IBU-tec advanced materials AGWeimarKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die IBU-tec advanced materials AG Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der IBU-tec advanced materials AG, Weimar, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024 der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der IBU-tec advanced materials AG für das Geschäftsjahr vom 1.Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die in Abschnitt „3. Nichtfinanzielle Erklärung“ des Konzernlageberichts enthaltenen Sonstigen Informationen haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt „3. Nichtfinanzielle Erklärung“ des Konzernlageberichts enthaltenen freiwilligen und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben. Die Sonstigen Informationen umfassen zudem den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellten Geschäftsbericht. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Leipzig, 15. Mai 2025 EY GmbH & Co. KG Hofmann, Wirtschaftsprüfer Bätz, Wirtschaftsprüfer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024AKTIVA
PASSIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024
Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis 31.Dezember 2024
Anhang zum Konzernjahresabschluss 2024der IBU-tec advanced materials AG, WeimarI. Allgemeine Angaben Der Konzernjahresabschluss der IBU-tec Gruppe für den Zeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2024 wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Für den Konzernjahresabschluss wurde das gesetzliche Gliederungsschema des § 298 HGB befolgt. Besondere Umstände, die dazu führen, dass der Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht vermittelt, waren nicht zu verzeichnen (§ 264 Abs. 2 S. 2 HGB). Die IBU-tec advanced materials AG („Muttergesellschaft“) hat ihren Sitz in Weimar und ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Jena unter der Nummer HRB 503021 eingetragen. II. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden die hundertprozentigen Tochtergesellschaften, die BNT Chemicals GmbH, Bitterfeld-Wolfen, („BNT GmbH“ oder „Tochtergesellschaft“) und die IBUvolt battery materials GmbH, Weimar, („IBUvolt GmbH“ oder „Tochtergesellschaft“) einbezogen, auf die die IBU-tec AG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausübt. IBUvolt battery materials GmbH übt zum 31.12.2024 noch keinen operativen Geschäftsbetrieb aus. Für die BNT GmbH wurden Erleichterungsvorschriften gemäß § 264 Abs 3 HGB angewendet. III. Konsolidierungsgrundsätze Bei der erstmaligen Einbeziehung der BNT GmbH zum 30.06.2018 wurden die in den Konzernabschluss aufgenommenen Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten im Rahmen der Kaufpreisallokation neu bewertet respektive angesetzt. Hierbei führten die stillen Reserven bei den Grundstücken zu einer Höherbewertung gegenüber dem Jahresabschluss des Tochterunternehmens. Auf Basis dieser stillen Reserven wurden passive latente Steuern ermittelt und in der Konzernbilanz angesetzt. Zusätzlich wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in der Konzernbilanz als Vermögensgegenstand angesetzt. Vorhandene steuerliche Verlustvorträge bei der BNT GmbH führten zum Ansatz von aktiven latenten Steuern, deren Bildung im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 30.06.2018 erfolgte. In den kommenden Jahren kam es zur schrittweisen Auflösung im Rahmen der Folgekonsolidierungen zum Bilanzstichtag, welche jeweils erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt wurden. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzernunternehmen wurden aufgerechnet. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Erlöse und Aufwendungen aus den konzerninternen Weiterberechnungen ebenso wie die internen Zinserträge bzw. Zinsaufwendungen aus dem durch die IBU-tec AG an die BNT GmbH gewährten Gesellschafterdarlehen im Zuge der Konsolidierung eliminiert. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Erstkonsolidierung wird über einen Zeitraum von 10 Jahren linear abgeschrieben. IV. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAnlagevermögen Für die Abschreibung von Gegenständen des Anlagevermögens wurden folgende Abschreibungsmethoden angewandt (ohne geringwertige Wirtschaftsgüter):
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten und, sofern diese der Abnutzung unterliegen, abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Dabei kam grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Die Abschreibung erfolgte pro rata temporis. Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre jeweiligen Anschaffungskosten 0,8 T€ nicht übersteigen. Das Aktivierungswahlrecht nach § 248 Abs. 2 S. 1 HGB wurde im Geschäftsjahr 2024 durch die IBU-tec AG in Anspruch genommen. Entwicklungskosten in Höhe von 1.338 T€ (Vorjahr: 351 T€) für die Entwicklung neuer Produktionsverfahren, für Prototypen von LFP-Batteriezellen, für die Entwicklung von LFP 402 und für die Entwicklung der Dachmarke IBU-tec, die auch dem Gesamtbetrag der erfassten und nicht im Kundenauftrag erfolgten Forschungs- und Entwicklungskosten entsprechen, wurden unter den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert. Die aktivierten Entwicklungskosten beinhalten angemessene Teile der Verwaltungsgemeinkosten. Die Herstellungskosten entsprechen im Übrigen der handelsrechtlichen Wertuntergrenze. Eine Aktivierung erfolgt seit dem Zeitpunkt, ab dem die IBU-tec AG vom erfolgreichen Projektabschluss und damit dem Entstehen eines Vermögensgegenstands ausgeht. Es wurden im Geschäftsjahr keine Abgänge gebucht (Vorjahr: 26 T€). Unter Berücksichtigung der auf den aktivierten Betrag entfallenden passiven latenten Steuern resultiert ein gem. § 268 Abs. 8 HGB ausschüttungsgesperrter Betrag von 1.355 T€ (Vorjahr: 385 T€). Beim Vorliegen einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Umlaufvermögen Innerhalb der Vorräte wurden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zu Anschaffungskosten mit dem gleitenden Durchschnittspreis bewertet oder zu den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten am Abschlussstichtag angesetzt. Der Wertansatz der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen sowie der fertigen Erzeugnisse erfolgte zu den Herstellungskosten. In die Berechnung der Herstellungskosten wurden, neben den handelsrechtlichen Pflichtbestandteilen, angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung einbezogen. Durch ausreichend bemessene Wertkorrekturen wurde allen erkennbaren Lagerungs- und Bestandsrisiken Rechnung getragen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Dem Ausfallwagnis wurde durch Einzel- und Pauschalwertberichtigung auf Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten geleistete Vorauszahlungen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen wurden latente Steuern ermittelt. Diese werden mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz (30,63 %) im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Mit Ausnahme der im Rahmen der Erstkonsolidierung erfassten Beträge unterbleibt eine Aktivierung von latenten Steuern aufgrund der auf Einzelabschlussebene bestehenden steuerlichen Verlustvorträge wie im Vorjahr. Die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung werden nicht abgezinst. Es erfolgt eine Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern nach § 306 und § 274 HGB. Die Auswirkungen des im Dezember 2023 in Kraft getretenen Mindeststeuergesetzes wurden durch den Vorstand beurteilt. Da die IBU-tec AG die in § 1 Abs. 1 M inStG verpflichtenden Schwellenwerte zur Anwendung deutlich unterschreitet, ergeben sich hieraus keine Auswirkungen. Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt. Für öffentliche Investitionszuschüsse wurde ein Passivposten gebildet, der korrespondierend zu den Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauern der bezuschussten Anlagengegenstände aufzulösen ist. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in der Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der Deutschen Bundesbank der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind zum Nennwert angesetzt. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten erhaltene Vorauszahlungen, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen. V. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt. Bei der erstmaligen Einbeziehung der BNT GmbH zum 30.06.2018 wurden die in den Konzernabschluss aufgenommenen Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten im Rahmen der Kaufpreisallokation neu bewertet respektive angesetzt. Hierbei führten die stillen Reserven bei den Grundstücken zu einer Höherbewertung gegenüber dem Jahresabschluss des Tochterunternehmens. Zusätzlich wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in der Konzernbilanz als Vermögensgegenstand angesetzt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird über einen Zeitraum von zehn Jahren linear abgeschrieben. Vorräte
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe enthalten auch ein „Zwischenprodukt“ bei der BNT GmbH. Dieses Kuppelprodukt, welches im Wesentlichen Zinn beinhaltet, entstand im Rahmen des Glascoating-Produktionsprozesses. Das „Zwischenprodukt“ wird im Rahmen des Produktionsprozesses wiederaufbereitet und erneut der Produktion zugeführt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Der Gesamtbetrag der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 6.967 T€ (Vorjahr: 8.252 T€) setzt sich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6.545 T€ (Vorjahr: 7.955 T€) und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 422 T€ (Vorjahr: 298 T€) zusammen. Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände weisen, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr auf. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Die Guthaben bei Kreditinstituten haben sich von 380 T€ im Vorjahr auf 904 T€ im Berichtsjahr erhöht. Weiterführende Informationen sind der Kapitalflussrechnung in Anlage 3 zu entnehmen. Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen vorausgezahlte Betriebsversicherungsprämien sowie sonstige Kostenabgrenzungen. Eigenkapital Das Konzerneigenkapital hat sich im Jahr 2024 wie folgt entwickelt:
Das gezeichnete Kapital der IBU-tec AG in Höhe von 4.750 T€ ist eingeteilt in 4.750.000 nennwertlose Stückaktien auf die Inhaber lautend, die vollständig einbezahlt sind. Aufgrund der in der Satzung erteilten Ermächtigung „Genehmigtes Kapital 2017/1“ wurde das Grundkapital in 2021 um 750 T€ auf 4.750 T€ erhöht. Durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 16.02.2021 ist die Satzung in den Ziffern 4.1 und 4.2 (Grundkapital und Aktien) geändert. Das Genehmigte Kapital vom 16.02.2017 (Genehmigtes Kapital 2017/1) betrug nach teilweiser Ausschöpfung noch 750 T€. Die Hauptversammlung vom 29.04.2021 hat die Schaffung zweier Genehmigter Kapitale (Genehmigtes Kapital 2021/I und Genehmigtes Kapital 2021/II) und eines Bedingten Kapitals (Bedingtes Kapital 2021/I), die Aufhebung des Genehmigten Kapitals 2017/I und des Bedingten Kapitals 2017/I sowie die Änderung der Ziffer 4 (Höhe und Einteilung des Grundkapitals) der Satzung beschlossen. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29.04.2021 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 28.04.2026 gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals, um insgesamt bis zu 475 T€ zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/1), wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29.04.2021 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 28.04.2026 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals, um insgesamt bis zu 1.900 T€ zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/II), wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann. Sonderposten Für alle Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen wurden Sonderposten gebildet, die entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter aufgelöst werden.
Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die übrigen sonstigen Rückstellungen beinhalteten im Vorjahr Entsorgungsrückstellungen in Höhe von TEUR 772, welche im Geschäftsjahr 2024 aufgrund der erfolgreichen Klage beim Verwaltungsgericht Halle gegen die Anordnung des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt (aus dem Vorjahr), wieder aufgelöst werden konnten. Darüber hinaus bestehen übrige sonstige Rückstellungen für ausstehende Rechnungen inklusive der Kosten der Prüfung des Jahresabschlusses und für Verpflichtungen aus Gewährleistungen. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Verbindlichkeiten gegenüber der COM M ERZBANK sind in Höhe von 700 T€ mit einer Buchgrundschuld über nominal 2.000 T€ auf das Geschäftsgrundstück der IBU-tec AG in Bitterfeld-Wolfen besichert. Verbindlichkeiten gegenüber der Sparkasse sind in Höhe von 1.032 T€ mit Buchgrundschulden über nominal 2.033 T€ auf die Geschäftsgrundstücke der IBU-tec AG sowie mit einer Sicherungsübertragung der Photovoltaikanlage besichert. Des Weiteren bestehen gegenüber der Sparkasse eine Forderungsabtretung in Höhe von 384 T€ aus der Einspeisevergütung einer Photovoltaikanlage, außerdem Abtretungen von Rechten und Ansprüchen in selber Höhe aus dem Anlagenerrichtungsvertrag sowie aus dem Wartungs- und Instandhaltungsvertrag der Photovoltaikanlage. Es liegt eine Bankengleichbehandlungserklärung der IBU-tec AG vor, haftend für alle bestehenden und künftigen, auch bedingten oder befristeten Forderungen der Sparkasse. Zudem wurde eine Globalabtretung von Außenständen aus Warenlieferungen und Leistungen gegen alle Kunden bzw. Schuldner mit der Sparkasse vereinbart, deren Sicherheitengeber die IBU-tec AG, die IBUvolt GmbH und die BNT Chemicals GmbH sind. Eine Raumsicherungsübertragung von Waren mit Abtretung der Verkaufsforderungen für den Sicherungsraum Hainweg 9-11 in Weimar wurde vereinbart mit dem Sicherheitengeber IBUvolt battery materials GmbH, Weimar, haftend für alle bestehenden und künftigen, auch bedingten oder befristeten Forderungen der Sparkasse gegen die IBU-tec AG und/oder IBUvolt GmbH. Es existiert weiterhin ein Schuldbeitritt/eine M ithaftung der BNT Chemicals GmbH, Bitterfeld-Wolfen, und der IBUvolt battery materials GmbH für zwei Konten der IBU-tec AG, ein Darlehen und zwei Avalkonten. Mit der Deutsche Leasing GmbH, Bad Homburg v.d. Höhe, bestehen zwei Verträge für die Sicherungsübereignung von Anlagen, deren Restbuchwert zum Bilanzstichtag 344 T€ (Vorjahr: 680 T€) beträgt. Passive latente Steuern Bei der erstmaligen Einbeziehung der BNT GmbH zum 30.06.2018 wurden die in den Konzernabschluss aufgenommenen Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten im Rahmen der Kaufpreisallokation neu bewertet respektive angesetzt. Hierbei führten die ermittelten stillen Reserven bei den Grundstücken in Höhe von 612 T€ zu einer Höherbewertung gegenüber dem Jahresabschluss des Tochterunternehmens. Auf Basis dieser stillen Reserven und auf Grundlage eines Steuersatzes (Körperschaft- und Gewerbesteuer) in Höhe von 29,8 %, wurden passive latente Steuern in Höhe von 183 T€ ermittelt und in der Konzernbilanz angesetzt. Da die Grundstücke nicht planmäßig abgeschrieben werden, wird auch im Rahmen der Folgekonsolidierungen diese passive latente Steuer in gleicher Höhe ausgewiesen. Die Zusammensetzung der latenten Steuerposten sind in nachfolgender Tabelle dargestellt.
VI. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie Gewinn- und Verlustrechnung wurde gem. § 275 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. In 2024 wurden aus den einzelnen Tätigkeitsbereichen der Gruppe folgende Umsatzanteile generiert:
Die Umsatzerlöse wurden in folgenden geographischen Märkten erwirtschaftet:
Die aktivierten Eigenleistungen enthalten erbrachte Eigenleistungen durch Mitarbeiter der IBU-tec AG und der BNT GmbH im Rahmen diverser Investitions- und Entwicklungsprojekten. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Sachbezüge in Höhe von 417 T€ (Vorjahr: 423 T€) und Erlöse aus der Auflösung von Sonderposten für Investitionszuschüsse in Höhe von 230 T€ (Vorjahr: 331 T€). Darüber hinaus haben sich die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen im Vergleich zum Vorjahr (217 T€) auf 909 T€ erhöht. Hierbei sind die im Vorjahr bei der BNT GmbH zunächst gebildeten Entsorgungsrückstellungen in Höhe von 772 T€ enthalten, die im Geschäftsjahr, aufgrund der erfolgreichen Klage beim Verwaltungsgericht Halle, wieder aufgelöst werden konnten. Die periodenfremden Erträge betragen 38 T€ und beinhalten im Wesentlichen Kostenerstattungen für Vorjahre. Der Materialaufwand in Höhe von 28.089 T€ (Vorjahr: 25.625 T€) beinhaltet Aufwendungen für Roh -, Hilfs- und Betriebsstoffe 26.101 T€ (Vorjahr: 23.441 T€) - davon Energiestoffe für die Fertigung 1.678 T€ (Vorjahr: 2.949 T€) sowie Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.988 T€ (Vorjahr: 2.184 T€). Der Personalaufwand in Höhe von 14.704 T€ (Vorjahr: 14.222 T€) beinhaltet einmalige Abfindungszahlungen in Höhe von 126 T€ im Zusammenhang mit der Restrukturierung der BNT. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 9.542 T€ (Vorjahr: 8.782 T€) beinhalten im Geschäftsjahr 2024 Raumkosten T€ 389, Fahrzeugkosten 469 T€, Versicherungen/Beiträge 1.052 T€, Werbekosten 265 T€, Reisekosten 142 T€, Reparaturen und Instandhaltungen 1.620 T€ und andere betriebliche Aufwendungen 5.605 T€. Darin ebenfalls enthalten sind Einzelwertberichtigungen für drei Debitoren der IBU-tec AG in Höhe von 139 T€ (Vorjahr: 124 T€). Die periodenfremden Aufwendungen betragen 205 T€ und beinhalten im Wesentlichen Nachzahlungen für Versicherungen, Stromsteuern sowie Strom und Gaskosten, Beiträge, Zollprüfungskosten sowie Rechts- und Beratungskosten für Vorjahre. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind um 77 T€ auf 518 T€ (Vorjahr: 441 T€) angestiegen. VII. Sonstige AngabenDie Gesamtbezüge des Aufsichtsrats inklusive Kostenerstattungen betrugen im Geschäftsjahr 133 T€ (Vorjahr: 122 T€). Die Anzahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter kann dem nachfolgenden Schema entnommen werden.
