LAIQON AG

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Geschäftsbericht 2022

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2022 As-if * 2022 2021 2020
Assets under Management LLOYD FONDS LIQUID ASSETS in Mrd. EUR 5,7 5,7 2,2 1,7
Konzernzahlen in Mio. EUR        
Umsatzerlöse (brutto) 26,8 21,6 26,1 27,7
EBITDA -6,0 -9,9 4,6 7,0
Operativer Cashflow k. A. -2,8 20,0 -0,9
Bilanzsumme 139,8 139,8 116,9 113,7
Eigenkapital 72,1 72,1 48,4 42,7
Eigenkapitalquote (in %) 51,5 51,5 41,3 37,6
Mitarbeiterzahl (zum 31.12) 185 ** 185 ** 80 *** 69 ***

Prozentzahlen werden auf TEUR-Zahlen ermittelt.

* As-if-Betrachtung, siehe Erläuterung Seite 3.
** Einschließlich Beschäftigter Bayerische Vermögen-Gruppe/​growney GmbH (Anzahl mit Vorstand, Beschäftigte in Mutterschutz oder Elternzeit, Auszubildende und Aushilfskräfte).
*** Anzahl ohne Vorstand, Beschäftigte in Mutterschutz oder Elternzeit, Auszubildende und Aushilfsskräfte.

AuM Geschäftsjahr 2022:
5,7 Mrd. EUR

AuM-Entwicklung in Mrd. EUR

Die Assets under Management (AuM) des LAIQON-Konzerns stiegen im Geschäftsjahr 2022 auf rund 5,7 Mrd. EUR (Vj.: 2,2 Mrd. EUR). Damit wurde die am 24. Mai 2022 angekündigte Prognose eines Anstiegs der AuM auf 5,5-6,0 Mrd. EUR für das Geschäftsjahr 2022 erreicht. Darin enthalten ist ein organisches Wachstum von rund 0,8 Mrd. EUR und ein anorganisches Wachstum von rund 2,7 Mrd. EUR. Insgesamt konnten die AuM somit seit dem Geschäftsjahr 2019 mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 73 % gesteigert werden.

As-if-Betrachtung

Durch die deutlichen Veränderungen im Konsolidierungskreis des LAIQON-Konzerns erfolgt durch die as-if-Betrachtung eine transparentere Darstellung der Ertragssituation der Gesellschaft. Die Vollkonsolidierung der BV Holding AG erfolgt nach dem Abschluss des Inhaberkontrollverfahrens seitens der BaFin seit dem 1. April 2022. In der as-if-Betrachtung wird die BV Holding AG (Bayerische Vermögen-Gruppe) entsprechend inklusive der Selection Asset Management GmbH seit dem 1. Januar 2022 berücksichtigt, da die rückwirkende Verschmelzung mit entsprechenden Ergebnisabführungsverträgen nach Umsetzung des verschmelzungsrechtlichen Squeeze Out ab diesem Stichtag erfolgt. Die Lange Assets & Consulting GmbH wurde bisher als Finanzbeteiligung im Konzernabschluss berücksichtigt. Seit dem 30. Juni 2022 wird die Gesellschaft vollkonsolidiert.

As-if-Betrachtung Umsatzerlöse 2022:
26,8 Mio. EUR

Insgesamt erzielte der LAIQON-Konzern im Geschäftsjahr 2022 in der as-if-Betrachtung seit dem 1. Januar 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 26,8 Mio. EUR. Damit wurde das Vorjahresniveau (26,1 Mio. EUR) leicht übertroffen, obwohl im Geschäftsjahr 2021 aufgrund der Kapitalmarktentwicklung Performance-Fees in Höhe von rund 9,3 Mio. EUR in den Umsatzerlösen enthalten waren. Dabei wurden fixe Umsatzerlöse in Höhe von 26,0 Mio. EUR erzielt. Gegenüber dem Vorjahr mit fixen Umsatzerlösen in Höhe von 16,8 Mio. EUR entspricht dies einem weiteren Anstieg um 55 Prozent. Nachdem im 1. Hj. 2022 keine nennenswerten Performance Fees aus dem Asset Management vereinnahmt werden konnten, wurden im 2. Hj. 2022 Performance-Fees in Höhe von rund 0,8 Mio. EUR abgerechnet. Insgesamt konnten die Umsatzerlöse seit dem Geschäftsjahr 2019 damit um 227 % gesteigert werden.

* As-if-Betrachtung des vollständigen Konsolidierungskreises mit BV Holding AG/​ Selection Asset Management GmbH/​Lange Assets & Consulting GmbH.

As-if-Betrachtung EBITDA 2022:
-6,0 Mio. EUR

Insgesamt erzielte der LAIQON-Konzern im Geschäftsjahr 2022 in der as-if-Betrachtung seit dem 1. Januar 2022 ein EBITDA von -6,0 Mio. EUR (Vj.: 4,6 Mio. EUR). Die fortschreitende Integration der akquirierten Gesellschaften auf die Plattform und die damit verbundenen weiteren Skalierungseffekte sowie die eingeleiteten Wachstumsinitiativen mit GROWTH 25 führten im 2. Hj. 2022 zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses. Das EBITDA verbesserte sich im 2. Hj. 2022 in der as-if-Betrachtung auf -1,6 Mio. EUR (1. Hj. 2022: -4,4 Mio. EUR).

* As-if-Betrachtung des vollständigen Konsolidierungskreises mit BV Holding AG/​Selection Asset Management GmbH/​Lange Assets & Consulting GmbH und Bereinigung um damit verbundener einmaliger Sonderaufwendungen.

Das im Mittelpunkt des neuen Namens der LAIQON AG stehende Q steht für den Anspruch der Gesellschaft, sich als Premium-Qualitätsanbieter im Fonds- und Vermögensmanagement zu positionieren.

LAIQON Headquarter

Unser Anspruch:
Wealth. Next Generation.

Die LAIQON AG (LQAG) ist ein innovatives Finanzhaus, das aktuell mit über 50 Wealth Produkten und Lösungen Rendite für seine Partner und Kunden erzielt. Diese werden sowohl von Portfoliomanagement- und Vermögensverwaltungs-Teams als auch auf Basis künstlicher Intelligenz gesteuert.

Das 1995 gegründete, bankenunabhängige Unternehmen ist seit 2005 an der Börse vertreten. Seit März 2017 ist die LAIQON AG im Segment Scale (ISIN: DE000A12UP29) der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Mit seiner Strategie 2023/​25 2.0 wendet sich die LAIQON AG als Premium-Qualitätsanbieter mit einem Full-Service-Angebot mit nachhaltigen Produkten und Lösungen sowohl an private und auch an institutionelle Kunden. LAIQON hat sich dabei in den drei Geschäftssegmenten Asset Management, Wealth Management und Digital Wealth positioniert.

Die aufgebaute Plattformstrategie über die Digital Asset Plattform 4.0 ist das verbindende Element des Geschäftsmodells. Sie befähigt die LAIQON AG die gesamte Kundenwertschöpfungskette abzudecken und beliebig zu skalieren.

Ziel der Strategie 2023/​25 2.0 ist es, die LAIQON AG als innovativen Qualitätsführer im Vermögensmanagement in Deutschland und als Asset Management-Factory zu positionieren.

Zahlen /​ Daten /​ Fakten

5,7 Mrd. EUR

Assets under Management

>50

Wealth Produkte und Lösungen

7 Standorte

Vorstand

Dipl.-Ing. Achim Plate

Executive Board

Chief Executive Officer (CEO)

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Staatsangehörigkeit: Deutsch

Jahrgang 1959, verheiratet, 2 Kinder

Studium an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg, Dipl.-Ing. Maschinenbau

Ab 1990 Aufbau einer eigenen mittelständischen Unternehmensgruppe und Auszeichnung mit dem deutschen Arbeitsplatzinvestor-Preis im Jahr 2001

2002 Einbringung der größten Einzelgesellschaft der Gruppe in die D+S europe AG

Von 2003 bis 2009 Chief Executive Officer (CEO) der D+S europe AG (Prime Standard und SDAX-Wert)

Entwicklung der D+S europe-Gruppe von einem Call Center-Unternehmen mit 1.500 Mitarbeitern und ca. 42 Mio. EUR Umsatz zu einem Dienstleistungskonzern für multimediales Kundenkontaktmanagement mit über 7.000 Beschäftigten und rund 300 Mio. EUR Umsatz im Jahr 2009

2010 Gründung der SPS Investments GmbH

2015 Aufnahme der Verwaltung des WHC Global Discovery und von Herrn Markus Wedel als weiteren Partner der SPSW Capital GmbH

Seit 09/​2014 bis 12/​2022 Aufsichtsratsvorsitzender, seit 12/​22 Aufsichtsrat der mVise AG

Von 06/​2017 bis 12/​2019 Aufsichtsratsvorsitzender der DEWB AG

Von 04/​2018 bis 12/​2019 Mitglied des Aufsichtsrats der LAIQON AG, seit 08/​2018 Vorsitzender

Seit 01/​2020 Mitglied des Vorstands der LAIQON AG und Chief Executive Officer (CEO)

Stefan Mayerhofer

Executive Board

Chief Wealth Officer (CWO)

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Staatsangehörigkeit: Deutsch

Jahrgang 1965, verheiratet, 1 Tochter

Von 1982 bis 1984 Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Commerzbank AG

Von 1985 bis 1986 Grundwehrdienst

Von 1986 bis 1989 Wertpapierspezialist bei der Commerzbank AG

Von 1990 bis 1994 Leiter Strategie und Info im Stab Vermögensanlage bei der Bayerische Hypotheken und -Wechsel Bank AG

Von 1994 bis 1998 Filialbereichsleitung Vermögensanlage, München Nordwest bei der Bayerische Hypotheken und -Wechsel Bank AG

Von 1998 bis 1999 Leitung Wealth Management München bei der Bayerische Hypotheken und -Wechsel Bank AG

Von 1999 bis 2000 Gründung und Geschäftsführung bei der PEH & Mayerhofer GmbH

Von 2000 bis 2011 Vorstandsmitglied bei der PEH Wertpapier AG

Von 2001 bis 2010 Verwaltungsrat bei der AXXION S.A. Luxemburg

Von 2000 bis 2010 Aufsichtsrat bei der Privatbilanz AG

Von 2009 bis 2010 Geschäftsführer bei der PEH Vermögensmanagement GmbH

Von 2011 bis 2016 Geschäftsführer bei der Bayerische Vermögen Asset Management GmbH

Seit 2014 bis 2022 Vorstand der Bayerische Vermögen AG

Seit 2020 Geschäftsführer der BV Bayerische Vermögen GmbH

Von 2021 bis 2022 Vorstand der BV Holding AG

Seit 2011 bis heute Aufsichtsrat der Regio AG

Seit 4/​2022 Mitglied des Vorstands und Chief Wealth Officer (CWO) der LAIQON AG

Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 2022 war sehr herausfordernd. In einem durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, stark steigenden Inflations- und Zinsumfeld und von Rezessionsrisiken geprägten sehr schwierigen Kapitalmarktumfeld konnten wir trotz allem unsere Assets under Management (AuM) um über 160 % auf rund 5,7 Mrd. EUR (Vj.: 2,2 Mrd. EUR) deutlich erhöhen. Unsere am 24. Mai 2022 angekündigte Prognose eines Anstiegs der AuM auf 5,5 - 6,0 Mrd. EUR für das Geschäftsjahr 2022 erreichten wir damit. Auch im Hinblick auf die strategischen Meilensteine konnten wir liefern.

Ein wesentlicher Meilenstein war der erfolgreiche Abschluss der beiden jüngsten Akquisitionen der Bayerischen Vermögen-Gruppe und der growney GmbH und deren bislang erfolgreich verlaufende Integration auf unsere Plattform. Sie bieten uns die Chance, das bestehende Netzwerk deutlich weiter auszubauen und von den Erfahrungen und Kontakten des dortigen Managements und der Teams zu profitieren. So gelang es beispielsweise der MFI Asset Management GmbH als auf institutionelle Kunden spezialisierter Vermögensverwalter große neue Mandate zu gewinnen. Zudem konnten die B2C-Beziehungen erheblich ausgebaut werden. Beide Akquisitionen führten zu einem Zugewinn von mehr als 10.000 direkten Endkunden.

Zur Finanzierung der Akquisitionen und des weiteren Wachstums der LAIQON AG führten wir im Februar und Oktober 2022 in einem sehr volatilen Marktumfeld zwei Barkapitalerhöhungen mit parallel stattfindenden Privatplatzierungen durch. Der dabei erzielte Brutto-Mittelzufluss betrug 12,6 Mio. EUR. Beide Barkapitalerhöhungen wurden sowohl bei Altaktionären als auch neu gewonnen Aktionären platziert.

Ein zweiter wesentlicher Meilenstein war die Implementierung von Vertriebskanälen, neuen Partnerschaften und Kooperationen. Beispielsweise wurden auf der aufgebauten White Label-Plattform V:KI Smart Invest, welche die Erfahrung der Genossenschaftlichen Finanzgruppe mit der Expertise von LAIC bündelt, neue Partner angebunden. Zudem wurden Partnerschaften mit weiteren Versicherern realisiert, die für ihre fondsgebundenen Rentenversicherungen als Motor die KI-gesteuerten Investmentfonds des WealthTech LAIC nutzen. Die aufgebaute Vielfalt des LAIQON-Konzerns aus über 50 WEALTH Produkten und Lösungen ermöglicht es, nahezu für alle Vertriebskanäle eine passende Portfoliokonstruktion anzubieten.

Der aus unserer Sicht wichtigste Meilenstein zur Sicherstellung des zukünftigen Wachstums der LAIQON AG war die Erarbeitung der auf der Hauptversammlung am 21. Juli 2022 vorgestellten neuen Konzernstrategie 2023/​25 2.0 und des Wachstumsplans GROWTH 25.

Mit der Strategie 2023/​25 2.0 wenden wir uns als Premium-Qualitätsanbieter mit einem Full-Service-Angebot sowohl an private- als auch an institutionelle Kunden. Dabei haben wir uns in den vier Wachstumsmärkten Asset Management, Wealth Management, Digital Wealth sowie Advisory positioniert.

Sämtliches Handeln unserer Teams ist dabei unabhängig, individuell, transparent und nutzerzentriert auf die Kundinnen und Kunden ausgerichtet.

Die aufgebaute Plattformstrategie über unsere Digital Asset Plattform 4.0 (DAP 4.0) ist dabei das verbindende Element des Geschäftsmodells. Hierdurch können wir die Kundenwertschöpfungskette vollständig abdecken und beliebig skalieren.

Ziel der Strategie 2023/​25 2.0 ist es, die LAIQON AG als innovativen Qualitätsführer im Vermögensmanagement in Deutschland und als Asset Management-Factory zu positionieren.

Operativ wurden die Ergebnisse aufgrund des sehr schwierigen Kapitalmarktumfelds und der mit den jüngsten Akquisitionen verbundenen Sonderaufwendungen in Höhe von 2,9 Mio. EUR unseren Ansprüchen nicht gerecht. Die Integration unserer jüngst akquirierten Gesellschaften auf die Plattform und die damit verbundenen weiteren Skalierungseffekte sowie die eingeleiteten Wachstumsinitiativen mit GROWTH 25 führten dennoch unterjährig zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses. Im 2. Hj. 2022 verbesserte sich das EBITDA in der as-if-Betrachtung auf -1,6 Mio. EUR nach -4,4 Mio. EUR im 1. Hj. Insgesamt erzielte der LAIQON-Konzern damit im Geschäftsjahr 2022 ein as-if-EBITDA von -6,0 Mio. EUR

In diesem Jahr soll unser Wachstumsplan GROWTH 25 fortgeführt werden. Im Zentrum der Vertriebs- und Wachstumsstrategie des LAIQON-Konzerns steht dabei die Weiterentwicklung der Plattform mit dem Fokus auf "Nutzerzentrierung". Zielbild ist ein datengetriebenes WEALTH Produkt- und Lösungsportfolio für Kunden und Partner mit hoher Skalierbarkeit.

Ein erster Meilenstein war die neue Firmierung unserer Gesellschaft seit dem 2. Januar 2023 als LAIQON AG. Der neue Name unterstreicht den Anspruch, uns als Premium-Qualitätsanbieter im Markt zu etablieren. Er ist ein starkes Signal an die Marktteilnehmer, dass die Neuausrichtung der Gesellschaft seit 2018 einen Abschluss gefunden hat. Zudem soll er die Markenbekanntheit deutlich erhöhen.

Insbesondere die Mehrmandantenfähigkeit der Plattform soll das erwartete organische Wachstum der AuM sicherstellen. Dies soll durch den Ausbau von Vertriebspartnerschaften und -kooperationen erfolgen. Als "Blaupause" gilt dafür beispielsweise das in diesem Februar gegründete wegweisende Joint Venture "meine Bayerische Vermögen" GmbH. Hier bündelten wir die Kompetenzen des Vermögensverwalters BV Bayerische Vermögen GmbH und der meine Volksbank Raiffeisenbank eG., der zehngrößten Genossenschaftsbank Bayerns, in einem Gemeinschaftsunternehmen für zukunftsweisende Vermögensverwaltung. An diesem Beispiel für gehobene Kunden in der Region Oberbayern/​München wird deutlich, welche Kanalvielfalt die aufgebaute Plattformstrategie ermöglicht.

Zudem soll ein besonderer Fokus auf Nachhaltigkeit gelegt werden, wo die Gesellschaft zukünftig eine führende Rolle in der Industrie einnehmen will. Zielbild der Strategie 2023/​25 2.0 ist der Ausbau des Wealth Produkt- und Lösungsportfolios im Hinblick auf die Berücksichtigung von Art. 8/​9 der Offenlegungsverordnung im Finanzsektor. Dabei sollen innovative nachhaltige Produktlösungen in den Markt gebracht werden. Hierzu zählt beispielsweise ein gemeinsam mit einer in Singapur ansässigen Investmentboutique konzipierter Aktienfonds, der in asiatische Wachstumsmärkte investieren soll. Vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen soll der Fonds nachhaltige Investitionen als Ziel haben und dabei den Anforderungen nach Art. 9 der Offenlegungsverordnung entsprechen.

Es sollen zudem auch digitale Marketing- und Sales-Ansätze beispielsweise durch eine innovative App-Entwicklung weiter ausgebaut werden. Die DAP 4.0 ermöglicht die qualifizierte vertriebliche Ansprache über unterschiedlichste Kanäle mit hoher Transparenz. Erklärtes Ziel der Strategie 2023/​25 2.0 ist es, möglichst viele Kunden in eine direkte, analysierbare Beziehung zu überführen.

Die Weichen für weitere organische Skalierung der Gesellschaft sind damit gestellt. In der Umsetzung der Strategie 2023/​25 2.0 sollen die AuM mit GROWTH 25 plangemäß auf 8 bis 10 Mrd. EUR bis 2025 weiter ansteigen. Dabei strebt die LAIQON AG im Jahr 2025 die Erzielung einer EBITDA-Marge von über 45 % bezogen auf den Nettoumsatz an. Diese ergibt sich unter Berücksichtigung der durchschnittlichen historisch erwirtschafteten Performance-Fees des Produktspektrums des LAIQON-Konzerns.

Wir danken unseren Aktionären für das Vertrauen in unser Unternehmen. Allen unseren Fondsanlegern, Kunden und Geschäftspartnern danken wir für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen in unser Produkt- und Lösungsportfolio. Nicht zuletzt danken wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Begeisterung und Einsatzbereitschaft.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Achim Plate, Chief Executive Officer

Stefan Mayerhofer, Chief Wealth Officer

Aufsichtsrat

Dr. Stefan Rindfleisch

Vorsitzender

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Staatsangehörigkeit: Deutsch

Jahrgang 1967, verheiratet, 2 Kinder

Rechtsanwalt. 2. Staatsexamen im Jahr 1996. Zulassung in Deutschland und in der Republik der Marschallinseln

Im Jahr 2000 Promotion zum seevölkerrechtlichen Thema "Die Nacheile zur See"

Im Jahr 1998 Beginn der Tätigkeit in der Kanzlei EHLER-MANN RINDFLEISCH GADOW Rechtsanwälte Partnerschaft mbB (ehemals Ehlermann & Jeschonnek)

Seit 2001 Partner in der Kanzlei EHLERMANN RINDFLEISCH GADOW Rechtsanwälte Partnerschaft mbB (ehemals Ehlermann & Jeschonnek)

Tätigkeitsschwerpunkte: Maritimes Wirtschaftsrecht, strukturierte maritime Finanzierungen, Gesellschaftsrecht

Mitglied im Deutschen Verein für Internationales Seerecht und der German Maritime Arbitration Association

Seit Februar 2021 Aufsichtsratsvorsitzender der Salamon AG

Mitglied des Aufsichtsrats der LAIQON AG seit 05/​2017

Jörg Ohlsen

stellvertretender Vorsitzender

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Staatsangehörigkeit: Deutsch

Jahrgang 1955, verheiratet, 5 Kinder

Diplom-Kaufmann, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

Ab 1982 bis 1994 Peat Marwick Mitchell & Co. Hamburg (KPMG)

Ab 1987 bis 1989 KPMG Peat Marwick Kalifornien/​USA

Ab 1990 bis 1994 Partner & Managing Director KPMG Peat Marwick Deutschland

Ab 1994 bis 2004 Gründer & Managing Partner OLP-Gruppe

2004 erfolgte der Verkauf der OLP-Gruppe an Deloitte

Ab 2004 bis 2019 Partner bei Deloitte:

2004 bis 2010 Verantwortlicher Lead Partner für die Prüfung von drei SDAX- und TecDAX-Unternehmen

2007 bis 2014 Verantwortlicher Partner in Hamburg für Corporate Finance in Norddeutschland (Hamburg, Berlin und Hannover) für Transaktionsberatung, IPOs und Unternehmensbewertung

2014 bis 2019 Managing Partner der Deloitte Corporate Finance Deutschland (M&A/​Investment Banking-Bereich)

2011 bis 2019 Mitglied des Deloitte Global Executive Committee für Corporate Finance Advisory/​M&A

Von 1995 bis 2004 Vorsitzender und Mitglied von Aufsichtsräten von Start-up-Firmen, Management Buy-outs, Investment Fonds und IPO-Kandidaten

Seit 2007 Mitglied des Kuratoriums des Instituts für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht der Bucerius Law School-Corporate Finance, Corporate Governance & Compliance

Seit 01/​2020 Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG

Seit 01/​2020 Mitglied des Aufsichtsrats der LAIQON AG, seit 07/​2022 stellvertretender Vorsitzender

Oliver Heine

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Staatsangehörigkeit: Deutsch

Jahrgang 1962

Von 1984 bis 1990 Studium der Rechtswissenschaft in Hamburg

1995 Zulassung zum Rechtsanwalt

Partner der Kanzlei Heine und Partner GbR

Gründungsgesellschafter der Lange Assets & Consulting GmbH

Seit 04/​2005 Mitglied des Aufsichtsrats der Axel Springer SE

Seit 06/​2019 Mitglied des Aufsichtsrats der LAIQON AG

Peter Zahn

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Staatsangehörigkeit: Deutsch

Jahrgang 1958, verheiratet, 2 Kinder

Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH München)

Von 1987 bis 04/​2001 leitende Positionen in der Hypo Vereinsbank AG

Von 05/​2001 bis 06/​2004 Bereichsleiter Handel der Neugründung Falkebank AG

Von 07/​2004 bis 10/​2019 Vorstand der Lang & Schwarz AG

Von 03/​2008 bis 06/​2020 Geschäftsführer Lang & Schwarz Broker GmbH

Von 08/​2013 bis 12/​2020 Aufsichtsrat der Backbone Technology AG und der PAN AMP AG

Seit 02/​2021 Geschäftsführer Zahn Invest GmbH

Seit 01/​2020 Mitglied des Aufsichtsrats der LAIQON AG

Prof. Wolfgang Henseler

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Staatsangehörigkeit: Deutsch

Jahrgang 1961, verheiratet

Diplom-Designer und Master of HCID (Human Computer Interaction and Design)

Ab 1994 bis 2000 Gründer und Geschäftsführer von Pixel Factory GmbH, einem Multimedia-Start-up

Ab 2000 bis 2005 Geschäftsführer, Design Director International bei GFT Technologies AG. Die Gruppe ist ein börsennotierter Informationstechnik-Dienstleister für Banken. Zu den angebotenen Produkten zählen insbesondere Lösungen für die Umsetzung regulatorischer Vorgaben und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen

Ab 2005 bis 2009 Geschäftsführer, Creative Managing Director bei Syzgy Deutschland GmbH, einer international tätigen börsennotierten Agenturgruppe für digitales Marketing

Seit 2009 Creative Managing Director bei Sensory Minds GmbH, einem Designstudio für innovative Technologien und smarte Medien

Professur für Digitale Medien und Master of Creative Directions an der Hochschule Pforzheim - Fakultät für Gestaltung seit 1999. Er ist Studiengangleiter des Studiengangs "Visuelle Kommunikation" und unterrichtet in den Fächern "Digitale Transformation" (Wirtschaft 4.0 und Denken 4.0), User Centricity, Usability, User Experience, Innovation Thinking, smarte Ecosystem-Plattformen und Service Design mittels KI-Systemen

Seit 08/​2018 Mitglied des Aufsichtsrats der LAIQON AG

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte LAIQON-Aktionärinnen und -Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

der Aufsichtsrat erstattet für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt Bericht:

Der Aufsichtsrat der LAIQON AG hat auch im Geschäftsjahr 2022 seine ihm zugewiesenen Aufgaben gemäß Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und überwacht. Der Vorstand berichtete regelmäßig, zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Unternehmensplanung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements sowie über die Lage und Aussichten der Gesellschaft.

Die grundlegenden Geschäfte der Gesellschaft wurden mit dem Vorstand eingehend erörtert und der Vorstand holte, soweit erforderlich, die Zustimmung des Aufsichtsrats ein.

Sitzungen

Alle Geschäftsvorgänge der Gesellschaft, die nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand zur Zustimmung vorgelegt.

Insgesamt fanden im Geschäftsjahr 2022 13 Aufsichtsratssitzungen statt, die überwiegend als Präsenzsitzungen, teilweise in Form von Videokonferenzen und teilweise telefonisch abgehalten wurden. Hinzu kamen weitere Umlaufbeschlüsse, die außerhalb von Aufsichtsratssitzungen gefasst wurden.

An den Sitzungen nahmen die Aufsichtsratsmitglieder persönlich, telefonisch oder im Rahmen von Videokonferenzen teil. Der Vorsitzende und weitere Mitglieder des Aufsichtsrats standen darüber hinaus in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich zudem zu Einzelfragen untereinander ausgetauscht.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der LAIQON AG hat sich im vergangenen Geschäftsjahr u. a. mit folgenden Themen beschäftigt und diesbezügliche Beschlüsse gefasst:

Januar 2022

In der ersten Sitzung des Geschäftsjahres 2022 am 11. Januar 2022 erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat ausführlich den aktuellen Stand der Transaktion mit der BV Holding AG, München. Zudem stellte der Vorstand die zur Finanzierung der im Rahmen dieser Transaktion zu leistenden Barvergütungen und die vom Vorstand beschlossene Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Aktionäre unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2020 dar. Anschließend erörterte der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand erstmals gemeinsam die vorläufigen, noch ungeprüften Finanzkennzahlen der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021. Der Aufsichtsrat stimmte sodann u. a. dem Vollzug der Transaktion der BV Holding AG vorbehaltlich des erfolgreichen Abschlusses des Inhaberkontrollverfahrens bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu. Ferner stimmte er der Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft gegen Sacheinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um einen Betrag von bis zu 152.477 EUR gegen Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 152.477 Stückaktien der Gesellschaft zu. Weiterhin stimmte er der Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft gegen Bareinlagen unter Gewährung eines mittelbaren Bezugsrechts der Aktionäre um einen Betrag von bis zu EUR 615.000 durch Ausgabe von bis zu 615.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu. Zudem stimmte er der Anpassung der Satzung der Gesellschaft zu, nachdem bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2021 von der Gesellschaft ausgegebene Wandelschuldverschreibungen aus der Wandelschuldverschreibung 2020/​24 im Nominalvolumen von 60.000 EUR in 60.000 Stückaktien gewandelt worden sind.

Am 25. Januar 2022 stimmte der Aufsichtsrat im Rahmen eines Umlaufbeschlusses im Wege einer Parallelaktion per E-Mail u. a. weiteren Einzelheiten der am 11. Januar 2022 beschlossenen Barkapitalerhöhung der Gesellschaft und ihrer Durchführung im Rahmen des Bezugsangebotes zu.

Am 31. Januar 2022 befasste sich der Aufsichtsrat ebenfalls im Rahmen eines Umlaufbeschlusses im Wege einer Parallelaktion per E-Mail mit Personalangelegenheiten des Vorstands.

Februar 2022

In der zweiten Aufsichtsratssitzung am 9. Februar 2022 erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat zunächst u. a. den Status des Übernahmeverfahrens der BV Holding AG. Zudem stellte er die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 und die Businessplanung für das laufende Geschäftsjahr der Gesellschaft vor. Weiterhin gab der Vorstand dem Aufsichtsrat einen Überblick über den Stand verschiedener Vertriebsprojekte und -Kooperationen der Gesellschaft und erläuterte die Performance der dem Geschäftsfeld LLOYD FONDS zugeordneten Fonds. Abschließend befasste sich der Aufsichtsrat u. a. mit Personalangelegenheiten des Vorstands und weiterer Mitarbeiter der Gesellschaft.

In der dritten Sitzung am 10. Februar 2022 stimmte der Aufsichtsrat der Beschlussfassung des Vorstands der Gesellschaft über die Festlegung des Bezugspreises in Höhe von 12,00 EUR für das Bezugsangebot zur Barkapitalerhöhung zu.

In der vierten Sitzung am 11. Februar 2022 beriet der Aufsichtsrat über die Zielerreichung in Bezug auf die vereinbarten qualitativen Ziele des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2021 und fasste einen entsprechenden Beschluss.

In der fünften Aufsichtsratssitzung am 17. Februar 2022 berichtete der Vorstand über die Platzierungsergebnisse im Rahmen der Bezugsangebotes zur Barkapitalerhöhung und erläuterte die Beschlussfassungen des Vorstandes zur Zuteilung der Angebotsaktien. Der Aufsichtsrat stimmte den Beschlüssen des Vorstands zur Zuteilung der Angebotsaktien und der weiteren Umsetzung der Barkapitalerhöhung durch Ausgabe von 615.000 neuen Aktien zu. Sämtliche neuen Aktien konnten trotz des schwierigen Marktumfeldes, zu einem Ausgabepreis von 12,00 EUR platziert werden. Die Barkapitalerhöhung wurde sowohl bei langfristig orientierten Altaktionären als auch bei neuen Investoren platziert.

März 2022

In der sechsten Sitzung am 29. März 2022 billigte der Aufsichtsrat den aufgestellten, geprüften und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Baker Tilly GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021; der Jahresabschluss war damit festgestellt. Zudem billigte der Aufsichtsrat den mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Baker Tilly GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, versehenen Konzernabschluss und stellte den Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2021 fest. An der Erörterung dieses Tagesordnungspunktes nahmen Vertreter des Abschlussprüfers per Videokonferenz teil. Anschließend erläuterte der Vorstand u. a. die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft und gab einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr anhand verschiedener Szenarien. Zudem gab der Vorstand einen Überblick über den erarbeiteten Entwurf der erweiterten Strategie 2023/​25 2.0. Neben der zu verstärkenden Nutzerzentrierung und den Ausbau der Plattformökonomie hob der Vorstand dabei insbesondere die weitere Entwicklung zur "Sales-Driven-Company" hervor. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat mit Personalangelegenheiten des Vorstandes. Im Einvernehmen mit Herrn Michael Schmidt, der die Gesellschaft aus persönlichen Gründen verlassen wollte, verständigten sich die Gesellschaft und Herr Michael Schmidt auf die Beendigung seines Vorstandsamts zum 31. März 2022. Anschließend bestellte der Aufsichtsrat Stefan Mayerhofer zum Vorstand der LAIQON AG als Chief Wealth Officer. Die Bestellung erfolgte für den Zeitraum vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2026. Darüber hinaus stimmte der Aufsichtsrat dem Abschluss eines Dienstvertrages mit Alexander Gröbner als Bereichsvorstand Finanzen ab dem 1. April 2022 zu.

Am 30. und 31. März 2022 beschloss der Aufsichtsrat in einer Parallelaktion per E-Mail aufgrund der beschlossenen Sachkapitalerhöhungen die dafür erforderliche Anpassung der Satzung der Gesellschaft.

Juni 2022

In der siebten Sitzung am 21. Juni 2022 wählte der Aufsichtsrat zunächst Herrn Dr. Rindfleisch einstimmig zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats für den Zeitraum bis zum Ablauf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 21. Juli 2022. Diese Wahl wurde notwendig, da aufgrund eines Versehens im Rahmen der letzten ordentlichen Hauptversammlung 2021 unterlassen wurde, Herrn Dr. Rindfleisch als Aufsichtsratsmitglied zur Neuwahl vorzuschlagen, sodass das Aufsichtsratsmandat mit Ablauf dieser Hauptversammlung endete. Gleichwohl hat er in der Folgezeit an sämtlichen Aufsichtsratssitzungen teilgenommen und ist den Aufgaben eines Vorsitzenden vollumfänglich nachgekommen. Zwischenzeitlich wurde er gerichtlich zum Aufsichtsratsmitglied bestellt. Die Arbeit des Aufsichtsrats wurde hierdurch in keiner Weise beeinträchtigt. Anschließend erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat zunächst u. a. die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsfeld LLOYD FONDS insbesondere auch hinsichtlich möglicher Kooperationspartner mit einem besonderen Fokus auf Impact-Fonds gemäß Art. 9 der Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor. Zudem informierte der Vorstand über die anstehende Akquisition der Selection Asset Management GmbH, deren Vollzug der Aufsichtsrat zustimmte. Weiterhin informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über die vollständige Wandlung der Wandelschuldverschreibung 2019/​22 in Höhe von 6,1 Mio. EUR durch die Investoren. Ferner erläuterte der Vorstand den Status Quo der Integration der Bayerische-Vermögen-Gruppe in die Gesellschaft und die Geschäftsentwicklung der growney GmbH. Zudem stimmte der Aufsichtsrat der vereinbarten Option zum Erwerb weiterer Anteile an der growney GmbH zu, wonach sich der Anteil der LAIQON AG an der growney GmbH auf 86,48 % erhöhen sollte. Ein Arbeitsschwerpunkt der Sitzung war zudem die ausführliche Vorstellung der Strategie 2023/​25 2.0 mit dem damit verbundenen ambitionierten Wachstumsplan GROWTH 25 durch den Vorstand. Nach Beratung stimmte der Aufsichtsrat der Strategie 2023/​25 2.0 und deren Umsetzung einstimmig zu. Anschließend erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat den Stand verschiedener Vertriebsprojekte und -kooperationen. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit der Einberufung der ordentlichen (virtuellen) Hauptversammlung der Gesellschaft und stimmte dem Abschluss von Gewinnabführungsverträgen zwischen der Lange Assets & Consulting GmbH sowie der Lloyd Token GmbH mit der Gesellschaft zu. Weiterhin stimmte der Aufsichtsrat dem Abschluss eines Mietvertrages für den gemeinsamen neuen Bürostandort des LAIQON-Konzerns in München, Oberanger 43, zu. Abschließend beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit Personalangelegenheiten des Vorstands und weiterer Beschäftigter der Gesellschaft.

Juli 2022

Am 19. Juli 2022 beschloss der Aufsichtsrat in einer Parallelaktion per E-Mail die Absetzung von Tagesordnungspunkt 11 der Tagesordnung für die am 21. Juli 2022 einberufene ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft. Dieser Beschluss erfolgte, da kein Verlangen gemäß § 62 Abs. 2 Satz 1 UmwG von den Aktionären über die Beschlussfassung über die Zustimmung zu einem Verschmelzungsvertrag zwischen der BV Holding AG und der Gesellschaft als übernehmenden Rechtsträger gestellt worden war.

Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft begrüßte der Aufsichtsrat in seiner achten Sitzung das von der Hautversammlung erneut gewählte Aufsichtsratsmitglied Herrn Dr. Rindfleisch. Im Anschluss wählte der Aufsichtsrat einstimmig Herrn Dr. Rindfleisch zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Gesellschaft für den Zeitraum bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2026 beschließt. Zudem wählte der Aufsichtsrat als Nachfolger von Herrn Oliver Heine, der weiterhin Aufsichtsratsmitglied bleibt, Herrn Jörg Ohlsen zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2023 beschließt. Anschließend informierte der Vorstand den Aufsichtsrat u. a. über die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere über die Entwicklung der BV Holding AG sowie über den Stand der Inhaberkontrollverfahren zur Erhöhung der Beteiligung an der growney GmbH und zur Übernahme der Anteile an der Selection Asset Management GmbH. Die Selection Asset Management GmbH wurde im Dezember 2022 erworben und anschließend auf die MFI Asset Management GmbH verschmolzen.

September 2022

In der neunten Sitzung am 30. September 2022 erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat u. a. die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft und stellte das im Aufbau befindliche Konzern-Risiko-Board sowie das KPI-Konzernreporting vor, die beide wesentlich zur weiteren Erhöhung der Berichtstransparenz beitragen und vollständig digital basiert sind. Zudem informierte der Vorstand über die Entwicklung der growney GmbH, den Sachstand hinsichtlich der Anpassung des Einbringungsvertrages mit der growney GmbH sowie über den Fortgang des Inhaberkontrollverfahrens bezüglich der growney GmbH bei der BaFin. Ferner wurde der Stand der Umsetzung des verschmelzungsrechtlichen Squeeze-Outs der BV Holding AG auf die Gesellschaft und die bereits erreichten Meilensteine sowie die Finanzierungsstrategie 2022/​24 der Gesellschaft vorgestellt. Weiterhin wurde der Status verschiedener Vertriebsprojekte und -kooperationen erläutert.

Oktober 2022

In der zehnten Sitzung am 22. und 23. Oktober 2022 stimmte der Aufsichtsrat der Durchführung einer wertpapierprospektfreien Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um bis zu 900.000,00 EUR durch die Ausgabe von bis zu 900.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft zu.

In der elften Sitzung am 28. Oktober 2022 berichtete der Vorstand über die Platzierungsergebnisse im Rahmen des Bezugsangebotes zur Barkapitalerhöhung und erläuterte die Beschlussfassungen des Vorstandes zur Zuteilung der finalen Angebotsaktien. Der Aufsichtsrat stimmte den Beschlüssen des Vorstands zur Zuteilung der Angebotsaktien der Gesellschaft und der weiteren Umsetzung der Barkapitalerhöhung durch Ausgabe von 777.741 neuen Aktien zu. Sämtliche neuen Aktien konnten trotz des schwierigen Marktumfeldes zu einem Ausgabepreis von 6,75 EUR platziert werden. Die Barkapitalerhöhung wurde sowohl bei langfristig orientierten Altaktionären als auch bei neuen Investoren platziert.

November 2022

In der zwölften Sitzung am 25. November 2022 erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat u. a. die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere die Zusammensetzung des AuM-Wachstums im 2. Hj. 2022. Ferner stimmte der Aufsichtsrat einer Anpassung des Vertrages über eine Option zum Erwerb von weiteren Anteilen an der growney GmbH zu, wodurch sich der Anteil der Gesellschaft an growney GmbH auf 75 Prozent erhöhen würde. Weiterhin informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über den Stand der Umbenennung der Gesellschaft in LAIQON AG und die vorgesehenen Namensanpassungen der Fonds des Geschäftsfeldes LLOYD FONDS und LAIC sowie deren vorgesehene Einordnung im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsklasse. Zudem stellte der Vorstand den aktuellen Status verschiedener Vertriebsprojekte- und Kooperationen als Wachstumstreiber der Gesellschaft vor. Weiterhin erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat die Annahmen für die kurz- und mittelfristige Businessplanung der Gesellschaft.

Dezember

In der dreizehnten Sitzung am 7. Dezember 2022 stimmte der Aufsichtsrat der zuvor am 7. Dezember durch den Vorstand beschlossenen Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft unter Teilausnutzung des genehmigten Kapitals 2020 gegen Sacheinlagen und der damit verbundenen Satzungsanpassung zu.

Im Rahmen eines Umlaufbeschlusses im Wege einer Parallelaktion per E-Mail am 9. Dezember 2022 befasste sich der Aufsichtsrat mit Personalangelegenheiten der Gesellschaft.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Juli 2022 wurde die Baker Tilly GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählt. Der Aufsichtsrat hat daraufhin den Prüfungsauftrag verhandelt und den Auftrag erteilt. In diesem Rahmen wurden die Prüfungsschwerpunkte zusammen erörtert.

Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass dieser dem Aufsichtsrat über alle für seine Aufgaben wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die bei der Durchführung der Abschlussprüfung zur Kenntnis des Abschlussprüfers gelangen, unverzüglich berichtet.

Der von der LAIQON AG nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) erstellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 sowie der nach den Vorschriften des HGB erstellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 der LAIQON AG wurden vom Abschlussprüfer geprüft. Jahresabschluss und Konzernabschluss nebst Lageberichten haben von den Wirtschaftsprüfern jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erhalten. Außerdem wurde das von der LAIQON AG gemäß Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) unterhaltene Risikofrüherkennungssystem von den Abschlussprüfern geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikofrüherkennungssystem sämtlichen gesetzlichen Anforderungen vollständig entspricht.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Gesellschaft, den Lage- und Konzernlageberichtsowie die Berichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022 geprüft. Alle Unterlagen standen dem Aufsichtsrat rechtzeitig zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Lage- und Konzernlagebericht geprüft und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers eingehend besprochen und ausgewertet. Der Abschlussprüfer nahm an der Besprechung teil und erläuterte den Jahresabschluss und den Konzernabschluss und referierte über die Ergebnisse der Abschlussprüfungen. Alle Fragen der Sitzungsteilnehmer wurden beantwortet. Der Aufsichtsrat stimmte nach den Beratungen dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu.

Der Aufsichtsrat hatte nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwände zu erheben und billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht in seiner Sitzung am 29. März 2023. Der Jahresabschluss 2022 ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hatte nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung auch keine Einwände gegen den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht und billigte diese. Er prüfte auch den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns und schloss sich dem Vorschlag des Vorstands an.

Danksagungen

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LAIQON-Konzerns sehr für ihren Einsatz, ihre Leistung und die erbrachte Arbeit.

Sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, der Aufsichtsrat dankt Ihnen für Ihr Vertrauen und würde sich freuen, wenn Sie unser Unternehmen weiterhin auf seinem vielversprechenden Weg begleiten.

 

Hamburg, den 29. März 2023

Für den Aufsichtsrat

Dr. Stefan Rindfleisch, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate Governance

Corporate Governance steht für eine verantwortungsvolle und transparente Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die LAIQON AG misst einer guten Corporate Governance eine große Bedeutung zu.

Orientierung am "Deutscher Corporate Governance Kodex"

Der "Deutscher Corporate Governance Kodex" (DCGK) enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Corporate Governance umfasst das gesamte System der Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Hierzu zählen neben seiner Organisation auch geschäftspolitische Grundsätze und Werte, Leitlinien sowie interne und externe Kontroll- und Überwachungsmechanismen. Eine gute Corporate Governance soll maßgeblich zu einer verantwortungsvollen Unternehmensleitung und -kontrolle beitragen. Die effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die Achtung der Aktionärsinteressen, Offenheit und Transparenz sowie ein Bewusstsein für die Wirkungen des Geschäftsmodells auf Umwelt und Gesellschaft sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance. Zudem soll sie das Vertrauen von Aktionären, Investoren, Geschäftspartnern und Beschäftigten sowie der Öffentlichkeit in ein Unternehmen fördern.

Umsetzung einzelner Elemente des "Deutscher Corporate-Governance-Kodex"

Die LAIQON AG gehört aufgrund ihrer Notierung im Freiverkehr (Segment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse) nicht zu den börsennotierten Gesellschaften im Sinne des § 161 Abs. 1 AktG. Vorstand und Aufsichtsrat sind daher derzeit rechtlich nicht verpflichtet, jährlich zu erklären, dass dem DCGK entsprochen wurde bzw. wird und welche Empfehlungen des Kodex nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Der Vorstand der Gesellschaft hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats der LAIQON AG gleichwohl entschieden, sukzessive ausgewählte Empfehlungen des DCGK umzusetzen. Mit Beschluss vom 26. März 2021 stimmten Vorstand und Aufsichtsrat dem Ziel- und Kompetenzprofil für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der LAIQON AG sowie einem für die Gesellschaft und alle Beschäftigten gültigen Code of Conduct zu. Zudem stimmte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zu, neben dem Ziel- und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats und den Code of Conduct auch die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands auf der Webseite der LAIQON AG unter www.laiqon.ag im Bereich Investor Relations unter der Rubrik Corporate Governance zu veröffentlichen. Weiterhin wird die Satzung und der Handelsregisterauszug der Gesellschaft veröffentlicht.

