Rolls-Royce Power Systems AG

Friedrichshafen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2020

der Rolls-Royce Power Systems AG

ÜBERWACHUNGS- UND BERATUNGSTÄTIGKEIT DES AUFSICHTSRATS .

Der Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2020 in vollem Umfang wahrgenommen. Dabei hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten sowie seine Geschäftsführung kontinuierlich überwacht und konnte sich so von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig in schriftlicher sowie mündlicher Form umfassend über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse und Maßnahmen unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat des Weiteren regelmäßig schriftliche Berichte über die Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage erhalten. In den Ausschüssen und im Aufsichtsrat sind alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher oder mündlicher Vorstandsberichte erörtert worden. Soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlich war, hat der Aufsichtsrat seine Beschlüsse dazu gefasst, insbesondere zu Investitionsvorhaben und M&A-Transaktionen.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig in seinen Berichten zur Markeinschätzung und Geschäftsentwicklung über alle maßgeblichen wirtschaftlichen Entwicklungen des Konzerns und der Geschäftsfelder. Er unterrichtete den Aufsichtsrat im Berichtsjahr auch fortlaufend über alle grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der aktuellen Finanz- und Investitionslage sowie der Personalplanung

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Gremiensitzungen in regelmäßigem und engem Kontakt mit dem Vorstand und informierte sich über wesentliche Entwicklungen im Unternehmen. Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter berieten in getrennten Gesprächen vor den Plenarsitzungen die Themen der jeweiligen Tagesordnung. Bei den Gesprächen der Arbeitnehmervertreter hat auch der Vorstand teilgenommen. Die Arbeit im Aufsichtsrat war von einem offenen und intensiven Austausch geprägt. Die Aufsichtsratsmitglieder bereiteten sich stets anhand von Unterlagen, die der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hatte, auf die anstehenden Sitzungen und Beschlussfassungen vor.

SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM PLENUM.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden insgesamt vier ordentliche Sitzungen und vier außerordentliche Sitzungen abgehalten. Zusätzlich wurden Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst. Die Sitzungsteilnahme war auf einem sehr hohen Niveau.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen waren zunächst die Regelberichterstattungen über die Arbeit in den Ausschüssen, zur Markteinschätzung und Geschäftsentwicklung sowie zum Risikomanagement. Zusätzlich wurde im Laufe des Jahres der Bericht zu Qualität und HS&E in die Regelberichterstattung aufgenommen.

Der Vorstand berichtete zudem regelmäßig über die Konzernstrategie RRPS 2030, wobei die aktuellen Erfolge sowie Herausforderungen zur Zielerreichung dargestellt und diskutiert wurden. In diesem Zusammenhang wurden organisatorische Veränderungen im Rahmen des Programms "Empower 2030" vorgestellt und mit dem Aufsichtsrat erörtert.

Der Aufsichtsrat befasste sich gerade auch in eigens hierfür anberaumten außerordentlichen Sitzungen intensiv mit der Geschäftsentwicklung und der Budgetplanung. Auch die Personalplanung wurde wiederholt mit dem Vorstand erörtert.

Des Weiteren verfolgte der Aufsichtsrat kontinuierlich die Ergebnisse der Untersuchungen möglicher Compliance-Verstöße und deren Konsequenzen, worüber der Prüfungsausschuss in den ordentlichen Sitzungen umfassend berichtete.

Im Geschäftsjahr 2020 befasste sich der Aufsichtsrat mit zahlreichen durch den Vorstand zur Zustimmung vorgelegten Investitionsvorhaben. Darunter fielen Investitionen zur Stärkung der Cyber Security als auch M&A-Investitionen wie die Akquisition der Kinolt-Gruppe.

ARBEIT IN DEN AUSSCHÜSSEN.

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat drei Ausschüsse (Präsidialausschuss, Prüfungsausschuss und Vermittlungsausschuss) gebildet. Die Ausschüsse bereiteten Themengebiete zur Diskussion im Plenum und zur Beschlussfassung des Aufsichtsrats vor. Im gesetzlichen Rahmen hat der Aufsichtsrat in geeigneten Fällen Beschlusszuständigkeiten des Aufsichtsrats auf einzelne Ausschüsse übertragen.

PRÄSIDIALAUSSCHUSS.

Der Präsidialausschuss trat im Berichtsjahr 2020 zu insgesamt drei ordentlichen Sitzungen und acht außerordentlichen Sitzungen zusammen. Er beschäftigte sich u. a. mit der Zielerreichung der Vorstände für 2019 sowie der Zielvereinbarung der Vorstände für das Berichtsjahr 2020. Daneben befasste sich der Präsidialausschuss mit der Geschäftsverteilung zwischen den Vorstandsmitgliedern und bereitete die Auswertung der Effizienzprüfung des Aufsichtsrates auf. Weiterer Schwerpunkt war die engmaschige Überprüfung der Geschäftsentwicklung anhand wöchentlicher Vorstandsberichte ab dem dritten Jahresquartal.

PRÜFUNGSAUSSCHUSS.

Der Prüfungsausschuss hielt im Jahr 2020 insgesamt vier ordentliche Sitzungen ab. Der Prüfungsausschuss befasste sich damit, den Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung bezüglich der Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020 vorzubereiten (PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Stuttgart). Er befasste sich insbesondere mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, mit der Erörterung des zusammengefassten Lageberichts und der prüferischen Durchsicht des zum Halbjahr erstellten Berichtspakets für das Geschäftsjahr 2020. Die Rechnungslegung und Risikoüberwachung sowie die Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer wurden ebenfalls erörtert. Der Prüfungsausschuss überwachte entsprechend den gesetzlichen Anforderungen den Prozess der Rechnungslegung sowie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems.

Ein weiterer Schwerpunkt in den Sitzungen des Prüfungsausschusses war die Behandlung möglicher Compliance-Verstöße innerhalb der Rolls-Royce Power Systems-Gruppe. Ebenso wurden die Qualitätssicherung der Konzernrevision sowie die Umsetzung der Weiterentwicklungen des bestehenden Compliance Management Systems behandelt.

Daneben ließ sich der Prüfungsausschuss regelmäßig über den aktuellen Stand und die Planungen hinsichtlich Cyber-Security berichten und diskutierte ein entsprechendes Investitionsvorhaben zur Etablierung und Verbesserung der Cyber-Security im Unternehmen.

VERMITTLUNGSAUSSCHUSS.

Sitzungen des Vermittlungsausschusses gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 nicht erforderlich.

INTERESSENKONFLIKTE.

Im Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen gewesen wären und über die die Hauptversammlung hätte informiert werden müssen.

VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT.

Auf der Seite der Arbeitnehmervertreter sind im Berichtsjahr Herr Roman Zitzelsberger (bis 31. Januar 2020) sowie Herr Dr. Andreas Kunz (bis 25. Mai 2020) als Mitglieder ausgeschieden. Als neues Aufsichtsratsmitglied wurde Herr Sebastian Fay (ab 11. März 2020) gerichtlich bestellt. Für Herrn Dr. Kunz rückte Herr Bernd Baader (ab 25. Mai 2020) als gewähltes Ersatzmitglied nach.

VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND.

Herr Dr. Otto Preiss ergänzt seit dem 1. Mai 2020 den Vorstand als COO.

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS 2019.

Die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfte den Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts für die Rolls-Royce Power Systems AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2020 und erteilte uneingeschränkte Bestätigungsvermerke.

Der Aufsichtsrat befasste sich in seiner Bilanzsitzung am 26. März 2021 eingehend mit dem Jahresabschluss, dem Konzernabschluss und dem zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 sowie mit dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen jedem Aufsichtsratsmitglied vor. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorbereitend in der Sitzung am 19. März 2021 mit den Abschlüssen und dem zusammengefassten Lagebericht und brachte das Ergebnis der Diskussion in die Aufsichtsratssitzung ein. Der Abschlussprüfer nahm an den Sitzungen des Prüfungsausschusses und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und über besonders wichtige Prüfsachverhalte. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht eingehend geprüft, sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat billigte mit Beschluss vom 26. März 2021 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts. Damit war der Jahresabschluss festgestellt. Anschließend beschloss der Aufsichtsrat. sich dem Vorschlag des Vorstands zu Verwendung des Bilanzgewinns anzuschließen.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im In- und Ausland sowie den Mitgliedern des Vorstands für ihr Engagement im Geschäftsjahr 2020.

 

Friedrichshafen, 26. März 2021

Für den Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG

Axel Arendt, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Konzernlagebericht und Lagebericht

der Rolls-Royce Power Systems AG

(zusammengefasster Lagebericht)

In diesem Bericht können durch Rundung Differenzen zwischen den Einzelwerten und den daraus resultierenden Summen auftreten.

Grundlagen des Konzerns

Historie des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns

Die Geschichte des heutigen Rolls-Royce Power Systems-Konzerns (im Folgenden: RRPS-Konzern) reicht über ein Jahrhundert zurück. Ursprung des Konzerns ist die Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH, die am 23. März 1909 von Wilhelm und Karl Maybach sowie Graf Ferdinand von Zeppelin gegründet wurde. Gegenstand des Unternehmens war zunächst die Entwicklung und Produktion von Motoren für die Luftschiffe der Zeppelin-Werke. Im Jahr 1918 firmierte das Unternehmen in Maybach-Motorenbau GmbH um. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs widmete sich das Unternehmen kurzzeitig dem Automobilbau sowie der Herstellung von Hochleistungsdieselmotoren und legte damit die Basis für den heutigen Dieselmotorenbau. Im Jahr 1969 gründeten die Daimler-Benz AG (über die Maybach Mercedes-Benz GmbH) und die MAN AG (über die MAN Turbo GmbH) als Zusammenlegung der Triebwerks- und Dieselaktivitäten die MTU Friedrichshafen GmbH (für »Motoren- und Turbinen-Union«). Bis zum Jahr 2006 hatte sich der Konzern mit seiner Muttergesellschaft MTU Friedrichshafen GmbH zu einem wesentlichen Bestandteil der Off-Highway-Aktivitäten des damaligen Daimler-Chrysler-Konzerns entwickelt. 2006 wurde der Konzern an einen Finanzinvestor verkauft. Das Unternehmen wurde unter der neu gegründeten Dachgesellschaft Tognum AG gebündelt, die ab 2007 an der Börse (M-Dax) notierte. 2011 wurde das Unternehmen mehrheitlich durch ein Gemeinschaftsunternehmen der Rolls-Royce plc und Daimler AG übernommen. Im Jahr 2014 wurde die Tognum AG in Rolls-Royce Power Systems AG umfirmiert. Die Daimler AG verkaufte ihren Anteil von 50 % am Gemeinschaftsunternehmen Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH (RRPSH) im August 2014 an den Partner Rolls-Royce plc. Die Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH wurde 2015 mit der heutigen Konzernmutter Rolls-Royce Power Systems AG verschmolzen.

Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Die Rolls-Royce Power Systems AG mit Sitz in Friedrichshafen ist ein weltweit agierender Anbieter von Antriebssystemen und dezentralen Energieanlagen. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der RRPS-Konzern einen um Hedging-Effekte bereinigten Umsatz1 von 3.276,1 Mio. Euro und beschäftigte zum 31. Dezember 2020 weltweit 10.351 Mitarbeiter.

1 Eine Erläuterung des bereinigten Umsatzes ist im Abschnitt »Lage« aufgeführt.

PRODUKTPORTFOLIO. Das Produktportfolio umfasst schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme der Marke MTU für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge, Pumpenantriebe für die Öl- und Gasindustrie sowie Systemlösungen zur Energieversorgung auf Basis von Diesel- und Gasmotoren. Die Systemlösungen umfassen Anlagen für Notstrom-, Grund- und Spitzenlastversorgung bis hin zu leistungsfähigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Die norwegische Tochterfirma Bergen Engines AS stellt mittelschnelllaufende Motoren für die Stromerzeugung, die Öl- und Gasindustrie und für Schiffanwendungen her.

Der RRPS-Konzern hat zuletzt durch die Übernahme des belgischen Teilkonzerns Kinolt Group SA, Grâce-Hollogne/Belgien, das Portfolio um einen Spezialisten für dynamische, unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme ergänzt. Ferner wurden die Aktivitäten rund um CO2 -freie Lösungen durch die Übernahme und Integration des Batteriecontainerspezialisten Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH, Berlin (ehemals Qinous GmbH, Berlin), weiter intensiviert. So wurde das Portfolio bezüglich dezentraler Speicherlösungen für Strom ergänzt. Im Bereich hybrider Antriebssysteme (Batteriespeicher + Motor) wurde die Industrialisierung und Serialisierung der hausinternen Hybridtechnologie vorangetrieben.

KONSOLIDIERUNGSKREIS UND KONZERNSTRUKTUR. Die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, ist die alleinige Anteilseignerin der Rolls-Royce Power Systems AG. Das oberste Mutterunternehmen ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien. Mit der Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, wurde am 2./15. Juli 2015 ein Beherrschungsvertrag abgeschlossen, dem die Hauptversammlung am 15. Juli 2015 zugestimmt hat.

Zum RRPS-Konzern gehört neben der Rolls-Royce Power Systems AG als Konzernobergesellschaft mit Sitz in Friedrichshafen eine global agierende Fertigungs-, Vertriebs- und Servicestruktur. Sie umfasst neben der Konzernobergesellschaft weitere 54 vollkonsolidierte Tochterunternehmen (31. Dezember 2019: 36). Die größte Einzelgesellschaft des RRPS-Konzerns ist die MTU Friedrichshafen GmbH mit Sitz in Friedrichshafen. Weitere Konzernunternehmen, die wesentlich zum Geschäftsvolumen beitragen, sind Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, MTU America Inc., Detroit/USA, und MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, als Obergesellschaft des Teilkonzerns MTU Asia Group, in dem die asiatischen Tochterunternehmen gebündelt sind. Zentrale Produktionsstandorte des RRPS-Konzerns befinden sich in Deutschland, Belgien, Norwegen, den USA und in China.

Die RRPS AG hat neben Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH, Berlin, welche im Jahr 2019 at equity in den Konzernabschluss einbezogen worden war, die Servowatch Systems Limited, Maldon/Großbritannien, und den belgischen Teilkonzern Kinolt Group SA, Grâce-Hollogne/Belgien - bestehend aus Kinolt Group SA (Obergesellschaft), Kinolt SA, Grâce-Hollogne/Belgien, Kinolt Immo SA, Grâce-Hollogne/Belgien, Kinolt Pte. Ltd., Singapur/Singapur, Kinolt Hong Kong Limited, Hongkong/China, Kinolt Sistemas de UPS Ltda., São Paulo/Brasilien, Kinolt USA Inc., Montgomery/USA, Kinolt Ltd., Cirencester/Großbritannien, Kinolt AS, Ankara/Türkei, Kinolt GmbH, Willich/Deutschland, Kinolt FZE, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, Kinolt Trading and Contracting LLC, Doha/Katar, Kinolt SpA, Santiago de Chile/Chile, Kinolt LLC, Moskau/Russland, Kinolt SAS, Paris/Frankreich, an denen die Kinolt Group SA direkt und indirekt jeweils 100 % der Anteile hält - vollkonsolidiert. Ausnahme hiervon sind die Kinolt Trading and Contracting LLC und die Kinolt LLC, an der die Kinolt Group SA 90 % bzw. 99,99 % der Anteile hält. Die Einbeziehung der beiden letztgenannten Unternehmen hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns.

Berichtszeitraum und Vergleichsperioden

Dieser zusammengefasste Konzernlagebericht beschreibt das Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019. Der Lagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG wird gemäß § 315 Abs. 3 HGB mit dem des RRPS-Konzerns zusammengefasst. Die Chancen und Risiken der Rolls-Royce Power Systems AG als Konzernmutter sind untrennbar mit denen des RRPS-Konzerns verbunden. Im vorliegenden Lagebericht enthaltene Informationen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den RRPS-Konzern. Informationen zur Lage des Mutterunternehmens Rolls-Royce Power Systems AG sind in einem separaten Kapitel enthalten.

Die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des RRPS-Konzerns wird im Vergleich zu den Werten zum 31. Dezember 2019 dargestellt. Sowohl die Abschlüsse der Berichtsperiode als auch die der Vergleichsperiode wurden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den gemäß § 315e HGB (Handelsgesetzbuch) zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Wirtschaftsbericht des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft erlebte 2020 eine signifikante Wachstumseintrübung, die Erwartungen des Vorjahres wurden nicht erfüllt. Mit Auftreten der COVID-19-Pandemie erlebte die Weltwirtschaft einen Einbruch von historischem Ausmaß. Diese Entwicklung betraf entwickelte und aufstrebende Volkswirtschaften gleichermaßen. Welthandel und Investitionen trübten deutlich ein. Die Rohstoffpreise waren überdurchschnittlich instabil und volatil. Das Investitionsklima verschlechterte sich, und die Zuversicht unter den Entscheidungsträgern nahm bereits im 1. Quartal schlagartig ab. Investitionen der Anlagenanwender und Betreiber wurden verschoben. Serviceaktivitäten an den Anlagen wurden über Wochen durch massive Lockdowns erschwert und verzögert.

Weltwirtschaftliche Entwicklung

Die Erwartungen bezüglich des GDP-Wachstums waren bereits zum Jahresstart verhalten. Gründe hierfür waren die drohende Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie Vorbehalte bezüglich der Trennung zwischen UK und EU (Brexit). Das GDP wurde mit unter 2,50 % Wachstum erwartet.

Mit Eintritt der COVID-19-Pandemie im ersten Quartal 2020 verschlechterte sich die Situation schlagartig, und die Welt driftete in eine Rezession historischen Ausmaßes. Die Prognosen für die Entwicklung der globalen Gesamtwirtschaft und wichtiger Industriezweige wurden im Laufe des Jahres mehrfach nach unten korrigiert und lagen deutlich hinter den Erwartungen. Weltweit waren nahezu alle Märkte von der makroökonomischen Instabilität betroffen.

China durchlief den Einbruch im Jahresverlauf zuerst und rutschte quartalsweise erstmalig in eine deutliche Rezession, startete aber im 3. Quartal eine Erholung.

USA, Asien, Lateinamerika und Europa folgten aufgrund ansteigender Infektionszahlen und mehr oder weniger drastischer Lockdowns. Alle Sub-Anwendungen und Teilmärkte waren betroffen.

Die einbrechende Nachfrage nach Rohstoffen führte zu temporär niedrigen Rohstoffpreisen historischer Dimension; erstmals wurde für Öl ein negativer Future auf den Ölpreis aufgerufen. Dies führte zu Investitionstops der Endkunden.

Werften wurden über Wochen geschlossen, was zu Verzögerungen bei der Abnahme bestellter Motoren führte. Industrielle Bauvorhaben wurden verschoben oder waren deutlich verzögert.

Branchenentwicklung

Es liegen noch immer keine verlässlichen Daten des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) vor aber wir erwarten, dass der globale reale Umsatz des Maschinenbaus 2020 schrumpfte und die Erwartungen zu Jahresbeginn verfehlt.

Auch in der EU schrumpften die Maschinenbauumsätze deutlich. Haupttreiber waren die Rückgänge im internationalen Export, gepaart mit schwachen Heimatmärkten.

Die Maschinenproduktion in den USA ging zurück.

