![]() Bechtle AGNeckarsulmHalbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2018KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSTÄTIGKEITBechtle ist als IT-Komplettanbieter mit rund 70 Systemhäusern in der DACH-Region aktiv
und zählt mit Tochtergesellschaften in 14 Ländern zu den führenden Onlinehändlern
für Informationstechnologie in Europa. Mit dieser Kombination setzt Bechtle auf ein
einzigartiges Geschäftsmodell, das IT-Dienstleistungen mit dem klassischen IT-Handelsgeschäft
verbindet. Das 1983 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Neckarsulm bietet seinen
mehr als 70.000 Kunden aus Industrie und Handel, öffentlichem Dienst sowie dem Finanzsektor
ein lückenloses herstellerunabhängiges Angebot rund um die gesamte IT aus einer Hand. Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services reicht das Leistungsspektrum vom Vertrieb
von Hard- und Software über Anwendungslösungen sowie Projektplanung und -durchführung,
Systemintegration, Wartung und Schulung bis hin zum Angebot von Cloud Services oder
zum Komplettbetrieb der Kunden-IT. Im zweiten Geschäftssegment, dem IT-E-Commerce,
haben wir unser Handelsgeschäft gebündelt. Hier bieten wir mit den Marken Bechtle
direct sowie ARP unseren Kunden über Internet und Telesales Hardware sowie Standardsoftware
an. UMFELD
GESAMTWIRTSCHAFTDie wirtschaftliche Entwicklung in der EU hat sich etwas abgeschwächt, ist aber weiterhin
auf einem hohen Niveau. Nach der Prognose der Europäischen Kommission stieg das Bruttoinlandsprodukt
(BIP) im ersten sowie im zweiten Quartal 2018 EU-weit jeweils um 0,5 Prozent, nach
0,7 bzw. 0,6 Prozent in den Vorquartalen. Auch die EU-Länder mit Bechtle Präsenz verzeichnen
durchweg positive Wachstumsraten, allerdings mit unterschiedlicher Ausprägung. Spitzenreiter
ist Polen mit einer Wachstumsrate von 1,1 Prozent in beiden Quartalen. Am unteren
Ende liegt Italien mit 0,2 im ersten und 0,3 Prozent im zweiten Quartal. Das deutsche Wirtschaftswachstum lag im ersten Quartal mit 0,5 Prozent gleichauf mit
dem der EU. Im zweiten Quartal war die inländische BIP-Entwicklung mit 0,6 Prozent
etwas höher als die in der EU. Die Stimmungsindikatoren der deutschen Wirtschaft sind seit Jahresbeginn von ihren
2017 erreichten Höchstwerten wieder etwas gesunken. Sie bleiben aber auf einem sehr
hohen Niveau. Ausgehend von 104,8 Punkten im Januar ging der ifo-Index bis Juni auf
101,8 Zähler zurück. Dabei konnten die Erwartungen für die nächsten Monate im zweiten
Quartal ihr Niveau halten, während die Beurteilung der aktuellen Lage etwas zurückging. BRANCHEDer IT-Markt zeigte im ersten Halbjahr 2018 unterschiedliche Signale. So ging der
GULP-IT-Projektmarktindex, der Projekte für freiberufliche IT-Fachkräfte in Deutschland
registriert, im ersten Quartal um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurück.
Im zweiten Quartal steigerte er sich dann allerdings wieder um 6,7 Prozent. Auch der
PC-Markt konnte im zweiten Quartal 2018 zulegen. In Westeuropa stiegen die Verkäufe
laut Marktforschungsinstitut IDC um 2,9 Prozent, im Businesssegment sogar um 9,2 Prozent.
Besonders stark war die Nachfrage laut IDC in Benelux, Irland und Großbritannien. Die Produktpreise haben sich im ersten Halbjahr 2018 unterschiedlich entwickelt. Rückläufig
waren die Preise bei Workstations, Thin Clients, Tablets und Monitoren. Gestiegen
sind sie in den Produktgruppen PCs, Notebooks, Server und Drucker. Die Stimmungslage im deutschen IT-Markt war schwankend. In den ersten drei Monaten
2018 stieg der ifo-Geschäftsklimaindex für IT-Dienstleister vom hohen Niveau im Januar
mit 40,9 Punkten sogar noch weiter an. Im April ging er dann deutlich auf 37,2 Zähler
zurück, erholte sich aber im Verlauf des zweiten Quartals wieder etwas. Im Juli stand
er dann mit 40,1 Punkten wieder fast auf dem Niveau zu Jahresbeginn. Insbesondere
die Einschätzung der aktuellen Lage war positiv, aber auch die Erwartungen für die
nächsten Monate konnten zulegen. GESAMTEINSCHÄTZUNGDas wirtschaftliche Umfeld war im ersten Halbjahr 2018 weiterhin positiv. Die Wachstumsdynamik
in der EU sowie in Deutschland hat jedoch etwas nachgelassen. Trotz der gesunkenen
Stimmungsindikatoren und zahlreichen gesamtwirtschaftlichen Risikofaktoren ist derzeit
kein deutliches Abflauen der momentan guten Entwicklung absehbar. Auf dem IT-Markt waren die Signale uneinheitlich. Insgesamt kann man jedoch sagen,
dass der IT-Markt in guter Verfassung ist. Das drückt sich auch in der nach wie vor
guten Stimmung bei den IT-Dienstleistern aus. In dem beschriebenen Marktumfeld hat sich die Bechtle AG sehr gut entwickelt. Das
Wachstumstempo ist ausgesprochen hoch. Bechtle liegt damit deutlich über dem Gesamtmarktwachstum
und gewinnt somit stetig weiter Marktanteile. Die Bechtle AG veröffentlicht keine Prognosen für einzelne Quartale, insofern erübrigt
sich ein Vergleich von Ist- mit Planzahlen. Gleichwohl können wir sagen, dass die
Wachstumsraten der ersten sechs Monate über unseren Erwartungen für das Gesamtjahr
2018 liegen. Die Margenentwicklung im zweiten Quartal lag hingegen im Rahmen dieser
Erwartungen. ERTRAGSLAGE
AUFTRAGSENTWICKLUNGBechtle geht beim Verkauf von IT-Produkten und bei der Erbringung von Dienstleistungen
sowohl kurzfristige als auch über einen längeren Zeitraum laufende Vertragsverhältnisse
ein. Das Segment IT-E-Commerce ist fast vollständig durch den Abschluss reiner Handelsgeschäfte
mit sehr kurzen Bestell- und Lieferzeiten gekennzeichnet. Im Segment IT-Systemhaus
& Managed Services haben Projektgeschäfte Laufzeiten von einigen Wochen bis zu einem
Jahr. Vor allem in den Bereichen Managed Services und Cloud Computing schließt Bechtle
mit den Kunden Rahmen- und Betriebsführungsverträge ab, deren Laufzeiten meist mehrere
Jahre betragen. Im ersten Halbjahr 2018 lag der Auftragseingang bei rund 1.899 Mio. € und damit 16,5
Prozent über Vorjahr (1.630 Mio. €). Der Zuwachs auf 1.317 Mio. € (Vorjahr: 1.130
Mio. €) im Segment IT-Systemhaus & Managed Services betrug 16,6 Prozent. Im Segment
IT-E-Commerce lag der Auftragseingang mit 582 Mio. € (Vorjahr: 500 Mio. €) um 16,4
Prozent über Vorjahr. Der Auftragsbestand lag zum 30. Juni bei 575 Mio. € (Vorjahr: 517 Mio. €). Davon entfallen
486 Mio. € (Vorjahr: 447 Mio. €) auf das Segment IT-Systemhaus & Managed Services
sowie 89 Mio. € (Vorjahr: 70 Mio. €) auf das Segment IT-E-Commerce. UMSATZENTWICKLUNGDas erste Halbjahr 2018 war für die Bechtle AG äußerst erfolgreich. Die Wachstumsrate
beim Umsatz lag mit 18,2 Prozent sehr hoch. Die Dynamik in den beiden Berichtsquartalen
war mit 19,0 Prozent im ersten Quartal und 17,4 Prozent im zweiten Quartal weitgehend