Responsible Investment & Engagement Policy

Für die LAIQON AG als aktiver und nachhaltiger Investor ist Engagement gelebte Praxis. Als Treuhänder für die Anleger gilt das Interesse dem langfristigen Erfolg der investierten Unternehmen. Der Engagement-Ansatz folgt damit der langfristigen Wertsteigerung der Investments. Dabei bleibt das Fondsmanagement bewusst auch in Unternehmen mit transformativen Geschäftsmodellen investiert und versucht den Einfluss als aktiver Aktionär zu nutzen, um diese Unternehmen zu einem nachhaltigeren und verantwortlicheren Wirtschaften zu bewegen. Die Responsible Investment & Engagement Policy wurde im März 2022 veröffentlicht. Zudem wurde erstmals im Juni 2022 ein Nachhaltigkeits- und Engagement-Bericht erstellt und veröffentlicht, der die Nachhaltigkeitsstrategie der Gesellschaft ausführlich darstellt.

 

Hamburg im März 2023

Dr. Stefan Rindfleisch, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Dipl.-Ing. Achim Plate, Chief Executive Officer

Stefan Mayerhofer, Chief Wealth Officer

LAIQON-Aktie

Entwicklung der LAIQON-Aktie

In einem weltweit von negativen Wertentwicklungen geprägten Marktumfeld, der global ausgerichtete Leitindex MSCI World (in USD) erzielte im Jahr 2022 ein Minus von 19,6 % (Vj.: +20,1 %), beendete die Aktie der LAIQON AG das Jahr 2022 mit einem Schlusskurs (XETRA) von 7,78 EUR. Die Marktkapitalisierung betrug zum Stichtag 31. Dezember 2022 rund 135,1 Mio. EUR. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen über ausgewählte deutsche Börsenplätze und Tradegate betrug kumuliert rund 20.600 Stücke.

Kursverlauf der LAIQON-Aktie seit 2018

Aktionärsstruktur 1

Ca.-Angaben. Aktionäre von Unternehmen, deren Aktien im Scale-Segment (Open Market) der Frankfurter Wertpapierbörse notieren, unterliegen nicht der Stimmrechtsmitteilungspflicht nach WpHG. Die Darstellung der Aktionärsstruktur erfolgt daher nach bester Kenntnis der Gesellschaft und vollständig ohne Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität. Stand: Dezember 2022.

** Lange Assets & Consulting GmbH.

Namensänderung in LAIQON AG

Mit der Eintragung in das Handelsregister am 2. Januar 2023 hat sich der bisherige Name Lloyd Fonds AG der Gesellschaft in LAIQON AG geändert.

Damit verbunden war ein Wechsel des Börsenkürzels in LQAG (bisher: L1OA). Die bisherige internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) DE000A12UP29 und die nationale Wertpapierkennnummer (WKN) A12UP2 bleiben erhalten.

Wandelschuldverschreibung 2023/​27 erfolgreich platziert

Am 20. Februar 2023 platzierte die LAIQON AG die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 im Nennbetrag von 5,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit von vier Jahren. Die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 wird mit einem Zinssatz in Höhe von 6,50 % p.a. verzinst. Der Wandlungspreis wurde auf EUR 10,00 festgelegt. Die Mindestzeichnungssumme betrug EUR 100.000,00.

Die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 wurde im Rahmen einer prospektfreien Privatplatzierung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausschließlich von Investoren aus Deutschland und Luxemburg bezogen. Die Emission stieß sowohl bei Bestandsaktionären als auch bei neuen Investoren auf sehr positive Resonanz. Insgesamt wies das Orderbuch einen deutlichen Nachfrageüberhang von 3,15 Mio. EUR aus.

Die Wandelschuldverschreibungen wurden in den Handel im Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer ISIN DE000A30V885 einbezogen.

Erfolgreich umgesetzte Barkapitalerhöhungen

Im Jahr 2022 setzte die LAIQON AG zwei Barkapitalerhöhungen um. Im Februar 2022 erfolgte eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht und einer parallel stattfindenden Privatplatzierung durch Ausgabe von 615.000 neuen Aktien. Sämtliche neuen Aktien wurden zu einem Ausgabekurs von 12,00 EUR platziert. Die Emission führt zu einem Brutto-Mittelzufluss von rund 7,4 Mio. EUR für die LAIQON AG.

Im Oktober 2022 erfolgte ebenfalls im Rahmen einer Privatplatzierung eine wertpapierprospektfreie Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht durch Ausgabe von 777.741 neuen Aktien. Sämtliche neuen Aktien wurden zu einem Ausgabekurs von 6,75 EUR platziert. Die Emission führt zu einem Brutto-Mittelzufluss von rund 5,2 Mio. EUR für die LAIQON AG.

Beide Barkapitalerhöhungen wurden sowohl bei Altaktionären als auch neu gewonnenen Aktionären platziert.

Wandelschuldverschreibung 2019/​2022 vollständig gewandelt

Die von der LAIQON AG emittierte auslaufende 3,75%-ige Wandelschuldverschreibung 2019/​2022 wurde von sämtlichen Investoren in Aktien der Gesellschaft gewandelt. Insgesamt handelte es sich um einen Gesamtnennbetrag in Höhe von 6,1 Mio. EUR zu einem angepassten Wandlungspreis von 6,08 EUR je Aktie.

Ordentliche Hauptversammlung 2022

Auf der Hauptversammlung der LAIQON AG am 21. Juli 2022 wurden alle Beschlüsse zu den 9 beschlussfähigen Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten von bis zu 99,99 % gefasst. Hierzu zählte mit einer Zustimmungsquote von 99,54 % insbesondere der Tagesordnungspunkt 7, die Beschlussfassung über die Änderung der Firma in LAIQON AG und die entsprechende Satzungsänderung.

Investor Relations

Im Kapitalmarkt agiert die LAIQON AG mit einer transparenten und kontinuierlichen Finanzkommunikation. Die Veröffentlichungen können auf der Webseite der LAIQON AG unter der Domain www.laiqon.ag im Bereich Investor Relations und Newsroom eingesehen werden. Die Kapitalmarktarbeit soll u. a. durch eine intensive Teilnahme an Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen weiter ausgebaut werden.

Analysten

Folgende Banken, Research- und Wertpapierhäuser erstellten regelmäßig Analysen bzw. (Kurz-) Studien und Updates zur LAIQON AG.

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Nu Ways (by Hauck Aufhäuser Lampe) Analysten Update 27.02.2023; Buy (unverändert), Kursziel: 10,00 EUR
SMC Research Update 17.02.2023 Buy (unverändert), Kursziel: 13,00 EUR
Alster Research Update 16.02.2023 Buy (unverändert), Kursziel 9,00 EUR
M.M. Warburg Research Update 26.07.2022 Buy (unverändert), Kursziel 13,90 EUR

Stammdaten der LAIQON-Aktie (LQAG)

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Börsenkürzel WKN: A12UP2 ISIN: DE000A12UP29
Börsenplätze Freiverkehr Frankfurt (Scale), Xetra, Freiverkehr in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart und Tradegate
Marktsegment Scale
Anzahl Aktien * 17.483.396 Stücke
Corporate Brokerage /​ Designated Sponsorship/​ Capital Market Partner Baader Bank Aktiengesellschaft
Erster Handelstag 28. Oktober 2005
Gattung Inhaber-Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1,00 EUR
Durchschnittskurs 2022 ** 8,71 EUR
Kurs (30.12.2022) ** 7,78 EUR
Handelsvolumen 2022 (Durchschnitt ***) 20.600 Stücke
Marktkapitalisierung (30.12.2022) **** Rund 135,1 Mio. EUR

* Stand: 24.01.2023;
** Xetra Schlusskurs;
*** Eigene Berechnungen kumulierter, ausgewählter deutscher Börsenplätze über Bloomberg;
**** Anzahl Aktien: 17.362.937.

Asset Management-Factory

Plattformstrategie macht LAIQON zum Full-Service-Partner mit Operational Excellence

Mit ihrer Strategie 2023/​25 2.0 positioniert sich die LAIQON AG als Premium-Qualitätsanbieter, der sich mit einem Full-Service-Angebot einer nachhaltigen Produkt- und Lösungswelt an private- als auch institutionelle Kunden wendet.

Die Umfirmierung in LAIQON AG seit dem 2. Januar 2023 und damit der Anspruch sich als Premium-Qualitätsanbieter im Markt zu etablieren, ist ein Signal an die Marktteilnehmer, dass die Neuausrichtung seit 2018 einen Abschluss gefunden hat und soll gleichzeitig die Markenbekanntheit deutlich erhöhen.

Die LAIQON AG ist in den vier großen Wachstumsmärkten Asset Management, Wealth Management, Digital Wealth und Advisory positioniert und bietet damit ihren Kunden ein sehr breites Produkt- und Lösungsportfolio.

Zentrale Komponente der Plattformstrategie ist die Digital Asset Plattform 4.0. Mit ihr hat die LAIQON AG die Grundlage geschaffen, nutzerzentrierte Lösungen für alle Kundengruppen anzubieten. Sämtliches Handeln ist dabei unabhängig, individuell, transparent und nutzerzentriert auf die Kundinnen und Kunden ausgerichtet. Damit lassen sich die Anlagebedürfnisse sämtlicher Zielgruppen von Privatanlegern bis hin zu institutionellen Investoren gezielt abbilden. Die Erfüllung der Kundenbedürfnisse bestimmt daher die Plattformstrategie.

DAP 4.0: Enabler aller Konzernbereiche und Prozesse

Die LAIQON AG bietet ihren Kundinnen und Kunden aktuell über 50 Wealth Produkte und Lösungen an. Dabei basieren alle Lösungen sowohl auf IQ, also der Kompetenz und Erfahrung der Fonds- und Vermögensmanager, als auch auf dem Wissen der Entwickler und Digitalexperten, welche das Themenfeld der künstlichen Intelligenz weiterentwickeln. Die Kombination aus menschlicher und künstlicher Intelligenz ist der Motor des Premium-Angebotes der LAIQON AG.

Nachhaltiges Investieren als Symbiose aus Kunden- und Nachhaltigkeitszielen ist dabei ein wesentlicher Antrieb der LAIQON AG. Ein Schwerpunkt soll daher auf dem Thema SDG /​ Impact-Investing liegen. Hier will LAIQON mit einem WEALTH Produkt- und Lösungsportfolio, das im Zielbild, wo es für die Produkte einen Mehrwert bietet, Art. 8/​9 der Offenlegungsverordnung entsprechen soll, zukünftig eine führende Rolle einnehmen (siehe dazu auch Kap. "Fokus auf Nachhaltigkeit").

Über 50 Wealth Produkte/​Lösungen: Leidenschaftlich und innovativ umgesetzt von Experten

Produkte (ca. 20)

Lösungen (ca. 35)

* Umwandlung in Art. 9 Fonds geplant. ** Fondsauflage in Planung.

Disclaimer: Die obenstehenden Angaben zu Performance und Risiko wurden sorgfältig und nach besten Wissen und Gewissen auf Basis von Kenntnissen, Einschätzungen und Annahmen per März 2023 zusammengetragen. Sie spiegeln die Einschätzungen zu diesem Zeitpunkt wider und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung verändern. Eine Verantwortung für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben sowie den Eintritt von Risiken bis hin zum Totalverlust und Prognosen wird nicht übernommen.

Insbesondere die Mehrmandantenfähigkeit der Plattform, also die jederzeitige Möglichkeit neue Partner auf dieser anzubinden und damit zu skalieren, soll dabei das erwartete weitere überproportionale Wachstum der Assets und Management (AuM) sicherstellen. Dafür hat die LAIQON AG verschiedene Produkt- , Vertriebsprojekte sowie -partnerschaften als Wachstumstreiber gestartet. Hierzu zählt beispielhaft das jüngst gegründete Joint Venture "meine Bayerische Vermögen" GmbH, indem die Kompetenzen des Vermögensverwalters BV Bayerische Vermögen GmbH und der meine Volksbank Raiffeisenbank eG., der zehngrößten Genossenschaftsbank Deutschlands, in einem Gemeinschaftsunternehmen für die Vermögensverwaltung in der Region Oberbayern/​München gebündelt worden. Dabei soll eine persönliche 360°-Betreuung mit digitalem Service, hoher User Experience und umfassender Berichts-Transparenz unter Nutzung der aufgebauten Digital Asset Plattform der LAIQON AG kombiniert werden.

Langfristiges Ziel ist dabei die weitere Etablierung von LAIQON als Asset Management Factory, also als Premium-Qualitätsanbieter, der sich mit einem Full-Service-Angebot einer nachhaltigen Produkt- und Lösungswelt sowohl an private als auch an institutionelle Kunden wendet.

Kunden: Skalierung mit Premium-Partnernetzwerk

In der Umsetzung der Strategie 2023/​25 2.0 sollen die AuM mit GROWTH 25 dabei plangemäß auf 8 bis 10 Mrd. EUR bis 2025 weiter ansteigen. Dieses Wachstum wird überwiegend als organisches erwartet. Zusätzliche Akquisitionen werden weiterhin nicht ausgeschlossen, sofern sie die strategische Ausrichtung weiter optimieren.

Die LAIQON AG strebt im Jahr 2025 die Erzielung einer EBITDA-Marge von über 45 % bezogen auf den Nettoumsatz an. Diese ergibt sich unter Berücksichtigung der durchschnittlichen historisch erwirtschafteten Performance-Fees des Produktspektrums des LAIQON-Konzerns.

GROWTH 25: Mittelfrist-Guidance von
8,0 - 10,0 Mrd. EUR(e)

Summary:

✓ 440 % Wachstum seit Dezember 2019

✓ GROWTH 25 Zielsetzung erfordert organischen 16,5 % Wachstums-CAGR ab 2023

✓ GROWTH 25 EBITDA Ziel > 45 %

* AuM-Stand: 30.06.2022 "as-if" mit BV Holding AG/​Selection Asset Management GmbH/​Lange Assets & Consulting GmbH.
** AuM-Stand: 31.12.2022 BV Holding AG/​Selection Asset Management GmbH/​Lange Assets & Consulting GmbH/​ growney GmbH.

AuM-CAGR 2023-2025(e) von ca. 16,5 % organisch

Fokus auf Nachhaltigkeit

Integration - Transformation - Wirkung

Die Nachhaltigkeitsstrategie der LAIQON AG orientiert sich am Pariser Klimaabkommen, der Einhaltung der UN-Global-Compact-Prinzipien und ist an den UN-SDGs ausgerichtet. Sie setzt dabei auf "Integration", "Transformation" sowie auf "Wirkung" (Impact).

Um Glaubwürdigkeit gegenüber den Kunden zu erlangen, bekennt sich die LAIQON AG zu einer Mitwirkung an zahlreichen Nachhaltigkeitsinitiativen der Finanzindustrie wie beispielsweise dem Principles for Responsible Investment (PRI) oder dem CDP (vormals bekannt unter Carbon Disclosure Project). Ferner hat sich die LAIQON AG als eines der ersten Finanzunternehmen in Deutschland verpflichtet, ein sogenanntes Science-based Target zu entwickeln für den eigenen Transformationspfad in Richtung Klimaneutralität. Die Einreichung der Ziele fand Ende des Jahres 2022 statt. Die Gesellschaft wird regelmäßig über die Umsetzung und Stand der Zielerreichung berichten. Zudem wurde die LAIQON AG im März 2023 * von dem auch auf ESG-Research spezialisierten Beratungsunternehmen Zielke Research Consult GmbH für seine Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Zielke CSR Zertifikat in "Silber" ausgezeichnet.

Seit dem 1. Januar 2023 wird die Nachhaltigkeitsstrategie konzernweit durch den von der DWS zu LAIQON AG gewechselten Sustainability-Experten Dr. Robin Braun mit seinem Team verantwortet. Ihm zur Seite steht beratend Michael Schmidt, unter anderem Mitglied des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung zur Seite.

Im Jahr 2023 ist die Erarbeitung einheitlicher Nachhaltigkeitsprinzipien auf Ebene der LAIQON AG und der Tochtergesellschaften ein wesentliches Ziel des Nachhaltigkeitsteams. Dazu zählt beispielsweise ein gruppenweites Reporting der PRI, die sich bisher ausschließlich auf das Geschäftsfeld Asset Management bezogen. Die PRI ermöglichen aus Sicht der LAIQON AG als globales Netzwerk von Finanzmarktteilnehmern, welche gemeinsam best-practices erarbeiten und definieren, ein einheitliches Vorgehen und eine hohe Transparenz. Der im Mai 2021 an die PRI eingereichte Transparenzbericht ist auf der Konzernwebseite www. laiqon.ag unter Megatrends in der Rubrik Nachhaltigkeit einsehbar. Die für das Berichtsjahr 2020 erhaltenen Bewertungen werden intern durch das Nachhaltigkeitsteam aufgearbeitet. Die Gesellschaft ist bestrebt, das Berichtswesen auszuweiten und sukzessive zu verbessern.

Umsetzung Nachhaltigkeit:
Integration - Transformation - Wirkung

* Auf Basis des im Juni 2022 publizierten Nachhaltigkeits- und Engagement-Bericht, der auf der laiqon.ag Website einsehbar ist. SFDR: Sustainable Finance Disclosure Regulation; Verordnung EU 2019/​2088 des EUROPÄISCHEN PARLAMENTS und des RATES vom 27.11.2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor; GDW: LF - Green Dividend World, GMAS: LF - Multi Asset Sustainable, ADO: LF - ASSETS Defensive Opportunities, SYO: LF - Sustainable Yield Opportunities, WHC: LF - WHC Global Discovery, EHC: LF - European Hidden Champions.

Künstliche Intelligenz als Basis für bessere Nachhaltigkeitsdaten

Auch für das nachhaltige Investieren nutzt die LAIQON AG zunehmend die aufgebauten Daten der DAP 4.0. Künstliche Intelligenz wirkt hier unterstützend, da sie umfangreiche, heterogene Datensätze und Datenquellen aus Fundamentaldaten mit weiteren Informationsquellen kombiniert und analysiert. Der Fokus der DAP 4.0 beim Thema Nachhaltigkeit liegt auf messbaren Daten zur Erreichung einer festgelegten Wirkung. Hierbei können beispielsweise verschiedene Umweltziele in den Daten von Investmentfonds berücksichtigt werden. Bei Aktien erfolgt momentan eine klare Fokussierung auf die Erfassung und Analyse objektiver CO 2-Emissionsdaten zur Erreichung des SDG-Ziels 13, den Maßnahmen zum Klimaschutz. Diese Daten werden dann für die Wirkung beziehungsweise Reduzierung der CO 2- Emissionen gegenüber Vergleichsindizes genutzt. Mit dem anwachsenden Datenuniversum im ESG-Bereich können sukzessive weitere SDG-Ziele integriert werden.

Produktportfolio nach Art. 9 Offenlegungsverordnung

LAIQON orientiert sich bei seinen aktuellen und geplanten Anlagelösungen nach Artikel 9 der Offenlegungsverordnung an den 17 SDGs mit dem Schwerpunkt auf die Transition der Unternehmen. Ziel dieses zukunftsorientierten Ansatzes ist es, unter Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens eine messbare Wirkung auf die SDGs zu erzielen.

Nachhaltiges Aushängeschild der aktiven LAIQON-Fonds ist aktuell der LF - Green Dividend World, der erste globale Dividendenfonds, der nach Art. 9 der Offenlegungsverordnung eingestuft ist. Auch die Strategie des Mischfonds LF - Global Multi Asset Sustainable wird aktuell in Hinblick auf die vollumfängliche Zielsetzung nachhaltiger Investitionen bei der Aktien- und Rentenauswahl ausgebaut.

Bei den beiden umgewidmeten LAIC-Aktienfonds nach Art. 9 der Offenlegungsverordnung, dem LF - AI Impact Equity und dem LF - AI Impact Equity US, soll eine Verbindung von Künstlicher Intelligenz mit ESG-Faktoren erfolgen. Ziel der Anlagestrategien beider Fonds ist es, den CO 2-Austoß des Portfolios laufend weiter um jährlich sieben Prozent gegenüber den Benchmarks zu reduzieren, um im Einklang mit dem Paris Aligned Benchmarks zu stehen.

Die aufgebaute Kompetenz von LAIQON im Bereich des nachhaltigen Investierens soll auch durch die Partnerschaft mit dem Anlageberater Atacama Partners weiter ausgebaut werden. Dabei soll insbesondere die Expertise des Teams von Atacama im Bereich von Nachhaltigkeitslösungen für gemeinsame Produktkonzepte genutzt werden. Der erste geplante Fonds, der Aktienfonds LF - Atacama - Global Impact Equity soll ebenfalls nachhaltige Investitionen im Sinne des Art. 9 der Offenlegungsverordnung als Ziel haben. Dabei soll der Fonds ebenfalls unter Hilfe des DAP 4.0 zwar global, jedoch mit einem Fokus auf die USA in fundamental ausgewählte Unternehmen in allen Kapitalisierungsbereichen mit Fokus auf Aktien im Mid-Cap-Bereich investieren. Zudem ist geplant, in Partnerschaft mit der in Singapur ansässigen Investmentboutique Santa Lucia Asset Management, mit dem LF - Asia Impact Equity einen in asiatische Wachstumsmärkte investierenden Aktienfonds aufzulegen, der ebenfalls nach Art. 9 der Offenlegungsverordnung eingestuft werden soll. Das Team in Singapur verfügt über einen Track-Record von mehr als 10 Jahren im asiatischen Raum und soll von der aufgebauten Nachhaltigkeitskompetenz der LAIQON AG profitieren.

ESG/​Impact Leistungsangebot (Offenlegungsverordnung Art. 9 1)

Produkte

Impact

Disclaimer: Die obenstehenden Angaben zu Performance und Risiko wurden sorgfältig und nach besten Wissen und Gewissen auf Basis von Kenntnissen, Einschätzungen und Annahmen per März 2023 zusammengetragen. Sie spiegeln die Einschätzungen zu diesem Zeitpunkt wider und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung verändern. Eine Verantwortung für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben sowie den Eintritt von Risiken bis hin zum Totalverlust und Prognosen wird nicht übernommen.

* SFDR: Sustainable Finance Disclosure Regulation; Verordnung EU 2019/​2088 des EUROPÄISCHEN PARLAMENTS und des RATES vom 27.11.2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor.
** Fonds/​Artikel 9-Einstufung in Planung.

Konzernlagebericht

Zahlen /​ Daten /​ Fakten

Asset Management-Factory

Skalierbare Plattformstrategie

Full-Service-Partner mit Operational Excellence

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftstätigkeit

Die LAIQON AG (vormals LLOYD FONDS AG, Umfirmierung am 2. Januar 2023, siehe Kap. 6 Nachtragbericht) ist ein innovatives Finanzhaus, das aktuell mit über 50 Wealth Produkten und Lösungen Rendite für seine Partner und Kunden erzielt. Diese werden sowohl von Portfoliomanagement- und Vermögensverwaltungs-Teams als auch auf Basis künstlicher Intelligenz gesteuert.

Das 1995 gegründete, bankenunabhängige Unternehmen ist seit 2005 an der Börse vertreten. Seit März 2017 ist die LAIQON AG im Segment Scale (ISIN: DE000A12UP29) der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Im Geschäftsfeld LLOYD FONDS erfolgt eine Positionierung als Spezialanbieter benchmarkfreier Aktien-, Renten- und Mischfonds mit einem klaren Fokus auf aktiven Alpha-Strategien. Alle durch erfahrene Fondsmanager mit nachgewiesenem Track Record gesteuerten Fonds berücksichtigen einen integrierten Nachhaltigkeitsansatz im Investmentprozess.

Im Geschäftsfeld LLOYD VERMÖGEN erfolgt eine proaktive, ganzheitliche 360°-Umsetzung der individuellen Ziele von vermögenden Kunden in einer persönlichen Vermögensverwaltung.

Im Geschäftsfeld LLOYD DIGITAL werden digitale und risikooptimierte Anlagelösungen für Privatanleger und institutionelle Kunden angeboten.

1.2 Organisation und Führungsstruktur

Als börsengelistetes Unternehmen wird die Geschäftsführung des Vorstands der LAIQON AG durch den Aufsichtsrat überwacht. Der Aufsichtsrat besteht laut Satzung aus fünf Mitgliedern. Dies sind zum Stichtag 31. Dezember 2022 Dr. Stefan Rindfleisch (Vorsitzender des Aufsichtsrats), Jörg Ohlsen (stellvertretender Vorsitzender), Oliver Heine, Prof. Wolfgang Henseler und Peter Zahn. Den Vorstand der LAIQON AG stellen zum Stichtag 31. Dezember 2022 Dipl.-Ing. Achim Plate als Chief Executive Officer (CEO/​ CFO) sowie Stefan Mayerhofer als Chief Wealth Officer (CWO).

Unterhalb des Vorstands wurde ein Führungskreis etabliert, der mit hochqualifizierten und erfahrenen Managerinnen und Managern aus allen drei Geschäftsfeldern sowie ausgewählten Stabsstellen wie beispielsweise Finanzen und Personal besetzt ist und sich regelmäßig mit dem Vorstand berät.

Das Geschäftssegment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder LLOYD FONDS, LLOYD VERMÖGEN sowie LLOYD DIGITAL. Das Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder Immobilien, Schifffahrt sowie Sonstige Assets.

Nach der vollzogenen Akquisition der Bayerischen Vermögen-Gruppe sowie der Übernahme der Mehrheit an der growney GmbH im Jahr 2022 wird die LAIQON AG ihre Segmentberichterstattung mit dem Zwischenbericht zum 30. Juni 2023 neu ausrichten.

Die Unternehmenskultur der LAIQON AG ist durch flache Hierarchien, abteilungsübergreifende Team- und Projektarbeit sowie kurze Entscheidungswege geprägt. Per 31. Dezember 2022 waren 154 (Vj.: 80) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im LAIQON-Konzern beschäftigt (s. a. Kap. 4, Mitarbeiter und Vergütungsbericht im Lagebericht).

1.3 Rechtliche Struktur

Der LAIQON-Konzern umfasste zum Stichtag 25 (Vj.: 16) verbundene Tochterunternehmen, die gemäß Rechnungslegungsstandard IFRS vollkonsolidiert werden. Weiterhin zählen zum LAIQON-Konzern 46 (Vj.: 51) assoziierte Unternehmen. Zudem zählen 125 (Vj.: 141) Beteiligungen zum Konzern.

Die Finanzportfolioverwaltung im Geschäftsfeld LLOYD FONDS erbringt die SPSW Capital GmbH, Hamburg. Die Gesellschaft ist ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen mit einer Erlaubnis nach § 15 Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG). Der Vertrieb der Fonds wird in Deutschland von der Vertriebsgesellschaft, der LAIQON Solutions GmbH, Hamburg, erbracht, die über eine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler nach § 34 f Gewerbeordnung (GewO) verfügt. In Österreich erfolgt der Vertrieb unter dem EU-Pass der LAIC Vermögensverwaltung GmbH, Hamburg, ein weiteres Wertpapierdienstleistungsunternehmen des LAIQON-Konzerns, mit einer Erlaubnis nach § 15 Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG).

Zum Geschäftsfeld LLOYD VERMÖGEN gehören die Vermögensverwalter Lange Assets & Consulting GmbH, Hamburg, sowie die BV Bayerische Vermögen GmbH, München. Zudem erbringt die MFI Asset Management GmbH, München, Finanzportfolioverwaltung für institutionelle Kunden. Alle drei Unternehmen besitzen die Erlaubnis zum Erbringen von Wertpapierdienstleistungen gemäß § 15 WpIG. Die Lange Assets & Consulting GmbH und die BV Bayerische Vermögen GmbH sind Mitglied im VuV - Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e. V. Über die m + c Asset Allocation GmbH erfolgt zudem eine unabhängige spezialisierte Allokationsberatung für Kapitalanlagen institutioneller Anleger.

Das Geschäftsfeld LLOYD DIGITAL umfasst u. a. die Dienstleistungen des WealthTech LAIC, die Beteiligung an dem Robo-Advisor growney sowie die Aktivitäten hinsichtlich der Tokenisierung von Assets über die LAIQON Token GmbH.

Das WealthTech LAIC ist als Teilkonzern der LAIQON AG organisiert. Der LAIC-Teilkonzern setzt sich zusammen aus der LAIC Capital GmbH, Hamburg, als Zwischenholding und deren Tochtergesellschaften, der LAIC Intelligence GmbH, Hamburg, der LAIC Vermögensverwaltung GmbH, Hamburg und der V:KI GmbH, Hamburg. Als Vermögensverwalter erbringt die LAIC Vermögensverwaltung GmbH die Finanzportfolioverwaltung und verfügt über die Erlaubnis zum Erbringen von Wertpapierdienstleistungen gemäß § 15 WpIG. Sie ist zudem Mitglied im VuV - Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e. V. Gegenstand der LAIC Intelligence GmbH sind die Bereitstellung, der Betrieb, die Wartung und die Pflege, die Lizensierung sowie die Entwicklung von IT- und Softwareprodukten. Das FinTech growney GmbH, Berlin, an dem die LAIQON AG zum Bilanzstichtag mit 73,6 % beteiligt ist, erbringt ebenfalls die Finanzportfolioverwaltung und besitzt die Erlaubnis zum Erbringen von Wertpapierdienstleistungen gemäß § 15 WpIG.

Zum Konsolidierungskreis des LAIQON-Konzerns gehört zudem u. a. die LAIQON Token GmbH. Gegenstand des Unternehmens ist die Beratung und Betreuung von Unternehmen bei der Ausgabe (tokenisierter) Finanzinstrumente. Die Leistungen umfassen insbesondere Beratungen bei der Konzeption der (tokenisierten) Finanzinstrumente und deren Vermarktung sowie Unterstützung bei der Investor Relation einschließlich Anlegerbetreuung.

Ein weiteres der 25 vollkonsolidierten Unternehmen im LAIQON-Konzern ist die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH (vormals Lloyd Treuhand GmbH), die die Kommunikation mit den Anlegern der Bestandsfonds im Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS in den drei Geschäftsfeldern Immobilien, Schifffahrt und Sonstige Assets übernimmt.

Die Beteiligungsstruktur des LAIQON-Konzerns ist auf Seite 33 abgebildet. Zudem wird im Kap. 6.9.5.2 des Konzernanhangs der Konsolidierungskreis und Konzernanteilsbesitz gemäß § 313 Abs. 2 HGB dargestellt.

1.4 Planungs- und Steuerungssysteme

Das Unternehmen verfügt über ein internes Planungs- und Steuerungssystem, das es ermöglicht, auf Veränderungen der Märkte und des Umfelds zeitnah und effizient reagieren zu können. Abweichungen von strategischen und operativen Zielen werden so erkannt und entsprechende Anpassungen eingeleitet. Wesentlicher Bestandteil des internen Steuerungssystems ist das ausführliche Berichts- und Informationswesen.

Für das kurzfristige Liquiditätsmanagement greift die Finanzabteilung auf eine rollierende Liquiditätsplanung zurück, die einen Planungshorizont von einem Jahr abbildet. Daneben kommt eine mittelfristige Finanzplanung zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein integriertes Planungsmodell, das aus einer Plan-GuV und Plan-Bilanz besteht. Sowohl die kurzfristige Liquiditätsplanung als auch das mittelfristige Modell bauen auf der aktuellen Geschäftsplanung des LAIQON-Konzerns auf und sind miteinander abgestimmt. Im Rahmen von mindestens monatlichen Berichten wird der Vorstand der LAIQON AG in einem Plan-Ist-Vergleich über alle relevanten Kennzahlen informiert. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Unternehmensplanung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements sowie über die Aussichten der Gesellschaft. Bei für die Gesellschaft grundlegenden Geschäften holt der Vorstand die Zustimmung des Aufsichtsrats ein. Insgesamt haben im Geschäftsjahr 2022 13 Aufsichtsratssitzungen stattgefunden (s. a. Kap. Bericht des Aufsichtsrats).

Die zentralen Steuerungsgrößen der LAIQON AG sind neben der Entwicklung der Assets under Management (AuM) die Entwicklung der Umsatzerlöse und das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisation (EBITDA).

Das Wachstum bei Kunden und Assets wurde im Jahr 2022 erfolgreich fortgesetzt. Gegenüber dem 31. Dezember 2021 stiegen die AuM des LAIQON-Konzerns im Geschäftssegment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS in den drei Geschäftsfeldern LLOYD FONDS, LLOYD VERMÖGEN und LLOYD DIGITAL um rund 160 % auf rund 5,7 Mrd. EUR (Vj.: 2,2 Mrd. EUR). Darin enthalten ist ein anorganisches Wachstum von rund 2,7 Mrd. EUR und ein organisches Netto-Wachstum von rund 0,8 Mrd. EUR. Damit wurde die am 24. Mai 2022 angekündigte Prognose eines Anstiegs der AuM auf 5,5-6,0 Mrd. EUR für das Geschäftsjahr 2022 erreicht.

Im 2. Hj. 2022 führten die fortschreitende Integration der akquirierten Gesellschaften auf die Plattform und die damit verbundenen weiteren Skalierungseffekte sowie die eingeleiteten Wachstumsinitiativen mit GROWTH 25 zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses. Gegenüber dem 1. Hj. 2022 verbesserte sich das EBITDA auf -3,2 Mio. EUR (1. Hj. 2022: -6,7 Mio. EUR). Insgesamt erzielte der LAIQON-Konzern damit im Geschäftsjahr 2022 ein EBITDA von -9,9 Mio. EUR (Vj.: 4,6 Mio. EUR).

Um frühzeitig unternehmensgefährdende Entwicklungen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können, verfügt die LAIQON AG über ein Risikomanagementsystem. Das Unternehmen erstellt halbjährlich einen Risikobericht, der durch den verantwortlichen Risikoadministrator erhoben und plausibilisiert wird. Der Risikobericht wird dem Vorstand vorgelegt, von ihm geprüft und freigeben (s. a. Lagebericht Kap. 5 Risikobericht).

Beteiligungsstruktur des LAIQON-Konzerns per 31.12.2022

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliches und branchenbezogenes Umfeld

2.1.1 Entwicklung der Weltwirtschaft

Das Jahr 2022 war wesentlich durch den Krieg in der Ukraine, Inflation nahezu überall auf der Welt, höhere Zinsen, steigende Rezessionsrisiken und ein erneutes Aufflammen der Covid-19-Pandemie Ende des Jahres in China geprägt. Die Weltwirtschaft hat selten so viele Schocks erleben müssen wie im Jahr 2022. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen sich angesichts des deutlichen Energie- und Nahrungsmittelpreisanstiegs, der daraus folgenden Realeinkommensverluste und der spürbaren geldpolitischen Straffung als Folge der beschleunigten Inflation in fast allen Industrieländern als sehr verhalten dar. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert daher eine Halbierung des Wachstums des BIP (Bruttoinlandsprodukt) auf rund 3 % im Jahr 2022.

Im Gegensatz zu Europa war die wirtschaftliche Situation in den USA weniger geprägt vom Ukraine-Krieg und der daraus folgenden Energiekrise als vielmehr von den Spätfolgen der Covid-19-Pandemie. Die US-Regierung und die US-Notenbank FED hatten während der Covid-19-Pandemie mit einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik die Grundlage für eine kräftige Nachholkonjunktur gelegt, die zu einem deutlichen Anstieg der Inflation führte. In der Folge schmälerte diese Entwicklung die Realeinkommen und belastete den Konsum. Für das Gesamtjahr 2023 wird ein Wachstum des BIP von 1,9 % erwartet. Allerdings scheint die Inflation Ihren Höhepunkt überschritten zu haben. In China, dass bisher wirtschaftlich vergleichsweise gut durch die COVID-19-Pandemie gekommen war, wendete sich im Jahr 2022 die Situation. Während die meisten Länder die Pandemie hinter sich ließen und angesichts einer weitgehenden "Durchseuchung" (Impfschutz und natürliche Infektionen) zur gesellschaftlichen Normalität zurückkehrten, hielt China an seiner rigiden Null-Covid-Politik fest. Bis zum Dezember 2022 hinweg kam es immer wieder zu strikten Lockdowns, die in der Folge zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von lediglich 2,9 % führte. In Europa verlieh die Wiedereröffnung nach der Covid-19-Krise der Wirtschaft zunächst starken Aufwind; bis in den Spätsommer befand sie sich auf Expansionskurs. Allerdings belasteten die Folgen des Ukraine-Krieges die Eurozone schwer und führten zu einem deutlichen Anstieg der Einfuhrpreise für Energie und Nahrungsmittel, wodurch die Kaufkraft merklich geschmälert wurde. Das Verbrauchervertrauen war bereits kurz nach Kriegsausbruch im Februar 2022 abgestürzt. Im weiteren Jahresverlauf trübte sich dann auch die Stimmung bei den Unternehmen mehr und mehr ein. Für das Jahr 2022 wird ein BIP-Wachstum von 2,7 % in der Eurozone erwartet.

In Deutschland war die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 wesentlich von dem Ukraine-Krieg und den damit zusammenhängenden Auswirkungen und Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf die Energieversorgung, geprägt. Die deutsche Wirtschaft hat sich dabei insgesamt als widerstandsfähig gegenüber den bis in den späteren Jahresverlauf anhaltenden Lieferkettenengpässen, Rekordinflationsraten, den Handels- und Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland, der Einstellung russischer Gaslieferungen Ende August und den damit verbundenen Unsicherheiten über eine mögliche Gasmangellage im Winter erwiesen. Im Gesamtjahr wuchs das BIP voraussichtlich um rund 1,9 %

2.1.2 Kapitalmarktentwicklung

Nach einem erneut volatilen, im Ergebnis jedoch überdurchschnittlich positiven Vorjahr war die Entwicklung der Kapitalmärkte nach Einschätzung der LAIQON AG bereits sehr bald nach Jahresbeginn sehr herausfordernd. Der Ukraine-Krieg löste insbesondere in Europa und Deutschland einen deutlichen Anstieg der Energiekosten aus. Gepaart mit bereits zuvor bestehenden Herausforderungen einiger globaler Lieferketten und einer nachfrageorientierten Fiskalpolitik in den USA ergab sich im Jahresverlauf ein weltweiter Anstieg der Inflation auf Rekordwerte. Dies stellte die Zentralbanken weltweit vor große Herausforderungen, die in der Folge, ausgehend von einem Umfeld der Negativzinsen, in rascher Folge Zinserhöhungen vornahmen, um den Anstieg der Inflation zu beenden und mittelfristig wieder die Zielmarke eines Zinsniveaus von rund 2 % erreichen zu können.

Bereits zu Jahresbeginn 2022 führten Äußerungen der amerikanischen US-Notenbank FED, die auf eine gegenüber der Vergangenheit deutlich striktere Geldpolitik hindeuteten, zu einer Abkühlung der weltweiten Aktienmärkte. Der Ukraine-Krieg führte aufgrund der resultierenden sehr hohen Unsicherheit zu einer weiteren Belastung sowohl der Aktien- als auch der Anleihemärkte. Als Reaktion auf den Einmarsch in die Ukraine gegen Russland verhängte Sanktionen sowie bestehende Hindernisse in internationalen Lieferketten führten zu einem raschen Anstieg der Inflation bei gleichzeitig schwachem Wachstum der großen Volkswirtschaften. Vor diesem Hintergrund nahm weltweit die Wahrscheinlichkeit einer Rezession deutlich zu, was die Notenbanken angesichts der somit drohenden Stagflation vor umso schwierigere Aufgaben stellte. Die Märkte für Aktien und Anleihen richteten sich somit neben dem Abschwung der wirtschaftlichen Rahmendaten auch auf deutliche Zinserhöhungen der Zentralbanken ein und setzten ihren Abwärtstrend bis zum Ende des dritten Quartals fort.

Die von den Zentralbanken im Jahresverlauf vorgenommenen Anhebungen der Leitzinsen hatten naturgemäß negative Auswirkungen zunächst auf die Kurse der zinssensibleren Wachstumswerte, belasteten aber in ebenfalls erheblichem Ausmaß auch die Bewertungen von Unternehmen, die als wertorientierte Anlagen gelten. Besonders betroffen waren dabei aufgrund ihrer tendenziell geringeren Liquidität insbesondere kleine und mittelgroße Aktiengesellschaften.

Erst ab dem vierten Quartal 2022 wurden vor dem Hintergrund des sehr negativen Marktsentiments und des allgemein niedrigen Kursniveaus positive Unternehmensberichterstattungen wieder honoriert. Einige Marktteilnehmer spekulierten außerdem darüber, ob eine Obergrenze der Leitzinsen in Amerika und in Europa bereits erkennbar sei. Zudem ergaben sich Spekulationen über eine lediglich schwache oder gar ausbleibende Rezession vor dem Hintergrund einer aufgrund gefüllter Gasspeicher zumindest für den Fall eines milden Winters gesicherten Energieversorgung. All dies führte ab Mitte Oktober zu einem Anstieg der Aktienkurse, welcher allerdings bis zum Jahresende für Blue Chips stärker als für Nebenwerte ausfiel.

Im Ergebnis erzielten die wesentlichen Aktienindizes im Berichtsjahr außerordentlich negative Ergebnisse, wobei die jeweiligen Tiefststände zwischen Ende September und Mitte Oktober zu beobachten waren. Im Einzelnen schnitten der global ausgerichtete Leitindex MSCI World (in USD) mit einem Rückgang von -19,6 % (Vj.: +20,1 %), der EURO STOXX50 mit -11,9 % (Vj.: +20,4 %), der DAX mit -12,3 % (Vj.: 15,8 %), der MDAX mit -28,5 % (Vj.: +14,1 %) sowie der SDAX mit -27,3 % (Vj.: 11,2 %) mit Verlusten in erheblicher Größenordnung ab.

2.1.3 Nachhaltigkeitsregulierung

Bei der Mobilisierung von Kapitalflüssen für die Erreichung der umfassenden Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und der Ziele des Pariser Klimaabkommens kommt dem Kapitalmarkt nach Auffassung der LAIQON AG aufgrund seiner Allokations- und Multiplikatorfunktion eine bedeutende Rolle zu. Hierfür wurden maßgeblich auf europäischer und nationaler Ebene eine Reihe von Maßnahmen zu "Sustainable Finance" ergriffen, unter anderem, um Transparenz zu stärken und Mindestkriterien zu etablieren.

Für Finanzmarktteilnehmer ist nach wie vor die Offenlegungsverordnung (SFDR: Sustainable Finance Disclosure Regulation; EU-Verordnung 2019/​2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor) ein wichtiger Fortschritt in Bezug auf ESG-Transparenz, denn sie bietet Anlegern eine erste Orientierung hinsichtlich der Nachhaltigkeitscharakteristika von Finanzprodukten. Am 10. März 2021 trat bereits die erste Stufe ("Level 1") der Offenlegungsverordnung in Kraft. Nach ihr müssen Finanzmarktteilnehmer ihre angebotenen Finanzprodukte in eine von drei Kategorien (Artikel 6 - "traditionelle" Finanzprodukte, die lediglich offenlegen müssen, welche Rolle Nachhaltigkeitsrisiken im Wertpapieranlageprozess spielen, Artikel 8 - Finanzprodukte, die ökologische und soziale Merkmale bewerben, Artikel 9 - Finanzprodukte, deren Ziel Nachhaltige Investitionen sind) einstufen. Am 14. August 2022 traten zudem die technischen Regulierungsstandards ("Level 2") der Offenlegungsverordnung in Kraft. Sie legen den konkreten Inhalt, die zu verwendende Methodik und die Art der Darstellung der offenzulegenden Informationen fest. Anzuwenden sind sie ab dem 1. Januar 2023. Die Europäische Kommission will die Transparenz beim Thema Nachhaltigkeit auf dem Finanzmarkt noch weiter ausbauen.

