LAIQON AG (vormals: Lloyd Fonds AG)HamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022scrollen
Anhang für das Geschäftsjahr 2022I. Allgemeine Angaben zum JahresabschlussDie Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im
Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Von den Erleichterungen
nach § 288 HGB wurde teilweise Gebrauch gemacht.
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom
1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 wird unter
Beachtung der Vorschriften des 3. Buches des
Handelsgesetzbuches aufgestellt. Die Bestimmungen des
Aktiengesetzes wurden beachtet.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG, Umfirmierung am
02. Januar 2023), Hamburg, ist beim Amtsgericht Hamburg
(HRB 75492) eingetragen.
II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und zur Währungsumrechnung in EuroDie Bilanzierung erfolgt unter der Annahme der
Geschäftsfortführung (going concern).
Die immateriellen Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens beinhalten Software sowie die
Homepage. Die Nutzungsdauer der Software sowie der Homepage
beträgt drei bis zehn Jahre.
Die immateriellen Vermögensgegenstände und
Sachanlagen werden zu Herstellungs-bzw. Anschaffungskosten
abzüglich planmäßiger linearer
Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungsdauer
beträgt zwischen drei und 19 Jahren. Bauten und
Einbauten auf fremden Grundstücken werden entsprechend
der Laufzeit der Mietverträge abgeschrieben. Die
Abschreibungsdauer beträgt zwischen fünf bis 10
Jahren. Geringwertige Wirtschaftsgüter des
Anlagevermögens im Sinne des § 6 Abs. 2 EStG, die
einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden
mit einem Wert bis zu 250 EUR im Zugangsjahr
vollständig abgeschrieben. Geringwertige
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zwischen 250
EUR und 1.000 EUR werden in einem jahresbezogenen
Sammelposten erfasst und über fünf Jahre
abgeschrieben.
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. zum
niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Sofern von
Personenhandelsgesellschaften
Liquiditätsausschüttungen erfolgten, wurden diese
von den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren
beizulegenden Wert abgesetzt, wenn diesen keine
entsprechenden Gewinne zugrunde liegen. Es wurden im
Berichtsjahr Abschreibungen, soweit Wertminderungen
vorlagen, vorgenommen.
Bei der Bewertung der Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände werden alle erkennbaren
Risiken berücksichtigt. Es wurden im Berichtsjahr
Forderungsverluste erfasst, soweit von einer
Uneinbringlichkeit der Forderung ausgegangen werden musste.
Die Wertpapiere sind nach den Vorschriften für das
Umlaufvermögen unter Beachtung des strengen
Niederstwertprinzips mit dem niedrigeren Wert aus
Anschaffungskosten und beizulegendem Zeitwert bilanziert.
Die liquiden Mittel werden zum Nominalwert angesetzt.
Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden
gemäß § 250 Abs. 1 HGB Ausgaben vor dem
Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit
nach diesem Tag darstellen, abgegrenzt.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle
erkennbaren Risiken und werden nach vernünftiger
kaufmännischer Beurteilung mit ihrem
Erfüllungsbetrag bewertet.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag
angesetzt.
Als passive Rechnungsabgrenzungsposten wurden
gemäß § 250 Abs. 2 HGB Einnahmen vor dem
Abschlussstichtag, die den Ertrag für eine bestimmte
Zeit nach diesem Tag darstellen, abgegrenzt.
Forderungen und Verbindlichkeiten sowie flüssige
Mittel in Fremdwährung werden mit dem Kurs am Tage des
Geschäftsvorfalls bzw. mit dem niedrigeren
(höheren) Kurs am Bilanzstichtag bewertet.
Zum Abschlussstichtag wurden auf fremde Währungen
lautende Vermögensgegenstände und
Verbindlichkeiten gem. § 256a HGB mit dem
Devisenkassamittelkurs (USD 1,0666) bewertet.
III. Angaben zur BilanzDie Entwicklung der Positionen des Anlagevermögens
wird im Anlagenspiegel (Anlage I zum Anhang) dargestellt.
Die Anteilsbesitzliste zum 31.12.2022 ist in der Anlage
III zum Anhang dargestellt.
Zum Bilanzstichtag besteht eine Darlehensforderung
gegenüber der LAIQON Financial Service GmbH (vormals
Lloyd Fonds Makleragentur GmbH) mit einer Restlaufzeit bis
31.12.2024. Sämtliche übrigen Forderungen haben
Restlaufzeiten von bis zu 1 Jahr.
Zum Stichtag hält die LAIQON AG Anteile an
fünf Publikumsfonds, die durch die LAIC
Vermögensverwaltung GmbH aufgelegt wurden. Es handelt
sich dabei um die Mischfonds LAIC - Defensive Digital
Selection, LAIC - Balanced Digital Selection, LAIC -
Dynamic Digital Selection, LAIC - Sustainable Digital
Selection AC und LAIC -Sustainable Digital Selection EM.
Die Anteile der LAIQON AG an den genannten Fonds belaufen
sich zum Stichtag auf einen Wert von 25 TEUR (31.12.2021:
515 TEUR).
Ferner sind 246 TEUR (31.12.2021: 253 TEUR) in drei
algorithmische Depotstrategien bei der Baader Bank AG
investiert.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten die als Damnum abgegrenzte Darlehensprovision aus dem im Geschäftsjahr aufgenommenen Tilgungsdarlehen in Höhe von 111 TEUR. Zum Bilanzstichtag bestehen körperschaftsteuerliche
Verlustvorträge in Höhe von rund 49,5 Mio. EUR
(31.12.2021: 46,7 Mio. EUR) als auch gewerbesteuerliche
Verlustvorträge in Höhe von rund 52,9 Mio. EUR
(31.12.2021: 52,5 Mio. EUR) für die keine aktiven
latenten Steuern angesetzt wurden, da insgesamt von dem
Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB Gebrauch gemacht
wurde.
Gezeichnetes KapitalDas voll eingezahlte Grundkapital zum 31. Dezember 2022 beinhaltet 17.483.396 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem Nominalwert von jeweils 1,00 EUR. Durch Einzahlungen im Rahmen von
Barkapitalerhöhungen und Sachkapitalerhöhungen im
Zuge der Akquisitonen sowie insbesondere der
vollständigen Wandlung der Wandelschuldverschreibung
2019/2023 im Geschäftsjahr 2022 stieg das gezeichnete
Kapital um 4.157.482,00 TEUR auf 17.483.396,00 TEUR an. Es
gilt die Satzung in der Fassung vom 7. Dezember 2022.
Genehmigtes Kapital 2020In der Hauptversammlung am 31. August 2020 wurde das
Genehmigten Kapital 2018 und seine Regelungen aufgehoben
und die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2020
beschlossen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des
Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30.
August 2025 um insgesamt bis zu 3.599.750,00 EUR durch ein-
oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 3.599.750 neuen,
nennwertlosen auf den Inhaber lautenden Stückaktien
gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Der
Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des
Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder
teilweise auszuschließen.
Bedingtes Kapital 2018 IAufgehoben.
Bedingtes Kapital 2018 IIIn der Hauptversammlung am 21. Juli 2022 wurde über
die Änderung der Ermächtigung zur Ausgabe von
Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der
Gesellschaft unter dem Aktienoptionsprogramm und über
die Erhöhung des Bedingten Kapitals 2018 II sowie
über die entsprechende Änderung der Satzung
beschlossen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des
Aufsichtsrats an Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter
bis zum 30. August 2026 einmalig oder mehrmals
Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 1.350.000 EUR
(Erhöhung des Altbetrags um 130.000 EUR) auf den
Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag
(Stückaktien) der Gesellschaft auszugeben.
Hierfür ist das Grundkapital in entsprechender
Höhe bedingt erhöht.
Bedingtes Kapital 2020In der Hauptversammlung am 31. August 2020 wurde das
Bedingte Kapital 2019 und seine Regelungen aufgehoben und
die Schaffung eines neuen Bedingten Kapital 2020
beschlossen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des
Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 11.
Juni 2024 um insgesamt bis zu 4.394.141,00 EUR
Stückaktien einmalig oder mehrmals auf den Inhaber
oder auf den Namen lautende Options- und/oder
Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder
Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser
Instrumente) zu erhöhen.
Entwicklung KapitalrücklageDurch erfolgte Wandlungen der Wandelschuldverschreibung
2019/23 im Geschäftsjahr 2022 sowie weiterer Bar- und
Sachkapitalerhöhungen ist ein Zugang in der
Kapitalrücklage in Höhe von 30.080 TEUR zu
verzeichnen.
Der bilanzielle Effekt in Höhe von 196 TEUR (Vj.:
248 TEUR) aus dem Aktienoptionsprogramm für
ausgewählte Beschäftigte wirkt sich erhöhend
in der Kapitalrücklage aus.
Der Bilanzgewinn hat sich zum 31.12.2022 wie folgt
entwickelt:
scrollen
Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten sind im
Verbindlichkeitenspiegel (Anlage II zum Anhang)
dargestellt.
IV. Angaben zur Gewinn- und VerlustrechnungDie Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungen
betrugen 24 TEUR (Vj.: 4.115 TEUR) und entfallen auf den
Verkauf von Anteilen an der Selection Asset Management
GmbH. Im Vorjahr entfielen diese im Wesentlichen auf die
Veräußerung von 9,75% der Anteile an der LAIC
Capital GmbH.
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten
Erträge aus der Herabsetzung von
Einzelwertberichtigungen in Höhe von 97 TEUR (Vj.: 682
TEUR), welche im Wesentlichen aus der Rückzahlung von
Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen
resultieren.
Der Personalaufwand des Geschäftsjahres 2022
beläuft sich auf 7.307 TEUR (Vj.: 5.349 TEUR). Der
Anstieg der laufenden Gehälter ist im Wesentlichen auf
die gestiegene Mitarbeiterzahl im Rahmen der Verschmelzung
der BV Holding AG auf die LAIQON AG im Geschäftsjahr
zurückzuführen.
Die Abschreibungen in Höhe von 1.015 TEUR (Vj.:
1.133 TEUR) entfallen im Wesentlichen auf immaterielle
Vermögensgegenstände 502 TEUR (Vj.: 605 TEUR)
sowie auf Sachanlagen und Einbauten 513 TEUR (Vj.: 528
TEUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im
Wesentlichen aus den IT-Kosten in Höhe von 499 TEUR
(Vj.: 900 TEUR), den Aufwendungen für Mieten und
Nebenkosten von 1.639 TEUR (Vj.: 1.591 TEUR) und den
Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 3.427 TEUR
(Vj.: 2.057 TEUR) zusammen.
Außerdem ist in den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen ein einmaliger Verschmelzungsverlust in
Höhe von 5.059 TEUR enthalten.
Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von
6.890 TEUR (Vj.: 10.405 TEUR) resultieren im Wesentlichen
aus der Ausschüttung zweier Beteiligungen.
V. Sonstige AngabenDer Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2022 wie
folgt zusammen:
scrollen
Einer der Vorstände ist von den Beschränkungen
des § 181 BGB befreit.
Die LAIQON AG hat im Geschäftsjahr durchschnittlich
42 (Vorjahr: 33) Mitarbeiter beschäftigt.
Der Aufsichtsrat setzte sich im Geschäftsjahr 2022
wie folgt zusammen:
scrollen
Die Aktien der LAIQON AG werden im Börsensegment
Scale der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen sonstige finanzielle
Verpflichtungen aus den Mietverträgen für
Büroflächen in Hamburg, München und
Frankfurt von insgesamt 6.867 TEUR (31.12.2021: 7.569
TEUR). Aus Leasing- und sonstigen Verträgen bestehen
sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 74
TEUR (31.12.2021: 64 TEUR).
Zur Sicherstellung der Liquidität einer
Tochtergesellschaft hat die LAIQON AG in Höhe eines
gewährten Darlehens eine
Rangrücktrittserklärung sowie eine
Patronatserklärung abgegeben. Das Darlehen valutiert
zum Stichtag mit 5.006 TEUR (31.12.2021: 4.937 TEUR).
Der Vorstand schätzt das Risiko aus einer
Inanspruchnahme aufgrund der Erfahrung aus der
Vergangenheit als sehr gering ein.
In der Anlage III zum Anhang werden die Angaben zu
Unternehmen zusammengefasst, an denen die Gesellschaft
Anteile von mehr als 20 % hält.
Die LAIQON AG trägt für folgende
Tochtergesellschaften, abgesehen vom Fall des politischen
Risikos, dafür Sorge, dass sie ihre vertraglichen
Verbindlichkeiten erfüllen können: 53.10.
Consulting GmbH (vormals Lloyd Fonds Consulting GmbH),
TradeOn GmbH, LAIQON Financial Service GmbH, LAIC AIF KVG
GmbH.
Aus dem am 24. Juni 2010 geschlossenen Vertrag besteht
zwischen der LAIQON AG und der 53.10. Real Assets Treuhand
GmbH (vormals Lloyd Treuhand GmbH), Hamburg, eine
ertragsteuerliche Organschaft. Am 30. November 2016 wurde
eine ertragsteuerliche Organschaft zwischen der LAIQON AG
und der 53.10. Real Estate Management GmbH (vormals Lloyd
Fonds Real Estate Management GmbH), Hamburg, geschlossen.
Mit Zustimmung auf der Hauptversammlung der BV Holding AG,
München, vom 25. Juli 2022 wurde die ertragsteuerliche
Organschaft zwischen der BV Holding AG und ihren
Tochtergesellschaften der BV Bayerischen Vermögen
GmbH, München, MFI Asset Management GmbH,
München, und m+c Asset Allokation GmbH, München,
geschlossen, welche bedingt durch die Verschmelzung der BV
Holding AG auf die LAIQON AG zum Verschmelzungsstichtag 05.
Oktober 2022 auf den Rechtsnachfolger übergegangen
ist. Dadurch besteht zwischen den ehemaligen
Tochterunternehmen der BV Holding AG und der LAIQON AG eine
ertragsteuerliche Organschaft. Aus dem am 21. Juli 2022
geschlossenen Vertrag besteht zwischen der LAIQON AG und
der LAIQON Token GmbH (vormals Lloyd Token GmbH), Hamburg,
eine ertragsteuerliche Organschaft.
Weiterhin bestehen mit verbundenen Unternehmen
umsatzsteuerliche Organschaften. Hieraus resultieren
für die LAIQON AG Haftungen nach § 73 AO.
Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 7.431.042,26 EUR
wird auf neue Rechnung vorgetragen.
VI. NachtragsberichtNamensänderung in LAIQON AGMit der Eintragung in das Handelsregister am 2. Januar
2023 hat sich der bisherige Name Lloyd Fonds AG der
Gesellschaft in LAIQON AG geändert. Damit setzte das
Unternehmen die Beschlussfassung der ordentlichen
Hauptversammlung 2022 über die Änderung der Firma
und die entsprechende Satzungsänderung um. Damit
verbunden war auch ein Wechsel des Börsenkürzels
in LQAG (bisher: L1OA). Die bisherige internationale
Wertpapierkennnummer (ISIN) DE000A12UP29 und die nationale
Wertpapierkennnummer (WKN) A12UP2 bleiben erhalten.
Wandelschuldverschreibung 2023/27 erfolgreich platziertAm 20. Februar 2023 platzierte die LAIQON AG die
Wandelschuldverschreibung 2023/27 im Nennbetrag von 5,0
Mio. EUR mit einer Laufzeit von vier Jahren.
Die Wandelschuldverschreibung 2023/27 wird mit einem
Zinssatz in Höhe von 6,50 % per annum verzinst. Die
Zinszahlungen erfolgen halbjährlich, erstmalig am 21.
August 2023. Der Wandlungspreis wurde auf 10,00 EUR
festgelegt und unterliegt nach Maßgabe der
Emissionsbedingungen der Wandelschuldverschreibungen ab
2024 den marktüblichen Anpassungsmechanismen (für
das Jahr 2023 ist der Verwässerungsschutz hingegen
ausgeschlossen). Die Wandelschuldverschreibung 2023/27
wurde im Rahmen einer prospektfreien Privatplatzierung
unter Ausschluss des Bezugsrechts ausschließlich von
Investoren aus Deutschland und Luxemburg bezogen. Die
Emission stieß sowohl bei Bestandsaktionären als
auch bei neuen Investoren auf sehr positive Resonanz.
Insgesamt wies das Orderbuch einen deutlichen
Nachfrageüberhang von 3,15 Mio. EUR aus. Die
Wandelschuldverschreibungen wurden in den Handel im
Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter
Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer ISIN
DE000A30V885 einbezogen.
Hamburg, 29. März 2023 Der Vorstand scrollen
Anlage IEntwicklung des Anlagevermögens vom 01.01.2022 bis 31.12.2022scrollen
scrollen
Entwicklung des Anlagevermögens vom 01.01.2022 bis 31.12.2022scrollen
scrollen
Anlage II zum AnhangVerbindlichkeitenspiegel LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG) zum 31. Dezember 2022scrollen
Anteilsbesitzliste zum 31.12.2022scrollen
* Eigenkapital vor Jahresergebnis
Lagebericht der LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG) für das Geschäftsjahr 20221 Grundlagen1.1 GeschäftstätigkeitDie LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG, Umfirmierung am
02. Januar 2023, siehe Nachtragsbericht) ist ein
börsengelistetes, innovatives, Finanzhaus, das mit
aktiven, nachhaltigen und digitalen Investmentlösungen
das Ziel hat, Rendite für seine Partner und Kunden zu
erzielen.
Das seit 2005 an der Börse vertretene
bankenunabhängige Unternehmen ist seit März 2017
im Segment Scale (ISIN: DE000A12UP29) der Deutschen
Börse als LAIQON AG gelistet.
Im Geschäftsfeld LLOYD FONDS erfolgt eine
Positionierung als Spezialanbieter benchmarkfreier Aktien-,
Renten- und Mischfonds mit einem klaren Fokus auf aktiven
Alpha-Strategien. Alle durch erfahrene Fondsmanager mit
nachgewiesenem Track Record gesteuerten Fonds
berücksichtigen einen integrierten
Nachhaltigkeitsansatz im Investmentprozess.
Im Geschäftsfeld LLOYD VERMÖGEN erfolgt eine
proaktive, ganzheitliche 360°-Umsetzung der
individuellen Ziele von vermögenden Kunden in einer
persönlichen Vermögensverwaltung.
