centrotherm international AG

Blaubeuren

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

LAGEBERICHT

VORBEMERKUNG ZUR BERICHTERSTATTUNG

"centrotherm international" wird im Folgenden mit "centrotherm" oder "CT AG" abgekürzt.

DIE CENTROTHERM INTERNATIONAL AG

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

centrotherm bietet als führendes, global agierendes Technologieunternehmen insbesondere Produktionslösungen für die Photovoltaik-, Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie an. Die Marke centrotherm steht seit über 50 Jahren für innovative thermische Prozesse und Produktionsanlagen, wie sie z.B. bei der Herstellung von kristallinen Solarzellen, Leistungshalbleitern und in der Mikroelektronik zur Anwendung kommen. Das Service- und Ersatzteilgeschäft rundet das Leistungsangebot der CT AG ab.

GESCHÄFTSBEREICHE UND -ORGANISATION

Das operative Geschäft der CT AG konzentriert sich aktuell auf das Photovoltaik- und Halbleitergeschäft.

Die strategische Unternehmenssteuerung und die Fortentwicklung des Produktportfolios erfolgen durch den Vorstand der CT AG in Beratung mit den Bereichs- und Abteilungsleitern. Die CT AG als Muttergesellschaft nimmt alle zentralen Konzernfunktionen wahr und wird durch die lokalen Service- und Vertriebsgesellschaften unterstützt. Die CT AG ist auch Schnittstelle zu weiteren Bereichen des Unternehmensumfeldes, insbesondere zum Kapitalmarkt und zu den Aktionären, der Politik und der interessierten Öffentlichkeit.

Photovoltaik & Halbleiter

Der Geschäftsbereich Photovoltaik & Halbleiter umfasst insbesondere die Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und den Vertrieb von Einzelanlagen sowie integrierten Produktionslösungen zur Herstellung von mono- und multikristallinen Solarzellen. Hierzu gehören insbesondere Produktionsanlagen für PECVD sowie atmosphärische und Niederdruck-Diffusion. Je nach Kundenanforderung bieten wir auch integrierte Produktionslösungen für die Herstellung von Hochleistungssolarzellen mit den entsprechenden Prozess-, Technologie- und Servicepaketen an.

Als einer der führenden Entwickler und Hersteller von Produktionsequipment bieten wir zudem Lösungen für verschiedene Halbleitertechnologien und -anwendungen an. Unser Technologieportfolio umfasst Anlagen für die Prozessierung verschiedener Substrate und Materialklassen - von siliziumbasierten Halbleitern bis hin zu Wide-Band-Gap (WBG)-Halbleitern wie Siliziumcarbid, Galliumnitrid oder Aluminiumnitrid. Unsere Produktpalette reicht von Horizontal- und Vertikalöfen, Einzelwafer-Anlagen sowie Hochtemperaturöfen für Siliziumcarbid-Prozesse bis zu Vakuumlötöfen sowie Durchlauföfen für die Mikroelektronikindustrie.

Neue Geschäftsfelder

Darüber hinaus bietet centrotherm Anlagen zur Herstellung von Hochleistungsfasern aus Carbon und Keramik an. Das Angebotsspektrum umfasst Öfen für die Stabilisierung von Carbonfaser-Präkursoren, Nieder- sowie Hochtemperaturöfen für die Carbonisierung von Fasern und Ultrahochtemperaturöfen für die Faser-Graphitierung. Diese Geschäftsaktivitäten sind im Geschäftsbereich Photovoltaik & Halbleiter enthalten.

WESENTLICHE LEISTUNGSINDIKATOREN

MARKT UND WETTBEWERB

Für uns ist das frühzeitige Erkennen von Chancen und Risiken wichtig, um rechtzeitig und flexibel auf Marktentwicklungen reagieren zu können sowie aktiv Potenziale zu erkennen und zu nutzen. Daher betrachten wir nicht nur gesamtwirtschaftliche Indikatoren. Insbesondere kontinuierliche Kontakte mit Kunden, Forschungspartnern und Marktforschungsinstituten oder Verbänden ermöglichen es uns, Technologietrends sowie Veränderungen der Markt- und Wettbewerbsstruktur zu erfassen und deren Einfluss auf unsere künftige Umsatz- und Ergebnissituation abzuschätzen.

Ein wichtiger Indikator ist der politische Einfluss auf die Marktentwicklung. Forschungs- und Förderprogramme wie TRANSFORM oder auch Ausbauziele bei der Photovoltaik als regenerative Energiequelle gehören dazu. Auch wenn wir von diesen Faktoren nicht unmittelbar betroffen sind, analysieren wir diese und lassen mögliche Auswirkungen in unsere Planung und Vertriebsstrategie einfließen.

ABSATZMÄRKTE UND MARKTPOSITION

Das internationale Geschäft hat mit einem Exportanteil von 90,9 % im Geschäftsjahr 2022 (Vorjahr: 89,8 %) für uns unverändert eine zentrale Bedeutung. Dabei lagen unsere Hauptabsatzmärkte mit einem Anteil von 82,4 % (Vorjahr: 85,7 %) im asiatischen Raum, wovon 68,0 % auf China entfielen.

Mit Kunden in Deutschland wurde ein Umsatz von 15.062 TEUR erzielt (Vorjahr: 16.758 TEUR). Dies entspricht einem Anteil von 9,1 % gegenüber 10,2 % im Vorjahr.

Marktposition Halbleiterindustrie

Zu unserem Kundenkreis gehören namhafte internationale Hersteller von Halbleitern und Mikroelektronikbauteilen. centrotherm zählt mit seinen Hochtemperatur-Annealing- und -Oxidationsöfen für 150 mm Siliziumcarbid (SiC)-Wafer zu den führenden Anbietern. In der Halbleiterindustrie gehören Koyo Thermo Systems, Semco, Amtech, SVCS Process Innovation im Bereich Horizontalanlagen sowie Toyoko Kagaku bei Hochtemperatur-Annealing- und -Oxidationsöfen zu unseren Wettbewerbern.

Marktposition Photovoltaikindustrie

centrotherm zählt zu den wenigen, noch in Europa verbliebenen Anlagenlieferanten für die internationale Photovoltaikindustrie. Für die Prozessstufen PECVD und Diffusion liefert centrotherm Produktionsanlagen sowie die dazugehörige Prozesstechnologie. Insbesondere die PECVD-Anlagen werden von den weltweit größten Zell- und Modulherstellern eingesetzt, so dass centrotherm zu den führenden Anbietern für diesen Prozess gehört. Das Geschäft mit integrierten Produktionslösungen ist im letzten Jahrzehnt mit zunehmender Marktreife deutlich zurückgegangen. Lediglich im indischen Markt werden sie noch nachgefragt.

Im Bereich Photovoltaik-Einzelanlagen für die Produktion von Solarzellen zählen insbesondere chinesische Hersteller wie Shenzen SC oder LAPLACE zu unseren Wettbewerbern.

ORGANISATION UND FÜHRUNGSSTRUKTUR

Der Vorstand leitet die CT AG. Die Vorstandsressorts waren Ende 2022 wie folgt verteilt:

Jan von Schuckmann

Vorstandsvorsitzender

Ressorts: Produktion & Logistik, Einkauf, Finanzen, Service, HR, Legal, Marketing, Arbeitssicherheit

Dr. Helge Haverkamp

Vorstand Technologie

Ressorts: Prozesstechnologie, Entwicklungszentrum, IT, Qualitätssteuerung & -management

Dr. Daniel Rieser

Vorstand Vertrieb

Ressorts: Vertrieb & Aftersales

MITARBEITER

Zum Stichtag 31. Dezember 2022 stieg die Mitarbeiterzahl auf 472 (31. Dezember 2021: 435). Die Mitarbeiterzahl ist nach Köpfen angegeben.

EINKAUF & BESCHAFFUNG

Oberstes Ziel des Einkaufs und der Beschaffung ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der CT AG in Bezug auf Technologie, Qualität, Liefertreue und Kosten in einem für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie typisch zyklischen Marktumfeld abzusichern.

Im Rahmen des Lieferantenmanagements bauen wir stetig die Beziehungen zu unseren qualitätsgeprüften Lieferanten aus und identifizieren darüber hinaus auch im Rahmen unserer Global-Sourcing-Strategie neue Lieferanten insbesondere in Asien. Auch dadurch sind wir in der Lage, unsere Produkte technologisch weiterzuentwickeln.

Über Zweit- oder Drittlieferanten stellen wir sicher, dass die Versorgung mit Bauteilen oder -gruppen möglichst nicht durch Lieferengpässe oder -ausfälle unterbrochen wird, und minimieren andererseits mögliche Abhängigkeitsrisiken. Sowohl unsere Lieferanten als auch die Qualität der von ihnen gelieferten Waren werden überwacht. Bei der Qualifizierung neuer Lieferanten überprüft centrotherm, dass die centrotherm- Compliance-Richtlinien erfüllt werden.

Der Bereich Einkauf umfasst den strategischen Einkauf, das Lieferantenmanagement sowie den operativen Einkauf und die Disposition. Er ist organisatorisch so strukturiert, dass die Dynamik der Beschaffungsanforderungen effizient unterstützt wird.

PRODUKTION

Die Effizienz und Flexibilität des operativen Bereichs Produktion hat wesentlichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der CT AG. Wir verfolgen daher konsequent das Ziel, die Produktqualität sowie die Liefertreue zu sichern und kontinuierlich zu erhöhen, bei gleichzeitig möglichst niedrigen Produktionskosten. Im Sinne von "Lean Operations" sind kontinuierliche Verbesserungsprozesse, zielgerichtete Optimierungsprojekte sowie Qualitäts- und e-Kanban-Regelkreise implementiert. Mit dem Shop-Floor-Management werden die Produktionsteams durch Visualisierung von Auftragsstatus und wesentlichen Kennzahlen gezielt gesteuert bzw. informiert und können sich auch aktiv zur Optimierung der Produktionsprozesse einbringen. Die Mitarbeiter werden bedarfsgerecht qualifiziert, um einen optimalen Produktionsablauf auch bei wechselnden Anlagentypen zu sichern.

Seit 2018 haben wir mit unserer Tochtergesellschaft centrotherm Machinery (Kunshan) Co. Ltd. unsere Produktionskapazitäten für den wichtigen Absatzmarkt China ausgebaut. Die Produktion in Kunshan wird über den Hauptproduktionsstandort Blaubeuren koordiniert und kontinuierlich weiterqualifiziert. Von dort werden auch Bauteile in andere asiatische Länder wie Indien verschickt.

VERTRIEB

Die Vertriebsstrukturen der CT AG sind auf das dominierende Auslandsgeschäft ausgerichtet. Wir sind mit Service- und Vertriebsgesellschaften in allen wichtigen Märkten vor Ort vertreten und so jederzeit nah an unseren Kunden sowie am aktuellen Marktgeschehen. Das hat sich insbesondere in der COVID-19-Pandemie ausgezahlt, da Reise- und Einreisebeschränkungen den sonst wichtigen Kundenkontakt insbesondere im asiatischen Markt stark eingeschränkt hätten.

Der Vertrieb erfolgt im Wesentlichen durch unsere lokalen Service- und Vertriebsgesellschaften und wird zentral von Blaubeuren insbesondere durch den technischen Vertrieb sowie das Projektmanagement unterstützt.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Zur Unternehmenssteuerung setzt centrotherm drei wesentliche Finanzkennzahlen ein: Gesamtleistung, EBITDA und Auftragseingang. Diese Kennzahlen werden im Zuge von institutionalisierten, monatlich erstellten Reports an den Vorstand berichtet. Darüber hinaus werden neue Aufträge bei Eingang nach Art und Inhalt des Auftrags an den Vorstand berichtet.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit (F&E) ist eine der wichtigsten Säulen zum Erhalt bzw. Ausbau der Marktposition und damit zur Sicherung des unternehmerischen Erfolgs. Dabei stehen insbesondere die Optimierung und die Weiterentwicklung unserer Produktionsanlagen sowie der Prozesse im Fokus unserer Teams im In- und Ausland. centrotherm arbeitet mit Forschungsinstituten zusammen, beteiligt sich an Forschungsprogrammen und setzt auf eine lösungsorientierte Zusammenarbeit mit der Industrie.

Im Berichtszeitraum hat centrotherm seine Entwicklungsziele mit seinen Technologen, Prozessingenieuren und Integrationsexperten konsequent weiterverfolgt. Im Jahr 2022 hat die CT AG insgesamt 11.291 TEUR (Vorjahr: 11.120 TEUR) für Forschung & Entwicklung investiert. 125 Mitarbeiter waren zum Ende des Geschäftsjahres 2022 für Technologie und Forschung bei der CT AG tätig.

Schwerpunkte der F&E für die Photovoltaikindustrie

In der Forschung & Entwicklung für die Photovoltaikindustrie setzt centrotherm auf Partnerschaften mit dem Institut für Solarenergieforschung GmbH Hameln (ISFH), dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg sowie dem International Solar Energy Research Center (ISC) in Konstanz. Kern der Kooperationen ist die Erprobung und Weiterentwicklung neuer Prozesse für die Massenproduktion von hocheffizienten Solarzellenkonzepten wie z.B. durch passivierte Kontakte. Dabei stehen die konsequente Effizienzsteigerung von Solarzellen und die kontinuierliche Senkung der Produktionskosten im Vordergrund, um Solarstrom immer wettbewerbsfähiger im Vergleich zu konventionellen Stromquellen generieren zu können.

centrotherm ist an zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die zum Ziel haben, industrielle Fertigungsprozesse für Solarzellen effizienter und leistungsfähiger zu gestalten.

Im chinesischen Yiwu hat centrotherm 2020 die centrotherm Solar technology (Yiwu) Co. Ltd. gegründet. Dort sollen insbesondere centrotherm Produktionsanlagen unter massenproduktionsähnlichen Bedingungen getestet werden und die gewonnenen Erkenntnisse in die F&E-Aktivitäten mit einfließen.

Schwerpunkte der F&E für die Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie

Zum Ausbau unseres Halbleitergeschäfts setzen wir auf eine Optimierung bestehender Prozesse und Anlagen sowie auf die Entwicklung neuer Lösungen für unsere Kunden aus der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie. An unseren Standorten Blaubeuren und Hannover betreiben wir die Entwicklungsarbeit für diese Industrie. In unserem Reinraumforschungslabor in Blaubeuren führen wir Demonstrationsreihen für unsere Kunden durch. So können wir die technologische Leistungsfähigkeit unserer Anlagen demonstrieren, aktuelle Prozesse charakterisieren sowie weitere neue Anwendungen erschließen.

centrotherm ist Konsortialpartner und Technologielieferant der europäischen Forschungsprojekte TRANSFORM und REACTION, die von der EU im Rahmen des Forschungsprogramms KDT JU (Key Digital Technologies Joint Undertaking) sowie nationalen Institutionen gefördert werden. Die Projekte zielen darauf ab, die europäische Wettbewerbsfähigkeit in der Siliziumcarbid (SiC)-Fertigung zu stärken und die neue Technologie zur industriellen Reife zu bringen. Die SiC-Technologie ermöglicht eine deutliche Steigerung der elektrischen Energieeffizienz. Neben den technologischen und gesellschaftlichen Zielen ist das Hauptziel, den Weg zu einer grünen Wirtschaft, z.B. durch klimaneutrale Mobilität zu ebnen.

