![]() Bechtle AGNeckarsulmZwischenbericht zum 30. Juni 2020KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSTÄTIGKEIT Bechtle ist als IT-Komplettanbieter mit rund 75 Systemhäusern in der DACH-Region
aktiv und zählt mit Tochtergesellschaften in 14 Ländern zu den führenden Onlinehändlern
für Informationstechnologie in Europa. Mit dieser Kombination setzt Bechtle auf ein
einzigartiges Geschäftsmodell, das IT-Dienstleistungen mit dem klassischen IT-Handelsgeschäft
verbindet. Das 1983 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Neckarsulm bietet seinen
mehr als 70.000 Kunden aus Industrie und Handel, öffentlichem Dienst sowie dem Finanzsektor
ein lückenloses, herstellerunabhängiges Angebot rund um die gesamte IT aus einer Hand. Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services reicht das Leistungsspektrum vom Vertrieb
von Hard- und Software über Anwendungslösungen sowie Projektplanung und -durchführung,
Systemintegration, Wartung und Schulung bis hin zum Angebot von Cloud Services oder
zum Komplettbetrieb der Kunden-IT. Im zweiten Geschäftssegment, dem IT-E-Commerce,
haben wir unser reines Handelsgeschäft gebündelt. Hier bieten wir unseren Kunden mit
einer Mehrmarkenstrategie über Telefon und Internet Hardware sowie Standardsoftware
an. bechtle.com/portfolio UMFELD
GESAMTWIRTSCHAFT Die wirtschaftliche Entwicklung in der EU war im ersten Halbjahr 2020 unter dem Einfluss
der COVID-19-Pandemie und der Maßnahmen zu deren Bekämpfung stark rückläufig. Nach
einer Prognose der Europäischen Kommission vom Juli 2020 ging das Bruttoinlandsprodukt
(BIP) im ersten Quartal 2020 EU-weit um -3,2 % zurück. Im zweiten Quartal lag das
Minus bei 13,1 %. Diese Entwicklung zeigte sich auch in den EU-Ländern mit Bechtle
Präsenz, allerdings mit unterschiedlicher Ausprägung. Im ersten Quartal lagen die
Werte zwischen einem Wachstum von +1,2 % in Irland bis hin zu Rückgängen von -5,3
% in Frankreich und Italien. Im zweiten Quartal zeigten alle Länder negative Wachstumsraten.
Die Spanne reicht hier von -9,2 % in Polen bis -16,9 % in Spanien. ec.europa.eu In Deutschland waren die Rückgänge beim Wirtschaftswachstum nicht ganz so ausgeprägt
wie in der gesamten EU. Im ersten Quartal lag das BIP-Wachstum bei -2,0 %, im zweiten
Quartal bei -10,1 %. ifo.de Die Stimmungsindikatoren der deutschen Wirtschaft sind im März und April 2020 stark
zurückgegangen. Seit Mai erholen sich die Werte aber wieder, wenn auch noch auf niedrigem
Niveau. Nach 95,8 Punkten im Februar ging der Index bis April auf 74,3 Zähler zurück.
Bis Juli erholte er sich dann wieder auf 90,5 Punkte. Dabei war die Erholung bei den
Erwartungen für die nächsten Monate ausgeprägter als bei der Beurteilung der aktuellen
Lage. BRANCHE gartner.de Der IT-Markt zeigte im ersten Halbjahr 2020 zwei Gesichter. Auf der einen Seite war
die COVID-19-Pandemie auch hier spürbar und zeigte sich beispielsweise in der Verschiebung
von Projekten. Auf der anderen Seite stand eine hohe Nachfrage nach Endgeräten zur
Ausstattung der Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiteten. Laut dem Marktforschungsinstitut
Gartner sind die Stückzahlen verkaufter PCs in EMEA im zweiten Quartal um 20 % gestiegen. Die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex für IT-Dienstleister verlief parallel
zur Gesamtwirtschaft. Vom Februar mit 34,6 Punkten ging es bis April steil bergab
auf -20,7 Zähler. Seit Mai setzte eine Erholung ein, die im Juli wieder auf ein Niveau
von 13,1 Punkten führte. GESAMTEINSCHÄTZUNG Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa war im ersten Halbjahr 2020 von der COVID-19-Pandemie
geprägt. Die Rückgänge beim BIP sind die schwersten seit Ende des Zweiten Weltkriegs.
Allerdings sind die Stimmungsindikatoren seit Mai wieder im Aufwind. Der IT-Markt konnte sich dieser gesamtwirtschaftlichen Lage nicht entziehen. Gleichwohl
scheint er nicht ganz so hart von der Krise getroffen worden zu sein wie andere Branchen.
Das zeigte sich auch an dem hohen Anstieg der PC-Verkäufe im ersten Halbjahr. Und
auch hier hat sich die Stimmung unter den deutschen IT-Dienstleistern seit Mai wieder
gebessert. In dem beschriebenen Marktumfeld hat sich Bechtle gut entwickelt. Im zweiten Quartal
gingen die Wachstumsraten erwartungsgemäß spürbar zurück. Angesichts der Rahmenbedingungen
ist es aber als Erfolg zu werten, überhaupt von Wachstum reden zu können. Bechtle
liegt damit deutlich über dem Gesamtmarkt und gewinnt somit stetig weiter Marktanteile. Die Bechtle AG veröffentlicht keine Prognosen für einzelne Quartale, insofern erübrigt
sich ein Vergleich von Ist- mit Planzahlen. Gleichwohl können wir sagen, dass die
Wachstumsraten wie auch die Margenentwicklung der ersten sechs Monate trotz der krisenbedingten
Verwerfungen im Rahmen unserer Erwartungen für das Gesamtjahr 2020 liegen. ERTRAGSLAGE
AUFTRAGSENTWICKLUNG Bechtle geht beim Verkauf von IT-Produkten und bei der Erbringung von Dienstleistungen
sowohl kurzfristige als auch über einen längeren Zeitraum laufende Vertragsverhältnisse
ein. Das Segment IT-E-Commerce ist fast vollständig durch den Abschluss reiner Handelsgeschäfte
mit kurzen Bestell-und Lieferzeiten gekennzeichnet. Im Segment IT-Systemhaus & Managed
Services haben Projektgeschäfte Laufzeiten von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Vor
allem in den Bereichen Managed Services und Cloud Computing schließt Bechtle mit den
Kunden Rahmen- und Betriebsführungsverträge ab, deren Laufzeiten meist mehrere Jahre
betragen. Im ersten Halbjahr 2020 lag der Auftragseingang bei rund 2.649 Mio. € und damit rund
8 % über Vorjahr (2.457 Mio. €). Der Zuwachs auf 1.725 Mio. € (Vorjahr: 1.568 Mio.
