![]() Rolls-Royce Power Systems AGFriedrichshafenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2023der Rolls-Royce Power Systems AGÜBERWACHUNGS- UND BERATUNGSTÄTIGKEIT DES AUFSICHTSRATS .Der Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2023 in vollem Umfang wahrgenommen. Dabei hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens regelmäßig beraten sowie seine Geschäftsführung kontinuierlich überwacht und konnte sich so von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse und Maßnahmen unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat regelmäßig schriftliche Berichte des Vorstands erhalten und wurde darin über die Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie über wichtige Parameter aus Operations, Qualität und HSE unterrichtet. In den Ausschüssen und im Aufsichtsrat sind die für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher oder mündlicher Vorstandsberichte erörtert worden. Soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlich war, hat der Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung seine Beschlüsse dazu gefasst, insbesondere zu Investitionsvorhaben und M&A-Transaktionen. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig in seinen zu den Sitzungen zur Verfügung gestellten Berichten zur Markteinschätzung und Geschäftsentwicklung über die maßgeblichen wirtschaftlichen Entwicklungen des Power-Systems-Konzerns und der Geschäftsfelder. Er unterrichtete den Aufsichtsrat im Berichtsjahr auch fortlaufend über alle grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der aktuellen Finanz- und Investitionslage sowie der Personalplanung. Die Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Gremiensitzungen in regelmäßigem und engem Kontakt mit dem Vorstand und informierte sich über wesentliche Entwicklungen im Unternehmen. Die Arbeitnehmervertreter berieten zudem vor den ordentlichen Plenarsitzungen die Themen der jeweiligen Tagesordnung mit dem Vorstand. Die Arbeit im Aufsichtsrat war von einem offenen und intensiven Austausch geprägt. Die Aufsichtsratsmitglieder bereiteten sich stets anhand von Unterlagen, die größtenteils der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hatte, auf die anstehenden Sitzungen und Beschlussfassungen vor. SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM PLENUM.Im Geschäftsjahr 2023 wurden insgesamt vier ordentliche Sitzungen eine konstituierende Sitzung und, drei außerordentliche Sitzungen abgehalten. Die Sitzungen wurden teilweise als Videokonferenz durchgeführt. Zusätzlich wurden Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst. Die Sitzungsteilnahme war auf einem sehr hohen Niveau. Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen waren zunächst die Regelberichterstattungen über die Arbeit in den Ausschüssen, zur Markteinschätzung, Geschäftsentwicklung, Operations, Qualität und HSE sowie zur Organisationsentwicklung und dem Risikomanagement. Dabei lag ein Fokus der Berichterstattung und der damit einhergehenden Überprüfung durch den Aufsichtsrat auf dem Cash-Management sowie den Möglichkeiten des Unternehmens zur Effizienzsteigerung. So berichtete der Vorstand regelmäßig über die Konzernstrategie, dem Projekt "Winning Together" sowie das geplante organische und anorganische Unternehmenswachstum. Zudem beschäftigte sich der Aufsichtsrat in mehreren Sitzungen intensiv mit der Budgetplanung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2024. Darüber hinaus erfolgte in der Sitzung am 16. Juni 2023 eine umfassende Berichterstattung des Vorstands über die Ausrichtung des Unternehmens, ein Statusbericht zu M&A-Aktivitäten und zu den Plänen der Energiewende. Außerdem ließ sich der Aufsichtsrat in der Sitzung am 15. September 2023 umfassend zum Thema Marktpositionierung und Wettbewerb und in der Sitzung am 7. Dezember 2023 zum Thema Engineering berichten. In den Sitzungen am 26. Januar 2023 und am 7. Dezember 2023 machte der Aufsichtsrat die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zum Gegenstand seiner Tagesordnung und versicherte sich, dass der Vorstand eine rechtskonforme Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen sicherstellt. Im Geschäftsjahr 2023 diskutierte und genehmigte der Aufsichtsrat Investitionsvorhaben und weitere zustimmungspflichtige Geschäfte. Dies waren beispielsweise Investitionen in die Neuprodukteentwicklungen und Anpassungsentwicklungen. Zudem wurden dem Aufsichtsrat ein M&A-Divestment Projekt bezüglich des Geschäfts mit Off-Highway-Motoren im unteren Leistungsbereich bis 480 kW zur Genehmigung vorgelegt. Der Aufsichtsrat, in einigen Fällen vertreten durch seine Ausschüsse, hat nach sorgfältiger Prüfung und Beratung sämtlichen durch den Vorstand vorgelegten Geschäftsmaßnahmen zugestimmt. ARBEIT IN DEN AUSSCHÜSSEN.Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat drei Ausschüsse (Präsidialausschuss, Prüfungsausschuss und Vermittlungsausschuss) gebildet. Die Ausschüsse bereiteten Themengebiete zur Diskussion im Plenum und zur Beschlussfassung des Aufsichtsrats vor. Im gesetzlichen Rahmen hat der Aufsichtsrat in geeigneten Fällen Beschlusszuständigkeiten des Aufsichtsrats auf einzelne Ausschüsse übertragen. PRÄSIDIALAUSSCHUSS.Der Präsidialausschuss trat im Berichtsjahr 2023 zu insgesamt vier ordentlichen Sitzungen und fünf außerordentlichen Sitzungen zusammen. Er beschäftigte sich unter anderem mit der Zielerreichung der Vorstände für 2022 sowie der Zielvereinbarung der Vorstände für das Berichtsjahr 2023. Daneben befasste sich der Präsidialausschuss mit der Geschäftsverteilung zwischen den Vorstandsmitgliedern, widmete sich der Nachfolgeplanung von Schlüsselpositionen und dem Thema Diversity. Zudem bereitete er die Auswertung der Effizienzprüfung des Aufsichtsrates auf. Der Präsidialausschuss hat die Themen detailliert vorbereitet und, soweit dies erforderlich war, nach intensiver Beratung jeweils Empfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen. PRÜFUNGSAUSSCHUSS.Der Prüfungsausschuss hielt im Jahr 2023 insgesamt fünf ordentliche Sitzungen und drei außerordentliche Sitzung ab. Der Prüfungsausschuss bereitete den Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung bezüglich der Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023 vor. Er befasste sich daneben insbesondere mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, mit der Erörterung des zusammengefassten Lageberichts und der prüferischen Durchsicht des zum Halbjahr erstellten Berichtspakets für das Geschäftsjahr 2023. Die Rechnungslegung und Risikoüberwachung sowie die Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer wurden ebenfalls erörtert. Der Prüfungsausschuss überwachte entsprechend den gesetzlichen Anforderungen den Prozess der Rechnungslegung sowie die Wirksamkeit des Risikomanagements und des internen Revisionssystems. Mit besonderer Intensität widmete sich der Prüfungsausschuss im Geschäftsjahr 2023 der Rechtmäßigkeit und der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Ein weiterer Schwerpunkt in den Sitzungen des Prüfungsausschusses war die Behandlung möglicher Compliance-Verstöße innerhalb der Rolls-Royce Power Systems-Gruppe sowie der Qualitätssicherung der Konzernrevision. Ebenso legte der Prüfungsausschuss ein besonderes Augenmerk auf das Thema Cyber Security. Daneben bereitete der Prüfungsausschuss die zustimmungspflichten Investitionsvorhaben durch intensive Diskussion vor und hat in einigen Fällen auch an Stelle des Aufsichtsrats hierüber beschlossen. In allen Fällen berichtete er dem Aufsichtsrat über die Ergebnisse. VERMITTLUNGSAUSSCHUSS.Sitzungen des Vermittlungsausschusses gemäß §27 Abs. 3 MitbestG waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 nicht erforderlich. INTERESSENKONFLIKTE.Im Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen gewesen wären und über die die Hauptversammlung hätte informiert werden müssen. VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT.Turnusmäßig fanden im Berichtsjahr die Neuwahlen der Aufsichtsratsmitglieder sowohl auf Anteilseignerseite als auch auf Arbeitnehmerseite statt. Im Zusammenhang mit den Neuwahlen schieden auf Arbeitnehmerseite die Herren Andreas Bemerl und Sebastian Fay (je bis 17. März 2023 Mitglied des Aufsichtsrats) aus. Zudem schied auf der Seite der Anteilseignervertreter im Berichtsjahr Herr Dr. Robert Watson (bis 30. September 2023) als Mitglied aus. Als neues Aufsichtsratsmitglied wurde Frau Helen McCabe (ab 1. Oktober 2023) gewählt. Außerdem hat Astrid Hartmann ihr Mandat zum Ende des 31. Dezember 2023 niedergelegt. Der Aufsichtsrat setzt sich zum 31. Dezember 2023 aus den folgenden Mitgliedern zusammen: Auf Anteilseignerseite: Jasmin Staiblin (Vorsitzende), Simon John Carlisle, Mark Gregory, Astrid Hartmann, Helen McCabe (ab 1. Oktober 2023), Dr. Sebastian Resch. Auf Arbeitnehmerseite: Thomas Bittelmeyer (Stellvertretender Vorsitzender), Bernd Baader, Andreas Flach (ab 23. März 2023), Markus Nägele (ab 23. März 2023), Helene Sommer, Achim Zinsen. VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND.Im Vorstand haben sich im Geschäftsjahr 2023 folgende Veränderungen ergeben. Die Bestellung und der Anstellungsvertrag von Herm Dr. Otto Preiss lief zum 30. April 2023 turnusmäßig aus. Er verließ auf eigenen Wunsch das Unternehmen. JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS 2023.Die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PWC) hat den Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts für die Rolls-Royce Power Systems AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2023 geprüft und uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Der Aufsichtsrat befasste sich in seinen Bilanzsitzungen am 16. Februar 2024 und am 22. März 2024 eingehend mit dem Jahresabschluss, dem Konzernabschluss und dem zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sowie mit dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Die Prüfungsberichte von PWC lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorbereitend in den Sitzungen am 15. Februar 2024 und 22. März 2024 mit den Abschlüssen und dem zusammengefassten Lagebericht und brachte das Ergebnis der Diskussion in die Aufsichtsratssitzung ein. Der Abschlussprüfer nahm an den Sitzungen des Prüfungsausschusses und an den Bilanzsitzungen des Aufsichtsrats teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und über besonders wichtige Prüfsachverhalte. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht eingehend geprüft, sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat billigte mit Beschluss vom 22. März 2024 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts. Damit war der Jahresabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG festgestellt. Anschließend beschloss der Aufsichtsrat auf dieser Grundlage, sich dem Vorschlag des Vorstands zu Verwendung des Bilanzgewinns anzuschließen. Der Aufsichtsrat verabschiedete ferner den Bericht des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im In- und Ausland sowie den Mitgliedern des Vorstands für ihr Engagement im Geschäftsjahr 2023.
Friedrichshafen, 22. März 2024 Für den Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG Jasmin Staiblin, Vorsitzende des Aufsichtsrats TestatsexemplarKonzernlagebericht und Lagebericht(zusammengefasster Lagebericht)der Rolls-Royce Power Systems AGIn diesem Bericht können durch Rundung Differenzen zwischen den Einzelwerten und den daraus resultierenden Summen auftreten. Grundlagen des KonzernsHistorie des Rolls-Royce Power Systems-KonzernsDie Geschichte des heutigen Rolls-Royce Power Systems-Konzerns (im Folgenden: RRPS-Konzern) reicht über ein Jahrhundert zurück. Ursprung des Konzerns ist die Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH, die am 23. März 1909 von Wilhelm und Karl Maybach sowie Graf Ferdinand von Zeppelin gegründet wurde. Gegenstand des Unternehmens war zunächst die Entwicklung und Produktion von Motoren für die Luftschiffe der Zeppelin-Werke. Im Jahr 1918 firmierte das Unternehmen in Maybach-Motorenbau GmbH um. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs widmete sich das Unternehmen kurzzeitig dem Automobilbau sowie der Herstellung von Hochleistungsdieselmotoren und legte damit die Basis für den heutigen Verbrennungsmotor. Im Jahr 1969 gründeten die Daimler-Benz AG (über die Maybach Mercedes-Benz GmbH) und die MAN AG (über die MAN Turbo GmbH) als Zusammenlegung der Triebwerks- und Dieselaktivitäten die MTU Friedrichshafen GmbH (für »Motoren- und Turbinen-Union«). Bis zum Jahr 2006 hatte sich der Konzern mit seiner Muttergesellschaft MTU Friedrichshafen GmbH zu einem wesentlichen Bestandteil der Off-Highway-Aktivitäten des damaligen DaimlerChrysler-Konzerns entwickelt. 2006 wurde der Konzern an einen Finanzinvestor verkauft. Das Unternehmen wurde unter der neu gegründeten Dachgesellschaft Tognum AG gebündelt, die ab 2007 an der Börse (M-Dax) notierte. 2011 wurde das Unternehmen mehrheitlich durch ein Gemeinschaftsunternehmen der Rolls-Royce plc und Daimler AG übernommen. Im Jahr 2014 wurde die Tognum AG in Rolls-Royce Power Systems AG umfirmiert. Die Daimler AG verkaufte ihren Anteil von 50 % am Gemeinschaftsunternehmen Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH (RRPSH) im August 2014 an den Partner Rolls-Royce plc. Die Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH wurde 2015 mit der heutigen Konzernmutter Rolls-Royce Power Systems AG verschmolzen. Im Jahr 2021 erfolgte im Rahmen des Rebrandings eine Umbenennung aller Gesellschaften, die der Rolls-Royce Power Systems AG zugeordnet werden. In diesem Zuge wurde unter anderem die MTU Friedrichshafen GmbH in Rolls-Royce Solutions GmbH umbenannt. Konzernstruktur und GeschäftstätigkeitDie Rolls-Royce Power Systems AG (im Folgenden: RRPS AG) mit Sitz in Friedrichshafen ist ein weltweit agierender Anbieter von Antriebssystemen und dezentralen Energieanlagen. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte der RRPS-Konzern einen um Hedging-Effekte bereinigten Umsatz1 von 4.557,0 Mio. Euro und beschäftigte zum 31. Dezember 2023 weltweit 10.350 Mitarbeiter.
1
Eine Erläuterung des bereinigten Umsatzes ist im Abschnitt »Lage« aufgeführt. Produktportfolio. Das Portfolio des RRPS-Konzerns umfasst Energie- und Antriebssysteme der Marke mtu für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge, Pumpenantriebe für die Öl- und Gasindustrie sowie Systemlösungen zur Energieversorgung. Diese Systemlösungen umfassen Anlagen für Notstrom-, Grund- und Spitzenlastversorgung, effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) bis hin zu Microgrids, mit denen das Stromnetz mit erneuerbarer und stabiler Energie aus verschiedenen Quellen unterstützt wird. Dazu zählen neben den mtu-EnergyPack Batteriespeichern auch Solaranlagen auf Dächern, Batterien, Kraft-Wärme- Der größte Teil des Portfolios basiert auf schnelllaufenden Diesel- und Gasmotoren der eigenen Marke mtu im Leistungsbereich bis 10.000 Kilowatt. Ein großer Teil der mtu -Motoren ist für den Betrieb mit nachhaltigen, klimafreundlichen Kraftstoffen wie HVo zugelassen. Verbrennungsmotoren für alternative, klimaschonende Kraftstoffe wie Wasserstoff und Methanol befinden sich in der Entwicklung. Ein weiterer wesentlicher Baustein unseres Lösungsportfolios sind die mtu-EnergyPack Batteriespeichersysteme für stationäre Anlagen sowie hybride Antriebssysteme für mobile Anwendungen. Hinzu kommen elektrische Systeme zur Schiffsautomation und zur Steuerung komplexer Anlagen, insbesondere in Marineanwendungen und für die Energieversorgung. Abgerundet wird das Produktportfolio durch Servicelösungen, Remanufacturing - der Grunderneuerung von Produkten - und digitale Lösungen. Mit unseren im Markt etablierten Produkten stellen wir den Kunden seit vielen Jahren Lösungen zur Verfügung, die höchste Ansprüche an Verlässlichkeit, Verfügbarkeiten und Effizienz bieten. Mit den neuen Fähigkeiten unseres Portfolios, kombiniert mit der Einführung neuer Technologien und unserem Anwendungs-Know-how, können wir unsere Kunden auf deren Weg zu einer CO2 optimierten Zukunft begleiten und sie auch gleichzeitig darin unterstützen, ihre Wachstums- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Konsolidierungskreis und Konzernstruktur. Die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, ist die alleinige Anteilseignerin der RRPS AG. Das oberste Mutterunternehmen ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien. Mit der Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, wurde im Jahr 2015 ein Beherrschungsvertrag abgeschlossen. Zum RRPs-Konzern gehört neben der RRPs AG als Konzernobergesellschaft mit Sitz in Friedrichshafen eine global agierende Fertigungs-, Vertriebs- und Servicestruktur. sie umfasst neben der Konzernobergesellschaft weitere 38 vollkonsolidierte Tochterunternehmen. Die Gesamtanzahl der im Konsolidierungskreis der RRPS AG befindlichen Tochtergesellschaften ist im Vergleich zum 31. Dezember 2022 unverändert geblieben. im Berichtsjahr wurde die Tochtergesellschaft MTU China Co. Ltd., Shanghai/China liquidiert und die Gesellschaft Team Italia Marine S.r.l. erstmalig vollkonsolidiert. Zum 1. Juli 2023 hat die Vinters International Ltd. das Marinegeschäft mit ihrer Elektro- und Automatisierungstechnik der Rolls-Royce Power Engineering Limited in die Rolls-Royce Solutions UK Ltd. eingebracht. Da der RRPS-Konzern und die Rolls-Royce Power Engineering Limited unter gemeinsamer Beherrschung (»common control«) der Rolls-Royce-Gruppe stehen, hat die RRPS AG vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, diese Common-Control-Transaktion nach der Buchwertmethode abzubilden und rückwirkend zum 1. Januar 2023 im Konzernabschluss darzustellen. Die größte Einzelgesellschaft des RRPS-Konzerns ist die Rolls-Royce Solutions GmbH mit Sitz in Friedrichshafen. Weitere Konzernunternehmen, die wesentlich zum Geschäftsvolumen beitragen, sind Rolls-Royce Solutions America Inc., Detroit/USA, und Rolls-Royce Solutions Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, als Obergesellschaft des Teilkonzerns RRS Asia Group, in dem die asiatischen Tochterunternehmen gebündelt sind. Zentrale Produktionsstandorte des RRPS-Konzerns befinden sich in Deutschland, Belgien, den USA und in China. Berichtszeitraum und VergleichsperiodenDieser zusammengefasste Konzernlagebericht beschreibt das Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022. Der Lagebericht der RRPS AG wird gemäß § 315 Abs. 3 HGB mit dem des RRPS-Konzerns zusammengefasst. Die Chancen und Risiken der RRPS AG als Konzernmutter sind untrennbar mit denen des RRPS-Konzerns verbunden. Im vorliegenden Lagebericht enthaltene Informationen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den RRPS-Konzern. Informationen zur Lage des Mutterunternehmens RRPS AG sind in einem separaten Kapitel enthalten. Die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des RRPS-Konzerns wird im Vergleich zu den Werten zum 31. Dezember 2022 dargestellt. Sowohl die Abschlüsse der Berichtsperiode als auch die der Vergleichsperiode wurden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den gemäß § 315e HGB (Handelsgesetzbuch) zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Wirtschaftsbericht des Rolls-Royce Power Systems-KonzernsGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDie globale Wirtschaftsaktivität (reales Bruttoinlandsprodukt (BIP)) verlangsamte sich im Jahr 2023 auf 2,6 % nach 3,1 % im Vorjahr2. Grund hierfür waren anhaltender Inflationsdruck bei gleichzeitig stark steigenden Zinsen sowie die Wachstumsschwäche Chinas. Der Welthandel ging infolge geringerer Nachfrage und Sanktionen weiter zurück. Das Investitionsklima blieb vor dem Hintergrund steigender Zinsen und hoher Rohstoff- und Energiepreise sehr verhalten. Die Stimmungsindikatoren des verarbeitenden Gewerbes verharrten auf niedrigem Niveau, während die realen Produktionszahlen klar zurückgingen. Durch den Abbau der hohen Auftragsbestände konnten die negativen Effekte jedoch teilweise kompensiert werden. Die Störungen der globalen Lieferketten haben sich weitgehend aufgelöst, jedoch bleibt die Versorgunglage für einige Spezialprodukte angespannt and schränkt die Produktion ein. Insgesamt markierte das Jahr 2023 den Tiefpunkt des Post-COVID-19-Abschwungs. Weltwirtschaftliche Entwicklung und AusblickFür das Jahr 2024 wird erwartet, dass sich das reale Weltwirtschaftswachstum von 2,6 % auf 2,1 %3 verlangsamt. Die Entwicklung wird vor allem durch die USA und Europa vor dem Hintergrund hoher Zinsen getrieben, während in den Schwellenmärkten die Wirtschaftsaktivität dynamischer bleibt. Die globale Inflation dürfte im Jahr 2024 von 6,0 % auf 4,3 %4 zurückgehen und in den Industrieländern (USA, Eurozone) wieder nahe an die 2-Prozent-Marke zurückkehren. In China löste das Ende der restriktiven COVID-19-Politik nur einen kurzfristigen wirtschaftlichen Impuls aus. Stattdessen verstärkten sich die Probleme im Immobiliensektor (Überschuldung, Überangebot etc.) und belasteten zusammen mit einer schwachen Exportnachfrage das Wirtschaftswachstum. Diese Probleme werden auch im Jahr 2024 voraussichtlich fortbestehen. Trotz Unterstützungsmaßnahmen von Regierung und Notenbank dürfte das reale BIP Chinas nur um 4,4 %5 wachsen. Trotz des allgemeinen Wirtschaftsabschwungs sind einige Sub-Anwendungen und Teilmärkte weiterhin gut positioniert. Der ungebrochene Ausbau von Rechenzentren, beschleunigt durch die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI), zieht eine steigende Nachfrage nach Back-up Systemen nach sich. Infrastrukturinvestitionen im Rahmen der staatlichen Programme zur Abfederung des Wachstumsrückgangs stützen die Bauwirtschaft und den nachhaltigen Energiesektor. Die geopolitische Zeitenwende infolge des Angriffs Russlands und einer Eskalation im Nahen Osten lässt die globalen Verteidigungsausgaben ansteigen. In einigen Regionen liegen sie inzwischen, gemessen an der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt), deutlich über dem Schnitt des letzten Jahrzehnts.
2
www.oxfordeconomics.com, Stand: 09. Januar 2024
3
www.oxfordeconomics.com, Stand: 09. Januar 2024
4
www.oxfordeconomics.com, Stand: 09. Januar 2024
5
www.oxfordeconomics.com, Stand: 09. Januar 2024 BranchenentwicklungDie Zahlen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)6 zeigen, dass die Kunden aufgrund der schwächeren Konjunktur und der gestiegenen Finanzierungskosten bei Neubestellung etwas zurückhaltender werden. Insgesamt bleibt die Nachfragesituation jedoch positiv.
6
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., www.vdma.org MarktpositionRelevant für den RRPS-Konzern ist der Markt für schnelllaufende Diesel- und Gasmotoren für Off-Highway-Anwendungen im Leistungsbereich von 75 Kilowatt bis 10 Megawatt, für klimaschonende Energielösungen wie beispielsweise Microgrids, Batteriespeicher mit Kapazitäten von 150 Kilowattstunden bis zu über 60 Megawattstunden, für Energielösungen auf Brennstoffzellenbasis sowie für Elektrolyseure zur Produktion von Wasserstoff mit Energie aus erneuerbaren Quellen. Die wichtigsten globalen Wettbewerber des RRPS-Konzerns sind Caterpillar, Deerfield/USA (Geschäftsbereich Energy & Transportation), und Cummins, Columbus/USA. Weitere Wettbewerber in Teilbereichen sind unter anderem Wärtsilä, Helsinki/Finnland, MAN Energy Solutions, Augsburg/Deutschland, Volvo Penta, Göteborg/ Schweden und Weichai, Weifang/China sowie im Geschäftsbereich Sustainable Power Solutions, Siemens Energy, München/Deutschland, Plug Power, Latham/USA und Fluence Energy, Arlington/USA. Das Jahr 2023 war von folgenden Entwicklungen in den RRPS-Endmärkten geprägt: Baumaschinen & Landtechnik. Die steigenden Zinsen sorgen für eine deutliche Abkühlung im Bausektor. Die staatlichen Ausgabenprogramme zur Infrastrukturerneuerung werden jedoch fortgesetzt. Vor dem Hintergrund erhöhter Preise für Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel bleibt das Umfeld für die Landtechnik günstig. Rail, Mining, Oil & Gas. Die Rohstoffmärkte zeichnen sich durch eine anhaltende Dynamik sowohl im Servicegeschäft als auch in den OE-Märkten aus. Die projektgetriebene Nachfrage nach Hybrid-PowerPacks als kombinierter batterieelektrischer und Dieselantrieb bestätigte erneut das Aufkommen dieses durch ein verstärktes Umweltbewusstsein getriebenen Lösungsangebots. Energieanlagen. Der Markt für Anlagen zur dezentralen Erzeugung von Strom und Wärme setzte seine Erholung fort. Die Umstellungen im Netz hin zu einem höheren Anteil erneuerbarer Energien trägt hierzu stärkend bei. Die Nachfrage nach Notstrom zur Absicherung kritischer Industrieanwendungen und -zweige bleibt vor dem Hintergrund der fragilen Energieversorgungslage erhöht. Marine. Der Markt für Yachten und Fähren wächst weiter dynamisch. Der Markt für Hafenschlepper und Arbeitsschiffe dürfte infolge des schwächeren Welthandels weniger stark wachsen, bleibt aber insgesamt gut positioniert. Behördengeschäft. Das Umfeld für das Behördengeschäft zeigte sich auch im Jahr 2023 weiter wachstumsstark. Neben der sicherheitspolitischen »Zeitenwende« infolge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine führt auch die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten in den nächsten Jahren zu einer deutlichen Ausweitung der Verteidigungsausgaben. Wirtschaftliche und rechtliche EinflussfaktorenDer RRPS-Konzern deckt mit seinem Produkt- und Serviceprogramm zahlreiche Anwendungsbereiche ab und ist somit in vielen unterschiedlichen Industrien vertreten. Konjunkturellen Markteinflüssen in den Hauptabsatzregionen Europa, Amerika und Asien begegnet der RRPS-Konzern mit einem differenziert gepflegten Produktportfolio und einer globalen Ausrichtung. Ein übergreifender Markttrend ist die Forderung nach immer effizienteren, leistungsfähigeren und gleichzeitig schadstoffärmeren Motoren und dezentralen Energieanlagen. Diese Herausforderung erfordert von allen Marktteilnehmern eine permanente Weiterentwicklung und technische Optimierung der angebotenen Produkte sowie die Entwicklung neuer Produkte. Mit hoher technologischer Kompetenz setzt der RRPS-Konzern Standards und treibt Innovationen voran, vor allem bei der eigenständigen Entwicklung und Herstellung von Schlüsselkomponenten für Verbrennungsmotoren (Elektronik, Aufladung und Abgasnachbehandlung) sowie bei der Entwicklung von nachhaltigen Energielösungen wie alternative Kraftstoffe, Hybridanwendungen und Batterie-Energiespeicherlösungen. Auch Rohstoff- und Materialpreise beeinflussen die Geschäftsentwicklung des RRPS-Konzerns. Die hauptsächlich verwendeten Vormaterialien sind hochvergütete Stähle, Gusserzeugnisse, Halbzeuge, Aluminiumlegierungen sowie weitere Metalle und Legierungen. Im Komponentenbereich nehmen im Wesentlichen Halbleiter und Elektronikbauteile sowie die vom Lithiumpreis abhängigen Batteriespeichermodule Einfluss. Darüber hinaus sind Erdöl (Diesel) und elektrische Energie von Bedeutung. Risiken aus Preissteigerungen begegnet der RRPS-Konzern durch langfristige Lieferverträge und Rohstoffsicherungen. Wechselkursrelationen, insbesondere die des US-Dollar zum Euro, haben ebenfalls Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des RRPS-Konzerns. Der Jahresdurchschnittskurs des Euro im Verhältnis zum US-Dollar lag im abgelaufenen Jahr mit 1,081 US-Dollar7 etwa 2,7 % höher als im Vorjahr und wirkte sich daher leicht negativ auf die deutsche Exportwirtschaft aus. Der RRPS-Konzern begegnet Wechselkursrisiken durch die aktive Steuerung der Bezugs- und Fertigungsquellen (Natural Hedging) und durch Sicherungsgeschäfte. In den Ländern, in denen der RRPS-Konzern aktiv ist, gelten unterschiedliche Gesetze und Vorschriften. Besondere Bedeutung für die Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns haben Exportkontrollregelungen, umweltrechtliche Bestimmungen in Bezug auf Produktionsverfahren, Standorte und Erzeugnisse sowie die Vorschriften für das militärische Beschaffungswesen.
7
Jahresdurchschnittskurs der Europäischen Zentralbank; Jahresdurchschnittskurs 2022:
1,053 Finanzielle und nichtfinanzielle LeistungsindikatorenDer RRPS-Konzern nutzt für die interne Steuerung die finanziellen Leistungsindikatoren bereinigter Umsatz, bereinigtes EBIT und Cashflow. Es handelt sich dabei um die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren, die im Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 20 (im Folgenden: DRS 20) definiert sind. Auf die finanziellen Leistungsindikatoren wird im Abschnitt »Lage« eingegangen. Über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sowie Arbeitnehmer- und Umweltbelange wird im Abschnitt »Mitarbeiter« und »Nachhaltigkeitsbericht« berichtet. Für die interne Steuerung wird der nichtfinanzielle Leistungsindikator Mitarbeiterzahl genutzt. Es handelt sich dabei um den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator im Sinne des DRS 20. GeschäftsentwicklungDer RRPS-Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2023 mit 4.557,0 Mio. Euro einen bereinigten Umsatz8 , der 16 % über dem Niveau des Vorjahres lag. Vor allem der hohe Leistungs- und Technologiestandard der Produkte und die breite Aufstellung am Markt waren ausschlaggebend dafür, dass der RRPS-Konzern 2023 ein Ergebnis erzielte, das über dem Niveau des Jahres 2019, vor der COVID-19-Pandemie, lag. Die Stärken zeigten sich dabei zum einen in der Fähigkeit, kundenspezifische Antriebs- und Energiesysteme zu konzipieren und anzubieten, im umfangreichen Produktportfolio sowie in einer weltweit aktiven Vertriebsorganisation. Zum anderen konnte der RRPS-Konzern auch 2023 den anhaltenden globalen Engpässen an den Rohstoffmärkten und in den Logistikstrukturen durch vorausschauendes Supply-Chain-Management entgegenwirken. Vergleich des tatsächlichen und des prognostizierten GeschäftsverlaufsDie Erholung des Umsatz- und Margenniveaus des Vorjahres setzte sich 2023 fort, sodass die prognostizierten Umsatz- und Ergebnisziele erreicht werden konnten.
8
Eine Erläuterung des bereinigten Umsatzes ist im Abschnitt »Lage« aufgeführt. Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte sind bei der Ermittlung des bereinigten EBIT zu korrigieren: ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : BEREINIGUNG EBIT
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 616,5 Mio. Euro (Vorjahr: 315,0 Mio. Euro) lag, unterstützt durch den verbesserten Ergebnisbeitrag und ein reduziertes Net Working Capital, über den Erwartungen. LageErtragslageROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN
Auftragseingang. Im Jahr 2023 verzeichnete der RRPS-Konzern mit 5.054,0 Mio. Euro (Vorjahr: 5.211,8 Mio. Euro) einen Auftragseingang, der 3,0 % unter dem Rekordniveau des Vorjahres lag. Der RRPS-Konzern konnte somit das außergewöhnliche Niveau von 2022 nahezu halten. Dazu trugen vor allem die nach wie vor starke Nachfrage im Bereich Energieerzeugung für Datencenter bei, welche sogar noch gesteigert werden konnte, sowie die aufgrund der weltweiten Krisenlage gestiegene Nachfrage im Behördengeschäft. Nach den hohen Wachstumsraten im Vorjahr ging der Bedarf in den konjunkturabhängigeren Bereichen der kommerziellen Schifffahrt (zum Beispiel Fähren und Hafenschlepper), im Öl- und Gasgeschäft sowie im Mining teilweise deutlich zurück. Kleinere Rückgänge waren vor allem in den restlichen industriellen Anwendungen (Baumaschinen und Landtechnik, Bahn) sowie im Sustainable-Geschäft zu beobachten. ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : BEREINIGUNG UMSATZ
Umsatz. Der bereinigte Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 16,0 % auf 4.558,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3.932,1 Mio. Euro) und konnte somit das Rekordjahr 2022 nochmals deutlich übertreffen. Im Umsatz spiegelt sich das hohe Niveau des Auftragseingangs aus den Jahren 2022 und 2023 wider, sodass hier alle Anwendungen profitieren konnten. Ein sehr deutliches Wachstum konnte das Geschäft bei der Energieerzeugung für Datencenteranwendungen sowie im Bereich der kommerziellen Marine für das Neu- sowie Servicegeschäft erzielen. Ebenfalls deutlich war das Wachstum im Geschäftsbereich Industrial, wobei hier vor allem das starke Mining-Geschäft sowie auch robuste Steigerungen im Bahn- sowie Baumaschinen- und Landtechnikgeschäft beitrugen. Im Behörden- sowie Sustainable-Geschäft konnte das Vorjahresresultat bestätigt werden. Generell lässt sich festhalten, dass über alle Anwendungen hinweg sowohl das Service- als auch das Neugeschäft hohe Wachstumsraten erzielen konnten. Ergebnisentwicklung. In der Berichtsperiode erzielte der RRPS-Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 448,2 Mio. Euro (Vorjahr: 358,3 Mio. Euro). In der Kennziffer sind Einmaleffekte bzw. nicht operative Sachverhalte enthalten. Nach Bereinigung dieser Effekte ergibt sich für die Berichtsperiode ein bereinigtes EBIT von 496,8 Mio. Euro (Vorjahr: 368,7 Mio. Euro). Der Anstieg um 34,7 % resultierte maßgeblich aus dem starken Umsatzzuwachs und konsequentem Kostenmanagement. Die bereinigte EBIT-Marge lag mit 10,9 % (Vorjahr: 9,4 %) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Bruttoergebnis. Das Bruttoergebnis in der Berichtsperiode betrug 1.166,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1.076,9 Mio. Euro). Bereinigt um relevante Sondereffekte und nicht operative Sachverhalte ergibt sich im dargestellten Berichtszeitraum ein bereinigtes Bruttoergebnis von 1.207,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1.080,6 Mio. Euro) und somit eine bereinigte Bruttoergebnismarge von 26,5 % (Vorjahr: 27,5 %), wobei das Jahr durch Sondereffekte aus der Wertminderung von Vorräten, Aufwendungen in Verbindung mit Lieferanteninsolvenzen sowie Lizenzverrechnungen durch die Muttergesellschaft Rolls-Royce plc belastet war. ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : BEREINIGUNG BRUTTOERGEBNIS
ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : BEREINIGUNG VERTRIEBS- UND VERWALTUNGSKOSTEN
ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : BEREINIGUNG FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Funktionskosten. Die bereinigten Vertriebs- und Verwaltungskosten bewegten sich mit 528,3 Mio. Euro (Vorjahr: 515,1 Mio. Euro) über dem Vorjahresniveau. Maßgeblichen Einfluss hatte dabei das Personalkostenniveau, das aufgrund der umsatzabhängigen erhöhten Personalbasis und eines gemäß der branchenspezifischen Tarifvereinbarungen angehobenen Vergütungsniveau gestiegen ist, sowie die Fortführung strategischer Investitionen in die IT-Infrastruktur. Im Jahr 2023 investierte der RRPS-Konzern weiter verstärkt in Forschung und Entwicklung, um mit neuen Antriebs- und Energiesystemen das zukünftige Wachstum zu sichern. Flankierend wirkten sich hierbei auch Maßnahmen aus dem Transformationsprogramm »Winning-Together« aus, um die zukunftsorientierten Investitionen und deren Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. Die bereinigten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr auf 211,0 Mio. Euro (Vorjahr: 235,4 Mio. Euro). Dies entspricht einer Quote9 von 4,7 % (Vorjahr: 6,0 %), wobei das Vorjahr zusätzlich durch Sonderabschreibungen von 20,6 Mio. Euro belastet war.
