![]() EnviTec Biogas AGLohneJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHTdes EnviTec-Konzerns und der EnviTec Biogas AGGemäß § 298 Abs. 3 i.V.m. § 315 Abs. 3 HGB wurde der Lagebericht für den Einzelabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2015 mit dem Lagebericht für den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 zusammengefasst. Allgemeine Informationen zum UnternehmenDer EnviTec Biogas Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. Zudem betreibt EnviTec eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogasproduzenten in Deutschland. Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist neben Deutschland inzwischen in 15 Ländern weltweit vertreten. Mit der EnviTec Energy und deren Tochter EnviTec Stromkontor hat EnviTec Biogas das Geschäftsfeld um die direkte Vermarktung von aufbereitetem Biomethan sowie die Grünstrom- und Regelenergievermarktung erweitert. Unsere hohen Qualitätsstandards sind nicht nur durch zufriedene Kunden und die beachtliche Effizienz der von uns betreuten Anlagen belegt, sondern auch durch international anerkannte Zertifizierungen. Unser Qualitätsmanagementsystem nach der DIN EN ISO 9001:2008 setzen wir in der EnviTec Biogas AG, EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG und der EnviTec Service GmbH & Co. KG um. Konzernstruktur und GeschäftsbereicheDie Konzernstruktur ist entsprechend der vier Geschäftsfelder aufgebaut: Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Mutterkonzern fungiert als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die vier Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften. Der Konsolidierungskreis für den Konzernabschluss 2015 umfasst 123 vollkonsolidierte Gesellschaften und damit 10 weniger als im Vorjahr. AnlagenbauIm Geschäftsbereich Anlagenbau errichten wir Biogas- und Biomethananlagen für Kunden wie beispielsweise Landwirte, Industrieunternehmen und Investoren. Wir planen die Anlage, errichten sie und beginnen mit der Biogas-Produktion. Unser Produktportfolio umfasst die komplette Wertschöpfungskette der Biogasanlagentechnik für Anlagen ab 75 KW. Wir setzen auf eine modulare Bauweise aus standardisierten Elementen, die je nach den Erfordernissen projektbezogen vor Ort zusammengestellt werden. Damit bieten wir maßgeschneiderte Lösungen und gleichzeitig erprobte Technik. Die Vorteile: schnellere Inbetriebnahme, hohe Betriebssicherheit und geringere Betriebskosten. Neben Großanlagen bietet EnviTec seit 2014 auch ein Kompaktanlagenkonzept an, das unter der Bezeichnung "EnviFarm Compact"-Anlage vermarktet wird. Die Kleinanlagen mit einem Format von 75 bis 450 kW zielen vor allem auf den deutschen und italienischen Markt. Ende 2015 waren von EnviTec errichtete Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 372 MW (Vorjahr: 366 MW) am Netz. ![]() EigenbetriebIm Geschäftsbereich Eigenbetrieb ist die Erzeugung von Strom, Wärme und Gas in eigenen Biogasanlagen im In- und Ausland gebündelt. Dies geschieht in der Regel in Kooperation mit lokalen Partnern aus der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft. Diese Partnerschaft zeichnet sich durch eine klare Aufgabenverteilung aus: Jeder konzentriert sich auf seine Stärken. Der Partner vor Ort stellt beispielsweise den Standort zur Verfügung, kümmert sich um die Beschaffung der Inputstoffe und übernimmt den laufenden Betrieb. EnviTec kümmert sich um die Projektplanung und schlüsselfertige Errichtung der Anlage. Während des Betriebs führen wir alle notwendigen Wartungsarbeiten durch, kümmern uns um den biologischen und den technischen Service und übernehmen die kaufmännische Leitung. Üblicherweise sind unsere Partner Landwirte, die die Anlagen auf ihren Höfen betreiben. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit Kommunen, Fondsgesellschaften, Industrieunternehmen und Energieversorgern zusammen. Die Verknüpfung unseres technischen Wissens mit der Kompetenz unserer Partner auf regionaler Ebene ermöglicht hohe Effizienz und attraktive Renditen für EnviTec und ihre Partner. Für uns ist der Eigenbetrieb mit seinen regelmäßigen Cashflows eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau. EnergyMit der EnviTec Energy bieten wir im Geschäftsbereich Energy Wärmekunden sogenannte Contracting-Modelle an. Dabei verkaufen wir in effizienten Blockheizkraftwerken (BHKW) dezentral erzeugte Wärme aus selbst produziertem Biomethan über langfristige Lieferverträge. Die Käufer, wie beispielsweise Industrie- und Gewerbeunternehmen oder Kommunen mit hohem Heizbedarf, erhalten über langfristige Lieferverträge mit hoher Preisstabilität grüne Wärme zu attraktiven Konditionen und verbessern dadurch ihre CO2 -Bilanz. Unter dem Dach der EnviTec Energy befindet sich auch die Tochterfirma EnviTec Stromkontor. Sie bündelt die Leistung einer Vielzahl von Biogasanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk und vermarktet den in Blockheizkraftwerken (BHKW) erzeugten Strom im Auftrag ihrer Kunden direkt an der Strombörse. Außerdem können die Anlagen am Regelenergiemarkt platziert werden, um so zur Stabilität des deutschen Stromnetzes beizutragen. Bei der Vermarktung kooperieren wir mit der AXPO Deutschland GmbH, einer Tochtergesellschaft des Schweizer Stromkonzerns AXPO Holding AG. ![]() ServiceIm Geschäftsbereich Service bietet EnviTec alle Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen an. Unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputmaterial und Gärreste auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu geben. Darüber hinaus umfasst unser Angebot die regelmäßige Begehung der Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern. EnviTec bietet neben der Teilwartung nach Aufwand auch eine Vollwartung mit Übernahme des Reparaturkostenrisikos an. Die regelmäßige Wartung reduziert die Stand- und Ausfallzeiten und ist damit wesentlicher Faktor für den langfristig profitablen Betrieb einer Biogasanlage. Unsere Kunden profitieren vom Know-how unserer hochqualifizierten Fachleute, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zur Verfügung stehen. Strategie & WettbewerbWir haben uns in den vergangenen Jahren eine führende Position im Biogasmarkt erarbeitet und bereits Anlagen in 13 Ländern errichtet. Unser strategisches Ziel ist es, nachhaltig zu wachsen und unsere Marktstellung als integrierter Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen auszubauen. Oberste Priorität hat dabei die Zufriedenheit unserer Kunden und deren Einbindung in die Weiterentwicklung unserer Anlagen entsprechend ihrer Wünsche. Die kurz- bis mittelfristige strategische Ausrichtung wird durch die anhaltenden Diskussionen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Märkten stark beeinflusst. Insgesamt sind die einzelnen Märkte sehr heterogen, was überwiegend an den sehr unterschiedlich ausgestalteten Förderrahmen liegt. Für EnviTec sind derzeit die Märkte in Frankreich, Großbritannien und Asien (China, Südostasien) am attraktivsten. Wir verfolgen die Entwicklungen in den einzelnen Ländern sehr genau, um zeitnah auf Änderungen der Rahmenbedingungen reagieren zu können. Für unser nachhaltiges Wachstum haben wir folgende Eckpfeiler definiert: Internationale Expansion als WachstumstreiberWir beobachten weltweit die Entwicklungen der Rahmenbedingungen für Biogas. Sobald in einem Land belastbare Strukturen entstehen, prüfen wir diese sehr genau und entscheiden dann über einen Markteintritt. Bei der Erschließung neuer Märkte setzen wir auf Partner aus der jeweiligen Region und verbinden auf diese Weise unsere langjährige Erfahrung im Anlagenbau und -betrieb mit den Kenntnissen über die regionalen Besonderheiten. EnviTec hat frühzeitig die Internationalisierung vorangetrieben und ist heute neben Deutschland in 15 Ländern mit eigenen Gesellschaften, Vertriebsbüros, strategischen Kooperationen und Joint Ventures vertreten. Durch das neue EEG 2014 ist der deutsche Markt zum Erliegen gekommen, so dass der Auslandsumsatz die inländischen Erträge im Anlagenbau inzwischen erreicht hat und zukünftig übersteigen wird. Neben den etablierten Märkten wie Frankreich, Großbritannien und Italien sehen wir mittelfristig die größten Chancen unter anderem in Malaysia, Indonesien, China und den USA. Mit Ausnahme von Malaysia und Indonesien hat EnviTec in diesen Märkten bereits Anlagen errichtet und setzt darauf, dass die dortigen Vorzeigeprojekte weitere Vertriebserfolge nach sich ziehen. Ziel ist es, den Anlagenbau auch in einem schwierigen Marktumfeld profitabel zu betreiben und gleichzeitig die nötigen Kapazitäten vorzuhalten, um Marktopportunitäten schnell nutzen zu können. Gezielter Ausbau des EigenbetriebsEnviTec Biogas hat den Eigenbetrieb in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und erwirtschaftet heute mit dem Geschäftsbereich den höchsten Umsatzanteil im Konzern. Ende 2015 betrieb EnviTec Biogas 76 eigene Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von 59,3 MW in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien. In Deutschland setzt EnviTec vor allem auf die Optimierung der Bestandsanlagen. Darüber hinaus werden selektiv neue Märkte für den Eigenbetrieb erschlossen. Mit seinem regelmäßigen Cashflow ist das Segment eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau. Zielsetzung ist es, mit diesem Geschäftsbereich eine Verstetigung der Erlösbeiträge für den Konzern zu erzielen. Künftig ist nur ein selektiver weiterer Kapazitätsausbau geplant. Erweiterung des Angebots im Service und Neuausrichtung EnergyDer Geschäftsbereich Service ist für EnviTec inzwischen eine solide Ertragssäule, die weiter ausgebaut werden soll. Erklärtes strategisches Ziel ist der internationale Ausbau des biologischen und technischen Service sowie die Erweiterung des Angebots auch für Fremdanlagen. Im Geschäftsbereich Energy zielen wir auf die Schließung der Wertschöpfungskette "vom Halm bis zum Heizkörper". Mit der Direkteinspeisung von aufbereitetem Biomethan aus EnviTec-Anlagen kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Dieses Potenzial wollen wir noch stärker nutzen und weitere Kunden mit grüner Wärme und grünem, lokalen Strom versorgen. Gleichwohl kann die EEG-Novelle sowie das 2. Gesetz zur Änderung des Energie- und des Stromsteuergesetzes zu einer Neuausrichtung des Bereiches Energy führen. Stärkung unserer InnovationsführerschaftMit dem ständigen Ausbau unserer Technologiekompetenz soll die führende Stellung der EnviTec Biogas AG innerhalb der Branche gefestigt und unser Kernprodukt Biogas ökologisch und ökonomisch noch attraktiver gemacht werden. Ziel ist es, die Handhabung unserer Anlagen kontinuierlich zu verbessern sowie die benötigte Substratmenge bei gleicher Leistung zu reduzieren. Wir sehen insbesondere in den Bereichen, die dem Gärprozess vor- und nachgelagert sind, noch große Entwicklungsmöglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit von Biogas weiter zu erhöhen. Zur Stärkung unserer Innovations- und Technologiekompetenz forschen wir verstärkt im Bereich der Biobased Economy. Dabei geht es um mehr als die effiziente Nutzung von Pflanzen für die Biogasproduktion. Es wird vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt mit dem Ziel, einer möglichst hohen Wertschöpfung von Einsatzstoffen beispielsweise einer Pflanze durch die intelligente Kombination verschiedener Verwendungszwecke (u.a. Nahrung, Biogas, Kraftstoff). Ein weiterer, wichtiger Fokus liegt auf dem Test alternativer Einsatzstoffe wie organische Abfälle. Daneben arbeiten wir unter anderem an Verbesserungen im landwirtschaftlichen Bereich, beispielsweise an der Optimierung der Erntezeitpunkte und an der spezifischen Saatgutentwicklung. UnternehmenssteuerungZiel unseres unternehmerischen Handelns ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen. Daraus leiten sich unsere wesentlichen Steuerungsgrößen Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und die Eigenkapitalrentabilität ab. Die operative und strategische Steuerung des Konzerns erfolgt über regelmäßige Sitzungen der Vorstandsmitglieder. Je nach Gesprächs- und Planungsbedarf nehmen an den wöchentlichen Vorstandssitzungen weitere Führungskräfte teil. In diesen Meetings wird die strategische Unternehmensführung besprochen und gegebenenfalls angepasst. Darüber hinaus erhält der Vorstand regelmäßig Auswertungen hinsichtlich der Entwicklung von Umsatz, Auftragsbestand, Kosten, Liquidität und Verschuldungsgrad. Dabei werden Soll-Ist-Vergleiche gezogen. Eine konzernweite ERP-Software (Enterprise Resources Planning) ermöglicht die schnelle und übersichtliche Darstellung aller Prozesse der Gruppe wie Materialwirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen, Projektcontrolling, Verkauf und Marketing. Seit dem Jahr 2010 ist unser Qualitätsmanagementsystem gemäß DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Die 2008 überarbeitete Norm DIN EN ISO 9001:2008 stellt hohe Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem. Bei EnviTec umfasst es nicht nur den Bau und Betrieb von Biogasanlagen, sondern auch unseren biologischen und technischen Service. Die Rechnungslegung in Konzern und AG wurde in 2015 von internationalen Bilanzierungsvorschriften (IFRS) auf nationale Regeln gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) umgestellt. Die Maßnahme dient im Wesentlichen der Kosteneinsparung und trägt der primär national geprägten Aktionärsstruktur von EnviTec Biogas Rechnung. Forschung und EntwicklungKontinuierliche Weiterentwicklung ist ein essentieller Faktor für nachhaltigen Erfolg. Dies nehmen wir sehr ernst und arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Technologien zur Steigerung der Gasausbeute, an der Optimierung unseres Qualitätsmanagements sowie an der Erforschung möglicher alternativer Substrate. Weitere Schwerpunkte unserer F&E Aktivitäten sind die Prozessüberwachung und die Gärrestaufbereitung, die eine noch effizientere Nutzung der Inputstoffe unserer Anlagen gewährleistet. Einen wichtigen Bestandteil unserer Forschungsarbeit bildet zudem die sogenannte "Biobased economy" -das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren. Hier liegt der Fokus unserer Arbeit auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und Erschließung neuer Märkte. So versuchen wir bei Produkten bei der Energieerzeugung