ausgeglichen. Mit 1.920,4 Mio. € liegt der Umsatz nur knapp unter 2 Mrd. €. Auch in
den Segmenten war das Wachstum annähernd auf gleicher Höhe. Mit 17,6 Prozent war der
Großteil des Wachstums organisch. In der regionalen Betrachtung konnten unsere ausländischen Gesellschaften besonders
stark zulegen. Ihr Zuwachs erreichte im ersten Halbjahr 22,4 Prozent, im Inland lag
das Plus bei 16,3 Prozent. Den höchsten Zuwachs mit 23,8 Prozent verzeichneten unsere
ausländischen E-Commerce-Gesellschaften. Im zweiten Quartal waren unsere Systemhäuser
in Österreich und der Schweiz Spitzenreiter beim Wachstum mit einem Plus von 31,4
Prozent, das zum größeren Teil organisch erwirtschaftet wurde. Das Segment IT-Systemhaus & Managed Services steigerte den Umsatz im Halbjahr um 17,5
Prozent auf 1.335,0 Mio. € (Vorjahr: 1.136,2 Mio. €). Im zweiten Quartal betrug das
Umsatzwachstum 18,1 Prozent. Die Dynamik in diesem Segment konnte im Jahresverlauf
zulegen. Im Segment IT-E-Commerce verbesserte sich der Umsatz im Sechsmonatezeitraum um 19,7
Prozent von 489,1 Mio. € auf 585,4 Mio. €. Schwerpunkt des Wachstums war - wie erwähnt
- mit 23,8 Prozent das Ausland. Die inländischen Gesellschaften konnten mit 9,3 Prozent
hoch einstellig zulegen. Von April bis Juni stieg der Umsatz in diesem Segment um
15,6 Prozent. UMSATZ - KONZERN UND SEGMENTEscroll
Der Umsatz je Mitarbeiter im Konzern stieg im Halbjahr mit durchschnittlich 7.941
Voll- und Teilzeitkräften von 227 Tsd. € auf 242 Tsd. €. Im Bereich IT-Systemhaus
& Managed Services lag der Umsatz je Mitarbeiter bei 206 Tsd. €, nach 195 Tsd. € im
Vorjahr. Im Segment IT-E-Commerce kletterte der Umsatz pro Mitarbeiter von 369 Tsd.
€ auf 402 Tsd. €. ERGEBNISENTWICKLUNGDie Umsatzkosten stiegen von Januar bis Juni mit 18,5 Prozent etwas stärker als der
Umsatz. Grund dafür ist vor allem die Entwicklung des Materialaufwands, der mit 19,1
Prozent überdurchschnittlich wuchs. Das konnte durch die Personalkosten innerhalb
der Umsatzkosten mit einem unterproportionalen Anstieg von 13,5 Prozent nur zum Teil
kompensiert werden. Die Bruttomarge erreichte 15,1 Prozent, nach 15,4 Prozent im Vorjahr.
Das Bruttoergebnis lag mit 290,0 Mio. € um 16,1 Prozent über dem Vorjahr (249,7 Mio.
€). Im zweiten Quartal ging die Bruttomarge nur leicht von 15,7 Prozent auf 15,6 Prozent
zurück. In diesem Quartal lagen die Wachstumsraten der Kostenarten sehr eng beieinander.
Dem leicht unterdurchschnittlichen Wachstum der Personalkosten mit 16,7 Prozent stand
ein knapp überdurchschnittlicher Anstieg des Materialaufwands mit 17,8 Prozent gegenüber. Beide Funktionskosten haben sich im ersten Halbjahr unterdurchschnittlich entwickelt.
Die Vertriebskosten stiegen um 14,3 Prozent von 101,8 Mio. € auf 116,3 Mio. €. Die
Quote sank von 6,3 Prozent auf 6,1 Prozent. Die Verwaltungskosten sind um 16,8 Prozent
angewachsen. Sie erhöhten sich von 84,3 Mio. € auf 98,4 Mio. €. Die Verwaltungskostenquote
ging leicht von 5,2 Prozent auf 5,1 Prozent zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge
lagen mit 4,4 Mio. € leicht unter Vorjahr (4,6 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte im Vorjahresvergleich
um 18,3 Prozent von 82,4 Mio. € auf 97,5 Mio. €. Unsere EBITDA-Marge liegt damit konstant
bei 5,1 Prozent. Im zweiten Quartal stieg die Marge gegenüber dem Vorjahr von 5,3
Prozent auf 5,5 Prozent. Die Abschreibungen stiegen aufgrund des hohen Investitionsvolumens im Vorjahr mit
26,9 Prozent wie geplant stärker an und lagen bei 17,9 Mio. €. Den größten Anteil
hieran haben nach wie vor die Abschreibungen auf Sachanlagen, die von 12,1 Mio. €
auf 15,7 Mio. € gewachsen sind. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte um 16,5 Prozent auf 79,6
Mio. € zulegen (Vorjahr: 68,3 Mio. €). Die Marge liegt bei 4,1 Prozent, nach 4,2 Prozent
im Vorjahr. Nachdem die Marge im ersten Quartal noch rückläufig war, konnte sie im
Zeitraum April bis Juni von 4,4 Prozent auf 4,5 Prozent zulegen. Das Finanzergebnis lag bei -0,7 Mio. €, sodass der Konzern im ersten Halbjahr 2018
ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 79,0 Mio. € erzielte, 16,6 Prozent über Vorjahr (67,7
Mio. €). Die EBT-Marge liegt bei 4,1 Prozent, nach 4,2 Prozent im Vorjahr. Die EBT-Marge
im zweiten Quartal stieg von 4,4 Prozent auf 4,5 Prozent. Der Steueraufwand stieg im Halbjahr aufgrund des höheren Ergebnisanteils aus dem Ausland
unterproportional um 15,8 Prozent auf 23,4 Mio. €. Die Steuerquote sank von 29,9 Prozent
im Vorjahr auf nun 29,6 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 17,0 Prozent von 47,5 Mio. € auf 55,6
Mio. €. Die Nettoumsatzrendite liegt damit unverändert bei 2,9 Prozent. Auf Basis
von 42,0 Millionen Aktien stieg das Ergebnis je Aktie (EPS) auf 1,32 € (Vorjahr: 1,13
€). Im zweiten Quartal lag das EPS bei 0,73 €, ein Plus von 20,9 Prozent gegenüber
Vorjahr (0,60 €). In der Segmentbetrachtung stellt sich die Ergebnissituation wie folgt dar: Das EBIT im Segment IT-Systemhaus & Managed Services wuchs im ersten Halbjahr 2018
um 11,5 Prozent auf 52,8 Mio. € (Vorjahr: 47,4 Mio. €). Die EBIT-Marge beträgt 4,0
Prozent, nach 4,2 Prozent im Vorjahr. Grund für diese Entwicklung war ein stärkerer
Anstieg der Personalkosten vor allem im ersten Quartal. Das Segment IT-E-Commerce erwirtschaftete im Halbjahr ein EBIT von 26,8 Mio. €, ein
Plus von 27,8 Prozent gegenüber Vorjahr (21,0 Mio. €). Die Marge stieg von 4,3 Prozent
auf 4,6 Prozent. Während im ersten Quartal der Materialaufwand noch leicht überdurchschnittlich
gewachsen war, legte er im zweiten Quartal weniger stark als der Umsatz zu. Zu dieser
positiven Entwicklung konnte vor allem unsere Marke ARP unter anderem durch den Ausbau
ihrer internationalen Kundenbeziehungen beitragen. Zusätzlich sind die Personalkosten
nur unterdurchschnittlich gestiegen. EBIT - KONZERN UND SEGMENTEscroll
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme des Bechtle Konzerns lag zum 30. Juni 2018 bei 1.409,5 Mio. € und
damit etwas unter dem Wert vom 31. Dezember 2017 (1.443,4 Mio. €). ENTWICKLUNG DER AKTIVADie langfristigen Vermögenswerte stiegen von 415,2 Mio. € auf 448,4 Mio. €. Die Geschäfts-
und Firmenwerte wuchsen akquisitionsbedingt um 14,9 Mio. €. Das Sachanlagevermögen
erhöhte sich um 13,2 Mio. € auf 148,0 Mio. €. Hier hat sich unter anderem die Übernahme
zweier Gebäude ausgewirkt. Unsere Anlagenintensität stieg von 28,8 Prozent auf 31,8
Prozent. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken um 67,1 Mio. € auf 961,1 Mio. €. Zwar stiegen
die Vorräte projektbezogen um 48,3 Mio. €. Saisonal bedingt gingen allerdings die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 56,6 Mio. € auf 525,3 Mio. € zurück.