9
Verhältnis der Entwicklungsaufwendungen zum bereinigten Umsatz Zinsergebnis. Das Zinsergebnis betrug - 1,8 Mio. Euro, nach - 13,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Verbesserung resultierte aus erhöhten Zinserträgen von 26,9 Mio. Euro (Vorjahr: 6,9 Mio. Euro), insbesondere aus der Geldanlage bei der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc. Gegenläufig wirkte sich der Zinsaufwand aus, der mit 28,7 Mio. Euro (Vorjahr: 20,2 Mio. Euro) über dem Vorjahresniveau lag, was auf gestiegene Zinsen aus Pensionsverpflichtungen zurückzuführen ist. Bereinigtes Konzernergebnis. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich in der Berichtsperiode auf 338,8 Mio. Euro (Vorjahr: 271,3 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung der oben genannten Sondereffekte und nicht operativen Sachverhalte sowie unter Anwendung einer Konzernsteuerquote von 24,1 % (Vorjahr: 21,4 %) ergibt sich ein bereinigtes Konzernergebnis von 384,0 Mio. Euro (Vorjahr: 283,1 Mio. Euro). Die leichte Erhöhung der Konzernsteuerquote ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der nicht anrechenbaren/nicht abziehbaren ausländischen Quellensteuern zurückzuführen. Darüber hinaus wurde im Vergleich zum Vorjahr ein höherer Anteil an aktiven latenten Steuern auf ausländische Verlustvorträge wertberichtigt. Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte wurden bei der Ermittlung des bereinigten Konzernergebnisses unter Anwendung der Bereinigungslogik der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc berücksichtigt: ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : BEREINIGUNG KONZERNERGEBNIS
VermögenslageAbweichend zur Bilanzgliederung nach IFRS wird im Folgenden aus Gründen der Übersichtlichkeit eine auf die wesentlichen Positionen verkürzte Konzernbilanz dargestellt. Diese bildet auch die Grundlage für die weiteren Ausführungen. ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : BILANZAKTIVA
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um 6,4 %. Aktivseite. Die langfristigen Vermögenswerte lagen mit 1.497,2 Mio. Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahresendes (Vorjahr: 1.550,9 Mio. Euro). Immaterielle Vermögenswerte verringerten sich um 56,9 Mio. Euro, im Wesentlichen aufgrund der Umgliederung von einzelnen zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten. Der Rückgang der Nutzungsrechte um 12,1 Mio. Euro ist insbesondere auf die außerplanmäßigen Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Brennstoffzellengeschäft zurückzuführen. Der Anstieg der Sachanlagen um 21,7 Mio. Euro ist in hohem Maße durch Ersatzinvestitionen sowie Investitionen zum Aufbau des Remanufacturing-Geschäftes in den USA getrieben. Die Vorräte entsprechen mit 1.174,9 Mio. Euro dem Vorjahresniveau ebenso die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sich um 5,8 Mio. Euro auf 720,6 Mio. Euro erhöhten. Die konstante Entwicklung der Vorräte ist auf einen Rückgang der fertigen Erzeugnisse und Waren um 46,4 Mio. Euro zurückzuführen, der durch einen leichten Anstieg der Roh- Hilfs und Betriebsstoffe sowie der unfertigen Erzeugnisse um 39,3 Mio. Euro und der geleisteten Anzahlungen um 14,5 Mio. Euro kompensiert wurde. Die flüssigen Mittel erhöhten sich um 25 % auf 1.055,6 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 846,8 Mio. Euro). Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von 117,6 Mio. Euro beinhalten im Wesentlichen Vertriebsrechte, Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Zusammenhang mit dem anstehenden Verkauf des auf Daimlertechnologie basierenden Dieselmotoren- und Motorensystemgeschäfts im unteren Leistungsspektrum stehen. Der Verkauf war zum 31. Dezember 2023 höchstwahrscheinlich. Passivseite. Das Eigenkapital belief sich auf 2.037,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.936,2 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote verringerte sich von 43,2 % auf 42,7 %. Die um 23,5 Mio. Euro höheren Rückstellungen resultierten insbesondere aus einem Anstieg der Pensionsrückstellung vor allem infolge der Zuführungen und der Verluste, die sich aus der Neubewertung der Pensionen als Folge der gesunkenen Zinssätze ergaben. Die finanziellen Verbindlichkeiten bewegten sich mit 230,2 Mio. Euro (Vorjahr: 227,7 Mio. Euro) auf Vorjahresniveau. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 88,7 Mio. Euro auf 490,5 Mio. Euro gesunken. Gegenläufig wirkten sich die Vertragsverbindlichkeiten aus, die im Wesentlichen aufgrund eines hohen Eingangs von Kundenanzahlungen um 167,6 Mio. Euro stiegen. Die Schulden, die in direktem Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen, betragen 63,9 Mio. Euro und beinhalten im Wesentlichen laufende Lieferantenverbindlichkeiten sowie anteilige Garantierückstellungen- und Personalverbindlichkeiten. Das Net Working Capital10 verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 % auf 713,8 Mio. Euro (Vorjahr: 779,5 Mio. Euro). Während sich die Mittelbindung in den Vorräten und in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahezu unverändert entwickelte, stiegen die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen aufgrund eines hohen Auftragsniveaus und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich. FinanzlageFinanzierung. Im RRPS-Konzern bestanden zum Stichtag ein Darlehen der Tochtergesellschaft Rolls-Royce Solutions Brasil Ltda., São Paulo/Brasilien, in Höhe von 7,5 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Januar 2024 sowie ein Darlehen der Tochtergesellschaft MTU India Pvt. Ltd., Pune/Indien, in Höhe von 0,7 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis August 2025, die jeweils von einer Gesellschaft aus der Rolls-Royce-Gruppe begeben wurden. Die nicht ausgenutzte konzerninterne Kreditlinie bei der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro wurde aufgrund der hohen Liquidität nicht weiter verlängert. Finanzierungsinstrumente. Der RRPS-Konzern nutzt das Leasing bei Immobilien, beim Fuhrpark und im IT-Bereich, um die Kapitalbindung und Investitionsrisiken zu begrenzen. Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen wurden im Jahr 2023 Leasingaufwendungen in Höhe von 58,8 Mio. Euro (Vorjahr: 62,2 Mio. Euro) sowie Abschreibungen von Nutzungsrechten in Höhe von 43,6 Mio. Euro (Vorjahr: 37,1 Mio. Euro) erfolgswirksam erfasst. ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN : CASHFLOW
Im Berichtsjahr ergab sich ein hoher positiver und gegenüber dem Vorjahr um 301,5 Mio. Euro auf 616,5 Mio. Euro stark verbesserter operativer Cashflow. Die Hauptursache für die Entwicklung war neben einem verbesserten Konzernergebnis der im Vergleich zum Vorjahr eingetretene Abbau der Fertigerzeugnisse um 46,4 Mio. Euro plus ein Anstieg der Pensionsrückstellungen sowie der Rückstellungen für Personal-/ Sozialverpflichtungen und laufende Ertragsteuerverpflichtungen um 36,9 Mio. Euro. Gegenläufig wirkte sich insbesondere die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus, die im Gegensatz zum Vorjahr um 88,7 Mio. Euro rückläufig war. Der Rückgang beim Cashflow aus Investitionstätigkeit um 34,2 Mio. Euro auf -147,2 Mio. Euro resultierte vor allem aus um 16,1 Mio. Euro geringeren Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie dem erhaltenen Kaufpreis von 6,0 Mio. Euro aus der Veräußerung der vollständigen Beteiligung an der Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd. Einer Auszahlung von 15,5 Mio. Euro aus dem Erwerb der Anteile an der Team Italia Marine S.r.l. im Berichtsjahr steht dem Wegfall der Kaufpreiszahlung von 19,0 Mio. Euro aus dem Erwerb der Anteile an der Hoeller Electrolyzer GmbH im Vorjahr gegenüber. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf - 216,5 Mio. Euro und lag damit um 21,6 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Ursächlich hierfür war insbesondere die Auszahlung der Dividende an Vinters International Ltd., die um 20,0 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg. Investitionen.11 In der Berichtsperiode tätigte der RRPS-Konzern Investitionen in Höhe von 148,4 Mio. Euro (Vorjahr: 164,3 Mio. Euro), davon entfielen 115,1 Mio. Euro auf Investitionen in Sachanlagen (Vorjahr: 114,8 Mio. Euro). Die größten Investitionen flossen insbesondere in die Kapazitätsausweitung von Produktionsstätten, in Kundenprojekte und Logistikstrukturen sowie in Erhaltungsprojekte. Darüber hinaus wurden Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 33,3 Mio. Euro (Vorjahr: 49,5 Mio. Euro) getätigt. Investitionsverpflichtungen. Der RRPS-Konzern erfasste Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 25,7 Mio. Euro (Vorjahr: 33,3 Mio. Euro) und Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 3,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro). Zu deren Finanzierung stehen ausreichend liquide Mittel aus dem erwarteten positiven Cashflow der betrieblichen Tätigkeit zur Verfügung. Nettofinanzierungssaldo.12 Der Nettofinanzierungssaldo wies zum Stichtag einen Überhang an liquiden Mitteln gegenüber den zinstragenden Finanzverbindlichkeiten von 1.044,5 Mio. Euro auf (Vorjahr: 835,9 Mio. Euro). Die Quote des Nettofinanzierungssaldos zum bereinigten EBITDA13 in Höhe von 677,3 Mio. Euro (Vorjahr: 545,8 Mio. Euro) belief sich somit auf 1,5 (Vorjahr: 1,5). Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den VorstandDer RRPS-Konzern hat sein ausbalanciertes Kostenmanagement aus dem Vorjahr fortgesetzt. Im Zentrum stand hierbei »Winning-Together«, ein Transformationsprogramm, das seit Anfang 2023 in allen Geschäftsbereichen umgesetzt wird und darauf abzielt, das profitable Wachstum der Rolls-Royce-Gruppe und des RRPS-Konzerns zu steigern und die eigene Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz zu stärken. Die Ausrichtung der organisatorischen Aufstellung sowie Optimierung aller Prozesse entlang der Wertschöpfungskette führen wir somit konsequent fort, um den Wandel zum Anbieter integrierter, nachhaltiger Lösungen für unsere Kunden abzubilden. Das gute Marktumfeld in unseren Hauptapplikationen und die unterschiedlichsten, oben beschriebenen Maßnahmen wirkten sich positiv auf die Liquidität und das EBIT des RRPS-Konzerns aus.
12
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten ./. Zahlungsmittel Lagebericht zum Einzelabschluss nach HGBder Rolls-Royce Power Systems AGNachfolgend ist der Lagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG dargestellt.14 LageErtragslage der Rolls-Royce Power Systems AGROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT): GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
Die RRPS AG erzielte im Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 149,1 Mio. Euro (Vorjahr: 51,5 Mio. Euro). Der Anstieg um 97,6 Mio. Euro resultierte maßgeblich aus höheren Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen. Gegenläufig entwickelten sich die Steuern vom Einkommen und Ertrag, die das Ergebnis mit 28,6 Mio. Euro belasteten. Die Umsatzerlöse lagen mit 77,9 Mio. Euro (Vorjahr: 75,7 Mio. Euro) auf Vorjahresniveau und stammen im Wesentlichen aus konzerninternen Leistungsverrechnungen an die Tochtergesellschaften. VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN UND DES PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUFS. Die RRPS AG nutzt für die interne Steuerung den finanziellen Leistungsindikator »Ergebnis nach Steuern«. Grundsätzlich spiegelt sich die wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns in der Ertragslage der RRPS AG wider. Aufgrund der insgesamt sehr positiven Prognose für den RRPS-Konzerns wird sich auch das Ergebnis nach Steuern der RRPS AG für das Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich zumindest auf Vorjahresniveau belaufen. Ausblick für die Rolls-Royce Power Systems AG. Die erwartete wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns wird sich auch in der Ertragslage der RRPS AG für das Jahr 2024 widerspiegeln. Insbesondere erwartet die RRPS AG einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis aus der Beteiligung an der Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen. Die sonstige operative Geschäftstätigkeit und deren Umfang werden im Geschäftsjahr 2024 unverändert weiter bestehen. Es wird erwartet, dass die RRPS AG im Geschäftsjahr 2024 das Ergebnisniveau im Rahmen der operativen Performanceverbesserung des Konzerns moderat steigert. Informationen zur Prognose für den RRPS-Konzern werden im Prognosebericht dargestellt. Vermögenslage der Rolls-Royce Power Systems AGROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT): BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023AKTIVA
Aktivseite. Zum 31. Dezember 2023 belief sich die Bilanzsumme der RRPS AG auf 2.455,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2.302,4 Mio. Euro). Passivseite. Das Eigenkapital der RRPS AG belief sich auf 1.089,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1.110,9 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote betrug zum Ende des Berichtsjahres 44,4 % (Vorjahr: 48,2 %). Die Rückstellungen setzen sich aus Pensionsrückstellungen, Personalrückstellungen und sonstigen Rückstellungen zusammen. Die Verbindlichkeiten der RRPS AG bestanden insbesondere aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.231,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1.053,6 Mio. Euro), die sich aus dem Finanzverkehr innerhalb des RRPS-Konzerns ergaben. Finanzlage der Rolls-Royce Power Systems AGFinanzierung. Die nicht ausgenutzte konzerninterne Kreditlinie bei der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro wurde aufgrund der hohen Liquidität nicht weiter verlängert. Forschung und EntwicklungIm Jahr 2023 erbrachte der RRPS-Konzern bereinigte Entwicklungsleistungen15 in Höhe von 221,9 Mio. Euro (Vorjahr: 263,3 Mio. Euro). Die bereinigten Entwicklungsaufwendungen sind mit 211,0 Mio. Euro (Vorjahr: 235,4 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr gesunken. Darin sind Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 11,3 Mio. Euro (Vorjahr: 29,5 Mio. Euro) enthalten, deren Rückgang im Wesentlichen auf im Vorjahr getätigte Sonderabschreibungen in Höhe von 20,6 Mio. Euro zurückzuführen ist. Die aktivierten eigenen Entwicklungskosten bewegten sich mit 5,8 Mio. Euro (Vorjahr: 12,8 Mio. Euro) unter dem Niveau des Vorjahres. Das Verhältnis von aktivierten eigenen Entwicklungskosten zu bereinigtem Entwicklungsaufwand betrug somit 2,8 % (Vorjahr: 5,4 %). Die Erträge aus bezahlten Entwicklungsleistungen lagen mit 5,1 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahr (Vorjahr: 15,2 Mio. Euro). Die Entwicklungsquote (Verhältnis der Entwicklungsleistungen16 zum Umsatz) lag bei 5,1 % (Vorjahr: 7,1 %). Damit will der RRPS-Konzern auch in Zukunft den hohen Technologiestandard sicherstellen. Die Reduzierung der Quote ist im Wesentlichen auf eine im Vorjahr durchgeführte Abwertung des für den Power Gen-Markt entwickelten 12V+ 1600-Motors sowie auf einen Rückgang bezahlter Entwicklungsleistungen bei steigendem Umsatz zurückzuführen. Um zukünftige Kundenbedarfe realisieren zu können, ist der Ausbau der Kompetenz in Systemlösungen ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Aufstellung des Engineering-Bereichs wurde weiter gestärkt, beispielsweise wurden die Aktivitäten zur Systementwicklung mit dem Thema Elektrik/Elektronik und Automation weiter ausgebaut. Ziel ist es, die Entwicklungseffizienz mithilfe von modularen Produktbaukästen zu steigern und somit kundenspezifische Lösungen flexibler und schneller realisieren zu können. Der RRPS-Konzern unternimmt große Anstrengungen, um sein Produkt- und Lösungsportfolio zunehmend emissionsfrei aufzustellen. Die Ziele wurden im Jahr 2021 im Programm »Net Zero at Power Systems« beschrieben und definiert. Den wesentlichen Hebel zur Reduzierung der Emissionen des Produkt- und Lösungsportfolios stellt dabei die Entwicklung neuer Technologien dar. Im Bereich der hybriden Antriebssysteme für die Bahn (Hybrid-PowerPacks) wurde der Einsatz des Porterbrook-Hybrid-Flex-Zug im Pendlerverkehr auf der Chiltern-Linie zwischen London-Marylebone und Birmingham nach eineinhalb Jahren beendet. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Weiterentwicklung der Hybrid-PowerPack Plattform ein. Die Entwicklungsarbeiten am Hybrid-ready Antrieb für Züge der Hyundai Rotem Company (HRC) wurden planmäßig abgeschlossen. Die Entwicklungsaktivitäten für das Marine-Hybridsystem wurden mit größten Anstrengungen fortgeführt. Inzwischen wurden die ersten Antriebsanlagen in Fährschiffen der Armon-Werft installiert. Die Inbetriebsetzung startete Ende 2023. Im Anschluss an die Konzeptstudien zum Hybridantrieb für schwere Minenfahrzeuge wurde die Entwicklung eines Prototyps gestartet. Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Hybridtechnologie für diese Anwendung zu demonstrieren. Mit Abschluss des Entwicklungsprojektes »modulares PowerPack S1600« wurde die erste voll serialisierte und modularisierte Antriebslösung für den Bahnbereich in die Serie überführt. Die Vorteile der Modularisierung zeigen sich unter anderem in der deutlich verkürzten Abwicklungszeit von Kundenaufträgen. Mit Blick auf die Energiewende hat der RRPS-Konzern im Jahr 2023 neben den bereits in den Markt eingeführten Microgrid-Lösungen auch Wasserstoffsysteme weiterentwickelt. Neben den Wasserstoffverbrennungsmotoren sind dies Elektrolyseure. 2023 wurde der erste Prototyp eines eigenen mtu -Brennstoffzellenmoduls fertiggestellt und für abschließende Tests auf dem Prüfstand vorbereitet. Die Modulentwicklung wurde in einem innovativen Ansatz parallel bereits mit Subsystemtests auf dem Prüfstand unterstützt und abgesichert. In Zusammenarbeit mit einem externen Entwicklungsdienstleister konnte der Technologiedemonstrator in nur eineinhalb Jahren Entwicklungszeit realisiert werden. Darüber hinaus konnte 2023 das erste komplett lauffähige mtu-Brennstoffzellen-Energiesystem mit einer Leistung von 500 Kilowatt erfolgreich am werksinternen Microgrid-Validation-Center in Betrieb genommen werden. Als konsequente Weiterentwicklung eines ersten Versuchssystems aus dem Jahr 2022 werden hier abschließende Abstimmungs- und Validierungsaktivitäten durchgeführt, bevor die baugleichen Systeme für das Projekt Enerport (Hafen Duisburg) ausgeliefert und in Betrieb genommen werden. Die bereits 2022 begonnene Entwicklung eines eigenen Elektrolyse-Testsystems konnte mit der Montage in diesem Jahr sehr erfolgreich abgeschlossen werden. Das »Faraday« genannte System wird nun für den Testeinsatz vorbereitet und kann im Jahr 2024 in Betrieb genommen werden. Unser Entwicklungspartner und Elektrolyse-Stack Spezialist Hoeller Electrolyzer GmbH, an dem RRPS die Mehrheitsanteile besitzt, hat seine Technologie und das neuartige Stack-Design im Versuchsbetrieb erfolgreich nachgewiesen und dabei die ursprünglich prognostizierten Leistungsdaten übertroffen. Auf dieser Basis werden nun die nächsten Entwicklungsschritte durch das gemeinsame Team Hoeller & RRPS konsequent umgesetzt, um den Technologiereifegrad TRL 6 für den ersten Prototyp des Hoeller Elektrolyse-Stacks im großen Format im 4. Quartal 2024 nachweisen zu können. Für das Produktentwicklungsprojekt wurde parallel dazu die Strategie nach umfangreicher Marktanalyse angepasst und final definiert. Zielanwendung für das eigene Elektrolyse-Modul sind skalierbare Großanlagen im Bereich von > 100 Megawatt installierter Elektrolyseleistung. Hierfür wurde ein technisches Designkonzept entwickelt, das die Anforderungen der beschriebenen Großanlagen erfüllt und welches im Jahr 2024 in die weitere Detaillierung geht. Bei der Weiterentwicklung der Energiespeichersysteme konnten interne Synergien gehoben und das Produktportfolio um Energiespeicherlösungen im Leistungsbereich von 30 Megawatt bei einer Speicherkapazität von 60 Megawattstunden erweitert werden. Der derzeitige Wandel in der Energietechnik führt auch zu größeren Systemen und komplexeren Betriebsszenarien. Das stellt die Steuerung und die Regelung von Energieanlagen vor neue Herausforderungen. Die Antwort des RRPS-Konzerns auf diese Entwicklung heißt mtu -EnergetIQ. Die smarte Automatisierungsplattform besteht aus der zentralen Systemsteuerung mtu -EnergetIQ Manager und verteilten mtu -EnergetIQ Asset-Steuerungen. mtu -EnergetIQ beweist schon bei ersten Kunden seine Leistungsfähigkeit. So regelt es die Notstromversorgung eines Datencenters in Japan und Gasaggregate bei Kunden in den USA. 2023 haben wir die Qualifizierung und Freigabe synthetischer Kraftstoffe für den Großteil unseres Produktportfolios abgeschlossen. Somit können nun auch die mtu-Bahnmotoren der Baureihen 4000, die mtu- Marinemotoren der Baureihen 2000 und 4000 sowie die mtu-Motoren für Bergbauanwendungen der Baureihe 4000 mit synthetischen Kraftsoffen betrieben werden. Für das Jahr 2024 wird das Portfolio mit der »Safety only« Freigabe der mtu -Großmotoren BR1163-04 und BR8000 komplett sein. Des weiterem ist für 2024 geplant, auch Bio-Diesel B100 nach EN14214 als weiteren Meilenstein unseres Net Zero-Programms »Safety only« freizugeben. Bei der mtu -Baureihe 4000 für den Marineeinsatz wurden die Motoren für die Emissionsstufen EPA Tier4 und IMO3 entwickelt. Die Motoren werden in Arbeitsschiffen und zur Bordstromerzeugung eingesetzt. Außerdem werden die Anwendungen Yacht und Fähren bedient. 2023 wurde neben den schon freigegebenen Zylindervarianten 12V und 16V auch die Zylindervariante 20V erfolgreich zertifiziert. Die Motoren zeigen im Feldeinsatz ihre Robustheit und Zuverlässigkeit. Das Tugboat "Sirius" von Signet ist auf der Woarkboat Messe in New Orleans zum "Workboat of the Year" gewählt worden. Motorisiert ist das neue Rotortug Design mit drei Motoren 12V4000M65L. Des Weiteren wird derzeit an einer firmeneigenen Abgasnachbehandlung gearbeitet. Im Rahmen unseres Net Zero-Programms entwickeln wir auf der Basis der mtu -Baureihe 4000 ein System für den CO2 -neutralen Betrieb mit 100 % Wasserstoff. Die Vollmotorversuche hierzu laufen erfolgreich. Das System wird auch als Umrüstsatz für bereits im Feld befindliche Erdgasmotoren verfügbar sein. Eine erste Pilotanwendung ist für das Jahr 2024 im Duisburger Binnenhafen geplant. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekt Enerport II werden mtu -Wasserstoffmotoren zusammen mit mtu -Brennstoffzellen die CO2 -neutrale Energieversorgung des künftigen klimaneutralen Containerterminals des Hafens übernehmen. Darüber hinaus entwickeln wir für Kunden, die reinen Wasserstoff nicht in ausreichender Menge oder nur zeitweilig zur Verfügung haben, auch Gasmotoren und Umrüstsätze, die eine Zumischung von Wasserstoff zu Erdgas ermöglichen. Im Bereich der Antriebssysteme für die Öl- und Gasindustrie wurde im vergangenen Jahr mit der erfolgreichen Emissionszertifizierung US EPA Tier 2 für die Baureihe S4000 Gas ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Ein wesentlicher Schritt hin zu einer CO2 neutralen Schifffahrt wird aus unserer Sicht der Einsatz von grünem Methanol als Kraftstoff sein. Es ist daher für uns das strategische Ziel Methanolmotoren für die Marine-Anwendung unseren Kunden anbieten zu können. Hierzu haben wir ein öffentlich gefördertes Technologie-Entwicklungsprogramm gestartet, das uns in die Lage versetzen soll, Motoren zu entwickeln, die zukünftig zu 100 % mit Methanol betrieben werden können. Obwohl ein hohes Interesse an mit Methanol betriebenen Motoren am Markt besteht, wird die Verfügbarkeit von Methanol in den nächsten Jahren nur auf die großen Häfen beschränkt bleiben. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, zusätzlich Dual-Fuel-Motoren zu entwickeln, die mit Methanol und Diesel betrieben werden können. Derzeit erarbeiten wir hierzu ein Motorkonzept, das auf den modernsten Marinemotoren der mtu -Baureihe 4000 aufsetzt. Die Weiterentwicklung der 12- und 16-Zylinder-Hochleistungsmotoren der mtu -Baureihe 2000 für die Emissionsstufe IMO3 in Kombination mit EPA T3rec ist weitestgehend abgeschlossen. Zur Erreichung der aktuellen Emissionslimits wurden diese Motoren mit einem kompakten SCR-Abgasnachbehandlungssystem ausgerüstet. Die ersten 16-Zylinder-Motoren sind bereits ausgeliefert und bewähren sich im Feld. Im Jahr 2024 sollen dann auch die 12-Zylinder-Variante mit einem SCR-System gekoppelt in einem Schiff eingesetzt werden. Die ausgelieferten Motoren sind mit einem Datenlogger ausgerüstet und werden kontinuierlich überwacht, um so dem Kunden die Möglichkeit zu geben, das Gesamtsystem optimal zu betreiben und ein Fehlverhalten des Systems zu vermeiden. In einem abschließenden Entwicklungsschritt werden die zulässigen Einsatzrandbedingungen erweitert, sodass alle Yachtsegmente mit diesen Motoren bedient werden können. Parallel hierzu wird ein Betriebskostenmanagement eingeführt, das es dem Kunden ermöglicht, den Einsatz des Motors inklusive Abgasnachbehandlung unter Einhaltung der Abgaslimits kostenoptimal zu steuern. Für den Bahn-Unterflureinsatz wurde im Jahr 2021 der mtu -Dieselmotor 12V1600Rx1 mit bis zu 736 Kilowatt und der neuen Emissionsstufe EU Stage V beim Kraftfahrtbundesamt zertifiziert und in Serie freigegeben. Die Zertifizierung erfolgte auch für HVO-Kraftstoffe. Das Motorsystem besitzt ein Abgasnachbehandlungssystem bestehend aus SCR-Katalysator und einem Dieselpartikelfilter sowie einer den Regularien entsprechenden neuen Software. Die Motoren sind in mtu -PowerPacks integriert und seit 2022 im regulären Personentransport. Im Jahr 2023 wurden im Rahmen des Serien-Ramp-Up Verbesserungen erarbeitet und erstmals die neu in den EU-Regularien vorgeschriebenen In-Service-Monitoring-Emissionsmessungen im realen Fahrbetrieb durchgeführt. Das Projekt wurde 2023 abgeschlossen. Die technischen Entwicklungsarbeiten für die mtu -Baureihe 1800 gemäß Emissionsstufe EU Stage V, welche wir gemeinsam mit der DaimlerTruck AG durchgeführt haben, wurden im Berichtsjahr abgeschlossen. Die Zertifizierung beim Kraftfahrtbundesamt erfolgte inklusive der HVO-Kraftstoffe. Vorserienmotoren wurden in mtu-Standard- und Hybrid-PowerPacks verbaut und sind seither bei Kunden erfolgreich im regulären Betrieb. Im Jahr 2023 wurde nun die notwendige Feldvalidierung für eine finale Freigabe ebenfalls abgeschlossen. Ein Upgrade auf den Serienstand aller Vorserienmotoren steht kurz vor dem Abschluss. Als letzte Projektphase ist bereits die Serialisierung der Produktion bei der DaimlerTruck AG gestartet, welche Mitte 2024 abgeschlossen sein wird. Das Portfolio der Industriemotoren der mtu -Baureihe 4000 wurde im Jahr 2023 um eine EU Stage V-Nonroad-Variante 12V4000C35 erweitert. Zusammen mit TÜV Nord wurde Mitte August die Zertifizierungsmessung durchgeführt und im Anschluss vom Kraftfahrtbundesamt das Zertifikat erteilt. Auch hier ist HVO als Kraftstoff berücksichtigt. Auf Basis der EPA Tier 4f-Version der Baureihe wurden so die Emissionslimits und die gesetzlichen Alarmierungs- und Inducement-Anforderungen mittels einer neuen funktionalen Software und einer Abgasrückführung erreicht. Jeder der ersten drei gelieferten 12V4000C35 Kundenmotoren hat im Einsatz bereits mehr als 6000 Stunden Laufzeit absolviert. Ebenfalls in der Entwicklung befindet sich eine Electric-Drill-Pack Leistungsvariante 12V4000T25L, welche in das EU-Stage V Zertifikat mit aufgenommen werden wird. Der von Daimler gelieferte 6V- und 8V-Rumpfmotor der Mercedes-Benz-Baureihe OM 500 aus der On-Highway-Anwendung von Daimler wird nun für Off-Highway-Anwendungen im Bereich geschützter Landfahrzeuge in Lizenz in Friedrichshafen hergestellt. Die Lizenzfertigung ist notwendig, weil Daimler die Produktion des insgesamt über eine Million Mal gefertigten und auch in mtu -Anwendungen bewährten Basismotors OM 500 eingestellt hat. Das Portfolio der mtu -Baureihe 199 für taktische Kettenfahrzeuge wird um ein weiteres Produkt erweitert. Steigende Fahrzeuggewichte durch höheren Schutzbedarf erfordern höhere Leistung, um weiterhin für den Endkunden optimale Mobilität im Gelände zu gewährleisten. Hierfür hat der RRPS-Konzern ein Projekt zur Leistungssteigerung des 8V199 auf 800 Kilowatt gestartet und in einer Vorstudie bereits erste Prototypen getestet. Aktuell findet die Serialisierung dieses Produktes statt, parallel werden 2024 erste Muster an Kunden ausgeliefert Im Fokus der Produktentwicklung der mtu -Baureihe 8000 & 1163 ist die optimale Gesamtsystemauslegung von Abgasnachbehandlung und Motor, um bei bestehender Leistung des IMO2-Motorenportfolios eine flexible Schiffsintegration zu ermöglichen. MitarbeiterentwicklungROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS KONZERN: MITARBEITER NACH REGIONEN
Im RRPS-Konzern waren zum 31. Dezember 2023 insgesamt 10.350 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 10.059 Mitarbeiter). Daraus ergibt sich ein Anstieg von 2,9 % gegenüber dem Vorjahr. Vor allem durch die Erstkonsolidierung der Team Italia Marine S.r.l., Fano/Italien sowie die Eingliederung des Marinegeschäfts mit ihrer Elektro- und Automatisierungstechnik der Rolls-Royce Power Engineering Limited in die Rolls-Royce Solutions UK Limited ist die Anzahl an Beschäftigten in der Region EMEA gestiegen. Ausbildung und WeiterbildungBerufsausbildung hat beim RRPS-Konzern Tradition. Seit über 100 Jahren bieten wir jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ihre Karriere mit einer fundierten Ausbildung oder einem dualen Studium in unserem Unternehmen zu beginnen. So haben in diesem Zeitraum mehr als 8.000 Mitarbeiter eine duale Berufsausbildung beim RRPS-Konzern oder seinen Vorgängerunternehmen abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2023 befanden sich im RRPS-Konzern weltweit 275 Auszubildende in Ausbildung oder einem dualen Studium. Der RRPS-Konzern bietet den Beschäftigten darüber hinaus ein breites Spektrum an Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen. Am größten Standort Friedrichshafen werden sowohl individuelle als auch standardisierte Trainingsthemen angeboten, die in Präsenz- und E-Learning-Veranstaltungen, vor Ort oder direkt beim Anbieter durchgeführt werden. Dabei werden unter anderem Fähigkeiten in den Bereichen soziale, methodische und interkulturelle Kompetenzen, Führung, Projektmanagement, Compliance und Sprachen geschult. Um die Mitarbeiter durch die im Jahr 2023 angestoßene Transformation bestmöglich zu begleiten, wurden gezielte Trainingsangebote für Mitarbeiter und Führungskräfte sowohl im technischen als auch im methodischen Bereich (zum Beispiel Sales-Qualifizierungen und Führungskräftetrainings) entwickelt. Über die Lernplattform »Leatro - Workday« haben die Beschäftigten zusätzlich die Möglichkeit, auf über 15.000 weitere Lernangebote (wie LinkedIn Learning®) zuzugreifen und dieses Angebot individuell und bedarfsgerecht zu nutzen. GesundheitsmanagementAls Reaktion auf die Verunsicherungen und negativen Auswirkungen auf die mentale Gesundheit, die mit der Coronapandemie sowie den Kriegen in der Ukraine und Nahost einhergehen, wurde im Jahr 2023 vielfach das 24/7 erreichbare Mitarbeiterberatungsprogramm (EAP) beworben. Darüber hinaus wurden psychische Erkrankungen immer wieder im Rahmen von Gesundheitsmaßnahmen thematisiert sowie für ihre Entstehung und den Umgang mit ihnen sensibilisiert. Dies erfolgte unter anderem im Rahmen der Kampagne »Wir sprechen drüber!« und auch über ein breites Vortragsangebot während der World Mental Health Week im Oktober. Auch Suchterkrankungen als eine mögliche Langzeitfolge wurden in enger Zusammenarbeit mit den »Betrieblichen Ansprechpartnern für Suchtprävention« in den Fokus genommen. In Workshops und Sonderformaten wurden Führungskräfte wie auch Auszubildende für die Prävention von Suchterkrankungen sowie den Umgang mit gefährdeten Personen sensibilisiert. Angepasst an die reduzierten Präsenszeiten durch das »New-Work-Modell«, das zwölf Tage mobiles Arbeiten pro Monat ermöglicht, ging die Annahme des firmeneigenen Gesundheitsstudios »aktiv werk« deutlich zurück und konnte nicht mehr an präpandemische Zeiten anknüpfen. Um die Mitarbeiter weiterhin mit einem breiten Bewegungsangebot zu unterstützen, wurde - neben der Aufrechterhaltung diverser Sportkurse sowohl vor Ort als auch digital - eine Firmen-Fitnesskooperation für alle Mitarbeiter am Standort Friedrichshafen und dem Großteil der deutschen Außenstandorte abgeschlossen. Zielgruppenspezifische Gesundheitsmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil des ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements im RRPS-Konzern. Neben individueller Beratung und Angeboten für alle Mitarbeiter werden die Gegebenheiten und besonderen Herausforderungen bestimmter Anspruchsgruppen in den Mittelpunkt gerückt und mit zielgerichteten Angeboten bedient. Als Beispiele seien hier Lunch&Learn-Angebote für Schichtarbeiter als auch Workshops zur Stärkung der Resilienz besonders belasteter Abteilungen oder spezielle Gesundheitsseminare für Führungskräfte und Auszubildende genannt. Gesundheit wird im RRPS-Konzern in einem holistischen Ansatz behandelt. Diese ganzheitliche Betrachtungsweise schlägt sich beispielsweise in den »Gesundheitstagen« nieder, einem zweitägigen Gesundheitsseminar für Mitarbeiter zur Vertiefung ihrer Gesundheitskompetenz. Diesen geht ein umfangreicher medizinischer Check-up inklusive einer Bioimpedanzanalyse zur gesundheitlichen Standortbestimmung voraus. Die jährlichen Analysen der anonymisierten Versichertendaten der unternehmensangeschlossenen BKK MTU ermöglichen es, zielgerichtete gesundheitsfördernde Maßnahmen einzusetzen. Neben jährlichen Schwerpunktthemen werden dauerhaft Aktivitäten zur Entwicklung und Förderung eines gesundheitsbewussten Verhaltens angeboten. Dazu zählen Bewegungsangebote wie »Aktive Pausen« oder »Faszienpausen« sowie Angebote im Bereich der Ernährungsgesundheit, Stärkung der Resilienz und mentalen Gesundheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Raucherentwöhnung. Zusätzlich erfolgen ganzjährig Sensibilisierungen und Informationen zu gesundheitlichen Themen in Form von Impulsvorträgen, Webinaren, Artikeln im Intranet und der eigenen Gesundheitsapp sowie durch die regelmäßige Herausgabe eines Newsletters. Ergänzend stehen bei standortübergreifenden Bewegungsaktionen wie dem Firmenlauf oder Stadtradeln die Förderung von Freude an der Bewegung, der soziale Austausch und das gemeinsame Erleben zur Stärkung des »Wir-Gefühls« im Vordergrund. Außerdem werden Gesundheitsmaßnahmen als wertschätzendes Angebot des Arbeitgebers gewertet und haben somit einen positiven Einfluss auf das Employer Branding. Im Jahr 2023 ist das internationale BGM-Akkreditierungsprogramm »LIVE WELL 2.0« der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc gestartet. Ziel ist die Rezertifizierung der betrieblichen Gesundheitsförderungsprogramme an den jeweiligen Konzernstandorten mit mehr als 50 Mitarbeitern sowie die Erreichung eines »Silberstatus« bis zum Jahr 2026. Schrittweise wird die RRPS AG die erforderlichen Voraussetzungen nachweisen und die höchste Zertifizierung des Gesundheitsmanagements mit dem »Platinstatus« anstreben. Bedingt durch die Pandemie sind die Deutschen in den vergangenen Jahren insgesamt weniger zu Krebsvorsorgen gegangen. Um unentdeckte Krankheiten frühzeitig zu diagnostizieren, liegt der Fokus der zweijährigen Kampagne »care life«, welche die RRPS AG gemeinsam mit der BKK MTU im Rahmen der Dachkampagne der Betriebskrankenkassen durchführt, auf der Prävention häufiger Krebsarten, wie beispielweise Haut-, Brust- oder Darmkrebs. Durch diese Vorsorgeuntersuchungen konnten in der Vergangenheit bereits bösartige Entwicklungen erkannt und rechtzeitig behandelt werden. Allein bei den diesjährig durchgeführten Hautkrebsscreenings in Friedrichshafen konnten diverse Auffälligkeiten bei den Mitarbeitern frühzeitig erkannt werden. Das Gesundheitsmanagement trägt somit durch seine umfassenden und zielgerichteten Angebote zur nachhaltigen Stärkung der Mitarbeitergesundheit und der Mitarbeiterbindung im RRPS-Konzern bei. NachhaltigkeitsberichtAllgemeine InformationenNachhaltigkeitsstrategie- und zieleVerantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und Nachhaltigkeit sind Bestandteil der Unternehmensgrundsätze des RRPS-Konzerns. Das Ziel ist profitables wirtschaftliches Wachstum bei gleichzeitiger Förderung ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsaspekte. Der RRPS-Konzern hat sich als Ziel gesetzt im Jahr 2050 Net Zero zu erreichen. Der RRPS-Konzern kann mit seinen technischen Lösungen eine wichtige Rolle in der Energie- und Klimawende leisten und damit seine Kunden auf ihrem Weg zu Net Zero unterstützen. Im Jahr 2023 stärkte der RRPS-Konzern die Governance der übergreifenden Nachhaltigkeitsstrategie durch den weiteren Ausbau eines zentralen Nachhaltigkeitsteams. Das Nachhaltigkeitsteam konsolidiert konzernübergreifend die Nachhaltigkeitsthemen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG), auf welche in den weiteren Abschnitten im Detail eingegangen wird. Über den gesamten Konzern hinweg arbeitet die Nachhaltigkeitsabteilung im engen Austausch mit relevanten Schnittstellen, um Nachhaltigkeitsthemen im gesamten RRPS-Konzern zu integrieren. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit den Einkaufsabteilungen bezüglich Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Produktverantwortung und InnovationIm Rahmen der Unternehmensstrategie führt der RRPS-Konzern die langfristig ausgerichtete Strategie mit Anpassungen kontinuierlich weiter. Einen starken Fokus legt das Unternehmen dabei auf den Betrieb von Motoren mit nachhaltigen Kraftstoffen wie etwa HVO, Wasserstoff oder Methanol. Hybridsysteme und Batteriespeicher runden das Angebot ab. Insbesondere nachhaltige Kraftstoffe wie HVO bieten die Möglichkeit bestehende Fahrzeuge und stationäre Anlagen schon heute nahezu CO2 -neutral zu betreiben und die Emissionsziele zu erreichen. Mit HVO können unsere Kunden bis zu 90 % CO2 einsparen. Zudem kann der Ausstoß von Rußpartikeln um 40 bis 80 % und die Freisetzung von Stickoxiden um bis zu 8 % verringert werden. Kunden in stationären und mobilen Anwendungsbereichen setzten daher auf HVO. So hat zum Beispiel Rio Tinto die Baumaschinen in seiner Mine in Boron, Kalifornien, vollständig von fossilem Diesel auf HVO umgestellt und ist damit der erste Tagebau der Welt, der diesen Meilenstein erreicht hat. Mit der Umstellung auf nachhaltigen synthetischen Diesel in der Boron-Mine wird eine CO2 -Reduktion von bis zu 45.000 Tonnen pro Jahr erwartet, was jährlichen Emissionen von etwa 9.600 Autos entspricht. Einen weiteren Baustein zur Energiewende stellen unsere Gasmotoren dar. Diese werden in der Marine, in der stationären Stromerzeugung im Anwendungsbereich Oil & Gas eingesetzt. So ist die Bodenseefähre »Richmond« die erste Binnenfähre Europas mit reinem Gasmotorantrieb. Der Bau der Fähre wurde vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert und ist ein Meilenstein in der Entwicklung hin zu sauberen und emissionsarmen Verkehrslösungen. Der neue Antrieb für Schlepper, Fähren, Schubboote und Spezialschiffe unterschreitet die Stickoxid-Grenzwerte der aktuellen IMO III-Emissionsrichtlinie auch ohne Abgasnachbehandlung und die Partikelmasse liegt unter der Nachweisgrenze. Der RRPS-Konzern hat mittlerweile Aufträge für mtu -Gasmotoren als Antriebssysteme und Bordstromaggregate für insgesamt elf Schiffe in Europa und Singapur erhalten. Im stationären Bereich werden die Gasaggregate als Kraft-Wärme-Kopplungsanlage oft zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt und sind daher sehr effizient. Der Strom kann dem Eigenbedarf dienen sowie als Grundlaststrom und als Regelenergie zur Netzstabilisierung beitragen. Werden die mtu-Gassysteme mit Biogas betrieben, liefern diese CO2 -neutral, zuverlässig und kalkulierbar Strom sowie Wärme- und Kühlenergie. Die neuen Biogasaggregate der mtu-Baureihe 4000 erreichen einen neuen elektrischen Spitzenwirkungsgrad von 44,1 % und einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 %. Der RRPS-Konzern hat bereits mit einem 12-Zylinder mtu -Motor den Betrieb mit 100 % Wasserstoff erfolgreich getestet. Der Motor soll die Marktnachfrage nach Wasserstofflösungen in der Energiewende bedienen und unseren Kunden als zuverlässiger sowie sauberer Antrieb für Stromaggregate und Blockheizkraftwerke zur Verfügung stehen. Die erste Installation von mtu -Motoren, die mit 100 % Wasserstoff betrieben werden, ist bereits für das Projekt Enerport (Hafen Duisburg) geplant17.