bisher ungenutzte Potentiale zu erschließen, um dadurch die Wertschöpfung aus Biomasse zu erhöhen. So nutzen wir die Rohstoffe mehrfach, intensiver und effizient. Unser Labor: die EigenbetriebsanlagenZum Stichtag 31. Dezember 2015 betrieb EnviTec Biogas 76 eigene Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von 59,3 MW in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien. Sie sind ein wichtiger Wissenspool für Weiterentwicklung, Verbesserung und Anwendung neuer Anlagentechnik. Neue Verfahren und Technologien erproben wir direkt in der Praxis in unseren Eigenbetriebsanlagen oder aber in enger Kooperation mit unseren Kunden. Der Eigenbetrieb gibt unserem Unternehmen die Möglichkeit, technische Innovationen an eigenen Anlagen zu entwickeln. Neben hundertprozentigen Eigenbeteiligungsanlagen, bietet sich auch die Möglichkeit, Anlagen in Kooperation zu betreiben und so Forschung aktiv mit zu unterstützen: dieses Modell wird zumeist von Partnern aus der Landwirtschaft oder der örtlichen Industrie, die ihre Anlage eigenverantwortlich mit Hilfe von EnviTec betreiben, genutzt. Beispiele für die Nutzung von Eigenbetriebsanlagen für Forschungszwecke sind die Entwicklung eines neuartigen Wasserstoff-Fermenters, der eine höhere Energieausbeute bewirkt, sowie die Gärrestreduzierung durch das von EnviTec entwickelte EnviStrip-Verfahren. Ein weiteres Forschungsprojekt war die Entwicklung eines Highgesters, ein neuer Fermentertyp, der trotz reduzierter Größe den gleichen Biogasertrag bringt und weniger Strom und Wärme benötigt. Dadurch spart der Betreiber Betriebs- und Wartungskosten. Der erste Highgester wurde im Dezember 2015 in Betrieb genommen. Die bisherigen Betriebsergebnisse belegen, dass mit dem Highgester eine deutliche Verbesserung der Gesamtwirtschaftlichkeit erreicht werden kann. Derzeit wird schon an den nächsten Projekten zur Realisierung weiterer Highgester gearbeitet. EnviTec ist auf eine praxisorientierte F&E-Arbeit fokussiert. Neben dem Vorstand Jürgen Tenbrink arbeiten zwei festangestellte Mitarbeiter in der F&E Abteilung, die insbesondere durch Kollegen aus dem Geschäftsbereich Service unterstützt werden. Darüber hinaus praktizieren wir die Zusammenarbeit mit Hochschulen, auch im Sinne der Nachwuchsförderung. Hier arbeiten wir im Rahmen von Forschungsprojekten, aber auch bei der Erstellung von Bachelor- und Masterarbeiten, eng mit Studierenden und Lehrenden zusammen. Der Gesamtbetrag der Aufwendungen für Forschung & Entwicklung belief sich im Geschäftsjahr auf rund 2 Mio. Euro. ![]() WirtschaftsberichtWirtschaftliche RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche EntwicklungDie Weltwirtschaft wuchs nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2015 um 3,1 %. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatten die Konjunkturexperten des IWF noch mit einem Wachstum von 3,5 % gerechnet. Wie bereits in den vergangenen Jahren leisteten die Volkwirtschaften der Schwellen- und Entwicklungsländer auch in 2015 den größten Beitrag zum weltweiten Wirtschaftswachstum. Die Wachstumsdynamik in dieser Ländergruppe nahm jedoch mit einem Zuwachs von 4,0 % weiter ab. In den Industriestaaten war in 2015 laut IWF ein moderates Wirtschaftswachstum in Höhe von 1,9 % zu verzeichnen. In den USA wurde dabei ein Wachstum von 2,5 % erzielt, die britische Wirtschaft wuchs mit einem Plus von 2,2 % ebenfalls überdurchschnittlich. In der Eurozone stieg die Wirtschaftsleistung etwa um 1,6 %. Dabei erhöhte sich das französische Bruttoinlandsprodukt um 1,1 %. In Deutschland lag der Zuwachs in 2015 nach Schätzungen des IWF bei soliden 1,5 %. Aufgrund guter Ernten in den vergangenen zwei Jahren wurden in der Landwirtschaft weltweit ausreichende Lagerbestände aufgebaut und eine komfortable Rohstoffversorgung erreicht. Dies führte in 2015 zu moderaten Preisen für die von EnviTec als Einsatzstoff genutzten Agrarrohstoffe. BiogasmarktDer deutsche Biogasmarkt wird stark von den gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Neben der Gasnetzzugangsverordnung ist vor allem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von herausragender Bedeutung für die Branche. Seit der deutlichen Reduzierung der Einspeisevergütungen in der am 1. August 2014 in Kraft getretenen, vierten EEG-Novelle befindet sich der Anlagenneubau in Deutschland auf äußerst geringem Niveau. Der Eingriff in den Bestand durch die Festlegung der Höchstbemessungsleistung sowie die sich abzeichnenden zusätzlichen Genehmigungsauflagen führten bei vielen Anlagebetreibern zu großer Verunsicherung, was in einem Ausbleiben von Investitionen in neue Biogastechnik resultierte. Mit dem EEG 2016 soll laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) festgelegt werden, dass die Vergütungen für erneuerbaren Strom durch Ausschreibungen am Markt eruiert und nicht wie bisher vom Staat bestimmt werden. Die derzeit diskutierten Regelungen für Biomasse werden jedoch absehbar keine Impulse für den Ausbau bzw. Bestandsschutz von Biogasanlagen setzen. Bis zu einem endgültigen Beschluss gelten laut BMWi die Regelungen des EEG 2014. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland nach vorläufiger Prognose des Fachverbandes Biogas 202 neue Biogasanlagen (2014: 163) mit einer Leistung von 272 Megawatt (MW) errichtet. Diese Zahl versteht sich inkl. neuer Reserveleistung (sog. Überbau). Der Zubau arbeitsrelevanter Biogasanlagen betrug nur 19 MW. Dies bedeutet einen signifikanten Rückgang gegenüber dem Niveau der Jahre 2008 bis 2013, in denen im Durchschnitt pro Jahr fast 1300 neue Anlagen errichtet worden waren. Insgesamt waren in Deutschland Ende 2015 rund 8.928 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung (inkl. Stromeinspeisung durch Biomethan) von 4.177 MW in Betrieb. Dies entspricht einer Stromproduktion von 32,67 Mrd. kWh oder 9,3 Mio. mit Biogas versorgten Haushalte. Der Anteil von Biomasse am gesamten Stromverbrauch in Deutschland lag laut BMWi bei 6,8 % (2014: 6,9 %). Neben Deutschland, dem Vorreiter im Bereich Biogas, ist Italien der zweitgrößte Biogasproduzent in Europa. Jedoch wurden auch in Italien im Zuge einer neuen Gesetzgebung seit Juni 2014 die Subventionen für erneuerbare Energien reduziert. Der italienische Markt für Biomasseanlagen ist daher aktuell nahezu gesättigt. Zu den größten europäischen Wachstumsmärkten für die Biogas-Produktion zählen laut Europäischem Biogasverband (EBA) außerdem Großbritannien, Frankreich und Belgien. Die Biogasbranche Großbritanniens vollzieht aufgrund der Kürzung des Einspeisetarifs für Strom seit einiger Zeit einen Wandel von kleineren hin zu größeren Biogasanlagen (>250 kW). Außerdem werden Biogasanlagen mit Wärmekonzept weiterhin verstärkt gefördert. Frankreich verabschiedete im Juli 2015 ein Energiewendegesetz, das bis 2020 den Bau von 1.500 zusätzlichen Biogasanlagen zur Verwertung landwirtschaftlicher Abfälle vorsieht. Ziel ist, das nach Frankreich importierte Erdgas nach und nach zu substituieren. Zudem ist eine Änderung der Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik- und Biogasanlagen geplant, die auch eine Anhebung der Vergütungsdauer von 15 auf 20 Jahre vorsieht. Nach wie vor großes Potenzial weisen die nordamerikanischen und asiatischen Märkte auf. In den USA ist die Nutzung von Biogas immer noch überschaubar. Anfang 2015 existierten nach Angaben der US-Umweltbehörde in den Vereinigten Staaten nur rund 2.000 Biogasanlagen. Aufgrund der Rahmenbedingungen - in den meisten Bundesstaaten wird Strom aus Biogas sehr niedrig vergütet - ist die Herstellung von Biogas bisher eher unattraktiv. Gleichzeitig hat die Behörde ein Potenzial von 11.000 zusätzlichen Anlagen identifiziert, das mit Hilfe einer 2014 verabschiedeten "Biogas Opportunities Roadmap" bis 2030 abgerufen werden soll. Auch in China gewinnt der Bereich der erneuerbaren Energien immer stärker an Bedeutung. Bis 2030 plant die Volksrepublik eine installierte Bioenergieleistung von etwa 30 GW zu erreichen. Mitarbeiter![]() Durch die Wertschätzung unserer Mitarbeiter und die Förderung ihrer Fähigkeiten und Potenziale schaffen wir Zukunftsperspektiven für jeden Einzelnen und steigern die Werthaltigkeit der Gruppe als Ganzes. Gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital und die Basis für den Erfolg der EnviTec Biogas Gruppe. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 ist die Anzahl der Mitarbeiter leicht gestiegen und lag zum Stichtag 31. Dezember 2015 bei 363. Der wesentliche Teil der Beschäftigten war mit 273 weiterhin in Deutschland aktiv (Vorjahr 262). An den Auslandsstandorten waren zum Stichtag 90 Mitarbeiter (Vorjahr 88) für EnviTec Biogas im Einsatz. Mitarbeiterstärkster Geschäftsbereich ist der Service mit 126 Beschäftigten vor dem Anlagenbau mit 102 und dem Eigenbetrieb mit 98 Angestellten. Die nachhaltige Personalentwicklung hat weiterhin höchste Priorität. Wir wollen auch künftig jungen Absolventen die Chance bieten, in einer internationalen Zukunftsbranche Fuß zu fassen. Aufgrund der sich schnell ändernden Rahmenbedingungen brauchen wir mehr denn je flexible Mitarbeiter, die bereit sind, im Ausland zu arbeiten und sich offen gegenüber anderen Kulturen zu präsentieren sowie das Unternehmen adäquat zu vertreten. Die Beschäftigungspolitik der EnviTec ist darauf ausgelegt, nicht nur den Bedürfnissen des Unternehmens zu entsprechen, sondern ebenfalls auf die individuellen Interessen und Leistungen der Beschäftigten einzugehen. Hierzu zählen in einigen Bereichen monetäre Anreizsysteme wie beispielsweise eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung. Mit internen Weiterund Ausbildungsmaßnahmen geben wir Mitarbeitern die Chance zur Weiterentwicklung und wollen sie langfristig für unser Unternehmen begeistern. Die auf den Beruf ausgerichteten Maßnahmen werden durch soziale Aktivitäten, die dem Gemeinschaftssinn und der Vermittlung unserer durch Verlässlichkeit und Fairness geprägten Unternehmenskultur dienen, ergänzt. Ausdrücklicher Dank von Seiten des Vorstands und Aufsichtsrats gilt allen Mitarbeitern der EnviTec Gruppe. Durch ihr Engagement hat die Gesellschaft ihre wirtschaftlichen Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr im Wesentlichen erreicht und blickt gestärkt auf die zukünftigen Herausforderungen. ![]() Entwicklung des Auftragsbestands im Segment AnlagenbauEnviTec Biogas verfügte zum Ende des Geschäftsjahres 2015 im Segment Anlagenbau über einen Auftragsbestand in Höhe von 77,9 Mio. Euro (Vorjahr: 37,3 Mio. Euro). Davon sind 36,8 Mio. Euro bereits in der Bestandsveränderung berücksichtigt. Der Anstieg beruht hier vor allem auf der positiven Entwicklung in Großbritannien und Frankreich. Im Stichtagsvergleich legte der Bestand an Projekten mit ausländischen Kunden von 27,5 Mio. Euro auf 70,3 Mio. Euro deutlich zu. Bei den Aufträgen aus dem Ausland entfallen die wesentlichen Teile auf Großbritannien, Frankreich und China. Weitere wichtige Märkte sind Dänemark und die USA. EnviTec Biogas verfügt über eine sehr breite Kundenbasis, eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden besteht nicht. 75,9% der Aufträge stammen aus dem landwirtschaftlichen Bereich (Vorjahr: 59,1 %). Der Auftragsanteil von industriell geprägten Kunden betrug rund 23,7 % (Vorjahr: 37,8%). Die übrigen Aufträge entfallen auf Projektentwickler und auf den Eigenbetrieb. ![]() Entwicklung in den SegmentenEnviTec Biogas ist in den vier Segmenten Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy tätig. Wie schon im letzten Jahr lieferte der Eigenbetrieb mit einer Quote von 40,1 % (Vorjahr: 45,4 %) den größten Beitrag zum Konzernumsatz. Der Anteil des ehemals größten Umsatzbringers Anlagenbau stieg auf 29,3 % (20,9 %). Im Bereich Energy lag im Geschäftsjahr 2015 der Anteil am Konzernumsatz bei 15,7 % (Vorjahr: 19,0 %). Der Bereich Service trug mit 14,9 % zum Konzernumsatz bei (Vorjahr: 14,7 %). Die in diesem Abschnitt dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen bereinigt. ![]() AnlagenbauIm Segment Anlagenbau ist zu berücksichtigen, dass die im Geschäftsjahr 2015 durchgeführte Umstellung von internationalen Bilanzierungsvorschriften (IFRS) auf nationale Regeln gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) sich wesentlich auf die Bilanzierung im Bereich Anlagenbau auswirkt. So können Umsätze nunmehr erst nach Fertigstellung realisiert werden, wohingegen in den Vorjahren gemäß IFRS stets auch der teilfertige Wert gemäß Baufortschritt im Umsatz abgebildet wurde. Dies führt dazu, dass der Umsatz gemäß HGB nach 29,9 Mio. Euro im Vorjahr in 2015 auf 51,3 Mio. Euro stieg. Gleichzeitig führte die Schlussrechnung von bereits im Jahr 2014 größtenteils fertiggestellten Projekten zu einer deutlichen Bestandsminderung. Zudem konnten durch Auftragsverschiebungen Ende des Jahres einige Projekte nicht schlussgerechnet werden. Dies resultierte insgesamt in einem Rückgang der Gesamtleistung von 51,3 Mio. Euro auf 43,1 Mio. Euro. Das operative Segmentergebnis (EBIT) verschlechterte sich auf -5,1 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro). Im bisherigen Jahresverlauf 2016 verzeichnet EnviTec im Anlagenbau eine sehr gute Auslastung und es wird daher mit einer wesentlichen Verbesserung der Ertragslage auf Jahresbasis gerechnet. Dabei setzt EnviTec vor dem Hintergrund der unattraktiven Marktbedingungen in Deutschland verstärkt auf die Chancen in ausländischen Märkten. Der deutliche Anteil der Auslandsumsätze in Höhe von 48,8 % belegt den Erfolg dieser Strategie. Wichtigste Auslandsmärkte für EnviTec waren in 2015 Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark sowie die USA und China. Außerdem nimmt die Region Südostasien an Bedeutung zu. Ziel ist es, den Bereich Anlagenbau auf Basis der neuen, optimierten Kostenstrukturen in einem herausfordernden Marktumfeld profitabel zu betreiben. EigenbetriebDer Eigenbetrieb ist das umsatzstärkste Segment im Konzern. Im Jahr 2015 hat EnviTec den Bereich weiter selektiv ausgebaut und die Erlösbeiträge weiter gesteigert. So erhöhte sich der Umsatz von 64,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 70,1 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Dafür verantwortlich war im Wesentlichen der Erwerb einer weiteren Anlage zum Jahresende sowie der vollständige Leistungsbeitrag einer in 2014 fertiggestellten