![]() EnviTec Biogas AGLohneJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010EINZELABSCHLUSS 2010LagerberichtZusammengefasster Lageberichtdes EnviTec-Konzerns und der EnviTec Biogas AGZusammengefasster LageberichtGemäß § 298 Abs. 3 i.V.m. § 315 Abs. 3 HGB wurde der Lagebericht für den Einzelabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2010 mit dem Lagebericht für den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 zusammengefasst. ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMENGeschäftstätigkeitKomplettanbieter im BiogasbereichDie EnviTec Biogas AG mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab - von der Planung und Projektierung über den schlüsselfertigen Bau bis zur Betriebsführung und dem biologischen Service. Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Mit eigenen Gesellschaften, Joint Ventures und Vertriebsbüros sind wir in 16 Ländern vertreten. Die Geschäftstätigkeit von EnviTec Biogas ist entsprechend der Segmentberichterstattung im Konzernanhang in drei Bereiche gegliedert, die strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft sind: Anlagenbau200 MW-Marke geknacktIm Geschäftsbereich Anlagenbau errichten wir Biogasanlagen für Dritte. Wir planen die Anlage, errichten sie und beginnen mit der Biogasproduktion. Unser Produktportfolio umfasst die komplette Wertschöpfungskette der Biogasanlagentechnik für Anlagen ab 370 KWel . Wir setzen auf eine modulare Bauweise aus standardisierten Elementen, die je nach den Erfordernissen vor Ort zusammengestellt werden. Damit bieten wir maßgeschneiderte Lösungen und gleichzeitig erprobte Technik. Die Vorteile: schnellere Inbetriebnahme, hohe Betriebssicherheit und geringere Betriebskosten. Ende 2010 waren von EnviTec errichtete Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 202 MW am Netz. Weitere 46 MW befanden sich im Bau. Der Geschäftsbereich Anlagenbau ist nahezu deckungsgleich mit dem Geschäft der EnviTec Biogas AG. Sofern im Folgenden Aussagen zur Entwicklung und Geschäftstätigkeit des Geschäftsbereichs Anlagenbau getroffen werden, sind diese entsprechend auf den Einzelabschluss anzuwenden. EigenbetriebWachsende Bedeutung des EigenbetriebsIm Geschäftsbereich Eigenbetrieb ist die Erzeugung von Strom, Wärme und Gas in eigenen Biogasanlagen im In- und Ausland gebündelt. Dies geschieht in der Regel in Kooperation mit lokalen Partnern aus der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft. Diese Partnerschaften zeichnen sich durch eine klare Aufgabenverteilung aus: Jeder konzentriert sich auf seine Stärken. Der Partner vor Ort stellt beispielsweise den Standort zur Verfügung, kümmert sich um die Beschaffung der Inputstoffe und übernimmt den laufenden Betrieb. EnviTec kümmert sich um die Projektplanung und schlüsselfertige Errichtung der Anlage. Während des Betriebs führen wir alle notwendigen Wartungsarbeiten durch, kümmern uns um den biologischen Service und übernehmen die kaufmännische Verwaltung. Üblicherweise sind unsere Partner Landwirte, die die Anlagen auf ihren Höfen betreiben. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit Kommunen, Fondsgesellschaften, Industrieunternehmen und Energieversorgern zusammen. Im Ausland sind eigene Projekte auch ein wichtiger Türöffner, um potentielle Kunden vor Ort von dem ökonomischen und ökologischen Nutzen der Biogasproduktion und unserem Know-how zu überzeugen. Jüngstes Beispiel für den Erfolg dieser Strategie ist Frankreich. Die Verknüpfung unseres technischen Wissens mit der Kompetenz unserer Partner auf regionaler Ebene ermöglicht hohe Effizienz und attraktive Renditen für EnviTec und seine Partner. Mit seinen regelmäßigen Cashflows ist der Eigenbetrieb eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau. ServiceUmfassendes ServiceangebotDurch wiederkehrende Umsätze zeichnet sich der Geschäftsbereich Service aus. Dort bietet EnviTec alle Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen an. Unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputmaterial und Gärrest auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu geben. Darüber hinaus umfasst unser Angebot die regelmäßige Begehung der Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern. EnviTec Biogas bietet neben der Teilwartung nach Aufwand auch eine Vollwartung mit Übernahme des Reparaturrisikos an. Die regelmäßige Wartung reduziert die Stand- und Ausfallzeiten und ist damit wesentlicher Faktor für den langfristig profitablen Betrieb einer Biogasanlage. Unsere Kunden profitieren vom Know-how unserer hochqualifizierten Fachleute, die 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen. KonzernstrukturDie EnviTec Biogas AG ist die Holding der EnviTec Biogas-Gruppe. Die Konzernstruktur ist entsprechend der drei Geschäftsfelder aufgebaut: Anlagenbau, Eigenbetrieb und Service. Alle drei Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Geschäftsbereich Anlagenbau ist deckungsgleich mit dem Geschäft der EnviTec Biogas AG. Die wirtschaftliche Entwicklung wird maßgeblich durch die direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften im In- und Ausland bestimmt. In den Konzernabschluss sind neben der Muttergesellschaft EnviTec Biogas alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen sie direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält. Der Konsolidierungskreis für den Konzernabschluss 2010 umfasst 121 vollkonsolidierte Gesellschaften. Das sind 47 mehr als im Vorjahr. ENVITEC BIOGAS AGscroll
Strategie & WettbewerbKundenzufriedenheit ist oberste PrämisseWir haben uns in den vergangenen Jahren eine führende Position im Wachstumsmarkt Biogas erarbeitet. Unser strategisches Ziel ist es, nachhaltig zu wachsen und unsere Marktstellung als integrierter Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen auszubauen. Oberste Prämisse ist dabei die Zufriedenheit unserer Kunden und deren Einbindung in die Weiterentwicklung unserer Anlagen entsprechend ihrer Wünsche. Deutschland ist der größte Biogasmarkt der Welt. Entsprechend hoch ist dort die Wettbewerbsintensität. In den Auslandsmärkten ist Biogas häufig noch weitestgehend unbekannt, dort gilt es vielmehr Behörden und potentielle Kunden von den grundsätzlichen Vorteilen von Biogas zu überzeugen. Wir haben folgende Eckpfeiler für unser nachhaltiges Wachstum definiert: Chancen in Deutschland nutzenDeutschland wird auch bis auf weiteres der weltweit größte Markt für Biogas bleiben. Auch wenn derzeit noch nicht feststeht, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen ab dem Jahr 2012 aussehen werden. Für EnviTec Biogas ist Deutschland ebenfalls der Markt mit der größten Bedeutung: Wir haben im vergangenen Jahr zahlreiche neue Aufträge im Inland akquiriert. Zusätzlich zur Förderung der Strom- und Wärmegewinnung aus Biogas wird die Biomethan-Einspeisung in das öffentliche Gasnetz in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Gut positioniert für das EEG 2012Das Bundeskabinett hat mit Datum vom 2. Februar 2011 beschlossen, die Neuregelung der Biogasförderung im Rahmen der Novellierung des Gesetzes zum 1. Januar 2012 vorzuziehen. Es solle eine angemessene Anpassung der Vergütungssätze für Strom aus Biomasse erfolgen, die sich jedoch ausschließlich auf die Betreiber von Neuanlagen beziehen soll. EnviTec erwartet, dass die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) den Einsatz organischer Reststoffe stärker gewichten wird als bisher. Damit würde die Bandbreite möglicher Einsatzstoffe bei der Biomasseverstromung entsprechend steigen. Hiervon wollen wir als Branchenführer profitieren. In Wales bauen wir eine Anlage, die Biogas ausschließlich aus Reststoffen aus der Lebensmittelindustrie produziert. In Belgien haben wir einige größere Biogasanlagen gebaut, die einen Mix aus Substraten und Reststoffen erfolgreich verarbeiten. Der Input für eine Anlage in Saerbeck soll zu rund 90 Prozent durch Gülle gedeckt werden. Die Anlage soll im Jahr 2011 errichtet werden. Dies sind nur drei Beispiele, die die Vielseitigkeit unserer Biogasanlagen zeigen. Damit ist EnviTec Biogas für die kommende Novelle des EEG hervorragend positioniert. Internationale Expansion als WachstumstreiberAuslandsmärkte gewinnen an BedeutungWeltweit gibt es zahlreiche Länder mit attraktiven Rahmenbedingungen für die Biogasproduktion. Bei der Erschließung neuer Märkte setzen wir auf Partner aus der jeweiligen Region und verbinden auf diese Weise unsere langjährige Erfahrung im Anlagenbau und -betrieb mit den Kenntnissen über die regionalen Marktbesonderheiten. EnviTec hat frühzeitig die Internationalisierung vorangetrieben und ist heute neben Deutschland in 15 Ländern vertreten. In diesen Ländern besteht ausreichendes Wachstumspotenzial, um unseren Umsatz weiter zu erhöhen und damit die Abhängigkeit vom deutschen Markt zu reduzieren. Besonders stark ist derzeit die Entwicklung in Italien und Frankreich. Darüber hinaus beobachten wir weltweit die Entwicklungen der Rahmenbedingungen für Biogas. Sobald in einem Land nachhaltige Strukturen entstehen, prüfen wir diese sehr genau und entscheiden dann über einen Markteintritt. Gezielter Ausbau des EigenbetriebsWir bauen konsequent den Betrieb eigener Anlagen im In- und Ausland aus. Derzeit liegt der Fokus dabei auf Deutschland und Italien. Der Eigenbetrieb wird auch in Zukunft deutlich zur Umsatz- und Ergebnisverbesserung beitragen. Mit seinem regelmäßigen Cashflow ist das Segment eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau für Dritte. Zielsetzung ist es, mit diesem Segment eine Verstetigung der Erlösbeiträge zu schaffen. Stärkung der Innovations- und TechnologiekompetenzPermanente ForschungDie Biogasbranche ist noch jung und das Innovationspotenzial entsprechend hoch. Mit dem ständigen Ausbau unserer Technologiekompetenz soll die führende Stellung innerhalb der Branche gefestigt und Biogas ökologisch und ökonomisch noch attraktiver gemacht werden. Ziel ist es, die Handhabung unserer Anlagen kontinuierlich zu verbessern sowie die benötigte Substratmenge bei gleicher Leistung zu reduzieren. Wir sehen insbesondere in den Bereichen, die dem Gärprozess vor- und nachgelagert sind, noch große Entwicklungsmöglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit von Biogas weiter zu erhöhen. Ein wichtiger Fokus liegt auf dem Test alternativer Einsatzstoffe wie organische Abfälle. Daneben arbeiten wir unter anderem an Verbesserungen im landwirtschaftlichen Bereich, beispielsweise bei der Optimierung der Erntezeitpunkte und bei der Saatgutentwicklung. UnternehmenssteuerungIntensivierung der FührungsprozesseZiel unseres unternehmerischen Handelns ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen. Daraus leiten sich unsere wesentlichen Steuerungsgrößen ab: Umsatz, EBIT, Cashflow und Eigenkapitalrentabilität. Die operative und strategische Steuerung des Konzerns erfolgt über regelmäßige Sitzungen der Vorstandsmitglieder. Je nach Gesprächs- und Planungsbedarf nehmen an den wöchentlichen Vorstandssitzungen gewöhnlich Führungskräfte teil. In diesen Meetings wird die strategische Unternehmensführung besprochen und gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich zu diesen Sitzungen finden alle 6 bis 8 Wochen Treffen der Bereichsleiter mit dem Vorstand statt, dort werden vorwiegend operative Themen diskutiert. Diesem Gremium werden verschiedene Auswertungen und Vorlagen zur Verfügung gestellt, um Entscheidungen zu ermöglichen und Projekte zu planen. Darüber hinaus erhält der Vorstand regelmäßig Auswertungen zu den oben genannten Steuerungsgrößen sowie hinsichtlich der Entwicklung von Liquidität und Kosten. Dabei werden Soll-Ist-Vergleiche gezogen. Eine konzernweite ERP-Software (Enterprise Resource Planning) ermöglicht die schnelle und übersichtliche Darstellung aller Prozesse der Gruppe wie Materialwirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen, Projektcontrolling, Verkauf und Marketing. ISO-Zertifizierung umgesetztIm November 2010 hat EnviTec für das Qualitätsmanagementsystem die Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 9001:2008 erhalten. Die 2008 überarbeitete Norm DIN EN ISO 9001:2008 stellt hohe Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem. Bei EnviTec umfasst es nicht nur den Bau und Betrieb von Biogasanlagen, sondern auch den biologischen und technischen Service sowie die Projektentwicklung von Eigenanlagen. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENGesamtwirtschaftliche EntwicklungRobuste WeltwirtschaftNach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) lag das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2010 bei 4,8 Prozent. Die Entwicklung unterstreicht die allgemeine Erholung der Weltkonjunktur nach der Rezession des Jahres 2009, allerdings besteht weiterhin Unsicherheit hinsichtlich der Nachhaltigkeit des weltweiten Aufschwungs. Die Industrieländer verzeichneten im Jahr 2010 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,7 Prozent, wobei die Industrieproduktion noch deutlich unter dem Niveau vor der Krise lag. Der Welthandel kam nach Angaben des IWF von Januar 2011 auf ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wuchs jedoch im zweiten Halbjahr moderater als in der ersten Jahreshälfte 2010. Ursache ist eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den Entwicklungs- und Schwellenländern, die bis zum Frühjahr der Motor des Aufschwungs waren. Dennoch erreichten die aufstrebenden und sich entwickelnden Volkswirtschaften nach Angaben des IWF einen BIP-Anstieg um 7,1 Prozent und erhöhten somit ihren Anteil am gesamten Output der Weltwirtschaft. Vorreiter unter den Wachstumsmärkten sind die sogenannten BRIC-Staaten, von denen China erneut das höchste Wachstum mit 10,3 Prozent verzeichnete und damit das Nachbarland Japan als Nummer 2 der Weltwirtschaft überholte. Indiens Wirtschaft legte ebenfalls zu und erreichte ein kräftiges Wachstum von 9,7 Prozent, gefolgt von Brasilien mit 7,5 Prozent und Russland mit 4,0 Prozent. Die Exporte der Industrieländer erreichten laut IWF ein Plus von 11,4 Prozent in 2010, die Importe der Schwellen- und Entwicklungsländer legten um 13,8 Prozent zu. Energie- und RohstoffmärkteMit der Erholung der Weltwirtschaft hat auch die Nachfrage nach Energie und Rohstoffen wieder zugenommen und damit auch ihre Preise. Der durchschnittliche Ölpreis der Sorte Brent stieg im Jahresverlauf um 15 Prozent auf 93,32 US$ je Barrel (Quelle: Energy Information Administration). Der Erdgaspreis hat im Jahresverlauf ebenfalls deutlich zugelegt. An der europäischen Energiebörse EXX kletterte der EGIX (European Gas Index) von 13,70 Euro Anfang 2010 bis zum Jahresende auf 24,52 Euro je Megawattstunde. Rohstoffe mit deutlichen Aufschlägen in 2010Nach den Rekordernten der vergangenen beiden Jahre wurde nach Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums 2010 weltweit wieder weniger geerntet. Insbesondere in Russland fiel die Ernte aufgrund von anhaltender Trockenheit deutlich geringer aus, woraufhin die russische Regierung einen Exportstopp verhängte. Insgesamt stiegen die Preise für Weizen und Mais um fast 100 Prozent bis zum Jahresende 2010 an. Mit dem Anstieg der Agrarrohstoffpreise nehmen auch die Kosten für die bei der Biogasproduktion notwendigen Inputstoffe zu. Diese Entwicklung kann EnviTec Biogas im Eigenbetrieb negativ beeinflussen. Dies gilt jedoch nicht für bestehende Anlagen, wo der Großteil der Substratsicherung mit langfristigen Verträgen, die Preisobergrenzen beinhalten, unterlegt ist. Grundsätzlich können höhere Inputkosten auch durch die Nutzung des Gärrestes als natürlicher Dünger teilweise kompensiert werden. BiogasmarktFür Biogasanlagenhersteller- und betreiber sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage für die Branche. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz. Starker Zubau in DeutschlandDer deutsche Biogasmarkt hat seine Spitzenposition im Jahr 2010 ausgebaut. Laut dem Bundesverband BioEnergie waren Ende 2010 rund 6.000 Biogasanlagen am Netz. Das entspricht einem Anstieg um 1.000 Anlagen. Insgesamt wurden im Jahr 2010 rund 20,4 Milliarden Kilowattstunden klimafreundliche Energie aus Biogas produziert. 2009 waren es rund 19,2 Milliarden Kilowattstunden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen in dem für EnviTec Biogas wichtigen Markt sind weiterhin attraktiv und bieten Wachstumschancen. Im ersten Halbjahr 2010 hat die Bundesregierung die deutsche Gasnetzzugangsverordnung novelliert. So hat der Gesetzgeber beschlossen, den Anlagenbetreibern den Zugang zum Erdgasnetz zu erleichtern und hat die Kostenteilung sowie teilweise eine Kostendeckelung zugunsten der Anlagenbetreiber verändert. Deutschland ist das Vorbild bei der Schaffung klarer Rahmenbedingungen. So bieten inzwischen zahlreiche Länder feste gesetzliche Regeln für den Bau und Betrieb von Biogasanlagen mit entsprechenden Einspeisevergütungen. Die wichtigsten internationalen Märkte für EnviTec Biogas sind derzeit Italien, Tschechien und Frankreich. Mittelfristig bietet daneben insbesondere Großbritannien signifikantes Umsatzpotenzial. Biogas-Boom in ItalienDer italienische Markt hat sich bedingt durch die Ratifizierung des Vergütungssystems mit einem Vergütungssatz von 28 ct je kWh Strom aus Biogasanlagen bis 999 kWel Größe im Jahr 2010 sehr stark entwickelt. Ende 2010 sind in Italien rund 350 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung von ca. 245 MWel am Netz. Weitere 275 Anlagen befinden sich derzeit im Bau oder in der Entwicklung. Diese positive Entwicklung wird sich unseres Erachtens auch in den Jahren 2011 und 2012 fortsetzen, wozu auch die Verlängerung der attraktiven Vergütung für erneuerbaren Strom aus Biogas bis Ende 2012 beitragen wird. An diesem positiven Umfeld partizipiert nicht nur das Segment Anlagenbau, sondern auch der Geschäftsbereich Eigenbetrieb. So waren zum Bilanzstichtag 14 eigene Biogasanlagen mit 13,5 MWel im Genehmigungsverfahren. Attraktiver Markt in GroßbritannienIn Großbritannien gibt es, bedingt durch das Vergütungssystem, einen dualen Markt für eher agrarische Inputstoffe sowie Reststoffe. Insofern sind dort auch die Zielgruppen sehr vielfältig und umfassen neben Landwirten und landwirtschaftlichen Verarbeitungsbetrieben auch Industriekunden, die über verwertbare Reststoffe verfügen, Infrastrukturunternehmen sowie Projektentwickler. Hinsichtlich der Vergütung für die Verstromung gibt es in Großbritannien ein Wahlrecht zwischen einer festen Einspeisevergütung und einem eher marktorientierten Vergütungssystem, wo Zertifikate verdient werden, deren Wert sich teilweise auch am aktuellen Strompreis orientiert. Der Markt für Gasaufbereitungsanlagen ist noch sehr klein. Allerdings tritt vermutlich im Sommer 2011 mit der sog. "Renewable Heat Incentive" der letzte Baustein des Vergütungspakets für Biogas in Kraft. Im Rahmen dieser Bonifizierung erhalten große Biogasanlagen dann eine Vergütung von 6,5p (ca. sieben Cent) für ein Äquivalent von einer Kilowattstunde Bioerdgas. Die Regierung hat zuletzt angekündigt, insbesondere die Vergütung für kleine und mittlere landwirtschaftliche Biogasanlagen aufzubessern, da in diesem Segment bislang nur sehr wenige Biogasanlagen in Großbritannien entstanden sind. Aufgrund der Erfahrungen von EnviTec im landwirtschaftlichen Biogasbereich sowie der Erfahrungen mit größeren Biogasanlagen für Industriekunden sehen wir uns in diesem Markt für die Zukunft gut aufgestellt. MITARBEITERscroll
Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind die Grundlage für ein erfolgreiches Wachstum der EnviTec Biogas. Wir sind stolz darauf, dass eine Vielzahl der Mitarbeiter bereits seit vielen Jahren im Konzern tätig ist. Sie sind das Rückgrat, die solide Grundlage für den Erfolg des Unternehmens. Neben der nachhaltigen Personalentwicklung sind wir ebenfalls bestrebt jungen Absolventen die Chance zu bieten, in einer interessanten Zukunftsbranche Fuß zu fassen. Aufgrund der weiter voranschreitenden Internationalisierung brauchen wir flexible Mitarbeiter, die bereit sind, im Ausland zu arbeiten und sich offen gegenüber anderen Kulturen zu präsentieren sowie das Unternehmen adäquat zu vertreten. Die Beschäftigungspolitik der EnviTec ist darauf ausgelegt nicht nur den Bedürfnissen des Unternehmens zu entsprechen, sondern ebenfalls auf die individuellen Interessen und Leistungen der Beschäftigten einzugehen. Hierzu zählen in einigen Bereichen monetäre Anreizsysteme wie beispielsweise eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung. Mit internen Weiter- und Ausbildungmaßnahmen geben wir Mitarbeitern die Chance zur Weiterentwicklung und wollen sie langfristig für unser Unternehmen begeistern. Die auf den Beruf ausgerichteten Maßnahmen werden durch soziale Aktivitäten, die dem Gemeinschaftssinn und der Vermittlung unserer durch Verlässlichkeit und Fairness geprägten Unternehmenskultur dienen, ergänzt. Zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter und zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades liegt dem Unternehmen ein Maßnahmenkatalog vor, der unter anderem die Präsenz von EnviTec auf Fachmessen wie der Messe Zukunftsenergien Nordwest in Bremen bzw. der EuroTier in Hannover beinhaltet. Neben den Fachmessen sind ebenfalls Hochschulmessen sowie weitere Maßnahmen innerhalb des Hochschulmarketings wichtige Themen im Bereich der Nachwuchskräfterekrutierung. Wir bieten hierbei Studenten die Möglichkeit, interessante Praxissemester zu absolvieren bzw. Bachelor/Master- und Diplomarbeiten zu den unterschiedlichen und weitreichenden Themen rund um Biogas anzufertigen. EnviTec-Biogas beschäftigte zum Stichtag 31. Dezember 2010 weltweit 416 Mitarbeiter (Vorjahr: 385). Davon ist mit 334 der wesentliche Teil in Deutschland aktiv. 82 Mitarbeiter sind in den Auslandsstandorten für EnviTec Biogas im Einsatz. Der Anstieg der Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr ist auf das Wachstum im In- und Ausland zurückzuführen. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGForschung in eigenen BiogasanlagenKontinuierliche Weiterentwicklung ist ein essentieller Faktor für nachhaltigen Erfolg. Dies nehmen wir sehr ernst und arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Anlagentechnik, dem Qualitätsmanagement und neuen Inputstoffen. Forschung nicht im Labor, sondern in der PraxisEnviTec Biogas betreibt mehr als 30 eigene Biogasanlagen. Sie sind ein wichtiger Wissenspool für Weiterentwicklung, Verbesserung und Anwendung neuer Anlagentechnik. So stellen wir auch sicher, dass Innovationen Kunden erst angeboten werden, wenn sie ihren Nutzen im laufenden Betrieb bereits bewiesen haben. Technologische FortschritteDie aktuellsten Weiterentwicklungen sind eine Rührwerkstechnik und ein Biorieselbettreaktor. Beide sorgen für einen deutlichen Mehrwert bei der Biogasproduktion. Der sogenannte Midsize-Rührer sorgt im Fermenter für die Durchmischung der Substrate. Das neue Modell bringt mehr Leistung bei weniger Verbrauch. Gleichzeitig führt eine geringere Drehzahl zu weniger Verschleiß und damit zu längeren Wartungsintervallen. Der Grund: Mit einem größeren Durchmesser des Propellers erzielt der Midsize-Rührer bei reduzierter Drehzahl und geringeren Reibungsverlusten einen besseren Wirkungsgrad als herkömmliche Rührer. Auch der Biorieselbettreaktor, eine für die Biogasentschwefelung außerhalb des Fermenters entwickelte Anlage, bringt Anlagenbetreibern Vorteile. Das Gerät reduziert den Schwefelwasserstoffanteil im Biogas um durchschnittlich mehr als 94 Prozent und schützt so den Motor im Blockheizkraftwerk. Biogas zu 100 Prozent aus Reststoffen der LebensmittelindustrieNeue AnlagenkonzepteBiogas ist ein Multitalent. Zum einen bei der Energieverwendung als Strom, Wärme, Bioerdgas oder Biotreibstoff. Genauso aber auch bei den möglichen Einsatzstoffen. Dafür eignen sich grundsätzlich alle organischen Stoffe. Ein Projekt mit Vorbildcharakter baut EnviTec Biogas derzeit in Wales. In der Stadt Newport entsteht eine Biogasanlage im Auftrag der InSource Energy. Der Kunde ist auf die energetische Verwertung von Reststoffen aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie spezialisiert. Die Biogasanlage wird in unmittelbarer Nähe zur Fertiggerichtfabrik Rogerstone Park von RF Brooks, einer Tochter des Lebensmittelkonzerns Premier Foods, entstehen. Sie soll dazu dienen Strom und Wärme aus den Lebensmittelabfällen des Unternehmens zu erzeugen. Dafür werden zu 100 % Lebensmittelreste eingesetzt. TÜV Nord zertifiziert EnviTec Biogas AGOptimierung der ArbeitsabläufeFür unser Qualitätsmanagementsystem haben wir im November 2010 die Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 9001:2008 erhalten. Für die Auszeichnung mit dem Zertifikat durchlief EnviTec erfolgreich die Prüfung durch die international anerkannte Zertifizierungsgesellschaft TÜV Nord. Wir haben bereits frühzeitig ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt, das Zuständigkeiten für einzelne Arbeitsprozesse eindeutig festlegt, wiederkehrende Arbeitsabläufe definiert, interne und externe Informationsflüsse organisiert und Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei einzelnen Arbeitsschritten regelt. Die 2008 überarbeitete Norm DIN EN ISO 9001:2008 stellt hohe Anforderungen an dieses Qualitätsmanagementsystem. Bei EnviTec umfasst es nicht nur den Bau und Betrieb von Biogasanlagen, sondern auch den biologischen und technischen Service des Unternehmens sowie die Projektentwicklung von Eigenanlagen. scroll