Die Offenlegungsverordnung ist dabei auch in ihrer zweiten Ausbaustufe nicht der alleinige Gradmesser dafür, welche Finanzprodukte in der Beratung und der Vermögensverwaltung als nachhaltig gelten. Die seit dem 2. August 2022 verpflichtende veröffentlichte Delegierten-Verordnung der EU-Kommission zu MiFID II stellt im Rahmen der Umsetzung des EU-Aktionsplans Finanzierung Nachhaltigen Wachstums Anforderungen an die verpflichtende Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen von Anlegerinnen und Anlegern. Mit diesen Anforderungen ergeben sich entsprechende Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsmerkmale geeigneter Finanzprodukte. Für die Umsetzung in Deutschland ist dabei das mittlerweile von der BaFin anerkannte Zielmarktkonzept für nachhaltige Finanzprodukte wesentlich, dass die wichtigsten Finanzverbände gemeinsam erarbeitet haben ("Verbändekonzept"). Hierzu werden Finanzmarktteilnehmer für die Wertpapierauswahl zunehmend relevante Daten von Unternehmen benötigen. Aber auch die in das European ESG Template (EET) gemeldeten Daten zur Anlagestrategie oder Wertpapierauswahlprozess von Finanzprodukten werden nach Auffassung der LAIQON AG von zentraler Bedeutung sein.

Die EU-Taxonomie (EU-Verordnung 2020/​852) betrifft aktuell nur einen geringen Teil der finanzierten Wirtschaftstätigkeiten. Der europäische Gesetzgeber hat sich in der Erweiterung der Taxonomie das ambitionierte Ziel gesteckt, die gesamte EU-Wirtschaft einzubeziehen. Zu weiteren Plänen zählt auch eine sogenannte Nachhaltigkeitsampel für Finanzprodukte. Dazu sollen die Wirtschaftstätigkeiten nunmehr in einem Ampelsystem kategorisiert werden, das neben umweltschädlichen (rot) und umweltschonenden Aktivitäten (grün) eine zusätzlich transformierende Kategorie (gelb) enthält. Durch das Ampelsystem erhoffen sich die EU-Berater, dass die Transitionsprozesse von Unternehmen besser aufgezeigt und gezielt gefördert werden können.

2.1.4 Marktentwicklung LLOYD FONDS REAL ASSETS

Der Ukraine-Krieg, Kostensteigerungen und die Zinswende führten zu einem Paradigmenwechsel im Immobilienmarkt. Die zunehmende Unsicherheit der Marktteilnehmer manifestierte sich in einem deutlich sinkenden Transaktionsvolumen auf dem deutschen Immobilienmarkt von rund 67 Mrd. EUR im Jahr 2022 (Vj.: 113,8 Mrd. EUR). Diese Entwicklung ist auf die starke erste Jahreshälfte 2022 zurückzuführen, während das zweite Halbjahr zunehmend von Zurückhaltung und Marktbeobachtung der Investoren geprägt war. Mit rund 22 Mrd. EUR wurde das meiste Kapital in Büroimmobilien investiert, gefolgt von dem Segment "Wohnen" mit rund 14,4 Mrd. EUR. Logistikimmobilien kommen auf rund 9,6 Mrd. EUR und erhöhten ihren relativen Anteil auf fast 15 %. Das zum Ende des dritten Quartals 2022 erfolgte Revival der Einzelhandelsimmobilien hat sich auf Jahressicht bestätigt. Mit einem Volumen von rund 9,4 Mrd. EUR lagen diese nur noch knapp hinter den Logistikimmobilien.

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens PwC unter deutschen Reedereien hat der Nachholbedarf an weltweiten Transporten nach der Covid-19-Pandemie insbesondere in der Containerschifffahrt die Preise für Container, die Fracht- und Charterraten in die Höhe getrieben. Im Tankermarkt beeinflusste der Ukraine-Krieg die Frachtmarktdynamik und führte zu erheblichen Umwälzungen, insbesondere hinsichtlich der Haltung Russlands zur Ölpreisobergenze. Eine Herausforderung stellt für viele deutsche Reedereien der umweltgerechte Flottenausbau dar, der momentan viele Unsicherheiten birgt, welche regulatorischen und umweltpolitischen Maßnahmen ab wann wirklich greifen und welche Umwelttechnologien sich im Markt wirklich durchsetzen werden. Bemängelt werden zudem u. a. neben absehbaren Überkapazitäten und Marktbereinigungen auch mangelnde Transport-, Werft- und Terminalkapazitäten.

2.2 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

2.2.1 Wesentliche Ereignisse 2022

Barkapitalerhöhungen der LAIQON AG umgesetzt

Im Jahr 2022 setzte die LAIQON AG zwei Barkapitalerhöhungen um. Im Februar 2022 erfolgte eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht mit einer parallel stattfindenden Privatplatzierung durch Ausgabe von 615.000 neuen Aktien. Sämtliche neuen Aktien wurden zu einem Ausgabekurs von 12,00 EUR platziert. Die Emission führt zu einem Brutto-Mittelzufluss von rund 7,4 Mio. EUR für die LAIQON AG. Die neuen Aktien sind bereits ab dem 1. Januar 2021 gewinnanteilsberechtigt.

Im Oktober 2022 erfolgte ebenfalls im Rahmen einer Privatplatzierung eine wertpapierprospektfreie Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht durch Ausgabe von 777.741 neuen Aktien. Sämtliche neuen Aktien wurden zu einem Ausgabekurs von 6,75 EUR platziert. Die Emission führt zu einem Brutto-Mittelzufluss von rund 5,2 Mio. EUR für die LAIQON AG. Die neuen Aktien sind bereits ab dem 1. Januar 2022 gewinnanteilsberechtigt.

Beide Barkapitalerhöhungen wurden sowohl bei Altaktionären als auch neu gewonnen Aktionären platziert.

Wandelschuldverschreibung 2019/​2022 vollständig gewandelt

Die von der LAIQON AG emittierte auslaufende 3,75 %-ige Wandelschuldverschreibung 2019/​2022 wurde von sämtlichen Investoren in Aktien der Gesellschaft gewandelt. Insgesamt handelte es sich um einen Gesamtnennbetrag in Höhe von 6,1 Mio. EUR zu einem angepassten Wandlungspreis von 6,08 EUR je Aktie. Aufgrund der Wandlung wurden 1.003.816 neue, auf den Inhaber lautende Aktien der LAIQON AG mit einem Nennbetrag von 1,00 EUR ausgegeben.

Beteiligung an der growney GmbH

Die LAIQON AG hat sich mit 73,6 % an der digitalen Vermögensverwaltung growney GmbH, dem Testsieger der Stiftung Warentest, beteiligt. Nachdem sich die LAIQON AG seit Februar 2022 zunächst in einem ersten Schritt über Bareinlagen in Höhe von insgesamt 3 Mio. EUR mit 17,75 % an der growney GmbH beteiligte, erfolgte im Dezember 2022 die weitere Erhöhung der Beteiligung an dem digitalen Vermögensverwalter. Dafür führte die LAIQON AG zunächst eine Sachkapitalerhöhung gegen Ausgabe neuer Aktien an der LAIQON AG gegenüber Altgesellschaftern der growney GmbH durch. Anschließend erfolgte eine Barkapitalerhöhung in Höhe von 1 Mio. EUR am Stammkapital des FinTechs. Eine weitere Barkapitalerhöhung in Höhe von 1 Mio. EUR ist für das zweite Quartal 2023 geplant. Ein für die Übernahme der qualifizierten Mehrheit an der growney GmbH angestrengtes Inhaberkontrollverfahren wurde Ende November 2022 abgeschlossen.

Vollzug Übernahme Bayerische Vermögen-Gruppe

Mit Schreiben der BaFin vom 15. März 2022 wurde das Inhaberkontrollverfahren durch die BaFin als eine weitere wichtige Vorbedingung für die Übernahme der BV Holding AG, der Bayerischen Vermögen-Gruppe, abgeschlossen. Mit der Übernahme der BV Holding AG erfolgte eine Vollkonsolidierung der Gesellschaft im LAIQON-Konzern ab dem 1. April 2022.

Stefan Mayerhofer neuer Chief Wealth Officer

Mit dem Vollzug der Übernahme der BV Holding AG erfolgte die Bestellung von Stefan Mayerhofer zum Vorstandsmitglied als Chief Wealth Officer der LAIQON AG. Die Bestellung erfolgt für den Zeitraum vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2026.

Alexander Gröbner Bereichsvorstand Finanzen

Darüber hinaus wurde mit dem Vollzug der Übernahme der BV Holding AG Alexander Gröbner Bereichsvorstand Finanzen der LAIQON AG. Er verantwortet zudem die regulatorischen Themenfelder für den LAIQON-Konzern als auch den weiteren Integrationsprozess der Bayerische Vermögen-Gruppe.

Michael Schmidt aus Vorstand ausgeschieden

Michael Schmidt verließ aus persönlichen Gründen zum 31. März 2022 den Vorstand der LAIQON AG. Er bleibt als direkter Berater des Vorstands und des Aufsichtsrates der Gesellschaft erhalten und wird damit weiterhin seine Expertise insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit und im Geschäft mit institutionellen Investoren in den LAIQON-Konzern einbringen.

Hauptversammlung 2022

Auf der Hauptversammlung der LAIQON AG am 21. Juli 2022 wurden alle Beschlüsse zu den 9 beschlussfähigen Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten von bis zu 99,99 % gefasst. Hierzu zählte mit einer Zustimmungsquote von 99,54 % insbesondere Tagesordnungspunkt 7, die Beschlussfassung über die Änderung der Firma in LAIQON AG und die entsprechende Satzungsänderung.

2.2.2 Entwicklung LLOYD FONDS LIQUID ASSETS

LLOYD FONDS

Im Geschäftsfeld LLOYD FONDS erfolgt eine Positionierung als Spezialanbieter benchmarkfreier Aktien-, Renten- und Mischfonds mit einem klaren Fokus auf aktive Alpha-Strategien.

Die Finanzportfolioverwaltung für diese Wertpapiere erbringt die SPSW Capital GmbH, Hamburg, ein nach § 15 WpIG zugelassenes Wertpapierdienstleistungsunternehmen. Kapitalverwaltungsgesellschaft der Sondervermögen ist die Universal-Investment-Gesellschaft mbH, Frankfurt am Main.

Per 31. Dezember 2022 umfasste das Fondsangebot im aktiven Asset Management im Geschäftsfeld LLOYD FONDS die drei Aktienfonds LF - European Hidden Champions (EHC, ISIN R-Tranche: DE000A2PB598), LF - Green Dividend World (GDW, ISIN R-Tranche: DE000A2PMXF8) sowie LF - European Emerging Champions (EEC, ISIN R-Tranche: DE000A2QK6F7, Aktienfonds bis zum 14. November 2022, Verwaltung auf eine Schwestergesellschaft übertragen), die zwei Mischfonds LF - WHC Global Discovery (WHC, ISIN R-Tranche: DE000A0YJMG1) und LF - Global Multi Asset Sustainable (GMAS, ISIN R-Tranche: DE000A1WZ2J4), den Rentenfonds LF - Sustainable Yield Opportunities (SYO, ISIN R-Tranche: DE000A2PB6F9), den geldmarktorientieren Rentenfonds LF - ASSETS Defensive Opportunities (ADO, ISIN R-Tranche: DE000A1JGBT2) und den Spezial-AIF LF - Active Value Selection (AVS, ISIN: DE000A1C0T02).

Daneben managt die SPSW Capital GmbH für einen skandinavischen Pensionsfonds ein Aktienmandat und seit August 2021 für eine in Deutschland ansässige Pensionskasse ein Rentenmandat.

Die von der SPSW Capital GmbH im Jahr 2022 verwalteten Aktien-, Renten- und Mischfonds investieren auf der Grundlage einer fundierten Einzeltitelauswahl. Jedem Mandat liegt eine dezidierte Anlagestrategie des Fondsmanagers zugrunde. Im Zentrum des Fondsmanagements stehen der tatsächliche Wert, die Erträge sowie die Wachstumschancen eines Unternehmens und seines Börsenwertes. Für ihre Einzeltitelbewertung nutzen die Fondsmanager sämtliche zur Verfügung stehenden Daten und Informationen. Dabei wird in allen Fonds bewusst auf ETF-Anlagen (Indexfonds) verzichtet, um Chancen und Risiken der Fonds individuell steuern zu können.

Das Portfoliomanagement folgt der Überzeugung, dass Volkswirtschaften zukünftig mit geringerem Ressourcenverbrauch und geringeren Schädigungen des Planeten zu wirtschaften haben werden, wenn für zukünftige Generationen Wohlstand in einer lebenswerten Umwelt gesichert werden soll. Sämtliche von der Gesellschaft verwalteten Publikumsfonds berücksichtigen daher die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDGs) als Orientierungsrahmen bereits in ihrem Analyseprozess und die Nachhaltigkeitsanalyse ist direkt in den Investmentprozessen integriert. Unter insgesamt sieben Kategorien von Beurteilungskriterien ist aus der Nachhaltigkeitsperspektive die Bewertung der Portfoliounternehmen am Kapitalmarkt hinsichtlich der Frage, ob Risiken aus kontroversen Geschäftstätigkeiten adäquat berücksichtigt sind bzw. sich sogar ein zusätzliches Bewertungspotenzial aus deren Abbau ergibt, von besonderer Bedeutung. Entsprechend der Positionierung als Spezialanbieter benchmarkfreier Aktien-, Renten- und Mischfonds mit einem Fokus auf aktive Alpha-Strategien erfolgt auch die Analyse der sog. ESG-Chancen und ESG-Risiken auf der Ebene der für die verwalteten Fonds auszuwählenden Einzeltitel. Die Betrachtung konzentriert sich hierbei nicht ausschließlich auf Negativlisten, Ausschlüsse und vergangenheitsorientierte, statische ESG-Bewertungen, sondern betrachtet die Anstrengungen der Unternehmen, ihr Geschäftsmodell zu ändern und die aus den SDGs abgeleiteten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Bezugnehmend auf die beschriebene Fondslinie wurde der Fonds GDW gemäß Art. 9 der Offenlegungsverordnung SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation; EU-Verordnung 2019/​2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor), die Fonds ADO, SYO, GMAS, WHC sowie EHC gemäß Art. 8 und die beiden Fonds EEC sowie der AVS gemäß Art. 6 der Offenlegungsverordnung kategorisiert. Die Strategien einzelner Fonds, wie beispielsweise der GMAS sollen perspektivisch in Hinblick auf die vollumfängliche Berücksichtigung nachhaltiger Investitionen nach Art. 9 der Offenlegungsverordnung ausgebaut werden.

LLOYD VERMÖGEN

Die persönliche Vermögensverwaltung im Geschäftsfeld LLOYD VERMÖGEN wird durch die Lange Assets & Consulting GmbH (LAC), Hamburg, sowie durch die Bayerische Vermögen-Gruppe erbracht.

In der persönlichen Vermögensverwaltung erfolgt eine proaktive, ganzheitliche 360-Grad-Umsetzung der individuellen Ziele von vermögenden und institutionellen Kunden. Zudem werden maßgeschneiderte Lösungen für Family Offices und Stiftungen erarbeitet, was zur zusätzlichen Verwaltung von Mandaten und Stiftungsvermögen führt.

Für die Umsetzung dieser Ziele steht der LAC und der Bayerischen Vermögen-Gruppe das gesamte Netzwerk des LAIQON-Konzerns zur Verfügung. Die LAC sowie die Bayerische Vermögen-Gruppe über ihre Tochtergesellschaften, die BV Bayerische Vermögen GmbH und die MFI Asset Management GmbH, besitzen jeweils die Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen gem. § 15 WpIG. Die LAC sowie die BV Bayerische Vermögen GmbH sind zudem Mitglied im VuV - Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e. V. Über die m + c Asset Allocation GmbH erfolgt zudem eine unabhängige spezialisierte Allokationsberatung für Kapitalanlagen institutioneller Anleger.

Im Jahr 2022 hat die LAC ihren Family Office-Bereich erfolgreich ausgebaut und mehrere neue Mandate gewonnen. Im Rahmen des persönlichen 360-Grad-Vermögensmanagements wurde dabei insbesondere das Monitoring und Reporting auch im Hinblick auf illiquides Vermögen ausgeweitet. Auch die MFI Asset Management GmbH, die klassische Verwaltung institutioneller Gelder vorwiegend in Form von individualisierten Spezialmandaten durchführt, konnte mehrere neue Spezialmandate gewinnen.

LLOYD DIGITAL

Im Geschäftsfeld LLOYD DIGITAL werden mit dem WealthTech LAIC digitale und risikooptimierte Anlagelösungen zur Portfoliooptimierung mit dem eigenentwickelten, auf künstlicher Intelligenz basierenden System (LAIC ADVISOR ®) für Privatanleger und institutionelle Kunden angeboten. Zudem besteht eine Beteiligung an dem Berliner FinTech und Robo Advisor growney GmbH.

Per 31. Dezember 2022 umfasste das Produktangebot im Geschäftsfeld LAIC sowohl Individualdepots, fünf Mischfonds (LF - AI Defensive Multi Asset (ISIN: DE000A2P0UB1), LF - AI Balanced Multi Asset (ISIN: DE000A2P0T77), LF - Dynamic Digital Selection (ISIN: DE000A2P0UF2), LF - AI Dynamic Multi Asset (ISIN: DE000A2P0T36) sowie den LAIC - Sustainable Digital Selection AC (ISIN: DE000A2PS3N1), sechs fondsgebundene Rentenversicherungen und einen institutionellen Publikumsfonds (LAIC - Digital Institutional Europe (ISIN: DE000A2QCXA8)).

Bei dem Individualdepot LAIC - VERMÖGEN können vermögende private und institutionelle Investoren für ein Mindestanlagevolumen von 50.000 EUR mit digitaler Unterstützung nach ihren Präferenzen investieren. Die digital gesteuerten Mischfonds bieten Privatanlegerinnen und -anlegern eine breit gestreute Investmentlösung mit vordefinierten Nebenbedingungen in festgelegten Risikoklassen. Kapitalverwaltungsgesellschaft der Sondervermögen ist die Universal-Investment-Gesellschaft mbH, Frankfurt am Main. Mit sechs Versicherungspartnern, u. a. der Ergo Direct AG, der Bayerische Beamten Lebensversicherung a. G. sowie der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG bestehen zudem fondsgebundene, steuerlich geförderte Rentenversicherungen, die als Motor für die Anlage die KI-gesteuerten Investmentfonds der LAIC nutzen. Adressat dieser Investmentlösungen sind ebenfalls private Anlegerinnen und Anleger. Der institutionelle Publikumsfonds LAIC - Digital Institutional Europe wurde gemeinsam mit einem institutionellen Kunden für die Anforderungen von Volksbanken und Sparkassen im Depot A-Geschäft entwickelt und aufgelegt.

In dem gesamten Produkt- und Dienstleistungsangebot für LAIC-Kunden wurde ein Risikomanagement-System integriert, das der persönlichen Lebenssituation der Kunden Rechnung trägt und gleichzeitig die Berücksichtigung von nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren ermöglicht.

Zudem besteht eine Beteiligung der LAIQON AG an der growney GmbH. Nachdem sich die LAIQON AG seit März 2022 zunächst in einem ersten Schritt über Bareinlagen in Höhe von insgesamt 3 Mio. EUR mit 17,75 % an der growney GmbH beteiligte, erfolgte im Dezember 2022 die weitere Erhöhung der Beteiligung auf 73,6 % an dem digitalen Vermögensverwalter.

Die Gesellschaft gehört zu den Vorreitern der digitalen Vermögensverwaltung. Wichtiges Asset ist dabei der nutzerzentrierte Zugang zu einem professionell gemanagten Vermögensaufbau. Mit ETF-Sparplänen bereits ab 25 EUR pro Monat ist growney insbesondere für Privatpersonen aller Alters- und Gehaltsgruppen attraktiv. Es werden insgesamt 10 Anlagestrategien, darunter 5 nachhaltige, entsprechend den persönlichen finanziellen Zielen der Kunden und dem Risikoprofil verfolgt. Die berücksichtigten ETFs umfassen dabei rund 5.000 Aktien in 45 Ländern. Dabei erfolgt ein regelmäßiges und automatisiertes Rebalancing der unterschiedlichen Strategien. Der digitale Zugang soll systematisch um weitere attraktive Finanzprodukte, wie beispielsweise Tages- und Festgeldangebote sowie digitale Rentenversicherungsangebote erweitert werden.

2.2.3 Entwicklung LLOYD FONDS REAL ASSETS

Das Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder Immobilien, Schifffahrt sowie Sonstige Assets.

Immobilien

Zum Stichtag 31. Dezember 2022 managte das Immobilienteam drei aktive Fonds mit einem Investitionsfokus auf Deutschland und die Niederlande. Das Portfolio umfasst eine Mietfläche von rund 28.300 Quadratmetern mit aktuell 13 Mietern. Der Vermietungsstand beträgt bezogen auf die Büro- und Hotelnutzfläche rund 98 %. Nach Nutzungsarten investiert das Portfolio zu 60 % in Büro- und zu 40 % in Hotelinvestments, bezogen auf die Gesamtmietfläche.

Schifffahrt

Die betreute Flotte der LAIQON AG umfasste zum 31. Dezember 2022 insgesamt fünf Produkten- und Rohöltanker in insgesamt fünf Schiffsfonds. Zudem befinden sich zwei Zweitmarktfonds für Schiffsbeteiligungen im Management und ein weiterer in Liquidation. Zum 31. Dezember 2022 bestand das Portfolio dieser Zweitmarktfonds aus 13 Containerschiffen und 11 Tankern.

Sonstige Assets: Flugzeuge, Britische Kapitallebensversicherungen, Private Equity etc.

Zum Stichtag 31. Dezember 2022 managte die LAIQON AG zwei Flugzeugfonds. Die Flotte besteht aktuell aus drei Flugzeugen: einem Langstreckenflugzeug Typ Airbus A380 sowie zwei Mittelstreckenflugzeugen Typ Airbus A319.

Im Bereich der Britischen Kapitallebensversicherungen werden die Anleger von vier Fonds, die sich mittlerweile in Liquidation befinden, durch die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH verwaltet.

Im Bereich Private Equity betreute die LAIQON AG zudem noch einen von der amerikanischen Investmentgesellschaft Neuberger Berman gemanagten ursprünglich breit diversifizierten Fonds, der sich ebenfalls in Liquidation befindet.

Im Bereich der erneuerbaren Energien werden die Anleger von zwei Windpark-Fonds durch die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH verwaltet.

Daneben werden von der LAIQON AG zwei von ihr aufgelegte Portfoliofonds gemanagt, die das Anlegerkapital breit gestreut in verschiedenen Assetklassen investiert haben.

2.3 Zielerreichung und Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

In einem sehr herausfordernden Kapitalmarktumfeld geprägt durch den Ukraine-Krieg, einem deutlich höheren Zinsniveau, steigender Inflation und Rezessionsrisiken setzte die LAIQON AG ihre Strategie 2023/​25 2.0 weiter um. Dabei wurden folgende wesentliche Meilensteine erreicht:

Erweiterte Strategie 2023/​25 2.0

Die LAIQON AG hat die bestehende Strategie 2023/​25 mit der auf der Hauptversammlung am 21. Juli 2022 vorgestellten erweiterten Strategie 2023/​25 2.0 weiterentwickelt. Die neue Strategie baut auf die im Jahr 2022 durchgeführten Akquisitionen der growney GmbH und der Bayerische Vermögen-Gruppe und deren bisher jeweils erfolgreich verlaufenden Integration in den LAIQON-Konzern auf.

Mit ihrer Strategie 2023/​25 2.0 wendet sich die LAIQON AG als Premium-Qualitätsanbieter mit einem Full-Service-Angebot mit nachhaltigen Produkten und Lösungen sowohl an private- als auch an institutionelle Kunden. Die Gesellschaft hat sich dabei in den vier Wachstumsmärkten Asset Management, Wealth Management, Digital Wealth sowie Advisory positioniert.

Sämtliches Handeln ist unabhängig, individuell, transparent und nutzerzentriert auf die Kundinnen und Kunden ausgerichtet. Damit sollen sich die Anlagebedürfnisse sämtlicher Zielgruppen, von Privatanlegern bis hin zu institutionellen Investoren gezielt abbilden lassen. Die Erfüllung der Kundenbedürfnisse bestimmen daher die einzelnen Strategien.

Die aufgebaute Plattformstrategie über die Digital Asset Plattform 4.0 ist das verbindende Element des Geschäftsmodells. Sie befähigt die LAIQON AG die gesamte Kundenwertschöpfungskette abzudecken und beliebig zu skalieren.

Ziel der Strategie 2023/​25 2.0 ist es, die LAIQON AG als innovativen Qualitätsführer im Vermögensmanagement in Deutschland als Asset Management-Factory zu positionieren.

Vollzug Akquisitionen Bayerische Vermögen-Gruppe/​growney GmbH

Die auf zusätzlichem anorganischem Wachstum basierende Akquisitionsstrategie wurde durch den Vollzug der beiden strategischen Zukäufe der Bayerische Vermögen-Gruppe im Geschäftsfeld LLOYD VERMÖGEN und der growney GmbH im Geschäftsfeld LLOYD DIGITAL erfolgreich fortgeführt.

Entscheidender Faktor für die Akquisition der Bayerische Vermögen-Gruppe war neben der Steigerung der AuM die strategische Vertiefung der Wertschöpfungskette insbesondere im Segment des institutionellen Kapitals. Neben der Betreuung vermögender Privatkunden hat die Bayerische Vermögen-Gruppe einen ausgesprochenen Fokus auf das Geschäft mit institutionellen Kunden und agiert hier mit einem sehr erfahrenen Team im Markt.

Mit der Beteiligung an dem FinTech growney GmbH wurde ein etablierter und im Markt bereits vielfach ausgezeichneter Robo-Advisor angebunden. Die LAIQON AG beteiligte sich damit an einem erfolgreichen und stark wachsenden digitalen Vermögensverwalter mit einem Fokus auf das direkte Privatkundengeschäft und Anlagelösungen, welche auf ETFs basierten. In Abgrenzung zu LAIC kann damit durch die Adressierung unterschiedlicher Kundengruppen mit verschiedenen Produktlösungen, Preisvorstellungen und Vertriebskanälen die Wertschöpfungskette deutlich vertieft werden.

Durch die beiden Akquisitionen gelang es zudem, die Gruppierung der B2C-Beziehungen erheblich auszubauen. So führte die Akquisition der Bayerischen-Vermögen-Gruppe in Kombination mit der growney GmbH zu einem erheblichen Zugewinn von mehr als 10.000 direkten Endkunden.

Zuwächse bei institutionellem Kapital

Die LAIQON AG verfügt über Spezialistenteams, die ihre Reputation, ihre Kontakte und ihre Investmenterfahrung in die Gesellschaft zum Nutzen der Kunden einbringen. So gelang es der SPSW Capital GmbH als auch der MFI Asset Management GmbH bestehende Spezialmandate bei institutionellen Kunden auszubauen bzw. neue Mandate zu gewinnen.

Implementierung von Vertriebskanälen und neue Partnerschaften Vor dem Hintergrund, dass die Anzahl der zu adressierenden Marktteilnehmer wächst und vielfältiger wird, insbesondere durch die neuen Online-Kanäle, wurde der Vertrieb über die vier Vertriebswege Direktvertrieb, Onlinevertrieb, Externer Partnervertrieb und White Label Exklusiv Partner auch im Jahr 2022 weiter ausgebaut. Die aufgebaute Produktvielfalt ermöglicht es der LAIQON AG nahezu für alle Vertriebsgruppen ein vollständiges Produktportfolio anbieten zu können, was zu einer hohen künftigen Skalierbarkeit des Geschäftsmodells der LAIQON AG beiträgt.

Zudem konnten weitere Vertriebspartnerschaften realisiert werden. Beispielsweise wurden auf der aufgebauten White Label-Plattform V:KI SmartInvest, welche die Erfahrung der Genossenschaftlichen Finanzgruppe mit der Expertise von LAIC bündelt, weitere Kooperationspartner angebunden. Zudem wurden u. a. mit der Ergo Direct AG, der Bayerische Beamten Lebensversicherung a. G. sowie der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG insgesamt sechs weitere Versicherungsgesellschaften angebunden, die für ihre fondsgebundenen, steuerlich geförderten Rentenversicherungen als Motor die KI-gesteuerten Investmentfonds der LAIC nutzen.

AuM-Anstieg auf 5,7 Mrd. EUR

Das Wachstum bei Kunden und gemanagten Vermögen wurde auch im Jahr 2022 erfolgreich fortgesetzt. Die AuM der LAIQON AG stiegen auf rund 5,7 Mrd. EUR (Vj.: 2,2 Mrd. EUR). Dies entspricht einem weiteren Anstieg der AuM gegenüber dem Vorjahr von rund 160 %. Darin enthalten ist ein anorganisches Wachstum von rund 2,7 Mrd. EUR und ein organisches Netto-Wachstum von rund 0,8 Mrd. EUR. Damit wurde die am 24. Mai 2022 angekündigte Prognose eines Anstiegs der AuM auf 5,5-6,0 Mrd. EUR für das Geschäftsjahr 2022 erreicht. Insgesamt konnten die AuM somit in den letzten drei Jahren 2020-2022 um rund 440% gesteigert werden (31.12.2019: 1,06 Mrd. EUR). In einem sehr herausfordernden Kapitalmarktumfeld 2022 ist dies ein Beleg der Stärke der aufgebauten Strategie 2023/​25. 2.0.

Anstieg fixer Umsatzerlöse um 24 % auf 20,8 Mio. EUR

Insgesamt erwirtschaftete der LAIQON-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 21,6 Mio. EUR. Dabei wurden fixe Umsatzerlöse in Höhe von 20,8 Mio. EUR (Vj.: 16,8 Mio. EUR) erzielt. Dies entspricht einem weiteren Anstieg gegenüber dem Vorjahr um rund 24 %. Nachdem in 1. Hj. 2022 keine nennenswerten Performance Fees aus dem Asset Management vereinnahmt werden konnten, wurden im 2. Hj. 2022 Performance-Fees in Höhe von rund 0,8 Mio. EUR abgerechnet.

Verbesserung des operativen Ergebnisses im 2. Halbjahr 2022

Im 2. Hj. 2022 führten die fortschreitende Integration der akquirierten Gesellschaften auf die Plattform und die damit verbundenen weiteren Skalierungseffekte sowie die eingeleiteten Wachstumsinitiativen mit GROWTH 25 zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses. Gegenüber dem 1. Hj. 2022 verbesserte sich das EBITDA auf -3,2 Mio. EUR (1. Hj. 2022: -6,7 Mio. EUR). Insgesamt erzielte der LAIQON-Konzern damit im Geschäftsjahr 2022 ein EBITDA von -9,9 Mio. EUR (Vj.: 4,6 Mio. EUR).

Die Konzernliquidität betrug zum 31.12.2022 10,4 Mio. EUR (Vj.: 16,3 Mio. EUR).

3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

3.1 Ertragslage

Die Zusammensetzung und Entwicklung der einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung des LAIQON-Konzerns werden in der nachfolgenden Analyse erläutert.

Die Ertragslage stellt sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar:

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in TEUR 2022 2021
Umsatzerlöse 21.575 26.122
Materialaufwand -3.665 -2.702
Personalaufwand -17.113 -11.341
Abschreibungen und Wertminderungen -4.711 -3.938
Sonstiges betriebliches Ergebnis -11.024 -7.796
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 281 327
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -14.657 672
Finanzergebnis -1.630 5.747
Ergebnis vor Steuern (EBT) -16.288 6.419
Ertragsteuern 5.747 213
Konzernjahresergebnis -10.541 6.632
davon den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernperiodenergebnis -376 1.481
davon den LAIQON-Aktionären zurechenbares Konzernperiodenergebnis -10.165 5.151

Die Umsatzerlöse sind eine wichtige Steuerungsgröße des LAIQON-Konzern. Dabei haben sich die Umsatzerlöse wie folgt entwickelt:

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in TEUR 2022 2021
Erlöse aus Fonds- und Assetmanagement 21.267 26.122
Erlöse aus Vermittlungs- und Strukturierungsleistungen 308 _​
Sonstige Umsatzerlöse - -
Umsatzerlöse 21.575 26.122

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sind die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2022 um insgesamt 4.547 TEUR auf 21.575 TEUR gesunken. Dies ist auf die geringere erwirtschaftete Performance-Fee aus dem Fondsmanagement im Geschäftsfeld LLOYD FONDS LIQUID ASSETS zurückzuführen. Erlöse aus Vermittlungs- und Strukturierungsleistungen wurden im Berichtszeitraum in Höhe von 308 TEUR erzielt.

Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 963 TEUR auf 3.665 TEUR bedingt durch den erweiterten Konsolidierungskreis angestiegen.

Der Personalaufwand des Geschäftsjahres 2022 beläuft sich auf 17.113 TEUR, nach 11.341 TEUR im Vorjahr.

Ferner ist im Geschäftsjahr für das Aktienoptionsprogramm (AOP) einzelner Beschäftigter und für die Phantom Stock Pläne (PSP) ein Aufwand in Höhe von 134 TEUR (Vj: 352 TEUR) angefallen.

Die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Beiträge zur Direktversicherung sind gemäß IAS 19.38 als beitragsorientierte Versorgungspläne zu klassifizieren. Im Berichtsjahr belaufen sich diese Aufwendungen auf 683 TEUR (Vj.: 413 TEUR).

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Abschreibungen um 773 TEUR auf 4.711 TEUR gestiegen. In der Berichtsperiode sind die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen um 366 TEUR auf 1.994 TEUR gestiegen. Unter den Abschreibungen auf Sachanlagen sind die Abschreibungen auf Nutzungsrechte in Höhe von 1.387 TEUR (Vj.: 1.088 TEUR) ausgewiesen. Die von 2.310 TEUR auf 2.718 TEUR gestiegenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmensakquisitionen aktivierten Kundenbeziehungen.

Der Rückgang des sonstigen betrieblichen Ergebnisses von -7.796 TEUR auf -11.024 TEUR ist im Wesentlichen bedingt durch die Rechts- und Beratungskosten im Rahmen der Akquisitionen.

Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 281 TEUR (Vj.: 327 TEUR) besteht im Wesentlichen aus vereinnahmten Beteiligungserträgen sowie aus der vorgenommenen At-Equity-Bewertung der GmbH-Anteile.

Das Finanzergebnis beläuft sich auf -1.630 TEUR, nach 5.747 TEUR im Vorjahreszeitraum. Der Vorjahreszeitraum war durch einen Sondereffekt geprägt. Das negative Zinsergebnis in Höhe von -3.893 TEUR (Vergleichsperiode: -9.835 TEUR) resultiert aus Zinsaufwendungen für die Kaufpreisverbindlichkeiten (1.674 TEUR), den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden (753 TEUR) sowie der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit IFRS 16 (392 TEUR).

Das übrige Finanzergebnis in Höhe von -275 TEUR beinhaltet die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9 und ist insbesondere durch die Bewertung von Wertpapierdepots geprägt.

Als Folge der dargestellten Entwicklung weist der LAIQON-Konzern im Jahr 2022 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von -16.288 TEUR (Vj.: 6.419 TEUR) aus.

Die Ertragsteuern des Berichtszeitraums betragen 5.747 TEUR nach 213 TEUR im Vorjahr. In den latenten Steuern in Höhe von 5.476 TEUR (Vj.: 1.500 TEUR) sind im Wesentlichen latente Steueransprüche für noch nicht genutzte steuerliche Verluste innerhalb des fünfjährigen Planungshorizonts in Höhe von 4.811 TEUR enthalten. Aufgrund der zugrunde liegenden Konzernplanung werden zukünftige Konzerngewinne durch die Nutzung der Verlustvorträge steuerlich begünstigt. Das laufende Steuerergebnis beinhaltet einen Ertrag von 271 TEUR nach einem Steueraufwand in Höhe 1.287 TEUR im Vorjahr. Der Steuerertrag ist insbesondere auf aufgelöste Steuerrückstellungen sowie positive Organschaftseffekte zurückzuführen.

Insgesamt beläuft sich das den LAIQON-Aktionären zurechenbare Konzernjahresergebnis 2022 auf -10.165 TEUR (Vj.: 5.151 TEUR).

Die LAIQON AG hat im Rahmen der Strategieumsetzung 2023/​25 2.0 die Markenpositionierung für den Konzern und die drei Geschäftssegmente LLOYD FONDS LIQUID ASSETS, LLOYD FONDS REAL ASSETS sowie LLOYD FONDS GROUP weiterentwickelt. Das Segment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder LLOYD FONDS, LLOYD VERMÖGEN und LLOYD DIGITAL. Das Segment LLOYD FONDS REAL ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder Immobilien, Schifffahrt sowie Sonstige Assets. Das Segment LLOYD FONDS GROUP beinhaltet die allgemeinen sonstigen Aufwendungen des LAIQON-Konzerns. Die Geschäftssegmente werden im Zuge der weiteren Integration der akquirierten Unternehmen im Laufe des Geschäftsjahrs 2023 mit der Zwischeninformation zum 30. Juni 2023 an die Namensänderung und die Konzernstrategie angepasst.

Im Bereich "LLOYD FONDS GROUP" sind im Wesentlichen die Personalaufwendungen für Verwaltungs- und Stabsstellen wie Rechnungswesen, Rechtsabteilung, Kommunikation (IR/​PR) incl. Marketing und Vorstand sowie allgemeine sonstige betriebliche Aufwendungen wie Miet-, Büro- und EDV-Aufwendungen enthalten.

Im Folgenden werden weitere Informationen zum Konzernergebnis für die Segmente LLOYD FONDS LIQUID ASSETS, LLOYD FONDS REAL ASSETS und LLOYD FONDS GROUP gegeben.

3.1.1 Segment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS

In den Umsatzerlösen in Höhe von 17.448 TEUR (Vj.: 20.211 TEUR) sind Erlöse aus dem Fonds- und Assetmanagement der SPSW Capital GmbH von 9.248 TEUR (Vj.: 19.569 TEUR) enthalten. Das sonstige betriebliche Ergebnis setzt sich im Wesentlichen zusammen aus Aufwendungen für die Weiterentwicklung der IT-Umgebung (2.753 TEUR), Rechts- und Beratungsaufwendungen (4.288 TEUR) sowie Kosten aus Vertriebsunterstützung (1.267 TEUR).

3.1.2 Segment LLOYD FONDS REAL ASSETS

Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr von 3.449 TEUR um 1.705 TEUR auf 1.744 TEUR gesunken. Dies liegt insbesondere an den geringeren Erlösen aus den Treuhandtätigkeit aufgrund von auslaufenden Treuhandverträgen und verkaufter Assets.

Die Personalaufwendungen in Höhe von 1.383 TEUR (Vj.: 1.726 TEUR) sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 891 TEUR (Vj.: 1.187 TEUR) sind weiterhin rückläufig.

Das Finanzergebnis der drei Geschäftssegmente ist von 5.747 TEUR auf -1.630 TEUR gesunken.

3.2 Vermögenslage

Die Vermögenslage des Konzerns stellt sich in der Kurzübersicht zum Jahresende 2022 im Vergleich zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:

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Aktiva
in TEUR
2022 2021
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 100.729 64.706
Finanzanlagen 2.613 18.988
Latente Steuererstattungsansprüche 15.003 10.192
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 11.121 6.744
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.375 16.331
Bilanzsumme 139.841 116.961

Passiva

   
in TEUR 2022 2021
Konzerneigenkapital 72.088 48.362
Latente Steuerverbindlichkeiten 17.052 12.155
Finanzschulden 18.846 17.847
Übrige Verbindlichkeiten 31.856 38.597
Bilanzsumme 139.841 116.961

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 erhöht sich gegenüber dem Jahresende 2021 von 116.961 TEUR um 22.880 TEUR auf 139.841 TEUR. Die diesbezüglichen Effekte werden im Folgenden näher erläutert:

Auf der Aktivseite sind die Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 64.706 TEUR um 36.023 TEUR auf 100.729 TEUR gestiegen. In den Sachanlagen sind Zugänge in Höhe von 501 TEUR zu verzeichnen, diese sind bedingt durch Anschaffungen von IT-Hardware und Neuanschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung. Neben den Anlagenzugängen des Berichtszeitraums wirken sich insbesondere die Nutzungsrechte an Vermögensgegenständen durch die Anwendung von IFRS 16 aus. Die Nutzungsrechte belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 7.569 TEUR (Vj.: 6.888 TEUR).

Die immateriellen Vermögenswerte sind um 35.522 TEUR auf 90.293 TEUR (Vj.: 54.771 TEUR) gestiegen. Dies ist bedingt durch Geschäfts- und Firmenwerte sowie aktivierte Fondsmanagementverträge im Rahmen der Akquisitionen.

Auf der Aktivseite sind die Finanzanlagen von 18.988 TEUR um 16.375 TEUR auf 2.613 TEUR gefallen. Der Rückgang resultiert aus dem Verkauf zweier Gesellschaften sowie der Vollkonsolidierung der Lange Assets & Consulting GmbH.

Es wurden im Geschäftsjahr 2022 latente Steueransprüche für nicht genutzte steuerliche Verluste in Höhe von 15.003 TEUR (Vj.: 10.192 TEUR) angesetzt. Aufgrund der zugrunde liegende Konzernplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren werden zukünftige Konzerngewinne durch die Nutzung der Verlustvorträge steuerlich begünstigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte auf der Aktivseite sind von 6.744 TEUR auf 11.121 TEUR gestiegen.

Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag von 2.326 TEUR auf 4.206 TEUR ist im Wesentlichen bedingt durch den erweiterten Konsolidierungskreis.

Auf der Aktivseite haben sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von insgesamt 16.331 TEUR auf 10.375 TEUR reduziert. Für eine detaillierte Analyse der Entwicklung der liquiden Mittel wird auf die Erläuterungen zur Finanzlage verwiesen.

Auf der Passivseite ist das Eigenkapital von 48.362 TEUR um 23.726 TEUR auf 72.088 TEUR zum Bilanzstichtag gestiegen.

Die Steigerung des Eigenkapitals resultiert aus den durchgeführten Bar- und Sachkapitalerhöhungen sowie der vollständigen Wandlung der Wandelschuldverschreibung 2019/​2022. Ebenso ist das negative Jahresergebnis in Höhe von -10.165 TEUR (Vj.: 5.151 TEUR) berücksichtigt. Im Rahmen des Verkaufs von 20 % der Anteile an der LAIC Intelligence GmbH ist eine Verkaufsoption abgeschlossen worden. Diese wirkt sich zum Stichtag in Höhe von 251 TEUR (Vj.: 163 TEUR) kapitalmindernd aus.

Die Eigenkapitalquote im Berichtsjahr beträgt 51,55 % nach 41,35 % im Vorjahr.

Die Veränderung der passiven latenten Steuern von 12.155 TEUR um 4.897 TEUR auf 17.052 TEUR ist im Wesentlichen auf die Bildung von latenten Steuerverbindlichkeiten im Rahmen der Akquisitonen zurückzuführen.

Die Finanzschulden haben sich von 17.847 TEUR um 999 TEUR auf 18.846 TEUR erhöht.

In den langfristigen Finanzschulden ist die Fremdkapitalkomponente der im Geschäftsjahr 2020 begebenen Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 3.810 TEUR (Vj.: 4.234 TEUR) sowie das im Berichtszeitraum aufgenommene Tilgungsdarlehen in Höhe von 5.975 TEUR enthalten. In den kurzfristigen Finanzschulden ist der kurzfristige Anteil des Tilgungsdarlehens sowie der zum Bilanzstichtag im Zusammenhang mit der Wandelschuldverschreibung entstandene und noch nicht ausgezahlte Verzinsungsanspruch ausgewiesen.

Weiterhin sind die Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 in Höhe von 8.157 TEUR (Vj.: 7.471 TEUR) enthalten.

Die übrigen Verbindlichkeiten sind von 38.597 TEUR um 6.741 TEUR auf 31.856 TEUR zurückgegangen. Darin enthalten sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 4.323 TEUR (Vj.: 3.740 TEUR), sonstige Verbindlichkeiten von 17.334 TEUR (Vj.: 21.865 TEUR), sonstige Rückstellungen von 310 TEUR (Vj.: 276 TEUR), Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen von 3.549 TEUR (Vj.: 6.061 TEUR), anderen Kommanditisten zuzurechnender Nettovermögenswert von 4.359 TEUR (Vj.: 5.151 TEUR) und laufende Ertragsteuerschulden von 1.982 TEUR (Vj.: 1.780 TEUR).

Die übrigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen auf die abgezinste Verbindlichkeit aus den in den Jahren 2023 bis 2027 an externe Dritte fälligen Kaufpreistranchen für die Akquisition der SPSW Capital GmbH in Höhe von insgesamt 7.891 TEUR zurückzuführen. Darüber hinaus ist die abgezinste Kaufpreisverbindlichkeit für die Jahre 2023 bis 2026 im Zusammenhang mit der Akquisition der Lange Assets & Consulting GmbH in Höhe von 2.010 TEUR enthalten. Der Umfang jeder Tranche hängt u. a. von einer bestimmten Leistungskennzahl ab. Außerdem enthalten sind die Kaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb der BV Holding AG (1.130 TEUR) sowie der Selection Asset Management GmbH (815 TEUR). Im Rahmen des Verkaufs von 20% der Anteile an der LAIC Intelligence GmbH wurde eine Verkaufsoption abgeschlossen. Diese ist zum Stichtag in Höhe von 251 TEUR (Vj.: 163 TEUR) in den langfristigen Verbindlichkeit berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen betreffen im Wesentlichen die Verbindlichkeit aus zukünftig an die Plate & Cie. GmbH zu zahlenden Kaufpreisraten für die Anteile an der SPSW Capital GmbH.

