![]() Bechtle AGNeckarsulmZwischenbericht zum 30. Juni 2017KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSTÄTIGKEITBechtle ist als IT-Komplettanbieter mit rund 70 Systemhäusern in der DACH-Region aktiv
und zählt mit Tochtergesellschaften in 14 Ländern zu den führenden Onlinehändlern
für Informationstechnologie in Europa. Mit dieser Kombination setzt Bechtle auf ein
einzigartiges Geschäftsmodell, das IT-Dienstleistungen mit dem klassischen IT-Handelsgeschäft
verbindet. Das 1983 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Neckarsulm bietet seinen
mehr als 73.000 Kunden aus Industrie und Handel, öffentlichem Dienst sowie dem Finanzsektor
ein lückenloses herstellerunabhängiges Angebot rund um die gesamte IT aus einer Hand. Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services reicht das Leistungsspektrum vom Vertrieb
von Hard- und Software über Anwendungslösungen sowie Projektplanung und -durchführung,
Systemintegration, Wartung und Schulung bis hin zum Angebot von Cloud Services oder
zum Komplettbetrieb der Kunden-IT. Im zweiten Geschäftssegment, dem IT-E-Commerce,
haben wir unser Handelsgeschäft gebündelt. Hier bieten wir mit den Marken Bechtle
direct sowie ARP unseren Kunden über Internet und Telesales Hardware sowie Standardsoftware
an. Seit dem 1. Januar 2017 sind die Aktivitäten der Comsoft-Gesellschaften in den drei
Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz dem Segment IT-Systemhaus & Managed Services
zugeordnet (vorher IT-E-Commerce). Die Vorjahreszahlen der beiden Segmente sind entsprechend
angepasst. UMFELD
GESAMTWIRTSCHAFTDie wirtschaftliche Lage in der EU ist auf einem konstant hohen Niveau. Nach der Prognose
der Europäischen Kommission stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten sowie im
zweiten Quartal 2017 EU-weit jeweils um 0,5 Prozent und lag damit in etwa auf dem
Niveau der Vorquartale. Auch die EU-Länder mit Bechtle Präsenz verzeichnen durchweg
positive Wachstumsraten, allerdings mit unterschiedlicher Ausprägung. Die Spanne im
ersten Quartal beträgt 1 Prozentpunkt und reicht von einem BIP-Wachstum von 0,2 Prozent
in Italien bis zu 1,2 Prozent in Ungarn. Im zweiten Quartal 2017 ergibt sich ein ähnliches
Bild: Am unteren Ende liegen mit 0,3 Prozent Belgien, Italien und das Vereinigte Königreich,
Spitzenreiter mit einem Wachstum von 1,2 Prozent ist wiederum Ungarn. Das deutsche Wirtschaftswachstum lag im ersten Quartal mit 0,6 Prozent etwas höher
als im europäischen Durchschnitt. Im zweiten Quartal war die inländische BIP-Entwicklung
mit 0,5 Prozent gleichauf mit der EU. Die Stimmungsindikatoren der deutschen Wirtschaft sind seit Jahresbeginn kontinuierlich
im Aufwärtstrend. Ausgehend von 109,9 Punkten im Januar stieg der ifo-Index bis Juni
auf 115,1 Zähler - ein neuer Rekordwert. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage
als auch die Erwartungen für die nächsten Monate haben zu dieser Entwicklung beigetragen. BRANCHEDer IT-Markt zeigte im ersten Halbjahr 2017 unterschiedliche Signale. So legte der
GULP-IT-Projektmarktindex, der Projekte für freiberufliche IT-Fachkräfte in Deutschland
registriert, im ersten Quartal um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Im
zweiten Quartal ging er dann allerdings um 8,6 Prozent zurück. Auch der PC-Markt war
im zweiten Quartal 2017 rückläufig. In EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) gingen
die Verkäufe laut Marktforschungsinstitut Gartner um 3,5 Prozent zurück. Allerdings
war die Entwicklung in einzelnen Märkten uneinheitlich. In Großbritannien zum Beispiel
gingen die Verkäufe vermutlich auch aufgrund der politischen Unsicherheiten zurück,
in Frankreich konnte das Niveau zumindest gehalten werden. In Deutschland hingegen
legten die Umsatzzahlen vor allem aufgrund starker Nachfrage der Industriekunden zu. Die Produktpreise haben sich im ersten Halbjahr 2017 unterschiedlich entwickelt. Rückläufig
waren die Preise bei PCs, Thin Clients und vor allem Servern. Stabil oder leicht gestiegen
sind sie in den Produktgruppen Workstations, Notebooks, Tablets, Monitore und Drucker. Die Stimmungslage im deutschen IT-Markt war schwankend. In den ersten Monaten stieg
der ifo-Geschäftsklimaindex für IT-Dienstleister an, von 37,9 Zählern im Januar auf
45,9 im April. Mit 64 Punkten erreichte die Einschätzung der aktuellen Lage in diesem
Monat sogar ein neues Allzeithoch. In den letzten beiden Monaten des zweiten Quartals
war der Index dann aber wieder schwächer. Im Juni stand er auf 40,2 Zählern, wobei
die Einschätzung der aktuellen Lage stärker nachgegeben hat als die Erwartungen für
die nächsten Monate. GESAMTEINSCHÄTZUNGDas wirtschaftliche Umfeld war im ersten Halbjahr 2017 positiv. Die Wachstumsdynamik
in der EU sowie in Deutschland lässt nicht nach. Die Bereitschaft, in IT zu investieren,
ist sowohl bei industriellen Kunden als auch bei der öffentlichen Hand auf hohem Niveau.
Die Stimmungslage ist gut, sodass aktuell kein Abflauen der momentanen guten Entwicklung
absehbar ist. Auf dem IT-Markt waren die Signale dagegen uneinheitlich. Zumindest der deutsche Markt
scheint aber nach wie vor sehr robust zu sein. In diesem Marktumfeld hat sich die Bechtle AG hervorragend entwickelt. Die Wachstumsdynamik
ist hoch, auch organisch konnte der Konzern zweistellig zulegen. Bechtle liegt damit
deutlich über dem Gesamtmarktwachstum und gewinnt stetig Marktanteile. Die Bechtle AG veröffentlicht keine Prognosen für einzelne Quartale, insofern erübrigt
sich ein Vergleich von Ist- mit Planzahlen. Gleichwohl können wir sagen, dass die
Wachstumsraten der ersten sechs Monate über unseren Erwartungen für das Gesamtjahr
2017 liegen. ERTRAGSLAGE
AUFTRAGSENTWICKLUNGBechtle geht beim Verkauf von IT-Produkten und bei der Erbringung von Dienstleistungen
sowohl kurzfristige als auch über einen längeren Zeitraum laufende Vertragsverhältnisse
ein. Das Segment IT-E-Commerce ist fast vollständig durch den Abschluss reiner Handelsgeschäfte
mit sehr kurzen Bestell- und Lieferzeiten gekennzeichnet. Im Segment IT-Systemhaus
& Managed Services haben Projektgeschäfte Laufzeiten von einigen Wochen bis zu einem
Jahr. Vor allem in den Bereichen Managed Services und Cloud Computing schließt Bechtle
mit den Kunden Rahmen- und Betriebsführungsverträge ab, deren Laufzeiten meist mehrere
Jahre betragen. Im ersten Halbjahr 2017 lag der Auftragseingang bei rund 1.630 Mio. € und damit 13,0
Prozent über Vorjahr (1.443 Mio. €). Der Zuwachs auf 1.130 Mio. € (Vorjahr: 1.003
Mio. €) im Segment IT-Systemhaus & Managed Services betrug 12,7 Prozent. Im Segment
IT-E-Commerce betrug der Auftragseingang 500 Mio.€ (Vorjahr: 440 Mio. €), 13,6 Prozent
über Vorjahr. Der Auftragsbestand lag zum 30. Juni bei 517 Mio.€ (Vorjahr: 399 Mio.€). Davon entfallen
447 Mio.€ (Vorjahr: 350 Mio. €) auf das Segment IT-Systemhaus & Managed Services sowie
70 Mio. € (Vorjahr: 49 Mio. €) auf das Segment IT-E-Commerce. UMSATZENTWICKLUNGDas erste Halbjahr 2017 war für die Bechtle AG sehr erfolgreich. Die Wachstumsrate
beim Umsatz war zweistellig, die Dynamik in den beiden Berichtsquartalen ausgeglichen.