Chinas Maschinenbauumsätze gingen zu Jahresbeginn dramatisch zurück, erholten sich im Jahresverlauf doch wieder beachtlich. Dennoch lag China über das Gesamtjahr betrachtet bezüglich des Wachstumes deutlich hinter den Erwartungen und unterhalb des historisch durchschnittlichen Wachstumspfads.

Marktposition

Relevant für den RRPS-Konzern ist der Markt für schnelllaufende und mittelschnelllaufende Diesel- und Gasmotoren für Off-Highway-Anwendungen im Leistungsbereich von 75 Kilowatt bis 20 Megawatt.

Die wichtigsten globalen Wettbewerber des RRPS-Konzerns sind Caterpillar, Deerfield/USA (Geschäftsbereich Energy & Transportation), Cummins, Columbus/USA, und in Teilbereichen auch Wärtsilä, Helsinki/Finnland.

Im Jahr 2019 gab es, bedingt durch die aufgekommenen Unsicherheiten im Welthandel, in den für den RRPS-Konzern relevanten Märkten ein verhaltenes Wachstum. Die Stimmungseintrübung wurde auch zu Jahresbeginn 2020 erwartet, jedoch durch das unerwartete Auftreten von COVID-19 dramatisch verstärkt und führte zur vorbeschriebenen Rezession.

BAUMASCHINEN & LANDTECHNIK. Die einbrechende Konjunktur im Bausektor sowie die Mobilitätseinschränkungen führten zu deutlichen Wachstumseintrübungen. Erste Stimulus-Maßnahmen der Regierungen führten zu einer lokalen Stabilisierung der Nachfrage in China. Die Landtechnik war insgesamt schwächer betroffen und entwickelte sich stabil bis leicht positiv.

RAIL, MINING, OIL & GAS. Der Einbruch der Nachfrage bei Ressourcenmärkten konnte durch eine projektgetriebene Nachfrage nach hybriden PowerPacks (für Dieseltriebwagen) im Bahnbereich nicht kompensiert werden. Betreiber großer Minen reduzierten die Investitionen zunehmend. Der volatile, kurzfristig negative Future auf den Ölpreis sowie Überkapazitäten bremsten Investitionen in Nordamerika, und die Zahl der aktiven nordamerikanischen Bohrgeräte (RigCount) ging deutlich zurück. Gleiches galt weltweit, wenn auch weniger ausgeprägt.

ENERGIEANLAGEN. Der Markt für Anlagen zur dezentralen Erzeugung von Strom und Wärme war ebenfalls negativ betroffen.

MARINE. Die Lage bezüglich Investitionen der Offshore-Öl- und -Gas-Industrie verschlechterte sich erneut, Fähren und Yachten wurden ebenfalls durch Lockdowns negativ beeinflusst.

BEHÖRDENGESCHÄFT. Das Behördengeschäft bewegte sich weiterhin auf gutem Niveau und wirkte stabilisierend, blieb jedoch durch die Länder projekt- und budgetgetrieben.

MITTELSCHNELLÄUFER. Das Wachstum im Markt für Systeme mit mittelschnelllaufenden Motoren zur Stromerzeugung war schwach. Die Nachfrage nach mittelschnelllaufenden Motoren aus der Schiffsindustrie war aufgrund anhaltender Überkapazitäten aufseiten der Betreiber weiterhin sehr niedrig.

Brexit

Insgesamt wird ein moderater Einfluss des Brexits auf den RRPS-Konzern erwartet. Nach Einigung der Partner stellen einzig Verzögerungen im grenzüberschreitenden Verkehr ein Risiko dar.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

Der RRPS-Konzern deckt mit seinem Produkt- und Serviceprogramm zahlreiche Anwendungsbereiche ab und ist so in vielen unterschiedlichen Industrien vertreten. Konjunkturellen Markteinflüssen in den Hauptabsatzregionen Europa, Amerika und Asien begegnet der RRPS-Konzern mit einem differenziert gepflegten Produktportfolio und einer globalen Ausrichtung. Ein übergreifender Markttrend ist die Forderung nach immer effizienteren, leistungsfähigeren und gleichzeitig schadstoffärmeren Motoren und dezentralen Energieanlagen. Diese Herausforderung erfordert von allen Marktteilnehmern eine permanente Weiterentwicklung und technische Optimierung der angebotenen Produkte sowie die Entwicklung neuer Produkte. Mit hoher technologischer Kompetenz setzt der RRPS-Konzern Standards und treibt Innovationen voran, vor allem bei der eigenständigen Entwicklung und Herstellung von Schlüsselkomponenten der Dieselmotorenfertigung (Elektronik, Aufladung und Abgasnachbehandlung).

Auch Rohstoff- und Materialpreise beeinflussen die Geschäftsentwicklung des RRPS-Konzerns. Die hauptsächlich verwendeten Vormaterialien sind hochvergütete Stähle, Gusserzeugnisse, Halbzeuge, Aluminiumlegierungen sowie weitere Metalle und Legierungen. Darüber hinaus sind Erdöl (Diesel) und Strom von Bedeutung. Risiken aus Preissteigerungen begegnet der RRPS-Konzern durch langfristige Lieferverträge und Rohstoffsicherungen.

Wechselkursrelationen, insbesondere die des US-Dollar zum Euro, haben ebenfalls Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des RRPS-Konzerns. Der Jahresdurchschnittskurs des Euro im Verhältnis zum US-Dollar lag im abgelaufenen Jahr mit 1,14 US-Dollar etwa 2,0 % höher als im Vorjahr und wirkte sich daher leicht dämpfend auf die deutsche Exportwirtschaft aus. Der RRPS-Konzern sichert sich durch eine aktive Steuerung der Bezugs- und Fertigungsquellen (Natural Hedging) und Sicherungsgeschäfte gegen Wechselkursrisiken ab. Hierdurch werden Effekte aus Wechselkursveränderungen abgemildert.

In den Ländern, in denen der RRPS-Konzern aktiv ist, gelten unterschiedliche Gesetze und Vorschriften. Besondere Bedeutung für die Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns haben Exportkontrollregelungen, umweltrechtliche Bestimmungen in Bezug auf Produktionsverfahren, Standorte und Erzeugnisse sowie die Vorschriften für das militärische Beschaffungswesen.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über verschiedene finanzielle Leistungsindikatoren berichten wir im Abschnitt »Lage«. Der RRPS-Konzern nutzt für die interne Steuerung die finanziellen Leistungsindikatoren bereinigter Umsatz, bereinigtes EBIT und Cashflow. Es handelt sich dabei um die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren, die im Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 20 (im folgenden DRS 20) definiert sind. Über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sowie Arbeitnehmer- und Umweltbelange berichten wir in den Kapiteln »Mitarbeiter« und »Nachhaltigkeitsbericht«. Für die interne Steuerung benutzen wir den nichtfinanziellen Leistungsindikator Mitarbeiterzahl. Es handelt sich dabei um den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator im Sinne des DRS 20.

Geschäftsentwicklung

Der RRPS-Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2020 mit 3.276,1 Mio. Euro einen bereinigten Umsatz2 , der coronabedingt 16,0 % unter dem Niveau des Vorjahres lag. Vor allem der hohe Leistungs- und Technologiestandard der Produkte und die breite Aufstellung am Markt war ausschlaggebend für die Resilienz, die der RRPS-Konzern teilweise gegen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bewies. Die Stärken liegen dabei in der Fähigkeit, kundenspezifische Antriebs- und Energiesysteme zu konzipieren und anzubieten, im umfangreichen Produktportfolio sowie in einer weltweit aktiven Vertriebsorganisation.

Zu Beginn des Jahres wurde mit dem Business Major Incident Team (BMIT) ein konzernweiter Krisenstab eingeführt. Dieser kümmerte sich kontinuierlich um die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben sowie die Etablierung unternehmenseigener Richtlinien mit dem Ziel, ein Infektionsgeschehen in den Werken zu verhindern oder weitgehend zu vermeiden.

2 Eine Erläuterung des bereinigten Umsatzes ist im Abschnitt »Lage« aufgeführt.

Vergleich des tatsächlichen und des prognostizierten Geschäftsverlaufs

Maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 hatten die Markteinbrüche durch die COVID-19-Pandemie.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte die ursprüngliche Prognose eines leichten Wachstums des bereinigten Umsatzes nicht erreicht und das Ergebnis auf dem niedrigen zweistelligen Margenniveau des Jahres 2019 nicht gehalten werden. Trotzdem konnte dank der schnellen Umsetzung der Maßnahmen die Auswirkungen auf den RRPS-Konzern minimiert und in der zweiten Jahreshälfte ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden.

Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte sind bei der Ermittlung des bereinigten EBIT zu korrigieren:

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG EBIT

In Mio. Euro 2019 2020
EBIT 293,8 101,0
Erhöhte Abschreibungen in Verbindung mit Akquisitionen (PPA) 4,0 12,5
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften - 5,0 - 11,5
Kosten für Transformation 26,8 26,7
Konzernumlage Rolls-Royce plc 5,9 8,0
Erstkonsolidierungseffekte - 1,5
Verkauf von L'Orange & Fluid Mechanics 5,8 28,5
Abwertung von aktivierten Entwicklungsleistungen der MTU Friedrichshafen GmbH 38,7
Abwertung der Vermögenswerte der Bergen Engines AS 66,2
Abwertung der Vermögenswerte der EQ-Force MTU Power Systems Private Limited 9,6
Kosten für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten 14,2
Bereinigtes EBIT 411,7 211,9

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 321,8 Mio. Euro (Vorjahr: 256,9 Mio. Euro) entsprach unseren Erwartungen.

Lage

Ertragslage

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN

In Mio. Euro 2019 2020 Veränderung
Auftragseingang 3.749,3 3.375,3 - 10,0 %
Umsatz 3.902,1 3.276,2 - 16,0 %
Bereinigter Umsatz 3.901,3 3.276,1 - 16,0 %
EBIT 293,8 101,0 - 65,6 %
Bereinigtes EBIT 411,7 211,9 - 48,5 %
Umsatzrendite (bereinigtes EBIT/Umsatz) 10,6 % 6,5 %

AUFTRAGSEINGANG. Im Jahr 2020 verzeichnete der RRPS-Konzern mit 3.375,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3.749,3 Mio. Euro) einen Auftragseingang, der 10,0 % unter dem Vorjahresniveau lag und von der COVID-19-Pandemie geprägt war. Die stark sinkenden Passagierzahlen sowie die ökonomische Unsicherheit führten in der kommerziellen Marine zu einem niedrigeren Auftragseingang. Ebenso hatte die Pandemie negative Auswirkungen auf das PowerGen Geschäft, vor allem in Nord- und Lateinamerika, wie auch auf den Bereich Mining und Oil & Gas weltweit. Die Pandemie führte dabei nicht nur zu einer größeren Zurückhaltung bei Investitionen in das Neugeschäft, sondern beeinflusste durch geringere Nutzungszeiten des bestehenden Fuhrparks auch das Servicegeschäft negativ. Das Jahr 2020 lag im Behördengeschäft auf gutem Niveau, verzeichnet jedoch gegenüber dem vergleichsweisen hohen Vorjahr einen Rückgang.

UMSATZ. Der bereinigte Umsatz fiel in der Berichtsperiode um 16,0 % auf 3.276,1 Mio. Euro (Vorjahr: 3.901,3 Mio. Euro). Hierbei wurde in allen Bereichen ein Rückgang verzeichnet, welcher sich im Neu- wie auch Servicegeschäft niederschlägt. Lediglich die Rückgänge im Behörden- sowie im Bahngeschäft waren nicht größtenteils durch die COVID-19-Pandemie bedingt, da diese auf projektbezogene Beschaffungsvorhaben zurückgingen und aufgrund der Langläufigkeit der Projekte bereits frühzeitig bekannt waren. Eine weitere Aufteilung des Umsatzes erfolgt im Konzernanhang in Abschnitt 3 »Umsatzerlöse«.

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG UMSATZ

In Mio. Euro 2019 2020
Umsatz 3.902,1 3.276,2
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften - 0,8 - 0,1
Bereinigter Umsatz 3.901,3 3.276,1

ERGEBNISENTWICKLUNG. In der Berichtsperiode erzielte der RRPS-Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 101,0 Mio. Euro (Vorjahr: 293,8 Mio. Euro). Die Kennziffer enthält im Vergleich zum Vorjahr in erheblichem Umfang Einmaleffekte bzw. nicht operative Sachverhalte.

Nach Bereinigung dieser Effekte ergibt sich für die Berichtsperiode ein bereinigtes EBIT von 211,9 Mio. Euro (Vorjahr: 411,7 Mio. Euro). Der Rückgang um 48,5 % resultierte vor allem aus dem Umsatzrückgang bedingt durch die COVID-19-Pandemie.

Die bereinigte EBIT-Marge lag mit 6,5 % (Vorjahr: 10,6 %) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres konnte aber dank der schnellen Umsetzung kostensenkender Maßnahmen auf einem robusten Niveau gehalten werden.

BRUTTOERGEBNIS. Das Bruttoergebnis in der Berichtsperiode betrug 750,3 Mio. Euro (Vorjahr: 961,0 Mio. Euro). Bereinigt um die für das Bruttoergebnis relevanten Sondereffekte und nicht operativen Sachverhalte ergab sich im dargestellten Berichtszeitraum ein bereinigtes Bruttoergebnis von 801,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1.008,0 Mio. Euro) und somit eine bereinigte Bruttoergebnismarge von 24,5 % (Vorjahr: 25,8 %).

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG BRUTTOERGEBNIS

In Mio. Euro 2019 2020
Bruttoergebnis 961,0 750,3
Erhöhte Abschreibungen in Verbindung mit Akquisitionen (PPA) 4,0 12,5
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften - 7,0 - 4,8
Kosten für Transformation 12,1 16,2
Abwertung von aktivierten Entwicklungsleistungen der MTU Friedrichshafen GmbH 27,7
Abwertung der Vermögenswerte der Bergen Engines AS 37,9
Bereinigtes Bruttoergebnis 1.008,0 801,9

FUNKTIONSKOSTEN. Die bereinigten Vertriebs- und Verwaltungskosten bewegten sich mit 413,3 Mio. Euro (Vorjahr: 410,6 Mio. Euro) leicht über dem Vorjahresniveau. Die bereinigten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 186,5 Mio. Euro (Vorjahr: 190,6 Mio. Euro). Wie in den Vorjahren investiert der RRPS-Konzern mehr als 5 %3 seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung, um mit neuen Antriebs- und Energiesystemen das zukünftige Wachstum zu sichern.

3 Verhältnis der Entwicklungsleistungen zum Umsatz

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG VERTRIEBS- UND VERWALTUNGSKOSTEN

In Mio. Euro 2019 2020
Vertriebs- und Verwaltungskosten - 456,9 - 430,3
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften 1,2 0,1
Kosten für Transformation 26,2 8,9
Konzernumlage Rolls-Royce plc 8,0
Abwertung der Vermögenswerte der Bergen Engines AS 4,7
Kosten für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten 14,2
Bereinigte Vertriebs- und Verwaltungskosten - 410,6 - 413,3

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In Mio. Euro 2019 2020
Entwicklungsaufwand - 214,4 - 198,8
Kosten für Transformation 0,2 1,3
Abwertung von aktivierten Entwicklungsleistungen der MTU Friedrichshafen GmbH 11,0
Abwertung der Vermögenswerte der Bergen Engines AS 23,7
Bereinigte Entwicklungsaufwand - 190,6 - 186,5

ZINSERGEBNIS. Der Zinsaufwand lag mit 17,1 Mio. Euro (Vorjahr: 24,9 Mio. Euro) klar unter dem Vorjahresniveau. Dies ist auf die niedrigeren Zinsaufwänden für Pensionen zurückzuführen sowie darauf, dass im Jahr 2020 keine Zinsaufwände für ertragsteuerliche Nebenleistungen angefallen sind. Die Zinserträge bewegten sich mit 8,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) deutlich über dem Vorjahresniveau. Dies ist hauptsächlich auf die gestiegenen Zinserträge aus ertragsteuerlichen Nebenleistungen zurückzuführen. Daraus ergibt sich ein negatives Zinsergebnis in Höhe von 8,8 Mio. Euro (Vorjahr: 21,9 Mio. Euro).

BEREINIGTES KONZERNERGEBNIS. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich in der Berichtsperiode auf 53,1 Mio. Euro (Vorjahr: 186,2 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung der oben genannten Sondereffekte und nicht operativen Sachverhalte sowie unter Anwendung einer Konzernsteuerquote von 42,4 % (Vorjahr: 31,5 %) ergibt sich ein bereinigtes Konzernergebnis von 113,6 Mio. Euro (Vorjahr: 274,5 Mio. Euro).

Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte wurden bei der Ermittlung des bereinigten Konzernergebnisses unter Anwendung der Bereinigungslogik der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, berücksichtigt:

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG KONZERNERGEBNIS

In Mio. Euro 2019 2020
Konzernergebnis 186,2 53,1
Erhöhte Abschreibungen in Verbindung mit Akquisitionen (PPA) 4,0 12,5
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften - 5,0 - 11,5
Pensionszinsen 13,6 9,5
Kosten für Transformation 26,8 26,7
Steueraufwand - 40,7 - 51,9
Erstkonsolidierungseffekte - 1,5
Verkauf von L'Orange & Fluid Mechanics 5,8 28,5
Abwertung von aktivierten Entwicklungsleistungen der MTU Friedrichshafen GmbH 38,7
Abwertung der Vermögenswerte der Bergen Engines AS 66,2
Abwertung der Vermögenswerte der EQ-Force MTU Power Systems Private Limited 9,6
Kosten für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten 17,6
Bereinigtes Konzernergebnis 274,5 113,6

Vermögenslage

Abweichend zur Bilanzgliederung nach IFRS wird im Folgenden aus Gründen der Übersichtlichkeit eine auf die wesentlichen Positionen verkürzte Konzernbilanz dargestellt. Diese bildet auch die Grundlage für die weiteren Ausführungen.

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BILANZ

Aktiva

In Mio. Euro 31.12.2019 31.12.2020
Langfristige Vermögenswerte 1.361,1 1.493,7
Vorräte 1.002,3 780,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 712,3 482,3
Flüssige Mittel 853,7 644,5
Zum Verkauf bestimmte Vermögenswerte 201,4
Übrige Vermögenswerte 155,2 162,4
Bilanzsumme 4.084,6 3.764,4

PASSIVA

In Mio. Euro 31.12.2019 31.12.2020
Eigenkapital 1.536,9 1.360,3
Rückstellungen 1.232,2 1.305,1
Finanzielle Verbindlichkeiten 291,9 208,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 455,9 250,4
Vertragsverbindlichkeiten 441,4 414,7
Schulden aus Veräußerungsgruppen 130,6
Übrige Verbindlichkeitspositionen 126,4 95,3
Bilanzsumme 4.084,6 3.764,4

Die Bilanzsumme sank leicht gegenüber dem Vorjahresstichtag um 7,8 %.