Im Geschäftsfeld LLOYD DIGITAL werden digitale und
risikooptimierte Anlagelösungen für Privatanleger
und institutionelle Kunden angeboten.
1.2 Organisation und FührungsstrukturAls börsengelistetes Unternehmen wird die
Geschäftsführung des Vorstands der LAIQON AG
durch den Aufsichtsrat überwacht. Der Aufsichtsrat
besteht laut Satzung aus fünf Mitgliedern. Dies sind
zum Stichtag 31. Dezember 2022 Dr. Stefan Rindfleisch
(Vorsitzender des Aufsichtsrats), Jörg Ohlsen
(stellvertretender Vorsitzender), Prof. Wolfgang Henseler,
Oliver Heine und Peter Zahn. Den Vorstand der LAIQON AG
stellen zum Stichtag 31. Dezember 2022 Dipl.-Ing. Achim
Plate als Chief Executive Officer (CEO/CFO) sowie Stefan
Mayerhofer, als Chief Wealth Officer (CWO).
Unterhalb des Vorstands wurde ein Führungskreis
etabliert, der mit hochqualifizierten und erfahrenen
Managerinnen und Managern aus allen drei
Geschäftsfeldern sowie ausgewählten Stabsstellen
wie beispielsweise Finanzen und Personal besetzt ist und
sich regelmäßig mit dem Vorstand berät.
Die Unternehmenskultur der LAIQON AG ist durch flache
Hierarchien, abteilungsübergreifende Team- und
Projektarbeit sowie kurze Entscheidungswege geprägt.
Per 31. Dezember 2022 waren 46 (Vj.: 35) Mitarbeiter im
Unternehmen beschäftigt.
1.3 Rechtliche StrukturDie LAIQON AG ist eine Aktiengesellschaft, die im Scale
Segment im Freiverkehr an der Frankfurter
Wertpapierbörse gelistet ist und ihr operatives
Geschäft zusammen mit mehreren Tochtergesellschaften
abbildet.
1.4 Planungs- und SteuerungssystemeDas Unternehmen verfügt über ein internes
Planungs- und Steuerungssystem, das es ermöglicht, auf
Veränderungen der Märkte und des Umfelds zeitnah
und effizient reagieren zu können. Abweichungen von
strategischen und operativen Zielen werden so erkannt und
entsprechende Anpassungen eingeleitet. Wesentlicher
Bestandteil des internen Steuerungssystems ist das
ausführliche Berichts- und Informationswesen.
Für das kurzfristige Liquiditätsmanagement
greift die Finanzabteilung auf eine rollierende
Liquiditätsplanung zurück, die einen
Planungshorizont von bis zu einem Jahr abbildet. Daneben
kommt eine mittelfristige Finanzplanung zum Einsatz.
Hierbei handelt es sich um ein integriertes Planungsmodell,
das aus einer Plan-GuV und Plan-Bilanz besteht. Sowohl die
kurzfristige Liquiditätsplanung als auch das
mittelfristige Modell bauen auf der aktuellen
Geschäftsplanung des Unternehmens auf und sind
miteinander abgestimmt. Im Rahmen von mindestens
monatlichen Berichten wird der Vorstand der LAIQON AG in
einem Plan-Ist-Vergleich über alle relevanten
Kennzahlen informiert. Der Vorstand berichtet dem
Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend
sowohl schriftlich als auch mündlich über alle
für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie,
der Unternehmensplanung, der Geschäftsentwicklung, der
Risikolage und des Risikomanagements, sowie der Lage und
über die Aussichten der Gesellschaft. Bei für die
Gesellschaft grundlegenden Geschäften holt sich der
Vorstand die Zustimmung des Aufsichtsrats ein.
Das Unternehmensergebnis bildet die zentrale
Steuerungsgröße der LAIQON AG. Im Berichtsjahr
erwirtschaftete die LAIQON AG einen
Jahresfehlbetrag/-überschuss von -7,4 Mio. EUR (Vj.:
15,6 Mio. EUR).
Da die wesentlichen Ergebnisbeiträge der LAIQON AG
aus Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen
als auch aus den Erträgen aus Beteiligungen stammen,
ist für das Unternehmen die Summe aus
Umsatzerlösen, Beteiligungserträgen und Ergebnis
aus Gewinnabführungsverträgen eine wichtige
Steuerungsgröße.
Grundlage einer soliden und nachhaltigen Planung sind
darüber hinaus eine angemessene
Eigenkapitalausstattung sowie das Vorhalten ausreichender
Liquidität im Unternehmen über einen angemessenen
Planungszeitraum. Zum 31. Dezember 2022 verfügte das
Unternehmen über eine Eigenkapitalquote in Höhe
von 66,5 % (Vj.: 50,0 %) und über eine
Liquiditätsausstattung von 1,2 Mio. EUR (Vj.: 8,2 Mio.
EUR). Zum Stichtag hält die LAIQON AG Anteile an
fünf Publikumsfonds, die im Mai 2020 durch die LAIC
Vermögensverwaltung GmbH neu aufgelegt worden sind.
Die Anteile der LAIQON AG an den genannten Fonds belaufen
sich zum Stichtag auf einen Wert von 25 TEUR (Vj.: 715
TEUR).
Um frühzeitig unternehmensgefährdende
Entwicklungen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen
ergreifen zu können, verfügt die LAIQON AG
über ein softwaregestütztes
Risikomanagementsystem. Das Unternehmen erstellt
halbjahresweise einen Risikobericht, der durch den
verantwortlichen Risikomanager erhoben, bewertet und
plausibilisiert wird. Der Risikobericht wird dem Vorstand
vorgelegt und von ihm geprüft und freigegeben.
2 Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliches und branchenbezogenes Umfeld2.1.1 Entwicklung der WeltwirtschaftDas Jahr 2022 war wesentlich durch den Krieg in der
Ukraine, Inflation nahezu überall auf der Welt,
höhere Zinsen, steigende Rezessionsrisiken und ein
erneutes Aufflammen der Covid-19-Pandemie Ende des Jahres
in China geprägt. Die Weltwirtschaft hat selten so
viele Schocks erleben müssen wie im Jahr 2022. Die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen sich angesichts
des deutlichen Energie- und Nahrungsmittelpreisanstiegs,
der daraus folgenden Realeinkommensverluste und der
spürbaren geldpolitischen Straffung als Folge der
beschleunigten Inflation in fast allen
Industrieländern als sehr verhalten dar. Der
Internationale Währungsfonds prognostiziert daher eine
Halbierung des Wachstums des BIP (Bruttoinlandsprodukt) um
rund 3 % im Jahr 2022.
Im Gegensatz zu Europa war die wirtschaftliche Situation
in den USA weniger geprägt vom Ukraine-Krieg und der
daraus folgenden Energiekrise als vielmehr von den
Spätfolgen der Covid-19-Pandemie. Die US-Regierung und
die Notenbank Fed hatten während der Covid-19-Pandemie
mit einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik die Grundlage
für eine kräftige Nachholkonjunktur gelegt, die
zu einem deutlichen Anstieg der Inflation führte. In
der Folge schmälerte diese Entwicklung die
Realeinkommen und belastete den Konsum. Für das
Gesamtjahr 2023 wird ein Wachstum des BIP von 1,9 %
erwartet. Allerdings scheint die Inflation Ihren
Höhepunkt überschritten zu haben. In China, dass
bisher wirtschaftlich vergleichsweise gut durch die
COVID-19-Pandemie gekommen war, wendete sich im Jahr 2022
die Situation. Während die meisten Länder die
Pandemie hinter sich ließen und angesichts einer
weitgehenden "Durchseuchung" (Impfschutz und
natürliche Infektionen) quasi zur gesellschaftlichen
Normalität zurückkehrten, hielt China an seiner
rigiden Null-Covid-Politik fest. Bis zum Dezember 2022
hinweg kam es immer wieder zu strikten Lockdowns, die in
der Folge zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung mit
einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von lediglich
2,9 % führte. In Europa verlieh die
Wiedereröffnung nach der Covid-19-Krise der Wirtschaft
zunächst starken Aufwind; bis in den Spätsommer
befand sie sich auf Expansionskurs. Allerdings belasteten
die Folgen des Ukraine-Krieges die Eurozone schwer und
führten zu einem deutlichen Anstieg der Einfuhrpreise
für Energie und Nahrungsmittel, wodurch die Kaufkraft
merklich geschmälert wurde. Das Verbrauchervertrauen
war bereits kurz nach Kriegsausbruch im Februar 2022
abgestürzt; im weiteren Jahresverlauf trübte sich
dann auch die Stimmung bei den Unternehmen mehr und mehr
ein. Für das Jahr 2022 wird ein BIP-Wachstum von 2,7 %
in der Eurozone erwartet.
In Deutschland war die wirtschaftliche Entwicklung im
Jahr 2022 wesentlich von dem Ukraine-Krieg und den damit
zusammenhängenden Auswirkungen und Herausforderungen,
insbesondere mit Blick auf die Energieversorgung,
geprägt. Die deutsche Wirtschaft hat sich dabei
insgesamt als widerstandsfähig gegenüber den bis
in den späteren Jahresverlauf anhaltenden
Lieferkettenengpässen, Rekordinflationsraten, den
Handels- und Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland,
der Einstellung russischer Gaslieferungen Ende August und
den damit verbundenen Unsicherheiten über eine
mögliche Gasmangellage im Winter erwiesen. Im
Gesamtjahr wuchs das BIP voraussichtlich um rund 1,9 %
2.1.2 KapitalmarktentwicklungNach einem erneut volatilen, im Ergebnis jedoch
überdurchschnittlich positiven Vorjahr war die
Entwicklung der Kapitalmärkte nach Einschätzung
der LAIQON AG bereits sehr bald nach Jahresbeginn sehr
herausfordernd. Der Ukraine-Krieg löste insbesondere
in Europa und Deutschland einen deutlichen Anstieg der
Energiekosten aus. Gepaart mit bereits zuvor bestehenden
Herausforderungen einiger globaler Lieferketten und einer
nachfrageorientierten Fiskalpolitik in den USA ergab sich
im Jahresverlauf ein weltweiter Anstieg der Inflation auf
Rekordwerte. Dies stellte die Zentralbanken weltweit vor
große Herausforderungen, die in der Folge, ausgehend
von einem Umfeld der Negativzinsen, in rascher Folge
Zinserhöhungen vornahmen, um den Anstieg der Inflation
zu beenden und mittelfristig wieder die Zielmarke eines
Zinsniveaus von rund 2 % erreichen zu können.
Bereits zu Jahresbeginn 2022 führten
Äußerungen der amerikanischen Notenbank FED, die
auf eine gegenüber der Vergangenheit deutlich
striktere Geldpolitik hindeuteten, zu einer Abkühlung
der weltweiten Aktienmärkte. Der Ukraine-Krieg
führte aufgrund der resultierenden sehr hohen
Unsicherheit zu einer weiteren Belastung sowohl der Aktien-
als auch der Anleihemärkte. Als Reaktion auf den
Einmarsch in die Ukraine gegen Russland verhängte
Sanktionen sowie bestehende Hindernisse in internationalen
Lieferketten führten zu einem raschen Anstieg der
Inflation bei gleichzeitig schwachem Wachstum der
großen Volkswirtschaften. Vor diesem Hintergrund nahm
weltweit die Wahrscheinlichkeit einer Rezession deutlich
zu, was die Notenbanken angesichts der somit drohenden
Stagflation vor umso schwierigere Aufgaben stellte. Die
Märkte für Aktien und Anleihen richteten sich
somit neben dem Abschwung der wirtschaftlichen Rahmendaten
auch auf deutliche Zinserhöhungen der Zentralbanken
ein und setzten ihren Abwärtstrend bis zum Ende des
dritten Quartals fort.
Die von den Zentralbanken im Jahresverlauf vorgenommenen
Anhebungen der Leitzinsen hatten naturgemäß
negative Auswirkungen zunächst auf die Kurse der
zinssensibleren Wachstumswerte, belasteten aber in
ebenfalls erheblichem Ausmaß auch die Bewertungen von
Unternehmen, die als wertorientierte Anlagen gelten.
Besonders betroffen waren dabei aufgrund ihrer tendenziell
geringeren Liquidität insbesondere kleine und
mittelgroße Aktiengesellschaften.
Erst ab dem vierten Quartal 2022 wurden vor dem
Hintergrund des sehr negativen Marktsentiments und des
allgemein niedrigen Kursniveaus positive
Unternehmensberichterstattungen wieder honoriert. Einige
Marktteilnehmer spekulierten außerdem darüber,
ob eine Obergrenze der Leitzinsen in Amerika und in Europa
bereits erkennbar sei. Zudem mischten sich Spekulationen
über eine lediglich schwache oder gar ausbleibende
Rezession vor dem Hintergrund einer aufgrund gefüllter
Gasspeicher zumindest für den Fall eines milden
Winters gesicherten Energieversorgung. All dies führte
ab Mitte Oktober zu einem Anstieg der Aktienkurse, welcher
allerdings bis zum Jahresende für Blue Chips
stärker als für Nebenwerte ausfiel.
Im Ergebnis erzielten die wesentlichen an dieser Stelle beobachteten Aktienindizes im Berichtsjahr außerordentlich negative Ergebnisse, wobei die jeweiligen Tiefststände zwischen Ende September und Mitte Oktober zu beobachten waren. Im Einzelnen schnitten der global ausgerichtete Leitindex MSCI World (in USD) mit einem Rückgang von -19,6 % (i. Vj. +20,1 %), der EURO STOXX50 (-11,9 %, i. Vj. +20,4 %), DAX (-12,3 %, i. Vj. 15,8 %), MDAX (-28,5 %, i. Vj. +14,1 %) und SDAX (-27,3 %, i. Vj. 11,2 %) 2021 mit Verlusten in erheblicher Größenordnung ab 2.1.3 NachhaltigkeitsregulierungBei der Mobilisierung von Kapitalflüssen für
die Erreichung der umfassenden Nachhaltigkeitsziele der
Vereinten Nationen und der Ziele des Pariser Klimaabkommens
kommt dem Kapitalmarkt nach Auffassung der LAIQON AG
aufgrund seiner Allokations- und Multiplikatorfunktion eine
bedeutende Rolle zu. Hierfür wurden maßgeblich
auf europäischer und nationaler Ebene eine Reihe von
Maßnahmen zu "Sustainable Finance" ergriffen, unter
anderem, um Transparenz zu stärken und
Mindestkriterien zu etablieren.
Für Finanzmarktteilnehmer ist nach wie vor die
Offenlegungsverordnung (SFDR: Sustainable Finance
Disclosure Regulation; EU-Verordnung 2019/2088 des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November
2019 über nachhaltigkeitsbezogene
Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor) ein
wichtiger Fortschritt in Bezug auf ESG-Transparenz, denn
sie bietet Anlegern eine erste Orientierung hinsichtlich
der Nachhaltigkeitscharakteristika von Finanzprodukten. Am
10. März 2021 trat bereits die erste Stufe ("Level 1")
der Offenlegungsverordnung in Kraft. Nach ihr müssen
Finanzmarktteilnehmer ihre angebotenen Finanzprodukte in
eine von drei Kategorien (Artikel 6 -"traditionelle"
Finanzprodukte, die lediglich offenlegen müssen,
welche Rolle Nachhaltigkeitsrisiken im
Wertpapieranlageprozess spielen, Artikel 8 -Finanzprodukte,
die ökologische und soziale Merkmale bewerben, Artikel
9 -Finanzprodukte, deren Ziel Nachhaltige Investitionen
sind) einstufen. Am 14. August 2022 traten zudem die
technischen Regulierungsstandards ("Level 2") der
Offenlegungsverordnung in Kraft. Sie legen den konkreten
Inhalt, die zu verwendende Methodik und die Art der
Darstellung der offenzulegenden Informationen fest.
Anzuwenden sind sie ab dem 1. Januar 2023. Die
Europäische Kommission will die Transparenz beim Thema
Nachhaltigkeit auf dem Finanzmarkt noch weiter ausbauen.
Die Offenlegungsverordnung ist dabei auch in ihrer
zweiten Ausbaustufe nicht der alleinige Gradmesser
dafür, welche Finanzprodukte in der Beratung und der
Vermögensverwaltung als nachhaltig gelten. Die seit
dem 2. August 2022 verpflichtende veröffentlichte
Delegierten-Verordnung der EU-Kommission zu MiFID II stellt
im Rahmen der Umsetzung des EU-Aktionsplans Finanzierung
Nachhaltigen Wachstums Anforderungen an die verpflichtende
Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen von
Anlegerinnen und Anlegern. Mit diesen Anforderungen ergeben
sich entsprechende Auswirkungen auf die Ausgestaltung der
Nachhaltigkeitsmerkmale geeigneter Finanzprodukte. Für
die Umsetzung in Deutschland ist dabei das mittlerweile von
der BaFin anerkannte Zielmarktkonzept für nachhaltige
Finanzprodukte wesentlich, dass die wichtigsten
Finanzverbände gemeinsam erarbeitet haben
("Verbändekonzept"). Hierzu werden
Finanzmarktteilnehmer für die Wertpapierauswahl
zunehmend relevante Daten von Unternehmen benötigen.
Aber auch die in das European ESG Template (EET) gemeldeten
Daten zur Anlagestrategie oder Wertpapierauswahlprozess von
Finanzprodukten werden nach Auffassung der LAIQON AG von
zentraler Bedeutung sein.
Die EU-Taxonomie (EU-Verordnung 2020/852) betrifft
aktuell nur einen geringen Teil der finanzierten
Wirtschaftstätigkeiten. Der europäische
Gesetzgeber hat sich in der Erweiterung der Taxonomie das
ambitionierte Ziel gesteckt, die gesamte EU-Wirtschaft
einzubeziehen. Zu weiteren Plänen zählt auch eine
sogenannte Nachhaltigkeitsampel für Finanzprodukte.