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten sind Automatisierungslösungen für unsere Produktionsanlagen.

Schwerpunkte der F&E für neue Technologien

Zur weiteren Diversifizierung unseres Geschäftsmodells arbeiten wir kontinuierlich mit Industriepartnern zusammen, um neue Anwendungsmöglichkeiten für unsere Kernkompetenzen und daraus abgeleitet für unser zukünftiges Produktportfolio zu identifizieren. Dazu zählen Anlagen zur Herstellung von Hochleistungsfasern aus Carbon und Keramik. Darüber hinaus arbeitet centrotherm mit Industriekunden auch an Produktionslösungen für die Batteriefertigung. In der langfristig ausgerichteten Entwicklungsarbeit ist centrotherm an Forschungsprojekten zur Herstellung von grünem Wasserstoff beteiligt.

MARKTENTWICKLUNG UND WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Die Weltkonjunktur hat sich 2022 insgesamt deutlich abgeschwächt. Laut der Winter-Prognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel ist der Zuwachs von 6,1 % im Jahr 2021 deutlich auf 3,2 % geschrumpft. Die rasant gestiegenen Energiepreise aufgrund der Ukraine-Krise, der hohe Inflationsdruck und eine folglich straffere Geldpolitik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften haben die weltweite, wirtschaftliche Dynamik verringert.

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft war weiterhin durch die strikte Null-COVID-Politik sowie die finanziellen Schwierigkeiten im Immobiliensektor belastet. Nach einem Zuwachs des chinesischen Bruttosozialprodukts (BIP) von 8,1 % im Jahr 2021 schrumpfte das Wachstum 2022 deutlich auf 2,9 %.

Auch in Indien fiel die wirtschaftliche Erholung geringer aus als erwartet. Die indische Volkswirtschaft verzeichnete 2022 einen Zuwachs des BIP von 6,5 % nach 8,3 % im Vorjahr. In seiner Frühjahrsprognose war das IfW noch von einem Wachstum von 9,2 % für das Jahr 2022 ausgegangen. Die ostasiatischen Schwellenländer verzeichneten, wie im IfW-Konjunkturbericht prognostiziert, 2022 ein Wachstumsplus von 4,3 % nach 3,6 % im Vorjahr.

Ungeachtet der Verwerfungen durch die Ukraine-Krise expandierte die Wirtschaft im Euroraum spürbar bis in das dritte Quartal 2022, bevor sie zum Jahresende an Schwung verlor. Im Jahr 2022 ist dem IfW Kiel zufolge das BIP in der Währungsunion um 3,4 % gewachsen nach 5,3 % im Vorjahr. In Deutschland erreicht das Bruttoinlandsprodukt 2022 einen Zuwachs um 1,9 % gegenüber 2,6 % im Vorjahr.

PHOVOLTAIKBRANCHE

Im Jahr 2022 wurde nach Angaben von BloombergNEF (BNEF) weltweit eine Modulkapazität von insgesamt 268 Gigawatt (GW) neu installiert (2021: 183 GW). Damit ist die bislang unerreichte Marke von 200 GW überschritten. Der Zubau stieg um 46 % gegenüber dem Vorjahr und übertraf deutlich die Erwartungen der Analysten von BNEF (Realistisches Szenario: 228 GW). Allein auf China entfielen nach Angaben der Nationalen Energieagentur NEA Neuinstallationen von über 87 GW, in Indien waren es 15 GW.

Der Ausbau und die Förderung der Photovoltaik als erneuerbare Energie im Energiemix steht weltweit auf der Agenda vieler Staaten. Einerseits zur Reduzierung von CO 2-Emissionen und zum Klimaschutz, andererseits zur Sicherung der Energie-Autarkie. Strom aus Photovoltaik hat in vielen Regionen der Welt längst die Netzparität erreicht, jenen Zeitpunkt, bei dem der Strom aus einer Photovoltaikanlage zum gleichen Preis wie konventioneller Strom aus fossilen Energieträgern für Endverbraucher angeboten werden kann.

Trotz der global, insbesondere in China zur Verfügung stehenden hohen Produktionskapazitäten, die noch weit über die weltweite Nachfrage nach Solarzellen und -modulen hinausgehen, ist die Investitionstätigkeit von Solarzellenherstellern unverändert hoch. Im größten Photovoltaikmarkt China rüsten die Hersteller ihre bestehenden Produktionslinien technologisch auf oder investieren in neue Linien im Gigawatt-Maßstab.

Aber auch in Indien investieren Solarzellenhersteller in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten. Viele, seit Jahren etablierte Hersteller planen ebenfalls einen deutlichen Ausbau im Gigawatt-Bereich. Aber auch Neueinsteiger entdecken den attraktiven Photovoltaikmarkt für sich. Mit den Production Linked Incentive (PLI) Schemes unterstützt die indische Regierung u.a. die Entwicklung dieses Schlüsselsektors. Die nationale Photovoltaikindustrie soll unabhängiger werden vom hohen Import von Solarzellen, vornehmlich aus China.

Die USA fördern mit dem Inflation Reduction Act (IRA) u.a. Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien. Im Rahmen des IRA sollen in den nächsten 10 Jahren Mittel in Höhe von 369 Milliarden US-Dollar in Projekte zur Energiesicherung und gegen den Klimawandel investiert werden.

Die Europäische Union hat sich im Rahmen der Solar PV Industry Alliance zum Ziel gesetzt, die Nutzung der Photovoltaik als regenerative Energiequelle massiv auszubauen und in Europa ebenfalls eigene Produktionskapazitäten von 30 GW entlang der Wertschöpfungskette bis 2025 zu schaffen.

Technologieseitig ist PERC (Passivated Emitter and Rear Cell) unverändert die dominierende Zellarchitektur in der Massenproduktion, doch sie wird voraussichtlich in den kommenden Jahren durch TOPCon (tunnel oxide passivated contact), HJT (Heterojunction) oder IBC-Zellkonzepte (interdigited back contact) abgelöst werden. Das liegt u.a. daran, dass der Wirkungsgrad einer PERC-Solarzelle bei 23 % an seine Grenzen stößt und die Hersteller aufgrund des hohen Preisdrucks auf allen Wertschöpfungsstufen nach wettbewerbsfähigen Zelltechnologien für den weiteren Ausbau ihrer Produktionskapazitäten suchen.

HALBLEITERBRANCHE

Der Markt der Produktionstechnik für die Halbleiterindustrie weist ein hohes Wachstumspotenzial auf, das insbesondere durch die erneuerbaren Energien, die E-Mobilität, 5G sowie Anwendungen in der künstlichen Intelligenz (KI) angetrieben wird.

Aus dem Global Fab Equipment Spending Report des Halbleiterverbands SEMI geht hervor, dass die Ausgaben der internationalen Hersteller in die Ausrüstung von Halbleiterfabriken in den letzten Jahren stark gestiegen sind und sich seit 2019 von 55 auf 109 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 verdoppeln dürften. Die Investitionsdynamik spiegelt sich ebenfalls in der Politik wider. So will die Europäische Union mit dem Chips-Act zur Stärkung des europäischen Standorts für die Halbleiterindustrie 43 Milliarden Euro öffentliche Mittel bereitstellen. Der in der COVID-19-Pandemie deutlich gewordenen Abhängigkeit von internationalen Lieferketten soll mit diesem Investitionspaket gegengesteuert und der Chipmangel durch die Ansiedlung von Halbleiterherstellern in Europa mittel- bis langfristig behoben werden.

Getrieben von der hohen Nachfrage und großen Bedeutung für viele Industriezweige bauen international führende Hersteller der Halbleiterbranche in Asien, den USA und in Europa ihre Produktionskapazitäten für 200 und 300 mm Wafer aus. Auch im chinesischen Markt steigt die Nachfrage, da der Staat außergewöhnlich hohe Investitionen in den Halbleitermarkt tätigt.

ANALYSE DER FINANZWIRTSCHAFTLICHEN SITUATION

WICHTIGE HINWEISE UND VORBEMERKUNGEN

Alle Angaben beziehen sich auf die CT AG. Margen und Quoten beziehen sich - sofern im Text nicht anders angegeben -auf die Gesamtleistung.

Zur besseren Lesbarkeit wird das Geschäftsjahr 2021 auch als "Vorjahr" bezeichnet.

AUFTRAGSENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2022 gingen Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 333.544 TEUR bei der CT AG ein. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Auftragseingang um 90,0 % (Vorjahr: 175.527 TEUR). Das Auftragsvolumen aus der Halbleiterindustrie hat sich gegenüber 2021 mit 220.192 TEUR mehr als verdoppelt (Vorjahr: 104.876 TEUR). Aus der Photovoltaikindustrie gingen Aufträge im Gesamtwert von 111.251 TEUR ein (Vorjahr: 70.651 TEUR). Aus neuen Geschäftsfeldern summierte sich der Auftragseingang auf 2.101 TEUR.

Auf Asien entfiel ein Auftragsvolumen von 249.919 TEUR (Vorjahr: 132.628 TEUR), womit rund 75 % aller Aufträge im Geschäftsjahr 2022 von asiatischen Kunden kamen. Aufträge aus China summierten sich auf insgesamt 93.729 TEUR bzw. 28,1 % (2021: 84.166 TEUR bzw. 48,0 %). Nach Ländern aufgeteilt, entfiel der größte Anteil des Auftragsvolumens auf Indien mit 103.819 TEUR.

Zum 31. Dezember 2022 verfügt die CT AG über einen Auftragsbestand von 411.428 TEUR nach 248.936 TEUR zum 31. Dezember 2021. Damit ist der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr deutlich um 65,3 % gestiegen. Die sich in der Bestandsveränderung widerspiegelnden Erträge aus der Abarbeitung bestehender Kundenaufträge, werden bei der Ermittlung des Auftragsbestandes nicht mindernd berücksichtigt.

UMSATZ UND ERGEBNISENTWICKLUNG

Umsatz und Gesamtleistung

Im Geschäftsjahr 2022 hat die CT AG einen Umsatz von 166.207 TEUR erzielt (Vorjahr: 163.870 TEUR). Asien war erneut der größte Absatzmarkt mit Umsatzerlösen von insgesamt 137.023 TEUR (Vorjahr: 140.340 TEUR). Die Exportquote betrug 90,9 % gegenüber 89,8 % im Vorjahr.

Umsatzerlöse nach Regionen

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in TEUR 01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021 Anteil GJ 2022 Anteil GJ 2021
Deutschland 15.062 16.758 9,1% 10,2%
Übriges Europa 6.737 4.728 4,1% 2,9%
China 113.045 121.038 68,0% 73,9%
Übriges Asien 23.978 19.302 14,4% 11,8%
Übrige 7.385 2.044 4,4% 1,2%
Summe 166.207 163.870 100,0% 100,0%

Umsatzerlöse nach Produkten

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in TEUR 01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021 Anteil GJ 2022 Anteil GJ 2021
Einzelequipment 151.088 150.799 90,9% 92,0%
Service und Ersatzteile 13.091 11.382 7,9% 7,0%
Sonstige Umsätze 2.028 1.689 1,2% 1,0%
Summe 166.207 163.870 100,0% 100,0%

Die Umsätze mit Einzelequipment entfallen mit 102.946 TEUR (Vorjahr: 117.864 TEUR) auf Produktionsanlagen für die Photovoltaikindustrie. Daneben wurden 47.497 TEUR (Vorjahr: 32.934 TEUR) Umsatzerlöse mit Anlagen für die Halbleiterindustrie erzielt. Auf neue Geschäftsfelder entfallen Umsätze in Höhe von 646 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen verminderte sich um 54.426 TEUR (Vorjahr: Bestandserhöhung um 27.147 TEUR). Dementsprechend sank die Gesamtleistung der CT AG auf 112.371 TEUR gegenüber 191.950 TEUR im Vorjahr.

Aufwands- und Ergebnisentwicklung

Auszug aus der Gewinn- und Verlustrechnung

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in TEUR 01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021
Umsatzerlöse 166.207 163.870
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen -54.426 27.147
Aktivierte Eigenleistungen 590 933
Gesamtleistung 112.371 191.950
Sonstige betriebliche Erträge 4.765 12.039
Materialaufwand -51.967 -134.059
Personalaufwand -31.799 -28.722
Sonstige betriebliche Aufwendungen -22.720 -27.602
EBITDA 10.650 13.606
Abschreibungen -3.527 -3.111
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1 15
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -795 -925
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -119 -176
Ergebnis nach Steuern 6.210 9.409
Sonstige Steuern -84 -83
Jahresüberschuss 6.126 9.326
Verlustvortrag aus dem Vorjahr -44.432 -53.758
Bilanzverlust -38.306 -44.432

Die sonstigen betrieblichen Erträge summierten sich auf 4.765 TEUR, wovon 2.866 TEUR auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (Vorjahr: 1.628 TEUR) sowie 1.088 TEUR auf Erträge aus Fördermitteln für F&E-Projekte (Vorjahr: 707 TEUR) entfallen. Im Vorjahr enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge (12.039 TEUR) zudem einen Rückerstattungsanspruch im Zusammenhang mit der widerrechtlichen Inanspruchnahme von Garantien aus einem ehemaligen Großprojekt in Algerien in Höhe von 9.167 TEUR.

Im Geschäftsjahr 2022 sank der im Zusammenhang mit der Gesamtleistung stehende Materialaufwand inklusive der Aufwendungen für bezogene Leistungen von 134.059 TEUR im Vorjahr auf 51.967 TEUR. Im Berichtsjahr 2022 ist die an der Gesamtleistung gemessene Materialaufwandsquote von 69,8 % auf 46,3 % gesunken.

Der Personalaufwand im Geschäftsjahr 2022 stieg von 28.722 TEUR auf 31.799 TEUR. Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum Stichtag 31. Dezember 2022 auf 472 (Vorjahresstichtag: 435). Die Mitarbeiterzahl ist nach Köpfen angegeben.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen beliefen sich im Berichtsjahr auf 3.527 TEUR nach 3.111 TEUR im Vorjahr.

Im Geschäftsjahr 2022 sanken die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 27.602 TEUR im Vorjahr um 4.882 TEUR auf 22.720 TEUR. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die gesunkenen Aufwendungen für Fracht und Verpackung in Höhe von 2.502 TEUR (2021: 8.377 TEUR) sowie für Leiharbeit in Höhe von 521 TEUR (Vorjahr: 1.977 TEUR). Gegenläufig entwickelt bzw. gestiegen sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen für Provisionen in Höhe von 5.956 TEUR (Vorjahr: 3.337 TEUR) sowie für Fremde Dienste in Höhe von 2.947 TEUR (Vorjahr: 2.656 TEUR). Insbesondere aufgrund des hohen Strombedarfs in der Produktion sowie im Forschungs- und Entwicklungszentrum sind auch die betrieblichen Aufwendungen der CT AG für Strom um über 250 TEUR gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Trotz des geringeren Gasverbrauchs 2022 am Standort Blaubeuren sind die betrieblichen Aufwendungen für Wärme dennoch um rund 350 TEUR gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Für Rechts- und Beratungskosten fielen insgesamt an 1.013 TEUR (Vorjahr: 1.194 TEUR).

