder Vorzüge bestehen nicht.

Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen von Aktien

Der Erwerb von vinkulierten Namensaktien durch Einzelpersonen und Rechtspersonen des bürgerlichen und öffentlichen Rechts unterliegt gemäß § 68 Abs. 2 AktG in Verbindung mit § 6 der Satzung der BayWa AG der Zustimmung durch den Vorstand der BayWa AG. Die BayWa AG hält in geringem Umfang (19.500 Stück) eigene Namensaktien, die gemäß § 71b AktG ohne Stimmrecht sind, solange sie von der BayWa AG gehalten werden. Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend, bestehen nicht.

Beteiligungen mit mehr als 10 Prozent der Stimmrechte

Folgende Anteilseigner halten am Bilanzstichtag Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte übersteigen:

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Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Beilngries

Raiffeisen Agrar Invest AG, Wien, Österreich

Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung

Ergänzend zu §§ 84 f. AktG sieht auch § 9 der Satzung der BayWa AG bezüglich der Bestellung und Abberufung des Vorstands vor, dass die Mitglieder des Vorstands vom Aufsichtsrat bestellt werden. Die Bestellung erfolgt auf höchstens 5 Jahre; eine wiederholte Bestellung ist zulässig. Der Aufsichtsrat bestellt den Vorsitzenden des Vorstands.

Über Änderungen der Satzung beschließt nach § 179 AktG in Verbindung mit § 21 der Satzung der BayWa AG immer die Hauptversammlung.

Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu nominal 12.500.000 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender vinkulierter Stückaktien gegen Sacheinlagen zu erhöhen. Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen (Genehmigtes Kapital 2021). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2021 oder nach Ablauf der Frist für die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2021 entsprechend anzupassen.

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 25. Mai 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu nominal 3.506.682,88 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender vinkulierter Stückaktien gegen Bareinlage an Mitarbeiter der BayWa AG und der mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen (Genehmigtes Kapital 2020).

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 31. Mai 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu nominal 10.000.000 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien gegen Sacheinlagen zu erhöhen. Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen (Genehmigtes Kapital 2018).

Des Weiteren ist der Vorstand ermächtigt, im Bestand befindliche eigene Aktien Dritten im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen bzw. Beteiligungen oder von Unternehmenszusammenschlüssen anzubieten oder zu einem Teil oder insgesamt einzuziehen, ohne dass die Einziehung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

Der Vorstand besitzt keine weitere Ermächtigung der Hauptversammlung zum Rückkauf von Aktien. Vereinbarungen im Sinne von § 315a Abs. 1 Nr. 8 und 9 HGB bestehen nicht.

 

München, 27. März 2023

BayWa Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Prof. Klaus Josef Lutz

Andreas Helber

Marcus Pöllinger

Reinhard Wolf

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022

der BayWa AG

Konzernbilanz

Aktiva

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In Mio. Euro Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte      
Immaterielle Vermögenswerte C.1 459,3 434,5
Sachanlagen C.2 3.058,1 2.552,6
At-Equity-bilanzierte Anteile C.3 278,7 242,6
Übrige Finanzanlagen C.3 229,0 254,9
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien C.4 42,1 37,7
Ertragsteuerforderungen C.5 4,7 0,5
Vermögenswerte aus Derivaten C.9 97,9 73,6
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte C.6 51,7 36,3
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte C.6 7,5 19,0
Latente Steueransprüche D.8 161,9 119,6
    4.390,9 3.771,3
Kurzfristige Vermögenswerte      
Wertpapiere C.3 0,9 1,1
Vorräte C.7 4.756,8 4.213,0
Biologische Vermögenswerte C.8 16,5 15,2
Ertragsteuerforderungen C.5 63,3 36,0
Vermögenswerte aus Derivaten C.9 611,2 1.049,1
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte C.6 2.341,1 1.859,7
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte C.6 557,5 405,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   221,8 399,1
    8.569,1 7.978,7
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen C.10 16,4 21,4
Summe Aktiva   12.976,4 11.771,4

Passiva

     
In Mio. Euro Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital C.11    
Ausgegebenes Kapital   91,8 91,2
Kapitalrücklage   138,2 129,5
Hybridkapital   - 296,3
Gewinnrücklagen   735,9 485,1
Sonstige Rücklagen   33,8 12,3
Eigenkapital vor Anteilen anderer Gesellschafter   999,7 1.014,4
Anteile anderer Gesellschafter   909,3 801,7
    1.909,0 1.816,1
Langfristige Schulden      
Pensionsrückstellungen C.12 519,8 704,8
Langfristige übrige Rückstellungen C.13 86,9 73,5
Finanzschulden C.14 3.560,1 2.717,3
Leasingverbindlichkeiten C.15 926,3 861,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen C.16 4,6 5,0
Ertragsteuerverbindlichkeiten C.17 - 0,5
Verbindlichkeiten aus Derivaten C.18 107,4 50,2
Übrige Verbindlichkeiten C.19 87,1 85,6
Latente Steuerschulden D.8 204,9 133,1
    5.497,1 4.631,4
Kurzfristige Schulden      
Pensionsrückstellungen C.12 32,4 30,7
Kurzfristige übrige Rückstellungen C.13 514,6 418,2
Finanzschulden C.14 1.718,7 1.467,3
Leasingverbindlichkeiten C.15 75,6 76,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen C.16 1.835,7 1.356,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten C.17 98,7 35,7
Verbindlichkeiten aus Derivaten C.18 364,2 1.152,3
Übrige Verbindlichkeiten C.19 930,4 776,4
    5.570,3 5.313,8
Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen   - 10,1
Summe Passiva   12.976,4 11.771,4

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Fortgeführte Geschäftsbereiche

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In Mio. Euro Anhang 2022 2021
Umsatzerlöse D.1 27.061,8 19.839,1
Bestandsveränderung   370,4 928,8
Andere aktivierte Eigenleistungen   33,2 16,3
Sonstige betriebliche Erträge D.2 492,9 404,2
Materialaufwand D.3 - 24.581,2 - 18.457,1
Rohergebnis   3.377,1 2.731,3
Personalaufwand D.4 - 1.509,5 - 1.320,5
Abschreibungen   - 354,7 - 286,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen D.5 - 1.072,0 - 855,0
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit   440,8 269,6
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen D.6 14,2 - 10,3
Übriges Beteiligungsergebnis D.6 49,1 7,3
Zinsertrag D.7 17,6 15,7
Zinsaufwand D.7 - 202,1 - 121,7
Finanzergebnis   - 121,2 - 109,0
Ergebnis vor Steuern (EBT)   319,6 160,6
Ertragsteuern D.8 - 80,1 - 31,8
Konzernjahresüberschuss   239,5 128,8
davon: Gewinnanteil der Minderheitsgesellschafter D.9 71,4 58,2
davon: Gewinnanteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens   168,1 70,7
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in Euro) D.10 4,36 1,63
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in Euro) D.10 4,36 1,63

Überleitung zum Konzern-Gesamtergebnis

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In Mio. Euro 2022 2021
Konzernjahresüberschuss 239,5 128,8
Sonstige Ergebnisse aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen, die nicht nachträglich in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 0,0 0,1
Umgliederungen von im OCI erfassten Bewertungseffekten in die Gewinnrücklagen (ohne Recycling) - 0,0 0,0
Nettogewinn/​-verlust aus der Neubewertung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" (sog. OCI-Option) (ohne Recycling) - 32,5 25,0
Versicherungsmathematischer Gewinn/​Verlust aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen 116,4 26,0
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 83,9 51,0
Sonstige Ergebnisse aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen - -
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund des Abgangs von at-Equity-bilanzierten Beteiligungen - -
Währungsumrechnungsdifferenzen - 2,7 11,0
Umgliederungen von Währungsumrechnungsdifferenzen in die Gewinn- und Verlustrechnung 3,5 - 0,2
Cashflow Hedges 138,8 - 40,4
Umgliederungen von Nettogewinnen/​-verlusten aus Cashflow Hedges in die Gewinn- und Verlustrechnung 1,6 - 2,1
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 141,1 - 31,7
Gesamtsumme der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen 225,0 19,3
davon: Anteil der Minderheitsgesellschafter 49,1 - 4,4
davon: Anteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens 175,9 23,7
Konzern-Gesamtergebnis 464,5 148,1
davon: Anteil der Minderheitsgesellschafter 120,5 53,8
davon: Anteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens 344,0 94,3

Konzern-Kapitalflussrechnung

Anhang E.1

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In Mio. Euro 2022 2021
Konzernjahresüberschuss 239,5 128,8
Ertragsteuern 80,1 31,8
Finanzergebnis 133,1 105,8
Abschreibungen/​Zuschreibungen von langfristigen Vermögenswerten    
Immaterielle Vermögenswerte 61,6 67,6
Sachanlagen 292,3 217,8
Übrige Finanzanlagen 0,2 0,8
Finanzimmobilien 0,8 0,8
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/​Erträge    
Erfolgswirksam erfasster Aufwand in Bezug auf aktienbasierte Vergütung 3,7 3,3
Übrige 2,7 - 0,2
Zunahme/​Abnahme der langfristigen Rückstellungen - 29,7 - 22,8
Zahlungswirksame Aufwendungen/​Erträge aus Sondereinflüssen    
Gewinne/​Verluste aus Verkäufen von Finanzanlagen 0,0 0,0
Gezahlte Ertragsteuern - 89,2 - 42,7
Sonstiges Finanzergebnis 0,6 -
Cash Earnings 695,6 491,0
Zunahme/​Abnahme der kurz- und mittelfristigen Rückstellungen 125,6 112,3
Gewinne/​Verluste aus Anlageabgängen 4,0 - 30,7
Zunahme/​Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind - 1.086,2 - 2.198,1
Zunahme/​Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind - 76,2 1.042,0
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - 337,2 - 583,6
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe (siehe Abschnitt B.1 des Konzernanhangs) - 91,1 - 70,8
Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 61,5 0,5
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzimmobilien 106,0 108,6
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzimmobilien - 379,1 - 239,0
Einzahlungen aus Abgängen von übrigen Finanzanlagen 3,1 3,1
Auszahlungen für Investitionen in übrige Finanzanlagen - 19,7 - 21,7
Einzahlungen aus Leasingforderungen 6,6 6,4
Erhaltene Zinsen 13,9 12,0
Erhaltene Dividenden und sonstige übernommene Ergebnisse 5,5 3,7
davon: Dividenden aus at-Equity-bilanzierten Anteilen an Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen 5,1 3,7
davon: Sonstige Beteiligungserträge 0,4 -
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 293,2 - 197,2
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen 26,1 592,9
Auszahlungen an (Minderheits-)Eigentümer von Tochtergesellschaften - 42,5 -
Gezahlte Dividenden - 82,4 - 67,6
Auszahlungen zur Rückführung des Hybridkapitals - 300,0 -
Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 1.643,5 868,5
Auszahlungen für die Tilgung von (Finanz-)Krediten - 516,8 - 202,1
Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten - 87,9 - 65,6
Gezahlte Zinsen - 188,6 - 117,1
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 451,5 1.009,0
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds - 178,9 228,2
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 399,1 168,4
Zugang/​Abgang von Finanzmitteln infolge von Konsolidierungskreis- und Wechselkursveränderungen 1,6 2,5
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 221,8 399,1
Zusammensetzung der im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthaltenen Auszahlungen für Unternehmenserwerbe    
Kaufpreise für Unternehmenserwerbe -117,6 - 82,6
Im Geschäftsjahr zur Auszahlung gelangte Kaufpreise (inkl. bedingter Kaufpreisbestandteile aus Unternehmenserwerben aus Vorjahren) - 95,0 - 72,5
Übernommene Finanzmittelfonds aus Unternehmenserwerben 3,9 1,7
Netto-Cashflow aus Unternehmenserwerben - 91,1 - 70,8

Hinsichtlich der nach Hauptgruppen gegliederten Vermögenswerte und Schulden der Tochterunternehmen bzw. Geschäftseinheiten, über welche die Beherrschung erlangt oder verloren wurde, wird auf Abschnitt B.2 des Konzernanhangs verwiesen. Da einer der primären Geschäftszwecke im Segment Regenerative Energien darin besteht, Projektgesellschaften nach erfolgter Projektfertigstellung zu veräußern, werden Auszahlungen für Zugänge und Einzahlungen aus Abgängen von Projektgesellschaften zum bzw. aus dem Konsolidierungskreis nicht dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit, sondern dem Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Anhang C.11

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In Mio. Euro Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage Hybridkapital Bewertungsrücklage
Stand 01.01.2021 90,6 121,7 296,3 17,9
Unterschiede aus Konsolidierungskreisveränderungen und sonstige Effekte - - - - 3,1
Kapitalerhöhung - - - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlage/​aktienbasierte Vergütung 0,6 7,8 - -
Veränderung bei den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (Fair-Value-OCI Option) und Ergebnissen aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - - - 12,2
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen - - - -
Dividendenausschüttungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenz - - - -
Cashflow Hedges - - - - 24,3
Dividende Hybridkapital - - - -
Einstellung/​Entnahme Gewinnrücklagen - - - -
Konzernjahresüberschuss - - - -
Stand 31.12.2021 91,2 129,5 296,3 2,7
Stand 01.01.2022 91,2 129,5 296,3 2,7
Unterschiede aus Konsolidierungskreisveränderungen und sonstige Effekte - - - 0,0
Kapitalerhöhung - - - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlage/​aktienbasierte Vergütung 0,6 8,6 - -
Rückzahlung Hybridkapital - - - 296,3 -
Veränderung bei den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (Fair-Value-OCI Option) und Ergebnissen aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - - - - 16,1
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen - - - -
Dividendenausschüttungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenz - - - -
Cashflow Hedges - - - 77,1
Dividende Hybridkapital - - - -
Einstellung/​Entnahme Gewinnrücklagen - - - -
Konzernjahresüberschuss - - - -
Stand 31.12.2022 91,8 138,2 - 63,7
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In Mio. Euro Übrige Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen
Stand 01.01.2021 252,5 49,8
Unterschiede aus Konsolidierungskreisveränderungen und sonstige Effekte - 153,8 17,5
Kapitalerhöhung 270,3 -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlage/​aktienbasierte Vergütung - -
Veränderung bei den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (Fair-Value-OCI Option) und Ergebnissen aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0,0 -
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen 25,2 -
Dividendenausschüttungen - - 35,3
Währungsumrechnungsdifferenz - 10,5
Cashflow Hedges - -
Dividende Hybridkapital - - 12,8
Einstellung/​Entnahme Gewinnrücklagen 88,0 - 88,0
Konzernjahresüberschuss - 70,7
Stand 31.12.2021 482,4 12,3
Stand 01.01.2022 482,4 12,3
Unterschiede aus Konsolidierungskreisveränderungen und sonstige Effekte - 36,2 14,5
Kapitalerhöhung - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlage/​aktienbasierte Vergütung - -
Rückzahlung Hybridkapital - -
Veränderung bei den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (Fair-Value-OCI Option) und Ergebnissen aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0,0 -
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen 112,9 -
Dividendenausschüttungen - - 37,2
Währungsumrechnungsdifferenz - 2,0
Cashflow Hedges - -
Dividende Hybridkapital - - 12,8
Einstellung/​Entnahme Gewinnrücklagen 113,1 - 113,1
Konzernjahresüberschuss - 168,1
Stand 31.12.2022 672,2 33,8
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In Mio. Euro Eigenkapital vor Anteilen anderer Gesellschafter Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital
Stand 01.01.2021 828,8 324,8 1.153,6
Unterschiede aus Konsolidierungskreisveränderungen und sonstige Effekte - 139,4 183,0 43,6
Kapitalerhöhung 270,3 259,7 530,0
Kapitalerhöhung gegen Bareinlage/​aktienbasierte Vergütung 8,4 - 8,4
Veränderung bei den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (Fair-Value-OCI Option) und Ergebnissen aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 12,3 12,8 25,1
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen 25,2 0,7 26,0
Dividendenausschüttungen - 35,3 - 19,6 - 54,8
Währungsumrechnungsdifferenz 10,5 0,3 10,8
Cashflow Hedges - 24,3 - 18,2 - 42,5
Dividende Hybridkapital - 12,8 - - 12,8
Einstellung/​Entnahme Gewinnrücklagen 0,0 0,0 0,0
Konzernjahresüberschuss 70,7 58,2 128,8
Stand 31.12.2021 1.014,4 801,7 1.816,1
Stand 01.01.2022 1.014,4 801,7 1.816,1
Unterschiede aus Konsolidierungskreisveränderungen und sonstige Effekte - 21,8 2,0 - 19,8
Kapitalerhöhung - - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlage/​aktienbasierte Vergütung 9,2 17,6 26,8
Rückzahlung Hybridkapital - 296,3 - - 296,3
Veränderung bei den erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (Fair-Value-OCI Option) und Ergebnissen aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 16,1 - 16,4 - 32,5
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen 112,9 3,5 116,4
Dividendenausschüttungen - 37,2 - 32,5 - 69,6
Währungsumrechnungsdifferenz 2,0 - 1,3 0,7
Cashflow Hedges 77,1 63,3 140,4
Dividende Hybridkapital - 12,8 - - 12,8
Einstellung/​Entnahme Gewinnrücklagen 0,0 0,0 0,0
Konzernjahresüberschuss 168,1 71,4 239,5
Stand 31.12.2022 999,7 909,3 1.909,0

Konzernanhang1

A Grundlagen des BayWa-Konzernabschlusses

A.1 Allgemeine Angaben

Die BayWa Aktiengesellschaft (kurz: BayWa AG) ist die Muttergesellschaft des in Deutschland ansässigen BayWa-Konzerns und eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Sie hat ihren Sitz in München (Arabellastraße 4, 81925 München, Deutschland). Die BayWa AG ist in das Handelsregister des Amtsgerichts München (HRB 4921) eingetragen. Die Geschäftstätigkeit des BayWa-Konzerns, gegliedert in die operativen Segmente Regenerative Energien, Energie, Cefetra Group, Agrar, Technik, Global Produce und Bau sowie das Segment Innovation & Digitalisierung, umfasst den Groß- und Einzelhandel und die Logistik sowie umfangreiche ergänzende Beratungs- und Dienstleistungen.

1 Betragsangaben erfolgen in Millionen Euro und werden - sofern nicht anderslautend vermerkt - auf eine Nachkommastelle gerundet. Dadurch können sich geringfügige Abweichungen bei Summenbildungen sowie bei der Berechnung von Prozentangaben ergeben.

Gegenüber den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 haben sich keine wesentlichen Änderungen ergeben.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die am Abschlussstichtag anzuwendenden Standards des International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie die gültigen Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) wurden vollständig berücksichtigt. Der Konzernabschluss vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa-Konzerns und wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.

Der Konzernabschluss entspricht zudem den ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB.

Das Geschäftsjahr des BayWa-Konzerns umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Die Abschlüsse der BayWa AG und deren Konzernunternehmen werden grundsätzlich auf den Stichtag des Konzernabschlusses erstellt. Eine Ausnahme bilden die Abschlüsse der Deutschen Raiffeisen-Warenzentrale GmbH, Frankfurt am Main, der BRB Holding GmbH, München, der LWM Austria GmbH, Hollabrunn, Österreich, der AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich, der Baltanás Cereales y Abonos, S.L., Baltanás, Spanien, sowie der Transhispania Agraria, S.L., Torquemada, Spanien, die jeweils nach der Equity-Methode bilanziert werden. Sämtliche genannten Unternehmen haben mit dem 31. Januar, 28. Februar, 31. März, 30. Juni, 31. Juli oder 30. September einen abweichenden Bilanzstichtag, der dem jeweiligen saisonalen Geschäftsverlauf der Gesellschaften geschuldet ist. Für sämtliche Unternehmen bilden Zwischenabschlüsse zum 30. November bzw. 31. Dezember die Konsolidierungsgrundlage.

Die Rechnungslegung im Konzern der BayWa AG erfolgt nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; diese sind in Abschnitt A.3 dargestellt. In der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung werden einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit zusammengefasst. Sie werden im Konzernanhang aufgegliedert und erläutert. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Die Angaben erfolgen, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Mio. Euro; gerundet auf eine Nachkommastelle). Die Offenlegung des Konzernabschlusses erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger.

A.2 Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards und weiteren regulatorischen Vorgaben

Im Geschäftsjahr 2022 erstmals angewendete, neue und geänderte Standards

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 wurden im BayWa-Konzern die folgenden vom IASB überarbeiteten bzw. neu herausgegebenen Standards erstmalig angewendet:

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Erlöse vor beabsichtigter Nutzung - Änderungen an IAS 16;

Belastende Verträge: Kosten der Vertragserfüllung - Änderungen an IAS 37;

Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018-2020) - Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41;

Verweis auf das Rahmenkonzept - Änderungen an IFRS 3.

Diese Änderungen hatten keine Auswirkung auf in Vorjahren erfasste Beträge und es wird davon ausgegangen, dass sie keinen wesentlichen Einfluss auf die laufende oder auf künftige Berichtsperioden haben werden.

Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards und Interpretationen

Verschiedene neue Rechnungslegungsstandards, Standardänderungen und Interpretationen wurden veröffentlicht, sind jedoch für Berichtsperioden, die am 31. Dezember 2022 enden, nicht verpflichtend und wurden vom BayWa-Konzern nicht vorzeitig angewendet. Erste Analysen haben ergeben, dass für den BayWa-Konzern aus diesen neuen Regelungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die laufende oder auf künftige Berichtsperioden sowie auf absehbare künftige Transaktionen zu erwarten sind. Es werden jedoch weitere und vertiefte Analysen im Geschäftsjahr 2023 vorgenommen, um die konkreten Auswirkungen zu eruieren.

Erwartete Auswirkungen der geplanten Mindestbesteuerung gemäß OECD-Abkommen (Pillar II)

Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD Musterregeln für einen neuen globalen Rahmen für die effektive Mindestbesteuerung, um sicherzustellen, dass die Gewinne multinationaler Konzerne mit einem Gesamtjahresumsatz von mindestens 750 Mio. Euro mit einem Mindestsatz von 15 Prozent pro Land besteuert werden. Die Europäische Union hat sich im Dezember 2022 einstimmig auf die Umsetzung dieses Rahmens in Form einer Richtlinie geeinigt, der auch für rein inländische Unternehmen mit einem gewissen Mindestumsatz gelten soll. Die EU-Richtlinie muss bis zum 31. Dezember 2023 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt werden, damit sie für Wirtschaftsjahre, die nach diesem Stichtag beginnen, gilt. Einige Länder haben bereits Gesetzesentwürfe zu dem Rahmenwerk veröffentlicht, die deutsche Gesetzgebung ist jedoch noch nicht ausgearbeitet oder in Kraft getreten.

Für den BayWa-Konzern soll der neue Rechtsrahmen ab dem Geschäftsjahr 2024 gelten. Derzeit werden die möglichen künftigen Auswirkungen der Vorschriften auf den BayWa-Konzern einschließlich der Auswirkungen auf die laufenden Steuern und die Steuerzahlungen analysiert.

A.3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts planmäßig linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer (in der Regel drei bis fünf Jahre) abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung der Vermögenswerte ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen verbunden ist und die Kosten der Vermögenswerte zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten mit angemessenen Teilen der Gemeinkosten angesetzt und über ihre Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Ermittlung von außerplanmäßigen Abschreibungen erfolgt unter Berücksichtigung von IAS 36. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt auf Basis des Nutzungswerts.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit werden die Restbuchwerte der den einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash-Generating Unit) zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte mit ihren Nutzungswerten verglichen. Als Cash-Generating Unit sind grundsätzlich die rechtlich selbstständigen Unternehmenseinheiten definiert, die sich in der Regel unmittelbar den Berichtssegmenten im BayWa-Konzern zuordnen lassen. Im Falle der Verschmelzung rechtlich selbstständiger Unternehmenseinheiten wird die jeweilige Betriebseinheit oder das jeweils geografisch abgegrenzte Segment der aufnehmenden Unternehmenseinheit als Cash-Generating Unit angesehen. Teilweise werden auch Gruppen von rechtlich selbstständigen Unternehmenseinheiten, die zusammen erworben wurden und eine Einheit bilden, als zahlungsmittelgenerierende Einheit herangezogen. In der BayWa r.e.-Gruppe erfolgen die Werthaltigkeitstests auf Ebene der Geschäftseinheiten ("Business Entities") als zahlungsmittelgenerierende Einheiten.

Bei der Ermittlung der Nutzungswerte wird der Barwert der künftigen Zahlungen, der aufgrund der fortlaufenden Nutzung der Cash-Generating Unit erwartet wird, zugrunde gelegt. Die Prognose der Zahlungen stützt sich dabei regelmäßig auf die vom Management erstellten aktuellen Planungen auf einer 3-Jahres-Ebene sowie auf weitere Prämissen, die sich jeweils am aktuellen Kenntnisstand, an Marktprognosen sowie Erfahrungen aus der Vergangenheit orientieren.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Sofern erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen. Besteht eine Verpflichtung, einen Vermögenswert des Anlagevermögens zum Ende der Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, erhöhen die geschätzten Kosten hierfür die Anschaffungskosten des Vermögenswerts. Das Sachanlagevermögen wird entsprechend dem Nutzungsverlauf linear abgeschrieben. In Ausnahmefällen werden leistungsabhängige Abschreibungen vorgenommen, wenn dadurch der erwartete Verlauf des Verbrauchs des künftigen wirtschaftlichen Nutzens zutreffender dargestellt wird. Den planmäßigen Abschreibungen liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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In Jahren
Betriebs- und Geschäftsgebäude 25 - 33
Wohngebäude 50
Grundstückseinrichtungen 10 - 20
Technische Anlagen und Maschinen 4 - 30
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 15

Die Ermittlung von außerplanmäßigen Abschreibungen erfolgt unter Berücksichtigung von IAS 36. Zur Ermittlung eines Abschreibungsbedarfs werden Buchwerte der Grundstücke und Gebäude sowie der technischen Anlagen mit deren erzielbarem Betrag verglichen. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt auf Basis des Nutzungswerts.

Fremdkapitalkosten werden im BayWa-Konzern zum Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst, sofern sie nach IAS 23 nicht direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können und deshalb zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts zählen. Die planmäßigen Abschreibungen auf die aktivierten Fremdkapitalkosten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den Abschreibungen ausgewiesen.

At-Equity-bilanzierte Anteile, übrige Finanzanlagen und Wertpapiere

In den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital zuzüglich eventueller Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Anschaffungsvorgang bilanziert.

Die übrigen Finanzanlagen des BayWa-Konzerns setzen sich aus Anteilen an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, Anteilen an übrigen Beteiligungsunternehmen, Geschäftsguthaben bei Genossenschaften, Ausleihungen und aus Wertpapieren zusammen. Diese finanziellen Vermögenswerte werden gemäß den Bewertungskategorien von IFRS 9 zu Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit und ohne "Recycling" oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei für die Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Anteilen an übrigen Beteiligungsunternehmen IFRS 9 analog angewendet wird. Die Anteile an übrigen Beteiligungsunternehmen stellen assoziierte Unternehmen dar, die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden.

Der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" sind am Bilanzstichtag Wertpapiere und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften zugeordnet. Der Zeitwert entspricht dabei grundsätzlich dem Markt- oder Börsenwert (Level 1 der Fair-Value-Hierarchie). Die Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und den Beteiligungen an übrigen Unternehmen, die analog IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, stellen die Anschaffungskosten den besten Schätzer für den beizulegenden Zeitwert dar, sofern diese Unternehmen nicht an einem Wertpapiermarkt notiert sind oder sich die Ertragslage des Beteiligungsunternehmens gemessen am Plan nicht wesentlich geändert hat. Das in IFRS 9 enthaltene Wahlrecht, Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wird nur für wenige Finanzanlagen des BayWa-Konzerns in Anspruch genommen. Hierbei wird die Bewertungsstetigkeit eingehalten.

In der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" sind Ausleihungen an verbundene und beteiligte Unternehmen sowie sonstige Ausleihungen zugeordnet. Diese werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Auf die Bildung einer Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste wird aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten verzichtet.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Immobilien werden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien gemäß IAS 40 klassifiziert, wenn sie fremdvermietet sind, es sich um freie Grundstücke und Freiflächen handelt, die nicht konkret zur Bebauung bzw. Nutzung vorgesehen sind, und bei gemischt genutzten Objekten, wenn die Eigennutzung von geringer Bedeutung ist.

Entsprechend dem Wahlrecht in IAS 40 werden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ausschließlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Sie werden mit den unter den Sachanlagen angegebenen Nutzungsdauern planmäßig abgeschrieben. Die Ermittlung von außerplanmäßigen Abschreibungen erfolgt unter Berücksichtigung von IAS 36. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt auf Basis des Nutzungswerts.

Finanzinstrumente

Ansatz, Bewertung und Klassifizierung

Ein Finanzinstrument nach IAS 32 ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, für die Folgebewertung werden die Finanzinstrumente den Bewertungskategorien nach IFRS 9 zugeordnet und entsprechend behandelt. Finanzielle Vermögenswerte stellen im BayWa-Konzern insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Finanzinvestitionen und die positiven beizulegenden Zeitwerte aus Währungs- und Zinssicherungsgeschäften dar. Daneben werden die positiven beizulegenden Zeitwerte derjenigen Warentermingeschäfte als finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IFRS 9 erfasst, die ausschließlich als Handelsinstrumente und nicht zur weiteren Verwendung im Konzern vorgesehen sind. In den Bereichen Dünger und Hopfen wird die sogenannte Own Use Exemption angewendet. Daher werden die aus jenen Geschäften resultierenden finanziellen Vermögenswerte nicht bilanziert, solange keine Verluste aus diesen Geschäften drohen und entsprechende Rückstellungen zu bilden sind. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Im BayWa-Konzern sind dies insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte mit negativem beizulegenden Zeitwert. Weiterhin werden die negativen beizulegenden Zeitwerte derjenigen Warentermingeschäfte als finanzielle Verbindlichkeiten im Sinne von IFRS 9 erfasst, die ausschließlich als Handelsinstrumente und nicht zur weiteren Verwendung im Konzern vorgesehen sind.

Gemäß IFRS 9 betreffen die finanziellen Vermögenswerte folgende Kategorien:

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Zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC): Besteht die Zielsetzung eines finanziellen Vermögenswerts darin, diesen zu halten, um die vertraglichen Zahlungsströme, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, zu einem festgelegten Zeitpunkt zu vereinnahmen, ist dieser finanzielle Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. In diese Kategorie fallen zum einen Ausleihungen an verbundene Unternehmen, Ausleihungen an Beteiligungen sowie sonstige Ausleihungen. Zum anderen sind in dieser Kategorie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegenüber verbundenen bzw. beteiligten Unternehmen sowie sonstige Vermögensgegenstände enthalten. Sie haben im BayWa-Konzern überwiegend kurze Restlaufzeiten.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVTOCI): Besteht die Zielsetzung eines finanziellen Vermögenswerts darin, diesen zu halten oder zu verkaufen, und gleichzeitig die vertraglichen Zahlungsströme, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, zu einem festgelegten Zeitpunkt zu vereinnahmen, wird dieser erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet. Darüber hinaus fallen in diese Kategorie alle Eigenkapitalinstrumente, für die die Fair-Value-OCI-Option ausgeübt wurde. Wird die Fair-Value-OCI-Option für ein Eigenkapitalinstrument gewählt, können die im OCI erfassten Bewertungsänderungen nicht mehr erfolgswirksam erfasst werden (ohne sogenanntes Recycling). Für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente sind die im OCI enthaltenen Bewertungsänderungen im Falle des Abgangs erfolgswirksam zu erfassen (mit Recycling).

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL): Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet wird, ist erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. In diese Kategorie fallen vor allem nicht konsolidierte Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Wertpapiere. Grundlage der Bewertung ist der Markt- bzw. Börsenwert. Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung sind erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zudem werden in dieser Kategorie die positiven beizulegenden Zeitwerte derjenigen Warentermingeschäfte ausgewiesen, die ausschließlich als Handelsinstrument vorgesehen sind, sowie auch Währungs- und Zinsderivate, die nicht Bestandteil des Hedge Accounting sind.

Finanzielle Vermögenswerte werden zum Erfüllungstag bilanziell abgebildet.

Die finanziellen Verbindlichkeiten erstrecken sich auf folgende Kategorien:

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Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FLAC): Diese finanziellen Verbindlichkeiten werden nach ihrer erstmaligen Erfassung zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt mittels der Effektivzinsmethode. Dabei werden die künftigen Auszahlungen mit dem Effektivzinssatz auf den Buchwert der finanziellen Verbindlichkeit abgezinst. Gewinne und Verluste sind direkt im Konzernergebnis erfasst.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVTPL): In dieser Kategorie sind derivative Finanzinstrumente auszuweisen, die nicht Bestandteil des Hedge Accounting sind und deren Marktwert aus der Folgebewertung zu einem negativen beizulegenden Zeitwert geführt hat. Die Marktwertveränderungen sind erfolgswirksam über das Konzernergebnis erfasst. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. In dieser Kategorie werden überwiegend die negativen beizulegenden Zeitwerte derjenigen Warentermingeschäfte ausgewiesen, die ausschließlich als Handelsinstrument vorgesehen sind, sowie auch Währungs- und Zinsderivate, die nicht Bestandteil des Hedge Accounting sind.

Die Option, bestimmte Finanzinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (FVTPL-Option), findet im BayWa-Konzern weder für finanzielle Vermögenswerte noch für finanzielle Verbindlichkeiten Anwendung.

Aus der Reform der Referenzzinssätze (Phase 1 und 2) ergaben sich keine wesentlichen Effekte.

Zur Absicherung, insbesondere der aus der operativen Tätigkeit resultierenden Zins- und Währungsrisiken, werden im BayWa-Konzern derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Zur Anwendung gelangen vor allem Zinsswaps und Futures sowie Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente werden bei ihrer erstmaligen Erfassung und an jedem folgenden Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem positiven oder negativen Marktwert.

Der BayWa-Konzern wickelt seine geschäftlichen Aktivitäten in überwiegendem Umfang im Euro-Raum ab. Über einbezogene Konzerngesellschaften werden jedoch auch Geschäftsaktivitäten in fremden Währungen abgewickelt. Die Geschäftsaktivitäten der einbezogenen neuseeländischen Gesellschaften werden aufgrund der Exportaktivitäten neben dem neuseeländischen Dollar überwiegend in US-Dollar, Euro, britischen Pfund und japanischen Yen getätigt. Die Geschäftsaktivitäten der einbezogenen amerikanischen Gesellschaften sowie von Gesellschaften im britischen Währungsraum beziehen sich fast ausschließlich auf deren jeweiligen Währungsraum. Ebenso werden auch die Geschäftsaktivitäten der einbezogenen ungarischen Gesellschaften fast ausnahmslos im ungarischen Währungsraum getätigt. Geschäfte in ausländischer Währung werden im BayWa-Konzern darüber hinaus vereinzelt im Agrarhandel abgeschlossen. Erfolgen Fremdwährungstermingeschäfte, so werden diese durch ein entsprechendes Devisentermingeschäft gesichert. Für diejenigen Devisentermingeschäfte, für die ein eindeutiger Sicherungszusammenhang zu einem identifizierbaren Grundgeschäft besteht, liegt ein Sicherungsgeschäft im Sinne von IFRS 9 vor. In Fällen, in denen ein Sicherungsgeschäft vorliegt und dieses entsprechend designiert wird, werden die Veränderungen der Marktbewertung der derivativen Finanzinstrumente ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Für diejenigen derivativen Finanzinstrumente, für die kein eindeutiger Sicherungszusammenhang zu einem identifizierbaren Grundgeschäft besteht, liegt kein Sicherungsgeschäft im Sinne von IFRS 9 vor. Dadurch sind die Devisentermingeschäfte jeweils getrennt von den Grundgeschäften zu Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen ermittelt. Die Sicherungsgeschäfte beziehen sich im Regelfall auf Fremdwährungstermingeschäfte des Folgejahres. Zur Absicherung der Währungsrisiken bestanden zum 31. Dezember 2022 Devisentermingeschäfte insbesondere in US-Dollar, britischen Pfund, australischen Dollar, polnischen Złoty, Schweizer Franken sowie japanischen Yen.

Im Rahmen des Finanzmanagements tätigt der Konzern in erster Linie die Aufnahme kurzfristiger Termingelder auf dem Geldmarkt. Die Mittelbeschaffung erfolgt außerhalb des Euro-Raums jeweils im Währungsraum der operierenden Einheit. Dadurch ist der BayWa-Konzern in erster Linie einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Diesem Risiko begegnet der Konzern durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente, im Wesentlichen durch den Abschluss von Zinsswaps und Futures. Die volumenmäßige Sicherung umfasst dabei stets nur einen Sockelbetrag der aufgenommenen Fremdmittel. Für diejenigen derivativen Finanzinstrumente, für die ein eindeutiger Sicherungszusammenhang zu einem identifizierbaren Grundgeschäft besteht, liegt ein Sicherungsgeschäft im Sinne von IFRS 9 vor. In Fällen, in denen ein Sicherungsgeschäft vorliegt und dieses entsprechend designiert wird, werden die effektiven Veränderungen der Marktbewertung der derivativen Finanzinstrumente ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Ineffektive Veränderungen der Marktbewertung der derivativen Finanzinstrumente werden - sofern vorhanden - erfolgswirksam erfasst. Für diejenigen derivativen Finanzinstrumente, für die kein eindeutiger Sicherungszusammenhang zu einem identifizierbaren Grundgeschäft besteht, liegt kein Sicherungsgeschäft im Sinne von IFRS 9 vor. Dadurch sind die Zinsderivate jeweils getrennt von den Grundgeschäften zu Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet. Die Marktwerte werden jeweils anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen ermittelt. Die Zinssicherungsgeschäfte betreffen sowohl lang- als auch kurzfristige Finanzierungen.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte sind - sofern sie Finanzinstrumente darstellen und damit in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen - der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zuzuordnen und werden dementsprechend bilanziert. Grundsätzlich sind Forderungen zum Nennbetrag zu bilanzieren. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden abgezinst, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.

Wertminderungen

Für Risiken, die insbesondere auf die Zahlungsfähigkeit der jeweiligen Vertragspartei abstellen, ist gemäß IFRS 9 für alle als Schuldinstrumente eingestufte Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eine Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste zu bilden.

Nach dem allgemeinen Modell ist grundsätzlich für alle als Schuldinstrumente eingestufte Finanzinstrumente bei Zugang eine Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste, die aus einem Ausfall innerhalb der nächsten 12 Monate resultieren, zu bilden (Stufe 1). Sofern sich das Ausfallrisiko im Zeitablauf signifikant erhöht (z. B. eine Überfälligkeit von 30 Tagen), ist der Betrachtungszeitraum auf die Restlaufzeit des Finanzinstruments zu erweitern, sodass die Risikovorsorge dann die Erwartungen über die Zahlungsausfälle innerhalb der Restlaufzeit widerspiegelt (Stufe 2). Liegen schließlich objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor - wie etwa die Insolvenz des Schuldners -, ist eine entsprechende Wertberichtigung zu erfassen (Stufe 3).

Neben einem allgemeinen Modell zur Ermittlung der Risikovorsorge sieht IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte ohne signifikante Finanzierungskomponente ein vereinfachtes Verfahren vor, nach dem die Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste bereits bei Zugang über die Restlaufzeit zu ermitteln ist (Stufe 2). Die in Stufe 3 vorzunehmende Wertberichtigung infolge objektiver Hinweise auf eine Wertminderung gilt nach dem vereinfachten Verfahren gleichermaßen. Für Leasingforderungen sowie für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für Vertragsvermögenswerte mit signifikanter Finanzierungskomponente hingegen besteht ein Wahlrecht zwischen dem allgemeinen Modell und dem vereinfachten Verfahren.

Umfangreiche Analysen haben wie bereits im Vorjahr ergeben, dass die Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste der Stufen 1 und 2 im BayWa-Konzern im Rahmen der Anwendung von IFRS 9 bei nahezu allen finanziellen Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung ist. Daher wurde bei den langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Vermögenswerten, die in den Anwendungsbereich des allgemeinen Modells fallen, aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten auf eine Bilanzierung einer Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste der Stufen 1 und 2 verzichtet. Daneben spielt die Risikovorsorge auch im vereinfachten Verfahren bei den kurzfristigen Forderungen gegenüber verbundenen und Beteiligungsunternehmen sowie bei den in den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Vermögenswerten - ebenso wie bei den Vertragsvermögenswerten und Leasingforderungen - allein und in Summe betrachtet eine nur untergeordnete Rolle, sodass auch hier keine gesonderte Vorsorge in der Stufe 2 bilanziell erfasst wurde. Liegen bei den genannten Positionen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor, so wird im Einzelfall eine Risikovorsorge der Stufe 3 gebildet.

Bei den kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine gesonderte Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste (Stufe 2) gemäß IFRS 9 nach dem vereinfachten Verfahren im Rahmen einer Wertminderungsmatrix, unterteilt nach Überfälligkeit der Forderungen, ermittelt und bilanziert. Maßgeblichen Einfluss auf den Wert der Risikovorsorge haben die Parameter errechnete Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis historischer Ausfälle, ergänzt um eine Einschätzung über die zukünftige Entwicklung der Ausfallwahrscheinlichkeit seitens des Managements, sowie der zugrunde liegende Forderungsbestand. Die auf historischen Ausfällen basierenden Ausfallwahrscheinlichkeiten werden darüber hinaus mit einem prozentualen Wert adjustiert, der die tatsächliche Höhe des Forderungsausfalls im Falle der Uneinbringlichkeit widerspiegelt. Dieser Wert wurde konzernweit - wie auch im Vorjahr - auf 60 Prozent festgesetzt. Eine Adjustierung der Ausfallwahrscheinlichkeit aufgrund der makroökonomischen Entwicklungen war im Geschäftsjahr 2022 in einem ebenso nur unwesentlichen Umfang notwendig wie im Vorjahr eine entsprechende Adjustierung aufgrund der Corona-Pandemie (siehe auch C.6 Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte).

Derivate und Sicherungsbeziehungen

Im BayWa-Konzern kommen derivative Finanzinstrumente zum Einsatz, die zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken sowie zur Absicherung von Warenkontrakten gehalten werden. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Um Ergebnisschwankungen aus Marktwertänderungen zu vermeiden, wird - soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll - Hedge Accounting angewendet. Nach Art des Grundgeschäfts und des zu sichernden Risikos werden im Konzern Cashflow Hedges und Fair Value Hedges designiert. Die Sicherungsbeziehungen werden nach den Vorschriften von IFRS 9 bilanziert.

Beim Cashflow Hedge Accounting wird das Bewertungsergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten in einen effektiven und einen ineffektiven Teil zerlegt. Der effektive Teil ist der Teil des Bewertungsergebnisses, der eine wirksame Sicherung gegen das Cashflow-Risiko darstellt und hierzu bis zur physischen Erfüllung des Grundgeschäfts erfolgsneutral unter Berücksichtigung latenter Steuern in einer gesonderten Position im Eigenkapital (Cashflow-Hedge-Rücklage) erfasst wird. Der ineffektive Teil des Bewertungsergebnisses wird hingegen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Führt die Absicherung einer erwarteten Zahlung später zum Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit, verbleiben die mit der Absicherung dieser Transaktion verbundenen kumulierten Gewinne und Verluste bis zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung in der gesonderten Komponente des Eigenkapitals (OCI). Diese direkt im Eigenkapital erfassten Gewinne oder Verluste sind korrespondierend mit den erfolgswirksamen aus dem angesetzten finanziellen Vermögenswert oder der finanziellen Verbindlichkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Das bedeutet, dass die Beträge, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden, in derselben Berichtsperiode oder in denselben Berichtsperioden erfolgswirksam zu erfassen sind, in denen die gesicherte geplante Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst.

Führt die Absicherung einer erwarteten Transaktion später zur Erfassung eines nichtfinanziellen Vermögenswerts (wie z. B. Vorräte), wird im BayWa-Konzern der kumulierte Gewinn oder Verlust, der nach IFRS 9.6.5.11 (d) (i) direkt im Eigenkapital erfasst wurde, bei der erstmaligen Erfassung der nichtfinanziellen Vermögenswerte als Teil der Anschaffungskosten des nichtfinanziellen Vermögenswerts oder des anderweitigen Buchwerts erfasst (Basis Adjustment).

Saldierung

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden aufgrund von Nettingvereinbarungen nur dann saldiert, wenn am Bilanzstichtag ein durchsetzbarer Rechtsanspruch auf Verrechnung besteht und ein Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist. Ist ein Anspruch im gewöhnlichen Geschäftsverlauf nicht durchsetzbar, werden die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten am Bilanzstichtag mit ihren Bruttobeträgen in der Bilanz ausgewiesen.

Tatsächliche und latente Steueransprüche

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Konzernergebnis vor Steuern aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird auf Grundlage der geltenden bzw. aus Sicht des Berichtsstichtags in Kürze geltenden Steuersätze berechnet. Latente Steuern werden für die Unterschiede zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfasst. Latente Steuerschulden werden im Allgemeinen für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert; latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Latente Steueransprüche auf Verlustvorträge werden angesetzt, soweit eine Realisierung künftiger Steuervorteile innerhalb der nächsten maximal fünf Jahre wahrscheinlich ist. Solche latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporären Differenzen aus einem Geschäfts- oder Firmenwert (gesonderte Betrachtung eines steuerlichen Geschäfts- oder Firmenwerts) oder aus der erstmaligen Erfassung (außer bei Unternehmenszusammenschlüssen) von anderen Vermögenswerten und Schulden ergeben, die aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren. Latente Steuerschulden werden für zu versteuernde temporäre Differenzen gebildet, die aus Anteilen an Tochterunternehmen oder assoziierten Unternehmen sowie Anteilen an Joint Ventures entstehen, es sei denn, dass der Konzern die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird. Latente Steueransprüche entstehen durch temporäre Differenzen in Zusammenhang mit solchen Investitionen und Anleihen, die nur in dem Maße erfasst werden, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht, mit dem die Ansprüche aus den temporären Differenzen genutzt werden können und davon ausgegangen werden kann, dass sie sich in absehbarer Zukunft umkehren werden.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Berichtsstichtag geprüft und herabgesetzt, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden auf Basis der erwarteten Steuersätze (und der Steuergesetze) ermittelt, die zum Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswerts voraussichtlich Geltung haben werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben würden, wie der Konzern zum Berichtsstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung von laufenden Steueransprüchen mit laufenden Steuerschulden vorliegt und wenn sie im Zusammenhang mit Ertragsteuern stehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und der Konzern die Absicht hat, seine laufenden Steueransprüche und seine Steuerschulden auf Nettobasis zu begleichen. Laufende und latente Steuern werden erfolgswirksam als Aufwand oder Ertrag erfasst, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit Posten, die außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung (entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital) erfasst werden. In diesem Fall ist die Steuer ebenfalls außerhalb des Gewinns oder Verlusts zu erfassen. Daneben findet auch keine erfolgswirksame Erfassung statt, wenn Steuereffekte aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren. Im Fall eines Unternehmenszusammenschlusses ist der Steuereffekt bei der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses einzubeziehen.

Vorräte

Unter den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse sowie Leistungen und Waren ausgewiesen.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind grundsätzlich mit ihren Anschaffungskosten unter Beachtung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bewertet. Dabei kommt in den meisten Fällen die Durchschnittsmethode zum Einsatz. In einzelnen Fällen wird das Fifo-Verfahren (First-in-first-out-Verfahren) angewandt. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten angesetzt. Sie enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswerts aktiviert. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, die von den biologischen Vermögenswerten geerntet werden, werden zum Zeitpunkt der Ernte zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der erwarteten Veräußerungskosten angesetzt. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, führen zu Abwertungen. Niedrigere Werte am Abschlussstichtag aufgrund gesunkener Veräußerungserlöse werden berücksichtigt. Eine Ausnahme von den dargestellten Bewertungsgrundsätzen bilden die Vorratsbestände derjenigen Konzerngesellschaften, deren Vorratsbestände ausschließlich zu Handelszwecken gehalten werden und somit zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen sind.

Für den Fall niedrigerer Nettoveräußerungswerte werden Abwertungen im Regelfall in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Nur in Ausnahmefällen erfolgt eine pauschalierte Ermittlung.

Die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts der Warenbestände erfolgt aus Preisnotierungen für vergleichbare Warenbestände in aktiven Märkten zum Bilanzstichtag.

Die Bestandsermittlung der Vorräte erfolgt durch (vorgelagerte) Stichtagsinventur oder permanente Inventur.

Biologische Vermögenswerte

Unter den biologischen Vermögenswerten werden die nicht geernteten Früchte der fruchttragenden Pflanzen der T&G Global Limited und ihrer Tochtergesellschaften in Neuseeland ausgewiesen. Die biologischen Vermögenswerte werden zu Zeitwerten in Abhängigkeit vom Standort und dem jeweiligen Zustand der Pflanzen abzüglich der geschätzten Veräußerungskosten bewertet. Gewinne oder Verluste aus der Veränderung der Zeitwerte der biologischen Vermögenswerte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Veräußerungskosten beinhalten alle Kosten, die zum Absatz der Vermögenswerte notwendig sind.

Die beizulegenden Zeitwerte der biologischen Vermögenswerte des BayWa-Konzerns, die die Hauptkategorien Äpfel, Tomaten, Zitrusfrüchte, Trauben und andere Früchte beinhalten, werden jährlich auf Basis diskontierter Zahlungsströme ermittelt.

Die Kosten basieren auf aktuellen Durchschnittskosten und orientieren sich an den Standardkosten der Branche. Die zugrunde liegenden Kosten variieren in Abhängigkeit des Standorts, der Art des Anbaus und der Sorte der fruchttragenden Pflanzen. Es wird ein geeigneter Diskontierungssatz bestimmt, um den Zeitwert der zukünftigen Zahlungsflüsse zu ermitteln. Der Marktwert der biologischen Vermögenswerte vor oder während der Ernte basiert auf den geschätzten Erntemengen und Marktpreisen abzüglich der Ernte- und Anbaukosten. Änderungen der Annahmen und Schätzungen, die zur Ermittlung des Marktwerts herangezogen werden, können einen wesentlichen Einfluss auf den Buchwert der biologischen Vermögenswerte und das ausgewiesene Ergebnis der Bewertung haben.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Derivaten

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Derivaten des BayWa-Konzerns umfassen Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte sowie Warenterminkontrakte, die als Finanzinstrumente gemäß IFRS 9 einzustufen sind. Bewertet werden diese Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Derivaten zum beizulegenden Zeitwert. Bei Devisen- und Zinssicherungsgeschäften resultiert der Zeitwert aus dem jeweiligen Börsen- oder Marktwert (Level 1 der Fair-Value-Hierarchie) am Bilanzstichtag oder er wird aus am Markt beobachtbaren Daten abgeleitet (Level 2 der Fair-Value-Hierarchie). Für Warentermingeschäfte erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert entweder direkt zu den Preisen, zu denen sie auf einem aktiven Markt zum Bilanzstichtag notiert sind (Level 1 der Fair-Value-Hierarchie), oder es werden Werte aus Preisnotierungen für die unterschiedlichen Waren unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeit am Bilanzstichtag (Level 2 der Fair-Value-Hierarchie) abgeleitet. Bestimmte finanzielle Verbindlichkeiten aus Derivaten im Energiehandel im Segment Regenerative Energien werden - erstmals im Geschäftsjahr 2022 - mit Hilfe eines internen Bewertungsmodells unter Verwendung von Faktoren, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, bewertet (Level 3 der Fair-Value-Hierarchie).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Bei den flüssigen Mitteln handelt es sich um Kassenbestände, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Ursprungslaufzeit von nicht mehr als drei Monaten. Sie werden zum Nennbetrag bilanziert.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen

Als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen im BayWa-Konzern dann klassifiziert, wenn ein Vorstandsbeschluss über deren Verkauf vorliegt und der Verkauf innerhalb des Folgejahres, also im Jahr 2023, höchstwahrscheinlich ist.

IFRS 5 sieht vor, dass für die betroffenen Vermögenswerte die planmäßigen Abschreibungen auszusetzen und lediglich außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund niedrigerer beizulegender Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten vorzunehmen sind.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte hierbei anhand laufender Kaufpreisverhandlungen unter Berücksichtigung voraussichtlicher Veräußerungskosten. In den Fällen, in denen noch kein Veräußerungspreis aus laufenden Kaufpreisverhandlungen abgeleitet werden konnte, erfolgte die Ermittlung beizulegender Zeitwerte für Immobilien auf Basis von Ertragswertberechnungen (Level 3 der Fair-Value-Hierarchie). Dabei sind die Grundstückswerte anhand aktueller offizieller Bodenrichtwerte berechnet worden. Lagebedingten Vor- und Nachteilen wurde entsprechend Rechnung getragen. Bei vermieteten Gebäuden wurde unter Zugrundelegung der tatsächlich erzielten Jahresmiete abzüglich der standardisierten Bewirtschaftungskosten sowie der Restnutzungsdauer der Ertragswert der baulichen Anlage ermittelt.

Die im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten bzw. Veräußerungsgruppen realisierten Veräußerungsgewinne oder Veräußerungsverluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Pensionsrückstellungen

In Deutschland besteht eine beitragsorientierte gesetzliche Grundversorgung der Arbeitnehmer, die Rentenzahlungen in Abhängigkeit von geleisteten Beiträgen übernimmt. Darüber hinaus werden für die betriebliche Altersvorsorge Pensionsrückstellungen für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter der Unternehmen des BayWa-Konzerns sowie deren Hinterbliebene gebildet. Je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes bestehen dabei unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Vergütung der Mitarbeiter basieren.

Den bestehenden Altersversorgungszusagen des BayWa-Konzerns liegen ausschließlich leistungsorientierte Versorgungspläne zugrunde. Sie basieren sowohl auf Betriebsvereinbarungen als auch auf Einzelzusagen. Größtenteils handelt es sich um Endgehaltspläne. Die Verpflichtung der Unternehmen besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen (Defined Benefit Plans). Die Versorgungszusagen der Konzerngesellschaften werden durch die Dotierung von Rückstellungen finanziert.

Die BayWa gewährt Versorgungsleistungen auf Basis der Versorgungszusagen der geschlossenen Versorgungswerke, deren individuelle Leistungshöhe sich nach dem Lohn- bzw. Gehaltsniveau bemisst. Es handelt sich hierbei um klassische Leistungszusagen in Form von Festbetragssystemen, Eckwertsystemen oder endgehaltsabhängigen Zusagen, die in den Leistungsarten Alters-, Invaliden-, Witwen-/​ Witwer- oder Waisenrente gewährt werden. Der Konzern trägt für diese Altzusagen die versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise das Langlebigkeitsrisiko und das Zinsrisiko.

Des Weiteren bestehen auch in den österreichischen Konzerngesellschaften Versorgungszusagen, deren individuelle Leistungshöhe sich ebenfalls nach dem Lohn- bzw. Gehaltsniveau bemisst. Die Leistungszusagen werden ebenfalls in den Leistungsarten Alters-, Invaliden-, Witwen-/​Witwer- oder Waisenrente gewährt. Der Konzern trägt auch für diese Zusagen die versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise das Langlebigkeitsrisiko und das Zinsrisiko.

Darüber hinaus bestehen in den österreichischen Konzerngesellschaften gesetzliche Verpflichtungen zu Abfertigungsleistungen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zur Auszahlung fällig werden. Diese Verpflichtungen fallen als leistungsorientierte Versorgungspläne ebenfalls in den Anwendungsbereich des IAS 19. Auch in diesen Fällen trägt der Konzern insbesondere das Zinsrisiko.

Die Rückstellungen für Pensionen sowie die Abfertigungsrückstellungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) gemäß IAS 19 gebildet. Dabei werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten und berücksichtigt biometrische Rechnungsgrundlagen.

Die Höhe der Pensionsverpflichtungen (Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen bzw. sogenannte Defined Benefit Obligation - DBO) wurde nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet, für die Schätzungen unumgänglich sind. Dabei spielen neben den Annahmen zur Lebenserwartung die folgenden Prämissen eine Rolle, die für die Gesellschaften in Deutschland und Österreich festgelegt wurden. Bei den Konzerngesellschaften außerhalb Deutschlands und Österreichs bestehen Versorgungszusagen nur in Ausnahmefällen.

Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die aus einem Ereignis der Vergangenheit resultiert, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrags zuverlässig schätzbar ist. Rückstellungen werden mit dem Wert der voraussichtlichen Inanspruchnahme angesetzt. Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Ressourcenabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Abzinsung liegen Marktzinssätze zugrunde.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden unter Berücksichtigung der genannten allgemeinen Ansatzkriterien gebildet, sofern ein detaillierter Restrukturierungsplan vorliegt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt wurde.

Finanzschulden

Die Finanzschulden umfassen im BayWa-Konzern Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen sowie Commercial Papers. Sie werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert nach Abzug von Transaktionskosten bewertet. In der Folge werden die Finanzschulden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Verbundbeziehungen. Langfristige Verbindlichkeiten stehen zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bilanz. Unterschiedsbeträge zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeiten entspricht näherungsweise dem Buchwert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern handelt es sich um die Abtretung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Finanzierungspartner, die von einem Dienstleister vermittelt werden. Diese übernehmen die Zahlung an den Lieferanten, die mit einem Zeitverzug von zwei Monaten von der BayWa erstattet wird. Ab dem Zeitpunkt der Übertragung wird die Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen in die Verbindlichkeiten an Zahlungsdienstleister umgegliedert, da eine substanzielle Modifikation der Vertragsbedingungen vorliegt. Der Ausweis dieser Verbindlichkeiten wird in Abschnitt C.19 gesondert dargestellt. Die Zahlungsmittelzu- und -abflüsse werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitpunkt zu kontrollieren.

IFRS 16 unterscheidet zwischen Leasingverträgen und Dienstleistungsverträgen, je nachdem, ob der Leasingnehmer das Recht hat, über die Nutzung des identifizierten Vermögenswerts zu verfügen. Wenn der Leasingnehmer das Recht hat, über die Nutzung zu verfügen, und ihm während der Laufzeit der gesamte wirtschaftliche Nutzen zufließt, wird von einer Beherrschung des Leasingnehmers ausgegangen.

Leasingverträge werden im Zeitpunkt der Bereitstellung des Vermögenswerts als Nutzungsrecht aus Leasingverhältnissen bilanziert. Gleichzeitig erfolgt der Ansatz einer Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwerts der zu diesem Zeitpunkt noch nicht geleisteten Leasingzahlungen.

Das Nutzungsrecht wird zu Beginn zu Anschaffungskosten bewertet und in der Folge über die Vertragslaufzeit linear abgeschrieben. Diese umfassen den Betrag, der sich aus der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit ergibt, alle anfänglich direkten Kosten abzüglich etwaiger Anreizzahlungen seitens des Leasinggebers sowie alle geschätzten Kosten, die bei Demontage, Beseitigung oder Rückbau in den in der Leasingvereinbarung verlangten Zustand des Leasinggegenstands entstehen werden.

Die Leasingzahlungen werden mit jenem Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, abgezinst. Lässt sich dieser nicht bestimmen, so wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird auf Basis des währungsspezifischen Mid-Swaps, adjustiert um den bonitätsabhängigen Credit Spread, ermittelt. Die Laufzeit des Swaps ist abhängig von der Leasinglaufzeit. Die Credit Spreads leiten sich aus nicht nachrangigen, unbesicherten Schuldscheindarlehen ab. Zum Zeitpunkt der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit fließen feste Leasingzahlungen abzüglich etwaiger Leasinganreizzahlungen, variable Zahlungen, die an einen Index oder Kurs gekoppelt sind, sowie Zahlungen für Restwertgarantien in die Bewertung mit ein. Des Weiteren wird der Ausübungspreis einer Kaufoption, sofern die Ausübung dieser als hinreichend sicher angesehen werden kann, sowie Strafzahlungen, wenn diese hinreichend sicher ausgeübt werden, in der Bewertung berücksichtigt.

Verlängerungs- und Kündigungsoptionen sind konzernweit in einer Vielzahl von Leasingverträgen enthalten. Das lokale Management ist für die Verwaltung ihrer Mietverträge und der damit einhergehenden Mietvertragslaufzeiten verantwortlich. Somit werden Mietverträge individuell verhandelt und enthalten ein breites Spektrum an unterschiedlichen Laufzeiten und Konditionen. Verlängerungsoptionen gelten als ausgeübt, das heißt, die Zeiträume, die sich aus den Optionen ergeben, werden berücksichtigt, sofern es für den Leasingnehmer hinreichend sicher ist, dass die Optionen ausgeübt werden. Kündigungsoptionen werden nicht berücksichtigt, sofern es für den Leasingnehmer hinreichend sicher ist, dass die Optionen nicht ausgeübt werden. In den meisten Fällen können Verlängerungs- sowie Kündigungsoptionen nur vom Leasingnehmer gezogen werden. Sollte eine Option hingegen nur vom Leasinggeber ausgeübt werden können, wird diese nicht berücksichtigt, das heißt Zahlungen, die in den Optionszeitraum fallen, werden bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt.

Für Leasingverhältnisse mit einer Vertragslaufzeit von weniger als 12 Monaten sowie solche über geringwertige Vermögenswerte, deren Nennwert 5.000 Euro nicht übersteigen, werden die Erleichterungsvorschriften des IFRS 16 in Anspruch genommen. Folglich werden kurzfristige Leasingverhältnisse oder Leasingverträge über einen Vermögenswert von geringem Wert nicht nach den Vorschriften des IFRS 16 bilanziert, sondern der daraus resultierende Mietaufwand wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Daneben werden die Vorschriften des IFRS 16 nicht auf Nutzungsrechte angewendet, die sich auf immaterielle Leasinggegenstände beziehen. Konzerninterne Leasingverhältnisse werden nach IAS 8 ausschließlich in der Segmentberichtserstattung auch zukünftig wie operative Mietverhältnisse nach IAS 17 dargestellt. Leasingverhältnisse mit variablen Leasingzahlungen sind im BayWa-Konzern unwesentlich. Leasing- sowie Nichtleasingkomponenten werden getrennt voneinander bilanziert.

Leasinggeberverhältnisse, die zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 16 am 1. Januar 2019 bereits bestanden, wurden nicht erneut beurteilt und bewertet. Stattdessen wurde die Bilanzierung nach IAS 17 beibehalten. Seit dem 1. Januar 2019 neu geschlossene Verträge werden gemäß IFRS 16 gewürdigt und bewertet.

Unterleasingverhältnisse, die gemäß IAS 17 als Operate-Leasing-Verhältnis eingestuft waren und zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 16 bestanden, wurden seinerzeit vom Unterleasinggeber erneut gewürdigt und bewertet, um festzustellen, ob der Leasingvertrag die Kriterien des IFRS 16 erfüllt und folglich nach diesen Vorschriften bilanziert werden. Der BayWa-Konzern nimmt zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung auf der Grundlage der zu diesem Zeitpunkt gültigen Restlaufzeit und der Bedingungen des Hauptleasingverhältnisses die Bewertung des Unterleasingvertrags vor.

Umsatzerlöse

Die Erfassung von Umsätzen und Erträgen erfolgt grundsätzlich erst zu dem Zeitpunkt, zu dem die Verfügungsgewalt über die verkauften Waren, Erzeugnissen und erbrachten Dienstleistungen auf den Käufer übergegangen ist und somit ein Kontrollübergang stattgefunden hat. Umsätze und Erträge werden abzüglich gewährter Skonti, Boni und Rabatte ausgewiesen.

Die Übertragung der Verfügungsgewalt kann zu einem Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum erfolgen. Die aus Verträgen mit Kunden der BayWa resultierenden Leistungsverpflichtungen werden größtenteils zu einem Zeitpunkt erfüllt. In diesen Fällen wird der Umsatz dann realisiert, wenn die Verfügungsmacht über die Güter auf den Kunden übergegangen ist, also regelmäßig zum Zeitpunkt der Lieferung und Leistung an den Kunden.

Die aus Verträgen mit Kunden der BayWa resultierenden Leistungsverpflichtungen, die über einen Zeitraum erfüllt werden, entfallen insbesondere auf die Segmente Technik (z. B. Neubauten in der Stalltechnik), Bau (z. B. auf schlüsselfertige Hausbauten und das Projektgeschäft im mehrgeschossigen Wohnungsbau) sowie Regenerative Energien (z. B. Bau bei Wind- und Solarparks). Gemäß IFRS 15 ist für diese und ähnliche Projekte die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung entsprechend dem Projektfortschritt verpflichtend anzuwenden, wobei der Projektfortschritt nach Maßgabe des Kostenanfalls gemessen wird (sogenannte Cost-to-Cost-Methode). Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der entstandenen Auftragskosten für die geleistete Arbeit im Verhältnis zu den erwarteten Gesamtauftragskosten ermittelt.

Erlöse für Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt werden, sind nach IFRS 15 nur dann zu erfassen, wenn der jeweilige Projektfortschritt im Hinblick auf die vollständige Erfüllung der Leistungsverpflichtung auf Basis der für die Cost-to-Cost-Methode erforderlichen Informationen angemessen und verlässlich ermittelt werden kann. Sofern die BayWa das Ergebnis einer Leistungsverpflichtung nicht angemessen bewerten kann, weiterhin aber davon ausgeht, dass die bei der Erfüllung der Leistungsverpflichtung angefallenen Kosten wieder eingebracht werden können, werden bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Ergebnis der Leistungsverpflichtung angemessen bewertet werden kann, Erlöse nur im Umfang der angefallenen Kosten erfasst. Ist demgegenüber davon auszugehen, dass die bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung angefallenen Kosten nicht wieder eingebracht werden können, wird eine Drohverlustrückstellung nach IAS 37 in angemessener Höhe passiviert. Geschätzte variable Vergütungskomponenten werden nur dann ganz oder teilweise in den Transaktionspreis einbezogen, wenn hochwahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die Unsicherheit mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht.

Der BayWa-Konzern erfasst erhaltene Beträge vor Leistungserbringung in der Konzernbilanz als Vertragsverbindlichkeiten. Alle abgerechneten Beträge, die noch nicht vom Kunden bezahlt wurden, werden in der Bilanz als Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt. Alle Beträge, für die eine Leistung bereits erbracht wurde, für die aber noch keine Abrechnung erfolgte, werden in der Bilanz als Vertragsvermögenswert dargestellt.

Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen oder Personen werden Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die in den Konzernabschluss der BayWa AG jeweils nicht im Rahmen der Vollkonsolidierung bzw. der at-Equity-Bilanzierung einbezogen werden, bezeichnet sowie Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des BayWa-Konzerns ausüben können.