17
Im Weiteren ausgeführt im Abschnitt »Forschung und Entwicklung« Ein weiterer wesentlicher Baustein unseres Lösungsportfolios sind die mtu-EnergyPack- Batteriespeichersysteme. Über 130 mtu -EnergyPacks sind bereits weltweit in Industrie, Krankenhäusern, Hotels, Bergwerken und bei Energieversorgern im Einsatz. Batteriespeicher sind eine Kernkomponente von Microgrids, die netzunabhängig Strom liefern, werden aber auch zur Netzstabilisierung beispielsweise in Solarparks integriert. Sie dienen dem Energiehandel oder der Ladeinfrastruktur der E-Mobilität und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Mit Microgrids wird das Stromnetz mit erneuerbarer und stabiler Energie aus verschiedenen Quellen unterstützt. Dazu zählen neben den mtu-EnergyPack auch Batteriespeicher, Solaranlagen auf Dächern, Batterien, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen oder Notstromaggregate. Ziel ist dabei eine zuverlässige, umweltfreundliche und kostengünstige Strom- und Wärmeversorgung passend auf den jeweiligen Kundenbedarf. Die Batteriespeichersysteme in Solarparks dienen der Stabilisierung des Stromnetzes und ermöglichen eine maximale Nutzung von erneuerbaren Energien. Die Batterien laden bei Bedarf - zum Beispiel in Zeiten mit hoher Produktion von Solarstrom bei geringer Nachfrage - Strom aus der Photovoltaikanlage und geben ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab. So kann mehr Strom aus erneuerbaren Energien in das Stromnetz integriert werden. Der RRPS-Konzern und das Projektentwicklungsunternehmen Abo Wind haben Ende Mai 2023 in Leutershausen bei Bad Neustadt in Bayern ein mtu-EnergyPack-Batteriegroßspeichersystem in einem Solarpark in Betrieb genommen. Insgesamt können mit der PV-Batterie-Anlage pro Jahr 10.000 Megawattstunden grüner Strom produziert werden. Das entspricht dem Bedarf von rund 3.000 Drei-Personen-Haushalten und einer Vermeidung von rund 6.300 Tonnen CO2. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits an drei weiteren Projekten dieser Art in Rheinland-Pfalz und in Hessen erfolgreich zusammen. Durch E-Mobilität kann es zu lokalen Netzengpässen kommen: Laden mehrere Fahrzeuge parallel an einem Schnellladepunkt, steigt kurzfristig und rapide der Bedarf an elektrischer Energie. mtu -EnergyPack Batteriespeicher können mit der Steuerung mtu -EnergetIQ dazu beitragen, temporäre Lastspitzen und die entsprechend hohen Gebühren zu verhindern und ultraschnelle Ladeleistung anzubieten. Der RRPS-Konzern hat bereits für rund zehn E-Lade-Projekte mtu-EnergyPacks geliefert. Mit den neuen Fähigkeiten unseres traditionellen Portfolios kombiniert mit der Einführung neuer Technologien und unserem Anwendungs-Know-how, können wir unsere Kunden auf ihrem Weg zu einer CO2 optimierten Zukunft begleiten und ihnen auch gleichzeitig die passende Lösung für ihren Anwendungsbereich anbieten. Verantwortung für GesellschaftDer RRPS-Konzern nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung ernst und setzt sich aktiv für die Stärkung der Gemeinschaften ein, in denen das Unternehmen tätig ist. Neben der finanziellen Unterstützung des Unternehmens tragen auch die Mitarbeiter weltweit dazu bei und engagieren sich sowohl innerhalb ihrer Arbeitszeit als auch darüber hinaus. Um den vielfältigen Erwartungen von Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Anteilseignern, Medien, Politik und anderen gesellschaftlichen Gruppen angemessen zu begegnen, pflegen wir einen für alle Seiten konstruktiven Dialog mit dem gemeinsamen Ziel, nachhaltige Veränderungen zu gestalten. SOZIALES UND ÖKOLOGISCHES ENGAGEMENT. Unabhängig von aktuellen Entwicklungen werden verschiedene Projekte gefördert, zum Beispiel auf Basis des "Matching Gifts Program" bei Rolls-Royce Solutions America: Hierbei werden die Spenden der Mitarbeiter Dollar für Dollar verdoppelt und damit ausgewählte Wohltätigkeitsorganisationen unterstützt, welche sich für die Bekämpfung von Hunger, für Unterkünfte, Gesundheit und soziale Belange einsetzen. In Großbritannein werden soziale Organisationen unterstützt, die sich zum Beispiel für Männergesundheit einsetzen. Rund um Friedrichshafen fördern wir zudem verschiedene soziale Einrichtungen wie Frauen- und Kinderhäuser oder die Tafel. Darüber hinaus wird mit dem Think Pink Club der »Ladies Talk« durchgeführt: ein Get together von an Brustkrebs erkrankten Frauen, die hier die Möglichkeit haben, sich in entspannter Umgebung außerhalb des Krankenhauses zum Thema auszutauschen. In Magdeburg wurde 2023 ein Ruder-Wettbewerb unterstützt, um Einnahmen für die Stiftung »Leben mit Krebs« zu generieren. Durch eine Teilnahme von Mitarbeitern am Radsport-Event London2Monaco wurden im Berichtsjahr zudem Spenden für die Blue Marine Foundation gesammelt und gleichzeitig für die Themen Ozeanschutz und Umweltbewusstsein sensibilisiert, für die sich die Stiftung einsetzt. Bereits seit 2004 fördert die mtu -Umweltstiftung Umwelt- und Naturschutzprojekte, um die natürliche Lebensgrundlage von Pflanzen, Tieren und Menschen im Umfeld des Bodensees sowie dessen ökologische Vielfalt zu erhalten und wiederherzustellen. In den letzten Jahren wurde zum Beispiel ein Forschungsprojekt zur Blaualge der Universität Konstanz gefördert. 2024 stehen neue Fördermittel für Projekte zur Verfügung, zu denen aktuell das Vergabeverfahren läuft. Ein Projekt bei dem soziale Unternehmensverantwortung und umweltfreundliche Lösungen zusammenkommen, ist eine Initiative in Indien: Das Engineering & Research Center in Pune hat vor Ort ein Microgrid für das rund 2000 Einwohner zählende Dorf Pusane entwickelt, das vom MTU Sales & Service Center Indien verwaltet und betrieben wird. Diese Lösung nutzt Solarenergie sowie ein Batteriespeichersystem und versorgt verschiedene Einrichtungen, wie die Schule oder die Wasserpumpstation des Dorfes, dadurch mit Strom. Förderung von Bildung und Wissenschaft. Bildung und wissenschaftliche Innovation sind die Grundlagen nachhaltiger Entwicklung in unserer Gesellschaft. Deshalb fördern wir an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen das Bodensee Innovationscluster Digitaler Wandel sowie den Transcultural Leadership Summit am LEIZ Institut der Universität. Mit dem Bodensee Business Forum unterstützen wir zudem einen internationalen Kongress mit namhaften Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Förderung von Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) spielt eine besonders wichtige Rolle bei unseren Aktivitäten. In der geförderten Wissenswerkstatt Friedrichshafen e.V. können Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren kostenlos Experimente mit MINT-Bezug durchführen. In den Formula Student Teams Weingarten und Global Formula Racing bauen Teams von Studenten in Eigenregie Formula-Fahrzeuge - von der Businessplanung bis zum Einsatz der Fahrzeuge bei Konstruktions- und Rennwettbewerben. Globale Aktivitäten umfassen beispielsweise die Unterstützung für die South Carolina Governor's School for Science & Mathematics Foundation sowie das Aiken Technical College mittels Geld- und Sachspenden oder Sponsoring. Ferner wurde im Jahr 2023 die Förderung im MINT-Bereich um das Sponsoring des Mechanical Engineering Awards an der Georgia Southern University erweitert. Förderung von Kunst, Kultur und Sport. Kulturelles Engagement bildet einen weiteren Schwerpunkt. So unterstützten wir in Friedrichshafen verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie die Open-Air-Bühne im Kulturhaus Caserne sowie die Open-Air-Sommer-Reihe FN:POP mit fünf Open-Air Konzerten für eine breite Zuschauerschaft. Im Bereich Sport ist das Unternehmen Namensgeber und Hauptunterstützer des mtu-Cups. Die Veranstaltung hat sich zu Europas bekanntestem Jugend-Hallenfußballturnier entwickelt, an der U15-Mannschaften zahlreicher europäischer Topligisten und regionale Fußballteams teilnehmen. Das mtu-Leistungszentrum in Friedrichshafen bietet zudem ein spezielles Fußball-Fördertraining für Talente der Region. Hinzu kommen die Unterstützung von weiteren Veranstaltungen wie beispielsweise der Aiken Touchstone Energy Run und der Mankato Marathon (beide USA). UmweltinformationenKlimawandelKlimaziele und Kennzahlen. Als globaler Lösungsanbieter sieht sich der RRPS-Konzern in der Verantwortung, klimafreundliche Lösungen für Antrieb und Energie zu entwickeln, gleichzeitig aber auch Treibhausgasemissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu verringern. Um dies zu unterstützen, wurden für den RRPS-Konzern Umwelt- und Klimaschutzziele aufgestellt. Die dazugehörigen Kennzahlen, insbesondere in Bezug auf Treibhausgasemissionen (Scope 1, Scope 2 und Scope 3) sowie Abfall und Energie, werden unternehmensweit erfasst und ausgewertet. Darüber hinaus werden Umweltaspekte im Unternehmen hinsichtlich ihrer Signifikanz jährlich neu bewertet. Wie geplant wurden 2023 zusätzlich zu den operativen Bereichen auch andere Bereiche wie die Einkaufsabteilung hinsichtlich ihrer Umweltaspekte bewertet. Auch hier tragen die in diesem Zusammenhang initiierten und umgesetzten Verbesserungsmaßnahmen dazu bei, die festgelegten Umweltziele zu erreichen. Um die globale Erfassung von Umweltaspekten effizient zu etablieren, wurde die Methodik weiter optimiert und standardisiert. Aus der Bewertung der Umweltaspekte und unter Berücksichtigung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements werden die bestehenden Umweltziele kontinuierlich weiterentwickelt. Entlang der Wertschöpfungskette des RRPS-Konzerns dominieren die Emissionen der verkauften Produkte, die nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol über ihre Lebensdauer berechnet werden. Ein wichtiger Bestandteil zur Erreichung dieser Ziele ist die Zertifizierung von Motoren für den Einsatz mit nachhaltigen Kraftstoffen und die Entwicklung von Batteriespeichersystemen18. Die unternehmenseigenen Ansprüche zur Verbesserung der Umweltleistung haben im Rahmen des Net Zero-Programms zur Reduzierung von Treibhausgasen eine dauerhafte fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit etabliert. Darüber hinaus werden in der »Greater Sustainability Group« durch die Teilnehmer aus allen relevanten Fachbereichen Vorschläge zur Entwicklung hin zu einem nachhaltigeren Unternehmen gemacht. Es werden Methoden verbessert, neue entwickelt und in die jeweiligen Fachbereiche zurückgegeben.
18
Siehe auch Abschnitt »Produktverantwortung und Innovation« Bewertung unterschiedlicher Klimaszenarien. Der RRPS-Konzern betrachtet im Rahmen der Berichterstattung an Rolls-Royce plc auch klimabezogene Risiken des Unternehmens in vier Klimaszenarien nach den Vorgaben der Task Force on Climate Related Financial Disclosures. Im Jahr 2023 ergab die Analyse, dass bis 2033 in einem 1,5°C- und 1,7°C-Szenario Nachfrage an RRPS-Batteriespeicher-Lösungen noch stärker ansteigen wird. Im betrachteten Zeitraum bleibt in allen Szenarien der Verbrennungsmotor in den Märkten des RRPS-Konzerns ein wichtiger Energiewandler. Energie. Mit dem Fokus auf Effizienz und Eigenerzeugung von Energie setzte der Bereich Facility-Engineering und -Infrastructure am Standort Friedrichshafen auch im Jahr 2023 verschiedene Projekte um und folgte damit seinem Plan, weiter die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens zu verfolgen und zu erreichen. Fortgesetzt wurden unter anderem die Umrüstung auf effizientere LED-Beleuchtung in Büro-, Logistik- und Fertigungsgebäuden, das Industriewärmenetz wurde noch effizienter gestaltet und optimiert. Am MWZ in Kluftern wurden zusätzliche PV-Module installiert, und es liefert somit insgesamt bis zu 1,7 Megawatt Peak, die sowohl dem MWZ wie auch dem Werk 2 in Manzell zugutekommen und den externen Strombedarf weiter senken. Desweitern wurden Investitionen in das Gebäudeleitsystem getätigt, damit unter anderem in Echtzeit Bedarfe erkannt sowie Verbräuche gemessen und analysiert werden können. Somit werden alle Verbrauchsmedien überwacht und entsprechende Daten stehen intern, aber auch für kundenseitig-externe Anfragen zur Verfügung. Für die kommenden Jahre wird der Fokus einerseits auf der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden liegen und andererseits im Ausbau der Wärmenetze, hier Seethermie. Als Unternehmen sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verpflichtung bewusst, nicht nur uns selbst, sondern auch umliegende Wohnareale, Schulen und andere öffentliche Gebäude mit Wärme zu versorgen. Somit unterstützen wir Städte und Gemeinden bei der kommunalen Wärmeplanung, die von der deutschen Bundesregierung beschlossen wurde. Dass hierbei der Bodensee und die Nutzung seines Wassers als Energiequelle dienen muss, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren, liegt auf der Hand. Hierfür dient unser Seepumpwerk im Werk 2 in Manzell. Entsprechende Genehmigungsverfahren sind hier notwendig, die wir gemeinsam mit den verantwortlichen Behörden durchlaufen werden. Abschließend hat sich auch in den vergangenen zwölf Monate gezeigt, dass die Strategie der Mehrfachnutzung von Blockheizkraftwerken effizient und effektiv ist, und weiter fortgesetzt wird. Fuhrpark. Um den Treibhausgas- und Schadstoffausstoß zu senken, wird im Bereich Mobilität Carsharing mit Elektrofahrzeugen angeboten. Außerdem stehen Dienstwagennutzern bei SUV-Fahrzeugen ausschließlich Plugin-Hybride oder rein elektrische Motorisierungen zur Auswahl. Der Anteil an elektrisch angetriebenen Fahrzeugen liegt bereits bei 56 %, und 91 % der Fahrzeugbestellungen haben einen alternativen Antrieb. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Werken und bei den Mitarbeitern zu Hause trägt zu weniger Schadstoffen und mehr Klimaschutz bei. Ab dem Jahr 2027 sind keine reinen Diesel- oder Benzinverbrenner und PHEV-Fahrzeuge als Dienstwagen zur Folgebestellung zugelassen. Ganzheitliches UmweltmanagementDas innerhalb der RRPS AG eingeführte Umweltmanagementsystem auf Basis der internationalen Norm ISO 14001:2015 wurde im Jahr 2023 durch umfangreiche Audits an ausgewählten RRPS-Standorten überprüft. Die Umsetzung der Anforderungen wurde von der beauftragten Zertifizierungsgesellschaft DQS GmbH durchgehend bestätigt, somit ist das bestehende Zertifikat bis August 2024 weiterhin gültig. Um einem ganzheitlichen Ansatz im Umweltmanagement Rechnung zu tragen, wurden relevante Umweltaspekte in allen Bereichen des Unternehmens ermittelt und hinsichtlich ihrer Bedeutung bewertet. Aus dieser Bewertung resultierende Maßnahmen dienen der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung und bilden gleichzeitig die Grundlage für weitere umweltrelevante Zielsetzungen. Um die Umweltleistung des Unternehmens kontinuierlich messen und bewerten zu können, wurden im Jahr 2023 erstmals differenzierte Umweltziele in Abhängigkeit der Geschäftstätigkeit festgelegt. Die hierfür relevanten Kennzahlen werden systematisch erfasst und monatlich bewertet, um frühzeitig auf eventuelle Abweichungen im Hinblick auf die Zielsetzungen reagieren zu können. ChemikalienUm negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren, achtet der RRPS-Konzern auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien. Der RRPS-Konzern hält sich an die rechtlichen Anforderungen der Verordnung über die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), der Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikaltgeräten (RoHS) sowie Internationale Übereinkommen über das sichere und umweltgerechte Recycling von Schiffen (Hongkong Konvention). Beim Vorliegen von Informationen hinsichtlich deklarationspflichtiger Stoffe unserer Lieferanten, werden unsere Kunden als nachgeschaltete Anwender entsprechend den gesetzlichen Vorgaben umgehend informiert. Der RRPS-Konzern ist allerdings bestrebt deklarationspflichtige Inhaltsstoffe in allen Produkten zu vermeiden. Darüber hinaus besteht für die in unseren Produkten eingesetzten Bauteile und Komponenten die Verpflichtung der Lieferanten, dass die Bauteile/Werkstoffe zum Schutz der Menschen und der Umwelt keine Anteile enthalten dürfen, die gesundheitsgefährdend, belästigend und/oder umweltschädlich sind. Darüber hinaus sind die in dem Verzeichnis der deklarationspflichtigen Stoffe nach REACH und der Liste der Hong Kong Konvention aufgeführten Stoffe bzw. Stoffklassen über einem Gewichtsanteil von 0,1 % in Werkstoffen und Bauteilen anzugeben. Diese Stoffe dürfen ohne vorherige Meldung nicht an den RRPS-Konzern geliefert werden. WasserDie für alle RRPS-Standorte geltende Regelung zum Gewässerschutz gibt Vorgaben zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wie zum Beispiel Öle, Kühlschmierstoffe, Kraftstoffe und Lacke. Diese Vorgaben helfen den lokal verantwortlichen Stellen, den Gewässerschutz bei baulichen Maßnahmen bereits präventiv zu beachten oder gegebenenfalls vorhandene Infrastruktur anzupassen. Am größten RRPS-Standort in Friedrichshafen werden die Abwässer aus der Produktion durch eigene Ultrafiltrationsanlagen so umfangreich gereinigt, dass sie den Anforderungen einer Einleitung in das öffentliche Netz zur Wasser-Wiederaufbereitung genügen. Die Qualität der eingeleiteten Abwässer wird dabei engmaschig überwacht und dokumentiert. Die verbleibenden Reststoffe aus der Ultrafiltrationsanlage werden durch einen lokalen Entsorgungsfachbetrieb weiter aufbereitet und anschließend entsorgt. KreislaufwirtschaftWir verstehen Nachhaltigkeit als die Verpflichtung zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Dies umfasst die Bewertung der Umweltauswirkungen unserer Produkte, angefangen bei der Herstellung bis zur Anwendung durch unsere Kunden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einem verantwortungsbewussten Umgang mit Chemikalien, Abfällen und Wasser19. Wir respektieren nationale und internationale Regularien und setzen sie aktiv um. Dabei streben wir eine Kreislaufwirtschaft auf allen Ebenen der Produktion unserer Produkte an. Unser Ziel ist es, die Wiederverwertung der Produkte und Komponenten im Feld zu erhöhen. Als umfassender Lösungsanbieter setzen wir auf Remanufacturing und Wiederverwendung als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft. Dies bedeutet, dass wesentliche Anteile unserer Produkte nicht nach ihrem ersten Lebenszyklus entsorgt, sondern erneuert werden können. Am Standort Magdeburg haben wir in diesem Rahmen die Überholungsprozesse für mtu Bahn-PowerPacks einschließlich deren Antriebsmotoren verbessert. Mit mtu ValueCare ermöglichen wir den Anwendern unserer Produkte ein umfassendes Programm für Ersatzteile und Servicelösungen mit dem Ziel die Leistung, Betriebszeit und den Wert unserer Produkte im Einsatz zu maximieren.
19
Siehe auch Abschnitt »Chemikalien« und »Wasser« Wir ermutigen unsere Mitarbeiter zu aktiver Beteiligung an Umweltverbesserungen, bieten kontinuierliche Weiterbildungen an und fördern das Verständnis für aktuelle Umweltschutztechniken: Ein Beispiel aus unserem Mitarbeiterprogramm »Save2win« sind die Motorstützen für den Transport der mtu -Baureihe 4000, die zwischen unseren amerikanischen Standorten nicht mehr nach einmaliger Nutzung entsorgt, sondern stattdessen jeweils fünfmal wiederverwendet werden. SozialinformationenMitarbeiterengagementEin attraktives Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter trägt zum Erfolg des RRPS-Konzerns bei. Daher ist das Thema Mitarbeiterbindung von wesentlicher Bedeutung für den RRPS-Konzern. Eine hohe emotionale Bindung zum Unternehmen wirkt sich positiv auf die Produktivität der Mitarbeiter und in der Zusammenarbeit aus. Um die verschiedenen Aspekte der emotionalen Bindung zu erfassen, hat der RRPS-Konzern jährliche Umfragen in einer Partnerschaft mit Gallup, Inc. etabliert. Die Umfrageergebnisse gewähren unter anderem Einblicke in die Führungskultur und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Belegschaft. Durch die Analyse der Ergebnisse nehmen die Führungskräfte dezidierte, positive Veränderungen vor. Der RRPS-Konzern investiert gezielt in die Förderung und Entwicklung der Führungskräfte. Damit stellt das Unternehmen sicher, dass diese über die erforderlichen Management- und Führungsfähigkeiten verfügen, um die Belegschaft zielgerichtet im Sinne der Unternehmensstrategie zu führen und weiterzuentwickeln. Die firmeninternen Transformations-Coaches unterstützen die Führungskräfte und Teams in diesem kontinuierlichen Prozess mit maßgeschneiderten Trainings- und Workshopangeboten. Die Coaches wurden spezifisch ausgebildet, um die Organisation von RRPS-Konzern in ihrer Weiterentwicklung wirksam zu unterstützen. Diversität, Gleichberechtigung und IntegrationUnsere globale Strategie zur Förderung von Vielfalt und Integration umfasst vier Schlüsselphasen: Bewusstsein, Verständnis, Anwendung und Engagement. Das Ziel der ersten und zweiten Schlüsselphase ist die Erhöhung des Bewusstseins und des Verständnisses aller Mitarbeiter für den Wert von Vielfalt und Integration. Während das Ziel der dritten Schlüsselphase die Integration von Vielfalt und Einbeziehung in unsere Arbeitsweise ist, wird mit der vierten Schlüsselphase das Engagement für Vielfalt und Integration gefördert. Dadurch wird sichergestellt, dass sich alle Mitarbeiter dafür einsetzen, den RRPS-Konzern zu einem Ort zu machen, an dem alle Talente gedeihen und erfolgreich sein können. Wir binden daher Vielfalt und Integration aktiv in unser Recruiting, Mitarbeiterschulungen, unsere Kommunikation nach innen und außen und unser Programm für kulturellen Wandel ein. Seit August 2023 sind wir offizieller Unterstützer der Landesinitiative "Frauen in MINT Berufen" des Landes Baden-Württemberg. Das Ziel der Initiative ist es, Mädchen und Frauen gezielt in ihrer Entscheidung für MINT-Berufe zu bestärken und sie auf ihrem Weg in die MINT-Arbeitswelt zu begleiten. Als Unterstützer verpflichten wir uns zu folgenden Maßnahmen: Organisation der Veranstaltungen und Workshops zur Gewinnung von mehr Frauen in MINT-Berufen, Maßnahmen zur Personal- und Karriereentwicklung, um dem Drop-out gerade von Frauen im MINT-Bereich entgegenzuwirken, Einbeziehung des Themas in alle internen Maßnahmen, Angebot der vertiefenden Berufsorientierung vor und während der Ausbildung bzw. des Studiums als auch Angebot von Praxis- und Praktikumsplätzen für Mädchen und Frauen im Rahmen der vertieften Berufsorientierung. Vom 25. bis 29. September 2023 nahmen Mitarbeitende des RRPS-Konzerns weltweit an Veranstaltungen und Meetings im Rahmen der Inclusion Week teil. In Friedrichshafen war jeder Tag einem Themenschwerpunkt gewidmet. Die Mitarbeiter wurden unter anderem darauf sensibilisiert Neurodiversität als neue Perspektive wahrzunehmen, körperliche Einschränkungen nachzuempfinden und den Unterschied von Gleichstellung und Gleichberechtigung zu verstehen. Außerdem fanden global virtuelle Panel Diskussionen und Vorträge zu Themen wie Neurodiversität, inklusive Sprache und Design sowie LGBTQ+ statt. Arbeitssicherheit und GesundheitsschutzDer Schutz unserer Mitarbeiter bleibt für den RRPS-Konzern von allerhöchster Priorität. Unsere oberste Vision »Zero Harm« wollen wir mit ambitionierten Zielen erreichen und streben langfristig eine Unfallrate von 0,30 TRI/100 MA an. Im Berichtsjahr 2023 konnte eine 20-prozentige Reduktion erreicht werden und auch für 2024 haben wir uns das gleiche Ziel gesetzt. Essenziell zur Erreichung dieser Ziele sind für uns mehrere Faktoren. Das Thema Arbeitssicherheit muss im Fokus aller unserer Mitarbeiter stehen, sodass unsichere Situationen stets erkannt, gemeldet und abgestellt werden. Auch spielen verhaltensbasierte Unfälle leider noch eine große Rolle im Unfallgeschehen. Die im Jahr 2023 abgeschlossene SitCom Kampagne »Mahlzeit« hat hierbei große Erfolge erzielt. Kontinuierliche Kommunikation auf vielen Ebenen führt dies fort. Zur proaktiven Identifikation von Gefährdungen wurden »Safety Walks« durch Führungskräfte aller Ebenen verstärkt durchgeführt, insbesondere in operativen Bereichen. Das Top Management des RRPS-Konzerns zeigt großes Engagement hierin, mit allen Mitarbeitern in den direkten Dialog zu treten und proaktiv Sicherheitsrisiken zu identifizieren. Basierend auf der Analyse des Vorfallgeschehens werden Arbeitssicherheitsfachkräfte weiterhin entlang ermittelter Gefährdungsschwerpunkte einzelnen Fachbereichen zeitweise exklusiv zugeordnet. So werden Abläufe und Prozesse konkret mit den Teams vor Ort hinsichtlich Arbeitssicherheitsrisiken geprüft und gezielt Maßnahmen zur Unfallvermeidung entwickelt. Im Jahr 2023 wurden diese Intensivbegleitungen auf den Kundendienstbereich ausgeweitet und Baustellen im Feld proaktiv begleitet. International wurde ein Programm zum effektiven Management von Safety Hazards an allen relevanten RRPS-Standorten eingeführt. Dieses erlaubt den jeweilig verantwortlichen Führungskräften vor Ort, stets einen aussagekräftigen Status zur Arbeitssicherheit einzuholen und bei Bedarf einzugreifen. Auch etabliert dieses Programm einen engen Austausch zwischen der Zentralfunktion Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (HS&E) und den Tochtergesellschaften und internationalen Produktionsstandorten. Unsere steten Bemühungen zur weiteren Verbesserung lassen wir kontinuierlich durch interne Audits sowie die externe Zertifizierung nach ISO 45001 absichern. Im Jahr 2023 wurde das Zertifikat erneuert. ProduktsicherheitDie Produktsicherheit ist für den RRPS-Konzern während der Entwicklung der Produkte als auch während der gesamten Nutzungsphase ein wichtiges Thema. Über die globale Produktsicherheitspolitik sind die Prinzipien der Produktsicherheit von Rolls-Royce plc vorgegeben und im RRPS-Konzern implementiert. Umgesetzt werden diese Prinzipien mit konkreten Vorgaben zur Produktverantwortung und zur Verantwortungsverteilung innerhalb der Organisation über den Produktlebenszyklus. Es wird systematisch und orientiert an den Produktlebensphasen im Produktlebenszyklus sichergestellt, dass die produktsicherheitsspezifischen Vorgaben insbesondere im Entwicklungsprozess aber auch während der gesamten Nutzungszeit von in Verkehr gebrachten Produkten berücksichtigt und eingehalten werden. Vierteljährlich wurde im Jahr 2023 im obersten Product Safety Review Board des RRPS-Konzerns über den Stand zur Produktsicherheit bei Entwicklungsprojekten aber auch im Rahmen der aktiven Produktbeobachtung als reaktivem Prozess berichtet. Gemeldete und aus dem Feld bekannt gewordene Sicherheitsbedenken wurden über den reaktiven Red Top und Safety Alert Report systematisch erfasst und abgearbeitet. Mit dem weiteren Auf- und Ausbau des Bereichs Technical Compliance und dessen Anbindung und Integration in die Rolls-Royce plc wird die organisatorisch wichtige unabhängige Überwachung der operativen Bereiche für die Produktsicherheit als zweite Verteidigungslinie mit Wirksamkeitskontrollen gewährleistet. Menschenrechte und IntegritätDie Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter sowie der Schutz der Menschenrechte und der Umwelt entlang unserer Lieferkette (einschließlich unserer eigenen Betriebe und Zulieferer) haben für den RRPS-Konzern oberste Priorität. Über den Globalen Verhaltenskodex, die Grundsatzerklärung zur Menschenrechtsstrategie und diverse Kommunikationsmaßnahmen zu Nachhaltigkeitsthemen, hat der RRPS-Konzern seine Mitarbeiter und externen Stakeholder zum Thema Menschen- und Umweltrechte informiert und sensibilisiert. Zum 01. Januar 2023 wurde der Chief Integrity and Compliance Officer zum Menschenrechtsbeauftragten des RRPS-Konzerns ernannt. Der Menschenrechtsbeauftragte wird durch den funktionsübergreifenden Ausschuss für Menschenrechte und Umwelt mit Vertretern aus Einkauf, Nachhaltigkeit, Personal und Umweltmanagement unterstützt. Im Jahr 2023 hat der RRPS-Konzern zudem die bis dahin umgesetzten Maßnahmen zur Erfüllung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) weiter fortentwickelt. So wurde beispielsweise zu Beginn des Jahres 2023 global für alle Konzernmitarbeiter eine Pflichtschulung zum LkSG ausgerollt. Die notwendigen Risikoanalysen zur Ermittlung von menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken im eigenen Geschäftsbereich erstreckte sich auf alle verbundenen Tochterunternehmen der RRPS AG und ließ keine Anhaltspunkte zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Verletzungen innerhalb des eigenen Geschäftsbereichs erkennen. Die festgestellten Risiken wurden bewertet, priorisiert und werden angemessen durch den RRPS-Konzern mitigiert. Außerdem wurden verschiedene Maßnahmen zur Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten entlang der Lieferkette durchgeführt20 (siehe Kapitel Lieferanten ESG Compliance).