Das Ergebnis vor Steuern für das Jahr 2022 ist mit 6.329 TEUR erneut positiv (Vorjahr: 9.585 TEUR). Im Vorjahr hat ein Sondereffekt aus dem Rückerstattungsanspruch im Zusammenhang mit der widerrechtlichen Inanspruchnahme von Garantien aus einem ehemaligen Großprojekt in Algerien mit 9.167 TEUR zu dem positiven Ergebnis mit beigetragen. Nach sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen, Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie sonstigen Steuern belief sich der Jahresüberschuss der CT AG für das Geschäftsjahr 2022 auf 6.126 TEUR (Vorjahr: 9.326 TEUR). Der Bilanzverlust der CT AG sank auf 38.306 TEUR zum 31. Dezember 2022 nach 44.432 TEUR zum Bilanzstichtag des Vorjahres.

Im Geschäftsjahr 2022 betrug das Ergebnis je Aktie bei einer Anzahl von 21.162.380 Aktien 0,36 EUR nach 0,44 EUR im Vorjahr.

Beurteilung des Vorstands über die Geschäftsentwicklung

Beim Auftragseingang im Geschäftsjahr 2022 wurden die Erwartungen bzw. die ursprüngliche Prognose des Vorstands von 120 bis 180 Mio. EUR deutlich übertroffen. Es gingen Aufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 334 Mio. EUR bei der CT AG ein, was einem Anstieg um 90,0 % gegenüber 2021 entspricht (Vorjahr: 175.527 TEUR). Das Auftragsvolumen aus der Halbleiterindustrie hat sich mit über 220 Mio. EUR mehr als verdoppelt und überstieg deutlich den Auftragseingang 2022 aus der Photovoltaikindustrie von über 111 Mio. EUR.

Die CT AG hat eine Gesamtleistung von über 112 Mio. EUR im Berichtsjahr erreicht, welche innerhalb der Prognose von 90 bis 140 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2022 liegt.

Die Prognose eines positiven EBITDA im mittleren bis höheren einstelligen Millionenbereich für das Geschäftsjahr 2022 wurde mit rund 10,7 Mio. EUR übertroffen. Gegenüber dem Vorjahr konnte das operative EBITDA deutlich verbessert werden. Bereinigt um den Sondereffekt aus dem Rückerstattungsanspruch im ehemaligen Algerien-Projekt betrug das operative EBITDA im Vorjahr rund 4,4 Mio. EUR.

Zusammenfassend ist der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung 2022 sehr zufrieden. Die infolge der COVID-19-Pandemie und der Ukraine-Krise beeinflusste, schwächere Konjunktur hat im Berichtsjahr keine Auswirkungen auf das Bestellverhalten der centrotherm-Kunden gezeigt. Sowohl die Halbleiter- als auch die Photovoltaik-Branche sind weiterhin in einer Wachstums- bzw. Expansionsphase. Im Geschäftsjahr 2022 konnte der Vorstand zudem einen neuen Avalrahmen für die Finanzierung des stark gewachsenen Neugeschäfts abschließen.

VERMOEGENSLAGE

Auszug aus der Bilanz

Aktiva

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Anlagevermögen 37.332 39.438
Umlaufvermögen 185.140 204.608
Rechnungsabgrenzungsposten 964 1.034
Gesamt Aktiva 223.436 245.080

Passiva

   
in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital 40.592 34.466
Rückstellungen 22.060 20.281
Verbindlichkeiten 160.682 190.054
Rechnungsabgrenzungsposten 102 279
Gesamt Passiva 223.436 245.080

Wesentliche Bilanzeffekte im Berichtszeitraum

In den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 11.539 TEUR (Vorjahr: 12.010 TEUR) ist ein Rückerstattungsanspruch in Höhe von 9.167 TEUR aus der widerrechtlichen Inanspruchnahme von Garantien aus einem ehemaligen Großprojekt in Algerien enthalten. Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen um 27.334 TEUR auf 61.119 TEUR gegenüber 33.785 TEUR zum Vorjahresstichtag.

Auf der Passivseite der Bilanz stieg das Eigenkapital der CT AG von 34.466 TEUR zum Vorjahresstichtag auf 40.592 TEUR zum 31. Dezember 2022. Die Eigenkapitalquote stieg von 14,1 % zum Vorjahresstichtag auf 18,2 % zum Bilanzstichtag.

Die Verbindlichkeiten der CT AG sanken von 190.054 TEUR um 29.372 TEUR auf 160.682 TEUR zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022. Dies ist im Wesentlichen auf die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen zurückzuführen, die sich zum Bilanzstichtag auf 128.596 TEUR summierten (Vorjahr: 158.794 TEUR).

LIQUIDITÄT UND FINANZIERUNG

Vorrangiges Ziel des Finanzmanagements ist es, sicherzustellen, dass eine ausreichende Liquiditätsausstattung und die finanzielle Substanz der CT AG erhalten bleiben.

Im Jahr 2022 konnte die CT AG drei neue Verträge mit einem Avalrahmen von insgesamt 34.000 TEUR abschließen. Diese werden den bisher bestehenden Avalrahmen von 15.000 TEUR ablösen, der nur gegen Barhinterlegung in Anspruch genommen werden konnte. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 lag die Inanspruchnahme der Avalrahmen bei insgesamt 10.424 TEUR, wovon 6.419 TEUR auf die neuen Avalrahmen ohne Barhinterlegung und 4.005 TEUR auf den bestehenden Avalrahmen mit Barhinterlegung entfielen.

Weitere Avale und Garantien gegenüber Dritten oder Tochtergesellschaften bestanden zum Stichtag nicht.

Im Geschäftsjahr 2022 war der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit mit 29.223 TEUR erneut positiv (Vorjahr: 8.439 TEUR). Insbesondere die Abarbeitung von Kundenaufträgen hat sich positiv auf den Cashflow ausgewirkt.

Im Berichtszeitraum 2022 ergab sich ein negativer Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 1.889 TEUR (Vorjahr: -2.168 TEUR), der im Wesentlichen auf Investitionen in das Sachanlagevermögen beruht.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug 0 TEUR. Im Vorjahr bezifferte sich dieser Cashflow auf - 3.700 TEUR und betraf ausschließlich die Auszahlung der letzten Rate aus der Rückzahlungsvereinbarung gegenüber dem Kreditversicherer im Zusammenhang mit einem ehemaligen Großprojekt in Algerien.

Die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds im Berichtsjahr betrug 27.334 TEUR nach 2.571 TEUR im Vorjahr. Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2022 umfasste ausschließlich den Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 61.119 TEUR (31. Dezember 2021: 33.785 TEUR). Der Finanzmittelfonds unterlag zum Bilanzstichtag einer planmäßig kurzfristigen Verfügungsbeschränkung aufgrund von bar hinterlegten Avalen in Höhe von 4.005 TEUR. Die verfügbare, freie Liquidität betrug demnach zum Bilanzstichtag 57.114 TEUR.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

CHANCEN

Vertrieb und Absatz

Die Photovoltaik als erneuerbare Energie ist ein wesentlicher Schlüssel zur Reduzierung von CO 2-Emissionen sowie der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Die Energiekrise in Europa wird den Ausbau der Photovoltaik beschleunigen. Aber nicht nur in Europa sondern auch in den USA steht die Schaffung bzw. Wiederansiedlung von Fabriken entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette im Gigawatt-Maßstab auf der politischen Agenda. Es bestehen gute Chancen, dass centrotherm als deutscher Maschinenbauer an solchen künftigen Vorhaben beteiligt wird.

Auch in Indien wird der Aufbau lokaler Produktionskapazitäten mit nationalen Programmen vorangetrieben und die Nachfrage nach Produktionslösungen für Solarzellenfabriken ist sehr hoch. centrotherm hat 2022 Aufträge aus Indien für eine kumulierte Produktionskapazität von mehr als 10 GW erhalten. Insbesondere der Ende 2022 gewonnene Großauftrag könnte eine Sogwirkung herbeiführen und somit die Chancen für den zukünftigen Absatz im indischen Photovoltaikmarkt weiter erhöhen.

Mittel- bis langfristig ergeben sich aus unserer F&E-Tätigkeit im Bereich Photovoltaik weitere Chancen für neue centrotherm-Produktionslösungen, die eine höhere Produktivität bei gleichzeitiger Senkung der Produktionskosten zum Ziel haben. Mithilfe dieser neuen Anlagengeneration könnte centrotherm in China wieder verstärkt in den Wettbewerb treten und neues Absatzpotenzial erschließen.

Die Halbleiterindustrie fragt für die thermische Behandlung von Siliziumwafern neben 200 mm zunehmend Produktionslösungen für die 300 mm-Technologie nach. Der Ausbau entsprechender Produktionskapazitäten in der Chip-Industrie schreitet weltweit voran. Die erfolgreiche Evaluierung des neuen Anlagenclusters c.HORICOO 300 durch führende europäische Hersteller erhöht die Absatzchancen in den kommenden Geschäftsjahren. Ebenso steigt die Nachfrage nach Leistungshalbleitern auf Siliziumcarbid-Basis, was sich im vergangenen Geschäftsjahr deutlich im Auftragseingang gezeigt hat. Die Absatzchancen für Horizontalöfen, Hochtemperatur-Prozessanlagen c.ACTIVATOR und c.OXIDATOR sowie für die RTP-Anlage c.RAPID bleiben weiterhin hoch.

Durch die stark zunehmende Anzahl unserer ausgelieferten Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie steigt auch das Umsatzpotenzial für das centrotherm Service- und Ersatzteilgeschäft deutlich.

Für den Vertrieb in der Mikroelektronik ergeben sich u.a. für Vakuumlötanlagen auch in Asien wieder zunehmend gute Absatzchancen.

Mit neuen innovativen Lösungen im Bereich der Waferherstellung für die Halbleiterindustrie sowie für einzelne Prozesse bei der Herstellung von Batterien ergeben sich Chancen für die weitere Diversifizierung des centrotherm-Portfolios. Die Zusage von beantragten Fördermitteln für unsere F & E-Aktivitäten im Bereich Batteriespeichertechnik wäre ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unseres Produkt-Portfolios.

RISIKEN

Umfeld- und Branchenrisiken

Photovoltaikbranche

Im Geschäftsjahr 2022 lässt der deutliche Rückgang im Auftragseingang aus der chinesischen Photovoltaikindustrie darauf schließen, dass centrotherm ohne die Einführung neuer Anlagengenerationen dort Marktanteile an lokale Wettbewerber verliert. Chinesische Anlagenlieferanten üben sehr hohen Preisdruck auf westliche Hersteller wie centrotherm aus und drängen mit Produktionslösungen für TOPCon- oder HJT-Solarzellen auf den Weltmarkt.

Die Investitionen von Solarzellenherstellern werden von vielfältigen Faktoren beeinflusst und entwickeln sich sehr volatil. Neben der Marktnachfrage und der Finanzierungsmöglichkeiten wirken sich insbesondere politische Faktoren wie z.B. nationale Förderprogramme, Ausbauziele oder Strafzölle auf Investitionen aus. Darüber hinaus könnten sich die angekündigten Exportverbote Chinas zum Schutz eigener Technologie bei der Wafer-, Ingot- und Siliziumherstellung erschwerend auf die Schaffung neuer Produktionskapazitäten außerhalb des dominierenden chinesischen Marktes auswirken.

Halbleiterbranche

Die Halbleiterindustrie ist hinsichtlich ihrer Investitionen in neue Fertigungskapazitäten von Investitionszyklen geprägt und ähnlich wie die Photovoltaikindustrie sehr volatil. Mit seinem Produktportfolio für Siliziumcarbidlösungen bedient centrotherm einen Nischenmarkt, der stark von Investitionen in Siliziumcarbid-Wafer abhängt.

China

Mit einem Umsatzanteil von 68 % im Geschäftsjahr 2022 besteht für centrotherm eine große Abhängigkeit vom chinesischen Markt. Mögliche Handelskonflikte zwischen China und den USA könnten zu einer Schwächung der Wirtschaftsleistung der Volksrepublik oder zu Handelsrestriktionen führen und sich insgesamt negativ auf das Wachstum der Weltwirtschaft auswirken. Finanzielle Probleme im chinesischen Immobiliensektor könnten ebenfalls die Wirtschaftsentwicklung belasten. Dies könnte in der Folge auch die Investitionsbereitschaft unserer wichtigen chinesischen Kunden bremsen und Störungen in den Lieferketten aus China nach sich ziehen. Eine mögliche Eskalation des Taiwan-China-Konflikts ist als weiteres, wesentliches Risiko zu nennen. Solche Entwicklungen könnten sich nach dem Aufstellungszeitpunkt negativ auf die Ertrags- und Vermögenslage der CT AG auswirken. centrotherm beugt dem Risiko mit der weiteren Diversifizierung seines Produktportfolios und der Erschließung neuer Absatzmärkte vor.

Zu den rechtlichen Risiken verweisen wir auf den gleichlautenden Abschnitt im Risikobericht.

Ukraine-Krieg

Aus den Geschäftsbeziehungen zu russischen oder ukrainischen Kunden ergeben sich keine direkten Risiken für die CT AG. Aufgrund der bislang geringen Geschäftsbeziehungen und der geringen Marktpenetration sind keine wesentlichen Auswirkungen auf den Auftragseingang zu erwarten. Auch die Materialversorgung ist nicht direkt betroffen, da wir nicht mit Lieferanten aus der Ukraine oder Russland zusammenarbeiten.

Durch den deutlichen Anstieg der Energiepreise infolge des Krieges und aufgrund des hohen Strombedarfs in Produktion sowie Forschung und Entwicklung sind die betrieblichen Aufwendungen der CT AG für Strom, Wärme und Wasser um rund 650 TEUR gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Sie wirken sich auf das Unternehmensergebnis aus, aber stellen kein Hemmnis für die Geschäftsentwicklung dar. Das Inflationsrisiko wurde in der Unternehmensplanung bei den Aufwendungen für Material, Personal sowie bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen mitberücksichtigt.

Dank der fortschreitenden Beruhigung der COVID-19-Pandemie und Normalisierung der Lieferwege haben sich im Geschäftsjahr 2022 trotz geänderter Transportrouten nach Asien Preissteigerungen bei den sonstigen betrieblichen Ausgaben für Logistik & Transport durch rechtzeitigen Abschluss von Rahmenverträgen wirksam begrenzen lassen. Durch jährlich neu ausgeschriebene, vertragliche Vereinbarungen mit verschiedenen Logistikunternehmen sowie eine stetige Marktbeobachtung wirkt centrotherm diesem Risiko effektiv entgegen.