Frost & Sullivan Best Practices Award 2010Im Oktober 2010 wurde EnviTec Biogas mit dem "Frost & Sullivan Best Practices Award 2010" ausgezeichnet. Mit der Verleihung des Preises in der Kategorie "Global Biological Waste-to-Energy Competitive Strategy Leadership" würdigt die weltweit tätige Unternehmensberatung Frost & Sullivan die herausragende Branchenstellung des Biogasanlagenbauers EnviTec in der Umsetzung einer internationalen Wachstumsstrategie in der Erforschung und Entwicklung von effizienzverbessernden Technologien zur Biogasproduktion, in der Realisierung von zukunftsweisenden Großprojekten und in puncto Kundenzufriedenheit. Energy ContractingWir haben Ende 2010 damit begonnen, den Bereich Energy Contracting aufzubauen. Dabei handelt es sich um die Produktion und Vermarktung von Strom und Wärme in Blockheizkraftwerken. Als Energiequelle werden wir unser selbst produziertes Biogas einsetzen, welches auf Erdgasqualität aufbereitet und in das öffentliche Gasnetz eingespeist wird. Die Produktion von Strom und Wärme erfolgt dann in direkter Nähe der Wärmeabnehmer auf Basis der EEG-Vergütung. ENTWICKLUNG DES AUFTRAGSBESTANDESAuftragsbestand erneut erhöhtDie Auftragslage hat sich über das gesamte Jahr 2010 sehr erfreulich entwickelt und lag zum Ende des Geschäftsjahres auf Rekordniveau. Im Berichtsjahr haben wir neue Aufträge im Wert von 237,8 Mio. Euro akquiriert. Insgesamt lagen zum Stichtag 31. Dezember Bestellungen in Höhe von 252,6 Mio. Euro vor. Mit einem Volumen von 161,5 Mio. Euro bzw. 64 Prozent haben Aufträge aus Deutschland den größten Anteil. Im Auslandsgeschäft hat der italienische Markt die größte Bedeutung. Dort liegt der Auftragsbestand bei 41,7 Mio. Euro. Sehr erfreulich ist auch die Nachfrage in Frankreich. Nachdem in der ersten Jahreshälfte der Markteintritt gelungen ist, verfügen wir dort derzeit über Bestellungen in Höhe von 15,4 Mio. Euro. Bei der erfreulichen Auftragsentwicklung ist zu berücksichtigen, dass im Jahresverlauf das Auftragsbuch regelmäßig überprüft wurde. So wurden unsichere Orders im Wert von 95,0 Mio. Euro ausgebucht. Hiervon entfielen gut 70 Mio. Euro auf ein Großprojekt sowie einen Rahmenauftrag, weitere 20 Mio. Euro auf Auslandsprojekte und 5 Mio. Euro auf sonstige Einzelprojekte im Inland. Aufgrund von Finanzierungs- und/oder Genehmigungsproblemen wird bei diesen Orders derzeit nicht mit einer mittelfristigen Umsetzung gerechnet. Struktur des Auftragsbestandes deutlich verbessertNeben dem Anstieg des Auftragsbestandes im Jahresverlauf um 24,9 Mio. Euro ist besonders hervorzuheben, dass sich der Trend zum Einzelkunden und weg vom Großkunden verstärkt hat. Dadurch hat sich das Klumpenrisiko reduziert und die Qualität des Auftragsbestandes verbessert. So verteilt sich der Auftragsbestand auf mehr als 200 Einzelkunden. Der größte Kunde hat einen Anteil von 8 Prozent, die fünf größten Kunden zusammen von 31 Prozent des Gesamtauftragsbestands. Die Aufträge aus dem Segment Eigenbetrieb hatten Ende 2010 ein Volumen von 38,1 Mio. Euro erreicht. 70 Prozent der Aufträge stammen aus dem landwirtschaftlichen Bereich. ENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTENEnviTec Biogas ist in den drei Segmenten Anlagenbau, Eigenbetrieb und Service tätig und hat in allen drei Bereichen den Umsatz im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Geschäftsbereich Anlagenbau hat derzeit den größten Umsatzanteil. AnlagenbauAnlagenbau zieht deutlich anDie Umsatzentwicklung im Anlagenbau wurde im Jahr 2010 von der hohen Nachfrage in Deutschland und Italien getrieben. Während im ersten Quartal die Bauaktivitäten durch einen harten Winter behindert wurden, legten die Erlöse im weiteren Jahresverlauf kontinuierlich zu. So hat EnviTec allein im vierten Quartal 38,1 Mio. Euro mit dem Bau von Biogasanlagen im In- und Ausland erlöst. Insgesamt haben wir im Jahr 2010 den Umsatz in diesem Segment von 94,6 Mio. Euro auf 116,1 Mio. Euro gesteigert. Das entspricht einem Anstieg um 22,7 Prozent. Das operative Ergebnis haben wir ebenfalls verbessert. Es wurde jedoch von Einmaleffekten negativ beeinflusst. So musste eine für Forschungszwecke errichtete Erweiterung einer Kundenanlage wieder abgebaut werden. Darüber hinaus konnte eine von EnviTec als Generalunternehmer errichtete Anlage erst später als vereinbart Energie einspeisen. Dafür musste eine Einmalzahlung geleistet werden. Insgesamt beliefen sich die Einmaleffekte im Gesamtjahr auf rund 3,4 Mio. Euro und wurden im Materialaufwand sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbucht. Insgesamt haben wir ein operatives Segmentergebnis (EBIT) von minus 4,3 Mio. Euro erzielt. Im Vorjahr lag der Fehlbetrag bei 5,8 Mio. Euro. Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Markt für den Anlagenbau. Trotz der Marktreife und intensivem Wettbewerb hat EnviTec den Umsatz im Inland bei 72,4 Mio. Euro (Vorjahr: 73,4 Mio. Euro) in etwa halten können. Die Nachfrage nach Biogasanlagen war in 2010 in allen Kundengruppen sehr hoch und eine Marktsättigung war nicht spürbar. Das Wettbewerbsumfeld ist jedoch durch eine Vielzahl von Anlagenbauern geprägt. EnviTec gehört nach eigener Einschätzung mit einem Marktanteil von rund acht Prozent zu den drei größten Anlagenbauern in der Biogasbranche. Den Marktanteil der größten fünf Anbieter in Deutschland schätzen wir auf rund 25 Prozent. scroll
Anlagenbau im AuslandAnlagenbauumsatz im Ausland verdoppeltIm Jahr 2009 haben wir begonnen uns auf die Länder mit den stabilsten Rahmenbedingungen zu konzentrieren. Nur wenn klare gesetzliche Vorgaben, Finanzierungsmöglichkeiten und ausreichende Inputstoffe vorhanden sind, sind Anlagenbetreiber bereit zu investieren. Die Fokussierung hat sich im Jahr 2010 beim Auftragseingang und der Umsatzentwicklung sehr positiv bemerkbar gemacht. So ist der internationale Umsatz von 21,2 Mio. Euro auf 43,7 Mio. Euro gestiegen. Wichtigster Auslandsmarkt ist Italien. Nachdem dort Ende 2009 die Einspeisevergütung auf 28 Cent je Kilowattstunde festgesetzt wurde, ist die Nachfrage deutlich angesprungen und gewinnt weiter an Dynamik. Auch der französische Markt hat sich positiv entwickelt. Nachdem wir in den ersten Monaten des Berichtsjahres die ersten Aufträge erhalten haben, konnten wir dort bis zum Jahresende 2010 bereits 1,2 Mio. Euro umsetzen. In Lettland haben wir 2010 die ersten Aufträge erhalten und bereits Umsätze generiert. Die ersten zwei Biogasanlagen von EnviTec in Lettland entstehen im westlichen Teil des Landes, nicht weit entfernt von Liepaja, der drittgrößten Stadt Lettlands. Auftraggeber ist der Betreiber einer Schweinefarm. Für ihn baut EnviTec zwei Anlagen mit einer elektrischen Anschlussleistung von jeweils einem Megawatt, in denen als Inputstoffe zur Biogaserzeugung Schweingülle und nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz kommen. Die bei der Verstromung des erzeugten Methangases in den Blockheizkraftwerken entstehende Abwärme möchte der Auftraggeber zum Beheizen der Ställe seiner Schweinefarm nutzen. Lettland gehört zu den EU-Ländern, die ihren Strombedarf nicht mit eigenen Kraftwerken decken können. Auch beim Gas ist die baltische Republik von Einfuhren abhängig. Mit einem Ausbau erneuerbarer Energien will das Land in den nächsten Jahren eine eigenständige Versorgung vorantreiben und fördert Biogas daher mit einer Einspeisevergütung von umgerechnet 18 bis 22 Cent je Kilowattstunde. Eigenbetrieb6,3 MW Zubau im Eigenbetrieb in 2010Im Geschäftsbereich Eigenbetrieb erzeugen wir - häufig gemeinsam mit Partnern - Strom, Wärme und Gas in eigenen Biogasanlagen im In- und Ausland. Dieses Segment ist mit seinem regelmäßigen Cashflow eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau. Wie im Geschäftsbericht 2009 angekündigt haben wir im Berichtsjahr kräftig in den Ausbau des Eigenbetriebs investiert. Mit Erfolg: Im Jahr 2010 haben wir zwölf Anlagen in Betrieb genommen und damit die Anzahl der eigenen Anlagen auf 31 gesteigert. Die elektrische Leistung legte von 15,2 MW auf 21,5 MW zu. Weitere 15 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 9 MW waren zum Bilanzstichtag im Bau. Der Bereich wird weiter konsequent ausgebaut. Dabei liegt der regionale Fokus derzeit klar auf Deutschland und Italien. In anderen Ländern dienen eigene Anlagen als Referenz und Türöffner für den Anlagenbau. Den Umsatz im Eigenbetrieb haben wir im Jahr 2010 von 18,6 Mio. Euro um 18,8 Prozent auf 22,1 Mio. Euro gesteigert. Das EBIT des Segments sank leicht von 5,8 Mio. Euro um 8,6 Prozent auf 5,3 Mio. Euro. Damit erzielen wir im Eigenbetrieb eine EBIT-Marge von 24,1 Prozent. ServiceWachsendes ServicenetzDas Geschäft mit Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen entwickelt sich erfreulich. Unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend den Betrieb und die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputstoffe und Gärreste auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit einer Anlage zu geben. Darüber hinaus umfasst unser Angebot die regelmäßige Begehung der Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern. Wir bieten neben der Teilwartung nach Aufwand auch die Vollwartung mit der Übernahme des Reparaturrisikos an. Ende 2010 haben wir in diesem Segment im biologischen Service gut 200 Anlagen und im technischen Service gut 100 Anlagen in Deutschland betreut. Der Umsatz stieg in diesem Segment von 6,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 9,8 Mio. Euro. Mit einem EBIT von minus 2 Tsd. Euro hat das Segment die kritische Größe für ein profitables Wachstum erreicht (Vorjahr: minus 0,58 Mio. Euro). ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEUmsatzentwicklungDer Umsatz von EnviTec Biogas hat sich im Jahr 2010 sehr erfreulich entwickelt. In jedem Quartal haben wir die Erlöse erhöht und mit 47,7 Mio. Euro im vierten Quartal ein Rekordniveau erreicht. Insgesamt ist der Umsatz im Jahr 2010 von 119,9 Mio. Euro auf 148,0 Mio. Euro gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von 23,4 Prozent. Zu der dynamischen Entwicklung haben alle Geschäftsbereiche beigetragen. Damit haben wir die im November veröffentlichte Prognose von einem Konzernumsatz in Höhe von mindestens 145 Mio. Euro erreicht. Positive Umsatzentwicklung in allen SegmentenIn Deutschland stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 98,8 Mio. Euro um 2,3 Prozent auf 101,1 Mio. Euro. Damit wird weiterhin der wesentliche Anteil im Inland erlöst. Der Auslandsumsatz legte um 121,7 Prozent auf 47,0 Mio. Euro zu (Vorjahr: 21,2 Mio. Euro). An dieser positiven Entwicklung hat der Anlagenbau in Italien den größten Anteil. Die sonstigen betrieblichen Erträge nahmen von 2,6 Mio. Euro auf 8,9 Mio. Euro zu. Der nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts ermittelte Umsatz der EnviTec Biogas AG nahm im Vergleich zum Vorjahr um 20,3 Prozent auf 95,6 Mio. Euro zu. Gegenüber dem Vorjahr veränderte sich die Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen um -1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 10,4 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen auf 4,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro). Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist fast ausschließlich auf den Verkauf von Maissilage an fremde Dritte zurückzuführen (3,5 Mio. Euro). In gleicher Höhe stiegen die Materialaufwendungen an, da die Bestände zum Einstandspreis veräußert wurden. Damit stieg die Gesamtleistung der AG im Jahr 2010 von 91,2 Mio. Euro auf 109,4 Mio. Euro. scroll
