![]() Bechtle AGNeckarsulmJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010Einzelabschluss Bechtle AGLAGEBERICHT FÜR 2010UNTERNEHMENKONZERNSTRUKTURDie Organisations- und Managementstruktur der Bechtle AG ist ausgerichtet an der langfristigen
Strategie des Unternehmens. Alle strukturellen Maßnahmen im Berichtsjahr haben direkt
oder indirekt zu deren Umsetzung beigetragen und dienen vorrangig einer besseren Marktdurchdringung
sowie der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Mit einer segmentübergreifenden leistungsstarken
Logistik sowie einer zunehmend effizienten Vernetzung der dezentral geführten Systemhausstandorte
und der europaweiten Ausrichtung im E-Commerce hat die Bechtle-Gruppe die notwendigen
führungsorganisatorischen Voraussetzungen für profitables Wachstum geschaffen. Rechtliche StrukturDie Bechtle AG mit Hauptsitz in Neckarsulm übernimmt als Konzernmutter und Holding
für die Unternehmensgruppe die strategische Unternehmensplanung sowie die zentralen
Aufgaben in den Bereichen Controlling und Finanzen, Unternehmenskommunikation und
Investor Relations, IT-Rechenzentrum, Personal, Qualitätsmanagement, Recht sowie Compliance.
Eine weitere Konzernfunktion stellt die Bechtle Akademie dar, die für die Aus- und
Weiterbildung der Mitarbeiter sowie für die Personalentwicklung im Konzern zuständig
ist. Der Holding ebenfalls zugeordnet ist die Bechtle Logistik & Service GmbH, in
der vor allem die Funktionen Einkauf, Lager, Produktmanagement und die Katalogproduktion
organisiert sind. Holdingstruktur der Bechtle AGUnterhalb der Bechtle AG hat der Konzern eine weitere Ebene von Holdinggesellschaften
implementiert, in denen die Geschäftsfelder und Marken der beiden Reportingsegmente
IT-Systemhaus & Managed Services sowie IT-E-Commerce gebündelt werden:
Der zweiten Holdingebene sind die rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften
zugeordnet. Die deutschen und österreichischen Unternehmen werden überwiegend als
GmbH oder GmbH & Co. KG geführt, die Schweizer Gesellschaften weitgehend in der Rechtsform
einer AG. Die Gesellschaften im sonstigen Ausland sind jeweils in einer der GmbH vergleichbaren
Rechtsform organisiert. An allen Tochtergesellschaften hält die Bechtle AG unmittelbar
oder über Beteiligungsgesellschaften 100 Prozent der Geschäftsanteile. Zweck dieser zweistufigen Holdingstruktur ist es, die dezentral agierenden Tochtergesellschaften
von administrativen und unternehmensübergreifenden Aufgaben weitgehend zu entlasten
sowie eine klare Führungsorganisation abzubilden. Darüber hinaus werden Kompetenzen
und Ressourcen gebündelt, um Synergien zu realisieren und im Einkauf sowie in der
Logistik Skaleneffekte zu erzielen. Im Berichtsjahr hat der Vorstand Veränderungen an der rechtlichen Struktur des Bechtle-Konzerns
vorgenommen. In der Schweiz wurden die Gesellschaften mit Sitz in Bern, Carouge (Genf),
Crissier (Lausanne), Dübendorf (Zürich) und Reinach unter dem Dach der Bechtle Schweiz
AG mit Sitz in Rotkreuz zusammengefasst. Ausschlaggebend hierfür war im Wesentlichen,
die Aktivitäten der Schweizer Gesellschaften im Bereich Managed Services zu bündeln
und einen einheitlichen Marktauftritt zu gewährleisten. Darüber hinaus hat die Bechtle AG zur fachlichen und vertriebsseitigen Unterstützung
der Segmente sowie um eine standortübergreifende einheitliche Projektkoordination
im Konzern zu ermöglichen im Geschäftsjahr 2010 einen zentralen Geschäftsbereich Software
gegründet. Mit der strategischen Holdingorganisation verfügt die Bechtle AG über die wesentlichen
strukturellen Voraussetzungen, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens erfolgreich
zu gestalten. Dennoch deckt sich die rechtliche Struktur des Bechtle-Konzerns noch
nicht vollständig mit der Managementbeziehungsweise Führungsstruktur des Unternehmens.
Die Führungsstruktur orientiert sich in erster Linie an den Erfordernissen des operativen
Geschäfts und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Märkte. Auf mittlere Sicht
sollen Rechts- und Managementstruktur allerdings weitgehend aufeinander abgestimmt
sein. ManagementstrukturIm Berichtsjahr wurden die Führungsstrukturen der Bechtle AG durch die Schaffung zusätzlicher
Leitungspositionen und die Ernennung von zusätzlichen Bereichsvorständen weiter der
Unternehmensgröße und den Marktanforderungen angepasst. Dabei waren neben der Stärkung
der Wettbewerbssituation vor dem Hintergrund eines unverändert sehr dynamischen wirtschaftlichen
Umfelds vor allem drei Gründe ausschlaggebend: erstens die Intensivierung der standortübergreifenden
Zusammenarbeit in Verbindung mit einer stärkeren Unterstützung der Systemhäuser durch
die zentralen Geschäftsbereiche, zweitens die Etablierung skalierbarer und modularer
Strukturen, die klar auf die künftigen Wachstumsfelder des Unternehmens ausgerichtet
sind, und drittens die führungsorganisatorische Absicherung des weiteren Wachstums
der Bechtle AG. Managementstruktur der Bechtle AGWichtigstes Merkmal der Managementstruktur ist nach wie vor die hierarchische Trennung
der strategischen Konzernführung durch den Vorstand von der Leitung der operativen
Einheiten. Damit trägt Bechtle den stark gewachsenen Leitungsaufgaben Rechnung und
sichert eine hohe Effizienz in der Steuerung und Führung des Konzerns. Die beiden
Geschäftssegmente IT-Systemhaus & Managed Services und IT-E-Commerce sind nicht nur
von abweichenden internen Strukturen und Marktanforderungen geprägt, sondern haben
auch für ihre Expansion unterschiedliche Entwicklungsstrategien. Bechtle ist im Segment IT-Systemhaus & Managed Services mit über 60 Standorten ausschließlich
in der D-A-CH-Region vertreten. Im Segment IT-E-Commerce hingegen baut der Konzern
seine europaweite Aufstellung konsequent aus und ist Anfang 2011 in insgesamt 13 Ländern
präsent. Die Leitung der operativen Einheiten erfolgt in beiden Geschäftssegmenten durch Bereichsvorstände.
Neben den segmentübergreifenden Geschäftsbereichen verantworten die Bereichsvorstände
im Segment IT-Systemhaus & Managed Services jeweils die Aktivitäten der Bechtle IT-Systemhäuser
in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich sowie Managed Services. Im Segment
IT-E-Commerce werden durch sie die Handelsgeschäfte der Marken ARP sowie Bechtle direct
und das Softwarelizenzgeschäft der Comsoft direct-Gesellschaften gesteuert. Der zentrale Bereich Logistik & Service ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden der Bechtle
AG zugeordnet, ebenso die zentralen Funktionen Controlling und Finanzen, Unternehmenskommunikation
und Investor Relations, IT-Rechenzentrum, Personal und Personalentwicklung sowie Recht. StandorteDie Konzernzentrale der Bechtle-Gruppe ist in Neckarsulm. Hier haben neben der Bechtle
AG auch die zentralen Einheiten ihren Sitz. Das Finanzwesen hat seinen Sitz in Gaildorf. Im beratungsintensiven Dienstleistungsgeschäft des Segments IT-Systemhaus & Managed
Services ist der Vor-Ort-Kontakt zum Kunden von elementarer Bedeutung. Deshalb hat
Bechtle ein flächendeckendes Netz an IT-Systemhäusern, das sich auf über 60 Standorte
in Deutschland, Österreich und der Schweiz erstreckt. In dieser Struktur agieren die
Geschäftsführer der operativen Tochtergesellschaften als selbstständige Unternehmer
mit hoher Eigenverantwortung in ihrem jeweiligen lokalen Markt. Ein konsequent ergebnisorientiertes
Vergütungssystem unterstützt und fördert dabei das unternehmerische Handeln der Geschäftsführer. Im Berichtsjahr hat der Konzern im Segment IT-Systemhaus & Managed Services seine
flächendeckende Marktposition in der D-A-CH-Region weiter ausgebaut. Mit der Übernahme
der mit vier Standorten in Norddeutschland vertretenen iits Systemhausgruppe verstärkt
sich Bechtle in Wachstumsbereichen wie dem Infrastruktur- und Lösungsgeschäft. Darüber
hinaus wurden durch die Akquisition der HTH Consulting, St. Pölten die Systemhausaktivitäten
in Österreich erweitert. HTH ist insbesondere auf Systemintegration und Virtualisierung
spezialisiert. Synergien zu Kunden aus entwicklungs- und konstruktionsintensiven Branchen
wie Maschinenbau, Transport und Automotive hebt Bechtle mit der Akquisition der SolidPro
Informationssysteme mit Sitz in Langenau. Durch die Besetzung des CAD-Marktsegments
erweitert die Gruppe vor allem ihr Lösungsportfolio als Komplettanbieter - von der
IT-Infrastruktur bis zur hochspezialisierten CAD-Software. Aufgrund der erreichten breiten Flächendeckung des Bechtle-Konzerns ist jedoch auch
eine fortlaufende Überprüfung der Effizienz und Effektivität der Standortstruktur
erforderlich. Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurde in diesem Zusammenhang die in
Wien ansässige Madras GmbH auf die Bechtle GmbH, Wien verschmolzen. Darüber hinaus
hat der Konzern die beiden Gesellschaften NBI GmbH, Duisburg und die Bechtle GmbH
& Co. KG, Oberhausen an einen gemeinsamen Sitz in Duisburg zusammengeführt. Die Bechtle-Gruppe
umfasst zum Zeitpunkt der Berichterstattung 48 IT-Systemhäuser sowie mehr als zehn
Vertriebsbüros in 13 Bundesländern Deutschlands. In der Schweiz verfügt die Bechtle
AG über zehn Systemhausstandorte in acht Kantonen und in Österreich über Lokationen
in Wien und St. Pölten sowie weitere Vertriebsstützpunkte in Graz und Innsbruck. Die Bechtle AG unterhält im Segment IT-E-Commerce mit der Marke Bechtle direkt Standorte
in 13 europäischen Ländern. Der Konzern hat sich unter anderem aufgrund der Wachstumsaussichten
und der sozioökonomischen Rahmendaten im April 2010 für den Eintritt in den polnischen
Markt entschieden. Mit dem Start einer eigenen Handelsgesellschaft in Tschechien im
April 2011 ist Bechtle im Bereich E-Commerce in zwei osteuropäischen Ländern Vertreten. Auch unter der Marke Comsoft erweiterte der Konzern im Berichtsjahr seine Softwareaktivitäten.
Nach dem Markteintritt in Belgien im März 2010 setzte Bechtle mit der Gründung weiterer
Gesellschaften in Italien und Spanien die Internationalisierungsstrategie in dieser
Sparte konsequent fort. Mit Comsoft ist Bechtle in acht und mit der Handelsmarke ARP
in fünf europäischen Ländern präsent. Darüber hinaus betreibt die ARP eine Einkaufsgesellschaft
in Taiwan. Zur Bechtle AG gehören damit insgesamt etwa 80 operative Unternehmen und Beteiligungen,
die in der Anlage A zum Anhang aufgeführt sind. Der überwiegende Teil der IT-Systemhäuser
sowie Service- und Handelsgesellschaften liegt in Deutschland sowie in der Schweiz.
Der größte der insgesamt fast 70 Standorte in Europa ist zugleich der Sitz der Firmenzentrale
in Neckarsulm mit mehr als 870 Mitarbeitern. GESCHÄFTSTÄTIGKEITDie IT ist schon längst zum Produktionsfaktor, oft sogar zum Motor und Herzstück der
Geschäftsprozesse aller Unternehmen geworden. Ein enger und unmittelbarer Kontakt
zum Kunden ist für einen handeltreibenden Dienstleister wie Bechtle daher maßgeblich
für den Erfolg in der Branche. Zudem wird das Geschäft internationaler und vielschichtiger.
Die Märkte unterliegen einem stetigen Wandel. Kompetenz in der Breite und Tiefe aller
relevanten Themen sowie Know-how-Transfer und Flexibilität sind ausschlaggebend für
eine erfolgreiche Positionierung im Wettbewerb. Die Bechtle-Gruppe hat ihr Geschäftsmodell
und die internen Prozesse auf diese Komplexität und Dynamik konsequent ausgerichtet.
Mit dem Ergebnis, dass die Leistungsfähigkeit des Bechtle-Konzerns nicht nur mittelständische
Unternehmen, sondern auch öffentliche Auftraggeber und international agierende Großkonzerne
überzeugt. GeschäftsfelderDie Bechtle AG gliedert ihre Aktivitäten in die beiden Segmente IT-Systemhaus & Managed
Services sowie IT-E-Commerce. Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services betreut
Bechtle die Kunden von der IT-Strategieberatung über die Lieferung von Hard- und Software,
Projektplanung und -durchführung, Systemintegration, IT-Services sowie Schulungen
bis hin zum Komplettbetrieb der IT. Das Segment IT-E-Commerce umfasst die auf Internet,
Katalog und Telefon gestützten Handelsaktivitäten des Konzerns. Mit den Marken ARP,
Bechtle direkt, und Comsoft direct verfolgt Bechtle in diesem Segment eine Mehrmarkenstrategie. Leistungsspektrum und ProzesseIT-Systemhaus & Managed Services.Die Bechtle-Gruppe ist ein Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Das Leistungsangebot
von Bechtle im Segment IT-Systemhaus & Managed Services umfasst die gesamte Wertschöpfungskette
der IT. Wesentlich für das Dienstleistungsangebot ist, dass Bechtle "alles aus einer
Hand" anbietet. Die angebotenen Lösungen werden unmittelbar an den Bedürfnissen und
Wünschen der Kunden ausgerichtet. Durch die individuelle Zusammenstellung eines Angebots,
bestehend aus unterschiedlichen Dienstleistungen in Kombination mit Hard- und Software,
ist Bechtle in der Lage, für jeden Kunden eine individuelle Lösung zu erarbeiten.
Das Produktportfolio wird dabei kontinuierlich überprüft und den Markt- und Kundenerfordernissen
angepasst. Im Berichtsjahr hat Bechtle beispielsweise das CAD-Systemhaus SolidPro
akquiriert und ist damit nun in der Lage, auch Kunden aus entwicklungs- und konstruktionsintensiven
Branchen wie Maschinenbau, Transport und Automotive die komplette Bandbreite der IT-Dienstleistungen
anzubieten. Bechtle-IT-Lösungen:Über 1.600 Servicemitarbeiter sowie zertifizierte Spezialisten und Systemingenieure
bieten den Kunden im IT-Lösungsbereich Fachwissen, hohe Detailkompetenz, langjährige
IT-Projekterfahrung und die Fähigkeit, individuelle Anforderungen schnell umsetzen
zu können. In überregional tätigen Competence Centern hat Bechtle Spezialisten-Know-how
zu komplexen Lösungsthemen gebündelt. Mehr als 200 Zertifizierungen aller namhaften
Hersteller garantieren höchste Qualifizierung bei unseren Serviceleistungen. Die Bechtle-
IT-Lösungen bieten ein vollständig integriertes Portfolio zu den folgenden Fokusthemen: Client Management:Das Angebot reicht von der IT-Architekturberatung bis zum Client Lifecycle Management
mit automatisierten Prozessen von der Beschaffung über den Rollout bis zum End-of-Life.
Für die Migration auf Windows 7 hält Bechtle zum Beispiel zertifizierte Spezialisten
und Rollout-Manager vor. Mit Print Solutions verfügt Bechtle über innovative Konzepte
auf Basis von Full-Service- oder KlickPreis- Modellen. Server & Storage:Diese Leistungen umfassen die herstellerunabhängige Beratung, Projektierung und den
Betrieb virtualisierter Server- und Storage-Systeme durch automatisierte Lösungen.
Durch eine Energieeffizienzberatung und die Auswahl einer geeigneten Infrastrukturlösung
in Bezug auf technologische Leistungsfähigkeit, Stromversorgung und Kühlung, aktives
Energiemanagement, effiziente, skalierbare Server- und Storage-Systeme trägt Bechtle
dazu bei, die Energiekosten seiner Kunden oft deutlich zu senken. Networking Solutions:Skalierbare Lösungen für LAN- und Unified-Communication-Infrastrukturen bilden die
Schwerpunkte im Bereich "Networking Solutions". Zertifizierte Experten von Bechtle
sorgen von der Netzwerkanalyse bis hin zum Netzwerkbetrieb für eine hohe Verfügbarkeit
und Wirtschaftlichkeit der Netzwerkinfrastruktur. Gemeinsam mit führenden Herstellern
vertreibt Bechtle zum Thema "Collaboration" integrierte Konzepte für Konferenzlösungen,
IP-Kommunikation, Messaging, mobile Anwendungen und Telepresence. Virtualisierung:Bechtle bietet von der Beratung bis zum Betrieb Virtualisierungslösungen für Server,
Storage, Clients und Applikationen. Aufbauend auf der klassischen Konsolidierung und
der Optimierung hinsichtlich Verfügbarkeit, Sicherheit und Management ermöglicht Bechtle
seinen Kunden den größtmöglichen Virtualisierungsgrad im Data Center. Themen wie Automatisierung,
Service-Level-Vereinbarungen und Prozessmanagement sowie Self-Services stehen dabei
im Fokus. IT Security:Bechtle verfügt über hochqualifizierte Spezialisten für IT-Sicherheit, die darüber
hinaus hohe Kompetenz beim Design von sicheren LAN-Backbones und Weitverkehrsnetzen
(WAN) haben. Die zertifizierten IT-Sicherheitsexperten planen, implementieren und
betreuen IT-Sicherheitsinfrastrukturen. Darüber hinaus bietet Bechtle Beratung und
Lösungen rund um den betrieblichen Datenschutz und die IT-Sicherheitsstrukturen. Qualifizierte
Datenschutzbeauftragte mit Praxiserfahrung, IT-Sicherheitsbeauftragte und Juristen
übernehmen kompetent und zuverlässig Beratung, Konzeption und Realisierung. Business Applications:Bechtle Business Applications ist mit mehreren Standorten wichtiger Software- und
Beratungspartner für Industriekunden. Business Applications von Bechtle enthalten
Lösungen rund um Microsoft Dynamics, Business Intelligence, Dokumentenmanagement,
Groupware-/Lotus-Notes-/ DominoLösungen und CAD. Mit SolidWorks bietet Bechtle eine
breite Palette an Werkzeugen für mechanisches CAD, Konstruktionsprüfung, Produktdatenmanagement,
Konstruktionskommunikation sowie CAD-Produktivität. Mit Managed Services übernimmt Bechtle die Verantwortung für definierte Betriebsaufgaben
rund um die IT der Kunden. Abgestimmte Service-Level-Vereinbarungen stellen dabei
die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur sicher. Mit dem Remote-Betrieb oder der Vor-Ort-Betreuung
von Servern, Clients, Druckern und Netzwerken auf Basis standardisierter Betriebskonzepte
sowie einem ganzheitlichen Benutzerservice für die IT-Infrastruktur der Kunden gewährleistet
Bechtle über den gesamten Lebenszyklus eine optimale Funktionsfähigkeit der IT-Systeme.
Individuelle Finanzierungsmodelle wie Leasing ergänzen dabei die technischen Lösungen. Bechtle InstallationszentrumDas Installationszentrum bietet alle Möglichkeiten, Kundenanforderungen zeitnah und
kompetent zu erfüllen - von der individuellen Einzelinstallation bis zur Durchführung
landesweiter Rollouts mit einem Durchsatz von bis zu 1.000 Systemen pro Tag. Bechtle Field ServicesIm Bereich Field Services bietet Bechtle eine große Zahl von Garantie- und Serviceleistungen
an, die über die gesetzlich geforderte Gewährleistungspflicht hinausgehen. Um im Rahmen
dieser Dienstleistung eine optimale Einsatzsteuerung zu gewährleisten, werden alle
Meldungen zentral an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr aufgenommen und an die
rund 300 Techniker weitergeleitet. Dadurch ist ein Service mit bis zu maximal zwei
Stunden Reaktionszeit vor Ort realisierbar. Bechtle Remote ServicesDie IT-Infrastruktur eines Unternehmens muss reibungslos funktionieren. Bechtle bietet
hierfür modulare Lösungen an, die sich optimal mit den notwendigen Vor-Ort-Leistungen
bei den Kunden kombinieren lassen. Bechtle versteht sich im Service Desk als zentrale
Anlaufstelle und kümmert sich um Störungsmeldungen und Serviceanfragen. Im Remote
Management überwacht und betreibt Bechtle IT-Infrastruktursysteme im Bereich Server
und Storage, LAN/WAN, Firewall und Security. Hier finden lückenlose Überwachung, Dokumentation
und Problemlösung statt mit dem Ziel, eine höchstmögliche Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur
sicherzustellen. Die modularen Lösungspakete bieten mehrstufige Service-Level-Vereinbarungen,
die auf die Belange der Kunden optimal zugeschnitten sind. Bechtle Onsite ServicesDie Bechtle Onsite Services unterstützen die Serviceteams beim Kunden vor Ort dauerhaft
im Rahmen von Outtasking- und Outsourcing-Verträgen. Die Onsite Services werden durch
lokale Dienstleisterteams erbracht, die sich auf die Anforderungen der jeweiligen
Kunden spezialisiert haben. Zudem ist es möglich, dass der Kunde seine IT vollständig
auslagert und die Erbringung der IT-Prozesse Bechtle überlässt. Bechtle Mittelstands-KonzeptBesonders für die Anforderungen des lokalen Mittelstands hat Bechtle das Bechtle Mittelstands-Konzept
(BMK) entwickelt. Mit der Abhängigkeit von der IT steigt bei Ausfällen das Risiko
hoher finanzieller Schäden für die Unternehmen. Kleine und mittlere Firmen haben oft
nicht die Ressourcen, um die notwendige Breite an unterschiedlichen IT-Spezialgebieten
vorzuhalten. Zugleich steigen die rechtlichen Anforderungen bei zunehmender Komplexität
der IT-Systeme. Das BMK greift diese Anforderungen auf. Bechtle übernimmt mit diesem
Angebot die komplette IT-Verantwortung für Unternehmen mit bis zu 200 PC-Arbeitsplätzen
zu einem fixen monatlichen Preis. Die Kunden erhalten bei kalkulierbaren Kosten die
neueste Technologie und die Gewähr für einen professionellen, ausfallsicheren IT-Betrieb. Competence Center und SchulungszentrenEin wichtiges Standbein im Leistungsspektrum von Bechtle sind die sogenannten Competence
Center. Bestimmte Schwerpunktdienstleistungen werden vom Markt stärker nachgefragt.
Um den Kunden für diese Services immer das aktuell nötige Expertenwissen zur Verfügung
stellen zu können, bündelt die Bechtle-Gruppe dieses Know-how in 13 Competence Centern.
Die Competence Center stehen grundsätzlich allen Standorten im Rahmen der Leistungserbringung
als interne Serviceeinheiten zur Verfügung. Das maßgeschneiderte Seminarkonzept der 19 bundesweiten Bechtle-Schulungszentren folgt
konsequent den Anforderungen des Markts. Bei mehr als 10.000 Seminarterminen zu 400
aktuellen Themen rund um die IT ist das Angebot breit gefächert. Für Kunden mit mehreren
Niederlassungen ermöglicht diese Präsenz firmeneinheitliche Schulungen jeweils direkt
vor Ort. Standortübergreifender Know-how-TransferBei der zunehmenden Komplexität und Vielfalt in der IT ist es für ein einzelnes Systemhaus
schwierig, alle Themen in der nötigen Tiefe zu beherrschen. Um dennoch im regionalen
Wettbewerb zu bestehen, hat Bechtle im Geschäftsjahr 2010 weiter an der Fokussierung
der IT-Leitthemen sowie an dem Konzept zum standortübergreifenden Know-how-Transfer
gearbeitet. Ziel ist es, die Bereitstellung von Expertenwissen in allen Projekten
und Kundensituationen gleichermaßen zu gewährleisten, unabhängig vom Sitz des jeweiligen
Systemhauses. Ausgehend von den Competence Centern im Segment IT-Systemhaus & Managed
Services wird daher die künftige Zusammenarbeit mit den Standorten der regionalen
Cluster neu organisiert. Hier hat der Konzern im Bereich Networking Solutions und
Virtualisierung mit zwei von insgesamt sechs Fokusthemen im Berichtsjahr den Anfang
gemacht. Die projektverantwortlichen Systemhäuser investieren in die Vertriebs- und
Beratungsqualität der jeweiligen Schwerpunktthemen durch eine verstärkte Ausbildung
der Mitarbeiter, unterstützen andere Systemhäuser bei Kundenprojekten und organisieren
den erfolgreichen Wissenstransfer innerhalb eines Clusters. IT-E-CommerceIm Segment IT-E-Commerce deckt Bechtle als Fachhändler mit über 44.000 Artikeln -
von der Hardware über Standardsoftware bis zu Peripherieartikeln - alle gängigen Bereiche
der IT ab. Während der Fokus bei Bechtle direct eher auf die klassische Hardware der
marktführenden Hersteller gerichtet ist, findet der Kunde im Sortiment von ARP auch
innovative Nischenprodukte. Darüber hinaus vertreibt der Konzern mit ARP® und Claxan® Produkte unter eigenem Label und bietet den Kunden damit eine kostengünstige Alternative
zu anderen bekannten Marken bei gleichem Qualitätsstandard Eine Besonderheit von Bechtle direct sind die sogenannten bios®-Shops. Hierbei handelt es sich um ein für die Bedürfnisse der Kunden maßgeschneidertes
Online-Beschaffungssystem, dessen Ziel es ist, Bestell- und Durchlaufzeiten zu verkürzen,
Rahmenverträge unternehmensweit optimal auszunutzen, IT-Bestände automatisiert zu
verwalten und dadurch Zeit und Kosten zu sparen. Über 21.000 Bechtle-Kunden haben
europaweit mit bios® bereits ihre Prozesskosten bei der Beschaffung und Verwaltung von IT-Produkten spürbar
reduziert. Bereits heute werden mehr als 40 Prozent aller Handelsaufträge der Bechtle-Gruppe
über bios®-Plattformen abgewickelt. Die angebotenen Leistungen beschränken sich dabei aber nicht
nur auf die Lieferung von Hard- und Software, sondern beginnen schon bei der umfassenden
Beratung zu Produkten und Lösungen sowie der Erstellung von individuell zugeschnittenen
Beschaffungskonzepten in Form von definierten Warenkörben und Rahmenverträgen. Die bios®-Kunden profitieren von der hohen Flexibilität in der Produktauswahl bei gleichzeitiger
Standardisierung und können so gleichzeitig bei allen Bestellungen die Einheitlichkeit
der eigenen IT-Infrastruktur sicherstellen. Im Geschäftsjahr 2010 schloss der Konzern die Neugestaltung der bios®-Shops für Öffentliche Auftraggeber ab. Auch die neue Generation dieser Beschaffungsplattform
verfolgt das Prinzip der kundenspezifischen Ansprache konsequent weiter. Mit der Unterteilung
in die Themenbereiche Verwaltung, Gesundheitswesen, Forschung& Lehre sowie Kirche
&Wohlfahrt trägt der Konzern der heterogenen Branchenausprägung der öffentlichen Hand
stärker Rechnung. Die jeweiligen Bundes- und Landesbehörden, Kommunen, Kammern, Verbände
sowie Bildungseinrichtungen können so auch ohne Ausschreibungen und weitere Verhandlungen
auf die Sonderkonditionen der Hersteller zugreifen. Im stark prozessgesteuerten IT-E-Commerce hat Bechtle schlanke Abläufe etabliert,
die für den Erfolg dieses Segments von großer Bedeutung sind. In gewisser Hinsicht
sind die unterlegten Prozesse sogar Teil der eigentlichen Leistung. Beispielsweise
wird ein großer Teil der Bestellungen im IT-E-Commerce nach dem sogenannten Fulfilment-Prinzip
abgewickelt: Bechtle leitet eingehende Bestellungen direkt an Hersteller oder Distributoren
weiter. Diese übernehmen den Versand der Ware an den Kunden im Namen und auf Rechnung
von Bechtle. Die Qualität des Versands - sie wird vor allem durch die Geschwindigkeit
bestimmt - stellt Bechtle über Vereinbarungen mit den Partnern und über tägliche Audits
sicher. Bechtle hält mithilfe des Fulfilment-Prinzips den Lagerbestand niedrig und
reduziert das Risiko von Abwertungen der von sehr kurzen Innovationszyklen geprägten
IT-Produkte. Der Kunde profitiert dabei von einer kurzen Lieferzeit: Bestellungen,
die bis 16:30 Uhr eingehen, werden noch am selben Tag versendet und in der Regel am
nächsten Tag zugestellt. Schlanke Prozesse und eine leistungsstarke Logistik sichern dem Unternehmen im Handelsgeschäft
einen Wettbewerbsvorsprung. Denn die Zentralisierung von Produktmanagement, Einkauf
und Lager garantiert wettbewerbsfähige Preise und sofortige Verfügbarkeit. Daher sind
bei Bechtle diese Teilbereiche für alle EU-Länder im Bereich Logistik & Service in
Neckarsulm angesiedelt. Die Aktivitäten der Schweizer Systemhäuser sowie der ARP-
und Comsoft-Gesellschaften werden vom Logistikzentrum in Rotkreuz gesteuert. Ein weiterer wichtiger Geschäftsprozess betrifft das Waren- und Preissystem sowie
die einheitliche Artikeldatenbank, auf die europaweit alle Tochtergesellschaften zugreifen.