Dazu sollen die Wirtschaftstätigkeiten nunmehr in
einem Ampelsystem kategorisiert werden, das neben
umweltschädlichen (rot) und umweltschonenden
Aktivitäten (grün) eine zusätzlich
transformierende Kategorie (gelb) enthält. Durch das
Ampelsystem erhoffen sich die EU-Berater, dass die
Transitionsprozesse von Unternehmen besser aufgezeigt und
gezielt gefördert werden können.
2.1.3 Marktentwicklung LLOYD FONDS REAL ASSETSDer Ukraine-Krieg, Kostensteigerungen und die Zinswende
führten zu einem Paradigmenwechsel im Immobilienmarkt.
Die zunehmende Unsicherheit der Marktteilnehmer
manifestierte sich in einem deutlich sinkenden
Transaktionsvolumen auf dem deutschen Immobilienmarkt von
rund 67 Mrd. EUR im Jahr 2022 (Vj. 113,8 Mrd. EUR). Diese
Entwicklung ist auf die starke erste Jahreshälfte 2022
zurückzuführen, während das zweite Halbjahr
zunehmend von Zurückhaltung und Marktbeobachtung der
Investoren geprägt war. Klassische Finanzanlagen
standen u. a. aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus dabei
wieder vermehr im Fokus institutioneller Investoren. Mit
rund 22 Mrd. EUR wurde das meiste Kapital in
Büroimmobilien investiert, gefolgt von dem Segment
"Wohnen" mit rund 14,4 Mrd. EUR. Logistikimmobilien kommen
auf rund 9,6 Mrd. EUR und erhöhten ihren relativen
Anteil auf fast 15 %. Das zum Ende des dritten Quartals
2022 erfolgte Revival der Einzelhandelsimmobilien hat sich
auf Jahressicht bestätigt: Mit einem Volumen von rund
9,4 Mrd. EUR lagen diese nur noch knapp hinter den
Logistikimmobilien.
Laut einer Studie des Beratungsunternehmens PwC unter deutschen Reedereien hat der Nachholbedarf an weltweiten Transporten nach der Covid-19-Pandemie insbesondere in der Containerschifffahrt die Preise für Container, die Fracht- und Charterraten in die Höhe getrieben. Im Tankermarkt beeinflusste der UkraineKrieg die Frachtmarktdynamik und führte zu erheblichen Umwälzungen, insbesondere hinsichtlich der Haltung Russlands zur Ölpreisobergenze. Eine Herausforderung stellt für viele deutsche Reedereien der umweltgerechte Flottenausbau dar, der momentan viele Unsicherheiten birgt, welche regulatorischen und umweltpolitischen Maßnahmen ab wann wirklich greifen und welche Umwelttechnologien sich im Markt wirklich durchsetzen werden. Bemängelt werden zudem u. a. neben absehbaren Überkapazitäten und Marktbereinigungen auch mangelnde Transport-, Werft- und Terminalkapazitäten 2.2 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage2.2.1 Wesentliche Ereignisse 2022Barkapitalerhöhungen der LAIQON AG umgesetztIm Jahr 2022 setzte die LAIQON AG zwei
Barkapitalerhöhungen um. Im Februar 2022 erfolgte eine
Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht mit einer parallel
stattfindenden Privatplatzierung durch Ausgabe von 615.000
neuen Aktien. Sämtliche neuen Aktien wurden zu einem
Ausgabekurs von 12,00 EUR platziert. Die Emission
führt zu einem Brutto-Mittelzufluss von rund 7,4 Mio.
EUR für die LAIQON AG. Die neuen Aktien sind bereits
ab dem 1. Januar 2021 gewinnanteilsberechtigt.
Im Oktober 2022 erfolgte ebenfalls im Rahmen einer
Privatplatzierung eine wertpapierprospektfreie
Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht durch Ausgabe von
777.741 neuen Aktien. Sämtliche neuen Aktien wurden zu
einem Ausgabekurs von 6,75 EUR platziert. Die Emission
führt zu einem BruttoMittelzufluss von rund 5,2 Mio.
EUR für die LAIQON AG. Die neuen Aktien sind bereits
ab dem 1. Januar 2022 gewinnanteilsberechtigt.
Beide Barkapitalerhöhungen wurden sowohl bei
Altaktionären als auch neu gewonnen Aktionären
platziert.
Wandelschuldverschreibung 2019/2022 vollständig gewandeltDie von der LAIQON AG emittierte auslaufende 3,75 %-ige
Wandelschuldverschreibung 2019/2022 wurde von
sämtlichen Investoren in Aktien der Gesellschaft
gewandelt. Insgesamt handelte es sich um einen
Gesamtnennbetrag in Höhe von 6,1 Mio. EUR zu einem
angepassten Wandlungspreis von 6,08 EUR je Aktie. Aufgrund
der Wandlung wurden 1.003.816 neue, auf den Inhaber
lautende Aktien der LAIQON AG mit einem Nennbetrag von 1,00
EUR ausgegeben.
Beteiligung an der growney GmbHDie LAIQON AG hat sich mit 73,6 % an der digitalen
Vermögensverwaltung growney GmbH, dem Testsieger der
Stiftung Warentest, beteiligt. Nachdem sich die LAIQON AG
seit Februar 2022 zunächst in einem ersten Schritt
über Bareinlagen in Höhe von insgesamt 3 Mio. EUR
mit 17,75 % an der growney GmbH beteiligte, erfolgte im
Dezember 2022 die weitere Erhöhung der Beteiligung an
dem digitalen Vermögensverwalter. Dafür
führte die LAIQON AG zunächst eine
Sachkapitalerhöhung gegen Ausgabe neuer Aktien an der
LAIQON AG gegenüber Altgesellschaftern der growney
GmbH durch. Anschließend erfolgte eine
Barkapitalerhöhung in Höhe von 1 Mio. EUR am
Stammkapital des FinTechs, zunächst durch eine
Bareinlage in Höhe von 1 Mio. EUR im Dezember 2022.
Eine weitere Bareinlage in Höhe von 1 Mio. EUR soll im
2. Quartal 2023 durchgeführt werden. Ein für die
Übernahme der qualifizierten Mehrheit an der growney
GmbH angestrengtes Inhaberkontrollverfahren wurde Ende
November 2022 abgeschlossen.
Vollzug Übernahme Bayerische Vermögen-GruppeMit Schreiben der BaFin vom 15. März 2022 wurde das
Inhaberkontrollverfahren durch die BaFin als eine weitere
wichtige Vorbedingung für die Übernahme der BV
Holding AG, der Bayerischen Vermögen-Gruppe,
abgeschlossen. Mit der Übernahme der BV Holding AG
erfolgte eine Vollkonsolidierung der Gesellschaft im
LAIQON-Konzern ab dem 1. April 2022.
Stefan Mayerhofer neuer Chief Wealth OfficerMit dem Vollzug der Übernahme der BV Holding AG
erfolgte die Bestellung von Stefan Mayerhofer zum
Vorstandsmitglied als Chief Wealth Officer der LAIQON AG.
Die Bestellung erfolgt für den Zeitraum vom 1. April
2022 bis zum 31. März 2026.
Alexander Gröbner Bereichsvorstand FinanzenDarüber hinaus wurde mit dem Vollzug der
Übernahme der BV Holding AG Alexander Gröbner
Bereichsvorstand Finanzen der LAIQON AG. Er verantwortet
zudem die regulatorischen Themenfelder für den
LAIQON-Konzern als auch den weiteren Integrationsprozess
der Bayerischen Vermögen-Gruppe.
Michael Schmidt aus Vorstand ausgeschiedenMichael Schmidt verließ aus persönlichen
Gründen zum 31. März 2022 den Vorstand der LAIQON
AG. Er bleibt als direkter Berater des Vorstands und des
Aufsichtsrates der Gesellschaft für ein weiteres Jahr
erhalten und wird damit weiterhin seine Expertise
insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit und im Geschäft
mit institutionellen Investoren in den LAIQON-Konzern
einbringen.
Hauptversammlung 2022Auf der Hauptversammlung der LAIQON AG am 21. Juli 2022
wurden alle Beschlüsse zu den 9 beschlussfähigen
Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten von bis zu 99,99
% gefasst. Hierzu zählte mit einer Zustimmungsquote
von 99,54 % insbesondere Tagesordnungspunkt 7, die
Beschlussfassung über die Änderung der Firma in
LAIQON AG und die entsprechende Satzungsänderung.
2.2.2 Entwicklung LLOYD FONDS LIQUID ASSETSLLOYD FONDSIm Geschäftsfeld LLOYD FONDS erfolgt eine
Positionierung als Spezialanbieter benchmarkfreier Aktien-,
Renten- und Mischfonds mit einem klaren Fokus auf aktiven
Alpha-Strategien.
Die Finanzportfolioverwaltung für diese Wertpapiere
erbringt die SPSW Capital GmbH, Hamburg, ein nach § 15
WpIG zugelassenes Wertpapierdienstleistungsunternehmen.
Kapitalverwaltungsgesellschaft der Sondervermögen ist
die Universal-Investment-Gesellschaft mbH, Frankfurt am
Main.
Per 31. Dezember 2022 umfasste das Fondsangebot im
aktiven Asset Management im Geschäftsfeld LLOYD FONDS
die drei Aktienfonds LF - European Hidden Champions (EHC,
ISIN R-Tranche: DE000A2PB598), LF - Green Dividend World
(GDW, ISIN R-Tranche: DE000A2PMXF8) sowie LF - European
Emerging Champions (EEC, ISIN R-Tranche: DE000A2QK6F7,
Aktienfonds bis zum 14. November 2022, Verwaltung auf eine
Schwestergesellschaft übertragen), die zwei Mischfonds
LF - WHC Global Discovery (WHC, ISIN R-Tranche:
DE000A0YJMG1) und LF - Global Multi Asset Sustainable
(GMAS, ISIN R-Tranche: DE000A1WZ2J4), den Rentenfonds LF -
Sustainable Yield Opportunities (SYO, ISIN R-Tranche:
DE000A2PB6F9), den geldmarktorientieren Rentenfonds LF
-ASSETS Defensive Opportunities (ADO, ISIN R-Tranche:
DE000A1JGBT2) und den Spezial-AIF LF - Active Value
Selection (AVS, ISIN: DE000A1C0T02).
Daneben managt die SPSW Capital GmbH für einen
skandinavischen Pensionsfonds ein Aktienmandat und seit
August 2021 für eine in Deutschland ansässige
Pensionskasse ein Rentenmandat.
Die von der SPSW Capital GmbH im Jahr 2022 verwalteten
Aktien-, Renten- und Mischfonds investieren auf der
Grundlage einer fundierten Einzeltitelauswahl. Jedem Mandat
liegt eine dezidierte Anlagestrategie des Fondsmanagers
zugrunde. Im Zentrum des Fondsmanagements stehen der
tatsächliche Wert, die Erträge sowie die
Wachstumschancen eines Unternehmens und seines
Börsenwertes. Für ihre Einzeltitelbewertung
nutzen die Fondsmanager sämtliche zur Verfügung
stehenden Daten und Informationen. Dabei wird in allen
Fonds bewusst auf ETF-Anlagen (Indexfonds) verzichtet, um
Chancen und Risiken der Fonds individuell steuern zu
können.
Das Portfoliomanagement folgt der Überzeugung, dass
Volkswirtschaften zukünftig mit geringerem
Ressourcenverbrauch und geringeren Schädigungen des
Planeten zu wirtschaften haben werden, wenn für
zukünftige Generationen Wohlstand in einer
lebenswerten Umwelt gesichert werden soll. Sämtliche
von der Gesellschaft verwalteten Publikumsfonds
berücksichtigen daher die Sustainable Development
Goals der Vereinten Nationen (SDGs) als Orientierungsrahmen
bereits in ihrem Analyseprozess und die
Nachhaltigkeitsanalyse ist direkt in den
Investmentprozessen integriert. Unter insgesamt sieben
Kategorien von Beurteilungskriterien ist aus der
Nachhaltigkeitsperspektive die Bewertung der
Portfoliounternehmen am Kapitalmarkt hinsichtlich der
Frage, ob Risiken aus kontroversen
Geschäftstätigkeiten adäquat
berücksichtigt sind bzw. sich sogar ein
zusätzliches Bewertungspotenzial aus deren Abbau
ergibt, von besonderer Bedeutung. Entsprechend der
Positionierung als Spezialanbieter benchmarkfreier Aktien-,
Renten- und Mischfonds mit einem Fokus auf aktive
Alpha-Strategien erfolgt auch die Analyse der sog.
ESG-Chancen und ESG-Risiken auf der Ebene der für die
verwalteten Fonds auszuwählenden Einzeltitel. Die
Betrachtung konzentriert sich hierbei nicht
ausschließlich auf Negativlisten, Ausschlüsse
und vergangenheitsorientierte, statische ESG-Bewertungen,
sondern betrachtet die Anstrengungen der Unternehmen, ihr
Geschäftsmodell zu ändern und die aus den SDGs
abgeleiteten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Bezugnehmend auf die beschriebene Fondslinie wurde der
Fonds GDW gemäß Art. 9 der
Offenlegungsverordnung SFDR (Sustainable Finance Disclosure
Regulation; EU-Verordnung 2019/2088 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über
nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im
Finanzdienstleistungssektor), die Fonds ADO, SYO, GMAS, WHC
sowie EHC gemäß Art. 8 und die beiden Fonds EEC
sowie der AVS gemäß Art. 6 der
Offenlegungsverordnung kategorisiert. Die Strategien
einzelner Fonds, wie beispielsweise der GMAS sollen
perspektivisch im Hinblick auf die vollumfängliche
Berücksichtigung nachhaltiger Investitionen nach
Artikel 9 der Offenlegungsverordnung ausgebaut werden.
2.2.3 Entwicklung LLOYD FONDS REAL ASSETSDas Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS
beinhaltet die Geschäftsfelder Immobilien, Schifffahrt
sowie Sonstige Assets.
ImmobilienZum Stichtag 31. Dezember 2022 managte das
Immobilienteam drei aktive Fonds mit einem
Investitionsfokus auf Deutschland und die Niederlande. Das
Portfolio umfasst eine Mietfläche von rund 28.300
Quadratmetern mit aktuell 13 Mietern. Der Vermietungsstand
beträgt bezogen auf die Büro- und
Hotelnutzfläche rund 98 %. Nach Nutzungsarten
investiert das Portfolio zu 60 % in Büro- und zu 40 %
in Hotelinvestments, bezogen auf die Gesamtmietfläche.
SchifffahrtDie betreute Flotte der LAIQON umfasste zum 31. Dezember
2022 insgesamt fünf Produkten- und Rohöltanker in
insgesamt fünf Schiffsfonds. Zudem befinden sich zwei
Zweitmarktfonds für Schiffsbeteiligungen im Management
und ein weiterer in Liquidation. Zum 31. Dezember 2022
bestand das Portfolio dieser Zweitmarktfonds aus 13
Containerschiffen und 11 Tankern.
Sonstige Assets: Flugzeuge, Britische Kapitallebensversicherungen, Private Equity etc.Zum Stichtag 31. Dezember 2022 managte die LAIQON AG
zwei Flugzeugfonds. Die Flotte besteht aktuell aus drei
Flugzeugen: einem Langstreckenflugzeug Typ Airbus A380
sowie zwei Mittelstreckenflugzeugen Typ Airbus A319.
Im Bereich der Britischen Kapitallebensversicherungen
werden die Anleger von vier Fonds, die sich mittlerweile in
Liquidation befinden, durch die 53.10. Real Assets Treuhand
GmbH (vormals Lloyd Treuhand GmbH) verwaltet.
Im Bereich Private Equity betreute die LAIQON AG zudem
noch einen von der amerikanischen Investmentgesellschaft
Neuberger Berman gemanagten ursprünglich breit
diversifizierten Fonds, der sich in Liquidation befindet.
Im Bereich der erneuerbaren Energien werden die Anleger
von zwei WindparkFonds durch die 53.10. Real Assets
Treuhand GmbH verwaltet.
Daneben werden von der LAIQON AG zwei von ihr aufgelegte
Portfoliofonds gemanagt, die das Anlegerkapital breit
gestreut in verschiedenen Assetklassen investiert haben.
2.3 Zielerreichung und Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageIn einem sehr herausfordernden Kapitalmarktumfeld
geprägt durch den Ukraine-Krieg, einem deutlich
höheren Zinsniveau, steigender Inflation und
Rezessionsrisiken setzte die LAIQON AG ihre Strategie
2023/25 2.0 weiter um. Dabei wurden folgende wesentliche
Meilensteine erreicht:
Erweiterte Strategie 2023/25 2.0Die LAIQON AG hat die bestehende Strategie 2023/25 mit
der auf der Hauptversammlung am 21. Juli 2022 vorgestellten
erweiterten Strategie 2023/25 2.0 weiterentwickelt. Die
neue Strategie baut auf die im Jahr 2022
durchgeführten Akquisitionen der growney GmbH und der
Bayerische Vermögen-Gruppe und deren bisher jeweils
erfolgreich verlaufenden Integration in den LAIQON-Konzern
auf.
Mit ihrer Strategie 2023/25 2.0 wendet sich die LAIQON
AG als PremiumQualitätsanbieter mit einem
Full-Service-Angebot mit nachhaltigen Produkten und
Lösungen sowohl an private- als auch an
institutionelle Kunden. Die Gesellschaft hat sich dabei in
den drei Geschäftssegmenten Asset Management, Wealth
Management und Digital Wealth positioniert.
Sämtliches Handeln ist dabei unabhängig,
individuell, transparent und nutzerzentriert auf die
Kundinnen und Kunden ausgerichtet. Damit sollen sich die
Anlagebedürfnisse sämtlicher Zielgruppen, von
Privatanlegern bis hin zu institutionellen Investoren
gezielt abbilden lassen. Die Erfüllung der
Kundenbedürfnisse bestimmen daher die einzelnen
Strategien.
Die aufgebaute Plattformstrategie über die Digital
Asset Plattform 4.0 ist das verbindende Element des
Geschäftsmodells. Sie befähigt die LAIQON AG die
gesamte Kundenwertschöpfungskette abzudecken und
beliebig zu skalieren.
Ziel der Strategie 2023/25 2.0 ist es, die LAIQON AG als
innovativen Qualitätsführer im
Vermögensmanagement in Deutschland als Asset
Management-Factory zu positionieren.