Maßgeblicher Einfluss im Sinne von IAS 24 ist die Mitwirkung an der Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens, aber nicht die Beherrschung dieser Politik. Ein maßgeblicher Einfluss kann auf verschiedene Weise ausgeübt werden, normalerweise durch einen Sitz im Geschäftsführungs- und/​oder Aufsichtsorgan, aber beispielsweise auch durch die Mitwirkung an der Unternehmenspolitik durch konzerninterne Geschäfte mit erheblichem Umfang, den Austausch von Führungspersonal oder durch die Abhängigkeit von technischen Informationen. Ein maßgeblicher Einfluss kann durch Anteilsbesitz, durch Satzung oder vertragliche Vereinbarungen begründet werden. Bei einem Anteilsbesitz wird ein maßgeblicher Einfluss gemäß den in IAS 28 (Investments in Associates and Joint Ventures [2011]) enthaltenen Vorschriften vermutet, wenn der Aktionär direkt oder indirekt 20 Prozent oder mehr der Stimmrechte hält, es sei denn, diese Vermutung kann eindeutig widerlegt werden. Unwiderlegbar vermutet wird dann ein maßgeblicher Einfluss, wenn die Politik des Unternehmens etwa durch eine entsprechende Besetzung der Aufsichtsorgane beeinflusst werden kann.

Im BayWa-Konzern gelten als nahestehende Unternehmen neben den Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die in den Konzernabschluss der BayWa AG jeweils nicht im Rahmen der Vollkonsolidierung bzw. der at-Equity-Bilanzierung einbezogen werden, vor allem die beiden Anteilseigner, die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG, Beilngries, und die Raiffeisen Agrar Invest AG, Wien, Österreich.

Nahestehende Personen sind im BayWa-Konzern die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Erhaltene öffentliche Zuschüsse/​Zuwendungen der öffentlichen Hand

Bei den erhaltenen öffentlichen Zuschüssen handelt es sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand, die im Zusammenhang mit Neuinvestitionen gewährt werden. Diese Zuschüsse werden über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts erfolgswirksam aufgelöst.

A.4 Annahmen und Schätzungen des Managements

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie die Angabe der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei der Bewertung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten, bei der Vorratsbewertung, im Zusammenhang mit Kaufpreisallokationen, beim Ansatz und bei der Bewertung aktiver latenter Steuern, aber auch bei der Bilanzierung und Bewertung der Pensions- und der übrigen Rückstellungen sowie bei der Durchführung von Werthaltigkeitsprüfungen in Übereinstimmung mit IAS 36.

Bei Rückstellungen für Pensionen sind der Abzinsungsfaktor sowie Gehalts- und Rententrends eine wichtige Schätzgröße. Eine Erhöhung oder Verminderung des Abzinsungsfaktors beeinflusst den Barwert der Verpflichtung aus den Altersversorgungsplänen. Ebenso haben Änderungen erwarteter Gehalts- und Rententrends sowie die erwartete Mitarbeiterfluktuation Auswirkungen auf die Defined Benefit Obligation (DBO).

Für den Ansatz und die Bewertung von sonstigen Rückstellungen sind in erheblichem Umfang Annahmen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Fälligkeit und der Höhe des Risikos zu treffen. Der Beurteilung, ob eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, liegen in der Regel Einschätzungen interner und externer Sachverständiger zugrunde. Die Höhe der Rückstellungen basiert auf den erwarteten Aufwendungen, die auf Basis der Sachverhaltsbeurteilung im Einzelfall anhand von Erfahrungswerten, Ergebnissen vergleichbarer Schätzungen bzw. Bandbreiten möglicher Inanspruchnahmen bestimmt oder durch Sachverständige geschätzt werden. Aufgrund der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheiten können die tatsächlichen Aufwendungen von den Schätzungen abweichen.

Die Impairment-Tests für Geschäfts- und Firmenwerte beruhen auf zukunftsorientierten Annahmen. Vertretbare Änderungen dieser Annahmen können dazu führen, dass die Buchwerte der Cash-Generating Unit ihren erzielbaren Betrag überschreiten und daher außerplanmäßig abzuwerten wären. Die zugrunde liegenden Annahmen sind hauptsächlich durch die Marktsituation der Cash-Generating Unit beeinflusst. Inwieweit vertretbare Änderungen der zugrunde gelegten Annahmen für wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte dazu führen würden, dass der Buchwert der jeweiligen Cash-Generating Unit den erzielbaren Betrag übersteigt, ist in Abschnitt C.1 dargestellt.

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden angesetzt, soweit eine Realisierung künftiger Steuervorteile innerhalb der nächsten maximal fünf Jahre wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in zukünftigen Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktivierter latenter Steuern kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen.

Bei Sachanlagen wurden ebenso wie bei der Bilanzierung von Leasingverhältnissen Annahmen in Bezug auf die Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern vorgenommen. Darüber hinaus wurden im Zusammenhang von Leasingverhältnissen auch Annahmen bezüglich der erwarteten Ausübung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen getroffen. Somit sind Abweichungen zur tatsächlichen Nutzungsdauer möglich, die jedoch eher gering einzuschätzen sind. Die getroffenen Annahmen in Bezug auf die Festlegung der wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden in regelmäßigen Abständen überprüft und falls notwendig angepasst.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der biologischen Vermögenswerte erfordert Schätzungen hinsichtlich der zukünftigen Umsätze, des Wachstums und der inflationsbereinigten Margen sowie des Standorts und der Sorte.

Bei Vorräten ergeben sich Schätzungen insbesondere im Zusammenhang mit Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert. Die Schätzungen des Nettoveräußerungswerts basieren auf substanziellen Hinweisen, die zum Zeitpunkt der Schätzungen im Hinblick auf den für die Vorräte voraussichtlich erzielbaren Betrag verfügbar sind. Diese Schätzungen berücksichtigen Preis- oder Kostenänderungen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Vorgängen nach der Berichtsperiode stehen, insoweit, als diese Vorgänge Verhältnisse aufhellen, die bereits am Ende der Berichtsperiode bestanden haben.

Der Beurteilung der Einbringlichkeit von Forderungen liegen Annahmen zugrunde, die insbesondere auf historischen Erfahrungswerten hinsichtlich der Einbringlichkeit beruhen.

Auch die betrieblichen Aufwendungen der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien unterliegen Schätzungen, die auf Erfahrungswerten der Vergangenheit beruhen.

Schätzungen und Unsicherheiten können auch bei der Realisierung von Umsatzerlösen auftreten. Die BayWa AG realisiert Umsatzerlöse, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Voraussetzung dabei ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und u. a. der Erhalt der Gegenleistung, unter Berücksichtigung der Bonität des Kunden, wahrscheinlich ist. Die Umsatzerlöse entsprechen dem Transaktionspreis, den die BayWa AG voraussichtlich erhalten wird. Variable Gegenleistungen sind im Transaktionspreis enthalten, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Rücknahme kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Die Höhe einer variablen Gegenleistung wird entweder nach der Erwartungswertmethode oder mit dem wahrscheinlichsten Betrag ermittelt, abhängig davon, welche Methode den Betrag am zutreffendsten ermittelt. Beinhaltet ein Vertrag eine signifikante Finanzierungskomponente, wird der Transaktionspreis um Zinseffekte angepasst. Wenn ein Vertrag mehrere eigenständig abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen umfasst, wird der Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Diese relativen Einzelveräußerungspreise schätzt die BayWa AG in angemessener Höhe im Falle dessen, dass Einzelveräußerungspreise nicht direkt beobachtbar sind. Für jede Leistungsverpflichtung werden Umsatzerlöse entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum realisiert. Sofern Umsätze zeitraumbezogen realisiert werden, können schließlich Schätzungen bei der Bestimmung des Fertigstellungsgrads notwendig sein.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen stellen auf die Verhältnisse und Beurteilungen am Abschlussstichtag ab. Dabei werden insbesondere die konjunkturellen Entwicklungen und das wirtschaftliche Umfeld des BayWa-Konzerns besonders berücksichtigt. Durch eine andere Entwicklung dieser Rahmenbedingungen in künftigen Geschäftsperioden können sich Unterschiede zwischen den tatsächlichen Beträgen und den Schätzwerten ergeben. In solchen Fällen werden an folgenden Abschlussstichtagen die Annahmen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden angepasst. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses liegen keine Erkenntnisse vor, die eine wesentliche Änderung der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen erfordern würden.

A.5 Weitere Ermessensentscheidungen und Bilanzierungspraktiken

Projektgeschäft im Segment Regenerative Energien

Der BayWa-Konzern ist insbesondere im Segment Regenerative Energien im Projektgeschäft tätig und plant, errichtet und verkauft Wind- und Solarparks. Darüber hinaus werden im Segment Regenerative Energien auch bestimmte Wind- und Solarparks betrieben. Die Entwicklung, Planung und Errichtung erfolgt regelmäßig über Konzerngesellschaften, die ihrerseits Entwicklungs-, Planungs- und Konstruktionsleistungen an vollkonsolidierte sogenannte Projekt- oder Zweckgesellschaften (Projekte) erbringen, die eigens zum Zweck des späteren Verkaufs errichtet werden. Die bilanzierten Vermögenswerte der Projekte werden aufgrund dessen, dass sie zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden, im Konzernabschluss unter den Vorräten ausgewiesen und bei Verkauf erfolgswirksam - als Umsatzerlöse und über die Bestandsveränderung - ausgebucht. Die Transaktion kommt auf Konzernebene einer Warenveräußerung gleich, die sich zur Umsetzung des Verkaufs einer Zweckgesellschaft, die ebenfalls Tochtergesellschaft ist, bedient. Zudem wird die Veräußerung von Projekten aufgrund des wiederkehrenden Charakters und der Wesentlichkeit dieser Geschäftstätigkeit als Teil der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Segments Regenerative Energien angesehen.

Grundsätzlich fallen Anteilsveräußerungen an Tochterunternehmen in den Anwendungsbereich des IFRS 10. Aufgrund unterschiedlicher Bilanzierungspraktiken (sogenannte Diversity in Practice) beschäftigte sich sowohl das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) als auch das International Accounting Standards Board (IASB) im Juni 2020 mit der Fragestellung, ob der Verkauf einer Zweckgesellschaft (Corporate Wrapper genannt), die primär zum Zweck der Übertragung eines Vermögenswerts dient, nach den Vorschriften des IFRS 10 oder nach denen des IFRS 15 zu bilanzieren sei. Eine formelle Schlussfolgerung wurde jedoch nicht veröffentlicht.

Aufgrund des aktuellen Diskussionsstands hat sich der BayWa-Konzern dazu entschieden, den Verkauf solcher Projektgesellschaften nach den Vorschriften des IFRS 15 zu bilanzieren und auszuweisen, insofern es sich hierbei um eine umsatzgleiche (revenue-like) Transaktion, also eine Transaktion im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, handelt. Da der wirtschaftliche Gehalt dieser Art von Verkäufen von Projekten einer Vorratsveräußerung gleichkommt und diese im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in der oben beschriebenen Struktur vollzogen wird, werden die Erlöse aus diesen Veräußerungen im Einklang mit IFRS 15 unter den Umsatzerlösen bilanziert und ausgewiesen. Eine Bilanzierung dieser Transaktionen nach IFRS 10 würde sich im Wesentlichen auf den Ausweis der Umsatzerlöse aus Projektveräußerungen auswirken, die sodann gemäß IFRS 10 als Nettoveräußerungsergebnis zu ermitteln wären. Im Falle einer Bilanzierung von Projektveräußerungen gemäß IFRS 10 wären im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 408,5 Mio. Euro (Vorjahr: 392,2 Mio. Euro) und Bestandsveränderungen in Höhe von 418,8 Mio. Euro (Vorjahr: 392,2 Mio. Euro) reduziert auszuweisen. Das Nettoveräußerungsergebnis für veräußerte Tochterunternehmen, die als Projekte identifiziert sind, beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 64,9 Mio. Euro.

Bilanzierung von Power Purchase Agreements (PPAs) im Segment Regenerative Energien

Der BayWa-Konzern ist insbesondere im Segment Regenerative Energien im Projektgeschäft tätig und plant, errichtet und verkauft Wind- und Solarparks weltweit. Darüber hinaus werden im Segment Regenerative Energien auch bestimmte Wind- und Solarparks betrieben. In diesem Zusammenhang werden auch langfristige Verträge über die Lieferung der von diesen Wind- und Solarparks erzeugten Energie (sogenannte Power Purchase Agreements, kurz: PPAs) geschlossen. Nach Fertigstellung werden die Projekte entweder einschließlich der abgeschlossenen PPAs an Investoren verkauft oder bestehen bei den zum Betrieb bestimmten Wind- und Solarparks fort, um den Strom aus den eigenen Anlagen zu verkaufen. Daneben wird im Energiehandel des Segments Regenerative Energien Energie aus langfristigen PPAs eingekauft und entsprechend weiterverkauft.

Die PPAs werden nach den Vorschriften von IFRS 16, IAS 37 und IFRS 9 bilanziert und bewertet. Ein Leasingverhältnis nach IFRS 16 liegt im Rahmen von physischen PPAs dann vor, wenn der Kunde im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Anlage bezieht und zudem über die Nutzung der Anlage entscheiden kann. In diesen Fällen ist aus Sicht der BayWa als Leasinggeber zwischen der Bilanzierung als Operating und Finance Lease zu differenzieren. Während virtuelle PPAs in der Regel unter IFRS 9 zu bilanzieren sind, kommt bei physischen PPAs eine Bilanzierung nach IFRS 9 zum Fair Value grundsätzlich dann in Betracht, wenn die sogenannte Own Use Exemption aufgrund eines vertraglichen Nettoausgleichs (Cash Settlement) nicht angewendet werden muss, oder zur Vermeidung einer bilanziellen Inkongruenz die Fair-Value-Option gemäß IFRS 9 angewendet wird. Grundsätzlich findet zu Beginn der physischen PPAs eine Zuordnung der Verträge zum Eigennutzungsbuch oder zum Fair-Value-Buch statt. Durch die Anwendung der in IFRS 9 geregelten Fair-Value-Option kann ein Eigennutzungsvertrag dem Fair-Value-Buch zugeordnet werden, wenn dadurch eine bilanzielle Inkongruenz vermieden wird. Die Beurteilung, ob eine bilanzielle Inkongruenz bei Bilanzierung der physischen PPAs im Rahmen der Own Use Exemption vorliegt, wird bei der BayWa für jedes physische PPA zu Beginn des Vertrags vorgenommen. Ein physisches PPA, das im Rahmen der Own Use Exemption als Eigennutzungsvertrag gilt, wird als schwebendes Geschäft nach den Vorschriften des IAS 37 bilanziert. Ein physisches PPA, das dem Fair-Value-Buch zugeordnet wird, ist entsprechend einem Derivat nach IFRS 9 zu bilanzieren. Darüber hinaus können in den PPA-Verträgen, die nicht bereits zum Fair Value bilanziert sind, nach IFRS 9 separat zu bilanzierende, eingebettete Derivate (z. B. im Fall von Optionen, Floors oder Caps) vorliegen, falls diese nicht eng mit dem Basisvertrag verbunden sind.

Handelsaktivitäten im Segment Cefetra Group und bei der BayWa Agrarhandel GmbH, Nienburg

Die Gesellschaften des Segments Cefetra Group, die BayWa Agrarhandel GmbH, Nienburg, sowie die Grainli GmbH & Co. KG, Hamburg, nehmen die sogenannte Trader's Exemption gemäß IAS 2.3 (b) in Anspruch und werden somit als Händler eingestuft. Die Vorräte werden bei diesen Gesellschaften zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden sowohl die Erträge als auch die Aufwendungen aus der Fair-Value-Bewertung im Materialaufwand erfasst. Weiterhin werden im Materialaufwand auch die unrealisierten und die realisierten Gewinne und Verluste aus Währungssicherungen im Zusammenhang mit Warentermingeschäften sowie Erträge und Aufwendungen aus der Fremdwährungsbewertung netto erfasst. Die saldierte Erfassung der beschriebenen Effekte im Materialaufwand entspricht der gängigen Praxis bei vergleichbaren Unternehmen.

Definition von EBIT und EBITDA

Im BayWa-Konzern setzt sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aus dem Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus at-Equity-bilanzierten Anteilen und dem übrigen Beteiligungsergebnis zusammen. Nach der gleichen Logik ermittelt sich folglich auch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), wobei hier sowohl planmäßige als auch außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen berücksichtigt werden.

A.6 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den BayWa-Konzern

Die Corona-Pandemie hatte für den BayWa-Konzern im Geschäftsjahr 2022 keine wesentlichen negativen Auswirkungen. Direkte Beeinträchtigungen der betrieblichen Aktivitäten als Folge von coronabedingten Maßnahmen waren im Geschäftsjahr 2022 nicht mehr zu beobachten. Eine Ausnahme davon stellte die neuseeländische T&G Global-Unternehmensgruppe dar: Hier waren Erntehelfer in den Monaten Februar bis April 2022 nur eingeschränkt verfügbar, wenn auch in deutlich geringerem Umfang als noch im Vorjahr. In der Gesamtschau resultierten jedoch auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis sowie auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage des BayWa-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 keine oder nur sehr geringe - und damit unwesentliche - Auswirkungen. Zur Sicherstellung eines optimalen Schutzes der Mitarbeiter und Kunden vor Infektionen wurden im BayWa-Konzern im Geschäftsjahr 2022 weiterhin Maßnahmen ergriffen, deren Umsetzungskosten sich lediglich auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag beliefen.

A.7 Auswirkungen von ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren und des Klimawandels auf die Finanzberichterstattung des BayWa-Konzerns

Aufgrund der sich aus der EU-Richtlinie 2014/​95/​EU (sogenannte CSR-Richtlinie) bzw. deren Umsetzung in deutsches Recht ergebenden Berichtspflicht muss die BayWa AG als Unternehmen von öffentlichem Interesse bereits in ihrem (Konzern-)Lagebericht Angaben zu nichtfinanziellen Aspekten und zu den Nachhaltigkeitsfaktoren E (Environmental/​Umwelt), S (Social/​Soziales) und G (Governance/​ verantwortungsvolle Unternehmensführung und -überwachung) (kurz: ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren) in einer entsprechenden Erklärung offenlegen (für weitere Details wird auf den Abschnitt "Nachhaltigkeit bei der BayWa" des Konzernlageberichts verwiesen). Trotz des Fehlens eines eigenen International Financial Reporting Standard (IFRS) bzw. von expliziten Ausführungen oder Bezugnahmen in den derzeit geltenden IFRS hat das International Accounting Standards Board (IASB) unlängst darauf hingewiesen, dass sich aus den ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren auch Chancen und Risiken ergeben können, die für die Finanzberichterstattung von Unternehmen relevant sind. Demnach können sich ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren in Abhängigkeit ihrer Art und ihres Ausmaßes sowohl auf den Ansatz und/​oder die Bewertung von Abschlussposten auswirken als auch spezifische Anhangangaben notwendig machen.

Analysen haben ergeben, dass sich im BayWa-Konzern aus ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren grundsätzlich die folgenden Implikationen für die Anwendung der IFRS oder für einzelne Abschlussposten des Konzernfinanzberichts ergeben können:

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Veränderung des Abschreibungs-/​Wertminderungsbedarfs von Vermögenswerten (einschließlich Goodwill) im Rahmen des Impairmenttests (IAS 36);

Änderung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer von materiellen und immateriellen Vermögenswerten (IAS 16 und IAS 38);

Auswirkungen auf die Fair-Value-Ermittlung bei der Bewertung von finanziellen und nichtfinanziellen Vermögenswerten (IFRS 13);

Änderungen bezogen auf die Bilanzierung von Rückstellungen und Angaben zu Eventualverbindlichkeiten, z. B. für belastende Verträge, Rückbauverpflichtungen oder Rechtsstreitigkeiten (IAS 37);

Anpassungen von Expected Credit Losses (ECLs) bei finanziellen Vermögenswerten, insbesondere hinsichtlich der Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen (IFRS 9 und IFRS 7).

Die Beurteilung des Einflusses von ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren auf die Finanzberichterstattung des BayWa-Konzerns erfolgte für das Geschäftsjahr 2022 einzelfallbezogen und unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Informationen und Umstände. In der Gesamtschau kommt die BayWa zu dem Schluss, dass sich aus ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung und somit auf den Konzernfinanzbericht für das Geschäftsjahr 2022 ergeben.

Um mögliche Veränderungen der Auswirkungen von ESG-Nachhaltigkeitsfaktoren auf die Finanzberichterstattung des Konzerns auch in Zukunft angemessen berücksichtigen zu können, werden diese von der BayWa in den nachfolgenden Geschäftsjahren fortlaufend überwacht und beurteilt. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Inanspruchnahme von Finanzierungsinstrumenten mit Nachhaltigkeitsbezug (ESG-linked Schuldscheinfinanzierung, ESG-linked Konsortialfinanzierung, Green Bond).

Daneben kann sich auch der Klimawandel auf die Finanzberichterstattung auswirken. Der BayWa-Konzern ist insbesondere in den Segmenten Agrar und Global Produce der globalen Klimaveränderung und der Zunahme von Extremwetterlagen ausgesetzt. Eine jährlich relativ stetig wachsende weltweite Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen steht hier den jährlichen Produktionsschwankungen aufgrund möglicher nachteiliger Witterungen in wichtigen Anbauregionen entgegen. Aus den sich daraus ergebenden preislichen Schwankungen für Agrarrohstoffe ergeben sich neben Preisrisiken durchaus auch Chancen, an Preisveränderungen wertsteigernd zu partizipieren. Aufgrund der Tätigkeit im Obst- und Gemüseanbau ist der Konzern einem finanziellen Risiko ausgesetzt, das in der zeitlichen Differenz zwischen dem Mittelabfluss für Kauf, Anbau und Pflege der Pflanzen sowie den Kosten der Ernte einerseits und dem Mittelzufluss aus dem Verkauf der Früchte andererseits begründet ist. Diesem Risiko wird durch eine aktive Überwachung des Net Working Capital Rechnung getragen. Zudem besteht insbesondere im Segment Global Produce das Risiko wetterbedingter Schäden an Ernten und der benötigten Infrastruktur. Zum aktuellen Zeitpunkt sind keine konkreten wesentlichen Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung abzusehen. Zu weiteren Details wird auf den Chancen- und Risikobericht als Bestandteil des Konzernlageberichts sowie auf den Nachhaltigkeitsbericht verwiesen.

A.8 Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der daraus resultierenden Veränderung des makroökonomischen Umfelds

Der völkerrechtswidrige Überfallkrieg Russlands gegen die Ukraine hatte für den BayWa-Konzern keine wesentlichen direkten negativen Auswirkungen. Unmittelbar nach Ausbruch des Krieges kam es zwar zu einer einmaligen negativen Ergebnisbelastung im Segment Cefetra Group, die jedoch im Verlauf des Geschäftsjahres überkompensiert werden konnte.

Der BayWa-Konzern betreibt weder in der Ukraine noch in Russland Geschäftsaktivitäten in wesentlichem Umfang. Daher ergaben sich aus dem Krieg im Geschäftsjahr 2022 keine bedeutenden unmittelbaren Beeinträchtigungen der betrieblichen Aktivitäten. Allerdings wurden sowohl die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als auch der Umsatz und das Ergebnis des BayWa-Konzerns mittelbar durch die aus dem Krieg resultierenden ökonomischen Folgen beeinflusst. Einerseits schlugen sich steigende Energie- und Rohstoffpreise in einem höheren Preisniveau nieder und fügten sich in ein insgesamt volatileres gesamtwirtschaftliches Umfeld ein. Andererseits ermöglichten es diese Preissteigerungen dem BayWa-Konzern, höhere Handelsmargen zu erzielen.

Mitunter bedingt durch den Ukraine-Krieg waren steigende Inflationsraten sowie ein damit einhergehendes steigendes Zinsniveau zu verzeichnen. Diese Entwicklungen wirkten sich auf die Finanzberichterstattung des Geschäftsjahres 2022 aus. Die erhöhte Inflation schlug sich insbesondere in der Bewertung der Pensions- sowie anderer langfristiger Verpflichtungen nieder. Das im Vorjahresvergleich um rund 2 Prozentpunkte gestiegene Zinsniveau zeigte Auswirkungen bei den Werthaltigkeitsüberprüfungen der immateriellen Vermögenswerte, insbesondere der Geschäfts- oder Firmenwerte, sowie der Sachanlagen. Zudem führte es zu (teilweise) höheren Zinsaufwendungen für variabel verzinsliches Fremdkapital. Ein Anstieg der Kreditverluste der Stufe 3 war im Geschäftsjahr 2022 nicht zu verzeichnen. Ebenso wurden weder inflations- noch zinsbedingte Forderungsausfälle beobachtet.

Darüber hinaus wurden keine Bilanzierungsbereiche identifiziert, auf die sich sowohl der Ukraine-Krieg als auch die Veränderung des Inflations- und Zinsniveaus finanziell wesentlich auswirkten.

Künftige unmittelbare und mittelbare Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklungen und Sanktionen auf die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden des BayWa-Konzerns werden fortlaufend analysiert und überwacht.

B Angaben zur Konsolidierung

B.1 Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden der Tochterunternehmen zum Erwerbszeitpunkt (Erwerbsmethode). Übersteigen die Anschaffungskosten den Konzernanteil an den Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden, so entsteht ein Firmenwert, der unter den immateriellen Vermögenswerten des Anlagevermögens ausgewiesen wird. Der Firmenwert wird einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen (Impairment-only-Approach). Ist die Werthaltigkeit nicht mehr gegeben, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung, anderenfalls wird der Firmenwert unverändert beibehalten. Sind die Anschaffungskosten geringer als die Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden, so wird der Unterschiedsbetrag sofort ertragswirksam erfasst.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse, sofern wesentlich, werden eliminiert. Zwischenergebnisse, die mit assoziierten Unternehmen realisiert werden, werden gegen den jeweiligen at-Equity-bilanzierten Beteiligungsansatz eliminiert. Ist der betroffene Beteiligungsansatz für eine Eliminierung nicht in ausreichendem Umfang vorhanden, erfolgt eine Eliminierung gegen weitere in Zusammenhang mit der betreffenden Gesellschaft stehende Vermögenswerte. Sollten diese nicht oder nicht in ausreichender Höhe vorhanden sein, wird die Zwischenergebniseliminierung zur Sicherstellung einer den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Ertragslage mit einer Verrechnung in den Gewinnrücklagen vorgenommen. Eine Darstellung als "deferred income" und somit unter den übrigen Verbindlichkeiten wird nicht vorgenommen, da es sich bei dem eliminierten Zwischenergebnis um keine Schuld handelt und ein Ausweis als übrige Verbindlichkeit die tatsächlichen Verhältnisse der Vermögenslage nicht korrekt wiedergeben würde. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge werden verrechnet.

B.2 Konsolidierungskreis - Vollkonsolidierte Unternehmen nach IFRS 10

In den Konzernabschluss der BayWa AG sind nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung neben der BayWa AG alle in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, bei denen die BayWa AG unmittelbar oder mittelbar Beherrschung im Sinne von IFRS 10 ausüben kann und bei denen es sich nicht um Tochterunternehmen von insgesamt untergeordneter Bedeutung handelt. Beherrschung liegt dann vor, wenn die BayWa AG Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten besitzt, Risikobelastungen durch bzw. Anrechte auf schwankende Renditen bestehen und aufgrund der Verfügungsgewalt die Höhe der variablen Rückflüsse beeinflusst werden können. Die Beherrschungsmöglichkeit gründet regelmäßig auf einer mittelbaren oder unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit.

Sämtliche in den Konzernabschluss der BayWa AG zum 31. Dezember 2022 im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogenen verbundenen Unternehmen finden sich in der Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes, die diesem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Im Geschäftsjahr 2022 haben sich die folgenden Änderungen beim Konsolidierungskreis ergeben.

Verbundene Unternehmen, die bisher aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden

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In Prozent Anteil am Kapital Anteil am Kapital Vorjahr Bemerkung
ALM Regio 12 B.V., Veghel, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
ALM Regio 13 B.V., Veghel, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
ALM Regio 14 B.V., Veghel, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
ALM Regio 15 B.V., Veghel, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Almodovar Solar, Barcelona, Spanien 70,0 70,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
BayWa Power Liquids GmbH, München 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
BayWa r.e. Nordic 1 AB, Malmö, Schweden 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Black Rock Solar II LLC, Irvine, USA 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Brüderl Immobilien Holding GmbH, Traunreut 51,0 51,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
BTS 18 Projekt GmbH, Buchloe 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Desarrollo Proyecto Fotovoltaico VIII S.L., Barcelona, Spanien 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Fuels Services GmbH, München 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Gea Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Gourvillette Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Greenberry SAS, Paris, Frankreich 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Guajillo Energy Storage II LLC, Irvine, USA 1 0,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Hexagone Energie 2 SAS, Paris, Frankreich 1 0,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
La Redonda Solar SL, Barcelona, Spanien 70,0 70,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
LODUR Energieanlagen GmbH, München 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Patent Co. DOO Misicevo, Mišićevo, Serbien 90,0 90,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Pellog GmbH, Oelsnitz 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Plankenstein 8 GmbH & Co. KG, München 51,0 51,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
RENAM S.r.l., Mailand, Italien 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
SDK Power Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 48,0 48,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Solarna elektrana Proložac d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Solarpark Kobe GmbH, München 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
SPV Solarpark 105. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
SPV Solarpark 106. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 1 0,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
SPV Solarpark 112. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
SPV Solarpark 118. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Titus Canyon Solar LLC, Irvine, USA 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Unearthed Produce Limited, Mount Wellington, Neuseeland 51,0 51,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Windpark Langenbrand GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Zonlocatie 2 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Zonlocatie 3 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Zonnedak F2 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Zonnepark PV21 B.V., Leeuwarden, Niederlande 1 0,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Zonnepark PV22 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022
Zonnepark PV29 B.V., Leeuwarden, Niederlande 1 0,0 100,0 Erstkonsolidierung zum 01.01.2022

1 Diese Unternehmen wurden nach Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2022 im Verlauf des Geschäftsjahres verkauft oder liquidiert. Daher beträgt der Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2022 0,0 Prozent.

Erworbene Unternehmen, die aufgrund von Beherrschungserlangung erstmals in den Konzernabschluss einbezogen werden 1

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In Prozent Anteil am Kapital Bemerkung
Acamba Renovables, S.L.U., Saragossa, Spanien 2 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.11.2022
Aurum HoldCo OY, Helsinki, Finnland 2 100,0 Erstkonsolidierung zum 14.10.2022
Driffield Solar and Storage Limited, London, Großbritannien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 28.02.2022
Edom Hills Projects 1, LLC, New Castle, USA 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 22.02.2022
EVN-ECOWIND Sonnenstromerzeugungs GmbH, Maria Enzersdorf, Österreich 3 50,0 Erstkonsolidierung zum 08.08.2022
Heinrich Brüning GmbH, Hamburg 60,0 Erstkonsolidierung zum 28.06.2022
JBM Solar Projects 1 Limited, London, Großbritannien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 02.02.2022
PATENT CO. DOO LAKTASI, Laktaši, Bosnien und Herzegowina 100,0 Erstkonsolidierung zum 31.01.2022
Rueda Sur Solar 2, S.L.U., Saragossa, Spanien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.11.2022
Rueda Sur Solar 1, S.L.U., Saragossa, Spanien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.11.2022
Rueda Sur Wind 1, S.L.U., Saragossa, Spanien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.11.2022
Rueda Sur Wind 2, S.L.U., Saragossa, Spanien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.11.2022
Rueda Sur Wind 3, S.L.U., Saragossa, Spanien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.11.2022
Sol in one GmbH, Kaiserslautern 80,0 Erstkonsolidierung zum 24.01.2022
South Fambridge Hall Solar Park Limited, London, Großbritannien 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 13.05.2022
Suntree GmbH, Hamburg 100,0 Erstkonsolidierung zum 28.06.2022
Wooyoung Solar Power Co., Ltd, Seoul, Südkorea 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 04.05.2022
Zonnepark Skulenboarch B.V., Leeuwarden, Niederlande 3 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.02.2022

1 Bei den dargestellten Unternehmen bestand jeweils kein Anteilsbesitz im Vorjahr.
2 Es handelt sich um Holding-Gesellschaften ohne Geschäftsbetrieb, für die keine Kaufpreisallokationen im Sinne von IFRS 3 vorgenommen wurde.
3 Es handelt sich um erworbene Projektgesellschaften ohne Geschäftsbetrieb, für die keine Kaufpreisallokationen im Sinne von IFRS 3 vorgenommen wurde.

Gegründete Unternehmen, die erstmals in den Konzernabschluss einbezogen werden 1

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In Prozent Anteil am Kapital Bemerkung
BayWa r.e. Windparkportfolio 1 GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0 Erstkonsolidierung zum 27.01.2022
BayWa r.e. Wind Asset Holding Korea Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0 Erstkonsolidierung zum 30.03.2022
Bellevue Bad Heilbrunn GmbH & Co. KG, Günzburg 51,0 Erstkonsolidierung zum 22.06.2022
Big Creek Solar 3 LLC, Irvine, USA 100,0 Erstkonsolidierung zum 08.07.2022
Brüderl Projekt Amalienstraße GmbH & Co. KG, Traunreut 100,0 Erstkonsolidierung zum 20.09.2022
Brüderl Projekt Lerchenweg GmbH & Co. KG, Traunreut 51,0 Erstkonsolidierung zum 31.01.2022
Bullawah Wind Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0 Erstkonsolidierung zum 27.06.2022
Fern Solar Class B Holdings LLC, Irvine, USA 100,0 Erstkonsolidierung zum 27.10.2022
Kariboe Wind Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0 Erstkonsolidierung zum 17.06.2022
Little Prairie Solar LLC, Irvine, USA 100,0 Erstkonsolidierung zum 16.08.2022
Pine Lake Solar LLC, Irvine, USA 100,0 Erstkonsolidierung zum 26.04.2022
Prairie Solar Holdings LLC, Irvine, USA 100,0 Erstkonsolidierung zum 30.11.2022
Projekt Aichach S7 GmbH & Co. KG, Augsburg 51,0 Erstkonsolidierung zum 23.02.2022
Projekt Zirndorf W21 GmbH, Augsburg 51,0 Erstkonsolidierung zum 06.07.2022
SAH Class B Borrower LLC, Irvine, USA 100,0 Erstkonsolidierung zum 27.10.2022
SAH Portfolio I LLC, Irvine, USA 100,0 Erstkonsolidierung zum 27.10.2022
Sedaco Mozambique Limitada, Beira, Mosambik 100,0 Erstkonsolidierung zum 04.08.2022
T&G Berries Australia PTY Limited, Melbourne, Australien 85,0 Erstkonsolidierung zum 27.01.2022
T&G Europe SAS, Lafrançaise, Frankreich 100,0 Erstkonsolidierung zum 23.06.2022

1 Bei den dargestellten Unternehmen bestand jeweils kein Anteilsbesitz im Vorjahr.

Unternehmen, die aufgrund von Verschmelzungen nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen werden 1

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In Prozent Anteil am Kapital Vorjahr Bemerkung
BayWa IT GmbH, München 100,0 Verschmelzung auf BayWa AG, München, zum 01.01.2022
Schumann Wind, LLC, Wilmington, USA 100,0 Verschmelzung auf Chopin Wind, LLC, Wilmington, USA zum 18.08.2022
RENERCO GEM 1 GmbH, Gräfelfing 100,0 Verschmelzung auf BayWa r.e. Italia Assets GmbH, Gräfelfing zum 01.09.2022

1 Bei den dargestellten Unternehmen besteht aufgrund der Verschmelzung jeweils kein Anteilsbesitz zum Ende des Geschäftsjahres 2022.

Unternehmen, die aufgrund von Beherrschungsverlust nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen werden 1

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In Prozent Anteil am Kapital Vorjahr Bemerkung
a.a.t. Substrathandel GmbH, Wittenburg 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
Al Dahra BayWa Agriculture LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 49,0 Verkauf zum 25.07.2022
AMUR S.L.U., Barcelona, Spanien 2 100,0 Liquidation zum 22.12.2022
Arlena Energy S.r.l., Mailand, Italien 2 100,0 Verkauf zum 04.02.2022
Aufwind BB GmbH & Co. Zweiundzwanzigste Biogas KG, Regensburg 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
BayWa r.e. Bioenergy GmbH, Regensburg 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
Bracks Farm Solar Park Limited, London, Großbritannien 2 100,0 Verkauf zum 23.12.2022
Cefetra Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100,0 Liquidation zum 17.10.2022
Corazon Energy Class B LLC, Irvine, USA 100,0 Verkauf zum 18.02.2022
Corazon Energy LLC, Irvine, USA 2 100,0 Verkauf zum 18.02.2022
Corazon Tax Equity Partnership LLC, Irvine, USA 100,0 Verkauf zum 18.02.2022
Cotopaxi Energy Storage LLC, Irvine, USA 2 100,0 Liquidation zum 31.12.2022
Diapur Wind Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 2 100,0 Verkauf zum 01.12.2022
EE Biogasanlage Brandis GmbH & Co. KG, Regensburg 2 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
Euren Biogas Società Agricola a r.l., Neapel, Italien 2 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
Ferguson Wind Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 2 100,0 Verkauf zum 01.12.2022
Fruitmark USA Inc., Oceano, USA 100,0 Liquidation zum 19.01.2022
Grande Lande Energies SAS, Paris, Frankreich 2 100,0 Verkauf zum 19.12.2022
Guajillo Energy Storage II LLC, Irvine, USA 2 100,0 Liquidation zum 31.12.2022
Guajillo Energy Storage LLC, Irvine, USA 2 100,0 Verkauf zum 18.02.2022
Hexagone Energie 2 SAS, Paris, Frankreich 2 100,0 Verkauf zum 16.12.2022
Landhandel Knaup GmbH, Borchen 51,0 Verkauf zum 20.01.2022
Les Pierres Blanches Energies, Paris, Frankreich 2 100,0 Verkauf zum 29.03.2022
Northshore Solar 1 LLC, Irvine, USA 2 100,0 Liquidation zum 31.12.2022
Ouyen HoldCo Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0 Liquidation zum 25.02.2022
Ouyen Solar Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 2 100,0 Liquidation zum 25.02.2022
PAF Projects for Advanced Fuels GmbH, Regensburg 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
R&S ENERGY capital-GmbH & Co. KG, Regensburg 2 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
r.e Bioenergie Betriebs GmbH & Co. Zehnte Biogas KG, Regensburg 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
r.e Bioenergie Betriebs GmbH & Co. Zwölfte Biogas KG, Regensburg 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
Rock Power S.L.U., Barcelona, Spanien 2 100,0 Verkauf zum 22.12.2022
Schradenbiogas GmbH & Co. KG, Gröden 94,5 Verkauf zum 15.12.2022
Scurf Dyke Solar Limited, London, Großbritannien 2 100,0 Verkauf zum 21.12.2022
SolarPark 4a LLC, New York, USA 2 100,0 Verkauf zum 12.12.2022
SPV Solarpark 106. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 2 100,0 Verkauf zum 29.12.2022
Tessennano Energy S.r.l., Mailand, Italien 2 100,0 Verkauf zum 04.02.2022
Ubon Saeng Arthid Co., Ltd., Bangkok, Thailand 2 97,0 Verkauf zum 01.07.2022
UNL 18 Solar B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
Valentine Peak Solar LLC, Irvine, USA 2 100,0 Liquidation zum 31.12.2022
Varennes Energies SAS, Paris, Frankreich 2 100,0 Verkauf zum 29.03.2022
Varennes Solaire 2 SAS, Paris, Frankreich 2 100,0 Verkauf zum 29.03.2022
Watt Development SPV 1 S.L.U., Barcelona, Spanien 2 100,0 Verkauf zum 20.12.2022
Watt Development SPV 4 S.L.U., Barcelona, Spanien 2 100,0 Verkauf zum 20.12.2022
Watt Development SPV 8 S.L.U., Barcelona, Spanien 2 100,0 Verkauf zum 20.12.2022
Windpark Wilhelmshöhe IV GmbH & Co. KG, Gräfelfing 2 100,0 Verkauf zum 13.04.2022
Zonnepark B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Liquidation zum 20.01.2022
Zonnepark PV10 B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 30.12.2022
Zonnepark PV12 B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 19.08.2022
Zonnepark PV15 B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 14.02.2022
Zonnepark PV16 B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 30.12.2022
Zonnepark PV18 B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 24.03.2022
Zonnepark PV2 B.V., Heerenveen, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 30.09.2022
Zonnepark PV21 B.V., Leeuwarden, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 19.08.2022
Zonnepark PV29 B.V., Leeuwarden, Niederlande 2 100,0 Verkauf zum 01.09.2022

1 Bei den dargestellten Unternehmen besteht jeweils kein Anteilsbesitz zum Ende des Geschäftsjahres 2022.
2 Es handelt sich um Projektgesellschaften, deren Verkauf in der Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS 15 bilanziert und ausgewiesen wird (siehe hierzu auch Abschnitt A.5).

Bei den nachfolgend dargestellten Gesellschaften besteht - trotz fehlender mittelbarer oder unmittelbarer Stimmrechtsmehrheit entsprechend den Kapitalanteilen - Beherrschungsmöglichkeit aufgrund vertraglicher oder sonstiger Vereinbarungen. Daher werden auch diese Unternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der BayWa AG einbezogen.

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In Prozent Anteil am Kapital Anteil am Kapital Vorjahr Bemerkung
Delica North America, Inc., Torrance, USA 50,0 50,0 Mit 60 Prozent Mehrheit der Stimmrechte und Anrechte auf die Renditen
EVN-ECOWIND Sonnenstromerzeugungs GmbH, Maria Enzersdorf, Österreich 1 50,0 - Beherrschender Einfluss auf die Geschäftstätigkeit
RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich 50,0 50,0 Stimmrechtsmehrheit
SDK Power Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 1 48,0 - Operative Geschäftsführung sowie mehrheitliche Vertretung im Geschäftsführungsorgan
T&G CarSol Asia PTE. Ltd, Singapur, Singapur 1 50,0 50,0 Beherrschender Einfluss auf die Geschäftstätigkeit
T&G Vizzarri Farms Pty Ltd, Tullamarine, Australien 50,0 50,0 Operative Geschäftsführung sowie mehrheitliche Vertretung im Geschäftsführungsorgan
Worldwide Fruit Limited, Spalding, Großbritannien 50,0 50,0 Operative Geschäftsführung und Beherrschung über Organbesetzung

1 Diese Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2022 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen.

Zugänge durch Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2022

Zugang: Heinrich Brüning GmbH, Hamburg

Die BayWa AG hat über die Cefetra Group B.V., Rotterdam, Niederlande, im Rahmen eines Share-Deals 60 Prozent der Anteile an der Heinrich Brüning GmbH, einem Anbieter von Trockenfrüchten und Nusskernen mit Sitz in Hamburg, erworben. Mit der Heinrich Brüning GmbH wurde auch deren 100-prozentige Tochtergesellschaft Suntree GmbH, Hamburg, erworben. Der beherrschende Einfluss besteht seit dem 28. Juni 2022. Seit diesem Zeitpunkt werden die Heinrich Brüning GmbH und die Suntree GmbH in den Konzernabschluss der BayWa AG im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen. Der Einstieg bei Heinrich Brüning ist für die Cefetra-Gruppe ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung ihrer Marktposition als Lieferant für Lebensmittelzutaten. Die Anschaffungskosten für die erworbenen Anteile betragen 9,5 Mio. Euro. Diese beinhalten die vertraglich vereinbarte, im Juni 2022 zur Auszahlung gelangte Kaufpreiskomponente in Höhe von 6,9 Mio. Euro sowie bedingte Kaufpreisbestandteile, die sich in Abhängigkeit der EBIT-Entwicklung der Geschäftsjahre 2023 bis 2025 ergeben. Aufgrund der erwarteten Ergebnisentwicklung der Heinrich Brüning GmbH zum Erwerbszeitpunkt wurde eine bedingte Kaufpreiskomponente in Höhe von 2,6 Mio. Euro erfasst. Gemäß der vorläufigen Kaufpreisallokation resultiert ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3,3 Mio. Euro. Die Transaktionskosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb angefallen sind, belaufen sich auf 0,6 Mio. Euro.

Zugang: Patent Co. DOO Misicevo, Mišićevo, Serbien

Die RWA AG hat über die RWA International Holding GmbH; Korneuburg, Österreich, im Rahmen eines Share-Deals 90 Prozent der Anteile an dem serbischen Mischfutterkonzern Patent Co. DOO Misicevo mit Sitz in Mišićevo, Serbien, übernommen. Zusammen mit der Patent Co. DOO wurde auch deren 100-prozentige Tochtergesellschaft PATENT CO. DOO LAKTASI, Laktaši, Bosnien und Herzegowina, erworben. Der beherrschende Einfluss besteht seit dem 31. Januar 2022. Seit diesem Zeitpunkt werden beide Gesellschaften in den Konzernabschluss der BayWa AG im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen. Ziel der Akquisition ist die Stärkung des Produktportfolios und der geografischen Positionierung in den Bereichen Futtermittel und Futtermittelzusatzstoffe. Die Anschaffungskosten für die erworbenen Anteile belaufen sich auf 71,9 Mio. Euro. Darüber hinaus wurde eine Call-Put-Option-Vereinbarung bezüglich des Erwerbs der verbleibenden 10 Prozent der Anteile geschlossen. Da es sich hierbei um eine Fair-Value-Put-Option handelt, wurde IFRS 10 Vorrang gegenüber IAS 32 eingeräumt und somit keine Ausbuchung der nicht beherrschenden Anteile vorgenommen. Folglich sind die nicht beherrschenden Anteile zum 31. Dezember 2022 weiterhin in vollem Umfang bilanziert. Die sich aus der Fair-Value-Put-Option ergebende Verbindlichkeit wurde zu Lasten des Eigenkapitals gebildet und beläuft sich auf 8,9 Mio. Euro, wobei für deren Ermittlung eine einjährige Zielerreichung des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 100 Prozent zugrunde gelegt wurde. Aus der Kaufpreisallokation resultiert ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 35,1 Mio. Euro. Die im Zusammenhang mit dem Erwerb angefallenen Transaktionskosten belaufen sich auf 0,9 Mio. Euro.

Zugang: Sol in one GmbH, Kaiserslautern

Die BayWa AG hat über die BayWa r.e. AG, München, im Rahmen eines Share-Deals 80 Prozent der Anteile an der Sol in one GmbH, Kaiserslautern, erworben. Das operative Geschäft der Sol in one GmbH beinhaltet die Planung, Montage sowie Wartung und Überwachung von PV-Anlagen auf Dächern, Carports sowie PV-Freiflächenprojekten. Der beherrschende Einfluss besteht seit dem 24. Januar 2022. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss der BayWa AG im Rahmen der Vollkonsolidierung erfolgt seit dem 1. Februar 2022. Die Transaktion hilft der Geschäftseinheit Energy Solutions bei der Umsetzung der Strategie, solche PV-Installationskapazitäten aufzubauen, die sowohl die Wertschöpfungskette von Energy Solutions als auch die bestehenden Geschäftsbereiche ergänzen. Die Anschaffungskosten für die erworbenen Anteile betragen 12,0 Mio. Euro. Neben der vertraglich vereinbarten, im Januar 2022 zur Auszahlung gelangten Kaufpreiskomponente in Höhe von 7,1 Mio. Euro wurde eine bedingte Kaufpreiskomponente vereinbart, die sich in Abhängigkeit der EBIT-Entwicklung der Geschäftsjahre 2021 bis 2024 auf maximal 12,0 Mio. Euro beläuft. Aufgrund der erwarteten Ergebnisentwicklung der Sol in one GmbH zum Erwerbszeitpunkt wurde eine bedingte Kaufpreiskomponente in Höhe von 4,9 Mio. Euro erfasst. Ferner wurde eine Call-Put-Option-Vereinbarung bezüglich des Erwerbs der restlichen 20 Prozent der Anteile geschlossen. Da es sich hierbei um eine Fair-Value-Put-Option handelt, wurde IFRS 10 Vorrang gegenüber IAS 32 eingeräumt und somit keine Ausbuchung der nicht beherrschenden Anteile vorgenommen. Folglich sind die nicht beherrschenden Anteile zum 31. Dezember 2022 weiterhin in vollem Umfang bilanziert. Die sich aus der Fair-Value-Put-Option ergebende Verbindlichkeit wurde zu Lasten des Eigenkapitals gebildet und beläuft sich auf 4,8 Mio. Euro, ermittelt aus der erwarteten Zielerreichungsquote des (erwarteten) Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) für die Jahre 2021 bis 2024. Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation resultiert ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 7,5 Mio. Euro. Die Transaktionskosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb angefallen sind, belaufen sich auf 0,3 Mio. Euro.

Weitere Zugänge von untergeordneter Bedeutung

Daneben ist im Geschäftsjahr der nachfolgend dargestellte Zugang zum Konsolidierungskreis zu verzeichnen, der einzeln betrachtet keinen wesentlichen Einfluss für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa-Konzerns hat:

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RENAM S.r.l., Mailand, Italien

Die BayWa AG hat über die BayWa r.e. Operation Services S.r.l., Mailand, Italien, im Rahmen eines Share-Deals 100 Prozent der Anteile an der RENAM S.r.l. mit Sitz in Mailand erworben. Die Gesellschaft ist im Bereich der kaufmännischen und technischen Betriebsführung sowie in der technischen Beratung für Wind- und Photovoltaikanlagen tätig. Die Übernahme festigt die Position der BayWa r.e.-Gruppe in Italien als Komplettanbieter der Dienstleistungen für Eigentümer von Wind- und Photovoltaikanlagen. Der beherrschende Einfluss besteht seit dem 22. Dezember 2021. Die erstmalige Einbeziehung in den Konzernabschluss im Rahmen der Vollkonsolidierung erfolgte ab dem 1. Januar 2022. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 0,2 Mio. Euro; in dieser Höhe resultiert aus der vorläufigen Kaufpreisallokation auch der Goodwill. Die Transaktionskosten für die erworbenen Anteile betragen 0,1 Mio. Euro.

Zusammengefasst stellen sich die Zugänge der Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) und Schulden aus Unternehmenserwerben des Geschäftsjahres 2022 bewertet zu beizulegenden Zeitwerten, gegliedert nach Hauptgruppen, wie folgt dar:

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In Mio. Euro Heinrich Brüning GmbH Patent Co. DOO Sol in one GmbH Weitere Zugänge Summe der Zugänge 2022
Aktiva          
Immaterielle Vermögenswerte 3,5 3,4 4,5 0,2 11,6
Sachanlagen 5,6 25,4 1,0 0,0 32,0
Finanzanlagen - 0,0 - - 0,0
Vorräte 31,5 18,3 1,0 - 50,8
Finanzielle Vermögenswerte - 0,0 - - 0,0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 5,0 17,7 8,8 0,2 31,7
davon: Forderungen (brutto) - 15,7 2,8 - 18,5
davon: als einbringlich betrachtete Forderungen - 14,2 2,7 - 16,9
Latente Steueransprüche - 4,2 0,1 - 4,3
Flüssige Mittel 0,0 2,4 0,5 0,2 3,1
Passiva          
Langfristige Verbindlichkeiten 1,0 9,9 - 0,1 11,0
Kurzfristige Finanzschulden 18,9 12,9 3,9 - 35,7
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 13,6 - - - 13,6
Kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten - - 0,3 - 0,3
Kurzfristige übrige Verbindlichkeiten 0,4 7,0 4,2 0,4 12,0
Latente Steuerschulden 1,1 0,8 1,9 - 3,8
Erworbenes Nettovermögen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung 10,6 40,8 5,7 0,0 57,1
Anteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens 6,3 36,8 4,6 0,0 47,7
Anteil Minderheitsgesellschafter 4,3 4,0 1,1 0,0 9,4

Die Überleitung zum Geschäfts- oder Firmenwert zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung lautet wie folgt:

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In Mio. Euro Heinrich Brüning GmbH Patent Co. DOO Sol in one GmbH Weitere Zugänge Summe der Zugänge 2022
Übertragene Gegenleistung für den Erwerb der Anteile 9,5 71,9 12,0 0,2 93,6
Nicht beherrschende Anteile an den erworbenen Unternehmen 4,3 4,0 1,1 - 9,4
Erworbenes Nettovermögen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung 6,3 36,8 4,6 0,0 47,7
Geschäfts- oder Firmenwert 3,3 35,1 7,5 0,2 46,1

Die aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte beinhalten nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie Fachwissen der Mitarbeiter und erwartete Synergieeffekte.

Umsatz- und Ergebnisbeitrag der im Berichtszeitraum erstmals konsolidierten Gesellschaften

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In Mio. Euro Heinrich Brüning GmbH Patent Co. DOO Sol in one GmbH Weitere Zugänge Summe der Zugänge 2022
Umsatzerlöse ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung 49,3 120,7 27,7 1,2 198,9
Gewinn/​Verlust ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung 0,2 2,4 1,6 0,0 4,2
Pro-forma-Umsatzerlöse für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2022 92,2 126,7 35,6 1,2 255,7
Pro-forma-Gewinn/​-Verlust für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2022 - 0,4 1,9 0,7 0,0 2,2

Ergänzende Angaben zu den Unternehmenserwerben des Vorjahres

Im Vorjahr waren die Kaufpreisallokationen im Zusammenhang mit den Erwerben der NWind GmbH, Hannover, der BayWa r.e. Solar Systems s.r.o., Prag, Tschechien, der EE Biogasanlage Brandis GmbH & Co. KG, Regensburg, der Enerpole SAS, Carcassonne, Frankreich, der PV Integ AG, Ebikon, Schweiz, und der Renertech Rotorblattservice GmbH & Co. KG, Bad Wünnenberg, als vorläufig berichtet worden. Aus den finalen Kaufpreisallokationen ergaben sich keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den vorläufigen Allokationen, die im Konzernanhang angegeben waren.

Abgänge aus dem Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2022

Al Dahra BayWa Agriculture LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate

Mit Wirkung zum 25. Juli 2022 hat die BayWa AG die in ihrem Besitz befindlichen 49 Prozent der Anteile an der Al Dahra BayWa Agriculture LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, zuzüglich treuhänderisch verwalteter 2 Prozent der Anteile, die der BayWa AG zuzurechnen waren, veräußert. Seit diesem Zeitpunkt hält die BayWa AG keine Anteile an der Gesellschaft mehr.

BayWa r.e. Bioenergy-Unternehmensgruppe

Mit Wirkung zum 30. September 2022 hat die BayWa r.e. AG, München, 100 Prozent der Anteile an ihrem Biogas-Portfolio, bestehend aus der BayWa r.e. Bioenergy GmbH, Regensburg, und deren Tochterunternehmen (Aufwind BB GmbH & Co. Zweiundzwanzigste Biogas KG, Regensburg, r.e Bioenergie Betriebs GmbH & Co. Zehnte Biogas KG, Regensburg, r.e Bioenergie Betriebs GmbH & Co. Zwölfte Biogas KG, Regensburg, PAF Projects for Advanced Fuels GmbH, Regensburg, Euren Biogas Società Agricola a r.l., Neapel, Italien, EE Biogasanlage Brandis GmbH & Co. KG, Regensburg, a.a.t. Substrathandel GmbH, Wittenburg, und R&S ENERGY capital-GmbH & Co. KG, Regensburg) veräußert.

Schradenbiogas GmbH & Co. KG, Gröden

Mit Wirkung zum 15. Dezember 2022 hat die BayWa AG die in ihrem Besitz befindlichen 94,5 Prozent der Anteile an Schradenbiogas GmbH & Co. KG, Gröden, veräußert. Die BayWa AG besitzt seit diesem Zeitpunkt keine weiteren Anteile an der Gesellschaft mehr.

Die sich aus diesen drei Veräußerungen aufgrund des Beherrschungsverlusts ergebenden Auswirkungen auf den Konzernabschluss stellen sich wie folgt dar:

Aufgrund Beherrschungsverlust abgegangene Vermögenswerte und Schulden

Aktiva

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In Mio. Euro Al Dahra BayWa Agriculture LLC BayWa r.e. Bioenergy-Unternehmensgruppe Schradenbiogas GmbH & Co. KG Summe der Abgänge 2022
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 42,3 6,4 15,6 64,4
Finanzanlagen - 0,1 0,0 0,1
Übrige langfristige Vermögenswerte - 0,6 0,9 1,5
Vorräte 1,0 27,8 0,0 28,8
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2,9 16,3 4,0 23,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8,2 4,7 0,7 13,6
  54,4 56,0 21,2 131,6

Passiva

       
Langfristige Rückstellungen - 0,5 0,0 0,5
Langfristige Finanzschulden 47,0 0,6 1,1 48,7
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige langfristige Verbindlichkeiten - 0,4 0,4 0,8
Kurzfristige Rückstellungen 0,3 5,4 0,4 6,1
Kurzfristige Finanzschulden - 13,8 0,5 14,3
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 3,2 33,7 22,8 59,7
  50,5 54,5 25,2 130,2
Nettovermögen zum Verkaufszeitpunkt 4,0 1,6 - 3,9 1,7
davon auf Minderheiten entfallend 2,0 - - 0,2 1,8
davon auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallend 2,0 1,6 - 3,7 - 0,2

Veräußerungsergebnis aus den Abgängen des Geschäftsjahres 2022

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In Mio. Euro Al Dahra BayWa Agriculture LLC BayWa r.e. Bioenergy-Unternehmensgruppe Schradenbiogas GmbH & Co. KG Summe der Abgänge 2022
Erhaltene Gegenleistung in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten für die veräußerten Anteile 3,6 37,9 5,0 46,5
Abzüglich anteilig aufgegebenes Nettovermögen zum Verkaufszeitpunkt 2,0 1,6 - 3,7 - 0,1
Veräußerungsergebnis 1,6 36,3 8,7 46,6

Das Abgangsergebnis wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im Beteiligungsergebnis dargestellt.

Nettozahlungsmittelzufluss aus den Abgängen des Geschäftsjahres 2022

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In Mio. Euro Al Dahra BayWa Agriculture LLC BayWa r.e. Bioenergy-Unternehmensgruppe Schradenbiogas GmbH & Co. KG Summe der Abgänge 2022
Durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichener Kaufpreis 3,6 37,9 5,0 46,5
Abzüglich mit dem Verkauf abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8,2 4,7 0,7 13,6
  - 4,6 33,2 4,3 32,9

Wesentliche nicht beherrschende Anteile

In den Konzernabschluss der BayWa AG werden auch Gesellschaften einbezogen, an denen die BayWa AG mittelbar und unmittelbar über weniger als 100 Prozent der Kapital- und Stimmrechtsanteile verfügt.

Die zusammenfassenden Finanzinformationen für Konzerngesellschaften, an denen wesentliche nicht beherrschende Anteile bestehen, stellen sich wie folgt dar:

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In Mio. Euro BayWa r.e. AG, München 1 T&G Global Limited, Auckland, Neuseeland 1
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Kapitalanteils- und Stimmrechtsquote der nicht beherrschenden Anteile (in %) 49,00 49,00 26,01 26,01
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Jahresergebnis 55,3 41,4 3,3 3,3
Kumulierte nicht beherrschende Anteile 611,0 511,2 81,6 77,9
An nicht beherrschenden Anteil ausgeschüttete Dividende 19,0 0,0 0,0 1,2
Finanzinformationen (vor Konsolidierung)        
Kurzfristige Vermögenswerte 3.361,6 3.360,1 199,5 175,0
Langfristige Vermögenswerte 1.702,1 1.170,3 367,6 329,1
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.772,8 1.770,6 133,9 122,7
Langfristige Verbindlichkeiten 2.093,2 1.726,4 169,8 118,2
Umsatzerlöse 6.480,9 3.553,6 920,9 938,0
Jahresüberschuss 77,4 82,6 4,6 26,2
Sonstiges Ergebnis 122,5 - 25,7 5,2 31,7
Gesamtergebnis 199,9 56,9 9,8 57,9

1 Die Vorjahreswerte wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit an die Ermittlungslogik des Geschäftsjahres 2022 angepasst.

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In Mio. Euro RWA AG, Korneuburg, Österreich 1 "UNSER LAGERHAUS" WARENHANDELSGESELLSCHAFT m.b.H., Klagenfurt, Österreich
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Kapitalanteils- und Stimmrechtsquote der nicht beherrschenden Anteile (in %) 50,0 50,0 48,94 48,94
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Jahresergebnis 22,8 12,2 4,1 5,3
Kumulierte nicht beherrschende Anteile 260,2 257,1 39,9 38,2
An nicht beherrschenden Anteil ausgeschüttete Dividende 3,2 3,2 2,2 2,0
Finanzinformationen (vor Konsolidierung)        
Kurzfristige Vermögenswerte 1.033,7 801,0 147,1 120,3
Langfristige Vermögenswerte 517,3 479,1 122,0 115,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 844,0 615,2 149,0 116,8
Langfristige Verbindlichkeiten 207,3 163,1 38,6 40,5
Umsatzerlöse 4.027,0 2.951,3 694,6 559,5
Jahresüberschuss 39,4 22,8 8,3 10,7
Sonstiges Ergebnis - 27,0 25,6 0,0 0,0
Gesamtergebnis 12,4 48,4 8,3 10,7

1 Die Vorjahreswerte wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit an die Ermittlungslogik des Geschäftsjahres 2022 angepasst.

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In Mio. Euro Royal Ingredients Group International B.V., Alkmaar, Niederlande TFC Holland B.V., Maasdijk, Niederlande
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Kapitalanteils- und Stimmrechtsquote der nicht beherrschenden Anteile (in %) - 40,00 10,53 10,53
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Jahresergebnis - 5,5 0,1 0,4
Kumulierte nicht beherrschende Anteile - 4,3 0,8 1,3
An nicht beherrschenden Anteil ausgeschüttete Dividende - 2,0 0,4 0,5
Finanzinformationen (vor Konsolidierung)        
Kurzfristige Vermögenswerte 6,1 4,3 25,2 18,2
Langfristige Vermögenswerte 14,0 14,0 34,3 13,4
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2,1 7,5 34,3 18,7
Langfristige Verbindlichkeiten - - 17,3 0,3
Umsatzerlöse - - 74,0 77,7
Jahresüberschuss 0,3 13,8 1,4 3,8
Sonstiges Ergebnis - - - -
Gesamtergebnis 0,3 13,8 1,4 3,8

Die BayWa AG hat über die Konzerngesellschaft Cefetra Group B.V., Rotterdam, Niederlande, mit Wirkung zum 29. April 2022 die verbleibenden 40 Prozent der Anteile an der Royal Ingredients Group International B.V., Alkmaar, Niederlande, erworben, sodass der Cefetra Group B.V. seit dem Erwerbszeitpunkt 100 Prozent der Anteile an der Gesellschaft zustehen. Die Anschaffungskosten für die erworbenen Anteile betragen 38,6 Mio. Euro. Diese beinhalten die vertraglich vereinbarte und im April 2022 zur Auszahlung gelangte Kaufpreiskomponente von 38,6 Mio. Euro. Der Buchwert der bisher nicht beherrschenden Anteile im Eigenkapital der Royal Ingredients Group International B.V. betrug zum Erwerbszeitpunkt 5,3 Mio. Euro. Somit reduzierten sich im Konzernabschluss infolge der Transaktion einerseits die Anteile anderer Gesellschafter um 5,3 Mio. Euro und andererseits das den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zustehende Eigenkapital um 33,3 Mio. Euro aus der Verrechnung des aus dem sukzessiven Erwerb entstandenen Unterschiedsbetrags. Die im Zusammenhang mit dem Anteilserwerb angefallenen Transaktionskosten belaufen sich auf 0,1 Mio. Euro. Diese sind in der KonzernGewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

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In Mio. Euro BayWa Vorarlberg HandelsGmbH, Lauterach, Österreich
31.12.2022 31.12.2021
Kapitalanteils- und Stimmrechtsquote der nicht beherrschenden Anteile (in %) 49,00 49,00
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Jahresergebnis 1,1 1,0
Kumulierte nicht beherrschende Anteile 6,5 6,5
An nicht beherrschenden Anteil ausgeschüttete Dividende 1,1 3,5
Finanzinformationen (vor Konsolidierung)    
Kurzfristige Vermögenswerte 26,5 21,2
Langfristige Vermögenswerte 26,1 25,9
Kurzfristige Verbindlichkeiten 26,2 19,7
Langfristige Verbindlichkeiten 13,0 14,1
Umsatzerlöse 97,1 84,3
Jahresüberschuss 2,3 2,0
Sonstiges Ergebnis - 0,1
Gesamtergebnis 2,3 2,2

Unternehmen von untergeordneter Bedeutung

Aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung werden 92 (Vorjahr: 101) inländische und 276 (Vorjahr: 235) ausländische verbundene Unternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Der Ansatz in der Konzernbilanz für diese Unternehmen und deren Bewertung erfolgt in analoger Anwendung von IFRS 9. Die kumulierten Jahresergebnisse und das kumulierte Eigenkapital (unkonsolidierte HB I-Werte auf Basis des lokalen Abschlusses) dieser Unternehmen stellen sich für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar:

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Nicht einbezogene verbundene Unternehmen In Mio. Euro Anteil zur Gesamtheit aller verbundenen Unternehmen
in Prozent
Jahresüberschuss - 1,2 - 0,3
Eigenkapital 22,3 0,4

B.3 Gemeinschaftsunternehmen nach IFRS 11 in Verbindung mit IAS 28

Nach der Equity-Methode werden 15 (Vorjahr: 12) Gemeinschaftsunternehmen bilanziert, bei denen der BayWa-Konzern zusammen mit einem oder mehreren konzernfremden Dritten aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung die gemeinschaftliche Beherrschung ausübt. Diese finden sich in der Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes, der diesem Konzernanhang als Anlage beigefügt ist. Die Anteile dieser Unternehmen sind mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des sich seit Anteilserwerb ändernden anteiligen Reinvermögens der Beteiligungsgesellschaften angesetzt.

Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode einbezogenen wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen:

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In Mio. Euro Hafen Vierow - Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Brünzow VIELA Export GmbH, Vierow
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Beteiligungsquote (in %) 50,00 50,00 50,00 50,00
Stimmrechtsquote (in %) 50,00 50,00 50,00 50,00
Erhaltene Dividende vom Gemeinschaftsunternehmen - - - -
Kurzfristige Vermögenswerte 2,6 1,9 8,4 3,4
Langfristige Vermögenswerte 12,3 12,7 12,9 12,7
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1,0 0,8 2,6 2,9
Langfristige Verbindlichkeiten 4,9 5,7 6,0 1,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2,0 1,3 7,1 1,9
Kurzfristige Finanzschulden - - - -
Langfristige Finanzschulden 3,9 4,7 5,1 0,9
Umsatzerlöse 3,5 2,8 7,1 6,1
Planmäßige Abschreibungen - 0,5 - 0,5 - 1,0 - 1,0
Zinsaufwand - 0,1 - 0,1 - 0,1 - 0,1
Zinsertrag 0,0 0,0 0,0 0,0
Ertragsteueraufwand - 0,4 - 0,2 - 0,5 - 0,5
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1,0 0,3 1,4 1,2
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 - -
Gesamtergebnis 1,0 0,3 1,4 1,2
Nicht erfasste Verluste der Berichtsperiode - - - -
Nicht erfasste Verluste kumulativ - - - -
Überleitungsrechnung        
Nettoreinvermögen des Gemeinschaftsunternehmens 9,0 8,0 12,7 11,3
Beteiligungs- und Stimmrechtsquote (in %) 50,00 50,00 50,00 50,00
Geschäfts- oder Firmenwert 3,0 3,0 7,8 7,8
Sonstige Anpassungen - 0,1 - 0,1 0,1 0,1
Buchwert 7,4 6,9 14,0 13,3

Die Hafen Vierow - Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Brünzow, ist für die Verwaltung und den Betrieb des Hafens Vierow und die Errichtung von Umschlagsanlagen sowie den Umschlag und die Lagerung von Gütern aller Art zuständig. Gegenstand der VIELA Export GmbH, Vierow, ist der Import und Export von Gütern und Produkten der Agrarwirtschaft.

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In Mio. Euro BHBW Holdings (Pty) Ltd, Lynnwood Manor, Südafrika Amadeus Wind Holdings, LLC, Wilmington, USA
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Beteiligungsquote (in %) 50,00 50,00 33,30 33,30
Stimmrechtsquote (in %) 50,00 50,00 33,30 33,30
Erhaltene Dividende vom Gemeinschaftsunternehmen - - - -
Kurzfristige Vermögenswerte 25,8 17,6 29,3 14,1
Langfristige Vermögenswerte 15,0 17,7 303,3 295,4
Kurzfristige Verbindlichkeiten 18,1 17,5 6,9 7,0
Langfristige Verbindlichkeiten 0,0 0,7 308,0 302,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,0 0,0 21,4 8,1
Kurzfristige Finanzschulden - - - -
Langfristige Finanzschulden - - 143,5 -
Umsatzerlöse 56,5 80,4 24,5 23,8
Planmäßige Abschreibungen - 1,2 - 1,1 - 10,8 - 9,5
Zinsaufwand - 0,8 - 0,8 - 5,2 - 3,1
Zinsertrag 0,0 0,0 - -
Ertragsteueraufwand 0,0 0,0 - 0,0 - 0,0
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen - 0,4 0,7 18,0 - 28,0
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 - -
Gesamtergebnis - 0,4 0,7 18,0 - 28,0
Nicht erfasste Verluste der Berichtsperiode - - - -
Nicht erfasste Verluste kumulativ - - - -
Überleitungsrechnung        
Nettoreinvermögen des Gemeinschaftsunternehmens 22,7 22,9 17,7 0,0
Beteiligungs- und Stimmrechtsquote (in %) 50,00 50,00 33,30 33,30
Geschäfts- oder Firmenwert - - 46,5 46,5
Sonstige Anpassungen - - 0,5 - 4,0
Buchwert 11,3 11,5 51,9 42,5

Die BHBW Holdings (Pty) Ltd, Lynnwood Manor, Südafrika, ist im Handel und Vertrieb von Landtechnik und Flurförderfahrzeugen aktiv. Bei der Amadeus Wind Holdings, LLC, Wilmington, USA, handelt es sich um einen Windpark mit einer Gesamtleistung von 96 Gigawatt.

Bei den dargestellten Finanzinformationen handelt es sich um die Werte, die Gegenstand des IFRS -Abschlusses des jeweiligen Gemeinschaftsunternehmens sind.

Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen, die für sich genommen nicht wesentlich sind:

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In Mio. Euro 31.12.2022 31.12.2021
Buchwert am Bilanzstichtag 28,5 4,0
Anteil des BayWa-Konzerns am Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen 0,0 - 1,7
Anteil des BayWa-Konzerns am Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen - -
Anteil des BayWa-Konzerns am sonstigen Ergebnis - 0,9 0,8
Anteil des BayWa-Konzerns am Gesamtergebnis - 0,9 - 0,9
Nicht erfasste Verluste der Berichtsperiode - 0,0 - 0,0
Nicht erfasste Verluste kumulativ - 0,9 - 0,9

Der Anstieg der Buchwerte der nicht wesentlichen, nach der at-Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen ist vor allem auf die Gründung des Joint Venture Floating Energy Allyance 1 Limited, Glasgow, Großbritannien, zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden bei diesem Gemeinschaftsunternehmen keine wesentlichen Ergebnisbeiträge erzielt.

B.4 Assoziierte Unternehmen nach IAS 28

Nach der Equity-Methode werden 11 (Vorjahr: 13) assoziierte Unternehmen bilanziert, bei denen der BayWa-Konzern entweder über einen Stimmrechtsanteil von mindestens 20 Prozent und maximal 50 Prozent oder über Geschäftsführungs- oder Aufsichtsfunktionen maßgeblichen Einfluss ausüben kann und die kein Gemeinschaftsunternehmen oder ein Unternehmen von untergeordneter Bedeutung sind. Diese finden sich in der Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes diesem Anhang als Anlage beigefügt. Die Anteile an diesen Unternehmen sind mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des sich seit Anteilserwerb ändernden Reinvermögens der Beteiligungsgesellschaften angesetzt.

Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode einbezogenen wesentlichen assoziierten Unternehmen:

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In Mio. Euro BRB Holding GmbH, München AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich
31.12.2022 31.12.2021 30.11.2022 30.11.2021
Beteiligungsquote (in %) 45,26 45,26 49,99 49,99
Stimmrechtsquote (in %) 45,26 45,26 49,99 49,99
Erhaltene Dividende vom assoziierten Unternehmen 8,0 2,1 0,0 0,0
Kurzfristige Vermögenswerte 0,4 0,2 270,9 244,1
Langfristige Vermögenswerte 234,8 234,8 80,5 83,8
Kurzfristige Verbindlichkeiten 0,1 0,0 201,9 282,6
Langfristige Verbindlichkeiten - - 105,4 5,5
Umsatzerlöse - - 281,8 213,7
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen 8,1 4,7 6,0 - 9,5
Sonstiges Ergebnis - - - 1,8 - 0,8
Gesamtergebnis 8,1 4,7 4,2 - 10,3
Nicht erfasste Verluste der Berichtsperiode - - - -
Nicht erfasste Verluste kumulativ - - - -
Überleitungsrechnung        
Nettoreinvermögen des assoziierten Unternehmens 235,1 235,0 44,0 39,8
Beteiligungs- und Stimmrechtsquote (in %) 45,26 45,26 49,99 49,99
Geschäfts- oder Firmenwert - - 22,4 22,4
Sonstige Anpassungen - 17,3 - 17,3 1,4 1,4
Buchwert 89,1 89,1 45,9 43,8

Gegenstand der BRB Holding GmbH, München, ist das Halten von Beteiligungen an Unternehmen der genossenschaftlichen Verbundgruppe sowie jede andere Tätigkeit, die dazu geeignet ist, diese Tätigkeit zu unterstützen. Die AUSTRIA JUICE GmbH ist Produzent von Fruchtsaftkonzentraten, Getränkegrundstoffen und Aromen sowie von Fruchtweinen und Direktsäften für die weiterverarbeitende Getränke- und Lebensmittelindustrie.

Der Bilanzstichtag der AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich, fällt aufgrund der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auf den 28. Februar des jeweiligen Jahres. Aus diesem Grund endet die Berichtsperiode, die als Grundlage für die Einbeziehung des Abschlusses der AUSTRIA JUICE GmbH in den Konzernabschluss der BayWa AG herangezogen wird, am 30. November des jeweiligen Geschäftsjahres und ist somit abweichend vom Bilanzstichtag des Mutterunternehmens. Aus der abweichenden Berichtsperiode ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa-Konzerns.

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In Mio. Euro Grandview Brokerage LLC, Seattle, USA
31.12.2022 31.12.2021
Beteiligungsquote (in %) 39,39 39,39
Stimmrechtsquote (in %) 39,39 39,39
Erhaltene Dividende vom assoziierten Unternehmen 0,5 0,6
Kurzfristige Vermögenswerte 121,0 101,0
Langfristige Vermögenswerte 24,0 21,8
Kurzfristige Verbindlichkeiten 125,3 104,6
Langfristige Verbindlichkeiten 5,1 4,2
Umsatzerlöse 668,1 640,3
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen 3,7 4,9
Sonstiges Ergebnis - -
Gesamtergebnis 3,7 4,9
Nicht erfasste Verluste der Berichtsperiode - -
Nicht erfasste Verluste kumulativ - -
Überleitungsrechnung    
Nettoreinvermögen des assoziierten Unternehmens 14,7 14,1
Beteiligungs- und Stimmrechtsquote (in %) 39,39 39,39
Geschäfts- oder Firmenwert 14,5 14,5
Sonstige Anpassungen - 0,3 - 0,2
Buchwert 19,9 19,8

Bei der Grandview Brokerage LLC, Seattle, USA, handelt es sich um eine Investmentgesellschaft.

Bei den dargestellten Finanzinformationen handelt es sich um die Werte, die Gegenstand des IFRS -Abschlusses des jeweiligen assoziierten Unternehmens sind.

Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen, die für sich genommen nicht wesentlich sind:

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In Mio. Euro 31.12.2022 31.12.2021
Buchwert am Bilanzstichtag 11,3 5,7
Anteil des BayWa-Konzerns am Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen - 0,5 0,7
Anteil des BayWa-Konzerns am Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen - -
Anteil des BayWa-Konzerns am sonstigen Ergebnis - 0,0
Anteil des BayWa-Konzerns am Gesamtergebnis - 0,5 0,7
Nicht erfasste Verluste der Berichtsperiode - 0,1 - 0,2
Nicht erfasste Verluste (kumulierter Wert) - 1,0 - 0,9

Insgesamt 37 (Vorjahr: 36) Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen von insgesamt untergeordneter Bedeutung für den Konzernabschluss werden nicht nach der Equity-Methode bilanziert, sondern in analoger Anwendung von IFRS 9 grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Hierbei werden die Anschaffungskosten als bester Schätzer für den beizulegenden Zeitwert herangezogen, sofern diese Unternehmen nicht an einem Wertpapiermarkt notiert sind oder sich die Ertragslage des Beteiligungsunternehmens gemessen am Plan nicht wesentlich geändert hat. Generell ist festzuhalten, dass diese Unternehmen aufgrund ihrer konstanten Geschäftsmodelle und ihrer aus Konzernsicht in Summe als vernachlässigbar einzustufenden Geschäftsaktivitäten keine wesentlichen Wertunterschiede zwischen Anschaffungskosten und beizulegendem Zeitwert aufweisen. Die kumulierten Vermögenswerte, Schulden, Umsatzerlöse und Jahresergebnisse (jeweils auf Basis des lokalen Abschlusses) dieser Unternehmen stellen sich für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar:

Nicht nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen

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In Mio. Euro
Vermögenswerte 202,7
Schulden 144,0
Umsatzerlöse 287,8
Jahresüberschuss 5,1

B.5 Veränderung des BayWa-Konsolidierungskreises im Überblick

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Konzern-Konsolidierungskreis, einschließlich Mutterunternehmen, wie folgt verändert:

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Inland Ausland Gesamt
Einbezogen zum 31.12.2022 132 436 568
davon: vollkonsolidiert 122 419 541
davon: at-Equity bilanziert 10 17 27
Einbezogen zum 31.12.2021 122 425 547
davon: vollkonsolidiert 113 409 522
davon: at-Equity bilanziert 9 16 25

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes ist in einer separaten Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes (Anlage zum Konzernanhang) dargestellt.

B.6 Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse in Euro erfolgt gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die Gesellschaften des BayWa-Konzerns betreiben ihre Geschäfte selbstständig, sodass sie als "ausländische Geschäftsbetriebe" berücksichtigt werden. Die funktionale Währung ist die jeweilige Landeswährung oder in Ausnahmefällen diejenige Währung, in welcher der Großteil der geschäftlichen Transaktionen der jeweiligen Gesellschaft abgewickelt wird. Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Hiervon abweichend werden Beteiligungsansätze zu historischen Kursen bewertet. Das Eigenkapital wird mit Ausnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen zu historischen Kursen geführt. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zum Jahresdurchschnittskurs. Die sich aus der Umrechnung ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochtergesellschaft ergebnisneutral behandelt und mit den sonstigen Rücklagen im Eigenkapital verrechnet. Die Umrechnungsdifferenz (inklusive Umgliederungen) erhöhte sich im Berichtsjahr um 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 10,7 Mio. Euro).

Die Wechselkurse der für den BayWa-Konzern bedeutenden Währungen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

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Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung
Mittelkurs am Durchschnittskurs
1
Euro
31.12.2022 31.12.2021 2022 2021
Australien AUD 1,569 1,562 1,517 1,575
Großbritannien GBP 0,887 0,840 0,853 0,860
Japan JPY 140,660 130,380 138,027 129,874
Neuseeland NZD 1,680 1,658 1,658 1,672
Schweden SEK 11,122 10,250 10,630 10,146
USA USD 1,067 1,133 1,053 1,183

C Erläuterungen zur Bilanz

C.1 Immaterielle Vermögenswerte

Die unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte betreffen die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash-Generating Units).

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In Mio. Euro 2022 2021
BayWa r.e.-Geschäftseinheit "Holdings", geografischer Teilbereich "Bioenergy" 0,0 1,8
BayWa r.e.-Geschäftseinheit "Services" 15,0 14,9
davon: Zugang im Geschäftsjahr 2022: RENAM S.r.l. 0,2 -
BayWa r.e.-Geschäftseinheit "Solar Projects" 102,7 102,0
BayWa r.e.-Geschäftseinheit "Solar Trade" 44,3 42,4
BayWa r.e.-Geschäftseinheit "Wind Projects" 27,1 27,6
BayWa r.e.-Geschäftseinheit: "Energy Solutions" 7,5 -
davon: Zugang im Geschäftsjahr 2022: Sol in one GmbH 7,5 -
Cefetra-Unternehmensgruppe 0,0 12,2
Citygreen Gartengestaltungs GmbH 0,9 0,9
EUROGREEN-Unternehmensgruppe 2,1 2,1
Grainli GmbH & Co. KG 0,0 2,6
Heinrich Brüning GmbH 3,3 -
PATENT Co. DOO 35,1 -
Peter Frey GmbH 1,0 1,0
Premium Crops Limited (Firmenwert aus Asset-Deal) 6,4 6,8
Royal Ingredients-Unternehmensgruppe 3,4 3,4
T&G Global-Unternehmensgruppe 20,0 20,3
TFC Holland B.V. 15,7 15,7
Thegra Tracomex-Unternehmensgruppe 8,7 8,7
VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH 0,0 0,6
WAV Wärme Austria VertriebsgmbH 2,4 4,2
Übrige 0,2 0,0
  295,8 267,2

Aufgrund höherer Abzinsungsfaktoren, die im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen aus der Veränderung des makroökonomischen Umfelds resultieren (Abschnitt A.9), haben die im Geschäftsjahr 2022 durchgeführten Wertminderungstests für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Cefetra-Unternehmensgruppe, VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH und Grainli GmbH & Co. KG jeweils einen Wertminderungsbedarf in Höhe des ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerts ergeben. Bei der WAV Wärme Austria VertriebsgmbH führten angepasste Grundannahmen und veränderte Planungsprämissen zu einem Wertminderungsaufwand von 1,8 Mio. Euro.

Alle genannten Wertminderungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen erfasst. Folgende wesentliche Grundannahmen wurden diesen Werthaltigkeitstests zugrunde gelegt.

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Grundannahmen 2022 Grundannahmen 2021
In Prozent Abzinsungsfaktor Wachstumsrate Abzinsungsfaktor Wachstumsrate
Cefetra-Unternehmensgruppe 6,5 1,0 5,6 1,0
Grainli GmbH & Co. KG 6,4 1,0 5,6 1,0
VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH 8,8 1,0 7,0 1,0
WAV Wärme Austria VertriebsgmbH 7,9 0,0 6,1 1,0

Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Erwerb der Premium Crops Limited, der T&G Global-Unternehmensgruppe sowie die Geschäfts- oder Firmenwerte der BayWa r.e.-Geschäftseinheiten unterliegen Wechselkursschwankungen, die zu Veränderungen gegenüber dem Vorjahr geführt haben. Der im Geschäftsjahr 2022 entstandene Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb der PATENT Co. DOO wird ebenso in Fremdwährung bilanziert.

Von den im Geschäftsjahr 2022 aus Unternehmenserwerben entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerten sind 0,9 Mio. Euro steuerlich abzugsfähig.

Den Zahlungsreihen liegen geschäftsfeldspezifische Abzinsungsfaktoren zwischen 6,2 und 8,8 Prozent (Vorjahr: zwischen 4,3 und 9,2 Prozent) zugrunde. Wachstumsraten werden aus den erwarteten Branchendurchschnitten und Vergangenheitswerten abgeleitet. Zur Extrapolation der Prognoserechnung wird zur Weiterentwicklung auf Basis des dritten Planjahres eine derzeit für diesen Zeitraum erwartete geschäftsfeldspezifische Wachstumsrate zwischen 0,0 und 2,0 Prozent (Vorjahr: zwischen 0,0 und 2,0 Prozent) zugrunde gelegt.

Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des BayWa-Konzerns wurden 2022 weder durch die Corona-Pandemie (Abschnitt A.6) noch durch den Krieg gegen die Ukraine (Abschnitt A.8) beeinträchtigt. Da sich hieraus keine materiellen Implikationen auf den BayWa-Konzern ergeben haben, sind die zentralen Annahmen der Werthaltigkeitstests im Vorjahresvergleich unverändert.

Eine für möglich gehaltene Änderung der Grundannahmen kann aus einer Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 0,5 Prozentpunkte, aus einer Verringerung der Wachstumsrate um 0,5 Prozentpunkte sowie aus einer Verringerung der Cashflows um 10 Prozentpunkte resultieren. Für die in der nachfolgenden Tabelle genannten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten würde eine Änderung der Grundannahmen voraussichtlich dazu führen, dass der Buchwert den Nutzungswert wie folgt übersteigt:

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Grundannahmen
in Prozent
Sensitivitäten
in Mio. Euro
Abzinsungsfaktor Wachstumsrate Abzinsungsfaktor plus 0,5
Prozent
Wachstumsrate minus 0,5
Prozent
Cashflow minus 10
Prozent
BayWa r.e.-Geschäftseinheit: "Energy Solutions" 5,9 2,0 2,4 - 3,6
EUROGREEN-Unternehmensgruppe 6,1 1,0 1,0 0,4 1,3
TFC Holland B.V. 6,8 1,0 - - 1,7
Thegra Tracomex-Unternehmensgruppe 6,5 1,0 2,2 - 3,7
WAV Wärme Austria VertriebsgmbH 1 7,9 0,0 - - 0,9

1 Die Auswirkungen werden nach der vorgenommenen Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts dargestellt.

Im Werthaltigkeitstest der BayWa r.e.-Geschäftseinheit "Energy Solutions" liegt der Nutzungswert um 11,9 Mio. Euro über dem Buchwert. Bei einer Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 0,40 Prozentpunkte bzw. Verminderung der Wachstumsrate um 1,65 Prozentpunkte entspricht der Nutzungswert dem Buchwert.

Aus dem Werthaltigkeitstest der EUROGREEN-Unternehmensgruppe ergibt sich ein Nutzungswert, der um 0,3 Mio. Euro über dem Buchwert liegt. Bei Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 0,11 Prozentpunkte bzw. Reduzierung der Wachstumsrate um 0,21 Prozentpunkte entspricht der Nutzungswert dem Buchwert.

Im Werthaltigkeitstest der TFC Holland B.V. übersteigt der Nutzungswert den Buchwert um 6,9 Mio. Euro. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,58 Prozentpunkte bzw. eine Verminderung der Wachstumsrate um 0,76 Prozentpunkte führt dazu, dass der Nutzungswert dem Buchwert entspricht.

Im Werthaltigkeitstest der Thegra Tracomex-Unternehmensgruppe liegt der Nutzungswert um 4,8 Mio. Euro über dem Buchwert. Bei einer Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 0,33 Prozentpunkte bzw. einer Verminderung der Wachstumsrate um 3,04 Prozentpunkte entspricht der Nutzungswert dem Buchwert.

Nach Berücksichtigung der Wertminderung im Geschäftsjahr 2022 entspricht der Nutzungswert der WAV Wärme Austria VertriebsgmbH dem Buchwert.

Die Zugänge an immateriellen Vermögenswerten teilen sich folgendermaßen auf:

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In Mio. Euro 2022 2021
Zugang aus unternehmensinterner Entwicklung 3,7 7,7
Zugang aus gesondertem Erwerb 24,1 25,1
Zugang aus Unternehmenszusammenschlüssen 58,7 27,5
  86,6 60,3

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Dabei entfallen die wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im BayWa-Konzern auf die BayWa AG, München, und die FarmFacts GmbH, Pfarrkirchen.

C.2 Sachanlagen

Das gesamte Sachanlagevermögen wird betrieblich genutzt. Wesentliche außerplanmäßige Abschreibungen entfielen im Geschäftsjahr 2022 vor allem auf das Segment Regenerative Energien und hier auf eine Windenergieanlage in den USA. Bei der Errichtung der Anlage mit einer Leistung von 95 Megawatt kam es aufgrund standortbedingter Unwägbarkeiten teilweise zu Baustopps und somit zu erheblichen Verzögerungen und Kostensteigerungen, die zu einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 55,6 Mio. Euro führten. Bei der Ermittlung des Abschreibungsbedarfs wurde ein Abzinsungssatz von 5,4 Prozent zugrunde gelegt.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 10,1 Mio. Euro in den Sachanlagen aktiviert.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Wind- und Solarenergieanlagen in Höhe von insgesamt 442,4 Mio. Euro aus den Vorräten in das Sachanlagevermögen, speziell in die Technischen Anlagen umgegliedert. Während der Bauphase in den Vorräten als unfertige Erzeugnisse/​Leistungen ausgewiesen, wurden diese Anlagen nach Fertigstellung im Geschäftsjahr 2022 in die Geschäftseinheit IPP des Segments Regenerative Energien überführt, da entschieden wurde, diese Anlagen nicht zu veräußern, sondern selbst zu betreiben.

Von dem insgesamt ausgewiesenen Sachanlagevermögen dienten zum Bilanzstichtag 36,4 Mio. Euro (Vorjahr: 37,4 Mio. Euro) der Besicherung von Verbindlichkeiten.

C.3 At-Equity-bilanzierte Anteile, übrige Finanzanlagen und Wertpapiere

Die Anteile an der Raiffeisen Bank International AG, Wien, Österreich, sowie weiteren Anteilen an verbundenen und übrigen Unternehmen in Österreich und den Anteilen an übrigen Unternehmen bei Turners and Growers Horticulture Limited, Auckland, Neuseeland, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Der beizulegende Zeitwert der Anteile an der Raiffeisen Bank International AG betrug zum 31. Dezember 2022 59,0 Mio. Euro (Vorjahr: 99,5 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr 2022 wurden hieraus keine Dividenden erzielt. Bei den weiteren Anteilen an verbundenen und übrigen Unternehmen in Österreich beläuft sich der beizulegende Zeitwert auf 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro). Die Wertänderungen wurden entsprechend der Bewertungskategorie erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Bei Turners and Growers Horticulture Limited entspricht der beizulegende Zeitwert an den Anteilen an übrigen Unternehmen, die erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Option) bewertet werden, zum 31. Dezember 2022 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr 2022 resultierten hieraus keine Dividenden.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens für 2022

Anhang C.1 - C.4

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In Mio. Euro Anschaffungs-/​Herstellungskosten
01.01.2022 Währungsdifferenzen Zugänge aus Konsolidierung Zugänge Abgänge Abgänge aus Konsolidierung
Immaterielle Vermögenswerte            
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 458,4 0,5 14,8 15,7 - 5,4 - 2,4
Geschäfts- oder Firmenwerte 306,3 0,3 46,5 1,4 - 1,5 - 4,2
Geleistete Anzahlungen 12,9 - 0,1 0,0 10,9 - 4,2 - 0,3
  777,6 0,7 61,3 28,0 - 11,1 - 6,9
Sachanlagen            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.271,0 1,2 19,5 215,4 - 55,6 - 46,1
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 1.010,6 0,2 3,4 129,2 - 20,0 - 1,6
Technische Anlagen und Maschinen 1.397,9 3,7 19,4 74,0 - 39,6 - 49,6
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 10,2 0,0 0,0 2,6 - 0,5 - 0,8
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 499,6 - 0,3 10,4 78,7 - 32,3 - 7,1
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 94,8 - 0,3 0,0 17,4 - 11,3 - 3,2
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 91,2 - 1,1 2,5 125,8 - 22,8 - 0,8
Fruchttragende Pflanzen 28,6 - 0,4 0,0 0,8 - 7,4 0,0
  4.288,2 3,1 51,9 494,7 - 157,7 - 103,5
At-Equity-bilanzierte Anteile 243,3 2,4 20,9 17,0 - 5,2 - 1,8
Übrige Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen 39,9 0,0 - 3,7 12,3 - 0,3 2,8
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4,0 0,0 - 0,3 1,4 - 0,3 - 0,1
Beteiligungen an übrigen Unternehmen 61,5 0,0 0,1 2,5 - 5,2 - 0,3
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 35,0 0,2 0,0 2,4 0,0 0,0
Wertpapiere des Anlagevermögens 139,2 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0
Sonstige Ausleihungen 16,3 - 0,1 0,0 10,1 - 0,5 0,0
  295,8 0,1 - 3,9 28,7 - 6,3 2,4
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien            
Grundstücke 26,4 0,0 0,0 0,0 - 3,3 0,0
Gebäude 54,8 0,0 0,0 0,0 - 4,3 0,0
  81,2 0,0 0,0 0,0 - 7,5 0,0
Konzernanlagevermögen 5.686,1 6,4 130,2 568,4 - 187,9 - 109,7
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In Mio. Euro Anschaffungs-/​Herstellungskosten Abschreibungen
Umbuchungen 31.12.2022 01.01.2022 Währungsdifferenzen Afa Zugänge aus Konsolidierung Afa lfd. Jahr
Immaterielle Vermögenswerte            
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 7,7 489,3 - 303,5 0,2 - 2,6 - 40,2
Geschäfts- oder Firmenwerte 0,0 348,7 - 39,1 0,0 0,0 - 17,4
Geleistete Anzahlungen - 6,6 12,6 - 0,4 0,0 0,0 - 4,1
  1,0 850,6 - 343,1 0,2 - 2,6 - 61,6
Sachanlagen            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 37,7 2.443,2 - 789,6 0,9 - 1,8 - 101,2
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 31,2 1.152,9 - 214,6 0,5 - 0,1 - 67,9
Technische Anlagen und Maschinen 375,4 1.781,2 - 644,5 1,5 - 8,8 - 118,0
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen - 1,6 9,9 - 3,3 0,0 0,0 - 2,4
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - 2,1 546,9 - 293,8 0,4 - 4,2 - 67,3
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen - 1,8 95,6 - 44,3 0,2 - 1,6 - 21,7
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 56,7 138,1 - 1,4 0,0 0,0 - 4,1
Fruchttragende Pflanzen 4,9 26,6 - 6,3 0,1 0,0 - 1,5
  359,2 4.935,9 - 1.735,6 3,0 - 14,9 - 292,2
At-Equity-bilanzierte Anteile 2,3 279,0 - 0,8 0,0 0,0 - 0,3
Übrige Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen - 0,5 50,5 - 18,4 0,0 0,0 - 1,5
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,0 4,7 0,0 0,0 0,0 0,0
Beteiligungen an übrigen Unternehmen - 2,0 56,6 - 6,5 0,0 0,0 - 2,5
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 0,0 37,6 0,0 0,0 0,0 - 0,7
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,0 139,3 - 16,0 0,0 0,0 - 41,0
Sonstige Ausleihungen - 1,1 24,7 0,0 0,0 0,0 0,0
  - 3,5 313,3 - 41,0 0,0 0,0 - 45,7
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien            
Grundstücke 7,4 30,5 - 2,0 0,0 0,0 0,0
Gebäude 8,7 59,2 - 41,5 0,0 0,0 - 0,9
  16,1 89,8 - 43,5 0,0 0,0 - 0,9
Konzernanlagevermögen 375,1 6.468,6 - 2.163,9 3,2 - 17,4 - 400,8
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In Mio. Euro Abschreibungen Buchwerte
Afa Abgänge Afa Abgänge aus Konsolidierung Zuschreibungen Umbuchungen 31.12.2022 31.12.2022
Immaterielle Vermögenswerte            
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2,2 1,9 0,0 4,0 - 338,0 151,3
Geschäfts- oder Firmenwerte 1,2 2,4 0,0 0,0 - 52,9 295,8
Geleistete Anzahlungen 4,1 0,0 0,0 0,0 - 0,4 12,2
  7,4 4,4 0,0 4,0 - 391,3 459,3
Sachanlagen            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13,5 10,5 0,0 5,0 - 862,8 1.580,4
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 4,3 0,8 0,0 - 1,3 - 278,3 874,6
Technische Anlagen und Maschinen 11,7 26,9 0,0 52,8 - 678,5 1.102,7
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 0,5 0,4 0,0 0,4 - 4,4 5,5
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 27,2 4,4 0,0 2,4 - 330,9 216,0
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 10,4 0,3 0,0 1,2 - 55,5 40,1
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3,7 0,0 0,0 1,6 - 0,2 137,9
Fruchttragende Pflanzen 2,2 0,0 0,0 0,0 - 5,6 21,0
  58,3 41,8 0,0 61,8 - 1.877,8 3.058,0
At-Equity-bilanzierte Anteile 0,0 0,8 0,0 0,0 - 0,3 278,7
Übrige Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 0,0 0,0 - 0,2 - 20,1 30,4
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 4,7
Beteiligungen an übrigen Unternehmen 2,2 0,3 0,0 0,1 - 6,4 50,2
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 - 0,7 36,8
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,0 0,0 0,0 0,0 - 57,0 82,2
Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 24,7
  2,2 0,3 0,0 - 0,1 - 84,3 229,0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien            
Grundstücke 0,1 0,0 0,0 0,0 - 1,9 28,7
Gebäude 3,5 0,0 0,0 - 6,9 - 45,8 13,4
  3,6 0,0 0,0 - 6,9 - 47,7 42,1
Konzernanlagevermögen 71,5 47,2 0,0 58,8 - 2.401,4 4.067,1
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In Mio. Euro Buchwerte
31.12.2021
Immaterielle Vermögenswerte  
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 154,8
Geschäfts- oder Firmenwerte 267,2
Geleistete Anzahlungen 12,5
  434,5
Sachanlagen  
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.481,3
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 796,0
Technische Anlagen und Maschinen 753,4
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 6,9
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 205,8
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 50,5
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 89,8
Fruchttragende Pflanzen 22,3
  2.552,6
At-Equity-bilanzierte Anteile 242,6
Übrige Finanzanlagen  
Anteile an verbundenen Unternehmen 21,5
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4,0
Beteiligungen an übrigen Unternehmen 55,0
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 35,0
Wertpapiere des Anlagevermögens 123,1
Sonstige Ausleihungen 16,3
  254,9
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien  
Grundstücke 24,4
Gebäude 13,3
  37,7
Konzernanlagevermögen 3.522,2

Entwicklung des Konzernanlagevermögens für 2021

Anhang C.1 - C.4

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In Mio. Euro Anschaffungs-/​Herstellungskosten
01.01.2021 Währungsdifferenzen Zugänge aus Konsolidierung Zugänge Abgänge Abgänge aus Konsolidierung
Immaterielle Vermögenswerte            
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 443,4 3,7 9,9 22,3 - 31,2 - 0,1
Geschäfts- oder Firmenwerte 280,8 4,1 17,6 1,0 - 0,3 2,0
Geleistete Anzahlungen 12,1 0,2 0,0 9,5 - 0,7 0,0
  736,3 8,0 27,5 32,8 - 32,2 1,9
Sachanlagen            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.179,1 11,9 6,6 149,2 - 87,3 - 3,4
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 941,8 5,5 6,1 100,7 - 46,6 - 0,2
Technische Anlagen und Maschinen 1.285,4 21,4 4,7 19,1 - 69,7 - 0,5
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 6,7 0,3 0,4 4,3 - 1,1 0,0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 483,0 2,1 1,0 70,1 - 54,6 - 1,0
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 92,8 0,6 0,0 20,0 - 15,3 - 0,3
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 148,8 1,5 0,6 63,9 - 5,0 0,0
Fruchttragende Pflanzen 29,9 0,9 0,0 1,1 - 9,7 0,0
  4.126,3 37,8 13,0 303,5 - 226,3 - 4,9
At-Equity-bilanzierte Anteile 244,3 6,1 6,8 0,0 - 14,4 1,1
Übrige Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen 33,2 0,1 - 2,7 10,3 - 4,8 2,8
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3,1 0,0 - 0,2 1,4 - 0,3 0,0
Beteiligungen an übrigen Unternehmen 50,2 0,0 0,0 10,1 - 0,3 1,8
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 32,9 0,2 0,0 1,8 0,0 0,0
Wertpapiere des Anlagevermögens 139,2 0,0 0,0 0,1 - 0,1 0,0
Sonstige Ausleihungen 9,5 0,2 0,0 8,2 - 1,6 0,0
  268,1 0,5 - 2,9 31,8 - 7,1 4,6
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien            
Grundstücke 34,4 0,0 0,0 0,0 - 3,8 0,0
Gebäude 64,4 0,1 0,0 0,0 - 7,4 0,0
  98,8 0,1 0,0 0,0 - 11,2 0,0
Konzernanlagevermögen 5.473,8 52,5 44,4 368,1 - 291,1 2,7
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In Mio. Euro Anschaffungs-/​Herstellungskosten Abschreibungen
Umbuchungen 31.12.2021 01.01.2021 Währungsdifferenzen Afa Zugänge aus Konsolidierung Afa lfd. Jahr
Immaterielle Vermögenswerte            
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 10,3 458,4 - 272,6 - 1,8 0,0 - 54,6
Geschäfts- oder Firmenwerte 1,2 306,3 - 26,5 0,0 0,0 - 13,1
Geleistete Anzahlungen - 8,2 12,9 - 0,4 0,0 0,0 0,0
  3,3 777,6 - 299,5 - 1,8 0,0 - 67,6
Sachanlagen            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14,8 2.271,0 - 722,8 - 2,2 - 0,1 - 91,6
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 3,2 1.010,6 - 161,5 - 0,8 0,0 - 61,0
Technische Anlagen und Maschinen 137,4 1.397,9 - 642,9 - 3,7 - 0,8 - 60,4
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen - 0,4 10,2 - 2,1 - 0,1 0,0 - 1,7
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - 1,0 499,6 - 285,0 - 1,0 - 0,1 - 63,1
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen - 3,0 94,8 - 37,7 - 0,2 - 0,1 - 22,4
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 118,8 91,2 - 0,1 0,0 0,0 - 1,3
Fruchttragende Pflanzen 6,4 28,6 - 7,0 - 0,2 0,0 - 1,4
  38,9 4.288,2 - 1.657,8 - 7,2 - 0,9 - 217,8
At-Equity-bilanzierte Anteile - 0,7 243,3 0,0 0,0 0,0 0,0
Übrige Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen 1,1 39,9 - 18,8 - 0,1 0,0 0,0
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,0 4,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Beteiligungen an übrigen Unternehmen - 0,3 61,5 - 4,5 0,0 0,0 - 0,7
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 0,0 35,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,0 139,2 - 50,9 0,0 0,0 - 0,1
Sonstige Ausleihungen 0,0 16,3 0,0 0,0 0,0 0,0
  0,8 295,8 - 74,1 - 0,1 0,0 - 0,8
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien            
Grundstücke - 4,2 26,4 - 2,0 0,0 0,0 0,0
Gebäude - 2,3 54,8 - 45,8 0,0 0,0 - 0,8
  - 6,5 81,2 - 47,8 0,0 0,0 - 0,8
Konzernanlagevermögen 35,7 5.686,1 - 2.079,3 - 9,0 - 0,9 - 287,0
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In Mio. Euro Abschreibungen
Afa Abgänge Afa Abgänge aus Konsolidierung Zuschreibungen 01.01.2021 Umbuchungen 31.12.2021
Immaterielle Vermögenswerte            
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 27,3 0,1 0,0 - 272,6 - 1,9 - 303,5
Geschäfts- oder Firmenwerte 0,3 0,0 0,0 - 26,5 0,2 - 39,1
Geleistete Anzahlungen 0,0 0,0 0,0 - 0,4 0,0 - 0,4
  27,6 0,1 0,0 - 299,5 - 1,8 - 343,1
Sachanlagen            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 22,5 2,4 0,0 - 722,8 2,0 - 789,6
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 9,3 0,1 0,0 - 161,5 - 0,7 - 214,6
Technische Anlagen und Maschinen 65,7 0,2 0,0 - 642,9 - 2,5 - 644,5
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 0,4 0,0 0,0 - 2,1 0,2 - 3,3
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 52,9 0,5 0,0 - 285,0 2,1 - 293,8
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 14,2 0,1 0,0 - 37,7 1,7 - 44,3
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,0 0,0 0,0 - 0,1 0,0 - 1,4
Fruchttragende Pflanzen 2,3 0,0 0,0 - 7,0 0,0 - 6,3
  143,4 3,1 0,0 - 1.657,8 1,6 - 1.735,6
At-Equity-bilanzierte Anteile 0,0 0,0 0,0 0,0 - 0,8 - 0,8
Übrige Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen 1,7 - 1,5 0,0 - 18,8 0,2 - 18,4
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Beteiligungen an übrigen Unternehmen 0,0 - 1,8 0,0 - 4,5 0,5 - 6,5
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Wertpapiere des Anlagevermögens 34,9 0,0 0,0 - 50,9 0,0 - 16,0
Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
  36,6 - 3,3 0,0 - 74,1 0,7 - 41,0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien            
Grundstücke 0,0 0,0 0,0 - 2,0 0,0 - 2,0
Gebäude 4,4 0,0 0,0 - 45,8 0,8 - 41,5
  4,4 0,0 0,0 - 47,8 0,8 - 43,5
Konzernanlagevermögen 211,9 - 0,1 0,0 - 2.079,3 0,6 - 2.163,9
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In Mio. Euro Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
Immaterielle Vermögenswerte    
Entgeltlich erworbene und selbst erstellte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 154,8 170,8
Geschäfts- oder Firmenwerte 267,2 254,3
Geleistete Anzahlungen 12,5 11,6
  434,5 436,7
Sachanlagen    
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.481,3 1.456,4
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 796,0 780,3
Technische Anlagen und Maschinen 753,4 642,4
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 6,9 4,6
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 205,8 198,0
darin enthaltene Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 50,4 55,1
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 89,8 148,8
Fruchttragende Pflanzen 22,3 22,9
  2.552,6 2.468,5
At-Equity-bilanzierte Anteile 242,6 244,3
Übrige Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 21,5 14,5
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4,0 3,1
Beteiligungen an übrigen Unternehmen 55,0 45,7
Ausleihungen an beteiligte Unternehmen 35,0 32,9
Wertpapiere des Anlagevermögens 123,1 88,3
Sonstige Ausleihungen 16,3 9,5
  254,9 194,0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien    
Grundstücke 24,4 32,4
Gebäude 13,3 18,6
  37,7 51,0
Konzernanlagevermögen 3.522,3 3.394,5

C.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Unter dem Posten "als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" werden 61 (Vorjahr: 62) verpachtete bzw. nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Gebäude ausgewiesen. Bei den betroffenen Objekten handelt es sich im Wesentlichen um Lagerhäuser, Marktgebäude, Märkte, Hallen, Silos, landwirtschaftliche Grundstücke und sonstige unbebaute Grundstücke sowie in geringem Umfang um Büro- und Wohngebäude.

Der Buchwert zum Bilanzstichtag beträgt 42,1 Mio. Euro (Vorjahr: 37,7 Mio. Euro). Die planmäßigen Abschreibungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 0,9 Mio. Euro und liegen auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro). Der Aufwand daraus ist in gleicher Höhe in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Abschreibungen enthalten. Im Berichtsjahr wurden Grundstücke und Gebäude in Höhe eines Buchwerts von 9,2 Mio. Euro - im Wesentlichen von den zur Veräußerung gehaltenen Immobilien - in die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien umgegliedert.

Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) der ausgewiesenen Objekte beträgt 104,6 Mio. Euro (Vorjahr: 98,4 Mio. Euro). Die beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel nicht durch einen Gutachter ermittelt. Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte zum Bilanzstichtag wurden überwiegend Ertragswertberechnungen durchgeführt (Level 3 der Fair-Value-Hierarchie). Dabei sind die Grundstückswerte anhand aktueller offizieller Bodenrichtwerte berechnet worden. Lagebedingten Vor- und Nachteilen wurde entsprechend Rechnung getragen. Bei vermieteten Gebäuden wurde unter Zugrundelegung der tatsächlich erzielten Jahresmiete abzüglich der standardisierten Bewirtschaftungskosten sowie der Restnutzungsdauer der Ertragswert der baulichen Anlage ermittelt. Aus der Gegenüberstellung der beizulegenden Zeitwerte und der Buchwerte der einzelnen Objekte hat sich im Berichtsjahr kein Wertberichtigungsbedarf ergeben.

Die erzielten Mieterträge betrugen 6,6 Mio. Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro), die betrieblichen Aufwendungen (ohne Abschreibungen) für die Objekte, für die Mieterträge realisiert wurden, beliefen sich auf 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro). Für die Objekte, für die keine Mieterträge realisiert wurden, betrugen die betrieblichen Aufwendungen 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro).

C.5 Ertragsteuerforderungen

Die Ertragsteuerforderungen setzen sich wie folgt zusammen:

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In Mio. Euro 2022 2021
Langfristige Ertragsteuerforderungen (mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) 4,7 0,5
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen (mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr) 63,3 36,0
  68,0 36,5

C.6 Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten sonstigen finanziellen Vermögenswerte umfassen auch die Forderungen aus Leasingverhältnissen. Explizit nicht enthalten sind die Forderungen aus Ertragsteuern, die gemäß IAS 12 bilanziert und in Abschnitt C.5 aufgeführt werden.

Die Position "Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte" setzt sich wie folgt zusammen:

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In Mio. Euro 2022 2021
Langfristige Forderungen (mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr)    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28,8 13,4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 22,9 22,9
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 51,7 36,3
Forderungen aus sonstigen Steuern 0,5 0,2
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte inkl. Rechnungsabgrenzungsposten 7,0 18,8
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 7,5 19,0
  59,2 55,3
Kurzfristige Forderungen (mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr)    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.804,4 1.341,8
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 44,9 33,0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 37,1 59,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 454,7 425,7
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.341,1 1.859,7
Forderungen aus sonstigen Steuern 231,5 181,1
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte inkl. Rechnungsabgrenzungsposten 326,0 224,4
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 557,5 405,5
  2.898,6 2.265,2

Die Zeitwerte der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Posten weichen aufgrund ihres kurzfristigen Charakters nicht wesentlich von den ausgewiesenen Buchwerten ab.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen betreffen sowohl Lieferungen und Leistungen als auch kurzfristige Finanzierungen.

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten vor allem noch nicht abgerechnete Lieferantengutschriften und sonstige Forderungspositionen sowie Sicherheitsleistungen, die im Rahmen der Handelstätigkeit zu hinterlegen sind. Darüber hinaus sind Vertragsvermögenswerte von 188,4 Mio. Euro (Vorjahr: 157,8 Mio. Euro) enthalten. Die nichtfinanziellen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus geleisteten Anzahlungen auf Vorräte in Höhe von 244,8 Mio. Euro (Vorjahr: 164,6 Mio. Euro) und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 69,3 Mio. Euro (Vorjahr: 56,5 Mio. Euro).

Die nachfolgende Tabelle dokumentiert die jeweiligen Bruttobuchwerte der übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte je Stufe der Risikovorsorge für Kreditverluste:

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Davon zum Abschlussstichtag Stufe 3 nicht wertberichtigt und in den folgenden Zeitbändern überfällig
In Mio. Euro Bruttowert gesamt 2022 Bruttobuchwert Stufe 3 wertberichtigt Weder überfällige noch wertberichtigt Überfällige Forderungen weniger als 30 Tage 31 bis 60 Tage
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.995,3 229,2 2.307,6 458,4 316,5 52,9
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Davon zum Abschlussstichtag Stufe 3 nicht wertberichtigt und in den folgenden Zeitbändern überfällig
In Mio. Euro 61 bis 90 Tage 91 Tage und mehr
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 18,9 70,1

Die in der Tabelle überfälligen Werte betreffen die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Auf diese Bruttoforderungswerte wurde eine Risikovorsorge für Kreditverluste der Stufe 2 gebildet. In den Bruttobuchwerten der wertberichtigten Forderungen Stufe 3 sind sowohl Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch Forderungen gegen verbundene und beteiligte Unternehmen und sonstige finanzielle Forderungen enthalten.

Die enthaltenen Kreditrisiken in den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten im Vorjahr stellt folgende Tabelle dar:

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Davon zum Abschlussstichtag Stufe 3 nicht wertberichtigt und in den folgenden Zeitbändern überfällig
In Mio. Euro Bruttowert gesamt 2021 Bruttobuchwert Stufe 3 wertberichtigt Weder überfällige noch wertberichtigt Überfällige Forderungen weniger als 30 Tage 31 bis 60 Tage
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.362,1 170,8 1.870,5 320,8 229,5 43,1
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Davon zum Abschlussstichtag Stufe 3 nicht wertberichtigt und in den folgenden Zeitbändern überfällig
In Mio. Euro 61 bis 90 Tage 91 Tage und mehr
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 9,5 38,8

Die Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste (Stufe 2) hat sich im Geschäftsjahr 2022 bzw. im Vorjahr wie folgt entwickelt:

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In Mio. Euro 2022 2021
Stand 01.01. 5,6 6,4
Zuführung 3,1 0,9
Auflösung - 0,8 - 1,3
Write-offs (Inanspruchnahme) - 0,4 - 0,3
Umbuchungen 0,0 - 0,1
Anpassungen aufgrund von Änderungen des Konsolidierungskreises 0,1 0,0
Kursdifferenzen - 0,1 0,1
Stand 31.12. 7,5 5,6

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Risikovorsorge für Kreditverluste der Stufe 2 aufgegliedert nach Überfälligkeiten sowie die zugrunde liegenden Ausfallwahrscheinlichkeiten im Geschäftsjahr 2022:

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Risikovorsorge für Kreditverlust der Stufe 2
In Mio. Euro Nicht überfällig Überfällig weniger als 30 Tage 31 bis 60 Tage 61 bis 90 Tage 91 Tage und mehr
01.01.2022 0,7 4,9 0,9 0,5 0,2 3,3
31.12.2022 1,3 6,2 1,0 0,9 0,6 3,8
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Ausfallwahrscheinlichkeiten
In Prozent Nicht überfällig Überfällig weniger als 30 Tage 31 bis 60 Tage 61 bis 90 Tage 91 Tage und mehr
01.01.2022 bis zu 1,0 - bis zu 4,0 bis zu 7,7 bis zu 86,5 bis zu 72,0
31.12.2022 bis zu 5,3 - bis zu 4,7 bis zu 11,3 bis zu 21,4 bis zu 98,7

Die entsprechenden Werte für das Vorjahr sind wie folgt:

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Risikovorsorge für Kreditverlust der Stufe 2
In Mio. Euro Nicht überfällig Überfällig weniger als 30 Tage 31 bis 60 Tage 61 bis 90 Tage 91 Tage und mehr
01.01.2021 0,3 6,1 0,6 0,7 0,4 4,5
31.12.2021 0,7 4,9 0,9 0,5 0,2 3,3
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Ausfallwahrscheinlichkeiten
In Prozent Nicht überfällig Überfällig weniger als 30 Tage 31 bis 60 Tage 61 bis 90 Tage 91 Tage und mehr
01.01.2021 bis zu 0,5 - bis zu 3,6 bis zu 7,3 bis zu 51,2 bis zu 72,9
31.12.2021 bis zu 1,0 - bis zu 4,0 bis zu 7,7 bis zu 86,5 bis zu 72,0

Die Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste Stufe 3 für die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte hat sich im Geschäftsjahr 2022 bzw. im Vorjahr wie folgt entwickelt:

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In Mio. Euro 2022 2021
Stand 01.01. 36,0 27,9
Zuführung 9,9 17,5
Auflösung - 14,1 - 7,4
Write-offs (Inanspruchnahme) - 4,2 - 1,6
Anpassungen aufgrund von Änderungen des Konsolidierungskreises 1,6 0,3
Umbuchungen - 0,1 - 0,7
Kursdifferenzen 0,0 0,2
Stand 31.12. 29,2 36,0

Die Kundenstruktur im BayWa-Konzern ist sowohl regional als auch in Abhängigkeit vom Segment stark diversifiziert. Im Zuge des Risikomanagements sind für alle Kunden des BayWa-Konzerns Mindestanforderungen an die Bonität und darüber hinaus individuelle Höchstgrenzen für das Kreditlimit der einzelnen Kunden festgelegt. Der Forderungsbestand des BayWa-Konzerns setzt sich hauptsächlich aus einer Vielzahl von Kleinforderungen zusammen. Lediglich für eine geringe Anzahl von besonders bonitätsstarken Kunden werden Kreditlimits von über 1 Mio. Euro vergeben. Durch kontinuierliche Analysen des Forderungsbestands und besondere Überwachung der Kunden mit hohen Kreditlimits ist eine frühzeitige Identifikation und Bewertung von Konzentrationsrisiken (Klumpenrisiken) sichergestellt. Bei 73 (Vorjahr: 82) Schuldnern betrugen die Kreditrisikopositionen zum 31. Dezember 2022 jeweils über 1 Mio. Euro. Für diese Kunden schätzt der Konzern das Ausfallrisiko als nicht wesentlich ein.

ABS-Maßnahme und Factoring-Vereinbarungen

ABS-Maßnahme

Zur Verbesserung der Finanzierungsstrukturen hat die BayWa AG Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen einer Asset-Backed-Securitisation-(ABS-)Maßnahme verbrieft. Das Gesamtkreditvolumen aus der ABS-Maßnahme beläuft sich auf 160,0 Mio. Euro (Vorjahr: 140,0 Mio. Euro). Aufgrund der Vertragsgestaltung existieren keine realistischen Szenarien, die zu einer Übertragung der Chancen und Risiken aus dem Ausfallrisiko führen. Das Zahlungszeitpunktrisiko verbleibt darüber hinaus bei der BayWa AG. Aus diesen Gründen erfüllen die am Bilanzstichtag im Rahmen der ABS-Maßnahme verbrieften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wert von 145,8 Mio. Euro (Vorjahr: 129,7 Mio. Euro) die Kriterien einer Ausbuchung nicht. Eine finanzielle Verbindlichkeit aus der ABS-Maßnahme in Höhe von 125,0 Mio. Euro (Vorjahr: 111,9 Mio. Euro) wurde erfasst.

Factoring-Vereinbarungen

Im Geschäftsjahr 2022 wurden bei der Solarmarkt GmbH, Aarau, Schweiz sowie im Segment Cefetra Group - konkret bei der Cefetra B.V., Rotterdam, Niederlande, und bei der Cefetra Limited, Paisley, Großbritannien - erstmals Factoring-Vereinbarungen geschlossen, auf deren Basis bestehende und zukünftige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Banken verkauft werden. Das nominale Ankaufsvolumen beläuft sich über alle drei Vereinbarungen auf maximal 77,4 Mio. Euro. Der BayWa-Konzern kann frei entscheiden, ob und in welchem Umfang das Nominalvolumen ausgenutzt wird. Die Forderungen wurden gegen Barzahlung auf die Banken, die hier als sogenannter Factor agieren, übertragen, sodass die Forderungen seitens des BayWa-Konzerns nicht mehr verkauft oder verpfändet werden können. Die für den Abgang der Forderungen maßgeblichen Risiken betreffen das Kreditrisiko und das Risiko der verspäteten Zahlung (Spätzahlungsrisiko)

In Abhängigkeit davon, inwieweit die mit den übertragenen Forderungen zusammenhängenden Risiken auf den Factor übertragen werden, erfolgt eine vollständige, eine teilweise oder keine Ausbuchung. Verbleiben Risiken beim BayWa-Konzern, wird der zurückbehaltene Teil der übertragenen Forderungen weiterhin bilanziell erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert des anhaltenden Engagements. Im Rahmen der Factoring-Vereinbarungen rückzahlbare Beträge wurden nicht als besicherte Kreditaufnahme dargestellt.

Die wesentlichen Informationen zur ABS-Maßnahme und zu den bestehenden Factoring-Vereinbarungen im BayWa-Konzern lassen sich wie folgt zusammenfassen:

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ABS-Maßnahme Factoring-Vereinbarungen
BayWa AG Solarmarkt GmbH Cefetra B.V.
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Übertragung von Chancen und Risiken            
Wesentliche Risiken und bei der Gesellschaft verbleibender Anteil der Risiken (in %)            
Ausfall 100,0 100,0 5,0 - 0,0 -
Spätzahlung 100,0 100,0 5,0 - 2,3 -
Zuständigkeit für die Verwaltung der Forderungen Gesellschaft Gesellschaft Gesellschaft
Bilanzielle Abbildung in Mio. Euro            
Max. Nominalvolumen laut Factoring-Vertrag zum 31.12. 160,0 140,0 8,6 - 35,0 -
Ausbuchung der verkauften Forderungen nein nein ja - ja -
Nominalvolumen der verkauften Forderungen 145,8 129,7 2,1   35,0  
Nominalvolumen der ausgebuchten Forderungen - - 2,0 - 35,0 -
Buchwert des zurückbehaltenen Teils der verkauften Forderungen zum 31.12. 145,8 129,7 0,1 - 0,0 -
Zeitwert des zurückbehaltenen Teils der verkauften Forderungen zum 31.12. 145,8 129,7 0,1 - - -
Buchwert der bilanzierten finanziellen Verbindlichkeit zum 31.12. 125,0 111,9 0,1 - - -
Servicegebühr - erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung 0,8 0,6 0,0 - - -
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Factoring-Vereinbarungen
Cefetra Limited
2022 2021
Übertragung von Chancen und Risiken    
Wesentliche Risiken und bei der Gesellschaft verbleibender Anteil der Risiken (in %)    
Ausfall 10,0 -
Spätzahlung 1,5 -
Zuständigkeit für die Verwaltung der Forderungen Factor
Bilanzielle Abbildung in Mio. Euro    
Max. Nominalvolumen laut Factoring-Vertrag zum 31.12. 33,8 -
Ausbuchung der verkauften Forderungen ja -
Nominalvolumen der verkauften Forderungen 13,7  
Nominalvolumen der ausgebuchten Forderungen 12,0  
Buchwert des zurückbehaltenen Teils der verkauften Forderungen zum 31.12. 1,7 -
Zeitwert des zurückbehaltenen Teils der verkauften Forderungen zum 31.12. 1,7 -
Buchwert der bilanzierten finanziellen Verbindlichkeit zum 31.12. 1,7 -
Servicegebühr - erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung - -

C.7 Vorräte

Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:

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In Mio. Euro 2022 2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 170,7 68,4
Unfertige Erzeugnisse/​Leistungen 1.254,6 1.528,9
Fertige Erzeugnisse/​Leistungen und Waren 3.331,5 2.615,7
  4.756,8 4.213,0

Die Wertminderungen auf Vorräte belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 220,5 Mio. Euro und liegen über dem Wert des Vorjahres von 156,3 Mio. Euro.

Der Buchwert der Vorräte, die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet werden, beträgt am Bilanzstichtag 597,4 Mio. Euro (Vorjahr: 684,9 Mio. Euro). Von den ausgewiesenen Vorräten dienten zum Bilanzstichtag 43,4 Mio. Euro (Vorjahr: 28,6 Mio. Euro) der Besicherung von Verbindlichkeiten. Im Berichtsjahr wurden 12,7 Mio. Euro Fremdkapitalkosten (Vorjahr: 18,5 Mio. Euro) als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auf unfertige Leistungen aktiviert.

Die verbleibende Leistungsverpflichtung aus den über einen Zeitraum zu erfüllenden Verträgen beträgt zum 31. Dezember 2022 328,6 Mio. Euro. Grundsätzlich wird die entsprechende Umsatzrealisierung dieser verbleibenden Leistungsverpflichtungen im Geschäftsjahr 2023 erwartet. Daher wird die in IFRS 15.121 enthaltene Erleichterungsvorschrift in Anspruch genommen.

Der Gesamtbetrag der für die Erfüllung von Leistungsverpflichtungen angefallenen Kosten für laufende Fertigungsaufträge belief sich zum Abschlussstichtag auf 520,9 Mio. Euro (Vorjahr: 397,3 Mio. Euro). In den Umsatzerlösen des BayWa-Konzerns sind aufgrund der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung Erlöse in Höhe von 589,1 Mio. Euro (Vorjahr: 478,3 Mio. Euro) enthalten.

Aufgrund der Vertragsausgestaltung wurden die Anfangsbestände der Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten im Wesentlichen über das laufende Geschäftsjahr aufgelöst.

Zum Bilanzstichtag beliefen sich die Vertragsverbindlichkeiten aus der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 auf 91,8 Mio. Euro (Vorjahr: 22,5 Mio. Euro). Ferner betrug die Gesamtsumme der erhaltenen Anzahlungen 125,5 Mio. Euro (Vorjahr: 104,2 Mio. Euro). In der Berichtsperiode wurden 22,5 Mio. Euro als Erlöse erfasst, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren.

Im Bilanzposten "Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte" sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus laufenden Verträgen mit Kunden in Höhe von 61,4 Mio. Euro (Vorjahr: 36,8 Mio. Euro) sowie zu bilanzierende Vertragsvermögenswerte in Höhe von 188,4 Mio. Euro (Vorjahr: 157,8 Mio. Euro) enthalten. Der Anstieg der Vertragsvermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus dem zunehmenden Projektgeschäft im Segment Regenerative Energien. Das Wertminderungsmodell von IFRS 9 ist grundsätzlich auch auf die nach IFRS 15 zu bildenden Vertragsvermögenswerte anzuwenden. Hierauf wurde aus Gründen der Wesentlichkeit verzichtet.

Garantien, Rückerstattungsverbindlichkeiten, die z. B. aus Verkäufen mit Rückgaberecht entstehen können, Vertragsanbahnungskosten sowie Finanzierungskomponenten, die möglicherweise in der Gegenleistung enthalten sind, spielen im BayWa-Konzern von der Anzahl, insbesondere aber von der betragsmäßigen Höhe eine nur untergeordnete Rolle und können damit als unwesentlich betrachtet werden.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen mussten weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr gebildet werden. Höchstwahrscheinlich eintretende Vertragsstrafen wurden bei der Margenermittlung voll berücksichtigt.

C.8 Biologische Vermögenswerte

Die Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der biologischen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

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In Mio. Euro Äpfel Tomaten Zitrusfrüchte Trauben andere Früchte Gesamt
2022            
Biologische Vermögenswerte            
Stand der biologischen Vermögenswerte am 01.01. 11,4 2,3 1,5 - 0,0 15,2
Kapitalisierte Kosten 23,2 - 3,7 - 0,9 27,8
Veränderung des Zeitwerts abzüglich Verkaufskosten 0,5 4,0 1,2 - - 0,3 5,4
Abgang aufgrund Ernte - 22,2 - 4,0 - 5,3 - - 0,2 - 31,7
Währungsdifferenzen - - 0,1 - - - - 0,1
Stand der biologischen Vermögenswerte am 31.12. 12,9 2,2 1,1 - 0,4 16,5
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In Mio. Euro 2021 Äpfel Tomaten Zitrusfrüchte Trauben andere Früchte Gesamt
Biologische Vermögenswerte            
Stand der biologischen Vermögenswerte am 01.01. 11,3 0,8 0,8 - 0,1 12,8
Kapitalisierte Kosten 20,6 - 3,6 4,9 0,9 30,0
Veränderung des Zeitwerts abzüglich Verkaufskosten - 1,1 2,3 1,0 - - 0,1 2,1
Abgang aufgrund Ernte - 19,5 - 0,9 - 4,0 - 4,9 - 0,9 - 30,2
Währungsdifferenzen 0,1 0,1 0,1 - - 0,3
Stand der biologischen Vermögenswerte am 31.12. 11,4 2,3 1,5 - 0,0 15,2

Folgende wesentliche Annahmen und Überlegungen wurden bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der biologischen Vermögenswerte des Konzerns zugrunde gelegt:

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Vorhersagen für das Folgejahr basieren auf inflationsbereinigten prognostizierten Cashflows, beinhalten Schätzungen hinsichtlich künftiger Umsätze und Margen und berücksichtigen den jeweiligen Standort sowie die unterschiedlichen Sorten.

Prognostizierte Zahlungsflüsse aus Verkäufen mit abweichenden Währungen werden nicht gesichert und wurden mit durchschnittlichen Wechselkursen auf Basis der Daten von Finanzinstitutionen unter Berücksichtigung der vorhergesagten Verkäufe in die funktionale Währung der Gruppe umgerechnet.

Risikoadjustierte Diskontierungssätze, um den mit der Ernte verbundenen Risiken wie Naturereignissen, Krankheiten der Pflanzen oder anderen nachteiligen Faktoren, die Einfluss auf die Qualität, den Ertrag oder den Preis haben könnten, Rechnung zu tragen.

Alle wesentlichen Veränderungen in Bezug auf die Bewirtschaftung der Ernte im laufenden Jahr sowie im Folgejahr.

Das Finanzteam setzt sich ganzjährig mit den Hauptkategorien der biologischen Vermögenswerte auseinander und ist darüber hinaus für die Bewertung der biologischen Vermögenswerte zum Zwecke der externen Finanzberichterstattung verantwortlich. Zusätzlich wird der Bewertungsprozess zwischen dem Chief Financial Officer der neuseeländischen Tochtergesellschaft, deren Controller, den Finanzleitern der Geschäftsbereiche und dem Finanzteam mindestens halbjährlich vor dem Hintergrund der Anforderungen an die Finanzberichterstattung evaluiert.

Die im Konzern verwendeten Bewertungsverfahren sind dem Level 3 der Fair-Value-Hierarchie zuzuordnen und basieren somit auf nicht beobachtbaren Marktdaten. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Verschiebungen zwischen den einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie.

Folgende Level-3-Inputfaktoren wurden abgeleitet und zur Bewertung herangezogen:

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Ernteerträge, dargestellt als "tray carton equivalents" pro Hektar und Tonnen pro Hektar, werden auf Basis der vergangenen Produktionsmengen der jeweiligen Standorte der Pflanzen und der geschätzten Erntemengen unter Berücksichtigung des Alters und des Gesundheitszustands der Pflanze abgeleitet.

Preise ab Werk leiten sich aus den erwarteten zukünftigen Erträgen aus dem Verkauf der biologischen Vermögenswerte unter Berücksichtigung der vergangenen Entwicklung, dem aktuellen Marktpreis und den bekannten Marktbedingungen zum Bilanzstichtag ab.

Diskontierungssätze werden unter Berücksichtigung der vergangenen Entwicklung und Schadensereignisse sowie der Beurteilung des Zeitwerts und unter Berücksichtigung derzeit bekannter zu bewertender Risiken bestimmt.

Der Zeitwert der biologischen Vermögenswerte und die Level-3-Inputfaktoren werden am Ende jeder Berichtsperiode analysiert.

Im Rahmen der Analyse werden die Inputfaktoren unter Berücksichtigung der aktuellen Marktbedingungen überprüft und plausibilisiert. Der ermittelte Zeitwert der biologischen Vermögenswerte wird auch dahingehend überprüft, ob er die erwarteten Renditen für jede Fruchtart angemessen widerspiegelt.

Der in der Zeitwertermittlung unterstellte Mittelabfluss beinhaltet fiktive Zahlungsströme für Grund und Boden sowie Obstplantagen, die dem Konzern zuzurechnen sind. Sie basieren auf Marktmieten für Plantagen vergleichbarer Größe.

Die folgenden nicht beobachtbaren Inputfaktoren wurden verwendet, um die biologischen Vermögenswerte des Konzerns zu bewerten:

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Nicht beobachtbare Inputfaktoren Varianz nicht beobachtbare Inputfaktoren
2022 2021
Äpfel tce 1 pro Hektar pro Jahr 162 tce 1 bis 4.416 tce 1 270 tce 1 bis 4.996 tce 1
  gewichteter Durchschnitt tce 1 pro Hektar pro Jahr 1.915 tce 1 1.931 tce 1
  Exportpreise pro tce 1 18,69 Euro bis 34,98 Euro 5,98 Euro bis 43.65 Euro
  gewichteter Durchschnitt Exportpreise pro tce 1 27,05 Euro 19,34 Euro
  risikoadjustierter Diskontierungssatz 25 % 25 %
Tomaten Tonnage pro Hektar pro Jahr 148 Tonnen bis 512 Tonnen 48 Tonnen bis 541 Tonnen
  gewichteter Durchschnitt Tonnage pro Hektar pro Jahr 349 Tonnen 359 Tonnen
  Preis pro Kilogramm ab Werk pro Saison 1,00 Euro bis 15,52 Euro 0,87 Euro bis 11,34 Euro
  gewichteter Durchschnitt Preis pro Kilogramm ab Werk pro Saison 2,62 Euro 2,37 Euro
  risikoadjustierter Diskontierungssatz 25 % 25 %
Zitrusfrüchte Tonnage pro Hektar pro Jahr 37 Tonnen 35 Tonnen
  gewichteter Durchschnitt Tonnage pro Hektar pro Jahr 37 Tonnen 35 Tonnen
  Preis pro Tonne ab Werk pro Saison 445,65 Euro bis 2.568,98 Euro 473,60 Euro bis 1.536,21 Euro
  gewichteter Durchschnitt Preis pro Tonne ab Werk pro Saison 1.971,36 Euro 1.288,05 Euro
  risikoadjustierter Diskontierungssatz 14 % 14 %
Blaubeeren Tonnage pro Hektar pro Jahr 3,4 Tonnen 6,9 Tonnen
  gewichteter Durchschnitt Tonnage pro Hektar pro Jahr 3,4 Tonnen 6,9 Tonnen
  Preis pro Kilogramm ab Werk pro Saison 4,98 Euro bis 11,63 Euro 4,87 Euro bis 10,73 Euro
  gewichteter Durchschnitt Preis pro Kilogramm ab Werk pro Saison 11,55 Euro 10,45 Euro
  risikoadjustierter Diskontierungssatz 18 % 18 %

1 tce - tray carton equivalent (entspricht ca. 18 kg)

Ein Anstieg des Erntevolumens oder ein Preisanstieg haben eine Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts der biologischen Vermögenswerte zur Folge. Ein Anstieg des Diskontierungssatzes führt hingegen zu einer Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der biologischen Vermögenswerte.

