![]() Lechwerke AGAugsburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010Geschäftsbericht 2010 der LEW-GruppeZUKUNFT GESTALTEN. JETZT.AUF EINEN BLICKscroll
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Vorgeschlagene Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2010 der Lechwerke AG, vorbehaltlich
der Zustimmung durch die Hauptversammlung am 12. Mai 2011 DIE LEW-GRUPPE - EIN KURZPORTRÄTWir sind der regionale Energiedienstleister in Bayern und Teilen Baden-Württembergs
innerhalb des RWE-Konzerns. Zuverlässig und sicher versorgen wir mehr als eine Million
Menschen mit Energie. In unserer Muttergesellschaft, der Lechwerke AG, sind der Vertrieb, die Energiebeschaffung
sowie die Querschnitts- und Steuerungsfunktionen für die LEW-Gruppe gebündelt. Außerdem
befinden sich die Netzanlagen und die LEW-Wasserkraftwerke im Eigentum der Lechwerke
AG. Die LEW Verteilnetz GmbH ist der Netzbetreiber im Netzgebiet der Lechwerke AG, der
Überlandwerk Krumbach GmbH, der Elektrizitätswerk Landsberg GmbH (bis 31. Dezember
2010) sowie in Teilen des Stadtgebiets Augsburg. Sie verantwortet Planung, Errichtung,
Ausbau, Qualität, Betrieb und Nutzung von Netzanlagen sowie seit dem 1. Januar 2010
die technische Netzplanung und die zentrale Netzführung. Ferner kalkuliert sie die
Netzentgelte innerhalb des regulatorischen Rahmens. Die LEW Netzservice GmbH ist für die operative Netzbetriebsführung im Auftrag der
LEW Verteilnetz GmbH verantwortlich. Dazu gehören sowohl Bau und Wartung als auch
Instandhaltung der Netzanlagen. Die LEW Service & Consulting GmbH ist für die Bereiche Kundenservice, IT, Personal
und Infrastrukturdienstleistungen sowie für kaufmännische Dienstleistungen verantwortlich. Bei der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH sind alle Erzeugungsaktivitäten der LEW-Gruppe
zusammengefasst. Ihr obliegt die gesamtverantwortliche Betriebsführung von insgesamt
35 Wasserkraftanlagen, acht thermischen Anlagen und drei Fernwärmenetzen. ![]() 2010
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| Dr. Markus Litpher | Paul Waning |
| Vorstand | Vorstand |
Der Kurs der LEW-Aktie entwickelte sich im Geschäftsjahr 2010 positiv. Am Jahresende
2010 notierte die LEW-Aktie an der Börse in München mit 62,19 € und damit 8,69 € über
dem Schlusskurs des Vorjahres. Dies entspricht für 2010 analog dem deutschen Aktienindex
DAX 30 einem Kurszuschlag von rund 16 %.
Über einen Zeitraum von fünf Jahren steigerte sich der Wert der LEW-Aktie um rund
10 % und blieb damit hinter dem DAX 30. In den letzten zehn Jahren lag die Kurssteigerung
der LEW-Aktie bei rund 31 % und entwickelte sich überproportional zum DAX 30.
Im Vergleich zu anderen Energieversorger-Werten hat sich die LEW-Aktie im Geschäftsjahr
2010 äußerst positiv entwickelt. Während die großen Energieversorger-Werte verloren
haben, konnte unsere Aktie zulegen.
Den Grund hierfür sehen wir in strukturellen Unterschieden. Themen wie der CO2 -Zertifikat-Zukauf und die Brennelementesteuer belasten aktuell die Kurse großer Energieversorger. Die Lechwerke AG ist davon nicht direkt betroffen. Außerdem steht die LEW-Aktie aufgrund des geringen Streubesitzes (Free Float) nicht im Fokus der Börsenberichterstattung, ist in keinem Index gelistet und ist deshalb auch nicht für Fonds von Interesse.



Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Lechwerke AG werden der Hauptversammlung am
12. Mai 2011 für das Geschäftsjahr 201 0 eine Dividende in Höhe von 2,00 € je Stückaktie
vorschlagen.
Bezogen auf den Jahresschlusskurs 2010 entspricht die Ausschüttung einer Dividendenrendite
von 3,22 %.

Als Hauptaktionär hält die RWE AG, Essen, über Tochterunternehmen 89,87 % der Anteile
an der Lechwerke AG. Weitere 6,74 % unserer Aktien befinden sich in Besitz der öffentlichen
Hand. Der Bezirk Schwaben ist dabei der größte Anteilseigner. Der Streubesitz (Free
Float) beläuft sich weiterhin auf 3,39 %.
Die LEW-Aktie, International Securities Identification Number(ISIN) DE0006458003,
notiert am regulierten Markt an den Börsen in München und Frankfurt (General Standard),
im Freiverkehr in Stuttgart, Düsseldorf und Berlin sowie im Xetra-Handel.

| LECHWERKE AG |
|
2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 20061 |
| Ergebnis je Aktie | € | 2,00 | 1,80 | 1,49 | 1,51 | 1,56 |
| Cash Flow je Aktie | € | 2,36 | 4,01 | 2,59 | 3,23 | 3,37 |
| Börsenkurs zum Geschäftsjahresende | € | 62,19 | 53,50 | 45,00 | 64,00 | 67,20 |
| Höchstkurs | € | 64,99 | 56,00 | 65,00 | 73,50 | 68,00 |
| Tiefstkurs | € | 50,00 | 42,00 | 43,45 | 60,10 | 55,00 |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis (nach DVFA/SG) | € | 31,10 | 29,72 | 30,20 | 42,38 | 43,04 |
| Dividende je Aktie | € | 2,002 | 1,80 | 1,50 | 1,50 | 1,50 |
| Ausschüttung | Mio. € | 70,892 | 63,80 | 53,17 | 53,17 | 53,17 |
| Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien | Mio. St. | 35,44 | 35,44 | 35,44 | 35,44 | 35,44 |
| Börsenkapitalisierung zum Geschäftsjahresende | Mrd. € | 2,20 | 1,90 | 1,60 | 2,27 | 2,38 |
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Aufgrund des Aktiensplits am 23. Juli 2007 wurden die Werte aus 2006 zur besseren
Vergleichbarkeit angepasst
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Vorschlag für das Geschäftsjahr 2010 der Lechwerke AG, vorbehaltlich der Zustimmung
durch die Hauptversammlung am 12. Mai 2011
Nach einer wirtschaftlichen Erholungsphase erreichte die Weltproduktion im Jahr 2010
wieder das Niveau vor der Finanzkrise. Ebenso expandierte der Welthandel außerordentlich
stark und holte den drastischen Rückgang des vorangegangenen Jahres nahezu wieder
auf.
Die deutsche Wirtschaftsleistung konnte im Jahr 2010 kräftig zulegen. Die treibende
konjunkturelle Kraft bleibt weiterhin die Industrie. Der industrielle Ausstoß liegt
nur noch etwa 10 % unter dem Höchststand vor Ausbruch der Krise im ersten Quartal
2008. Im gesamten Jahr 2010 stieg das Bruttoinlandsprodukt um 3,7 % - der stärkste
Wachstumsschub seit der Wiedervereinigung. Zugleich wurden zum Jahresende 80 % der
rezessionsbedingten Produktionsverluste wieder aufgeholt.
Auch im Wirtschaftsraum Bayerisch-Schwaben ist im Jahr 2010 der Aufschwung in nahezu
allen Branchen angekommen.
Die konjunkturelle Erholung in Deutschland ist auch auf den Energiemärkten spürbar.
Im Jahr 2010 stiegen der Strom- und Gasverbrauch um mehr als 4%. Mit 603 Mrd. kWh
lieferten nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.
(BDEW) die Energieversorgungsunternehmen 4,2 % mehr Strom an ihre Kunden als im entsprechenden
Vorjahreszeitraum. Der Gasverbrauch lag im Jahr 2010 mit 938 Mrd. kWh um 3,7 % über
dem Vorjahreswert
Wichtigster Grund für den gestiegenen Energieabsatz ist nach Angaben des Branchenverbands
die positive Entwicklung der Industrieproduktion, die die Nachfrage nach Energie deutlich
erhöhte. Sowohl bei Strom als auch bei Gas liegt der Anteil der Industrie am Gesamtverbrauch
bei 40 % bis 45 %. Der Gasabsatz nahm zusätzlich aufgrund der sehr kalten Wintermonate
zu Beginn des Jahres 2010 und der Monate November und Dezember 2010 deutlich zu.
Die Grafik zeigt, dass in 2010 der Primärenergieverbrauch in Deutschland mit rund
478 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten (Mio. t SKE) 5,1 % über dem Vorjahreszeitraum
lag.

Bei weitgehend stabilen Großhandelspreisen in den vergangenen Monaten hat der Stromverbrauch
noch nicht das Niveau vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht. Diese Entwicklung
wird auch in den Großhandelspreisen auf dem Strommarkt abgebildet (siehe Seite 43
f.).
Der BDEW ermittelte, dass die durchschnittliche monatliche Stromrechnung eines Drei-Personen-Musterhaushalts
mit 3.500 kWh Jahresverbrauch 2010 rund 69 € betrug. Die Strompreisentwicklung seit
Beginn der Liberalisierung sowie die Zusammensetzung des Strompreises zeigen die beiden
nachfolgenden Grafiken. Rund 41 % des Strompreises eines Drei-Personen-Musterhaushalts
mit 3.500 kWh Jahresverbrauch entfallen auf staatlich veranlasste Abgaben und Steuern.
Der Anteil der Kosten von Erzeugung, Transport und Vertrieb ist seit 1998 um 7,8%
gestiegen, was einer durchschnittlichen jährlichen Kostensteigerung von 0,6 % entspricht.
Die Hauptbelastung des Endkundenpreises ist auf gestiegene Steuern, Abgaben und Umlagen
zurückzuführen. Diese ist um 131,3 % gestiegen, was einer durchschnittlichen jährlichen
Kostensteigerung von 10,1 % entspricht.


Neben allgemeinen rechtlichen und gesetzgeberischen Veränderungen wirkten sich im
Berichtszeitraum vor allem die Entwicklung der Rechtsprechung, der Netzregulierung
sowie der energie- und umweltpolitischen Ziele auf unser Geschäft aus. Diese Entwicklungen
ergaben sich sowohl auf europäischer Ebene, auf Bundesebene als auch auf Landesebene.
Bereits Ende 2007 hat die Bundesregierung das Integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP) beschlossen, mit dem vorrangigen Ziel, die CO2 -Emissionen in Deutschland bis 2020 um bis zu 40 % zu senken. Schlüsselrollen kommen dabei dem effizienten Einsatz von Energie sowie der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien zu, deren Anteil an der Stromproduktion in Deutschland bis 2020 auf 25 % bis 30 % ausgebaut werden soll. Die Bayerische Staatsregierung strebt sogar eine Verdoppelung des Anteils der erneuerbaren Energien in Bayern an und hat ihre Vorstellungen in einem Zehn-Punkte-Programm für intelligente Energiepolitik zusammengefasst. Zu den Klimazielen leisten wir einen Beitrag im Rahmen unseres dreijährigen Energieeffizienz-Programms. Mit diesem Programm unterstützen wir Kommunen, Geschäfts- und Privatkunden beim Energiesparen und dem effizienten Einsatz von Energie.
Seit 2009 ist die Anreizregulierung an die Stelle der Kostengenehmigungsverfahren
für Netzentgelte nach der Strom- bzw. Gasnetzentgeltverordnung getreten. Wie erwartet,
hat sich hierdurch weiterer Druck auf die Netzpreise ergeben. Auch im neuen Anreizregulierungssystem
sind eine Vielzahl von Fragen noch nicht endgültig geklärt: So wurden beispielsweise
erst im August 2010 neue Regeln zur Beschaffung von Verlustenergie durch die Bundesnetzagentur
(BNetzA) festgelegt. Auch wurde erst Ende 2009 ein verbindliches Anreizsystem für
Systemdienstleistungen im Übertragungsnetzbereich festgelegt. Als Systemdienstleistungen
werden in der Elektrizitätsversorgung diejenigen für die Funktionstüchtigkeit des
Systems unvermeidlichen Dienstleistungen bezeichnet, die Netzbetreiber für die Kunden
zusätzlich zur Übertragung und Verteilung elektrischer Energie erbringen und damit
die Qualität der Stromversorgung bestimmen. Die Geschäftsprozesse im Strom- und Gasbereich
nehmen an Komplexität weiterhin zu; so wurde im März 2010 von der BNetzA eine "Mitteilung
zur GaBi Gas", dem festgelegten Grundmodell der Ausgleichsleistungen und Bilanzierungsregeln
im Gassektor, veröffentlicht. Für die Erbringung von Messdienstleistungen und des
Messstellenbetriebs durch Dritte sind aufgrund einer entsprechenden Festlegung der
BNetzA u. a. ab Oktober 2010 neue Standardverträge zu implementieren. Gleichzeitig
beschäftigen sich die Gerichte mit einer Vielzahl unklarer Regulierungsfragen; zu
nennen sind hier die gerichtliche Überprüfung von Erlösobergrenzen und Investitionsbudgets.
Am 9. September 2010 ist die novellierte Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) in Kraft
getreten, die eine Vielzahl von Neuerungen mit sich gebracht hat und für zukünftige
Gasaktivitäten von Bedeutung sein wird. Problematisch sind dabei u. a. das Fehlen
von angemessenen Umsetzungsfristen, die Rückwirkung auf bestehende Geschäfts- und
Bilanzierungsprozesse, die Finanzierung von Biogaseinspeisungen und die Anschlussregelungen
für Gaskraftwerke.
Weitere nachhaltige Änderungen für die Energiewirtschaft, namentlich für die Stromvertriebe,
ergeben sich aus dem zuletzt 2009 novellierten Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer
Energien (EEG) und der hierauf beruhenden sogenannten Ausgleichsmechanismus-Verordnung.
Die hiernach ab 2010 geltende bundesweit einheitliche EEG-Umlage für 2010 führt im
Ergebnis zu einem erheblichen Anstieg der von den Letztverbrauchern über die Strompreise
zu tragenden EEG-Mehrkosten. Für uns liegt die Erhöhung der EEG-Umlage für 2010 gegenüber
2009 bei 85 %. Für 2011 wurde am 15. Oktober 2010 sogar ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage
auf 3,53 ct/kWh bekannt gegeben; dies entspricht einer weiteren prozentualen Erhöhung
um 72 % verglichen mit der Umlagenhöhe 2010. Die gesetzliche Konzeption sieht vor,
dass die EEG-bedingten Mehrkosten über die Strompreise von den Stromlieferanten an
die Endverbraucher weitergegeben werden. Dies stellt, vor dem Hintergrund des wachsenden
Wettbewerbsdrucks auf den Strommärkten, eine Herausforderung für die Stromvertriebe
dar.
Die aus Anlass der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) bei der LEW-Gruppe
bereits im Jahre 2009 initiierte Einführung neuer Allgemeiner Geschäftsbedingungen
(AGB) für alle Neu- und Bestandssondervertragskunden, sowohl im Strom- als auch im
Gasbereich, ist abgeschlossen. Für den Energievertrieb im Allgemeinen ist auf die
in 2010 erfolgten Untersuchungen der Bundes- und der Landeskartellämter im Heizstrombereich
und sogenannten Weiterveräußerungsregelungen/Take-or-Pay-Regelungen hinzuweisen. Durch
die "Thüga"-Entscheidung des Bundeskartellamts wurde zwischenzeitlich bestätigt, dass
im Bereich der Strom-Sonderverträge insbesondere aufgrund des starken Wettbewerbs
eine bundesweite Marktabgrenzung zu erfolgen hat; eine regionale Marktabgrenzung gilt
nach dem Bundeskartellamt nur noch für die Strom-Grundversorgung und den Heizstrombereich,
ebenso für den Gasbereich.
Das Dritte EU-Binnenmarktpaket Strom und Gas trat am 3. September 2009 in Kraft und
ist von den nationalen Gesetzgebern bis 3. März 2011 umzusetzen. Kernpunkte der Regelungen
sind neue Entflechtungsmodelle und die Schaffung neuer Behördeninstitutionen in Europa,
daneben aber auch allgemeine Regeln für nahezu alle ström- und gaswirtschaftlichen
Wertschöpfungsstufen. Obwohl sich viele Änderungen vor allem auf Übertragungsnetze
beziehen, können sich hieraus längerfristig ebenfalls Anforderungen für unseren Verteilnetzbetrieb
ergeben. Für die Strom- und Gasvertriebe sieht das Binnenmarktpaket u. a. weitere
Verkürzungen von Lieferantenwechselfristen auf drei Wochen und die Erstellung von
Schlussabrechnungen innerhalb von drei Wochen nach Lieferende vor, ebenso wie neue
Regeln für die Aufbewahrung von Handelsdaten. Hierdurch kann sich eine Erhöhung der
Vertriebsprozesskosten ergeben. Die Umsetzung des Dritten EU-Binnenmarktpakets wird
in Deutschland zu weiteren Anpassungen des Energiewirtschaftsgesetzes und der Verordnungen,
die dieses konkretisieren, führen. Die Vorbereitungen hierzu haben bereits begonnen,
erste Eckpunkte liegen vor, ein Abschluss ist derzeit aber noch nicht absehbar. Daher
kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Umsetzung in Deutschland - wie bei früheren
Umsetzungen von Binnenmarktrichtlinien - erst nach dem vereinbarten Umsetzungsdatum
3. März 2011 erfolgt. Die EU-Kommission will die nationale Gesetzgebung und die Energieversorger,
Verbände und Verbraucher dabei durch sogenannte "interpreting notes" unterstützen;
diese wurden am 25. Januar 2010 veröffentlicht und gehen nach Auffassung der Marktteilnehmer
über die Vorgaben der EU-Binnenmarktrichtlinien hinaus. Zwar sind diese rechtlich
unverbindlich, es ist aber nicht auszuschließen, dass auch der deutsche Gesetzgeber
auf dieser Basis weitergehendere Eingriffe vorsehen wird. Auf EU-Ebene werden aktuell
auch weitere Richtlinien und Vorhaben diskutiert, die zukünftig ebenfalls Auswirkungen
auf die deutsche Energiewirtschaft haben könnten, so z. B. die Richtlinie über die
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden oder die Richtlinie zur Energiekennzeichnung.
Angestoßen wurde auch eine Diskussion über ein viertes EU-Binnenmarktpaket, das nach
ersten Vorstellungen auch ein Ownership-Unbundling für Verteilnetzbetreiber vorsehen
könnte; diese Diskussion steht aber erst am Anfang.
Auch 2010 hielt die starke Dynamik auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt an. Eine
Vielzahl neuer Anbieter, aber auch etablierte Energieversorger bieten ihre Produkte
überregional oder sogar bundesweit an. Die Haushaltskunden nutzen zunehmend den Wettbewerb.
Fast drei Viertel der privaten Stromkunden haben nach BDEW-Angaben seit Beginn der
Liberalisierung im Jahr 1998 einen neuen Tarif oder Anbieter gewählt. Knapp die Hälfte
der Haushalte hat sich für ein anderes Produkt ihres bisherigen Stromanbieters entschieden,
21 % haben ihren Stromversorger gewechselt.
Die Zahl der Wettbewerber stieg auch im Gasbereich - 2010 gegenüber 2009 um über 80
%. Mittlerweile agieren 206 Anbieter als Wettbewerber in Fremdnetzen. Bis 2010 hatten
mehr als ein Viertel der gasversorgten Haushalte Tarif oder Versorger gewechselt.
Im Durchschnitt können Verbraucher je Postleitzahlengebiet in Deutschland unter 85
Strom- und 23 Gasanbietern auswählen.
Die anhaltenden Energiepreisdiskussionen und die zunehmende Anzahl an regionalen und
überregionalen Stromanbietern im Gewerbekundensegment stellten uns auch im Geschäftsjahr
201 0 vor Herausforderungen. Diesen begegneten wir mit verstärkten Akquise-Anstrengungen
und einem kundenorientierten Produkt-Portfolio. Stabilisierend für den Absatz wirkte
sich weiterhin unser erfolgreich am Markt positioniertes Langfristprodukt als Angebot
für Bestandskunden aus. Trotzdem konnten wir das Absatzniveau des Vorjahres nicht
halten.
Im Geschäftskundenbereich konnten wir - trotz weiter steigender Wettbewerbsintensität
- signifikante Absatzzuwächse verbuchen. Auch für die Folgejahre zeichnet sich ein
erhöhtes Auftragsvolumen ab. Dabei profitieren wir vom Vertrauen unserer Kunden dank
langjähriger Kundenbeziehungen. Hier kommt uns unsere langfristig angelegte Akquisestrategie
mit einem nachhaltigen Konzept zur Kundenbetreuung zugute.
Deutliche Absatzsteigerungen gelangen uns ebenfalls bei den Energieversorgungsunternehmen.
Hier konnten wir Kundenbeziehungen ausbauen und neue Kunden gewinnen. Basis hierfür
waren auch hier unsere kundenorientierten Vertriebskonzepte.
Dagegen mussten wir im Bereich der Privatkunden Absatzrückgänge durch geringere Stromabnahmen und Kundenverluste hinnehmen. Der niedrigere Stromverbrauch ist auch auf verschiedene Energieeffizienz-Maßnahmen zurückzuführen, zu denen auch wir, beispielsweise durch unsere Kampagne "Schwaben sparen CO2 ", unsere Kunden animierten.
Im Gasbereich konnten wir das Absatzvolumen bei den Geschäftskunden auf 646 Mio. kWh
und bei den Energieversorgungsunternehmen auf 293 Mio. kWh steigern. Seit August 2009
liefern wir auch in ausgewählten Gebieten Gas an Privatkunden bis zu einem Jahresverbrauch
von 100.000 kWh. Wir planen, unsere Akquisetätigkeiten zu erweitern, um Wachstumschancen
zu nutzen.
Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Situation auf den Energiemärkten
grundsätzlich geändert. Die Rohstoff- und Großhandelspreise auf dem Strommarkt waren
seit Mitte 2008 stark rückläufig. Erst im April 2009 wurde der Abwärtstrend unterbrochen.
Seitdem bewegen sich die Preise auf annähernd konstantem Niveau. Weitere Details dazu
auf Seite 43 f.
Sämtliche Erzeugungsaktivitäten der LEW-Gruppe sind in unserer 100%igen Tochtergesellschaft,
der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW), gebündelt. In der Verantwortung der
BEW liegt der Betrieb von 35 Laufwasserkraftanlagen und acht thermischen Anlagen in
Bayern. Im Bereich der Wasserkraft steht uns der Strom aus 28 eigenen und vertraglich
gebundenen Kraftwerken zur Verfügung. Darüber hinaus betreiben wir sieben Kraftwerke
für andere Eigentümer.
Die Erzeugung in Laufwasserkraftwerken hängt stark von klimatischen Einflussfaktoren
und lokalen Wettereinflüssen ab. Die Wintermonate Januar und Februar sowie die Monate
April und Mai 2010 waren von einer niedrigen Wasserführung gekennzeichnet. Damit lag
die Erzeugung in den Kraftwerken in den ersten fünf Monaten deutlich unter dem langjährigen
Mittel. In den Monaten Juni bis November konnten die Mindererzeugungen der Vormonate
aufgrund der guten Wasserführung nahezu ausgeglichen werden. Für das Gesamtjahr lag
die Erzeugung aus den Wasserkraftwerken bei 98 % des langjährigen Mittels. Die Erzeugungsmenge
stieg um 37 GWh gegenüber dem Vorjahr 784 GWh. Bei den thermischen Kraftwerken stammte
der größte Anteil der Erzeugung aus einer Contracting-Anlage bei einem Industriekunden.
Die Erzeugung der thermischen Anlagen lag in 201 0 bei 78 GWh und damit um 2 GWh über
dem Vorjahr.
Die Gesamterzeugung von rund 899 GWh wurde zu 80 % zu Konditionen der Strombörse EEX
in Leipzig verkauft. Die übrigen 177 GWh stammen aus Kraftwerken, die im Rahmen des
Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) gefördert wurden. Insgesamt haben
wir bis 2010 sechs eigene Fotovoltaik-Anlagen auf Gebäuden der Lechwerke AG mit einer
Gesamtleistung von 150 kWp fertiggestellt und in Betrieb genommen.
Trotz der guten Strom Produktion im zweiten Halbjahr 2010 und der Möglichkeit der
Direktvermarktung von EEG-Kraftwerken liegen die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich
Erzeugung unter dem Vorjahresniveau.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein wesentlicher Teil der Unternehmensstrategie.
Vor diesem Hintergrund legen wir unseren Fokus auf den Ausbau des Geschäftsfelds Energiecontracting.
Durch den Ausbau der Aktivitäten im Bereich Energiedienstleistungen, wie z. B. der
Entwicklung von Fernwärmenetzen, auch im Bereich Abwärme-Wärme-Verbund und dem verstärkten
Einsatz von regenerativen Energien, wie Biomasse und Wärmepumpen, sollen zukünftig
zusätzliche Umsätze generiert werden. Wesentlich waren hier im Geschäftsjahr 2010
die Verhandlungen mit einem Industriekunden über einen Anschlussvertrag für ein Wärmecontracting.
Die Verhandlungen sind derzeit noch nicht final abgeschlossen. Mit dem Gymnasium Königsbrunn
konnte ein weiterer Kunde für die Wärmeerzeugung, der 100%igen LEW-Tochtergesellschaft,
der Wärmeversorgung Schwaben GmbH, gewonnen werden.
Durch die grundlegende Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) vom 13. Juli
2005 unterliegt unser Netzgeschäft der Regulierung durch die Bundesnetzagentur (BNetzA).
Unsere Netzentgelte hatten wir für das Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 leicht angehoben.
Die genehmigten Netzkosten für 2010 stiegen trotz erstmaliger Berücksichtigung der
Mehrerlösabschöpfung in der Erlösobergrenze 2010 geringfügig. Grund hierfür waren
Kostensteigerungen durch Netzerweiterungen und inflationsbedingter Anpassung.
Aufgrund der konjunkturellen Erholung ist im Jahr 2010 ein Anstieg der Strommengen
im Netzgeschäft zu verzeichnen.
Im Jahr 2010 wurde der Zubau von Fotovoltaik-Anlagen im Netzgebiet der LEW Verteilnetz
GmbH gegenüber dem Vorjahr nochmal deutlich gesteigert. Nachdem die Bundesregierung
ihre Planungen zur unterjährigen Vergütungsdegression für Fotovoltaik-Anlagen veröffentlichte,
wurden in einigen Monaten der ersten Jahreshälfte bis zu 1.800 Einspeiseanträge gestellt.
In 2010 wurden insgesamt 10.200 neue Einspeiseanlagen angeschlossen, was den bisherigen
Bestand um nahezu die Hälfte erhöht hat. Das Volumen der gezahlten Einspeisevergütungen
betrug im Geschäftsjahr 468,9 Mio. € (Vorjahr: 335,5 Mio. €).
Durch den stetigen Zubau der dezentralen Erzeugungsanlagen - insbesondere in lastschwachen,
landwirtschaftlich geprägten Regionen - erreichen die Nieder- und Mittelspannungsnetze
zunehmend ihre Kapazitätsgrenzen. Im Jahr 2010 haben die Kosten für den Netzausbau,
bedingt durch den Anschluss von EEG-Anlagen, 18,9 Mio. € betragen. Für eine zukunftsorientierte
Netzführung wurde in 2010 zudem intensiv daran gearbeitet, die vorhandenen Regelungsmöglichkeiten
verstärkt zu nutzen und auszubauen. Beispielsweise wurden 350 Einspeiseanlagen mit
Fernsteueranlagen inklusive Istwertübertragung an die Netzleitstelle in Augsburg angebunden.
Wir untergliedern die LEW-Gruppe in die Segmente Strom-Erzeugung, Netzbetrieb und
Netzservice, Energie-Allgemeines und Sonstiges. Im Segment Strom-Erzeugung sind alle
Aktivitäten im Bereich der Stromerzeugung, im Segment Netzbetrieb und Netzservice
sind die Aktivitäten im Bereich der Verteilung von Strom gebündelt, wobei das Sachanlagevermögen
dem Segment Energie-Allgemeines zugeordnet ist. Der Strom- und Gasvertrieb, der Overhead-Bereich
sowie die Eigentümerfunktion am Sachanlagevermögen sind im Segment Energie-Allgemeines
zusammengefasst. Das Segment Sonstiges beinhaltet neben dem Kundenservice, die kaufmännischen
und IT-Dienstleistungen, Personal und Infrastruktur, unsere Aktivitäten im Bereich
der Telekommunikation sowie unsere Beteiligungen im Bergbahnbereich und in der Entsorgungswirtschaft.