€) im Segment IT-Systemhaus & Managed Services betrug 10 %. Im Segment IT-E-Commerce
lag der Auftragseingang mit 924 Mio. € (Vorjahr: 889 Mio. €) um fast 4 % über Vorjahr. Der Auftragsbestand lag zum 30. Juni bei 796 Mio. € (Vorjahr: 687 Mio. €). Davon
entfallen 644 Mio. € (Vorjahr: 565 Mio. €) auf das Segment IT-Systemhaus & Managed
Services sowie 152 Mio. € (Vorjahr: 122 Mio. €) auf das Segment IT-E-Commerce. UMSATZENTWICKLUNG Im ersten Halbjahr 2020 konnte Bechtle trotz der COVID-19-Pandemie den Umsatz um
sehr gute 6,6 % auf 2.666,2 Mio. €. steigern. Die Dynamik ging im zweiten Quartal
allerdings wie prognostiziert aufgrund der Auswirkungen der Pandemie zurück. Im ersten
Quartal lag das Umsatzwachstum bei 9,3 % und im zweiten Quartal bei 3,9 %. Die organischen
Wachstumszahlen zeigten eine ähnliche Entwicklung mit 8,2 % und 2,4 %. Damit liegt
das organische Umsatzwachstum über beide Berichtsquartale bei 5,3 %. Im Ausland waren die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen aufgrund
von Corona zum Teil deutlich stärker als im Inland. Insoweit entwickelten sich auch
in der regionalen Betrachtung die inländischen Gesellschaften im ersten Halbjahr mit
7,9 % besser als die ausländischen Gesellschaften mit 4,5 %. Rein organisch lag das
Umsatzwachstum im Inland bei 7,2 %o. Auch im zweiten Quartal lag das Wachstum im Inland
mit 5,4 % höher als im Ausland mit 1,4 %o. Das Segment IT-Systemhaus & Managed Services steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr
um 9,8 % auf 1.753,1 Mio. € (Vorjahr: 1.597,1 Mio. €). Die organische Wachstumsrate
lag bei 7,7 %o. Im zweiten Quartal konnten die Systemhäuser in Österreich und der
Schweiz besonders eindrucksvoll zulegen, und zwar um 33,1 % beziehungsweise organisch
um 22,8 %. Getragen wurde das Wachstum unter anderem von einer hohen Nachfrage der
öffentlichen Auftraggeber. Im Segment IT-E-Commerce lag das Umsatzwachstum in den ersten sechs Monaten bei 1,0
%, der Umsatz stieg von 903,7 Mio. € auf 913,1 Mio. €. Die ausländischen Gesellschaften
verspürten die Auswirkungen der Pandemie besonders stark im zweiten Quartal mit einem
Rückgang von -8,3 %. Im Inland lag der Umsatz in diesem Zeitraum bei -0,1 % und damit
in etwa auf Vorjahresniveau. UMSATZ - KONZERN UND SEGMENTE in Tsd. € scroll
Der Umsatz je Mitarbeiter im Konzern ist im Halbjahr mit durchschnittlich 10.886
Voll- und Teilzeitkräften von 258 Tsd. € auf 245 Tsd. € gesunken. Im Bereich IT-Systemhaus
& Managed Services lag der Umsatz je Mitarbeiter bei 205 Tsd. €, nach 213 Tsd. € im
Vorjahr. Im Segment IT-E-Commerce verringerte sich der Umsatz pro Mitarbeiter von
414 Tsd. € auf 390 Tsd. €. Hintergrund für diese Entwicklung ist der vor allem zum
Quartalsende wieder stärkere Mitarbeiteraufbau bei gleichzeitig coronabedingt gebremstem
Umsatzwachstum. ERGEBNISENTWICKLUNG Die Umsatzkosten stiegen von Januar bis Juni 2020 mit 5,7 % etwas geringer als der
Umsatz. Der Materialaufwand ist mit 4,3 % nur unterproportional gestiegen. Grund sind
ein höherer Dienstleistungsanteil und gestiegene Bonuszahlungen der Hersteller. Die
Erhöhung der Personalaufwendungen innerhalb der Umsatzkosten um 25,0 % ist auf die
Qualifizierung zahlreicher Mitarbeiter im Vorjahr zurückzuführen, die Gehaltserhöhungen
zur Folge hatten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um -17,2 % zurückgegangen.
Hier hat sich der coronabedingte Rückgang der Kosten ausgewirkt, vor allem bei den
Reise- und Kfz-Kosten. Die Bruttomarge erreichte 15,0 %, nach 14,3 % im Vorjahr. Das
Bruttoergebnis lag mit 399,4 Mio. € um 11,8 % über dem Vorjahr (357,2 Mio. €). Die Vertriebs- und Verwaltungskosten entwickelten sich im ersten Halbjahr unterschiedlich.
Die Vertriebskosten sind mit 5,7 % leicht unterproportional auf 155,2 Mio. € angewachsen,
nach 146,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Quote sank von 5,9 % auf 5,8 %. Die Verwaltungskosten
stiegen überproportional um 14,8 % von 123,3 Mio. € auf 141,5 Mio. €. Hintergrund
sind insbesondere im ersten Quartal vorgenommene Wertberichtigungen auf Forderungen
im Vorgriff auf mögliche wirtschaftliche Folgen der COVID-19-Pandemie, die sich im
sonstigen betrieblichen Aufwand zeigen. Die Verwaltungskostenquote erhöhte sich von
4,9 % auf 5,3 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 9,5 Mio. € deutlich
unter dem Vorjahr (16,4 Mio. €). Hier war im Vorjahr noch ein einmaliger positiver
Sondereffekt in Höhe von 4,4 Mio. € enthalten. Außerdem sind die Marketingzuschüsse
der Hersteller aufgrund ausgefallener Veranstaltungen geringer als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Vorjahresvergleich
um 13,1 % von 141,6 Mio. € auf 160,1 Mio. €. Die EBITDA-Marge liegt damit bei 6,0
% (Vorjahr: 5,7 %). Im zweiten Quartal stieg die Marge gegenüber dem Vorjahr von 6,1
% auf 6,4 %. Die Abschreibungen sind akquisitionsbedingt sowie aufgrund von im Vorjahr in Anspruch
genommenen Erleichterungen im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16 um 25,3 % angestiegen
und lagen bei 47,9 Mio. €. Den größten Anteil hieran haben nach wie vor die Abschreibungen
auf Sachanlagen, die von 31,9 Mio. € auf 40,2 Mio. € gewachsen sind. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte um 8,5 % auf 112,2 Mio.
€ zulegen (Vorjahr: 103,3 Mio. €). Die Marge liegt mit 4,2 % leicht über Vorjahr (4,1
%). Das Finanzergebnis lag bei -3,1 Mio. €, sodass der Konzern im ersten Halbjahr 2020
ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 109,1 Mio. € erzielte, 8,3 % über Vorjahr (100,7 Mio.
€). Die EBT-Marge liegt bei 4,1 %, nach 4,0 % im Vorjahr. Im zweiten Quartal hielt
die EBT-Marge ihr Niveau von 4,4 %. Der Einmaleffekt aus dem Vorjahr in Höhe von 4,4 Mio. € konnte trotz der coronabedingten
Belastungen damit komplett kompensiert werden. Der Steueraufwand stieg in den Berichtsquartalen um 6,7 % auf 31,8 Mio. €. Die Steuerquote
lag bei 29,2 %, nach 29,6 % im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 9,0 % von 70,9 Mio. € auf 77,3 Mio.
€. Die Nettoum-satzrendite lag damit bei 2,9 % (Vorjahr: 2,8 %). Auf Basis von 42
Millionen Aktien stieg das Ergebnis je Aktie (EPS) auf 1,84 € (Vorjahr: 1,69 €). Im
zweiten Quartal lag das EPS bei 0,97 €, ein Plus von 4,1 % gegenüber dem Vorjahr (0,93
€). In der Segmentbetrachtung stellt sich die Ergebnissituation wie folgt dar: Das EBIT im Segment IT-Systemhaus & Managed Services wuchs im ersten Halbjahr 2020
um 19,8 % auf 72,7 Mio. € (Vorjahr: 60,6 Mio. €). Die EBIT-Marge stieg von 3,8 % im
Vorjahr auf 4,1 %. Ursache für diese Entwicklung war der unterproportionale Anstieg
des Materialaufwands. Hier wirken sich zum einen die höhere Nachfrage der Kunden nach
Dienstleistungen sowie gestiegene Bonuszahlungen der Hersteller aus. Auch der bereits
erwähnte Rückgang beim sonstigen betrieblichen Aufwand ist in diesem Segment stärker
spürbar, da es naturgemäß hier zu mehr Dienstreisen kommt. Das Segment IT-E-Commerce erwirtschaftete im Halbjahr ein EBIT von 39,5 Mio. €, ein
Rückgang von 7,5 % gegenüber Vorjahr (42,7 Mio. €). Die Marge ging von 4,7 % auf 4,3
% zurück. Dieses Segment war vor allem im zweiten Quartal sehr viel stärker von den
Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen, auch aufgrund seiner internationalen
Präsenz. Ländermärkte außerhalb der Dach-Region, insbesondere der in diesem Segment
wichtigste Markt Frankreich waren stark unter Druck. Das Wachstum der Deckungsbeiträge
reichte nicht aus, um die Fixkosten zu kompensieren. Außerdem haben sich Einsparungen
bei Kfz- und Reisekosten in diesem Segment bei weitem nicht so stark ausgewirkt. EBIT - KONZERN UND SEGMENTE in Tsd. € scroll
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme des Bechtle Konzerns lag zum Stichtag 30. Juni 2020 bei 2.448,5 Mio.