Ferner ist in den anderen Kommanditisten zuzurechnende Nettovermögenswerten der Ausweis der Minderheiten der in den Konzernabschluss einbezogenen LAIC AIF Token GmbH & Co. KG und LAIC TOKEN MITARBEITER GmbH & Co. KG in Höhe von 4.193 TEUR (Vj.: 5.000 TEUR) ausgewiesen.

3.3 Finanzlage

Das Finanzmanagement des LAIQON-Konzerns erfolgt über den Bereich Finanzen. Die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und die Stärkung der Finanzkraft sind oberstes Ziel des Bereichs. Im Rahmen der Finanzaktivitäten sichert das Finanzmanagement die jederzeitige Liquidität des Konzerns, steuert die Risiken im Bereich der Finanzinstrumente und optimiert das konzernweite CashManagement. Für diese Zwecke kommt eine rollierende Liquiditätsplanung mit einem Zeithorizont von bis zu einem Jahr zum Einsatz. Die mittelfristige Finanzplanung wird mithilfe eines integrierten Planungstools auf Basis der aktuellen Businessplanung für die folgenden fünf Geschäftsjahre durchgeführt.

Die Finanzlage des Konzerns stellt sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar:

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in TEUR 2022 2021
Konzernergebnis vor Minderheiten -10.541 6.632
Zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen 6.748 3.347
Veränderung des Working Capital -4.349 3.670
Erhaltene Ausschüttungen und Dividenden 5.903 6.307
Erhaltene sowie gezahlte Zinsen und Ertragsteuern -526 -
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -2.765 19.956
Cashflow aus Investitionstätigkeit -8.472 -1.117
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 5.281 -9.041
Nettomittelzu-/​-abfluss -5.956 9.798
Zahlungsmittel am Beginn der Periode 16.331 6.533
Zahlungsmittel am Ende der Periode 10.375 16.331

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr -2.765 TEUR (Vj.: 19.956 TEUR). Negativ wirkt sich das Konzernjahresergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit von -10.541 TEUR aus.

In den zahlungsunwirksamen Erträgen und Aufwendungen sind insbesondere die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (4.691 TEUR) enthalten.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von -8.472 TEUR ist insbesondere durch die Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis geprägt.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist insbesondere durch die Zahlung der Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe 11.288 TEUR an die Minderheitsgesellschafter der SPSW Capital GmbH und der Lange Assets & Consulting GmbH sowie den Einzahlungen aus Barkapitalerhöhungen und der Aufnahme eines Tilgungsdarlehens geprägt.

Der Bestand an freien Zahlungsmitteln ist im Berichtsjahr um 5.956 TEUR von 16.331 TEUR auf 10.375 TEUR gesunken.

Hinsichtlich der wesentlichen Rückstellungen und der Eventualschulden des Konzerns verweisen wir auf den Risikobericht (s. a. Lagebericht Kapitel 5) sowie die zusätzlichen Angaben im Konzernanhang (Ziffer 6.9.2).

4 Mitarbeiter- und Vergütungsbericht

Den Beschäftigten der LAIQON AG kommt ein sehr hoher Stellenwert zu. Die Loyalität und die positive Einstellung der Beschäftigten sind wichtige Faktoren für den Geschäftserfolg und das Erreichen der Ziele des Unternehmens im Rahmen der Strategie 2023/​25 2.0.

Am 31. Dezember 2022 waren im LAIQON-Konzern einschließlich der Beschäftigten der Bayerische-Vermögen-Gruppe und growney 154 Personen (Vj.: ohne Bayerische Vermögen-Gruppe und growney: 80) beschäftigt (Anzahl ohne Vorstand, Beschäftigte in Mutterschutz oder Elternzeit, Auszubildende und Aushilfskräfte). Das Durchschnittsalter beträgt 44,8 Jahre. Rund 73 % der Beschäftigten sind Männer, rund 27 % sind Frauen.

Seit dem 1. September 2019 ermöglichte die LAIQON AG zwei Mitarbeiterinnen ein praxisintegrierendes bzw. kooperatives duales Studium an der HSBA Hamburg School of Business Administration. Beide Mitarbeiterinnen wurden nach dem erfolgreichem Abschluss des Studiums als festangestellte Beschäftigte übernommen. Des Weiteren ermöglicht die LAIQON AG jungen und engagierten Menschen u. a. durch das Angebot von Praktika oder als Werkstudent den Einstieg in das Berufsleben.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeiten in der Stabsabteilung Personal im Geschäftsjahr 2022 war die Gewinnung von weiterem qualifiziertem Fachpersonal. Die LAIQON AG agiert in einem durch einen starken nationalen und internationalen Wettbewerb geprägten Umfeld. Umso mehr ist das Unternehmen auf qualifizierte, kompetente und engagierte Beschäftigte angewiesen. Die LAIQON AG achtet daher insbesondere auf eine partnerschaftliche Personalpolitik, die die individuellen Interessen der Beschäftigten mit einbezieht. Dazu zählen neben einer attraktiven Vergütung u. a. flexible Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit, mobil zu arbeiten. Durch die Regelungen zum mobilen Arbeiten trägt der Arbeitgeber dazu bei, dass die Beschäftigten weniger Emissionen auf dem Weg zur Arbeit freisetzen und ein sozialverträgliches Zeitmanagement (Work-Life-Balance) geschaffen wird.

Die Mitarbeiter des LAIQON-Konzerns werden mit fixen und variablen Gehaltsbestandteilen entlohnt. Die variablen Vergütungen orientieren sich dabei sowohl an Unternehmenszielen als auch an individuell vereinbarten Zielen. Bestimmten Beschäftigten der LAIQON AG wird zusätzlich die Teilnahme an einem Aktienoptionsprogramm gewährt.

Die Mitglieder des Vorstands erhalten neben fixen Gehaltsbestandteilen eine variable Vergütung, die auf der persönlichen Leistung des jeweiligen Vorstandsmitglieds und der Entwicklung der LAIQON AG basiert. Die variable Vergütung ist durch eine Maximalbetragsregelung begrenzt. Zudem wird einem Vorstandsmitglied die Teilnahme an einem Phantom Stock Plan gewährt.

Im ersten Halbjahr 2022 war die Umsetzung von Covid-19-Maßnahmenplänen unter Beachtung der jeweiligen Vorgaben der Behörden und Empfehlungen der Wissenschaftler zum Schutz der Beschäftigten, Kunden und Geschäftspartner in enger Abstimmung mit dem Vorstand im Fokus. Die Maßnahmenpläne ermöglichten den Beschäftigten einen reibungslosen Arbeitsablauf. Dies war an allen Standorten durch die Bereitstellung moderner und agiler Arbeitsplätze und die Ausstattung mit zeitgemäßen Endgeräten möglich, sodass jederzeit auch dezentrales Arbeiten gewährleistet war. So konnte die Erreichbarkeit und Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sichergestellt werden.

Im Personalbereich wird neben der Gewinnung weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Integration der im Geschäftsjahr erworbene Unternehmen im Hinblick auf eine gemeinsame Personalarbeit ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt im laufenden Geschäftsjahr 2023 sein. Die LAIQON AG arbeitet auch in diesem Ressort mit seiner cloudbasierten Plattform, über welche verschiedene dezentrale Softwarelösungen von der Lohnbuchhaltung bis hin zur Personalentwicklung gesteuert werden. Die Systeme gewährleisten eine agile und zentralisierte Administration aller Daten und Prozesse in der Personalarbeit und ermöglichen so ein professionelles, automatisiertes und zeitgemäßes Personalmanagement.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt im laufenden Geschäftsjahr wird zudem die Umsetzung von Personalentwicklungsmaßnahmen zur weiteren persönlichen und fachlichen Qualifikation der Beschäftigten sein. Hierzu gehören Weiterbildungsmaßnahmen für die jeweiligen Fachgebiete, Management- sowie IT-Seminare und Präsentationstrainings.

5 Risikobericht

Die nachfolgende Darstellung des Risikoberichts berücksichtigt stichtagsbezogen auf den 31. Dezember 2022 die bestehenden Risiken der LAIQON AG.

5.1 Risikomanagementsystem

Die LAIQON AG verfügt über ein Risikomanagementsystem, um bereits frühzeitig Entwicklungen erkennen zu können, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Neben der LAIQON AG selbst sind alle wesentlichen Tochterunternehmen, bei denen durch ihre jeweilige Geschäftstätigkeit bedeutsame Risiken für den Konzern auftreten können, in das System einbezogen. Ziel ist es dabei, mithilfe softwaregestützter Systeme und transparenter Prozesse Risiken zeitnah zu identifizieren und einzuschätzen, um auf dieser Basis entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Der Vorstand gibt im Rahmen einer Richtlinie für das Risikomanagement die Grundlage für die Risikosteuerung durch das zentrale Risikomanagement/​den Risikoadministrator vor. Das Risikomanagement stellt sicher, dass die operativen Fachabteilungen initiativ und zeitnah Risiken identifizieren, diese sowohl quantitativ als auch qualitativ bewerten und geeignete Maßnahmen zur Risikovermeidung bzw. -kompensation entwickeln.

Anhand einer systematischen Risikoinventur werden die Risiken von den jeweiligen Verantwortlichen überarbeitet und erneut eingeschätzt. Zudem besteht eine interne Ad-hoc-Meldepflicht hinsichtlich neuer von den Verantwortlichen identifizierter Risiken. Jedes erfasste Risiko wird dazu einer Risikogruppe zugeordnet. Bei der Meldung und Neueinschätzung der Risiken müssen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit gemäß den Vorgaben der von der Gesellschaft erstellten Richtlinie angegeben werden. Sowohl die Bewertung als auch die Neueinschätzung der Risiken erfolgen halbjährlich sowie nach Bedarf.

Das Ergebnis der systematischen Risikoinventur wird dem Vorstand zeitnah durch eine Auswertung aller aktuellen Risiken in grafischer, tabellarischer und schriftlicher Form halbjährlich zur Verfügung gestellt und halbjährlich an den Aufsichtsratsvorsitzenden berichtet. Der Risikomanagementprozess ermöglicht somit einen strukturierten Überblick über die bestehende Risikosituation, die Verbesserung der Unternehmenssteuerung, Transparenz und Dokumentation der Risikobewältigung sowie die Steigerung des Risikobewusstseins und dient letztendlich als Basis für die Risikoberichterstattung an interne und externe Adressaten.

Die nachfolgende Bewertung der Risiken erfolgt in den Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe (Liquiditätswirkung). Dabei erfolgt die Bewertung der Dimensionen in jeweils vier Kategorien.

Eintrittswahrscheinlichkeit:

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gering +
mittel + +
hoch + + +
sehr hoch + + + +

Schadenshöhe (Liquiditätswirkung):

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niedrig -
moderat - -
wesentlich - - -
gravierend - - - -

In Abgrenzung zu Marktpreisrisiken wurde das Risiko 5.2.1 von "Marktrisiko" in "Nachteilige Entwicklung auf den Kapitalmärkten" umbenannt.

Die Integration der drei Tochtergesellschaften der BV Holding AG ist abgeschlossen und die BV Holding AG auf die LAIQON AG verschmolzen. Entsprechend wurde das Risiko 5.5.3 "Risiken aus Übernahme BV Holding AG" in "Risiken aus Übernahme der Bayerische Vermögen GmbH, der MFI Asset Management GmbH und der m+c Asset Allocation GmbH" umbenannt.

5.2 Umfeld- und Branchenrisiken

5.2.1 Nachteilige Entwicklung auf den Kapitalmärkten

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe  

Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen des Konzerns ist in erheblichem Umfang von Faktoren abhängig, auf die die LAIQON AG keinen Einfluss hat. Dies können z. B. nachteilige Entwicklungen an den Kapital- und Finanzmärkten, erhöhte Volatilität dieser Märkte, aber auch Entwicklungen im politischen, gesellschaftlichen oder gesamtwirtschaftlichen Umfeld sein, inklusive ESG-Risiken (aus den Faktoren Umwelt, Soziales und Governance), insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels (Gefahr von "stranded assets"), des Krieges in der Ukraine mit den verhängten Wirtschaftssanktionen sowie des Zinsanstiegs.

Überdies sind Dauer und Intensität der Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt unsicher und daher nicht abschließend quantifizierbar. Darüber hinaus könnten in der Folge, die vom LAIQON-Konzern angebotenen Produkte für Kunden in ihrer Attraktivität abnehmen und die Investitionsbereitschaft der Kunden könnte sinken. Die budgetierten Erlöse, insbesondere die geplanten Managementgebühren und Performance-Fees, könnten hierdurch signifikant hinter die Planungen zurückfallen.

Daneben managt das Unternehmen im Bereich der KG-Fonds im Bestandsgeschäft sachwertbasierte Kapitalanlagen für nationale und internationale Investoren und Privatanleger. Dabei wurden Investments in den Bereichen Schifffahrt, Immobilien, Flugzeuge, Erneuerbare Energien, Private Equity und Britische Kapitallebensversicherungen getätigt. Dementsprechend ist die geschäftliche Entwicklung des Konzerns auch von der Entwicklung der Assetmärkte abhängig. Negative Entwicklungen auf diesen Märkten können zur Verringerung der Einnahmen aus Bestandsinvestments führen und damit zu negativen Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns führen. Zur Kapitalmarktentwicklung verweisen wir auf Kapitel 2.1.2.

5.2.2 Wettbewerbsrisiko

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe --

Der LAIQON-Konzern ist mit Umsetzung der Unternehmensstrategie in neue Märkte eingetreten und neuen Wettbewerbssituationen ausgesetzt. Es besteht das Risiko, dass starker Wettbewerb vor allem auch durch sehr große Marktteilnehmer in diesen Märkten dem LAIQON-Konzern den Eintritt und die Erlangung von Marktanteilen erschwert. Dies betrifft insbesondere das Geschäftsfeld LLOYD DIGITAL, da in diesem Markt derzeit viele Marktteilnehmer an digitalen Angeboten arbeiten. Die Vermögensverwaltungsbranche ist sehr wettbewerbsintensiv mit moderaten Eintrittsbarrieren. Zunehmender Wettbewerb kann ferner dazu führen, dass bereits erlangte Marktanteile wieder verloren gehen. Zudem können sich eine schlechte Performance oder das Versagen von Wettbewerbsprodukten negativ auf die von LAIQON AG angebotenen Produkte auswirken.

5.2.3 Reputationsverlust

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Eintrittswahrscheinlichkeit +
Schadenshöhe ---

Der Erfolg des Unternehmens ist in erheblichem Umfang unter anderem mit der Verwendung der Marken "LAIQON AG" und "LAIC" verknüpft. Interne sowie externe Ereignisse wie z. B. schwache Produktperformance der eigenen Produkte, Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften durch Beschäftigte oder Organe, mangelnde Berücksichtigung von ESG-Risiken (aus den Faktoren Umwelt, Soziales und Governance), negative Veröffentlichungen in den digitalen Medien und den Printmedien sowie Branchenskandale können zu einem fallenden Ansehen der Marken der LAIQON AG oder ihrer Tochterunternehmen und damit zu einem Reputationsverlust führen, die bislang nicht geplante Aufwendungen in der Marktbearbeitung erforderlich machen könnten.

5.3 Operative und unternehmensstrategische Risiken

5.3.1 Risiken SPSW Capital GmbH

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Eintrittswahrscheinlichkeit +
Schadenshöhe ---

Die LAIQON AG hat Ende 2019 90 % der Anteile an der SPSW Capital GmbH übernommen. Aus der Übernahme ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im Folgenden dargestellten wesentlichen Risiken.

Es besteht das Risiko, dass die bestehenden Erlaubnisse der SPSW Capital GmbH aufgehoben werden. Die Ausübung der jeweiligen Unternehmenstätigkeiten würde damit unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen Unternehmenswachstums erheblich gefährden.

Es besteht das Risiko, dass Finanzmittel aus der SPSW Capital GmbH abfließen und damit dem Konzern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der SPSW Capital GmbH könnten nicht erreicht werden. In der Folge würde dies auf Konzernebene zu einer Verringerung der Umsatzerlöse führen. Das angestrebte Unternehmenswachstum könnte hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Die LAIQON AG hat sich im Rahmen des Einbringungsvertrags mit der SPSW Capital GmbH verpflichtet, einen Mindestkaufpreis zu zahlen. Es besteht das Risiko, dass der Unternehmenswert der SPSW Capital GmbH unter den im Einbringungsvertrag vereinbarten Mindestpreis sinkt. In diesem Fall würde die LAIQON AG Aufwendungen tätigen, denen kein gleichwertiger Unternehmenswert gegenüberstehen würde.

5.3.2 Risiken Lange Assets & Consulting GmbH

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Eintrittswahrscheinlichkeit +
Schadenshöhe ---

Die LAIQON AG hat im zweiten Halbjahr 2019 90 % der Anteile an der Lange Assets & Consulting GmbH übernommen. Aus der Übernahme ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im Folgenden dargestellten wesentlichen Risiken.

Es besteht das Risiko, dass die bestehenden Erlaubnisse der Lange Assets & Consulting GmbH aufgehoben werden. Die Ausübung der jeweiligen Unternehmenstätigkeiten würde damit unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen Unternehmenswachstums erheblich gefährden.

Es besteht das Risiko, dass Finanzmittel aus der Lange Assets & Consulting GmbH abfließen und damit dem Konzern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der Lange Assets & Consulting GmbH könnten nicht erreicht werden. In der Folge würde dies auf Konzernebene zu einer Verringerung des Ergebnisses führen. Das angestrebte Unternehmenswachstum könnte hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Die LAIQON AG hat sich im Rahmen des Einbringungsvertrags mit der Lange Assets & Consulting GmbH verpflichtet, einen Mindestkaufpreis zu zahlen. Es besteht das Risiko, dass der Unternehmenswert der Lange Assets & Consulting GmbH unter den im Einbringungsvertrag vereinbarten Mindestpreis sinkt. In diesem Fall würde die LAIQON AG Aufwendungen tätigen, denen kein gleichwertiger Unternehmenswert gegenüberstehen würde.

5.3.3 Risiken aus der Übernahme der BV Bayerische Vermögen GmbH, der MFI Asset Management GmbH und der m+c Asset Allocation GmbH

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe ---

Die LAIQON AG hat im ersten Halbjahr 2022 die BV Bayerische Vermögen GmbH, die MFI Asset Management GmbH und die m+c Asset Allocation GmbH übernommen. Aus der Übernahme ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im Folgenden dargestellten wesentlichen Risiken.

Es besteht das Risiko, dass die bestehenden Erlaubnisse der BV Bayerische Vermögen GmbH und der MFI Asset Management GmbH aufgehoben werden. Die Ausübung der jeweiligen Unternehmenstätigkeiten würde damit unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen Unternehmenswachstums erheblich gefährden.

Es besteht zudem das Risiko, dass Finanzmittel aus der BV Bayerische Vermögen GmbH, der MFI Asset Management GmbH und der m+c Asset Allocation GmbH abfließen und damit dem Konzern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der BV Bayerische Vermögen GmbH, der MFI Asset Management GmbH und der m+c Asset Allocation GmbH könnten nicht erreicht werden. In der Folge würde dies auf Konzernebene zu einer Verringerung der Umsatzerlöse führen. Das angestrebte Unternehmenswachstum könnte hinter den Erwartungen zurückbleiben.

5.3.4 Risiken aus Übernahme der Anteile an der growney GmbH

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe --

Die LAIQON AG hat im zweiten Halbjahr 2022 weitere Anteile an der growney GmbH übernommen und hält nunmehr 73,6 % der Anteile an dieser Gesellschaft. Aus der Übernahme ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im Folgenden dargestellten wesentlichen Risiken.

Es besteht das Risiko, dass die bestehende Erlaubnis der grow-ney GmbH aufgehoben wird. Die Ausübung der jeweiligen Unternehmenstätigkeiten würde damit unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen Unternehmenswachstums erheblich gefährden.

Es besteht das Risiko, dass Finanzmittel aus der growney GmbH abfließen und damit dem Konzern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der growney GmbH könnten nicht erreicht werden. In der Folge würde dies auf Konzernebene zu einer Verringerung der Umsatzerlöse führen. Das angestrebte Unternehmenswachstum könnte hinter den Erwartungen zurückbleiben.

5.3.5 Risiken im Zusammenhang mit den LAIC-Gesellschaften

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Eintrittswahrscheinlichkeit +
Schadenshöhe ---

Im Zusammenhang mit den LAIC-Gesellschaften ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im Folgenden dargestellten wesentlichen Risiken.

Es besteht das Risiko, dass die bestehende Erlaubnis der LAIC Vermögensverwaltung GmbH oder die erteilten Erlaubnisse für die LAIC Capital GmbH eingeschränkt oder aufgehoben werden. Die Ausübung der jeweiligen Unternehmenstätigkeiten würde damit unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen Unternehmenswachstums erheblich gefährden.

Ferner besteht das Risiko, dass Finanzmittel aus den LAIC-Gesellschaften abfließen und damit dem Konzern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der LAIC-Gesellschaften könnten nicht erreicht werden. In der Folge würde dies auf Konzernebene zu einer Verringerung der Umsatzerlöse führen.

5.3.6 Produktrisiko

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Eintrittswahrscheinlichkeit +++
Schadenshöhe  

Der Erfolg der vom LAIQON-Konzern angebotenen Produkte am Markt ist wesentlich von den nachfolgenden Faktoren abhängig.

Die Wertentwicklung der vom LAIQON-Konzern angebotenen Fonds hängt im Wesentlichen von der Qualität des Fondsmanagements ab. Bei der Anlageentscheidung ziehen Anleger in der Regel unter anderem die Performance der einzelnen Fonds als ein Entscheidungskriterium heran. Eine gute Performance ist auch auf richtige Anlageentscheidungen des Fondsmanagements zurückzuführen. Es besteht das Risiko, dass das Fondsmanagement Investitionsentscheidungen trifft, die sich im Nachhinein als unrichtig erweisen und insoweit die erwartete Fondsperformance und damit der angestrebte Erfolg nicht erzielt wird.

Zudem besteht das Risiko, dass das Fondsmanagement im Rahmen der Anlageentscheidung bei der Auswertung von Research-Berichten, Statistiken, Ratings und anderen Marktinformationen zu Fehlinterpretationen hinsichtlich der darin enthaltenen Informationen kommt. Dies könnte sich ebenfalls negativ auf die Performance der gemanagten Fonds auswirken.

Eine negative Fondsperformance würde die Vertriebstätigkeit erheblich erschweren und die geplanten Vertriebsziele könnten in diesem Fall nicht oder nur eingeschränkt erreicht werden mit der Folge, dass die Ergebnisse deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Die Ertragsentwicklung der LAIQON AG hängt u. a. von der Wertentwicklung der Produkte und Lösungen der LAIQON AG und der verwalteten Vermögensgegenstände ab. Wenn der Wert der Fonds sinken würde oder wenn keine oder nur geringe Wertsteigerungen der verwalteten Vermögensgegenstände erzielt werden, sinken die Jahresumsätze entsprechend und wirken sich dadurch negativ auf die Ertragslage des Unternehmens aus. Ferner hängt der Wert der verwalteten Vermögenswerte von verschiedenen Faktoren ab, die außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen, einschließlich makroökonomischer Trends, die sich auf die globalen Märkte im Allgemeinen auswirken und den Wert der verwalteten Vermögensgegenstände beeinträchtigen können. Zunehmend haben auch Nachhaltigkeits- bzw. ESG-Risiken (aus den Faktoren Umwelt, Soziales und Governance), insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels (Gefahr von "stranded assets"), Einfluss auf die Bewertung von Vermögensgegenständen am Kapitalmarkt. Ferner könnte eine in Krisenzeiten stark reduzierte Handelsliquidität, insbesondere im Rentenmarkt, den Handlungsspielraum des Fondsmanagements deutlich einschränken (z. B. bei Bedienung von Anteilsrückgaben).

Die LAIQON AG steht in einem starken Wettbewerb in der Vermögensverwaltungsbranche, die nur moderate Eintrittsbarrieren aufweist. Privatkunden haben zahlreiche Anlagemöglichkeiten, die mit zunehmender Verfügbarkeit von Online-Angeboten wachsen.

Der Ausfall oder die negative Performance von Produkten der Wettbewerber kann zu einem Vertrauensverlust der Kunden und damit auch zu einem Vertrauensverlust in die Produkte und Lösungen der Gesellschaft führen.

Die Höhe der Performancegebühren ist schwer vorhersehbar und die Volatilität, insbesondere in Bezug auf Marktbedingungen, welche außerhalb der Kontrolle der LAIQON AG liegen, hat einen direkten Einfluss auf das operative Ergebnis des Unternehmens. Überdies sind Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie weiterhin unsicher und daher nicht abschließend quantifizierbar.

5.3.7 Vertriebsrisiken

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Eintrittswahrscheinlichkeit +++
Schadenshöhe  

Der Vertriebserfolg wird wesentlich von den nachfolgend aufgeführten Faktoren beeinflusst.

Bei der Generierung der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen und damit bei der Aufrechterhaltung und dem Ausbau der verwalteten Vermögensgegenstände ist die LAIQON AG auf Vertriebspartner und Vertriebsplattformen Dritter angewiesen. Bei der Umsetzung der Strategie 2023/​25 2.0 ist das Unternehmen zudem auf die Fähigkeit angewiesen, neue Vertriebskanäle wie Sparkassen, Privatbanken, Versicherungen, Maklerpools, Vermögensverwalter und Family Offices zu erschließen. Es besteht das Risiko, dass die Erschließung neuer Vertriebskanäle hinter den Planungen zurückbleibt und sich damit die Umsetzung der Strategie 2023/​25 2.0 verzögert.

Daneben besteht das Risiko, dass Vertriebspartner ausfallen, da negative Marktentwicklungen, zunehmende regulatorische Anforderungen bei Vertriebspartnern oder Störungen der Servicequalität bei der LAIQON AG dazu führen können, dass Vertriebspartner ihre Tätigkeit vollständig einstellen oder die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft nicht aufnehmen oder fortsetzen. Dies kann die Vertriebstätigkeit selbst und die geplanten Vertriebs- und Absatzziele erheblich beeinträchtigen.

Ferner besteht das Risiko, dass die gesetzlichen Anforderungen, insbesondere die regulatorischen Anforderungen, für die Vertriebstätigkeiten weiter ansteigen. Dies kann die Ausübung der Vertriebstätigkeiten beeinträchtigen oder unmöglich machen. Geplante Vertriebsziele wären in diesem Fall nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Zudem kann der Anstieg von gesetzlichen Anforderungen zu ungeplanten Aufwendungen, etwa für die Erlangung weiterer Genehmigungen oder Pflichtfortbildungen für Vertriebsmitarbeiter, führen.

Zunehmende gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der Verwendung/​ Verarbeitung persönlicher Daten können zur Folge haben, dass Datenbestände von Kunden nicht oder nur sehr eingeschränkt genutzt werden dürfen. Dies kann die Ansprache von bestehenden und neuen Kunden erschweren und zu einem Vertriebshindernis werden.

Die vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie behördlich angeordneten "Kontaktverbote" führten ungeachtet moderner virtueller Kommunikationswege zu Einschränkungen der Vertriebsaktivitäten, insbesondere im Hinblick auf die Durchführung von Kundenterminen. Der Ausbau vorhandener und die Akquise neuer Kundenverbindungen wurde hierdurch insbesondere in den vergangenen Jahren erschwert. Diese Entwicklung hatte auch Einfluss auf die Erreichung der geplanten Absatzziele.

5.3.8 Einnahmeausfallrisiko bei Managementerträgen und weiteren Erträgen der KG-Fonds im Bestandsgeschäft

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Eintrittswahrscheinlichkeit +++
Schadenshöhe --

Die Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns hängt auch in maßgeblichem Umfang von der wirtschaftlichen Entwicklung der von der LAIQON AG gemanagten KG-Fonds im Bestandsgeschäft ab.

Schwächephasen auf den relevanten Assetmärkten, wie etwa den Schifffahrts- und Immobilienmärkten, können die wirtschaftliche Situation der vom Konzern emittierten und gemanagten KG-Fonds bis hin zur Insolvenz der Fonds beeinträchtigen.

Zudem sind Dauer und Intensität der Auswirkungen der Energiekrise, des Krieges in der Ukraine sowie der steigenden Zinsen und hohen Inflation zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend quantifizierbar. Erhebliche Auswirkungen auf die relevanten Assetmärkte können nicht ausgeschlossen werden und zu einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Fonds-KGs führen.

Es besteht das Risiko, dass die gemanagten Investments sich nicht wie geplant entwickeln, mit der Folge, dass die Einnahmen hieraus vollständig oder geringer ausfallen als im Budget angenommen. Darüber hinaus könnten sich geplante Beteiligungserträge sowie Erlöse aus Vermittlungsleistungen nicht oder nicht im vorgesehenen Umfang realisieren lassen, was ebenso eine Abweichung zum Budget bedeuten würde.

Volatile Märkte oder der Ausfall von Vertragspartnern der Investments, wie z. B. Charterern oder Leasingnehmern, die ihrerseits in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, stellen einen wesentlichen Faktor dar.

Ferner wären aus der Insolvenz von Investments Einnahmeausfälle bei den Management- und Treuhandvergütungen die Folge. Es besteht das Risiko, dass die hierfür getroffenen Maßnahmen zur Risikovorsorge nicht ausreichen und budgetierte Einnahmen ganz oder teilweise entfallen. Signifikante bilanzielle Auswirkungen in Bezug auf die Beteiligungen des Konzerns sind hingegen im Wesentlichen nicht zu erwarten, da die Konzerngesellschaften mit geringen Quoten an den betreffenden Gesellschaften beteiligt sind. Sollte es jedoch zu einem kumulierten Eintritt der Einzelrisiken kommen, sind signifikante bilanzielle Auswirkungen nicht ausgeschlossen.

5.3.9 Prospekthaftungsrisiko und Risiken aus der Mithaftung bei Beratungsfehlern

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe --

Zur Einwerbung von Eigenkapital in Form von Kommanditeinlagen hat die LAIQON AG Verkaufsprospekte erstellt, für die sie - im Falle des Schadens infolge unrichtiger oder unvollständiger Angaben -als Herausgeberin gegenüber den einzelnen Anlegern haftet. Die Verkaufsprospekte wurden gemäß den "Grundsätzen ordnungsmäßiger Beurteilung von Verkaufsprospekten über öffentlich angebotene Vermögensanlagen" (IDW S4), einem Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., erstellt und entsprechend diesem Standard durch einen Wirtschaftsprüfer begutachtet (Prospektgutachten). Bei sämtlichen geprüften Prospekten hat der Wirtschaftsprüfer die Vollständigkeit, Richtigkeit und Klarheit der Prospektangaben einschließlich der Plausibilität der im Prospekt enthaltenen Werturteile, der Schlüssigkeit von Folgerungen sowie der Darstellung der mit der Kapitalanlage verbundenen Chancen und Risiken im Sinne des IDW S4 grundsätzlich bestätigt, jedoch in Einzelfällen Anmerkungen vorgenommen, die das Prüfungsergebnis nicht einschränken. Zusätzlich wurde für jede Kapitalanlage regelmäßig ein Steuergutachten im Hinblick auf die im Prospekt vorgenommenen steuerlichen Aussagen erstellt.

Bis zum 21. Juli 2013 mussten die Verkaufsprospekte zudem durch die BaFin gebilligt werden. Das Billigungsverfahren umfasste neben einer Vollständigkeitsprüfung auch die Prüfung des Inhalts auf Kohärenz und Verständlichkeit. Allerdings können auch eine Prospektbeurteilung durch einen Wirtschaftsprüfer und die weiteren Maßnahmen keine absolute Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Prospektangaben sowie für den Eintritt des wirtschaftlichen Erfolgs und der steuerlichen Auswirkungen der Kapitalanlage bieten.

Zum 31. Dezember 2022 sind insgesamt 163 (Vj.: 202) gerichtliche Verfahren, die ein Nominalkapital von rund 6,86 Mio. EUR (Vj.: rund 10,59 Mio. EUR) sowie 60 TUS-$ (Vj.: rund 0,37 Mio. US-$) betreffen, wegen behaupteter Schadenersatzansprüche aus Prospekthaftung rechtshängig, bei denen die LAIQON AG oder die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH Beklagte oder Streitverkündete sind. Per 31. Dezember 2022 kommen ferner 20 (Vj.: 54) gerichtliche Verfahren hinzu, in denen eine Bank der LAIQON AG den Streit verkündet hat. Diese betreffen Zeichnungen von insgesamt nominal 10 TEUR (Vj.: rund 0,01 Mio. EUR) sowie nominal 745 TUS-$ (Vj.: rund 2,07 Mio. US-$).

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass aus den genannten oder zukünftig eingereichten Klagen erfolgreich Schadenersatzansprüche aus der Prospekthaftung wegen falscher oder unvollständiger Angaben gegen die LAIQON AG oder ihre Tochtergesellschaften geltend gemacht werden. Die LAIQON AG verfügt in diesen Fällen über entsprechende Versicherungen. Zum jetzigen Zeitpunkt hält die LAIQON AG es für insgesamt überwiegend wahrscheinlich, dass sie auch weiterhin mit ihren Argumenten vor Gericht durchdringen und sich erfolgreich gegen die Klagen verteidigen kann.

Die LAIQON AG hat im Rahmen von Kapitalmaßnahmen Emissionsdokumente (u. a. Wertpapierprospekt in 2019; Anleihebedingungen, Basisinformationsblatt für Wandelschuldverschreibungen) begeben. Es besteht das Risiko, dass im Fall von Fehlern in diesen Emissionsdokumenten die LAIQON AG, z. B. aus Prospekthaftung, in Anspruch genommen wird. Entsprechendes gilt für Emissionsdokumente, die von Tochtergesellschaften der LAIQON AG begeben werden.

Soweit Dritte im Auftrag oder im Pflichtenkreis der LAIQON AG tätig werden, besteht das Risiko, dass die LAIQON AG für deren Handlungen verantwortlich gemacht wird. Externe Partner werden allerdings sorgfältig betreut, um haftungsrelevantes Handeln zu vermeiden und damit das Haftungspotenzial für die LAIQON AG zu reduzieren.

5.3.10 Risiken im Zusammenhang mit den Aufgaben der

53.10 . Real Assets Treuhand GmbH

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Eintrittswahrscheinlichkeit +
Schadenshöhe --

Im Rahmen ihrer Bestandsgeschäfts-Verwaltungstätigkeit hat die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH, eine Tochtergesellschaft der LAIQON AG, bisher sämtliche Rechte und Pflichten der Anleger aufgrund des Treuhandvertrags mit der größtmöglichen Sorgfalt wahrgenommen. Die Mitarbeiter, welche die Treuhandtätigkeiten ausüben, werden daher gezielt im Vorfeld ausgewählt. Zudem wird über Fortbildungen und regelmäßige Qualitätskontrollen eine bestmögliche Zuverlässigkeit erreicht.

Die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH ist teilweise bei Bestandsfonds als Treuhandkommanditistin für diverse Anleger im Handelsregister mit der jeweiligen Hafteinlage dieser Anleger (Treugeber) eingetragen. Es besteht das Risiko, dass die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH im Fall von Auszahlungen von nicht durch Gewinne gedeckten Liquiditätsüberschüssen gemäß §§ 171, 172 IV HGB haftet.

Für die Kommanditisten eines Fonds besteht im Fall der Insolvenz einer Fondsgesellschaft gegebenenfalls das Risiko einer Rückzahlungsverpflichtung für in der Vergangenheit vorgenommene Auszahlungen, die nicht durch Gewinne der Gesellschaft gedeckt sind. Soweit hier die 53.10.Real Assets Treuhand GmbH als Treuhandgesellschaft für die Anleger fungiert, ist auch die LAIQON AG betroffen, da es zu beträchtlichen Liquiditätsabflüssen bei der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH kommen kann. Die Erstattungsansprüche der Treuhandgesellschaft gegenüber den Anlegern müssten dann individuell durchgesetzt werden.

Vor dem Hintergrund, dass die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH selbst wiederum gemäß Treuhandvertrag einen Regressanspruch gegen die jeweiligen Treugeber hat, wird ein ungedeckter möglicher Abfluss von Ressourcen bei der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH als relativ unwahrscheinlich eingeschätzt. Die Erstattungsansprüche der Treuhandgesellschaft gegenüber den Anlegern müssten jedoch individuell durchgesetzt werden.

Zusätzlich ergibt sich ein Risiko aus der Verletzung von Informationspflichten durch die Emittenten von KG-Fonds im Fall unzureichender Aufklärung in Formalien von gesetzlich vorgeschriebenen Bestätigungsschreiben, die zu potenziellen Ansprüchen der Anleger führen können. Die Höhe des Risikos wird zum jetzigen Zeitpunkt für niedrig gehalten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist als gering einzustufen.

5.3.11 Rechtliche Risiken

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe --

Bei im Ausland gefällten Urteilen kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Sachverhalt anders und ggf. nachteiliger beurteilt wird, als dies vor deutschen Gerichten der Fall wäre. Ein ausländisches Urteil entfaltet ggf. aber dennoch Bindungswirkung vor deutschen Gerichten mit der Folge, dass eine gerichtliche Entscheidung nicht mehr abänderbar ist. Soweit die LAIQON AG oder ihre Tochtergesellschaften im Ausland tätig sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass ausländische Rechtsordnungen nicht hinreichend beachtet werden. Ferner kann die Durchsetzung eigener oder die Abwehr fremder Ansprüche im Ausland schwieriger und mit erheblichen Kosten verbunden sein.

Aus Fehlern bei Vertragsverhandlungen und im Falle von Vertragsverletzungen können sich Schadenersatzansprüche ergeben. Es bestehen Vertragsrisiken aus geschlossenen Verträgen, z. B. aus der Zusammenarbeit mit Banken, Vertriebspartnern, Beratern und anderen Geschäftspartnern. Vertragsverstöße können auch in der Nichteinhaltung vertraglicher Vorgaben oder der Missachtung von Form- und Fristvorschriften in Verträgen liegen. Vertragsverletzungen können die Geschäftstätigkeit des Unternehmens erheblich beeinträchtigen und eine finanzielle Verpflichtung der LAIQON AG auslösen.

5.3.12 Risiko im Zusammenhang mit den aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen und das Risiko von Gesetzesverstößen

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe ---

Der LAIQON-Konzern unterliegt einer Vielzahl von Regulierungs- und Aufsichtsregimen. Die Einhaltung dieser Regeln und Vorschriften ist kostspielig, zeitaufwendig und komplex. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften kann zu Geldbußen und/​oder einem vorübergehenden oder dauerhaften Verbot bestimmter Tätigkeiten führen. Insbesondere durch die erlaubnispflichtigen Konzerngesellschaften LAIC Vermögensverwaltung GmbH, SPSW Capital GmbH, Lange Assets & Consulting GmbH, LAIC AIF KVG GmbH, BV Bayerische Vermögen GmbH, MFI Asset Management GmbH und growney GmbH unterliegt der LAIQON-Konzern in verstärktem Maße den aufsichtsrechtlichen Vorgaben.

Aufgrund der Regelungstiefe und der permanenten Regelungserneuerungen/​-ergänzungen besteht das Risiko, dass im Konzern die aufsichtsrechtlichen Regelungen nicht ausreichend transparent genug sind. Hieraus können Verstöße gegen Vorschriften und Anordnungen der nationalen Aufsichtsbehörden resultieren, die eine Haftung der LAIQON AG nach sich ziehen können (z. B. in Form von Bußgeldern).

Im Fall von Verstößen sehen die gesetzlichen Regelungen teils erhebliche Sanktionen, z. B. in Form von drastischen Bußgeldern, vor. Auch jenseits der aufsichtsrechtlichen Vorgaben kann es zu Verstößen gegen gesetzliche Vorschriften (z. B. Geldwäschegesetz, Urheberrecht, Lizenzrecht, Datenschutzrecht) oder Verordnungen sowie zu Fehlern, fehlerhafter Auslegung (z. B. bei fiskalischen Bestimmungen) oder Fristversäumnissen kommen.

Aus aufsichtsrechtlichen Auflagen und Genehmigungserfordernissen kann sich zudem eine Erhöhung des Aufwands bei der LAIQON AG oder ihren Tochtergesellschaften ergeben.

5.3.13 Steuerliche Risiken

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe --

Es besteht das Risiko, dass Beurteilungs- oder Beratungsfehler oder Fristversäumnisse im steuerlichen Bereich auftreten. Dies kann dazu führen, dass steuerliche Folgen eintreten, die für die LAIQON AG nachteilig sind, oder es bei Fristversäumnissen zu Zwangsgeldern oder Verspätungszuschlägen durch die Finanzverwaltung kommt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Vertragsprüfungen in steuerlicher Hinsicht nicht oder nur unzureichend durchgeführt werden, was ebenfalls zu nachteiligen steuerlichen Folgen für die LAIQON AG führen kann.

Zudem besteht hinsichtlich der LAIQON AG sowie einer Vielzahl an Beteiligungen das Risiko, dass es zu Veränderungen bei der steuerlichen Veranlagung, etwa aufgrund geänderter Sonderbetriebsergebnisse oder auch durch Betriebsprüfungen auf Ebene der Beteiligungsgesellschaften, kommt. Dies könnte dazu führen, dass die LAIQON AG Steuernachzahlungen leisten muss.

5.4 Organisations- und Personalmanagementrisiken

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Eintrittswahrscheinlichkeit +++
Schadenshöhe ---

Der Erfolg des Unternehmens hängt in hohem Maße von den Fähigkeiten und dem Fachwissen der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie wichtiger Fach- und Führungskräfte ab, die über langjährige Branchenerfahrung verfügen, die es ihnen ermöglicht, eine entscheidende Rolle beim Wachstum und bei der Weiterentwicklung des Geschäfts der Gesellschaft zu übernehmen. Sollten eines oder mehrere der Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder nicht mehr zur Verfügung stehen, könnte dies das Wachstum und die Weiterentwicklung des Unternehmens deutlich beeinträchtigen.

Entsprechendes gilt für Geschäftsführungsmitglieder sowie qualifizierte Führungskräfte in Schlüsselpositionen. Für den wirtschaftlichen Erfolg der LAIQON AG ist es deshalb unerlässlich, dass qualifizierte Führungs- und Fachkräfte in ausreichender Zahl für die LAIQON AG tätig sind, um nachteilige Auswirkungen auf die Gesellschaften im Konzern und ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung zu verringern. Eine überdurchschnittliche Fluktuation von Beschäftigten, insbesondere von Führungs- und Fachkräften in Schlüsselpositionen, könnte dazu führen, dass Positionen nicht adäquat neu oder nur mit Verzögerung besetzt werden können und damit personelle Kapazitätsengpässe nach sich ziehen. Entsprechendes gilt für die Besetzung neu geschaffener Positionen. Aufgrund falscher Personalentscheidungen können Fehl- und /​oder Unterbesetzungen entstehen. Dies könnte Verzögerungen bei der Aufgabenerledigung zur Folge haben und den Eintritt von Fehlentscheidungen oder Managementfehlern begünstigen.

5.5 IT-Risiken

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe ---

Der LAIQON-Konzern ist stark auf seine IT-Systeme angewiesen, einschließlich der Bereitstellung von Informationen für Kunden und Mitarbeiter und der Führung von Finanzunterlagen. Die ständige Verfügbarkeit von IT-Systemen ist daher für die LAIQON AG Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Abwicklung des Geschäfts. Auch steht das Unternehmen in der Pflicht, jederzeit die Sicherheit sensibler Daten, insbesondere von Kunden, zu gewährleisten.

Insbesondere die Bedrohungslage durch Cyberangriffe befindet sich auf einem nachhaltig hohen Niveau. Dies unterstreichen unter anderem aktuelle Lageberichte des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die die Bedrohungslage als angespannt bis kritisch einordnen (siehe bspw. BSI-Lagebericht vom Oktober 2022). Die Anzahl neuer Schadprogramm-Varianten steigt permanent, im letzten BSI-Berichtszeitraum wurden 117 Mio. neue Schadprogramm-Varianten gezählt. Ransomware-Angriffe und DDoS-Attacken nehmen zu, Systemverfügbarkeit und Informationssicherheit sind zunehmend bedroht.