Außerordentliche oder periodenfremde Erträge und Aufwendungen beeinträchtigen die
Beurteilung der laufenden Geschäftstätigkeit. Diese werden im neutralen Ergebnis ausgewiesen
und somit im EBITDA nicht berücksichtigt.
Beim EBITDA verzeichnen wir zum Vorjahr einen Anstieg um 10,7 Mio. € auf 177,7 Mio.
€. In 2010 erzielte die LEW-Gruppe einen betrieblichen Umsatz von 1.785,5 Mio. €.
Dieser Betrag beinhaltet die Strom- und Erdgassteuer in Höhe von 77,0 Mio. €. Im Vergleich
zum Vorjahr erhöhten sich die Umsatzerlöse um 330,2 Mio. €. Wie bereits in den letzten
Jahren haben sich die Einspeisemengen aus EEG-geförderten Anlagen in unserem Netzgebiet
wiederum erhöht. Das Volumen hierfür beträgt im Geschäftsjahr 468,9 Mio. € (Vorjahr:
335,5 Mio. €). Aufgrund der konjunkturellen Erholung konnten mit Energieversorgungsunternehmen
und Geschäftskunden Mengensteigerungen erzielt werden. Ein weiterer Grund waren Preisanhebungen,
in deren Rahmen wir die stark gestiegenen Kosten aus der EEG-Umlage an unsere Kunden
weitergegeben haben.
Nach dem Einstieg ins Gasgeschäft im Jahr 2008 konnten wir in der Berichtsperiode
die Gasumsatzerlöse im Geschäftskundensegment im Vergleich zum Vorjahr steigern.
Entsprechend zur Umsatzentwicklung hat sich auch der betriebliche Materialaufwand
um 291,5 Mio. € erhöht. Gründe hierfür sind die EEG-Einspeisemengen, größere Beschaffungsmengen
und die deutlich gestiegene EEG-Umlage.
Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen auf Vorjahresniveau. Diese beinhalten Erträge
aus Anlagenabgängen, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus freigewordenen
Verbindlichkeiten, Erträge aus Vermietung und Verpachtung sowie sonstige betriebliche
Nebenerträge.
Der betriebliche Personalaufwand ist um 2,6 Mio. € angestiegen. In der Berichtsperiode
erfolgte zum 1. Mai 2010 eine Anhebung der Vergütung bei Erhöhung der Arbeitszeit.
Gegenläufig entwickelte sich die Beitragszahlung für die Insolvenzsicherung der betrieblichen
Altersversorgung an den Pensions-Sicherungs-Verein aG, die sich nach der Erhöhung
im Vorjahr wieder auf Normalniveau bewegt.
Der sonstige betriebliche Aufwand beläuft sich auf 88,8 Mio. € und liegt damit um
24,6 Mio. € über dem Vorjahreswert. Dies ist überwiegend auf höhere Zahlungen für
Konzessionsabgaben und auf gestiegene Risikovorsorgen im Vertrieb zurückzuführen.
In der Position sind zudem betriebliche und allgemeine Geschäftskosten, Kosten für
Marketing, Fremdlieferungen und -leistungen - soweit sie nicht den Materialaufwand
betreffen - sowie Versicherungsprämien enthalten.
Das betriebliche Beteiligungsergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr um 2,8 Mio. €.
Dies liegt hauptsächlich an Zinserträgen aus einer langfristigen Ausleihung an die
RWE AG, die im Vorjahr nur zeitanteilig enthalten waren.
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2010 | 2009 |
|
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TEUR | TEUR |
| Segment Strom-Erzeugung | 43.096 | 46.158 |
| Segment Netzbetrieb und Netzservice | 20.225 | 4.921 |
| Segment Energie-Allgemeines | 100.736 | 105.704 |
| Segment Sonstiges | 13.629 | 10.162 |
|
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177.686 | 166.945 |
Das Ergebnis im Segment Strom-Erzeugung verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um
3,1 Mio. €. Belastend wirkten geringere Umsätze aus Wärmelieferungen und höhere Strombezugskosten
aus vertraglich gebundenen Kraftwerken.
Das Segment Netzbetrieb und Netzservice verbesserte sich zum Vorjahr um 15,3 Mio.
€. Dabei profitierten wir aufgrund der konjunkturellen Erholung von höheren Stromdurchlei-tungsmengen
und leicht gestiegenen Netzentgelten. Zudem entstanden geringere Kosten für die Nutzung
des Übertragungsnetzes der Amprion GmbH und bei der vermiedenen Netznutzung. Gegenläufig
fielen Belastungen aus der sogenannten Mehrerlösabschöpfung an.
Im Segment Energie-Allgemeines verzeichneten wir einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr
um 5,0 Mio. €. Hier ist die Verzinsung unserer Netzanlagen sowie die Auflösung der
Baukostenzuschüsse erfasst. Aus der Eigentümerfunktion am Sachanlagevermögen wird
der Hauptanteil des Segmentergebnisses Energie-Allgemeines erzielt. Für den Vertrieb
mussten höhere Risikovorsorgen getroffen werden. In unseren Strombezugskosten sind
zusätzliche Aufwendungen für den Hochwasserschutz von vertraglich gebundenen Wasserkraftwerken
enthalten. Positiv wirkte sich aus, dass wir unsere Beschaffungsstrategie in 2010
optimiert haben. Im Vergleichszeitraum 2009 waren wir gezwungen bereits beschaffte
Mengen bei stark sinkenden Wholesalepreisen abzuverkaufen, da sich u. a. aufgrund
der Wirtschaftskrise die durch uns prognostizierte Nachfrage unserer Kunden nicht
einstellte.
Das EBITDA des Segments Sonstiges hat sich um 3,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahr verbessert.
Die Verbesserung ergibt sich im Wesentlichen im Bereich Kundenservice, bei den kaufmännischen
und IT-Dienstleistungen. Im Bereich Telekommunikation konnten wir die Umsätze steigern
und den Aufwand, durch günstigere Preise bei der Leitungsanmietung, reduzieren.
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2010 | 2009 |
|
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TEUR | TEUR |
| EBITDA | 177.686 | 166.945 |
| Betriebliche Abschreibungen | - 38.407 | - 38.563 |
| Betriebliches Ergebnis | 139.279 | 128.382 |
| Neutrales Ergebnis | - 3.168 | - 20.362 |
| Finanzergebnis | 31.929 | 19.139 |
| Ertragsteuern | - 13.258 | - 34.278 |
| Ergebnis nach Steuern | 154.782 | 92.881 |
| Ergebnisanteil anderer Gesellschafter | - 5.733 | - 6.789 |
| Nettoergebnis | 149.049 | 86.092 |
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Veräußerungsgewinne und Zuschreibungen aus Immobilien und Desinvestments |
1.377 | 1.025 |
| Wertberichtigungen von Vermögenswerten | - 688 | - 499 |
| Sonstige neutrale Aufwendungen und Erträge | - 3.857 | - 20.888 |
| Neutrales Ergebnis | - 3.168 | - 20.362 |
Das neutrale Ergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,2 Mio. € verbessert.
Belastend wirkte im Geschäftsjahr die Ablösung einer bestehenden Betriebsvereinbarung
für Jubiläumszuwendungen gegen Gewährung von Einmalzahlungen in Höhe von 5,9 Mio.
€. Positiv wirkte sich mit 1,4 Mio. € die bilanzielle Erfassung von Geschäften mit
Commodity-Derivaten im neutralen Ergebnis aus, nachdem im Vorjahr Belastungen von
12,2 Mio. € angefallen waren. Gemäß IFRS sind bestimmte Derivate mit den Marktwerten
am jeweiligen Stichtag zu bilanzieren, während die (genau umgekehrt reagierenden)
Grundgeschäfte erst später bei ihrer Realisierung ertragswirksam erfasst werden dürfen.
Dadurch entstehen kurzfristige Ergebniseffekte, die sich im Laufe der Zeit wieder
aufheben. Zudem war das Vorjahr durch den Abverkauf von bereits beschafften Mengen
stark belastet.
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 25.613 | 33.542 |
| Andere Finanzerträge | 46.544 | 69.049 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 294 | - 776 |
| Zinsanteil an Zuführungen zu Rückstellungen | - 23.423 | - 26.538 |
| Andere Finanzaufwendungen | - 16.511 | - 56.138 |
| Finanzergebnis | 31.929 | 19.139 |
Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 12,8 Mio. € verbessert. Die anderen
Finanzerträge und -aufwendungen haben sich um 17,1 Mio. € verbessert. In der Berichtsperiode
veräußerten wir zwei Wertpapierfonds. Die Wiederanlage der frei gewordenen Finanzmittel
erfolgte in einen bereits bestehenden Wertpapierfonds, mit entsprechenden Assetklassen.
Aus Wertpapierverkäufen und -umschichtungen haben wir Gewinne in Höhe von 44,4 Mio.
€ erzielt, denen 10,1 Mio. € Verluste aus Wertpapierverkäufen gegenüberstehen. Die
Finanzerträge und -aufwendungen beinhalten daneben Zu- und Abschreibungen auf Wertpapiere,
sowie Erträge und Aufwendungen aus Finanzderivaten.
Der Rückgang der Zinsen und ähnlichen Erträge ist dadurch begründet, dass in der Berichtsperiode
ein geringeres Fondsvolumen und ein rückläufiges Zinsniveau bestanden.
Die Zinsanteile an Rückstellungszuführungen enthalten die jährlichen Aufzinsungsbeträge
im Zusammenhang mit der Barwertfortschreibung der langfristigen Rückstellungen.
Die Ertragsteuerbelastung verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 21,0 Mio. €. Neben
einem geringeren zu versteuernden Ergebnis ist der wesentliche Grund für den Rückgang
die Neuregelung des Körperschaftsteuerguthabens im Jahressteuergesetz 2010. Aufgrund
des Beschlusses vom Bundesverfassungsgericht vom 17. November 2009 zur Unvereinbarkeit
der Übergangsregelung vom körperschaftsteuerlichen Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren
mit dem Grundgesetz hat der Gesetzgeber eine Neuregelung getroffen. Hieraus ergab
sich ein zusätzliches Körperschaftsteuerguthaben von nominell 16,0 Mio. €, welches
im Geschäftsjahr zu einem einmaligen Ertrag in Höhe des abgezinsten Betrags von 13,7
Mio. € führte, der mit dem Steueraufwand verrechnet wurde. Das Guthaben wird ratierlich
bis 2017 ausbezahlt. Die latenten Steuern sind im Berichtsjahr durch den Verkauf von
Wertpapierfonds und durch Bewertungseffekte aus Commodity-Derivaten beeinflusst.
Der Ergebnisanteil anderer Gesellschafter betrifft im Wesentlichen die Anteile der
Bayerische-Schwäbische-Wasserkraftwerke Beteiligungsgesellschaft mbH, die die Beteiligung
an der Rhein-Main-Donau AG hält.
Das Nettoergebnis beläuft sich in 201 0 auf 149,0 Mio. € und liegt damit um 63,0 Mio.
€ über dem Vorjahresergebnis.
Zum 31. Dezember 2010 beträgt unsere Bilanzsumme 1.816 Mio. € und liegt damit um 81
Mio. € über dem Stand zum Jahresende 2009.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich zum 31. Dezember 2010 im Vergleich
zum 31. Dezember 2009 um 7,5 %. Gründe hierfür sind ein höheres Sachanlagevermögen
und gestiegene Ertragsteueransprüche.
Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen im Vergleichszeitraum um 2,6 % zu. Zum Anstieg
tragen ein gestiegenes Fondsvolumen und gestiegene Guthaben bei Kreditinstituten bei,
gegenläufig wirkte sich ein Rückgang bei den Forderungen aus. Unser Eigenkapital erhöhte
sich zum 31. Dezember 2010 um 9,5 %. Die langfristigen Schulden liegen auf dem Niveau
des Vorjahres.
Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 4,8 % gegenüber dem Jahresende 2009. Der
Grund hierfür ist im Wesentlichen ein Anstieg der kurzfristigen Rückstellungen.

Das Finanzmanagement der LEW-Gruppe erfolgt im Rahmen des RWE-weiten Cash-Poolings.
Liquiditätsüberhänge in der LEW-Gruppe werden dabei im Einklang mit der kurz- bzw.
mittelfristigen Finanzplanung über ein Finanzmittelkonto kurzfristig bei der RWE AG
angelegt. Unsere langfristigen Wertpapier- und Fondsanlagen werden auf Basis von Assetmanagementverträgen
der Lechwerke AG und der LEW Beteiligungsgesellschaft mbH durch die RWE AG verwaltet.
Ziel ist es, mittelfristig einen Ertrag zu erzielen, der dem Abzinsungsfaktor für
die langfristigen Rückstellungen entspricht. Die Anlage erfolgt dabei weitgehend in
sogenannten Spezialfonds durch Investment-Manager im Rahmen entsprechend vereinbarter
Anlagerichtlinien und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Derivative
Finanzinstrumente werden dabei grundsätzlich zur Absicherung von Kapitalmarktrisiken
benutzt. Die bestehenden Devisentermingeschäfte werden zur Absicherung von Währungsrisiken
aus Geldanlagen und Finanzierungsvorgängen verwendet. Zinsderivate (Finanzterminkontrakte,
Zinsswaps, und Swaptions) werden in den Spezialfonds in eng vorgegebenen Grenzen zur
Steuerung des Zinsrisikos eingesetzt.
Zur weiteren Diversifizierung unseres Anlagebestands besteht ein in 2009 an die RWE
AG ausgegebenes Darlehen mit einer Laufzeit von fünf Jahren.
Unser aktuelles Kapitalanlage-Portfolio beträgt zum 31. Dezember 2010 807,6 Mio. €
und setzt sich wie folgt zusammen:

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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 188.388 | 123.861 |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | - 86.236 | - 92.695 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | - 77.368 | - 35.583 |
| Veränderung der flüssigen Mittel | 24.784 | - 4.417 |
| Flüssige Mittel zum Jahresende | 31.251 | 6.467 |
Im Geschäftsjahr 2010 haben wir einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in
Höhe von 188,4 Mio. € erwirtschaftet. Die Zunahme im Vergleich zum Vorjahr ist überwiegend
ergebnisbedingt. Zudem erzielten wir Mittelzuflüsse aus dem Nettoumlaufvermögen.
Aus der Investitionstätigkeit sind 86,2 Mio. € abgeflossen. Dabei erhöhten sich im
Berichtsjahr die Investitionen ins Sachanlagevermögen um 14,2 Mio. €, wogegen die
Investitionen ins Finanzanlagevermögen um 11,6 Mio. € zurückgegangen sind.
Beim Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit verzeichneten wir im Berichtszeitraum
einen Mittelabfluss in Höhe von 77,4 Mio. €. Dies spiegelt die Ausschüttung und die
Auszahlung der Kapitalherabsetzung aus der Bayerische-Schwäbische-Wasserkraftwerke
Beteiligungsgesellschaft mbH wider.
Von den flüssigen Mitteln zum Jahresende sind 25,0 Mio. € als kurzfristige Termingelder
bei Kreditinstituten angelegt
Ein vorrangiges Ziel der LEW-Gruppe ist es, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern
und einen positiven Wertbeitrag zu erwirtschaften. Nur so kann die LEW-Gruppe den
Interessen der Investoren, Kunden und Mitarbeitern gerecht werden und die vielfältigen
Ansprüche der gesellschaftlichen Gruppen erfüllen. Zusätzlichen Wert schaffen wir,
wenn die Rendite auf das eingesetzte Vermögen die Kapitalkosten übersteigt. Wir messen
die Rendite als Return on Capital Employed (ROCE). Der ROCE zeigt die operative Rendite
eines Unternehmens an und ergibt sich, wenn das betriebliche Ergebnis durch das betriebliche
Vermögen geteilt wird.
Unsere Kapitalkosten ermitteln wir als gewichteten Durchschnitt der Eigenkapital-
und Fremdkapitalkosten. Die Eigenkapitalkosten erfassen die über eine risikolose Anlage
hinausgehende unternehmensspezifische Renditeerwartung des Kapitalmarkts an ein Unternehmen
oder eine Unternehmensgruppe wie die LEW-Gruppe. Die Fremdkapitalkosten orientieren
sich an den langfristigen Refinanzierungskosten des RWE-Konzerns am Kapitalmarkt unter
Berücksichtigung der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen.
Für die Beschaffung von Kapital an den Finanzmärkten entstehen Kosten. Die Höhe hängt
von der Bonität des Unternehmens sowie der Lage an den Kapitalmärkten ab. In Anlehnung
an das Kapitalrenditekonzept im RWE-Konzern wurde für das Jahr 2010 ein Satz von 8,75
% vor Steuern für unsere Geschäftsaktivitäten angesetzt. Gegenüber dem Vorjahr von
9,00 % bedeutet dies einen leichten Rückgang der Kapitalkosten, der auf die rückläufigen
Zinsen am Finanz- und Kapitalmarkt zurückzuführen ist.
Neben dem gewichteten Kapitalkostensatz für die gesamte Gruppe, haben wir für jeden
Geschäftsbereich individuell festgelegte Kapitalkosten. Wichtige Entscheidungen können
somit anhand ihres Beitrags zur Steigerung der Rendite auf das eingesetzte Vermögen
getroffen werden.
Grundlage für die Berechnung des betrieblichen Vermögens bildet die Bilanz. Hierzu
wurden Positionen der Aktiva addiert und um definierte Bestandteile der Passiva bereinigt.
Zuerst betrachteten wir das Anlagevermögen des Unternehmens, wobei bei der Ermittlung
die Gegenstände des abnutzbaren Anlagevermögens nicht mit den Buchwerten, sondern
mit der Hälfte der historischen Anschaffungskosten angesetzt wurden. Somit beeinflusste
die Abschreibungsdauer nicht die ROCE-Ermittlung. Auch die Schwankungen aufgrund von
branchenspezifischen Investitionszyklen wurden verringert. Danach rechneten wir die
Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Umlaufvermögen hinzu.
Im letzten Schritt wurde das Abzugskapital ermittelt, das sich aus Teilen der Passivseite
zusammensetzt. Wesentliche Komponenten sind hierbei Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen, passive Rechnungsabgrenzungen sowie Rückstellungen.
Die Differenz von ROCE und Kapitalkostensatz ergibt den relativen Wertbeitrag, der
für das Geschäftsjahr 2010 bei 4,76 % lag. Multipliziert man diesen Wert mit dem betrieblichen
Vermögen, so erhält man den absoluten Wertbeitrag in Höhe von 49,1 Mio. €. Der Wertbeitrag
dient in der LEW-Gruppe als zentrale Steuergröße für wirtschaftliche Entscheidungen
und wird außerdem für die Zielerreichungsmessung herangezogen.

Das gezeichnete Kapital der Lechwerke AG beträgt unverändert 90.738.278,40 € und besteht
aus 35.444.640 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Jede Stückaktie gewährt
in der Hauptversammlung eine Stimme. Die weiteren Rechte und Pflichten aus den Aktien
bestimmen sich nach dem Aktiengesetz (AktG).
Die RWE AG, Essen, hält seit 1. Januar 2011 über die RWE Deutschland AG, Essen, die
RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, und die RL Beteiligungsverwaltung beschr.
haft. OHG, Norderfriedrichskoog, einen Anteil von 89,87 % am Stammkapital der Lechwerke
AG, Augsburg.
Die Lechwerke AG sowie Gesellschaften, an denen wir mehrheitlich beteiligt sind, werden
in den Konzernabschluss nach IFRS der RWE AG, Essen, einbezogen. Der Konzernabschluss
kann bei der RWE AG in Essen angefordert werden und steht auch im Internet zur Verfügung.
Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§
84 f. AktG i. V. m. § 6 der Satzung der Lechwerke AG. Danach werden Vorstandsmitglieder
vom
Aufsichtsrat für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren bestellt. Eine wiederholte
Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig.
Der Aufsichtsrat kann die Bestellung eines Vorstandsmitglieds vor Ablauf der Amtszeit
widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Satzungsänderungen erfolgen nach den
Regelungen der §§ 179 ff. Akte i. V. m. § 18 der Satzung der Lechwerke AG und bedürfen
grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen
der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat
gemäß § 11 Abs. 2 der Satzung der Lechwerke AG ermächtigt.
Der ab 2010 geltende Long Term Incentive Plan Beat 2010 sieht ebenso wie der bisherige
Long Term Incentive Plan Beat 2005 für Vorstand und Führungskräfte der Lechwerke AG
und der nachgeordneten verbundenen Unternehmen für den Fall eines Wechsels der Unternehmenskontrolle
oder einer Fusion eine Entschädigungszahlung für sämtliche Inhaber von Performance
Shares im Rahmen des Programms Beat 2005 vor. Details hierzu auf Seite 89 f.
Risiken der Finanzberichterstattung, die zu materiellen Falschaussagen im LEW-Konzernabschluss
führen könnten, werden vom Bereich "Rechnungswesen" der Lechwerke AG überwacht. Dieser
Bereich ist direkt dem Vorstandsressort Finanzen unterstellt. Er bedient sich eines
Risikomanagementsystems, das wir auf den Seiten 60 bis 63 ausführlich darstellen.
Das Risiko der Finanzberichterstattung besteht darin, dass unsere Jahres- und Zwischenabschlüsse
Falschdarstellungen enthalten könnten, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf
die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Unser rechnungslegungsbezogenes internes
Kontrollsystem (IKS) zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und
die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Es erstreckt sich auf die Finanzberichterstattung
in der gesamten LEW-Gruppe. So können wir mit hinreichender Sicherheit gewährleisten,
dass ein den gesetzlichen Vorschriften entsprechender Jahres- und Konzernabschluss
erstellt wird.
Die Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen IKS ergibt sich aus der Organisation
unseres Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesses. Eine der Kernfunktionen
dieses Prozesses ist die Steuerung der gesamten LEW-Gruppe sowie deren operativer
Gesellschaften und Geschäftsbereiche. Ausgangspunkt für unsere Überlegungen sind dabei
die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Strategieentwicklungsprozess. Dort werden
unsere Unternehmensgruppe sowie das Marktumfeld, in dem wir uns befinden, vor allem
unsere Wettbewerber, gründlich analysiert. Auf Basis unserer Stärken und Schwächen
erörtern wir Möglichkeiten, aber auch Gefährdungen für unser zukünftiges Handeln.
Aus diesen Erwartungen heraus erarbeiten wir einmal jährlich eine sogenannte Mittelfristplanung.
Diese umfasst Budgetwerte für das jeweils bevorstehende Geschäftsjahr und Planzahlen
für weitere zwei Folgejahre. Dabei werden nicht nur monetäre Größen, wie Umsatz, Ergebnis,
Investitionen oder Cash Flows ermittelt, sondern auch Mengengerüste u. a. für unsere
Absatzerwartungen, für Investitions- und Unterhaltsprogramme und für unsere Mitarbeiterentwicklung.
Für das jeweils laufende Geschäftsjahr erstellen wir vierteljährlich Prognosen, sogenannte
Forecasts, die am Budget und an den Vorjahreswerten anknüpfen. Der Vorstand der Lechwerke
AG und die Planungs- und Ergebnisverantwortlichen der wichtigen Tochtergesellschaften
und Geschäftsbereiche kommen während der Prognosearbeiten zusammen, um diese Prognosen
auf den Prüfstand zu stellen und gemeinsam Steuerungsmaßnahmen zu erarbeiten. Dabei
werden auch insbesondere die Quartals- und Jahresabschlüsse zur Validierung herangezogen.
Im Rahmen der externen Berichterstattung zum Halbjahr und zum Gesamtjahr haben die
Geschäftsführer wichtiger Tochtergesellschaften sowie ausgewählte Bereichsleiter der
Lechwerke AG einen internen Bilanzeid zu leisten. Erst wenn sämtliche interne Bilanzeide
vorliegen, leistet der Vorstand der Lechwerke AG zum Halbjahr und zum Gesamtjahr einen
externen Bilanzeid und unterzeichnet die Versicherung der gesetzlichen Vertreter.
Er bestätigt damit, dass die vorgeschriebenen Rechnungslegungsstandards und die Bilanzierungsrichtlinien
der LEW-Gruppe eingehalten wurden und dass die Zahlen ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln. Zum Jahresende
wird darüber hinaus gegenüber dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats bestätigt, dass
das IKS im Geschäftsjahr wirksam war.
Unsere Abschlüsse erstellen wir mithilfe eines konzernweiten Berichterstattungssystems,
das wir auch für die Aufstellung der Budgets und Prognosen nutzen. Alle vollkonsolidierten
Tochtergesellschaften bedienen sich dieses Systems. Es bildet die Basis für einen
standardisierten Datenmeldeprozess im Konzern.
Wir identifizieren Risiken der Finanzberichterstattung auf Ebene der Unternehmensbereiche
anhand quantitativer, qualitativer und prozessualer Kriterien. Fundament des IKS sind
unsere allgemein verbindlichen Richtlinien und ethischen Werte, die auch im LEW-Verhaltenskodex
ihren Niederschlag finden. Darauf aufbauend stellen Mindestanforderungen an die wesentlichen
Verarbeitungsprozesse eine integre Datenerhebung und -Verwaltung sicher. Risiken bei
einzelnen Bilanzpositionen infolge subjektiver Ermessensspielräume oder komplexer
Transaktionen werden in einer konzernübergreifenden Risiko- und Kontrollmatrix erfasst.
In einem 2009 eingeführten Regelprozess führen wir einmal im Jahr den Nachweis, ob
die notwendigen Kontrollmaßnahmen tatsächlich stattfanden und korrekt vorgenommen
wurden. Dies geschieht durch externe Wirtschaftsprüfer, die interne Revision oder
das für die Durchführung der Kontrollen verantwortliche Management.
Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats befasst sich in seinen Sitzungen regelmäßig
mit der Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen IKS. Einmal im Jahr legt ihm der
Vorstand der Lechwerke AG die Risiken der Finanzberichterstattung dar. Dabei erläutert
er auch, welche Kontrollmaßnahmen ergriffen wurden und wie die korrekte Durchführung
der Kontrollen geprüft wurde.
Für kapitalmarktorientierte Aktiengesellschaften im Sinne des § 289a Abs. 1 HGB ist
die Aufnahme einer Erklärung zur Unternehmensführung verpflichtend. Diese ist auf
den Seiten 80 bis 96 als Anlage zum Lagebericht zu finden.
Unsere Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögensgegenstände
lagen 2010 bei 80,7 Mio. € und damit rund 21 % über dem Wert des vergangenen Jahres.
Rund 89 % des gesamten Investitionsvolumens flössen in den Netzbereich.
Im Höchst- und Hochspannungsnetz wurden für die Sanierung und Erneuerung von Leitungen
insgesamt 11,7 Mio. € sowie für die Erneuerung von 110- und 20-kV-Schaltanlagen 14,1
Mio. € ausgegeben. Besonders hervorzuheben ist hier der Neubau des 400/110-kV-Einspeisepunkts
in Bidingen, der in 2010 fertiggestellt werden konnte (Gesamtinvestitionsvolumen 2009
bis 2010 12,4 Mio. €). Außerdem ist die Erneuerung der 110-kV-Leitung zwischen Biessenhofen
und dem neuen Einspeisepunkt Bidingen mit einem Volumen von 5,3 Mio. € hervorzuheben.
In der Mittel- und Niederspannung wurden für die Erneuerung und Erweiterung 3,4 Mio.
€ ausgegeben. Für Netzanschlüsse wurden 17,2 Mio. € investiert. Durch die sehr starke
Zunahme der dezentralen Einspeiseanlagen (+ 10.200 Anlagen) erhöhten sich die Ausgaben
für deren Netzanschlüsse. Damit verbunden sind ebenfalls unmittelbar notwendige Investitionen
für Ausbau bzw. Verstärkungen unseres Verteilnetzes. Diese Ausgaben stiegen von 1,0
Mio. € in 2008, über 5,6 Mio. € in 2009 drastisch auf 14,5 Mio. € in 2010 an.
Darüber hinaus wurden zunehmend Investitionen in Breitbandprojekte vorgenommen (1,8
Mio. €), um auch in ländlichen Gebieten unserer Region den Zugriff auf das schnelle
Internet mit neuester Glasfasertechnik zu ermöglichen und um Eingriffs- und Steuerungsmöglichkeiten
im Netzbetrieb zu verbessern und damit eine gute Basis für Smart Metering- und Smart
Home-Anwendungen zu schaffen.
Neben den Investitionen in das Kerngeschäft Netz sind turnusmäßig weitere 9,2 Mio.
€ überwiegend für Ersatzbeschaffungen in den Bereichen Stromerzeugung, Facility Management,
Fuhrpark und IT angefallen.

