Bechtle AktiengesellschaftNeckarsulmHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSTÄTIGKEITBechtle ist als IT-Komplettanbieter mit über 80
Systemhäusern nah bei den Kunden und zählt mit
IT-E-Commerce-Gesellschaften in 14 Ländern zu den
führenden IT-Unternehmen in Europa. Mit dieser
Kombination setzt Bechtle auf ein einzigartiges
Geschäftsmodell, das IT-Dienstleistungen mit dem
klassischen IT-Handelsgeschäft verbindet. Das 1983
gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Neckarsulm
bietet seinen mehr als 70.000 Kunden aus Industrie und
Handel, öffentlichem Dienst sowie dem Finanzmarkt ein
lückenloses, herstellerunabhängiges Angebot rund
um die gesamte IT aus einer Hand.
Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services reicht
das Leistungsspektrum vom Vertrieb von Hard- und Software
über Anwendungslösungen sowie Projektplanung und
-durchführung, Systemintegration, Wartung und Schulung
bis hin zum Angebot von Cloud Services oder zum
Komplettbetrieb der Kunden-IT. Im zweiten
Geschäftssegment, dem IT-E-Commerce, haben wir unser
reines Handelsgeschäft gebündelt. Hier bieten wir
unseren Kunden über Telefon und Internet Hardware
sowie Standardsoftware an.
UMFELDscrollen
GESAMTWIRTSCHAFTDie wirtschaftliche Entwicklung in der EU war im ersten
Halbjahr 2022 zweigeteilt. Während das erste Quartal
vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine noch weniger
belastet war, stand das zweite Quartal stark unter dem
Eindruck dieses Ereignisses und seiner zahlreichen
wirtschaftlichen Folgen. Nach Zahlen der Europäischen
Kommission vom Juli 2022 stieg das Bruttoinlandsprodukt
(BIP) im ersten Quartal 2022 EU-weit um 0,7 %. Im zweiten
Quartal ging das BIP dann allerdings um 0,1 % leicht
zurück. Die Entwicklung in den EU-Ländern mit
Bechtle Präsenz war zu Jahresbeginn noch sehr
heterogen. Im ersten Quartal lagen die Werte zwischen einem
Wachstum von 10,8 % in Irland bis hin zu einem
Rückgang von 0,2 % in Frankreich. Im zweiten Quartal
schloss sich die Schere aber merklich. Die Werte schwankten
lediglich zwischen dem Spitzenreiter Spanien mit einem
Wachstum von 0,4 % und dem Schlusslicht Tschechien mit
einem Rückgang von 0,6 %.
Deutschland verzeichnete im ersten Quartal mit 0,2 % ein
schwächeres Wachstum als die EU, lag dafür aber
mit 0,0 % im zweiten Quartal leicht über dem EU-Wert.
Die ifo-Stimmungsindikatoren der deutschen Wirtschaft
waren im ersten Halbjahr im Auf und Ab. Nach einem
positiven Start ins Jahr drückte im März der
russische Angriffskrieg in der Ukraine auf die Stimmung.
Gleichwohl ging es im Frühjahr aber wieder
aufwärts. Im Juni und vor allem nach Quartalsschluss
im Juli ging der Index wieder nach unten. Vor allem die
Aussichten für die nächsten Monate haben sich bei
vielen Befragten eingetrübt.
BRANCHEDer IT-Markt war im ersten Halbjahr 2022 nach wie vor
von einer hohen Nachfrage auf der einen Seite und den
anhaltenden Problemen in der Lieferkette auf der anderen
Seite geprägt. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zum
Jahresende 2021 etwas entspannt - allerdings nicht auf
breiter Front, sondern nur in Hinblick auf einzelne
Produktgruppen wie beispielweise PCs und Monitore. Bei
anderen Produktgruppen wie zum Beispiel Netzwerkkomponenten
ist die Lage nach wie vor sehr angespannt.
Die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex
für IT-Dienstleister war im ersten Halbjahr
vergleichbar mit dem allgemeinen ifo-Index. Vom Januar mit
39,0 Punkten ging es im März zurück auf 23,7
Zähler. Selbst im Juni gab es noch ein kleines
Zwischenhoch bei 27,6 Punkten. Im Juli ging es dann
allerdings deutlich zurück auf 19,3 Zähler, auch
hier vor allem getragen von den schlechteren Aussichten auf
die künftige Entwicklung.
GESAMTEINSCHÄTZUNGDie wirtschaftliche Entwicklung in Europa war im ersten
Halbjahr 2022 vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine
und all seinen Auswirkungen geprägt. Außerdem
hemmen die Probleme in der weltweiten Lieferkette nach wie
vor die wirtschaftliche Entwicklung in vielen
Industriezweigen.
Der IT-Markt ist von der Situation in der Lieferkette
besonders betroffen. Auch im ersten Halbjahr 2022 zeigte
sich noch keine deutliche Entspannung. Vielmehr scheinen
die Probleme auch noch bis ins Jahr 2023 anzuhalten.
Zusätzlich drücken die Rezessionsängste in
Deutschland auf die Stimmung.
In diesem äußerst anspruchsvollen Marktumfeld
hat sich Bechtle sehr gut entwickelt. Das Umsatzwachstum im
Halbjahr lag bei 10,6 %. Als einem der größten
IT-Systemhäuser in Europa fällt es Bechtle
leichter als vielen Wettbewerbern, mit der aktuellen
Situation umzugehen. Auch die Investitionsneigung der
Kunden ist zum Zeitpunkt der Berichterstellung
unverändert hoch. Das Wachstum von Bechtle liegt
wiederum deutlich über dem Gesamtmarkt. Somit gewinnen
wir weiter Marktanteile.
Die Bechtle AG veröffentlicht keine Prognosen
für einzelne Quartale, insofern erübrigt sich ein
Vergleich von Ist- mit Planzahlen. Gleichwohl können
wir sagen, dass die Wachstumsraten für den Umsatz der
ersten sechs Monate am oberen Ende unserer Erwartungen
für das Gesamtjahr 2022 liegen. Die Wachstumswerte
für das Ergebnis, und damit auch für die Marge,
liegen sogar über unseren Erwartungen. Daher
bekräftigen wir unsere Prognose, trotz zu erwartender
herausfordernder Rahmenbedingungen im weiteren
Jahresverlauf, wie wir sie auf Seite 142 im
Geschäftsbericht 2021 veröffentlicht haben. Den
Umsatz und das Ergebnis möchten wir im Gesamtjahr
deutlich steigern und die Marge auf Vorjahresniveau halten.
ERTRAGSLAGEscrollen
AUFTRAGSENTWICKLUNGBechtle geht beim Verkauf von IT-Produkten und bei der
Erbringung von Dienstleistungen sowohl kurzfristige als
auch über einen längeren Zeitraum laufende
Vertragsverhältnisse ein. Das Segment IT-E-Commerce
ist fast vollständig durch den Abschluss reiner
Handelsgeschäfte mit normalerweise kurzen Bestell- und
Lieferzeiten gekennzeichnet. Im Segment IT-Systemhaus &
Managed Services haben Projektgeschäfte Laufzeiten von
einigen Wochen bis zu einem Jahr. Vor allem in den
Bereichen Managed Services und Cloud Computing
schließt Bechtle mit den Kunden Rahmen- und
Betriebsführungsverträge ab, deren Laufzeiten
meist mehrere Jahre betragen.