€ und damit 2,2 über dem Wert vom 31. Dezember 2019 (2.394,7 Mio. €). ENTWICKLUNG DER AKTIVA Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 10,8 % von 846,4 Mio. € auf 938,0 Mio.
€. Die Geschäftsund Firmenwerte erhöhten sich akquisitionsbedingt um 46,1 Mio. € auf
443,7 Mio. €. Auch das Sachanlagevermögen nahm hauptsächlich aufgrund der Akquisitionen
um 9,6 % auf 307,7 Mio. € zu. Die Anlagenintensität steigerte sich von 35,3 % auf
38,3 %. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken um 37,8 Mio. € auf 1.510,5 Mio. €. Zwar stiegen
die Vorräte um 104,7 Mio. € auf 390,2 Mio. €. Gründe hierfür sind zum einen reservierte
Bestände von Großprojekten und zum anderen ein höherer Warenbestand, der aufgrund
der erwarteten Lieferengpässe bevorratet wurde. Dafür verringerten sich die Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen um 120,1 Mio. €. Die durchschnittliche Außenstandsdauer
unserer Forderungen (DSO) hat sich in den ersten sechs Monaten 2020 gegenüber dem
Vorjahreszeitraum von 42,1 Tagen auf 41,9 Tage verbessert. Die liquiden Mittel inklusive
Wertpapieranlagen sind aufgrund der Dividendenzahlung sowie der getätigten Akquisitionen
von 272,2 Mio. € auf 236,8 Mio. € gesunken. Einschließlich freier Kreditlinien verfügt
Bechtle insgesamt über eine Liquiditätsreserve in Höhe von 385,6 Mio. €. Das Working Capital konnten wir weiter optimieren. Zwar hat es sich zum Stichtag
30. Juni 2020 gegenüber dem Jahresende aufgrund der durch coronabedingten Bevorratung
sowie Projektverschiebungen gestiegenen Vorräte und niedrigeren Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen auf 682,5 Mio. € erhöht. Im Vorjahresvergleich ist
es allerdings um 3,1 % gesunken. In Relation zum Umsatz sank das Working Capital damit
von 28,2 % im Vorjahreszeitraum auf 25,6 % zum 30. Juni 2020. ENTWICKLUNG DER PASSIVA Die langfristigen Schulden lagen zum 30. Juni 2020 mit 631,7 Mio. € um 65,0 Mio.
€ über dem Niveau vom 31. Dezember 2019. Grund dafür ist vor allem der Anstieg der
langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 57,4 Mio. €. Die Erhöhung auf 431,3 Mio.
€ ist primär auf die Kreditaufnahme für die Akquisitionsfinanzierung zurückzuführen. Die kurzfristigen Schulden sanken um 41,5 Mio. € auf 771,6 Mio. €. Unsere Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen gingen unter anderem durch das niedrigere Geschäftsvolumen
von 406,8 Mio. € auf 356,3 Mio. € zurück. Die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten
sich um 12,3 % auf 203,4 Mio. €. Hintergrund sind die geringeren Verbindlichkeiten
gegenüber Personal aufgrund der im ersten Quartal ausgezahlten variablen Vergütungsbestandteile.
Die Vertragsverbindlichkeiten stiegen vor allem akquisitionsbedingt um 15,9 % auf
122,1 Mio. € an. Das Eigenkapital stieg zum 30. Juni 2020 von 1.014,8 Mio. € auf 1.045,2 Mio. €. Unsere
Eigenkapitalquote erhöhte sich leicht von 42,4 % am Jahresende 2019 auf 42,7 % zum
Stichtag. Die annualisierte Rendite auf das Eigenkapital ist von 17,1 % zum 30. Juni 2019 auf
nun 16,1 % gesunken. Der Anlagendeckungsgrad ging auf hohem Niveau von 119,9 % auf 111,4 % zurück. Die
Nettoverschuldung des Konzerns beträgt 219,5 Mio. € zum Stichtag nach 115,5 Mio. €
zum 31. Dezember 2019. Der Verschuldungsgrad liegt mit 134,3 % leicht unter dem Niveau
zum Ende des Geschäftsjahres 2019 mit 136,0 %. BILANZKENNZAHLEN DES BECHTLE KONZERNSscroll
ENTWICKLUNG DES CASHFLOWS Die von Januar bis Juni 2020 aus der laufenden Geschäftstätigkeit erwirtschafteten
Nettozahlungsmittel erhöhten sich nach -14,5 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 39,3
Mio. €. Der Mittelabfluss aus dem Aufbau der Vorräte erhöhte sich um 25,9 Mio. € auf
105,2 Mio. € (Vorjahr: 79,3 Mio. €). Auch der Mittelabfluss für die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich und lag bei 52,1 Mio. € nach 25,8 Mio.
€ im Vorjahr. Positiv ausgewirkt hat sich die Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen. Nach einem Mittelabfluss von 10,6 Mio. € im Vorjahr konnten wir zum
30. Juni 2020 einen Mittelzufluss von 98,4 Mio. € verbuchen. Auch im zweiten Quartal
entwickelte sich der operative Cashflow positiv und lag bei 16,6 Mio. € (Vorjahr:
7,6 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag nach -52,3 Mio. € im Vorjahr bei -111,7
Mio. €. Grund dafür sind vor allem die Auszahlungen für Akquisitionen sowie Auszahlungen
für den Erwerb von Geld - und Wertpapieranlagen. Der Cashflow aus Finanztätigkeit beträgt -3,6 Mio. €, nach -60,8 Mio. € im Vorjahreszeitraum.
Grund für den Rückgang ist die Neuaufnahme von Finanzverbindlichkeiten. Der Free Cashflow hat sich von Januar bis Juni 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
verbessert. Er liegt bei -32,8 Mio. €, nach -72,7 Mio. € im Vorjahr. MITARBEITER
Der Bechtle Konzern beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2020 insgesamt 11.955 Mitarbeiter,
davon 654 Auszubildende. Im Vergleich zum 30. Juni 2019 hat sich die Zahl der Beschäftigten
damit um 1.040 Personen erhöht, ein Plus von 9,5 %. Der Anstieg der Mitarbeiterzahlen
ist sowohl auf Akquisi-tionen als auch auf Neueinstellungen zurückzuführen. Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services stieg die Mitarbeiterzahl gegenüber dem
Vorjahr um 11,1 %. Mit einem Plus von 23,0 % war der Mitarbeiterzuwachs im Ausland
stärker als im Inland. Hier wirken sich die in den vergangenen Monaten getätigten
Akquisitionen spürbar aus. Das Segment IT-E-Commerce verzeichnete einen Zuwachs der
Belegschaft um 4,0 %, wobei die ausländischen Gesellschaften etwas stärker wuchsen
als die inländischen Gesellschaften. Mit insgesamt 3.168 Personen arbeitete zum 30. Juni 2020 über ein Viertel der Belegschaft
im Ausland. Von Januar bis Juni 2020 belief sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter
im Konzern auf 11.825. Das sind 1.289 Beschäftigte mehr als im Vorjahreszeitraum,
ein Zuwachs um 12,2 %. Der Personal- und Sozialaufwand lag im Zeitraum Januar bis Juni 2020 mit 401,4 Mio.