Die Gesellschaft nimmt aufgrund der bestehenden internen Berichtsstrukturen keine weitere Aufgliederung der Mitarbeiter nach Gruppen vor. Für das Management sind im Jahr 2024 für bestehende und neu abgeschlossene mittelbare betriebliche Altersvorsorgeverpflichtungen Beiträge in Höhe von 22 T€ (Vorjahr: 40 T€) geleistet worden. Für die zugesagten Leistungen wurden durch die beauftragten Versicherungsinstitute entsprechende Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen, so dass keine Passivierung der Pensionsverpflichtung erfolgt. Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von 5.401 T€ (Vorjahr: 4.314 T€) an offenen Bestellungen sowie Verpflichtungen aus Mieten, Pachten und Leasing in Höhe von 576 T€ (Vorjahr: 536 T€). Verpflichtungen aus Wartungsverträgen bestanden in Höhe von 755 T€ (Vorjahr: 577 T€). Es wurde eine Globalabtretung von Außenständen aus Warenlieferungen und Leistungen gegen alle Kunden bzw. Schuldner mit der Sparkasse vereinbart, deren Sicherheitengeber die BNT Chemicals GmbH ist, haftend für 2 Avalkonten der BNT Chemicals GmbH und für 2 Konten, 1 Darlehen und 2 Avalkonten der IBU-tec AG. Es existiert eine Sicherungsübereignung von Waren mit Abtretung der Verkaufsforderungen für den Sicherungsraum Hainweg 9-11 in Weimar, Riechstoffstraße 5 in Bitterfeld-Wolfen und Österholzstraße 5 in Nohra, deren Sicherheitengeber die IBU-tec AG ist, haftend für 2 Konten, 1 Darlehen sowie 2 Avalkonten der IBU-tec AG. Eine weitere Sicherungsübereignung von Waren mit Abtretung der Verkaufsforderungen wurde vereinbart für den Sicherungsraum PC-Straße 1 in Bitterfeld-Wolfen, Sicherheitengeber ist die BNT Chemicals GmbH; haftend für 2 Avalkonten der BNT GmbH sowie für 2 Konten, 1 Darlehen und 2 Avalkonten der IBU-tec AG. Außerbilanzielle Geschäfte bestanden bis zum Abschlussstichtag nicht. Angabepflichtige Haftungsverhältnisse bestanden zum 31.12.2024 in Höhe von 35 T€ (Vorjahr: 35 T€), 0 T€ (Vorjahr: 634 T€), 202 T€ (Vorjahr: 202 T€) und 159 T€ (Vorjahr: 0 T€) in Form von Vertragserfüllungsbürgschaften gegenüber mehreren Kunden, in Form von Anzahlungsbürgschaften in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 32 T€), 0 T€ (Vorjahr 634 T€), 259 T€ (Vorjahr: 259 T€) und in Höhe von 875 T€ (Vorjahr: 0 T€) gegenüber Kunden; weiterhin bestand in Höhe von 81 T€ (Vorjahr: 81 T€) eine Bürgschaft für Abfallverbringungen für die BNT Chemicals GmbH gegenüber dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Des Weiteren liegen zwei Bürgschaften zur Absicherung von Investitionskreditverträgen in Höhe von 713 T€ (Vorjahr: 713 T€) und 1.250 T€ (Vorjahr: 1.250 T€) vor. Wir sehen aufgrund eines bestehenden Versicherungsschutzes kein Risiko für eine Inanspruchnahme der Anzahlungs- und Vertragserfüllungsbürgschaften. Für die Bürgschaft in Höhe von 81 T€ besteht kein signifikantes Risiko der Inanspruchnahme aufgrund einer deutlichen Reduzierung der zu transportierenden Volumina. Hinsichtlich der für die BNT GmbH gewährten Bürgschaften zur Absicherung von Investitionskrediten sehen wir aufgrund der auskömmlichen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage kein Risiko der Inanspruchnahme. Zum Geschäftsjahresende lagen keine Zinsbegrenzungsvereinbarungen oder Sicherungsgeschäfte vor. VIII. Transaktionen mit nahestehenden Personen Mit der Ehefrau des Vorstandsmitglieds Ulrich Weitz besteht ein Anstellungsverhältnis als Vorstandsassistentin. Die jährliche Vergütung aus diesem Dienstvertrag beträgt 29 T€ (Vorjahr: 28 T€). Herr Ulrich Weitz gewährte der IBU-tec AG im Geschäftsjahr 2021 ein Darlehen in Höhe von 2.000 T€. Die vereinbarten Konditionen entsprechen marktüblichen Bedingungen. Im Berichtsjahr erfolgten Tilgungen von 400 T€ (Vorjahr: 400 T€), so dass das Darlehen zum Bilanzstichtag noch mit 502 T€ (Vorjahr: 902 T€) valutiert. Des Weiteren wurde ein Darlehensvertrag über 58 T€ zum Dienstfahrzeug von Ulrich Weitz abgeschlossen mit Herrn Weitz als Darlehensgeber. Mit den Aufsichtsratsmitgliedern Dr. Thau und Frau Cailleteau wurden Beratungsverträge abgeschlossen, die derzeit ruhen. Die vereinbarten Konditionen entsprechen marktüblichen Bedingungen. Im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr bestanden aus diesen Tätigkeiten keine Verbindlichkeiten und es wurden keine Honorare gezahlt. Beide Beratungsverträge wurden dem Aufsichtsrat vorgelegt und durch ordentliche Beschlüsse freigegeben. Auf die Angabe der Vorstandsbezüge wird unter Hinweis auf die Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. IX. Sonstige PflichtangabenDie IBU-tec AG mit Sitz in Weimar ist alleiniger Gesellschafter der BNT Chemicals GmbH sowie der IBU volt battery materials GmbH. Die Jahresabschlüsse der BNT GmbH sowie der IBUvolt battery materials GmbH fließen in den konsolidierten Jahresabschluss der IBU-tec Gruppe ein. Die IBU tec AG stellt den Konzernabschluss sowohl für den größten Kreis (§ 285 Abs. 14 HGB) als auch für den kleinsten Kreis von Unternehmen (§ 285 Abs. 14a HGB) auf. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister offengelegt. Die IBUtec AG selbst wird in keinen Konzernabschluss als Tochtergesellschaft einbezogen. Das Gesamthonorar der Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2024 in Höhe von 173 T€ (Vorjahr: 95 T€) entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen (99 T€) sowie auf die Erstellung einer Fairness Opinion (74 T€). X. NachtragsberichtNach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben. XI. Vorschlag zur GewinnverwendungDer Vorstand schlägt vor, den Jahresfehlbetrag des Mutterunternehmens in Höhe von 4.789.159,44 € mit dem bestehenden Gewinnvortrag zu verrechnen und den verbleibenden Bilanzgewinn der IBU-tec AG von 2.291.647,86 € auf neue Rechnung vorzutragen. Über die Verwendung des Bilanzgewinns beschließt die ordentliche Hauptversammlung 2025. XII. Rechtliche und wirtschaftliche Grundlagen der Muttergesellschaft
Weimar, den 15. Mai 2025 Jörg Leinenbach, Vorstandsvorsitzender Ulrich Weitz, Vorstand Anlagenspiegel
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20241. Grundlagen des Konzerns 1.1 Geschäftsmodell Die IBU-tec Gruppe entwickelt und produziert Qualitätsmaterialien für die Industrie. Zielmärkte sind unter anderem die Chemie -, Pharma -, Kunststoff -, Lack- und Automobilbranche. Die Gruppe tritt dabei sowohl als Dienstleister für Entwicklung und Produktion als auch als Hersteller eigener Materialien auf. Ihr Angebot bildet die gesamte Wertschöpfungskette von der Nasschemie bis zur thermischen Verfahrenstechnik ab. Mit ihren eigenen Produkten - etwa Batteriematerialien und Glascoating - legt die IBU-tec Gruppe einen besonderen Fokus auf grüne Technologien in globalen Wachstumsmärkten. War die Gruppe in der Vergangenheit vorwiegend als Entwicklungs- und Produktionsdienstleister tätig, hat sie ihr Geschäftsmodell im Geschäftsjahr 2021 um die Herstellung eigener Produkte grundlegend erweitert. Mit der Markteinführung ihrer eigenen Batteriematerialien auf Basis von Lithium-Eisen-Phosphat (LFP) und Natrium-Manganoxid (NM O), die unter anderem in Elektrofahrzeugen, stationären Energiespeichern sowie zahlreichen industriellen und medizintechnischen Anwendungen zum Einsatz kommen, hat sie sich signifikant neu ausgerichtet und sich neue Einnahmequellen in hochattraktiven Wachstumsmärkten erschlossen. Die Gruppe verfügt hierbei über einzigartige, teilweise patentgeschützte Technologien, die sie mit dem umfassenden Prozess- und Material-Know-how ihrer erfahrenen Mitarbeiter kombiniert, um Kunden hochqualitative Anwendungen und Produkte anzubieten. 1.2 Konzernstruktur Die IBU-tec Gruppe gliedert sich in drei Einzelunternehmen: die Muttergesellschaft IBU-tec advanced materials AG (IBU-tec AG), Weimar, die operative Konzerntochter BNT Chemicals GmbH (BNT GmbH oder BNT), Bitterfeld-Wolfen, sowie die IBUvolt battery materials GmbH in Weimar, die aktuell als reine Vorratsgesellschaft noch keinen aktiven Geschäftsbetrieb unterhält, aber perspektivisch das Batteriegeschäft beinhalten soll. Beide operativ tätige Unternehmen sind durch organisatorische Maßnahmen eng miteinander verknüpft. Als Konzernmutter übernimmt die IBU-tec AG die strategische und operative Führung des Konzerns und der Tochterunternehmen. Realisiert wird dies im Wesentlichen dadurch, dass zentrale Managementfunktionen, wie z. B. die Geschäftsführung, teilweise durch Führungskräfte aus der Struktur des Mutterunternehmens übernommen werden. Außerdem koordiniert die IBU-tec AG aus ihrer Organisation heraus den Vertrieb, die Geschäftsfeldentwicklung, die Forschung und Entwicklung und stellt zentrale Funktionen, wie die Personalbetreuung, die Abschlusserstellung, das Qualitätsmanagement, den Zentraleinkauf sowie das Controlling bereit. 1.2.1 IBU-tec advanced materials AG Als Entwicklungs- und Produktionspartner der Industrie generiert die IBU-tec AG mit ihren thermischen Prozessen Funktionschemikalien mit veränderten Materialeigenschaften von der Produktidee bis zur Produktion und kann damit das Material- und Prozessrisiko ihrer Kunden signifikant reduzieren. Dieses Portfolio ergänzt sie mit innovativen Batteriematerialien, mit denen sie inzwischen als Hersteller und Entwicklungspartner am Markt auftritt. Parallel zur Automobilindustrie bilden die chemische Industrie, die Baustoffindustrie, Elektrotechnik sowie die Keramikindustrie wichtige Zielmärkte der IBU-tec AG. Dazu zählen insbesondere auch die Greentech-Zukunftsbereiche Elektromobilität, Energiespeicherung und Recycling. Damit adressiert sie weltweite Megatrends, wie Green-Mobility (Elektromobilität und Autokatalysatoren), Green-Economy (u. a. CO2 -reduzierte Baustoffe, Wiederverwendbarkeit Seltener Erden, Stationäre Energiespeicherung), Circular-Economy (u. a. Recycling von Abfällen und Wertstoffen) und Medizintechnik (u. a. künstliche Gelenke und Zahnersatz). Die Grundlagen des Markterfolgs der IBUtec AG basieren auf der eigenen, flexibel einsetzbaren Technologieplattform, einem patentgeschützten Verfahren sowie auf dem Know-how der Mitarbeiter. 1.2.2 BNT Chemicals GmbH Als Hersteller von organometallischen Verbindungen, mit dem Schwerpunkt auf zinnorganischen und Zinnorganik freien Produkten sowie nasschemischen Prozessen, bedient die BNT GmbH eine Vielzahl verschiedener Anwendungsgebiete hauptsächlich in der Glas -, Automobil -, Kunststoff -, chemischen und pharmazeutischen Industrie. Mit der BNT GmbH verfügt die Gruppe über ergänzendes Know-how in der Nasschemie, welches vor allem die Prozessstufen Fällung, Synthese und Destillation betrifft, die den thermischen Prozessen der IBU-tec AG vorgelagert sind. Damit kann die Gruppe eine durchgängige Wertschöpfungskette abbilden und am Markt ein umfangreiches Serviceangebot platzieren. Der Vertrieb erfolgt hierbei weltweit. 1.3 Ziele und Strategie Den Rahmen für die strategische Ausrichtung der Gruppe sowie die Konzernziele bildet das im Jahr 2021 bekannt gegebene Strategiepapier „IBU2025“. Damit treibt der Vorstand die Transformation der Gruppe von einem Unternehmen, das primär als Entwicklungs- und Produktionsdienstleister agiert, zu einem eigenständigen Hersteller hochqualitativer Produkte voran. Ziel ist es, hierdurch Wachstum zu generieren und die z. T. hohe Abhängigkeit von großen Einzelkunden im Dienstleistungsgeschäft zu verringern. Die dauerhafte Stabilität und die Planbarkeit der Umsätze sollen nachhaltig gesteigert werden. Im Fokus der Strategie steht der Ausbau des Portfolios mit Produkten und Lösungen für globale Megatrends. So hat sich IBU-tec mit der Vermarktung der eigenen Batteriematerialien als Hersteller von Pulverwerkstoffen im wachsenden Markt der Hochleistungsbatterien für die Automobilindustrie, für industrielle Anwendungen und stationäre Energiespeicher positioniert. Vertrieblich basiert diese Strategie auf angestrebten Entwicklungs- und Produktionspartnerschaften mit Batteriezellherstellern und Automobilisten, die kurzfristige Einnahmen generieren und nachhaltigen Absatz von Kathodenmaterialien sichern sollen. Parallel zu diesen Aktivitäten stehen der Transformationsprozess der BNT zu einem Service Provider im Bereich der Nasschemie sowie die Entwicklung des Service- und Recycling-Geschäfts bei IBU-tec im Vordergrund, um weiteres Wachstum für das künftige Geschäft der Gruppe darzustellen. Damit besetzt die Gruppe wichtige zukunftsträchtige und margenstarke Themen, die unter den Begriff Greentech zu subsumieren sind. Prozessentwicklungen und Produktionsdienstleistungen im Bereich Spezialkatalysatoren für die Chemieindustrie und zur Abgasreduktion in der Automobilindustrie, die Entwicklung von Prozessen zur Regenerierung von Seltenen Erden, die Erschließung neuer Anwendungsgebiete für zinn- bzw. metallorganische und Zinnorganik freie Katalysatoren sowie die Herstellung von katalytisch aktiven Pulvern für die Automobilindustrie zusammen mit gezielt vermarkteten Engineering-Dienstleistungen runden das Profil der Gruppe ab. 1.4 Steuerungssystem Der Konzern wird anhand der zwei wesentlichen Steuerungsgrößen Umsatzerlöse und EBITDA-M arge geführt. Darüber hinaus werden für die operative und strategische Steuerung weitere Größen wie Rohertragsmarge, EBITDA, EBIT, EBT, Cashflow und Investitionen betrachtet. Ein monatliches Reporting mit Soll-Ist-Vergleichen und Abweichungsanalysen bildet die Grundlage für die kaufmännische Steuerung der Gruppe. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Nach Einschätzungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Dezember 2024 befindet sich die deutsche Volkswirtschaft weiterhin in der Stagnation. Demnach legt die anhaltende Wachstumsschwäche nahe, dass die deutsche Wirtschaft von konjunkturellen und strukturellen Problemen ausgebremst wird1. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in den vergangenen fünf Jahren real insgesamt lediglich um 0,1 % gewachsen. Das deutsche Produktionspotenzial liegt um mehr als 5 % unter dem Wert, der im Jahr 2019 für das Jahr 2024 erwartet wurde. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) lag 'das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2024 um 0,2 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland ebenfalls 0,2 %2. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland wirtschaftlich deutlich hinter anderen Ländern. In der Industrie ist die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber wichtigen Handelspartnern weiter gesunken. Die Kapazitätsauslastung und die auch die Arbeitsproduktivität sind ebenfalls zurückgegangen. Es zeichnet sich aktuell keine Verbesserung ab3. 2.1.1 Chemiebranche Unternehmen der Chemieindustrie waren auch im Geschäftsjahr 2024 besonders stark von den gestiegenen Preisen von Strom und Erdgas betroffen. Die Erwartungen auf eine positive Entwicklung haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie hat sich weiter verschlechtert. Die Chemie- und Pharmaindustrie erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 221 Milliarden Euro. Das Minus im Auslandsgeschäft beläuft sich auf 1,0 %, die Verkäufe in Deutschland sanken um 4,0 %. Rückläufige Preise haben das Umsatzminus verstärkt. Im Schnitt waren Chemikalien 2,5 % günstiger als im Vorjahr4. Im Jahr 2024 verbuchte die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie ein Plus von 2,0 %, deutlich weniger, als sich die Branche nach dem positiven Jahresbeginn erhofft hatte. Insgesamt lag der Output weit unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Auslastung der Produktionsanlagen bei lediglich 75,0 % - ein Wert, der bereits das vierte Jahr in Folge unter der Rentabilitätsschwelle bleibt. Im Jahr 2021 waren es noch 86,0 %. Die Chemieunternehmen planten weiterhin mit einem Abbau von Arbeitsplätzen5. Erste Anlagen wurden dauerhaft stillgelegt, und weitere Schließungen sind absehbar.
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https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2024.html, Dezember
2024 Diese Entwicklung unterstreicht die strukturellen Herausforderungen der Branche und einen dringenden Handlungsbedarf für eine nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung6. 2.1.2 Automobilbranche Laut Statista wurden in Deutschland im Jahr 2024 insgesamt rund 4,1 Millionen Pkw gefertigt, was einem ähnlichen Wert wie im Vorjahr entspricht. Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland gingen 2024 hingegen um etwa 1,0 % zurück.7 Besonders stark betroffen waren private Neuzulassungen, die um 17,3 % sanken. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei batterieelektrischen Fahrzeugen aus8. Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im vergangenen Jahr 2024 eingebrochen. Lediglich rund 380.600 reine E-Fahrzeuge wurden im Jahresverlauf neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang um mehr als ein Viertel (fast 27,5 %) gegenüber dem Vorjahr, erklärte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)9 Allerdings gestaltet sich die Entwicklung in den einzelnen europäischen Ländern verschieden. Während in Deutschland die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgingen, stiegen die Zulassungszahlen in vielen anderen Ländern. Insgesamt lagen die Neuzulassungen von Elektroautos in Europa jedoch knapp 6,0 % unter dem Wert des Vorjahres10. 2.2 Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2024 Die andauernden gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen haben auch das Geschäftsjahr 2024 der IBU-tec Gruppe geprägt. Als Unternehmen der Chemiebranche wurde die IBU-tec-Gruppe von der Inflation, allgemeinen Rezessionssorgen und der Marktdominanz asiatischer Mitbewerber und dem dadurch entstehenden Preisdruck beeinflusst. Zudem belasteten hohe Kosten für Energie- und Rohstoffbezug gepaart mit dem konjunkturell bedingten Auftragsmangel die IBU-tec und die BNT. Durch die anhaltenden hohen geo- und innenpolitischen Unsicherheiten gab es auch in diesem Geschäftsjahr keine konjunkturelle Belebung. Die Industriekonjunktur im Ganzen befand sich weiterhin im Abschwung1 1, was auch den Wachstumskurs der IBU-tec Gruppe ausgebremst hat. Vor dem Hintergrund dieser weiter anhaltenden herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Lage konnte die Prognose für 2024 einer 25 %igen Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr und auch das damit verbundene Ergebnisziel einer EBITDA-Marge von 7 % nicht erreicht werden. Der Hauptgrund dafür lag im schwachen Branchenumfeld der Chemie- bzw. Glasindustrie, hier insbesondere durch hohe Energiepreise bedingt, wodurch die IBU-tec Tochtergesellschaft BNT stark beeinflusst wurde. Gleichzeitig war in Europa ein Nachfragerückgang nach Glasprodukten zu verzeichnen12. Die europäischen Glasproduzenten konnten die gestiegenen Herstellungskosten aufgrund der im internationalen Vergleich hohen Energiekosten nicht an Kunden weitergeben, was zu einer Reduktion der Glasproduktion in Europa beigetragen hat13. Dies resultierte in einer Überkapazität beim Glascoating und in einen hohen Wettbewerbs- und Preisdruck.