KostenentwicklungRohertragsmarge weiter auf hohem NiveauDie wesentliche Aufwandsposition bei EnviTec Biogas ist der Materialaufwand. Aufgrund des Umsatzwachstums stieg dieser ebenfalls und zwar um 33,3 Prozent auf 108,8 Mio. Euro. Die überproportionale Steigerung im Vergleich zum Umsatz ist zum einen auf höhere Einkaufspreise zurückzuführen. Zum anderen machten sich die im Segmentbericht Anlagenbau beschriebenen Einmaleffekte negativ bemerkbar. Die Rohertragsmarge lag bei 32,5 Prozent (Vorjahr: 34,1 Prozent). Der Rückgang der Bruttomarge ist größtenteils damit zu erklären, dass der margenstärkere Eigenbetrieb im Berichtsjahr einen geringeren Anteil am Gesamtumsatz hatte als im Vorjahr. Der Personalaufwand entwickelte sich in 2010 unterproportional zum Umsatz und stieg von 16,1 Mio. Euro um 12,7 Prozent auf 18,1 Mio. Euro. Entsprechend sank die Personalkostenquote von 13,4 Prozent auf 12,2 Prozent. Die Erhöhung der Abschreibungen von 5,5 Mio. Euro auf 7,3 Mio. Euro ist im Wesentlichen auf den Ausbau des Eigenbetriebs zurückzuführen. Der sonstige betriebliche Aufwand, zu dem Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten gehören, stieg im Berichtszeitraum von 20,0 Mio. Euro auf 21,7 Mio. Euro. Ganz wesentlich haben dazu die im Segmentbericht beschriebenen Einmaleffekte im Anlagenbau beigetragen. EBIT dreht ins PlusIm Einzelabschluss der AG stieg der Materialaufwand im Berichtsjahr von 64,6 Mio. Euro auf 85,6 Mio. Euro. Der Materialaufwand stieg damit überproportional zum Umsatzanstieg, wobei hierbei der Effekt aus dem Verkauf von Maissilage zu berücksichtigen ist. Der Personalaufwand nahm insbesondere aufgrund der in 2010 erfolgten Sonderzahlung von 10,8 Mio. Euro auf 11,1 Mio. Euro zu. Die Abschreibungen erhöhten sich von 1,9 Mio. Euro auf 2,2 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 14,5 Mio. Euro, nach 13,1 Mio. Euro im Vorjahr. Insbesondere der Anstieg der Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit dem Ausbau des internationalen Geschäfts war hierfür ausschlaggebend. ErgebnisentwicklungDie dynamische Umsatzentwicklung von EnviTec im Jahr 2010 hat sich auch auf der Ertragsseite positiv bemerkbar gemacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg von 4,9 Mio. Euro um 68,8 Prozent auf 8,3 Mio. Euro. Mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 1,0 Mio. Euro ist wieder der Sprung in die Gewinnzone gelungen (Vorjahr: -0,5 Mio. Euro). Damit wurde die EBIT-Prognose erreicht. Aufgrund der hohen Investitionen in den Eigenbetrieb nahmen die liquiden Mittel von EnviTec Biogas ab und das Finanzergebnis sank von 3,2 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) sank leicht von 2,7 Mio. Euro auf 2,6 Mio. Euro. Der Konzernjahresüberschuss im Berichtsjahr dagegen stieg aufgrund negativer Minderheitenanteile von 1,3 Mio. Euro auf 2,3 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg entsprechend von 0,08 Euro auf 0,15 Euro. Auf Einzelabschlussebene ging das Ergebnis vor Ertragsteuern von 5,2 Mio. Euro im Vorjahr auf 0,3 Mio. Euro in 2010 zurück. Wesentlich dafür waren Einmaleffekte durch Wertberichtigungen auf teilfertige Arbeiten. Nach Abzug der Ertragsteuern und passiver latenter Steuern ergibt sich für den Einzelabschluss EnviTec Biogas AG ein Jahresfehlbetrag von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: Jahresüberschuss von 3,4 Mio. Euro). Für das Geschäftsjahr 2010 ist keine Dividendenzahlung geplant. Stattdessen soll der Ausbau des ertragsstarken Eigenbetriebs weiter vorangetrieben werden. InvestitionenInvestitionsvolumen zieht deutlich anDas Investitionsvolumen lag im Berichtsjahr mit 22,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 15,0 Mio. Euro. Der Grund hierfür ist vor allem der kräftige Ausbau des Eigenbetriebs: Im Jahr 2010 hat EnviTec zwölf Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 6,3 MW neu in Betrieb genommen. Weitere 15 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von neun MW befanden sich zum Bilanzstichtag im Bau. Die Investitionen im Einzelabschluss betrugen 3,2 Mio. Euro und betreffen insbesondere die Erweiterung des Gebäudekomplexes (0,6 Mio. Euro) in Lohne sowie die Anschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung (2,0 Mio. Euro). VermögenslageDie Bilanzsumme des EnviTec-Konzerns hat sich zum 31. Dezember 2010 gegenüber dem Jahresende 2009 um 20,4 Mio. Euro auf 251,9 Mio. Euro erhöht. Anlagevermögen steigtAuf der Aktivseite lagen die langfristigen Vermögenswerte mit 84,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 77,1 Mio. Euro. Ursächlich für diese Entwicklung war vor allem der Ausbau des Eigenbetriebs in den Bilanzpositionen Sachanlagen und Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen, der den Rückgang der sonstigen langfristigen Forderungen von 21,0 Mio. Euro auf 12,7 Mio. Euro überkompensiert hat. Durch die Investitionen in den Eigenbetrieb stiegen die Sachanlagen um 11,5 Mio. Euro auf 60,8 Mio. Euro und die Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen um 3,6 Mio. Euro auf 5,4 Mio. Euro. Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen um 15,9 Mio. Euro auf 167,6 Mio. Euro zu. Die Zunahme resultierte zum einen auf die noch im Bau befindlichen Biogasanlagen und damit der Zunahme der Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo um 17,7 Mio. Euro auf 58,1 Mio. Euro. Zum anderen stiegen die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte von 23,2 Mio. Euro auf 45,1 Mio. Euro. Gegenläufig wirkten sich die Auflösung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 12,0 Mio. Euro und die Reduzierung der flüssigen Mittel von 41,8 Mio. Euro auf 12,8 Mio. Euro aus. Die Bilanzsumme im Einzelabschluss der EnviTec Biogas AG hat sich um 3,4 Mio. Euro auf nunmehr 192,0 Mio. Euro erhöht. Wesentlich für den Anstieg waren die um 48,8 Mio. Euro gestiegenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Diesem Anstieg steht insbesondere der Rückgang der Finanzanlagen um 14,4 Mio. Euro auf 36,6 Mio. Euro sowie der Rückgang der liquiden Mittel um 30,6 Mio. gegenüber. FinanzlageEigenkapitalquote weiter auf hohem NiveauEnviTec verfügt weiterhin über eine sehr solide Finanzlage. Auf der Passivseite lag das Eigenkapital Ende 2010 bei 176,1 Mio. Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Eigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag bei 69,9 Prozent (Vorjahr: 75,7 Prozent). Steigendes Refinanzierungsvolumen im EigenbetriebDas Fremdkapital insgesamt ist von 56,3 Mio. Euro auf 75,8 Mio. Euro gestiegen. Die kurzfristigen Schulden nahmen von 28,0 Mio. Euro auf 41,9 Mio. Euro zu. Die Zunahme beruht unter anderem auf dem Unternehmenswachstum, wodurch der Zwischenfinanzierungsbedarf, zum Beispiel für Vorräte, und das Volumen erhaltener Anzahlungen naturgemäß ebenfalls zunimmt. Darüber hinaus wird der Bau eigener Biogasanlagen zunächst zwischenfinanziert, bevor er in langfristige und zinsgünstige Projektfinanzierungen umgeschichtet wird. Daher stiegen die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 3,0 Mio. Euro auf 10,0 Mio. Euro, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 10,5 Mio. Euro auf 14,4 Mio. Euro und die kurzfristigen Rückstellungen von 5,9 Mio. Euro auf 8,8 Mio. Euro. Der Anstieg der langfristigen Schulden von 28,3 Mio. Euro auf 33,9 Mio. Euro ist ganz wesentlich auf den Ausbau des Eigenbetriebs zurückzuführen. Bei den langfristigen Finanzverbindlichkeiten handelt es sich um die Projektfinanzierungen der Biogasanlagen, die mit einem marktüblichen festen Zinssatz abgeschlossen worden sind. Das Eigenkapital im Einzelabschluss hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Mio. Euro vermindert. Ausschlaggebend hierfür ist die Darstellungsform der erworbenen eigenen Anteile, die sich aufgrund des BilMoG geändert hat. Im Bereich des Fremdkapitals hat sich die wesentliche Veränderung bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben, die sich um 4,2 Mio. Euro erhöht haben. Gleichzeitig sind die sonstigen Rückstellungen um 0,6 Mio. Euro zurückgegangen. LiquiditätslageDer Brutto Cashflow stieg von 2,3 Mio. Euro auf 7,3 Mio. Euro. Der operative Cashflow lag bei -16,0 Mio. Euro (Vorjahr: -1,0 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf die Zunahme der Fertigungsaufträge, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Im Jahr 2010 betrug der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 19,5 Mio. Euro und beruht ganz überwiegend auf dem Ausbau des Eigenbetriebs. Aus Finanzierungstätigkeit sind Mittel in Höhe von 6,5 Mio. Euro zugeflossen (Vorjahr: -0,7 Mio. Euro). Hinsichtlich der Gesamtfinanzlage verfügt EnviTec zum Jahresende über ausreichende Liquidität. Der Finanzmittelfonds lag bei 12,8 Mio. Euro. Darüber hinaus besteht ein ungenutzter Kreditrahmen bei zwei Finanzinstituten in Höhe von 28 Mio. Euro. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageAusreichende Liquidität für weiteres WachstumDie wirtschaftliche Lage des Konzerns wird vom Management der EnviTec Biogas AG unter Berücksichtigung der sich aus dem Konzernabschluss 2010 ergebenden und oben dargestellten Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie unter Einbeziehung des laufenden Geschäfts 2011 zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernlageberichts als positiv beurteilt. Sie ermöglicht die konsequente Umsetzung operativer und strategischer Ziele: Die Abarbeitung des hohen Auftragsbestandes, den Ausbau des Eigenbetriebs sowie die Erforschung neuer Technologien. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem (Bericht nach §§ 289 Absatz 5, 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)Die EnviTec Biogas verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Dies ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse beziehungsweise Transaktionen gewährleistet ist. Es stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften und der internen Anweisungen zur Rechnungslegung sicher. Grundlagen des internen Kontrollsystems sind neben definierten Kontrollmechanismen unter anderem systemimmanente und manuelle Abstimmprozesse, die Trennung von Funktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Auf Basis der Daten der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen werden die konsolidierten Rechenwerke zentral erstellt. Die Konsolidierungsmaßnahmen, bestimmte Abstimmarbeiten und die Überwachung der Vorgaben erfolgen durch spezielle, eigens dafür geschulte Mitarbeiter. Auf jeder Ebene gibt es zumindest ein VierAugen-Prinzip. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. RISIKOBERICHTDer Vorstand von EnviTec Biogas führt das Unternehmen mit Weitsicht und misst der gesicherten Entwicklung des Unternehmens höchste Priorität bei. Gleichzeitig stellt er durch risikobewusstes Verhalten sicher, dass mit dem Geschäftsmodell nachhaltig Gewinne erwirtschaftet werden. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle leitenden Mitarbeiter sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert. Entsprechend unserer Unternehmensstrategie gehen wir Risiken nur dann ein, wenn diesen entsprechende Chancen zur Wertschöpfung und langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes gegenüberstehen. Das RisikomanagementIn einem Risikomanagement-Handbuch hat EnviTec Biogas die Aufgaben, Berichts- und Organisationsstrukturen verbindlich festgehalten. In diesem Handbuch werden Risiken definiert und der gesamte Risikomanagementprozess beschrieben. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, Risiken unter Berücksichtigung definierter Kategorien zu bewerten und zu überwachen und entsprechend gegenzusteuern. Anhand einer regelmäßig aktualisierten Risikoinventurliste werden diese vierteljährlich überprüft. Plötzlich auftretende Risiken, die hinsichtlich ihrer Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit nennenswerte Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung und auf den Unternehmenswert haben, werden dem Vorstand unverzüglich mitgeteilt. Dieser trifft daraufhin die notwendigen Entscheidungen. Im Rahmen der Berichterstattung an den Aufsichtsrat informiert der Vorstand fortlaufend über die wesentlichen Risiken und erörtert die ergriffenen Maßnahmen zur Steuerung dieser Risiken. Wir sind ein schnell wachsendes und international tätiges Unternehmen. Daraus ergeben sich Risiken, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln in Verbindung stehen. Grundsätzlich lassen sich Risiken durch Änderungen der Rahmenbedingungen oder technologischen Weiterentwicklungen nicht völlig vermeiden. Wir passen daher unser Risikomanagement kontinuierlich den neuen Entwicklungen an. Risiken, die nichts mit den Kernzielen der Unternehmensentwicklung zu tun haben, werden im Konzern nicht eingegangen. Zu den Kernzielen im Zusammenhang mit der Unternehmensentwicklung zählt Folgendes:
Bestandsgefährdende Risiken sind dem Vorstand nicht bekannt. Im Folgenden werden Einzelrisiken, die die Geschäftsentwicklung und den Unternehmenswert gefährden könnten, beschrieben. Umfeld- und BranchenrisikenDer wirtschaftliche Erfolg der von EnviTec Biogas angebotenen Produkte und Serviceleistungen ist von der Förderung erneuerbarer Energien durch rahmenpolitische Vorgaben abhängig. Hierzu zählt in Deutschland beispielsweise das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare Energien Gesetz, ,,EEG''). Mit dem EEG vergleichbare Regelungen bestehen auch in den meisten anderen Mitgliedsländern der EU und in einigen Ländern außerhalb der EU. Diese Regelungen sind für den dortigen Erfolg des Biogassektors ebenfalls von maßgeblicher Bedeutung. Sowohl beim Errichten als auch beim Erweitern und beim Betrieb der Biogasanlagen sind baurechtliche und immissionsschutzrechtliche Vorschriften zu beachten. Diese sehen zum Teil eine Privilegierung von Biogasanlagen im Vergleich zu anderen Anlagen, insbesondere größenabhängige Erleichterungen des Genehmigungsverfahrens bei ihrer Errichtung im baurechtlichen Außenbereich, vor. Eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Errichten, das Erweitern und den Betrieb von Biogasanlagen in Deutschland oder in anderen Staaten kann sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von EnviTec Biogas auswirken. Darüber hinaus gibt es zum Teil Vorbehalte von Bürgern und Interessengruppen gegenüber Biogasanlagen und deren Bau. EnviTec Biogas hat daher zusammen mit anderen Unternehmen in Deutschland im Juni 2009 den Biogasrat gegründet, um der Politik, der Wirtschaft und den Interessengruppen als Ratgeber und Ansprechpartner zur Seite zu stehen und Vorurteile auszuräumen. Zielsetzung ist es, die landwirtschaftliche und industrielle Ausrichtung der Biogastechnologie zu fördern und im Hinblick auf die Gesetzgebung und Produkte die gemeinsamen Anliegen zu vertreten. EnviTec Biogas beabsichtigt, die internationalen Aktivitäten weiter auszubauen und damit Wachstumschancen zu nutzen. Hieraus resultiert eine Reihe von Risikofaktoren. Dazu zählen zum Beispiel mögliche Veränderungen der in den einzelnen Ländern herrschenden politischen, volkswirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen, kulturellen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Hinzu kommt die Möglichkeit einer unerwarteten Änderung der ausländischen Gesetze und Vorschriften, die sich negativ auf die Geschäftstätigkeit von EnviTec Biogas auswirken können. In einem Teil der Länder, in denen das Unternehmen bereits tätig ist oder in denen es plant, tätig zu werden, herrschen im Vergleich zu den Mitgliedsstaaten der EU deutlich instabilere volkswirtschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen. Unzureichend entwickelte Rechts- und Verwaltungssysteme können behördliche Genehmigungen erschweren oder gar verhindern, Kundenaufträge beeinträchtigen oder es erschweren, Forderungen und andere Ansprüche durchzusetzen. Das Unternehmen hat in den Ländervertretungen und im Konzernmanagement intensives Know-how aufgebaut und versucht, die Veränderungen zu antizipieren und sich und die Kunden darauf vorzubereiten. Ferner werden die Prozesse und Dokumente in Vorbereitung der Genehmigungsverfahren länderspezifisch optimiert. Länder, in denen EnviTec Biogas nach einem intensiven Monitoring keine Chancen sieht, zieht das Management nicht in Erwägung oder zieht sich aus diesen wieder zurück. Um Forderungsausfall vorzubeugen, hat das Unternehmen das Forderungsmanagement sowie die Bonitätsprüfung verbessert. Auftrags- und AbsatzrisikoDie Auswirkungen der volkswirtschaftlichen Entwicklungen auf die Kunden und die Auftrags- und Absatzsituation sind schwer abzuschätzen. Ein Rückgang des Auftragsbestandes durch Stornierungen oder fehlende neue Auftragseingänge hätte Einfluss auf die weitere Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Zum frühzeitigen Erkennen von sich verschiebenden Aufträgen intensiviert EnviTec Biogas die Kommunikation mit den Kunden und unterstützt diese bei den Genehmigungsverfahren. WährungsrisikenUmsätze und Einkäufe werden grundsätzlich in der Konzernwährung Euro ausgeführt. Wesentliche Währungsrisiken resultieren hieraus nicht. Währungsrisiken können im Zusammenhang mit der tschechischen Tochtergesellschaft entstehen, da wesentliche Zahlungsströme sowohl in Euro als auch in tschechischen Kronen anfallen. Gleiches gilt für die Tochter in UK und zukünftig in den USA. Währungsrelationen werden von uns deshalb laufend beobachtet, um gegebenenfalls rechtzeitig Kurssicherungsmaßnahmen durchführen zu können. Zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Aufträgen in Tschechien wurden Devisentermingeschäfte in Höhe von 5,8 Mio. Euro abgeschlossen. Hierdurch werden zukünftig erwartete Zahlungseingänge bei dem tschechischen Tochterunternehmen abgesichert. WettbewerbsrisikenDer Markt für Biogasanlagen verfügt über attraktive Zukunftsperspektiven. Daher könnten sowohl bestehende als auch zukünftige Wettbewerber versuchen, über eine aggressive Preis- und Akquisitionspolitik Marktanteile hinzuzugewinnen. Durch das kontinuierliche Absenken der Mindestvergütungen für Strom aus netzgekoppelten Biogasanlagen nach dem EEG in Deutschland und dem damit verbundenen Zwang zu einer permanenten Kostenreduzierung und ähnlichen Entwicklungen im Ausland wird dieser Wettbewerb noch verstärkt. Technologische RisikenBiogasanlagen unterliegen einem raschen technologischen Wandel. Der Markt für Biogasanlagen wird durch stetig verbesserte neue Produkte und Serviceleistungen vorangetrieben. Kurze Produktlebenszyklen und sich häufig ändernde Kundenanforderungen prägen ihn. Wir gehen davon aus, dass dies auch zukünftig der Fall sein wird. Unsere Wettbewerber könnten dadurch, dass sie neue Produkte oder Serviceleistungen zeitlich früher oder günstiger einführen, einen Vorsprung erzielen oder sich exklusive Rechte an neuen Technologien sichern. Der künftige Erfolg von EnviTec Biogas hängt daher von der Fähigkeit ab, rechtzeitig und kontinuierlich Produkte und Serviceleistungen zu entwickeln und Technologie-Partnerschaften einzugehen. BeschaffungsrisikenDie Gesellschaft bezieht die für den Bau der Biogasanlagen erforderlichen Komponenten zu einem großen Teil von Lieferanten. Insbesondere die eingesetzten Blockheizkraftwerke werden weltweit nur von wenigen Herstellern angeboten und geliefert. So können für Komponenten Lieferengpässe entstehen oder die Preise steigen. Wir beugen dieser Entwicklung durch enge Geschäftsbeziehungen und fest vereinbarte Konditionen vor. Lieferengpässe sind auch möglich durch Umweltkatastrophen oder flächendeckend schlechte Witterungsbedingungen und damit verbundene Ernteausfälle bei den für den Betrieb von Biogasanlagen eingesetzten Substraten, also nachwachsenden oder organischen Roh- oder Reststoffen. Aufgrund großer Nachfrage könnten die Preise für benötigte Einsatzstoffe steigen. Dadurch könnte die Wirtschaftlichkeit der Bioanlagen im Eigenbetrieb gefährdet werden. Dieses Risiko wird unter anderem durch langfristige Lieferverträge mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben reduziert. Insbesondere im Ausland verfolgt EnviTec Biogas die Strategie, regionale Landwirte als Partner direkt an dem Betrieb der Anlagen zu beteiligen und so die Rohstoffversorgung zu gewährleisten. Unternehmenswachstum und interne RisikenEnviTec Biogas hat interne Organisationsstrukturen und Managementprozesse aufgebaut, die mit dem Wachstum der jüngsten Vergangenheit und dem geplanten weiteren Wachstum Schritt halten müssen. Hierzu zählt die Organisation zur Rechnungslegung nach IFRS, der notwendigen IT und eines strikten Forderungsmanagements. Die weiteren Prozesse stellen hohe Anforderungen an unsere Organisation und binden erhebliche Managementressourcen. Es besteht das Risiko, dass der Aufbau nicht mit den Anforderungen des Unternehmens Schritt halten kann. Das Unternehmen entwickelt daher die Organisations-, Informations- und Führungsstrukturen kontinuierlich und mit einer hohen Priorität weiter. PersonalrisikenDas Unternehmenswachstum von EnviTec Biogas ist entscheidend vom Personalaufbau mit qualifizierten Mitarbeitern abhängig. Gelingt es nicht, fachlich gut gebildete Mitarbeiter zeitnah einzustellen, wird auch das Unternehmenswachstum gebremst. Die Gesellschaft setzt kontinuierlich und intensiv Personalmarketinginstrumente ein und stimmt den Bedarf eng mit den Fachabteilungen ab. Gleichzeitig bildet das Unternehmen die Mitarbeiter gezielt weiter und steigert das Know-how durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fakultäten der Fachhochschulen. Risiken aus FinanzinstrumentenRisiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben, sind im Anhang zum Konzernabschluss angegeben. NachtragsberichtWesentliche Ereignisse nach Abschluss des Bilanzstichtages 31. Dezember 2010 sind nicht aufgetreten. PROGNOSEBERICHTGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen stabilDie im zweiten Halbjahr 2010 verzeichnete Abschwächung der konjunkturellen Erholung ist nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) per Ende Januar 2011 weniger stark ausgefallen als erwartet. Für die Jahre 2011 und 2012 wird mit einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung von 4,4 Prozent respektive 4,5 Prozent gerechnet. Dennoch sieht der IWF eine Reihe von Risiken, die den weltweiten Aufschwung gefährden könnten. Dazu zählen die Ausweitung der Schuldenkrise einiger europäischer Staaten, Inflationsrisiken sowie die Gefahren einer Überhitzung insbesondere in den stark wachsenden Schwellenländern. Insgesamt geht der IWF weiter von einem überdurchschnittlichen Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer aus. Für 2011 und 2012 werden hier durchschnittliche Wachstumsraten von jeweils 6,5 Prozent erwartet, für die Industrieländer liegen die Prognosen bei jeweils 2,5 Prozent. Das niedrige Zinsniveau macht die Investition in Biogasanlagen weiter attraktiv. In Deutschland bietet eine Vielzahl von Kreditinstituten Projektfinanzierungen an und auch in den noch jungen internationalen Biogasmärkten nimmt das Interesse von Banken zu. EnviTec