Im ersten Halbjahr 2022 lag der Auftragseingang bei rund
3.295 Mio. € und damit rund 3 % über Vorjahr
(3.192 Mio. €). Der Zuwachs auf 2.067 Mio. €
(Vorjahr: 2.012 Mio. €) im Segment IT-Systemhaus &
Managed Services betrug 2,7 %. Im Segment IT-E-Commerce lag
der Auftragseingang mit 1.228 Mio. € um rund 4 %
über Vorjahr (1.180 Mio. €).
Der Auftragsbestand lag zum 30. Juni bei 1.815 Mio.
€ und damit rund 40 % über Vorjahr (1.298 Mio.
€). Davon entfallen 1.311 Mio. € (Vorjahr: 937
Mio. €) auf das Segment IT-Systemhaus & Managed
Services sowie 504 Mio. € (Vorjahr: 361 Mio. €)
auf das Segment IT-E-Commerce.
GESCHÄFTSVOLUMENDas Geschäftsvolumen lag in den ersten sechs
Monaten 2022 bei 3.291,9 Mio. € und damit 11,9 %
über dem Vorjahreszeitraum mit 2.943,0 Mio. €.
Das Geschäftsvolumen ist eine alternative
Leistungskennzahl, die Bechtle im Zuge der
bilanztechnischen Umstellung (IFRS 15) eingeführt hat.
Sie beschreibt die abgerechneten Erlöse nach alter
Bilanzierungslogik, also im Wesentlichen inklusive
Softwarelizenzen.
UMSATZIm ersten Halbjahr 2022 konnte Bechtle den Umsatz trotz
schwieriger Rahmenbedingungen und Lieferengpässen im
IT-Markt um 10,6 % auf 2.796,8 Mio. € steigern. Das
Umsatzwachstum im zweiten Quartal lag mit 14,5 % deutlich
über dem Wachstum von 6,8 % im ersten Quartal. Die
rein organischen Wachstumszahlen zeigten mit 6,4 % im
ersten Quartal und 13,7 % im zweiten Quartal ein
ähnliches Bild. Mit 10,0 % erwirtschaftete Bechtle den
Großteil des Wachstums im ersten Halbjahr damit
organisch.
In der regionalen Betrachtung konnten die
ausländischen Gesellschaften im ersten Halbjahr mit
14,9 % stärker zulegen als die inländischen
Gesellschaften mit 8,0 %. Im zweiten Quartal lagen die
Regionen aber näher zusammen und zeigten beide
zweistellige Wachstumsraten. Unsere internationalen
Gesellschaften legten um 16,3 % zu, das Wachstum im Inland
betrug 13,4 %. Rein organisch stiegen die Umsätze im
ersten Halbjahr um 8,1 % im Inland und um 13,2 % im
Ausland.
Das Segment IT-Systemhaus & Managed Services
steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 6,7 %. Mit einem
Umsatzwachstum von 5,8 % war dabei ein Großteil
organisch. Die Umsätze im Inland stiegen um 5,3 % und
im Ausland um 15,7 %. Im zweiten Quartal war die
Umsatzentwicklung sehr viel dynamischer als noch im ersten
Quartal. Insgesamt steigerte sich der Umsatz im zweiten
Quartal um 12,4 %. Aufgrund der Akquisitionen im Ausland
lag das Umsatzwachstum im zweiten Quartal dort bei 34,7%,
auch organisch stieg der Umsatz um herausragende 24,7%. Im
Inland lag das Wachstum im zweiten Quartal bei 9,1 %.
Im Segment IT-E-Commerce lag der Umsatz in den ersten
sechs Monaten bei 1.072,0 Mio.€ und damit 17,4 %
über dem Vorjahreswert von 913,2 Mio. €. Die
Wachstumsrate im Ausland lag bei 14,6 % und im Inland sogar
bei 26,6 %. Besonders stark entwickelten sich die
inländischen Gesellschaften im zweiten Quartal mit
einem Umsatzwachstum von 43,5 %.
UMSATZ - KONZERN UND SEGMENTE 1scrollen
Der Umsatz je Mitarbeitendem im Konzern stieg im ersten
Halbjahr mit durchschnittlich 11.559 Vollzeitstellen (FTE;
ohne Abwesende und Auszubildende) von 230 Tsd. € auf
242 Tsd. €. Im Segment IT-Systemhaus & Managed
Services lag der Umsatz je Mitarbeiter:in bei 190 Tsd.
€, nach 187 Tsd. € im Vorjahr. Im Bereich
IT-E-Commerce kletterte der Umsatz pro Mitarbeitendem von
390 Tsd. € auf 434 Tsd. €.
ERGEBNISDie Umsatzkosten stiegen von Januar bis Juni 2022 mit
10,0 % leicht unterproportional zum Umsatz. Während
sich der Materialaufwand mit 10,6 % proportional
entwickelte, stieg der Personalaufwand innerhalb der
Umsatzkosten mit 4,3% nur unterproportional. Die sonstigen
betrieblichen Aufwendungen sind mit 25,8 % deutlich
gestiegen. Im Vorjahr haben sich coronabedingte
Kosteneinsparungen ausgewirkt. Innerhalb der letzten Monate
zeigte sich eine zunehmende Normalisierung der pandemischen
Lage, welche insbesondere wieder zu höheren Kfz- und
Reisekosten führte. Die Bruttomarge stieg von 17,3 %
auf 17,7 % an. Das Bruttoergebnis lag mit 494,6 Mio. €
um 13,2 % über dem Vorjahr (436,9 Mio. €). Auch
im zweiten Quartal entwickelten sich die Umsatzkosten
unterproportional zum Umsatz, getrieben von einem nur
geringen Anstieg der Abschreibungen und der Personalkosten.
Entsprechend stieg die Bruttomarge von 17,8 % auf 17,9 %.
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten entwickelten sich
im ersten Halbjahr unterschiedlich. Die Vertriebskosten
stiegen mit 9,8 % unterproportional auf 185,3 Mio. €,
nach 168,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Quote sank
leicht von 6,7 % auf 6,6 %. Die Verwaltungskosten
entwickelten sich mit 17,1 % überproportional und
lagen bei 159,2 Mio. € (Vorjahr: 135,9 Mio. €).
Hintergrund war der deutliche Anstieg beim Personalaufwand
durch den überproportionalen Aufbau an Mitarbeitenden
in diesem Bereich. Die Verwaltungskostenquote stieg
entsprechend von 5,4 % auf 5,7 %. Die sonstigen
betrieblichen Erträge erhöhten sich insbesondere
aufgrund höherer Marketingzuschüsse auf 15,0 Mio.
€ und lagen damit 2,5 Mio. € über dem
Vorjahr (12,5 Mio. €).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) konnte um 11,4% auf 216,7 Mio. € stark
zulegen. Die EBITDA-Marge lag im Berichtszeitraum
unverändert zum Vorjahr bei 7,7 %. Im zweiten Quartal
ging die EBITDA-Marge aufgrund der positiven Sondereffekte
im Vorjahresquartal von 8,7 % auf 8,1 % zurück.