Für die Apfelernte des Konzerns würde eine Erhöhung bzw. Senkung des Abzinsungssatzes um 5,0 Prozent den beizulegenden Zeitwert der Ernte um 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) verringern bzw. erhöhen. Bei den Tomaten, Zitrusfrüchten und Blaubeeren der Gruppe hätte eine Erhöhung oder Senkung des Abzinsungssatzes um 5,0 Prozent keine wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden Zeitwert der Ernte.

Bei der Apfel- und Tomatenernte der Gruppe würde ein Anstieg bzw. Rückgang des Erntevolumens um 5,0 Prozent zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts um 1,1 Mio. Euro bzw. 0,3 Mio. Euro führen. Bei den Zitrusfrüchten und Blaubeeren der Gruppe hätte ein Anstieg bzw. Rückgang des Erntevolumens um 5,0 Prozent keine wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden Zeitwert der Ernte.

Aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit des Konzerns können finanzielle Risiken aus ungünstigen klimatischen Bedingungen oder Naturereignissen entstehen. Darüber hinaus kann der Konzern finanziellen Risiken aufgrund ungünstiger Veränderungen der Marktpreise oder Erntemengen und ungünstigen Wechselkursveränderungen ausgesetzt sein.

Das Preisrisiko wird durch eine ständige Überwachung der Rohstoffpreise und deren Einflussfaktoren verringert. Der Konzern tätigt auch angemessene Maßnahmen, um sicherzustellen, dass sich klimatische Bedingungen, Naturereignisse, Krankheiten der Pflanzen oder andere Faktoren nicht negativ auf die Qualität und den Ertrag der Ernte auswirken. Zur Reduzierung der Fremdwährungsrisikoposition werden derivative Finanzinstrumente wie etwa Devisentermingeschäfte eingesetzt.

Die folgende Tabelle stellt die im Eigentum befindlichen und gepachteten Anbauflächen für die unterschiedlichen Arten von biologischen Vermögenswerten dar:

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In Hektar 2022 2021
Biologische Vermögenswerte    
Äpfel 578 661
Tomaten 24 28
Zitrusfrüchte (Zitronen, Mandarinen, Orangen) 90 90
Trauben - 59
Blaubeeren 11 11

Die folgende Tabelle stellt die Produktionsmengen der unterschiedlichen Arten von biologischen Vermögenswerten auf eigenen und gepachteten Anbauflächen dar:

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2022 2021 Produktionseinheiten
Biologische Vermögenswerte      
Äpfel 1.156.124 1.270.035 tce 1
Tomaten 8.478.183 10.205.439 kg
Zitrusfrüchte (Zitronen, Mandarinen, Orangen) 3.465.186 3.150.426 kg
Trauben - 202.326 kg
Blaubeeren 37.138 71.332 kg

1 tce - tray carton equivalent (entspricht ca. 18 kg)

C.9 Vermögenswerte aus Derivaten

Die Einordnung der beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte aus Derivaten in die Fair-Value-Hierarchie erfolgt gemäß der in Abschnitt A.3 unter Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Derivaten beschriebenen Vorgehensweise und stellt sich wie folgt dar:

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Beizulegende Zeitwerte
In Mio. Euro 31.12.2022 Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Vermögenswerte aus Derivaten        
Warentermingeschäfte 1 103,6 551,4 - 655,0
Devisensicherungsgeschäfte 35,6 - - 35,6
Zinssicherungsgeschäfte 1,9 16,6 - 18,5
  141,1 568,0 - 709,1

1 Level 1 sind auch solche Warentermingeschäfte zuzuordnen, die als Futures gehandelt werden. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

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Beizulegende Zeitwerte
In Mio. Euro 31.12.2021 Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Vermögenswerte aus Derivaten        
Warentermingeschäfte 1 571,8 521,8 - 1.093,6
Devisensicherungsgeschäfte 26,2 2,1 - 28,3
Zinssicherungsgeschäfte - 0,8 - 0,8
  598,0 524,7 - 1.122,7

1 Level 1 sind auch solche Warentermingeschäfte zuzuordnen, die als Futures gehandelt werden. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

Für die Darstellung der hierarchischen Einstufung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte verweisen wir auf Abschnitt C.21.

Von den ausgewiesenen Vermögenswerten aus Derivaten haben 611,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.049,1 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von maximal einem Jahr. Für Vermögenswerte aus Derivaten von 68,5 Mio. Euro (Vorjahr: 42,3 Mio. Euro) liegt die Restlaufzeit zwischen mindestens einem und maximal fünf Jahren und für 29,5 Mio. Euro (Vorjahr: 31,3 Mio. Euro) über fünf Jahren.

Im BayWa-Konzern wurde im Segment Regenerative Energien im Geschäftsjahr 2022 eine länderspezifische Analyse für bestehende Finanzinstrumente vorgenommen. Ziel der Analyse war es, zu klären, ob für aus dem Stromhandel resultierende finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten die Voraussetzungen für eine Saldierung gemäß IAS 32.42 ff. erfüllt sind. Hierfür galt es insbesondere zu beurteilen, ob der BayWa-Konzern über einen durchsetzbaren Rechtsanspruch verfügt, bestehende finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten mit derselben Gegenpartei zu verrechnen. Im Ergebnis konnten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 im Segment Regenerative Energien finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Höhe von 594,1 Mio. Euro um 327,5 Mio. Euro im Einklang mit IAS 32 saldiert werden.

Der Rückgang der Vermögenswerte aus Derivaten im Vergleich zum 31. Dezember 2021 resultiert insbesondere aus dieser Saldierung. Darüber hinaus trug die Reduktion offener Kontrakte im Segment Cefetra Group zum Ende des Geschäftsjahres 2022 und die im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunkenen Preise im Getreidehandel zum Rückgang der Vermögenswerte aus Derivaten bei.

C.10 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte/​Veräußerungsgruppen

Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte des BayWa-Konzerns umfassen zum Ende des Geschäftsjahrs 2022 ausschließlich einzelne langfristige Vermögenswerte; Veräußerungsgruppen bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Bei den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten handelt es sich um 7 (Vorjahr: 7) Objekte. Darin enthalten sind sowohl unbebaute als auch bebaute Grundstücke, auf denen Silos, Bürogebäude, Garagen, Lagerhäuser, Hallen, Werkstätten, ein Technikmarkt, eine Tankstelle, eine Obstplantage und ein Autohaus errichtet sind. Zum Bilanzstichtag belaufen sich die Buchwerte der zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte des BayWa-Konzerns auf insgesamt 16,4 Mio. Euro (Vorjahr: 6,8 Mio. Euro). Deren beizulegender Zeitwert abzüglich voraussichtlicher Veräußerungskosten entspricht 36,9 Mio. Euro (Vorjahr: 13,9 Mio. Euro).

Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar (der Übersichtlichkeit halber sind nur jene Segmente aufgeführt, bei denen Werte zu berichten sind):

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In Mio. Euro 2022 Segment Agrar Segment Technik Segment Global Produce Segment Bau Sonstige Aktivitäten Gesamt
Langfristige Vermögenswerte            
Sachanlagen 0,3 0,0 15,1 - 0,9 16,4
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 0,3 0,0 15,1 - 0,9 16,4
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In Mio. Euro 2021 Segment Agrar Segment Technik Segment Global Produce Segment Bau Sonstige Aktivitäten Gesamt
Langfristige Vermögenswerte            
Sachanlagen - 0,3 - 0,2 6,3 6,8
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - 0,3 - 0,2 6,3 6,8

Mit zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten in Verbindung stehende Schulden liegen im BayWa-Konzern zum Ende des Geschäftsjahres 2022 nicht vor.

C.11 Eigenkapital

Die detaillierte Entwicklung des Eigenkapitals zeigt die Eigenkapitalveränderungsrechnung.

Ausgegebenes Kapital

Das gezeichnete Kapital der BayWa AG beläuft sich zum Stichtag auf 91.807.715,84 Euro (Vorjahr: 91.250.199,04 Euro) und ist am 31. Dezember 2022 eingeteilt in 35.862.389 auf den Namen lautende Stammaktien (Vorjahr: 35.644.609) in Form von Stückaktien, mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 Euro je Aktie (Vorjahr: 2,56 Euro). Von den ausgegebenen Stückaktien sind 34.401.358 vinkulierte (Vorjahr: 34.175.458) und 217.780 junge vinkulierte (Vorjahr: 225.900) Namensaktien (ab 1. Januar 2023 dividendenberechtigte Mitarbeiteraktien). 1.243.251 Aktien (Vorjahr: 1.243.251) sind nicht vinkulierte Namensaktien.

Für das in der Bilanz ausgewiesene Kapital wurde gemäß IAS 32 das Grundkapital um den rechnerischen Wert der in Vorjahren zurückgekauften eigenen Anteile (19.500 Stück bzw. 0,1 Mio. Euro) gemindert; die Kapitalrücklage reduziert sich aus dem gleichen Grund um 0,1 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine eigenen Aktien zurückgekauft.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien (ohne zurückgekaufte eigene Anteile) hat sich im Berichtsjahr wie folgt verändert:

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Nicht vinkulierte Namensaktien Vinkulierte Namensaktien
Stand 01.01.2022 1.243.251 34.381.858
Ausgabe von Mitarbeiteraktien   217.780
Stand 31.12.2022 1.243.251 34.599.638

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu nominal 12.500.000 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender vinkulierter Stückaktien gegen Sacheinlagen zu erhöhen. Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen (Genehmigtes Kapital 2021). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2021 oder nach Ablauf der Frist für die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2021 entsprechend anzupassen.

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 25. Mai 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu nominal 3.506.682,88 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender vinkulierter Stückaktien gegen Bareinlage an Mitarbeiter der BayWa AG und der mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen (Genehmigtes Kapital 2020).

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 31. Mai 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu nominal 10.000.000 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien gegen Sacheinlagen zu erhöhen. Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen (Genehmigtes Kapital 2018).

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage in Höhe von 138,2 Mio. Euro (Vorjahr: 129,5 Mio. Euro) stammt mit 99,9 Mio. Euro (Vorjahr: 94,9 Mio. Euro) im Wesentlichen aus den Agios der bisher bei der BayWa AG durchgeführten Kapitalerhöhungen. Darüber hinaus wurden mit dem Erwerb von Aktien der RWA AG sowie der WLZ AG, jeweils unter der Bewertung der hingegebenen Anteile mit dem historischen Börsenkurs, Aufgelder über dem Nominalwert der ausgegebenen BayWa-Aktien erzielt. Diese sind ebenfalls innerhalb der Kapitalrücklage ausgewiesen.

Wie im Vorjahr bestand auch im Jahr 2022 für Mitarbeiter der BayWa AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen in Deutschland und Österreich die Möglichkeit, BayWa-Aktien zu vergünstigten Konditionen im Rahmen eines freiwilligen Mitarbeiteraktienprogramms zu erwerben. In diesem Zusammenhang wurden im Geschäftsjahr 2022 217.780 junge vinkulierte Namensaktien (ab 1. Januar 2023 dividendenberechtigte Mitarbeiteraktien) (Vorjahr: 225.900 junge vinkulierte, ab 1. Januar 2022 dividendenberechtigte Mitarbeiteraktien) ausgegeben. Der Ausübungspreis der Mitarbeiteraktien betrug 25,32 Euro (Vorjahr: 22,08 Euro) und damit 60 Prozent des Börsenkurses der vinkulierten BayWa-Namensaktien am Vortag in Höhe von 42,20 Euro (Vorjahr: 36,80 Euro) gemäß der Beschlussfassung des BayWa-Vorstands über die hierfür notwendige Kapitalerhöhung. Der Eigenanteil betrug je teilnehmenden Mitarbeiter mindestens 270,00 Euro und höchstens 1.080,00 Euro (Vorjahr: mindestens 270,00 Euro und höchstens 1.080,00 Euro). Die Vorteilsgewährung in Höhe der Differenz zwischen tatsächlichem Kaufpreis und Börsenkurs wurde gemäß IFRS 2 in Höhe von 3,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro) aufwandswirksam im Personalaufwand erfasst und in gleicher Höhe in die Kapitalrücklage eingestellt. Die Sperrfrist für diese Aktien endet am 31. Dezember 2024. Die an österreichische Mitarbeiter ausgegebenen Aktien unterliegen zudem einer steuerlichen Behaltefrist, die am 31. Dezember 2027 endet.

Hybridkapital

Die von der BayWa AG am 4. Oktober 2017 begebene Schuldverschreibung in Form einer sogenannten Hybridanleihe mit einem Gesamtnennbetrag mit einem Volumen von 300,0 Mio. Euro wurde zum vertraglich vereinbarten, erstmöglichen Rückzahlungstermin im Oktober 2022 fristgerecht gekündigt und vollständig zurückbezahlt.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden aus dieser Hybridanleihe letztmalig dividendenähnliche Zahlungen in Höhe von 12,8 Mio. Euro geleistet; diese werden als Teil der Ergebnisverwendung dargestellt.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen des BayWa-Konzerns umfassen die Bewertungsrücklage und die übrigen Gewinnrücklagen. Letztere setzt sich aus der gesetzlichen und der satzungsmäßigen Rücklage, der Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen und den anderen Gewinnrücklagen zusammen. Der BayWa-Konzern erfasst Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis. Diese Veränderungen werden in der Bewertungsrücklage im Eigenkapital kumuliert. Darüber hinaus umfasst die Bewertungsrücklage den wirksamen Teil der kumulierten Nettoveränderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur Absicherung von Zahlungsströmen verwendeten Sicherungsinstrumenten bis zur späteren Erfassung im Gewinn oder Verlust. In den anderen Gewinnrücklagen sind hauptsächlich die Gewinnrücklagen der einbezogenen Tochterunternehmen enthalten. Die Gewinnrücklagen beinhalten zudem Auswirkungen aus Anteilserwerben bzw. -verkäufen, die keinen Einfluss auf eine bestehende Beherrschungssituation haben und erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst werden. Die Gewinnrücklagen des Konzerns betragen am Bilanzstichtag 735,9 Mio. Euro (Vorjahr: 485,1 Mio. Euro). Davon entfallen 5,6 Mio. Euro (Vorjahr: 5,6 Mio. Euro) auf gesetzliche Rücklagen, 63,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) auf die Bewertungsrücklage, minus 162,8 Mio. Euro (Vorjahr: minus 276,1 Mio. Euro) auf die Rücklagen für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen und 829,4 Mio. Euro (Vorjahr: 752,8 Mio. Euro) auf andere Gewinnrücklagen. Einstellungen und Entnahmen bei den Gewinnrücklagen ergeben sich sowohl beim Mutterunternehmen BayWa AG als auch bei den einbezogenen Tochterunternehmen.

Sonstige Rücklagen

In den sonstigen Rücklagen der BayWa sind sowohl die auf die Anteile des Mutterunternehmens entfallenden Teile des kumulierten Ergebnis nach Steuern vom Einkommen und Ertrag und nach Dividendenausschüttungen in Höhe von 31,6 Mio. Euro (Vorjahr: 12,1 Mio. Euro) als auch die den Anteilen des Mutterunternehmens zuzurechnenden ergebnisneutral eingestellten Währungsumrechnungsdifferenzen von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 2,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) ausgewiesen.

Die Änderung des sonstigen Ergebnisses nach Steuern gegliedert nach Rücklagen wird nachstehend dargestellt:

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Eigenkapital vor Anteilen anderer Gesellschafter
In Mio. Euro 2022 Bewertungsrücklage Übrige Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital
Sonstige Ergebnisse aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen, die nicht nachträglich in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden - 0,0 - 0,0 0,0
Umgliederungen von im OCI erfassten Bewertungseffekten in die Gewinnrücklagen (ohne Recycling) - 0,0 - - - 0,0 - 0,0
Nettogewinn/​-verlust aus der Neubewertung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" (sog. OCI-Option) (ohne Recycling) - 16,1 - - - 16,4 - 32,5
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen - 112,9 - 3,5 116,4
Sonstige erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Gewinne/​ Verluste - - - - -
Währungsumrechnungsdifferenz - - - 1,4 - 1,3 - 2,7
Umgliederungen von Währungsumrechnungsdifferenzen in die Gewinn- und Verlustrechnung - - 3,5 0,0 3,5
Cash Flow Hedges 75,9 - - 62,9 138,8
Umgliederungen Nettogewinne/​-verluste aus Cash Flow Hedges in die Gewinn- und Verlustrechnung 1,3 - - 0,3 1,6
Sonstiges Ergebnis 61,0 112,9 2,0 49,1 225,0
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Eigenkapital vor Anteilen anderer Gesellschafter
In Mio. Euro 2021 Bewertungsrücklage Übrige Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital
Sonstige Ergebnisse aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen, die nicht nachträglich in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden - 0,0 - 0,0 0,1
Umgliederungen von im OCI erfassten Bewertungseffekten in die Gewinnrücklagen (ohne Recycling) - 0,0 - - - 0,0 - 0,0
Nettogewinn/​-verlust aus der Neubewertung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" (sog. OCI-Option) (ohne Recycling) 12,2 - - 12,8 25,0
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/​Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen - 25,2 - 0,7 26,0
Sonstige erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Gewinne/​ Verluste - 0,0 - - 0,0
Währungsumrechnungsdifferenz - - 10,7 0,3 11,0
Umgliederungen von Währungsumrechnungsdifferenzen in die Gewinn- und Verlustrechnung - - - 0,2 0,0 - 0,2
Cash Flow Hedges - 24,0 - - - 16,4 - 40,4
Umgliederungen Nettogewinne/​-verluste aus Cash Flow Hedges in die Gewinn- und Verlustrechnung - 0,3 - - - 1,8 - 2,1
Sonstiges Ergebnis - 12,1 25,3 10,5 - 4,4 19,3

Die in IAS 1 geforderten Angaben zum Kapitalmanagement sind im Konzernlagebericht dieses Konzernfinanzberichts, konkret im Abschnitt Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des BayWa-Konzerns, als Bestandteil des Wirtschaftsberichts zu finden.

Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen insbesondere auf die von dem Schweizer Investor Energy Infrastructure Partners AG (EIP) erworbenen Anteile an der BayWa r.e. AG, München, sowie auf die an den Tochtergesellschaften in Österreich beteiligten Genossenschaften und auf die an der T&G Global Limited, Auckland, Neuseeland, und deren Tochterunternehmen beteiligten Minderheitsgesellschafter. Der Anstieg der Anteile anderer Gesellschafter ist insbesondere auf positive Bewertungseffekte aus der kumulierten Nettoveränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Absicherung von Zahlungsströmen verwendeten Sicherungsinstrumenten sowie auf die Steigerung des auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallenden Konzernjahresüberschusses zurückzuführen. Detaillierte Angaben zu wesentlichen Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter sind in Abschnitt B.2 des Konzernanhangs enthalten.

C.12 Pensionsrückstellungen

Den Pensionsrückstellungen im BayWa-Konzern liegen ausschließlich leistungsorientierte Versorgungspläne zugrunde. Die damit verbundenen Risiken - wie beispielsweise Langlebigkeit oder Gehaltssteigerung - bestehen bei der BayWa durch die Schließung der Versorgungswerke für Neueintritte heute lediglich in einem deutlich verminderten Umfang. Diese Altzusagen umfassen 10.806 Anspruchsberechtigte. Davon sind 1.832 aktive Mitarbeiter, 1.944 ehemalige Mitarbeiter mit unverfallbaren Ansprüchen sowie 7.030 Pensionäre und Hinterbliebene. Die Ausgestaltung der wesentlichen leistungsorientierten Pläne wird nachstehend dargestellt.

Die BayWa wendet den durationsabhängigen Abzinsungssatz gemäß Spot Rate Approach an. Für dessen Ermittlung kommt das sogenannte RATE:Link-Verfahren zum Einsatz. Hierbei erfolgt die Zinsfestlegung auf Basis der von Bloomberg erfassten Unternehmensanleihen mit einem AA-Rating. Im Jahr 2020 hat Bloomberg das im Vergleich zum früher verwendeten "BICS-System" umfassendere Klassifikationssystem "BCLASS" für die Auswahl der hochwertigen Unternehmensanleihen zur Verfügung gestellt. Die Verfeinerung erfolgte durch Herausnahme von Anleihen der Kategorien "Treasury", "Government-Related", "Securitised" und "Municipal" sowie durch Hinzufügen von "Special Purpose Vehicles"-Anleihen der Unterkategorie "Corporate".

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In Prozent 31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungsfaktor 3,70 1,08
Gehaltstrend 2,45 2,44
Rententrend 2,05 1,63

Die Höhe der Abfertigungsverpflichtungen (Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen bzw. sogenannte Defined Benefit Obligation - DBO) wurde ebenfalls nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet, denen Schätzungen zugrunde liegen. Hierbei wurden die nachfolgend genannten Prämissen einheitlich für die österreichischen Konzerngesellschaften festgelegt. Bei den Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs bestehen keine Abfertigungsverpflichtungen.

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In Prozent 31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungsfaktor 3,48 0,57
Gehaltstrend 4,39 3,23

Der Gehaltstrend umfasst erwartete zukünftige Gehaltssteigerungen, die u. a. in Abhängigkeit von der Inflation und der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen jährlich geschätzt werden.

Hinsichtlich der Annahmen zur Lebenserwartung wurden im Fall der deutschen Gesellschaften die Sterbetafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck (Richttafeln 2018 G) verwendet. Für die österreichischen Gesellschaften wurden die "AVÖ 2018-P - Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung - Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen.

Aus Erhöhungen oder Verminderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung können versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste entstehen, deren Ursachen u. a. Abweichungen zwischen tatsächlichen und geschätzten Berechnungsparametern sein können. Die daraus resultierenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet.

Im Berichtsjahr wurden versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 158,5 Mio. Euro (Vorjahr: 43,0 Mio. Euro) ergebnisneutral direkt im Eigenkapital erfasst. Zum Bilanzstichtag belaufen sich die direkt im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Verluste vor latenten Steuern auf 235,4 Mio. Euro (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro).

Aus den Versorgungszusagen des BayWa-Konzerns resultiert ein Gesamtpensionsaufwand von 10,9 Mio. Euro (Vorjahr: 9,3 Mio. Euro), der sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt:

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In Mio. Euro 2022 2021
Laufender Dienstzeitaufwand - 5,6 - 6,6
+ Zinsanteil - 5,3 - 2,7
= Summe der erfolgswirksam erfassten Beträge - 10,9 - 9,3

Aus den Abfertigungsverpflichtungen der österreichischen Konzerngesellschaften resultiert ein Gesamtaufwand von 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro), der sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt:

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In Mio. Euro 2022 2021
Laufender Dienstzeitaufwand - 1,7 - 1,6
+ Zinsanteil - 0,2 - 0,1
= Summe der erfolgswirksam erfassten Beträge - 1,9 - 1,7

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in den Vorjahren erworbenen Ansprüche sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sind im Personalaufwand enthalten.

Während der Berichtsperiode haben sich der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) und somit der Wert der bilanzierten Beträge der Pensionsverpflichtungen auf Konzernebene folgendermaßen verändert:

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In Mio. Euro 2022 2021
DBO zum 01.01. 699,3 762,4
+ Veränderungen im Konsolidierungskreis 0,3 -
+ Summe der erfolgswirksamen Beträge 10,9 9,3
+/​- Veränderung versicherungsmathematische Gewinne (-)/​Verluste (+) - 158,5 - 42,5
- Pensionszahlungen der Berichtsperiode - 30,0 - 29,9
+/​- Übernahme von Verpflichtungen - -
= DBO 31.12. 522,0 699,3

Die für das Berichtsjahr ermittelten versicherungsmathematischen Gewinne setzen sich aus versicherungsmathematischen Verlusten aus erfahrungsbedingten Anpassungen in Höhe von 26,8 Mio. Euro (Vorjahr: versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 1,5 Mio. Euro) und versicherungsmathematischen Gewinnen in Höhe von 185,3 Mio. Euro (Vorjahr: 40,9 Mio. Euro) aus der Änderung finanzieller Annahmen zusammen.

Während der Berichtsperiode haben sich der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) und somit der Wert der bilanzierten Beträge der Abfertigungsrückstellungen auf Konzernebene folgendermaßen verändert:

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In Mio. Euro 2022 2021
DBO zum 01.01. 36,2 38,4
+ Veränderungen im Konsolidierungskreis 0,1 -
+ Summe der erfolgswirksamen Beträge 1,9 1,7
+/​- Veränderung versicherungsmathematische Gewinne (-)/​Verluste (+) - 4,4 - 0,5
- Abfertigungszahlungen der Berichtsperiode - 3,7 - 3,4
+/​- Übernahme von Verpflichtungen - -
= DBO 31.12. 30,1 36,2

Die für das Berichtsjahr ermittelten versicherungsmathematischen Gewinne setzen sich aus versicherungsmathematischen Verlusten aus erfahrungsbedingten Anpassungen in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 0,2 Mio. Euro), versicherungsmathematischen Gewinnen in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 0,0 Mio. Euro) aus der Änderung demografischer Annahmen sowie versicherungsmathematischen Gewinnen in Höhe von 4,6 Mio. Euro (Vorjahr: versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 0,7 Mio. Euro) aus der Änderung finanzieller Annahmen zusammen.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird erwartet, dass voraussichtlich 22,5 Mio. Euro aufwandswirksam für leistungsorientierte Pensionspläne und 2,0 Mio. Euro für Abfertigungsverpflichtungen erfasst werden.

Sensitivitätsanalysen

Bei Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen und Abfertigungen stellen der Abzinsungsfaktor sowie der Gehaltstrend und bei Pensionsverpflichtungen darüber hinaus der Rententrend sowie die Restlebenserwartung wesentliche Bewertungsparameter dar, die im Zeitablauf gewissen Schwankungen unterliegen können. In den nachfolgenden Sensitivitätsanalysen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen, resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen, auf die Verpflichtung dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht korrelieren.

Sensitivitätsanalyse für die DBO aus Pensionsverpflichtungen

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Änderung der Parameter in Prozent bzw.
Jahren
Bei Anstieg des Parameters Veränderung der DBO um Bei Verringerung des Parameters Veränderung der DBO um Beziehung zwischen Bewertungsparameter und DBO
Abzinsungssatz ± 0,75 % - 8,13 % 9,89 % Je höher der Abzinsungssatz, desto geringer die DBO
Gehaltssteigerungen ± 0,50 % 0,68 % - 0,32 % Je höher die Gehaltssteigerung, desto höher die DBO
Rentensteigerungen ± 0,50 % 5,48 % - 4,68 % Je höher die Rentensteigerung, desto höher die DBO
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ± 1 Jahr 4,04 % - 3,66 % Je höher die Lebenserwartung, desto höher die DBO

Sensitivitätsanalyse für die DBO aus Abfertigungsverpflichtungen

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Änderung der Parameter in Prozent bzw.
Jahren
Bei Anstieg des Parameters Veränderung der DBO um Bei Verringerung des Parameters Veränderung der DBO um Beziehung zwischen Bewertungsparameter und DBO
Abzinsungssatz ± 0,75 % - 5,50 % 5,26 % Je höher der Abzinsungssatz, desto geringer die DBO
Gehaltssteigerungen ± 0,50 % 3,24 % - 3,80 % Je höher die Gehaltssteigerung, desto höher die DBO

Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtungen beträgt 12 Jahre (Vorjahr: 15 Jahre). Die gewichtete Duration der Abfertigungsverpflichtungen beträgt 7 Jahre (Vorjahr: 8 Jahre).

Die erwarteten undiskontierten Auszahlungen aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen stellen sich in den Folgejahren wie folgt dar:

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In Mio. Euro Summe 2023 2024- 2027 2028 - 2032 > 2032
Pensionsverpflichtungen 951,8 31,6 126,7 154,7 638,8
Abfertigungsverpflichtungen 43,1 3,4 9,8 12,9 17,0

C.13 Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen entfallen auf:

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In Mio. Euro 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Rückstellungen (mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr)    
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 41,5 40,8
Abbruchverpflichtungen 38,2 26,1
Sonstige Rückstellungen 7,3 6,6
  86,9 73,5
Kurzfristige Rückstellungen (mit einer Fälligkeit bis zu einem Jahr)    
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 192,6 141,8
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 195,6 142,8
Gewährleistungsverpflichtungen 13,9 8,3
Abbruchverpflichtungen 13,5 26,8
Sonstige Rückstellungen 99,0 98,5
  514,6 418,2

In den Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich sind im Wesentlichen Vorsorgen für Jubiläumsaufwendungen, Urlaubsrückstände und Gleitzeitguthaben, Abfindungen sowie für Altersteilzeit enthalten. Darüber hinaus beinhalten diese sowohl im kurzfristigen als auch im langfristigen Ausweis variable Vergütungsbestandteile in Form eines Long-Term-Incentive-(LTI-)Programms. Dieses Programm besteht für Vorstandsmitglieder einer Tochtergesellschaft sowie weitere Mitarbeiter derselben unterhalb der Vorstandsebene. Die Vergütung, orientiert an der wirtschaftlichen Entwicklung der BayWa r.e.-Gruppe, soll die Teilnehmer an der langfristigen Wertentwicklung der Gesellschaft im Sinne einer auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegten Geschäftspolitik beteiligen, und somit unternehmerisches Handeln und Denken zu fördern als auch die Bindung an die Gesellschaft zu stärken. Das LTI-Programm besteht aus einer Einmalzahlung und weiteren Bonuszahlungen.

Die sonstigen Rückstellungen umfassen überwiegend Vorsorgen für Abbruchverpflichtungen, für ausstehende Rechnungen, Gewährleistungsverpflichtungen sowie für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Darüber hinaus sind erkennbare Einzelrisiken und ungewisse Verpflichtungen ausgewiesen. Sie entfallen im Wesentlichen auf Kosten für Altlasten, Nachlaufkosten sowie Prozessrisiken.

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

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In Mio. Euro 2022 Stand 01.01.2022 Zuführung Umbuchung Auf-/​ Abzinsung Verbrauch Auflösung
Langfristige Rückstellungen            
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 40,8 11,8 - 1,3 1,1 - 4,7 - 6,3
Abbruchverpflichtungen 26,1 14,4 11,0 - 0,5 - 11,7 - 1,1
Sonstige Rückstellungen 6,6 4,4 0,0 0,0 - 3,7 - 0,1
  73,5 30,6 9,6 0,6 - 20,1 - 7,5
Kurzfristige Rückstellungen            
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 141,8 153,4 1,3 - 0,1 - 94,0 - 9,8
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 142,8 197,7 - 2,3 0,0 - 132,9 - 9,6
Gewährleistungsverpflichtungen 8,3 13,9 0,0 0,0 - 7,2 - 1,1
Abbruchverpflichtungen 26,8 22,8 - 11,0 0,2 - 25,3 - 0,5
Sonstige Rückstellungen 98,5 97,5 2,4 0,0 - 60,5 - 38,6
  418,2 485,4 - 9,6 0,2 - 320,0 - 59,5
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In Mio. Euro 2022 Kursdifferenzen Stand 31.12.2022
Langfristige Rückstellungen    
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 0,0 41,5
Abbruchverpflichtungen 0,0 38,2
Sonstige Rückstellungen 0,1 7,3
  0,1 86,9
Kurzfristige Rückstellungen    
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 0,0 192,6
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen - 0,2 195,6
Gewährleistungsverpflichtungen 0,0 13,9
Abbruchverpflichtungen 0,5 13,5
Sonstige Rückstellungen - 0,3 99,0
  0,1 514,6
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In Mio. Euro 2021 Stand 01.01.2021 Zuführung Umbuchung Auf-/​ Abzinsung Verbrauch Auflösung
Langfristige Rückstellungen            
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 38,3 7,1 0,1 0,4 - 4,0 - 1,1
Abbruchverpflichtungen 26,3 3,5 - 2,0 - 0,1 - 1,3 - 0,5
Sonstige Rückstellungen 4,9 4,9 - 0,2 - 0,1 - 2,1 - 1,0
  69,6 15,5 - 2,1 0,2 - 7,5 - 2,5
Kurzfristige Rückstellungen            
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 119,3 114,9 - 0,1 - 0,2 - 85,6 - 6,9
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 77,8 141,0 - 0,1 - 0,5 - 67,8 - 9,3
Gewährleistungsverpflichtungen 6,7 4,0 0,0 0,0 - 1,7 - 0,7
Abbruchverpflichtungen 15,2 23,3 2,1 0,0 - 14,4 - 0,2
Sonstige Rückstellungen 81,0 84,9 0,2 0,0 - 65,2 - 5,2
  300,0 368,0 2,1 - 0,7 - 234,6 - 22,4
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In Mio. Euro 2021 Kursdifferenzen Stand 31.12.2021
Langfristige Rückstellungen    
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 0,0 40,8
Abbruchverpflichtungen 0,3 26,1
Sonstige Rückstellungen 0,1 6,6
  0,4 73,5
Kurzfristige Rückstellungen    
Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich 0,4 141,8
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 1,8 142,8
Gewährleistungsverpflichtungen 0,0 8,3
Abbruchverpflichtungen 0,7 26,8
Sonstige Rückstellungen 2,7 98,5
  5,7 418,2

C.14 Finanzschulden

Die Finanzschulden weisen alle verzinslichen Verpflichtungen des BayWa-Konzerns aus, die zum Bilanzstichtag bestehen. Sie setzen sich folgendermaßen zusammen:

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In Mio. Euro 2022 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Finanzschulden        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.075,6 2.400,1 660,5 4.136,2
Anleihen - 499,5 - 499,5
Commercial Papers 641,7 - - 641,7
Stille Beteiligung 1,4 - - 1,4
  1.718,7 2.899,6 660,5 5.278,8
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In Mio. Euro 2021 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Finanzschulden        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 745,9 1.794,1 424,4 2.964,4
Anleihen - 498,8 - 498,8
Commercial Papers 720,0 - - 720,0
Stille Beteiligung 1,4 - - 1,4
  1.467,3 2.292,9 424,4 4.184,6

Der BayWa-Konzern finanziert sich über eine Konsortialfinanzierung, Kapitalmarktemissionen sowie über Kontokorrentkredite und kurzfristige Darlehen. Für die unterschiedlichen Finanzierungen werden keine Sicherheiten begeben. In Einzelfällen werden auch langfristige Bankdarlehen und Projektfinanzierungen in Anspruch genommen.

Der BayWa-Konzern hat im September 2021 einen nachhaltigen Konsortialkredit mit einem Gesamtvolumen von 1,7 Mrd. Euro abgeschlossen, der im Jahr 2022 auf 2,0 Mrd. Euro erhöht wurde. Diese Kreditlinie läuft bis September 2024 und hat zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Mit der Konsortialfinanzierung wurden bilaterale, unbesicherte und täglich fällige Kreditlinien abgelöst. Im Zugangszeitpunkt erfolgt die Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert, der dem Nominalwert entspricht, unter Kürzung der Transaktionskosten. Der Konsortialkredit wird unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Die Kapitalmarktemissionen betreffen u. a. eine im Juni 2019 emittierte Unternehmensanleihe (Kupon 3,125 Prozent, gelistet an der Luxemburger Börse, ISIN XS2002496409, Stückelung 1.000 EUR, Laufzeit bis 26. Juni 2024) sowie Schuldscheindarlehen, die von der BayWa AG in den Jahren 2014, 2015, 2018 sowie 2021 und 2022 platziert wurden. Diese Kapitalmarktemissionen dienen der Diversifizierung der Konzernfinanzierung; die Unternehmensanleihe ist unter den Anleihen ausgewiesen, während die Schuldscheindarlehen als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfasst sind.

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2022 Darlehensbetrag nominal
in Mio. Euro
Fälligkeit Verzinsung
Schuldscheindarlehen 3 Jahre fix 75,0 13.10.2025 4,19 %
Schuldscheindarlehen 3 Jahre variabel 35,0 13.10.2025 6-Monats-Euribor zzgl. 1,30 %
Schuldscheindarlehen 5 Jahre fix 7,5 11.10.2027 4,46 %
Schuldscheindarlehen 5 Jahre variabel 3,0 11.10.2027 6-Monats-Euribor zzgl. 1,50 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre fix 14,5 11.10.2029 4,70 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre variabel 11,0 11.10.2029 6-Monats-Euribor zzgl. 1,70 %
Schuldscheindarlehen 10 Jahre fix 6,5 11.10.2032 4,96 %
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2021 Darlehensbetrag nominal
in Mio. Euro
Fälligkeit Verzinsung
Schuldscheindarlehen 5 Jahre fix 84,0 21.12.2026 0,95 %
Schuldscheindarlehen 5 Jahre variabel 78,0 21.12.2026 6-Monats-Euribor zzgl. 0,95 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre fix 88,0 21.12.2028 1,15 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre variabel 56,5 21.12.2028 6-Monats-Euribor zzgl. 1,15 %
Schuldscheindarlehen 10 Jahre fix 43,5 22.12.2031 1,459 %
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2018 Darlehensbetrag nominal
in Mio. Euro
Fälligkeit Verzinsung
Schuldscheindarlehen 5 Jahre fix 12,5 19.07.2023 1,119 %
Schuldscheindarlehen 5 Jahre variabel 22,5 19.07.2023 6-Monats-Euribor zzgl. 0,85 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre fix 3,0 21.07.2025 1,536 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre variabel 14,5 21.07.2025 6-Monats-Euribor zzgl. 1,00 %
Schuldscheindarlehen 5 Jahre fix 35,0 12.12.2023 1,18 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre fix 19,0 12.12.2025 1,61 %
Schuldscheindarlehen 7 Jahre variabel 3,0 12.12.2025 6-Monats-Euribor zzgl. 0,95 %
Schuldscheindarlehen 10 Jahre fix 2,5 12.12.2028 2,10 %
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2015 Darlehensbetrag nominal
in Mio. Euro
Fälligkeit Verzinsung
Schuldscheindarlehen 10 Jahre fix 41,5 09.11.2025 2,32 %
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2014 Darlehensbetrag nominal
in Mio. Euro
Fälligkeit Verzinsung
Schuldscheindarlehen 10 Jahre fix 76,5 06.10.2024 2,63 %
Schuldscheindarlehen 10 Jahre variabel 15,5 06.10.2024 6-Monats-Euribor zzgl. 1,45 %

Von den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Kredite in Höhe von 907,1 Mio. Euro (Vorjahr: 625,4 Mio. Euro) jederzeit fällig. Der Differenzbetrag in Höhe von 168,5 Mio. Euro (Vorjahr: 120,6 Mio. Euro) betrifft den kurzfristigen Anteil der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Der durchschnittliche effektive Zinssatz bei kurzfristigen variablen Krediten betrug zum Stichtag 1,76 Prozent (Vorjahr: 0,88 Prozent) pro Jahr.

Aus dem von der BayWa AG aufgelegten Multi-Currency-Commercial-Paper-Programm mit einem Gesamtvolumen von 1.000,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1.000,0 Mio. Euro) waren zum Bilanzstichtag Commercial Papers in Höhe von 641,7 Mio. Euro (Vorjahr: 720,0 Mio. Euro) mit einer durchschnittlich gewichteten Restlaufzeit von 54 Tagen (Vorjahr: 86 Tage) und einem durchschnittlich gewichteten Effektivzinssatz von 2,19 Prozent (Vorjahr: 0,64 Prozent) begeben.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Konzern 32,2 Mio. Euro (Vorjahr: 32,2 Mio. Euro) grundpfandrechtlich besichert. Die Zeitwerte werden in Abschnitt C.21 dargestellt. Die Zeitwerte der kurzfristigen Finanzschulden weichen nicht wesentlich von den ausgewiesenen Buchwerten ab, für die langfristigen Finanzschulden werden Zeitwerte mittels Discounted-Cashflow-Verfahren ermittelt.

Die stillen Beteiligungen von drei österreichischen Lagerhäusern an der RWA AG haben jeweils eine unbestimmte Laufzeit, die von den Lagerhäusern jederzeit kündbar ist. Die stillen Beteiligungen werden verzinst, der Zinssatz ist vertraglich fixiert. Wegen der Kurzfristigkeit aufgrund der jederzeit möglichen Kündigung entspricht der Fair Value dem Buchwert.

C.15 Leasingverbindlichkeiten

Unter den Leasingverbindlichkeiten werden die passivierten Barwerte der künftigen Leasingraten ausgewiesen.

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In Mio. Euro 2022 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Leasingverbindlichkeiten 75,6 238,0 688,3 1.001,9
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In Mio. Euro 2021 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Leasingverbindlichkeiten 76,9 220,0 641,4 938,3

C.16 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten im Wesentlichen Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten. Insgesamt wiesen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen folgende Restlaufzeiten auf:

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In Mio. Euro 2022 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.762,3 4,6 0,0 1.766,9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13,2 - - 13,2
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 60,1 - - 60,1
  1.835,7 4,6 0,0 1.840,3
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In Mio. Euro 2021 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.305,3 4,8 0,2 1.310,3
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12,7 - 0,0 12,7
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 38,3 - - 38,3
  1.356,3 4,8 0,2 1.361,3

C.17 Ertragsteuerverbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern stellen sich, gegliedert nach Restlaufzeiten, wie folgt dar:

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In Mio. Euro 2022 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Ertragsteuerverbindlichkeiten 98,6 - - 98,6
  98,6 - - 98,6
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In Mio. Euro 2021 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Ertragsteuerverbindlichkeiten 35,7 0,5 - 36,2
  35,7 0,5 - 36,2

C.18 Verbindlichkeiten aus Derivaten

Die Einordnung der beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten aus Derivaten in die Fair-Value-Hierarchie erfolgt gemäß der in Abschnitt A.3 unter Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Derivaten beschriebenen Vorgehensweise und stellt sich wie folgt dar:

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Beizulegende Zeitwerte
In Mio. Euro 31.12.2022 Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus Derivaten        
Warentermingeschäfte 1 78,5 286,0 69,3 433,8
Devisensicherungsgeschäfte 34,9 - - 34,9
Zinssicherungsgeschäfte - 2,9 - 2,9
  113,4 288,9 69,3 471,6

1 Level 1 sind auch solche Warentermingeschäfte zuzuordnen, die als Futures gehandelt werden. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

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Beizulegende Zeitwerte
In Mio. Euro 31.12.2021 Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus Derivaten        
Warentermingeschäfte 1 531,5 644,1 - 1.175,6
Devisensicherungsgeschäfte 20,4 0,0 - 20,4
Zinssicherungsgeschäfte - 6,5 - 6,5
  551,9 650,6 - 1.202,5

1 Level 1 sind auch solche Warentermingeschäfte zuzuordnen, die als Futures gehandelt werden. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

Für die Darstellung der hierarchischen Einstufung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten wird auf Abschnitt C.21 verwiesen.

Von den ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Derivaten haben 364,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.152,3 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von maximal einem Jahr. Für Verbindlichkeiten aus Derivaten von 83,4 Mio. Euro (Vorjahr: 44,9 Mio. Euro) liegt die Restlaufzeit zwischen mindestens einem und maximal fünf Jahren und für 23,9 Mio. Euro (Vorjahr: 5,3 Mio. Euro) über fünf Jahren.

Im Geschäftsjahr 2022 wurde unter Berücksichtigung der Voraussetzungen des IAS 32.42 ff. eine Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten innerhalb des Segments Regenerative Energien für den Stromhandel in einer Gesamthöhe von 327,5 Mio. Euro vorgenommen (siehe C.9 Vermögenswerte aus Derivaten). Neben der vorgenommenen Saldierung war die Erfüllung von Warentermingeschäften mit negativem Marktwert wesentlicher Treiber für den Rückgang der Verbindlichkeiten aus Derivaten im Vergleich zum 31. Dezember 2021. Darüber hinaus trugen die Reduktion offener Kontrakte im Segment Cefetra Group zum Ende des Geschäftsjahres 2022 und die im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunkenen Preise im Getreidehandel zum Rückgang der Verbindlichkeiten aus Derivaten bei.

C.19 Übrige Verbindlichkeiten

Die übrigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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In Mio. Euro 2022 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern 28,8 - - 28,8
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 141,9 0,4 - 142,3
  170,7 0,4 - 171,1
Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten        
Soziale Sicherheit 10,4 - - 10,4
Erhaltene Zuschüsse 6,7 2,4 11,4 20,5
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 158,5 0,0 0,0 158,5
Übrige Verbindlichkeiten inkl. Rechnungsabgrenzungsposten 584,2 32,9 40,1 657,1
  759,7 35,3 51,5 846,5
Übrige Verbindlichkeiten 930,4 35,7 51,5 1.017,6
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In Mio. Euro 2021 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern - - - -
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 113,4 0,6 - 114,1
  113,4 0,6 - 114,1
Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten        
Soziale Sicherheit 6,9 - - 6,9
Erhaltene Zuschüsse 1,9 2,1 9,1 13,1
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 127,3 0,1 0,0 127,4
Übrige Verbindlichkeiten inkl. Rechnungsabgrenzungsposten 526,9 26,6 47,1 600,6
  663,0 28,8 56,2 748,0
Übrige Verbindlichkeiten 776,4 29,4 56,2 862,0

Die Zeitwerte der ausgewiesenen Posten weichen nicht wesentlich von den dargestellten Buchwerten ab.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern in Höhe von 28,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) beziehen sich auf die Abtretung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Finanzierungspartner, die von einem Dienstleister vermittelt werden. Die Finanzierungspartner übernehmen die Zahlung an den Lieferanten, die dann mit einem Zeitverzug von zwei Monaten von der BayWa erstattet wird.

Die sonstigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 171,1 Mio. Euro entfallen im Wesentlichen auf die ABS-Maßnahme in Höhe von 125,0 Mio. Euro. Darüber hinaus sind hier auch Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 13,6 Mio. Euro enthalten, die aus den im Januar 2022 erfolgten Unternehmenserwerben der Sol in one GmbH, Kaiserslautern, und der Patent Co. DOO Misicevo, Mišićevo, Serbien, resultieren. Auf die Sol in one GmbH entfallen 4,8 Mio. Euro und auf die Patent Co. DOO Misicevo 8,8 Mio. Euro. Mit diesen Verbindlichkeiten werden die vertraglich vereinbarten Put-Optionen der Minderheitsgesellschafter bilanziell erfasst.

Die übrigen Verbindlichkeiten inkl. Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 657,1 Mio. Euro umfassen neben passiven Rechnungsabgrenzungsposten insbesondere Vertragsverbindlichkeiten aus der zeitraumbezogenen Umsatzrealisation, Verbindlichkeiten an Dienstnehmer sowie sonstige Verbindlichkeiten.

Im Geschäftsjahr betrug die Auflösung der erhaltenen öffentlichen Zuschüsse 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro). Diese wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

C.20 Eventualschulden

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In Mio. Euro 2022 2021
Bürgschaften 34,8 7,7
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen - -
davon: gegenüber assoziierten Unternehmen 25,5 6,9
Gewährleistungen 28,2 94,5
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen 0,0 0,3
davon: gegenüber assoziierten Unternehmen 11,5 70,0
Sicherheiten für Verbindlichkeiten Dritter 153,0 123,1
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen - -
davon: gegenüber assoziierten Unternehmen 152,6 -
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 45,0 41,4
davon: aus Rückkaufverpflichtungen 35,6 32,0
davon: aus Haftsummen für Geschäftsanteile bei genossenschaftlichen Unternehmen 9,4 9,4

Im BayWa-Konzern bestehen Eventualschulden im Wesentlichen aus den von der RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich, ausgesprochenen Sicherheiten für Verbindlichkeiten Dritter in Höhe von 152,6 Mio. Euro. Diese dienen zur Besicherung von Krediten des Beteiligungsunternehmens AUSTRIA JUICE, Allhartsberg, Österreich, sowie deren Tochtergesellschaften.

Die im Vorjahr von der BayWa AG zugesicherten Gewährleistungen zugunsten der Amadeus Wind Holdings, LLC, Wilmington, USA, in Höhe von 58,3 Mio. Euro wurden im Geschäftsjahr 2022 nicht mehr vereinbart.

Für die weiteren bestehenden Eventualschulden wird auf eine Angabe der nach IAS 37.86 und IAS 37.89 geforderten Informationen aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet. Bei den in der Tabelle dargestellten Eventualschulden gegenüber Tochterunternehmen handelt es sich um solche Gesellschaften, die nicht in den BayWa-Konzernabschluss einbezogen werden.

Vertragliche Verpflichtungen (Bestellobligo) bestehen für den Erwerb von Sachanlagen (Immobilien, Fahrzeuge) in Höhe von 9,4 Mio. Euro (Vorjahr: 10,0 Mio. Euro) und Vorräten in Höhe von 1.917,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1.390,2 Mio. Euro). Letztere betreffen insbesondere die Segmente Agrar, Technik und Regenerative Energien.

C.21 Finanzinstrumente

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die Tabelle auf der folgenden Seite zeigt die Buchwerte der entsprechenden Bilanzpositionen unter Angabe der IFRS-9-Kategorien - "Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten", "erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert" und "erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert". Diese Buchwerte werden am Ende der Tabelle den beizulegenden Zeitwerten zu Vergleichszwecken gegenübergestellt. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines finanziellen Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer finanziellen Verbindlichkeit gezahlt würde. Bei den kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten stellt der Buchwert eine angemessene Annäherung an den beizulegenden Zeitwert dar.

Insbesondere für die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen stellt der Buchwert teilweise den besten Schätzer des beizulegenden Zeitwerts und damit eine vernünftige Annäherung an diesen dar. Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen sowie Beteiligungen an übrigen Unternehmen - also Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden - werden in der Spalte "Kein Finanzinstrument" ausgewiesen.

Bei den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten, insbesondere bei den langfristigen Finanzschulden, kann es aufgrund der teils längeren Restlaufzeiten zu Abweichungen zwischen dem Buchwert und dem beizulegenden Zeitwert kommen. Sofern keine Marktpreise vorhanden sind, kommt zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte die Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung eines laufzeit- und unternehmensspezifischen Fremdkapitalzinssatzes zur Anwendung.

Grundlage für die Bewertung der Warentermingeschäfte ist der Markt- oder Börsenwert für vergleichbare Geschäfte am Bilanzstichtag. Im Vergleich zum Vorjahr werden in der folgenden Tabelle die als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting designierten Derivate in der Spalte "keine Kategorie" ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

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Folgebewertung gemäß den Bewertungskategorien von IFRS 9 1
In Mio. Euro zum 31.12.2022 Buchwert 31.12.2022 AC FVTPL FVTOCI (Option) keine Kategorie Kein Finanzinstrument
Langfristige finanzielle Vermögenswerte            
Übrige Finanzanlagen 2 229,0 66,2 23,2 59,1 - 80,5
Vermögenswerte aus Derivaten 56,8 - 56,8 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 41,1 - - - 41,1 -
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28,8 28,8 - - - -
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 22,9 19,2 - - 3,6 -
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 7,5 - - - - 7,5
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte            
Wertpapiere 0,9 - 0,9 - - -
Vermögenswerte aus Derivaten 418,5 - 418,5 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 192,7 - - - 192,7 -
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.886,4 1886,4 - - - -
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 454,7 262,1 - - 4,2 188,4
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 557,5 - - - - 557,5
Flüssige Mittel 221,8 221,8 - - - -
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten            
Finanzschulden 3.560,1 3.560,1 - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 4,6 4,6 - - - -
Verbindlichkeiten aus Derivaten 57,6 - 57,6 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 49,8 - - - 49,8 -
Übrige Verbindlichkeiten 3 1.013,4 17,3 - - 926,3 69,8
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten            
Finanzschulden 1.718,7 1.718,7 - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.835,7 1.835,7 - - - -
Verbindlichkeiten aus Derivaten 348,9 - 348,9 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 15,4 - - - 15,4 -
Übrige Verbindlichkeiten 3 1.006,1 500,0 - - 75,6 430,5
IFRS-9-Kategorien            
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie AC 2.484,5          
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTPL 2 499,5          
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTOCI (Option) 59,1          
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie AC 7.636,3          
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie FVTPL 406,4          
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In Mio. Euro zum 31.12.2022 Fair Value 31.12.2022
Langfristige finanzielle Vermögenswerte  
Übrige Finanzanlagen 2 229,0
Vermögenswerte aus Derivaten 56,8
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 41,1
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28,8
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 22,9
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 7,5
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte  
Wertpapiere 0,9
Vermögenswerte aus Derivaten 418,5
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 192,7
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.886,4
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 454,7
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 557,5
Flüssige Mittel 221,8
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten  
Finanzschulden 3.440,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 4,6
Verbindlichkeiten aus Derivaten 57,6
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 49,8
Übrige Verbindlichkeiten 3 1.013,4
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten  
Finanzschulden 1.718,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.835,7
Verbindlichkeiten aus Derivaten 348,9
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 15,4
Übrige Verbindlichkeiten 3 1.006,1
IFRS-9-Kategorien  
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie AC  
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTPL 2  
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTOCI (Option)  
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie AC  
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie FVTPL  

1 AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten); FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert); FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert).
2 Die übrigen Finanzanlagen beinhalten auch Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Anteile an sonstigen Beteiligungen. Da diese keine Finanzinstrumente im Sinne von IFRS 9 darstellen, erfolgt der Ausweis in der Spalte "Kein Finanzinstrument".
3 Im Geschäftsjahr 2022 wurden zusätzlich Leasingforderungen sowie Leasingverbindlichkeiten in die Tabelle aufgenommen und der Spalte "keine Kategorie" zugeordnet. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buch- und Zeitwerte von Finanzinstrumenten für die Vergleichsperiode dar:

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Folgebewertung gemäß den Bewertungskategorien von IFRS 9 1
In Mio. Euro zum 31.12.2021 Buchwert 31.12.2021 AC FVTPL FVTOCI (Option) keine Kategorie Kein Finanzinstrument
Langfristige finanzielle Vermögenswerte            
Übrige Finanzanlagen 2 254,9 55,3 23,6 99,7 - 76,3
Vermögenswerte aus Derivaten 30,6 - 30,6 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 43,0 - - - 43,0 -
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13,4 13,4 - - - -
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 22,9 17,1 - - 5,8 -
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 19,0 - - - - 19,0
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte            
Wertpapiere 1,1 - 1,1 - - -
Vermögenswerte aus Derivaten 945,8 - 945,8 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 103,3 - - - 103,3 -
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.434,0 1.434,0 - - - -
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 425,7 263,6 - - 4,3 162,1
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 405,5 - - - - 405,5
Flüssige Mittel 399,1 399,1 - - - -
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten            
Finanzschulden 2.717,3 2.717,3 - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 5,0 5,0 - - - -
Verbindlichkeiten aus Derivaten 30,4 - 30,4 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 19,8 - - - 19,8 -
Übrige Verbindlichkeiten 3 946,9 11,1 - - 861,4 74,4
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten            
Finanzschulden 1.467,3 1.467,3 - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.356,3 1.356,3 - - - -
Verbindlichkeiten aus Derivaten 994,0 - 994,0 - - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 158,3 - - - 158,3 -
Übrige Verbindlichkeiten 3 853,3 499,0 - - 76,9 277,4
IFRS-9-Kategorien            
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie AC 2.182,4          
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTPL 2 1.001,2          
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTOCI (Option) 99,7          
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie AC 6.056,0          
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie FVTPL 1.024,4          
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In Mio. Euro zum 31.12.2021 Fair Value 31.12.2021
Langfristige finanzielle Vermögenswerte  
Übrige Finanzanlagen 2 254,9
Vermögenswerte aus Derivaten 30,6
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 43,0
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13,4
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 22,9
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 19,0
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte  
Wertpapiere 1,1
Vermögenswerte aus Derivaten 945,8
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 103,3
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.434,0
Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 425,7
Übrige Forderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 405,5
Flüssige Mittel 399,1
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten  
Finanzschulden 2.764,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 5,0
Verbindlichkeiten aus Derivaten 30,4
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 19,8
Übrige Verbindlichkeiten 3 946,9
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten  
Finanzschulden 1.467,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbundbeziehungen 1.356,3
Verbindlichkeiten aus Derivaten 994,0
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 158,3
Übrige Verbindlichkeiten 3 853,3
IFRS-9-Kategorien  
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie AC  
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTPL 2  
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVTOCI (Option)  
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie AC  
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie FVTPL  

1 AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten); FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert); FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert).
2 Die übrigen Finanzanlagen beinhalten auch Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Anteile an sonstigen Beteiligungen. Da diese keine Finanzinstrumente im Sinne von IFRS 9 darstellen, erfolgt der Ausweis in der Spalte "Kein Finanzinstrument".
3 Im Geschäftsjahr 2022 wurden zusätzlich Leasingforderungen sowie Leasingverbindlichkeiten in die Tabelle aufgenommen und der Spalte "keine Kategorie" zugeordnet. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

Hierarchische Einstufung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Um der Erheblichkeit der in die Bewertungen der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einfließenden Faktoren Rechnung zu tragen, wurden die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des BayWa-Konzerns, die jeweils zum Fair Value bewertet wurden bzw. für die eine Fair-Value-Angabe erfolgt, hierarchisch in drei Level eingestuft.

Die Level der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Folgenden beschrieben: Level 1: Die auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierten unverändert übernommenen Preise.

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Level 2: Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Level 3: Nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Sofern die zur Bewertung herangezogenen Parameter in verschiedene Levels der Bewertungshierarchie fallen, erfolgt die Einordnung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit im tiefsten Level, dem ein Inputparameter, der sich signifikant auf den beizulegenden Zeitwert in seiner Gesamtheit auswirkt, zuzuordnen ist. Sowohl im Geschäftsjahr 2022 als auch im Vorjahr wurden keine wesentlichen Umgliederungen zwischen den einzelnen Levels vorgenommen.

Im BayWa-Konzern kommen einerseits derivative Finanzinstrumente zum Einsatz, die zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken sowie zur Absicherung von Warenkontrakten gehalten werden. Zudem werden Warentermingeschäfte ausgewiesen, die ausschließlich als Handelsinstrument vorgesehen und somit als Finanzinstrument im Sinne von IFRS 9 zu behandeln sind. Diese Warentermingeschäfte werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Grundlage für die Bewertung der Warentermingeschäfte ist hierbei der Markt- oder Börsenpreis für identische oder vergleichbare Geschäfte am Bilanzstichtag. Die Bewertung der Währungssicherungsgeschäfte erfolgt mit dem laufzeitadäquaten Forward-Kurs der jeweiligen Währung am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Diskontierungseffekte.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Warentermingeschäfte erfolgt für diejenigen Geschäfte, die direkt an der Börse gehandelt werden mit dem jeweiligen Börsenpreis. Für diejenigen Geschäfte, die nicht direkt an der Börse gehandelt werden, erfolgt die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts aus beobachtbaren Marktpreisen. Für die Hauptwarengruppen erfolgt die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts aus Futures, um die zeitliche Komponente der Warentermingeschäfte in die Betrachtung mit einzubeziehen. Für solche Produkte, für welche keine Futures gehandelt werden, erfolgt die Bewertung zu aktuellen Preisinformationen im physischen Handel. Bei der jeweiligen Bewertung wird die Marktliquidität mit in Betracht gezogen und durch Abschläge im beizulegenden Zeitwert berücksichtigt.

Konkret wird der beizulegende Zeitwert von Getreide-Futures, die dem Level 1 zugeordnet werden, durch Börsenkurse bestimmt. Der Fair Value der OTC-Getreidekontrakte wird anhand der Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung von aktiv gehandelten Terminkursen und marktgerechten Zinssätzen zur Diskontierung auf den Stichtag berechnet (Level 2).

Im Geschäftsjahr 2022 wurde zusammen mit einem Einkaufskontrakt im Energiehandel im Segment Regenerative Energien gleichzeitig ein Verkaufskontrakt abgeschlossen, sodass beide erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren sind. Die Bewertung der Kontrakte erfolgt anhand eines internen Bewertungsmodells auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren unter Verwendung der Barwertmethode (Level 3). Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren umfassen das Basisrisiko, den Market Value Advantage sowie die Capture Rate. Die Abschläge auf das Basisrisiko werden mit der auf historischen Marktpreisen basierenden Profit-at-Risk-Methode abgeleitet. Der Market Value Advantage und die Capture Rate werden durch einen Vergleich des Typs des installierten Erzeugungssystems mit dem Durchschnittswert vergleichbarer installierter Systeme geschätzt. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der beizulegende Zeitwert 69,3 Mio. Euro.

Im Zuge der Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen auf den beizulegenden Zeitwert bei einer Änderung genannter nicht beobachtbarer Inputfaktoren ermittelt. Eine gleichzeitige Änderung des Basisrisikos und des Market Value Advantage um plus/​minus 1,0 Prozent führt zu einem abweichenden beizulegenden Zeitwert von minus/​plus 0,31 Prozent. Eine Veränderung beider Faktoren um plus/​minus 5,0 Prozent resultiert in einer Veränderung von minus/​plus 1,56 Prozent. Die solitäre Änderung des Market Value Advantage führt hingegen zu kaum einer Veränderung des beizulegenden Zeitwerts. Für den Inputfaktor Capture Rate werden keine Änderungen erwartet, da die Capture Rate während der Laufzeit des Vertrags konstant bleibt. Aus der Capture Rate resultiert daher keine Sensitivität. Das Basisrisiko ist somit als einziger wesentlicher Treiber der Sensitivität zu identifizieren, sodass keine weiteren alternativen Annahmen zu den verbleibenden Inputfaktoren erforderlich sind. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Basisrisiko und der Marktpreisvolatilität. Eine Veränderung der nicht beobachtbaren Inputfaktoren - insbesondere des Basisrisikos - wirkt sich unwesentlich auf den beizulegenden Zeitwert aus. Unter üblichen Marktbedingungen können sich die Volatilitäten um plus/​minus 10 Prozent ändern.

Bei Zinssicherungsgeschäften erfolgt die Bewertung in Abhängigkeit von den relevanten Basisinstrumenten anhand aktueller beobachtbarer Marktdaten und mit anerkannten Bewertungsmodellen wie beispielsweise der Discounted-Cashflow-Methode.

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie.

Hierarchische Einstufung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

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In Mio. Euro Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
2022        
Finanzielle Vermögenswerte        
Vermögenswerte aus Derivaten inkl. Derivate designiert als 141,1 568,0 - 709,1
Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 1        
Wertpapiere 24,1 - - 24,1
Wertpapiere (OCI-Option) 59,1 - - 59,1
  224,3 568,0 - 792,3
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten aus Derivaten inkl. Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 113,4 288,9 69,3 471,6
  113,4 288,9 69,3 471,6

1 Level 1 sind auch solche Warentermingeschäfte zuzuordnen, die als Futures gehandelt werden. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst

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In Mio. Euro Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
2021        
Finanzielle Vermögenswerte        
Vermögenswerte aus Derivaten inkl. Derivate designiert als 598,0 524,7 - 1.122,7
Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Aktiva) 1        
Wertpapiere 24,7 - - 24,7
Wertpapiere (OCI-Option) 99,7 - - 99,7
  722,4 524,7 - 1.247,1
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten aus Derivaten inkl. Derivat designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting (Passiva) 551,9 650,6 - 1.202,5
  551,9 650,6 - 1.202,5

1 Level 1 sind auch solche Warentermingeschäfte zuzuordnen, die als Futures gehandelt werden. Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst

Der beizulegende Zeitwert der zu Anschaffungskosten bilanzierten langfristigen Finanzschulden ist Level 2 der Fair-Value-Hierarchie zuzuordnen. Der beizulegende Zeitwert beträgt zum 31. Dezember 2022 3.440,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2.764,5 Mio. Euro).

Nettogewinne und Nettoverluste

Die folgende Tabelle stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung und im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Nettogewinne bzw. -verluste von Finanzinstrumenten (FI) dar.

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In Mio. Euro 2022 Aktiva 1 Passiva 1
Kategorie AC FVTPL FVTCOI (Option) keine Kategorie AC FVTPL
1. Nettogewinne/​-verluste im Finanzergebnis            
Equity-Bewertung von Beteiligungen - - - - - -
Erträge aus Beteiligungen - 6,6 - - - -
Aufwendungen aus Beteiligungen - - 7,0 - - - -
Ergebnis aus Abgängen - 50,3 - - - -
Beteiligungsergebnis - 49,9 - - - -
Erträge aus sonstigen Finanzanlagen 0,1 - 0,2 - - - -
Ergebnis aus Abgängen - - 0,7 - - - -
Ergebnis sonstiger Finanzanlagen 0,1 - 0,9 - - - -
Zinserträge 14,8 - - - - -
Zinserträge aus Fair-Value-Bewertung - 2,7 - - - -
Zinserträge Summe 14,8 2,7 - - - -
Zinsaufwendungen - - - - - 157,9 -
Zinsanteil Personalrückstellungen - - - - - -
Zinsaufwendungen aus Fair-Value-Bewertung - - - - - - 3,0
Zinsaufwendungen Summe - - - - - 157,9 - 3,0
Zinsergebnis 14,8 2,7 - - - 157,9 - 3,0
Summe Nettogewinne/​-verluste 14,9 51,6 - - - 157,9 - 3,0
Finanzergebnis            
2. Nettogewinne/​-verluste im Betriebsergebnis            
Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 - 280,4 - - - -
Erträge aus dem Eingang von abgeschriebenen Forderungen /​ aus der Auflösung von Forderungswertberichtigungen 15,7 - - - - -
Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 - - - - - - 229,3
Wertberichtigung/​Abschreibung Forderungen - 32,6 - - - - -
Summe Nettogewinne/​-verluste - 16,8 280,4 - - - - 229,3
3. Nettogewinne/​-verluste im Eigenkapital            
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von Wertpapieren - - - 32,5 - - -
Cashflow Hedges 3 - - - 140,4 - -
Währungsumrechnung - - - - - -
Summe Nettogewinne/​-verluste - - - 32,5 140,4 - -
Gesamt Nettogewinn/​-verluste - 1,9 332,0 - 32,5 140,4 - 157,9 - 232,3
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In Mio. Euro 2022
Kategorie FI Kein FI Gesamt
1. Nettogewinne/​-verluste im Finanzergebnis      
Equity-Bewertung von Beteiligungen - 13,3 13,3
Erträge aus Beteiligungen 6,6 - 6,6
Aufwendungen aus Beteiligungen - 7,0 - - 7,0
Ergebnis aus Abgängen 50,3 0,9 51,2
Beteiligungsergebnis 49,9 0,9 50,8
Erträge aus sonstigen Finanzanlagen - 0,1 - - 0,1
Ergebnis aus Abgängen - 0,7 - - 0,7
Ergebnis sonstiger Finanzanlagen - 0,8 - - 0,8
Zinserträge 14,8 0,1 14,9
Zinserträge aus Fair-Value-Bewertung 2,7 - 2,7
Zinserträge Summe 17,5 0,1 17,6
Zinsaufwendungen - 157,9 - 34,7 - 192,6
Zinsanteil Personalrückstellungen - - 6,5 - 6,5
Zinsaufwendungen aus Fair-Value-Bewertung - 3,0 - - 3,0
Zinsaufwendungen Summe - 160,9 - 41,3 - 202,1
Zinsergebnis - 143,4 - 41,2 - 184,5
Summe Nettogewinne/​-verluste - 94,3 - 27,0 - 121,2
Finanzergebnis     - 121,2
2. Nettogewinne/​-verluste im Betriebsergebnis      
Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 280,4 - 280,4
Erträge aus dem Eingang von abgeschriebenen Forderungen /​ aus der Auflösung von Forderungswertberichtigungen 15,7 - 15,7
Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 - 229,3 - - 229,3
Wertberichtigung/​Abschreibung Forderungen - 32,6 - - 32,6
Summe Nettogewinne/​-verluste 34,3 - 34,3
3. Nettogewinne/​-verluste im Eigenkapital      
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von Wertpapieren - 32,5 - - 32,5
Cashflow Hedges 3 140,4 - 140,4
Währungsumrechnung - - 3,2 - 3,2
Summe Nettogewinne/​-verluste 107,9 - 3,2 104,7
Gesamt Nettogewinn/​-verluste 47,8 - 30,2 17,7

1 Bewertungskategorien nach IFRS 9 für Financial Assets und Financial Liabilities: AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten); FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert); FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert).
2 Die Erträge und Aufwendungen stellen die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften dar.
3 Die Veränderungen der Cashflow Hedges sind keiner IFRS-9-Kategorie zuzuordnen. Daher erfolgt der Ausweis seit dem Geschäftsjahr 2022 in der Spalte "keine Kategorie". Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

In den Erträgen aus Beteiligungen sind auch Dividendenzahlungen enthalten.

Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten des Vorjahres lauten:

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In Mio. Euro 2021 Aktiva 1 Passiva 1
Kategorie AC FVTPL FVTOCI (Option) Keine Kategorie AC FVTPL
1. Nettogewinne/​-verluste im Finanzergebnis            
Equity-Bewertung von Beteiligungen - - - - - -
Erträge aus Beteiligungen - 1,6 - - - -
Aufwendungen aus Beteiligungen - - 1,0 - - - -
Ergebnis aus Abgängen - - 0,0 - - - -
Beteiligungsergebnis - 0,6 - - - -
Erträge aus sonstigen Finanzanlagen 0,0 5,8 - - - -
Ergebnis aus Abgängen - 0,9 - - - -
Ergebnis sonstiger Finanzanlagen 0,0 6,6 - - - -
Zinserträge 14,6 - - - - -
Zinserträge aus Fair-Value-Bewertung - 1,0 - - - -
Zinserträge Summe 14,6 1,0 - - - -
Zinsaufwendungen - - - - - 85,7 -
Zinsanteil Personalrückstellungen - - - - - -
Zinsaufwendungen aus Fair-Value-Bewertung - - - - - -
Zinsaufwendungen Summe - - - - - 85,7 -
Zinsergebnis 14,6 1,0 - - - 85,7 -
Summe Nettogewinne/​-verluste 14,6 8,2 - - - 85,7 -
Finanzergebnis            
2. Nettogewinne/​-verluste im Betriebsergebnis            
Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 - 209,8 - - - -
Erträge aus dem Eingang von abgeschriebenen Forderungen /​ aus der Auflösung von Forderungswertberichtigungen 12,5 - - - - -
Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 - - - - - - 200,8
Wertberichtigung/​Abschreibung Forderungen - 28,6 - - - - -
Summe Nettogewinne/​-verluste - 16,1 209,8 - - - - 200,8
3. Nettogewinne/​-verluste im Eigenkapital            
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von Wertpapieren - - 25,0 - - -
Cashflow Hedges 3 - - - - 42,5 - -
Währungsumrechnung - - - - - -
Summe Nettogewinne/​-verluste - - 25,0 - 42,5 - -
Gesamt Nettogewinn/​-verluste - 1,4 218,0 25,0 - 42,5 - 85,7 - 200,8
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In Mio. Euro 2021
Kategorie FI Kein FI Gesamt
1. Nettogewinne/​-verluste im Finanzergebnis      
Equity-Bewertung von Beteiligungen - - 10,4 - 10,4
Erträge aus Beteiligungen 1,6 - 1,6
Aufwendungen aus Beteiligungen - 1,0 - - 1,0
Ergebnis aus Abgängen - 0,0 0,2 0,2
Beteiligungsergebnis 0,6 0,2 0,8
Erträge aus sonstigen Finanzanlagen 5,8 - 5,8
Ergebnis aus Abgängen 0,9 - 0,9
Ergebnis sonstiger Finanzanlagen 6,6 - 6,6
Zinserträge 14,6 0,1 14,7
Zinserträge aus Fair-Value-Bewertung 1,0 - 1,0
Zinserträge Summe 15,6 0,1 15,7
Zinsaufwendungen - 85,7 - 33,0 - 118,7
Zinsanteil Personalrückstellungen - - 3,1 - 3,1
Zinsaufwendungen aus Fair-Value-Bewertung - - -
Zinsaufwendungen Summe - 85,7 - 36,1 - 121,7
Zinsergebnis - 70,1 - 35,9 - 106,0
Summe Nettogewinne/​-verluste - 62,8 - 46,2 - 109,0
Finanzergebnis     - 109,0
2. Nettogewinne/​-verluste im Betriebsergebnis      
Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 209,8 - 209,8
Erträge aus dem Eingang von abgeschriebenen Forderungen /​ aus der Auflösung von Forderungswertberichtigungen 12,5 - 12,5
Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften 2 - 200,8 - - 200,8
Wertberichtigung/​Abschreibung Forderungen - 28,6 - - 28,6
Summe Nettogewinne/​-verluste - 7,2 - - 7,2
3. Nettogewinne/​-verluste im Eigenkapital      
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von Wertpapieren 25,0 - 25,0
Cashflow Hedges 3 - 42,5 - - 42,5
Währungsumrechnung - 10,8 10,8
Summe Nettogewinne/​-verluste - 17,5 10,8 - 6,7
Gesamt Nettogewinn/​-verluste - 87,5 - 35,4 - 122,9

1 Bewertungskategorien nach IFRS 9 für Financial Assets und Financial Liabilities: AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten); FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert); FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert).
2 Die Erträge und Aufwendungen stellen die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten und Warentermingeschäften dar.
3 Die Veränderungen der Cashflow Hedges sind keiner IFRS-9-Kategorie zuzuordnen. Daher erfolgt der Ausweis seit dem Geschäftsjahr 2022 in der Spalte "keine Kategorie". Die Angaben des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

In den Erträgen aus Beteiligungen sind auch Dividendenzahlungen enthalten.

Die folgende Tabelle zeigt die Analyse der Fälligkeitstermine und der undiskontierten Nettozahlungsströme der nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten mit negativem und positivem beizulegenden Zeitwert des BayWa-Konzerns. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Tabelle in nicht derivative und derivative finanzielle Verbindlichkeiten aufgeteilt. Bei den derivativen finanziellen Verbindlichkeiten wird zwischen den jeweils undiskontierten Zahlungsmittelabflüssen und Zahlungsmittelzuflüssen unter Berücksichtigung eines Brutto- bzw. Nettoausgleichs unterschieden.

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In Mio. Euro 2022 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu Anschaffungskosten 4.254,7 3.356,0 1.544,8 9.155,5
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 486,0 79,5 8,2 573,7
davon erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 523,7 68,0 - 591,8
mit Bruttoausgleich 412,3 64,2 - 476,5
Zahlungsmittelabflüsse 1.395,9 74,7 - 1.470,6
Zahlungsmittelzuflüsse - 983,6 - 10,5 - - 994,1
mit Nettoausgleich 111,4 3,9 - 115,3
Zahlungsmittelabflüsse 111,4 3,9 - 115,3
davon designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting - 37,7 11,5 8,2 - 18,1
mit Bruttoausgleich - 39,6 - 5,9 0,0 - 45,5
Zahlungsmittelabflüsse 21,5 0,4 0,0 21,9
Zahlungsmittelzuflüsse - 61,1 - 6,3 - - 67,4
mit Nettoausgleich 1,9 17,4 8,1 27,4
Zahlungsmittelabflüsse 1,9 17,4 8,1 27,4
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In Mio. Euro 2021 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu Anschaffungskosten 1 3.499,7 2.727,3 1.405,1 7.631,9
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 68,1 4,8 0,0 72,9
davon erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 148,1 0,8 - 148,9
mit Bruttoausgleich - 387,3 - 8,2 - - 395,5
Zahlungsmittelabflüsse 1.668,4 4,2 - 1.672,6
Zahlungsmittelzuflüsse - 2.055,7 - 12,4 - - 2.068,1
mit Nettoausgleich 535,4 9,0 - 544,4
Zahlungsmittelabflüsse 535,4 9,0 - 544,4
davon designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting - 80,0 4,0 0,0 - 76,0
mit Bruttoausgleich - 152,3 - 3,5 0,0 - 155,8
Zahlungsmittelabflüsse 18,8 1,9 2,9 23,6
Zahlungsmittelzuflüsse - 171,1 - 5,4 - 2,9 - 179,4
mit Nettoausgleich 72,4 7,5 - 79,9
Zahlungsmittelabflüsse 72,4 7,5 - 79,9

1 Seit dem Geschäftsjahr 2022 beinhalten die finanziellen Verbindlichkeiten auch die undiskontierten Zahlungsströme für Leasingverbindlichkeiten. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Risiken und allgemeine Angaben

Im BayWa-Konzern werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit - teilweise unter Einsatz von Hedge Accounting - in den folgenden Bereichen zu minimieren:

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Risiko-Kategorie Beschreibung der Absicherung Sicherungsinstrument
Zinsrisiko    
Refinanzierung (allgemein) Zinsrisiken resultieren aus Finanzierungen des Konzerns, insbesondere aus der Emission kurzlaufender Commercial Papers, der Aufnahme kurzfristiger Kredite sowie Schuldscheindarlehen mit variablem Zinsanteil. Die kurzfristigen Fremdmittel dienen überwiegend der Finanzierung des Working Capital. Futures, Zinsswaps
Projektfinanzierung Aus der Projektfinanzierung in der BayWa r.e.-Gruppe können Zinsrisiken resultieren. Sofern variabel verzinsliche Projektfinanzierungen abgeschlossen werden, werden diese in der Regel durch entsprechende Zinsswaps abgesichert. Diese Zinsswaps werden teilweise im Hedge Accounting abgebildet. Zinsswaps
in der BayWa r.e.-Gruppe    
Preisrisiko    
Rohstoffpreisrisiko im Agrarbereich Aus der operativen Geschäftstätigkeit des Segments Agrar im Getreideerfassungs- und Getreidevermarktungsgeschäft ergeben sich Rohstoffpreisrisiken. Um diese Risiken zu begrenzen, ermittelt das Risikomanagement des BayWa-Konzerns fortlaufend die offenen Positionen in den verschiedenen Rohstoffen. Auf dieser Informationsgrundlage schließt der Handel des BayWa-Konzerns innerhalb der freigegebenen Limits (maximale Long- bzw. Short-Position in metrischen Tonnen, maximaler Value-at-Risk) physische Rohstofftermingeschäfte ab. Bei sämtlichen Rohstoffgeschäften wird ausschließlich nur mit Geschäftspartnern sehr guter Bonität zusammengearbeitet. Warenterminkontrakte
Strompreisrisiko Die BayWa r.e.-Gruppe ist im Energiehandel tätig und verkauft zudem Strom aus eigenen Windenergie-, Solarenergie- und Biogasanlagen. Um Preise für den Einkauf oder Absatz von Strom im Energiehandel sowie langfristige Preise für erzeugten Strom aus eigenen Anlagen zu sichern, werden entsprechende Futures und langfristige Stromlieferverträge abgeschlossen. Diese werden als Warentermingeschäfte ausgewiesen und teilweise im Hedge Accounting abgebildet. Futures
in der BayWa r.e.-Gruppe    
Währungsrisiko    
Fremdwährungsrisiko im Segment Aus der internationalen Ausrichtung des Segments Cefetra Group resultieren Fremdwährungsrisiken. Die konzerninternen Richtlinien schreiben vor, dass sämtliche wesentliche Fremdwährungsrisiken abgesichert werden müssen, wobei jedes Sicherungsinstrument einem Grundgeschäft zugeordnet werden muss. Sämtliche offene Devisentransaktionen werden zentral über die Treasury-Einheit des Segments Cefetra Group betreut. Die Spezialisten verfügen über Auswertungs- und Bewertungstools, um die Einhaltung der vorgegebenen Limits zu überwachen und erhalten monatlich von den Banken eine Aufstellung ihrer offenen Fremdwährungstransaktionen. Auf die Darstellung des Fremdwährungsrisikos im Segment Cefetra Group wurde - wie im Vorjahr - aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten verzichtet. Devisentermingeschäfte
Cefetra Group    
  Zudem bilanzieren einzelne Gesellschaften des Segments Cefetra Group Fremdwährungstransaktionen und deren Sicherungsgeschäfte als Fair Value Hedges im Sinne von IFRS 9.6.5.2 (a). Die Laufzeit der beiden Instrumente ist in der Regel kurzfristig. Die Fair-Value-Schwankungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zum Bilanzstichtag beträgt der beizulegende Zeitwert der Fremdwährungskontrakte 3,0 Mio. Euro (Vorjahr: minus 2,2 Mio. Euro). Auf weitere Darstellungen wird im Folgenden aufgrund von Wesentlichkeitsgesichtspunkten verzichtet.  
Fremdwährungsrisiko in der BayWa r.e.-Gruppe Die BayWa r.e.-Gruppe finanziert ihre Geschäftsaktivitäten in der jeweiligen funktionalen Währung der lokalen Konzerngesellschaft. Die Mittel in der jeweiligen funktionalen Währung werden durch die BayWa AG zur Verfügung gestellt. Erfolgen Geschäftsaktivitäten in Fremdwährung, das heißt in Währungen, die von der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abweichen, werden diese durch entsprechende Devisentermingeschäfte gesichert. Diese werden in der Regel im Hedge Accounting abgebildet. Devisentermingeschäfte
Fremdwährungsrisiko in der T&G Global-Unternehmensgruppe Die T&G Global-Unternehmensgruppe ist ein international tätiges Handelsunternehmen. Der neuseeländische Konzern produziert Obst und vermarktet dieses in verschiedenen Fremdwährungen. Daraus resultierende Fremdwährungsrisiken werden durch detaillierte Cashflow-Prognosen analysiert. Forwards und Optionen werden - im Wesentlichen durch Hedge Accounting - zur Risikosteuerung eingesetzt. Devisentermingeschäfte

Die daraus resultierenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Sie sind nach ihrer Fristigkeit und ihrer Risiko-Kategorie gegliedert.

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Beizulegende Zeitwerte
In Mio. Euro 31.12.2022 Gesamt Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre
Aktiva        
Zinssicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 3,2 1,3 1,9 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 15,4 - 3,3 12,1
Warensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 445,9 392,7 53,2 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 209,1 189,4 3,4 16,3
Devisensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 26,2 24,5 0,6 1,0
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 9,4 3,3 6,1 -
  709,1 611,2 68,5 29,5
Passiva        
Zinssicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 2,8 2,8 - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 0,1 - 0,0 0,1
Warensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 374,0 316,7 57,4 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 59,7 10,9 25,0 23,8
Devisensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 29,6 29,3 0,2 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 5,3 4,5 0,8 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Fair Value Hedge Accounting 0,1 0,1 - -
  471,6 364,2 83,4 23,9
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Beizulegende Zeitwerte
In Mio. Euro 31.12.2021 Gesamt Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von einem bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre
Aktiva        
Zinssicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 0,2 0,2 - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 0,6 - 0,6 0,0
Warensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 952,8 922,6 30,2 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 143,3 101,0 10,9 31,3
Devisensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 23,4 23,1 0,4 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 2,4 2,2 0,2 -
  1.122,7 1.049,1 42,3 31,3
Passiva        
Zinssicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 0,6 - - 0,6
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 5,8 0,2 1,0 4,7
Warensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 1.009,1 979,3 29,7 -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 169,0 156,0 13,0 -
Devisensicherungsgeschäfte        
Freistehende Derivate 14,7 14,7 - -
Derivate designiert als Sicherungsinstrument für Cashflow Hedge Accounting 3,2 2,1 1,2 -
  1.202,5 1.152,3 44,9 5,3

Im Berichtsjahr sind Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten in Höhe von 280,4 Mio. Euro (Vorjahr: 209,8 Mio. Euro) und Aufwände in Höhe von 229,3 Mio. Euro (Vorjahr: 200,8 Mio. Euro) in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.

Erläuterungen zu den einzelnen Risiko-Kategorien

Allgemeines Refinanzierungsrisiko

Im Geschäftsjahr 2022 lag der durchschnittliche Zinssatz für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten bei 1,7577 Prozent (Vorjahr: 0,8827 Prozent). Eine Erhöhung bzw. Senkung dieses Zinssatzes um einen Prozentpunkt hätte im Geschäftsjahr 2022 ceteris paribus zu einem Anstieg bzw. einem Rückgang des variablen Zinsaufwands um 12,3 Mio. Euro (Vorjahr: 12,2 Mio. Euro bzw. 0,0 Mio. Euro) geführt.

Rohstoffpreisrisiko im Agrarbereich

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Getreidekontrakte aus der operativen Geschäftstätigkeit des BayWa-Konzerns im Getreideerfassungs- und Getreidevermarktungsgeschäft, die als Finanzinstrumente gemäß IFRS 9 bilanziert werden.

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In metrischen Tonnen 31.12.2022 31.12.2021
Long-Positionen    
Getreide/​Mais 7,9 9,4
Ölsaaten/​Ölschrote 3,6 3,8
Andere 1,4 2,1
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In metrischen Tonnen 31.12.2022 31.12.2021
Short-Positionen    
Getreide/​Mais - 9,6 - 10,9
Ölsaaten/​Ölschrote - 4,1 - 4,4
Andere - 1,8 - 2,4

Der Fair Value der als finanzielle Vermögenswerte bilanzierten Getreidekontrakte stellt das höchstmögliche Ausfallrisiko dar, ohne dabei den Wert erhaltener Sicherheiten oder anderer risikomindernder Vereinbarungen einzubeziehen. Durch einen Anstieg (Rückgang) aller relevanten Rohstoffpreise um 10 Prozent wäre das Jahresergebnis zum 31. Dezember 2022 ceteris paribus in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind sämtliche zum Stichtag vorhandenen Getreidekontrakte eingeflossen.

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In Mio. Euro 31.12.2022 Getreide/​Mais Ölsaaten/​ Ölschrote Andere
Preisanstieg (+ 10 %)      
Ergebniseffekt - 41,8 22,0 - 11,9
Eigenkapitaleffekt - 10,3 0,9 -
Preisrückgang (- 10 %)      
Ergebniseffekt 41,8 - 22,0 11,9
Eigenkapitaleffekt 10,3 - 0,9 -
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In Mio. Euro 31.12.2021 Getreide/​Mais Ölsaaten/​ Ölschrote Andere
Preisanstieg (+ 10 %)      
Ergebniseffekt - 36,5 - 9,0 - 10,2
Eigenkapitaleffekt - 8,7 - 1,1 -
Preisrückgang (- 10 %)      
Ergebniseffekt 36,5 9,0 10,2
Eigenkapitaleffekt 8,7 1,1 -

Risiken aus Finanzinstrumenten in der BayWa r.e.-Gruppe

Derivative Finanzinstrumente werden in der BayWa r.e.-Gruppe in der Regel nur abgeschlossen, um Grundgeschäfte zu sichern. Das heißt, es bestehen keine wesentlichen offenen Positionen aus derivativen Finanzinstrumenten für Zinsen, Währungen und Strom. Neben den derivativen Finanzinstrumenten sind in der BayWa r.e.-Gruppe Projektfinanzierungen als Finanzinstrumente in Betracht zu ziehen. Auch hier bestehen keine offenen Risikopositionen, da es sich entweder um festverzinsliche Finanzierungen handelt oder diese durch einen entsprechenden Swap gesichert sind. Lediglich im Energiehandel besteht ein Handelsportfolio, in dem offene Positionen aus Finanzinstrumenten entstehen können. Die Steuerung der Marktpreisrisiken dieses Handelsportfolios erfolgt mittels der im Risikomanagement definierten Profit-and-Loss- und Value-at-Risk-Limits. Die offene, unbesicherte Position des Handelsportfolios ist zum 31. Dezember 2022 - wie im Vorjahr - unwesentlich. Aus diesem Grund wird auf eine gesonderte Darstellung der Sensitivitätsanalyse verzichtet.

Fremdwährungsrisiko in der T&G Global-Unternehmensgruppe

Die T&G Global-Unternehmensgruppe ist ein international agierendes Handelsunternehmen, das eine Vielzahl ihrer Geschäfte in Fremdwährung abwickelt. Forderungen und Umsatzerlöse werden in den gängigen Handelswährungen erzielt. Diese Grundgeschäfte werden durch derivative Finanzinstrumente gegen Fremdwährungsrisiken abgesichert. Insbesondere werden die in ausländischen Währungen abgeschlossenen Exportgeschäfte von Kernfrüchten durch FX-Forwards und Optionen abgesichert. Die neuseeländische T&G GlobalUnternehmensgruppe hat zum 31. Dezember 2022 Sicherungsgeschäfte in Höhe von 282,2 Mio. Euro (Vorjahr: 194,2 Mio. Euro) abgeschlossen. Diese verteilen sich auf die folgenden Handelswährungen wie folgt:

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In Mio. Euro 31.12.2022
US-Dollar 247,6
Britisches Pfund 11,8
Euro 17,5
Japanischer Yen 5,3
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In Mio. Euro 31.12.2021
US-Dollar 154,6
Britisches Pfund 13,4
Euro 18,2
Japanischer Yen 7,1

Die nachfolgende Tabelle zeigt ceteris paribus die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen in Höhe von 10 Prozent des Neuseeländischen Dollars gegenüber allen Handelswährungen in der T&G Global-Unternehmensgruppe:

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In Mio. Euro 31.12.2022
Preisanstieg (+ 10 %)  
Ergebniseffekt - 0,5
Eigenkapitaleffekt - 21,1
Preisrückgang (- 10 %)  
Ergebniseffekt 0,6
Eigenkapitaleffekt 25,8
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In Mio. Euro 31.12.2021
Preisanstieg (+ 10 %)  
Ergebniseffekt - 0,6
Eigenkapitaleffekt - 16,5
Preisrückgang (- 10 %)  
Ergebniseffekt 0,7
Eigenkapitaleffekt 20,1

Spezifische Angaben zum Cashflow Hedge Accounting

Der BayWa-Konzern ist ein international agierendes Handelsunternehmen und ist als solches verschiedenen Risiken im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausgesetzt. Um sich gegen dieses erfolgreich abzusichern, gewinnt Hedge Accounting zunehmend an Bedeutung. Die Sicherungsstrategien, die bilanziell im Hedge Accounting abgebildet werden, sind im Folgenden erläutert:

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Risiko Sicherungsstrategie
Zinsrisiko Die Zinsrisiken aus der Projektfinanzierung werden durch Zinsswaps abgesichert, die bilanziell zum Teil im Hedge Accounting abgebildet sind.
in der BayWa r.e.-Gruppe  
Rohstoffpreisrisiko im Agrarbereich Der BayWa-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente in Form von Getreidetermingeschäften mit physischer Erfüllung zur Absicherung der Zahlungsströme aus künftigen Getreidekäufen und -verkäufen ein, die vom BayWa-Konzern im Rahmen des Getreideerfassungs-, Getreidelagerhaltungs- und Getreidevermarktungsgeschäfts getätigt werden. Bilanziell werden diese Sicherungsbeziehungen als Cashflow Hedges (sogenannte All-in-One Cashflow Hedges) bilanziert, das heißt, als Grundgeschäft der Sicherungsbeziehungen werden die erwarteten, hochwahrscheinlichen Spot-Einkäufe bzw. -Verkäufe designiert und als Sicherungsgeschäft werden finanzielle Floating-to-Fixed Swaps designiert. Die abgeschlossenen Sicherungsbeziehungen sind zu 100 Prozent effektiv. Die einzelnen Sicherungsbeziehungen werden bis zur Fälligkeit des Grundgeschäfts gehalten. Neue Getreidekontrakte werden bei Geschäftsabschluss designiert.
Strompreisrisiko In der BayWa r.e.-Gruppe werden im Rahmen des Hedge Accounting Strom-Futures und -Forwards sowie langfristige Stromlieferverträge (sogenannte Power Purchase Agreements) mit Preisfixierung eingesetzt. Die Strompreis-Futures und -Forwards dienen dabei der Sicherung gegen Zahlungsstrom-Schwankungen aus dem physischen Stromeinkauf oder -absatz im Rahmen des Energiehandels. Langfristige Stromlieferverträge dienen in der Regel der Sicherung langfristig fixierter Preise für den Absatz von Strom- und Grünstrom-Zertifikaten aus Wind- und Solarenergieanlagen. Diese Verträge beinhalten entweder eine direkte physische Lieferung zu fixen Preisen, sofern der Käufer den Strom aus dem lokalen Bilanzkreis abnehmen kann, oder einen finanziellen Ausgleich zwischen fixem Preis und variablen Marktpreisen, während Verkäufer und Käufer jeweils den Strom in ihren lokalen Bilanzkreisen einspeisen oder daraus beziehen.
in der BayWa r.e.-Gruppe  
Fremdwährungsrisiko in der BayWa r.e.-Gruppe Die BayWa r.e.-Gruppe setzt im Rahmen des Cashflow Hedge Accounting außerdem Fremdwährungstermingeschäfte mit physischer Erfüllung zur Absicherung von Materialeinkäufen, Onshore-Kosten und Umsatzerlösen im Rahmen von Solar- und Windpark-Projekten ein, bei denen die Währung von der funktionalen Währung der projektierenden Gesellschaft abweicht. Bilanziell werden diese Sicherungsbeziehungen als Cashflow Hedges dargestellt, das heißt, als Grundgeschäft der Sicherungsbeziehungen werden die erwarteten, hochwahrscheinlichen Materialeinkäufe, Onshore-Kosten oder Umsatzerlöse mit abweichender Währung designiert und als Sicherungsgeschäft wird die Spot-Komponente der zugehörigen Fremdwährungstermingeschäfte designiert.
Fremdwährungsrisiko in der T&G Global-Unternehmensgruppe Um Wechselkursschwankungen entgegenzuwirken, werden künftige Zahlungseingänge in ausländischer Währung im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting abgesichert. Interne Richtlinien sehen dafür Forwards und Optionen vor. Sofern andere Sicherungsinstrumente verwendet werden, muss dies einzelfallbezogen durch ein entsprechendes Gremium genehmigt werden. Sicherungsinstrumente werden grundsätzlich nicht länger als über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren abgeschlossen.

Aus der folgenden Tabelle geht die Entwicklung der Cashflow-Hedge-Rücklage der zuvor dargestellten Sachverhalte hervor: Die Entwicklung betrifft ausschließlich die Sicherungsrücklage (OCI I):

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In Mio. Euro Agrarhandel Energiehandel Fremdwährungssicherung Zinssicherung
Stand 01.01.2022 - 6,8 - 21,4 - 0,4 - 2,4
Zuführung 6,3 401,4 9,9 19,2
Auflösung - 3,0 - 298,4 - 6,9 - 2,8
Überführung finanzieller Vermögenswerte bzw. finanzieller Verbindlichkeiten 8,9 0,0 0,0 0,0
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung 0,0 1,2 0,2 0,7
Änderung des Konsolidierungskreises 1 - - 0,6 - 0,6
Stand 31.12.2022 5,5 82,2 2,9 15,2
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In Mio. Euro Agrarhandel Energiehandel Fremdwährungssicherung Zinssicherung
Stand 01.01.2021 - 2,2 9,8 9,6 - 5,5
Zuführung 17,0 25,4 0,6 4,3
Auflösung - 24,6 - 51,0 - 14,2 - 0,9
Überführung finanzieller Vermögenswerte bzw. finanzieller Verbindlichkeiten 3,1 0,0 0,0 0,0
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung 0,0 - 5,6 3,6 - 0,2
Stand 31.12.2021 - 6,8 - 21,4 - 0,4 - 2,4

1 In den Vorjahren resultierten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Sicherungsrücklage (OCI I) aufgrund von Änderungen des Konsolidierungskreises.

In der BayWa r.e.-Gruppe wird bei den Fremdwährungstermingeschäften im Hedge Accounting nur die Spot-Komponente der Änderung des beizulegenden Zeitwerts als Bestandteil des Cashflow Hedges designiert. Die auf die Forward-Komponente entfallende Änderung des beizulegenden Zeitwerts wird sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bei den Floors, die im Geschäftsjahr 2022 erstmals in den langfristigen Stromlieferverträgen enthalten sind, wird lediglich der innere Wert in Höhe von 0,0 Mio. Euro als Sicherungsinstrument im Hedge Accounting designiert. Der Zeitwert der Floors wird separat in der OCI-II-Rücklage abgebildet und beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf 3,3 Mio. Euro.

Angaben zu den Sicherungsinstrumenten des Cashflow Hedge Accounting

Die Effekte auf die Finanzlage des Unternehmens, die aus der Absicherung durch Cashflow Hedges resultieren, sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Die derivativen Vermögenswerte werden unter dem Bilanzposten Sonstige Vermögenswerte ausgewiesen, die derivativen Verbindlichkeiten unter den Sonstigen Verbindlichkeiten.

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In Mio. Euro 31.12.2022 Buchwert Nominalvolumen Kontrakte Davon Fälligkeit < 1 Jahr Davon Fälligkeit 1-5 Jahre Davon Fälligkeit > 5 Jahre Nominalvolumen Kontrakte in Tonnen bzw. TWh
Derivative Vermögenswerte 233,8 1.302,8 760,0 202,8 340,0 n/​a
Warentermingeschäfte - Getreidehandel 11,9 110,2 108,5 1,7 - 0,3
davon Kauf 1,7 14,2 14,2 0,0 - 0,0
davon Verkauf 10,1 96,0 94,3 1,7 - 0,2
Warentermingeschäfte - Energiehandel 197,2 777,1 563,2 23,0 190,9 7,8
davon Kauf 29,3 42,3 31,2 11,1 - 0,4
davon Verkauf 167,9 734,9 532,1 11,9 190,9 7,4
Devisensicherungsgeschäfte 9,4 195,3 88,2 107,0 - n/​a
Zinssicherungsgeschäfte 15,4 220,2 - 71,1 149,1 n/​a
Derivative Verbindlichkeiten 65,1 724,2 300,2 75,5 348,5 n/​a
Warentermingeschäfte - Getreidehandel 4,2 48,8 45,9 2,9 - 0,1
davon Kauf 1,4 13,7 13,6 0,0 - 0,0
davon Verkauf 2,8 35,1 32,2 2,9 - 0,1
Warentermingeschäfte - Energiehandel 55,6 544,6 174,5 30,8 339,4 8,4
davon Kauf 23,7 112,3 107,8 4,5 - 0,4
davon Verkauf 31,9 432,3 66,7 26,2 339,4 8,0
Devisensicherungsgeschäfte 5,3 121,7 79,8 41,8 - n/​a
Zinssicherungsgeschäfte 0,1 9,1 - - 9,1 n/​a
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In Mio. Euro 31.12.2021 Buchwert Nominalvolumen Kontrakte Davon Fälligkeit < 1 Jahr Davon Fälligkeit 1-5 Jahre Davon Fälligkeit > 5 Jahre Nominalvolumen Kontrakte in Tonnen bzw. TWh
Derivative Vermögenswerte 146,3 851,6 507,9 128,5 215,2 n/​a
Warentermingeschäfte - Getreidehandel 16,0 105,0 103,8 1,2 - 0,4
davon Kauf 13,3 71,3 70,2 1,0 - 0,3
davon Verkauf 2,7 33,7 33,6 0,1 - 0,2
Warentermingeschäfte - Energiehandel 127,3 512,4 284,4 17,1 210,9 7,4
davon Kauf 63,3 85,9 77,8 8,1 - 0,7
davon Verkauf 64,0 426,5 206,6 9,0 210,9 6,7
Devisensicherungsgeschäfte 2,4 190,3 119,7 70,7 - n/​a
Zinssicherungsgeschäfte 0,6 43,9 - 39,5 4,4 n/​a
Derivative Verbindlichkeiten 177,2 672,6 482,7 52,5 137,4 n/​a
Warentermingeschäfte - Getreidehandel 25,5 129,2 126,2 3,1 - 0,5
davon Kauf 0,6 15,5 15,5 - - 0,1
davon Verkauf 25,0 113,7 110,6 3,1 - 0,4
Warentermingeschäfte - Energiehandel 143,5 370,2 351,4 18,8 - 2,2
davon Kauf 32,9 156,7 154,9 1,7 - 0,7
davon Verkauf 110,6 213,5 196,5 17,1 - 1,5
Devisensicherungsgeschäfte 3,2 5,2 5,2 - - n/​a
Zinssicherungsgeschäfte 4,9 168,0 - 30,6 137,4 n/​a

Die dargestellten Sicherungsbeziehungen sind hoch effektiv (annähernd 100 Prozent). Etwaige Ineffektivitäten sind unwesentlich.

Weitere Risiken in Bezug auf Finanzinstrumente

Das Risikomanagementsystem im BayWa-Konzern wird einschließlich der Ziele, Grundsätze und Prozesse im Lagebericht und dort speziell im Abschnitt "Chancen und Risikomanagement" dargestellt. Neben den in Abschnitt A.3 dargestellten Risiken sind in diesem Zusammenhang insbesondere die nachfolgenden von Bedeutung.

Fremdwährungsrisiken

Die Geschäftstätigkeit der BayWa findet zum großen Teil innerhalb des Euro-Raums statt. Sofern Fremdwährungspositionen aus Waren- und Leistungsgeschäften oder Projektierungen resultieren, werden diese - wie oben dargestellt - grundsätzlich sofort abgesichert. Sonstige Zahlungsverpflichtungen oder -forderungen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt des Entstehens abgesichert. Spekulative Aufnahmen oder Anlagen von Finanzmitteln in Fremdwährungen sind nicht zulässig.

Kredit- und Kontrahentenrisiken bzw. Forderungsausfallrisiken

Im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit kommt dem BayWa-Konzern eine wichtige Finanzierungsfunktion im Bereich der landwirtschaftlichen Handelspartner zu. Im Rahmen sogenannter Anbauverträge entsteht dem Konzern ein Finanzierungsrisiko aus der Vorfinanzierung landwirtschaftlicher Betriebsmittel, deren Rückzahlung durch Übernahme und Vermarktung der Ernte erfolgt. Daneben gewährt die BayWa gewerblichen Abnehmern insbesondere in der Baubranche Finanzierungen in Form von Zahlungszielen in erheblichem Umfang. Darüber hinaus bestehen gewöhnliche Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, so wie beispielsweise ein (teilweiser) Zahlungsausfall eines Debitors. Die Risikominimierung wird durch ein umfangreiches Debitorenüberwachungssystem gewährleistet, das alle Geschäftsfelder umfasst. Dabei werden Kreditlimits mit dokumentierten Genehmigungsverfahren definiert und laufend kontrolliert. Fallen in diesem Zusammenhang bestimmte Negativmerkmale auf, wie beispielsweise die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Schuldner oder erfolglose Lohn- bzw. Forderungspfändungen, werden die Forderungen in voller Höhe abgeschrieben. Für Forderungen, deren Einbringlichkeit in einem absehbaren Zeitraum nicht sicher ist, wird unter Beachtung der kaufmännischen Sorgfaltspflicht auch ohne Eintritt der Negativmerkmale eine Einzelwertberichtigung gebildet. Die Abschreibung erfolgt sofort, nachdem ein Auslösemerkmal erkannt wird.

Neben den Kreditrisiken werden im Agrarhandel auch die Kontrahentenrisiken regelmäßig überprüft; so werden Marktwertveränderungen bei offenen Verkaufs- und Einkaufskontrakten gemessen, um das Risiko einer Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen steuern zu können. Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Schuldnern bzw. Schuldnergruppen ist derzeit nicht erkennbar. Neben den marktüblichen Margin-Zahlungen bestehen für finanzielle Vermögenswerte keine Sicherheiten. Weitere Angaben zu Kredit- und Kontrahentenrisiken bzw. Forderungsausfallrisiken finden sich in C.6 Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte.

Die maximale Kreditrisikoexposition zum Abschlussstichtag entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte. Das maximale Kreditrisiko beträgt zum Bilanzstichtag 29,2 Mio. Euro (Vorjahr 36,0 Mio. Euro). Das erwartete Ausfallrisiko beläuft sich auf 31,3 Mio. Euro (Vorjahr: 17,3 Mio. Euro).

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der BayWa-Konzern seinen finanziellen Verpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen kann. Finanzielle Mittel werden im BayWa-Konzern durch das operative Geschäft und die Aufnahme von Darlehen externer Finanzinstitute generiert. Darüber hinaus kommen Finanzierungsinstrumente wie Multi-Currency-Commercial-Paper-Programme, Asset-Backed-Securitisation-Finanzierungen, Schuldscheindarlehen sowie der im Geschäftsjahr 2021 erstmals aufgenommene Konsortialkredit zum Einsatz. Die bestehenden Kreditlinien sind ausreichend bemessen, um die Geschäftsabwicklung jederzeit auch bei steigendem Umfang zu gewährleisten. Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen und Finanzierungslaufzeiten unterliegt der BayWa-Konzern hinsichtlich der Liquidität derzeit keinen Konzentrationsrisiken.

C.22 Leasingverhältnisse

Im BayWa-Konzern werden Leasingverträge im Wesentlichen über Nutzungsrechte von Gebäuden und Grundstücken, Bauland, Wegerechte und Infrastruktur, technische Anlagen sowie Kraftfahr- und Flurförderzeugen geschlossen.

Angaben für BayWa als Leasingnehmer

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In Mio. Euro 2022 2021
Zinsaufwendungen 34,7 33,0
Aufwendungen für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse 18,7 10,0
Künftige Zahlungsverpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen, die nach dem Bilanzstichtag anfallen 1,6 4,2
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen 0,8 0,5
Gewinne aus Sale-and-Lease-Back-Transaktionen 0,1 13,3
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen im Geschäftsjahr 136,9 127,6
Erträge aus Unterleasingverhältnissen 0,4 0,5

Angaben für BayWa als Leasinggeber

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In Mio. Euro 2022 2021
Forderungen aus Finanzierungsleasing    
Fällig innerhalb eines Jahres 4.4 4,1
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 3,2 4,4
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 0,1 0,4
Fällig zwischen drei und vier Jahren 0,0 0,2
Fällig zwischen vier und fünf Jahren 0,0 0,2
Fällig nach mehr als fünf Jahren 0,3 1,1
Summe der künftigen Leasingzahlungen 8,0 10,3
abzüglich nicht realisierter Zinserträge - 0,2 - 0,2
Nettoinvestition der Forderungen aus Finanzierungsleasing 7,8 10,1
Finanzertrag aus der Nettoinvestition der Forderungen aus Finanzierungsleasing 0,1 0,1
Erträge aus erhaltenen variablen Leasingzahlungen aus Finanzierungsleasing 0,2 0,3
Veräußerungsgewinne/​-verluste aus Finanzierungsleasing 0,0 0,1
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In Mio. Euro 2022 2021
Leasingzahlungen aus Operate Leasing    
Fällig innerhalb eines Jahres 16,6 15,8
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 12,7 12,4
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 11,1 10,7
Fällig zwischen drei und vier Jahren 10,4 10,1
Fällig zwischen vier und fünf Jahren 7,2 9,6
Fällig nach mehr als fünf Jahren 6,7 11,8
Summe der künftigen Leasingzahlungen 64,7 70,4
Erträge aus erhaltenen Leasingzahlungen (Operate Leasing) 18,0 18,1
Erträge aus erhaltenen variablen Leasingzahlungen (Operate Leasing) 1,0 2,3

Weitere Angaben zu Leasingverhältnissen finden sich im Anlagespiegel sowie in C.15 Leasingverbindlichkeiten.

D Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

D.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des BayWa-Konzerns unterteilen sich wie folgt:

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In Mio. Euro 2022 2021
Ware 26.245,1 19.192,9
Dienstleistung 816,7 646,2
  27.061,8 19.839,1

In den Umsatzerlösen sind auch Umsätze, die die BayWa als Agent in Zusammenhang mit der Herausgabe von Tankkarten und in bestimmten Bereichen des Handels mit Obst vereinnahmt, enthalten. Darüber hinaus wird der Verkauf von Projektgesellschaften - speziell im Segment Regenerative Energien -, soweit es sich um umsatzgleiche (revenue-like) Transaktionen handelt, ebenso in den Umsatzerlösen abgebildet. Details dazu finden sich in A.5. Weitere Ermessensentscheidungen und Bilanzierungspraktiken.

Die Gliederung nach Unternehmensbereichen und Regionen ist aus der Segmentberichterstattung (Abschnitt E.2) ersichtlich. Aufgrund der diversifizierten Geschäftstätigkeit der einzelnen Segmente werden intersegmentäre Umsätze nur in unwesentlichem Umfang getätigt.

D.2 Sonstige betriebliche Erträge

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In Mio. Euro 2022 2021
Mieteinnahmen 33,4 32,7
Erträge aus Anlageabgängen 19,9 41,7
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 66,2 21,0
Kostenerstattungen 22,7 20,9
Erträge aus der Reduktion der Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste 14,9 10,7
Sonstige Erträge aus öffentlichen Zuschüssen 2,9 6,0
Mitarbeiter-Bereitstellung 5,7 5,2
Währungskursgewinne 212,7 178,9
Erträge aus Fair-Value-Bewertung von biologischen Vermögenswerten 8,7 0,4
Erträge aus konzerninterner Leistungsverrechnung 6,8 1,6
Übrige Erträge 99,0 85,1
  492,9 404,2

Die Mieteinnahmen verstehen sich inkl. der Erlöse aus Nebenkosten. Die Erträge aus Anlageabgängen umfassen zu einem wesentlichen Bestandteil die Veräußerung von Immobilienbeständen der BayWa AG und beinhalten darüber hinaus mit 3,6 Mio. Euro die ratierliche Verteilung des Buchgewinns, der aus einer Sale-and-Lease-Back-Transaktion über Immobilien im Geschäftsjahr 2013 entstanden und aufgrund der Einordnung des Leasingverhältnisses als Finanzierungsleasing (IAS 17) über dessen Laufzeit zu verteilen ist. Der Anstieg der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betrifft insbesondere ein Projekt in Großbritannien im Segment Regenerative Energien: Aufgrund der Nichterteilung der notwendigen Baugenehmigung durch die zuständigen Behörden konnte das Projekt nicht wie ursprünglich geplant realisiert werden. Daher mussten Rückstellungen in Höhe von 30,3 Mio. Euro aufgelöst werden. Gleichzeitig wurden die in diesem Zusammenhang aktivierten Projektrechte in Höhe von 29,3 Mio. Euro wertberichtigt. Die im Vorjahresvergleich höheren Kostenerstattungen sind insbesondere auf eine Erstattung der Nutzungskosten einer Leasing-Plattform für Diensträder und auf geldwerte Vorteile der Pkw-Nutzung zurückzuführen. Der Anstieg der Währungskursgewinne geht im Wesentlichen auf die weiter zunehmenden Geschäftsaktivitäten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums speziell im Segment Regenerative Energien zurück. Zudem beinhalten die Währungskursgewinne Effekte aus Devisentermingeschäften, für die kein eindeutiger Sicherungszusammenhang zu einem Grundgeschäft besteht und die deshalb nicht in eine Sicherungsbeziehung eingebunden sind. Unter den übrigen Erträgen sind insbesondere Werbezuschüsse, Eingänge abgeschriebener Forderungen bzw. Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen sowie eine Vielzahl weiterer Einzelpositionen enthalten.

D.3 Materialaufwand

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In Mio. Euro 2022 2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren - 23.953,8 - 17.362,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen - 627,4 - 1.094,6
  - 24.581,2 - 18.457,2

D.4 Personalaufwand

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In Mio. Euro 2022 2021
Löhne und Gehälter - 1.248,1 - 1.073,3
Aktienbasierte Vergütung - 3,7 - 3,3
Aufwendungen für Altersversorgung, Unterstützung und Abfertigung - 22,5 - 53,0
davon: laufender Dienstzeitaufwand - 7,2 - 7,9
Soziale Abgaben - 235,3 - 190,9
  - 1.509,5 - 1.320,5

Die gesamten Aufwendungen für Altersversorgung aus Pensionen und Abfertigungen belaufen sich nach Berechnung der Pensionsrückstellung und der Abfertigungsrückstellung gemäß IAS 19 auf 12,8 Mio. Euro (Vorjahr: 11,0 Mio. Euro). Davon werden ein Teilbetrag in Höhe von 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: 8,2 Mio. Euro) unter dem Personalaufwand und ein Teilbetrag von 5,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro) unter dem Zinsaufwand ausgewiesen.

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Anzahl 2022 2021
Mitarbeiterinnen/​Mitarbeiter    
Jahresdurchschnitt (§ 267 Abs. 5 HGB) 22.293 21.185
Stand 31.12. 22.508 21.468

D.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

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In Mio. Euro 2022 2021
Fuhrpark - 88,1 - 69,1
Instandhaltung - 87,4 - 79,0
Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten - 77,6 - 73,3
Werbung - 64,8 - 51,1
Energie - 44,6 - 39,0
EDV-Aufwand - 42,8 - 22,6
Versicherungen - 40,9 - 34,0
Mieten - 36,7 - 23,4
Reisespesen - 32,1 - 14,9
Verluste aus Anlageabgängen - 22,1 - 11,2
Aufwand für Fremdpersonal - 20,1 - 36,7
Abschreibungen/​Wertberichtigungen auf Forderungen - 19,6 - 10,3
Provisionen - 19,1 - 11,3
Bürobedarf - 16,6 - 13,9
Verwaltungsaufwand - 14,1 - 10,9
Nachrichtenaufwand - 13,8 - 13,6
Aufwendungen für sonstige betriebliche Steuern - 13,3 - 9,4
Aus- und Fortbildungskosten - 13,3 - 7,9
Währungskursverluste - 219,8 - 182,8
Übrige Aufwendungen - 185,2 - 140,6
  - 1.072,0 - 855,0

Die Zunahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 217,0 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 ist neben den gestiegenen Währungskursverlusten aus der verstärkten Geschäftstätigkeit außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums vor allem auf Steigerungen bei den EDV-Aufwendungen, den Aufwendungen für den Fuhrpark und für Geschäftsreisen sowie für Fremdpersonal zurückführen. Der Anstieg der übrigen Aufwendungen, die im Wesentlichen allgemeine Vertriebs- und sonstige Kosten u. a. zur Absicherung betrieblicher Risiken enthalten, ist auf eine Vielzahl weiterer Einzelpositionen zurückzuführen. Demgegenüber verringerten sich die Kosten für Fremdpersonal.

D.6 Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen und übriges Beteiligungsergebnis

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In Mio. Euro 2022 2021
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen 14,2 - 10,3
Erträge/​Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen 0,3 0,0
Erträge/​Aufwendungen aus dem Abgang von verbundenen Unternehmen 46,1 - 0,8
Sonstige Beteiligungserträge und ähnliche Erträge 11,3 9,1
Abschreibungen und sonstige Aufwendungen auf Finanzanlagen - 8,7 - 1,1
Übriges Beteiligungsergebnis 49,1 7,3
  63,3 - 3,0

Das Ergebnis aus den at-Equity-bilanzierten Anteilen erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 24,5 Mio. Euro und liegt bei 14,2 Mio. Euro. Im Vorjahr wirkte sich vor allem das Ergebnis der Amadeus Wind Holdings, LLC, Wilmington, USA, negativ aus, die 2021 aufgrund extremer Wetterbedingungen in Texas mit starken Schneefällen und gefrierendem Regen und daraus resultierenden Ausfällen der Windenergieanlagen zu Schadensersatzleistungen im Zusammenhang mit fixierten Stromabnahmeverträgen verpflichtet war. Das übrige Beteiligungsergebnis stieg um 41,8 Mio. Euro gegenüber dem Wert des Vorjahres und liegt bei auf 49,1 Mio. Euro. Der Anstieg ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr 2022 erfolgten Unternehmensveräußerungen zurückzuführen. Im Einzelnen waren dies das Bioenergy-Portfolio, bestehend aus der BayWa r.e. Bioenergy GmbH, Regensburg, und deren Tochterunternehmen, die Schradenbiogas GmbH & Co. KG, Gröden, und die Al Dahra BayWa Agriculture LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (für Details dazu wird auf Abschnitt B.2 des Konzernanhangs verwiesen). Dividendenerträge werden grundsätzlich mit der Entstehung des Zahlungsanspruchs erfasst.

D.7 Zinsertrag und Zinsaufwand

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In Mio. Euro 2022 2021
Zinsen und ähnliche Erträge 14,9 14,7
davon aus verbundenen Unternehmen 0,8 0,3
Zinsen aus Fair-Value-Bewertung 2,7 1,0
Zinsertrag 17,6 15,7
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 157,9 - 85,6
davon an verbundene Unternehmen - 0,1 - 0,0
Zinsen aus Fair-Value-Bewertung - 3,0 - 0,0
Zinsanteil aus Leasingverhältnissen - 34,7 - 33,0
Zinsanteil der Zuführung zur Pensionsrückstellung und zu anderen Personalrückstellungen - 6,4 - 3,1
Zinsaufwand - 202,1 - 121,7
Zinsergebnis - 184,5 - 106,0

D.8 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern gliedern sich wie folgt (negative Beträge stellen Aufwand, positive Beträge hingegen Ertrag dar):

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In Mio. Euro 2022 2021
Tatsächliche Steuern - 121,4 - 59,0
Latente Steuern 41,3 27,2
  - 80,1 - 31,8

Die tatsächlichen Steuererträge und -aufwendungen beinhalten die Körperschaft- und Gewerbesteuern der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern der ausländischen Gesellschaften.

Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen nach IFRS sowie auf Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Im Eigenkapital sind 32,6 Mio. Euro (Vorjahr: 55,1 Mio. Euro) netto aktive latente Steuern mit der Rücklage für versicherungsmathematische Verluste und Gewinne aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen verrechnet. Zudem wurden 64,5 Mio. Euro (Vorjahr: 17,5 Mio. Euro) passive latente Steuern erfolgsneutral mit der Bewertungsrücklage im Eigenkapital verrechnet. Weiterhin bestehen aktive latente Steuern in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3,8 Mio. Euro), die ebenfalls im Eigenkapital verbucht sind. Auf die von der BayWa AG ausgegebene Hybridanleihe entfallen davon 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) aktive latente Steuern. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in den Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Diese betragen 68,4 Mio. Euro (Vorjahr: 73,6 Mio. Euro). Im Rahmen der Unternehmensplanung wird hierfür ein Zeithorizont von maximal fünf Jahren zugrunde gelegt. Für Verlustvorträge in Höhe von 456,4 Mio. Euro (Vorjahr: 377,2 Mio. Euro) und Steuergutschriften in Höhe von 40,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) wurde kein latenter Steueranspruch angesetzt, weil von deren Nutzbarkeit nicht innerhalb des genannten Zeithorizonts ausgegangen wird. Teilweise sind Verlustvorträge von einzelnen Konzerngesellschaften zeitlich begrenzt vortragbar. Voraussichtlich werden keine wesentlichen Steueransprüche durch die zeitlich begrenzte Vortragbarkeit entfallen. Der aus der Entstehung bzw. Auflösung temporärer Differenzen resultierende latente Steuerertrag beläuft sich auf 29,9 Mio. Euro (Vorjahr: 27,2 Mio. Euro).

Im Jahr 2022 bestanden in Tochtergesellschaften, die im abgelaufenen Jahr oder im Vorjahr Verluste erwirtschafteten, latente Steuerforderungsüberhänge aus temporären Differenzen und aus Verlustvorträgen in Höhe von 24,1 Mio. Euro (Vorjahr: 19,3 Mio. Euro). Sie wurden als werthaltig angesehen, da für diese Gesellschaften zukünftig von steuerlichen Gewinnen ausgegangen wird. Bei den wesentlichen Gesellschaften ergaben sich im Geschäftsjahr 2022 Sondereffekte, die zu einem Verlust führten. Diese Verluste sind in den Folgejahren nicht mehr zu erwarten.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten bzw. zum Realisationszeitpunkt erwartet werden. Der Steuersatz der BayWa AG beträgt für das Berichtsjahr 29,13 Prozent (Vorjahr: 29,13 Prozent).

Die aktiven und passiven latenten Steuern sind den einzelnen Bilanzpositionen wie folgt zugeordnet:

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Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
In Mio. Euro 2022 2021 2022 2021
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 15,1 16,1 312,1 314,5
Finanzanlagen 6,3 3,7 33,5 47,5
Umlaufvermögen 67,3 35,9 200,7 303,8
Sonstige Aktiva 0,9 14,7 24,6 19,8
Steuerliche Verlustvorträge 191,8 179,2 - -
Rückstellungen 198,6 433,6 23,6 18,6
Verbindlichkeiten 239,9 233,2 5,9 2,8
Sonstige Passiva 50,3 31,4 33,3 21,9
Wertberichtigung für aktive latente Steuern - 188,8 - 211,8 - -
Saldierung - 416,8 - 599,5 - 416,8 - 599,5
Konsolidierungen - 2,7 - 16,8 - 12,0 3,6
  161,9 119,7 204,8 133,0

Der tatsächliche Steueraufwand liegt 13,0 Mio. Euro unter dem zu erwartenden Steueraufwand, der sich bei Anwendung des Körperschaftsteuersatzes in Deutschland nach der derzeit geltenden Rechtslage, zuzüglich Solidaritätszuschlag sowie unter Berücksichtigung der Gewerbesteuerbelastung auf das Konzernergebnis vor Steuern, ergeben würde. Der rechnerische Steuersatz für die tatsächlichen Steuern von 29,13 Prozent ermittelt sich aus dem einheitlichen Körperschaftsteuersatz von 15,0 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent sowie der durchschnittlichen effektiven Gewerbesteuerbelastung in Höhe von 13,31 Prozent. Passive latente Steuern für Tochtergesellschaften und assoziierte Unternehmen wurden insoweit nicht bilanziert, als die Gesellschaft den Umkehreffekt steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird. Für temporäre Differenzen von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen in Höhe von 19,6 Mio. Euro (Vorjahr: 30,7 Mio. Euro) wurden passive latente Steuern nicht gebildet.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitungsrechnung vom rechnerischen Steueraufwand gemäß Konzernsteuersatz zum tatsächlich ausgewiesenen Ertragsteueraufwand:

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In Mio. Euro 2022 2021
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 319,6 160,6
Rechnerischer Steueraufwand bei Steuersatz von 29,13 Prozent - 93,1 - 46,8
Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen - 12,6 - 13,9
Periodenfremde Steuern 10,6 22,1
Veränderung permanente Differenzen - 20,2 - 29,3
Steuereffekt wegen steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen - 16,0 - 14,4
Steuerliche Kürzungen und Hinzurechnungen und Effekte aus Organschaftsverhältnissen - 0,2 - 1,6
Entkonsolidierungseffekte - 1,1 - 0,3
Steuerfreie Einnahmen 51,1 79,2
Veränderung Wertberichtigung für aktive latente Steuern - 6,9 - 25,9
Steuereffekte aus Equity-Ergebnissen 3,9 - 0,2
Effekte aus Steuersatzänderungen 1,1 - 0,5
Sonstige steuerliche Effekte 3,3 - 0,2
Ausgewiesene Ertragsteuer - 80,1 - 31,8

D.9 Gewinnanteil der Minderheitsgesellschafter

Der den anderen Gesellschaftern zustehende Anteil am Konzernjahresüberschuss in Höhe von 71,4 Mio. Euro (Vorjahr: 58,2 Mio. Euro) entfällt im Wesentlichen auf die Minderheitsgesellschafter der BayWa r.e. AG, der RWA AG und der T&G Global Limited mit den jeweils zugehörigen Tochtergesellschaften.

D.10 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie resultiert aus der Division des Ergebnisanteils der Aktionäre der BayWa AG nach Berücksichtigung der Dividende auf das Hybridkapital, geteilt durch die durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr ausgegebenen und dividendenberechtigten Aktien.

Effekte, die zu einer Verwässerung führten, hat es nicht gegeben.

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2022 2021
Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter in Mio. Euro 168,1 70,7
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien Stück 35.644.609 35.418.709
Unverwässertes Ergebnis je Aktie Euro 4,36 1,63
Verwässertes Ergebnis je Aktie Euro 4,36 1,63
Vorgeschlagene Dividende je Aktie Euro 1,10 1,05
Vorgeschlagene Sonderdividende je Aktie aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der BayWa AG Euro 0,10 -
Ausbezahlte Dividende je Aktie Euro 1,05 1,00

E Weitere Angaben

E.1 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung des BayWa-Konzerns

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die flüssigen Mittel des BayWa-Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Der in der Kapitalflussrechnung dargestellte Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel, also Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Einflüsse aus wechselkursbedingten Änderungen der flüssigen Mittel sind aufgrund der überwiegenden Tätigkeit im Euro-Raum von untergeordneter Bedeutung und werden deshalb zusammen mit den Konsolidierungskreisveränderungen dargestellt. Die Zahlungsmittel unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen.

Entsprechend den Vorgaben des IAS 7 wird die Kapitalflussrechnung in Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit unterteilt.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird ausgehend vom Konzernjahresüberschuss indirekt ermittelt. Dazu wird dieser Cashflow um nicht zahlungswirksame Aufwendungen (im Wesentlichen Abschreibungen) und Erträge bereinigt. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wird zahlungsbezogen ermittelt und umfasst neben Zahlungszu- und -abflüssen aus Unternehmenserwerben die zahlungswirksamen Veränderungen im Konzernanlagevermögen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird ebenfalls zahlungsbezogen ermittelt und umfasst in erster Linie die zahlungswirksamen Veränderungen aus Finanzmittelaufnahmen sowie die Zahlungsmittelabflüsse aus Dividendenzahlungen und der Rückführung von Finanzmitteln. Im Rahmen der indirekten Ermittlung wurden Veränderungen aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen eliminiert, da diese nicht zahlungswirksam sind. Daher ist ein Abgleich dieser Angaben mit den Werten in der Konzernbilanz nicht möglich. Weiterführende Angaben zu Unternehmenskäufen und -verkäufen enthält Abschnitt B.1.

Die Überleitung der Bewegung der Schulden auf die Cashflows aus Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:

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Zahlungswirksam
In Mio. Euro 01.01.2022 Zahlungen der Periode Zinsaufwendungen Unternehmenserwerbe und -verkäufe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.964,4 1.214,0 - 155,2 - 25,7
Anleihen 498,8 0,7 - -
Commerical Papers 720,0 - 78,3 - -
Stille Beteiligung 1,4 - - -
Leasingverbindlichkeiten 938,3 - 82,7 - 33,4 0,9
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern 0,0 28,8 - -
  5.123,0 1.082,4 - 188,6 - 24,8
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Zahlungsunwirksam
In Mio. Euro Währungskurseffekte Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 7,4 -
Anleihen - -
Commerical Papers - -
Stille Beteiligung - -
Leasingverbindlichkeiten 0,2 -
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern - -
  - 7,1 -
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In Mio. Euro Sonstige Änderungen 31.12.2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 146,1 4.136,2
Anleihen - 499,5
Commerical Papers - 641,7
Stille Beteiligung - 1,4
Leasingverbindlichkeiten 178,6 1.001,9
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern - 28,8
  324,6 6.309,5
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Zahlungswirksam
In Mio. Euro 01.01.2021 Zahlungen der Periode Zinsaufwendungen Unternehmenserwerbe und -verkäufe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.841,5 935,9 - 86,4 6,5
Anleihen 498,4 0,5 - -
Commerical Papers 990,0 - 270,0 - -
Stille Beteiligung 1,4 - - -
Leasingverbindlichkeiten 834,1 - 65,6 - 30,7 1,8
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern - - - -
  4.165,4 600,8 - 117,1 8,3
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Zahlungsunwirksam
In Mio. Euro Währungskurseffekte Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23,9 -
Anleihen - -
Commerical Papers - -
Stille Beteiligung - -
Leasingverbindlichkeiten 5,6 -
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern - -
  29,5 -
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In Mio. Euro Sonstige Änderungen 31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 243,0 2.964,4
Anleihen - 498,8
Commerical Papers - 720,0
Stille Beteiligung - 1,4
Leasingverbindlichkeiten 193,1 938,3
Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern - -
  436,1 5.123,0

Die Veränderungen aufgrund des Zugangs bzw. Abgangs von Projektgesellschaften aus dem Segment Regenerative Energien werden unter den sonstigen Änderungen gezeigt.

E.2 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Aufteilung des Geschäftsbetriebs auf Segmente

Die Segmentberichterstattung gibt einen Überblick über die wesentlichen Geschäftsbereiche des BayWa-Konzerns. Hier werden die Aktivitäten des BayWa-Konzerns gemäß IFRS 8 nach Segmenten abgegrenzt. Die Aufgliederung orientiert sich an der internen Steuerung und Berichterstattung. Sie ist so vorgenommen, wie sie auch dem Hauptentscheidungsträger - dem Gesamtvorstand der BayWa AG - regelmäßig vorgelegt wird und damit als Grundlage für strategische Entscheidungen dient. Daraus resultiert eine stärkere Vereinheitlichung des internen und externen Berichtswesens. Sämtliche Konsolidierungsmaßnahmen werden in einer gesonderten Spalte der Segmentberichterstattung gezeigt. Neben den dargestellten Abschreibungen bestehen keine wesentlichen zahlungsunwirksamen Posten, die in der Segmentberichterstattung gesondert auszuweisen sind.

Die Segmentberichterstattung ist im Vorjahresvergleich unverändert. Lediglich die Reihenfolge der Darstellung hat sich dahingehend geändert, dass das Segment Global Produce nun zwischen den Segmenten Technik und Bau eingeordnet ist. Die Darstellung des Vorjahres wurde aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit entsprechend angepasst. Entsprechend der operativen Geschäftsaktivitäten des BayWa-Konzerns sind die berichtspflichtigen Segmente gemäß IFRS 8 die Segmente Regenerative Energien, Energie, Cefetra Group, Agrar, Technik, Global Produce und Bau. Daneben werden - wie bisher - die Segmente Innovation & Digitalisierung sowie die Sonstigen Aktivitäten gesondert ausgewiesen.

Die Geschäftsaktivitäten des Segments Regenerative Energien gliedern sich unter dem Dach der BayWa r.e. AG in die drei Bereiche Projects, Operations und Solutions. Der Bereich Projects befasst sich weltweit mit der Planung, Projektierung und dem Bau von Wind- und Solarenergieanlagen sowie der Veräußerung der betriebsfertigen Anlagen. Der Bereich Operations umfasst planerische und technische Dienstleistungen, die Versorgung mit Verbrauchsmaterialien, die technische und kaufmännische Betriebsführung, die Instandhaltung der Anlagen, den Energiehandel sowie die Vermarktung von Strom aus eigenen Anlagen als Independent Power Producer (IPP). Im Bereich Solutions werden Photovoltaiksysteme und -komponenten vertrieben und maßgeschneiderte Energielösungen für die Energieversorgung von Gewerbe- und Industriekunden entwickelt.

Das Segment Energie beinhaltet die flächendeckende Versorgung gewerblicher und privater Kunden mit Heizöl, Kraft- und Schmierstoffen, AdBlue sowie Holzpellets und Wärmelösungen. Daneben bietet das Segment auch Lösungen in den Bereichen Elektromobilität, LNG (Liquefied Natural Gas) und digitale Mobilität.

Das Segment Cefetra Group ist auf den internationalen Handel mit Getreide und Ölsaaten spezialisiert und deckt als Supply Chain Manager die gesamte Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Logistik bis zum Vertrieb ab. Zu den Kunden zählen lokale und internationale Getreide- und Ölmühlen, Brauereien und Mälzereien, Hersteller von Stärke- und Futtermitteln sowie Hersteller von Biokraftstoffen und Ethanol. Daneben wird im Segment Cefetra Group das Geschäft mit Waren wie Stärkeprodukten, Reis und Hülsenfrüchten, aber auch mit Bioprodukten gezielt ausgebaut. Das Segment Cefetra Group bedient so die wachsende Nachfrage der Lebens- und Futtermittelindustrie nach diesen Produkten.

Schwerpunkt des Segments Agrar ist das direkte Handelsgeschäft mit den Landwirten. Dazu versorgt es landwirtschaftliche Kunden in Deutschland über das ganze Jahr hinweg mit Betriebsmitteln, die für die landwirtschaftliche Produktion notwendig sind, wie z. B. mit Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmitteln sowie mit Futter- und Hygienemitteln für die Tierhaltung. Zudem erfasst das Segment nach der Ernte Agrarerzeugnisse wie Getreide, Ölsaaten oder Hopfen und vermarktet diese an lokale und regionale Verarbeiter, aber auch in Exportmärkte. Dafür verfügt es über eine hohe Lager- und Logistikleistung einschließlich Anschluss zur Ostsee über zwei Häfen. Über die Konzerngesellschaft RWA Raiffeisen Ware Austria AG, die mit über 400 genossenschaftlichen Lagerhausstandorten enge Geschäftsbeziehungen unterhält, ist das Segment Agrar auch in Österreich flächendeckend vertreten.

Im Segment Technik ist der Vertrieb von Maschinen, Geräten und Anlagen für die Land-, Forst- und Kommunalwirtschaft in Deutschland und Österreich gebündelt. Das Segment deckt neben dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtmaschinen auch Wartungs- und Reparaturleistungen inkl. Ersatzteilservice ab. Die BayWa ist weltweit der größte Vertriebspartner des AGCO-Konzerns mit den Marken Fendt, Massey Ferguson, Valtra und Challenger sowie führend im globalen Vertrieb von CLAAS-Landmaschinen. Zum Kundenkreis zählen neben Agrar- und Forstbetrieben auch Wein- und Obstbauern, Kommunen und gewerbliche Unternehmen. Angeboten werden hier auch verschiedene Marken von Fahrzeugen für den Kehr-, Reinigungs- und Winterdienst sowie Mäh- und Sportplatztechnik. Darüber hinaus expandiert auch das Segment Technik in internationale Märkte wie die Niederlande, Südafrika und Kanada.