Neben Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen ist uns auch der Unterhalt und die
Instandhaltung bestehender Anlagen besonders wichtig, um einen reibungslosen Ablauf
aller betrieblichen Prozesse zu unterstützen. Insgesamt fielen dafür Fremdlieferungen
und -leistungen in Höhe von 37,4 Mio. €an. Darin sind neben den Unterhaltsaufwendungen
für den Stromnetzbereich (inkl. EEG-bedingtem Netzausbau) auch die Fremdlieferungen
und -leistungen für unsere Erzeugungsaktivitäten, für unsere Verwaltungs- und Betriebsgebäude
sowie für unseren Fuhrpark enthalten.
Die LEW-Gruppe investierte - nach handelsrechtlichen Grundsätzen ermittelt - rund
25 Mio. € in das Finanzanlagevermögen. Die Investitionen bestehen überwiegend aus
der Wiederanlage von Fonds-Ausschüttungen, die direkt in die entsprechenden Assetklassen
bestehender Wertpapierfonds zurückflössen. Die Fonds werden im Konzernabschluss der
LEW-Gruppe vollkonsolidiert.
Im Geschäftsjahr hat sich die Lechwerke AG mit 25,1 % an der Verteilnetze Energie
Weißenhorn GmbH & Co. KG mit Sitz in Weißenhorn beteiligt. Die Beteiligung erfolgte
durch Sacheinlage der im Eigentum der Lechwerke AG stehenden Stromversorgungsanlagen
im Gebiet der Stadt Weißenhorn. An der geschäftsführenden Verwaltungsgesellschaft
Energie Weißenhorn GmbH hat sich die Lechwerke AG ebenfalls mit 25,1 % mittels Bareinlage
beteiligt.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden nicht mehr betriebsnotwendige Sachanlagen mit Buchwerten
in Höhe von insgesamt 2,0 Mio. € veräußert. Erwähnenswert sind hierbei die Verkäufe
von Gebäuden in Memmingen und Meitingen sowie eines Grundstücks in Augsburg-Oberhausen.
Bei unserer Beteiligungsgesellschaft, der Abfallverwertung Augsburg GmbH (AVA), wurde
die bereits im Geschäftsjahr 2009 notariell beurkundete Kapitalherabsetzung bei gleichzeitiger
Reduzierung unseres Anteils von 49,00 % auf 25,01 % vollzogen. Die Eintragung erfolgte
am 13. September 2010 ins Handelsregister.
Bereits 2007 wurde in der LEW-Gruppe ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)
unter dem Motto "Wir gestalten Zukunft" begonnen. In den ersten beiden Jahren lag
der Schwerpunkt auf der Optimierung von bereichsübergreifenden Prozessen. In 2009
wurde dann ein Konzept zur Integration des KVP in die Linie erarbeitet und im Rahmen
eines Pilotprojekts mit sieben Organisationseinheiten (OE) getestet. Nach der erfolgreichen
Umsetzung des Pilotprojekts haben in 2010 weitere acht OE an der Optimierung ihrer
Prozesse gearbeitet. Zentrales Element war hierbei eine zweitägige Schulung, bei der
Führungskräfte und Mitarbeiter effektive Methoden zur Prozessoptimierung erlernt haben.
Durch den systematischen Aufbau von Methodenkompetenz sollen Führungskräfte und Mitarbeiter
noch besser in die Lage versetzt werden, effektiv an der Optimierung von Prozessen
zu arbeiten. Ein weiterer Baustein des KVP ist unser Ideenmanagement. Das bereits
hohe Niveau von eingereichten Ideen im Jahr 2009 konnte im Berichtsjahr nochmals um
rund 20 % gesteigert werden.
Die Lechwerke AG ist die Vertriebs- und Führungsgesellschaft für die LEW-Gruppe und
hält das Eigentum an den Netzanlagen. Zwischen der Lechwerke AG und wesentlichen Mehrheitsbeteiligungen
bestehen Beherrschungs- und/oder Ergebnisabführungsverträge, wodurch die organisatorische,
finanzielle und wirtschaftliche Eingliederung geregelt ist.
Der von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Lechwerke
AG wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft
mbH, Köln) eingereicht und im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. Er kann
bei der Lechwerke AG angefordert werden und steht auch im Internet zur Verfügung.
Die Lechwerke AG konnte 2010 den Stromabsatz um 26,5 % gegenüber dem Vorjahr auf 12.348
Mio. kWh deutlich steigern. Damit konnten wir einen Rekordabsatz in unserer über 100-jährigen
Unternehmensgeschichte erreichen.
Im Kundensegment der Geschäftskunden verzeichneten wir signifikante Absatzzuwächse
auf 4.273 Mio. kWh (Vorjahr: 3.802 Mio. kWh). Auch für die Folgejahre zeichnet sich
ein erhöhtes Auftragsvolumen ab. Dasselbe gilt auch für die Energieversorgungsunternehmen.
Hier konnten wir den Absatz von 2.946 Mio. kWh auf 4.1 70 Mio. kWh steigern. Rund
60 % des Absatzes erzielten wir im Geschäftsjahr 2010 außerhalb des LEW-Grundversorgungsgebiets.
Wir profitierten dabei von unserem langfristig ausgerichteten, nachhaltigen Kundenbetreuungsmodell.
Mit einer effektiven Verkaufsstrategie und einem kundenorientierten Produkt-Portfolio
gehen wir davon aus, diese Entwicklung auch im Geschäftsjahr 2011 fortführen zu können.
Der Absatz im Gewerbekundenbereich lag mit 684 Mio. kWh um 1 % niedriger als im Vorjahr
(691 Mio. kWh). Dieser Absatzrückgang ist auf Kundenverluste und auf eine Umschichtung
von Gewerbekunden in das Segment Geschäftskunden zurückzuführen.
Bei den Privatkunden blieb der Absatz bei zunehmendem Wettbewerbsdruck und anhaltenden
Wechselaufrufen von Politik und Medien hinter dem Vorjahr zurück. Der Stromabsatz
verminderte sich um rund 2 %. Dies ist neben Kundenverlusten auch auf den geringeren
Stromverbrauch durch Energieeffizienz-Maßnahmen zurückzuführen.

Flankiert haben wir unsere Akquisebemühungen in den vergangenen drei Geschäftsjahren
mit dem sehr erfolgreichen LEW-Energieeffizienz-Programm für alle Kundensegmente:
energiesparende Straßenleuchten für Kommunen, Energieausweise für öffentliche Gebäude,
Performance-Checks für Krankenhäuser, Energiecontrolling für Unternehmen, Energieberatungen
vor Ort oder Energieeffizienz-Projekte an Schulen in Bayern. Das sind nur einige Bestandteile
des Programms. Im Bereich der Wärmepumpen haben wir in diesem Zusammenhang ein Programm
zur Technologieverbreitung und zur Schaffung von Marktanreizen aufgelegt. Mit der
Initiative unterstützen wir Kommunen, private Haushalte und Geschäftspartner beim
Energiesparen. Zum einen wollen wir damit - als Experten in Sachen Energie -einen
aktiven Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Zum anderen sehen wir die Zufriedenheit
unserer Kunden als Grundlage unseres Geschäfts und festigen mit kompetenter Beratung
rund um das Thema "Energieeffizienz" langfristige Kundenbeziehungen.
Nach wie vor wird die easy living card der Lechwerke AG gut nachgefragt. Nicht zuletzt
dank der Weiterentwicklung zur Bezahlkarte für die 2009 eröffnete impuls arena in
Augsburg konnten wir 2010 die Gesamtzahl der ausgegebenen Karten im Vergleich zum
Vorjahr um rund 10.000 Stück steigern und haben damit über 120.000 Karten im Einsatz.
2011 arbeiten wir verstärkt an der qualitativen Weiterentwicklung unseres Kartensystems.
Seit Februar 2010 vermarkten wir unser Privatkundenangebot SmartLine Strom - auch
über Kooperationen mit dem ADAC und weiteren Partnern aus der Wirtschaft. SmartLine
Strom bietet den Vorteil, dass Kunden nur den Verbrauch und keinen Grundpreis bezahlen
müssen. Neu entwickelt haben wir außerdem LEW Strom 36max. Kunden, die sich dafür
entscheiden, profitieren von einer Preisgarantie bis 31. Dezember 2013 und bleiben
bei einer Erstlaufzeit von zwölf Monaten flexibel. Neben den dauerhaft verfügbaren
Produkten präsentiert die Lechwerke AG auch zeitlich befristete Aktionsprodukte, um
auf kurzfristige Veränderungen am Markt zu reagieren. Seit November 2010 bieten wir
mit LEW Strom Pur online ein Stromprodukt für Internet-affine Kunden an. Die Bestellung
erfolgt via Internet oder E-Mail; Kunden haben die Möglichkeit, ihre Daten bequem
von zu Hause aus zu verwalten. Sie können online den Zählerstand eingeben, eine Bankeinzugsermächtigung
erteilen und sich an-, ab- und ummelden. Weitere Online-Services werden folgen. Im
ersten Schritt steht das Produkt LEW Strom Pur online ausschließlich LEW-Bestandskunden
zur Verfügung.
Strom- und Gasprodukte stehen in dem im Juli 2010 von uns eröffneten "Energieladen
Ingolstadt" im Mittelpunkt. Unter der Haltungsmarke "voRWEg gehen" bieten wir in der
Ingolstädter Fußgängerzone mit einem neuen vertrieblichen Ansatz deutschlandweit einheitliche
Energieprodukte und Energieberatung an.
Verbunden haben wir die Eröffnung in Ingolstadt mit einer regionalen Klimaschutzkampagne "Sauber bleiben - CO2 sparen". Nach dem Vorbild der erfolgreichen Initiative "Schwaben sparen CO2 ", bei der im März und April 2010 in den LEW-Kundenforen und im Rahmen einer Promotion-Tour insgesamt 42.000 herkömmliche Glühlampen in Energiesparlampen, die von der Lechwerke AG zur Verfügung gestellt wurden, umgetauscht werden konnten, erreichten wir auch in Ingolstadt die angestrebten Ziele: Insgesamt tauschten über 1.500 Personen rund 4.500 Lampen und vermeiden dadurch den Ausstoß von mehr als zwei Mio. kg CO2 . Schirmherrin bei beiden Aktionen war die Bayerische Staatssekretärin für Umwelt und Gesundheit, Frau Melanie Huml.
Die regionale Nähe zu unseren Kunden hat hohe Bedeutung für uns und stellt aus unserer
Sicht einen hohen Kundenloyalitäts- und -zufriedenheitsaspekt dar. Unsere über die
Region verteilten Kundenforen spielen dabei eine große Rolle. Die Ende 2008 in Aichach
und Me-ring eröffneten Kundenforen haben sich 2010 gut weiterentwickelt und bieten
unseren Kunden die gesamte Palette unseres vertrieblichen Produkt- und Serviceangebots
an. Auch in Ingolstadt haben wir einen Anlaufpunkt für unsere Kunden eröffnet, begleitet
von einem Online-Portal unter der Adresse www.energieladen-ingolstadt.de. Anfang 2011
werden wir außerdem das bestehende Kundenforum in Ulm unter dem Namen "LEW Energieladen
Ulm" erweitern. Neben dem eigenen Direktvertrieb erfolgt in ausgewählten Zielregionen
seit Herbst 2010 erfolgreich eine direkte Marktbearbeitung durch einen externen Dienstleister.
In 2011 werden wir diesen Verkaufskanal ausbauen und ein Portfolio für eine differenzierte
zielgerichtete Marktbearbeitung ausgestalten.
Seit 2008 bietet die Lechwerke AG Gas für Geschäftskunden an. Auf Basis langjähriger
Kundenbeziehungen profitieren wir auch in diesem Geschäftsfeld vom Vertrauen unserer
Kunden und von damit verbundenen deutlichen Absatzsteigerungen. Im Vergleich zum Vorjahr
konnten wir den Gasabsatz bei den Geschäftskunden um 68 % auf 646 Mio. kWh und bei
den Energieversorgungsunternehmen um 59 % auf 293 Mio. kWh steigern. Wir planen, unsere
Akquisetätigkeiten zu erweitern, um unsere Wachstumschancen zu nutzen.
Seit August 2009 liefern wir auch Gas für Privatkunden. Mit unserem Produkt LEW[Cleverle
Gas] bedienen wir in ausgewählten Regionen derzeit rund 1.100 private Kunden bis zu
einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh. Die Gesamtabsatzmenge 2010 lag bei 9 Mio. kWh.
2011 werden wir unser Vertriebsgebiet erweitern und auch in weiten Teilen Bayerisch-Schwabens
und in der Region Landsberg Gas für Privatkunden anbieten.

Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt wieder erfreuliche Wachstumsraten und die Konjunktur
zieht spürbar an. Dies spiegelt sich aber derzeit noch nicht in den Rohstoff- und
Energiepreisen wider.
Am Terminmarkt der EEX hat sich der Preis für das Kalenderjahr 2011 für Grundlast
im Bereich um die 50 €/MWh eingependelt, mit Höchstwerten um die 55 €/MWh Mitte Juni
2010 und Tiefstpreisen von 45 €/MWh gegen Ende März 2010. Insgesamt ist das Preisniveau
somit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Preise am Spotmarkt lagen ebenfalls auf Vorjahresniveau. Bei genauerer Analyse
erkennt man, dass das erste Quartal 2010 deutlich unter dem Vorjahresniveau und das
zweite Quartal deutlich über dem Vorjahresniveau lag, sodass sich nach dem ersten
Halbjahr 2010 die Preise angeglichen haben. Ab dann verlief die Entwicklung auf ähnlichem
Niveau, sodass die Spotpreise insgesamt mit 44,48 €/MWh nur geringfügig über den Preisen
aus dem Krisenjahr 2009 liegen.

Die Einführung der finanziellen EEG-Umlage anstelle der bis Ende 2009 praktizierten
physischen Wälzung führte zu prozessualen Erleichterungen in der Abwicklung und zu
einer bundeseinheitlichen Quote, die allerdings mit 20,47 €/MWh deutlich über dem
Vorjahr lag. Infolge des massiven Zubaus von regenerativen Einspeiseanlagen steigt
die Umlage für 2011 auf 35,30 €/MWh und wird dies in den Folgejahren vermutlich fortsetzen.
Die Vermarktung von Minutenreserve im Pool haben wir 2010 weiter ausbauen können.
Die Ausdehnung unserer Aktivitäten auf die Regelzone TenneT TSO, ehemals transpower
stromübertragungs gmbh, konnten wir wie geplant im Laufe des Jahres realisieren.
Das Stromaufkommen zur Deckung unseres Absatzes belief sich im Geschäftsjahr 2010
auf 12.353 Mio. kWh und verteilt sich wie nachstehende Grafik zeigt:

Das Gasaufkommen betrug in 2010 948 Mio. kWh und wurde von der RWE Vertrieb AG bezogen.
In einem weiterhin von den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägten Energiemarkt
blieben die Großhandelspreise 2010 im Wesentlichen stabil. Aufgrund unserer mehrjährigen
Beschaffungszyklen im Privat- und Gewerbekundenbereich, durch die sich ein durchschnittlicher
Beschaffungspreis ergibt, umgehen wir kurzfristige Preissprünge bei Kunden und vermeiden
damit Risiken.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 haben wir für Privatkunden die Preise für LEW[Avanza]
und LEW[Grundversorgung] angepasst, um hierdurch namentlich die Mehrkosten für die
Förderung von erneuerbaren Energien nach dem EEG weiterzugeben. Diese stiegen von
2009 auf 2010 um rund 85 % an - von 1,11 ct/kWh auf 2,05 ct/kWh; durch den weiteren
Ausbau der regenerativen Energien liegt die Umlage bei 3,53 ct/kWh in 2011.
Aus dem gleichen Grund haben wir im November 2010 angekündigt, mit Wirkung zum 1.
Januar 2011 für Privatkunden die Preise für unsere LEW[Avanza]- und LEW[Wärme]-Produkte
und für LEW[Grundversorgung] anzupassen. Auch im Gewerbekundensegment erfolgte vor
diesem Hintergrund eine Preisanpassung.
Der Jahresabschluss der Lechwerke AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs
(HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gesellschaft wendet die Bilanzierungsvorschriften
des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) erstmalig für das Geschäftsjahr 2010
an. Die Umstellung erfolgte zum 1. Januar 2010. Die Vorjahreszahlen gemäß § 265 Abs.
2 Satz 1 HGB wurden entsprechend Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB nicht an die geänderten
Bewertungsmethoden angepasst. Wesentliche Auswirkungen durch die erstmalige Anwendung
des BilMoG ergeben sich im Bereich der Rückstellungen, der Sonderposten und der Gewinnrücklagen.
Der Jahresabschluss wird hier im Überblick dargestellt:
| BILANZ DER LECHWERKE AG | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|
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TEUR | TEUR |
| AKTIVA | 1.535.098 | 1.462.321 |
| Anlagevermögen | 1.284.009 | 1.245.604 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 1.508 | 1.793 |
| Sachanlagen | 315.981 | 285.761 |
| Finanzanlagen | 966.520 | 958.050 |
| Umlaufvermögen | 246.774 | 212.912 |
| Vorräte | 7.356 | 6.770 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 212.728 | 205.100 |
| Flüssige Mittel | 26.690 | 1.042 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 4.315 | 3.805 |
| PASSIVA | 1.535.098 | 1.462.321 |
| Eigenkapital | 385.369 | 237.402 |
| Gezeichnetes Kapital | 90.738 | 90.738 |
| Kapitalrücklage | 59.714 | 59.714 |
| Gewinnrücklagen | 163.952 | 23.088 |
| Bilanzgewinn | 70.965 | 63.862 |
| Sonderposten | 19.161 | 101.835 |
| Rückstellungen | 452.735 | 506.112 |
| Verbindlichkeiten | 540.398 | 477.339 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 137.435 | 139.633 |
| GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER LECHWERKE AG | 2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse | 1.378.323 | 1.217.683 |
| Strom- und Erdgassteuer | - 72.817 | - 68.958 |
| Bestandsveränderung der unfertigen Leistungen | - 834 | - 369 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 23 | 51 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 55.959 | 60.995 |
| Materialaufwand | 1.074.885 | 929.261 |
| Personalaufwand | 89.037 | 125.817 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen |
45.847 | 35.586 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 91.529 | 86.648 |
| Ergebnis Finanzanlagen | 57.929 | 57.892 |
| Zinsergebnis | - 33.905 | 1.519 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 83.380 | 91.501 |
| Außerordentliches Ergebnis | - 1.153 | - |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 11.323 | - 27.707 |
| Jahresüberschuss | 70.904 | 63.794 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 61 | 68 |
| Bilanzgewinn | 70.965 | 63.862 |
Im Berichtsjahr erwirtschaftete die Lechwerke AG einen Umsatz, bereinigt um die Strom-
und Erdgassteuer, von 1.305,5 Mio. € und lag damit um 156,8 Mio. € über dem Vorjahr.
Im Stromgeschäft mit Energieversorgungsunternehmen sowie bei Geschäftskunden konnten
wir Kunden hinzugewinnen bzw. den Lieferumfang bei bestehenden Verträgen ausweiten.
Ein weiterer Grund waren Preisanhebungen, in deren Rahmen wir die stark gestiegenen
Kosten aus der EEG-Umlage an unsere Kunden weitergegeben haben. Nach dem Einstieg
ins Gasgeschäft im Jahr 2008 konnten wir in der Berichtsperiode die Gasumsatzerlöse
im Geschäftskundensegment im Vergleich zum Vorjahr steigern.
Die sonstigen Umsatzerlöse erhöhten sich aufgrund gestiegener Warenverkäufe und höheren
Verrechnungen aus Personalleistungen.
Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen verzeichneten wir aufgrund positiver Sondereffekte
(Wertaufholung bei unseren Wertpapieren) im Vorjahr einen Rückgang um 5,0 Mio. €.
Das Berichtsjahr hingegen ist begünstigt durch die Auflösung von Sonderposten und
realisierter Kursgewinne aus der Veräußerung von zwei Wertpapierfonds. Die Auflösung
der Sonderposten entspricht überwiegend einer außerordentlichen Abschreibung auf das
Anlagevermögen.
Der Materialaufwand erhöhte sich um 145,6 Mio. € auf insgesamt 1.074,9 Mio. €. Ausschlaggebend
hierfür sind der erhöhte Absatz und die deutlich gestiegene EEG-Umlage.
Der Personalaufwand verringerte sich im Geschäftsjahr um 36,8 Mio. €. Der Rückgang
ist im Wesentlichen auf geänderte Bewertungsvorschriften durch das BilMoG bei der
Pensionsrückstellung zurückzuführen. Entlastend wirkten sich in der Berichtsperiode
auch ein Wechsel zahlreicher Mitarbeiter zur LEW Verteilnetz GmbH und die Normalisierung
des hohen Vorjahresbeitrags für die Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung
an den Pensions-Sicherungs-Verein aG aus. Gegenläufig wirkte sich im Geschäftsjahr
die Ablösung einer bestehenden Betriebsvereinbarung für Jubiläumszuwendungen gegen
Gewährung von Einmalzahlungen und die Anhebung der Vergütung zum 1. Mai 2010 bei Erhöhung
der Arbeitszeit aus.
Der Anstieg der Abschreibungen ist im Wesentlichen auf außerordentliche Abschreibungen
auf das Anlagevermögen zurückzuführen, denen in gleicher Höhe betriebliche Erträge
aus der Auflösung von Sonderposten gegenüberstehen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen 4,9 Mio. € über dem Vorjahresniveau.
Der Anstieg ist auf höhere Zahlungen für Konzessionsabgaben und auf gestiegene Risikovorsorgen
im Vertrieb zurückzuführen. Zudem sind betriebliche und allgemeine Geschäftskosten,
Kosten für Marketing, Fremdlieferungen und -leistungen - soweit sie nicht den Materialaufwand
betreffen - sowie Versicherungsprämien in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen
enthalten.
Das Ergebnis Finanzanlagen liegt auf Vorjahresniveau, dagegen hat sich das Zinsergebnis
um 35,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahr verringert. Der Rückgang im Berichtsjahr betrifft
im Wesentlichen den Zinsanteil für die Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen,
die durch die generelle Abzinsungspflicht für Rückstellungen nach dem BilMoG begründet
ist. Ein weiterer Grund ist, dass wir ab diesem Geschäftsjahr gegenüber unseren Tochtergesellschaften
eine Anpassung des Zinssatzes für langfristig freie Finanzmittel vorgenommen haben.
Das außerordentliche Ergebnis beinhaltet Aufwendungen bzw. Erträge aus der Umstellung
auf die neuen Vorschriften des BilMoG zum 1. Januar 2010, die sich überwiegend aus
der Anpassung von Rückstellungen ergaben.
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Neben einem geringeren zu versteuernden Ergebnis ist der wesentliche Grund für den
Rückgang die Neuregelung des Körperschaftsteuerguthabens im Jahressteuergesetz 2010.
Aufgrund des Beschlusses vom Bundesverfassungsgericht vom 17. November 2009 zur Unvereinbarkeit
der Übergangsregelung vom körperschaftsteuerlichen Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren
mit dem Grundgesetz hat der Gesetzgeber eine Neuregelung getroffen. Hieraus ergab
sich für die Lechwerke AG ein zusätzliches Körperschaftsteuerguthaben von nominell
15,0 Mio. €, das im Geschäftsjahr zu einem einmaligen Ertrag in Höhe des abgezinsten
Betrags von 12,9 Mio. € führte, der mit dem Steueraufwand verrechnet wurde. Das Guthaben
wird ratierlich bis 2017 ausbezahlt.
Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 7,1 Mio. € auf 70,9 Mio. €. Dies ermöglicht uns
eine Erhöhung der Dividende von 1,80 € auf 2,00 €.
Die Eigenkapitalquote beträgt im Berichtsjahr 25,1 % (Vorjahr: 16,2 %). Der Deckungsgrad
des Anlagevermögens durch das Eigenkapital, einschließlich der dem Eigenkapital zuzurechnenden
Mittel, betrug zum Bilanzstichtag 38,1 % (Vorjahr: 32,0 %). Das Verhältnis von Eigenkapital
zum übrigen Kapital veränderte sich auf 1:2,1 (Vorjahr: 1:2,7). Die Verbesserung der
Kennzahlen ist überwiegend auf Effekte der BilMoG-Umstellung zum 1. Januar 2010 zurückzuführen.
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 83.922 | 142.152 |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | - 79.284 | - 190.381 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | 21.010 | 48.388 |
| Veränderung des Finanzmittelbestands | 25.648 | 159 |
| Flüssige Mittel zum Jahresende | 26.690 | 1.042 |
Im Berichtszeitraum haben wir einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in
Höhe von 83,9 Mio. € erwirtschaftet. Das sind 58,2 Mio. € weniger als im Vorjahr,
dies ist vor allem auf Veränderungen im Nettoumlaufvermögen zurückzuführen. Positiv
wirkte sich in der Berichtsperiode ein höheres Ergebnis aus.
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von -79,3 Mio. € spiegelt im Berichtsjahr
insbesondere die Investitionen in die Sachanlagen wider. Der hohe Vorjahreswert ist
vor allem auf eine Darlehensausreichung zurückzuführen.
Beim Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit verzeichnete die Lechwerke AG einen
Mittelzufluss von 21,0 Mio. €. Dieser beinhaltet die Veränderung unserer Finanzmittelkonten
und die erhöhte Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2009.
Von den flüssigen Mitteln zum Jahresende sind 25,0 Mio. € als kurzfristiges Termingeld
bei Kreditinstituten angelegt.
Aufsichtsrat und Vorstand der Lechwerke AG werden der Hauptversammlung am 12. Mai
2011 für das Geschäftsjahr 2010 eine um 20 Cent erhöhte Ausschüttung vorschlagen.
Pro Stückaktie soll eine Dividende von 2,00 € gezahlt werden.
Der Vorstand hat einen Bericht über Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen
im Berichtszeitraum nach § 312 AktG erstellt und mit folgender Schlusserklärung versehen:
"Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt
bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen
wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch,
dass Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt worden. Unterlassene Maßnahmen
lagen nicht vor."
Zum Vergütungsbericht des Vorstands verweisen wir gemäß § 289 Abs. 2 Nr. 5 HGB auf
die Ausführungen in der Erklärung zur Unternehmensführung auf den Seiten 84 bis 90.
Das Kerngeschäft der LEW-Gruppe besteht aus der Energieversorgung und damit zusammenhängenden
Dienstleistungen. Am 31. Dezember 2010 waren insgesamt 1.774 Mitarbeiter, darunter
89 Auszubildende, in Gesellschaften der LEW-Gruppe beschäftigt.
Innerhalb der LEW-Gruppe fungiert die Lechwerke AG als operative Holding. Jeweils
zu 100 % ist sie als Muttergesellschaft an den nachstehenden, rechtlich selbständigen
Gesellschaften beteiligt: LEW Verteilnetz GmbH (LVN), LEW Netzservice GmbH, LEW Service
& Consulting GmbH und Bayerische Elektrizitätswerke GmbH. Mit der LVN besteht ein
Ergebnisabführungsvertrag, mit den anderen drei Gesellschaften bestehen Beherrschungs-
und Ergebnisabführungsverträge.
Neben den genannten Gesellschaften sind unter dem Dach der Lechwerke AG sonstige Beteiligungen
an lokalen Energieversorgungsunternehmen, Gesellschaften aus dem Erzeugungsbereich,
der Entsorgung, dem Bergbahnbereich und der Telekommunikation gebündelt.
Im Rahmen unserer Segmentberichterstattung wurde die LEW-Gruppe wie folgt eingeteilt:
Strom-Erzeugung, Netzbetrieb und Netzservice, Energie-Allgemeines und Sonstiges. Das
Segment Strom-Erzeugung fasst alle Aktivitäten im Bereich der Stromerzeugung zusammen.
Die Tätigkeiten der Stromverteilung gehören dem Segment Netzbetrieb und Netzservice
an. Das Segment Energie-Allgemeines beinhaltet neben der Eigentümerfunktion am Sachanlagevermögen
und dem Strom- und Gasvertrieb den Overhead-Bereich. Im Segment Sonstiges werden Kundenservice,
IT- und kaufmännische Funktionen, die Aktivitäten im Bereich der Telekommunikation
sowie die Beteiligungen im Bergbahnbereich und in der Entsorgungswirtschaft dargestellt.