AKTIVSEITE. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 9,7 % auf 1.493,7 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 1.361,1 Mio. Euro). Diese Zunahme resultierte im Wesentlichen aus den gestiegenen Geschäfts- oder Firmenwerten durch die Neuakquisitionen wie auch aus gestiegenen immateriellen Vermögenswerte wie Konzessionen oder ähnlichen Rechten. Die Vorräte wurden um 22,2 % auf 780,1 Mio. Euro reduziert (31. Dezember 2019: 1.002,3 Mio. Euro). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich auf 482,3 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 712,3 Mio. Euro) im Vergleich zum Vorjahr. Die flüssigen Mittel verringerten sich um 24,5 % auf 644,5 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 853,7 Mio. Euro). Da mit potenziellen Käufern bereits fortgeschrittene Verhandlungen zu Grunde lagen, wurden die Vermögenswerte der Bergen-Gruppe als zum Verkauf bestimmte Vermögenswerte in Höhe von 201,4 Mio. Euro ausgewiesen.

PASSIVSEITE. Das Eigenkapital belief sich auf 1.360,3 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 1.539,9 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote blieb mit 36,1 % (31. Dezember 2019: 37,6 %) auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Rückstellungen erhöhten sich leicht auf 1.305,1 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 1.232,2 Mio. Euro). Die finanziellen Verbindlichkeiten gingen um 28,8 % auf 208,0 Mio. Euro zurück (31. Dezember 2019: 291,9 Mio. Euro). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken deutlich um 45,1 % auf 250,4 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 455,9 Mio. Euro). Die Vertragsverbindlichkeiten reduzierten sich um 6,1 % auf 414,7 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 441,4 Mio. Euro). Die übrigen Verbindlichkeitspositionen sanken um 24,6 % auf 95,3 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 126,4 Mio. Euro). Die Verbindlichkeiten in Höhe von 130,6 Mio. Euro der Bergen-Gruppe wurden aufgrund des bevorstehenden Verkaufs unter Schulden aus Veräußerungsgruppen ausgewiesen.

Das Net Working Capital4 sank um 24,6 % auf 689,0 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 914,0 Mio. Euro). Dies resultierte im Wesentlichen aus dem Rückgang der Bestände sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Finanzlage

FINANZIERUNG. Im RRPS-Konzern bestand zum Stichtag ein Darlehen der Tochtergesellschaft MTU do Brasil Ltda., São Paulo/Brasilien, in Höhe von 8,5 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Januar 2022, das von einer Gesellschaft aus der Rolls-Royce-Gruppe begeben wurde. Seit 2015 besteht eine konzerninterne Kreditlinie bei der Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis April 2023. Diese ist zum 31. Dezember 2020 nicht in Anspruch genommen worden und steht bis auf weiteres vollständig zur Verfügung.

FINANZIERUNGSINSTRUMENTE. Der RRPS-Konzern nutzt das Leasing bei Immobilien, beim Fuhrpark und im IT-Bereich, um die Kapitalbindung und Investitionsrisiken zu begrenzen. Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen wurden im Geschäftsjahr 2020 Leasingaufwendungen in Höhe von 45,4 Mio. Euro (Vorjahr: 40,2 Mio. Euro) sowie Abschreibungen von Nutzungsrechten in Höhe von 31,5 Mio. Euro (Vorjahr: 32,2 Mio. Euro) erfolgswirksam erfasst.

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: CASHFLOW

In Mio. Euro 2019 2020 Veränderung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 256,9 321,8 25,3 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 175,8 - 295,8 - 68,3 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 552,0 - 169,9 69,2 %

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg insbesondere durch die Reduzierung des Net Working Capital um 25,3 % auf 321,8 Mio. Euro (Vorjahr: 256,9 Mio. Euro). In der aktuellen Berichtsperiode lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit - 295,8 Mio. Euro (Vorjahr: - 175,8 Mio. Euro) im Wesentlichen aufgrund des Kaufs der Kinolt Group SA, Grâce-Hollogne/Belgien, Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH, Berlin, und Servowatch Systems Limited, Maldon/Großbritannien, über der Vergleichsperiode. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von - 169,9 Mio. Euro (Vorjahr: - 552,0 Mio. Euro) verringerte sich aufgrund der im Vorjahr hohen Dividendenausschüttung von 500 Mio. Euro an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien.

INVESTITIONEN.5 In der Berichtsperiode tätigte der RRPS-Konzern Investitionen in Höhe von 174,5 Mio. Euro (Vorjahr: 178,3 Mio. Euro), davon entfielen 83,1 Mio. Euro auf Investitionen in Sachanlagen (Vorjahr: 98,3 Mio. Euro). Darüber hinaus umfassen die Investitionen Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 91,4 Mio. Euro (Vorjahr: 79,5 Mio. Euro).

4 Net Working Capital = Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ./. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ./. Erhaltene Anzahlungen
5 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, ohne Finanzanlagen und ohne Neuzugänge im Konsolidierungskreis

INVESTITIONSVERPFLICHTUNGEN. Der RRPS-Konzern erfasste Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 24,6 Mio. Euro (Vorjahr: 29,4 Mio. Euro) und Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: 14,3 Mio. Euro). Zu deren Finanzierung stehen ausreichend liquide Mittel aus dem erwarteten positiven Cashflow der betrieblichen Tätigkeit zur Verfügung. Gegebenenfalls hat der RRPS-Konzern auch gesicherten Zugriff auf bestehende Kreditlinien.

NETTOFINANZIERUNGSSALDO.6 Der Nettofinanzierungssaldo wies zum Stichtag einen Überhang an liquiden Mitteln gegenüber den zinstragenden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 627,0 Mio. Euro auf (31. Dezember 2019: 832,9 Mio. Euro). Die Quote des Nettofinanzierungssaldos zu bereinigtem EBITDA7 in Höhe von 409,7 Mio. Euro (Vorjahr: 609,5 Mio. Euro) belief sich somit auf 1,5 (Vorjahr: 1,4).

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand

Der RRPS-Konzern hat zu Beginn der Pandemie im ersten Quartal umfassend auf möglichen wirtschaftlichen Abschwung reagiert. Es ist ein Krisenstab einberufen worden, der seither ständig Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter und Weiterführung des Geschäfts unter erschwerten Bedingungen definiert und umgesetzt hat. Daneben hat der Konzern ein konsequentes Kostenmanagement und eine Reihe von Sparmaßnahmen eingeführt. Diese wirken sich vor allem auf die Personalkosten, aber auch auf geplante Projekte und F&E-Maßnahmen aus. Diese unterschiedlichen Maßnahmen, die permanent überprüft worden sind, wirken sich positiv auf die Liquidität und das EBIT des RRPS-Konzerns aus.

6 Zur Berechnung des Nettofinanzierungssaldos = zinstragende Finanzverbindlichkeiten (ohne Finanzierungsverbindlichkeiten aus Finance Lease) ./. Zahlungsmittel
7 Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation auf materielle und immaterielle Vermögenswerte

Lagebericht zum Einzelabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG nach HGB

Nachfolgend ist der Lagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG dargestellt.

Lage

Ertragslage der Rolls-Royce Power Systems AG

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT): GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020

In Mio. Euro 2019 2020
Umsatzerlöse 72,5 64,0
Sonstige betriebliche Erträge 1,1 11,2
Aufwendungen für bezogene Leistungen -22,8 -24,7
Personalaufwand - 64,5 - 64,0
Abschreibungen des Umlaufvermögens - 132,9 0,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 56,5 - 57,2
Finanzergebnis - 8,3 135,3
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 31,6 - 9,9
Ergebnis nach Steuern - 243,2 54,8
Sonstige Steuern - 0,1 - 0,1
Jahresüberschuss/Fehlbetrag - 243,3 54,7
Entnahme aus/Einstellung in Gewinnrücklagen 343,3 -29,7
Bilanzgewinn 100,0 25,0

Die Rolls-Royce Power Systems AG erzielte im Geschäftsjahr 2020 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 54,8 Mio. Euro (Vorjahr: - 243,2 Mio. Euro). Der Anstieg resultierte vor allem aus dem höheren Finanzergebnis, welches im Vorjahr durch die infolge des gesunkenen Marktwerts des Eigenkapitals der Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, notwendige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert in Höhe von 224 Mio. Euro außergewöhnlich belastet war. Zum Ergebnis der Rolls-Royce Power Systems AG trugen 2020 außerdem die hohen sonstigen betriebliche Erträge in Höhe von 11,2 Mio. Euro bei (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die Auflösung von Rückstellungen, Kostenerstattungen von Dritten und Erträge aus Zuschreibungen auf das Umlaufvermögen in Höhe von 4,8 Mio. Euro. Die Zuschreibungen betreffen die Darlehen der Bergen Engines AS. Zum Ergebnis der Rolls-Royce Power Systems AG trugen außerdem die Umsatzerlöse von 64,0 Mio. Euro (Vorjahr: 72,5 Mio. Euro) bei. Diese Position enthält vorwiegend Erträge aus konzerninternen Leistungsverrechnungen. Belastet wurde das Ergebnis durch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 57,2 Mio. Euro (Vorjahr: 56,5 Mio. Euro), die im Wesentlichen Beratungskosten enthalten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ertragsteuern in Höhe von 9,9 Mio. Euro (Vorjahr: 31,6 Mio. Euro) Steuervorauszahlungen für das Geschäftsjahr 2020 sowie Steuernachzahlungen und Steuererstattungen für Vorjahre umfassen.

VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN UND DES PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUFS. Die Rolls-Royce Power Systems AG nutzt für die interne Steuerung den finanziellen Leistungsindikator Ergebnis nach Steuern. Die wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns sollte sich in der Ertragslage der Rolls-Royce Power Systems AG widerspiegeln. Das prognostizierte Ergebnis konnte erreicht werden.

AUSBLICK FÜR DIE ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG. Die erwartete wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns wird sich auch in der Ertragslage der Rolls-Royce Power Systems AG für das Jahr 2021 entsprechend widerspiegeln. Insbesondere erwartet die Rolls-Royce Power Systems AG einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis aus der Beteiligung an der MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen. Die sonstige operative Geschäftstätigkeit und deren Umfang werden im Geschäftsjahr 2021 unverändert weiter bestehen. Die Rolls-Royce Power Systems AG erwartet ein Ergebnis nach Steuern auf dem Niveau des Vorjahres. Weitere Informationen zur Prognose für den RRPS-Konzern befinden sich im Prognosebericht ab Seite 30.

Vermögenslage der Rolls-Royce Power Systems AG

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2020

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT)

Aktiva

In Mio. Euro 31.12.2019 31.12.2020
Anlagevermögen
Finanzanlagen 1.246,2 1.382,9
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 154,6 231,1
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 716,7 509,5
871,3 740,6
Rechnungsabgrenzungsposten 0,1 0,5
Bilanzsumme 2.117,7 2.124,0

PASSIVA

In Mio. Euro 31.12.2019 31.12.2020
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 131,4 131,4
Kapitalrücklage 804,8 804,8
Gewinnrücklagen 148,7 178,4
Bilanzgewinn 100,0 25,0
1.184,9 1.139,6
Rückstellungen 122,4 142,9
Verbindlichkeiten 810,5 841,5
Bilanzsumme 2.117,7 2.124,0

AKTIVSEITE. Zum 31. Dezember 2020 belief sich die Bilanzsumme der Rolls-Royce Power Systems AG auf 2.124,0 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 2.117,7 Mio. Euro). Die Bilanzsumme erhöhte sich leicht aufgrund der gestiegenen Anteile an verbunden Unternehmen aus dem Neuzukauf des belgischen Teilkonzerns Kinolt Group SA, Grâce-Hollogne/Belgien, der Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH, Berlin und der Servowatch Systems Limited, Maldon/Großbritannien.

PASSIVSEITE. Das Eigenkapital der Rolls-Royce Power Systems AG belief sich auf 1.139,6 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 1.184,9 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote betrug zum Ende des Berichtsjahres 53,7 % (31. Dezember 2019: 56,0 %).

Die Rückstellungen setzen sich aus Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen zusammen. Die Steuerrückstellungen betreffen insbesondere noch nicht endgültig veranlagte Steuern. Die sonstigen Rückstellungen betreffen wie im Vorjahr vorwiegend Personalrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten der Rolls-Royce Power Systems AG setzen sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 713,9 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 785,7 Mio. Euro) zusammen, die sich aus dem Finanzverkehr innerhalb des RRPS-Konzerns ergeben.

Finanzlage der Rolls-Royce Power Systems AG

FINANZIERUNG. Seit 2015 besteht eine konzerninterne Kreditlinie bei der Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis April 2023. Diese ist zum 31. Dezember 2020 nicht in Anspruch genommen worden und steht bis auf weiteres vollständig zur Verfügung.

Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2020 erbrachte der RRPS-Konzern im Berichtszeitraum bereinigte Entwicklungsleistungen8 in Höhe von 241,1 Mio. Euro (Vorjahr: 240,7 Mio. Euro). Die bereinigten Entwicklungsaufwendungen sind mit 186,5 Mio. Euro (Vorjahr: 190,6 Mio. Euro) auf einem stabilen Niveau. Darin sind Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 14,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4,7 Mio. Euro) enthalten.

Die aktivierten Entwicklungskosten bewegten sich mit 38,2 Mio. Euro (Vorjahr: 33,9 Mio. Euro) gleichbleibend stabil auf dem Niveau des Vorjahres. Das Verhältnis von aktivierten Entwicklungskosten zu bereinigtem Entwicklungsaufwand betrug somit 20,6 % (Vorjahr: 17,8 %). Die bezahlten Entwicklungsleistungen lagen bei 16,5 Mio. Euro (Vorjahr: 16,2 Mio. Euro).

Die Entwicklungsquote (Verhältnis der Entwicklungsleistungen zum Umsatz) lag bei 7,7 % (Vorjahr: 6,8 %). Damit will der RRPS-Konzern auch in Zukunft den hohen Technologiestandard sicherstellen.

Der Fokus auf Systemlösungen ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie Power Systems 2030. Die Aufstellung des Engineering-Bereichs wurde entsprechend angepasst, beispielsweise wurden die Aktivitäten zur Systementwicklung mit dem Thema Elektrik/Elektronik gebündelt. Ziel ist es, die Entwicklungseffizienz mithilfe von modularen Produktbaukästen zu steigern und somit kundenspezifische Lösungen flexibler und schneller realisieren zu können.

Erhebliche Fortschritte wurden bei der Entwicklung von hybriden Antriebslösungen erzielt. Das Antriebssystem für die Marineanwendung wurde erstmalig auf einem Prüfstand in Betrieb genommen und erfolgreich durch eine erste Testphase gebracht. Die elektrifizierten Antriebssysteme für die Bahnanwendung wurden einem intensiven Testprogramm unterzogen, in dem die ambitionierten Ziele in Bezug auf Emissions- und Geräuschreduzierung bestätigt werden konnten. Die ersten MTU Hybrid-PowerPacks wurden an den Kunden Porterbrook ausgeliefert, die Inbetriebnahme dieser Antriebssysteme im Zug begann noch im Jahr 2020.

Mit Blick auf die Energiewende setzt der RRPS-Konzern unter anderem auf Microgrids. Diese kombinieren erneuerbare Energiequellen wie Wind- oder Solarenergie mit zuverlässigen Stromaggregaten und Batteriespeichern. Zur weiteren Stärkung dieses Geschäfts hat der RRPS-Konzern Anfang des Jahres die Mehrheit am Berliner Stromspeicherspezialisten unter dem damaligen Namen Qinous, heute Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH, übernommen; ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Lösungsanbieter.

In diesem Zusammenhang baut der RRPS-Konzern seine Kapazitäten zur Herstellung von Batteriespeicher-Containern aus. Ab dem Jahr 2021 wird Rolls-Royce die MTU-Energy-Packs auf dem Gelände des Siemens-Technopark im bayerischen Ruhstorf fertigstellen. MTU-Energy-Packs sind weit mehr als nur in Container eingebaute Batteriestapel. Sie enthalten über die Lithium-Ionen-Batteriemodule hinaus elektronische Steuerungen, Transformatoren und Kühleinrichtungen, sind also eine komplette Speicherlösung. MTU-Energy-Packs sind bereits auf der ganzen Welt im Einsatz. Sie speichern elektrische Energie aus Solarparks in Ostdeutschland ebenso wie Solarstrom auf den Cookinseln oder in Costa Rica.

Innovationen sind ein tragendes Element zur Umsetzung der Strategie Power Systems 2030. Der RRPS-Konzern hat sich 2020 zur Entwicklung innovativer und klimafreundlicher Antriebs- und Energielösungen neu ausgerichtet und die Unternehmenseinheit PowerLab gegründet. Mit dem PowerLab treibt der RRPS-Konzern Zukunftstechnologien für den Marine- und Infrastrukturbereich weiter voran. Schwerpunkte sind dabei nachhaltige Lösungen, so auch Brennstoffzellensysteme und die Erzeugung und der Einsatz von synthetischen Kraftstoffen.

Die Motoren für die Oil & Gas- und Mining-Anwendungen in der Emissionsstufe EPA Tier 4 wurden nach der Serieneinführung hinsichtlich Life cycle costs, Lebensdauer und Robustheit weiter verbessert.

Bei der Baureihe 4000 für den Marineeinsatz werden aktuell schwerpunktmäßig Motoren für die Emissionsstufen EPA Tier 4 und IMO3 entwickelt. Es werden sowohl die Arbeitsschiff- und Bordstrom- als auch die Hochleistungsanwendungen bedient.

8 Entwicklungsleistungen = Entwicklungsaufwendungen + aktivierte Entwicklungskosten + bezahlte Entwicklungsleistungen

Derzeit arbeiten wir an einer Erweiterung des Einsatzbereichs unserer Gasmotoren in Bezug auf die verwendbaren Gase (dies umfasst unter anderem auch die Wasserstoffzumischung) und auch an der Entwicklung einer firmeneigenen Abgasnachbehandlung. Eine weitere Anwendung für MTU-Gasmotoren befindet sich in der letzten Phase der Entwicklung: In diesem Jahr haben die ersten Schiffe mit 16-Zylinder-Gasmotoren von MTU ihren Betrieb im holländischen Wattenmeer aufgenommen.

Bei der Baureihe 2000 für den Yachtbereich werden aktuell Hochleistungsmotoren der 12-Zylinder- und 16-Zylinder-Varianten für die Emissionsstufe IMO3 entwickelt. Diese Motoren werden erstmals in dieser Leistungsdichte mit einer SCR-Abgasnachbehandlung ausgerüstet und kommen Ende 2021 auf den Markt.

Im Rahmen der Indienstrategie wird die Baureihe 1600 in einem Joint-Venture namens Force MTU Power Systems in Indien produziert. Damit einhergehend wird auch die entwicklungstechnische Betreuung der Produktion an eine MTU-Entwicklungsabteilung in Indien verlagert und dort parallel die Lokalisierung von Bauteilen weiter vorangetrieben.

Für die Baureihe 1800 laufen die Entwicklungsarbeiten als Unterflurantrieb gemäß EU Stage V (gemeinsam mit der Daimler AG). Prototypen des Powerpacks mit dieser Antriebseinheit wurden bereits auf der Innotrans 2018 dem interessierten Fachpublikum - auch als Hybrid-Variante - vorgestellt.