€ um 15,1 % über dem Vorjahreszeitraum (348,7 Mio. €). Die Aufwandsquote stieg von
13,9 % auf 15,1 %. Hintergrund sind zahlreiche im Vorjahr durchgeführte Qualifizierungsmaßnahmen
unserer Mitarbeiter. Der Personal- und Sozialaufwand je Mitarbeiter betrug im ersten
Halbjahr bei durchschnittlich 10.886 (Vorjahr: 9.699) Voll- und Teilzeitarbeitskräften
36,9 Tsd. €, nach 36,0 Tsd. € im Vorjahr. Auch bei Bechtle wurde mit dem Beginn der coronabedingten Kontaktbeschränkungen Mitte
März verstärkt von zu Hause aus gearbeitet. Die Umstellung verlief reibungslos, zeitweise
arbeiteten rund 90 % der Kolleginnen und Kollegen zu Hause. Seit Anfang Mai begann
die kontrollierte Rückkehr ins Büro unter Einhaltung aller Hygienevorschriften. In einigen wenigen Bereichen beziehungsweise Gesellschaften mussten wir im zweiten
Quartal zum Instrument der Kurzarbeit greifen. Es waren aber immer unter 10 % der
Bechtle Mitarbeiter, die von Kurzarbeit betroffen waren. Die meisten sind mittlerweile
auch wieder aus der Kurzarbeit zurück. Bechtle stockte zudem das Kurzarbeitergeld
freiwillig auf 90 % des Gehalts auf, um seine Mitarbeiter vor größeren finanziellen
Einbußen zu bewahren. Die COVID-19-Pandemie hatte auch Auswirkungen auf unsere Personalarbeit. Im Januar
und Februar fanden in der Konzernzentrale noch Recruitingevents wie Schulbesuche und
Infotage statt. Als im März sämtliche Präsenzveranstaltungen konzernweit abgesagt
wurden, startete Bechtle eine an Absolventen und Berufseinsteiger gerichtete virtuelle
Meet-up Reihe mit verschiedenen Themen, um die Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten
im Unternehmen aufzuzeigen. Auch der Girls' Day fand dieses Jahr virtuell statt. Außerdem
nahm Bechtle an der virtuellen Messe der DHBW Mosbach und Heilbronn teil. Die Bewerberzahlen gingen zum Beginn der Pandemie zunächst stark zurück, stiegen
zuletzt aber wieder kräftig an. Im Juni bewarben sich rund 2.900 Interessierte bei
der Bechtle AG, so viele wie nie zuvor in einem Monat. Bereits das sechste Jahr in
Folge wurde Bechtle in der IT-Branche mit dem "Best Recruiter" Siegel ausgezeichnet.
Es wird an Unternehmen mit einer außergewöhnlichen Performance im Bereich der Mitarbeitergewinnung
verliehen. Mit einem vielfältigen Angebot an Seminaren, Webinaren und E-Learning-Kursen investiert
Bechtle regelmäßig in die Weiterbildung aller Mitarbeiter. Die Themen reichen von
Präsentationsmethoden über Projektmanagement bis hin zu Produktschulungen. An der
Bechtle Akademie fanden im Januar und Februar des laufenden Geschäftsjahres 163 Veranstaltungen
mit insgesamt 2.271 Teilnehmern statt. Ab März wurden die Präsenzseminare soweit möglich
auf virtuelle Webinare umgestellt. E-Learning Kurse haben sich während der COVID-19-Pandemie
besonders bewährt. Im ersten Halbjahr 2020 wurde dieses Angebot der internen Fortbildung
22.422 mal genutzt. Das regelmäßig stattfindende Traineeprogramm speziell für Absolventen
und Quereinsteiger schlossen 20 Teilnehmer erfolgreich ab, 14 neue Trainees starteten
im ersten Halbjahr 2020. Das Junior Management Programm und das General Management Programm beendeten im ersten
Halbjahr 2020 je 18 Teilnehmer. Beide Programme haben unter anderem zum Ziel, Führungskompetenzen
zu vermitteln und auszubauen und damit sicherzustellen, auch in Zukunft strategisch
wichtige Führungspositionen aus den eigenen Reihen besetzen zu können. Sowohl das
Junior Management Programm als auch das General Management Programm sind Bestandteil
der neuen Führungsleitlinien der Bechtle AG, die bei der diesjährigen Strategietagung
im Februar vorgestellt wurden. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Als reines Dienstleistungs- und Handelsunternehmen betreibt Bechtle keine eigene
Forschung. Entwicklungsleistungen für Softwarelösungen und Applikationen werden jedoch
sowohl zu eigenen Zwecken als auch im Rahmen von individuellen Kundenprojekten erbracht.
Ebenso wird Software zur Abdeckung von speziellen Branchenanforderungen entwickelt
und modular angeboten. Im Geschäftsbereich Software und Anwendungslösungen ist es
Teil des Angebots, zum Beispiel bei SharePoint-oder ERP-Projekten, Software im Kundenauftrag
zu konzipieren, zu entwickeln und zu implementieren. Der Umfang der Entwicklungsleistungen
war im Berichtszeitraum in Relation zum Umsatz der gesamten Gruppe unwesentlich. CHANCEN UND RISIKEN Strategie und Unternehmensführung des Bechtle Konzerns sind langfristig angelegt,
sodass die Chancen und Risiken für die kommenden Monate grundsätzlich identisch mit
den im Geschäftsbericht 2019 veröffentlichten Angaben sind. Allerdings wirken sich
die im ersten Quartal 2020 ausgebrochene COVID-19-Pandemie und ihre weltweiten gesamtwirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Folgen auch im Geschäft der Bechtle AG aus. Aus diesem Grund
konkretisieren wir die im Geschäftsbericht 2019 veröffentlichten Angaben zu Chancen
und Risiken wie folgt: Als Marktteilnehmer im IT-Markt unterliegt Bechtle der Branchenkonjunktur sowie der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Das Risiko einer konjunkturellen Eintrübung hat
sich durch die COVID-19-Pandemie tatsächlich konkret materialisiert. Die gesamtwirtschaftlichen
Wachstumsprognosen sind weltweit und in Europa eingebrochen. Es hat sich aber auch
gezeigt, dass die Schadenshöhe durch den Eintritt dieses gesamtwirtschaftlichen Risikos
bei der Bechtle AG - soweit man überhaupt von Schaden sprechen kann - limitiert ist.
Sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis konnte Bechtle im ersten Halbjahr 2020 positive
Wachstumsraten erzielen und zeigt damit keine größeren krisenbedingt negativen Effekte.
Die gesamtwirtschaftlichen Prognosen für das zweite Halbjahr 2020 und für 2021 sind
wieder positiv, sodass das Risiko im weiteren Verlauf eher noch weniger Auswirkungen
haben sollte. Als neues Risiko ist nun allerdings das einer sogenannten zweiten Welle
von COVID-19 hinzugekommen. Sollte ein solches Risiko eintreten - mit allen Folgeerscheinungen
wie einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lockdown - dann müsste davon ausgegangen
werden, dass die Schadenshöhe auch bei Bechtle spürbarer wäre als bislang. Infolge der COVID-19-Pandemie hat sich auch die Betrachtung der Chancen der Bechtle
AG leicht geändert. Die Situation der Pandemie führte vor allem zum Ende des ersten
Quartals zu einer erhöhten Nachfrage an Home-Office-Equipment, was zu einem Umsatzwachstum
in diesem Bereich führte. In der Folge ist auch die Nachfrage nach Dienstleistungen
rund um die Optimierung der neu gewachsenen Strukturen gestiegen. Bechtle konnte aufgrund
seines breiten Portfolios, aber auch aufgrund der gerade in Krisenzeiten sehr gefragten
finanziellen Solidität neue Kunden gewinnen sowie das Geschäft mit Bestandskunden
ausbauen und so die Positionierung als verlässlicher Partner seiner Kunden weiter
festigen. Durch die Notwendigkeit, Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen,
hat sich auch der Trend zur Digitalisierung und die Wahrnehmung der IT und ihrer Relevanz
erhöht. Gerade in diesen Krisenzeiten wurde deutlich, wie wichtig es ist, einen verlässlichen
IT-Partner mit breitem Portfolio zu haben. Aus dieser Situation ergeben sich Chancen
für Bechtle, mittel- bis langfristig Umsatzwachstum zu generieren und den Marktanteil
sowie die Kundenbindung weiter auszubauen. AKTIE
Die COVID-19-Pandemie bescherte dem Kapitalmarkt ein selten schwieriges erstes Halbjahr
2020. Bis Mitte Februar verzeichneten die deutschen Leitindizes steigende Werte und
erreichten sogar neue Höchststände. Mit Ausweitung der Pandemie und den damit verbundenen
weltweiten Lock-downs folgte ein dramatischer Rückgang. Der DAX brach innerhalb eines
Monats um fast 40 % ein und auch MDAX und TecDAX mussten ähnlich starke Verluste hinnehmen.