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https://www.vci.de/presse/pressemitteilungen/jahresbilanz-2024.jsp, 13.12.2024 Im Batteriebereich konnten zudem Aufträge über den Verkauf von auf Lager befindlichem LFP nicht wie geplant realisiert werden. Dennoch haben wir weiter in der Gruppe fokussiert an der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie gearbeitet und insbesondere im Bereich der Natrium-basierten Batteriematerialien neue Produkte wie Natrium-Eisenphosphat (NFP) entwickelt, die sich durch überlegene Produktmerkmale und ein deutlich erweitertes Anwendungsspektrum gegenüber anderen natriumbasierten Batteriematerialien auszeichnen. Darüber hinaus wurde auch ein neues, innovatives Lithium-Eisenphosphat Produkt, IBUvolt® LFP402, orientiert am chinesischen Benchmarkmaterial, im 1. Quartal 2024 am Markt eingeführt. Aus der eigenen Forschung und Entwicklung wurde im Geschäftsjahr 2024 eine weitere Patentanmeldung im Bereich der Produkt- und Verfahrensentwicklung eingereicht. Aktuell umfasst das Portfolio der IBU-tec Gruppe damit 19 erteilte/lebende Patente und 47 erteilte oder angemeldete und in Prüfung befindliche Patentanmeldungen14. 2.2.1 IBU-tec AG Im Geschäftsjahr 2024 stand der weitere Ausbau des Geschäftsbereichs Vertrieb Kathodenmaterial im Fokus der Tätigkeiten bei der IBU-tec AG. Hier wurden insbesondere die Vertriebsaktivitäten internationalisiert und in den Ausbau personeller sowie technischer Ressourcen, zum Teil unmittelbar ergebniswirksam, investiert. Ein weiterhin starkes Geschäft mit Entwicklungs- und Serviceprojekten, bei denen Unternehmen aus verschiedenen Branchen gemeinsam mit uns innovative Batteriematerialien für unterschiedliche Anwendungsbereiche entwickeln, erachten wir als positiven Beleg dieser Fokussierung. Diese Projekte trugen auch im Jahr 2024 maßgeblich zum Umsatz im Geschäftsbereich Vertrieb Kathodenmaterial bei. Hierbei konnten wichtige Meilensteine erreicht werden, um die M arktposition der IBU-tec AG als Europas führender LFP- und NM O-Produzent weiter auszubauen. Gelungen ist dies insbesondere durch die kontinuierliche Verbesserung der Eigenschaften und Performance der Batteriematerialien sowie durch die Akquise neuer internationaler Kunden und Partner. Die steigende Nachfrage, insbesondere von Kunden aus der Automobilindustrie und Batteriezellherstellung sowie Kunden, die stationäre Energiespeicher herstellen, haben die Entscheidung zum Ausbau des Batteriebereichs bestätigt. 2.2.1.1 Eigene Batteriematerialien Nach wie vor wird der Großteil der weltweit verwendeten Batteriematerialien im Automobilbereich, aber auch für die Anwendung in stationären Energiespeichern, maßgeblich aus China bezogen.15 Diese Marktdominanz bringt aktuell eine extreme Abhängigkeit europäischer und amerikanischer Zellproduzenten mit sich. Diese Situation eröffnet unserer Meinung nach signifikante Chancen für IBUtec, sich als alternativer Lieferant für die europäische Automobilindustrie zu positionieren. Zusätzlich wird diese Entwicklung durch die aktuelle politische, regulatorische Positionierung der Europäischen Union gestützt, Europa in diesem Bereich als Standort zu stärken. Dazu wurde u. a. im Jahr 2023 die europäische Batterieverordnung, der sogenannte „Batterypass“ zur Regelung von Lieferketten und Recyclingprozessen für die in Europa in den Verkehr gebrachten Batterien eingeführt. Darüber hinaus hat die US-amerikanische Regierung mit dem Inflation Reduction Act klare Quoten für den Einsatz von Materialien nicht-chinesischer Herkunft definiert. Durch den Aufbau einer europäischen LFP-Lieferkette können diese regulatorischen Vorgaben erfüllt werden und die Position von IBU-tec wird deutlich gestärkt.
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https://www.bvglas.de/presse/presseinformation/news/deutscher-behaelterglasmarkt-leicht-ruecklaeufig-1 Diese Rahmenbedingungen bilden die Basis der IBU-tec AG Strategie, neue Interessenten für die Batteriematerialien zu gewinnen. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2024 mehrere Tonnen Proben an rund 90 Kunden, wie Batteriezellhersteller und Energiespeicher-Anbieter, Automobilproduzenten und Forschungseinrichtungen zur Materialqualifizierung zum Großteil kostenpflichtig verschickt. Zugleich konnte das internationale Händler- und Vertriebsnetz weiter ausgebaut werden, um neue Kunden zu gewinnen und die Transformation vom reinen Dienstleister hin zu einem unabhängigen Hersteller eigener Produkte und Entwicklungspartner weiter voranzutreiben. Mit dem Start der Produktvermarktung des neuen LFP-Batteriematerials IBUvolt®LFP402 wurde das Produktportfolio erfolgreich um ein Material erweitert, das für die Nassbeschichtung von Batterieelektroden für Automobilanwendungen geeignet ist. Im Geschäftsjahr 2024 wurden bereits mehrere Tonnen des Materials am Standort Weimar zur Bemusterung für Kunden hergestellt und versendet. Im Bereich Forschung und Entwicklung wurde währenddessen die kontinuierliche Optimierung der Materialeigenschaften und Produktionsprozesse vorangetrieben. Das neue LFP-Kathodenmaterial zeichnet sich durch optimierte physikalische Eigenschaften zur Gewährleistung einer hohen Energiedichte aus und ist mit bestehenden Elektrodenproduktionsanlagen kompatibel. Das neue IBU-tec-Produkt IBUvolt®LFP402 wird in Europa produziert und trägt damit maßgeblich zu einer umweltfreundlichen Wertschöpfungskette im Bereich der LFP-Produktion bei. So wird bei der Herstellung von IBUvolt®LFP402 rd. 40 % weniger CO2 pro Kilowattstunde Batteriekapazität freigesetzt als bei den vergleichbaren Materialien der Konkurrenz. Durch die Produktion des neuen IBU-tec-Batteriematerials in Europa können kritische Abhängigkeiten von Ländern wie China reduziert werden. Ziel ist, eine höhere Stabilität in der Lieferkette zu erreichen, und Lieferengpässen aufgrund von globalen Konflikten entgegenzuwirken. Daraus resultierend konnten wir wachsendes Interesse von internationalen Automobil- und Batteriezellherstellern verzeichnen, was auf unsere Strategie eingezahlt hat und wovon wir uns kurz- und mittelfristig nachhaltige Wachstumsimpulse versprechen. Um unsere Positionierung als Anbieter innovativer und umweltfreundlicher Batteriematerialien auszubauen, haben wir die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb neuer Kathodenaktivmaterialien weiter vorangetrieben. Unser Fokus lag hierbei auf der weiteren Skalierung der Produktion von Natrium-Manganschichtoxid (IBUvolt®NM O) für Natrium-lonen-Batterien für den Einsatz bei stationären Energiespeichern und der E-Mobilität über den 100-kg-Maßstab hinaus. Hier konnten wir unsere Marktposition in Europa um ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für die NM O-Herstellung ausbauen. Insgesamt haben wir hier 12 verschiedene Kunden weltweit mit knapp einer Tonne Proben IBUvolt®NM O zur Bemusterung beliefert. Flankierend zu der erfolgreichen Produktentwicklung haben wir den Vertrieb im Bereich Batteriematerialien weiter ausgebaut, insbesondere hinsichtlich internationaler Aktivitäten und Veranstaltungsteilnahmen. Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2024 als Aussteller oder Besucher an 12 nationalen und internationalen Messen und Konferenzen teilgenommen, wie z. B. an der Interbattery Korea, der ICC Lyon und der International Battery Production Conference in Braunschweig. Wir haben unsere Expertise in Form von Keynotes, Fachvorträgen und Expertenpanels eingebracht und konnten zahlreiche wertvolle Kontakte zu internationalen Automobil- und Batterie-Zellherstellern knüpfen. Der Geschäftsbereich Vertrieb Kathodenmaterial hat unser Produkt- und Dienstleistungsportfolio bei über 30 Kunden und Partnern national und international vorgestellt, vornehmlich bei Unternehmen der Automobil- und Chemie-Industrie sowie bei Batteriezellherstellern, und Energiespeicher-Unternehmen. Trotzdem blieb der Absatz des eigenen LFP-Batteriematerials aufgrund zahlreicher Verzögerungen beim Aufbau der nachgelagerten europäischen Zellproduktion hinter den Erwartungen zurück. Das Geschäft mit Servicedienstleistungen zur Entwicklung und Anwendung von Batteriematerialien hingegen entwickelte sich im Jahr 2024 insgesamt sehr positiv. Haupttreiber waren zahlreiche Kundenprojekte für die Entwicklung neuer Anoden- und Kathodenmaterialien mit unterschiedlichen Werkstoffen. Hier hat sich die IBU-tec AG mit ihrer umfangreichen Expertise als wichtiger Ansprechpartner für die internationale Batterieindustrie etabliert. 2.2.1.2 Servicegeschäft zur Entwicklung von Batteriematerialien Mit einem globalen Automobilkonzern konnte in 2024 ein Entwicklungsvertrag über ein auf dessen Zellchemie abgestimmtes und auf seine Anforderungen optimiertes LFP-Kathodenmaterial abgeschlossen werden. Die Basis der Entwicklung bildete dabei unser IBUvolt® LFP402. Weitere Beauftragungen, u. a. für die Skalierung und die Erstellung von Produktionskonzepten im großindustriellen Maßstab wurden im Jahresverlauf erteilt. Das Gesamtauftragsvolumen für die Beauftragungen im Batteriematerialsegment lag somit im zweistelligen Mio.- Euro-Bereich, wovon signifikante Anteile im laufenden Geschäftsjahr realisiert werden konnten und damit einen wesentlichen Anteil des Umsatzes in 2024 ausmachten. Die Kooperation mit dem Spezialchemie-Konzern LANXESS wurde im Geschäftsjahr 2024 fortgeführt. Mit der Hilfe des starken Partners LANXESS verbessert IBU-tec die Performance der LFP- Kathodenmaterialien. Insbesondere im Rohstoffbereich ist LANXESS ein professioneller Partner mit innovativen Lösungen. IBU-tec und LANXESS beabsichtigen, mit dieser Partnerschaft den Aufbau einer europäischen Wertschöpfungskette weiter voranzutreiben. Zur gezielteren Vermarktung unserer LFP-Batteriematerialien gründeten wir im Geschäftsjahr 2023 die IBUvolt battery materials GmbH, Weimar, als 100 %ige Konzerntochter. Die eigenständige Gesellschaft, die im November 2024 auch als Marke eingetragen wurde, konnte im Geschäftsjahr 2024 insbesondere zur Ansprache internationaler Kunden und Partner sowie zur Anbahnung strategischer Kooperationsmöglichkeiten genutzt werden. 2.2.1.3 Traditionelles Servicegeschäft Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und trotz guter Ergebnisse im Servicegeschäft sind wir im Geschäftsjahr 2024 hinter unseren Erwartungen geblieben. Neben Kundenprojekten im Bereich der Batteriematerialien und Batterie-Recycling haben wir weitere Projekte in unterschiedlichen Anwendungsfeldern für unsere Kunden durchgeführt. Die Bandbreite reicht dabei von Entwicklungsprojekten in den Bereichen Umwelt und Baustoffe, wie der CO2 - Einsparung bei der Produktion von Baustoffen, bis hin zu Lohnproduktionen im Bereich der Chemie- und Automobilkatalysatoren. Im Bereich Engineering konnten wir unsere Umsätze um 34 % im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Engineering-Umsätze resultierten aus einem Auftrag zur Lieferung elektrischer und CO2 -sparender Drehrohröfen im siebenstelligen Euro-Bereich für Johnson Matthey, ein weltweit führendes Unternehmen für nachhaltige Technologien. Das erfahrene Engineering-Team von IBU-tec übernahm dabei u. a. die Entwicklung des spezifischen Designs für die Anforderungen des Kunden und die Konstruktion des Drehrohrofens. IBU-tec versorgt Johnson Matthey entsprechend mit einer Drehrohrofen-Spezialausrüstung, die auf die besonderen Anforderungen des Herstellungsprozesses von Katalysatoren und der entsprechenden Trägermaterialien ausgerichtet ist. Durch das optimierte neue Ofendesign von IBU-tec kann der Durchsatz künftig gesteigert werden. Zudem wird durch die neue Technologie die Energieeffizienz der Anlage erhöht und dies bei gleichzeitiger Reduzierung der CO2 -Emissionen. Im Vorfeld hatte IBU-tec Versuche an den eigenen Drehrohrofen-Anlagen mit modernster Software und Prozesssimulation sowie Vor-Ort-Messungen beim Kunden durchgeführt. Die Lieferung der beiden Öfen erstreckt sich auf 2024 (Ofen 1) und auf 2025 (Ofen2). Im Bereich Recycling Dienstleistungen haben wir im Geschäftsjahr 2024 eine Partnerschaft mit der GRS Batterien Service GmbH und der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien über die Entwicklung der nachhaltigen Recyclingmasse „Green Mass“ aus alten LFP-Batterien geschlossen. Im Rahmen der Kooperation soll die beim Recycling von LFP-Batterien anfallende Schwarzmasse mit Lithium angereichert und in unseren Drehrohröfen thermisch behandelt werden, so dass eine schadstofffreie „Green Mass“ entsteht. Das nachhaltige Recyclingprodukt soll anschließend für die Produktion von Neubatterien wiederverwendet werden. Hierfür haben wir mit unseren Projektpartnern ein entsprechendes Pilotprojekt konzipiert. Ziel dieser strategischen Kooperation ist der weitere Ausbau unserer Positionierung im stark wachsenden Batterie-Recyclingmarkt. Wachstumstreiber ist u. a. die zu Anfang des Jahres 2024 in Kraft getretene neue EU-Batterieverordnung, die strenge Produktions- und Entsorgungsstandards für Batterien festlegt. Sie verlangt außerdem die Berechnung des CO2 -Fußabdrucks, Angaben zum Recyclinganteil und die Einhaltung von Sorgfaltspflichten16. Hersteller von Industrie- und E-Auto-Batterien sind demnach verpflichtet, bei der Neuproduktion von Lithiumbatterien recycelte Batteriematerialien aus End-of-Life-Batterien einzusetzen. Nach Angaben einer PwC-Studie17 wird zwischen 2030 und 2040 ein Wachstum um das Zehnfache von recycelten Batteriematerialien erwartet. Insbesondere soll sich der Anstieg ab 2030 rasant erhöhen, weil dann die erste Welle der Elektrifizierung ihr Lebensende erreicht. Bis 2030 rechnet PwC mit Investitionen von mehr als 2 M rd. Euro im europäischen Recycling-Markt18. Mit dieser breiten Aufstellung der Aktivitäten ist es uns gelungen, die schwierigen Rahmenbedingungen in unseren Hauptabnehmerbranchen (Chemie- und Automobilindustrie) zu kompensieren und im Geschäftsjahr 2024 einen zum Vorjahr vergleichbar hohen Umsatz zu erzielen. 2.2.1.4 Forschung und Entwicklung Der Fokus unserer eigenen Forschung und Entwicklung lag auf der Weiterentwicklung und Optimierung der Eigenschaften unserer Batteriematerialien. Hierfür wurden im Geschäftsjahr 1.160 T€ (Teilbetrag der aktivierten Eigenleistungen) im Rahmen von internen F&E Projekten investiert. Diese werden im kommenden Geschäftsjahr weitergeführt. Insgesamt wurden die Entwicklungskosten in Höhe von 1.338 T€ (Vorjahr: 351 T€) unter Anwendung des Aktivierungswahlrechts nach § 248 Abs. 2 S. 1 HGB vollständig durch die IBU-tec AG aktiviert. Die im Geschäftsjahr 2024 vorgenommenen Abschreibungen auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände betragen T€ 38. Die Anforderungen des Marktes und unserer Kunden aufgreifend, verbesserten wir kontinuierlich einzelne Aspekte der LFP- und der NM O-Batteriematerialien und optimierten diese für verschiedene Anwendungszwecke und Kundenbedarfe.