Der von Daimler gelieferte 6V- und 8V-Rumpfmotor der Baureihe 500 aus der LKW-Sparte von Daimler wird nun in Lizenz in Friedrichshafen nachgebaut. Die Lizenzfertigung ist notwendig, weil Daimler die Produktion des insgesamt über eine Million Mal gefertigten und auch in MTU-Anwendungen bewährten Basis-Motors OM 500 eingestellt hat. Der erste von MTU gefertigte 8-Zylinder-Prototyp der Baureihe 199 hat den zur Qualifizierung erforderlichen 400-h-Dauerlauf erfolgreich abgeschlossen. Die Planung der Montagelinie für den Serienanlauf im Jahr 2022 ist in vollem Gange. Somit wird sichergestellt, dass wir auch in Zukunft unsere Kunden in den verschiedenen Anwendungen mit dem bewährten Motor beliefern können.

Mitarbeiter

Mitarbeiterentwicklung

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS KONZERN: MITARBEITER NACH REGIONEN

31.12.2019 31.12.2020 Veränderung
Deutschland 6.900 6.620 - 4,1 %
EMEA (Europe, Middle East, Africa) ohne Deutschland 1.701 1.796 5,6 %
Amerika 939 909 - 3,2 %
Asien 1.010 1.026 1,6 %
Gesamtbelegschaft 10.550 10.351 - 1,9 %

Im RRPS-Konzern waren zum 31. Dezember 2020 insgesamt 10.351 Mitarbeiter (Vorjahr, 31. Dezember 2019: 10.550 Mitarbeiter) beschäftigt. Trotz der neu zugekauften Gesellschaften der Kinolt Group SA, Grâce-Hollogne/Belgien, Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH, Berlin, und Servowatch Systems Limited, Maldon/Großbritannien (+379 Mitarbeiter), ergab sich ein Rückgang von 1,9 % gegenüber dem Vorjahresstand, der sich auf die weltweiten Aktivitäten zur Personalanpassung zurückführen lässt. Ohne Einbeziehung des Personalaufbaus der neu zugekauften Gesellschaften betrug der Rückgang 5,5 %.

Ausbildung und Weiterbildung

Berufsausbildung hat beim RRPS-Konzern Tradition. Seit über 100 Jahren bieten wir jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ihre Karriere mit einer fundierten Ausbildung oder einem dualen Studium in unserem Unternehmen zu beginnen. So haben in diesem Zeitraum mehr als 8.000 Mitarbeiter eine duale Berufsausbildung beim RRPS-Konzern oder seinen Vorgänger-Unternehmen abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2020 absolvierten insgesamt 345 Auszubildende eine Ausbildung oder ein duales Studium bei der Rolls-Royce Power Systems-Gruppe weltweit. Trotz massiver Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie konnte die Ausbildung durchgehend aufrecht erhalten bleiben und somit der gesamte Abschlussjahrgang auch fristgerecht seine Prüfungen erfolgreich absolvieren.

Der RRPS-Konzern bietet den Beschäftigten darüber hinaus ein breites Spektrum an Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen durch die hausinterne Akademie. Am größten Standort Friedrichshafen werden sowohl individuelle als auch standardisierte Trainingsthemen angeboten, die in Präsenz- und E-Learning-Veranstaltungen mithilfe des Learning-Managementsystems »Training@Academy« durchgeführt werden. Dabei werden Fähigkeiten in den Bereichen soziale, methodische und interkulturelle Kompetenzen, Projektmanagement, Compliance, Sprachen, aber auch Hochvolttechnik etc. geschult. In Zeiten der COVID-19-Pandemie werden Trainings überwiegend virtuell durchgeführt und bei Präsenzveranstaltungen strikte Hygienevorgaben eingehalten. Der Schulungsbetrieb konnte auf diese Weise aufrechterhalten werden.

Gesundheitsmanagement

Die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten, gewinnt gerade unter dem Aspekt des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung. Seit Jahren baut der RRPS-Konzern aus diesem Grund das Gesundheitsmanagement aus und verbessert es kontinuierlich. Nach einer Auditierung durch das Institute EuPD-Research Ende 2019 wurde es deshalb auch in der Branche Schwerindustrie und Metallbau Deutschland mit dem höchsten Siegel ausgezeichnet, dem Exzellenz-Siegel, und erreichte damit den ersten Platz.

Infolge der COVID-19-Pandemie mussten im Jahr 2020 wie in sämtlichen Lebensbereichen auch im Bereich Gesundheitsmanagement nahezu alle Präsenzveranstaltungen abgesagt werden. Es erfolgte die rasche Umstellung auf ein virtuelles Programm. Neben Onlinevorträgen und Seminaren sowie virtuellen Events und Veranstaltungen mit gesundheitsfördernden Inhalten konnten die Mitarbeiter auf ein EAP-Programm (Employee Assistance Programme mit Onlineberatung in krisenhaften Lebenssituationen) zurückgreifen.

Darüber hinaus konnten die Mitarbeiter unter Anwendung eines Hygienekonzepts und strenger Einhaltung aller Maßnahmen das firmeninterne Gesundheitsstudio zeitweise nutzen.

Ziel ist es, nach der Pandemie das bisherige Programm wieder fortzuführen, weiter zu internationalisieren und es um die in der Krise erprobten und bewährten digitalen Angebote zu erweitern.

Im Rahmen des internationalen Gesundheitskonzepts des RRPS-Konzerns wurden trotz weltweiter Auswirkungen der Pandemie die Akkreditierungen aller globalen RRPS-Standorte im Laufe des Jahres 2020 erfolgreich abgeschlossen. Alle Standorte wurden mindestens mit dem LIVE WELL-Award »Bronze« ausgezeichnet. Es wird Aufgabe der näheren Zukunft sein, die in diesem Jahr neu zugekauften Unternehmen in dieses Programm aufzunehmen und die Gesundheitsprogramme der internationalen RRPS-Standorte weiterzuentwickeln.

Nachhaltigkeitsbericht

Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und Nachhaltigkeit sind Bestandteil der Unternehmensgrundsätze des RRPS-Konzerns. Das Ziel ist profitables wirtschaftliches Wachstum bei gleichzeitiger Förderung ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsaspekte.

NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE UND -ZIELE. Die Umsetzung der Konzernstrategie PS 2030 ist eine der Kernaufgaben neben der Geschäftstätigkeit und soll den RRPS-Konzern bis zum Jahr 2030 zu einem Anbieter nachhaltiger, integrierter Lösungen wandeln.

INTEGRITÄT UND COMPLIANCE. Ziel ist es, die Erwartungen der wichtigsten Stakeholder stets zu übertreffen. Vertrauen muss jeden Tag aufs Neue gewonnen werden. Deshalb ist es wichtig, dass Zusagen gehalten und intern sichergestellt wird, dass höchste Standards erfüllt werden. Integrität ist daher ein sehr hohes Gut und einer der Kernwerte des RRPS-Konzerns. Alle Stakeholder sollen sich darauf verlassen können, dass sich das Unternehmen der Bedeutung korrekten Verhaltens bewusst ist. Bestechung, die Beeinträchtigung eines fairen Wettbewerbs und andere Formen unrechtmäßigen Verhaltens werden nicht toleriert. Im Jahr 2020 wurde weiter intensiv an der Verbesserung und Optimierung des Compliance-Programms gearbeitet.

VERHALTENSKODEX. Die Entscheidungen und Handlungen des Unternehmens orientieren sich an Werten und Verhaltensweisen. Indem stets nach den Rolls-Royce-Grundwerten »Trusted to Deliver Excellence«, »Integres Verhalten« und »Sichere Betriebsführung« gehandelt wird, wird das Unternehmen stärker und erfolgreicher. Basis hierfür ist unser Globaler Verhaltenskodex, in dem die Grundwerte verankert sind und auf den alle Mitarbeiter auch jederzeit per App von mobilen Endgeräten aus zugreifen können. Der Globale Verhaltenskodex und die zugehörigen Konzernrichtlinien geben den Mitarbeitern Orientierung und Handlungsanleitung, das Richtige zu tun.

EFFEKTIVES COMPLIANCE-PROGRAMM. Zur Sicherstellung eines wirksamen Compliance-Programms passt das Unternehmen das Programm den sich verändernden Rahmenbedingungen an und verbessert es kontinuierlich, unter anderem anhand kennzahlenbasierter Analysen. Zielsetzung des Compliance-Programms ist es, eine integre und regelgetreue Unternehmensführung sicherzustellen und systematisches Fehlverhalten und Compliance-Verstöße zu verhindern. Dabei legt das Unternehmen besonderen Wert darauf, den Mitarbeitern mit dem Globalen Verhaltenskodex und den zugehörigen Richtlinien sowie mit zielgruppenspezifischen Schulungen Orientierung und Handlungsanleitung für ihre tägliche Arbeit zu geben. Schwerpunkt waren im Jahr 2020 Schulungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten sowie zum richtigen Umgang mit vertraulichen Informationen. Ebenso setzt die Compliance-Abteilung die notwendigen Kontrollen und Verfahren um, damit mögliches Fehlverhalten frühzeitig erkannt und konsequent geahndet werden kann.

UMWELT- UND KLIMASCHUTZ. Im November 2020 wurde durch Vertreter des Regierungspräsidiums Tübingen am Standort Friedrichshafen die erste Vor-Ort-Besichtigung im Rahmen der 12. BImSchV (Störfall-Verordnung) durchgeführt. Diese ist Teil des Überwachungsprogramms und findet mindestens alle drei Jahre statt. Neben dem Konzept zur Verhinderung von Störfällen wurden relevante Anlagen begutachtet, die ausschlaggebend für die Einstufung als Betriebsbereich im Rahmen der Störfall-VO sind (zum Beispiel Betriebsgaslager, Kraftstoffversorgung, Entsorgungszentrum).

Nach erfolgreich durchgeführten Workshops in Pilotbereichen am Standort Friedrichshafen konnten auch an den großen Produktionsstandorten des RRPS-Konzerns relevante Umweltaspekte identifiziert und bewertet werden. Die hierbei als signifikant bewerteten Effekte fließen neben anderen umweltpolitisch relevanten Perspektiven in die Zielsetzung zur Verbesserung der Umweltleistung ein.

Der Klimawandel wird weltweit immer spürbarer und ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Als globaler Lösungsanbieter sieht sich der RRPS-Konzern in der Verantwortung, klimafreundliche Lösungen für Antrieb und Energie zu entwickeln aber auch Treibhausgasemissionen über die gesamte eigene Wertschöpfungskette hinweg zu verringern. Aus diesem Grund hat der RRPS-Konzern Anfang des Jahres das »GHG Targets«-Programm aufgesetzt. In diesem Programm arbeiten Experten aus verschiedensten Bereichen eng zusammen, um eine entsprechende Roadmap sowie Zielvorgaben zu definieren.

Um größere Menschenansammlungen während der COVID-19-Pandemie zu verhindern, bietet die Betriebsgastronomie am Standort Friedrichshafen Essen zum Mitnehmen an. Hierfür werden kompostierbare Menüboxen to go aus dem Material Bagasse verwendet. So konnten große Mengen an Plastikmüll vermieden werden. Die angebotenen Getränke wurden von Plastikflaschen auf Glasflaschen umgestellt, sodass trotz der pandemiebedingten Außerbetriebnahme der 2019 installierten Trinkwasserspender die Nutzung von Plastikflaschen weiter reduziert werden konnte.

Um den Schadstoffausstoß zu senken, wird im Bereich Mobilität Carsharing mit Elektrofahrzeugen angeboten. Außerdem werden seit diesem Jahr überwiegend nur noch Fahrzeuge mit vier Zylindern und ab Januar 2021 SUV ausschließlich als Plug-in-Hybrid oder rein elektrisch bestellt. Der Anteil an elektrisch angetriebenen Fahrzeugen liegt bereits bei 25 %. Auch wurde die Anzahl der Fahrzeuge stark reduziert und ist nun auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Werken und bei den Mitarbeitern Zuhause trägt zu einem nachhaltigen Klimaschutz bei. Verbräuche von 1,5 Litern auf 100 km sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Die vier am Standort Friedrichshafen installierten Blockheizkraftwerke (BHKW) arbeiteten im Jahr 2020 kontinuierlich. Der erzeugte Strom reduzierte weiter den Fremdbezug im Stromnetz, gleichzeitig konnte die verfügbare Wärmeleistung zum Heizen und Kühlen von Gebäuden erhöht werden. Die Verbesserung der Wärme- und Kühlbereitstellung sowie die Verringerung von Energieverlusten sind laufende Aktionen. Durch den Betrieb einer Photovoltaikanlage im Werk 1 mit 550 Kilowatt-Peak wurde die Strategie zum Ausbau der Eigenstromerzeugung fortgeführt und der neue Batteriecontainer mit erneuerbarer Energie beladen. Ziele hierbei sind die Steigerung der Energieeffizienz sowie der Test eines Microgrids.

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ. Im Berichtszeitraum hat die weltweite Pandemie durch SARS-CoV-2 die Handlungsschwerpunkte in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz dominiert. Alle diesbezüglichen Maßnahmen wurden im Rahmen eines konzernweiten Krisenmanagements festgelegt und koordiniert und die Geschäftskontinuität damit erfolgreich aufrechterhalten. Als Teil des Rolls-Royce-Konzerns wurden konzernweite HSE-Standards kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut, beispielsweise zur Koordination von Fremdfirmen. Das bestehende Programm mit »Safety Case«-Untersuchungen hinsichtlich Gefährdungen mit möglichen hohen Konsequenzen zur Beurteilung der Einhaltung dieser Standards wurde im Berichtszeitraum an relevanten Standorten des RRPS-Konzerns fortgeführt. Die Umstellung der Zertifizierungsgrundlage des bestehenden Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystems auf den neuen Standard ISO 45001 sowie die damit verbundenen Audits führten zu einer weiteren Schärfung des diesbezüglichen Bewusstseins von Führungskräften und Mitarbeitern gleichermaßen. Insbesondere wurden hier die Leitlinien unserer HSE-Politik zur Betonung der Mitarbeiterbeteiligung erweitert. Identifizierten Unfallschwerpunkten wurde durch zielgerichtete Maßnahmen entgegengewirkt. Neuen Risiken aus dem erweiterten Produktportfolio mit neuen Technologien wurde mit umfangreichen Risikobetrachtungen und präventiven Maßnahmen begegnet.

PRODUKTVERANTWORTUNG UND INNOVATIONEN. Im Rahmen der langfristigen Unternehmensstrategie Power Systems 2030 setzt der RRPS-Konzern auf eine zunehmende Elektrifizierung und Dekarbonisierung von Antriebs- und Energiesystemen, um aktiv die Energiewende zu unterstützen. Der Fokus liegt auf innovativen Lösungen, die sowohl den Kundennutzen erhöhen als auch die Umweltbilanz verbessern. Im Jahr 2020 wurde das Produktportfolio in dieser Hinsicht ausgebaut und die Strategie weiter umgesetzt. Dazu gehören neben eigenen Produktentwicklungen auch Übernahmen und Kooperationen.

Die Übernahme der Mehrheit am Stromspeicher-Spezialisten Qinous schafft eine breite Palette an Batteriespeichern für Microgrids jeder Größe für ökologische dezentrale Energieversorgung. Die Tochterfirma mit dem neuen Namen Rolls-Royce Solutions GmbH, Berlin, ist ein Kompetenzzentrum für Microgrid-Lösungen, denn dort werden unter der Marke MTU sämtliche Microgrid-Aktivitäten des Geschäftsbereichs gebündelt - von einfacheren Speicherlösungen wie Batteriespeichern als Einzelanlage bis zu kompletten und komplexen Microgrid-Lösungen unterschiedlichster Größe und Konfiguration.

Microgrids sind lokale, intelligente Stromnetze, die Strom aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik und Windenergie mit konventionellen Stromerzeugern - wie Dieselgeneratoren oder Gassystemen - und Batteriespeichern verbinden. Das Thema Microgrid in unserem Portfolio gehört aufgrund seiner offenen und komplexen Komponentenvielfalt zu den herausragenden Vorreitern unseres Weges vom rein produktorientierten zum kundenorientierten Lösungsanbieter. Zugleich ist dies ein wichtiger Baustein für die Energiewende.

Die Batteriecontainer für die autonomen Stromnetze werden in Ruhstorf zusammengebaut. Allein in diesem Jahr haben neun Batteriecontainer das Werk verlassen, Tendenz steigend. Weltweit sind von der Rolls-Royce Solutions GmbH, Berlin, rund 75 Microgrids im Einsatz, die größtenteils aus Batterie und Photovoltaik bestehen. Von Deutschland über Nicaragua bis hin zu den Philippinen und Seychellen sorgen sie für eine sichere und saubere Stromversorgung.

Seit Oktober 2004 gehört der Gasmotor der Baureihe 4000 zum Produktportfolio der Marke MTU. Jetzt hat das 3000. Gasaggregat die Produktionshalle verlassen. Dessen Fertigstellung ist ein symbolischer Meilenstein für uns. Insbesondere die in den vergangenen fünf Jahren gestiegene Nachfrage zeigt, dass wir mit unseren Produkten genau die Anforderungen unserer Kunden erfüllen. Der Trend auf dem Energiemarkt geht hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Zur Kompensation der natürlichen Volatilität von Solar- und Windkraft für sogenannte Regelenergie, aber auch zur dezentralen Energieerzeugung in Schwellenländern ist der Gasmotor immer öfter gefragt. Mobile Gasmotoren ergänzen zudem das Portfolio beispielsweise in der Anwendung Marine und stellen eine ökonomisch und ökologisch attraktive Alternative zum klassischen Dieselmotor dar.

Die Dekarbonisierung von Antrieb und Energieversorgung ist eines unserer zentralen Ziele unserer Strategie Power Systems 2030. Die Brennstoffzelle wird hierbei eine Schlüsselrolle spielen. Keine andere Technologie bietet eine so hohe Zuverlässigkeit, modulare Skalierbarkeit und all die Vorteile erneuerbarer Energien ohne die Abhängigkeit vom konventionellen Energiemarkt. Daher sind Rolls-Royce und die die Daimler Truck AG eine Kooperation zur CO2 -neutralen Notstromversorgung von sicherheitskritischen Einrichtungen wie beispielsweise Rechenzentren mit stationären Brennstoffzellengeneratoren eingegangen. Diese sollen emissionsfreie Alternativen zu Dieselmotoren bieten, die bislang als Notstromaggregate oder zur Abdeckung von Spitzenlasten eingesetzt werden. Die beiden Unternehmen haben hierfür bereits eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Bis Ende 2021 soll ein umfassender Kooperationsvertrag ausgearbeitet und unterzeichnet werden.

Bereits Ende 2020 hatten die Rolls-Royce Power Systems AG und Lab1886, die Innovationseinheit der Daimler AG für neue Geschäftsmodelle, ein Pilotprojekt vereinbart, um auf der Basis von Brennstoffzellen-Modulen aus der Automobilproduktion einen Demonstrator zum Einsatz dieser Technologie für die stationäre Energieversorgung zu entwickeln. Dieser wird bis Ende 2021 in Friedrichshafen in Betrieb gehen.

Um die technologischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern, wird die Technologieentwicklung im Geschäftsbereich Power Systems weiter gestärkt und das PowerLab als Keimzelle neuer Technologien geschaffen. In dieser Zukunftsschmiede werden neue Antriebs- und Energiesysteme vorgedacht sowie neue Technologien für die Zukunft entwickelt und für das Unternehmen nutzbar gemacht.