Konkret bedeutet das: Der Umsatz des Bechtle Konzerns stieg im ersten Halbjahr um
13,8 Prozent von 1.428,3 Mio. € auf 1.625,3 Mio. €. Das Wachstum war in den Segmenten
und Regionen weitgehend auf gleicher Höhe. Den höchsten Zuwachs konnte gleichwohl
das inländische E-Commerce-Geschäft verzeichnen. Mit 12,5 Prozent war der Großteil
des Wachstums organisch. In der Quartalsbetrachtung war die Wachstumsdynamik wie erwähnt
konstant. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 13,7 Prozent, organisch um 12,2 Prozent. Aufgrund der starken Entwicklung im E-Commerce konnte im Inland der Umsatz überproportional
um 14,2 Prozent von 986,6 Mio. € auf 1.127,1 Mio. € gesteigert werden. Im zweiten
Quartal lag das Wachstum im Inland bei 14,5 Prozent. Auch im Ausland lag die Wachstumsrate
mit 12,8 Prozent auf hohem Niveau. Hier haben die ausländischen Systemhäuser starke
Impulse gesetzt. Das Segment IT-Systemhaus & Managed Services steigerte den Umsatz um 14,2 Prozent
auf 1.136,2 Mio. € (Vorjahr: 995,1 Mio. €). Im zweiten Quartal betrug das Umsatzwachstum
13,6 Prozent und war getragen von allen Ländermärkten. Im Segment IT-E-Commerce verbesserte sich der Umsatz im Sechsmonatezeitraum um 12,9
Prozent von 433,2 Mio. € auf 489,1 Mio. €. Schwerpunkt des Wachstums war - wie erwähnt
- mit 20,1 Prozent das Inland. Die ausländischen Gesellschaften konnten um 10,3 Prozent
zulegen. Von April bis Juni stieg der Umsatz in diesem Segment um 13,9 Prozent. UMSATZ - KONZERN UND SEGMENTEscroll
Der Umsatz je Mitarbeiter im Konzern stieg im Halbjahr mit durchschnittlich 7.164
Voll- und Teilzeitkräften leicht auf 227 Tsd. €. Im Vorjahreszeitraum waren es 213
Tsd. €. Im Bereich IT-Systemhaus & Managed Services lag der Umsatz je Mitarbeiter
bei 195 Tsd.€, nach 184 Tsd.€ im Vorjahr. Im Segment IT-E-Commerce kletterte der Umsatz
pro Mitarbeiter von 335 Tsd. € auf 369 Tsd. €. ERGEBNISENTWICKLUNGDie Umsatzkosten stiegen von Januar bis Juni mit 13,9 Prozent etwas stärker als der
Umsatz. Grund dafür ist vor allem die Entwicklung des Materialaufwands, der mit 14,8
Prozent überdurchschnittlich wuchs. Das konnte durch die Personalkosten innerhalb
der Umsatzkosten mit einem Anstieg von 10,0 Prozent nur zum Teil kompensiert werden.
Die Bruttomarge erreichte 15,1 Prozent, nur knapp unter Vorjahr (15,2 Prozent). Das
Bruttoergebnis lag mit 245,1 Mio. € um 13,2 Prozent über dem Vorjahr (216,6 Mio. €).
Im zweiten Quartal ging die Bruttomarge von 15,5 Prozent auf 15,4 Prozent zurück.
Auch hier stand dem unterdurchschnittlichen Wachstum der Personalkosten mit 8,1 Prozent
ein überdurchschnittlicher Anstieg des Materialaufwands mit 14,7 Prozent gegenüber. Die Funktionskosten haben sich im ersten Halbjahr mit unterschiedlicher Dynamik entwickelt.
Die Vertriebskosten stiegen unterproportional um 8,3 Prozent von 94,0 Mio. € auf 101,8
Mio. €. Die entsprechende Quote sank von 6,6 Prozent auf 6,3 Prozent. Die Verwaltungskosten
hingegen sind überproportional um 16,2 Prozent angewachsen. Sie erhöhten sich von
72,5 Mio. € auf 84,3 Mio. €. Die Verwaltungskostenquote stieg leicht von 5,1 Prozent
auf 5,2 Prozent. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 9,2 Mio. € leicht über
Vorjahr (9,1 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte im Vorjahresvergleich
um 12,6 Prozent von 73,2 Mio. € auf 82,4 Mio. €. Unsere EBITDA-Marge liegt konstant
bei 5,1 Prozent. Im zweiten Quartal ging die Marge gegenüber dem Vorjahr leicht von
5,4 Prozent auf 5,3 Prozent zurück. Die Abschreibungen stiegen mit 1,0 Prozent nur leicht an und lagen bei 14,1 Mio. €.
Den größten Anteil hieran haben nach wie vor die Abschreibungen auf Sachanlagen, die
von 11,5 Mio. € auf 12,1 Mio. € gewachsen sind. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte um 15,4 Prozent auf 68,3
Mio. € zulegen (Vorjahr: 59,2 Mio. €). Die Marge liegt bei 4,2 Prozent, nach 4,1 Prozent
im Vorjahr. Im Zeitraum April bis Juni ging die Marge leicht von 4,5 Prozent auf 4,4
Prozent zurück. Das Finanzergebnis lag bei -0,6 Mio. €, sodass der Konzern im ersten Halbjahr 2017
ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 67,7 Mio. € erzielte, 14,7 Prozent über Vorjahr (59,0
Mio. €). Die EBT-Marge liegt bei 4,2 Prozent, nach 4,1 Prozent im Vorjahr. Die EBT-Marge
im zweiten Quartal hielt ihr Niveau von 4,4 Prozent. Der Steueraufwand stieg im Halbjahr aufgrund des höheren Ergebnisanteils aus dem Inland
um 17,7 Prozent auf 20,2 Mio. €. Die Steuerquote erhöhte sich von 29,1 Prozent im
Vorjahr auf nun 29,9 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 13,5 Prozent von 41,8 Mio. € auf 47,5
Mio. €. Die Nettoumsatzrendite liegt damit unverändert bei 2,9 Prozent. Auf Basis
von 21,0 Millionen Aktien kletterte das Ergebnis je Aktie (EPS) auf 2,26 € (Vorjahr:
1,99 €). Im zweiten Quartal lag das EPS bei 1,21 €, ein Plus von 11,8 Prozent gegenüber
Vorjahr (1,08 €). In der Segmentbetrachtung stellt sich die Ergebnissituation wie folgt dar: Das EBIT im Segment IT-Systemhaus & Managed Services wuchs im ersten Halbjahr 2017
um 18,4 Prozent auf 47,4 Mio.€ (Vorjahr: 40,0 Mio.€). Die EBIT-Marge beträgt 4,2 Prozent,
nach 4,0 Prozent im Vorjahr. Grund für die Margenverbesserung ist vor allem der weiter
erhöhte Dienstleistungsanteil. Das Segment IT-E-Commerce erwirtschaftete im Halbjahr ein EBIT von 21,0 Mio. €, ein
Plus von 9,1 Prozent gegenüber Vorjahr (19,2 Mio. €). Die Marge ging leicht von 4,4
Prozent auf 4,3 Prozent zurück. Vor allem der wegen des stark angestiegenen Geschäftsvolumens
höhere Materialaufwand hat sich hier ausgewirkt. EBIT - KONZERN UND SEGMENTEscroll
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme des Bechtle Konzerns lag zum 30. Juni 2017 bei 1.213,0 Mio. € und
damit etwas unter dem Wert vom 31. Dezember 2016 (1.269,3 Mio. €). ENTWICKLUNG DER AKTIVADie langfristigen Vermögenswerte stiegen von 368,2 Mio. € auf 394,6 Mio. €. Das Sachanlagevermögen
erhöhte sich um 11,6 Mio. € auf 123,3 Mio. €. Hier haben sich insbesondere die Investitionen
in Gebäude am Stammsitz Neckarsulm und im Systemhaus Solingen ausgewirkt. Die sonstigen
immateriellen Vermögenswerte sind unter anderem aufgrund von Investitionen in laufende
interne Projekte um 6,7 Mio. € angewachsen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
liegen aufgrund einiger größerer längerfristiger Projekte um 6,9 Mio. € über dem Wert
vom 31. Dezember 2016. Unsere Anlagenintensität stieg von 29,0 Prozent auf 32,5 Prozent. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken um 82,6 Mio. € auf 818,5 Mio. €. Zwar stiegen
die Vorräte projektbezogen um 47,7 Mio. €. In fast gleichem Umfang gingen aber saisonal
bedingt die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 48,1 Mio. € auf 454,2 Mio.