Das von Bechtle entwickelte Europäische Preissystem (EPS) liest jede Nacht mehr als
4,7 Millionen Preis- und Verfügbarkeitsinformationen von IT-Herstellern und Distributoren
ein und kalkuliert in den jeweiligen nationalen Preisen. Über die primären Kriterien
einer sofortigen europaweiten Lieferfähigkeit und des günstigsten Preises werden die
Lieferanten ausgewählt. Tages- und marktaktuelle Produktinformationen stehen vollautomatisiert
online für die landesspezifischen Webshops bereit. Neben den Onlineshops gelten die Produktkataloge als zweite wichtige Vertriebsschiene
im Handelsgeschäft von Bechtle. Der Hauptkatalog von Bechtle direct erscheint zweimal
im Jahr in acht Sprachen mit einer Auflage von 150.000 Exemplaren. Der ARP-Katalog
erscheint in zwei Sprachen dreimal jährlich mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren.
Die Kataloge mit detaillierten technischen Daten, Produktabbildungen und direkten
Verweisen auf passendes Zubehör sind somit die optimale Ergänzung zur zentralen Onlineproduktdatenbank.
Sie haben sich seit der ersten Ausgabe 1988 zum anerkannten Standardnachschlagewerk
der Branche entwickelt. SoftwarelizensierungDarüber hinaus intensivierte die Bechtle AG im Jahresverlauf die Aktivitäten im Bereich
Softwarelizenzierung und -management. Die in diesem Geschäftsfeld in sieben Ländern
tätigen Comsoft direct-Gesellschaften bieten den Kunden herstellerübergreifend ein
Full-Service-Lösungsportfolio für Softwarelizenzen an. Unternehmen ab einer Größe
von mindestens 250 PC-Arbeitsplätzen erhalten bei Comsoft direct individuell zugeschnittene
Softwareprodukte, Lösungen und Dienstleistungen. Das Angebot deckt dabei den gesamten
Softwarelifecycle ab: von der Beratung über den Verkauf und die Beschaffung bis zur
Wartung und zum entsprechenden Projektmanagement. Dieses Know-how wird immer wichtiger,
denn die Lizenz- und Preismodelle der Hersteller werden zusehends komplexer. Gerade
im Hinblick auf serviceorientierte Architekturen, in denen unterschiedliche Softwaremodule
mit unzähligen Lizenzmodellen zum Einsatz kommen, wird diese Fachkompetenz kundenseitig
zunehmend gefordert. Comsoft direct wählt aus seinem umfassenden Portfolio die optimalen
Lizenzierungsmodelle aus und gewährleistet, dass die Kunden ihre Softwareapplikationen
bestmöglich und kostenoptimiert einsetzen können. Teil des Angebots in diesem Geschäftsfeld
ist dabei auch die Analyse der Lizenzierungssituation bei den Kunden, um das Optimum
zwischen gesetzeswidriger Unterlizenzierung und unnötiger, kostenintensiver Überlizenzierung
schnell zu erreichen. Eine professionelle Bestandsverwaltung der beim Kunden eingesetzten Hardware und Softwarelizenzen
erreicht der Konzern mit bios® Asset. Dabei handelt es sich um eine modulare, kostengünstige IT-Assetmanagement-Lösung.
Das Programm kann auf die vorhandenen IT-Bestandsinformationen zurückgreifen und gibt
so umfangreich Auskunft über die gesamte Hardware- und Softwaretechnologie, die im
Unternehmen eingesetzt wird. Komplexe Abläufe wie der Lebenszyklus der Hardware -
Einkaufsplanung, Finanzierung, Beschaffung, Verteilung, Bereitstellung, Instandhaltung
bis hin zur Entsorgung - können so jederzeit abgebildet und kontinuierlich optimiert
werden. Forschung und EntwicklungAls reines Dienstleistungs- und Handelsunternehmen betreibt Bechtle keine Forschungsaktivitäten.
Auch Entwicklungsleistungen finden nur in sehr eingeschränktem Umfang statt und erfolgen
vornehmlich für eigene Zwecke. Kennzahlen zu F&E weist Bechtle aufgrund des geringen
Umfangs und der zu vernachlässigenden wirtschaftlichen Bedeutung der Entwicklungsleistungen
nicht aus. Entwicklungsarbeiten im Berichtsjahr betrafen die Pflege und Aktualisierung der Webseiten.
Zudem entfiel Programmieraufwand auf die beiden selbst erstellten Softwarelösungen
BELOS und structura dynamic. BELOS ist eine Ressourcenmanagementsoftware zur Planung
und Durchführung von Veranstaltungen, Schulungen und Meetings. Die für den eigenen
Bedarf entwickelte Software wird in geringem Umfang vermarktet. Mit structura dynamic
bietet Bechtle auf Basis der Unternehmenssoftware Microsoft Dynamics ein umfassendes
Gesamtpaket speziell für mittelständische Hersteller. Das Tool zeichnet sich unter
anderem durch eine hohe Funktionalität und Transparenz bei Projektmanagement, Ressourcen-
und Absatzplanung, Produktionssteuerung, Service- und Reklamationsabwicklung sowie
Benachrichtigungs- und Genehmigungsverfahren aus. Die Softwarelösungen werden regelmäßig
gepflegt und weiterentwickelt. Die Onlinelösungen der bestehenden Webshops von Bechtle direct und ARP wurden 1995
intern bei Bechtle entwickelt. Seitdem übernimmt ein Team von Programmierern die kontinuierliche
Pflege, die Weiterentwicklung der E-Commerce-Plattformen und die Implementierung neuer
Länderseiten wie beispielsweise im Rahmen der Markteinführungen in Polen sowie aktuell
in Tschechien. Auch auf die Unternehmensseite www.bechtle.com beziehungsweise auf
die Webshoplösungen, erreichbar unter den jeweiligen Landesdomains von Bechtle, entfielen
im Berichtsjahr weitere Entwicklungsleistungen. Darüber hinaus gab es im Berichtsjahr keine nennenswerten Entwicklungsleistungen. AbsatzmärkteDie Kernzielgruppe von Bechtle sind mittelständische Unternehmen. Dabei definiert
Bechtle den Mittelstand über die Anzahl der PC-Arbeitsplätze. Zum lokalen Mittelstand
zählen Kunden mit 20 bis 50 PC-Arbeitsplätzen, der regionale Mittelstand umfasst Unternehmen
mit 50 bis 250 PC-Arbeitsplätzen und im gehobenen Mittelstand sind Unternehmen mit
250 bis 2.000 PC-Arbeitsplätzen zusammengefasst. Neben dem klassischen Mittelstand
spricht Bechtle auch größere Unternehmen und Konzerne sowie öffentliche Auftraggeber
mit mehr als 2.000 PC-Arbeitsplätzen an. Bechtle bearbeitet den IT-Markt grundsätzlich branchenunabhängig. Lediglich die Besonderheiten
der Ausschreibungsverfahren im Bereich der öffentlichen Auftraggeber haben dazu geführt,
in dieser Kundengruppe eine stärker fokussierte und damit spezialisierte Marktbearbeitung
umzusetzen. Ein zentraler Geschäftsbereich Öffentliche Auftraggeber unterstützt in
dieser Funktion als interne Serviceeinheit die dezentralen Systemhäuser sowie die
Bechtle direct-Gesellschaften bei der Bearbeitung öffentlicher Ausschreibungen. Geografisch ist Bechtle im Segment IT-Systemhaus & Managed Services ausschließlich
in der D-ACH-Region tätig. Im Segment IT-E-Commerce ist der Bechtle-Konzern derzeit
europaweit aufgestellt. WettbewerbspositionLaut den Angaben des Statistischen Bundesamts boten im Berichtsjahr 2010 über 70.000
IT-Unternehmen in Deutschland ihre Produkte und Dienstleistungen an, wobei die Größe,
das Leistungsspektrum und die Spezialisierung der IT-Unternehmen stark differieren.
Die meisten sind rein lokal tätige Unternehmen, deren Jahresumsätze selten 5 Mio.
€ übersteigen. Die Gruppe der mittelgroßen IT-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von
circa 50 Mio. € bis 250 Mio. € besteht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes
aus circa 100 Unternehmen. Zu den größeren in Deutschland aktiven Systemhäusern zählen
nur etwa 20 Unternehmen, darunter Bechtle. Bechtle hat in Deutschland eine hervorragende Marktposition. Laut dem Fachmedium ChannelPartner
belegte Bechtle 2010 im deutschen Systemhausgeschäft gemessen am inländischen Umsatz
den zweiten Platz unter den herstellerunabhängigen Systemhäusern, mit deutlichem Abstand
auf die folgenden Plätze. Wichtiger noch als die Höhe des Umsatzes ist die Wettbewerbsstärke.
Gemäß einer ebenfalls von ChannelPartner unter deutschen Systemhäusern durchgeführten
Umfrage zu den wichtigsten Wettbewerbern ist Bechtle das am häufigsten genannte Unternehmen. In der jährlichen Umfrage der Fachzeitschriften ChannelPartner und Computerwoche unter
Anwenderunternehmen zur Kundenfreundlichkeit belegte die Bechtle AG 2010 in der Klasse
über 250 Mio. € Jahresumsatz einen führenden Platz unter den deutschen Systemhäusern.
Über 2.000 Projekte wurden in der dreiwöchigen Onlinebefragung beurteilt, davon über
900 von Bechtle. Die Fragen betrafen unter anderem die Qualität des Angebots des ausgewählten
Systemhauses. Anhand der Aussagen zum Projektmanagement, zur Kommunikation, zu Reaktionszeiten
und Kompetenz wurde die Güte des Projektverlaufs ermittelt. Eingehaltene Termine,
ein gutes Preis-LeistungsVerhältnis und die Betreuung nach Projektende (Wartung, Schulung,
etc.) waren ebenfalls Grundlage der Bewertung. In der Schweiz zählt Bechtle nach eigener Einschätzung im Systemhausgeschäft zu den
Marktführern. In Österreich ist die Bechtle AG mit zwei Systemhausstandorten in Wien
und St. Pölten sowie weiteren Vertriebsniederlassungen in Graz und Innsbruck vertreten Unverändert verbuchen die kleineren und mittleren Unternehmen zusammen den weitaus
größten Marktanteil in der D-A-CH-Region. Darüber hinaus war im Berichtsjahr zu beobachten,
dass es weiterhin zu einer stärkeren Konsolidierung durch Fusionen und Übernahmen
kam und vor allem große Unternehmen ihre Marktposition ausbauten. Im Bereich IT-E-Commerce sieht sich der Konzern in Deutschland und der Schweiz in
der Spitzengruppe. In den übrigen europäischen Ländern ist Bechtle in einer gefestigten
Marktposition, wobei in Ländern mit erst kürzlich erfolgtem Markteintritt diese Position
noch untermauert werden muss. UmweltschutzDie Bechtle AG ist als Handels- und Dienstleistungsunternehmen von Anforderungen des
Umweltschutzes weniger betroffen als produzierende Unternehmen. Dennoch fühlt sich
Bechtle dem Umweltschutz verpflichtet. So unterstützt der Konzern im Rahmen seiner
Möglichkeiten einen verantwortungsvollen Umgang mit den eingesetzten Ressourcen. Um
dieses Engagement zu unterstreichen und vor allem auch innerhalb des Unternehmens
zu verankern, plant die Bechtle AG im laufenden Geschäftsjahr, ein Umweltmanagementsystem
nach ISO 14001 zu etablieren. Damit wird es dem Unternehmen möglich sein, Umwelteinflüsse
systematisch zu erfassen und die Umweltsituation laufend verbessern zu können. Derzeit
erarbeitet Bechtle die entsprechende Qualitätspolitik, das Qualitätsprogramm und die
-ziele. Im Sommer 2011 will das Unternehmen dann die Zertifizierung durchführen. Die Gesellschaft bietet keine Produkte an, die Schadstoffe oder potenziell schädigende
Stoffe enthalten und damit ein Risiko für Endanwender und Umwelt darstellen. Bechtle
verpflichtet seine Lieferanten dazu, die Bestimmungen der EU-Richtlinie 2002/95/EG
zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten
(RoHS) vom März 2003 zu beachten. Neben der Vereinbarung werden regelmäßig alle eingekauften
Komponenten geprüft, um sicherzustellen, dass diese keine gefährlichen Stoffe enthalten.
Bechtle sorgt für eine umweltschonende Entsorgung der Produkte am Ende ihres Lebenszyklus
und kommt damit auch seinen Verpflichtungen im Rahmen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes
nach. Das Unternehmen ist bereits seit 2005 im Elektro-Altgeräte-Register erfasst. Ein wichtiges Thema für Bechtle ist die sogenannte Green IT. Unternehmen, die heute
noch nicht ausreichend für das Thema Green IT sensibilisiert sind, müssen in Zukunft
mit steigenden Energiekosten, höheren Abgaben und nicht zuletzt auch mit negativer
Presse rechnen. Eine professionelle Auseinandersetzung mit Green IT bietet dagegen
die Chance, sich der sozialen Verantwortung zu stellen und das Thema Umweltschutz
nicht nur als Wettbewerbsvorteil zu nutzen, sondern gleichermaßen von niedrigeren
Betriebskosten zu profitieren. Viele Unternehmen entscheiden sich heutzutage nicht
mehr nur für den besten Angebotspreis, sondern betrachten die Kosten für den gesamten
Lifecycle, was auch die permanent steigenden Energiekosten berücksichtigt. Ein anderer
wichtiger Faktor ist der Mitarbeiter. Die Schulung der Mitarbeiter ergänzt die Zielsetzung,
auch am Arbeitsplatz eine Sensibilisierung für die IT und die damit verbundenen laufenden
Energiekosten nachhaltig zu gewährleisten. Das Unternehmen sieht sich als strategischer
Partner für Green IT. Neben der hohen Servicequalität und der Hochverfügbarkeit der
Systeme gehört die flexible Unterstützung der Geschäftsprozesse der Kunden zu den
Aufgaben von Bechtle. Der Konzern reagiert auf den gestiegenen Bedarf nach verbrauchsärmeren IT-Produkten
sowie energieeffizienten Konzepten auch mit einem erweiterten Dienstleistungs- und
Produktangebot an umweltfreundlicheren und wirtschaftlicheren IT-Umgebungen. Bechtle
deckt von der Beratung über die Beschaffung bis zur Umsetzung sämtliche Stufen der
wirtschaftlichen und ökologischen Optimierung von IT-Infrastrukturen ab. So werden
Rechenzentren im Hinblick auf ihren Energieverbrauch und mögliche Einsparpotenziale
analysiert. Einsparungen können beispielsweise durch Servervirtualisierung und -konsolidierung
erzielt werden. Darüber hinaus finden sich im aktuellen Produktangebot von Bechtle
zahlreiche energiesparende Hard- und Softwareprodukte. UNTERNEHMENSSTEUERUNGStrategie und Unternehmensorganisation der Bechtle-Gruppe sind konsequent auf die
Vision 2020 ausgerichtet. Dabei ist dieses ambitionierte Zukunftsbild weit mehr als
eine Hochrechnung der Gegenwart. Der Konzern wird auf dem Weg zur Realisierung seiner
Ziele sowohl durch den organischen Zugewinn von Marktanteilen als auch durch weitere
Akquisitionen wachsen. Neben Themen wie der Erschließung neuer Geschäftsfelder und
einer zukunftsgerichteten Personalpolitik bestimmt auch die regelmäßige Verbesserung
der Steuerungssysteme die nachhaltige Entwicklung von Bechtle in einem dynamischen
Marktumfeld. Insbesondere die im Berichtsjahr weiterentwickelten Instrumente unterstützen
eine fortlaufende Prüfung der Tragfähigkeit von Strategie und Führungsorganisation
in Bezug auf das Erreichen der langfristigen Wachstums- und Profitabilitätsziele. Ziele und StrategieDer Vorstand der Bechtle AG hat sich mit der Vision 2020 sehr ambitionierte Wachstumsziele
gesetzt. Danach strebt der Konzern bis 2020 einen Gesamtumsatz von 5 Mrd. € bei einer
Vorsteuermarge von 5 Prozent sowie eine Verdopplung der Beschäftigten auf 10.000 Mitarbeiter
an. Diese Zielstellung setzt ein durchschnittliches Wachstum der Erlöse von jährlich
10 bis 15 Prozent bei gleichzeitiger Steigerung der Profitabilität voraus. Mit kompetenter Beratung, neuen Technologien, hochwertigen Dienstleistungen und einem
bedarfsorientierten Hardwareinfrastruktur- sowie Softwareangebot als Teil einer Lösung
für den Kunden möchte Bechtle auch künftig organisch wachsen. Dazu baut das Unternehmen
sein Portfolio konsequent aus: zum Teil aus eigener Kraft, zum Teil in enger Abstimmung
mit wichtigen Herstellern. Darüber hinaus soll das Wachstum auch weiterhin durch attraktive Akquisitionen oder
gezielte Neugründungen unterstützt werden. Bei den Akquisitionen stehen kleinere bis
mittelgroße Unternehmen im Fokus, die regional, kunden- und/oder leistungsbezogen
die Marktposition der Bechtle-Gruppe stärken. Zielsetzungen sind daher die Ergänzung
der IT-spezifischen Kompetenzen, die intensive Bearbeitung strategisch bedeutsamer
regionaler Märkte sowie Kundengruppen und damit die Gewinnung von Marktanteilen. Der
Konzern hat im Segment IT-Systemhaus & Managed Services das Ziel, bis 2020 flächendeckend
in der gesamten D-A-CH-Region vertreten zu sein und sich zum führenden IT-Partner
der Industrie sowie der öffentlichen Auftraggeber zu entwickeln. Im Segment IT-E-Commerce verfolgt Bechtle auf Basis einer Mehrmarkenstrategie eine
konsequente Internationalisierung. Das Unternehmen ist bereits heute in insgesamt
13 Ländern Europas vertreten. Der Konzern wird seine Präsenz weiter ausbauen und bis
2020 in Europa eine führende Position im ECommerce einnehmen. Wesentlicher Bestandteil
der Strategie ist es, das Wachstum im Handel mit Hard- und Software auch jenseits
der europäischen Grenzen fortzusetzen. Die Personalentwicklung ist vor dem Hintergrund des absehbaren Fach- und Führungskräftemangels
in der gesamten IT-Branche ein kritischer Erfolgsfaktor bei der Umsetzung der Strategie
und dem Verfolgen der langfristigen Wachstumsziele. Der Anspruch ist, durch entsprechend
qualifiziertes Personal innovative, lösungsorientierte und effiziente Konzepte für
die Kunden-IT bereitzustellen und sich auf diesem Weg in einem sich stark verändernden
Umfeld wettbewerbsfähig zu positionieren. Die in der Firmenphilosophie verankerten Grundwerte der Bechtle AG sind zentraler
Bestandteil der Unternehmenskultur. Diese Werte untermauern in Verbindung mit den
internen Führungsgrundsätzen und dem Verhaltenskodex die langfristigen strategischen
Zielsetzungen. Dabei geben diese formulierten Inhalte allen Mitarbeitern eine Anleitung
zur Zielerreichung an die Hand und bieten Orientierung im Managementprozess hinsichtlich
einer effizienten und nachhaltigen Unternehmensführung und -steuerung. Systeme und InstrumenteDer Vorstand der Bechtle AG zeichnet für die Gesamtplanung und die Realisierung der
langfristigen Konzernziele verantwortlich. Oberstes Ziel der Unternehmensentwicklung
ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts durch profitables Wachstum. Die zur Steuerung der operativen Einheiten dienende Kurz- und Mittelfristplanung sowie
die daraus resultierenden Maßnahmen leiten sich aus der langfristigen Unternehmensplanung
ab. Sie orientieren sich aber auch an der Entwicklung des Wettbewerbs- und Marktumfelds.
Oberste Maxime für die Mitarbeiter der Bechtle AG sind Wachstum und Renditeoptimierung
durch zufriedene Kunden sowie das Erreichen der Marktführerschaft am eigenen Standort. Als relevante Steuerungsgrößen für die wirtschaftlichen Ziele gelten Umsatz, Umsatzwachstum,
Vorsteuerergebnis sowie das Vorsteuerergebnis bezogen auf den Umsatz (EBT-Marge).
Über eine individuelle Erfolgsbeteiligung werden die Mitarbeiter motiviert, die vereinbarten
Ziele engagiert zu verfolgen. Auf jährlich stattfindenden Strategietagungen stellt der Vorstand Maßnahmen und messbare
Zwischenschritte vor, über die Bechtle das Erreichen seiner langfristigen Ziele anstrebt.
Die kurzfristige Steuerung erfolgt durch die jährliche Fokusplanung, ein Strategiepapier
der jeweiligen Gesellschaften sowie individuelle Planungsgespräche mit den Geschäftsführern.
Im Rahmen der Fokusplanung treffen die Verantwortlichen eine erste grobe Einschätzung
zur Entwicklung wesentlicher GuV-Posten wie Umsatz, Deckungsbeitrag, Personalkosten,
EBT und Firmenwertabschreibungen sowie Mitarbeiterstand. Die Fokusplanung wird im
neuen Planungs- und Reportingsystem "DeltaMaster" gepflegt und gibt für das bevorstehende
Geschäftsjahr den Benchmark für die Detailplanung vor. Plausibilisiert und untermauert
werden diese Inhalte durch die zwischen dem Konzerncontrolling und der Geschäftsführung
abgestimmten Personal-, Dienstleistungs- und Vertriebsplanungen. Die Daten hierfür
werden automatisch vom Warenwirtschaftssystem bereitgestellt. Das Ergebnis der jeweiligen
Prozessschritte fließt als operative Gesamtplanung in das eigens hierfür entwickelte
EDV-System "Planos" ein. Aus Gründen der Datensicherheit werden die Anwendungen "DeltaMaster"
und "Planos" systemseitig voneinander getrennt betrieben. Alle Einzelplanungen bilden
aggregiert die Basis für die Jahresplanung der Bechtle-Gruppe. Die aus den Einzelgesprächen abgeleiteten operativen Ziele und Aufgaben werden durch
die Geschäftsführer und Bereichsvorstände in die jeweiligen Einzelgesellschaften sowie
Unternehmensbereiche beider Segmente kommuniziert und den individuellen Leistungszielen
der Mitarbeiter zugrunde gelegt. Die unterjährige Entwicklung wird hierbei kontinuierlich
durch datenbankgestützte Führungsinstrumente analysiert, die im Berichtsjahr weiter
ausgebaut und optimiert wurden. Bei Planabweichungen kann das Management so umgehend
geeignete Maßnahmen einleiten. Die Auswertung findet - in Form eines Benchmarks -
mithilfe der sogenannten Bechtle-Scorecard statt, die unterschiedliche Performancekriterien
in ein für alle Gesellschaften und Bereiche transparentes Leistungsranking überführt.
Die operative Entwicklung aller IT-E-Commerce-Gesellschaften wird zusätzlich durch
ein individuelles Softwaretool, das European Sales Cockpit ("ESC"), erfasst und analysiert. Zur regelmäßigen Bewertung des Geschäftsverlaufs - auch im Vergleich zu anderen Lokationen
- stellt der Konzern den operativen Einheiten darüber hinaus mit dem Planungs- und
Reportingsystem "DeltaMaster" detaillierte Wochen- und Monatsberichte mit einheitlich
definierten Rentabilitätskennzahlen hinsichtlich Auftragseingang, Umsatz und Deckungsbeitrag
zur Verfügung. Die jeweiligen Informationen werden automatisiert von einem SQL-basierten
Datawarehouse bereitgestellt, das sich direkt aus dem SAP-Finanzbuchhaltungsmodul
speist. Ferner unterhalten einige Tochtergesellschaften ein eigenes Managementsystem
zur operativen Steuerung ihrer Vertriebsaktivitäten. Darin integriert sind Effektivitätskennzahlen
sowie auftrags- und kundenbezogene Größen, die eine unmittelbare Bewertung des Geschäftsverlaufs
ermöglichen. Neben den Erfahrungen der Vertriebsmitarbeiter hinsichtlich Nachfrageverhalten
und Investitionsneigung der Kunden wird zur zeitnahen Bewertung des Geschäftsverlaufs
die Entwicklung der Einkaufspreise sowie der Auftragseingänge als unternehmensspezifischer
Frühindikator gesehen. Die unmittelbar geschäftsbezogenen Kennzahlen werden im Rahmen der Steuerung der Gesellschaften
durch cashflowbasierte Kennzahlen wie Working Capital, Kapitalbindungsdauer, DSO und
DPO ergänzt. So wird beispielsweise die Entwicklung der wesentlichen Einflussfaktoren
des Cashflows jedem operativ verantwortlichen Geschäftsführer in Form eines sogenannten
Cashflow-Cockpits mit den entsprechenden internen Benchmarks monatlich zur Verfügung
gestellt, um frühzeitig auf mögliche Fehlentwicklungen einzuwirken. Neben den zentralen Managementinformationssystemen wie "DeltaMaster", "Planos" und
"ESC" setzt die Bechtle AG im Rahmen der ressourcenorientierten Steuerung der Geschäftsprozesse
die beiden ERP- (Enterprise Ressource Planning-)Systeme Navision Financials und SAP
ein. Finanzbuchhaltung, Controlling wie auch die Steuerung der zentralen Logistik
erfolgen komplett über SAP. Die optimale Abbildung der Geschäftsprozesse und die Standardisierung
der angewandten Steuerungsinstrumente sind dabei wesentliche Kriterien für das Design
der implementierten IT. Damit ist sichergestellt, dass sowohl die Führungsstruktur
wie auch die eingesetzten Systeme problemlos, abhängig vom weiteren Unternehmenswachstum,
skalierbar bleiben. Im Rahmen von Monats- und Quartalsabschlüssen, die den Führungskräften für ihren jeweiligen
Verantwortungsbereich zur Verfügung gestellt werden, findet nicht nur ein Vergleich
der wirtschaftlichen Lage mit der Vergangenheit, sondern auch mit den Planwerten statt,
um frühzeitig Fehlentwicklungen zu erkennen. Das ERP-System Financials dient an allen
Standorten als zentrales Warenwirtschafts- und Vertriebsinformationssystem. Die beiden
miteinander verzahnten Systeme fassen die für den Vertriebserfolg wesentlichen Informationen,
wie etwa den Status der Vertriebsprozessphasen, die Koordination von Aufgaben im Vertriebsteam,
Rechnungslegung sowie Auslieferung der Ware und den Stand der Forderungen zusammen
und hinterlegen diese mit entsprechenden Kennzahlen (zum Beispiel Kundenkontaktfrequenz,
Angebotssumme beziehungsweise Deckungsbeitrag pro Vertriebsmitarbeiter und DSO). Aggregiert über alle operativen Einheiten werden die Daten aus den verschiedenen Reportingsystemen
auf Konzernebene für die Koordination von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen,
das frühzeitige Erkennen von Soll-Ist-Abweichungen sowie zur Einleitung geeigneter
Maßnahmen genutzt. Viele erfolgskritische Kenngrößen sind jedoch nicht oder nur indirekt quantifizierbar.