IM DIALOG. Um den unterschiedlichen Erwartungen von Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Eigentümern, Medien, Politik und anderen gesellschaftlichen Gruppen angemessen zu begegnen, pflegt das Unternehmen einen für alle Seiten konstruktiven Dialog.

VERANTWORTUNG FÜR DIE GESELLSCHAFT. Der RRPS-Konzern engagiert sich vielfältig für soziale und gesellschaftliche Belange außerhalb des Unternehmens, beispielsweise mit Spenden für lokale gemeinnützige Vereine. Im Rahmen der Covid19-Pandemie hat der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr eine Reihe von Einrichtungen mit Geld- und Sachspenden unterstützt. So wurden Masken und Schutzmaterial an verschiedene regionale Einrichtungen bis hin zu einem Motor der Baureihe 2000 als Notstromversorgung für ein Pop-up-Krankenhaus an das Rote Kreuz in Wuhan/China gespendet.

Erklärung zur Unternehmensführung

Das »Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst« wurde am 6. März 2015 vom Deutschen Bundestag sowie am 27. März 2015 vom Bundesrat verabschiedet.

Das Gesetz verpflichtet börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen, verbindliche Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den obersten Managementebenen festzulegen.

Der Vorstand hat am 24. Juni 2015 für die Führungsebene 2 eine (Mindest-) Zielgröße von null (0) Frauen und für die Führungsebene 3 eine (Mindest-) Zielgröße von acht (8) Frauen festgelegt.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 15. Juli 2015 beschlossen, eine Zielgröße von null (0) Frauen im Vorstand der Rolls-Royce Power Systems AG festzulegen. Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG hat der Aufsichtsrat in derselben Sitzung einen Frauenanteil von mindestens einer (1) Frau festgelegt.

Die Besetzungsziele für den Vorstand, die Führungsebenen 2 und 3 sowie für den Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2020 nicht geändert. Die Erfüllung der festgelegten Besetzungsziele zum 31. Dezember 2020 wurde durch eine Selbstüberprüfung festgestellt. Die Ziele zur Frauenquote konnten in den oberen Führungsebenen deutlich übertroffen werden. Konkret liegt der Anteil weiblicher Führungskräfte im Executive Leadership Team bei 23 % und auf den darauffolgenden Ebenen 2 und 3 in Summe bei 13 %. Insgesamt liegt der Frauenanteil unter den Führungskräften der ersten vier Ebenen im Unternehmen weltweit bei 12,8 % und damit über dem Vorjahreswert.

Chancen- und Risikobericht

Chancenbericht

Neben den Risiken, denen der RRPS-Konzern ausgesetzt ist, bieten die globalisierten Teilmärkte dem Unternehmen auch zahlreiche Chancen. Diese können sich - ebenso wie die Risiken - auf die Vermögenssituation des RRPS-Konzerns auswirken.

Systematische Erfassung und Nutzung der Chancen

Im RRPS-Konzern werden Chancen dezentral erfasst, bewertet, gesteuert und kontrolliert. Auf der operativen Ebene erfasst der Konzern Markt- und Vertriebschancen. Außerdem werden im Rahmen des Effizienzprogramms FIT2X Effizienzsteigerungspotenziale erfasst. Dabei werden unter anderem die Methoden Benchmarking, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Kaizen und Lean Management verwendet. Die Potenziale, die hierbei zutage treten, werden ebenfalls konsequent weiterverfolgt.

Auf der strategischen Ebene werden Chancen im Rahmen der jährlichen strategischen Planung erfasst: In Strategieklausuren mit Szenario-Workshops werden Potenziale sowohl in den Märkten und Anwendungen als auch in Produktion, IT und Verwaltung aufgezeigt und entsprechende Prioritäten gesetzt. Bei der langfristigen Produktplanung werden Chancen erfasst, die sich aus Neuentwicklungen oder der Anpassung bestehender Produkte an zusätzliche Kundenbedürfnisse ergeben. Darüber hinaus wird mit SWOT-Analysen gearbeitet.

Trends als Chancen

Aus den folgenden Trends leiten sich in den kommenden Jahren große Möglichkeiten für eine nachhaltige Weiterentwicklung des RRPS-Konzerns ab:

URBANISIERUNG. Der Anteil der Weltbevölkerung in urbanen Regionen wird von über 50 % heute auf knapp 70 % im Jahr 2050 steigen. Dieser Trend betrifft vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer. Einkommen werden steigen, Bedürfnisse zunehmen und zu wachsendem Fracht- und Personenverkehr sowie Rohstoffbedarf führen.

DIGITALISIERUNG. Auf dem Weg zu mehr Ressourceneffizienz wird die Bedeutung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Maschinen vernetzen sich, übermitteln permanent ihre Betriebsdaten, werden mit Geodaten optimal geleitet oder aus der Ferne gesteuert. Integrierte System- und Servicelösungen werden an Bedeutung gewinnen und neue Marktchancen entstehen. Der Bedarf an Notstrominfrastruktur steigt weiter.

EMISSIONSREGULIERUNG. Die politische Diskussion zielt auf eine weitere Reduzierung der Emissionen ab. Dieser Herausforderung wird die Industrie nur mit innovativen, CO2 -armen Antriebs- und Energielösungen sowie in der Motorentechnologie mit leistungsfähigen Abgasnachbehandlungssystemen erfolgreich begegnen können.

DEZENTRALER ENERGIEBEDARF. In den Entwicklungs- und Schwellenländern kann die steigende Nachfrage nach Strom nur teilweise bedient werden. Auch in den Industrieländern gibt es zunehmende strukturelle Probleme aufgrund von alternder Infrastruktur und zunehmender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Dies bietet Potenzial für dezentrale Energielösungen zur Erzeugung von Strom und Wärme.

ROHSTOFFKNAPPHEIT. Rohstoffe und Energie werden auf lange Sicht knapp. Dies wird zu steigender Nachfrage nach noch effizienteren Produktions- und Transportsystemen führen. Eine wichtige Entwicklung ist der Einsatz von neuen Technologien beim Ressourcenabbau, beispielsweise bei der Förderung von Schieferöl und -gas in den USA. Auch China hat diesbezüglich ambitionierte Pläne.

SICHERHEIT. Um die Handlungsfähigkeit sicherzustellen, müssen Systeme erneuert und beschafft werden, die zum Schutz nationaler und regionaler Grenzen, Küsten oder öffentlicher Einrichtungen benötigt werden.

Diese für unser Geschäft relevanten Megatrends können wir zum Vorteil für unsere Zielgruppen nutzen und dabei unsere Motoren, Systeme und Dienstleistungen in den jeweiligen Märkten noch besser positionieren.

Risikobericht

Risikomanagementsystem

Als international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern vielfältigen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich zum einen aus möglichen signifikanten Veränderungen auf den relevanten Märkten, in denen sich das Unternehmen bewegt, und zum anderen aus einer potenziellen Verschiebung der Wettbewerbsposition. In der Folge kann - abhängig von der jeweiligen Bedeutung dieser Risiken - die Vermögenssituation der Eigentümerin der Rolls-Royce Power Systems AG mehr oder weniger stark betroffen sein.

Der Vorstand der Rolls-Royce Power Systems AG hat auf Basis der Unternehmensstrategie eine Risikomanagementstrategie festgelegt, die im Risikomanagementsystem umgesetzt ist. Zudem berücksichtigt das Risikomanagementsystem die Anforderungen der Eigentümerin der Rolls-Royce Power Systems AG. Das Risikomanagement bewegt sich in einem Kontrollumfeld, das entscheidend für seine Wirksamkeit ist: Wichtige Einflussgrößen sind die Unternehmenskultur, die Sensibilität für risikobehaftete Entwicklungen und Ereignisse sowie die Fähigkeit, mit Risiken umzugehen und das Risikomanagementsystem effektiv einzusetzen. Es wird sichergestellt, dass negative bis hin zu existenzbedrohenden Entwicklungen der Gesellschaft frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen zur Sicherung und Wahrung des Bestands ergriffen werden.

Die konzernweit erkannten Risiken werden vom zentralen Risikomanagement unter Berücksichtigung von definierten Wertgrenzen zusammengeführt, konsolidiert, aggregiert, analysiert, ausgewertet und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Bei der Konsolidierung und Analyse wird besonderes Augenmerk auf die singuläre, kumulative oder additive Eigenschaft der Risiken gelegt. Eine Saldierung mit Chancen wird hierbei nicht vorgenommen. Das Risikomanagement wird bei der Analyse und Bewertung der Einzelrisiken und der Gesamtrisikoposition des RRPS-Konzerns von einem Risk Review Panel unterstützt.

Die Bewertung der Risiken erfolgt auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen Ausmaßes des Risikos bei Eintritt (siehe Tabelle). Bei der Bewertung des Ausmaßes wird die Wirkung vor Maßnahmen (Bruttobewertung) sowie nach Gegenmaßnahmen und bilanzieller Vorsorge (Nettobewertung) grundsätzlich als Auswirkung auf den EBIT betrachtet. Qualitatives Bewertungskriterium ist die mögliche Auswirkung auf die Reputation des Unternehmens. Basierend auf der Bewertung erfolgt eine gestufte Berichterstattung, die den jeweiligen Erfordernissen der verschiedenen Adressaten gerecht wird.

Beurteilung Eintrittswahrscheinlichkeit/Mögliches Ausmaß - 3-Jahres-Zeitraum

Stufe Eintrittswahrscheinlichkeit
Niedrig 0 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤ 5 %
Mittel 5 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤ 25 %
Hoch 25 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤ 50 %
Sehr hoch 50 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤ 80 %
Extrem hoch 80 % < Eintrittswahrscheinlichkeit < 100 %
Stufe Mögliches Ausmaß
Sehr niedrig 1 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 7 Mio. Euro
Niedrig 7 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 15 Mio. Euro
Mittel 15 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 35 Mio. Euro
Hoch 35 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 70 Mio. Euro
Sehr hoch Ausmaß ≥ 70 Mio. Euro

Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken werden zusätzlich monatlich analysiert und gesteuert. Detaillierte Informationen sind den Absätzen zu den Einzelrisiken unter dem Punkt »Finanzrisiken« und dem Konzernanhang unter dem Punkt »Finanzrisikomanagement« im Abschnitt »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden« zu entnehmen.

Die Risikomanagementprozesse im Unternehmen werden regelmäßig durch einen unabhängigen Dritten auf Eignung und Ordnungsmäßigkeit geprüft. Zusätzlich befassen sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats des RRPS-Konzerns sowie der Prüfungsausschuss der Rolls-Royce plc für das Geschäftsfeld Power Systems mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems.

Risiken

Die wesentlichen Risiken für die Power Systems AG werden im Folgenden in den wichtigsten Risikoarten aufgegliedert.

RISIKOARTEN

MARKT- UND WETTBEWERBSRISIKEN

Der Vertriebserfolg der Produkte des RRPS-Konzerns hängt grundsätzlich auch vom konjunkturzyklischen Nachfrageverhalten seiner Kunden ab. Aufgrund der starken Diversifikation der Zielmärkte und der globalen Ausrichtung des Unternehmens wird allerdings die Auswirkung einzelner Nachfragerückgänge auf das Ergebnis verringert. Allerdings können Risiken wie der Einbruch der weltweiten Finanzmärkte, eine abrupte Abschwächung der chinesischen Konjunktur, die Auswirkungen eines Handelskriegs oder Exportrestriktionen infolge politischer Spannungen die Weltkonjunktur kurzfristig bremsen und die Geschäftsentwicklung des RRPS-Konzerns beeinflussen.

Zusätzlich zur konjunkturellen Situation wirken sich auch verschiedene andere Faktoren, beispielsweise öffentliche Budgets, auf den Erfolg des RRPS-Konzerns aus. Teilweise haben die verschiedenen Einflüsse gegenläufige Effekte. Es finden daher regelmäßig Markteinschätzungen unter besonderer Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung, der sonstigen makroökonomischen Faktoren und des Wettbewerbsumfelds statt. Auch durch Flexibilisierung der Produktionskapazitäten sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Fixkosten werden mögliche Risiken aus Produktions- und Absatzschwankungen verringert.

Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Vorprodukten können aufgrund des starken Wettbewerbs im Markt nicht immer vollständig an Kunden weitergegeben werden. Zur Verringerung von Preis- und Bezugsrisiken auf der Beschaffungsseite setzt das Unternehmen deshalb auf weltweit koordinierte Einkaufsaktivitäten, langfristige Lieferverträge und die kontinuierliche Optimierung des Lieferantenportfolios. Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken bei Rohstoffen werden zusätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt.

Das Wettbewerbsumfeld des RRPS-Konzerns kann als fordernd beschrieben werden. Markteintritte von Wettbewerbern in das Kerngeschäft, gefördert von Unternehmenskooperationen, stellen ein Risiko dar. Diesem Risiko begegnet der RRPS-Konzern mit einer regelmäßigen Überprüfung der strategischen Ausrichtung.

Teilweise sind Zulieferer und Kunden von einer grundsätzlich schwierigen Fremdfinanzierungssituation betroffen. Bei erhöhten Abrufen durch den RRPS-Konzern kann es zudem bei Lieferanten zu Lieferengpässen kommen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

Strategische Entscheidungen beinhalten naturgemäß das Risiko von Fehlentscheidungen. Strategische Risiken können insbesondere aufgrund von Entscheidungen rund um die Produktentwicklung, von Investitionsentscheidungen wie der Standortwahl oder im Zusammenhang mit Fusions- und Übernahmeaktivitäten entstehen. Strategische Entscheidungen sind beim RRPS-Konzern mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen verbunden.

Mit neuen Produkten ist allgemein das Risiko verbunden, dass sie unwirtschaftlich sein könnten, weil sie entweder in der Entwicklung zu teuer sind oder vom Markt nicht angenommen werden. Die Neuproduktentwicklung wird im Rahmen von Projekten durchgeführt. Um die Risiken auszuschließen bzw. diesen entgegenzuwirken, führt das Unternehmen im Rahmen des Projektauftrags Risikoanalysen durch. Zu sogenannten Milestones passieren die Projekte definierte Quality Gates. Bei Produktneuentwicklungen werden Markt- und Wettbewerbsanalysen vorgenommen. Bei Fusions- und Übernahmeaktivitäten setzt das Unternehmen ein Due-Diligence-Verfahren (Unternehmensprüfung) ein, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handhaben.

Die Organisation des RRPS-Konzerns wird bei Bedarf an Strategieänderungen angepasst. Außerdem geht der Konzern davon aus, dass sich die Unternehmensstrategie auch in einem schwierigen Marktumfeld als tragfähig erweisen wird.

Öffentliche Aufträge setzen regelmäßig lokale Wertschöpfungsanteile voraus. Dem Risiko, diese Aufträge nicht annehmen oder gar vertragliche Verpflichtungen nicht einhalten zu können, wirkt der RRPS-Konzern unter anderem mit einer Internationalisierung der Wertschöpfung entgegen. Gestützt wird die internationale Produktionsstrategie durch Werke unter anderem in den USA, in China und der Türkei. Mit der Umsetzung einer internationalen Produktionsstrategie geht eine produktionsstandortbezogene Beschaffungsstrategie einher.

PRODUKTPORTFOLIORISIKEN

Um stets ein nachhaltiges und profitables Wachstum zu ermöglichen wird das Produktportfolio des RRPS-Konzerns an die Marktanforderungen angepasst und um neue Produkte und Services erweitert. Diese erhöhen einerseits die Attraktivität des Produkt- und Serviceportfolios, sind aber andererseits mit Markteinführungsrisiken verbunden. Diesen Risiken wirkt das Unternehmen mit konkreten Maßnahmen in den relevanten Produktentwicklungsprojekten entgegen. Da es sich teilweise um die Erschließung neuer Märkte bzw. Technologien handelt, lassen sich Risiken nicht komplett ausschließen.

RISIKEN AUS FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Wachsende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Produkte sowie zunehmend rigidere Abgasvorschriften sind wesentliche Herausforderungen bei der technischen Weiterentwicklung der Produkte. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken mit einer stetigen Optimierung des Entwicklungsprozesses und einem strategischen Fokus auf der Weiterentwicklung elektrifizierter Systemlösungen wie modernsten Hybridantrieben für Schienenfahrzeuge und Marineanwendungen sowie Lösungen für Microgrid-Anwendungen in der Stromversorgung.

QUALITÄTSRISIKEN

Der RRPS-Konzern verfolgt stets das Ziel, eine hohe Produktqualität zu garantieren. Dies wird durch eine sorgfältige Produktentwicklung und ein effektives Qualitätsmanagementsystem unterstützt. Die komplexen technischen Spezifikationen der Produkte erfordern auch eine sehr hohe Qualität seitens der Zulieferer. Um diese sicherzustellen, wählt das Unternehmen die Lieferanten sorgfältig und nach definierten Kriterien aus.

Trotz des umfassenden Qualitätsmanagementsystems können Produktmängel auftreten und damit Reputations-, Umsatzausfall- sowie Kosten- und Haftungsrisiken entstehen. Diese auftretenden einzelnen Mängel werden analysiert und durch effektive Maßnahmen beseitigt. Betroffene Kunden werden von einem kontinuierlich ausgebauten globalen Servicenetz sorgfältig betreut. Zusätzlich werden die Auswirkungen von Risiken durch Versicherungsverträge reduziert.

CYBER- UND INFORMATIONSTECHNOLOGIERISIKEN

Die zentralen Geschäftsprozesse der Einzelunternehmen des RRPS-Konzerns und der gesamten Gruppe sind in hohem Maße von IT-Systemen und -Services abhängig. Die fortschreitende Digitalisierung des Geschäfts stellt das Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen, und deswegen gewinnt dieser Bereich immer mehr an Komplexität. Die Sicherheit von EDV-Systemen und der Daten unterliegen sowohl externen Risiken wie Infiltrationsversuchen und Schadsoftware als auch technischen Risiken wie einem Serverausfall oder fehlerhafter Software. Besonderes Augenmerk wird auf die Sicherheit der EDV-Systeme und des Datenbestands gelegt. Geschäfts- sowie personenbezogenen Informationen und Daten sowie physische und immaterielle Vermögenswerte sind angemessen zu schützen.

Um diese Risiken zu minimieren, wurde die IT-Organisation im Rahmen der globalen IT-Strategie weiterentwickelt und entsprechend den Anforderungen kontinuierlich optimiert. Die Zuverlässigkeit der IT-Systeme wird dabei durch eine konsequente Standardisierung in der gesamten Gruppe und die stetige Anpassung an den Stand der Technik gewährleistet. Dafür wurde ein IT-Restrukturierungsprogram gestartet, das den effektiven Umbau der IT-Infrastruktur und Tools sicherstellt. Um für das Unternehmen auch einen angemessenen Schutz im Bereich der Cyber- und Informationstechnologie zu gewährleisten, verfolgt der RRPS-Konzern die Umsetzung einer ganzheitlichen Cyber-Sicherheitsstrategie. Dafür wurde das Programm »Cyber Security 4.0« entwickelt. Neben den technischen Lösungen werden auch Prozesse hinsichtlich Cyber- und Informationstechnologie stetig weiterentwickelt und Sensibilisierungsmaßnahmen umgesetzt.