wird auch weiterhin den Dialog mit den regionalen Finanzinstituten suchen, um unsere Kunden bei der Finanzierung bestmöglich zu unterstützen. Biogas gehört die ZukunftDie Produktion von umweltfreundlicher Energie aus nachwachsenden Roh- und Reststoffen gewinnt weltweit an Bedeutung. Sie ersetzt fossile und atomare Energie sauber und klimafreundlich. Gerade Biogas ermöglicht die vorhandenen Ressourcen effizient und vielseitig zu nutzen. Auf der Inputseite steht mit organischen Abfällen, pflanzlichen Reststoffen oder nachwachsenden Rohstoffen eine riesige Bandbreite zur Verfügung. Stetige Innovationen in der Anlagentechnik werden die Effizienz weiter steigern. Auf der Outputseite ist Biogas ebenfalls ein Multitalent: Es ist grund- und spitzenlastfähig, kann Strom und Wärme liefern oder Erdgas ersetzen. Daher sind wir von den Zukunftsperspektiven der Biogasbranche und EnviTec überzeugt. Politik und Anbieter sind in der Verantwortung, diesen noch jungen Markt unter den Gesichtspunkten der ökologischen und ökonomischen Effizienz weiterzuentwickeln. Die tragischen Ereignisse im März 2011 in Japan haben die deutsche Politik zu einem raschen Umdenken der Energiepolitik gezwungen und die Erneuerbaren Energieträger rücken wieder stärker in den Fokus. Das Bundeskabinett hat am 2. Februar 2011 beschlossen, die Novellierung des EEG bereits zum 1. Januar 2012 in Kraft zu setzen. Obwohl bislang keine Details über die künftige Förderung bekannt sind, gibt es erste Hinweise auf eine stärkere Gewichtung von Reststoffen. Wir sehen uns aufgrund der Vielfalt bereits erfolgreich installierter Inputkonzepte gut gerüstet für ein neues EEG, unabhängig davon, ob der Schwerpunkt im nachwachsenden Rohstoff- und/oder Reststoffbereich liegt. Unserer Auffassung nach ist eine einheitliche Grundvergütung die beste Lösung. So kann je nach Region der effizienteste Einsatzstoff genutzt werden. Aus Sicht von EnviTec muss nun die Neuregelung schnell verabschiedet werden, oder zumindest eine Übergangszeit für die ersten Monate 2012 eingeführt werden. Eine fehlende Planbarkeit wird die Verunsicherung bei Projektentwicklern, Investoren und Finanzierern erhöhen und Investitionen in neue Projekte verzögern. In den wichtigen Auslandsmärkten Italien, Tschechien, Frankreich und Großbritannien erwarten wir kurzfristig keine signifikanten gesetzlichen Veränderungen. Anlagenbau 2011 nahezu ausgelastetDank des Auftragsbestandes zum Ende des Berichtsjahres in Höhe von 252,6 Mio. Euro sind wir für 2011 nahezu ausgelastet. Damit werden wir weitere Skaleneffekte nutzen und unsere Profitabilität deutlich verbessern. Im laufenden Jahr werden Deutschland und Italien die wichtigsten Absatzmärkte für EnviTec Biogas bleiben. Insbesondere in Italien ist das Interesse an Biogas groß und EnviTec wird als Branchenführer wahrgenommen. Daneben sollte die Nachfrage in Frankreich und Großbritannien an Dynamik gewinnen. Kapazitätsverdoppelung im Eigenbetrieb bis 2012EnviTec wird den margenstarken Eigenbetrieb weiter konsequent ausbauen. Allein in Deutschland planen wir in den Jahren 2011 und 2012 jeweils Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von rund zwölf Megawatt in Betrieb zu nehmen und damit unsere Kapazität zu verdoppeln. Zunächst werden verstärkt Verstromungsanlagen ans Netz gehen. Im Jahr 2012 wird der Schwerpunkt dann auf Anlagen zur Produktion von Bio-Erdgas (Gaseinspeiseanlagen) liegen. Darauf bereiten wir uns derzeit mit dem Aufbau des Bereichs Energy Contracting vor (siehe Forschung & Entwicklung). In Italien hat EnviTec Anfang 2011 die ersten Genehmigungen für eigene Anlagen erhalten. Mit dem Bau erster Anlagen könnte - nach Abschluss der Projektfinanzierungen - noch im Jahresverlauf 2011 begonnen werden. Umsatz- und Ergebniswachstum in 2011EnviTec wird im Jahr 2011 den Wachstumsweg weiter gehen. Vor dem Hintergrund des starken Auftragsbestandes und einer positiven Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten planen wir, den Umsatz und das Ergebnis deutlich zu steigern. Dazu werden alle Geschäftsbereiche beitragen. Für 2012 streben wir weiteres Wachstum an. Hierbei ist maßgeblich, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen - insbesondere in Deutschland - stabil bleiben. Gesamtaussage zur zukünftigen EntwicklungEnviTec blickt optimistisch in die Zukunft. Wir sind davon überzeugt, dass Biogas aufgrund seiner Vielseitigkeit im Energiemix des 21. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielen wird. Weltweit wird Biogas zunehmend als Energiequelle genutzt, was EnviTec ein nachhaltiges Wachstums- und Ertragspotenzial eröffnet. Wir sind bereits heute international präsent und verfügen über ein starkes technologisches und finanzielles Fundament. SONSTIGE ANGABENAbhängigkeitsberichtÜber die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gemäß § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns zum Zeitpunkt, an dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens lagen nicht vor." Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner GmbH hat als Abschlussprüfer der EnviTec Biogas AG diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Grundzüge des VergütungssystemsDie Angaben nach § 315 II Nr. 4 HGB sind im folgenden Vergütungsbericht enthalten. VorstandsvergütungFür die Festlegung der Struktur des Vergütungssystems und der Vorstandsvergütung der einzelnen Mitglieder ist der Aufsichtsrat zuständig. Er berät und überprüft die Vergütungsstruktur regelmäßig auf ihre Angemessenheit. Entsprechend dem Corporate Governance Kodex setzt sich die Gesamtvergütung des Vorstands aus zwei Komponenten zusammen: einer jährlichen Festvergütung sowie einer kurzfristigen variablen Vergütung. Die kurzfristige variable Vergütung besteht für Olaf von Lehmden und Kunibert Ruhe grundsätzlich aus einer jährlichen Bonuszahlung, die hinsichtlich der Höhe im Ermessen des Aufsichtsrats liegt und bei der sowohl die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft als auch die persönlichen Leistungen Berücksichtigung finden. Die kurzfristige variable Vergütung für Jörg Fischer und Roel Slotman beträgt 0,25 Prozent des Jahresgewinns vor Steuern für den 15 Mio. Euro übersteigenden Betrag - maximal jedoch 24.000 Euro. Jürgen Tenbrink erhält eine jährliche Tantieme von 0,16 Prozent des Jahresgewinns vor Steuern für den 7,0 Mio. Euro übersteigenden Betrag, max. jedoch 30.000 Euro. Die Tantieme wird im Folgejahr zu 50 Prozent ausgezahlt. Der verbleibende Betrag wird zu jeweils 25 Prozent in den beiden darauffolgenden Jahren bezahlt, sofern in den Folgejahren auch ein Jahresgewinn vor Steuern von mind. 7,0 Mio. Euro erzielt wird. Für das Geschäftsjahr 2010 wurden keine variablen Vergütungen bezahlt. Darüber hinaus erhalten die Vorstandsmitglieder als Nebenleistung einen Dienstwagen, der auch privat genutzt werden kann. Des Weiteren zahlt die EnviTec Biogas AG die Prämien für eine bestehende D&O-Versicherung. Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder haben folgende Laufzeiten: scroll
Die Vergütung der einzelnen im Jahr 2010 tätigen Vorstandsmitglieder ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll
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Aufsichtsratsvergütungscroll
Abweichend vom Corporate Governance Kodex enthält die Aufsichtsratsvergütung keine erfolgsorientierte Komponente. Auch eine höhere Vergütung für den stellvertretenden Vorsitzenden ist nicht vorgesehen. Aktienbesitz von Vorstand und AufsichtsratZum Bilanzstichtag hielten die Vorstände Aktien der EnviTec Biogas AG: scroll
Die Mitglieder des Aufsichtsrats Bernard Ellmann und Michael Böging hielten zum Bilanzstichtag keine Aktien der EnviTec Biogas AG. Das Aufsichtsratsmitglied Hans-Joachim Jung hielt zum Bilanzstichtag 1.000 Aktien der EnviTec Biogas AG. Directors' DealingsGrund der Mitteilungspflicht: Gesellschaft in enger Beziehung zu einer Person mit Führungsaufgaben, Mitteilungspflicht auslösende Person: Olaf von Lehmden (Vorstandsmitglied) scroll
Alle zuvor genannten Informationen sind zusätzlich in einem jährlichen Dokument unter www.envitec-biogas.de nachzulesen. Die Mitglieder des Vorstands hielten am 31. Dezember 2010 direkt und indirekt insgesamt 6.654.317 Aktien. Dies entsprach 44,34 Prozent aller Anteilsscheine. Der Aufsichtsrat hielt zu diesem Stichtag direkt oder indirekt insgesamt 1.000 der ausgegebenen Aktien. Die EnviTec Biogas AG verfügt über kein Aktienoptionsprogramm. Angaben gemäß § 289 Abs. 4 HGB bzw. § 315 Abs. 4 HGBZusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas Grundkapital der EnviTec Biogas AG ist eingeteilt in 15.000.000 auf den Inhaber lautende Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Es gibt keinerlei verschiedene Aktiengattungen. Jede Aktie ist voll stimm- und dividendenberechtigt. Dabei gewährt jede Aktie in der Hauptversammlung eine Stimme. Übertragungs- oder StimmrechtsbeschränkungenÜbertragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen, die sich nicht bereits aus dem Gesetz ergeben, liegen nicht vor. scroll
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Es sind im Folgenden auch indirekte Beteiligungen
von über 10% anzugeben. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenAktien mit Sonderrechten liegen nicht vor. Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausübenEine solche Art der Stimmrechtskontrolle besteht nicht. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der SatzungGemäß § 76 Abs. 2 AktG und Nr. 6.1. der Satzung der EnviTec Biogas AG kann der Vorstand aus einer oder mehreren Personen bestehen. Gemäß § 84 Abs. 1 AktG bestellt der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Amtszeit. Gemäß Nr. 6.1 der Satzung der EnviTec Biogas AG bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstandsmitglieder. Werden mehrere Personen zu Vorstandsmitgliedern bestellt, kann der Aufsichtsrat nach § 84 Abs. 2 AktG ein Mitglied zum Vorsitzenden ernennen. Nach § 179 Abs. 1 Satz 1 AktG bedarf jede Satzungsänderung eines Beschlusses der Hauptversammlung. Satzungsändernde Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen gemäß § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst. Die Satzung kann eine andere Kapitalmehrheit, für eine Änderung des Gegenstands des Unternehmens jedoch nur eine größere Kapitalmehrheit bestimmen (§ 179 Abs. 2 Satz 2 AktG). Hiervon wurde in Nr. 16.3 der Satzung der EnviTec Biogas AG Gebrauch gemacht, wonach auch für Satzungsänderungen die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals ausreicht, soweit nicht nach zwingenden gesetzlichen Bestimmungen oder der Satzung selbst eine höhere Mehrheit erforderlich ist. Gemäß Nr. 11 der Satzung der EnviTec Biogas AG ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung der Satzung betreffen. Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen1. Gemäß Nr. 4.3 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 1. Juni 2012 einmalig oder mehrmals gegen Bareinlagen oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 6.000.000,00 durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates jeweils über den Ausschluss der gesetzlichen Bezugsrechte der Aktionäre zu entscheiden. Ein Bezugsrechtsausschluss ist jedoch nur zulässig