Mit der Aufhebung vieler Lockdown-Maßnahmen und den von den Regierungen beschlossenen
staatlichen Hilfsmaßnahmen erholten sich die Kurse bis zum Ende des ersten Halbjahres
jedoch erstaunlich schnell. Der DAX schloss am 30. Juni 2020 mit einem Minus von 7,1
%o, der MDAX verlor 8,7 %. Besonders gefragt waren bei den Anlegern Tech-Aktien. So
büßte der TecDAX im ersten Halbjahr letztendlich nur 2,0 % ein. Auch die Bechtle Aktie erlebte ein turbulentes erstes Halbjahr 2020. Der Kurs kletterte
zunächst kontinuierlich und erreichte im Februar immer wieder neue Höchstwerte. Die
Marktkapitalisierung von Bechtle überschritt am 5. Februar 2020 erstmals die Schwelle
von 6 Mrd. €. Mit der Ausbreitung der Corona-Krise verlief dann parallel zum globalen
Aktienmarkt der Kursrutsch unserer Papiere auf den Tiefststand bei 85,05 € am 18.
März. Nach Erreichen der Talsohle erfolgte ein ebenso rasanter Kursanstieg, der sogar
zu neuen Höchstwerten bei rund 135 € führte. Mit Veröffentlichung der Geschäftszahlen
zum ersten Quartal Mitte Mai stieg der Kurs weiter und pendelte sich in den letzten
Wochen des zweiten Quartals zwischen 148 und 158 € ein. Ein neues Allzeithoch erreichte
die Bechtle Aktie am 29. Mai bei 158,50 €. Mit einem Schlusskurs von 157,00 € am 30.
Juni verzeichnete die Bechtle Aktie im bisherigen Jahresverlauf ein starkes Plus von
25,4 % und liegt damit deutlich vor den Auswahlindizes. Im ersten Halbjahr 2020 wurden börsentäglich im Schnitt 156.811 Aktien gehandelt.
Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 115.453 Aktien. Der Tagesumsatz lag mit durchschnittlich
20.172.898 € doppelt so hoch wie im Vorjahr. Im Juni-Ranking der Deutschen Börse rückte
Bechtle beim Börsenumsatz im MDAX auf Platz 66 vor (Vorjahr: Platz 78), im TecDAX
auf Platz 15 (Vorjahr: Platz 19). Durch die positive Kursentwicklung erhöhte sich
auch die Marktkapitalisierung deutlich; sie lag zum 30. Juni bei 6.594,0 Mio. €. Im
Börsenranking belegte das Unternehmen damit im MDAX Platz 48 (Vorjahr: Platz 63),
im TecDAX Platz 8 (Vorjahr: Platz 11). HANDELSDATEN DER BECHTLE AKTIEscroll
Kursdaten Xetra
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Stand: 30. Juni Die jährliche Hauptversammlung der Bechtle AG konnte aufgrund der COVID-19-Pandemie
dieses Jahr erstmals nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden. Stattdessen nutzte
Bechtle die durch das COVID-19-Gesetz geschaffene Möglichkeit einer virtuellen Hauptversammlung.
Diese fand am 27. Mai 2020 am Firmensitz der Bechtle AG in Neckarsulm statt. Die Aktionäre
oder deren Bevollmächtigte konnten die Hauptversammlung über ein Online-Portal live
verfolgen und dort auch ihre Aktionärsrechte ausüben. Die Veranstaltung stieß auf
reges Interesse. In der Spitze zählten wir 350 Teilnehmer. Rund 79 % des Grundkapitals
haben sich an der Abstimmung im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung beteiligt.
Das ist etwa der gleiche Wert wie bei einer Präsenz-Hauptversammlung. Alle Tagesordnungspunkte
wurden mit großer Mehrheit beschlossen. Die Hauptversammlung stimmte unter anderem der von Vorstand und Aufsichtsrat der
Bechtle AG für das Geschäftsjahr 2019 vorgeschlagenen Dividende von 1,20 € pro Aktie
zu. Im Vorjahr schüttete die Bechtle AG eine Dividende von 1,00 € aus. Die Auszahlung
pro Anteilsschein erhöhte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 20 Eurocent. Auf
Basis der Dividendenzahlung von 50,4 Mio. € wurden 29,6 % des Konzernergebnisses nach
Steuern an die Aktionäre ausgeschüttet. Es ist die insgesamt 14. Erhöhung der Regeldividende
und die zehnte in Folge. Damit setzt sich die seit dem Börsengang im Jahr 2000 auf
Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der Bechtle AG auch
in diesem Jahr fort. Bezogen auf den Halbjahresschlusskurs liegt die Dividendenrendite
bei 0,8 %. DIVIDENDEscroll
PROGNOSE
GESAMTWIRTSCHAFT ec.europa.eu Die wirtschaftliche Entwicklung in der EU wird laut der aktuellen Prognose der Europäischen
Kommission vom 30. Juni 2020 in den nächsten Monaten wieder deutlich positiver sein
als im ersten Halbjahr. Das Wachstum soll im dritten Quartal bei +8,2 % und im vierten
Quartal bei +3,2 % liegen. Bei den EU-Ländern mit Bechtle Präsenz liegen die Wachstumserwartungen
für das dritte Quartal innerhalb einer Spanne von -1,5 % in Irland bis +14,7 % in
Frankreich und im vierten Quartal von +2,1 % in Polen bis +5,2 % in Italien. Für das
Gesamtjahr 2020 wird EU-weit ein BIP von -8,3 % erwartet. Im kommenden Jahr soll das
BIP in der EU mit +5,8 % dann aber wieder stark zulegen. Auch in Deutschland soll sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr wieder
erholen. Nach einem nicht ganz so starken Einbruch im zweiten Quartal ist allerdings
auch der Aufwärtstrend weniger ausgeprägt als in der EU. Im dritten Quartal soll das
BIP um +4,5 % zulegen und im vierten Quartal um +3,2 %, so die Europäische Kommission.
Für das Gesamtjahr 2020 soll das BIP bei -6,3 % liegen, 2021 dann aber wieder bei
+5,3 %. BRANCHE eito.com Der deutsche IT-Markt soll laut aktuellen Zahlen des Marktforschungsinstituts EITO
2020 um -4,0 % zurückgehen. Den geringsten Rückgang mit -1,0 % sieht EITO bei Hardwareumsätzen.
Gestützt wird dieses Segment von einer hohen Nachfrage nach mobilen Endgeräten. Dienstleistungsumsätze
sollen um -5,4 % zurückgehen und Software um -4,0 %. 2021 soll das Wachstum des IT-Markts
mit +2,3 % wieder positiv sein. In Frankreich soll die Entwicklung des IT-Markts 2020 bei -5,1 % liegen. Hardwareumsätze
werden bei -4,1 % gesehen, wobei auch hier das Segment von einer erhöhten Nachfrage
nach mobilen Endgeräten im Businessumfeld profitiert. 2021 soll das Wachstum im IT-Markt
bei +0,9 % liegen, Umsätze mit Hardware sollen aber überproportional um +8,8 % steigen.
EU-weit soll der Rückgang im IT-Markt 2020 bei -4,5 % liegen. Dabei werden die Hardwareumsätze
bei -3,3 %, Services bei -5,5 % und Software bei -3,4 % gesehen. Für das Jahr 2021
wird für die EU ein Wachstum des IT-Markts von +1,3 % prognostiziert, auch hier mit
Hardware als Wachstumstreiber. ENTWICKLUNG DES BECHTLE KONZERNS Das erste Halbjahr 2020 stand weltweit unter den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie.
