Rolls-Royce Power Systems AGFriedrichshafenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2022ÜBERWACHUNGS- UND BERATUNGSTÄTIGKEIT DES AUFSICHTSRATS.Der Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2022 in vollem Umfang wahrgenommen. Dabei hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens regelmäßig beraten sowie seine Geschäftsführung kontinuierlich überwacht und konnte sich so von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse und Maßnahmen unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat regelmäßig schriftliche Berichte des Vorstands erhalten und wurde darin über die Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie über wichtige Parameter aus Operations, Qualität und HSE unterrichtet. In den Ausschüssen und im Aufsichtsrat sind die für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher oder mündlicher Vorstandsberichte erörtert worden. Soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlich war, hat der Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung seine Beschlüsse dazu gefasst, insbesondere zu Investitionsvorhaben und M&A-Transaktionen. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig in seinen zu den Sitzungen zur Verfügung gestellten Berichten zur Markteinschätzung und Geschäftsentwicklung über die maßgeblichen wirtschaftlichen Entwicklungen des Power-Systems-Konzerns und der Geschäftsfelder. Er unterrichtete den Aufsichtsrat im Berichtsjahr auch fortlaufend über alle grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der aktuellen Finanz- und Investitionslage sowie der Personalplanung. Auch die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die Herausforderungen in den Lieferketten sowie das Risiko einer Gasmangellage und die jeweils eingeleiteten Gegenmaßnahmen waren Gegenstand intensiver Erörterung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Die Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Gremiensitzungen in regelmäßigem und engem Kontakt mit dem Vorstand und informierte sich über wesentliche Entwicklungen im Unternehmen. Die Arbeitnehmervertreter berieten zudem vor den ordentlichen Plenarsitzungen die Themen der jeweiligen Tagesordnung mit dem Vorstand. Die Arbeit im Aufsichtsrat war von einem offenen und intensiven Austausch geprägt. Die Aufsichtsratsmitglieder bereiteten sich stets anhand von Unterlagen, die größtenteils der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hatte, auf die anstehenden Sitzungen und Beschlussfassungen vor. SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM PLENUM.Im Geschäftsjahr 2022 wurden insgesamt vier ordentliche Sitzungen und zwei außerordentliche Sitzungen abgehalten. Die Sitzungen wurden teilweise als Videokonferenz durchgeführt. Zusätzlich wurden Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst. Die Sitzungsteilnahme war auf einem sehr hohen Niveau. Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen waren zunächst die Regelberichterstattungen über die Arbeit in den Ausschüssen, zur Markteinschätzung, Geschäftsentwicklung, Operations, Qualität und HSE sowie zur Organisationsentwicklung und dem Risikomanagement. Der Vorstand berichtete regelmäßig über die Konzernstrategie ,,RRPS 2030" sowie das geplante organische und anorganische Unternehmenswachstum. So hat sich der Aufsichtsrat wiederholt mit geplanten sowie bereits durchgeführten und sich in der Integrationsphase befindlichen M&A-Investitionen beschäftigt. In der Sitzung am 16. September 2022 erfolgte eine umfassende Berichterstattung des Vorstands über die Ausrichtung des Unternehmens und die Investitionen in Nachhaltigkeit und sogenannte grüne Technologien zur Reduktion von CO2-Emissionen. Wiederholt wurden mit dem Vorstand die Herausforderungen aufgrund von Engpässen in der Lieferkette sowie der Erhöhung der Transport- und Materialkosten diskutiert und dabei sowohl deren finanzielle Auswirkungen als auch die initiierten Abhilfemaßnahmen erörtert. Ebenfalls wurden etwaige Risiken im Hinblick auf eine mögliche Gasmangellage diskutiert. Ein weiterer Fokus der Berichterstattung und der damit einhergehenden Überprüfung durch den Aufsichtsrat lag auf dem Cash-Management sowie den Möglichkeiten des Unternehmens zur Effizienzsteigerung. In der Sitzung am 02. Dezember 2022 befasste sich der Aufsichtsrat mit den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und versicherte sich davon, dass der Vorstand eine rechtskonforme Umsetzung sicherste 11t. Der Aufsichtsrat befasste sich auch in einer eigens hierfür anberaumten außerordentlichen Sitzung intensiv mit der Geschäftsentwicklung und der Budgetplanung Im Geschäftsjahr 2022 diskutierte der Aufsichtsrat zahlreiche durch den Vorstand zur Zustimmung vorgelegte Investitionsvorhaben und weitere zustimmungspflichtige Geschäfte. Dies waren beispielsweise Investitionen in Entwicklungsprüfstände und Anpassungsentwicklungen im Hinblick auf neue Emissionsvorgaben in unterschiedlichen Endmärkten. Ebenfalls wurden dem Aufsichtsrat M&A-Investitionen im Bereich der Elektrolyse sowie Brückenlösungen im Yacht-Segment vorgelegt. Der Aufsichtsrat, in einigen Fällen vertreten durch seine Ausschüsse, hat nach sorgfältiger Prüfung und Beratung sämtlichen durch den Vorstand vorgelegten Geschäftsmaßnahmen zugestimmt. ARBEIT IN DEN AUSSCHÜSSEN.Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat drei Ausschüsse (Präsidialausschuss, Prüfungsausschuss und Vermittlungsausschuss) gebildet. Die Ausschüsse bereiteten Themengebiete zur Diskussion im Plenum und zur Beschlussfassung des Aufsichtsrats vor. Im gesetzlichen Rahmen hat der Aufsichtsrat in geeigneten Fällen Beschlusszuständigkeiten des Aufsichtsrats auf einzelne Ausschüsse übertragen. PRÄSIDIALAUSSCHUSS.Der Präsidialausschuss trat im Berichtsjahr 2022 zu insgesamt vier ordentlichen Sitzungen und sechs außerordentlichen Sitzungen zusammen. Daneben wurden Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst. Er beschäftigte sich unter anderem mit der Zielerreichung der Vorstände für 2021 sowie der Zielvereinbarung der Vorstände für das Berichtsjahr 2022. Daneben befasste sich der Präsidialausschuss intensiv mit der Besetzung von Vorstandspositionen sowie der Geschäftsverteilung zwischen den Vorstandsmitgliedern und bereitete die Auswertung der Effizienzprüfung des Aufsichtsrates auf. Auch der Nachfolgeplanung von Schlüsselpositionen und dem Thema Diversity hat sich der Ausschuss gewidmet. Der Präsidialausschuss hat die Themen detailliert vorbereitet und, soweit dies erforderlich war, nach intensiver Beratung jeweils Empfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen, denen der Aufsichtsrat in sämtlichen Angelegenheiten gefolgt ist. PRÜFUNGSAUSSCHUSS.Der Prüfungsausschuss hielt im Jahr 2022 insgesamt vier ordentliche Sitzungen und eine außerordentliche Sitzung ab. Daneben wurden Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst. Der Prüfungsausschuss befasste sich damit, den Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung bezüglich der Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022 vorzubereiten. Er befasste sich daneben insbesondere mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, mit der Erörterung des zusammengefassten Lageberichts und der prüferischen Durchsicht des zum Halbjahr erstellten Berichtspakets für das Geschäftsjahr 2022. Die Rechnungslegung und Risikoüberwachung sowie die Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer wurden ebenfalls erörtert. Der Prüfungsausschuss überwachte entsprechend den gesetzlichen Anforderungen den Prozess der Rechnungslegung sowie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems. Ein weiterer Schwerpunkt in den Sitzungen des Prüfungsausschusses war die Behandlung möglicher Compliance-Verstöße innerhalb der Rolls-Royce Power Systems-Gruppe. Ebenso wurden die Qualitätssicherung der Konzernrevision sowie die Umsetzung der Weiterentwicklungen des bestehenden Compliance Management Systems behandelt. Daneben bereitete der Prüfungsausschuss die zustimmungspflichten Investitionsvorhaben durch intensive Diskussion vor und hat in einigen Fällen auch an Stelle des Aufsichtsrats hierüber beschlossen. In allen Fällen berichtete er dem Aufsichtsrat über die Ergebnisse. VERMITTLUNGSAUSSCHUSS.Sitzungen des Vermittlungsausschusses gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 nicht erforderlich. INTERESSENKONFLIKTE.Im Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen gewesen wären und über die die Hauptversammlung hätte informiert werden müssen. VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT.Auf der Seite der Anteilseignervertreter ist im Berichtsjahr Frau Fiona Dolan (bis 11. Januar 2022) als Mitglied ausgeschieden. Als neues Aufsichtsratsmitglied wurde Frau Astrid Hartmann (ab 11. Januar 2022) gewählt VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND.Im Vorstand haben sich im Geschäftsjahr 2022 folgende Veränderungen ergeben. Frau Louise Öfverström hat ihr Amt als Vorstandsmitglied zum 14. Januar 2022 niedergelegt. Frau Dr. Thelse Godewerth wurde am 14. Januar 2022 mit sofortiger Wirkung zum Mitglied des Vorstands und als Arbeitsdirektorin ernannt. Die Funktion der Arbeitsdirektorin übernahm sie von Herrn Andreas Schell. Der Vorstandsvorsitzende, Herr Andreas Schell, hat sein Amt zum 14. November 2022 niedergelegt. Als Nachfolger und damit neuer Vorsitzender wurde Herr Dr. Jörg Stratmann bestellt. Er hat sein Amt am 15. November 2022 angetreten. Zum 01. Dezember 2022 ist zudem Herr Dr. Andreas Strecker als Mitglied des Vorstands durch den Aufsichtsrat bestellt worden. JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS 2022.Die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PWC) hat den Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts für die Rolls-Royce Power Systems AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2022 geprüft und uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Der Aufsichtsrat befasste sich in seiner Bilanzsitzung am 17. März 2023 eingehend mit dem Jahresabschluss, dem Konzernabschluss und dem zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 sowie mit dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Die Prüfungsberichte von PWC lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorbereitend in der Sitzung am 16. März 2023 mit den Abschlüssen und dem zusammengefassten Lagebericht und brachte das Ergebnis der Diskussion in die Aufsichtsratssitzung ein. Der Abschlussprüfer nahm an den Sitzungen des Prüfungsausschusses und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und über besonders wichtige Prüfsachverhalte. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht eingehend geprüft, sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat billigte mit Beschluss vom 17. März 2023 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts. Damit war der Jahresabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG festgestellt. Anschließend beschloss der Aufsichtsrat auf dieser Grundlage, sich dem Vorschlag des Vorstands zu Verwendung des Bilanzgewinns anzuschließen. Der Aufsichtsrat verabschiedete ferner den Bericht des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im In- und Ausland sowie den Mitgliedern des Vorstands für ihr Engagement im Geschäftsjahr 2022.
Friedrichshafen, 17. März 2023 Für den Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG Jasmin Staiblin, Vorsitzende des Aufsichtsrats TestatsexemplarKonzernlagebericht und Lagebericht (zusammengefasster Lagebericht)In diesem Bericht können durch Rundung Differenzen zwischen den Einzelwerten und den daraus resultierenden Summen auftreten. Grundlagen des KonzernsHistorie des Rolls-Royce Power Systems-KonzernsDie Geschichte des heutigen Rolls-Royce Power Systems-Konzerns (im Folgenden: RRPS-Konzern) reicht über ein Jahrhundert zurück. Ursprung des Konzerns ist die Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH, die am 23. März 1909 von Wilhelm und Karl Maybach sowie Graf Ferdinand von Zeppelin gegründet wurde. Gegenstand des Unternehmens war zunächst die Entwicklung und Produktion von Motoren für die Luftschiffe der Zeppelin-Werke. Im Jahr 1918 firmierte das Unternehmen in Maybach-Motorenbau GmbH um. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs widmete sich das Unternehmen kurzzeitig dem Automobilbau sowie der Herstellung von Hochleistungsdieselmotoren und legte damit die Basis für den heutigen Dieselmotorenbau. Im Jahr 1969 gründeten die Daimler-Benz AG (über die Maybach Mercedes-Benz GmbH) und die MAN AG (über die MAN Turbo GmbH) als Zusammenlegung der Triebwerks- und Dieselaktivitäten die MTU Friedrichshafen GmbH (für »Motoren- und Turbinen-Union«). Bis zum Jahr 2006 hatte sich der Konzern mit seiner Muttergesellschaft MTU Friedrichshafen GmbH zu einem wesentlichen Bestandteil der Off-Highway-Aktivitäten des damaligen DaimlerChrysler-Konzerns entwickelt. 2006 wurde der Konzern an einen Finanzinvestor verkauft. Das Unternehmen wurde unter der neu gegründeten Dachgesellschaft Tognum AG gebündelt, die ab 2007 an der Börse (M-Dax) notierte. 2011 wurde das Unternehmen mehrheitlich durch ein Gemeinschaftsunternehmen der Rolls-Royce plc und Daimler AG übernommen. Im Jahr 2014 wurde die Tognum AG in Rolls-Royce Power Systems AG umfirmiert. Die Daimler AG verkaufte ihren Anteil von 50 % am Gemeinschaftsunternehmen Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH (RRPSH) im August 2014 an den Partner Rolls-Royce plc. Die Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH wurde 2015 mit der heutigen Konzernmutter Rolls-Royce Power Systems AG verschmolzen. Im Jahr 2021 erfolgte im Rahmen des Rebrandings eine Umbenennung aller Gesellschaften, die der Rolls-Royce Power Systems AG zugeordnet werden. In diesem Zuge wurde unter anderem die MTU Friedrichshafen GmbH in Rolls-Royce Solutions GmbH umbenannt. Konzernstruktur und GeschäftstätigkeitDie Rolls-Royce Power Systems AG (im Folgenden: RRPS AG) mit Sitz in Friedrichshafen ist ein weltweit agierender Anbieter von Antriebssystemen und dezentralen Energieanlagen. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der RRPS-Konzern einen um Hedging-Effekte bereinigten Umsatz1 von 3.928,2 Mio. Euro und beschäftigte zum 31. Dezember 2022 weltweit 10.059 Mitarbeiter. PRODUKTPORTFOLIO. Das sich zunehmend in Richtung nachhaltige Produkte und Lösungen entwickelnde Portfolio umfasst schnelllaufende Energie- und Antriebssysteme der Marke mtu für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge, Pumpenantriebe für die Öl- und Gasindustrie sowie Systemlösungen zur Energieversorgung. Letztere Systemlösungen umfassen Anlagen für Notstrom-, Grund- und Spitzenlastversorgung bis hin zu leistungsfähigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Der größte Teil davon basiert auf Diesel- und Gasmotoren der eigenen Marke mtu, die mehr und mehr auch mit nachhaltigen, klimaschonenden Kraftstoffen betrieben werden können. Dazu kommen Batteriespeichersysteme für elektrische Energie sowie elektronische Systeme zur Schiffsautomation und zur Steuerung komplexer Anlage, beispielsweise für die Energieversorgung. Der RRPS-Konzern stellt sich zunehmend für die Anforderungen einer emissionsfreien Gesellschaft auf. Zu diesem Zweck hat der Konzern im Jahr 2021 eine umfassende Reorganisation seiner Geschäftsfelder durchgeführt und mit dem neuen Geschäftsbereich Sustainable Power Solutions seine emissionsarmen bzw. emissionsfreien Technologien für Antrieb, Energieerzeugung und -speicherung unter einem Dach gebündelt: Batteriespeicher sind als Serienprodukte erhältlich, Pilotprojekte für Energieanlagen auf Brennstoffzellenbasis werden 2023 installiert, Elektrolyseure sind in der Entwicklung. Im Juni 2022 hat RRPS einen 54-prozentigen Anteil an der Hoeller Electrolyzer GmbH in Wismar/Deutschland übernommen, die einen Elektrolyse-Stack entwickelt. Gleichzeitig hat der RRPS-Konzern die Ziele zur Dekarbonisierung seiner Produkte und Lösungen im Jahr 2021 definiert und veröffentlicht. Bis zum Jahr 2050 strebt das Unternehmen vollständige Klimaneutralität an und erfüllt damit die Anforderungen der Rolls-Royce-Gruppe. Ein großer Teil der mtu-Motoren ist für den Betrieb mit nachhaltigen, klimafreundlichen Kraftstoffen wie HVO oder E-Diesel zugelassen. Verbrennungsmotoren für alternative, klimaschonende Kraftstoffe wie Wasserstoff und Methanol befinden sich in der Entwicklung. KONSOLIDIERUNGSKREIS UND KONZERNSTRUKTUR. Die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, ist die alleinige Anteilseignerin der RRPS AG. Das oberste Mutterunternehmen ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien. Mit der Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, wurde am 2./15. Juli 2015 ein Beherrschungsvertrag abgeschlossen, dem die Hauptversammlung am 15. Juli 2015 zugestimmt hat. Zum RRPS-Konzern gehört neben der RRPS AG als Konzernobergesellschaft mit Sitz in Friedrichshafen eine global agierende Fertigungs-, Vertriebs- und Servicestruktur. Sie umfasst neben der Konzernobergesellschaft weitere 38 vollkonsolidierte Tochterunternehmen. Der Konsolidierungskreis der RRPS AG wurde im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 3 Tochtergesellschaften verringert. Der Rückgang ist auf Verschmelzungen innerhalb des Konsolidierungskreises im Jahr 2022 zurückzuführen. Im Berichtsjahr wurden die Kinolt FZE, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, auf die Rolls-Royce Solutions Middle East FZE verschmolzen, die Kinolt Sistemas de UPS Ltda., São Paulo/Brasilien, auf die Rolls-Royce Solutions Brasil Ltda. und die Kinolt LLC, Moskau/Russland, auf die LLC Rolls-Royce Solutions Rus. Die größte Einzelgesellschaft des RRPS-Konzerns ist die Rolls-Royce Solutions GmbH mit Sitz in Friedrichshafen. Weitere Konzernunternehmen, die wesentlich zum Geschäftsvolumen beitragen, sind Rolls-Royce Solutions America Inc., Detroit/USA, und Rolls-Royce Solutions Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, als Obergesellschaft des Teilkonzerns RRS Asia Group, in dem die asiatischen Tochterunternehmen gebündelt sind. Zentrale Produktionsstandorte des RRPS-Konzerns befinden sich in Deutschland, Belgien, den USA und in China. Bei der MTU Cooltech Power Systems Co. Ltd. handelt es sich um eine im Jahr 2021 erfolgte Neugründung, an der der RRPS-Konzern 50 % der Anteile hält. Da der RRPS-Konzern an positiven oder negativen variablen Rückflüssen aus der Gesellschaft partizipiert und diese Rückflüsse beeinflussen kann, wird die MTU Cooltech Power Systems Co. Ltd. vollkonsolidiert. Die Shanghai MTU Diesel Systems Co. Ltd. ist eine 100 %-Tochtergesellschaft der MTU Cooltech Power Systems Co. Ltd. und wird aufgrund der mittelbaren Beherrschung ebenfalls zu 100 % konsolidiert.
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Eine Erläuterung des bereinigten Umsatzes ist im Abschnitt »Lage« aufgeführt. Berichtszeitraum und VergleichsperiodenDieser zusammengefasste Konzernlagebericht beschreibt das Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021. Der Lagebericht der RRPS AG wird gemäß § 315 Abs. 3 HGB mit dem des RRPS-Konzerns zusammengefasst. Die Chancen und Risiken der RRPS AG als Konzernmutter sind untrennbar mit denen des RRPS-Konzerns verbunden. Im vorliegenden Lagebericht enthaltene Informationen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den RRPS-Konzern. Informationen zur Lage des Mutterunternehmens RRPS AG sind in einem separaten Kapitel enthalten. Die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des RRPS-Konzerns wird im Vergleich zu den Werten zum 31. Dezember 2021 dargestellt. Sowohl die Abschlüsse der Berichtsperiode als auch die der Vergleichsperiode wurden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den gemäß § 315e HGB (Handelsgesetzbuch) zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Wirtschaftsbericht des Rolls-Royce Power Systems-KonzernsGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenNach einem dynamischen Start verlangsamte sich die globale Wirtschaftsaktivität im Jahr 2022 zunehmend. Von über 4 % zu Jahresbeginn wurden die Wachstumserwartungen auf zuletzt 3 %2 angepasst. Grund hierfür waren die Störung der globalen Lieferketten, hohe Rohstoffpreise, starker Inflationsdruck, steigende Zinsen, Chinas restriktive Handhabung der COVID-19-Pandemie und nicht zuletzt die Energiekrise infolge des Ukraine-Konflikts. Der Welthandel ging infolge nachlassender Nachfrage und verstärkter Sanktionen deutlich zurück. Das Investitionsklima verschlechterte sich vor dem Hintergrund steigender Zinsen und hoher Rohstoff- und Energiepreise deutlich. Im verarbeitenden Gewerbe zeichneten die Stimmungsindikatoren ein pessimistischeres Bild als die realen Produktionszahlen. Volle Auftragsbücher konnten die negativen Effekte zumindest teilweise kompensieren. Der Druck auf die globalen Lieferketten hat zwar allgemein nachgelassen, die Mangellage für einige Zulieferprodukte (Halbleiter, Elektronikbauteile) schränkt die Produktion aber weiterhin ein. Insgesamt markiert das Jahr 2022 den Wechsel von einer angebotsseitig zu einer nachfrageseitig bestimmten Produktionsauslastung. Weltwirtschaftliche Entwicklung und AusblickFür das Jahr 2023 wird erwartet, dass sich das Weltwirtschaftswachstum nochmals deutlich von 3 % auf 1,3 %3 abschwächt. In den USA und Europa besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Rezession, die jedoch nicht zuletzt durch zusätzliche Staatsausgaben relativ mild ausfallen dürfte. Gleichzeitig dürfte die globale Inflation im Jahr 2022 mit 8 % ihren Höhepunkt erreicht haben, 2023 jedoch mit 5,4 %4 auf hohem Niveau bleiben. In China trug die strikte COVID-19-Politik zu einer deutlichen Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität auf 3 % im Jahr 2022 bei. Die Lockerungen der Restriktionen dürfte das Wachstum 2023 stützen, doch die sinkende Nachfrage aus den US und Europa sowie die anhaltende Schwäche des Immobiliensektors lassen lediglich einen Anstieg auf 4 % erwarten. Trotz des allgemeinen Wirtschaftsabschwungs sind einige Sub-Anwendungen und Teilmärkte weiterhin gut positioniert. Die dauerhaft erhöhten Rohstoffpreise insbesondere bei Energieträgern führen zu anhaltenden Investitionen unserer Endkunden in diesen Marktsegmenten. Infrastrukturinvestitionen im Rahmen der staatlichen Programme zur Abfederung des Inflationsschocks stützen die Bauwirtschaft und den nachhaltigen Energiesektor. BranchenentwicklungDie Zahlen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)5 zeigen, dass zahlreiche Kunden zwar aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheit und der höheren Finanzierungskosten vorsichtiger bei Neubestellungen geworden sind, es aber bisher nicht zu einem massiven Rückgang der Nachfrage gekommen ist.
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www.oxfordeconomics.com, Stand: 09.12.2022 MarktpositionRelevant für den RRPS-Konzern ist der Markt für schnelllaufende Diesel- und Gasmotoren für Off-Highway-Anwendungen im Leistungsbereich von 75 Kilowatt bis 20 Megawatt, für klimaschonende Energielösungen wie beispielsweise Microgrids, Batteriespeicher mit Kapazitäten von 150 Kilowattstunden bis zu über 60 Megawattstunden, Energielösungen auf Brennstoffzellenbasis sowie für Elektrolyseure zur Produktion von Wasserstoff mit Energie aus erneuerbaren Quellen. Die wichtigsten globalen Wettbewerber des RRPS-Konzerns sind Caterpillar, Deerfield/USA (Geschäftsbereich Energy & Transportation), und Cummins, Columbus/USA. Weitere Wettbewerber in Teilbereichen sind unter anderem Wärtsilä, Helsinki/Finnland, MAN Energy Solutions, Augsburg/Deutschland, Volvo Penta, Göteborg/ Schweden und Weichai, Weifang/China sowie im Geschäftsbereich Sustainable Power Solutions NEL ASA, Oslo/Norwegen, Siemens Energy, München/Germany, Plug Power, Latham/USA und Ballard Power Systems, Burnaby/Kanada. Im Jahr 2022 setzte sich die Erholung aus dem Vorjahr fort. BAUMASCHINEN & LANDTECHNIK. Die staatlichen Ausgabenprogramme zur Eindämmung der Energiekrise sorgen trotz steigender Zinsen weiterhin für Dynamik im Bausektor. Die Überhitzungenreaktionen des Vorjahres schwächen sich jedoch deutlich ab. Die Schwerpunkte liegen bei Infrastrukturerneuerung. Vor dem Hintergrund steigender Preise für Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel bleibt das Umfeld für die Landtechnik günstig. RAIL, MINING, OIL & GAS. In den Rohstoffmärkten erfolgte die Erholung zunächst im Servicegeschäft und wurde zuletzt auch durch deutliches Wiederanspringen der OE-Märkte verstärkt. Die projektgetriebene Nachfrage nach Hybrid-PowerPacks als kombinierter batterieelektrischer und Dieselantrieb bestätigte erneut das Aufkommen dieses durch verstärktes Umweltbewusstsein getriebenen Lösungsangebots. ENERGIEANLAGEN. Der Markt für Anlagen zur dezentralen Erzeugung von Strom und Wärme erholte sich weiter. Die Umstellungen im Netz hin zu einem höheren Anteil erneuerbarer Energien trägt hierzu stärkend bei. Die Nachfrage nach Notstrom zur Absicherung kritischer Industrieanwendungen und -zweige bleibt vor dem Hintergrund der europäischen Energiekrise erhöht. MARINE. Der Markt für Yachten und Fähren bleibt dynamisch. Der Markt für Hafenschlepper und Arbeitsschiffe dürfte sich angesichts des Rückgangs im Welthandel weniger dynamisch zeigen, bleibt aber insgesamt gut positioniert. BEHÖRDENGESCHÄFT. Das Umfeld für das Behördengeschäft bewegte sich im Jahr 2022 auf gutem Niveau. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat zu einer sicherheitspolitischen »Zeitenwende« geführt, die insbesondere in Europa in den nächsten Jahren zu einer erheblichen Ausweitung der Verteidigungsausgaben führen wird. Wirtschaftliche und rechtliche EinflussfaktorenDer RRPS-Konzern deckt mit seinem Produkt- und Serviceprogramm zahlreiche Anwendungsbereiche ab und ist somit in vielen unterschiedlichen Industrien vertreten. Konjunkturellen Markteinflüssen in den Hauptabsatzregionen Europa, Amerika und Asien begegnet der RRPS-Konzern mit einem differenziert gepflegten Produktportfolio und einer globalen Ausrichtung. Ein übergreifender Markttrend ist die Forderung nach immer effizienteren, leistungsfähigeren und gleichzeitig schadstoffärmeren Motoren und dezentralen Energieanlagen. Diese Herausforderung erfordert von allen Marktteilnehmern eine permanente Weiterentwicklung und technische Optimierung der angebotenen Produkte sowie die Entwicklung neuer Produkte. Mit hoher technologischer Kompetenz setzt der RRPS-Konzern Standards und treibt Innovationen voran, vor allem bei der eigenständigen Entwicklung und Herstellung von Schlüsselkomponenten für Verbrennungsmotoren (Elektronik, Aufladung und Abgasnachbehandlung) sowie bei der Entwicklung von nachhaltigen Energielösungen wie Microgrids mit Komponenten wie Batteriespeichern, der Energieversorgung auf Brennstoffzellenbasis und Elektrolyseuren. Auch Rohstoff- und Materialpreise beeinflussen die Geschäftsentwicklung des RRPS-Konzerns. Die hauptsächlich verwendeten Vormaterialien sind hochvergütete Stähle, Gusserzeugnisse, Halbzeuge, Aluminiumlegierungen sowie weitere Metalle und Legierungen. Im Komponentenbereich nehmen im Wesentlichen Halbleiter und Elektronikbauteile sowie die vom Lithiumpreis abhängigen Batteriespeichermodule Einfluss. Darüber hinaus sind Erdöl (Diesel) und elektrische Energie von Bedeutung. Risiken aus Preissteigerungen begegnet der RRPS-Konzern durch langfristige Lieferverträge und Rohstoffsicherungen. Wechselkursrelationen, insbesondere die des US-Dollar zum Euro, haben ebenfalls Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des RRPS-Konzerns. Der Jahresdurchschnittskurs des Euro im Verhältnis zum US-Dollar lag im abgelaufenen Jahr mit 1,05 US-Dollar6 etwa 11,0 % niedriger als im Vorjahr und wirkte sich daher positiv auf die deutsche Exportwirtschaft aus. Der RRPS-Konzern begegnet Wechselkursrisiken durch die aktive Steuerung der Bezugs- und Fertigungsquellen (Natural Hedging) und durch Sicherungsgeschäfte. In den Ländern, in denen der RRPS-Konzern aktiv ist, gelten unterschiedliche Gesetze und Vorschriften. Besondere Bedeutung für die Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns haben Exportkontrollregelungen, umweltrechtliche Bestimmungen in Bezug auf Produktionsverfahren, Standorte und Erzeugnisse sowie die Vorschriften für das militärische Beschaffungswesen. Finanzielle und nichtfinanzielle LeistungsindikatorenDer RRPS-Konzern nutzt für die interne Steuerung die finanziellen Leistungsindikatoren bereinigter Umsatz, bereinigtes EBIT und Cashflow. Es handelt sich dabei um die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren, die im Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 20 (im Folgenden: DRS 20) definiert sind. Auf die finanziellen Leistungsindikatoren wird im Abschnitt »Lage« eingegangen. Über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sowie Arbeitnehmer- und Umweltbelange wird im Abschnitt »Mitarbeiter« und »Nachhaltigkeitsbericht« berichtet. Für die interne Steuerung wird der nichtfinanzielle Leistungsindikator Mitarbeiterzahl genutzt. Es handelt sich dabei um den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator im Sinne des DRS 20. GeschäftsentwicklungDer RRPS-Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2022 mit 3.928,2 Mio. Euro einen bereinigten Umsatz7, der 14,1 % über dem Niveau des Vorjahres lag. Vor allem der hohe Leistungs- und Technologiestandard der Produkte und die breite Aufstellung am Markt waren ausschlaggebend für die Resilienz, die der RRPS-Konzern teilweise gegen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bewies. Die Stärken liegen dabei in der Fähigkeit, kundenspezifische Antriebs- und Energiesysteme zu konzipieren und anzubieten, im umfangreichen Produktportfolio sowie in einer weltweit aktiven Vertriebsorganisation. Den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Lieferketten sowie den globalen Engpässen an den Rohstoffmärkten und in den Logistikstrukturen konnte der RRPS-Konzern durch vorausschauendes Supply-Chain-Management entgegenwirken.