Die Abschreibungen stiegen mit 3,8 % nur leicht auf 51,6
Mio. € an. Den größten Anteil hieran haben
nach wie vor die Abschreibungen auf Sachanlagen, die im
ersten Halbjahr bei 43,8 Mio. € lagen.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
kletterte um 14,1 % auf 165,1 Mio. € (Vorjahr: 144,7
Mio. €). Die Marge lag mit 5,9 % somit über dem
Vorjahreswert von 5,7 %.
Der Konzern erzielte daher im ersten Halbjahr 2022 ein
Vorsteuerergebnis (EBT) von 162,6 Mio. €. Das
entspricht einer sehr deutlichen Steigerung von 14,3 %
gegenüber dem Vorjahreswert (142,2 Mio. €). Die
EBT-Marge lag damit bei 5,8 %, nach 5,6 % im Vorjahr. Im
zweiten Quartal lag die EBT-Marge bei 6,2 % (Vorjahr: 6,6
%).
Der Steueraufwand stieg im Berichtszeitraum um 11,8 %
auf 46,0 Mio. €. Die Steuerquote lag damit bei 28,3 %,
nach 28,9 % im Vorjahr.
Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 15,3 % von
101,1 Mio. € auf 116,6 Mio. €. Auf Basis von 126
Millionen Aktien stieg das Ergebnis je Aktie (EPS) auf 0,93
€ (Vorjahr: 0,80 €). Im zweiten Quartal lag das
EPS bei 0,50 €, ein Plus von 10,8 % gegenüber dem
Vorjahr (0,46 €).
In der Segmentbetrachtung stellt sich die
Ergebnissituation wie folgt dar:
Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services wuchs
das EBIT im ersten Halbjahr 2022 um 6,6% auf 100,9 Mio.
€ (Vorjahr: 94,6 Mio. €). Die EBIT-Marge lag bei
5,8 %, nach 5,9 % im Vorjahr. Hier haben sich neben einer
besseren Effizienz bei der Leistungserbringung auch
positive Effekte aus der Preispolitik der Hersteller
bemerkbar gemacht.
Das Segment IT-E-Commerce erwirtschaftete in den ersten
sechs Monaten ein EBIT von 64,2 Mio. €, ein Plus von
28,1 % gegenüber dem Vorjahr (50,1 Mio. €). Die
Marge stieg damit von 5,5 % auf 6,0 %. Neben der
äußerst dynamischen Umsatzentwicklung zeigten
sich hier auch positive Effekte aus der hohen Bevorratung
und der besseren Verfügbarkeit.
EBIT - KONZERN UND SEGMENTEscrollen
VERMÖGENS- UND FINANZLAGEscrollen
Die Bilanzsumme des Bechtle Konzerns lag zum Stichtag
30. Juni 2022 bei 3.081,3 Mio.€ und damit leicht
über dem Wert vom 31. Dezember 2021 (3.019,8 Mio.
€).
ENTWICKLUNG DER AKTIVADie langfristigen Vermögenswerte stiegen von 984,2
Mio. € auf 1.068,1 Mio. €. Insbesondere die
Geschäfts- und Firmenwerte haben akquisitionsbedingt
um 75,9 Mio. € zugelegt. Die Anlagenintensität
steigerte sich von 32,6 % auf 34,7 %.
Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken leicht um
22,4 Mio. € auf 2.013,2 Mio. €. Die Vorräte
sind gegenüber dem Jahresende 2021 um 161,5 Mio.
€ beziehungsweise 31,4 % stark angestiegen. Im
Vergleich zum 31. März 2022 ist der Anstieg allerdings
deutlich kleiner, sodass hier von einer gewissen
Plateaubildung, wenn auch auf hohem Niveau, gesprochen
werden kann. Hintergrund des hohen Vorrats bestands sind
nach wie vor die weltweiten Lieferschwierigkeiten. Der
Großteil der Vorräte sind unverändert
projektgebundene Waren, die aufgrund fehlender Komponenten
von Gesamtaufträgen noch nicht ausgeliefert werden
konnten. Aufgrund der etwas verbesserten Situation in der
Lieferkette nimmt aber auch der Wareneingang wieder zu. Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten
sich um 58,2 Mio. € auf 986,9 Mio. €. Hintergrund
für den Anstieg ist der sehr erfreuliche
Geschäftsverlauf, vor allem im Juni. Die
durchschnittliche Außenstandsdauer unserer
Forderungen (DSO) ist in den ersten sechs Monaten 2022
gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 41,8 Tagen auf
42,0 Tage nur leicht gestiegen. Die liquiden Mittel sanken
unter anderem aufgrund der Dividendenzahlung und der
Kaufpreiszahlung von Akquisitionen um 293,8 Mio. € auf
137,9 Mio. €. Einschließlich freier Kreditlinien
verfügt Bechtle insgesamt über eine
Liquiditätsreserve in Höhe von 263,7 Mio. €.
Das Working Capital ist im Vergleich zum Jahresende um
40,8 % gestiegen und lag zum Stichtag 30. Juni 2022 bei
976,6 Mio. €. Gründe für diese Entwicklung
waren der oben erwähnte Aufbau der Vorräte, ein
deutlicher Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen sowie geringere Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen. In Relation zum Umsatz stieg
das Working Capital damit von 27,3 % im Vorjahreszeitraum
auf 34,9 % zum 30. Juni 2022.
ENTWICKLUNG DER PASSIVADie langfristigen Schulden lagen zum 30. Juni 2022 bei
513,4 Mio.€ und damit um 13,9 Mio.€ über dem
Niveau vom 31. Dezember 2021. Ursächlich hierfür
ist vor allem der Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten.
Die kurzfristigen Schulden waren bei 1.170,7 Mio. €
weitgehend unverändert (31. Dezember 2021: 1.167,1
Mio.€). Zwar stiegen die Finanzverbindlichkeiten um
92,2 Mio.€ stark an, dafür gingen aber die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern zurück.
Das Eigenkapital stieg zum 30. Juni 2022 von 1.353,1
Mio. € auf 1.397,1 Mio. €. Unsere
Eigenkapitalquote erhöhte sich von 44,8 % am
Jahresende 2021 auf 45,3 % zum Stichtag.
Die annualisierte Rendite auf das Eigenkapital ist von
18,4 % zum 30. Juni 2021 auf 18,2 % gesunken.
BILANZKENNZAHLEN DES BECHTLE KONZERNSscrollen
ENTWICKLUNG DES CASHFLOWDer operative Cashflow ging im ersten Halbjahr 2022
stark zurück und lag bei -202,4 Mio. €, nach
+47,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend
dafür waren insbesondere drei Faktoren:
scrollen
Im zweiten Quartal lag der operative Cashflow bei -75,3
Mio. €, nach 26,8 Mio. € im Vorjahr. Damit war
der Rückgang im zweiten Quartal nicht mehr ganz so
stark wie noch im ersten Quartal. Vor allem der
Mittelabfluss durch den Aufbau der Vorräte konnte
reduziert werden, da es bei den Vorräten zu keinem
vergleichbaren Anstieg wie im ersten Quartal kam. Der Abbau
der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hat
sich hingegen im zweiten Quartal stärker bemerkbar
gemacht.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag nach
-43,8 Mio. € im Vorjahr bei -92,0 Mio. €. Vor
allem die Auszahlungen für Akquisitionen lagen auf
einem höheren Niveau. Die im Vorjahr noch
spürbaren Aus- und Einzahlungen für den Erwerb
beziehungsweise den Verkauf von Geld- und Wertpapieranlagen
blieben hingegen aus.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
beträgt -4,5 Mio. €, nach -140,8 Mio. € im
Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung ist insbesondere auf
die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten im
Berichtszeitraum zurückzuführen.