Zur Minimierung des Risikos von Systemausfällen hat die LAIQON AG zahlreiche Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Dazu zählen die redundante Virtualisierung von Servern und moderne Back-up-Systeme inklusive externer Datensicherung sowie Notfallpläne für eine schnellstmögliche Wiederherstellung der Systeme. Zum Schutz von Daten und IT-Systemen werden unter anderem Firewall-Systeme, Virenschutz- und Verschlüsselungsprogramme sowie Zutritts- und Zugriffskontrollsysteme eingesetzt, die regelmäßig oder gegebenenfalls anlassbezogen aktualisiert werden. Die Akquise neuer Tochterunternehmen hat zu einer gestiegenen Systemheterogenität geführt, die durch eine sukzessive Migration auf IT-Infrastruktur und die Einführung von Konzernstandards wieder reduziert wird.

5.6 Finanzwirtschaftliche Risiken

5.6.1 Liquiditätsrisiko

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe ---

Das Geschäftsumfeld, in dem der Konzern operiert, macht es notwendig, die Flexibilität in der Finanzierung beizubehalten, indem ausreichend Liquiditätsreserven vorgehalten werden. Ferner setzt die Umsetzung der Geschäftsziele die Aufbringung von Eigen- oder Fremdkapital voraus. Das maximale Risiko besteht in der Insolvenz aufgrund von Zahlungsunfähigkeit. Sofern es zur Verringerung der Liquiditätsdecke des Konzerns kommt und in der Folge ein entsprechender Finanzbedarf entsteht, besteht das Risiko, dass keine geeigneten Finanzierungspartner oder Eigenkapitalgeber gefunden werden können und der Liquiditätsbedarf des Konzerns nicht oder nur zu nachteiligen oder wirtschaftlich nicht vertretbaren Konditionen gedeckt werden kann. Darüber hinaus könnten sich die Finanzierungsaufwendungen durch einen Anstieg der Zinssätze erhöhen.

Das im Geschäftsjahr aufgenommene Tilgungsdarlehen beinhaltet die Verpflichtung zur Einhaltung von Finanzkennzahlen (Covenants). Eine Nichteinhaltung der Covenants berechtigt das Kreditinstitut den Darlehensvertrag ganz oder teilweise zu kündigen und die sofortige Rückzahlung des Darlehens zu fordern.

Für das kurzfristige Liquiditätsmanagement greift die Finanzabteilung auf eine rollierende Liquiditätsplanung zurück, die einen Planungshorizont von bis zu einem Jahr abbildet. Daneben kommt eine mittelfristige Finanzplanung für die jeweils folgenden fünf Geschäftsjahre zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein integriertes Planungsmodell, das aus einer Plan-GuV und einer Plan-Bilanz besteht. Sowohl die kurzfristige Liquiditätsplanung als auch das mittelfristige Modell bauen auf der aktuellen Geschäftsplanung des Konzerns auf und sind miteinander abgestimmt.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf insgesamt 47,5 Mio. EUR (Vj.: 55,0 Mio. EUR). Weitere Details, insbesondere hinsichtlich der Fälligkeitsstruktur, finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 6.3.2.3.

Die Liquiditätslage des Konzerns wird als stabil eingeschätzt. Dennoch können etwaige nicht geplante liquiditätswirksame Ereignisse ein Risiko darstellen. Hierbei kann es sich grundsätzlich um den Ausfall geplanter Einnahmen oder zusätzliche nicht geplante Ausgaben handeln. Im Fall des kumulierten Eintritts mehrerer Ereignisse sind negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Konzerns zu erwarten.

5.6.2 Bewertungs- und Forderungsausfallrisiko

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Eintrittswahrscheinlichkeit +++
Schadenshöhe --

Die Bewertung von Beteiligungen des Konzerns ist wie in den Vorjahren aufgrund der Marktentwicklungen einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Dies betrifft neben den Anteilen, die die LAIQON AG an eigenen Fonds hält, auch die Beteiligungen des Konzerns an verbundenen und assoziierten Unternehmen primär aus dem Bereich der KG-Fonds im Bestandsgeschäft. Diesem Risiko trägt die LAIQON AG durch eine fortlaufende Überprüfung der bestehenden Beteiligungsansätze und Forderungen im Zusammenspiel mit der Analyse von Finanzdaten der wesentlichen Beteiligungen Rechnung. Auf Basis der regelmäßig durchgeführten Wertminderungstests wurden bereits in den Vorjahren zum Teil umfangreiche Abwertungen von Beteiligungsansätzen bei einigen dieser Gesellschaften vorgenommen und damit grundsätzlich das Risiko für weitere Wertminderungen gesenkt. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Abwertungen der Beteiligungsansätze und Forderungen vorgenommen werden müssen. In Einzelfällen sind im Fall einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Lage und schwacher Asset-Märkte zusätzliche Wertberichtigungen nicht ausgeschlossen.

Das Kapitalmarktumfeld hat zudem erhebliche Auswirkungen bezüglich drohender Forderungsausfälle und damit auf die Risikoposition des Konzerns. Dem Risiko ist die LAIQON AG bereits in den Vorjahren durch die Vornahme umfangreicher Abwertungen begegnet. Im Berichtsjahr wurden geringere Abwertungen im Forderungsbestand der KG-Fonds im Bestandsgeschäft vorgenommen und damit die Werthaltigkeit dieser Forderungen angepasst. In den übrigen Geschäftsegmenten waren aufgrund der Werthaltigkeit der Forderungen keine Abwertungen notwendig. Jedoch wird dem Marktrisiko durch laufende Überprüfung der Werthaltigkeit von Forderungen mit einer kontinuierlichen und nachhaltigen Verbesserung des Debitorenmanagements Rechnung getragen. Ziel ist dabei die zeitnahe Realisierung von Zahlungseingängen und die damit verbundene Verminderung des Bestands an fälligen Forderungen.

Abgesehen davon ist das Bestandsgeschäft generell rückläufig bzw. teilweise bereits liquidiert oder in Abwicklung.

Trotz der auch im Berichtsjahr durchgeführten Wertaufholungen sowie Wertberichtigungen sind weitere Verluste und entsprechende Liquiditätsausfälle aus Forderungsausfällen nicht ausgeschlossen. Etwaige Forderungen der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH gegenüber den Treugebern aus Auszahlungen können hiervon betroffen sein. Diesem Risiko wurde durch die Schaffung und Umsetzung eines Maßnahmenplans begegnet, der verschiedene Vorgehensweisen, wie z. B. die Erreichung eines Vergleichs mit Gläubigern oder die Abtretung des Regressanspruchs der Treuhandgesellschaft an Gläubiger, vorsieht. Für weitere Analysen verweisen wir auf den Konzernanhang unter Ziffer 6.3.1.3.

5.6.3 Risiken aus Eventualverbindlichkeiten

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Eintrittswahrscheinlichkeit +
Schadenshöhe ---

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die LAIQON AG auch jenseits der auf die 53.10. Real Estate Treuhand GmbH entfallenden Risiken (siehe hierzu: Risiken im Zusammenhang mit den Aufgaben der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH, Ziffer 5.3.10) aus den bestehenden Eventualverbindlichkeiten in Anspruch genommen wird. Die zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Eventualschulden des LAIQON-Konzerns belaufen sich auf insgesamt 20 Mio. EUR (Vj.: 25 Mio. EUR). Nach Abzug der Ausgleichsansprüche aus Gesamtschuldverhältnissen, die im Jahr 2022 20 Mio. EUR (Vj.: 25 Mio. EUR) betrugen, beträgt das Nettohaftungsvolumen 0 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR). Bezüglich der Einzelheiten und der Zusammensetzung der Eventualschulden verweisen wir auf Ziffer 6.9.2 des Konzernanhangs.

5.6.4 Zinsänderungs- und Währungsrisiko

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Eintrittswahrscheinlichkeit ++
Schadenshöhe --

Unter dem Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Auswirkungen auf die Höhe der zukünftigen Zinserträge und -aufwendungen des Konzerns und Einfluss auf die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten können die Folge sein. Zum Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Zinsänderungsrisiken. Für weitere Details verweisen wir auf Ziffer 6.3.1.2 des Konzernanhangs. Auf Konzernebene bestehen grds. Fremdwährungsrisiken in US-Dollar, die im Wesentlichen durch die Stichtagsbewertung der entsprechenden monetären Posten entstehen. Der Anteil an USD-Geschäften ist jedoch unwesentlich und weiterhin rückläufig. Unter den monetären Posten werden Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten zusammengefasst. Fremdwährungsrisiken wird bei Zahlungseingängen in Fremdwährung durch eine zeitnahe Konvertierung in Euro begegnet. Zum Abschlussstichtag bestehen daher keine signifikanten Bewertungsrisiken.

5.7 Gesamtaussage zur Risikosituation

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses sind keine existenzbedrohenden Einzelrisiken bekannt. Bei den identifizierten Risiken mit einer gravierenden Schadenshöhe besteht nach Einschätzung der Konzernleitung eine hohe, mittlere sowie geringe Eintrittswahrscheinlichkeit. Allerdings könnte ein kumulierter Eintritt von Einzelrisiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

Der LAIQON-Konzern ist wie die gesamte Finanzdienstleistungsbranche von den Auswirkungen der Energiekrise, des Krieges in der Ukraine sowie der steigenden Zinsen und hohen Inflation und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen betroffen. Im Geschäftsjahr 2022 verlief die Entwicklung an den Finanzmärkten sehr volatil. Negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des LAIQON-Konzerns können weiterhin nicht ausgeschlossen werden und würden voraussichtlich zu Plananpassungen führen. Die Dauer und Intensität der Auswirkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt unsicher und daher nicht quantifizierbar.

5.8 Wesentliche Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

5.8.1 Elemente des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem des LAIQON-Konzerns umfasst sämtliche Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Im Zentrum des internen Kontrollsystems stehen das interne Steuerungssystem sowie das interne Überwachungssystem. Zuständig für die Steuerung des internen Kontrollsystems des Konzerns ist der zentrale Bereich Finanzen, dem Rechnungswesen, "IFRS", Controlling und Steuern zugeordnet sind. Das interne Überwachungssystem umfasst sowohl prozessintegrierte als auch prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen. Als prozessintegrierte Maßnahmen kommen sowohl individuelle Kontrollen wie beispielsweise das "Vier-Augen-Prinzip" als auch IT-gestützte Kontrollen zum Einsatz. Zusätzlich werden durch spezifische Konzernfunktionen wie z. B. Konzern-Recht bzw. Finanzen prozessintegrierte Überwachungen sichergestellt. Des Weiteren bestehen prozessunabhängige Kontrollen, die im Wesentlichen durch den Aufsichtsrat und sonstige Prüfungsorgane wahrgenommen werden.

Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem ist in das auf Seite 51 beschriebene Risikomanagementsystem des LAIQON-Konzerns integriert. Es ist auf die signifikanten Risiken des Unternehmens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, einschließlich der Erstellung des Konzernabschlusses und der externen Berichterstattung, ausgerichtet.

Kernelement ist dabei die Früherkennung, Steuerung und Überwachung von Risiken, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken können.

5.8.2 Aufbauorganisation

Der LAIQON-Konzern verfügt über einen zentralen Bereich Finanzen.

Konzernweite Richtlinien und Verfahrensanweisungen gewährleisten die Sicherstellung einer zeitnahen, vollständigen, richtigen und effizienten Erfassung der Geschäftsvorfälle. Dem zentralen Bereich Finanzen zugeordnet ist auch der Bereich "IFRS". Hier werden die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften von den deutschen handelsrechtlichen auf die Ansatz- und Bewertungsmethoden der International Financial Reporting Standards (IFRS) übergeleitet, sowie die Konsolidierung der einzelnen Gesellschaften und die daraus folgende Aufstellung des Konzernabschlusses vorgenommen.

Die handelsrechtliche Abbildung der einzelnen Geschäftsvorfälle erfolgt mithilfe einer etablierten IT-Anwendung. Der LAIQON-Konzernabschluss gemäß IFRS wird mit einer Financial-Performance-Management-Software durchgeführt.

5.8.3 Ablauforganisation

Die Erstellung des Konzernabschlusses und die externe Berichterstattung erfolgen in Form eines strukturierten Prozesses auf Basis eines zwischen den einbezogenen internen Abteilungen sowie externen Partnern abgestimmten Zeitplans. Dabei werden auch Fristen für die Lieferung von abschlussrelevanten Informationen, die außerhalb des Rechnungswesens generiert werden, vereinbart. Beispiele hierfür sind Informationen aus dem Fondsmanagement für die Bewertung von Beteiligungen oder Abschlüsse von assoziierten Unternehmen für die Bilanzierung nach der Equity-Methode. Die Erhebung von abteilungs- und unternehmensfremden Daten erfolgt auf der Grundlage von zuvor festgelegten individuellen Anforderungsprofilen. Der Prozess beinhaltet auch eine Rücklaufkontrolle zur Sicherstellung des rechtzeitigen Eingangs vollständiger Informationen. Der Konsolidierungsprozess erfolgt in Form einer Gesamtkonsolidierung auf Ebene der LAIQON AG.

Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und der Einzelabschlüsse beinhaltet der Erstellungsprozess eine Vielzahl von Kontrollen. Hierbei handelt es sich um präventive, nachgelagerte und aufdeckende Kontrollen. In den Bereich der präventiven Kontrollen fallen insbesondere Genehmigungs- und Freigabeverfahren, beispielsweise im Rahmen der Eingangsrechnungserfassung und beim Zahlungsverkehr. Bestimmte Transaktionen, die sich wegen ihres Umfangs oder ihrer Komplexität auf den Konzernabschluss und die Einzelabschlüsse auswirken können, sind ebenfalls nach einem festgelegten Verfahren freizugeben. Zudem werden die zentralen Bereiche Finanzen und Recht direkt als interne Berater in die Gestaltung von bedeutenden Verträgen, beispielsweise im Rahmen des Abschlusses von Miet- oder Dienstleistungsverträgen, mit eingebunden. Infolgedessen erhält der Bereich Finanzen Informationen aus erster Hand, um die richtige bilanzielle Behandlung dieser Vorgänge sicherzustellen.

Die aufdeckenden Kontrollen finden in den verschiedenen Phasen des Abschlussprozesses statt. Hier kommt insbesondere das "Vier-Augen-Prinzip" zum Tragen. Sämtliche Einzelabschlüsse werden von der Leitung des Bereichs Finanzen geprüft, bevor sie für die weitere Verarbeitung im Zusammenhang mit dem IFRS Konzernabschluss freigegeben werden. Im Rahmen der Überleitung der Abschlüsse auf die IFRS-Vorschriften und der Konsolidierung erfolgt darüber hinaus eine zusätzliche Plausibilisierung und Abstimmung der einzelnen Abschlüsse.

6 Nachtragsbericht

Namensänderung in LAIQON AG

Mit der Eintragung in das Handelsregister am 2. Januar 2023 hat sich der bisherige Name Lloyd Fonds AG der Gesellschaft in LAIQON AG geändert. Damit setzte das Unternehmen die Beschlussfassung der ordentlichen Hauptversammlung 2022 über die Änderung der Firma und die entsprechende Satzungsänderung um.

Damit verbunden war auch ein Wechsel des Börsenkürzels in LQAG (bisher: L1OA). Die bisherige internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) DE000A12UP29 und die nationale Wertpapierkennnummer (WKN) A12UP2 bleiben erhalten.

Wandelschuldverschreibung 2023/​27 erfolgreich platziert

Am 20. Februar 2023 platzierte die LAIQON AG die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 im Nennbetrag von 5,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit von vier Jahren.

Die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 wird mit einem Zinssatz in Höhe von 6,50 % per annum verzinst. Die Zinszahlungen erfolgen halbjährlich, erstmalig am 21. August 2023. Der Wandlungspreis wurde auf 10,00 EUR festgelegt und unterliegt nach Maßgabe der Emissionsbedingungen der Wandelschuldverschreibungen ab 2024 den marktüblichen Anpassungsmechanismen (für das Jahr 2023 ist der Verwässerungsschutz hingegen ausgeschlossen).

Die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 wurde im Rahmen einer prospektfreien Privatplatzierung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausschließlich von Investoren aus Deutschland und Luxemburg bezogen. Die Emission stieß sowohl bei Bestandsaktionären als auch bei neuen Investoren auf sehr positive Resonanz. Insgesamt wies das Orderbuch einen deutlichen Nachfrageüberhang von 3,15 Mio. EUR aus.

Die Wandelschuldverschreibungen wurden in den Handel im Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer ISIN DE000A30V885 einbezogen.

meine Volksbank Raiffeisenbank eG und BV Bayerische Vermögen GmbH gründen Joint Venture

Mit der Gründung der "meine Bayerische Vermögen" GmbH (mBV), Rosenheim am 10. Februar 2023, bündelten der Vermögensverwalter BV Bayerische Vermögen GmbH und die meine Volksbank Raiffeisenbank eG (mVBRB Rosenheim) ihre Kompetenzen in einem Gemeinschaftsunternehmen für die Vermögensverwaltung in der Region Oberbayern/​München.

Die BV Bayerische Vermögen GmbH beteiligt sich dabei zu 25 % an der mBV. Entsprechend werden 75 % der Gesellschaftsanteile durch die mVBRB Rosenheim gehalten.

Mit erfolgreicher Beendigung des Verfahrens zur Erlangung einer § 15 WpIG durch die BaFin plant das neue Unternehmen seine operative Tätigkeit voraussichtlich im Sommer 2023 aufzunehmen.

Verkauf von Anteilen an der V:KI GmbH

Im Februar 2023 hat die LAIC Capital GmbH insgesamt 30 % der Anteile an der im Geschäftsjahr 2022 neu gegründeten V:KI GmbH im Rahmen von Vertriebspartnerschaften veräußert.

Gemeinsamer Bürostandort München "Oberanger 43"

Zur Integration der bisherigen Bürostandorte hat die LAIQON AG zum 1. März 2023 neue Büroräume in der Münchener Innenstadt bezogen. Dafür wurde das bestehende Büro in München mit einer ursprünglichen Laufzeit bis 2028 vorzeitig per Aufhebungsvertrag zum 31. März 2023 gekündigt. Zum Bilanzstichtag waren Nutzungsrechte in Höhe von 901 TEUR und korrespondierende Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.040 TEUR bilanziert.

7 Prognosebericht

7.1 Gesamtwirtschaftliches und branchenbezogenes Umfeld

In den folgenden Prognosen sind Annahmen enthalten, deren Eintritt nicht sicher ist. Sofern eine oder mehrere Annahmen nicht eintreffen, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen wesentlich von den dargestellten Prognosen abweichen. Wie stark sich u. a. der durch Russland verursachte Krieg in der Ukraine mit den verhängten Wirtschaftssanktionen auch zukünftig auf die globale Konjunktur auswirken wird, ist derzeit nicht abschätzbar. Es besteht das Risiko deutlicher wirtschaftlicher Rückschläge für viele Unternehmen weltweit.

7.1.1 Entwicklung der Weltwirtschaft

Die Erholung der Weltwirtschaft nach der Covid-19-Pandemie ist durch den Ukraine-Krieg und dessen wirtschaftliche Folgen deutlich ins Stocken geraten. Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen sich angesichts des deutlichen Energie- und Nahrungsmittelpreisanstiegs, der daraus folgenden Realeinkommensverluste und der spürbaren geldpolitischen Straffung als Folge der beschleunigten Inflation in fast allen Industrieländern zu Jahresbeginn als sehr verhalten dar. Der Internationale Währungsfonds erwartet nach einer Halbierung des globalen Wachstums auf rund 3 % im vergangenen Jahr für 2023 eine weitere Verlangsamung auf jahresdurchschnittlich 2,7 %. Ein noch deutlicherer Rückgang der Zuwachsraten wird für den Welthandel erwartet, von einem Zuwachs von 4,3 % im Jahr 2022 auf 2,5 % in diesem Jahr. Nach schwachem Jahresbeginn wird im Jahresverlauf eine Erholung der Weltwirtschaft erwartet.

Die US-Wirtschaft dürfte sich infolge der nachlassenden Impulse aus den Covid-19-Stabilisierungsmaßnahmen und der fortgeschrittenen geldpolitischen Straffung der US-Notenbank FED ebenfalls spürbar abschwächen. In China könnte es nach einem Jahr strenger Pandemie-Beschränkungen und schwachem Wachstum zu Aufholeffekten kommen, so dass insgesamt wieder ein etwas kräftigeres Wachstum zu erwarten ist. Die Lockerung der strikten Null-Covid-Politik ermöglicht zwar eine wirtschaftliche Aufhellung, allerdings könnten hohe Zahlen an Covid-19-Infektionen die wirtschaftliche Erholung zunächst noch belasten. Auch die Lage auf dem chinesischen Immobilienmarkt stellt angesichts hoher Überkapazitäten und Fehlinvestitionen ein Risiko dar. In Europa wie auch in anderen Regionen führen die hohen Preissteigerungen für Energie und Nahrungsmittel zu deutlichen Kaufkraftverlusten, was zusammen mit den entsprechenden Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken die Investitionstätigkeit, den Konsum und damit das Wachstum dämpfen sollte.

Von der relativen globalen Wachstums- und Handelsschwäche dürfte insbesondere die stark in globale Wertschöpfungsketten eingebundene deutsche Wirtschaft belastet werden. Die erwartete Abschwächung bei den Exporten dürfte sich in Verbindung mit der schwächeren binnenwirtschaftlichen Nachfrage auch dämpfend auf die private Investitionstätigkeit auswirken. Zudem belasten gestiegene Energiekosten, Fachkräftemangel und höhere Finanzierungskonditionen die Investitionstätigkeit. Dennoch zeichnet sich, wie von vielen Beobachtern lange Zeit als unausweichlich betrachtet wurde, eine Rezession zurzeit nicht ab. Die Bundesregierung geht in ihrer Jahresprojektion für das Jahr 2023 von einem Anstieg des preisbereinigten BIP um 0,2 % aus. Mit einer Abschwächung der hohen Inflationsdynamik im Jahresverlauf, den Impulsen der fiskalischen Stabilisierungsmaßnahmen und der erwarteten, moderaten weltwirtschaftlichen Belebung dürfte die wirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des Jahres dann wieder an Fahrt gewinnen. Es bestehen aber weiterhin hohe Unsicherheiten für die deutsche Wirtschaft: der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen, die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft, die anhaltend hohen Energie- und Verbraucherpreise sowie die Sicherstellung der zukünftigen Gasversorgung.

7.1.2 Kapitalmarktentwicklung

Ukraine-Krieg, Inflation nahezu überall auf der Welt, höhere Zinsen und steigende Rezessionsrisiken: Selten hat die Weltwirtschaft so viele Schocks verdauen müssen wie im Jahr 2022. Nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer und auch der LAIQON AG überwiegt in diesem Jahr dennoch die Zuversicht für die weitere Entwicklung der Kapitalmärkte. Europa ist es gelungen, seine Gasspeicher zum Beginn der Heizsaison fast bis zum Rand zu füllen, obwohl Russland die wichtigsten Pipelines geschlossen hat. Das Risiko einer Rationierung von Gas ist damit bisher nicht eingetreten, die Gas- und Strompreise haben sich bereits wieder reduziert. Das Verbrauchervertrauen in Europa und Deutschland erholte sich bereits. Auch viele Unternehmen schauen wieder etwas weniger sorgenvoll in die Zukunft. Dies spricht für einen neuen Aufschwung nach den Wintermonaten. Zudem hat die Inflation zumindest in den USA ihren Höhepunkt offenbar überschritten, wodurch das Risiko sinkt, dass die US-Notenbank FED ihren Leitzins weiter heraufsetzen wird. Auch in Europa zeichnet sich ab, dass die Inflationsraten wieder zurückgehen sollten.

Anleger an den Finanzmärkten setzen auf die Trends der Zukunft. Einen Abschwung in den USA und eine Winterrezession in Europa haben die Finanzmärkte offenbar bereits eingepreist. Nach dem Einbruch der Märkte im ersten Halbjahr 2022 mit einem gleichzeitigen Rückgang der Kurse für Aktien und Anleihen sehen Marktteilnehmer und auch die LAIQON AG insgesamt gute Chancen, dass die Aktienmärkte sich 2023 weiter erholen können. Auch wenn das Aufwärtspotenzial nächstes Jahr begrenzt sein dürfte, dürften sich dabei vor allem europäische und asiatische Aktien im Jahr 2023 freundlich entwickeln, da für beide Regionen schon deutlich mehr negative Entwicklungen als in den USA eingepreist ist. Allerdings bleibt das Umfeld schwierig. In Bewertungsmodellen müssen künftige Erlöse bei höheren Zinsen stärker abdiskontiert werden. Auch der Abbau der Überliquidität, die Zentralbanken in den vergangenen Krisenjahren in die Märkte gepumpt hatten, kann die Kurse belasten. Zudem schmälern der noch immer hohe Lohndruck in den USA und die derzeit ebenfalls spürbar steigenden Lohnkosten in der Eurozone die Gewinne vieler Unternehmen, die ohnehin beim Absatz zunächst einmal Einbußen hinnehmen müssen. Letztlich dürfte aber der Ausblick auf eine weniger straffe Geldpolitik der US-Notenbank FED ab Herbst 2023 und auf einen Wiederaufschwung der europäischen Konjunktur nach dem Winter insgesamt für ein positives Umfeld sorgen. An den Rentenmärkten sind Unternehmensanleihen auf inzwischen erhöhten Renditeniveaus sowohl im Investmentgrade als auch im Hochzinssegment wieder attraktiv geworden, insbesondere der Finanzsektor und nachrangige Emissionen erstklassiger Schuldner.

7.1.3 Marktentwicklung LLOYD FONDS REAL ASSETS

Der Ausblick für den deutschen Immobilieninvestmentmarkt für das Jahr 2023 ist verhalten. Für das Jahr 2023 rechnen Marktteilnehmer mit einem Niveau etwas unterhalb des 15-Jahres-Durchschnitts, was einem weiteren Rückgang gegenüber dem Investmentvolumen 2022 in Höhe von rund 66 Mrd. EUR entspräche. Insbesondere die beiden Auftaktquartale 2023 sollen weiterhin von Zurückhaltung und gebremster Marktdynamik geprägt sein. Dennoch halten viele Marktteilnehmer Deutschland als Standort für Immobilieninvestments nach wie vor für attraktiv, wobei der Fokus auch weiterhin auf Wohn- und Büroinvestments liegen soll.

Für den weltweiten Warenverkehr zeichnete sich im Februar 2023 eine verhaltene Entwicklung ab, nachdem die vergangenen Monate durch starke Zuwächse gekennzeichnet waren. Gleiches gilt für den Außenhandel großer Volkswirtschaften. Der Ausblick für den Welthandel bleibt insgesamt positiv, eine nachhaltige Abschwächung zeichnet sich derzeit nicht ab, da sich die Konjunktur in den großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften robust zeigt und die Wirtschaft in China nach der Lockerung der Covid-19-Beschränkungen an Fahrt gewinnen dürfte. Für die Öl- und Tankermärkte ist der Ausblick von Marktteilnehmern für das Jahr 2023 optimistisch. Sowohl die OPEC als auch die Internationale Energieagentur prognostizieren, dass ein chinesischer Wirtschaftsaufschwung in diesem Jahr für eine hohe Rohölnachfrage sorgen soll.

7.2 Unternehmensentwicklung

Die LAIQON AG hat die bestehende Strategie 2023/​25 mit der auf der Hauptversammlung am 21. Juli 2022 vorgestellten erweiterten Strategie 2023/​25 2.0 weiterentwickelt. Die neue Strategie baut auf die im Jahr 2022 durchgeführten Akquisitionen der Bayerische Vermögen-Gruppe und der growney GmbH sowie deren bisher jeweils erfolgreich verlaufenden Integration in den LAIQON-Konzern auf. Die neue erweiterte Strategie 2023/​25 2.0 soll das zukünftige organische und skalierbare Wachstum durch die aufgebaute Plattformstrategie sicherstellen.

Die Umfirmierung der Gesellschaft in LAIQON AG und damit der Anspruch der Gesellschaft sich als Premium-Qualitätsanbieter im Fonds- und Vermögensmanagement zu positionieren, ist ein Signal an die Marktteilnehmer, dass der Neuaufbau der Gesellschaft einen Abschluss gefunden hat und soll gleichzeitig die Markenbekanntheit der Gesellschaft deutlich erhöhen.

Die LAIQON AG ist in den vier großen Wachstumsmärkten Asset Management, Wealth Management, Digital Wealth und Advisory aktiv. Damit ist die Gesellschaft Full-Service-Anbieter und bietet privaten und institutionellen Kunden ein sehr breites Produkt- und Lösungsportfolio.

Zentrale Komponente der Plattformstrategie ist dabei die Digital Asset Plattform 4.0. Sie schafft die Grundlage, nutzerzentrierte Lösungen für alle Kundengruppen anzubieten. Sämtliches Handeln ist dabei unabhängig, individuell, transparent und nutzerzentriert auf die Kundinnen und Kunden ausgerichtet. Damit sollen sich die Anlagebedürfnisse sämtlicher Zielgruppen, von Privatanlegern bis hin zu institutionellen Investoren, gezielt abbilden lassen. Die Erfüllung der Kundenbedürfnisse bestimmt daher die Produkt- und Lösungsstrategie des Konzerns.

Die LAIQON AG bietet ihren Kunden aktuell circa 50 Wealth Produkte und Lösungen an. Dabei basieren alle Lösungen sowohl auf IQ, also der Kompetenz und Erfahrung der Fonds- und Vermögensmanager, als auch auf dem Wissen der Entwickler und Digitalexperten, welche das Themenfeld der künstlichen Intelligenz weiterentwickeln. Die Kombination aus menschlicher Intelligenz und künstlicher Intelligenz soll als Motor für ein Premium Angebot dienen.

Nachhaltiges Investieren als Symbiose aus Kunden- und Klimazielen sollen ein wesentlicher Antrieb der Gesellschaft sein. Ein entsprechender Schwerpunkt des Angebotes soll daher auf dem Thema SDG /​ Impact-Investing liegen. Hier will die Gesellschaft mit einem Produkt- und Lösungsportfolio, dass im Zielbild Artikel 8 und 9 der Offenlegungsverordnung SFDR entsprechen soll, zukünftig eine führende Rolle einnehmen.

Mit GROWTH 25 soll in der Umsetzung der erweiterten Strategie 2023/​25 2.0 das weiterhin erwartete überproportionale Wachstum der AuM auch zukünftig der wesentliche Treiber zukünftiger Ergebnisse sein. Dabei soll insbesondere die Mehrmandantenfähigkeit der Plattform, also die jederzeitige Möglichkeit neue Partner auf dieser anzubinden, weiter ausgebaut werden. Langfristiges Ziel ist dabei die weitere Etablierung von LAIQON als Asset Management Factory, also als Premium-Qualitätsanbieter, der sich mit einem FullService-Angebot einer nachhaltigen Produkt- und Lösungswelt sowohl an private als auch an institutionelle Kunden wendet.

In der Umsetzung dieser Strategie 2023/​25 2.0 sollen die AuM dabei plangemäß auf 8 bis 10 Mrd. EUR bis 2025 weiter ansteigen. Dieses Wachstum wird überwiegend als organisches erwartet. Zusätzliche Akquisitionen werden weiterhin nicht ausgeschlossen, sofern sie die strategische Ausrichtung weiter optimieren.

Die Gesellschaft strebt im Jahr 2025 die Erzielung einer EBITDA-Marge von über 45 % bezogen auf den Nettoumsatz an. Diese ergibt sich unter Berücksichtigung der durchschnittlichen historisch erwirtschafteten Performance-Fees des Produktspektrums des LAIQON-Konzern.

7.3 Chancen

7.3.1 Gesamtaussage

Die LAIQON AG positioniert sich als Premium-Qualitätsanbieter, der sich mit einem Full-Service-Angebot einer nachhaltigen Produkt- und Lösungswelt als Asset Management-Factory sowohl an private als auch an institutionelle Kunden wendet. Unter Nutzung und dem Ausbau ihrer Stärken und Kompetenzen ist die Gesellschaft bestrebt, das damit verbundene Chancenpotenzial bestmöglich auszuschöpfen. Wesentliche Chancen ergeben sich aus folgenden Entwicklungen:

7.3.2 Positionierung in Wachstumsmärkten

Die Gesellschaft positioniert sich in den Wachstumsmärkten Asset Management, Wealth Management, Digital Wealth und Advisory, die auch global als starke Wachstumsmärkte gelten. Verbindendes Element dieser Märkte und deren möglichst effizienter Bearbeitung sind dabei die immens gestiegenen weltweiten Datenmengen und deren konsequente Nutzung auch im Bereich der Vermögensanlagen. Aufgrund der seit 2018 aufgebauten Plattformstrategie kann die Gesellschaft die prognostizierte hohe Nachfrage von privaten, aber auch institutionellen Investoren nach qualitätsorientierten Wealth Produkten und Lösungen bedienen.

7.3.3 Nutzerzentrierung /​ Mehrmandantenfähigkeit

Die Plattformstrategie über die Digital Asset Plattform 4.0 bietet die Chance, datengetriebene Lösungen für Kunden und Partner mit hoher Skalierbarkeit für alle Kundengruppen und Vertriebspartner anzubieten. Die Cloud-Architektur der Plattform ermöglicht zudem, dass das System mit den wachsenden Anforderungen skalierbar ist und die Infrastrukturen schnell und individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten und angepasst werden können. Damit können beliebig viele Partner auf der Plattform angebunden werden. Diese Mehrmandantenfähigkeit kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in einem durch ein dynamisches Wettbewerbsumfeld gekennzeichneten Markt sein.

7.3.4 Spezialistenteams

Die Gesellschaft verfügt über Spezialisten Teams, die ihre Reputation, ihre Kontakte und ihre Investmenterfahrung in die Gesellschaft zum Nutzen der Kunden einbringen. Die beiden jüngsten Akquisitionen der Bayerischen Vermögen Gruppe und der growney GmbH bieten die Chance, das bestehende Netzwerk deutlich weiter auszubauen und von den Erfahrungen und Kontakten des dortigen Managements und der Teams zu profitieren. Dadurch bietet sich weiterhin die Chance, sowohl neue Zielgruppen erschließen zu können, als auch auf sich verändernde Anforderungen eingehen zu können.

7.3.5 Innovationskraft

Ein durch die Rahmenbedingungen mit einer beschleunigten Digitalisierung und erhöhter Transparenz stattfindender Umbruch der Asset Management-Industrie erfordert es, die Strategien und Geschäftsmodelle permanent anzupassen und dauerhafte Innovation zu liefern, um in diesem zunehmend dynamischen Umfeld erfolgreich zu sein. Produktanbieter müssen mehrgleisige Wachstumsstrategien verfolgen, stark in Daten und Technologien investieren und flexibel bei Partnerschaften und Kooperationen sein. Die LAIQON AG hat ihre Innovationskraft, beispielsweise durch den Aufbau der hybriden Geldanlageplattform als auch die LAIC-Wachstumsfinanzierung über eine tokenisierte Kapitalanlage bereits mehrfach belegt. Diese Innovationskraft kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

7.3.6 Full-Service-Anbieter

Als Full-Service-Anbieter hat die Gesellschaft ein stark differenziertes Produkt- und Lösungsangebot aufgebaut. Aktuell werden über 50 Wealth Produkte und Lösungen angeboten. Dies bietet die Chance, nahezu alle Kundengruppen, entweder mit standardisierten Produkten oder in Form von individuellen Lösungen anzusprechen.

7.3.7 Schwerpunkt auf SDG-/​Impact-Investing

Ein weiterer Schwerpunkt der Gesellschaft wird nachhaltiges Investieren sein. Hier will die Gesellschaft mit seinem Produkt- und Lösungsportfolio, das im Zielbild Artikel 8 und 9 der Offenlegungsverordnung SFDR entsprechen soll, zukünftig eine führende Rolle einnehmen. Dies bietet die Chance, die erhöhte Nachfrage von Kunden nach nachhaltigen Produkten und Lösungen zu bedienen und sich positiv vom Wettbewerb abzugrenzen.

7.3.8 Transparenz

Transparenz ist ein wichtiges Kriterium bei einer Investitionsentscheidung sowohl für private als auch institutionelle Anleger. Die LAIQON AG möchte sich über ein transparentes aktives Asset Management im Wettbewerb differenzieren. Ziel ist es, alle Zielgruppen bestmöglich über die Produkte und deren Performance zu informieren. Dies bietet die Chance, einen Mehrwert für die Kunden zu generieren, und schafft Vertrauen in die Marke. Als Unternehmen im Scale-Segment an der Frankfurter Wertpapierbörse erfüllt die LAIQON AG zudem die Transparenzerwartungen an einen Anbieter von Kapitalanlagen und hat sich, obwohl sie derzeit aufgrund der Notierung im Freiverkehr rechtlich dazu nicht verpflichtet ist, entschlossen, bestimmte Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und der DVFA Scorecard for Corporate Governance umzusetzen.

 

Hamburg, 29. März 2023

Der Vorstand der LAIQON AG

Achim Plate

Stefan Mayerhofer

Konzernabschluss

1 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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in TEUR Ziffer 2022 2021
Umsatzerlöse 6.6.1 21.575 26.122
Materialaufwand 6.6.2 -3.665 -2.702
Personalaufwand 6.6.3 -17.113 -11.341
Abschreibungen und Wertminderungen 6.6.4 -4.711 -3.938
Sonstiges betriebliches Ergebnis 6.6.5 -11.024 -7.796
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 6.6.6 281 327
Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit   -14.657 672
Finanzerträge 6.6.7 2.263 15.582
Finanzaufwand 6.6.7 -3.893 -9.835
Ergebnis vor Steuern   -16.288 6.419
Ertragsteuern 6.6.8 5.747 213
Konzernjahresergebnis vor Minderheiten   -10.541 6.632
davon den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernperiodenergebnis   -376 1.481
davon den LAIQON-Aktionären zurechenbares Konzernperiodenergebnis   -10.165 5.151
Ergebnis je Aktie für die Berichtsperiode (EUR je Aktie)      
verwässert /​ unverwässert 6.6.9 -0,67 0,39

Die Erläuterungen auf den Seiten 69 bis 104 sind ein integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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in TEUR Ziffer 2022 2021
Konzernjahresergebnis   -10.541 6.632
Konzerngesamtergebnis vor Minderheiten   -10.541 6.632
davon den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernperiodenergebnis   -376 1.481
davon den LAIQON-Aktionären zurechenbares Konzernperiodenergebnis   -10.165 5.151

Die Erläuterungen auf den Seiten 69 bis 104 sind ein integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

3 Konzern-Bilanz

zum 31. Dezember 2022

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in TEUR Ziffer 31.12.2022 31.12.2021
Vermögenswerte      
Langfristige Vermögenswerte      
Sachanlagen 6.7.1 10.436 9.935
Immaterielle Vermögenswerte 6.7.2 90.293 54.771
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 6.7.3 570 6.360
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 6.7.4 1.180 2.719
Latente Steuererstattungsansprüche 6.7.5 15.003 10.192
    117.483 83.977
Kurzfristige Vermögenswerte      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 6.7.6 9.942 6.177
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 6.7.7 37 29
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 6.7.4 863 9.908
Laufende Ertragsteuererstattungsansprüche 6.7.15 1.142 538
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.7.8 10.375 16.331
    22.359 32.984
Summe Vermögenswerte   139.841 116.961
Eigenkapital      
Gezeichnetes Kapital 6.7.9.1 17.483 13.326
Kapitalrücklage 6.7.9.2 47.185 17.764
Gewinnrücklagen 6.7.9.3 1.948 12.173
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zustehendes Kapital und Rücklagen   66.617 43.263
Minderheitenanteile 6.7.9.4 5.471 5.099
Summe Eigenkapital   72.088 48.362
Schulden      
Langfristige Schulden      
Anderen Kommanditisten zuzurechnender Nettovermögenswert 6.7.10 4.359 5.151
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 6.7.11 5.628 9.204
Finanzschulden 6.7.12 16.535 10.630
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 6.7.13 997 2.561
Sonstige Rückstellungen 6.7.14 310 277
Latente Steuerverbindlichkeiten 6.7.5 17.052 12.155
    44.881 39.978
Kurzfristige Schulden      
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 6.7.11 16.029 16.123
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 6.7.13 2.551 3.501
Finanzschulden 6.7.12 2.311 7.217
Laufende Ertragsteuerschulden 6.7.15 1.982 1.781
    22.872 28.622
Summe Schulden   67.753 68.599
Summe Eigenkapital und Schulden   139.841 116.961

Die Erläuterungen auf den Seiten 69 bis 104 sind ein integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

4 Konzern-Kapitalflussrechnung

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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in TEUR Ziffer 2022 2021
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit      
Konzernergebnis vor Minderheiten   -10.541 6.632
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 6.6.4 4.691 3.938
Gewinne aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten   20 -
Sonstige zahlungsunwirksame Geschäftsvorfälle 6.8.1 2.037 -591
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen   -5.276 2.449
Veränderung der Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen   -37 -26
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten   2.319 -628
Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen   -895 1.833
Veränderung der sonstigen Rückstellungen   -460 42
Gezahlte Zinsen   -526 -
Erhaltene Dividenden und Ausschüttungen   5.903 6.307
Nettomittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit   -2.765 19.956
Cashflow aus der Investitionstätigkeit      
Auszahlungen für Investitionen in:      
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6.7.1-2 -1.211 -1.201
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert und nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen   -49 517
Einzahlungen aus Abgängen von:      
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6.7.1-2 10 140
Finanziellen Vermögenswerten   - -163
Finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert und nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen   -2.173 -410
Erworbene Zahlungsmittel aus Zugängen zum Konsolidierungskreis 6.2.2 8.562 -
Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 6.2.2 -13.611 -
Nettomittelabfluss aus der Investitionstätigkeit   -8.472 -1.117
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit      
Einzahlungen aus der Ausgabe neuer Aktien   12.040 -
Veränderung des anderen Kommanditisten zuzurechnenden Nettovermögenswertes   - 5.000
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden   6.500  
Tilgung von Kaufpreisverbindlichkeiten   -11.288 -11.106
Tilgung von Finanzschulden   -1.971 -2.935
Nettomittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit   5.281 -9.041
Nettozu-/​-abnahme an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten   -5.956 9.798
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1. Januar   16.331 6.533
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember 6.8.2 10.375 16.331

Die Erläuterungen auf den Seiten 69 bis 104 sind ein integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

5 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Minderheitenanteil Summe Eigenkapital
Stand 1. Januar 2021 13.266 17.582 7.022 4.858 42.728
Gesamtes im Konzerneigenkapital erfasstes Ergebnis - - 5.151 - 5.151
Aktienoptionsprogramm - 248 - - 248
Wandelschuldverschreibung 60 240 - - 300
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis - - - 1.481 1.481
Ausgleichszahlung Minderheiten - - - -1.240 -1.240
Entnahmen aus der Kapitalrücklage - -243 - - -243
Kapitalerhöhung - - - - -
Option LAIC Intelligence GmbH - -63 - - -63
Stand 31. Dezember 2021 13.326 17.764 12.173 5.099 48.362
Stand 1. Januar 2022 13.326 17.764 12.173 5.099 48.362
Gesamtes im Konzerneigenkapital erfasstes Ergebnis - - -10.165 - -10.165
Aktienoptionsprogramm - 196 - - 196
Wandelschuldverschreibung 1.124 5.576 - - 6.700
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis - - - -376 -376
Ausgleichszahlung Minderheiten - - - -1.324 -1.324
Entnahmen aus der Kapitalrücklage - -5 - - -5
Kapitalerhöhung 3.033 23.542 - - 26.575
Option LAIC Intelligence GmbH - -88 - - -88
Fonds für allgemeine Bankrisiken - 200 - - 200
Getätigte Gewinnausschüttungen - - -60 - -60
Zugang zum Konsolidierungskreis - - - 2.073 2.073
Stand 31. Dezember 2022 17.483 47.185 1.948 5.471 72.088

Die Erläuterungen auf den Seiten 69 bis 104 sind ein integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

6 Konzernanhang

6.1 Allgemeine Informationen

Die Tätigkeit der LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG, Umfirmierung am 2. Januar 2023) (im Folgenden auch "Muttergesellschaft") und ihrer Tochterunternehmen (im Folgenden "LAIQON-Konzern") umfasst die Entwicklung, die Initiierung und den Vertrieb von Kapitalanlagen für private und institutionelle Investoren über Vertriebspartner. Im Geschäftsjahr 2022 agierte die LAIQON AG als börsengelistetes, bankenunabhängiges Finanzhaus und aktiver Asset Manager. Die LAIQON AG hat im Rahmen der Strategieumsetzung 2023/​25 2.0 die Markenpositionierung für den Konzern und die drei Geschäftssegmente LLOYD FONDS LIQUID ASSETS, LLOYD FONDS REAL ASSETS sowie LLOYD FONDS GROUP weiterentwickelt. Das Geschäftssegment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder LLOYD FONDS, LLOYD VERMÖGEN und LLOYD DIGITAL. Das Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder Immobilien, Schifffahrt sowie Sonstige Assets. Das Geschäftssegment LLOYD FONDS GROUP beinhaltet insbesondere die allgemeinen sonstigen Aufwendungen des LAIQON-Konzerns.