Die durchschnittliche Außenstandsdauer unserer Forderungen (DSO) hat sich in den ersten
sechs Monaten 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 41,3 Tagen auf 41,5 Tage nur
leicht erhöht. Die liquiden Mittel gingen vor allem aufgrund der Dividendenzahlung
und der getätigten Akquisitionen von 162,4 Mio. € auf 98,9 Mio. € zurück. Auch die
Geld- und Wertpapieranlagen sind um 7,0 Mio. € gesunken. Die Gesamtliquidität - der
Wert der liquiden Mittel einschließlich der kurzfristigen Geld- und Wertpapieranlagen
- lag zum Bilanzstichtag bei 104,4 Mio. €. Zusätzlich zur Gesamtliquidität verfügt
Bechtle über eine Liquiditätsreserve in Höhe von 38,8 Mio. € in Form nicht beanspruchter
Bar- und Avalkreditlinien. Das Working Capital hat sich zum 30. Juni 2018 vor allem aufgrund der höheren Vorräte
und der niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 492,9 Mio.
€ auf 526,7 Mio. € erhöht. Der Anstieg war mit 6,9 Prozent allerdings moderat. In
Relation zum Umsatz ging das Working Capital von 27,6 Prozent im Vorjahreszeitraum
auf 27,4 Prozent zum 30. Juni 2018 zurück. ENTWICKLUNG DER PASSIVADie langfristigen Schulden lagen zum 30. Juni 2018 mit 145,9 Mio. € um 18,6 Mio. €
über dem Niveau vom 31. Dezember 2017. Grund ist vor allem der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten
um 12,7 Mio. €. Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich um 71,6 Mio. € auf 467,2 Mio. €. Die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen gingen saisonbedingt um 21,7 Mio. € zurück. Die sonstigen
Verbindlichkeiten sanken stichtagsbedingt um 30,9 Mio. €. Hauptgrund hierfür waren
niedrigere Verbindlichkeiten gegenüber Personal sowie gesunkene Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Auch die Finanzverbindlichkeiten lagen um 9,5 Mio. € unter dem Wert vom Jahresende. Das Eigenkapital stieg aufgrund des höheren Ergebnisses von 777,3 Mio. € auf 796,4
Mio. € zum 30. Juni 2018. Unsere Eigenkapitalquote erhöhte sich von 53,9 Prozent zum
31. Dezember 2017 auf jetzt 56,5 Prozent. Die annualisierte Rendite auf das Eigenkapital ist von 14,5 Prozent zum 30. Juni 2017
auf nun 15,1 Prozent gestiegen. Durch den stärkeren Anstieg der langfristigen Vermögenswerte ging der Anlagendeckungsgrad
auf hohem Niveau von 187,2 Prozent auf 177,6 Prozent zurück. Die Liquidität von Bechtle
ist nach wie vor sehr komfortabel. Aufgrund der Aufnahme neuer Darlehen ist sie allerdings
erstmals seit Langem niedriger als die Summe der Finanzverbindlichkeiten. Somit liegt
die Nettoverschuldung des Konzerns bei 27,7 Mio. €, nach minus 46,0 Mio. € zum 31.
Dezember 2017. Aufgrund des Anstiegs beim Eigenkapital konnten wir dennoch die Abhängigkeit
gegenüber externen Kreditgebern weiter reduzieren. Zum 30. Juni 2018 liegt der Verschuldungsgrad
mit 77,0 Prozent unter dem Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2017 mit 85,7 Prozent. BILANZKENNZAHLEN DES BECHTLE KONZERNSscroll
ENTWICKLUNG DES CASHFLOWSDie von Januar bis Juni 2018 aus der laufenden Geschäftstätigkeit erwirtschafteten
Nettozahlungsmittel liegen bei plus 7,4 Mio. €, nach minus 23,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum.
Ursächlich hierfür sind neben dem höheren Ergebnis Veränderungen im Nettovermögen.
Der Mittelzufluss aus dem Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lag
um 13,8 Mio. € über dem Vorjahreswert, während der Mittelabfluss aus der Reduzierung
der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 36,5 Mio. € niedriger war
als zum 30. Juni 2017. Der Mittelabfluss für den Aufbau der Vorräte lag mit minus
48,2 Mio. € in etwa auf Vorjahresniveau. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit liegt bei minus 32,6 Mio. € (Vorjahr: minus
25,2 Mio. €). Hier machen sich vor allem die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen sowie die Auszahlungen für Akquisitionen bemerkbar. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit liegt bei minus 38,9 Mio. €, nach minus 21,4
Mio. € im Vorjahr. Diese Position ist geprägt von der Dividendenausschüttung. Die
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten halten sich in etwa die Waage
mit den Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten. Der Free Cashflow hat sich von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum aufgrund
des positiven operativen Cashflows und der gesunkenen Auszahlungen für Investitionen
verbessert. Er liegt bei minus 32,6 Mio. € und damit deutlich über Vorjahr (minus
58,7 Mio. €). MITARBEITER
Der Bechtle Konzern beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2018 insgesamt 8.790 Mitarbeiter,
davon 489 Auszubildende. Im Vergleich zum 30. Juni 2017 hat sich die Zahl der Beschäftigten
damit um 881 Personen erhöht, ein Plus von 11,1 Prozent. Der Anstieg der Mitarbeiterzahlen
ist auf Akquisitionen, primär aber auf Neueinstellungen zurückzuführen. Der Mitarbeiteraufbau im Bechtle Konzern verteilte sich im ersten Halbjahr 2018 recht
gleichmäßig über die Segmente und die Regionen. Im Segment Systemhaus & Managed Services
wuchs die Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr um 740 Personen beziehungsweise 11,5
Prozent. Das Segment E-Commerce verzeichnete einen Anstieg der Belegschaft um 9,6
Prozent. In beiden Segmenten war der Mitarbeiterzuwachs im Ausland etwas stärker als
im Inland. Mit insgesamt 6.748 Personen arbeiteten zum 30. Juni 2018 über drei Viertel der Belegschaft
im Inland. Von Januar bis Juni 2018 belief sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter
im Konzern auf 8.667. Das sind 900 Beschäftigte mehr als im Vorjahreszeitraum, ein
Zuwachs um 11,6 Prozent. Der Personal- und Sozialaufwand lag im Zeitraum Januar bis Juni 2018 mit 279,4 Mio.