Gleichwohl zeigte sich die Bechtle AG davon relativ unbeeindruckt und konnte bei Umsatz
und Ergebnis deutlich wachsen. Insgesamt liegen wir bezüglich dieser beiden Kennzahlen
damit im Zielkorridor unserer Erwartungen für das Gesamtjahr 2020. Derzeit bestehen
allerdings noch zahlreiche und gewichtige gesamtwirtschaftliche Risikofaktoren, insbesondere
das Risiko einer so genannten zweiten Welle. Auch ist nach wie vor der wachstumshemmende
Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Gesamtwirtschaft spürbar. Vorausgesetzt, das
Risiko einer zweiten Welle konkretisiert sich nicht, gehen wir gleichwohl davon aus,
dass sich Bechtle auch im zweiten Halbjahr positiv entwickeln wird. Die Nachfrage
nach IT-Infrastruktur und IT-Dienstleistungen ist auch in Zeiten von Corona gut und
die Investitionsneigung nach wie vor relativ hoch. Die Wachstumsdynamik sollte nach
unserer Einschätzung auch im zweiten Halbjahr bei über 5 % liegen. Daher bestätigen wir unsere im März 2020 veröffentlichte Prognose, Umsatz und Ergebnis
2020 deutlich - also zwischen 5 % und 10 % - zu steigern und die EBT-Marge mindestens
auf Vorjahresniveau zu halten. Darüber hinaus gibt es keine Änderungen oder Konkretisierungen zur Prognose für das
Geschäftsjahr 2020, wie wir sie im Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht haben. Neckarsulm, 12. August 2020 Bechtle AG Der Vorstand KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG in Tsd. € scroll
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG in Tsd.€ scroll
KONZERN-BILANZAKTIVA in Tsd. € scroll
PASSIVA in Tsd. € scroll
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG in Tsd. € scroll
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG in Tsd. € scroll
KONZERN-ANHANGI. ALLGEMEINE ANGABEN Die Bechtle AG, Bechtle Platz 1, 74172 Neckarsulm, stellt als börsennotiertes Unternehmen
gemäß § 315 e HGB den Konzernabschluss auf Basis der vom International Accounting
Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards
(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, auf. Entsprechend wurde auch der vorliegende
Zwischenbericht zum 30. Juni 2020 gemäß IFRS aufgestellt. Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung im vorliegenden Zwischenbericht
zum 30. Juni 2020 ein gegenüber dem Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende deutlich
verkürzter Berichtsum-fang gewählt. Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt im Jahresverlauf dem Einfluss bestimmter saisonaler
Schwankungen. In der Vergangenheit waren die Umsatz- und Ergebnisbeiträge im ersten
Quartal tendenziell am niedrigsten und im vierten Quartal tendenziell am höchsten,
geprägt durch ein traditionell besonders starkes Jahresendgeschäft. Daher können die
Zwischenergebnisse nur eingeschränkt als Indikator für die Ergebnisse des gesamten
Geschäftsjahres herangezogen werden. II. BILANZIERUNGS-, BEWERTUNGSUND KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE efrag.org Für bereits bestehende und unveränderte IFRS stimmen die in der Erstellung des verkürzten
KonzernZwischenabschlusses angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsgrundsätze
mit denjenigen überein, die in der Erstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr
2019 angewandt wurden. Im ersten Halbjahr 2020 wurden keine weiteren Standards durch
die EU übernommen. Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss sollte zusammen mit dem
Konzernabschluss des Bechtle Konzerns für das Geschäftsjahr 2019 gelesen werden. Die Ermittlung des Steueraufwands erfolgt gemäß IAS 34 in der Zwischenberichtsperiode
auf Basis des effektiven Steuersatzes, der für das gesamte Geschäftsjahr erwartet
wird. Steuern, die sich auf außergewöhnliche Sachverhalte beziehen, werden in dem
Quartal berücksichtigt, in dem der zugrunde liegende Sachverhalt eintritt. Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie unterliegen
Schätzungen und Ermessensentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit. Die sich tatsächlich
einstellenden Beträge können von den Schätzungen und Ermessensentscheidungen abweichen.
Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden verfügbare
Informationen über die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigt.
Diese Informationen wurden bei der Untersuchung der Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte,
insbesondere der Forderungen, einbezogen. Die Bilanzansätze der Geschäfts- und Firmenwerte sowie die in den sonstigen immateriellen
Vermögenswerten ausgewiesenen Marken werden mit Ausnahme von Inmac WStore jährlich
anhand von Impairments-Tests auf Basis der Nutzungswerte auf Werthaltigkeit geprüft.
Aufgrund der getroffenen Annahmen und Sensitivitätsanalysen zum 31. Dezember 2019,
sowie der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2020, ergeben sich keine Anzeichen
für einen Wertminderungsbedarf. Der nächste jährliche durchzuführende Impairment-Test
gemäß IAS 36 wird auf Basis der zum 30. September 2020 vorliegenden Informationen
durchgeführt. III. KONSOLIDIERUNGSKREIS Der Konsolidierungskreis umfasst die Bechtle AG, Neckarsulm, und alle ihre beherrschten
Tochtergesellschaften. Die Bechtle AG hält unverändert zum Vorjahr an sämtlichen konsolidierten
Gesellschaften - mit Ausnahme der Codalis SA - unmittelbar oder mittelbar jeweils
alle Anteile und Stimmrechte. Nachfolgend genannte Unternehmen wurden im Berichtszeitraum erstmals in den Konsolidierungskreis
einbezogen: scroll
IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNGAUFWANDSGLIEDERUNG in Tsd. € scroll
Die Abschreibungen sind überwiegend akquisitionsbedingt sowie aufgrund von im Vorjahr
in Anspruch genommenen Erleichterungen im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16 angestiegen.
Im Zuge der Erstanwendung von IFRS 16 wurde insbesondere bei geleasten Fahrzeugen,
deren Restlaufzeit kleiner ein Jahr betrug, auf die Bilanzierung verzichtet und die
damit verbundenen Leasingzahlungen weiterhin als Aufwand erfasst. Der Anstieg im Materialaufwand
gegenüber dem Vorjahreszeitraum resultiert im Wesentlichen aus dem höheren Geschäftsvolumen.
Der Personal- und Sozialaufwand erhöhte sich aufgrund der gestiegenen Anzahl an Mitarbeitern.
Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen existieren gegenläufige Effekte.
Einerseits sind die Kfz- und Reisekosten aufgrund der COVID-19-Pandemie gesunken;
andererseits sind die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bildung einer Risikovorsorge
für Forderungen gestiegen. Aufgrund der verschlechterten volkswirtschaftlichen Prognosen
im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie wurde im ersten Halbjahr 2020 die Risikovorsorge
bei Forderungen um 7.856 Tsd. € erhöht. Im Materialaufwand ist netto ein Aufwand aus Wechselkursschwankungen von 266 Tsd.
€ enthalten (Vorjahr: netto 89 Tsd. €). SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten vor allem Marketingzuschüsse und sonstige
Vergütungen von Lieferanten in Höhe von 6.337 Tsd. € (Vorjahr: 9.274 Tsd. €). Der
Rückgang begründet sich im Wesentlichen durch einen Sondereffekt in Höhe von 4.350
Tsd. € im Vorjahr. FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGEN Die Finanzerträge enthalten Erträge aus täglich verfügbaren Einlagen, aus Geldanlagen
und finanziellen Forderungen. Die Finanzaufwendungen enthalten überwiegend Zinsaufwendungen der Finanzverbindlichkeiten. ERGEBNIS JE AKTIE Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung des den Aktionären der Bechtle AG zustehenden
Ergebnisses nach Steuern je Aktie: scroll
Das Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem Ergebnis nach Steuern (den Aktionären
der Bechtle AG zustehend) und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt im Umlauf befindlichen
Aktien ermittelt. Eigene Aktien würden die Anzahl ausstehender Aktien entsprechend
verringern. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist identisch mit dem verwässerten
Ergebnis je Aktie. SONSTIGES ERGEBNIS Das sonstige Ergebnis ist wesentlich durch die EUR/CHF-Wechselkursentwicklung geprägt.