Zum Geschäft unserer Muttergesellschaft, der Lechwerke AG, gehören Vertrieb, Strombeschaffung
sowie Querschnitts- und Steuerungsfunktionen für die LEW-Gruppe. Die Netzanlagen und
LEW-Wasserkraftwerke werden von der Lechwerke AG an die LEW Verteilnetz GmbH bzw.
die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH verpachtet.
Informationen zur detaillierten wirtschaftlichen Entwicklung der Lechwerke AG sind
auf den Seiten 41 bis 49 zu finden.
Im Stromnetz sind die weitaus größten Vermögensbestandteile gebunden. Netzeigentümer
sind die Lechwerke AG, die Elektrizitätswerk Landsberg GmbH (bis 31. Dezember 2010)
und die Überlandwerk Krumbach GmbH. Die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) operiert als Netzpächter
und verantwortet die Planung, die Errichtung, den Ausbau, die Qualität und den Betrieb
sowie die Nutzung von Netzanlagen. Darüber hinaus gehören auch die technische Netzplanung
und die zentrale Netzführung seit 1. Januar 2010 zu ihren Aufgaben. Die Hauptaufgabe
der LVN liegt in der Gewährleistung eines diskriminierungsfreien Netzzugangs für alle
Marktteilnehmer und dessen vertraglicher Umsetzung. Im Rahmen der Ermittlung der Netzkosten
und der Netzentgelt-Kalkulation bildet die LVN die Schnittstelle zur Regulierungsbehörde
und verantwortet die gesetzeskonforme Umsetzung von EnWG, EEG und KWKG.
Zum 1. Januar 2010 wurden die bisher im Zuge eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags
von der Lechwerke AG ausgeliehenen 35 Mitarbeiter direkt bei der LVN angestellt. Des
weiteren wurden 63 Mitarbeiter von der LEW Netzservice GmbH (LNS) übernommen, die
bisher auf Grundlage eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags von der Lechwerke AG an
die LNS entliehen waren. zum 31. Dezember 2010 beschäftigte die LVN 107 Mitarbeiter.
Die LVN erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 811,1 Mio. € (Vorjahr: 644,3 Mio. €). Das
Ergebnis vor Steuern1 belief sich auf 8,5 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €). ursächlich
für den Anstieg der Umsatzerlöse waren die Weitergabe der EEG-Einspeisung und die
weiterverrechneten Investitionen in der LEW-Gruppe.
Das Kerngeschäft der LEW Netzservice GmbH (LNS) ist der Betrieb, die Projektierung,
der Netzausbau sowie die Instandhaltung von Stromnetzen. Neben externen Kunden ist
die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) der Hauptauftraggeber.
Aufgrund der von der LVN übernommenen zusätzlichen Aufgaben, gingen 63 Mitarbeiter,
die bisher von der Lechwerke AG an die LNS überlassen wurden, auf die LVN über.
Auch in 2010 erhielt die LNS eine hohe Anzahl an Anschlussanträgen von Netzeinspeiseanlagen.
Insgesamt konnten 10.200 EEG-Anlagen an das Netz angeschlossen werden. Das bedeutet
einen Anstieg um rund 40 % im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2009. Ziel ist es,
nach wie vor die Prozesse zu optimieren und die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen.
Im Geschäftsjahr 2010 verzeichnete die LNS Umsatzerlöse in Höhe von 177,3 Mio. € (Vorjahr: 153,1 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steuern1 von 5,7 Mio. € (Vorjahr: 4,0 Mio. €).
1
Werte nach deutschen handelsrechtlichen Vorschriften
Die LEW Service & Consulting GmbH (LSC) verantwortet wie in den vorangegangenen Jahren
unverändert die Bereiche Kundenservice (Callcenter und Stromabrechnung, Debitoren-
und Forderungsmanagement), kaufmännische und IT-Dienstleistungen sowie Personal und
Infrastruktur.
Die Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2010 lagen in der Nachbearbeitung zur Marktrollentrennung
(MRT), dem Projektstart der Bilanzkreisabrechnung Strom einschließlich der elektronischen
Übermittlung aller bilanzierungsrelevanter Daten (MaBIS), den Massenmailings für unseren
Vertrieb, der Umsetzung nach den Vorgaben des BilMoG und der Sanierung und Ablaufoptimierung
der Kantinen.
Die Umsatzerlöse der LSC beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 77,2 Mio. € (Vorjahr: 66,2 Mio. €). Das Ergebnis vor Steuern1 betrug 5,6 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €).
Die Bayerische Elektriztitätswerke GmbH (BEW) engagiert sich schwerpunktmäßig in den
Geschäftsfeldern Wasserkraft und Energiedienstleistungen. Sämtliche Erzeugungsaktivitäten
innerhalb der LEW-Gruppe sind bei der BEW gebündelt, sodass ihr die Verantwortung
für 35 Laufwasserkraftanlagen, acht thermischen Erzeugungsanlagen und drei Fernwärmenetzen
obliegt.
Im Geschäftsfeld Energiedienstleistungen wurde neben dem Betrieb der Bestandsanlagen
der Fokus auf den Ausbau und die Weiterentwicklung des Geschäftsfelds Energiecontracting
gelegt. In diesem Bereich konnte ein neuer Kunde gewonnen werden, mit einem weiteren
werden Verhandlungen zu einem Anschlussvertrag geführt.
Im Rahmen des Ausbaus der erneuerbaren Energien hat die BEW Fotovoltaik-Anlagen auf
Gebäuden der Lechwerke AG mit einer Gesamtleistung von 150 kWp fertiggestellt und
in Betrieb genommen.
Auf Seiten der Wasserkraft lag der Schwerpunkt auf der anstehenden Umsetzung der europäischen
Wasserrahmenrichtlinie und den Anforderungen für den Hochwasserschutz.
Die BEW erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 72,1 Mio. € (Vorjahr: 72,5 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steuern1 von 22,1 Mio. € (Vorjahr: 30,3 Mio. €).
Unter dem Dach der LEW Beteiligungsgesellschaft mbH (LB) bündeln wir zur einheitlichen
Steuerung die Beteiligungen an der Elektrizitätswerk Landsberg GmbH, der Überlandwerk
Krumbach GmbH sowie der LEW TelNet GmbH. Des Weiteren hält die LB verschiedene Finanzanlagen.
Im Geschäftsjahr 2010 erzielte die LB ein Ergebnis vor Steuern1 in Höhe von 11,3 Mio. € (Vorjahr: 25,7 Mio. €). Der Rückgang des Ergebnisses ist auf entfallene Erträge aus der Veräußerung eines Wertpapierfonds im Vorjahr zurückzuführen.
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Werte nach deutschen handelsrechtlichen Vorschriften
Wegenutzungsverträge mit Kommunen bilden eine wichtige Grundlage für unser Geschäft.
Im Geschäftsjahr 2010 haben wir von drei Kommunen die Zustimmung für die Erneuerung
ihres Wegenutzungsvertrags erhalten. Aufgrund ihrer Größe ist der Vertragsabschluss
mit der Stadt Neusäß besonders hervorzuheben. Insgesamt bestehen 290 Wegenutzungsverträge,
davon wurden bereits 261 erneuert. Mit zwei Kommunen befinden wir uns aktuell im vertragslosen
Zustand.
Derzeit prüfen verschiedene Kommunen die Möglichkeit, die Versorgungsaufgaben ggf.
selbst oder in Kooperation mit anderen kommunalen Betrieben durchzuführen. In 2009
haben sich zwei Kommunen (Stadt Landsberg am Lech und Gemeinde Nersingen) entschlossen,
keinen neuen Wegenutzungsvertrag mit uns abzuschließen. Für den Netzbereich von Landsberg
am Lech sind die Übergabeverhandlungen abgeschlossen, dieser Netzbereich bekam damit
zum 1. Januar 2011 einen neuen kommunalen Eigentümer. Für den Netzbereich in Nersingen
laufen die Verhandlungen bezüglich einer Netzübergabe.
Am 1. Januar 2010 wurde das Verteilnetz aus acht von zehn Stadtteilen der Stadt Weißenhorn
in die Beteiligungsgesellschaft Verteilnetze Energie Weißenhorn GmbH & Co. KG (VNEW),
an der die Lechwerke AG mit 25,1 % beteiligt ist, eingebracht.
Zum 1. Januar 2011 ging das Verteilnetz der Gemeinde Roggenburg in die VNEW über und
der Anteil der Lechwerke AG an der VNEW erhöhte sich auf 35,0 %.
Die LEW TelNet GmbH (LTN) hat ihr Engagement im Geschäftsfeld Breitband für Kommunen erfolgreich ausgebaut. Dabei bietet das 100%ige LEW-Tochterunternehmen Kommunen, denen derzeit keine ausreichende DSL-Versorgung zur Verfügung steht, in Zusammenarbeit mit Dienstepartnern nachhaltige, glasfaserbasierte Lösungen für die Breitbandversorgung ihrer Bürger und Unternehmen an. Das erste Projekt im Markt Diedorf, das im Oktober 2009 in Zusammenarbeit mit Telefónica O2 begonnen wurde, ging am 15. September 2010 in Betrieb. Die LTN hat dafür auf einer Länge von zehn Kilometern Glasfaserleitungen verlegt. Die Diedorfer Bürger und Unternehmen sind nun in der Lage, auf Basis der VDSL-Technologie mit bis zu 50 MBit/s Daten zu übertragen. Im November und Dezember 2010 wurden die gemeinsam mit dem Diensteanbieter M-net durchgeführten Projekte Langweid, Oberottmarshausen und Hiltenfingen in Betrieb genommen. Auch bei diesen Projekten hat die LTN die Glasfaserverbindungen geschaffen, während M-net die VDSL-Zugänge und -Dienste installiert und betreibt. Derzeit setzt die LTN 17 weitere Breitbandprojekte in Kommunen um, die 2011 in Betrieb genommen werden. Mit der Schaffung einer leistungsstarken Breitbandversorgung leistet die LEW-Gruppe einen wichtigen Beitrag zur Standortattraktivität von Kommunen im ländlichen Raum und zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Gemeinden. Darüber hinaus werden die Eingriffs- und Steuerungsmöglichkeiten im Netzbetrieb verbessert und damit eine gute Basis für Smart Metering- und Smart Home-Anwendungen geschaffen. Vom Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur profitiert auch die Region Bayerisch-Schwaben insgesamt.
Der in 2009 begonnene Boom beim Zubau von Fotovoltaik-Anlagen setzte sich in 2010
fort. Die Integration der großen Anzahl von Einspeiseanlagen stellt hohe Anforderungen
an das LEW-Verteilnetz. Verstärkt wurde der Zuwachs in der ersten Jahreshälfte 2010
durch die von der Bundesregierung angekündigte und dann Mitte des Jahres in Kraft
getretene Novelle des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG), durch
welche die Förderung von Fotovoltaik-Anlagen angepasst wurde.
Die Fotovoltaik-Anlagen werden vorwiegend in den lastschwachen, landwirtschaftlich
geprägten Regionen errichtet. Nachdem in einigen dieser Regionen mittlerweile die
Einspeiseleistung die Leistung des Strombezugs deutlich überschreitet, muss das Netz
an die neue Situation angepasst werden. Die Kosten des damit verbundenen Netzausbaus
in den Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzen betrugen in 2010 rund 19 Mio. €.
Parallel zum Netzausbau wurden auch die intelligenten Steuerungsmöglichkeiten im Netz
bzw. bei den Einspeiseanlagen weiter ausgebaut. Dazu wurde beispielsweise in 18 Umspannwerken
die Spannungsregelung optimiert und 350 Einspeiseanlagen mit Fernsteuereinrichtungen
inkl. Istwertübertragung an die Netzleitstelle in Augsburg angebunden.
Der starke Zubau an EEG-Anlagen und die zunehmende Komplexität der Vergütungskategorien
bzw. der Nachweisführung lassen den Verwaltungs- und Systempflegeaufwand stetig wachsen.

Die Eröffnung des Energieladens Ingolstadt im Juli 2010 haben wir mit einer regionalen Klimaschutzinitiative "Sauber bleiben - CO2 sparen" begleitet. Als Vorbild diente dabei unsere erfolgreiche Vorgängerkampagne "Schwaben sparen CO2 ", bei der im März und April 2010 in den LEW-Kundenforen und im Rahmen einer Promotion-Tour insgesamt 42.000 herkömmliche Glühlampen in Energiesparlampen, die von der Lechwerke AG zur Verfügung gestellt wurden, umgetauscht werden konnten.
Beim Start der Kampagne am 2. März 2010 hatten wir eine Wette formuliert: Wenn es gelingen würde, innerhalb der folgenden Wochen durch den Austausch von 21.000 im Augsburger OSRAM-Werk hergestellten Energiesparlampen zehn Mio. kg CO2 einzusparen, würde die Lechwerke AG weitere 21.000 Lampen bereitstellen. Das Ziel der Aktion war bereits nach neun "Tauschtagen" erreicht. Damit ging die Aktion in die Verlängerung: Wir sponserten weitere 21.000 Lampen, sodass insgesamt der Ausstoß von 20 Mio. kg CO2 vermieden wird.
Auch in Ingolstadt erreichten wir die angepeilten Ziele: Insgesamt tauschten über 1.500 Personen rund 4.500 Lampen und vermeiden dadurch den Ausstoß von mehr als zwei Mio. kg CO2 . Schirmherrin bei beiden Aktionen war die Bayerische Staatssekretärin für Umwelt und Gesundheit, Frau Melanie Huml.
Bis zum Jahr 2020 sollen auf Deutschlands Straßen - so lautet das Ziel der Bundesregierung
- eine Million Elektroautos fahren. Auch die LEW-Gruppe leistet einen Beitrag dazu,
das Thema E-Mobility in der Region voranzubringen. In diesem Zusammenhang haben wir
Angebote für Privat- und Geschäftskunden und Kommunen entwickelt. Die LEW-Gruppe arbeitet
am bedarfsorientierten Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Im August
2010 haben wir die erste LEW-Ladesäule in Memmingen in Betrieb genommen, mittlerweile
kann man auch in Augsburg, Landsberg am Lech und Krumbach "Strom tanken". In den kommenden
Monaten ist die Installation weiterer Ladesäulen geplant. Darüber hinaus nutzen und
testen wir selbst Elektrofahrzeuge in unserem Fuhrpark. Mit verschiedenen Kommunen
haben wir ein Projekt zur Vermietung von E-Bikes gestartet - mit dem Ziel, das Leistungsangebot
für Kunden, Bürger und Touristen attraktiver zu machen. LEW-Teams sind außerdem zum
Thema E-Mobility mit einer Road-Show in der Region unterwegs. Direkt vor Ort können
Interessierte die Fahrzeuge testen und das Erlebnis klimafreundlicher Mobilität selbst
erfahren. Interessierte Verbaucher können auch Elektroautos über uns beziehen.
Die Arbeitgebervereinigung Bayerischer Energieversorgungsunternehmen e. V. (AGV Bayern),
bei der die Lechwerke AG und ein großer Teil der Beteiligungsunternehmen Mitglied
sind, und die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatten sich Ende Januar
2009 auf eine Änderung des Tarifvertrags geeinigt. Es wurde eine Anhebung der Vergütung
und der tariflichen Arbeitszeit vereinbart. Die Vergütung wurde zum 1. März 2009 um
5,1 % angehoben. Die tarifliche Arbeitszeit wurde ab dem 1. Juli 2009 um eine Stunde
auf 37 Wochenstunden erhöht. Zum 1. Mai 2010 erfolgte eine Erhöhung der tariflichen
Vergütung um 5,3 %. Die tarifliche Wochenarbeitszeit wurde zum 1. September 2010 von
37 auf 38 Stunden erhöht.
Im Dezember 2010 wurde die bestehende Betriebsvereinbarung für Jubiläumszuwendungen
gegen Gewährung von Einmalzahlungen abgelöst. Durch diese Maßnahme reduziert sich
der Personalaufwand in den Folgejahren, während das Geschäftsjahr 2010 durch die Abgeltung
belastet ist. Damit konnten wir einen weiteren Schritt zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit
und zur langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen vollziehen.
Über die stetige Identifizierung und Entwicklung von Nachwuchskräften und Potenzialträgern
wurde die zukünftige Nachfolge für Führungsfunktionen weiter gesichert.
Die erfolgsabhängige Vergütung ist in der LEW-Gruppe ein wichtiger Baustein der Gehaltssysteme
- vor allem für den Bereich der leitenden und außertariflichen Angestellten. Zur Steigerung
der Mitarbeitermotivation und zur stärkeren Identifikation mit den Unternehmenszielen
ist sie gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Wettbewerbsintensität unverzichtbar.
sie unterstützt bei der Planung und Führung. Im Privatkundenvertrieb wurde auch für
einen Teil der tariflichen Mitarbeiter im Akquisegeschäft ein auf dem Manteltarifvertrag
für die Arbeitnehmer der Energieversorgungsunternehmen der Tarifgemeinschaft Bayern
beruhendes und auf einer Zielvereinbarung aufsetzendes variables Vergütungsmodell
erprobt.
Das Engagement für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat sich gelohnt: Zum ersten Mal hat die LEW-Gruppe im Juni 2010 das Zertifikat zum audit berufundfamilie® erhalten. Verliehen wird es von der berufundfamilie gGmbH, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Im Zuge des Gemeinschaftsprojekts "St. Gregor Kinderhaus", das die Lechwerke AG zusammen mit anderen Unternehmen unterstützt, wurde in Augsburg ein Kinderhaus mit Krippenplätzen und Kindergartenplätzen für Kinder von Mitarbeitern der beteiligten Arbeitgeber geschaffen.
Wie in den vergangenen Jahren lag auch in diesem Geschäftsjahr ein Schwerpunkt auf
der Reduzierung der Arbeitsunfälle und der Fortentwicklung des Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems.
Um die Anzahl und die Schwere der Arbeitsunfälle zu verringern, wurden beispielsweise
ein Verfahren zur Meldung von Beinaheunfällen und in Bereichen mit hohem Gefährdungspotenzial
verhaltensorientierte Begehungen eingeführt. Der TÜV Süd hat bei seinem Ende Juli
2010 durchgeführten Überwachungsaudit die Fortentwicklung des Arbeits- und Gesundheitsmanagementsystems
nach der OHSAS 18.001 überprüft und die Aufrechterhaltung des Zertifikats bestätigt.

Derzeit bilden wir 89 Jugendliche in sieben verschiedenen Berufsbildern aus. Erstmalig
in diesem Geschäftsjahr beendeten zwei junge Frauen erfolgreich ihre Ausbildung zur
Servicefachkraft für Dialogmarketing. In diesem stark kundenorientiert ausgerichteten
Beruf erlernten die beiden Frauen, wie man Kunden kompetent berät und mit welchen
Möglichkeiten ihnen die passenden Produkte und Dienstleistungen angeboten werden können.
Auch im Berichtsjahr konnten wir erneut überdurchschnittliche Prüfungsergebnisse verzeichnen.
Zwei Ausbildungsabsolventen wurden als berufsgruppenbeste Prüfungsteilnehmer von der
IHK Schwaben geehrt. Erfreulich ist ebenso, dass wir allen 27 ausgelernten Auszubildenden
befristete Jahresverträge innerhalb der LEW-Gruppe anbieten konnten.
Die Motivation und Eingliederung junger Menschen in das Arbeitsleben sehen wir als
wichtige Maßnahme zur frühzeitigen Nachwuchsqualifizierung und -sicherung an. So boten
wir 64 Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, wochenweise in einzelne Ausbildungsberufe
und Tätigkeitsbereiche zu schnuppern. Wir beteiligten uns an zahlreichen Berufsinformationstagen
an Schulen. Dort haben wir Schüler, Eltern und Lehrer zu Inhalten der Berufe und deren
Ausbildung beraten. Außerdem gaben wir Hilfestellungen zu Bewerbungsverfahren und
zur ordentlichen Gestaltung von Bewerbungsunterlagen.
In 2010 waren in der LEW-Gruppe 22 Praktikanten, 48 Werkstudenten und fünf Diplomanden
zeitweise tätig.

Am 31. Dezember 2010 waren in der LEW-Gruppe 1.774 Mitarbeiter, darunter 89 Auszubildende, beschäftigt. Das entspricht 1.705 Vollzeitstellen (FTE1 ). Damit ist der Personalstand im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.
Das durchschnittliche Lebensalter unserer Mitarbeiter betrug 44 Jahre, die durchschnittliche
Beschäftigungsdauer 18 Jahre.
Bei der Lechwerke AG waren zum 31. Dezember 2010 1.239 Mitarbeiter (1.187 FTE1 ), darunter 89 Auszubildende beschäftigt. Von den 1.239 Mitarbeitern wurden 683 an Beteiligungsgesellschaften überlassen. 23 Mitarbeiter waren in befristeten Arbeitsverhältnissen.
Mit der Neustrukturierung der LEW Verteilnetz GmbH (LVN) wechselten am 1. Januar 2010
98 Mitarbeiter innerhalb der LEW-Gruppe von der Lechwerke AG zur LVN. Davon waren
vorher mittels Arbeitnehmerüberlassung 63 Mitarbeiter bei der LEW Netzservice GmbH,
35 Mitarbeiter bei der LVN eingesetzt.
1
Full Time Equivalents, 1 FTE = 1 Vollzeitstelle
Als Teil der Region übernehmen wir Verantwortung für Klima- und Umweltschutz und achten
auf die Nachhaltigkeit unserer wirtschaftlichen Aktivitäten.
Die eigene Erzeugung unseres Stroms erfolgt überwiegend in Wasserkraftwerken. Gegenüber der Stromerzeugung aus fossilen Quellen vermeiden wir dadurch im Jahr rund 750.000 Tonnen CO2 . Die von uns erbrachte Gewässerpflege an den Deichen und Dämmen unserer Wasserkraftanlagen, leistet einen wichtigen Beitrag zum Hochwasser- und Umweltschutz. Mit zahlreichen ökologischen Projekten und Maßnahmen sorgen wir für Artenschutz und Biodiversität. Beispiele dafür sind die neue Fischtreppe bei Altenstadt an der Iller, die Auwaldbewässerung zwischen Iller und Illerkanal oder auch die Anbringung von Fledermauskästen an zehn Staustufen der Donau. Im Unterwasser des Illerwasserkraftwerks Legau haben wir durch Kieseinbringung Laichplätze für flusstypische Fische wie Eschen, Huchen, Barben oder Nasen geschaffen. In dem von uns betriebenen Lechmuseum Bayern im Wasserkraftwerk Langweid informieren wir über das Ökosystem sowie die Geschichte und Bedeutung des Flusses Lech für unsere Region. Im September 2010 konnten wir dort den 10.000sten Besucher nach der Eröffnung vor zwei Jahren begrüßen.
Unser hohes Engagement im Umweltschutz belegen u. a. auch die Auszeichnung der Lechwerke
AG im Juni 2010 als "Ökoprofitbetrieb Augsburg 2009/2010" und die Teilnahme am Umweltpakt
Bayern. Wir sind auch weiterhin als Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Energie der
IHK Schwaben und im Förderverein Kompetenzzentrum Umwelt Augsburg-Schwaben (KUMAS)
aktiv. Im Jahr 2009 wurde die erste Re-Zertifizierung des Umweltmanagementsystems
der LEW-Gruppe nach der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 14.001 durch den TÜV Süd
erfolgreich durchgeführt. Bei dem vorgeschriebenen Überwachungsaudit konnte dem TÜV
Süd die Weiterentwicklung des Umweltmanagementsystems nachgewiesen werden. Somit ist
das Umweltmanagementzertifikat weiterhin gültig.
Erneuerbare Energien haben am durchschnittlichen LEW-Strommix einen Anteil von über
30 %. Auch in unserem Netz steigt die Bedeutung erneuerbarer Energien. Im November
2010 wurde die 35.000ste Fotovoltaik-Anlage an das Netz der LEW Verteilnetz GmbH angeschlossen.
Um das Netz für die Aufnahme des dezentral erzeugten Ökostroms auszurüsten, sind hohe
Investitionen für Verstärkung und Ausbau des Netzes notwendig. Wir leisten diesen
Ausbau, um auch in Zukunft die hohe Qualität und Sicherheit des Stromnetzes zu gewährleisten.
Dafür vergeben wir Aufträge für Netzausbau, Instandhaltung und Wartung gezielt in
die Region. Insgesamt summierten sich unsere Aufträge an die heimische Wirtschaft
auf 50 Mio. € in 2010. Damit sichern und schaffen wir Arbeitsplätze in unserem Umfeld,
insbesondere beim Mittelstand und im Handwerk. Zur Wertschöpfung in der Region tragen
darüber hinaus auch die gesetzlichen über das EEG geregelten Zahlungen an regenerative
Stromerzeuger bei. Durch den starken Zubau von Biomasse- und Fotovoltaik-Anlagen stiegen
die ausgereichten EEG-Vergütungen von 336 Mio. € auf 469 Mio. € an. Dieses Geld verbleibt
wie auch die Gewerbesteuer, die Konzessionsabgaben, die Gehälter und Pensionszahlungen,
die an regionale Anteilseigner gezahlte Dividende und die Leistungen für Sponsoring
und Spenden in der Region und trägt zu ihrer Stärkung und Stabilität bei.
Unsere Strategie ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir setzen dies um, indem wir uns intensiv um Klimaschutz, Energiesparen und Energieeffizienz kümmern. Im Berichtsjahr konnten wir unser 10 Mio. € Energieeffizienz-Programm nach drei Jahren erfolgreich zum Abschluss bringen. Im Rahmen dieses Programms haben wir 308 Energieausweise, vorwiegend für öffentliche Gebäude, erstellt. unseren Geschäftskunden haben wir eine Energiecontrollingsoftware zur wirksamen Analyse des Energieverbrauchs und zum Ableiten von Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und Energieeinsparungen angeboten. Intensiv haben wir unsere Kunden zum sinnvollen Umgang mit Energie beraten. Ein Schwerpunkt unseres Programms lag in der Umrüstung der Straßenbeleuchtung. In über 220 Kommunen konnten wir die Leuchtmittel austauschen. Mit dem damit ausgelösten niedrigeren Energieverbrauch sparen die Kommunen ca. 3.500 Tonnen CO2 .
Im Frühjahr 2010 haben wir mit unserer CO2 -Sparwette zum zusätzlichen Energiesparen aufgerufen und können damit 20 Mio. kg CO2 einsparen.
Ein zunehmend wichtiges Thema ist für uns E-Mobility. Sie ermöglicht erstmals in großem Maßstab einen CO2 -neutralen Individualverkehr. Wir unterstützen dies durch den Aufbau einer Infrastruktur von Stromtankstellen. Wir erproben gemeinsam mit Partnern den Einsatz von Elektroautos und bieten unseren Kunden E-Bikes zum Test und Kauf an.
Intern lagen in den vergangenen Jahren unsere Schwerpunkte auf der Reduzierung der
Arbeitsunfälle und der Fortentwicklung des Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems.
Um die Anzahl und die Schwere der Arbeitsunfälle zu verringern, wurden beispielsweise
ein Verfahren zur Meldung von Beinaheunfällen und in Bereichen mit hohem Gefährdungspotenzial
verhaltensorientierte Begehungen eingeführt. Des Weiteren wurden alle Mitarbeiter
der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH durch eine eintägige Schulung zum Thema Arbeitssicherheit
sensibilisiert. Um das Ziel, die Anzahl der Arbeitsunfälle weiter zu reduzieren, zu
erreichen, arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung der Sicherheitskultur.
Der TÜV Süd hat bei seinem Ende Juli 2010 durchgeführten Überwachungsaudit die Fortentwicklung
des Arbeits- und Gesundheitsmanagementsystems nach der OHSAS 18.001 überprüft und
die Aufrechterhaltung des Zertifikats bestätigt.
Unser bürgerschaftliches Engagement zeigen wir nicht zuletzt durch Spenden für soziale,
kulturelle und die Umwelt schützende Aktivitäten. In der gesamten Region fördern wir
beispielsweise die offene Jugendarbeit, die Hilfsangebote des Bunten Kreises oder
auch den Aufbau der Schwäbischen Tafeln. Wir unterstützen kulturelles Engagement wie
die Donauwörther Kulturtage, den Schwäbischen Kunstsommer, die Mozartiade oder die
Memminger Meile. Einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität leisten
der Sport und die zahlreichen Vereine in unserer Region. Wir engagieren uns in den
regionstypischen Sportarten wie Eishockey, Fußball, Radfahren, Kanu und Klettern.
Regional engagiert sind auch unsere Mitarbeiter. In zahlreichen Projekten wurden sie
finanziell in ihrem ehrenamtlichen Engagement unterstützt. Beispielgebend dafür sind
die Renovierung der Räumlichkeiten einer Kinderspielgruppe in Vöhringen, ein Mädchenfußballcamp
in Horgau und ein Wasserwacht-Jugendzeltlager in Meitingen.
|
|
2010 | 2009 |
|
|
Mio. € | Mio. € |
| Aufträge an die heimische Wirtschaft | 50 | 52 |
| Ausbildung | 2 | 2 |
| Gewerbesteuer | 12 | 14 |
| Konzessionsabgaben an Kommunen | 29 | 25 |
| Dividende an regionale Anteilseigner | 4 | 4 |
| Mitarbeiter und Pensionäre | 137 | 129 |
| Zahlung an regenerative Stromerzeuger | 469 | 336 |
| Sponsoring (Kultur, Sport, Soziales) | 1 | 1 |
| Wertschöpfung in der Region | 704 | 563 |
| Umsatz-, Energie- und Körperschaftsteuer | 162 | 138 |
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichts lagen keine bedeutenden Ereignisse
vor.
Die LEW-Gruppe betreibt die kontinuierliche Früherkennung sowie standardisierte Erfassung,
Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken durch ein konzernweites Risikomanagementsystem.
Unser Ziel ist es, möglichst frühzeitig Informationen über mögliche Risiken und die
damit verbundenen finanziellen Auswirkungen zu gewinnen, um mit geeigneten Maßnahmen
rechtzeitig gegensteuern zu können. Im Rahmen des Planungs- und Controllingprozesses
sollen aber auch Chancen und das damit verbundene Ergebnispotenzial erkannt und genutzt
werden. Das Risikomanagement ist in die Strategie-, Planungs- und Controllingprozesse
integriert, um eine ganzheitliche Sicht auf die Entwicklung der LEW-Gruppe zu erhalten
und eine lösungsorientierte Risikosteuerung zu ermöglichen. Verankert ist dies in
der LEW-Richtlinie zum Risikomanagement.
Innerhalb der LEW-Gruppe sind Chancen und Risiken wie folgt definiert:
Als Chance wird die Möglichkeit einer zum Betrachtungsstichtag absehbaren, positiven
künftigen Entwicklung der wirtschaftlichen Lage (Mehrung der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage) gesehen, die durch das Eintreten eines nicht geplanten Ereignisses in
der Zukunft hervorgerufen wird.
Der Begriff Risiko wird heute in der Regel allgemein als Abweichung von einem Planwert
definiert und beinhaltet damit Veränderungen sowohl in positiver als auch negativer
Richtung. Jedoch wird der Begriff im Risikomanagementprozess der LEW, zur besseren
Unterscheidung von Chancen und Risiken so verwendet, dass er sich nur auf mögliche
negative Entwicklungen bezieht. Risiko im Sinne der oben genannten Richtlinie ist
somit die Möglichkeit einer zum Betrachtungsstichtag absehbaren, negativen künftigen
Entwicklung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens (Minderung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage), die durch das Eintreten eines unerwarteten Ereignisses in
der Zukunft hervorgerufen wird.
Der Vorstand der Lechwerke AG ist gesetzlich verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur
Früherkennung bestandsgefährdender Entwicklungen zu treffen und die Einhaltung der
Maßnahmen systematisch zu überwachen. Deshalb werden zur operativen Umsetzung verschiedene
Stellen und Gremien in der LEW-Gruppe mit der prozessualen Durchführung der notwendigen
Arbeiten betraut. Im Rahmen des Risikocontrolling-/Frühwarnsystems sind auf den verschiedenen
Stufen der LEW-Gruppe deshalb die nachfolgenden Funktionen zu besetzen:
Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagementsystem obliegt dem kaufmännischen
Vorstand der Lechwerke AG.
Diese Funktion nimmt der Controlling-Leiter der Lechwerke AG wahr. Es ist seine Aufgabe,
dass Risiken und Chancen ordnungsgemäß erfasst werden. Hierzu bestimmt er organisatorische
Einheiten, um in geeigneter Weise das Risikomanagement zu koordinieren und insbesondere
für die Erfassung und Weiterleitung der Risiken und Chancen sowie die ordnungsgemäße
Berichterstattung über risikorelevante Sachverhalte Sorge zu tragen.
Dieses Gremium setzt sich aus den Bereichsleitern der Lechwerke AG, den Geschäftsführern
der involvierten Beteiligungen und dem Leiter des Versicherungsbüros der Lechwerke
AG zusammen. Den Vorsitz führt der Controlling-Leiter. In die Zuständigkeit des Risikomanagement-Ausschusses
fallen u. a.:
| ― |
Erarbeitung bzw. Genehmigung von Grundlagen sowie Gestaltung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems für den jeweiligen Zuständigkeitsbereich |
| ― |
Erarbeitung der operativen Regeln für den Risikomanagementprozess im jeweiligen Zuständigkeitsbereich |
| ― |
Koordination der Risikoerfassung, -bewertung, -analyse und -steuerung im Zuständigkeitsbereich |
| ― |
Überwachung der Risikosituation sowie Einhaltung der LEW-Richtlinie zum Risikomanagement |
Im Regelfall ist der Risikoverantwortliche ein Mitglied des Risikomanagementausschusses,
in dessen Zuständigkeitsbereich die Identifikation, Analyse, Steuerung und Überwachung
eines meldepflichtigen Risikos bzw. einer Chance liegt (sog. Risk Owner).
Die bereits genannten Funktionen und Gremien sind im Risikomanagementsystem u. a.
für den wichtigen Bestandteil der Risikosteuerung verantwortlich. Mithilfe der Risikosteuerung
sollen die identifizierten und analysierten Risiken unter Beachtung der Risikostrategie
gesteuert werden. Gegenstand der Risikosteuerung ist die aktive Beeinflussung der
Risikopositionen. Ziel ist die Begrenzung der potenziellen Schadenshöhe und die Verringerung
der Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken. Es gibt dabei grundsätzlich die folgenden
Möglichkeiten der Risikosteuerung:

Der Verzicht auf risikobehaftete Geschäfte, z. B. Investitionen, ist in der Regel
nur bei Einzelrisiken sinnvoll anwendbar. Mit der Risikovermeidung geht in den meisten
Fällen auch ein Verzicht auf die Wahrnehmung von Gewinnchancen einher.
Durch Maßnahmen zur Risikoreduzierung soll die mögliche Schadenshöhe und/oder die
Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos reduziert werden. Dies kann z. B. durch
organisatorische bzw. technische Schutzmaßnahmen, Limitfestlegungen oder durch Verteilung
eines Risikos auf mehrere Vertragspartner erfolgen.
Durch die Risikoüberwälzung soll das Risiko auf ein anderes Unternehmen übertragen
werden. Versicherbare Risiken können auf Versicherungsunternehmen transferiert werden.
Eine weitere Möglichkeit stellen Garantien und Bürgschaften z. B. von Banken dar.
Weiterhin können Risiken durch Vertragsbedingungen auf einen Vertragspartner übertragen
werden oder durch den Abschluss von gegenläufigen Geschäften (z. B. für Commodity-Risiken)
gesteuert werden.
Das (Rest-) Risiko wird bewusst in Kauf genommen und fortlaufend überwacht.
Aus heutiger Sicht sind auch für die Zukunft keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand
des Konzerns oder der Gruppe gefährden könnten.
Durch die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
wurden die betrieblichen Prozesse des Risikomanagementsystems auf Ordnungsmäßigkeit,
Funktionsfähigkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Rechtmäßigkeit hin geprüft
und testiert.
Risiken werden in der LEW-Gruppe nach folgenden, gruppeneinheitlich festgelegten Risikokategorien
differenziert:
Hierunter fallen alle Risiken, die aufgrund veränderter Rahmenbedingungen in unseren
Beschaffungs- und Absatzmärkten eintreten können. Darunter verstehen wir sämtliche
preis- und mengenbedingte Veränderungen, die die Ergebnissituation beeinflussen könnten.
In unserem Risikokatalog führen wir als Einzelrisiko in dieser Kategorie u. a. den
Rückgang der Preise an der Strombörse EEX, was für die Vermarktung unserer Erzeugungsmengen
negative Auswirkungen hätte. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür liegt nach unserer
Einschätzung im mittleren Bereich zwischen 10 % bis 20 %. Als Gegensteuerungsmaßnahme
verkaufen wir die Strommengen ratierlich ab, um vergleichbar mit einem Fondssparplan,
eine gewisse Preisstreuung zu erzielen. Des Weiteren finden sich in dieser Kategorie
Risiken wie der Verlust von Konzessionen oder Forderungsausfälle von Kunden aufgrund
mangelnder Bonität.
In diese Kategorie fallen sämtliche Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit
entstehen und zu nachhaltigen Störungen in der Wertschöpfungskette führen können.
Entlang unserer Wertschöpfungskette können Schäden auftreten, die unsere Ertragslage
belasten.
Dem begegnen wir mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Prüf-, Wartungs-
und Instandhaltungsarbeiten. Hier erachten wir als größtes Risiko den Eintritt von
Naturkatastrophen in unserer Region und die daraus resultierenden Schäden für unsere
Netz- und Erzeugungsanlagen. Jedoch erachten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als
gering und unter 10 %. Als mögliche Gegenmaßnahme sind dabei Sofortmaßnahmen nach
Schadenseintritt im Wesentlichen gemäß der Richtlinie "Krisenmanagement" und des "Leitfadens
zur Beherrschung von Großstörungen" durchzuführen. Die weiteren Risiken in dieser
Rubrik umfassen u. a. den Ausfall unseres EDV-Rechenzentrums, Schäden durch Computer-Kriminalität
sowie die geringere Verfügbarkeit unserer Laufwasserkraftwerke.
Hierzu zählen wir alle Risiken, die aus finanztechnischen Tätigkeiten und Transaktionen
entstehen. Somit werden dort alle Zins-, Kredit- und Kursrisiken erfasst und überwacht.
In dieser Kategorie führen wir im Wesentlichen die Kursrisiken für unser Wertpapierportfolio.
Dabei handelt es sich um das größte Einzelrisiko im Risikokatalog der LEW-Gruppe.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen wir hier momentan zwischen 10 % bis 20 %.
Als Gegenmaßnahmen nimmt das Assetmanagenent ständige Marktbeobachtungen vor und überprüft
regelmäßig die Portfoliobewertung.
In diese Kategorie fallen Risiken aufgrund veränderter energiepolitischer, steuerrechtlicher,
regulierungsrechtlicher und kartellrechtlicher Regelungen und Gesetze. Alle Wertschöpfungsstufen
des Stromgeschäfts sind im starken Maße durch politische und rechtliche Rahmenbedingungen
beeinflusst. Das Netzgeschäft unterliegt der Regulierung nach dem Energiewirtschaftsgesetz.
Ein zentraler Risikosachverhalt in diesem Cluster ist die Verschärfung von Immissionsschutzauflagen
für elektromagnetische Felder, wobei die Eintrittswahrscheinlichkeit lediglich gering
eingeschätzt wird. Als Gegensteuerungsmaßnahme sondieren wir kontinuierlich die Gesetzgebungsaktivitäten
in diesem Bereich. Die weiteren Risiken in dieser Sparte beinhalten im Wesentlichen
den Hochwasserschutz an unseren Erzeugungsanlagen sowie allgemein Gerichtsurteile
zu Fällen bei anderen Energieversorgungsunternehmen die u. U. auch Auswirkungen auf
unser operatives Geschäft haben können.
Das Risiko der Finanzberichterstattung besteht darin, dass unsere Jahres- und Zwischenabschlüsse
Falschdarstellungen enthalten könnten, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf
die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Unser rechnungslegungsbezogenes internes
Kontrollsystem (IKS) zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und
die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen (Details hierzu auf Seite 37 f.).
Neben den eben genannten Risikoclustern gewinnt die Erfassung von Chancen stetig an
Bedeutung. Die Erhebung der Chancen läuft seit dem Geschäftsjahr 2009 strukturiert
im Zuge des oben beschriebenen Risikomanagementprozesses. Die quantifizierten Chancen
belaufen sich derzeit auf insgesamt rund 17 Mio. €. Wesentliche Einzelpositionen sind
höhere Erlöse aus dem Verkauf unserer Erzeugungsmengen mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit
zwischen 20 % bis 50 %.
Trotz einer deutlichen konjunkturellen Erholung werden auch 2011 noch Spätfolgen der
Finanz- und Wirtschaftskrise spürbar sein. Unterstützt durch geldmarktpolitische Impulse
und flankiert von staatlichen Konjunkturprogrammen fasse die Weltkonjunktur - so die
Prognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute - zunehmend Tritt. Diese Entwicklung
werde aber in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich ausfallen. Aufgrund
ihrer starken Exportorientierung könne auch die deutsche Wirtschaft vom globalen wirtschaftlichen
Aufwärtstrend weiterhin profitieren. In Deutschland wird der Aufschwung für 2011 mit
einer prognostizierten Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts von 2,2 % im Vergleich
zu 3,7 % in 2010 ebenfalls etwas an Schwung verlieren. Das Auslaufen der Konjunkturpakete
dürfte dabei keine deutlich dämpfende Wirkung auf die konjunkturelle Entwicklung haben.
Das erwartete weltwirtschaftliche Wachstum könnte mit einer deutlichen Zunahme der
Rohstoffnachfrage verbunden sein. Preissteigerungen auf den Energiemärkten sind in
diesem Zusammenhang nicht auszuschließen. Eine solche Entwicklung hätte Auswirkungen
auf die differenzierte Preisgestaltung in der Energieversorgung, ebenso wie der weitere
Anstieg der Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien (EEG-Umlage). Entscheidenden
Einfluss auf die Höhe der Beschaffungspreise hat nach wie vor die Zusammensetzung
des Energiemixes. Die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke könnte auf Preisentwicklungen
im Energiesektor vorübergehend stabilisierend wirken.
Die Bundesregierung hat im September 2010 Leitlinien für eine umweltschonende, zuverlässige
und bezahlbare Energieversorgung im Jahr 2050 formuliert. Dieser Weg in das regenerative
Zeitalter wird zu einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Energiewirtschaft führen.
Die LEW-Gruppe sieht sich für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet und hat
auch zukünftig den Anspruch, zu den führenden regionalen Energieversorgern im Süden
Deutschlands zu gehören.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2011 haben wir für Privatkunden die Preise für unsere LEW[Avanza]-
und LEW[Wärme]-Produkte und für LEW[Grundversorgung] angepasst, um hierdurch namentlich
die Mehrkosten für die Förderung von erneuerbaren Energien nach dem EEG weiterzugeben.
Diese erhöhten sich - nach einem Anstieg um rund 85 % im Vorjahr - von 2010 auf 2011
erneut um 72 %, von 2,05 ct/kWh auf 3,53 ct/kWh. Auch im Gewerbekundensegment erfolgte
vor diesem Hintergrund eine Preisanpassung.
Die EEG-geförderten Strommengen werden auch im Jahr 2011 weiter steigen. Die Mehrkosten
für Kunden aus der EEG-Umlage erhöhen sich nach BDEW-Angaben deutschlandweit von rund
8,2 Mrd. € im Jahr 2010 (2009: 5,3 Mrd. €) auf voraussichtlich 13,5 Mrd. € im Jahr
2011.
Im Privatkundenbereich werden wir neben der Kooperation mit dem ADAC weitere nationale
Kooperationen unter der Haltungsmarke "voRWEg gehen" gemeinsam mit den anderen deutschen
Vertriebsgesellschaften im RWE-Konzern eingehen: Die Kooperation mit der Deutschlandcard
eröffnet neben der Nutzung als Verkaufskanal die Möglichkeiten für die Weiterentwicklung
unserer Kundenkarte, die Kooperation mit der Postbank erhöht die Anzahl der Points
of Sale und damit die Visibilität im Vertriebsgebiet. Neben den nationalen Kooperationen
streben wir lokale Kooperationen mit regional aktiven Geschäftspartnern an. Chancen
sehen wir weiterhin in kompetenter Vor-Ort-Energieberatung, in unserem Wärmepumpenprogramm
mit dem Referenzobjekt der impuls arena oder auch in der LEW-Bildungsinitiative "Forum
Schule".
Im Bereich E-Mobility werden wir unser Angebot für alle Kundensegmente erweitern.
Schwerpunkte legen wir dabei auf den bedarfsorientierten Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur
für Elektrofahrzeuge, auf die Konzeption und die Tests intelligenter Mobilitätskonzepte
sowie auf die Entwicklung werthaltiger Geschäftsmodelle in Zusammenarbeit mit strategischen
Partnern. Die E-Bike-Vermietung und den Verkauf werden wir - auch gemeinsam mit Kommunen
- ausbauen, ebenso wie das Angebot, auf Basis einer Kooperation mit der RWE Effizienz
GmbH, Elektrofahrzeuge zu beziehen.
Energieeffizienz bleibt einer der Schlüsselbegriffe der aktuellen energie- und klimapolitischen
Debatte und wird 2011 - auch nach dem Auslaufen des LEW-Energieeffizienz-Programms
- bei uns eine entscheidende vertriebsstrategische Rolle spielen. Dazu werden die
bisherigen Schwerpunktthemen Energieausweise und Beratung, Energiecontrollingsysteme,
energieeffiziente Straßenbeleuchtung und Energiedienstleistungen ergänzt um die Themen
Smart Meter und Smart Grid, E-Mobility, Speichersysteme und Energienutzungskonzepte.
um den Energieverbrauch im eigenen zuhause zu optimieren, werden wir in Zusammenarbeit
mit der RWE Effizienz GmbH ein Set anbieten, mit dem sich über den PC oder per Smart
Phone Heizkörper nach Wunsch temperieren und elektrische Geräte und Beleuchtung zentral
steuern lassen. Dies ist für uns ein weiterer Baustein für mehr Komfort und Energieeffizienz.
Eine Steigerung der Absatzmenge bei wertorientierter Preispolitik, der Ausbau des
Gasgeschäfts, eine aktive Marktbearbeitung im Vertriebsgebiet sowie die Absicherung
der Marktposition in unserem Netzgebiet werden auch 2011 und 2012 unsere wichtigsten
vertriebsstrategischen Ziele sein.
Die Strommengen aus den nicht durch das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien
(EEG) geförderten Wasserkraftwerken werden weiterhin ratierlich über einen Zeitraum
von drei Jahren auf Basis der Großhandelspreise vermarktet. Für das Jahr 2011 wurden
bis 31. Dezember 2010 rund 74 % der erwarteten Erzeugung bereits vermarktet, für 2012
rund 39 %. Die dabei erzielten Preise für das Lieferjahr 2011 liegen rund 5 % über
den Preisen des Vorjahres. Für die Vermarktung der noch offenen Restmengen gehen wir
derzeit von einem zu erzielenden Preis aus, der auf dem Niveau des aktuellen Preises
liegt.
Auf Seiten der Wasserkraft stellen die anstehenden Umsetzungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und Anpassungen an neue Anforderungen für Hochwasserschutz bei Stauanlagen und Deichen die größten Herausforderungen in den nächsten Jahren dar. Hier stehen in Abstimmung mit den örtlichen Behörden und Naturschutzverbänden umfangreiche Maßnahmen, wie die Anpassung von Dämmen und Deichen sowie die Herstellung der Gewässerdurchgängigkeit an verschiedenen Flussbereichen, an. Diese Maßnahmen sollen im Sinne des zwischen dem Freistaat Bayern und den großen bayerischen Wasserkraftbetreibern abgestimmten Eckpunktepapiers - sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich vertretbar ausgestaltet - umgesetzt werden. Ziel des Eckpunktepapiers ist der Erhalt und die Stärkung der Wasserkraft als wesentliche heimische, regenerative und CO2 -freie Energie in Bayern bei gleichzeitiger Verbesserung der Gewässerökologie. Dazu sollen die o. g. erforderlichen Maßnahmen zu Paketlösungen zusammengefasst werden, so weit möglich jeweils für ganze Flussabschnitte bzw. Stauanlagenketten. Dies geschieht im Dialog zwischen der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH, Wasserwirtschafts-, Naturschutz- und Fischereifachbehörden.
Für die beiden Folgejahre erwarten wir trotz leicht höherer Vermarktungspreise im
Geschäftsbereich Erzeugung ein Ergebnis, das leicht unter dem Niveau von 2010 liegt.
Ursächlich hierfür sind zusätzliche Anforderungen aus der Umsetzung der europäischen
Wasserrahmenrichtlinie und dem Thema Hochwasserschutz.
Die mit jedem Stromtransport verbundenen Energieverluste müssen durch die sogenannte
Verlustenergie ausgeglichen werden, die der Verteilnetzbetreiber am Markt beschaffen
muss. Eine Vorgabe zum Beschaffungsprozess ist von der Bundesnetzagentur (BNetzA)
zwar bereits 2008 erlassen worden, diese sieht jedoch zum Ausgleich der dabei entstehenden
Kosten keine Anpassungsmöglichkeit der Erlösobergrenze vor. Aufgrund der schwankenden
Energiepreise konnte es zu deutlichen Differenzen zwischen den tatsächlich anfallenden
und den festgesetzten Kosten kommen, weshalb diese Praxis bei der Kostenanerkennung
der Netzverluste aus Sicht der Netzbetreiber eines der zentralen Regulierungsprobleme
darstellte. Die BNetzA hat inzwischen eine freiwillige Selbstverpflichtung eingeführt,
die es ermöglichen soll Schwankungen bei den Beschaffungspreisen in der Erlösobergrenze
abzubilden. Diese zukunftsorientierte Regelung für den Umgang mit den Beschaffungskosten
für Verlustenergie findet erstmalig im Jahr 2011 Anwendung und gilt für die restliche
Laufzeit der ersten Regulierungsperiode. Die durch Beschluss der BNetzA für die Jahre
2011 bis 2013 festgelegten Erlösobergrenzen werden mit Umsetzung dieser freiwilligen
Selbstverpflichtung jährlich neu angepasst.
Der Anschluss einer großen Zahl von dezentralen Erzeugungsanlagen an ein Stromverteilernetz
kann dazu führen, dass sich die Versorgungsaufgabe eines Netzbetreibers nachhaltig
ändert, da die Integration dieser Anlagen Netzverstärkungen sowie damit einhergehend
den Ausbau des Netzes erforderlich macht. Die Anreizregulierungsverordnung (ARegV)
sieht mit dem sogenannten Erweiterungsfaktor ein Instrument vor, mit welchem Erlösobergrenzen
innerhalb einer Regulierungsperiode an erhebliche Änderungen der Netzkosten infolge
nachhaltiger Änderungen der Versorgungsaufgabe angepasst werden können. Nach einer
Änderung der ARegV können erstmalig im Jahr 2011 die Kosten der Integration dezentraler
Erzeugungsanlagen bei der Anpassung von Erlösobergrenzen Berücksichtigung finden.
Das Geschäftsjahr 2011 gilt als das Basisjahr für die zweite Regulierungsperiode der
Anreizregulierung im Bereich Strom und ist somit das Ausgangsniveau für die Ermittlung
der Erlösobergrenzen der Jahre 2014 bis 2018.
Wie bereits in den vergangenen Jahren wirkt sich auch in den Jahren 2011 und 2012
das Thema Mehrerlösabschöpfung belastend auf das IFRS-Ergebnis im Netzbereich aus.
Darüber hinaus rechnen wir aufgrund von Kostensteigerungen z. B. durch EEG-bedingten
Netzausbau und die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung mit einem rückläufigen
Ergebnis.
In unserer mittelfristigen Unternehmensplanung gehen wir für 2011 und 2012 von einem
weiteren Anstieg der Umsatzerlöse aus. Diese Entwicklung wird zum einen durch die
unterstellte Zunahme der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien und zum anderen
durch organisches Wachstum in den Geschäftsfeldern Vertrieb, Erzeugung und Telekommunikation
getragen.
Der weitere Zuwachs der EEG-Förderung führt im Verteilnetz ebenso wie im Vertrieb
zu steigenden Umsatzerlösen. Allerdings sind sowohl die Weitergabe der eingespeisten
Mengen an den vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber wie auch die Umlage auf den
Endkunden durch unseren Vertrieb für die LEW-Gruppe ergebnisneutral.
Ergebniswirksame Umsatzzuwächse realisieren wir dagegen im Gasgeschäft. Hier konnten
wir im abgelaufenen Geschäftsjahr bei allen Kundengruppen unsere Position am Markt
ausbauen und streben auch weiterhin ein nachhaltiges Wachstum an. Im Bereich der Energieerzeugung
planen wir in den kommenden Jahren Investitionen mit dem Fokus auf kleinere und mittelgroße
Biomasseanlagen. Im Geschäftsfeld der LEW TelNet GmbH befinden sich mehrere Breitbandprojekte
in der Umsetzung. In Kooperation mit den Kommunen vor Ort wollen wir in den nächsten
Jahren eine Vielzahl "weißer Flecken auf der Landkarte" durch schnelle Glasfaserverbindungen
erschließen.
Insgesamt gehen wir davon aus, dass unser Ergebnis auch in den nächsten Jahren keinen
wesentlichen Schwankungen unterworfen sein wird.
Die Ausschüttung bemisst sich nach dem handelsrechtlichen Ergebnis der Lechwerke AG.
Unser Ziel ist es, die Dividenden für die kommenden Geschäftsjahre auf dem Niveau
von 2010 zu halten.
Für das Jahr 2011 planen wir nochmals einen Anstieg des Investitionsvolumens. Erhöhte
Investitionen wird es weiterhin im Netzbereich geben. Diese sind zum einen auf Großbaustellen
wie z. B. den neuen 400/110-kv-Einspeisepunkt Vöhringen, aber auch auf die weiterhin
deutliche Zunahme der EEG-Einspeiseanlagen zurückzuführen, die eine Verstärkung/Erweiterung
unseres Nieder- und Mittelspannungsnetzes notwendig machen. Außerdem wird im Bereich
Breitbandverkabelung die Investitionstätigkeit forciert, um gemeinsam mit ausgewählten
Kommunen schnelle Datenverbindungen in der Region zu schaffen. Im Bereich Smart Metering
ist ein Pilotprojekt mit einer Gemeinde in unserem Grundversorgungsgebiet geplant.
Größere Einzelprojekte im Bereich energienahe Dienstleistungen können ebenfalls unser
Investitionsvolumen erhöhen.
Die Analyse der Bevölkerungsentwicklung in der Region und der langfristigen Mitarbeiterstruktur
der LEW-Gruppe haben bestätigt, dass wir uns strategisch und frühzeitig auf den demografischen
Wandel sowie den Wettbewerb um Talente vorbereiten müssen. Eine Projektgruppe hat
das Zusammenspiel der verschiedenen Handlungsfelder analysiert und ein ganzheitliches
Demografie-Programm als wichtigen Beitrag für unsere Zukunftsfähigkeit entwickelt,
dessen Umsetzung in den kommenden Jahren erfolgt.
Im ersten Halbjahr 2011 prüfen wir im Rahmen einer Arbeitsgruppe die Auslagerung unserer
Pensionsverpflichtungen in einen Pensionsfonds.
Die im Rahmen des Zertifikats zum audit berufundfamilie® vereinbarten Maßnahmen zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden unter Berücksichtigung der jeweiligen betrieblichen Erfordernisse und Bedarfe durchgeführt. Die LEW-Gruppe will damit den sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen und gleichzeitig die Attraktivität als Arbeitgeber steigern.
Zum 1. Januar 2011 hat die RWE Deutschland AG ihren operativen Betrieb aufgenommen.
In der RWE Deutschland AG werden die deutschen Netz- und Vertriebsaktivitäten gebündelt.
Für die LEW-Gruppe bedeutet dies, dass für die Lechwerke AG zukünftig die RWE Deutschland
AG zentraler Ansprechpartner sein wird.
Da in der RWE Deutschland AG innerhalb des RWE-Konzerns die wesentlichen Funktionen
gebündelt werden, um Synergiepotenziale zu identifizieren und zu erschließen, ergeben
sich für die LEW-Gruppe durch die Schaffung der RWE Deutschland AG Vorteile. Dies
sind insbesondere die Verbesserung der Effizienz und Schlagkraft durch schlankere
Strukturen, die verstärkte fachliche Vernetzung und ein verbesserter Informations-
und Know-how-Austausch.
Für das Tagesgeschäft der Lechwerke AG ergeben sich dadurch keine Auswirkungen.
In unserem Geschäftsbericht treffen wir Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung
der LEW-Gruppe beziehen. Diese Aussagen sind ausschließlich Erwartungen, die wir auf
Basis unseres aktuellen Informationsstands abgeben. Sollten sich die zugrunde gelegten
Prämissen ändern oder weitere Chancen und Risiken eintreten, so sind Ergebnisabweichungen
möglich. Eine Gewähr können wir daher für diese Angaben nicht übernehmen.
17. Juni 1957
geboren in Mönchengladbach
1976 bis 1981
Studium der Ingenieurwissenschaften
an der RWTH Aachen mit dem
Abschluss Diplom-Ingenieur
1980 bis 1986
Lehrstuhl für Wärmeübertragung und
Klimatechnik an der RWTH Aachen
1985
Promotion Dr.-Ing.
1986 bis 1988
Steag AG, Essen
Planungs- und Projektingenieur
Maschinentechnik
1988 bis 1998
VEBA AG, Düsseldorf
zuletzt stellvertretender Leiter
Bereich Wirtschaftspolitik
1998 bis 2001
rhenag Rheinische Energie AG, Köln
Mitglied des Vorstands
2000 bis 2004
Thüga AG, München
Mitglied des Vorstands
2001 bis 2004
Thüga Beteiligungen AG, Köln
Vorstand
2004 bis 2005
E.ON Kraftwerke GmbH, Hannover
Vorsitzender der Geschäftsführung
(bis September 2005)
2006 bis März 2009
RheinEnergie AG, Köln
Vorsitzender des Vorstands
GEW AG, Köln
Vorsitzender des Vorstands
Stadtwerke Köln, Köln
Mitglied der Geschäftsführung
(ab Januar 2009
Sprecher der Geschäftsführung)
modernes köln, Köln
Geschäftsführer
Wohnungsgesellschaft der
Stadtwerke Köln, Köln
Sprecher der Geschäftsführung
Juni 2008 bis 30. Juni 2010
Bundesverband der
Deutschen Energie- und
Wasserwirtschaft (BDEW)
ehrenamtlicher Präsident
Mai 2009 bis 30. September 2010
RWE AG, Essen
Mitglied des Vorstands
Chief National Officer
seit 1. Oktober 2010
RWE AG, Essen
Mitglied des Vorstands
Operative Steuerung (COO)
Im Geschäftsjahr 2010 hat der Aufsichtsrat sämtliche ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden
Aufgaben wahrgenommen. Er befasste sich u. a. eingehend mit der wirtschaftlichen Lage
und der strategischen Entwicklung des Unternehmens, seiner Geschäftsfelder und Beteiligungen.
Darüber hinaus standen zahlreiche Einzelthemen sowie zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle
auf den Tagesordnungen der Sitzungen.
Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten
und die Geschäftsführung der Gesellschaft laufend begleitet und überwacht. Dabei war
der Aufsichtsrat in sämtliche Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender
Bedeutung waren, frühzeitig und unmittelbar einbezogen. Die Zusammenarbeit zwischen
Aufsichtsrat und Vorstand war durch einen intensiven und offenen Austausch gekennzeichnet.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch mündlicher
Form zeitnah und umfassend über die Lage des Unternehmens und seiner Beteiligungen,
alle wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung und der strategischen Weiterentwicklung
sowie über bedeutende Geschäftsvorfälle unterrichtet. Besonderes Augenmerk galt auch
2010 der Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements,
der rechtskonformen Unternehmensführung und der Compliance.
Bei Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen hat der Vorstand
ausführliche Erläuterungen abgegeben. Zusammen mit dem Vorstand wurden die Gründe
für die Abweichungen einschließlich der erforderlichen Maßnahmen intensiv diskutiert.
Sämtliche für das Unternehmen bedeutende Geschäftsvorfälle wurden auf Basis der Berichte
des Vorstands im Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen ausführlich erörtert. Die Entscheidungen
des Aufsichtsrats wurden nach gründlicher Prüfung der Berichterstattung und der Beschlussvorschläge
sowie nach eingehender Beratung gefasst.
Im Berichtsjahr ist der Aufsichtsrat zu vier turnusmäßigen Sitzungen sowie einer konstituierenden
Sitzung zusammengetreten. Er befasste sich eingehend mit der wirtschaftlichen Lage
und der operativen sowie strategischen Entwicklung des Unternehmens und seiner Geschäftsfelder
sowie seiner Beteiligungsunternehmen. Mit dem Ende der Hauptversammlung am 12. Mai
2010 waren die Mandate der Aufsichtsratsmitglieder ausgelaufen. Die neuen Aktionärsvertreter
im Aufsichtsrat wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2010 gewählt. Die neu gewählten
Arbeitnehmervertreter wurden bereits in einer im März 2010 durchgeführten Wahl von
den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für die neue Amtszeit zu Mitgliedern des Aufsichtsrats
gewählt. Unmittelbar nach der Hauptversammlung fand daher eine konstituierende Sitzung
des Aufsichtsrats mit den neu gewählten Aufsichtsratsmitgliedern statt.
Über Projekte und Vorgänge, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie
für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung oder Dringlichkeit waren,
wurde der Aufsichtsrat auch außerhalb von Sitzungen unverzüglich und umfassend informiert.
Zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle hat der Vorstand anhand ausführlicher Unterlagen
ordnungsgemäß zur Beschlussfassung vorgelegt. Soweit erforderlich, hat der Aufsichtsrat
nach Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden eine Beschlussfassung im schriftlichen
Verfahren durchgeführt.
Auch außerhalb der Sitzungen im Plenum und in den Ausschüssen standen der Aufsichtsratsvorsitzende,
der Vorsitzende des Prüfungsausschusses und weitere Aufsichtsratsmitglieder in regelmäßigem
Kontakt mit dem Vorstand, um die aktuelle Geschäftsentwicklung und die wesentlichen
Geschäftsvorfälle zeitnah zu erörtern und den Vorstand beratend zu unterstützen.
Interessenskonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat
gegenüber unverzüglich offen zu legen sind, und über die die Hauptversammlung zu informieren
wäre, sind auch im Geschäftsjahr 2010 nicht aufgetreten.
Die Präsenz bei den Aufsichtsratssitzungen lag im Berichtsjahr durchschnittlich bei
91 %. Kein Aufsichtsratsmitglied hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.
Die Ausschüsse tagten im Berichtsjahr jeweils in vollzähliger Besetzung.
Regelmäßige Tagesordnungspunkte waren im Geschäftsjahr 2010 neben der Berichterstattung
des Vorstands über das laufende Geschäftsjahr auch die Berichte der Ausschussvorsitzenden
aus den Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Personalausschusses des Aufsichtsrats.
Daneben standen auch im Berichtsjahr wieder zahlreiche Einzelthemen auf den Tagesordnungen
der Sitzungen.
Im Februar 2010 wählte der Aufsichtsrat im schriftlichen Verfahren Herrn Dr. Wolfgang
Kässer mit Wirkung ab 1. März 2010 zum Mitglied und Vorsitzenden des Prüfungsausschusses
des Aufsichtsrats, nachdem Herr Ralf Zimmermann sein Mandat als Mitglied und Vorsitzender
des Ausschusses niedergelegt hatte.
Wesentlicher Inhalt der Sitzung des Aufsichtsrats am 9. März 2010, an der auch der
Abschlussprüfer teilnahm, war die Befassung mit dem vom Abschlussprüfer bestätigten
Jahresabschluss der Lechwerke AG und dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2009,
dem zusammengefassten Lagebericht der Lechwerke AG und der LEW-Gruppe sowie dem Gewinnverwendungsvorschlag
des Vorstands. Weiterhin gab der Aufsichtsrat ein zusätzliches Investitionsbudget
für die Wachstumsfelder Breitbandverkabelung und Energiedienstleistungen frei und