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https://www.batteriegesetz.de/gesetzestexte/battv-eu/, 18.02.2024 Nach dem Produkt-Launch von IBUvolt®402 im ersten Quartal 2024 wurde das Material innerhalb von nur sechs Monaten anhand von spezifischen Kundenanforderungen entscheidend weiterentwickelt. Ermöglicht wurde dies u. a. durch die Investitionen in unser E-Chemie-Labor und durch die Nutzung unserer neuen Sprühtrocknungsanlagen im Technikumsmaßstab, wodurch wir unsere Materialentwicklungsprozesse weiter optimieren und professionalisieren konnten. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft wurde im Rahmen von mehreren Verbund-Forschungsprojekten die Weiterentwicklung in den Bereichen Natrium-lonen-Batterien, Recycling von Batteriematerialien sowie Baustoffentwicklung weiter vorangetrieben. Hier konnte IBU-tec in den durch die deutsche Bundesregierung geförderten und durch die EU kofinanzierten zehn Projekten gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie wichtige Meilensteine erreichen. Dies umfasste u. a. die Entwicklung und Produktion von phasenreinem Kathodenaktivmaterial aus Natrium-Manganschichtoxid für künftige Natriumbatterien verschiedenster Anwendungsfelder. Z. B. werden gemeinsam mit Industriepartnern, wie dem Batteriezellersteller UniverCell und dem Flurförderfahrzeughersteller Jungheinrich, Natrium basierte Batteriematerialien entwickelt, die sich durch eine hohe Material- und Zyklenstabilität auszeichnen, um in kleineren Elektrofahrzeugen wie Gabelstapler zum Einsatz zu kommen. Darüber hinaus haben wir zur nachhaltigen Ressourcennutzung in der Batterieproduktion die Machbarkeit des Recyclings von LFP-Material aus alternden oder defekten Batterien gemeinsam mit Partnern untersucht. Hauptziel dieser F&E Kooperation ist die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Lithiumeisenphosphat-Kathodenmaterial, wobei das recycelte M aterial direkt für die Herstellung von neuem Kathodenmaterial und sogar neuen LFP-Batterien verwendet werden soll. Im Bereich der Baustoffentwicklung haben wir in unterschiedlichen öffentlichen Förderprojekten die CO2 Reduktion durch kalkarme Klinker und Karbonisierungshärtung vorangetrieben, Leichtgranulate und REA-Gips aus feinkörnigen sulfatbelasteten Bau- und Abbruchabfällen gewonnen sowie ein Pflanzengranulat mit definierter Funktionalität auf Basis von Bau-Reststoffen entwickelt. Im Bereich der Forschung und Entwicklung der BNT GmbH wurde die Entwicklung von Alternativen zu zinnorganischen Katalysatoren weiter ausgebaut, um auf den steigenden Bedarf an umweltfreundlicheren Katalysatoren zu reagieren und um neue Marktpotenziale zu erschließen. Zu diesem Zweck wurde insbesondere der Ausbau des Portfolios zinnfreier Vernetzungskatalysatoren und PVC-Stabilisatoren weiter vorangetrieben. Diese können als umweltfreundlichere Alternativen für Organozinnverbindungen bei der Polyurethanherstellung angewendet werden. Einsatz finden sie insbesondere in der Beschichtungs-, Klebstoff- und Kunststoffindustrie, um künftig auf zinnorganische Katalysatoren bei Veresterungs- und Polykondensationsreaktionen verzichten zu können, die von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als umweltgefährdend eingestuft wurden. 2.2.2 BNT GmbH Die BNT GmbH hat erneut ein herausforderndes Geschäftsjahr erlebt, geprägt von der anhaltend abgeschwächten Konjunktur in der chemischen Industrie und vom zunehmend steigenden Kostendruck in der energieintensiven Glasindustrie - einer ihrer Hauptabnehmerbranchen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um rund 8 % von 28.263 T€ im vergangenen Jahr auf 30.503 T€. Damit wurde der geplante Umsatz für 2024 nicht erreicht. Beim Ergebnis verfehlte die BNT die ursprüngliche Planung für das Gesamtjahr 2024 ebenfalls deutlich und erzielte ein EBITDA von rd. -1,45 Mio. €, damit rund 2,55 Mio. € niedriger als geplant. Mit ihrem Produktportfolio auf Zinnbasis ist die Umsatz- und Kostenentwicklung der BNT GmbH stark von der Rohstoffpreisentwicklung des Zinns abhängig. Im Geschäftsjahr 2024 kam es zu einer rund 20 %igen Steigerung des Zinnpreises, welche nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden konnte. Darüber hinaus sind günstige Rohstoffe im BNT Pharma Geschäft signifikant rückläufig. Mit dem chemischen Katalysator Tributylzinnchlorid (TBTC) wurden aufgrund einer allgemeinen Kaufzurückhaltung bei den Pharmakunden, rückläufige Umsätze in Höhe von fast 60 % verzeichnet. Die Absatzmengen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr von 112 Tonnen auf 48 Tonnen im Geschäftsjahr 2024. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Absatzmengen des Glascoating Produkts Monobutylzinnchlorid (M BTC) in 2024 auf ähnlichem Niveau, was nur durch eine Reduktion der Margen erreicht werden konnte. Statt der geplanten 1.000 Tonnen M BTC wurden nur 695 Tonnen verkauft. Vor dem Hintergrund der überwiegend negativen Entwicklungen bei der BNT GmbH hat der Vorstand eine strategische Restrukturierung innerhalb des Unternehmens eingeleitet, bei der das Produktportfolio, die Wertschöpfungskette, die Kostenstruktur und die Stellung der BNT im Konzern einer umfassenden Prüfung unterzogen wurden und weiterhin werden. Um dem fortwährenden Preisdruck bei zinnorganischen Glascoating-Produkten und der unbefriedigenden Margensituation Rechnung zu tragen, wurde der Ausbau neuer zinnorganikfreier Produkte im Glascoating vorangetrieben. Diese sind bereits in der Markteinführung und werden von ersten internationalen Kunden nachgefragt. Ebenfalls initiiert wurden bei BNT signifikante Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten, die ab dem 2. Quartal 2025 zu deutlich positiven Ergebniseffekten führen sollen. Auf Basis der bereits vorgenommenen M aßnahmen wird bei der BNT im kommenden Geschäftsjahr 2025 ein Umsatz unter dem Niveau von 2024 erwartet, dafür jedoch wieder mit einem deutlich positiven Beitrag der BNT zum Konzern-EBITDA gerechnet. 2.2.3 Sonstige Ereignisse Für unser Managementsystem, das in der EcoVadis-Methodik beschriebene Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, haben wir im Geschäftsjahr 2024 im Rating erneut die Auszeichnung „EcoVadis Silber“ erhalten. Mit einem Gesamtergebnis von 68 von 100 Punkten konnten wir uns gegenüber dem letzten Rating im Jahr 2023 leicht verbessern. Damit zählt die IBU-tec Gruppe zu den besten 15 Prozent der Unternehmen, die von der Plattform bewertet wurden. EcoVadis ist der nach eigenen Angaben einer der größten internationalen Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unternehmen. Auf der ordentlichen Hauptversammlung der IBU-tec AG am 30. April 2024 waren insgesamt 52,44 % des Aktienkapitals vertreten. Prof. Dr. Achim Kampker hat sein Aufsichtsratsmandat auf eigenen Wunsch niedergelegt. Die Aktionäre wählten Ulrich Weitz mit großer Mehrheit der Stimmen in den Aufsichtsrat. In der anschließenden konstituierenden Sitzung des neuen Aufsichtsrats wurde Herr Weitz zum Vorsitzenden gewählt. In einer virtuellen Aufsichtsratssitzung am 31. Oktober 2024 legte Ulrich Weitz sein Aufsichtsratsmandat mit sofortiger Wirkung nieder. Grund hierfür war die geplante Bestellung von Herrn Weitz als neues Vorstandsmitglied zum 1. November 2024. Seitdem ist er neben dem Vorstandsvorsitzenden (CEO), Jörg Leinenbach, als Chief Product Officer (CPO) im Unternehmen tätig, um besonders die Weiterentwicklung und Vermarktung der Produkte im Bereich Batteriematerialien voranzutreiben. Damit trägt IBU-tec der dynamischen Entwicklung im Geschäftsfeld Batteriematerialien Rechnung, die sich zuletzt im erwähnten Auftrag von einem globalen Automobilkonzern manifestiert hat. Sandrine Cailleteau wurde zur neuen Vorsitzenden und Dr. Thomas Thau zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Unverändert bleibt Isabelle Weitz Mitglied des Aufsichtsrats. 2.3 Umsätze nach Tätigkeitsbereichen Insgesamt hat die IBU-tec Gruppe im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 50.612 T€ erwirtschaftet (Vorjahr: 48.232 T€). Die einzelnen Tätigkeitsbereiche trugen dabei wie folgt zum Gesamtumsatz bei:
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inkl. Umsätze aus Batterieserviceprojekten 2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 2.4.1 Vermögenslage Die konsolidierte Bilanzsumme reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr (75.854 T€) um 6.831 T€ auf 69.024 T€.
Das Eigenkapital der IBU-tec Gruppe beläuft sich per 31.12.2024 auf insgesamt 51.406 T€. Die Eigenkapitalquote19 beträgt 74 % (Vorjahr 75 %). Das Anlagevermögen beträgt im laufenden Geschäftsjahr 47.306 T€ und liegt damit rund 2.218 T€ über dem Vorjahreswert. Den Investitionen i. H. v. rund 6.988 T€, die im Wesentlichen auf den Neubau des Sprühturms bei der IBU-tec AG und die Erweiterung der M BTC-Produktionsanlage bei der BNT GmbH entfallen, stehen planmäßige Abschreibungen i. H. v. 4.766 T€ entgegen. In den immateriellen Vermögenswerten ist ein aus dem Erwerb der BNT GmbH resultierender planmäßig abgeschriebener Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.803 T€ enthalten, dessen Abschreibung ebenfalls im vorgenannten Wert inkludiert ist. Darüber hinaus wurden die Kosten für die Entwicklung neuer Produktionsverfahren, für Prototypen von LFP-Batteriezellen, für die Entwicklung von LFP- und NM O-Batteriematerialien und für die Entwicklung der Dachmarke IBU-tec unter den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert. Für das Geschäftsjahr 2025 ist der fortschreitende Aufbau des Sprühturms geplant. Der weitere Investitionsfortgang wird eng mit dem weiteren Projektverlauf mit einem Großkunden abgestimmt, was eine wesentliche Auslastung der Anlage gewährleisten soll. Für diese Investition wurde von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt eine anteilige Investitionsförderung gewährt. Darüber hinaus wird die Entwicklung der neuen Batteriematerialien in 2025 fortgeführt. Das Umlaufvermögen der Gruppe liegt im Vergleich zum Vorjahr (30.590 T€) um rund 9.064 T€ niedriger, was im Wesentlichen auf den Abbau der Vorräte bei der BNT GmbH um 8.483 T€ zurückzuführen ist. Darüber hinaus reduzierten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1.410 T€.
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Eigenkapitalquote=Bilanzielles Eigenkapital/Gesamtkapital Auf der Passivseite der Bilanz reduzierte sich aufgrund des negativen Jahresergebnisses das Eigenkapital um 5.305 T€ auf 51.405 T€ (Vorjahr: 56.711 T€). Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren rückläufig, welche sich hauptsächlich durch die planmäßigen Tilgungen der bestehenden Darlehen um rund 1.682 T€ im Vergleich zum Vorjahr (8.476 T€) reduzierten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 2.310 T€ über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.759 T€), was vor allem auf ein größeres Projekt bei der IBU-tec GmbH in den letzten Monaten des Geschäftsjahres mit einem überdurchschnittlichen Fremdleistungsanteil zurückzuführen ist. Die bei der BNT GmbH im letzten Geschäftsjahr gebildeten Rückstellungen für mögliche Entsorgungsverpflichtungen sowie für Nachzahlungen aus der damals abgeschlossenen steuerlichen Außenprüfung wurden im Geschäftsjahr 2024 aufgelöst bzw. in Anspruch genommen, was vor allem zu einem Rückgang der Rückstellungen um 1.376 T€ im Vergleich zum Vorjahr (3.714 T€) führte. Die passiven latenten Steuern i. H. v. 781 T€ enthalten unter anderem die passiven latenten Steuern auf die aufgedeckten stillen Reserven im Rahmen der Erstkonsolidierung in Höhe von 183 T€ und resultieren im Übrigen aus den aktivierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten. 2.4.2 Finanzlage Die Finanzierungsstruktur setzt sich vor allem aus Eigenkapital sowie aus Fremdkapitalfinanzierungen zusammen, welche zu marktüblichen und fristenkongruenten Konditionen gewährt wurden. Zum Bilanzstichtag bestanden noch freie Bankenlinien in Höhe von 7.941 T€. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt 9.317 T€ (Vorjahr: 2.412 T€). Hierin sind das Jahresergebnis (-5.305 T€), u. a. korrigiert um zahlungsunwirksame Aufwendungen aus Abschreibungen (4.766 T€), den Gewinn aus Anlagenverkäufen (-11 T€), den Rückgang der sonstigen Rückstellungen, die der operativen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind (-574 T€), die erfolgswirksame Abnahme der Sonderposten für Investitionszuschüsse (-206 T€), die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Passiva (976 T€) sowie rückläufige Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögensgegenstände und andere Aktiva (9.573 T€) berücksichtigt. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum auf -6.972 T€ (Vorjahr: -6.262 T€). Er resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände (-1.549 T€) und in Sachanlagen (-5.439 T€). Diese beinhalten im operativen Bereich der IBU-tec AG z. B. weitere Anzahlungen für den geplanten Aufbau des Sprühturms am bestehenden Standort der IBU-tec AG in Bitterfeld. Die Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bei der BNT GmbH bildeten, wie im letzten Geschäftsjahr, der Kapazitätsausbau der M BTC-Produktionsanlage, allgemeine Optimierungsmaßnahmen im Produktionsbereich sowie Sanierungen der vorhandenen Produktionsinfrastruktur. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -1.821 T€ (Vorjahr: 1.103 T€) beinhaltet hauptsächlich neben der zusätzlichen Inanspruchnahme von Kontokorrentmitteln (1.318 T€) die planmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen von Finanzkrediten und Gesellschafterdarlehen von insgesamt -2.621 T€ sowie gezahlte Zinsen von -518 T€. Der Finanzmittelfonds erhöhte sich Folge des positiven Gesamt-Cashflows um 524 T€ auf 904 T€. 2.4.3 Ertragslage Der Konzernumsatz erhöhte sich in 2024 um 2.380 T€ auf 50.612 T€ (Vorjahr: 48.232 T€). Insgesamt war das Geschäftsjahr 2024 wieder ein herausforderndes Jahr. Trotz der erneut schwierigen Rahmenbedingungen zeigten sich im Geschäftsjahr 2024 auch wieder erfreuliche Entwicklungen. So machte das Batteriegeschäft bei der IBU-tec AG, insbesondere das Geschäft mit Entwicklungsdienstleistungen für Kathoden- und Anodenaktivmaterialien für internationale Kunden, einen weiteren Sprung, was den unterplanmäßigen Absatz von eigenen Batteriematerialien teilweise kompensieren konnte. Die BNT GmbH wurde durch das schwache Branchenumfeld der Chemie- bzw. Glasindustrie stark beeinflusst. Der Materialkostenanstieg ist zum einen auf die gestiegenen Umsätze zurückzuführen. Die Materialkostenquote erhöhte sich von 53,1 % im Vorjahr auf 55,5 %, was maßgeblich auf die gestiegenen Herstellungskosten bei der BNT GmbH, aufgrund der verschärften Wettbewerbs- und Preissituation, zurückzuführen ist. Die Personalkostensteigerung im Geschäftsjahr 2024 ist neben planmäßigen Gehaltsanpassungen und Sonderzahlungen auch vereinzelt auf Mitarbeitereintritte zurückzuführen. Im Rahmen der durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen bei der BNT GmbH entstanden im Geschäftsjahr Abfindungen für freigesetzte Mitarbeiter in Höhe von 126 T€, welche ebenfalls in den Personalaufwendungen enthalten sind. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich unter anderem durch z. B. allgemeine Prämienerhöhungen bei den Versicherungen und Preissteigerungen z. B. bei den Frachtkosten erhöht. Im Ergebnis stehen ein EBITDA von 1.018 T€ (Vorjahr 2.956 T€) und eine EBITDA-Marge von 2,0 % (Vorjahr 6,1 %). Die Abschreibungen in Höhe von 4.766 T€ bewegten sich auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (4.749 T€) und führten zu einem EBIT i. H. v. -3.748 T€ (Vorjahr: -1.793 T€). Das Finanzergebnis von -517 T€ setzt sich im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen für die bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zusammen und liegt aufgrund der stärkeren Inanspruchnahme der Kontokorrentlinien im Geschäftsjahr über dem Vorjahreswert (-432 T€). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) liegt mit -4.265 T€ unter dem Niveau des Vorjahres (-2.226 T€). Der Konzernjahresfehlbetrag von -5.305 T€ liegt, unter Berücksichtigung der aperiodischen Ertragssteueraufwendungen von 1.013 T€, dementsprechend ebenfalls unter dem Vorjahreswert (-2.486 T€).
2.5 Mitarbeiter Die Anzahl der im Jahresdurchschnitt nach HGB beschäftigten Mitarbeiter lag für die Gruppe bei 227 (Vorjahr: 227). Die IBU-tec Gruppe beschäftigte zum Stichtag 31.12.2024 12 Auszubildende in unterschiedlichen Ausbildungsberufen (Chemielaborant, Chemikant, Elektroniker für Betriebstechnik, und Industriemechaniker).