20
Siehe auch Abschnitt » Lieferanten ESG Compliance« Governance-InformationenGovernance und ComplianceGovernance. Um Nachhaltigkeitsthemen (ESG) im RRPS-Konzern zu steuern und überwachen, wurden verschiedene Gremien geschaffen. Hierzu gehört zum Beispiel der Klimaausschuss, mit dem Fokus auf Steuerung und Berichtswesen der Scope 1, Scope 2 und Scope 3 Treibhausgasemissionen. Der Klimaausschuss bringt mehrere Funktionsbereiche zusammen und ist das zentrale Gremium des RRPS-Konzerns. Zusätzlich dazu wurde durch den Menschenrechtsbeauftragten ein funktionsübergreifender Ausschuss für Menschenrechte und Umwelt eingerichtet. Integrität und Compliance. Ziel ist es, die Erwartungen der wichtigsten Stakeholder stets zu übertreffen. Vertrauen muss jeden Tag aufs Neue gewonnen werden. Deshalb ist es wichtig, Zusagen zu halten und intern sicherzustellen, dass höchste Standards erfüllt werden. Integrität ist daher ein sehr hohes Gut und einer der Kernwerte des RRPS-Konzerns. Alle Stakeholder sollen sich darauf verlassen können, dass sich das Unternehmen der Bedeutung korrekten Verhaltens bewusst ist. Bestechung, die Beeinträchtigung eines fairen Wettbewerbs und andere Formen unrechtmäßigen Verhaltens werden nicht toleriert. Im Jahr 2023 wurde weiter intensiv an der Verbesserung und Optimierung des Compliance-Programms gearbeitet. Verhaltenskodex. Die Entscheidungen und Handlungen des Unternehmens orientieren sich an Werten und Verhaltensweisen. Indem stets nach den Grundwerten der Rolls-Royce-Gruppe »Trusted to Deliver Excellence«, »Integres Verhalten« und »Sichere Betriebsführung« gehandelt wird, wird das Unternehmen stärker und erfolgreicher. Basis hierfür ist unser Globaler Verhaltenskodex, in dem die Grundwerte verankert sind und auf den alle Mitarbeiter auch jederzeit per App von mobilen Endgeräten aus zugreifen können. Der Globale Verhaltenskodex und die zugehörigen Konzernrichtlinien geben den Mitarbeitern Orientierung und Handlungsanleitung, das Richtige zu tun. Effektives Compliance-Programm. Zur Sicherstellung eines wirksamen Compliance-Programms passt das Unternehmen das Programm den sich verändernden Rahmenbedingungen an und verbessert es kontinuierlich, u. a. anhand kennzahlenbasierter Analysen. Zielsetzung des Compliance-Programms ist es, eine integre und regelgetreue Unternehmensführung sicherzustellen und systematisches Fehlverhalten und Compliance-Verstöße zu verhindern. Dabei legt das Unternehmen besonderen Wert darauf, den Mitarbeitern mit dem Globalen Verhaltenskodex und den zugehörigen Richtlinien sowie mit zielgruppenspezifischen Schulungen Orientierung und Handlungsanleitung für ihre tägliche Arbeit zu geben. Schwerpunkt waren im Jahr 2023 Schulungen zur Vermeidung von Korruption und Bestechung, Vermeidung von Interessenkonflikten sowie zum richtigen Umgang mit vertraulichen Informationen. An dem konzernweiten Hinweisgebersystem, der sogenannten Speak Up Line, wurden im Hinblick auf das am 02. Juli 2023 in Kraft getretene Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) Anpassungen vorgenommen, um die gesetzlichen Anforderungen sicherzustellen. Ebenso setzt die Compliance-Abteilung die notwendigen Kontrollen und Verfahren um, damit mögliches Fehlverhalten frühzeitig erkannt und konsequent geahndet werden kann. Die regelkonforme und redliche Abwicklung aller Geschäfte fordert eine entsprechend ausgebildete und weltweit aufgestellte Compliance-Organisation sowie wirksame Prozesse und Kontrollen. In diesem Kontext wurden 2023 die internen Kontrollprozesse zur Minderung von Bestechungs- und Korruptionsrisiken, die aus einer Geschäftsbeziehung mit Drittparteien resultieren können, ausgeweitet und weitergehend in Einkaufsprozesse integriert. Als international agierendes Unternehmen erwartet der RRPS-Konzern nicht nur von den eigenen Mitarbeitern, sondern auch von seinen Geschäftspartnern, dass sie sich an die Gesetze und definierte Standards halten. Das Compliance-Management-System im RRPS-Konzern legt daher auch einen Fokus auf die sogenannte Know Your Partner-Prüfung (Geschäftspartnerprüfung) und wendet hierfür einen weltweit einheitlichen und risikobasierten Prüf- und Monitoring-Prozess an. Lieferanten ESG ComplianceDer RRPS-Konzern agiert weltweit mit mehr als 300 Distributoren und Servicepartnern sowie einem umfangreichen Netzwerk an Lieferanten. Die Lieferkette ist von großer Bedeutung für die Wertschöpfung des RRPS-Konzerns. Im Jahr 2023 beträgt das Einkaufsvolumen ca. 2,8 Milliarden Euro, welches weltweit u.a. durch Lieferungen aus Europa, Nordamerika und Asien generiert wird. Der strategische Einkauf des RRPS-Konzerns ist nach Lead-Buying-Struktur organisiert, wobei für alle strategischen Einkäufer konzernweite Einkaufsrichtlinien gelten, die durch lokale Richtlinien ergänzt werden. Durch dezentrale Einkaufsorganisationen wird zugleich ein hoher Lokalisierungsgrad in unserer Beschaffung (local-for-local sourcing) angestrebt. Diese Strategie bietet, neben weiteren Vorteilen, eine Verringerung der Transportdistanzen und damit einen Beitrag zur Reduzierung unseres ökologischen Fußabdrucks. Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Die ESG Compliance im Kontext der Lieferkette des RRPS-Konzerns hat auch im Jahr 2023 an Bedeutung gewonnen. Gründe hierfür sind u.a. das Inkrafttreten des LkSG im Januar 2023, sowie weitere EU-Richtlinien, die das Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette zukünftig stärker adressieren. Durch Umsetzung diverser Maßnahmen stärkt der RRPS-Konzern die Überwachung der Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten entlang der Lieferkette und berücksichtigt damit zugleich die Anforderungen des deutschen LkSG. Im Anschluss an eine erfolgreiche Konsolidierung konzernweiter Lieferantendaten erfolgte beispielsweise eine interne Risikoanalyse dieser unmittelbaren Lieferanten, basierend auf Menschenrechts- und Umweltaspekten. Zur Erweiterung der Perspektive wurden im Jahr 2023 erstmalig auch externe Nachhaltigkeitsbewertungen von Lieferanten in der Risikoeinschätzung mitberücksichtigt. Im Zuge einer anschließenden detaillierten Risikoanalyse wurden konkrete Risiken und Verstöße im Kontext des LkSG identifiziert und gemeinsam mit unseren Geschäftspartnern mit Hilfe von Präventions- und Abhilfemaßnahmen adressiert. Entscheidungen wurden bei Bedarf mit dem Menschenrechtsbeauftragten und dem funktionsübergreifenden Ausschuss für Menschenrechte und Umwelt getroffen, welches u.a. einen Vertreter aus dem strategischen Einkauf beinhaltet. Um unsere Mitarbeiter im strategischen Einkauf auf die Veränderungen durch das LkSG bestmöglich vorzubereiten, wurden im Jahr 2023 Schulungen zu diesem Thema angeboten. In unserer Grundsatzerklärung haben wir festgelegt, worauf wir im Kontext von Menschen- und Umweltrechten, sowie einer verantwortungsvollen Beschaffung besonders Wert legen. Diese Werte spiegeln sich auch in unserem konzernweiten Verhaltenskodex für Lieferanten wider. Von all unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie diese oder gleichwertige Werte teilen, einhalten und diese wiederum auch von ihren Lieferanten fordern. Auf den Ergebnissen der abstrakten Risikoanalyse basierend, wurden zudem ausgewählte Bestandslieferanten gebeten, die aktuelle Version unseres konzernweiten Verhaltenskodex für Lieferanten zu bestätigen. Neben dieser Bestätigung durchlaufen Lieferanten bei der Neuanlage einen Compliance-Check, dessen Erfüllung als Grundvoraussetzung für eine zukünftige Zusammenarbeit angesehen wird. Emissionen in der Lieferkette. Der Rolls-Royce-Konzern hat sich das Ziel auferlegt, sicherzustellen, dass 50 % der Lieferanten nach Emissionen bis zum Jahr 2027 Science-Based Targets Zielvorgaben festgelegt haben. Das Vorliegen von Science-Based Targets Zielen zur Emissionsreduzierung und dem Klimaschutz, ist seit dem Jahr 2023 ein weiteres Kriterium in der Bewertung unserer Schlüssel-Lieferanten und damit auch relevant für die Vergabe unseres Lieferantenawards. Hierdurch legen wir bewusst einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit in unserer Lieferantenbewertung und unterstützen Lieferanten auf ihrem Weg, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Lieferkette zu leisten. Im Zuge interner Pilotprojekte wurde im Jahr 2023 zudem der Grundstein für mehr Transparenz über den CO2 -Fußabdruck unserer Produkte und unserer Gesamtemissionen als Unternehmen (Scope 1, Scope 2 und Scope 3) gelegt. Diese Transparenz soll es zukünftig besser ermöglichen einen zielgerichteten Beitrag zur Reduzierung der Scope 3 Emissionen zu erreichen. Hierfür wurden bereits erste Primärdaten von Lieferanten erhoben. Wir gehen aktuell davon aus, dass eine Erhebung von Primärdaten bezüglich der CO2 -Fußabdrücke von Kaufteilen zukünftig auch im Kontext des Carbon Boarder Adjustment Mechanism (CBAM) erforderlich sein wird. Eine enge Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern sehen wir deshalb auch in Zukunft als Schlüsselfaktor an, um einen Beitrag zur Reduzierung der Scope 3 Emissionen zu leisten und gemeinsam eine resiliente und nachhaltige Lieferkette zu schaffen. ESG Berichterstattung und SteuerungMit der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) werden einheitliche Offenlegungspflichten für die nichtfinanzielle Berichtserstattung geschaffen. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird damit in den kommenden Jahren auf die gleiche Stufe wie die Finanzberichterstattung gehoben. Die Nachhaltigkeitsabteilung des RRPS-Konzerns arbeitet bereits eng mit dem Finanzbereich zusammen. In der zukünftigen Nachhaltigkeitsberichtserstattung nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) spielt der Begriff »Wesentlichkeit« eine zentrale Rolle. Der RRPS-Konzern sieht vor, die einzelnen Themenfelder in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung mit dem Ziel, im Jahr 2026 einen Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD bzw. ESRS für das Berichtsjahr 2025 zu veröffentlichen, auf ihre Wesentlichkeit zu bewerten. Im Jahr 2022 unternahm der RRPS-Konzern erstmalig eine externe Nachhaltigkeitsbewertung. 2023 fand eine Rezertifizierung statt. Damit kann der RRPS-Konzern jederzeit auf die zunehmenden Kundenanfragen reagieren und eine Nachhaltigkeitsbewertung vorweisen. Cybersicherheit und Business EnablementCybersicherheit und Produkt-Cybersicherheit spielen eine wichtige Rolle für den RRPS-Konzern21. Die Risiken der Cyberbedrohungen und die Produkt-Cybersicherheit unserer Lösungen sind in dem Kapitel Risikobericht detailliert beschrieben. Die Product Cyber Security Organisation besteht aus zwei Teams, die dediziert und unabhängig die Governance durchführen sowie cyber-sichere Lösungen entwickeln. Der bestehende Elektronik-Entwicklungsprozess wurde 2023 vom TÜV SÜD nach IEC 62443-4-1 zertifiziert, um neue Lösungen inhärent cyber-sicher zu entwickeln und somit absehbare Markteintrittskriterien zu erfüllen oder bei Kundenbedarf zu übertreffen. Die Weiterentwicklung bestehender Lösungen hinsichtlich der Nachrüstung von Cybersicherheitsfähigkeiten wird hierdurch ebenfalls ermöglich. Darüber hinaus wurde mit dem Product Cyber Security Board ein zentrales Gremium geschaffen, welches die effektive Steuerung und Beobachtung aller Produkt-Cybersicherheitsthemen im RRPS-Konzern ermöglicht. Im Bereich der Produkt-Cybersicherheit wurden ganzheitliche Schulungen bezüglich spezifischer Bedrohungen und Regulatorien in den Applikationen Marine und Bahn für die betroffenen Mitarbeiter durchgeführt. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Product Cyber Teams findet statt. Dies ist unerlässlich, um neuen Risiken und Bedrohungen zu begegnen. Das Produktportfolio in den Marine Applikationen wurde gemeinsam mit der DNV-Klassengesellschaft bezüglich der neuen, jedoch nicht in Kraft getretenen, Cybersicherheitsanforderungen (Unified Rules) analysiert und Maßnahmen wurden ergriffen. Weiter hat sich das Product Cyber Team im Jahr 2023 in verschiedenen IT-Sicherheitsarbeitskreisen und Interessenverbänden engagiert. Dabei wurden Strategien zur Umsetzung anstehender regulatorischer Anforderungen erarbeitet.
21
Zu den jeweiligen Risiken siehe Abschnitt »Risiken« im Risikobericht Erklärung zur UnternehmensführungDas »Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst« (FüPoG II) ist am 12. August 2021 in Kraft getreten. Es entwickelt das seit 2015 geltende Führungspositionen-Gesetz (FüPoG) weiter. Das Gesetz verpflichtet börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen, verbindliche Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den obersten Führungsebenen festzulegen. Der Vorstand hat am 22. Oktober 2021 für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands jeweils eine (Mindest-) Zielgröße von 30 % Frauen festgelegt. Bei der aktuellen Anzahl der Führungspositionen auf diesen Ebenen entspricht dies mindestens acht Frauen auf der ersten Führungsebene und mindestens 32 Frauen auf der zweiten Führungsebene. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 26. November 2021 beschlossen, eine (Mindest-) Zielgröße von 33,3 % Frauen im Vorstand der RRPS AG festzulegen. Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der RRPS AG hat der Aufsichtsrat in derselben Sitzung eine (Mindest-) Zielgröße von 30 % Frauen festgelegt. Bei den aktuellen Zusammensetzungen entspricht dies mindestens eine Frau im Vorstand und mindestens vier Frauen im Aufsichtsrat der RRPS AG. Die Besetzungsziele für den Vorstand, die Führungsebenen eins und zwei sowie für den Aufsichtsrat sollen jeweils bis zum 31. Dezember 2025 erreicht werden. ANTEIL FRAUEN ZUM 31.12.2023 UND ZIELGRÖSSEN
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. November 2021 folgende Erklärung zu Diversity bei der RRPS AG abgegeben: »Wir sind überzeugt vom gesellschaftlichen und unternehmerischen Nutzen von Diversity. Eine vielfältige Belegschaft versetzt Unternehmen in die Lage, besser mit Veränderungen umzugehen und nachhaltig wirtschaftlich erfolgreicher zu sein. Deswegen setzen wir uns für eine vielfältige Belegschaft bei der Rolls-Royce Power Systems AG ein und unterstützen Aktivitäten, die die Vielfalt weiter fördern.« Chancen- und RisikoberichtChancenberichtNeben den Risiken, denen der RRPS-Konzern ausgesetzt ist, bieten die globalisierten Teilmärkte dem Unternehmen auch zahlreiche Chancen. Diese können sich - ebenso wie die Risiken - auf die Vermögenssituation des RRPS-Konzerns auswirken. Systematische Erfassung und Nutzung der ChancenIm RRPS-Konzern werden Chancen dezentral erfasst, bewertet, gesteuert und kontrolliert. Auf der operativen Ebene erfasst der Konzern Markt- und Vertriebschancen. Außerdem werden im Rahmen des Effizienzprogramms FIT2X Effizienzsteigerungspotenziale erfasst. Dabei werden unter anderem die Methoden Benchmarking, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Kaizen und Lean Management verwendet. Die Potenziale, die hierbei zutage treten, werden ebenfalls konsequent weiterverfolgt. Auf der strategischen Ebene werden Chancen im Rahmen der jährlichen strategischen Planung erfasst: In Strategieklausuren mit Szenario-Workshops werden Potenziale sowohl in den Märkten und Anwendungen als auch in Produktion, IT und Verwaltung aufgezeigt und entsprechende Prioritäten gesetzt. Bei der langfristigen Produktplanung werden Chancen erfasst, die sich aus Neuentwicklungen oder der Anpassung bestehender Produkte an zusätzliche Kundenbedürfnisse ergeben. Die Energiewende hat direkten Einfluss auf die Absatzmärkte des RRPS-Konzerns. Daher werden in der Strategie- und Produktplanung verschiedene Projekte zu Marktanalyse durchgeführt, um Möglichkeiten für innovative nachhaltige Lösungen zu identifizieren. Risiken für die GeschäftsaktivitätDie folgenden Risiken können Produktion und Wachstum des RRPS-Konzerns kurz- bis mittelfristig beeinflussen: Wachstumsschwäche in China. In China überlagern sich aktuell konjunkturelle Probleme im Immobiliensektor (30 % der Wirtschaftsaktivität) mit strukturellen Problemen der Volkswirtschaft (Alterung, sinkende Produktivität, Umstellung auf ein konsumorientiertes Wirtschaftsmodell, US-Sanktionen). Dies kann zu einer dauerhaften Wachstumsschwäche führen, in der das reale BIP mit Raten unter 4 % wächst und erheblichen Auswirkung auf die globale Konjunktur hätte. Produktionseinschränkungen. Trotz der weitgehenden Normalisierung der globalen Lieferketten, besteht für einige Komponenten weiterhin ein verknapptes Angebot. Zudem steigt das Risiko, dass Produkte aus bestimmten Ländern (zum Beispiel China) zunehmend von Sanktionen betroffen sein könnten. Die Knappheit qualifizierten Personals stellt eine anhaltende Herausforderung dar. Net Zero: Mehr Druck seitens der Öffentlichkeit, der Investoren oder durch Regulierungen könnte den RRPS-Konzern veranlassen, seine Ambitionen zur Klimaneutralität beschleunigen zu müssen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass vor dem Hintergrund angespannter öffentlicher Haushalte die Unterstützung für klimafreundliche Technologien und Inventionen zurückgefahren wird. Energiekrise: Der Energiepreisschock infolge des Ukraine-Konflikts hat die Fragilität der europäischen Energieversorgung offengelegt. Eine breitflächige Unterbrechung der Gas- oder Stromversorgung stellt ein Risiko für die Produktion dar. Insolvenzen: Die gestiegenen Zinsen erhöhen den Druck auf Kunden mit hoher Fremdkapitalfinanzierung, was ein höheres Risiko von Zahlungsausfällen oder Auftragsstornierungen mit sich bringt. Gleichzeitig steigt das Insolvenzrisiko bei RRPs-zulieferern, was wiederum zu Produktionseinschränkungen und erforderlicher finanzieller Unterstützung der Lieferanten führen könnte. Volatilität: Die hohe Volatilität bei Rohstoffpreisen, Energie, Währungen und Zinsen erschweren die Kalkulation von Investitionsprojekten und könnte zu stärkerer Zurückhaltung bei den Kunden führen. Geopolitik: Anhaltende geopolitische Spannungen erhöhen das Risiko dauerhafter Veränderungen bzw. der Reduzierung der globalen Handelsströme (Sanktionen, Embargos, Störung der Handelsrouten) und stellen neue Herausforderungen im Bereich Cybersecurity dar. Trends als ChancenAus den folgenden Trends leiten sich in den kommenden Jahren große Möglichkeiten für eine nachhaltige Weiterentwicklung des RRPS-Konzerns ab: Emissionsregulierung. Der Klimawandel und die Erreichung der im Pariser Klimaschutzabkommen zu dessen Eindämmung vereinbarten Ziele sind eine zentrale Herausforderung für die Weltgemeinschaft. Die politische Diskussion zielt auf eine weitere Reduzierung der Emissionen ab. Dieser Herausforderung wird die Industrie nur mit innovativen, CO2 -armen Antriebs- und Energielösungen sowie in der Motorentechnologie mit leistungsfähigen Abgasnachbehandlungssystemen erfolgreich begegnen können. Digitalisierung. Die Bedeutung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere der künstlichen Intelligenz (KI), wird weiter zunehmen. Maschinen vernetzen sich, übermitteln permanent ihre Betriebsdaten, werden mit Geodaten optimal geleitet oder aus der Ferne gesteuert. Integrierte System- und Servicelösungen werden an Bedeutung gewinnen und neue Marktchancen entstehen. Zunehmendes Datenaufkommen erhöht den Bedarf an Notstrominfrastruktur. Dezentraler Energiebedarf. In den Entwicklungs- und Schwellenländern kann die steigende Nachfrage nach Strom nur teilweise bedient werden. Auch in den Industrieländern gibt es zunehmende strukturelle Probleme aufgrund von alternder Infrastruktur und zunehmender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Die Energiekreise infolge des Ukraine-Konflikts hat die Fragilität des Energienetzes Europa offengelegt. Dies bietet Potenzial für dezentrale Energielösungen zur Erzeugung von Strom und Wärme. Urbanisierung. Der Anteil der Weltbevölkerung in urbanen Regionen wird von heute über 50 % auf knapp 70 % im Jahr 2050 steigen. Dieser Trend betrifft vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer. Mit steigenden Einkommen wird dort die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu wachsendem Fracht- und Personenverkehr sowie Rohstoffbedarf führen. Rohstoffknappheit. Rohstoffe und Energie werden auf lange Sicht knapper. Dies wird zu steigender Nachfrage nach noch effizienteren Produktions- und Transportsystemen führen. Eine wichtige Entwicklung ist der Einsatz von neuen Technologien beim Ressourcenabbau, beispielsweise bei der Förderung von Schieferöl und -gas in den USA. Auch China hat diesbezüglich ambitionierte Pläne. Sicherheit. Mit dem Ukraine-Konflikt und der Eskalation im Nahen Osten hat eine neue Ära der Sicherheitspolitik eingesetzt. Zu Sicherung der Handlungsfähigkeit müssen Systeme erneuert und beschafft werden, die zum Schutz nationaler und regionaler Grenzen, Küsten oder öffentlicher Einrichtungen benötigt werden. Diese für unser Geschäft relevanten Megatrends können wir zum Vorteil für unsere Zielgruppen nutzen und unsere Technologien, Systeme und Dienstleistungen in den jeweiligen Märkten noch besser positionieren. RisikoberichtAls international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern vielfältigen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich zum einen aus möglichen signifikanten Veränderungen auf den relevanten Märkten, in denen sich das Unternehmen bewegt, und zum anderen aus einer potenziellen Verschiebung der Wettbewerbsposition. In der Folge kann - abhängig von der jeweiligen Bedeutung dieser Risiken - die Vermögenssituation der Eigentümerin der RRPS AG mehr oder weniger stark betroffen sein. Der Vorstand der RRPS AG hat auf Basis der Unternehmensstrategie eine Risikomanagementstrategie festgelegt, die im Risikomanagementsystem umgesetzt ist. Zudem berücksichtigt das Risikomanagementsystem die Anforderungen der Eigentümerin der RRPS AG. Das Risikomanagement bewegt sich in einem Kontrollumfeld, das entscheidend für seine Wirksamkeit ist: Wichtige Einflussgrößen sind die Unternehmenskultur, die Sensibilität für risikobehaftete Entwicklungen und Ereignisse sowie die Fähigkeit, mit Risiken umzugehen und das Risikomanagementsystem effektiv einzusetzen. Das Risikomanagement hat das Ziel, dass negative bis hin zu existenzbedrohende Entwicklungen der Gesellschaft frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen zur Sicherung und Wahrung des Bestands ergriffen werden. Die konzernweit identifizierten Risiken werden vom zentralen Risikomanagement unter Berücksichtigung von definierten Wertgrenzen zusammengeführt, konsolidiert, aggregiert, analysiert und ausgewertet. Die Bewertung der Risiken erfolgt auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen Ausmaßes des Risikos bei Eintritt. Bei der Bewertung des Ausmaßes wird die Wirkung vor Maßnahmen (Bewertung aktuelles Risiko) sowie nach Gegenmaßnahmen (Nettobewertung) grundsätzlich als Auswirkung auf das EBIT betrachtet. Qualitatives Bewertungskriterium ist die mögliche Auswirkung auf die Reputation des Unternehmens. Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken werden zusätzlich regelmäßig analysiert und gesteuert. Detaillierte Informationen sind den Absätzen zu den Einzelrisiken unter dem Punkt »Finanzrisiken« und dem Konzernanhang unter dem Punkt »Finanzrisikomanagement« im Abschnitt »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden« zu entnehmen. Der Risikomanagementprozess der RRPS AG wird regelmäßig durch einen unabhängigen Dritten auf Eignung und Ordnungsmäßigkeit geprüft. Zusätzlich befassen sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der RRPS AG sowie der Prüfungsausschuss der Rolls-Royce plc mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. RisikenDie wesentlichen Risiken für die RRPS AG werden im Folgenden in den wichtigsten Risikoarten aufgegliedert. RISIKOARTENMarkt- und Wettbewerbsrisiken. Der Vertriebserfolg der Produkte des RRPS-Konzerns hängt grundsätzlich auch vom konjunkturzyklischen Nachfrageverhalten seiner Kunden ab. Durch die starke Diversifikation der Zielmärkte und die globale Ausrichtung des Unternehmens wird die Auswirkung einzelner Nachfragerückgänge auf das Ergebnis verringert. Allerdings können Risiken wie der Einbruch der weltweiten Finanzmärkte, eine abrupte Abschwächung der chinesischen Konjunktur, die Auswirkungen eines Handelskriegs oder Exportrestriktionen infolge politischer Spannungen die Weltkonjunktur kurzfristig bremsen und die Geschäftsentwicklung des RRPS-Konzerns beeinflussen. Zusätzlich zur konjunkturellen Situation wirken sich auch verschiedene andere Faktoren auf den Erfolg des RRPS-Konzerns aus, beispielsweise die Entwicklung der nationalen Verteidigungsbudgets, die Nachfrage nach Back-up-Systemen für Datenzentren und die Zukunft der staatlichen Unterstützung für grüne Technologien. Teilweise haben die Faktoren gegenläufige Effekte. Es finden daher regelmäßig Markteinschätzungen unter besonderer Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung, anderer makroökonomischer Faktoren und des Wettbewerbsumfelds statt. Das Wettbewerbsumfeld des RRPS-Konzerns kann als fordernd beschrieben werden. Markteintritte von Wettbewerbern in das Kerngeschäft, gefördert von Unternehmenskooperationen, stellen ein Risiko dar. Diesem Risiko begegnet der RRPS-Konzern mit einer regelmäßigen Überprüfung der strategischen Ausrichtung. Unternehmensstrategische Risiken. Strategische Entscheidungen beinhalten naturgemäß das Risiko von Fehleinschätzungen. Strategische Risiken können unter anderem aufgrund von Entscheidungen rund um die Produktentwicklung, die Wahl der Produktionsstandorte oder im Zusammenhang mit Fusions- und Übernahmeaktivitäten entstehen. Solche strategischen Entscheidungen sind beim RRPS-Konzern mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen verbunden. Um stets ein nachhaltiges und profitables Wachstum zu ermöglichen, wird das Produktportfolio des RRPS-Konzerns an die Marktanforderungen angepasst und um neue Produkte und Services erweitert. Diese erhöhen einerseits die Attraktivität des Produkt- und Serviceportfolios, sind aber andererseits mit Markteinführungsrisiken verbunden, welche sich bei der Erschließung neuer Märkte bzw. Technologien nicht komplett ausschließen lassen. Diese Risiken werden in den relevanten Produktentstehungsprojekten kontinuierlich überwacht und gesteuert. Mit der Entwicklung neuer Produkte ist allgemein das Risiko verbunden, dass sie unwirtschaftlich sein könnten, weil sie entweder zu teuer sind oder vom Markt nicht angenommen werden. Um den Risiken bei Neuproduktentwicklungen entgegenwirken zu können, führt das Unternehmen im Rahmen des Projektauftrags Risikobetrachtungen mit Markt- und Wettbewerbsanalysen durch. Durch die Internationalisierung der Wertschöpfung wirkt der RRPS-Konzern dem Risiko entgegen, öffentliche Aufträge zu verlieren, die lokale Wertschöpfungsanteile voraussetzen. Gestützt wird die internationale Produktionsstrategie durch Werke unter anderem in den USA, in China und der Türkei. Mit der Umsetzung einer internationalen Produktionsstrategie geht eine produktionsstandortbezogene Beschaffungsstrategie einher. Risiken aus Forschung und Entwicklung. Wachsende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Manipulationen (Produkt-Cybersicherheit) unserer Lösungen sind die wesentlichen Herausforderungen bei der technischen Weiterentwicklung der Produkte. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken mit einer stetigen Optimierung des Entwicklungsprozesses und einem strategischen Fokus auf der Weiterentwicklung elektrifizierter Systemlösungen wie modernsten Hybridantrieben für Schienenfahrzeuge und Marineanwendungen, Lösungen für Microgrid-Anwendungen sowie der Freigabe von nachhaltigen Kraftstoffen für den wesentlichen Teil des Verbrennungsmotorportfolios. Beschaffungs- und Lieferkettenrisiken. Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Vorprodukten können aufgrund des starken Wettbewerbs in unseren Märkten nicht immer vollständig an Kunden weitergegeben werden und bergen demzufolge ein Risiko für das Unternehmen. Zur Verringerung von Preis- und Bezugsrisiken auf der Beschaffungsseite setzt der RRPS-Konzern deshalb auf weltweit koordinierte Einkaufsaktivitäten, langfristige Lieferverträge, ein globales Lieferantennetzwerk und die kontinuierliche Optimierung des Lieferantenportfolios. Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken bei Rohstoffen werden zusätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Negative Entwicklungen auf unseren Beschaffungsmärkten können zu Produktionsunterbrechungen und einer daraus resultierenden verspäteten Auslieferung der Produkte an unsere Kunden führen. insbesondere die aktuelle geopolitische Lage, der Paradigmenwechsel in der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führen zu starken finanziellen Herausforderungen bei den Lieferanten bis hin zu ansteigenden Insolvenzen. Dieser Herausforderung begegnet das Unternehmen mit kontinuierlichen Analysen der Marktentwicklungen, dem Aufbau von Beschaffungsalternativen, den bedarfsweisen kurzfristigen Anpassungen des Produktionsplans sowie einer äußerst engen Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden. Auch durch Flexibilisierung der Produktionskapazitäten sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Fixkosten werden mögliche Risiken aus Produktions- und Absatzschwankungen verringert. Qualitätsrisiken. Der RRPS-Konzern verfolgt stets das Ziel, eine hohe Produktqualität zu garantieren. Dies wird durch eine sorgfältige Produktentwicklung und ein effektives Qualitätsmanagementsystem unterstützt. Die komplexen technischen Spezifikationen der Produkte erfordern zudem eine sehr hohe Qualität seitens der Zulieferer. Um diese sicherzustellen, wählt das Unternehmen die Lieferanten sorgfältig und nach definierten Kriterien aus. Trotz des umfassenden Qualitätsmanagementsystems können Produktmängel auftreten und damit Reputations-, Umsatzausfall- sowie Kosten- und Haftungsrisiken entstehen. Die auftretenden Mängel werden analysiert, durch effektive Maßnahmen beseitigt, und es wird sichergestellt, dass eine Wiederholung verhindert wird. Betroffene Kunden werden von einem kontinuierlich ausgebauten, globalen Servicenetz sorgfältig betreut, um ihre Zufriedenheit zu garantieren. Zusätzlich werden die Auswirkungen von Risiken durch Versicherungsverträge reduziert. Informations- und Cybersicherheitsrisiken. In einem zunehmend digitalisierten Umfeld gewinnen Informationen und Daten eine immer größere Bedeutung für den RRPs-Konzern. Zentrale Geschäftsprozesse der Einzelunternehmen des Konzerns und der gesamten Gruppe sind in hohem Maße von verfügbaren und resilienten IT-Systemen und Services abhängig. Weltweit steigende Cyberbedrohungen, die sich durch geopolitische Entwicklungen und Konflikte weiter verschärft haben, sowie die in Teilen neuen externen Compliance-Anforderungen im Kontext der Cybersicherheit stellen das Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen. Dem nachhaltigen Schutz von geschäfts- und personenbezogenen Informationen und Daten sowie physischen und immateriellen Vermögenswerten kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Um diesen Herausforderungen nachzukommen, wird ein besonderer Fokus auf die Integrität von Prozessen, die Verfügbarkeit und Resilienz der unterstützenden IT-Systeme sowie die Wahrung der Vertraulichkeit unternehmenskritischer Datenbestände gelegt. Im Rahmen der globalen IT-Strategie wird die IT-Organisation optimiert und weiterentwickelt. Gleichzeitig wird die Zuverlässigkeit der IT-Systeme durch eine konsequente Standardisierung im gesamten RRPS-Konzern und die konsequente Anpassung an den Stand der Technik gewährleistet. Um darüber hinaus für das Unternehmen einen angemessenen Schutz im Kontext der Informations- und Cybersicherheit zu gewährleisten, verfolgt der RRPS-Konzern die Umsetzung einer ganzheitlichen Cybersicherheitsstrategie. Die Cyberfähigkeiten werden systematisch ausgebaut, die Weiterentwicklung des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) wird konsequent vorangetrieben und das Bewusstsein der Mitarbeiter über Sensibilisierungsmaßnahmen nachhaltig gesteigert. Personalrisiken. Einem Personalbeschaffungsrisiko begegnet das Unternehmen, indem es sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert. Wesentliche Bestandteile, die das Unternehmen als modernen und attraktiven Arbeitgeber auszeichnen, sind unter anderem die Anpassung des Employer Branding auf die aktuellen und sich stetig ändernden Marktbedingungen, tarifliche Vereinbarungen, Flexibilität in der zeitlichen und räumlichen Gestaltung von Arbeit, eine angemessene Entlohnung, Gesundheitsmanagement, Vereinbarungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Fortbildungsmöglichkeiten und das Bekenntnis zu Vielfalt und Inklusion. Mit zielgruppengerechten Kommunikations- und Rekrutierungsmaßnahmen digital und offline wirbt das Unternehmen aktiv um zukünftige Mitarbeiter. Talente insbesondere für unternehmenskritische und zukunftsrelevante Bereiche werden frühzeitig identifiziert und angesprochen. Einem möglichen Fachkräftemangel wird durch zahlreiche Ausbildungs- und Studienplätze proaktiv begegnet. Das Unternehmen hat den Bedarf von Berufsbildern mit digitalem Hintergrund erkannt und baut entsprechende Ausbildungsgänge auf. Neu aufgesetzte Führungs- und Personalentwicklungsprogramme und Konzepte dienen der Qualifizierung der Mitarbeiter und tragen zu deren beruflicher Weiterentwicklung bei. Beteiligungsportfoliorisiken. Das Beteiligungsportfolio des RRPS-Konzerns beschränkt sich größtenteils auf Unternehmen in 100-prozentigem Eigentum der RRPS AG oder ihrer Tochterunternehmen. Dadurch ergeben sich keine wesentlichen Beteiligungsportfoliorisiken, etwa in Form von Risiken durch absehbare Konflikte mit Minderheitsaktionären. Darüber hinaus bestehen Gemeinschaftsunternehmen, Minderheitsbeteiligungen und ein assoziiertes Unternehmen, bei denen der RRPS-Konzern jedoch in der Regel weitreichende Mitbestimmungs- und Informationsrechte hat. Im Hinblick auf das Beteiligungsportfoliorisiko im Einzelabschluss des Mutterunternehmens besteht ein Risiko hinsichtlich der potenziellen Abschreibung von Anteilen an verbundenen Unternehmen. Finanzrisiken. Als international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeiten und bei der Finanzierung generell Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Diese Risiken werden, soweit möglich, durch geeignete Gegenpositionen minimiert (Natural Hedging, zum Beispiel durch den Bezug von Vorprodukten in der Währung der Umsatzlegung). Die verbleibenden Nettorisiken werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente begrenzt bzw. eliminiert. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen ergreift grundsätzlich das Group Treasury des Konzerns. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten ist in einer konzernweit verbindlichen internen Richtlinie geregelt, die auch den konzeptionellen Rahmen für die Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Nettorisikopositionen für alle Konzerngesellschaften vorgibt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- und Spekulationszwecken genutzt. Die Effektivität der Risikoabsicherungen wird im Zuge der internen Berichtserstattung überwacht und gesteuert. Weitere Informationen zu Finanzierungs- und Finanzmarktrisiken befinden sich im Konzernanhang im Abschnitt »Finanzrisikomanagement«. Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Währungsrisiken können aus Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und erwarteten Zahlungsströmen entstehen, die auf eine andere Währung als den Euro lauten. Um diese Risiken einzudämmen oder gänzlich auszuschließen, setzt der RRPS-Konzern Devisentermingeschäfte und bei Bedarf Optionen ein. Diese Maßnahmen gelten vor allem für Währungsrisiken, die aus Engagements in US-Dollar resultieren. Der RRPS-Konzern verfügte zum Stichtag über keine variabel verzinslichen Bankdarlehen, die Zinsänderungsrisiken bergen würden. In Bezug auf das Management von Zinsänderungsrisiken sieht die konzernweite Richtlinie Zinsswaps, Caps und Floors (Ober- und Untergrenzen) als mögliche Sicherungsinstrumente vor. Bei Abschluss von Sicherungsgeschäften im Zins- und Währungsbereich besteht ein Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken, die Vertragspartner sind. Risiken aus Forderungsausfällen. Risiken aus Forderungsausfällen, die beim RRPS-Konzern im geschäftsüblichen Umfang bestehen, werden mit gängigen Mitteln der Forderungsabsicherung sowie mit einem aktiven Forderungsmanagement abgesichert. Das Risiko wird bereits im Vorfeld minimiert, indem die wirtschaftliche Situation der Kunden überprüft und bewertet sowie mit Zahlungssicherungsinstrumenten wie Akkreditiven abgesichert wird. Darüber hinaus reagiert das Unternehmen bei erkennbaren Ausfallrisiken, welche beim RRPS-Konzern im Wesentlichen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, mit entsprechenden Wertberichtigungen. Rechnungslegungsrisiken. In den Konzernabschluss des RRPS-Konzerns wurden zum 31. Dezember 2023 neben dem Einzelabschluss der RRPS AG 38 Einzelabschlüsse von in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Die Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen werden überwiegend dezentral erstellt. Die Konsolidierung des RRPS-Konzerns erfolgt weitgehend in der Konzernzentrale. Die länderspezifischen Rechnungslegungsstandards der Tochterunternehmen werden auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) übergeleitet, soweit nicht bereits im jeweiligen Einzelabschluss des Tochterunternehmens nach IFRS bilanziert wird. Eine konzernweit einheitliche Rechnungslegung in Bezug auf Ansatz, Bewertung und Ausweis stellt das Unternehmen durch ein Bilanzierungshandbuch sicher, das quartalsweise aktualisiert wird. unterstützt wird der Erstellungsprozess des Konzernabschlusses zum einen durch einen konzernweit gültigen Abschlusskalender, zum anderen durch eine auf die Bedürfnisse des RRPS-Konzerns entwickelte Konsolidierungssoftwarelösung. Themen wie Finanzierung und Steuern werden durch die Zentralbereichsfunktionen Group Treasury bzw. Group Tax in der RRPS-Konzernzentrale gebündelt. Aufgrund der Anzahl an Gesellschaften und der unterschiedlichen regionalen Verteilung der Tochterunternehmen bestehen Risiken in Bezug auf das Ziel einer verlässlichen Rechnungslegung, die sich in einer zeitlich verspäteten Veröffentlichung, Falschaussagen im Jahres-/Konzernabschluss oder betrügerischen Manipulationen niederschlagen können. Um diese Risiken so weit wie möglich einzugrenzen und zu steuern, hat der RRPS-Konzern verschiedene Maßnahmen und Kontrollen etabliert. Für eine zutreffende Erfassung der Transaktionen in der Buchführung wurden Fehler vermeidende und aufdeckende, manuelle wie auch automatische Kontrollen (sogenannte interne Finanzkontrollen) implementiert. Des Weiteren werden die Tochterunternehmen von Fachexperten in der Konzernzentrale unterstützt, die eine Qualitätskontrolle bzw. Plausibilisierung für die übernommenen Daten bilden und den Tochterunternehmen bei komplexen Fragestellungen zur Seite stehen. Die Folgebewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer ist angesichts der Schätzungen, die im Rahmen der Bewertung vorzunehmen sind, und der zu treffenden Annahmen mit Unsicherheiten behaftet. Zur Prüfung der Bewertung wird mindestens einmal pro Jahr sowie zusätzlich bei Anzeichen einer Wertminderung unmittelbar ein Wertminderungstest durchgeführt. Wesentliche Annahmen werden dabei durch den Zugriff auf eine anerkannte Ratingagentur und Peer Group objektiviert, um die Zuverlässigkeit der Schätzungen und Bewertungen sicherzustellen. Aufgrund der produzierenden Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns müssen vor allem die zur Produktion notwendigen Rohstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wobei die betreffenden Vorratsbestände zur Kosten-, Cash- und Risikoreduzierung möglichst gering gehalten werden. Es ergeben sich Werthaltigkeits- und Inventurrisiken von Vorräten, die durch regelmäßige Inventuren sowie durch eine objektive Bewertung von Analysen künftiger Markt- und Absatzmöglichkeiten eingegrenzt werden. Im Konzernabschluss der RRPS AG bestehen versicherungsmathematische Bewertungsrisiken aus den Zusagen von Pensionsleistungen. Zur Einschränkung dieser Risiken werden externe Sachverständige mit der Erstellung von versicherungsmathematischen Gutachten beauftragt. Generell gelten konzernweit das Vier-Augen-Prinzip sowie die Funktionstrennung bei Arbeitsabläufen in der Rechnungslegung, sodass ein adäquater Qualitätssicherungs- und Genehmigungsprozess sichergestellt werden kann. Umweltrisiken. Durch die Betriebsaktivitäten innerhalb des RRPS-Konzerns entstehen unterschiedliche Umweltrisiken, etwa beim Betrieb von Prüfständen oder Energieversorgungsanlagen sowie beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wie Dieselkraftstoff oder Mineralölen. Ein frühzeitiges Erkennen und ein sicherer Umgang mit solchen Risiken tragen dazu bei, Umweltschäden und damit verbundene Schadenersatzforderungen oder Reputationsschäden zu vermeiden. Durch ein strukturiertes Umweltmanagementsystem an den Fertigungs- und Montagestandorten wird möglichen Umweltrisiken entgegengewirkt. Der RRPS-Konzern gestaltet alle Stufen der Produktion möglichst umweltverträglich und energieeffizient. Periodische Umweltaudits stellen sicher, dass sowohl gesetzliche als auch konzerninterne Umweltvorgaben jederzeit eingehalten werden und die für die Errichtung und den Betrieb umweltrelevanter Anlagen erforderlichen Genehmigungen in aktueller Form vorliegen. Darüber hinaus stellt sich der RRPS-Konzern den Anforderungen des Umweltschutzes und des wachsenden Energiebedarfs. Gesetzliche und behördliche Anforderungen werden in periodischen Abständen hinsichtlich Relevanz und Einhaltung sowie in Bezug auf mögliche Handlungsbedarfe überprüft. Daraus resultierende Maßnahmen werden entsprechend eingeleitet und umgesetzt. Compliance-Risiken. Die wesentlichsten Compliance-Risiken des RRPS-Konzerns ergeben sich aus der Zusammenarbeit mit diversen Geschäftspartnern, insbesondere aus dem umfangreichen Partnernetzwerk des Unternehmens sowie aus Interaktionen mit staatlichen Stellen und Amtsträgern. Der Konzern ist weltweit tätig und wird mitunter selbst oder durch Partnerunternehmen in Ländern aktiv, die aus Antikorruptionssicht Hochrisikoländer darstellen. Verstöße gegen internationale Antikorruptionsgesetze können schwerwiegende rechtliche Sanktionen für das Unternehmen und dessen Entscheidungsträger, aber auch umfangreiche Imageschäden und finanzielle Verluste mit sich bringen. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird daher fortlaufend optimiert. Sonstige Risiken. Grundsätzlich kann die Gefahr von diversen Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Maßnahmen aus unterschiedlichsten Bereichen bestehen. Bei behördlichen Zertifizierungen begegnet das Unternehmen einem hohen Regulierungsgrad. Die sich weltweit verschärfenden Emissionsregelungen führen zu erhöhten Entwicklungsbedarfen. Aufgrund der Vielfalt der Anwendungen und der Vielzahl von Märkten mit unterschiedlichsten Jurisdiktionen weltweit gelten für die Produkte verschiedenartige Emissionsregelungen, deren Erfüllung -auch aufgrund hoch komplexer Genehmigungsprozesse - Unsicherheiten unterworfen ist. Trotz der aktiven Sicherung der Technologieführerschaft kann es dabei zu Risiken vor allem hinsichtlich der jederzeit vollständigen und fristgerechten Umsetzung der jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen kommen, insbesondere bei der Meldung von Änderungen bei emissionsrelevanten Bauteilen. Der Erhalt von Emissionszertifikaten ist in sehr vielen Ländern und Märkten Voraussetzung für den Zugang und den Vertrieb der Produkte. Der RRPS-Konzern ist mit einer Vielzahl an Themen konfrontiert, die Gerichtsverfahren, Ansprüche und Anordnungen betreffen können. Es handelt sich hierbei um Rechtsstreitigkeiten sowohl im Zusammenhang mit der Beendigung/Nichtverlängerung von Partnerverträgen als auch mit Produkten des Unternehmens. Diese sind aus Sicht des RRPS-Konzerns normale und in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit stehende Vorgänge. wesentliche Risiken aus Rechtsstreitigkeiten sind aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, können aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Bei Bedarf bildet der RRPS-Konzern im üblichen Rahmen Rückstellungen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das Vertragsmanagement und eine hohe Produktqualität unterstützten dabei, möglichen Risiken rechtzeitig entgegenzuwirken. Rechtliche Risiken und Reputationsrisiken können sich zudem aufgrund der Exportorientierung des RRPS-Konzerns aus internationalen und lokalen Exportkontrollvorschriften ergeben. Verstöße gegen exportkontrollrechtliche Bestimmungen können massive Konsequenzen für den RRPS-Konzern sowie für die verantwortlichen Akteure haben. Neben einem Reputationsrisiko besteht grundsätzlich auch ein Haftungsrisiko. Diesen Risiken begegnet das Unternehmen mit einer Vielzahl von Maßnahmen. So werden die Vorgaben der Exportkontrolle von einer eigenen Exportkontrollabteilung auf Ebene der RRPS AG umgesetzt und deren Beachtung durch geeignete Prozesse und Richtlinien sichergestellt. Gesamtaussage zur Risikosituation. Die Gesamtrisikoposition des Unternehmens wird anhand des Risikoportfolios aller wesentlichen Einzelrisiken beurteilt. Dabei werden auch die Abhängigkeiten der Risiken untereinander berücksichtigt. Zum aktuellen Zeitpunkt hält der Vorstand der RRPS AG die Risikolage für beherrschbar, und eine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risikoexposition ist derzeit nicht erkennbar. Negative Trends auf den Märkten und eine mögliche Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können jedoch nicht ausgeschlossen werden und sich entsprechend auf die Risikolage auswirken. PrognoseberichtIm Jahr 2024 wird eine weiterhin zunehmende Nachfrage in den meisten Zielmärkten des RRPS-Konzerns erwartet. Diese erhöhte Nachfrage erfolgt trotz eines negativen makroökonomischen und geopolitischen Ausblicks wie dem Fortdauern des Ukraine-Konflikts und weiterer globaler Konfliktherde sowie trotz der Energiepreise und einer Inflation, die auf einem erhöhten Niveau bestehen bleibt. In Deutschland nehmen die Rezessionssorgen für das Jahr 2024 zu und auch im globalen Wirtschaftswachstum wird eine Verlangsamung erwartet. Die Entwicklung wird vor allem durch die USA und Europa vor dem Hintergrund hoher Zinsen getrieben, während in den Schwellenmärkten die Wirtschaftsaktivität dynamischer bleibt. Insgesamt bleibt das Marktumfeld volatil, herausfordernd und von Unsicherheiten geprägt. Wachsende Spannungen zwischen verschiedenen Staaten führen zu globalen Konflikten, die sich weiterhin auf die Lieferketten auswirken. Für das Jahr 2024 erwarten wir einen Umsatzanstieg zwischen 3 % und 7 % im Vergleich zum Vorjahr. Unsere solide gefüllten Auftragsbücher geben uns hierfür die notwendige Planungssicherheit. Dies führt zu einer moderat verbesserten bereinigten EBIT-Rendite im niedrigen zweistelligen Bereich, welche sich ebenso beim Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit einer ähnlichen Entwicklung widerspiegeln wird. Die wesentliche Herausforderung wird darin liegen, in Anbetracht gestörter Lieferketten die richtige Balance zwischen unserem gebundenen Kapital wie beispielsweise unseren Vorräten und unserer Liquidität sicherzustellen, ohne dabei das Produktionsprogramm zu verzögern. Das Erreichen unserer Profitabilitätsziele hängt ebenso von der Preisdynamik an den Rohstoff- und Energiemärkten ab. Chancenpotenzial sehen wir in der Vertragsgestaltung mit unseren Kunden und Lieferanten sowie in weiteren Effizienzsteigerungen im Rahmen des konzernweit aufgesetzten Programms "Winning-Together". Trotz der bleibenden Unsicherheiten im globalen Marktumfeld blickt der RRPS-Konzern, gestärkt durch die im Berichtsjahr weiter gewachsene Nachfrage, optimistisch in die Zukunft und setzt dabei mit seinem Transformationsprogramm »Winning-Together« auf einen kontinuierlichen technologischen und strukturellen Wandel, um den Chancen und Risiken der industriellen Transformation mit zielgerichtetem Ressourceneinsatz und konsequenter Umsetzung zu begegnen.
Friedrichshafen, den 21. März 2024 Rolls-Royce Power Systems AG Der Vorstand Konzernabschluss31. Dezember 2023Konzerngesamtergebnisrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzernkapitalflussrechnung1zum 31. Dezember 2023
1
Erläuterung im Konzernanhang in Kapitel 37 | »Ergänzende Informationen zur Kapitalflussrechnung« Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023
Veränderung des Konzerneigenkapitals1zum 31. Dezember 2023
1
Erläuterung im Konzernanhang in Kapitel 27 | »Eigenkapital«
Die nachfolgenden erläuternden Anhangangaben sind integraler Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses. KonzernanhangErläuternde Anhangangaben1 | Allgemeine GrundlagenDie Rolls-Royce Power Systems AG (im Folgenden: RRPS AG) ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland und hat ihren Firmensitz am Maybachplatz 1 in 88045 Friedrichshafen. Die RRPS AG ist ein Spezialist für Großmotoren, Antriebssysteme und dezentrale Energieanlagen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm eingetragen (Nr. HRB 721 056). Das gezeichnete Kapital der RRPS AG befindet sich zu 100 % im Eigentum der Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien (einem Tochterunternehmen der Rolls-Royce Group plc). Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Das Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien. Dieser Konzernabschluss wird beim Companies House offengelegt. Die RRPS AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der RRPS AG wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Gegenstand des Konzernabschlusses sind die RRPS AG und deren Tochterunternehmen. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Vorstand der RRPS AG hat den Konzernabschluss am 21. März 2024 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Die RRPS AG erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Im Interesse einer übersichtlichen Darstellung werden die einzelnen Posten des Konzernabschlusses in Millionen Euro (Mio. Euro) angegeben. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente. Der Jahresabschluss des Mutterunternehmens RRPS AG wurde nach den Vorschriften des HGB erstellt. Er wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Konzerngesamtergebnisrechnung wird nach dem international gebräuchlichen Umsatzkostenverfahren erstellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der oben genannten Normen erfordert bei einigen Posten, dass Annahmen getroffen werden, die sich auf den Ansatz in der Konzernbilanz oder der Konzerngesamtergebnisrechnung sowie die Angabe von Eventualvermögen und -verbindlichkeiten auswirken. Die folgenden Erläuterungen umfassen Angaben und Bemerkungen, die den IFRS entsprechend neben der Konzerngesamtergebnisrechnung der Periode, der Konzernbilanz, der Veränderung des Konzerneigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung als Anhang in den Konzernabschluss aufzunehmen sind. 2 | Bilanzierungs- und BewertungsmethodenKONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEIn den Konzernabschluss wurden neben der RRPS AG 38 in- und ausländische Tochterunternehmen (Vorjahr: 38) einbezogen, die von der RRPS AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden. Beherrschung im Sinne des International Financial Reporting Standard (IFRS) 10 ist dann gegeben, wenn das Unternehmen die Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens sowie Anrechte auf die variablen Rückflüsse aus dem Beteiligungsunternehmen hat und mit seiner Verfügungsgewalt diese Rückflüsse beeinflussen kann. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt ab dem Zeitpunkt, an dem das Beherrschungsverhältnis vorliegt. Tochterunternehmen werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem diese Beherrschung endet. Nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen werden Tochterunternehmen dann, wenn sie für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage (hinsichtlich der nach IFRS einschlägigen Kriterien) des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns (im Folgenden: RRPS-Konzern) von untergeordneter Bedeutung sind. Unternehmenszusammenschlüsse werden gemäß der Erwerbsmethode nach IFRS 3 »Unternehmenszusammenschlüsse« bilanziert. Die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung unabhängig vom Umfang der nicht beherrschenden Anteile mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das anteilige, zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Danach werden die Anschaffungskosten um die Eigenkapitalveränderung erhöht oder verringert, die dem Kapitalanteil der RRPS AG entspricht. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden einschließlich außerplanmäßiger Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts im Finanzergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigt. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei welchem der RRPS-Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken. Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sofern die Abschlüsse von Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen nicht rechtzeitig vorliegen, werden die anteiligen Gewinne oder Verluste mit einem zeitlichen Versatz von einem Monat und unter Berücksichtigung wesentlicher aktueller Entwicklungen in den Konzernabschluss einbezogen. Bedeutende Geschäftsvorfälle werden ohne Zeitversatz bilanziert. KONSOLIDIERUNGSKREISZum 31. Dezember 2023 wurden folgende Unternehmen bzw. Teilkonzerne vollkonsolidiert:
Die Gesellschaften India Pvt. Ltd., Pune/Indien, sowie Servowatch Systems Ltd., Maldon/Großbritannien, beenden aufgrund steuerrechtlicher Gründe ihr Geschäftsjahr jeweils zum 31. März eines Jahres. Die Anzahl der Tochtergesellschaften im Konsolidierungskreis der RRPS AG ist im Vergleich zum 31. Dezember 2022 konstant geblieben. Im August 2023 wurde die Tochtergesellschaft MTU China Co. Ltd., Shanghai/China aufgelöst. Die Auswirkung dieser Liquidation auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns zum 31. Dezember 2023 ist unwesentlich. Die RRPS AG hat die Gesellschaft Team Italia Marine S.r.l. im Berichtsjahr erstmalig vollkonsolidiert. Zum 1. Juli 2023 hat die Vinters International Ltd. das Marinegeschäft einschließlich der Elektro- und Automatisierungstechnik der Rolls-Royce Power Engineering Limited in die Rolls-Royce Solutions UK Limited eingebracht. Die RRPS AG hat bei der Einbringung des Marinegeschäfts einschließlich Elektro- und Automatisierungstechnik der Rolls-Royce Power Engineering Limited von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, diese Common-Control-Transaktion rückwirkend zum 1. Januar 2023 im Konzernabschluss der RRPS AG nach der Buchwertmethode abzubilden, da der RRPS-Konzern und die Rolls-Royce Power Engineering Limited unter gemeinsamer Beherrschung (»common control«) des Rolls-Royce-Konzerns stehen. Die folgenden, in Deutschland ansässigen Unternehmen haben von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht und auf die Offenlegung des Jahresabschlusses 2023 sowie auf die Erstellung eines Lageberichts verzichtet:
Zum 31. Dezember 2023 wurden folgende Gesellschaften als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bilanziert:
Mit Wirkung zum 17. März 2023 wurde die vollständige Beteiligung an der Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., Datong/China, in Höhe von 49,0 % veräußert. Zum 31. Dezember 2023 wurde die Kowry Energy GmbH, Berlin/Deutschland, als assoziiertes Unternehmen mit dem Kapitalanteil von 19,9 % nach der Equity-Methode bilanziert. Die Gesellschaft befindet sich derzeit im Insolvenzverfahren. Daneben hält der RRPS-Konzern wie bereits im Vorjahr weitere Beteiligungen an drei Unternehmen, deren Anteilsbesitz unter 20 % liegt. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEAm 30. Juni 2023 hat die Rolls-Royce Solutions Italia S.r.l. 100% Anteile an der Team Italia Marine S.r.l., Fano/Italien, erworben. Team Italia Marine S.r.l. ist ein italienischer Anbieter von Navigations-, Kommunikations- und Automatisierungslösungen für Yachten von 20 Metern bis über 100 Metern Länge und wird das Portfolio des RRPS-Konzerns im Bereich Gesamtsystemlösungen für Schiffsantriebe und Schiffsautomatisierung um integrierte Automatisierungslösungen von der Brücke bis zum Propeller ergänzen. Das erworbene Unternehmen trug im Geschäftsjahr 5,3 Mio. Euro zum Umsatz und -1,7 Mio. Euro zum Konzernergebnis (vor Steuern) bei. Die Gesellschaft wurde im Mai 2023 durch Einbringungen bestehender Gesellschaften neu gegründet. Daher kann keine Angabe hinsichtlich des Beitrags zum Umsatz und Konzernergebnis für das gesamte Geschäftsjahr getätigt werden, den Team Italia Marine S.r.l. geleistet hätte, wenn der Erwerb zum 1. Januar 2023 erfolgt wäre. Die Gegenleistung für den Erwerb der Anteile beläuft sich auf 15,5 Mio. Euro. Unter Einbeziehung der in der Gesellschaft vorhandenen liquiden Mittel in Höhe von 0,5 Mio. Euro ergibt sich ein zahlungswirksamer Betrag für den Unternehmenserwerb in Höhe von 15,0 Mio. Euro. Die im Zusammenhang mit dem Erwerb angefallenen Transaktionskosten in Höhe von 1,0 Mio. Euro wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Verwaltungskosten erfasst. Die erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt setzen sich wie folgt zusammen:
Die Forderungen und übrigen Vermögenswerte enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4,6 Mio. Euro, von denen im Rahmen der Kaufpreisallokation 0,1 Mio. Euro als uneinbringlich eingestuft wurden. Aus der Erstkonsolidierung resultiert ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 8,9 Mio. Euro, der im Wesentlichen die mit der Akquisition verbundenen erwarteten Synergien repräsentieren. Es wird nicht davon ausgegangen, dass der erfasste Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist. Die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs wird angepasst, wenn neue Informationen, die innerhalb eines Jahres nach dem Erwerbszeitpunkt des Unternehmens über Tatsachen und Umstände, die zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt bestanden, erlangt werden, Anpassungen der oben genannten Beträge oder zusätzliche Rückstellungen erkennen lassen. NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN
1
Anwendung auf die erste Berichtsperiode eines Geschäftsjahres, das an diesem Tag oder
danach beginnt
Die genannten neuen Rechnungslegungsvorschriften hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Darüber hinaus hat das IASB die nachfolgend genannten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards veröffentlicht, die bereits von der europäischen Union übernommen worden sind (Endorsement), deren Anwendung aber noch nicht für das Geschäftsjahr 2023 verpflichtend ist und die im Konzernabschluss der RRPS AG nicht vorzeitig angewendet werden.