€ zurück. Die durchschnittliche Außenstandsdauer unserer Forderungen (DSO) hat sich
in den ersten sechs Monaten 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 40,1 Tagen auf
41,3 Tage erhöht. Grund ist unter anderem der gestiegene Bestand an langfristigen
Forderungen. Die liquiden Mittel gingen aufgrund der Dividendenzahlung, der Akquisitionen
und wegen der getätigten Investitionen von 140,4 Mio. € auf 70,6 Mio. € zurück. Auch
die Geld- und Wertpapieranlagen sind um 10,0 Mio. € gesunken. Die Gesamtliquidität
- der Wert der liquiden Mittel einschließlich der kurz- sowie langfristigen Geld-
und Wertpapieranlagen - lag zum Bilanzstichtag bei 83,0 Mio. €. Zusätzlich zur Gesamtliquidität
verfügt Bechtle über eine Liquiditätsreserve in Höhe von 39,1 Mio. € in Form nicht
beanspruchter Bar- und Avalkreditlinien. Das Working Capital ist zum 30. Juni 2017 vor allem aufgrund der höheren Vorräte und
der niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 375,6 Mio. €
auf 448,1 Mio. € gestiegen. In Relation zur Bilanzsumme lag das Working Capital zum
Bilanzstichtag bei 36,9 Prozent, nach 29,6 Prozent zum 31. Dezember 2016. In Relation
zum Umsatz stieg das Working Capital von 23,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 27,6
Prozent zum 30. Juni 2017. ENTWICKLUNG DER PASSIVADie langfristigen Schulden lagen zum 30. Juni 2017 mit 117,8 Mio. € fast auf dem Niveau
vom 31. Dezember 2016 (118,0 Mio. €). Dem Anstieg der Finanzverbindlichkeiten um 2,2
Mio. € steht ein Rückgang unter anderem bei den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber. Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich um 71,2 Mio. € auf 386,1 Mio. €. Die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen gingen saisonbedingt um 59,6 Mio. € auf 182,5 Mio.
€ zurück. Die sonstigen Verbindlichkeiten sanken stichtagsbedingt um 27,1 Mio. €.
Hauptgrund hierfür waren niedrigere Verbindlichkeiten gegenüber Personal sowie gesunkene
Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Um 9,0 Mio. € höher sind hingegen die Finanzverbindlichkeiten. Das Eigenkapital stieg aufgrund des höheren Ergebnisses von 694,1 Mio. € auf 709,1
Mio. € zum 30. Juni 2017. Unsere Eigenkapitalquote erhöhte sich von 54,7 Prozent zum
31. Dezember 2016 auf jetzt 58,5 Prozent. Die annualisierte Rendite auf das Eigenkapital ist von 14,1 Prozent zum 30. Juni 2016
auf nun 14,5 Prozent gestiegen. Durch den vergleichsweise hohen Anstieg der langfristigen Vermögenswerte ging der
Anlagendeckungsgrad auf hohem Niveau von 188,5 Prozent auf 179,7 Prozent zurück. Die
Liquidität von Bechtle ist nach wie vor höher als die Summe der Finanzverbindlichkeiten,
daher weist die Nettoverschuldung des Konzerns mit 10,3 Mio. € einen negativen Wert
aus. Aufgrund des Anstiegs beim Eigenkapital konnten wir die Abhängigkeit gegenüber
externen Kreditgebern weiter reduzieren. Zum 30. Juni 2017 liegt der Verschuldungsgrad
mit 71,1 Prozent unter dem Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2016 mit 82,9 Prozent. BILANZKENNZAHLEN DES BECHTLE KONZERNSscroll
ENTWICKLUNG DES CASHFLOWSDie von Januar bis Juni 2017 aus der laufenden Geschäftstätigkeit erwirtschafteten
Nettozahlungsmittel liegen bei minus 23,3 Mio. €, nach plus 5,8 Mio. € im Vorjahreszeitraum.
Ursächlich für den Rückgang sind Veränderungen im Nettovermögen, die zu einem insgesamt
höheren Mittelabfluss geführt haben als im Vorjahreszeitraum. Der Mittelabfluss für
den Aufbau der Vorräte lag mit minus 47,6 Mio. € deutlich über Vorjahr (minus 20,8
Mio. €). Hier zeigt sich, dass Bechtle verstärkt auch größere Projekte mit längeren
Laufzeiten umsetzt, die allerdings eine projektgebundene Bevorratung voraussetzen.