Vollzug Akquisitionen Bayerische Vermögen-Gruppe/growney GmbHDie auf zusätzlichem anorganischem Wachstum
basierende Akquisitionsstrategie wurde durch den Vollzug
der beiden strategischen Zukäufe der Bayerische
Vermögen-Gruppe im Geschäftsfeld LLOYD
VERMÖGEN und der growney GmbH im Geschäftsfeld
LLOYD DIGITAL erfolgreich fortgeführt.
Entscheidender Faktor für die Akquisition der
Bayerische Vermögen-Gruppe war neben der Steigerung
der AuM die strategische Vertiefung der
Wertschöpfungskette insbesondere im Segment des
institutionellen Kapitals. Neben der Betreuung
vermögender Privatkunden hat die Bayerische
VermögenGruppe einen ausgesprochenen Fokus auf das
Geschäft mit institutionellen Kunden und agiert hier
mit einem sehr erfahrenen Team im Markt.
Mit der Beteiligung an dem FinTech growney GmbH wurde
ein etablierter und im Markt bereits vielfach
ausgezeichneter Robo-Advisor angebunden. Die LAIQON AG
beteiligte sich damit an einem erfolgreichen und stark
wachsenden digitalen Vermögensverwalter mit einem
Fokus auf das direkte Privatkundengeschäft
Anlagelösungen, welche auf ETFs basierten. In
Abgrenzung zu LAIC kann damit durch die Adressierung
unterschiedlicher Kundengruppen mit verschiedenen
Produktlösungen, Preisvorstellungen und
Vertriebskanälen die Wertschöpfungskette deutlich
vertieft werden.
Durch die beiden Akquisitionen gelang es zudem, die
Gruppierung der B2C-Bezeihungen erheblich auszubauen. So
führte die Akquisition der
Bayerischen-Vermögen-Gruppe in Kombination mit der
growney GmbH zu einem erheblichen Zugewinn von mehr als
10.000 direkten Endkunden.
Implementierung von Vertriebskanälen und neue PartnerschaftenVor dem Hintergrund, dass die Anzahl der zu
adressierenden Marktteilnehmer wächst und
vielfältiger wird, insbesondere durch die neuen
Online-Kanäle, wurde der Vertrieb über die vier
Vertriebswege Direktvertrieb, Onlinevertrieb, Externer
Partnervertrieb und White Label Exklusiv Partner auch im
Jahr 2022 weiter ausgebaut. Die aufgebaute Produktvielfalt
ermöglicht es der LAIQON AG nahezu für alle
Vertriebsgruppen ein vollständiges Produktportfolio
anbieten zu können, was zu einer hohen künftigen
Skalierbarkeit des Geschäftsmodells der LAIQON AG
beiträgt.
JahresergebnisIm Ergebnis erwirtschaftete die LAIQON AG im
Berichtsjahr einen Jahresfehlbetrag von -7,4 Mio. EUR (Vj.
Jahresüberschuss: 15,6 Mio. EUR). Das Ergebnis vor
Steuern (EBT) lag im Geschäftsjahr 2022 bei -7.6 Mio.
EUR (Vj.: 16,4 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2022
verfügte das Unternehmen über eine
Eigenkapitalquote in Höhe von 66,5 % (Vj.: 50,0 %) und
über eine Liquiditätsausstattung von 1,2 Mio. EUR
(Vj.: 8,2 Mio. EUR). Die Erträge aus Beteiligungen
gingen auf 6.890 TEUR zurück, da das Vorjahr (10.405
TEUR) von einem Sondereffekt geprägt war.
3 Ertrags-, Vermögens- und FinanzlageErtragslage der LAIQON AGIm Vergleich zum Vorjahr erzielte die LAIQON AG einen
Jahresfehlbetrag in Höhe von -7,4 Mio. EUR (Vj.
Jahresüberschuss: 15,6 Mio. EUR). Die negative
Entwicklung des Ergebnisses ist auf die
Kapitalmarktentwicklung 2022 und den ausbleibenden
Performance Fees aus dem Fondsmanagement im
Geschäftsfeld LLOYD FONDS zurückzuführen.
Der Anstieg des Personalaufwands von 5.349 TEUR auf
7.307 TEUR ist im Wesentlichen durch neue Mitarbeiter aus
der Verschmelzung der BV Holding auf die LAIQON AG im
Geschäftsjahr bedingt. Des Weiteren sind die sonstigen
betrieblichen Aufwendungen um 7.164 TEUR höher als im
Vorjahr, da insbesondere Rechts- und Beratungsaufwendungen
im Rahmen der durchgeführten Akquisitionen angestiegen
sind. Außerdem ist ein einmaliger
Verschmelzungsverlust in Höhe von 5.059 TEUR aus der
Verschmelzung der BV Holding AG enthalten.
Die Umsatzerlöse haben sich von 2.461 TEUR um 1.037
TEUR auf 3.498 TEUR erhöht. Das Wachstum ist bedingt
durch die Konzernumlage der neu erworbenen
Tochtergesellschaften BV Bayerische Vermögen GmbH, MFI
Asset Management GmbH und m+c Asset Allokation GmbH.
Im Vorjahr enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge einen Veräußerungserlös von 4,0 Mio. EUR aus der Veräußerung der Anteile (9,75%) an der Tochtergesellschaft LAIC Capital GmbH. Im Geschäftsjahr betrugen die sonstigen betrieblichen Erträge 1.258 TEUR. Die bezogenen Leistungen sind im Gegensatz zum Vorjahr
von 2.086 TEUR auf 2.066 TEUR gefallen. Hierbei handelt es
sich hauptsächlich um die Vertriebsfolgeprovisionen.
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ist im
Berichtsjahr auf 42 Mitarbeiter (Vj.: 33) gestiegen. Im
Rahmen des aktienbasierten Vergütungsplans wurden im
Berichtsjahr an ausgewählte Mitarbeiter Aktienoptionen
gewährt. Hieraus resultiert ein Aufwand von 134 TEUR
(Vj.: 352 TEUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 7.023 TEUR auf 14.187 TEUR gestiegen und setzten sich im Wesentlichen aus den IT-Kosten in Höhe von 499 TEUR (Vj.: 900 TEUR), den Aufwendungen für Mieten und Nebenkosten von 1.639 TEUR (Vj.: 1.591 TEUR) und den Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 3.427 TEUR (Vj.: 1.905 TEUR) zusammen.- Im Geschäftsjahr 2022 wurden
Beteiligungserträge durch Ausschüttungen von
Tochtergesellschaften und Beteiligungsgesellschaften in
Höhe von 6.890 TEUR (Vj.: 10.405 TEUR) generiert.
Die Gewinne aufgrund von
Gewinnabführungsverträgen in Höhe von
insgesamt 7.586 TEUR (Vj.: 15.554 TEUR) resultieren aus dem
am 31. August 2020 abgeschlossenen Vertrag zwischen der
LAIQON AG und der SPSW Capital GmbH (3.423 TEUR; Vj.:
14.295 TEUR), dem am 24. Juni 2010 geschlossenen Vertrag
über die Begründung einer ertragsteuerlichen
Organschaft zwischen der LAIQON AG und der 53.10. Real
Assets Treuhand GmbH (vormals Lloyd Treuhand GmbH) (1.230
TEUR; Vj.: 2.212 TEUR), dem am 30. November 2016
geschlossenen Gewinnabführungsvertrag über die
Begründung einer ertragsteuerlichen Organschaft
zwischen der LAIQON AG und der 53.10 Real Estate Management
GmbH (vormals Lloyd Fonds Real Estate Management GmbH) (144
TEUR; Vj.: 21 TEUR), dem im Geschäftsjahr
geschlossenen Gewinnabführungsvertrag über die
Begründung einer ertragsteuerlichen Organschaft
zwischen der LAIQON AG und der LAIQON Token GmbH (-94
TEUR), dem im Geschäftsjahr geschlossenen
Gewinnabführungsvertrag zwischen der LAIQON AG und der
Lange Assets & Consulting GmbH (59 TEUR), dem im
Geschäftsjahr geschlossenen
Gewinnabführungsvertrag zwischen der LAIQON AG und der
MFI Asset Management GmbH (2.177 TEUR), dem im
Geschäftsjahr geschlossenen
Gewinnabführungsvertrag zwischen der LAIQON AG und der
BV Bayerische Vermögen GmbH (106 TEUR) und dem im
Geschäftsjahr geschlossenen
Gewinnabführungsvertrag zwischen der LAIQON AG und der
m+c Asset Allokation GmbH (542 TEUR).
Des Weiteren ist die Ausgleichzahlung von (350 TEUR;
Vj.: 974 TEUR) an die Minderheitsgesellschafter der SPSW
Capital GmbH enthalten.
Die Zinserträge in Höhe von 95 TEUR (Vj.: 172
TEUR) sind leicht gegenüber dem Vorjahr gefallen.
Der Rückgang der Zinsaufwendungen von 2.639 TEUR
auf 2.023 TEUR resultiert im Wesentlichen aus reduzierten
Aufzinsung der Kaufpreisverbindlichkeiten im Vergleich zum
Vorjahr.
Zum Bilanzstichtag bestehen körperschaftsteuerliche
Verlustvorträge in Höhe von rund 49,5 Mio. EUR
(31.12.2021: 46,7 Mio. EUR) als auch gewerbesteuerliche
Verlustvorträge in Höhe von rund 52,9 Mio. EUR
(31.12.2021: 52,5 Mio. EUR) für die keine aktiven
latenten Steuern angesetzt wurden, da insgesamt von dem
Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB Gebrauch gemacht
wurde.
Vermögens- und Finanzlage der LAIQON AGDie Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 ist gegenüber
dem Jahresende 2021 von 95.885 TEUR auf 112.340 TEUR
gestiegen.
Auf der Aktivseite haben sich im Wesentlichen
Finanzanlagen (+27.548 TEUR) erhöht und die
Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit denen einen
Beteiligungsverhältnis besteht (-3.733 TEUR)
vermindert. Die sonstigen Wertpapiere (-708 TEUR) sind im
Geschäftsjahr zum Großteil veräußert
worden. Das Guthaben bei Kreditinstituten (-7.071 TEUR)
haben sich aufgrund der Akquisitionen verringert. Auf der
Passivseite ist das Eigenkapital (+ 26.806 TEUR)
angestiegen. Die Verbindlichkeiten (-10.319 TEUR) sowie die
Rückstellungen (18 TEUR) sind im Vergleich zum Vorjahr
zurückgegangen.
Die immateriellen Vermögenswerte sind im Vergleich
zum Vorjahr im Wesentlichen aufgrund von linearen
Abschreibungen in Höhe von 502 TEUR und Zugängen
in Höhe von 500 TEUR nahezu gleich geblieben. Der
Rückgang der Sachanlagen um 250 TEUR ist im
Wesentlichen auf die lineare Abschreibung in Höhe von
513 TEUR und die Anlagenzugänge bezüglich des
Ausbaus der Büroräume zurückzuführen.
Die Erhöhung der Finanzanlagen resultiert im
Wesentlichen aus, dem Anteilserwerb der growney GmbH, der
BV Bayerischen Vermögen GmbH, der MFI Asset Allokation
GmbH sowie der m+c Asset Allokation GmbH und Einzahlungen
in die Kapitalrücklage bei der LAIC Capital GmbH im
Berichtszeitraum.
Zum Stichtag hält die LAIQON AG Anteile an
fünf Publikumsfonds, die durch die LAIC
Vermögensverwaltung GmbH aufgelegt wurden. Es handelt
sich dabei um die Mischfonds LAIC - Defensive Digital
Selection, LAIC - Balanced Digital Selection, LAIC -
Dynamic Digital Selection, LAIC - Sustainable Digital
Selection AC und LAIC - Sustainable Digital Selection EM.
Die Anteile der LAIQON AG an den genannten Fonds belaufen
sich zum Stichtag auf einen Wert von 25 TEUR (31.12.2021:
515 TEUR).
Ferner sind 246 TEUR (31.12.2021: 253 TEUR) in drei
algorithmische Depotstrategien bei der Baader Bank AG
investiert.
Die sonstigen Rückstellungen haben sich von 2.275
TEUR auf 2.378 TEUR leicht erhöht. Die
Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen zusammen
aus Personalaufwand für den Vorstand und die
Mitarbeiter in Höhe von 1.094 TEUR. Weiterhin
enthalten sind die Rückstellungen für diverse
ausstehende Rechnungen für die
Verwaltungsgebühren der Fonds (450 TEUR) sowie
für Kosten der Jahresabschlussprüfung (193 TEUR).
Die Steuerrückstellungen sind um 121 TEUR
zurückgegangen.
Die Verbindlichkeiten sind von 44.434 TEUR zum
31.12.2021 auf 34.115 TEUR zum 31.12.2022
rückläufig. Unter den Anleihen sind die von der
LAIQON AG mit Datum vom 15. Juli 2020 begebene
Wandelschuldverschreibung im Gesamtnennbetrag von 4.100
TEUR bilanziert. Außerdem ist ein im
Geschäftsjahr aufgenommenes Tilgungsdarlehen in
Höhe von 5.975 TEUR enthalten.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
haben sich stichtagsbedingt um 887 TEUR auf 1.166 TEUR im
Vergleich zum Vorjahresende verringert. Die sonstigen
Verbindlichkeiten haben sich im Vorjahresvergleich um 9.564
TEUR reduziert. Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen
im Wesentlichen auf die Verbindlichkeit aus den in den
Jahren 2020 bis 2027 fälligen Kaufpreistranchen
für die Akquisition der SPSW Capital GmbH in Höhe
von 10.700 TEUR, sowie die Verbindlichkeit aus
zukünftig zu zahlenden Kaufpreisraten für die
Anteile an Lange Assets & Consulting GmbH in Höhe
von 2.010 TEUR. Der Umfang jeder Tranche hängt unter
anderem von bestimmten Leistungskennzahlen ab.
Außerdem sind Verbindlichkeiten aus zukünftig zu
zahlenden Kaufpreisraten für die Anteile an der BV
Holding AG in Höhe von 1.130 TEUR enthalten.
Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 1.332 TEUR (Vj.: 26.343 TEUR). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem negativen Konzernergebnis Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
beträgt 6.898 TEUR (Vj.: -13.537 TEUR) und resultiert
aus den gezahlten Kaufpreisen an die
Minderheitsgesellschafter der SPSW Capital GmbH und der
Lange Assets & Consulting GmbH, den
Kapitalerhöhungen und der Aufnahme des
Tilgungsdarlehens. Bezüglich des Tilgungsdarlehens
wurden mit dem finanzierenden Kreditinstitut Covenants
vereinbart. Eine Nichteinhaltung der Covenants berechtigt
das Kreditinstitut den Darlehensvertrag ganz oder teilweise
zu kündigen und die sofortige Rückzahlung des
Darlehens zu fordern. Die Covenants sind formal erstmalig
mit Vorlage des Jahresabschlusses 2022 auf Einhaltung zu
prüfen. Die LAIQON AG geht derzeit davon aus, dass
einzelne Covenants nicht eingehalten werden. Solange die
Konzernliquidität die ausstehende Darlehenssumme
übersteigt, liegt gemäß Vereinbarung kein
Bruch der Covenants vor.
Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit mit -15.301
TEUR (Vj. -6.319 TEUR) ist bedingt durch die Einzahlungen
in die Kapitalrücklage der LAIC Capital GmbH sowie der
Anteilserwerb der growney GmbH und der BV Holding AG.
Insgesamt haben sich die Zahlungsmittel im Jahr 2022 bis
zum Bilanzstichtag um 7.071 TEUR auf 1.178 TEUR verringert.
Im Jahr 2022 konnte sämtlichen Zahlungsverpflichtungen
zeitgerecht nachgekommen werden.
Das Eigenkapital ist von 47.944 TEUR zum 31.12.2021 auf
74.750 TEUR zum 31.12.2022 gestiegen. Die Steigerung des
Eigenkapitals resultiert insbesondere aus den
Sachkapitalerhöhungen und Wandlungen im
Geschäftsjahr.
Die Eigenkapitalquote ist von 50,0 % im Vorjahr auf 66,5
% im Berichtsjahr angestiegen.
4 Mitarbeiter- und VergütungsberichtDen Beschäftigten der LAIQON AG kommt ein sehr
hoher Stellenwert zu. Die Loyalität und die positive
Einstellung der Beschäftigten sind wichtige Faktoren
für den Geschäftserfolg und das Erreichen der
Ziele des Unternehmens im Rahmen der Strategie 2023/25 2.0.
Seit dem 1. September 2019 ermöglichte die LAIQON
AG zwei Mitarbeiterinnen ein praxisintegrierendes bzw.
kooperatives duales Studium an der HSBA Hamburg School of
Business Administration, welche nach erfolgreichem
Abschluss im September 2022 als festangestellte
Mitarbeiterinnen übernommen wurden. Des Weiteren
ermöglicht die LAIQON AG jungen und engagierten
Menschen u. a. durch das Angebot von Praktika oder als
Werkstudent den Einstieg in das Berufsleben.
Ein Schwerpunkt der Tätigkeiten in der
Stabsabteilung Personal im Geschäftsjahr 2022 war die
Gewinnung von weiterem qualifiziertem Fachpersonal. Die
LAIQON AG agiert in einem durch einen starken nationalen
und internationalen Wettbewerb geprägten Umfeld. Umso
mehr ist das Unternehmen auf qualifizierte, kompetente und
engagierte Beschäftigte angewiesen. Die LAIQON AG
achtet daher insbesondere auf eine partnerschaftliche
Personalpolitik, die die individuellen Interessen der
Beschäftigten mit einbezieht. Dazu zählen neben
einer attraktiven Vergütung u. a. flexible
Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit, mobil zu
arbeiten. Durch die Regelungen zum mobilen Arbeiten
trägt der Arbeitgeber dazu bei, dass die
Beschäftigten weniger Emissionen auf dem Weg zur
Arbeit freisetzen und ein sozialverträgliches
Zeitmanagement (Work-LifeBalance) geschaffen wird.
Die Mitarbeiter der LAIQON AG werden mit fixen und
variablen Gehaltsbestandteilen entlohnt. Die variablen
Vergütungen orientieren sich dabei sowohl an
Unternehmenszielen als auch an individuell vereinbarten
Zielen. Bestimmten Beschäftigten der LAIQON AG wird
zusätzlich die Teilnahme an einem
Aktienoptionsprogramm gewährt.