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Jahresdurchschnittskurs der Europäischen Zentralbank; Jahresdurchschnittskurs 2021:
1,18 Vergleich des tatsächlichen und des prognostizierten GeschäftsverlaufsDie Erholung des Umsatz- und Margenniveaus in der zweiten Jahreshälfte des Vorjahres setzte sich 2022 fort. Trotz der weiterhin in Teilen durch die Auswirkungen der COVID-19-Pademie beeinflussten wirtschaftlichen Entwicklung konnten die prognostizierten Umsatz- und Ergebnisziele übertroffen werden. Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte sind bei der Ermittlung des bereinigten EBIT zu korrigieren: ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG EBIT
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 315,0 Mio. Euro (Vorjahr: 379,8 Mio. Euro) blieb trotz verbessertem Ergebnisbeitrag hinter den Erwartungen zurück. LageErtragslageROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN
AUFTRAGSEINGANG. Im Jahr 2022 verzeichnete der RRPS-Konzern mit 5.211,8 Mio. Euro (Vorjahr: 4.106,4 Mio. Euro) einen Auftragseingang, der 26,9 % über dem Vorjahresniveau lag und ein Rekordniveau darstellt. Der Auftragseingang profitierte dabei von der Erholung der Gesamtwirtschaft und einer hohen Nachfrage im Bereich Energieerzeugung für Datencenter. In allen Anwendungen konnten Steigerungen erzielt werden. Besonders hervorzuheben ist neben der Energieerzeugung auch das starke Wachstum im Mining- sowie Öl- und Gasgeschäft, welches jeweils durch hohe Rohstoffpreise begünstigt war. Ebenso verzeichnete das Sustainable-Geschäft eine starke Steigerung (+85 %), wenngleich der Umsatzanteil noch auf niedrigem Niveau verharrt. Der restliche Bereich industrieller Anwendungen (im Wesentlichen: Baumaschinen, Landtechnik, Mining) sowie das Behördengeschäft lagen leicht über dem Vorjahr. Marine konnte vor allem dank einer guten Nachfrage bei kommerziellen Schiffen (Fähren und Hafenschlepper) ebenfalls deutlich zulegen. ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG UMSATZ
UMSATZ. Der bereinigte Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 14,1 % auf 3.928,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3.442,8 Mio. Euro). Im Umsatz spiegelt sich der deutliche Zuwachs im Auftragseingang wider, sodass auch hier alle Anwendungen profitieren konnten. Ein sehr deutliches Wachstum konnte das Öl- und Gasgeschäft aufgrund gestiegener Umsätze im Service- sowie Neugeschäft verbuchen. Ebenso stieg der Umsatz bei der Energieerzeugung für Datencenteranwendungen sowie bei Marine für kommerzielle Schiffe. Ein deutlicher Anstieg konnte ebenfalls im Behördengeschäft erzielt werden, welches auch aufgrund von Großprojekten durch ein überdurchschnittliches Wachstum beim Service gestützt wurde. Zudem konnte das Sustainable-Geschäft stark zulegen (+71 %), wenngleich der Umsatzanteil noch auf niedrigem Niveau verharrt. ERGEBNISENTWICKLUNG. In der Berichtsperiode erzielte der RRPS-Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 358,3 Mio. Euro (Vorjahr: 244,1 Mio. Euro). In der Kennziffer sind Einmaleffekte bzw. nicht operative Sachverhalte enthalten. Nach Bereinigung dieser Effekte ergibt sich für die Berichtsperiode ein bereinigtes EBIT von 368,7 Mio. Euro (Vorjahr: 305,4 Mio. Euro). Der Anstieg um 20,7 % resultierte maßgeblich aus der Umsatzerholung nach dem noch durch die COVID-19-Pandemie beeinflussten Vorjahr. Die bereinigte EBIT-Marge lag mit 9,4 % (Vorjahr: 8,9 %) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. BRUTTOERGEBNIS. Das Bruttoergebnis in der Berichtsperiode betrug 1.076,9 Mio. Euro (Vorjahr: 930,6 Mio. Euro). Bereinigt um relevante Sondereffekte und nicht operative Sachverhalte ergab sich im dargestellten Berichtszeitraum ein bereinigtes Bruttoergebnis von 1.080,6 Mio. Euro (Vorjahr: 950,0 Mio. Euro) und somit eine bereinigte Bruttoergebnismarge von 27,5 % (Vorjahr: 27,6 %). Das Jahr 2022 war zusätzlich durch 55,5 Mio. Euro Umgliederungseffekt von Aufwendungen belastet, welche im Vorjahr unter Forschung und Entwicklung ausgewiesenen waren und gemäß der Vorgabe der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc in die Umsatzkosten umgegliedert wurden.8 ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG BRUTTOERGEBNIS
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Siehe auch Abschnitt »Forschung und Entwicklung« ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG VERTRIEBS- UND VERWALTUNGSKOSTEN
ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
FUNKTIONSKOSTEN. Die bereinigten Vertriebs- und Verwaltungskosten bewegten sich mit 515,1 Mio. Euro (Vorjahr: 479,0 Mio. Euro) über dem Vorjahresniveau. Maßgeblichen Einfluss hatten dabei das erhöhte Personalkostenniveau sowie strategische Investitionen in die IT-Infrastruktur. Im Jahr 2022 investierte der RRPS-Konzern weiter verstärkt in Forschung und Entwicklung, um mit neuen Antriebs- und Energiesystemen das zukünftige Wachstum zu sichern. Die bereinigten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen auf 235,4 Mio. Euro (Vorjahr: 185,8 Mio. Euro). Der RRPS-Konzern investierte damit 6 %9 seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung und lag in der Quote ebenfalls über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 5,4 %). Hierbei wirkten sich 2022 aufgrund von Umgliederung von Aufwendungen in die Umsatzkosten 55,5 Mio. Euro reduzierend aus10. ZINSERGEBNIS. Der Zinsaufwand lag mit 20,2 Mio. Euro (Vorjahr: 18,3 Mio. Euro) auf Vorjahresniveau und die Zinserträge mit 6,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) über dem Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen auf höhere Zinserträge aus der Geldanlage bei der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc zurückzuführen. Daraus ergibt sich ein negatives Zinsergebnis in Höhe von 13,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,7 Mio. Euro). BEREINIGTES KONZERNERGEBNIS. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich in der Berichtsperiode auf 271,3 Mio. Euro (Vorjahr: 155,9 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung der oben genannten Sondereffekte und nicht operativen Sachverhalte sowie unter Anwendung einer Konzernsteuerquote von 21,4 % (Vorjahr: 31,7 %) ergibt sich ein bereinigtes Konzernergebnis von 283,1 Mio. Euro (Vorjahr: 196,5 Mio. Euro). Die Konzernsteuerquote verringerte sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des relativen Anstiegs der Gewinnbeiträge aus ausländischen Tochtergesellschaften. Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte wurden bei der Ermittlung des bereinigten Konzernergebnisses unter Anwendung der Bereinigungslogik der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, berücksichtigt:
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Verhältnis der Entwicklungsleistungen zum bereinigten Umsatz ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG KONZERNERGEBNIS
VermögenslageAbweichend zur Bilanzgliederung nach IFRS wird im Folgenden aus Gründen der Übersichtlichkeit eine auf die wesentlichen Positionen verkürzte Konzernbilanz dargestellt. Diese bildet auch die Grundlage für die weiteren Ausführungen. ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN:BILANZAKTIVA
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um 8,3 %. AKTIVSEITE. Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 1,4 % auf 1.550,9 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1.572,5 Mio. Euro). Im Wesentlichen wirkten sich hier die Reduzierung der immateriellen Vermögenswerte durch den Rückgang geleisteter Anzahlungen sowie das niedrigere Niveau der aktiven latenten Steuern aus. Gegenläufig erhöhten sich die Sachanlagen. Die Vorräte erhöhten sich um 22,5 % auf 1.167,5 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 953,1 Mio. Euro). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr auf 714,8 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 567,0 Mio. Euro). Die Zunahme bei den Vorräten ist maßgeblich auf das gestiegene Auftragsniveau sowie die anhaltenden Unsicherheiten in den Lieferketten zurückzuführen. Der Anstieg bei den Forderungen ist im Wesentlichen durch das gestiegene Umsatzniveau im vierten Quartal beeinflusst. Die flüssigen Mittel verringerten sich um 6 % auf 846,8 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 900,8 Mio. Euro). PASSIVSEITE. Das Eigenkapital belief sich auf 1.936,2 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1.601,5 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote lag mit 43,2 % (31. Dezember 2021: 38,7 %) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Rückstellungen nahmen mit 984,2 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1.301,7 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr ab. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Pensionsrückstellungen im Rahmen der Umstellung der betrieblichen Altersvorsorge zurückzuführen. Die finanziellen Verbindlichkeiten lagen mit 227,7 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 208,4 Mio. Euro) nahezu auf Vorjahresniveau. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahmen um 17,9 % auf 579,2 Mio. Euro zu (31. Dezember 2021: 491,2 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf den erhöhten Umsatz und Auftragseingang im vierten Quartal zurückzuführen. Die Vertragsverbindlichkeiten erhöhten sich um 41,0 % auf 642,9 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 455,9 Mio. Euro), was im Wesentlichen auf die erhaltenen Anzahlungen11 in Verbindung mit dem erhöhten Auftragseingang zurückführbar ist. Die übrigen Verbindlichkeitspositionen erhöhten sich um 39,5 % auf 110,1 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 78,9 Mio. Euro) und waren maßgeblich durch den Anstieg der passiven latenten Steuern beeinflusst. Das Net Working Capital12 erhöhte sich um 15,8 % auf 779,5 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 672,9 Mio. Euro). Dies resultierte im Wesentlichen aus der starken Zunahme der Vorräte aufgrund des hohen Auftragsniveaus sowie anhaltender Unsicherheiten in den Lieferketten. FinanzlageFINANZIERUNG. Im RRPS-Konzern bestanden zum Stichtag ein Darlehen der Tochtergesellschaft Rolls-Royce Solutions Brasil Ltda., São Paulo/Brasilien, in Höhe von 8,9 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Januar 2023 sowie ein Darlehen der Tochtergesellschaft MTU India Pvt. Ltd., Pune/Indien, in Höhe von 0,7 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis August 2025, die jeweils von einer Gesellschaft aus der Rolls-Royce-Gruppe begeben wurden. Seit 2015 besteht eine konzerninterne Kreditlinie bei der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis April 2023. Diese war zum 31. Dezember 2022 nicht in Anspruch genommen. FINANZIERUNGSINSTRUMENTE. Der RRPS-Konzern nutzt das Leasing bei Immobilien, beim Fuhrpark und im IT-Bereich, um die Kapitalbindung und Investitionsrisiken zu begrenzen. Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen wurden im Jahr 2022 Leasingaufwendungen in Höhe von 62,2 Mio. Euro (Vorjahr: 56,5 Mio. Euro) sowie Abschreibungen von Nutzungsrechten in Höhe von 37,1 Mio. Euro (Vorjahr: 34,3 Mio. Euro) erfolgswirksam erfasst.
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Konzernabschluss Rolls-Royce Power Systems AG 2022, Anhang, Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechung,
Vertragsverbindlichkeiten ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: CASHFLOW
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr auf 315,0 Mio. Euro (Vorjahr: 379,8 Mio. Euro). Hierbei wirkten sich im Wesentlichen die gestiegenen Vorräte sowie die Erhöhung der sonstigen Vermögenswerten aus.13 Das niedrige Niveau der sonstigen Vermögenswerte im Vorjahr ist auf die Veränderung der Intercompany-Finanzbestände durch den Verkauf der Bergen Engines AS zurückzuführen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit reduzierte sich auf -181,4 Mio. Euro (Vorjahr: -128,1 Mio. Euro), wobei das Vorjahr durch den Nettozufluss von 56,4 Mio. Euro14 aus dem Verkauf des Teilkonzerns Bergen Engines AS beeinflusst war und das Jahr 2022 durch den Erwerb der Hoeller Electrolyzer GmbH mit 19 Mio. Euro belastet ist.15 Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von - 194,9 Mio. Euro (Vorjahr: - 31,9 Mio. Euro) verringerte sich aufgrund der geleisteten Dividendenausschüttung von 150 Mio. Euro an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien. INVESTITIONEN.16 In der Berichtsperiode tätigte der RRPS-Konzern Investitionen in Höhe von 164,3 Mio. Euro (Vorjahr: 178,5 Mio. Euro), davon entfielen 114,8 Mio. Euro auf Investitionen in Sachanlagen (Vorjahr: 102,8 Mio. Euro). Es wurden maßgeblich Investitionen in Kundenprojekte, Logistikstrukturen, Infrastruktur im Rahmen des Net Zero-Programms sowie Erhaltungsinvestitionen getätigt. Darüber hinaus umfassen die Investitionen Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 49,5 Mio. Euro (Vorjahr: 75,7 Mio. Euro). INVESTITIONSVERPFLICHTUNGEN. Der RRPS-Konzern erfasste Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 33,3 Mio. Euro (Vorjahr: 29,4 Mio. Euro) und Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,4 Mio. Euro). Zu deren Finanzierung stehen ausreichend liquide Mittel aus dem erwarteten positiven Cashflow der betrieblichen Tätigkeit zur Verfügung. Gegebenenfalls hat der RRPS-Konzern auch gesicherten Zugriff auf bestehende Kreditlinien. NETTOFINANZIERUNGSSALDO.17 Der Nettofinanzierungssaldo wies zum Stichtag einen Überhang an liquiden Mitteln gegenüber den zinstragenden Finanzverbindlichkeiten von 835,9 Mio. Euro auf (31. Dezember 2021: 886,9 Mio. Euro). Die Quote des Nettofinanzierungssaldos zum bereinigten EBITDA18 in Höhe von 545,8 Mio. Euro (Vorjahr: 459,9 Mio. Euro) belief sich somit auf 1,5 (Vorjahr: 1,9). Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den VorstandDie Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unsere Endmärkte haben sich im Laufe des Jahres 2022 weiter abgeschwächt, da die Impfprogramme eingeführt wurden und die mit der Pandemie verbundenen Risiken mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen in Einklang gebracht wurden. Der RRPS-Konzern hat sein ausbalanciertes Kostenmanagement aus dem Vorjahr fortgesetzt. Der Fokus lag hierbei weiterhin auf der Implementierung der EMPOWER 2030-Strategie und den damit verbundenen Investitionen. Die Ausrichtung der organisatorischen Aufstellung sowie Optimierung aller Prozesse entlang der Wertschöpfungskette führen wir somit konsequent fort, um den Wandel zum Anbieter integrierter, nachhaltiger Lösungen für unsere Kunden abzubilden. Die Erholung der wirtschaftlichen Lage und die unterschiedlichsten Maßnahmen wirkten sich positiv auf die Liquidität und das EBIT des RRPS-Konzerns aus.
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Konzernabschluss Rolls-Royce Power Systems AG 2022, Anhang, Kapitalflussrechnung Lagebericht zum Einzelabschluss nach HGBNachfolgend ist der Lagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG dargestellt.19 LageErtragslage der Rolls-Royce Power Systems AGROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT): GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
Die RRPS AG erzielte im Geschäftsjahr 2022 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 51,5 Mio. Euro (Vorjahr: 70,3 Mio. Euro). Die Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus dem niedrigeren Finanzergebnis, das auf geringere Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Beteiligungen zurückzuführen ist. Das Vorjahresergebnis war außerdem durch die sonstigen betrieblichen Erträge und die darin enthaltenen Erträge aus dem Verkauf der Bergen Engines AS unterstützt. Aufgrund der Wertminderung von begebenen Darlehen an das at equity konsolidierte Joint Venture Kowry Energy GmbH wurde das Ergebnis im Jahr 2022 außerordentlich durch 0,7 Mio. Euro außerplanmäßige Abschreibungen auf das Umlaufvermögen belastet. Unterstützt wurde das Ergebnis durch gestiegene Umsatzerlöse. Diese lagen mit 75,7 Mio. Euro (Vorjahr: 69,1 Mio. Euro) über dem Vorjahresniveau. Die wesentlichen Umsatzerlöse stammen aus konzerninternen Leistungsverrechnungen an die Tochtergesellschaften. Die Ertragsteuern in Höhe von 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 53,8 Mio. Euro) umfassen die Steuern für das Geschäftsjahr 2022 sowie Steuernachzahlungen und Steuererstattungen für Vorjahre. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Pensionsrückstellungen im Rahmen der Umstellung der betrieblichen Altersvorsoge sowie den Steuerfestsetzungen der Vorjahre zurückzuführen. VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN UND DES PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUFS. Die RRPS AG nutzt für die interne Steuerung den finanziellen Leistungsindikator »Ergebnis nach Steuern«. Die wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns spiegelt sich in der Ertragslage der RRPS AG wider. AUSBLICK FÜR DIE ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG. Die erwartete wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns wird sich auch in der Ertragslage der RRPS AG für das Jahr 2023 widerspiegeln. Insbesondere erwartet die RRPS AG einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis aus der Beteiligung an der Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen. Die sonstige operative Geschäftstätigkeit und deren Umfang werden im Geschäftsjahr 2023 unverändert weiter bestehen. Es wird erwartet, dass die RRPS AG im Geschäftsjahr 2023 das Ergebnisniveau im Rahmen der operativen Performanceverbesserung des Konzerns moderat steigert. Informationen zur Prognose für den RRPS-Konzern werden im Prognosebericht dargestellt. Vermögenslage der Rolls-Royce Power Systems AGROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT): BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022AKTIVA
AKTIVSEITE. Zum 31. Dezember 2022 belief sich die Bilanzsumme der RRPS AG auf 2.302,4 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2.288,4 Mio. Euro). PASSIVSEITE. Das Eigenkapital der RRPS AG belief sich auf 1.110,9 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1.209,6 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote betrug zum Ende des Berichtsjahres 48,2 % (31. Dezember 2021: 52,9 %). Die Rückstellungen setzen sich aus Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen zusammen. Die Steuerrückstellungen betreffen insbesondere noch nicht endgültig veranlagte Steuern. Die sonstigen Rückstellungen betreffen wie im Vorjahr vorwiegend Personalrückstellungen. Die Verbindlichkeiten der RRPS AG setzen sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.053,6 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 883,5 Mio. Euro) zusammen, die sich aus dem Finanzverkehr innerhalb des RRPS-Konzerns ergeben. Finanzlage der Rolls-Royce Power Systems AGFINANZIERUNG. Seit 2015 besteht eine konzerninterne Kreditlinie bei der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis April 2023. Diese ist zum 31. Dezember 2022 nicht in Anspruch genommen worden und steht bis auf Weiteres vollständig zur Verfügung. Forschung und EntwicklungIm Jahr 2022 erbrachte der RRPS-Konzern bereinigte Entwicklungsleistungen20 in Höhe von 263,3 Mio. Euro (Vorjahr: 215,9 Mio. Euro). Die bereinigten Entwicklungsaufwendungen sind mit 235,4 Mio. Euro (Vorjahr: 185,8 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Darin sind Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 29,5 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) enthalten, deren Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen auf Sonderabschreibungen in Höhe von 20,6 Mio. Euro zurückzuführen ist. Die aktivierten eigenen Entwicklungskosten bewegten sich mit 12,8 Mio. Euro (Vorjahr: 23,7 Mio. Euro) unter dem Niveau des Vorjahres. Das Verhältnis von aktivierten eigenen Entwicklungskosten zu bereinigtem Entwicklungsaufwand betrug somit 5,4 % (Vorjahr: 12,8 %). Die Erträge aus bezahlten Entwicklungsleistungen lagen mit 15,2 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro). Die Entwicklungsquote (Verhältnis der Entwicklungsleistungen21 zum Umsatz) lag bei 7,1 % (Vorjahr: 7,4 %). Damit will der RRPS-Konzern auch in Zukunft den hohen Technologiestandard sicherstellen. Die Reduzierung der Quote ist im Wesentlichen auf die Umgliederung von Aufwendungen für die Serienbetreuung und Kostenarbeit in die Umsatzkosten zurückzuführen. Die Umgliederung mit einem Effekt von 55,5 Mio. Euro erfolgte im dritten Quartal und, gemäß der Richtline der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc, rückwirkend für das gesamte Jahr 2022. Um zukünftige Kundenbedarfe realisieren zu können, ist der Ausbau der Kompetenz in Systemlösungen ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie Power Systems 2030. Die Aufstellung des Engineering-Bereichs wurde weiter gestärkt, beispielsweise wurden die Aktivitäten zur Systementwicklung mit dem Thema Elektrik/Elektronik und Automation weiter ausgebaut. Ziel ist es, die Entwicklungseffizienz mithilfe von modularen Produktbaukästen zu steigern und somit kundenspezifische Lösungen flexibler und schneller realisieren zu können. Der RRPS-Konzern unternimmt große Anstrengungen, um sein Produkt- und Lösungsportfolio zunehmend emissionsfrei aufzustellen. Die Ziele wurden im Jahr 2021 im Programm Net Zero at Power Systems beschrieben und definiert. Den wesentlichen Hebel zur Reduzierung der Emissionen des Produkt- und Lösungsportfolios stellt dabei die Entwicklung neuer Technologien dar. Im Bereich der hybriden Antriebssysteme für die Bahn (Hybrid-PowerPacks) wurde im Jahr 2022 der erste Porterbrook-Hybrid-Flex-Zug als Pilotprojekt im Pendlerverkehr auf der Chiltern-Linie zwischen London-Marylebone und Birmingham eingesetzt. Mit der Ausrüstung von Triebwagen des Herstellers HRC für den Kunden Irish Rail mit Hybrid-ready-Antriebssystemen wurde begonnen. Die Entwicklungsaktivitäten für das Marine-Hybridsystem wurden seit Beginn des Jahres mit der Nutzung des neuen Prüflabors für elektrische Antriebssysteme in Friedrichshafen nochmals intensiviert. Die Bestellung über insgesamt 20 Antriebssysteme durch die Armon-Werft für die Reederei Liberty Lines bestätigt sowohl die Hybridstrategie als auch die technische Auslegung des Hybridbaukastens für die Marineanwendung. Die Auslieferung und Inbetriebnahme der ersten Antriebssysteme werden im zweiten Halbjahr 2023 erfolgen. Die Konzeptstudie zum hybriden Antrieb für schwere Minenfahrzeuge stieß auf großes Interesse und positive Resonanz im Markt. Die Strategie Power Systems 2030 wurde auch im Jahr 2022 konsequent fortgesetzt. Mit Blick auf die Energiewende setzt der RRPS-Konzern neben den bereits in den Markt eingeführten Microgrid-Lösungen zukünftig zunehmend auch auf Wasserstoffsysteme. Neben den Wasserstoffverbrennungsmotoren sind dies Brennstoffzellensysteme und Elektrolyseure. Eine Brennstoffzellen-Demonstrationsanlage wurde im Jahr 2022 als Basis für die Entwicklung von Serienprodukten erprobt und konnte die Erwartungen an eine unterbrechungsfreie Stromversorgung auf Basis von Wasserstoff vollumfänglich erfüllen. Die Elektrolyse-Systementwicklung wurde in einem Partnernetzwerk vorangetrieben. Zur Sicherung des Zugriffs auf Schlüsseltechnologie beim Thema Wasserstofferzeugung hat der RRPS-Konzern im Jahr 2022 die Mehrheit am Elektrolyse-Stack-Spezialisten Hoeller Electrolyzer GmbH in Wismar/Deutschland übernommen. Bei der Weiterentwicklung der Energiespeichersysteme konnten die Synergien zwischen der Rolls-Royce Solutions GmbH und der seit 2022 nun vollständig im Besitz der RRPS befindlichen Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH gehoben und das Produktportfolio um Energiespeicherlösungen im Leistungsbereich von 30 Megawatt bei einer Speicherkapazität von 60 Megawattstunden erweitert werden. Der derzeitige Wandel in der Energietechnik führt auch zu größeren Systemen und komplexeren Betriebsszenarien. Das stellt die Steuerung und die Regelung von Energieanlagen vor neue Herausforderungen. Die Antwort von RRPS auf diese Entwicklung heißt mtu-EnergetIQ. Die smarte Automatisierungsplattform besteht aus der zentralen Systemsteuerung mtu-EnergetIQ Manager und verteilten mtu-EnergetIQ Asset-Steuerungen. mtu-EnergetIQ beweist schon bei ersten Kunden seine Leistungsfähigkeit. So regelt es die Notstromversorgung eines Datencenters in Japan und Gasaggregate bei Kunden in den USA. 2022 haben wir durch die Qualifizierung großer Teile unseres Produktportfolios für synthetische Kraftstoffe einen wesentlichen Meilenstein unserer Net Zero-Strategie erreicht. Die Stromaggregate der mtu-Baureihen 4000 und 1600 sowie Motoren der mtu-Baureihen 1300 und 1500 sind bereits freigegeben. Die mtu-Bahnmotoren der Baureihen 1600 und 4000 und weitere mtu-Motoren für Bergbauanwendungen der Baureihe 4000 werden kurzfristig folgen. Für das Jahr 2023 ist des Weiteren die Freigabe für die mtu-Marinemotoren der Baureihen 2000 und 4000 geplant. Bei der mtu-Baureihe 4000 für den Marineeinsatz werden die Motoren für die Emissionsstufen EPA Tier4 und IMO3 entwickelt. Es werden sowohl die Arbeitsschiff- und Bordstrom- als auch die Hochleistungsanwendungen bedient. Die Zylindervarianten 12V und 16V sind erfolgreich in die Serie eingeführt worden und zeigen im Feldeinsatz ihre Robustheit und Zuverlässigkeit. Die Entwicklung der 20V-Variante ist so weit fortgeschritten, dass im Jahr 2023 die Emissionszertifizierung stattfinden kann. Des Weiteren wird derzeit an einer firmeneigenen Abgasnachbehandlung gearbeitet. Im Bereich der dezentralen Energiesysteme haben wir die Arbeiten an den emissionsoptimierten Varianten der mtu-Baureihe 4000 mit eigenen SCR-Systemen maßgeblich vorantreiben können und die ersten Anlagen erfolgreich bei Kunden in Betrieb genommen. Im Rahmen unserer Net Zero-Strategie entwickeln wir ebenfalls auf der Basis der mtu-Baureihe 4000 ein System für den CO2-neutralen Betrieb mit 100 % Wasserstoff. Die Vollmotorversuche laufen hierzu erfolgreich. Das System wird auch als Umrüstsatz für bereits im Feld befindliche Erdgasmotoren verfügbar sein. Eine erste Pilotanwendung ist für das Jahr 2024 im Duisburger Binnenhafen geplant. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekt Enerport II werden mtu-Wasserstoffmotoren zusammen mit mtu-Brennstoffzellen die CO2-neutrale Energieversorgung des künftigen klimaneutralen Containerterminals des Hafens übernehmen. Darüber hinaus entwickeln wir für diejenigen Kunden, die reinen Wasserstoff nicht in ausreichender Menge oder nur zeitweilig zur Verfügung haben, auch Gasmotoren und Umrüstsätze, die eine Zumischung von Wasserstoff zu Erdgas ermöglichen. Weiterhin werden die mtu-Biogasmotoren derzeit leistungsgesteigert und auf den modernsten technischen Stand nachgezogen. Bei der mtu-Baureihe 2000 werden aktuell im Yachtsegment die 12- und 16-Zylinder-Hochleistungsmotoren für die Emissionsstufe IMO3 in Kombination mit EPA T3rec weiterentwickelt. Dafür werden erstmals Motoren dieser Leistungsdichte mit einem kompakten SCR-Abgasnachbehandlungssystem ausgerüstet. Die 16-Zylinder-Variante ist bereits vollständig zertifiziert, erste Vorserien- und Seriensysteme sind ausgeliefert worden. Die erste Yacht wurde nach erfolgreichem Testbetrieb dem Kunden übergeben. Im Rahmen der Indienstrategie wurde die mtu-Baureihe 1600 in das Joint Venture Force MTU Power Systems Ltd. nach Indien verlagert. 2022 konnte der vollständige Produktionshochlauf abgeschlossen werden. In den nächsten Jahren werden neuntwickelte Produktvarianten zum Portfolio des Joint Ventures hinzugenommen, und die Lokalisierung von Bauteilen wird weiter vorangetrieben. Für den Bahn-Unterflurbereich wurde im Jahr 2021 der mtu-Dieselmotor 12V1600Rx1 mit 736 Kilowatt und der neuen Emissionsstufe EU Stage V beim Kraftfahrtbundesamt zertifiziert und in Serie freigegeben. Dieser Motor besitzt ein vollständiges Abgasnachbehandlungssystem, bestehend aus SCR-Katalysator und einem Dieselpartikelfilter sowie einer den Regularien entsprechenden neuen Software. Die Zertifizierung erfolge auch für synthetische Kraftstoffe. Die ersten 12V1600 Stage V-Motoren wurden in Friedrichshafen montiert und sind in mtu-PowerPacks und Kunden-Serientriebwagen integriert, die im Jahr 2022 den regulären Dienst im Personentransport aufgenommen haben und weiter beobachtet werden. Erste 12V1600 Stage V-Motoren gingen Ende 2022 in Produktion. Für die mtu-Baureihe 1800 laufen die Entwicklungsarbeiten als Unterflurantrieb gemäß EU Stage V gemeinsam mit der DaimlerTruck AG. Alle internen Prüfstandsvalidierungen und die Zertifizierung beim Kraftfahrtbundesamt wurden im Jahr 2022 abgeschlossen. Die Zertifizierung erfolgte auch für synthetische Kraftstoffe. Vorserienmotoren sind für die abschließende Feldvalidierung in mtu-Standard- und Hybrid-PowerPacks für verschiedene Kunden geliefert und haben im Jahr 2022 den regulären Personenbetrieb aufgenommen. Das Portfolio der Industriemotoren der mtu-Baureihe 4000 wird um eine EU Stage V-Nonroad-Variante erweitert. Die Entwicklungsarbeiten auf Basis der EPA Tier 4f-Version sind im Jahr 2022 gestartet. Die Emissionslimits werden hier durch Abgasrückführung ohne zusätzliches Reduktionsmittel bei gleichzeitig sehr gutem Kraftstoffverbrauch erreicht, was einen Vorteil in diesem Markt gegenüber SCR-Konkurrenzmotoren darstellt. Zur Erreichung der EU Stage V ist die Software funktional zu erweitern und einige Kennfelder sind neu abzunehmen. Die ersten drei Erprobungsmotoren wurden im Jahr 2022 in Kundenfahrzeuge integriert und haben den Betrieb aufgenommen. Die Zertifizierung ist im vierten Quartal 2023 geplant. Der von Daimler gelieferte 6V- und 8V-Rumpfmotor der Mercedes-Benz-Baureihe OM 500 aus der On-Highway-Anwendung von Daimler wird nun für Off-Highway-Anwendungen im Bereich geschützter Landfahrzeuge in Lizenz in Friedrichshafen hergestellt. Die Lizenzfertigung ist notwendig, weil Daimler die Produktion des insgesamt über eine Million Mal gefertigten und auch in mtu-Anwendungen bewährten Basismotors OM 500 eingestellt hat. Die ersten in Lizenz gefertigten Erprobungsträger haben ihre Qualifizierung bereits vollständig abgeschlossen. Der Serienanlauf wird mit ersten Produktvarianten im Jahr 2023 erfolgen. Somit ist sichergestellt, dass wir auch in Zukunft unsere Kunden mit dem bewährten Motor beliefern können.