Den Umfeld- und Branchenrisiken begegnet centrotherm vor allem durch leistungswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Maßnahmen, die neben weiteren im Folgenden dargestellt sind.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Beschaffung und Materialwirtschaft

Infolge der Energiekrise in Europa sind die Aufwendungen für die Beschaffung von Rohstoffen, Material sowie Vorprodukten deutlich gestiegen. Zudem treibt die hohe Inflation die Lohnkosten in die Höhe. Dies führt dazu, dass Lieferanten die Preissteigerungen weitergeben. Als Folge der generell hohen Marktnachfrage, insbesondere aus der weltweit wachsenden Halbleiterindustrie, kommt es zu einer Materialverknappung bei Komponenten wie z.B. SiC, Quarz sowie prozessrelevanten und elektromechanischen Teilen. Dies wirkt sich sowohl auf die Beschaffungspreise als auch auf die Lieferzeiten aus.

Durch die globale Sourcing-Strategie der CT AG unterliegen die Aufwendungen für Material auch dem Einfluss der Wechselkurse. Ein höheres Wechselkursrisiko sehen wir aktuell in der Materialbeschaffung aus den USA. Grundsätzlich kann dieses Risiko zukünftig auch für den chinesischen und japanischen Sourcing-Markt auftreten.

Infolge des gestiegenen Auftragsvolumens und -bestands kann sich das Abhängigkeitsrisiko zu Lieferanten durch den Abschluss langfristiger Beschaffungsverträge erhöhen.

Unterbrechungen oder Störungen in der Supply Chain können zu erhöhtem Personalaufwand in der Produktion und in der Folge zu Produktionsverzögerungen bis hin zur Nichteinhaltung von Lieferterminen und ggfs. zu Vertragsstrafen führen. Durch vertraglich vereinbarte Grace Periods oder eines maximalen Betrags bei Lieferverzug sowie Klauseln zu höherer Gewalt wird dieses Risiko reduziert bzw. beschränkt. Das Risiko einer möglichen Abwanderung von Kunden zum Wettbewerb im Zusammenhang mit den Lieferverzögerungen schätzt der Vorstand der CT AG als gering ein, da auch Wettbewerber von Störungen in den Lieferketten betroffen sind.

Zur Minimierung der Risiken aus Beschaffung und Materialwirtschaft verfolgt centrotherm einen konsequenten Ausbau seiner Global-Sourcing-Strategie und betreibt eine aktive Erschließung sowie Qualifizierung alternativer Lieferanten. Das gilt auch hinsichtlich der Abhängigkeit von Single-Source-Lieferanten. Um einem eventuellen Ausfall von Lieferanten vorzubeugen, betreibt centrotherm außerdem ein systematisches Lieferantenmanagement. Die Lieferanten werden hinsichtlich ihrer Bonität, ihrer Lieferfähigkeit und Liefertermintreue sowie der Qualität kontinuierlich überwacht und bewertet.

Einem Abwertungsrisiko von Materialbeständen aufgrund der Einführung von neuen Anlagengenerationen oder Konstruktionsänderungen wird durch regelmäßiges Monitoring sowie einer bedarfskontrollierten Beschaffungspolitik wirksam begegnet.

Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung

Weitere Risiken ergeben sich auch als Folge von Konstruktions-, Montage- oder Installationsfehlern in Form von Produkthaftungsansprüchen oder Reputationsschäden. Wir begegnen diesen Risiken mit einer Qualitätsprüfung bei Wareneingang sowie durch permanente Produktionsüberwachung im Rahmen des Qualitätsmanagements und des Strategieprojekts Lean Operations. Zur Qualitätssicherung bei neuen Lieferanten durchlaufen die Bauteile einen sorgfältigen Qualifizierungsprozess, der zusätzlich Tests bei kritischen Teilen im Technikum umfasst. Zur Deckung verbleibender Risiken wurden Rückstellungen gebildet. Zur Minimierung von Haftungsrisiken und zum Schutz vor den Auswirkungen aus Schadensfällen schließen wir darüber hinaus entsprechende Versicherungen ab.

Forschung und Entwicklung

Insbesondere der schnelle technologische Fortschritt in der Photovoltaik- als auch in der Halbleiterindustrie kann zu Risiken im Forschungs- und Entwicklungsbereich führen. Es besteht die Gefahr, dass Produkte und Prozesse entwickelt werden, die zukünftig am Markt nicht nachgefragt werden oder, dass die CT AG den technologischen Anforderungen des Marktes nicht oder nur mit zusätzlichem Aufwand gerecht werden kann. Es besteht darüber hinaus auch das Risiko, dass Produktionslösungen nicht rechtzeitig entwickelt werden können. Dies kann zu Umsatzausfällen, zu negativen Ergebnisauswirkungen, zu Imageverlust und letztendlich auch zum Verlust von Marktanteilen führen.

Im Rahmen der Einführung neuer Prozesse und Produktionsanlagen kann es nach der Installation beim Kunden zu einem zusätzlichen Material- und Serviceaufwand kommen, sofern Anlagenkomponenten getauscht, durch neue ersetzt oder Prozessoptimierungen durchgeführt werden müssen.

Die CT AG begegnet diesen Risiken durch ausgewählte Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie durch Kooperationen mit Universitäten, renommierten Forschungsinstituten und nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit Pilotkunden. Zudem werden alle Produkt- oder Prozessentwicklungen standardisierten Bewertungsverfahren unterworfen, in denen die strategische und die finanzielle Werthaltigkeit permanent überprüft und hinterfragt wird. Für die verbleibenden Risiken aus Forschung und Entwicklung wurden Rückstellungen gebildet.

Projektrisiken

Insbesondere bei der Realisierung von Großprojekten können sich besondere Risiken ergeben. Dazu gehören u.a. Fehler in der Auftragskalkulation, Mehrkosten aufgrund technischer Änderungen und Prozesserfahrung ("Lessons Learned", Technologierisiko), Nichterfüllung zugesicherter Produkt- und/​oder Prozessspezifikationen und mögliche Auswirkungen auf zukünftige Marktentwicklungen, Gefahr kundenseitiger Projektverzögerungen, hohe Abhängigkeit vom Kunden und damit höheres Kreditrisiko, Lieferantenrisiko (Lieferverzug sowie Steuer- und Transferpreisrisiken).

Ein weiteres Risiko besteht bezüglich der Entwicklung von Projektkosten (Material-, Transportkosten). Insbesondere bei größeren Aufträgen, die über einen längeren Zeitraum realisiert werden, sind Preissteigerungen gegenüber den kalkulierten Budgets möglich. Durch regelmäßiges Monitoring der Preisentwicklungen wichtiger Komponenten und einer entsprechenden Angebotskalkulation wird diesem Risiko vorgebeugt.

Personalrisiken

centrotherm ist als Technologieunternehmen auf qualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen. Der allgemeine Fachkräftemangel erschwert die Rekrutierung von qualifizierten Bewerbern am Arbeitsmarkt, das gilt insbesondere für die Fachkräfte aus den Bereichen IT und Service. Zur Verringerung des Risikos eines Fachkräftemangels setzt centrotherm auch auf die Unterstützung von Personalvermittlern und Interimsberatern. Ergänzend betreibt centrotherm eine aktive Bewerberansprache über Jobbörsen. Nicht zuletzt nimmt die betriebliche Ausbildung als Instrument zur Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle in der Personalpolitik von centrotherm ein.

Das Fluktuationsrisiko ist trotz der guten Auftragslage unter den Service-Mitarbeitern hoch, da solche Fachkräfte branchenübergreifend gesucht werden.

Auch beim Ausfall von Schlüsselpersonen besteht die Gefahr, dass der Geschäftsbetrieb beeinträchtigt wird und wertvolles Know-how verloren geht. Diesem Risiko begegnet die CT AG mit Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und durch ein vielfältiges Gesundheitsprogramm. Zudem fördern wir unser Betriebsklima sowie eine aktive Mitarbeitermotivation und interne Kommunikation.

Im Zusammenhang mit der weiteren Diversifizierung der CT AG kann das Risiko auftreten, dass Schlüsselpositionen nicht entsprechend der zukünftigen Anforderungen besetzt werden können. Mittels der Implementierung eines Talentmanagements und der Nachfolgeplanung soll den Risiken zum Ausfall und zur erforderlichen Qualifizierung von Schlüsselpersonen entgegengewirkt werden. Individuelle Entwicklungspläne und auf centrotherm zugeschnittene Lernplattformen sind wesentliche Elemente der Fortbildungsstrategie.

Im Zusammenhang mit COVID-19-Infektionen hat sich das Risiko des Personalausfalls verringert.

Informationstechnische Risiken

Die Datenverfügbarkeit und Datensicherheit zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, ist ein zentrales Ziel unserer IT-Organisation. Dazu gehören insbesondere auch die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter zum Thema Cyberkriminalität.

Um das Risiko eines Systemausfalls zu minimieren bzw. zu vermeiden, bestehen zwei teilredundante Rechenzentren, die laufend dem aktuellen Bedarf angepasst werden und sich an gehobenen marktüblichen Standards orientieren. Eine automatisierte Überwachung der IT-Systeme sowie eine Rufbereitschaft für Notfälle sind eingerichtet. Gängige Sicherheitsmechanismen wie Anti-Virussoftware, Firewall oder Datenverschlüsselung werden eingesetzt, aktuell gehalten, überprüft und verbessert. Sachschäden an den Anlagen und Geräten der IT- und Kommunikationstechnik werden von der bestehenden Elektronikversicherung ersetzt. Schäden, die durch Brand, Blitz, Explosion, Sturm oder Hagel entstehen und zu einem Produktionsausfall führen, sind durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgedeckt.

Sicherheitsschlösser sowie Zutrittskontrollsysteme, Systemzugangsdaten, ein Data-Owner-Management und ein IP-Level-Konzept und regelmäßige Datensicherung mit definierten Aufbewahrungszeiten sind wesentliche Maßnahmen zur Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit des Diebstahls, der Manipulation oder des Verlusts von Unternehmensdaten. Es besteht eine Versicherung gegen Cyberkriminalität.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Als weltweit agierendes Unternehmen ist centrotherm im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kredit-, Liquiditäts-, Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken ausgesetzt. Diese können einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, die aus dem operativen Geschäft resultierenden finanziellen Risiken zu identifizieren, zu bewerten und diesen Risiken durch die Entwicklung sowie Umsetzung von Strategien zu begegnen. centrotherm setzt zur Risikokompensation - soweit notwendig - geeignete Finanzinstrumente ein. Zum Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Freigabe des vorliegenden Abschlusses wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Zur Verminderung des Risikos aus der Nichteinhaltung von nationalen und EU-Gesetzen sowie Publizitätspflichten werden Schulungen zu Neuerungen durchgeführt und unterstützend Rechtsberater eingeschaltet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko, auch Bonitätsrisiko oder Ausfallrisiko genannt, besteht in der Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen oder Leistungen des Vertragspartners. Hieraus ergibt sich zum einen ein Bestandsrisiko in Bezug auf bereits gefertigte Anlagen oder bestellte Bauteile und zum anderen ein Liquiditätsrisiko durch Zahlungsverschiebungen oder -ausfälle.

Zur Vermeidung eines Forderungsausfalls prüfen wir bereits vor Vertragsabschluss die Bonität unserer Geschäftspartner. Zur weiteren Absicherung vereinbaren wir mit unseren Kunden regelmäßig Zahlungsbedingungen nach Leistungsfortschritt, die in vielen Fällen mittels eines Akkreditivs abgesichert werden. Die Überwachung der offenen Posten ist Aufgabe unseres Forderungsmanagements. In regelmäßigen Sitzungen des Finanzbereichs mit den Vertriebsverantwortlichen und dem Projektmanagement findet ein Monitoring der Einzelpositionen statt, um frühzeitig Maßnahmen zur Beibringung der Forderungen festzulegen. Insbesondere bei Großprojekten kann neben der hohen Abhängigkeit vom Kunden ein höheres Kreditrisiko einhergehen.

Die Unternehmensleitung ist der Überzeugung, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.

Das Ausfallrisiko in Bezug auf Geldanlagen und Zahlungsmittelbestände ist durch die Streuung bei verschiedenen Finanzdienstleistern reduziert. Deren Bonität wird regelmäßig überwacht.

Liquiditäts- und Finanzierungsrisiko

Basis für die Ermittlung des Liquiditätsbedarfs ist unsere kurz- und mittelfristig rollierende Liquiditätsplanung, welche laufend aktualisiert und durch das Risikomanagement überwacht wird.

Bei neuem Auftragseingang besteht regelmäßig die Notwendigkeit, Materialbestellungen und einen Teil des Fertigungsprozesses vorzufinanzieren. Mit dem Abschluss der neuen Avalrahmen im Geschäftsjahr 2022 konnte das Liquiditätsrisiko verringert werden, da der Avalrahmen deutlich erweitert wurde und nun Avale ohne Barhinterlegung herausgegeben werden können. Ende 2022 wurden zudem die bestehenden Kreditverträge in Höhe von insgesamt 17 Mio. EUR bis Ende Dezember 2025 verlängert. Der Vorstand geht davon aus, dass der CT AG ausreichend Liquidität zur Verfügung steht, um solche Vorfinanzierungen abdecken zu können.

Fremdwährungsrisiko

Unsere Kundenaufträge werden auch außerhalb der Euro-Länder ganz überwiegend in Euro fakturiert und gleichzeitig die wesentlichen Komponenten und Rohmaterialien auf Basis der Euro-Währung eingekauft. Unsere Tochtergesellschaft centrotherm Machinery (Kunshan) beschafft Materialien oder Dienstleistungen lokal und bezahlt diese in Renminbi.

centrotherm überwacht die Entwicklung der lokalen Währungen und antizipiert diese bei den fortlaufenden Kalkulationen. Sollten sich im Einzelfall wesentliche Fremdwährungsrisiken ergeben, werden diese mit Devisensicherungsgeschäften projektbezogen abgesichert.

Derzeit besteht für die CT AG ein geringes Fremdwährungsrisiko, welches sich zukünftig aber durch die zunehmend globale Beschaffungsstrategie erhöhen könnte.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Devisensicherungsgeschäfte.

Energie- und Rohstoffpreisrisiko

centrotherm benötigt für die Produktionsprozesse verschiedene Metalle, insbesondere Kupfer, Eisen, Silber und Platin sowie Rohmaterialien wie z.B. Quarz, Silizium und Energie. Risiken ergeben sich vor allem durch die hohe Volatilität der Energie- und Rohstoffpreise. Eine Preisänderung kann sich auf die Herstellkosten auswirken. Zur Minimierung der Risiken führen wir fortlaufend Analysen der Rohstoffpreisentwicklungen und deren Auswirkungen auf unsere Wertschöpfungskette durch. In der Vergangenheit bestand und aktuell besteht nach unserer Markteinschätzung kein Absicherungsbedarf. Zur Entwicklung der Energiekosten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine verweisen wir auf den entsprechenden Abschnitt im Risikobericht.