Dazu zählen Faktoren wie die Reputation der Marke, Kundenzufriedenheit, Qualifikation,
Erfahrung und Motivation der Mitarbeiter sowie deren Führungsqualitäten, aber auch
die Unternehmenskultur, die allenfalls qualitativ beschrieben werden können. Zur besseren Abschätzung der Reputation im Markt orientiert sich das Management von
Bechtle zum Beispiel an Kundenbefragungen oder den Erhebungen und Auswertungen der
Fachmedien, Branchenverbände und Marktforschungsinstitute. Die Ergebnisse dieser Studien
werden unter anderem im Rahmen der strategischen Planung verwendet, um die Wahrnehmung
des Unternehmens in Relation zum Wettbewerb einzuschätzen. Der Faktor Kundenzufriedenheit
wird in beiden Segmenten des Unternehmens in regelmäßigen Zeitabständen analysiert.
Die Ergebnisse dienen als Indikator für die Qualität der Kundenbindung und werden
intern zur Ausrichtung der Vertriebsaktivitäten eingesetzt. Als deutliches Signal für eine erfolgreiche Kundenbindung wertet Bechtle die jährlichen
Umfrageergebnisse der Fachzeitschriften ChannelPartner und Computerwoche nach dem
kundenfreundlichsten Systemhaus in Deutschland. Von den insgesamt mehr als 2.000 bewerteten
Projekten entfielen über 900 auf Bechtle. In der Kategorie der Unternehmen über 250
Mio. € Umsatz wurde der Konzern von den befragten Anwendern mit einem Notendurchschnitt
von 2,05 (Vorjahr: 1,92) bewertet und erreichte damit einen führenden Platz im Gesamtranking.
In Verbindung mit einer zielgerichteten Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter helfen
diese Analysen Bechtle, die Kunden auch künftig umfassend, flexibel und kompetent
zu beraten. Als unternehmensinterne Steuerungsgrößen finden dabei auch die personalbezogenen
Daten wie Fluktuation und Qualifikation Verwendung. Ziele sind die systematische Entwicklung
der Mitarbeiter in allen Qualifikationsfeldern sowie die Erhöhung der Motivation zur
Verbesserung der Mitarbeiterbindung. Über die eher operativ ausgerichteten Managementsysteme hinaus ergänzen weitere Systeme
die geschäftspolitischen, strategischen Entscheidungen des Vorstands. Vor allem die
Systeme im Rahmen des Qualitätsmanagements, des Umweltmanagements, der Compliance,
des Risikomanagements und der Früherkennung sowie das Interne Kontrollsystem (IKS)
sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Damit ist neben der Soll-Ist-Überprüfung der
rein finanziellen Steuerungsgrößen auch eine Kontrolle der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren
im Unternehmen möglich. Vor dem Hintergrund der fortlaufenden Überprüfung, Steuerung
und Weiterentwicklung der strategischen Ziele ist mit diesen organisatorischen und
systemhinterlegten Sicherungsmaßnahmen eine bessere Koordination und konsequente Ausrichtung
der Aktivitäten aller Bereiche im Konzern im Sinne der nachhaltigen Entwicklung des
Unternehmens gegeben. MITARBEITER (Bechtle AG)Die gute konjunkturelle Entwicklung der IT-Branche hat nicht nur die wirtschaftlichen
Perspektiven der Unternehmen im Berichtsjahr verbessert, sondern auch zu einer weiteren
Verschärfung im Wettbewerb um gute Fachkräfte geführt. Vor diesem Hintergrund hat
Bechtle im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgreich an Themen wie Employer Branding,
Personalmarketing und -recruiting gearbeitet. Darüber hinaus wurden spezielle Programme
zur strategischen Personalentwicklung implementiert und somit entschlossen in die
Förderung und Qualifikation der Mitarbeiter investiert. Entwicklung der MitarbeiterzahlenIm Jahresdurchschnitt waren im Geschäftsjahr 148 Mitarbeiter in der Bechtle AG beschäftigt.
Im Vorjahr waren es 141 Beschäftigte. Personalaufwand und GehaltsmodellDer Aufwand für Löhne und Gehälter einschließlich Sozialabgaben stieg 2010 aufgrund
der gestiegenen durchschnittlichen Mitarbeiterzahl und höheren variablen Vergütungsbestandteilen
im Zusammenhang mit dem gesteigerten Ergebnis um 16,2 Prozent an und belief sich auf
11,5 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €). Das Gehaltsmodell einer Vielzahl von Mitarbeitern bei Bechtle besteht aus festen und
variablen Vergütungsbestandteilen. Die Höhe der variablen Vergütung richtet sich nach
dem Zielerreichungsgrad im jeweiligen Verantwortungsbereich beziehungsweise nach der
Entwicklung des Konzerns. Bei den Vertriebsmitarbeitern orientiert sich der variable
Anteil an der Höhe des erzielten Deckungsbeitrags, während bei den Mitarbeitern im
Dienstleistungssektor der Umsatz als Messgröße dient. Bei den Geschäftsführern richtet
sich die erfolgsabhängige Vergütung grundsätzlich nach dem Erreichen der jeweils zu
Jahresbeginn festgelegten Ergebnis- und Umsatzziele. Angaben zum Vergütungssystem von Vorstand und AufsichtsratVergütung des VorstandsMit dem im Jahr 2009 in Kraft getretenen Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung
(VorstAG) hat der Gesetzgeber neue Anforderungen hinsichtlich der Gestaltung der Vorstandsvergütung
geschaffen (§ 87 Abs. 1 AktG). Ziel des VorstAG ist es unter anderem, die Vorstandsvergütung
börsennotierter Gesellschaften an einer nachhaltigen und auf Langfristigkeit angelegten
Unternehmensentwicklung auszurichten. Der Aufsichtsrat beziehungsweise Personalausschuss
der Bechtle AG hat Anfang 2011 die Vorstandsvergütung neu strukturiert und diese den
Anforderungen des VorstAG sowie den Empfehlungen in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 des DCGK angepasst. Die mit Wirkung zum 1. Januar 2011 um eine Langfristvereinbarung (vier Jahre) ergänzten
Vorstandsverträge sehen nunmehr eine variable Vergütung vor, die auf eine nachhaltige
und langfristige Anreizwirkung abstellt. Deutlich mehr als die Hälfte der Gesamtvergütung
des Vorstands der Bechtle AG entfällt damit auf variable Anteile, die sich sowohl
am kurzfristigen als auch langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft orientieren.
Die Kriterien zur Bemessung entsprechender Zahlungen sind neben dem Vorsteuerergebnis
und Umsatzwachstum auch die EBT-Marge sowie eine Mindestverzinsung des Eigenkapitals.
Versorgungszusagen wird es hingegen auch in Zukunft nicht geben. Vereinbarungen der
Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Kontrollwechsels infolge
eines Übernahmeangebots wurden vom Aufsichtsrat ebenfalls nicht getroffen. Die Hauptversammlung vom 16. Juni 2010 hat beschlossen, die seit 2006 geltende sogenannte
Opting-out-Klausel zu verlängern. Damit ist die Bechtle AG gemäß § 286 Abs. 5 HGB
bis einschließlich 2015 von der gesetzlichen Verpflichtung der individualisierten
Offenlegung der Vorstandsvergütung befreit (Ziffer 4.2.4 DCGK). Bei der mit drei Personen
kleinen Vorstandsbesetzung sorgen aus Sicht der Gesellschaft die Angabe der Gesamtsumme
der Vorstandsvergütung sowie die Aufschlüsselung in fixe und variable Anteile für
eine ausreichende Transparenz. Für das Geschäftsjahr 2010 betrugen die festen Bezüge des Vorstands 805 Tsd. € (Vorjahr:
768 Tsd. €) und die variablen Bestandteile 1.101 Tsd. € (Vorjahr 498 Tsd. €). Die
Gesamtvergütung lag bei 1.906 Tsd. € (Vorjahr: 1.266 Tsd. €). Die Vorstandsmitglieder erhielten als Nebenleistungen jeweils ein der Position angemessenes
Dienstfahrzeug, das auch zum privaten Gebrauch genutzt werden durfte. Vergütung des AufsichtsratsDie Hauptversammlung vom 16. Juni 2010 hat eine Anpassung der Aufsichtsratsvergütung
beschlossen, die am 29. Juli 2010 mit der Eintragung ins Handelsregister wirksam wurde.
Bis zum Vortag berechnete sich die Vergütung nach der von der Hauptversammlung am
13. Juni 2003 verabschiedeten Regelung. Die Anpassung war notwendig, um dem geänderten
Geschäftsumfang und der gestiegenen Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung
zu tragen. Die Vergütung ist in § 11 der Satzung der Bechtle AG festgehalten. Die
Bechtle AG weist die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder individualisiert aus. Die
Vergütungsstruktur trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der einzelnen
Mitglieder Rechnung. Dabei werden der Vorsitz, der stellvertretende Vorsitz sowie
die Tätigkeit beziehungsweise der Vorsitz in den Ausschüssen berücksichtigt. Die Vergütung beinhaltet entgegen der Empfehlung des DCGK (Ziffer 5.4.6 Abs. 2) keine
erfolgsabhängige Komponente. Aus Sicht des Unternehmens ist es nicht notwendig, dass
der Aufsichtsrat für das erfolgreiche und verantwortungsvolle Wahrnehmen seiner Aufgaben
einer solchen Komponente bedarf. Kredite sowie sonstige Haftungserklärungen zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder wurden
nicht gewährt. Gleiches gilt im Übrigen für die Vorstandsmitglieder. Für das Berichtsjahr
bestehen keine Aktienoptionsprogramme oder ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme
der Gesellschaft. Für das Geschäftsjahr 2010 betrugen die Bezüge des Aufsichtsrats 389 Tsd. €. ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABENIm Folgenden sind die nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten Angaben dargestellt: Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 21.000.000
€. Es ist eingeteilt in 21.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Der auf die
einzelne Aktie entfallende Betrag am Grundkapital beträgt 1,00 €. Sämtliche Aktien
der Gesellschaft wurden als auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien)
ausgegeben. Es bestehen keine verschiedenen Aktiengattungen. Mit jeder Aktie sind
die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung
eine Stimme. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien,
aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem
Vorstand nicht bekannt. Der Gesellschaft sind folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die
10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, zum 31. Dezember 2010 bekannt: Es existieren keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme oder vergleichbare Gestaltungen, bei denen Mitarbeiter
am Kapital beteiligt sind und die Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen
nicht vor. Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§ 84 f. AktG
geregelt. Abweichende oder ergänzende Satzungsregelungen bestehen nicht. Im Berichtsjahr
gab es keine personellen Änderungen im Vorstand. Von der in § 84 Abs. 2 festgelegten
Möglichkeit, bei mehreren Vorstandsmitgliedern einen Vorsitzenden des Vorstands zu
ernennen, hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft im Berichtsjahr Gebrauch gemacht und
am 16. Juni 2010 Dr. Thomas Olemotz zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Die Voraussetzungen einer Satzungsänderung sind vor allem in den §§ 179 bis 181 AktG
geregelt. Für eine Satzungsänderung ist ein mit mindestens einer Dreiviertelmehrheit
des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasster Beschluss der Hauptversammlung
erforderlich. Die Satzungsänderung wird erst wirksam, wenn sie in das Handelsregister
des Sitzes der Bechtle AG eingetragen worden ist. Die Satzung kann eine von der gesetzlichen
Bestimmung abweichende Kapitalmehrheit bestimmen, für eine Änderung des Gegenstands
des Unternehmens jedoch nur eine größere, und weitere Erfordernisse aufstellen. Die
Satzung der Bechtle AG sieht keine derartige Regelung vor. Die Befugnis zu Änderungen,
die nur die Fassung der Satzung betreffen, kann die Hauptversammlung dem Aufsichtsrat
übertragen. Dies ist bei der Gesellschaft durch die Regelung in Ziffer 10.4 der Satzung
geschehen. Der Vorstand ist gemäß §§ 202 ff. AktG ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft
mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Juni 2014 durch Ausgabe neuer, auf den
Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt 10.600.000
€ zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Der Vorstand entscheidet mit Zustimmung des Aufsichtsrats über einen Ausschluss des
Bezugsrechts sowie die Einzelheiten der Ausgabe der neuen Aktien. Ein Ausschluss des
Bezugsrechts ist zulässig,
Der Erwerb eigener Aktien ist ausschließlich nach Maßgabe von § 71 Abs. 1 AktG zulässig,
falls einer der dort geregelten Ausnahmetatbestände vorliegt. Die Gesellschaft verfügt
aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 16. Juni 2010 über eine Ermächtigung
zum Erwerb eigener Aktien nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG. Die Ermächtigung wurde am 16.
Juni 2010 wirksam und gilt bis zum 15. Juni 2015. Der Erwerb von eigenen Aktien muss
über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Angebots der Gesellschaft erfolgen.
Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie darf dabei den durchschnittlichen
Schlusskurs für die Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel der letzten fünf Handelstage
vor dem Erwerb eigener Aktien beziehungsweise im Falle eines öffentlichen Kaufangebots
vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots um nicht mehr als 10
Prozent überschreiten und um nicht mehr als 10 Prozent unterschreiten (jeweils ohne
Erwerbsnebenkosten). Der Umfang der Ermächtigung ist auf bis zu 10 Prozent des Grundkapitals
beschränkt. Der Rückkauf ist nur zur Verfolgung der im Beschluss festgelegten Zwecke
zulässig. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels
infolge eines Übernahmeangebots stehen, liegen nicht vor. Vereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für
den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots wurden nicht getroffen. RAHMENBEDINGUNGENGESAMTWIRTSCHAFTDie Wirtschaftsleistung im Euroraum zeigte sich im Berichtsjahr überraschend stark.
Nachdem im Krisenjahr 2009 noch ein minus von 4,1 Prozent zu verzeichnen war, konnte
das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone 2010 um 1,7 Prozent zulegen. Dabei
war die Wachstumsdynamik in der ersten Jahreshälfte besonders stark, während sie ab
dem dritten Quartal auf hohem Niveau wieder etwas abflachte. Einer der Wachstumstreiber
waren die für Bechtle relevanten Ausrüstungsinvestitionen. Sie stiegen nach Schätzungen
der Europäischen Kommission 2010 um 4,9 Prozent. Die staatlichen Konsumausgaben entwickelten
sich leicht unterdurchschnittlich und lagen bei 1,0 Prozent. Nicht partizipiert an
der allgemeinen positiven Entwicklung haben neben Griechenland auch die Bechtle-Märkte
Spanien und Irland. In diesen beiden Ländern war das BIP mit minus 0,1 bzw. 0,2 Prozent
rückläufig. Während jedoch in Irland auch die Ausrüstungsinvestitionen um minus 7,0
Prozent zurückgingen, konnte dieser Teilbereich in Spanien um 3,0 Prozent zulegen.
Außerhalb der Eurozone sind für Bechtle vor allem die Schweiz und Großbritannien interessant.
Während sich die Schweizer Wirtschaft mit einem BIP-Wachstum von 2,6 Prozent überdurchschnittlich
entwickelte, lag das Vereinigte Königreich mit 1,4 Prozent leicht unter dem Niveau
der Eurozone. Auch die deutsche Wirtschaft erfuhr im Berichtsjahr mit einem BIP-Wachstum von 3,6
Prozent einen fulminanten Auftrieb. Das ist der größte Aufschwung seit der Wiedervereinigung.
Im Vorjahr musste noch ein Rückgang um 4,7 Prozent verzeichnet werden. Die Dynamik
zeigte im Jahresverlauf eine ähnliche Entwicklung wie in der Eurozone: Nach dem Höhepunkt
im zweiten Quartal flachte das Tempo zum Jahresende hin wieder etwas ab. Wachstumstreiber
über das Jahr hinweg waren vor allem die Exporte und die Ausrüstungsinvestitionen.
Letztere stiegen um 10,9 Prozent, nachdem sie 2009 um minus 22,6 Prozent eingebrochen
waren. Die staatlichen Konsumausgaben entwickelten sich mit einem Plus von 2,3 Prozent
ebenfalls positiv. BRANCHEAuch die IT-Branche in der EU konnte im Berichtsjahr wieder deutlich zulegen. Nach
Angaben des European Information Technology Observatory (EITO) erreichte die IT-Branche
einen Zuwachs von 2,8 Prozent. Als Wachstumstreiber etablierte sich überraschenderweise
das im Vorjahr stark eingebrochene Hardwaregeschäft - es wuchs um 7,2 Prozent. Der
Handel mit Softwareprodukten stieg um 0,9 Prozent. In den größeren IT-Märkten der
EU entwickelte sich das Hardwaregeschäft weitgehend überdurchschnittlich. Die Niederlande
lagen bei 8,3 Prozent und Frankreich bei 8,7 Prozent. Zweistellig waren die Zuwächse
in Großbritannien mit 11,3 Prozent und Spanien mit 12,5 Prozent. Italien blieb mit
4,7 Prozent unter dem Durchschnitt. Der für Bechtle wichtige Schweizer Markt erreichte
nicht ganz die Dynamik der EU-Länder. Der gesamte IT-Markt wuchs um 1,8 Prozent, die
Hardwareumsätze um 2,5 Prozent. Software legte um 1,3 Prozent zu und die IT-Services
um 1,5 Prozent. Innerhalb der Dienstleistungen konnten sich die Outsourcing-Services
mit 6,0 Prozent deutlich positiver entwickeln. Der deutsche IT-Markt zeigte 2010 ein Wachstum weitgehend in Linie mit dem EU-Durchschnitt.
Die Prognose des Branchenverbands BITKOM vom Oktober 2010 rechnet mit einem Plus von
2,7 Prozent. Wachstumstreiber war auch hier das Segment IT-Hardware mit 5,1 Prozent.
Das Softwaregeschäft konnte um 2,4 Prozent zulegen. IT-Services wuchsen um 1,4 Prozent,
wobei auch hier das Teilsegment Outsourcing-Services mit 3,2 Prozent Wachstum Hauptträger
dieser Entwicklung war. GesamteinschätzungDas Jahr 2010 war für alle Beobachter eine Überraschung. Dynamik und Intensität des
Aufschwungs waren zu Jahresbeginn von niemandem in dieser Ausprägung prognostiziert
worden. So mussten sämtliche Prognosen - sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch
für den IT-Markt - im Jahresverlauf immer wieder nach oben angepasst werden. Während
jedoch für die Gesamtwirtschaft die Dynamik im Jahresverlauf etwas nachließ, konnte
der IT-Markt gemessen an der Stimmungslage der Unternehmen von Quartal zu Quartal
zulegen. Besonders überraschend waren die starken Hardware-Umsätze, die in den Vorjahren
regelmäßig hinter der Entwicklung der Bereiche Software und Dienstleistungen zurückblieben.
Die Bechtle AG hat von diesem Umfeld deutlich überdurchschnittlich profitiert. Von
Vorteil war hier vor allem, dass Bechtle im Krisenjahr 2009 sehr weitsichtig und dabei
betont vorsichtig mit Personalmaßnahmen agierte und hauptsächlich auf das Mittel Kurzarbeit
setzte. So war es dem Unternehmen möglich, im Berichtsjahr vor dem Hintergrund einer
anspringenden Konjunktur sofort wieder durchzustarten und die Wachstumschancen optimal
zu nutzen. Neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und den in fast allen Bechtle-Märkten
spürbaren Aufschwung gab es im vergangenen Geschäftsjahr keine wesentlichen Ereignisse
außerhalb des Bechtle-Konzerns, die sich nennenswert auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt
haben. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEERTRAGSLAGEDie Bechtle AG ist als Finanzholding im Wesentlichen von der Entwicklung der einzelnen
Tochtergesellschaften abhängig. Die Erhöhung der Beteiligungserträge von 26,5 Mio.
€ um 11,1 Mio. € resultiert aus dem für 2010 erstmals wirksamen Ergebnisabführungsvertrag
mit der Bechtle Managed Services AG und Ausschüttungen der Bechtle Managed Services
AG. Die im Zusammenhang mit der positiven Entwicklung der Unternehmensgruppe gestiegenen
Ergebnisbeiträge der Bechtle Systemhaus AG und der Bechtle Logisitk & Service GmbH
wurden durch umstrukturierungsbedingte rückläufige Ergebnisbeiträge der Bechtle E-Commerce
Holding AG kompensiert. Alle Prozentangaben wurden auf Basis von Mio.-€-Zahlen berechnet. Dadurch können sich
Rundungsdifferenzen ergeben. Zusätzlich zu konzerninternen Umsätzen aus Umlagen für Rechenzentrum und Verwaltungsaufgaben
hat die Bechtle AG in 2010 Handels- und Dienstleistungsumsätze mit Dritten im Rahmen
größerer IT-Projekte erzielt. Insgesamt sind die Umsatzerlöse deshalb von 28,5 Mio.
€ auf 54,9 Mio. € angestiegen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen 2010 um 7,8 Prozent zurück und beliefen
sich auf 7,1 Mio. € nach 7,7 Mio. € im Vorjahr. Sie beinhalten im Wesentlichen Kostenverrechnungen
mit Tochtergesellschaften in Höhe von 5,3 Mio. € (Vorjahr: 5,5 Mio.) sowie Erträge
aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €).
Im Vorjahr waren darüber hinaus Erträge aus dem Verkauf von eigenen Anteilen in Höhe
von 1,6 Mio. € enthalten.
Der Personalaufwand erhöhte sich von 9,9 Mio. € um 16,2 Prozent auf 11,5 Mio. €. Die
Steigerung resultiert neben der erstmaligen Dotierung der Jubiläumsrückstellung in
Höhe von 482 Tsd. € und der im Jahresdurchschnitt höheren Mitarbeiterzahl im Wesentlichen
aus der Erhöhung ergebnisabhängiger Vergütungen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen konzerninterne
Umlagen von 5,1 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €), Gebäudeaufwendungen von 3,8 Mio. € (Vorjahr:
3,5 Mio. €) sowie Aufwendungen aus Devisentermingeschäften zur Absicherung von Nettoinvestitionen
in den schweizerischen Teilkonzern von 7,5 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €). Diese werden
im Konzern mit den zugehörigen Währungsgewinnen erfolgsneutral verrechnet.
Das nachfolgend dargestellte Beteiligungsergebnis umfasst die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen
und Beteiligungen. Im Vorjahr waren Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 1,6
Mio. € enthalten. Insgesamt ist das Beteiligungsergebnis von 24,9 Mio. € um 51,0 %
auf 37,6 Mio. € gestiegen.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist im Vorjahresvergleich um 8,3
Prozent von 22,8 Mio. € auf 24,7 Mio. € gestiegen.
Der Ertragsteueraufwand hat sich von 5,2 Mio. € auf 4,1 Mio. € verringert. Dies resultiert
im Wesentlichen aus der Zusammensetzung des Beteiligungsergebnisses.
Von dem um 2,9 Mio. € verbesserten Jahresergebnis in Höhe von 20,6 Mio. € verbleiben
nach Rücklagendotierungen gemäß § 58 Abs. 2 AktG in Höhe von 4,9 Mio. € ein zur Ausschüttung
vorgesehener Bilanzgewinn von 15,7 Mio. €. Die vorgesehene Dividende je Aktie beträgt
damit 0,75 € je Aktie (Vorjahr 0,60 € je Aktie). VERMÖGENS- UND FINANZLAGEVermögenslageDie Vermögensstruktur spiegelt das Tätigkeitsfeld der Bechtle AG als Finanzholding
wider: 64,9 Prozent der Bilanzsumme entfallen mit 197,5 Mio. € auf das Finanzanlagevermögen
und 19,8 Prozent auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die im Wesentlichen
im Zusammenhang mit der Finanzierung der Tochtergesellschaften stehen. Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um 20,3 Mio. € (=7,1 %) angestiegen. Auf
der Aktivseite resultiert die Steigerung im Wesentlichen aus Investitionen in Finanzanlagen
(+11,1 Mio. €) sowie stichtagsbedingt erhöhten kurzfristigen Forderungen und Liquiden
Mitteln. Beim Eigenkapital steht dem Zugang aus dem laufenden Jahresergebnis in Höhe von 20,6
Mio. € und der Hinzurechnung gemäß Art. 67 Abs.6 Satz 1 HGB in Höhe von 0,6 Mio. €
Abgänge aus der Dividende für 2009 in Höhe von 12,6 Mio. € gegenüber. Aufgrund der
erhöhten Bilanzsumme ist die Eigenkapitalquote von 76,3 % im Vorjahr auf 74,1 % zurückgegangen. Zum Bilanzstichtag verfügt die Bechtle AG über liquide Mittel in Höhe von 29,1 Mio.
€. Mit freien Kreditlinien in Höhe von 30,3 Mio. € (Vorjahr: 29,1 Mio. €) steht nach
wie vor eine ausreichende Liquiditätsreserve für künftige Expansionen und Akquisitionen
zur Verfügung.
FinanzlageIm Berichtsjahr wurden Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe
von 0,8 Mio. € und Sachanlagen in Höhe von 1,0 Mio. € getätigt. Die Investitionen
in das Finanzanlagevermögen von insgesamt 11,1 Mio. € betreffen Auszahlungen für den
Erwerb eines Tochterunternehmens (7,2 Mio. €) sowie den Kauf eines Schuldscheindarlehens
(5 Mio. €). Aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergibt sich - wie im Vorjahr - ein Mittelzufluss
in Höhe von 31,0 Mio. €. Die Dividendenausschüttung in Höhe von 12,6 Mio. €, der Mittelzufluss aus dem Saldo
aus Tilgung und Aufnahme von Finanzkrediten in Höhe von 6,0 Mio. € sowie Zinszahlungen
in Höhe von 0,5 Mio. € führten zusammen zu Mittelabflüssen aus der Finanzierungstätigkeit
von 7,1 Mio. € (Vorjahr: 14,0 Mio. €). Der Finanzmittelbestand zum Stichtag 31. Dezember 2010 beträgt 29,1 Mio. € (Vorjahr:
24,4 Mio. €). Die Erhöhung beruht im Wesentlichen auf der Minderung des Mittelabflusses
aus der Finanzierungstätigkeit.