Bei der Muttergesellschaft handelt es sich um eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts, gegründet und mit Sitz in Hamburg. Die Adresse der Gesellschaft lautet: LAIQON AG, An der Alster 42, 20099 Hamburg. Die LAIQON AG, geführt beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 75 492, ist seit März 2017 im Segment "Scale" der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 29. März 2023 vom Vorstand der LAIQON AG zur Veröffentlichung genehmigt.

6.2 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewandten wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden im Folgenden dargestellt. Die Methoden wurden für alle dargestellten Berichtszeiträume stetig angewandt, sofern nichts anderes angegeben ist.

Die Darstellung des Konzernabschlusses erfolgt in Tausend Euro (TEUR), da hierdurch keine Informationsverluste entstehen. Es können sich Rundungsdifferenzen zwischen den einzelnen Abschlussbestandteilen ergeben. Einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz sind zur Verbesserung der Übersichtlichkeit der Darstellung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

6.2.1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wird freiwillig nach internationalen Rechnungslegungsstandards aufgestellt. Der Konzernabschluss der LAIQON AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie von der Europäischen Union (EU) bis zum 31. Dezember 2022 angenommen wurden.

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses wurde von dem Grundsatz der Unternehmensfortführung ausgegangen.

6.2.1.1 Erstmalig angewendete neue Standards und Interpretationen

Neue Standards und Interpretationen, die im Geschäftsjahr 2022 erstmalig anzuwenden sind:

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Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IAS 16 "Sachanlagen" und IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" (erstmalig ab 1. Januar 2022)

Jährliche Verbesserung IFRS Zyklus 2018-2020 (erstmalig ab 1. Januar 2022)

Aus der erstmaligen Anwendung der oben beschriebenen Änderungen haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern ergeben.

6.2.1.2 Ausblick auf zukünftige Standards

Im Folgenden wird auf wesentliche neue, ab dem 1. Januar 2023 oder später anzuwendende IFRS-Standards, Änderungen von bestehenden Standards sowie Interpretationen eingegangen. Eine vorzeitige Anwendung dieser neuen Regelungen im LAIQON-Konzern ist nicht erfolgt:

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IFRS 17 Versicherungsverträge (erstmalig ab 1. Januar 2023)

IFRS 4 Versicherungsverträge (erstmalig ab 1. Januar 2023)

Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig (erstmalig ab 1. Januar 2024)

Angabe von Rechnungslegungsmethoden (Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2) (erstmalig ab 1. Januar 2023)

Definition von Schätzungen (Änderungen an IAS 8) (erstmalig ab 1. Januar 2023)

Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Schulden aus einer einzigen Transaktion (Änderungen an IAS 12) (erstmalig ab 1. Januar 2023)

Änderungen an IFRS 16 "Leasingverbindlichkeiten" in einem Sale and Lease Back (erstmalig ab 1. Januar 2023)

Aus der erstmaligen Anwendung der oben beschriebenen Änderungen werden sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern ergeben.

6.2.2 Konsolidierung

6.2.2.1 Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, bei denen der Konzern die Beherrschung über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Seit Einführung des IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" sind zur Abgrenzung des Konsolidierungskreises neben der Entscheidungsmacht die variablen Rückflüsse entscheidend. Zudem muss die Möglichkeit bestehen, die variablen Rückflüsse über die vorliegende Entscheidungsmacht beeinflussen zu können.

Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen (Vollkonsolidierung), an dem die Beherrschung auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Beherrschung endet.

Gesellschaften, an denen LAIQON zu mehr als 50 % beteiligt ist, werden nicht als Tochterunternehmen klassifiziert, wenn aufgrund spezifischer gesellschaftsvertraglicher Regelungen trotz der Stimmrechtsmehrheit keine Möglichkeit zur Bestimmung der Geschäfts- und Finanzpolitik durch den Konzern besteht. Das Kriterium der Beherrschung ist demnach nicht erfüllt, jedoch übt LAIQON einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaften aus, sodass sie als assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert werden. Des Weiteren werden 22 Tochterunternehmen (Vj.: 24), die in ihrer Gesamtheit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind, nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt (Date of Exchange) zuzüglich der dem Erwerb direkt zurechenbaren Kosten. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang der Minderheitenanteile. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Goodwill angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die bei der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden in den Folgeperioden entsprechend der Entwicklung der Vermögenswerte und Schulden fortgeführt, abgeschrieben bzw. aufgelöst. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebniseliminierungen waren mangels relevanter Transaktionen innerhalb des Konzerns nicht erforderlich.

6.2.2.2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 werden neben der Muttergesellschaft die nachfolgenden 25 (Vj.: 16) Gesellschaften einbezogen.

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Gesellschaft Anteil Konzern
LAIQON Financial Service GmbH, Hamburg * 60,0 %
growney GmbH, Berlin 73,6 %
growney Technology & Service GmbH, Berlin 73,6 %
LAIC Intelligence GmbH, Hamburg 80,0 %
LAIC AIF Token GmbH & Co. KG, Hamburg 82,36 %
Lange Assets & Consulting GmbH, Hamburg 90,0 %
SPSW Capital GmbH, Hamburg 90,0 %
BV Bayerische Vermögen GmbH, München 100,0 %
MFI Asset Management GmbH, München 100,0 %
m+c Asset Allocation GmbH, München 100,0 %
LAIC Capital GmbH, Hamburg 90,25 %
LAIC Vermögensverwaltung GmbH, Hamburg 90,25 %
LAIC AIF GmbH, Hamburg 100,0 %
LAIC AIF Token Mitarbeiter GmbH & Co. KG, Hamburg 100,0 %
LAIC AIF KVG GmbH, Hamburg 100,0 %
LAIQON Solutions GmbH, Hamburg 100,0 %
LAIQON Token GmbH, Hamburg * 100,0 %
V:KI GmbH, Hamburg 100,0 %
53.10. Real Assets Treuhand GmbH, Hamburg * 100,0 %
53.10. Real Estate Management GmbH * 100,0 %
53.10. Consulting GmbH, Hamburg * 100,0 %
53.10. Special Assets GmbH, Hamburg * 100,0 %
Trade On GmbH, Hamburg 100,0 %
PPA Beteiligungsgesellschaft GmbH, Hamburg 100,0 %
2. Lloyd Fonds Shipping Beteiligung GmbH & Co. KG, Hamburg 48,9 %

* Gesellschaft wurde in 2023 umbenannt.

Akquisition BV Holding AG

Die BV Holding AG, München, wurde am 9. Mai 2018 gegründet und am 4. Juni 2018 in das Handelsregister eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Anlageberatung sowie Anlagevermittlung von Finanzdienstleistungen im Sinne der aufsichtsrechtlichen Bereichsausnahme; Abschluss von Vertriebsvereinbarungen hinsichtlich dieser Geschäfte; Errichtung, Erwerb sowie Beteiligung an anderen Unternehmen; Erbringung von Unterstützungsleistungen in organisatorischen, handels- und aufsichtsrechtlichen Belangen von Tochterunternehmen - soweit rechtlich zulässig - Projektentwicklung sowie Verwaltung eigenen Vermögens.

Die Akquisition der BV Holding AG erfolgte durch die Zahlung einer Barkomponente und einer Sachkapitalerhöhung im Umfang von 570.384 Aktien.

Die Sachkapitalerhöhung erfolgte im März 2022 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Umfang von 570.384 neuen Aktien zu einem Ausgabebetrag von 10,00 EUR je Aktie. Nur einzelne Aktionäre der BV Holding AG waren zur Zeichnung der neuen Aktien zugelassen. Das Grundkapital der LAIQON AG wurde damit um 570.384 EUR durch Ausgabe von 570.384 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR je Stückaktie erhöht.

Der Erwerb der BV Holding AG war am 5. April 2022 abgeschlossen und die Erstkonsolidierung erfolgte zum 01.04.2022. Mit Erwerb der BV Holding AG erfolgte der Erwerb der drei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften BV Bayerische Vermögen GmbH, MFI Asset Management GmbH und m+c Asset Allocation GmbH.

Der beizulegende Zeitwert der 570.834 Aktien, die im Rahmen der Sachkapitalerhöhung ausgegeben wurden, basiert auf dem XETRA-Schlusskurs der LAIQON AG Aktie am 5. April 2022 in Höhe von 10,35 EUR.

Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- und Firmenwert ist insbesondere auf die Marktpositionierung der Bayerischen Vermögen-Gruppe zurückzuführen, welche durch erfahrene und hochqualifizierte Mitarbeiter geschaffen wurde. Der langfristig betreute Kundenstamm ergänzt das Portfolio des LAIQON-Konzerns und profitiert zukünftig von den im Konzern entwickelten Digitalisierungskompetenzen.

Auf die erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Erwerbszeitpunkt keine Wertminderungen erfasst.

Als beizulegender Zeitwert der bedingten Gegenleistung wurde der Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungen angesetzt. Der Maximalbetrag von 3.094 TEUR verteilt sich auf die Geschäftsjahre 2022 bis 2025 und wird ausschließlich dann erreicht, wenn sich die betreuten Kundenvolumen der Bayerischen Vermögen-Gruppe in den nächsten Jahren signifikant erhöhen bzw. durch vereinnahmte Performance-Fees einen relevanten Beitrag zum LAIQON-Konzern beitragen.

Die BV Holding AG hat im Rahmen eines sog. verschmelzungsrechtlichen Squeeze-Outs ihr Vermögen mit allen Rechten und Pflichten auf die LAIQON AG rückwirkend ab dem 1. Januar 2022 zum 5. Oktober 2022 übertragen.

Akquisiton - BV Holding AG

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in TEUR
Zahlungsmittel 4.418
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.621
Sachanlagen (inkl. Nutzungsrechte) 1.253
Immaterielle Vermögenswerte 8.079
Sonstige 365
Identifizierte Vermögenswerte: 16.736
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 427
Finanzschulden (inkl. Leasingverbindlichkeiten) 1.173
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 2.040
Passive latente Steuern 2.664
Identifizierte Schulden: 6.304
Identifiziertes Nettovermögen 10.431
Nicht beherrschende Anteile -211
Erworbenes Nettovermögen 10.220
Zusammensetzung Kaufpreis  
Barvergütung 10.367
Ausgegebene Stammaktien 5.903
Bedingte Gegenleistung 1.010
  17.281
Geschäfts- und Firmenwert 7.061

Die Lange Assets & Consulting GmbH, Hamburg, wurde am 28. September 2005 gegründet und am 27. Dezember 2005 in das Handelsregister eingetragen. Bisher wurde die 90 %-Beteiligung an der Lange Assets & Consulting GmbH nach der Equity-Methode in den Konzern einbezogen. Mit Wirkung zum 30. Juni 2022 führte eine Änderung des Gesellschaftsvertrags in Verbindung mit dem Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrags zu einer Änderung der Einschätzung über die Kontrollverhältnisse, wodurch die Lange Assets & Consulting GmbH ab dem 30. Juni 2022 im Konzern vollkonsolidiert wird.

Zum Erwerbszeitpunkt sind auf die erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen keine Wertminderungen erfasst.

Vollkonsolidierung - Lange Assets & Consulting GmbH

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in TEUR
Zahlungsmittel 1.487
Sachanlagen (inkl. Nutzungsrechte) 195
Immaterielle Vermögenswerte 1.841
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 594
Identifizierte Vermögenswerte: 4.117
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 484
Finanzschulden (inkl. Leasingverbindlichkeiten) 157
Passive latente Steuern 594
Identifizierte Schulden: 1.250
Identifiziertes Nettovermögen 2.867
Nicht beherrschende Anteile -287
Erworbenes Nettovermögen 2.580
Beizulegender Zeitwert 5.622
Geschäfts- und Firmenwert 3.042

Akquisition growney GmbH

Durch Barkapitalerhöhungen am 15. Dezember 2021 und 4. März 2022 hatte die LAIQON AG zunächst eine Finanzbeteiligung in Höhe von 17,75 % an der growney GmbH für insgesamt 3 Mio EUR erworben. Im Dezember 2022 baute die LAIQON AG ihren Anteil an der growney GmbH auf zunächst 72,04 % durch Sachkapitalerhöhung im Umfang von 944.082 Aktien aus.

Die Sachkapitalerhöhung erfolgte am 21. Dezember 2022 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zum Ausgabebetrag von 10,00 EUR je Aktie. Einzig die Gesellschafter der growney GmbH waren zur Zeichnung der neue Aktien zugelassen. Das Grundkapital der LAIQON AG wurde damit um 944.082 EUR durch Ausgabe von 944.082 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR je Stückaktie erhöht. Im Anschluss erwarb die LAIQON AG durch Barkapitalerhöhung von 1 Mio EUR weitere 1,56 %, wodurch der Anteil an der growney GmbH zum Bilanzstichtag 73,6 % beträgt. Es ist geplant durch eine weitere Barkapitalerhöhung in 2023 im Zielbild 75 % an der growney GmbH zu halten.

Die Transaktion gilt aus Sicht der LAIQON AG mit Eintragung der Barkapitalerhöhung am 28. Dezember 2022 als abgeschlossen und die Erstkonsolidierung erfolgte zum 31. Dezember 2022.

Der beizulegende Zeitwert der 944.082 Aktien basiert auf dem XETRA-Schlusskurs der LAIQON AG am 21. Dezember 2022, dem Zeitpunkt der Eintragung der Sachkapitalerhöhung, in Höhe von 8,20 EUR. Die growney GmbH ist zu 100 % an der growney Technologies & Service GmbH beteiligt.

Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- und Firmenwert ist insbesondere auf die gute Positionierung der Gesellschaft im Segment der digitalen Vermögensverwaltung und den damit einhergehenden Vertriebskooperationen zurückzuführen. Von der Expertise der Mitarbeiter in IT und Sales profitiert neben der growney GmbH auch die LAIQON AG im gesamten Segment DIGITAL.

Akquisition growney GmbH

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in TEUR
Zahlungsmittel 1.984
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 272
Sachanlagen (inkl. Nutzungsrechte) 13
Immaterielle Vermögenswerte 5.696
Sonstige Vermögenswerte 34
Identifizierte Vermögenswerte: 7.999
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 98
Finanzschulden (inkl. Leasingverbindlichkeiten) 819
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 504
Passive latente Steuern 1.615
Identifizierte Schulden: 3.037
Identifiziertes Nettovermögen 4.962
Nicht beherrschende Anteile -1.736
Erworbenes Nettovermögen 3.226
Zusammensetzung Kaufpreis  
Barkapitalerhöhung 1.000
Ausgegebene Stammaktien 7.741
Fair Value bestehender Anteil von 17,75% 2.519
  11.261
Geschäfts- und Firmenwert 8.035

Akquisition Selection Asset Management GmbH

Die LAIQON AG hat am 05. Juli 2022 gemeinsam mit der MFI Asset Management GmbH einen Einbringungs- sowie Geschäftsanteilkauf- und Übertragungsvertrag, jeweils über Geschäftsanteile an der Selection Asset Management GmbH abgeschlossen. Ziel der Transaktion war die 100%ige Übernahme der Anteile an der Selection Asset Management GmbH mit anschließender Verschmelzung auf die MFI Asset Management GmbH.

Dafür hat die LAIQON AG zunächst 44,84 % im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung im Umfang von 126.000 neuen Aktien erworben. Die Sachkapitalerhöhung erfolgte am 2. Dezember 2022 unter Ausschluss des Bezugsrecht der Aktionäre zum Ausgabebetrag von 10,00 EUR je Aktie. Einzig die Gesellschafter der Selection Asset Management GmbH waren zur Zeichnung der neuen Aktien zugelassen. Das Grundkapital der LAIQON AG wurde damit um 126.000,00 EUR durch Ausgabe von 126.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR je Aktie erhöht. Der beizulegende Zeitwert der 126.000 Aktien basiert auf dem XETRA-Schlusskurs der LAIQON AG am 2. Dezember 2022 in Höhe von 8,46 EUR.

Die MFI Asset Management GmbH hat die übrigen 55,16 % gegen Zahlung einer fixen Barvergütung in Höhe von 1.550 TEUR erworben. Die fixe Barvergütung wurde nach Eintragung der vorstehend genannten Sachkapitalerhöhung im Handelsregister gezahlt.

Die MFI Asset Management GmbH hat mit Vertrag vom 12. Dezember 2022 die 44,84 % Anteile an der Selection Asset Management GmbH gegen Barzahlung von 1.260 TEUR von der LAIQON AG erworben.

Die Transaktion enthält eine bedingte Gegenleistung, welche in vier gesondert zu berechnenden variablen Raten für die Jahre 2022 bis 2025 (jeweils nachträglich) zu leisten ist. Die Höhe bestimmt sich anhand der im jeweiligen Jahr erwirtschafteten Provisionserlöse aus der Beratung bestimmter Fonds und ist insgesamt auf 1.393 TEUR begrenzt.

Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- und Firmenwert ist insbesondere auf die Hinzugewinnung hochqualifizierter Portfoliomanager zurückzuführen. Der betreute Kundenstamm, bestehend aus Publikums- und Spezialfonds, trägt zur weiteren Stärkung der Betreuung institutioneller Kunden bei.

Auf die erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Erwerbszeitpunkt keine Wertminderungen erfasst.

Die Selection Asset Management GmbH wurde mit Eintragung im Handelsregister am 19. Dezember 2022 rückwirkend zum 30. September 2022 auf die MFI Asset Management GmbH verschmolzen.

Akquisition Selection Asset Management GmbH

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in TEUR
Zahlungsmittel 574
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 352
Sachanlagen 13
Immaterielle Vermögenswerte 2.089
Sonstige Vermögenswerte 12
Identifizierte Vermögenswerte: 3.041
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 421
Passive latente Steuern 689
Identifizierte Schulden: 1.110
Identifiziertes Nettovermögen 1.931
Nicht beherrschende Anteile -
Erworbenes Nettovermögen 1.931
Zusammensetzung Kaufpreis  
Barvergütung 1.550
Ausgegebene Stammaktien 1.066
Bedingte Gegenleistung 815
  3.431
Geschäfts- und Firmenwert 1.500

Die LAIQON Solutions GmbH, Hamburg, wurde am 23. August 2022 gegründet und am 07. September 2022 in das Handelsregister eingetragen. Gegenstand des Unternehmens sind die zentrale Abwicklung, Koordination und Steuerung des Vertriebs des LAIQON-Konzerns in Form des Vertriebs an Privatkunden über Partner- und Drittvertriebe sowie des Vertriebs an institutionelle Kunden, die Tätigkeit als Finanzanlagenvermittler nach § 34f Abs. 1 GewO und die Tätigkeit als Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte.

Die LAIQON Financial Service GmbH (vormals Lloyd Fonds Makleragentur GmbH), Hamburg, wurde am 11. April 2022 gegründet und am 29. April 2022 in das Handelsregister eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Betreuung und beratungsbegleitende Unterstützung von Finanz- und Versicherungsmaklern, die Übernahme einer Schnittstellenfunktion zwischen den Finanz- und Versicherungsmaklern und den Produktanbietern sowie die Tätigkeit als Darlehensvermittler gem. § 34c Abs. 1 Nr. 2 GewO, als Versicherungsmakler gem. § 34 d Abs. 1 S. 2 GewO, als Finanzanlagevermittler gem. § 34f Abs. 1 Nr. 1 bis 3 GewO und als Immobiliendarlehensvermittler gem. § 34i Abs. 1 GewO. Im Juli 2022 hat die LAIQON AG 40 % der Anteile an der LAIQON Financial Service GmbH veräußert.

Am 12. September 2022 wurde die V:KI GmbH, Hamburg gegründet und am 22. September 2022 in das Handelsregister eingetragen. Gegenstand des Unternehmens sind die Beratung von und die Bereitstellung einer digitalen Geldanlageplattform und weiteren Lösungen für Genossenschaftsbanken zum Absatz von Endkundenprodukten und für die institutionelle Eigenanlage, die dafür erforderliche Koordination, insbesondere im Rahmen der Plattformökonomie des genossenschaftlichen Finanzverbundes Volksbanken Raiffeisenbanken, und die Weiterentwicklung der digitalen Geldanlageplattform, Services und über die Plattform vertriebenen Anlageprodukte sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte.

Mit der SPSW Capital GmbH, der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH, der BV Bayerischen Vermögen GmbH, der MFI Asset Magament GmbH, der m+c Asset Allokation GmbH, der Lange Asset & Consulting GmbH, der LAIQON Token GmbH und der 53.10. Real Estate Management GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge.

Die 2. Lloyd Fonds Shipping Beteiligung GmbH & Co. KG wird entsprechend der Vorschriften des IFRS 10 aufgrund der Präsenzmehrheiten in den Gesellschafterversammlungen trotz einer Beteiligungsquote von unter 50 % vollkonsolidiert.

Im Geschäftsjahr wurde die BV Holding AG bedingt durch die Verschmelzung auf die LAIQON AG zum 30. September 2022 entkonsolidiert.

Der Abschlussstichtag des LAIQON-Konzerns stimmt mit dem Abschlussstichtag der Tochterunternehmen (31. Dezember) überein.

6.2.2.3 Assoziierte Unternehmen

Assoziierte Unternehmen sind diejenigen Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Kontrolle besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 %. Die 46 (Vj.: 51) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen beinhaltet den beim Erwerb entstandenen Goodwill (nach Berücksichtigung kumulierter Wertminderungen).

Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von assoziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an Veränderungen der Rücklagen in den Konzernrücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Wenn der Verlustanteil eines assoziierten Unternehmens dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderungen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das assoziierte Unternehmen Verpflichtungen eingegangen oder hat für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet.

Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen und assoziierten Unternehmen werden, soweit diese vorliegen, entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin.

Der Abschlussstichtag des LAIQON-Konzerns stimmt mit dem Abschlussstichtag der nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (31. Dezember) überein. Die Abschlüsse der LAIQON AG und der wesentlichen nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Sofern zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses noch keine finalen Abschlüsse der betroffenen Gesellschaften vorliegen, wird auf vorläufige Abschlüsse zurückgegriffen.

In Ausnahmefällen kann es auch aufgrund besonderer gesellschaftsvertraglicher Regelungen oder Geschäftsbeziehungen dazu kommen, dass der LAIQON-Konzern trotz einer Beteiligung von unter 20 % einen maßgeblichen Einfluss ausübt.

Bei insolventen Gesellschaften fällt zu dem Zeitpunkt der Übernahme der Geschäftsführung durch den Insolvenzverwalter der maßgebliche Einfluss weg, sodass solche Gesellschaften nicht mehr als assoziierte Unternehmen zu werten sind. Hierzu zählen aus Konzernsicht aktuell 28 (Vj.: 28) Gesellschaften.

6.2.3 Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Anschaffungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen konzerneinheitlich. Für Einbauten in gemieteten Büroräumen wird eine voraussichtliche Mietdauer von zehn Jahren zugrunde gelegt. Bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen betragen die Nutzungsdauern zwischen drei und 19 Jahren. Andernfalls werden die Vermögenswerte über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben. Nutzungsdauern und etwaige Restwerte werden jährlich auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Im Rahmen der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht über die Laufzeit des Leasing-Verhältnisses oder, sofern dies früher eintritt, die Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes planmäßig linear abgeschrieben und gegebenenfalls um die außerplanmäßige Wertminderung angepasst.

Nach den Regelungen des IFRS 16 wird grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse mit bilanzverlängernder Wirkung ein Nutzungsrecht am zugrunde liegenden Vermögenswert aktiviert und eine Leasingverbindlichkeit erfasst. Der IFRS 16 räumt jedoch jeweils ein Wahlrecht ein, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) sowie für Leasingverträge über geringwertige Vermögenswerte auf eine Erfassung des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit zu verzichten. Der LAIQON-Konzern nimmt dieses Wahlrecht in Anspruch. Die Leasingverbindlichkeit wird zum Zeitpunkt der Erstbilanzierung gemäß IFRS 16.27 anhand des Barwerts der zukünftigen Leasingzahlungen mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers diskontiert und unter den Finanzschulden angesetzt. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz des LAIQON-Konzerns beträgt 4,76 %. Die Nutzungsrechte werden vereinfacht mit dem Betrag der jeweiligen Leasingverbindlichkeit, bereinigt um im Voraus geleistete oder abgegrenzte Leasingzahlungen, bilanziert. Die Leasingrate teilt sich in Tilgungs- und Finanzierungsaufwendungen auf. Die Finanzierungsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst.

Die Nutzungsrechte an Grundstücken und Gebäuden beziehen sich auf Mietobjekte. Unter Kraftfahrzeuge sind Dienstfahrzeugleasingverträge zusammengefasst und die Betriebs- und Geschäftsausstattung bezieht sich auf Büroausstattung. Zahlungen für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse werden linear erfolgswirksam erfasst. Drei Immobilienleasingverträge beinhalten Verlängerungsoptionen, welche jedoch zum Stichtag bilanziell nicht berücksichtigt wurden. Es bestehen Optionen, die Verträge um jeweils fünf Jahre zu verlängern.

6.2.4 Immaterielle Vermögenswerte

Neben dem Geschäfts- und Firmenwert liegen keine immateriellen Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer im LAIQON-Konzern vor. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ab dem Zeitpunkt der Nutzung linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer beträgt drei bis 25 Jahre.

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten die Aufwendungen für die Entwicklung von Software und für die Homepage, die durch Verträge mit externen Dritten und intern angefallen sind. Die hierfür entstandenen Forschungsaufwendungen werden im Aufwand erfasst. Die Nutzungsdauer der Software und der Homepage beträgt drei bis zehn Jahre. Der Ausweis erfolgt unter den geleisteten Anzahlungen, wenn die Inbetriebnahme zum Bilanzstichtag noch nicht erfolgt ist.

6.2.5 Geschäfts- oder Firmenwert

Geschäfts- und Firmenwerte sind zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Sie unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung und werden jedoch mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft.

6.2.6 Wertminderung nichtmonetärer Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben oder sich noch nicht in betriebsbereitem Zustand befinden, sowie Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sie werden jährlich auf Wertminderungsbedarf hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert ggf. nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (Cash-Generating-Units).

6.2.7 Finanzielle Vermögenswerte

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten wird anhand des betriebenen Geschäftsmodells und der Struktur der Zahlungsströme bestimmt. Ein finanzieller Vermögenswert wird dabei beim erstmaligen Ansatz entweder als "Zu fortgeführten Anschaffungskosten", als "Zum beizulegenden Zeitwert mit erfolgsneutraler Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis" oder als "Zum beizulegenden Zeitwert mit erfolgswirksamer Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" klassifiziert.

"Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" werden im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung die Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme ist. Die Zahlungsströme dieser Vermögenswerte betreffen ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag.

"Zum beizulegenden Zeitwert mit erfolgswirksamer Erfassung der Wertänderungen" werden Schuldinstrumente bewertet, die kurzfristig zur Realisierung von Kursgewinnen gehalten werden oder deren Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag betreffen.

Finanzielle Vermögenswerte, bei denen es sich um Schuldinstrumente handelt, werden "Zum beizulegenden Zeitwert mit erfolgsneutraler Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis" bewertet, wenn die Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme sowie zur Veräußerung gehalten werden und die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen.

Finanzielle Vermögenswerte unterliegen Ausfallrisiken, welche durch die Bilanzierung einer Risikovorsorge oder bei bereits eingetretenen Verlusten durch Erfassung einer Wertminderung berücksichtigt werden. Dem Ausfallrisiko von Forderungen und Krediten wird durch die Berücksichtigung von einzelnen und portfoliobasierten erwarteten Kreditausfallrisiken Rechnung getragen.

Im Einzelnen wird für diese finanziellen Vermögenswerte nach konzerneinheitlichen Maßstäben eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten Ausfalls (expected loss) gebildet. Aus dieser Risikovorsorge werden dann die tatsächlichen Einzelwertberichtigungen der eingetretenen Ausfälle erfasst. Ein potenzieller Wertberichtigungsbedarf wird nicht nur bei Vorliegen verschiedener Tatsachen wie Zahlungsverzug über einen bestimmten Zeitraum, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, Beantragung oder Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder Scheitern von Sanierungsmaßnahmen, sondern auch für nicht überfällige Forderungen angenommen.

Für die Ermittlung portfoliobasierter Wertberichtigungen werden nicht signifikante Forderungen sowie signifikante Individualforderungen ohne Hinweise auf Wertminderungen anhand vergleichbarer Kreditrisikomerkmale zu homogenen Portfolios zusammengefasst und nach Risikoklassen aufgeteilt. Für die Ermittlung der Wertminderungshöhe werden durchschnittliche historische Ausfallwahrscheinlichkeiten in Verbindung mit zukunftsbezogenen Parametern des jeweiligen Portfolios herangezogen. Kreditausfallrisiken sind für sämtliche finanzielle Vermögenswerte zu betrachten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum Fair Value (Fremdkapitalinstrumente) bewertet werden.

Der Ansatz der erwarteten Kreditverluste (expected credit losses) nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Ermittlung von Wertberichtigungen:

Stufe 1: erwartete Kreditverluste innerhalb der nächsten zwölf Monate ohne wesentlichen Anstieg des Kreditrisikos

Diese Stufe beinhaltet alle Verträge ohne wesentlichen Anstieg des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung und beinhaltet regelmäßig neue Verträge und solche, deren Zahlungen weniger als 31 Tage überfällig sind. Der Anteil an den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzuführen ist, wird erfasst.

Stufe 2: erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - keine beeinträchtigte Bonität

Wenn ein finanzieller Vermögenswert nach seiner erstmaligen Erfassung eine signifikante Steigerung des Kreditrisikos erfahren hat, allerdings nicht in seiner Bonität beeinträchtigt ist, wird er der Stufe 2 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste erfasst, welche über mögliche Zahlungsausfälle über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts bemessen werden.

Stufe 3: erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - bonitätsbeeinträchtigt

Wenn ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oder ausgefallen ist, wird er der Stufe 3 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist, umfassen eine Überfälligkeit ab 91 Tagen sowie weitere Informationen über wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners. Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos erfahren hat, basiert auf einer mindestens quartalsweise durchgeführten Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informationen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigen. Für Schuldinstrumente, die nicht Forderungen aus Finanzdienstleistungen sind, wird eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos maßgeblich anhand von Überfälligkeitsinformationen festgestellt. Ein finanzieller Vermögenswert wird in Stufe 3 überführt, wenn das Kreditrisiko im Vergleich zu seinem Kreditrisiko zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist. Das Kreditrisiko wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeit eingeschätzt.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird der Ansatz angewandt, wonach für diese Forderungen bereits bei der erstmaligen Erfassung erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit erfasst werden. In Stufe 1 und 2 wird der Effektivzinsertrag auf Basis des Bruttobuchwerts ermittelt. Sobald ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist und der Stufe 3 zugeordnet wird, wird der Effektivzinsertrag auf Basis des Nettobuchwerts (Bruttobuchwert abzüglich Risikovorsorge) berechnet.

6.2.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden anfänglich zum Transaktionspreis angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertminderungen bewertet. Dabei wird die Effektivzinsmethode nur angewendet, falls die Forderung eine Fälligkeit von mehr als zwölf Monaten aufweist. Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Als Indikatoren für eine mögliche Wertminderung kommen insbesondere Zahlungsverzögerungen und eine verschlechterte Bonität der Schuldner in Betracht. Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus dieser Forderung, diskontiert mit dem Effektivzinssatz. Die Wertminderung wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiges betriebliches Ergebnis erfasst. Sofern eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird sie gegen das Wertminderungskonto für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. sonstige Forderungen ausgebucht. Nachträgliche Zahlungseingänge auf vormals ausgebuchte Beträge werden als sonstiger betrieblicher Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bei der Ermittlung des künftig zu erwartenden Wertminderungsbedarfs im Zusammenhang mit IFRS 9 wird grundsätzlich auf historische Ausfallwahrscheinlichkeiten abgestellt, die um für das Kreditrisiko relevante Zukunftsparameter ergänzt werden. Die Wertminderungen tragen den künftig erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung, konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Im Rahmen von Einzelwertberichtigungen werden finanzielle Vermögenswerte anhand gleichartiger Ausfallrisikoeigenschaften gruppiert und gemeinsam auf Wertminderungen untersucht und wertberichtigt.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wird angenommen, dass der Nominalbetrag abzüglich Wertberichtigungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

6.2.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. Für Zwecke der Kapitalflussrechnung werden Kontokorrentkredite mit den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten saldiert. Bankguthaben, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, werden nicht in die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Kapitalflussrechnung einbezogen.

Da die liquiden Mittel ausschließlich bei Finanzinstituten mit hoher Bonität innerhalb Deutschlands gehalten werden und daher keinem wesentlichen Kreditrisiko unterliegen, werden diese im Rahmen des Wertminderungsmodells gemäß IFRS 9 der Stufe 1 zugeordnet.

6.2.10 Eigenkapital

Kosten, die direkt der Ausgabe von neuen Aktien oder Optionen zuzurechnen sind, werden im Eigenkapital netto nach Steuern als Abzug von den Emissionserlösen bilanziert. Steuern werden berücksichtigt, sofern sich diese voraussichtlich auswirken. Kosten, die sich auf die Ausgabe von neuen Aktien sowie die Börsennotierung von bereits ausgegebenen Aktien beziehen, werden auf die einzelnen Transaktionen aufgeteilt. Diejenigen Transaktionskosten, die sich auf die Börsennotierung von bereits ausgegebenen Aktien beziehen, werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

6.2.11 Verbindlichkeiten und Finanzschulden

Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und Finanzschulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, angesetzt, der regelmäßig dem Wert der erhaltenen Gegenleistung entspricht. In den Folgeperioden werden die Verbindlichkeiten und Finanzschulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Verbindlichkeiten und Finanzschulden zählen zu den kurzfristigen Schulden, soweit deren Fälligkeit nicht zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag liegt, ansonsten erfolgt ein Ausweis als langfristige Schulden.

Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wird angenommen, dass der Nominalbetrag abzüglich Wertberichtigungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Der angegebene beizulegende Zeitwert langfristiger finanzieller Verbindlichkeiten wird durch die Abzinsung der zukünftigen vertraglich vereinbarten Zahlungsströme mit dem gegenwärtigen Marktzinssatz, der dem Konzern für vergleichbare Finanzinstrumente gewährt würde, ermittelt.

Der den anderen Kommanditisten zuzurechnende Nettovermögenswert beruht auf den gesellschaftsvertraglich festgelegten Kündigungsrechten der Gesellschafter des Fonds "Premium Portfolio Austria". Diese Rechte können erstmals zum 31. Dezember 2025 ausgesprochen werden. Hierbei handelt es sich um ein Inhaberkündigungsrecht i. S. d. IAS 32.18 (b). Gemäß IAS 32.AG 29A kommen die Ausnahmeregelungen der Paragrafen 16AD des IAS 32 im Konzernabschluss nicht zum Tragen, sodass die Einlagen zwingend als Fremdkapital zu klassifizieren sind. Die Höhe des Abfindungsanspruchs richtet sich nach den Bestimmungen desjeweiligen Gesellschaftsvertrags bzw. nach dem Zeitwert des Nettovermögens. Die Bewertung des Postens erfolgte im Rahmen der Erstkonsolidierung zum beizulegenden Zeitwert (Barwert des Abfindungsanspruchs). In den Folgeperioden werden die hieraus resultierenden Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode fortgeschrieben und gegebenenfalls an geänderte Ausschüttungsprognosen angepasst. Ferner ist der den anderen Kommanditisten zuzurechnende Nettovermögenswert um den der Ausweis der Minderheiten der in den Konzernabschluss einbezogenen LAIC AIF Token GmbH & Co. KG und LAIC TOKEN MITARBEITER GmbH & Co. KG enthalten.

6.2.12 Leistungen an Arbeitnehmer und Organmitglieder

6.2.12.1 Gewinnbeteiligung

Die sich nach bestimmten Berechnungsverfahren ergebenden Gewinnbeteiligungen des Vorstands, des Aufsichtsrats und bestimmter Arbeitnehmer werden als Aufwand erfasst und entweder als Eigenkapitalerhöhung im Eigenkapital bilanziert oder als Verbindlichkeit passiviert. Der Konzern passiviert eine Verbindlichkeit in den Fällen, in denen eine vertragliche Verpflichtung besteht oder sich aufgrund der Geschäftspraxis der Vergangenheit eine faktische Verpflichtung ergibt.

6.2.12.2 Aktienbasierte und performancebasierte Vergütung

Die Aktionäre der LAIQON AG haben zugestimmt, einen aktien-und performancebasierten Vergütungsplan mit drei Komponenten aufzulegen:

Aktienoptionsprogramm (AOP)

Ein Teil der Vergütung der Vorstände und weiterer ausgewählter Mitarbeiter besteht aus Aktienoptionen im Rahmen des AOP. Im Rahmen des AOP erhalten diese Mitarbeiter Optionen auf Aktien der Gesellschaft. Damit fällt der AOP in den Anwendungsbereich des IFRS 2. Die Aktienoptionen können mit Aktien beglichen werden. Hierzu hat die Hauptversammlung der LAIQON AG ein bedingtes Kapital genehmigt, das am 29. August 2018 in das Handelsregister eingetragen wurde. Eine Anpassung des bedingten Kapital 2018 II hat die Hauptversammlung am 31. August 2020 genehmigt, die am 7. September 2020 in das Handelsregister eingetragen wurde. Eine weitere Anpassung des bedingten Kapital 2018 II hat die Hauptversammlung am 31. August 2021 genehmigt, die am 13. September 2021 in das Handelsregister eingetragen wurde. Eine weitere Anpassung des bedingten Kapitals 2018 II hat die Hauptversammlung am 21. Juli 2022 genehmigt, die am 12. August 2022 in das Handelsregister eingetragen wurde (siehe auch bedingtes Kapital 2018 II Ziffer 6.7.9.1).

Der AOP ist gemäß IFRS 2.41 grundsätzlich als sog. equity-settled Plan zu klassifizieren und dementsprechend im Eigenkapital abzubilden. Die LAIQON AG hat die Möglichkeit, die Aktienoptionen in bar zu begleichen (share-based payments with cash alternatives). Es gibt jedoch keine Verpflichtung zur Barauszahlung und es gibt auch keine Erfahrungswerte aus der Vergangenheit zum Ausübungsverhalten oder andere Umstände, die zu einer Barauszahlung verpflichten würden. Vor diesem Hintergrund ist das AOP als equity-settled Plan zu klassifizieren, weshalb die Erfassung entsprechend im Eigenkapital erfolgt.

Bei equity-settled Plänen ist der Fair Value jeweils zum Gewährungszeitpunkt (Grant Date) zu bestimmen. Bewertungsstichtage des AOP im Berichtszeitraum sind aufgrund vertraglicher Regelungen der 1. Januar 2021, der 18. Januar 2021, der 26. März 2021, der 1. April 2021, der 1. Dezember 2021, der 01.Januar 2022, der 15. März 2022, der 01. Mai 2022 und der 01. Oktober 2022.

Die Berechtigten des AOP können die ihnen gewährten Aktienoptionen ausüben, sofern der Ablauf der Wartezeit von fünf Jahren, beginnend am Ausgabetag der Optionen, die Ausübung der Aktienoptionen während der Laufzeit von maximal acht Jahren (das heißt innerhalb von drei Jahren nach Ablauf der Wartezeit) außerhalb gewisser Sperrzeiten und der Eintritt zweier Erfolgsziele gegeben sind:

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Erfolgsziel 1 (sog. Market Condition): Verdopplung des Aktienkurses innerhalb von fünf bis acht Jahren (Zeitraum ab Ende der Wartezeit bis Ende der Laufzeit): Der volumengewichtete Durchschnittskurs der nennbetragslosen Inhaber-Stammaktien (Stückaktien) der Firma im elektronischen Xetra-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem an den letzten 30 (dreißig) Börsenhandelstagen vor dem Tag der Ausübung der Bezugsrechte ("Prüfzeitraum") beträgt mindestens 200 % des Ausübungspreises. Relevant sind nur die Prüfzeiträume, welche am letzten Tag der Wartezeit oder später enden.

Erfolgsziel 2 (sog. Non-Market Condition): Verdreifachung des EBITDA 2020 bis zum Geschäftsjahr 2026: Das Ist-EBITDA auf Konzernebene ausweislich des auf den letzten Bilanzstichtag vor Ablauf der Wartezeit aufzustellenden Konzernabschlusses übersteigt das Ist-EBITDA ausweislich des auf den vorletzten vor Ablauf der Begebung der Bezugsrechte liegenden Bilanzstichtag aufzustellenden Konzernabschlusses um mindestens 200 %.

Das AOP sieht ferner einen sogenannten Cap vor, welcher den erzielbaren Gewinn aus dem AOP auf das Achtfache des Ausübungspreises beschränkt.

Die Aktienoptionen für die Vorstände können nach einer Wartezeit von fünf Jahren ausgeübt werden, sofern die Vorstände am Ende der Wartezeit noch in einem aktiven Dienstverhältnis stehen.

Sofern der anspruchsberechtigte Vorstand durch Wiederbestellung durch eine Verlängerung seines Arbeitsvertrags eine Zusage auf die Aktienoptionen erhält, ist der AOP grundsätzlich als equity-settled Plan zu bilanzieren. Bei equity-settled Plänen wird per Aufwand an Eigenkapital gebucht (IFRS 2.10). Die Erfassung von Aufwand erfolgt dabei über den Zeitraum, über den das Unternehmen die Arbeitsleistung empfängt (vesting period). Die vesting period ist regelmäßig der Zeitraum zwischen der Gewährung der Zusage (Grant Date) und dem Zeitpunkt der Unverfallbarkeit der Ansprüche (IFRS 2.15). Mit der Wiederbestellung des anspruchsberechtigten Vorstands liegt dann das Grant Date vor. Das Ende der Aufwandserfassung fällt auf das Ende der Wartezeit. Die Aufwendungen werden daher vom Zeitpunkt der Wiederbestellung oder Verlängerung bis zum Ende der Wartezeit linear verteilt erfasst.

Phantom Stock Plan (PSP)

Als weitere Vergütung erhalten ein Vorstandsmitglieder und ein Mitarbeiter der LAIQON AG im Rahmen des PSP in jedem Jahr der Tätigkeit jeweils zum 1. April eines Jahres, eine Tranche an Phantom Stocks, die jeweils nach dem Ablauf von zwei Jahren zum Erhalt einer variablen Vergütung von der Gesellschaft berechtigen.

Im Berichtsjahr wurde eine neue Tranche ausgegeben. Zum Stichtag 31. Dezember besteht somit eine Phantom Stock Tranche.

Da die Phantom Stocks in bar beglichen werden und es kein Wahlrecht zur Begleichung in Aktien gibt, wird der PSP als sog. cash-settled Plan klassifiziert (IFRS 2.30). Bei cash-settled Plänen wird aufwandswirksam eine Rückstellung gebildet. Im Unterschied zu equity-settled Plänen wird die zu bildende Rückstellung an jedem Bilanzstichtag aufwandswirksam an den aktuellen Fair Value angepasst, sodass im vorliegenden Fall der Fair Value der Phantom Stocks zum 31. Dezember 2022 für die bilanzielle Aufwandserfassung ermittelt wurde. Die Auszahlung des Phantom Stock Bonus ist an zwei Erfolgsziele geknüpft:

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Erfolgsziel 1 (sog. Market Condition): Erhöhung des Aktienkurses um 15 % innerhalb von zwei Jahren (bis zum 31. März des übernächsten Jahres): Eine Auszahlung erfolgt nur, wenn zum Stichtag ein bestimmtes Kursziel (das Erfolgsziel 1) eintritt. Das Erfolgsziel 1 gilt als eingetreten, wenn der maßgebliche Aktienkurs zum Stichtag mindestens 115 % des Basiswerts beträgt.

Erfolgsziel 2 (sog. Non-Market Condition): Ist-EBITDA vor dem Stichtag entspricht oder ist größer als 90 % des jeweiligen PlanEBITDA. Ferner setzt die Abrechnung des Phantom Stock Bonus voraus, dass das EBITDA der Gesellschaft in den zwei Quartalen vor dem jeweiligen Stichtag mindestens 90 % des EBITDA gemäß dem vom Aufsichtsrat genehmigten Business Plan entspricht.