€ um 13,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (246,7 Mio. €). Die Aufwandsquote sank
von 15,2 Prozent auf 14,6 Prozent. Der Personal- und Sozialaufwand je Mitarbeiter
erhöhte sich im ersten Halbjahr bei durchschnittlich 7.941 (Vorjahr: 7.164) Voll-
und Teilzeitarbeitskräften von 34,4 Tsd. € auf 35,2 Tsd. €. Zu Jahresbeginn erhielt die Bechtle AG zum vierten Mal in Folge als bestes Unternehmen
ihrer Branche die Auszeichnung Best Recruiters Gold für sehr gute Marketing- und Recruitingerfolge
im Bereich Human Resources. Bereits zum sechsten Mal in Folge wurde Bechtle von Absolventa
das Traineesiegel "Karriereförderndes & faires Trainee Programm" verliehen. Ein wichtiger Bestandteil der Personalarbeit ist unverändert die Aus- und Weiterbildung.
Um junge Leute für eine Berufsausbildung zu gewinnen, war Bechtle im ersten Halbjahr
2018 wieder auf verschiedenen Recruitingevents in den Regionen Heilbronn, Freiburg,
Konstanz und Würzburg vertreten. Darüber hinaus bieten Inhouseveranstaltungen wie
Schulklassenbesuche, Girls' Days oder Schülerpraktikantenwochen an zahlreichen Standorten
jungen Menschen die Gelegenheit, das Unternehmen kennenzulernen. Etwa 1.300 Bewerbungen
gingen im ersten Halbjahr deutschlandweit für die insgesamt rund 160 offenen Ausbildungs-
und Studienplätze ein. Sie spiegeln das große Interesse an einer Ausbildung beziehungsweise
einem dualen Studium bei Bechtle wider. Mit einem vielfältigen Angebot an Seminaren, Webinaren und E-Learning-Kursen investiert
Bechtle regelmäßig in die Weiterbildung aller Mitarbeiter. Die Themen reichen von
Präsentationsmethoden über Projektmanagement bis hin zu Produktschulungen. An der
Bechtle Akademie fanden im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 226 (Vorjahr:
187) Veranstaltungen mit insgesamt 2.899 (Vorjahr: 2.219) Teilnehmern statt. Bechtle fördert neben der fachlichen Entwicklung auch die persönliche Entwicklung
seiner Mitarbeiter. 22 Teilnehmer absolvierten von Mai 2017 bis März 2018 das jährlich
stattfindende Junior Management Programm. Dieses etablierte Programm vermittelt den
Teilnehmern unter anderem Kompetenzen im Hinblick auf die Mitarbeiterführung. Im Frühjahr
begann für weitere 36 Kollegen das Junior Management Programm 2018/2019. Zehn Teilnehmer
beendeten im ersten Halbjahr 2018 das alle zwei Jahre stattfindende General Management
Programm erfolgreich. Bechtle stellt über dieses Programm sicher, auch in Zukunft
strategisch wichtige Führungspositionen mit Managern aus den eigenen Reihen besetzen
zu können. Das Programm zur Ausbildung der von Bechtle zertifizierten IT-Business-Architekten
wurde auch in diesem Jahr fortgesetzt. 20 neu zertifizierte IT-Business-Architekten
beraten seit April 2018 unsere Kunden. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGAls reines Dienstleistungs- und Handelsunternehmen betreibt Bechtle keine Forschung.
Entwicklungsleistungen für Softwarelösungen und Applikationen werden jedoch sowohl
zu eigenen Zwecken als auch im Rahmen von individuellen Kundenprojekten erbracht.
Ebenso wird Software zur Abdeckung von speziellen Branchenanforderungen entwickelt
und modular angeboten. Im Geschäftsbereich Software und Anwendungslösungen ist es
Teil des Angebots, zum Beispiel bei SharePoint- oder ERP-Projekten, Software im Kundenauftrag
zu konzipieren, zu entwickeln und zu implementieren. Der Umfang der Entwicklungsleistungen
war im Berichtszeitraum in Relation zum Umsatz der gesamten Gruppe unwesentlich. CHANCEN UND RISIKENStrategie und Unternehmensführung des Bechtle Konzerns sind langfristig angelegt,
sodass die Chancen und Risiken für die kommenden Monate grundsätzlich identisch sind
mit den im Geschäftsbericht 2017 veröffentlichten Angaben. Im Verlauf des ersten Halbjahres
2018 haben sich im Vergleich zu den im letzten Geschäftsbericht dargestellten Sachverhalten
keine weiteren wesentlichen Chancen oder Risiken ergeben, die zu einer Änderung der
Risikolage beziehungsweise der Einschätzung von Chancen geführt haben. Insbesondere
sind derzeit keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand
des Unternehmens gefährden. AKTIE
Nach einem erfolgreichen Börsenjahr 2017 setzte sich die positive Entwicklung der
Kapitalmärkte zu Beginn des Geschäftsjahres 2018 zunächst fort. Zunehmend wirkten
sich jedoch zahlreiche nationale und internationale politische Ereignisse auf das
Börsengeschehen aus. So lähmten das Ringen um die Regierungsbildung in Deutschland
und in Italien, der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU sowie die Entscheidung
des amerikanischen Präsidenten, Strafzölle auf die Einfuhr von Stahl und Aluminium
zu erheben, die Aktienmärkte. Die Folge waren teilweise massive Kursverluste, aber
auch immer wieder Kurserholungen. Der DAX verlor in diesem sehr volatilen Umfeld im
ersten Halbjahr 2018 4,7 Prozent. Der TecDAX hingegen verzeichnete ein Plus von 6,4
Prozent. Auch für die Bechtle Aktie begann das Börsenjahr mit einer positiven Entwicklung.
Innerhalb des ersten Monats wurde die Höchstmarke gleich mehrfach überschritten. Allerdings
konnte sich auch unser Papier dem allgemeinen Markttrend nicht entziehen und verzeichnete
nach einer volatilen Phase am 4. April bei 63,85 € den niedrigsten Wert des ersten
Halbjahres. Im weiteren Verlauf konnte unsere Aktie die Verluste aus dem ersten Quartal
aufholen. Der Kurs stieg stetig und erreichte am 6. Juni mit einem Schlusskurs von
77,75 € den Höchstwert im ersten Halbjahr. Das bedeutete zugleich ein neues Allzeithoch.
Der letzte Monat des ersten Halbjahres brachte jedoch erneut Kursverluste, sodass
die Bechtle Aktie zum 29. Juni 2018 mit einem Schlusskurs von 66,10 € insgesamt 4,9
Prozent einbüßte. Im ersten Halbjahr 2018 wurden börsentäglich im Schnitt 76.370 Aktien gehandelt. Im
Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 28.971 Aktien. Dementsprechend lag der Tagesumsatz
mit durchschnittlich 5.443.012 € deutlich über dem Vorjahreswert von 2.989.478 €.
Beim TecDAX-Ranking der Deutschen Börse rangierte Bechtle beim Börsenumsatz im Juni
2018 auf Platz 20 (Vorjahr Platz 22). Bei der Marktkapitalisierung wurde das Unternehmen
auf Platz 13 geführt und kletterte damit im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze nach
oben. HANDELSDATEN DER BECHTLE AKTIEscroll
Kursdaten Xetra 1
Stand: 30. Juni Die jährliche Hauptversammlung der Bechtle AG fand am 12. Juni 2018 in Heilbronn statt.
Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Neuwahl der Aufsichtsratsmitglieder.