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Bereinigte Entwicklungsaufwendungen + Aktivierte eigene Entwicklungsleistungen + Erträge
aus bezahlten Entwicklungsleistungen MitarbeiterMitarbeiterentwicklungROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS KONZERN: MITARBEITER NACH REGIONEN
Im RRPS-Konzern waren zum 31. Dezember 2022 insgesamt 10.059 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2021: 10.431 Mitarbeiter). Daraus ergibt sich ein Rückgang von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Vor allem durch die Veräußerung der Bergen-Gesellschaften ist die Anzahl an Beschäftigten in den Regionen EMEA und Asien gesunken. Ausbildung und WeiterbildungBerufsausbildung hat beim RRPS-Konzern Tradition. Seit über 100 Jahren bieten wir jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ihre Karriere mit einer fundierten Ausbildung oder einem dualen Studium in unserem Unternehmen zu beginnen. So haben in diesem Zeitraum mehr als 8.000 Mitarbeiter eine duale Berufsausbildung beim RRPS-Konzern oder seinen Vorgängerunternehmen abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2022 befanden sich im RRPS-Konzern weltweit 260 Auszubildende in Ausbildung oder einem dualen Studium. Der RRPS-Konzern bietet den Beschäftigten darüber hinaus ein breites Spektrum an Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen. Am größten Standort Friedrichshafen werden sowohl individuelle als auch standardisierte Trainingsthemen angeboten, die in Präsenz- und E-Learning-Veranstaltungen, vor Ort oder direkt beim Anbieter durchgeführt werden. Dabei werden unter anderem Fähigkeiten in den Bereichen soziale, methodische und interkulturelle Kompetenzen, Führung, Projektmanagement, Compliance und Sprachen geschult. Zur Fokussierung auf neue Technologien wurden 2022 erneut eine große Anzahl an Schulungen unter anderem zum Thema Hochvolt und Wasserstoff angeboten. Darüber hinaus wurde durch die Einführung der neuen Lernplattform »Leatro - Workday« die Digitalisierung vorangetrieben und den Beschäftigten die Nutzung von LinkedIn Learning ermöglicht. Dadurch besteht der Zugriff auf über 15.000 weitere Lernangebote, die von den Beschäftigten individuell und bedarfsgerecht genutzt werden können. GesundheitsmanagementDas Jahr 2022 war durch die Auswirkungen der Coronapandemie sowie den Konflikt in der Ukraine mit seinen negativen Auswirkungen gekennzeichnet. Dies spiegelte sich auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement wider. Fehlende Bewertungsmaßstäbe und Bewältigungsstrategien führten zu einem Gefühl der Verunsicherung und somit zu verstärkter Nachfrage nach Angeboten im Bereich mentaler Gesundheit. Mit dem Employee Assistance Programme (EAP) zur Mitarbeiterunterstützung bietet das Gesundheitsmanagement in Kooperation mit dem EAP-Dienstleister INSITE ein umfassendes Onlineberatungsangebot bei krisenhaften Lebenssituationen für Mitarbeiter sowie berechtigte Familienangehörige an. Zu Beginn des Jahres 2023 wird darüber hinaus die Kampagne »Wir sprechen drüber!« für mentale Gesundheit gestartet. Das durch die Pandemie belastete öffentliche Gesundheitssystem führte auch zu einer erhöhten Nachfrage nach präventiven Gesundheitsangeboten. Im Jahr 2022 wurde daher das durch die Pandemie unterbrochene Hautkrebsscreening an den Standorten in Deutschland wieder aufgenommen und ein Check-up-Programm zum Thema »Frauen- und Männergesundheit« gestartet. Auch nach dem Auslaufen der pandemiebedingten Restriktionen werden die Angebote des Gesundheitsmanagements in hybrider Form als Online- und Präsenzveranstaltung fortgesetzt, um einen größeren Teilnehmerkreis anzusprechen und die positiven Erfahrungen aus der Pandemiezeit in den Regelbetrieb mitzunehmen. Angepasst an die reduzierten Präsenszeiten durch das 2022 eingeführte »New-Work-Modell«, das zwölf Tage mobiles Arbeiten pro Monat ermöglicht, wird auch das bestehende betriebliche Bewegungsangebot des Gesundheitsstudios »aktiv werk« ab dem ersten Halbjahr 2023 um neue Kooperationen erweitert. Die jährlichen Analysen der anonymisierten Versichertendaten der unternehmensangeschlossenen BKK MTU ermöglichen es, zielgerichtete gesundheitsfördernde Maßnahmen einzusetzen. Neben jährlichen Schwerpunktthemen werden dauerhaft Aktivitäten zur Entwicklung und Förderung eines gesundheitsbewussten Verhaltens angeboten. Dazu zählen Bewegungsangebote wie »Aktive Pausen«, Yoga und Rückentraining sowie Angebote im Bereich der Ergonomie, Ernährungsgesundheit, Stärkung der Resilienz und mentalen Gesundheit sowie zur Raucherentwöhnung. Zusätzlich erfolgen ganzjährig Sensibilisierungen und Informationen zu gesundheitlichen Themen in Form von Impulsvorträgen, Webinaren, Artikeln im Intranet, der Phileo-App sowie durch die regelmäßige Herausgabe eines Newsletters. Ergänzend stehen bei standortübergreifenden Bewegungsaktionen wie dem Firmenlauf die Förderung von Freude an der Bewegung, der soziale Austausch und das gemeinsame Erleben zur Stärkung des »Wir-Gefühls« im Vordergrund. Durch die enge Zusammenarbeit mit den »Betrieblichen Ansprechpartnern für Suchtprävention« hat sich auch im Zusammenhang mit der Coronapandemie die Notwendigkeit abgezeichnet, das Thema Sucht verstärkt in den Fokus zu nehmen. In diesem Zusammenhang wurde eine Informations- und Aufklärungskampagne zum Umgang mit Sucht und Abhängigkeiten konzipiert, die Webinare, Informationsmaterial, Sensibilisierungs- und Impulsartikel sowie gezielte Angebote für Führungskräfte enthält. Mit pandemiebedingter Verzögerung wurde das internationale BGM- Akkreditierungsprogramm »LIVE WELL 2.0« der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc im Jahr 2022 neu aufgesetzt. Das Programm soll im RRPS-Konzern im ersten Quartal 2023 ausgerollt werden. Ziel ist die Rezertifizierung der betrieblichen Gesundheitsförderungsprogramme an den jeweiligen Konzernstandorten mit mehr als 50 Mitarbeitern sowie die Erreichung eines »Silberstatus« bis zum Jahr 2025 und des »Goldstatus« bis zum Jahr 2030. Das Gesundheitsmanagement trägt somit durch seine umfassenden und zielgerichteten Angebote zur nachhaltigen Stärkung der Mitarbeitergesundheit und der Mitarbeiterbindung im RRPS-Konzern bei. NachhaltigkeitsberichtVerantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und Nachhaltigkeit sind Bestandteil der Unternehmensgrundsätze des RRPS-Konzerns. Das Ziel ist profitables wirtschaftliches Wachstum bei gleichzeitiger Förderung ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsaspekte. Der RRPS-Konzern sieht zunehmend eine Chance in der Entwicklung und im Verkauf emissionsarmer und emissionsfreier Technologien, hat sich mit der Konzernstrategie Power Systems 2030 auf die Transformation ausgerichtet und befasst sich mit der Definition eines Fahrplans zur vollständigen Dekarbonisierung (Net Zero at Power Systems) bis zum Jahr 2050. NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE UND -ZIELE. Die Umsetzung der Konzernstrategie Power Systems 2030 ist eine der Kernaufgaben neben der Geschäftstätigkeit und soll den RRPS-Konzern bis zum Jahr 2030 zu einem Anbieter nachhaltiger, integrierter Lösungen wandeln. Mit der vollständigen Neuordnung der organisatorischen Strukturen und der damit verbundenen Gründung der Geschäftseinheit Sustainable Power Solutions hat der RRPS-Konzern im Jahr 2021 hierzu wesentliche Schritte unternommen. Sustainable Power Solutions befasst sich mit der Entwicklung und dem Vertrieb CO2-freier und emissionsarmer Produkte wie Batteriespeichern, Microgrids, Brennstoffzellenaggregaten zur Stromerzeugung und Elektrolyseuren zur Herstellung von Wasserstoff mit Energie aus erneuerbaren Quellen. Im Jahr 2022 stärkte der RRPS-Konzern die Governance der übergreifenden Nachhaltigkeitsstrategie durch die Einrichtung eines zentralen Nachhaltigkeitsteams, das die Themen der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit konzernübergreifend konsolidiert. Dieses Team berichtet ab dem Jahr 2023 regelmäßig an den Vorstand. INTEGRITÄT UND COMPLIANCE. Ziel ist es, die Erwartungen der wichtigsten Stakeholder stets zu übertreffen. Vertrauen muss jeden Tag aufs Neue gewonnen werden. Deshalb ist es wichtig, Zusagen zu halten und intern sicherzustellen, dass höchste Standards erfüllt werden. Integrität ist daher ein sehr hohes Gut und einer der Kernwerte des RRPS-Konzerns. Alle Stakeholder sollen sich darauf verlassen können, dass sich das Unternehmen der Bedeutung korrekten Verhaltens bewusst ist. Bestechung, die Beeinträchtigung eines fairen Wettbewerbs und andere Formen unrechtmäßigen Verhaltens werden nicht toleriert. Im Jahr 2022 wurde weiter intensiv an der Verbesserung und Optimierung des Compliance-Programms gearbeitet. VERHALTENSKODEX. Die Entscheidungen und Handlungen des Unternehmens orientieren sich an Werten und Verhaltensweisen. Indem stets nach den Grundwerten der Rolls-Royce Gruppe »Trusted to Deliver Excellence«, »Integres Verhalten« und »Sichere Betriebsführung« gehandelt wird, wird das Unternehmen stärker und erfolgreicher. Basis hierfür ist unser Globaler Verhaltenskodex, in dem die Grundwerte verankert sind und auf den alle Mitarbeiter auch jederzeit per App von mobilen Endgeräten aus zugreifen können. Der Globale Verhaltenskodex und die zugehörigen Konzernrichtlinien geben den Mitarbeitern Orientierung und Handlungsanleitung, das Richtige zu tun. EFFEKTIVES COMPLIANCE-PROGRAMM. Zur Sicherstellung eines wirksamen Compliance-Programms passt das Unternehmen das Programm den sich verändernden Rahmenbedingungen an und verbessert es kontinuierlich, unter anderem anhand kennzahlenbasierter Analysen. Zielsetzung des Compliance-Programms ist es, eine integre und regelgetreue Unternehmensführung sicherzustellen und systematisches Fehlverhalten und Compliance-Verstöße zu verhindern. Dabei legt das Unternehmen besonderen Wert darauf, den Mitarbeitern mit dem Globalen Verhaltenskodex und den zugehörigen Richtlinien sowie mit zielgruppenspezifischen Schulungen Orientierung und Handlungsanleitung für ihre tägliche Arbeit zu geben. Im Zuge des am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) waren sowohl prozessuale als auch organisatorische Anpassungen erforderlich, um die gesetzlichen Anforderungen des LkSG zu erfüllen. Durch ein fachabteilungsübergreifendes LkSG-Projekt mit Beteiligung der Einkaufs-, Rechts- und Nachhaltigkeitsabteilungen sowie der Abteilung Integrität und Compliance wurde sichergestellt, die gesetzlichen Vorgaben des LkSG fristgerecht umzusetzen. Im Bereich Integrität und Compliance wurden verschiedene interne Compliance-Richtlinien - insbesondere im Kontext des Hinweisgebersystems - überarbeitet. Dabei wurden die Richtlinien einerseits mit den Konzernregelungen der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc weiter harmonisiert und andererseits um die Anforderungen aus dem LkSG ergänzt. Ebenso setzt die Compliance-Abteilung die notwendigen Kontrollen und Verfahren um, damit mögliches Fehlverhalten frühzeitig erkannt und konsequent geahndet werden kann. Die Rolls-Royce Ethics Line, über die alle Mitarbeiter, aber auch externe Dritte potenzielle Verstöße gegen Gesetze, unsere Richtlinien oder Unternehmenswerte melden können, wurde in Speak Up Line umbenannt. Die Überarbeitung war notwendig geworden, um einerseits die gesetzlichen Vorgaben des LkSG gesetzeskonform abzubilden und andererseits die Webseite der Speak Up Line einfacher und ansprechender zu gestalten. UMWELT- UND KLIMASCHUTZ. Als globaler Lösungsanbieter sieht sich der RRPS-Konzern in der Verantwortung, klimafreundliche Lösungen für Antrieb und Energie zu entwickeln, gleichzeitig aber auch Treibhausgasemissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu verringern. Um dies zu unterstützen, wurden auf Basis der durch die Muttergesellschaft Rolls-Royce plc festgelegten Nachhaltigkeitsziele für den RRPS-Konzern Umwelt- und Klimaschutzziele aufgestellt. Zugehörige Kennzahlen, insbesondere in Bezug auf Treibhausgase, Abfall und Energie, werden unternehmensweit erfasst, ausgewertet und in regelmäßigen Abständen an den Vorstand berichtet. Darüber hinaus werden Umweltaspekte im Unternehmen hinsichtlich ihrer Signifikanz jährlich neu bewertet. Wie geplant wurden 2022 zusätzlich zu den operativen Bereichen auch andere Bereiche hinsichtlich ihrer Umweltaspekte bewertet. Auch hier tragen die in diesem Zusammenhang initiierten und umgesetzten Verbesserungsmaßnahmen dazu bei, die festgelegten Umweltziele zu erreichen. Um die globale Erfassung von Umweltaspekten effizient zu etablieren, wurde die Methodik optimiert und standardisiert. Aus der Bewertung der Umweltaspekte und unter Berücksichtigung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements werden die bestehenden Umweltziele kontinuierlich weiterentwickelt. Im Rahmen der technischen Erneuerung der Abwasserbehandlungsanlagen in den Entsorgungszentren am größten Produktionsstandort in Friedrichshafen werden die Abwasserströme analysiert. Die aus der Analyse kommenden Erkenntnisse zur Zusammensetzung der Abwässer und zum Wasserverbrach allgemein werden perspektivisch in alle baulichen und produktionstechnischen Veränderungen einfließen. Ziel ist es, ein möglichst hohes Maß an Mehrfachnutzung von Wasser zu erreichen und insgesamt den Wasserverbrauch zu reduzieren. Die unternehmenseigenen Ansprüche zur Verbesserung der Umweltleistung haben im Rahmen des Net Zero-Programms zur Reduzierung von Treibhausgasen eine dauerhafte fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit hervorgebracht. Darüber hinaus werden in der »Greater Sustainability Group« durch die Teilnehmer aus allen relevanten Fachbereichen Vorschläge zur Entwicklung hin zu einem nachhaltigeren Unternehmen gemacht. Es werden Methoden verbessert, neue entwickelt und in die jeweiligen Fachbereiche zurückgegeben. In den Kantinen am Standort Friedrichshafen wurde im Jahr 2022 ein To-go-Mehrweggeschirr eingeführt, um den Anteil von Einwegverpackungen zu reduzieren. Hierfür wird mithilfe einer App ein Ausleihprozess angestoßen. Ab dem 1. Januar 2023 wird die Verwendung von Einweggeschirr eingestellt und das To-go-Essen in den Kantinen ausschließlich in der Mehrwegvariante angeboten. Um den Treibhausgas- und Schadstoffausstoß zu senken, wird im Bereich Mobilität Carsharing mit Elektrofahrzeugen angeboten. Außerdem stehen Dienstwagennutzern bei SUV-Fahrzeugen ausschließlich Plug-in-Hybride oder rein elektrische Motorisierungen zur Auswahl. Der Anteil an elektrisch angetriebenen Fahrzeugen liegt bereits bei 46 %, und 91 % der Fahrzeugbestellungen haben einen alternativen Antrieb. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Werken und bei den Mitarbeitern zu Hause trägt zu einem nachhaltigen Klimaschutz bei. Ab dem Jahr 2027 sind keine reinen Diesel- oder Benzinverbrenner und PHEV-Fahrzeuge als Dienstwagen zur Folgebestellung zugelassen. Mit dem Fokus auf Effizienz und der Eigenerzeugung von Energie setzte der Bereich Facility-Engineering und Infrastructure am Standort Friedrichshafen im Jahr 2022 verschiedene Projekte um. Neben der weiteren Umrüstung auf eine effizientere LED-Beleuchtung in Büro-, Logistik- und Fertigungsgebäuden wurden Prozesssynergien intelligent genutzt und das Industriewärmenetz weiter optimiert. Die Vorteile einer weiterentwickelten Verbrauchsanalyse und einem entsprechenden Monitoring wurden darüber hinaus in einem ersten Pilotprojekt in der Fertigung unter Beweis gestellt. Auf dieser Basis sollen zukünftig Verbrauchsspitzen und Energieverschwendungen in Produktion und Fertigung schneller identifiziert und geeignete Maßnahmen ermittelt werden. Für den Ausbau der selbsterzeugten Energie wurde das erste Hallendach des Materialwirtschaftszentrums mit einer Photovoltaikanlage versehen. Die Anlage mit einer Leistung von rund 1,300 Kilowattstunden wird ab dem Jahr 2023 eingesetzt, um umweltfreundlich Strom zu erzeugen. Im Zuge der politisch bedingten Gasknappheit ist der Erdgaskonsum deutlich gedrosselt und sind die geplanten Gasverbrauchszahlen für das Jahr 2022 mehrfach unterjährig gesenkt worden. Bedingt durch die gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchseinschränkungen von Erdgas mussten Blockheizkraftwerke (BHKWs) der RRPS AG zum Teil gedrosselt bzw. stillgelegt und die Heizhäuser von Erdgas auf Erdöl umgestellt werden. Im Rahmen des Konzernprogramms Net Zero at Power Systems verpflichtete sich das Unternehmen, kurz- und langfristige Klimaschutzziele nach den Vorgaben der Science Based Targets Initiative festzulegen, und reichte im Jahr 2022 die im Programm erarbeiteten Ziele zur Validierung durch die Organisation ein. Für das Net Zero Programm und die Integration der Klimaziele in die Unternehmensstrukturen erhielt der RRPS-Konzern 2022 als Sonderpreisträger den Global Transition Award, der vom Handelsblatt und von right° verliehen wird. Übergeordnete Zielsetzung der Rolls-Royce-Gruppe ist es, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen (Net Zero) entlang der Wertschöpfungskette erreicht zu haben. Mit Bezug auf die Reduktion der direkten und energiebezogenen Emissionen wurden weitere Maßnahmen im Einklang mit der entwickelten Roadmap umgesetzt. Die Maßnahmen werden einerseits werksintern durch den Ausbau der klimaneutralen Energieversorgung sowie durch eine Steigerung der Energieeffizienz realisiert. Andererseits wird die vom öffentlichen Energienetz bezogene Energie von fossil gewonnenem, grauem Strom auf grünen Strom umgestellt. Im Jahr 2022 konnten Kooperationen mit zwei Solarparks in der Nähe des Hauptsitzes in Friedrichshafen geschlossen werden. Die Solarparks liefern zusammen 5,5 Millionen Kilowattstunden und tragen dadurch signifikant zur Dekarbonisierung des Energiebedarfs bei. Fortschritte bei der Emissionsreduktion in den einzelnen Unternehmensstandorten werden im Umweltmanagement des Unternehmens überwacht und berichtet. Entlang der Wertschöpfungskette des RRPS-Konzerns dominieren die Emissionen der verkauften Produkte, die nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol über ihre Lebensdauer berechnet werden. Ein wichtiger Bestandteil zur Erreichung dieser Ziele ist die Zertifizierung von Motoren für den Einsatz mit nachhaltigen Kraftstoffen sowie die Entwicklung von Wasserstoff- und Brennstoffzellenkonzepten. Der RRPS-Konzern betrachtet im Rahmen der Konzernberichterstattung an die Rolls-Royce-Gruppe auch die klimabezogenen Risiken des Unternehmens in drei Klimaszenarien nach den Vorgaben der Task Force on Climate Related Financial Disclosures. Im Jahr 2022 ergab die Analyse, dass in einem 1,5°C-Szenario die physischen Risiken geringer sind als die Herausforderungen der Transition des Produktportfolios. Hier liegen jedoch auch bedeutende Chancen für den RRPS-Konzern, da der Wandel hin zum nachhaltigen Lösungsanbieter bereits eingeleitet wurde und die Strategie zur Dekarbonisierung die Auswirkungen erhöhter Kohlenstoffpreise dämpft. In einem 3,6°C-Szenario überwiegen die physischen Risiken für die Standorte des Konzerns sowie Herausforderungen durch fragmentierte weltweite Regulierungen der Märkte, in denen das Unternehmen aktiv ist. ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ. Zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs wurde im Rahmen des bestehenden konzernweiten Krisenmanagements eine Vielzahl wirkungsvoller Maßnahmen getroffen, die auch ein umfangreiches Test- und Impfangebot beinhalten. Der eingerichtete Krisenstab konnte im Verlauf des Jahres 2022 auf Basis der Pandemielage abgebaut werden. Zur proaktiven Identifikation von Gefährdungen wurden Sicherheitsbegehungen durch Führungskräfte aller Ebenen insbesondere in operativen Bereichen verstärkt durchgeführt. Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Berichtszeitraum leitet sich aus dem Vorfallgeschehen ab. Insbesondere wurde die erfolgreiche videobasierte Aufmerksamkeitskampagne im Sitcom-Format fortgesetzt, deren Handlung in den eigenen Räumlichkeiten den Bezug zu den aktuellen Arbeits- und Gesundheitsschutzthemen herstellt. Basierend auf der Analyse des Vorfallgeschehens wurden Arbeitssicherheitsfachkräfte entlang ermittelter Gefährdungsschwerpunkte einzelnen Fachbereichen zeitweise exklusiv zugeordnet, um in den Abläufen und Prozessen konkret mit den Teams vor Ort gezielte Maßnahmen zur Unfallvermeidung zu entwickeln. Aufgrund der guten Erfahrungen und Ergebnisse bezüglich der Identifikation präventiver Maßnahmen zur Unfallvermeidung werden zutreffende Elemente der mit den Fachbereichen entwickelten Verbesserungsmaßnahmen auf den neu identifizierten Schwerpunkt der Produktservicetätigkeiten ausgeweitet. MENSCHEN- UND UMWELTRECHTE. Der RRPS-Konzern stärkt die Überwachung der Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten in den Konzerngesellschaften und entlang der Lieferkette im Zuge der Vorbereitung auf das Inkrafttreten des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes. Ein interdisziplinäres Projekt, geführt vom Einkauf mit Beteiligung von Compliance, der Rechtsabteilung und der Abteilung für Technologie-Management, Regulatorische Angelegenheiten und Nachhaltigkeit, erarbeitete hier weitere Vorgaben und Maßnahmen. Im Dezember 2022 unterzeichnete der Vorstand eine Grundsatzerklärung über Menschenrechte, die die grundlegende Strategie des Unternehmens zur Überwachung und zum verbesserten Schutz von Menschen- und Umweltrechten darlegt. Der Chief Integrity and Compliance Officer wurde zum Menschenrechtsbeauftragten des RRPS-Konzerns ernannt. Der Menschenrechtsbeauftragte wird durch ein funktionsübergreifendes Komitee der Menschenrechte und Umwelt mit Vertretern aus Einkauf, Nachhaltigkeit, Personal und Umweltmanagement unterstützt. Weitere Maßnahmen in der Vorbereitung auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz waren die Durchführung einer Risikoanalyse von Lieferanten, die Überprüfung bestehender Richtlinien und die Erarbeitung von Prozessen und Verfahren zur Identifikation von Risiken und Verstößen sowie dem Ergreifen von Präventions- und Abhilfemaßnahmen. PRODUKTVERANTWORTUNG UND INNOVATIONEN. Im Rahmen der Unternehmensstrategie Power Systems 2030 führt der RRPS-Konzern die langfristige Strategie kontinuierlich weiter. Darauf aufbauend wurde mit dem Programm Net Zero at Power Systems ein Fahrplan entwickelt, um bis spätestens 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird eine Mehr-Säulen-Strategie zur Emissionsreduzierung verfolgt. Dazu zählen nachhaltige Kraftstoffe, Hybridlösungen, CO2-freie Lösungen sowie Lösungen zur Erzeugung nachhaltiger Kraftstoffe. Die ersten dieser Lösungen werden bereits im Markt eingesetzt. Im Jahr 2022 wurden mtu-Motoren mehrerer Baureihen für den Betrieb mit nachhaltigen Kraftstoffen der Norm EN15940 wie beispielsweise HVO freigegeben.22 Somit ist bereits jetzt eine Mehrzahl der Produkte aus dem aktiven Portfolio für diese Kraftstoffe zugelassen. Die Vorteile von HVO sind neben einer sauberen Verbrennung mit einer Reduzierung des Partikelausstoßes um bis zu 80 % auch die Senkung der Stickstoffoxidemissionen um durchschnittlich 8 % und des CO2-Ausstoßes um bis zu 90 % gegenüber fossilem Diesel. Die Kraftstoffe können von den Kunden ohne Veränderungen am Antrieb oder der Infrastruktur in ihren bestehenden Flotten eingesetzt werden. Darüber hinaus kann bei den Gasmotoren der mtu-Baureihen 500 und 4000 bereits heute bis zu 25 % Wasserstoff (H2) beigemischt werden, und ab dem Jahr 2023 kommen mtu-Motoren und Nachrüstsätze für den Betrieb mit 100 % Wasserstoff auf den Markt. Der Einsatz von Wasserstoff ermöglicht ebenfalls einen CO2-optimierten bis hin zu CO2-freien Betrieb dieser Motoren. Eine weitere Säule zur Emissionsreduzierung bilden die mtu-Hybridsysteme für den Anwendungsbereich Rail mit einem ersten Pilotprojekt im Jahr 2022 sowie Marine mit Auftragseingängen im Bereich Schnellfähren und Yacht. Bei CO2-freien Lösungen wie Batteriespeichern oder Brennstoffzellensystemen gab es im Jahr 2022 ebenfalls Fortschritte. Die Batteriespeichersysteme leisten einen wichtigen Beitrag für die Energiewende in Solarparks: Sie wirken stabilisierend auf unsere Stromnetze, da die mtu-EnergyPacks eingesetzt werden, um unvorhersehbare Änderungen in der Stromproduktion und -nachfrage aufzufangen, die durch die volatile Einspeisung erneuerbarer Energiequellen entstehen. So hat der RRPS-Konzern einen Auftrag für ein Batteriegroßspeichersystem aus den Niederlanden erhalten. Das System wird mit 30 Megawatt und einer Speicherkapazität von 60 Megawattstunden ausgestattet und zur Netzfrequenzregulierung eingesetzt. Es dient damit der Integration von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in das öffentliche Netz. Bei voller Ladung hat die Anlage die Kapazität, 8.000 Haushalte einen ganzen Tag lang mit elektrischer Energie zu versorgen. Die mtu-QG EnergyPack-Speicherlösung besteht aus 168 Batterieeinheiten, sieben Wechselrichtern und der intelligenten Steuerungsplattform mtu-EnergetIQ. Nach Inbetriebnahme im Frühjahr 2023 wird es das größte Energiespeichersystem in den Niederlanden und eines der größten innerhalb der Europäischen Union sein. Um unser Portfolio zu erweitern und unseren Kunden auch Lösungen zur Generierung nachhaltiger Kraftstoffe anbieten zu können, hat der RRPS-Konzern die Mehrheit am Elektrolyse-Stack-Spezialisten Hoeller Electrolyzer GmbH aus Wismar/Deutschland übernommen. Dessen innovative Technologie ist die Basis für die künftigen hauseigenen mtu-Elektrolyseure. Die Entwicklungsarbeiten für den ersten mtu-Elektrolyseur laufen. Erste Tests fanden 2022 statt und werden 2023 fortgeführt, um die Technologie weiter zu validieren. Zudem kooperiert der RRPS-Konzern mit SOWITEC, einem Spezialisten für erneuerbare Energieprojekte, mit dem Ziel, bis zum Jahr 2028 Power-to-X-Projekte mit einer Gesamt-Elektrolyseleistung von bis zu 500 Megawatt bereitzustellen. Die Anlagen werden mit erneuerbaren Energiequellen elektrischen Strom produzieren, der für die Herstellung von Wasserstoff mit mtu-Elektrolyseuren eingesetzt wird. Dieser grüne Wasserstoff kann als Kraftstoff für Brennstoffzellen und Wasserstoffmotoren verwendet werden, zur Gewinnung von industriellem Rohstoff und zur Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen für die Schifffahrt, Luftfahrt, den Bergbau und die Landwirtschaft sowie für die Energieversorgung von Rechenzentren. Die Kombination aus jahrelangem Anwendungs-Know-how und den Eigenschaften und Fähigkeiten unseres traditionellen Portfolios gepaart mit der Einführung neuer Technologien ermöglicht es uns, unsere Kunden ideal auf deren Weg zu einer CO2, optimierten Zukunft zu begleiten. IM DIALOG. Um den vielfältigen Erwartungen von Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Eigentümern, Medien, Politik und anderen gesellschaftlichen Gruppen angemessen zu begegnen, pflegt das Unternehmen einen für alle Seiten konstruktiven Dialog. Um diesen zu fördern, unterstützt das Unternehmen das Bodensee-Business-Forum einer regionalen Mediengruppe. VERANTWORTUNG FÜR DIE GESELLSCHAFT. Der RRPS-Konzern engagiert sich vielfältig für soziale und gesellschaftliche Belange außerhalb des Unternehmens, beispielsweise mit Spenden für lokale gemeinnützige Vereine. Dazu gehört auch die gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Perin Generators Group getätigte Spende von zwei Stromaggregaten an eine ukrainische Hilfsorganisation zum Betrieb von Krankenhäusern in dem sich mit Russland im Krieg befindlichen Land.