Auch der PSP sieht einen sogenannten Cap vor. Die Auszahlung einer Tranche aus dem PSP darf die jeweilige Bonuszahlung des Begünstigten aus dem vorherigen Jahr nicht übersteigen. Die Begünstigten verlieren sämtliche Ansprüche auf Auszahlung, wenn die Tätigkeit vor dem Ablauf der zweijährigen Laufzeit endet.

Der Fair Value einer Aktienoption sowie eines Phantom Stocks wurde mittels Monte-Carlo-Simulationen berechnet. In den nachfolgenden Tabellen sind die relevanten Bewertungsparameter sowie die ermittelten Fair Values zusammenfassend dargestellt.

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Gewährungszeitpunkt
in TEUR 1.1.21 18.1.21 26.3.21 1.4.21 1.12.21 1.01.22
Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt (in EUR) 6,20 6,95 6,20 6,95 12,10 15,15
Ausübungspreis (in EUR) 6,21 6,29 6,51 6,60 10,89 13,40
Laufzeit (ab Bewertungsstichtag) 8 Jahre 8 Jahre 8 Jahre 8 Jahre 8 Jahre 8 Jahre
Risikofreier Zins 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 %
Dividendenrendite 2 % 2 % 2 % 2 % 2 % 2 %
Volatilität der Aktie 40 % 40 % 40 % 40 % 40 % 40 %
Volatilität des EBITDA 50 % 50 % 50 % 50 % 50 % 50 %
Fair Value je Aktienoption (in EUR) 1,88 2,29 1,81 2,22 4,01 5,09
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Gewährungszeitpunkt
in TEUR 15.03.22 1.05.22 1.10.22
Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt (in EUR) 10,60 8,68 5,64
Ausübungspreis (in EUR) 11,19 9,78 5,93
Laufzeit (ab Bewertungsstichtag) 8 Jahre 8 Jahre 8 Jahre
Risikofreier Zins 0 % 0,2 % 1,2 %
Dividendenrendite 2 % 2 % 2 %
Volatilität der Aktie 40 % 40 % 40 %
Volatilität des EBITDA 50 % 50 % 50 %
Fair Value je Aktienoption (in EUR) 3,07 2,44 1,87
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(Tranche 2022)
Bewertungsstichtag 31.12.2022
Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt (in EUR) 10,40
Basiswert (in EUR) 12,87
Laufzeit (ab Bewertungsstichtag) 2 Jahre
Risikofreier Zins 1,96 %
Dividendenrendite 0 %
Volatilität der Aktie 40 %
Volatilität des EBITDA 50 %
Fair Value je Phantom Stock (in EUR) 0,13

Flag Ship Bonus (FSB)

Ab dem Geschäftsjahr 2019 gibt es für einzelne Beschäftigte zudem einen FSB. Dieser leitet sich von der Performance eines vom LAIQON-Konzern gemanagten Fonds für je zwei Geschäftsjahre ab.

6.2.13 Steuern

Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den nationalen Steuervorschriften berechnet. Darüber hinaus beinhalten die laufenden Steuern des Jahres auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht veranlagte Jahre, woraus sich im Rahmen der Veranlagung noch Veränderungen ergeben können. Darüber hinaus bestehen gegenüber dem Finanzamt Forderungen aufgrund noch nicht erstatteter anrechenbarer Steuern sowie noch nicht geänderter Bescheide.

Latente Steuern werden zur Berücksichtigung zukünftiger steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Vermögenswerte und Schulden und deren Wertansätzen im IFRS-Abschluss gebildet (Verbindlichkeitsmethode). Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und -vorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.

Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen werden in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann.

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können. Der Planungshorizont beträgt zum Bilanzstichtag fünf Jahre. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgt ein Ansatz aktiver latenter Steuern in Höhe von 15.003 TEUR (Vj.: 10.192 TEUR).

Aktive und passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden nur angesetzt, wenn der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen nicht vom Konzern gesteuert werden kann und die Umkehrung der temporären Differenz hinreichend gesichert erscheint.

Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, die laufenden Steuerforderungen gegen die laufenden Steuerverbindlichkeiten aufzurechnen, und wenn die latenten Steuern gegen dieselbe Steuerbehörde bestehen.

6.2.14 Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden kann. Langfristige Rückstellungen werden zum Barwert der erwarteten Ausgaben bewertet, wobei ein Vorsteuerzinssatz verwendet wird, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts sowie die für die Verpflichtung spezifischen Risiken berücksichtigt. Aus der reinen Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Zinsaufwendungen erfasst.

6.2.15 Ertragsrealisierung

Die Umsatzerlöse umfassen den erhaltenen beizulegenden Zeitwert für den Verkauf von Dienstleistungen ohne Umsatzsteuer, Rabatte und Preisnachlässe und nach Eliminierung konzerninterner Transaktionen. Erträge aus der Erbringung von Dienstleistungen jeglicher Art werden grundsätzlich nur dann realisiert, wenn die Leistung erbracht ist, der Vergütungsanspruch rechtlich entstanden ist, die Höhe der Erträge verlässlich geschätzt werden kann und eine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein wirtschaftlicher Nutzen dem Unternehmen zufließt. Darüber hinaus gelten folgende Grundsätze in Bezug auf die einzelnen Erlöse:

Der LAIQON-Konzern erbringt Leistungen aus der Verwaltung von Investmentvermögen, Beratungsleistungen sowie Finanzierungskonzepte im Rahmen von Projektierungen gegenüber den Fondsgesellschaften oder fremden Dritten. Grundsätzlich erfolgt die Ertragsrealisierung je nach Vertragsgestaltung entweder zum Zeitpunkt der Fertigstellung der jeweiligen Leistungserbringung oder ratierlich anteilig nach Fertigstellungsstand bzw. Teilleistung.

Neben den Geschäftsführertätigkeiten erbringt LAIQON auch Serviceleistungen für Managementunterstützung gegenüber Fondsgesellschaften. Diese Leistungen werden kontinuierlich über die Laufzeit ausgeführt. Dementsprechend erfolgt die Realisierung der Erlöse anteilig mit Zeitfortschritt.

Weiterhin erbringt LAIQON Leistungen im Rahmen des Treuhandgeschäfts, welche die Verwaltung der von ihr für Dritte gehaltenen bzw. nach Eintragung der Kommanditisten in das Handelsregister betreuten Kommanditbeteiligungen sowie die Vorbereitung, Einberufung und Durchführung von Gesellschafterversammlungen umfassen. Bei den laufenden Treuhandvergütungen der Folgejahre erfolgt die Erfassung an jedem Bilanzstichtag anteilig bezogen auf den jeweiligen Stand des verwalteten Kapitals.

Der IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" wurde erstmals zum 1. Januar 2018 angewendet. Gemäß IFRS 15 bemisst sich die Beurteilung der Umsatzerlöse bezüglich der Höhe sowie danach, ob es sich um einen zeitpunkt- oder eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung handelt, nach dem Fünf-Schritte-Modell:

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Schritt 1: Identifikation von Verträgen mit Kunden

Schritt 2: Identifikation separater Leistungsverpflichtungen

Schritt 3: Ermittlung des Transaktionspreises

Schritt 4: Allokation des Transaktionspreises

Schritt 5: Ertragsrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung

Wesentliche Erlöse aus Managementleistungen und Erlöse aus Treuhandtätigkeiten sind im Sinne des IFRS 15 zeitraumbezogene Leistungen. Auch nach den Regelungen des IFRS 15 kam es zu keiner veränderten Erlösrealisierung. Dagegen handelt es sich bei den Erlösen aus Vermittlungs- und Strukturierungsleistungen im Wesentlichen um zeitpunktbezogene Leistungen. Im Zusammenhang mit den Anlageberatungsdienstleistungen hinsichtlich der im Geschäftsjahr 2019 und 2021 aufgelegten Publikumsfonds wurden zwei Leistungsverpflichtungen identifiziert. Zum einen die Anlageberatung hinsichtlich des Kaufs und Verkaufs von Finanzinstrumenten für die Fonds und zum anderen die Vermarktung der Fonds. Die Vergütung für die Anlageberatung ist unterjährig in der Abrechnungsperiode mit Unsicherheit behaftet und der Umsatz aus dieser Leistungsverpflichtung kann erst mit der Abrechnung realisiert werden. Die Vergütung für die Vermarktungsleistung wird monatlich abgerechnet. Dementsprechend kann die Leistung monatlich als realisiert angesehen und monatsweise als Umsatz erfasst werden.

Zinserträge werden zeitanteilig unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Dividendenerträge werden in dem Zeitpunkt erfasst, in dem das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht, welches dem Datum der Beschlussfassung entspricht.

6.2.16 Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung und die Berichtswährung der LAIQON AG darstellt. Fremdwährungstransaktionen werden mit dem Wechselkurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 wurden folgende Umrechnungskurse verwendet:

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in EUR Stichtagskurs Durchschnittskurs
2022 2021 2022 2021
US-Dollar (US-$) 1,0666 1,1326 1,0589 1,1325

6.3 Finanzrisikomanagement

6.3.1 Risiken aus Finanzinstrumenten

Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Diese Risiken umfassen das Liquiditätsrisiko, das Marktrisiko sowie das Ausfallrisiko. Das Marktrisiko umfasst das Zinsrisiko, das Währungsrisiko und das Preisrisiko.

6.3.1.1 Liquiditätsrisiko

Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt durch den Bereich Finanzen auf Grundlage von Verfahren und Maßnahmen, die im Einklang mit der vom Vorstand beschlossenen Richtlinie zum Risikomanagement stehen. Das kurzfristige Liquiditätsmanagement wird mittels einer rollierenden Liquiditätsplanung vorgenommen, die einen Planungshorizont von bis zu einem Jahr abbildet. Darüber hinaus kommt eine mittelfristige Finanzplanung für die jeweils folgenden fünf Geschäftsjahre zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein integriertes Planungsmodell, das aus einer Plan-Gewinn- und Verlustrechnung besteht. Sowohl die Kurz- als auch die Mittelfristplanung sind aus der Businessplanung des Konzerns abgeleitet und aufeinander abgestimmt.

6.3.1.2 Marktrisiko

Das Zinsänderungsrisiko, das Bestandteil des Marktrisikos ist, resultiert aus möglichen Schwankungen des Zeitwerts eines Finanzinstruments bzw. der hieraus erwarteten Zahlungsströme aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes. Diese Zinsschwankungen wirken sich zum einen auf die Höhe der zukünftigen Zinserträge und -aufwendungen des Konzerns aus. Zum anderen können sie den beizulegenden Zeitwert von Finanzinstrumenten beeinflussen.

Im Regelfall werden gewährte oder in Anspruch genommene Darlehen mit einem festen Zinssatz zu marktüblichen Konditionen verzinst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß den Vorschriften des IFRS 9 nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Insofern sind keine wesentlichen Zeitwertanpassungen zu erwarten.

Fremdwährungsrisiken resultieren im aktuellen Konzernabschluss im Wesentlichen aus der Umrechnung von US-$-Beständen in Euro. Um die Bewertungseffekte zu minimieren, analysiert der LAIQON-Konzern regelmäßig die in Fremdwährung lautenden Vermögenswerte und Schulden des Konzerns und prognostiziert deren weitere Entwicklung. Im Vordergrund stehen dabei Risiken mit zahlungswirksamen Auswirkungen. Sofern sich aus der offenen Fremdwährungsposition ein signifikantes Risiko für die Finanzlage des Konzerns ergeben sollte, werden entsprechende Sicherungsgeschäfte durchgeführt. Derzeit resultieren hieraus keine offenen Positionen.

Verantwortlich für das Management der Zins- und Fremdwährungsrisiken ist der Bereich Finanzen in Abstimmung mit anderen Abteilungen des Konzerns. Wegen der möglichen negativen Entwicklung der Fremdwährungskurse werden aktuell nicht benötigte Fremdwährungsbestände zeitnah in Euro gewechselt.

Das Preisrisiko betrifft insbesondere die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. In diese Kategorie von Finanzinstrumenten fallen die Beteiligungen des Konzerns an eigenen Fonds des Geschäftssegments LLOYD FONDS REAL ASSETS. Dabei handelt es sich in der Regel um Anteile, die der LAIQON-Konzern als Gründungsgesellschafter an diesen Unternehmen hält.

LAIQON führt zu jedem Halbjahresstichtag eine Zeitwertbewertung der wesentlichen Beteiligungen durch. Verantwortlich hierfür ist das Fondsmanagement im Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS des Konzerns. Dabei findet eine enge Abstimmung mit dem Konzernrechnungswesen statt, um die korrekte bilanzielle Abbildung der Wertentwicklung sicherzustellen. Durch IFRS 9 erfolgen sämtliche Wertveränderungen an den beizulegenden Zeitwert im übrigen Finanzergebnis.

Der LAIQON-Konzern ist u. a. von wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges sowie den Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie wie die gesamte Finanzdienstleistungsbranche betroffen. Die Dauer und Intensität der Auswirkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt unsicher und daher nicht abschätzbar.

6.3.1.3 Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko bezieht sich auf die drohende Uneinbringlichkeit bestehender Forderungen. Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise kam es zu einem allgemeinen Anstieg dieses Risikos. Betroffen waren hiervon insbesondere Forderungen gegenüber Fonds, die in eine wirtschaftliche Schieflage geraten waren. Im Rahmen der Sanierung dieser Gesellschaften hat der LAIQON-Konzern Forderungen gestundet oder einen teilweisen Verzicht gegen Besserungsschein erklärt. Die hiermit verbundenen Ausfallrisiken werden durch entsprechende Einzelwertberichtigungen bilanziell berücksichtigt. Durch die somit erfolgte Einzelbetrachtung einer Forderung wird angenommen, dass der Nominalbetrag abzüglich der gebildeten Wertberichtigung dem beizulegenden Zeitwert gemäß IFRS 9 entspricht. Der IFRS 9 enthält Regelungen, wonach sich das Ausfallrisiko bedingt durch die Überfälligkeit von finanziellen Vermögenswerten erhöht. Dies ist aufgrund des Geschäfts der LAIQON AG zumeist nicht zutreffend. Es erfolgt weiterhin eine Einzelfallbetrachtung. Das maximale Ausfallrisiko beläuft sich auf 9.979 TEUR.

Neben der permanenten Überprüfung der Werthaltigkeit von Forderungen begegnet LAIQON dem Ausfallrisiko durch eine kontinuierliche und nachhaltige Verbesserung des Debitorenmanagements. Dabei liegt der Fokus auf einer zeitnahen Realisierung von Zahlungseingängen und der damit verbundenen Verminderung des Bestands an fälligen Forderungen.

6.3.2 Angaben zu Finanzinstrumenten

Im Folgenden werden die Finanzinstrumente nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 sowie den vom LAIQON-Konzern gewählten Klassen nach IFRS 7 dargestellt. Die restlichen Bilanzposten, die als Finanzinstrumente klassifiziert sind, unterliegen nicht den Bewertungskategorien des IFRS 9. Der Buchwert entspricht jeweils dem Zeitwert:

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in TEUR Bewertungskategorie IFRS 9 31.12.2022 AC Bewertungskategorie IFRS 9 31.12.2022 FVTPL Buchwert gemäß IFRS 9 zum 31.12.2022 Gesamt
Langfristige Vermögenswerte      
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - 1.180 1.180
Kurzfristige Vermögenswerte      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 9.942 - 9.942
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 37 - 37
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - 863 863
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.375 - 10.375
  20.354 863 21.217
Vermögenswerte 20.354 2.043 22.397
Langfristige Schulden      
Anderen Kommanditisten zuzurechnender Nettovermögenswert 166 4.193 4.359
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 21 5.607 5.628
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen - 997 997
Finanzschulden 16.535 - 16.535
  16.723 10.797 27.519
Kurzfristige Schulden      
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 9.188 6.841 16.029
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 62 2.489 2.551
Finanzschulden 2.311 - 2.311
  11.561 9.330 20.891
Schulden 28.283 20.127 48.410
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in TEUR Bewertungskategorie IFRS 9 31.12.2021 AC Bewertungskategorie IFRS 9 31.12.2021 FVTPL Buchwert gemäß IFRS 9 zum 31.12.2021 Gesamt
Langfristige Vermögenswerte      
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - 2.719 2.719
  - 2.719 2.719
Kurzfristige Vermögenswerte      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 6.177 - 6.177
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 29 - 29
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - 9.908 9.908
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16.331 - 16.331
  22.537 9.908 32.445
Vermögenswerte 22.537 12.627 35.164
Langfristige Schulden      
Anderen Kommanditisten zuzurechnender Nettovermögenswert 151 5000 5.151
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 35 9.169 9.204
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen - 2.560 2.560
Finanzschulden 10.630 - 10.630
  15.816 11.729 27.545
Kurzfristige Schulden      
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 7.857 8.266 16.123
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 62 3.439 3.501
Finanzschulden 7.217 - 7.217
  15.136 11.705 26.841
Schulden 30.952 23.434 54.386

6.3.2.1 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen

Der Bestand der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen (AC) des Konzerns ist um insgesamt 3.631 TEUR von 6.205 TEUR auf 9.836 TEUR gestiegen. Im Vorjahresvergleich stellt sich die Fälligkeitsstruktur wie folgt dar:

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in TEUR 2022 2021
noch nicht fällig 25 253
fällig seit 1-30 Tagen 5.834 2.326
fällig seit 31-365 Tagen 3.400 2.948
seit über einem Jahr fällig 720 678
  9.979 6.205

Zum 31. Dezember 2022 wurden bestehende Wertberichtigungen in Höhe von 1.055 TEUR in Anspruch genommen. Zudem wurden Wertberichtigungen aufgrund positiver Entwcklungen von Insolvenzverfahren in Höhe von 854 TEUR (VJ.: 0 TEUR) aufgelöst. Hinsichtlich der zugrunde liegenden Schätzungen und Annahmen verweisen wir auf Ziffer 6.4.3.

6.3.2.2 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

Bei der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert werden drei Hierarchiestufen unterschieden:

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Stufe 1: auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierte Preise (z. B. Aktienkurse).

Stufe 2: an einem Markt beobachtbare Inputfaktoren, die zwar keine notierten Preise der Stufe 1 darstellen, die sich jedoch entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in der Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Stufe 3: nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung.

Wie im Vorjahr bestehen zum 31. Dezember 2022 die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente des Konzerns fast ausschließlich aus Beteiligungen. Diese gehören der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert an. Die Bestimmung der Zeitwerte dieser Beteiligungen erfolgt auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode und wird dementsprechend der Stufe 3 zugeordnet. Die Zuordnung zu den einzelnen Hierarchiestufen wird regelmäßig überprüft und soweit nötig entsprechend angepasst. Zu den Details verweisen wir auf Ziffer 6.4.2.

6.3.2.3 Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf insgesamt 48.410 TEUR (Vj.: 54.662 TEUR). Die Fälligkeitsstruktur der finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

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in TEUR 2022 2021
bis ein Jahr 20.891 26.840
ein bis fünf Jahre 21.678 22.671
über fünf Jahre 5.841 5.151
  48.410 54.662

Zu den Erläuterungen der wesentlichen Entwicklungen der finanziellen Verbindlichkeiten wird auf die Textziffern 6.7.10, 6.7.11, 6.7.12 und 6.7.13 verwiesen.

6.3.2.4 Wertminderungen

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in TEUR 2022 2021
Bewertungskategorie AC    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen    
Stand 1. Januar 5.397 6.575
Zuführungen 319 -
Inanspruchnahmen -1.055 -1.178
Auflösungen -854 -
Stand 31. Dezember 3.808 5.397
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen    
Stand 1. Januar - -
Zuführungen - -
Inanspruchnahmen - -
Auflösungen - -
Stand 31. Dezember - -
Wertminderungen am 31. Dezember 3.808 5.397

6.3.2.5 Sonstige Angaben

Die Nettogewinne (bzw. -verluste) aus Finanzinstrumenten stellen sich wie folgt dar:

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in TEUR 2022 2021
Klasse zu fortgeführten Anschaffungskosten    
Bewertungskategorie (AC)    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - -
Bewertungskategorie finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert    
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 12 86
  12 86
Nettogewinne /​ -verluste aus Finanzinstrumenten 12 86

Das Nettoergebnis der Klasse zu fortgeführten Anschaffungskosten beinhaltet unrealisierte Gewinne aus der Fremdwährungsumrechnung, Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten, die Zuführung und Auflösung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen, die weiteren Abwertungen gemäß IFRS 9 sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit Forderungsausfällen. Durch Anwendung von IFRS 9 werden keine Finanzinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Das Zinsergebnis für die Klasse zu fortgeführten Anschaffungskosten gemäß IFRS 9 ist im Folgenden dargestellt:

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in TEUR 2022 2021
Bewertungskategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)    
Zinserträge von anderen Kommanditisten - -
Zinserträge aus der Aufzinsung von Forderungen - -
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge - -
Bewertungskategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)    
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden -1.144 -1.261
Zinsaufwendungen gegenüber Kommanditisten -15 -2
  -1.159 -1.263
  -1.159 -1.263

6.3.3 Kapitalmanagement

Die Ziele des LAIQON-Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen in der nachhaltigen Aufrechterhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung und der Erwirtschaftung einer angemessenen Rendite auf das eingesetzte Kapital. Dabei steht die Bonität des Konzerns an vorderster Stelle.

Der Konzern überwacht sein Kapital auf Basis der absoluten Höhe unter Berücksichtigung der Eigenkapitalquote. Die zukünftige Kapitalentwicklung und der mögliche Kapitalbedarf werden auf Basis eines integrierten Planungsmodells für die kommenden fünf Geschäftsjahre ermittelt.

Die Dividendenpolitik ist Teil der Steuerung der Kapitalstruktur der LAIQON AG. Aufgrund der Neuausrichtung und der damit im Zusammenhang stehenden geplanten Investitionen wurde für das Geschäftsjahr 2021 keine Dividende ausgeschüttet. Auch für das Geschäftsjahr 2022 wird zur Stabilisierung des Eigenkapitals keine Dividende vorgeschlagen.

Zum 31. Dezember 2022 beläuft sich das Eigenkapital des LAIQON-Konzerns auf 72.088 TEUR nach 48.362 TEUR zum Ende des Vorjahres. Die Eigenkapitalquote beträgt am Bilanzstichtag 51,55 % (31. Dezember 2021: 41,35 %). Zur Entwicklung des Eigenkapitals wird auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung und auf Textziffer 6.7.9 verwiesen.

6.4 Verwendung von Schätzungen und Annahmen und Änderungen von Schätzungen sowie Ermessensentscheidungen

Sämtliche Schätzungen und Annahmen werden fortlaufend neu beurteilt und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen wahrscheinlich erscheinen. Der Konzern trifft Einschätzungen und Annahmen, die die Zukunft betreffen. Die Beträge der hieraus abgeleiteten Schätzungen können naturgemäß von den späteren tatsächlichen Gegebenheiten abweichen. Die wesentlichen Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen könnten, werden nachstehend erörtert. Es ist möglich, dass von den getroffenen Annahmen innerhalb des nächsten Jahres abgewichen werden könnte, sodass eine wesentliche Anpassung der Buchwerte erforderlich ist.

6.4.1 Werthaltigkeit der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen

LAIQON hält insgesamt 46 (Vj.: 51) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Verwaltungsgesellschaften von Fonds sowie um Projektgesellschaften. Verwaltungsgesellschaften erhalten fixierte jährliche Vergütungen von den Fonds.

Im Berichtsjahr ergibt sich bei den nach der Equity-Methode zu erfassenden anteiligen Ergebnisse der Gesellschaften unter Berücksichtigung der Ausschüttungen eine ertragswirksame Anpassung um 281 TEUR (Vj.: 327 TEUR). Zum Stichtag betragen die Beteiligungsbuchwerte dieser Gesellschaften insgesamt 570 TEUR (Vj: 6.360 TEUR).

Die Lange Assets & Consulting GmbH wird seit dem 30. Juni 2022 vollkonsolidert und nicht mehr als assoziiertes Unternehmen berücksichtigt (siehe Kapitel 6.2.2.2).

6.4.2 Bewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

Aufgrund der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise sind in den Vorjahren bereits einzelne Fonds des Geschäftssegments LLOYD FONDS REAL ASSETS in eine finanzielle Schieflage geraten; in Einzelfällen gab es Insolvenzen. Risiken haben sich im Bereich der Schiffsbeteiligungen beispielsweise durch auslaufende Charterverträge ergeben, wenn eine Anschlusscharter ausstand oder nur zu Konditionen vereinbart werden konnte, die deutlich unter den Werten liegen, die erforderlich sind, um operativ ausgeglichene Ergebnisse zu erzielen sowie den Kapitaldienst zu bedienen. Im Rahmen des Risikomanagementsystems überprüft die LAIQON AG laufend die finanzielle Situation sämtlicher Beteiligungen, um gegebenenfalls rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Zwar wirken sich Verluste in den Fondsgesellschaften nicht unmittelbar auf das Konzernergebnis der LAIQON AG aus, jedoch können sich hieraus Anzeichen für mögliche Wertminderungen der Forderungen und Beteiligungsansätze ergeben. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen wird dabei gemäß den Regelungen des IFRS 9 in der Regel auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Zum Stichtag betragen die Beteiligungsbuchwerte dieser Gesellschaften und die Anteile an den Publikumsfonds insgesamt 1.794 TEUR (Vj: 11.526 TEUR).

Der Zeitwertbewertung der Schiffsbeteiligungen des Konzerns liegen prognostizierte Charterraten und Stahlpreise zugrunde, die von Clarkson Research zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus basiert die Bewertung im Wesentlichen auf den folgenden Parametern:

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Planungshorizont: 25 Jahre ab Infahrtsetzung

Plan-Wechselkurs: 1,20 US-$/​EUR

Kapitalisierungszinssatz: 7,0 %

Steigerungsfaktor Schiffsbetriebskosten: 3 % p. a.

Steigerungsfaktor Verwaltungskosten: 2 % p. a.

Die Zeitwertbewertung wird, insbesondere im Bereich Immobilien- und Flugzeugbeteiligungen sowie Zweitmarkt-Lebensversicherungen, auf Basis der Ausschüttungsprognosen des Fondsmanagements der Beteiligungen durchgeführt (siehe Ziffer 6.2.7). Zur Diskontierung der Zahlungsströme werden die internen Renditen des jeweiligen Fonds herangezogen. Nach IFRS 9 werden sämtliche Wertveränderungen im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Bei veränderten Kapitalisierungszinssätzen von 8 % würde sich ein negatives Finanzergebnis von 1 TEUR ergeben, was zu einem niedrigeren Ansatz der Beteiligungen in Höhe von 1 TEUR führen würde.

Analog würde sich bei einem unterstellten Wechselkurs von 1,25 US-$/​EUR eine negative Veränderung von 5 TEUR ergeben.

Gegenläufig würden sich bei einem Kapitalisierungszinssatz von 6 % ein positives Finanzergebnis und somit ein höherer Wertansatz der Beteiligungen von 1 TEUR ergeben. Analog würde sich bei einem unterstellten Wechselkurs von 1,15 US-$/​EUR eine positive Veränderung von 5 TEUR ergeben.

6.4.3 Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögenswerten

Die Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen basiert auf einer Analyse der individuellen Ausfallrisiken von offenen Posten. Ein Großteil der Forderungen des Konzerns besteht gegen Fondsgesellschaften und resultiert aus den Dienstleistungen, die der Konzern erbringt. Hierzu zählen insbesondere die Vermittlungs- und Strukturierungsleistungen, das Fondsmanagement und die Treuhandtätigkeit. Ausfallrisiken ergeben sich insbesondere, wenn die Ertragslage der Fonds sich nicht plangemäß entwickelt. Die Forderungen werden grundsätzlich individuell betrachtet und es werden einzelfallbezogen Wertberichtigungen vorgenommen. Ferner wird durch das Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 eine weitere Abwertung vorgenommen (siehe hierzu auch Ziffer 6.2.7). Zum Stichtag betrifft der Buchwert dieser Forderungen 9.979 TEUR (Vj: 6.206 TEUR).

6.4.4 Bewertung der Risiken aus drohenden Rechtsstreitigkeiten

Soweit Dritte im Auftrag oder im Pflichtenkreis der LAIQON AG tätig werden, besteht das Risiko, dass die LAIQON AG für deren Handlungen verantwortlich gemacht wird. Externe Partner werden allerdings sorgfältig betreut, um haftungsrelevantes Handeln zu vermeiden und damit das Haftungspotenzial für die LAIQON AG zu reduzieren.

Zum 31. Dezember 2022 sind insgesamt 163 (Vj.: 202) gerichtliche Verfahren, die ein Nominalkapital von 6,86 Mio. EUR (Vj.: 10,59 Mio. EUR) sowie 0,06 Mio. US-$ (Vj.: 0,37 Mio. US-$) betreffen, wegen behaupteter Schadenersatzansprüche aus Prospekthaftung rechtshängig, bei denen die LAIQON AG oder die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH Beklagte oder Streitverkündete sind. Die LAIQON AG oder die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH haben von den zwischen 2013 und Ende 2021 insgesamt durchgeführten und bis zum Bilanzstichtag beendeten 351 (Vj: 313 gerichtlichen Verfahren, in denen sie Beklagte oder Streitverkündete waren, 261 (Vj: 231) gewonnen. In 61 Verfahren wurden Vergleiche geschlossen, die vollumfänglich von der Versicherung übernommen wurden (Vj: 59). Seit 2013 waren lediglich drei Fonds (12 Verfahren) von stattgebenden Urteilen gegen die LAIQON AG bzw. die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH betroffen. Davon unterstellten die stattgebenden Urteile bezüglich eines Fonds einen Prospektfehler. Die weiteren Urteile betrafen weitere zwei Fonds. Es wurde in diesen Fällen kein Prospektfehler, sondern eine Falschberatung angenommen, die der LAIQON AG bzw. der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH über § 278 BGB zugerechnet wurde. Die Versicherung hat in allen Fällen die entstandenen Kosten übernommen. In Bezug auf alle stattgebenden Urteile waren insgesamt 63 TEUR (Vj: 63 TEUR) Selbstbehalt von der LAIQON AG bzw. der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH zu zahlen, jeweils 10 TEUR pro Fonds.

Darüber hinaus sind per 31. Dezember 2022 weitere 20 (Vj.: 54) gerichtliche Verfahren rechtshängig, in denen eine Bank der LAIQON AG den Streit verkündet hat. Diese betreffen Zeichnungen von insgesamt nominal 0,01 Mio. EUR (Vj.: 0,01 Mio. EUR) sowie nominal 0,75 Mio. US-$ (Vj.: 2,07 Mio. US-$). Diese Verfahren werden vorrangig durch Vergleich zwischen der klagenden Partei und der Bank beendet (LAIQON AG ist lediglich Streithelferin der Bank).

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass aus den genannten oder zukünftig eingereichten Klagen erfolgreich Schadenersatzansprüche aus der Prospekthaftung wegen falscher oder unvollständiger Angaben gegen die LAIQON AG oder ihre Tochtergesellschaft geltend gemacht werden. Die LAIQON AG verfügt in diesen Fällen über entsprechende Versicherungen und trägt lediglich einen geringen Selbstbehalt. Zum jetzigen Zeitpunkt hält die LAIQON AG es für insgesamt überwiegend wahrscheinlich, dass sie auch weiterhin mit ihren Argumenten vor Gericht durchdringen und sich erfolgreich gegen die Klagen verteidigen kann.

6.4.5 Schätzungen in Bezug auf steuerliche Risiken

Die Entwicklungen im Steuerrecht und deren Auswirkungen auf unser Unternehmen werden fortwährend überprüft. Hierzu stehen der Geschäftsleitung spezialisierte externe Experten zur Verfügung, die fortwährend die Anwendung der steuerlichen Regelungen im Sinne unseres Unternehmens kontrollieren und ggf. intervenieren.

6.5 Segmentberichterstattung
6.5.1 Geschäftssegmente

Die Segmentberichterstattung ist auf Grundlage des IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Der Standard folgt dem sogenannten "Management Approach", d. h., die Definition und Darstellung der berichtspflichtigen Segmente bestimmt sich nach dem internen Berichtswesen des Unternehmens. Hauptentscheidungsträger im Sinne des IFRS 8 ist der Vorstand der LAIQON AG. Als relevante ergebnisbezogene Steuerungsgröße wird neben dem EBT auch das Ergebnis nach Steuern verwendet.

Aus dem internen Berichtswesen des LAIQON-Konzerns lassen sich die folgenden berichtspflichtigen Segmente ableiten:

LLOYD FONDS LIQUID ASSETS

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(digitale) Finanzportfolioverwaltung

Anlageberatung

Anlagevermittlung

Abschlussvermittlung

Vermittlung und Verwaltung von Anteilen an Kapital- und Personengesellschaften sowie Anteilen geschlossener und offener Fonds

LLOYD FONDS REAL ASSETS

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Ankauf und Verkauf von Assets für Dritte aus dem Bereich Immobilien, Schifffahrt und Zweitmarktschiffsfonds

Strukturierung von Anlageprodukten

Finanzierung der Assets durch Fremd- und Eigenkapital

Assetmanagement und hiermit zusammenhängende sonstige Dienstleistungen

Übernahme von Geschäftsführungen in Beteiligungsgesellschaften

Fondsverwaltung und Information der Investoren

Erstellung von Fortführungskonzepten sowie die Übernahme des Poolmanagements

In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Ergebnisse der operativen Segmente des LAIQON-Konzerns wider. Die LAIQON AG hat im Rahmen der Strategieumsetzung 2023/​25 2.0 die Markenpositionierung für den Konzern und die drei Geschäftssegmente LLOYD FONDS LIQUID ASSETS, LLOYD FONDS REAL ASSETS sowie LLOYD FONDS GROUP weiterentwickelt. Das Segment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder LLOYD FONDS, LLOYD VERMÖGEN und LLOYD DIGITAL. Das Segment LLOYD FONDS REAL ASSETS beinhaltet die Geschäftsfelder Immobilien, Schifffahrt sowie Sonstige Assets. Das Segment LLOYD FONDS GROUP beinhaltet die allgemeinen sonstigen Aufwendungen des LAIQON-Konzerns.

Im Bereich "LLOYD FONDS GROUP" sind im Wesentlichen die Personalaufwendungen für Verwaltungs- und Stabsstellen wie Rechnungswesen, Rechtsabteilung, Kommunikation (IR/​PR) inkl. Marketing und Vorstand sowie allgemeine sonstige betriebliche Aufwendungen wie Miet-, Büro- und EDV-Aufwendungen enthalten.

Die Segmentergebnisse stellen sich wie folgt dar:

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2022
in TEUR
LLOYD FONDS LIQUID ASSETS LLOYD FONDS REAL ASSETS LLOYD FONDS GROUP Summe
Umsatzerlöse mit externen Kunden 17.448 1.744 2.383 21.575
Materialaufwand -1.600 - 2.065 -3.665
Personalaufwand -13.840 -1.383 -1.890 -17.113
Sonstiges betriebliches Ergebnis -8.915 -891 -1.218 -11.024
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 281 - - 281
Segmentergebnis EBITDA -6.626 -530 -2.789 -9.946

Überleitung des Segmentergebnisses (EBITDA) auf das Konzernergebnis nach Zurechnung der Minderheiten

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Segmentergebnis EBITDA -9.946
Abschreibungen -4.711
EBIT -14.657
Finanzergebnis -1.630
EBT -16.288
Ertragsteuern 5.747
Konzernperiodenergebnis vor Minderheiten -10.541
davon den Minderheiten zurechenbares Konzernperiodenergebnis -376
davon Konzernperiodenergebnis nach Zurechnung der Minderheiten -10.165
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2021
in TEUR
LLOYD FONDS LIQUID ASSETS LLOYD FONDS REAL ASSETS LLOYD FONDS GROUP Summe
Umsatzerlöse mit externen Kunden 20.211 3.449 2.461 26.121
Materialaufwand -615 -1 -2.086 -2.702
Personalaufwand -6.993 -1.726 -2.622 -11.341
Sonstiges betriebliches Ergebnis -4.807 -1.187 -1.802 -7.796
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 443 -116 - 327
Segmentergebnis EBITDA 8.239 419 -4.049 4.609

Überleitung des Segmentergebnisses (EBITDA) auf das Konzernergebnis nach Zurechnung der Minderheiten

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Segmentergebnis EBITDA 4.609
Abschreibungen -3.938
EBIT 672
Finanzergebnis 5.747
EBT 6.419
Ertragsteuern 213
Konzernperiodenergebnis vor Minderheiten 6.632
davon den Minderheiten zurechenbares Konzernperiodenergebnis 1.481
davon Konzernperiodenergebnis nach Zurechnung der Minderheiten 5.151

Eine Darstellung der Vermögenswerte und Schulden je Segment ist im internen Berichtswesen vom LAIQON-Konzern nicht vorgesehen, da diese Kennzahlen aus Sicht des Vorstands für die Steuerung des Konzerns nicht relevant sind. Somit entfällt eine entsprechende Berichterstattung.

Intrasegmentäre Umsatzerlöse waren wie im Vorjahr nicht zu verzeichnen. Aufwendungen und Erträge im sonstigen betrieblichen Ergebnis, die aus Transaktionen zwischen den einzelnen Segmenten resultieren, wurden - falls erforderlich - eliminiert. Dabei handelt es sich ausschließlich um zu Einstandskosten getätigte Weiterbelastungen.

Nach vollzogener Akquisition der Bayerischen Vermögen-Gruppe sowie der Übernahme der Mehrheit an der growney GmbH im Jahr 2022 wird die LAIQON AG ihre Segmentberichterstattung mit dem Zwischenbericht zum 30. Juni 2023 neu ausrichten.

Aufgrund der internen Berichtsstruktur wird das Finanzergebnis in der Segmentberichterstattung saldiert ausgewiesen.

6.5.2 Überleitungsrechnung

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Segmentinformationen entsprechen denjenigen, die für Zwecke des LAIQON-Konzernabschlusses angewendet werden. Aus diesem Grund stimmen sowohl die Umsatzerlöse als auch die Gewinne und Verluste nach Steuern der berichtspflichtigen Segmente, einschließlich des Bereichs "LLOYD FONDS GROUP", mit den Konzernumsätzen bzw. dem Konzernergebnis nach Steuern überein.

6.5.3 Angaben auf Unternehmensebene

6.5.3.1 Informationen über Produkte und Dienstleistungen

Hinsichtlich der Aufgliederung der Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produkten und Dienstleistungen verweisen wir auf die Ziffer 6.6.1.

6.5.3.2 Informationen über geografische Gebiete

Die Umsätze des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von 21.575 TEUR (Vj.: 26.122 TEUR) wurden wie im Vorjahr komplett in Deutschland erzielt.

6.6 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

6.6.1 Umsatzerlöse

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in TEUR 2022 2021
Erlöse aus Fonds- und Assetmanagement 21.267 26.122
Erlöse aus Vermittlungs- und Strukturierungsleistungen 308 -
Sonstige Umsatzerlöse - -
Umsatzerlöse 21.575 26.122

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sind die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2022 um insgesamt 4.547 TEUR auf 21.575 TEUR gesunken Dies ist auf die geringere erwirtschaftete Performance-Fee aus dem Fondsmanagement im Geschäftsfeld LLOYD FONDS LIQUID ASSETS zurückzuführen.

6.6.2 Materialaufwand

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in TEUR 2022 2021
Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.665 2.702
Materialaufwand 3.665 2.702

Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 963 TEUR auf 3.665 TEUR bedingt durch den erweiterten Konsolidierungskreis angestiegen.

6.6.3 Personalaufwand

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in TEUR 2022 2021
Gehälter 15.297 10.018
Soziale Abgaben 1.438 912
Aktienoptionsprogramm 134 352
Aufwendungen für Altersversorgung 24 2
Freiwillige soziale Aufwendungen 178 41
Sonstige Personalkosten 42 16
Personalaufwand 17.113 11.341

Der Personalaufwand des Geschäftsjahres 2022 beläuft sich auf 17.113 TEUR, nach 11.341 TEUR im Vorjahr. Der Anstieg resultiert insbesondere aus den im Geschäftsjahr neu erworbenen Unternehmen. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2022 beträgt 123 (Vj.: 67).

Ferner ist im Geschäftsjahr für das Aktienoptionsprogramm (AOP) einzelner Beschäftigter und für die Phantom Stock Pläne (PSP) ein Aufwand in Höhe von 134 TEUR (Vj: 352 TEUR) angefallen.

Die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Beiträge zur Direktversicherung sind gemäß IAS 19.38 als beitragsorientierte Versorgungspläne zu klassifizieren. Im Berichtsjahr belaufen sich diese Aufwendungen auf 683 TEUR (Vj.: 413 TEUR).

6.6.4 Abschreibungen

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in TEUR Ziffer 2022 2021
Abschreibungen auf      
Sachanlagen 6.7.1 1.994 1.628
immaterielle Vermögenswerte 6.7.2 2.718 2.310
Abschreibungen   4.711 3.938

In der Berichtsperiode sind die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen um 366 TEUR gestiegen. In den Abschreibungen auf Sachanlagen sind die Abschreibungen der Nutzungsrechte aus der Anwendung des IFRS 16 in Höhe von 1.387 TEUR (Vj.: 1.088 TEUR) enthalten (siehe Ziffer 6.2.1.1).

Die um 408 TEUR gestiegenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind im Wesentlichen auf Abschreibungen der im Rahmen der Unternehmenserwerbe aktivierten Fondsmanagementverträgen und auf anderer immaterielle Vermögenswerte zurückzuführen. Zur Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird auf die Ziffern 6.7.1 und 6.7.2 verwiesen.

6.6.5 Sonstiges betriebliches Ergebnis

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in TEUR 2022 2021
Sonstige betriebliche Erträge    
Erträge aus der Auflösung von Wertminderungen auf Forderungen 856 175
Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 606 887
Sachbezüge 80 74
Erträge aus Anlageverkäufen 1.340 -
Übrige Erträge 218 283
  3.100 1.419
Sonstige betriebliche Aufwendungen    
Abschluss-, Rechts- und Beratungsaufwendungen -5.303 -2.687
Bürobedarf, EDV-Aufwendungen und Kommunikation -3.910 -2.458
Mieten, Mietnebenkosten, Raumkosten und Instandhaltung -354 -331
Vertriebsunterstützung und Anlegerbetreuung -2.050 -1.860
Wertminderungen auf Forderungen und Forderungsausfälle -888 -
Kfz- und Reiseaufwendungen -481 -214
Sonstige Personalaufwendungen -364 -371
Versicherungen und Beiträge -650 -416
Übrige Aufwendungen -125 -878
  -14.124 -9.215
Sonstiges betriebliches Ergebnis -11.024 -7.796

Der Rückgang des sonstigen betrieblichen Ergebnisses ist im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit den durchgeführten Akquisitionen (siehe Kapitel 6.2.2). Außerdem sind die Kosten für EDV-Anwendungen und IT-Ausstattungen aufgrund des größeren Konsolidierungskreises gestiegen.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen ist ein Verkauf von Initiatorenrechten für einen Publikumsfonds der MFI Asset Management GmbH enthalten.

6.6.6 Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

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in TEUR 2022 2021
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 281 327
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 281 327

Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen besteht im Wesentlichen aus vereinnahmten Beteiligungserträgen sowie aus der vorgenommenen At-Equity-Bewertung der GmbH-Anteile.

6.6.7 Finanzergebnis

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in TEUR 2022 2021
Finanzerträge    
Beteiligungserträge 370 1.834
Finanzanlageergebnis 928 13.421
Gewinne aus Fremdwährungsumrechnung 40 107
Zinserstattung Finanzamt - 47
Sonstige Zinserträge - 3
Übriges Finanzergebnis (IFRS 9) 925 170
  2.263 15.582
Finanzaufwand    
Zinsaufwand aus Finanzschulden -753 -883
Zinsaufwendungen IFRS 16 -392 -378
Verluste aus Fremdwährungsumrechnung -27 -24
Übriges Finanzergebnis (IFRS 9) -935 -118
Sonstige Zinsaufwendungen -1.786 -8.432
  -3.893 -9.835
Finanzergebnis -1.630 5.747

Das Finanzergebnis beläuft sich auf -1.630 TEUR, nach 5.747 TEUR im Vorjahreszeitraum. Das negative Zinsergebnis in Höhe von -3.893 TEUR (Vj.: -9.835 TEUR) resultiert im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen für die Anpassung der Kaufpreisverbindlichkeiten der SPSW Capital GmbH, der Lange Assets & Consulting GmbH und der BV Holding AG (-1.674 TEUR).

Das übrige Finanzergebnis in Höhe von -275 TEUR beinhaltet die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9.