Zum negativen Cashflow hat auch der Mittelabfluss aus der Reduzierung der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen mit minus 60,0 Mio. €, nach minus 27,5 Mio. € im Vorjahr,
beigetragen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit liegt bei minus 25,2 Mio. € (Vorjahr: plus
5,2 Mio. €). Hier machen sich vor allem die stark gestiegenen Auszahlungen für Investitionen
in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie die Auszahlungen für Akquisitionen
bemerkbar. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit liegt bei minus 21,4 Mio. €, nach minus 35,7
Mio. € im Vorjahr. Diese Position ist geprägt von der Dividendenausschüttung auf der
einen Seite und der Neuaufnahme von Finanzverbindlichkeiten auf der anderen Seite. Der Free Cashflow ist von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum aufgrund
des negativen operativen Cashflows und der deutlich gestiegenen Auszahlungen für Akquisitionen
und Investitionen zurückgegangen. Er beträgt minus 58,7 Mio. € (Vorjahr: minus 8,9
Mio. €). MITARBEITER
Der Bechtle Konzern beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2017 insgesamt 7.909 Mitarbeiter,
davon 453 Auszubildende. Im Vergleich zum 30. Juni 2016 hat sich die Zahl der Beschäftigten
damit um 581 Personen erhöht, das bedeutet ein Plus von 7,9 Prozent. Das Segment Systemhaus & Managed Services verzeichnete im Vorjahresvergleich einen
Anstieg der Belegschaft um 557 Personen. Das ist ein Plus von 9,5 Prozent. Im Ausland
war der Mitarbeiteraufbau mit einem Plus von 28,6 Prozent deutlich stärker als im
Inland. Zurückzuführen ist das auf Akquisitionen. Im Segment E-Commerce wuchs die
Mitarbeiterzahl geringfügig um 1,7 Prozent. Mit insgesamt 6.126 Personen arbeiteten zum 30. Juni 2017 über drei Viertel der Belegschaft
im Inland. Von Januar bis Juni 2017 belief sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter
im Konzern auf 7.767. Das sind 495 Beschäftigte mehr als im Vorjahreszeitraum, ein
Zuwachs um 6,8 Prozent. Der Personal- und Sozialaufwand lag im Zeitraum Januar bis Juni 2017 mit 246,7 Mio.€
um 11,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (222,0 Mio.€). Die Aufwandsquote sank von
15,5 Prozent auf 15,2 Prozent. Der Personal- und Sozialaufwand je Mitarbeiter erhöhte
sich im ersten Halbjahr bei durchschnittlich 7.164 (Vorjahr: 6.717) Voll- und Teilzeitarbeitskräften
von 33,1 Tsd.€ auf 34,4 Tsd.€. Zu Jahresbeginn erhielt die Bechtle AG zum dritten Mal in Folge als bestes Unternehmen
ihrer Branche die Auszeichnung Best Recruiters Gold für sehr gute Marketing- und Recruitingerfolge
im Bereich Human Resources. Im Gesamt-Ranking von 507 Unternehmen in Deutschland belegte
Bechtle den 2. Platz. Die Bereiche Aus- und Weiterbildung bleiben Schwerpunkte unserer Personalarbeit. Im
ersten Halbjahr präsentierte sich Bechtle bei zahlreichen Recruiting-Events in den
Regionen Heilbronn, Würzburg, Bonn, Cottbus und Erfurt. Solche Veranstaltungen bieten
dem Unternehmen die Möglichkeit, sich als Ausbildungsbetrieb zu profilieren. Aber
auch Inhouse-Veranstaltungen wie Schulklassenbesuche, Girls' Day in Neckarsulm und
Köln oder auch Schülerpraktikantenwochen an zahlreichen Standorten wie Neckarsulm,
Würzburg und Karlsruhe bieten jungen Menschen die Gelegenheit, das Unternehmen kennenzulernen.
Etwa 1.200 Bewerbungen gingen im ersten Halbjahr deutschlandweit für die insgesamt
rund 150 offenen Ausbildungs- und Studienplätze ein. Sie spiegeln das große Interesse
an einer Ausbildung bzw. einem dualen Studium bei Bechtle wider. Darüber hinaus bietet Bechtle qualifizierten internen und externen Bewerbern ein neunmonatiges
Traineeprogramm an. Die Trainees übernehmen eigene Projekte, betreuen Kunden und erhalten
umfangreiche Einblicke in das Unternehmen. So werden sie von Beginn an mit anspruchsvollen
Aufgabenstellungen zu Unternehmern in Unternehmen ausgebildet. Bereits zum fünften
Mal in Folge erhielt die Bechtle AG für dieses Programm von Absolventa das Traineesiegel
"Karriereförderndes & faires Trainee Programm". Mit einem vielfältigen Angebot an Seminaren, Webinaren und E-Learning Kursen investiert
Bechtle nach wie vor in die Weiterbildung aller Mitarbeiter. Die Themen reichen von
Präsentationsmethoden über Projektmanagement bis hin zu Produktschulungen. Im ersten
Halbjahr 2017 fanden 187 (Vorjahr: 165) Veranstaltungen der Akademie mit insgesamt
2.219 (Vorjahr: 2.013) Teilnehmern statt. Neben der fachlichen Entwicklung der Mitarbeiter
steht auch die persönliche Entwicklung im Vordergrund. 18 Teilnehmer absolvierten
von Mai 2016 bis März 2017 das jährlich stattfindende Junior Management Programm.
Dieses etablierte Programm vermittelt den Teilnehmern unter anderem Kompetenzen in
Hinblick auf die Mitarbeiterführung. Im Frühjahr begann für weitere 23 Kollegen das
Junior Management Programm 2017/2018. Mit zwölf Teilnehmern startete im ersten Halbjahr
2017 auch das alle zwei Jahre stattfindende General Management Programm. Bechtle stellt
über dieses Programm sicher, auch in Zukunft strategisch wichtige Führungspositionen
mit Managern aus den eigenen Reihen besetzen zu können. Das Programm zur Ausbildung von Bechtle zertifizierten IT-Business-Architekten wurde
auch 2017 fortgesetzt. 15 neu zertifizierte IT-Business-Architekten beraten seit Anfang
des Jahres unsere Kunden. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGAls reines Dienstleistungs- und Handelsunternehmen betreibt Bechtle keine Forschungsaktivitäten.
Entwicklungsleistungen für Softwarelösungen und Applikationen erfolgen vornehmlich
zu eigenen Zwecken und nur in sehr eingeschränktem Umfang. Im Geschäftsbereich Software
und Anwendungslösungen ist es jedoch Teil des Angebots, zum Beispiel bei SharePoint-Projekten
Software im Kundenauftrag zu konzipieren, zu entwickeln und zu implementieren. Der
Umfang der Entwicklungsleistungen war im Berichtszeitraum in Relation zum Umsatz der
gesamten Gruppe unwesentlich. CHANCEN UND RISIKENStrategie und Unternehmensführung des Bechtle Konzerns sind langfristig angelegt,
sodass die Chancen und Risiken für die kommenden Monate grundsätzlich identisch sind
mit den im Geschäftsbericht 2016 veröffentlichten Angaben. Im Verlauf des ersten Halbjahres
2017 haben sich im Vergleich zu den im letzten Geschäftsbericht dargestellten Sachverhalten
keine weiteren wesentlichen Chancen oder Risiken ergeben, die zu einer Änderung der
Risikolage beziehungsweise der Einschätzung von Chancen geführt haben. Insbesondere
sind derzeit keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand
des Unternehmens gefährden. AKTIE
Wie in den Vormonaten prägten auch im ersten Halbjahr 2017 zahlreiche politische Ereignisse
das Börsengeschehen. Vor allem die Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich schürten
die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone und verursachten wiederholt Unruhe
an den Aktienmärkten. Daher entwickelten sich die Aktienkurse zu Jahresbeginn eher
verhalten, jedoch mit leichten Kursgewinnen. Die starken Wahlergebnisse der Europabefürworter
sowie positive Konjunkturdaten ließen die Aktienkurse im zweiten Quartal kräftig ansteigen.
Eine wichtige Rolle spielten nach wie vor die Notenbanken, die die Aktienmärkte mit
niedrigen Zinsen antreiben. Der DAX erreichte im Juni bei 12.583,29 Punkten ein neues
Allzeithoch und konnte am Ende des ersten Halbjahres ein Plus von 7,4 Prozent verzeichnen.
Sehr positiv entwickelte sich auch der TecDAX mit einem Zuwachs von 20,8 Prozent. Die Bechtle Aktie begann das Börsenjahr entgegen dem allgemeinen Markttrend zunächst
mit leichten Kursverlusten. So erreichte unser Papier am 24. Januar mit 93,00 Euro
den tiefsten Stand des ersten Halbjahres. In den darauffolgenden Wochen stieg der
Aktienkurs stetig an und pendelte sich schließlich auf Werte um die 100-Euro-Marke
ein. Diese Seitwärtsbewegung setzte sich bis weit in den April fort. Ein kräftiger
Kurssprung ließ die Aktie im Mai dann erstmals die Marke von 110,00 Euro überschreiten.