Rechtliche Risiken

Änderungen im politischen und regulatorischen Umfeld von Ländern, in denen wir präsent sind, wie Regelungen zu Import- und Exportkontrollen, Zollbestimmungen oder andere Handelshemmnisse sowie Preis- oder Devisenbeschränkungen, könnten unsere Geschäfte in den verschiedenen Märkten negativ beeinflussen, unsere Umsätze und Profitabilität beeinträchtigen sowie den Transfer von im Ausland anfallenden Gewinnen erschweren. Zudem könnte die Fähigkeit der CT AG, ihre Ansprüche und Rechte durchzusetzen, durch die in einigen Ländern bestehenden Rechtsunsicherheiten stark eingeschränkt sein. Als international agierendes Unternehmen unterhalten wir Geschäftsaktivitäten mit Kunden in Ländern, die Exportkontrollregulierungen, Sanktionen oder anderen Formen von Handelsbeschränkungen unterliegen, die durch die USA, die Europäische Union oder andere Länder oder Organisationen auferlegt wurden. Dadurch könnten wir dem Risiko von Strafzahlungen, Sanktionen oder Reputationsschäden ausgesetzt sein.

Die Umsätze in Schwellenländern tragen einen wesentlichen Anteil zu unserem Gesamtumsatz bei. Bei Geschäftsaktivitäten in Schwellenländern bestehen verschiedene Risiken, wie politische und wirtschaftliche Instabilität, die Nichtbeachtung kultureller Unterschiede - zum Beispiel bei Geschäftspraktiken und Arbeitsverhältnissen -, die Volatilität des Bruttoinlandsprodukts, die mögliche Verstaatlichung von Privatvermögen, Unsicherheiten im Rechtsund Steuersystem sowie die Auferlegung von Devisenbeschränkungen. Darüber hinaus könnten unsere Geschäftsaktivitäten in den Schwellenländern durch staatliche Unterstützung der jeweiligen lokalen Industrie gehemmt werden. Insbesondere in China unterliegt die bestehende Rechtsordnung vielfältigen Veränderungen. Sollten solche oder ähnliche Risiken aus unseren internationalen Geschäftsaktivitäten eintreten, könnten diese unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich negativ beeinflussen.

Aufgrund komplexer steuerlicher Regelungen im In- und Ausland und einer möglichen abweichenden bzw. unterschiedlichen Auslegung durch in- und ausländische Steuerbehörden kann es zu einer von der CT AG erwarteten, abweichenden Besteuerung kommen. Ferner besteht ein Risiko bei der Abwicklung von Aufträgen im Ausland hinsichtlich der zutreffenden Anmeldung und buchhalterischen Abwicklung von steuerlichen Betriebsstätten. In diesen Fällen würde der tatsächliche von dem bilanzierten Steueraufwand abweichen und ggf. wären zusätzliche, bisher nicht bilanzierte Rückstellungen bzw. Aufwendungen für die Nachbesteuerung sowie Strafzahlungen notwendig. Wir begegnen diesen Risiken durch die Einschaltung in- und ausländischer Berater bei allen steuerlich relevanten Geschäftsvorfällen. Die Berater werden frühzeitig hinzugezogen, um steuerliche Aspekte bereits in die Vertragsgestaltung einfließen zu lassen.

Rechtsstreitigkeiten und behördliche Verfahren

Für die CT AG bestehen verschiedene Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren, an denen wir aktuell beteiligt sind oder die sich in Zukunft ergeben könnten. Dazu gehören etwa Rechtsstreitigkeiten und/​oder ähnliche Verfahren, behördliche Untersuchungen und Verfahren aufgrund des Eintritts typischer Unternehmens- und Projektrisiken, wie insbesondere die nicht vertragsgemäße Lieferung von Waren oder Dienstleistungen, Produkthaftung, Produktmängel, Qualitätsprobleme, Verletzung geistigen Eigentums, Verstöße gegen umwelt- und/​ oder arbeitsrechtliche Schutzvorschriften, Nichtbeachtung steuerlicher Vorschriften und/​oder behaupteter oder vermuteter Übertretungen geltenden Rechts. Auch bei den Verfahren, bei denen centrotherm berechtigte Ansprüche zustehen, ist der Ausgang der Verfahren vom Erfolg der Vollstreckungsmaßnahmen gegenüber der Gegenseite abhängig. Auch solchen Fällen tragen wir durch Rückstellungen für Prozesskosten Rechnung.

Es kann grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, dass die Ergebnisse dieser Rechtsstreitigkeiten und Verfahren unserem Geschäft, unserer Reputation oder unserer Marke erheblichen Schaden zufügen. Die CT AG bildet Rückstellungen für Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten und Verfahren entsprechend der Wahrscheinlichkeit und Höhe einer Inanspruchnahme, sofern diese hinreichend genau bestimmbar ist. Dennoch könnte sich nach Abschluss der jeweiligen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren herausstellen, dass sich unsere Rückstellungen als nicht ausreichend erweisen, um die hieraus resultierenden Verluste oder Ausgaben zu decken. Zudem könnten wir in wesentlichem Umfang Rechtsanwalts- und sonstige Rechtsverteidigungskosten zu tragen haben, auch wenn wir in diesen Rechtsstreitigkeiten bzw. Verfahren in der Hauptsache obsiegen sollten.

Das internationale Schiedsgericht (ICC) in Genf hat im April 2021 in seinem Schiedsspruch bestätigt, dass der ehemalige Kunde aus dem Großprojekt in Algerien gegenüber dem Projektkonsortium CT AG und Kinetics zur Rückzahlung eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags verpflichtet ist. Das Projektkonsortium hatte am 31. Juli 2019 erneut Schiedsklage beim ICC eingereicht, da der algerische Kunde Garantien oberhalb der ausgeurteilten Schadensersatzverpflichtungen aus dem Schiedsverfahren aus dem Jahr 2017 in Anspruch genommen hat. Die CT AG geht von einer Entschädigung im Zusammenhang mit der widerrechtlichen Inanspruchnahme der Garantien in Höhe von 9.167 TEUR aus, die derzeit in den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen sind.

centrotherm ist an einer Rechtsstreitigkeit wegen Feststellung von Forderungen zur Insolvenztabelle beteiligt. Der Gläubiger hat Klage auf die Feststellung der bestrittenen Forderungen zur Tabelle erhoben. centrotherm schätzt das Risiko aus diesem Rechtsstreit unverändert als gering ein.

Patentmanagement

Bei der Herstellung und dem Vertrieb unserer Produkte erhalten Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten Einblick in technische Details und Spezifikationen. Um unser geistiges Eigentum und Know-how zu schützen, werden unsere Entwicklungen, sofern möglich und sinnvoll, patentiert und grundsätzlich mit allen Beteiligten Geheimhaltungsverpflichtungen abgeschlossen.

Bei der Neuentwicklung von Produkten können sich neben Vergütungsansprüchen von Angestellten patentrechtliche Verletzungen ergeben, die zur Zahlung von Lizenzgebühren oder im schlimmsten Fall zu einem Nutzungsverbot führen können. Wir haben diesen Fällen durch die Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen. Zur Verminderung des Risikos führt unser Patentmanagement gründliche Patentrecherchen durch oder schaltet Kanzleien ein.

Die in der Kategorie "Rechtliche Risiken" aufgeführten Risiken könnten erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Sonstige Risiken

Beim Betrieb der von uns hergestellten Anlagen durch unsere Kunden werden zum Teil auch gefährliche Stoffe verwendet. Um Unfällen und damit verbundenen Verletzungen Dritter vorzubeugen, führen wir im Rahmen des Konformitätsbewertungsverfahrens Risikobeurteilungen für alle Anlagen durch, bei der die geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Risikobeurteilung werden genutzt, um Gefährdungen bereits während des Entwicklungsprozesses konstruktiv zu beseitigen oder so weit wie möglich zu verringern. Unvermeidbare Restrisiken werden in Verbindung mit den beim Betrieb zu beachtenden Schutzmaßnahmen, wie z.B. Schutzausrüstung und dem sicherheitsgerechten Verhalten, in der Betriebsanleitung beschrieben. Nach einer Unterweisung erhalten unsere Kunden die Betriebsanleitungen inklusive Erläuterungen des Gefährdungspotenzials durch die Einsatzstoffe.

Unsere Mitarbeiter schulen wir regelmäßig und umfassend im Umgang mit den Gefahrenstoffen und den damit verbundenen Risiken. Arbeitsschutzmaterialien werden zur Verfügung gestellt. Zusätzlich beschäftigen wir Sicherheitsingenieure und haben Sicherheitsbeauftragte bestellt.

Grundsätzlich schützen wir uns durch den Abschluss von Versicherungen gegen Auswirkungen von Haftungsrisiken oder Schadensfällen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

GESAMTBETRACHTUNG DER CHANCEN- UND RISIKOSITUATION

centrotherm hat seine Diversifizierungsstrategie erfolgreich umgesetzt und den bisher hohen Abhängigkeitsgrad von der Photovoltaikindustrie durch die konsequente Erweiterung des Produktportfolios für die Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie deutlich verringert. Für den Absatz von centrotherm Produktionsanlagen bestehen für beide Industrien weiterhin gute Chancen. Bei beiden Branchen stehen die Zeichen auf Wachstum. Mittel- bis langfristig werden im Zuge der weiteren Diversifizierung zusätzlich neue Geschäftsfelder in anderen Branchen oder Märkten erschlossen.

Im Geschäftsjahr 2022 hat die CT AG den zur Verfügung stehenden Avalrahmen mehr als verdoppelt, von bislang 15.000 TEUR auf 34.000 TEUR. Die bisherige Barhinterlegung bei Inanspruchnahme entfällt. Die Liquidität der CT AG hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert und bietet einen ausreichenden finanziellen Spielraum zur teilweisen Vorfinanzierung der zunehmenden Kundenaufträge und zur Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung. Zudem wird die erwartete Entschädigung in Höhe von rund 9,2 Mio. EUR aus dem ehemaligen Großprojekt in Algerien zu einer weiteren Verbesserung der Liquidität führen. Dieser, im Zusammenhang mit der widerrechtlichen Inanspruchnahme von Garantien, bestehende Rückerstattungsanspruch ist bilanziell im Umlaufvermögen abgebildet.

Die Beschaffung und Materialwirtschaft der CT AG wird durch vielfältige Faktoren beeinflusst. Insbesondere die Materialknappheit aufgrund der hohen Marktnachfrage in der Post-COVID-19-Phase nach Vorprodukten wirkt sich auf die Lieferzeiten unserer Lieferanten und damit auch auf unsere Supply Chain aus. centrotherm hat seine Überwachungs- und Steuerungsinstrumente entsprechend angepasst, um dem Risiko aus der Beschaffung und Materialwirtschaft möglichst wirksam zu begegnen und negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der CT AG zu vermeiden. Das Risiko von Strafzahlungen im Zusammenhang mit möglichen Lieferverzögerungen bei unseren Kundenprojekten sind zum Aufstellungszeitpunkt als moderat einzuschätzen.

Die Inflation bei Material- und Personalkosten sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen wirkt sich insbesondere vor dem Hintergrund der guten Auftragslage nicht wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der CT AG aus. Die Kostenentwicklung ist in der Unternehmensplanung berücksichtigt.

Wir setzen grundsätzlich ein systematisches Risiko- und Chancenmanagementsystem ein, um Risiken oder Chancen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu managen.

BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNG ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) für den Berichtszeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2022 aufgestellt. Der Bericht enthält die Schlusserklärung des Vorstands, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der herrschenden Person oder eines mit dieser Person verbundenen Unternehmens sind nicht vorgenommen oder unterlassen worden.

PROGNOSEBERICHT

GESAMTWIRTSCHAFT UND BRANCHENENTWICKLUNG

Nach der COVID-19-Pandemie hat der Krieg in der Ukraine die weltweite Konjunktur im Jahr 2022 zusätzlich belastet. Die Inflation wurde insbesondere durch die steigenden Energiepreise angeheizt. Der Scheitelpunkt der Inflation dürfte nach der Einschätzung des IfW Kiel jedoch überschritten sein. Dennoch erwarten die Konjunkturexperten, dass sich die weltwirtschaftliche Expansion 2023 deutlich von 3,2 % im Vorjahr auf 2,2 % verringern wird. Für das Jahr 2024 rechnet das IfW mit einer Beschleunigung der Konjunktur und einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,2 %.

Der konjunkturelle Auftrieb im Euroraum wird durch die hohe Inflation, steigende Zinsen und Gegenwind aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld gebremst. Für das Jahr 2023 wird lediglich ein Zuwachs des BIP um 0,6 % erwartet. Die Prognose für das Jahr 2024 sieht eine Erholung bzw. ein Wachstum um 1,5 % für den Euroraum vor. Deutschland steht nach Einschätzung des IfW 2023 an der Schwelle zur Rezession (BIP: 0,0 %). Erst im Jahr 2024 soll das Bruttoinlandsprodukt wieder um 1,7 % wachsen.

In dem für centrotherm wichtigen Absatzmarkt China dürfte das Bruttoinlandsprodukt nach der Abkehr von der Null-COVID-Politik wieder deutlich stärker zunehmen, auch wenn die Krise im chinesischen Immobiliensektor ein bremsender Faktor bleibt. Für China prognostiziert das IfW Kiel ein Wachstum um 4,6 % für das Jahr 2023 nach 2,9 % im Vorjahr. Für 2024 wird ein Zuwachs des BIP von 5,2 % erwartet. In Ostasien soll das kumulierte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 3,6 % und 2024 um 4,4 % wachsen. Für die indische Volkswirtschaft rechnen die Konjunkturforscher des IfW mit einer Wachstumsrate von 7,4 % bzw. 7,3 % im gleichen Prognosezeitraum.

Infolge der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Kriegs ist das geopolitische Interesse für die Branchen, in denen sich centrotherm bewegt, stark gestiegen. Hieraus ergibt sich ein beachtliches Wachstumspotenzial bzw. positives Investitionsklima.

Der Branchenverband der Halbleiterindustrie SEMI geht davon aus, dass die Investitionen in Front-end-Anlagen für die Fabriken auch im Jahr 2023 mit 109 Milliarden US-Dollar auf dem gleichen, hohen Niveau bleiben werden wie im Vorjahr. Insbesondere in Taiwan, Korea und Südostasien werden 2023 Investitionen in Rekordhöhe erwartet.

Der Ausbau der Photovoltaik als erneuerbare Energiequelle hat durch die Energiekrise einen zusätzlichen Schub erhalten. Die Analysten von BNEF gehen davon aus, dass im Laufe des Jahres 2023 weltweit eine neu installierte Modulkapazität von 316 GW zugebaut wird (2022: 268 GW), davon 48 GW in Europa (2022: 42 GW). Diese Prognose könnte nach unserer Einschätzung und angesichts der hohen Dynamik des Photovoltaikmarktes wie schon im Jahr 2022 noch übertroffen werden.