befasste sich mit Grundstücksangelegenheiten und mit der Vorbereitung der Hauptversammlung
2010. Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war auch die Anpassung der Geschäftsordnung
für den Aufsichtsrat an die weiterentwickelte Gesetzeslage. Insbesondere wurden die
Aufgaben des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats entsprechend den neuen Anforderungen
des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
- BilMoG) an das Rechnungswesen und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erweitert.
Durch das BilMoG wurden explizite Anforderungen an die Überwachung der Rechnungswesenprozesse
und der Wirksamkeit des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems formuliert.
Der Aufgabenkatalog des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats wurde entsprechend erweitert
und präzisiert. Geändert wurden in diesem Zusammenhang auch die Regularien zur Besetzung
des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat wählt künftig aus seiner
Mitte die Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats und bestellt dessen
Vorsitzenden. Des Weiteren wurden zur Vereinheitlichung des Regelwerks die Bestimmungen
über den Personalausschuss des Aufsichtsrats und der Katalog zustimmungspflichtiger
Geschäfte und Maßnahmen für den Vorstand in die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat
aufgenommen.
Nachdem sich der Aufsichtsrat bereits in seinen Sitzungen am 23. September 2009 und
am 8. Dezember 2009 mit den geänderten Regelungen des Deutschen Corporate Governance
Kodex (Kodex) für die Vorstandsvergütung auseinandergesetzt hatte, hat der Aufsichtsrat
in seiner Sitzung am 9. März 2010 sodann erneut ausführlich über die Struktur des
Vergütungssystems beraten und ein neues Vergütungssystem für den Vorstand beschlossen.
Das neue Vergütungssystem, das mit Wirkung zum 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist
und durch den Aufsichtsratsvorsitzenden bereits in der Hauptversammlung am 12. Mai
2010 dargestellt und erläutert wurde, richtet die Struktur u. a. noch stärker auf
eine nachhaltige Unternehmensentwicklung aus. Zudem hat der Aufsichtsrat weitere Vergütungsfragen
und die Anpassung der Vorstandsverträge behandelt.
In seiner 275. Sitzung am 12. Mai 2010 hat sich der Aufsichtsrat ebenfalls mit dem
neuen Vergütungssystem befasst. Darüber hinaus stand die Berichterstattung des Vorstands
zur Geschäftsentwicklung auf der Tagesordnung. Zusätzlich hat er entsprechend der
Empfehlung in Ziffer 3.8 des Kodex und dem Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung
(VorstAG) die Selbstbehalte der Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Versicherung)
für die Aufsichtsratsmitglieder angepasst. Auch die Selbstbehalte der D&O-Versicherung
der Vorstandsmitglieder wurden entsprechend behandelt.
Im Anschluss an die Hauptversammlung am 12. Mai 2010 konstituierte sich der Aufsichtsrat
neu und wählte den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seine Stellvertreter sowie die
Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats und bestellte dessen Vorsitzenden.
Des Weiteren wurde der Auftrag an den Abschlussprüfer erteilt.
Im August 2010 stimmte der Aufsichtsrat im schriftlichen Verfahren dem Verkauf eines
nicht mehr betriebsnotwendigen Grundstücks zu.
In der Sitzung am 16. September 2010 standen zunächst die regelmäßigen Berichtsthemen
auf der Tagesordnung. Der Aufsichtsrat informierte sich ausführlich über die Neuerungen
des Kodex und diskutierte die Umsetzung bei der Lechwerke AG. Daneben erörterte der
Aufsichtsrat im Einzelnen Themen aus den Bereichen Erzeugung, Verlustenergie und Beirat.
Im Mittelpunkt der Sitzung am 8. Dezember 2010 standen die Unternehmensplanung für
die Geschäftsjahre 2011 bis 2013 und das Budget für das Geschäftsjahr 2011. Zudem
stimmte der Aufsichtsrat der Verschmelzung der Inntal Netz- und Servicegesellschaft
mbH auf die Wendelsteinbahn GmbH zu und befasste sich mit Erzeugungs-, Beirats- und
Grundstücksthemen.
Im Berichtsjahr informierte der Vorstand den Aufsichtsrat in der Regelberichterstattung
laufend über die aktuelle Entwicklung der Sicherung von Konzessions- und Straßenbeleuchtungsverträgen.
Auch im Geschäftsjahr 2010 wurde der aktuelle Stand von Projekten und Ansätzen zur
Optimierung der IT- und Kundenserviceprozesse eng vom Aufsichtsrat begleitet.
Darüber hinaus wurde regelmäßig über den Stand des Breitbandausbaus durch die LEW
TelNet GmbH in der Region berichtet.
Der Personalausschuss des Aufsichtsrats trat im Geschäftsjahr zu einer Sitzung am
9. März 2010 zusammen und befasste sich mit den ihm übertragenen Aufgaben. Gemäß den
Regelungen des VorstAG hat der Personalausschuss hierbei insbesondere die Beschlussfassungen
des Aufsichtsrats zum Vergütungssystem, den individuellen Vergütungsanpassungen, der
Tantieme für das Geschäftsjahr 2009 sowie die Zuteilung von Performance Shares vorbereitet.
Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats ist im Berichtszeitraum zu vier Sitzungen
zusammengetreten. An den Sitzungen nahm stets der kaufmännische Vorstand des Unternehmens
teil.
Besonderes Augenmerk galt in allen Sitzungen des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats
der Berichterstattung über das laufende Geschäftsjahr, der Überwachung des Risikomanagementsystems
und des Internen Kontroll- und Revisionssystems und dem Thema Compliance. In seiner
Sitzung am 9. März 2010 beschäftigte sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats
zudem intensiv mit dem Jahresabschluss der Lechwerke AG und dem Konzernabschluss der
LEW-Gruppe für das Geschäftsjahr 2009 und bereitete die Erteilung des Prüfungsauftrags
an den Abschlussprüfer vor. Im Vorfeld der Unterbreitung des Wahlvorschlags holte
er die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers ein. Der Abschlussprüfer hat
an dieser Sitzung teilgenommen. In seiner Sitzung am 11. Mai 2010 beriet der Prüfungsausschuss
insbesondere über die Vereinbarungen mit dem Abschlussprüfer. Im Mittelpunkt der Sitzung
des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats am 16. September 2010 stand die Information
und Beratung über wesentliche Bilanzierungsneuerungen und Wahlrechtsausübungen der
Lechwerke AG durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz für das Geschäftsjahr 2010.
In der Sitzung am 8. Dezember 2010 standen wieder die regelmäßigen Berichte über das
laufende Geschäftsjahr, die Interne Revision und die Compliance des Unternehmens auf
der Tagesordnung.
Darüber hinaus erörterte der Prüfungsausschuss gemäß Ziffer 7.1.2 des Kodex die Zwischenmitteilungen
und den Halbjahresbericht vor deren Veröffentlichung mit dem Vorstand. Diese Erörterungen
erfolgten am 3. Mai 2010, 12. August 2010 und 12. November 2010. Schwerpunkte der
Diskussionen waren dabei die Ergebnisentwicklung des laufenden Geschäftsjahres und
der Ausblick auf das Geschäftsjahresende.
Über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen des Aufsichtsrats wurde in
der nachfolgenden Plenumssitzung durch die Ausschussvorsitzenden jeweils ausführlich
berichtet.
In der September-Sitzung des Aufsichtsrats hat der Vorstand ausführlich über die Änderungen
der Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in
der am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichten Fassung des
Kodex vom 26. Mai 2010 informiert.
Die Entsprechenserklärung 2010 zum Kodex gemäß § 161 AktG wurde in der Sitzung am
8. Dezember 2010 abgegeben.
Der vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellte Jahresabschluss
der Lechwerke AG, der nach International Financial Reporting Standards (IFRS), wie
sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss und der zusammengefasste
Lagebericht für die Lechwerke AG und die LEW-Gruppe wurden von der PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung
München, unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Die Prüfung hat keine Beanstandungen
ergeben, der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt.
Der Abschlussprüfer wurde durch die Hauptversammlung am 12. Mai 2010 gewählt und vom
Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahresabschlusses der Lechwerke AG, des Konzernabschlusses
sowie des zusammengefassten Lageberichts für die Lechwerke AG und die LEW-Gruppe beauftragt.
An der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers bestehen keine Zweifel. Der Abschlussprüfer
hat die geforderte Unabhängigkeitserklärung abgegeben, über die der Prüfungsausschuss
auch beraten hat. Die Anforderungen des Kodex zum Auftragsverhältnis zwischen der
Lechwerke AG und der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
sind erfüllt.
Die Jahresabschlussunterlagen, der Geschäftsbericht sowie die Prüfungsberichte des
Abschlussprüfers wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Bilanzsitzung
am 14. Februar 2011 zugeleitet.
Der Prüfungsausschuss hat sich in seiner unmittelbar vor der Bilanzsitzung am 14.
Februar 2011 einberufenen Sitzung ausführlich mit den Abschlüssen und den Prüfungsberichten
auseinandergesetzt und dem Aufsichtsrat die Billigung der Abschlüsse sowie die Zustimmung
zum Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands empfohlen. An dieser Prüfungsausschusssitzung
hat der Abschlussprüfer teilgenommen.
Der Vorstand erläuterte die Unterlagen in der Bilanzsitzung eingehend. Der Abschlussprüfer,
der an den Beratungen teilnahm, berichtete in dieser Sitzung zudem über die wesentlichen
Ergebnisse der Prüfung und stand für weitere ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Über
Umstände, die seine Befangenheit hätten besorgen lassen, war nichts zu berichten.
Der Aufsichtsrat kam insbesondere auch zu dem Ergebnis, dass der Vorstand die nach
§ 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems
in geeigneter Form getroffen hat.
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der Lechwerke AG, den Konzernabschluss, den
zusammengefassten Lagebericht für die Lechwerke AG und die LEW-Gruppe sowie den Vorschlag
für die Verwendung des Bilanzgewinns auch seinerseits eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat
stimmt mit der Einschätzung des Vorstands im Lagebericht überein. Der Aufsichtsrat
hat von dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zustimmend Kenntnis genommen. Nach
dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind keine Einwendungen zu erheben. Wie
vom Prüfungsausschuss empfohlen, hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung beider
Abschlüsse durch den Abschlussprüfer zugestimmt und sowohl den Jahresabschluss der
Lechwerke AG als auch den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 gebilligt. Damit
ist der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 festgestellt. Der Aufsichtsrat hat sich
dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands angeschlossen.
Der Aufsichtrat hat auch den vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellten Bericht über
die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft und für in Ordnung befunden. Dieser
Abhängigkeitsbericht wurde vom Abschlussprüfer gemäß § 313 Abs. 3 Satz 1 AktG mit
folgendem Vermerk versehen:
| "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass | |
| 1. 2. 3. |
die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war, bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen." |
Die Überprüfung dieses Berichts durch den Aufsichtsrat hat zu keinen Beanstandungen
geführt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer
an. Hiernach und nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhebt der
Aufsichtsrat gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen
zu verbundenen Unternehmen keine Einwendungen.
Herr Dr. Wolfgang Kässer, Pullach, Rechtsanwalt, wurde durch Beschluss des Amtsgerichts
Augsburg vom 15. Januar 2010 zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Herr Dr. Kässer
erfüllt die Voraussetzungen des Gesetzes an den unabhängigen Finanzexperten gemäß
§ 100 Abs. 5 AktG.
Herr Ralf Zimmermann hat sein Amt als Vorsitzender und Mitglied des Prüfungsausschusses
mit Wirkung zum Ablauf des 28. Februar 2010 niedergelegt. Herr Dr. Kässer wurde durch
schriftlichen Beschluss des Aufsichtsrats mit Wirkung ab 1. März 2010 zum Mitglied
und Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt. Die Voraussetzungen des § 107 Abs.
4 AktG sind damit erfüllt.
Entsprechend der am 9. März 2010 an die Anforderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes
angepassten Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat besteht der Prüfungsausschuss des
Aufsichtsrats aus drei Mitgliedern, d. h. aus zwei Aufsichtsratsmitgliedern der Aktionäre
und einem Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmer. Die Wahl der Mitglieder des Prüfungsausschusses
und dessen Vorsitzenden erfolgte in der Sitzung des Aufsichtsrats am 9. März 2010
aus der Mitte des Aufsichtsrats, wobei Herr Dr. Kässer als Mitglied und Vorsitzender
des Ausschusses bestätigt und zu weiteren Mitgliedern die Herren Dr. Arndt Neuhaus
und Thomas Siprak gewählt wurden.
Mit dem Abschluss der Hauptversammlung am 12. Mai 2010 endete gemäß § 102 Abs. 1 AktG
i. V. m. § 9 der Satzung die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder.
Die Arbeitnehmervertreter Jürgen Kaiser, Augsburg, Technischer Angestellter, und Robert
Rehm, Friedberg, Energieanlagenelektroniker, sowie Thomas Siprak, Biberbach, Vorsitzender
des Betriebsrats der Lechwerke AG, wurden in einer im März 2010 durchgeführten Wahl
von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für die neue Amtszeit zu Mitgliedern des
Aufsichtsrats gewählt.
Die Hauptversammlung am 12. Mai 2010 stimmte dem Vorschlag der Anteilseignervertreter
im Aufsichtsrat zu und wählte folgende Personen als Anteilseignervertreter zu Aufsichtsratsmitgliedern
für die neue Amtszeit:
| ― |
Dr. Ivo Holzinger, Memmingen, Oberbürgermeister der Stadt Memmingen |
| ― |
Dr. Wolfgang Kässer, Pullach, Rechtsanwalt |
| ― |
Dr. Arndt Neuhaus, Essen, seit 1. Januar 2011 Vorsitzender des Vorstands der RWE Deutschland AG |
| ― |
Dr. Ulrich Rust, Mülheim an der Ruhr, seit 1. Januar 2011 Leiter Corporate & Finance der RWE AG |
| ― |
Dr. Rolf Martin Schmitz, Mönchengladbach, Mitglied des Vorstands der RWE AG |
| ― |
Ralf Zimmermann, Rüsselsheim, Mitglied des Vorstands der RWE Vertrieb AG |
Die Wahl erfolgte satzungsgemäß für die Zeit bis zum Ablauf der Hauptversammlung,
die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 beschließt.
Der Aufsichtsrat wählte in seiner konstituierenden Sitzung am 12. Mai 2010 Herrn Dr.
Schmitz zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie Herrn Zimmermann zum ersten stellvertretenden
Vorsitzenden und Herrn Siprak zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats.
Die Herren Dr. Schmitz, Siprak und Zimmermann sind damit gemäß der Geschäftsordnung
für den Aufsichtsrat kraft ihrer Ämter als Vorsitzender bzw. stellvertretende Vorsitzende
des Aufsichtsrats Mitglieder des Personalausschusses. Den Vorsitz im Personalausschuss
führt gemäß den Regelungen der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats kraft Amtes Herr
Dr. Schmitz als Vorsitzender des Aufsichtsrats.
In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 12. Mai 2010 wurden die Herren
Dr. Kässer, Kaiser und Dr. Neuhaus zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats
gewählt. Herr Dr. Kässer wurde zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestellt.
In der Sitzung am 12. Mai 2010, im Vorfeld der Hauptversammlung, hat der Aufsichtsrat
Herrn Paul Waning im Anschluss an seine bis zum 31. Dezember 2010 laufende Bestellung,
mit Wirkung ab dem 1. Januar 2011 für die Dauer von 18 Monaten, d. h. bis zum Ablauf
des 30. Juni 2012, erneut zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der Lechwerke AG
bestellt.
Der Aufsichtsrat bedankt sich bei der Unternehmensleitung und bei allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern für das hohe persönliche Engagement und ihre Leistung im Geschäftsjahr
2010.
Augsburg, 14. Februar 2011
| Dr. Rolf Martin Schmitz |
| Vorsitzender des Aufsichtsrats |
Die Lechwerke AG berichtet in dieser Erklärung gemäß § 289a HGB in Verbindung mit
Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance
der Lechwerke AG und die Unternehmensführung des Unternehmens. Die Erklärung zur Unternehmensführung
enthält die Entsprechenserklärung (§ 289a Abs. 2 Nr. 1 HGB, § 161 AktG), Angaben zu
Unternehmensführungspraktiken (§ 289a Abs. 2 Nr. 2 HGB) und die Beschreibung der Arbeitsweise
von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren
Ausschüssen (§ 289a Abs. 2 Nr. 3 HGB).
Vorstand und Aufsichtsrat berichten über die Corporate Governance des Unternehmens
wie folgt:
Die Lechwerke AG bekennt sich zur Corporate Governance, d. h. zu einer verantwortungsbewussten,
transparenten und auf langfristigen wirtschaftlichen Erfolg ausgerichteten Führung
und Kontrolle von Unternehmen. Der Kodex verfolgt das Ziel, das Vertrauen von nationalen
und internationalen Anlegern, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in deutsche
börsennotierte Unternehmen zu stärken. Wir wollen das uns entgegengebrachte Vertrauen
dauerhaft bestätigen und die Corporate Governance im Unternehmen fortlaufend weiterentwickeln.
Nach § 161 des Aktiengesetzes (AktG) haben Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten
Gesellschaft jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen
Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekanntgemachten Empfehlungen der Regierungskommission
Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird und welche Empfehlungen
nicht angewendet werden. Der Kodex wird von der Regierungskommission Deutscher Corporate
Governance Kodex jährlich überprüft und vor dem Hintergrund nationaler und internationaler
Entwicklungen bei Bedarf angepasst. Die Regierungskommission hat den Kodex auch 2010
überarbeitet und am 26. Mai 2010 in der aktuellen Fassung verabschiedet. Ein Schwerpunkt
der Änderungen lag auf der weiteren Professionalisierung, Qualifikation und Weiterbildung
der Aufsichtsratsmitglieder. Von großer Bedeutung ist dabei erneut das Thema "Diversity",
insbesondere die Berücksichtigung von Frauen bei der Zusammensetzung der Organe. Die
Diversity erstreckt sich nun nicht mehr nur auf die Besetzung der Vorstandsmandate,
sondern auch auf die Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen. Der Aufsichtsrat
soll künftig konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benennen, die unter Berücksichtigung
der jeweiligen unternehmensspezifischen Situation zu mehr Vielfalt und hier insbesondere
zu einer angemessenen Berücksichtigung von Frauen führen sollen. Die Vorschläge des
Aufsichtsrats an die Hauptversammlung als Wahlgremium sollen diese Ziele berücksichtigen.
Die Kommission empfiehlt darüber hinaus, dass die konkrete Zielsetzung des Aufsichtsrats
und der Stand der Umsetzung im Corporate Governance-Bericht veröffentlicht werden.
Weiterhin wurden Änderungen des Kodex aufgrund des Gesetzes zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie
(ARUG) bezüglich der Abhaltung von Hauptversammlungen vorgenommen.
Die Neufassung des Kodex wurde am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Nachfolgend gehen wir vorwiegend auf Sachverhalte ein, über die nach Maßgabe der neuen
Fassung des Kodex zu berichten ist oder die sich im Berichtszeitraum ergeben haben.
Die Aktionäre der Lechwerke AG nehmen im Rahmen der satzungsmäßig vorgesehenen Möglichkeiten
ihre Rechte vor oder während der Hauptversammlung wahr und üben dabei ihr Stimmrecht
aus.
Die Amtszeit des Aufsichtsrats der Lechwerke AG endete mit Ablauf der Hauptversammlung
am 12. Mai 2010. Durch die Hauptversammlung am 12. Mai 2010 wurden die Anteilseignervertreter
im Aufsichtsrat für die neue Amtszeit gewählt. Die Wahl erfolgte als Einzelwahl und
satzungsgemäß für die Zeit bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung
des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 beschließt. Darüber hinaus hat die Hauptversammlung
u. a. aufgrund der Anpassung an das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung
(VorstAG) und an das ARUG erforderliche Satzungsänderungen beschlossen.
Die Lechwerke AG hat in ihrer Satzung die Möglichkeit der Briefwahl nicht vorgesehen.
Die Wahrnehmung der rechte der Aktionäre erfolgt auch weiterhin über die etablierte
Stimmrechtsvertretung.
Vorstand und Aufsichtsrat haben auch im Berichtsjahr zum Wohle des Unternehmens eng
zusammengearbeitet. Gemeinsames Ziel ist es, für den Fortbestand des Unternehmens
und dessen strategischer Entwicklung zu sorgen. Der Vorstand leitet die Gesellschaft
in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung,
entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat
ab und erörtert in regelmäßigen Abständen den Stand der Strategieumsetzung. Der Aufsichtsrat
berät und überwacht den Vorstand und ist in sämtliche Geschäfte und Entscheidungen
von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen frühzeitig und unmittelbar eingebunden.
Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war durch einen intensiven und
offenen Austausch gekennzeichnet.
Die Gesellschaft hat für die Mitglieder des Aufsichtsrats eine Directors-and-Officers-Versicherung
(D&O-Versicherung) abgeschlossen. Diese sah bereits in der Vergangenheit einen angemessenen
Selbstbehalt vor. Gemäß der Empfehlung in Ziffer 3.8 des Kodex und dem VorstAG wurden
die Selbstbehalte der D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder entsprechend
angepasst. Auch die Selbstbehalte des Vorstands der Lechwerke AG waren Gegenstand
der Beratung.
Der Kodex erweitert in Ziffer 4.1.5 neu die Vielfalt (Diversity) auch auf die Besetzung
von Führungsfunktionen im Unternehmen. Der Vorstand soll dabei eine angemessene Berücksichtigung
von Frauen anstreben. Die Lechwerke AG hat bereits relevante Diversity-Aktivitäten
angestoßen. Einzelne Maßnahmen beziehen sich explizit auf weibliche Führungskräfte.
Hierzu gehören ein Mentoring-Programm und Personalentwicklungsmaßnahmen. Jedoch existiert
zum Zeitpunkt der Abgabe der Entsprechenserklärung noch kein verabschiedetes Gesamtkonzept
zu Diversity, das sich insbesondere explizit auf die Besetzung von Führungspositionen
mit Frauen bezieht und die Anforderungen des Kodex vollumfänglich erfüllt. Das Gesamtkonzept
ist jedoch in Vorbereitung, um in 2011 verabschiedet zu werden. Die Lechwerke AG weicht
daher von der Empfehlung in Ziffer 4.1.5 des Kodex ab.
Der Vorstand der Lechwerke AG besteht aus zwei Vorstandsmitgliedern. Das Unternehmen
führt seine Corporate Governance-Praxis fort und weicht auch im Berichtsjahr von der
Empfehlung des Kodex in Ziffer 4.2.1 ab, wonach ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden
oder Sprecher des Vorstands ernannt werden soll. Für den Vorstand der Lechwerke AG
wurde eine Geschäftsordnung erlassen, in der die Aufgabenverteilung detailliert geregelt
und eine gleichberechtigte Führung der Lechwerke AG vorgesehen ist. Für eine Gesellschaft
von der Größe der Lechwerke AG und den damit verbundenen Aufgaben ist nach unserer
Ansicht die Ernennung eines Vorsitzenden oder eines Sprechers des Vorstands nicht
sachgerecht.
Der Aufsichtsrat ist derzeit mit Blick auf die Größe und Eigentümerstruktur der Gesellschaft
der Überzeugung, dass Vereinbarungen über die Gewährung und Höhe einer Abfindung bei
einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit im jeweiligen Einzelfall Gegenstand
bilateraler Vereinbarungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstandsmitglied sein
sollen. Dabei wird der Aufsichtsrat dem Grund der Beendigung sowie der zu vergütenden
Restlaufzeit des Anstellungsvertrags in jedem Einzelfall angemessen Rechnung tragen.
Der Aufsichtsrat hat daher derzeit von einer abstrakten Festlegung eines Abfindungs-Caps
und der Beschränkung von Abfindungen auf die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags
in den Vorstandsverträgen Abstand genommen. Die Lechwerke AG weicht insofern von Ziffer
4.2.3 des Kodex ab.
Weitergehende Informationen zu den gesetzlichen und den Kodex-Anforderungen an die
Vorstandsvergütung ergeben sich aus dem Vergütungsbericht, der Teil dieses Corporate
Governance-Berichts ist. Die Offenlegung der Vergütung erfolgt in diesem Vergütungsbericht.
Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 12. Mai 2010 Herrn Paul Waning im Anschluss
an seine bis zum 31. Dezember 2010 laufende Bestellung, mit Wirkung ab dem 1. Januar
2011 für die Dauer von 18 Monaten, d. h. bis zum Ablauf des 30. Juni 2012, erneut
zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der Lechwerke AG bestellt.
Die Lechwerke AG weicht von der Empfehlung in Ziffer 5.1.2 des Kodex, dass der Aufsichtsrat
im Rahmen der Vielfalt (Diversity) bei der Zusammensetzung des Vorstands insbesondere
eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben soll, ab. Der Aufsichtsrat
wird sich mit dem Thema Vielfalt explizit im Hinblick auf die nun im Kodex vorgesehene
angemessene Berücksichtigung von Frauen eingehend befassen und die hierauf bezogenen
Anforderungen bei der Auswahl von Vorstandsmitgliedern durch Beschluss festlegen.
Das detaillierte Konzept wird derzeit erarbeitet, der Beschluss ist ebenfalls für
2011 vorgesehen.
in seiner Sitzung am 9. März 2010 hat der Aufsichtsrat seine Geschäftsordnung an die
weiterentwickelte Gesetzeslage angepasst und insbesondere die Aufgaben des Prüfungsausschusses
entsprechend den Vorgaben des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
- BilMoG) erweitert. Geändert wurden in diesem Zusammenhang auch die Regularien zur
Besetzung des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Des Weiteren wurden zur Vereinheitlichung
des Regelwerks die Bestimmungen über den Personalausschuss und der Katalog zustimmungspflichtiger
Geschäfte und Maßnahmen für den Vorstand in die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat
aufgenommen.
Die Lechwerke AG weicht, wie in den Vorjahren, von der Empfehlung in Ziffer 5.3.3
des Kodex ab. Der Aufsichtsrat bildet keinen eigenen Nominierungsausschuss. Die Ziele
dieses Ausschusses, die Verbesserung der Qualifikation der Kandidaten und der Transparenz
des Auswahlverfahrens, können aufgrund der vergleichsweise geringen Mitgliederzahl
auch im Plenum des Aufsichtsrats effizient umgesetzt werden. Auch vor dem Hintergrund
der bestehenden Aktionärsstruktur würde die Bildung eines Nominierungsausschusses
keine signifikante Verbesserung des Auswahlverfahrens der Kandidaten bewirken. Aus
Effizienzgründen wird diese Aufgabe daher weiterhin durch das Gesamtgremium wahrgenommen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung
der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen.
Herr Dr. Wolfgang Kässer, Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats,
erfüllt die Anforderungen des Gesetzes an den unabhängigen Finanzexperten.
Ziffer 5.4.1 des Kodex empfiehlt neu in Abs. 2, dass der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung
konkrete Ziele benennen soll, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation
die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenskonflikte, eine
festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen
sollen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von
Frauen vorsehen. Die Lechwerke AG weicht von dieser Empfehlung im Berichtsjahr ab.
Die Benennung der Ziele bedarf eingehender Beratung im Aufsichtsratsplenum, um die
im Kodex genannten Gesichtspunkte sowie die Realisierbarkeit der Ziele bestmöglich
zu berücksichtigen. Der Aufsichtsrat wird sich im Geschäftsjahr 2011 mit diesem Thema