Die Mitglieder des Vorstands erhalten neben fixen
Gehaltsbestandteilen eine variable Vergütung, die auf
der persönlichen Leistung des jeweiligen
Vorstandsmitglieds und der Entwicklung der LAIQON AG
basiert. Die variable Vergütung ist durch eine
Maximalbetragsregelung begrenzt. Zudem wird einem der
Vorstandsmitglieder die Teilnahme an einem Phantom Stock
Plan gewährt.
Im ersten Halbjahr 2022 war die Umsetzung von
Covid-19-Maßnahmenplänen unter Beachtung der
jeweiligen Vorgaben der Behörden und Empfehlungen der
Wissenschaftler zum Schutz der Beschäftigten, Kunden
und Geschäftspartner in enger Abstimmung mit dem
Vorstand im Fokus. Die Maßnahmenpläne
ermöglichten den Beschäftigten einen
reibungslosen Arbeitsablauf. Dies war an allen Standorten
durch die Bereitstellung moderner und agiler
Arbeitsplätze und die Ausstattung mit
zeitgemäßen Endgeräten möglich, sodass
jederzeit auch dezentrales Arbeiten gewährleistet war.
So konnte die Erreichbarkeit und Handlungsfähigkeit zu
jedem Zeitpunkt sichergestellt werden.
Im Personalbereich wird neben der Gewinnung weiterer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Integration der im
Geschäftsjahr erworbene Unternehmen im Hinblick auf
eine gemeinsame Personalarbeit ein wesentlicher
Arbeitsschwerpunkt im laufenden Geschäftsjahr 2023
sein. Die LAIQON AG arbeitet auch in diesem Ressort mit
seiner cloudbasierten Plattform, über welche
verschiedene dezentrale Softwarelösungen von der
Lohnbuchhaltung bis hin zur Personalentwicklung gesteuert
werden. Die Systeme gewährleisten eine agile und
zentralisierte Administration aller Daten und Prozesse in
der Personalarbeit und ermöglichen so ein
professionelles, automatisiertes und zeitgemäßes
Personalmanagement.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt im laufenden
Geschäftsjahr wird zudem die Umsetzung von
Personalentwicklungsmaßnahmen zur weiteren
persönlichen und fachlichen Qualifikation der
Beschäftigten sein. Hierzu gehören
Weiterbildungsmaßnahmen für die jeweiligen
Fachgebiete, Management- sowie IT-Seminare und
Präsentationstrainings.
5 RisikoberichtDie nachfolgende Darstellung des Risikoberichts
berücksichtigt stichtagsbezogen auf den 31. Dezember
2022 die bestehenden Risiken der LAIQON AG.
5.1 RisikomanagementsystemDie LAIQON AG verfügt über ein
Risikomanagementsystem, um bereits frühzeitig
Entwicklungen erkennen zu können, die den Fortbestand
des Unternehmens gefährden könnten. Ziel ist es
dabei, mithilfe softwaregestützter Systeme und
transparenter Prozesse Risiken zeitnah zu identifizieren
und einzuschätzen, um auf dieser Basis entsprechende
Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Der Vorstand gibt im
Rahmen einer Richtlinie für das Risikomanagement die
Grundlage für die Risikosteuerung durch das zentrale
Risikomanagement/den Risikoadministrator vor. Das
Risikomanagement stellt sicher, dass die operativen
Fachabteilungen initiativ und zeitnah Risiken
identifizieren, diese sowohl quantitativ als auch
qualitativ bewerten und geeignete Maßnahmen zur
Risikovermeidung bzw. -kompensation entwickeln.
Anhand einer systematischen Risikoinventur werden die
Risiken von den jeweiligen Verantwortlichen
überarbeitet und erneut eingeschätzt. Zudem
besteht eine interne Ad-hoc-Meldepflicht hinsichtlich neuer
von den Verantwortlichen identifizierter Risiken. Jedes
erfasste Risiko wird dazu einer Risikogruppe zugeordnet.
Bei der Meldung und Neueinschätzung der Risiken
müssen Schadenshöhe und
Eintrittswahrscheinlichkeit gemäß den Vorgaben
der von der Gesellschaft erstellten Richtlinie angegeben
werden. Sowohl die Bewertung als auch die
Neueinschätzung der Risiken erfolgen halbjährlich
sowie nach Bedarf.
Das Ergebnis der systematischen Risikoinventur wird dem
Vorstand zeitnah durch eine Auswertung aller aktuellen
Risiken in grafischer, tabellarischer und schriftlicher
Form halbjährlich zur Verfügung gestellt und
halbjährlich an den Aufsichtsratsvorsitzenden
berichtet. Der Risikomanagementprozess ermöglicht
somit einen strukturierten Überblick über die
bestehende Risikosituation, die Verbesserung der
Unternehmenssteuerung, Transparenz und Dokumentation der
Risikobewältigung sowie die Steigerung des
Risikobewusstseins und dient letztendlich als Basis
für die Risikoberichterstattung an interne und externe
Adressaten.
Die nachfolgende Bewertung der Risiken erfolgt in den
Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und
Schadenshöhe (Liquiditätswirkung). Dabei erfolgt
die Bewertung der Dimensionen in jeweils vier Kategorien.
Eintrittswahrscheinlichkeit:
scrollen
Schadenshöhe (Liquiditätswirkung):
scrollen
In Abgrenzung zu Marktpreisrisiken wurde das Risiko
5.2.1 von "Marktrisiko" in "Nachteilige Entwicklung auf den
Kapitalmärkten" umbenannt.
Die Integration der drei Tochtergesellschaften der BV
Holding AG ist abgeschlossen und die BV Holding AG auf die
LAIQON AG verschmolzen. Entsprechend wurde das Risiko 5.5.3
"Risiken aus Übernahme BV Holding AG" in "Risiken aus
Übernahme der BV Bayerische Vermögen GmbH, der
MFI Asset Management GmbH und der m+c Asset Allocation
GmbH" umbenannt.
5.2 Umfeld- und Branchenrisiken5.2.1 Nachteilige Entwicklung auf den KapitalmärktenEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe ---- Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen des
Unternehmens ist in erheblichem Umfang von Faktoren
abhängig, auf die die LAIQON AG keinen Einfluss hat.
Dies können z. B. nachteilige Entwicklungen an den
Kapital- und Finanzmärkten, erhöhte
Volatilität dieser Märkte, aber auch
Entwicklungen im politischen, gesellschaftlichen oder
gesamtwirtschaftlichen Umfeld sein, inklusive ESG-Risiken
(aus den Faktoren Umwelt, Soziales und Governance),
insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels (Gefahr von
"stranded assets").
Überdies sind Dauer und Intensität der
Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt unsicher und daher
nicht abschließend quantifizierbar. Darüber
hinaus könnten in der Folge, die von LAIQON
angebotenen Produkte für Kunden in ihrer
Attraktivität abnehmen und die
Investitionsbereitschaft der Kunden könnte sinken. Die
budgetierten Erlöse, insbesondere die geplanten
Managementgebühren und Performance-Fees, könnten
hierdurch signifikant hinter die Planungen
zurückfallen.
Daneben managt das Unternehmen im Geschäftssegment
LLOYD FONDS REAL ASSETS sachwertbasierte Kapitalanlagen
für nationale und internationale Investoren und
Privatanleger. Dabei wurden bislang Investments in den
Bereichen Schifffahrt, Immobilien, Flugzeuge, Erneuerbare
Energien, Private Equity und Britische
Kapitallebensversicherungen getätigt. Dementsprechend
ist die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens
auch in erheblichem Maße von der Entwicklung der
Assetmärkte abhängig. Negative Entwicklungen auf
diesen Märkten können zur Verringerung der
Einnahmen aus Bestandsinvestments führen und
gleichfalls negative Auswirkungen auf die Ertragslage der
LAIQON AG haben.
5.2.2 WettbewerbsrisikoEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe -- LAIQON ist mit Umsetzung der Unternehmensstrategie in
neue Märkte eingetreten und neuen
Wettbewerbssituationen ausgesetzt. Es besteht das Risiko,
dass starker Wettbewerb vor allem auch durch sehr
große Marktteilnehmer in diesen Märkten LAIQON
den Eintritt und die Erlangung von Marktanteilen erschwert.
Dies betrifft insbesondere das Geschäftsfeld LLOYD
DIGITAL, da in diesem Markt derzeit viele Marktteilnehmer
an digitalen Angeboten arbeiten. Die
Vermögensverwaltungsbranche ist sehr
wettbewerbsintensiv mit moderaten Eintrittsbarrieren.
Zunehmender Wettbewerb kann ferner dazu führen, dass
bereits erlangte Marktanteile wieder verloren gehen. Zudem
können sich eine schlechte Performance oder das
Versagen von Wettbewerbsprodukten negativ auf die von
LAIQON angebotenen Produkte auswirken.
5.2.3 ReputationsverlustEintrittswahrscheinlichkeit + Schadenshöhe -- Der Erfolg des Unternehmens ist in erheblichem Umfang
unter anderem mit der Verwendung der Marken "LAIQON AG" und
"LAIC" verknüpft. Interne sowie externe Ereignisse wie
z. B. schwache Produktperformance der eigenen Produkte,
Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften durch
Mitarbeiter oder Organe, mangelnde Berücksichtigung
von ESG-Risiken (aus den Faktoren Umwelt, Soziales und
Governance), negative Veröffentlichungen in den
digitalen Medien und den Printmedien sowie Branchenskandale
können zu einem fallenden Ansehen der Marken der
LAIQON AG oder ihrer Tochterunternehmen und damit zu einem
Reputationsverlust führen, die bislang nicht geplante
Aufwendungen in der Marktbearbeitung erforderlich machen
könnten.
5.3 Operative und unternehmensstrategische Risiken5.3.1 Risiken SPSW Capital GmbHEintrittswahrscheinlichkeit + Schadenshöhe -- Die LAIQON AG hat Ende 2019 90 % der Anteile an der SPSW
Capital GmbH übernommen. Aus der erfolgreichen
Übernahme ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im
Folgenden dargestellten wesentlichen Risiken.
Es besteht daneben das Risiko, dass Finanzmittel aus der
SPSW Capital GmbH abfließen und damit der LAIQON AG
nicht mehr zur Verfügung stehen.
Es besteht das Risiko, dass die bestehenden Erlaubnisse
der SPSW aufgehoben werden. Die Ausübung der
jeweiligen Unternehmenstätigkeiten würde damit
unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der
geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen
Unternehmenswachstums erheblich gefährden.
Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der SPSW Capital
GmbH könnten nicht erreicht werden. In der Folge
würde dies auf Ebene der LAIQON AG zu einer
Verringerung der Erträge aus Gewinnabführungen
führen. Das angestrebte Unternehmenswachstum
könnte hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Die LAIQON AG hat sich im Rahmen des
Einbringungsvertrags mit der SPSW Capital GmbH
verpflichtet, einen Mindestkaufpreis zu zahlen. Es besteht
das Risiko, dass der Unternehmenswert der SPSW Capital GmbH
unter den im Einbringungsvertrag vereinbarten Mindestpreis
sinkt. In diesem Fall würde LAIQON Aufwendungen
tätigen, denen kein gleichwertiger Unternehmenswert
gegenüberstehen würde.
5.3.2 Risiken Lange Assets & Consulting GmbHEintrittswahrscheinlichkeit + Schadenshöhe -- Die LAIQON AG hat im zweiten Halbjahr 2019 90 % der
Anteile an der Lange Assets & Consulting GmbH
übernommen. Aus der erfolgreichen Übernahme
ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im Folgenden
dargestellten wesentlichen Risiken.
Es besteht das Risiko, dass die bestehenden Erlaubnisse
der Lange Asset & Consulting GmbH aufgehoben werden.
Die Ausübung der jeweiligen
Unternehmenstätigkeiten würde damit
unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der
geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen
Unternehmenswachstums erheblich gefährden.
Es besteht daneben das Risiko, dass Finanzmittel aus der
Lange Assets & Consulting GmbH abfließen und
damit der LAIQON AG nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der Lange Assets
& Consulting GmbH könnten nicht erreicht werden.
In der Folge würde dies auf Ebene der LAIQON AG zu
einer Verringerung der Erträge aus
Gewinnabführungen führen. Das angestrebte
Unternehmenswachstum könnte hinter den Erwartungen
zurückbleiben.
Die LAIQON AG hat sich im Rahmen des
Einbringungsvertrags mit der Lange Assets & Consulting
GmbH verpflichtet, einen Mindestkaufpreis zu zahlen. Es
besteht das Risiko, dass der Unternehmenswert der Lange
Assets & Consulting GmbH unter den im
Einbringungsvertrag vereinbarten Mindestpreis sinkt. In
diesem Fall würde LAIQON Aufwendungen tätigen,
denen kein gleichwertiger Unternehmenswert
gegenüberstehen würde.
5.3.3 Risiken aus Übernahme der BV Bayerische Vermögen GmbH, der MFI Asset Management GmbH und der m+c Asset Allocation GmbHEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe -- Die LAIQON AG hat im ersten Halbjahr 2022 erfolgreich
die BV Bayerische Vermögen GmbH, die MFI Asset
Management GmbH, die m+c Asset Allocation GmbH
übernommen. Aus der Übernahme ergeben sich auf
Ebene der LAIQON AG die im Folgenden dargestellten
wesentlichen Risiken.
Es besteht das Risiko, dass die bestehenden Erlaubnisse
der BV Bayerische Vermögen GmbH und der MFI Asset
Management GmbH aufgehoben werden. Die Ausübung der
jeweiligen Unternehmenstätigkeiten würde damit
unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der
geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen
Unternehmenswachstums erheblich gefährden.
Es besteht zudem das Risiko, dass Finanzmittel aus der
BV Bayerische Vermögen GmbH, der MFI Asset Management
GmbH und der m+c Asset Allocation GmbH abfließen und
damit dem Konzern nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der BV Bayerische
Vermögen GmbH, der MFI Asset Management GmbH und der
m+c Asset Allocation GmbH könnten nicht erreicht
werden. In der Folge würde dies auf Ebene der LAIQON
AG zu einer Verringerung der Erträge aus
Gewinnabführungen führen. Das angestrebte
Unternehmenswachstum könnte hinter den Erwartungen
zurückbleiben.
5.3.4 Risiken aus Übernahme der Anteile an der growney GmbHEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe - Die LAIQON AG hat im zweiten Halbjahr 2022 erfolgreich
weitere Anteile an growney übernommen und hält
nunmehr 73,6% der Anteile an dieser Gesellschaft. Aus der
Übernahme ergeben sich auf Ebene der LAIQON AG die im
Folgenden dargestellten wesentlichen Risiken.
Es besteht das Risiko, dass die bestehende Erlaubnis der
growney aufgehoben wird. Die Ausübung der jeweiligen
Unternehmenstätigkeiten würde damit
unmöglich werden und in der Folge die Umsetzung der
geplanten Unternehmensstrategie und des vorgesehenen
Unternehmenswachstums erheblich gefährden.
Es besteht das Risiko, dass Finanzmittel aus der growney
GmbH abfließen und damit dem Konzern nicht mehr zur
Verfügung stehen.
Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der growney GmbH
könnten nicht erreicht werden. In der Folge würde
dies auf Ebene der LAIQON AG zu einem Wertverlust bei der
Beteiligung führen. Das angestrebte
Unternehmenswachstum könnte hinter den Erwartungen
zurückbleiben.
5.3.5 Risiken im Zusammenhang mit den LAIC-GesellschaftenEintrittswahrscheinlichkeit + Schadenshöhe -- Es besteht das Risiko, dass die bestehende Erlaubnis der
LAIC Vermögensverwaltung GmbH oder die erteilten
Erlaubnisse für die LAIC Capital GmbH
eingeschränkt oder aufgehoben werden. Die
Ausübung der jeweiligen Unternehmenstätigkeiten
würde damit unmöglich werden und in der Folge die
Umsetzung der geplanten Unternehmensstrategie und des
vorgesehenen Unternehmenswachstums erheblich
gefährden.
Ferner besteht das Risiko, dass Finanzmittel aus den
LAIC-Gesellschaften abfließen und damit der LAIQON
nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die geplanten Wachstumsziele auf Ebene der
LAIC-Gesellschaften könnten nicht erreicht werden. In
der Folge würde dies auf Ebene der LAIQON AG zu einer
Verringerung der Erträge aus Beteiligungen
führen.
5.3.6 ProduktrisikoEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe ---- Der Erfolg der in den Geschäftsfeldern angebotenen
Produkte am Markt ist wesentlich von den nachfolgenden
Faktoren abhängig.
Die Wertentwicklung der von LAIQON angebotenen Fonds
hängt im Wesentlichen von der Qualität des
Fondsmanagements ab. Bei der Anlageentscheidung ziehen
Anleger in der Regel unter anderem die Performance der
einzelnen Fonds als ein Entscheidungskriterium heran. Eine
gute Performance ist auch auf richtige Anlageentscheidungen
des Fondsmanagements zurückzuführen. Es besteht
das Risiko, dass das Fondsmanagement
Investitionsentscheidungen trifft, die sich im Nachhinein
als unrichtig erweisen und insoweit die erwartete
Fondsperformance und damit der angestrebte Erfolg nicht
erzielt wird.
Zudem besteht das Risiko, dass das Fondsmanagement im
Rahmen der Anlageentscheidung bei der Auswertung von
Research-Berichten, Statistiken, Ratings und anderen
Marktinformationen zu Fehlinterpretationen hinsichtlich der
darin enthaltenen Informationen kommen kann. Dies
könnte sich ebenfalls negativ auf die Performance der
gemanagten Fonds auswirken.