Am 1. Juni erreichte die Bechtle Aktie mit einem Schlusskurs von 116,10 Euro den höchsten
Wert im ersten Halbjahr und gleichzeitig ein neues Allzeithoch. Im weiteren Verlauf
lag der Aktienkurs konstant über 110,00 Euro. Mit einem Schlusskurs von 112,50 Euro
am 30. Juni verzeichnete unsere Aktie gegenüber dem Schlusskurs des 30. Dezember 2016
ein Kursplus von 13,8 Prozent. Im ersten Halbjahr 2017 wurden börsentäglich im Schnitt 28.971 Aktien gehandelt. Im
Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 35.631 Aktien. Dementsprechend lag der Tagesumsatz
mit durchschnittlich 2.989.478 € unter dem Vorjahreswert. Beim TecDAX-Ranking der
Deutschen Börse rangierte Bechtle beim Börsenumsatz im Juni 2017 auf Platz 22 (Vorjahr
Platz 18). Bei der Marktkapitalisierung wurde das Unternehmen auf Platz 15 geführt
und verlor damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls vier Plätze. HANDELSDATEN DER BECHTLE AKTIEscroll
Kursdaten Xetra 1
Stand: 30. Juni Die jährliche Hauptversammlung der Bechtle AG fand am 1. Juni 2017 in Heilbronn statt.
Alle Tagesordnungspunkte wurden von der Hauptversammlung mit überwältigender Mehrheit
beschlossen. Zur Abstimmung stand unter anderem eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln
und die Ausgabe von Gratisaktien, ein sogenannter Aktiensplit. Der Beschluss sah vor,
das Grundkapital zu verdoppeln und an die Aktionäre für jede vorhandene Stückaktie
eine neue Stückaktie auszugeben. Hintergrund des Aktiensplits ist unter anderem die
Absicht, die Aktie optisch günstiger zu machen und es damit Aktionären zu erleichtern,
in die Aktie einzusteigen oder Positionen auszubauen. Außerdem kann durch die Verdopplung
der Aktienanzahl die Handelbarkeit der Papiere an den Börsen verbessert werden. Der Eintrag der Kapitalerhöhung ins Handelsregister erfolgte am 7. Juli. Letzter Handelstag
vor der Umsetzung des Aktiensplits war der 21. Juli, die Notierung der neuen Aktien
an der Börse wurde am 24. Juli aufgenommen. Durch die Verdopplung des Grundkapitals
ist der Aktienkurs seitdem entsprechend halbiert. In den ersten Tagen nach dem Split
war der Handel mit Bechtle Aktien deutlich höher als in den Monaten zuvor. Auch die
Aktie zog spürbar an und erreichte mit Kursen von über 60 € neue Höchstwerte. Die Hauptversammlung stimmte außerdem der von Vorstand und Aufsichtsrat der Bechtle
AG vorgeschlagenen Dividende von 1,50 € pro Aktie zu. Im Vorjahr schüttete die Bechtle
AG eine Dividende von 1,40 € aus. Die Auszahlung pro Anteilsschein erhöhte sich damit
im Vergleich zum Vorjahr um 10 Eurocent. Auf Basis der Dividendenzahlung von 31,5
Mio. € wurden 30,5 Prozent des Konzernergebnisses nach Steuern an die Aktionäre ausgeschüttet.
Es ist die insgesamt elfte Erhöhung der Regeldividende und die siebte in Folge. Damit
setzt sich die seit dem Börsengang im Jahr 2000 auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche
Dividendenpolitik der Bechtle AG auch in diesem Jahr fort. Bezogen auf den Halbjahresschlusskurs
liegt die Dividendenrendite bei 1,3 Prozent. DIVIDENDEscroll
PROGNOSE
GESAMTWIRTSCHAFTDie wirtschaftliche Entwicklung in der EU wird laut den Prognosen der Europäischen
Kommission in den nächsten Monaten konstant bleiben. Das Wachstum wird im dritten
und vierten Quartal bei 0,5 Prozent liegen. Bei den EU-Ländern mit Bechtle Präsenz
liegen die Wachstumserwartungen für das dritte Quartal innerhalb einer Spanne von
0,3 Prozent in Großbritannien, Italien, Österreich und Portugal bis 1,2 Prozent in
Ungarn. Für das Gesamtjahr 2017 wird EU-weit ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent erwartet.
Die Ausrüstungsinvestitionen sollen um 3,1 Prozent zulegen. Auch im kommenden Jahr
soll die Dynamik erhalten bleiben. In den einzelnen Quartalen werden für die EU Wachstumsraten
von 0,4 bis 0,5 Prozent vorhergesagt, das Gesamtjahr 2018 läge damit bei einer konstanten
Rate von 1,9 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen mit 3,6 Prozent stärker
wachsen. Die Schweizer Wirtschaft erholte sich in den vergangenen Quartalen langsamer als erwartet.
Der im ersten Halbjahr erneut gestiegene Auftragsbestand der Unternehmen sowohl in
der Industrie als auch im Dienstleistungssektor lässt allerdings nach Aussage des
Schweizerischen Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) auf eine Verbesserung der
Wirtschaftsentwicklung hoffen. Das BIP-Wachstum 2017 wird bei 1,4 Prozent gesehen
und die Ausrüstungsinvestitionen sollen um 2,3 Prozent zulegen. Für das kommende Jahr
wird sogar ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent prognostiziert. Die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland soll im Jahresverlauf konstant bleiben.
Das Wachstum im dritten und vierten Quartal erwartet die Europäische Kommission bei
0,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2017 liegen die aktuellen Prognosen für das BIP-Wachstum
in Deutschland zwischen 1,5 und 1,9 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen laut
Europäischer Kommission allerdings mit 1,4 Prozent nicht so stark zulegen. Für 2018
wird das gesamtwirtschaftliche Wachstum zwischen 1,5 Prozent und 2,0 Prozent gesehen.
Ausrüstungsinvestitionen sollen laut Europäischer Kommission wieder stärker um 2,8
Prozent zulegen. BRANCHEDer IT-Markt in der EU soll 2017 nach der aktuellen Prognose des Marktforschungsinstituts
EITO vom Mai 2017 um 3,0 Prozent wachsen. Hardwareumsätze sollen dabei um 0,8 Prozent
steigen. Der Zuwachs bei den Serviceumsätzen liegt bei 2,7 Prozent und Software verzeichnet
ein Plus von 5,4 Prozent. In den Ländern mit Bechtle Präsenz geht die Schere bei den
Hardwareumsätzen sehr weit auseinander. Während wenige Länder im Plus liegen werden
- Ungarn sogar mit 11,8 Prozent-, sollen die meisten anderen einen Rückgang erleben,
an der Spitze Irland mit minus 3,8 Prozent. In der Schweiz wird die Entwicklung des IT-Markts insgesamt genauso positiv wie in
der EU gesehen. Auch hier soll der IT-Markt im Jahr 2017 um 3,0 Prozent wachsen. Allerdings
wird bei Hardwareumsätzen ein Rückgang von minus 3,2 Prozent erwartet, Services hingegen
sollen um 3,0 Prozent zulegen und Software sogar um 5,8 Prozent. Der deutsche IT-Markt wird 2017 um 3,1 Prozent wachsen. Hier steigen Hardwareumsätze
um 0,8 Prozent. Die Umsätze mit Desktop-PCs sollen zwar rückläufig sein (minus 0,5
Prozent), allerdings wird bei Notebooks ein Wachstum von 1,2 Prozent prognostiziert
und bei Tablets sogar von 2,4 Prozent. Dienstleistungsumsätze werden um 2,3 Prozent
zulegen und Software als Wachstumstreiber um 6,3 Prozent. ENTWICKLUNG DES BECHTLE KONZERNSIn den ersten sechs Monaten 2017 ist die Bechtle AG sehr deutlich gewachsen und konnte
erfolgreich Marktanteile gewinnen. Die Wachstumsdynamik war in beiden Quartalen auf
vergleichbar hohem Niveau. Insgesamt liegen wir beim Umsatz und beim Ergebnis etwas
über dem Zielkorridor unserer Erwartungen für das Gesamtjahr 2017. Trotz dieser sehr
erfreulichen Entwicklung im ersten Halbjahr und der hervorragenden Positionierung