Ein wesentlicher Teil der selbstgenutzten und an Tochterunternehmen untervermieteten
Immobilien wird über Leasingvereinbarungen finanziert. Von den im Anhang angegebenen
finanziellen Belastungen aus Miet- und Leasingvereinbarungen betreffen 26,9 Mio. €
Immobilien. Weiterhin werden bei der Bechtle AG zur Optimierung der Bilanz- und Finanzierungsstruktur
im Einzelfall und mit vergleichsweise geringen Volumina Factoringgeschäfte vorgenommen. CHANCEN- UND RISIKOBERICHTZu den Grundsätzen einer wertorientierten, verantwortungsbewussten und nachhaltigen
Unternehmensführung gehört das Nutzen unternehmerischer Chancen bei gleichzeitig vorausschauender
Steuerung der damit verbundenen Risiken. Die Früherkennung, Bewertung und Überwachung
der Risiken sind bei Bechtle ebenso Bestandteil der Absicherung des langfristig profitablen
Wachstums wie das aktive Management von Chancen im Rahmen der Unternehmensentwicklung. RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENTGrundverständnisIm Bechtle-Konzern sind Risiko- und Chancenmanagement bestimmungsgemäß eng miteinander
verzahnt. Unter einer Chance ist die Möglichkeit eines für das Unternehmen günstigen
Ereignisses oder Verlaufs ebenso zu sehen wie eine positive Abweichung von einem geplanten
Szenario. Das interne Chancenmanagement der Bechtle AG leitet sich im Wesentlichen
von der Strategie der Geschäftssegmente und deren Zielen ab. Die direkte Verantwortung
für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen
obliegt in erster Linie dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in
den jeweiligen Geschäftssegmenten und Holdinggesellschaften in Form der Bereichsvorstände
und Geschäftsführer. Diese Aufgaben sind somit, wie auch das Risikomanagement, integraler
Bestandteil des konzernweiten Planungs- und Steuerungssystems. Das Management der
Bechtle AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen und umfänglichen
Szenarien zur Markt- und Konkurrenzsituation im Umfeld des Unternehmens sowie den
kritischen Erfolgsfaktoren für die Unternehmensentwicklung. Daraus werden konkrete
Chancenpotenziale für die jeweiligen Geschäftssegmente abgeleitet und in Planungsgesprächen
zwischen Vorstand und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert sowie
entsprechende Ziele im Rahmen der Potenzialausschöpfung vereinbart. Die Möglichkeit, dass ein Ereignis negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf
und somit auf die Zukunft des Unternehmens hat, wird als Risiko bezeichnet. Ein Risiko
ist damit die Gefahr, dass Ziele nicht erreicht oder Strategien nicht erfolgreich
umgesetzt werden. Dies umfasst alle internen und externen Ereignisse, Handlungen oder
Versäumnisse, die eine potenzielle Bedrohung für den Erfolg oder die Existenz des
Unternehmens darstellen. Dabei ist der Risikobegriff nicht auf negative Entwicklungen
oder Ereignisse beschränkt, sondern bezieht ausdrücklich das Versäumen oder die mangelhafte
Nutzung positiver Entwicklungsmöglichkeiten ein. Risikomanagement wird bei der Bechtle AG definiert als Gesamtheit aller organisatorischen
Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer
Betätigung. Oberstes Ziel des Risikomanagements sind insbesondere das rechtzeitige
Erkennen wesentlicher und bestandsgefährdender Risiken, deren Bewertung sowie das
Initiieren entsprechender Maßnahmen im Rahmen der Risikosteuerung, damit die Schadensfolgen
aus dem möglichen Eintritt eines Risikos für das Unternehmen minimiert oder abgewendet
werden können. Effizientes Risikomanagement stellt sicher, dass Mitarbeiter und Ressourcen
so eingesetzt werden, dass das Erreichen der Unternehmensziele bestmöglich unterstützt
wird. Es ist hingegen nicht Aufgabe des Risikomanagements, alle Risiken zu vermeiden. Um
Chancen erfolgreich zu erschließen, muss ein Unternehmen innerhalb seiner unternehmerischen
Tätigkeit bewusst Risiken eingehen. Dabei ist wichtig, dass die Risiken auf ein akzeptables
Maß begrenzt und so gut wie möglich kontrolliert werden. Den Rahmen dafür setzt die
Risikopolitik beziehungsweise -strategie im Sinne einer übergeordneten Grundausrichtung
des Unternehmens. Die Risikostrategie gründet bei der Bechtle AG auf der Unternehmenskultur,
den Unternehmensgrundsätzen und den strategischen Unternehmenszielen, die das tägliche
Handeln bestimmen und auf unterschiedlichste Weise als Orientierungshilfe bei allen
Entscheidungen dienen. In der Bechtle-Firmenphilosophie, dem Bechtle-Verhaltenskodex
("Code of Conduct") sowie den Bechtle-Führungsgrundsätzen sind die wesentlichen Elemente
dieser kulturellen Grundprägung des Unternehmens verankert. Im Rahmen der Vision 2020 verfolgt die Bechtle AG das Ziel, im Segment IT-Systemhaus
& Managed Services flächendeckend in der D-A-CH-Region vertreten zu sein und dabei
der führende IT-Partner für Geschäftskunden und öffentliche Auftraggeber zu werden.
Im Segment IT-E-Commerce strebt der Konzern die Marktführerschaft in Europa an und
im nächsten Schritt die Internationalisierung jenseits der europäischen Grenzen. Das
angestrebte profitable Wachstum geht dabei zwingend einher mit dem Eingehen geschäftlicher
Risiken. Dem muss auch die Risikopolitik der Bechtle AG Rechnung tragen. OrganisationDie Risikomanagement-Organisation bildet den institutionellen Rahmen für das Risikomanagement.
Sie begleitet hinsichtlich des Risikoaspekts die Managementprozesse im Unternehmen.
Entsprechend dem organisatorischen Aufbau der Bechtle-Gruppe findet beim Risikomanagement
eine klare Trennung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen der Konzernholding
beziehungsweise den Zwischenholdings und den operativen Tochtergesellschaften statt.
Das Konzerncontrolling hat ein geeignetes Berichtswesen aufgebaut, das die frühzeitige
Identifizierung erfolgsgefährdender Entwicklungen ermöglicht. Neben der Bereitstellung
einer Vielzahl von Analysetools für die operativen Einheiten werden auf Grundlage
von periodischen Auswertungen und Statistiken Erkenntnisse gewonnen, die ein effektives
Risikomanagement in den einzelnen Tochterunternehmen unterstützen. Somit liegt ein
wesentlicher Teil der Verantwortung für das aktive Risikomanagement bei den Geschäftsführern
("Risk Owner") der Konzerngesellschaften. Dieses Grundprinzip entspricht im Übrigen
der Dezentralität des Geschäftsmodells und der Führungsphilosophie der Bechtle AG. Die Risikomanagement-Organisation übernimmt im Kern zwei Funktionen:
Im Rahmen des Risikomanagements ist die effektive Kommunikation der wesentlichen Aufgaben
und Inhalte über die Hierarchiestufen hinweg von entscheidender Bedeutung für die
Verzahnung mit dem operativen Geschäft. Ein wichtiges Instrument zur Organisation
und Steuerung des notwendigen Informationsflusses ist in diesem Zusammenhang die Gremien-
und Teamarbeit. Auf der obersten Ebene der Bechtle AG sind dies die Aufsichtsrats-
und Vorstandssitzungen sowie die Risikomanagementsitzungen. Auf der Ebene der Geschäftsführung
sind es vor allem die Bereichsvorstandssitzungen, Geschäftsführertagungen, Strategietagungen
sowie Planungs- und Einzelgespräche mit dem Vorstand. Rechnungslegung (IKS)Als kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft im Sinne des § 264d HGB ist die Bechtle
AG gemäß § 289 Abs. 5 HGB verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll-
und Risikomanagementsystems (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Bechtle lehnt sich beim IKS an die Definition des Instituts der Wirtschaftsprüfer
in Deutschland e.V., Düsseldorf an. Danach umfasst das IKS die vom Management eingeführten
Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die gerichtet sind auf die organisatorische Umsetzung
der Entscheidungen des Managements zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens, einschließlich
der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschäden), zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit
der internen und externen Rechnungslegung und zur Einhaltung der für das Unternehmen
maßgeblichen Vorschriften. Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind bei der Bechtle AG folgende Strukturen
und Prozesse implementiert: Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
bei der Bechtle AG. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind
alle strategischen Geschäftssegmente eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und
Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen IKS sind in Richtlinien
und Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen aktuellen
externen und internen Entwicklungen angepasst werden. Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
erachtet das Management solche Merkmale des IKS als wesentlich, die die Bilanzierung
und die Gesamtaussage des Jahresabschlusses einschließlich Lagebericht maßgeblich
beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:
Risikoidentifikation und -bewertungUm die relevanten Risiken der Bechtle AG möglichst vollständig zu erfassen, arbeitet
das Unternehmen mit einem Risikoerfassungsbogen. Dieser strukturiert verschiedene
Risikoarten in Form einer Checkliste. Diese Liste kann inhaltlich von den an der Risikoidentifikation
und -bewertung beteiligten Führungsverantwortlichen angepasst und ergänzt werden,
um möglichen Besonderheiten einzelner Geschäftsfelder Rechnung zu tragen. Der Risikoerfassungsbogen, der eine möglichst vollständige Übersicht denkbarer Risiken
geben soll, ist die Grundlage für die Risikobewertung: Jedes Risiko wird in Bezug
auf Eintrittswahrscheinlichkeit und erwartete Schadenshöhe (Risikopotenzial) bewertet
und in einer Risikomatrix hinsichtlich der Bedeutung (A-, B- und C-Risiken) positioniert.
Die Bewertung gibt an, wie wahrscheinlich der Risikoeintritt für das zugrunde liegende
Risikopotenzial ist. Das Ergebnis ist eine aggregierte Darstellung aller identifizierten
Risiken in Form einer "Risikolandkarte", und zwar sowohl für die Bechtle AG als Konzern
als auch für jedes ihrer Geschäftssegmente. RisikosteuerungAuf die identifizierten Risiken reagiert das Unternehmen fallbezogen und mit unterschiedlichen
Strategien:
Risikoberichterstattung und -dokumentationDas Management der Bechtle AG hält regelmäßig und mehrmals pro Jahr Risikomanagementsitzungen
ab, deren inhaltlicher Bezug stetig überprüft und weiterentwickelt wird. So finden
zusätzlich zur Risikomanagementsitzung der Bechtle AG für jedes Segment und die einzelnen
Führungsbereiche separate Sitzungen statt, in denen die Risiken explizit mit den Verantwortlichen
besprochen und kontinuierlich neu bewertet werden. Der Vorstandsvorsitzende und der
Aufsichtsratsvorsitzende wohnen jeder dieser Sitzungen bei. Die betreffenden Bereichsvorstände
sowie einzelne mit Controlling- und Risikomanagementaufgaben betraute Mitarbeiter
nehmen an Besprechungen ebenfalls teil. Mit diesem Teilnehmerkreis sind alle für den
Erfolg des Unternehmens wesentlichen Bereiche und Verantwortlichkeiten im Prozess
des Risikomanagements eingebunden. Ergänzend zu der regulären Berichterstattung und
der Bewertung von Risiken im Rahmen dieser Sitzungen ist eine Ad-hoc-Berichterstattung
vorgesehen, in der kritische Themen rechtzeitig an die zuständigen Gremien (Prüfungsausschuss,
Aufsichtsrat) und die übrigen im Risikomanagementprozess involvierten Personen kommuniziert
werden. CHANCENMarkt und WettbewerbAls ein Unternehmen der IT-Branche ergeben sich für die Bechtle AG bei einer positiven
Wirtschaftsentwicklung Chancen für ein erfolgreiches Wachstum. Aber auch bei einer
stagnierenden oder zurückgehenden Gesamtwirtschaft kann Bechtle über die Konsolidierung
der Wettbewerbslandschaft von dieser Entwicklung profitieren sowie den relativen Marktanteil
aus eigener Kraft ausbauen. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Konzern intensiv
mit strategischen Markt- und Wettbewerbsanalysen und leitet daraus konkrete Wachstumsoptionen
für die künftige Entwicklung ab. Darüber hinaus stehen selbstverständlich die Branchen-
und Technologietrends im Fokus der Betrachtung, die unmittelbar Konsequenzen für das
profitable Wachstum des Unternehmens haben. Der IT-Markt ist geprägt von einer hohen Innovationskraft und kurzen Produktzyklen.
Die Bedeutung der Informationstechnologie nimmt aufgrund der fortschreitenden Technisierung
stetig zu - sowohl im Alltagsleben, aber vor allem auch im industriellen Umfeld. Daher
liegt auch in den als saturiert geltenden Märkten wie den Ländern Westeuropas nach
wie vor ein großes und weiter steigendes Wachstumspotenzial. Vor allem hochwertige
Dienstleistungen werden aufgrund der Komplexität der IT immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Das Produkt- und Leistungsportfolio von Bechtle deckt alle aktuellen und derzeit absehbaren
Bedürfnisse industrieller Kunden ab. Die Voraussetzungen zur Erschließung der sich
daraus ergebenden Wachstumspotenziale sind aufgrund der strukturellen und strategischen
Aufstellung des Konzerns somit gegeben. Der Systemhausmarkt, insbesondere im deutschsprachigen Raum, befindet sich seit einigen
Jahren in einer starken Konsolidierungsphase, die Bechtle aktiv nutzt. Das Unternehmen
hat auf der Basis seiner soliden Finanzkraft und der guten Reputation seit dem Börsengang
etwa 40 Akquisitionen getätigt und damit seine Marktstellung kontinuierlich gestärkt.
Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Branchenbereinigung sowie der nach wie
vor sehr guten Vermögenslage und Finanzausstattung des Bechtle-Konzerns ergeben sich
für das Unternehmen auch in Zukunft Chancen, die Wettbewerbsposition weiter zu festigen
- etwa durch Zukäufe oder eine Erweiterung des Produkt- und Leistungsspektrums. Auch
im Berichtsjahr hat Bechtle diese Chance genutzt und insgesamt drei Unternehmen, zwei
deutsche Systemhäuser und ein österreichisches, akquiriert. Der Bechtle-Konzern nimmt eine führende Wettbewerbsstellung ein und kann aufgrund
seiner dezentralen Struktur schnell und flexibel agieren, um die regionale Marktausschöpfung
zu erhöhen. Zusätzlich ermöglicht die finanzielle Solidität des Unternehmens, Schwächen
der Mitbewerber entschlossen auszunutzen. Der strategische Fokus im Berichtsjahr richtete
sich auf die sich bietenden Chancen beim Ausbau des relativen Marktanteils in den
jeweiligen Regionen. Aufgrund der sich nur zögerlich verbessernden Kreditversorgung und der zum Teil unzureichenden
Finanzausstattung vieler mittelständischer Unternehmen ergeben sich zusätzliche Chancen
für den Bechtle-Konzern. Die Notwendigkeit der Kunden, kurzfristig Kosten einzusparen,
bedingt eine wachsende Nachfrage nach innovativen IT-Konzepten und Serviceleistungen.
Parallel dazu steigen die Anforderungen an die Informationstechnologie, denn langfristig
werden Unternehmen nur dann einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil realisieren, wenn
sie die IT als Produktionsfaktor verstehen und den Wandel der IT zum wertschöpfenden
Unternehmensbereich erfolgreich gestalten. Das Segment IT-E-Commerce soll in den nächsten Jahren - vor allem auch im Hinblick
auf die Vision 2020 - überdurchschnittlich wachsen. Hier liegen die Chancen neben
der geplanten Entwicklung an den bereits existierenden Standorten vor allem in der
weiteren Internationalisierung des Geschäfts auf der Grundlage einer Mehrmarkenstrategie.
Die notwendigen Systeme und Prozesse wurden in den letzten Jahren fortlaufend verbessert
und bilden eine verlässliche Basis für weiteres Wachstum. Im Berichtsjahr hat der
Konzern mit der Marke Bechtle direct den Schritt nach Osteuropa vollzogen und eine
Tochtergesellschaft in Polen eröffnet. Ebenfalls im Berichtsjahr bereitete Bechtle
den Markteintritt in Tschechien vor und eröffnete im ersten Quartal 2011 eine eigene
Landesgesellschaft in Prag. Die Marke Comsoft - der Spezialist für Softwarelizenzierung
und -management - startete im Berichtsjahr in drei neuen europäischen Ländern: Belgien,
Italien und Spanien. Damit ist die Comsoft neben Deutschland in sieben europäischen
Staaten vertreten. Für alle drei Handelsmarken sind 2011 weitere Expansionsschritte
in Europa geplant. Mittelfristig stellen für die Marke Bechtle direct Lateinamerika
und langfristig Asien attraktive Wachstumsmärkte dar. Das Thema Klimaschutz hat sich unter dem Schlagwort Green IT bereits zu einer festen
Größe in der IT-Branche etabliert. Um den Anforderungen an eine umweltbewusste IT
gerecht zu werden und die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen, hat Bechtle ein
innovatives Angebot an emissionsarmen energiesparenden Produkten eingeführt. Ferner
bietet Bechtle im Dienstleistungssektor kundenspezifische Lösungen an, die beispielsweise
durch Serverkonsolidierung oder Virtualisierung ebenfalls zur Energieeinsparung der
IT-Infrastruktur beitragen. KundenIm Segment IT-Systemhaus & Managed Services bearbeitet Bechtle die deutschsprachigen
regionalen Märkte mit einem flächendeckenden Netz an Systemhäusern. Aufgrund der breit
gefächerten Kundenstruktur sind die Einflüsse aus branchenbezogenen Konjunktursonderverläufen
und speziellen investiven Rahmenbedingungen für das Unternehmen relativ gering. Zudem
stellt die langjährige Präsenz von Bechtle in diesem Segment für potenzielle Wettbewerber
eine hohe Markteintrittsbarriere dar. Die starke Wettbewerbsposition im Mittelstand
bietet für Bechtle die Chance, die Marktführerschaft in diesem Bereich auszubauen
und das eigene Geschäftsmodell branchenübergreifend auszurichten. Bechtle vermarktet seine Leistungen auch im Kundensegment der öffentlichen Auftraggeber
und hat in den letzten Jahren die Aktivitäten in diesem Geschäftsbereich konsequent
ausgebaut. Neben der grundsätzlichen Chance, die in der Verbreiterung des Kundenportfolios
und dem damit erreichbaren höheren Geschäftsvolumen liegt, eröffnen die Fokussierung
auf die Anforderungen der öffentlichen Auftraggeber und die Berücksichtigung der Besonderheiten
der Vergabepraxis in diesem Segment eine weitere Chance: Das Investitionsverhalten
dieser Kundengruppe ist weniger konjunkturanfällig und häufig sogar antizyklisch. Im Segment IT-E-Commerce ist Bechtle mit den Marken ARP, Bechtle direct und Comsoft
direct in ausgewählten Ländern Europas tätig. Als künftige Wachstumschance sieht Bechtle
in diesem Segment neben einer breiteren Kundenansprache auch die verstärkte Kundenbindung
durch den Einsatz von bios®-Shops. Neben Bechtle direct mit der Ausrichtung auf Unternehmenskunden wurde Bechtle ÖA direct
als Angebotsplattform für Kunden im öffentlichen Bereich etabliert. Auch hier bieten
sich die bereits angesprochenen Chancen aufgrund des antizyklischen Investitionsverhaltens
öffentlicher Auftraggeber und der überdurchschnittlichen Wachstumsraten, die Bechtle
in diesem Kundensegment in den letzten Jahren erzielt hat. Hersteller und DistributorenDie Bechtle AG unterhält enge Partnerschaften zu allen bedeutenden Lieferanten und
Herstellern der ITBranche. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation mit IBM im Bereich
Outsourcing. Die intensive Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen ermöglicht es
Bechtle, für die wachsende Bandbreite der Kundenanforderungen technologisch passende
Lösungen anzubieten. Vor allem durch ein umfangreicheres Angebot an individuellen
Servicelösungen für Unternehmenskunden und öffentliche Auftraggeber verbessert Bechtle
damit die eigenen Wachstumschancen. Darüber hinaus gehört die Bechtle AG zu den größten
HPPartnern in Europa. Im Rahmen der Partnerschaften zu den bedeutendsten Lieferanten
und Herstellern kann der Konzern fast ausschließlich auf Zertifizierungen mit dem
höchsten Partnerstatus verweisen. Zur Unterstützung der Zusammenarbeit hat Bechtle für strategische Hersteller zusätzlich
sogenannte Vendor Integrated Product Manager (VIPM) etabliert, die gleichermaßen die
Interessen des Herstellers wie die von Bechtle vertreten. So können beispielsweise
Informationen der Hersteller zentral, zielgerichtet und unverzüglich an die zuständigen
Mitarbeiter in der Beschaffung, im Vertrieb und im Dienstleistungsbereich des Unternehmens
weitergegeben werden. Damit gewährleistet Bechtle ein Leistungsangebot, das aus Kundensicht
jederzeit dem neuesten Stand der Technik entspricht. Auf diese Weise steigt die Qualität
der Vertriebsaktivitäten und die Kunden profitieren darüber hinaus sofort von den
Vorteilen aus innovativen Produktaktionen der Hersteller. Im Gegenzug stellen beispielsweise
die Bechtle-Produktkataloge für die Hersteller und Distributoren seit Jahren einen
Vertriebskanal mit hohem Multiplikationseffekt dar. Durch die Standardisierung der logistischen Abläufe und die Vereinheitlichung der
Warenwirtschaftssysteme zwischen Bechtle und den Partnern werden darüber hinaus zahlreiche
Synergien realisiert. Dies führt nicht nur zu einer Verbreiterung des Produktangebots
bei zunehmender Verfügbarkeit der Ware, sondern erhöht auch die Attraktivität von
Bechtle für andere Distributoren und Hersteller. LeistungsspektrumUnternehmenskunden erwarten von ihrem IT-Dienstleister zunehmend Komplettlösungen
aus einer Hand. Bechtle verfügt mit der Kombination aus Handel und Dienstleistung
- sowie innerhalb der Dienstleistung mit der Mischung aus Projekt-, Service- und Finanzierungsgeschäft
- über gute Voraussetzungen, um von diesem Trend zu profitieren. Darüber hinaus hat
sich Bechtle durch Akquisitionen, strategische Abkommen und speziell auf die Bedürfnisse
und Trends des Markts ausgerichtete Competence Center entsprechend positioniert und
durch qualifizierte Mitarbeiter verstärkt. Bei der Beschaffung und beim Betrieb der IT haben viele Unternehmen die Realisierung
von Einsparpotenzialen im Fokus. Bestehende Geschäftsprozesse werden überprüft und
innovative IT-Managementmodelle wie beispielsweise Outsourcing gewinnen an Bedeutung.
Das teilweise oder gänzliche Auslagern der IT ermöglicht es den Firmen, Betriebskosten
stärker zu variabilisieren und die Kapitalbindung in Form von IT-Investitionen zu
reduzieren. Aufgrund der stetig zunehmenden Relevanz der IT für alle Unternehmensprozesse
sowie einer gewissen Unsicherheit auf Kundenseite infolge von Insolvenzen selbst namhafter
Systemhäuser hinterfragen viele Outsourcing-Kunden die Verlässlichkeit ihrer Partner.
Dies hat unmittelbar Einfluss auf die Wahl der Dienstleister, die Preise sowie auf
die Art und Weise, von wem externe Services bezogen werden. Für Bechtle als wirtschaftlich
sehr soliden, verlässlichen Partner mit guter Reputation können sich aufgrund des
erweiterten Angebots an Outsourcing-Lösungen und Managed Services daher künftig attraktive
Wachstumsmöglichkeiten ergeben. Die Kundenbeziehungen in diesem sogenannten Betriebsgeschäft
sind meist langfristig angelegt, was der Planbarkeit der Geschäftsentwicklung zugutekommt.
Ferner versprechen die Projekte höhere Margen als die Aufträge des klassischen Handelsgeschäfts. Eine andere Art der Beschaffung und des Betreibens von IT-Infrastrukturen und deren
Anwendungen in Unternehmen hat unter dem Begriff Cloud Computing im vergangenen Jahr
Einzug in die Branche gehalten. Beim Cloud Computing werden Rechenleistung, Speicher,
Applikationen und IT-Services in Echtzeit über Datennetze bezogen. Der Preis der einzelnen
Leistungen orientiert sich dabei an deren tatsächlicher Nutzung. In dem neuen Geschäftsfeld
Cloud Computing sieht die IT-Branche ein großes Wachstumspotenzial, es stellt aber
insbesondere mittelständische Anbieter von Software und IT-Services vor völlig neue
Herausforderungen. So müssen nicht nur Produkte und Dienstleistungen, sondern ganze
Geschäftsmodelle, Vertriebsstrategien und Beratungsleistungen entsprechend an die
neue Technologie angepasst werden. Die künftige Rolle der Serviceprovider am IT-Markt
wird darin bestehen, Cloud Computing den Unternehmen nahezubringen. Dies kann entweder
mittels eigener Cloud-Services geschehen oder indem die Systemhäuser als Zwischenhändler
fungieren und eine vermittelnde Rolle zwischen den großen Cloud-Anbietern und den
Anwenderunternehmen einnehmen. Bechtle ist sowohl in Kooperation mit namhaften Partnern
als auch mit einem eigenständigen Lösungsangebot im Cloud-Computing-Markt tätig. Die
Bechtle-Systemhäuser können in diesem Zusammenhang auf ein breites Portfolio an Virtualisierungs-
und Servertechnologien, Infrastrukturlösungen und sicherheitsrelevanten Applikationen
verweisen und schaffen so die notwendigen kundenindividuellen Voraussetzungen für
den Bezug und das Betreiben der IT aus der "Wolke". Darüber hinaus bietet der Konzern
seinen Kunden Beratungs- und Integrationsleistungen rund um das Thema Cloud an, da
die spezifischen Services oft in die bestehenden Systeme integriert und damit vernetzt
werden müssen. Nach einer Studie der Experton Group für den BITKOM wird der Umsatz
mit Cloud Computing in Deutschland von 1,9 Mrd. € im Jahr 2011 auf 8,2 Mrd. € im Jahr
2015 steigen. Das Umsatzwachstum liegt somit bei durchschnittlich 48 Prozent pro Jahr.