2.6 Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen im Geschäftsjahr 2024 blieb die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter dem ursprünglichen Plan für das Geschäftsjahr, jedoch im Rahmen der im Jahresverlauf korrigierten Erwartungen. 3. Nichtfinanzielle Erklärung (ungeprüft) 3.1 Nachhaltigkeit im Fokus Verantwortliches und nachhaltiges Handeln ist Teil des Selbstverständnisses der IBU-tec Gruppe. Mit ihren beiden aktiven Gesellschaften IBU-tec AG und BNT GmbH ist sie als Greentech-Anbieter auf den Zukunftsmärkten der chemischen, pharmazeutischen und Automobilindustrie aktiv, sei es als Dienstleister und Entwicklungspartner oder als Hersteller innovativer Produkte. So ist die IBU-tec Gruppe unter anderem an der Entwicklung von neuen High-tech-Werkstoffen für die Elektromobilität und Energiespeichertechnologie beteiligt. In Zusammenarbeit mit ihren Kunden leistet sie einen maßgeblichen Beitrag dazu, die Material-, Energie- und Rohstoffeffizienz von Produkten und Produktionsprozessen nachhaltig zu verbessern und durch die Entwicklung von Recyclingprozessen der Kreislaufwirtschaft Rechnung zu tragen. Die nichtfinanzielle Erklärung erfolgt freiwillig und berichtet angelehnt an die Vorgaben von § 289c Abs. 2 HGB im Folgenden über die Aktivitäten der IBU-tec Gruppe im Geschäftsjahr 2024 in den Bereichen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Die wesentlichen Risiken, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit der Gruppe verbunden sind, sind im Kapitel „Risiken und Chancen“ dargestellt. Das Geschäftsmodell der IBU-tec Gruppe ist im Kapitel „Grundlagen des Konzerns“ beschrieben. Mit der nichtfinanziellen Erklärung möchten wir unsere Investoren und interessierten Stakeholder über die umfangreichen Aktivitäten, Maßnahmen und Prozesse der IBU-tec Gruppe auf dem Feld der Nachhaltigkeit informieren. Auch wenn wir derzeit nicht verpflichtet sind, einen entsprechenden Bericht zu veröffentlichen, ist es uns als Unternehmen der chemischen Industrie wichtig zu zeigen, dass wir Nachhaltigkeit mitdenken und innerhalb unserer Unternehmenskultur fest verankert haben. Die nichtfinanzielle Erklärung ist kein Prüfungsbestandteil im Rahmen der Konzernabschlussprüfung. 3.2 Managementsystem und Unternehmenspolitik Nachhaltigkeitsaspekte stehen im Mittelpunkt des Managementsystems der IBU-tec Gruppe. So verfügen wir über ein integriertes Managementsystem (IM S) und sind nach ISO 9001 für Qualität und ISO 14001 für Umwelt zertifiziert. Die Verantwortung für das integrierte Managementsystem für die gesamte Gruppe tragen der Vorstand der IBU-tec AG sowie die Geschäftsführung der BNT GmbH. Zu deren Unterstützung gibt es einen Gruppenbeauftragten für Qualitäts- und Umweltmanagement, der direkt dem Vorstand berichtet, sowie weitere Beauftragte in den Einzelgesellschaften. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle bei der Formulierung der Unternehmenspolitik spielt. Das gruppenweite Managementhandbuch legt folgende internen und externen Themen als besonders relevant fest:
Daraus ergeben sich die wesentlichen Anspruchsgruppen, darunter insbesondere die Kunden, Partner, Zulieferer, Beschäftigte, Behörden, Aktionäre sowie die Gesellschaft, wobei die direkte Nachbarschaft und Anwohner für die IBU-tec Gruppe eine besondere Bedeutung haben. Die Unternehmenspolitik zielt nicht zuletzt darauf ab, die Forderungen und Erwartungen interessierter Parteien einzubeziehen. So zählen zu ihren Grundsätzen insbesondere die Aufrechterhaltung von Qualität über alle Produktions- und Prozessschritte hinweg, der Schutz der Umwelt sowie die Sicherheit der Beschäftigten. Die Prozesse der Gruppe sind zudem so gestaltet, dass energieeffiziente sowie ressourcen- und umweltschonende Technologien zum Einsatz kommen. Nachbarn, die Behörden und die Bevölkerung der Landkreise werden regelmäßig über die Produktionsmerkmale, die damit verbundenen Risiken und über Verhaltensmaßnahmen im Störfall informiert. Entsprechend hat die IBU-tec Gruppe folgende strategische Nachhaltigkeitsziele formuliert:
Die IBU-tec Gruppe unterzieht sich regelmäßigen internen und externen Audits, um die Wirksamkeit ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten zu prüfen und bei Bedarf anzupassen. Zusätzlich unterzieht sie sich im Rahmen des Lieferkettenmanagements ihrer Kunden regelmäßig CSR-Ratings. Für unser Nachhaltigkeitsmanagement haben wir im Jahr 2024 das Rating von EcoVadis erneut die Auszeichnung „EcoVadis Silber“ abgeschlossen. Mit einem Gesamtergebnis von 68 Punkten von möglichen 100 konnten wir uns gegenüber dem letzten Rating leicht verbessern. EcoVadis ist der nach eigenen Angaben größte Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unternehmen. Die Plattform bewertet mithilfe von 21 CSR-Kriterien die Managementprozesse in den vier Themenbereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Grundlage für die Methodik sind international anerkannte CSR-Standards wie der UN Global Compact und die Global Reporting Initiative (GRI). Im Bereich des Arbeitsschutzes erfüllt IBU-tec die Anforderungen nach ISO 45001-Norm, womit höchste Arbeitssicherheit für die Mitarbeiter gewährleistet wird. Die Zahl der Arbeitsunfälle liegt bei IBU-tec dauerhaft unter dem Branchendurchschnitt. 3.3 Umweltbelange Der Schutz der Umwelt ist ein zentraler Grundsatz der Unternehmenspolitik der IBU-tec Gruppe. Mit unserem gruppenweiten Umweltmanagementsystem und der Zertifizierung nach ISO 14001 haben wir uns daher strenge Vorgaben gegeben, um die Auswirkungen unserer Produktionsprozesse auf Umwelt und Klima zu minimieren und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in der Gruppe umzusetzen. Das Umweltmanagementsystem wird im Rahmen eines jährlichen TÜV-Audits kontrolliert und - bei Erfüllung aller Anforderungen - bestätigt. Gemäß den Anforderungen von ISO 14001 berichten die Umweltmanagementbeauftragten und Energiemanagementbeauftragten regelmäßig an Vorstand und Geschäftsleitung über Maßnahmen und Ergebnisse, die anschließend im Managementreview bewertet und dokumentiert werden. 3.3.1 Nachhaltige Produkte und Leistungen Mit ihren Produkten und Angeboten trägt die IBU-tec Gruppe zu einer nachhaltigeren Wirtschaft bei. So arbeiten wir bereits seit rund 20 Jahren als Zulieferer der Automobilindustrie, wo unsere Pulverwerkstoffe für Katalysatoren maßgeblich dazu beitragen, den Schadstoffausstoß von Verbrennungsmotoren zu reduzieren. Parallel unterstützen wir mit unseren Produkten die Verkehrswende und den Umstieg auf nachhaltige Elektromobilität: Unsere eigenen LFP- und NMO-Batteriematerialien, die wir entwickeln, produzieren und am Markt anbieten, sind zentrale Bestandteile der Kathoden einer Batterie. LFP (Lithium-Eisenphosphat) ist dabei gegenüber anderen Materialmischungen wie Nickel-Mangan-Cobalt zusätzlich im Vorteil, da es auf wesentlich umwelt- und klimafreundlicheren Rohstoffen basiert und verarbeitet werden kann. Die BNT GmbH trägt darüber hinaus mit dem Glascoating-Werkstoff Monobutylzinn-Trichlorid (M BTC) zur Stärkung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei. Insbesondere bei der Herstellung von Containerglas, z. B. für Pfandflaschen, spielt M BTC eine wichtige Rolle. Bei der Herstellung der Flaschen wird es als dünne Schicht auf das Glas aufgetragen, um seine Widerstandsfähigkeit zu steigern. Mit vollendetem Coating-Prozess sind die Flaschen gegen Abrieb und Bruch geschützt und können dadurch deutlich häufiger im Pfandsystem eingesetzt werden. Ein weiterer wachsender Geschäftszweig der IBU-tec Gruppe ist schließlich das Recycling- und Servicegeschäft. Wir unterstützen unsere Kunden mit unseren Anlagen dabei, unterschiedliche Werkstoffe zu reinigen und wiederaufzubereiten, darunter Baustoffe und Klärschlämme. So können wir etwa seltene Erden, die unter anderem in Polierprozessen verwendet werden, von Verunreinigungen trennen, so dass sie sich erneut verwenden lassen. Im EU geförderten Projekt ReActiv z. B. haben wir unsere Kunden mit unserer Drehrohrofentechnologie und unserer Fach-Expertise dabei unterstützt, umweltfreundlichere Prozesse für die Zementproduktion zu entwickeln. Hierbei entsteht eine neuartige, nachhaltige Wertschöpfungskette, die die Tonerde- und Zementproduktion intelligent miteinander verbindet. Dadurch kann das Nebenprodukt Bauxit nicht mehr nur als Abfall betrachtet, sondern als wertvolle Ressource genutzt werden. Auch im Recycling von Batteriematerialien sind wir aktiv: Derzeit arbeiten wir daran, unsere Verfahren zu optimieren, um möglichst viel des ursprünglichen Rohmaterials zurückzugewinnen, um es in der Produktion neuer LFP-Batterien einzusetzen. Hierdurch sollen Abfälle und der Verbrauch von Ressourcen reduziert und Materialkreisläufe geschlossen werden. Gemeinsam mit Kunden und Partnern haben wir konkrete Prozesse entwickelt, um mittels thermischer Verfahrenstechnik wichtige Rohstoffe wie Nickel, Kobalt und Lithium aus verbrauchten Batterie-Kathodenmaterialien zu gewinnen. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern zwei wegweisende Projekte zum Recycling von Lithium-lonen-Batterien gestartet. Unter dem Namen „ZirKat“ arbeiten mehrere Unternehmen und Forschungseinrichtungen daran, wertvolle Rohstoffe aus alternden oder defekten Batterien zurückzugewinnen und für die Produktion neuer Batterien nutzbar zu machen. Diese Aktivitäten flankieren unser gemeinsames Pilotprojekt im Servicebereich mit der GRS Batterien Service GmbH und der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien über die Entwicklung der nachhaltigen Recyclingmasse „Green Mass“ aus alten LFP-Batterien. Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit Industriepartnern an der Entwicklung von umweltfreundlicheren Batteriematerialien gearbeitet, aber auch eigene Batteriematerialien, wie IBUvolt ®LFP402 am Markt eingeführt, die den CO2 -Fußabdruck der Batterien durch den Einsatz lokaler Rohstoffe und durch den Aufbau einer europäischen Wertschöpfungskette verringern. Parallel dazu verfolgen wir im Bereich Natrium-lonen-Batterien zwei unterschiedliche Entwicklungsansätze für alternative Materialien, die auf einer höheren Rohstoffverfügbarkeit basieren und umweltverträglicher sind, da Natrium aus natürlichen Salzvorkommen gewonnen werden kann und leichter verfügbar ist. Dadurch sollen langfristig die am Markt etablierten Blei-Säure-Batterien ersetzt werden. Aber auch im Bereich der Anodenmaterialien sind wir dabei uns von der derzeit starken Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern zu lösen und eine europäische Anode zu entwickeln. Im Service wurden Entwicklungsprojekte sowie größere Mustermengenfertigungen von Anodenmaterialien durchgeführt. Im Bereich der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung für Batteriematerialien setzt IBU-tec auf Partner in Deutschland beziehungsweise Europa. Für Kunden aus dem Bereich Mining werden Prozesse entwickelt und analytische Dienstleistungen durchgeführt, um Lithium aus europäischen Vorkommen zu evaluieren und als möglichen Rohstoff zu qualifizieren. 3.3.2 Energieverbrauch Die IBU-tec Gruppe legt besonderen Wert darauf, den Energiebedarf für ihre Prozesse zu minimieren. Dies ist uns umso wichtiger, da die Prozesse sowohl in der thermischen Verfahrenstechnik bei der IBUtec AG als auch der Nasschemie bei der BNT GmbH sehr energieintensiv sind. Für den Betrieb unserer Anlagen, Gebäude und Einrichtungen nutzen wir dabei als primäre Energieträger jeweils Erdgas und elektrischen Strom. Der Strom stammt dabei gruppenweit zu 100 % aus erneuerbaren Energien. Im Zuge der gestiegenen Energiepreise haben wir umfangreiche Energiesparmaßnahmen umgesetzt, um den Energieverbrauch gruppenweit zu senken. Der Fokus lag dabei auf gebäudetechnischen Maßnahmen zur Einsparung von Heizenergie und Strom. So haben wir weiterhin unter anderem die Beleuchtung der Außenanlagen auf das sicherheitsnotwendige Minimum gesenkt. Bei der BNT GmbH in Bitterfeld nutzen wir ein Blockheizkraftwerk, um per Kraft-Wärme-Kopplung die notwendige Energie für die Wassererhitzung und Dampferzeugung emissionsarm selbst zu erzeugen. Im Berichtszeitraum hat sich der Bedarf für elektrischen Strom gegenüber dem Vorjahr erhöht, weil das Erdgas betriebene Blockkraftheizwerk umgebaut wurde. Dadurch wurde weniger Erdgas verbraucht und der Energiebedarf musste durch den Zukauf von Strom gedeckt werden.
Zentrales Steuerungsinstrument sind die Berichte der Energiemanagementbeauftragten der BNT und IBU-tec, die den Energieverbrauch kontinuierlich erfassen und dem Management Maßnahmen für mögliche Reduzierungen vorschlagen. Die BNT GmbH ist dabei nach ISO 50001 zertifiziert. Da wir als Lohn- und Entwicklungsdienstleister viele Produkte im Kundenauftrag verarbeiten und herstellen, dient als zentrale Steuerungskennzahl für die IBU-tec Gruppe das Verhältnis von Verbrauch zu hergestellter Menge. Die Umrechnung des Energiebedarfs auf die produzierten Mengen zeigt, dass im Anlagenbetrieb kurzfristig nur wenig Spielraum für Veränderungen besteht. Der Bedarf hängt hier wesentlich von den verarbeiteten Materialien und den erforderlichen Temperaturen ab.
Am Hauptsitz der IBU-tec AG in Weimar betreiben wir eine Photovoltaikanlage, deren Stromertrag wir vollständig ins öffentliche Netz einspeisen. Mit dem Blockheizkraftwerk der BNT konnten wir im vergangenen Jahr nur rund 25 % des gesamten Strombedarfs der BNT GmbH decken. Der im Vergleich zum Vorjahr reduzierte Anteil dieser Anlage an der Energieerzeugung resultiert aus einer verringerten Nutzung aufgrund von oben bereits genannten Umbaumaßnahmen. Aus diesem Grund musste mehr Elektrizität fremdbezogen werden.
Zusätzlich investieren wir kontinuierlich in die Optimierung unserer Prozesse sowie die Technik unserer Anlagen, um die Energieeffizienz unserer Produktion weiter zu verbessern. Auch in den Verwaltungsbereichen und den Logistikgebäuden setzen wir Maßnahmen um, um den Energiebedarf zu senken, etwa durch die Umrüstung von Beleuchtungsanlagen auf energiesparende LED-Leuchtmittel. 3.3.3 Treibhausgasemissionen Die Treibhausgasemissionen der IBU-tec Gruppe beruhen im Wesentlichen auf dem Energiebedarf der Anlagen, Gebäude und weiteren Einrichtungen. Entsprechend positiv wirken sich der Einsatz der Photovoltaikanlage sowie des Blockheizkraftwerks aus. So haben wir dadurch im Geschäftsjahr 2024 gruppenweit CO2 -Äquivalente eingespart, im Vergleich zum Vorjahr um 14,2 %. Den Ausstoß weiterer Treibhausgase erfassen wir aktuell nicht.
Der leichte Rückgang der produktbezogenen CO2 -Emissionen lässt sich auf thermische Prozesse im Zusammenhang mit der Verarbeitung unterschiedlicher Materialien zurückführen. So kann je nach Material, Temperatur, Verweildauer und Art der Beigaben auch bei erhöhter Erdgaszufuhr ein niedrigerer CO2 -Ausstoß entstehen. Einen weiteren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen der IBU-tec Gruppe trägt zudem die konzerneigene Fahrzeugflotte bei. Hier haben wir bereits mit der sukzessiven Umstellung auf Hybrid- oder Elektroantriebe begonnen. Zum 31.12.2024 betrug deren Anteil an der gesamten Flotte 50 % (Vorjahr: 46 %). 3.3.4 Wasserverbrauch Wasser spielt im Rahmen unserer Produktionsprozesse eine wichtige Rolle, sei es in der Verarbeitung von Materialien, zur Reinigung oder in den Kühlkreisläufen unserer Anlagen. Dabei nutzen wir in der gesamten Gruppe geschlossene Wasserkreisläufe für die Anlagenkühlung. Das benötigte Frischwasser beziehen wir ebenso wie für die Sanitäreinrichtungen aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung.
Generell achten wir im Rahmen unseres Umweltmanagements auf die Entwicklung des Wasserverbrauchs und versuchen, durch kontinuierliche Prozessoptimierungen den Wasserverbrauch insgesamt zu minimieren. Im Geschäftsjahr 2024 konnten wir den Wasserverbrauch insgesamt stark reduzieren, insbesondere bei der IBU-tec AG um 47,9 %. 3.3.5 Abwasser Wir legen großen Wert darauf, kein mit Chemikalien verunreinigtes Wasser in die öffentlichen Abwassersysteme oder gar die Umwelt einzuleiten. Bei der IBU-tec AG betrifft dies in erster Linie Wasser, das für die Anlagenreinigung verwendet wird. Dieses wird in einer gesonderten, behördlich abgenommenen Anlage gesammelt. Bei der BNT GmbH, wo Wasser auch in der Produktion eingesetzt wird, wird das gesamte Oberflächenwasser gesammelt, aufbereitet und als Schmutzwasser entsorgt. Um zu vermeiden, dass kontaminiertes Wasser aus Reinigungsvorgängen in die Umwelt gelangt, haben wir im Rahmen des Umweltmanagementsystems entsprechende Prozesse etabliert. Die Waschanlage für unsere Produktionsanlagen wird von TÜV und Umweltamt abgenommen und überwacht. 3.3.6 Abfälle Im Rahmen unseres Bestrebens, unseren Ressourcenverbrauch zu minimieren, legen wir Wert darauf, Abfälle weitgehend zu vermeiden. Dennoch entstehen bei der Produktion und Verarbeitung bestimmter Materialien Abfälle, darunter auch solche, die als gefährlich einzustufen sind und über zertifizierte Dienstleister entsorgt werden.
Gegenüber dem Vorjahr haben sich auch im Geschäftsjahr 2024 die gefährlichen Abfallmengen deutlich reduziert. Das ist primär auf Prozessanpassungen sowie die Verarbeitung weniger gefährlicher Produkte im Berichtsjahr zurückzuführen. 3.4 Arbeitnehmerbelange Die Beschäftigten haben einen besonders hohen Stellenwert für die IBU-tec Gruppe. Wir möchten, dass sich unsere Mitarbeitenden unabhängig von ihrer Position und Rolle im Unternehmen wohlfühlen, dass sie sich entsprechend ihrer Vorstellungen und Ziele weiterentwickeln können und dass die Arbeitssicherheit zu jeder Zeit gewährleistet ist. Um diese Ziele zu erreichen, haben wir verschiedene Maßnahmen implementiert, darunter ein gruppenweites Personalentwicklungskonzept und umfangreiche Sozialleistungen. Die drei Standorte der IBU-tec AG sind zudem nach ISO 45001 für Arbeitssicherheit zertifiziert. Grundsätzlich erhalten alle unsere Angestellten einen Arbeitsvertrag. Das gilt auch für Teilzeitbeschäftigte, Studierende und Praktikantinnen und Praktikanten. Unsere Angestellten erhalten einen existenzsichernden Lohn und wir lehnen Kinder- und Zwangsarbeit entschieden ab. Außerdem lehnen wir jegliche Form der informellen Beschäftigung ab und versuchen, Leiharbeiter nur zeitlich befristet einzusetzen bzw. diese Möglichkeit zur Unterstützung der Personalakquise zu nutzen. 3.4.1 Arbeitssicherheit Die Sicherheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht für uns an oberster Stelle. In beiden Teilunternehmen der IBU-tec Gruppe haben wir eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellt, die direkt an den Vorstand bzw. die Geschäftsleitung berichtet. Die Sicherheitsfachkräfte kümmern sich hauptamtlich darum, sicherheitsrelevante Normen umzusetzen, Prozesse und Anlagen unter Sicherheitsaspekten zu bewerten und Maßnahmen einzuführen, um die Sicherheit aller Mitarbeitenden laufend zu verbessern. Sie führen zudem regelmäßig, mindestens jedoch einmal jährlich, Mitarbeiterschulungen durch und dokumentieren sicherheitskritische Ereignisse. Im Geschäftsjahr 2024 zählten wir in der gesamten IBU-tec Gruppe 16,3 berichtspflichtige Arbeitsunfälle (RIR), eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um 52,3 % (Vorjahr: 10,7). Nur ein kleiner Teil der Arbeitsunfälle und eingetragenen Ereignisse resultiert aus dem Umgang mit der Verarbeitung chemischer Materialien und Gefahrstoffe wie zinnorganische Stoffe, Säuren, Laugen und Lösungsmittel sowie aus den Kontaktmöglichkeiten mit diesen Stoffen im Produktionsbereich und in der Instandhaltung.
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Die Vorjahresangaben wurden aufgrund neuer Berechnungen korrigiert. 3.4.2 Unternehmenskultur Wir legen großen Wert auf einen kollegialen Dialog und den abteilungsübergreifenden Austausch zu wichtigen Themen. Die Unternehmenskultur in der IBU-tec Gruppe ist daher maßgeblich vom Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt. Die allgemeine betriebliche Mitbestimmung ist in den beiden Unternehmen der Gruppe unterschiedlich organisiert. Bei der IBU-tec AG gibt es eine Ombudsfrau, die als Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden zur Verfügung steht und deren Interessen gegenüber der Geschäftsleitung vertritt. Die BNT GmbH verfügt über einen Betriebsrat nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Um die Zusammenarbeit, die interne und externe Kommunikation sowie einen wertschätzenden Umgang bei IBU-tec zu fördern, haben wir neue Leitsätze entwickelt. Darin sind Empfehlungen aufgeführt, wie die Zusammenarbeit und das Arbeitsumfeld gemeinsam gestaltet werden können, und was IBU-tec ausmacht: Kundenorientierung, verantwortungsvolles Handeln, Gesundheit und Sicherheit, Toleranz und Wertschätzung sowie Vertrauen und Kollegialität. Wir möchten damit eine Orientierungshilfe für unser Handeln im beruflichen Alltag geben und eine gemeinsame Grundlage für unser Miteinander bei IBU-tec festlegen. Im Zusammenhang mit der Unternehmenskultur spielt auch das Thema Diversity eine Rolle. Unser Fokus liegt dabei auf der Geschlechterverteilung. Zum 31.12.2024 betrug der Frauenanteil nach HGB gruppenweit 23,2 % (Vorjahr: 22,7 %).24 Auf der oberen Führungsebene ist der Frauenanteil im Vergleich zum vergangenen Jahr um 11,2 % gesunken. Im mittleren Management hat sich der Frauenanteil im Vergleich zum Vorjahr von um 22,2 % reduziert, weil Frauen das Unternehmen verlassen haben.