von Bechtle als IT-Komplettanbieter gibt es nach wie vor zahlreiche und gewichtige
gesamtwirtschaftliche Risikofaktoren, weshalb wir zum jetzigen Zeitpunkt von einer
Prognoseerhöhung absehen. Erst mit Abschluss des dritten Quartals werden wir daher
voraussichtlich in der Lage sein, die Realisierung unserer Ziele für das Geschäftsjahr
2017 verlässlicher einzuschätzen. Die Bechtle AG stellt momentan die Weichen dafür, auch in Zukunft als der IT-Partner
für den Mittelstand am Markt erfolgreich zu sein. Damit verbunden sind zahlreiche
Investitionen. Wenn alle Projekte wie geplant realisiert werden, liegen die Investitionen
um etwa 50 Prozent über dem Vorjahr. 2018 sollten die Investitionen in etwa auf das
Niveau des Jahres 2016 zurückkommen. Darüber hinaus gibt es keine Änderungen oder Konkretisierungen zu der Prognose für
das Geschäftsjahr 2017, wie wir sie im Geschäftsbericht 2016 veröffentlicht haben. Neckarsulm, 9. August 2017 Bechtle AG Der Vorstand KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNGscroll
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGscroll
KONZERN-BILANZAKTIVAscroll
PASSIVAscroll
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGscroll
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscroll
KONZERN-ANHANGI. ALLGEMEINE ANGABENDie Bechtle AG, Bechtle Platz 1, 74172 Neckarsulm, stellt als börsennotiertes Unternehmen
gemäß § 315a HGB den Konzernabschluss auf Basis der vom International Accounting Standards
Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS),
wie sie in der EU anzuwenden sind, auf. Entsprechend wurde auch der vorliegende Zwischenbericht
zum 30. Juni 2017 gemäß IFRS aufgestellt. Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung im vorliegenden Zwischenbericht zum
30. Juni 2017 ein gegenüber dem Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende deutlich
verkürzter Berichtsumfang gewählt. Die über IAS 34 hinausgehenden Vorgaben gemäß Deutschem
Rechnungslegungsstandard Nr. 16 (DRS 16) und die Börsenordnung für die Frankfurter
Wertpapierbörse wurden dabei zusätzlich berücksichtigt und vollständig erfüllt. Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt im Jahresverlauf dem Einfluss bestimmter saisonaler
Schwankungen. In der Vergangenheit waren die Umsatz- und Ergebnisbeiträge im ersten
Quartal tendenziell am niedrigsten und im vierten Quartal tendenziell am höchsten,
geprägt durch ein traditionell besonders starkes Jahresendgeschäft. Daher können die
Zwischenergebnisse nur eingeschränkt als Indikator für die Ergebnisse des gesamten
Geschäftsjahres herangezogen werden. II. BILANZIERUNGS-, BEWERTUNGS- UND KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEIm ersten Halbjahr 2017 wurden keine weiteren Standards beziehungsweise Änderungen
an den Standards durch die EU übernommen. Die neuen beziehungsweise geänderten Standards
und Interpretationen mit verpflichtender Anwendung für das Geschäftsjahr 2017 hat
Bechtle bereits zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 vorzeitig angewendet. Im vorliegenden Zwischenbericht wurden dieselben Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsgrundsätze
angewendet wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016. Für weitere Informationen
verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016, der die Basis für den
vorliegenden Zwischenabschluss darstellt. Die Ermittlung des Steueraufwands erfolgt gemäß IAS 34 in der Zwischenberichtsperiode
auf Basis des effektiven Steuersatzes, der für das gesamte Geschäftsjahr erwartet
wird. Steuern, die sich auf außergewöhnliche Sachverhalte beziehen, werden in dem
Quartal berücksichtigt, in dem der zugrunde liegende Sachverhalt eintritt. III. AUSWIRKUNGEN ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDER STANDARDSIm Rahmen der Prüfung der Auswirkungen einer erstmaligen Anwendung von IFRS 15 wurde
festgestellt, dass sich für Verträge im Segment IT-E-Commerce kaum Änderungen der
Bilanzierungspraxis ergeben werden, da es sich dort im Wesentlichen um reines Handelsgeschäft
handelt. Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services wird ebenfalls ein Großteil der
Umsätze über Handelsgeschäfte oder projektbezogene Dienstleistungen abgewickelt, sodass
ebenfalls kaum Änderungen zu erwarten sind. Soweit Dienstleistungen aber im Zusammenhang
mit Managed-Service-Verträgen erbracht werden, können sich Änderungen hinsichtlich
der An- und Auslaufkosten ergeben. Sie sind nach IFRS 15 zu aktivieren und über die
Vertragslaufzeit abzuschreiben, wenn sie im Zusammenhang mit der Erfüllung eines Kundenvertrags
entstehen, zu einer verbesserten Nutzung von Ressourcen führen und über die Vertragslaufzeit
wieder erwirtschaftet werden. Vertragsprovisionen auf Handelsgeschäfte und Dienstleistungen
entstehen bei Bechtle zum Zeitpunkt der Lieferung beziehungsweise Leistungserbringung
und werden damit zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung aufwandswirksam erfasst, sodass
sich bei Anwendung von IFRS 15 grundsätzlich keine Änderungen ergeben werden. Insgesamt
wird die Aktivierung von vertraglichen Vermögenswerten und Kundengewinnungskosten
zu keiner wesentlichen Veränderung der Konzernbilanzsumme führen. Wir rechnen auf
der Grundlage des derzeitigen Vertragsstands mit einer Erhöhung der Bilanzsumme von
nicht mehr als 10 Mio. €. Darüber hinaus nehmen die Anhangangaben bedeutend zu. Neben
qualitativen Beschreibungen zu signifikanten Ermessensentscheidungen und Unsicherheiten
fordert der Standard Aufgliederungen der Gesamtumsatzerlöse, die Eröffnungs- und Schlusssalden
der vertraglichen Nettovermögenswerte und -verbindlichkeiten sowie spezifische Angaben
zu den Leistungsverpflichtungen. Außerdem sind Rechnungslegungsprozesse und IT-Systeme
sowie unter Umständen auch Geschäftsprozesse den neuen Gegebenheiten anzupassen. Erstanwendungszeitpunkt
ist der 1. Januar 2018. Der Bechtle Konzern beabsichtigt den neuen Standard zum vorgeschriebenen
Datum des Inkrafttretens anzuwenden und dafür den vollständig retrospektiven Ansatz
zu wählen. In Bezug auf die Auswirkungen einer Einführung des IFRS 16 mit Erstanwendungszeitpunkt
1. Januar 2019 ergeben sich im Vergleich zum Geschäftsbericht 2016 keine Änderungen. IV. KONSOLIDIERUNGSKREISDer Konsolidierungskreis umfasst die Bechtle AG, Neckarsulm, und alle ihre beherrschten
Tochtergesellschaften. Die Bechtle AG hält unverändert zum Vorjahr an sämtlichen konsolidierten
Gesellschaften unmittelbar oder mittelbar jeweils alle Anteile und Stimmrechte. Nachfolgend genannte Unternehmen wurden im Berichtszeitraum erstmals in den Konsolidierungskreis
einbezogen: scroll
V. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNGAUFWANDSGLIEDERUNGscroll
Der Anstieg sämtlicher Kostenarten gegenüber dem Vorjahreszeitraum resultiert im Wesentlichen
aus dem deutlich höheren Geschäftsvolumen im Berichtszeitraum. Im Materialaufwand ist netto ein Aufwand aus Wechselkursschwankungen von 1.656 Tsd.