2
Übernahme der IFRS-Standards bzw. -Interpretationen durch die EU-Kommission
Des Weiteren veröffentlichte das IASB die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die von der europäischen Union noch nicht übernommen und deshalb im vorliegenden Konzernabschluss nicht angewendet worden sind:
Neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen werden für gewöhnlich vom Konzern nicht vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet. Die erstmalige Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation ist mit der verpflichtenden Anwendung in der europäischen Union (nach Endorsement) beabsichtigt. Die genannten Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDie Jahresabschlüsse der ausländischen Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in die Konzernberichtswährung Euro umgerechnet. In der Regel ist die funktionale Währung der ausländischen Konzernunternehmen die jeweilige Landeswährung. Eine Ausnahme ist der Teilkonzern der Rolls-Royce Solutions Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, dessen funktionale Währung teilweise der Euro ist. Die Umrechnung in EUR erfolgt bei Vermögenswerten und Schulden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag, bei Aufwendungen und Erträgen zu gewogenen Durchschnittskursen der jeweiligen Periode. Die Differenzen aus der Umrechnung werden ergebnisneutral in das Eigenkapital einbezogen. Eine im sonstigen Ergebnis erfasste Umrechnungsdifferenz wird erst dann ergebniswirksam, wenn die entsprechende Unternehmenseinheit entkonsolidiert wird. Fremdwährungsgeschäfte werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von zum Stichtagskurs in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden ergebniswirksam erfasst. Da die RRPS AG kein Tochterunternehmen mit Sitz in einem Hyperinflationsland hat, war eine Rechnungslegung gemäß den Regelungen des IAS 29 »Rechnungslegung in Hochinflationsländern« nicht notwendig. Für die wichtigsten Fremdwährungen des RRPS-Konzerns gelten folgende Währungskurse:
ANNAHMEN, SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSAUSÜBUNG DES MANAGEMENTSBei der Anwendung der dargestellten Konzernbilanzierungs- und Bewertungsmethoden muss das Management in Bezug auf die Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden, die nicht ohne Weiteres aus anderen Quellen ermittelt werden können, Sachverhalte beurteilen, Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen. Die Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen resultieren aus Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden, sofern die Änderung nur eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Falls die Änderungen die aktuelle sowie die folgenden Berichtsperioden betreffen, werden diese entsprechend in dieser und den folgenden Perioden berücksichtigt. Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Ende der Berichtsperiode angegeben, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird. Für Forderungen können sich insoweit Ausfallrisiken ergeben, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dadurch Vermögensverluste auftreten. Die Ermittlung der erforderlichen Wertberichtigungen erfolgt unter anderem unter Berücksichtigung der Kundenbonität, vorliegender Sicherheiten, Erfahrungen aufgrund historischer Ausfallraten sowie zukunftsbezogener Annahmen. Der tatsächliche Zahlungsausfall der Kunden kann infolge der zugrunde gelegten Einflussfaktoren vom erwarteten Zahlungsausfall abweichen. Verringert sich der Wertberichtigungsbedarf in einer der folgenden Berichtsperioden, erfolgt eine erfolgswirksame Wertaufholung für die in früheren Perioden erfasste Wertberichtigung. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- und Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Zur Ermittlung des Nettoveräußerungswerts werden vom voraussichtlichen Verkaufspreis des Endprodukts die bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten abgezogen. Sofern Annahmen zu den künftigen Marktpreisen oder Absatzmöglichkeiten des Endprodukts nicht zutreffen, kann es hierdurch zu einem weiteren Wertminderungsbedarf für den Vorratsbestand kommen. Erlöse aus langfristigen Wartungsverträgen werden über einen bestimmten Zeitraum und unter Rückgriff auf den jeweiligen Fertigstellungsgrad erfasst, da die inputbasierte Methode am besten geeignet ist, um den Fortschritt der Dienstleistungen zu ermitteln. Im Rahmen der Cost-to-Cost-Methode ist hierfür die Ermittlung der voraussichtlichen Gesamtkosten erforderlich, die auf Erfahrungswerten aus früheren Aufträgen basiert. Sollte es jedoch aufgrund von nicht vorhersehbaren Sondereffekten zu Abweichungen von den Schätzwerten kommen, könnte zum Bilanzstichtag ein zu hoher Fertigstellungsgrad ermittelt worden sein, wodurch zu hohe Umsatzerlöse erfasst würden (hinsichtlich des Gesamtbetrags der Umsatzerlöse aus langfristigen Wartungsverträgen wird auf Abschnitt 3 | »Umsatzerlöse« des Konzernanhangs verwiesen). Die Erlösrealisierung von Mehrkomponentenverträgen i. S. v. Lieferungen mit anschließenden Serviceleistungen verlangt eine Verteilung des gesamten Transaktionspreises. Diese Verteilung unterliegt Schätzunsicherheiten, insbesondere dann, wenn Einzelveräußerungspreise nicht verfügbar sind. In diesen Fällen verteilt der Konzern den Transaktionspreis auf Basis der Kosten der einzelnen Leistungsverpflichtungen zuzüglich einer angemessenen Marge. Soweit die Annahmen bei der Verteilung des Transaktionspreises nicht zutreffend sind, kann es zu einer verfrühten oder verspäteten Umsatzrealisierung kommen. Der Konzern räumt Kunden beim Ersatzteilgeschäft teilweise Rückgaberechte ein. Zur Schätzung der Anzahl der Produkte, die aus dem Ersatzteilgeschäft zurückgeben werden, wendet der RRPS-Konzern die Erwartungswertmethode an, da mit dieser Methode die variable Gegenleistung, auf die der Konzern Anspruch hat, am verlässlichsten geschätzt werden kann. Außerdem werden die Regelungen des IFRS 15 im Hinblick auf die Begrenzung der Schätzung der variablen Gegenleistung angewandt, um den Betrag der variablen Gegenleistung zu bestimmen, der in den Transaktionspreis einbezogen werden darf. Für erwartete Rückgaben wird vom Konzern kein Erlös, sondern eine Rückerstattungsverbindlichkeit erfasst. Darüber hinaus wird für das Recht auf Rückerhalt von Ersatzteilen von einem Kunden ein Vermögenswert aus Rückgaberechten (und eine entsprechende Anpassung der Umsatzkosten) erfasst. Rückgabequoten werden auf Basis historischer Verkäufe und Rückgaben bestimmt. Sollte die Anzahl der zurückgegebenen Waren von dieser Schätzung abweichen, käme es zu einer verfrühten oder verspäteten Umsatzrealisierung in der Berichtsperiode. Die erwarteten Rückgabequoten werden jährlich überprüft und auf Basis der neuesten Erkenntnisse angepasst. Wesentliche Schätzungen oder Ermessensausübungen erfolgen insbesondere bei der Bilanzierung von Rückstellungen und Pensionsverpflichtungen sowie bei der Ermittlung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts. Für die Bilanzierung von Rückstellungen hat die Unternehmensleitung Annahmen zu treffen, mit welcher Wahrscheinlichkeit der RRPS-Konzern aufgrund bestimmter Geschäftsvorfälle ein Abfluss wirtschaftlichen Nutzens droht. Der Bewertung von Rückstellungen liegen Schätzungen über die Höhe und den Zeitpunkt der möglichen wirtschaftlichen Abflüsse zugrunde. Sofern Höhe und Zeitpunkt der Inanspruchnahmen von den getroffenen Schätzungen abweichen, sind Auswirkungen auf das Ergebnis des RRPS-Konzerns möglich. Einige Tochtergesellschaften sind aufgrund ihres normalen Geschäftsverlaufs in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Das Management hat den Ausgang dieser Rechtsfälle nach Rücksprache mit den involvierten Rechtsanwälten abgeschätzt und in Übereinstimmung mit IAS 37 entsprechende Rückstellungen vorgenommen. Es besteht jedoch ein inhärentes Risiko, dass das finale Urteil von der getroffenen Abschätzung abweicht und somit zu einem höheren oder niedrigeren Abfluss von Ressourcen führt. Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen werden nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und auf ihren Barwert abgezinst. Annahmen über die zukünftige Entwicklung bestimmter Parameter wie Rechnungszins, Inflationsrate, Gehalts- und Rentensteigerungen sowie Mitarbeiterfluktuation werden hier berücksichtigt (vgl. Abschnitt »Leistungen an Arbeitnehmer«). Zur Prüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird für die zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE), der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, mittels der Discounted-Cashflow-Methode ein Nutzungswert ermittelt (vgl. Abschnitt 15 | »Immaterielle Vermögenswerte«). Hierfür sind Annahmen über die künftige Geschäftsentwicklung und allgemeinen Rahmendaten zu treffen (zum Beispiel Zinsniveau, Wechselkursentwicklung). Durch die Veränderung dieser Einflussfaktoren kann sich der Nutzungswert der ZGE verändern, wodurch sich ein Wertminderungsbedarf ergeben könnte. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuellen Kenntnisstand beruhen. Durch unvorhersehbare und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen können die sich später tatsächlich einstellenden Beträge von den ursprünglich geschätzten Werten abweichen. In diesem Fall werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. ERTRAGS- UND AUFWANDSREALISIERUNGErlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhält. Folgende wesentliche Umsatzströme sind im RRPS-Konzern zu verzeichnen: Fertigfabrikate
After Sales
Sowohl Erlöse aus Serviceleistungen aus Mehrkomponentenverträge im Bereich der Fertigfabrikate als auch Service- und Wartungsleistungen aus dem After-Sales-Bereich, welche als eigenständige Leistungsverpflichtung klassifiziert sind, werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst, da dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Konzerns zufließt und er diesen gleichzeitig verbraucht. Zur Ermittlung des Leistungsfortschritts gegenüber der vollständigen Erfüllung seiner Leistungsverpflichtung wendet er eine inputbasierte Methode an (siehe dazu den Abschnitt »Annahmen und Schätzungen und Ermessensausübung des Managements« in Kapitel 2 | »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden«). Enthält eine vertragliche Gegenleistung eine variable Komponente (wie Skonti, Rabatte, Boni etc.), bestimmt der RRPS-Konzern die Höhe der Gegenleistung, die ihm im Austausch für die Übertragung der Güter auf den Kunden zusteht. Die variable Gegenleistung wird zum Vertragsbeginn geschätzt und nur dann in den Transaktionspreis einbezogen, wenn es hoch wahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Fremdkapitalkosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierenden Vermögenswerten stehen (also Vermögenswerten, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu bringen), werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Nicht nach IAS 23 aktivierte Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung immaterieller Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt linear. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens jährlich einem Impairment-Test unterzogen und unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten und Markennamen waren im RRPS-Konzern keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert. Innerhalb der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte existierte zum Bilanzstichtag ein nach IAS 23 qualifizierter Vermögenswert, der zum 31. Dezember 2023 als »Zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert« ausgewiesen wurde. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte. Kosten für die Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Produkte und Prozesse werden aktiviert, sofern die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss der RRPS-Konzern die Absicht haben, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen sowie über hierfür ausreichende Ressourcen verfügen. Die aktivierten Kosten umfassen Materialkosten, Fertigungslöhne und zurechenbare allgemeine Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt. Hierzu können folgende Kosten zählen:
Entwicklungskosten, die die Ansatzkriterien von IAS 38 nicht erfüllen, werden in der Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie anfallen. Forschungskosten werden in der Periode aufwandswirksam erfasst. Innerhalb der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte existierte zum Bilanzstichtag ein nach IAS 23 qualifizierter Vermögenswert. Geschäfts- oder Firmenwerte. Der Geschäfts- oder Firmenwert entspricht der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen, zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Reinvermögen zum Erwerbszeitpunkt. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden jährlich - bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auch unterjährig - einem Impairment-Test unterzogen. Weitere Informationen hinsichtlich des Impairment-Tests sind in Abschnitt 15 | »Immaterielle Vermögenswerte« des Konzernanhangs ersichtlich. Der planmäßigen Abschreibung immaterieller Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
SACHANLAGENSachanlagen werden zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um kumulierte planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen sowie kumulierte Wertminderungsaufwendungen. Die Anschaffungskosten umfassen den Anschaffungspreis, Anschaffungsnebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten neben den Einzelkosten auch die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und die freiwilligen sozialen Leistungen sowie die herstellungsbezogenen Verwaltungskosten. Die Abschreibung auf Sachanlagen wird, dem wirtschaftlichen Nutzenverlauf entsprechend, planmäßig linear vorgenommen. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
WERTMINDERUNGEN VON IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN, NUTZUNGSRECHTEN UND SACHANLAGENFür Sachanlagen, Nutzungsrechte und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter und unbestimmter Nutzungsdauer wird gemäß IAS 36 mindestens an jedem Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für mögliche Wertminderungen vorliegen. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts bestimmt. Der erzielbare Betrag ist als der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert definiert. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts, wird ein Wertminderungsverlust in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfolgswirksam erfasst. Für den Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die separate Cashflows identifiziert werden können. Sind die Cashflows für einen Vermögenswert nicht separat identifizierbar, wird der Impairment-Test auf Basis der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) durchgeführt, welcher der Vermögenswert angehört. Zuschreibungen auf den neuen erzielbaren Betrag erfolgen, wenn die Gründe für Wertminderungen aus den Vorjahren entfallen. Die Wertobergrenze für Zuschreibungen sind die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die sich ergäben, wenn in den Vorjahren keine Wertminderungen erfasst worden wären. Zur Durchführung des jährlichen Impairment-Tests für Geschäfts- oder Firmenwerte werden diese der ZGE zugeordnet. Die ZGE wird jährlich mindestens einmal auf Werthaltigkeit geprüft oder wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass der Buchwert der ZGE über dem erzielbaren Betrag liegt. Sofern der erzielbare Betrag der ZGE nicht den Buchwert ihres Reinvermögens deckt, werden die Wertminderungen erfolgswirksam nach den Vorschriften des IAS 36 vorgenommen. Eine Wertaufholung des Geschäfts- oder Firmenwerts in den Folgeperioden ist ausgeschlossen. Die Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird nach denselben Grundsätzen vorgenommen. Die Folgebewertung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer richtet sich nach denselben Grundsätzen. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird regelmäßig zum 31. Oktober (Vorjahr: 30. November) überprüft. VORRÄTEUnter den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren sowie geleistete Anzahlungen ausgewiesen. Der Ansatz erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die mithilfe der Einzelzuordnung bestimmten Vorräten zugeordnet werden. Zur Bemessung der Anschaffungs- und Herstellungskosten wird die Standardkostenmethode herangezogen, bei der die normale Höhe des Materialeinsatzes und der Löhne sowie die normale Leistungsfähigkeit und Kapazitätsauslastung berücksichtigt werden. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Entfallen die Gründe für Wertminderungen, werden entsprechende Zuschreibungen auf den neuen Nettoveräußerungswert vorgenommen. Wertobergrenze sind die historischen (bzw. fortgeschriebenen) Anschaffungs- oder Herstellungskosten. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENEine Forderung ist der unbedingte Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung (das heißt, die Fälligkeit tritt automatisch durch Zeitablauf ein). Die Rechnungslegungsmethoden für finanzielle Vermögenswerte werden im Abschnitt »Finanzinstrumente« erläutert. VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND VERMÖGENSWERTE AUS RÜCKGABERECHTENVertragsvermögenswerte. Ein Vertragsvermögenswert ist der Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf einen Kunden übertragen wurden. Kommt der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nach, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, wird ein Vertragsvermögenswert für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst. Vermögenswerte aus Rückgaberechten. Vermögenswerte aus Rückgaberechten umfassen das Recht des Konzerns, die voraussichtlich vom Kunden zurückgegebenen Produkte zurückzuholen. Der Vermögenswert wird mit dem ursprünglichen Buchwert der Vorräte nach Abzug aller für den Rückerhalt der Produkte erwarteten Kosten bewertet, einschließlich potenzieller Wertminderungen der zurückgeholten Produkte. Der Konzern korrigiert die Bewertung des erfassten Vermögenswerts unter Berücksichtigung der geänderten Erwartungen im Hinblick auf die Menge sowie der zusätzlichen Wertverluste der zurückgegebenen Produkte. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTELangfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden gesondert als »zur Veräußerung gehalten« eingestuft, wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Die entsprechenden Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet - mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen und Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, und alle nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sobald sie als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft sind. LATENTE STEUERNLatente Steuern werden entsprechend IAS 12 auf temporäre Differenzen zwischen den bilanziellen Wertansätzen in der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz gebildet. Daneben sind auch aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfasst, sofern sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in den Folgejahren Steuerminderlasten ergeben. Für die Berechnung der latenten Steuern werden jeweils die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gültigen bzw. mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwarteten Steuersätze verwendet. Zum Bilanzstichtag werden die aktivierten aktiven latenten Steuern auf ihre Werthaltigkeit überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen im relevanten Planungszeitraum zur Verfügung stehen wird. Bisher nicht angesetzte latente Steueransprüche werden am Bilanzstichtag neu überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Einkommen zur Realisierung des latenten Steueranspruchs erzielt wird. FINANZINSTRUMENTEFinanzinstrumente sind Verträge, die bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz angesetzt, wenn der RRPS-Konzern Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Beim erstmaligen Ansatz werden diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivate werden zum Handelstag, alle übrigen finanziellen Vermögenswerte zum Erfüllungstag eingebucht. Der Handelstag ist der Tag, an dem der RRPS-Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts eingegangen ist. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird. Die Folgebewertung ist abhängig von der Kategorisierung. IFRS 9 unterteilt Finanzinstrumente in folgende Kategorien:
Das Zahlungsstromkriterium beinhaltet die Beurteilung, ob die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Die Tilgung impliziert die noch ausstehenden Rückzahlungen, und die Zinsen stellen die Vergütung für den Zeitwert des Geldes, das Kredit- und Liquiditätsrisiko sowie weitere Kosten und Gewinnmargen dar, die während der Laufzeit im Zuge des »Haltens« des Finanzinstruments entstehen. Bei der Beurteilung werden die vertraglichen Bedingungen der einzelnen Instrumente eingehend analysiert. Dies beinhaltet ebenfalls die Analyse von möglichen Vereinbarungen, welche die Höhe oder den Zeitpunkt des Eintretens von vertraglichen Zahlungsströmen beeinflussen können und die Erfüllung des Kriteriums gefährden. Sofern das Zahlungsstromkriterium erfüllt ist, beurteilt der RRPS-Konzern im Zuge des Geschäftsmodellkriteriums, wie die finanziellen Vermögenswerte auf Portfolioebene gesteuert werden. Diese Entscheidung wird von Personen in Schlüsselpositionen getroffen. Dabei werden vor allem die Ziele für das Portfolio, die Richtlinien sowie praktische und konkrete Handlungsanweisungen berücksichtigt. Prinzipiell sind drei Arten von Geschäftsmodellen möglich: »Halten«, »Halten und Verkaufen« sowie »Sonstige«. Entscheidend für die Einordnung in diese Geschäftsmodelle sind insbesondere die Häufigkeit, das Volumen, die Gründe und die Zeitpunkte der Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten aus früheren Perioden sowie die Erwartungen bezüglich der Verkäufe in der Zukunft. Sollte das Geschäftsmodell der finanziellen Vermögenswerte im »Halten« bestehen, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei allen finanziellen Vermögenswerten, deren Hauptzweck in der Vereinnahmung und dem Verkauf liegt, erfolgt die Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert. Sollten die Voraussetzungen für die zuvor genannten Geschäftsmodelle nicht erfüllt sein, beispielsweise wenn eine Handelsabsicht vorliegt, werden die finanziellen Vermögenswerte der Bewertungskategorie »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert« zugeordnet. Sofern das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllt ist, erfolgt automatisch die Zuordnung zur erfolgswirksamen Bewertungskategorie. Darüber hinaus kann unter bestimmten Bedingungen freiwillig die Option gewählt werden, die finanziellen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Diese Option wird bei RRPS derzeit nicht ausgeübt. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten beinhalten derivative Finanzinstrumente. Diese werden im RRPS-Konzern zur Reduzierung der Währungsrisiken und des Risikos schwankender Rohstoffpreise eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, sofern ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. Hedge Accounting wird im RRPS-Konzern nicht angewendet. Darüber hinaus beinhaltet die Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte Beteiligungen sowie Optionen zum Kauf von Unternehmensanteilen. Von der Option, Beteiligungen erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu erfassen, wurde im RRPS-Konzern abgesehen. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die das Geschäftsmodell »Halten« gilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte. Nach dem erstmaligen Ansatz werden diese finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert. Gewinne und Verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die finanziellen Vermögenswerte verkauft, abgeschrieben oder wertgemindert sind. Wechselkurseffekte sowie Zinseffekte aus der Anwendung der Effektivzinsmethode werden ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Bei der Effektivzinsmethode werden die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer finanziellen Verbindlichkeit berechnet und die Zinserträge bzw. Zinsaufwendungen über die betreffende Periode zugeordnet. Der Effektivzinssatz ist jener Zinssatz, der exakt die geschätzten künftigen Zahlungseingänge bzw. -ausgänge während der voraussichtlichen Lebensdauer eines Finanzinstruments oder gegebenenfalls innerhalb kürzerer Zeit auf den Nettobuchwert aus der erstmaligen Erfassung abzinst. Die Zinserträge bzw. -aufwendungen werden auf der Basis des effektiven Zinssatzes erfasst. Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte stellen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar, für die das Geschäftsmodell »Halten und Verkaufen« gilt. Diese Forderungen werden im Rahmen von Factoring-Programmen zur Optimierung des Betriebsvermögens veräußert. Entsprechend der Regelungen des IFRS 9 werden sie somit bis zum Zeitpunkt des Verkaufs oder der Zahlung durch die Forderungsschuldner erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Zinserträge, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Wertminderungen bzw. -aufholungen werden dagegen erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Ausbuchung werden die kumulierten Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den Vermögenswerten auslaufen oder wenn die finanziellen Vermögenswerte übertragen wurden und der RRPS-Konzern im Wesentlichen die Chancen und Risiken, welche in Verbindung mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts stehen, abgetreten hat. Finanzielle Vermögenswerte werden ebenfalls ausgebucht, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen an den finanziellen Vermögenswerten weder übertragen noch zurückbehalten wurden, aber die Kontrolle über die finanziellen Vermögenswerte übertragen wird. Bei der Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts ist die Differenz zwischen dem Buchwert und den erhaltenen Gegenleistungen einschließlich aller kumulierten Gewinne und Verluste, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden, im Gesamtergebnis zu erfassen. Sofern der RRPS-Konzern so gut wie alle relevanten Chancen und Risiken weder behält noch überträgt und die Kontrolle über den übertragenen Vermögenswert behält, wird der übertragene Vermögenswert nach Maßgabe seines anhaltenden Engagements weiter erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten einschließlich Finanzschulden. Sie sind anzusetzen, wenn der Konzern Vertragspartei der Regelungen eines Finanzinstruments wird. Verbindlichkeiten, die aus einer Verpflichtung zum Kauf von Gütern oder Dienstleistungen eingegangen werden, sind am Erfüllungstag der zugrunde liegenden Lieferungen bzw. Leistungen anzusetzen. Im Falle von Finanzverbindlichkeiten ist die entsprechende Verbindlichkeit zum Erfüllungstag anzusetzen, also am Tag der Wertstellung. Derivate werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn sie erfüllt, das heißt wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen getilgt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Im Falle einer finanziellen Verbindlichkeit, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, erfolgt die Bewertung nach Abzug von Transaktionskosten von der erhaltenen Gegenleistung. In den Folgeperioden werden finanzielle Verbindlichkeiten grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Ausgenommen hiervon sind derivative Verbindlichkeiten sowie finanzielle Verbindlichkeiten, für die eine Handelsabsicht besteht oder die Option zur erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ausgeübt wird; diese werden analog zu den derivativen Vermögenswerten bei erstmaliger Erfassung und an jedem nachfolgenden Bilanzstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gegenwärtig werden im RRPS-Konzern ausschließlich derivative Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden miteinander verrechnet und der Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn der Konzern gegenwärtig ein einklagbares Recht zur Aufrechnung der Beträge hat und beabsichtigt, diese entweder auf Nettobasis zu begleichen oder gleichzeitig den Vermögenswert zu realisieren und die Verbindlichkeit zu begleichen. WERTMINDERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTENDer Konzern erfasst für alle finanziellen Vermögenswerte, die Fremdkapitalinstrumente darstellen und die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, Wertberichtigungen in Höhe des erwarteten Kreditverlusts, sofern dieser nicht als unwesentlich erachtet wird. Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vom Bruttobuchwert der Vermögenswerte abgezogen. Bei finanziellen Vermögenswerten der erfolgsneutralen Bewertungskategorie wird die Wertberichtigung erfolgswirksam erfasst und aus dem sonstigen Ergebnis ausgebucht. Bei der Ermittlung der Wertberichtigung ist grundsätzlich zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate und der für die Gesamtlaufzeit zu differenzieren. Beim erstmaligen Ansatz wird zunächst die Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate bei der Ermittlung des erwarteten Verlusts berücksichtigt. Sollte sich ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos abzeichnen, wird die Ausfallwahrscheinlichkeit auf die Gesamtlaufzeit ausgeweitet. Von diesem allgemeinen Ansatz ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Leasingverhältnissen sowie Vertragsvermögenswerte ohne signifikante Finanzierungskomponente, für die verpflichtend der vereinfachte Ansatz gilt. Gemäß dem vereinfachten Ansatz bezieht sich die Ausfallwahrscheinlichkeit dieser finanziellen Vermögenswerte pauschal auf die gesamte Laufzeit. Der Konzern geht davon aus, dass ein Schuldtitel ein geringes Kreditrisiko aufweist, wenn sein Kreditrisiko-Rating der global verstandenen Definition des Begriffs »Investment Grade« entspricht. Ein Absinken des Ratings unterhalb »Investment Grade« wird dementsprechend als signifikanter Anstieg des Kreditrisikos angesehen. Darüber hinaus nimmt der Konzern an, dass das Kreditrisiko für einen finanziellen Vermögenswert bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen signifikant gestiegen ist. Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, kreditausfallgefährdet sind. Der Konzern geht in folgenden Fällen grundsätzlich davon aus, dass ein finanzieller Vermögenswert ausfallgefährdet ist:
Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Objektive Hinweise auf eine eventuelle Uneinbringlichkeit sind beispielsweise die Verjährung einer Forderung und die Einstellung eines Insolvenzverfahrens mangels Masse. Bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt der Konzern angemessene Informationen, die relevant und mit vertretbarem Aufwand verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf historischen Erfahrungen und Bonitätsbeurteilungen des Konzerns beruhen, sowie zukunftsgerichtete Informationen. Erwartete Kreditverluste ergeben sich durch eine wahrscheinlichkeitsgewichtete Schätzung von Kreditverlusten. Kreditverluste werden als Barwert aller Zahlungsausfälle und verspäteter Zahlungen ermittelt (das heißt, als Differenz zwischen den dem Unternehmen gemäß Vertrag zustehenden Zahlungsströmen und den erwarteten Zahlungsströmen). Die Ermittlung eines Wertminderungsaufwands erfolgt jeweils unter Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten bzw. sonstigen Kreditverbesserungen. Im Sinne einer transparenteren Unternehmensberichterstattung fasst der RRPS-Konzern Finanzinstrumente gemäß IFRS 7.6 entsprechend ihrer jeweils zugrunde liegenden Charakteristika in verschiedene Klassen zusammen. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Klassen finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
Hinsichtlich der Zuordnung der einzelnen Klassen zu den entsprechenden Bewertungskategorien nach IFRS 9 verweisen wir auf die Ausführungen unter Abschnitt 35 | »Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten«. ZAHLUNGSMITTELZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Geld unterwegs und Sichteinlagen sowie Geldeinlagen bei Rolls-Royce plc, die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen und eine ursprüngliche Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen. LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMERLeistungen an Arbeitnehmer umfassen neben kurzfristig fällig werdenden Leistungen außerdem Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, andere langfristig fällige Leistungen und Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Der RRPS-Konzern gewährt gegenwärtig fast allen Mitarbeitern in Deutschland und teilweise auch Beschäftigten im Ausland Pensionszusagen. Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden in Abhängigkeit von ihrem wirtschaftlichen Gehalt, der sich aus den grundlegenden Leistungsbedingungen und Leistungsvoraussetzungen des Plans ergibt, entweder als Leistungszusagen (Defined Benefit, DB) oder als Beitragszusagen (Defined Contribution, DC) klassifiziert. Altersversorgungspläne, die nicht eindeutig als DC klassifiziert werden können, sind als DB-Zusagen anzusehen. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für eine Leistungszusage entspricht dem Saldo aus dem Barwert der Verpflichtung (Defined Benefit Obligation, DBO) am Bilanzstichtag und dem Zeitwert eines eventuell vorhandenen Planvermögens. Die Berechnung der DBO beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren. Zur Ermittlung der DBO wird der Rechnungszins zum jeweiligen Bilanzstichtag anhand aktueller Kapitalmarktdaten und mit Blick auf die Fristigkeit der bestehenden Verpflichtungen bestimmt. Außerdem werden langfristige Trendannahmen für die zu erwartenden Gehalts-, Inflations- und Rentensteigerungen nach dem Prinzip der bestmöglichen Schätzung festgelegt und bei der Bewertung berücksichtigt. Die Verpflichtungen werden jährlich durch unabhängige qualifizierte Versicherungsmathematiker bewertet. Abfindungen werden gezahlt, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird oder gegen eine Abfindung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet, und werden erfasst, wenn der RRPS-Konzern eine nicht rückgängig zu machende Verpflichtung eingegangen ist. Leistungen, die mehr als zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden, werden auf ihren Barwert abgezinst. ERFOLGSORIENTIERTE VERGÜTUNGSFORMENIm Falle einer erfolgsorientierten Vergütungstransaktion, die in bar abgegolten wird, werden die erworbenen Güter oder Dienstleistungen und wird die entstandene Schuld mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld angesetzt. Bis zur Begleichung der Schuld wird deren beizulegender Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag neu bestimmt, und alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENSonstige Rückstellungen werden für Verpflichtungen gebildet, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, welche wahrscheinlich zu einer wirtschaftlichen Belastung führen werden und deren Höhe sich verlässlich schätzen lässt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag bewertet. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellung werden im übrigen Finanzergebnis erfasst. VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN UND RÜCKERSTATTUNGSVERBINDLICHKEITENVertragsverbindlichkeiten. Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Rückerstattungsverbindlichkeiten. Eine Rückerstattungsverbindlichkeit ist die Verpflichtung, die vom Kunden erhaltene (oder noch zu erhaltende) Gegenleistung ganz oder teilweise zu erstatten. Sie wird in Höhe des Betrags angesetzt, den der Konzern dem Kunden voraussichtlich erstatten muss. Der Konzern korrigiert seine Schätzungen der Rückerstattungsverbindlichkeiten (und der entsprechenden Änderungen des Transaktionspreises) am Ende jedes Berichtszeitraums. In diesem Zusammenhang wird auf die vorstehend erläuterten Rechnungslegungsmethoden für variable Gegenleistungen verwiesen. IFRS 16 »LEASINGVERHÄLTNISSE«Der RRPS-Konzern unterhält als Leasingnehmer hauptsächlich Verträge für Teile seiner Grundstücke und Gebäude, seiner Betriebs- und Geschäftsausstattung und für technische Anlagen. Die Grundstücke und Gebäude umfassen Fabrikanlagen, Fertigungsstätten sowie Bürogebäude. Die Leasingverträge über die Betriebs- und Geschäftsausstattung beinhalten im Wesentlichen Firmenfahrzeuge und IT-Ausstattungen. Die technischen Anlagen spielen im RRPS-Konzern derzeit eine eher untergeordnete Rolle und enthalten hauptsächlich Brennstoffzellen für die emissionsfreie Energieversorgung sowie Maschinen für die Produktion. Leasingverträge können Leasingbestandteile nach IFRS 16 und Nichtleasing-Bestandteile wie Dienstleistungen beinhalten. Für den RRPS-Konzern entscheiden die Stand-Alone-Preise der einzelnen Komponenten darüber, ob diese als Leasingzahlung nach IFRS 16 berücksichtigt werden. Die Laufzeiten der Leasingverträge werden individuell für die Nutzung der verschiedenen Leasinggegenstände abgeschlossen. Die Verträge fordern dabei keine zusätzlichen Nebenabreden des Leasingnehmers während der Laufzeit, nur der Leasinggegenstand selbst ist als Sicherheit für den Leasinggeber hinterlegt. Sowohl das Nutzungsrecht als auch die Leasingverbindlichkeit werden bei der erstmaligen Bewertung mit dem Barwert der Leasingzahlungen angesetzt. Dessen Zahlungsstrom enthält folgende Bestandteile:
Des Weiteren werden Leasingzahlungen für Verlängerungsoptionen in der Berechnung des Barwerts herangezogen, wenn deren Ausübung als hinreichend sicher angenommen wird. Die Einschätzung über die Ausübungswahrscheinlichkeit obliegt dabei der Unternehmensführung bzw. dem Management und wird auf regelmäßiger Basis überprüft. Verlängerungs- bzw. Kündigungsoptionen werden im RRPS-Konzern hauptsächlich für Leasingverhältnisse über Grundstücke und Gebäude abgeschlossen. Bei der Diskontierung der Leasingzahlungen wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Wir schätzen einen unbesicherten Grenzfremdkapitalzinssatz unter Verwendung beobachtbarer Marktdaten (Referenzzinssatz plus aus einer Credit-Default-Swap-Kurve implizierter Bonitätsaufschlag von Rolls-Royce plc). Soweit wesentlich und angemessen, verwenden wir Branchenschätzungen zur Anpassung des unbesicherten Zinssatzes, um den Wert jeglicher Sicherheiten in einem Leasingverhältnis zu berücksichtigen. Der anzuwendende Zinssatz richtet sich nach der Währung und der gewichteten durchschnittlichen Laufzeit des Leasingvertrags. Die Erstbewertung des Nutzungsrechts erfolgt in der Regel in Höhe des Barwerts der Leasingverbindlichkeit bei erstmaliger Erfassung. Eine Aktivierung von anfänglich direkt zurechenbaren Kosten erfolgt nicht. Das Nutzungsrecht wird über die Laufzeit des Leasingvertrags linear abgeschrieben, welche die Zeiträume aus Verlängerungs- und Kündigungsoptionen berücksichtigt, deren Ausübung als hinreichend sicher eingestuft wurde. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Leasingzahlung wird dabei in Zins und Tilgung aufgeteilt. Für Leasingverträge, die nach IFRS 16 als kurzfristig definiert sind oder deren zugrunde liegenden Vermögenswerte als geringwertig gelten, sowie für variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder eine Rate gekoppelt sind, nimmt der RRPS-Konzern das Wahlrecht in Anspruch, sie bilanzunwirksam abzubilden und ihre Leasingzahlungen linear über die Laufzeit als Aufwand zu erfassen. FINANZRISIKOMANAGEMENTDer RRPS-Konzern agiert weltweit und ist im Zuge seiner operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzierungsbereich Währungs- und Zinsrisiken sowie in gewissem Maße auch Rohstoffpreisrisiken ausgesetzt. Durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente werden diese Risiken begrenzt bzw. eliminiert. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen werden im RRPS-Konzern grundsätzlich durch das Group Treasury des RRPS-Konzerns durchgeführt. Für weitere Aufführungen verweisen wir auf den Abschnitt »Finanzrisiken« im Konzernlagebericht. Fremdwährungsrisiko. Die Währungsrisiken, denen der RRPS-Konzern ausgesetzt ist, resultieren insbesondere aus Geschäftsabschlüssen mit internationalen Vertragspartnern, die zu Zahlungsströmen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des jeweiligen Tochterunternehmens führen. Der RRPS-Konzern reduziert dieses Risiko, indem er Geschäftstransaktionen (Verkäufe und Zukäufe von Gütern und Dienstleistungen sowie Investitions- und Finanzierungsaktivitäten) vorzugsweise in der jeweiligen funktionalen Währung abrechnet. Außerdem wird ein Teil des Fremdwährungsrisikos aus der Umsatzlegung durch die Beschaffung von Gütern, Rohstoffen und Dienstleistungen in der entsprechenden Fremdwährung ausgeglichen. Das verbleibende Fremdwährungsrisiko im RRPS-Konzern wird zentral für alle Konzernunternehmen durch das Group Treasury der RRPS AG aktiv gesteuert. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist durch eine konzernweit verbindliche interne Richtlinie geregelt, die auch den konzeptionellen Rahmen zur Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Nettowährungspositionen für alle Konzernunternehmen vorgibt. Sofern dem keine devisenrechtlichen Bestimmungen entgegenstehen, werden Sicherungsgeschäfte über das Group Treasury des RRPS-Konzerns abgewickelt, welches derivative Finanzinstrumente mit externen Finanzinstituten sowie der Rolls-Royce plc abschließt. Fremdwährungsrisiken bestehen vor allem dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten und geplante Transaktionen in einer anderen als der lokalen Währung bestehen. Im RRPS-Konzern trifft dies insbesondere auf den US-Dollar zu, aber auch auf den Singapur-Dollar und diverse weitere Währungen. Der RRPS-Konzern verfügt in den bedeutendsten Währungen sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Kostenseite über erhebliche Währungspositionen. Diese gegenläufigen Währungspositionen werden für die nächsten zwölf Monate ermittelt und fließen saldiert unter Berücksichtigung der Devisenbestände in die transaktionsbezogene Nettofremdwährungsposition ein. Für die Fremdwährungspositionen US-Dollar zu Euro und Singapur-Dollar zu Euro wird ein erweiterter Zeitraum von drei Jahren betrachtet. Diese Nettofremdwährungsposition wird durch den Einsatz von Devisensicherungen pro Währungspaar individuell aktiv gesteuert. Dabei fließen pro jeweiliger Fremdwährungsposition auch Faktoren wie Risikogewicht, Planungsverlässlichkeit, Wettbewerbsaspekte sowie gegebenenfalls auch translatorische Risiken in das Währungsmanagement ein. Zum Bilanzstichtag betrug die transaktionsbezogene Nettofremdwährungsposition über alle betrachteten Fremdwährungspositionen für einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten vor Sicherungen 539,3 Mio. Euro (Vorjahr: 479,8 Mio. Euro) und nach Sicherungen 314,9 Mio. Euro (Vorjahr: 299,4 Mio. Euro). Der Betrag der in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfassten Kursverluste aus der Bewertung und Realisierung von Währungsforderungen und -verbindlichkeiten und der Bewertung der Devisenbestände zum Jahresende belief sich im Jahr 2023 auf 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: -18,7 Mio. Euro). Zinsrisiko. Veränderungen der Marktzinsen wirken sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Geldanlagen und Verbindlichkeiten aus. Wesentliche Zinssatzsteigerungen können daher die Rentabilität, Liquidität und Finanzlage des RRPS-Konzerns beeinträchtigen. Die Zinsrisikopositionen des RRPS-Konzerns werden für alle Konzernunternehmen zentral gesteuert. Ziel des Zinsrisikomanagements des RRPS-Konzerns ist es, das Risiko von finanziellen Verlusten aufgrund nachteiliger Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus zu begrenzen. Hierbei können unterschiedliche Sicherungsinstrumente wie Zinsswaps zum Einsatz kommen. Gegenwärtig liegt kein Risiko aus variablen Zinssatzänderungen vor, daher erfolgt keine quantitative Angabe für das Gesamtexposure des Zinsrisikos. Rohstoffpreisrisiko. Im Zusammenhang mit dem Bezug von Teilelieferungen und Rohstoffen sowie im Bereich der Energiekosten ist der RRPS-Konzern Marktpreisrisiken ausgesetzt, die aus den Preisschwankungen an den Energie- und Rohstoffmärkten resultieren. Wesentliche Preissteigerungen können daher die Rentabilität, Liquidität und Finanzlage des Konzerns zusätzlich beeinträchtigen. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken durch die Vereinbarung von Preisfixierungen im Rahmen langfristiger Lieferverträge und durch den Einsatz von Rohstoffsicherungen. Rohstoffpreisrisiken bestehen vor allem dort, wo Preise für Vormaterialien an die Preisentwicklungen der Rohstoffmärkte gekoppelt sind. Hierbei sind neben den Energiekostenveränderungen insbesondere die Preisentwicklungen von Industriemetallen, Diesel und Stahl von Bedeutung. Zur Begrenzung der wesentlichen Risiken erfolgt ein aktives Hedging für Diesel und Kupfer. Die Sicherungsstrategie sieht hierbei Absicherungsquoten von bis zu 80 % der ermittelten Preisrisiken für einen revolvierenden Zeitraum von zwölf Monaten bzw. von bis zu 60 % für die anschließenden zwölf Monate durch Einsatz von Commodityswaps vor. Die Bewertung der Commodityswaps zum Bilanzstichtag führte zu einem Ergebniseffekt von - 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Ausfallrisiko. Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko finanzieller Verluste aus der Unfähigkeit des Vertragspartners, Schulden vertragsgemäß zu tilgen oder zu bedienen. Im RRPS-Konzern besteht aufgrund der Kundenstruktur keine signifikante Konzentration von Ausfallrisiken hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das maximale Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher in der Höhe des Buchwerts gegenüber den jeweiligen Kontrahenten. Eine Darstellung der Buchwerte und des daraus resultierenden maximalen Ausfallrisikos ist in Abschnitt 35 | »Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten« des Konzernanhangs ersichtlich. Des Weiteren verfolgt der RRPS-Konzern eine Geschäftspolitik, die dieses Risiko im Hinblick auf einzelne Kontrahenten auf einen bestimmten Betrag beschränkt. Dem Forderungsausfallrisiko wird durch aktives Forderungsmanagement sowie durch die hierfür gebildeten Wertberichtigungen auf Forderungen Rechnung getragen. Liquiditätsrisiko. Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass der RRPS-Konzern nicht genügend Finanzmittel besitzt, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Diesem Risiko wird durch ein systematisches Liquiditätsmanagement vorgebeugt. Eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau sowie im Rolls-Royce-Konzern vorhandene, nicht ausgenutzte Kreditlinien stellen die Liquiditätsversorgung bei planmäßiger Entwicklung sicher. Am Bilanzstichtag standen dem RRPS-Konzern fest zugesagte Kreditlinien über insgesamt 11,1 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 310,9 Mio. Euro), die vollständig in Anspruch genommen wurden (Vorjahr: 10,9 Mio. Euro). Die nicht ausgenutzte konzerninterne Kreditlinie bei der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro wurde aufgrund der hohen Liquidität nicht weiter verlängert.