Das Segment Global Produce fasst sämtliche Aktivitäten des Konzerns im Bereich Obst- und Gemüseanbau und den Handel mit diesen Produkten zusammen. In Deutschland ist die BayWa der bedeutendste Einzelvermarkter von heimischem Tafelkernobst für den Lebensmitteleinzelhandel. Haupterfassungsgebiet ist die Bodenseeregion. Im internationalen Kontext gehören zum Segment auch die neuseeländische T&G Global-Unternehmensgruppe mit Sitz in Auckland sowie der niederländischen Südfrüchtehändler TFC Holland B.V., Maasdijk, mit denen die gesamte Wertschöpfungskette in der Obst- und Gemüsevermarktung global abgedeckt wird.

Das Segment Bau deckt das komplette Baustoffsortiment ab - von Tiefbau, Hochbau, Neubau, Renovierung und Modernisierung über Garten- und Landschaftsbau bis hin zu energetischen und baugesunden Lösungspaketen. Die Kernregion des Segments Bau liegt in Süddeutschland und Österreich. Das Produktspektrum richtet sich an Bauunternehmen, Kommunen, Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie den privaten Endverbraucher. Ergänzend bietet das Segment Bau den Kunden zahlreiche Spezialisierungen und vielfältige Dienstleistungen sowie Kompetenz und Unterstützung bei innovativen Themen wie gesundes Bauen, Energieeffizienz oder Building Information Modeling (BIM).

Mit dem Segment Innovation & Digitalisierung hat sich die BayWa auf die digitale Zukunft eingestellt. Hier werden zum einen die Aktivitäten im Bereich Digital Farming gesteuert; dies umfasst insbesondere die Entwicklung und Vermarktung der digitalen Angebote zur Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft. Zum anderen ist der Online-Vertrieb im BayWa-Konzern unter dem Dach des BayWa Portals im Segment Innovation & Digitalisierung gebündelt.

Die Sonstigen Aktivitäten umfassen neben Randaktivitäten überwiegend die Aktivitäten des BayWa-Konzerns im Bereich der Immobilien.

Neben den in den Segmenten ausgewiesenen Umsatzerlösen mit Dritten werden zusätzlich die Umsatzerlöse innerhalb und zwischen den Segmenten dargestellt. Eine Untergliederung der Umsatzerlöse nach einzelnen Produkten und Dienstleistungen wird auf Konzernebene aufgrund der Heterogenität der im Konzern abgesetzten Produkte nicht vorgenommen. Sowohl die Umsätze innerhalb als auch zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Konditionen. In diesem Zusammenhang eventuell entstehende Zwischengewinne werden im Konzernabschluss eliminiert. Darüber hinaus werden neben dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und dem Ergebnis vor Steuern (EBT) die Abschreibungen bzw. Zuschreibungen und das Finanzergebnis pro Segment ausgewiesen. Im BayWa-Konzern setzt sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aus dem Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus at-Equity-bilanzierten Anteilen und dem übrigen Beteiligungsergebnis zusammen. Nach der gleichen Logik ermittelt sich folglich auch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA).

Ein separater Ausweis pro Segment erfolgt weiterhin für das Vermögen, die Vorräte sowie die Verbindlichkeiten. Um die Aussagekraft der Segmentinformationen zu erhöhen, werden die Segmentverbindlichkeiten in den Segmenten Regenerative Energien, Cefetra Group, Global Produce und Bau konsolidiert dargestellt. Somit wird hier nicht auf die reinen Meldedaten in Summe rekurriert und die diesbezüglichen Konsolidierungseffekte werden nicht der Überleitungsspalte zugeordnet.

Die getätigten Investitionen (ohne Finanzanlagen) sind ebenfalls auf die Segmente aufgeteilt. Hierbei handelt es sich um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen sowie Zugänge aus Unternehmenserwerben. Die Segmentinformationen enthalten darüber hinaus die Anzahl der Mitarbeiter pro Segment im Jahresdurchschnitt.

Die Überleitung enthält im Wesentlichen die Abschreibung auf die im Rahmen von Kaufpreisallokationen aus Vorjahren aufgedeckten stillen Reserven und immateriellen Vermögenswerte.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) setzt sich aus dem Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus at-Equity-bilanzierten Anteilen und dem übrigen Beteiligungsergebnis zusammen. Nach der gleichen Logik ermittelt sich folglich auch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Eine rechnerische Überleitung in den nachfolgenden Finanzinformationen nach Segmenten ist nicht möglich.

Finanzinformationen nach Segmenten für das Geschäftsjahr 2022

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In Mio. Euro 31.12.2022 Regenerative Energien Energie Cefetra Group Agrar Technik Global Produce
Umsatzerlöse mit Dritten 6.489,2 3.343,6 6.111,2 5.750,7 2.076,5 921,3
Umsatzerlöse innerhalb des Segments 593,1 451,2 773,0 687,8 40,3 126,8
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 1,9 26,4 35,7 26,9 4,7 -
Umsatzerlöse gesamt 7.084,2 3.821,2 6.919,9 6.465,4 2.121,5 1.048,1
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 364,3 71,3 81,0 156,2 93,8 56,4
Abschreibungen - 125,2 - 17,7 - 21,5 - 51,5 - 23,6 - 35,3
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 239,1 53,6 59,5 104,7 70,2 21,1
davon: Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen 5,5 - 0,1 0,2 1,1 - 0,2 1,3
davon: übriges Beteiligungsergebnis 43,7 - 3,0 2,1 1,8 - 2,1
Zinsergebnis - 77,9 - 1,7 - 12,7 - 32,7 - 15,7 - 10,7
Ergebnis vor Steuern (EBT) 161,2 51,9 46,8 72,0 54,5 10,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag            
Jahresüberschuss            
Vermögen 5.048,6 537,8 1.328,4 2.194,8 1.161,7 729,2
davon: at-Equity-bilanzierte Anteile 77,4 0,7 1,9 21,4 11,3 21,6
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - - 0,3 - 15,1
Vorräte 1.774,7 98,6 643,1 1.102,9 686,5 37,8
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - - - - -
Schulden 3.857,6 528,2 1.151,3 2.084,5 1.293,3 423,4
davon: Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten - - - - - -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzimmobilien (inkl. Unternehmenserwerbe) 176,1 19,9 31,6 124,7 41,8 112,8
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 3.754 1.411 623 3.630 3.826 3.151
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In Mio. Euro 31.12.2022 Bau Innovation & Digitalisierung Sonstige Aktivitäten * Überleitung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 2.346,9 10,4 12,0 - 27.061,8
Umsatzerlöse innerhalb des Segments 58,5 2,0 23,2 - 2.755,9 -
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 1,1 0,2 4,0 - 100,9 -
Umsatzerlöse gesamt 2.406,5 12,6 39,2 - 2.856,8 27.061,8
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 105,7 - 5,6 - 64,3 - 858,8
Abschreibungen - 35,3 - 5,8 - 36,8 - 2,0 - 354,7
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 70,4 - 11,4 - 101,1 - 2,0 504,1
davon: Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen - 0,9 - 7,3 - 14,2
davon: übriges Beteiligungsergebnis 0,1 - 2,3 - 49,1
Zinsergebnis - 21,4 - 0,9 - 10,8 - - 184,5
Ergebnis vor Steuern (EBT) 49,0 - 12,3 - 111,9 - 2,0 319,6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag         - 80,1
Jahresüberschuss         239,5
Vermögen 1.112,5 45,1 6.025,0 - 5.206,7 12.976,4
davon: at-Equity-bilanzierte Anteile 4,5 - 139,9 - 278,7
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - 1,0 - 16,4
Vorräte 414,3 1,2 0,5 - 2,8 4.756,8
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - - - -
Schulden 1.202,1 58,0 3.370,6 - 2.901,6 11.067,4
davon: Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten - - - - -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzimmobilien (inkl. Unternehmenserwerbe) 65,1 3,9 42,5 - 618,4
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 4.661 220 1.017 - 22.293

* vor Konsolidierung

Finanzinformationen nach Segmenten für das Geschäftsjahr 2021 1

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In Mio. Euro 31.12.2021 Regenerative Energien Energie Cefetra Group Agrar Technik Global Produce
Umsatzerlöse mit Dritten 3.560,0 2.128,2 4.996,3 4.178,7 1.909,0 960,7
Umsatzerlöse innerhalb des Segments 233,1 221,6 708,4 510,0 40,1 201,5
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 1,1 10,5 27,1 30,9 1,3 -
Umsatzerlöse gesamt 3.794,2 2.360,3 5.731,8 4.719,6 1.950,4 1.162,2
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 198,9 32,9 48,5 59,3 72,2 76,5
Abschreibungen - 63,9 - 15,5 - 9,7 - 47,0 - 23,6 - 33,9
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 135,0 17,4 38,8 12,3 48,6 42,6
davon: Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen - 9,9 - - 1,6 0,7 2,1 0,9
davon: übriges Beteiligungsergebnis 0,7 - - 0,8 - -
Zinsergebnis - 39,9 - 0,8 - 5,1 - 17,2 - 10,3 - 9,3
Ergebnis vor Steuern (EBT) 95,1 16,6 33,7 - 4,9 38,3 33,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag            
Jahresüberschuss            
Vermögen 4.536,8 410,2 1.300,9 1.947,7 1.010,9 667,3
davon: at-Equity-bilanzierte Anteile 49,7 - 1,9 20,2 11,5 21,9
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - - 14,7 0,3 -
Vorräte 1.781,1 57,3 592,8 892,0 554,2 35,0
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - - 1,9 - -
Schulden 3.503,3 417,5 1.121,0 1.760,5 1.095,8 370,0
davon: Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten - - - 10,1 - -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzimmobilien (inkl. Unternehmenserwerbe) 82,9 24,7 3,9 36,3 32,3 56,8
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2.821 1.359 496 3.408 3.805 3.650
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In Mio. Euro 31.12.2021 Bau Innovation & Digitalisierung Sonstige Aktivitäten * Überleitung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 2.084,2 11,1 10,9 - 19.839,1
Umsatzerlöse innerhalb des Segments 54,7 2,1 46,5 - 2.018,0 -
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 1,1 0,4 2,7 - 75,1 -
Umsatzerlöse gesamt 2.140,0 13,6 60,1 - 2.093,1 19.839,1
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 104,0 - 3,4 - 36,1 - 552,8
Abschreibungen - 30,8 - 16,8 - 39,7 - 5,3 - 286,2
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 73,2 - 20,2 - 75,8 - 5,3 266,6
davon: Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Anteilen - - - 2,5 - - 10,3
davon: übriges Beteiligungsergebnis 0,1 0,9 4,8 - 7,3
Zinsergebnis - 13,9 - 0,7 - 8,8 - - 106,0
Ergebnis vor Steuern (EBT) 59,3 - 20,9 - 84,6 - 5,3 160,6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag         - 31,8
Jahresüberschuss         128,8
Vermögen 983,9 68,4 5.690,3 - 4.845,0 11.771,4
davon: at-Equity-bilanzierte Anteile - - 137,4 - 242,6
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 0,2 - 6,3 - 21,4
Vorräte 301,7 1,7 0,4 - 3,2 4.213,0
davon: zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - - - 1,9
Schulden 999,7 100,0 3.221,5 - 2.634,0 9.955,3
davon: Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten - - - - 10,1
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzimmobilien (inkl. Unternehmenserwerbe) 80,2 7,5 51,2 - 375,8
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 4.454 240 952 - 21.185

1 Die Reihenfolge der Segmente wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit an jene des Geschäftsjahres 2022 angepasst.
* vor Konsolidierung

Segmentberichterstattung nach Regionen

Über die geforderte Berichterstattung nach IFRS 8 hinaus, in dem kein Sekundärsegment erforderlich ist, werden auch die Informationen zur Segmentberichterstattung nach Regionen dargestellt. Hierbei richten sich die Außenumsätze nach dem Sitz der Kunden, wobei die Kernmärkte des Konzerns in Deutschland, Österreich und den Niederlanden liegen.

Finanzinformationen nach Regionen

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Außenumsätze Langfristige Vermögenswerte 1
In Mio. Euro 2022 2021 2022 2021
Deutschland 9.916,7 7.317,9 1.841,4 1.666,8
Österreich 3.877,6 3.013,5 542,6 565,1
Niederlande 2.412,7 1.645,1 248,1 240,7
Neuseeland 454,0 197,9 321,7 280,5
USA 1.060,1 561,0 612,8 345,5
Übriges Ausland 9.340,7 7.103,7 824,3 672,6
davon: restliches Europa 8.464,9 6.180,9 506,7 323,0
Konzern 27.061,8 19.839,1 4.390,9 3.771,3

1 Aufgrund unvollständiger Ermittlung der regional segmentierten langfristigen Vermögenswerte im Vorjahr wurden die Vorjahreszahlen im Geschäftsjahr 2022 aktualisiert.

E.3 Rechtsstreitigkeiten

Die Unternehmen des Konzerns sind und werden auch künftig im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren konfrontiert. Diese können beispielsweise die Geltendmachung von Ansprüchen Dritter aus Fehlleistungen (z. B. Beratungsfehler) oder Falschlieferungen (z. B. Mängel) betreffen oder aus Zahlungsstreitigkeiten resultieren, aber auch aus Verstößen gegen Compliance-Vorschriften durch einzelne Mitarbeiter. Folgen hieraus können u. a. darin bestehen, dass einzelnen Unternehmen des Konzerns die Zahlung von Schadensersatz, Geldbußen oder sonstige zivil- oder strafrechtliche Sanktionen auferlegt werden.

Nach Abschluss des seit März 2015 anhängigen Ordnungswidrigkeitenverfahrens "Pflanzenschutzmittel" des Bundeskartellamts im Januar 2020 besteht grundsätzlich das Risiko, dass Kunden Schadensersatzansprüche gegen die BayWa AG geltend machen. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung sind gegenüber der BayWa AG lediglich vereinzelte Ansprüche außergerichtlich geltend gemacht worden. Diese wurden von der BayWa AG zurückgewiesen. Gegen ein anderes verfahrensbeteiligtes Unternehmen wurden Klagen auf Schadensersatz erhoben. In diesen Verfahren wurde der BayWa AG und weiteren Unternehmen durch die Beklagte der Streit verkündet. Im Falle eines Unterliegens stünden diesem Unternehmen möglicherweise Ausgleichsansprüche gegen die BayWa AG zu, weil die an einer derartigen Ordnungswidrigkeit beteiligten Unternehmen grundsätzlich als Gesamtschuldner haften. In einem solchen Fall bestünde das Risiko, dass auch die BayWa AG einen Teil eines möglichen Schadens ausgleichen müsste. Grundsätzlich vertritt die BayWa AG die Auffassung, dass durch das bebußte Verhalten den Käufern der BayWa AG kein finanzieller Schaden entstanden ist.

Wir gehen, gestützt auf die Einschätzung unserer Berater, davon aus, dass es in diesem Zusammenhang nicht überwiegend wahrscheinlich ist, dass Dritte gegenüber der BayWa AG einen materiellen Anspruch erfolgreich werden durchsetzen können. Eine bilanzielle Risikovorsorge wurde dementsprechend nicht gebildet.

Die BayWa AG oder eine ihrer Konzerngesellschaften sind nicht an Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten oder innerhalb der letzten zwei Jahre gehabt haben. Entsprechende Verfahren sind auch nicht absehbar. Für eventuelle finanzielle Belastungen aus anderen Gerichts- oder Schiedsverfahren sowie für sonstige Rechtsstreitigkeiten sind bei der jeweiligen Konzerngesellschaft in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet worden bzw. besteht in angemessenem Umfang Versicherungsdeckung.

E.4 Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Entsprechend dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies dem Unternehmen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich mitzuteilen. Der BayWa AG wurde das Bestehen folgender Beteiligungen mitgeteilt:

Gemäß § 41 Abs. 2 i.V.m. § 21 Abs. 1 WpHG hat uns die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG, Beilngries, am 4. April 2002 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft die Schwelle von 30 Prozent überschritten hat und am 1. April 2002 37,51 Prozent betragen hat.

Am 16. Juli 2009 hat uns die Raiffeisen Agrar Invest GmbH, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von der Raiffeisen Agrar Invest GmbH gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, Arabellastraße 4, 81925 München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15, 20 und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) betrug.

Am 16. Juli 2009 hat uns die Raiffeisen Agrar Holding GmbH, Wien, Österreich, gemäß §§ 21 Abs. 1, 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG mitgeteilt, dass der ihr zugerechnete Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, Arabellastraße 4, 81925 München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15, 20 und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) betrug. Der Raiffeisen Agrar Holding GmbH waren davon 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Diese Stimmrechte waren der Raiffeisen Agrar Holding GmbH über die Raiffeisen Agrar Invest GmbH (direkter Halter der Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Am 16. Juli 2009 hat uns die LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG, Wien, Österreich, gemäß §§ 21 Abs. 1, 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG mitgeteilt, dass der ihr zugerechnete Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, Arabellastraße 4, 81925 München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15, 20 und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) betrug. Der LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG waren davon 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Diese Stimmrechte waren der LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG über die Raiffeisen Agrar Holding GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Am 8. September 2009 erhielten wir folgende Mitteilung der 'KORMUS' Holding GmbH, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, in 1020 Wien, Österreich, Firmenbuchnummer FN 241822X:

"Hiermit teilen wir Ihnen gemäß §§ 21 Abs. 1, 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG mit, dass der uns zugerechnete Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, Arabellastraße 4, 81925 München, am 8. September 2009 die Schwelle von 25, 20, 15, 10, 5 und 3 Prozent unterschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil nunmehr 0 Prozent (das entspricht null Stimmrechten) beträgt. Bislang war uns ein Stimmrechtsanteil in Höhe von 25,12 Prozent (das entspricht 8.533.673 Stimmrechten) nach § 22 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG zuzurechnen. Infolge einer entflechtenden Aufspaltung sind 16.329.226 bisher von uns gehaltene Aktien an der LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG (dies entspricht einem Anteil von 50,05 Prozent der Aktien und der Stimmrechte) auf unsere unmittelbare Muttergesellschaft, die 'LAREDO' Beteiligungs GmbH, mit Wirkung vom 8. September 2009 übertragen worden."

Am 16. Juli 2009 hat uns die 'LAREDO' Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich, gemäß §§ 21 Abs. 1, 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG mitgeteilt, dass der ihr zugerechnete Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, Arabellastraße 4, 81925 München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15, 20 und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) betrug. Der 'LAREDO' Beteiligungs GmbH waren davon 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Diese Stimmrechte waren der 'LAREDO' Beteiligungs GmbH über die 'KORMUS' Holding GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Am 16. Juli 2009 hat uns die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H., Wien, Österreich, gemäß §§ 21 Abs. 1, 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 WpHG mitgeteilt, dass der ihr zugerechnete Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, Arabellastraße 4, 81925 München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15, 20 und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) betrug. Der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H. waren davon 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte, davon 8.389.785 Stimmrechte aus vinkulierten Namensaktien und 143.888 Stimmrechte aus Namensaktien) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Diese Stimmrechte waren der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H. über die 'LAREDO' Beteiligungs GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Am 10. Mai 2012 hat uns die RWA Management, Service und Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der ihr zugerechnete Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, zum 15. Juli 2009 insgesamt 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte) betrug und ihr diese Stimmrechte über die Raiffeisen Agrar Invest GmbH (direkter Halter der Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet werden.

Vor diesem Hintergrund wurde uns gemäß § 27a Abs. 1 WpHG ergänzend Folgendes mitgeteilt:

1) Mit dem Erwerb verfolgte Ziele:

a) Der Erwerb der Stimmrechte an der BayWa Aktiengesellschaft diente der Umsetzung strategischer Ziele;

b) Die RWA Management, Service und Beteiligungen GmbH beabsichtigt, innerhalb der nächsten zwölf Monate weitere Stimmrechte durch Erwerb oder auf sonstige Weise zu erlangen, jedoch nicht in signifikantem Umfang und vornehmlich zur Verhinderung einer Verwässerung ihres bestehenden Stimmrechtsanteils;

c) Die RWA Management, Service und Beteiligungen GmbH strebt derzeit keine weitergehende Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen des Emittenten an;

d) Die RWA Management, Service und Beteiligungen GmbH strebt derzeit keine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur der Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Eigen- und Fremdfinanzierung sowie die Dividendenpolitik an.

2) Herkunft der für den Erwerb verwendeten Mittel:

Soweit der Erwerb der Stimmrechtsteile im Zuge der Verschmelzung der ehemaligen 100-prozentigen Tochtergesellschaft des Meldepflichtigen, der RWA Verbundservice GmbH, auf die Raiffeisen Agrar Invest GmbH erfolgte, wurde hinsichtlich des Erwerbs von Stimmrechten an der BayWa Aktiengesellschaft weder Fremd- noch Eigenmittel aufgewendet. Soweit seit der Verschmelzung weitere geringfügige Zukäufe erfolgt sind, wurden diese aus Eigenmitteln getätigt.

Am 10. Mai 2012 hat uns die RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der ihr zugerechnete Stimmrechtsanteil an der BayWa AG, München, Deutschland, zum 15. Juli 2009 insgesamt 25,12 Prozent (8.533.673 Stimmrechte) betrug und ihr diese Stimmrechte über die Raiffeisen Agrar Invest GmbH (direkter Halter der Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet werden.

Vor diesem Hintergrund wurde uns gemäß § 27a Abs. 1 WpHG ergänzend Folgendes mitgeteilt:

1) Mit dem Erwerb verfolgte Ziele:

a) Der Erwerb der Stimmrechte an der BayWa Aktiengesellschaft diente der Umsetzung strategischer Ziele;

b) Die RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen beabsichtigt, innerhalb der nächsten zwölf Monate weitere Stimmrechte durch Erwerb oder auf sonstige Weise zu erlangen, jedoch nicht in signifikantem Umfang und vornehmlich zur Verhinderung einer Verwässerung ihres bestehenden Stimmrechtsanteils;

c) Die RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen strebt derzeit keine weitergehende Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen des Emittenten an;

d) Die RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen strebt derzeit keine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur der Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Eigen- und Fremdfinanzierung sowie die Dividendenpolitik an.

2) Herkunft der für den Erwerb verwendeten Mittel:

Soweit der Erwerb der Stimmrechtsteile im Zuge der Verschmelzung der ehemaligen 100-prozentigen Tochtergesellschaft des Meldepflichtigen, der RWA Verbundservice GmbH, auf die Raiffeisen Agrar Invest GmbH erfolgte, wurde hinsichtlich des Erwerbs von Stimmrechten an der BayWa AG weder Fremd- noch Eigenmittel aufgewendet. Soweit seit der Verschmelzung weitere geringfügige Zukäufe erfolgt sind, wurden diese aus Eigenmitteln getätigt.

Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 16. Juli 2009:

Am 10. Mai 2012 hat uns die RWA Management, Service und Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von ihr gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15 Prozent, 20 Prozent und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent, was 8.533.673 Stimmrechten entspricht, betrug. Der Stimmrechtsanteil von 25,12 Prozent (was 8.533.673 Stimmrechten entspricht) wird der RWA Management, Service und Beteiligungen GmbH gemäß § 22 Abs. 2 WpHG über die Raiffeisen Agrar Invest GmbH zugerechnet.

Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 16. Juli 2009:

Am 10. Mai 2012 hat uns die RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von ihr gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15 Prozent, 20 Prozent und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent, was 8.533.673 Stimmrechten entspricht, betrug. Der Stimmrechtsanteil von 25,12 Prozent (was 8.533.673 Stimmrechten entspricht) wird der RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen gemäß § 22 Abs. 2 WpHG über die Raiffeisen Agrar Invest GmbH zugerechnet.

Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 16. Juli 2009:

Am 10. Mai 2012 hat uns die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von ihr gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15 Prozent, 20 Prozent und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent, was 8.533.673 Stimmrechten entspricht, betrug. Der vorgenannte Stimmrechtsanteil von 25,12 Prozent (was 8.533.673 Stimmrechten entspricht) ist der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Kette 'LAREDO' Beteiligungs GmbH, LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft, Raiffeisen Agrar Holding GmbH, Raiffeisen Agrar Invest GmbH, welche die Stimmrechte an der BayWa Aktiengesellschaft unmittelbar hält, zuzurechnen.

Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 16. Juli 2009:

Am 10. Mai 2012 hat uns die 'LAREDO' Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von ihr gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15 Prozent, 20 Prozent und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent, was 8.533.673 Stimmrechten entspricht, betrug. Der vorgenannte Stimmrechtsanteil von 25,12 Prozent (was 8.533.673 Stimmrechten entspricht) ist der 'LAREDO' Beteiligungs GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Kette LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft, Raiffeisen Agrar Holding GmbH, Raiffeisen Agrar Invest GmbH, welche die Stimmrechte an der BayWa Aktiengesellschaft unmittelbar hält, zuzurechnen.

Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 16. Juli 2009:

Am 10. Mai 2012 hat uns die LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von ihr gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15 Prozent, 20 Prozent und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent, was 8.533.673 Stimmrechten entspricht, betrug. Der vorgenannte Stimmrechtsanteil von 25,12 Prozent (was 8.533.673 Stimmrechten entspricht) war der LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft Wien, Österreich, gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Kette Raiffeisen Agrar Holding GmbH, Raiffeisen Agrar Invest GmbH (letztere hält die Stimmrechte an der BayWa Aktiengesellschaft unmittelbar) und gemäß § 22 Abs. 2 WpHG über die Raiffeisen Agrar Invest GmbH zuzurechnen.

Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 16. Juli 2009:

Am 10. Mai 2012 hat uns die Raiffeisen Agrar Holding GmbH, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von ihr gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15 Prozent, 20 Prozent und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent, was 8.533.673 Stimmrechten entspricht, betrug. Dieser Stimmrechtsanteil von 25,12 Prozent (was 8.533.673 Stimmrechten entspricht) wird der Raiffeisen Agrar Holding GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und § 22 Abs. 2 WpHG über die Raiffeisen Agrar Invest GmbH zugerechnet.

Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 16 Juli 2009:

Am 10. Mai 2012 hat uns die Raiffeisen Agrar Invest GmbH, Wien, Österreich, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der von ihr gehaltene Stimmrechtsanteil an der BayWa Aktiengesellschaft, München, Deutschland, am 15. Juli 2009 die Schwellen von 15 Prozent, 20 Prozent und 25 Prozent überschritten hat und der gesamte Stimmrechtsanteil am 15. Juli 2009 25,12 Prozent, was 8.533.673 Stimmrechten entspricht, betrug.

Am 19. Januar 2016 hat uns die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien, Österreich, als Bestandsmitteilung gemäß § 41 Abs. 4f WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der BayWa AG, München, Deutschland, am 26. November 2015 25,10 Prozent betragen hat, was 8.730.273 Stimmrechten entspricht. Zum Zeitpunkt der letzten Mitteilung betrug der Anteil 25,12 Prozent.

E.5 Nahestehende Unternehmen und Personen

Im BayWa-Konzern zählen die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats zu nahestehenden Personen. Bezogen auf den Aktionärskreis der BayWa AG besteht für die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG, Beilngries, sowie die Raiffeisen Agrar Invest AG, Wien, Österreich, aufgrund ihres Anteilsbesitzes die Möglichkeit, maßgeblichen Einfluss auf die BayWa AG auszuüben. Diese Gesellschaften sind deshalb als nahestehende Unternehmen einzustufen. Neben den erfolgten Dividendenzahlungen der BayWa AG von 12,8 Mio. Euro (Vorjahr: 12,2 Mio. Euro) an die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG sowie 10,2 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro) an die Raiffeisen Agrar Invest AG wurden im Geschäftsjahr 2022 keine geschäftlichen Transaktionen im Sinne von IAS 24 durchgeführt, über die an dieser Stelle zu berichten wäre.

Die Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

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In Mio. Euro 2022 Aufsichtsrat Vorstand Bayerische Raiffeisen- Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG Nicht konsolidierte Tochterunternehmen Nicht konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen Nicht konsolidierte assoziierte Unternehmen
Forderungen - - - 37,2 1,6 8,4
Verbindlichkeiten - - - 12,3 0,9 0,8
Zinserträge 0,0 0,0 - 0,0 0,0 0,0
Zinsaufwendungen - - - 0,1 - 0,0
Umsatzerlöse - - - 26,2 1,2 55,2
Materialaufwand - - - 8,2 4,7 0,8
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In Mio. Euro 2021 Aufsichtsrat Vorstand Bayerische Raiffeisen- Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG Nicht konsolidierte Tochterunternehmen Nicht konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen Nicht konsolidierte assoziierte Unternehmen
Forderungen - - - 32,2 2,4 7,8
Verbindlichkeiten - - - 13,1 0,8 1,3
Zinserträge 0,0 0,0 - 0,3 0,0 0,0
Zinsaufwendungen - - - 0,0 0,0 -
Umsatzerlöse - - - 12,2 1,4 76,5
Materialaufwand - - - 6,2 4,1 1,4

Die mit den nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäftsvorfälle betreffen vorwiegend Warenlieferungen. Mitglieder des Vorstands bzw. des Aufsichtsrats der BayWa AG sind Mitglieder in Aufsichtsräten bzw. Vorständen von anderen Unternehmen, mit denen die BayWa AG im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält.

E.6 Honorare des Konzernabschlussprüfers

Folgende Honorare des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden der BayWa AG und deren Tochtergesellschaften berechnet:

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In Mio. Euro 2022 2021
Für Abschlussprüfungen 1,6 1,4
Für andere Bestätigungsleistungen 0,2 0,2
Für Steuerberatungsleistungen - -
Für sonstige Leistungen - 0,1
  1,8 1,7

Die Abschlussprüfungs- und Prüfungsleistungen beinhalten im Wesentlichen die Honorare für die Konzern- und Einzelabschlussprüfung der BayWa AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen insbesondere die Prüfung des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts, die vorbereitenden Tätigkeiten bezüglich der Erteilung eines Comfort Letter sowie die Prüfung im Zusammenhang mit der European Market Infrastructure Regulation (EMIR).

E.7 Organe der BayWa AG

Aufsichtsrat

Manfred Nüssel (seit 21.07.1983)

Dipl.-Ing. agr. (FH)

Aufsichtsratsvorsitzender der BayWa AG

Ehrenpräsident des Deutschen Raiffeisenverbands e. V.

Weitere Mandate

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AGCO GmbH, Marktoberdorf (Mitglied des Aufsichtsrats)

RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Klaus Buchleitner (seit 17.06.2014)

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der BayWa AG (bis 31.03.2022)

Generaldirektor der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H (bis 07.04.2022)

Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG (bis 29.03.2022)

Weitere Mandate

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AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (2. stellvertretender Vorsitzender) (bis 08.07.2022)

AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, Österreich (1. stellvertretender Vorsitzender) (bis 08.07.2022)

AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich (Vorsitzender des Gesellschafterausschusses) (bis 07.04.2022)

LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG, Wien, Österreich (Mitglied des Aufsichtsrats)

Niederösterreichische Versicherung AG, St. Pölten, Österreich (Mitglied des Aufsichtsrats) (bis 02.04.2022)

NÖM AG, Baden, Österreich (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (bis 30.03.2022)

Raiffeisen Bank International AG, Wien, Österreich (Mitglied des Aufsichtsrats) (bis 31.03.2022)

Raiffeisen Software GmbH, Wien, Österreich (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (bis 29.03.2022)

Uniqa Insurance Group AG (Mitglied des Aufsichtsrats)

Uniqa Österreich Versicherungen AG (Mitglied des Aufsichtsrats)

Werner Waschbichler (seit 01.03.1999)

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der BayWa AG

Vorsitzender des Betriebsrats der BayWa Zentrale München

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der BayWa AG

Wolfgang Altmüller (seit 17.06.2014)

Dipl.-Betriebswirt (FH)

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der BayWa AG (seit 01.04.2022)

Vorsitzender des Vorstands der meine Volksbank Raiffeisenbank eG

Weitere Mandate

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Allianz Versicherungs-AG, München (Mitglied des Aufsichtsrats)

Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, München (Mitglied des Aufsichtsrats)

Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG, Beilngries (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Atruvia AG (ehemals: Fiducia & GAD IT AG), Karlsruhe (Mitglied des Aufsichtsrats)

FTI Touristik GmbH, München (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR), Berlin (Vorsitzender des Verbandsrats) (seit 23.11.2022)

Theo Bergmann (seit 04.06.2013)

Kraftfahrer

Betriebsrat

Andrea Busch (seit 05.06.2018)

Gewerkschaftssekretärin

ver.di Bezirk Sachsen West-Ost-Süd

Thomas Gürlebeck (seit 07.01.2021)

Gewerkschaftssekretär

ver.di Landesbezirk Bayern im Fachbereich Handel

Stellvertretender Landesfachbereichsleiter ver.di Handel Bayern

Jürgen Hahnemann (seit 05.06.2018)

Lagerkoordinator Franken

Vorsitzender des Betriebsrats BayWa AG Baustoffe Mittelfranken

Mitglied des Gesamtbetriebsrats der BayWa AG

Ingrid Halbritter (seit 01.07.2021)

Senior Credit Risk Manager

Stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der BayWa AG

Monika Hohlmeier (seit 04.06.2013)

Mitglied des Europäischen Parlaments

Michael Kuffner (seit 04.06.2013)

Leiter Environment, Health & Safety (EH&S)

Weiteres Mandat

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BGHW Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (Mitglied des Vorstands)

Dr. Johann Lang (seit 30.05.2008)

Dipl.-Ing.

Landwirt und Betriebsführer des Landwirtschaftsbetriebs Lang, Baumgarten, Österreich

Weitere Mandate

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RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (bis 15.12.2022)

RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Korneuburg, Österreich (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (bis 07.12.2022)

Bernhard Loy (seit 05.06.2018)

Servicekaufmann

Betriebsratsvorsitzender BayWa AG Technik Mittelfranken

stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der BayWa AG

Wilhelm Oberhofer (seit 06.08.2015)

Bankfachwirt IHK

Mitglied des Vorstands Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu eG

Mitglied des Vorstands Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG

Weitere Mandate

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Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Schwäbisch Hall (Mitglied des Aufsichtsrats)

GOS Grundstücksgesellschaft Oberallgäu-Süd mbH, Sonthofen (Mitglied des Beirats)

DZ Bank AG, Frankfurt am Main (Mitglied des Zentralen Beirats, stellvertretender Vorsitz seit 05.10.2022)

Joachim Rukwied (seit 04.06.2013)

Dipl.-Ing. (FH)

Landwirt und Weingärtner

Präsident des Deutschen Bauernverbands e. V.

Präsident des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg e. V.

Weitere Mandate

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Buchstelle LBV GmbH, Stuttgart (Vorsitzender)

KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main (Mitglied des Verwaltungsrats)

Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main (Vorsitzender des Verwaltungsrats)

Land-DATA GmbH, Visselhövede (Vorsitzender)

LBV-Unternehmensberatungsdienste GmbH, Stuttgart (Vorsitzender des Verwaltungsrats)

Messe Berlin GmbH, Berlin (Mitglied des Aufsichtsrats)

R+V Allgemeine Versicherung AG, Wiesbaden (Mitglied des Aufsichtsrats)

Südzucker AG, Mannheim/​Ochsenfurt (Mitglied des Aufsichtsrats)

Monique Surges (seit 19.05.2015)

Chief Executive Officer German-New Zealand Chamber of Commerce Inc. Neuseeland

Chief Executive Officer Auslandshandelskammer (AHK), Auckland, Neuseeland

Schatzmeisterin des New Zealand Europe Business Council (NZEBC), Auckland, Neuseeland (bis 13.07.2022)

Vizepräsidentin des New Zealand Europe Business Council (NZEBC), Auckland, Neuseeland (seit 13.07.2022)

Genossenschaftlicher Beirat

Karlheinz Kipke

Vorsitzender des Genossenschaftlichen Beirats (bis 30.06.2022)

Vorsitzender des Vorstands der VR-Bank Coburg eG (bis 30.06.2022)

Joachim Hausner

Vorsitzender des Genossenschaftlichen Beirats (seit 03.08.2022)

Vorsitzender des Vorstands der VR Bank Bamberg-Forchheim eG (seit 01.02.2022)

Mitglieder laut § 28 Abs. 5 der Satzung

Manfred Nüssel

Dipl.-Ing. agr. (FH), stellvertretender Vorsitzender des

Genossenschaftlichen Beirats

Ehrenpräsident des Deutschen Raiffeisenverbands e. V.

Dr. Johann Lang

Dipl.-Ing., Landwirt und Betriebsführer des Landwirtschaftsbetriebs

Lang, Baumgarten, Österreich

Vorsitzender des Aufsichtsrats der RWA Raiffeisen Ware Austria AG (bis 15.12.2022)

Weitere Mitglieder

Franz Breiteneicher

Geschäftsführer der Raiffeisen-Waren GmbH Erdinger Land

Dr. Alexander Büchel (bis 31.01.2022)

Mitglied des Vorstands des Genossenschaftsverbands Bayern e. V.

Albert Deß

Ehem. Mitglied des Europäischen Parlaments, Kreisrat, Vorstandsvorsitzender der Bayernland eG in Nürnberg

Martin Empl

Dipl.-Ing. agr., Landwirt

Dr. Reinhard Funk

Dipl.-Ing. agr., Landwirt und öffentlich bestellter landwirtschaftlicher Sachverständiger

Manfred Göhring

Vorsitzender des Vorstands der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG

Peter Götz

Mitglied des Vorstands des Genossenschaftsverbands - Verband der Regionen e.V.

Markus Grauer

Geschäftsführer der Raiffeisen-Waren Schwaben Allgäu GmbH

Albert Griebl

Sprecher des Vorstands der VR-Bank Rottal-Inn eG

Wolfgang Grübler

Vorsitzender des Vorstands

Agrarunternehmen "Lommatzscher Pflege" e.G.

Alois Hausleitner

Ök.-Rat, Mitglied des Aufsichtsrats der RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich

Walter Heidl

Präsident des Bayerischen Bauernverbands

Ludwig Hubauer

Ök.-Rat, Obmann Lagerhaus Innviertel-Traunviertel-Urfahr eGen, Mitglied des Aufsichtsrats der RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich

Martin Körner

Dipl.-Ing. (FH), Landwirt, Obstbauer

Alfred Kraus

Vorsitzender der Geschäftsführung der Raiffeisen-Handels-GmbH

Torsten Krawczyk (seit 03.08.2022)

Präsident Sächsischer Landesbauernverband e. V.

Johann Kreitmeier

Landwirt und Vorsitzender des Landeskuratoriums für landwirtschaftliche Erzeugung in Bayern e. V. (bis 26.04.2022)

Franz Kustner

Ehrenbezirkspräsident des Bayrischen Bauernverbands

Markus Merz (seit 03.08.2022)

Vorstandssprecher VR-Bank Main-Rhön eG

Marlene Mortler

Mitglied des Europaparlaments

Angelika Schorer

Mitglied des Bayerischen Landtags

Gerd Sonnleitner

Landwirt, Ehrenpräsident des Europäischen Bauernverbands, des Deutschen Bauernverbands und des Bayerischen Bauernverbands

Dr. Hermann Starnecker

Sprecher des Vorstands der VR Bank Augsburg-Ostallgäu eG

Wolfgang Völkl

Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank RegensburgSchwandorf eG

Rainer Wiederer (bis 31.12.2022)

Sprecher des Vorstands der Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG

Thomas Wirth

Mitglied des Vorstands der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG

Vorstand

Prof. Klaus Josef Lutz

(Vorsitzender des Vorstands)

Corporate Audit, Corporate EH&S, Corporate Governance, Corporate Legal & Compliance, Corporate M & A, Corporate Marketing, Corporate Public Affairs, Corporate Risk, Corporate Strategy & Innovation, Corporate Sustainability, Corporate Communications, BayWa Stiftung, Cefetra Group, Global Produce

Externe Mandate

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Deutscher Raiffeisenverband e. V., Berlin (Vizepräsident)

Euro Pool System International B.V., Rijswijk, Niederlande (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Stichting Continuiteit AMG, Amsterdam, Niederlande (Mitglied des Aufsichtsrats seit 14.06.2022)

Giesecke & Devrient GmbH, München (Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Beirats)

IHK Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, München (Präsident)

Konzernmandate

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Al Dahra BayWa Agriculture LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (Mitglied des Board of Directors) (bis 25.07.2022)

RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich (1. stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)

"UNSER LAGERHAUS" WARENHANDELSGESELLSCHAFT m.b.H., Klagenfurt, Österreich (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (bis 09.06.2022)

BayWa r.e. AG, München (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

BayWa Global Produce GmbH, München (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (bis 23.05.2022)

Andreas Helber

Corporate Controlling, Corporate Finance & Accounting, Corporate Insurance, Corporate Real Estate Management, Investor Relations, Business Services (Finance Services, HR Services, Corporate Purchasing & Services)

Externe Mandate

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Börse München (Mitglied des Börsenrats)

R+V Allgemeine Versicherung AG, Wiesbaden (Mitglied des Aufsichtsrats)

Konzernmandate

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Al Dahra BayWa Agriculture LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (Mitglied des Board of Directors) (bis 25.07.2022)

BayWa Global Produce GmbH, München (Mitglied des Aufsichtsrats)

BayWa r.e. AG, München (Mitglied des Aufsichtsrats)

RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich (3. stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)

T&G Global Limited, Auckland, Neuseeland (Mitglied des Board of Directors)

Marcus Pöllinger

Corporate HR, Corporate IT, Agrar, Bau, Digital Farming, Energie, Technik

Externes Mandat

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Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Ochsenfurt (Mitglied des Aufsichtsrats)

Konzernmandate

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BayWa Global Produce GmbH, München (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (seit 23.05.2022)

BHBW Holdings (Pty) Ltd, Lynnwood Manor, Südafrika (Mitglied des Board of Directors) (bis 29.09.2022)

Cefetra Group B.V., Rotterdam, Niederlande (Mitglied des Aufsichtsrats) (seit 01.01.2022)

RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich (Mitglied des Aufsichtsrats)

T&G Global Limited, Auckland, Neuseeland (Mitglied des Board of Directors)

Reinhard Wolf

RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich

(Generaldirektor und Vorsitzender des Vorstands)

Externes Mandat

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Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien, Österreich (Mitglied des Vorstands)

Konzernmandate

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Garant - Tiernahrung Gesellschaft m.b.H., Pöchlarn, Österreich (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Raiffeisen-Lagerhaus GmbH, Bruck an der Leitha, Österreich (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)

"UNSER LAGERHAUS" WARENHANDELSGESELLSCHAFT m.b.H., Klagenfurt, Österreich (Vorsitzender des Aufsichtsrats) (seit 09.06.2022)

Ressortverteilung, Stand: 31.12.2022

E.8 Gesamtbezüge des Vorstands und der Aufsichtsgremien

Das Management in Schlüsselpositionen umfasst den Vorstand und den Aufsichtsrat. Die Bezüge des Vorstands summieren sich auf 17,1 Mio. Euro (Vorjahr: 9,5 Mio. Euro). Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich auf 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro). Über die Aufsichtsratsvergütung hinaus erhalten die Arbeitnehmervertreter, die Arbeitnehmer im BayWa-Konzern sind, Entgeltleistungen, die nicht in Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Aufsichtsrat stehen. In Summe erhielten die Arbeitnehmervertreter aus solchen Tätigkeiten 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro). Die Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sind wie folgt ausgestaltet:

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In Mio. Euro 2022 2021
Bezüge des Vorstands    
kurzfristig fällige Leistungen 5,8 6,0
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Altersversorgung) 1,2 1,6
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 6,7 -
andere langfristige Leistungen 3,4 1,9
Gesamtbezüge des Vorstands 17,1 9,5
Bezüge des Aufsichtsrats    
kurzfristig fällige Leistungen 1,4 1,1
Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 1,4 1,1
Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats gesamt 16,6 10,6

Aus den Gesamtbezügen des Vorstands resultieren zum 31. Dezember 2022 ausstehende Salden von 12,1 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro).

An ehemalige Mitglieder des Vorstands der BayWa AG und deren Hinterbliebene wurden 3,4 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene sind mit 35,1 Mio. Euro (Vorjahr: 41,3 Mio. Euro) ausgewiesen.

Darüber hinaus hat der Genossenschaftliche Beirat, der nicht zum Management in Schlüsselpositionen gemäß IAS 24 zählt, insgesamt 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) erhalten.

Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands

Das Vergütungssystem ist auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet. Der Aufsichtsrat der BayWa AG überprüft die wesentlichen Vertragselemente jährlich und passt diese - soweit erforderlich - an. Bei der Ausgestaltung des Vergütungssystems und der Festlegung der Vergütungshöhen beachtet der Aufsichtsrat die Aufgaben und Leistungen der Vorstandsmitglieder sowie die Lage und die Strategie des Unternehmens, ebenso wie die Üblichkeit der Vergütung.

Angemessenheit der Vorstandsvergütung

Der Aufsichtsrat legt ein besonderes Augenmerk darauf, dass die Ziel-Gesamtvergütung marktüblich ist und bedient sich dabei eines unabhängigen Vergütungsexperten. Die Ziel-Gesamtvergütung stellt die Summe aller Vergütungsbestandteile dar, wobei bei den variablen Vergütungsbestandteilen von einer 100-prozentigen Zielerreichung der vorab festgelegten Ziele ausgegangen wird. Zur Beurteilung der Marktüblichkeit der Ziel-Gesamtvergütung zieht er sowohl einen Horizontalvergleich als auch einen Vertikalvergleich heran.

Zur Überprüfung der Üblichkeit der Vergütung führt der Aufsichtsrat zunächst einen Vergleich mit anderen Unternehmen aus den für die BayWa AG relevanten Peergroups durch (horizontaler Marktvergleich). Die BayWa AG ist ein Mischkonzern, der in der Struktur seiner Geschäftsfelder nur schwer mit anderen Unternehmen vergleichbar ist. Um eine breitere Vergleichsbasis zu schaffen, werden deshalb insgesamt drei Peergroups für den horizontalen Marktvergleich mit der BayWa AG gebildet.

Für die erste Peergroup werden ausschließlich Unternehmen gewählt, die im DAX, MDAX bzw. SDAX gelistet sind und in den letzten drei Jahren durchschnittlich einen Umsatz von maximal plus 100 Prozent und mindestens minus 50 Prozent, bezogen auf den Umsatz der BayWa AG 2019, erwirtschaftet haben. Dabei wurden zwei Vergleichsgruppen gebildet: eine, die sich ausschließlich aus acht branchenidentischen Unternehmen zusammensetzt, und eine, die zusätzlich sieben branchennahe Unternehmen umfasst.

Die zweite Peergroup setzt sich ausschließlich aus Unternehmen zusammen, die im SDAX bzw. MDAX gelistet sind, mindestens 5.000 Mitarbeiter angestellt haben und ausschließlich im Kerngeschäft bzw. in einem branchennahen Geschäft wie die BayWa AG tätig sind.

Hierzu werden wiederum zwei Vergleichsgruppen gebildet, wobei die erste ausschließlich acht Unternehmen, die im SDAX gelistet sind, umfasst, und die zweite um acht relevante Unternehmen, die im MDAX gelistet sind, ergänzt wurde.

Die dritte und letzte Peergroup setzt sich wiederum aus Unternehmen zusammen, die in den diversen Geschäftsbereichen der BayWa AG (Energie, Bau, Handel, Agrar, Technik) tätig sind und um die Sparte Mischkonzerne/​Holdings ergänzt wurden. Hierzu wurden aus den einzelnen Branchen jeweils drei bis fünf strukturell mit der BayWa AG vergleichbare Unternehmen, die ein Mindest-/​Maximalmaß an Umsatz erwirtschaften oder Mitarbeiter anstellen, ausgewählt, um Ausreißer in beide Richtungen bestmöglich zu vermeiden.

Insgesamt werden über 40 Unternehmen in den horizontalen Peergroup-Vergleich einbezogen, sodass eine detaillierte Nennung unterbleibt. Der Aufsichtsrat prüft in Bezug auf alle drei Peergroups Umfang und Struktur der Vergütung des Vorstandsvorsitzenden und der ordentlichen Vorstandsmitglieder der BayWa AG und beurteilt auf dieser Grundlage die Üblichkeit der Vergütung.

Dem dargestellten Überprüfungssystem folgend, wurde im Dezember 2022 eine Überprüfung der Vergütung des Finanzvorstands durchgeführt. Für die erste Peergroup werden ausschließlich Unternehmen gewählt, die im DAX, MDAX bzw. SDAX gelistet sind und in den letzten drei Jahren durchschnittlich einen Umsatz von maximal plus 100 Prozent und mindestens minus 50 Prozent, bezogen auf den Umsatz der BayWa AG 2021, erwirtschaftet haben. Dabei wurden zwei Vergleichsgruppen gebildet: eine, die sich ausschließlich aus sechs branchenidentischen Unternehmen zusammensetzt, und eine, die zusätzlich zehn branchennahe Unternehmen umfasst.

Die zweite Peergroup setzte sich ausschließlich aus Unternehmen zusammen, die im SDAX bzw. MDAX gelistet sind, mindestens 5.000 Mitarbeiter angestellt haben und ausschließlich im Kerngeschäft bzw. in einem branchennahen Geschäft wie die BayWa AG tätig sind. Hierzu werden wiederum zwei Vergleichsgruppen gebildet, wobei die erste ausschließlich sechs Unternehmen, die im SDAX gelistet sind, umfasst, und die zweite um zehn relevante Unternehmen, die im MDAX gelistet sind, ergänzt wurde.

Die dritte und letzte Peergroup setzt sich wiederum aus Unternehmen zusammen, die in den diversen Geschäftsbereichen der BayWa AG (Energie, Bau, Handel, Agrar, Technik) tätig sind und um die Sparte Mischkonzerne/​Holdings ergänzt wurden. Hierzu wurden aus den einzelnen Branchen jeweils drei bis fünf strukturell mit der BayWa AG vergleichbare Unternehmen, insgesamt 20 Unternehmen, die ein Mindest-/​ Maximalmaß an Umsatz erwirtschaften oder Mitarbeiter anstellen, ausgewählt, um Ausreißer in beide Richtungen bestmöglich zu vermeiden.

Insgesamt werden auch hier 45 Unternehmen in den horizontalen Peergroup-Vergleich einbezogen, sodass eine detaillierte Nennung unterbleibt.

Eine Überprüfung von Umfang und Struktur der Vergütung des Vorstandsvorsitzenden und der weiteren ordentlichen Vorstandsmitglieder der BayWa AG erfolgte durch den Aufsichtsrat in der zweiten Jahreshälfte 2022.

Vergütungsstruktur

Die Gesamtvergütung der drei Vorstandsmitglieder mit Dienstvertrag bei der BayWa AG setzt sich aus einem jährlichen Festgehalt, einer kurzfristigen variablen Vergütung (Jährliche Tantieme), einer langfristigen variablen Vergütung (Anteil am sogenannten Tantiemebank-Konto, im Folgenden auch kurz Tantiemebank genannt), Nebenleistungen, betrieblicher Altersversorgung und teilweise Vergütung für Nebentätigkeiten zusammen. Mit den variablen Vergütungsbestandteilen sollen Anreize für eine starke Unternehmensperformance sowie kollektive und individuelle Leistungen gesetzt werden. Das Nichterreichen der gesetzten Ziele führt zu einer Verringerung der Gesamtvergütung. Eine Übererfüllung der Ziele kann hingegen zu einer Erhöhung der Vergütung führen, wobei diese jedoch auf die Maximalvergütung begrenzt ist.

Das Festgehalt der Vorstandsmitglieder wird regelmäßig, mindestens alle zwei Jahre überprüft, woraus sich kein Anspruch auf Erhöhung ergibt. Das Festgehalt steht zur Jährlichen Tantieme und zum Tantiemebank-Anteil, bei jeweils 100-prozentiger Zielerreichung, im Verhältnis von ca. 50 zu 50 Prozent, wobei im Sinne der Förderung einer langfristigen Entwicklung der BayWa AG der Tantiemebank-Anteil die Jährliche Tantieme übersteigt. Wird das Festgehalt zur Jährlichen Tantieme und zum Tantiemebank-Anteil bei jeweils 100-prozentiger Zielerreichung - ohne Berücksichtigung der Altersversorgung - in Relation gesetzt, entfallen zwischen 50 und 60 Prozent auf das Festgehalt, 15 bis 25 Prozent auf die Jährliche Tantieme und 20 bis 30 Prozent auf den Tantiemebank-Anteil.

Ziel-Gesamtvergütung

Der Aufsichtsrat hat die für das Berichtsjahr 2022 geltende Höhe der Ziel-Gesamtvergütung für jedes Vorstandsmitglied festgelegt. Hierbei hat er darauf geachtet, dass die Ziel-Gesamtvergütung in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben sowie den Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds steht. Außerdem hat er auch die wirtschaftliche Lage, das Marktumfeld, den Erfolg sowie die Zukunftsaussichten des Unternehmens berücksichtigt und ein besonderes Augenmerk auf die Marktüblichkeit der Ziel-Gesamtvergütung gelegt.

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Ziel-Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder (in Tsd. Euro) sowie die jeweilige Vergütungsstruktur in Prozent der Geschäftsjahre 2021 und 2022. Die Ziel-Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus dem jeweiligen Jahresgrundgehalt, den Nebenleistungen, den Konzernmandaten, der kurzfristigen variablen Vergütung bei 100-prozentiger Zielerreichung (die Ziele werden jeweils im vorherigen Geschäftsjahr festgelegt und im betreffenden Berichtsjahr ausbezahlt), der langfristigen variablen Vergütung bei 100-prozentiger Zielerreichung (entsprechend der Zielerreichung in den drei vorherigen Geschäftsjahren erfolgt die anteilige Auszahlung im April des betreffenden Berichtsjahres) und der Altersversorgung zusammen. Die dargestellte Vergütungsstruktur der gewährten Zielvergütung entspricht der im gültigen Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 Nr. 3 AktG angegebenen Vergütungsstruktur.

Kurzfristige variable Vergütung - Jährliche Tantieme

Die kurzfristige variable Vergütung ist als Jährliche Tantieme ausgestaltet. Der Zielwert bzw. die Ziele der Jährlichen Tantieme werden durch den Aufsichtsrat in der ersten Sitzung eines Geschäftsjahres festgelegt. Eine nachträgliche Änderung der Zielwerte oder der Vergleichsparameter erfolgt nicht. Die Zielerreichung überprüft der Aufsichtsrat in der ersten Sitzung des auf das zu beurteilende Geschäftsjahr folgenden Geschäftsjahres. Die Auszahlung der Jährlichen Tantieme erfolgt dann in der Regel unmittelbar nach der Überprüfung im März des Folgejahres.

Sie beträgt bei 100-prozentiger Zielerreichung 40 Prozent des Festgehalts des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Werden die Zielgrößen überschritten, findet eine Erhöhung statt, jedoch nur bis zu einem maximal möglichen Betrag von 150 Prozent (Cap). Bei dieser Übererfüllung kann die Jährliche Tantieme bis maximal 60 Prozent des jeweiligen Festgehalts betragen. Werden die Zielgrößen unterschritten, erfolgt eine anteilige Reduktion der Tantieme auf bis zu null Euro. Damit wird sowohl negativen als auch positiven Entwicklungen Rechnung getragen, was zur langfristig erfolgreichen Entwicklung der BayWa AG beitragen soll.

Das Verhältnis von Zielwerten zu Erfolgsprämie ist linear. Da in einem Geschäftsjahr die kurzfristige Rückstellung für die Jährliche Tantieme und ein eventueller Mehr- oder Minderaufwand für das Vorjahr gebucht wird, kann die tatsächlich gewährte Summe für die Jährliche Tantieme den maximalen Betrag von 150 Prozent überschreiten.

Die Jährliche Tantieme orientiert sich am geschäftlichen Erfolg des Unternehmens, das heißt am Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EGT) des BayWa-Konzerns oder am EBIT bestimmter Geschäftssegmente der BayWa AG und bzw. oder an individuell vereinbarten operativen oder strategischen Zielen. Bei der Festsetzung der Ziele berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere auch den Verantwortungsbereich bzw. die Ressortverantwortung des jeweiligen Vorstandsmitglieds.

Mit der Zielfestlegung des EGT als Leistungskriterium der Jährlichen Tantieme soll die strategische und langfristig erfolgreiche Entwicklung des Konzerns gefördert werden. Zudem reflektiert das EBIT bestimmter Geschäftssegmente der BayWa AG die Ertragskraft des jeweiligen Geschäftsbereichs und stellt einen bedeutenden Indikator für die Leistungen des einzelnen Vorstandmitglieds dar. Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Bereichen sicherzustellen, übersteigt die maximale Gewichtung eines einzelnen EBIT-Ziels eines Vorstandsmitglieds 30 Prozent nicht. Die Vereinbarung von individuellen Zielen ermöglichen zudem eine weitere Differenzierung in Abhängigkeit der konkreten strategischen und operativen Herausforderungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds.

Entsprechend dem von der Hauptversammlung gebilligten und vom Aufsichtsrat beschlossenen Vergütungssystem orientiert sich die Bemessungsgrundlage der Jährlichen Tantieme des Vorstandsvorsitzenden zu 100 Prozent am operativen EGT des BayWa-Konzerns. Die Bemessungsgrundlage des für den Finanzbereich zuständigen Vorstandsmitglieds orientiert sich zu 70 Prozent am operativen EGT und zu 30 Prozent an individuell vereinbarten Zielen. Die Bemessungsgrundlage für das Vorstandsmitglied mit stärker operativ orientierter Ressortverantwortung orientiert sich zu 70 Prozent am EBIT bestimmter Geschäftsbereiche der BayWa AG und zu 30 Prozent an individuell vereinbarten Zielen, wobei 2022 als individuell vereinbarte Ziele ebenfalls EBIT-Ziele bestimmter Geschäftsbereiche vereinbart wurden.

Langfristige variable Vergütung - Tantiemebank

Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder eine weitere Vergütung mit einer langfristigen Komponente. Hierzu wird die BayWa AG die Tantiemebank jährlich in Abhängigkeit des jährlich erreichten operativen EGT auffüllen oder belasten. Die langfristige variable Vergütung soll Anreize für eine erfolgreiche strategische Ausrichtung des Unternehmens schaffen. Das jährlich erreichte operative EGT stellt dabei eine maßgebliche Messkennzahl für den Erfolg der Geschäftsstrategie und für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft dar.

Die Höhe der Einzahlung in die Tantiemebank oder deren Belastung hängt davon ab, inwieweit das EGT die vom Aufsichtsrat für drei Jahre im Voraus festgelegten Ziele erfüllt oder nicht, und wird jeweils vor Beginn dieser Dreijahresperiode vom Aufsichtsrat festgelegt. Die letzte Dreijahresperiode begann mit dem Geschäftsjahr 2022 und wird voraussichtlich mit dem Geschäftsjahr 2024 enden. Die vorletzte Jahresperiode begann 2019 und endete mit dem Geschäftsjahr 2021. Dementsprechend legte der Aufsichtsrat im Berichtsjahr 2022 folgende neue Zielwerte für die nächsten drei Jahre auf Basis der Mittelfristplanung und mit den auch in der Vergangenheit üblichen Korrekturen fest: Sofern im Geschäftsjahr 2022 ein EGT von 215 Mio. Euro erreicht wird, sind 100 Prozent der Langfristziele erfüllt, und wird ein Zielwert von 235 Mio. Euro erreicht, sind 135 Prozent erfüllt. Wird im Geschäftsjahr 2023 ein EGT von 235 Mio. Euro erreicht und im Geschäftsjahr 2024 ein EGT von 240 Mio. Euro erreicht, werden ebenfalls jeweils 100 Prozent der Langfristziele erfüllt.

Bei 100-prozentiger Zielerreichung wird die Tantiemebank mit 1,4 Mio. Euro jährlich aufgefüllt. Bei Übererfüllung der Ziele ist eine Einzahlung in die Tantiemebank bis maximal 1,9 Mio. Euro jährlich möglich, was einer Begrenzung des maximal in die Tantiemebank eingestellten Betrags von ca. 135 Prozent des Zielwerts (Cap) entspricht. Gleichzeitig ist bei Untererfüllung der Ziele eine Belastung der Tantiemebank von bis zu minus 1,9 Mio. Euro vorgesehen (sogenannter Malus). Würde sich aufgrund von Auszahlungen aus den Vorjahren bzw. Belastungen der Tantiemebank ein negativer Saldo auf dem Tantiemebank-Konto ergeben, wären die Vorstandsmitglieder zur Rückzahlung aus der vorläufigen Auszahlung der vorangegangenen Jahre verpflichtet (sogenannter Clawback). Auch bei der langfristigen variablen Vergütung wird damit negativen und positiven Entwicklungen Rechnung getragen.

Zielerreichung - Tantiemebank

Wie erwähnt, gilt eine Vergütung im Sinne von § 162 Abs. 1 Satz 1 AktG als gewährt, wenn sie dem Vorstandsmitglied faktisch zufließt und in das Vermögen des Organmitglieds übergeht. Diejenigen langfristigen variablen Vergütungsbestandteile, die im Berichtsjahr 2022 ausgezahlt bzw. auf dem separaten Tantiemebank-Konto der Vorstandsmitglieder verbucht wurden, flossen ihnen im Jahr 2022 faktisch zu und wurden folglich gewährt. Im Berichtsjahr 2022 wurden den Vorstandsmitgliedern die Anteile aus den Geschäftsjahren 2019, 2020 und 2021 auf einem separaten Tantiemebank-Konto verbucht. Damit wurden im Berichtsjahr 2022 auch nur die Anteile, die verbucht wurden, gewährt. Die Anteile, die erst in den Geschäftsjahren ab 2023 auf einem separaten Tantiemebank-Konto verbucht werden, wurden im Berichtsjahr 2022 noch nicht gewährt.

Dementsprechend sind die Zielerreichung in den genannten drei Geschäftsjahren 2019 bis 2021, die daraus resultierenden Einzahlungen in die Tantiemebank-Konten und die anteiligen Auszahlungen von den bzw. Buchungen auf die separaten Tantiemebank-Konten im Berichtsjahr 2022 maßgeblich.

Offene variable Vergütungsbestandteile

Wie erläutert, wird der in die Tantiemebank eingestellte Betrag über die drei darauffolgenden Geschäftsjahre anteilig ausbezahlt. Dementsprechend sind die Tranchen aus den Geschäftsjahren 2020 bis 2022 im Berichtsjahr zum Teil noch nicht ausbezahlt worden und damit noch offen. Eine Vergütung gilt im Sinne von § 162 Abs. 1 Satz 1 AktG als geschuldet, wenn die Gesellschaft eine rechtlich bestehende Verpflichtung gegenüber einem Organmitglied hat, die fällig, aber noch nicht erfüllt ist. Die BayWa AG hat zwar eine vertragsgemäße Verpflichtung gegenüber den Vorstandmitgliedern, die noch offenen Tranchen aus den Geschäftsjahren 2020 bis 2022 in den Geschäftsjahren ab 2023 anteilig auszubezahlen. Allerdings sind diese Tranchen im Berichtsjahr noch nicht einforderbar und damit noch nicht fällig. Folglich werden die genannten offenen Tranchen im Berichtsjahr 2022 noch nicht geschuldet. Der Vollständigkeit halber und zur besseren Übersicht werden in der Folge die künftig noch auszuzahlenden Tranchen dargestellt. Hierbei handelt es sich um freiwillige Angaben.

Erfolgsunabhängige Vergütungsbestandteile

Der erfolgsunabhängige Bestandteil setzt sich neben einem jährlichen Festgehalt aus Nebenleistungen, wie der Nutzung eines Dienstwagens, teilweise mit Fahrer, sowie Beiträgen zu einer Unfall-, Kranken- und Gepäckversicherung zusammen, deren Kosten die BayWa AG trägt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils geht zu Lasten des Vorstandsmitglieds. Für ausgewählte Veranstaltungen wird die Lohnsteuer erstattet. Beiträge zur Rentenversicherung oder gleichgestellte Aufwendungen (Versorgungswerke oder Lebensversicherungen) bis zu dem Betrag, den die Gesellschaft zu tragen hätte, wenn ein sozialversicherungsrechtliches Beschäftigungsverhältnis bestünde, übernimmt die BayWa AG ebenfalls.

Darüber hinaus bestehen Pensionszusagen für Mitglieder des Vorstands. Die Verknüpfung der Pensionszusage an das jeweilige Festgehalt wurde bereits im Geschäftsjahr 2021 aufgegeben. Die Vorstandsmitglieder erhalten für 2022 einen Festbetrag oder bestehende Zusagen sind eingefroren. Bestehende Pensionszusagen gewähren eine Berufsunfähigkeitsabsicherung in gleicher Höhe und eine Hinterbliebenenrente in Höhe von 60 Prozent der Pensionszusage. Diese Zusage bleibt auch nach Einfrieren einer bestehenden Zusage bestehen. Die Pensionsversicherung kann nicht vor Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Eine Altersgrenze sehen die Vorstandsdienstverträge nicht vor, jedoch die Regelung, dass grundsätzlich keine Verlängerung nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters erfolgen soll.

Seit Dezember 2012 sind sämtliche Verpflichtungen aus Pensionszusagen auf einen externen Pensionsfonds in Form einer Anrechnungszusage bzw. auf eine Unterstützungskasse ausgelagert. Die laufenden Zahlungen an den Pensionsfonds bzw. die Unterstützungskasse sind in den anzugebenden Gesamtbezügen des Vorstands enthalten.

In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat können und sollen die Vorstandsmitglieder Aufsichtsratsmandate und ähnliche Ämter in Gesellschaften, an denen die BayWa AG unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, übernehmen. Die Übernahme dieser Mandate erfolgt unentgeltlich, lediglich in der Vergangenheit erteilte Genehmigungen für die Vergütung einzelner Mandate, z. B. bei der RWA AG, Korneuburg, Österreich, und der T&G Global Limited, Auckland, Neuseeland, bleiben bestehen. Die Übernahme konzernfremder entgeltlicher oder unentgeltlicher Nebentätigkeiten bedarf der vorherigen schriftlichen, jederzeit widerrufbaren Zustimmung des Vorstandsausschusses des Aufsichtsrats. Entscheidet der Vorstandsausschuss für die Übernahme der konzernfremden Nebentätigkeit, entscheidet der Aufsichtsrat nach Vorlage durch den Vorstandsausschuss, ob und inwieweit die Vergütung anzurechnen ist. Bezüge aus Nebentätigkeiten sind einmal jährlich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu melden. Im Geschäftsjahr 2022 hat Prof. Klaus Josef Lutz als Mitglied des Aufsichtsrats der Stichting Continuiteit AMG, Amsterdam, Niederlande, eine neue konzernfremde Nebentätigkeit übernommen. Die jeweils bestehenden konzernfremden Mandate ergeben sich aus dem Konzernanhang als Bestandteil des Konzernfinanzberichts.