In fünf Jahren werden danach etwa 10 Prozent der gesamten IT-Ausgaben auf diese Technologie
entfallen. Vor dem Hintergrund einer im Berichtsjahr immer noch erschwerten Kreditvergabe im
Umfeld des industriellen Mittelstands verzeichnen insbesondere die IT-Systemhäuser
mit einem technologischen Komplettlösungspaket und einem erweiterten Angebot an Finanzierungsleistungen
einen gewissen Wettbewerbsvorteil. Das Angebot von Leasingmodellen bietet besonders
in wirtschaftlich angespannten Phasen die Chance, wichtige IT-Projekte trotz sinkender
Budgets umzusetzen. Zudem fördert diese Finanzierungsalternative die langfristige
Kundenbindung und die Neukundengewinnung. UnternehmensorganisationDurch eine konsequente Ausrichtung der Unternehmensstruktur an der Strategie wurde
eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, um die sich aus den skizzierten Marktentwicklungen
ergebenden Chancen nutzen zu können. Die mit rund 60 Lokationen flächendeckende Präsenz
in Deutschland und der Schweiz sowie die zwei Standorte in Österreich ermöglichen
es Bechtle, über die regionalen Systemhäuser sowohl lokale Mittelständler vor Ort
zu adressieren als auch - in der Gesamtheit als Bechtle-Gruppe - überregionale Unternehmen
und Konzerne als Kunden zu gewinnen, die einen großen IT-Dienstleister als zuverlässigen
Partner bevorzugen. Trotz der hohen Bedeutung dezentraler Verantwortungs- und Entscheidungsstrukturen
profitiert die Bechtle-Gruppe von ihrer Größe im Bereich der zentralisierten administrativen
Aufgaben sowie den gebündelten Einkaufs- und Logistikprozessen durch die Nutzung entsprechender
Skaleneffekte. Competence Center, spezialisierte Produktmanagementteams und Geschäftsfeldverantwortliche
bündeln zusätzlich Know-how, das zentral allen Standorten zur Verfügung gestellt wird. Über die gewonnene Marktposition und die Kombination aus dezentralen und zentralen
Strukturelementen hat Bechtle gute Voraussetzungen, sich bietende Marktchancen aktiv
wahrnehmen zu können. So hat der Konzern im Geschäftsbereich Öffentliche Auftraggeber
die Kompetenzen und Erfahrungen für dieses spezielle Marktsegment zentral gebündelt.
Aus dem organisierten Zusammenspiel zwischen zentraler Unterstützung und dezentraler
Marktbearbeitung durch die Systemhäuser ergeben sich verbesserte Chancen für Wachstum
in diesem Markt - ein bewährtes Grundprinzip, dem Bechtle im Übrigen auch bei dem
neu geschaffenen Geschäftsbereich Software und bei der Organisation des Bereichs Managed
Services folgt. PersonalFür Bechtle haben die langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, eine
hohe Motivation und eine positiv wirkende Unternehmenskultur eine große Bedeutung.
Wesentliche Voraussetzung für ein gutes Klima im Unternehmen ist der praktizierte
Führungsstil. Das Management des Unternehmens lebt die in der Unternehmensphilosophie
verankerten Grundwerte vor und schafft ein offenes Klima des wechselseitigen Vertrauens.
Kurze Kommunikationswege gehören ebenso dazu wie der offene Austausch zwischen den
Unternehmensbereichen, Lokationen und Hierarchieebenen. Das ist wichtig, um vorhandenes
Wissen nutzbar zu machen und um bei Entscheidungen sowohl die strategische als auch
die operative Sicht angemessen berücksichtigen zu können. Die Auseinandersetzung mit einem drohenden Fachkräftemangel stellt für Bechtle ebenfalls
eine Herausforderung dar. Durch die Verknappung qualifizierter Mitarbeiter ergeben
sich möglicherweise jedoch auch Chancen - zum Beispiel wenn es dem Unternehmen gelingt,
zum einen genügend Fachkräfte selbst auszubilden und zum anderen Mitarbeiter langfristig
zu halten. So hat sich Bechtle zum Ziel gesetzt, die Ausbildungsquote in Deutschland
bis 2012 auf circa 12 Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus investiert Bechtle regelmäßig
in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Die 1999 gegründete Bechtle Akademie
stellt im zunehmend härter werdenden Wettbewerb um zukünftige Mitarbeiter einen wichtigen
Baustein dar. Der Bereich Personalentwicklung ergänzt seit etwa zwei Jahren die Aktivitäten
der Bechtle Akademie. Gleichzeitig stellt die Akademie eine bewährte organisatorische
Plattform für die programmatische Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der Personalentwicklung
dar. 2010 initiierten Akademie und Personalentwicklung eine Reihe neuer Programme
für Fach- und Führungskräfte. Beispielsweise startete die Bechtle AG unter dem Motto
"Bei Bechtle in Führung gehen" eine Personalentwicklungsmaßnahme für Geschäftsführer
des Bechtle-Konzerns sowie das Programm "Sales Force", eine Fortbildungsmaßnahme für
Vertriebsmitarbeiter und Dienstleister. RISIKENDie nachfolgend beschriebenen Risiken könnten nach Einschätzung des Managements zum
Teil erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage,
den Aktienkurs sowie die Reputation des Unternehmens haben. Dennoch sind hier nicht
alle Risiken dargestellt, denen der Bechtle-Konzern ausgesetzt ist. Sonstige Risiken,
die derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die aktuell als unwesentlich eingeschätzt
werden, könnten die Geschäftsentwicklung des Unternehmens ebenfalls beeinträchtigen. Gesamtwirtschaft und BrancheDie Bechtle AG vertreibt IT-Produkte in 13 europäischen Ländern und bietet IT-Dienstleistungen
in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Auch wenn vor allem eine hohe Abhängigkeit
vom inländischen Markt besteht, hat die Entwicklung der europäischen Wirtschaft insgesamt
entscheidenden Einfluss auf das Wachstum von Bechtle, da die Auslandsmärkte rund ein
Drittel des Umsatzes ausmachen. Im Berichtsjahr hat sich die Wirtschaft in den meisten europäischen Ländern deutlich
erholt. Insbesondere in Deutschland war von der Krisenstimmung des Vorjahres nichts
mehr zu spüren. Inwieweit dieses Wachstum auch 2011 anhalten wird, ist nicht mit Gewissheit
vorherzusehen. Insofern bestehen bei einem theoretisch möglichen stagnierenden oder
gar rückläufigen Konjunkturverlauf entsprechende Risiken für die Ertrags-, Vermögens-
und Finanzlage des Bechtle-Konzerns und damit auch der Bechtle AG. Bechtle agiert in einem äußerst wettbewerbsintensiven und technologisch schnelllebigen
Markt. Der hinsichtlich Preisbildung, Produkt- und Servicequalität herrschende Wettbewerb
prägt sowohl den ITHandels- als auch den IT-Dienstleistungsbereich. Dabei wird Bechtle
mit einem steigenden Preis- und Margendruck sowie mit partiellen Nachfragerückgängen
und extrem konjunkturanfälligen Wachstumsverläufen konfrontiert. Ferner durchläuft
der IT-Markt nach wie vor eine Phase der Konsolidierung, die zu einer Stärkung einzelner
Wettbewerber und einer Veränderung der Marktanteile führen kann. Die Ertragslage des
Unternehmens hängt wesentlich davon ab, inwieweit Bechtle die Branchenkonsolidierung
zur Erzielung eines eigenen überdurchschnittlichen Wachstums nutzen kann und mit welcher
Effektivität und vor allem Effizienz es dem Konzern gelingt, den wachsenden Bedürfnissen
der Kunden nach intelligenteren ITLösungen gerecht zu werden. Den Marktrisiken begegnet Bechtle unter anderem durch eine Verstärkung von Geschäftsbereichen
mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial - wie beispielsweise Managed Services.
Dieses Geschäftsfeld bietet durch seine Outsourcing-Dienstleistungen nicht nur attraktive
Wachstumsperspektiven, sondern reduziert mit längeren Vertragslaufzeiten auch die
kurzfristige Konjunkturabhängigkeit des Bechtle-Geschäfts. Um die Marktposition der Bechtle AG in Europa weiter zu stärken, erschließt das Unternehmen
im Segment IT-E-Commerce fortlaufend neue Ländermärkte. Dabei sieht sich Bechtle mit
politischen, volkswirtschaftlichen und rechtlichen Risiken in den jeweiligen Zielländern
konfrontiert. Die Etablierung neuer Handelsgesellschaften erfordert darüber hinaus
ein starkes Engagement im Vertrieb, das nicht immer erfolgreich sein muss. Die Umsätze
und Ergebnisse könnten durch Anlaufkosten für Gründung und Personal sowie Investitionen
in länderspezifische Verkaufs- und Marketingaktivitäten negativ beeinflusst werden.
Außerdem besteht das Risiko, dass die gewählten Maßnahmen sich später als nicht tragfähig
erweisen oder nicht die erwartete Marktakzeptanz finden. Die Bechtle AG grenzt derartige
Risiken sowie Risiken, die sich aus den rechtlichen, wirtschaftlichen oder unternehmensspezifischen
Rahmenbedingungen ergeben, durch umfangreiche Analysen und Prüfungen im Vorfeld des
Markteintritts, ein einheitliches Beteiligungscontrolling für alle E-CommerceGesellschaften
und einen sukzessiven Know-how-Transfer aus vorangegangenen Markterschließungen so
gut wie möglich ein. Zudem ist es Teil einer Markteintrittsstrategie, geeignetes Fachpersonal
sowie Führungskräfte zu gewinnen, die über detaillierte Kenntnisse des lokalen Marktes
und der sonstigen Rahmenbedingungen verfügen. Daher werden in der Regel die Führungspositionen
in den neuen Landesgesellschaften mit einheimischen Managern besetzt, die allerdings
vorab ein intensives Einarbeitungsprogramm in Deutschland durchlaufen. GeschäftstätigkeitKostenstrukturDie Kostenstruktur der Bechtle AG ist von einem hohen Personalkostenanteil geprägt,
der nur mit zeitlicher Verzögerung an eine veränderte Auslastung angepasst werden
kann. In Phasen einer schwachen Konjunktur kann Bechtle, ohne wesentliche Beeinträchtigung
der Beschäftigung, die Funktionskosten nur mittelfristig in einem gewissen Umfang
senken. Zudem müssen Maßnahmen, die die Personalkosten betreffen, immer auch das bestehende
oder mögliche zukünftige Personalrisiko (Fachkräftemangel) berücksichtigen. BeschaffungDen Risiken auf den Einkaufsmärkten begegnet die Bechtle AG mit einem gezielten Lieferantenmanagement
sowie einer speziell auf die Herstellerbelange ausgerichteten Organisation sogenannter
Vendor Integrated Product Manager (VIPM), die auch eine enge Verzahnung der logistischen
Prozesse im Konzern mit den Herstellern und Distributoren sicherstellen. Im Hinblick
auf die Entwicklung der internationalen Beschaffungsmärkte sind diesen Maßnahmen jedoch
Grenzen gesetzt. Sollte beispielsweise der branchenübliche Preisverfall aufgrund der
verschärften Wettbewerbssituation überdurchschnittlich hoch ausfallen und zudem noch
über einen längeren Zeitraum anhalten, kann dies die Profitabilität des Konzerns erheblich
beeinflussen. Bechtle bezieht seine Produkte von allen namhaften Herstellern und Distributoren der
IT-Branche. Europaweit beläuft sich ihre Zahl auf rund 300 Hersteller und mehr als
600 Distributoren. Fällt ein Partner als Lieferant aus, ist Bechtle grundsätzlich
kurzfristig in der Lage, vergleichbare Ersatzprodukte anzubieten. Der Konzern ist
wirtschaftlich und existenziell von keinem Einzellieferanten abhängig. Einen gewissen
Schwerpunkt im Angebotsportfolio der Bechtle AG stellen jedoch die Produkte der Firma
Hewlett Packard (HP) dar. Die Entwicklung auf dem IT-Markt weist auf einen ansteigenden Wettbewerbs-, aber auch
Preis- und Margendruck bei den Herstellern hin. Vor diesem Hintergrund haben im Berichtsjahr
Hersteller in manchen Teilbereichen entgegen dem jahrelang anhaltenden Trend Preiserhöhungen
durchgesetzt. Nicht in allen Fällen kann Bechtle solche Preiserhöhungen an den Kunden
in vollem Umfang weitergeben. Vor allem bei langfristigen Verträgen und Projekten
besteht daher ein Risiko für die Ertragssituation des Konzerns. Der Margendruck seitens
der Hersteller kann aber auch dazu führen, dass Hersteller die Zahlung von Boni an
weitergehende Voraussetzungen koppeln als bisher, die Boni insgesamt gekürzt werden
oder die Auszahlung vermehrt in Form von Sachwerten (beispielsweise kostenfreie Fortbildungen
für Mitarbeiter) erfolgt. Eine solche Entwicklung könnte - je nach dem Grad der Veränderung
- Einfluss auf die Ertragssituation der Bechtle AG haben. Über eine kontinuierliche Verbesserung der Beschaffungs-, Durchlauf- und Absatzprozesse
minimiert Bechtle Lagerrisiken und reduziert die Kapitalbindung. Dabei gilt der Grundsatz,
Güter erst kurz vor der Auslieferung an den Kunden zu beziehen oder Distributoren
als sogenannte Fulfilment-Partner zu beauftragen. Indem der Versand der bestellten
Artikel an den Kunden in vielen Fällen direkt vom Hersteller beziehungsweise Distributor
übernommen wird, hat das Unternehmen die Möglichkeit, Einsparungen im Bereich der
Prozesskosten und Lagerhaltung zu realisieren. Um bei der kurzfristigen Lagerhaltung Lieferengpässe zu vermeiden, sind die Beschaffungsprozesse
eng mit den Systemen der Hersteller und Distributoren verzahnt. Das gewährleistet
eine hohe Verfügbarkeit und ermöglicht einen schnellen Lieferservice zum Kunden. Über
die konzernweite Volumenbündelung durch zentrale Beschaffungs- und Logistikprozesse
profitiert Bechtle zudem von projektbezogenen, aber auch wirtschaftlichen Skaleneffekten. LeistungsspektrumIm Bereich Managed Services bilden größtenteils Langzeitverträge die Geschäftsbasis.
Die in solchen Projekten häufig verankerte Festpreisgarantie kann beispielsweise durch
eine Änderung der Kostenbasis während der Laufzeit Einfluss auf die zu erzielende
Ergebnismarge haben. Darüber hinaus beinhalten derartige Verträge gewisse Anforderungen
hinsichtlich des Projektablaufs und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Diese
Kriterien können bei Nichterfüllung eine Schadensersatzpflicht oder Vertragskündigung
nach sich ziehen. Zudem trägt Bechtle in der Funktion als Generalanbieter das Risiko
von Vertragsstrafen aufgrund von Terminüberschreitungen, unvorhersehbaren Entwicklungen
an den Projektstandorten sowie mangelnder Leistungserbringung von Subunternehmen und
eventuellen logistischen Schwierigkeiten. KundenObwohl bei einzelnen Gesellschaften der Bechtle-Gruppe eine gewisse Abhängigkeit von
wenigen Kunden besteht, verfügt der Konzern insgesamt über eine sehr breite Kundenbasis.
Damit ist Bechtle von keinem Einzelkunden existenziell abhängig. Eine Konzentration
von Ausfallrisiken auf einzelne Großkunden besteht zwar, gefährdet den Konzern jedoch
im Eintrittsfall nicht. Die hohe Branchendiversität der Kunden streut darüber hinaus
das Risiko der Abhängigkeit von einzelnen Branchenkonjunkturen. Dem potenziellen Bonitätsrisiko
der Kunden begegnet Bechtle durch sorgsame Prüfungen vor Aufnahme der Geschäftsbeziehungen
und ein konsequentes Forderungsmanagement. ITGrundsätzliche informationstechnische Risiken ergeben sich sowohl aus dem Betrieb
computergestützter Datenbanken wie auch aus dem Einsatz von Systemen für Warenwirtschaft,
Controlling und Finanzbuchhaltung. So könnte ein Warenverfügbarkeitsrisiko entstehen,
wenn die Funktionsfähigkeit der für einen reibungslosen Bestellablauf notwendigen
IT-Systeme nicht mehr gewährleistet ist. Mögliche Ursachen könnten Hardwareausfälle,
Bedienungsfehler oder Störungen bei Geräten zur elektronischen Datenverarbeitung sein. Wahrscheinlichkeit und Ausmaß von Schäden durch Viren und Hacker sind nur sehr schwer
abzuschätzen. Durch Eindringen Unbefugter in das IT-System könnte ein Vertraulichkeitsrisiko
entstehen. Zur Wahrung vertraulicher Informationen beim elektronischen Versand verwendet
Bechtle Verschlüsselungs- und Authentifizierungstechnologien sowie Firewalls. Trotz
hoher Schutzmechanismen und Sicherheitsstandards besteht die Gefahr, dass interne
und vertrauliche Informationen widerrechtlich verwendet werden könnten. Datensicherung hat bei der Bechtle-Gruppe oberste Priorität. Das zentrale Rechenzentrum
in Neckarsulm, das für die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit aller IT-Systeme
zuständig ist, hat deshalb ein Bündel von Sicherungsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen
entwickelt, das einen Ausfall der technischen ITSysteme verhindert beziehungsweise
die Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering hält. Ein Integritätsrisiko, das sich
generell durch falsche Verarbeitung, Datenverlust oder fehlerhafte Datenspeicherung
ergeben könnte, besteht bei Bechtle, soweit erkennbar, nicht. Bechtle schützt die IT-Systeme unter anderem über Firewalls und strenge Sicherheitsvorschriften.
Die Verfügbarkeit der IT-Systeme entspricht dem neuesten Stand der Technik. Bechtle
sichert den Betrieb zusätzlich durch redundant ausgelegte Datenleitungen. Die Netzwerkanbindung
erfolgt an allen Standorten über Backupleitungen. Für die Stabilität der IT-E-Commerce-Systeme
setzt Bechtle immer mehrere Provider mit gegenseitiger Sicherungsfunktion ein. Alle
wesentlichen Produktionssysteme sind zweifach vorhanden und mit einem Hochverfügbarkeitsvertrag
durch den Hersteller versehen. Die Systeme sind zusätzlich durch eine unterbrechungsfreie
Stromversorgung und ein Notstromaggregat abgesichert. PersonalAusbildung, Motivation und Servicebereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
gelten als wesentliche Erfolgsfaktoren für den Bechtle-Konzern. Zu den größten Personalrisiken
zählen daher ein Know-how-Verlust infolge überdurchschnittlich hoher Fluktuation von
qualifiziertem Personal sowie mangelnde Qualifikation und Leistungsorientierung der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ferner besteht in den stark wachsenden Geschäftsfeldern
das Risiko, dass der Bedarf an qualifiziertem Personal nicht ausreichend gedeckt werden
kann. Bechtle ist daher nicht nur bestrebt, qualifizierte Fach- und Führungskräfte
für das Unternehmen zu gewinnen und sie erfolgreich zu integrieren, sondern diese
vor allem auch dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Außerdem wird Bechtle künftig
noch stärker in die Ausbildung junger Menschen investieren. Bis 2012 soll die Ausbildungsquote
in Deutschland bei rund 12 Prozent liegen. Durch die weiterhin anhaltende Konsolidierung im IT-Markt besteht derzeit noch keine
generelle Personalknappheit an gut ausgebildeten Vertriebsmitarbeitern. In einzelnen
Kompetenzbereichen ist ein Ersatz von hochqualifizierten IT-Spezialisten hingegen
schwieriger, was in diesen Fällen ein Risiko für den operativen Geschäftsablauf darstellen
kann. In der Branche wird Bechtle aber als attraktiver, stabiler Arbeitgeber wahrgenommen,
was sich an der hohen Zahl qualifizierter und erfahrener Bewerber zeigt. Neben der
Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds stehen die betriebliche Aus- und Weiterbildung
sowie die Förderung des Managementnachwuchses mittels interner Entwicklungsprogramme
im Zentrum der Personalarbeit. HaftungBechtle übernimmt im Handelsgeschäft gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine
branchenübliche Haftung und vertragliche Gewährleistung für gelieferte Hardware. In
diesem Zusammenhang reicht Bechtle allerdings die Herstellergarantien nur weiter.
Das Risiko von Kunden, im Rahmen der Gewährleistung in Anspruch genommen zu werden
- ohne dabei auf die Hersteller zurückgreifen zu können - ist gering. Für den Fall,
dass Garantieverlängerungen oder -erweiterungen gegenüber Kunden direkt übernommen
werden müssen, hat Bechtle entsprechende Versicherungen abgeschlossen beziehungsweise
angemessene Rückstellungen bilanziert. Im Dienstleistungs- und Projektgeschäft, insbesondere
bei Managed-Services-Verträgen, strebt Bechtle zur Minimierung von Haftungsrisiken
stets die Vereinbarung von branchenüblichen und dem Vertragszweck angemessenen Haftungsbeschränkungen
an. Für Haftungsansprüche, die sich aus Managementfehlern ergeben, besteht im Rahmen
der gesetzlichen Regelungen eine D&O-Versicherung. Der Umfang des allgemeinen Versicherungsschutzes
wird regelmäßig geprüft und bei Bedarf angepasst. Negative finanzielle Auswirkungen
von versicherbaren Risiken auf das Unternehmen sollen damit ausgeschlossen oder zumindest
eingegrenzt werden. FinanzenFinanzinstrumenteWährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken unterliegen einem aktiven Management auf Basis
konzernweit geltender Richtlinien. Dabei werden die spezifischen Anforderungen an
die organisatorische Trennung der Funktionsbereiche zwischen Abwicklung und Kontrolle
beachtet. Derivative Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Sicherung operativer Grundgeschäfte
und betriebsnotwendiger Finanztransaktionen in Form von Devisentermingeschäften, Devisen-
und Zinsswaps. Das finanzbezogene Risikomanagement ist geprägt durch klare Zuordnungen von Verantwortlichkeiten,
zentrale Regeln zur grundlegenden Begrenzung finanzieller Risiken, die bewusste Ausrichtung
der eingesetzten Instrumente an den Erfordernissen der Geschäftstätigkeit und die
gesonderte Überwachung durch ein zentral gesteuertes Treasury. FremdwährungenWährungsrisiken existieren insbesondere dort, wo Forderungen, Schulden, Zahlungsmittel
sowie geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Konzernmutter
bestehen beziehungsweise entstehen werden. Das Fremdwährungsrisiko ist im Wesentlichen
auf den Schweizer Franken beschränkt, da ein bedeutender Anteil des Auslandsgeschäfts
in der Schweiz generiert wird. Mit Ausnahme der Schweiz, Großbritanniens und Polens
erfolgt die Beschaffung überwiegend in den Euroländern und somit auf Eurobasis. Im
Einzelfall werden Waren in US-Dollar erworben. Zur Vermeidung des Währungsrisikos
tätigt der Bechtle-Konzern Termingeschäfte in Schweizer Franken und in Britischen
Pfund. Die Absicherung der fremdländischen Devisen bezieht sich auf die in der Schweiz
und Großbritannien erwirtschafteten Zahlungsströme beziehungsweise auf die von den
Landesgesellschaften gehaltenen Vermögenspositionen. Termingeschäfte zur Vermeidung
des Währungsrisikos in US-Dollar wurden fallweise getätigt, wenn Waren in US-Dollar
bezogen wurden oder Kunden sich die Zahlungen in US-Dollar ausbedungen haben. LiquiditätUm die uneingeschränkte Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten, muss dem Unternehmen jederzeit
ausreichende Liquidität zur Verfügung stehen. Die Steuerung und Überwachung der Liquiditätssituation
erfolgt durch das Treasury als integrierten Bestandteil des Konzernrechnungswesens.
Bei der bestehenden Finanzlage der Bechtle AG zum Jahresende mit einem Bestand an
liquiden Mitteln in Höhe von 30,3 Mio. € (Vorjahr: 29,1 Mio. €) und einem positiven
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 24,3 Mio. € (Vorjahr: 28,8 Mio. €)
ist der Eintritt eines Liquiditätsrisikos begrenzt. Darüber hinaus verfügt die Bechtle
AG über ein genehmigtes Kapital von bis zu 10,6 Mio. € (Vorjahr: 10,6 Mio. €), um
bei Bedarf die Eigenkapitalbasis zu erhöhen. Der Bereich Treasury der Bechtle AG stellt die Liquiditätsversorgung für die Konzernbereiche
sowie die Tochterunternehmen in Form eines Cashpoolings sicher. Darüber hinaus steuert
er das Zinsänderungsrisiko und verantwortet die Bewertung, Analyse und Überwachung
marktrisikobehafteter Positionen. ForderungenAuch ein Jahr nach der Wirtschaftskrise spielt die Bonität der Geschäftskunden bei
der Betrachtung der künftigen Risikosituation eine wichtige Rolle. Bechtle könnte
Risiken durch Forderungsausfälle ausgesetzt sein, weil die Kunden aufgrund unzureichender
Finanzierungsmöglichkeiten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr fristgerecht oder
vollständig nachkommen könnten. Eine detaillierte Überwachung der Kundenbeziehungen
inklusive fortlaufender Bonitätsprüfungen sowie ein proaktives Forderungsmanagement
wirken den Risiken durch Forderungsausfälle entgegen und ersetzen den Abschluss einer
Warenkreditversicherung. Potenzielle Risiken im Zusammenhang mit der Anlage liquiditätsnaher Mittel werden
dadurch begrenzt, dass Anlagen nur bei erstklassigen Adressen erfolgen. Kreditrisiken
reduziert die Bechtle AG, indem sie Transaktionen ausschließlich im Rahmen festgelegter
Limite mit Banken sehr guter Bonität tätigt. Auch der Zahlungsverkehr wird nur über
Banken abgewickelt, deren Bonität außer Frage steht. ZinsenEin Zinsänderungsrisiko besteht grundsätzlich bei finanziellen Vermögenswerten und
Schulden mit Laufzeiten von über einem Jahr. Bechtle hat die langfristigen Finanzverbindlichkeiten
im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht. Die Zinsrisiken des Bechtle-Konzerns werden
zentral analysiert und daraus folgende Maßnahmen durch das Konzernfinanzwesen aktiv
gesteuert. Dabei unterliegt das Vorgehen des Bereichs einer durch das Management festgelegten
regelmäßigen Überprüfung. Die Risiken aus Zinsschwankungen bei variabel verzinsten
Darlehen werden durch Zinsswaps eliminiert. Akquisitionen und DesinvestitionenSeit dem Börsengang 2000 hat die Bechtle AG etwa 40 Gesellschaften akquiriert. Unternehmensübernahmen
sind essenzieller Bestandteil der auf langfristig profitables Wachstum ausgelegten
Unternehmensstrategie. Bechtle wird daher auch künftig die eigene Marktposition durch
Akquisitionen gezielt stärken und ausbauen. Grundsätzlich besteht jedoch bei der Entscheidung
für den Kauf einer Gesellschaft und deren Integration in den Konzernverbund immer
auch ein unternehmerisches Risiko. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die in
die Gesellschaft gesetzten Erwartungen sich nicht in Gänze erfüllen. Bechtle trägt
diesem Risiko durch umfangreiche Prüfungen im Vorfeld (Due Diligence) Rechnung. Die
Vorbereitung, Umsetzung und Kontrolle von Akquisitionen erfolgen nach festgelegten
Zuständigkeitsregelungen und Genehmigungsprozessen. Zudem verfügt Bechtle über langjährige
Erfahrung bei der Integration von Unternehmen. Das Unternehmen hat die dafür notwendigen
Strukturen und Prozesse etabliert und arbeitet nach einem Post-Merger-Konzept, das
die Bedürfnisse des Konzerns bei der Integration neu erworbener Unternehmen optimal
abdeckt. Das schnelle Unternehmenswachstum von Bechtle in den vergangenen Jahren birgt ebenfalls
Risiken. Einerseits binden die durch Zukäufe neu hinzugekommenen Unternehmen während
der Integrationsphase Managementressourcen. Andererseits macht das rasche Wachstum
eine kontinuierliche Anpassung und Erweiterung der Organisations- und Führungsstrukturen
an die sich verändernden Rahmenbedingungen notwendig. Hierfür hat Bechtle die entsprechenden
Ressourcen im Unternehmen und Schlüsselpositionen im Management in der Vergangenheit
stetig ausgebaut und verstärkt. Diesen Risiken stehen allerdings auch erhebliche unternehmerische
Chancen für die weitere Entwicklung des Konzerns gegenüber. UmweltschutzDas Angebotsspektrum des Konzerns beschränkt sich auf das Erbringen von IT-Dienstleistungen
und den Handel mit Hard- und Software. Bechtle verfügt somit weder über eine eigene
technologische Entwicklung noch eine Produktion. Daher scheiden für das Unternehmen
Umweltrisiken beziehungsweise Risiken, die sich aus einer geänderten Gesetzgebung
im Bereich des Umweltschutzes ergeben, weitgehend aus. SteuernDer Konzern ist in 13 europäischen Ländern operativ tätig und unterliegt somit unterschiedlichen
steuerlichen Regelungen. Änderungen der steuerlichen Gesetzgebungen können zu einem
höheren Steueraufwand und zu höheren Steuerzahlungen führen. Außerdem können die geänderten
Rahmenbedingungen Auswirkungen auf die Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie
auf die aktiven und passiven latenten Steuern des Unternehmens haben. Der Konzern
verfügt über eine zentrale Steuerabteilung, die die Beachtung der steuerlichen Gesetzgebungen
und Regelungen im Inland sicherstellt. Im Ausland werden externe Berater hinzugezogen. ComplianceDer Umfang von Geschäften mit öffentlichen Auftraggebern und staatlichen Unternehmen
ist im zurückliegenden Geschäftsjahr weiter gestiegen. Demzufolge ist Bechtle auch
in zunehmendem Maße an Projekten beteiligt, die von staatlichen Behörden und Organisationen
finanziert werden. Um der sich verändernden Geschäftsstruktur Rechnung zu tragen und
somit das Risiko eines möglichen Fehlverhaltens gegenüber allen Geschäftspartnern
weitgehend einzugrenzen, hat die Bechtle AG im Geschäftsjahr 2010 einen Verhaltenskodex
("Code of Conduct") implementiert. Dieser soll die Einhaltung der geltenden internationalen
und nationalen Gesetze sowie Bestimmungen bei allen Tätigkeiten im Unternehmen gewährleisten
und darüber hinaus Mindeststandards für verantwortungsvolles Handeln darstellen. Um
auch im Rahmen öffentlicher Aufträge ein mögliches Fehlverhalten der Mitarbeiter beim
Umgang mit vertraulichen Daten auszuschließen, wurden die Bechtle AG sowie die verantwortlichen
Personen im Unternehmen einer Sicherheitsüberprüfung durch das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie unterzogen. Die Bechtle AG befindet sich seitdem in der
Geheimschutzbetreuung des Bundes. Damit hat das Unternehmen die Voraussetzungen geschaffen,
um Projekte der öffentlichen Hand, die der Geheimhaltung unterliegen, entsprechend
den Kundenerwartungen abzuwickeln. Rechtliches UmfeldAls international tätiger Konzern hat Bechtle unterschiedliche nationale Gesetze zu
beachten. Daraus können sich für Rechtsgeschäfte - etwa bei der Gestaltung von Verträgen
- Risiken ergeben, denen Bechtle nach Bedarf über das frühzeitige Einschalten der
zentralen internen Rechtsstelle oder externer Rechtsberater begegnet. Das Unternehmen ist derzeit in keine Rechtsstreitigkeiten involviert, durch die ein
negativer Effekt auf das Konzernergebnis zu erwarten wäre. Bei allen zukünftigen im
Zusammenhang mit dem Geschäft des Konzerns stehenden Rechtsstreitigkeiten würde die
Bechtle AG Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bilden, wenn die daraus resultierenden
Verpflichtungen wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau
bestimmbar sind. GESAMTRISIKOBETRACHTUNGDie Evaluierung der Gesamtrisikosituation des Konzerns ist das Resultat der konsolidierten
Betrachtung aller wesentlichen Risikokomplexe beziehungsweise Einzelrisiken. Nach
Überzeugung des Managements sind die dargestellten Risiken begrenzt und überschaubar.