€ enthalten (Vorjahr: netto 207 Tsd. € Ertrag). SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten vor allem Marketingzuschüsse und sonstige
Vergütungen von Lieferanten in Höhe von 7.823 Tsd. € (Vorjahr: 7.921 Tsd. €). FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGENDie Finanzerträge enthalten Erträge aus täglich verfügbaren Einlagen, aus Geldanlagen
und finanziellen Forderungen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt
sich durch einen positiven Einmaleffekt aus einer Forfaitierung im Vorjahr. Die Finanzaufwendungen enthalten überwiegend Zinsaufwendungen der Finanzverbindlichkeiten.
Der Rückgang der Finanzaufwendungen im Vorjahresvergleich begründet sich durch die
weitere Tilgung der bisherigen Darlehensverbindlichkeiten. Die Neuaufnahme von Finanzverbindlichkeiten
im Berichtszeitraum hat aufgrund des sehr niedrigen Zinsniveaus zu keiner wesentlichen
Erhöhung der Zinsaufwendungen geführt. ERGEBNIS JE AKTIEDie folgende Tabelle zeigt die Berechnung des den Aktionären der Bechtle AG zustehenden
Ergebnisses nach Steuern je Aktie: scroll
Das Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem Ergebnis nach Steuern (den Aktionären
der Bechtle AG zustehend) und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt im Umlauf befindlichen
Aktien ermittelt. Eigene Aktien würden die Anzahl ausstehender Aktien entsprechend
verringern. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist identisch mit dem verwässerten
Ergebnis je Aktie. SONSTIGES ERGEBNISDas sonstige Ergebnis ist wesentlich durch die EUR/CHF-Wechselkursentwicklung geprägt.
Im ersten Halbjahr 2017 hat der Schweizer Franken stärker an Wert verloren als im
Vorjahreszeitraum. Darüber hinaus wird das sonstige Ergebnis im Wesentlichen durch die Absicherungen
des Währungsrisikos für zukünftige Wareneinkäufe in USD beziehungsweise von währungskursabhängigen
Einkaufspreisen beeinflusst. Diese Hedges sind auch bei realistischen Abweichungen
vom Plan als effektiv zu betrachten. Die genaue Zusammensetzung des erfolgsneutral zu erfassenden sonstigen Ergebnisses
hinsichtlich seiner Veränderung und seines kumulierten Stands ist in Gliederungspunkt
VI. "Erläuterungen zur Bilanz und zur Eigenkapitalveränderungsrechnung" dargestellt. VI. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGVERMÖGENSWERTEDie Reduktion der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Berichtszeitraum resultiert
aus den saisonalen Schwankungen im Jahresverlauf mit einem umsatzstarken Schlussquartal.
Geld- und Wertpapieranlagen verzeichnen einen Rückgang, da diese im ersten Halbjahr
2017 teilweise fällig geworden sind und nicht wieder veranlagt wurden. Der Anstieg
der Vorräte begründet sich in dem weiter gestiegenen Geschäftsvolumen. EIGENKAPITALGezeichnetes KapitalIn der Hauptversammlung am 1. Juni 2017 wurde eine Kapitalerhöhung durch Gesellschaftsmittel
beschlossen. Durch die Ausgabe von sogenannten Gratisaktien an die bestehenden Aktionäre
wird das Grundkapital von 21.000.000 € auf 42.000.000 € erhöht. Der anteilige Betrag
der einzelnen Aktien am Grundkapital beträgt weiterhin 1,00 €. Die neuen Aktien stehen
den Aktionären im Verhältnis 1:1 zu, sodass auf jede bestehende Aktie eine neue Aktie
entfällt. Die neuen Aktien sind ab 1. Januar 2017 gewinnberechtigt. Mit 7. Juli 2017 wurde die Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen und wirksam. GewinnrücklagenIn der Hauptversammlung am 1. Juni 2017 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2016
eine Dividende in Höhe von 1,50 € je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten.
Die Dividendenauszahlung erfolgte am 7. Juni 2017. Das erfolgsneutral zu erfassende sonstige Ergebnis setzt sich hinsichtlich seines
kumulierten Stands zum Bilanzstichtag und seiner Veränderung im Berichtszeitraum wie
folgt zusammen: scroll
scroll
SCHULDENDer Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristigen
sonstigen Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf die üblichen saisonalen Schwankungen
im Jahresverlauf mit einem umsatzstarken Schlussquartal zurückzuführen. Der Rückgang
in den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten resultiert aus den gesunkenen Verbindlichkeiten
gegenüber Mitarbeitern. Diese waren zum 31. Dezember 2016 aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs
und der damit verbundenen erfolgsorientierten Vergütungsbestandteile der Mitarbeiter
angestiegen. Die Finanzverbindlichkeiten haben sich aufgrund von neu aufgenommenen Darlehen erhöht. VII. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNGIm Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Rückgang des Cashflows aus betrieblicher
Tätigkeit im Wesentlichen durch die gestiegene Kapitalbindung in Verbindung mit längeren
Durchlaufzeiten bei größeren Projekten zu erklären. In gleicher Weise wirkte sich
der Mittelabfluss durch den Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
aus. Der starke Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnte den Rückgang
nur teilweise kompensieren. Im Bereich der Investitionstätigkeit wurden im Berichtszeitraum die fälligen Geld-
und Wertpapieranlagen nicht wieder investiert. Die Auszahlungen für Investitionen
in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind projektbezogen höher als im Vergleichszeitraum
des Vorjahres. Zu den bedeutendsten Projekten zählt im Bereich der immateriellen Vermögenswerte
der neue digitale Bechtle Marktplatz sowie im Bereich der Sachanlagen der Umzug des
eigenen Rechenzentrums nach Frankfurt zu e-shelter. Der Bau des Parkhauses am Bechtle
Platz hat ebenfalls einen wesentlichen Einfluss zum Anstieg der Investitionen in Sachanlagen
eingenommen. Die Einzahlungen der zu den langfristigen Forderungen aus Lieferung und
Leistungen gehörenden Zinserträge sind im operativen Cashflow ausgewiesen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird wesentlich durch die im Berichtszeitraum
vorgenommene Dividendenausschüttung bestimmt. Die Dividende für das Geschäftsjahr
2016 betrug 31.500 Tsd. €. Die Dividendensumme für das Geschäftsjahr 2015, die im
Vorjahr ausgezahlt wurde, betrug 29.400 Tsd. €. Gegenläufig wirkten im Berichtszeitraum
die Einzahlungen aus der Neuaufnahme von Finanzverbindlichkeiten. VIII. OPERATING-LEASINGVERHÄLTNISSEZum 30. Juni 2017 betrugen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus Miet- und Leasingverträgen,
die nach IAS 17 als "Operating Lease" eingestuft sind, 64.223 Tsd. € (31. Dezember
2016: 67.143 Tsd. €) scroll
IX. FINANCE-LEASINGVERHÄLTNISSEIn den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Abschlussstichtag Leasingforderungen
in Höhe von 20.404 Tsd. € (31. Dezember 2016: 13.651 Tsd. €). enthalten. Die Überleitung
der bilanzierten Nettoinvestition zur Bruttoinvestition unter Berücksichtigung der
Restwerte ist in folgender Tabelle dargestellt. scroll
Der Zinsanteil der Leasingzahlung entspricht dem noch nicht realisierten Finanzertrag.