Sämtliche von der Verwaltung vorgeschlagenen Kandidaten wurden von der Hauptversammlung
in den Aufsichtsrat gewählt, im Einzelnen: Kurt Dobitsch, Unternehmer; Dr. Lars Grünert,
CFO, Prof. Dr. Thomas Hess, Institutsdirektor; Sandra Stegmann, Beraterin, Elke Reichart,
Chief Digital Officer und Klaus Winkler, Geschäftsführer. Den Aufsichtsratsvorsitz
übernimmt Klaus Winkler. Die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer wurden bereits am 27. April 2018 gewählt.
Wiedergewählt wurden Uli Drautz, ltd. kfm. Angestellter; Daniela Eberle, kfm. Angestellte,
Barbara Greyer, Gewerkschaftssekretärin ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg; Volker
Strohfeld, IT-Servicetechniker und Michael Unser, Erster Bevollmächtigter der IG Metall
Heilbronn-Neckarsulm. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde Anton Samija, Software
VIPM. Die Hauptversammlung stimmte außerdem der von Vorstand und Aufsichtsrat der Bechtle
AG vorgeschlagenen Dividende von 0,90 € pro Aktie zu. Im Vorjahr schüttete die Bechtle
AG eine Dividende von 0,75 € aus. Die Auszahlung pro Anteilsschein erhöhte sich damit
im Vergleich zum Vorjahr um 15 Eurocent. Auf Basis der Dividendenzahlung von 37,8
Mio. € wurden 33,0 Prozent des Konzernergebnisses nach Steuern an die Aktionäre ausgeschüttet.
Es ist die insgesamt zwölfte Erhöhung der Regeldividende und die achte in Folge. Damit
setzt sich die seit dem Börsengang im Jahr 2000 auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche
Dividendenpolitik der Bechtle AG auch in diesem Jahr fort. Bezogen auf den Halbjahresschlusskurs
liegt die Dividendenrendite bei 1,4 Prozent. DIVIDENDEscroll
PROGNOSE
GESAMTWIRTSCHAFTDie wirtschaftliche Entwicklung in der EU wird laut den Prognosen der Europäischen
Kommission in den nächsten Monaten weitgehend konstant bleiben. Das Wachstum wird
im dritten Quartal bei 0,4 Prozent und im vierten Quartal bei 0,3 Prozent liegen.
Bei den EU-Ländern mit Bechtle Präsenz liegen die Wachstumserwartungen für das dritte
Quartal innerhalb einer Spanne von 0,4 Prozent in Großbritannien und Italien bis 1,0
Prozent in Polen. Für das Gesamtjahr 2018 wird EU-weit ein BIP-Wachstum von 2,3 Prozent
erwartet. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen um 5,6 Prozent zulegen. Auch im kommenden
Jahr soll die Dynamik erhalten bleiben. In den einzelnen Quartalen werden für die
EU Wachstumsraten von konstant 0,5 Prozent vorhergesagt, das Gesamtjahr 2018 läge
damit bei einer Rate von 2,0 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen mit 3,9
Prozent etwas schwächer wachsen als 2018. In Deutschland folgt das Wirtschaftswachstum im Jahresverlauf den gleichen Schwankungen
wie in der EU. Das Wachstum im dritten Quartal soll bei 0,6 Prozent liegen und im
vierten Quartal bei 0,5 Prozent, so die Europäische Kommission. Für das Gesamtjahr
2018 liegen die aktuellen Prognosen für das BIP-Wachstum in Deutschland zwischen 1,7
und 2,5 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen laut Europäischer Kommission
allerdings mit 5,7 Prozent kräftig zulegen. Für 2019 wird das gesamtwirtschaftliche
Wachstum zwischen 1,5 Prozent und 2,3 Prozent gesehen. Ausrüstungsinvestitionen sollen
laut Europäischer Kommission mit 3,4 Prozent weniger stark wachsen als 2018. BRANCHEDer IT-Markt in der EU soll 2018 nach der aktuellen Prognose des Marktforschungsinstituts
EITO um 2,4 Prozent wachsen. Hardwareumsätze sollen dabei jedoch um 3,1 Prozent zurückgehen.
Der Zuwachs bei den Serviceumsätzen liegt bei 2,6 Prozent und Software verzeichnet
ein Plus von 5,8 Prozent. In den Ländern mit Bechtle Präsenz geht die Schere bei den
Hardwareumsätzen sehr weit auseinander. Während wenige Länder im Plus liegen werden
- die Schweiz sogar mit 4,0 Prozent -, sollen die meisten anderen einen Rückgang erleben,
an der Spitze Irland mit minus 15,9 Prozent. Der deutsche IT-Markt wird 2018 um 2,7 Prozent wachsen. Auch hier sollen Hardwareumsätze
rückläufig sein, und zwar um 2,2 Prozent. Dabei sollen sich allerdings die Umsätze
im Businessumfeld deutlich besser entwickeln. Dienstleistungsumsätze werden um 2,6
Prozent zulegen und Software als Wachstumstreiber um 6,3 Prozent. ENTWICKLUNG DES BECHTLE KONZERNSIm ersten Halbjahr 2018 ist die Bechtle AG bei Umsatz und Ergebnis sehr deutlich gewachsen.
Das hohe Wachstumstempo hat über die Quartale beim Umsatz nur leicht nachgelassen,
während es beim Ergebnis sogar zulegte. Insgesamt liegen wir bezüglich dieser beiden
Kennzahlen damit über dem Zielkorridor unserer Erwartungen für das Gesamtjahr 2018.
Neben der sehr positiven organischen Entwicklung hoffen wir, dass wir die angekündigte
Akquisition von Inmac Wstore im Lauf des zweiten Halbjahres finalisieren können. Vor
diesem Hintergrund - und trotz der zahlreichen und gewichtigen gesamtwirtschaftlichen
Risikofaktoren - erhöhen wir unsere Prognose für das Gesamtjahr und gehen nunmehr
davon aus, dass wir bei Umsatz und Ergebnis mindestens zweistellig, also sehr deutlich
im Vergleich zum Vorjahr wachsen werden. Die Margenentwicklung erreichte im ersten Halbjahr noch nicht ganz unseren Erwartungshorizont.
Allerdings konnten wir nach einem Margenrückgang im ersten Quartal im zweiten Quartal
die Marge leicht erhöhen. Im weiteren Jahresverlauf könnte die Marge weiterhin unter
Druck sein, insbesondere wenn das hohe Wachstumstempo des ersten Halbjahres anhält.
Auch die Akquisition von Inmac Wstore kann sich über die Kaufpreisallokationen vorübergehend
belastend auf die Marge auswirken. Gleichwohl ist der Vorstand davon überzeugt, dass
wir auf Basis der positiven Margenentwicklung im zweiten Quartal unsere Ziele noch
erreichen können. Daher bekräftigen wir die im März 2018 veröffentlichte Prognose,
unsere Marge leicht zu erhöhen. Mehrere der für 2018 geplanten Investitionen wurden bereits im Berichtszeitraum getätigt.