Der Free Cashflow ging von Januar bis Juni 2022
gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurück.
Er beträgt -294,8 Mio. €, nach 23,3 Mio. €
im Vorjahr.
MENSCHEN BEI BECHTLEscrollen
Der Bechtle Konzern beschäftigte zum Stichtag 30.
Juni 2022 insgesamt 13.199 Mitarbeitende, davon 604
Auszubildende. Im Vergleich zum 30. Juni 2021 hat sich die
Zahl der Mitarbeiter:innen damit um 778 Personen
erhöht, ein Plus von 6,3 %. Dabei ist ein bedeutender
Teil des Anstiegs auf Akquisitionen im Segment
IT-Systemhaus und Managed Services
zurückzuführen. Insgesamt 310 neue Kolleg:innen
kamen auf diesem Weg zu Bechtle. Im Vergleich zum 31.
Dezember 2021 liegt der Mitarbeiteraufbau bei 319 Menschen.
Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services
erhöhte sich die Zahl der Mitarbeitenden
gegenüber dem Vorjahr um 5,8 %. Aufgrund der
Akquisitionen wuchs die Belegschaft im Ausland mit 18,6 %
deutlich stärker als im Inland. Das Segment
IT-E-Commerce verzeichnete einen Zuwachs der Belegschaft um
8,1 %, wobei hier die inländischen Gesellschaften mit
13,2 % stärker zulegten als die ausländischen
Gesellschaften.
Mit insgesamt 3.682 Personen arbeitete zum 30. Juni 2022
über ein Viertel der Belegschaft im Ausland.
Umgerechnet auf Vollzeitstellen (FTE) waren von Januar
bis Juni 2022 durchschnittlich 12.526 Mitarbeitende
für Bechtle tätig (Vorjahr: 11.908), das bedeutet
einen Anstieg von 618 Personen beziehungsweise 5,2 %.
Der Personal- und Sozialaufwand lag im Zeitraum Januar
bis Juni 2022 mit 475,4 Mio. € um 8,2% über dem
Vorjahreszeitraum (439,2 Mio. €). Die Aufwandsquote
sank von 17,4 % (Zahl angepasst) auf 17,0 %. Der Personal-
und Sozialaufwand pro Kopf (FTE, ohne Abwesende) betrug im
ersten Halbjahr 39,0 Tsd. € bei durchschnittlich
12.202 Mitarbeitenden (Vorjahr: 11.604), nach 37,9 Tsd.
€ im Vorjahr.
Besonders im Fokus stand im ersten Halbjahr 2022 die
Gewinnung neuer Mitarbeitenden. Nachdem in den vergangenen
zwei Jahren unsere Recruitingevents weitgehend in den
virtuellen Raum verlegt werden mussten, konnten nun viele
Veranstaltungen in Präsenz stattfinden, darunter
zahlreiche Bildungsmessen, verschiedene
Hochschulkooperationen sowie Praktika für
Schülerinnen und Schüler an unseren Standorten.
Infolgedessen haben wir zum Ausbildungs- und
Studienbeginn im Herbst die ausgeschriebenen Stellen
weitgehend besetzt und insgesamt 226 neue Azubis und dual
Studierende eingestellt. Zum 30. Juni 2022 befanden sich
604 junge Menschen bei Bechtle in Ausbildung oder einem
dualen Studium. Das sind 29 mehr als zum gleichen Zeitpunkt
im Vorjahr.
Mit dem vielfältigen Angebot unserer Akademie sowie
der Lernplattform Learning Campus verfügen wir
über breitgefächerte und zielgruppenspezifische
Weiterbildungsmöglichkeiten sowohl für
Neueinsteiger:innen als auch für Professionals.
Insgesamt 3.876 Personen nahmen im ersten Halbjahr 2022 an
Präsenzveranstaltungen teil, das Angebot der
E-Learning-Kurse wurde über 17.000 Mal genutzt.
Das Junior und das General Management Programm haben
unter anderem das Ziel, Führungskompetenzen zu
vermitteln und auszubauen und damit sicherzustellen, auch
in Zukunft strategisch wichtige Führungspositionen aus
den eigenen Reihen besetzen zu können. Im ersten
Halbjahr 2022 schlossen 49 Teilnehmende das Junior
Management Programm erfolgreich ab, 11 weitere das General
Management Programm.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGAls reines Dienstleistungs- und Handelsunternehmen
betreibt Bechtle keine eigene Forschung.
Entwicklungsleistungen für Softwarelösungen und
Applikationen werden jedoch sowohl zu eigenen Zwecken als
auch im Rahmen von individuellen Kundenprojekten erbracht.
Ebenso wird Software zur Abdeckung von speziellen
Branchenanforderungen entwickelt und modular angeboten. Im
Geschäftsbereich Anwendungslösungen ist es Teil
des Angebots, zum Beispiel bei Share-Point- oder
ERP-Projekten, Software im Kundenauftrag zu konzipieren, zu
entwickeln und zu implementieren. Der Umfang der
Entwicklungsleistungen war im Berichtszeitraum in Relation
zum Umsatz der gesamten Gruppe unwesentlich.
CHANCEN UND RISIKENStrategie und Unternehmensführung des Bechtle
Konzerns sind langfristig angelegt, sodass die Chancen und
Risiken für die kommenden Monate grundsätzlich
identisch mit den im Geschäftsbericht 2021
veröffentlichten Angaben sind. Während sich die
Lage bezüglich der COVID-19-Pandemie zumindest derzeit
etwas entspannt hat, hat sich die Risikolage in anderen
Bereichen angesichts des Krieges in der Ukraine
verschärft. Die hohen Energiekosten und der Anstieg
der Inflation insgesamt sowie die Sorgen um eine
mögliche Rezession in Deutschland könnten dazu
führen, dass unsere Kunden zurückhaltender bei
Investitionen in ihre IT-Infrastrukturen sind. Zwar sehen
wir derzeit noch keine konkreten Auswirkungen in der
Geschäftsentwicklung, aber die Unsicherheiten in Bezug
auf den weiteren Jahresverlauf sind sehr hoch.
Die Probleme in der weltweiten Lieferkette haben sich im
ersten Halbjahr etwas entspannt. So gibt es vor allem bei
PCs und Monitoren derzeit wieder bessere
Verfügbarkeiten. Allerdings betreffen diese
Verbesserungen bei Weitem nicht alle Produktsegmente. In
Teilbereichen wie Netzwerkkomponenten oder auch bei
gewissen Peripherieprodukten wie Dockingstations sind die
Lieferzeiten nach wie vor sehr lang - teilweise bis zu
zwölf Monate oder gar darüber hinaus. Eine
spürbare Entspannung auf breiter Front ist derzeit
nicht in Sicht.
AKTIEscrollen
Der Kapitalmarkt sah sich im ersten Halbjahr 2022 mit
gleich mehreren Krisen konfrontiert. Zum einen war die
COVID-19-Pandemie mit all ihren Folgen noch nicht besiegt.