befassen und nach entsprechender Beratung die konkreten Ziele benennen und entsprechend
veröffentlichen. Demzufolge weicht die Lechwerke AG auch von Ziffer 5.4.1 Abs. 3 des
Kodex ab, wonach die Zielsetzung des Aufsichtsrats und der Stand der Umsetzung im
Corporate Governance-Bericht veröffentlicht werden sollen.
Die Lechwerke AG hat die Mitglieder des Aufsichtsrats bei der eigenverantwortlichen
Wahrnehmung der erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im gesetzlich zulässigen
Umfang unterstützt.
Die Aufsichtsratsmitglieder, die dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehören,
nehmen gemäß Ziffer 5.4.5 des Kodex nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen
börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von Gesellschaften mit vergleichbaren
Anforderungen wahr.
Die Lechwerke AG weicht, wie in den Vorjahren, von Ziffer 5.4.6 des Kodex ab, da der
Vorsitz und die Mitgliedschaft in Ausschüssen des Aufsichtsrats nicht gesondert vergütet
werden. Die Tätigkeit in den Ausschüssen wird durch die Aufsichtsratsvergütung mit
abgegolten. Eine gesonderte Vergütung für diese Funktion ist aus unserer Sicht nicht
erforderlich.
Die Struktur und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats ist im Vergütungsbericht, der
Teil dieses Corporate Governance-Berichts ist, im Einzelnen offen gelegt.
Eine transparente Berichterstattung über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
gehört für uns zu den Kernelementen guter Corporate Governance. Bereits seit 2003
veröffentlicht die Lechwerke AG die Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen in individualisierter
Form. Seit dem Geschäftsjahr 2006 erfolgt dies in einem gesonderten Vergütungsbericht
im Rahmen des Corporate Governance-Berichts. Nach Maßgabe der gesetzlichen Anforderungen
und des Kodex informieren wir im Folgenden über die Grundzüge des Vergütungssystems
sowie über die Struktur und die Höhe der Leistungen der Lechwerke AG. Der Vergütungsbericht
ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.
Die rechtlichen Vorgaben über die Vorstandsvergütung sind in den vergangenen Jahren
mehrfach modifiziert worden. So sieht der Kodex bereits seit Juni 2008 vor, dass das
Aufsichtsratsplenum die Struktur des Vergütungssystems beschließt und überprüft. Für
die Festsetzung der Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist nach dem
am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung
(VorstAG) das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Personalausschuss zuständig.
Die Änderungen des Aktiengesetzes (AktG) durch das VorstAG wurden von der Regierungskommission
Deutscher Corporate Governance Kodex ebenfalls im Jahre 2009 aufgegriffen und in Ziffer
4.2 des Kodex (seit der Fassung vom 18. Juni 2009) umgesetzt. Kriterien für die Angemessenheit
der Vorstandsvergütung bilden nach den vorgenannten Regeln sowohl die Aufgaben des
einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage,
der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der
Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur,
die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Ziffer 4.2.3 sieht u. a. entsprechend § 87
Abs. 1 Sätze 2 und 3 AktG vor, dass die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung
auszurichten ist und variable Vergütungsteile grundsätzlich eine mehrjährige Bemessungsgrundlage
haben müssen. Sämtliche Vergütungsteile müssen für sich und insgesamt angemessen sein
und dürfen insbesondere nicht zum Eingehen unangemessener Risiken verleiten. Nach
Ziffer 4.2.4 ist u. a. die Gesamtvergütung jedes Vorstandsmitglieds aufgeteilt nach
fixen und variablen Vergütungsteilen unter Namensnennung offenzulegen. Die Kodex-Weiterentwicklung
im Jahre 2010 (in der Fassung vom 26. Mai 2010) hat zu keiner Änderung der hier relevanten
Vergütungsregelungen geführt.
Der Aufsichtsrat hat das Vergütungssystem vor dem Hintergrund des VorstAG und der
vorgenannten Regelungen des Kodex eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft
hatte schon in der Sitzung am 5. Dezember 2008 auf Vorschlag seines Personalausschusses
ausführlich über die Struktur des Vergütungssystems beraten und einen Beschluss zur
Struktur der Vorstandsvergütung gefasst. Zugleich hat der Aufsichtsrat festgelegt,
das Vergütungssystem für den Vorstand regelmäßig auf seine Angemessenheit zu überprüfen.
Nachdem sich der Aufsichtsrat darüber hinaus in der Sitzung am 23. September 2009
und am 8. Dezember 2009 mit den geänderten Regelungen des Kodex für die Vorstandsvergütung
auseinandergesetzt hatte, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 9. März 2010 erneut
ausführlich über die Struktur des Vergütungssystems beraten und ein neues Vergütungssystem
für den Vorstand beschlossen. Diesen Beschluss hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung
am 12. Mai 2010 nochmals bestätigt. Das neue Vergütungssystem, das mit Wirkung zum
1. Januar 2010 in kraft getreten ist, richtet die Struktur des Vergütungssystems vor
dem Hintergrund des § 87 Abs. 1 Satz 2 AktG u. a. noch stärker auf eine nachhaltige
Unternehmensentwicklung aus.
Das neue Vergütungssystem wurde durch den Aufsichtsratsvorsitzenden bereits in der
Hauptversammlung am 12. Mai 2010 dargestellt und erläutert und wird nachfolgend beschrieben.
Die Gesamtbarvergütung setzt sich aus einer erfolgsunabhängigen fixen und einer erfolgsbezogenen
variablen Komponente zusammen. Bei einer 100%igen Zielerreichung beträgt der fixe
Gehaltsbestandteil rund 60 % und der variable Teil rund 40 % der Gesamtbarvergütung.
Der variable Anteil setzt sich aus einer Unternehmenstantieme in Höhe von 70 % und
einer individuellen Tantieme in Höhe von 30 % zusammen.
Die Unternehmenstantieme für 2010 wird aufgrund gesellschafts- und konzernbezogener
Komponenten fixiert. Bezugsgrößen für beide Komponenten sind die Zielerreichungen
bezüglich definierter Wertbeiträge, die durch eine Top-management-Beurteilung flankiert
wird. Diese berücksichtigt, in welchem Umfeld die wirtschaftlichen Ergebnisse erzielt
wurden. Die Zielerreichung kann bei der Unternehmenstantieme zwischen 0 % und maximal
150 % betragen. Die bisherige Mindestzielerreichung von 50 % bei der Unternehmenstantieme
ist ab 2010 entfallen, sodass die Mitglieder des Vorstands insoweit nun ein deutlich
höheres Risiko tragen.
Die Höhe der individuellen Tantieme ist vom Erreichen der zu Beginn des Geschäftsjahres
zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem einzelnen Vorstandsmitglied vereinbarten
Performance-Ziele abhängig. Bei der individuellen Tantieme kann die Zielerreichung
zwischen 0 % und maximal 120 % betragen.
Damit die Mitglieder des Vorstands noch stärker messbar an der langfristigen positiven
wie negativen Unternehmensentwicklung teilhaben, werden 40 % der Gesamttantieme zunächst
nicht ausgezahlt, sondern für drei Jahre zurückbehalten. Dies entspricht annähernd
19 % der Gesamtbarvergütung. Am Ende des Drei-Jahres-Zeitraums überprüft der Aufsichtsrat
anhand eines "Bonus-Malus-Faktors", ob der Vorstand das Unternehmen nachhaltig geführt
hat. Nur wenn dies der Fall ist, wird die zurückbehaltene Tantieme ausbezahlt. Der
Bonus-Malus-Faktor bestimmt sich zu 60 % aus der Entwicklung des Wertbeitrages der
LEW-Gruppe. Weitere 30 % werden auf Basis eines Index ermittelt, der den Erfolg auf
dem Gebiet der Corporate Responsibility (CR) wiedergibt. Mit diesem CR-Index wird
das ökologische und gesellschaftliche Handeln abgebildet.
Die verbleibenden 10 % des Bonus-Malus-Faktors werden durch den Motivationsindex bestimmt,
der die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter misst. Beim Motivationsindex
handelt es sich um eine standardisierte Kennzahl im Rahmen der regelmäßig durchgeführten
Mitarbeiterbefragung.
Der Aufsichtsrat der Lechwerke AG legt zu Beginn des Drei-Jahres-zeitraums verbindliche
Zielwerte für Wertbeitrag, CR-Index und Motivationsindex fest, die während des gesamten
Beobachtungszeitraums nicht mehr verändert werden können. Diese Zielwerte werden am
Ende des Drei-Jahres-Zeitraums den tatsächlich erreichten Werten gegenübergestellt.
Der so ermittelte Bonus-Malus-Faktor ist maßgeblich dafür, ob und in welcher Höhe
die zurückbehaltene Tantieme ausbezahlt wird. Je besser die tatsächlich erreichten
Werte sind, desto höher ist der Bonus-Malus-Faktor. Er kann zwischen 0 % und maximal
130 % liegen.
Darüber hinaus enthält die Vergütung der Vorstandsmitglieder sach- und sonstige Bezüge,
die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für
die Dienstwagennutzung und Versicherungsprämien zur unfallversicherung bestehen. hinzu
kommen Mandatseinkünfte, die die Vorstandsmitglieder für die Aufsichtsratstätigkeit
in konzernverbundenen Unternehmen erhalten. Diese Mandatseinkünfte werden auf die
erfolgsbezogene Vergütung angerechnet.
Für das Geschäftsjahr 2010 betragen die kurzfristigen Vergütungsbestandteile des Vorstands:
|
|
Erfolgsunabhängige Vergütung |
Erfolgsbezogene Vergütung |
Sach- und sonstige Bezüge |
Mandats- einkünfte1 |
Gesamt |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Dr. Markus Litpher | 212 | 59 | 13 | 36 | 320 |
| Paul Waning | 245 | 64 | 21 | 43 | 373 |
|
|
457 | 123 | 34 | 79 | 693 |
1
werden auf die variable Vergütung 2010 angerechnet
Nicht in der obigen Tabelle enthalten ist der zurückbehaltene Tantiemeanteil von 40
%, da dieser erst nach dem Drei-Jahres-Zeitraum und nur bei Erfüllung der erforderlichen
Voraussetzungen ausgezahlt wird. Der Tantiemerückbehalt für 2010 wird nachfolgend
dargestellt:
|
|
TEUR |
|
|
2010 |
| Dr. Markus Litpher | 61 |
| Paul Waning | 71 |
|
|
132 |
Auch im Geschäftsjahr 2010 wurde den Vorstandsmitgliedern eine langfristige Vergütung
in Form von Performance Shares zugeteilt. Diese Zuteilungen erfolgten im Rahmen des
neuen Long Term Incentive Plan Beat 2010 (Beat 2010), der im Rahmen der Neugestaltung
des Vergütungssystems ab dem Geschäftsjahr 2010 an die Stelle des Long Term Incentive
Plan Beat 2005 (Beat 2005) getreten ist. Auch das neue Programm Beat 2010 ergänzt
- wie das bisherige Programm Beat 2005 - das Vergütungssystem durch eine langfristige
Anreizkomponente, indem es den nachhaltigen Beitrag der Vorstandsmitglieder zum Unternehmenserfolg
honoriert.
Auch im Rahmen des neuen Programms Beat 2010 erhalten die Vorstandsmitglieder jährlich
bedingte Zuteilungen von Performance Shares. Ein Performance Share umfasst danach
das bedingte Recht, nach einer nun auf vier Jahre verlängerten Wartezeit (bisher drei
Jahre) eine Auszahlung zu erhalten. Auch wurden zusätzliche Ausübungszeitpunkte über
die Laufzeit hinaus aufgenommen. Zudem ist künftig ein Eigeninvestment vorgesehen.
Schließlich erhalten die Vorstandsmitglieder der Lechwerke AG aufgrund der geänderten
Vergütungsstruktur eine um 15 % des Regelbudgets gekürzte Performance Shares-Zuteilung.
Der sich aus dieser Kürzung ergebende Betrag wird ab dem Berichtsjahr in Fixgehalt
umgewandelt. Damit ergänzt Beat 2010 das Vergütungssystem nun durch eine noch längerfristige
nachhaltige Anreizkomponente als bisher.
Damit trotz Verlängerung der Wartezeit auf vier Jahre die Möglichkeit erhalten bleibt,
auch im Jahr 2013 durch Ausübung von Performance Shares ggf. am Unternehmenserfolg
zu partizipieren, erfolgte im Jahr 2010 (Tranche 2010) einmalig eine gesplittete Zuteilung
der Performance Shares. Dabei wurde der Brutto-Zuteilungsbetrag jeweils zur Hälfte
auf eine dreijährige und auf eine vierjährige Wartezeit aufgeteilt.
Der Unternehmenserfolg wird nach wie vor anhand des Total Shareholder Return (TSR)
der RWE-Aktie - also der Entwicklung des Aktienkurses sowie reinvestierter Dividenden
- gemessen. Zur Bestimmung des Auszahlungsfaktors wird der TSR von RWE wie bisher
mit dem TSR anderer Unternehmen im Dow-Jones-sTOXX-Utilities-Index verglichen.
Eine Auszahlung aufgrund der zugeteilten Performance Shares findet nur dann statt,
wenn nach Ablauf der Wartezeit die Performance der RWE-Aktie besser ist als die von
25 % der Vergleichsunternehmen - gemessen an deren Indexgewicht zum Zeitpunkt der
Auflegung des Programms. Damit kommt es nicht allein darauf an, welche Position RWE
unter den Vergleichsunternehmen einnimmt, sondern auch darauf, welche Unternehmen
RWE übertrifft.
Die Höhe der Auszahlung wird im Geschäftsjahr auf Basis des durchschnittlichen RWE-Aktienkurses
an den letzten 60 (bisher 20) Börsenhandelstagen vor Programmablauf, der Anzahl der
bedingt zugeteilten Performance Shares und des Auszahlungsfaktors berechnet.
Auch für die Tranche 2010 nach dem neuen Programm Beat 2010 ist der Auszahlungsbetrag
bei den Vorstandsmitgliedern auf das Zweifache des Zuteilungswerts der Performance
Shares begrenzt.
Im Berichtsjahr hat die Lechwerke AG folgende Zuteilungen nach dem Programm Beat 2010
gewährt:
|
|
|
Stück | Zeitwert bei Zuteilung |
|
|
|
|
TEUR |
| Dr. Markus Litpher | 3-jährige Wartezeit | 1.641 | 47 |
|
|
4-jährige Wartezeit | 1.820 | 47 |
| Paul Waning | 3-jährige Wartezeit | 1.641 | 47 |
|
|
4-jährige Wartezeit | 1.820 | 47 |
|
|
|
6.922 | 188 |
Von den in 2010 neu zugeteilten Performance Shares, die als Teil der Gesamtvergütung
als langfristige Vergütungen für das Jahr 2010 gewährt wurden, sind Auszahlungen aus
werthaltig gewordenen Zuteilungen der Vorjahre zu unterscheiden. So erhielt das Vorstandsmitglied
Paul Waning aus der werthaltigen Beat Tranche 2007 von der Lechwerke AG eine Auszahlung.
Diese Auszahlung stellt keinen Bestandteil der Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr
2010 dar, sondern ist als Zuteilung für das Geschäftsjahr 2007 im Vergütungsbericht
für das Jahr 2007 abgebildet. Die nachfolgende Darstellung dieser Auszahlung erfolgt
daher auf freiwilliger Basis mit dem Ziel, ein vollständiges Bild der Vergütungshistorie
zu vermitteln.
|
|
Auszahlung |
|
|
TEUR |
| Dr. Markus Litpher | - |
| Paul Waning | 39 |
|
|
39 |
Aus seiner Vorstandstätigkeit der Vorjahre hält das Vorstandsmitglied Paul Waning
außerdem von der Lechwerke AG gewährte Performance Shares aus den Tranchen 2008 und
2009 des Programms Beat 2005. Diese Zuteilungen sind nicht Bestandteil der Gesamtvergütung
für das Geschäftsjahr 2010. Vielmehr stellen sie Bestandteile der Gesamtvergütung
für die Geschäftsjahre 2008 bzw. 2009 dar und sind als solche in den Vergütungsberichten
dieser Jahre abgebildet. Dem Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher wurden aufgrund
seiner unterjährigen Bestellung mit Wirkung zum 14. Mai 2009 weder für das Jahr 2009
noch für Vorjahre Performance Shares durch die Lechwerke AG gewährt.
Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 17 legt fest, dass der Gesamtaufwand für aktienbasierte
Vergütungen für jedes Vorstandsmitglied individualisiert anzugeben ist. Aufgrund der
Kursentwicklung ist im Berichtsjahr insgesamt kein Aufwand für die aktienbasierte
Vergütung entstanden. Stattdessen konnte die vorhandene Rückstellung in der Berichtsperiode
zum Teil aufgelöst werden, und zwar wie folgt:
| Aufwandszuführung für aktienbasierte Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung Tranchen 2008/2009/2010 |
2010 TEUR |
| Dr. Markus Litpher | 12 |
| Paul Waning | - 25 |
|
|
- 13 |
Insgesamt erhielten die Vorstandsmitglieder Paul Waning und Dr. Markus Litpher für
das Geschäftsjahr 2010 kurzfristige Vergütungsbestandteile in Höhe von 693 Tsd. €.
Außerdem wurden Paul Waning und Dr. Markus Litpher im Rahmen des Programms Beat 2010
Performance Shares mit einem Ausgabezeitwert von 188 Tsd. € als Vergütung für das
Geschäftsjahr 2010 zugeteilt. Die Gesamtvergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr
2010 betrug demnach 881 Tsd. €.
Im Folgenden werden die im Fall einer Beendigung der Vorstandstätigkeit von der Lechwerke
AG zu erbringenden Leistungen erläutert.
Den Mitgliedern des Vorstands wurden von der Lechwerke AG Pensionszusagen (Direktzusagen)
erteilt, die ihnen oder ihren Hinterbliebenen in folgenden Fällen einen Anspruch auf
lebenslange Ruhegeld- bzw. Hinterbliebenenversorgung einräumen: beim Ausscheiden aufgrund
der Inanspruchnahme der Altersrente, bei dauernder Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit,
im Todesfall und bei einer von der Gesellschaft ausgehenden vorzeitigen Beendigung
oder einer Nichtverlängerung des Dienstvertrags. Maßgeblich für die Höhe des individuellen
Ruhegelds und der Hinterbliebenenversorgung sind das ruhegeldfähige Einkommen und
der Versorgungsgrad, der aus der Anzahl der geleisteten bzw. anerkannten Dienstjahre
ermittelt wird. Gewinnbeteiligungen und sonstige Nebenbezüge gehören nicht zum ruhegeldfähigen
Einkommen. Als Zielwert für die Altersversorgung wird für die Vorstandsmitglieder
nach Erreichen der Regelaltersgrenze ein Versorgungsgrad von 60 % bzw. 75 % des letzten
ruhegeldfähigen Einkommens zugrunde gelegt. Das Witwengeld beträgt in Abhängigkeit
von der Vertragsgestaltung beim jeweiligen Vorstandsmitglied mindestens 60 % des Ruhegelds
des Ehemanns, das Waisengeld mindestens 20 % des Witwengelds. Die Anwartschaft auf
die Altersversorgung ist direkt unverfallbar. Die Höhe des Ruhegelds bzw. der Hinterbliebenenversorgung
wird in Abhängigkeit von der Vertragsgestaltung beim jeweiligen Vorstandsmitglied
jährlich bzw. alle drei Jahre unter Berücksichtigung aller für die Höhe des Ruhegelds
bedeutsamen Umstände, insbesondere der Entwicklung der Lebenshaltungskosten, überprüft.
Infolge früherer Regelungen bestehen Unterschiede zwischen den Versorgungszusagen
u. a. bei der Berechnung des Versorgungsgrads, bei der Anrechnung von sonstigen Renten
und Versorgungsbezügen, beim Anpassungsmodus der Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung
sowie bei der Hinterbliebenenversorgung.
Bei vorzeitiger Beendigung oder bei Nichtverlängerung des Dienstvertrags erhalten
die Vorstandsmitglieder Zahlungen ausschließlich dann, wenn die Beendigung oder Nichtverlängerung
von der Gesellschaft ausgeht und ohne wichtigen Grund erfolgt. In diesem Fall wird
das Ruhegeld bereits ab dem Zeitpunkt des Ausscheidens, in Abhängigkeit von der Vertragsgestaltung
beim jeweiligen Vorstandsmitglied, jedoch frühestens mit Vollendung des 55. Lebensjahres,
gewährt. Im Falle der Nichtverlängerung bzw. vorzeitigen Auflösung des Dienstverhältnisses
werden die Einkünfte, die durch anderweitige Tätigkeit bis zur Vollendung des 60.
bzw. 65. Lebensjahres bzw. bis zum Eintritt der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit erzielt
werden, zu 50 % auf das Ruhegeld angerechnet.
Der Dienstzeitaufwand (Service Cost) für die Pensionsverpflichtungen lag im Geschäftsjahr
2010 bei 40 Tsd. €. Der Barwert IFRS der Gesamtverpflichtung (Defined Benefit Obligation)
betrug zum Ende des Berichtsjahres 2.927 Tsd. €. unter Berücksichtigung von Lebensalter
und Dienstzugehörigkeit ergeben sich folgende individuelle Dienstzeitaufwendungen
und Barwerte der Versorgungsansprüche:
|
|
Alter | Voraussichtlichesjährliches Ruhegeldim Alter von 60 Jahren1 |
Service Cost | Defined Benefit Obligation |
|
|
|
|
|
(Dienstzeitaufwand) |
(Barwert IFRS) | (Teilwert HGB) |
|
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Dr. Markus Litpher | 47 | 104 | 40 | 381 | 389 |
| Paul Waning | 59 | 156 | - | 2.546 | 2.670 |
|
|
|
260 | 40 | 2.927 | 3.059 |
1
nach dem stand der ruhegeldfähigen Bezüge zum 31. Dezember 2010
Frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen erhielten Zahlungen in Höhe
von 550 Tsd. €. Es bestehen Pensionsverpflichtungen nach IFRS (Defined Benefit Obligations)
gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen in Höhe von
7.370 Tsd. €, nach HGB ergibt sich ein Teilwert von 7.428 Tsd. €.
Bei einem Wechsel der Unternehmenskontrolle verfallen nach den Planbedingungen sowohl
des bisherigen Programms Beat 2005 als auch des neuen Programms Beat 2010 sämtliche
noch nicht ausgeübten Performance Shares. Für die verfallenen Performance Shares wird
eine Entschädigungszahlung - ermittelt auf den Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebots
- gewährt. Ihre Höhe richtet sich nach dem im Rahmen der Übernahme für die RWE-Aktie
gezahlten Preis. Dieser wird mit der endgültigen Anzahl der Performance Shares multipliziert.
Auch bei einem Zusammenschluss mit einer anderen Gesellschaft verfallen die Performance
Shares und es wird eine Entschädigungszahlung gewährt, es sei denn, der Zusammenschluss
betrifft ausschließlich Gesellschaften des RWE-Konzerns. In diesem Fall bemisst sich
die Entschädigungszahlung nach dem Erwartungswert der Performance Shares zum Zeitpunkt
des Zusammenschlusses. Dieser Erwartungswert wird mit der Anzahl der gewährten Performance
Shares multipliziert, die dem Verhältnis der Zeit während der Warteperiode bis zum
Zusammenschluss zur gesamten Warteperiode der Performance Shares entspricht.
Die in 2010 geänderten Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder Dr. Markus Litpher
und Paul Waning enthalten darüber hinaus keine Regelungen zu einem Wechsel der Unternehmenskontrolle.
Ebenso enthalten die Verträge der Vorstandsmitglieder keine Regelungen zu Zahlungen
an Vorstandsmitglieder bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen
Grund (Abfindungs-Cap und Beschränkung auf Restlaufzeit), vgl. hierzu die entsprechende
Ausnahme in der Entsprechenserklärung zu Ziffer 4.2.3 des Kodex.
Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in der Satzung geregelt und wird durch
die Hauptversammlung bestimmt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten nach Ablauf
des jeweiligen Geschäftsjahres für ihre Tätigkeit eine Festvergütung von 2.500 € je
Geschäftsjahr. Die Vergütung erhöht sich um 125 € je angefangene Mio. € der Ausschüttung
ohne Berücksichtigung von Sonderausschüttungen und Boni. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats
erhält das Zweifache, seine Stellvertreter das Eineinhalbfache der vorgenannten Beträge
für ein ordentliches Mitglied. Darüber hinaus wird je Aufsichtsratsmitglied ein Sitzungsgeld
von netto 100 € zur pauschalierten Erstattung der entstehenden Auslagen je Teilnahme
an einer Aufsichtsratssitzung gewährt, sofern das jeweilige Aufsichtsratsmitglied
nicht verzichtet hat. Der Vorsitz und die Mitgliedschaft in Ausschüssen des Aufsichtsrats
werden nicht gesondert vergütet.
Für das Geschäftsjahr 2010 betragen die Bezüge des Aufsichtsrats insgesamt 124 Tsd.
€.
| Vergütung des Aufsichtsrats | Feste Vergütung |
Variable Vergütung |
Gesamt Vergütung |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR |
| Dr. Rolf Martin Schmitz | 5 | 18 | 23 |
| Ralf Zimmermann | 4 | 13 | 17 |
| Thomas Siprak | 4 | 13 | 17 |
| Tim Hartmann1 | 1 | 3 | 4 |
| Dr. Ivo Holzinger | 2 | 9 | 11 |
| Dr. Wolfgang Kässer2 | 2 | 8 | 10 |
| Jürgen kaiser | 2 | 9 | 11 |
| Dr. Arndt Neuhaus | 2 | 9 | 11 |
| Robert Rehm3 | 2 | 6 | 8 |
| Dr. Ulrich Rust3 | 2 | 6 | 8 |
| Linda Wiedenmann1 | 1 | 3 | 4 |
|
|
27 | 97 | 124 |
1
Mitglied des Aufsichtsrats bis 12. Mai 2010
2
Mitglied des Aufsichtsrats seit 19. Januar 2010
3
Mitglied des Aufsichtsrats seit 12. Mai 2010
Für persönlich erbrachte Leistungen außerhalb der beschriebenen Aufsichtsratstätigkeit,
insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden Mitgliedern des Aufsichtsrats
keine Vergütungen gewährt. Ausgenommen ist die Vergütung der Arbeitnehmervertreter
im Aufsichtsrat aus ihrem Arbeitsvertrag. Entsprechende Angaben nach Ziffer 5.4.6
des Kodex sind daher nicht zu machen.
Gemäß § 13 der Satzung der Lechwerke AG bestand ein Beirat. Die Beiratsmitglieder
erhielten für das Geschäftsjahr 2010 insgesamt 46 Tsd. €.
Die direkt oder indirekt von den Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats gehaltenen
Aktien der Lechwerke AG oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente machen insgesamt
weniger als 1 % der von der Lechwerke AG ausgegebenen Aktien aus.
Über die wesentlichen wiederkehrenden Termine, wie den Termin der Hauptversammlung
oder die Veröffentlichungstermine der Finanzberichte, unterrichten wir unsere Aktionäre,
Analysten, Aktionärsvereinigungen, Medien sowie die interessierte Öffentlichkeit kontinuierlich
in einem finanzkalender. Diesen veröffentlichen wir im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten
sowie auf der Website unserer Gesellschaft.
Über aktuelle Entwicklungen können sich Aktionäre ebenfalls zeitnah und gleichmäßig
im Internet informieren. Dort werden sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen der
Lechwerke AG veröffentlicht.
Die nach Ziffer 7.1.3 des Kodex in diesem Bericht empfohlenen Angaben über Aktienoptionsprogramme
und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme der Gesellschaft sind bei den Angaben
zur Vorstandsvergütung bereits konkret aufgeführt.
Die von der Lechwerke AG veröffentlichte Liste von Drittunternehmen, an denen die
Gesellschaft eine Beteiligung von für das Unternehmen nicht untergeordneter Bedeutung
hat, ist auf den Seiten 150 f. im Geschäftsbericht veröffentlicht.
Beziehungen zu Aktionären, die im sinne der anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften
als nahestehende Personen zu qualifizieren sind, werden im Konzernabschluss auf Seite
144 f. erläutert.
Vorstand und Aufsichtsrat der Lechwerke AG haben am 8. Dezember 2010 nach pflichtgemäßer
Prüfung folgende Entsprechenserklärung im Sinne von § 161 AktG abgegeben:
Die Lechwerke AG hat den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate
Governance Kodex" (Regierungskommission) in der am 5. August 2009 bekanntgemachten
Fassung (Kodexfassung vom 18. Juni 2009) seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung
am 8. Dezember 2009 bis 2. Juli 2010 mit den folgenden Ausnahmen entsprochen:
Für den Vorstand der Lechwerke AG wurde eine Geschäftsordnung erlassen, in der die
Aufgabenverteilung detailliert geregelt und eine gleichberechtigte Führung der Lechwerke
AG vorgesehen ist. Für eine Gesellschaft von der Größe der Lechwerke AG und den damit
verbundenen Aufgaben ist die Ernennung eines Vorsitzenden oder eines Sprechers des
Vorstands nicht sachgerecht.
Der Aufsichtsrat ist derzeit mit Blick auf die Größe und Eigentümerstruktur der Gesellschaft
der Überzeugung, dass Vereinbarungen über die Gewährung und Höhe einer Abfindung bei
einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit im jeweiligen Einzelfall Gegenstand
bilateraler Vereinbarungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstandsmitglied sein
sollen. Dabei wird der Aufsichtsrat dem Grund der Beendigung sowie der zu vergütenden
Restlaufzeit des Anstellungsvertrags in jedem Einzelfall angemessen Rechnung tragen.
Der Aufsichtsrat hat daher derzeit von einer abstrakten Festlegung eines Abfindungs-Caps
und der Beschränkung von Abfindungen auf die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags
in den Vorstandsverträgen Abstand genommen.
Die Ziele dieses Ausschusses, die Verbesserung der Qualifikation der Kandidaten und
der Transparenz des Auswahlverfahrens, können aufgrund der vergleichsweise geringen
Mitgliederzahl auch im Plenum des Aufsichtsrats effizient umgesetzt werden. Auch vor
dem Hintergrund der bestehenden Aktionärsstruktur würde die Bildung eines Nominierungsausschusses
keine signifikante Verbesserung des Auswahlverfahrens der Kandidaten bewirken. Aus
Effizienzgründen wird diese Aufgabe daher weiterhin durch das Gesamtgremium vorgenommen.
Die Tätigkeit in den Ausschüssen wird durch die Aufsichtsratsvergütung mit abgegolten.
Eine gesonderte Vergütung für diese Funktion ist aus unserer Sicht nicht erforderlich.
Die Regierungskommission hat am 26. Mai 2010 erneut Kodexänderungen beschlossen und
dabei einen Schwerpunkt auf die Diversity der Organe, hierbei insbesondere eine angemessene
Berücksichtigung von Frauen, gelegt. Des Weiteren soll der Aufsichtsrat für seine