Die Finanzbasis des Unternehmens ist solide. Die Eigenkapitalquote ist mit 56,8 Prozent
(Vorjahr: 64,3 Prozent) gut und die Liquiditätssituation komfortabel. Ein wichtiger Indikator für die Gesamtrisikoeinschätzung ist auch eine Bewertung durch
Dritte. Neben der internen, unternehmenseigenen Risikobewertung wird die Bonität beziehungsweise
das aggregierte Ausfallrisiko von Bechtle durch Banken und Wirtschaftsauskunfteien
regelmäßig eingeschätzt und überwacht. Bechtle wird dabei durchgängig mit einer sehr
geringen Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,07 bis 0,30 Prozent (bezogen auf den marktüblichen
Einjahreszeitraum) bewertet. Das deckt sich mit den bei den Wirtschaftsauskunfteien
Bürgel und Creditreform zugänglichen Bonitätsbewertungen für die Bechtle AG (Bonitätsindex
Bürgel: 1,3 und Bonitätsindex 1.0 Creditreform: 107 sowie Bonitätsindex 2.0 Creditreform:
105, Stand: Februar 2011). Anhand dieser Ausfallwahrscheinlichkeiten leitet sich für
Bechtle in der an den Finanzmärkten weltweit verbreiteten Ratingskala von Standard
& Poor's das Rating A- bis BBB+ ab. In der bankenübergreifenden sechsstufigen Ratingskala
IFD "Initiative Finanzstandort Deutschland" kann Bechtle in die beste Ratingstufe
I eingeordnet werden (Ausfallwahrscheinlichkeit bis 0,3 Prozent auf ein Jahr). Eine
Verschlechterung der Bewertungen beziehungsweise Ratings könnte zu erhöhten Kapitalkosten
führen und sich negativ auf die Geschäftsaktivitäten auswirken. Eine Bewertung der Bechtle AG hinsichtlich der Kreditwürdigkeit von den Ratingagenturen
Standard&Poor's, Moody's Investors Service, Fitch Ratings und Dominion Bond Rating
Service existiert derzeit noch nicht. Die Bechtle AG ist sich des eigenen Chancen- und Risikoprofils für ihre unternehmerische
Tätigkeit bewusst. Die dargestellten Maßnahmen tragen - in Verbindung mit einer tagesaktuellen
Auswertung des Geschäftsverlaufs anhand operativer Kennzahlen - entscheidend dazu
bei, dass Bechtle die Chancen zur Weiterentwicklung des Unternehmens nutzen kann,
ohne die damit einhergehenden Risiken aus den Augen zu verlieren. Mit Ausnahme der beschriebenen Risiken erwartet der Vorstand darüber hinaus keine
weiteren nennenswerten Beeinträchtigungen der Umsätze und Profitabilität des Unternehmens
aus sonstigen regulatorischen Risiken. In der Summe sind für die Bechtle AG keine
Risiken bekannt, die eigenständig oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand
des Unternehmens gefährden könnten. Der Vorstand ist davon überzeugt, die sich bietenden
Herausforderungen und Chancen auch zukünftig nutzen zu können, ohne dabei unvertretbar
hohe Risiken eingehen zu müssen. NACHTRAGSBERICHTVorgänge von besonderer Bedeutung nach BilanzstichtagNach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 sind bei der Bechtle AG keine Vorgänge von
besonderer Bedeutung eingetreten, die Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und
Finanzlage des Unternehmens gehabt hätten. Für Aussagen zur Lage zum Zeitpunkt der Berichterstellung vgl. Prognosebericht. PROGNOSEBERICHTDie Innovationsgeschwindigkeit in der IT wird auch in Zukunft sehr hoch bleiben. In
der Folge werden sich auch die Anforderungen an die IT-Organisation der Unternehmen
unverändert dynamisch entwickeln. Vor diesem Hintergrund ist von einer positiven Entwicklung
der Nachfrage nach innovativen IT-Leistungen auszugehen. Gestützt auf eine Steigerung
des Geschäftsvolumens aus eigener Kraft und durch Akquisitionen wächst Bechtle seit
Jahren stärker als der Gesamtmarkt und hat damit kontinuierlich den Marktanteil gesteigert.
Die erlangte Wettbewerbsposition im Segment IT-Systemhaus & Managed Services sowie
im IT-E-Commerce stellt eine sehr gute Basis für die Umsetzung der langfristigen Wachstumsziele
des Unternehmens dar. RahmenbedingungenDie Wirtschaft in der Eurozone wird nach Prognosen der Europäischen Kommission ihr
Wachstum in den nächsten beiden Jahren kontinuierlich fortsetzen. Das BIP soll 2011
um 1,6 Prozent zulegen, 2012 wird es bei 1,8 Prozent gesehen. Innerhalb der Bechtle-Märkte
im Euroraum ist das Bild für 2011 recht heterogen. In Portugal gehen die Experten
von einem Rückgang von 1,0 Prozent aus. Spanien befindet sich auf dem Weg der Erholung
und soll 2011 um 0,8 Prozent zulegen, ebenso Irland mit 0,9 Prozent. In den anderen
Ländern mit Bechtle-Präsenz liegt das Wachstum weitgehend im Durchschnitt der Eurozone.
Außerhalb des Euroraums kann sich Großbritannien mit 2,0 Prozent überdurchschnittlich
entwickeln. Die Schweiz soll nach Schätzungen von Eurostat um 1,8 Prozent zulegen.
Bei den Ausrüstungsinvestitionen sieht die Kommission für 2011 ein Wachstum von 5,0
Prozent in der Eurozone. Hier geht die Schere zwischen den einzelnen Ländern noch
weiter auseinander. Die Spanne reicht von minus 3,4 Prozent in Portugal und minus
3,2 Prozent in Irland bis zum Investitionsprimus Deutschland mit außerordentlichen
plus 10,3 Prozent. Das Wachstum in Deutschland soll sich in den nächsten beiden Jahren auf hohem Niveau
etwas verlangsamen. 2011 wird es nach Prognose der Europäischen Kommission bei 2,4
Prozent liegen, 2012 bei 2,0 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen werden auch weiter
der Wachstumsmotor sein. 2011 sollen sie wie erwähnt um 10,3 Prozent zulegen, 2012
immerhin noch um 8,2 Prozent. Die staatlichen Konsumausgaben sollen demgegenüber zwar
schwächer ausfallen, aber dennoch weiterhin zulegen, und zwar 2011 um 1,0 Prozent
und 2012 um 0,9 Prozent. Auch in der IT-Branche wird für 2011 mit einem deutlichen Wachstum gerechnet. Der
IT-Markt in der EU soll laut Marktforschungsinstitut EITO 2011 um 3,9 Prozent zulegen.
Das Wachstum wird dabei von allen drei Segmenten - Hardware, Software und Dienstleistungen
- zu annähernd gleichen Teilen getragen. Innerhalb der Hardware wird das Wachstum
besonders stark bei den Workstations und den mobilen Rechnern sein. Das künftige Hardwaregeschäft
in den größeren IT-Märkten der EU kann das hohe Wachstumstempo des Berichtsjahres
mit zum Teil zweistelligen Zuwachsraten allerdings nicht halten. Die Werte reichen
von rund 2 Prozent in den Niederlanden und Spanien bis zu rund 5 Prozent in Deutschland
und Frankreich. In der Schweiz wird der IT-Markt bei einem Plus von 3,2 Prozent gesehen.
Auch hier verteilen sich die Wachstumsbeiträge gleichmäßig auf die Teilsegmente. Der Branchenverband BITKOM prognostiziert für den deutschen IT-Markt im Jahr 2011
ein überdurchschnittliches Wachstum von 4,3 Prozent. Die Services sollen dabei um
4,6 Prozent besonders deutlich zulegen. Erneut werden die Outsourcing-Services der
Haupttreiber dieser Entwicklung sein. Auch der Softwaremarkt ist mit 4,2 Prozent deutlich
im Plus. Das Segment Hardware wird zwar nicht mehr das wachstumsstärkste sein, aber
mit 4,0 Prozent immer noch ein sehr hohes Niveau einnehmen. Das größte Wachstum mit
9,0 Prozent wird im Hardwaregeschäft bei den Business Portable PCs gesehen, gefolgt
von Workstations mit 8,0 Prozent. In Bezug auf die künftige erwartete wirtschaftliche Situation in den relevanten Ländermärkten
sieht der Bechtle-Konzern weder durch eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen
oder die Wechselkursentwicklung noch durch die Umsetzung umweltpolitischer Maßnahmen
nennenswerte Einflüsse auf die Nachfrageentwicklung. ENTWICKLUNG DER BECHTLE AG UND DES KONZERNSDie Bechtle AG hängt in ihrer weiteren Geschäftsentwicklung wesentlich von den Tochtergesellschaften
ab, denn das Ergebnis der Bechtle AG wird zu einem wesentlichen Anteil vom Beteiligungsergebnis
und damit von den möglichen Ausschüttungen der Tochtergesellschaften bestimmt. Daher
wird im Folgenden auch auf die Entwicklung wesentlicher Kenngrößen im Konzern eingegangen. Produkte und AbsatzmärkteDer europäische IT-Markt wird aufgrund der anhaltenden Konsolidierung stark in Bewegung
bleiben. Diese Konzentrationserscheinungen werden zu einer Verschärfung des Wettbewerbs
und damit zu einem steigenden Preis- und Margendruck in der Branche führen. Die Bechtle
AG geht jedoch ungeachtet dieser Entwicklung aufgrund ihrer Finanzstärke und Wettbewerbsposition
davon aus, auch zukünftig den Marktanteil überproportional steigern zu können. Um den technologischen Trends in der IT und den wachsenden Anforderungen der Kunden
gerecht zu werden, arbeitet Bechtle kontinuierlich an der Weiterentwicklung und Etablierung
eines hochwertigen Produkt- und Dienstleistungsangebots. Eine Schlüsselstellung im
Segment IT-Systemhaus & Managed Services nimmt dabei der Ausbau des Angebots an speziellen
IT-Lösungen ein. Neue Service- und Beratungskonzepte sowie individuelle Projektlösungen
sollen angesichts hart umkämpfter Budgets und einer derzeit starken Fokussierung auf
Kosteneinsparpotenziale in der IT zu einer Effizienzsteigerung der Geschäftsprozesse
beim Kunden beitragen und Bechtle damit wachstumsträchtige Geschäftsfelder erschließen.
Konzepte wie Cloud Computing und Software-as-a-Service (SaaS), die auf besser skalierbare
und flexiblere IT-Kosten abstellen, werden insbesondere in den nächsten beiden Jahren
diese Entwicklung deutlich beschleunigen. Durch die konsequente leistungsbezogene
und vertriebliche Konzentration auf die aktuellen Fokusthemen Client Management, Server
& Storage, Networking Solutions, Virtualisierung, IT-Security sowie Business Applications
wird Bechtle das Geschäft der Systemhäuser in den nächsten Jahren konsequent weiterentwickeln. Die wichtigsten IT-Trends nach einer Umfrage des BITKOM in der ITK-Branche:
www.bitkom.org Darüber hinaus sollen auch zukünftig das Produkt- und Dienstleistungsangebot sowie
die Marktpräsenz durch gezielte Zukäufe erweitert werden. Das vom technologischen Fortschritt getriebene hohe Innovationstempo in der IT-Branche
wird in Teilen unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Situation nicht nachlassen.
Im Bereich Beschaffung und Logistik intensiviert Bechtle daher kontinuierlich die
enge Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Lieferanten und Herstellern. Insbesondere
durch das bereits 2009 initiierte Partnerprogramm "SPARC" soll die europaweite Verzahnung
mit Herstellern und Distributoren auch weiterhin verbessert werden. Ziel ist, durch
länderübergreifende einheitliche Einkaufsbedingungen, Produktspezifikationen und Marketingmaßnahmen
Synergien in der Zusammenarbeit zu erschließen. Multinational tätige Unternehmen profitieren
so von den Vorteilen einer zentralen Logistik und Bechtle ist in der Lage, eine Ausstattung
mit identischen IT-Produkten zu festen Konditionen grenzüberschreitend zu gewährleisten.
Vor allem durch enge Herstellerkontakte kann Bechtle den Kunden immer technologisch
aktuelle Lösungen und Produkte anbieten. Der Bechtle-Konzern strebt an die Marktposition in Europa im Segment IT-E-Commerce
weiter auszubauen und plant, seine Präsenz durch die Gründung weiterer Tochtergesellschaften
in Europa und mittelfristig auch auf anderen Kontinenten auszudehnen. So ist Bechtle
direct ab April 2011 mit einer neuen Landesgesellschaft in Tschechien vertreten. Das
Marktforschungsinstitut EITO schätzt den tschechischen IT-Markt 2011 auf ein Volumen
von etwa 3,4 Mrd. €, bei einem Wachstum von knapp 5 Prozent. Mit 1,6 Mrd. € entfallen
davon rund die Hälfte auf Investitionen in Hardware. Die Planungen für den nächsten
Markteintritt laufen bereits. Voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2012 wird Bechtle
auch in Ungarn vertreten sein. Der Konzern geht davon aus, dass die neuen E-CommerceGesellschaften
jeweils im dritten Jahr nach Markteintritt kostendeckend arbeiten. Mit den Marken
ARP und Comsoft sollen mittelfristig die Länder erschlossen werden, in denen Bechtle
direct bereits vertreten ist. Darüber hinaus plant der Konzern im Segment IT-E-Commerce unter der Marke Comsoft
direct ab dem zweiten Halbjahr 2011 eine bedeutende Erweiterung der Softwareproduktpalette.
Der zugehörige neue Onlineshop wird in diesem Zusammenhang zu einem kundenspezifischen
Procurement- und Informationsportal im B2B-Softwarebereich ausgebaut. Damit wird der
konzernweit zunehmenden Bedeutung des Softwaregeschäfts stärker Rechnung getragen. Wesentliche KenngrößenUmsatzBechtle geht davon aus, sich insgesamt in den beiden kommenden Jahren besser zu entwickeln
als der IT-Gesamtmarkt und in beiden Segmenten einen höheren Umsatz als im Berichtsjahr
zu erwirtschaften. Dies bedeutet aufgrund des üblichen Preisverfalls in der Branche
eine überdurchschnittliche Steigerung des Produktabsatzes. Im Segment IT-E-Commerce
sollen ein geschärftes Profil der Marken ARP, Bechtle direct und Comsoft direct, eine
voranschreitende Expansion in Europa sowie fokussierte Vertriebsaktivitäten zu diesem
Wachstum beitragen. Durch ein breiteres und vor allem hochwertigeres Leistungsangebot
an Managed Services, eine kontinuierliche Ausweitung der Aktivitäten in den Geschäftsbereichen
Öffentliche Auftraggeber und Software sowie die Konzentration auf wachstumsstarke
Geschäftsfelder im Systemhaus-Segment wird dieses Ziel ebenfalls unterstützt. In der
Vision 2020 strebt Bechtle einen Umsatz von 5 Mrd. € an, was einem durchschnittlichen
jährlichen Wachstum von 10 bis 15 Prozent entspricht. Im Rahmen der geplanten Entwicklung wird sich die regionale Verteilung der Erlöse
in den folgenden Jahren - bedingt durch die voranschreitende Internationalisierung
des Geschäfts und die zunehmende Anzahl von IT-E-Commerce-Gesellschaften - tendenziell
weiter zugunsten des Auslands verschieben. Von den Auslandsgesellschaften wird nach
wie vor die Schweiz einen überdurchschnittlichen Anteil am Konzernumsatz haben. Sowohl das Segment IT-Systemhaus & Managed Services wie auch IT-E-Commerce werden
zum Wachstum des Bechtle-Konzerns beitragen. Gleichwohl sollte die Dynamik bei IT-E-Commerce
in den kommenden Jahren wieder über der des Bereichs IT-Systemhaus & Managed Services
liegen. Langfristig verknüpft sich damit die Erwartung, dass beide Segmente den gleichen
Beitrag zum Gesamtumsatz des Konzerns leisten. Bei der künftigen Umsatzentwicklung
spielen auch strukturelle Verschiebungen zwischen den Segmenten eine Rolle. So bleibt
es aus Konzernsicht erklärtes Ziel, standardisierte Hardwarebeschaffungsprozesse zunehmend
aus dem Segment IT-Systemhaus & Managed Services in das IT-E-Commerce-Segment zu verlagern,
in dem die begleitenden Prozesse kostengünstiger abgebildet werden können. KostenFür die Bechtle AG als handeltreibenden Dienstleister sind im Rahmen der Unternehmenssteuerung
die Personalkosten von zentraler Bedeutung. Innerhalb der Vertriebs- und Verwaltungsfunktionen
stellen sie mit rund 70 Prozent die größte Kostenposition dar. Eine flexible Gestaltung
der Personalkosten beispielsweise in konjunkturellen Schwächephasen ist angesichts
des beratungsintensiven Geschäftsmodells von Bechtle nur bedingt realisierbar. Im
Vertrieb weisen die Aufwendungen zudem eine hohe Korrelation zur Umsatzentwicklung
auf. Das Management geht für das laufende und kommende Jahr davon aus, dass die absoluten
Aufwendungen für die beiden Funktionsbereiche Vertrieb und Verwaltung weiter ansteigen
und jeweils circa 6 bis 7 Prozent des Umsatzes ausmachen werden. ErgebnisAuch nach der Erzielung eines Rekordergebnisses im abgeschlossenen Geschäftsjahr rechnet
der Vorstand damit, dass sich die Ergebnissituation der Bechtle AG in den nächsten
beiden Jahren weiter verbessern wird. Bechtle arbeitet kontinuierlich daran, die Effizienz
in der Leistungserbringung weiter zu optimieren und damit die Ertragsstärke zu steigern.
Insgesamt ist der Vorstand überzeugt, dass es der Bechtle AG auch in Zukunft gelingen
wird, die im Branchenvergleich überdurchschnittliche Ergebnismarge sukzessive weiter
auszubauen. Die Ziel-EBT-Marge beträgt für beide Geschäftssegmente unverändert 5 Prozent. Die Bechtle AG plant, ihre Aktionäre auch weiterhin mit einer attraktiven Dividende
am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen. Die Ausschüttungsquote der vergangenen
Jahre beläuft sich auf circa 30 Prozent des Konzernergebnisses nach Steuern. Der aktuelle
Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2010 mit 0,75 € je Aktie bedeutet eine Quote
von rund 34 Prozent. Dies ist Ausdruck für die Zuverlässigkeit einer an den Interessen
der Aktionäre ausgerichteten Ausschüttungspolitik der Bechtle AG und ist vor dem Hintergrund
der exzellenten Liquiditätslage des Unternehmens und der auch außerordentlichen Ertragskraft
zu sehen. Grundsätzliche Änderungen in der Dividendenpolitik des Unternehmens sind
nicht geplant. Vermögens- und FinanzlageLiquiditätDie Bechtle AG verfügt über eine solide Bilanzstruktur und eine komfortable Liquiditätsausstattung.
Diese finanzielle Stärke ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Bechtle kontinuierlich
aus eigener Kraft wachsen und flexibel auf die Anforderungen der Märkte reagieren
kann. Vor allem die hohe Liquidität erweist sich auch in Wachstumsphasen als Wettbewerbsvorteil.
Auch aus Kundensicht sind die Finanzlage und damit die Solidität des IT-Partners zunehmend
wichtig und damit ein wesentliches Entscheidungskriterium insbesondere bei der Vergabe
von langfristigen Projekten. Dem Cashmanagement bei Bechtle wird daher auch künftig
eine besondere Bedeutung beigemessen. Die positive Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen
ist Beweis für das erfolgreiche Liquiditätsmanagement. Dies soll auch zukünftig fortgeführt
werden. Zusätzlich zur Liquidität von rund 130 Mio. € ist das Verschuldungspotenzial
der Bechtle AG erheblich. In Verbindung mit einer auch weiterhin positiven Entwicklung
des operativen Cashflows verfügt Bechtle damit über ausreichend Spielraum, um die
gesteckten Ziele zu erreichen und das Wachstum problemlos finanzieren zu können. FinanzierungDas Finanzergebnis, als Saldo aus Zinserträgen und Zinszahlungen, ist trotz einer
positiven Entwicklung des Bestands der liquiden Mittel abhängig von der Entwicklung
des Zinsniveaus an den Finanzmärkten. Derzeit geht das Unternehmen für 2011 nicht
von einer merklichen Verbesserung der Anlagekonditionen aus. Das Finanzergebnis sollte
sich aber in etwa auf dem Niveau der Vorjahre halten können. Kleinere Akquisitionen
können wie bisher aus dem laufenden Cashflow und den vorhandenen Liquiditätsbeständen
finanziert werden, aber auch die Aufnahme von Fremdkapital - wie im Berichtsjahr geschehen
- ist möglich. Die Übernahme größerer Unternehmen könnte zu einem spürbaren Abfluss
liquider Mittel führen, aber wahrscheinlicher wäre in einem solchen Fall die Finanzierung
durch Aufnahme von Fremdkapital. Das wiederum könnte Einfluss auf die derzeitige Finanzierungsstruktur
der Bechtle AG haben, sodass ein negativer Finanzsaldo in diesem Fall grundsätzlich
denkbar wäre. Darüber hinaus könnte Bechtle auf die Eigenfinanzierungsmöglichkeiten
gemäß den gefassten Hauptversammlungsbeschlüssen zurückgreifen. Bis Juni 2014 ist
der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital durch Ausgabe von bis zu 10,6 Millionen
Aktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Sofern in den nächsten zwei Jahren keine größeren Übernahmen erfolgen, wird sich die
Bilanzstruktur nicht wesentlich verändern. InvestitionenDie Bechtle AG betreibt mit dem Handel von IT-Produkten und dem Angebot an IT-Dienstleistungen
kein anlageintensives Geschäft. Die Investitionsquote war bei Bechtle in den letzten
Jahren weitgehend konstant. Auch die zur Realisierung der Wachstumsziele erforderlichen
Investitionen werden in den nächsten beiden Jahren nicht zu einer wesentlichen Veränderung
der normalisierten Investitionsquote von rund 30,0 Prozent führen. Auch ohne Berücksichtigung möglicher Akquisitionen werden die geplanten Sachanlageinvestitionen
und die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 2011 und 2012 über dem Niveau
der Vorjahre liegen. Ein Schwerpunkt im Rahmen der Investitionstätigkeit der Bechtle
AG wird der mit über 8.000 Quadratmeter veranschlagte Kapazitätsausbau des Logistikzentrums
in Neckarsulm sein. Im Zuge der baulichen Maßnahmen setzt das Unternehmen auf eine
deutliche Effizienzsteigerung durch intelligente, IT-gestützte Logistikprozesse. Daher
wird Bechtle ein neues Lagerverwaltungssystem implementieren und eine innovative Fördertechnik
zum Einsatz bringen. Darüber hinaus ist der Neubau eines Verwaltungsgebäudes am Stammsitz
der Gesellschaft in Neckarsulm geplant. Das neue Bürogebäude mit einer Fläche von
6.500 Quadratmetern wird Platz für weitere 300 bis 400 Mitarbeiter bieten. Darüber
hinaus sind im laufenden Jahr übliche Ersatzinvestitionen geplant, die jedoch mit
rund 12 Mio. € auf dem Niveau der Abschreibungen liegen. Nicht geplante Investitionen
aufgrund von Akquisitionen sind grundsätzlich möglich. Bereits seit etlichen Jahren unterstützt die Bechtle AG einen verantwortungsvollen
Umgang mit den eingesetzten Ressourcen. Um dieses Engagement zu unterstreichen und
vor allem im Unternehmen stärker zu verankern, plant die Bechtle AG, im laufenden
Geschäftsjahr ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 einzuführen. Damit wird es
zukünftig möglich sein, Umwelteinflüsse systematisch zu erfassen und die Umweltsituation
kontinuierlich zu verbessern. Derzeit erarbeitet Bechtle ein entsprechendes Qualitätsprogramm,
das unter anderem auch die Grundsätze und Ziele für die künftige Umweltpolitik des
Konzerns regelt. Im Sommer 2011 will das Unternehmen die entsprechende Zertifizierung
durchführen lassen. GESAMTEINSCHÄTZUNGDie gesamtwirtschaftliche Lage ist zu Jahresbeginn 2011 nach wie vor positiv. Der
ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im ersten Quartal deutlich
gestiegen und kletterte erstmals seit Ende 2007 wieder über seinen langfristigen Durchschnitt.