Hinzu kam der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine,
der verstärkte Lieferengpässe, steigende
Energiepreise, hohe Inflationswerte und eine drohende
Rezession zur Folge hat. Mit der Leitzinserhöhung im
Juli um 0,5 Prozentpunkte beendete die Europäische
Zentralbank zudem ihre langjährige Niedrigzinspolitik.
Der Blick auf die Entwicklung der Leitindizes zeigt die
Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Der DAX verlor im
Jahresverlauf 19,5 %, der MDAX büßte 26,5 % ein
und der TecDAX schloss mit einem Minus von 26,4 %.
Insbesondere die Technologiewerte waren im ersten
Halbjahr weiter unter Druck. Das spürte auch die
Bechtle Aktie. Mit einem Kurs von 63,12 €, dem
Höchstwert im Berichtszeitraum, startete sie ins neue
Jahr. Abgesehen von einer kurzen Erholung im Frühjahr,
bewegte sich unser Aktienkurs in einer Abwärtsspirale
und schloss am 30. Juni bei 39,01 €. Mit dieser
Entwicklung folgte die Bechtle Aktie dem allgemeinen Trend
und musste im ersten Halbjahr 2022 einen Kursverlust von
insgesamt 38,0 % hinnehmen.
Infolge der Kursentwicklung lag die Marktkapitalisierung
zum 30. Juni bei 4.915,3 Mio. € und damit deutlich
unter dem Niveau des Vorjahrs. Auf das Börsenranking
hatte diese Entwicklung jedoch kaum Auswirkungen. Im MDAX
belegte das Unternehmen Platz 58 (Vorjahr: Platz 57), im
TecDAX wie im Jahr zuvor Platz 10.
HANDELSDATEN DER BECHTLE AKTIEscrollen
Kursdaten Xetra
1 Vorjahreswerte angepasst an Aktiensplit
Die jährliche Hauptversammlung der Bechtle AG fand
am 2. Juni 2022 statt, aufgrund der COVID-19-Pandemie zum
dritten Mal virtuell am Firmensitz in Neckarsulm. Über
ein Online-Portal verfolgten unsere Aktionär:innen und
deren Bevollmächtigte die Hauptversammlung live und
konnten dort auch ihre Aktionärsrechte ausüben.
Rund 80 % des Grundkapitals haben sich an den Abstimmungen
im Rahmen dervirtuellen Hauptversammlung beteiligt. Das ist
annähernd der gleiche Wert wie bei einer
Präsenz-Hauptversammlung. Alle Tagesordnungspunkte
wurden mit breiten Mehrheiten beschlossen.
So stimmte die Hauptversammlung auch der von Vorstand
und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2021
vorgeschlagenen Dividende von 0,55 € pro Aktie zu. Im
Vorjahr schüttete die Bechtle AG eine Dividende von
0,45 € (angepasst an Aktiensplit) aus. Die Auszahlung
pro Anteilsschein erhöhte sich damit im Vergleich zum
Vorjahr um 10 Eurocent beziehungsweise 22,2 %. Es ist die
insgesamt 16. Erhöhung der Regeldividende und die
zwölfte in Folge. Damit setzt sich die seit dem
Börsengang im Jahr 2000 auf Kontinuität
ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik
der Bechtle AG auch in diesem Jahr fort. Bezogen auf den
Halbjahresschlusskurs liegt die Dividendenrendite bei 1,4%.
DIVIDENDEscrollen
1 Vorjahreswerte angepasst an Aktiensplit
PROGNOSEscrollen
GESAMTWIRTSCHAFTDie wirtschaftliche Entwicklung in der EU wird laut der
aktuellen Prognose der Europäischen Kommission vom
Juli 2022 in den nächsten Monaten weiter positiv sein,
allerdings auf niedrigerem Niveau als ursprünglich
erwartet. Das Wachstum soll im dritten und vierten Quartal
bei jeweils 0,2 % liegen. Bei den EU-Ländern mit
Bechtle Präsenz liegen die Wachstumserwartungen
für das dritte Quartal innerhalb einer Spanne von
-0,6% in Polen bis +0,5% in Spanien. Im vierten Quartal
liegt die Spanne bei 0,0 % in Polen bis 0,4 % in
Österreich und Portugal. Für das Gesamtjahr 2022
wird EU-weit ein BIP-Wachstum von 2,7 % erwartet. Im
kommenden Jahr soll das BIP in der EU mit 1,5 % allerdings
abflachen.
Auch in Deutschland soll das Wirtschaftswachstum im
zweiten Halbjahr auf niedrigem Niveau verharren. Ebenso wie
in der EU werden für beide verbleibenden Quartale
Wachstumswerte von 0,2 % erwartet. Für das Gesamtjahr
2022 soll das BIP-Wachstum bei 1,4 % liegen, 2023 dann bei
1,3 %.
BRANCHEDer deutsche IT-Markt soll laut Zahlen des
Branchenverbands bitkom vom Juli 2022 im laufenden Jahr um
6,7 % zulegen. Das stärkste Wachstum mit 8,8 % wird im
Segment Software erwartet. Hardware soll um 6,7% wachsen
und die Dienstleistungsumsätze um 3,7%.
ENTWICKLUNG DES BECHTLE KONZERNSDas erste Halbjahr 2022 war geprägt vom russischen
Angriffskrieg in der Ukraine und all seinen
wirtschaftlichen Auswirkungen wie Inflation und
möglichen Problemen in der Energieversorgung.
Außerdem belasten nach wie vor die Schwierigkeiten in
den weltweiten Lieferketten viele Industriezweige, darunter
auch den IT-Markt. Ungeachtet dessen konnte die Bechtle AG
im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres beim
Umsatz und beim Ergebnis sehr deutlich wachsen und die
EBT-Marge erhöhen. Damit liegen wir derzeit über
dem Zielkorridor unserer Erwartungen für das
Gesamtjahr. Allerdings sind die Unsicherheiten für die
weitere Entwicklung der Gesamtwirtschaft so groß wie
selten. Neben positiven Szenarien mit einem nur leicht
abgeschwächten Fortgang des Wachstums gibt es auch
Prognosen, die von einem spürbaren wirtschaftlichen
Rückgang ausgehen. Bei Eintritt dieser eher
pessimistischen Szenarien können Auswirkungen auf die
wirtschaftliche Entwicklung der Bechtle Gruppe nicht
ausgeschlossen werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der
bislang sehr erfreulichen Entwicklung der Bechtle Gruppe im
ersten Halbjahr bekräftigt der Vorstand gleichwohl die
im Geschäftsbericht 2021 veröffentlichte
Prognose. Den Umsatz und das Ergebnis möchten wir im
Gesamtjahr deutlich steigern und die Marge auf
Vorjahresniveau halten.
Neckarsulm, 11. August 2022
Bechtle AG
Der Vorstand
KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNGscrollen
1 Anpassung Vorjahr
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGscrollen
KONZERN-BILANZAKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGscrollen
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscrollen
KONZERN-ANHANGI. ALLGEMEINE ANGABENDie Bechtle AG, Bechtle Platz 1, 74172 Neckarsulm,
stellt als börsennotiertes Unternehmen
gemäß § 315 e HGB den Konzernabschluss auf
Basis der vom International Accounting Standards Board
(IASB) veröffentlichten International Financial
Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden
sind, auf. Entsprechend wurde auch der vorliegende
Zwischenbericht zum 30. Juni 2022 gemäß IFRS
aufgestellt.
Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung im
vorliegenden Zwischenbericht zum 30. Juni 2022 ein
gegenüber dem Konzernabschluss zum
Geschäftsjahresende deutlich verkürzter
Berichtsumfang gewählt.
Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt im
Jahresverlauf dem Einfluss bestimmter saisonaler
Schwankungen. In der Vergangenheit waren die Umsatz- und
Ergebnisbeiträge im ersten Quartal tendenziell am
niedrigsten und im vierten Quartal tendenziell am
höchsten, geprägt durch ein traditionell
besonders starkes Jahresendgeschäft. Daher können
die Zwischenergebnisse nur eingeschränkt als Indikator
für die Ergebnisse des gesamten Geschäftsjahres
herangezogen werden.
II. BILANZIERUNGS-, BEWERTUNGS- UND KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEFür bereits bestehende und unveränderte IFRS
stimmen die in der Erstellung des verkürzten
Konzern-Zwischenabschlusses angewandten Bilanzierungs-,
Bewertungs- und Konsolidierungsgrundsätze mit
denjenigen überein, die in der Erstellung des
Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021
angewandt wurden.
Die Ermittlung des Steueraufwands erfolgt
gemäß IAS 34 in der Zwischenberichtsperiode auf
Basis des effektiven Steuersatzes, der für das gesamte
Geschäftsjahr erwartet wird. Steuern, die sich auf
außergewöhnliche Sachverhalte beziehen, werden
in dem Quartal berücksichtigt, in dem der zugrunde
liegende Sachverhalt eintritt.
Aufgrund der nach wie vor unabsehbaren weltweiten Folgen
der COVID-19-Pandemie unterliegen Schätzungen und
Ermessensentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit.
Die sich tatsächlich einstellenden Beträge
können von den Schätzungen und
Ermessensentscheidungen abweichen. Bei der Aktualisierung
der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden
verfügbare Informationen über die
voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung
berücksichtigt. Diese Informationen wurden bei der
Untersuchung der Werthaltigkeit finanzieller
Vermögenswerte, insbesondere der Forderungen,
einbezogen.
Die Bilanzansätze der Geschäfts- und
Firmenwerte sowie die in den sonstigen immateriellen
Vermögenswerten ausgewiesenen Marken werden mit
Ausnahme von Inmac WStore jährlich anhand von
Impairment-Tests auf Basis der Nutzungswerte auf
Werthaltigkeit geprüft. Aufgrund der getroffenen
Annahmen und Sensitivitätsanalysen zum 31. Dezember
2021, sowie der Geschäftsentwicklung im ersten
Halbjahr 2022, ergeben sich keine Anzeichen für einen
Wertminderungsbedarf. Der nächste jährliche
durchzuführende Impairment-Test gemäß IAS
36 wird auf Basis der zum 30. September 2022 vorliegenden
Informationen durchgeführt.
III. KONSOLIDIERUNGSKREISDer Konsolidierungskreis umfasst die Bechtle AG,
Neckarsulm, und alle ihre beherrschten
Tochtergesellschaften. Die Bechtle AG hält
unverändert zum Vorjahr an sämtlichen
konsolidierten Gesellschaften unmittelbar oder mittelbar
jeweils alle Anteile und Stimmrechte.
Nachfolgend genannte Unternehmen wurden im
Berichtszeitraum erstmals in den Konsolidierungskreis
einbezogen:
scrollen
IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNGUMSATZIm Umsatz in Höhe von 2.796.755 Tsd. €
(Vorjahr 2.529.656 Tsd. €¹) werden die den Kunden
berechneten Entgelte für Lieferungen und Leistungen -
vermindert um Erlösschmälerungen und Skonti -
ausgewiesen.
Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der
Umsatzerlöse:
scrollen
Im Geschäftssegment IT-E-Commerce werden dabei
überwiegend IT-Handelsumsätze zeitpunktbezogen
erzielt. Im Geschäftssegment IT-Systemhaus &
Managed Services bestehen die Umsätze aus
IT-Handelsumsätzen, die ebenfalls zeitpunktbezogen
realisiert werden und zu einem Anteil aus
IT-Dienstleistungsumsätzen, die entweder zeitpunkt-
oder zeitraumbezogen realisiert werden.
Kunden sind grundsätzlich (branchenunabhängig)
nur gewerbliche Endabnehmer und öffentliche
Auftraggeber. Die umsatzstärksten Produktgruppen im
abgelaufenen Halbjahr waren Mobile Computing,
IT-Dienstleistung, Peripherie und Netzwerkkomponenten. Mit
ihnen erwirtschaftete Bechtle rund 69 % des Gesamtumsatzes
(Vorjahr: 64 %¹).
Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der
Umsatzerlöse in öffentliche Auftraggeber und
gewerbliche Endabnehmer:
scrollen
Die Aufgliederung des Umsatzes nach
Geschäftssegmenten und Regionen ergibt sich aus den
Segmentinformationen.
AUFWANDSGLIEDERUNGscrollen
Der Anstieg im Materialaufwand gegenüber dem
Vorjahreszeitraum resultiert im Wesentlichen aus dem
höheren Geschäftsvolumen. Der Personal- und
Sozialaufwand erhöhte sich aufgrund der gestiegenen
Anzahl an Beschäftigten. Die sonstigen betrieblichen
Aufwendungen sind vor allem aufgrund gestiegener Kfz- und
Reisekosten sowie durch gestiegene Marketingaufwendungen
deutlich höher als im Vorjahreszeitraum.
Im Materialaufwand ist netto ein Ertrag aus
Wechselkursschwankungen von 2.983 Tsd. € enthalten
(Vorjahr: 1.630 Tsd. €).
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEDer Anstieg in den sonstigen betrieblichen Erträgen
ist vor allem auf die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
höheren Marketingzuschüsse und sonstigen
Vergütungen von Lieferanten zurückzuführen.
Diese betrugen im ersten Halbjahr 2022 10.966 Tsd. €
(Vorjahr: 9.158 Tsd. €) und machen damit den
Großteil der sonstigen betrieblichen Erträge
aus.
FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGENDie Finanzerträge enthalten Erträge aus
täglich verfügbaren Einlagen, aus Geldanlagen und
finanziellen Forderungen.
Die Finanzaufwendungen enthalten überwiegend
Zinsaufwendungen der Finanzverbindlichkeiten.
ERGEBNIS JE AKTIEDie folgende Tabelle zeigt die Berechnung des den
Aktionären der Bechtle AG zustehenden Ergebnisses nach
Steuern je Aktie:
scrollen
Anpassung an AktiensplitDas Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus
dem Ergebnis nach Steuern (den Aktionären der Bechtle
AG zustehend) und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt im
Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Eigene Aktien
würden die Anzahl ausstehender Aktien entsprechend
verringern. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist
identisch mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie.
SONSTIGES ERGEBNISDas sonstige Ergebnis ist wesentlich durch die
EUR/CHF-Wechselkursentwicklung geprägt. Im
Vorjahreszeitraum verlor der Schweizer Franken
gegenüber dem Euro leicht an Wert, wohingegen die
Schweizer Währung im ersten Halbjahr 2022 an Wert
gewann.