Die Bechtle AG geht daher davon aus, dass im zweiten Halbjahr das Investitionsvolumen
im Vergleich zu den ersten sechs Monaten zurückgeht und damit die prognostizierte
Spanne von 40 bis 50 Mio. € eingehalten wird. Darüber hinaus gibt es keine Änderungen oder Konkretisierungen zur Prognose für das
Geschäftsjahr 2018, wie wir sie im Geschäftsbericht 2017 veröffentlicht haben. Neckarsulm, 10. August 2018 Bechtle AG Der Vorstand KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNGscroll
1
Anpassung Vorjahreszahlen KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGscroll
KONZERN-BILANZAKTIVAscroll
PASSIVAscroll
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
scroll
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscroll
KONZERN-ANHANGI. ALLGEMEINE ANGABENDie Bechtle AG, Bechtle Platz 1, 74172 Neckarsulm, stellt als börsennotiertes Unternehmen
gemäß § 315a HGB den Konzernabschluss auf Basis der vom International Accounting Standards
Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS),
wie sie in der EU anzuwenden sind, auf. Entsprechend wurde auch der vorliegende Zwischenbericht
zum 30. Juni 2018 gemäß IFRS aufgestellt. Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung im vorliegenden Zwischenbericht zum
30. Juni 2018 ein gegenüber dem Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende deutlich
verkürzter Berichtsumfang gewählt. Die über IAS 34 hinausgehenden Vorgaben gemäß Deutschem
Rechnungslegungsstandard Nr. 16 (DRS 16) und die Börsenordnung für die Frankfurter
Wertpapierbörse wurden dabei zusätzlich berücksichtigt und vollständig erfüllt. Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt im Jahresverlauf dem Einfluss bestimmter saisonaler
Schwankungen. In der Vergangenheit waren die Umsatz- und Ergebnisbeiträge im ersten
Quartal tendenziell am niedrigsten und im vierten Quartal tendenziell am höchsten,
geprägt durch ein traditionell besonders starkes Jahresendgeschäft. Daher können die
Zwischenergebnisse nur eingeschränkt als Indikator für die Ergebnisse des gesamten
Geschäftsjahres herangezogen werden. II. BILANZIERUNGS-, BEWERTUNGS- UND KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEIm vorliegenden Zwischenbericht wurden grundsätzlich dieselben Bilanzierungs-, Bewertungs-
und Konsolidierungsgrundsätze angewendet wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr
2017, mit Ausnahme des seit 1. Januar 2018 angewendeten IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen
mit Kunden". Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum
31. Dezember 2017, der die Basis für den vorliegenden Zwischenabschluss darstellt. Die Ermittlung des Steueraufwands erfolgt gemäß IAS 34 in der Zwischenberichtsperiode
auf Basis des effektiven Steuersatzes, der für das gesamte Geschäftsjahr erwartet
wird. Steuern, die sich auf außergewöhnliche Sachverhalte beziehen, werden in dem
Quartal berücksichtigt, in dem der zugrunde liegende Sachverhalt eintritt. III. ANWENDUNG NEUER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDSBechtle wendet erstmals IFRS 15 zum 1. Januar 2018 an. Die erstmalige Anwendung hatte
keine wesentlichen Auswirkungen auf die beiden Segmente IT-E-Commerce und IT-Systemhaus
& Managed Services und somit auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Im Rahmen
der Erstanwendung von IFRS 15 wurde die modifizierte retrospektive Methode angewandt.
Vergleichszahlen der Vorjahresperiode wurden nicht angepasst. Darüber hinaus wurde
das Wahlrecht zur vereinfachten Erstanwendung in Anspruch genommen; das heißt IFRS
15 wird nur auf Verträge angewendet, die zum 1. Januar 2018 noch nicht erfüllt waren. Bechtle realisiert seine Handels- und Dienstleistungsumsätze zum Zeitpunkt der Lieferung
beziehungsweise Leistungserbringung. Durch die erstmalige Anwendung von IFRS 15 müssen Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten
gebildet werden. Diese werden nicht separat in der Bilanz ausgewiesen, sondern in
den lang- und kurzfristigen Abgrenzungsposten. Zum 1. Januar 2018 sowie zum 30. Juni
2018 ergaben sich keine Vertragsvermögenswerte. Die Vertragsverbindlichkeiten, die
sich aus erhaltenen Kundenanzahlungen sowie im Voraus bezahlten Dienstleistungsverträgen
ergeben, betrugen zum 1. Januar 2018 95.808 Tsd. € und zum 30. Juni 2018 87.616 Tsd.
€. Im Bereich unseres Geschäfts mit der Veräußerung von Softwarelizenzen agiert Bechtle
als sogenannter Value Added Reseller. Der Verkauf von Softwarelizenzen steht immer
im Zusammenhang mit umfangreichen Beratungsleistungen, die als integraler Bestandteil
der Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden zu sehen sind. Nur die Kombination
aus Beratungsleistung und Softwarelizenz stiftet den gewünschten Nutzen für den Kunden.
Somit agiert Bechtle in diesem Bereich als Prinzipal. Es ergeben sich daher keine
wesentlichen Umstellungseffekte zum 1. Januar 2018. Im Bereich der Aktivierung von Vertragskosten im Zusammenhang mit der Anbahnung beziehungsweise
der Erfüllung eines Vertrags verweisen wir auf die Ausführungen im Geschäftsbericht
2017. Diese spielen nach wie vor eine untergeordnete Bedeutung bei Bechtle. Es ergeben
sich daher keine wesentlichen Umstellungseffekte zum 1. Januar 2018. Bechtle wendet IFRS 9 erstmals zum 1. Januar 2018 an. Der Standard regelt die Klassifizierung
und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten anhand der Zahlungsstrom- und Geschäftsmodelleigenschaften.
Die Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögenswerte
erfüllen weiterhin die Kriterien für eine Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Die Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung finanzieller Verbindlichkeiten entsprechen
im Wesentlichen den bisherigen Vorschriften des IAS 39, daher ergeben sich hieraus
keine Änderungen. Hinsichtlich der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen sieht IFRS 9 eine Abschaffung
der im Rahmen des retrospektiven Effektivitätstests anzuwendenden Schwellenwerte vor.
Stattdessen ist ein Nachweis über den wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen Grund-
und Sicherungsgeschäft notwendig. Alle derzeit bestehenden Sicherungsbeziehungen erfüllen
die Voraussetzungen für Hedge-Accounting nach IFRS 9 und können wie bisher fortgeführt
werden. Darüber hinaus führt IFRS 9 ein neues Wertminderungsmodell ein, das auf alle finanziellen
Vermögenswerte anwendbar ist, die entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Dieses Modell sieht die
Erfassung der erwarteten Kreditausfälle bereits zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes
vor. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird das vereinfachte Wertminderungsmodell
von IFRS 9 angewendet. Für Bankguthaben, Darlehen sowie andere finanzielle Forderungen,
die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert sind, werden
die allgemeinen Wertminderungsregelungen von IFRS 9 herangezogen. Hieraus ergibt sich
kein wesentlicher Erstanwendungseffekt. IV. AUSWIRKUNGEN ZUKÜNFTIG ANZUWENDENDER STANDARDSIn Bezug auf die Auswirkungen einer Einführung des IFRS 16 mit Erstanwendungszeitpunkt
1. Januar 2019 ergeben sich im Vergleich zum Geschäftsbericht 2017 keine Änderungen. V. KONSOLIDIERUNGSKREISDer Konsolidierungskreis umfasst die Bechtle AG, Neckarsulm, und alle ihre beherrschten
Tochtergesellschaften. Die Bechtle AG hält unverändert zum Vorjahr an sämtlichen konsolidierten
Gesellschaften unmittelbar oder mittelbar jeweils alle Anteile und Stimmrechte. Nachfolgend genannte Unternehmen wurden im Berichtszeitraum erstmals in den Konsolidierungskreis
einbezogen: scroll
VI. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNGAUFWANDSGLIEDERUNGscroll
Der Anstieg sämtlicher Kostenarten gegenüber dem Vorjahreszeitraum resultiert im Wesentlichen
aus dem deutlich höheren Geschäftsvolumen im Berichtszeitraum. Im Materialaufwand ist netto ein Ertrag aus Wechselkursschwankungen von 90 Tsd. €
enthalten (Vorjahr: netto 1.656 Tsd. € Aufwand). SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten vor allem Marketingzuschüsse und sonstige
Vergütungen von Lieferanten in Höhe von 4.370 Tsd. € (Vorjahr: 4.626 Tsd. €). Im Berichtsjahr
2017 erfolgte ein geänderter Ausweis im Bereich der Marketingzuschüsse und sonstigen
Vergütungen von Lieferanten. Solche Zuschüsse und Vergütungen, die von der eigentlichen
Warenlieferung nicht eindeutig getrennt werden können, sind mit den Umsatzkosten saldiert
worden (IAS 2.11). Dadurch wurde der Vorjahresbetrag entsprechend angepasst. FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGENDie Finanzerträge enthalten Erträge aus täglich verfügbaren Einlagen, aus Geldanlagen
und finanziellen Forderungen. Die Finanzaufwendungen enthalten überwiegend Zinsaufwendungen der Finanzverbindlichkeiten.