Anlage. Damit lag der Bestand Ende 2015 bei insgesamt 76 Anlagen mit einer Leistung von 59,3 MW am Netz, davon 10,7 MW im Ausland. Das operative Segmentergebnis (EBIT) im Eigenbetrieb verbesserte sich deutlich um 10,1 % und betrug 11,0 Mio. Euro nach 9,9 Mio. Euro im Vorjahr. Die EBIT-Marge betrug 15,6 % (Vorjahr: 15,3%). Insgesamt sieht EnviTec in diesem Segment weiteres Umsatz- und Ertragspotenzial durch den Bau neuer Anlagen im Ausland sowie die Bestandsoptimierung oder den Erwerb bestehender Standorte in Deutschland. Auch im laufenden Jahr werden wir selektiv in neue bzw. bestehende Biogasanlagen investieren, um den Kapazitätsausbau moderat fortzusetzen. ![]() ServiceDer Bereich Service umfasst Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen, vom Anfahren der Anlage und der fortlaufenden Kontrolle des Betriebs und der biologischen Prozesse bis hin zur regelmäßigen Begehung einer Anlage und der Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern. Das Segment hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter an Bedeutung zugenommen. So stiegen die Umsatzerlöse in 2015 um 23,7 % auf 26,0 Mio. Euro. ![]() Ende 2015 wurden in Deutschland im biologischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von Insgesamt 85 MW (Vorjahr: 78 MW) und im technischen Service mit einer elektrischen Leistung von Insgesamt 235 MW (Vorjahr: 211 MW) betreut. Im Ausland betreute die EnviTec Gruppe Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 88 MW (Vorjahr: 77 MW), davon 50 MW (Vorjahr: 41 MW) im technischen und 37 MW (Vorjahr: 36 MW) im biologischen Bereich. Das operative Segmentergebnis (EBIT) betrug im Berichtszeltraum -2,4 Mio. Euro (Vorjahr: -1,7 Mio. Euro). Wie in den Vorjahren ist das negative Ergebnis primär durch einen weiteren Anstieg der Umsätze mit Eigenbetriebsgesellschaften zu erklären, was sich bei der Konsolidierung auf Konzernebene negativ auf das Ergebnis im Servicesegment auswirkt. In der Einzelbetrachtung ist das operative Ergebnis des Servicesegments weiterhin positiv. Energy![]() Im Geschäftsbereich Energy zielen wir auf die Schließung der Wertschöpfungskette "vom Halm bis zum Heizkörper" ab. Mit der Direkteinspeisung von aufbereitetem Biomethan aus EnviTec-Anlagen kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Daneben bieten wir unseren Kunden hier Dienstleistungen rund um die Direktvermarktung des in Biogasanlagen produzierten Stroms. In 2015 entwickelte sich das Energy-Segment mit einem Umsatz von 27,5 Mio. Euro Insgesamt auf Vorjahresniveau (27,1 Mio. Euro). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern war leicht negativ und betrug -0,04 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro). Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung dieses Bereichs werden die derzeit noch in Diskussion befindlichen Gesetzesvorhaben EEG 2016 sowie das Zweite Gesetz zur Änderung des Energie- und des Stromsteuergesetzes sein, da diese zu Veränderungen der Marktgegebenheiten In Deutschland führen werden. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageUmsatzentwicklungKonzern![]() Die EnviTec Gruppe verzeichnete in 2015 eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Die Umsatzerlöse erhöhten sich von 142,9 Mio. Euro um 22,4 % auf 174,9 Mio. Euro. Damit wurde die im Geschäftsbericht 2014 für das Gesamtjahr 2015 aufgestellte Prognose eines Konzernumsatzes auf Vorjahresniveau übertroffen. Maßgeblich dafür waren die Umsatzsteigerungen in allen Segmenten der Gruppe. Insbesondere im Segment Anlagenbau kam es zu einer deutlichen Umsatzerhöhung von 71,6 % auf 51,3 Mio. Euro. Im größten Segment des Konzerns, im Eigenbetrieb, legte der Umsatz um 8,2 % auf 70,1 Mio. Euro zu, im Servicebereich um 23,7 % auf 26,0 Mio. Euro und im Bereich Energy um 1,2 % auf 27,5 Mio. Euro. Die in 2015 in Deutschland erzielten Umsätze betrugen 127,8 Mio. Euro (Vorjahr: 114,0 Mio. Euro). Im Ausland stieg der Umsatz auf 47,1 nach 28,9 Mio. Euro im Jahr 2014. Den größten Anteil an den Auslandsumsätzen hatten in 2015 Großbritannien und Italien. Die dort realisierten Umsätze betrugen im Berichtszeitraum 16,4 Mio. Euro respektive 19,8 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich leicht von 12,4 Mio. Euro auf 12,0 Mio. Euro. Die Gesamtleistung erhöhte sich im Berichtszeitraum mit 1,4% leicht auf 174,6 Mio. Euro. EinzelabschlussDie EnviTec Biogas AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts auf. Der Umsatz betrug im Jahr 2015 rund 4,6 Mio. Euro und liegt damit um 17,2 Mio. Euro unter dem Vorjahresumsatz von 21,8 Mio. Euro. Die Vorjahresprognose, dass es aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus zu keinen wesentlichen Umsätzen kommt, wurde daher übertroffen. Bei den Umsätzen handelt es sich aber um wesentlichen um konzerninterne Leistungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vorjahresvergleich um 1,1 Mio. Euro, von 1,7 Mio. Euro auf 2,8 Mio. Euro gestiegen. Die Gesamtleistung ist im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr von 40,8 Mio. Euro auf 7,4 Mio. Euro gesunken. Diese Effekte sind auf die Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG zurückzuführen. Die EnviTec Biogas AG fungiert nunmehr als Holding für die vier Geschäftseinheiten, Anlagenbau, Service, Eigenbetrieb und Energy. AufwandsentwicklungKonzernDer Materialaufwand ist die wesentliche Aufwandsposition der EnviTec Biogas. Im Geschäftsjahr 2015 sank der Materialaufwand um 2,8 % auf 108,1 Mio. Euro (Vorjahr: 111,1 Mio. Euro). Dafür ursächlich war im Wesentlichen die durch Auftragsverschiebungen deutlich gesunkenen Aufwendungen im Segment Anlagenbau. Das Rohergebnis verbesserte dadurch um 9 % auf 66,5 Mio. Euro. Der Personalaufwand stieg gegenüber Vorjahr um 9,4 % auf 18,8 Mio. Euro. Die Personalkostenquote bezogen auf den Umsatz sank von 12,1 % auf 10,8 %. Der sonstige betriebliche Aufwand, der sich aus Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zusammensetzt, stieg um 11,4 % von 24,0 Mio. Euro auf 26,7 Mio. Euro. Die Ursachen hierfür liegen im Wesentlichen in höheren Aufwendungen für F&E, Wertberichtungen auf entwickelte Projekte in Deutschland sowie höheren Gewährleistungsaufwendungen. EinzelabschlussAuf Ebene des Einzelabschlusses wird nach der Ausgliederung des Anlagenbaus kein Materialaufwand (Vorjahr: 27,5 Mio. Euro) ausgewiesen. Die Personalaufwendungen sanken durch die Ausgliederung des Anlagenbaus deutlich um 3,4 Mio. Euro von 5,3 Mio. Euro auf 1,9 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten im Vergleich zum Vorjahr von 8,4 Mio. Euro um 3,1 Mio. Euro auf 5,3 Mio. Euro vermindert werden. Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG ist der Vorjahresvergleich nur bedingt aussagekräftig. ErgebnisentwicklungKonzernDie EnviTec Gruppe konnte in 2015 trotz weiterhin volatiler Marktbedingungen und Auftragsverzögerungen das Geschäftsjahr positiv abschließen. So stieg das Ergebnis vor Abzug von Abschreibungen (EBITDA) von 19,8 Mio. Euro auf 21,0 Mio. Euro. Maßgeblich für die Steigerung des EBITDA war die gute Ertragsentwicklung im Eigenbetrieb. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) betrug im Berichtszeitraum 3,4 Mio. Euro nach 4,7 Mio. Euro im Vorjahr. Damit konnte der EnviTec Konzern die für das Geschäftsjahr 2015 in Aussicht gestellte Guideline eines stabilen bis leicht verbesserten operativen Ergebnis (EBIT) nicht erreichen. Dies ist neben gestiegenen Abschreibungen auf Anlagen im Eigenbetrieb vor allem mit den unbefriedigenden Ergebnissen im Bereich Anlagenbau zu begründen. Mit einer EBIT-Marge von 2,0 % (Vorjahr: 3,3 %) weist EnviTec jedoch nach wie vor eine für das Branchenumfeld solide Rentabilität aus. Durch die fortschreitende Tilgung des Schuldscheindarlehens, dessen ausstehendes Volumen zum Stichtag 31. Dezember 2015 noch 14,5 Mio. Euro betrug (Stand per 31. Dezember 2014: 23,5 Mio. Euro) konnte der Zinsaufwand im Berichtszeitraum um 12,0 % auf 3,3 Mio. Euro reduziert werden. Aufgrund gesunkener Zinserträge und einem Anstieg der Abschreibungen auf Finanzanlagen belief sich das Finanzergebnis per Saldo auf -1,0 Mio. Euro nach -0,3 Mio. Euro im Jahr zuvor. Der Konzerngewinn des EnviTec Konzerns sank von 2,8 Mio. Euro auf 1,1 Mio. Euro. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,08 Euro für das Jahr 2015 (Vorjahr: 0,19 Euro). ![]() EinzelabschlussDas Rohergebnis der EnviTec Biogas AG sank in 2015 von 13,2 Mio. Euro um 5,8 Mio. Euro auf 7,4 Mio. Euro. Nach handelsrechtlichen Vorschriften wurde auf Ebene des Einzelabschlusses ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 7,0 Mio. Euro erzielt. Das Ergebnis lag damit 1,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 5,8 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 5,1 Mio. Euro um 0,6 Mio. Euro auf 5,7 Mio. Euro. Zum Jahresüberschuss trug das Finanzergebnis mit 7,4 Mio. Euro bei. Darin enthalten sind Beteiligungserträge in Höhe von 3,4 Mio. Euro sowie gegenläufige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 1,3 Mio. Euro. Wie im Jahresabschluss 2014 prognostiziert resultiert das positive Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausschließlich aus dem Finanzergebnis. Im Ergebnis ergeben sich keine wesentlichen Effekte aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG. Der Geschäftsverlauf der EnviTec Biogas AG im abgelaufenen Geschäftsjahr ist insgesamt als günstig zu bezeichnen. Dies ist insbesondere mit der positiven Entwicklung der Beteiligungserträge sowie mit niedrigen Zinsen für etwaige Darlehensaufnahmen zu begründen. VermögenslageKonzernDie Bilanzsumme verringerte sich zum 31. Dezember 2015 gegenüber dem Vorjahr um 6,8 % auf 292,9 Mio. Euro. Auf der Aktivseite lagen die langfristigen Vermögenswerte mit 176,6 Mio. Euro um 6,3 % unter dem Vorjahreswert von 188,4 Mio. Euro. Ein wesentlicher Effekt war der Rückgang bei den sonstigen Ausleihungen von 19,6 Mio. Euro auf 13,1 Mio. Euro aufgrund planmäßiger Rückführungen. Zudem führten gesunkene Investitionen bei gleichzeitig planmäßig gestiegenen Abschreibungen zu einer Verringerung des Sachanlagewerts von 138,0 Mio. Euro auf 132,8 Mio. Euro. Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich im Berichtszeitraum ebenfalls. Hier fiel insbesondere der Abbau der Vorräte mit einem Minus von 5,6 Mio. Euro ins Gewicht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit rund 29,1 Mio. Euro um 1,0 Mio. Euro über dem Stand zum Jahresende 2014. Dagegen reduzierten sich die sonstigen Vermögensgegenstände um rund 5,6 Mio. Euro auf 11,8 Mio. Euro. EinzelabschlussZum 31. Dezember 2015 betrug die Bilanzsumme der EnviTec Biogas AG 206,3 Mio. Euro. Die Bilanzsumme verringerte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 17,4 Mio. Euro. Auf der Aktivseite wurde das Finanzanlagevermögen um 12,9 Mio. Euro von 177,4 Mio. Euro auf 164,5 Mio. Euro vermindert. Dabei stiegen innerhalb des Finanzanlagevermögens die Anteile an verbundenen Unternehmen um 13,8 Mio. Euro von 50,0 Mio. Euro auf 63,8 Mio. Euro, während die Ausleihungen an verbundene Unternehmen deutlich von 97,7 Mio. Euro auf 79,2 Mio. Euro sanken. Das Umlaufvermögen verringerte sich um 4,0 Mio. Euro von 39,4 Mio. Euro auf 35,4 Mio. Euro, was im Wesentlichen auf den Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen zurückzuführen ist. Die Bilanz der EnviTec Biogas AG spiegelt nur noch ihre Funktion als Holding wieder. FinanzlageKapitalstrukturKonzernAuf der Passivseite lag das Eigenkapital Ende 2015 bei 168,2 Mio. Euro und damit um 4,7 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr. Ursache ist primär der gesunkene Bilanzgewinn aufgrund der Dividendenzahlung 2015. Gleichzeitig reduzierten sich die Verbindlichkeiten, so dass die Bilanzsumme insgesamt um rund 21,5 Mio. zurückging. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag lag folglich mit 57,4 % über dem Niveau des Vorjahres und dokumentiert die weiterhin sehr solide Kapitalstruktur des EnviTec Konzerns. ![]() Die Verbindlichkeiten lagen zum Bilanzstichtag bei 109,4 Mio. Euro (Vorjahr: 126,4 Mio. Euro), wovon rund 75,1 Mio. Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren. Die Verbindlichkeiten wurden im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 Mio. Euro (18,4 %) zurückgeführt, was insbesondere aus der weiteren Tilgung des Schuldscheindarlehens im Volumen von 9 Mio. Euro resultiert. Das Schuldscheindarlehen wurde bisher planmäßig und teilweise aufgrund der guten Liquiditätssituation vorzeitig auf ein ausstehendes Volumen von 14,5 Mio. Euro getilgt. Darüber hinaus wurden die Kreditlinien des Unternehmens zurückgefahren. Die kurzfristigen Schulden nahmen um 3,1 Mio. Euro auf 51,2 Mio. Euro ab. Hier machte sich insbesondere die Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 5,3 Mio. Euro bemerkbar. Die langfristigen Schulden lagen mit rund 58,1 Mio. Euro deutlich unter dem Stand zum Jahresende 2014 (72,2 Mio. Euro). Davon waren rund 17,1 Mio. Euro langfristige Darlehen (Vorjahr: 22,5 Mio. Euro). EinzelabschlussAuf Einzelabschlussebene wuchs das Eigenkapital leicht um 0,5 Mio. Euro von 179,3 Mio. Euro auf 179,8 Mio. Euro an, da sich der Jahresgewinn und die in 2015 vorgenommene Ausschüttung nahezu die Waage hielten. Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 25,2 Mio. Euro - eine Reduzierung um 16,0 Mio. Euro. Davon waren rund 23,1 Mio. Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Von den Verbindlichkeiten sind 7,2 Mio. Euro innerhalb des nächsten Jahres fällig, 17,6 Mio. Euro haben eine Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren. InvestitionenKonzern![]() Die Investitionen des Konzerns beliefen sich in 2015 auf 14,1 Mio. Euro nach 46,8 Mio. Euro in 2014. Wie schon in den Jahren zuvor entfielen die Investitionen mit 12,3 Mio. Euro im Wesentlichen auf das Segment Eigenbetrieb (Vorjahr: 44,4 Mio. Euro). Maßgeblich für den Rückgang ist die verringerte Investitionstätigkeit in Deutschland aufgrund der deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen für den Neubau von Biogasanlagen. Insgesamt wurden in 2015 neue Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 1,4 MW in den Bestand aufgenommen (Vorjahr: 5,9 MW). Die sonstigen Investitionen betreffen im Umfang von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) den Anlagenbau und im Umfang von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro) die Bereiche Service und Energy. Die Investitionen werden sich aufgrund des weiterhin moderaten Ausbaus des Eigenbetriebes in 2016 auf ähnlichem Niveau wie 2015 bewegen. EinzelabschlussInvestitionen wurden bei der EnviTec Biogas AG in 2015 vornehmlich in das Finanzanlagevermögen in Form von Beteiligungen an verbundenen Unternehmen getätigt. Aus dem Finanzanlagevermögen flossen aufgrund von Rückführungen der Ausleihungen somit 26,2 Mio. Euro (Vorjahr: 18,4 Mio. Euro) deutlich mehr Mittel zurück als investiert wurden. LiquiditätKonzernEnviTec Biogas verfügt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 über eine sehr solide Liquiditätslage. Es standen flüssige Mittel in Höhe von 19,3 Mio. Euro (Vorjahr: 20,1 Mio. Euro) und sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 11,8 Mio. Euro (Vorjahr: 17,4 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Summe von 31,1 Mio. Euro deckt die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 17,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,9 Mio. Euro) mit dem Faktor 1,8 und verdeutlicht die komfortable Finanzlage. Darüber hinaus standen EnviTec Biogas zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 9,5 Mio. Euro zur Verfügung. ![]() EinzelabschlussDer Liquiditätsstand betrug zum Jahresende 2015 rund 2,8 Mio. Euro. Hier kam es zu einem Anstieg von rund 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro), der im Wesentlichen auf Rückführungen von Darlehen zurückzuführen ist. Aussage zum CashflowKonzernDer Netto Cashflow im EnviTec Konzerns stieg im Geschäftsjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Mio. Euro auf 38,5 Mio. Euro. Der weiterhin hohe Netto-Cashflow resultiert insbesondere aus einem Mittelzufluss durch den Abbau von Vorräten in Höhe von 5,6 Mio. Euro sowie einem Zufluss durch Abnahme sonstiger Forderungen sowie anderer Aktiva in Höhe von 11,9 Mio. Euro im Zusammenhang mit Rückführungen von Ausleihungen. Zudem wurde weiterhin ein Mittelzufluss aus der Zunahme sonstiger Verbindlichkeiten und anderer Passiva in Höhe von 6,9 Mio. Euro erzielt. Dagegen steht im Wesentlichen ein Mittelabfluss aus der Abnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5,3 Mio. Euro zu Buche. Der Abfluss aus investiver Tätigkeit sank durch die Verringerung der Investitionen im Eigenbetrieb deutlich von 43,4 Mio. Euro auf 13,9 Mio. Euro. Im Wesentlichen bedingt durch die Rückführung des Schuldscheindarlehens betrug der Abfluss aus Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum 25,4 Mio. Euro. Im Vorjahr war durch Kreditaufnahmen noch ein Zufluss in Höhe von 6,1 Mio. Euro verbucht worden. EinzelabschlussAus der laufenden Geschäftstätigkeit flossen der Envitec Biogas AG im Geschäftsjahr 2015 35,9 Mio. Euro (Vorjahr 31,9 Mio. Euro) zu. Hierfür war im Wesentlichen die Abnahme der Ausleihungen und sonstigen Forderungen gegen Dritte und verbundene Unternehmen verantwortlich. Aus der Investitionstätigkeit flossen 13,8 Mio. Euro (Vorjahr 17,2 Mio. Euro) aufgrund von Investitionen in Tochtergesellschaften ab. Aus der Finanzierungstätigkeit war ein Abfluss in Höhe von 19,8 Mio. Euro zu verzeichnen (Vorjahr: Zufluss von 1,7 Mio. Euro). Dieser Abfluss steht ursächlich mit den Tilgungen des Schuldscheindarlehens (9 Mio. Euro) sowie der in 2015 vorgenommenen Ausschüttung in Höhe von 5,2 Mio. Euro in Verbindung. Insgesamt haben sich die liquiden Mittel um 2,3 Mio. Euro erhöht. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageChancen- und RisikoberichtDer bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle leitenden Mitarbeiter sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert. ChancenBranchenspezifische ChancenDie weltweit steigende Energienachfrage und die Herausforderungen des Klimawandels bieten der Branche Wachstumsperspektiven. Biogas als grund- und spitzenlastfähige erneuerbare Energie, die dezentral produziert werden kann, wird auch in Zukunft weltweit an Bedeutung gewinnen. Zudem können mit der Produktion von Biogas biologische Reststoffe intelligent genutzt werden. Daraus ergeben sich weltweit Chancen für EnviTec. Durch eine gezielte Fortsetzung der Internationalisierung in den für Biogas und Biomethan vielversprechendsten Märkten wird EnviTec in den kommenden Jahren weiter versuchen, seine Marktposition auszubauen und zu stärken. Neben den Chancen in etablierten Märkten wie Frankreich und Großbritannien sehen wir mittelfristig Chancen insbesondere in aufstrebenden asiatischen Märkten wie China, Malaysia und Indonesien sowie in den USA und Dänemark. In bereits etablierten Märkten bieten sich zusätzliche Chancen, wenn Mitbewerber auf kurzfristige Veränderungen der Rahmenbedingungen nicht adäquat reagieren können oder dem herrschenden Wettbewerb nicht gewachsen sind. Insbesondere in Deutschland wird es aufgrund der schwierigen Branchenentwicklung zu einer weiteren Marktbereinigung kommen. EnviTec eröffnen sich dadurch Insbesondere im Bereich Service und im Bereich Eigenbetrieb punktuell Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Kunden und Marktanteile. Unternehmensstrategische ChancenUnternehmensstrategische Chancen bieten sich für EnviTec Biogas durch die Weiterentwicklung des Produktportfolios - bezogen auf den Umfang und die Qualität - und den Ausbau der technologisch führenden Marktposition. Dazu stehen Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Qualitätssicherung sowie die Qualifikation der Mitarbeiter in unserem Fokus. Speziell in den Fokus gerückt ist in diesem Zusammenhang der Begriff Biobased Economy, hinter dem sich bisher ungenutzte, Innovative Einsatzbereiche von organischen Ressourcen verbergen. Der ganzheitliche Ansatz einer Biobased Economy verfolgt das Ziel, ein dauerhaft nachhaltiges Wirtschaften auf Basis nachwachsender Rohstoffe und von Abfallstoffen zu erreichen und Alternativen zur erdölbasierten Industrie zu schaffen. EnviTec forscht verstärkt in diesem Bereich und sucht nach neuen Verfahren und Produkten, die dem Unternehmen neue Chancen in neuen Märkten eröffnen könnten. Leistungswirtschaftliche ChancenLeistungswirtschaftliche Potenziale ergeben sich für EnviTec Biogas entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur Vermarktung. Durch die Analyse und Optimierung ergeben sich Chancen bei der Erhöhung der Rentabilität. RisikenRisikomanagementIn einem Risiko-Management-Handbuch hat EnviTec Biogas die Aufgaben, Berichts- und Organisationsstrukturen verbindlich festgehalten. In diesem Handbuch werden Risiken definiert und der gesamte Risikomanagementprozess beschrieben. Aufgabe der Risikoverantwortlichen Ist es, Risiken unter Berücksichtigung definierter Kategorien zu bewerten und zu überwachen und entsprechend gegenzusteuern. Anhand einer regelmäßig aktualisierten Risikoinventurliste werden diese vierteljährlich überprüft. Plötzlich auftretende Risiken, die hinsichtlich ihrer Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit nennenswerte Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung und auf den Unternehmenswert haben, werden dem Vorstand unverzüglich mitgeteilt. Dieser trifft daraufhin die notwendigen Entscheidungen. Im Rahmen der Berichterstattung an den Aufsichtsrat informiert der Vorstand fortlaufend über die wesentlichen Risiken und erörtert die ergriffenen Maßnahmen zur Steuerung dieser Risiken. Wir sind ein international tätiges Unternehmen, das sich in einem sich dynamisch verändernden Marktumfeld bewegt. Daraus ergeben sich Risiken, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln in Verbindung stehen. Grundsätzlich lassen sich Risiken durch Änderungen der Rahmenbedingungen oder technologische Weiterentwicklungen nicht völlig vermeiden. Wir passen daher unser Risikomanagement kontinuierlich den neuen Entwicklungen an. Risiken, die nichts mit den Kernzielen der Unternehmensentwicklung zu tun haben, werden im Konzern nicht eingegangen. Zu den Kernzielen im Zusammenhang mit der Unternehmensentwicklung zählen:
Bestandsgefährdende Risiken sind dem Vorstand nicht bekannt. Im Folgenden werden Einzelrisiken, die die Geschäftsentwicklung und den Unternehmenswert gefährden könnten, beschrieben. Umfeld- und BranchenrisikenDer wirtschaftliche Erfolg der von EnviTec Biogas angebotenen Produkte und Serviceleistungen ist von der Förderung erneuerbarer Energien durch rahmenpolitische Vorgaben abhängig. Hierzu zählt in Deutschland beispielsweise das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare Energien Gesetz, "EEG"). Mit dem EEG vergleichbare Regelungen bestehen auch in den meisten anderen Mitgliedsländern der EU und in einigen Ländern außerhalb der EU. Diese Regelungen sind für den dortigen Erfolg des Biogassektors ebenfalls von maßgeblicher Bedeutung. Sowohl beim Errichten als auch beim Erweitern und beim Betrieb der Biogasanlagen sind baurechtliche und immissionsschutzrechtliche Vorschriften zu beachten. Diese sehen zum Teil eine Privilegierung von Biogasanlagen im Vergleich zu anderen Anlagen, insbesondere größenabhängige Erleichterungen des Genehmigungsverfahrens bei ihrer Errichtung im baurechtlichen Außenbereich, vor. Eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Errichten, das Erweitern und den Betrieb von Biogasanlagen in Deutschland oder in anderen Staaten kann sich vor- und nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von EnviTec Biogas auswirken. Aufgrund der Anpassungen des 2014 verabschiedeten EEG ist der Biogasmarkt in Deutschland praktisch zum Erliegen gekommen. EnviTec konzentriert sich im Anlagenbau zur Zeit und künftig primär auf ausländische Wachstumsmärkte. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es zum Teil Vorbehalte von Bürgern und Interessengruppen gegenüber Biogasanlagen und deren Bau. EnviTec Biogas hat daher zusammen mit anderen Unternehmen in Deutschland im Juni 2009 den Biogasrat gegründet, um der Politik, der Wirtschaft und anderen Interessengruppen als Ratgeber und Ansprechpartner zur Seite zu stehen und Vorurteile auszuräumen. Zielsetzung ist es, die landwirtschaftliche und industrielle Ausrichtung der Biogastechnologie zu fördern und im Hinblick auf die Gesetzgebung und Produkte die gemeinsamen Anliegen zu vertreten. EnviTec Biogas beabsichtigt, die internationalen Aktivitäten weiter auszubauen und damit Wachstumschancen zu nutzen. Hieraus resultieren eine Reihe von Risikofaktoren. Dazu zählen zum Beispiel mögliche Veränderungen der in den einzelnen Ländern herrschenden politischen, volkswirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen, kulturellen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Hinzu kommt die Möglichkeit einer unerwarteten Änderung der ausländischen Gesetze und Vorschriften, die sich negativ auf die Geschäftstätigkeit von EnviTec Biogas auswirken können. In einem Teil der Länder, in denen das Unternehmen bereits tätig ist oder in denen es plant, tätig zu werden, herrschen im Vergleich zu den Mitgliedsstaaten der EU deutlich instabilere volkswirtschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen. Unzureichend entwickelte Rechts- und Verwaltungssysteme können behördliche Genehmigungen erschweren oder gar verhindern, Kundenaufträge beeinträchtigen oder es erschweren, Forderungen und andere Ansprüche durchzusetzen. Das Unternehmen hat in den Ländervertretungen und im Konzernmanagement intensiv Know-how aufgebaut und versucht, die Veränderungen zu antizipieren und sich und die Kunden darauf vorzubereiten. Ferner werden die Prozesse und Dokumente in Vorbereitung der Genehmigungsverfahren länderspezifisch optimiert. Länder, in denen EnviTec Biogas nach einem umfangreichen und kontinuierlichen Monitoring keine Chancen sieht, zieht das Management nicht in Erwägung oder zieht sich aus diesen wieder zurück. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit die genannten Umfeld- und Branchenrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar insgesamt wahrscheinlich ist, schätzt aber bei Eintritt eines Risikos die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als moderat ein. Auftrags- und AbsatzrisikoDie Auswirkungen der volkswirtschaftlichen Entwicklungen auf die Kunden und die Auftrags- und Absatzsituation sind schwer abzuschätzen. Ein Rückgang des Auftragsbestandes durch Stornierungen oder fehlende neue Auftragseingänge hätte Einfluss auf die weitere Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Zum frühzeitigen Erkennen von sich verschiebenden Aufträgen intensiviert EnviTec Biogas die Kommunikation mit den Kunden und unterstützt diese bei den Genehmigungsverfahren. Im Bereich Energy geht das Unternehmen langfristige Kauf- und Verkaufspositionen ein. Dies könnte bei einem Angebotsüberhang (long) oder einer Angebotsunterdeckung (short) verbunden mit einer negativen Marktentwicklung zu erheblichen Verlusten führen. Derzeit sind alle etwaigen Positionen innerhalb des eigenen Konzerns mit erstklassigen Bonitäten gedeckt. Um Forderungsausfall vorzubeugen, hat das Unternehmen das Forderungsmanagement sowie die Bonitätsprüfung nachhaltig verbessert. Hierbei wird der Vorstand in einem wöchentlichen Reporting über den Stand der offenen Posten informiert. Zusätzlich wird jeder verantwortliche Projektleiter 14-tägig über die ausstehenden Forderungen in Kenntnis gesetzt. Anschließend wird ein entsprechender Mahnlauf gestartet. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit das Auftrags- und Absatzrisiko als strategisches Risiko, dessen Eintritt unwahrscheinlich ist. Zudem werden die potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als gering eingeschätzt. Insgesamt sieht EnviTec im Auftrags- und Absatzmanagement keine wesentlichen Risiken. WährungsrisikenUmsätze und Einkäufe werden grundsätzlich in der Konzernwährung Euro ausgeführt. Wesentliche Währungsrisiken resultieren hieraus nicht. Währungsrisiken können im Zusammenhang mit Geschäften der Tochtergesellschaften in UK und in den USA entstehen. Währungsrelationen werden von uns deshalb laufend beobachtet, um gegebenenfalls rechtzeitig Kurssicherungsmaßnahmen durchführen zu können. Zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Aufträgen in Großbritannien und USA wurden Devisentermingeschäfte in Höhe von 9,7 Mio. Euro abgeschlossen. Hierdurch werden zukünftig erwartete Zahlungseingänge von Tochterunternehmen abgesichert. Hierfür wurde kein Hedge-Accounting angewendet. Die Wertänderungen wurden entsprechend in den sonstigen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Währungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt aufgrund der konservativen Hedgingstrategie unwahrscheinlich ist und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt moderat wären. WettbewerbsrisikenBestehende oder auch zukünftige Wettbewerber können versuchen, über eine aggressive Preis- und Akquisitionspolitik Marktanteile hinzuzugewinnen. Durch das kontinuierliche Absenken der Mindestvergütungen für Strom aus netzgekoppelten Biogasanlagen nach dem EEG in Deutschland und dem damit verbundenen Zwang zu einer permanenten Kostenreduzierung und ähnlichen Entwicklungen im Ausland wird dieser Wettbewerb noch verstärkt. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Wettbewerbsrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären. Technologische RisikenBiogasanlagen unterliegen einem raschen technologischen Wandel. Der Markt für Biogasanlagen wird durch stetig verbesserte neue Produkte und Serviceleistungen vorangetrieben. Kurze Produktlebenszyklen und sich häufig ändernde Kundenanforderungen prägen ihn. Wir gehen davon aus, dass dies auch zukünftig der Fall sein wird. Unsere Wettbewerber könnten dadurch, dass sie neue Produkte oder Serviceleistungen zeitlich früher oder günstiger einführen, einen Vorsprung erzielen oder sich exklusive Rechte an neuen Technologien sichern. Der künftige Erfolg von EnviTec Biogas hängt daher von der Fähigkeit ab, rechtzeitig und kontinuierlich Produkte und Serviceleistungen zu entwickeln und Technologie-Partnerschaften einzugehen. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit technologische Risiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären. BeschaffungsrisikenDie Gesellschaft bezieht die für den Bau der Biogasanlagen erforderlichen Komponenten zu einem großen Teil von Lieferanten. Insbesondere die eingesetzten Blockheizkraftwerke werden weltweit nur von wenigen Herstellern angeboten und geliefert. So können für Komponenten Lieferengpässe entstehen oder die Preise steigen. Wir beugen dieser Entwicklung durch enge Geschäftsbeziehungen und fest vereinbarte Konditionen vor. Lieferengpässe sind auch möglich durch Umweltkatastrophen oder flächendeckend schlechte Witterungsbedingungen und damit verbundene Ernteausfälle bei den für den Betrieb von Biogasanlagen eingesetzten Substraten, also nachwachsenden oder organischen Roh- bzw. Reststoffen. Aufgrund großer Nachfrage könnten die Preise für benötigte Einsatzstoffe steigen. Dadurch könnte die Wirtschaftlichkeit der Biogasanlagen im Eigenbetrieb gefährdet werden. Dieses Risiko wird unter anderem durch langfristige Lieferverträge mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben reduziert. Insbesondere im Ausland verfolgt EnviTec Biogas die Strategie, regionale Landwirte als Partner direkt an dem Betrieb der Anlagen zu beteiligen und so die Rohstoffversorgung zu gewährleisten. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Beschaffungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt im Eigenbetrieb unwahrscheinlich sowie im Anlagenbau sehr unwahrscheinlich ist. Die potenziellen Auswirkungen auf den Konzern bewertet EnviTec im Eigenbetrieb als moderat und im Anlagenbau als gering. Unternehmenswachstum und interne RisikenDer EnviTec Konzern verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen definiert wurden und in der Organisation umgesetzt sind. Es ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse beziehungsweise Transaktionen gewährleistet ist. Es stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften und der internen Anweisungen sicher. Auf Basis der Daten der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften werden die konsolidierten Rechenwerke zentral erstellt. Die Konsolidierungsmaßnahmen erfolgen dabei durch geschulte Mitarbeiter. Das Management in den Gesellschaften des Konzerns trägt die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung der lokalen Internen Kontroll-Systeme (IKS). Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Größe und Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Es dient jedoch dazu, mit ausreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken. Die weiteren Prozesse stellen hohe Anforderungen an unsere Organisation und binden erhebliche Managementressourcen. Es besteht das Risiko, dass der Aufbau nicht mit den Anforderungen des Unternehmens Schritt halten kann. Das Unternehmen entwickelt daher die Organisations-, Informations- und Führungsstrukturen kontinuierlich und mit einer hohen Priorität weiter. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Risiken aus Unternehmenswachstum sowie die internen Risiken als Risiken, deren Eintritt unwahrscheinlich ist und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären. PersonalrisikenDie Unternehmensentwicklung von EnviTec Biogas ist von qualifizierten Mitarbeitern abhängig. Gelingt es nicht, fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter zeitnah einzustellen oder Schlüsselqualifikationen im Unternehmen zu halten, wird auch die Unternehmensentwicklung gebremst. Die Gesellschaft setzt kontinuierlich und intensiv Personalmarketinginstrumente ein und stimmt den Bedarf eng mit den Fachabteilungen ab. Gleichzeitig bildet das Unternehmen die Mitarbeiter gezielt weiter und steigert das Know-how durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fakultäten der Hochschulen. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Personalrisiken hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt als moderat. Risiken aus FinanzierungsinstrumentenDie EnviTec Biogas AG hat im September 2012 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 30 Mio. Euro erhalten. In diesem Zusammenhang hat sich die EnviTec zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen, sog. Financial Covenants, verpflichtet. Hierbei handelt es sich um eine Mindest-Eigenkapitalquote (wirtschaftliches Eigenkapital / bereinigte Bilanzsumme) und einen maximalen Verschuldungsgrad (Nettofinanzverschuldung / EBITDA). Die zugesagten Covenants werden von der EnviTec eingehalten. Eine Verletzung der Verpflichtung würde ein Kündigungsrecht der Banken auslösen. Das Schuldscheindarlehen wurde bisher planmäßig (3,5 Mio. Euro) und teilweise aufgrund der guten Liquiditätssituation vorzeitig (12,0 Mio. Euro) auf ein ausstehendes Volumen von 14,5 Mio. Euro getilgt. Im Geschäftsjahr 2015 wurden in Summe 9,0 Mio. Euro getilgt. Auch die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten sind festverzinslich und unterliegen somit einem fair-value Risiko, so dass mögliche Zinssteigerungen kein Risiko für das Unternehmen darstellen. Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Risiken aus den genannten Finanzierungsinstrumenten hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich, die Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt als moderat. NachtragsberichtWesentliche Ereignisse nach Abschluss des Bilanzstichtages 31. Dezember 2015 sind nicht aufgetreten. AbhängigkeitsberichtÜber die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gemäß § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, an dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens lagen nicht vor". Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner GmbH hat als Abschlussprüfer der EnviTec Biogas AG diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen weiterhin stabil, geringe DynamikDer IWF prognostiziert für das Jahr 2016 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,2 %. Hauptausschlagend für das mäßige Wachstum sind vor allem die fortschreitende Abschwächung der chinesischen Wirtschaft sowie eine insgesamt sinkende Wachstumsdynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Dort rechnet der IWF im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,1 %. Für die Industriestaaten wird ein solides Wachstum von 1,9 % prognostiziert. Während eine lockere Geldpolitik und ein niedriger Ölpreis den Konsum positiv beeinflussen, wirken sich Währungsschwankungen, die Folgen der Finanzkrise und eine insgesamt niedrige Produktivität mindernd auf die Konjunktur in diesen Volkswirtschaften aus. In den USA wird von einem stabilen Wachstum um 2,4% ausgegangen. Sowohl für den Euroraum als auch für Deutschland prognostiziert der IWF einen voraussichtlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung um jeweils 1,5%. Die französische Wirtschaft soll um 1,1 % zulegen. In Großbritannien rechnet der IWF mit einem Zuwachs von 1,9 %. BranchenentwicklungNachdem als Reaktion auf die 2014 verabschiedete EEG-Novelle in den vergangenen zwei Jahren der Neubau von Biogasanlagen in Deutschland stark zurückgegangen ist und der Anteil der Biomasse an den Erneuerbaren Energien in 2015 um 2,7 % sank, erwartet der Fachverband Biogas e.V. auch im laufenden Jahr keine wesentliche Veränderung der derzeitigen Lage. Die Hoffnung des Branchenverbands auf eine Verbesserung der Situation durch das EEG 2016 wird im derzeitigen Gesetzesentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums nicht erfüllt. Dagegen sind vor allem Frankreich und Großbritannien nach wie vor attraktive Biogasmärkte. Durch das in 2015 in Frankreich verabschiedete Energiewendegesetz, sollen in den nächsten drei Jahren insgesamt 1.500 neue Biogasanlagen errichtet werden. Auch Großbritannien kann seit einigen Jahren einen kontinuierlichen Zuwachs im Biogasmarkt verzeichnen. Zwar sieht der englische Biogas Verband ADBA den Sektor vor großen Herausforderungen, kalkuliert aber gleichzeitig ein Potenzial für 500 weitere Anlagen bis 2020. Nachdem in Dänemark Biogasanlagen seit 2012 stärker finanziell gefördert werden, hat sich die Anzahl entsprechender Investitionsprojekte dort deutlich erhöht. Die dänische Regierung plant, bis 2050 vollständig unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein. Dabei spielt die Biogasproduktion aus Gülle, insbesondere aus der Schweinehaltung, eine große Rolle. Die größten außereuropäischen Wachstumsmärkte sind die USA, China, Indonesien sowie Malaysia. In den USA sorgen vor allem die in 2014 von der US-Regierung veröffentlichte "Biogas Opportunities Roadmap" sowie die sich verschärfenden Umweltschutzauflagen für eine Ausweitung der Biogasproduktion. In China sieht der Fünf-Jahres-Plan der Regierung einen stärken Einsatz von Biogassystemen vor. Andere asiatische Biogasmärkte, insbesondere in Südostasien, gewinnen ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Entwicklung von EnviTec BiogasDas finanzielle Fundament von EnviTec Biogas ist sehr solide. Dadurch haben wir den Einbruch im deutschen Biogas-Markt überstanden und uns vom allgemeinen Branchentrend abgekoppelt. Die erfolgreiche Internationalisierungsstrategie der letzten Jahre ermöglicht es dem Konzern, die Chancen in ausländischen Märkten effektiv zu nutzen. EnviTec Biogas verfügt zum Jahresende 2015 über eine sehr solide Liquiditätslage. Es standen flüssige Mittel in Höhe von 19,3 Mio. Euro (Vorjahr: 20,1 Mio. Euro) und sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände in Höhe von 11,8 Mio. Euro (Vorjahr: 17,4 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Summe von 31,1 Mio. Euro überdeckt die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 17,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,9 Mio. Euro) deutlich. Darüber hinaus standen EnviTec Biogas zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von rund 9,5 Mio. Euro zur Verfügung. Nichtsdestotrotz ist es unser Ziel, den Forderungsbestand im Jahr 2016 weiter zu verringern und damit die Liquiditätssituation nochmals zu verbessern. Entwicklung in den SegmentenIm Anlagenbau wird der deutsche Markt aufgrund der widrigen Marktbedingungen für das Neugeschäft von EnviTec keine Bedeutung mehr haben. Auch die derzeit diskutierten Neuregelungen des EEG 2016 werden absehbar keine Impulse für den Neubau von Biogasanlagen in Deutschland setzen und es wird daher in 2016 zu einer weiteren Marktbereinigung kommen. Aus Unternehmenssicht wird der Fokus daher in Deutschland auf Umbaumaßnahmen und Bestandsoptimierungen liegen. Gleichzeitig setzt EnviTec seine frühzeitig gestartete Internationalisierung weiter fort und plant, seine starke Position in den für Biogas und Biomethan vielversprechendsten Märkten in den kommenden Jahren auszubauen. Derzeit wichtigster Auslandsmarkt für EnviTec ist Großbritannien gefolgt von Frankreich, Dänemark und China. Jedoch zeigt die Erfahrung, dass sich die Rahmenbedingungen auch im Ausland schnell ändern können. Wir müssen vorhandene Chancen also schnell und konsequent nutzen und die mit dem Auslandsgeschäft verbundenen Risiken - wie etwa unterschiedliche Rechtssysteme, Bauvorschriften und Sprachbarrieren -effizient managen. Dafür haben wir mit unserer angepassten Unternehmens- und Personalstruktur sowie unserer innovativen Produktpalette in den letzten Jahren die Voraussetzungen geschaffen. Dennoch müssen wir in allen Märkten die regulatorischen Rahmenbedingungen permanent beobachten und jede Veränderung für unser Geschäftsmodell bewerten. Nachdem es in 2015 im Anlagenbau zu Auftragsverschiebungen kam, verfügt die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG zum Ende des Geschäftsjahres 2015 über einen Auftragsbestand in Höhe von 77,9 Mio. Euro und hatte auch im bisherigen Jahresverlauf eine sehr gute Auslastung zu verzeichnen. Der Vorstand der EnviTec Biogas AG ist daher zuversichtlich, im laufenden Jahr den Umsatz weiter deutlich zu steigern und dabei ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Im Segment Eigenbetrieb sieht EnviTec weiteres Umsatz- und Gewinnpotential durch den Bau neuer Anlagen, den Erwerb bestehender Anlagen sowie die Optimierung der eigenen Anlagen. Bieten sich Chancen, dann wird EnviTec auch in 2016 selektiv die Produktionskapazität ausbauen. Im Fokus stehen dabei Deutschland und Großbritannien. Zudem wird in 2016 eine Anlage, die EnviTec Ende 2015 erworben hatte, voll zum Umsatz und Ergebnis beitragen. Gleichzeitig werden die Kosten durch planmäßig anstehende Wartungszyklen der bestehenden Anlagen deutlich steigen. Dementsprechend erwartet der Vorstand im Bereich Eigenbetrieb ein leicht steigendes Umsatzniveau