Im ersten Halbjahr 2020 hat der Schweizer Franken gegenüber dem EUR wie bereits im
Vorjahreszeitraum erneut an Wert gewonnen. Die genaue Zusammensetzung des erfolgsneutral zu erfassenden sonstigen Ergebnisses
hinsichtlich seiner Veränderung und seines kumulierten Stands ist in Gliederungspunkt
V. "Erläuterungen zur Bilanz und zur Eigenkapitalveränderungsrechnung" dargestellt. V. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGVERMÖGENSWERTE Die Geschäfts- und Firmenwerte sowie die sonstigen immateriellen Vermögenswerte erhöhten
sich durch die im ersten Halbjahr getätigten Akquisitionen. Der Rückgang liquider
Mittel begründet sich vor allem durch die im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 erhöhte
Dividendenausschüttung sowie durch den Anstieg der Vorräte aufgrund des weiter gestiegenen
Geschäftsvolumens. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind zum 30. Juni
2020 Vertragsvermögenswerte mit einem Betrag von 37.067 Tsd. € enthalten (31. Dezember
2019: 34.622 Tsd. €). EIGENKAPITALGezeichnetes Kapital Das Grundkapital der Gesellschaft ist zum 30. Juni 2020 unverändert gegenüber dem
31. Dezember 2019 in 42.000.000 voll eingezahlte, ausgegebene Stammaktien mit einem
rechnerischen Nennwert von 1,00 € eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Gewinnrücklagen In der Hauptversammlung am 27. Mai 2020 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr
2019 eine Dividende in Höhe von 1,20 € je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten.
Die Dividendenauszahlung erfolgte am 2. Juni 2020. Dividendenausschüttung Das erfolgsneutral zu erfassende sonstige Ergebnis setzt sich hinsichtlich seines
kumulierten Stands zum Bilanzstichtag und seiner Veränderung im Berichtszeitraum wie
folgt zusammen: in Tsd. € scroll
in Tsd. € scroll
SCHULDEN Für weitere Details der Darlehen siehe Geschäftsbericht 2019, S.172 Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist im Wesentlichen
auf die üblichen saisonalen Schwankungen im Jahresverlauf mit einem umsatzstarken
Schlussquartal zurückzuführen. Der Anstieg in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten
ist akquisitionsbedingt. VI. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Erhöhung des Cashflows aus betrieblicher
Tätigkeit im Wesentlichen durch den starken Abbau der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen begründet. Gegenläufig wirkten der Anstieg der Vorräte, der Abbau der
Verbindlichkeiten sowie die Veränderung im übrigen Nettovermögen. Im Bereich der Investitionstätigkeit sind insbesondere höhere Auszahlungen für Akquisitionen
sowie für Festgeldanlagen im Berichtszeitraum zu verzeichnen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird zum einen wesentlich durch die im Berichtszeitraum
vorgenommene Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten zur Akquisitionsfinanzierung bestimmt.
Zum anderen führte die ausgeschüttete Dividende für das Geschäftsjahr 2019 von 50.400
Tsd. € zu einem Abfluss von liquiden Mitteln. Die Dividendensumme für das Geschäftsjahr
2018, die im Vorjahr ausgezahlt wurde, betrug 42.000 Tsd. €. VII. LEASINGVERHÄLTNISSE In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Abschlussstichtag Leasingforderungen
in Höhe von 59.965 Tsd. € (31. Dezember 2019: 56.795 Tsd. €) enthalten. Die nicht
diskontierten, jährlich fälligen Leasingzahlungen stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € scroll
Der Zinsanteil der Leasingzahlung entspricht dem noch nicht realisierten Finanzertrag. Des Weiteren wurden Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 38.367 Tsd. € (31. Dezember
2019: 36.147 Tsd. €) unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie 102.629
Tsd. € (31. Dezember 2019: 87.270 Tsd. €) unter den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten
passiviert. VIII. BEIZULEGENDER ZEITWERT VON FINANZINSTRUMENTEN Finanzielle Vermögenswerte und Schulden (Finanzinstrumente) werden nach IFRS 7 in
Klassen zusammengefasst. Die Zuordnung der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen
Finanzinstrumente ist im vorliegenden Zwischenbericht analog zu der Zuordnung im Geschäftsbericht
2019. Nach IFRS 13 werden die Bewertungstechniken, abhängig von den wesentlichen Parametern,
auf denen die Bewertung basiert, in folgende drei Stufen eingeteilt: Stufe 1: Bewertung mit auf aktiven Märkten notierten (nicht berichtigten) Preisen
für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Stufe 2: Bewertung für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit erfolgt entweder
unmittelbar oder mittelbar auf Basis beobachtbarer Inputdaten, die keinen notierten
Preis nach Stufe 1 darstellen Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen mit nicht am Markt beobachtbaren Inputparametern Nachfolgende Tabelle stellt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente
für die Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 sowie deren Bewertungsstufe nach
IFRS 13 und Bewertungskategorie nach IFRS 9 dar. in Tsd. € scroll
Verwendete Abkürzungen für Bewertungskategorien des IFRS 9: scroll
Während der Berichtsperiode gab es keine Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden
Zeitwert der Stufe 1 und Stufe 2 und keine Umbuchungen in oder aus Bewertungen zum
beizulegenden Zeitwert der Stufe 3. Die Verbindlichkeiten aus Akquisitionen sind bedingte, nachträgliche Kaufpreiszahlungen
(Earn-outs) für erfolgte Akquisitionen. An der Berechnungsmethodik und den Sensitivitäten
erfolgten während des Berichtszeitraums keine wesentlichen Änderungen. Die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Akquisitionen stellt sich wie folgt dar: in Tsd. € scroll
scroll
Die im Finanzergebnis als Aufwand erfassten 220 Tsd. € entfallen in voller Höhe auf
die zum 30. Juni 2020 bilanzierten, in der Zukunft fälligen Zahlungen. IX. SEGMENTINFORMATIONEN Für die Aufstellung der Segmentinformationen gelten dieselben Grundsätze wie im Konzernabschluss
zum Geschäftsjahr 2019. in Tsd. € scroll
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inkl. nicht zahlungswirksamem passivem Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung Im Segment IT-E-Commerce werden die Handelsumsätze zeitpunktbezogen realisiert, da
die Erfüllung der Leistungsverpflichtung von Bechtle durch Übertragung der Ware an
den Kunden erfolgt. Die Handelsumsätze des Geschäftssegments IT-Systemhaus & Managed
Services werden ebenfalls zeitpunktbezogen realisiert, wenn es sich hierbei um Warenlieferungen
handelt. Des Weiteren können Kombinationen aus Warenlieferung und Dienstleistung erbracht
werden, die im Wesentlichen mittels Kundenabnahme realisiert werden. Lediglich bei
IT-Dienstleistungsumsätzen kann eine zeitraumbezogene Realisierung vorliegen. Der
Umsatzanteil der reinen Dienstleistungsumsätze liegt bei 24 bis 30 % in diesem Segment. in Tsd. € scroll
Die Gesamtsegmentvermögenswerte sind nicht Bestandteil des internen Reportings, sodass
auf diese Anhangangabe gemäß IAS 34.16A(g/iv) im Zwischenbericht verzichtet wird. X. AKQUISITIONEN UND KAUFPREISALLOKATIONEN Im ersten Halbjahr 2020 hat Bechtle jeweils 100 % der Anteile an der Wide Technology
Partners AG sowie an der DPS Software GmbH mit ihren Tochtergesellschaften erworben.