VORAUSSICHTLICHE GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM JAHR 2023

Nach einer guten Geschäftsentwicklung 2022 bietet das weiterhin positive Branchenumfeld in der Halbleiter- und Photovoltaikindustrie erfolgversprechende Aussichten für das Geschäftsjahr 2023. centrotherm hat seinen Kundenkreis in der Halbleiterindustrie erweitert und damit seine Chancen auf Folgegeschäft erhöht. In Indien hat centrotherm 2022 in der Photovoltaikindustrie einen Auftragseingangsrekord verbucht und schätzt dort seine Absatzchancen für dieses Geschäftsjahr ebenfalls positiv ein. Dennoch bleibt es mittel- und langfristig für den Vertriebserfolg in der Photovoltaikindustrie entscheidend, dass centrotherm neue Anlagengenerationen auf den Markt bringt. Im Fokus unserer Strategie-Roadmap stehen deshalb u.a. auch Investitionen in neue Produktionslösungen zur Steigerung der Produktivität bei gleichzeitiger Senkung der Produktionskosten.

Im Rahmen unserer Diversifizierungsstrategie gilt es zudem, neue Absatzmärkte für centrotherm zu erschließen, beispielsweise mit neuen innovativen Lösungen für die Waferherstellung in der Halbleiterindustrie oder in der Batteriefertigung. Die Aufwendungen der CT AG für Zukunftsprojekte werden wie im Vorjahr wieder auf hohem Niveau liegen. Darüber hinaus sind Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von rd. 3,4 Mio. EUR geplant.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir eine Gesamtleistung von 220 bis 260 Mio. EUR. Ergebnisseitig dürfte für centrotherm nach Einschätzung des Vorstands ein positives EBITDA im niedrigen zweistelligen Millionenbereich erreichbar sein. Es wird ein Auftragseingang von 250 bis 350 Mio. EUR für die CT AG erwartet.

Wie jedwede in die Zukunft gerichtete Aussage sind Prognosen mit bekannten und unbekannten Unsicherheiten behaftet, die dazu führen können, dass das tatsächliche Ergebnis erheblich von der Prognose abweicht.

 

Blaubeuren, 04. April 2023

centrotherm international AG

Jan von Schuckmann

Dr. Helge Haverkamp

Dr. Daniel Rieser

Aktiva

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in TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Anlagevermögen 3.1    
Immaterielle Vermögensgegenstände 3.1.1    
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten   1.238 1.366
Sachanlagen 3.1.2    
Grundstücke, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken   28.193 29.265
Technische Anlagen und Maschinen   4.463 5.673
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   1.362 1.107
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau   657 508
Finanzanlagen 3.1.3    
Anteile an verbundenen Unternehmen   1.419 1.519
Summe   37.332 39.438
Umlaufvermögen 3.2    
Vorräte      
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe   29.483 16.362
Unfertige Erzeugnisse   72.461 126.366
Fertige Erzeugnisse   0 2
Geleistete Anzahlungen   1.743 346
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.2.1    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   3.678 11.175
Forderungen gegen verbundene Unternehmen   5.059 4.502
Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen   58 60
Sonstige Vermögensgegenstände 3.2.2 11.539 12.010
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.2.3 61.119 33.785
Summe   185.140 204.608
Rechnungsabgrenzungsposten 3.3 964 1.034
Gesamt Aktiva   223.436 245.080

Passiva

     
in TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital 3.4    
Gezeichnetes Kapital   21.162 21.162
Kapitalrücklage   57.736 57.736
Bilanzverlust   -38.306 -44.432
Verlustvortrag   -44.432 -53.758
Jahresüberschuss   6.126 9.326
Summe   40.592 34.466
Rückstellungen      
Steuerrückstellungen   439 352
Sonstige Rückstellungen 3.5 21.621 19.929
Summe   22.060 20.281
Verbindlichkeiten 3.6    
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen   128.596 158.794
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   4.868 4.984
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   9.194 8.712
Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen   16.902 16.719
Sonstige Verbindlichkeiten   1.122 845
- davon aus Steuern   691 487
Summe   160.682 190.054
Rechnungsabgrenzungsposten 3.8 102 279
Gesamt Passiva   223.436 245.080

Gewinn- und Verlustrechnung

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in TEUR Anhang 01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021
Umsatzerlöse 3.9.1, 2 166.207 163.870
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen   -54.426 27.147
Aktivierte Eigenleistungen   590 933
Gesamtleistung   112.371 191.950
Sonstige betriebliche Erträge 3.9.3 4.765 12.039
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung   179 11
Materialaufwand   -51.967 -134.059
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren   -46.741 -127.367
Aufwendungen für bezogene Leistungen   -5.226 -6.692
Personalaufwand   -31.799 -28.722
Löhne und Gehälter   -26.790 -24.202
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung   -5.009 -4.520
- davon für Altersversorgung   -101 -29
Abschreibungen   -3.527 -3.111
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -3.527 -3.111
- davon außerplanmäßige Abschreibung auf Sachanlagen   -60 -183
- davon außerplanmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände   -15 -22
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.9.4 -22.720 -27.602
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung   -477 -120
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   1 15
Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -795 -925
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.9.5 -119 -176
Ergebnis nach Steuern   6.210 9.409
Sonstige Steuern   -84 -83
Jahresüberschuss   6.126 9.326
Verlustvortrag aus dem Vorjahr   -44.432 -53.758
Bilanzverlust   -38.306 -44.432

Anhang zum 31. Dezember 2022

für die centrotherm international AG (Jahresabschluss)

1 ALLGEMEINE ANGABEN

Die centrotherm international AG (nachfolgend kurz als "CT AG" bezeichnet) hat ihren Sitz in Blaubeuren, Deutschland, und ist im Handelsregister Ulm unter HRB 720013 eingetragen. Die Aktien der Gesellschaft sind seit dem 01. März 2017 in den Freiverkehr, Basic Board, der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen. Die Inhaberaktien werden unter der ISIN DE000A1TNMM9 und die nicht notierten, von der Solarpark Blautal GmbH gehaltenen Aktien aus der Sachkapitalerhöhung unter der ISIN DE000A1TNMN7 geführt.

Für eine bessere Darstellung der Vermögenslage wurden die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in gesonderten Posten gemäß § 265 Abs. 5 HGB in der Bilanz dargestellt.

Die CT AG stellte den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften (§§ 238 ff. HGB i.V.m. §§ 242 ff., 264 ff. HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) auf. Der Anhang enthält die erforderlichen Einzelangaben bzw. Erläuterungen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie in den Vorjahren das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Aufgrund der Darstellung in TEUR können sich durch kaufmännisches Runden Abweichungen in der Darstellung der Summen in einzelnen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben.

2 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurde von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren darüber hinaus die nachfolgenden, im Wesentlichen unveränderten, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze maßgebend.

2.1 IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und werden mit Ausnahme einer Marke mit einem Buchwert von 1.000 TEUR (Vorjahr: 1.000 TEUR) vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bzw. gemäß § 253 Abs. 3 HGB um außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Die geschätzte betriebsindividuelle Nutzungsdauer beträgt zwischen 1 und 5 Jahren.

Die Berechnung der Werthaltigkeit der Marke centrotherm erfolgte auf Grundlage des nach der Lizenzpreisanalogie ermittelten Nutzungswertes. Der Kalkulation liegt ein Abzinsungssatz vor Steuern von 13,31 % (Vorjahr: 11,81 %) zugrunde. Die Lizenzrate wurde mit 2,0 % (Vorjahr: 2,0 %) vom Umsatz angesetzt. Die Wachstumsrate jenseits des Planungshorizonts wurde mit 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %) angesetzt. Als Umsatzbasis wurden die Produktumsätze der CT AG herangezogen. Sollte die tatsächliche Entwicklung des Geschäfts unterhalb der in die Berechnung eingeflossenen Annahmen liegen, können in Zukunft außerplanmäßige Abschreibungen der Markenrechte notwendig werden.

Von dem Wahlrecht nach § 248 Abs. 2 HGB zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird kein Gebrauch gemacht.

2.2 SACHANLAGEVERMÖGEN

2.2.1 Grundstücke und Bauten

Grundstücke, Außenanlagen und Bauten (siehe 3.1.2.) werden grundsätzlich mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten vermindert um planmäßige Abschreibungen auf die Gebäude und auf die Außenanlagen aktiviert. Soweit erforderlich wurden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Die geschätzte betriebsindividuelle Nutzungsdauer beträgt zwischen 2 und 55 Jahren.

2.2.2 Technische Anlagen, Maschinen, andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung

Bewegliche Sachanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten vermindert um planmäßige Abschreibungen aktiviert. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Die geschätzte betriebsindividuelle Nutzungsdauer beträgt unverändert zwischen 2 und 21 Jahren.

Die Abschreibungen für Abnutzung auf Zugänge ab 2011 erfolgen auf Basis der geschätzten betriebsindividuellen Nutzungsdauer linear in gleichen Jahresbeträgen. Anschaffungskosten aus Zugängen vor dem 01. Januar 2010 werden auch weiterhin unter Anwendung des Art. 67 Abs. 4 S.1 EGHGB degressiv abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten 250 EUR nicht übersteigen, werden vereinfachend im Jahr der Anschaffung sofort als Aufwand erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von 250 EUR bis 800 EUR werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben und im Anlagenspiegel sowohl als Zu- als auch als Abgang ausgewiesen. Sammelposten wurden nicht gebildet.

2.3 FINANZANLAGEN

Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem geringeren beizulegenden Wert bewertet. Zur Übersicht des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022 verweisen wir auf die Ziffer 4.7.

2.4 VORRÄTE

2.4.1 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden gem. § 253 Abs. 1 i.V.m. Abs. 4 HGB mit den Anschaffungskosten vermindert um notwendige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Gleichartige Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Gruppen zusammengefasst und mit dem gewogenen Durchschnittspreis gem. § 256 Satz 2 HGB i.V.m. § 240 Abs. 4 HGB bewertet.

2.4.2 Unfertige und fertige Erzeugnisse

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden mit den bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten gem. § 255 Abs. 2 HGB bewertet. Zinsen für Fremdkapital sind nicht in den Herstellungskosten berücksichtigt.

Vor dem Hintergrund des handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips und des damit verbundenen Grundsatzes der verlustfreien Bewertung der unfertigen und fertigen Öfen und sonstigen Anlagen werden die Wertansätze laufend überprüft. Soweit erforderlich wurde der niedrigere Wert nach § 253 Abs. 4 HGB angesetzt.

2.4.3 Geleistete Anzahlungen

Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen erfolgt in Höhe des Nennbetrags.

2.5 FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei der Bewertung der Forderungen und der sonstigen Vermögensgegenstände sind alle erkennbaren Risiken durch entsprechende Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Bei kurzfristigen Fremdwährungsposten erfolgt gemäß § 256a HGB die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Bei langfristigen Posten erfolgt die Umrechnung unter Beachtung von den §§ 253 Abs. 1 Satz 1 und 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB.

2.5.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Ermittlung des Bedarfs der Einzelwertberichtigung erfolgt einzelfallbezogen entsprechend den Erkenntnissen über das kundenspezifische Kredit- und Ausfallrisiko. Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist wegen des allgemeinen Kreditrisikos eine 1 %ige Pauschalwertberichtigung vorgenommen worden.

2.5.2 Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Forderungen werden laufend auf Risiken überprüft und ggf. im Wert entsprechend angepasst.

2.5.3 Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände

Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

2.6 KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN UND SCHECKS

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit den Nominalwerten angesetzt. Bei kurzfristigen Fremdwährungsposten erfolgt gemäß § 256a HGB die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.

2.7 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Auf der Passivseite werden Einnahmen ausgewiesen, die vor dem Bilanzstichtag eingegangen sind, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

2.8 LATENTE STEUERN

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Bei der Ermittlung der aktiven latenten Steuern werden zusätzlich die zum Bilanzstichtag bestehenden steuerlichen Verlustvorträge berücksichtigt. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt.

Wie zum Vorjahr macht die Gesellschaft vom Ansatzwahlrecht bezogen auf einen sich ergebenen aktiven Überhang latenter Steuern gemäß § 274 HGB keinen Gebrauch.

2.9 EIGENKAPITAL

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

2.10 RÜCKSTELLUNGEN

Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

2.11 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Kongruent rückgedeckte Altersversorgungszusagen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs bestimmt, sind mit diesem bewertet, soweit er den garantierten Mindestbetrag (diskontierter Erfüllungsbetrag der Garantieleistung) übersteigt. Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zuzüglich eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sogenannte Überschussbeteiligung).

2.12 VERBINDLICHKEITEN

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei kurzfristigen Fremdwährungsposten erfolgt gemäß § 256a HGB die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Bei langfristigen Posten erfolgt die Umrechnung unter Beachtung von den §§ 253 Abs. 1 Satz 2 und 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB.

3 EINZELANGABEN ZU DEN POSITIONEN DER BILANZ UND DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

3.1 ANLAGEVERMÖGEN

3.1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände

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in TEUR Lizenzen, gewerbliche Schutzrechte 1) Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten    
31.12.2021 6.059 6.059
Investitionen GJ 2022 35 35
Abgänge GJ 2022 -59 -59
31.12.2022 6.035 6.035
Abschreibungen    
31.12.2021 4.693 4.693
Zugänge GJ 2022 148 148
Außerplanmäßige Abschreibung GJ 2022 15 15
Abgänge GJ 2022 -59 -59
31.12.2022 4.797 4.797
Nettowerte    
31.12.2021 1.366 1.366
31.12.2022 1.238 1.238

1) Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten

3.1.2 Sachanlagen

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in TEUR Grundstücke und Gebäude 1) Technische Anlagen 2) Betriebs- und Geschäftsausstattung 3) Anlagen im Bau 4) Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten          
31.12.2021 59.085 16.708 9.496 508 85.797
Investitionen GJ 2022 52 637 819 576 2.084
Umgliederungen von /​ in unfertige Erzeugnisse 0 -835 0 0 -835
Umbuchungen GJ 2022 0 427 0 -427 0
Abgänge GJ 2022 0 -1.878 -107 0 -1.985
31.12.2022 59.137 15.059 10.208 657 85.061
Abschreibungen          
31.12.2021 29.820 11.035 8.389 0 49.244
Zugänge GJ 2022 1.124 1.618 563 0 3.305
Außerplanmäßige Abschreibung GJ 2022 0 60 0 0 60
Umgliederungen in die unfertigen Erzeugnisse 0 -315 0 0 -315
Abgänge GJ 2022 0 -1.802 -106 0 -1.908
31.12.2022 30.944 10.596 8.846 0 50.386
Nettowerte          
31.12.2021 29.265 5.673 1.107 508 36.553
31.12.2022 28.193 4.463 1.362 657 34.675

1) Grundstücke, Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken
2) Technische Anlagen und Maschinen
3) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
4) Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

3.1.3 Finanzanlagen

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in TEUR Anteile an verbundenen Unternehmen
Anschaffungs- und Herstellungskosten  
31.12.2021 110.924
Abgänge GJ 2022 -29.250
31.12.2022 81.674
Abschreibungen  
31.12.2021 109.405
Abgänge GJ 2022 -29.150
31.12.2022 80.255
Nettowerte  
31.12.2021 1.519
31.12.2022 1.419

Nach erfolgreicher Liquidation ist die Abwicklung der centrotherm cell & module GmbH i.L., Blaubeuren, beendet und die Gesellschaft wurde 2022 gelöscht. Der Abgang im Geschäftsjahr 2022 betrifft die Gesellschaft in voller Höhe. Im Rahmen der Liquidation der centrotherm cell & module GmbH i.L., Blaubeuren, erfolgte ein Rückfluss in Höhe von 143 TEUR, davon entfielen mit 100 TEUR auf das einbezahlte Stammkapital.