Der Rückgang der Finanzaufwendungen im Vorjahresvergleich begründet sich durch die
weitere Tilgung der bisherigen Darlehensverbindlichkeiten. ERGEBNIS JE AKTIEDie folgende Tabelle zeigt die Berechnung des den Aktionären der Bechtle AG zustehenden
Ergebnisses nach Steuern je Aktie: scroll
1
Vorjahr angepasst aufgrund der Ausgabe von Gratisaktien Das Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem Ergebnis nach Steuern (den Aktionären
der Bechtle AG zustehend) und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt im Umlauf befindlichen
Aktien ermittelt. Eigene Aktien würden die Anzahl ausstehender Aktien entsprechend
verringern. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist identisch mit dem verwässerten
Ergebnis je Aktie. SONSTIGES ERGEBNISDas sonstige Ergebnis ist wesentlich durch die EUR/CHF-Wechselkursentwicklung geprägt.
Im ersten Halbjahr 2018 hat der Schweizer Franken wieder an Wert gewonnen, wohingegen
der Schweizer Franken im Vorjahreszeitraum an Wert gegenüber dem EUR verloren hat. Die genaue Zusammensetzung des erfolgsneutral zu erfassenden sonstigen Ergebnisses
hinsichtlich seiner Veränderung und seines kumulierten Stands ist in Gliederungspunkt
VII. "Erläuterungen zur Bilanz und zur Eigenkapitalveränderungsrechnung" dargestellt. VII. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGVERMÖGENSWERTEDie Reduktion der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Berichtszeitraum resultiert
aus den saisonalen Schwankungen im Jahresverlauf mit einem umsatzstarken Schlussquartal.
Geld- und Wertpapieranlagen verzeichnen einen Rückgang, da diese im ersten Halbjahr
2018 teilweise fällig geworden sind und nicht wieder veranlagt wurden. Der Anstieg
der Vorräte begründet sich in dem weiter gestiegenen Geschäftsvolumen. Die Geschäfts-
und Firmenwerte sowie die sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind durch die im
ersten Halbjahr getätigten Akquisitionen angestiegen. EIGENKAPITALGezeichnetes KapitalIn der Hauptversammlung am 1. Juni 2017 wurde eine Kapitalerhöhung durch Gesellschaftsmittel
beschlossen. Durch die Ausgabe von sogenannten Gratisaktien an die bestehenden Aktionäre
wird das Grundkapital von 21.000.000 € auf 42.000.000 € erhöht. Der anteilige Betrag
der einzelnen Aktien am Grundkapital beträgt weiterhin 1,00 €. Die neuen Aktien stehen
den Aktionären im Verhältnis 1:1 zu, sodass auf jede bestehende Aktie eine neue Aktie
entfällt. Die neuen Aktien sind ab 1. Januar 2017 gewinnberechtigt. Mit 7. Juli 2017
wurde die Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen und wirksam. GewinnrücklagenIn der Hauptversammlung am 12. Juni 2018 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr
2017 eine Dividende in Höhe von 0,90 € je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten.
Die Dividendenauszahlung erfolgte am 15. Juni 2018. Das erfolgsneutral zu erfassende sonstige Ergebnis setzt sich hinsichtlich seines
kumulierten Stands zum Bilanzstichtag und seiner Veränderung im Berichtszeitraum wie
folgt zusammen: scroll
scroll
SCHULDENDer Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristigen
sonstigen Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf die üblichen saisonalen Schwankungen
im Jahresverlauf mit einem umsatzstarken Schlussquartal zurückzuführen. Der Rückgang
in den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten resultiert aus den gesunkenen Verbindlichkeiten
gegenüber Mitarbeitern. Diese waren zum 31. Dezember 2017 aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs
und der damit verbundenen erfolgsorientierten Vergütungsbestandteile der Mitarbeiter
angestiegen. Die Finanzverbindlichkeiten haben sich aufgrund von neu aufgenommenen Darlehen erhöht. VIII. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNGIm Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Verbesserung des Cashflows aus betrieblicher
Tätigkeit im Wesentlichen durch den stärkeren Abbau der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie den geringeren Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen begründet. Gegenläufig wirkte die Veränderung im übrigen Nettovermögen. Im Bereich der Investitionstätigkeit sind insbesondere höhere Auszahlungen für Akquisitionen
im Berichtszeitraum zu verzeichnen. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen waren im Vorjahreszeitraum projektbezogen höher als
im Berichtszeitraum. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird wesentlich durch die im Berichtszeitraum
vorgenommene Dividendenausschüttung bestimmt. Die Dividende für das Geschäftsjahr
2017 betrug 37.800 Tsd. €. Die Dividendensumme für das Geschäftsjahr 2016, die im
Vorjahr ausgezahlt wurde, betrug 31.500 Tsd. €. IX. OPERATING-LEASINGVERHÄLTNISSEZum 30. Juni 2018 betrugen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus Miet- und Leasingverträgen,
die nach IAS 17 als "Operating Lease" eingestuft sind, 62.566 Tsd. € (31. Dezember
2017: 62.539 Tsd. €). scroll
X. FINANCE-LEASINGVERHÄLTNISSEIn den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Abschlussstichtag Leasingforderungen
in Höhe von 43.872 Tsd. € (31. Dezember 2017: 36.253 Tsd. €) enthalten. Die Überleitung
der bilanzierten Nettoinvestition zur Bruttoinvestition unter Berücksichtigung der
Restwerte ist in folgender Tabelle dargestellt. scroll
Der Zinsanteil der Leasingzahlung entspricht dem noch nicht realisierten Finanzertrag.