Eine negative Fondsperformance würde die
Vertriebstätigkeit erheblich erschweren und die
geplanten Vertriebsziele könnten in diesem Fall nicht
oder nur eingeschränkt erreicht werden mit der Folge,
dass die Ergebnisse aus den Geschäftsfeldern deutlich
hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Die Entwicklung der Erträge der LAIQON AG
hängt vom Wert der Fonds der LAIQON AG und der
verwalteten Vermögensgegenstände ab. Wenn der
Wert der Fonds sinken würde oder wenn keine oder nur
geringe Wertsteigerungen der verwalteten
Vermögensgegenstände erzielt werden könnten,
würden die Jahresumsätze entsprechend sinken und
sich dadurch negativ auf die Ertragslage des Unternehmens
auswirken. Ferner hängt der Wert der Fonds von
verschiedenen Faktoren ab, die außerhalb der
Kontrolle des Unternehmens liegen, einschließlich
makroökonomischer Trends, die sich auf die globalen
Märkte im Allgemeinen auswirken und den Wert der
verwalteten Vermögensgegenstände bzw. den Wert
bestimmter Vermögenswerte der Fonds
beeinträchtigen können. Zunehmend haben auch
Nachhaltigkeits- bzw. ESG-Risiken (aus den Faktoren Umwelt,
Soziales und Governance), insbesondere die Auswirkungen des
Klimawandels (Gefahr von "stranded assets"), Einfluss auf
die Bewertung von Vermögensgegenständen am
Kapitalmarkt. Ferner könnte eine in Krisenzeiten stark
reduzierte Handelsliquidität, insbesondere im
Rentenmarkt, den Handlungsspielraum des Fondsmanagements
deutlich einschränken (z.B. bei Bedienung von
Anteilsrückgaben).
Die LAIQON AG steht in einem starken Wettbewerb und die
Vermögensverwaltungsbranche ist sehr
wettbewerbsintensiv mit moderaten Eintrittsbarrieren.
Privatkunden haben zahlreiche Anlagemöglichkeiten, die
mit zunehmender Verfügbarkeit von Online-Angeboten
wachsen.
Der Ausfall oder die negative Performance von Produkten
der Wettbewerber kann zu einem Vertrauensverlust der Kunden
und damit auch zu einem Vertrauensverlust in die
Vermögensverwaltungsprodukte führen.
Die Höhe der Performancegebühren ist schwer
vorhersehbar und die Volatilität, insbesondere in
Bezug auf Marktbedingungen, welche außerhalb der
Kontrolle der LAIQON AG liegen, hat einen direkten Einfluss
auf das operative Ergebnis des Unternehmens. Überdies
sind Dauer und Intensität der Auswirkungen der
Covid-19-Pandemie zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin unsicher
und daher nicht abschließend quantifizierbar.
5.3.7 VertriebsrisikenEintrittswahrscheinlichkeit +++ Schadenshöhe ---- Der Vertriebserfolg wird wesentlich von den nachfolgend
aufgeführten Faktoren beeinflusst.
Bei der Generierung der Nachfrage nach Produkten und
Dienstleistungen und damit bei der Aufrechterhaltung und
dem Ausbau der verwalteten Vermögensgegenstände
ist die LAIQON AG auf Vertriebspartner und
Vertriebsplattformen Dritter angewiesen. Bei der Umsetzung
der Strategie 2023/25, insbesondere im Zusammenhang mit dem
Geschäftsbereich LLOYD FONDS, ist das Unternehmen
zudem auf die Fähigkeit angewiesen, neue
Vertriebskanäle wie Sparkassen, Privatbanken,
Versicherungen, Maklerpools, Vermögensverwalter und
Family Offices zu erschließen. Es besteht das Risiko,
dass die Erschließung neuer Vertriebskanäle
hinter den Planungen zurückbleibt und sich damit die
Umsetzung der Strategie 2023/25 verzögert.
Daneben besteht das Risiko, dass Vertriebspartner
ausfallen, da negative Marktentwicklungen, zunehmende
regulatorische Anforderungen bei Vertriebspartnern oder
Störungen in der Servicequalität bei LAIQON dazu
führen können, dass Vertriebspartner ihre
Tätigkeit vollständig einstellen oder die
Zusammenarbeit mit LAIQON nicht aufnehmen oder fortsetzen.
Dies kann die Vertriebstätigkeit selbst und die
geplanten Vertriebs- und Absatzziele erheblich
beeinträchtigen.
Ferner besteht das Risiko, dass die gesetzlichen
Anforderungen, insbesondere die regulatorischen
Anforderungen, für die Vertriebstätigkeiten
weiter ansteigen. Dies kann die Ausübung der
Vertriebstätigkeiten beeinträchtigen oder
unmöglich machen. Geplante Vertriebsziele wären
in diesem Fall nicht oder nur eingeschränkt
erreichbar. Zudem kann der Anstieg von gesetzlichen
Anforderungen zu ungeplanten Aufwendungen, etwa für
die Erlangung weiterer Genehmigungen oder
Pflichtfortbildungen für Vertriebsmitarbeiter,
führen.
Zunehmende gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der
Verwendung/Verarbeitung persönlicher Daten können
zur Folge haben, dass Datenbestände von Kunden nicht
oder nur sehr eingeschränkt genutzt werden
dürfen. Dies kann die Ansprache von bestehenden und
neuen Kunden erschweren und zu einem Vertriebshindernis
werden.
Die vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie
behördlich angeordneten "Kontaktverbote" führten
zu drastischen Einschränkungen der
Vertriebsaktivitäten, insbesondere im Hinblick auf die
Durchführung von Kundenterminen. Der Ausbau
vorhandener und die Akquise neuer Kundenverbindungen ist
hierdurch deutlich erschwert gewesen. Diese Entwicklung
hatte auch Einfluss auf die Erreichung der geplanten
Absatzziele.
5.3.8 Einnahmeausfallrisiko bei Managementerträgen und weiteren Erträgen im Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETSEintrittswahrscheinlichkeit +++ Schadenshöhe - Die Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und
Finanzlage der LAIQON AG hängt auch in
maßgeblichem Umfang von der wirtschaftlichen
Entwicklung der von der LAIQON AG im Geschäftssegment
LLOYD FONDS REAL ASSETS gemanagten Investments (Fonds-KGs)
ab.
Schwächephasen auf den relevanten
Assetmärkten, wie etwa den Schifffahrts- und
Immobilienmärkten, können die wirtschaftliche
Situation, der von LAIQON AG emittierten und gemanagten
Investments bis hin zur Insolvenz der Fonds
beeinträchtigen.
Zudem sind Dauer und Intensität der Auswirkungen
der Energiekrise, des Krieges in der Ukraine sowie der
steigenden Zinsen und hohen Inflation zum jetzigen
Zeitpunkt noch nicht abschließend quantifizierbar.
Erhebliche Auswirkungen auf die relevanten Assetmärkte
können nicht ausgeschlossen werden und zu einer
deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation
der Fonds-KGs führen.
Es besteht das Risiko, dass die gemanagten Investments
sich nicht wie geplant entwickeln, mit der Folge, dass die
Einnahmen hieraus vollständig oder geringer ausfallen
als im Budget angenommen. Darüber hinaus könnten
sich geplante Beteiligungserträge sowie Erlöse
aus Vermittlungsleistungen nicht oder nicht im vorgesehenen
Umfang realisieren lassen, was ebenso eine Abweichung zum
Budget bedeuten würde.
Die wesentlichen Faktoren auf Ebene der Fonds-KGs sind
nachstehend beschrieben.
Volatile Märkte oder der Ausfall von
Vertragspartnern der Investments, wie z.B. Charterern oder
Leasingnehmern, die ihrerseits in finanzielle
Schwierigkeiten geraten sind, stellt einen wesentlichen
Faktor dar.
Ferner wären aus der Insolvenz von Investments
Einnahmeausfälle bei den Management- und
Treuhandvergütungen die Folge. Es besteht das Risiko,
dass die hierfür getroffenen Maßnahmen zur
Risikovorsorge nicht ausreichen und budgetierte Einnahmen
ganz oder teilweise entfallen. Signifikante bilanzielle
Auswirkungen in Bezug auf die Beteiligungen der LAIQON AG
sind hingegen im Wesentlichen nicht zu erwarten, da die
Tochtergesellschaften mit geringen Quoten an den
betreffenden Gesellschaften beteiligt sind. Sollte es
jedoch zu einem kumulierten Eintritt der Einzelrisiken
kommen, sind signifikante bilanzielle Auswirkungen nicht
ausgeschlossen.
5.3.9 Prospekthaftungsrisiko und Risiken aus der Mithaftung bei BeratungsfehlernEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe - Zur Einwerbung von Eigenkapital in Form von
Kommanditeinlagen hat die LAIQON AG Verkaufsprospekte
erstellt, für die sie - im Falle des Schadens infolge
unrichtiger oder unvollständiger Angaben - als
Herausgeberin gegenüber den einzelnen Anlegern haftet.
Die Verkaufsprospekte wurden gemäß den
"Grundsätzen ordnungsmäßiger Beurteilung
von Verkaufsprospekten über öffentlich angebotene
Vermögensanlagen" (IDW S4), einem Standard des
Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.,
erstellt und entsprechend diesem Standard durch einen
Wirtschaftsprüfer begutachtet (Prospektgutachten). Bei
sämtlichen geprüften Prospekten hat der
Wirtschaftsprüfer die Vollständigkeit,
Richtigkeit und Klarheit der Prospektangaben
einschließlich der Plausibilität der im Prospekt
enthaltenen Werturteile, der Schlüssigkeit von
Folgerungen sowie der Darstellung der mit der Kapitalanlage
verbundenen Chancen und Risiken im Sinne des IDW S4
grundsätzlich bestätigt, jedoch in
Einzelfällen Anmerkungen vorgenommen, die das
Prüfungsergebnis nicht einschränken.
Zusätzlich wurde für jede Kapitalanlage
regelmäßig ein Steuergutachten im Hinblick auf
die im Prospekt vorgenommenen steuerlichen Aussagen
erstellt.
Bis zum 21. Juli 2013 mussten die Verkaufsprospekte
zudem durch die BaFin gebilligt werden. Das
Billigungsverfahren umfasste neben einer
Vollständigkeitsprüfung auch die Prüfung des
Inhalts auf Kohärenz und Verständlichkeit.
Allerdings können auch eine Prospektbeurteilung durch
einen Wirtschaftsprüfer und die weiteren
Maßnahmen keine absolute Gewähr für die
Vollständigkeit und Richtigkeit der Prospektangaben
sowie für den Eintritt des wirtschaftlichen Erfolgs
und der steuerlichen Auswirkungen der Kapitalanlage bieten.
Zum 31. Dezember 2022 sind insgesamt 163 (Vj.: 202)
gerichtliche Verfahren, die ein Nominalkapital von rund
6,86 Mio. EUR (Vj.: rund 10,59 Mio. EUR) sowie 60 TUS-$
(Vj.: rund 0,37 Mio. US-$) betreffen, wegen behaupteter
Schadenersatzansprüche aus Prospekthaftung
rechtshängig, bei denen die LAIQON AG oder die Real
Assets Treuhand Beklagte oder Streitverkündete sind.
Per 31. Dezember 2022 kommen ferner 20 (Vj.: 54)
gerichtliche Verfahren hinzu, in denen eine Bank der LAIQON
AG den Streit verkündet hat. Diese betreffen
Zeichnungen von insgesamt nominal 10 TEUR (Vj.: rund 0,01
Mio. EUR) sowie nominal 745 TUS-$ (Vj.: rund 2,07 Mio.
US-$) Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass aus den
genannten oder zukünftig eingereichten Klagen
erfolgreich Schadenersatzansprüche aus der
Prospekthaftung wegen falscher oder unvollständiger
Angaben gegen die LAIQON AG oder ihre Tochtergesellschaften
geltend gemacht werden. Die LAIQON AG verfügt in
diesen Fällen über entsprechende Versicherungen.
Zum jetzigen Zeitpunkt hält die LAIQON AG es für
insgesamt überwiegend wahrscheinlich, dass sie auch
weiterhin mit ihren Argumenten vor Gericht durchdringen und
sich erfolgreich gegen die Klagen verteidigen kann.
Die LAIQON AG hat im Rahmen von Kapitalmaßnahmen
in den Jahren 2019 und 2020 Emissionsdokumente begeben. Es
besteht das Risiko, dass im Fall von Fehlern in diesen
Emissionsdokumenten die LAIQON AG, z. B. aus
Prospekthaftung, in Anspruch genommen wird.
Soweit Dritte im Auftrag oder im Pflichtenkreis der
LAIQON AG tätig werden, besteht das Risiko, dass die
LAIQON AG für deren Handlungen verantwortlich gemacht
wird. Externe Partner werden allerdings sorgfältig
betreut, um haftungsrelevantes Handeln zu vermeiden und
damit das Haftungspotenzial für die LAIQON AG zu
reduzieren.
5.3.10 Rechtliche RisikenEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe - Bei im Ausland gefällten Urteilen kann nicht
ausgeschlossen werden, dass ein Sachverhalt anders und ggf.
nachteiliger beurteilt wird, als dies vor deutschen
Gerichten der Fall wäre. Ein ausländisches Urteil
entfaltet ggf. aber dennoch Bindungswirkung vor deutschen
Gerichten mit der Folge, dass eine gerichtliche
Entscheidung nicht mehr abänderbar ist. Soweit die
LAIQON AG im Ausland tätig ist, kann nicht
ausgeschlossen werden, dass ausländische
Rechtsordnungen nicht hinreichend beachtet werden. Ferner
kann die Durchsetzung eigener oder die Abwehr fremder
Ansprüche im Ausland schwieriger und mit erheblichen
Kosten verbunden sein.
Aus Fehlern bei Vertragsverhandlungen und im Falle von
Vertragsverletzungen können sich
Schadenersatzansprüche ergeben. Es bestehen
Vertragsrisiken aus geschlossenen Verträgen, z. B. aus
der Zusammenarbeit mit Banken, Vertriebspartnern, Beratern
und anderen Geschäftspartnern.
Vertragsverstöße können auch in der
Nichteinhaltung vertraglicher Vorgaben oder der Missachtung
von Form- und Fristvorschriften in Verträgen liegen.
Vertragsverletzungen können die
Geschäftstätigkeit des Unternehmens erheblich
beeinträchtigen und eine finanzielle Verpflichtung der
LAIQON AG auslösen.
5.3.11 Risiko im Zusammenhang mit den aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen und das Risiko von GesetzesverstößenEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe -- Der LAIQON AG unterliegt einer Vielzahl von
Regulierungs- und Aufsichtsregimen, und die Einhaltung
dieser Regeln und Vorschriften ist kostspielig,
zeitaufwendig und komplex. Die Nichteinhaltung dieser
Vorschriften kann zu Geldbußen und/oder einem
vorübergehenden oder dauerhaften Verbot bestimmter
Tätigkeiten führen.
Aufgrund der Regelungstiefe und der permanenten
Regelungserneuerungen/-ergänzungen besteht das Risiko,
dass die aufsichtsrechtlichen Regelungen nicht ausreichend
transparent sind. Hieraus können Verstöße
gegen Vorschriften und Anordnungen der nationalen
Aufsichtsbehörden resultieren, die eine Haftung der
LAIQON AG nach sich ziehen können (z. B. in Form von
Bußgeldern).
Im Fall von Verstößen sehen die gesetzlichen
Regelungen teils erhebliche Sanktionen, z. B. in Form von
drastischen Bußgeldern, vor. Auch jenseits der
aufsichtsrechtlichen Vorgaben kann es zu
Verstößen gegen gesetzliche Vorschriften (z. B.
Geldwäschegesetz, Urheberrecht, Lizenzrecht,
Datenschutzrecht) oder Verordnungen sowie zu Fehlern,
fehlerhafter Auslegung (z. B. bei fiskalischen
Bestimmungen) oder Fristversäumnissen kommen.
Aus aufsichtsrechtlichen Auflagen und
Genehmigungserfordernissen kann sich zudem eine
Erhöhung des Aufwands bei der LAIQON AG ergeben.
5.3.12 Steuerliche RisikenEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe - Es besteht das Risiko, dass Beurteilungs- oder
Beratungsfehler oder Fristversäumnisse im steuerlichen
Bereich auftreten. Dies kann dazu führen, dass
steuerliche Folgen eintreten, die für die LAIQON AG
nachteilig sind, oder es bei Fristversäumnissen zu
Zwangsgeldern oder Verspätungszuschlägen durch
die Finanzverwaltung kommt. Es kann nicht ausgeschlossen
werden, dass Vertragsprüfungen in steuerlicher
Hinsicht nicht oder nur unzureichend durchgeführt
werden, was ebenfalls zu nachteiligen steuerlichen Folgen
für die LAIQON AG führen kann.
Zudem besteht hinsichtlich der LAIQON AG sowie einer
Vielzahl an Beteiligungen das Risiko, dass es zu
Veränderungen bei der steuerlichen Veranlagung, etwa
aufgrund geänderter Sonderbetriebsergebnisse oder auch
durch Betriebsprüfungen auf Ebene der
Beteiligungsgesellschaften, kommt. Dies könnte dazu
führen, dass die LAIQON AG Steuernachzahlungen leisten
muss.
5.4 Organisations- und PersonalmanagementrisikenEintrittswahrscheinlichkeit +++ Schadenshöhe - Der Erfolg des Unternehmens hängt in hohem
Maße von den Fähigkeiten und dem Fachwissen der
Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie wichtiger
Fach- und Führungskräfte ab, die über
langjährige Branchenerfahrung verfügen, die es
ihnen ermöglicht, eine entscheidende Rolle beim
Wachstum und bei der Weiterentwicklung des Geschäfts
der Gesellschaft zu übernehmen. Sollten eines oder
mehrere der Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder nicht
mehr zur Verfügung stehen, könnte dies das
Wachstum und die Weiterentwicklung des Unternehmens
deutlich beeinträchtigen.
Entsprechendes gilt für
Geschäftsführungsmitglieder sowie qualifizierte
Führungskräfte in Schlüsselpositionen.
Für den wirtschaftlichen Erfolg der LAIQON AG ist es
deshalb unerlässlich, dass qualifizierte
Führungs- und Fachkräfte in ausreichender Zahl
für die LAIQON AG tätig sind, um nachteilige
Auswirkungen auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung
auszuschließen. Eine überdurchschnittliche
Fluktuation von Mitarbeitern, insbesondere von
Führungs- und Fachkräften in
Schlüsselpositionen, könnte dazu führen,
dass Positionen nicht adäquat neu oder nur mit
Verzögerung besetzt werden können und damit
personelle Kapazitätsengpässe nach sich ziehen.