3.2 UMLAUFVERMÖGEN

3.2.1 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden neben der Pauschalwertberichtigung Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Insgesamt sind Einzelwertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 4.838 TEUR (Vorjahr: 5.706 TEUR) berücksichtigt, die im Wesentlichen in Vorjahren gebildet wurden. Im Berichtszeitraum wurden weitere Einzelwertberichtigungen in Höhe von 39 TEUR (Vorjahr: 103 TEUR) gegenüber fremden Dritten gebildet. Darüber hinaus erfolgten im Geschäftsjahr 2022 Forderungsausbuchungen in Höhe von 740 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Die Forderungen wurden bereits in Vorjahren in voller Höhe wertberichtigt.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von 5.059 TEUR (Vorjahr: 4.502 TEUR) Forderungen aus dem laufenden Verrechnungsverkehr. Im Berichtszeitraum wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 136 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) gegen verbundene Unternehmen gebildet.

3.2.2 Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten mit 9.167 TEUR (Vorjahr: 9.167 TEUR) ein Rückerstattungsanspruch im Zusammenhang mit der widerrechtlichen Inanspruchnahme der Garantien aus dem ehemaligen Großprojekt in Algerien.

3.2.3 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Der Gesamtbetrag von 61.119 TEUR ist aufgrund gestellter Sicherheiten in Form der Barhinterlegung von Avalen zu 4.005 TEUR nicht frei verfügbar.

3.3 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt insgesamt 964 TEUR (Vorjahr: 1.034 TEUR).

Der Posten beinhaltet im Wesentlichen vorausgezahlte Abschlagszahlungen für Strom, Wartungskosten für Software und Hardware, vorausbezahlte Aufwendungen für Messen sowie Versicherungsbeiträge.

3.4 EIGENKAPITAL

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Zum 31. Dezember 2022 beträgt das gezeichnete Kapital der CT AG wie im Vorjahr 21.162 TEUR. Es ist unverändert in 21.162.380 (Vorjahr: 21.162.380) nennwertlose Stückaktien aufgeteilt.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Zuführungen zur Kapitalrücklage vorgenommen.

3.5 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich zum Stichtag wie folgt zusammen:

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Ausstehende Rechnungen 7.466 6.750
Provisionen 5.303 3.120
Gewährleistung 3.016 2.259
Noch zu erbringende Leistungen 1.649 2.829
Urlaubsrückstellung/​Zeitkontenrückstellung 1.164 1.032
Drohende Verluste 891 1.425
Tantiemen/​Jahressonderzahlungen 681 1.079
Prozesskosten 590 573
Sonstige Personalkosten 303 284
Abschlusskosten 165 208
Aufsichtsratsvergütung 110 88
Ausstehende Reisekostenabrechnungen 50 50
Sonstiges 233 232
Summe 21.621 19.929

Die Berechnung der Gewährleistungsrückstellung erfolgt anhand von Erfahrungswerten mit 1,0 % der garantiebehafteten Umsätze über den Gewährleistungszeitraum von regelmäßig 12 bzw. 24 Monaten. Darüber hinaus erfolgt für bekannte Einzelrisiken eine Rückstellung in Höhe der erwarteten Inanspruchnahmen.

Die Rückstellungen für Tantiemen/​Jahressonderzahlungen ergeben sich überwiegend aus variablen Vergütungsbestandteilen, deren Höhe an die Erreichung individuell vereinbarter Ziele sowie Unternehmenszielen geknüpft ist.

Die Rückstellungen für drohende Verluste enthalten mit 802 TEUR Kosten im Zusammenhang mit Aufhebungsvereinbarungen.

Die Gesellschaft zahlt seit Dezember 2021 Beiträge in einen leistungsorientierten Plan in Deutschland für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Dabei handelt es sich um die Zusage einer abgekürzten Invalidenrente bei Berufsunfähigkeit sowie einer Risikolebensversicherung für einen Vorstand. Im Geschäftsjahr 2022 wurde an die Versicherung ein Betrag in Höhe von 36 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR) gezahlt.

Für die Verpflichtungen aus dem Plan wurde eine korrespondierende Rückdeckungsversicherung abgeschlossen, die zur Sicherung der jeweiligen Versorgungsansprüche an die Versorgungsberechtigten verpfändet ist. Der Wert der zu erfassenden Verpflichtung zum 31. Dezember 2022 entspricht dem Wert der Rückdeckungsversicherung zum Stichtag. Der Vermögenswert der Rückdeckungsversicherung beträgt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 insgesamt 0 TEUR.

3.6 VERBINDLICHKEITEN

Zum 31. Dezember 2022 setzten sich die Verbindlichkeiten wie folgt zusammen:

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in TEUR bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre größer 5 Jahre Gesamt davon gesicherte Beträge
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 128.596 0 0 128.596 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.868 0 0 4.868 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.577 1.617 0 9.194 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen 0 16.902 0 16.902 10.000
Sonstige Verbindlichkeiten 1.122 0 0 1.122 0
Summe 142.163 18.519 0 160.682 10.000

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind neben einer Vergleichs- und Stundungsvereinbarung in Höhe von 1.617 TEUR (Vorjahr: 1.617 TEUR) zwischen der CT AG und der Solarpark Blautal GmbH Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7.577 TEUR (Vorjahr: 7.095 TEUR) enthalten.

Die CT AG hat am 21. Juni 2018 einen Darlehensvertrag mit der TCH Invest GmbH in Höhe von 12.000 TEUR abgeschlossen. Als Sicherheiten wurden Buchgrundschulden in gleicher Höhe gestellt. Im Geschäftsjahr 2019 erfolgte eine Tilgung in Höhe von 2.000 TEUR.

Darüber hinaus besteht ein Darlehen mit einem Buchwert in Höhe von 6.902 TEUR (Vorjahr: 6.716 TEUR) von der BlueSpring Invest GmbH. Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen betreffen Darlehen in Höhe von 16.902 TEUR (Vorjahr: 16.717 TEUR). Im Vorjahr enthielt der Posten mit 2 TEUR Verbindlichkeiten aus dem laufenden Verrechnungsverkehr.

Ende 2022 wurden die bestehenden Darlehensverträge mit der BlueSpring Invest GmbH und der TCH Invest GmbH sowie die Vergleichs- und Stundungsvereinbarung mit der Solarpark Blautal GmbH bis zum Ende der Laufzeit der von der L-Bank gewährten Bürgschaft zur Absicherung der Avalfinanzierung bei zwei Banken, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2025 verlängert.

Zum 31. Dezember 2021 setzten sich die Verbindlichkeiten wie folgt zusammen:

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in TEUR bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre größer 5 Jahre Gesamt davon gesicherte Beträge
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 158.794 0 0 158.794 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.984 0 0 4.984 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.095 1.617 0 8.712 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen 2 16.717 0 16.719 10.000
Sonstige Verbindlichkeiten 845 0 0 845 0
Summe 171.720 18.334 0 190.054 10.000

3.7 LATENTE STEUERN

Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen sowie aus Buchwertunterschieden im Anlagevermögen und Umlaufvermögen aufgrund abweichend berücksichtigter Abschreibungen von Vermögensgegenständen in der Handels- und in der Steuerbilanz sowie der steuerlich nicht zulässigen Bildung von Drohverlustrückstellungen. Die Bewertung erfolgte mit einem kombinierten Steuersatz für Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag von insgesamt 30 %. Auf die Aktivierung des aktiven Überhangs der latenten Steuern wurde durch entsprechende Wahlrechtsausübung verzichtet.

3.8 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt insgesamt 102 TEUR (Vorjahr: 279 TEUR).

Der Posten beinhaltet im Wesentlichen vorab ausgezahlte Fördergelder im Zusammenhang mit einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt, die nach Abrechnung der geförderten Aufwendungen ergebniswirksam vereinnahmt werden.

3.9 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

3.9.1 Aufgliederung Umsatzerlöse nach Regionen

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in TEUR 01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021 Anteil GJ 2022 Anteil GJ 2021
Deutschland 15.062 16.758 9,1% 10,2%
Übriges Europa 6.737 4.728 4,1% 2,9%
China 113.045 121.038 68,0% 73,9%
Übriges Asien 23.978 19.302 14,4% 11,8%
Übrige 7.385 2.044 4,4% 1,2%
Summe 166.207 163.870 100,0% 100,0%

3.9.2 Aufgliederung Umsatzerlöse nach Produktgruppen

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in TEUR 01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021 Anteil GJ 2022 Anteil GJ 2021
Einzelequipment 151.088 150.799 90,9% 92,0%
Service und Ersatzteile 13.091 11.382 7,9% 7,0%
Sonstige Umsätze 2.028 1.689 1,2% 1,0%
Summe 166.207 163.870 100,0% 100,0%

3.9.3 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 2.866 TEUR (Vorjahr: 1.628 TEUR). Im Vorjahr enthielt der Posten Erträge aus einen Rückerstattungsanspruch im Zusammenhang mit der widerrechtlichen Inanspruchnahme der Garantien aus dem ehemaligen Großprojekt in Algerien in Höhe von 9.167 TEUR.

3.9.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Im Vorjahr enthielten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Kosten im Zusammenhang mit Aufhebungsvereinbarungen in Höhe von 1.495 TEUR.

3.9.5 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Für das im Berichtszeitraum erzielte Ergebnis sind Steuern vom Einkommen und Ertrag in Deutschland in Höhe von 59 TEUR (Vorjahr: 160 TEUR) sowie aus Vorjahren in Höhe von 54 TEUR angefallen. Darüber hinaus ist im Steueraufwand ein Betrag von 6 TEUR (Vorjahr: 16 TEUR) aus ausländischen Ertragsteuern enthalten.

4 ZUSÄTZLICHE ANGABEN

4.1 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Im Jahr 2022 konnte die CT AG drei neue Verträge mit einem Avalrahmen von insgesamt 34.000 TEUR abschließen. Diese werden den bisher bestehenden Avalrahmen von 15.000 TEUR ablösen, der nur gegen Barhinterlegung in Anspruch genommen werden konnte. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 lag die Inanspruchnahme der Avalrahmen bei insgesamt 10.424 TEUR, wovon 6.419 TEUR auf die neuen Avalrahmen ohne Barhinterlegung und 4.005 TEUR auf den bestehenden Avalrahmen mit Barhinterlegung entfielen. Risiken aus der Inanspruchnahme sind aufgrund der aktuellen Projektstatusberichte nicht erkennbar.

4.2 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultieren insbesondere aus Mietverträgen für Bürogebäude sowie PKW-Leasingverträge. Mietverlängerungs- oder Kaufoptionen bestehen nicht.

Fälligkeit von Miet- und Leasingzahlungen

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in TEUR ab 31.12.2022 ab 31.12.2021
Von bis zu einem Jahr 233 326
Länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahren 263 140
Länger als fünf Jahre 0 0

Das Bestellobligo zum 31. Dezember 2022 beträgt 88.881 TEUR (Vorjahr: 31.272 TEUR).

4.3 GENEHMIGTES KAPITAL

Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 05. Juli 2026 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 10.581.190,00 (in Worten: Euro zehn Millionen fünfhundert-einundachtzigtausendeinhundertneunzig) durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Die neuen Aktien sind den Aktionären grundsätzlich zum Bezug anzubieten; das gesetzliche Bezugsrecht kann dabei auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien ganz oder teilweise von einem durch den Vorstand bestimmten Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht gemäß § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG).

Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in den folgenden Fällen auszuschließen:

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bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet. Dieser Ausschluss des Bezugsrechts ist auf insgesamt höchstens 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder - falls dieser Wert geringer ist - der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft beschränkt. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Options- und/​oder Wandlungsrechten aus Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen oder -genussrechten auszugeben sind, sofern diese Schuldverschreibungen oder Genussrechte während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss ausgegeben werden;

bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder zur Einbringung sonstiger Vermögensgegenstände einschließlich Forderungen;

zum Ausgleich von Spitzenbeträgen; sowie

um Aktien als Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder verbundener Unternehmen auszugeben.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen. Dabei kann die Gewinnberechtigung der neuen Aktien auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festgelegt werden.

Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 4 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2021 und/​oder dessen zeitlichen Ablauf entsprechend anzupassen, insbesondere in Bezug auf die Höhe des Grundkapitals und die Anzahl der bestehenden Stückaktien.

Zum 31. Dezember 2022 verfügt die CT AG somit über genehmigtes Kapital von insgesamt 10.581.190 EUR, das in Teilbeträgen bis zum 05. Juli 2026 durch Ausgabe von bis zu 10.581.190 auf den Inhaber lautender Stückaktien ausgegeben werden kann.

4.4 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Zum Stichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente.

4.5 MITARBEITER

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durchschnittlich Stichtag
01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Vorstand 3 3 3 3
Verwaltung 106 116 106 102
Vertrieb 22 19 22 22
Fertigung 213 181 216 196
Technologie und Forschung 120 107 125 112
Summe 464 426 472 435

4.6 HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Zum Honorar des Abschlussprüfers für die Prüfung des Abschlusses zum 31. Dezember 2022 verweisen wir auf die Angaben in den Notes des IFRS-Konzernabschlusses der CT AG zum 31. Dezember 2022.

4.7 ANTEILSBESITZ - ÜBERSICHT BETEILIGUNGEN

Zum 31. Dezember 2022 bestand folgender Anteilsbesitz:

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Gesellschaft Sitz Beteiligungsquote
%
Eigenkapital 12 2022
TEUR
Ergebnis 12 2022
TEUR
centrotherm SiTec GmbH i.L. Blaubeuren 100,0 n.a. 3) n.a. 3)
SiTec GmbH i.I. Blaubeuren 100,0 n.a. n.a.
centrotherm Kunshan Machinery Kunshan 100,0 621 2) -690 2)
centrotherm Korea, Ltd. Suwon 100,0 798 2) -158 2)
centrotherm Technology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0 4.134 2) 2.578 2)
centrotherm Asia Pte. Ltd. 1) Singapur 100,0 2.744 2) 338 2)
centrotherm solar technology (Yiwu) Co., Ltd. Yiwu 100,0 -3 -46 2)
centrotherm USA, Inc. Hillsboro 100,0 -442 2) -185 2)
99 % der Anteile an der centrotherm India, Pte. Ltd. Bangalore   810 2) -67 2)
100 % der Anteile an der centrotherm Malaysia SDN. BHD. Kuala Lumpur   30 2) -22 2)

1) die centrotherm Asia Pte. Ltd. hält
2) IFRS-Werte
3) lfd. Liquidation, Liquidationsschlussbilanz liegt noch nicht vor

4.8 ÄNDERUNGEN NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Abschlussstichtag sind keine Ereignisse eingetreten, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung des Geschäftsverlaufs führen könnten.