Es wurden alle Instrumente einbezogen, die am 31. Dezember 2023 bzw. am 31. Dezember 2022 im Bestand und für die Zahlungen vertraglich bereits vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten wurden nicht berücksichtigt. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs (per 31. Dezember) umgerechnet. SENSITIVITÄTSANALYSENDurch Sensitivitätsanalysen wird für jede Art von Marktpreisrisiko ermittelt, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen der jeweiligen Risikovariablen auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital, jeweils vor Steuern, zum Bilanzstichtag hätten. Währungssensitivität. Für Zwecke der Sensitivitätsanalyse werden Währungsrisiken aus monetären Finanzinstrumenten in die Analyse einbezogen, die nicht in den funktionalen Währungen der einzelnen Unter nehmen des RRPS-Konzerns abgeschlossen worden sind. Effekte aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse ausländischer Tochterunternehmen in die Konzernberichtswährung (Euro) sind nach IFRS 7 nicht in die Sensitivitätsanalyse einzubeziehen. Bei einer Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % zum 31. Dezember 2023 im Bereich der originären Finanzinstrumente (bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern rechnerisch um 41,5 Mio. Euro (Vorjahr: 26,9 Mio. Euro) erhöhen bzw. vermindern. Würde der Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen im Bereich der originären Finanzinstrumente um 10 % auf- oder abgewertet, ergäbe sich rechnerisch eine Erhöhung bzw. Verminderung des Konzernergebnisses vor Steuern um 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 6,7 Mio. Euro). Diese Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Variablen wie Zinssätze, Preise und Kosten in der jeweiligen Fremdwährung unverändert bleiben. Die nachfolgenden Ausführungen zu den Effekten im Bereich der derivativen Finanzinstrumente beziehen sich somit auf die Absicherungen im operativen Bereich. Die derivativen Finanzinstrumente beinhalten auch Währungssicherungsgeschäfte auf noch nicht bilanzierte und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende künftige Transaktionen. Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % zum 31. Dezember 2023 im Bereich der derivativen Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 11,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3,7 Mio. Euro) verringern. Würde der Euro gegenüber dem US-Dollar im Bereich der derivativen Finanzinstrumente um 10 % abgewertet, ergäbe sich eine Verbesserung des Konzernergebnisses vor Steuern um 11,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro). Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen um 10 % zum 31. Dezember 2023 im Bereich der derivativen Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 5,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro) verringern. Würde der Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen im Bereich der derivativen Finanzinstrumente um 10 % abgewertet, ergäbe sich eine Erhöhung des Konzernergebnisses vor Steuern um 5,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro). Zinssensitivität. Gemäß den Anforderungen des IFRS 7 wurden die Auswirkungen von Veränderungen der wichtigsten Zinssätze auf das Konzernergebnis vor Steuern analysiert. Die Auswirkung von Zinssatzänderungen auf künftige Cashflows war von dieser Analyse ausgenommen. Variabel verzinste Verbindlichkeiten bestanden zum Bilanzstichtag nicht (vgl. hierzu auch die Ausführungen unter Abschnitt 31 | »Finanzielle Verbindlichkeiten«). Die Veränderungen des Marktzinssatzes wirkten sich daher nur auf die kurzfristigen Geldanlagen aus. Die Zinssensitivitätsanalyse nimmt eine Verschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte (einen Prozentpunkt) nach oben und nach unten bei sonst gleichen Rahmenbedingungen an. Die Abweichungen zu den tatsächlich angesetzten Zinsen bzw. beizulegenden Zeitwerten und die potenziellen Effekte auf das Konzernergebnis zum Bilanzstichtag vor Steuern sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 basierte die Darstellung auf einer Bestimmung der Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern, wobei die Auswirkungen auf das Zinsergebnis im Falle der Neuberechnung anhand der hypothetischen Marktzinsen bei variabel verzinslichen Geldanlagen einbezogen wurden. Der erhöhte Effekt resultiert im Wesentlichen aus der im Vorjahresvergleich deutlich höheren erwarteten durchschnittlichen Liquiditätsposition.
Rohstoffsensitivität. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse für den Rohstoffbereich wurden die Auswirkungen von Veränderungen der Rohstoffpreise auf die zum Stichtag im Bestand befindlichen Rohstoffderivate untersucht. Hierbei wurden die Auswirkungen von Marktpreisveränderungen bei den zugrunde liegenden Rohstoffen auf das Konzernergebnis vor Steuern analysiert. Die Auswirkung von Rohstoffpreisänderungen auf künftige Cashflows ist von dieser Analyse ausgenommen. Die den Derivaten zugrunde liegenden Grundgeschäfte wurden in der Sensitivitätsanalyse nicht berücksichtigt. Bei den zum Geschäftsjahresende bestehenden derivativen Rohstoffsicherungen (vgl. hierzu Abschnitt 34 | »Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts«) wurden die beizulegenden Zeitwerte anhand der hypothetischen Marktpreise neu berechnet und die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern in die Sensitivitätsanalyse einbezogen. Die Rohstoffsensitivitätsanalyse nimmt eine Verschiebung der Marktpreise um 10 % nach oben und nach unten bei sonst gleichen Rahmenbedingungen an. Bei einem Anstieg der Rohstoffpreise um 10 % zum 31. Dezember 2023 würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 2,0 Mio. Euro erhöhen (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Bei einem um 10 % niedrigeren Rohstoffpreisniveau ergäbe sich eine Verringerung des Konzernergebnisses vor Steuern um 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). KAPITALMANAGEMENTZielsetzung des Kapitalmanagements ist es, ein solides Finanzprofil zu gewährleisten. Insbesondere sollen die jederzeitige Erfüllung operativer Zahlungsverpflichtungen, der Kapitaldienst für Fremdkapitalgeber und die Dividendenausschüttung an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, sichergestellt werden. Darüber hinaus will sich der RRPS-Konzern ausreichende finanzielle Spielräume zur Fortsetzung seines Wachstumskurses erhalten. Der RRPS-Konzern wird hinsichtlich seiner Bonität derzeit von keiner offiziellen externen Ratingagentur eingestuft. Das konzernweite Finanzrisikoprofil wird zentral durch das Group Treasury des RRPS-Konzerns aktiv gesteuert und überwacht. Aufgrund der stabilen Eigenkapitalquote sowie des auf sehr geringem Niveau stabilen, aktuell positiven Nettofinanzierungssaldos kann für den RRPS-Konzern stand-alone (das heißt bei Nichtberücksichtigung der Einbindung in den Rolls-Royce-Konzern) von einer dem Investment Grade entsprechenden Bonität ausgegangen werden. Der Nettofinanzierungssaldo (zinstragende Finanzverbindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel) stieg auf 1.044,5 Mio. Euro (Vorjahr: 835,9 Mio. Euro). Grund hierfür ist die Erhöhung der in den Zahlungsmitteln ausgewiesenen kurzfristigen Geldanlage bei Rolls-Royce plc.
Mit einer Eigenkapitalquote von 42,7 % zum 31. Dezember 2023 weist der RRPS-Konzern eine solide und angemessene Finanzstruktur auf. Im Rahmen der Kapitalmanagementstrategie des RRPS-Konzerns wird stets gewährleistet, dass sowohl der Konzern als auch die Konzernunternehmen über eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung verfügen. Neben einer adäquaten Finanzierung wird den Tochterunternehmen ein erforderlicher Liquiditätsspielraum zur Verfügung gestellt. Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung3 | UmsatzerlöseDie nachfolgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Erlöse, die der Konzern aus Verträgen mit Kunden erzielte:
VERTRAGSSALDEN
Die Vertragsverbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen aus für Motorenverkäufe erhaltene Anzahlungen sowie Vorauszahlungen für die Erfüllung von langfristigen Wartungsverträgen zusammen. Ebenso enthalten sind kurzfristige Vorauszahlungen im Zuge des Mehrkomponentengeschäfts i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistung und der Betrag des Transaktionspreises, der laufenden Garantien und Gewährleistungen zugeordnet wurde (Anhangangabe 33 | »Vertragsverbindlichkeiten«). Zu Beginn des Berichtsjahres waren in den Vertragsverbindlichkeiten ausstehende Leistungsverpflichtungen in Höhe von 486,9 Mio. Euro (Vorjahr: 356,5 Mio. Euro) enthalten, die im Laufe des Jahres 2023 zu Umsatzerlösen geführt haben. LEISTUNGSVERPFLICHTUNGENDie Leistungsverpflichtungen des Konzerns sind nachfolgend zusammenfassend beschrieben: FERTIGFABRIKATEMotoren. Die Leistungsverpflichtung wird mit Lieferung der Motoren erfüllt. Die Zahlungsfrist endet in der Regel 30 bis 90 Tage nach der Lieferung. Bei langfristigen Liefergeschäften sind gewöhnlich Vorauszahlungen bei Abschluss des Vertrags zu leisten. Mehrkomponentengeschäft i. S. v. Lieferungen mit anschliessender Serviceleistung. Die Leistungsverpflichtung wird über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Zahlung ist in der Regel bei Abschluss der Serviceleistung und ihrer Abnahme durch den Kunden fällig. Bei manchen Verträgen sind vor Erbringung der Serviceleistungen kurzfristige Vorauszahlungen zu leisten. AFTER SALESErsatzteilgeschäft. Die Leistungsverpflichtung wird mit Lieferung der Ersatzteile erfüllt, und die Zahlungsfrist endet in der Regel 30 bis 90 Tage nach der Lieferung. Der Verkauf von Ersatzteilen räumt den Kunden teilweise Rückgaberechte ein, die zu einer variablen Gegenleistung führen, welche einer Begrenzung unterliegt -siehe hierzu Abschnitt »Ertrags- und Aufwandsrealisierung« unter Punkt 2 | »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden«. Langfristige Wartungsverträge. Die Leistungsverpflichtung wird über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Zahlung ist in der Regel nach einer definierten Anzahl von gelaufenen Betriebsstunden fällig. Der den (nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten) verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordnete Transaktionspreis gliederte sich zum 31. Dezember wie folgt:
Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen, bei denen der Konzern damit rechnet, dass der ihnen zugeordnete Transaktionspreis in den kommenden Jahren als Erlös erfasst wird, beziehen sich hauptsächlich auf den Verkauf von Fertigfabrikaten. IFRS 15 sieht vor, dass von der Einbezugnahme von Leistungsverpflichtungen abgesehen werden kann, wenn die Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrags mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist oder die Erlöse aus einer Leistungsverpflichtung in Höhe des Betrags erfasst werden, den das Unternehmen in Rechnung stellen darf. Wir nehmen diese Erleichterungsvorschrift nicht in Anspruch. 4 | UmsatzkostenDie Umsatzkosten umfassen die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die für die verkauften Produkte, Waren und Dienstleistungen anfallen. Die Umsatzkosten sind im Geschäftsjahr 2023 auf 3.391,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2.855,2 Mio. Euro) gestiegen. Die Zunahme der Kosten ist hauptsächlich auf erhöhte Materialaufwendungen in Zusammenhang mit dem gestiegenen Absatzvolumen zurückzuführen. 5 | Sonstige betriebliche Erträge
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Berichtsjahr eine Vielzahl von Erträgen. Der Rückgang im Berichtsjahr ist im Wesentlich dem im Vorjahr enthaltenen Ertrag aus der Auflösung einer Rückstellung für nachlaufende Aufwendungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der L'Orange GmbH, Stuttgart, in Höhe von 4,7, Mio. Euro, geschuldet. Darüber hinaus sind die Erträge aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Mio. Euro gesunken. 6 | VertriebskostenZu den Vertriebskosten gehören alle Vertriebseinzel- und Vertriebsgemeinkosten. Darunter fallen grundsätzlich alle Personal-, Material- und Abschreibungsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen des Vertriebsbereichs. Die Vertriebskosten sind im Geschäftsjahr 2023 um 26,7 Mio. Euro auf 313,4 Mio. Euro (Vorjahr: 286,6 Mio. Euro) gestiegen. 7 | Allgemeine VerwaltungskostenDie allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der zentralen Verwaltungsbereiche (im Wesentlichen handelt es sich dabei um Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, die Steuer- und Rechtsabteilung, Unternehmenskommunikation, Personal und Strategie), die nicht mit der Produktion, dem Vertrieb oder der Forschung und Entwicklung in Verbindung stehen. Die allgemeinen Verwaltungskosten sind im Geschäftsjahr 2023 um 2,6 Mio. Euro auf 227,7 Mio. Euro (Vorjahr: 230,2 Mio. Euro) gesunken. Die im Berichtsjahr veranschlagten Honorare und Auslagen für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, sowie für dessen verbundene Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 HGB betragen 1,1 Mio. Euro und setzen sich aus Abschlussprüfungsleistungen für den Konzernabschluss sowie für die gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüsse der RRPS AG und ihrer inländischen Tochterunternehmen zusammen. Ferner enthält dieser Betrag Leistungen der Prüfung der für die Konsolidierungszwecke erstellten IFRS-Berichtspakete der Einheiten. 8 | Forschungs- und EntwicklungskostenDie Forschungs- und Entwicklungskosten sind auf 213,3 Mio. Euro gesunken (Vorjahr: 235,0 Mio. Euro). Neben dem Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten sind auch die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 11,3 Mio. Euro (Vorjahr: 29,5 Mio. Euro) enthalten. Der hohe Vorjahreswert resultierte im Wesentlichen aus einer Abwertung des für den Power Gen-Markt entwickelten 12V+ 1600-Motors, dessen Rentabilität infolge zu hoher Produktionskosten nicht sichergestellt war. 9 | Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen eine Vielzahl von Aufwendungen, die im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind. Hauptursache für den erhöhten Ausweis im Vorjahr sind nachlaufende Kosten im Rahmen des Verkaufs des Teilkonzern Bergens Engines AS, Bergen/Norwegen, in Höhe von 7,3 Mio. Euro. 10 | Übriges Finanzergebnis
Das übrige Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 16,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,6 Mio. Euro) und verminderte sich somit leicht um 0,7 Mio. Euro. Im Wesentlichen zeigten sich zwei gegenläufige Ergebniseffekte: ein positiver Ergebniseffekt aus der Währungsumrechnung in Höhe von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: -13,7 Mio. Euro) sowie ein negativer Ergebniseffekt aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von - 6,4 Mio. Euro (Vorjahr: 13,1 Mio. Euro). Für die zum Bilanzstichtag vorhandenen Optionen zum Kauf von Anteilen an einem Gemeinschaftsunternehmen wurde im Rahmen der Bewertung im Vorjahr ein Ertrag von 0,7 Mio. Euro erfasst. 11 | Zinsergebnis
Das Zinsergebnis in Höhe von - 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: -13,3 Mio. Euro) verbesserte sich um 11,5 Mio. Euro gegenüber dem Geschäftsjahr 2022. Dies ist hauptsächlich auf höhere Zinserträge aus der Geldanlage bei Rolls-Royce plc zurückzuführen. Für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden im Berichtszeitraum Gesamtzinserträge in Höhe von 25,1 Mio. Euro (Vorjahr: 5,1 Mio. Euro) bzw. wurde ein Gesamtzinsaufwand von 4,4 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro) gebucht. Aus Forderungen FVOCI resultierten im Geschäftsjahr weder Zinserträge noch Zinsaufwendungen. 12 | Personalaufwand
Der RRPS-Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 10.268 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.879). Die durchschnittliche Anzahl der indirekten Mitarbeiter betrug 5.968 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.844), die der direkten Mitarbeiter 3.891 (Vorjahr 3.634). Die Anzahl der durchschnittlichen Mitarbeiter der anteilsmäßig einbezogenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 belief sich auf 327 (Vorjahr: 420). 13 | Materialaufwand
Der Materialaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr um 345,1 Mio. Euro auf 2.483,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2140,6 Mio. Euro). Die Entwicklung ist hauptsächlich auf das gestiegene Umsatzvolumen zurückführen. 14 | Erfolgsorientierte VergütungenIm Jahr 2016 wurden für die Führungskräfte der RRPS AG die bisherigen Vergütungsrichtlinien auf die Vergütungsrichtlinien der Rolls-Royce plc umgestellt. Damit einhergehend wurde bei der RRPS AG der Long-Term Incentive Plan (LTIP) der Rolls-Royce plc adoptiert und eingeführt. Teilnahmeberechtigt an diesem Plan sind Führungskräfte, die den Wechsel auf die Rolls-Royce-Vergütungsrichtlinien einvernehmlich angenommen haben. Der Rolls-Royce plc-LTIP ist ein Programm, das zentral von Rolls-Royce plc aufgelegt, umgesetzt und administriert wird. Das Programm wird gemäß den jeweiligen Durchführungsbestimmungen der Rolls-Royce plc abgewickelt. Entsprechende Rückstellungen für Aktienzuteilungen werden zentral bei Rolls-Royce plc vorgenommen. Lediglich für die geringe Anzahl an Cash-Zuteilungen werden bei den jeweiligen lokalen Unternehmen des Rolls-Royce-Konzerns Rückstellungen gebildet. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Im Rahmen des LTIP werden die Zuteilungsbeträge mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. Long-term incentive plan (LTIP) 2019. Im März und September 2019 wurden den teilnahmeberechtigten Führungskräften und Spezialisten der RRPS AG weitere LTIP-Pläne der Rolls-Royce plc angeboten. Das Angebot ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen sind 70 % bzw. 25 % dieser Aktien an den Verbleib im Unternehmen bis zur Programmfälligkeit gekoppelt. Weitere 30 % bzw. 75 % dieser Aktien sind abhängig von der Cashflow-Performance der Rolls-Royce plc. Long-term incentive plan (LTIP) 2020. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen und ausgewählten Spezialisten sind im Geschäftsjahr 2020 die Zuteilungen an den Verbleib im Unternehmen bis zur Fälligkeit des Programms gekoppelt. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Zuteilungsbeträge werden mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. 100 % dieser Aktien sind abhängig von der Cashflow-Performance der Rolls-Royce plc. Long-term incentive plan (LTIP) 2021. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen und ausgewählten Spezialisten sind im Geschäftsjahr 2021 die Zuteilungen an den Verbleib im Unternehmen bis zur Fälligkeit des Programms gekoppelt. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Zuteilungsbeträge werden mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. 100 % dieser Aktien sind abweichend vom Vorjahr »restricted stocks«, dementsprechend ist Verfügung über die Aktien nach drei Jahren nicht von der Performance (KPls in der Regel Cashflow) abhängig, sondern lediglich vom Verbleib des Mitarbeiters im Unternehmen. Long-term incentive plan (LTIP) 2022. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen und ausgewählten Spezialisten sind im Geschäftsjahr 2022 die Zuteilungen an die Zugehörigkeit zum Unternehmen bis zur Fälligkeit des Programms gekoppelt. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Zuteilungsbeträge werden mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund um gerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. Die Verfügbarkeit der Aktien nach drei Jahren ist von der Performance (Cashflow, Operating Profit, CO2 Sustainability Milestones) abhängig. Long-term incentive plan (LTIP) 2023. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen und ausgewählten Spezialisten sind im Geschäftsjahr 2023 die Zuteilungen an die Zugehörigkeit zum Unternehmen bis zur Fälligkeit des Programms gekoppelt. Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Zuteilungsbeträge werden mit einem Stichtagswechselkurs in Britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. Die Verfügbarkeit der Aktien nach drei Jahren ist von der Performance (Free Cash Flow und Operating Profit) abhängig. In bestimmten Fällen erhalten neu eingestellte Mitarbeiter, die bei ihrem vorherigen Arbeitgeber Ansprüche auf eine Langfristvergütung erworben und diese durch den Arbeitgeberwechsel verloren haben, Ausgleichszuteilungen. Hierbei werden die bestehenden Ansprüche zum Zeitpunkt des Wechsels bewertet und mit einer entsprechenden wertgleichen Anzahl Aktien der Rolls-Royce plc ausgeglichen Erläuterungen zur Konzernbilanz15 | Immaterielle Vermögenswerte
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten. Im Geschäftsjahr 2023 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Werkzeugkostenzuschüsse von 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) erfasst während im Vorjahr Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte um 5,8 Mio. Euro sowie aktivierte Entwicklungskosten um 20,6 Mio. Euro außerplanmäßig abgeschrieben wurden. Die Bilanzposition »Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte« setzt sich aus den folgenden Gruppen zusammen:
Die Veränderung dieser Gruppen stellt sich wie folgt dar:
Die Marke mtu als immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer wurde zum Bilanzstichtag in der ZGE Rolls-Royce Power Systems in Höhe von 46,5 Mio. Euro berücksichtigt (Vorjahr: 46,5 Mio. Euro) und war somit unverändert. Seit Einführung der Marke im Jahr 1969 schützt die Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen, den Wert der Marke mtu durch die Geschäftspolitik und dadurch, dass keine Nutzungsrechte an Dritte gewährt werden, die nicht dem Vertriebsnetz der RRPS AG angehören. Die Restnutzungsdauer der Technologie beträgt 7 bzw. 12 Jahre und die der Kundenbeziehungen 12 Jahre. In den übrigen Konzessionen und gewerblichen Schutzrechten sind insbesondere entgeltlich erworbene Entwicklungsleistungen von 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 69,8 Mio. Euro) sowie Software von 24,2 Mio. Euro (Vorjahr: 22,3 Mio. Euro) enthalten. Der Rückgang der erworbenen Entwicklungsleistungen um 41,7 Mio. Euro ist insbesondere auf die Klassifizierung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte zurückzuführen. Im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurden 213,3 Mio. Euro (Vorjahr: 235,0 Mio. Euro) als Aufwand für Forschung und Entwicklung erfasst. Wie im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Sicherungsabtretungen von immateriellen Vermögenswerten, Patenten, gewerblichen Schutzrechten und Marken. Zur Durchführung des Impairment-Tests sind der Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE Rolls-Royce Power Systems zugeordnet, die die Marke mtu beinhaltet. Der Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE Rolls-Royce Power Systems zum 31. Dezember 2023 betrug 241,2 Mio. Euro (Vorjahr: 237,0 Mio. Euro). Die ZGE orientieren sich an der niedrigsten Ebene innerhalb des RRPS-Konzerns, zu der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Innerhalb des RRPS-Konzerns wurde eine ZGE identifiziert. Kriterium für die Abgrenzung einer ZGE ist, dass diese weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten Mittelzuflüsse erwirtschaftet. Innerhalb der ZGE Rolls-Royce Power Systems sind beispielsweise die Geschäftsbereiche (Business Units) keine ZGE, da nur auf übergeordneter Ebene eine Gruppe von Vermögenswerten zugeordnet werden kann, die Mittelzuflüsse erzeugt, welche weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Eine Unterscheidung nach Geschäftsbereichen erfolgt aufgrund der den Motoren innewohnenden Spezifikationen, die allerdings alle auf denselben Basismotoren basieren. Die Geschäftsbereiche erzeugen keine weitestgehend unabhängigen Cashflows, da diese immer die Basismotoren benötigen. Die Produktion der Motoren für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche ist durch den hohen Anteil gemeinsamer Nutzung von Produktionsmitteln gekennzeichnet. Die in diesem Zusammenhang stehenden Informationen (Umsatz und Auftragseingang) dienen auf Ebene der Geschäftsbereiche der Vertriebssteuerung und der Bearbeitung der Absatzmärkte. Zudem sind die Basismotoren innerhalb des Produktionsprozesses nicht selbstständig vermarktungsfähig bzw. stellen keine marktgängigen Zwischenprodukte dar. Im Rahmen des Impairment-Tests wurde der Buchwert der ZGE dem erzielbaren Betrag (recoverable amount) gegenübergestellt, welcher der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten (Fair Value less Cost of Disposal) und Nutzungswert (Value in Use) ist. Als erzielbarer Betrag für die ZGE wurde für den Impairment-Test zum 31. Oktober 2023 (Vorjahr: 30. November 2022) analog zum Vorjahr der beizulegende Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten (Fair Value less Cost of Disposal) nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren zugrunde gelegt. Bei der Ermittlung dieser Beträge wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt:
Zudem bildeten die folgenden wesentlichen Annahmen den Ausgangspunkt bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten der ZGE Rolls-Royce Power Systems:
In der nach IFRS vorgeschriebenen Sensitivitätsanalyse wird dargestellt, ob es bei der ZGE Rolls-Royce Power Systems durch eine mögliche Änderung der entsprechenden Annahmen zu einer Wertminderung kommt: Bei einer Verminderung der künftigen Zahlungsströme (ZGE Rolls-Royce Power Systems) um 10,0 % ergäbe sich kein Wertminderungsbedarf. Bei einer Erhöhung der zur Diskontierung verwendeten Kapitalkosten um 1,0 % bei unveränderten Zahlungsströmen würde sich ebenfalls kein Wertminderungsbedarf ergeben. Auch eine Reduzierung der Wachstumsrate in der Phase der ewigen Rente um 0,5 % bei Konstanz der anderen Annahmen würde zu keinem Wertminderungsbedarf führen. 16 | Sachanlagen
Wie im Vorjahr bestanden keine Verfügungsbeschränkungen in Form von Grundpfandrechten und Sicherungsübereignungen. Die Abschreibungen auf Vermögenswerte des Sachanlagevermögens sind entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten. Im Geschäftsjahr sind außerplanmäßige Abschreibungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 0,4 Mio. Euro gebildet worden (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung). 17 | Nutzungsrechte
Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte sind entsprechend der Mindestmietzeit der Leasingverträge in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten. Im Berichtsjahr sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 11,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4,8 Mio. Euro) in den Abschreibungen enthalten. Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr und im Vorjahr betreffen ausschließlich den Bereich der Technischen Anlagen und Maschinen. Folgende Erträge und Aufwendungen bezüglich IFRS 16 wurden im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
18 | Nach der Equity-Methode bilanzierte FinanzinvestitionenAus Konzernsicht sind die Gemeinschaftsunternehmen MEST Co. Ltd., MTU Power Systems Sdn Bhd, Force MTU Power Systems Pvt. Ltd., MTU Yuchai Power Company Ltd. und Hoeller Electrolyzer GmbH aufgrund ihrer Unternehmensgröße zum Bilanzstichtag nicht wesentlich. Die Anteile von 49,0 % am Gemeinschaftsunternehmen Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd wurden mit Wirkung zum 17. März 2023 veräußert. Die folgende Tabelle enthält die zusammengefassten Finanzinformationen der einzelnen nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen.1 Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des RRPS-Konzerns an den Gemeinschaftsunternehmen.
Der leichte Rückgang des Buchwerts der Equity-Anteile zum 31. Dezember 2023 ist auf einen negativen Ergebnisbeitrag mehrerer Gemeinschaftsunternehmen zurückzuführen. Es bestehen nicht erfasste kumulierte Verluste im Zusammenhang mit den Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 8,4 Mio. EUR. Davon wurden im Geschäftsjahr 2023 Verluste von 4,5 Mio. EUR verzeichnet. Das assoziierte Unternehmen Kowry Energy GmbH ist aus Konzernsicht nicht wesentlich.
Diese Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des RRPS-Konzerns am assoziierten Unternehmen. 19 | ErtragsteuernSTEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAGDie RRPS AG ist ertragsteuerliche Organträgerin aller deutschen Gesellschaften, mit Ausnahme der im Jahr 2020 erworbenen Rolls-Royce Solutions Willich GmbH, Willich. Das ertragsteuerliche Einkommen der deutschen Organgesellschaften wird der RRPS AG zugerechnet und bei dieser der deutschen Körperschaft- und Gewerbesteuer unterworfen. Es wurde kein Steuerumlagevertrag abgeschlossen. Diesen steuerlichen Verhältnissen folgend, erfolgt der Ausweis der tatsächlichen Ertragsteuerbelastung des Organkreises auf Ebene der Organträgerin. Die deutschen Gesellschaften im Organkreis unterlagen einer durchschnittlichen Gewerbeertragsteuerbelastung von 12,6 % (Vorjahr: 12,6 %). Für den Veranlagungszeitraum betrug der Körperschaftsteuersatz 15,0 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags auf die Körperschaftsteuer von 5,5 %. Daraus ergab sich ein im Vergleich zum Vorjahr unveränderter kombinierter Ertragsteuersatz für die deutschen Gesellschaften im Organkreis von 28,4 % (Vorjahr: 28,4 %). Die Rolls-Royce Solutions Willich GmbH, Willich, unterlag einer Gewerbesteuerbelastung von 15,2 % (Vorjahr: 15,2%) und somit einem kombinierten Ertragsteuersatz von 31,0 % (Vorjahr: 31,0%). Für die ausländischen Gesellschaften lagen der Ermittlung die in den einzelnen Ländern geltenden nominalen Ertragsteuersätze zugrunde. Diese bewegten sich zwischen 9,9 % und 38,1 % (Vorjahr: zwischen 10,0 % und 34,0 %). Für den RRPS-Konzern resultierte daraus ein rechnerischer nominaler Konzernsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 29,5 %). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:
In den Steueraufwendungen/-erträgen sind Steuererträge für Vorjahre für Deutschland und das Ausland in Höhe von 9,3 Mio. Euro enthalten. LATENTE STEUERNDie aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:
Die konsolidierungsbedingten aktiven latenten Steuern beliefen sich auf 22,7 Mio. Euro (Vorjahr: 25,5 Mio. Euro). Die aktiven latenten Steuern in der Bilanzposition "Zum Verkauf bestimmte Vermögenswerte" belaufen sich auf 0,3 Mio. Euro. Die passiven latenten Steuern in der Bilanzposition "Schulden aus Veräußerungsgruppen" belaufen sich auf 0,2 Mio. Euro. In der Summe latenter Steuern sind die latenten Steuern auf "Zum Verkauf bestimmte Vermögenswerte" sowie auf "Schulden aus Veräußerungsgruppen" nicht enthalten. Gemäß IAS 12 sind im Konzernabschluss latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden (sogenannte Outside Basis Differences), wenn mit der Realisierung dieses Unterschiedsbetrags gerechnet werden kann. Da es sich sowohl bei der RRPS AG als auch bei den betroffenen Tochtergesellschaften um Kapitalgesellschaften handelt, sind diese Differenzen bei ihrer Realisierung ganz überwiegend gemäß § 8b KStG steuerfrei und damit permanenter Natur. Auch für die temporären Differenzen (zum Beispiel resultierend aus der 5-prozentigen Pauschalzurechnung des § 8b KStG) in Höhe von 58,9 Mio. Euro (Vorjahr: 49,0 Mio. Euro) soll nach IAS 12.39 der Ansatz einer passivischen Steuerlatenz unterbleiben, wenn es bei gegebener Kontrolle durch die Muttergesellschaft nicht wahrscheinlich ist, dass diese Differenzen sich in der vorhersehbaren Zukunft umkehren. Da diese Umkehrung nicht erwartet wird, waren hieraus bilanziell keine Steuerlatenzen zu berücksichtigen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen und zum Realisierungszeitpunkt erwarteten länderspezifischen Steuersätzen. Diese lagen für das Geschäftsjahr 2023 zwischen 9,9 % und 34,5 % (Vorjahr: 10,0 % und 34,0 %).