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Im Weiteren ausgeführt im Abschnitt »Forschung und Entwicklung« Erklärung zur UnternehmensführungDas »Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst« (FüPoG II) ist am 12. August 2021 in Kraft getreten. Es entwickelt das seit 2015 geltende Führungspositionen-Gesetz (FüPoG) weiter. Das Gesetz verpflichtet börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen, verbindliche Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den obersten Führungsebenen festzulegen. Der Vorstand hat am 22. Oktober 2021 für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands jeweils eine (Mindest-) Zielgröße von 30 % Frauen festgelegt. Bei der aktuellen Anzahl der Führungspositionen auf diesen Ebenen entspricht dies mindestens acht (8) Frauen auf der ersten Führungsebene und mindestens 40 Frauen auf der zweiten Führungsebene. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 26. November 2021 beschlossen, eine (Mindest-) Zielgröße von 33,3 % Frauen im Vorstand der RRPS AG festzulegen. Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der RRPS AG hat der Aufsichtsrat in derselben Sitzung eine (Mindest-) Zielgröße von 30 % Frauen festgelegt. Bei den aktuellen Zusammensetzungen entspricht dies mindestens zwei (2) Frauen im Vorstand und mindestens vier (4) Frauen im Aufsichtsrat der RRPS AG. Die Besetzungsziele für den Vorstand, die Führungsebenen eins und zwei sowie für den Aufsichtsrat sollen jeweils bis zum 31. Dezember 2025 erreicht werden. ANTEIL FRAUEN ZUM 31.12.2022 UND ZIELGRÖSSEN
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. November 2021 folgende Erklärung zu Diversity bei der RRPS AG abgegeben: »Wir sind überzeugt vom gesellschaftlichen und unternehmerischen Nutzen von Diversity. Eine vielfältige Belegschaft versetzt Unternehmen in die Lage, besser mit Veränderungen umzugehen und nachhaltig wirtschaftlich erfolgreicher zu sein. Deswegen setzen wir uns für eine vielfältige Belegschaft bei der Rolls-Royce Power Systems AG ein und unterstützen Aktivitäten, die die Vielfalt weiter fördern.« Chancen- und RisikoberichtChancenberichtNeben den Risiken, denen der RRPS-Konzern ausgesetzt ist, bieten die globalisierten Teilmärkte dem Unternehmen auch zahlreiche Chancen. Diese können sich - ebenso wie die Risiken - auf die Vermögenssituation des RRPS-Konzerns auswirken. Systematische Erfassung und Nutzung der ChancenIm RRPS-Konzern werden Chancen dezentral erfasst, bewertet, gesteuert und kontrolliert. Auf der operativen Ebene erfasst der Konzern Markt- und Vertriebschancen. Außerdem werden im Rahmen des Effizienzprogramms FIT2X Effizienzsteigerungspotenziale erfasst. Dabei werden unter anderem die Methoden Benchmarking, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Kaizen und Lean Management verwendet. Die Potenziale, die hierbei zutage treten, werden ebenfalls konsequent weiterverfolgt. Auf der strategischen Ebene werden Chancen im Rahmen der jährlichen strategischen Planung erfasst: In Strategieklausuren mit Szenario-Workshops werden Potenziale sowohl in den Märkten und Anwendungen als auch in Produktion, IT und Verwaltung aufgezeigt und entsprechende Prioritäten gesetzt. Bei der langfristigen Produktplanung werden Chancen erfasst, die sich aus Neuentwicklungen oder der Anpassung bestehender Produkte an zusätzliche Kundenbedürfnisse ergeben. Die Energiewende hat direkten Einfluss auf die Absatzmärkte des RRPS-Konzerns. Daher werden in der Strategie- und Produktplanung verschiedene Projekte zu Marktanalyse durchgeführt, um Möglichkeiten für innovative nachhaltige Lösungen zu identifizieren. Risiken für die GeschäftsaktivitätDie folgenden Risiken können Produktion und Wachstum des RRPS-Konzerns kurz- bis mittelfristig beeinflussen: PRODUKTIONSEINSCHRÄNKUNGEN. Obwohl die Störung der globalen Lieferketten nachgelassen hat, besteht für einige Komponenten weiterhin ein verknapptes Angebot. Insbesondere für chinesische Produkte bleibt die Entwicklung von der COVID-19-Pandemie und der Härte der staatlichen Eindämmungsmaßnahmen abhängig. Die Knappheit qualifizierten Personals stellt eine anhaltende Herausforderung dar. NET ZERO: Mehr Druck seitens der Öffentlichkeit, der Investoren oder der Regulierung könnte den RRPS-Konzern veranlassen, seine Ambitionen zur Klimaneutralität beschleunigen zu müssen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass vor dem Hintergrund angespannter öffentlicher Haushalte die Unterstützung für klimafreundliche Technologien und Inventionen zurückgefahren wird. ENERGIEKRISE: Die Energiepreisschock infolge des Ukraine-Konflikts hat die Fragilität der europäischen Energieversorgung offengelegt. Eine andauernde Gasmangellage oder breitflächige Unterbrechung der Stromversorgung stellt ein Risiko für die Produktion dar. INSOLVENZEN: Die gestiegenen Zinsen erhöhen den Druck auf Kunden mit hoher Fremdkapitalfinanzierung, was ein höheres Risiko von Zahlungsausfällen oder Auftragsstornierungen mit sich bringt. VOLATILITÄT: Die massiv gestiegene Volatilität bei Rohstoffpreisen, Energie, Währungen und Zinsen erschweren die Kalkulation von Investitionsprojekten und könnte zu stärkerer Zurückhaltung bei den Kunden führen. GEOPOLITIK: Anhaltende geopolitische Spannungen erhöhen das Risiko dauerhafter Veränderungen bzw. der Reduzierung der globalen Handelsströme (Sanktionen, Embargos) und stellen neue Herausforderungen im Bereich Cybersecurity. Trends als ChancenAus den folgenden Trends leiten sich in den kommenden Jahren große Möglichkeiten für eine nachhaltige Weiterentwicklung des RRPS-Konzerns ab: EMISSIONSREGULIERUNG. Der Klimawandel und die Erreichung der im Pariser Klimaschutzabkommen zu dessen Eindämmung vereinbarten Ziele sind eine der größten Herausforderungen unserer globalen Gesellschaft. Die politische Diskussion zielt auf eine weitere Reduzierung der Emissionen ab. Dieser Herausforderung wird die Industrie nur mit innovativen, CO2-armen Antriebs- und Energielösungen sowie in der Motorentechnologie mit leistungsfähigen Abgasnachbehandlungssystemen erfolgreich begegnen können. DIGITALISIERUNG. Die Bedeutung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien wird weiter zunehmen. Maschinen vernetzen sich, übermitteln permanent ihre Betriebsdaten, werden mit Geodaten optimal geleitet oder aus der Ferne gesteuert. Integrierte System- und Servicelösungen werden an Bedeutung gewinnen und neue Marktchancen entstehen. Zunehmendes Datenaufkommen erhöht den Bedarf an Notstrominfrastruktur. DEZENTRALEREN ENERGIEBEDARF. In den Entwicklungs- und Schwellenländern kann die steigende Nachfrage nach Strom nur teilweise bedient werden. Auch in den Industrieländern gibt es zunehmende strukturelle Probleme aufgrund von alternder Infrastruktur und zunehmender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Die Energiekreise infolge des Ukraine-Konflikts hat die Fragilität des Energienetzes Europa offengelegt. Dies bietet Potenzial für dezentrale Energielösungen zur Erzeugung von Strom und Wärme. URBANISIERUNG. Der Anteil der Weltbevölkerung in urbanen Regionen wird von heute über 50 % auf knapp 70 % im Jahr 2050 steigen. Dieser Trend betrifft vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer. Mit steigenden Einkommen wird dort die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu wachsendem Fracht- und Personenverkehr sowie Rohstoffbedarf führen. ROHSTOFFKNAPPHEIT. Rohstoffe und Energie werden auf lange Sicht knapp. Dies wird zu steigender Nachfrage nach noch effizienteren Produktions- und Transportsystemen führen. Eine wichtige Entwicklung ist der Einsatz von neuen Technologien beim Ressourcenabbau, beispielsweise bei der Förderung von Schieferöl und -gas in den USA. Auch China hat diesbezüglich ambitionierte Pläne. SICHERHEIT. Mit dem Ukraine-Konflikt hat eine neue Ära der Sicherheitspolitik eingesetzt. Zu Sicherung der Handlungsfähigkeit müssen Systeme erneuert und beschafft werden, die zum Schutz nationaler und regionaler Grenzen, Küsten oder öffentlicher Einrichtungen benötigt werden. Diese für unser Geschäft relevanten Megatrends können wir zum Vorteil für unsere Zielgruppen nutzen und dabei unsere Technologien, Systeme und Dienstleistungen in den jeweiligen Märkten noch besser positionieren. RisikoberichtAls international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern vielfältigen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich zum einen aus möglichen signifikanten Veränderungen auf den relevanten Märkten, in denen sich das Unternehmen bewegt, und zum anderen aus einer potenziellen Verschiebung der Wettbewerbsposition. In der Folge kann - abhängig von der jeweiligen Bedeutung dieser Risiken - die Vermögenssituation der Eigentümerin der RRPS AG mehr oder weniger stark betroffen sein. Der Vorstand der RRPS AG hat auf Basis der Unternehmensstrategie eine Risikomanagementstrategie festgelegt, die im Risikomanagementsystem umgesetzt ist. Zudem berücksichtigt das Risikomanagementsystem die Anforderungen der Eigentümerin der RRPS AG. Das Risikomanagement bewegt sich in einem Kontrollumfeld, das entscheidend für seine Wirksamkeit ist: Wichtige Einflussgrößen sind die Unternehmenskultur, die Sensibilität für risikobehaftete Entwicklungen und Ereignisse sowie die Fähigkeit, mit Risiken umzugehen und das Risikomanagementsystem effektiv einzusetzen. Es wird sichergestellt, dass negative bis hin zu existenzbedrohende Entwicklungen der Gesellschaft frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen zur Sicherung und Wahrung des Bestands ergriffen werden. Die konzernweit erkannten Risiken werden vom zentralen Risikomanagement unter Berücksichtigung von definierten Wertgrenzen zusammengeführt, konsolidiert, aggregiert, analysiert und ausgewertet. Die Bewertung der Risiken erfolgt auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen Ausmaßes des Risikos bei Eintritt. Bei der Bewertung des Ausmaßes wird die Wirkung vor Maßnahmen (Bewertung aktuelles Risiko) sowie nach Gegenmaßnahmen und bilanzieller Vorsorge (Nettobewertung) grundsätzlich als Auswirkung auf das EBIT betrachtet. Qualitatives Bewertungskriterium ist die mögliche Auswirkung auf die Reputation des Unternehmens. Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken werden zusätzlich regelmäßig analysiert und gesteuert. Detaillierte Informationen sind den Absätzen zu den Einzelrisiken unter dem Punkt »Finanzrisiken« und dem Konzernanhang unter dem Punkt »Finanzrisikomanagement« im Abschnitt »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden« zu entnehmen. Die Risikomanagementprozesse im Unternehmen werden regelmäßig durch einen unabhängigen Dritten auf Eignung und Ordnungsmäßigkeit geprüft. Zusätzlich befassen sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats des RRPS-Konzerns sowie der Prüfungsausschuss der Rolls-Royce-Gruppe für das Geschäftsfeld Power Systems mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. RisikenDie wesentlichen Risiken für die RRPS AG werden im Folgenden in den wichtigsten Risikoarten aufgegliedert. RISIKOARTENMARKT- UND WETTBEWERBSRISIKEN. Der Vertriebserfolg der Produkte des RRPS-Konzerns hängt grundsätzlich auch vom konjunkturzyklischen Nachfrageverhalten seiner Kunden ab. Durch die starke Diversifikation der Zielmärkte und die globale Ausrichtung des Unternehmens wird die Auswirkung einzelner Nachfragerückgänge auf das Ergebnis verringert. Allerdings können Risiken wie der Einbruch der weltweiten Finanzmärkte, eine abrupte Abschwächung der chinesischen Konjunktur, die Auswirkungen eines Handelskriegs oder Exportrestriktionen infolge politischer Spannungen die Weltkonjunktur kurzfristig bremsen und die Geschäftsentwicklung des RRPS-Konzerns beeinflussen. Zusätzlich zur konjunkturellen Situation wirken sich auch verschiedene andere Faktoren auf den Erfolg des RRPS-Konzerns aus, beispielsweise öffentliche Budgets. Teilweise haben die verschiedenen Einflüsse gegenläufige Effekte. Es finden daher regelmäßig Markteinschätzungen unter besonderer Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung, der sonstigen makroökonomischen Faktoren und des Wettbewerbsumfelds statt. Das Wettbewerbsumfeld des RRPS-Konzerns kann als fordernd beschrieben werden. Markteintritte von Wettbewerbern in das Kerngeschäft, gefördert von Unternehmenskooperationen, stellen ein Risiko dar. Diesem Risiko begegnet der RRPS-Konzern mit einer regelmäßigen Überprüfung der strategischen Ausrichtung. UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN. Strategische Entscheidungen beinhalten naturgemäß das Risiko von Fehleinschätzungen. Strategische Risiken können unter anderem aufgrund von Entscheidungen rund um die Produktentwicklung, die Wahl der Produktionsstandorte oder im Zusammenhang mit Fusions- und Übernahmeaktivitäten entstehen. Solche strategischen Entscheidungen sind beim RRPS-Konzern mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen verbunden. Mit der Entwicklung neuer Produkte ist allgemein das Risiko verbunden, dass sie unwirtschaftlich sein könnten, weil sie entweder zu teuer sind oder vom Markt nicht angenommen werden. Um den Risiken bei Neuproduktentwicklungen entgegenwirken zu können, führt das Unternehmen im Rahmen des Projektauftrags Risikobetrachtungen mit Markt- und Wettbewerbsanalysen durch. Durch die Internationalisierung der Wertschöpfung wirkt der RRPS-Konzern dem Risiko entgegen, öffentliche Aufträge zu verlieren, die lokale Wertschöpfungsanteile voraussetzen. Gestützt wird die internationale Produktionsstrategie durch Werke unter anderem in den USA, in China und der Türkei. Mit der Umsetzung einer internationalen Produktionsstrategie geht eine produktionsstandortbezogene Beschaffungsstrategie einher. Um mögliche Risiken bei Fusions- und Übernahmeaktivitäten frühzeitig zu erkennen und diese entsprechend steuern zu können, setzt das Unternehmen ein Due-Diligence-Verfahren (Unternehmensprüfung) ein. PRODUKTPORTFOLIORISIKEN. Um stets ein nachhaltiges und profitables Wachstum zu ermöglichen, wird das Produktportfolio des RRPS-Konzerns an die Marktanforderungen angepasst und um neue Produkte und Services erweitert. Diese erhöhen einerseits die Attraktivität des Produkt- und Serviceportfolios, sind aber andererseits mit Markteinführungsrisiken verbunden, welche sich bei der Erschließung neuer Märkte bzw. Technologien nicht komplett ausschließen lassen. Diese Risiken werden in den relevanten Produktentstehungsprojekten kontinuierlich überwacht und gesteuert. RISIKEN AUS FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Wachsende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Manipulationen (Produkt-Cybersicherheit) unserer Lösungen sind die wesentlichen Herausforderungen bei der technischen Weiterentwicklung der Produkte. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken mit einer stetigen Optimierung des Entwicklungsprozesses und einem strategischen Fokus auf der Weiterentwicklung elektrifizierter Systemlösungen wie modernsten Hybridantrieben für Schienenfahrzeuge und Marineanwendungen, Lösungen für Microgrid-Anwendungen sowie CO2-freien Brennstoffzellen für die stationäre Energieversorgung. BESCHAFFUNGS- UND LIEFERKETTENRISIKEN. Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Vorprodukten können aufgrund des starken Wettbewerbs in unseren Märkten nicht immer vollständig an Kunden weitergegeben werden und bergen demzufolge ein Risiko für das Unternehmen. Zur Verringerung von Preis- und Bezugsrisiken auf der Beschaffungsseite setzt der RRPS-Konzern deshalb auf weltweit koordinierte Einkaufsaktivitäten, langfristige Lieferverträge und die kontinuierliche Optimierung des Lieferantenportfolios. Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken bei Rohstoffen werden zusätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Negative Entwicklungen auf unseren Beschaffungsmärkten, wie beispielsweise die anhaltend begrenzte Verfügbarkeit von elektronischen Komponenten, können zu Produktionsunterbrechungen und einer daraus resultierenden verspäteten Auslieferung der Produkte an unsere Kunden führen. Dieser Herausforderung begegnet das Unternehmen mit einer intensiven, globalen Taskforce, kontinuierlichen Analyse der Entwicklungen, bedarfsweisen kurzfristige Anpassungen des Produktionsplans sowie einer äußerst engen Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden. Auch durch Flexibilisierung der Produktionskapazitäten sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Fixkosten werden mögliche Risiken aus Produktions- und Absatzschwankungen verringert. QUALITÄTSRISIKEN. Der RRPS-Konzern verfolgt stets das Ziel, eine hohe Produktqualität zu garantieren. Dies wird durch eine sorgfältige Produktentwicklung und ein effektives Qualitätsmanagementsystem unterstützt. Die komplexen technischen Spezifikationen der Produkte erfordern zudem eine sehr hohe Qualität seitens der Zulieferer. Um diese sicherzustellen, wählt das Unternehmen die Lieferanten sorgfältig und nach definierten Kriterien aus. Trotz des umfassenden Qualitätsmanagementsystems können Produktmängel auftreten und damit Reputations-, Umsatzausfall- sowie Kosten- und Haftungsrisiken entstehen. Die auftretenden Mängel werden analysiert, durch effektive Maßnahmen beseitigt, und es wird sichergestellt, dass eine Wiederholung verhindert wird. Betroffene Kunden werden von einem kontinuierlich ausgebauten, globalen Servicenetz sorgfältig betreut, um ihre Zufriedenheit zu garantieren. Zusätzlich werden die Auswirkungen von Risiken durch Versicherungsverträge reduziert. INFORMATIONS- UND CYBERSICHERHEITSRISIKEN. Auf dem Weg vom Antriebshersteller zum klimafreundlichen Lösungsanbieter gewinnen in einem zunehmend digitalisierten Umfeld Informationen und Daten eine immer größere Bedeutung für den RRPS-Konzern. Zentrale Geschäftsprozesse der Einzelunternehmen des Konzerns und der gesamten Gruppe sind in hohem Maße von verfügbaren und resilienten IT-Systemen und Services abhängig. Weltweit steigende Cyberbedrohungen, die sich durch geopolitische Entwicklungen und Konflikte weiter verschärft haben, sowie die in Teilen neuen externen Compliance-Anforderungen im Kontext der Cybersicherheit stellen das Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen. Dem nachhaltigen Schutz von geschäfts- und personenbezogenen Informationen und Daten sowie physischen und immateriellen Vermögenswerten kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Um diese Risiken zu minimieren, wird auf die Integrität von Prozessen, die Verfügbarkeit und Resilienz der unterstützenden IT-Systeme und des Datenbestands ein besonderer Fokus gelegt. Im Rahmen der globalen IT-Strategie wird die IT-Organisation optimiert und weiterentwickelt. Gleichzeitig wird die Zuverlässigkeit der IT-Systeme durch eine konsequente Standardisierung in der gesamten Gruppe und die konsequente Anpassung an den Stand der Technik gewährleistet. Um darüber hinaus für das Unternehmen einen angemessenen Schutz im Kontext der Informations- und Cybersicherheit zu gewährleisten, verfolgt der RRPS-Konzern die Umsetzung einer ganzheitlichen Cybersicherheitsstrategie. Die Cyberfähigkeiten werden systematisch ausgebaut, die Weiterentwicklung des Informations-Sicherheits-Management-Systems (ISMS) wird konsequent vorangetrieben und die Awareness der Mitarbeiter über Sensibilisierungsmaßnahmen nachhaltig gesteigert. PERSONALRISIKEN. Einem Personalbeschaffungsrisiko begegnet das Unternehmen, indem es sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert. Wesentliche Bestandteile, die das Unternehmen als modernen und attraktiven Arbeitgeber auszeichnen, sind die Anpassung des Employer Branding auf die aktuellen und sich stetig ändernden Marktbedingungen, tarifliche Vereinbarungen, innovative Arbeitszeitmodelle, ein Recht auf mobile Arbeit, Flexibilität in der zeitlichen und räumlichen Gestaltung von Arbeit, eine angemessene Entlohnung, Gesundheitsmanagement, Vereinbarungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Fortbildungsmöglichkeiten und das Bekenntnis zu Vielfalt und Inklusion. Mit zielgruppengerechten Kommunikations- und Rekrutierungsmaßnahmen digital und offline wirbt das Unternehmen aktiv um zukünftige Mitarbeiter. Talente insbesondere für unternehmenskritische und zukunftsrelevante Bereiche werden frühzeitig identifiziert und angesprochen. Einem möglichen Fachkräftemangel wird durch zahlreiche Ausbildungs- und Studienplätze proaktiv begegnet. Das Unternehmen hat den Bedarf von Berufsbildern mit digitalem Hintergrund erkannt und baut entsprechende Ausbildungsgänge auf. Neu aufgesetzte Führungs- und Personalentwicklungsprogramme und Konzepte dienen der Qualifizierung der Mitarbeiter und tragen zu deren beruflichen Weiterentwicklung bei. BETEILIGUNGSPORTFOLIORISIKEN. Das Beteiligungsportfolio des RRPS-Konzerns beschränkt sich größtenteils auf Unternehmen in 100-prozentigem Eigentum der RRPS AG oder ihrer Tochterunternehmen. Dadurch ergeben sich keine wesentlichen Beteiligungsportfoliorisiken, etwa in Form von Risiken durch absehbare Konflikte mit Minderheitsaktionären. Darüber hinaus bestehen Joint Ventures und Minderheitsbeteiligungen, bei denen der RRPS-Konzern jedoch in der Regel weitreichende Mitbestimmungs- und Informationsrechte hat. Im Hinblick auf das Beteiligungsportfoliorisiko im Einzelabschluss des Mutterunternehmens besteht ein Risiko hinsichtlich der potenziellen Abschreibung von Anteilen an verbundenen Unternehmen. FINANZRISIKEN. Als international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeiten und bei der Finanzierung generell Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Diese Risiken werden, soweit möglich, durch geeignete Gegenpositionen minimiert (Natural Hedging, zum Beispiel durch den Bezug von Vorprodukten in der Währung der Umsatzlegung). Die verbleibenden Nettorisiken werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente begrenzt bzw. eliminiert. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen ergreift grundsätzlich das Group Treasury des Konzerns. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten ist in einer konzernweit verbindlichen internen Richtlinie geregelt, die auch den konzeptionellen Rahmen für die Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Nettorisikopositionen für alle Konzerngesellschaften vorgibt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- und Spekulationszwecken genutzt. Die Effektivität der Risikoabsicherungen wird im Zuge der internen Berichtserstattung überwacht und gesteuert. Weitere Informationen zu Finanzierungs- und Finanzmarktrisiken befinden sich im Konzernanhang im Abschnitt »Finanzrisikomanagement«. WÄHRUNGS- UND ZINSÄNDERUNGSRISIKEN. Währungsrisiken können aus Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und erwarteten Zahlungsströmen entstehen, die auf eine andere Währung als den Euro lauten. Um diese Risiken einzudämmen oder gänzlich auszuschließen, setzt der RRPS-Konzern Devisentermingeschäfte und bei Bedarf Optionen ein. Diese Maßnahmen gelten vor allem für Währungsrisiken, die aus Engagements in US-Dollar resultieren. Der RRPS-Konzern verfügte zum Stichtag über keine variabel verzinslichen Bankdarlehen, die Zinsänderungsrisiken bergen würden. In Bezug auf das Management von Zinsänderungsrisiken sieht die konzernweite Richtlinie Zinsswaps, Caps und Floors (Ober- und Untergrenzen) als mögliche Sicherungsinstrumente vor. Aufgrund der aktuellen Zinslage ist hier jedoch mit einem nur sehr geringen Risiko für den RRPS-Konzern zu rechnen. Für die Sicherungsgeschäfte im Zins- und Währungsbereich besteht ein Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken, die Vertragspartner sind. RISIKEN AUS FORDERUNGSAUSFÄLLEN. Risiken aus Forderungsausfällen, die beim RRPS-Konzern im geschäftsüblichen Umfang bestehen, werden mit gängigen Mitteln der Forderungsabsicherung sowie mit einem aktiven Forderungsmanagement abgesichert. Das Risiko wird bereits im Vorfeld minimiert, indem die wirtschaftliche Situation der Kunden überprüft und bewertet sowie mit Zahlungssicherungsinstrumenten wie Akkreditiven abgesichert wird. Darüber hinaus reagiert das Unternehmen bei erkennbaren Ausfallrisiken, welche beim RRPS-Konzern im Wesentlichen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, mit entsprechenden Wertberichtigungen. RECHNUNGSLEGUNGSRISIKEN. In den Konzernabschluss des RRPS-Konzerns wurden zum 31. Dezember 2022 neben dem Einzelabschluss der RRPS AG 45 Einzelabschlüsse von in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Die Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen werden überwiegend dezentral erstellt. Die Konsolidierung des RRPS-Konzerns erfolgt weitgehend in der Konzernzentrale. Die länderspezifischen Rechnungslegungsstandards der Tochterunternehmen werden auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) übergeleitet, soweit nicht bereits im jeweiligen Einzelabschluss des Tochterunternehmens nach IFRS bilanziert wird. Eine konzernweit einheitliche Rechnungslegung in Bezug auf Ansatz, Bewertung und Ausweis stellt das Unternehmen durch ein Bilanzierungshandbuch sicher, das quartalsweise aktualisiert wird. Unterstützt wird der Erstellungsprozess des Konzernabschlusses zum einen durch einen konzernweit gültigen Abschlusskalender, zum anderen durch eine auf die Bedürfnisse des RRPS-Konzerns entwickelte Konsolidierungssoftwarelösung. Themen wie Finanzierung und Steuern werden durch die Zentralbereichsfunktionen Group Treasury bzw. Group Tax in der RRPS-Konzernzentrale gebündelt. Aufgrund der Anzahl an Gesellschaften und der unterschiedlichen regionalen Verteilung der Tochterunternehmen bestehen Risiken in Bezug auf das Ziel einer verlässlichen Rechnungslegung, die sich in einer zeitlich verspäteten Veröffentlichung, Falschaussagen im Jahres-/Konzernabschluss oder betrügerischen Manipulationen niederschlagen können. Um diese Risiken so weit wie möglich einzugrenzen und zu steuern, hat der RRPS-Konzern verschiedene Maßnahmen und Kontrollen etabliert. Für eine zutreffende Erfassung der Transaktionen in der Buchführung wurden Fehler vermeidende und aufdeckende, manuelle wie auch automatische Kontrollen (sogenannte interne Finanzkontrollen) implementiert. Des Weiteren werden die Tochterunternehmen von Fachexperten in der Konzernzentrale unterstützt, die eine Qualitätskontrolle bzw. Plausibilisierung für die übernommenen Daten bilden und den Tochterunternehmen bei komplexen Fragestellungen zur Seite stehen. Die Folgebewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer ist angesichts der Schätzungen, die im Rahmen der Bewertung vorzunehmen sind, und der zu treffenden Annahmen mit Unsicherheiten behaftet. Zur Prüfung der Bewertung wird mindestens einmal pro Jahr sowie zusätzlich bei Anzeichen einer Wertminderung unmittelbar ein Wertminderungstest durchgeführt. Wesentliche Annahmen werden dabei durch den Zugriff auf eine anerkannte Ratingagentur und Peer Group objektiviert, um die Zuverlässigkeit der Schätzungen und Bewertungen sicherzustellen. Aufgrund der produzierenden Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns müssen vor allem die zur Produktion notwendigen Rohstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wobei die betreffenden Vorratsbestände zur Kosten-, Cash- und Risikoreduzierung möglichst gering gehalten werden. Es ergeben sich Werthaltigkeits- und Inventurrisiken von Vorräten, die durch regelmäßige Inventuren sowie durch eine objektive Bewertung von Analysen künftiger Markt- und Absatzmöglichkeiten eingegrenzt werden. Im Konzernabschluss der RRPS AG bestehen versicherungsmathematische Bewertungsrisiken aus den Zusagen von Pensionsleistungen. Zur Einschränkung dieser Risiken werden externe Sachverständige mit der Erstellung von versicherungsmathematischen Gutachten beauftragt. Generell gelten konzernweit das Vier-Augen-Prinzip sowie die Funktionstrennung bei Arbeitsabläufen in der Rechnungslegung, sodass ein adäquater Qualitätssicherungs- und Genehmigungsprozess sichergestellt werden kann. UMWELTRISIKEN. Durch die Betriebsaktivitäten innerhalb des RRPS-Konzerns entstehen unterschiedliche Umweltrisiken, etwa beim Betrieb von Prüfständen oder Energieversorgungsanlagen sowie beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wie Dieselkraftstoff oder Mineralölen. Ein frühzeitiges Erkennen und ein sicherer Umgang mit solchen Risiken tragen dazu bei, Umweltschäden und damit verbundene Schadenersatzforderungen oder Reputationsschäden zu vermeiden. Durch ein strukturiertes Umweltmanagementsystem an den Fertigungs- und Montagestandorten wird möglichen Umweltrisiken entgegengewirkt. Der RRPS-Konzern gestaltet alle Stufen der Produktion möglichst umweltverträglich und energieeffizient. Periodische Umweltaudits stellen sicher, dass sowohl gesetzliche als auch konzerninterne Umweltvorgaben jederzeit eingehalten werden und die für die Errichtung und den Betrieb umweltrelevanter Anlagen erforderlichen Genehmigungen in aktueller Form vorliegen. Darüber hinaus stellt sich der RRPS-Konzern den Anforderungen des Umweltschutzes und des wachsenden Energiebedarfs. Gesetzliche und behördliche Anforderungen werden in periodischen Abständen hinsichtlich Relevanz und Einhaltung sowie in Bezug auf mögliche Handlungsbedarfe überprüft. Daraus resultierende Maßnahmen werden entsprechend eingeleitet und umgesetzt. COMPLIANCE-RISIKEN. Die wesentlichsten Compliance-Risiken des RRPS-Konzerns ergeben sich aus der Zusammenarbeit mit diversen Geschäftspartnern, insbesondere aus dem umfangreichen Partnernetzwerk des Unternehmens sowie aus Interaktionen mit staatlichen Stellen und Amtsträgern. Der Konzern ist weltweit tätig und wird mitunter selbst oder durch Partnerunternehmen in Ländern aktiv, die aus Antikorruptionssicht Hochrisikoländer darstellen. Verstöße gegen internationale Antikorruptionsgesetze können schwerwiegende rechtliche Sanktionen für das Unternehmen und dessen Entscheidungsträger, aber auch umfangreiche Imageschäden und finanzielle Verluste mit sich bringen. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird daher fortlaufend optimiert. Neue Risiken ergeben sich aus dem im Jahr 2023 in Kraft tretenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Nach dem LkSG ist die Einrichtung eines Risikomanagements notwendig, um die Risiken von Menschenrechtsverletzungen und Schädigungen der Umwelt zu identifizieren und zu vermeiden oder zu minimieren. Die diesbezüglichen Sorgfaltspflichten beziehen sich auf den eigenen Geschäftsbereich sowie entlang der Lieferketten. Der RRPS-Konzern hat im Jahr 2022 ein fachübergreifendes Projekt aufgesetzt, um die Einhaltung des LkSG ab 2023 sicherzustellen. SONSTIGE RISIKEN. Grundsätzlich besteht die Gefahr von diversen Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Maßnahmen aus unterschiedlichsten Bereichen. Bei behördlichen Zertifizierungen begegnet das Unternehmen einem hohen Regulierungsgrad. Die sich weltweit verschärfenden Emissionsregelungen führen zu erhöhten Entwicklungsbedarfen. Aufgrund der Vielfalt der Anwendungen und der Vielzahl von Märkten mit unterschiedlichsten Jurisdiktionen weltweit gelten für die Produkte verschiedenartige Emissionsregelungen, deren Erfüllung - auch aufgrund hoch komplexer Genehmigungsprozesse - Unsicherheiten unterworfen ist. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Emissionsregelungen in bestimmten Applikationen und Ländern aufgrund der öffentlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem Dieselskandal kurzfristig verschärfen. Trotz der aktiven Sicherung der Technologieführerschaft kann es dabei zu Risiken insbesondere hinsichtlich der jederzeit vollständigen und fristgerechten Umsetzung der jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen kommen, insbesondere bei der Meldung von Änderungen bei emissionsrelevanten Bauteilen. Der Erhalt von Emissionszertifikaten ist in sehr vielen Ländern und Märkten Voraussetzung für den Zugang und den Vertrieb der Produkte. Der RRPS-Konzern ist mit einer Vielzahl an Themen konfrontiert, die verschiedene Gerichtsverfahren, Ansprüche und Anordnungen betreffen. Es handelt sich hierbei sowohl um Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Beendigung/Nichtverlängerung von Partnerverträgen als auch um Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Produkten des Unternehmens. Diese sind aus Sicht des RRPS-Konzerns normale und in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit stehende Vorgänge. Wesentliche Risiken aus Rechtsstreitigkeiten sind aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, können aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Bei Bedarf bildet der RRPS-Konzern im üblichen Rahmen Rückstellungen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das Vertragsmanagement und eine hohe Produktqualität unterstützten dabei, möglichen Risiken rechtzeitig entgegenzuwirken. Die derzeit angespannte Lage bei der Gasversorgung in Deutschland stellt für die RRPS AG ein Risiko dar. Die Risikolage ist sehr dynamisch und wird deshalb kontinuierlich beobachtet und bewertet. Um das Risiko für unseren Geschäftsbetrieb bestmöglich zu minimieren, wurden angemessene Maßnahmen definiert (zum Beispiel Substitution durch alternative Energiequellen). Trotz laufender Beobachtung und Analyse der Risikolage sowie einer intensiven Vorbereitung auf eine mögliche Gasmangellage in Deutschland können negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb nicht komplett ausgeschlossen werden. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION. Die Gesamtrisikoposition des Unternehmens wird anhand des Risikoportfolios aller wesentlichen Einzelrisiken beurteilt. Dabei werden auch die Abhängigkeiten der Risiken untereinander berücksichtigt. Zum aktuellen Zeitpunkt hält der Vorstand der RRPS AG die Risikolage für beherrschbar, und eine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risikoexposition ist derzeit nicht erkennbar. Negative Trends auf den Märkten und eine mögliche Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können jedoch nicht ausgeschlossen werden und sich entsprechend auf die Risikolage auswirken. PrognoseberichtIm Jahr 2023 werden Nachholeffekte im Rahmen einer Entspannung der COVID-19-Pandemie erwartet, die mit einer erhöhten Nachfrage in den meisten Zielmärkten des RRPS-Konzerns einhergehen. Diese hohe Nachfrage erfolgt trotz eines negativen makroökonomischen und geopolitischen Ausblicks wie dem Fortbestehen des Ukraine-Konflikts sowie weiterhin hoher Energiepreise, einer hohen Inflation und einer daraus resultierenden monetären Verknappung. Rezessionssorgen nehmen für das Jahr 2023 zu, Prognosen zu den Bruttoinlandsprodukten verschiedener westlicher Märkte wie der USA und der europäischen Union wurden gesenkt. Eine Rückkehr zum allgemeinen Marktwachstum wird erst ab 2024 erwartet, sofern keine weiteren Krisenherde entstehen. Insgesamt bleibt das Marktumfeld volatil, herausfordernd und von Unsicherheiten geprägt. Der Ukraine-Konflikt sowie wachsende Spannungen zwischen verschiedenen Staaten stören zusätzlich die Lieferketten und tragen weiterhin zur Inflation bei. Steigende Material- und Frachtkosten stellten bereits im letzten Jahr ein Risiko dar, das sich nun manifestiert und voraussichtlich bis in das Jahr 2024 hinein sogar weiter verstärkt. Weitere Kostensteigerungen werden für Personal und Energie erwartet. Die Profitabilität des RRPS-Konzerns soll hierbei durch gegensteuernde Preisweitergaben an unsere Kunden und effizienzsteigernde Maßnahmen gewährleistet werden. Für das Jahr 2023 erwarten wir einen Umsatzanstieg zwischen 5 % und 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Unsere solide gefüllten Auftragsbücher geben uns hierfür die notwendige Planungssicherheit. Dies führt zu einer moderaten Verbesserung der bereinigten EBIT-Rendite im niedrigen zweistelligen Bereich, welche sich ebenso beim Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit einer starken Verbesserung widerspiegeln wird. Die wesentliche Herausforderung wird darin liegen, in Anbetracht gestörter Lieferketten die richtige Balance zwischen unserem gebundenen Kapital wie beispielsweise unseren Vorräten und unserer Liquidität sicherzustellen, ohne dabei das Produktionsprogramm zu verzögern. Das Erreichen unserer Profitabilitätsziele hängt ebenso von der Preisdynamik an den Rohstoff- und Energiemärkten ab. Chancenpotenzial sehen wir in der Vertragsgestaltung mit unseren Kunden und Lieferanten sowie in weiteren Effizienzsteigerungen. Trotz der bleibenden Unsicherheiten im globalen Marktumfeld blickt der RRPS-Konzern, gestärkt durch die sich bereits 2022 abzeichnende Nachfrageerholung, optimistisch in die Zukunft und setzt dabei mit seiner Konzernstrategie Power Systems 2030 auf eine kontinuierliche Transformation mit zielgerichtetem Ressourceneinsatz und konsequenter Umsetzung, um den Chancen und Risiken der Energiewende gleichermaßen zu begegnen.