In den Leasingforderungen sind keine Wertberichtigungen enthalten. X. BEIZULEGENDER ZEITWERT VON FINANZINSTRUMENTENFinanzielle Vermögenswerte und Schulden (Finanzinstrumente) werden nach IFRS 7 in
Klassen zusammengefasst. Die Zuordnung der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen
Finanzinstrumente ist im vorliegenden Zwischenbericht analog zu der Zuordnung im Geschäftsbericht
2016. Nach IFRS 13 werden die Bewertungstechniken, abhängig von den wesentlichen Parametern,
auf denen die Bewertung basiert, in folgende drei Stufen eingeteilt: Stufe 1: Bewertung mit auf aktiven Märkten notierten (nicht berichtigten) Preisen
für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Stufe 2: Bewertung für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit erfolgt entweder
unmittelbar oder mittelbar auf Basis beobachtbarer Inputdaten, die keinen notierten
Preis nach Stufe 1 darstellen Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen mit nicht am Markt beobachtbaren Inputparametern Nachfolgende Tabelle stellt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente
für die Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 sowie deren Bewertungsstufe nach
IFRS 13 einander gegenüber. scroll
scroll
Während der Berichtsperiode gab es keine Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden
Zeitwert der Stufe 1 und Stufe 2 und keine Umbuchungen in oder aus Bewertungen zum
beizulegenden Zeitwert der Stufe 3. Die Verbindlichkeiten aus Akquisitionen sind bedingte, nachträgliche Kaufpreiszahlungen
(Earnouts) für erfolgte Akquisitionen (IFRS 3.58). An der Berechnungsmethodik und
den Sensitivitäten erfolgten während des Berichtszeitraums keine wesentlichen Änderungen. Die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Akquisitionen stellt sich wie folgt dar: scroll
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Die im Finanzergebnis als Aufwand erfassten 58 Tsd. € entfallen in voller Höhe auf
die zum 30. Juni 2017 bilanzierten in der Zukunft fälligen Zahlungen. XI. SEGMENTINFORMATIONENFür die Aufstellung der Segmentinformationen gelten dieselben Grundsätze wie im Konzernabschluss
zum Geschäftsjahr 2016. scroll
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Die Gesamtsegmentvermögenswerte sind nicht Bestandteil des internen Reportings, sodass
auf diese Anhangangabe gemäß IAS 34.16Agiv in den Quartalsberichten verzichtet wird. XII. AKQUISITIONEN UND KAUFPREISALLOKATIONENIm ersten Halbjahr 2017 hat die Bechtle AG jeweils 100 Prozent der Anteile an zwei
Gesellschaften erworben. Die erforderlichen Angaben über die Transaktionen werden
zusammengefasst dargestellt (IFRS 3 B65). Die Bilanzierung beider Unternehmenskäufe erfolgte unter Anwendung der Erwerbsmethode
(IFRS 3.4 ff.) und ist noch als vorläufig zu werten (IFRS 3.45). Mit Erwerbszeitpunkt 9. Mai 2017 wurden sämtliche Geschäftsanteile an der Comformatik
AG, Rottweil, erworben. Des Weiteren wurden mit Erwerbszeitpunkt 17. Mai 2017 sämtliche
Geschäftsanteile an der smartpoint IT consulting GmbH in Linz, Österreich, erworben. Neben den bereits von den erworbenen Unternehmen angesetzten Vermögenswerten und Schulden,
deren Buchwerte ihren beizulegenden Zeitwerten entsprachen, wurden dabei Kundenbeziehungen
(1.479 Tsd. €) neu als identifizierbarer Vermögenswert angesetzt (IFRS 3.10 ff.) und
zu ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet (IFRS 3.18 ff.). Im Zuge der Aktivierung der Kundenbeziehungen wurden passive latente Steuern (377
Tsd. €) gebildet. Aus der Kapitalkonsolidierung resultierte unter Berücksichtigung des gesamten erworbenen
Nettovermögens (1.678 Tsd. €) in Summe ein vorläufiger Unterschiedsbetrag in Höhe
von 2.302 Tsd. €, der als Geschäfts- und Firmenwert ausgewiesen wird. Dieser Geschäfts-
und Firmenwert wird steuerlich nicht anerkannt. Mit dem Erwerb von Comformatik stärkt Bechtle seine Positionierung als umfassender
IT-Lösungsanbieter auch im Bereich der digitalen Bildung. Das Leistungsspektrum umfasst
neben den klassischen Handlungsfeldern eines IT-Systemhauses die Beratung und Konzeption
zur schulischen IT-Organisation und Medienplanung samt der Installation und Inbetriebnahme
erforderlicher Datennetze. Mit dem Erwerb von smartpoint setzt Bechtle die strategische Ausrichtung als IT-Lösungsanbieter
mit starker regionaler Präsenz konsequent fort und baut den Geschäftsbereich Software
und Anwendungslösungen durch die im Markt anerkannte smartpoint weiter aus. Das Leistungsspektrum
umfasst Beratung und Konzeption, Implementierung sowie Betrieb und Training. Der Unternehmenskaufvertrag über den Erwerb der Anteile an der Comformatik enthält
keine vom zukünftigen Geschäftsverlauf des erworbenen Unternehmens abhängige bedingte
Kaufpreiszahlung. Der Unternehmenskaufvertrag zum Erwerb der smartpoint enthält eine vom zukünftigen
Geschäftsverlauf des erworbenen Unternehmens abhängige bedingte Kaufpreiszahlung von
bis zu 500 Tsd. €. Unter Berücksichtigung der validierten Geschäftsplanung der smartpoint
betrug der zum Erwerbszeitpunkt geltende beizulegende Zeitwert dieser bedingten Kaufpreiszahlung
485 Tsd. €. Die Anschaffungskosten für beide Gesellschaften (3.980 Tsd. €) führten zu einem Abfluss
von liquiden Mitteln. Bei den übernommenen Forderungen sind keine wesentlichen Beträge an Wertberichtigungen
zu berücksichtigen. scroll
XIII. MITARBEITERDie Mitarbeiterzahlen stellen sich wie folgt dar: scroll
Nach Segmenten und Regionen teilen sich die Mitarbeiterzahlen (ohne Aushilfen) wie
folgt auf: scroll
1
Anpassung aufgrund geänderter Segmentzuordnung Nach Funktionsbereichen teilen sich die Mitarbeiterzahlen (ohne Mitarbeiter in Elternzeit
und ohne Aushilfen) wie folgt auf: scroll
XIV. BESONDERE EREIGNISSE NACH ENDE DES BERICHTSZEITRAUMSMit Erwerbszeitpunkt 5. Juli 2017 wurden sämtliche Anteile an der Ulbel & Freidorfer
GmbH mit Sitz in Graz, Österreich, gekauft. Das 1989 gegründete Unternehmen bietet
neben dem Schwerpunkt IT-Infrastruktur- und Collaboration-Lösungen auch IT-Dienstleistungen
wie Outsourcing und Client-Services an. Die Bilanzierung des Unternehmenskaufs wird unter Anwendung der Erwerbsmethode (IFRS
3.4 ff.) erfolgen. Die Bestimmung beziehungsweise Bewertung der erworbenen Vermögenswerte
und der übernommenen Schulden sowie der übertragenen Gegenleistung liegt aufgrund
der Kurzfristigkeit noch nicht vor (IFRS 3.B66). Entsprechende Wertangaben werden
voraussichtlich im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2017 (IFRS 3.45) vorliegen. Mit dem Erwerb der Ulbel & Feidorfer GmbH (41 Mitarbeiter) verstärkt sich Bechtle
im klassischen Systemhausgeschäft und baut die regionalen Aktivitäten in der Steiermark
und Kärnten deutlich aus. Die Anschaffungskosten (4.900 Tsd. €) führten zu einem Abfluss von liquiden Mitteln.
Der Unternehmenskaufvertrag zum Erwerb der Ulbel & Freidorfer GmbH enthält keine bedingten
Kaufpreiszahlungen. Bei den übernommenen Forderungen sind keine wesentlichen Beträge an Wertberichtigungen
zu berücksichtigen. Darüber hinaus sind nach Ende des Berichtszeitraums keine weiteren besonderen Ereignisse
bei Bechtle eingetreten. Neckarsulm, 9. August 2017 Bechtle AG Der Vorstand VERSICHERUNG DES VORSTANDSNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns
vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich
des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen
Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind. Neckarsulm, 9. August 2017 Bechtle AG Der Vorstand scroll
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