PERSONALRISIKEN

Einem möglichen zukünftigen Personalbeschaffungsrisiko begegnet das Unternehmen, indem es sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert. Die Anpassung des Employer Branding auf die aktuellen und sich stetig ändernden Marktbedingungen, tarifliche Vereinbarungen, innovative Arbeitszeitmodelle, eine angemessene Entlohnung, Gesundheitsmanagement, Vereinbarungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Fortbildungsmöglichkeiten und das Bekenntnis zu Vielfalt und Inklusion sind wesentliche Bestandteile, das Unternehmen als modernen und attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Mit zielgruppengerechten Kommunikationsmaßnahmen digital und offline wirbt das Unternehmen aktiv um zukünftige Mitarbeiter. Talente insbesondere für unternehmenskritische und zukunftsrelevante Bereiche werden frühzeitig identifiziert und angesprochen.

Einem möglichen Facharbeitermangel wird proaktiv begegnet, indem zahlreiche Ausbildungs- und Studienplätze angeboten werden. Das Unternehmen hat den Bedarf von Berufsbildern mit digitalem Hintergrund erkannt und baut entsprechende Ausbildungsgänge auf. Ein Aus- und Weiterbildungsprogramm mit internen und externen Veranstaltungen erhöht die Qualifizierung der Mitarbeiter und trägt zu deren beruflicher Weiterentwicklung bei.

Die geringe Fluktuationsrate und eine lange durchschnittliche Betriebszugehörigkeit zeigen, dass die bestehenden Maßnahmen erfolgreich sind. Insgesamt verfolgt das Unternehmen im Bereich Personal eine präventive Risikostrategie.

BETEILIGUNGSPORTFOLIORISIKEN

Das Beteiligungsportfolio des RRPS-Konzerns beschränkt sich größtenteils auf Unternehmen in 100-prozentigem Eigentum der Rolls-Royce Power Systems AG oder ihrer Tochterunternehmen. Dadurch ergeben sich keine wesentlichen Beteiligungsportfoliorisiken, etwa in Form von Risiken durch absehbare Konflikte mit Minderheitsaktionären. Darüber hinaus bestehen Joint Ventures und Minderheitsbeteiligungen, bei denen der RRPS-Konzern jedoch in der Regel weitreichende Mitbestimmungs- und Informationsrechte hat.

Im Hinblick auf das Beteiligungsportfoliorisiko im Einzelabschluss des Mutterunternehmens besteht ein Risiko hinsichtlich potenzieller Abschreibung von Anteilen an verbundenen Unternehmen.

FINANZRISIKEN

Als international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeiten und bei der Finanzierung generell Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Diese Risiken werden soweit möglich durch geeignete Gegenpositionen minimiert (Natural Hedging, zum Beispiel durch Bezug von Vorprodukten in der Währung der Umsatzlegung). Die verbleibenden Nettorisiken werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente begrenzt bzw. eliminiert. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen ergreift grundsätzlich das Group Treasury des Konzerns.

Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten ist in einer konzernweit verbindlichen internen Richtlinie geregelt, die auch den konzeptionellen Rahmen für die Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Nettorisikopositionen für alle Konzerngesellschaften vorgibt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- und Spekulationszwecken genutzt. Die Effektivität der Risikoabsicherungen wird im Zuge des internen Reportings überwacht und gesteuert. Weitere Informationen zu Finanzierungs- und Finanzmarktrisiken befinden sich im Konzernanhang im Abschnitt »Finanzrisikomanagement«.

WÄHRUNGS- UND ZINSÄNDERUNGSRISIKEN. Währungsrisiken können aus Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und erwarteten Zahlungsströmen entstehen, die auf eine andere Währung als den Euro lauten. Um diese Risiken einzudämmen oder gänzlich auszuschließen, setzt der RRPS-Konzern Devisentermingeschäfte und bei Bedarf Optionen ein. Diese Maßnahmen gelten vor allem für Währungsrisiken, die aus Engagements in US-Dollar resultieren.

Der RRPS-Konzern verfügte zum Stichtag über keine variabel verzinslichen Bankdarlehen, die Zinsänderungsrisiken bergen würden. In Bezug auf das Management von Zinsänderungsrisiken sieht die konzernweite Richtlinie Zinsswaps, Caps und Floors (Ober- und Untergrenzen) als mögliche Sicherungsinstrumente vor. Aufgrund der aktuellen Zinslage ist hier jedoch mit einem nur sehr geringen Risiko für den RRPS-Konzern zu rechnen. Für die Sicherungsgeschäfte im Zins- und Währungsbereich besteht ein Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken, die Vertragspartner sind.

LIQUIDITÄTSRISIKEN. Der RRPS-Konzern verfolgt eine konservative Finanzierungsstrategie. Das Unternehmen verfügt über einen positiven Nettofinanzierungssaldo und eine ausreichend hohe Eigenkapitalquote sowie eine stabile Ertragskraft. Unterstützt durch die Rahmenfinanzierung der Rolls-Royce plc ist das Unternehmen damit im Bereich Finanzierung gut aufgestellt. Die Liquidität wird durch ausreichende Kredit- und Avallinien bei einer größeren Anzahl von überwiegend europäischen Banken sichergestellt. Außerdem gewährleisten der gute Cashflow und das aktive Cashmanagement, dass finanzielle Mittel bedarfsgerecht zur Verfügung stehen.

RISIKEN AUS FORDERUNGSAUSFÄLLEN. Risiken aus Forderungsausfällen, die beim RRPS-Konzern im geschäftsüblichen Umfang bestehen, werden mit gängigen Mitteln der Forderungsabsicherung sowie mit einem aktiven Forderungsmanagement abgesichert. Das Risiko wird bereits im Vorfeld minimiert, indem die wirtschaftliche Situation der Kunden überprüft und bewertet sowie mit Zahlungssicherungsinstrumenten wie Akkreditiven abgesichert wird. Darüber hinaus reagiert das Unternehmen bei erkennbaren Ausfallrisiken, welche beim RRPS-Konzern im Wesentlichen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, mit entsprechenden Wertberichtigungen.

RECHNUNGSLEGUNGSRISIKEN

In den Konzernabschluss des RRPS-Konzerns wurden zum 31. Dezember 2020 neben dem Einzelabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG 55 Einzelabschlüsse von in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Die Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen werden überwiegend dezentral erstellt. Die Konsolidierung des RRPS-Konzerns erfolgt weitgehend in der Konzernzentrale. Die länderspezifischen Rechnungslegungsstandards der Tochterunternehmen werden auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) übergeleitet, soweit nicht bereits im jeweiligen Einzelabschluss des Tochterunternehmens nach IFRS bilanziert wird. Eine konzernweit einheitliche Rechnungslegung in Bezug auf Ansatz, Bewertung und Ausweis stellt das Unternehmen durch ein Bilanzierungshandbuch sicher, das quartalsweise aktualisiert wird. Unterstützt wird der Erstellungsprozess des Konzernabschlusses zum einen durch einen konzernweit gültigen Abschlusskalender, zum anderen durch eine auf die Bedürfnisse des RRPS-Konzerns entwickelte Konsolidierungssoftwarelösung. Themen wie Finanzierung und Steuern werden durch die Zentralbereichsfunktionen Group Treasury bzw. Group Taxes in der RRPS-Konzernzentrale gebündelt.

Aufgrund der Anzahl an Gesellschaften und der unterschiedlichen regionalen Verteilung der Tochterunternehmen bestehen Risiken in Bezug auf das Ziel einer verlässlichen Rechnungslegung, die sich in einer zeitlich verspäteten Veröffentlichung, Falschaussagen im Jahres-/Konzernabschluss oder betrügerischen Manipulationen niederschlagen können. Um diese Risiken soweit wie möglich einzugrenzen und zu steuern, wurden vom RRPS-Konzern verschiedene Maßnahmen und Kontrollen etabliert. Für eine zutreffende Erfassung der Transaktionen in der Buchführung wurden Fehler vermeidende und aufdeckende, manuelle wie auch automatische Kontrollen (sogenannte interne Finanzkontrollen) in der Rechnungslegungssoftware installiert. Des Weiteren werden die Tochterunternehmen von Fachexperten in der Konzernzentrale unterstützt, die eine Qualitätskontrolle bzw. Plausibilisierung für die übernommenen Daten bilden und den Tochterunternehmen bei komplexen Fragestellungen zur Seite stehen.

Die Folgebewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer ist angesichts der Schätzungen, die im Rahmen der Bewertung vorzunehmen sind, und der zu treffenden Annahmen mit Unsicherheiten behaftet. Zur Prüfung der Bewertung wird jährlich und bei Anzeichen einer Wertminderung unmittelbar ein Wertminderungstest durchgeführt. Wesentliche Annahmen werden dabei durch den Zugriff auf eine anerkannte Ratingagentur und Peer Group objektiviert, um die Zuverlässigkeit der Schätzungen und Bewertungen sicherzustellen.

Aufgrund der produzierenden Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns müssen die Vorräte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wobei die betreffenden Vorratsbestände zur Kosten-, Cash- und Risikoreduzierung möglichst gering gehalten werden. Es ergeben sich Werthaltigkeits- und Inventurrisiken von Vorräten, die durch regelmäßige Inventuren sowie durch eine objektive Bewertung von Analysen künftiger Markt- und Absatzmöglichkeiten eingegrenzt werden.

Im Konzernabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG bestehen versicherungsmathematische Bewertungsrisiken aus den Zusagen von Pensionsleistungen. Zur Einschränkung dieser Risiken werden externe Sachverständige mit der Erstellung von versicherungsmathematischen Gutachten beauftragt.

Generell gelten konzernweit das Vier-Augen-Prinzip sowie die Funktionstrennung bei Arbeitsabläufen in der Rechnungslegung, sodass ein adäquater Qualitätssicherungs- und Genehmigungsprozess sichergestellt werden kann.

UMWELTRISIKEN

Durch die Betriebsaktivitäten im RRPS-Konzern entstehen Umweltrisiken, etwa beim Betrieb von Prüfständen oder Energieversorgungsanlagen sowie beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wie Dieselkraftstoff und Mineralölen. Ein frühzeitiges Erkennen und ein sicherer Umgang mit solchen Risiken trägt dazu bei, hohe Umweltschäden und damit verbundene Schadensersatzforderungen zu vermeiden. Durch ein strukturiertes Umweltmanagementsystem an den Fertigungs- und Montagestandorten wird möglichen Umweltrisiken entgegengewirkt. Der RRPS-Konzern gestaltet alle Stufen der Produktion möglichst umweltverträglich und energieeffizient.

Periodische Umweltaudits stellen sicher, dass sowohl gesetzliche als auch konzerninterne Umweltvorgaben jederzeit eingehalten werden und die für die Errichtung und den Betrieb umweltrelevanter Anlagen erforderlichen Genehmigungen in aktueller Form vorliegen. Darüber hinaus stellt sich der RRPS-Konzern den Anforderungen des Umweltschutzes und des wachsenden Energiebedarfs. Die geltenden rechtlichen Anforderungen werden in regelmäßigen Abständen hinsichtlich eines Handlungsbedarfs überprüft.

COMPLIANCE-RISIKEN

Die wesentlichsten Compliance-Risiken des RRPS-Konzerns ergeben sich aus der Zusammenarbeit mit diversen Geschäftspartnern und insbesondere dem umfangreichen Partnernetzwerk des Unternehmens sowie aus Interaktionen mit staatlichen Stellen und Amtsträgern. Der Konzern ist weltweit tätig und wird mitunter auch in Ländern selbst oder durch Partnerunternehmen aktiv, die aus Antikorruptionssicht Hochrisikoländer darstellen. Verstöße gegen internationale Antikorruptionsgesetze können schwerwiegende rechtliche Sanktionen für das Unternehmen und dessen Entscheidungsträger, aber auch umfangreiche Imageschäden und finanzielle Verluste mit sich bringen. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird daher fortlaufend optimiert. Ein wesentliches Element dieser Weiterentwicklung war die im Jahr 2020 initiierte Implementierung der im gesamten Rolls-Royce-Konzern eingeführten Richtlinie »Kenne deinen Partner«.

SONSTIGE RISIKEN

Grundsätzlich besteht die Gefahr von diversen Rechtsstreitigkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen. Bei behördlichen Zertifizierungen begegnet das Unternehmen einem hohen Regulierungsgrad. Die sich weltweit verschärfenden Emissionsregelungen führen zu erhöhten Entwicklungsbedarfen. Aufgrund der Vielfalt der Anwendungen und der Vielzahl von Märkten mit unterschiedlichsten Jurisdiktionen weltweit gelten für die Produkte verschiedenartige Emissionsregelungen, deren Erfüllung - auch aufgrund hoch komplexer Genehmigungsprozesse - Unsicherheiten unterworfen ist. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Emissionsregelungen in bestimmten Applikationen und Ländern aufgrund der öffentlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem Dieselskandal kurzfristig verschärfen. Trotz der aktiven Sicherung der Technologieführerschaft kann es dabei zu Risiken insbesondere hinsichtlich der jederzeit vollständigen und fristgerechten Umsetzung der jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen kommen. Der Erhalt von Emissionszertifikaten ist in sehr vielen Ländern und Märkten Voraussetzung für den Zugang und den Vertrieb der Produkte.

Der RRPS-Konzern ist mit einer Vielzahl an Themen konfrontiert, die verschiedene Gerichtsverfahren, Ansprüche und Anordnungen betreffen. Es handelt sich hierbei sowohl um Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Beendigung/Nichtverlängerung von Partnerverträgen als auch um Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Produkten des Unternehmens. Diese sind aus Sicht des RRPS-Konzerns normale und in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit stehende Vorgänge. Wesentliche Risiken aus Rechtsstreitigkeiten sind aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, aber grundsätzlich möglich. Bei Bedarf bildet der RRPS-Konzern im üblichen Rahmen Rückstellungen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das Vertragsmanagement und eine hohe Produktqualität unterstützten dabei, mögliche Risiken rechtzeitig entgegenzuwirken.

Die COVID-19-Pandemie hat die Weltwirtschaft stark getroffen. Die damit einhergehenden negativen Folgen stellt die Rolls-Royce Power Systems AG vor Herausforderungen. Die Risikolage ist sehr dynamisch und wird deshalb kontinuierlich von einem multidisziplinären Krisenstab beobachtet und bewertet. Umfangreiche und angemessene Maßnahmen werden zeitnah getroffen und umgesetzt, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und das Risiko für unseren Geschäftsbetrieb bestmöglich zu minimieren. Trotz weitgehenden Einschränkungen in mehreren Ländern konnte die Betriebskontinuität des RRPS-Konzerns im Jahr 2020 sichergestellt werden. Allerdings können ungünstige Entwicklungen des Infektionsgeschehens die Auswirkungen der Pandemie und somit die Risikolage beeinträchtigen. Die aktuellen Auswirkungen der Pandemie liegen im Bereich der bisherigen coronabedingten Finanzplanung, was deren Vollständigkeit und Robustheit unterstreicht.

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION

Die Gesamtrisikoposition des Unternehmens wird anhand des Risikoportfolios aller wesentlichen Einzelrisiken beurteilt. Dabei werden auch die Abhängigkeiten der Risiken untereinander berücksichtigt. Eine Aufrechnung der Risiken mit Chancen erfolgt hierbei nicht.

Zum aktuellen Zeitpunkt hält der Vorstand der Rolls-Royce Power Systems AG die Risikolage für beherrschbar, und eine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risikoexposition ist derzeit nicht erkennbar. Negative Trends auf den Märkten und eine mögliche Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können jedoch nicht ausgeschlossen werden und sich entsprechend auf die Risikolage auswirken.

Prognosebericht

Das Jahr 2021 ist noch mit vielen Unsicherheiten behaftet

Die derzeitigen Wachstumsprognosen der für den RRPS-Konzern relevanten Märkte sind angespannt

Das Unternehmen rechnet aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2021 mit einem Wachstum beim bereinigten Umsatz sowie mit einer Ergebnismarge im niedrigen zweistelligen Bereich. Es wird erwartet das Niveau von vor der COVID-19-Pandemie im Geschäftsjahr 2022 wieder zu erreichen. Dabei sollte erwähnt werden, dass die Bereiche Öl und Gas, Bergbaumaschinen und Energieerzeugungssysteme bzw. Motoren für Energieerzeugungssysteme auf lokale Rohstoffpreise und allgemeine Konjunktur- und Projektentwicklungen sensibel reagieren.

Ob der RRPS-Konzern seine Ziele erreicht, hängt wesentlich von der weltwirtschaftlichen und insbesondere der branchenspezifischen Entwicklung ab. Ein konjunktureller Rückschlag oder negative Währungseinflüsse könnten dazu führen, dass die Erwartungen unterschritten werden. Sollte es jedoch zu einer Beschleunigung der konjunkturellen Entwicklung kommen, ergeben sich zusätzliche Umsatz- und Ertragschancen.

Maßnahmen der Regierungen zur Ankurbelung der Volkswirtschaft sowie anhaltend positive Megatrends lassen dennoch eine Erholung im 2. Halbjahr erwarten, sodass der globale reale Umsatz des Maschinenbaus 2021 auf das Gesamtjahr betrachtet sich dem Niveau von 2019 nähern sollte.

Zur Umsetzung der Strategie PS 2030 hin zum integrierten Lösungsanbieter für die Kunden des RRPS-Konzerns stellt die neue Organisationsstruktur »EMPOWER 2030« die Weichen. Wir optimieren unsere organisatorische Aufstellung, um alle Prozesse von der Herstellung und Lieferung einzelner Motoren bis hin zu komplexen Projekten und den Wandel zu einem lösungsorientierten und partnerschaftlichen Ansatz gegenüber unseren Kunden abzubilden. Im Jahr 2021 planen wir, weitere Effizienzsteigerungen zu erzielen. Der Personalbestand wird auf stabilem Niveau bleiben, es wird jedoch Verschiebungen zwischen den Bereichen geben.

2021 wird weiterhin ein herausforderndes Jahr, da die möglichen Auswirkungen der Coronapandemie auch weiterhin schwer am Markt einzuschätzen sind. Sollte es zu nachhaltigen Rückgängen an den Börsen und Rohstoffmärkten kommen, könnte dies erheblichen Gegenwind verursachen.