Es ist uns wichtig, dass unsere Beschäftigten Beruf und Familie gut miteinander vereinen können. So arbeiten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IBU-tec Gruppe, die nicht im festen Schichtdienst tätig sind, grundsätzlich in Gleitzeit und können ihre Anwesenheit in Abstimmung mit ihren Vorgesetzten weitgehend flexibel planen. Wo es die Aufgaben erlauben, ist es auch möglich, auf Antrag teilweise oder vollständig im Homeoffice zu arbeiten. Insbesondere bei der IBU-tec AG haben wir zudem eine lange Tradition familienfreundlicher Unterstützungsleistungen. So erhalten Eltern für jedes Kind einen festen Kindergartenzuschuss in Höhe von 75 € im Monat. Zudem veranstalten und finanzieren wir jedes Jahr zu Beginn der Sommerferien in Thüringen eine einwöchige, betreute Kinderfreizeit für betriebszugehörige Familien. Darüber hinaus lagen die Vergütungen von Frauen und Männern in ähnlichen Positionen der IBU-tec auf vergleichbarem Niveau. 3.4.3 Personalentwicklung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich in der IBU-tec Gruppe weiterentwickeln können. Je nach Bedarf ermöglichen wir unseren Beschäftigten, sich innerhalb ihrer aktuellen Position oder in Vorbereitung für zusätzliche Führungsaufgaben fortzubilden. Wir nutzen hierfür ein Personalentwicklungskonzept, in dem die verschiedenen Qualifizierungsmaßnahmen festgehalten sind. Diese reichen von der Facharbeiterausbildung über die Meister- bzw. Technikerausbildung und die Trainee-Ausbildung im Rahmen eines Dualen Studiums sowie gezielter Fach- und Führungskräfteschulungen bis zur High-Potential-Nachwuchsförderung für Managementaufgaben.
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Die Zahlen vom Vorjahr mussten korrigiert werden aufgrund neuer Berechnungen. Zusätzlich bietet die IBU-tec Gruppe jedes Jahr mehreren Auszubildenden die Chance auf einen Einstieg in verschiedenen Berufen. Zum 31.12.2024 waren insgesamt 12 Auszubildende bei IBU-tec AG und BNT GmbH beschäftigt (Vorjahr: 13). Unser Ziel ist es dabei, die Auszubildenden nach ihrem Abschluss möglichst als Festangestellte bei uns weiter zu beschäftigen.
Neue Mitarbeitende durchlaufen in der IBU-tec Gruppe grundsätzlich eine systematische und dokumentierte Mitarbeitereinführung, die sowohl allgemeine als auch abteilungsspezifische Aspekte enthält. Der Schulungsbedarf und durchgeführte Schulungen werden innerhalb einer Qualifikationssoftware ermittelt und dokumentiert. 3.4.4 Sozialleistungen Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IBU-tec Gruppe profitierten von einem umfangreichen Paket an Sozialleistungen. Bei der IBU-tec AG wurde ein Gesundheitsfonds eingerichtet, der die Kosten für bestimmte ärztliche Vorsorgeuntersuchungen vollständig übernommen hat. Darüber hinaus konnten Beschäftigte der IBU-tec AG bei Bedarf einen Zuschuss zu Zahnersatz und Sehhilfen erhalten. Zur Förderung der allgemeinen Gesundheit gab es im Berichtsjahr 2024 am Weimarer Standort zudem ein regelmäßiges Fitness- und Lauftraining, an dem alle Mitarbeitenden kostenlos teilnehmen konnten. Zusätzlich haben wir auch unser kostenloses Yogaangebot sowie eine wöchentliche Massage am Standort Weimar weiter angeboten. Bei der IBU-tec AG bieten wir eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Entgeltumwandlung an, die wir über die gesetzlichen Anforderungen hinaus bezuschussen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BNT GmbH gilt eine Betriebsvereinbarung, in denen die Details der Arbeitsverhältnisse geregelt sind. In der gesamten Gruppe verfügen wir über ein betriebliches Eingliederungsmanagement für Menschen mit langen Erkrankungen oder Behinderungen. Wo praktisch möglich und umsetzbar, bieten wir auch barrierefreie Arbeitsplätze an. Arbeitskräfte, die aus dem Ausland zu uns kommen, versuchen wir bestmöglich bei der Integration zu unterstützen, etwa mit Sprachkursen und bei der Erstellung von Einbürgerungsanträgen. Hierfür arbeiten wir auch eng mit der IHK zusammen. Schließlich erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IBU-tec Gruppe monatliche Gutscheinkarten im Rahmen der gesetzlichen Steuerfreibeträge zur privaten Nutzung sowie Sonderzahlungen bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeitszeit. Am IBU-tec AG Standort Weimar betreiben wir eine Kantine, die kostenloses Frühstück und Mittagessen anbietet.
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Die Berechnungen basieren auf der Mitarbeiteranzahl HGB, 31.12.24. 3.5 Sozialbelange Die IBU-tec Gruppe sieht sich als Teil der Gesellschaft und übernimmt Verantwortung für das Gemeinwesen. Deshalb pflegen wir den Dialog auf kommunaler und regionaler Ebene. So nehmen wir in Weimar regelmäßig als Gast an den Ortsteilratssitzungen teil, um den Anwohnern und kommunalen Interessenvertretern direkt Rede und Antwort zu stehen. Darüber hinaus möchten wir durch größtmögliche Transparenz Vertrauen aufbauen, indem wir Betriebsbesichtigungen für die Nachbarschaft durchführen oder einen Tag der offenen Tür veranstalten. Am Standort Bitterfeld stehen wir auf Geschäftsleiterebene im regelmäßigen Austausch mit kommunalen Strukturen. Wir engagieren uns außerdem aktiv im lokalen Umfeld und leisten finanzielle Unterstützung für gemeinnützige Vereine und soziale Einrichtungen in Weimar und Bitterfeld. Ein großer Schwerpunkt liegt dabei auf lokalen Sportvereinen mit dem Fokus auf Jugendarbeit. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation haben wir auch im Geschäftsjahr 2024 zu unserem zivilgesellschaftlichen Engagement gestanden und gemeinnützige Vereine weiterhin im für uns üblichen Maß mit Spenden bedacht. 3.6 Verantwortungsvolle Unternehmensführung Die IBU-tec Gruppe bekennt sich zu den allgemeinen Menschenrechten der Vereinten Nationen und lehnt jegliche Verletzung dieser elementaren Grundwerte grundsätzlich ab. Unsere Standorte befinden sich ausschließlich in Deutschland, wo wir den nationalen und europäischen Gesetzen und Richtlinien unterliegen, die den Schutz dieser Rechte gewährleisten. Wir kommen unserer Verantwortung nach, diese Grundsätze auch gegenüber unseren Lieferanten durchzusetzen. Wo möglich und wirtschaftlich sinnvoll, versuchen wir im zentralen Einkauf für die gesamte Gruppe, Rohstoffe und Materialien aus europäischen Quellen zu beziehen. Grundsätzlich verpflichten wir in unseren Einkaufsbedingungen unsere Lieferanten dazu, wesentliche Compliance-Vorgaben zu beachten. Darunter fallen Verpflichtungen zum Schutz der Umwelt, zum Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit und zur Einhaltung fairerer Entlohnung und Arbeitsbedingungen. Diese Vorgaben fragen wir regelmäßig in einer Lieferantenselbstauskunft ab und prüfen sie in Einzelfällen mit eigenen Audits. Wir behalten uns vor, die Geschäftsbeziehungen bei einem Verstoß gegen diese Bedingungen zu beenden. Wir sprechen uns ausdrücklich gegen Bestechung und Korruption in jeglicher Form aus und haben uns eine entsprechende Compliance-Richtlinie gegeben, die für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IBU-tec Gruppe gilt. Darin sind unter anderem die Annahme und Vergabe von Geschenken, Spenden und Bewirtungen geregelt. Wir leisten dabei grundsätzlich keine Spenden an politische Parteien und üben keine politische Einflussnahme aus. Die IBU-tec Gruppe ist als Unternehmen der chemischen Industrie Mitglied im Branchenverband VCI, der die Interessen der Chemiebranche gegenüber der Politik vertritt. Mit unseren neuen Leitlinien zur Sicherstellung der gesetzeskonformen Abwicklung in unseren Geschäftsprozessen und Lieferketten übernehmen wir Verantwortung für unsere Handlungen und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. In einem gesonderten Kodex zur Unternehmensethik verpflichten wir uns zur Förderung der Menschenrechte und zu fairen Arbeitsbedingungen in unserem Unternehmen. Beide Dokumente wurden im Geschäftsjahr 2024 eingeführt und richten sich an alle Mitarbeitenden, alle Lieferanten und alle Geschäftspartner der IBUtec Gruppe. Die Einhaltung der geltenden Bestimmungen zum Datenschutz sind für die IBU-tec Gruppe selbstverständlich. In Zusammenarbeit mit dem Dienstleister DataGuard GmbH haben wir verschiedene technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Gruppe umgesetzt. Neben regelmäßigen Schulungen zum Datenschutz erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßige Aufklärungen zu Themen der Cybersicherheit. DataGuard steht unter der Mailadresse datenschutz@dataguard.de für alle Personen innerhalb und außerhalb des Unternehmens für Fragen und Anregungen zum Datenschutz als Ansprechpartner zur Verfügung. Gesamtverantwortlich ist der Vorstandsvorsitzende. Darüber hinaus wurde ein Whistleblower-System implementiert, welches den Stakeholdern des Unternehmens, aber auch externen Personen, die Möglichkeit bietet, den Vorstand anonym über Missstände jedweder Art zu informieren. 4. Chancen- und Risikobericht 4.1 Risikomanagement Das Ziel des Risikomanagements von IBU-tec ist es, Risiken für die wirtschaftliche, finanzielle und strategische Entwicklung der Gruppe frühzeitig zu identifizieren und durch geeignete Maßnahmen zu minimieren. Klare Verantwortlichkeiten, eine dem Geschäftsmodell adäquate Organisation und eine professionelle Meetingstruktur gewährleisten eine unmittelbare Information des Vorstands über entstehende Risiken. So führen wir neben regelmäßigen Vorstandssitzungen jeden Monat ein Managementmeeting durch, in welchem dem Top-Management steuerungsrelevante Kennzahlen, z. B. zur Messung der Produktivität, Vertriebsleistung und Budgeteinhaltung, präsentiert werden. Zusätzlich runden jeweils ein Strategie- und ein Planungsmeeting pro Geschäftsjahr die Planungs- und Controllingstrukturen der Gesellschaft ab. Der Aufsichtsrat kommt mindestens vier Mal pro Jahr zusammen. Um Risiken wirksam messen und steuern zu können, nutzt der Vorstand eine Risikomatrix, in der identifizierte Einzelrisiken in Bewertungskategorien zusammengefasst und anschließend nach Eintrittswahrscheinlichkeit (gering, gering bis mittel, mittel bis hoch, hoch) und wirtschaftlichen Auswirkungen (gering, mäßig, erheblich, schwer) quantifiziert werden. Hierfür stützt sich der Vorstand auch auf die Einschätzungen der jeweiligen Bereichsleiter. Die Risikomatrix wird mehrmals im Geschäftsjahr auf Aktualität geprüft und bei Bedarf aktualisiert. Auf diese Weise erhält der Vorstand ein umfassendes Gesamtbild der Risiken auf Gruppenebene und kann Maßnahmen zur effektiven Risikosteuerung ergreifen. Insgesamt verfügt die IBU-tec Gruppe über eine ausgewogene Risikostruktur. Mit unserem Risikomanagement sehen wir uns sehr gut aufgestellt, um drohende Risiken rechtzeitig zu identifizieren, aktiv anzugehen und effektiv einzugrenzen. 4.2 Versorgungsrisiken 4.2.1 Energierisiken Als Unternehmen der chemischen Industrie ist die IBU-tec Gruppe besonders auf eine stabile Versorgung mit Strom, Erdgas, Wasser und technischen Gasen angewiesen. Ein Ausfall der Energieversorgung hätte schwere Auswirkungen auf die Fähigkeit der Konzernunternehmen, ihre Produktion fortzuführen. Die Energieversorgung in Deutschland war 2024 sichergestellt, da der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix stieg und die Stromversorgungssicherheit hoch blieb. Gleichzeitig haben sich in Deutschland die Energiepreise stabilisiert und auch die Bemühungen um Energiesicherheit.26 Daher schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit derzeit als gering bis mittel ein. 4.2.2 Lieferkettenrisiken Für die Herstellung unserer Produkte sind wir auf eine verlässliche Versorgung mit wichtigen Rohstoffen angewiesen. Eine stabile Lieferkette ist daher für die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe unabdingbar. Zu den Lieferkettenrisiken zählen wir Risiken aus der Verfügbarkeit und Beschaffung von Rohstoffen, minderwertige Rohmaterialien, Versorgungsengpässe bei oder der Wegfall von Lieferanten sowie allgemeine Logistikrisiken. Die im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine aufgetretenen Lieferkettenschwierigkeiten, von denen auch IBU-tec betroffen war, haben im Geschäftsjahr 2024 an Relevanz verloren. Unter der Berücksichtigung der aktuellen Verschärfung internationaler Handelskonflikte und damit verbundener möglicher Strafzölle, sehen wir das Risiko als mittel bis hoch. Durch gezielte Maßnahmen, wie z. B. vorausschauende Beschaffung und kontrollierter Bestandsaufbau im Bereich der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, versuchen wir, die Auswirkungen dieses Risikos zu begrenzen. Aufgrund unserer gefestigten Lieferantenstruktur und den Bestrebungen europäische Lieferketten für unsere Produkte aufzubauen, erwarten wir allenfalls geringe bis mittlere Auswirkungen. 4.2.3 Beschaffungsrisiken Nicht nur aus der Versorgung und Belieferung mit Rohstoffen entstehen Risiken, sondern auch aus dem Lieferantenmanagement, der Kapitalbindung durch Lagerhaltung sowie aus zu hohen oder zu niedrigen Lagerbeständen. Insbesondere für die Herstellung eigener, nicht im Kundenauftrag gefertigter Produkte wie unserem LFP-Batteriematerial benötigen wir eigene Lieferketten. Wir setzen hierfür nach Möglichkeit auf langfristige Lieferverträge und aktives Lieferantenmanagement, um Beschaffungsrisiken zu minimieren. Im Zusammenhang mit LFP, dass wir im Oktober 2021 als Produkt am Markt eingeführt haben, haben wir in 2024 weiter am Ausbau unserer Lieferketten gearbeitet. Parallel bemühen wir uns um eine vorausschauende Bevorratung mit strategisch wichtigen Rohstoffen, um kurzfristige Lieferengpässe auszugleichen und unsere Produktionsfähigkeit sicherzustellen. Wir bewerten diese Beschaffungsrisiken aufgrund unseres gut strukturierten Einkaufs, einer gefestigten Lieferantenstruktur, einer effektiven internen Logistik sowie unseren Bestrebungen europäische Lieferketten für unsere Produkte aufzubauen mit einer geringen bis mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit und mäßigen Auswirkungen. 4.3 Vermarktungsrisiken 4.3.1 Vorratsrisiko - Vertrieb von LFP-Batteriematerial Die IBU-tec AG erwartet ab dem Geschäftsjahr 2025 wesentliche Umsätze aus Engineering-, Entwicklungs- und Serviceprojekten sowie dem Vertrieb der eigengefertigten IBUvolt®LFP- und NMO-Batteriematerialien. Sollte entgegen den Erwartungen der Gesellschaft der Vertrieb bereits produzierter Mengen in Höhe von 192 Tonnen unfertiger und fertiger LFP-Batteriematerialien nicht profitabel gelingen, so ergäbe sich ein wesentliches Risiko für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft. Dem Vorstand ist dieses Risiko bewusst und die im letzten Jahr gebündelten vertrieblichen Aktivitäten werden weiter intensiv fortgeführt, insbesondere im Hinblick auf internationale Kunden und Märkte. Der Vorstand wird, wie im Vorjahr, laufend über die aktuelle Entwicklung informiert. Es konnten weitere Interessenten im US-amerikanischen Markt identifiziert werden, die sich auf das Batteriematerial für Trockenbeschichtungsverfahren spezialisiert haben. Den größten Anteil am Lagerbestand macht IBUvolt® LFP400 aus, welches exakt für dieses Zellherstellungsverfahren prädestiniert ist. Vor dem Hintergrund der deutlichen Intensivierung der vertrieblichen Aktivitäten in diesem Bereich schätzt der Vorstand das Risiko als gering bis mittel ein. 4.3.2 Kundenrisiken Wir legen Wert auf langfristige und vertrauensvolle Kundenbeziehungen. Insbesondere im Bereich Entwicklungsdienstleistungen und Lohnfertigung sind wiederkehrende Kunden eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit von IBU-tec. Der Verlust von Bestands- oder Großkunden sowie das Ausbleiben von angekündigten Bestellungen können erhebliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Gruppe haben. Aufgrund des schwierigen M arktumfelds im vergangenen Geschäftsjahr sowie des nicht zu erwartenden konjunkturellen Aufschwungs im Jahr 2025 sehen die wir Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel bis hoch an. 4.3.3 Marktrisiken Aus dem Marktumfeld ergeben sich verschiedene Risiken für IBU-tec. Dazu zählen der Verlust von Marktanteilen sowie eine Verschärfung des Wettbewerbs, insbesondere aus dem asiatischen Raum, ebenso wie eine mangelnde Anpassung an die Märkte seitens IBU-tec. Auch Einbrüche der Absatzmärkte und Absatzeinbußen sowie Veränderungen der Energiepreise haben wir hier berücksichtigt. Mit unserem Vertriebsteam, das Veränderungen am Markt und bei den Kunden schnell erfährt und nach innen kommuniziert, sowie mit unserer flexiblen Vertragsgestaltung, durch die wir uns schnell an Marktänderungen anpassen können, sehen wir uns hier gut aufgestellt. 4.3.4 Innovationsrisiken IBU-tec lebt von Innovationen, sowohl mit Blick auf die Entwicklung und Optimierung eigener Anlagen als auch die Herstellung und den Verkauf von Produkten. Als Innovationsrisiken haben wir eine fehlende Technologieneuerung durch den Fokus auf Bestandskunden und -materialien, fehlende technologische Lösungen für die Anforderungen von Kunden, die Bearbeitung falscher Megatrends sowie die Generierung von Patenten durch Kunden mit dem einhergehenden Know-how-Verlust bei IBU-tec identifiziert. Die Auswirkungen wären nach unserer Einschätzung erheblich. Durch kontinuierlichen Austausch mit anderen Marktteilnehmern und vertragliche Regelungen sehen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch als gering bis mittel. 