Die genaue Zusammensetzung des erfolgsneutral zu
erfassenden sonstigen Ergebnisses hinsichtlich seiner
Veränderung und seines kumulierten Stands ist in
Gliederungspunkt V. "Erläuterungen zur Bilanz und zur
Eigenkapitalveränderungsrechnung" dargestellt.
V. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGVERMÖGENSWERTEDie Geschäfts- und Firmenwerte sowie die sonstigen
immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich durch
die im ersten Halbjahr getätigten Akquisitionen. Diese
Investitionen, die im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021
erhöhte Dividendenausschüttung sowie der starke
Aufbau der Vorräte, um die Lieferfähigkeit von
Bechtle gewährleisten zu können, führten zu
einem Rückgang liquider Mittel. In den sonstigen
kurzfristigen Vermögenswerten sind zum 30. Juni 2022
Vertragsvermögenswerte von 52.712 Tsd. €
enthalten (31. Dezember 2021: 28.663 Tsd. €).
EIGENKAPITALGezeichnetes KapitalDas Grundkapital der Gesellschaft ist zum 30. Juni 2022
unverändert gegenüber dem 31. Dezember 2021 in
126.000.000 voll eingezahlte, ausgegebene Stammaktien mit
einem rechnerischen Nennwert von 1,00€ eingeteilt.
Jede Aktie gewährt eine Stimme.
GewinnrücklagenIn der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 wurde
beschlossen, für das Geschäftsjahr 2021 eine
Dividende in Höhe von 0,55€ je
dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten.
Die Dividendenauszahlung erfolgte am 8. Juni 2022.
Das erfolgsneutral zu erfassende sonstige Ergebnis setzt
sich hinsichtlich seines kumulierten Stands zum
Bilanzstichtag und seiner Veränderung im
Berichtszeitraum wie folgt zusammen:
scrollen
scrollen
SCHULDENDer leichte Rückgang der Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen ist im Wesentlichen auf die
üblichen saisonalen Schwankungen im Jahresverlauf mit
einem umsatzstarken Schlussquartal
zurückzuführen.
VI. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNGIm Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultiert der
Rückgang im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
aus dem stärkeren Abbau der Verbindlichkeiten sowie
dem größeren Aufbau der Vorräte.
Darüber hinaus erhöhten sich die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen, wohingegen im Vorjahreszeitraum
ein Abbau zu verzeichnen war. Gegenläufig wirkten die
Ergebnissteigerung sowie die Veränderung im
übrigen Nettovermögen.
Im Bereich der Investitionstätigkeit sind
insbesondere höhere Auszahlungen für
Akquisitionen sowie für immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen im Berichtszeitraum zu
verzeichnen.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird zum
einen wesentlich durch die im Berichtszeitraum
aufgenommenen Finanzverbindlichkeiten bestimmt. Zum anderen
führte die ausgeschüttete Dividende für das
Geschäftsjahr 2021 von 69.300 Tsd. € zu einem
Abfluss von liquiden Mitteln. Die Dividendensumme für
das Geschäftsjahr 2020, die im Vorjahr ausgezahlt
wurde, betrug 56.700 Tsd. €.
VII. LEASINGVERHÄLTNISSEIn den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind
zum Abschlussstichtag Leasingforderungen in Höhe von
62.107 Tsd. € (31. Dezember 2021: 71.150 Tsd. €)
enthalten. Die nicht diskontierten, jährlich
fälligen Leasingzahlungen stellen sich wie folgt dar:
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Der Zinsanteil der Leasingzahlung entspricht dem noch
nicht realisierten Finanzertrag.
VIII. BEIZULEGENDER ZEITWERT VON FINANZINSTRUMENTENFinanzielle Vermögenswerte und Schulden
(Finanzinstrumente) werden nach IFRS 7 in Klassen
zusammengefasst. Die Zuordnung der in den einzelnen
Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente ist im
vorliegenden Zwischenbericht analog zu der Zuordnung im
Geschäftsbericht 2021.
Nach IFRS 13 werden die Bewertungstechniken,
abhängig von den wesentlichen Parametern, auf denen
die Bewertung basiert, in folgende drei Stufen eingeteilt:
Stufe 1: Bewertung mit auf aktiven Märkten
notierten (nicht berichtigten) Preisen für identische
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Stufe 2: Bewertung für den Vermögenswert oder
die Verbindlichkeit erfolgt entweder unmittelbar oder
mittelbar auf Basis beobachtbarer Inputdaten, die keinen
notierten Preis nach Stufe 1 darstellen
Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen mit nicht am
Markt beobachtbaren Inputparametern
Nachfolgende Tabelle stellt Buchwerte und beizulegende
Zeitwerte der Finanzinstrumente für die Klassen von
Finanzinstrumenten nach IFRS 7 sowie deren Bewertungsstufe
nach IFRS 13 und Bewertungskategorie nach IFRS 9 dar.
scrollen
Verwendete Abkürzungen für
Bewertungskategorien des IFRS 9:
AK = fortgeführte Anschaffungskosten
EwzbZ = Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Während der Berichtsperiode gab es keine
Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
der Stufe 1 und Stufe 2 und keine Umbuchungen in oder aus
Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3.
Die Verbindlichkeiten aus Akquisitionen sind bedingte,
nachträgliche Kaufpreiszahlungen (Earnouts) für
erfolgte Akquisitionen. An der Berechnungsmethodik und den
Sensitivitäten erfolgten während des
Berichtszeitraums keine wesentlichen Änderungen.
Die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Akquisitionen
stellt sich wie folgt dar:
scrollen
scrollen
Die im Finanzergebnis als Aufwand erfassten 29 Tsd.
€ entfallen in voller Höhe auf die zum 30. Juni
2022 bilanzierten, in der Zukunft fälligen Zahlungen.
IX. SEGMENTINFORMATIONENFür die Aufstellung der Segmentinformationen gelten
dieselben Grundsätze wie im Konzernabschluss zum
Geschäftsjahr 2021.
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1 Prinzipal-versus-Agenten-Bilanzierung (PvA)
Im Segment IT-E-Commerce werden die Handelsumsätze
überwiegend zeitpunktbezogen realisiert, da die
Erfüllung der Leistungsverpflichtung von Bechtle durch
Übertragung der Ware an den Kunden erfolgt. Die
Handelsumsätze des Geschäftssegments
IT-Systemhaus & Managed Services werden ebenfalls
zeitpunktbezogen realisiert, wenn es sich hierbei um
Warenlieferungen handelt. Des Weiteren können
Kombinationen aus Warenlieferung und Dienstleistung
erbracht werden, die im Wesentlichen mittels Kundenabnahme
realisiert werden. Lediglich bei
IT-Dienstleistungsumsätzen kann eine zeitraumbezogene
Realisierung vorliegen. Der Umsatzanteil der reinen
Dienstleistungsumsätze liegt in diesem Segment bei 30
% (Vorjahr: 29 %¹).
scrollen
Die Gesamtsegmentvermögenswerte sind nicht
Bestandteil des internen Reportings, sodass auf diese
Angabe im Zwischenbericht verzichtet wird.
X. AKQUISITIONEN UND KAUFPREISALLOKATIONMit Erwerbszeitpunkt 1. Mai 2022 wurden sämtliche
Geschäftsanteile an der CORDSEN ENGINEERING GmbH in
Seligenstadt, Deutschland, erworben. Des Weiteren hat
Bechtle mit Erwerbszeitpunkt 1. Juni 2022 die PQR B.V. in
Utrecht, Niederlande, erworben.