 

Friedrichshafen, den 26. März 2021

Rolls-Royce Power Systems AG

Der Vorstand

Jahresabschluss 2020 der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

IN TSD. EURO Anhang Nr. 01.01.- 31.12.2019 01.01.- 31.12.2020
Umsatzerlöse 1 72.479 63.992
Sonstige betriebliche Erträge 2 1.098 11.205
Aufwendungen für bezogene Leistungen 3 - 22.846 - 24.658
Personalaufwand 4 - 64.520 - 63.957
Abschreibungen des Umlaufvermögens 5 - 132.929 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6 - 56.521 - 57.204
Finanzergebnis 7 - 8.326 135.320
Steuern vom Einkommen und Ertrag 8 - 31.637 - 9.867
Ergebnis nach Steuern - 243.202 54.831
Sonstige Steuern - 92 - 115
Jahresüberschuss/Fehlbetrag - 243.294 54.716
Entnahmen aus/Einstellung in Gewinnrücklagen 343.294 - 29.748
Bilanzgewinn 9 100.000 24.968

Bilanz zum 31. Dezember 2020

der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

Aktiva

IN TSD. EURO Anhang Nr. 31.12.2019 31.12.2020
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 10 0 0
Sachanlagen 11 0 0
Finanzanlagen 12 1.246.246 1.382.882
1.246.246 1.382.882
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 13 154.649 231.117
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 14 716.676 509.468
871.325 740.585
Rechnungsabgrenzungsposten 141 495
Bilanzsumme 2.117.712 2.123.962

Passiva

IN TSD. EURO Anhang Nr. 31.12.2019 31.12.2020
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 15 131.380 131.380
Kapitalrücklage 16 804.809 804.809
Gewinnrücklagen 17 148.681 178.429
Bilanzgewinn 100.000 24.968
1.184.870 1.139.586
Rückstellungen 18 122.388 142.860
Verbindlichkeiten 19 810.454 841.516
Bilanzsumme 2.117.712 2.123.962

Anhang

Die Rolls-Royce Power Systems AG hat ihren Sitz in 88045 Friedrichshafen, Maybachplatz 1, und ist eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Ulm (HRB 721056).

Grundlagen und Methoden

Der Jahresabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes aufgestellt. Die in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefassten Posten werden im Anhang gemäß § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB i. V. m. § 266 bzw. § 275 HGB gesondert ausgewiesen. Der Jahresabschluss wird in Tausend Euro (Tsd. Euro) aufgestellt.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB).

Im Finanzergebnis werden das Beteiligungsergebnis, das Zinsergebnis und das übrige Finanzergebnis zusammengefasst.

Die Rolls-Royce Power Systems AG stellt einen Konzernabschluss und einen zusammengefassten Konzernlagebericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger offengelegt.

Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Veräußerung und die Verwaltung von Unternehmen, insbesondere in den Tätigkeitsbereichen der Entwicklung, Herstellung sowie des Vertriebs von und des Kundendienstes für Verbrennungskraftmaschinen, Getriebe, Anlagen zur zentralen und dezentralen Energieerzeugung, Gelenkwellen, Einspritzanlagen, Brennstoffzellen und Gasmotoren sowie deren Regelungs- und Überwachungseinrichtungen einschließlich Zubehör und Ersatzteilen für Land-, Luft- und Wasserfahrzeuge sowie für die stationäre Verwendung. Die Gesellschaft kann in den zuvor genannten Tätigkeitsbereichen auch selbst tätig werden. Gegenstand des Unternehmens ist ferner die entgeltliche Erbringung von finanziellen, administrativen und kaufmännischen Dienstleistungen im Konzern und an Dritte, soweit hierfür keine behördliche Genehmigung erforderlich ist.

Bilanzierung und Bewertung

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen (von drei bis zehn Jahren) bewertet, Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen (von drei bis 20 Jahren). Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Beteiligungen erfolgt zu Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind mit Nennwerten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Wertaufholungen im Anlage- und Umlaufvermögen werden vorgenommen, sofern sie erforderlich sind. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Rechnungsabgrenzungsposten, Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und Zahlungsmittel werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Soweit sie unverzinslich sind, werden Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr abgezinst. Erkennbare Einzelrisiken und allgemeine Kreditrisiken sind durch entsprechende Wertkorrekturen berücksichtigt.

Die kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung der Heubeck-Tafeln 2018 G ermittelt. Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen wird ein Prognosezinssatz verwendet. Für den 31. Dezember 2020 wurde am 30. September 2020 ein Zinssatz in Höhe von 2,31 % p. a. (Vorjahr: 2,71 % p. a.) prognostiziert und der Bewertung zugrunde gelegt.

Von der Deutschen Bundesbank wurde für eine Restlaufzeit von 15 Jahren ein durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre in Höhe von 2,30 % veröffentlicht (§ 253 Abs. 2 HGB). Die Bewertung der Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2020 erfolgte zudem unter Berücksichtigung eines Gehaltstrends von 2,50 % p. a. (Vorjahr: 2,50 % p. a.) sowie eines Rententrends von 1,60 % p. a. (Vorjahr: 1,50 % p. a.).

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB abgezinst. Die Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich werden - soweit sie ratierlich anzusammelnde Zukunftsleistungen betreffen - mit dem Barwert der erdienten Leistungen berechnet. Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet.

Bei der Ermittlung der latenten Steuern werden Wertunterschiede von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, die aus unterschiedlichen Wertansätzen in der Handels- und Steuerbilanz resultieren, und zukünftig steuerbelastende oder -entlastende wie auch quasi-permanente Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt. Für Zwecke der Bewertung der abzugrenzenden Steuern wird auf den unternehmensindividuellen Steuersatz abgestellt, der voraussichtlich zum Zeitpunkt der Umkehrung der zeitlichen Differenz Gültigkeit hat. Vom Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB zum Ansatz von aktiven latenten Steuern wurde dahingehend Gebrauch gemacht, dass der nach Saldierung verbleibende Aktivsaldo nicht angesetzt wird.

Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag hatte die Rolls-Royce Power Systems AG derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken im Bestand. Dabei handelt es sich um Devisentermingeschäfte, die primär den Tausch von Euro gegen die Währungen Schweizer Franken, Singapur-Dollar, Britische Pfund und US-Dollar vorsehen.

Soweit Derivate mit Tochtergesellschaften abgeschlossen wurden, dienen diese der Absicherung des Währungsrisikos der Tochtergesellschaft (in der Regel Währungsrisiken aus Umsatzlegung oder Wareneinkauf in Fremdwährung). Diese Derivate werden in der Regel (als "Grundgeschäfte") zur Neutralisierung des Währungsrisikos auf Ebene der Rolls-Royce Power Systems AG gespiegelt, d. h. deckungsgleich mit der Rolls-Royce plc abgeschlossen (als "Sicherungsgeschäfte"). Besteht ein solcher unmittelbarer Sicherungszusammenhang zwischen zwei Derivaten (mit der Tochtergesellschaft einerseits und mit der Rolls-Royce plc andererseits), werden diese als Bewertungseinheit zusammengefasst.

Die Ermittlung der prospektiven Wirksamkeit erfolgt anhand der Critical Terms Match-Methode. Aufgrund der 1:1-Beziehung (sogenannte Micro-Hedges) zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft kann auf die retrospektive Ermittlung der Unwirksamkeit verzichtet werden. Es wird erwartet, dass sich die Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die nächsten Jahre (bis zum 1. Quartal 2022) vollständig ausgleichen, da sie demselben Risiko unterliegen und Nominalbetrag, Währung, Fälligkeitstermin und Terminkurs übereinstimmen.

Die bilanzielle Abbildung erfolgt nach der sogenannten Einfrierungsmethode, d. h. soweit den Wertänderungen der "Grundgeschäfte" kompensierende Wertänderungen gegenüberstehen, werden diese bilanziell nicht erfasst. Die oben dargestellten "Grundgeschäfte" (Sicherungsgeschäfte mit Tochtergesellschaften) verfügen zum Bilanzstichtag über einen negativen Marktwert (beizulegender Zeitwert) von 4.733 Tsd. Euro, der aufgrund der gebildeten Bewertungseinheiten nicht in die Drohverlustrückstellungen eingestellt wurde.

Soweit keine Bewertungseinheiten gebildet wurden, werden die Devisentermingeschäfte nach dem Einzelbewertungsgrundsatz bewertet. Derivate mit positiven Marktwerten werden dabei nicht bilanziell erfasst. Die aus den einzelnen Geschäften resultierenden drohenden Verluste (negative Marktwerte) werden erfolgswirksam in die Drohverlustrückstellungen eingestellt. Die Marktwerte werden unter Anwendung der Barwertmethode auf Basis der Stichtagskurse, welche von der Europäischen Zentralbank veröffentlicht werden, sowie der jeweiligen am Finanzmarkt beobachteten Terminauf- oder Terminabschläge für das jeweilige Währungspaar zum jeweiligen Fälligkeitstermin ermittelt. Die Diskontierung erfolgt ebenfalls zu aktuellen Marktzinsen.

Folgende Tabelle zeigt Art und Umfang der im Bestand befindlichen Devisentermingeschäfte einschließlich der ermittelten Marktwerte zum Bilanzstichtag und der gebildeten Drohverlustrückstellungen. Die Nominalvolumina werden dabei unsaldiert angegeben und spiegeln damit die Beträge aller Einzelgeschäfte wider.

Nominal in Fremdwährung
in Tsd.
Marktwert
in Tsd. Euro
Drohverlust
in Tsd. Euro
In Bewertungseinheiten:
gegenüber verbundenen Unternehmen
CHF-Terminkäufe (gegen EUR) 1.000 - 16 0
CHF-Terminverkäufe (gegen EUR) 1.000 16 0
CHF-Terminkäufe (gegen USD) 3.000 184 0
CHF-Terminverkäufe (gegen USD) 3.000 - 184 0
SGD-Terminkäufe (gegen EUR) 24.000 - 434 0
SGD-Terminverkäufe (gegen EUR) 24.000 434 0
USD-Terminkäufe (gegen EUR) 3.709 15 0
USD-Terminkäufe (gegen EUR) 90.198 - 4.084 0
USD-Terminverkäufe (gegen EUR) 90.198 4.084 0
USD-Terminverkäufe (gegen EUR) 3.709 - 15 0
Nicht in Bewertungseinheiten:
gegenüber verbundenen Unternehmen
USD-Terminkäufe (gegen EUR) 368.000 - 2.089 - 2.089
USD-Terminverkäufe (gegen EUR) 40.000 119 0
GBP-Terminkäufe (gegen EUR) 5.000 76 0

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 | Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

IN TSD. EURO 01.01.- 31.12.2019 01.01.- 31.12.2020
Konzerninterne Leistungsverrechnungen (KIL) 72.233 63.763
Sonstige 246 229
72.479 63.992

Die wesentlichen Umsatzerlöse stammen aus konzerninternen Leistungsverrechnungen an die Tochtergesellschaften MTU Friedrichshafen GmbH, MTU Asia Pte. Ltd. und MTU America Inc., diese betreffen im Wesentlichen IT-, Personal- und sonstige Beratungsleistungen.

2 | Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 5.399 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro). Hierbei handelt es sich um die Auflösung von Rückstellungen und Kostenerstattungen von Dritten. Außerdem sind Erträge aus außerordentlicher Zuschreibung auf das Umlaufvermögen in Höhe von 4.779 Tsd. Euro in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Die Zuschreibung betrifft die Darlehen an die Bergen Engines AS.

3 | Aufwendungen für bezogene Leistungen

IN TSD. EURO 01.01.- 31.12.2019 01.01.- 31.12.2020
Konzerninterne Leistungsverrechnungen (KIL) 22.846 24.658
22.846 24.658

4 | Personalaufwand

Personalaufwand

IN TSD. EURO 01.01.- 31.12.2019 01.01.- 31.12.2020
Entgelt 56.500 54.140
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8.020 9.817
davon für Altersversorgung 726 2.007
64.520 63.957

Anzahl Beschäftigte (Jahresdurchschnitt)

Anzahl 2019 Anzahl 2020
Indirekte Mitarbeiter 570 597
Auszubildende/Praktikanten 34 15
604 612

5 | Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens

IN TSD. EURO 01.01.- 31.12.2019 01.01.- 31.12.2020
Außerplanmäßige Abschreibung des Umlaufvermögens 132.929 0
132.929 0

Aufgrund voraussichtlicher dauernder Wertminderung von Darlehen an die Bergen Engines AS wurden im Vorjahr 132.929 Tsd. Euro außerplanmäßige Abschreibungen auf das Umlaufvermögen vorgenommen.

6 | Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten aus der Umstellung der Vorschriften des BilMoG anteilig mit einem Fünfzehntel den Aufwand gemäß Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB aus der Bewertungsanpassung der Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen in Höhe von unverändert 400 Tsd. Euro.

7 | Finanzergebnis

IN TSD. EURO 01.01.- 31.12.2019 01.01.- 31.12.2020
Beteiligungsergebnis
Erträge aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags 207.803 157.332
Erträge aus Beteiligungen 2.800 0
Aufwendungen aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags 0 - 26.379
aus verbundenen Unternehmen 210.603 130.953
Zinsergebnis
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11.352 13.206
davon aus verbundenen Unternehmen 9.832 5.898
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 16.735 - 9.758
davon an verbundene Unternehmen - 3.585 - 801
davon Aufzinsung langfristiger Rückstellungen - 2.514 - 2.253
- 5.383 3.448
Übriges Finanzergebnis
Erträge aus Währungsumrechnungen 32.461 83.804
Aufwendungen aus Währungsumrechnungen - 22.168 - 82.885
Abschreibung auf Finanzanlagen - 223.839 0
- 213.546 919
Finanzergebnis gesamt - 8.326 135.320

Durch die infolge des gesunkenen Marktwerts des Eigenkapitals der Bergen Engines AS notwendige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert wurde das Finanzergebnis im Vorjahr in Höhe von 223.839 Tsd. Euro außergewöhnlich belastet.

8 | Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Rolls-Royce Power Systems AG ist seit dem Geschäftsjahr 2015 körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organträgerin der deutschen Organschaft. Zu den Organgesellschaften gehören die MTU Friedrichshafen GmbH, MTU Reman Technologies GmbH, MTU Onsite Energy GmbH und MTU Onsite Energy Systems GmbH. Hiernach wird das steuerliche Einkommen der Organgesellschaften der Rolls-Royce Power Systems AG zugerechnet und bei dieser der deutschen Körperschaft- und Gewerbesteuer unterworfen.

Die im Geschäftsjahr 2020 ermittelten Ertragsteuern belaufen sich auf 9.867 Tsd. Euro (Vorjahr: 31.637 Tsd. Euro).

Die laufenden Ertragsteuern umfassen die Steuervorauszahlungen für das Geschäftsjahr 2020 sowie Steuernachzahlungen und Steuererstattungen für Vorjahre. Hierin sind periodenfremde Erträge in Höhe von 35.735 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.777 Tsd. Euro) enthalten.

Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des geltenden Körperschaftsteuersatzes sowie entsprechend den gewerbesteuerlichen Hebesätzen des Organkreises. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbeertragsteuer ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Steuersatz von 28,43 %.

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 237,7 Mio. Euro resultieren aus einer Gesamtbetrachtung der temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Bilanzposten. Sie ergeben sich nach einer Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern innerhalb des Organkreises. Vom Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB zum Ansatz von aktiven latenten Steuern wurde dahingehend Gebrauch gemacht, dass der nach Saldierung verbleibende Aktivsaldo nicht angesetzt wird.

Die sich innerhalb des Organkreises ergebenden aktiven latenten Steuern vor Saldierung betreffen im Wesentlichen sonstige finanzielle Vermögenswerte, Pensionsrückstellungen, sonstige Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten.

Die passiven latenten Steuern vor Saldierung innerhalb des Organkreises ergeben sich überwiegend aus den Bilanzpositionen Sachanlagevermögen und Guthaben bei Kreditinstituten.

9 | Bilanzgewinn

Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 3. April 2020 wurde der vom Aufsichtsrat gebilligte und nach § 172 AktG festgestellte Jahresabschluss bezüglich der vorgeschlagenen Gewinnverwendung nicht geändert. Der Bilanzgewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres 2019 in Höhe von 100.000 Tsd. Euro wurde zur Zahlung einer Dividende an Vinters International Ltd. verwendet. Die Dividende wurde am 22. April 2020 überwiesen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Einstellung des anteiligen Jahresüberschusses 2020 in Höhe von 29.748 Tsd. EUR in die anderen Gewinnrücklagen beschlossen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor den Bilanzgewinn in Höhe von 24.968 Tsd. EUR in die Gewinnrücklagen einzustellen.

Der Unterschiedsbetrag aus der Pensionsrückstellung gemäß § 253 Abs. 6 HGB in Höhe von 11.164 Tsd. Euro führt zu keiner Ausschüttungssperre, da die nach einer Ausschüttung frei verfügbaren Rücklagen in Höhe von 334.363 Tsd. Euro den Unterschiedsbetrag deutlich übersteigen.

Erläuterungen zur Bilanz

10 | Immaterielle Vermögensgegenstände

Unter den immateriellen Vermögensgegenständen ist ausschließlich Datenverarbeitungssoftware inklusive Lizenzen ausgewiesen.

IN TSD. EURO Nutzungsrechte und Lizenzen Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.01.2020 401 401
Zugänge 0 0
Umbuchungen 0 0
Abgänge 0 0
Stand am 31.12.2020 401 401
Abschreibungen
Stand am 01.01.2020 401 401
Laufendes Jahr 0 0
Abgänge 0 0
Stand am 31.12.2020 401 401
Buchwert
Stand am 31.12.2019 0 0
Stand am 31.12.2020 0 0

11 | Sachanlagen

Im Geschäftsjahr wurden keine Investitionen getätigt.

IN TSD. EURO Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.01.2020 1.475 1.475
Zugänge 0 0
Umbuchungen 0 0
Abgänge 0 0
Stand am 31.12.2020 1.475 1.475
Abschreibungen
Stand am 01.01.2020 1.475 1.475
Laufendes Jahr 0 0
Abgänge 0 0
Stand am 31.12.2020 1.475 1.475
Buchwert
Stand am 31.12.2019 0 0
Stand am 31.12.2020 0 0

12 | Finanzanlagen

IN TSD. EURO 31.12.2019 31.12.2020
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.234.918 1.376.725
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.157 6.157
Beteiligungen 4.421 0
Ausleihungen an Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 750 0
1.246.246 1.382.882
IN TSD. EURO Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Beteiligungen Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverh. Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.01.2020 1.706.818 11.000 4.421 750 1.722.989
Zugänge 141.807 0 0 0 141.807
Abgänge 0 0 4.421 750 5.171
Stand am 31.12.2020 1.848.625 11.000 0 0 1.859.625
Abschreibungen
Stand am 01.01.2020 471.900 4.843 0 0 476.743
Laufendes Jahr 0 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 0 0
Stand am 31.12.2020 471.900 4.843 0 0 476.743
Buchwert
Stand am 31.12.2019 1.234.918 6.157 4.421 750 1.246.246
Stand am 31.12.2020 1.376.725 6.157 0 0 1.382.882

Am 7. März 2020 unterzeichnete die Rolls-Royce Power Systems AG einen Kaufvertrag zum Erwerb von 100 % der Anteile an der Kinolt Group SA sowie deren Tochtergesellschaften. Die Transaktion wurde am 1. Juli 2020 abgeschlossen und es erfolgte ein Zugang der Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 117.189 Tsd. EUR.

13 | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

IN TSD. EURO 31.12.2019 31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 427 75
Forderungen gegen Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 139.766 196.747
davon Restlaufzeit größer 1 Jahr 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 14.456 34.295
davon aus Steuern 12.277 27.517
154.649 231.117

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen vorwiegend den Finanzverkehr. Forderungen über ein Jahr bestanden zum Stichtag -wie im Vorjahr- nicht.

14 | Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt und betrugen zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 61.641 Tsd. Euro (Vorjahr: 73.676 Tsd. Euro). Des Weiteren besteht ein kurzfristiges fälliges Termingeld bei Rolls-Royce plc in Höhe von 447.827 Tsd. Euro (Vorjahr: 643.000 Tsd. Euro).