6.6.8 Ertragsteuern

Unter den Ertragsteuern sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern erfasst. Die laufenden Steuern setzen sich dabei aus Körperschaftsteuer nebst Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer zusammen.

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in TEUR Ziffer 2022 2021
Laufende Steuern 6.7.15 271 -1.287
Latente Steuern 6.7.5 5.476 1.500
Ertragsteuern   5.747 213

Es wurden im Geschäftsjahr 2022 latente Steueransprüche für den Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verluste in Höhe von 4.881 TEUR (Vj.: 1.042 TEUR) gebildet. Aufgrund der zugrunde liegenden Konzernplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren werden zukünftige Konzerngewinne durch die Nutzung der Verlustvorträge steuerlich begünstigt (siehe Textziffer 6.7.5).

Weitere Steueraufwendungen sind aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaften zwischen der LAIQON AG (Organträger) und den Organgesellschaften nicht angefallen.

Die Ertragsteuern lassen sich auf den erwarteten Steueraufwand bzw. -ertrag, der sich bei Anwendung des relevanten Steuersatzes der Konzernobergesellschaft (LAIQON AG) in Höhe von 31,8 % (Vj.: 31,8 %) auf das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern ergeben hätte, wie folgt überleiten:

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in TEUR 2022 2021
Konzernergebnis vor Steuern -16.288 6.419
Steuersatz (LAIQON AG) in % 31,80 % 31,80 %
Fiktiver Steuerertrag/​-aufwand 5.179 2.041
Steuerfreie Erträge - 13.015
Nicht abziehbare Betriebsausgaben/​ Bilanzkorrekturen 26 155
Nicht aktivierte latente Steuern auf Verlustvorträge - -
Nicht steuerbare Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen - -
Steuernachzahlungen/​-erstattungen für Vorjahre - -
Gewerbesteuerliche Kürzungen - -15.531
Sonstiges 541 -967
Ertragsteuern 5.747 -1.287
Tatsächliche Steuerquote -35,28 % 20,05 %

Die Konzernobergesellschaft unterliegt als Kapitalgesellschaft der Körperschaftsteuer von 15 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags in Höhe von 5,5 % der geschuldeten Körperschaftsteuer sowie einer Gewerbesteuer von 16,45 % bei einem Hebesatz von 470 % des Hauptstandortes Hamburg. Das negative Ergebnis und die latenten Steuern führen insgesamt zu einer Steuerquote von -35,28 % (Vj.: 20,05 %).

Die Steuerquote resultiert auch aus Betriebsprüfungen sowie aus Steuern für Vorjahre. Eine direkte Ableitung der Ertragsteuern aus dem Konzernergebnis vor Steuern ist aufgrund des Ergebnisses nicht möglich. Ferner führen die Ergebnisabführungsverträge einiger Tochtergesellschaften mit der LAIQON AG dazu, dass keine laufenden Steuern der Tochtergesellschaften aus Konzernsicht anfallen.

Im Berichtsjahr wurden keine neuen Betriebsprüfungen begonnen oder angekündigt.

Weiterhin wurden passive latente Steuern auf Wertansätze für finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, aber auch für unterschiedliche Wertansätze aufgrund von abweichenden Aktivierungen nach IFRS im Vergleich zur Steuerbilanz ergebniswirksam berücksichtigt (siehe Textziffer 6.7.5).

6.6.9 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird berechnet, indem der Quotient aus dem Gewinn, der den Eigenkapitalgebern zusteht, und der durchschnittlichen Anzahl von ausgegebenen Aktien während des Geschäftsjahres gebildet wird. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie weist bezogen auf die im Berichtszeitraum durchschnittlich ausgegebene Anzahl von Aktien (15.215.498; Vj.: 13.325.914) einen Verlust von -0,67 EUR (Vj.: 0,39 EUR) je Aktie aus.

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in TEUR 2022 2021
Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (in TEUR) -10.165 5.151
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (in 1.000) 15.215 13.326
Ergebnis je Aktie (EUR je Aktie) -0,67 0,39

6.6.10 Dividende je Aktie

Die ausschüttungsfähigen Beträge beziehen sich auf das Jahresergebnis der LAIQON AG, das gemäß deutschem Handelsrecht ermittelt wird.

Aufgrund der Neuausrichtung wurde für das Geschäftsjahr 2021 keine Dividende gezahlt. Der Vorstand der LAIQON AG schlägt der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2022 wegen der Stabilisierung des Eigenkapitals vor, ebenfalls auf eine Dividendenzahlung zu verzichten.

6.7 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

6.7.1 Sachanlagen

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Entwicklung der Buchwerte:
in TEUR
Ziffer Bauten auf fremden Grundstücken Andere Anlagen, Betriebs- u. Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen Nutzungsrechte Gesamt
Zum 1. Januar 2021            
Anschaffungskosten   2.277 2.054 32 9.931 14.294
Kumulierte Abschreibungen   -424 -503 -32 -1.800 -2.759
Buchwert netto   1.853 1.551 - 8.131 11.535
Geschäftsjahr 2021            
Eröffnungsbuchwert netto   1.853 1.551 - 8.131 11.535
Zugänge   - 221 43 - 264
Konsolidierung   -32 32 - - -
Abgänge   - -13 - -25 -38
Abschreibungen 6.6.4 -196 -344 - -1.088 -1.628
Veränderung Konsolidierungskreis   - - - - -
Kumulierte Abschreibungen zu den Abgängen   - -68 - -130 -198
Endbuchwert netto   1.625 1.379 43 6.888 9.935
Zum 1. Januar 2022            
Anschaffungskosten   2.245 2.294 43 9.906 14.488
Kumulierte Abschreibungen   -620 -915 - -3.018 -4.553
Buchwert netto   1.625 1.379 43 6.888 9.935
Geschäftsjahr 2022            
Eröffnungsbuchwert netto   1.625 1.379 43 6.888 9.935
Zugänge   142 222 74 716 562
Abgänge   - -7 -117 - -124
Abschreibungen 6.6.4 -239 -333 - -1.387 -1.959
Veränderung Konsolidierungskreis   - 98 - 1.353 1.450
Kumulierte Abschreibungen zu den Abgängen   - 20 - - 20
Endbuchwert netto   1.528 1.338 - 7.570 10.436
Zum 31. Dezember 2022            
Anschaffungskosten   2.387 2.606 - 11.974 16.968
Kumulierte Abschreibungen   -860 -1.268 - -4.405 -6.532
Buchwert netto   1.528 1.338 - 7.570 10.436

In den Sachanlagen wirken sich neben den Anlagenzugängen des Berichtszeitraums insbesondere die Nutzungsrechte an Vermögensgegenständen nach IFRS 16 aus. Die Nutzungsrechte belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 7.569 TEUR (31. Dezember 2021: 6.888 TEUR). Die Anlagenzugänge im Berichtsjahr von 222 TEUR (31. Dezember 2021: 221 TEUR) betreffen im Wesentlichen Anschaffungen von IT-Hardware und Büroausstattung der LAIQON AG.

6.7.2 Immaterielle Vermögenswerte

Entwicklung der Buchwerte:

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in TEUR Immaterielle Ziffer Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert Gesamt
Zum 1. Januar 2021      
Anschaffungskosten 51.016 14.650 65.666
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -9.476 - -9.476
Buchwert netto 41.540 14.650 56.190
Geschäftsjahr 2021      
Eröffnungsbuchwert netto 41.540 14.650 56.190
Zugänge 891 - 891
Abgänge - - -
Umbuchungen - - -
Abschreibungen 6.6.4 -2.310 - -2.310
Veränderung Konsolidierungskreis - - -
Kumulierte Abschreibungen zu den Abgängen - - -
Endbuchwert netto 40.121 14.650 54.771
Zum 1. Januar 2022      
Anschaffungskosten 51.907 14.650 66.557
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen -11.786 - -11.786
Buchwert netto 40.121 14.650 54.771
Geschäftsjahr 2022      
Eröffnungsbuchwert netto 40.121 14.650 54.771
Zugänge 902 - 902
Abgänge -2 - -2
Umbuchungen - - -
Abschreibungen 6.6.4 -2.718 - -2.718
Veränderung Konsolidierungskreis 17.704 19.638 37.341
Kumulierte Abschreibungen zu den Abgängen - - -
Endbuchwert netto 56.006 34.288 90.293
Zum 31. Dezember 2022      
Anschaffungskosten 70.510 34.288 104.798
Kumulierte Abschreibungen -14.504 - -14.504
Buchwert netto 56.006 34.288 90.293

Die immateriellen Vermögenswerte sind insbesondere aufgrund des im Rahmen der Akquisitionen gebildeten Geschäfts- und Firmenwerts und der aktivierten Fondsmanagementverträge gestiegen. Die planmäßige Abschreibung der Fondsmanagementverträge sind in Höhe von 1.849 TEUR enthalten.

6.7.3 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Entwicklung der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen:

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Beginn des Jahres 6.360 6.295
Zugänge - -
Abgänge -5.622 -118
Anteilig zugewiesene Ergebnisse 281 300
Ausschüttungen -449 -117
Ende des Jahres 570 6.360

Die anteilig zugewiesenen Ergebnisse betreffen laufende Ergebnisse der Komplementär-GmbHs, die zum Teil auf vorläufigen Jahresabschlüssen basieren. Die Ausschüttungen der Komplementär-GmbHs betragen im laufenden Geschäftsjahr -449 TEUR (Vj: -117 TEUR). Der Abgang im Geschaftsjahr 2022 resultiert im Wesentlichen aus der Vollkonsolidierung der Lange Assets & Consulting GmbH siehe Kaptitel 6.2.2.

Für weitere Informationen zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen verweisen wir auf die Erläuterungen in Ziffer 6.4.1 sowie 6.6.6.

6.7.4 Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Anteile Fonds LAIC 249 1.102
Verbundene Unternehmen 1.079 9.852
Beteiligungsgesellschaften 716 1.674
  2.043 12.628

Zum Stichtag hält die LAIQON AG Anteile an fünf Publikumsfonds, die durch die LAIC Vermögensverwaltungsgesellschaft GmbH in 2020 aufgelegt wurden. Die Anteile belaufen sich zum Stichtag auf einen Wert von 25 TEUR (Vj.: 586 TEUR).

Weiterhin weisen die Wertpapierdepots der LAIQON AG einen Marktwert in Höhe von 224 TEUR aus (Vj.: 516 TEUR). Alle Wertpapiere werden erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Die Anteile an den Fonds und Depots sind als kurzfristig klassifiziert.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften sind in Höhe von 614 TEUR (Vj.: 8.807 TEUR) als kurzfristige und in Höhe von 1.110 TEUR (Vj.: 2.719 TEUR) als langfristige Vermögenswerte bilanziert.

Die Anzahl der zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden finanziellen Vermögenswerte beläuft sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt 125 (Vj.: 141) Beteiligungen. Bei den 22 (Vj.: 24) nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen handelt es sich um Vorratsgesellschaften und Komplementär-GmbHs für Fonds. Die Beteiligungen umfassen 73 (Vj.: 87) Anteile, die der LAIQON-Konzern als Gründungsgesellschafter an bereits initiierten Fonds hält sowie 28 (Vj.: 28) Anteile an insolventen, zuvor als assoziierte Unternehmen ausgewiesene Beteiligungen sowie eine Beteiligung an Zweitmarktfonds mit kurzfristiger Halteabsicht.

Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert:

Anteile an verbundenen Unternehmen

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in TEUR 2022 2021
Beginn des Jahres 9.852 602
Zugänge 30 550
Abgänge -8.823 -259
FVTPL 20 8.959
Wertminderungen - -
Ende des Jahres 1.079 9.852

Beteiligungsunternehmen

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in TEUR 2022 2021
Beginn des Jahres 1.674 1.817
Zugänge 2.351 958
Abgänge - -
Veränderung von Verbindlichkeiten aus Liquiditätsausschüttungen - -1.101
Veränderungen im Konsolidierungskreis -3.309 -
Ende des Jahres 716 1.674

Die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden finanziellen Vermögenswerte erfolgt gemäß IFRS 9 erfolgswirksam.

6.7.5 Latente Steuern

Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen wie folgt:

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31.12.2022 31.12.2021
in TEUR Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert - 11 - 11
Immaterielle Vermögenswerte - 17.000 - 12.103
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen - 41 - 41
Verlustvorträge 15.003 - 10.192 -
Gesamt 15.003 17.052 10.192 12.155

Es wurden im Geschäftsjahr 2022 latente Steueransprüche für den Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verluste in Höhe von 4.881 TEUR (Vj.: 1.042 TEUR) gebildet.

Die latenten Steuerverbindlichkeiten für finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert ergeben sich durch die Bewertung nach IFRS 9. Die weiteren latenten Steuerverbindlichkeiten beziehen sich auf unterschiedliche Wertansätze von Bilanzposten.

Die temporären Differenzen werden sich nach aktuellem Kenntnisstand wie folgt umkehren:

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Latente Steuerforderungen,    
die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden - -
die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden -15.003 -10.192
  -15.003 -10.192
Latente Steuerverbindlichkeiten,    
die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden 1.022 686
die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden 16.030 11.469
  17.052 12.155
Saldierung 2.048 1.963

Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge werden im Wesentlichen nach mehr als 12 Monaten realisiert. Bei den latenten Steuerverbindlichkeiten, die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden, handelt es sich um latente Steuerverbindlichkeiten auf die im Rahmen der Akquisitionen erworbenen immateriellen Vermögenswerten. In den nach mehr als 12 Monaten realisierten latenten Steuerverbindlichkeiten sind im Wesentlichen die erworbenen immateriellen Vermögenswerte enthalten.

Die Veränderung der latenten Steuerverbindlichkeiten im laufenden Jahr ermittelt sich wie folgt:

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Latente Steuerverbindlichkeiten
in TEUR
Am 1. Januar Erfolgswirksam erfasst Erwerb Tochterunternehmen Realisierung Umgliederung Am 31. Dezember
2021            
Immaterielle Vermögenswerte -12.561 - - 458 - -12.103
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen -41 - - - - -41
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert -11 - - - - -11
  -12.613 - - 458 - -12.155
2022            
Immaterielle Vermögenswerte -12.103 - -5.561 664   -17.000
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen -41 - - -   -41
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert -11 - - -   -11
  -12.155 - -5.561 664   -17.052

Es bestehen nach vorläufigen Berechnungen körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von rund 57,9 Mio. EUR (Vj.: 46,7 Mio. EUR) als auch gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von rund 61,3 Mio. EUR (Vj. 52,5 Mio. EUR), für die teilweise aktive latente Steuern angesetzt wurden. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Verlustvorträge durch den Einbezug der Verlustvorträge des LAIC-Teilkonzerns angestiegen. Auf die Verlustvorträge des LAIC-Teilkonzerns sind im Geschäftsjahr 2022 unter Zugrundelegung der geplanten Ergebnisentwicklung erstmalig aktive latente Steuern gebildet worden.

6.7.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Kurzfristige Forderungen    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.206 2.326
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 5.736 3.850
Forderungen 9.942 6.176

Zum aktuellen Stichtag bestehen keine langfristigen Forderungen. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte ist auf die Akquisitionen zurückzuführen.

6.7.8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Bezüglich der Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente über 10.375 TEUR (Vj.: 16.331 TEUR) wird auf Ziffer 6.8.3 verwiesen.

6.7.9 Eigenkapital

Die Veränderung des Eigenkapitals des LAIQON-Konzerns ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

6.7.9.1 Gezeichnetes Kapital

Das voll eingezahlte Grundkapital zum 31. Dezember 2022 beinhaltet 17.483.396 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem Nominalwert von jeweils 1,00 EUR. Durch die Bar- und Sachkapitalerhöhungen sowie der Wandlung der Wandelschuldverschreibung 2019/​22 im Geschäftsjahr 2022 stieg das gezeichnete Kapital um 4.157.482 EUR auf 17.483.396 EUR an. Es gilt die Satzung in der Fassung vom 7. Dezember 2022.

Die Aktien der LAIQON AG werden an der Börse unter der ISIN DE000A12UP29 gehandelt. Im März 2017 ist das Unternehmen in das neu geschaffene Segment "Scale" der Deutschen Börse gewechselt, das den bisherigen Entry Standard abgelöst hat.

Genehmigtes Kapital

In der Hauptversammlung am 31. August 2020 wurde das Genehmigten Kapital 2018 und seine Regelungen aufgehoben und die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2020 beschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. August 2025 um insgesamt bis zu 3.599.750,00 EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 3.599.750 neuen, nennwertlosen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen.

Bedingtes Kapital 2018 II

Das Bedingte Kapital 2018 I wurd aufgehoben. In der Hauptversammlung am 21. Juli 2022 wurde über die Änderung der Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft unter dem Aktienoptionsprogramm und über die Erhöhung des Bedingten Kapitals 2018 II sowie über die entsprechende Änderung der Satzung beschlossen.

Der Vorstand ist hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats an Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter bis zum 30. August 2026 einmalig oder mehrmals Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 1.350.000 EUR (Erhöhung des Altbetrags um 130.000 EUR) auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) der Gesellschaft auszugeben. Hierfür ist das Grundkapital in entsprechender Höhe bedingt erhöht.

Bedingtes Kapital 2020

In der Hauptversammlung am 31. August 2020 wurde das Bedingte Kapital 2019 und seine Regelungen aufgehoben und die Schaffung eines neue Bedingten Kapital 2020 beschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 11. Juni 2024 um insgesamt bis zu 4.394.141 Stückaktien einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/​oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten und/​oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) zu erhöhen.

6.7.9.2 Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklage zum Bilanzstichtag beträgt 47.185 TEUR (Vj.: 17.764 TEUR). Der Anstieg ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt und ergibt sich insbesondere aus den Bar- und Sachkapitalerhöhungen, der vollständigen Wandlung der Wandelanleihe 2019/​22 sowie dem Aktienoptionsprogramm.

Das Aktienoptionsprogramm für ausgewählte Mitarbeiter, ist als sogenannter equity-settled Plan zu klassifizieren und bewirkt einen Anstieg der Kapitalrücklage in Höhe von 196 TEUR (Vj.: 248 TEUR). Im Rahmen des Verkaufs von 20 % der Anteile an der LAIC Intelligence GmbH wurde eine Verkaufsoption abgeschlossen. Diese ist zum Stichtag in Höhe von 251 TEUR (Vj.: 163 TEUR) kapitalmindernd sowie als langfristige Verbindlichkeit berücksichtigt.

6.7.9.3 Gewinnrücklagen

Das Konzernjahresergebnis in Höhe von -10.165 TEUR (Vj.: 5.151 TEUR) wird in der Gewinnrücklage erfasst.

6.7.9.4 Minderheiten

Die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital betragen zum Bilanzstichtag 5.471 TEUR (Vj.: 5.099 TEUR).

6.7.10 Anderen Kommanditisten zuzurechnender Nettovermögenswert

Der Posten resultiert aus der Einbeziehung des "Premium Portfolio Austria" in den LAIQON-Konzernabschluss. Er beinhaltet die Anteile derjenigen Kommanditisten, die nicht zum LAIQON-Konzern gehören. Da es sich hierbei um kündbare Finanzinstrumente handelt, werden sie im langfristigen Fremdkapital ausgewiesen.

Die Ermittlung des Nettovermögenswerts erfolgt auf Basis eines einmal festgelegten Effektivzinssatzes. Dieser ergibt sich als interner Zinsfuß der ursprünglich prospektierten Auszahlungen der jeweiligen Fondsgesellschaften und beträgt je nach Fonds zwischen 5,9 % und 6,1 % p. a. Anschließend wurden die Barwerte der Zahlungen an die Kommanditisten mit dem Effektivzinssatz diskontiert. Die Fortschreibung der Nettovermögenswerte nach der Effektivzinsmethode sowie Anpassungen in den Auszahlungsprognosen führten im Jahr 2022 zu Zinsaufwendungen in Höhe von 15 TEUR (Vj.: 2 TEUR).

Die Bilanzposition anderen Kommanditisten zuzurechnende Nettovermögenswert beinhaltet ebenfalls den Ausweis der Minderheiten der in den Konzernabschluss einbezogenen LAIC AIF Token GmbH & Co. KG und LAIC TOKEN MITARBEITER GmbH & Co. KG in Höhe von 4.193 TEUR (Vj.: 5.000 TEUR).

6.7.11 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Verbindlichkeiten    
Übrige Verbindlichkeiten 5.628 9.204
  5.628 9.204
Kurzfristige Verbindlichkeiten    
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.323 3.740
Verbindlichkeiten aus Betriebsteuern und Abgaben 415 180
Übrige Verbindlichkeiten 11.291 12.203
  16.029 16.123
Verbindlichkeiten 21.657 25.327

Die langfristigen übrigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen auf die abgezinste Verbindlichkeit aus den in den Jahren 2020 bis 2027 an externe Dritte fälligen Kaufpreistranchen für die Akquisition der SPSW Capital GmbH zurückzuführen. Diese ist in Höhe von 6.900 TEUR (Vj.: 7.476 TEUR) als kurzfristig und in Höhe von 3.800 TEUR (Vj.: 7.495 TEUR) als langfristig ausgewiesen. Darüber hinaus ist die abgezinste Kaufpreisverbindlichkeit für die Jahre 2020 bis 2026 im Zusammenhang mit der Akquisition von der Lange Assets & Consulting GmbH in Höhe von 1.140 TEUR (Vj.: 1.510 TEUR) in den langfristigen und in Höhe von 870 TEUR (Vj.: 790 TEUR) in den kurzfristigen übrigen Verbindlichkeiten enthalten. Die genannten Verbindlichkeiten sind in den Folgejahren entsprechend ihrer Parameter anzupassen. Außerdem ist die Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Kauf der BV Holding AG in Höhe von 840 TEUR in den langfristigen und in Höhe von 290 TEUR in den kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten. Die Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Kauf der Selection Asset Management GmbH ist in Höhe von 573 TEUR in den langfristigen und in Höhe von 242 TEUR in den kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

Ferner sind hier Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von 4.034 TEUR (Vj.: 2.560 TEUR), wie Urlaubsansprüche und Abfindungen sowie ausstehende Bonuszahlungen, enthalten.

6.7.12 Finanzschulden

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Finanzschulden    
Leasingverbindlichkeit IFRS 16 6.650 6.396
Wandelschuldverschreibung 3.810 4.234
Darlehen 6.075 -
  16.535 10.630
Kurzfristige Finanzschulden    
Leasingverbindlichkeit IFRS 16 1.507 1.075
Wandelschuldverschreibung 103 6.142
Darlehen 700 -
  2.311 7.217
Finanzschulden 18.846 17.847

In den langfristigen Finanzschulden ist die begebenen Wandelschuldverschreibungen 2020/​24 in Höhe von 3.810 TEUR (Vj.: 4.234 TEUR) ausgewiesen. Außerdem ist jeweils der lang- und kurzfristige Teil des Tilgungsdarlehen enthalten. Im April 2022 wurde das Tilgungsdarlehen in Höhe von 6.500 TEUR mit einer Laufzeit bis März 2027 und einer variablen Verzinsung aufgenommen. Da das Darlehen hauptsächlich zur Finanzierung der Akquisition der Bayerischen Vermögen-Gruppe aufgenommen wurde, stehen die Anteile der erworbenen Unternehmen als Sicherheit ein.

Mit dem finanzierenden Kreditinstitut wurden in Zusammenhang mit dem Tilgungsdarlehen Covenants vereinbart. Eine Nichteinhaltung der Covenants berechtigt das Kreditinstitut den Darlehensvertrag ganz oder teilweise zu kündigen und die sofortige Rückzahlung des Darlehens zu fordern. Die Covenants sind formal erstmalig mit Vorlage des Konzernabschlusses 2022 auf Einhaltung zu prüfen. Der LAIQON-Konzern geht derzeit davon aus, dass einzelne Covenants nicht eingehalten werden. Solange die Konzernliquidität die ausstehende Darlehenssumme übersteigt, liegt gemäß Vereinbarung kein Bruch der Covenants vor. Die Konzernliquidität zum 31.12.2022 beträgt 10,4 Mio. EUR.

Weiterhin sind die Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 entsprechend in den langfristigen und den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen.

6.7.13 Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen

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in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Verbindlichkeiten    
Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären, Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern 997 2.561
  997 2.561
Kurzfristige Verbindlichkeiten    
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 62 62
Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären, Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern 2.489 3.439
  2.551 3.501
Verbindlichkeiten 3.549 6.062

Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen betragen zum Bilanzstichtag 62 TEUR (Vj: 62 TEUR) und betreffen in voller Höhe noch ausstehende Kommanditeinlagen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären, Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern in Höhe von 2.489 TEUR (Vj.: 3.439 TEUR) entfallen mehrheitlich auf die Plate & Cie. GmbH und stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Akquisition der SPSW Capital GmbH. Die Verbindlichkeiten aus der Akquisition sind in den Folgejahren entsprechend ihrer Parameter anzupassen.

6.7.14 Sonstige Rückstellungen

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen:

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in TEUR 1.1.2022 Verbrauch Zuführung Auflösung 31.12.2022
Langfristige Rückstellungen          
Rückstellung für Rückbauverpflichtungen 277 - 33 - 310
  277 - 33 - 310

In den langfristigen Rückstellungen sind die Rückbauverpflichtungen für die angemieteten Büroräume in Frankfurt und Hamburg (310 TEUR) berücksichtigt.

6.7.15 Ertragsteuern

Die laufenden Ertragsteueransprüche betreffen im Wesentlichen vom Finanzamt noch zu erstattende Kapitalertragsteueransprüche. Die laufenden Ertragsteuerschulden stellen Steuerverbindlichkeiten von im Konzern befindlichen Tochterunternehmen und der LAIQON AG dar.

6.8 Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

6.8.1 Sonstige zahlungsunwirksame Geschäftsvorfälle

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in TEUR 2022 2021
Aufwand aus Aktienoptionen 134 351
Aufwendungen aus Verschmelzungen 1.869 -
Übrige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 34 -942
  2.037 -591

6.8.2 Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zusammensetzung für Zwecke der Kapitalflussrechnung:

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in TEUR Ziffer 31.12.2022 31.12.2021
Bankguthaben   10.375 16.331
Kassenbestand   1 -
    10.375 16.331

6.9 Sonstige Angaben

6.9.1 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen und Personen gelten für den LAIQON-Konzern die Unternehmen und Personen, die den LAIQON-Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den LAIQON-Konzern beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dabei sind die Verhältnisse am jeweiligen Bilanzstichtag maßgeblich.

6.9.1.1 Assoziierte Unternehmen

Die in Ziffer 6.7.13 aufgeführten offenen Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen betreffen noch ausstehende Kommanditeinlagen.

In den dargestellten Perioden sind keine zu eliminierenden Zwischenergebnisse aus Transaktionen mit assoziierten Unternehmen angefallen.

6.9.1.2 Nahestehende Personen

Der Vorstand setzt sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

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Achim Plate, CEO, seit dem 1. Januar 2020, verantwortlich für die Entwicklung der Unternehmensstrategie 2023/​25 2.0. Im Geschäftssegment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS verantwortet er die Geschäftsfelder LLOYD VERMÖGEN, LAIC jeweils inklusive des Vertriebs, das Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS sowie die Konzernressorts Finanzen, Personal, IR, PR und IT.

Stefan Mayerhofer, CWO, seit dem 1. April 2022, verantwortlich für das weitere Wachstum des Geschäftsfeld LLOYD VERMÖGEN.

Michael Schmidt, CIO, bis 31. März 2022, verantwortlich im Geschäftssegment LLOYD FONDS LIQUID ASSETS für das Geschäftsfeld LLOYD FONDS, inklusive dessen Vertrieb, PR und Kommunikation sowie das Ressort Recht & Compliance. Zudem verantwortet er die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2022
in TEUR
Fix Variabel Nebenleistungen Gesamt
Achim Plate 378 220 31 629
Stefan Mayerhofer 270 397 5 672
Michael Schmidt 85 0 3 88
  733 617 39 1.389
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2021
in TEUR
Fix Variabel Nebenleistungen Gesamt
Achim Plate 360 220 31 611
Michael Schmidt 340 113 12 465
  700 333 43 1.076

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammengesetzt:

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Dr. Stefan Rindfleisch, Rechtsanwalt (Vorsitzender)

Jörg Ohlsen, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (stellvertretender Vorsitzender)

Oliver Heine, Gesellschafter der Lange Assets & Consulting GmbH

Prof. Wolfgang Henseler, Creative Managing Director bei Sensory-Minds

Peter Zahn, selbstständiger Unternehmensberater

Die Vergütungen der Geschäftsjahre 2022 und 2021 stellen sich wie folgt dar:

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2022 *
in TEUR
Fix Gesamt
Dr. Stefan Rindfleisch 70 70
Jörg Ohlsen 43 43
Prof. Wolfgang Henseler 35 35
Oliver Heine 45 45
Peter Zahn 35 35
  228 228
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2021 *
in TEUR
Fix Gesamt
Dr. Stefan Rindfleisch 70 70
Prof. Wolfgang Henseler 35 35
Oliver Heine 53 53
Jörg Ohlsen 35 35
Peter Zahn 35 35
  228 228

* Darstellung der Nettobeträge

Die Vergütungen an die Aufsichtsratsmitglieder sind wie im Vorjahr als Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären, Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern passiviert.

Der LAIQON-Konzern erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern die durch die Ausübung dem Amts entstehenden Auslagen und eine etwaige auf die Vergütung und den Auslagenersatz entfallende Umsatzsteuer. Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden in eine im Interesse des LAIQON-Konzerns in angemessener Höhe unterhaltene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt einbezogen, soweit eine solche besteht. Die Prämien hierfür entrichtet der LAIQON-Konzern.

Die folgenden wesentlichen Geschäftsvorfälle wurden mit Aufsichtsratsmitgliedern, ihnen nahestehenden Personen oder mit von ihnen beherrschten bzw. beeinflussten Unternehmen getätigt:

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Im Geschäftsjahr führte Prof. Wolfgang Henseler in Vorbereitung auf die LAIQON-Umbenennung einen Workshop zur Markenstrategie durch. Für die Durchführung wurden 6 TEUR abgerechnet.

Im 2. Quartal 2019 wurde eine Vereinbarung mit der Kanzlei EHLERMANN RINDFLEISCH GADOW Rechtsanwälte Partnerschaft mbB über die Reorganisation der Fondsbeteiligungen der LAIQON AG in Höhe von maximal 55 TEUR geschlossen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden insgesamt 37 TEUR abgerechnet. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der LAIQON AG, Dr. Stefan Rindfleisch, ist Partner dieser Kanzlei.

6.9.2 Eventualschulden

Die ausgewiesenen Eventualschulden betreffen erhöhte Hafteinlagen sowie potenzielle Rückzahlungsverpflichtungen von Auszahlungen. Unter Berücksichtigung der Ausgleichsansprüche aus Gesamtschuldverhältnissen gegenüber Dritten beläuft sich das Nettohaftungsvolumen zum 31. Dezember 2022 auf insgesamt 0 TEUR (Vj.: 0 TEUR).

Im Rahmen des Treuhandgeschäfts werden im eigenen Namen und für Rechnung der Anleger Beteiligungen in Höhe von 1.243.089 TEUR (Vj.: 1.346.486 TEUR) verwaltet.

Die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH ist teilweise bei Bestandsfonds als Treuhandkommanditistin für Anleger im Handelsregister mit der jeweiligen Hafteinlage dieser Anleger eingetragen (Treugeber). Das in diesem Zusammenhang verwaltete Treuhandvermögen beläuft sich auf 681.070 TEUR (Vj.: 718.797 TEUR). Erhaltene Auszahlungen im Rahmen dieser Treuhandverhältnisse wurden entsprechend an die Treugeber weitergeleitet. Für diese Auszahlungen besteht für die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH grundsätzlich die Haftung nach §§ 171, 172 IV HGB, sofern die Auszahlungen nicht durch Gewinne gedeckt sind. Der die Hafteinlage durch Auszahlungen unterschreitende Betrag ist seitens der 53.10. Real Assets Treuhand GmbH ggf. zurückzuzahlen. Das Gesamtvolumen dieser Auszahlungen beträgt zum aktuellen Stichtag 19.767 TEUR (Vj.: 25.115 TEUR). Die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH kann gemäß den Treuhandverträgen bei einer möglichen Inanspruchnahme den gleichen Betrag gegen die jeweiligen Treugeber geltend machen. Hierbei handelt es sich um darlehensweise geleistete Auszahlungen der Beteiligungsgesellschaften, die über die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH an die Treugeber weitergeleitet und anschließend durch die Beteiligungsgesellschaften gekündigt und zurückgefordert wurden. Die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH hat ihre Regressforderungen gegenüber den Treugebern an die Beteiligungsgesellschaften teilweise abgetreten. Von der maximalen Rückzahlungsverpflichtung von 19.767 TEUR (Vj.: 25.115 TEUR) betreffen, entsprechend der risikoäquivalenten Gewichtung, Auszahlungen in Höhe von 564 TEUR (Vj.: 603 TEUR) Auszahlungen von Beteiligungsgesellschaften, die sich derzeit in Insolvenz oder schwieriger wirtschaftlicher Lage befinden, und solche, bei denen Fremdverbindlichkeiten, überwiegend gegenüber Banken, bestehen. Aufgrund der Regressansprüche gegenüber den Treugebern wird ein möglicher ergebniswirksamer Liquiditätsabfluss als unwahrscheinlich angesehen. Die LAIQON AG trägt für folgende Tochtergesellschaften, abgesehen vom Fall des politischen Risikos, dafür Sorge, dass sie ihre vertraglichen Verbindlichkeiten erfüllen können:

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53.10. Consulting GmbH

TradeOn GmbH

LAIQON Financial Service GmbH

LAIC AIF KVG GmbH

6.9.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es lagen zum Stichtag keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen vor.

6.9.4 Anwendung der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Die 53.10. Real Assets Treuhand GmbH, Hamburg, die 53.10. Real Estate Management GmbH, Hamburg und die LAIQON Token GmbH machen von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch.

6.9.5 Angaben nach § 315e HGB

6.9.5.1 Honorar des Konzernabschlussprüfers

Honorar des Konzernabschlussprüfers, Baker Tilly GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB:

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in TEUR 2022 2021
Abschlussprüfungen 309 198
Sonstige Bestätigungsleistungen 97 51
Steuerberatungsleistungen - 7
Sonstige Leistungen 5 14
  411 270

6.9.5.2 Konsolidierungskreis und Konzernanteilsbesitz (§ 313 Abs. 2 HGB)

Die Angaben zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind in Ziffer 6.2.2.2 dargestellt.

Verbundene Unternehmen, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden (§ 313 Abs. 2 Nr. 1 HGB):

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Gesellschaft Anteil Konzern
Erste Lloyd Portfolio Verwaltung GmbH, Hamburg 100,0 %
Erste Lloyd Fonds TradeOn Portfolio Verwaltung GmbH, Hamburg 100,0 %
2. Lloyd Fonds Portfolio Verwaltung GmbH, Hamburg 100,0 %
Zweite Lloyd Fonds TradeOn Portfolio Verwaltung GmbH, Hamburg 100,0 %
Dritte Lloyd Fonds TradeOn Portfolio Verwaltung GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung LloFo Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung LF-Flottenfonds GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds Hotel Fleesensee GmbH, Hamburg 100,0 %
Zweite Verwaltung Lloyd Fonds Hotelportfolio GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds Hotel Leipzig Nikolaikirche GmbH, Hamburg 100,0 %
Erste Verwaltung Lloyd Fonds Holland GmbH, Hamburg 100,0 %
Fünfte Verwaltung Lloyd Fonds Holland GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds Immobilienportfolio Hamburg/​Sylt GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds Immobilienportfolio Köln GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung "Air Fuhlsbüttel/​Air Finkenwerder" Flugzeugfonds GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds Air Portfolio 3 GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds Britische Kapital Leben VIII GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung MS "CCNI ARAUCO" Schiffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 51,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds A380 Flugzeugfonds GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung Lloyd Fonds Bremen Domshof GmbH, Hamburg 100,0 %
Verwaltung MT "NEW YORK STAR" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 100,0 %
Lloyd Fonds UK VIII Limited, Malvern/​England 100,0 %

Assoziierte Unternehmen (§ 313 Abs. 2 Nr. 2 HGB):

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Gesellschaft Anteil Konzern
Air Management GmbH, Offenbach am Main 50,0 %
Beteiligung MS "ANTONIA SCHULTE" Shipping GmbH, Nordenham 50,0 %
Lloyd Fonds Britische Kapital Leben II. GmbH, Kufstein/​ Österreich 50,0 %
Lloyd Fonds Britische Kapital Leben III. GmbH, Kufstein/​ Österreich 50,0 %
Lloyd Fonds Britische Kapital Leben IV. GmbH, Kufstein/​ Österreich 50,0 %
Lloyd Fonds Britische Kapital Leben V. GmbH, Kufstein/​ Österreich 50,0 %
Lloyd Fonds Britische Kapital Leben VI. GmbH, Kufstein/​ Österreich 50,0 %
Lloyd Fonds Britische Kapital Leben VII. GmbH, Kufstein/​ Österreich 50,0 %
Verwaltung MS "BAHAMAS" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "CHICAGO" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "LAS VEGAS" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "MEMPHIS" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "MIAMI" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung "BAVARIAN SUN" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung Global Partnership I GmbH, Aschheim 50,0 %
Verwaltung MS "BERMUDA" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "BONAIRE" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "CHRISTIANE SCHULTE" GmbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "COMMANDER" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "LLOYD DON GIOVANNI" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "LLOYD DON CARLOS" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "LLOYD DON PASCUALE" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "LLOYD PARSIFAL" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "METHAN" Schiffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "NATAL" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "NELSON" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "NEWARK" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "NORO" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung "MS Sophie" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "VEGA FYNEN" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "Wehr Elbe" Schiffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MS "Wehr Weser" Schiffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "AMERICAN SUN" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "ATHENS STAR" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "CANADIAN SUN" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "CARIBBEAN SUN" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "Green Point" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "HAMBURG STAR" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "LONDON STAR" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "MEXICAN SUN" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "TAPATIO" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "TEAM JUPITER" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Verwaltung MT "TEAM NEPTUN" Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg 50,0 %
Zweite Beteiligung MS "SOFIA SCHULTE" Shipping GmbH, Hamburg 50,0 %
Vierte Verwaltung Lloyd Fonds Holland GmbH, Hamburg 49,0 %
Dritte Verwaltung Lloyd Fonds Holland GmbH, Hamburg 49,0 %
MS "BAHIA" Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg 0,4 %
MS "BENITO" Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg 0,4 %

Für weitere Angaben zu den assoziierten Unternehmen wird auf Ziffer 6.2.2.3 und 6.9.1.1 verwiesen.

6.9.5.3 Sonstige Angaben

In Bezug auf die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer verweisen wir auf Ziffer 6.6.3. Die Angaben zu aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats können Ziffer 6.9.1.3 entnommen werden.

6.9.6 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Namensänderung in LAIQON AG

Mit der Eintragung in das Handelsregister am 2. Januar 2023 hat sich der bisherige Name Lloyd Fonds AG der Gesellschaft in LAIQON AG geändert. Damit setzte das Unternehmen die Beschlussfassung der ordentlichen Hauptversammlung 2022 über die Änderung der Firma und die entsprechende Satzungsänderung um.

Damit verbunden war auch ein Wechsel des Börsenkürzels in LQAG (bisher: L1OA). Die bisherige internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) DE000A12UP29 und die nationale Wertpapierkennnummer (WKN) A12UP2 bleiben erhalten.

Wandelschuldverschreibung 2023/​27 erfolgreich platziert

Am 20. Februar 2023 platzierte die LAIQON AG die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 im Nennbetrag von 5,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit von vier Jahren.

Die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 wird mit einem Zinssatz in Höhe von 6,50 % per annum verzinst. Die Zinszahlungen erfolgen halbjährlich, erstmalig am 21. August 2023. Der Wandlungspreis wurde auf 10,00 EUR festgelegt und unterliegt nach Maßgabe der Emissionsbedingungen der Wandelschuldverschreibungen ab 2024 den marktüblichen Anpassungsmechanismen (für das Jahr 2023 ist der Verwässerungsschutz hingegen ausgeschlossen).

Die Wandelschuldverschreibung 2023/​27 wurde im Rahmen einer prospektfreien Privatplatzierung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausschließlich von Investoren aus Deutschland und Luxemburg bezogen. Die Emission stieß sowohl bei Bestandsaktionären als auch bei neuen Investoren auf sehr positive Resonanz. Insgesamt wies das Orderbuch einen deutlichen Nachfrageüberhang von 3,15 Mio. EUR aus.

Die Wandelschuldverschreibungen wurden in den Handel im Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer ISIN DE000A30V885 einbezogen.

meine Volksbank Raiffeisenbank eG und BV Bayerische Vermögen GmbH gründen Joint Venture

Mit der Gründung der "meine Bayerische Vermögen" GmbH (mBV), Rosenheim am 10. Februar 2023, bündelten der Vermögensverwalter BV Bayerische Vermögen GmbH und die meine Volksbank Raiffeisenbank eG (mVBRB Rosenheim) ihre Kompetenzen in einem Gemeinschaftsunternehmen für die Vermögensverwaltung in der Region Oberbayern/​München.

Die BV Bayerische Vermögen GmbH beteiligt sich dabei zu 25 % an der mBV. Entsprechend werden 75 % der Gesellschaftsanteile durch die mVBRB Rosenheim gehalten.

Mit erfolgreicher Beendigung des Verfahrens zur Erlangung einer Paragraf 15 WpIG durch die BaFin plant das neue Unternehmen seine operative Tätigkeit voraussichtlich im Sommer 2023 aufzunehmen.

Verkauf von Anteilen an der V:KI GmbH

Im Februar 2023 hat die LAIC Capital GmbH insgesamt 30% der Anteile an der im Geschäftsjahr 2022 neu gegründeten V:KI GmbH im Rahmen von Vertriebspartnerschaften veräußert.

Weitere Ereignisse mit einer wesentlichen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten.

Gemeinsamer Bürostandort München "Oberanger 43"

Zur Integration der bisherigen Bürostandorte hat die LAIQON AG zum 1. März 2023 neue Büroräume in der Münchener Innenstadt bezogen. Dafür wurde das bestehende Büro in München mit einer ursprünglichen Laufzeit bis 2028 vorzeitig per Aufhebungsvertrag zum 31. März 2023 gekündigt. Zum Bilanzstichtag waren Nutzungsrechte in Höhe von 901 TEUR und korrespondierende Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.040 TEUR bilanziert.

 

Hamburg, 29. März 2023

Der Vorstand der LAIQON AG

Achim Plate

Stefan Mayerhofer

7 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Hamburg, 29. März 2023

Der Vorstand der LAIQON AG

Achim Plate

Stefan Mayerhofer

8 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die LAIQON AG, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG) und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 und Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des "Geschäftsberichts 2022", aber nicht den geprüften Konzernabschluss und den Konzernlagebericht und unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 und Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufgrund von doloser Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende, wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unserjeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 und Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 29. März 2023

Baker Tilly GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Oliver Pegelow , Wirtschaftsprüfer

Stefanie Hartmann, Wirtschaftsprüferin

Finanzkalender

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2023
Geschäftsbericht 2022 30. März
Ordentliche Hauptversammlung, Präsenz 23. August
Halbjahresbericht 2023 31. August

Alle Termine sind vorläufige Angaben. Änderungen vorbehalten.

Bildrechte

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Titelseite: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock), Shutterstock.com

S. 3: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 4-5: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 6: Mit freundlicher Genehmigung von Fotograf: Wolfgang Gasser

S. 8-12: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 14: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S.16: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 20: Mit freundlicher Genehmigung von Fotograf: Wolfgang Gasser und intern bearbeitet (Daniel Zerbock)

S. 21: Fotos intern entstanden (Axel Brosey)

S. 22: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 24: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 28: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 30-31: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 32: Mit freundlicher Genehmigung von Fotograf: Wolfgang Gasser

S. 62: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 64: Mit freundlicher Genehmigung von Fotograf: Wolfgang Gasser

S. 105: Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock)

S. 109: Mit freundlicher Genehmigung von Fotograf: Wolfgang Gasser

S. 111: Mit freundlicher Genehmigung von Fotograf: Wolfgang Gasser, Fotos intern entstanden (Daniel Zerbock & Axel Brosey), Mit freundlicher Genehmigung der growney GmbH von Privat zur Verfügung gestellt

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Hinweise

Der Geschäftsbericht 2022 der LAIQON AG ist unter www.laiqon.ag in der Rubrik Investor Relations/​Geschäftsberichte als PDF-Datei abrufbar.