Für besondere Leistungen oder besonderen Einsatz eines Vorstandsmitglieds kann der Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen weitere nicht wiederkehrende Bonuszahlungen gewähren. Von dieser Möglichkeit hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2022 keinen Gebrauch gemacht.

Die BayWa AG unterhält auch im eigenen Interesse für die Vorstandsmitglieder eine Vermögensschaden-Rechtsschutz-Versicherung und eine D & O-Vertrags-Rechtsschutz-Versicherung. Die Prämien hierfür entrichtet die BayWa AG. Die Versicherungen sehen einen Selbstbehalt für die Vorstände vor. Die BayWa AG sagt den Vorständen auch zu, einen diesen Versicherungspolicen in den wesentlichen Punkten entsprechenden Versicherungsschutz sowohl für die Laufzeit dieser Verträge als auch bis zum Ablauf von zwölf Jahren nach dessen Beendigung aufrechtzuerhalten, es sei denn, dies ist für die Gesellschaft nicht möglich oder, gemessen an den Marktbedingungen und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Gesellschaft, wirtschaftlich nicht mehr zumutbar.

Maximalvergütung

Die den Vorstandsmitgliedern für ein Geschäftsjahr zu gewährende Gesamtvergütung (Summe aller für das betreffende Geschäftsjahr aufgewendeten Vergütungsbeträge, einschließlich Festgehalt, tatsächlich ausgezahlten variablen Vergütungsbestandteilen, Nebenleistungen und Leistungen für die betriebliche Altersversorgung) ist begrenzt auf eine sogenannten Maximalvergütung im Sinne des § 162 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 AktG, unabhängig davon, ob ein Vergütungsbestandteil mit variablen Komponenten erst zu einem späteren Zeitpunkt ausbezahlt wird. Die Maximalvergütung für den Vorstandsvorsitzenden beträgt 5 Mio. Euro und für ein Vorstandsmitglied 2,5 Mio. Euro.

Die Einhaltung der Maximalvergütung kann allerdings erst überprüft werden, wenn die Auszahlung der für das Geschäftsjahr geschuldeten Vergütung tatsächlich erfolgt ist. Die Vorgabe einer Maximalvergütung fand für die amtierenden Vorstandsmitglieder erstmalig im Geschäftsjahr 2021 Anwendung. Im Geschäftsjahr 2021 erhielten sie eine dreijährige Tranche betreffend die langfristige variable Vergütung (Tranche 2021 bis 2023), deren letzte anteilige Auszahlung im Geschäftsjahr 2024 erfolgen wird. Daher kann erstmals im Geschäftsjahr 2024 über die Einhaltung der vorgegebenen Maximalvergütung berichtet werden. Über die Einhaltung der Maximalvergütung für das Berichtsjahr 2022 kann dementsprechend erst im Jahr 2025 berichtet werden.

Grundzüge des Vergütungssystems des Aufsichtsrats

Die aktuelle Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in § 19 der Satzung der BayWa AG festgesetzt. In der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. Mai 2022 wurde das neue Vergütungssystem für die Aufsichtsratsmitglieder samt der Festsetzung der neuen Vergütung gebilligt.

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und berücksichtigt die Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Zudem wurde die Aufsichtsratsvergütung anderer vergleichbarer börsennotierter Gesellschaften berücksichtigt (horizontaler Marktvergleich). Bei der Überprüfung der Aufsichtsratsvergütung wird die Vergütung von Mitarbeitern des Unternehmens im Rahmen eines vertikalen Vergleichs zwar herangezogen, dieser spielt aber aufgrund der Besonderheit der Arbeit des Aufsichtsrats eine gegenüber dem horizontalen Vergleich untergeordnete Rolle.

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder soll insgesamt ausgewogen sein und in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Verantwortung und ihren Aufgaben sowie zur Lage der Gesellschaft stehen. Die jeweilige Höhe der festen jährlichen Vergütung berücksichtigt die konkrete Funktion und die Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder. Zugleich lässt die Vergütung die Übernahme eines Mandats als Mitglied oder Vorsitzender des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses hinreichend attraktiv erscheinen, um entsprechend qualifizierte Kandidaten für den Aufsichtsrat gewinnen und halten zu können. Dies ist Voraussetzung für eine bestmögliche Überwachung und Beratung des Vorstands, die wiederum einen wesentlichen Beitrag für eine erfolgreiche Geschäftsstrategie und den langfristigen Erfolg der Gesellschaft leistet.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten im Einklang mit der Empfehlung G.18 des DCGK eine reine Festvergütung, um die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats zu stärken, eine objektive und neutrale Wahrnehmung der Beratungs- und Überwachungsfunktion sowie unabhängige Personal- und Vergütungsentscheidungen zu ermöglichen. Der Umfang der Arbeitsbelastung und des Haftungsrisikos der Aufsichtsratsmitglieder entwickelt sich nicht parallel zum geschäftlichen Erfolg des Unternehmens bzw. zur Ertragslage der Gesellschaft. Vielmehr wird häufig gerade in schwierigen Zeiten, in denen eine variable Vergütung unter Umständen zurückgeht, eine besonders intensive Wahrnehmung der Beratungs- und Überwachungsfunktion durch die Aufsichtsratsmitglieder erforderlich. Eine erfolgsorientierte Vergütung sowie finanzielle oder nichtfinanzielle Leistungskriterien sind nicht vorgesehen.

Den Aufsichtsratsmitgliedern wurde bis zum 30. Juni 2022 eine feste jährliche Grundvergütung von 45.000 Euro und ab dem 1. Juli 2022 eine feste jährliche Grundvergütung in Höhe von 70.000 gewährt. Die Vergütung ist jeweils fällig und zahlbar in vier gleichen Raten jeweils zum Ende eines Quartals für das ablaufende Quartal. Der Aufsichtsratsvorsitzende bekommt das Dreifache und die Stellvertreter das Doppelte dieser Grundvergütung. Damit wird der höhere zeitliche Aufwand des Vorsitzenden und der stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gemäß der Empfehlung G.17 des DCGK angemessen berücksichtigt.

Außerdem wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats für ihre jeweilige Ausschusstätigkeit bis zum 30. Juni 2022 eine zusätzliche feste jährliche Vergütung von 3.000 Euro gewährt. Ab dem 1. Juli 2022 wird für die Ausschusstätigkeit im Prüfungsausschuss eine feste jährliche Vergütung von 15.000 Euro, für die Ausschusstätigkeit in allen anderen Ausschüssen von jeweils 5.000 Euro bezahlt. Die Ausschussvorsitzenden erhalten jeweils das Dreifache, der stellvertretende Prüfungsausschussvorsitzende erhält seit dem 1. Juli 2022 das Doppelte. Entsprechend der Empfehlung G.17 des DCGK wird der höhere zeitliche Aufwand der Vorsitzenden von Ausschüssen ebenfalls angemessen berücksichtigt.

Eine Vergütung für den Vermittlungsausschuss erfolgt nur, wenn dieser im Geschäftsjahr tatsächlich getagt hat, was im Berichtsjahr nicht der Fall war.

Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat und bzw. oder seinen Ausschüssen nur während eines Teils des Geschäftsjahres angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung. Es gibt keine weitere Vergütung im Falle des Ausscheidens oder eine Bestimmung hinsichtlich der Vergütung nach der Amtszeit.

Die allgemeinen Regelungen des Aktiengesetzes und Empfehlungen des DCGK für die Behandlung von Interessenkonflikten im Aufsichtsrat werden auch beim Verfahren zur Fest- und Umsetzung des Vergütungssystems beachtet.

Aufsichtsräte erhalten Ersatz ihrer Aufwendungen. Zudem sind die Aufsichtsratsmitglieder in die Gruppenunfallversicherung der BayWa AG einbezogen. Die BayWa AG unterhält auch im eigenen Interesse für die Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Rechtsschutz-Versicherung und eine D & O-Vertrags-Rechtsschutz-Versicherung. Die Prämien hierfür entrichtet die BayWa AG.

Aufsichtsratsmitglieder halten insgesamt unter 0,01 Prozent der Aktien der BayWa AG.

E.9 Billigung des Konzernabschlusses und Offenlegung

Der Konzernabschluss wurde am 27. März 2023 durch den Vorstand der BayWa AG zur Veröffentlichung freigegeben.

Folgende in den Konzernabschluss der BayWa AG einbezogene Tochterunternehmen wenden gemäß § 264 Abs. 3 HGB die Vorschriften zur Aufstellung (§§ 242 ff. HGB), Prüfung (§§ 316 ff. HGB) und Offenlegung (§§ 325 ff. HGB) nicht an: BayWa Agrar Beteiligungs GmbH, München BayWa Agrarhandel GmbH, Nienburg

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BayWa Bau Projekt GmbH, München

BayWa EEH GmbH, München

BayWa Energie Dienstleistungs GmbH, München

BayWa Finanzservice GmbH, München

BayWa Global Produce GmbH, München

BayWa Handels-Systeme-Service GmbH, München

BayWa Haustechnik GmbH, Kösching

BayWa Mobility Solutions GmbH, München

BayWa Obst Beteiligung GmbH, München

BayWa Pensionsverwaltung GmbH, München

BayWa Power Liquids GmbH, München

BayWa Rent GmbH, München

BTS 18 Projekt GmbH, Buchloe

Diermeier Energie GmbH, Niederwinkling

EUROGREEN GmbH, Betzdorf

FarmFacts GmbH, Pfarrkirchen

FarmFacts Holding GmbH, München

Forster GmbH, München

Fuels Services GmbH, München

In&Out Ventures GmbH, München

Interlubes GmbH, Würzburg

Jannis Beteiligungsgesellschaft mbH, München

Ketziner Beteiligungsgesellschaft mbH, Niederer Fläming

LODUR Energieanlagen GmbH, München

Pellog GmbH, Oelsnitz

Peter Frey GmbH, Wartenberg

Folgende in den Konzernabschluss der BayWa AG einbezogene Tochterunternehmen wenden gemäß § 264b HGB die Vorschriften zur Aufstellung (§§ 242 ff. HGB), Prüfung (§§ 316 ff. HGB) und Offenlegung (§§ 325 ff. HGB) nicht an:

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BayWa Obst GmbH & Co. KG, Kressbronn

BayWa r.e. Solardächer II GmbH & Co. KG, Gräfelfing

BayWa r.e. Windparkportfolio 1 GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Bellevue Bad Heilbrunn GmbH & Co. KG, Günzburg

Brüderl Projekt Amalienstraße GmbH & Co. KG, Traunreut

Brüderl Projekt Bad Endorf GmbH & Co. KG, Traunreut

Brüderl Projekt GmbH & Co. KG, Traunreut

Brüderl Projekt Kunigundenstraße GmbH & Co. KG, Traunreut

Brüderl Projekt Lerchenweg GmbH & Co. KG, Traunreut

Brüderl Projekt Traunstorfer Straße GmbH & Co. KG, Traunreut

CLAAS Main-Donau GmbH & Co. KG, Gollhofen

CLAAS Nordostbayern GmbH & Co. KG, Altenstadt

Dörenhagen Windenergieanlagen GmbH & Co. KG, Gräfelfing

G. Stranzinger Bauprojekt GmbH & Co. KG, Tann

Grainli GmbH & Co. KG, Hamburg

Plankenstein 8 GmbH & Co. KG, München

Projekt Aichach S7 GmbH & Co. KG, Augsburg

Renertech Rotorblattservice GmbH & Co.KG, Bad Wünnenberg

Robert Decker Wohnbau München GmbH & Co. KG, Grünwald

Solarpark Aquarius GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Solarpark Aries GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Solarpark Lupus GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Spitzlberg GmbH & Co. KG, Augsburg

SPV Solarpark 103. GmbH & Co. KG, Gräfelfing

SPV Solarpark 105. GmbH & Co. KG, Gräfelfing

SPV Solarpark 112. GmbH & Co. KG, Gräfelfing

SPV Solarpark 118. GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Umspannwerk Klein Bünsdorf GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Wilhelmshöhe Infrastruktur GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windkraft Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Windpark Krummensee KG, Düsseldorf

Windpark Freimersheim GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Hessenweiler GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Hettstadt GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Holle-Sillium GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Langenbrand GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Lindchen GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Pferdsfeld GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Wilhelmshöhe GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Wilhelmshöhe II GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Windpark Wilhelmshöhe III GmbH & Co. KG, Gräfelfing

Wohnen am Lerchenberg GmbH & Co. KG, Borna

E.10 Gewinnverwendungsvorschlag

Die BayWa AG als Konzernobergesellschaft des BayWa-Konzerns weist in ihrem nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) aufgestellten und vom Aufsichtsrat am 29. März 2023 festzustellenden Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 einen Bilanzgewinn von 165.744.441,02 Euro aus. Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 6. Juni 2023 vor, diesen Betrag wie folgt zu verwenden:

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In Euro 2022
1,10 Euro Dividende je dividendenberechtigter Stückaktie 39.209.069,90
0,10 Euro Sonderdividende je dividendenberechtigter Stückaktie aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der BayWa AG 3.564.460,90
Vortrag auf neue Rechnung 122.970.910,22
Bilanzgewinn 165.744.441,02

Der an die Aktionäre auszuschüttende Betrag vermindert sich um den Teilbetrag, der auf die zum Zeitpunkt des Gewinnverwendungsbeschlusses im Besitz der BayWa AG befindlichen eigenen Aktien entfällt, da diesen gemäß § 71b AktG keine Rechte zustehen. Dieser Teilbetrag wird in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.

E.11 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zyklon Gabrielle in Neuseeland

Mitte Februar 2023 hinterließ der Zyklon Gabrielle in weiten Teilen der Nordinsel Neuseelands große Schäden. Mit Starkregenfällen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 km/​h führte der Zyklon zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Stromausfällen in weiten Teilen des Landes. Nach aktuellem Stand wurden davon auch Plantagen der neuseeländischen Tochtergesellschaft Turners & Growers New Zealand Limited, Auckland, erfasst. Da die betroffenen Gebiete bis heute nur schwer erreichbar sind, konnte ein möglicher Schaden an der Ernte des Frühjahrs 2023 und an den Plantagen selbst bis zum heutigen Tag nicht abschließend ermittelt und folglich auch nicht beziffert werden.

Ankündigung des geplanten Verkaufs des internationalen Solarhandelsgeschäfts

Mit Beschluss vom 1. März 2023 beabsichtigt der BayWa-Konzern das in der BayWa r.e. AG angesiedelte internationale Solarhandelsgeschäft zu verkaufen. Die geplante Transaktion basiert auf der strategischen Neu-Ausrichtung der BayWa r.e. AG, die sich zukünftig auf das internationale Projektgeschäft und die weitere Expansion als Independent Power Producer (IPP) konzentrieren wird. Der geplante Verkauf dient zugleich der Re-Allokation des eingesetzten Kapitals. Aufgrund des Status und Umfangs der Transaktion wird nicht mit einem Verkauf in den nächsten 12 Monaten gerechnet.

E.12 Deutscher Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der BayWa haben am 9. November 2022 die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese der Öffentlichkeit dauerhaft im Internet unter www.baywa.com zugänglich gemacht.

 

München, 27. März 2023

BayWa Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Prof. Klaus Josef Lutz

Andreas Helber

Marcus Pöllinger

Reinhard Wolf

Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes der BayWa AG (Anlage zum Konzernanhang) zum 31. Dezember 2022

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Firma und Sitz Anteil am Kapital
in Prozent
In den Konzernabschluss einbezogene verbundene Unternehmen  
"BIOCORE ORGANIC" LLC, Žytomyr, Ukraine 100,0
"UNSER LAGERHAUS" WARENHANDELSGESELLSCHAFT m.b.H., Klagenfurt, Österreich 51,1
Abemec B.V., Veghel, Niederlande 100,0
Acamba Renovables, S.L.U., Saragossa, Spanien 100,0
Accitana Solar, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Agrimec Group B.V., Veghel, Niederlande 100,0
AGROMED AUSTRIA GMBH, Kremsmünster, Österreich 90,0
Airies 2 Windfarm Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
Alcione Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
ALM Regio 1 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 10 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 11 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 12 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 13 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 14 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 15 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 2 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 3 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 4 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 5 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 6 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 7 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 8 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
ALM Regio 9 B.V., Veghel, Niederlande 100,0
Almodovar Solar, Barcelona, Spanien 70,0
Aludra Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
American Beech Solar 2 LLC, Irvine, USA 100,0
American Beech Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Ampero GmbH, München 100,0
Åshults Kraft AB, Malmö, Schweden 100,0
Athena Solar Srl., Mailand, Italien 100,0
Atlante S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Aufwind Schmack Első Biogáz Szolgáltató Kft., Szarvas, Ungarn 100,0
Aurora Borealis Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Aurora Solar Projects, LLC, Irvine, USA 100,0
Aurum HoldCo OY, Helsinki, Finnland 100,0
Baltic Logistic Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 100,0
BaSE Renewables Sdn Bhd, Kuala Lumpur, Malaysia 100,0
Bautechnik Gesellschaft m.b.H., Korneuburg, Österreich 100,0
Bayerische Futtersaatbau Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ismaning 79,2
BayWa AG Centre Ltd., Vancouver, Kanada 90,0
BayWa Agrar Beteiligungs GmbH, München 1 100,0
BayWa Agrarhandel GmbH, Nienburg 100,0
BayWa Agro Polska Sp. z o.o., Brwinów, Polen 100,0
BayWa Bau Projekt GmbH, München 1 100,0
BayWa Canada Ltd., Vancouver, Kanada 100,0
BayWa EEH GmbH, München 1 100,0
BayWa Energie Dienstleistungs GmbH, München 1 100,0
BayWa Finanzservice GmbH, München 100,0
BayWa Global Produce GmbH, München 1 100,0
BayWa Handels-Systeme-Service GmbH, München 1 100,0
BayWa Haustechnik GmbH, Kösching 100,0
BayWa Marketing & Trading International B.V., Rotterdam, Niederlande 100,0
BayWa Mobility Solutions GmbH, München 1 100,0
BayWa Obst Beteiligung GmbH, München 100,0
BayWa Obst GmbH & Co. KG, Kressbronn 100,0
BayWa Pensionsverwaltung GmbH, München 1 100,0
BayWa Power Liquids GmbH, München 100,0
BayWa r.e. (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100,0
BayWa r.e. AG, München 51,0
BayWa r.e. Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Asset Holdings Japan 2 Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Asset Holdings Japan Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Asset Management GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Asset Verwaltungs GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Australia Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
BayWa r.e. Benelux SRL, Eupen, Belgien 100,0
BayWa r.e. Data Services GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Desarrollos Solares S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
BayWa r.e. Development Land Holdco, LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. Development, LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. EMEA IPP Holding GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Energy Solutions Asset Holdings Vietnam Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Energy Solutions Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Energy Trading GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Energy Trading S.r.l., Mailand, Italien 100,0
BayWa r.e. Energy Ventures GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. EPC, LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. EPC, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
BayWa r.e. España S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
BayWa r.e. France SAS, Paris, Frankreich 100,0
BayWa r.e. Green Energy Products GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Hellas MEPE, Athen, Griechenland 100,0
BayWa r.e. Ireland Limited, Dublin, Irland 100,0
BayWa r.e. Italia Assets GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,0
BayWa r.e. Japan K.K., Tokio, Japan 100,0
BayWa r.e. Korea Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
BayWa r.e. Mexico, LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. Nordic 1 AB, Malmö, Schweden 100,0
BayWa r.e. Nordic AB, Malmö, Schweden 100,0
BayWa r.e. O&M Services, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 95,0
BayWa r.e. Offshore Wind GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Operation Services GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Operation Services LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. Operation Services Ltd., Milton Keynes, Großbritannien 100,0
BayWa r.e. Operation Services Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
BayWa r.e. Operation Services S.r.l., Mailand, Italien 100,0
BayWa r.e. Operation Services, Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
BayWa r.e. Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
BayWa r.e. Power Solutions GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Power Solutions S.r.l., Verona, Italien 100,0
BayWa r.e. Power Solutions, Inc. dba Enable Energy, Sacramento, USA 100,0
BayWa r.e. Progetti S.r.l., Mailand, Italien 100,0
BayWa r.e. Projects Australia Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
BayWa r.e. Projects España S.L.U., Madrid, Spanien 100,0
BayWa r.e. Projects Greece Single Member P.C., Chalandri, Griechenland 100,0
BayWa r.e. Romania S.r.l., Sibiu, Rumänien 100,0
BayWa r.e. Rotor Service GmbH, Basdahl 100,0
BayWa r.e. Rotor Service Vermögensverwaltungs GmbH, Basdahl 100,0
BayWa r.e. Scandinavia AB, Malmö, Schweden 100,0
BayWa r.e. Solar Asset Holding Korea Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
BayWa r.e. Solar Asset Holdings LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. Solar B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH, Tübingen 100,0
BayWa r.e. Solar Projects GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Solar Projects LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. Solar Projects Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
BayWa r.e. Solar Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Solar Systems (Vietnam) Co., Ltd., Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam 100,0
BayWa r.e. Solar Systems Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100,0
BayWa r.e. Solar Systems Corporation, Makati, Philippinen 100,0
BayWa r.e. Solar Systems Inc., Edmonton, Kanada 100,0
BayWa r.e. Solar Systems LLC, Wilmington, USA 100,0
BayWa r.e. Solar Systems Pty Ltd, Adelaide, Australien 100,0
BayWa r.e. Solar Systems S. de R.L. de C.V., Zapopan, Mexiko 100,0
BayWa r.e. Solar Systems S.à r.l., Wemperhardt, Luxemburg 100,0
BayWa r.e. Solar Systems S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
BayWa r.e. Solar Systems S.r.l., Colognola ai Colli, Italien 100,0
BayWa r.e. Solar Systems s.r.o., Prag, Tschechien 100,0
BayWa r.e. Solar Systems SAS, Bordeaux, Frankreich 100,0
BayWa r.e. Solar Systems Sp. z o. o., Zabierzów, Polen 100,0
BayWa r.e. Solardächer II GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. UK (Developments) Limited, London, Großbritannien 100,0
BayWa r.e. UK Limited, London, Großbritannien 100,0
BayWa r.e. USA, LLC, Wilmington, USA 100,0
BayWa r.e. Vietnam Co., Ltd., Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam 100,0
BayWa r.e. Wind 20+ GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Wind Asset Holding Korea Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
BayWa r.e. Wind Asset Holdings Vietnam Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Wind GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Wind Projects Vietnam Co., Ltd., Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam 100,0
BayWa r.e. Wind Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. Wind Verwaltungs GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Wind, LLC, Wilmington, USA 95,0
BayWa r.e. Windpark Arlena GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Windparkportfolio 1 GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Zambia Ltd., Lusaka, Sambia 100,0
BayWa re (Malaysia) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,0
BayWa re Energy Solutions Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,0
BayWa Rent GmbH, München 100,0
BayWa Vorarlberg HandelsGmbH, Lauterach, Österreich 51,0
Becon Project Management & Consultancy Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
Bellevue Bad Heilbrunn GmbH & Co. KG, Günzburg 51,0
Bendigo Solar Farm HoldCo Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Bendigo Solar Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Bielstein S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Bierstadt Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Big Creek Solar 1 LLC, Irvine, USA 100,0
Big Creek Solar 2 LLC, Irvine, USA 100,0
Big Creek Solar 3 LLC, Irvine, USA 100,0
BioCore B.V., Oosterhout, Niederlande 100,0
Black Rock Solar II LLC, Irvine, USA 100,0
Black Rock Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Blue Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Bluebird Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Bölke Handel GmbH, Landsberg 90,0
Botsay Energie SAS, Paris, Frankreich 100,0
brandpower P1 GmbH, Kilb, Österreich 100,0
brandpower S1 GmbH, Kilb, Österreich 100,0
brandpower S2 GmbH, Kilb, Österreich 100,0
BRE/​GE Solar Developments Limited, Edinburgh, Großbritannien 51,0
Broken Cross Wind Farm Limited, Edinburgh, Großbritannien 100,0
Bronco Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Brüderl Immobilien Holding GmbH, Traunreut 51,0
Brüderl Projekt Amalienstraße GmbH & Co. KG, Traunreut 100,0
Brüderl Projekt Bad Endorf GmbH & Co. KG, Traunreut 51,0
Brüderl Projekt GmbH & Co. KG, Traunreut 51,0
Brüderl Projekt Kunigundenstraße GmbH & Co. KG, Traunreut 51,0
Brüderl Projekt Lerchenweg GmbH & Co. KG, Traunreut 51,0
Brüderl Projekt Traunstorfer Straße GmbH & Co. KG, Traunreut 51,0
Brushy Creek Solar LLC, Irvine, USA 100,0
BTS 18 Projekt GmbH, Buchloe 100,0
Bullawah Wind Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Burkes Agencies Limited, Paisley, Großbritannien 100,0
Camden Solar Class B LLC, Irvine, USA 100,0
Camden Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Camden Tax Equity Partnership LLC, Irvine, USA 100,0
Carazon Energy II, LLC, Irvine, USA 100,0
Caverna Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Cefetra B.V., Rotterdam, Niederlande 100,0
Cefetra Dairy B.V., Rotterdam, Niederlande 100,0
Cefetra Feed Service B.V., Rotterdam, Niederlande 100,0
Cefetra Group B.V., Rotterdam, Niederlande 100,0
Cefetra Ibérica S.L.U., Pozuelo de Alarcón, Spanien 100,0
Cefetra Limited, Paisley, Großbritannien 100,0
Cefetra Polska Sp. z o.o., Gdynia, Polen 100,0
Cefetra S.p.A., Rom, Italien 100,0
Cefetra Shipping B.V., Rotterdam, Niederlande 100,0
Chopin Wind, LLC, Wilmington, USA 100,0
CITYGREEN Gartengestaltungs GmbH, Wien, Österreich 100,0
CLAAS Main-Donau GmbH & Co. KG, Gollhofen 90,0
CLAAS Nordostbayern GmbH & Co. KG, Altenstadt 90,0
CLAAS Südostbayern GmbH, Töging am Inn 90,0
CLAAS Württemberg GmbH, Langenau 80,0
Clos Neuf Energies SAS, Paris, Frankreich 51,0
Clump Farm Limited, London, Großbritannien 100,0
Cornucopia Hybrid LLC, Irvine, USA 100,0
Corriegarth 2 Windfarm Ltd., London, Großbritannien 100,0
Crookedstane Windfarm Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
Dalquhandy Wind Farm Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
Dedun Solar, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Delica (Shanghai) Fruit Trading Company Limited, Shanghai, China 100,0
Delica Australia Pty Ltd, Tullamarine, Australien 100,0
Delica Domestic Pty Ltd, Tullamarine, Australien 100,0
Delica Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
Delica North America, Inc., Torrance, USA 50,0
Desarrollo Proyecto Fotovoltaico VIII S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Diapur HoldCo Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Diermeier Energie GmbH, Niederwinkling 100,0
Dionisio S.r.l., Mailand, Italien 100,0
DMA Lucera S.r.l., Rom, Italien 100,0
Dörenhagen Windenergieanlagen GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Driffield Solar and Storage Limited, London, Großbritannien 100,0
Druim Leathann Windfarm Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
DRWZ-Beteiligungsgesellschaft mbH, München 64,3
ECOwind d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,0
ECOWIND Handels- & Wartungs-GmbH, Kilb, Österreich 100,0
Edom Hills Projects 1, LLC, New Castle, USA 100,0
Eko-En Skibno 2 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Emera S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Energía Diodos, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Energia Solar SLP I S. DE R.L. DE C.V, Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
Energy Solutions 1 Holdings Co., Ltd., Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam 100,0
Energy System Services S.r.l., Mailand, Italien 100,0
ENZAFRUIT New Zealand (Continent) NV, Sint-Truiden, Belgien 100,0
ENZAFRUIT New Zealand (U.K.) Ltd., London, Großbritannien 100,0
ENZAFRUIT New Zealand International Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
ENZAFRUIT Peru S.A.C., Lima, Peru 100,0
ENZAFRUIT Products Inc., Wernatchee, USA 100,0
Eolica Aragon S.r.l., Mailand, Italien 100,0
EUROGREEN AUSTRIA GmbH, Mondsee, Österreich 100,0
EUROGREEN CZ s.r.o., Jiřetín pod Jedlovou, Tschechien 100,0
EUROGREEN GmbH, Betzdorf 100,0
EVN-ECOWIND Sonnenstromerzeugungs GmbH, Maria Enzersdorf, Österreich 50,0
F. Url & Co. Gesellschaft m.b.H., Korneuburg, Österreich 100,0
Fairgrow Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
FarmFacts GmbH, Pfarrkirchen 100,0
FarmFacts Holding GmbH, München 100,0
Febe Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Ferguson HoldCo Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Fern Solar Class B LLC, Irvine, USA 100,0
Fern Solar Development LLC, Irvine, USA 100,0
Fern Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Fern Tax Equity Partnership LLC, Irvine, USA 100,0
Fern Solar Class B Holdings LLC, Irvine, USA 100,0
Fontenet Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Forster GmbH, München 100,0
Freshmax New Zealand Ltd, Auckland, Neuseeland 100,0
Fruit Distributors Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
Fruitmark Pty Ltd, Mulgrave, Australien 100,0
Fuels Services GmbH, München 100,0
FW Kamionka Sp. z o.o., Kamionka, Polen 100,0
G. Stranzinger Bauprojekt GmbH & Co. KG, Tann 60,0
Garant - Tiernahrung Gesellschaft m.b.H., Pöchlarn, Österreich 100,0
Gea Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
GENOL Gesellschaft m.b.H., Korneuburg, Österreich 71,0
GK Alpha Mega Solar Project No. 1, Tokio, Japan 100,0
GK Alpha Mega Solar Project No. 2, Tokio, Japan 100,0
Gold Rush Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Gourvillette Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
Grainli GmbH & Co. KG, Hamburg 100,0
Greenberry SAS, Paris, Frankreich 100,0
GroenLeven B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
GroenLeven Invest B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Heinrich Brüning GmbH, Hamburg 60,0
High Constellation Windfarm Limited, London, Großbritannien 100,0
Hill Farm Solar Limited, London, Großbritannien 100,0
Hughenden Solar Farm FinCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Hughenden Solar Farm HoldCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Hughenden Solar Trust, Richmond, Australien 100,0
Immobilienvermietung Gesellschaft m.b.H., Traun, Österreich 100,0
In&Out Ventures GmbH, München 100,0
Interlubes GmbH, Würzburg 100,0
Iraak Sun Farm Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Jacumba Land HoldCo LLC, Irvine, USA 100,0
Jannis Beteiligungsgesellschaft mbH, München 100,0
JBM Solar Projects 1 Limited, London, Großbritannien 100,0
Jung HoldCo Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Jung Renewable Energy Facility Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Juno Solar S.r.l., Mailand, Italien 100,0
JVR Energy Park LLC, Irvine, USA 100,0
K'IIN, S.A.P.I. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
KALPIS, S.A.P.I. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
Karadoc Solar Farm FinCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Karadoc Solar Farm HoldCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Kariboe Wind Farm Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Kelsey Creek Solar Farm FinCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Kelsey Creek Solar Farm HoldCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Ketziner Beteiligungsgesellschaft mbH, Niederer Fläming 100,0
Knickerbocker Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Kobe Yamada PV Plant G.K., Kobe, Japan 100,0
Korea Solar 1 Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Korea Solar 2 Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Korea Solar 3 Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Korea Solar 4 Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Korea Solar 5 Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Korea Solar 6 Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Korea Solar 7 Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
La Redonda Solar SL, Barcelona, Spanien 70,0
Lagerhaus Franchise GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
Lagerhaus Technik-Center GmbH & Co KG, Korneuburg, Österreich 98,4
Little Gala Windfarm Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
Little Prairie Solar LLC, Irvine, USA 100,0
LODUR Energieanlagen GmbH, München 100,0
LTZ Chemnitz GmbH, Hartmannsdorf 90,0
Maestro Wind, LLC, Wilmington, USA 100,0
Matahari 1 Holdings Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
Mid West SF No1 Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Mineral Point Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Mozart Wind, LLC, Wilmington, USA 100,0
NLEI Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
Notch Peak Solar, LLC, Irvine, USA 100,0
novotegra GmbH, Tübingen 100,0
Nuevos Parques Eólicos La Muela A.I.E., Saragossa, Spanien 100,0
NWind GmbH, Hannover 100,0
NWind Windparkbetriebsgesellschaft Oedelum mbH, Oedelum 100,0
Oak Green Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Opal Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Parco Solare Smeraldo S.r.l., Brixen, Italien 100,0
PARGA Park- und Gartentechnik Gesellschaft m.b.H., Aderklaa, Österreich 100,0
Park Eolian Limanu S.r.l., Sibiu, Rumänien 99,0
Parque Eólico La Carracha S.L., Saragossa, Spanien 74,0
Parque Eólico Plana de Jarreta S.L., Saragossa, Spanien 74,0
Parque Solar Kukuul, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
Parque Solar La Paloma, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 70,0
Parque Solar Los Potros, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0
PATENT CO. DOO LAKTASI, Laktaši, Bosnien und Herzegowina 100,0
Patent Co. DOO Misicevo, Mišićevo, Serbien 90,0
Pellog GmbH, Oelsnitz 100,0
Perinnpitt Road Solar Ltd., London, Großbritannien 100,0
Peter Frey GmbH, Wartenberg 1 100,0
Pine Lake Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Pinscher Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Plankenstein 8 GmbH & Co. KG, München 51,0
Plapperer Projekt GmbH, Schrobenhausen 51,0
PowerHub Inc., Toronto, Kanada 100,0
Prairie Solar 1, LLC, Irvine, USA 100,0
Prairie Solar Holdings LLC, Irvine, USA 100,0
Primrose Hybrid LLC, Irvine, USA 100,0
Projekt Aichach S7 GmbH & Co. KG, Augsburg 51,0
Projekt Zirndorf W21 GmbH, Augsburg 51,0
PV Integ AG, Ebikon, Schweiz 100,0
Quilly Guenrouet Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Rag Lane Solar Ltd., London, Großbritannien 100,0
Raiffeisen-Lagerhaus GmbH, Bruck an der Leitha, Österreich 89,9
Raiffeisen-Lagerhaus Investitionsholding GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
Raschdorffstraße Grundbesitz GmbH, Kemnath 51,0
Regeneratives Land GmbH, Gräfelfing 100,0
RENAM S.r.l., Mailand, Italien 100,0
renerco plan consult GmbH, München 100,0
Renertech Rotorblattservice GmbH & Co. KG, Bad Wünnenberg 100,0
Rinnovabili Melfi S.r.l., Mailand, Italien 100,0
RI-Solution Data GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
RIVEKA BVBA, Boom, Belgien 100,0
Robert Decker Wohnbau München GmbH & Co. KG, Grünwald 51,0
Rownal Farm Solar Ltd., London, Großbritannien 100,0
Royal Ingredients Group B.V., Alkmaar, Niederlande 100,0
Royal Ingredients Group Holding USA Inc., Chicago, USA 100,0
Royal Ingredients Group India Pvt. Ltd., Navi Mumbai, Indien 99,9
Royal Ingredients Group International B.V., Alkmaar, Niederlande 100,0
Royal Ingredients Group USA Inc., Chicago, USA 100,0
Royal Ingredients Nigeria Ltd., Lagos, Nigeria 80,0
RoyBalt Ingredients S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexiko 70,0
Rueda Sur Solar 2, S.L.U., Saragossa, Spanien 100,0
Rueda Sur Solar 1, S.L.U., Saragossa, Spanien 100,0
Rueda Sur Wind 1, S.L.U., Saragossa, Spanien 100,0
Rueda Sur Wind 2, S.L.U., Saragossa, Spanien 100,0
Rueda Sur Wind 3, S.L.U., Saragossa, Spanien 100,0
RUG Raiffeisen Umweltgesellschaft m.b.H., Korneuburg, Österreich 75,0
RWA Czechia s.r.o., Unhost, Tschechien 100,0
RWA Hrvatska d.o.o., Osijek, Kroatien 100,0
RWA Immobilien GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
RWA International Holding GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
RWA Invest GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
RWA Magyarország Kft., Ikrény, Ungarn 100,0
RWA Raiffeisen Agro Romnia S.r.l., Timișoara, Rumänien 100,0
RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft, Korneuburg, Österreich 50,0
RWA SLOVAKIA, spol. s r.o., Bratislava, Slowakei 100,0
RWA Slovenija d.o.o., Škofljica, Slowenien 100,0
RWA Srbija d.o.o., Belgrad, Serbien 100,0
Ryfors Vindkraft AB, Malmö, Schweden 100,0
SAH Class B Borrower LLC, Irvine, USA 100,0
SAH Portfolio I LLC, Irvine, USA 100,0
Samsonwind Wirtsnock GmbH, Kilb, Österreich 100,0
Santa Fe BESS LLC, Irvine, USA 100,0
SBU Power Holdings Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
Scorpion Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
SDK Power Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 48,0
Searchlight Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Sedaco Agro Commodities LTD, Lagos, Nigeria 100,0
Sedaco Agro Tanzania LTD, Daressalam, Tansania 100,0
Sedaco DMCC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100,0
Sedaco Mozambique Limitada, Beira, Mosambik 100,0
Serralonga Energia S.r.l., Turin, Italien 52,0
Shieldhall Logistics Ltd., Paisley, Großbritannien 100,0
Sickingenstraße Grundbesitz GmbH, Kemnath 51,0
Sinclair Logistics Ltd., Paisley, Großbritannien 100,0
Sjönnebol Kraft AB, Malmö, Schweden 100,0
Snow Mountain Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Sol in one GmbH, Kaiserslautern 80,0
Solar Sud S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Solare Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Solaris Industrial sp.z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarmarkt GmbH, Aarau, Schweiz 100,0
Solarna elektrana Bisko d.o.o. za proizvodnju električne energije, Zagreb, Kroatien 100,0
Solarna elektrana Proložac d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,0
Solarpark Aquarius GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Solarpark Aries GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Solarpark Kobe GmbH, München 100,0
Solarpark Lupus GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Solarpark Samas GmbH, Gräfelfing 100,0
Solitude Hybrid LLC, Irvine, USA 100,0
South Fambridge Hall Solar Park Limited, London, Großbritannien 100,0
Spitzlberg GmbH & Co. KG, Augsburg 51,0
SPV Solarpark 103. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 105. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 112. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 118. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Status Produce Favona Road Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
Stormon Energi AB, Malmö, Schweden 100,0
Strauss Wind, LLC, San Diego, USA 100,0
Studios Solar 2, LLC, Irvine, USA 100,0
Studios Solar 3, LLC, Irvine, USA 100,0
Studios Solar 4, LLC, Irvine, USA 100,0
Studios Solar 5, LLC, Irvine, USA 100,0
Studios Solar, LLC, Irvine, USA 100,0
Sud Energy s.r.l., Mailand, Italien 100,0
Sun Power Sicilia S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Sunfish Solar, Irvine, USA 100,0
Suntree GmbH, Hamburg 100,0
T&G Berries Australia PTY Limited, Melbourne, Australien 85,0
T&G CarSol Asia PTE. Ltd, Singapur, Singapur 50,0
T&G Chile SpA, Santiago de Chile, Chile 100,0
T&G Europe SAS, Lafrançaise, Frankreich 100,0
T&G Fresh Produce PTE. Ltd, Singapur, Singapur 100,0
T&G Fruitmark HK Limited, Hongkong, China 100,0
T&G Global Limited, Auckland, Neuseeland 74,0
T&G Global Vietnam Company Ltd, Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam 100,0
T&G Insurance Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
T&G Japan Ltd., Tokio, Japan 100,0
T&G Orchard Services Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
T&G Processed Food Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
T&G South East Asia Ltd., Bangkok, Thailand 100,0
T&G Vizzarri Farms Pty Ltd, Tullamarine, Australien 50,0
Taga Solar, LLC, Irvine, USA 100,0
Taipa Water Supply Limited, Kerikeri, Neuseeland 65,0
TechnikCenter Grimma GmbH, Mutzschen 70,0
TFC Holland B.V., Maasdijk, Niederlande 89,5
Thenergy B.V., Oosterhout, Niederlande 100,0
Titus Canyon Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Tracomex B.V., Oosterhout, Niederlande 100,0
Trédias Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Trinity Holding B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Turners & Growers (Fiji) Limited, Auckland, Neuseeland 70,0
Turners & Growers Fresh Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
Turners & Growers New Zealand Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
Twilight Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Tyche Solar, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Tyre Bridge Solar LLC, Irvine, USA 100,0
Umspannwerk Klein Bünsdorf GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Unearthed Produce Limited, Mount Wellington, Neuseeland 51,0
Unterstützungseinrichtung der BayWa Aktiengesellschaft in München GmbH, München 100,0
URL AGRAR GmbH, Premstätten, Österreich 100,0
Val de Moine Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
Venosa S.r.l., Mailand, Italien 100,0
VentureFruit Australia Pty Limited, Melbourne, Australien 100,0
VentureFruit Global Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
VentureFruit International Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
VentureFruit NZ Limited, Auckland, Neuseeland 100,0
Venturefruit USA Inc., Dover, USA 100,0
VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH, München 51,0
Watt Development SPV 2 S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Watt Development SPV 9 S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
WAV Wärme Austria VertriebsgmbH, Korneuburg, Österreich 89,0
Wessex Grain Ltd., Manchester, Großbritannien 100,0
Whitelaw Brae Windfarm Ltd., Edinburgh, Großbritannien 100,0
Wild Stallion Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Wilhelmshöhe Infrastruktur GmbH & Co. KG, Gräfelfing 87,5
Wimmera Plains Energy Facility Holdco Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Wimmera Plains Energy Facility Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Windenergie Sallingberg GmbH, Kilb, Österreich 100,0
Windkraft Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Windpark Krummensee KG, Düsseldorf 54,8
Windpark Bärofen GmbH, Kilb, Österreich 100,0
Windpark Bella GmbH, Gräfelfing 100,0
Windpark Freimersheim GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Grüntal GmbH, Sydower Fließ 100,0
Windpark Hessenweiler GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Hettstadt GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Hiesberg GmbH, Kilb, Österreich 100,0
Windpark Holle-Sillium GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Kamionka GmbH, Gräfelfing 100,0
Windpark Kraubatheck GmbH, Kilb, Österreich 100,0
Windpark Langenbrand GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Lindchen GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Pferdsfeld GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Polanów 1 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Windpark Polanow 2 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Windpark Quelkhorn GmbH, Ottersberg 100,0
Windpark Schnellwettern GmbH, Sommerland 100,0
Windpark Velgen-Bornsen GmbH, Bienenbüttel 100,0
Windpark Wilhelmshöhe GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Wilhelmshöhe II GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Wilhelmshöhe III GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Wohnen am Lerchenberg GmbH & Co. KG, Borna 100,0
Wooyoung Solar Power Co., Ltd, Seoul, Südkorea 100,0
Worldwide Fruit Limited, Spalding, Großbritannien 50,0
Yanel farm solar Ltd., London, Großbritannien 100,0
Yatpool Solar Farm FinCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Yatpool Solar Farm HoldCo Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
Yatpool Sun Farm Pty Ltd, Melbourne, Australien 100,0
zebotec GmbH, Konstanz 100,0
Zonlocatie 1 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonlocatie 2 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonlocatie 3 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonlocaties Nederland B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnedak A1 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnedak F1 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnedak F2 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnedak O1 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnepark Albrandswaard B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnepark Friesland B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnepark PV22 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV26 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV4 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnepark Skulenboarch B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark Weperpolder B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnepark Woldjerspoor B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnepark XXL B.V., Leeuwarden, Niederlande 87,5
Zonneparken Nederland B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene verbundene Unternehmen  
"BayWa CS Polska" Sp. z o.o., Grodzisk Mazowieck, Polen 100,0
"Danufert" Handelsgesellschaft m.b.H., Korneuburg, Österreich 60,0
ab bauen wohnen Verwaltungs GmbH, Augsburg 51,0
ABATIS Beteiligungsgesellschaft mbH, Düsseldorf 100,0
Absolute Trading Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Actual Propaganda Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Advanced Tax Systems S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Agrar- und Transportservice Kölleda GmbH, Kölleda 62,3
AgrarCommander GesmbH, Korneuburg, Österreich 95,3
Agrarproduktenhandel Gesellschaft m.b.H., Klagenfurt, Österreich 100,0
Agrimec B.V., Apeldoorn, Niederlande 100,0
Agrimec Parts B.V., Veghel, Niederlande 100,0
Agro Innovation Lab GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
Agromed Asia Limited, Hongkong, China 100,0
Air Purification Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Alga Solar Energy UAB, Vilnius, Litauen 100,0
Alvar Energipark ApS, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Amance Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
ASC Solar Epona S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Autels Villevillon Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Automatic Recovery Systems, S.L.U, Barcelona, Spanien 100,0
B L E, Bau- und Land-Entwicklungsgesellschaft Bayern GmbH, München 100,0
BayWa ARA 2 GmbH, München 100,0
BayWa CS GmbH, München 100,0
BayWa Dienstleistung Ost GmbH, München 100,0
BayWa Forderungsmanagement GmbH, München 1 100,0
BayWa Greenhouse Development GmbH, München 100,0
BayWa Obst Verwaltungsgesellschaft mbH, München 100,0
BayWa Power 01 GK, Tokio, Japan 100,0
BayWa r.e. Class B Holdings LLC, Irvine, USA 100,0
BayWa r.e. Energy Solutions Asset Holdings Indonesia Pte Ltd, Singapur, Singapur 100,0
BayWa r.e. IPP Verwaltungs GmbH, München 100,0
BayWa r.e. Projects Portugal, Unipessoal, Lissabon, Portugal 100,0
BayWa r.e. Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 100,0
BayWa r.e. Solar Projects Holding Vietnam 1 Pte. Ltd., Funan, Singapur 100,0
BayWa r.e. Solar Projects Verwaltungs GmbH, Gräfelfing 100,0
BayWa r.e. Solar Systems GmbH, Poggersdorf, Österreich 100,0
BayWa Venture GmbH, München 100,0
BayWa R.E. Development Portfolio I LLC, Irvine, USA 100,0
BBP Projekt 2 GmbH, München 100,0
BBP Projekt 3 GmbH, München 100,0
BHT Projekt GmbH & Co. KG, Traunreut 51,0
biohelp - biologischer Pflanzenschutz-Nützlingsproduktions-, Handels- und Beratungs GmbH, Wien, Österreich 89,9
biohelp international GmbH, Korneuburg, Österreich 74,9
Biotech-Enterprises-Lizenzverwertungs-Gmbh, Fischamend, Österreich 93,9
Black Hill Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
BLUEBIRD CLASS B LLC, Irvine, USA 100,0
Bons Fruits Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Boreads Wind II Single Member Private Company, Chalandri, Griechenland 100,0
Boreads Wind Single Member P.C., Chalandri, Griechenland 100,0
Brahms Wind Holdings, LLC, Wilmington, USA 100,0
Brizay Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Brüderl Projekt Dachau Hochstraße GmbH & Co. KG, Traunreut 100,0
Brüderl Projekt Verwaltungs GmbH, Traunreut 51,0
Brumath Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Business Sufficiency Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
BW DSG, LLC, Wilmington, USA 100,0
Calla Rinnovabili S.R.L., Mailand, Italien 100,0
Camden Solar Development LLC, Irvine, USA 100,0
Camelia Rinnovabili Srl, Mailand, Italien 100,0
Campagne Cazaubon Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Cassiopea Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Castets Energies, Paris, Frankreich 100,0
Cavaillon Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Cefetra Digital Services S.L., Pozuelo de Alarcón, Spanien 100,0
Cefetra Este S.L.U., Pozuelo de Alarcón, Spanien 100,0
Cefetra Oeste S.L.U., Pozuelo de Alarcón, Spanien 100,0
Cefetra Sur S.L.U., Pozuelo de Alarcón, Spanien 100,0
CENTRO AGRICOLO FRIULANO S.R.L., Rivolto, Italien 85,0
Chancellorstown Solar Limited, Dublin, Irland 100,0
Chulpan Solar Energy SRL, Bukarest, Rumänien 100,0
Cloud Hill Windfarm Limited, London, Großbritannien 100,0
Col des 3 Soeurs SARL, Paris, Frankreich 100,0
Common Logic Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Copper Dream Solar Hybrid LLC, Irvine, USA 100,0
Corazon Energy Development LLC, Irvine, USA 100,0
Corporate Creation Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Corporate Reelection S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Crono Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Crossbuck Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Dalia Rinnovabili S.R.L., Mailand, Italien 100,0
Danugrain Lagerei GmbH, Krems an der Donau, Österreich 60,0
Dinara Solar Energy S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,0
Dordives Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Easy Above Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
EBY2 Verwaltungs GmbH, München 51,0
Economic Intention Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Eguzon-Chantôme Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Enable Energy Labs, LLC, Sacramento, USA 100,0
Energy Storage System Holding B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Energy Solutions 1 Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
Engage Intelligenty, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
ENP Windpark Reichenbach GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Eoliennes de Haute Voie SAS, Paris, Frankreich 51,0
Equestrian Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Erste Onshore Windkraft Beteiligungsgesellschaft mbH, Oldenburg 100,0
ESS 1 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
ESS 2 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
ESS 3 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
ESS 4 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
ESS 5 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Estruplund Energi Park Aps, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Exeter Main Battery Limited, London, Großbritannien 100,0
Eyliac Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Fairview Reliability Project LLC, Irvine, USA 100,0
FarmFacts Hungary Kft., Kaposvár, Ungarn 100,0
Ferme solaire du Savonet SAS, Paris, Frankreich 100,0
Fleet Solar Limited, London, Großbritannien 100,0
Fraissé Energies, Paris, Frankreich 100,0
G. Stranzinger Verwaltungs GmbH, Tann 60,0
Garein Energies SAS, Paris, Frankreich 90,0
Genol Vertriebssysteme GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
Gievres Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Giglio Rinnovabili Srl, Mailand, Italien 100,0
Grainli Verwaltungs GmbH, Hamburg 100,0
Grainvest B.V., Almere, Niederlande 100,0
Green Answers GmbH & Co. WP Vahlbruch KG, Gräfelfing 100,0
Green Hill Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Green Ventures 1 Single Member P.C., Marousi, Griechenland 100,0
Green Ventures 2 Monoprosopi I.K.E., Marousi, Griechenland 100,0
Green Wind Deutschland GmbH, München 50,0
Grey Wolf Solar LLC, Irvine, USA 100,0
H2X GmbH, München 75,1
HaePung1 Co., Ltd., Ulsan, Südkorea 100,0
HaePung2 Co., Ltd., Ulsan, Südkorea 100,0
HaePung3 Co., Ltd., Ulsan, Südkorea 100,0
Hankook Baram Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Herlufmagle Energi- & Naturpark ApS, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Higher Winds Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Hübnerstraße Grundbesitz GmbH, Kemnath 100,0
High-Rise Building Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Hughenden Solar Pty Ltd, Richmond, Australien 100,0
Iliako Power I Single Member Private Company (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
Iliako Power II Single Member Private Company (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
Iliako Power III Single Member Private Company (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
Iliako Power IV Single Member Private Company (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
ILIAKO POWER IX SINGLE MEMBER PRIVATE COMPANY (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
Iliako Power V Single Member Private Company (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
Iliako Power VI Single Member Private Company (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
Iliako Power VII Monoprosopi I.K.E., Marousi, Griechenland 100,0
ILIAKO POWER VIII SINGLE MEMBER PRIVATE COMPANY (IKE), Marousi, Griechenland 100,0
IMMOBILIARE AGRICOLA RIVOLTO S.R.L., Rivolto, Italien 100,0
Infraestructuras Comunes Gerenas, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Infraestructuras de Íllora, S.L., Barcelona, Spanien 40,0
Intelligent Challenge, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Iris Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Javelina Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
JPB Holding GmbH, Kemnath 51,0
Keranna Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
Koyash Solar Energy S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,0
Kushiro Kitazono PV Plant G.K., Tokio, Japan 100,0
La Couture Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
Lagerhaus Solar Solutions GmbH, Korneuburg, Österreich 100,0
Les Éoliennes Citoyennes de Botsay SAS, Paris, Frankreich 100,0
Les Grangéoles Energies, Paris, Frankreich 100,0
Les Platayres Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
Les Vastres Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Londigny Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
Loto Rinnovabili S.R.L., Mailand, Italien 100,0
Luenga Solar, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Magyar "Agrár-Ház" Kft., Ikrény, Ungarn 100,0
Mailley Chazelot Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Maine Anjou Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Maqueda Solar, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Marugame Taiike Floating Solar GK, Tokio, Japan 100,0
Marugame Tamuraike Floating Solar GK, Tokio, Japan 100,0
Matur Solar Energy UAB, Vilnius, Litauen 100,0
MD-Betriebs-GmbH, München 90,0
Meadow Farm Battery Limited, London, Großbritannien 100,0
Megaone Solar Energy Kft., Budapest, Ungarn 100,0
Meyra Energipark ApS, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Montmorillon Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
MTP Projekt Verwaltung Oberland GmbH, Günzburg 51,0
Natural Wind Energy Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100,0
Natural Wind Energy Holding Co., Ltd., Bangkok, Thailand 30,0
New Universeline Systems S.L., Barcelona, Spanien 70,0
Newone Solar Energy Kft., Budapest, Ungarn 100,0
Ninfea Rinnovabili Srl, Mailand, Italien 100,0
NOB-Betriebs-GmbH, München 90,0
North Farm Mannington Solar Limited, London, Großbritannien 100,0
Nurlat Solar Energy S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,0
Oaklands Farm Solar Limited, London, Großbritannien 100,0
Oceano Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Olivine Energy Storage LLC, Irvine USA 100,0
PATIS Beteiligungsgesellschaft mbH, Düsseldorf 100,0
Pèle Joue Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Piccola ma carina Projekt GmbH, München 51,0
Pié Desgroies Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Potential Calculation Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
POWER SOLUTIONS - WHF 01S.R.L., Verona, Italien 100,0
Power Ventures 2 Single Member P.C., Kifisia, Griechenland 100,0
PowerHub GmbH, München 100,0
Prairie Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Prechac Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Preferred Organizational Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Projekt Baierbrunn W13 GmbH, Augsburg 51,0
Protectionist Galleries Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
PT. Bumiraya Suria Abadi, Jakarta, Indonesien 49,0
Putlitzstraße Grundbesitz GmbH, Kemnath 100,0
Quick Opening Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Radiant Burst Systems S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Raiffeisen Trgovina d.o.o., Lenart, Slowenien 100,0
Rapid Reaction Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Referenced Productive Systems, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Regolo Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Renertech Management GmbH, Gräfelfing 100,0
Renton Sistemas Aplicados, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Robert Decker Wohnbau Verwaltungs GmbH, Grünwald 51,0
Rochetaillée Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Rosa Rinnovabili Srl, Mailand, Italien 100,0
Royal Natural Foods B.V., Alkmaar, Niederlande 100,0
Royal Organic Ingredients USA Inc., Chicago, USA 100,0
RWA Solar Solutions, Korneuburg, Österreich 100,0
RWA Ukrajina, Kiew, Ukraine 100,0
Saatzucht Edelhof GmbH, Zwettl, Österreich 100,0
Saatzucht Gleisdorf Gesellschaft m.b.H., Gleisdorf, Österreich 66,7
Saint Jory Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Saint-Bonnet-de-Bellac Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Saintonge Energies SAS, Paris, Frankreich 80,0
Saints Geosmes Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Salavat Solar Energy UAB, Vilnius, Litauen 100,0
Salm Energies SARL, Paris, Frankreich 100,0
Salsigne Villardonnel Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
SanHae Green Energy Co., Ltd., Seoul, Südkorea 95,0
Saubens Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Sea Breeze Huge, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Senita Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Seosan Iljo Bit Solar Co., Ltd., Seoul, Südkorea 100,0
Side Recovery Systems, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Silverchain Gestión, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Sirio Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Sofie-Amaliegaard Energi- og Naturpark ApS, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Solaire de Haute Voie SAS, Paris, Frankreich 100,0
SOLAR CASTUERA, S.L., Madrid, Spanien 80,0
Solar Plant Energ- og Naturpark ApS, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Solarna elektrana Končanica d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,0
Solarpark 11 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 12 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 13 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 14 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 15 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 16 Sp. z o.o., Warschau, Polen 99,0
Solarpark 17 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 2 Sp. z o.o., Warschau, Polen 99,0
Solarpark 4 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 6 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark 9 Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Białokury Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Brojce Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Czarnów Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Dobrich Limited EOOD, Sofia, Bulgarien 100,0
Solarpark Horus GmbH, Gräfelfing 100,0
Solarpark Horus Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Libra GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Solarpark Lugh GmbH, Gräfelfing 100,0
Solarpark Lugh Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Malina GmbH, Gräfelfing 100,0
Solarpark Malina Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Mitra GmbH, Gräfelfing 100,0
Solarpark Mitra Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Pałck Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Perseus GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Solarpark Polanów Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Sunna GmbH, Gräfelfing 100,0
Solarpark Sunna Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Tucana GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Solarpark Tuchola Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Solarpark Wega GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Solar-Planit Software GmbH, Tübingen 100,0
SolarSolutions 1 GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Soulanges Energies SAS, Paris, Frankreich 51,0
Sourdough Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
SPV Solarpark 102. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 104. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 107. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 108. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 109. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 110. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 111. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 113. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 114. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 115. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 116. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 117. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 119. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
SPV Solarpark 120. GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
St Johns Reliability Project LLC, Irvine, USA 100,0
St. Frederikslund Energi Park Aps, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Stabilizers and Developments, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Smakkerup Energi- og Naturpark ApS, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Süd-Treber GmbH, Stuttgart 1 100,0
Sunny Peninsula Energi Park ApS, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Sunshine Latin GmbH & Co. KG, München 100,0
Taiwan I Solar Project Co., Ltd., Taipeh, Taiwan 100,0
Taiwan II Solar Project Co., Ltd., Taipeh, Taiwan 100,0
Takamatsu Odaike Floating Solar GK, Tokio, Japan 100,0
Talgat Solar Energy S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,0
Tazaca Energy Storage LLC, Irvine, USA 100,0
Temi Rinnovabili S.r.l., Mailand, Italien 100,0
Ténarèze Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
TFC ME General Trading LLC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 49,0
Time Clever Entertainment S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Tithini Aiolika Parka Single Member P.C., Maroussi, Griechenland 100,0
Traditional Mechanism Systems S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Troutdale Reliability Project LLC, Irvine, USA 100,0
Villamayor Solar, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Viola Rinnovabili S.R.L., Mailand, Italien 100,0
Wasigny Mesmont Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
Watt Development Solar 2, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
WHG LIEGENSCHAFTSVERWALTUNG BETRIEBS GMBH, Klagenfurt, Österreich 100,0
Whispering Bells Solar Hybrid LLC, Irvine, USA 100,0
WILD WORLD CLOUDS, S.L., Barcelona, Spanien 100,0
Windkraft Beteiligungsgesellschaft mbH, Düsseldorf 100,0
Windpark Achtmaal B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Windpark Altenglan GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Bad Berleburg GmbH & Co. KG, Gräfelfing 50,0
Windpark Berka GmbH & Co. KG, Gräfelfing 50,0
Windpark Desloch GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Dollenkamp GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Gillersheim GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Gronau Leine GmbH & Co. KG, Eime 100,0
Windpark Großer Riese GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Hesselertal GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Immensen GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Jembke GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Körner GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Kortgene B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Windpark Kotla Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Windpark Langenbrand II GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Langenlonsheim GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Moringen Nord GmbH & Co. KG, Gräfelfing 50,0
Windpark Olsberg GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Perscheid GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Prezelle GmbH & Co. KG, Gräfelfing 50,0
Windpark Prüm GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Rucphen B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Windpark SBG V GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Seershausen GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Sexau GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Sint-Antoinedijk B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Windpark Vorbeck-Kambs GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Windpark Wimmelburg 3 GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Wohnen am Lerchenberg Verwaltungs GmbH, Borna 100,0
Woodlands Mannington Solar Limited, London, Großbritannien 100,0
WP Seershausen Infrastruktur GmbH & Co. KG, Gräfelfing 100,0
Ygos Energies SAS, Paris, Frankreich 100,0
ZL Holding B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonlocatie 4 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonlocatie 5 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonlocatie 6 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnedak F3 B.V., Heerenveen, Niederlande 100,0
Zonnepark PV23 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV24 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV25 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV27 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV28 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV30 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV31 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV32 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV33 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark PV34 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark ZL 1 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark ZL 2 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark ZL 3 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark ZL 4 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonnepark ZL 5 B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Zonneparken Nederland IPP B.V., Leeuwarden, Niederlande 100,0
Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen  
act renewable GmbH, München 50,0
Amadeus Wind Holdings, LLC, Wilmington, USA 33,3
Baltanás Cereales y Abonos, S.L., Baltanás, Spanien 50,0
Baltic Terminal Sp. z o.o., Gdynia, Polen 50,0
BHBW Holdings (Pty) Ltd, Lynnwood Manor, Südafrika 50,0
Dagan Protech, SL, Ciudad Real, Spanien 50,0
Floating Energy Allyance 1 Limited, Glasgow, Großbritannien 33,3
Growers Direct Limited, Wakefield, Großbritannien 50,0
Hafen Vierow - Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Brünzow 50,0
ShelCo 236 Oy, Helsinki, Finnland 50,0
Tornio Karhakkamaa Tuuli Ky, Helsinki, Finnland 50,0
Transhispania Agraria, S.L., Torquemada, Spanien 28,3
VIELA Export GmbH, Vierow 50,0
Wawata General Partner Limited, Nelson, Neuseeland 50,0
Wind + Mehr GmbH, Hannover 50,0
Nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen  
AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich 50,0
BRB Holding GmbH, München 45,3
Deutsche Raiffeisen-Warenzentrale GmbH, Frankfurt am Main 37,8
Gestión Rueda Promotores, SL, Saragossa, Spanien 33,7
Grandview Brokerage LLC, Seattle, USA 39,4
LWM Austria GmbH, Hollabrunn, Österreich 25,0
MoSagri B.V., Breda, Niederlande 25,0
MoSagri LDA, Bairro Namalungo, Lumbo, Mosambik 25,0
OLF Deutschland GmbH, Hamburg 25,0
Tjiko GmbH, Rosenheim 67,1
Zimmermann PV-TRACKER GmbH, Eberhardzell 33,3
Nicht nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen von untergeordneter Bedeutung  
AC1 ASOA LLC, Chicago, USA 50,0
Afrupro Investments LTD, Tzaneen, Südafrika 60,0
Agromed Biological (Xuzhou) Co. Ltd., Jiangsu, China 20,0
Agrosen Holding GmbH, Kremsmünster, Österreich 30,0
ARGE WWS Obst GbR, Markdorf 50,0
BAS Steinbau GmbH, Ravensburg 50,0
BayWa Hochhaus Verwaltung GmbH, München 50,0
BHBW Ltd., Maidenhead, Großbritannien 50,0
Bonus Holsystem für Verpackungen GmbH & Co.KG, Kufstein, Österreich 26,0
Bonus Holsystem für Verpackungen GmbH, Kufstein, Österreich 26,0
Braumarkt GmbH, Hamburg 41,0
BRVG Bayerische Raiffeisen- und Volksbanken Verlag GmbH, München 25,0
Ceraflex Bayern GmbH, Dorfen 24,9
Chemag Agrarchemikalien GmbH, Frankfurt am Main 33,3
Cross Cargo Logistics GmbH, Ardagger Stift, Österreich 25,1
DANUOIL Mineralöllager und Umschlags-Gesellschaft m.b.H. i. L., Korneuburg, Österreich 50,0
DRWZ Marken GmbH i. L., Karlsruhe 32,8
EBULUM GmbH & Co. Objekt Baunatal KG, Pullach im Isartal 94,0
eFriends Energy GmbH, Nappersdorf, Österreich 25,0
FLOATING ENERGY Allyance 2 Limited, Edinburgh, Großbritannien 33,3
FTW Bayreuth GmbH, Weidenberg 50,0
HGD Haus und Garten Deutschland Handelskooperation GmbH, Karlsruhe 50,0
InterSaatzucht GmbH, Hohenkammer 36,0
ISTROPOL SOLARY a.s., Horné Mýto, Slowakei 29,8
Kärntner Saatbau e.Gen., Klagenfurt, Österreich 27,9
Kerifresh Growers Trust, Kerikeri, Neuseeland 31,0
LLT - Lannacher Lager- und Transport GesmbH, Korneuburg, Österreich 50,0
Logistikzentrum Röthlein GmbH & Co. KG, Gräfelfing 94,0
Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft mbH, Friedrichshafen 47,5
OÖ Lagerhaus Solidaritäts GmbH, Traun, Österreich 50,0
REMABO Ressourcen Management GmbH, Innsbruck, Österreich 26,0
RLH Agrar GmbH, Emskirchen 18,9
Röthlein Logistik GmbH, Röthlein 50,0
Seccionadora Almodovar Renovables, S.L., Málaga, Spanien 38,0
Vetroline Handels GmbH, Göttlesbrunn-Arbesthal, Österreich 50,0
Windpark A73-Heumen B.V., Utrecht, Niederlande 50,0
WUN Pellets GmbH, Wunsiedel 30,0
Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften  
Südstärke Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Schrobenhausen (Eigenkapital: 134.181 Tsd. Euro; Jahresüberschuss: 12 Tsd. Euro) 6,5

1 Ergebnisabführungsvertrag

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

München, 27. März 2023

BayWa Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Prof. Klaus Josef Lutz

Andreas Helber

Marcus Pöllinger

Reinhard Wolf

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BayWa Aktiengesellschaft, München

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der BayWa Aktiengesellschaft, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der BayWa Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Abschnitte "Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems" und "Nachhaltigkeit bei der BayWa" des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Abschnitte.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Bilanzierung von Waren und Kontrakten, die ausschließlich zu Handelszwecken erworben und veräußert werden

[2] Umsatzrealisierung von Projektgeschäft bei Wind- und Solarparks

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

[1] Bilanzierung von Waren und Kontrakten, die ausschließlich zu Handelszwecken erworben und veräußert werden

(1) Im Segment Cefetra Group sowie in Teilen des Segments Agrar agiert die BayWa AG als Makler bzw. Händler und verkauft Waren als Rohstoffhändler. Hierbei werden Vorräte hauptsächlich mit der Absicht erworben, sie kurzfristig zu verkaufen und einen Gewinn aus den Preisschwankungen oder der Händlermarge zu erzielen. Die Bewertung der in diesem Zusammenhang eingegangenen Einkaufs- und Verkaufskontrakte erfolgt nach den Vorschriften des IFRS 9 in Verbindung mit IFRS 13 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Die Bewertung der in diesem Zusammenhang erworbenen Vorräte erfolgt bei Vorliegen der Voraussetzungen in bestimmten Teileinheiten gem. IAS 2.5 und IAS 2.3 b in Verbindung mit IFRS 13 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. In Teilen des Segments Agrar erfolgt die Anwendung von Cash Flow Hedge Accounting. Die Effekte aus der Bewertung der kontrahierten physischen Verträge erfolgen in diesem Fall erfolgsneutral im Other Comprehensive Income und werden bei Realisierung der Grundgeschäfte erfolgswirksam erfasst. Im Falle der physischen Erfüllung der Verkaufskontrakte erfolgt die Realisierung der Umsatzerlöse nach IFRS 15 zum Marktpreis. In bestimmten Konstellationen kommt es nicht zu einer physischen Erfüllung von Kontrakten, sondern zu einer Verrechnung von Ein- und Verkaufskontrakten mit demselben Geschäftspartner ohne physische Erfüllung. Das Ergebnis aus diesen sogenannten Washouts wird bei Handelsgesellschaften innerhalb des BayWa AG Konzerns netto im Materialaufwand (bei Anwendung des IAS 2.5 und IAS 2.3 b in Verbindung mit IFRS 13) bzw. bei den übrigen Gesellschaften im sonstigen betrieblichen Aufwand /​ sonstigen betrieblichen Ertrag gezeigt.