Vor allem die aktuelle wirtschaftliche Situation, aber auch die Erwartungen für die
nächsten sechs Monate wurden günstiger bewertet als noch im vierten Quartal 2010.
Auch in Deutschland ist der ifo-Geschäftsklimaindex im Januar und Februar weiter gestiegen
und knüpft damit an die positive Entwicklung des vergangenen Jahres an. Die Beurteilung
der aktuellen Lage ist so gut wie seit Dezember 2006 nicht mehr, die Geschäftserwartungen
für die nächsten sechs Monate sogar auf dem höchsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Auch in der IT-Branche herrscht Anfang 2011 eine positive Stimmung. Der ifo-Index
für IT-Dienstleister stieg im Januar und im Februar und liegt mit 41 Zählernauf dem
höchsten Wert seit September 2007. Die aktuelle Lage wurde mit 42 Zählern bewertet
und etwas besser als im Vormonat. Deutlich gestiegen ist zu Jahresbeginn der Ausblick
auf die nächsten sechs Monate. Von 32 Punkten im Dezember kletterte der Wert im Januar
auf 41 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2007. Im Februar konnte der
Ausblick sein hohes Niveau halten. Der Vorstand geht angesichts der unverändert guten wirtschaftlichen Lage, der verbesserten
Stimmungsindikatoren sowie der Stärke und Solidität des Konzerns aktuell davon aus,
dass die Geschäftsentwicklung der Bechtle AG in den kommenden zwei Jahren positiv
und im Branchenkontext überdurchschnittlich sein wird. Das Management hat mit einer
Reihe von strategischen Maßnahmen in den vergangenen Jahren eine gute Basis geschaffen,
um das ertragsorientierte Wachstum von Bechtle langfristig fortsetzen zu können. Akquisitionen werden in allen Geschäftsfeldern auch in Zukunft integraler Bestandteil
der Wachstumsstrategie bleiben. Im IT-E-Commerce setzt der Vorstand allerdings vor
allem auf organisches Wachstum und plant Markteintritte in den beiden kommenden Jahren
beispielsweise in Ungarn und weiteren Ländern. Im Segment IT-Systemhaus & Managed
Services werden hingegen selektive Akquisitionen die regionale Aufstellung und das
Kompetenzprofil der Bechtle AG sinnvoll ergänzen. Einen hohen Stellenwert werden nach wie vor die Zertifizierungsmaßnahmen sowie die
Aus- und Weiterbildung im Konzern haben. Mit einem erweiterten Qualifizierungsangebot
und dem im Geschäftsjahr 2011 anlaufenden internationalen General-Management-Programm
für den Führungsnachwuchs will Bechtle auch zukünftig verstärkt Fach- und Führungskräfte
aus den eigenen Reihen fördern. Vorbehaltlich einer positiven Entwicklung der Bechtle
AG in den nächsten beiden Jahren wird der Konzern weiterhin die Beschäftigung erhöhen
und deutlich in die Ausbildung junger Menschen investieren. In diesem Zusammenhang
hat sich die Bechtle AG das Ziel gesetzt, bis 2012 den Anteil der Auszubildenden von
aktuell rund 8 Prozent in Deutschland auf circa 12 Prozent auszubauen. Erklärung zur UnternehmensführungGemäß § 289a HGB fasst die Bechtle AG unter dieser Erklärung Angaben zu Corporate
Governance zusammen:
Weitere Angaben hierzu finden sich im Konzernlagebericht der Bechtle AG im Corporate
Governance-Bericht. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance KodexAm 28. Februar 2011 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung zum
Deutschen Corporate Governance Kodex in der aktuellen Fassung erneuert und den Aktionären
auf der Internetseite des Unternehmens dauerhaft zugänglich gemacht: Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Bechtle AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktGDie nachfolgende Entsprechenserklärung bezieht sich für den Zeitraum vom 5. Februar
2010 bis zum 1. Juli 2010 auf die Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher
Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 18. Juni 2009 und für den Zeitraum
vom 2. Juli 2010 bis zum Zeitpunkt dieser Erklärung auf die Kodexfassung vom 26. Mai
2010. Vorstand und Aufsichtsrat der Bechtle AG erklären, dass seit der letzten Entsprechenserklärung
am 5. Februar 2010 sämtlichen Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate
Governance Kodex" mit Ausnahme der nachfolgenden Empfehlungen entsprochen wurde und
künftig entsprochen wird: Selbstbehalt bei D&O-Versicherungen für Vorstand und AufsichtsratBei der D&O-Versicherung für den Vorstand ist seit dem 1. Januar 2011 ein Selbstbehalt
von mindestens 10 Prozent des Schadens bis mindestens der Höhe des Eineinhalbfachen
der festen jährlichen Vergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds vereinbart. Bis
zur Umstellung der D&O-Versicherung wurde seitens der Gesellschaft die gesetzliche
Übergangsvorschrift in Anspruch genommen. (Ziffer 3.8 Abs. 2 DCGK) Bei der D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat ist kein Selbstbehalt vereinbart. Die
Gesellschaft ist der Auffassung, dass ein Selbstbehalt nicht dazu geeignet ist, das
Verantwortungsbewusstsein und die Motivation des Aufsichtsrats zu erhöhen. (Ziffer
3.8 Abs. 3 DCGK) Vielfalt (Diversity) bei der Besetzung des Vorstands und von FührungsfunktionenDie Besetzung des Vorstands und von Führungsfunktionen der Bechtle AG wird ausschließlich
aufgrund der Qualifikation der Bewerber, ohne Berücksichtigung ihres Geschlechts vorgenommen. Bereits heute sind bei der Bechtle AG zahlreiche Führungsfunktionen mit Frauen besetzt.
Da bisher jedoch noch keine Regelungen bestehen, die eine angemessene Berücksichtigung
von Frauen im Sinne des DCGK sicherstellen, hält die Gesellschaft die Umsetzung der
Ziffern 4.1.5 und 5.1.2 DCGK auch noch nicht für möglich. Ungeachtet dessen achtet
sie aber weiterhin auf eine geschlechterbezogen heterogene Besetzung von Führungsteams.
(Ziffern 4.1.5 und 5.1.2 DCGK) Nachhaltige Struktur der VorstandsvergütungDie Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2011
modifiziert. Sie enthalten nunmehr eine Vergütungsstruktur, die auf eine nachhaltige
Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist. Die variablen Vergütungsteile haben eine
mehrjährige Bemessungsgrundlage und tragen auch negativen Entwicklungen Rechnung.
Bis zur Anpassung der Anstellungsverträge enthielten sie keine mehrjährige Bemessungsgrundlage
und trugen negativen Entwicklungen bei der Bestimmung der variablen Vergütungsteile
keine Rechnung. Sie waren jedoch nach Ansicht des Aufsichtsrates gleichwohl angemessen
und verleiteten nicht zum Eingehen unangemessener Risiken. (Ziffer 4.2.3 Abs. 2 DCGK) Abfindungs-Cap beim Abschluss von VorstandsverträgenDer Aufsichtsrat hat mit den Vorstandsmitgliedern keine Vereinbarung für den Fall
der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund getroffen.
Damit gelten in diesem Fall die gesetzlichen Regelungen. Der Aufsichtsrat ist der
Auffassung, dass die gesetzlichen Regelungen den gegenseitigen Interessen beim Ausscheiden
eines Vorstandsmitglieds ausreichend Rechnung tragen und daher eine sachgerechte Grundlage
bilden. Dies soll auch künftig so gehandhabt werden. (Ziffer 4.2.3 Abs. 4 DCGK) Individualisierte Offenlegung der VorstandsvergütungDie Bechtle AG veröffentlicht die Vorstandsvergütung im Corporate-Governance-Bericht
aufgeteilt nach erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten. Diese Angaben
werden aufgrund des Hauptversammlungsbeschlusses vom 16. Juni 2010 nicht individualisiert
ausgewiesen. Dieser Beschluss behält seine Gültigkeit bis zur Hauptversammlung, die
über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014 befindet, längstens jedoch bis zum
15. Juni 2015. Bei der mit drei Personen kleinen Vorstandsbesetzung sorgen aus Sicht
der Gesellschaft die Angabe der Gesamtsumme der Vorstandsvergütung sowie die Aufschlüsselung
in fixe und variable Anteile für eine ausreichende Transparenz. (Ziffer 4.2.4 DCGK) Bildung eines NominierungsausschussesDer Aufsichtsrat hält die Bildung eines Nominierungsausschusses, der ausschließlich
mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge
an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt, angesichts der Besetzung
des Aufsichtsrats derzeit nicht für notwendig. (Ziffer 5.3.3 DCGK) Zusammensetzung des AufsichtsratsMit der Neufassung des DCGK vom 26. Mai 2010 wurden in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Abs.
3 des Kodex neue Empfehlungen eingeführt, wonach der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung
konkrete Ziele benennen soll, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation
die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, eine
festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen.
Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen
vorsehen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese
Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate-Governance-Bericht
veröffentlicht werden. Der Aufsichtsrat der Bechtle AG hat bereits in der Vergangenheit ein konkretes Ziel
hinsichtlich des maximalen Alters seiner Mitglieder bei Wahl durch die Hauptversammlung
vorgegeben. In seiner jetzigen Zusammensetzung sieht der Aufsichtsrat darüber hinaus
unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Bechtle AG die Anforderungen an die
Internationalität und Unabhängigkeit seiner Mitglieder als gegeben an (Ziffer 5.4.1
Abs. 2 DCGK). Er entspricht insoweit der Empfehlung des DCGK. Von der Empfehlung,
konkrete Ziele zur angemessenen Beteiligung von Frauen zu formulieren, weicht der
Aufsichtsrat hingegen ab. Aufgrund seiner derzeitigen Größe und Zusammensetzung -
von zwölf Aufsichtsratsmitgliedern sind vier Frauen - sieht der Aufsichtsrat von der
Festlegung konkreter Ziele zur angemessenen Berücksichtigung von Frauen gegenwärtig
noch ab. (Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Abs. 3 DCGK) Erfolgsorientierte Vergütung der Mitglieder des AufsichtsratsDie Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats hat keinen erfolgsorientierten Bestandteil.
Die Bechtle AG ist der Überzeugung, dass alle Mitglieder des Aufsichtsrats ihre Tätigkeit
mit einem Höchstmaß an Engagement und Leistungsbereitschaft sowie mit dem Blick auf
den langfristigen Unternehmenserfolg ausüben. Für eine verantwortungsvolle Aufsichtsratsarbeit
ist es aus Sicht der Gesellschaft daher nicht notwendig, zusätzlich eine erfolgsabhängige
Vergütung zu erbringen. Die Gesellschaft hält dies bis auf Weiteres für sachgerecht.
(Ziffer 5.4.6 Abs. 2 DCGK) Neckarsulm, 28. Februar 2011 Bechtle AG
UnternehmensführungspraktikenDie Bechtle AG beachtet in allen ihren Ländermärkten die jeweiligen Gesetze und Normierungen.
Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus wenden das Unternehmen sowie seine Mitarbeiter
folgende Unternehmensführungspraktiken an:
Diese Publikationen bilden den Rahmen für unser unternehmerisches Denken und Handeln.
Sie dienen den Mitarbeitern der Bechtle AG intern zur Orientierung und Sicherstellung
einer korrekten Anwendung der Unternehmensführungspraktiken. Zusammenarbeit von Vorstand und AufsichtsratDas deutsche Aktiengesetz sieht eine strenge personelle Trennung von Leitung und Kontrolle
des Geschäfts vor. Zu den wichtigsten Aufgaben des Aufsichtsrats gehören die Beratung
und die Kontrolle des Vorstands bei der Führung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat
wird daher auf Basis einer Geschäftsordnung in alle bedeutenden Unternehmensentscheidungen
eingebunden und steht dem Vorstand beratend zur Seite. Vorstand und Aufsichtsrat der Bechtle AG arbeiten zum Wohl des Unternehmens eng zusammen.
Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über
alle wesentlichen Fragen der Geschäftsentwicklung, der Unternehmensplanung, der Strategie
sowie über mögliche Risiken und Chancen der Unternehmensentwicklung und zu Compliance-Themen.
Bei Eintreten außergewöhnlicher Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung
oder die Leitung der Gesellschaft von Bedeutung sind, informiert der Vorstand den
Aufsichtsrat unverzüglich. Auch außerhalb der regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen
informiert sich der Aufsichtsrat in Gesprächen mit dem Vorstand und den Geschäftsführern
über die Lage des Unternehmens und die wesentlichen Geschäftsvorgänge. So kann er
das operative Geschäft auf einer angemessenen Informationsgrundlage mit wertvollen
Hinweisen und Empfehlungen begleiten. Der Vorstand legt dem Aufsichtsrat zu Beginn
jedes Geschäftsjahres seine Planungen zur Genehmigung vor. Über eventuelle Abweichungen
von vorausgegangenen Planungen und deren Gründe legt er vor dem Aufsichtsrat Rechenschaft
ab. Berichte, die der Vorstand gegenüber dem Aufsichtsrat mündlich abgibt, werden
durch die Vorlage schriftlicher Unterlagen begleitet. Grundsätzlich leitet der Vorstand
seine Unterlagen rechtzeitig vor den Aufsichtsratssitzungen und in Abstimmung mit
dem Aufsichtsratsvorsitzenden an die Mitglieder des Aufsichtsrats weiter, sodass sich
die Mitglieder angemessen auf die Sitzungen vorbereiten können. Für wichtige Geschäftsvorgänge
sieht die Geschäftsordnung Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats vor. VorstandDer Vorstand der Bechtle AG bestand im Geschäftsjahr 2010 aus Dr. Thomas Olemotz,
Michael Guschlbauer und Jürgen Schäfer. Dr. Thomas Olemotz war bis 16. Juni Vorstandssprecher.
Am 16. Juni wurde er zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Er ist verantwortlich für
die Bereiche Controlling, Finanzen, Unternehmenskommunikation, Investor Relations,
Zentrale IT, Logistik & Service, Personal und Personalentwicklung sowie Recht. Michael
Guschlbauer ist für das Segment IT-Systemhaus & Managed Services sowie Qualitätsmanagement
und Jürgen Schäfer für das IT-E-Commerce-Geschäft verantwortlich. Die Themen Compliance,
Risikomanagement sowie Unternehmensplanung und strategische Unternehmensentwicklung
liegen in der gemeinschaftlichen Verantwortung des gesamten Vorstands. Eine Geschäftsordnung regelt unter anderem die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit
im Vorstand sowie die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Die Geschäftsordnung sieht
für die Mitglieder des Vorstands eine Altersgrenze von 65 Jahren vor. Durch die jüngste Neufassung des DCGK wurden einige Regelungen in den Kodex aufgenommen,
die das Thema Vielfalt (Diversity) und hier vor allem die angemessene Berücksichtigung
von Frauen im Fokus haben. Die Bechtle AG begrüßt grundsätzlich eine stärkere Berücksichtigung
von Frauen auch in Führungs- und Managementpositionen. Bereits heute ist eine Vielzahl
von Führungsfunktionen bei der Gesellschaft mit Frauen besetzt. Es bestehen allerdings
noch keine expliziten Regelungen, die eine angemessene Berücksichtigung von Frauen
im Sinne des DCGK sicherstellen. Die Bechtle AG hält daher die Umsetzung der Ziffern
4.1.5 und 5.1.2 des DCGK noch nicht für möglich. Ungeachtet dessen achtet sie aber
weiterhin auf eine geschlechterbezogene heterogene Besetzung von Führungsteams. AufsichtsratDer Aufsichtsrat der Bechtle AG besteht satzungsgemäß aus zwölf Mitgliedern. Nach
dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich zu gleichen Teilen aus Aktionärs-
und Arbeitnehmervertretern zusammen. Dem Aufsichtsrat gehören vier Frauen an, verschiedene
Mitglieder haben einen besonderen internationalen Hintergrund und die überwiegende
Zahl der Mitglieder sind unabhängig. Keines der Aufsichtsratsmitglieder steht in einer
geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Gesellschaft oder zum Vorstand, sodass
Interessenkonflikten vorgebeugt ist. Die Arbeitnehmervertreter stehen teilweise in
einem üblichen Anstellungsverhältnis mit der Gesellschaft. Den Vorsitz des Aufsichtsrats hält Gerhard Schick. Außerdem ist er Vorsitzender des
Ausschusses gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG sowie des Personalausschusses. In seiner Funktion
als Aufsichtsratsvorsitzender koordiniert Gerhard Schick die Aufgaben des Aufsichtsrats,
leitet die Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrats im Außenverhältnis wahr.
Darüber hinaus steht er in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand, um Fragen der strategischen
Ausrichtung, der Geschäftsentwicklung sowie des Risikomanagements intensiv zu beraten.
Den stellvertretenden Vorsitz des Aufsichtsrats hat Uli Drautz übernommen. Dr. Jochen
Wolf hat den Vorsitz des Prüfungsausschusses inne. Als promovierter Diplom-Kaufmann,
langjähriger Leiter KonzernControlling, kaufmännischer Geschäftsführer und Finanzvorstand
sowie aktuell Geschäftsführer einer Beteiligungsgesellschaft verfügt er über besondere
Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen
Kontrollverfahren (§ 100 Abs. 5 AktG, Ziffer 5.3.2 DCGK). Im Berichtsjahr gab es keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat. Ein Nominierungsausschuss wurde nicht gebildet. In diesem Punkt weicht Bechtle von
der Empfehlung des DCGK (Ziffer 5.3.3) ab. Angesichts der Besetzung des Aufsichtsrats
hält der Aufsichtsrat die Bildung eines solchen Ausschusses derzeit für nicht notwendig. Die Sitzungen des Aufsichtsrats bereiten die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer
jeweils gesondert vor. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Im Berichtsjahr
war dies nicht der Fall. Bei der Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern hat der Aufsichtsrat der Bechtle AG
in der Vergangenheit eine kürzere Bestelldauer als fünf Jahre vereinbart. Dies soll
auch in Zukunft so gehandhabt werden. Der Aufsichtsrat ist darauf bedacht, seine Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahrzunehmen.
Im dreijährlichen Turnus findet daher auf der Grundlage des Leitfadens der Deutschen
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e. V. eine umfangreiche Effizienzprüfung seiner
Tätigkeit statt. Die letzte Befragung wurde 2009 durchgeführt und kam zu dem Ergebnis,
dass der Aufsichtsrat effizient arbeitet. Kommt das Plenum zu der Ansicht, dass sich
die Effizienz verschlechtert, wird die Effizienzprüfung jährlich durchgeführt. Hinsichtlich seiner zukünftigen Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat seine Ziele in
Anlehnung an Ziffer 5.4.1 DCGK schriftlich fixiert. Der Aufsichtsrat strebt demnach
an, mindestens zwei Aufsichtsratsmandate für Personen, die im besonderen Maße das
Kriterium Internationalität erfüllen, vorzusehen. Der Aufsichtsrat hält es nicht für
sinnvoll, die Zahl der "unabhängigen" Mitglieder festzulegen. Derzeit erfüllt die
überwiegende Zahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Bechtle AG das Merkmal "Unabhängigkeit",
da sie keine Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder
sonstigen Geschäftspartnern der Bechtle AG wahrnehmen. Der Aufsichtsrat hält es aber
durchaus für sinnvoll, auch weiterhin Vertreter von Geschäftspartnern als Aufsichtsratsmitglieder
vorzuschlagen, wenn deren spezifische Kenntnisse der Gesellschaft mehr nutzen als
mögliche Interessenkonflikte ihr schaden. Derzeit gehören dem zwölfköpfigen Aufsichtsrat
vier Frauen an. Bei dieser Größe und Zusammensetzung sieht der Aufsichtsrat von der
Festlegung konkreter Ziele zur angemessenen Berücksichtigung von Frauen derzeit noch
ab. Für eine Kandidatur in den Aufsichtsrat sieht die Geschäftsordnung eine Altersgrenze
von 70 Jahren vor. Die vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele sind gegenwärtig bereits erfüllt. Sie werden
bei künftigen Wahlvorschlägen weiterhin beachtet werden. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Diese regelt
insbesondere die Zusammenarbeit im Aufsichtsrat. Nach der Neuregelung des DCGK im Mai 2010 sollen die Aufsichtsratsmitglieder bei der
eigenverantwortlichen Wahrnehmung von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen von der Gesellschaft
angemessen unterstützt werden (Ziffer 5.4.1 Abs. 4 DCGK). Nach Ansicht der Bechtle
AG ist das Amt eines Aufsichtsrats mit einem hohen Maß an Verantwortung und Pflichten
verbunden. Sie ist deswegen der Auffassung, dass jeder, der sich für ein solches Amt
bewirbt, bei Eintritt in den Aufsichtsrat die notwendigen Kenntnisse besitzen und
sich während der Zugehörigkeit eigenständig weiterbilden muss. Die Aufsichtsratsmitglieder
werden dabei von der Gesellschaft in angemessener Form unterstützt. D&O-VersicherungVorstand und Aufsichtsrat sind verpflichtet, den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen
Unternehmensführung zu folgen. Verletzen sie ihre Sorgfaltspflicht schuldhaft, können
sie der Bechtle AG gegenüber auf Schadenersatz haften. Zur Abdeckung des Risikos hat
die Gesellschaft für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung
- eine sogenannte Directors & Officers- Versicherung - abgeschlossen. Entgegen der
Regelung im DCGK (Ziffer 3.8) war im Berichtsjahr ein Selbstbehalt weder für den Vorstand
noch für den Aufsichtsrat vorgesehen. Durch das VorstAG wurde diesbezüglich eine neue
Regelung eingeführt. Für Vorstandsverträge ist nunmehr ein Selbstbehalt von mindestens
10 Prozent des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen
Vergütung des Vorstandsmitglieds gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG gesetzlich vorgeschrieben.
Im Berichtsjahr nutzte Bechtle die Übergangsvorschrift von § 23 Abs. 1 des Einführungsgesetzes
zum Aktiengesetz, wonach bestehende Versicherungsverträge, bei denen sich die Gesellschaft
gegenüber dem Vorstandsmitglied im Anstellungsvertrag zur Gewährung einer Versicherung
ohne Selbstbehalt verpflichtet hat, weiter ohne Selbstbehalt geführt werden können.
Im Zuge der Verlängerung zweier Vorstandsverträge und der Vereinbarung einer mehrjährigen
Bemessungsgrundlage Anfang 2011 hat der Aufsichtsrat die D&Ovorgaben für die Vorstände
den neuen Bestimmungen des AktG angepasst. Im Hinblick auf die D&O-Versicherung von
Aufsichtsräten empfiehlt der DCGK in Ziffer 3.8 Abs. 3 einen entsprechenden Selbstbehalt.
Derzeit folgt die Bechtle AG dieser Empfehlung nicht und ist der Ansicht, dass ein
angemessener Selbstbehalt nicht dazu beiträgt, das Verantwortungsbewusstsein und die
Motivation des Aufsichtsrats zu verbessern. InteressenkonflikteDie Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet.
Sie dürfen bei ihren Entscheidungen im Rahmen ihrer Tätigkeit weder persönliche Interessen
verfolgen noch Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen. Die
Vorstandsmitglieder legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich
offen und informieren die übrigen Vorstandsmitglieder. In seinem Bericht an die Hauptversammlung
informiert der Aufsichtsrat über eventuell aufgetretene Interessenkonflikte und die
Konsequenzen. Die Vorstandsmitglieder unterliegen während ihrer Tätigkeit für Bechtle einem umfassenden
Wettbewerbsverbot. Die Ausübung von Nebentätigkeiten - dazu zählt auch die Ausübung
von Aufsichtsratsmandaten außerhalb des Konzerns - bedarf der Zustimmung durch den
Aufsichtsrat. Interessenkonflikte, die etwa aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion
bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder Geschäftspartnern entstehen können, gab
es im abgelaufenen Geschäftsjahr weder bei Aufsichtsrats- noch Vorstandsmitgliedern.
Detaillierte Informationen zu den bestehenden Mandaten der Organmitglieder in Aufsichtsräten
und ähnlichen Kontrollgremien finden Sie im Konzern-Anhang. Neckarsulm, im Februar 2011 Bechtle AG
Bilanz zum 31. Dezember 2010Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für 2010
Anhang für 2010A. Allgemeine ErläuterungenDer vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach
den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Gesellschaft gilt als börsennotierte
Aktiengesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB als große Kapitalgesellschaft. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir Angaben zur Mitzugehörigkeit
zu anderen Posten und davon-Vermerke im Anhang gemacht. B. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren abgesehen von der erstmaligen Anwendung
des § 274 HGB i.d.F. des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes vom 25. Mai 2009 - wie
im Vorjahr - die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte
zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und sofern sie der Abnutzung unterliegen
abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die planmäßigen Abschreibung erfolgt zeitanteilig
und hauptsächlich linear auf der Grundlage der voraussichtlichen wirtschaftlichen
Nutzungsdauer. Geringwertige Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden im Jahr
des Zugangs voll angeschrieben und als Abgang ausgewiesen. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden linear zwischen 3 und 5 Jahren abgeschrieben.
Den Abschreibungen liegen bei anderen Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung
eine Nutzungsdauer von überwiegend 3 bis 20 Jahre zugrunde. Die Abschreibungen auf
Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder
Wertminderung wird auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Soweit die
Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen nicht mehr vorgelegen haben, werden
bis zur Höhe der Anschaffungskosten Zuschreibungen vorgenommen. Die Vorräte werden zu den Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips
bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten
werden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung
angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko
ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen
Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe
des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (d.
h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Die Verbindlichkeiten wurden mit zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich
mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Bechtle AG grundsätzlich nur für Sicherungszwecke
eingesetzt. Zur Absicherung der Risiken des variablen Zinssatzes bei zwei aufgenommenen
Darlehen wurden mehrere Zins-Swaps abgeschlossen. Die Zins-Swaps sind als Cash-Flow-Hedge
als zu 100 Prozent wirksam in der Absicherung des Zinsänderungsrisikos anzusehen.
Bechtle bezahlt hierbei einen festen Zinssatz und erhält einen variablen Zinssatz.
Als wirksamer Cash-Flow-Hedge werden Zins-Swaps zusammen mit den abzusichernden Darlehen
bewertet (Bewertungseinheit). Es erfolgt keine separate Bilanzierung. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten
Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen
und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden
Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt
des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen
werden verrechnet ausgewiesen. Der sich aufgrund der erstmaligen Anwendung des § 274
HGB i.d.F. des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes vom 25. Mai 2009 ergebende Anpassungsbetrag
in Höhe von 608 Tsd.€ wurde nach Artikel 67 Abs. 6 Satz 1 EGHGB unmittelbar den Gewinnrücklagen
zugerechnet. Die Ermittlung des Anpassungsbetrages erfolgte durch Anwendung der Neufassung
des § 274 HGB auf die Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden, wie sie sich
aus der Bilanz zum 31. Dezember 2009 als dem Ende des Geschäftsjahres vor der erstmaligen
Anwendung des BilMoG ergeben. C. Erläuterungen zur Bilanz1. AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage A zu diesem Anhang dargestellt. 2. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus
dem Verrechnungsverkehr gegenüber den Unternehmen der Bechtle-Gruppe. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Beträge in Höhe von 809 Tsd. € (Vorjahr:
344 Tsd. €), die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Es handelt sich
dabei um abgegrenzte Zinsen und die anrechenbare Kapitalertragsteuer aus phasengleich
vereinnahmten Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften. 3. EigenkapitalGezeichnetes KapitalDas Grundkapital der Gesellschaft zum 31. Dezember 2010 ist in 21.000.000 (Vorjahr
21.000.000) ausgegebene Stammaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1,00 € eingeteilt.