In den Leasingforderungen sind keine Wertberichtigungen enthalten. XI. BEIZULEGENDER ZEITWERT VON FINANZINSTRUMENTENFinanzielle Vermögenswerte und Schulden (Finanzinstrumente) werden nach IFRS 7 in
Klassen zusammengefasst. Die Zuordnung der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen
Finanzinstrumente ist im vorliegenden Zwischenbericht analog zu der Zuordnung im Geschäftsbericht
2017. Nach IFRS 13 werden die Bewertungstechniken, abhängig von den wesentlichen Parametern,
auf denen die Bewertung basiert, in folgende drei Stufen eingeteilt: Stufe 1: Bewertung mit auf aktiven Märkten notierten (nicht berichtigten) Preisen
für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Stufe 2: Bewertung für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit erfolgt entweder
unmittelbar oder mittelbar auf Basis beobachtbarer Inputdaten, die keinen notierten
Preis nach Stufe 1 darstellen Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen mit nicht am Markt beobachtbaren Inputparametern Nachfolgende Tabelle stellt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente
für die Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 sowie deren Bewertungsstufe nach
IFRS 13 einander gegenüber. scroll
scroll
Verwendete Abkürzungen für die Bewertungskategorien des IAS 39: scroll
Verwendete Abkürzungen für Bewertungskategorien des IFRS 9 scroll
Während der Berichtsperiode gab es keine Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden
Zeitwert der Stufe 1 und Stufe 2 und keine Umbuchungen in oder aus Bewertungen zum
beizulegenden Zeitwert der Stufe 3. Die Verbindlichkeiten aus Akquisitionen sind bedingte, nachträgliche Kaufpreiszahlungen
(Earnouts) für erfolgte Akquisitionen (IFRS 3.58). An der Berechnungsmethodik und
den Sensitivitäten erfolgten während des Berichtszeitraums keine wesentlichen Änderungen. Die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Akquisitionen stellt sich wie folgt dar: Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Stufe 3scroll
scroll
Die im Finanzergebnis als Aufwand erfassten 37 Tsd. € entfallen in voller Höhe auf
die zum 30. Juni 2018 bilanzierten in der Zukunft fälligen Zahlungen. XII. SEGMENTINFORMATIONENFür die Aufstellung der Segmentinformationen gelten dieselben Grundsätze wie im Konzernabschluss
zum Geschäftsjahr 2017. Nach Segmentenscroll
Nach Regionenscroll
Die Gesamtsegmentvermögenswerte sind nicht Bestandteil des internen Reportings, sodass
auf diese Anhangangabe gemäß IAS 34.16Agiv in den Quartalsberichten verzichtet wird. XIII. AKQUISITIONEN UND KAUFPREISALLOKATIONENIm ersten Halbjahr 2018 hat die Bechtle AG jeweils 100 Prozent der Anteile an zwei
Gesellschaften erworben. Die erforderlichen Angaben über die Transaktionen werden
zusammengefasst dargestellt (IFRS 3 B65). Die Bilanzierung beider Unternehmenskäufe erfolgte unter Anwendung der Erwerbsmethode
(IFRS 3.4 ff.) und ist noch als vorläufig zu werten (IFRS 3.45). Mit Erwerbszeitpunkt 4. Januar 2018 wurden sämtliche Geschäftsanteile an der Acommit
Group AG in Horgen, Schweiz, erworben. Des Weiteren wurden mit Erwerbszeitpunkt 16.
Mai 2018 ebenfalls sämtliche Geschäftsanteile an der EvoluSys SA in Coppet, Schweiz,
erworben. Neben den bereits von den erworbenen Unternehmen angesetzten Vermögenswerten und Schulden,
deren Buchwerte ihren beizulegenden Zeitwerten entsprachen, wurden dabei Kundenbeziehungen
(2.633 Tsd. €) neu als identifizierbarer Vermögenswert angesetzt (IFRS 3.10 ff.) und
zu ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet (IFRS 3.18 ff.). Im Zuge der Aktivierung der Kundenbeziehungen wurden passive latente Steuern (527
Tsd. €) gebildet. Aus der Kapitalkonsolidierung resultierte unter Berücksichtigung des gesamten erworbenen
Nettovermögens (2.066 Tsd. €) in Summe ein vorläufiger Unterschiedsbetrag in Höhe
von 14.025 Tsd. €, der als Geschäfts- und Firmenwert ausgewiesen wird. Dieser Geschäfts-
und Firmenwert wird steuerlich nicht anerkannt. Der Geschäfts- und Firmenwert basiert
im Wesentlichen auf Synergien im Bereich Umsatz, die aus der Erweiterung des Portfolios
und sich eröffnender Potenziale im Bereich von Managed-Service-Verträgen resultieren. Mit dem Erwerb der Acommit Group AG aquiriert die Bechtle AG einen der führenden Schweizer
Dienstleister für Software und IT-Infrastrukturlösungen. Das 1983 gegründete Unternehmen
ist anerkannter Spezialist für ERP-Softwarelösungen auf Basis Microsoft Dynamics/NAV. Mit dem Erwerb von EvoluSys SA stärkt Bechtle seine Positionierung im Bereich Softwarelösungen.
Das seit 2006 am Markt etablierte IT-Beratungsunternehmen ist anerkannter Spezialist
für Analytics- und Cloud-Lösungen auf Basis von Microsoft Technologien. Die Unternehmenskaufverträge über den Erwerb der beiden Gesellschaften enthalten jeweils
eine vom zukünftigen Geschäftsverlauf des erworbenen Unternehmens abhängige bedingte
Kaufpreiszahlung von bis zu 3.397 Tsd. €. Unter Berücksichtigung der validierten Geschäftsplanung betrug der zum Erwerbszeitpunkt
geltende beizulegende Zeitwert dieser bedingten Kaufpreiszahlung 3.228 Tsd. €. Die Anschaffungskosten für beide Gesellschaften (16.091 Tsd. €) führten in Höhe von
12.863 Tsd. € zu einem Abfluss von liquiden Mitteln. Bei den übernommenen Forderungen sind keine wesentlichen Beträge an Wertberichtigungen
zu berücksichtigen. scroll
XIV. MITARBEITERDie Mitarbeiterzahlen stellen sich wie folgt dar: scroll
Nach Segmenten und Regionen teilen sich die Mitarbeiterzahlen (ohne Aushilfen) wie
folgt auf: scroll
Nach Funktionsbereichen teilen sich die Mitarbeiterzahlen (ohne Mitarbeiter in Elternzeit
und ohne Aushilfen) wie folgt auf: scroll
XV. BESONDERE EREIGNISSE NACH ENDE DES BERICHTSZEITRAUMSDie Bechtle AG hat im Juli 2018 den Kauf des französischen IT-Anbieter Inmac Wstore
S.A.S. erklärt. Am 30. Juli 2018 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Der Vollzug
der Akquisition ist noch von der Zustimmung der französischen Kartellbehörde abhängig. Die Bilanzierung des Unternehmenskaufs wird unter Anwendung der Erwerbsmethode (IFRS
3.4 ff.) erfolgen. Die Bestimmung beziehungsweise Bewertung der erworbenen Vermögenswerte
und der übernommenen Schulden sowie der übertragenen Gegenleistung bemisst sich an
den Verhältnissen zum Übertragungsstichtag, der aufgrund der vorbehaltlichen Zustimmung
der französischen Kartellbehörde noch nicht feststeht. Entsprechende Wertangaben werden
voraussichtlich im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2018 (IFRS 3.45) vorliegen. Mit dem Erwerb von Inmac Wstore S.A.S. gewinnt Bechtle mehr als 400 Mitarbeiter und
einen jährlichen Umsatz von rund 420 Mio. € und würde somit zu den Top 5 der französischen
IT-Unternehmen zählen. Inmac Wstore setzt wie das Segment E-Commerce auf die kombinierten
Vertriebswege aus Beratung und Online-Shops. Erhebliche Synergien sind insbesondere
durch die Kombination der starken Logistikkompetenz sowie durch höhere Einkaufsvolumina
zu erwarten. Der Kaufvertrag sieht hinsichtlich des Kaufpreises eine "cash-free, debt free" Vereinbarung
sowie eine Working Capital Anpassung vor. Da der Vollzug der Akquisition von der Zustimmung
der französischen Kartellbehörde abhängig ist, konnte das Closing noch nicht vollzogen
werden. Unter der Annahme, dass die Akquisition per 30. Juni 2018 stattgefunden hätte, beträgt
der Kaufpreis rund 230 Mio. €. Darüber hinaus sind nach Ende des Berichtszeitraums keine weiteren besonderen Ereignisse
bei Bechtle eingetreten. Neckarsulm, 10. August 2018 Bechtle AG Der Vorstand VERSICHERUNG DES VORSTANDSNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns
vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich
des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen
Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind. Neckarsulm, 10. August 2018 Bechtle AG Der Vorstand scroll
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