15 | Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt 131.380 Tsd. Euro (Vorjahr: 131.380 Tsd. Euro) und entfällt auf 131.380.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro. Mit der Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, besteht ein Beherrschungsvertrag. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 12. August 2015.

Oberstes Mutterunternehmen der Rolls-Royce Power Systems AG ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss der Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien, wird beim Companies House offengelegt. Die Rolls-Royce Power Systems AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf, dieser wird im Bundesanzeiger offengelegt.

16 | Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beläuft sich auf 804.809 Tsd. Euro (Vorjahr: 804.809 Tsd. Euro).

17 | Andere Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen belaufen sich auf 178.429 Tsd. Euro (Vorjahr: 148.681 Tsd. Euro). Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 wurden 343.294 Tsd. Euro aus den anderen Gewinnrücklagen entnommen.

Der Vorstand und Aufsichtsrat haben die anteilige Einstellung des Jahresüberschusses in die Gewinnrücklage in Höhe von 29.748 Tsd. EUR beschlossen.

18 | Rückstellungen

IN TSD. EURO 31.12.2019 31.12.2020
Rückstellungen für Pensionen 79.718 89.307
Steuerrückstellungen 23.678 29.589
Sonstige Rückstellungen 18.992 23.964
122.388 142.860

Die Versorgungsverpflichtungen sind vollständig durch Pensionsrückstellungen finanziert. Saldierungsfähiges Deckungsvermögen liegt nicht vor. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn bzw. sieben Geschäftsjahre beträgt 11.164 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.441 Tsd. Euro).

Die nicht ausgewiesenen Rückstellungen für Pensionen gemäß Artikel 67 Abs. 2 EGHGB belaufen sich auf 1.599 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.999 Tsd. Euro).

Die mittelbare Pensionsverpflichtung aus der Unterdeckung bei der Unterstützungseinrichtung, in Höhe von 3.004 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.601 Tsd. Euro) abzüglich dem Kassenvermögen in Höhe von 357 Tsd. Euro (Vorjahr: 341 Tsd. Euro), ist nicht passiviert.

Rolls-Royce Power Systems AG stellt für jeden Mitarbeiter in jedem Jahr einen definierten Betrag zur Verfügung, der - umgerechnet in einen Kapitalbaustein - einem fiktiven Konto gutgeschrieben wird. Bei Rentenbeginn erfolgt die Umrechnung in und Auszahlung als eine lebenslängliche Rente. Im Rahmen der Versorgungszusage besteht darüber hinaus für die Mitarbeiter die Möglichkeit, durch Entgeltumwandlung das Versorgungskonto zu erhöhen.

Die Steuerrückstellungen betreffen noch nicht endgültig veranlagte Steuern.

Die Effekte aus Zinssatzänderung in Höhe von 5.638 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.055 Tsd. Euro) werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen vorwiegend Personalrückstellungen, welche unter anderem die Jubiläumsrückstellung in Höhe von 2.590 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.348 Tsd. Euro), sowie die Rückstellungen für Altersteilzeitleistungen in Höhe von 2.794 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.654 Euro) beinhalten.

19 | Verbindlichkeiten

IN TSD. EURO 31.12.2020 davon Restlaufzeit bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 66 66 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.007 5.007 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 713.936 713.936 0
Sonstige Verbindlichkeiten 122.507 122.507 0
davon aus Steuern 114.312 114.312 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 250 250 0
Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten 841.516 841.516 0
IN TSD. EURO 31.12.2019 davon Restlaufzeit bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.764 7.764 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.240 5.240 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 785.674 785.674 0
Sonstige Verbindlichkeiten 11.776 11.776 0
davon aus Steuern 7.127 7.127 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 167 167 0
Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten 810.454 810.454 0

Verbindlichkeiten über fünf Jahre bestanden zum Stichtag - wie im Vorjahr - nicht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen vorwiegend den Finanzverkehr. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt aus Lohnsteuer und Umsatzsteuer aus Vorjahren ausgewiesen.

Sonstige Angaben

20 | Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden Gewährleistungen in Höhe von 521.120 Tsd. Euro (Vorjahr: 510.668 Tsd. Euro). Die zugunsten verbundener Unternehmen eingegangenen Verpflichtungen aus Gewährleistungsverträgen gegenüber Dritten waren nicht zu passivieren, da die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten durch die verbundenen Unternehmen voraussichtlich erfüllt werden können und daher nicht mit einer Inanspruchnahme zu rechnen ist.

21 | Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus dem Leasing von Fitnessgeräten im Wert von 84 Tsd. Euro (Vorjahr: 38 Tsd. Euro).

22 | Nachtragsbericht

Mit Datum vom 1. Februar 2021 wurde ein Vertrag zum Verkauf der Beteiligung an der Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen (BEAS) unterschrieben. Die norwegische Regierung hat am 23. März 2021 öffentlich darüber informiert, dass beschlossen wurde, den angekündigten Verkauf der Rolls-Royce-Tochtergesellschaft BEAS an das Unternehmen TMH International zu untersagen.

23 | Organe

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 2.085 Tsd. Euro. Für aktive Mitglieder des Vorstands waren zum Bilanzstichtag Pensionsverpflichtungen in Höhe von 942 Tsd. Euro zurückgestellt. Die hierfür im Geschäftsjahr aufgewendeten Beträge beliefen sich auf 1.260 Tsd. Euro. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats bezifferten sich auf 378 Tsd. Euro.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorständen und deren Hinterbliebenen wurden 25.163 Tsd. Euro zurückgestellt. Durch die Umstellung auf das BilMoG betragen aufgrund der Inanspruchnahme der Übergangsregelung gemäß Artikel 67 Abs. 2 EGHGB die hierfür in der Bilanz nicht ausgewiesenen Rückstellungen 439 Tsd. Euro. Die laufenden Bezüge und Einmalzahlungen für ehemalige Vorstände und deren Hinterbliebene betragen 948 Tsd. Euro.

24 | Prüfungs- und Beratungsgebühren

Wir verweisen auf die Angaben im Konzernabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG gemäß § 285 Nr. 17 HGB.

25 | Angaben gemäß § 160 Abs.1 Nr. 8 AktG

1. Die Engine Holding GmbH, Stuttgart, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs.1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25 Abs. 1, Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

2. Die Daimler AG, Stuttgart, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25 Abs.1 Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Daimler AG nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Engine Holding GmbH.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Daimler AG außerdem gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Dabei werden der Daimler AG von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet: Engine Holding GmbH.

3. Des Weiteren hat uns die Daimler AG, Stuttgart, Deutschland als Mutterunternehmen der Daimler Vermögens- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Stuttgart, Deutschland gemäß § 21 Abs. 1. WpHG i. V. m. § 24 WpHG mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der Daimler Vermögens- und Beteiligungsgesellschaft mbH an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 25 %, 20 %, 15 %, 10 %, 5 % und 3 % unterschritten hat und zu diesem Tag 0,00 % (das entspricht 0 Stimmrechte) beträgt.

4. Die Vinters International Ltd., Derby, United Kingdom hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25Abs. 1 Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Vinters International Ltd. nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Engine Holding GmbH.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Vinters International Ltd. außerdem gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Dabei werden der Vinters International Ltd. von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet: Engine Holding GmbH.

5. Die Vinters Engineering plc, Derby, United Kingdom hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25Abs. 1 Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Vinters Engineering plc nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Vinters International Ltd., Engine Holding GmbH.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Vinters Engineering plc außerdem gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Dabei werden der Vinters Engineering plc von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet: Engine Holding GmbH.

6. Die Vinters plc, Derby, United Kingdom hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25 Abs. 1 Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Vinters plc nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Vinters Engineering plc, Vinters International Ltd., Engine Holding GmbH.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Vinters plc außerdem gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Dabei werden der Vinters plc von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet: Engine Holding GmbH.

7. Die Rolls-Royce plc, London, United Kingdom hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25 Abs. 1 Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Rolls-Royce plc nach § 22 Abs.1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Vinters plc, Vinters Engineering plc, Vinters International Ltd., Engine Holding GmbH.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Rolls-Royce plc außerdem gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Dabei werden der Rolls-Royce plc von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet: Engine Holding GmbH.

8. Die Rolls-Royce Group plc, London, United Kingdom hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25Abs. 1 Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Rolls-Royce Group plc nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Rolls-Royce plc, Vinters plc, Vinters Engineering plc, Vinters International Ltd., Engine Holding GmbH.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Rolls-Royce Group plc außerdem gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Dabei werden der Rolls-Royce Group plc, von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet: Engine Holding GmbH.

9. Die Rolls-Royce Holdings plc, London, United Kingdom hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Tognum AG, Friedrichshafen, Deutschland, ISIN: DE000A0N4P43, WKN: A0N4P4, am 07.09.2011 die Schwelle von 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 97,71 % (das entspricht 128.361.297 Stimmrechte) beträgt.

Davon wurde ein Stimmrechtsanteil von 0,95 % (entsprechend 1.250.000 Stimmrechten) durch Ausübung eines durch ein Finanzinstrument nach § 25 Abs. 1 Satz 1 WpHG verliehenen Rechts erlangt, Aktien zu erwerben.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Rolls-Royce Holdings plc nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Rolls-Royce Group plc, Rolls-Royce plc, Vinters plc, Vinters Engineering plc, Vinters International Ltd., Engine Holding GmbH.

Sämtliche der genannten Stimmrechte sind der Rolls-Royce Holdings plc außerdem gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Dabei werden der Rolls-Royce Holdings plc, von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Tognum AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet: Engine Holding GmbH.

Im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs zwischen der Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH und den Rechtsbeschwerdeführern wurde über die zu gewährende Abfindung Einigkeit erzielt und die Abfindung entsprechend auf 30,00 EUR bzw. 31,61 EUR erhöht, worauf die Beschwerdeführer ihre Beschwerde beim Bundesgerichtshof zurückgezogen haben. Somit hält die Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH seit 14. März 2013 100 % der Anteile an der Rolls-Royce Power Systems AG.

Aufgrund der Verschmelzung der Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH auf die Rolls-Royce Power Systems AG gemäß Verschmelzungsvertrag vom 15. Juli 2015 ist die Vinters International Limited, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach dem Recht von England und Wales, registriert im Handelsregister des Companies House von England und Wales in Cardiff unter der Nummer 542021 mit Sitz in Moor Lane, Derby, Derbyshire alleinige Gesellschafterin der Rolls-Royce Power Systems AG.

26 | Der Vorstand

MITGLIEDER DES VORSTANDS

Der Vorstand der Rolls-Royce Power Systems AG setzt sich wie folgt zusammen:

ANDREAS SCHELL

Vorsitzender des Vorstands

Chief Executive Officer (CEO) und Arbeitsdirektor

LOUISE ÖFVERSTRÖM

Chief Financial Officer (CFO)

DR. OTTO PREISS (AB 1. MAI 2020)

Chief Operating Officer (COO)

27 | Der Aufsichtsrat

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

Dem Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG gehören folgende Aufsichtsratsmitglieder an:

AXEL ARENDT (Vorsitzender)

Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtschaftsingenieur

Selbstständiger Unternehmensberater

THOMAS BITTELMEYER * (Stellvertretender Vorsitzender)

Betriebsratsvorsitzender, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

BERND BAADER * (AB 25. MAI 2020)

Vice President Operations, Engines and Systems, MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen

ANDREAS BEMERL *

Betriebswirt (VWA)

Freigestellter Betriebsrat, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

SIMON JOHN CARLISLE

Strategy Director - Civil Aerospace bei Rolls-Royce plc, Derby/Großbritannien

FIONA DOLAN

CFO of Defense bei Rolls-Royce North America, Reston (Virginia)/USA

SEBASTIAN FAY* (AB 11. MÄRZ 2020)

Tarifsekretär IG Metall

MARK GREGORY

General Counsel bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

DR. ANDREAS KUNZ* (BIS 25. MAI 2020)

Doktoringenieur

Entwicklungsleiter kommerzielle Motoren, MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen

HELENE SOMMER *

Politikwissenschaftlerin (BA)

Gewerkschaftssekretärin, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben

BENJAMIN STORY

Strategie Marketing Director bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

DR. ROBERT WATSON

Director Rolls-Royce Electrical bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

ACHIM ZINSER *

Freigestellter Betriebsrat, MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen

ROMAN ZITZELSBERGER * (BIS 31. JANUAR 2020)

Bezirksleiter der IG Metall-Bezirksleitung Baden-Württemberg, Stuttgart

* Arbeitnehmervertreter und -vertreterinnen

Innerhalb des Gesamtaufsichtsrats wurden ein Vermittlungsausschuss, ein Präsidialausschuss und ein Prüfungsausschuss gebildet.

Der Vermittlungsausschuss setzt sich aus Axel Arendt (Vorsitzender), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Simon John Carlisle und Helene Sommer zusammen.

Der Präsidialausschuss setzt sich aus Axel Arendt (Vorsitzender), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Mark Gregory und Helene Sommer zusammen.

Dem Prüfungsausschuss gehören Axel Arendt (Vorsitzender), Achim Zinser (stellvertretender Vorsitzender), Andreas Bemerl und Mark Gregory an.

 

Friedrichshafen, den 26. März 2021

Der Vorstand

Andreas Schell Vorsitzender des Vorstands Chief Executive Officer, CEO

Louise Öfverström Mitglied des Vorstands Chief Financial Officer, CFO

Dr. Otto Preiss Mitglied des Vorstands Chief Operating Officer, COO

28 | Anteilsbesitz der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

Name und Sitz der Gesellschaft Unmittelbarer/mittelbarer Anteilsbesitz: Anteil am Kapital
in %
Eigenkapital
in Tsd. Euro
Anmerkungen Ergebnis
in Tsd. Euro
Anmerkungen
MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen/Deutschland 100% 495.174 0 1)
MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur 100% 186.051 46.303
MTU Hong Kong Ltd., Hong Kong/China 100% 36.288 5.272
MTU Engineering (Suzhou) Co. Ltd., Suzhou/China 100% 24.355 2.908
MTU India Pvt. Ltd., Pune/Indien 100% 12.079 1.940
PT MTU Indonesia, Jakarta/Indonesien 100% 21.552 944
MTU Japan Co. Ltd, Tokio/Japan 100% 12.635 25
MTU China Co. Ltd., Shanghai/China 100% 1.355 35
MEST Co. Ltd., Gyeongsangnam-do/Südkorea 47% 10.673 2.054
Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., Datong/China 49% 16.942 -1.877
MTU Korea Ltd., Seoul/Südkorea 100% 829 75
MTU Power Systems Sdn. Bhd, Kuala Lumpur/Malaysia 49% 1.877 -1.627
MTU Onsite Energy GmbH, Augsburg/Deutschland 100% 5.080 0 2)
MTU Italia S.r.l., Arcola/Italien 100% 21.175 1.600
MTU Benelux B.V., Dordrecht/Niederlande 100% 24.444 3.406
MTU do Brasil Ltda., São Paulo/Brasilien 100% 11.159 4) -2.374 4)
MTU America Inc., Detroit/USA 100% 470.598 22.293
Karl Maybach-Hilfe GmbH (Unterstützungskasse), Friedrichshafen/Deutschland 100% 7.225 0
MTU France SAS, Beauchamp/Frankreich 100% 12.362 2.090
MTU Israel Ltd., Nathanya/Israel 100% 1.701 141
MTU Motor Türbin Sanayi ve Ticaret A.Ş., Hadımköy/Türkei 100% 28.935 15.893
MTU Reman Technologies GmbH, Magdeburg 100% 11.783 0 2)
MTU Polska Sp.z.o.o., Warschau/Polen 100% 3.373 10
MTU Yuchai Power Company Ltd., Yulin/China 50% 16.912 -1.818
Force MTU Power Systems Private Ltd., Pune/Indien 49% 18.664 -1.963
MTU Africa Pty.Ltd, Kapstadt/Südafrika 100% 6.531 607
MTU South Africa Pty. Ltd, Kapstadt/Südafrika 100% 2.836 -611
MTU UK Ltd., East Grinstead/Großbritannien 100% 15.825 3.564
MTU Ibérica Propulsión y Energía S.L., Coslada/Spanien 100% -5.364 180
MTU Onsite Energy Systems GmbH, Ruhstorf/Deutschland 100% -18.885 0 1)
Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen 100% -11.770 -34.362
Bergen Engines BV, Rotterdam/Niederlande 100% 3.559 -2.587
Bergen Engines Denmark A/S, Aalborg/Dänemark 100% 5.461 1.493
Bergen Engines India Pvt. Ltd., Neu-Delhi/Indien 100% 12.325 949
Bergen Engines S.L., Tarragona/Spanien 100% 13.293 2.851
Bergen Engines S.R.L., Genua/Italien 100% 13.743 2.789
Bergen Engines Ltd., Bedford/Großbritannien 100% 2.522 340
Bergen Engines Property Co AS, Bergen/Norwegen 100% 4.277 2.143
Bergen Engines Bangladesh Pvt. Ltd., Dhaka/Bangladesch 100% 3.894 238
MTU Rus LLC., Moskau/Russland 100% 6.587 1.380
MTU Middle East FZE, Dubai/ Vereinigte Arabische Emirate 100% -5.032 675
Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH, Berlin/Deutschland 73% 3.390 3.189 3)
Servowatch Systems Limited, Maldon/Großbritanien 100% -2.860 -119 3)
Kinolt Group SA, Grâce-Hollogne/Belgien 100% 49.169 -2.403 3)
Kinolt SA, Grâce-Hollogne/Belgien 100% -2.393 -577 3)
Kinolt Immobilien SA, Grâce-Hollogne/Belgien 100% 211 21 3)
Kinolt Immo SA, Grâce-Hollogne/Belgien 100% -825 -22 3)
Kinolt Pte.Ltd, Singapur/Singapur 100% 6.657 1.264 3)
Kinolt Hongkong Limited, Hong Kong/China 100% 2.421 430 3)
Kinolt SAS, Paris/Frankreich 100% 389 -77 3)
Kinolt USA Inc., Montgomery/USA 100% 4.530 479 3)
Kinolt Ltd., Cirencester/Großbritanien 100% 7.319 1.042 3)
Kinolt AS, Ankara/Türkei 100% -314 -140 3)
Kinolt GmbH, Willich/Deutschland 100% -3.068 111 3)
Kinolt FZE, Dubai/ Vereinigte Arabische Emirate 100% -1.207 -4 3)
Kinolt Trading and Contracting LLC, Doha/Quatar 90% 1.636 273 3)
Kinolt SpA, Santiago de Chile/Chile 100% 152 184 3)
Kinolt LLC, Moskau/Russland 100% -418 -36 3)
Kinolt Sistemas de Ups Ltda, São Paulo/Brasilien 100% 4.117 239 3)

1) EAV mit der Rolls-Royce Power Systems AG
2) EAV mit der MTU Friedrichshafen GmbH
3) Erstkonsolidierung 2020
4) Werte 2019

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 26. März 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kai Mauden, Wirtschaftsprüfer

ppa. Tobias Genz, Wirtschaftsprüfer

Veröffentlichung des Gewinnverwendungsbeschlusses nach § 325 Abs. 1b HGB:

Der Bilanzgewinn in Höhe von 24.968.590,24 EUR wird gemäß §58 Abs. 3 AktG in die Gewinnrücklage eingestellt (Beschluss der Hauptversammlung vom 26. März 2021).