4.9 AKTIEN

Zum 31. Dezember 2022 beträgt das Grundkapital der CT AG wie im Vorjahr 21.162 TEUR und ist unverändert in 21.162.380 nennwertlose Stückaktien aufgeteilt. Die Inhaberaktien werden unter der ISIN DE000A1TNMM9 (4.232.476 Stück) und die nicht notierten, von der Solarpark Blautal GmbH gehaltenen, Aktien unter der ISIN DE000A1TNMN7 (16.929.904 Stück) geführt.

4.10 ORGANE DER GESELLSCHAFT

4.10.1 Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der CT AG besteht satzungsgemäß aus drei Mitgliedern und setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

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Robert M. Hartung (Vorsitzender)

Hans-Hasso Kersten (stellvertretender Vorsitzender)

Dr. Xinan Jia

Kein Aufsichtsratsmitglied war im Berichtszeitraum in einem anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsrat oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremium von Wirtschaftsunternehmen vertreten.

Der Aufsichtsrat bezog im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 118 TEUR (Vorjahr: 110 TEUR).

4.10.2 Vorstand

Der Vorstand der CT AG besteht zum Bilanzstichtag aus drei Mitgliedern.

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Jan von Schuckmann (Vorstandsvorsitzender)

Dr. Helge Haverkamp

Dr. Daniel Rieser

Im Berichtszeitraum waren keine Vorstandsmitglieder in einem anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsrat oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremium von Wirtschaftsunternehmen vertreten.

Der Vorstand bezog im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 1.470 TEUR (Vorjahr: 1.159 TEUR).

Für ehemalige Mitglieder des Vorstands erfolgten im Geschäftsjahr 2022 Vergütungen in Höhe von 500 TEUR (Vorjahr: 230 TEUR).

4.11 VORSCHLAG ÜBER ERGEBNISVERWENDUNG

Der Jahresüberschuss zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 6.126 TEUR wird auf neue Rechnung vorgetragen.

4.12 MUTTERUNTERNEHMEN

Muttergesellschaft der CT AG ist die Solarpark Blautal GmbH, Blaubeuren.

4.13 EINBEZIEHUNG IN EINEN KONZERNABSCHLUSS

Die centrotherm international AG wird in den Konzernabschluss der Solarpark Blautal GmbH, Blaubeuren, einbezogen. Die Solarpark Blautal GmbH wird beim Amtsgericht Ulm unter HRB 4634 geführt. Die Offenlegung des Konzernabschlusses erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger. Die Solarpark Blautal GmbH erstellt den Konzernabschluss sowohl für den kleinsten als auch für den größten Kreis an Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird.

5 STIMMRECHTSMITTEILUNG NACH § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTG

Entsprechend § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG werden nachfolgend die der Gesellschaft zugegangenen Mitteilungen über den meldepflichtigen Anteilsbesitz an der Gesellschaft wiedergegeben, soweit der meldepflichtige Anteilsbesitz zum Bilanzstichtag fortbesteht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Mitteilungen jeweils auf den in der Mitteilung genannten Stichtag beziehen. Der Aktienbesitz der Mitteilungspflichtigen kann sich bis zum Bilanzstichtag verändert haben, ohne dass eine erneute Mitteilung Aktiengesetz erforderlich war, sofern keine relevante Meldeschwelle berührt wurde. Zudem können nach dem Bilanzstichtag weitere Änderungen im meldepflichtigen Anteilsbesitz eingetreten sein, die in den nachfolgend wiedergegebenen Mitteilungen nicht enthalten sind.

5.1 STIMMRECHTSMITTEILUNG DER SOLARPARK BLAUTAL GMBH, BLAUBEUREN, JANUAR 2016

Die Solarpark Blautal GmbH mit Sitz in Blaubeuren hat uns gemäß § 20 Abs. 1,3 und 4 AktG mitgeteilt, dass ihr unmittelbar eine Mehrheitsbeteiligung i.S. v. § 16 Abs. 1 AktG und damit einhergehend auch mehr als der vierte Teil der Aktien an der centrotherm photovoltaics AG mit Sitz in Blaubeuren gehört.

Die PMDL GmbH mit Sitz in Blaubeuren hat uns gemäß § 20 Abs. 1, 2 und 4 AktG mitgeteilt, dass ihr mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung i.S. v. § 16 Abs. 1 AktG und damit einhergehend auch mehr als der vierte Teil der Aktien an der centrotherm photovoltaics AG mit Sitz in Blaubeuren gehört.

Herr Robert M. Hartung, wohnhaft in Blaubeuren, hat uns mitgeteilt, dass ihm gemäß § 20 Abs. 1, 2 und 4 AktG mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung i.S. v. § 16 Abs. 1 AktG und damit einhergehend auch mehr als der vierte Teil der Aktien an der centrotherm photovoltaics AG mit dem Sitz in Blaubeuren gehört.

 

Blaubeuren, 04. April 2023

centrotherm international AG

Der Vorstand

Jan von Schuckmann

Dr. Helge Haverkamp

Dr. Daniel Rieser

6 BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die centrotherm international AG, Blaubeuren Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der centrotherm international AG, Blaubeuren, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der centrotherm international AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

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die übrigen Teile des Geschäftsberichts 2022, mit Ausnahme des gesondert geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks

Der Aufsichtsrat ist für die folgenden sonstigen Informationen verantwortlich:

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den Bericht des Aufsichtsrats 2022

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Berlin, 17. April 2022

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Udo Heckeler, Wirtschaftsprüfer

Frank Pannewitz, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

ÜBERWACHUNG DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Im Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Gestaltung der Unternehmensstrategie beraten und die Geschäftsentwicklung, die Risikolage sowie das Risikomanagement und die Compliance kontinuierlich überwacht. In regelmäßigen Sitzungen bzw. Video- und Telefonkonferenzen ist der Aufsichtsrat mit dem Vorstand zusammengekommen und hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegende Überwachungs- und Beratungstätigkeit sorgfältig wahrgenommen.

Der Vorstand hat seine Informationspflichten erfüllt und insbesondere den Aufsichtsratsvorsitzenden auch außerhalb der Sitzungen umfassend und zeitnah über bedeutsame Sachverhalte unterrichtet. Bei allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung wurde der Aufsichtsrat unmittelbar mit einbezogen. Sofern nach Gesetz oder Satzung die Zustimmung des Aufsichtsrats zu Einzelmaßnahmen des Vorstands erforderlich war, wurde der Aufsichtsrat informiert und hat Beschlüsse gefasst. Die Aufsichtsratsbeschlüsse wurden im Rahmen der regulären Sitzungen und in Einzelfällen auch im Wege von Umlaufverfahren gefasst.

WESENTLICHE INHALTE DER AUFSICHTSRATSSITZUNGEN UND -BESCHLÜSSE

Im Geschäftsjahr 2022 traf der Aufsichtsrat zu insgesamt fünf regulären Aufsichtsratssitzungen zusammen, die ausnahmslos in Präsenz durchgeführt wurden. Alle Aufsichtsratsmitglieder haben an allen Sitzungen teilgenommen, ein Mitglied war bei drei Sitzungen per Videokonferenz zugeschaltet.

Im Fokus der Beratungs- und Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 stand die Unternehmensstrategie, die ein wichtiges Fundament zur Sicherung eines nachhaltigen Geschäftserfolgs darstellt. Ein fester Tagesordnungspunkt jeder Sitzung war der Bericht des Vorstands zur aktuellen Markt-, Geschäfts- und Auftragslage sowie zur Liquidität. Das monatliche Konzern-Reporting bildet die Basis für diesen Vorstandsbericht, der auch die Geschäftsentwicklung insbesondere der asiatischen Auslandsgesellschaften einschließt.

Am 29. März 2022 trat der Aufsichtsrat zu einem Strategie-Meeting zusammen, in denen Vorstand und Bereichsleiter ihre kurz-, mittel- und langfristige Strategie vorstellten. Vorstand und Aufsichtsrat berieten über die strategischen Maßnahmen zur Zielerreichung im Unternehmen bzw. Konzern.

Am gleichen Tag stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zur Abhaltung der ordentlichen Hauptversammlung 2022 als virtuelle Hauptversammlung zu.

In der Aufsichtsratssitzung am 26. April 2022 standen der Jahres- und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 auf der Tagesordnung. In diesem Rahmen wurde auch der Chancen- und Risikobericht erörtert. Der Prüfungsausschussvorsitzende berichtete über die Prüfung der Abschlüsse an das Plenum. Ebenso informierte der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat über Art und Umfang sowie Ergebnisse seiner Prüfung. Der Aufsichtsrat billigte nach eingehender Prüfung und Erörterung den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021. Außerdem verabschiedeten Vorstand und Aufsichtsrat die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2022.

Zudem stimmte der Aufsichtsrat der vom Vorstand vorgelegten Strategie-Roadmap zu.

In einem Umlaufbeschluss am 17. Mai 2022 stimmte der Aufsichtsrat dem Abschluss eines Avalrahmens in Höhe von 2 Mio. EUR bei einer Versicherungsgesellschaft zu.

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung standen am 05. Juli 2022 die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie die Liquiditätsplanung bis Ende 2022 auf der Tagesordnung. Der Vorstand berichtete über die Verhandlungen mit Finanzinstituten über einen weiteren Avalrahmen zur Unternehmensfinanzierung. Des Weiteren wurde über die Änderung der Geschäftsordnung für den Vorstand beraten und die Neufassung beschlossen.

In der Sitzung am 11. Oktober 2022 standen neben dem Halbjahresbericht 2022 die laufende Geschäftsentwicklung sowie die Liquiditätsplanung im Mittelpunkt der Beratungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand.

In seiner letzten Sitzung des Geschäftsjahres am 29. November 2022 standen die Unternehmens- und Konzernentwicklung 2022 sowie die Planung 2023 auf der Tagesordnung. Der Aufsichtsrat verabschiedete die Budgetplanung für das Geschäftsjahr 2023. Der Vorstand berichtete über den Fortschritt der Verhandlungen hinsichtlich der Ausgestaltung eines neuen Avalrahmens. Der Aufsichtsrat stimmte dem Abschluss der vorgelegten Verträge mit den Kreditinstituten zu. Außerdem stimmte der Aufsichtsrat einem Großprojekt über die Lieferung von Produktionslösungen sowie Serviceleistungen für eine 4 Gigawatt-PERC-Solarzellenproduktionslinie in Indien zu, sofern centrotherm den entsprechenden Zuschlag im Bieterverfahren erhalten würde.

BESETZUNG VON AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Der Aufsichtsrat der centrotherm international AG besteht satzungsgemäß aus drei Mitgliedern der Anteilseigner und setzte sich im Berichtszeitraum wie folgt zusammen:

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Robert M. Hartung (Vorsitzender)

Hans-Hasso Kersten (stellvertretender Vorsitzender)

Dr. Xinan Jia

Im Berichtszeitraum haben sich keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats ergeben.

Der Vorstand der centrotherm international AG bestand zum 31. Dezember 2022 aus drei Mitgliedern:

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Jan von Schuckmann (Vorstandsvorsitzender)

Dr. Helge Haverkamp (Vorstand Technologie)

Dr. Daniel Rieser (Vorstand Vertrieb)

Im Berichtszeitraum haben sich ebenfalls keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands ergeben.

PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Zusammensetzung: Hans-Hasso Kersten (Vorsitzender), Robert M. Hartung (Stellvertreter)

Ausschusstätigkeit:

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat sich zum Beginn der Jahresabschlussprüfung mit dem Abschlussprüfer insbesondere zur Prüfungsplanung und den Prüfungsschwerpunkten ohne Beisein des Vorstands abgestimmt. Darüber hinaus hat er sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung ausgetauscht und dem Ausschuss hierüber berichtet.

Der Prüfungsausschuss tagte insgesamt dreimal im Berichtszeitraum. Am 26. April 2022 befasste sich der Prüfungsausschuss im Wesentlichen mit der Prüfung des Konzern- und des Jahresabschlusses. In den weiteren Sitzungen am 30. Juni und 29. November 2022 beriet sich der Prüfungsausschuss überwiegend zu Themen des Risikomanagements sowie zur Compliance und initiierte sofern notwendig entsprechende Maßnahmen.

Weitere Ausschüsse hat der Aufsichtsrat aufgrund seiner Größe nicht gebildet.

INTERESSENKONFLIKTE

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, sind im Berichtszeitraum nicht aufgetreten.

PRÜFUNG VON JAHRES- UND KONZERNABSCHLÜSSEN

Die ordentliche Hauptversammlung hat am 05. Juli 2022 die Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, (nachfolgend auch "Mazars") zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 bestellt. Mazars hat den vom Vorstand gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 01. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie den gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für den oben genannten Berichtszeitraum geprüft.

Sowohl dem handelsrechtlichen Jahresabschluss und dem entsprechenden Lagebericht als auch dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht erteilte der Abschlussprüfer einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Abschlussprüfer nahm an der gemeinsamen Sitzung des Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats am 18. April 2023 teil, der sich mit dem Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 befasste, und erstattete gemäß § 171 Abs. 1 Satz 2 AktG ausführlich Bericht. Darüber hinaus stand er für ergänzende Fragen und Auskünfte während der Erörterung der Einzelheiten der Abschlüsse und Lageberichte zur Verfügung. Nach der Würdigung der erhaltenen Informationen und deren Diskussion hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass gegen das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer keine Einwendungen zu erheben sind und keine Gründe dagegensprechen, die vorgelegten Abschlüsse zu billigen und festzustellen. Mit Beschluss vom 18. April 2023 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der centrotherm international AG zum 31. Dezember 2022 gebilligt. Der Jahresabschluss der centrotherm international AG ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt.

PRÜFUNG DES ABHÄNGIGKEITSBERICHTS

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) für den Berichtszeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2022 aufgestellt. Der Bericht enthält die Schlusserklärung des Vorstands, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der herrschenden Person oder eines mit dieser Person verbundenen Unternehmens sind nicht vorgenommen oder unterlassen worden.

Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht rechtzeitig erhalten und geprüft. Der Abschlussprüfer hat dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für ergänzende Auskünfte zur Verfügung gestanden.

Mazars hat diesen Bericht am 17. April 2023 mit folgendem Bestätigungsvermerk versehen:

"Da nach dem abschließenden Ergebnis unserer pflichtmäßigen Prüfung, Einwendungen gegen den Bericht des Vorstands der centrotherm international AG, Blaubeuren, über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 nicht zu erheben sind, erteilen wir gemäß § 313 Abs. 3 AktG den folgenden Bestätigungsvermerk:

Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der centrotherm international AG nicht unangemessen hoch war."

Auch nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts zu erheben.

DANK UND ANERKENNUNG

Im Namen des gesamten Aufsichtsrats danke ich den Vorstandsmitgliedern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2022. In dieser herausfordernden Zeit ist es, dem Vorstand gemeinsam mit den Führungskräften und der Belegschaft gelungen, den Erfolg des Unternehmens fortzuschreiben und weiter zu festigen.

Den Aktionärinnen und Aktionären danke ich im Namen des gesamten Aufsichtsrats für ihr entgegengebrachtes Vertrauen.

 

Blaubeuren, den 18. April 2023

Für den Aufsichtsrat

Robert M. Hartung, Vorsitzender des Aufsichtsrats