Des Weiteren wurden die B2B-Aktivitäten der Ivizi B.V. en Ivizi XL B.V. im Rahmen
eines Asset Deals gekauft. Die erforderlichen Angaben über die Transaktionen werden
für die DPS Software GmbH einzeln, für die Wide Technology Partners AG und die Ivizi
B.V. en Ivizi XL B.V. zusammengefasst dargestellt, da die Auswirkungen der beiden
letztgenannten Akquisitionen in Summe betrachtet keinen wesentlichen Einfluss auf
Umsatzerlöse und Ergebnis nach Steuern haben. Die Bilanzierung aller Unternehmenskäufe erfolgte unter Anwendung der Erwerbsmethode
und ist noch als vorläufig hinsichtlich Identifizierung und Bewertung von neu identifizierten
Vermögenswerten zu werten. Mit Erwerbszeitpunkt 1. Januar 2020 wurden sämtliche Geschäftsanteile an der Wide
Technology Partners AG in Baar, Schweiz, erworben. Im Zuge des Asset Deals mit der
Ivizi B.V. en Ivizi XL B.V. in Maastricht, Niederlande, sind zum 1. Januar 2020 Mitarbeiter
und Vermögenswerte an Bechtle übergegangen. Des Weiteren hat Bechtle mit Erwerbszeitpunkt
1. April 2020 die DPS Software GmbH in Leinfelden-Echterdingen, Deutschland und die
dazugehörigen Tochterunternehmen DPS Software GmbH in Wien, Österreich, sowie DPS
Software AG in Widnau, Schweiz, erworben. Die vorläufige Kaufpreisallokation und bilanzielle Darstellung der Zeitwerte der
Vermögenswerte und Schulden zum jeweiligen Erstkonsolidierungszeitpunkt zeigt folgende
Tabelle: in Tsd. € scroll
Neben den bereits von den erworbenen Unternehmen angesetzten Vermögenswerten und
Schulden, deren Buchwerte ihren beizulegenden Zeitwerten entsprachen, wurden dabei
Kundenbeziehungen in Höhe von 9.776 Tsd. € neu als identifizierbare Vermögenswerte
angesetzt und zu ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Im Zuge der Aktivierung der Kundenbeziehungen wurden passive latente Steuern (2.864
Tsd. €) gebildet. Aus der Kapitalkonsolidierung resultierte unter Berücksichtigung des gesamten erworbenen
Nettovermögens in Höhe von 9.464 Tsd. € in Summe ein vorläufiger Unterschiedsbetrag
in Höhe von 43.972 Tsd. €, der als Geschäfts- und Firmenwert ausgewiesen wird. Dieser
Geschäfts- und Firmenwert wird steuerlich nicht anerkannt. Der Geschäfts- und Firmenwert
basiert im Wesentlichen auf Synergien im Bereich Umsatz, die aus der Erweiterung des
Portfolios und sich eröffnender Potenziale im Bereich von Managed-Service-Verträgen
resultieren. Die Anschaffungskosten der im ersten Halbjahr 2020 erworbenen Gesellschaften (53.436
Tsd. €) führten unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden Mittel zu einem Abfluss
von liquiden Mitteln in Höhe von 49.784 Tsd. €. Der Unternehmenskaufvertrag über den
Erwerb der Wide Technology Partners AG enthält zwei vom zukünftigen Geschäftsverlauf
des erworbenen Unternehmens abhängige bedingte Kaufpreiszahlungen. Diese Zahlungen
knüpfen an bestimmte Zielvereinbarungen in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 an und
betragen insgesamt bis zu 400 Tsd. CHF, was zum Erwerbszeitpunkt eine in Euro ausgedrückte
Verpflichtung von insgesamt 368 Tsd. € darstellt. Unter Berücksichtigung der validierten
Geschäftsplanung betrug der zum Erwerbszeitpunkt geltende beizulegende Zeitwert dieser
bedingten Kaufpreiszahlung 353 Tsd. €. Bei den übernommenen Forderungen sind keine wesentlichen Beträge an Wertberichtigungen
zu berücksichtigen. Mit dem Erwerb der Wide Technology Partners AG baut Bechtle Kompetenzen im Bereich
Managed Services rund um Cisco Lösungen aus. Das seit 2006 am Markt etablierte Unternehmen
ist anerkannter Lösungsanbieter in den Bereichen Networking, Datacenter, Voice und
Security mit Fokus auf den Produkten des Herstellers Cisco. Des Weiteren verfügt Bechtle mit dem Erwerb der DPS Software GmbH, Deutschland sowie
den dazugehörigen Standorten in Österreich und der Schweiz über einen zertifizierten
Partner für SOLIDWORKS und SolidCAM, der das gesamte Produktspektrum der Hersteller
abdeckt. Das 1997 gegründete Unternehmen ist als Lösungsanbieter am Markt etabliert
und unterstützt die Kernprozesse von Kunden für alle Aufgaben und Phasen des Produktlebenszyklus.
Das Software-, Beratungs- und Serviceangebot basiert auf Standardprodukten der Softwarehersteller
Dassault Systèmes und SolidCAM sowie auf eigenen Modulen und Lösungen. Mit dem Asset Deal von Ivizi B.V. en Ivizi XL B.V. verspricht sich Bechtle den Ausbau
der Aktivitäten im wachstumsstarken Bereich der Mobile Solutions. Mit dem Erwerb der
B2B-Aktivitäten von Ivizi B.V. en Ivizi XL B.V. verfügt das neue Apple Centre of Excellence
in Maastricht über alle erforderlichen Zertifizierungen für den Vertrieb sowie den
technischen Support und Service für Enterprise-Kunden. Über den Asset Deal kamen 19
Mitarbeiter zu Bechtle. Seit dem Erwerb haben die Akquisitionen in Summe 15,8 Mio. € zu den Umsatzerlösen
und -0,2 Mio. € zum Ergebnis nach Steuern beigetragen. Wäre der Akquisitionszeitpunkt
der Neuakquisitionen zu Beginn des Berichtsjahres gewesen, läge der Umsatz des Bechtle
Konzerns für den Berichtszeitraum bei 2.681 Mio. €, das Ergebnis nach Steuern bei
76,4 Mio. €. Im Zuge der Akquisitionen sind Nebenkosten in unwesentlichem Umfang angefallen,
die in den Verwaltungskosten erfasst wurden. Erwerbe nach dem Stichtag. Mit Erwerbszeitpunkt 31. Juli 2020 wurden die restlichen
25 % der Anteile an der Codalis SA erworben. Der Kaufpreis betrug 5.000 Tsd. CHF und
führte in selbiger Höhe zu einem Abfluss von liquiden Mitteln. XI. MITARBEITER Die Mitarbeiterzahlen stellen sich wie folgt dar: scroll
Nach Segmenten und Regionen teilen sich die Mitarbeiterzahlen (ohne Aushilfen) wie
folgt auf: scroll
Nach Funktionsbereichen teilen sich die Mitarbeiterzahlen (ohne Mitarbeiter in Abwesenheit
und ohne Aushilfen) wie folgt auf: scroll
XII. BESONDERE EREIGNISSE NACH ENDE DES BERICHTSZEITRAUMS Nach Ende des Berichtszeitraums sind keine besonderen Ereignisse bei Bechtle eingetreten. Neckarsulm, 12. August 2020 Bechtle AG Der Vorstand VERSICHERUNG DES VORSTANDS Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns
vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich
des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen
Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind. Neckarsulm, 12. August 2020 Bechtle AG Der Vorstand scroll
ANGABEN ZUR PRÜFERISCHEN DURCHSICHT Der vorliegende Zwischenbericht wurde weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer
prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen. Zukunftsbezogene Aussagen Der vorliegende Zwischenbericht enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung
der Bechtle AG beziehen. Diese Aussagen beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen.
Obwohl der Vorstand davon überzeugt ist, dass die vorausschauenden Aussagen realistisch
sind, kann dafür nicht garantiert werden. Die Annahmen bergen Risiken und Unsicherheiten,
die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse wesentlich von den erwarteten
abweichen. Rechnungslegung und Berichterstattung folgen den International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Bei allen Prozentangaben im Bericht
sind gegenüber den genannten Beträgen in Millionen Euro Rundungsdifferenzen möglich.
Das Gleiche gilt bei Summen und Differenzen gegenüber den Einzelwerten. |
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