sowie ein positives Segmentergebnis leicht unter Vorjahresniveau. Im Segment Service wird EnviTec das Wachstum in 2016 weiter fortsetzen. Unsere Fachleute sind weiterhin sehr gefragt, wenn es um die biologischen Prozesse und den Betrieb der Anlagen geht. Durch neue Kooperationen ergeben sich dabei auch in Deutschland Wachstumschancen. Im Ausland ist auch dank eines Ausbaus der personellen und technischen Kapazitäten weiteres Wachstum zu erwarten. Insgesamt prognostiziert der Vorstand im Servicebereich einen leichten Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Im Segment Energy wird im laufenden Geschäftsjahr eine stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf dem Niveau des Vorjahres in Aussicht gestellt. Je nachdem, wie sich der gesetzliche Rahmen im Zuge des anstehenden EEG 2016 in Deutschland verändern wird, wird EnviTec jedoch die bestehenden Geschäftsmodelle in diesem Bereich auf den Prüfstand stellen müssen. Auf Konzernebene erwartet EnviTec aufgrund der beschriebenen Entwicklung in den Segmenten im Jahr 2016 eine leichte Umsatzsteigerung sowie eine leichte Verbesserung des operativen Ergebnis (EBIT). Die Entwicklung im Jahr 2016 wird maßgeblich von der Entwicklung der internationalen Märkte und hier insbesondere in Großbritannien abhängen, wo wir derzeit sehr aktiv mit mehreren Projekten sind. Im Einzelabschluss prognostiziert der Vorstand der EnviTec Biogas AG eine Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf Vorjahresniveau. Gesamtaussage zur zukünftigen EntwicklungDem EnviTec Konzern bieten sich in den kommenden Jahren erhebliche Chancen. Die Zukunft von EnviTec liegt vor allem im Anlagenbau in attraktiven Auslandsmärkten wie Frankreich, Dänemark, den USA, China oder Malaysia, dem selektiven Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und der Forcierung des ergänzenden Geschäftsfelds Service. Aufgrund der sich laufend verändernden regulativen Rahmenbedingungen bleibt eine mittelfristige Planbarkeit jedoch schwierig. So wird im Bereich Energy die weitere Entwicklung davon abhängig sein, in wie weit regulatorische Änderungen eine strategische Neujustierung nach sich ziehen werden. Gleichzeitig sieht EnviTec sich dank eines starken technologischen sowie finanziellen Fundaments gut gerüstet für die Zukunft. Die positive Entwicklung seit 2014 belegt, dass EnviTec den volatilen Marktbedingungen erfolgreich begegnen kann. Ziel ist es, die Chancen in attraktiven Märkten konsequent zu nutzen, neue Märkte zu entwickeln und dabei eine kontinuierlich positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen. KonzernabschlussKonzernbilanz zum 31. Dezember 2015Aktiva scroll
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015scroll
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015scroll
Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2015scroll
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Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2015scroll
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Anhang ZUM KONZERNABSCHLUSS 20151. Allgemeine InformationenDie EnviTec Biogas AG ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, das sich neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften mit dem Betrieb von eigenen Biogasanlagen, dem technischen und biologischen Service sowie der Vermarktung von Strom beschäftigt. Die EnviTec Biogas AG ist zum Stichtag 31. Dezember 2015 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Die Aktien werden im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse der Deutschen Börse AG gehandelt. Erstmals seit dem Börsengang in 2007 stellt die EnviTec Biogas AG ihren Konzernabschluss nach den Vorschriften §§ 290 ff. HGB und nicht nach den IFRS auf. Bei den Vergleichszahlen des Vorjahres handelt es sich um Ansätze wie der Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt worden wäre. Die Konzernbilanz folgt dem in § 266 HGB vorgegebenen Gliederungsschema. Davon Vermerke erfolgen vorrangig im Anhang. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 nach IFRS basierte auf einer Gliederung, die sich an der Fristigkeit von Finanzinstrumenten ausrichtet. Daraus ergibt sich eine wesentliche Änderung zum Vorjahr. Insbesondere unterbleibt eine Einteilung der Verbindlichkeiten und sonstigen Verpflichtungen in lang- und kurzfristig. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten können dem unter Punkt 4.8. dargestellten Verbindlichkeitenspiegel entnommen werden. Erläuterungen hinsichtlich der Abweichungen bzw. der Vergleichbarkeit einzelner Posten mit dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 werden an den entsprechenden Stellen bei den Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-GuV unter Punkt 4 und 5 gemacht. Die EnviTec Biogas AG und die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen haben ihre Abschlüsse auf den Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2015 aufgestellt. Eine Ausnahme hiervon bildet die EnviTec Biogas (India) Private Limited. Der Abschlussstichtag der EnviTec Biogas (India) Private Limited ist aufgrund nationaler Vorschriften der 31.03. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. 2. Grundlagen des Konzernabschlusses2.1. KonsolidierungskreisDer Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015 wie folgt entwickelt: scroll
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Der EnviTec-Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 190 (31.12.2014: 200) Unternehmen, von denen 123 (31.12.2014: 133) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Die Abgänge bei den vollkonsolidierten Unternehmen im Inland resultieren aus der Verschmelzung der folgenden Gesellschaften auf die Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG:
Die Abgänge bei den vollkonsolidierten Unternehmen im Ausland resultieren aus der Liquidation der folgenden Italienischen Gesellschaften aus dem Bereich Eigenbeteiligungen:
Die EnviTec Biogas AG hat über die EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG zum 19.11.2015 bzw. 18.11.2015 die Biogas Neuburg Steinhausen GmbH & Co. KG sowie deren Komplementärin, die Biogas Neuburg Steinhausen Verwaltungs GmbH, gegründet. EnviTec ist zum Stichtag alleinige Gesellschafterin der beiden Unternehmen. Außerdem hat die EnviTec Biogas AG im ersten Halbjahr 2015 die OxFa GmbH gegründet. Die EnviTec Biogas AG ist an der Gesellschaft zu 51% beteiligt. Die weiteren Zugänge bei den vollkonsolidierten Gesellschaften betreffen den Kauf der Biogas Landscheid Verwaltungs GmbH und der ET Energie Elsteraue GmbH & Co. KG (vormals Biogas Landscheid GmbH & Co. KG). Im Berichtszeitraum hat die EnviTec Biogas AG weitere 35% der Anteile an der EnviTec France sarl erworben. Mit dem Kauf wird EnviTec zur Alleingesellschafterin. Weiterhin hat die EnviTec Biogas AG weitere 8,50% an der EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG erworben und ist damit alleinige Gesellschafterin des Unternehmens. Die Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG hat jeweils weitere 8,50% der Anteile an der Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG sowie der Biogas Herzberg GmbH & Co. KG und 8,60% der Anteile an der Biogas Groß Warnow Verwaltungs GmbH erworben. Die Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG ist damit alleinige Gesellschafterin der drei Gesellschaften. Aus den Käufen sind Geschäfts- und Firmenwerte aktiviert worden, die unter Punkt 4.2. näher erläutert werden. Desweiteren hat EnviTec bei diversen at-equity bewerteten Unternehmen Anteile hinzugekauft. Die Anteilskäufe liegen bei jeweils unter 5% und sind von untergeordneter Bedeutung. 2.2. Vollkonsolidierte und assoziierte Unternehmen sowie BeteiligungenFolgende Unternehmen werden in den Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen: scroll
Der Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG umfasst die folgenden assoziierten Unternehmen: scroll
EnviTec hält keine Beteiligungen mit über 20% der Anteile von Gesellschaften, die nicht vollkonsolidiert oder at-equity in den Konzernabschluss einbezogen werden. Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machen im Geschäftsjahr 2015 von der Befreiungsvorschrift des § 264b HGB Gebrauch. Name und Sitz der GesellschaftEnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne Biogas Schönthal GmbH & Co. KG, Willebadessen Biogas Heilemann GmbH & Co. KG, Rotenburg/Wümme Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Lohne EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne Erste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam EWS Biogas Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG i.L., Lohne Biogas Herzberg GmbH & Co. KG, Lohne Biogas Lüchow GmbH & Co. KG, Lohne EnviTec Energy GmbH & Co. KG, Lohne Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG, Karstadt Biogas Falkenberg GmbH & Co. KG, Falkenberg EnviTec Service GmbH & Co. KG, Lohne Biogas Heilemann-Holsten GmbH & Co. KG, Rotenburg ETBKN GmbH & Co. KG, Lohne Biogas Sachsendorf GmbH & Co. KG, Schwarz Biogas Dambeck GmbH & Co. KG, Friesoythe Biogas Schenkenhorst GmbH & Co. KG, Garrel Biogas Kalbe GmbH & Co. KG, Garrel Biogas Brehna GmbH & Co. KG, Garrel eeMaxx Anlagen- und Betriebs GmbH & Co. KG, Garrel Biogas Klein Mühlingen GmbH & Co. KG, Vogelsang Biogas Ringleben GmbH & Co. KG, Lohne Biogas Neutrebbin GmbH & Co. KG, Neutrebbin Biogas Trüstedt GmbH & Co. KG, Garrel Biogas Böddenstedt GmbH & Co KG, Salzwedel Biogas Schönwalde GmbH & Co. KG, Schönwalde EnviTec Stromkontor GmbH & Co. KG, Lohne Biogas Lampertheim GmbH & Co. KG, Darmstadt Erste Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow Dritte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow Vierte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow Fünfte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Lohne Zweite Biogas Neese GmbH & Co. KG, Vechta Biogas Thomasburg GmbH & Co, KG, Lohne Biogas Hirl GmbH & Co, KG, Bresegard RePro Beber GmbH & Co, KG, Lohne Biogas Nieheim GmbH & Co, KG, Lohne Biogas Wanzleben GmbH & Co, KG, Wanzleben Biogas Angern GmbH & Co, KG, Lohne Biogas Osterburg GmbH & Co, KG, Lohne EnviTec Anlagenbau GmbH & Co, KG, Saerbeck, Biogas Reinsfeld GmbH & Co, KG, Lohne Biogas Forst GmbH & Co, KG, Forst ET Energie Lucka GmbH & Co. KG, Lohne ET Energy Leipzig GmbH & Co. KG, Lohne ET Energie Quakenbrück GmbH & Co. KG, Lohne ET Energie Elsteraue GmbH & Co. KG (vormals Biogas Landscheid GmbH & Co. KG), Lohne Biogas Neuburg Steinhausen GmbH & Co. KG, Lohne Vierte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne 2.3. KonsolidierungsmethodenDer Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden anzugleichen. KapitalkonsolidierungDie Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. SchuldenkonsolidierungWechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gegenseitig aufgerechnet. Aufwands- und ErtragskonsolidierungAufwendungen und Erträge zwischen vollkonsolidierten Unternehmen des Konzerns werden gemäß § 305 HGB verrechnet. ZwischenergebniseliminierungZwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und -entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsätze sind ebenso wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden. Equity-BewertungNach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. 3. Angaben zur Bilanzierung und BewertungDer Konzernabschluss ist nach den allgemeinen Regelungen der §§ 264 ff. HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 3 Satz 1 HGB, den Regelungen für Konzernabschlüsse nach §§ 290 ff. HGB sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde. Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf sechs Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögenswerte und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlusses werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Wir verweisen hierzu auf den Eigenkapitalspiegel. Die in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse der at-equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet. 3.1. Immaterielle VermögensgegenständeEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist. Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über 14 bis 20 Jahre abgeschrieben. Diese sind im Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG einzig beim Kauf von Gesellschaften, deren Unternehmenszweck der Betrieb von einer oder mehreren Biogasanlagen ist, aktiviert worden. Die Nutzungsdauer resultiert aus dem Lebenszyklus der erworbenen Unternehmen. 3.2. SachanlagenDie Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen - mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten - sowie etwaige außerplanmäßige Wertverluste. Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen oder soweit zulässig nach der degressiven Methode vorgenommen. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen sich wie folgt dar: scroll
3.3. FinanzanlagevermögenVermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. 3.4. VorräteRoh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB Stoffe) werden zu Anschaffungskosten bzw. zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bilanziert. In die Herstellungskosten werden neben den Material- und Fertigungskosten auch angemessene Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden bei der Bewertung nicht mit einbezogen. Geleistete Anzahlungen sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Erhaltene Anzahlungen werden, soweit sie für unfertige Erzeugnisse und Leistungen geleistet wurden und diese nicht übersteigen, von den unfertigen Erzeugnissen abgegrenzt. 3.5. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeForderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden angemessene Pauschalwertberichtigungen gebildet. 3.6. Kassenbestand und Guthaben bei KreditinstitutenDie Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt. 3.7. Aktive RechnungsabgrenzungspostenDie Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 1 HGB bei Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert. 3.8. Latente SteuernLatente Steuern sind auf temporäre Unterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge, die innerhalb von fünf Jahren verrechnet werden können, gebildet worden. Konzerneinheitlich wird ein Steuersatz von 28,08 % angewendet. 3.9. EigenkapitalDas Eigenkapital ist zum Nennwert angesetzt. Die Rücklagen entsprechen den Beschlüssen bzw. der Regelung im Gesellschaftsvertrag. 3.10. RückstellungenDie Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. 3.11. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden. 4. Erläuterungen zu den Posten BilanzIm Folgenden werden die erforderlichen Angaben zu den Posten der Konzernbilanz gemacht sowie wesentliche Änderungen im Vergleich zu den Bilanzposten im Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2014 erläutert. Posten, bei denen keine Erläuterungen zur Umstellung von IFRS auf HGB gemacht werden, haben sich durch die Umstellung auch nicht wesentlich verändert. 4.1. AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens entnehmen Sie dem Anlagenspiegel auf S. 48. Durch die Umstellung des Bilanzierungsstandards hat sich bei diversen Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens die Abschreibungsmethodik geändert. Vermögensgegenstände des beweglichen Anlagevermögens werden jetzt, soweit im Zeitpunkt der Aktivierung zulässig, degressiv-linear abgeschrieben. Die Effekte hieraus auf die Bilanzwerte zum 31. Dezember 2014 werden im Anlagenspiegel in den bis zu diesem Zeitpunkt kumulierten Abschreibungen ausgewiesen. Die kumulierten Abschreibungen haben sich im Vergleich zum IFRS Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 bei den Technischen Anlagen und Maschinen um TEUR 3.066, bei den anderen Anlagen, der Betriebs- und Geschäftsausstattung um TEUR 52 erhöht sowie bei den Grundstücken und Bauten geringfügig um EUR 84 verringert. 4.2. Immaterielle VermögenswerteGeschäfts- oder FirmenwerteIm Vergleich zum IFRS Abschluss zum 31. Dezember 2014 werden die Geschäfts- und Firmenwerte planmäßig abgeschrieben. Die kumulierten angefallen planmäßigen Abschreibungen zum 1. Januar 2015 betragen TEUR 1.434. Darüber hinaus gibt es eine Abweichung bei den historischen Anschaffungskosten die im Vergleich zum Konzernabschluss nach IFRS um TEUR 213 höher ausfallen. Die Abweichung entfällt auf den Geschäfts- und Firmenwert der Biogas Forst GmbH & Co. KG, der in 2014 aktiviert worden ist und resultiert aus unterschiedlichen Ansätzen bei der Zwischenergebniseliminierung nach HGB und nach IFRS. Zugänge im Geschäftsjahr betreffen die Anteilskäufe an der EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG (TEUR 371), an der Biogas Herzberg GmbH & Co. KG (TEUR 92), an der Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG (TEUR 49), an der ET Energie Elsteraue GmbH & Co. KG (TEUR 118) sowie die zusätzlichen Anteile an der EnviTec France sarl (TEUR 300). Planmäßige Abschreibungen sind im Berichtszeitraum in Höhe von TEUR 659 vorgenommen worden. 4.3. VorräteUnfertige ErzeugnisseDer Konzernabschluss auf den 31. Dezember 2015 weicht vom IFRS Konzernabschluss per 31. Dezember 2014 bei den unfertigen Erzeugnissen aus dem Bau von Biogasanlagen aufgrund der unterschiedlichen Bewertungs- und Ausweisvorschriften deutlich ab. Anstelle jeweils eines extra Postens auf der Aktiv- und der Passivseite für Fertigungsaufträge deren Saldo nach Verrechnung der darauf anfallenden Anzahlungen aktivisch oder passivisch ist, werden nunmehr unter den Vorräten unfertige Erzeugnisse ausgewiesen und die darauf anfallenden Anzahlungen von diesen abgegrenzt. Die Bewertung erfolgt nicht mehr nach der Percentage of Completion Methode, nach der zu erwartende Erlöse bereits anteilig erfolgswirksam erfasst werden, sondern zum Herstellungskostenansatz. In der Gewinn- und Verlustrechnung 2014 nach handelsrechtlichen Vorschriften führt dieser Effekt zu einem Rückgang der Umsätze um TEUR 20.499, aber auch zu einer Bestandserhöhung von TEUR 16.897. 4.4. Forderungen und sonstigen VermögensgegenständeDie sonstigen Vermögensgestände enthalten Forderungen auf die Erstattung von Vorsteuern und geleisteter Steuervorauszahlungen in Höhe von TEUR 4.256 die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen. 4.5. Aktiver RechnungsabgrenzungspostenIm Vergleich zum IFRS Abschluss zum 31. Dezember 2014 werden eventuelle Unterschiedsbeträge aus der Auszahlung von Darlehen (Disagio) nicht von den Verbindlichkeiten abgezogen und ratierlich hinzugefügt, sondern in einem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit des Darlehens aufgelöst. Im Vorjahr sind von den Verbindlichkeiten 241 TEUR als Unterschiedsbetrag abgezogen worden. Neben Disagien werden im Wesentlichen Zahlungen für Bearbeitungsgebühren von Darlehen, Pacht und Erbbauzins sowie Versicherungen für Zeiträume nach dem Abschlussstichtag abgegrenzt. 4.6. Latente SteuernDie Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis von zeitlichen Unterschieden zwischen den Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden und deren steuerlichen Wertansätzen sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Im Unterschied zum IFRS Abschluss zum 31. Dezember 2014 werden aktive und passive latente Steuern entsprechend dem Wahlrecht in der Bilanz saldiert ausgewiesen. Somit sind im Vergleich zum IFRS Abschluss zum 31. Dezember 2014 keine passiven latenten Steuern ausgewiesen (laut IFRS Abschluss 31.12.2014 wurden passivie latente Steuern in Höhe von TEUR 1.054 und aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 4.012 ausgewiesen). Der Bewertung wurde der unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 28,08 % zugrunde gelegt. Die nachfolgende Tabelle zeigt die latenten Steueransprüche und -schulden: scroll
4.7. EigenkapitalIm Vergleich zum IFRS Abschluss per 31. Dezember 2014 hat sich beim Eigenkapital im Wesentlichen die Kapitalrücklage um TEUR 6.333 erhöht. Ausschlaggebend hierfür ist die unterschiedliche Behandlung der im Zusammenhang mit dem Börsengang angefallenen Kosten (TEUR 4.520), die nach IFRS erfolgsneutral gegen die Kapitalrücklage gebucht wird, Durch die Umstellung hat sich die Kapitalrücklage entsprechend erhöht und der Bilanzgewinn sich vermindert. Ein weiterer Effekt ist die unterschiedliche Behandlung des Erwerbs der eigenen Anteile (TEUR 1.932). Nach IFRS wurden die Aufgelder entsprechend bei der Kapitalrücklage in Abzug gebracht, während nach HGB die Berücksichtigung beim Gewinnvortrag vorgenommen wurde. Der Bestand der eigenen Anteile beträgt 150.000 Aktien zu einem Nennwert von insgesamt TEuro 150. Der Anteil am Grundkapital beträgt 1%. Eine weitere wesentliche Abweichung zwischen IFRS und HGB betrifft Minderheitsanteile von Fremdgesellschaftern an Personengesellschaften. Während diese im Abschluss per 31. Dezember 2014 nach IFRS in Höhe von TEUR 4.167 unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden, erfolgt der Ausweis nach HGB unter dem Ausgleichsposten für Anteile im Fremdbesitz. 4.8. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Eine Einteilung in lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten, wie im IFRS Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 erfolgt, ist nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht mehr vorzunehmen. Gewährte SicherheitenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 51.227 durch Grundschulden, die Übereignung von Sachanlagevermögen, die Abtretung von Ansprüchen aus bestehenden Verträgen sowie die Verpfändung von Geschäftsguthaben besichert. Der Buchwert des als Sicherheit gewährten Sachanlagevermögens beträgt TEUR 61.112. 5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungIm Folgenden werden die erforderlichen Angaben zu den Posten der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung gemacht sowie Wesentliche Änderungen Im Vergleich zum Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2014 erläutert. Posten, bei denen keine Erläuterungen zur Umstellung von IFRS auf HGB gemacht werden, haben sich durch die Umstellung nicht wesentlich verändert. UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse verteilen sich, unter der Berücksichtigung der Aufwands- und Ertragskonsolidierung, folgendermaßen auf Tätigkeitsbereiche und geographische Märkte: scroll
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Aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsvorschriften im Bereich der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen kommt es in der Gewinn- und Verlustrechnung nach handelsrechtlichen Vorschriften zu deutlichen Abweichungen im Vergleich zum Konzernabschluss auf den 31. Dezember 2014 nach IFRS. Während die handelsrechtlichen Vorschriften eine Umsatzrealisierung erst zum Zeitpunkt der Leistungserbringung (hier: die Schlussabrechnung eines Bauprojektes) vorsehen, wurden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 nach IFRS gemäß der Percentage-of-Completlon-Methode bereits anteilige Gewinne, dem prozentualen Fortschritt des Bauprojektes entsprechend, erfasst. AbschreibungenDie Abschreibungen im Konzernabschluss 2015 nach handelsrechtlichen Vorschriften umfassen planmäßige Abschreibungen auf aktivierte Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von TEUR 659. Beim Vergleich der Abschreibungen des Konzernabschlusses 2014 nach IFRS mit den Vorjahreszahlen im Konzernabschluss nach HGB ist zu berücksichtigten, dass in den Abschreibungen nach HGB in Höhe von TEUR 15.171 planmäßige Abschreibungen auf die aktivierten Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von TEUR 522 enthalten sind, entgegen den ausgewiesenen IFRS Abschreibungen in Höhe von TEUR 15.502. Außerplanmäßige Abschreibungen auf die Vermögensgegenstände des Immateriellen Anlagevermögens sowie das Sachanlagevermögen wurden nicht vorgenommen. 6. Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDie Finanzmittelfonds zu Beginn und am Ende der Kapitalflussrechnung entsprechen dem Bilanzposten Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks. Bedeutende zahlungsunwirksame Invesitions- und Finanzierungsvorgänge waren im Geschäftsjahr genauso wie Zugänge an liquiden Mitteln durch Unternehmenserwerbe nicht zu verzeichnen. Die Auszahlungen von Investitionen in at-equity Beteiligungen betreffen den Zukauf geringfügiger Anteile von Gesellschaften, an denen bereits eine Beteiligung bestanden hat. Die Einzahlungen aus Entnahmen at-equity Beteiligungen betreffen Entnahmen von untergeordneter Bedeutung ohne Auswirkung auf die Beteiligungsstruktur. Von den liquiden Mitteln unterliegen zum Stichtag 31. Dezember 2015 TEUR 3.966 (Vorjahr TEUR 2.629) Verfügungsbeschränkungen. Es handelt sich um Reserveguthaben, deren Ansparung sich als Verpflichtung aus diversen Fremdfinanzierungsvereinbarungen im Zusammenhang mit dem Bau von Biogasanlagen ergibt. 7. Sonstige ErläuterungenHaftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenHaftungsverhältnisseZum Abschlussstichtag besteht aus Konzernsicht eine Bürgschaft gegenüber der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde in Höhe von 200 TEUR (Vorjahr: 200 TEUR) für Verpflichtungen eines at-equity bewerteten Tochterunternehmens. Das Risiko einer Inanspruchnahme liegt bei unter 50%. Für Verpflichtungen in Höhe von 250 TEUR eines weiteren at-equity bewerteten Unternehmens hat sich der Konzern gegenüber der VR Bank Dinklage-Steinfeld eG verbürgt. Das Risiko einer Inanspruchnahme liegt bei unter 50%. Für ein konzernfremdes Unternehmen hat sich der Konzern zur Sicherung aller Forderungen der Bremer Landesbank in Höhe von 2.500 TEUR verpflichtet. Auch hier liegt das Risiko der Inanspruchnahme bei unter 50%. In 2015 ist aus Konzernsicht eine neue Bürgschaft gegenüber der Oldenburgische Landesbank AG zu Gunsten von einem at-equity einbezogenen Unternehmen über 700 TEUR vergeben worden. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird mit weniger als 50% eingeschätzt. Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar: scroll
Darüber hinaus bestehen vereinzelt bei den Eigenbetrieben Pachtverträge von untergeordneter Bedeutung. Honorare des AbschlussprüfersFür die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft München, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden: scroll
Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und PersonenAlle Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. MitarbeiterzahlenBei den Konzerngesellschaften des EnviTec Konzerns waren durchschnittlich in 2015 weltweit beschäftigt: scroll
Organe der GesellschaftVorstandDer Vorstand setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aus folgenden Mitgliedern zusammen: Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne, Sprecher des Vorstands (CEO) seit 1. Juli 2007 Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe, Vorstand Finanzen (CFO) seit 1. Juli 2007 Kaufmann Roel Slotman, Enter/Niederlande, Vorstand Vertrieb International (CCO) vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. Juni 2015 Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt Vorstand Technik (CTO) seit 1. Juli 2010 Weitere Mandate werden durch den Vorstand nicht wahrgenommen. Die Vorstandsvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Die Mitglieder des Vorstands erhalten als Ausgleich für ein Ihnen auferlegtes Wettbewerbsverbot während der Dauer von bis zu einem Jahr nach regulärer Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied eine monatliche Karenzentschädigung in Höhe von 50% der zuletzt bezogenen Festvergütung. Bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied hängt die Zahlung der Karenzentschädigung entsprechend § 75 HGB von den Umständen der Beendigung ab. Für die Mitglieder des Vorstandes fielen im Einzelnen im Jahr 2015 folgende Vergütungen an: scroll
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AufsichtsratZu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:
Der Aufwand für die Bezüge des Aufsichtsrats enthält im Geschäftsjahr 2015 Aufwand für feste Vergütungen für die Aufsichtsratstätigkeit bei der EnviTec Biogas AG in Höhe von EUR 40.000 (Vorjahr: EUR 40.000). Sonstige Bezüge (Sitzungsgelder und Auslagenersatz) fielen in Höhe von insgesamt EUR 19.500,00 (Vorjahr: EUR 18.000) an. 8. GewinnverwendungVorstand und Aufsichtsrat der EnviTec Biogas AG werden den Aktionären auf der ordentlichen Hauptversammlung am 28. Juni 2016 eine Dividende in Höhe von 0,80 Euro je Aktie vorschlagen. Dies entspricht unter Berücksichtigung der eigenen Anteile einem Gesamtwert von TEUR 11.880. Da die Ausschüttung die Zustimmung der Hauptversammlung voraussetzt, ist eine Verpflichtung hierzu nicht in der Bilanz passiviert worden.