Friedrichshafen, den 17. März 2023 Rolls-Royce Power Systems AG Der Vorstand Konzernabschluss 31. Dezember 2022Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
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Die Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen, die aufgrund der Impairment-Regeln
von IFRS 9 erfasst wurden, belaufen sich auf 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: - 6,1 Mio. Euro)
und sind in den Vertriebskosten enthalten. Konzernkapitalflussrechnung1 zum 31. Dezember 2022
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Erläuterung im Konzernanhang in Kapitel 36 | »Ergänzende Informationen zur Kapitalflussrechnung« Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022
Veränderung des Konzerneigenkapitals1 zum 31. Dezember 2022
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Erläuterung im Konzernanhang in Kapitel 26 | »Eigenkapital«
Die nachfolgenden erläuternden Anhangangaben sind integraler Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses. KonzernanhangErläuternde Anhangangaben1 | Allgemeine GrundlagenDie Rolls-Royce Power Systems AG (im Folgenden: RRPS AG) ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland und hat ihren Firmensitz am Maybachplatz 1 in 88045 Friedrichshafen. Die RRPS AG ist ein Spezialist für Großmotoren, Antriebssysteme und dezentrale Energieanlagen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm eingetragen (Nr. HRB 721 056). Das gezeichnete Kapital der RRPS AG befindet sich zu 100 % im Eigentum der Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien (einem Tochterunternehmen der Rolls-Royce Group plc). Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Das Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien. Dieser Konzernabschluss wird beim Companies House offengelegt. Die RRPS AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der RRPS AG wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Gegenstand des Konzernabschlusses sind die RRPS AG und deren Tochterunternehmen. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Vorstand der RRPS AG hat den Konzernabschluss am 17. März 2023 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Die RRPS AG erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Im Interesse einer übersichtlichen Darstellung werden die einzelnen Posten des Konzernabschlusses in Millionen Euro (Mio. Euro) angegeben. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente. Der Jahresabschluss des Mutterunternehmens RRPS AG wurde nach den Vorschriften des HGB erstellt. Er wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Konzerngesamtergebnisrechnung wird nach dem international gebräuchlichen Umsatzkostenverfahren erstellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der oben genannten Normen erfordert bei einigen Posten, dass Annahmen getroffen werden, die sich auf den Ansatz in der Konzernbilanz oder der Konzerngesamtergebnisrechnung sowie die Angabe von Eventualvermögen und -verbindlichkeiten auswirken. Die folgenden Erläuterungen umfassen Angaben und Bemerkungen, die den IFRS entsprechend neben der Konzerngesamtergebnisrechnung der Periode, der Konzernbilanz, der Veränderung des Konzerneigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung als Anhang in den Konzernabschluss aufzunehmen sind. 2 | Bilanzierungs- und BewertungsmethodenKONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEIn den Konzernabschluss wurden neben der RRPS AG 38 in- und ausländische Tochterunternehmen (Vorjahr: 41) einbezogen, die von der RRPS AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden. Beherrschung im Sinne des International Financial Reporting Standard (IFRS) 10 ist dann gegeben, wenn das Unternehmen die Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens sowie Anrechte auf die variablen Rückflüsse aus dem Beteiligungsunternehmen hat und mit seiner Verfügungsgewalt diese Rückflüsse beeinflussen kann. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt ab dem Zeitpunkt, an dem das Beherrschungsverhältnis vorliegt. Tochterunternehmen werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem diese Beherrschung endet. Nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen werden Tochterunternehmen ferner dann, wenn sie für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage (hinsichtlich der nach IFRS einschlägigen Kriterien) des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns (im Folgenden: RRPS-Konzern) von untergeordneter Bedeutung sind. Unternehmenszusammenschlüsse werden gemäß der Erwerbsmethode nach IFRS 3 »Unternehmenszusammenschlüsse« bilanziert. Die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung unabhängig vom Umfang der nicht beherrschenden Anteile mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das anteilige, zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Danach werden die Anschaffungskosten um die Eigenkapitalveränderung erhöht oder verringert, die dem Kapitalanteil der RRPS AG entspricht. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden einschließlich außerplanmäßiger Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts im Finanzergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigt. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei welchem der RRPS-Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken. Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sofern die Abschlüsse von Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen nicht rechtzeitig vorliegen, werden die anteiligen Gewinne oder Verluste mit einem zeitlichen Versatz von einem Monat und unter Berücksichtigung wesentlicher aktueller Entwicklungen in den Konzernabschluss einbezogen. Bedeutende Geschäftsvorfälle werden ohne Zeitversatz bilanziert. KONSOLIDIERUNGSKREISZum 31. Dezember 2022 wurden folgende Unternehmen bzw. Teilkonzerne vollkonsolidiert:
Die Gesellschaften India Pvt. Ltd., Pune/Indien, sowie Servowatch Systems Ltd., Maldon/Großbritannien, beenden aufgrund steuerrechtlicher Gründe ihr Geschäftsjahr jeweils zum 31. März eines Jahres. Der Konsolidierungskreis der RRPS AG wurde im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 3 Tochtergesellschaften verringert. Im Berichtsjahr wurden die Kinolt FZE, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, auf die Rolls-Royce Solutions Middle East FZE verschmolzen, die Kinolt Sistemas de UPS Ltda., São Paulo/Brasilien, auf die Rolls-Royce Solutions Brasil Ltda. und die Kinolt LLC, Moskau/Russland, auf die LLC Rolls-Royce Solutions Rus. Die Tochtergesellschaft Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 veräußert. Die Auswirkung dieser Veräußerung auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns zum 31. Dezember 2021 sind unter der Überschrift VERÄUßERUNG VON TOCHTERUNTERNEHMEN im Abschnitt 2 | »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden« näher aufgeführt. Die folgenden, in Deutschland ansässigen Unternehmen haben von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht und auf die Offenlegung des Jahresabschlusses 2022 sowie auf die Erstellung eines Lageberichts verzichtet:
Zum 31. Dezember 2022 wurden folgende Gesellschaften als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bilanziert:
Im Juni 2022 erwarb die RRPS AG Anteile an der Hoeller Electrolyzer GmbH in Höhe von gesamt 54,1 %. Aufgrund der gesellschaftsindividuellen Vertragsgestaltung, die zum 31. Dezember 2022 eine Beherrschung aus Sicht des RRPS-Konzerns ausschließt, wird die Gesellschaft als Gemeinschaftsunternehmen berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2022 wurde die Kowry Energy GmbH, Berlin/Deutschland, als assoziiertes Unternehmen mit dem Kapitalanteil von 19,9 % nach der Equity-Methode bilanziert. Die Gesellschaft hat im Dezember 2022 Insolvenz angemeldet. Daneben hält der RRPS-Konzern wie bereits im Vorjahr weitere Beteiligungen an drei Unternehmen, deren Anteilsbesitz unter 20 % liegt. VERÄUßERUNG VON TOCHTERUNTERNEHMENAm 28. Februar 2020 gab der RRPS-Konzern die Entscheidung bekannt, den Teilkonzern Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, das Geschäft mit mittelschnelllaufenden Gas- und Dieselmotoren, einer strategischen Überprüfung zu unterziehen. Als Teil des laufenden Portfoliomanagements zur Schaffung einer stärkeren Fokussierung des Konzerns wurde am 3. August 2021 eine Vereinbarung über den Verkauf der Anteile an Bergen Engines AS an den global tätigen Maschinenbaukonzern Langley Holdings plc unterzeichnet. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 hat die RRPS AG den Teilkonzern Bergen veräußert. Folgende Gesellschaften, an denen die Obergesellschaft Bergen Engines AS direkt und indirekt jeweils 100 % der Anteile hielt, waren inkludiert: Bergen Engines BV, Rotterdam/Niederlande Bergen Engines Denmark A/S, Aalborg/Dänemark Bergen Engines India Pvt. Ltd., Neu Delhi/Indien Bergen Engines S.L., Tarragona/Spanien Bergen Engines S.R.L., Genua/Italien Bergen Engines Ltd., Bedford/Großbritannien Bergen Engines Property Co AS, Bergen/Norwegen Bergen Engines Bangladesh Pvt. Ltd., Dhaka/Bangladesch Rolls-Royce Mexico S. de R.L. de C.V., Veracruz/Mexiko Rolls-Royce Mexico Administration S. de R.L. de C.V., Veracruz/Mexiko Bergen Engines Inc., Wilmington/USA Im Rahmen des Verkaufsvertrags wurde vereinbart, dass die Gesellschaften Rolls-Royce Mexico S. de R.L. de C.V. und Rolls-Royce Mexico Administration S. de R.L. de C.V. als Bestandteil des Teilkonzerns Bergen mitveräußert werden. Deren Anteile sind daher zu Buchwerten von Rolls-Royce Overseas Holdings Ltd. und Rolls-Royce Industries Ltd. an die Bergen Engines AS und Bergen Engines Ltd. übertragen worden. Die Bergen Engines Inc. wurde auf Grundlage von Verkaufsvereinbarungen gegründet und als Bestandteil des Bergen Teilkonzerns an den Käufer veräußert. Der vorläufige Veräußerungspreis zum 31. Dezember 2021 betrug 91,3 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung sämtlicher Konsolidierungseffekte auf Konzernebene resultierte ein vorläufiger Veräußerungsverlust in Höhe von 7,3 Mio. Euro, der in der Gewinn- und Verlustrechnung 2021 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten war. Die Gesamtheit der veräußerten Vermögenswerte und Schulden stellte sich auf Basis der Bilanzwerte zum Veräußerungszeitpunkt wie folgt dar:
Die Veräußerung der Tochtergesellschaften wirkte sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt auf den Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns aus:
Im Berichtsjahr fand eine finale Prüfung der Bewertungsspielräume in der Schlussbilanz des Teilkonzerns Bergen Engines AS zum Veräußerungszeitpunkt und damit einhergehend eine Anpassung des Veräußerungspreises auf 89,0 Mio. Euro statt. Die Differenz zum vorläufigen Veräußerungspreis in Höhe von 2,3 Mio. Euro ist im Berichtsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN
1
Anwendung auf die erste Berichtsperiode eines Geschäftsjahres, das an diesem Tag oder
danach beginnt
Die genannten neuen Rechnungslegungsvorschriften hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Darüber hinaus hat das IASB die nachfolgend genannten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards veröffentlicht, die bereits von der Europäischen Union übernommen worden sind (Endorsement), deren Anwendung aber noch nicht für das Geschäftsjahr 2022 verpflichtend ist und die im Konzernabschluss der RRPS AG nicht vorzeitig angewendet werden.
1
Anwendung auf die erste Berichtsperiode eines Geschäftsjahres, das an diesem Tag oder
danach beginnt
Des Weiteren veröffentlichte das IASB die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die von der Europäischen Union noch nicht übernommen und deshalb im vorliegenden Konzernabschluss nicht angewendet worden sind:
Neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen werden für gewöhnlich vom Konzern nicht vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet. Die erstmalige Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation ist mit der verpflichtenden Anwendung in der Europäischen Union (nach Endorsement) beabsichtigt. Die genannten Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDie Jahresabschlüsse der ausländischen Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in die Konzernberichtswährung Euro umgerechnet. In der Regel ist die funktionale Währung der ausländischen Konzernunternehmen die jeweilige Landeswährung. Eine Ausnahme ist der Teilkonzern der MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, dessen funktionale Währung teilweise der Euro ist. Die Umrechnung in Euro erfolgt bei Vermögenswerten und Schulden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag, bei Aufwendungen und Erträgen zu gewogenen Durchschnittskursen der jeweiligen Periode. Die Differenzen aus der Umrechnung werden ergebnisneutral in das Eigenkapital einbezogen. Eine im sonstigen Ergebnis erfasste Umrechnungsdifferenz wird erst dann ergebniswirksam, wenn die entsprechende Unternehmenseinheit entkonsolidiert wird. Fremdwährungsgeschäfte werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von zum Stichtagskurs in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden ergebniswirksam erfasst. Da die RRPS AG kein Tochterunternehmen mit Sitz in einem Hyperinflationsland hat, war eine Rechnungslegung gemäß den Regelungen des IAS 29 »Rechnungslegung in Hochinflationsländern« nicht notwendig. Für die wichtigsten Fremdwährungen des RRPS-Konzerns gelten folgende Währungskurse:
ANNAHMEN, SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSAUSÜBUNG DES MANAGEMENTSBei der Anwendung der dargestellten Konzernbilanzierungs- und Bewertungsmethoden muss das Management in Bezug auf die Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden, die nicht ohne Weiteres aus anderen Quellen ermittelt werden können, Sachverhalte beurteilen, Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen. Die Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen resultieren aus Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden, sofern die Änderung nur eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Falls die Änderungen die aktuelle sowie die folgenden Berichtsperioden betreffen, werden diese entsprechend in dieser und den folgenden Perioden berücksichtigt. Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Ende der Berichtsperiode angegeben, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird. Für Forderungen können sich insoweit Ausfallrisiken ergeben, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dadurch Vermögensverluste auftreten. Die Ermittlung der erforderlichen Wertberichtigungen erfolgt unter anderem unter Berücksichtigung der Kundenbonität, vorliegender Sicherheiten, Erfahrungen aufgrund historischer Ausfallraten sowie zukunftsbezogener Annahmen. Der tatsächliche Zahlungsausfall der Kunden kann infolge der zugrunde gelegten Einflussfaktoren vom erwarteten Zahlungsausfall abweichen. Verringert sich der Wertberichtigungsbedarf in einer der folgenden Berichtsperioden, erfolgt eine erfolgswirksame Wertaufholung für die in früheren Perioden erfasste Wertberichtigung. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- und Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Zur Ermittlung des Nettoveräußerungswerts werden vom voraussichtlichen Verkaufspreis des Endprodukts die bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten abgezogen. Sofern Annahmen zu den künftigen Marktpreisen oder Absatzmöglichkeiten des Endprodukts nicht zutreffen, kann es hierdurch zu einem weiteren Wertminderungsbedarf für den Vorratsbestand kommen. Erlöse aus langfristigen Wartungsverträgen werden über einen bestimmten Zeitraum und unter Rückgriff auf den jeweiligen Fertigstellungsgrad erfasst, da die inputbasierte Methode am besten geeignet ist, um den Fortschritt der Dienstleistungen zu ermitteln. Im Rahmen der Cost-to-Cost-Methode ist hierfür die Ermittlung der voraussichtlichen Gesamtkosten erforderlich, die auf Erfahrungswerten aus früheren Aufträgen basiert. Sollte es jedoch aufgrund von nicht vorhersehbaren Sondereffekten zu Abweichungen von den Schätzwerten kommen, könnte zum Bilanzstichtag ein zu hoher Fertigstellungsgrad ermittelt worden sein, wodurch zu hohe Umsatzerlöse erfasst würden (hinsichtlich des Gesamtbetrags der Umsatzerlöse aus langfristigen Wartungsverträgen wird auf Abschnitt 3 | »Umsatzerlöse« des Konzernanhangs verwiesen). Die Erlösrealisierung von Mehrkomponentenverträgen i. S. v. Lieferungen mit anschließenden Serviceleistungen verlangt eine Verteilung des gesamten Transaktionspreises. Diese Verteilung unterliegt Schätzunsicherheiten, insbesondere dann, wenn Einzelveräußerungspreise nicht verfügbar sind. In diesen Fällen verteilt der Konzern den Transaktionspreis auf Basis der Kosten der einzelnen Leistungsverpflichtungen zuzüglich einer angemessenen Marge. Soweit die Annahmen bei der Verteilung des Transaktionspreises nicht zutreffend sind, kann es zu einer verfrühten oder verspäteten Umsatzrealisierung kommen. Der Konzern räumt Kunden beim Ersatzteilgeschäft teilweise Rückgaberechte ein. Zur Schätzung der Anzahl der Produkte, die aus dem Ersatzteilgeschäft zurückgeben werden, wendet der RRPS-Konzern die Erwartungswertmethode an, da mit dieser Methode die variable Gegenleistung, auf die der Konzern Anspruch hat, am verlässlichsten geschätzt werden kann. Außerdem werden die Regelungen des IFRS 15 im Hinblick auf die Begrenzung der Schätzung der variablen Gegenleistung angewandt, um den Betrag der variablen Gegenleistung zu bestimmen, der in den Transaktionspreis einbezogen werden darf. Für erwartete Rückgaben wird vom Konzern kein Erlös, sondern eine Rückerstattungsverbindlichkeit erfasst. Darüber hinaus wird für das Recht auf Rückerhalt von Ersatzteilen von einem Kunden ein Vermögenswert aus Rückgaberechten (und eine entsprechende Anpassung der Umsatzkosten) erfasst. Rückgabequoten werden auf Basis historischer Verkäufe und Rückgaben bestimmt. Sollte die Anzahl der zurückgegebenen Waren von dieser Schätzung abweichen, käme es zu einer verfrühten oder verspäteten Umsatzrealisierung in der Berichtsperiode. Die erwarteten Rückgabequoten werden jährlich überprüft und auf Basis der neuesten Erkenntnisse angepasst. Wesentliche Schätzungen oder Ermessensausübungen erfolgen insbesondere bei der Bilanzierung von Rückstellungen und Pensionsverpflichtungen sowie bei der Ermittlung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts. Für die Bilanzierung von Rückstellungen hat die Unternehmensleitung Annahmen zu treffen, mit welcher Wahrscheinlichkeit der RRPS-Konzern aufgrund bestimmter Geschäftsvorfälle ein Abfluss wirtschaftlichen Nutzens droht. Der Bewertung von Rückstellungen liegen Schätzungen über die Höhe und den Zeitpunkt der möglichen wirtschaftlichen Abflüsse zugrunde. Sofern Höhe und Zeitpunkt der Inanspruchnahmen von den getroffenen Schätzungen abweichen, sind Auswirkungen auf das Ergebnis des RRPS-Konzerns möglich. Einige Tochtergesellschaften sind aufgrund ihres normalen Geschäftsverlaufs in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Das Management hat den Ausgang dieser Rechtsfälle nach Rücksprache mit den involvierten Rechtsanwälten abgeschätzt und in Übereinstimmung mit IAS 37 entsprechende Rückstellungen vorgenommen. Es besteht jedoch ein inhärentes Risiko, dass das finale Urteil von der getroffenen Abschätzung abweicht und somit zu einem höheren oder niedrigeren Abfluss von Ressourcen führt. Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen werden nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und auf ihren Barwert abgezinst. Annahmen über die zukünftige Entwicklung bestimmter Parameter wie Rechnungszins, Inflationsrate, Gehalts- und Rentensteigerungen sowie Mitarbeiterfluktuation werden hier berücksichtigt (vgl. Abschnitt »Leistungen an Arbeitnehmer«). Zur Prüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird für die zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE), der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, mittels der Discounted-Cashflow-Methode ein Nutzungswert ermittelt (vgl. Abschnitt 15 | »Immaterielle Vermögenswerte«). Hierfür sind Annahmen über die künftige Geschäftsentwicklung und allgemeinen Rahmendaten zu treffen (zum Beispiel Zinsniveau, Wechselkursentwicklung). Durch die Veränderung dieser Einflussfaktoren kann sich der Nutzungswert der ZGE verändern, wodurch sich ein Wertminderungsbedarf ergeben könnte. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuellen Kenntnisstand beruhen. Durch unvorhersehbare und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen können die sich später tatsächlich einstellenden Beträge von den ursprünglich geschätzten Werten abweichen. In diesem Fall werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. ERTRAGS- UND AUFWANDSREALISIERUNGErlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhält. Folgende wesentliche Umsatzströme sind im RRPS-Konzern zu verzeichnen: Fertigfabrikate
After Sales
Sowohl Erlöse aus Serviceleistungen aus Mehrkomponentenverträge im Bereich der Fertigfabrikate als auch Service- und Wartungsleistungen aus dem After-Sales-Bereich, welche als eigenständige Leistungsverpflichtung klassifiziert sind, werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst, da dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Konzerns zufließt und er diesen gleichzeitig verbraucht. Zur Ermittlung des Leistungsfortschritts gegenüber der vollständigen Erfüllung seiner Leistungsverpflichtung wendet er eine inputbasierte Methode an (siehe dazu den Abschnitt Annahmen und Schätzungen und Ermessensausübung des Managements in Kapitel 2 | »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden«). Enthält eine vertragliche Gegenleistung eine variable Komponente (wie Skonti, Rabatte, Boni etc.), bestimmt der RRPS-Konzern die Höhe der Gegenleistung, die ihm im Austausch für die Übertragung der Güter auf den Kunden zusteht. Die variable Gegenleistung wird zum Vertragsbeginn geschätzt und nur dann in den Transaktionspreis einbezogen, wenn es hoch wahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Fremdkapitalkosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierenden Vermögenswerten stehen (also Vermögenswerten, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu bringen), werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, zu den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Nicht nach IAS 23 aktivierte Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEENTGELTLICH ERWORBENE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung immaterieller Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt linear. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens jährlich einem Impairment-Test unterzogen und unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten und Markennamen waren im RRPS-Konzern keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert. Innerhalb der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte existierte zum Bilanzstichtag ein nach IAS 23 qualifizierter Vermögenswert. SELBST ERSTELLTE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE. Kosten für die Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Produkte und Prozesse werden aktiviert, sofern die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss der RRPS-Konzern die Absicht haben, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen sowie über hierfür ausreichende Ressourcen verfügen. Die aktivierten Kosten umfassen Materialkosten, Fertigungslöhne und zurechenbare allgemeine Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt. Hierzu können folgende Kosten zählen:
Entwicklungskosten, die die Ansatzkriterien von IAS 38 nicht erfüllen, werden in der Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie anfallen. Forschungskosten werden in der Periode aufwandswirksam erfasst. Innerhalb der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte existierte zum Bilanzstichtag ein nach IAS 23 qualifizierter Vermögenswert. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE. Der Geschäfts- oder Firmenwert entspricht der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen, zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Reinvermögen zum Erwerbszeitpunkt. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden jährlich - bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auch unterjährig - einem Impairment-Test unterzogen. Weitere Informationen hinsichtlich des Impairment-Tests sind in Abschnitt 15 | »Immaterielle Vermögenswerte« des Konzernanhangs ersichtlich. Der planmäßigen Abschreibung immaterieller Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
SACHANLAGENSachanlagen werden zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um kumulierte planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen sowie kumulierte Wertminderungsaufwendungen. Die Anschaffungskosten umfassen den Anschaffungspreis, Anschaffungsnebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten neben den Einzelkosten auch die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und die freiwilligen sozialen Leistungen sowie die herstellungsbezogenen Verwaltungskosten. Die Abschreibung auf Sachanlagen wird, dem wirtschaftlichen Nutzenverlauf entsprechend, planmäßig linear vorgenommen. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
WERTMINDERUNGEN VON IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN, NUTZUNGSRECHTEN UND SACHANLAGENFür Sachanlagen, Nutzungsrechte und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter und unbestimmter Nutzungsdauer wird gemäß IAS 36 mindestens an jedem Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für mögliche Wertminderungen vorliegen. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts bestimmt. Der erzielbare Betrag ist als der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert definiert. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts, wird ein Wertminderungsverlust in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfolgswirksam erfasst. Für den Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die separate Cashflows identifiziert werden können. Sind die Cashflows für einen Vermögenswert nicht separat identifizierbar, wird der Impairment-Test auf Basis der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) durchgeführt, welcher der Vermögenswert angehört. Zuschreibungen auf den neuen erzielbaren Betrag erfolgen, wenn die Gründe für Wertminderungen aus den Vorjahren entfallen. Die Wertobergrenze für Zuschreibungen sind die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die sich ergäben, wenn in den Vorjahren keine Wertminderungen erfasst worden wären. Zur Durchführung des jährlichen Impairment-Tests für Geschäfts- oder Firmenwerte werden diese der ZGE zugeordnet. Die ZGE wird jährlich mindestens einmal auf Werthaltigkeit geprüft oder wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass der Buchwert der ZGE über dem erzielbaren Betrag liegt. Sofern der erzielbare Betrag der ZGE nicht den Buchwert ihres Reinvermögens deckt, werden die Wertminderungen erfolgswirksam nach den Vorschriften des IAS 36 vorgenommen. Eine Wertaufholung des Geschäfts- oder Firmenwerts in den Folgeperioden ist ausgeschlossen. Die Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird nach denselben Grundsätzen vorgenommen. Die Folgebewertung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer richtet sich nach denselben Grundsätzen. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird regelmäßig zum 30. November überprüft. VORRÄTEUnter den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren sowie geleistete Anzahlungen ausgewiesen. Der Ansatz erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die mithilfe der Einzelzuordnung bestimmten Vorräten zugeordnet werden. Zur Bemessung der Anschaffungs- und Herstellungskosten wird die Standardkostenmethode herangezogen, bei der die normale Höhe des Materialeinsatzes und der Löhne sowie die normale Leistungsfähigkeit und Kapazitätsauslastung berücksichtigt werden. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Entfallen die Gründe für Wertminderungen, werden entsprechende Zuschreibungen auf den neuen Nettoveräußerungswert vorgenommen. Wertobergrenze sind die historischen (bzw. fortgeschriebenen) Anschaffungs- oder Herstellungskosten. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENEine Forderung ist der unbedingte Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung (das heißt, die Fälligkeit tritt automatisch durch Zeitablauf ein). Die Rechnungslegungsmethoden für finanzielle Vermögenswerte werden im Abschnitt »Finanzinstrumente« erläutert. VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND VERMÖGENSWERTE AUS RÜCKGABERECHTENVERTRAGSVERMÖGENSWERTE. Ein Vertragsvermögenswert ist der Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf einen Kunden übertragen wurden. Kommt der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nach, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, wird ein Vertragsvermögenswert für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst. VERMÖGENSWERTE AUS RÜCKGABERECHTEN. Vermögenswerte aus Rückgaberechten umfassen das Recht des Konzerns, die voraussichtlich vom Kunden zurückgegebenen Produkte zurückzuholen. Der Vermögenswert wird mit dem ursprünglichen Buchwert der Vorräte nach Abzug aller für den Rückerhalt der Produkte erwarteten Kosten bewertet, einschließlich potenzieller Wertminderungen der zurückgeholten Produkte. Der Konzern korrigiert die Bewertung des erfassten Vermögenswerts unter Berücksichtigung der geänderten Erwartungen im Hinblick auf die Menge sowie der zusätzlichen Wertverluste der zurückgegebenen Produkte. ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTELangfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden gesondert als »zur Veräußerung gehalten« eingestuft, wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Die entsprechenden Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet - mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen und Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, und alle nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sobald sie als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft sind. LATENTE STEUERNLatente Steuern werden entsprechend IAS 12 auf temporäre Differenzen zwischen den bilanziellen Wertansätzen in der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz gebildet. Daneben sind auch aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfasst, sofern sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in den Folgejahren Steuerminderlasten ergeben. Für die Berechnung der latenten Steuern werden jeweils die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gültigen bzw. mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwarteten Steuersätze verwendet. Zum Bilanzstichtag werden die aktivierten aktiven latenten Steuern auf ihre Werthaltigkeit überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen im relevanten Planungszeitraum zur Verfügung stehen wird. Bisher nicht angesetzte latente Steueransprüche werden am Bilanzstichtag neu überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Einkommen zur Realisierung des latenten Steueranspruchs erzielt wird. FINANZINSTRUMENTEFinanzinstrumente sind Verträge, die bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz angesetzt, wenn der RRPS-Konzern Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Beim erstmaligen Ansatz werden diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivate werden zum Handelstag, alle übrigen finanziellen Vermögenswerte zum Erfüllungstag eingebucht. Der Handelstag ist der Tag, an dem der RRPS-Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts eingegangen ist. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird. Die Folgebewertung ist abhängig von der Kategorisierung. IFRS 9 unterteilt Finanzinstrumente in folgende Kategorien:
Das Zahlungsstromkriterium beinhaltet die Beurteilung, ob die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Die Tilgung impliziert die noch ausstehenden Rückzahlungen, und die Zinsen stellen die Vergütung für den Zeitwert des Geldes, das Kredit- und Liquiditätsrisiko sowie weitere Kosten und Gewinnmargen dar, die während der Laufzeit im Zuge des »Haltens« des Finanzinstruments entstehen. Bei der Beurteilung werden die vertraglichen Bedingungen der einzelnen Instrumente eingehend analysiert. Dies beinhaltet ebenfalls die Analyse von möglichen Vereinbarungen, welche die Höhe oder den Zeitpunkt des Eintretens von vertraglichen Zahlungsströmen beeinflussen können und die Erfüllung des Kriteriums gefährden. Sofern das Zahlungsstromkriterium erfüllt ist, beurteilt der RRPS-Konzern im Zuge des Geschäftsmodellkriteriums, wie die finanziellen Vermögenswerte auf Portfolioebene gesteuert werden. Diese Entscheidung wird von Personen in Schlüsselpositionen getroffen. Dabei werden vor allem die Ziele für das Portfolio, die Richtlinien sowie praktische und konkrete Handlungsanweisungen berücksichtigt. Prinzipiell sind drei Arten von Geschäftsmodellen möglich: »Halten«, »Halten und Verkaufen« sowie »Sonstige«. Entscheidend für die Einordnung in diese Geschäftsmodelle sind insbesondere die Häufigkeit, das Volumen, die Gründe und die Zeitpunkte der Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten aus früheren Perioden sowie die Erwartungen bezüglich der Verkäufe in der Zukunft. Sollte das Geschäftsmodell der finanziellen Vermögenswerte im »Halten« bestehen, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei allen finanziellen Vermögenswerten, deren Hauptzweck in der Vereinnahmung und dem Verkauf liegt, erfolgt die Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert. Sollten die Voraussetzungen für die zuvor genannten Geschäftsmodelle nicht erfüllt sein, beispielsweise wenn eine Handelsabsicht vorliegt, werden die finanziellen Vermögenswerte der Bewertungskategorie »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert« zugeordnet. Sofern das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllt ist, erfolgt automatisch die Zuordnung zur erfolgswirksamen Bewertungskategorie. Darüber hinaus kann unter bestimmten Bedingungen freiwillig die Option gewählt werden, die finanziellen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Diese Option wird bei RRPS derzeit nicht ausgeübt. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten beinhalten derivative Finanzinstrumente. Diese werden im RRPS-Konzern zur Reduzierung der Währungsrisiken und des Risikos schwankender Rohstoffpreise eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, sofern ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. Hedge Accounting wird im RRPS-Konzern nicht angewendet. Darüber hinaus beinhaltet die Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte Beteiligungen sowie Optionen zum Kauf von Unternehmensanteilen. Von der Option, Beteiligungen erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu erfassen, wurde im RRPS-Konzern abgesehen. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die das Geschäftsmodell »Halten« gilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte. Nach dem erstmaligen Ansatz werden diese finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert. Gewinne und Verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die finanziellen Vermögenswerte verkauft, abgeschrieben oder wertgemindert sind. Wechselkurseffekte sowie Zinseffekte aus der Anwendung der Effektivzinsmethode werden ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Bei der Effektivzinsmethode werden die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer finanziellen Verbindlichkeit berechnet und die Zinserträge bzw. Zinsaufwendungen über die betreffende Periode zugeordnet. Der Effektivzinssatz ist jener Zinssatz, der exakt die geschätzten künftigen Zahlungseingänge bzw. -ausgänge während der voraussichtlichen Lebensdauer eines Finanzinstruments oder gegebenenfalls innerhalb kürzerer Zeit auf den Nettobuchwert aus der erstmaligen Erfassung abzinst. Die Zinserträge bzw. -aufwendungen werden auf der Basis des effektiven Zinssatzes erfasst. Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte stellen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar, für die das Geschäftsmodell »Halten und Verkaufen« gilt. Diese Forderungen werden im Rahmen von Factoring-Programmen zur Optimierung des Betriebsvermögens veräußert. Entsprechend der Regelungen des IFRS 9 werden sie somit bis zum Zeitpunkt des Verkaufs oder der Zahlung durch die Forderungsschuldner erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Zinserträge, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Wertminderungen bzw. -aufholungen werden dagegen erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Ausbuchung werden die kumulierten Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den Vermögenswerten auslaufen oder wenn die finanziellen Vermögenswerte übertragen wurden und der RRPS-Konzern im Wesentlichen die Chancen und Risiken, welche in Verbindung mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts stehen, abgetreten hat. Finanzielle Vermögenswerte werden ebenfalls ausgebucht, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen an den finanziellen Vermögenswerten weder übertragen noch zurückbehalten wurden, aber die Kontrolle über die finanziellen Vermögenswerte übertragen wird. Bei der Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts ist die Differenz zwischen dem Buchwert und den erhaltenen Gegenleistungen einschließlich aller kumulierten Gewinne und Verluste, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden, im Gesamtergebnis zu erfassen. Sofern der RRPS-Konzern so gut wie alle relevanten Chancen und Risiken weder behält noch überträgt und die Kontrolle über den übertragenen Vermögenswert behält, wird der übertragene Vermögenswert nach Maßgabe seines anhaltenden Engagements weiter erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten einschließlich Finanzschulden. Sie sind anzusetzen, wenn der Konzern Vertragspartei der Regelungen eines Finanzinstruments wird. Verbindlichkeiten, die aus einer Verpflichtung zum Kauf von Gütern oder Dienstleistungen eingegangen werden, sind am Erfüllungstag der zugrunde liegenden Lieferungen bzw. Leistungen anzusetzen. Im Falle von Finanzverbindlichkeiten ist die entsprechende Verbindlichkeit zum Erfüllungstag anzusetzen, also am Tag der Wertstellung. Derivate werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn sie erfüllt, das heißt wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen getilgt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Im Falle einer finanziellen Verbindlichkeit, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, erfolgt die Bewertung nach Abzug von Transaktionskosten von der erhaltenen Gegenleistung. In den Folgeperioden werden finanzielle Verbindlichkeiten grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Ausgenommen hiervon sind derivative Verbindlichkeiten sowie finanzielle Verbindlichkeiten, für die eine Handelsabsicht besteht oder die Option zur erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ausgeübt wird; diese werden analog zu den derivativen Vermögenswerten bei erstmaliger Erfassung und an jedem nachfolgenden Bilanzstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gegenwärtig werden im RRPS-Konzern ausschließlich derivative Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. SALDIERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITEN. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden miteinander verrechnet und der Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn der Konzern gegenwärtig ein einklagbares Recht zur Aufrechnung der Beträge hat und beabsichtigt, diese entweder auf Nettobasis zu begleichen oder gleichzeitig den Vermögenswert zu realisieren und die Verbindlichkeit zu begleichen. WERTMINDERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTENDer Konzern erfasst für alle finanziellen Vermögenswerte, die Fremdkapitalinstrumente darstellen und die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, Wertberichtigungen in Höhe des erwarteten Kreditverlusts, sofern dieser nicht als unwesentlich erachtet wird. Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vom Bruttobuchwert der Vermögenswerte abgezogen. Bei finanziellen Vermögenswerten der erfolgsneutralen Bewertungskategorie wird die Wertberichtigung erfolgswirksam erfasst und aus dem sonstigen Ergebnis ausgebucht. Bei der Ermittlung der Wertberichtigung ist grundsätzlich zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate und der für die Gesamtlaufzeit zu differenzieren. Beim erstmaligen Ansatz wird zunächst die Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate bei der Ermittlung des erwarteten Verlusts berücksichtigt. Sollte sich ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos abzeichnen, wird die Ausfallwahrscheinlichkeit auf die Gesamtlaufzeit ausgeweitet. Von diesem allgemeinen Ansatz ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Leasingverhältnissen sowie Vertragsvermögenswerte ohne signifikante Finanzierungskomponente, für die verpflichtend der vereinfachte Ansatz gilt. Gemäß dem vereinfachten Ansatz bezieht sich die Ausfallwahrscheinlichkeit dieser finanziellen Vermögenswerte pauschal auf die gesamte Laufzeit. Der Konzern geht davon aus, dass ein Schuldtitel ein geringes Kreditrisiko aufweist, wenn sein Kreditrisiko-Rating der global verstandenen Definition des Begriffs »Investment Grade« entspricht. Ein Absinken des Ratings unterhalb »Investment Grade« wird dementsprechend als signifikanter Anstieg des Kreditrisikos angesehen. Darüber hinaus nimmt der Konzern an, dass das Kreditrisiko für einen finanziellen Vermögenswert bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen signifikant gestiegen ist. Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, kreditausfallgefährdet sind. Der Konzern geht in folgenden Fällen grundsätzlich davon aus, dass ein finanzieller Vermögenswert ausfallgefährdet ist:
Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Objektive Hinweise auf eine eventuelle Uneinbringlichkeit sind beispielsweise die Verjährung einer Forderung und die Einstellung eines Insolvenzverfahrens mangels Masse. Bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt der Konzern angemessene Informationen, die relevant und mit vertretbarem Aufwand verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf historischen Erfahrungen und Bonitätsbeurteilungen des Konzerns beruhen, sowie zukunftsgerichtete Informationen. Erwartete Kreditverluste ergeben sich durch eine wahrscheinlichkeitsgewichtete Schätzung von Kreditverlusten. Kreditverluste werden als Barwert aller Zahlungsausfälle und verspäteter Zahlungen ermittelt (das heißt, als Differenz zwischen den dem Unternehmen gemäß Vertrag zustehenden Zahlungsströmen und den erwarteten Zahlungsströmen). Die Ermittlung eines Wertminderungsaufwands erfolgt jeweils unter Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten bzw. sonstigen Kreditverbesserungen. Im Sinne einer transparenteren Unternehmensberichterstattung fasst der RRPS-Konzern Finanzinstrumente gemäß IFRS 7.6 entsprechend ihrer jeweils zugrunde liegenden Charakteristika in verschiedene Klassen zusammen. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Klassen finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
Hinsichtlich der Zuordnung der einzelnen Klassen zu den entsprechenden Bewertungskategorien nach IFRS 9 verweisen wir auf die Ausführungen unter Abschnitt 34 | »Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten«. ZAHLUNGSMITTELZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Geld unterwegs und Sichteinlagen sowie Geldeinlagen bei Rolls-Royce plc, die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen und eine ursprüngliche Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen. LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMERLeistungen an Arbeitnehmer umfassen neben kurzfristig fällig werdenden Leistungen außerdem Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, andere langfristig fällige Leistungen und Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Der RRPS-Konzern gewährt gegenwärtig fast allen Mitarbeitern in Deutschland und teilweise auch Beschäftigten im Ausland Pensionszusagen. Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden in Abhängigkeit von ihrem wirtschaftlichen Gehalt, der sich aus den grundlegenden Leistungsbedingungen und Leistungsvoraussetzungen des Plans ergibt, entweder als Leistungszusagen (Defined Benefit, DB) oder als Beitragszusagen (Defined Contribution, DC) klassifiziert. Altersversorgungspläne, die nicht eindeutig als DC klassifiziert werden können, sind als DB-Zusagen anzusehen. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für eine Leistungszusage entspricht dem Saldo aus dem Barwert der Verpflichtung (Defined Benefit Obligation, DBO) am Bilanzstichtag und dem Zeitwert eines eventuell vorhandenen Planvermögens. Die Berechnung der DBO beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren. Zur Ermittlung der DBO wird der Rechnungszins zum jeweiligen Bilanzstichtag anhand aktueller Kapitalmarktdaten und mit Blick auf die Fristigkeit der bestehenden Verpflichtungen bestimmt. Außerdem werden langfristige Trendannahmen für die zu erwartenden Gehalts-, Inflations- und Rentensteigerungen nach dem Prinzip der bestmöglichen Schätzung festgelegt und bei der Bewertung berücksichtigt. Die Verpflichtungen werden jährlich durch unabhängige qualifizierte Versicherungsmathematiker bewertet. Abfindungen werden gezahlt, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird oder gegen eine Abfindung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet, und werden erfasst, wenn der RRPS-Konzern eine nicht rückgängig zu machende Verpflichtung eingegangen ist. Leistungen, die mehr als zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden, werden auf ihren Barwert abgezinst. ERFOLGSORIENTIERTE VERGÜTUNGSFORMENIm Falle einer erfolgsorientierten Vergütungstransaktion, die in bar abgegolten wird, werden die erworbenen Güter oder Dienstleistungen und wird die entstandene Schuld mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld angesetzt. Bis zur Begleichung der Schuld wird deren beizulegender Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag neu bestimmt, und alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENSonstige Rückstellungen werden für Verpflichtungen gebildet, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, die wahrscheinlich zu einer wirtschaftlichen Belastung führen werden und deren Höhe sich verlässlich schätzen lässt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag bewertet. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellung werden im übrigen Finanzergebnis erfasst. VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN UND RÜCKERSTATTUNGSVERBINDLICHKEITENVERTRAGSVERBINDLICHKEITEN. Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. RÜCKERSTATTUNGSVERBINDLICHKEITEN. Eine Rückerstattungsverbindlichkeit ist die Verpflichtung, die vom Kunden erhaltene (oder noch zu erhaltende) Gegenleistung ganz oder teilweise zu erstatten. Sie wird in Höhe des Betrags angesetzt, den der Konzern dem Kunden voraussichtlich erstatten muss. Der Konzern korrigiert seine Schätzungen der Rückerstattungsverbindlichkeiten (und der entsprechenden Änderungen des Transaktionspreises) am Ende jedes Berichtszeitraums. In diesem Zusammenhang wird auf die vorstehend erläuterten Rechnungslegungsmethoden für variable Gegenleistungen verwiesen. IFRS 16 »LEASINGVERHÄLTNISSE«Der RRPS-Konzern unterhält als Leasingnehmer hauptsächlich Verträge für Teile seiner Grundstücke und Gebäude, seiner Betriebs- und Geschäftsausstattung und für technische Anlagen. Die Grundstücke und Gebäude umfassen Fabrikanlagen, Fertigungsstätten sowie Bürogebäude. Die Leasingverträge über die Betriebs- und Geschäftsausstattung beinhalten im Wesentlichen Firmenfahrzeuge und IT-Ausstattungen. Die technischen Anlagen spielen im RRPS-Konzern derzeit eine eher untergeordnete Rolle und enthalten hauptsächlich Brennstoffzellen für die emissionsfreie Energieversorgung sowie Maschinen für die Produktion. Leasingverträge können Leasingbestandteile nach IFRS 16 und Nichtleasing-Bestandteile wie Dienstleistungen beinhalten. Für den RRPS-Konzern entscheiden die Stand-Alone-Preise der einzelnen Komponenten darüber, ob diese als Leasingzahlung nach IFRS 16 berücksichtigt werden. Die Laufzeiten der Leasingverträge werden individuell für die Nutzung der verschiedenen Leasinggegenstände abgeschlossen. Die Verträge fordern dabei keine zusätzlichen Nebenabreden des Leasingnehmers während der Laufzeit, nur der Leasinggegenstand selbst ist als Sicherheit für den Leasinggeber hinterlegt. Sowohl das Nutzungsrecht als auch die Leasingverbindlichkeit werden bei der erstmaligen Bewertung mit dem Barwert der Leasingzahlungen angesetzt. Dessen Zahlungsstrom enthält folgende Bestandteile:
Des Weiteren werden Leasingzahlungen für Verlängerungsoptionen in der Berechnung des Barwerts herangezogen, wenn deren Ausübung als hinreichend sicher angenommen wird. Die Einschätzung über die Ausübungswahrscheinlichkeit obliegt dabei der Unternehmensführung bzw. dem Management und wird auf regelmäßiger Basis überprüft. Verlängerungs- bzw. Kündigungsoptionen werden im RRPS-Konzern hauptsächlich für Leasingverhältnisse über Grundstücke und Gebäude abgeschlossen. Bei der Diskontierung der Leasingzahlungen wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Wir schätzen einen unbesicherten Grenzfremdkapitalzinssatz unter Verwendung beobachtbarer Marktdaten (Referenzzinssatz plus aus einer Credit-Default-Swap-Kurve implizierter Bonitätsaufschlag von Rolls-Royce plc). Wir verwenden, soweit wesentlich und angemessen, Branchenschätzungen, um den unbesicherten Zinssatz anzupassen, um den Wert jeglicher Sicherheiten in einem Leasingverhältnis zu berücksichtigen. Der anzuwendende Zinssatz richtet sich nach der Währung und der gewichteten durchschnittlichen Laufzeit des Leasingvertrags. Die Erstbewertung des Nutzungsrechts erfolgt in der Regel in Höhe des Barwerts der Leasingverbindlichkeit bei erstmaliger Erfassung. Eine Aktivierung von anfänglich direkt zurechenbaren Kosten erfolgt nicht. Das Nutzungsrecht wird über die Laufzeit des Leasingvertrags linear abgeschrieben, welche die Zeiträume aus Verlängerungs- und Kündigungsoptionen berücksichtigt, deren Ausübung als hinreichend sicher eingestuft wurde. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Leasingzahlung wird dabei in Zins und Tilgung aufgeteilt. Für Leasingverträge, die nach IFRS 16 als kurzfristig definiert sind oder deren zugrunde liegenden Vermögenswerte als geringwertig gelten, sowie für variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder eine Rate gekoppelt sind, nimmt der RRPS-Konzern das Wahlrecht in Anspruch, sie bilanzunwirksam abzubilden und ihre Leasingzahlungen linear über die Laufzeit als Aufwand zu erfassen. FINANZRISIKOMANAGEMENTDer RRPS-Konzern agiert weltweit und ist im Zuge seiner operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzierungsbereich Währungs- und Zinsrisiken sowie in gewissem Maße auch Rohstoffpreisrisiken ausgesetzt. Durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente werden diese Risiken begrenzt bzw. eliminiert. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen werden im RRPS-Konzern grundsätzlich durch das Group Treasury des RRPS-Konzerns durchgeführt. Für weitere Aufführungen verweisen wir auf den Abschnitt »Finanzrisiken« im Konzernlagebericht. FREMDWÄHRUNGSRISIKO. Die Währungsrisiken, denen der RRPS-Konzern ausgesetzt ist, resultieren insbesondere aus Geschäftsabschlüssen mit internationalen Vertragspartnern, die zu Zahlungsströmen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des jeweiligen Tochterunternehmens führen. Der RRPS-Konzern reduziert dieses Risiko, indem er Geschäftstransaktionen (Verkäufe und Zukäufe von Gütern und Dienstleistungen sowie Investitions- und Finanzierungsaktivitäten) vorzugsweise in der jeweiligen funktionalen Währung abrechnet. Außerdem wird ein Teil des Fremdwährungsrisikos aus der Umsatzlegung durch die Beschaffung von Gütern, Rohstoffen und Dienstleistungen in der entsprechenden Fremdwährung ausgeglichen. Das verbleibende Fremdwährungsrisiko im RRPS-Konzern wird zentral für alle Konzernunternehmen durch das Group Treasury der RRPS AG aktiv gesteuert. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist durch eine konzernweit verbindliche interne Richtlinie geregelt, die auch den konzeptionellen Rahmen zur Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Nettowährungspositionen für alle Konzernunternehmen vorgibt. Sofern dem keine devisenrechtlichen Bestimmungen entgegenstehen, werden Sicherungsgeschäfte über das Group Treasury des RRPS-Konzerns abgewickelt, welches derivative Finanzinstrumente mit externen Finanzinstituten sowie der Rolls-Royce plc abschließt. Fremdwährungsrisiken bestehen vor allem dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten und geplante Transaktionen in einer anderen als der lokalen Währung bestehen. Im RRPS-Konzern trifft dies insbesondere auf den US-Dollar zu, aber auch auf Singapur-Dollar und diverse weitere Währungen. Der RRPS-Konzern verfügt in den bedeutendsten Währungen sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Kostenseite über erhebliche Währungspositionen. Diese gegenläufigen Währungspositionen werden für die nächsten zwölf Monate ermittelt und fließen saldiert unter Berücksichtigung der Devisenbestände in die transaktionsbezogene Nettofremdwährungsposition ein. Für die Fremdwährungspositionen US-Dollar zu Euro und Singapur-Dollar zu Euro wird ein erweiterter Zeitraum von drei Jahren betrachtet. Diese Nettofremdwährungsposition wird durch den Einsatz von Devisensicherungen pro Währungspaar individuell aktiv gesteuert. Dabei fließen pro jeweiliger Fremdwährungsposition auch Faktoren wie Risikogewicht, Planungsverlässlichkeit, Wettbewerbsaspekte sowie gegebenenfalls auch translatorische Risiken in das Währungsmanagement ein. Zum Bilanzstichtag betrug die transaktionsbezogene Nettofremdwährungsposition über alle betrachteten Fremdwährungspositionen für einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten vor Sicherungen 479,8 Mio. Euro (Vorjahr: 385,4 Mio. Euro) und nach Sicherungen 299,4 Mio. Euro (Vorjahr: 224,8 Mio. Euro). Der Betrag der in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfassten Kursverluste aus der Bewertung und Realisierung von Währungsforderungen und -verbindlichkeiten und der Bewertung der Devisenbestände zum Jahresende belief sich im Jahr 2022 auf -18,7 Mio. Euro (Vorjahr: - 2,9 Mio. Euro). ZINSRISIKO. Veränderungen der Marktzinsen wirken sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Geldanlagen und Verbindlichkeiten aus. Wesentliche Zinssatzsteigerungen können daher die Rentabilität, Liquidität und Finanzlage des RRPS-Konzerns beeinträchtigen. Die Zinsrisikopositionen des RRPS-Konzerns werden für alle Konzernunternehmen zentral gesteuert. Ziel des Zinsrisikomanagements des RRPS-Konzerns ist es, das Risiko von finanziellen Verlusten aufgrund nachteiliger Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus zu begrenzen. Hierbei können unterschiedliche Sicherungsinstrumente wie Zinsswaps zum Einsatz kommen. Die zum Bilanzstichtag bestehenden langfristigen Bankverbindlichkeiten sind mit Festzinssätzen ausgestattet. Gegenwärtig liegt kein Risiko aus variablen Zinssatzänderungen vor, daher erfolgt keine quantitative Angabe für das Gesamtexposure des Zinsrisikos. ROHSTOFFPREISRISIKO. Im Zusammenhang mit dem Bezug von Teilelieferungen und Rohstoffen sowie im Bereich der Energiekosten ist der RRPS-Konzern Marktpreisrisiken ausgesetzt, die aus den Preisschwankungen an den Energie- und Rohstoffmärkten resultieren. Wesentliche Preissteigerungen können daher die Rentabilität, Liquidität und Finanzlage des Konzerns zusätzlich beeinträchtigen. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken durch die Vereinbarung von Preisfixierungen im Rahmen langfristiger Lieferverträge und den Einsatz von Rohstoffsicherungen. Rohstoffpreisrisiken bestehen vor allem dort, wo Preise für Vormaterialien an die Preisentwicklungen der Rohstoffmärkte gekoppelt sind. Hierbei sind neben den Energiekostenveränderungen insbesondere die Preisentwicklungen von Industriemetallen, Diesel und Stahl von Bedeutung. Zur Begrenzung der wesentlichen Risiken erfolgt ein aktives Hedging für Diesel und Kupfer. Die Sicherungsstrategie sieht hierbei Absicherungsquoten von bis zu 80 % der ermittelten Preisrisiken für einen revolvierenden Zeitraum von zwölf Monaten bzw. von bis zu 60 % für die anschließenden zwölf Monate durch Einsatz von Commodityswaps vor. Die Bewertung der Commodityswaps zum Bilanzstichtag führte zu einem Ergebniseffekt von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,5 Mio. Euro). AUSFALLRISIKO. Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko finanzieller Verluste aus der Unfähigkeit des Vertragspartners, Schulden vertragsgemäß zu tilgen oder zu bedienen. Im RRPS-Konzern besteht aufgrund der Kundenstruktur keine signifikante Konzentration von Ausfallrisiken hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das maximale Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher in der Höhe des Buchwerts gegenüber den jeweiligen Kontrahenten. Eine Darstellung der Buchwerte und des daraus resultierenden maximalen Ausfallrisikos ist in Abschnitt 34 | »Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten« des Konzernanhangs ersichtlich. Des Weiteren verfolgt der RRPS-Konzern eine Geschäftspolitik, die dieses Risiko im Hinblick auf einzelne Kontrahenten auf einen bestimmten Betrag beschränkt. Dem Forderungsausfallrisiko wird durch aktives Forderungsmanagement sowie durch die hierfür gebildeten Wertberichtigungen auf Forderungen Rechnung getragen. LIQUIDITÄTSRISIKO. Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass der RRPS-Konzern nicht genügend Finanzmittel besitzt, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Diesem Risiko wird durch ein systematisches Liquiditätsmanagement vorgebeugt. Eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau sowie im Konzern vorhandene, nicht ausgenutzte Kreditlinien stellen die Liquiditätsversorgung bei planmäßiger Entwicklung sicher. Am Bilanzstichtag standen dem RRPS-Konzern Kreditlinien über insgesamt 310,9 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 320,6 Mio. Euro), davon wurden 10,9 Mio. Euro (Vorjahr: 11,1 Mio. Euro) in Anspruch genommen.
Es wurden alle Instrumente einbezogen, die am 31. Dezember 2022 bzw. am 31. Dezember 2021 im Bestand und für die Zahlungen vertraglich bereits vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten wurden nicht berücksichtigt. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs (per 31. Dezember) umgerechnet. SENSITIVITÄTSANALYSENDurch Sensitivitätsanalysen wird für jede Art von Marktpreisrisiko ermittelt, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen der jeweiligen Risikovariablen auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital, jeweils vor Steuern, zum Bilanzstichtag hätten. WÄHRUNGSSENSITIVITÄT. Für Zwecke der Sensitivitätsanalyse werden Währungsrisiken aus monetären Finanzinstrumenten in die Analyse einbezogen, die nicht in den funktionalen Währungen der einzelnen Unternehmen des RRPS-Konzerns abgeschlossen worden sind. Effekte aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse ausländischer Tochterunternehmen in die Konzernberichtswährung (Euro) sind nach IFRS 7 nicht in die Sensitivitätsanalyse einzubeziehen. Bei einer Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % zum 31. Dezember 2022 im Bereich der originären Finanzinstrumente (bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern rechnerisch um 26,9 Mio. Euro (Vorjahr: 7,1 Mio. Euro) erhöhen bzw. vermindern. Würde der Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen im Bereich der originären Finanzinstrumente um 10 % auf- oder abgewertet, ergäbe sich rechnerisch eine Verminderung bzw. Erhöhung des Konzernergebnisses vor Steuern um 6,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro). Diese Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Variablen wie Zinssätze, Preise und Kosten in der jeweiligen Fremdwährung unverändert bleiben. Die nachfolgenden Ausführungen zu den Effekten im Bereich der derivativen Finanzinstrumente beziehen sich somit auf die Absicherungen im operativen Bereich. Die derivativen Finanzinstrumente beinhalten auch Währungssicherungsgeschäfte auf noch nicht bilanzierte und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende künftige Transaktionen. Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % zum 31. Dezember 2022 im Bereich der derivativen Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 3,7 Mio. Euro (Vorjahr: 8,9 Mio. Euro) verringern. Würde der Euro gegenüber dem US-Dollar im Bereich der derivativen Finanzinstrumente um 10 % abgewertet, ergäbe sich eine Verbesserung des Konzernergebnisses vor Steuern um 3,4 Mio. Euro (Vorjahr: 8,5 Mio. Euro). Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen um 10 % zum 31. Dezember 2022 im Bereich der derivativen Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro) verringern. Würde der Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen im Bereich der derivativen Finanzinstrumente um 10 % abgewertet, ergäbe sich eine Erhöhung des Konzernergebnisses vor Steuern um 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 3,5 Mio. Euro). ZINSSENSITIVITÄT. Gemäß den Anforderungen des IFRS 7 wurden die Auswirkungen von Veränderungen der wichtigsten Zinssätze auf das Konzernergebnis vor Steuern analysiert. Die Auswirkung von Zinssatzänderungen auf künftige Cashflows war von dieser Analyse ausgenommen. Variabel verzinste Verbindlichkeiten bestanden zum Bilanzstichtag nicht (vgl. hierzu auch die Ausführungen unter Abschnitt 30 | »Finanzielle Verbindlichkeiten«). Die Veränderungen des Marktzinssatzes wirkten sich daher nur auf die kurzfristigen Geldanlagen aus. Die Zinssensitivitätsanalyse nimmt eine Verschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte (einen Prozentpunkt) nach oben und nach unten bei sonst gleichen Rahmenbedingungen an. Die Abweichungen zu den tatsächlich angesetzten Zinsen bzw. beizulegenden Zeitwerten und die potenziellen Effekte auf das Konzernergebnis zum Bilanzstichtag vor Steuern sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Im Geschäftsjahr 2022 basierte die Darstellung auf einer Bestimmung der Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern, wobei die Auswirkungen auf das Zinsergebnis im Falle der Neuberechnung anhand der hypothetischen Marktzinsen bei variabel verzinslichen Geldanlagen einbezogen wurden. Der erhöhte Effekt resultiert im Wesentlichen aus der im Vorjahresvergleich deutlich höheren erwarteten durchschnittlichen Liquiditätsposition.
ROHSTOFFSENSITIVITÄT. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse für den Rohstoffbereich wurden die Auswirkungen von Veränderungen der Rohstoffpreise auf die zum Stichtag im Bestand befindlichen Rohstoffderivate untersucht. Hierbei wurden die Auswirkungen von Marktpreisveränderungen bei den zugrunde liegenden Rohstoffen auf das Konzernergebnis vor Steuern analysiert. Die Auswirkung von Rohstoffpreisänderungen auf künftige Cashflows ist von dieser Analyse ausgenommen. Die den Derivaten zugrunde liegenden Grundgeschäfte wurden in der Sensitivitätsanalyse nicht berücksichtigt. Bei den zum Geschäftsjahresende bestehenden derivativen Rohstoffsicherungen (vgl. hierzu Abschnitt 33 | »Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts«) wurden die beizulegenden Zeitwerte anhand der hypothetischen Marktpreise neu berechnet und die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern in die Sensitivitätsanalyse einbezogen. Die Rohstoffsensitivitätsanalyse nimmt eine Verschiebung der Marktpreise um 10 % nach oben und nach unten bei sonst gleichen Rahmenbedingungen an. Bei einem Anstieg der Rohstoffpreise um 10 % zum 31. Dezember 2022 würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 1,8 Mio. Euro erhöhen (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro). Bei einem um 10 % niedrigeren Rohstoffpreisniveau ergäbe sich eine Verringerung des Konzernergebnisses vor Steuern um 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro). KAPITALMANAGEMENTZielsetzung des Kapitalmanagements ist es, ein solides Finanzprofil zu gewährleisten. Insbesondere sollen die jederzeitige Erfüllung operativer Zahlungsverpflichtungen, der Kapitaldienst für Fremdkapitalgeber und die Dividendenausschüttung an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, sichergestellt werden. Darüber hinaus will sich der RRPS-Konzern ausreichende finanzielle Spielräume zur Fortsetzung seines Wachstumskurses erhalten. Der RRPS-Konzern wird hinsichtlich seiner Bonität derzeit von keiner offiziellen externen Ratingagentur eingestuft. Das konzernweite Finanzrisikoprofil wird zentral durch das Group Treasury des RRPS-Konzerns aktiv gesteuert und überwacht. Aufgrund der stabilen Eigenkapitalquote sowie des auf sehr geringem Niveau stabilen, aktuell positiven Nettofinanzierungssaldos kann für den RRPS-Konzern stand-alone (d.h. bei Nichtberücksichtigung der Einbindung in den Rolls-Royce-Konzern) von einer dem Investment Grade entsprechenden Bonität ausgegangen werden. Der Nettofinanzierungssaldo (zinstragende Finanzverbindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel) ist auf 835,9 Mio. Euro (Vorjahr: 889,7 Mio. Euro) gesunken. Grund hierfür ist die Verringerung der in den Zahlungsmitteln ausgewiesenen kurzfristigen Geldanlage bei Rolls-Royce plc.