Die Bilanzierung aller Unternehmenskäufe erfolgte
unter Anwendung der Erwerbsmethode und ist noch als
vorläufig hinsichtlich Identifizierung und Bewertung
von neu identifizierten Vermögenswerten zu werten.
Die bilanzielle Darstellung der Zeitwerte der
Vermögenswerte und Schulden zum jeweiligen
Erstkonsolidierungszeitpunkt zeigt folgende Tabelle:
scrollen
Neben den bereits von den erworbenen Unternehmen
angesetzten Vermögenswerten und Schulden, deren
Buchwerte ihren beizulegenden Zeitwerten entsprachen,
wurden dabei Kundenbeziehungen in Höhe von 4.380 Tsd.
€ neu als identifizierbare Vermögenswerte
angesetzt und zu ihren beizulegenden Zeitwerten zum
Erwerbszeitpunkt bewertet.
Im Zuge der Aktivierung der Kundenbeziehungen wurden
passive latente Steuern (1.101 Tsd. €) gebildet.
Aus der Kapitalkonsolidierung resultierte unter
Berücksichtigung des gesamten erworbenen
Nettovermögens in Höhe von 27.667 Tsd. € in
Summe ein vorläufiger Unterschiedsbetrag in Höhe
von 41.751 Tsd. €, der als Geschäfts- und
Firmenwert ausgewiesen wird. Dieser Geschäfts- und
Firmenwert wird steuerlich nicht anerkannt. Der
Geschäfts- und Firmenwert basiert im Wesentlichen auf
Synergien im Bereich Umsatz, die aus der Erweiterung des
Portfolios und sich eröffnender Potenziale im Bereich
von Managed-Service-Verträgen resultieren.
Die Anschaffungskosten der im ersten Halbjahr 2022
erworbenen Gesellschaften (69.418 Tsd. €) führten
unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden
Mittel zu einem Abfluss von liquiden Mitteln in Höhe
von 71.721 Tsd. €.
Bei den übernommenen Forderungen sind keine
wesentlichen Beträge an Wertberichtigungen zu
berücksichtigen.
Mit dem Erwerb der CORDSEN ENGINEERING GmbH wird das
Segment IT-Systemhaus & Managed Services im Bereich der
Spezialisten gestärkt und das Portfolio um
Tempestierungskompetenzen erweitert. Das 1996
gegründete Unternehmen mit Sitz in Seligenstadt ist
Spezialist auf dem Gebiet der Abstrahlsicherheit von
IT-Hardware, sogenannte Tempestierungen sowie der
Entwicklung, Produktion und Vertrieb speziell
gehärteter IT-Hardware.
Des Weiteren baut Bechtle mit dem Erwerb der PQR B.V.
seine Marktpräsenz in den Niederlanden weiter aus. Das
1990 gegründete Unternehmen ist ein seit 32 Jahren am
Markt etabliertes IT-System-haus mit einem starken
Kundenfokus im Public Sector und einem Kompetenzschwerpunkt
im Bereich hybride Cloud-Umgebungen. Damit setzt Bechtle
seine Akquisitionsstrategie konsequent um, die seit 2021
für das Segment IT-Systemhaus & Managed Services
auch Standorte außerhalb der DACH-Region vorsieht.
Das Systemhausgeschäft umfasst den Verkauf von Hard-
und Software, IT-Consulting sowie Managed Services und ist
damit komplementär zu den bisherigen
E-Commerce-Aktivitäten der Bechtle Gruppe in den
Niederlanden, die ihren Fokus im Bereich Modern Workplace
haben.
Seit dem Erwerb haben die Akquisitionen in Summe 3,5
Mio. € zu den Umsatzerlösen und -0,1 Mio. €
zum Ergebnis nach Steuern beigetragen. Wäre der
Akquisitionszeitpunkt der Neuakquisitionen zu Beginn des
Berichtsjahres gewesen, läge der Umsatz des Bechtle
Konzerns für den Berichtszeitraum bei 2.838 Mio.
€, das Ergebnis nach Steuern läge bei 116,6 Mio.
€.
Erwerb nach dem Stichtag. Ende Juli 2022 wurde der
Kaufvertrag über den Erwerb sämtlicher Anteile an
der Axez ICT Solutions B.V. in den Niederlanden
unterzeichnet. Der2009 gegründete IT-Dienstleister hat
seinen Sitz in Rijswik in der Nähe von den Haag und
ist im Schwerpunkt zertifizierter Platinum Partner von
Hewlett Packard Enterprise und Aruba. Axez ist seit 13
Jahren mit einem breiten Kundenstamm im
niederländischen Markt bestens etabliert,
beschäftigt 22 Mitarbeitende und setzte im
zurückliegenden Geschäftsjahr 17 Mio. € um.
Mit der Akquisition setzt Bechtle ihre
Internationalisierungsstrategie fort und stärkt mit
einem weiteren IT-Systemhaus die Marktposition in den
Niederlanden. Der Kaufpreis für die Gesellschaft
beläuft sich auf 7.369 Tsd. €. Axez soll
vollständig in PQR integriert werden. Das bisherige
Management bleibt weiter in führender Funktion im
Unternehmen tätig.
XI. MENSCHEN BEI BECHTLEDie Beschäftigtenzahlen stellen sich wie folgt dar:
scrollen
Nach Segmenten und Regionen teilen sich die
Beschäftigtenzahlen (ohne Aushilfen) wie folgt auf:
scrollen
Nach Funktionsbereichen teilen sich die
Beschäftigtenzahlen (ohne Beschäftigte in
Abwesenheit und ohne Aushilfen) wie folgt auf:
scrollen
XII. BESONDERE EREIGNISSE NACH ENDE DES BERICHTSZEITRAUMSNach Ende des Berichtszeitraums sind keine besonderen
Ereignisse bei Bechtle eingetreten.
Neckarsulm, 11. August 2022
Bechtle AG
Der Vorstand
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VERSICHERUNG DES VORSTANDSNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Ertrags-, Vermögens- und
Finanzlage des Konzerns vermittelt und im Konzern-
Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Neckarsulm, 10. August 2022
Bechtle AG
Der Vorstand
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ANGABEN ZUR PRÜFERISCHEN DURCHSICHTDer vorliegende Zwischenbericht wurde weder entsprechend
§ 317 HGB geprüft noch einer prüferischen
Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen.
Zukunftsbezogene AussagenDer vorliegende Zwischenbericht enthält Aussagen,
die sich auf die zukünftige Entwicklung der Bechtle AG
beziehen. Diese Aussagen beruhen sowohl auf Annahmen als
auch auf Schätzungen. Obwohl der Vorstand davon
überzeugt ist, dass die vorausschauenden Aussagen
realistisch sind, kann dafür nicht garantiert werden.
Die Annahmen bergen Risiken und Unsicherheiten, die dazu
führen können, dass die tatsächlichen
Ereignisse wesentlich von den erwarteten abweichen.
Rechnungslegung und Berichterstattung folgen den
International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie
in der EU anzuwenden sind. Bei allen Prozentangaben im
Bericht sind gegenüber den genannten Beträgen in
Millionen Euro Rundungsdifferenzen möglich. Das
Gleiche gilt bei Summen und Differenzen gegenüber den
Einzelwerten.
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