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem genehmigten Kapital festzulegen. 2. Gemäß Nr. 4.4 der Satzung ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 4.500.000,00 durch Ausgabe von bis zu 4.500.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres, in dem die Aktien ausgegeben werden, bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber und Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils festzulegenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/ oder Wandlungsrechten aus gegen bar ausgegebene Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (Bedingtes Kapital I). 3. Die Hauptversammlung vom 24. Juni 2010 hat die Gesellschaft gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 23. Juni 2015 eigene Aktien mit einem darauf entfallenden anteiligen Betrag in Höhe von bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals über die Börse zu erwerben. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß den §§ 71d oder 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der bei Ausübung dieser Ermächtigung von der Gesellschaft gezahlte Erwerbspreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den am jeweiligen Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion im Xetra-Handel der Deutsche Börse AG (oder einem an dessen Stelle tretenden funktional vergleichbaren Nachfolgesystem) ermittelten Kurs für Aktien der Gesellschaft um nicht mehr als 10 Prozent über- bzw. unterschreiten. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch die Gesellschaft, durch ihre Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte ausgenutzt werden. Die am 24. Juni 2010 erteilte Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien endet, ohne dass es einer ausdrücklichen Aufhebung bedarf, mit Wirksamkeit einer neuen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG. Unabhängig davon endet die am 24. Juni 2010 erteilte Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien spätestens am 23. Juni 2015. Der Vorstand ist ermächtigt,
Das Bezugsrecht der Aktionäre ist im Vollzug der vorherigen Maßnahmen ausgeschlossen. Die Ermächtigungen zur Verwendung der aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien können ganz oder in Teilbeträgen ausgenutzt werden. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden WirkungenEs bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sindEs bestehen derartige Vereinbarungen bei der EnviTec Biogas AG nicht. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGBbefindet sich auf unserer Internetseite unter www.ENVITEC-BIOGAS.DE. EinzelabschlussBilanz zum 31. Dezember 2010Aktivseite scroll
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum
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| 2010 in EUR |
2009 in EUR |
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| 1. Umsatzerlöse | 95.632.342,37 | 79.536.667,86 |
| 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 8.867.022,61 | 10.409.634,55 |
| 3. Sonstige betriebliche Erträge | 4.845.397,93 | 1.275.669,60 |
| Gesamtleistung | 109.344.762,91 | 91.221.972,01 |
| 4. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 84.289.338,96 | 62.927.903,92 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 1.277.125,00 | 1.680.001,00 |
| Rohergebnis | 23.778.298,95 | 26.614.067,09 |
| 5. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 9.261.446,59 | 8.907.122,71 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und Unterstützung | 1.847.683,16 | 1.884.928,01 |
| davon für Altersversorgung | 34.715,33 | 86.399,27 |
| 11.109.129,75 | 10.792.050,72 | |
| 6. Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 2.213.810,42 | 1.929.404,63 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 14.480.721,72 | 13.095.274,64 |
| 8. Erträge aus Beteiligungen | 765.349,77 | 0,00 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 437.500,00 | 0,00 |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 4.320.322,92 | 5.138.128,26 |
| davon aus Abzinsung | 23.066,17 | 0,00 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 1.581.851,13 | 1.333.813,22 |
| 10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 409.748,36 | 430.021,98 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 304.158,88 | 251.159,19 |
| davon an verbundenen Unternehmen | 81.931,40 | 85.178,49 |
| 12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 346.402,51 | 5.254.284,19 |
| 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 516.648,91 | 1.733.668,84 |
| davon latente Steuern | 372.305,00 | 0,00 |
| 14. Sonstige Steuern | 63.475,76 | 88.576,32 |
| 15. Jahresfehlbetrag | -233.722,16 | 3.432.039,03 |
| 16. Gewinnvortrag | 4.435.958,56 | 17.360.919,53 |
| 17. Ausschüttung | 0,00 | 4.455.000,00 |
| 18. Entnahme aus der Rücklagen für eigene Aktien | 0,00 | 179.539,79 |
| 19. Einstellung in Gewinnrücklagen in die Rücklage für eigene Aktien | 0,00 | 2.081.539,79 |
| 20. Einstellung in andere Gewinnrücklagen | 0,00 | 10.000.000,00 |
| 21. Bilanzgewinn | 4.202.236,40 | 4.435.958,56 |
Der Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2010 ist nach den Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt worden. Die Form der Darstellung, insbesondere die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechung, ist gegenüber dem Vorjahr beibehalten worden.
Die Vorjahreszahlen wurden trotz erstmaliger Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes gemäß Art. 67 Abs. 8 S. 2 EGHGB nicht angepasst.
Die Immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vornahme der planmäßigen Abschreibungen erfolgte unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach der linearen und - soweit zulässig - nach der degressiven Methode.
Die Abschreibung der Zugänge im immateriellen Anlagevermögen und im Sachanlagevermögen erfolgte im Anschaffungsjahr pro rata temporis. Zugänge mit Anschaffungskosten von EUR 150,01 bis EUR 410,00 wurden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Die Zugänge des Geschäftsjahres 2010 wurden - soweit zulässig - überwiegend nach der degressiven Methode abgeschrieben. Unverändert blieben die Abschreibungssätze im immateriellen Anlagevermögen sowie für Geschäftsbauten, technische Anlagen bzw. Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu Anschaffungskosten.
Unfertige Erzeugnisse wurden entsprechend ihres Fertigstellungsgrades mit anteiligen Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten werden neben direkt zurechenbaren Kosten auch produktionsbezogene Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.
Die geleisteten Anzahlungen wurden zum Nominalwert ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen von Kunden werden, soweit diese durch unfertige Erzeugnisse abgedeckt werden, von diesen offen aktivisch abgesetzt.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bzw. gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde eine Pauschalwertberichtigung gebildet.
Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.
Die Bildung von Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 HGB.
Die Positionen des Eigenkapitals sind zum Nennwert angesetzt.
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden.
Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Aus der Währungsumrechnung ergaben sich sonstige betriebliche Erträge mit TEUR 7 sowie sonstige betriebliche Aufwendungen mit TEUR 4. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden § 253 Abs. 1 S. 1 HGB und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht angewendet.
Durch die Änderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurde die Darstellungsstetigkeit beim Ausweis der eigenen Anteile im Vergleich zum Vorjahr durchbrochen. Die eigenen Anteile wurden gemäß § 272 Abs. 1a HGB ausgewiesen. Bezüglich der Änderungen im Ausweis und der Effekte auf das Eigenkapital verweisen wir auf Punkt 3.3 dieses Anhangs.
Gegenüber dem Vorjahr wurden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Übrigen beibehalten.
Die in der Position Finanzanlagen enthaltenen Gesellschaften sowie die entsprechenden Angaben über Sitz, Anteil, Eigenkapital und Ergebnis per 31. Dezember 2010 sind in einer gesonderten Übersicht im Anhang aufgeführt.
Im Geschäftsjahr wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 52 auf die Anteile an der EnviTec Biogas Korea Inc. vorgenommen. Weitere außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen wurden nicht vorgenommen.
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| in EUR | Stand 01.01.2010 | Zugänge 2010 | Abgänge/ Tilgung 2010 | Umgliederung 2010 | Stand 31.12.2010 |
| A. Anlagevermögen | |||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 1.651.218,25 | 106.176,18 | 3.521,00 | 52.580,22 | 1.806.453,65 |
| 2. geleistete Anzahlungen | 52.580,22 | 0,00 | 0,00 | -52.580,22 | 0,00 |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 7.375.646,19 | 1.029.056,93 | 0,00 | 0,00 | 8.404.703,12 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 149.695,08 | 61.569,00 | 0,00 | 0,00 | 211.264,08 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 9.254.788,90 | 1.987.037,55 | 786.554,79 | 0,00 | 10.455.271,66 |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 15.804.497,51 | 4.127.934,81 | 474.600,00 | 0,00 | 19.457.832,32 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 10.935.492,82 | 5.687.776,86 | 12.570.069,68 | 0,00 | 4.053.200,00 |
| 3. Beteiligungen | 3.486.152,44 | 250.000,00 | 3.111.320,56 | 0,00 | 624.831,88 |
| 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 400.000,00 | 0,00 | 400.000,00 | 0,00 | 0,00 |
| 5. sonstige Ausleihungen | 20.562.624,39 | 8.535.691,51 | 16.384.702,28 | 0,00 | 12.713.613,62 |
| 69.672.695,80 | 21.785.242,84 | 33.730.768,31 | 0,00 | 57.727.170,33 | |
| Abschreibungen | ||||
| in EUR | Stand 01.01.2010 | Zugänge 2010 | Abgänge 2010 | Stand 31.12.2010 |
| A. Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 387.675,25 | 320.479,40 | 670,00 | 707.484,65 |
| 2. geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 694.041,39 | 301.622,47 | 0,00 | 995.663,86 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 87.515,08 | 19.973,00 | 0,00 | 107.488,08 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5.047.445,90 | 1.571.735,55 | 504.175,79 | 6.115.005,66 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 222.150,91 | 51.963,36 | 0,00 | 274.114,27 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3. Beteiligungen | 8.629,73 | 0,00 | 0,00 | 8.629,73 |
| 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 5. sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 6.447.458,26 | 2.265.773,78 | 504.845,79 | 8.208.386,25 | |
| Buchwerte | ||
| in EUR | Stand 31.12.2010 | Stand 31.12.2009 |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 1.098.969,00 | 1.263.543,00 |
| 2. geleistete Anzahlungen | 0,00 | 52.580,22 |
| 1.098.969,00 | 1.316.123,22 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 7.409.039,26 | 6.681.604,80 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 103.776,00 | 62.180,00 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.340.266,00 | 4.207.343,00 |
| 11.853.081,26 | 10.951.127,80 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 19.183.718,05 | 15.582.346,60 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 4.053.200,00 | 10.935.492,82 |
| 3. Beteiligungen | 616.202,15 | 3.477.522,71 |
| 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,00 | 400.000,00 |
| 5. sonstige Ausleihungen | 12.713.613,62 | 20.562.624,39 |
| 36.566.733,82 | 50.957.986,52 | |
| 49.518.784,08 | 63.225.237,541 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit | unter einem Jahr in EUR |
über einem Jahr in EUR |
gesamt in EUR |
| Forderungen aus Lieferungen | 14.906.555,17 | 0,00 | 14.906.555,17 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 42.807.420,93 | 0,00 | 42.807.420,93 |
| Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen | 13.201.344,09 | 0,00 | 13.201.344,09 |
| sonstige Vermögensgegenstände | 29.717.028,12 | 73.650,00 | 29.790.678,12 |
| Gesamt | 100.632.348,31 | 73.650,00 | 100.705.998,31 |
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt insgesamt EUR 15.000.000,00. In Folge der Änderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurden zum 1.1.2010 erstmals eigene Anteile mit einem Nennbetrag in Höhe von EUR 150.000,00 davon offen in der Bilanz abgesetzt und abgezogen. Aufgrund der Änderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurde der den Nennbetrag übersteigende Betrag der eigenen Aktien in Höhe von 1.752.000 EUR mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die Rücklage für eigene Aktien in Höhe von 1.902.000 EUR wurde gegen die Gewinnrücklagen aufgelöst. Das Grundkapital ist eingeteilt in 15.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1,00 je Stück.