Der latente Steueraufwand von 13,8 Mio. Euro (Vorjahr: latenter Steuerertrag 22,1 Mio. Euro) beinhaltet einen latenten Steuerertrag von 16,3 Mio. Euro (Vorjahr: latenter Steueraufwand 13,8 Mio. Euro). Die Änderungen in Bezug auf latente Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Transaktionen, die aus einem einzelnen Geschäftsvorfall resultieren haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gruppe. STEUERLICHE VERLUSTVORTRÄGEDer Bewertung aktiver latenter Steuern wurde die erwartete künftige Geschäftsentwicklung zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses auf Basis der Unternehmensplanung für die folgenden fünf Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über bislang noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften in Höhe von rund 66,8 Mio. Euro (Vorjahr: 70,2 Mio. Euro). Im Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern waren latente Steuern aus Verlustvorträgen oder Steuerminderungsansprüche von 0,8 Mio. Euro enthalten (Vorjahr: 5,4 Mio. Euro). Der Betrag für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, für die in der Bilanz keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, belief sich auf 63,8 Mio. Euro (Vorjahr: 48,5 Mio. Euro). Die darauf entfallenden, nicht angesetzten aktiven latenten Steuern betrugen 12,7 Mio. Euro (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro). Relevant für die Beurteilung von Ansatz und Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung ihrer künftigen Realisierbarkeit. Die Realisierbarkeit ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne, in denen sich Bewertungsunterschiede umkehren bzw. steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuerguthaben geltend gemacht werden können. Es wird davon ausgegangen, dass die Realisierbarkeit der Vorteile aus den bilanzierten aktiven latenten Steuern wahrscheinlich ist. Es besteht eine hinreichende Gewinnerwartung für die Zukunft. LAUFENDE ERTRAGSTEUERNDie Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen beruhen auf noch nicht endgültig veranlagten Besteuerungszeiträume der inländischen und ausländischen Gesellschaften. STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNGDer ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres in Höhe von 107,6 Mio. Euro (Vorjahr: 73,7 Mio. Euro) ist um 4,0 Mio. Euro niedriger (Vorjahr: 28,1 Mio. Euro höher) als der auf das Vorsteuerergebnis rechnerisch erwartete Steueraufwand von 111,6 Mio. Euro (Vorjahr: 101,8 Mio. Euro). Der Unterschied zwischen dem laufenden und dem erwarteten Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:
PILLAR IIDie Gruppe fällt in den Anwendungsbereich der OECD-Musterregeln zur globalen Mindestbesteuerung (Pillar 2). Die Gesetzgebung wurde in einigen Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, einschließlich Deutschland, im Wesentlichen in Kraft gesetzt und wird ab dem 1. Januar 2024 wirksam sein. Erste Einschätzungen der potenziellen Auswirkungen auf die Gruppe deuten darauf hin, dass die zusätzlichen Steuererhöhungen nicht wesentlich sein werden und die Mehrheit der Länder, in denen die Gruppe tätig ist, einen der "safe harbour tests" für den Übergang erfüllen werden. Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2023 hat die Gruppe die obligatorische Ausnahmeregelung zur Erfassung und Offenlegung von Informationen über latente Steueransprüche und -Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der globalen Mindestbesteuerung (Pillar 2) angewandt. 20 | Langfristige finanzielle Vermögenswerte
In den derivativen Finanzinstrumenten ist eine Kaufoption für einen weiteren Anteilskauf von 29,7% am Gemeinschaftsunternehmen Hoeller Electrolyzer GmbH in Höhe von 9,8 Mio. Euro ausgewiesen. 21 | Vorräte
Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Herstellungskosten der Vorräte, die in der Konzerngesamtergebnisrechnung als Aufwand innerhalb der Umsatzkosten erfasst sind, 2.454,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2.113,6 Mio. Euro). Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse und Waren sind zu Anschaffungs-/Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die diesbezügliche Abwertung belief sich im Berichtsjahr auf -21,5 Mio. Euro (Vorjahr (Zuschreibung): 9,9 Mio. Euro). Von den gesamten Vorräten waren 73,3 Mio. Euro (Vorjahr: 78,9 Mio. Euro) zum Nettoveräußerungswert aktiviert. Wie im Vorjahr wurden keine Vorräte für Verbindlichkeiten verpfändet. 22 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, entsprechen im Wesentlichen ihren beizulegenden Zeitwerten. 692,5 Mio. Euro (Vorjahr: 702,5 Mio. Euro) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Für die restlichen 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 12,3 Mio. Euro) beträgt die Laufzeit mehr als ein Jahr. Um den erwarteten Kreditverlust zu messen, wurden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die Wertberichtigungssätze für jede wesentliche Konzerngesellschaft auf der Grundlage einzelner Überfälligkeitsbänder und tatsächlicher erlittener Kreditverluste vergangener Jahre kalkuliert. Der Wert beinhaltet auch zukunftsorientierte Informationen, wenn eine Analyse unter Berücksichtigung der aktuellen Gegebenheiten und die Einschätzung der während der Laufzeit der finanziellen Vermögenswerte erwarteten wirtschaftlichen Lage aus der Sicht des Konzerns einen Anpassungsbedarf ergibt. Die Fair-Value-Änderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Programmen verkauft werden können, orientieren sich betragsmäßig an den erwarteten Kreditverlusten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das maximale Ausfallrisiko ist der jeweilige Nennwert. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:
Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den Vertriebskosten ausgewiesen. Nach Berücksichtigung dieser Wertberichtigungen betrug der Buchwert der Forderungen zum Stichtag 720,6 Mio. Euro (Vorjahr: 714,8 Mio. Euro). Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem vertraglichen Volumen von 32,6 Mio. Euro (Vorjahr: 23,4 Mio. Euro), die während des Geschäftsjahres 2023 abgeschrieben wurden, laufen weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen. Der RRPS-Konzern behält sich vor, im Rahmen von revolvierenden Factoring-Programmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu verkaufen. Das Bonitäts- und Zahlungszeitpunktrisiko geht hierbei vollkommen auf den Forderungsankäufer über. Die verkauften Forderungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs daher vollständig ausgebucht. Durch eine bessere Forderungsstruktur haben sich die durchschnittlich erwarteten Ausfallraten für längerfristig überfällige Forderungen verbessert. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Buchwerte und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Überfälligkeitszeitband zum 31. Dezember 2023:
Der RRPS-Konzern setzt zur Absicherung seiner Forderungen branchenübliche Instrumente wie Avale, Akkreditive oder Warenkreditversicherungen ein. Zum 31. Dezember 2023 waren durch solche Instrumente Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von rund 134,6 Mio. Euro (Vorjahr: 139,5 Mio. Euro) abgesichert. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die durch Warenkreditversicherungen abgesichert sind, würde im Fall eines Zahlungsausfalls ein Selbstbehalt in Höhe von 10 % zum Tragen kommen. Der beizulegende Zeitwert dieser Sicherungsinstrumente entspricht weitgehend dem Nominalwert der abgesicherten Forderungen. Sie führten zum 31. Dezember 2023 zu einer Verringerung des erwarteten Kreditverlusts in Höhe von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,1 Mio. Euro). 23 | Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Unter den Steuererstattungsansprüchen aus sonstigen Steuern werden alle Forderungen des RRPS-Konzerns gegenüber Steuerbehörden ausgewiesen (zum Beispiel Vorsteuer). Die übrigen nicht finanziellen Vermögenswerte umfassen primär geleistete Vorauszahlungen für zu empfangende Dienstleistungen, Nachlässe von Lieferanten, geleistete Kautionen sowie Vorschüsse an Mitarbeiter für Reisekosten und Ähnliches. Des Weiteren sind in »Übrige nicht finanzielle Vermögenswerte« Pfandforderungen aus dem Reman-Geschäft (Aufbereitung von Altteilen) in Höhe von 10,2 Mio. Euro ausgewiesen (Vorjahr: 5,2 Mio. Euro). 24 | ZahlungsmittelDie Zahlungsmittel setzen sich wie folgt zusammen:
Für das Geschäftsjahr 2023 resultierten die gestiegenen Zahlungsmitteläquivalente aus einer höheren Geldanlage beim Mutterkonzern Rolls-Royce plc. Nach erfolgtem Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurde 2023 eine Ausschüttung an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, in Höhe von 170 Mio. Euro vorgenommen (Vorjahr: 150 Mio. Euro). Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Verfügungsbeschränkungen von Zahlungsmitteln. 25 | Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
In der Position »Übrige« sind insbesondere gezahlte Kautionen in Höhe von 3,5 Mio. Euro (Vorjahr: 3,2 Mio. Euro) enthalten, deren Buchwerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Eine weitere Kaufoption für einen Anteilskauf von 13,2 % an der Hoeller Electrolyzer GmbH ist unverändert als derivatives Finanzinstrument zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 2,8 Mio. Euro erfasst. 26 | Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
Im Geschäftsjahr 2023 hat die Rolls-Royce Power Systems Gruppe eine Grundsatzvereinbarung zum Verkauf von Teilen des Geschäfts mit Dieselmotoren und Motorensystemen, basierend auf Daimlertechnologie unterschrieben. Auf Basis der fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem potenziellen Käufer wird eine Veräußerung im Sinne des IFRS 5 in Form eines Asset Deals gegenwärtig als höchstwahrscheinlich erachtet. Dementsprechend werden die als zur Veräußerung klassifizierten Vermögenswerte und damit in Verbindung stehenden Schulden zum Bilanzstichtag in gesonderten Bilanzposten ausgewiesen. Aus der Klassifizierung der langfristigen Vermögenswerte und Schulden resultierte im Berichtszeitraum kein Wertminderungsaufwand. 27 | EigenkapitalGRUNDKAPITALDas Grundkapital der RRPS AG beträgt 131.380.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, auf die ein anteiliges rechnerisches Grundkapital in Höhe von 1,00 Euro je Aktie entfällt. Sämtliche Aktien sind voll emittiert und einbezahlt. Jede Stückaktie gewährt dem Besitzer ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung der RRPS AG. ENTWICKLUNG UND ZUSAMMENSETZUNG DES EIGENKAPITALSDie Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien, gemindert um die der Kapitalbeschaffung direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die Kapitalrücklage umfasst auch die Beträge der gemäß § 150 Abs. 1 AktG zu bildenden gesetzlichen Rücklage. Hinsichtlich der Verwendung der Kapitalrücklage gelten die Vorschriften des § 150 Abs. 3 und Abs. 4 AktG. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 514,8 Mio. Euro. Die Gewinnrücklagen und anderen Rücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet werden. Ebenso wird die ergebnisneutrale Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen ausgewiesen. Eine detaillierte Übersicht zur Zusammensetzung bzw. Veränderung der Gewinnrücklagen und anderen Rücklagen im Geschäftsjahr 2023 sowie im Vorjahr ist in der Übersicht »Veränderung des Konzerneigenkapitals« auf Seite 6 dargestellt. GEWINNVERWENDUNGFür das Geschäftsjahr 2023 soll nach erfolgtem Gewinnverwendungsbeschluss eine Ausschüttung an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, in Höhe von 250 Mio. Euro abgeführt werden. Dies entspricht 1,90 Euro pro Aktie. 28 | PensionsrückstellungenInnerhalb des RRPS-Konzerns bestehen Verpflichtungen sowohl aus beitragsorientierten Pensionsplänen (vgl. Abschnitt 12 | »Personalaufwand«) als auch aus leistungsorientierten Pensionsplänen. BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNEBei der RRPS AG beziehen sich die Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionspläne im Wesentlichen auf die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Im Jahr 2023 betrug der Aufwand im Zusammenhang mit beitragsorientierten Pensionsplänen 73,5 Mio. Euro (Vorjahr: 67,7 Mio. Euro). LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNEDie zugesagten Leistungen in Deutschland unterscheiden sich nach der Stellung des Mitarbeiters im Unternehmen und entsprechen branchenüblichen Versorgungszusagen. Für Vorstände existieren Sonderregelungen. Tarifmitarbeiter und leitende Führungskräfte haben Ansprüche auf Altersleistung, vorgezogene Altersleistung sowie Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen aus Direktzusagen. Die Höhe der Verpflichtung ist unter anderem von Faktoren wie Dienstzeit, Einkommen und Alter abhängig. Im Jahr 2022 wurde die bisherige Versorgungsordnung neu ausgestaltet. Zum einen haben die Arbeitnehmer zusätzlich zu einem arbeitgeberfinanzierten Baustein die Möglichkeit, durch Entgeltumwandlung ihr Versorgungskonto zu erhöhen und vom Arbeitgeber einen zusätzlichen Plusbaustein zu erhalten. Zum anderen haben die Arbeitnehmer zukünftig neben der Auszahlung einer lebenslangen Rente die Möglichkeit einer Einmalzahlung bei Renteneintritt oder Zahlung über einen festen Zeitraum von zehn bzw. 20 Jahren. Im Zuge der Neuordnung erfolgt die Finanzierung zukünftig über einen externen Fonds, der die Rentenbeiträge am Kapitalmarkt investiert. Im Jahr 2023 wurde die bisherige Versorgungsordnung für leitende Führungskräfte neu ausgestaltet. Analog zum Plan der tariflichen Arbeitnehmer besteht die Möglichkeit durch Entgeltumwandlung das Versorgungskonto zu erhöhen und vom Arbeitgeber einen zusätzlichen Plusbaustein zu erhalten. Für alle Berechtigten beträgt die Witwen- und Witwerrente 60 % der Alters- bzw. Invalidenrente. Die Versorgungszusagen im Ausland umfassen im Wesentlichen Pensionszusagen in den USA. Die Plangestaltung orientiert sich an landestypischen Gegebenheiten. Die gewichtete Laufzeit (Duration) der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung für die Berichtsperiode beträgt 12,5 Jahre (Vorjahr: 13,6 Jahre). Für das Jahr 2024 ergibt sich eine erwartete direkte Leistungszahlung von 23,7 Mio. Euro (Vorjahr: 26,5 Mio. Euro) und eine erwartete Auszahlung aus dem Planvermögen von 9,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) sowie eine erwartete Einzahlung in das Planvermögen von 19,4 Mio. Euro (Vorjahr: 15,2 Mio. Euro). Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen können im Zeitablauf Schwankungen positiver oder negativer Art unterliegen. Diese Schwankungen können insbesondere aus der Veränderung der finanziellen Annahmen wie zum Beispiel den Abzinsungsfaktoren und der Veränderung der Inflationsrate, aber auch aus der Änderung demografischer Annahmen, von Dienstzeit, von Einkommen und der Steigerung der Lebenserwartung resultieren. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf den Bilanzwert übergeleitet werden:
Der Finanzierungsstatus zeigt die Deckung der Pensionsverpflichtungen durch das Planvermögen zum Bewertungsstichtag. Von den Versorgungsverpflichtungen in Höhe von 597,4 Mio. Euro entfallen 586,8 Mio. Euro auf Versorgungszusagen in Deutschland. ENTWICKLUNG DES VERPFLICHTUNGSUMFANGS (DBO)Der Barwert der Pensionsverpflichtungen entwickelte sich wie folgt:
Durch die Umstellung der bisherigen Versorgungsordnung für leitende Führungskräfte (LFK) ergab sich ein negativer Einmaleffekt in Höhe von 3,3 Mio. EUR, dieser resultiert im Wesentlichen aus der Aktualisierung der LFK-Bausteine. ENTWICKLUNG DES PLANVERMÖGENSDas Planvermögen entwickelte sich wie folgt:
Die Anlage am Kapitalmarkt erfolgt durch Swiss Life in thesaurierende Fonds. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der Altersstruktur der Mitarbeiter mit dem Ziel, Verluste am Ende der Anwartschaftsphase zu vermeiden. Dies wird dadurch erreicht, dass die Aktienquote im Portfolio eines Mitarbeiters zum Ende der Anwartschaftsphase zugunsten von Staatsanleihen und kurzfristigen Unternehmensanleihen reduziert wird. ZUSAMMENSETZUNG DES PLANVERMÖGENSDas Planvermögen setzt sich wie folgt zusammen:
Für alle Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und sonstigen börsennotierten Anlagen bestehen Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten. ENTWICKLUNG DER PENSIONSRÜCKSTELLUNGDer Bilanzwert der Pensionsrückstellung entwickelte sich wie folgt:
PRÄMISSENDie Annahmen zu Rechnungszins, zum Gehalts- und Rententrend sowie zur langfristigen Rendite des Planvermögens, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs und des Nettopensionsaufwands zugrunde liegen, variieren unter anderem in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Währung, in der die Leistungszusagen bestehen, sowie von den Kapitalmarkterwartungen. Der versicherungsmathematischen Berechnung des Verpflichtungsumfangs für die deutschen Versorgungspläne zum jeweiligen Bewertungsstichtag liegen folgende Annahmen zugrunde:
Die Ermittlung des Rechnungszinses basiert auf der Renditekurve für AA-Unternehmensanleihen der Eurozone. Die langfristige Inflationsrate wurde anhand verschiedener Marktindikatoren ermittelt, einschließlich der impliziten Breakeven-Inflation und Prognosen von Consensus Economics. Der Gehaltstrend stieg ebenfalls leicht an. Die zugrunde gelegten Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf den Standardsterbetafeln (Heubeck 2018G). Hieraus ergibt sich für einen Mitarbeiter, der im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand geht, die folgende durchschnittliche Lebenserwartung (in Jahren):
Die Prämissen für die versicherungsmathematische Berechnung des Verpflichtungsumfangs für ausländische Versorgungspläne weichen teilweise von denen der deutschen Versorgungspläne ab. Diese Abweichungen sind unter Berücksichtigung der dazugehörigen Versorgungsverpflichtung allerdings von untergeordneter Bedeutung und werden daher nicht näher erläutert. Die für die Berechnung des Verpflichtungsumfangs zum jeweiligen Bilanzstichtag verwendeten Prämissen gelten auch für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwands und des Zinsaufwands des folgenden Geschäftsjahres. Die in der obenstehenden Tabelle nicht genannten versicherungsmathematischen Annahmen wie Fluktuation, Sterblichkeit, Invalidität etc. werden entsprechend den im jeweiligen Land anerkannten Erwartungen unter Berücksichtigung der Verhältnisse und Erwartungen der betroffenen Unternehmen bestimmt. Die Pensionspläne für die deutschen Gesellschaften sind zum größten Teil nicht durch Planvermögen finanziert. Die Finanzierung der Pläne wird durch die jeweiligen Gesellschaften sichergestellt. Mit der Neugestaltung der Versorgungsordnung wurde die Einzahlung in Planvermögen gestartet. Zum Bilanzstichtag lag der durch Planvermögen finanzierte Betrag bei 32,7 Mio. Euro (Vorjahr: 8,7 Mio. Euro). AUFTEILUNG DER VERPFLICHTUNGDie Pensionsverpflichtung teilt sich wie folgt auf:
SENSITIVITÄTENDie Ermittlung der Pensionsverpflichtung wird durch die oben genannten Prämissen beeinflusst. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse wird dargestellt, wie sich die Verpflichtung durch eine mögliche Änderung der entsprechenden Annahmen verändert hätte. Bei einem um 0,25 Prozentpunkte höheren (geringeren) Rechnungszins wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 17,8 Mio. Euro gesunken (um 18,4 Mio. Euro gestiegen). Wenn die Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte höher (geringer) gewesen wäre, wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 6,7 Mio. Euro gestiegen (um 6,5 Mio. Euro gesunken). Eine Steigerung der Lebenserwartung um ein Jahr bei Konstanz der anderen Annahmen würde zu einer Erhöhung der Pensionsverpflichtung von 12,4 Mio. Euro führen. Im RRPS-Konzern hat eine Veränderung des Gehaltstrends keine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Verpflichtung. 29 | Sonstige RückstellungenRÜCKSTELLUNG FÜR GEWÄHRLEISTUNGS- UND KULANZVERPFLICHTUNGENDer RRPS-Konzern gewährt diverse Produktgarantien, die üblicherweise die Funktion eines Produkts für eine bestimmte Zeitspanne garantieren. Die Rückstellung für diese Garantien enthält sowohl erwartete Aufwendungen aus gesetzlichen und vertraglichen Gewährleistungsansprüchen als auch erwartete Aufwendungen für Kulanzleistungen. Die Verpflichtungen können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Rechtsstreitigkeiten oder Maßnahmen zur Sicherstellung der Kundenzufriedenheit. Der Zeitpunkt der Inanspruchnahme ist vom Eintreten des Gewährleistungsanspruchs abhängig und kann sich über den gesamten Garantie- und Kulanzzeitraum erstrecken. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering. RÜCKSTELLUNG FÜR PERSONAL-/SOZIALVERPFLICHTUNGEN UND ALTERSTEILZEITDie Rückstellungen für Personal- und Sozialverpflichtungen werden unter anderem für Arbeitnehmerjubiläen, Sondervergütungen und Verpflichtungen aus Altersteilzeit gebildet. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die zugrunde liegenden Gutachten und Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering. ÜBRIGE SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENDie übrigen sonstigen Rückstellungen umfassen unter anderem Rückstellungen für Nachtragsaufwendungen bzw. fehlende Kosten bereits abgerechneter Aufträge, für die Preisprüfung öffentlicher Auftraggeber sowie für Haftungs- und Prozessrisiken. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering. Die Aufgliederung in langfristige und kurzfristige Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
Die Inanspruchnahme der langfristigen Rückstellungen wird voraussichtlich in spätestens fünf Jahren erfolgen, bei Rückstellungen für Altersteilzeit gegebenenfalls auch später. 30 | Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 46,2 Mio. Euro (Vorjahr: 43,5 Mio. Euro). Die Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ist in Abschnitt 2 | »Finanzrisikomanagement - Liquiditätsrisiko« aufgeführt. 31 | Finanzielle VerbindlichkeitenLANGFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Zum Stichtag wurden von Konzerngesellschaften lokale Finanzierungen aufgenommen. Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Der RRPS-Konzern hat keine Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Grundpfandrechte oder Sicherungsübereignungen von Anlagevermögen, Vorräten und Forderungen. KURZFRISTIGE FINANZIELLE UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten aus Derivaten beinhalten negative Marktwerte aus der Bewertung der Devisentermingeschäfte und der Rohstoffderivate. Die Marktwerte der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten entsprechen annähernd den Buchwerten. Erläuterungen zu derivativen Finanzinstrumenten befinden sich in Abschnitt 34 | »Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts« des Konzernanhangs. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verpflichtungen aus Gehalts- und Lohnabrechnungen sowie rückständigen Urlaubs- und Überstundenvergütungen in Höhe von 35,0 Mio. Euro (Vorjahr: 31,7 Mio. Euro) sowie Guthaben von Kunden in Höhe von 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro). ÜBERLEITUNG DER BEWEGUNG DER SCHULDEN AUF DEN CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
32 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Für 2023 sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 488,7 Mio. Euro innerhalb eines Jahres fällig. Der Restbetrag in Höhe von 1,8 Mio. Euro hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen ihren beizulegenden Zeitwerten. 33 | Vertragsverbindlichkeiten
Die Entwicklung der Vertragsverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2023 resultierte insbesondere aus einem Anstieg der erhaltenen Anzahlungen auf Motorenlieferungen im Rahmen von Mehrkomponentengeschäften aufgrund eines erhöhten Auftragseingangs und verbesserter Zahlungsbedingungen. Mit Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen werden diese gegen Umsatz abgewickelt. Sonstige Angaben34 | Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen GeschäftsZum Bilanzstichtag hatte der RRPS-Konzern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- und Rohstoffpreisänderungsrisiken im Bestand. Devisentermingeschäfte und Commodityswaps wurden dabei zur Absicherung der Marktpreisrisiken eingesetzt. Devisentermingeschäfte bestehen insbesondere in den Währungspaaren Euro/US-Dollar, Euro/Singapur-Dollar, Euro/Britisches Pfund, Euro/Japanischer Yen und Euro/Indische Rupie. Commodityswaps wurden ausschließlich in Euro zur Absicherung von Diesel- und Kupferpreisen abgeschlossen. Devisentermingeschäfte und Commodityswaps wurden mit externen Kontrahenten abgeschlossen. Alle derivativen Finanzinstrumente werden als Stand-Alone-Derivate behandelt. Die folgende Tabelle zeigt Art und Umfang der im Bestand befindlichen Währungs- und Rohstoffpreissicherungsgeschäfte inklusive der bilanzierten beizulegenden Zeitwerte zum Bilanzstichtag:
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden anhand der Marktinformationen am Bilanzstichtag ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Devisenderivaten bestimmt sich in Abhängigkeit von den Devisenterminkursen. Die beizulegenden Zeitwerte der Rohstoffderivate werden maßgeblich durch die Rohstoffpreisterminkurve bestimmt. Die RRPS AG schließt im Wesentlichen Derivate mit Rolls-Royce plc innerhalb der Rolls-Royce-Gruppe ab. Den gruppeninternen Derivaten liegen keine vertraglichen Saldierungsvereinbarungen zugrunde. Die von der RRPS AG gruppenextern kontrahierten Derivate unterliegen dagegen vertraglichen Saldierungsvorschriften, aufgrund derer jedoch eine Saldierung in der Bilanz nach IAS 32 nicht möglich ist. Zum Bilanzstichtag waren keine gruppenextern kontrahierten Finanzderivate im Bestand, bei denen aufgrund gegenläufiger Marktwerte ein Saldierungspotenzial bestanden hätte, das im Insolvenzfall zum Tragen kommen würde. 35 | Zusätzliche Angaben zu FinanzinstrumentenDie folgende Übersicht stellt - gegliedert nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 - die in der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigten Nettogewinne bzw. -verluste (vor Steuern) von Finanzinstrumenten dar:
Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umfassen die Bewertungsergebnisse der Devisentermingeschäfte, der Rohstoffderivate sowie der Kaufoptionen auf weitere Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Hoeller Electrolyzer GmbH. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten schließen die Ergebnisse aus Wertminderungen, Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekten ein. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten das Ergebnis aus Zinsen und Währungsumrechnungseffekten. Die folgende Übersicht zeigt den Buchwert und den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente nach Klassen sowie nach den Bewertungskategorien des IFRS 9. Des Weiteren ist in den folgenden Passagen die Definition der einzelnen Kategorien dargestellt.
Davon wurden gemäß IFRS 9 nach Kategorien aggregiert:
Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum Marktwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie:
Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der RRPS AG sind im Folgenden beschrieben. Umgruppierungen zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie werden am Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Im Geschäftsjahr 2023 gab es keine Umgliederungen. Stufe 1. Es existieren notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten. Stufe 2. Es existieren andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preis) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind. Im RRPS-Konzern fallen die Devisentermingeschäfte und Rohstoffderivate in die Stufe 2. Stufe 3. Es liegen Informationen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vor, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Die Zeitwerte werden unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Modelle (Bewertungsmethoden) und unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter ermittelt. Aufgrund der kurzen Laufzeiten der flüssigen Mittel, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte und kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten. Die langfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte, Finanzierungsverbindlichkeiten und langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt (Stufe 2). Zur Diskontierung werden marktübliche, auf die entsprechenden Laufzeiten bezogene Zinssätze verwendet. Sofern für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren sind, keine Marktpreise (zum Beispiel Börsenkurse) vorliegen, werden die Zeitwerte unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Modelle (Bewertungsmethoden) und unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter ermittelt. Devisentermingeschäfte werden auf Basis aktueller Terminkurse bewertet. Dabei werden die in den bilanzierten Devisentermingeschäften fixierten Terminkurse mit den zum Stichtag ermittelten Terminkursen verglichen und die Vor- bzw. Nachteile entsprechend als finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten bilanziert. Für die Ermittlung der Terminkurse zum Stichtag werden die veröffentlichten Referenzkurse (Kassakurse) der Europäischen Zentralbank sowie am Markt beobachtete Terminaufschläge bzw. -abschläge verwendet. Die Marktwerte für die bilanzierten Rohstoffsicherungsgeschäfte werden von den Finanzinstituten ermittelt, mit denen die Rohstoffsicherungsgeschäfte jeweils abgeschlossen wurden. Dabei handelt es sich um indikative (hypothetische) Marktwerte der Einzelabschlüsse auf Mark-to-Market-Niveau zum jeweils genannten Datum. Die Optionen zum Kauf von Anteilen an einem Gemeinschaftsunternehmen werden mithilfe eines Optionspreismodells bewertet. Dabei orientiert sich die Volatilität an vergleichbaren Unternehmen in der Branche, da sie einen zuverlässigeren Schätzwert darstellen als aktuelle Marktvolatilitäten. Für den Basiswert wurde eine Unternehmensbewertung nach der Discounted-Cashflow-Methode durchgeführt. Die verwendeten Werte stellen nach unserer Einschätzung den jeweils besten Schätzwert dar. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Programmen verkauft werden können, ergibt sich der beizulegende Zeitwert aus dem vertraglich vereinbarten Kaufpreis. 36 | Eventualschulden sowie sonstige finanzielle VerpflichtungenEVENTUALSCHULDENZum 31. Dezember 2023 bestanden Eventualschulden aus Haftungsverhältnissen in Höhe von 23,7 Mio. Euro (Vorjahr: 55,7 Mio. Euro). Diese beinhalten unter anderem Garantien gegenüber Kreditinstituten für die Finanzierung zugunsten verbundener Unternehmen. In den Eventualverbindlichkeiten waren Bürgschaften gegenüber Gläubigern von Gemeinschaftsunternehmen im Wert von 10,7 Mio. Euro (Vorjahr: 12,5 Mio. Euro) enthalten. Bestimmte Behörden ermitteln gegen Mitglieder der Rolls-Royce-Gruppe, zu der auch die RRPS AG gehört, wegen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit historischen Sachverhalten. Die Rolls-Royce-Gruppe reagiert darauf entsprechend. Weitere Behörden werden möglicherweise Maßnahmen gegen die Rolls-Royce-Gruppe oder einzelne Personen ergreifen. Darüber hinaus könnte die Rolls-Royce-Gruppe noch durch Klagen anderer Parteien betroffen sein, darunter Kunden, Finanzgeber von Kunden sowie derzeitige und frühere Investoren, einschließlich bestimmter möglicher Ansprüche in Bezug auf die historischen Ethik- und Compliance-Veröffentlichungen der Rolls-Royce-Gruppe, die der Rolls-Royce-Gruppe mitgeteilt worden sind. Der Geschäftsführung der Rolls-Royce-Gruppe sind derzeit keine Sachverhalte bekannt, die über die bislang verhängten Strafen hinaus zu einem wesentlichen finanziellen Verlust für die Rolls-Royce-Gruppe oder für die RRPS AG führen könnten, sie kann jedoch nicht alle möglichen Maßnahmen und deren potenzielle Folgen vorhersehen. LEASINGVERHÄLTNISSEZum 31. Dezember 2023 bestanden zukünftige Zahlungsverpflichtungen aus eingegangenen Leasingverträgen von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 28,7 Mio. Euro), deren Laufzeit zum Stichtag noch nicht begonnen hatte. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Einkaufsvereinbarungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Komponenten und Ersatzteile im Wert von 2.244,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2.267,7 Mio. Euro). Darüber hinaus waren Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 25,7 Mio. Euro (Vorjahr: 33,3 Mio. Euro) und Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 3,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro) enthalten. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für Investitionen, Wartungsverträge und allgemeine Betriebsaufwendungen bewegten sich im geschäftsüblichen Rahmen und sind im Wesentlichen innerhalb eines Jahres fällig. 37 | Ergänzende Informationen zur KapitalflussrechnungIn der Kapitalflussrechnung nach IAS 7 »Kapitalflussrechnungen« werden Zahlungsströme eines Geschäftsjahres erfasst, um Informationen über die Bewegungen der Zahlungsmittel des Unternehmens darzustellen. Die Zahlungsströme werden nach betrieblicher Tätigkeit sowie nach Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel wie Barmittel und Sichteinlagen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode durch Korrektur des Konzernergebnisses um Bestandsveränderungen bei derivativen Finanzinstrumenten, Vorräten, Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zahlungsunwirksamen Posten ermittelt. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt und Effekte aus Währungsumrechnung sowie Änderungen des Konsolidierungskreises dabei bereinigt. 38 | Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenNAHESTEHENDE UNTERNEHMENDie RRPS AG ist gemäß IAS 24 verpflichtet, Angaben in Bezug auf Geschäftsbeziehungen mit Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sowie Mitgliedern der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats zu machen. Nahestehende Unternehmen, die vom RRPS-Konzern beherrscht werden oder auf die vom RRPS-Konzern ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, sind in der Anteilsbesitzliste verzeichnet. Die Aufstellung der vollständigen Anteilsbesitzliste des RRPS-Konzerns zum 31. Dezember 2023 ist in Abschnitt 40 | »Anteilsbesitz der RRPS AG, Friedrichshafen« ersichtlich. Die im Zuge der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der RRPS AG einbezogenen Tochterunternehmen sind im Konzernanhang unter Abschnitt 2 | »Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden« aufgeführt. Die RRPS AG unterhält zu verbundenen, nicht konsolidierten Tochterunternehmen geschäftsübliche Beziehungen, die aus dem normalen Geschäftsverkehr resultieren. Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns nicht wesentlich. Transaktionen der Konzernunternehmen mit Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sind ausnahmslos der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der jeweils beteiligten Unternehmen zuzurechnen. Geschäftsvorfälle zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und sind daher nicht Bestandteil dieser Angabe.
Die Geschäftsbeziehungen der Gesellschaften des RRPS-Konzerns mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen sowie mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen resultieren vorwiegend aus dem laufenden Liefer- und Leistungsverkehr. Das Transaktionsvolumen aus den Geschäftsbeziehungen mit den Unternehmen des Rolls-Royce-Konzerns fällt unter »Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen« und wird in der entsprechenden Zeile in der oben stehenden Tabelle ausgewiesen. NAHESTEHENDE PERSONENKonzernunternehmen haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats des RRPS-Konzerns sowie mit anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Unternehmen, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des RRPS-Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats. Die Zusammensetzung des Vorstands und Aufsichtsrats ist in Abschnitt 39 | »Organe« des Konzernanhangs ersichtlich. Arbeitnehmervertreter, die im Aufsichtsrat tätig sind, erhalten Vergütungen für Arbeitsleistungen außerhalb ihrer Aufsichtsratstätigkeit. Die Vergütungen der Vorstandsmitglieder der RRPS AG betrugen:
Die kurzfristig fälligen Leistungen umfassen insbesondere Gehälter sowie erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile. Die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schließen den im Geschäftsjahr für die Pensionsverpflichtungen berücksichtigten Dienstzeitaufwand ein. Im Geschäftsjahr 2023 wurden weder Vorschüsse (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) noch Abfindungen (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) an Vorstände ausbezahlt. Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands der RRPS AG, die ihre Geschäftstätigkeit vor bzw. im Jahr 2023 beendeten, beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf insgesamt 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). Zum 31. Dezember 2023 betrug die Rückstellung für Pensionszusagen an diese Vorstände 23,7 Mio. Euro (Vorjahr: 21,6 Mio. Euro). Die Vorstandsmitglieder nehmen ebenfalls am Long-Term Incentive Plan (LTIP) von Rolls-Royce plc teil. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 wurden die Aufsichtsratsmitglieder mit insgesamt 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro) vergütet. 39 | OrganeMITGLIEDER DES VORSTANDSDer Vorstand der RRPS AG setzt sich wie folgt zusammen: DR. JÖRG STRATMANN Vorsitzender des Vorstands Chief Executive Officer (CEO) DR. THELSE GODEWERTH Chief People Officer (CPO) und Arbeitsdirektorin DR. OTTO PREISS (BIS 30. APRIL 2023) Chief Operating Officer (COO) DR. ANDREAS STRECKER Chief Financial Officer (CFO) AUFSICHTSRATDem Aufsichtsrat der RRPS AG gehören folgende Aufsichtsratsmitglieder an: JASMIN STAIBLIN CEO Condir AG, Pfäffikon/Schweiz THOMAS BITTELMEYER* (STELLVERTRETENDER VORSITZENDER) Betriebsratsvorsitzender, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen BERND BAADER* Vice President Operations Engine and Facility, Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen ANDREAS BEMERL* (BIS 17. MÄRZ 2023) Freigestellter Betriebsrat, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen SIMON JOHN CARLISLE Strategy Director Civil Aerospace bei Rolls-Royce plc, Derby/Großbritannien SEBASTIAN FAY* (BIS 17. MÄRZ 2023) Tarifsekretär IG Metall; Frankfurt ANDREAS FLACH* (AB 23. MÄRZ 2023) Gewerkschaftssekretär IG Metall Baden-Württemberg, Weil der Stadt MARK GREGORY General Counsel bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien ASTRID HARTMANN Director of Group Business Services bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien HELEN MCCABE (AB 1. OKTOBER 2023) Chief Financial Officer bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien MARKUS NÄGELE* (AB 23. MÄRZ 2023) Freigestellter Betriebsrat, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen DR. SEBASTIAN RESCH Operations Director bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien HELENE SOMMER* Gewerkschaftssekretärin, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben DR. ROBERT WATSON (BIS 30. SEPTEMBER 2023) President Civil Aerospace bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien ACHIM ZINSER* Freigestellter Betriebsrat, Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen
*
Arbeitnehmervertreterinnen und -Vertreter Innerhalb des Gesamtaufsichtsrats wurden ein Vermittlungsausschuss, ein Präsidialausschuss und ein Prüfungsausschuss gebildet. Der Vermittlungsausschuss setzt sich aus Jasmin Staiblin (Vorsitzende), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Simon John Carlisle und Helene Sommer zusammen. Der Präsidialausschuss setzt sich aus Jasmin Staiblin (Vorsitzende), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Mark Gregory und Helene Sommer zusammen. Dem Prüfungsausschuss gehören Jasmin Staiblin (Vorsitzende), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Achim Zinser und Astrid Hartmann an. 40 | Anteilsbesitz der RRPS AG, Friedrichshafen, Zusatzangaben nach HGB
1)
EAV mit der Rolls-Royce Power Systems AG
2)
EAV mit der Rolls-Royce Solutions GmbH 41 | Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach dem Bilanzstichtag haben sich keine wesentlichen berichtspflichtigen Vorkommnisse ereignet.
Friedrichshafen, 21. März 2024 Rolls-Royce Power Systems AG Dr. Jörg Stratmann, Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer (CEO) Dr. Thelse Godewerth, Mitglied des Vorstands, Chief People Officer (CPO) Dr. Andreas Strecker, Mitglied des Vorstands, Chief Financial Officer (CFO) BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Rolls-Royce Power Systems AG, FriedrichshafenPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts. Die sonstigen Informationen umfassen zudem alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 21. März 2024 PricewaterhouseCoopers GmbH Kai Mauden, Wirtschaftsprüfer Olaf Preller, Wirtschaftsprüfer Veröffentlichung des Gewinnverwendungsbeschlusses nach §325 Abs. 1b HGB:Der für das Geschäftsjahr 2023 für die Rolls-Royce Power Systems AG festgestellte Bilanzgewinn in Höhe von 250.000.000,00 EUR wird durch Zahlung einer Dividende in Höhe von 250.000.000,00 EUR an die alleinige Aktionärin der Gesellschaft Vinters International Ltd. ausgeschüttet. Der Anspruch auf die Dividende ist am 28. März 2024 fällig. (Beschluss der Hauptversammlung vom 22. März 2024) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||