Mit einer Eigenkapitalquote von 43,2 % zum 31. Dezember 2022 weist der RRPS-Konzern eine solide und angemessene Finanzstruktur auf. Im Rahmen der Kapitalmanagementstrategie des RRPS-Konzerns wird stets gewährleistet, dass sowohl der Konzern als auch die Konzernunternehmen über eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung verfügen. Neben einer adäquaten Finanzierung wird den Tochterunternehmen ein erforderlicher Liquiditätsspielraum zur Verfügung gestellt. Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung3 | UmsatzerlöseDie nachfolgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Erlöse, die der Konzern aus Verträgen mit Kunden erzielte:
VERTRAGSSALDEN
Die Vertragsverbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen aus für Motorenverkäufe erhaltene Anzahlungen sowie Vorauszahlungen für die Erfüllung von langfristigen Wartungsverträgen zusammen. Ebenso enthalten sind kurzfristige Vorauszahlungen im Zuge des Mehrkomponentengeschäfts i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistung und der Betrag des Transaktionspreises, der laufenden Garantien und Gewährleistungen zugeordnet wurde (Anhangangabe 32 | »Vertragsverbindlichkeiten«). Zu Beginn des Berichtsjahres waren in den Vertragsverbindlichkeiten ausstehende Leistungsverpflichtungen in Höhe von 356,5 Mio. Euro (Vorjahr: 315,9 Mio. Euro) enthalten, die im Laufe des Jahres 2022 zu Umsatzerlösen geführt haben. LEISTUNGSVERPFLICHTUNGENDie Leistungsverpflichtungen des Konzerns sind nachfolgend zusammenfassend beschrieben: FERTIGFABRIKATEMOTOREN. Die Leistungsverpflichtung wird mit Lieferung der Motoren erfüllt. Die Zahlungsfrist endet in der Regel 30 bis 90 Tage nach der Lieferung. Bei langfristigen Liefergeschäften sind gewöhnlich Vorauszahlungen bei Abschluss des Vertrags zu leisten. MEHRKOMPONENTENGESCHÄFT I. S. V. LIEFERUNGEN MIT ANSCHLIESSENDER SERVICELEISTUNG. Die Leistungsverpflichtung wird über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Zahlung ist in der Regel bei Abschluss der Serviceleistung und ihrer Abnahme durch den Kunden fällig. Bei manchen Verträgen sind vor Erbringung der Serviceleistungen kurzfristige Vorauszahlungen zu leisten. AFTER SALESERSATZTEILGESCHÄFT. Die Leistungsverpflichtung wird mit Lieferung der Ersatzteile erfüllt, und die Zahlungsfrist endet in der Regel 30 bis 90 Tage nach der Lieferung. Der Verkauf von Ersatzteilen räumt den Kunden teilweise Rückgaberechte ein, die zu einer variablen Gegenleistung führen, welche einer Begrenzung unterliegt -siehe hierzu Abschnitt »Ertrags- und Aufwandsrealisierung« unter Punkt 2 | »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden«. LANGFRISTIGE WARTUNGSVERTRÄGE. Die Leistungsverpflichtung wird über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Zahlung ist in der Regel nach einer definierten Anzahl von gelaufenen Betriebsstunden fällig. Der den (nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten) verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordnete Transaktionspreis gliederte sich zum 31. Dezember wie folgt:
Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen, bei denen der Konzern damit rechnet, dass der ihnen zugeordnete Transaktionspreis in den kommenden Jahren als Erlös erfasst wird, beziehen sich hauptsächlich auf den Verkauf von Fertigfabrikaten. IFRS 15 sieht vor, dass von der Einbezugnahme von Leistungsverpflichtungen abgesehen werden kann, wenn die Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrags mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist oder die Erlöse aus einer Leistungsverpflichtung in Höhe des Betrags erfasst werden, den das Unternehmen in Rechnung stellen darf. Wir nehmen diese Erleichterungsvorschrift nicht in Anspruch. 4 | UmsatzkostenDie Umsatzkosten umfassen die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die für die verkauften Produkte, Waren und Dienstleistungen anfallen. Die Umsatzkosten sind im Geschäftsjahr 2022 auf 2.855,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2.513,7 Mio. Euro) gestiegen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden zusätzlich Aufwendungen für Serienbetreuung und Kostenarbeit von 55,5 Mio. Euro in den Umsatzkosten erfasst, welche bisher innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen wurden. Im Vorjahr betrug der Gesamtaufwand für diese zwei Kostenarten 53,7 Mio. Euro. Somit würden sich die Umsatzkosten im Vorjahr als Vergleichsgröße um 53,7 Mio. Euro auf 2.567,4 Mio. Euro erhöhen. Die Umsatzkosten sind daher im aktuellen Geschäftsjahr tatsächlich um 287,8 Mio. Euro gestiegen. Die Zunahme der Kosten ist hauptsächlich auf erhöhte Materialaufwendungen in Zusammenhang mit dem gestiegenen Absatzvolumen zurückzuführen. 5 | Sonstige betriebliche Erträge
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Berichtsjahr eine Vielzahl von Erträgen. Ein wesentlicher Effekt betrifft den Ertrag aus der Auflösung einer Rückstellung für nachlaufende Aufwendungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der L'Orange GmbH, Stuttgart, im Jahr 2018 in Höhe von 7,4 Mio. Euro. Darüber hinaus sind die Erträge aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Mio. Euro gestiegen. 6 | VertriebskostenZu den Vertriebskosten gehören alle Vertriebseinzel- und Vertriebsgemeinkosten. Darunter fallen grundsätzlich alle Personal-, Material- und Abschreibungsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen des Vertriebsbereichs. Die Vertriebskosten sind im Geschäftsjahr 2022 um 7,3 Mio. Euro auf 286,6 Mio. Euro (Vorjahr: 279,4 Mio. Euro) gestiegen. 7 | Allgemeine VerwaltungskostenDie allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der zentralen Verwaltungsbereiche (im Wesentlichen Controlling, Finanz- und Rechnungswesen sowie die Steuer- und Rechtsabteilung, Unternehmenskommunikation, Personal und Strategie), die nicht mit der Produktion, dem Vertrieb oder der Forschung und Entwicklung in Verbindung stehen. Die allgemeinen Verwaltungskosten sind im Geschäftsjahr 2022 um 0,9 Mio. Euro auf 230,2 Mio. Euro (Vorjahr: 229,3 Mio. Euro) gestiegen. Die im Geschäftsjahr 2022 veranschlagten Honorare und Auslagen für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, sowie für dessen verbundene Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 HGB betragen 1,1 Mio. Euro und setzen sich aus Abschlussprüfungsleistungen für den Konzernabschluss sowie für die gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüsse der RRPS AG und ihrer inländischen Tochterunternehmen zusammen. Ferner enthält dieser Betrag Leistungen der Prüfung der für die Konsolidierungszwecke erstellten IFRS-Berichtspakete der Einheiten. 8 | Forschungs- und EntwicklungskostenDie Forschungs- und Entwicklungskosten sind auf 235,0 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: 187,1 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr 2022 wurden in den Umsatzkosten zusätzlich Aufwendungen für Serienbetreuung und Kostenarbeit in Höhe von 55,5 Mio. Euro erfasst, welche bisher innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen waren. Im Vorjahr betrug der Gesamtaufwand für diese zwei Kostenarten 53,7 Mio. Euro. Somit würden sich die Forschungs- und Entwicklungskosten im Vorjahr als Vergleichsgröße um 53,7 Mio. Euro auf 133,4 Mio. Euro verringern. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind daher im aktuellen Geschäftsjahr tatsächlich um 101,6 Mio. Euro gestiegen. Neben dem Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten sind auch die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 29,5 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) enthalten. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einer Abwertung des für den Power Gen-Markt entwickelten 12V+ 1600-Motors, dessen aktuelle Rentabilität infolge zu hoher Produktionskosten nicht sichergestellt ist. 9 | Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen eine Vielzahl von Aufwendungen, die im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind. Hauptursache für den erhöhten Ausweis im Vorjahr ist der vorläufige Verlust aus dem Verkauf des Teilkonzern Bergens Engines AS zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 7,3 Mio. Euro. 10 | Übriges Finanzergebnis
Das übrige Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2022 15,6 Mio. Euro (Vorjahr: 14,6 Mio. Euro) und verbesserte sich somit leicht um 1,0 Mio. Euro. Im Wesentlichen ergaben sich zwei gegenläufige Ergebniseffekte: ein negativer Ergebniseffekt aus der Währungsumrechnung in Höhe von - 13,7 Mio. Euro (Vorjahr: - 16,8 Mio. Euro) sowie ein positiver Ergebniseffekt aus der Bewertung von Derivaten in Höhe von 18,9 Mio. Euro (Vorjahr: 32,0 Mio. Euro). Für die zum Bilanzstichtag vorhandenen Optionen zum Kauf von Anteilen an einem Gemeinschaftsunternehmen wurde im Rahmen der Bewertung ein Ertrag von 0,7 Mio. Euro erfasst. 11 | Zinsergebnis
Das Zinsergebnis in Höhe von - 13,3 Mio. Euro (Vorjahr: - 15,7 Mio. Euro) verbesserte sich um 2,4 Mio. Euro gegenüber dem Geschäftsjahr 2021. Dies ist hauptsächlich auf höhere Zinserträge aus der Geldanlage bei Rolls-Royce plc zurückzuführen. Für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden im Berichtszeitraum Gesamtzinserträge in Höhe von 5,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) bzw. wurde ein Gesamtzinsaufwand von 4,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,6 Mio. Euro) gebucht. Aus Forderungen FVOCI resultierten im Geschäftsjahr weder Zinserträge noch Zinsaufwendungen. 12 | Personalaufwand
Der RRPS-Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 9.879 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.398). Die durchschnittliche Anzahl der indirekten Mitarbeiter betrug 5.844 Mitarbeiter (Vorjahr: 6.289), die der direkten Mitarbeiter 3.634 (Vorjahr 3.697). Die Anzahl der durchschnittlichen Mitarbeiter der anteilsmäßig einbezogenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 belief sich auf 420 (Vorjahr: 379). 13 | Materialaufwand
Der Materialaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr um 236,4 Mio. Euro auf 2.140,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1.904,2 Mio. Euro). Die Entwicklung ist hauptsächlich auf das gestiegene Umsatzvolumen zurückführen. 14 | Erfolgsorientierte VergütungenIm Jahr 2016 wurden für die Führungskräfte der RRPS AG die bisherigen Vergütungsrichtlinien auf die Vergütungsrichtlinien der Rolls-Royce plc umgestellt. Damit einhergehend wurde bei der RRPS AG der Long-Term Incentive Plan (LTIP) der Rolls-Royce plc adoptiert und eingeführt. Teilnahmeberechtigt an diesem Plan sind Führungskräfte, die den Wechsel auf die Rolls-Royce-Vergütungsrichtlinien einvernehmlich angenommen haben. Der Rolls-Royce plc-LTIP ist ein Programm, das zentral von Rolls-Royce plc aufgelegt, umgesetzt und administriert wird. Das Programm wird gemäß den jeweiligen Durchführungsbestimmungen der Rolls-Royce plc abgewickelt. Entsprechende Rückstellungen für Aktienzuteilungen werden zentral bei Rolls-Royce plc vorgenommen. Lediglich für die geringe Anzahl an Cash-Zuteilungen werden bei den jeweiligen lokalen Unternehmen des Rolls-Royce-Konzerns Rückstellungen gebildet. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Im Rahmen des LTIP werden die Zuteilungsbeträge mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. LONG-TERM INCENTIVE PLAN (LTIP) 2019. Im März und September 2019 wurden den teilnahmeberechtigten Führungskräften und Spezialisten der RRPS AG weitere LTIP-Pläne der Rolls-Royce plc angeboten. Das Angebot ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen sind 70 % bzw. 25 % dieser Aktien an den Verbleib im Unternehmen bis zur Programmfälligkeit gekoppelt. Weitere 30 % bzw. 75 % dieser Aktien sind abhängig von der Cashflow-Performance der Rolls-Royce plc. LONG-TERM INCENTIVE PLAN (LTIP) 2020. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen und ausgewählten Spezialisten sind im Geschäftsjahr 2020 die Zuteilungen an den Verbleib im Unternehmen bis zur Fälligkeit des Programms gekoppelt. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Zuteilungsbeträge werden mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. 100 % dieser Aktien sind abhängig von der Cashflow-Performance der Rolls-Royce plc. LONG-TERM INCENTIVE PLAN (LTIP) 2021. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen und ausgewählten Spezialisten sind im Geschäftsjahr 2021 die Zuteilungen an den Verbleib im Unternehmen bis zur Fälligkeit des Programms gekoppelt. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Zuteilungsbeträge werden mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. 100 % dieser Aktien sind abweichend vom Vorjahr »restricted stocks«, dementsprechend ist Verfügung über die Aktien nach drei Jahren nicht von der Performance (KPIs in der Regel Cashflow) abhängig, sondern lediglich vom Verbleib des Mitarbeiters im Unternehmen. LONG-TERM INCENTIVE PLAN (LTIP) 2022. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen und ausgewählten Spezialisten sind im Geschäftsjahr 2022 die Zuteilungen an die Zugehörigkeit zum Unternehmen bis zur Fälligkeit des Programms gekoppelt. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Zuteilungsbeträge werden mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. Die Verfügbarkeit der Aktien nach drei Jahren ist von der Performance (Cashflow, Operating Profit, CO2 Sustainability Milestones) abhängig. Neu eingestellte Mitarbeiter, die bei ihrem vorherigen Arbeitgeber Ansprüche auf eine Langfristvergütung erworben und diese durch den Arbeitgeberwechsel verloren haben, erhalten in bestimmten Fällen Ausgleichszuteilungen. Hierbei werden die bestehenden Ansprüche zum Zeitpunkt des Wechsels bewertet und mit einer entsprechenden wertgleichen Anzahl Aktien der Rolls-Royce plc ausgeglichen. Eine Auszahlung erfolgt unter Berücksichtigung der Zielerreichung der anderen Unternehmung bis zu minimal 50 % des Werts dieser Aktien in bar unter Anwendung eines durchschnittlichen Aktien- und Wechselkurses zu dem Zeitpunkt, zu dem die ursprünglichen Long-Term Incentive-Programme des vorherigen Arbeitgebers zur Ausschüttung gekommen wären. Erläuterungen zur Konzernbilanz15 | Immaterielle Vermögenswerte
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten. Bereits im Jahr 2020 führten eine voraussichtlich geringere Absatzmenge der zugrunde liegenden Technologien bzw. Entwicklungen sowie ein breiteres Angebot erneuerbarer Technologien im Markt durch teilweise erhöhte Subventionen und staatliche Zuschüsse zu einer außerplanmäßigen Abschreibung nach IAS 36 auf die Konzessionen und gewerblichen Schutzrechte und auf die aktivierten Entwicklungskosten. Im Geschäftsjahr 2022 gab es weitere außerplanmäßige Abschreibungen auf die Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte in Höhe von 5,8 Mio. Euro (Vorjahr: 9,4 Mio. Euro) sowie auf die aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von 20,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro), die aus der initialen Abschreibung 2020 resultieren. Die Bilanzposition »Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte« setzt sich aus den folgenden Gruppen zusammen:
Die Veränderung dieser Gruppen stellt sich wie folgt dar:
Die Marke mtu als immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer wurde zum Bilanzstichtag in der ZGE Rolls-Royce Power Systems ohne Bergen in Höhe von 46,5 Mio. Euro berücksichtigt (Vorjahr: 46,5 Mio. Euro) und war somit unverändert. Seit Einführung der Marke im Jahr 1969 schützt die Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen, den Wert der Marke mtu durch die Geschäftspolitik und dadurch, dass keine Nutzungsrechte an Dritte gewährt werden, die nicht dem Vertriebsnetz der RRPS AG angehören. Die Restnutzungsdauer der Technologie beträgt 8 bzw. 13 Jahre und die der Kundenbeziehungen 13 Jahre. In den übrigen Konzessionen und gewerblichen Schutzrechten sind insbesondere entgeltlich erworbene Entwicklungsleistungen von 69,8 Mio. Euro (Vorjahr: 48,6 Mio. Euro) sowie Software von 22,3 Mio. Euro (Vorjahr: 22,7 Mio. Euro) enthalten. Im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 wurden 235,0 Mio. Euro (Vorjahr: 187,1 Mio. Euro) als Aufwand für Forschung und Entwicklung erfasst. Wie im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Sicherungsabtretungen von immateriellen Vermögenswerten, Patenten, gewerblichen Schutzrechten und Marken. Zur Durchführung des Impairment-Tests sind der Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE Rolls-Royce Power Systems zugeordnet, die die Marke mtu beinhaltet. Der Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE Rolls-Royce Power Systems zum 31. Dezember 2022 betrug 237,0 Mio. Euro (Vorjahr: 236,5 Mio. Euro). Die ZGE orientieren sich an der niedrigsten Ebene innerhalb des RRPS-Konzerns, zu der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Innerhalb des RRPS-Konzerns wurde eine ZGE identifiziert. Kriterium für die Abgrenzung einer ZGE ist, dass diese weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten Mittelzuflüsse erwirtschaftet. Innerhalb der ZGE Rolls-Royce Power Systems sind beispielsweise die Geschäftsbereiche (Business Units) keine ZGE, da nur auf übergeordneter Ebene eine Gruppe von Vermögenswerten zugeordnet werden kann, die Mittelzuflüsse erzeugt, welche weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Eine Unterscheidung nach Geschäftsbereichen erfolgt aufgrund der den Motoren innewohnenden Spezifikationen, die allerdings alle auf denselben Basismotoren basieren. Die Geschäftsbereiche erzeugen keine weitestgehend unabhängigen Cashflows, da diese immer die Basismotoren benötigen. Die Produktion der Motoren für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche ist durch den hohen Anteil gemeinsamer Nutzung von Produktionsmitteln gekennzeichnet. Die in diesem Zusammenhang stehenden Informationen (Umsatz und Auftragseingang) dienen auf Ebene der Geschäftsbereiche der Vertriebssteuerung und der Bearbeitung der Absatzmärkte. Zudem sind die Basismotoren innerhalb des Produktionsprozesses nicht selbstständig vermarktungsfähig bzw. stellen keine marktgängigen Zwischenprodukte dar. Im Rahmen des Impairment-Tests wurde der Buchwert der ZGE dem erzielbaren Betrag (recoverable amount) gegenübergestellt, welcher der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten (Fair Value less Cost of Disposal) und Nutzungswert (Value in Use) ist. Als erzielbarer Betrag für die ZGE wurde für den Impairment-Test zum 30. November 2022 (Vorjahr: 30. November 2021) analog zum Vorjahr der beizulegende Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten (Fair Value less Cost of Disposal) nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren zugrunde gelegt. Bei der Ermittlung dieser Beträge wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt:
Zudem bildeten die folgenden wesentlichen Annahmen den Ausgangspunkt bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten der ZGE Rolls-Royce Power Systems:
In der nach IFRS vorgeschriebenen Sensitivitätsanalyse wird dargestellt, ob es bei der ZGE Rolls-Royce Power Systems durch eine mögliche Änderung der entsprechenden Annahmen zu einer Wertminderung kommt: Bei einer Verminderung der künftigen Zahlungsströme (ZGE Rolls-Royce Power Systems) um 10,0 % ergäbe sich kein Wertminderungsbedarf. Bei einer Erhöhung der zur Diskontierung verwendeten Kapitalkosten um 1,0 % bei unveränderten Zahlungsströmen würde sich ebenfalls kein Wertminderungsbedarf ergeben. Auch eine Reduzierung der Wachstumsrate in der Phase der ewigen Rente um 0,5 % bei Konstanz der anderen Annahmen würde zu keinem Wertminderungsbedarf führen. 16 | Sachanlagen
Wie im Vorjahr bestanden keine Verfügungsbeschränkungen in Form von Grundpfandrechten und Sicherungsübereignungen. Die Abschreibungen auf Vermögenswerte des Sachanlagevermögens sind entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten. Im Geschäftsjahr sind außerplanmäßige Abschreibungen auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung von 0,1 Mio. Euro gebildet worden (Vorjahr: 5,2 Mio. Euro auf geleistete Anzahlungen). 17 | Nutzungsrechte
Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte sind entsprechend der Mindestmietzeit der Leasingverträge in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten. Im Berichtsjahr sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 4,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) in den Abschreibungen enthalten. Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr betreffen ausschließlich den Bereich der Technischen Anlagen und Maschinen. Folgende Erträge und Aufwendungen bezüglich IFRS 16 wurden im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
18 | Nach der Equity-Methode bilanzierte FinanzinvestitionenAus Konzernsicht sind die Gemeinschaftsunternehmen Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., Mest Co. Ltd., MTU Power Systems Sdn Bhd, Force MTU Power Systems Pvt. Ltd., MTU Yuchai Power Company Ltd. und Hoeller Electrolyzer GmbH aufgrund ihrer Unternehmensgröße zum Bilanzstichtag nicht wesentlich. Die folgende Tabelle enthält die zusammengefassten Finanzinformationen der einzelnen nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen.1 Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des RRPS-Konzerns an den Gemeinschaftsunternehmen.
Der Anstieg des Buchwerts der Equity-Anteile zum 31. Dezember 2022 ist zum einen auf den Erwerb der Beteiligung an der Hoeller Electrolyzer GmbH in Höhe von 7,1 Mio. Euro sowie auf einen positiven Ergebnisbeitrag mehrerer Gemeinschaftsunternehmen zurückzuführen. Es bestehen nicht erfasste kumulierte Verluste im Zusammenhang mit den Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 3,9 Mio. Euro. Davon wurden im Geschäftsjahr 2022 Verluste von 3,1 Mio. Euro verzeichnet. Das assoziierte Unternehmen Kowry Energy GmbH ist aus Konzernsicht nicht wesentlich.
Diese Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des RRPS-Konzerns am assoziierten Unternehmen. 19 | ErtragsteuernSTEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAGDie RRPS AG ist ertragsteuerliche Organträgerin aller deutschen Gesellschaften, mit Ausnahme der im Jahr 2020 erworbenen Rolls-Royce Solutions Willich GmbH, Willich. Das ertragsteuerliche Einkommen der deutschen Organgesellschaften wird der RRPS AG zugerechnet und bei dieser der deutschen Körperschaft- und Gewerbesteuer unterworfen. Es wurde kein Steuerumlagevertrag abgeschlossen. Diesen steuerlichen Verhältnissen folgend, erfolgt der Ausweis der tatsächlichen Ertragsteuerbelastung des Organkreises auf Ebene der Organträgerin. Die deutschen Gesellschaften im Organkreis unterlagen einer durchschnittlichen Gewerbeertragsteuerbelastung von 12,6 % (Vorjahr: 12,6 %). Für den Veranlagungszeitraum betrug der Körperschaftsteuersatz 15,0 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags auf die Körperschaftsteuer von 5,5 %. Daraus ergab sich ein im Vergleich zum Vorjahr unveränderter kombinierter Ertragsteuersatz für die deutschen Gesellschaften im Organkreis von 28,4 % (Vorjahr: 28,4 %). Die Rolls-Royce Solutions Willich GmbH, Willich, unterlag einer Gewerbesteuerbelastung von 15,2 % (Vorjahr: 15,2%) und somit einem kombinierten Ertragsteuersatz von 31,0 % (Vorjahr: 31,0%). Für die ausländischen Gesellschaften lagen der Ermittlung die in den einzelnen Ländern geltenden nominalen Ertragsteuersätze zugrunde. Diese bewegten sich zwischen 10,0 % und 34,0 % (Vorjahr: zwischen 9,0 % und 34,0 %). Für den RRPS-Konzern resultierte daraus ein rechnerischer nominaler Konzernsteuersatz von 29,5 % (Vorjahr: 29,5 %). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:
In den Steueraufwendungen/-erträgen sind Steuererträge für Vorjahre für Deutschland und das Ausland in Höhe von 5,6 Mio. Euro enthalten. LATENTE STEUERNDie aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:
Die konsolidierungsbedingten aktiven latenten Steuern beliefen sich auf 25,5 Mio. Euro (Vorjahr: 28,6 Mio. Euro). Gemäß IAS 12 sind im Konzernabschluss latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden (sogenannte Outside Basis Differences), wenn mit der Realisierung dieses Unterschiedsbetrags gerechnet werden kann. Da es sich sowohl bei der RRPS AG als auch bei den betroffenen Tochtergesellschaften um Kapitalgesellschaften handelt, sind diese Differenzen bei ihrer Realisierung ganz überwiegend gemäß § 8b KStG steuerfrei und damit permanenter Natur. Auch für die temporären Differenzen (zum Beispiel resultierend aus der 5-prozentigen Pauschalzurechnung des § 8b KStG) in Höhe von 49,0 Mio. Euro (Vorjahr: 38,9 Mio. Euro) soll nach IAS 12.39 der Ansatz einer passivischen Steuerlatenz unterbleiben, wenn es bei gegebener Kontrolle durch die Muttergesellschaft nicht wahrscheinlich ist, dass diese Differenzen sich in der vorhersehbaren Zukunft umkehren. Da diese Umkehrung nicht erwartet wird, waren hieraus bilanziell keine Steuerlatenzen zu berücksichtigen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen und zum Realisierungszeitpunkt erwarteten länderspezifischen Steuersätzen. Diese lagen für das Geschäftsjahr 2022 zwischen 10,0 % und 34,0 % (Vorjahr: 9,0 % und 34,0 %).