Jede Aktie gewährt eine Stimme. GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen haben sich folgendermaßen entwickelt:
BilanzgewinnDer Bilanzgewinn hat sich folgendermaßen entwickelt:
Genehmigtes KapitalGemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der Bechtle AG ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital
der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Juni 2014 durch Ausgabe
neuer, auf den Inhaber lautender Aktien um bis zu 10.600 Tsd. € zu erhöhen (Genehmigtes
Kapital gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Juni 2009). Die Kapitalerhöhungen können gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen erfolgen. Der
Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht
der Aktionäre auszunehmen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, das Bezugsrecht mit
Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, sofern (1. Fall) die Kapitalerhöhungen
gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen erfolgt
oder (2. Fall) die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt, 10 vom Hundert des Grundkapitals
zum Zeitpunkt der Ausgabe nicht übersteigt und der Ausgabekurs den Börsenpreis nicht
wesentlich unterschreitet oder (3. Fall) die Kapitalerhöhung zur Ausgabe von Belegschaftsaktien
erfolgt, wenn der anteilige Betrag 10 vom Hundert des Grundkapitals zum Zeitpunkt
der Ausgabe nicht übersteigt. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten
der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital festzulegen. 4. RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Tantiemen, Jubiläums- und
sonstige Personalaufwendungen, Aufsichtsratsvergütungen und Investor Relations gebildet. 5. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen
aus dem Verrechnungsverkehr gegenüber den Unternehmen der Bechtle-Gruppe. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben 2.345 Tsd. € (Vorjahr:
1.274 Tsd. € ) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und 1.875 Tsd. € (Vorjahr: 961
Tsd. € ) eine Restlaufzeit größer 5 Jahre. Ansonsten haben alle übrigen Verbindlichkeiten
- wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von
8.254 Tsd. € (Vorjahr: 3.653 Tsd. €). 6. Latente SteuernDie passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:
Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 29,12 % zugrunde gelegt. D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung1. Umsatzerlöse
Die Erlöse aus Kostenersätzen beinhalten ausschließlich Verwaltungs- und Rechenzentrumsumlagen
gegenüber Tochterunternehmen. Von den Umsatzerlösen entfallen 52.654 Tsd. € (Vorjahr 26.135 Tsd. €) auf das Inland
und 2.266 Tsd. € (Vorjahr 2.344 Tsd. €) auf das Ausland. 2. Sonstige betriebliche ErträgePeriodenfremde Erträge sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Auflösung
von Wertberichtigungen in Höhe von 910 Tsd. € sowie aus der Auflösung von Rückstellungen
in Höhe von 584 Tsd. € enthalten. 3. Erträge aus BeteiligungenDie Erträge aus Beteiligungen resultieren ausschließlich aus verbundenen Unternehmen. 4. Zinsergebnis
5. Steuern vom Einkommen und vom ErtragIn ausgewiesenen Posten sind Erträge aus Steuererstattungen für Organumlagen in Höhe
von 955 Tsd. € (Vorjahr 1.599 Tsd. €) und periodenfremde Aufwendungen aus Steuern
in Höhe von 6 Tsd. € (Vorjahr: Ertrag 1 Tsd.€) enthalten. D. KapitalflussrechnungDie Veränderung des Finanzmittelbestands sowie die dafür ursächlichen Mittelbewegungen
werden in Anlehnung an DRS 2 anhand der nachfolgenden Kapitalflussrechnung aufgezeigt:
Zinszahlungen im Rahmen der Finanzierungstätigkeit gegenüber verbundenen Unternehmen
(Cashpooling) wurden dem betrieblichen Cashflow zugeordnet. Die Zinszahlungen gegenüber
Dritten wurden entsprechend Ihrer überwiegenden Entstehung dem Cashflow aus Investitions-
bzw. Finanzierungstätigkeit zugeordnet. Die erhaltenen Zinszahlungen beinhalten auch
Zinserträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens. F. Ergänzende Angaben1. Angaben zur BelegschaftIm Jahresdurchschnitt wurden 148 Mitarbeiter (Vorjahr: 141 Mitarbeiter) in der Verwaltung beschäftigt. 2. AnteilsbesitzDer Anteilsbesitz an anderen Unternehmen ist in der Anlage B zu diesem Anhang dargestellt. 3. Angaben zum Vorstand und AufsichtsratDer Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Thomas Olemotz, VorstandsvorsitzenderWohnort: Rabenau
Michael GuschlbauerWohnort: Ludwigsburg
Jürgen SchäferWohnort: Heilbronn
Die für die Tätigkeit des Vorstands der Bechtle AG gewährten Gesamtbezüge für das
Geschäftsjahr 2010 betrugen 1.906 Tsd. €. Die festen Bezüge betrugen 805 Tsd. € und
die variablen Bezüge 1.101 Tsd. €. Aufgrund des Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Juni 2010 wird auf eine individualisierte
Offenlegung der Bezüge des Vorstands verzichtet. Die Vergütungen des Aufsichtsrats betrugen 389 Tsd. €. Sämtliche übrigen Angaben zum
Aufsichtsrat, die aufgrund gesetzlicher Vorschriften zu machen sind, werden in der
Anlage C zu diesem Anhang zusammengefasst. 4. Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate Governance-KodexDie Bechtle AG hat für 2010 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben.
Die Erklärung wurde den Aktionären auf der Unternehmens-Website www.bechtle.com zugänglich
gemacht. 5. Mitteilung nach WertpapierhandelsgesetzDie BWK GmbH Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Stuttgart, hat uns mit Schreiben
vom 8. April 2002 folgende Mitteilung gemacht: "Hiermit teilen wir Ihnen gemäß § 41
Abs. 2 Satz 1 WpHG mit, dass uns am 01. April 2002 19,39% aus eigenen Aktien Stimmrechte
an der Bechtle AG zustehen." Frau Karin Schick, Gaildorf, hat uns mit Schreiben vom 5. März 2007 folgende Mitteilung
gemacht: "Hiermit teile ich Ihnen gemäß § 41Abs. 4a WpHG mit, dass mein Stimmrechtsanteil
an der Bechtle AG am 20. Januar 2007 insgesamt 32,00% betragen hat. Hiervon sind mir
gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG 3,82% und gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG 1,60
% der Stimmrechte zuzurechnen." Die BWK 2. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Stuttgart, hat uns gemäß § 21 Abs.
1 WpHG am 18. Dezember 2009 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle
AG, Neckarsulm, Deutschland, ISIN: DE0005158703, WKN: 515870 am 18. Dezember 2009
die Schwelle von 3%, 5%, 10% und 15% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem
Tag 18,47% (das entspricht 3.916.507 Stimmrechten) betragen hat. Die Deutsche Bank AG, London hat uns gemäß § 21 Abs. 1 und § 24 WpHG in Verbindung
mit § 32 Abs. 2 InvG am 02.12.2010 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil ihrer Tochtergesellschaft,
der DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland an der Bechtle AG, Neckarsulm,
Deutschland, ISIN: DE0005158703, WKN: 515870 am 30.11.2010 die Schwelle von 3% der
Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,047% (das entspricht 639900 Stimmrechten)
betragen hat. 6. Konzernabschluss und Geschäfte mit nahestehenden UnternehmenDie Bechtle AG erstellt gemäß § 315a HGB als Muttergesellschaft einen Konzernabschluss
nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), der von der Gesellschaft
bezogen werden kann. Er wird außerdem im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht
und ist im Internet unter www.bechtle.com verfügbar. Angaben gemäß § 285 Nr. 21 HGB waren nicht zu machen, da sämtliche nahestehenden Unternehmen
in 100-prozentigem Anteilsbesitz stehen und in den Konzernabschluss der Bechtle AG
einbezogen werden. 7. HaftungsverhältnisseDie Bechtle AG hat sich für Bankkredite von Tochtergesellschaften verbürgt. Am Bilanzstichtag
valutieren diese Kredite mit 4.313 Tsd. €. Des weiteren bestehen Haftungsverpflichtungen
zugunsten von Tochtergesellschaften aus Miet- und Leasingverträgen (6.174 Tsd. €),
Bürgschaften für Lieferanten der Bechtle-Gruppe (12.649 Tsd. €), aus Avalen (6.462
Tsd. €) und sonstigen Bürgschaften (1.526 Tsd. €). Ferner besteht eine Schuldübernahmeerklärung
nach § 403 (1) (f) des niederländischen bürgerlichen Gesetzbuches für alle niederländischen
Tochtergesellschaften (23.939 Tsd. €). Zweck vorgenannter Haftungsverhältnisse ist die Sicherstellung einer angemessenen
Finanzierung der betrieblichen Aktivitäten der Tochtergesellschaften. Finanzielle
Risiken bestehen in einer möglichen Inanspruchnahme durch Gläubiger. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft für die Verbindlichkeiten von
verbundenen Unternehmen gegenüber Kreditinstituten wird aufgrund der guten Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochterunternehmen als gering eingeschätzt. 8. Derivative FinanzinstrumenteZum Bilanzstichtag bestehen zwei Zins-Swaps mit einem Nennbetrag von 11.518 Tsd. €.
Sie weisen einen um die gebuchte Zinsabgrenzung bereinigten Marktwert von -239 Tsd.
€ auf. Der Marktwert von Zins-Swaps bestimmt sich durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen
Zahlungsströme über die Restlaufzeit des Kontrakts auf Basis aktueller Marktzinsen
und der Zinsstrukturkurve. Zweck und Vorteil des Finanzinstruments ist die Absicherung sämtlicher Risiken aus
Zinssatzänderungen bei aufgenommenen variabel verzinslichen Darlehen in Höhe von 11.518
Tsd. €. Als zu 100% wirksamer Cash-Flow-Hedge werden Zins-Swaps zusammen mit den abzusichernden
Darlehen bewertet (Bewertungseinheit). Es erfolgt keine separate Bilanzierung. 9. Sonstige finanzielle VerpflichtungenZum 31. Dezember 2010 bestehen aus Leasing- und Mietverträgen finanzielle Verpflichtungen
in Höhe von 27.544 Tsd. €:
Zweck und Vorteil der eingegangenen Leasing- und Mietverträge ist die Finanzierung
bzw. Nutzung der geleasten bzw. gemieteten Anlagegegenstände. Risiken bestehen in
den zukünftigen Liquiditätsbelastungen durch fest vereinbarte Miet- und Leasingraten. 10. Honorar des AbschlussprüfersHinsichtlich der Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers wird von der Erleichterungsvorschrift
des § 285 Nr. 17 HGB Gebrauch gemacht. 11. Geschäfte mit nahestehenden PersonenGeschäfte mit nahestehenden Personen mit nicht marktüblichen Bedingungen liegen nicht
vor. 12. Außerbilanzielle GeschäfteMit insgesamt vier Tochtergesellschaften bestehen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge
(Vertragsbeginn zwischen 1. Januar 2001 und 1. Januar 2010). Zweck dieser Verträge
ist neben der Bildung einer steuerlichen Organschaft auch die Inanspruchnahme von
Offenlegungserleichterungen der Konzerngesellschaften. Die Verträge können nach Ablauf
von 5 Jahren ab Vertragsbeginn mit einer Frist von 6 Monaten zum Jahresende gekündigt
werden. Finanzielle Risiken bestehen für die Bechtle AG aufgrund der in der Verträgen
enthaltenen Verpflichtung zur Verlustübernahme. Zur Optimierung der Bilanz- und Finanzierungsstruktur hat die Bechtle AG zum Ende
des Geschäftsjahres von Tochterunternehmen erworbene Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen im Rahmen eines echten Factoringgeschäfts an eine Factoringgesellschaft
verkauft und hierdurch Liquiditätszuflüsse in Höhe von 16,7 Mio. € erzielt. Aufgrund
der guten Vermögens- und Finanzlage der Bechtle AG und des Konzerns bestehen aus dieser
Finanzierung keine wesentlichen Risiken. Bezüglich Miet- und Leasingverpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Derivativen Finanzinstrumente
verweisen wir auf die oben gemachten Ausführungen. 13. GewinnverwendungsvorschlagDer Vorstand beschließt, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung vorzuschlagen,
den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 15.750 Tsd. € zur Ausschüttung
einer Dividende in Höhe von 0,75 € je dividendenberechtigte Stückaktie zu verwenden. Neckarsulm, am 23.Februar 2011
Entwicklung des AnlagevermögensAnlage A zum Anhang
Anteilsbesitz zum 31.12.2010Anlage B zum Anhang
*
Ergebnisabführungsvertrag mit der Bechtle AG Anlage C zum Anhang
(1)
815.272 Aktien für Schick GmbH, 340.115 für Amaury Krief
(2)
für BWK 2. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH
BestätigungsvermerkZu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht erteilen wir folgenden Bestätigungsvermerk: "Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung
sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Bechtle
AG, Neckarsulm, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft.
Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen
handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten
Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung
und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut
der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten
und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung
der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten
Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender
Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse
über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der
Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen
der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend
auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten
Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter
sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für
unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht
der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht
in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von
der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar." Heilbronn, den 3. März 2011 Ernst & Young GmbH
Vorschlag zur GewinnverwendungDer am 23. Februar 2011 aufgestellte Jahresabschluss der Bechtle AG zum 31. Dezember
2010 weist einen Bilanzgewinn in Höhe von Euro 15.750.000,00 aus. Dabei wurde aus
dem Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von Euro 20.634.198,47 ein
Betrag in Höhe von Euro 4.884.198,47 in die Gewinnrücklagen eingestellt. Der Vorstand beschließt, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung vorzuschlagen,
den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von Euro 15.750.000,00 zur Ausschüttung
einer Dividende in Höhe von Euro 0,75 je dividendenberechtigte Stückaktie zu verwenden. Neckarsulm, den 23. Februar 2011 Bechtle AG
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Bechtle AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt
sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird,
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft
beschrieben sind. Neckarsulm, den 15. März 2011 Bechtle AG
AN UNSERE AKTIONÄREBERICHT DES AUFSICHTSRATS" Bechtle ist für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt." Gerhard Schick Der Aufsichtsrat der Bechtle AG begleitete Vorstand und Unternehmen auch im Geschäftsjahr
2010 gewohnt intensiv. Dabei standen Maßnahmen für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit
von Bechtle im Vordergrund. Der Aufsichtsrat dankt vorstand und Mitarbeitern ausdrücklich
für ihre unternehmerische Leistung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Aufsichtsrat nahm 2010 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Prüfungs- und
Kontrollaufgaben mit großer Sorgfalt wahr. Wir haben den Vorstand bei der Unternehmensleitung
regelmäßig beraten und dabei die Geschäftsführung und -entwicklung der Gesellschaft
eng begleitet und überwacht. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender
Bedeutung waren oder in welche der Aufsichtsrat kraft Gesetzes oder Satzung einzubeziehen
war, wurden wir unmittelbar und frühzeitig einbezogen. Im Mittelpunkt der Beratungen
standen 2010 die strategische Ausrichtung des Konzerns, die im Berichtsjahr getätigten
Akquisitionen sowie neue Personalentwicklungsprogramme zur Sicherstellung des weiteren
Wachstums. Kennzeichnend für die Zusammenarbeit war ein intensiver und jederzeit offener
Dialog. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat sowohl mündlich als auch schriftlich regelmäßig,
zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen wesentlichen Aspekte. Dazu zählten
vor allem die Geschäftsentwicklung des Konzerns, maßgebliche Investitionsvorhaben
und laufende Investitionen, die Risikosituation und das Chancen- und Risikomanagement
sowie grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung und -strategie. Zusätzlich zu den persönlichen Kontakten mit einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern unterrichtete
der Vorstand das gesamte Gremium monatlich in schriftlichen Berichten und Auswertungen
über Auftragseingang, Umsatz und Deckungsbeitrag, die Erfüllung der Geschäftsplanung,
die Vorsteuerergebnisse und die Beschäftigungssituation - jeweils für den Konzern,
die Segmente sowie einzelne Tochtergesellschaften. In vierteljährlichen Sitzungen
haben wir zudem das abgelaufene Quartal sowie die kurz- bis mittelfristigen Perspektiven
intensiv erörtert. Darüber hinaus machte sich das Gremium selbst ein Bild vom Unternehmen. Regelmäßig
hat sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen anhand firmeninterner Auswertungen mit
der Geschäfts-, Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns und seiner Segmente sowie
mit der Vermögens- und Finanzlage, der Umsetzung der Strategie und der Risikosituation
beschäftigt. Zusätzlich lag das Augenmerk 2010 besonders auf der Mitarbeiterentwicklung,
der im Berichtsjahr initiierten Ausbildungsoffensive und den Personalentwicklungsprogrammen.
Wir haben zudem auch im Geschäftsjahr 2010 aktiv das Kontroll- und Risikomanagementsystem
der Bechtle AG begleitet und fortgeschrieben. Der Aufsichtsratsvorsitzende sowie sein
erster Stellvertreter setzten die bewährte Vorgehensweise aus den Vorjahren fort,
einzelne Tochterunternehmen an ihren Standorten persönlich zu besuchen. Sie verschafften
sich so in direkten Gesprächen mit den Geschäftsführern einen detaillierten Überblick
zum operativen Verlauf der Gesellschaften und informierten sich über Aufträge und
Projekte von besonderer Bedeutung. Zu den eigenständigen Prüfungs- und Überwachungsmaßnahmen durch Mitglieder des Aufsichtsrats
gehörten insbesondere auch die regelmäßige Prüfung der Gewinn- und Verlustrechnungen
einzelner Tochtergesellschaften, eine intensive Untersuchung auf Auffälligkeiten und
ein Soll-Ist-Abgleich wichtiger Kennzahlen sowie die Teilnahme an Strategiesitzungen,
Geschäftsführertagungen und an Sitzungen zum Risikomanagement. Aufgrund der zeitnahen und ausführlichen Information durch den Vorstand sowie der
eigenständigen Prüfungen konnte der Aufsichtsrat seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion
vollumfänglich nachkommen. Die Einsichtnahme in Bücher und Schriften im Sinne des
§ 111 Abs. 2 AktG war über die Abschlussprüfung hinaus nicht erforderlich. Sitzungen und SchwerpunkteIm Berichtsjahr fanden vier Plenumssitzungen des Aufsichtsrats statt: am 28. Januar,
16. März (Bilanzsitzung für den Abschluss 2009), 22. Juli und 21. Oktober. Außerordentliche
Sitzungen mussten nicht einberufen werden. Über Vorhaben oder Aspekte, die für die
Entwicklung des Unternehmens von besonderer Bedeutung oder eilbedürftig waren, hat
der Sprecher des Vorstands (später: Vorstandsvorsitzende) den Aufsichtsrat auch zwischen
den Sitzungen unverzüglich und umfassend informiert. Sofern erforderlich, haben wir
Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Alle Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse
bedurften, haben wir in den Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen ausführlich behandelt.
So hat das Gremium in seiner Bilanzsitzung den Jahresabschluss des Vorjahres festgestellt,
den Konzernabschluss des Vorjahres gebilligt, dem Gewinnverwendungsvorschlag zugestimmt
und die Unternehmensplanung 2010 verabschiedet. Zu den wichtigsten Beratungsthemen im abgelaufenen Geschäftsjahr zählten:
Zusätzlich hat der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Ergebnis
ist, dass die Arbeitsabläufe und Prozesse der Entscheidungsfindung im Aufsichtsrat
effizient und zielorientiert ausgerichtet sind. Der Aufsichtsrat ist zu jeder Zeit
für den Vorstand erreichbar und steht ihm mit Rat und Tat zur Seite. AusschüsseDer Aufsichtsrat hat zur Wahrung seiner Aufgaben drei Ausschüsse gebildet. Der Prüfungsausschuss
trat am 27. Januar, 1. und 15. März, 20. Mai, 21. Juli, 7. und 20. Oktober sowie 9.
Dezember zusammen. Zusätzlich tagte er im Rahmen von Telefonkonferenzen am 11. Mai,
8. Juni, 11. August und 11. November. Der Ausschuss beschäftigte sich 2010 vorrangig
mit den Quartalsberichten beziehungsweise dem Zwischenbericht, den vorbereitenden
Prüfungen von Jahres- und Konzernabschluss sowie mit der Überprüfung des internen
Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems. Gegenstand der Beratungen waren außerdem
die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowie die Vereinbarung des
Prüfungshonorars. Daneben standen auch zustimmungspflichtige Geschäfte - wie Akquisitionen
und langfristige Verträge -sowie die Corporate Governance auf der Agenda. Neben den
Sitzungsbeschlüssen fasste der Ausschuss in sachlich gebotenen, insbesondere in eilbedürftigen
Fällen auch Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren. Der Personalausschuss trat 2010 in drei Sitzungen am 15. März, 21. Juli und 14. September
zusammen. Im Mittelpunkt seiner Beratungen stand das Vergütungssystem des Vorstands,
vor allem im Hinblick auf die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex, sowie
die Neuerungen durch das im Vorjahr in Kraft getretene VorstAG. Der Vermittlungsausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG musste 2010 - ebenso wie in den
Vorjahren - nicht einberufen werden. Beim Vorsitz der Ausschüsse ergaben sich im Berichtsjahr keine Veränderungen: Dr.
Jochen Wolf steht dem Prüfungsausschuss vor, Gerhard Schick ist Vorsitzender des Personalausschusses.
In den Plenumssitzungen wurde das Gremium ausführlich über die Arbeit der Ausschüsse
informiert. Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt zudem die Bildung eines Nominierungsausschusses,
der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat
für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.
Wir haben keinen Nominierungsaus-schuss gebildet, da wir ihn angesichts der derzeitigen
Größe und Besetzung des Gremiums für entbehrlich halten. Besetzung von Aufsichtsrat und VorstandWeder im Aufsichtsrat noch im Vorstand der Bechtle AG gab es im Berichtsjahr personelle
Änderungen. Am 16. Juni 2010 ernannte der Aufsichtsrat den bisherigen Sprecher des
Vorstands, Dr. Thomas Olemotz, zum Vorstandsvorsitzenden. Corporate Governance und EntsprechenserklärungWir haben uns intensiv mit dem Regelwerk des Deutschen Corporate Governance Kodex
auseinandergesetzt. Ein Schwerpunkt war dabei die Änderungen in der Fassung vom 26.
Mai 2010, vor allem die Empfehlungen und Anregungen zur sogenannten Diversity in Vorstand
und Aufsichtsrat. Zur Kontrolle der Einhaltung des Deutschen Corporate Governance
Kodex haben wir die Umsetzung der Empfehlungen überprüft. Aufsichtsrat und Vorstand
haben zuletzt im Februar 2011 die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG erneuert.
Die Abweichungen von den Empfehlungen der Regierungskommission sind im Corporate-Governance-Bericht
ausführlich erläutert. Sämtliche Entsprechenserklärungen sowie weitere Unterlagen
zur Corporate Governance sind den Aktionären im Internet unter www.bechtle.com/corporate-governance
dauerhaft zugänglich gemacht. Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2010Zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 hat die
Hauptversammlung die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Heilbronn,
gewählt. Sie hat nach der Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat den Jahresabschluss
der Bechtle AG, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte der Bechtle AG und des
Bechtle-Konzerns für das Geschäftsjahr 2010 unter Einbeziehung der Buchführung und
des Risikomanagements- und -früherkennungssystems geprüft und mit uneingeschränkten
Bestätigungsvermerken versehen. Der Konzernabschluss der Bechtle AG wurde nach IFRS
aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass dieser Konzernabschluss die Bedingungen
für eine Befreiung von der Aufstellung eines Abschlusses nach deutschem Recht erfüllt.
Gegenstand der Prüfung waren auch das vom Vorstand einzurichtende Überwachungssystem
zur Risikofrüherkennung sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im
Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass
die installierten Systeme geeignet sind. Die Unterlagen zu den Abschlüssen, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie
die Prüfberichte des Abschlussprüfers wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig
zugesandt und sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Gesamtgremium eingehend behandelt.
An der Bilanzsitzung am 15. März 2011 nahm auch der Abschlussprüfer teil. Der Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer hat ausführlich über sämtliche wesentlichen
Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und sämtliche Fragen des Aufsichtsrats umfassend
beantwortet. Der Aufsichtsrat hatte vor Durchführung der Abschlussprüfung mit dem
Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate
Governance Kodex vereinbart, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats über sämtliche
während der Prüfung möglicherweise auftretenden Ausschluss- oder Befangenheitsgründe
unverzüglich zu unterrichten war. Ferner haben wir gemäß Ziffer 7.2.3 des Deutschen
Corporate Governance Kodex den Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer verpflichtet,
über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse
unverzüglich zu berichten, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung möglicherweise
ergeben. Darüber hinaus trafen wir gemeinsam mit dem Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer
die Vereinbarung, dass er uns informiert beziehungsweise in den Prüfungsberichten
vermerkt, wenn er bei der Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen
sollte, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand beziehungsweise Aufsichtsrat gemäß
§ 161 AktG abgegebenen Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ergeben. Der Aufsichtsrat hat in eigener Verantwortung die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers
gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex überprüft und eine schriftliche
Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt. Darin wird über sämtliche
beruflichen, geschäftlichen, persönlichen, finanziellen oder sonstigen Beziehungen
zwischen dem Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer beziehungsweise seinen Organen
und Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits
Rechenschaft abgelegt. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts
und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den
Abschlussprüfer zugestimmt. In der Bilanzsitzung vom 15. März 2011 haben wir den Empfehlungen
des Prüfungsausschusses folgend den Jahresabschluss gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt
und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des
Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung an. Wir sind mit
Lagebericht und Konzernlagebericht des Vorstands einverstanden und halten den Gewinnverwendungsvorschlag
für angemessen. Besondere Angaben nach § 171 Abs. 2 Satz 2 AktG, § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB,
die einer Stellungnahme beziehungsweise Erläuterung des Aufsichtsrats bedürfen, sind
im Lagebericht der Bechtle AG sowie im Konzernlagebericht des Bechtle-Konzerns nicht
enthalten. Unsere Überzeugung ist, dass die Bechtle AG gestärkt aus dem konjunkturell schwierigen
Jahr 2009 hervorgegangen ist. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen gezeigt, dass es
in der Lage ist, schnell und flexibel auf sich ändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen
und Marktanforderungen zu reagieren. 2010 wurde mit zahlreichen Qualifizierungsmaßnahmen
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Fundament für künftiges ertragreiches Wachstum
gelegt. In diesen Maßnahmen spiegelt sich auch die dem Aufsichtsrat besonders wichtige
langfristige Planung und nachhaltige strategische Ausrichtung wider, die auch in der
Vision 2020 ihren Niederschlag findet. Für die erfolgreiche Arbeit und das große Engagement dankt der Aufsichtsrat den Mitgliedern
des Vorstands, den Geschäftsführern der Konzerngesellschaften, den Bereichsvorständen
sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich und spricht ihnen große Anerkennung
für den sehr guten Geschäftsverlauf 2010 aus. Für den Aufsichtsrat
Neckarsulm, 15. März 2011 |
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