Die Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 hat die bedingte Erhöhung des Grundkapitals um einen Betrag bis zu EUR 4.500.000,00 beschlossen (Bedingtes Kapital 2007/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber und Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen bis zum 25. Juni 2012 einmalig oder mehrmalig begeben werden. Die Ausgabe der Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils festzulegenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus gegen bar ausgegebene Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand wird ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Entwicklung des Bilanzgewinns:
| TEUR | |
| Jahresfehlbetrag | -234 |
| Gewinnvortrag zum 1. Januar 2010 | 4.436 |
| Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2010 | 4.202 |
Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von TEUR 3.134, Gewährleistungsrückstellungen in Höhe von TEUR 792, Aufwendungen für sonstige Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 534 sowie übrige Rückstellungen in Höhe von TEUR 790.
Die Verbindlichkeiten gliedern sich hinsichtlich ihrer Laufzeit und Besicherung wie folgt:
| Restlaufzeit | unter
einem Jahr in EUR |
ein bis fünf Jahre in EUR |
über fünf Jahre in EUR |
insgesamt in EUR |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.019.499,47 | 1.087.165,77 | 52.662,86 | 3.159.328,10 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 9.891.662,58 | 0,00 | 0,00 | 9.891.662,58 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 3.470.541,86 | 0,00 | 0,00 | 3.470.541,86 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 1.298.664,82 | 0,00 | 0,00 | 1.298.664,82 |
| 16.680.368,73 | 1.087.165,77 | 52.662,86 | 17.820.197,36 |
Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in voller Höhe durch Grundschulden auf den Grundstücken der Gesellschaft abgesichert.
Zum Abschlussstichtag bestehen Bürgschaften in Höhe von EUR 1.430.585,40 (Vorjahr: EUR 1.154.200,00).
Die Bürgschaften gliedern sich im Einzelnen wie folgt auf:
| Bürgschaftsnehmer | Sicherungszweck | Sicherungsbetrag in EUR |
| RePro Beber GmbH & Co. KG und / oder Biogas Nieheim GmbH & Co. KG und / oder Biogas Löschenrod GmbH & Co. KG und/oder Biogas Schönthal GmbH & Co. KG und / oder Biogas Hirl GmbH & Co. KG | Sicherung aller bestehenden und künftigen, auch bedingten oder befristeten Forderungen der Bremer Landesbank gegenüber den verbundenen Unternehmen | 1.000.000,00 |
| Biogas Nordholz GmbH | Auszahlungsvoraussetzungen zu Darlehensverträgen der Deutschen Kreditbank | 129.200,00 |
| A3 Water Solutions GmbH | Kaupreiszahlung an die DREHTAINER GmbH | 80.860,50 |
| A3 Water Solutions GmbH | Gewährleistungsansprüche der SFPI Swiss-FarmerPower Inwil AG | 20.524,90 |
| Biogas Elm GmbH & Co. KG | Sicherung aller Forderungen der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde | 200.000,00 |
Die Bürgschaft an die A3 Water Solutions GmbH in Höhe von EUR 80.860,50 lag uns zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bereits wieder vor. Eine Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag ist somit ausgeschlossen.
Bei den übrigen Bürgschaften in Höhe von EUR 1.349.724,90 ist aufgrund der mittelfristigen Planungen der Gesellschaften von einer selbständigen Erfüllung auszugehen. Das Risiko einer Inanspruchnahme liegt in diesen Fällen unter 50 %.
Zum 31. Dezember 2010 bestehen bei der Bremer Landesbank Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos in Höhe von CZK 154.662.785,00. Abgesichert werden zukünftige Forderungen, die in der ausländischen Währung lauten. Der zum 31. Dezember 2010 negative beizulegende Zeitwert, ermittelt nach der "marking to market -Methode", beträgt EUR 34.869,86.
Aus der Projektierung und dem Bau von Biogasanlagen bestehen zum Abschlussstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 6.510 (Vorjahr: TEUR 3.261).
Die Umsätze im Geschäftsjahr 2010 entfallen in Höhe von TEUR 84.598 (Vorjahr: TEUR 43.074) auf das Inland, in Höhe von TEUR 10.395 (Vorjahr: TEUR 36.463) auf Lieferungen in das EU-Gemeinschaftsgebiet sowie in Höhe von TEUR 639 (Vorjahr: TEUR 0) auf Lieferungen in das Drittlandsgebiet.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag haben das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit einem Betrag von TEUR 517 belastet.
Zum Vorstand sind bestellt:
Olaf von Lehmden (Vorsitzender), Chief Executive Officer, Lohne
Kunibert Ruhe, Chief Technical Officer, Bakum, bis 30. Juni 2010
Jörg Fischer, Chief Financial Officer, Weyhe-Erichshof
Roel Slotman, Chief Customer Officer International, Enter Jürgen Tenbrink, Chief Technical Office, Steinfurt, ab 1. Juli 2010
Weitere Mandate werden durch den Vorstand nicht wahrgenommen.
Die Gesamtbezüge des Vorstands belaufen sich im Geschäftjahr auf EUR 517.625,00.
Die Bezüge des Vorstands setzen sich wie folgt zusammen:
| Erfolgsunabhängig
2010 in EUR |
Erfolgsabhängig 2010 in EUR |
|
| Olaf von Lehmden | 141.750,00 | 0,00 |
| Kunibert Ruhe bis 30. Juni 2010 | 70.875,00 | 0,00 |
| Jörg Fischer | 125.000,00 | 0,00 |
| Roel Slotman | 120.000,00 | 0,00 |
| Jürgen Tenbrink ab 1. Juli 2010 | 60.000,00 | 0,00 |
Die Mitglieder des Vorstands erhalten als Ausgleich für ein Ihnen auferlegtes Wettbewerbsverbot während der Dauer von bis zu einem Jahr nach regulärer Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied eine monatliche Karenzentschädigung in Höhe von 50% der zuletzt bezogenen Festvergütung. Bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied hängt die Zahlung der Karenzentschädigung entsprechend § 75 HGB von den Umständen der Beendigung ab.
Zum Aufsichtsrat sind bestellt:
Bernard Ellmann (Vorsitzender), ehemaliger Group Vice President der Unilever Gruppe
Mitglied des Aufsichtsrats der Glidat Strauss Ltd., Israel
Mitglied des Beirats der Müller Gruppe
Hans-Joachim Jung (stellvertretender Vorsitzender), ehemaliges Mitglied des Vorstands der KELAG Kärntner-Elektrizität Aktiengesellschaft
Michael Böging, Geschäftführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich im Geschäftjahr auf EUR 69.116,84.
| A. Beteiligungen an Kapitalgesellschaften | Anteil in % |
Eigenkapital in EUR |
Ergebnis 2010 in EUR |
| EnviTec Service GmbH, Lohne | 100,00 | 3.449.294 | 1.726.284 |
| EnviTec Projektentwicklung GmbH, Lohne | 87,50 | 1.466.601 | 516.276 |
| EnviTec Biogas SEE kft., Kecskemet/Ungarn | 51,14 | -33.530 | 39.328 |
| EnviTec Biogas Central Europe s.r.o.,Velke Mezirici/Tschechien | 55,00 | -2.328.696 | -1.223.639 |
| EnviTec Biogas (India) Private Limited, Bangalore/Indien | 50,00 | 1.702.672 | 340.815 |
| EnviTec Filtration Technik GmbH, Lohne | 50,00 | -17.076 | -52.393 |
| EnviTec Biogas France SARL, Tregueux/Frankreich | 65,00 | -503.032 | -246.728 |
| Rentech Bioenergas S.A, Athen/Griechenland | 21,00 | 0 | 0 |
| EnviTec UK Ltd., Rugeley/Großbritannien | 60,00 | -353.880 | -84.515 |
| EnviTec Biogas Nederland BV, Enter/Niederlande | 100,00 | -651.830 | -316.358 |
| EnviTec Biogas Italia GmbH, Lohne | 100,00 | -839.591 | -6.168 |
| EnviTec Biogas Italia srl, Sommacampagna/Italien | 100,00 | -5.667.912 | -5.701.688 |
| EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 95,12 | 34.321 | 1.454 |
| Zweite EnviTec Verwaltungs- GmbH, Lohne | 100,00 | 29.581 | 1.643 |
| EnviTec Biogas Iberica S.L., Bilbao/Spanien | 100,00 | -432.869 | -109.109 |
| EnviTec Baltic SIA, Riga/Lettland | 100,00 | -374.846 | -624.968 |
| Biogas.it srl, Bozen/Italien | 66,00 | 105.401 | 10.612 |
| EnviTec Green Power Verwaltungs GmbH, Lohne | 100,00 | 26.617 | 1.546 |
| P. Theunissen Holding B.V., Bergharen/Niederlande | 50,00 | -212.111 | -153.907 |
| EnviTec Biogas Korea Inc., Seoul/Korea | 100,00 | 40.827 | -13193 |
| EnviTec Biogas Romania S.R.L., Arad/Rumänien | 100,00 | -89.327 | -99.970 |
| EnviTec Biogaz Ticaret ltd.Sti, Ticaret/Türkei | 55,00 | 2.500 | 0 |
| Biogasanlagen Coevorden GmbH, Lohne | 100,00 | 19.072 | -4.417 |
| eeMaxx Anlagen- und Betriebs GmbH, Friesoythe | 50,10 | 22.511 | 284 |
| A3 Water Solutions GmbH, Gelsenkirchen | 70,00 | 1.232.424 | -122.316 |
| MMF MaxFlow Membran Filtration GmbH, Gelsenkirchen | 70,00 | -29.562 | -348.431 |
| EnviTec Biogas d.o.o, Slatina/Kroatien | 85,00 | -41.675 | -39.607 |
| EnviTec Biogas Polska Sp. z.o.o., Poznan/Polen | 100,00 | -158.278 | -130.820 |
| Biogas Varazdin d.o.o, Slatina/Kroatien | 85,00 | 0 | 0 |
| ETBKN Verwaltungs GmbH, Lohne | 75,00 | 24.677 | -323 |
| Biogas Operating Holding srl, Sommacampagna/Italien | 85,00 | -10.447 | -20.447 |
| B. Beteiligungen an Personengesellschaften | Konzernanteil in % |
Eigenkapital in EUR |
Ergebnis 2010 in EUR |
| Biogas Lüken-Feldmann KG, Lohne | 50,00 | 222.159 | 142.513 |
| EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG , Lohne | 94,92 | 1.295.943 | 181.350 |
| Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 | 8.732.921 | 50.437 |
| EnviTec Green Power GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 | 1.089.583 | 47.187 |
| EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne | 91,50 | 394.944 | -516.607 |
| GLC Biogas GmbH & Co. KG, Lohne | 91,50 | 101.902 | 3.155 |
| eeMaxx Anlagen- und Betriebs GmbH & Co. KG, Friesoythe | 50,10 | 4.923.112 | 36.255 |
| ETBKN GmbH & Co. KG, Lohne | 75,00 | 1.981.203 | -18.797 |
Die EnviTec Biogas AG ist Mutterunternehmen im Sinne des § 290 HGB und zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss sind über den elektronischen Bundesanzeiger und das Unternehmensregister zugänglich.
Die Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr im Durchschnitt 260 Personen.
| Durchschnitt 2010 | |
| Lohnempfänger | 85 |
| Gehaltsempfänger | 175 |
| 260 |
Es wird der Hauptversammlung am 7. Juli 2011 vorgeschlagen, den in der Bilanz der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2010 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 4.202.236,40 auf neue Rechnung vorzutragen.
Auf die Angaben zu den Honoraren des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB wurde gemäß § 285 Nr.17 Halbsatz 2 HGB verzichtet.
Die passiven latenten Steuern in Höhe von EUR 372.305,00 ergeben sich überwiegend aus unterschiedlichen Beteiligungsansätzen von Personengesellschaften bei der Bewertung in Handels- und Steuerbilanz. Die Bewertung der Differenzen erfolge mit einem Steuersatz von 15,825 %.
Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wird zusammen mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 27. April 2011 abgegeben und wird den Aktionären auf unserer Website dauerhaft zugänglich gemacht werden.
Lohne, den 21. April 2011
EnviTec Biogas AG
Olaf von Lehmden
Jörg Fischer
Roel Slotman
Jürgen Tenbrink
Wir haben den Jahresabschluss bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang unter Einbeziehung der Buchführung und den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der EnviTec Biogas AG, Lohne, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 21. April 2011
Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
gez. Prof. Dr. Jordan Wirtschaftsprüfer
gez. Ronald Hager Wirtschaftsprüfer