4.4 Finanzrisiken 4.4.1 Liquiditätsrisiken Aufgrund der unsicheren makroökonomischen Rahmenbedingungen für die IBU-tec Gruppe entstand im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere durch die Entwicklung des Bereichs Nass-Chemie (BNT), ein erhöhtes Liquiditätsrisiko, welches wir durch enge Abstimmung mit unseren langjährigen Bankenpartnern und den unten genannten allgemeinen Maßnahmen möglichst gering halten. Darüber hinaus geht die Mittelfristplanung von einer Neuausrichtung des Geschäftsmodells für den Bereich Nass-Chemie (BNT) und einer signifikanten Ausweitung der Serviceumsätze für diesen Bereich aus. Auf Grundlage dieser Planungsprämisse plant der Vorstand, inkl. bereits vorgenommener Sicherheitsabschläge, mit jährlichen Serviceumsätzen ab dem Jahr 2028 in zweistelliger Millionenhöhe. Sollten diese Erwartungen sich nicht erfüllen, besteht mittelfristig ein Liquiditätsrisiko für die IBU-tec Gruppe. Risiken, die sich auf die Liquidität der Gruppe auswirken können, steuern wir mithilfe eines zentralen, konzernweiten Liquiditätsrisikomanagement, das in der Konzernmutter gebündelt ist und durch personelle Verflechtungen mit der Tochtergesellschaft abgesichert wird. Wir sind der Auffassung, mit den getroffenen Maßnahmen jederzeit eine ausreichende Liquiditätsversorgung sicherstellen zu können. Die Auswirkungen eines Risikoeintritts wären erheblich, die Eintrittswahrscheinlichkeit ist derzeit gering bis mittel. 4.4.2 Ausfallrisiken Die Kunden der IBU-tec Gruppe sind in der Regel sehr finanzstark. Um die Risiken aus Zahlungsausfällen oder Zahlungsrückständen zu begrenzen, haben wir ein effektives Debitorenmanagement im Zentralbereich Finanzen/Einkauf etabliert. Wir bewerten daher die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bis mittel, die Auswirkungen als mäßig. 4.4.3 Kalkulationsrisiken Unzureichende Bedarfsplanung und mangelndes Controlling können zu kalkulatorischen Risiken führen, die sich negativ auf die Finanzlage der Gruppe auswirken können. Wir haben hierfür gruppenweite Prozesse etabliert, durch die der Vorstand frühzeitig über mögliche Fehlentwicklungen informiert wird und die es ihm erlauben, auf allen Ebenen steuernd einzugreifen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Kalkulationsrisiken stufen wir als gering bis mittel ein, die Auswirkungen als mäßig. 4.4.4 Steuerliche Risiken Steuerliche Risiken können aus unerwarteten Forderungen des Finanzamts entstehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, ist aus unserer Sicht gering, die Auswirkungen wären mäßig. 4.4.5 Fremdwährungsrisiken Die IBU-tec Gruppe liefert Produkte an Kunden weltweit aus und ist daher auch Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Wir sind jedoch in der Lage, einen Großteil unserer Geschäfte in Euro abzuwickeln. Die Auswirkungen von Währungsschwankungen wären daher mäßig, auch wenn von einer mittleren bis hohen Eintrittswahrscheinlichkeit auszugehen ist. 4.4.6 Finanzierungsrisiken Das geplante Wachstum der IBU-tec Gruppe beruht auf umfassenden Investitionstätigkeiten in neue Anlagen und Produktionsprozesse. Auch wenn der Vorstand eine umsichtige Kapitalplanung verfolgt, können aus der Finanzierung der Investitionen Risiken entstehen, die erhebliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Gruppe hätten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir derzeit bei mittel bis hoch ein. 4.5 Strategische Risiken 4.5.1 Risiken aus der Strategie Eine fehlerhafte strategische Planung kann erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage der IBU-tec Gruppe haben. Hierzu zählen Einzelrisiken, die im Zusammenhang mit einer ineffektiven Strategieentwicklung, Veränderungsmanagement, Abhängigkeit von Drittanbietern oder einer fehlenden Integration von Nachhaltigkeit in die Konzernstrategie stehen. Um diesen Risiken zu begegnen, führen wir regelmäßige Strategiereviews durch, in die das gesamte Management der Gruppe eingebunden ist. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für diese Risiken halten wir daher für gering bis mittel. 4.5.2 Governancerisiken Auch die Governance ist für die strategische Entwicklung des Konzerns maßgeblich. Risiken für die Führung und Steuerung der IBU-tec Gruppe können unter anderem aus dem Abgang von Personen des Managements, aus dem Ausfall von Vorstandsmitgliedern oder der mangelnden Einhaltung von Compliance-Richtlinien entstehen. Wir sehen uns hier durch interne Maßnahmen sehr gut aufgestellt und stufen sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkungen als gering ein. 4.6 Operative Risiken 4.6.1 Personalrisiken Wir haben umfassende Maßnahmen im Konzern etabliert, um Risiken im Zusammenhang mit dem Personal zu begrenzen. Solche Risiken können etwa aus einer geringen Qualifikation, fehlender oder nicht ausreichender Akquise von Fachkräften, langwierigen Einarbeitungsprozessen oder Personalmangel entstehen, die bis zum Produktionsstillstand führen können. Dem beugt IBU-tec unter anderem mithilfe strukturierter Einarbeitungsprogramme, kontinuierlicher Qualifizierung von Beschäftigten, Kooperationen mit Hochschulen, flexibler Arbeitszeitgestaltung und umfangreichen Sozialleistungen vor. Dennoch bleibt die Personalgewinnung und -bindung herausfordernd. Insbesondere aufgrund des allgemeinen Fachkräftemangels stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel bis hoch ein. Die Auswirkungen auf IBU-tec als stark Know-how-geprägtem Unternehmen wären erheblich. 4.6.2 Vertriebliche Risiken Als vertriebliche Risiken haben wir eine ineffiziente Vertriebsstruktur, den Verlust von Kunden sowie das Klumpenrisiko identifiziert. IBU-tec tätigt traditionell einen signifikanten Umsatzanteil mit wenigen Großkunden. Es gelingt dem Vertrieb jedoch durch den gezielten Ausbau der Aktivitäten zunehmend, die Kundenbasis zu diversifizieren und das Risiko zu minimieren. Zudem soll insbesondere die Strategie IBU2025 dazu beitragen, das Geschäftsmodell der IBU-tec AG breiter aufzustellen, indem wir mit eigenen Produkten am Markt auftreten und uns so neue Kundengruppen erschließen. Die potenziellen Auswirkungen vertrieblicher Risiken stufen wir als erheblich ein, die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel bis hoch. 4.6.3 Projekt- und Produktrisiken Mit der Durchführung von Projekten und der Herstellung unserer Produkte sind gewisse operative Risiken verbunden. Dazu zählen unter anderem Produkthaftungsrisiken, fehlerhafte Produkte und mangelhafte Produktqualität sowie daraus abgeleitete Ansprüche Dritter ebenso wie allgemeine Projektrisiken, eine fehlende Projektakquise oder eine nicht erfolgte Leistungserbringung. So ist es insbesondere dem dienstleistungsorientierten Geschäftsmodell der IBU-tec AG immanent, dass kundenspezifische Entwicklungs- und Produktionsaufträge oftmals projektbezogen vergeben werden und auf Grundlage von nicht vertraglich fixierten Forecasts der Kunden für das jeweils folgende Geschäftsjahr geplant werden. Dies kann sich insbesondere bei zunehmendem Wettbewerb, steigender Komplexität und höherer Preissensitivität der Kunden negativ auswirken. Da diese Risiken unmittelbaren Einfluss auf den Ertrag der Gruppe haben, stufen wir die möglichen Auswirkungen bei Eintritt dieser Risiken als schwer ein. Mithilfe eines aktiven Vertriebs, vorausschauenden Projektmanagements und einer umfassenden Qualitätssicherung versuchen wir, diese Risiken einzudämmen. Derzeit schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage als mittel bis hoch ein. 4.6.4 Sicherheitsrisiken Unter Sicherheitsrisiken fassen wir Risiken zusammen, die Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Mitarbeitenden der IBU-tec Gruppe haben können, etwa Havarien oder eine mangelnde Einhaltung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards, die zu Gesundheitsschäden durch den Umgang mit Gefahrstoffen führen können. Auch eine potenziell unzureichende Vorbereitung auf Krisen zählen wir dazu. Durch unser umfangreiches und zertifiziertes Arbeitssicherheitssystem sehen wir uns hierfür gut aufgestellt. Die Auswirkungen wären erheblich, die Eintrittswahrscheinlichkeit werten wir als gering bis mittel. 4.6.5 Technische Risiken Risiken, die aus dem Betrieb unserer technischen Anlagen entstehen oder die Auswirkungen auf deren Betrieb haben, umfassen beispielsweise Produktionsausfälle durch technische Störungen, Stillstände durch zu hohe Wartungszeiten oder eine ineffektive Wartung, fehlende technische Neuerungen sowie eine unzureichende Standardisierung interner Prozesse. Diese Risiken minimieren wir durch unser internes Werkstattteam, das eng in die betrieblichen Prozesse eingebunden ist, und einen eigenständigen Bereich für Konstruktion, der die Instandhaltung und den Neubau unserer Anlagen verantwortet. Aufgrund dieser Maßnahmen schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bis mittel ein. Die Auswirkungen wären erheblich. 4.6.6 IT-Risiken Auch als produzierendes Unternehmen betreiben wir IT-Anlagen. Risiken, die damit verbunden sind, bestehen etwa in Cyberangriffen, Produktionsausfällen oder Datenverlust infolge von IT-Unterbrechungen sowie einer mangelnden Digitalisierung. Wir arbeiten hier mit einem erfahrenen Dienstleister zusammen, der uns beim Aufbau unserer IT-Infrastruktur unterstützt und unsere Systeme absichert. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Risikofall eintritt, sehen wir als gering bis mittel an, die Auswirkungen wären mäßig. 4.6.7 Behördliche Risiken Für den Betrieb unserer Standorte und Anlage benötigen wir Genehmigungen, die von Behörden erteilt werden müssen. Risiken entstehen, wenn Genehmigungen nicht oder zu spät erteilt bzw. wieder entzogen werden. Die Auswirkungen wären erheblich. Um das zu vermeiden, sind wir stets im engen Austausch mit den Behörden an unseren Standorten und stufen die Eintrittswahrscheinlichkeit daher als gering bis mittel ein. 4.7 Externe Risiken 4.7.1 Umweltrisiken In der chemischen Industrie besteht stets das Risiko von Umweltverschmutzungen aus der Verarbeitung umweltschädlicher Stoffe. Unser integriertes Qualitäts- und Umweltmanagementsystem nach ISO 9001/14001 dient dazu, Umweltschäden durch unsere betriebliche Tätigkeit zu minimieren. Umgekehrt können Naturkatastrophen und der Klimawandel Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben. Durch die geographische Lage unserer Standorte sehen wir hier nur geringe Risiken für die IBU-tec Gruppe. Insgesamt bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Umweltrisiken als gering bis mittel, die Auswirkungen als mäßig. 4.7.2 Risiken im Zusammenhang mit Pandemien Die Coronapandemie hat die Anfälligkeit der Wirtschaft für entsprechende Risiken aufgezeigt. Folgen, von denen wir auch in der IBU-tec Gruppe betroffen waren, waren etwa Produktions- oder Auftragsausfälle. Auch durch die Coronapandemie haben wir unsere Prozesse angepasst und Maßnahmen implementiert. Mit regelmäßigen Tests vor Ort, weitgehender Trennung der Arbeitsbereiche, Homeoffice-Möglichkeiten für Verwaltungsangestellte und Impfangeboten haben wir Prozesse aufgesetzt, auf die wir in Zukunft zurückgreifen können. Die Auswirkungen weiterer Pandemien wären sicherlich erheblich, die Eintrittswahrscheinlichkeit ist unseres Erachtens aktuell jedoch gering bis mittel. 4.7.3 Politische Risiken Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen im In- und Ausland und eine Verschlechterung des geopolitischen Umfelds können sich insofern auf die Geschäftstätigkeit der IBU-tec Gruppe auswirken, als etwa Absatzmärkte verloren gehen oder die Beschaffung von Rohstoffen erschwert oder verteuert wird. Dies hat sich in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine deutlich gezeigt. Aufgrund des insgesamt geringen Umsatzanteils mit Kunden aus den beiden Konfliktstaaten war die IBU-tec Gruppe absatzseitig jedoch kaum betroffen. Für einzelne Rohstoffe ist es uns gelungen, alternative Bezugsquellen zu finden. Generell stufen wir die potenziellen Auswirkungen politischer Risiken als erheblich ein, die Eintrittswahrscheinlichkeit bewerten wir aktuell jedoch mit gering bis mittel. 4.7.4 Rechtliche Risiken Bei der Arbeit mit Chemikalien und Gefahrstoffen besteht immer das rechtliche Risiko verschärfter Regulierungen, die zu einem Verbot von möglicherweise betriebswichtigen Stoffen führen. Weiterhin bestehen Risiken im Zusammenhang mit Exportkontrollbestimmungen und Patenten. Sowohl produkt- und entwicklungsseitig als auch mit anwaltlicher Beratung beobachten wir diese Themen kontinuierlich. Unsere Forschungsabteilung arbeitet zudem fortlaufend an der Weiterentwicklung unserer Produkte, um potenzielle Gefahrstoffe aus dem Herstellungsprozess zu eliminieren. Die Auswirkungen stufen wir daher als mäßig, die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bis mittel ein. 4.7.5 Kommunikationsrisiken Hinsichtlich Risiken aufgrund schlechter Kommunikation mit den Stakeholdern des Unternehmens sehen wir uns mit unserer professionellen Kommunikationsabteilung unterstützt durch externe Beratung gut aufgestellt. Die Auswirkungen bewerten wir als mäßig, die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bis mittel. 4.7.6 Wirtschaftsrisiken Als Unternehmen der Chemieindustrie sind wir erheblichen Wirtschaftsrisiken ausgesetzt, insbesondere in dieser Zeit schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Steigende Rohstoff- und Energiekosten, volatile Lieferketten sowie verschärfte regulatorische Vorgaben erhöhen die Produktionskosten erheblich und mindern die Wettbewerbsfähigkeit. Zusätzlich wird die Unternehmensentwicklung der Gruppe von konjunkturellen Schwächeperioden und einer damit einhergehenden sinkenden Nachfrage auf den Absatzmärkten beeinträchtigt. Geopolitische Unsicherheiten oder Handelskonflikte verstärken diese Risiken weiter. Als Unternehmen mit vielen in Deutschland ansässigen Kunden ergibt sich für IBU-tec ein besonderes Risiko aufgrund der sich in 2024 deutlich abschwächenden Konjunktur in Deutschland. Vor allem die Chemiebranche berichtet von einer stark eingetrübten Auftragslage. Als Unternehmen der Roh- und Grundstoffindustrie sowie Entwicklungsdienstleister ist IBU-tec hier mittelbar diesem erhöhten Branchenrisiko ausgesetzt. Bei einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage kann es zu weiteren Auftragsrückgängen in hohem Maß kommen. Das erhöhte Branchenrisiko betrifft auch unsere Tochtergesellschaft BNT, die parallel zu den allgemeinen wirtschaftlichen Risiken mit zusätzlichen, auf ihrem Geschäftsmodell basierten Risiken, wie einem enormen Preisdruck, einer fehlenden Rückwärtsintegration der Produktionsprozesse und einer starken Abhängigkeit von Mitbewerbern, die gleichzeitig ihre Rohmateriallieferanten sind, stark belastet wird. Mit unserer diversifizierten Aufstellung, einer breiten Kundenbasis und unserer steigenden Internationalisierung sind wir zuversichtlich, das Risiko für die Ertragslage der IBU-tec Gruppe zu minimieren. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, haben wir insbesondere bei der BNT mit umfangreichen Restrukturierungen begonnen, das Geschäftsmodell strategisch auf Servicegeschäft ausgerichtet sowie in umweltfreundliche neue Produkte zu investiert. Wir begegnen diesen Risiken außerdem mit einer ausgeprägten Kostendisziplin und einer vorausschauenden Finanzierungspolitik nach dem Prinzip des vorsichtigen Kaufmanns. Je nach Risikofall könnten die Auswirkungen erheblich sein. Die Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir derzeit als mittel bis hoch, die potenziellen Auswirkungen als durchaus signifikant ein. Darüber hinaus sind keine besonderen Risikopotenziale erkennbar, die über das allgemeine Risiko der unternehmerischen Tätigkeit hinausgehen. 4.8 Chancenbericht Das traditionelle Kerngeschäft der IBU-tec AG liegt in Entwicklungs- und Produktionsdienstleistungen für Kunden aus der chemischen Industrie und angrenzenden Bereichen. Hier haben wir über die Jahre ein erfolgreiches Geschäftsmodell etabliert, mit dem wir auch künftig gute Chancen am M arkt haben. Wir bieten unseren Kunden langjährige Erfahrung in der thermischen Verfahrenstechnik sowie die für Dienstleister notwendige hohe Flexibilität und Agilität in der Auftragsabwicklung, wodurch wir als zuverlässiger Partner unserer Kunden anerkannt werden. Daraus ergeben sich für uns Potenziale, sowohl regelmäßig wiederkehrende Aufträge mit bestehenden Kunden zu generieren als auch Neukunden zu gewinnen. Als Entwicklungsdienstleister im Bereich des Recyclings von Batteriematerialien, Beton und Zement für die Baustoffindustrie haben wir ebenfalls bereits fest etablierte Kundenbeziehungen. Die gesteigerte Nachfrage nach entsprechenden Leistungen aufgrund steigender Rohstoffpreise und wachsender Anforderungen an die Nachhaltigkeit bei unseren Kunden sehen wir als sehr gute Chance, unsere Marktposition weiter auszubauen. Zusätzlich wollen wir weitere Potenziale in anderen Recyclingbereichen schöpfen, darunter die Aufbereitung von Rohstoffen aus Altbatterien. Als zentralen Wachstumsbereich für die kommenden Jahre haben wir die Produktion und Vermarktung eigener Batteriewerkstoffe identifiziert. Mit der hohen Nachfrage nach Batterien, sowohl für die Elektromobilität als auch für andere Anwendungen wie stationäre Batteriespeicher und industrielle oder medizinische Anwendungen, wächst der Bedarf an Kathodenmaterialien. So soll das weltweite LFP-Marktvolumen bis 2035 um jährlich rd. 17 % auf rd. 54 M rd. US-Dollar steigen27. Die IBU-tec AG verfügt hier über die Expertise und Anlagen, um entsprechende Produkte für die verschiedenen Anwendungen zu liefern. Als derzeit führender europäischer Hersteller von LFP- und NMO-Kathodenmaterialien sehen wir sehr gute Chancen, IBU-tec weiterhin als führenden europäischen Anbieter zu positionieren und diese Position auszubauen. Unser vertrieblicher Fokus liegt derzeit darauf, diesen Markt für uns zu erschließen, Entwicklungs- und Produktionspartnerschaften anzubahnen und weitere großvolumige Aufträge zu gewinnen. Mit unserem Know-how im Aufbau und Betrieb von Drehrohröfen sehen wir insbesondere aufgrund des gestiegenen Auftragsvolumens im Geschäftsjahr gute Chancen für uns im Bereich Engineering. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, Drehrohröfen zu planen und auf ihre individuellen Anforderungen maßgeschneidert anzupassen. Insgesamt sind die Chancen für die IBU-tec AG als sehr gut zu bewerten. Wir profitieren besonders vom aktuellen Trend zu ökologischer Nachhaltigkeit und den damit verbundenen Impulsen für Elektromobilität und Recycling. Unsere langjährige Erfahrung und Positionierung als Greentech-Unternehmen macht uns zu einem gefragten Ansprechpartner und stärkt unsere allgemeine Position am Markt. Schließlich ergeben sich aus der engen Zusammenarbeit zwischen der BNT GmbH und der IBU-tec AG gute Chancen für unser Dienstleistungsgeschäft sowohl in der Lohnproduktion als auch im Bereich des Rohstoff-Recyclings. Wir können hier eine durchgängige Wertschöpfungskette aufbauen, um Kunden umfassende Services im Sinne eines „One-Stop-Shops“ anzubieten. Erste diesbezügliche Projekte mit Bestandskunden sind bereits in Entwicklung bzw. in Umsetzung. 5. Prognosebericht 5.1 Künftige Konjunktur- und Branchenentwicklung Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet für das Geschäftsjahr 2025 ein drittes Rezessionsjahr in Folge. Demnach geht der BDI davon aus, dass die deutsche Wirtschaft auch 2025 wieder schrumpft und die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent zurückgehen wird, während für die Weltwirtschaft ein Wachstum von 3,2 Prozent vorhergesagt wird. Im Fall neuer Strafzölle der US-Regierung drohe ein stärkerer Rückgang28. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht in der 2024 aufgestellten Prognose davon aus, dass im Jahr 2025 nur mit einem geringfügigen Wachstum von 0,4 % zu rechnen ist. Im Jahr 2025 müssten sich Unternehmen demnach auf eine Inflationsrate in Höhe von 2,1 % einstellen. Die Kerninflation dürfte 2,6 % im Jahr 2025 betragen. Abwärtsrisiken für die Prognose der deutschen Konjunktur bestehen in einer sich verfestigenden Industrieschwäche sowie in einer nochmals erhöhten Unsicherheit, die die Erholung der Investitionen weiter verzögern könnte29. 5.1.1 Chemiebranche Deutschland fällt in puncto Dynamik im internationalen Vergleich weiter zurück - sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch in der Industrie und in der Chemie. Laut Sachverständigenrat liegt das Potenzialwachstum der Wirtschaft bei 0,4 % pro Jahr. Grund dafür ist die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, die unter hohen Produktionskosten und einer wachsenden Bürokratie leidet30. Der Verband der chemisch-pharmazeutischen Industrie (VCI) erwartet für das Jahr 2025 ein geringes Produktionsplus von 0,5 % im Bereich Pharma. Der Chemiebereich soll demnach weiter stagnieren, sowohl bezüglich der Aufträge als auch beim Umsatz. Der Branchenumsatz wird wegen hoher Erzeugerpreise und niedrigem Auftragsbestand erlahmen (0 %). Die Branchenpreise könnten leicht sinken (-0,5 %)31. 5.1.2 Automobilbranche Nach Schätzungen der Marktanalysen von Dataforce dürfte der Autoabsatz 2025 zulegen. Mit 13,7 Millionen Neuzulassungen bleibt aber das Vor-Corona-Niveau von fast 16 Millionen außer Reichweite32. Die deutsche Automobilbranche steht daher vor einem weiteren herausfordernden Geschäftsjahr 2025. Mögliche neue Zölle belasten den Handel als wichtigsten Exportmarkt der deutschen Automobilindustrie und schaffen zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten33. Während in Deutschland der Wandel zur E-Mobilität seit dem Ende des Umweltbonus im Jahr 2023 ins Stocken geraten ist, entwickelt sich dieser in anderen Ländern der Welt gemäß der Statista Marktprognosen schnell weiter. Der Umsatz im Markt Elektrofahrzeuge in Europa wird im Jahr 2025 voraussichtlich bei etwa 228,9 M rd. € liegen. Laut Prognose wird das Marktvolumen im Jahr 2029 ein Volumen von 349,1 Mrd. € erreichen, was einem erwarteten jährlichen Umsatzwachstum von 11,2 % (CAGR 2025-2029) entspricht. Für das Jahr 2029 wird im Markt für Elektrofahrzeuge in Europa ein mengenmäßiges Marktvolumen von 5,63 Mio. Fahrzeuge erwartet. Der durchschnittliche Preis pro Einheit im Markt Elektrofahrzeuge in Europa wird im Jahr 2025 voraussichtlich bei 63,0 T€ liegen. Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass der größte Umsatz in China erwartet wird, mit einem Wert von 344 M rd. € im Jahr 202534.
28
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bdi-standort-deutschland-rezession-100.html,
28.01.2025 Laut ACE - Autoclub Europa können zudem die Regulierungen und in Kraft getretenen Verordnungen der EU im Bereich der Elektromobilität den Absatz in Europa deutlich erhöhen. So setzen verschärfte CO2 -Flottenziele der EU-Hersteller unter Druck und führen zur Ausdehnung elektrisch betriebener Fahrzeuge. Falls der Absatz von Elektrofahrzeugen nicht deutlich steigt, drohen hohe Strafzahlungen. Steigende CO2 Preise durch das Emissionshandelssystem „ETS II“ verteuern Benzin, Diesel und Gas. Dynamische Stromtarife werden das Übernacht-Laden zu Hause vergünstigen35. Um auf diese Rahmenbedingungen zu reagieren, senken zahlreiche Hersteller bereits jetzt die Preise für ihre Elektroautos, um die Zulassungen im Jahr 2025 anzukurbeln. Darüber hinaus erhöht sich die verfügbare Modellvielfalt kontinuierlich und auch das Fahrzeugangebot im Segment unter 25.000 € wird ausgebaut36. Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien (LIB) steigt rasant. Im Jahr 2040 soll der jährliche Bedarf laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI bereits auf 6.000 GWh pro Jahr ansteigen. Auf der Suche nach Alternativen sind vor allem umfassende Aktivitäten in Forschung und Industrie in Bezug auf Natrium-lonen-Batterien zu erkennen. 37 Im Bereich der Batteriematerialien soll das weltweite Marktvolumen für Lithium-Eisenphosphat Batteriematerial (LFP) bis 2035 um jährlich rd. 17 % auf rd. 54 M rd. US-Dollar steigen.38 Für LFP basierte Batterien haben Goldman Sachs Analysten ihre Erwartung von 41,0 % auf 45,0 % Marktanteil im Jahr 2025 angehoben39. Der weltweite Markt für Natrium-lonen-Batterien hatte im Jahr 2021 einen Wert von 1.025 Millionen US-Dollar und soll Marktanalysen zufolge bis 2030 einen erwarteten Wert von 2.665 Millionen US-Dollar erreichen, was einem CAGR von 11,2 % während des Prognosezeitraums (2022-2030) entspricht40. 5.2 Künftige Entwicklung der IBU-tec Gruppe Gemäß unserem Planungsprozess haben wir auch für das Geschäftsjahr 2025 die Unternehmensplanung im Wesentlichen aus den zum Jahresende 2024 erhaltenen Kundenforecasts abgeleitet. Speziell unsere Chemiekunden haben sich aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, wie z. B. Inflation, hohem Kostendruck durch Preissteigerungen und im internationalen Vergleich deutlich höheren Energiepreisen sehr zurückhaltend in ihren Abschätzungen für 2025 positioniert. Die anhaltende Wirtschaftsschwäche gepaart mit allgemein schwachen konjunkturellen Erwartungen führen zusätzlich zu einem vorsichtigen Ausblick unserer deutschen Kunden für das Jahr 2025. Im Batteriebereich sind konkret besprochene Projekte für das Jahr 2025 in die Planung eingeflossen.
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https://de.statista.com/outlook/mmo/elektrofahrzeuge/europa, November 2024 Als wesentlichen Wachstumsbereich für 2025 sehen wir weiterhin das Geschäft mit unserem Batteriematerial, für das wir seit unserem Marktstart im Oktober 2021 immer noch der einzige Hersteller in Europa sind. IBU-tec hat sich in den letzten Jahren ein sehr gutes Standing als Entwicklungsdienstleister erarbeitet, welches in Kombination mit unseren Produkten der LFP-Familie eine sehr gute Basis für den Einstieg in Kooperationen zur Umsetzung einer industriellen Großproduktion darstellt. Dabei setzen wir auf Qualität und Kontinuität in der Zusammenarbeit und sichern uns nicht nur eine nachhaltige Abnahme unserer Produkte durch strategische Partner. Auch das Know-how im Bereich Batteriematerialien bauen wir dank der langfristigen Partnerschaften kontinuierlich aus. Zu den potenziellen Kunden zählen Unternehmen aus der Chemie- und der Automobil-Branche aus Deutschland, Asien, Nordeuropa und den USA. Über die Zusammenarbeit mit über 100 internationalen Kunden, wie z. B. Batteriezellhersteller, Energiespeicher-Anbieter, Automobilhersteller und Forschungseinrichtungen, haben wir an rund 90 Kunden im abgelaufenen Jahr signifikante Mengen zur Materialqualifizierung verschickt und größtenteils verkauft. Von den damit einhergehenden Qualifizierungs-Prozessen erwarten wir im Geschäftsjahr 2025 den Eingang weiterer größerer Bestellungen und sehen Potenzial für langfristige Lieferbeziehungen. Wir gehen nach verschiedenen Verschiebungen davon aus, unsere vorsorglich angelegten Bestände abzubauen und neue Chargen zu produzieren, um die Nachfrage zu bedienen, was sich auf die Gesamtleistung der IBU-tec AG auswirken wird. Trotz der weiterhin verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Prognosen gehen wir zuversichtlich ins Geschäftsjahr 2025. Mit unserem diversifizierten Geschäftsmodell und dem Wachstumsbereich Batteriematerialien sehen wir uns in den wichtigen Zukunftsthemen Greentech, Elektromobilität, Energiespeicherung und Life Science weiterhin gut positioniert und sind deshalb optimistisch, unsere Marktanteile insbesondere im Bereich Batteriematerialien in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Gleichwohl müssen wir davon ausgehen, dass sich der europäische Batteriemarkt nach einer längeren Phase deutlich verminderter Dynamik etwas langsamer erholt. Erst in den letzten Monaten hat das Thema Batterien und Elektromobilität in Europa, auch durch die regulatorischen Festlegungen der dominierenden geopolitischen Märkte, deutlich wieder an Fahrt gewonnen. Bei der BNT GmbH fokussieren wir uns strategisch auf die margenträchtigen Produkte, den weiteren Ausbau des Servicegeschäftes und die Umsetzung der bereits in 2024 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen. Durch die enge vertriebliche Zusammenarbeit mit der IBU-tec, die auch durch die Besetzung einer der beiden BNT-Geschäftsführungspositionen durch einen Vertriebsmanager der IBU-tec unterstützt wird, erwarten wir durch Cross-Selling-Effekte deutliche Synergiepotenziale heben zu können und dadurch das Servicegeschäft der BNT weiter anzukurbeln. Andererseits versprechen wir uns insbesondere von den signifikanten Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten deutlich positive Effekte auf die Ergebnisse ab dem 2. Quartal 2025. Auf Basis der bereits umgesetzten Maßnahmen wird im kommenden Geschäftsjahr zwar ein Umsatz unter dem Niveau von 2024 erwartet, dafür rechnen wir jedoch wieder mit einem deutlich positiven Beitrag der BNT zum Konzern-EBITDA. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Effekte erwarten wir 2025 für die IBU-tec Gruppe einen Umsatz in Höhe von ca. 43-45 Mio. € und eine EBITDA-Marge von rd. 7-9 %. Das Ergebnis wird dabei auch von den allgemeinen Kostensteigerungen infolge der Inflation beeinflusst.
Weimar, den 15. M ai 2025 Jörg Leinenbach, Vorstandsvorsitzender Ulrich Weitz, Vorstand Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, es ist die Aufgabe des Aufsichtsrats, die Arbeit des Vorstands der IBU-tec advanced materials AG, Weimar, gemäß Gesetz und Satzung zu überwachen und ihn beratend bei der Leitung des Unternehmens und der Gruppe zu begleiten. Wir haben uns im Geschäftsjahr 2024 regelmäßig, zeitnah und umfassend über die wirtschaftliche und finanzielle Lage, wichtige Geschäftsereignisse sowie über die strategische Planung und Entwicklung der IBU-tec Gruppe informiert. Überwachung und Beratung des Vorstands Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat sowohl mündlich als auch schriftlich im Rahmen von Präsenz- und virtuellen Sitzungen über alle relevanten Sachverhalte und legte dem Aufsichtsrat alle erforderlichen Unterlagen für zu treffende Entscheidungen vor. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war sehr konstruktiv und der Vorstand war für Anregungen und Vorschläge des Aufsichtsrats stets offen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die für das Unternehmen bzw. die Gruppe von besonderer Bedeutung waren, eingebunden. Dies betraf vor allem die Fortführung des Strategieprozesses der Gruppe - insbesondere in Bezug auf den Wachstumsbereich Batteriematerialien, aber auch die zum Jahresende notwendig gewordene Prognoseanpassung. Im Zuge, der sich durch ein schwieriges Marktumfeld im Glascoating ergebenden Notwendigkeit einer Restrukturierung der BNT Chemicals GmbH, gab es einen intensiven Austausch mit dem Vorstand, welcher durch die Anwendung des installierten Risikomanagementsystems professionell unterstützt wurde. Der Aufsichtsrat war über alle eingeleiteten Maßnahmen stets und zeitnah informiert. Im Fokus der Beratungen des Aufsichtsrats standen darüber hinaus insbesondere die Auswirkungen der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Geschäftsentwicklung der Gruppe. Weitere Schwerpunktthemen waren die, die BNT Chemicals GmbH betreffende Anordnung des Landesverwaltungsamtes und die juristische Auseinandersetzung dazu sowie erneut die Umsetzung der Großinvestitionen im Kontext der Mittelverwendung aus der im Geschäftsjahr 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung, strategische Kooperationen im Batteriebereich sowie die weitere Detaillierung des Risikomanagementsystems. Geschäfte, zu denen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, wurden dem Aufsichtsrat rechtzeitig vorgestellt und in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat getätigt. Der Vorstand hat den bzw. die Aufsichtsratsvorsitzende mindestens einmal im Monat telefonisch über laufende Maßnahmen, die Entwicklung der Liquidität und das Risikomanagement informiert. Der Aufsichtsrat wurde zudem jeden Monat über die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und das Aufsichtsrat-Reporting informiert. Die Fragen des Aufsichtsrats wurden ausführlich und zeitnah beantwortet. Zusammensetzung Der Aufsichtsrat der IBU-tec advanced materials AG besteht seit November 2024, nach dem Wechsel von Herrn Weitz zurück in den Vorstand, aus drei Personen. Folgende Personen gehörten dem Aufsichtsrat der IBU-tec advanced materials AG an:
Arbeitsweise und Tätigkeiten Der Aufsichtsrat tritt mehrmals im Jahr zusammen, um sich ein Bild von der Lage der IBU-tec advanced materials AG zu machen, wichtige Themen alleine sowie zusammen mit dem Vorstand zu besprechen und Entscheidungen zu treffen. Der Aufsichtsrat bildete keine Ausschüsse. Insgesamt fanden im Geschäftsjahr vier planmäßige Aufsichtsratssitzungen statt:
Darüber hinaus fand am 30. April 2024 die konstituierende Sitzung des neugewählten Aufsichtsrats mit Wahl von Herrn Weitz zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden statt. Darüber hinaus fanden zwei weitere außerordentliche Aufsichtsratssitzungen statt. Der Aufsichtsrat war bei allen Sitzungen vollständig vertreten. Soweit Maßnahmen des Vorstands der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurde diese jeweils erteilt. Jahres- und Konzernabschluss 2024 Der Aufsichtsrat hat sich eingehend mit den Jahresabschlüssen der IBU-tec advanced materials AG, der BNT Chemicals GmbH sowie dem Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2024 sowie mit dem Lagebericht der Gesellschaft befasst. Die Jahresabschlussunterlagen wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegt. Der in der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer, Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hatte die Abschlüsse zuvor geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Allen Mitgliedern des Aufsichtsrats lagen die Jahresabschlüsse mit dem Lagebericht für die Gesellschaften sowie die Gruppe, der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers vor. Die Vertreter des Abschlussprüfers Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nahmen an der Beratung der Jahresabschlüsse teil und erläuterten ihre wesentlichen Ergebnisse. Nach eingehender Prüfung der Jahresabschlüsse und der dazu gehörigen Lageberichte, die keine Einwände ergaben, stimmte der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu und billigte die Jahresabschlüsse. Die Jahresabschlüsse der IBU-tec advanced materials AG, der BNT Chemicals GmbH sowie des Konzerns sind damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzergebnisses schloss sich der Aufsichtsrat an.
Weimar, den 15. Mai 2025 Für den Aufsichtsrat Sandrine Cailleteau, Vorsitzende Gesellschafterbeschluss1. Präambel
2. Gesellschafterbeschluss Unter Verzicht auf sämtliche gesetzlichen und satzungsmäßigen Form- und Fristerfordernisse für die Einberufung und Abhaltung einer Gesellschafterversammlung fasst der Gesellschafter hiermit folgenden Gesellschafterbeschluss: Der Gesellschafter stimmt für das Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis 31.12.2024 der Befreiung der Gesellschaft von:
gemäß § 264 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB zu Aufgrund des bestehenden, ungekündigten Gewinnabführungsvertrages ist die IBU-tec advanced materials AG gemäß § 264 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 HGB unmittelbar zur Verlustübernahme verpflichtet.
Weimar, den 13. Januar 2026 Jörg Leinenbach, Vorstand / CEO Ulrich Weitz, Vorstand / CPO |
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