Entsprechendes gilt für die Besetzung neu geschaffener
Positionen. Aufgrund falscher Personalentscheidungen
können Fehl- und /oder Unterbesetzungen entstehen.
Dies könnte Verzögerungen bei der
Aufgabenerledigung zur Folge haben und den Eintritt von
Fehlentscheidungen oder Managementfehlern begünstigen.
5.5 IT-RisikenEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe --- LAIQON AG ist stark auf ihre IT-Systeme angewiesen,
einschließlich der Bereitstellung von Informationen
für Kunden und Mitarbeiter und der Führung von
Finanzunterlagen. Die ständige Verfügbarkeit von
IT-Systemen ist daher für die LAIQON AG
Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Abwicklung des
Geschäfts. Auch steht das Unternehmen in der Pflicht,
jederzeit die Sicherheit sensibler Daten, insbesondere von
Kunden, zu gewährleisten.
Insbesondere die Bedrohungslage durch Cyberangriffe
befindet sich auf einem nachhaltig hohen Niveau und
gefährdet zunehmend eine erfolgreiche Digitalisierung.
Dies unterstreichen unter anderem aktuelle Lageberichte des
Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik
(BSI), die die Bedrohungslage als angespannt bis kritisch
einordnen (siehe bspw. BSI-Lagebericht vom Oktober 2021).
Die Anzahl neuer Schadprogramm-Varianten steigt permanent,
im letzten BSI-Berichtszeitraum wurden 144 Mio. neue
Schadprogramm-Varianten gezählt. Ransomware-Angriffe
und DDoS-Attacken nehmen zu, Systemverfügbarkeit und
Informationssicherheit sind zunehmend bedroht.
Zur Minimierung des Risikos von Systemausfällen hat
die LAIQON AG zahlreiche Sicherungsmaßnahmen
ergriffen. Dazu zählen die redundante Virtualisierung
von Servern und moderne Back-up-Systeme inklusive externer
Datensicherung sowie Notfallpläne für eine
schnellstmögliche Wiederherstellung der Systeme. Zum
Schutz von Daten und IT-Systemen werden unter anderem
FirewallSysteme, Virenschutz- und
Verschlüsselungsprogramme sowie Zutritts- und
Zugriffskontrollsysteme eingesetzt, die
regelmäßig oder gegebenenfalls anlassbezogen
aktualisiert werden.
5.6 Finanzwirtschaftliche Risiken5.6.1 LiquiditätsrisikoEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe -- Das Geschäftsumfeld, in dem das Unternehmen
operiert, macht es notwendig, die Flexibilität in der
Finanzierung beizubehalten, indem ausreichend
Liquiditätsreserven vorgehalten werden. Ferner setzt
die Umsetzung der Geschäftsziele die Aufbringung von
Eigen- oder Fremdkapital voraus. Das maximale Risiko
besteht in der Insolvenz aufgrund von
Zahlungsunfähigkeit. Sofern es zur Verringerung der
Liquiditätsdecke des Unternehmens kommt und in der
Folge ein entsprechender Finanzbedarf entsteht, besteht das
Risiko, dass keine geeigneten Finanzierungspartner oder
Eigenkapitalgeber gefunden werden können und der
Liquiditätsbedarf des Unternehmens nicht oder nur zu
nachteiligen oder wirtschaftlich nicht vertretbaren
Konditionen gedeckt werden kann. Darüber hinaus
könnten sich die Finanzierungsaufwendungen durch einen
Anstieg der Zinssätze erhöhen.
Das im Geschäftsjahr aufgenommene Tilgungsdarlehen
beinhaltet die Verpflichtung zur Einhaltung von
Finanzkennzahlen (Covenants). Eine Nichteinhaltung der
Covenants berechtigt das Kreditinstitut den
Darlehensvertrag ganz oder teilweise zu kündigen und
die sofortige Rückzahlung des Darlehens zu fordern.
Für das kurzfristige Liquiditätsmanagement
greift die Finanzabteilung auf eine rollierende
Liquiditätsplanung zurück, die einen
Planungshorizont von bis zu einem Jahr abbildet. Daneben
kommt eine mittelfristige Finanzplanung für die
jeweils folgenden fünf Geschäftsjahre zum
Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein integriertes
Planungsmodell, das aus einer Plan-GuV und einer
Plan-Bilanz besteht. Sowohl die kurzfristige
Liquiditätsplanung als auch das mittelfristige Modell
bauen auf der aktuellen Geschäftsplanung des
Unternehmens auf und sind miteinander abgestimmt.
Die finanziellen Verbindlichkeiten der LAIQON AG
belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf insgesamt 34,1 Mio.
EUR (Vj.: 44,4 Mio. EUR).
Die Liquiditätslage des Unternehmens wird als
stabil eingeschätzt. Dennoch können etwaige nicht
geplante liquiditätswirksame Ereignisse ein Risiko
darstellen. Hierbei kann es sich grundsätzlich um den
Ausfall geplanter Einnahmen oder zusätzliche nicht
geplante Ausgaben handeln. Im Fall des kumulierten
Eintritts mehrerer Ereignisse sind negative Auswirkungen
auf die Entwicklung des Unternehmens zu erwarten.
5.6.2 Bewertungs- und ForderungsausfallrisikoEintrittswahrscheinlichkeit +++ Schadenshöhe - Die Bewertung von Beteiligungen des LAIQON AG ist wie in
den Vorjahren aufgrund der Marktentwicklungen einem
erhöhten Risiko ausgesetzt. Dies betrifft neben den
Anteilen, die die LAIQON AG an eigenen Fonds hält,
auch die Beteiligungen des Unternehmens an verbundenen und
assoziierten Unternehmen primär aus dem
Geschäftssegment LLOYD FONDS REAL ASSETS. Diesem
Risiko trägt die LAIQON AG durch eine fortlaufende
Überprüfung der bestehenden
Beteiligungsansätze und Forderungen im Zusammenspiel
mit der Analyse von Finanzdaten der wesentlichen
Beteiligungen Rechnung. Auf Basis der regelmäßig
durchgeführten Wertminderungstests wurden bereits in
den Vorjahren zum Teil umfangreiche Abwertungen von
Beteiligungsansätzen bei einigen dieser Gesellschaften
vorgenommen und damit grundsätzlich das Risiko
für weitere Wertminderungen gesenkt. Es kann jedoch
nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Abwertungen der
Beteiligungsansätze und Forderungen vorgenommen werden
müssen. In Einzelfällen sind im Fall einer
schwachen gesamtwirtschaftlichen Lage und schwacher
Schifffahrtsmärkte zusätzliche Wertberichtigungen
nicht ausgeschlossen.
Das Kapitalmarktumfeld hat zudem erhebliche Auswirkungen
bezüglich drohender Forderungsausfälle und damit
auf die Risikoposition des Unternehmens. Dem Risiko ist die
LAIQON AG bereits in den Vorjahren durch die Vornahme
umfangreicher Abwertungen begegnet. Im Berichtsjahr wurden
geringere Abwertungen und auch einige Wertaufholungen im
Forderungsbestand des Geschäftssegments LLOYD FONDS
REAL ASSETS vorgenommen und damit die Werthaltigkeit dieser
Forderungen angepasst. Im Geschäftssegment LLOYD FONDS
LIQUID ASSETS waren aufgrund der Werthaltigkeit der
Forderungen keine Abwertungen notwendig. Jedoch wird dem
Marktrisiko durchlaufende Überprüfung der
Werthaltigkeit von Forderungen mit einer kontinuierlichen
und nachhaltigen Verbesserung des Debitorenmanagements
Rechnung getragen. Ziel ist dabei die zeitnahe Realisierung
von Zahlungseingängen und die damit verbundene
Verminderung des Bestands an fälligen Forderungen.
Trotz der auch im Berichtsjahr durchgeführten
Wertaufholungen sowie Wertberichtigungen sind weitere
Verluste und entsprechende Liquiditätsausfälle
aus Forderungsausfällen nicht ausgeschlossen.
5.6.3 Risiken aus EventualverbindlichkeitenEintrittswahrscheinlichkeit + Schadenshöhe -- Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die LAIQON AG
auch jenseits der auf die Treuhand entfallenden Risiken aus
den bestehenden Eventualverbindlichkeiten in Anspruch
genommen wird. Die zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen
Eventualverbindlichkeiten der LAIQON AG belaufen sich auf
insgesamt 0 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR).
5.6.4 Zinsänderungs- und WährungsrisikoEintrittswahrscheinlichkeit ++ Schadenshöhe - Unter dem Zinsänderungsrisiko versteht man das
Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige
Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von
Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Zudem ist
denkbar, dass zukünftig Negativzinsen auf Guthaben bei
Banken erhoben werden. Auswirkungen auf die Höhe der
zukünftigen Zinserträge und -aufwendungen des
Unternehmens und Einfluss auf die beizulegenden Zeitwerte
von Finanzinstrumenten können die Folge sein. Zum
Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen
Zinsänderungsrisiken.
Auf Unternehmensebene bestehen derzeit
Fremdwährungsrisiken in US-Dollar, die im Wesentlichen
durch die Stichtagsbewertung der entsprechenden
monetären Posten entstehen. Unter den monetären
Posten werden Zahlungsmittel, Forderungen und
Verbindlichkeiten zusammengefasst.
Fremdwährungsrisiken wird bei Zahlungseingängen
in Fremdwährung durch eine zeitnahe Konvertierung in
Euro begegnet. Zum Abschlussstichtag bestehen daher keine
signifikanten Bewertungsrisiken.
5.7 Gesamtaussage zur RisikosituationZum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind
keine existenzbedrohenden Einzelrisiken bekannt. Bei den
identifizierten Risiken mit einer gravierenden
Schadenshöhe besteht nach Einschätzung der
Vorstands eine hohe bzw. mittlere sowie geringe
Eintrittswahrscheinlichkeit. Allerdings könnte ein
kumulierter Eintritt von Einzelrisiken den Fortbestand des
Unternehmens gefährden.
Die LAIQON AG ist wie die gesamte
Finanzdienstleistungsbranche nach wie vor von den
Auswirkungen Energiekrise, des Krieges in der Ukraine sowie
der steigenden Zinsen und hohen Inflation und den damit
verbundenen wirtschaftlichen Folgen betroffen. Im
Geschäftsjahr verlief die Entwicklung an den
Finanzmärkten bisher sehr volatil. Negative
Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der LAIQON
AG können daher weiterhin nicht ausgeschlossen werden
und würden voraussichtlich zu Plananpassungen
führen. Die Dauer und Intensität der Auswirkungen
sind zum jetzigen Zeitpunkt unsicher und daher nicht
quantifizierbar.
5.8 Wesentliche Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems5.8.1 Elemente des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und RisikomanagementsystemsDas rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und
Risikomanagementsystem der LAIQON AG umfasst sämtliche
Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur
Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und der
Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur
Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen
Vorschriften.
Im Zentrum des internen Kontrollsystems stehen das
interne Steuerungssystem sowie das interne
Überwachungssystem. Zuständig für die
Steuerung des internen Kontrollsystems des Unternehmens ist
der zentrale Bereich Finanzen, dem Rechnungswesen, "IFRS",
Controlling und Steuern zugeordnet sind. Das interne
Überwachungssystem umfasst sowohl prozessintegrierte
als auch prozessunabhängige
Überwachungsmaßnahmen. Als prozessintegrierte
Maßnahmen kommen sowohl individuelle Kontrollen wie
beispielsweise das "Vier-Augen-Prinzip" als auch
IT-gestützte Kontrollen zum Einsatz. Zusätzlich
werden durch spezifische Funktionen wie z.B. Recht bzw.
Finanzen prozessintegrierte Überwachungen
sichergestellt. Des Weiteren bestehen
prozessunabhängige Kontrollen, die im Wesentlichen
durch den Aufsichtsrat und sonstige Prüfungsorgane
wahrgenommen werden.
Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem ist
in das Risikomanagementsystem der LAIQON AG integriert. Es
ist auf die signifikanten Risiken des Unternehmens im
Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess,
einschließlich der Erstellung des Einzelabschlusses
und der externen Berichterstattung, ausgerichtet.
Kernelement ist dabei die Früherkennung, Steuerung
und Überwachung von Risiken, die sich auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens
auswirken können.
5.8.2 AufbauorganisationDie LAIQON AG verfügt über einen zentralen
Bereich Finanzen.
Die handelsrechtliche Abbildung der einzelnen
Geschäftsvorfälle wird mithilfe von modernen am
Markt etablierten IT-Anwendungen durchgeführt.
5.8.3 AblauforganisationDie Erstellung des Jahresabschlusses und die externe
Berichterstattung erfolgen in Form eines strukturierten
Prozesses auf Basis eines zwischen den einbezogenen
internen Abteilungen sowie externen Partnern abgestimmten
Zeitplans. Dabei werden auch Fristen für die Lieferung
von abschlussrelevanten Informationen, die außerhalb
des Rechnungswesens generiert werden, vereinbart. Beispiele
hierfür sind Informationen aus dem Fondsmanagement
für die Bewertung von Beteiligungen oder
Abschlüsse von assoziierten Unternehmen für die
Bilanzierung. Die Erhebung von abteilungs- und
unternehmensfremden Daten erfolgt auf der Grundlage von
zuvor festgelegten individuellen Anforderungsprofilen. Der
Prozess beinhaltet auch eine Rücklaufkontrolle zur
Sicherstellung des rechtzeitigen Eingangs
vollständiger Informationen.
Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses beinhaltet der Erstellungsprozess eine
Vielzahl von Kontrollen. Hierbei handelt es sich um
präventive und nachgelagerte aufdeckende Kontrollen.
In den Bereich der präventiven Kontrollen fallen
insbesondere Genehmigungs- und Freigabeverfahren,
beispielsweise im Rahmen der Eingangsrechnungserfassung und
beim Zahlungsverkehr. Bestimmte Transaktionen, die sich
wegen ihres Umfangs oder ihrer Komplexität auf den
Jahresabschluss auswirken können, sind ebenfalls nach
einem festgelegten Verfahren freizugeben. Zudem werden die
zentralen Bereiche Finanzen und Recht direkt als interne
Berater in die Gestaltung von bedeutenden Verträgen,
beispielsweise im Rahmen des Abschlusses von Miet- oder
Dienstleistungsverträgen, mit eingebunden.
Infolgedessen erhält der Bereich Finanzen
Informationen aus erster Hand, um die richtige bilanzielle
Behandlung dieser Vorgänge sicherzustellen.
Die aufdeckenden Kontrollen finden in den verschiedenen
Phasen des Abschlussprozesses statt. Hier kommt
insbesondere das "Vier-Augen-Prinzip" zum Tragen.
6 NachtragsberichtNamensänderung in LAIQON AGMit der Eintragung in das Handelsregister am 2. Januar
2023 hat sich der bisherige Name Lloyd Fonds AG der
Gesellschaft in LAIQON AG geändert. Damit setzte das
Unternehmen die Beschlussfassung der ordentlichen
Hauptversammlung 2022 über die Änderung der Firma
und die entsprechende Satzungsänderung um.
Damit verbunden war auch ein Wechsel des
Börsenkürzels in LQAG (bisher: L1OA). Die
bisherige internationale Wertpapierkennnummer (ISIN)
DE000A12UP29 und die nationale Wertpapierkennnummer (WKN)
A12UP2 bleiben erhalten.
Wandelschuldverschreibung 2023/27 erfolgreich platziertAm 20. Februar 2023 platzierte die LAIQON AG die
Wandelschuldverschreibung 2023/27 im Nennbetrag von 5,0
Mio. EUR mit einer Laufzeit von vier Jahren.
Die Wandelschuldverschreibung 2023/27 wird mit einem
Zinssatz in Höhe von 6,50 % per annum verzinst. Die
Zinszahlungen erfolgen halbjährlich, erstmalig am 21.
August 2023. Der Wandlungspreis wurde auf EUR 10,00
festgelegt und unterliegt nach Maßgabe der
Emissionsbedingungen der Wandelschuldverschreibungen ab
2024 den marktüblichen Anpassungsmechanismen (für
das Jahr 2023 ist der Verwässerungsschutz hingegen
ausgeschlossen).
Die Wandelschuldverschreibung 2023/27 wurde im Rahmen
einer prospektfreien Privatplatzierung unter Ausschluss des
Bezugsrechts ausschließlich von Investoren aus
Deutschland und Luxembourg bezogen. Die Emission
stieß sowohl bei Bestandsaktionären als auch bei
neuen Investoren auf sehr positive Resonanz. Insgesamt wies
das Orderbuch einen deutlichen Nachfrageüberhang von
3,15 Mio. EUR aus.
Die Wandelschuldverschreibungen wurden in den Handel im
Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter
Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer ISIN
DE000A30V885 einbezogen.
7 Prognosebericht7.1 Gesamtwirtschaftliches und branchenbezogenes UmfeldIn den folgenden Prognosen sind Annahmen enthalten,
deren Eintritt nicht sicher ist. Sofern eine oder mehrere
Annahmen nicht eintreffen, können die
tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen wesentlich
von den dargestellten Prognosen abweichen. Wie stark sich
u. a. der durch Russland verursachte Krieg in der Ukraine
mit den verhängten Wirtschaftssanktionen auf die
globale Konjunktur auswirken werden, ist derzeit nicht
abschätzbar. Es besteht das Risiko deutlicher
wirtschaftlicher Rückschläge für viele
Unternehmen weltweit.
7.1.1 Entwicklung der WeltwirtschaftDie Erholung der Weltwirtschaft nach der
Covid-19-Pandemie ist durch den Ukraine-Krieg und dessen
wirtschaftliche Folgen deutlich ins Stocken geraten. Die
weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen sich
angesichts des deutlichen Energie- und
Nahrungsmittelpreisanstiegs, der daraus folgenden
Realeinkommensverluste und der spürbaren
geldpolitischen Straffung als Folge der beschleunigten
Inflation in fast allen Industrieländern zu
Jahresbeginn als sehr verhalten dar. Der Internationale
Währungsfonds erwartet nach einer Halbierung des
globalen Wachstums auf rund 3 % im vergangenen Jahr
für 2023 eine weitere Verlangsamung auf
jahresdurchschnittlich 2,7 %. Ein noch deutlicherer
Rückgang der Zuwachsraten wird für den Welthandel
erwartet, von einem Zuwachs von 4,3 % im Jahr 2022 auf 2,5
% in diesem Jahr. Nach schwachem Jahresbeginn wird im
Jahresverlauf eine Erholung der Weltwirtschaft erwartet.