Der latente Steueraufwand von 22,1 Mio. Euro (Vorjahr: latenter Steuerertrag 29,4 Mio. Euro) beinhaltet einen latenten Steuerertrag von 13,8 Mio. Euro (Vorjahr: latenter Steueraufwand 47,8 Mio. Euro). STEUERLICHE VERLUSTVORTRÄGEDer Bewertung aktiver latenter Steuern wurde die erwartete künftige Geschäftsentwicklung zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses auf Basis der Unternehmensplanung für die folgenden fünf Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über bislang noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften in Höhe von rund 70,2 Mio. Euro (Vorjahr: 58,7 Mio. Euro). Im Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern waren latente Steuern aus Verlustvorträgen oder Steuerminderungsansprüche von 5,4 Mio. Euro enthalten (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro). Der Betrag für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, für die in der Bilanz keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, belief sich auf 48,5 Mio. Euro (Vorjahr: 44,3 Mio. Euro). Die darauf entfallenden, nicht angesetzten aktiven latenten Steuern betrugen 9,0 Mio. Euro (Vorjahr: 8,0 Mio. Euro). Relevant für die Beurteilung von Ansatz und Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung ihrer künftigen Realisierbarkeit. Die Realisierbarkeit ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne, in denen sich Bewertungsunterschiede umkehren bzw. steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuerguthaben geltend gemacht werden können. Es wird davon ausgegangen, dass die Realisierbarkeit der Vorteile aus den bilanzierten aktiven latenten Steuern wahrscheinlich ist. Es besteht eine hinreichende Gewinnerwartung für die Zukunft. LAUFENDE ERTRAGSTEUERNDie Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen beruhen auf noch nicht endgültig veranlagten Besteuerungszeiträume der inländischen und ausländischen Gesellschaften. STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNGDer ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres in Höhe von 73,7 Mio. Euro (Vorjahr: 72,5 Mio. Euro) ist um 28,1 Mio. Euro niedriger (Vorjahr: 5,1 Mio. Euro höher) als der auf das Vorsteuerergebnis rechnerisch erwartete Steueraufwand von 101,8 Mio. Euro (Vorjahr: 67,4 Mio. Euro). Der Unterschied zwischen dem laufenden und dem erwarteten Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:
20 | Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Mit dem Erwerb der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Hoeller Electrolyzer GmbH wurde eine Kaufoption für einen weiteren Anteilskauf von 29,7 % im Jahr 2027 gewährt, die als derivatives Finanzinstrument zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 9,8 Mio. Euro ausgewiesen wird. 21 | Vorräte
Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Herstellungskosten der Vorräte, die in der Konzerngesamtergebnisrechnung als Aufwand innerhalb der Umsatzkosten erfasst sind, 2.113,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1.792,8 Mio. Euro). Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse und Waren sind zu Anschaffungs-/Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die diesbezügliche Zuschreibung belief sich im Berichtsjahr auf 9,9 Mio. Euro (Vorjahr (Abwertung): - 0,5 Mio. Euro). Von den gesamten Vorräten waren 78,9 Mio. Euro (Vorjahr: 73,6 Mio. Euro) zum Nettoveräußerungswert aktiviert. Wie im Vorjahr wurden keine Vorräte für Verbindlichkeiten verpfändet. 22 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, entsprechen im Wesentlichen ihren beizulegenden Zeitwerten. 702,5 Mio. Euro der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Für die restlichen 12,3 Mio. Euro beträgt die Laufzeit mehr als ein Jahr. Um den erwarteten Kreditverlust zu messen, wurden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die Wertberichtigungssätze für jede wesentliche Konzerngesellschaft auf der Grundlage einzelner Überfälligkeitsbänder und tatsächlicher erlittener Kreditverluste vergangener Jahre kalkuliert. Der Wert beinhaltet auch zukunftsorientierte Informationen, wenn eine Analyse unter Berücksichtigung der aktuellen Gegebenheiten und die Einschätzung der während der Laufzeit der finanziellen Vermögenswerte erwarteten wirtschaftlichen Lage aus der Sicht des Konzerns einen Anpassungsbedarf ergibt. Die Fair-Value-Änderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Programmen verkauft werden können, orientieren sich betragsmäßig an den erwarteten Kreditverlusten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das maximale Ausfallrisiko ist der jeweilige Nennwert. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:
Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den Vertriebskosten ausgewiesen. Nach Berücksichtigung dieser Wertberichtigungen betrug der Buchwert der Forderungen zum Stichtag 714,8 Mio. Euro (Vorjahr: 567,0 Mio. Euro). Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem vertraglichen Volumen von 23,4 Mio. Euro (Vorjahr: 21,3 Mio. Euro), die während des Geschäftsjahres 2022 abgeschrieben wurden, laufen weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen. Der RRPS-Konzern behält sich vor, im Rahmen von revolvierenden Factoring-Programmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu verkaufen. Das Bonitäts- und Zahlungszeitpunktrisiko geht hierbei vollkommen auf den Forderungsankäufer über. Die verkauften Forderungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs daher vollständig ausgebucht. Die durchschnittlich erwarteten Ausfallraten sind aufgrund des Anstiegs des Kreditrisikos bedingt durch bestehende Lieferkettenengpässe weiterhin auf hohem Niveau. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Buchwerte und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Überfälligkeitszeitband zum 31. Dezember 2022:
Der RRPS-Konzern setzt zur Absicherung seiner Forderungen branchenübliche Instrumente wie Avale, Akkreditive oder Warenkreditversicherungen ein. Zum 31. Dezember 2022 waren durch solche Instrumente Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von rund 139,5 Mio. Euro (Vorjahr: 111,3 Mio. Euro) abgesichert. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die durch Warenkreditversicherungen abgesichert sind, würde im Fall eines Zahlungsausfalls ein Selbstbehalt in Höhe von 10 % zum Tragen kommen. Der beizulegende Zeitwert dieser Sicherungsinstrumente entspricht weitgehend dem Nominalwert der abgesicherten Forderungen. Sie führten zum 31. Dezember 2022 zu einer Verringerung des erwarteten Kreditverlusts in Höhe von 3,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) 23 | Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Unter den Steuererstattungsansprüchen aus sonstigen Steuern werden alle Forderungen des RRPS-Konzerns gegenüber Steuerbehörden ausgewiesen (zum Beispiel Vorsteuer). Die übrigen nicht finanziellen Vermögenswerte umfassen primär geleistete Vorauszahlungen für zu empfangende Dienstleistungen, Nachlässe von Lieferanten, geleistete Kautionen sowie Vorschüsse an Mitarbeiter für Reisekosten und Ähnliches. Des Weiteren sind in »Übrige nicht finanzielle Vermögenswerte« Pfandforderungen aus dem Reman-Geschäft (Aufbereitung von Altteilen) in Höhe von 5,2 Mio. Euro ausgewiesen (Vorjahr: 4,2 Mio. Euro). 24 | ZahlungsmittelDie Zahlungsmittel setzen sich wie folgt zusammen:
Für das Geschäftsjahr 2022 resultierten die gesunkenen Zahlungsmitteläquivalente aus einer geringeren Geldanlage beim Mutterkonzern Rolls-Royce plc. Nach erfolgtem Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2021 wurde 2022 eine Ausschüttung an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, in Höhe von 150 Mio. Euro vorgenommen (Vorjahr: keine Ausschüttung). Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Verfügungsbeschränkungen von Zahlungsmitteln. 25 | Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
In der Position »Übrige« sind insbesondere gezahlte Kautionen in Höhe von 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 11,5 Mio. Euro) enthalten, deren Buchwerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Eine weitere Kaufoption für einen Anteilskauf von 13,2 % an der Hoeller Electrolyzer GmbH im Jahr 2023 ist als derivatives Finanzinstrument zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 2,8 Mio. Euro erfasst. 26 | EigenkapitalGRUNDKAPITALDas Grundkapital der RRPS AG beträgt 131.380.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, auf die ein anteiliges rechnerisches Grundkapital in Höhe von 1,00 Euro je Aktie entfällt. Sämtliche Aktien sind voll emittiert und einbezahlt. Jede Stückaktie gewährt dem Besitzer ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung der RRPS AG. ENTWICKLUNG UND ZUSAMMENSETZUNG DES EIGENKAPITALSDie Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien, gemindert um die der Kapitalbeschaffung direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die Kapitalrücklage umfasst auch die Beträge der gemäß § 150 Abs. 1 AktG zu bildenden gesetzlichen Rücklage. Hinsichtlich der Verwendung der Kapitalrücklage gelten die Vorschriften des § 150 Abs. 3 und Abs. 4 AktG. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 514,8 Mio. Euro. Die Gewinnrücklagen und anderen Rücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet werden. Ebenso wird die ergebnisneutrale Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen ausgewiesen. Eine detaillierte Übersicht zur Zusammensetzung bzw. Veränderung der Gewinnrücklagen und anderen Rücklagen im Geschäftsjahr 2022 sowie im Vorjahr ist in der Übersicht »Veränderung des Konzerneigenkapitals« auf Seite 6 dargestellt. GEWINNVERWENDUNGFür das Geschäftsjahr 2022 soll nach erfolgtem Gewinnverwendungsbeschluss eine Ausschüttung an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, in Höhe von 170 Mio. Euro abgeführt werden. Dies entspricht 1,29 Euro pro Aktie. 27 | PensionsrückstellungenInnerhalb des RRPS-Konzerns bestehen Verpflichtungen sowohl aus beitragsorientierten Pensionsplänen (vgl. Abschnitt 12 | »Personalaufwand«) als auch aus leistungsorientierten Pensionsplänen. BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNEBei der RRPS AG beziehen sich die Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionspläne im Wesentlichen auf die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Im Jahr 2022 betrug der Aufwand im Zusammenhang mit beitragsorientierten Pensionsplänen 67,7 Mio. Euro (Vorjahr: 65,7 Mio. Euro). LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNEDie zugesagten Leistungen in Deutschland unterscheiden sich nach der Stellung des Mitarbeiters im Unternehmen und entsprechen branchenüblichen Versorgungszusagen. Für Vorstände existieren Sonderregelungen. Tarifmitarbeiter und leitende Führungskräfte haben Ansprüche auf Altersleistung, vorgezogene Altersleistung sowie Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen aus Direktzusagen. Die Höhe der Verpflichtung ist unter anderem von Faktoren wie Dienstzeit, Einkommen und Alter abhängig. Im Jahr 2022 wurde die bisherige Versorgungsordnung neu ausgestaltet. Zum einen haben die Arbeitnehmer zusätzlich zu einem arbeitgeberfinanzierten Baustein die Möglichkeit, durch Entgeltumwandlung ihr Versorgungskonto zu erhöhen und vom Arbeitgeber einen zusätzlichen Plusbaustein zu erhalten. Zum anderen haben die Arbeitnehmer zukünftig neben der Auszahlung einer lebenslangen Rente die Möglichkeit einer Einmalzahlung bei Renteneintritt oder Zahlung über einen festen Zeitraum von zehn bzw. 20 Jahren. Im Zuge der Neuordnung erfolgt die Finanzierung zukünftig über einen externen Fonds, der die Rentenbeiträge am Kapitalmarkt investiert. Die Zusagen für leitende Führungskräfte über einen Bausteinplan und etwaige Regelungen zur Entgeltumwandlung bleiben unverändert bestehen. Für alle Berechtigten beträgt die Witwen- und Witwerrente 60 % der Alters- bzw. Invalidenrente. Die Versorgungszusagen im Ausland umfassen im Wesentlichen Pensionszusagen in den USA. Die Plangestaltung orientiert sich an landestypischen Gegebenheiten. Die gewichtete Laufzeit (Duration) der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung für die Berichtsperiode beträgt 13,6 Jahre (Vorjahr: 18,9 Jahre). Für das Jahr 2023 ergibt sich eine erwartete direkte Leistungszahlung von 26,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,7 Mio. Euro) und eine erwartete Einzahlung in das Planvermögen von 15,2 Mio. Euro. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen können im Zeitablauf Schwankungen positiver oder negativer Art unterliegen. Diese Schwankungen können insbesondere aus der Veränderung der finanziellen Annahmen wie den Abzinsungsfaktoren und der Veränderung der Inflationsrate, aber auch aus der Änderung demografischer Annahmen, Dienstzeit, Einkommen sowie der Steigerung der Lebenserwartung resultieren. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf den Bilanzwert übergeleitet werden:
Der Finanzierungsstatus zeigt die Deckung der Pensionsverpflichtungen durch das Planvermögen zum Bewertungsstichtag. Von den Versorgungsverpflichtungen in Höhe von 546,4 Mio. Euro entfallen 538,3 Mio. Euro auf Versorgungszusagen in Deutschland. ENTWICKLUNG DES VERPFLICHTUNGSUMFANGS (DBO)Der Barwert der Pensionsverpflichtungen entwickelte sich wie folgt:
Durch die Umstellung auf die neue Versorgungsordnung ergab sich ein positiver Einmaleffekt in Höhe von 26,8 Mio. Euro, der im Wesentlichen auf die neuen Auszahlungsvarianten zurückzuführen ist. Für die Inanspruchnahmewahrscheinlichkeiten wurde 40% Einmalzahlung, 20% Ratenauszahlung und 40% lebenslange Rente angenommen. Einmalzahlung und Ratenauszahlung sind im Vergleich zur lebenslangen Rente günstiger und führen daher zu einem entsprechenden Rückgang der Verpflichtung. Das zur Finanzierung der Versorgungsverpflichtungen zur Verfügung stehende Planvermögen hat sich im Geschäftsjahr 2022 durch geleistete Beiträge durch den Arbeitgeber in Höhe von 6,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) und durch die Planteilnehmer in Höhe von 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) auf 8,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) erhöht. Von dem ausgewiesenen Planvermögen in Höhe von 8,7 Mio. Euro wurden Ende Dezember 6,3 Mio. Euro an Swiss Life überwiesen, der Restbetrag in Höhe von 2,4 Mio. Euro wurde als Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Anlage am Kapitalmarkt erfolgt im Jahr 2023 durch Swiss Life in thesaurierende Fonds. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der Altersstruktur der Mitarbeitenden mit dem Ziel, Verluste am Ende der Anwartschaftsphase zu vermeiden. Dies wird dadurch erreicht, dass die Aktienquote im Portfolio eines Mitarbeitenden zum Ende der Anwartschaftsphase zugunsten von Staatsanleihen und kurzfristigen Unternehmensanleihen reduziert wird. ENTWICKLUNG DER PENSIONSRÜCKSTELLUNGDer Bilanzwert der Pensionsrückstellung entwickelte sich wie folgt:
PRÄMISSENDie Annahmen zu Rechnungszins, zum Gehalts- und Rententrend sowie zur langfristigen Rendite des Planvermögens, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs und des Nettopensionsaufwands zugrunde liegen, variieren unter anderem in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Währung, in der die Leistungszusagen bestehen, sowie von den Kapitalmarkterwartungen. Der versicherungsmathematischen Berechnung des Verpflichtungsumfangs für die deutschen Versorgungspläne zum jeweiligen Bewertungsstichtag liegen folgende Annahmen zugrunde:
Die Ermittlung des Rechnungszinses basiert auf der Renditekurve für AA-Unternehmensanleihen der Eurozone. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung kam es hier im Vergleich zum Vorjahr zu einem starken Anstieg. Die langfristige Inflationsrate wurde anhand verschiedener Marktindikatoren, einschließlich der impliziten Breakeven-Inflation und Prognosen von Consensus Economics ermittelt. Aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage erhöhte sich die langfristige Inflationsrate merklich was sich zusammen mit Entgelterhöhungen bei den Mitarbeitern auch auf den Rententrend auswirkt. Der Gehaltstrend ist ebenfalls angestiegen, da sich hier die langfristige Erhöhung der Inflationsrate auswirkt. Die zugrunde gelegten Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf den Standardsterbetafeln (Heubeck 2018G). Hieraus ergibt sich für einen Mitarbeiter, der im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand geht, die folgende durchschnittliche Lebenserwartung (in Jahren):
Die Prämissen für die versicherungsmathematische Berechnung des Verpflichtungsumfangs für ausländische Versorgungspläne weichen teilweise von denen der deutschen Versorgungspläne ab. Diese Abweichungen sind unter Berücksichtigung der dazugehörigen Versorgungsverpflichtung allerdings von untergeordneter Bedeutung und werden daher nicht näher erläutert. Die für die Berechnung des Verpflichtungsumfangs zum jeweiligen Bilanzstichtag verwendeten Prämissen gelten auch für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwands und des Zinsaufwands des folgenden Geschäftsjahres. Die in der obenstehenden Tabelle nicht genannten versicherungsmathematischen Annahmen wie Fluktuation, Sterblichkeit, Invalidität etc. werden entsprechend den im jeweiligen Land anerkannten Erwartungen unter Berücksichtigung der Verhältnisse und Erwartungen der betroffenen Unternehmen bestimmt. Die Pensionspläne für die deutschen Gesellschaften sind zum größten Teil nicht durch Planvermögen finanziert. Die Finanzierung der Pläne wird durch die jeweiligen Gesellschaften sichergestellt. Mit der Neugestaltung der Versorgungsordnung wurde die Einzahlung in Planvermögen gestartet. Zum Bilanzstichtag lag der durch Planvermögen finanzierte Betrag bei 8,7 Mio. Euro. AUFTEILUNG DER VERPFLICHTUNGDie Pensionsverpflichtung teilt sich wie folgt auf:
SENSITIVITÄTENDie Ermittlung der Pensionsverpflichtung wird durch die oben genannten Prämissen beeinflusst. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse wird dargestellt, wie sich die Verpflichtung durch eine mögliche Änderung der entsprechenden Annahmen verändert hätte. Bei einem um 0,25 Prozentpunkte höheren (geringeren) Rechnungszins wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 17,6 Mio. Euro gesunken (um 18,6 Mio. Euro gestiegen). Wenn die Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte höher (geringer) gewesen wäre, wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 8,7 Mio. Euro gestiegen (um 8,4 Mio. Euro gesunken). Eine Steigerung der Lebenserwartung um ein Jahr bei Konstanz der anderen Annahmen würde zu einer Erhöhung der Pensionsverpflichtung von 14,0 Mio. Euro führen. Im RRPS-Konzern hat eine Veränderung des Gehaltstrends keine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Verpflichtung. 28 | Sonstige RückstellungenRÜCKSTELLUNG FÜR GEWÄHRLEISTUNGS- UND KULANZVERPFLICHTUNGENDer RRPS-Konzern gewährt diverse Produktgarantien, die üblicherweise die Funktion eines Produkts für eine bestimmte Zeitspanne garantieren. Die Rückstellung für diese Garantien enthält sowohl erwartete Aufwendungen aus gesetzlichen und vertraglichen Gewährleistungsansprüchen als auch erwartete Aufwendungen für Kulanzleistungen. Die Verpflichtungen können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Rechtsstreitigkeiten oder Maßnahmen zur Sicherstellung der Kundenzufriedenheit. Der Zeitpunkt der Inanspruchnahme ist vom Eintreten des Gewährleistungsanspruchs abhängig und kann sich über den gesamten Garantie- und Kulanzzeitraum erstrecken. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering. RÜCKSTELLUNG FÜR PERSONAL-/SOZIALVERPFLICHTUNGEN UND ALTERSTEILZEITDie Rückstellungen für Personal- und Sozialverpflichtungen werden unter anderem für Arbeitnehmerjubiläen, Sondervergütungen und Verpflichtungen aus Altersteilzeit gebildet. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die zugrunde liegenden Gutachten und Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering. ÜBRIGE SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENDie übrigen sonstigen Rückstellungen umfassen unter anderem Rückstellungen für Nachtragsaufwendungen bzw. fehlende Kosten bereits abgerechneter Aufträge, für die Preisprüfung öffentlicher Auftraggeber sowie für Haftungs- und Prozessrisiken. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering. Die Aufgliederung in langfristige und kurzfristige Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
Die Inanspruchnahme der langfristigen Rückstellungen wird voraussichtlich in spätestens fünf Jahren erfolgen, bei Rückstellungen für Altersteilzeit gegebenenfalls auch später. 29 | Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 43,5 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Die Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ist in Abschnitt 2 | »Finanzrisikomanagement - Liquiditätsrisiko« aufgeführt. 30 | Finanzielle VerbindlichkeitenLANGFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Die im Vorjahr in den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten enthaltene vertraglich vereinbarte Übernahme der verbleibenden 14,2 % Anteile an der Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH in Höhe von 2,8 Mio. Euro wurde im Geschäftsjahr 2022 vorzeitig vollzogen. Zum Stichtag wurden von Konzerngesellschaften lokale Finanzierungen aufgenommen. Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Der RRPS-Konzern hat keine Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Grundpfandrechte oder Sicherungsübereignungen von Anlagevermögen, Vorräten und Forderungen. KURZFRISTIGE FINANZIELLE UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten aus Derivaten beinhalten negative Marktwerte aus der Bewertung der Devisentermingeschäfte und der Rohstoffderivate. Die Marktwerte der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten entsprechen annähernd den Buchwerten. Erläuterungen zu derivativen Finanzinstrumenten befinden sich in Abschnitt 33 | »Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts« des Konzernanhangs. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verpflichtungen aus Gehalts- und Lohnabrechnungen sowie rückständigen Urlaubs- und Überstundenvergütungen in Höhe von 31,7 Mio. Euro (Vorjahr: 24,7 Mio. Euro) sowie Guthaben von Kunden in Höhe von 6,0 Mio. Euro (Vorjahr: 6,9 Mio. Euro). ÜBERLEITUNG DER BEWEGUNG DER SCHULDEN AUF DEN CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
31 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Für 2022 ist der nahezu vollständige Betrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 578,4 Mio. Euro innerhalb eines Jahres fällig. Der Restbetrag in Höhe von 0,8 Mio. Euro hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen ihren beizulegenden Zeitwerten. Der Anstieg ist auf das erwartete hohe Umsatzvolumen im Jahr 2023 sowie auf die strategische Teilebeschaffung aufgrund von Einschränkungen in der Lieferkette zurückzuführen, die im Geschäftsjahr 2022 weiterhin aufgetreten sind. 32 | Vertragsverbindlichkeiten
Die Entwicklung der Vertragsverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2022 resultierte insbesondere aus einem Anstieg der erhaltenen Anzahlungen auf Motorenlieferungen im Rahmen von Mehrkomponentengeschäften aufgrund eines erhöhten Auftragseingangs und verbesserter Zahlungsbedingungen. Mit Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen werden diese gegen Umsatz abgewickelt. Sonstige Angaben33 | Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen GeschäftsZum Bilanzstichtag hatte der RRPS-Konzern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- und Rohstoffpreisänderungsrisiken im Bestand. Devisentermingeschäfte und Commodityswaps wurden dabei zur Absicherung der Marktpreisrisiken eingesetzt. Devisentermingeschäfte bestehen insbesondere in den Währungspaaren Euro/US-Dollar, Euro/Singapur-Dollar, Euro/Britisches Pfund, Euro/Japanischer Yen und Euro/Indische Rupie. Commodityswaps wurden ausschließlich in Euro zur Absicherung von Diesel- und Kupferpreisen abgeschlossen. Devisentermingeschäfte und Commodityswaps wurden mit externen Kontrahenten abgeschlossen. Alle derivativen Finanzinstrumente werden als Stand-Alone-Derivate behandelt. Die folgende Tabelle zeigt Art und Umfang der im Bestand befindlichen Währungs- und Rohstoffpreissicherungsgeschäfte inklusive der bilanzierten beizulegenden Zeitwerte zum Bilanzstichtag:
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden anhand der Marktinformationen am Bilanzstichtag ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Devisenderivaten bestimmt sich in Abhängigkeit von den Devisenterminkursen. Die beizulegenden Zeitwerte der Rohstoffderivate werden maßgeblich durch die Rohstoffpreisterminkurve bestimmt. Die RRPS AG schließt im Wesentlichen Derivate mit Rolls-Royce plc innerhalb der Rolls-Royce-Gruppe ab. Den gruppeninternen Derivaten liegen keine vertraglichen Saldierungsvereinbarungen zugrunde. Die von der RRPS AG gruppenextern kontrahierten Derivate unterliegen dagegen vertraglichen Saldierungsvorschriften, aufgrund derer jedoch eine Saldierung in der Bilanz nach IAS 32 nicht möglich ist. Zum Bilanzstichtag waren keine gruppenextern kontrahierten Finanzderivate im Bestand, bei denen aufgrund gegenläufiger Marktwerte ein Saldierungspotenzial bestanden hätte, das im Insolvenzfall zum Tragen kommen würde. 34 | Zusätzliche Angaben zu FinanzinstrumentenDie folgende Übersicht stellt - gegliedert nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 - die in der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigten Nettogewinne bzw. -verluste (vor Steuern) von Finanzinstrumenten dar:
Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umfassen die Bewertungsergebnisse der Devisentermingeschäfte, der Rohstoffderivate sowie der Kaufoptionen auf weitere Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Hoeller Electrolyzer GmbH. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten schließen die Ergebnisse aus Wertminderungen, Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekten ein. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten das Ergebnis aus Zinsen und Währungsumrechnungseffekten. Die folgende Übersicht zeigt den Buchwert und den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente nach Klassen sowie nach den Bewertungskategorien des IFRS 9. Des Weiteren ist in den folgenden Passagen die Definition der einzelnen Kategorien dargestellt.
1
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen in Höhe
von 35,8 Mio. Euro enthalten.
1
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen in Höhe
von 41,6 Mio. Euro enthalten. Davon wurden gemäß IFRS 9 nach Kategorien aggregiert:
Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum Marktwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie:
Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der RRPS AG sind im Folgenden beschrieben. Umgruppierungen zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie werden am Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Umgliederungen. STUFE 1. Es existieren notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten. STUFE 2. Es existieren andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preis) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind. Im RRPS-Konzern fallen die Devisentermingeschäfte und Rohstoffderivate in die Stufe 2. STUFE 3. Es liegen Informationen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vor, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Die Zeitwerte werden unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Modelle (Bewertungsmethoden) und unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter ermittelt. Aufgrund der kurzen Laufzeiten der flüssigen Mittel, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte und kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten. Die langfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte, Finanzierungsverbindlichkeiten und langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt (Stufe 2). Zur Diskontierung werden marktübliche, auf die entsprechenden Laufzeiten bezogene Zinssätze verwendet. Sofern für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren sind, keine Marktpreise (zum Beispiel Börsenkurse) vorliegen, werden die Zeitwerte unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Modelle (Bewertungsmethoden) und unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter ermittelt. Devisentermingeschäfte werden auf Basis aktueller Terminkurse bewertet. Dabei werden die in den bilanzierten Devisentermingeschäften fixierten Terminkurse mit den zum Stichtag ermittelten Terminkursen verglichen und die Vor- bzw. Nachteile entsprechend als finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten bilanziert. Für die Ermittlung der Terminkurse zum Stichtag werden die veröffentlichten Referenzkurse (Kassakurse) der Europäischen Zentralbank sowie am Markt beobachtete Terminaufschläge bzw. -abschläge verwendet. Die Marktwerte für die bilanzierten Rohstoffsicherungsgeschäfte werden von den Finanzinstituten ermittelt, mit denen die Rohstoffsicherungsgeschäfte jeweils abgeschlossen wurden. Dabei handelt es sich um indikative (hypothetische) Marktwerte der Einzelabschlüsse auf Mark-to-Market-Niveau zum jeweils genannten Datum. Die Optionen zum Kauf von Anteilen an einem Gemeinschaftsunternehmen werden mithilfe eines Optionspreismodells bewertet. Dabei orientiert sich die Volatilität an vergleichbaren Unternehmen in der Branche, da sie einen zuverlässigeren Schätzwert darstellen als aktuelle Marktvolatilitäten. Für den Basiswert wurde eine Unternehmensbewertung nach der Discounted-Cashflow-Methode durchgeführt. Die verwendeten Werte stellen nach unserer Einschätzung den jeweils besten Schätzwert dar. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Programmen verkauft werden können, ergibt sich der beizulegende Zeitwert aus dem vertraglich vereinbarten Kaufpreis. 35 | Eventualschulden sowie sonstige finanzielle VerpflichtungenEVENTUALSCHULDENZum 31. Dezember 2022 bestanden Eventualschulden aus Haftungsverhältnissen in Höhe von 55,7 Mio. Euro (Vorjahr: 58,6 Mio. Euro). Diese beinhalten unter anderem Garantien gegenüber Kreditinstituten für die Finanzierung zugunsten verbundener Unternehmen. In den Eventualverbindlichkeiten waren Bürgschaften gegenüber Gläubigern von Gemeinschaftsunternehmen im Wert von 12,5 Mio. Euro (Vorjahr: 13,6 Mio. Euro) enthalten. LEASINGVERHÄLTNISSEZum 31. Dezember 2022 bestanden zukünftige Zahlungsverpflichtungen aus eingegangenen Leasingverträgen von 28,7 Mio. Euro (Vorjahr: 40,8 Mio. Euro), deren Laufzeit zum Stichtag noch nicht begonnen hatte. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Einkaufsvereinbarungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Komponenten und Ersatzteile im Wert von 2.267,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1.668,5 Mio. Euro). Darüber hinaus waren Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 33,3 Mio. Euro (Vorjahr: 29,7 Mio. Euro) und Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,4 Mio. Euro) enthalten. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für Investitionen, Wartungsverträge und allgemeine Betriebsaufwendungen bewegten sich im geschäftsüblichen Rahmen und sind im Wesentlichen innerhalb eines Jahres fällig. 36 | Ergänzende Informationen zur KapitalflussrechnungIn der Kapitalflussrechnung nach IAS 7 »Kapitalflussrechnungen« werden Zahlungsströme eines Geschäftsjahres erfasst, um Informationen über die Bewegungen der Zahlungsmittel des Unternehmens darzustellen. Die Zahlungsströme werden nach betrieblicher Tätigkeit sowie nach Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel wie Barmittel und Sichteinlagen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode durch Korrektur des Konzernergebnisses um Bestandsveränderungen bei derivativen Finanzinstrumenten, Vorräten, Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zahlungsunwirksamen Posten ermittelt. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt und Effekte aus Währungsumrechnung sowie Änderungen des Konsolidierungskreises dabei bereinigt. 37 | Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenNAHESTEHENDE UNTERNEHMENDie RRPS AG ist gemäß IAS 24 verpflichtet, Angaben in Bezug auf Geschäftsbeziehungen mit Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen, Joint Ventures, Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sowie Mitgliedern der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats zu machen. Nahestehende Unternehmen, die vom RRPS-Konzern beherrscht werden oder auf die vom RRPS-Konzern ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, sind in der Anteilsbesitzliste verzeichnet. Die Aufstellung der vollständigen Anteilsbesitzliste des RRPS-Konzerns zum 31. Dezember 2022 ist in Abschnitt 39 | »Anteilsbesitz der RRPS AG, Friedrichshafen« ersichtlich. Die im Zuge der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der RRPS AG einbezogenen Tochterunternehmen sind im Konzernanhang unter Abschnitt 2 | »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden« aufgeführt. Die RRPS AG unterhält zu verbundenen, nicht konsolidierten Tochterunternehmen geschäftsübliche Beziehungen, die aus dem normalen Geschäftsverkehr resultieren. Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns nicht wesentlich. Transaktionen der Konzernunternehmen mit Joint Ventures, assoziierten Unternehmen und Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sind ausnahmslos der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der jeweils beteiligten Unternehmen zuzurechnen. Geschäftsvorfälle zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und sind daher nicht Bestandteil dieser Anhangangabe.
Die Geschäftsbeziehungen der Gesellschaften des RRPS-Konzerns mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen sowie mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen resultieren vorwiegend aus dem laufenden Liefer- und Leistungsverkehr. Das Transaktionsvolumen aus den Geschäftsbeziehungen mit den Unternehmen des Rolls-Royce Konzerns fällt unter »Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen« und wird in der entsprechenden Zeile in der oben stehenden Tabelle ausgewiesen. NAHESTEHENDE PERSONENKonzernunternehmen haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats des RRPS-Konzerns sowie mit anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Unternehmen, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des RRPS-Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats. Die Zusammensetzung des Vorstands und Aufsichtsrats ist in Abschnitt 38 | »Organe« des Konzernanhangs ersichtlich. Arbeitnehmervertreter, die im Aufsichtsrat tätig sind, erhalten Vergütungen für Arbeitsleistungen außerhalb ihrer Aufsichtsratstätigkeit. Die Vergütungen der Vorstandsmitglieder der RRPS AG betrugen:
Die kurzfristig fälligen Leistungen umfassen insbesondere Gehälter sowie erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile. Die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schließen den im Geschäftsjahr für die Pensionsverpflichtungen berücksichtigten Dienstzeitaufwand ein. Im Geschäftsjahr 2022 wurden weder Vorschüsse (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) noch Abfindungen (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) an Vorstände ausbezahlt. Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands der RRPS AG, die ihre Geschäftstätigkeit vor bzw. im Jahr 2022 beendeten, beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro). Zum 31. Dezember 2022 betrug die Rückstellung für Pensionszusagen an diese Vorstände 21,6 Mio. Euro (Vorjahr: 26,5 Mio. Euro). Die Vorstandsmitglieder nehmen ebenfalls am Long-Term Incentive Plan (LTIP) von Rolls-Royce plc teil. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 wurden die Aufsichtsratsmitglieder mit insgesamt 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) vergütet. 38 | OrganeMITGLIEDER DES VORSTANDSDer Vorstand der RRPS AG setzt sich wie folgt zusammen: DR. JÖRG STRATMANN (AB 15. NOVEMBER 2022) Vorsitzender des Vorstands Chief Executive Officer (CEO) ANDREAS SCHELL (BIS 14. NOVEMBER 2022) Vorsitzender des Vorstands Chief Executive Officer (CEO) und Arbeitsdirektor (bis 14. Januar 2022) DR. THELSE GODEWERTH (AB 14. JANUAR 2022) Chief People Officer (CPO) und Arbeitsdirektorin DR. OTTO PREISS Chief Operating Officer (COO) DR. ANDREAS STRECKER (AB 1. DEZEMBER 2022) Chief Financial Officer (CFO) LOUISE ÖFVERSTRÖM (BIS 14. JANUAR 2022) Chief Financial Officer (CFO) AUFSICHTSRATDem Aufsichtsrat der RRPS AG gehören somit folgende Aufsichtsratsmitglieder an: JASMIN STAIBLIN CEO Condir AG THOMAS BITTELMEYER1 (Stellvertretender Vorsitzender) Betriebsratsvorsitzender, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen BERND BAADER1 Vice President Operations Engine and Facility, Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen ANDREAS BEMERL1 Freigestellter Betriebsrat, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen SIMON JOHN CARLISLE Strategy Director - Civil Aerospace bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien FIONA DOLAN (BIS 11. JANUAR 2022) CFO of Defense bei Rolls-Royce North America, Reston (Virginia)/USA SEBASTIAN FAY1 Tarifsekretär IG Metall MARK GREGORY General Counsel bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien ASTRID HARTMANN (AB 12. JANUAR 2022) Director of Group Business Services bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien DR. SEBASTIAN RESCH (AB 12. JANUAR 2022) Operations Director bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien HELENE SOMMER1 Gewerkschaftssekretärin, erste Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben DR. ROBERT WATSON President Rolls-Royce Electrical bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien ACHIM ZINSER1 Freigestellter Betriebsrat, Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen
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Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter Innerhalb des Gesamtaufsichtsrats wurden ein Vermittlungsausschuss, ein Präsidialausschuss und ein Prüfungsausschuss gebildet. Der Vermittlungsausschuss setzt sich aus Jasmin Staiblin (Vorsitzende), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Simon John Carlisle und Helene Sommer zusammen. Der Präsidialausschuss setzt sich aus Jasmin Staiblin (Vorsitzende), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Mark Gregory und Helene Sommer zusammen. Dem Prüfungsausschuss gehören Jasmin Staiblin (Vorsitzende), Achim Zinser (stellvertretender Vorsitzender), Andreas Bemerl (bis 18. März 2022) bzw. Thomas Bittelmeyer (ab 18. März 2022) und Mark Gregory (bis 14. Januar 2022) bzw. Astrid Hartmann (ab 14. Januar 2022) an. 39 | Anteilsbesitz der RRPS AG, Friedrichshafen, Zusatzangaben nach HGB
1)
EAV mit der Rolls-Royce Power Systems AG 40 | Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 15. März 2023 hat die RRPS AG, durch eine ihrer Tochterunternehmen, eine Vereinbarung zur Übernahme von 100% der Anteile an einer Gesellschaft ("NewCo"), die in der Automation für die Marineindustrie tätig ist, unterzeichnet. Der endgültige Abschluss dieser Transaktion wird für Q2/Q3 2023 angestrebt und ist vorbehaltlich aufschiebender Bedingungen ("Closing Conditions Precedent"). Erst bei Erfüllung dieser Bedingungen erfolgt der Vollzug der Transaktion und die rechtliche Übertragung der Anteile. Im Rahmen dieser Transaktion erweitert und ergänzt die RRPS Gruppe sein Produktportfolio um Integrations- und Automationslösungen im Marinebereich.
Friedrichshafen, 17. März 2023 Rolls-Royce Power Systems AG Dr. Jörg Stratmann, Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer, CEO Dr. Thelse Godewerth, Mitglied des Vorstands, Chief People Officer, CPO Dr. Otto Preiss, Mitglied des Vorstands, Chief Operating Officer, COO Dr. Andreas Strecker, Mitglied des Vorstands, Chief Financial Officer, CFO BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 17. März 2023 PricewaterhouseCoopers GmbH Kai Mauden, Wirtschaftsprüfer ppa. Christian Derosa, Wirtschaftsprüfer |
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