Die Bewertung der Kontrakte und Vorräte zum beizulegenden Zeitwert nach den Vorschriften des IFRS 13 ist komplex und mit Ermessensentscheidungen zu Ausweis und Bewertung der sich ergebenden Effekte behaftet. Vor diesem Hintergrund war die Umsatzrealisierung in Bezug auf die Handelskontrakte von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst mit den Anweisungen und Accounting-Richtlinien sowie den Prozessen, Systemen und Kontrollmaßnahmen bezogen auf die Steuerung und Bilanzierung des Handelsgeschäftes vertraut gemacht. Wir haben daraufhin die Ausgestaltung sowie die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems bezogen auf das Handelsgeschäft beurteilt. Daraufhin erfolgte unter anderem eine Beurteilung von verwendeten Preiskurven zur Bewertung der Kontrakte, insbesondere durch Verwendung von liquiden Marktdaten, Bestätigungen von Maklern oder externen Dienstleistern sowie unternehmensinternen Plausibilisierungen. Im nächsten Schritt wurde die korrekte Verwendung der Preiskurven sowie die mathematische Richtigkeit der Bewertung nachvollzogen. Weiterhin wurde für die betroffenen Teileinheiten beurteilt, ob die Voraussetzungen der Anwendungen von Hedge Accounting nach IFRS 9 sowie der Bilanzierung der Vorräte zum Marktwert abzüglich Veräußerungskosten nach IAS 2.5 und IAS 2.3 b gegeben waren, sowie ob die Anwendung sachgerecht umgesetzt wurde. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen in Bezug auf die Bewertung der Handelskontrakte angemessen vorgenommen und dokumentiert wurden. Weiterhin konnten wir nachvollziehen, dass die Voraussetzungen für die Anwendung von Hedge Accounting nach IFRS 9 sowie für die Bewertung der Vorräte zum Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten nach IAS 2.5 und IAS 2.3 b in Verbindung mit IFRS 13 bei den betroffenen Teileinheiten vorgelegen haben.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung von Waren und Kontrakten, die ausschließlich zu Handelszwecken erworben und veräußert werden, finden sich in den Abschnitten A.3. sowie A.5 des Konzernanhangs.

[2] Umsatzrealisierung von Projektgeschäft bei Wind- und Solarparks

(1) Ein wesentlicher Teil der Geschäftstätigkeit des Segments Regenerative Energien (Umsatzerlöse von EUR 6.489 Mio.) ist die Planung, Errichtung und der Verkauf von Wind- und Solarparks. Zu diesem Zweck werden in der Regel Projektgesellschaften gegründet. Auf Basis eines Generalübernehmervertrages zwischen der Projektgesellschaft und einer anderen Tochtergesellschaft des Konzerns, dem Projektierer, werden in den Projektgesellschaften die Wind- oder Solarparks errichtet. Der Verkauf der Wind- oder Solarparks erfolgt durch die Veräußerung sämtlicher Anteile an den Projektgesellschaften. Hierbei erfolgt die Bilanzierung nach den Vorschriften des IFRS 15, da die Veräußerung der Projektgesellschaften wirtschaftlich der Veräußerung der in den Projektgesellschaften errichteten Wind- oder Solarparks entspricht. In einigen Fällen erfolgt die Veräußerung der Projektgesellschaften, bevor sämtliche Verpflichtungen aus dem Generalübernehmervertrag seitens des Projektierers erfüllt sind. Mit der Veräußerung der Anteile geht die Projektgesellschaft auf einen konzernfremden Dritten über.

Bei Veräußerung der Anteile erfolgt ein sogenannter Catch-up-Effekt, sodass Umsatzerlöse entsprechend dem Leistungsfortschritt aus dem Generalübernehmervertrag zu diesem Zeitpunkt realisiert werden. Hinsichtlich der Bilanzierung der gegebenenfalls noch ausstehenden Leistungsverpflichtung aus dem Generalübernehmervertrag erfolgt fortan eine Umsatzrealisierung gem. dem Leistungsfortschritt nach den Kriterien des IFRS 15. 35.b.) und /​ oder c.). Hierbei wendet die BayWa zur Ermittlung des Leistungsfortschritts die sogenannte inputorientierte Cost-to-cost-Methode an.

Die Beurteilung der Umsatzrealisierung von Projektgeschäft bei Wind- und Solarparks ist anhand komplexer Verträge zu würdigen. Zudem ergeben sich aus der Anwendung des IFRS 15 auf die Veräußerung der Projektgesellschaften sowie in Bezug auf die sachgerechte Ermittlung des Leistungsfortschritts (inkl. der Ermittlung der noch anfallenden Kosten sowie der noch zu berücksichtigenden Risiken) ermessensbehaftete Entscheidungen der gesetzlichen Vertreter. Vor diesem Hintergrund war die Umsatzrealisierung von Projektgeschäft bei Wind- und Solarparks von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst mit den Anweisungen, Richtlinien, Memoranden und Kontrollmaßnahmen bezogen auf die Steuerung und Bilanzierung des Projektgeschäfts im Segment Regenerative Energien vertraut gemacht. Darüber hinaus haben wir uns ein Verständnis der wesentlichen vertraglichen Vereinbarungen, die den Verkäufen der Projektgesellschaften zugrunde liegen (insbesondere hinsichtlich der Generalübernehmerverträge sowie der Anteilsveräußerungsverträge der Projektgesellschaften) sowie deren Bilanzierung verschafft. Wir haben daraufhin die Ausgestaltung sowie die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems bezogen auf die Projektgesellschaften beurteilt. Ausgewählte Verkäufe von Projektgesellschaften haben wir einer Einzelfallprüfung unterzogen. Dabei haben wir auf Basis der vertraglichen Vereinbarungen, der von der Gesellschaft erstellten Bilanzierungsmemoranda sowie weiterer Projektunterlagen und Nachweise gewürdigt, ob die Voraussetzungen für eine Umsatzrealisierung nach IFRS 15 vorlagen. Hierbei haben wir die Vereinbarungen insbesondere im Hinblick auf die fünf Schritte des IFRS 15 analysiert und beurteilt, d.h. die Identifizierung des Vertrags mit dem Kunden, die Identifizierung der Leistungsverpflichtung(-en), die Bestimmung des Transaktionspreises, die Aufteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtung(-en) sowie die Erfüllung der Leistungsverpflichtung(-en). In Bezug auf die Erfüllung der Leistungsverpflichtung haben wir insbesondere den Kontrollübergang der Wind- oder Solarparks auf den Erwerber der Projektgesellschaft gewürdigt. Bei Vorliegen des Kontrollübergangs haben wir anschließend nachvollzogen, ob die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung unter Anwendung der inputorientierten Cost-to-cost-Methode vorgenommen wurde. Hierbei haben wir insbesondere die korrekte Messung des Leistungsfortschritts anhand der Umsatzkosten sowie die Ermittlung der Plankosten sowie die Überwachung von Soll-Ist-Abweichungen berücksichtigt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen für die Umsatzrealisierung im Projektgeschäft bei Wind- und Solarparks hinreichend begründet und dokumentiert sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Umsatzrealisierung zum Projektgeschäft bei Wind- und Solarparks finden sich in den Abschnitten A.3 sowie A.5 des Konzernanhangs.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Abschnitte "Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems" und "Nachhaltigkeit bei der BayWa" als nicht inhaltlich geprüfte Bestandteile des Konzernlageberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem

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die Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB

den gesonderten nichtfinanziellen Bericht zur Erfüllung der §§ 289b bis 289e HGB und der §§ 315b bis 315c HGB

alle übrigen Teile des Konzernfinanzberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei BayWa AG_​KA+KLB_​ESEF-2022-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h., ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. November 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2021 als Konzernabschlussprüfer der BayWa Aktiengesellschaft, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dietmar Eglauer.

 

München, den 28. März 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dietmar Eglauer, Wirtschaftsprüfer

Christoph Tübbing, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat seine ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegende Verantwortung wahrgenommen. Bei der Leitung des Unternehmens stand er dem Vorstand regelmäßig beratend zur Seite, hat die Strategie mit dem Vorstand abgestimmt und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. Das gemeinsame Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat ist die nachhaltige und langfristige Steigerung des Unternehmenswerts. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat stets zeitnah und umfassend informiert. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen wurde der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Die zustimmungsbedürftigen Maßnahmen wurden geprüft und die erforderlichen Beschlüsse sowohl in Sitzungen als auch in einem Umlaufverfahren gefasst. Zwischen den Sitzungen informierte der Vorstand schriftlich und mündlich über Vorgänge von besonderer Bedeutung. Zu den Berichten und Beschlussvorlagen des Vorstands hat der Aufsichtsrat jeweils nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats war stets über wesentliche Entscheidungen durch den Vorstand unterrichtet und stand in engem Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden. Er wurde laufend mit detaillierten Berichten über die aktuelle Geschäftslage in Kenntnis gesetzt. Die Zusammenarbeit im Aufsichtsrat sowie mit dem Vorstand war auch im Berichtsjahr 2022 konstruktiv und vertrauensvoll.

Schwerpunkte der Sitzungen des Aufsichtsrats

Themen der vier turnusgemäßen Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 waren insbesondere die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des Unternehmens, der Geschäftsverlauf einzelner Geschäftsfelder, die Finanz- und Investitionsplanung, personelle Entscheidungen, die Risikosituation, Fragen der Compliance und IT-Sicherheit sowie die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat befasste sich auch mit den Beteiligungen an anderen Unternehmen, die die BayWa AG im Berichtszeitraum und davor eingegangen ist. Des Weiteren behandelte der Aufsichtsrat kontinuierlich Themen der Rechnungslegung und Abschlussprüfung des Unternehmens sowie des Risikomanagements und der Risikolage der BayWa AG. Besonderes Augenmerk wurde auf die Compliance-Überwachung im Konzern gelegt. Seitens des Vorstands wurde regelmäßig und umfassend zu diesen Themenbereichen berichtet sowie die aktuelle Lage des Konzerns erläutert.

In der ersten regulären Sitzung am 23. März 2022 befasste sich der Aufsichtsrat zunächst mit den Abschlüssen und dem Lagebericht der BayWa AG und des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie den Berichten über die durchgeführten Prüfungen sowohl des Jahres- und des Konzernabschlusses als auch des Nachhaltigkeitsberichts. Außerdem wurden die Vertragsangelegenheiten der Vorstandsmitglieder behandelt. In diesem Zusammenhang machte sich der Aufsichtsrat den Vorschlag der Bayerischen Raiffeisen-Beteiligungs-AG zu eigen und schlug Prof. Klaus Josef Lutz als Kandidat für die Wahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung 2023 vor. Sodann legte Prof. Klaus Josef Lutz sein Amt des Vorstandsvorsitzenden mit Wirkung zum 31. März 2023 nieder. Daraufhin bestellte der Aufsichtsrat Marcus Pöllinger mit Wirkung zum 1. April 2023 zum Vorstandsvorsitzenden. Der Aufsichtsrat fasste zudem den Beschluss, den Vergütungsbericht für Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorzulegen. Des Weiteren setzte der Aufsichtsrat die variablen Vergütungsbestandteile der Vorstandsmitglieder, entsprechend den jeweiligen Zielerreichungsgraden, für das Geschäftsjahr 2021 fest. Zudem beschloss er die Zielvereinbarungen der kurzfristigen variablen Vergütungsbestandteile der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2022 und legte die Zielgrößen der Langfristziele für die Geschäftsjahre 2022 bis 2024 neu fest. Im Übrigen wurde beschlossen, die Vergütung des Aufsichtsrats zu erhöhen und das entsprechende Vergütungssystem mit Wirkung zum 1. Juni 2022 der Hauptversammlung vorzulegen. Die Aufsichtsratswahl 2023 war ebenfalls Thema der Sitzung, samt des entsprechenden Berichts des Nominierungsausschusses. Weiter beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit den Ergebnissen der vorangegangenen Sitzungen des Kredit- und Investitionsausschusses, des Strategieausschusses, des Prüfungsausschusses und des Vorstandsausschusses. Gegenstand der Sitzung war zudem die Tagesordnung der Hauptversammlung 2022. Auch der Corporate-Governance-Bericht, die Erklärung zur Unternehmensführung und die Entsprechenserklärung waren Thema der Sitzung. Im Übrigen stimmte der Aufsichtsrat der Verlängerung der Amtszeit eines Mitglieds des Genossenschaftlichen Beirats zu. Schließlich legte das Aufsichtsratsmitglied Klaus Buchleitner sein Amt als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender mit Wirkung zum 31. März 2022 nieder. Daraufhin wählte der Aufsichtsrat Wolfgang Altmüller mit Wirkung zum 1. April 2022 als neuen weiteren stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden. Klaus Buchleitner bleibt weiterhin Aufsichtsratsmitglied.

In der Sitzung am 4. Mai 2022 waren der Quartalsabschluss für das erste Quartal 2022 sowie ein operativer Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2022 Thema für den Aufsichtsrat. Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Sitzung war die Vorstellung von ausgewählten Projekten, die im Geschäftsjahr 2022 verwirklicht werden sollten.

In der turnusmäßigen Sitzung am 3. August 2022 stand u. a. der Halbjahresabschluss 2022 auf der Agenda für den Aufsichtsrat. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat zudem über die Marktentwicklung im ersten Halbjahr 2022, die Entwicklung der einzelnen Segmente sowie über die aktuelle Risikosituation im Segment Agrar und das Projektgeschäft der BayWa r.e. AG. Zudem wurde das Projekt "Green-stone" behandelt. Auch die Geschlechterquote der ersten und zweiten Führungsebene war Thema der Sitzung. Im Übrigen stimmte der Aufsichtsrat der Verlängerung der Amtszeit von zwei Mitgliedern des Genossenschaftlichen Beirats zu. Schließlich fasste der Aufsichtsrat den Beschluss über die Erteilung der Zustimmung zu den Ausgabebedingungen für Belegschaftsaktien im Jahr 2022 im Rahmen des Genehmigten Kapitals 2020.

Eine Erhöhung des Grundkapitals und die entsprechende Satzungsänderung zur Ausgabe von Mitarbeiteraktien im Jahr 2022 aus dem Genehmigten Kapital 2020 wurden vom Aufsichtsrat im Umlaufverfahren beschlossen.

In der Sitzung am 9. November 2022 wurde die Geschäftsentwicklung im Konzern in den ersten drei Quartalen 2022 präsentiert und umfassend in den einzelnen Geschäftsbereichen erläutert sowie eingehend vom Aufsichtsrat mit dem Vorstand diskutiert. Strategische Themen im BayWa-Konzern bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Außerdem berief der Aufsichtsrat Dr. Marlen Wienert mit Wirkung zum 1. April 2023 in den Vorstand. Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat mit den Ergebnissen der vorangegangenen Sitzungen des Kredit- und Investitionsausschusses, des Strategieausschusses, des Prüfungsausschusses sowie des Vorstands- und Nominierungsausschusses. Der Aufsichtsrat stimmte der Verlängerung der Amtszeit von vier Mitgliedern des Genossenschaftlichen Beirats zu. Darüber hinaus beriet der Aufsichtsrat über die jährliche Entsprechenserklärung zum neuen Deutschen Corporate Governance Kodex 2022, die mit ein paar wenigen Anpassungen der vorherigen Erklärung angenommen wurde. Schließlich wurde der Aufsichtsrat über die Satzungsänderung aufgrund der Kapitalerhöhung aus dem Mitarbeiteraktienprogramm 2022 informiert.

In der ersten regulären Sitzung des Aufsichtsrats am 29. März 2023 waren zunächst die Abschlüsse und der Lagebericht der BayWa AG und des BayWa-Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie die Berichte über die durchgeführten Prüfungen sowohl des Jahres- und des Konzernabschlusses als auch des Nachhaltigkeitsberichts sowie die Vorbereitung der Hauptversammlung 2023 Gegenstand der Sitzung. Weiter besprach der Aufsichtsrat die Ergebnisse der vorangegangenen Sitzungen der Ausschüsse.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse eingerichtet und ihnen, soweit gesetzlich zulässig, Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats übertragen. Diese bereiten weiter Beschlüsse des Aufsichtsrats vor sowie Themen, die im Plenum zu behandeln sind.

Bis auf den Prüfungsausschuss hat der Aufsichtsratsvorsitzende in allen Ausschüssen den Vorsitz inne. Der Aufsichtsrat wurde in seinen Sitzungen stets über die Arbeit der Ausschüsse sowie deren Beschlüsse durch die Ausschussvorsitzenden informiert.

Dem Prüfungsausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel sowie die Aufsichtsratsmitglieder Wolfgang Altmüller, Klaus Buchleitner, Michael Kuffner, Wilhelm Oberhofer und Werner Waschbichler an.

Vorsitzender des Prüfungsausschusses ist Wolfgang Altmüller. Damit folgt die BayWa AG der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex, wonach der Aufsichtsratsvorsitzende den Vorsitz im Prüfungsausschuss nicht innehaben soll. Alle Mitglieder des Prüfungsausschusses verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Diese haben Wolfgang Altmüller, Klaus Buchleitner, Manfred Nüssel und Wilhelm Oberhofer aufgrund ihrer Tätigkeit außerhalb des Aufsichtsrats und Michael Kuffner und Werner Waschbichler durch ihre langjährige Tätigkeit im Aufsichtsrat erworben.

Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtsjahr zweimal turnusgemäß im März und November.

Er erörterte in seiner Sitzung am 22. März 2022 in Gegenwart des Abschlussprüfers sowie des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands den Jahres- und Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2021, den Lagebericht der BayWa AG und den Konzernlageberichtsowie die zugehörigen Prüfberichte. Es wurden die Empfehlungsbeschlüsse an den Aufsichtsrat gefasst, den Jahresabschluss und den Konzernabschluss 2021 festzustellen bzw. zu billigen sowie der Hauptversammlung die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) zur Wahl als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 vorzuschlagen. Weiter wurde die Arbeit von Corporate Finance & Accounting, Corporate Controlling, Risikomanagement und Internal Audit im Geschäftsjahr 2021 vorgestellt. Zudem wurde Wilhelm Oberhofer einstimmig zum stellvertretenden Prüfungsausschussvorsitzenden gewählt.

Gegenstand der regulären Sitzung am 8. November 2022 waren die Quartalszahlen des dritten Quartals 2022, die Erteilung der Prüfungsaufträge und die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte der Jahres- und der Konzernabschlussprüfung 2022 sowie des Prüfungshonorars, das Prüfergespräch mit PwC vom 29. September 2022 und der EMIR-Prüfbericht. Des Weiteren wurde die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers vorgelegt.

Außerhalb der Sitzungen tauschten sich die Aufsichtsratsmitglieder Altmüller, Oberhofer und Nüssel mit dem Abschlussprüfer zum Verlauf der Vorprüfung aus.

Dem Vorstandsausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel, Wolfgang Altmüller und Werner Waschbichler an. Der Vorstandsausschuss tagte im Berichtsjahr am 22. März und am 8. November.

In der Sitzung im März 2022 befasste sich der Vorstandsausschuss insbesondere mit seinen Empfehlungen an den Aufsichtsrat. In diesem Zusammenhang fasste der Ausschuss folgende Empfehlungsbeschlüsse an den Aufsichtsrat: Er empfahl die Abberufung des Vorstandsvorsitzenden Prof. Klaus Josef Lutz mit Wirkung zum 31. März 2023 und die Neubestellung von Marcus Pöllinger zum 1. April 2023.

Außerdem empfahl er, die Zielerreichungen der Vorstandsmitglieder bezüglich ihrer variablen Vergütungsbestandteile für das Geschäftsjahr 2021 festzusetzen. Im Übrigen schlug er vor, die neuen Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder betreffend ihrer kurzfristigen variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2022 zu beschließen und die Zielgrößen der Langfristziele für die Geschäftsjahre 2022 bis 2024 neu festzusetzen. Des Weiteren schlug er vor, die Vergütung des Aufsichtsrats zu erhöhen und das entsprechende Vergütungssystem der Hauptversammlung vorzulegen. Daneben genehmigte der Ausschuss die Mandate der Vorstandsmitglieder. Zudem befasste sich der Ausschuss mit dem Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022.

In der Sitzung am 8. November 2022 tagten Vorstands- und Nominierungsschuss gemeinsam und besprachen die Nachfolgeregelung im Vorstand. Die Ausschüsse fassten den einstimmigen Empfehlungsbeschluss an den Aufsichtsrat, Dr. Marlen Wienert zum 1. April 2023 in den Vorstand zu berufen.

Dem Strategieausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel sowie die Aufsichtsratsmitglieder Theo Bergmann, Michael Kuffner, Dr. Johann Lang, Wilhelm Oberhofer, Joachim Rukwied und Werner Waschbichler an. Auch der Strategieausschuss tagte im Berichtsjahr am 22. März und am 8. November.

In der Sitzung vom 22. März wurde der Ausschuss über laufende Projekte informiert, wobei Schwerpunkt der Sitzung der Verkauf des Gewächshauses in den Vereinigten Arabischen Emiraten war. Darüber hinaus bereitete der Ausschuss die Aufsichtsratssitzung am darauffolgenden Tag vor.

Am 8. November wurde über den geplanten Verkauf der Schradenbiogas GmbH & Co. KG berichtet. Zudem war die Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung am darauffolgenden Tag Gegenstand der Sitzung.

Dem Kredit- und Investitionsausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel sowie die Aufsichtsratsmitglieder Jürgen Hahnemann, Ingrid Halbritter, Monika Hohlmeier, Dr. Johann Lang, Bernhard Loy und Monique Surges an. Der Kredit- und Investitionsausschuss tagte im Berichtsjahr sowohl am 22. März als auch am 8. November 2022.

In den Sitzungen vom 22. März und 8. November beschäftigte sich der Ausschuss mit den Finanzierungen und den Investitionsetats für die Jahre 2021 bzw. 2022.

Dem Nominierungsausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel sowie die Aufsichtsratsmitglieder Dr. Johann Lang und Wilhelm Oberhofer an. Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtsjahr ebenfalls am 22. März und 8. November.

In der Sitzung im März 2022 teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel mit, dass er sich 2023 nicht mehr zur Wiederwahl stellen werde. Daraufhin schlug der Ausschuss dem Aufsichtsrat vor, sich den Vorschlag der Bayerischen Raiffeisen-Beteiligungs-AG zu eigen zu machen und Prof. Klaus Josef Lutz als Kandidat für die Wahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung 2023 vorzuschlagen. Zudem kündigte Klaus Buchleitner an, sein Amt als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender mit Wirkung zum 31. März 2022 zugunsten von Wolfgang Altmüller niederzulegen.

Wie bereits erwähnt, tagte in der Sitzung vom 8. November 2022 der Nominierungsschuss gemeinsam mit dem Vorstandsausschuss.

Dem Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel sowie die Aufsichtsratsmitglieder Monika Hohlmeier, Michael Kuffner und Werner Waschbichler an. Der Vermittlungsausschuss wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen.

Die Teilnehmerquote der Mitglieder in den Sitzungen des Aufsichtsrats lag bei 96,9 Prozent und seiner Ausschüsse bei 97,6 Prozent.

Aufgrund der besonderen Umstände der COVID-19-Pandemie fanden die Ausschusssitzungen im 22. März 2022 sowie die Aufsichtsratssitzungen vom 23. März, 4. Mai und 3. August 2022 als Präsenzsitzung mit der Möglichkeit der Teilnahme in virtueller Form statt. Die Ausschuss- und Aufsichtsratssitzungen vom 8. und 9. November 2022 wurden ausschließlich in Präsenz abgehalten.

Die Teilnahme der Mitglieder an den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Jahr 2022 wird im Folgenden in individualisierter Form offengelegt:

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Aufsichtsratssitzung Kredit- und Investitionsausschuss Strategieausschuss
Sitzungsanzahl/​ Teilnahme
in Prozent
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Manfred Nüssel Vorsitzender 4/​4 100 2/​2 100 2/​2 100
Klaus Buchleitner Stellvertretender Vorsitzender (bis 31.03.2022) 4/​4 100        
Werner Waschbichler Stellvertretender Vorsitzender 4/​4 100     2/​2 100
Wolfgang Altmüller Stellvertretender Vorsitzender (seit 01.04.2022) 3/​4 75        
Theo Bergmann 4/​4 100     2/​2 100
Andrea Busch 3/​4 75        
Thomas Gürlebeck 4/​4 100        
Jürgen Hahnemann 4/​4 100 2/​2 100    
Ingrid Halbritter 4/​4 100 2/​2 100    
Monika Hohlmeier 4/​4 100 2/​2 100    
Michael Kuffner 4/​4 100     2/​2 100
Dr. Johann Lang 4/​4 100 2/​2 100 2/​2 100
Bernhard Loy 4/​4 100 2/​2 100    
Wilhelm Oberhofer 4/​4 100     2/​2 100
Joachim Rukwied 4/​4 100     1/​2 50
Monique Surges 4/​4 100 2/​2 100    
    97   100   93
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Prüfungsausschuss Vorstandsausschuss Nominierungsausschuss
Sitzungsanzahl/​ Teilnahme
in Prozent
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Manfred Nüssel Vorsitzender 2/​2 100 2/​2 100 2/​2 100
Klaus Buchleitner Stellvertretender Vorsitzender (bis 31.03.2022) 2/​2 100        
Werner Waschbichler Stellvertretender Vorsitzender 2/​2 100 2/​2 100    
Wolfgang Altmüller Stellvertretender Vorsitzender (seit 01.04.2022) 2/​2 100 2/​2 100    
Theo Bergmann            
Andrea Busch            
Thomas Gürlebeck            
Jürgen Hahnemann            
Ingrid Halbritter            
Monika Hohlmeier            
Michael Kuffner 2/​2 100        
Dr. Johann Lang         2/​2 100
Bernhard Loy            
Wilhelm Oberhofer 2/​2 100     2/​2 100
Joachim Rukwied            
Monique Surges            
    100   100   100

Corporate Governance

In dem Bewusstsein, dass Corporate Governance einen wichtigen Beitrag zu einer transparenten und verantwortungsvollen Unternehmensführung leistet, beschäftigt sich der Aufsichtsrat fortlaufend mit entsprechenden Fragen. Weitergehende Informationen zur Corporate Governance sind der Erklärung zur Unternehmensführung zu entnehmen. Angaben zur Höhe und Struktur der Vergütung von Aufsichtsrat und Vorstand sind im Vergütungsbericht enthalten.

Zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022) beschlossen der Aufsichtsrat und der Vorstand in ihren Sitzungen vom 28. Oktober 2022 (Vorstand) und 9. November 2022 (Aufsichtsrat), dass den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der genannten Fassung mit Ausnahmen unverändert entsprochen wurde und wird.

Die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG findet sich in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB. Sie ist des Weiteren auf der Homepage der Gesellschaft unter www.baywa.com/​downloadcenter in der Kategorie Corporate Governance veröffentlicht.

Die Gesellschaft unterstützt die Mitglieder des Aufsichtsrats individuell bei Aus- und Fortbildungsveranstaltungen und bei der Amtseinführung. Weiter hat der Aufsichtsrat zur Fortbildung eine jährliche Klausur etabliert, in deren Rahmen z. B. aktuelle Änderungen von Gesetzgebung und Rechnungslegung sowie Strategie, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung angesprochen werden. Auch am 20. Januar 2023 fand eine solche Fortbildungsveranstaltung des Aufsichtsrats stand. Schwerpunkt der Fortbildung waren Fragen der Nachhaltigkeit.

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde kein Fall gemeldet.

Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts

Der Aufsichtsrat hat den Nachhaltigkeitsbericht 2022 in der Sitzung vom 29. März 2023 intensiv geprüft und in Gegenwart des Prüfers mit diesem und dem ebenfalls anwesenden Vorstand erörtert. Gegenstand der ausführlichen Erörterung war neben dem Nachhaltigkeitsbericht selbst auch der Bericht des Prüfers zum Nachhaltigkeitsbericht.

Die Prüfer kamen zu dem Schluss, dass auf Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise keine Sachverhalte bekannt geworden sind, welche die Prüfer zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste nichtfinanzielle Bericht der BayWa AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c in Verbindung mit §§ 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Kapitel "Strategie & Governance", Unterkapitel "EU-Taxonomie" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Der Prüfer gibt kein Prüfungsurteil zu den in dem zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen ab.

Das Prüfungsurteil bezieht sich nur auf die in der Übersicht des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts der BayWa AG aufgeführten Abschnitte und sonstigen Angaben. Das Prüfungsurteil bezieht sich nicht auf die anderen Abschnitte und sonstigen Angaben des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts und nicht auf Internetseiten des Unternehmens, auf die verwiesen wird.

Beide Berichte standen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor der Sitzung zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat sich dem Prüfungsurteil des Prüfers in der Sitzung vom 29. März 2023 angeschlossen und den Nachhaltigkeitsbericht 2022 zur Veröffentlichung freigegeben.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der Jahresabschluss der BayWa AG und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 sowie die zugehörigen Lageberichte wurden von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft; für beide wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand nach HGB aufgestellten Jahresabschluss der BayWa AG und Lagebericht sowie den gemäß den IFRS und den gemäß § 315e HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss und Konzernlagebericht der BayWa AG für das Geschäftsjahr 2022 in der Sitzung vom 29. März 2023 intensiv geprüft und in Gegenwart des Abschlussprüfers mit diesem und dem ebenfalls anwesenden Vorstand erörtert. Gegenstand der ausführlichen Erörterung waren auch die vom Prüfungsausschuss für das Berichtsjahr 2022 festgelegten Prüfungsschwerpunkte. Sämtliche Prüfungsberichte und Abschlussunterlagen standen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Abschlussprüfung in der Sitzung vom 29. März 2023 angeschlossen. Die Prüfungsberichte und Abschlussunterlagen wurden zuvor vom Prüfungsausschuss in seiner Sitzung vom 28. März 2023 intensiv behandelt. Der Prüfungsausschuss hat hierbei in Gegenwart des Abschlussprüfers in seiner Sitzung am 28. März 2023 den Jahres- und Konzernabschluss, den Lagebericht und Konzernlagebericht, die Prüfungsberichte sowie den Gewinnverwendungsvorschlag erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und den Aufsichtsrat waren keine Einwendungen gegen die Abschlüsse zu erheben. Der Aufsichtsrat hat daher am 29. März 2023 den Jahresabschluss der BayWa AG und den Konzernabschluss des BayWa-Konzerns gebilligt. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt.

Der Abschlussprüfer berichtete ferner in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 29. März 2023 darüber, dass keine wesentlichen Schwächen des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess vorlägen. Der Vorstand hat insoweit alle ihm obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen.

Den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns mit der Ausschüttung einer Dividende von 1,10 Euro pro Aktie sowie einer Sonderdividende von 0,10 Euro pro Aktie aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der BayWa AG hat der Aufsichtsrat geprüft und schließt sich ihm an.

Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand

Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine personellen Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen der BayWa AG und allen Konzerngesellschaften für ihre Arbeit.

 

München, 29. März 2023

Für den Aufsichtsrat

Manfred Nüssel, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate-Governance-Bericht

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB

Vorstand und Aufsichtsrat der BayWa AG berichten in dieser Erklärung gemäß § 289f HGB und Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Unternehmensführung. Die Erklärung ist auf der Internetseite des Unternehmens unter www.baywa.com im Bereich Corporate Governance dauerhaft zugänglich.

Vorstand und Aufsichtsrat der BayWa AG sind einer guten Corporate Governance verpflichtet. Eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung im Einklang mit guter und transparenter Corporate Governance trägt nach der Überzeugung von Vorstand und Aufsichtsrat dazu bei, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und das Vertrauen der Anleger, Finanzmärkte, Geschäftspartner, Mitarbeiter und der Öffentlichkeit zu fördern.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der BayWa AG haben am 9. November 2022 erklärt, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 28. April 2022 (bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022; nachfolgend "DCGK") mit den folgenden Abweichungen entsprochen wurde und wird. Die dieser Erklärung vorangegangene Erklärung hatten Vorstand und Aufsichtsrat der BayWa AG am 9. November 2021 abgegeben.

1 Empfehlung B.5

Entgegen den Empfehlungen in Ziffer B.5 sieht der Aufsichtsrat von der Festlegung einer Altersgrenze für Vorstandsmitglieder und damit der Angabe in der Erklärung zur Unternehmensführung ab. Die BayWa AG prüft laufend die Leistungsfähigkeit und Kompetenz ihrer Organmitglieder. Das Lebensalter sagt jedoch nichts über die Leistungsfähigkeit eines aktuellen oder potenziellen Organmitglieds aus. Daher hält die BayWa AG starre Altersgrenzen, die zudem die Flexibilität bei Personalentscheidungen und die Zahl möglicher Kandidaten einschränken, nicht für sinnvoll.

2 Empfehlung C.1 Satz 1, 4 und 5

Der Kodex empfiehlt in Ziffer C.1 Satz 1, die Benennung konkreter Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium zu erarbeiten. Nach Ziffer C.1 Satz 4 sollen Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung diese Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Ziffer C.1 Satz 5 empfiehlt, den Stand der Umsetzung in Form einer Qualifikationsmatrix in der Erklärung zur Unternehmensführung offenzulegen. Die BayWa AG sieht von einer konkreten Zielsetzung und der Erarbeitung eines Kompetenzprofils nebst Qualifikationsmatrix für das Gesamtgremium ab. Aus Sicht der BayWa AG ist die fachliche und durch Erfahrung erworbene Qualifikation der Aufsichtsratskandidaten maßgebliches Kriterium für die Übernahme eines Aufsichtsratsmandats und damit für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt.

3 Empfehlung C.2

Auch von der Festlegung einer Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und damit der Angabe in der Erklärung zur Unternehmensführung sieht die BayWa AG entgegen den Empfehlungen in Ziffer C.2 ab. Die BayWa AG prüft laufend die Leistungsfähigkeit und Kompetenz ihrer Organmitglieder. Das Lebensalter sagt nichts über die Leistungsfähigkeit eines aktuellen oder potenziellen Organmitglieds aus. Weiter soll der BayWa AG auch die Expertise von erfahrenen und bewährten Aufsichtsratsmitgliedern zur Verfügung stehen. Daher hält die BayWa AG starre Altersgrenzen nicht für sinnvoll.

4 Empfehlung C.4

Nach dieser Empfehlung soll ein Aufsichtsratsmitglied insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt. Im Aufsichtsrat der BayWa AG sind 2018 gewählte Aufsichtsräte vertreten, die den normierten Zielwert überschreiten. Die Gesellschaft möchte nicht auf die Kompetenz dieser Aufsichtsratsmitglieder verzichten.

5 Empfehlung C.10 Satz 1, 1. und 3. Alternative

Der Aufsichtsratsvorsitzende sowie der Vorsitzende des mit der Vorstandsvergütung befassten Ausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Nach Empfehlung C.7 Abs. 2 4. Spiegelstrich soll eine Unabhängigkeit nicht mehr vorliegen, wenn ein Aufsichtsrat mehr als 12 Jahre Mitglied des Gremiums ist.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der BayWa AG, der gleichzeitig der Vorsitzende des mit der Vorstandsvergütung befassten Ausschusses ist, ist seit mehr als 12 Jahren im Aufsichtsrat. Für die BayWa AG ist nicht nachvollziehbar, inwieweit die Zugehörigkeitsdauer isoliert betrachtet die Unabhängigkeit beeinflussen soll. Die BayWa AG steht Obergrenzen für die Dauer der Aufsichtsratstätigkeiten weiter grundsätzlich skeptisch gegenüber, der Gesellschaft soll die Expertise von erfahrenen und bewährten Aufsichtsratsmitgliedern zur Verfügung stehen.

6 Empfehlung D.6

Ziffer D.6 sieht ein regelmäßiges Tagen des Aufsichtsrats auch ohne den Vorstand vor. Die BayWa AG hält das Vorsehen von periodischen Abständen für ein Tagen des Aufsichtsrats ohne den Vorstand aus Gründen der Tagungseffizienz für nicht angebracht. Vielmehr behält der Aufsichtsrat die Regelung bei, entsprechend der Ziffer 3.6 Abs.2 DCGK 2017 weiter bei Bedarf ohne den Vorstand zu tagen.

7 Empfehlung G.7 Satz 1

Nach Empfehlung G.7 Satz 1 sollen sich die Leistungskriterien für alle variablen Vergütungsbestandteile der Vorstände vor allem an strategischen Zielsetzungen orientieren. Was unter strategischen Zielen im Gegensatz zu operativen Zielen verstanden wird, definiert der Kodex nicht. Letztlich ist aus Sicht der BayWa AG eine klare Abgrenzung auch gar nicht möglich. Klare strategische Ziele sind zudem oft nicht eindeutig bestimmbar und damit in hohem Maße wertungsoffen. Der Aufsichtsrat möchte sich bei der Festlegung der Ziele nicht einschränken lassen und unnötige Abgrenzungsdiskussionen vermeiden.

8 Empfehlung G.10

Nach Empfehlung G.10 sollen die dem Vorstandsmitglied gewährten langfristig variablen Vergütungsbeträge von ihm überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Über die langfristig variablen Gewährungsbeträge soll das Vorstandsmitglied erst nach vier Jahren verfügen können. Die BayWa AG sieht den Aktienkurs nicht als unmittelbaren Gradmesser einer auf nachhaltigen und langfristigen Leistungsentwicklung ausgerichteten Vergütungspolitik an. Der mit der Empfehlung verbundene Verwaltungsaufwand sowie die dem Vorstandsmitglied aufgebürdeten insiderrechtlichen Risiken machen diese Regelung impraktikabel. Alle Vorstandsmitglieder der BayWa AG erhalten langfristig variable Gewährungsbeträge über einen Zeitraum von drei Jahren ausbezahlt, die BayWa AG erachtet diesen Zeitraum als marktüblich und sachgerecht.

9 Empfehlung G.12

Im Falle der Beendigung eines Vorstandsvertrags soll laut Empfehlung G.12 die Auszahlung noch offener variabler Vergütungsbestandteile, die auf die Zeit bis zur Vertragsbeendigung entfallen, nach den ursprünglich vereinbarten Zielen und Vergleichsparametern und nach den im Vertrag festgelegten Fälligkeitszeitpunkten oder Haltedauern erfolgen. Mit Ausscheiden verliert ein Vorstandsmitglied die Möglichkeit, den Geschäftserfolg zu beeinflussen. Vorstand und Gesellschaft ist an einer zügigen Vertragsabwicklung gelegen. Die Vorstandsdienstverträge aller Vorstände erhalten Regelungen, wonach bei Ausscheiden des Vorstands das Guthaben komplett ausbezahlt oder Rückzahlungen komplett zu leisten sind. Aus Sicht der BayWa AG ist diese Regelung bei bestehenden Verträgen ausgewogen.

10 Empfehlung G.15

Sofern Vorstandsmitglieder konzerninterne Aufsichtsratsmandate wahrnehmen, soll nach Empfehlung G.15 die Vergütung angerechnet werden. Mit dem Festgehalt der Vorstände der BayWa AG sind grundsätzlich auch alle Tätigkeiten für mit der Gesellschaft verbundene Unternehmen abgegolten. Lediglich für einzelne, besonders aufwendige Mandate erhalten Vorstände zusätzliche Vergütungsleistungen.

 

München, 9. November 2022

BayWa Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Der Aufsichtsrat

Führungs- und Kontrollstruktur des Unternehmens

Vorstand und Aufsichtsrat

Als Unternehmen mit Sitz in München unterliegt die BayWa AG den Vorschriften des deutschen Rechts. Die Organe Vorstand und Aufsichtsrat bilden die duale Führungs- und Kontrollstruktur gemäß den Vorschriften des deutschen Aktienrechts. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen.

Aufgaben und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand der BayWa AG bestand zum 31. Dezember 2022 aus vier Mitgliedern. Er leitet das Unternehmen eigenverantwortlich im Unternehmensinteresse, entwickelt die strategische sowie auch nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Am 31. März 2023 scheidet der Vorstandsvorsitzende, Prof. Klaus Josef Lutz, aus der operativen Führung der BayWa AG nach 15 Jahren im Amt aus. Der Aufsichtsrat der BayWa AG hat zur Nachfolgeregelung am 23. März 2022 das Vorstandsmitglied Marcus Pöllinger als neuen Vorstandsvorsitzenden der BayWa AG sowie am 9. November 2022 Dr. Marlen Wienert als Mitglied des Vorstands ab 1. April 2023 bestellt.

Der Vorstand ist verantwortlich für die Jahres- und Mehrjahresplanung der Gesellschaft sowie für die Aufstellung der Zwischenberichte, Jahres- und Konzernabschlüsse. Er sorgt für die Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen sowie der unternehmensinternen Richtlinien und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Themen, u. a. der Strategie und Planung, des Geschäftsverlaufs, der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der Risikosituation, des Risikomanagements und der Compliance. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Für solche Entscheidungen sind zudem Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats vorgesehen. Der Vorstand sorgt für eine offene und transparente Unternehmenskommunikation.

Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Jedem Vorstandsmitglied sind im Geschäftsverteilungsplan bestimmte Aufgaben zur besonderen Bearbeitung zugewiesen. Bestimmte Entscheidungen, insbesondere solche, bei denen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich ist oder für die der Vorstand nach Gesetz oder Satzung zuständig ist, sind nach der Geschäftsordnung dem Gesamtvorstand vorbehalten. Ein Beschluss des Gesamtvorstands ist außerdem in Angelegenheiten herbeizuführen, die dem Vorstand durch den Vorstandsvorsitzenden oder ein Vorstandsmitglied zur Entscheidung vorgelegt werden.

Die Sitzungen des Vorstands finden in der Regel alle zwei Wochen, mindestens jedoch einmal im Monat statt. Sie werden vom Vorstandsvorsitzenden einberufen. Dieser setzt auch die Tagesordnung fest und leitet die Sitzungen. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder geladen sind und mindestens die Hälfte seiner Mitglieder, darunter der Vorsitzende, an der Beschlussfassung teilnimmt. Die Beschlüsse des Vorstands sind mit einfacher Stimmenmehrheit der abgegebenen Stimmen gültig. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorstandsvorsitzenden. Bei Mehrheitsbeschlüssen gegen den Vorstandsvorsitzenden steht diesem ein Vetorecht zu. Über eine etwaige Ausübung des Vetorechts ist der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich vom Vorstandsvorsitzenden zu informieren. Auf Anordnung des Vorstandsvorsitzenden können Beschlüsse auch außerhalb von Sitzungen durch Stimmabgabe in Textform, telefonisch oder elektronisch gefasst werden.

Die Vorstandsmitglieder unterliegen während ihrer Tätigkeit für die Gesellschaft einem umfassenden Wettbewerbsverbot. Sie sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet und dürfen bei ihren Entscheidungen keine persönlichen Interessen verfolgen, insbesondere nicht Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen. Sie dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des BayWa-Konzerns, nur mit Zustimmung des Vorstandsausschusses des Aufsichtsrats übernehmen.

Jedes Vorstandsmitglied ist verpflichtet, Interessenkonflikte unverzüglich offenzulegen.

Informationen über die Vorstände sowie Lebensläufe der Vorstandsmitglieder sind auf der Internetseite der Gesellschaft www.baywa.com unter Corporate Governance verfügbar. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist im Vergütungsbericht detailliert dargestellt. Auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG enthält Ausführungen zum Vorstand.

Aufgaben und Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der BayWa AG bestellt die Vorstandsmitglieder und berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Dem Aufsichtsrat gehören 16 Mitglieder an. Er ist gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz zu gleichen Teilen mit Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt. Die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat haben die Anzahl unabhängiger Mitglieder im Aufsichtsrat letztmals am 23. März 2022 überprüft und für angemessen befunden. Mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter sind unabhängig von der Gesellschaft und dessen Vorstand. Die Gesellschaft erachtet im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) mindestens die Aufsichtsratsmitglieder Wolfgang Altmüller (Vorsitzender des Prüfungsausschusses), Klaus Buchleitner, Monika Hohlmeier, Dr. Johann Lang, Wilhelm Oberhofer, Joachim Rukwied und Monique Surges als unabhängig. Lediglich der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Nüssel gehört dem Aufsichtsrat mehr als 12 Jahre an und ist damit nicht unabhängig im Sinne der Empfehlung C.7 DCGK. Für die BayWa AG ist nicht nachvollziehbar, inwieweit die Zugehörigkeitsdauer isoliert betrachtet die Unabhängigkeit beeinflussen soll und hat dies auch in der Entsprechenserklärung zum Ausdruck gebracht. Die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat haben weiter am 23. März 2023 einen Beschluss gefasst, wonach sie alle Vertreter der Anteilseigner als unabhängig ansehen (Empfehlung C.8 DCGK). Einen kontrollierenden Aktionär gibt es nicht.

Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat der BayWa AG. Die Amtszeit der derzeit im Amt befindlichen Aufsichtsratsmitglieder endet gemäß § 102 AktG mit Ablauf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung, voraussichtlich am 6. Juni 2023. Die Amtszeit aller neu zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer sowie der Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner im Aufsichtsrat beginnt somit voraussichtlich am 6. Juni 2023. Am 27. Oktober 2022 wurde durch den Hauptwahlvorstand der Wahlprozess für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats in Gang gesetzt. Die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer wird deshalb bis spätestens Mitte Mai 2023 durchgeführt.

Eine Geschäftsordnung regelt die Aufgaben des Aufsichtsrats, insbesondere die interne Organisation, die Tätigkeiten der Ausschüsse und die Zustimmungserfordernisse des Gremiums bei Vorstandsentscheidungen. Die Geschäftsordnung ist auf der Internetseite der Gesellschaft www.baywa.com unter Corporate Governance veröffentlicht. Sitzungen des Aufsichtsrats finden mindestens einmal im Quartal statt, darüber hinaus, so oft eine geschäftliche Veranlassung dazu vorliegt. Die Einberufung der Sitzungen erfolgt durch den Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung durch den stellvertretenden Vorsitzenden.

Der Aufsichtsrat ist außerdem einzuberufen, wenn eines seiner Mitglieder oder der Vorstand dies unter Angabe von Gründen beantragen. Der Aufsichtsrat ist nur beschlussfähig, wenn acht Mitglieder - unter ihnen der Vorsitzende - oder zwölf Mitglieder an der Sitzung und an der Beschlussfassung teilnehmen. Schriftliche, telegrafische, fernmündliche, elektronische oder per Telefax erfolgende Beschlussfassungen des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses sind zulässig, wenn der Vorsitzende des Aufsichtsrats bzw. bei Beschlussfassung eines Ausschusses der Ausschussvorsitzende oder im Verhinderungsfall ein Stellvertreter dies anordnet. Entscheidungen bedürfen grundsätzlich der einfachen Mehrheit. Bei Stimmengleichheit hat der Aufsichtsratsvorsitzende in einer zweiten Abstimmung bei erneuter Stimmengleichheit ein zweifaches Stimmrecht.

Der Aufsichtsrat tagt ohne die Vorstandsmitglieder, soweit dies für eine unabhängige Beratung und Entscheidungsfindung erforderlich ist.

Zur regelmäßigen Überprüfung, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen, besteht ein standardisiertes Verfahren. Mindestens alle zwei Jahre wird unter Einbeziehung des Aufsichtsratsvorsitzenden, Rechts- und gegebenenfalls Personalberatern ein Fragebogen erarbeitet, der zunächst ausgewertet und dessen Ergebnis in einer Aufsichtsratssitzung detailliert besprochen wird, oder ein Fragenkatalog erstellt, der direkt in einer Aufsichtsratssitzung detailliert diskutiert wird. Etwaige Maßnahmen werden im Rahmen dieser Aufsichtsratssitzung beschlossen, grundsätzlichen Veränderungsbedarf haben die Beurteilungen bisher nicht gezeigt. Einzelne Anregungen werden auch unterjährig aufgegriffen und umgesetzt. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der Beurteilungen eine professionelle und konstruktive Zusammenarbeit und effiziente Sitzungsorganisation und -durchführung innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand.

Die BayWa AG hat für die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung abgeschlossen, die das persönliche Haftungsrisiko für den Fall abdeckt, dass die Organmitglieder bei Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Ein Selbstbehalt für Aufsichtsratsmitglieder ist bislang nicht vorgesehen. Die BayWa AG sieht einen angemessenen Selbstbehalt bei der D & O-Versicherung der Vorstandsmitglieder vor.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der BayWa AG hat sechs fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet, um die Effizienz seiner Arbeit zu steigern. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichten regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit der Ausschüsse. Die genaue Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse ist auch dem Bericht des Aufsichtsrats zu entnehmen.

Der Prüfungsausschuss (Audit Committee) befasst sich vor allem mit den Vorlagen des Abschlussprüfers hinsichtlich der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und bereitet deren Billigung durch den Aufsichtsrat vor. Außerdem überwacht der Ausschuss den Rechnungslegungsprozess, die Abschlussprüfung und die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems sowie des internen Verfahrens für Geschäfte mit nahestehenden Personen (Related Party Transactions). Er prüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, vereinbart die Prüfungsschwerpunkte mit dem Abschlussprüfer und trifft Honorarvereinbarungen mit diesem. Zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 hat die Hauptversammlung am 24. Mai 2022 die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, bestellt. Dem Ausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende, drei Vertreter der Anteilseigner sowie zwei Vertreter der Arbeitnehmer an. Dies sind Wolfgang Altmüller (Ausschussvorsitzender), Klaus Buchleitner, Michael Kuffner, Manfred Nüssel, Wilhelm Oberhofer und Werner Waschbichler.

Alle Mitglieder des Prüfungsausschusses verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Diese haben Wolfgang Altmüller, Klaus Buchleitner, Manfred Nüssel und Wilhelm Oberhofer aufgrund ihrer Tätigkeit außerhalb des Aufsichtsrats und Michael Kuffner und Werner Waschbichler durch ihre langjährige Tätigkeit im Aufsichtsrat erworben. Empfehlung D.3 DCGK erfüllend, benennt die Gesellschaft Wolfgang Altmüller als Mitglied mit besonderer Kenntnis im Bereich der Abschlussprüfung und Wilhelm Oberhofer mit besonderer Kenntnis im Bereich der Rechnungslegung. Wolfgang Altmüller ist Diplom-Betriebswirt (FH) mit einer zusätzlichen Ausbildung als Verbandsprüfer. Er war im Rahmen seines beruflichen Werdegangs mehrere Jahre als ausgebildeter Verbandsprüfer mit der Prüfung u. a. von Jahresabschlüssen befasst. Weiter ist er seit vielen Jahren als Vorstandsvorsitzender der VR meine Raiffeisenbank eG bzw. meine Volksbank Raiffeisenbank eG tätig und bringt daher besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Abschlussprüfungen, Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung, mit.

Wilhelm Oberhofer ist Verbandsprüfer und Steuerberater und verfügt somit über besondere Expertise im Bereich der Rechnungslegung. Als langjähriges Mitglied des Vorstands der Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu eG verantwortet er dort nicht nur die Innenrevision, sondern bringt insgesamt besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen, interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung, sowie Abschlussprüfung mit.

Der Vorstandsausschuss befasst sich mit Personalangelegenheiten der Vorstandsmitglieder, wie der Ausgestaltung der Vorstandsverträge, und der Genehmigung von Nebentätigkeiten. Für die Festlegung der individuellen Vorstandsvergütung und kurz- und langfristigen Ziele der Vorstände ist der Vorstandsausschuss vorbereitend tätig. Der Ausschuss überprüft regelmäßig die Vertragsdauer der Verträge und bereitet gegebenenfalls Vertragsverlängerungen und Vertragsänderungen vor. Mit dem Vorstandsvorsitzenden stimmt sich der Ausschuss regelmäßig, mindestens jedoch einmal im Jahr, zu Fragen der Nachfolgeplanung ab. Dem Ausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende sowie ein Vertreter der Anteilseigner und ein Vertreter der Arbeitnehmer an. Dies sind Manfred Nüssel (Ausschussvorsitzender), Wolfgang Altmüller und Werner Waschbichler.

Der Strategieausschuss widmet sich der Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen. Zudem verfolgt und überwacht der Ausschuss die strategische Ausrichtung des Unternehmens sowie die Umsetzung aktueller Unternehmensprojekte. Ihm gehören der Aufsichtsratsvorsitzende, drei Vertreter der Anteilseigner sowie drei Vertreter der Arbeitnehmer an. Dies sind Manfred Nüssel (Ausschussvorsitzender), Theo Bergmann, Michael Kuffner, Dr. Johann Lang, Wilhelm Oberhofer, Joachim Rukwied und Werner Waschbichler.

Der Kredit- und Investitionsausschuss beschäftigt sich mit den vom Aufsichtsrat zu genehmigenden Finanzierungsmaßnahmen und überwacht die Investitionstätigkeit. Er besteht aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden, drei Vertretern der Anteilseigner und drei Vertretern der Arbeitnehmer. Dies sind Manfred Nüssel (Ausschussvorsitzender), Ingrid Halbritter, Jürgen Hahnemann, Monika Hohlmeier, Dr. Johann Lang, Bernhard Loy und Monique Surges.

Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, die Vorschläge des Aufsichtsrats für die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner durch die Hauptversammlung vorzubereiten. Er besteht aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden und zwei Vertretern der Anteilseigner. Dies sind Manfred Nüssel (Ausschussvorsitzender), Dr. Johann Lang und Wilhelm Oberhofer.

Der gesetzlich vorgeschriebene Vermittlungsausschuss tritt nach dem Mitbestimmungsgesetz nur zusammen, wenn bei der Abstimmung über die Bestellung oder Abberufung eines Vorstandsmitglieds im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Er setzt sich zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden, einem weiteren Vertreter der Anteilseigner sowie zwei Vertretern der Arbeitnehmer. Dies sind Manfred Nüssel (Ausschussvorsitzender), Monika Hohlmeier, Michael Kuffner und Werner Waschbichler.

Die Arbeitsweise der Ausschüsse ist in der Satzung und in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Der Aufsichtsrat kann darüber hinaus aus seiner Mitte auch ein Mitglied oder mehrere Mitglieder mit besonderen Kontrollaufgaben betrauen.

Weitere Informationen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2022 befinden sich im Bericht des Aufsichtsrats.

Informationen über die Aufsichtsräte sowie Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder sind weiter auf der Internetseite der Gesellschaft www.baywa.com unter Corporate Governance verfügbar. In den Lebensläufen ist auch die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat offengelegt und es werden weitere Mandate genannt. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist im Vergütungsbericht detailliert dargestellt. Auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG enthält Ausführungen zum Aufsichtsrat.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Organisation und Durchführung der jährlichen Hauptversammlung der BayWa AG erfolgt mit dem Ziel, sämtliche Aktionäre vor und während der Veranstaltung schnell und umfassend zu informieren. Zur Teilnahme sind alle Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und die sich fristgerecht angemeldet haben. Die BayWa AG bietet ihren Aktionären die Möglichkeit, ihre Stimme nach Maßgabe ihrer persönlichen Weisungen durch von der Gesellschaft benannte Stimmrechtsvertreter ausüben zu lassen. Die Hauptversammlung beschließt u. a. über die Gewinnverwendung, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden mit Ausnahme der Ausnutzung eines genehmigten Kapitals durch die Verwaltung ausschließlich von der Hauptversammlung beschlossen. Das Grundkapital der BayWa AG teilt sich auf in vinkulierte Namensaktien (rund 97 Prozent) und Namensaktien (rund 3 Prozent). Formal besteht bei der vinkulierten Namensaktie ein Zustimmungserfordernis des Vorstands bei der Übertragung der Aktie. Diese Zustimmung wurde in der Vergangenheit jedoch nie verwehrt. Jede Aktie der BayWa AG besitzt das gleiche Stimmrecht und vermittelt den gleichen Dividendenanspruch. Das Prinzip "one share, one vote, one dividend" wird damit befolgt.

Wertpapiergeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und ihnen nahestehende Personen sind verpflichtet, den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der BayWa AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte, die sie innerhalb eines Kalenderjahrs getätigt haben, die Summe von 20.000 Euro erreicht oder übersteigt. Das gilt auch für bestimmte Mitarbeiter mit Führungsaufgaben (z. B. Generalbevollmächtigte).

Offenzulegende Geschäfte sind auf der Internetseite der Gesellschaft www.baywa.com unter Corporate Governance veröffentlicht, 2022 hatten keine Mitteilungen zu erfolgen.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Die Mitglieder des Vorstands sind nach dessen Geschäftsordnung verpflichtet, Interessenkonflikte unverzüglich offenzulegen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten oder Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen.

Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats

Im Hinblick auf die Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 wird auf den Vergütungsbericht verwiesen, der auf der Homepage der Gesellschaft unter www.baywa.com/​konzern/​corporate-governance/​corporate-governance zu finden ist.

Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Die BayWa AG ist eine börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Aktiengesellschaft. Nach § 96 Abs. 2 S. 1 AktG setzt sich bei börsennotierten Gesellschaften, für die das Mitbestimmungsgesetz gilt, der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammen. Der Aufsichtsrat strebt einvernehmlich die Getrennterfüllung der Geschlechterquote durch Anteilseignervertreter und Arbeitnehmervertreter an. Dementsprechend hat die Seite der Anteilseignervertreter der Gesamterfüllung aufgrund eines einstimmig gefassten Beschlusses gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden gemäß § 96 Abs. 2 S. 3 AktG am 30. März 2016 widersprochen. Da der Aufsichtsrat sich gemäß § 13 der Satzung und nach § 96 Abs. 1 AktG in Verbindung mit § 7 Abs. 1 S. 1 Ziffer 2 MitbestG aus je acht Mitgliedern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zusammensetzt, ist der Aufsichtsrat daher sowohl auf der Seite der Anteilseigner als auch auf der Seite der Arbeitnehmer jeweils mit mindestens zwei Frauen und mindestens zwei Männern zu besetzen, um das Mindestanteilsgebot nach § 96 Abs. 2 S. 1 AktG von 30 Prozent zu erfüllen. Seit der Hauptversammlung vom 5. Juni 2018 gehören dem Aufsichtsrat insgesamt vier weibliche Mitglieder an, davon zwei Mitglieder auf der Seite der Anteilseigner und zwei Mitglieder auf der Seite der Arbeitnehmer. Das Mindestanteilsgebot von 30 Prozent wird daher durch Anteilseignervertreter und Arbeitnehmervertreter erfüllt.

In der Sitzung am 2. August 2017 hat der Aufsichtsrat der BayWa AG eine Überprüfung der gesetzlichen Forderung, eine Zielgröße für eine Geschlechterquote für den Vorstand festzulegen durchgeführt. Der Aufsichtsrat hat hierbei als Zielgröße für Frauen im Vorstand null Prozent bis 30. Juni 2022 festgelegt. Eine Veränderung innerhalb des bestehenden Vorstands war zum damaligen Zeitpunkt nicht geplant, ebenso wenig wie die Schaffung eines neuen Vorstandsreferats.

Mit dem dann am 12. August 2021 in Kraft getretenen Zweiten Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) ist das Beteiligungsgebot im Vorstand einer börsennotierten AG auch für die BayWa AG seit August 2022 umzusetzen. Bei der Neubestellung eines Vorstandsmitglieds muss nach der neuen Regelung und Anwendung von § 76 Abs. 3a AktG mindestens eine Frau und mindestens ein Mann Mitglied des Vorstands sein, wenn der Vorstand aus mehr als drei Personen besteht.

Mit Beschluss vom 9. November 2022 bestellte der Aufsichtsrat zum 1. April 2023 Dr. Marlen Wienert in den Vorstand der BayWa AG, der dann aus drei Männern und einer Frau bestehen wird.

Zum Stichtag 30. Juni 2022 lag der weibliche Anteil der Führungskräfte in der BayWa AG auf der Führungsebene 1 bei 23,3 Prozent (= 7 weibliche Führungskräfte) und auf der Führungsebene 2 bei 22,3 Prozent (= 23 weibliche Führungskräfte). Die BayWa AG hat somit die sich selbst auferlegten Ziele aus dem Vorstandsbeschluss vom 27. Juni 2017 zur Erreichung einer Frauenquote für die Führungsebene 1 und 2 von jeweils 22 Prozent eingehalten bzw. übertroffen. Der Vorstand der BayWa AG hat sich daraufhin am 27. Juli 2022 als Zielgröße für Frauen in der Führungsebene 1 eine Quote von 24 Prozent sowie in der Führungsebene 2 eine Quote von 23,5 Prozent gegeben, die bis zum 30. Juni 2027 erreicht werden sollen.

Diversitätskonzept

Die BayWa AG hat sich im Jahr 2020 eine Inclusion & Diversity-Richtlinie gegeben, die auch für den Vorstand und Aufsichtsrat gilt. Ein nur auf Aufsichtsrat und Vorstand ausgerichtetes, detailliertes Diversitätskonzept verfolgt die BayWa AG nicht. Starre Kriterien, Quoten oder Kompetenzprofile, welche die Flexibilität bei Personalentscheidungen und die Zahl möglicher Kandidaten einschränken, hält die BayWa AG bei Aufsichtsrat und Vorstand nicht für sinnvoll, sondern stellt die fachliche Qualifikation und Erfahrung in den Vordergrund. Bei Vorschlägen für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und Vorstands berücksichtigt die BayWa AG jedoch durchaus Alter, Geschlecht, kulturelle Herkunft, Bildungs- oder Berufshintergrund bei der Wahl potenzieller Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat und strebt eine möglichst vielfältige Zusammensetzung an. Wie ausgeführt, sind für aktuelle und potenzielle Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat für die BayWa AG hierbei die durch Bildung oder Beruf erworbene fachliche Qualifikation und Erfahrung maßgebliche Kriterien. Bei Vorliegen dieser Kriterien wird eine möglichst große Vielfalt in Bezug auf weitere Faktoren wie Alter und Geschlecht angestrebt.

Weitere Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Der Code of Conduct der BayWa AG bildet das Wertesystem der BayWa AG und hat als verbindlicher Kodex konzernweit Gültigkeit für alle Mitarbeiter. Der Code of Conduct wurde im Jahr 2021 aktualisiert und ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.baywa.com öffentlich zugänglich. Darüber hinaus besteht ein internes Kontrollsystem zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien sowie zur Vermeidung geschäftsschädigender Handlungen (Compliance), welches die Prävention, Überwachung und Intervention umfasst. Bei nicht gesetzeskonformen Vorgängen im Unternehmen oder Missständen in der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und Firmen haben Mitarbeiter die Möglichkeit, sich an den Vertrauensanwalt der BayWa AG zu wenden oder - ebenso wie Dritte - ein anonymes Hinweisgebersystem zu nutzen.

Um Regelverstöße gegen das Insiderhandelsverbot nach Artikel 14 Marktmissbrauchsverordnung zu vermeiden, werden von der BayWa AG alle nach den gesetzlichen Regelungen als Insider anzusehende Personen in geeigneter Weise über die relevanten gesetzlichen Bestimmungen für den Handel mit Aktien des Unternehmens belehrt und gleichzeitig schriftlich aufgefordert, schriftlich zu bestätigen, dass sie über die relevanten gesetzlichen Bestimmungen für den Handel mit Aktien des Unternehmens informiert wurden. In den Vorschriften entsprechenden Insiderlisten werden diejenigen konzernangehörigen Personen und externen Dienstleister aufgenommen, die aufgrund ihrer Tätigkeit und Befugnisse bestimmungsgemäß Zugang zu Insiderinformationen haben. Der Leiter der des Bereichs Corporate Legal Projects überwacht als Insiderbeauftragter die ordnungsgemäße Führung der Insiderlisten.

Sonstige Aspekte guter Corporate Governance

Kommunikation und Transparenz

Die BayWa AG informiert regelmäßig und zeitnah über die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Um einen kontinuierlichen Informationsaustausch mit dem Kapitalmarkt zu gewährleisten, finden im Rahmen der Investor-Relations-Arbeit regelmäßig Veranstaltungen des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands mit Analysten und institutionellen Anlegern in Form von

Roadshows und Einzelgesprächen statt. Zu den Geschäftsergebnissen werden auf Quartalsbasis Pressekonferenzen abgehalten bzw. Presseinformationen herausgegeben sowie Conference Calls mit Analysten durchgeführt. Die Veröffentlichung des Jahresergebnisses erfolgt im Rahmen einer Bilanz-Pressekonferenz und eines Analystentreffens. Den Aktionären werden sämtliche neuen Informationen, die Finanzanalysten und vergleichbaren Adressaten im Rahmen der beschriebenen Öffentlichkeitsarbeit mitgeteilt worden sind, unverzüglich zur Verfügung gestellt. Sämtliche Präsentationen und Pressemitteilungen hierzu werden zeitnah auf den Internetseiten der BayWa AG im Bereich Investor Relations veröffentlicht. Die BayWa AG legt äußersten Wert darauf, dass alle Aktionäre in Bezug auf Informationen gleichbehandelt werden.

Die Termine der wesentlichen wiederkehrenden Veröffentlichungen (u. a. Konzernfinanzbericht) und der Termin der Hauptversammlung sind im Finanzkalender mit ausreichendem Zeitvorlauf veröffentlicht. Über aktuelle Entwicklungen wird in Form von Pressemitteilungen und - soweit erforderlich - durch Ad-hoc-Mitteilungen berichtet. Sämtliche Informationen werden auch auf der Internetseite www.baywa.com unter Investor Relations bereitgestellt.

Verantwortungsvolles Handeln und Risikomanagement

Ziel des Risikomanagements der BayWa AG ist es, Risiken des unternehmerischen Handelns frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Das Risikomanagement ist dabei ein integraler Bestandteil der Planungs- und Steuerungsprozesse im Unternehmen. Das interne Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystem wird vom Vorstand kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem für den Rechnungslegungsprozess wird vom Abschlussprüfer in Teilbereichen geprüft. Nähere Ausführungen zur Struktur und zu den Prozessen des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess finden sich im Konzernlagebericht.

 

München, 27. März 2023

BayWa Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Prof. Klaus Josef Lutz

Andreas Helber

Marcus Pöllinger

Reinhard Wolf