Lohne, den 10. Mai 2016 Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink Jörg Fischer Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der EnviTec Biogas AG, Lohne, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 10. Mai 2016 Rödl & Partner GmbH Hager, Wirtschaftsprüfer Decker, Wirtschaftsprüfer EINZELABSCHLUSSBilanz zum 31. Dezember 2015Aktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015scroll
Anhang1. Allgemeine AngabenDer Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2015 ist nach den Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt worden. Die Form der Darstellung, insbesondere die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, ist gegenüber dem Vorjahr beibehalten worden. Die EnviTec Biogas AG ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt. 2. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung2.1. Allgemeine AngabenGegenüber dem Vorjahr wurden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden beibehalten. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt. Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus im Dezember 2014 in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG ist der Vorjahresvergleich nur bedingt aussagekräftig, da das Segment Anlagenbau im Geschäftsjahr 2014 noch für elf Monate im Einzelabschluss der EnviTec Biogas AG enthalten war. 2.2. Bilanzierung und BewertungDie immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vornahme der planmäßigen Abschreibungen erfolgte unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach der linearen und - soweit nach steuerrechtlichen Vorgaben zulässig -nach der degressiven Methode. Die Abschreibung der Zugänge im immateriellen Anlagevermögen und im Sachanlagevermögen erfolgte im Anschaffungsjahr pro rata temporis. Zugänge mit Anschaffungskosten von EUR 150,01 bis EUR 410,00 wurden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Die Zugänge des Geschäftsjahres 2015 wurden nach der linearen Methode planmäßig abgeschrieben. Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Verzinsliche und unverzinsliche Ausleihungen wurden zum Nennwert bilanziert. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bzw. gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1,5 % auf nicht einzelwertberichtigte Nettoforderungen gebildet. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt. Die Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 1 HGB bei Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert. Die Positionen des Eigenkapitals sind zum Nennwert angesetzt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht. Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst und zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Aus der Währungsumrechnung ergaben sich sonstige betriebliche Erträge mit TEUR 43 (Vorjahr TEUR 74) sowie sonstige betriebliche Aufwendungen mit TEUR 7 (Vorjahr TEUR 44). Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht angewendet (§ 256 a HGB). Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögensgegenstandes bzw. einer Verbindlichkeit in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz. Der Aufwand und Ertrag aus der Veränderung der bilanzierten latenten Steuern während dem Geschäftsjahr wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" als sog. davon-Vermerk ausgewiesen. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 15,825 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag zugrunde, der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Die in der Position Finanzanlagen enthaltenen Gesellschaften sowie die entsprechenden Angaben über Sitz, Anteil, Eigenkapital und Ergebnis per 31. Dezember 2015 sind in einer gesonderten Übersicht im Anhang aufgeführt. Im Geschäftsjahr wurden Wertberichtigungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung gem. § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB in Höhe von TEUR 1.297 (Vorjahr TEUR 505) auf die Finanzanlagen vorgenommen. Weitere außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen wurden nicht vorgenommen. 3. Angaben und Erläuterungen zu Posten der Bilanz3.1. AnlagevermögenDas Anlagevermögen entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt: Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2015scroll
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3.2. Forderungenspiegelscroll
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Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus: scroll
Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren aus: scroll
3.3. EigenkapitalDas Grundkapital der Gesellschaft beträgt insgesamt EUR 15.000.000,00. Mit einem Nennbetrag in Höhe von EUR 150.000,00 sind eigene Aktien vom Eigenkapital offen in der Bilanz abgesetzt und abgezogen. Der den Nennbetrag übersteigende Teil des Kaufpreises der eigenen Aktien in Höhe von 1.752.000 EUR ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Das Grundkapital ist eingeteilt in 15.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1,00 je Stück. Gemäß Nr. 4.3 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 6. Juli 2016 einmalig oder mehrmals gegen Bar- oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 7.500.000,00 durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2011). Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu gewähren. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Ein Bezugsrecht ist in den folgenden Fällen ausgeschlossen: Ein Bezugsrecht ist in den folgenden Fällen ausgeschlossen:
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem genehmigten Kapital festzulegen. Entwicklung des Bilanzgewinnsscroll
3.4. RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von TEUR 348 (Vorjahr: TEUR 371), sonstige Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 99) sowie eine Drohverlustrückstellung über TEUR 136 (Vorjahr: TEUR 42). 3.5. VerbindlichkeitenspiegelDie Verbindlichkeiten gliedern sich hinsichtlich ihrer Restlaufzeit und Besicherung wie folgt: scroll
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Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind EUR 2.427.766 (Vorjahr EUR 3.046.637) durch Grundschulden auf den Grundstücken der Gesellschaft in Höhe von TEUR 4.250 abgesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus: scroll
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren aus: scroll
3.6. Latente SteuernDer gesondert ausgewiesene Posten "Passive latente Steuern" in Höhe von EUR 248.000,00 (Vorjahr: EUR 684.500,00) ergibt sich überwiegend aus temporär unterschiedlichen Beteiligungsansätzen von Personengesellschaften bei der Bewertung in Handels- und Steuerbilanz. 3.7. HaftungsverhältnisseZum Abschlussstichtag bestehen Bürgschaften in Höhe von EUR 7.600.000,00 (Vorjahr: EUR 3.950.000,00). Die Bürgschaften gliedern sich im Einzelnen wie folgt auf: scroll
Bei den oben genannten Bürgschaften ist aufgrund der mittelfristigen Planungen der Gesellschaften von einer selbständigen Erfüllung auszugehen. Das Risiko einer Inanspruchnahme schätzen wir als gering ein. Es liegt deutlich unterhalb von 50%. 3.8. Derivative FinanzinstrumenteZinsswapsIm September 2012 hat die Gesellschaft fünf Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 30 Mio. Euro aufgenommen. Ein Teilbetrag von TEUR 12.000 bestehend aus zwei Tranchen mit einer Restlaufzeit bis September 2015 bzw. 2017 war variabel verzinslich. Zur Absicherung des bestehenden Zinsänderungsrisikos aus der variablen Verzinsung hatte die Gesellschaft zwei Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von insgesamt TEUR 12.000 und einer Laufzeit bis 2015 bzw. 2017 abgeschlossen. Das variabel verzinsliche Schuldscheindarlehen mit einer Restlaufzeit bis 2017 mit einem Nominalvolumen in Höhe von EUR 5.500.000 wurde im März 2015 vorzeitig zurückgezahlt. Der zugehörige Zinsswap, der noch bis September 2017 läuft, hat einen negativen Marktwert in Höhe von EUR 136.162,23. Hierfür wurde eine Drohverlustrückstellung gebildet. 3.9. Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt: scroll
3.10 Geschäfte mit nahe stehenden PersonenIm Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen, darunter auch verbundene Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten. Solche Geschäftsvorfälle werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. 4. Angaben und Erläuterungen zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung4.1. UmsatzerlöseDie Umsätze im Geschäftsjahr 2015 entfallen in Höhe von TEUR 4.385 (Vorjahr: TEUR 14.611) auf das Inland sowie in Höhe von TEUR 199 (Vorjahr: TEUR 3.408) auf Lieferungen in das EU-Gemeinschaftsgebiet. Lieferungen und Leistungen an und im Drittlandsgebiet sind in 2015 nicht erfolgt (Vorjahr: TEUR 3.746). 4.2. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge im Geschäftsjahr 2015 entfallen im Wesentlichen auf periodenfremde Erträge aufgrund der Auflösung von Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.242, Erträge aus der Weiterbelastung von Leistungen in Höhe von TEUR 1.009. Der verbleibende Betrag teilt sich auf Erlöse aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von TEUR 306, Sachbezüge in Höhe von TEUR 63, Erträge aus Kursdifferenzen in Höhe von TEUR 43 sowie in sonstige Positionen in Höhe von TEUR 143 auf. 4.3. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2015 entfallen in Höhe von TEUR 1.282 (Vorjahr: TEUR 3.907) auf Verwaltungskosten, in Höhe von TEUR 1.407 (Vorjahr: TEUR 1.796) auf Vertriebskosten und in Höhe von TEUR 2.612 (Vorjahr: TEUR 2.735) auf Betriebskosten. 4.4. Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag haben das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit einem Betrag von TEUR 1.330 (Vorjahr: TEUR 614) belastet. In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Steuererträge für Vorperioden in Höhe von TEUR 51 (Vorjahr: Steuerertrag TEUR 57) enthalten. 5. Sonstige Pflichtangaben5.1. Organe der GesellschaftZum Vorstand sind bestellt: Olaf von Lehmden (Vorsitzender), Chief Executive Officer, Lohne Jörg Fischer, Chief Financial Officer, Weyhe-Erichshof Roel Slotman, Chief Customer Officer International, Enter (bis zum 30. Juni 2015) Jürgen Tenbrink, Chief Technical Officer, Steinfurt, Weitere Mandate werden durch den Vorstand nicht wahrgenommen. Die Bezüge des Vorstands setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die Mitglieder des Vorstands erhalten als Ausgleich für ein Ihnen auferlegtes Wettbewerbsverbot während der Dauer von bis zu einem Jahr nach regulärer Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied eine monatliche Karenzentschädigung in Höhe von 50 % der zuletzt bezogenen Festvergütung. Bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied hängt die Zahlung der Karenzentschädigung entsprechend § 75 HGB von den Umständen der Beendigung ab. Zum Aufsichtsrat sind bestellt:
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich im Geschäftsjahr auf EUR 59.500,00. 5.2. Aufstellung des AnteilsbesitzesDie EnviTec Biogas AG ist Mutterunternehmen im Sinne des § 290 HGB und zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss sind über den elektronischen Bundesanzeiger und das Unternehmensregister zugänglich. Grundlage der Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis sind die nach HGB bzw. lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellten Abschlüsse. Bis auf die EnviTec Biogas (India) Private Limited haben alle Gesellschaften ihren Abschluss auf den 31.12. des Jahres aufgestellt. Der Abschlussstichtag der EnviTec Biogas (India) Private Limited ist aufgrund nationaler Vorschriften der 31.03. scroll
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5.3. Anzahl der ArbeitnehmerDie durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer in 2015 betrug 50 Personen und teilt sich wie folgt auf: scroll
5.4. Honorare und Dienstleistungen des AbschlussprüfersAuf die Angaben zu den Honoraren des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB wurde gemäß § 285 Nr. 17 Halbsatz 2 HGB verzichtet. 5.5. KonzernverhältnisDie EnviTec Biogas AG mit Sitz in Lohne ist Mutterunternehmen gemäß §§ 290 ff. HGB und stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss sind über den elektronischen Bundesanzeiger und das Unternehmensregister zugänglich. 5.6. GewinnverwendungEs wird der Hauptversammlung am 28. Juni 2016 vorgeschlagen, vom in der Bilanz der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2015 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 15.492.532 einen Teilbetrag in Höhe von EUR 11.880.000 auszuschütten. Dies entspricht einer Ausschüttung von 0,80 Euro pro Aktie unter Berücksichtigung der eigenen Anteile in Höhe von EUR 150.000,00.
Lohne, 10. Mai 2016 Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink Jörg Fischer Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der EnviTec Biogas AG, Lohne, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 10. Mai 2016 Rödl & Partner GmbH gez. Hager, Wirtschaftsprüfer gez. Decker, Wirtschaftsprüfer BERICHT DES AUFSICHTSRATSSEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE,die internationalen Biogasmärkte waren wie in den Vorjahren auch 2015 von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Besonders drastisch ist die Situation in Deutschland. Hier ist im Zuge der Neuauflage des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 2014 der Markt für den Neubau von Biogasanlagen vollständig zum Erliegen gekommen. EnviTec hat frühzeitig reagiert, das Geschäftsmodell umgestellt und die Internationalisierung des Konzerns insbesondere im Anlagenbau vorangetrieben. Das abgelaufene Geschäftsjahr zeigt, dass EnviTec den weiterhin volatilen Bedingungen auf den internationalen Biogasmärkten erfolgreich begegnen kann. Ablesbar wird dies an Umsatzsteigerungen in allen Segmenten, was insgesamt auf Konzernebene zu einem Anstieg der Umsatzerlöse um 22,4 % auf 174,9 Mio. Euro führte. Zudem wurde in 2015 mit 3,4 Mio. Euro (Vorjahr: 4,7 Mio. Euro) erneut ein solides operatives Ergebnis (EBIT) erwirtschaftet. Der Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr ist zum Teil auf gestiegene Abschreibungen von Anlagen im Eigenbetrieb zurückzuführen. Gleichzeitig waren trotz der fortschreitenden, erfolgreichen Internationalisierung die Ergebnisse im Bereich Anlagenbau unbefriedigend. Dafür verantwortlich sind jedoch im Wesentlichen Auftragsverschiebungen. Mit einem Auftragsbestand in Höhe von 77,9 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2015 ist der Ausblick für das Gesamtjahr 2016 in diesem Segment positiv. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleiben allerdings die Eingriffe der Politik in den Biogassektor. So wird im Segment Energy die weitere Entwicklung davon abhängig sein, in wie weit derzeit in Diskussion befindliche regulatorische Änderungen in Deutschland eine strategische Neujustierung nach sich ziehen werden. Gleichzeitig sieht EnviTec sich dank eines starken technologischen sowie finanziellen Fundaments und seiner sehr guten Marktpositionierung gut gerüstet für die Zukunft. Im Fokus stehen attraktive Auslandsmärkte für den Anlagenbau, der selektive Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und der forcierte Ausbau im Bereich Service. Ziel ist es, die Chancen in attraktiven Märkten konsequent zu nutzen, neue Märkte zu entwickeln und dabei eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen. Tätigkeitsbericht des AufsichtsratsAls Aufsichtsrat haben wir im Geschäftsjahr 2015 im Rahmen unserer Tätigkeit alle uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben wahrgenommen. Wir haben den Vorstand kontinuierlich überwacht und standen ihm bei der Leitung des Unternehmens beratend zur Seite. In alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, wurden wir vom Vorstand unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Zur Ausübung unserer Beratungs- und Überwachungstätigkeit hat uns der Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher sowie mündlicher Form über alle für das Unternehmen wesentlichen Themen unterrichtet. Dazu zählten vor allem die Unternehmensplanung und strategische Weiterentwicklung, die Erschließung neuer Geschäftsfelder, der Geschäftsverlauf und die Lage des Konzerns sowie die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance. Nach intensiven Prüfungen stimmte der Aufsichtsrat allen zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfällen zu. Auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen standen Vorstand und Aufsichtsrat in regelmäßigem Kontakt. Die ausführliche Berichterstattung durch den Vorstand überzeugte uns von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit sowie Wirtschaftlichkeit der Führung des Unternehmens und des Konzerns. Wir sahen daher keine Veranlassung von unseren Prüfungsrechten nach § 111 Abs. 2 AktG Gebrauch zu machen. Interessenkonflikte von Vorstand und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten. Bildung von AusschüssenAufgrund des nur drei Personen umfassenden Aufsichtsrats haben wir auch im Jahr 2015 auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet. Alle Fragen, die von Ausschüssen zu behandeln gewesen wären, wurden im Plenum erörtert. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat nach eigener Einschätzung der Meinung, dass er effizient arbeitet. Nach § 100 Abs. 5 AktG muss mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats über spezielles Fachwissen in den Bereichen Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Diese Aufgabe wird von unserem Mitglied Hans-Joachim Jung wahrgenommen. Sitzungen und Schwerpunkte der BeratungDer Aufsichtsrat kam im Geschäftsjahr 2015 zu vier ordentlichen Sitzungen am 30. April, 25. Juni, 06. Oktober und 15. Dezember zusammen. Bei allen Sitzungen war der Aufsichtsrat in Gesamtheit anwesend. Gegenstand der Sitzungen waren stets die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Investitionsvorhaben sowie die Risikolage und das Risikomanagement von EnviTec Biogas. Darüber hinaus standen im Wesentlichen folgende Themen auf der Tagesordnung, die gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt und erörtert wurden:
Prüfung von Jahres- und KonzernabschlussAuf der Hauptversammlung am 25. Juni 2015 wählten die Aktionäre die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, erneut zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015. Der Aufsichtsratsvorsitzende erteilte dem Abschlussprüfer nach Einholung der Unabhängigkeitserklärung den Prüfauftrag, traf mit ihm die Honorarvereinbarungen und legte die Prüfungsschwerpunkte fest. Auf dieser Grundlage und unter Einbeziehung der Buchführung prüfte die Rödl & Partner GmbH den vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellten Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG und erstmalig seit dem Börsengang ebenfalls den nach HGB aufgestellten Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2015, den zusammengefassten Lagebericht für die AG und den Konzern sowie das Risikomanagementsystem. Die Prüfungen ergaben keine Einwendungen, so dass jeweils ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk (siehe Seite 71) erteilt wurde. Darüber hinaus wurde der vom Vorstand erstellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen ("Abhängigkeitsbericht") geprüft und ebenfalls mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Alle Aufsichtsratsmitglieder haben Lagebericht, Abschlüsse und Prüfungsberichte rechtzeitig erhalten. Diese wurden in den Aufsichtsratssitzungen, am 10. Mai 2016 und am 13. Mai 2016 von uns intensiv geprüft. An der Sitzung nahmen sowohl der Abschlussprüfer der Rödl & Partner GmbH als auch der Vorstand teil, die die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung erläuterten und ergänzende Fragen des Aufsichtsrats beantworteten. Nach der eigenen Prüfung und Gesprächen mit dem Abschlussprüfer und dem Vorstand bestanden keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat sich daraufhin dem Prüfungsergebnis der Rödl & Partner GmbH angeschlossen und den vom Vorstand zum 31. Dezember 2015 aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG ist damit festgestellt. Darüber hinaus haben wir uns nach eingehender Prüfung dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem Vorstand für die große Einsatzbereitschaft im Geschäftsjahr 2015. Auch das kommende Jahr wird herausfordernd, jedoch haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um uns in diesem Marktumfeld zu behaupten.
Lohne, den 13. Mai 2016 Bernard Ellmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
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