Die US-Wirtschaft dürfte sich infolge der
nachlassenden Impulse aus den
Covid-19-Stabilisierungsmaßnahmen und der
fortgeschrittenen geldpolitischen Straffung der Fed
ebenfalls spürbar abschwächen. In China
könnte es nach einem Jahr strenger
Pandemie-Beschränkungen und schwachem Wachstum zu
Aufholeffekten kommen, so dass insgesamt wieder ein etwas
kräftigeres Wachstum zu erwarten ist. Die Lockerung
der strikten Null-Covid-Politik ermöglicht zwar eine
wirtschaftliche Aufhellung, allerdings könnten hohe
Zahlen an Covid-19-Infektionen die wirtschaftliche Erholung
zunächst noch belasten. Auch die Lage auf dem
chinesischen Immobilienmarkt stellt angesichts hoher
Überkapazitäten und Fehlinvestitionen ein Risiko
dar. In Europa wie auch in anderen Regionen führen die
hohen Preissteigerungen für Energie und Nahrungsmittel
zu deutlichen Kaufkraftverlusten, was zusammen mit den
entsprechenden Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken
die Investitionstätigkeit, den Konsum und damit das
Wachstum dämpfen sollte.
Von der relativen globalen Wachstums- und
Handelsschwäche dürfte insbesondere die stark in
globale Wertschöpfungsketten eingebundene deutsche
Wirtschaft belastet werden. Die erwartete Abschwächung
bei den Exporten dürfte sich in Verbindung mit der
schwächeren binnenwirtschaftlichen Nachfrage auch
dämpfend auf die private Investitionstätigkeit
auswirken. Zudem belasten gestiegene Energiekosten,
Fachkräftemangel und höhere
Finanzierungskonditionen die Investitionstätigkeit.
Dennoch zeichnet sich, wie von vielen Beobachtern lange
Zeit als unausweichlich betrachtet wurde, eine Rezession
zurzeit nicht ab. Die Bundesregierung geht in ihrer der
Jahresprojektion für das Jahr 2023 von einem Anstieg
des preisbereinigten BIP um 0,2 % aus. Mit einer
Abschwächung der hohen Inflationsdynamik im
Jahresverlauf, den Impulsen der fiskalischen
Stabilisierungsmaßnahmen und der erwarteten,
moderaten weltwirtschaftlichen Belebung dürfte die
wirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des Jahres dann
wieder an Fahrt gewinnen. Es bestehen aber weiterhin hohe
Unsicherheiten für die deutsche Wirtschaft: der
Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen
wirtschaftliche Folgen, die schwache Entwicklung der
Weltwirtschaft, die anhaltend hohen Energie- und
Verbraucherpreise sowie die Sicherstellung der
zukünftigen Gasversorgung.
7.1.2 KapitalmarktentwicklungUkraine-Krieg, Inflation nahezu überall auf der
Welt, höhere Zinsen und steigende Rezessionsrisiken:
Selten hat die Weltwirtschaft so viele Schocks verdauen
müssen wie im Jahr 2022. Nach Einschätzung vieler
Marktteilnehmer und auch der LAIQON AG überwiegt
für das Jahr dennoch die Zuversicht für die
weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten. Europa ist
es gelungen, seine Gasspeicher zum Beginn der Heizsaison
fast bis zum Rand zu füllen, obwohl Russland die
wichtigsten Pipelines geschlossen hat. Das Risiko einer
Rationierung von Gas ist damit bisher nicht eingetreten,
die Gas- und Strompreise haben bereits wieder nachgegeben.
Das Verbrauchervertrauen in Europa und Deutschland erholte
sich bereits. Auch viele Unternehmen schauen wieder etwas
weniger sorgenvoll in die Zukunft. Dies spricht für
einen neuen Aufschwung nach den Wintermonaten. Zudem hat
die Inflation zumindest in den USA ihren Höhepunkt
offenbar überschritten, wodurch das Risiko sinkt, dass
die US-Notenbank FED ihren Leitzins weiter heraufsetzen
wird. Auch in Europa zeichnet sich ab, dass die
Inflationsraten wieder zurückgehen sollten.
Anleger an den Finanzmärkten setzen auf die Trends
der Zukunft. Einen Abschwung in den USA und eine
Winterrezession in Europa haben die Finanzmärkte
offenbar bereits eingepreist. Nach dem Einbruch der
Märkte im ersten Halbjahr 2022 mit einem
gleichzeitigen Rückgang der Kurse für Aktien und
Anleihen sehen Marktteilnehmer und auch die LAIQON AG
insgesamt gute Chancen, dass die Aktienmärkte sich
2023 weiter erholen können. Auch wenn das
Aufwärtspotenzial nächstes Jahr begrenzt sein
dürfte, dürften sich dabei vor allem
europäische und asiatische Aktien im Jahr 2023
freundlich entwickeln, da für beide Regionen schon
deutlich mehr Negatives als in den USA eingepreist ist.
Allerdings bleibt das Umfeld schwierig. In
Bewertungsmodellen müssen künftige Erlöse
bei höheren Zinsen stärker abdiskontiert werden.
Auch der Abbau der Überliquidität, die
Zentralbanken in den vergangenen Krisenjahren in die
Märkte gepumpt hatten, kann die Kurse belasten. Zudem
schmälern der noch immer hohe Lohndruck in den USA und
die derzeit ebenfalls spürbar steigenden Lohnkosten in
der Eurozone die Gewinne vieler Unternehmen, die ohnehin
beim Absatz zunächst einmal Einbußen hinnehmen
müssen. Letztlich dürfte aber der Ausblick auf
eine weniger straffe Geldpolitik der US-Notenbank ab Herbst
2023 und auf einen Wiederaufschwung der europäischen
Konjunktur nach dem Winter insgesamt für ein positives
Umfeld sorgen. An den Rentenmärkten sind
Unternehmensanleihen auf inzwischen erhöhten
Renditeniveaus sowohl im Investmentgrade als auch im
Hochzinssegment wieder attraktiv geworden, insbesondere der
Finanzsektor und nachrangige Emissionen erstklassiger
Schuldner.
7.1.3 Marktentwicklung LLOYD FONDS REAL ASSETSDer Ausblick für den deutschen
Immobilieninvestmentmarkt für das Jahr 2023 ist
verhalten. Für das Jahr 2023 rechnen Marktteilnehmer
mit einem Niveau etwas unterhalb des
15-Jahres-Durchschnitt, was einem weiteren Rückgang
gegenüber dem Jahr Investmentvolumen 2022 in Höhe
von rund 66 Mrd. EUR entspräche. Insbesondere die
beiden Auftaktquartale 2023 sollen weiterhin von
Zurückhaltung und gebremster Marktdynamik geprägt
sein. Dennoch halten viele Marktteilnehmer Deutschland als
Standort für Immobilieninvestments nach wie vor
für attraktiv, wobei der Fokus auch weiterhin auf
Wohn- und Büroinvestments liegen soll.
Für den weltweiten Warenverkehr zeichnet sich im
Februar 2023 eine verhaltene Entwicklung ab, nachdem die
vergangenen Monate durch starke Zuwächse
gekennzeichnet waren. Gleiches gilt für den
Außenhandel großer Volkswirtschaften. Der
Ausblick für den Welthandel bleibt insgesamt positiv,
eine nachhaltige Abschwächung zeichnet sich derzeit
nicht ab, da sich die Konjunktur in den großen
fortgeschrittenen Volkswirtschaften robust zeigt und die
Wirtschaft in China nach der Lockerung der
Covid-19-Beschränkungen an Fahrt gewinnen dürfte.
Für die Öl- und Tankermärkte ist der neue
Ausblick von Marktteilnehmern für das Jahr 2023
optimistisch. Sowohl die OPEC als auch die Internationale
Energieagentur prognostizieren, dass ein chinesischer
Wirtschaftsaufschwung in diesem Jahr für eine hohe
Rohölnachfrage sorgen soll.
7.2 UnternehmensentwicklungDie LAIQON AG hat die bestehende Strategie 2023/25 mit
der auf der Hauptversammlung am 21. Juli 2022 vorgestellten
erweiterten Strategie 2023/25 2.0 weiterentwickelt. Die
neue Strategie baut auf die im Jahr 2022
durchgeführten Akquisitionen der Bayerische
Vermögen-Gruppe und der grow-ney GmbH sowie deren
bisher jeweils erfolgreich verlaufenden Integration in den
LAIQON-Konzern auf. Die neue erweiterte Strategie 2023/25
2.0 soll das zukünftige organische und skalierbare
Wachstum durch die aufgebaute Plattformstrategie
sicherstellen.
Die Umfirmierung der Gesellschaft in LAIQON AG und damit
der Anspruch der Gesellschaft sich als
Premium-Qualitätsanbieter im Fonds- und
Vermögensmanagement zu positionieren, ist ein Signal
an die Marktteilnehmer, dass der Neuaufbau der Gesellschaft
einen Abschluss gefunden hat und soll gleichzeitig die
Markenbekanntheit der Gesellschaft deutlich erhöhen.
Die LAIQON AG ist in den vier großen
Wachstumsmärkten Asset Management, Wealth Management,
Digital Wealth und Advisory aktiv. Damit ist die
Gesellschaft Full-Service-Anbieter und bietet privaten und
institutionellen Kunden ein sehr breites Produkt- und
Lösungsportfolio.
Zentrale Komponente der Plattformstrategie ist dabei die
Digital Asset Plattform 4.0. Sie schafft die Grundlage,
nutzerzentrierte Lösungen für alle Kundengruppen
anzubieten. Sämtliches Handeln ist dabei
unabhängig, individuell, transparent und
nutzerzentriert auf die Kundinnen und Kunden ausgerichtet.
Damit sollen sich die Anlagebedürfnisse
sämtlicher Zielgruppen, von Privatanlegern bis hin zu
institutionellen Investoren gezielt abbilden lassen. Die
Erfüllung der Kundenbedürfnisse bestimmt daher
die Produkt- und Lösungsstrategie des Konzerns.
Die LAIQON AG bietet ihren Kunden aktuell circa 50
Wealth Produkte und Lösungen an. Dabei basieren alle
Lösungen sowohl auf IQ, also der Kompetenz und
Erfahrung der Fonds- und Vermögensmanager, als auch
auf dem Wissen der Entwickler und Digitalexperten, welche
das Themenfeld der künstlichen Intelligenz
weiterentwickeln. Die Kombination aus menschlicher
Intelligenz und künstlicher Intelligenz soll als Motor
für ein Premium Angebot dienen.
Nachhaltiges Investieren als Symbiose aus Kunden- und
Klimazielen sollen ein wesentlicher Antrieb der
Gesellschaft sein. Ein entsprechender Schwerpunkt des
Angebotes soll daher auf dem Thema SDG / Impact-Investing
liegen. Hier will die Gesellschaft mit einem Produkt- und
Lösungsportfolio, dass im Zielbild Artikel 8 und 9 der
Offenlegungsverordnung SFDR entsprechen soll,
zukünftig eine führende Rolle einnehmen.
Mit GROWTH 25 soll in der Umsetzung der erweiterten
Strategie 2023/25 2.0 das weiterhin erwartete
überproportionale Wachstum der AuM der
Tochtergesellschaften auch zukünftig der wesentliche
Treiber zukünftiger Ergebnisse sein. Dabei soll
insbesondere die Mehrmandantenfähigkeit der Plattform,
also die jederzeitige Möglichkeit neue Partner auf
dieser anzubinden, weiter ausgebaut werden. Langfristiges
Ziel ist dabei die weitere Etablierung von LAIQON als Asset
Management Factory, also als
Premium-Qualitätsanbieter, der sich mit einem
Full-Service-Angebot einer nachhaltigen Produkt- und
Lösungswelt sowohl an private als auch an
institutionelle Kunden wendet.
In der Umsetzung dieser Strategie 2023/25 2.0 sollen die
AuM der Tochtergesellschaften dabei plangemäß
auf 8 bis 10 Mrd. EUR bis 2025 weiter ansteigen. Dieses
Wachstum wird überwiegend als organisches erwartet.
Zusätzliche Akquisitionen werden weiterhin nicht
ausgeschlossen, sofern sie die strategische Ausrichtung
weiter optimieren.
Die LAIQON AG partizipiert an der Entwicklung der
Finanzanlagen und strebt aufgrund der
Ergebnisabführungsverträge ein nachhaltig
positives Jahresergebnis an.
7.2 Chancen7.2.1 GesamtaussageDie LAIQON AG positioniert sich als
Premium-Qualitätsanbieter, der sich mit einem
Full-Service-Angebot einer nachhaltigen Produkt- und
Lösungswelt als Asset Management-Factory sowohl an
private als auch an institutionelle Kunden wendet. Unter
Nutzung und dem Ausbau ihrer Stärken und Kompetenzen
ist die Gesellschaft bestrebt, das damit verbundene
Chancenpotenzial bestmöglich auszuschöpfen.
Wesentliche Chancen ergeben sich aus folgenden
Entwicklungen:
7.2.2 Positionierung in wachsenden MärktenDie Gesellschaft positioniert sich in den
Wachstumsmärkten Asset Management, Wealth Management,
Digital Wealth und Advisory, die auch global als starke
Wachstumsmärkte gelten. Verbindendes Element dieser
Märkte und deren möglichst effizienter
Bearbeitung sind dabei die immens gestiegenen weltweiten
Datenmengen und deren konsequente Nutzung auch im Bereich
der Vermögensanlagen. Aufgrund der seit 2018
aufgebauten Plattformstrategie kann die Gesellschaft die
prognostizierte hohe Nachfrage von privaten, aber auch
institutionellen Investoren nach qualitätsorientierten
Wealth Produkten und Lösungen bedienen.
7.2.3 Management mit KapitalmarkterfahrungDer Vorstand der LAIQON AG und das weitere Management
verfügen über umfangreiche Erfahrungen und
Expertise am Kapitalmarkt und auf dem Gebiet der
Vermögensverwaltung. Die beiden Akquisitionen der BV
Holding AG und der growney GmbH bieten die Chance, das
bestehende Netzwerk deutlich weiter auszubauen und von den
Erfahrungen und Kontakten des dortigen Managements zu
profitieren. Dadurch bietet sich weiterhin die Chance, auch
neue Zielgruppen erschließen zu können.
7.2.4 Fokus auf Nutzerzentrierung/MehrmandantenfähigkeitDie Plattformstrategie über die Digital Asset
Plattform 4.0 bietet die Chance, datengetriebene
Lösungen für Kunden und Partner mit hoher
Skalierbarkeit für alle Kundengruppen und
Vertriebspartner anzubieten. Die Cloud-Architektur der
Plattform ermöglicht zudem, dass das System mit den
wachsenden Anforderungen skalierbar ist und die
Infrastrukturen schnell und individuell auf die
Kundenbedürfnisse zugeschnitten und angepasst werden
können. Damit können beliebig viele Partner auf
der Plattform angebunden werden. Diese
Mehrmandantenfähigkeit kann ein entscheidender
Wettbewerbsvorteil in einem durch ein dynamisches
Wettbewerbsumfeld gekennzeichneten Markt sein.
7.2.5 InnovationskraftEin durch die Rahmenbedingungen mit einer beschleunigten
Digitalisierung und erhöhter Transparenz
stattfindender Umbruch der Asset Management-Industrie
erfordert es, die Strategien und Geschäftsmodelle
permanent anzupassen und dauerhafte Innovation zu liefern,
um in diesem zunehmend dynamischen Umfeld erfolgreich zu
sein. Produktanbieter müssen mehrgleisige
Wachstumsstrategien verfolgen, stark in Daten und
Technologien investieren und flexibel bei Partnerschaften
und Kooperationen sein. Die LAIQON AG hat ihre
Innovationskraft, beispielsweise durch den Aufbau der
hybriden Geldanlageplattform als auch die
LAIC-Wachstumsfinanzierung über eine tokenisierte
Kapitalanlage bereits mehrfach belegt. Diese
Innovationskraft kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil
sein.
7.2.6 TransparenzTransparenz ist ein wichtiges Kriterium bei einer
Investitionsentscheidung sowohl für private als auch
institutionelle Anleger. Die LAIQON AG will sich über
ein transparentes aktives Asset Management im Wettbewerb
differenzieren. Ziel ist es, alle Zielgruppen
bestmöglich über die Produkte und deren
Performance zu informieren. Dies bietet die Chance, einen
Mehrwert für die Kunden zu generieren, und schafft
Vertrauen in die Marke. Als Unternehmen im ScaleSegment an
der Frankfurter Wertpapierbörse erfüllt die
LAIQON AG zudem die Transparenzerwartungen an einen
Anbieter von Kapitalanlagen und hat sich, obwohl sie
derzeit aufgrund der Notierung im Freiverkehr rechtlich
dazu nicht verpflichtet ist, entschlossen, bestimmte
Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und
der DVFA Scorecard for Corporate Governance umzusetzen.
7.2.7 Akquisitionen führen zu Anstieg der KundenbeziehungenDie LAIQON AG will sowohl organisch als auch anorganisch weiter wachsen. Durch weitere Unternehmensakquisitionen bietet sich die Chance, die Anzahl der direkten Kundenbeziehungen als Basis für ein nutzerzentriertes Lösungsangebot deutlich zu erhöhen. Zudem können in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld schneller Marktanteile generiert und auch Kosten und Synergien optimiert werden.
Hamburg, den 29. März 2023 LAIQON AG Der Vorstand gez. Achim Plate gez. Stefan Mayerhofer BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG) PrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der LAIQON AG (vormals
Lloyd Fonds AG) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember
2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember
2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung
der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LAIQON AG
(vormals Lloyd Fonds AG) für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse scrollen
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und habenunsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit
den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus scrollen
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 29. März 2023 Baker Tilly GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft scrollen
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