Zusammensetzung konkrete Ziele benennen und diese Zielsetzung und der Stand deren
Umsetzung sollen im Corporate Governance-Bericht veröffentlicht werden.
Die neuen Kodexempfehlungen werden von der Lechwerke AG derzeit noch nicht uneingeschränkt
angewandt.
Die Lechwerke AG entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
in der am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger bekanntgemachten Fassung des
Kodex vom 26. Mai 2010 insofern mit folgenden Ausnahmen:
Die Lechwerke AG hat bereits relevante Diversity-Aktivitäten angestoßen. Einzelne
Maßnahmen beziehen sich explizit auf weibliche Führungskräfte. Hierzu gehören ein
Mentoring-Programm und Personalentwicklungsmaßnahmen. Jedoch existiert zum Zeitpunkt
der Abgabe der Entsprechenserklärung noch kein verabschiedetes Gesamtkonzept zu Diversity,
das sich insbesondere explizit auf die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen
bezieht und die Anforderungen des Kodex vollumfänglich erfüllt. Das Gesamtkonzept
ist jedoch in Vorbereitung, um in 2011 verabschiedet zu werden.
Hinsichtlich der Begründung für die Abweichung wird auf die vorgenannte Begründung
zum Zeitraum bis 2. Juli 2010 verwiesen.
Hinsichtlich der Begründung für die Abweichung wird auf die vorgenannte Begründung
zum zeitraum bis 2. Juli 2010 verwiesen.
Der Aufsichtsrat wird sich mit dem Thema Vielfalt (Diversity) explizit im Hinblick
auf die nun im Kodex vorgesehene angemessene Berücksichtigung von Frauen eingehend
befassen und die hierauf bezogenen Anforderungen bei der Auswahl von Vorstandsmitgliedern
durch Beschluss festlegen. Das detaillierte Konzept wird derzeit erarbeitet, der Beschluss
ist ebenfalls für 2011 vorgesehen.
Hinsichtlich der Begründung für die Abweichung wird auf die vorgenannte Begründung
zum Zeitraum bis 2. Juli 2010 verwiesen.
Die Benennung der Ziele bedarf eingehender Beratung im Aufsichtsratsplenum, um die
im Kodex genannten Gesichtspunkte (insbesondere die Unternehmensspezifische Situation,
potenzielle Interessenskonflikte, festzulegende Altersgrenzen für Aufsichtsratsmitglieder,
Diversity) sowie die Realisierbarkeit der Ziele bestmöglich zu berücksichtigen. Der
Aufsichtsrat wird sich im Geschäftsjahr 2011 mit diesem Thema befassen. Der Aufsichtsrat
wird nach entsprechender Beratung die konkreten Ziele benennen und entsprechend veröffentlichen.
Hinsichtlich der Begründung für die Abweichung wird auf die vorgenannte Begründung
zum Zeitraum bis 2. Juli 2010 verwiesen.
Nach § 289a Abs. 2 Ziffer 2 HGB angabepflichtige Unternehmensführungspraktiken, die
über die gesetzlichen Anforderungen des deutschen Rechts hinaus angewendet werden,
bestehen bei der Lechwerke AG nicht.
Die Unternehmensführung der Lechwerke AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft
wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Kodex
in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt.
Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben unterliegt die Lechwerke AG dem sogenannten
"dualen Führungssystem". Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen
dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet.
Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen.
Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse,
entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat
ab und sorgt für deren Umsetzung. Er führt die Geschäfte der Gesellschaft nach Maßgabe
der Gesetze, der Satzung, seiner Geschäftsordnung, der Beschlüsse des Aufsichtsrats
und etwaig erlassener Richtlinien.
Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d. h. die Mitglieder des Vorstands
tragen unbeschadet der Geschäftsverteilung gemeinsam die Verantwortung für die gesamte
Geschäftsführung. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Vorstands der Lechwerke AG
sind in der Geschäftsordnung des Vorstands zusammengefasst. Diese regelt insbesondere
die Ressortzuständigkeit der beiden Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen
Angelegenheiten sowie die erforderliche Beschlussmehrheit bei Vorstandsbeschlüssen.
Der Vorstand der Lechwerke AG besteht aus zwei Mitgliedern.
Der Vorstand wird durch den Aufsichtsrat überwacht und bezieht diesen in sämtliche
Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung sind, unmittelbar
und frühzeitig ein.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch
mündlicher Form zeitnah und umfassend über die Lage des Unternehmens und seiner Beteiligungen,
alle wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung und der strategischen Weiterentwicklung,
bedeutende Geschäftsvorfälle und die Lage des Konzerns. Alle für das Unternehmen bedeutenden
Geschäftsvorfälle erörtert der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich.
Die Berichterstattung des Vorstands umfasst regelmäßig auch das Thema Compliance,
also Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien,
Vorgaben und Regelungen.
Die Mitglieder des Vorstands arbeiten mit den übrigen Organen der Gesellschaft und
mit der Belegschaft bzw. deren Vertretung zum Wohle des Unternehmens zusammen.
Der Vorstand berät und entscheidet in regelmäßigen Sitzungen. Jedes Mitglied des Vorstands
kann darüber hinaus die Einberufung einer Sitzung unter Mitteilung des Beratungsgegenstands
verlangen.
Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht
seine Tätigkeit. Der Aufsichtsrat der Lechwerke AG besteht aus neun Mitgliedern und
ist nach Maßgabe des Drittelbeteiligungsgesetzes zu einem Drittel mit Arbeitnehmervertretern
besetzt.
Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Aufsichtsrats der Lechwerke AG sind in der Geschäftsordnung
für den Aufsichtsrat geregelt. Diese enthält auch einen Katalog von Geschäften und
Maßnahmen, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf. Die Arbeitsweise
des Aufsichtsrats ist im Bericht des Aufsichtsrats auf Seite 71 f. dieses Geschäftsberichts
umfassend beschrieben.
Der Vorstand der Lechwerke AG hat keine Ausschüsse gebildet.
Der Aufsichtsrat der Lechwerke AG hat einen Prüfungsausschuss und einen Personalausschuss
gebildet.
Die Errichtung eines Prüfungsausschusses ist in § 9 Abs. 1 der Geschäftsordnung für
den Aufsichtsrat vorgesehen.
Wie im Corporate Governance-Bericht bereits erwähnt, wurden die Aufgaben des Prüfungsausschusses
in der Sitzung des Aufsichtsrats am 9. März 2010 gemäß den Anforderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes
an das Rechnungswesen und den Prüfungsausschuss erweitert und die Geschäftsordnung
für den Aufsichtsrat entsprechend angepasst.
Zu den in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat festgeschriebenen Aufgaben des
Prüfungsausschusses zählen die Befassung mit Fragen der Rechnungslegung und der Compliance.
Weiter obliegt ihm die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, des Risikomanagements
und der internen Maßnahmen dazu, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und
des internen Revisionssystems. Er soll den Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers
und die Vereinbarungen mit diesem vorbereiten und geeignete Maßnahmen zur Feststellung
und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers treffen. Der Prüfungsausschuss
bereitet die Beratungen über den Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Konzernabschluss
und den Konzernlagebericht vor und erörtert zudem vor deren Veröffentlichung die Halbjahres-
und etwaige Quartalsfinanzberichte mit dem Vorstand. Grundlegende Fragen der Rechnungslegung
werden im Prüfungsausschuss beraten.
Herr Ralf Zimmermann hat seine Mitgliedschaft und den Vorsitz im Prüfungsausschuss
mit Wirkung zum Ablauf des 28. Februar 2010 niedergelegt. Herr Dr. Wolfgang Kässer
wurde durch schriftlichen Beschluss des Aufsichtsrats mit Wirkung ab 1. März 2010
zum Mitglied und Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt.
In der Sitzung des Aufsichtsrats am 9. März 2010 wurde in die Geschäftsordnung für
den Aufsichtsrat aufgenommen, dass der Prüfungsausschuss aus drei Mitgliedern, d.
h. zwei Aufsichtsratsmitgliedern der Aktionäre und einem Aufsichtsratsmitglied der
Arbeitnehmer besteht und die Wahl der Mitglieder des Prüfungsausschusses und dessen
Vorsitzenden aus der Mitte des Aufsichtsrats erfolgt.
In der anschließenden Wahl der Mitglieder des Prüfungsausschusses durch den Aufsichtsrat
wurde die Wahl von Herrn Dr. Wolfgang Kässer in den Prüfungsausschuss und zu dessen
Vorsitzenden bestätigt. Zu weiteren Mitgliedern wurden Herr Dr. Arndt Neuhaus und
Herr Thomas Siprak gewählt.
Der Aufsichtsrat wählte in seiner konstituierenden Sitzung am 12. Mai 2010 die Herren
Dr. Wolfgang Kässer, Dr. Arndt Neuhaus sowie Jürgen Kaiser zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses
und bestellte Dr. Kässer erneut zum Vorsitzenden.
Es wird auf die Angaben unter Organe und weitere Gremien auf den Seiten 156 und 157
dieses Geschäftsberichts verwiesen.
Der Prüfungsausschuss wird grundsätzlich durch den Vorsitzenden des Ausschusses einberufen.
Der Prüfungsausschuss tagt in der Regel im Vorfeld der Aufsichtsratssitzungen.
Darüber hinaus werden die Zwischenmitteilungen und der Halbjahresbericht vor deren
Veröffentlichung mit dem Vorstand erörtert.
Grundlage für die Errichtung des Personalausschusses des Aufsichtsrats bildet § 10
Abs. 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat.
Mit Inkrafttreten des VorstAG wurden Kompetenzzuweisungen an den Personalausschuss
auf das Plenum zurückübertragen. Die Aufgaben des Personalausschusses des Aufsichtsrats
wurden durch Beschluss des Aufsichtsrats am 9. März 2010 entsprechend angepasst und
gleichzeitig zur Vereinheitlichung des Regelwerks in die Geschäftsordnung für den
Aufsichtsrat aufgenommen.
Der Personalausschuss des Aufsichtsrats bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats
vor.
Er beschließt an Stelle des Aufsichtsrats im Rahmen der gesetzlich möglichen Kompetenzübertragung
über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge mit den Mitgliedern
des Vorstands, über sonstige Rechtsgeschäfte gegenüber Vorstandsmitgliedern nach §
112 AktG und Ziffer 4.3.4 des DCG-Kodex, sowie über die Einwilligung zu anderweitigen
Tätigkeiten eines Vorstandsmitglieds nach § 88 AktG und zu sonstigen Nebentätigkeiten,
insbesondere zur Wahrnehmung von Aufsichtsratsmandaten und Mandaten in vergleichbaren
Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen außerhalb des Konzerns, über die Gewährung
von Darlehen an den in §§ 89, 115 AktG genannten Personenkreis und erteilt die Zustimmung
zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG.
Der Personalausschuss berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für
den Vorstand. Dabei berücksichtigt er die Führungskräfteplanung des Unternehmens und
achtet auch auf Vielfalt (Diversity).
Interessenskonflikte werden von Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats gegenüber
dem Personalausschuss an Stelle des Aufsichtsrats offengelegt.
Dem Personalausschuss gehören nach Maßgabe der Geschäftsordnung kraft Amtes der Aufsichtsratsvorsitzende,
sein Stellvertreter und sein zweiter Stellvertreter an. Mitglieder des Personalausschusses
sind damit die Herren Dr. Rolf Martin Schmitz, Ralf Zimmermann und Thomas Siprak.
Der Personalausschuss wird durch den Vorsitzenden des Ausschusses einberufen. Die
Einberufung erfolgt so oft, wie es erforderlich ist.
Es wird auf die Angaben unter Organe und weitere Gremien auf den Seiten 156 und 157
dieses Geschäftsberichts verwiesen.
|
|
(siehe Anhang) | 2010 | 2009 |
|
|
|
TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse (inkl. Strom- und Erdgassteuer) | (1) | 1.811.726 | 1.467.789 |
| Strom- und Erdgassteuer | (1) | - 76.974 | - 72.863 |
| Umsatzerlöse |
|
1.734.752 | 1.394.926 |
| Bestandsveränderung der Erzeugnisse |
|
- 834 | - 369 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen |
|
138 | 147 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (2) | 35.172 | 34.274 |
| Materialaufwand | (3) | - 1.418.437 | - 1.126.845 |
| Personalaufwand | (4) | - 122.009 | - 113.506 |
| Abschreibungen | (5) | - 39.095 | - 38.911 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (6) | - 88.931 | - 74.291 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit |
|
100.756 | 75.425 |
| Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen | (7) | 19.906 | 20.953 |
| Übriges Beteiligungsergebnis | (7) | 15.449 | 11.642 |
| Finanzerträge | (8) | 72.157 | 102.591 |
| Finanzaufwendungen | (8) | - 40.228 | - 83.452 |
| Ergebnis vor Steuern |
|
168.040 | 127.159 |
| Ertragsteuern | (9) | - 13.258 | -34.278 |
| Ergebnis nach Steuern |
|
154.782 | 92.881 |
| Ergebnisanteile anderer Gesellschafter |
|
- 5.733 | - 6.789 |
| Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der Lechwerke AG |
|
149.049 | 86.092 |
|
|
|
EUR | EUR |
| Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie | (29) | 4,21 | 2,43 |
| AKTIVA | (siehe Anhang) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|
|
|
TEUR | TEUR |
| Langfristiges Vermögen |
|
786.789 | 731.589 |
| Immaterielle Vermögenswerte | (10) | 2.552 | 2.939 |
| Sachanlagen | (11) | 402.131 | 365.649 |
| Investment Property | (12) | 19.997 | 20.175 |
| At-equity-bilanzierte Beteiligungen | (13) | 123.305 | 133.512 |
| Übrige Finanzanlagen | (14) | 18.468 | 17.500 |
| Finanzforderungen | (15) | 145.001 | 146.165 |
| Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | (16) | 13.216 | 5.647 |
| Ertragsteueransprüche | (17) | 28.780 | 19.895 |
| Latente Steuern | (18) | 33.339 | 20.107 |
| Kurzfristiges Vermögen |
|
1.029.044 | 1.003.080 |
| Vorräte | (19) | 10.529 | 11.964 |
| Finanzforderungen | (15) | 50.185 | 51.680 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (20) | 224.388 | 243.419 |
| Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | (16) | 30.335 | 33.648 |
| Ertragsteueransprüche | (17) | 9.413 | 25.108 |
| Kurzfristige wertpapiere | (21) | 669.705 | 630.794 |
| Flüssige Mittel | (22) | 31.251 | 6.467 |
| Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte | (23) | 3.238 | - |
|
|
|
1.815.833 | 1.734.669 |
| PASSIVA |
|
31.12.2010 | 31.12.2009 |
|
|
|
TEUR | TEUR |
| Eigenkapital | (24) | 846.718 | 773.426 |
| Anteile der Aktionäre der Lechwerke AG |
|
823.510 | 746.229 |
| Anteile anderer Gesellschafter |
|
23.208 | 27.197 |
| Langfristige Schulden |
|
620.162 | 628.170 |
| Rückstellungen | (25) | 443.936 | 442.948 |
| Übrige Verbindlichkeiten | (28) | 146.710 | 155.255 |
| Latente Steuern | (18) | 29.516 | 29.967 |
| Kurzfristige Schulden |
|
348.953 | 333.073 |
| Rückstellungen | (25) | 118.506 | 98.228 |
| Finanzverbindlichkeiten | (26) | 810 | 2.576 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (27) | 142.549 | 134.006 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten |
|
168 | 42 |
| Übrige Verbindlichkeiten | (28) | 83.637 | 98.221 |
| Zur Veräußerung bestimmte Schulden | (23) | 3.283 | - |
|
|
|
1.815.833 | 1.734.669 |
|
|
(siehe Anhang) (33) |
2010 |
2009 |
|
|
|
TEUR |
TEUR |
| Ergebnis nach Steuern |
|
154.782 | 92.881 |
| Abschreibungen/Zuschreibungen |
|
39.095 | 38.911 |
| Veränderung der Rückstellungen |
|
38.212 | 27.046 |
| Veränderung der latenten Steuern |
|
- 4.460 | 379 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Anlagegegenständen und Wertpapieren |
|
- 35.409 | - 18.702 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen (im Wesentlichen Auflösung von Baukostenzuschüssen und at-equity-Bilanzierung) |
|
- 4.733 | - 6.154 |
| Veränderung des Nettoumlaufvermögens |
|
901 | - 10.500 |
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit |
|
188.388 | 123.861 |
| Immaterielle Vermögenswerte/Sachanlagen/lnvestment Property |
|
|
|
| Investitionen |
|
- 80.743 | - 66.474 |
| Einnahmen aus Anlagenabgängen |
|
3.555 | 3.808 |
| Akquisitionen, Beteiligungen |
|
|
|
| Investitionen |
|
- 190 | - 110 |
| Einnahmen aus Anlagenabgängen |
|
9.441 | - |
| Wertpapiere und Geldanlagen |
|
|
|
| Erwerb von Wertpapieren und Geldanlagen |
|
- 31.749 | - 308.271 |
| Veräußerung von Wertpapieren und Geldanlagen |
|
13.450 | 278.352 |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit |
|
- 86.236 | - 92.695 |
| Kapitalveränderungen einschließlich anderer Gesellschafter |
|
|
|
| Dividenden/Ausschüttungen an LEW-Aktionäre und andere Gesellschafter |
|
- 63.922 | - 53.413 |
| Veränderung Finanzschulden/-vermögen |
|
- 13.446 | 17.830 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit |
|
- 77.368 | - 35.583 |
| Zahlungswirksame Veränderungen der flüssigen Mittel |
|
24.784 | - 4.417 |
| Veränderung der flüssigen Mittel |
|
24.784 | - 4.417 |
| Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums |
|
6.467 | 10.884 |
| Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums |
|
31.251 | 6.467 |
| Die flüssigen Mittel setzen sich wie folgt zusammen: |
|
|
|
| Kasse |
|
101 | 87 |
| Guthaben bei Kreditinstituten |
|
31.150 | 6.380 |
|
|
(siehe Anhang) | 2010 | 2009 |
|
|
|
TEUR | TEUR |
| Ergebnis nach Steuern |
|
154.782 | 92.881 |
| Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten | (30) | - 6.050 | 47.584 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen |
(25) | - 1.650 | - 20.030 |
| Anteiliges other Comprehensive Income at-equity-bilanzierter Beteiligungen |
|
- 621 | - 358 |
| Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen (Other Comprehensive Income) |
|
- 8.321 | 27.196 |
| Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Total Comprehensive Income) |
|
146.461 | 120.077 |
| davon: Auf Aktionäre der Lechwerke AG entfallend |
|
(140.878) | (112.883) |
| davon: Auf andere Gesellschafter entfallend |
|
(5.583) | (7.194) |
| (siehe Anhang) (24) |
Gezeichnetes Kapital der Lechwerke AG |
Kapitalrücklage der Lechwerke AG |
Gewinnrücklage und Bilanzgewinn |
Accumulated Other Comprehensive Income |
Anteile der Aktionäre der Lechwerke AG |
Anteile anderer Gesellschafter |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Stand: 01.01.2009 | 90.738 | 59.714 | 530.664 | 4.947 | 686.063 | 20.249 |
| Dividendenzahlungen | - | - | - 53.167 | - | - 53.167 | - 246 |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 86.092 | - | 86.092 | 6.789 |
| Other Comprehensive Income | - | - | - 20.004 | 46.795 | 26.791 | 405 |
| Total Comprehensive Income | - | - | 66.088 | 46.795 | 112.883 | 7.194 |
| Übrige Veränderungen | - | - | 450 | - | 450 | - |
| Stand: 31.12.2009 | 90.738 | 59.714 | 544.035 | 51.742 | 746.229 | 27.197 |
| Stand: 01.01.2010 | 90.738 | 59.714 | 544.035 | 51.742 | 746.229 | 27.197 |
| Dividendenzahlungen | - | - | - 63.800 | - | - 63.800 | - 122 |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 149.049 | - | 149.049 | 5.733 |
| Other Comprehensive Income |
|
|
- 1.673 | - 6.498 | - 8.171 | - 150 |
| Total Comprehensive Income | - | - | 147.376 | - 6.498 | 140.878 | 5.583 |
| Übrige Veränderungen | - | - | 203 | - | 203 | - 9.450 |
| Stand: 31.12.2010 | 90.738 | 59.714 | 627.814 | 45.244 | 823.510 | 23.208 |
| (siehe Anhang) (24) |
Summe |
|
|
TEUR |
| Stand: 01.01.2009 | 706.312 |
| Dividendenzahlungen | - 53.413 |
| Ergebnis nach Steuern | 92.881 |
| Other Comprehensive Income | 27.196 |
| Total Comprehensive Income | 120.077 |
| Übrige Veränderungen | 450 |
| Stand: 31.12.2009 | 773.426 |
| Stand: 01.01.2010 | 773.426 |
| Dividendenzahlungen | - 63.922 |
| Ergebnis nach Steuern | 154.782 |
| Other Comprehensive Income | - 8.321 |
| Total Comprehensive Income | 146.461 |
| Übrige Veränderungen | - 9.247 |
| Stand: 31.12.2010 | 846.718 |
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind,
dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie
die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns
beschrieben sind.
Augsburg, 26. Januar 2011
| Dr. Markus Litpher | Paul Waning |
| Vorstand | Vorstand |
Die Lechwerke AG mit Sitz in der Schaezlerstraße 3 in Augsburg, Deutschland, ist Mutterunternehmen
der LEW-Gruppe. Gemäß ihrer Satzung erstreckt sich ihre Geschäftstätigkeit im wesentlichen
auf die Beschaffung und gewerbliche Nutzung von Energien, insbesondere Erzeugung,
Bezug, Abgabe und Verteilung von elektrischer Energie, Gas und wärme sowie die Erbringung
und Vermarktung von Dienstleistungen auf diesen Gebieten. Ferner ist sie über verschiedene
Tochterunternehmen in den Bereichen der Telekommunikation, beim Bau und Betrieb von
Bergbahnen sowie in der Entsorgungswirtschaft tätig.
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 ist am 14. Februar 2011 vom Aufsichtsrat
gebilligt und am 2. März 2011 vom Vorstand der Lechwerke AG zur Veröffentlichung freigegeben
worden. Aufgestellt wurde er nach den International Financial Reporting Standards
(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB
anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Die Vorjahreszahlen sind nach den gleichen
Grundsätzen ermittelt worden.
Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen
sowie der Bilanz und der Kapitalflussrechnung wird die Veränderung des Eigenkapitals
gezeigt. Die Anhangangaben enthalten zudem eine Segmentberichterstattung.
Zum Zwecke einer klareren Darstellung sind verschiedene posten der Bilanz sowie der
Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Im Anhang werden diese Posten gesondert
ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren
gegliedert.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind - soweit nicht anders
angegeben - in Tausend Euro (TEUR) ausgewiesen.
Der vorliegende Abschluss bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2010 (1. Januar bis 31.
Dezember).
Aufstellung, Vollständigkeit und Richtigkeit des Konzernabschlusses sowie des - mit
dem Lagebericht der Lechwerke AG zusammengefassten - Konzernlageberichts liegen in
der Verantwortung des Vorstands der Lechwerke AG.
Durch interne Kontrollsysteme, den Einsatz konzernweit einheitlicher Richtlinien und
Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter gewährleisten wir die Ordnungsmäßigkeit
des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Die Einhaltung der gesetzlichen
Vorschriften und der konzerninternen Richtlinien sowie die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit
der Kontrollsysteme werden kontinuierlich konzernweit geprüft.
Das Risikomanagementsystem des Konzerns ist entsprechend den Anforderungen des "Gesetzes
zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich" (KonTraG) darauf ausgerichtet,
dass der Vorstand Risiken frühzeitig erkennen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einleiten
kann.
Der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und der Prüfungsbericht werden
in Anwesenheit des Abschlussprüfers im Prüfungsausschuss und in der Bilanzsitzung
des Aufsichtsrats eingehend erörtert. Aus dem Bericht des Aufsichtsrats (Seiten 70
bis 77 dieses Geschäftsberichts) geht das Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat
hervor.
In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der Lechwerke AG alle Tochterunternehmen,
die von der Lechwerke AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden. Eine Beherrschung
liegt dann vor, wenn die Lechwerke AG unmittelbar oder mittelbar über mehr als 50
% der Stimmrechte verfügt und damit über die Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens
bestimmen kann. Wesentliche assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode
bilanziert.
Anteile an Tochterunternehmen, an Gemeinschaftsunternehmen oder an assoziierten Unternehmen,
die aus Konzernsicht von untergeordneter Bedeutung sind, werden nach IAS 39 bilanziert.
Die nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen machen
insgesamt weniger als 1 % des Umsatzes, des Ergebnisses und der Verschuldung des Konzerns
aus. Tochterunternehmen mit negativem Ergebnis oder negativem Eigenkapital werden
grundsätzlich vollkonsolidiert. In sogenannten Spezialfonds gebündelte liquide Mittel
werden vollständig in den Konzernabschluss einbezogen, da wir die Mehrheit des Nutzens
bzw. den wesentlichen Teil des Risikos aus der Tätigkeit der Spezialfonds tragen.
Die Mittlere Donau Kraftwerke AG, München, wird aufgrund der vertraglichen Verhältnisse,
wonach uns der von ihr erzeugte Strom ausschließlich zusteht, gemäß SIC 12 als Zweckgesellschaft
einbezogen.
Zum 31. Dezember 2010 bestand der Konsolidierungskreis aus 16 vollkonsolidierten Unternehmen.
Im Berichtsjahr wurden zwei Spezialfonds veräußert. Die liquiden Mittel aus den Verkäufen
wurden in einen bereits bestehenden Spezialfonds wieder angelegt. Außerdem werden
wie im Vorjahr vier Unternehmen at-equity einbezogen.
Wesentliche Auswirkungen aufgrund der Veränderungen im Konsolidierungskreis ergeben
sich nicht. Erst- bzw. Entkonsolidierungen werden grundsätzlich zum Zeitpunkt des
Übergangs bzw. der Aufgabe der Beherrschung vorgenommen.
Die Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 und
Abs. 3 HGB wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. Auf den Seiten 150
und 151 dieses Geschäftsberichts sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen,
at-equity-bilanzierte Beteiligungen sowie wesentliche sonstige Beteiligungen aufgeführt.
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31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen | 16 | 16 |
| Anzahl der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 4 | 4 |
| Anzahl der einbezogenen Spezialfonds | 3 | 5 |
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23 | 25 |
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Unternehmen werden nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.
Tochterunternehmen mit abweichendem Abschlussstichtag (in der LEW-Gruppe ausschließlich
der 31. Oktober) schreiben alle wesentlichen Geschäftsvorfälle auf den Konzernabschluss-Stichtag
fort. Aus wirtschaftlichen Gründen weicht der Bilanzstichtag der Wendelsteinbahn GmbH,
Brannenburg, der Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH, Brannenburg, sowie der at-equity-bilanzierten
Nebelhornbahn-AG, Oberstdorf, von den übrigen Konzerngesellschaften ab.
Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Das heißt,
bei der Kapitalkonsolidierung wird der Kaufpreis zuzüglich des Betrags der Minderheitenanteile
mit dem neu bewerteten Nettovermögen der erworbenen Tochterunternehmen zum Erwerbszeitpunkt
verrechnet. Dabei werden die Minderheitenanteile grundsätzlich mit dem entsprechenden
Anteil des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Die ansatzfähigen Vermögenswerte,
schulden und Eventualschulden der Tochterunternehmen werden dabei - unabhängig von
der Höhe des Minderheitenanteils - mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt.
Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren,
wenn sie vom Unternehmen abtrennbar sind oder aus einem vertraglichen oder anderen
Recht resultieren. Übersteigt der Kaufpreis das neu bewertete anteilige Nettovermögen
der erworbenen Tochtergesellschaft, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder
Firmenwert aktiviert. Liegt der Kaufpreis darunter, wird der (negative) Unterschiedsbetrag
aus der Erstkonsolidierung erfolgswirksam aufgelöst.
Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern
einmal im Jahr sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einem
Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Im Falle einer Entkonsolidierung
werden die Restbuchwerte der aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte bei der Berechnung
des Veräußerungserfolgs berücksichtigt. Änderungen im Anteilsbesitz, bei denen die
Beherrschungsmöglichkeit gegenüber dem Tochterunternehmen fortbesteht, werden ergebnisneutral
erfasst. Bei Anteilsabstockungen, die zu einem Wechsel im Beherrschungsstatus führen,
werden die verbleibenden Anteile ergebniswirksam neu bewertet. Werden weitere Anteile
an bereits beherrschten Tochterunternehmen erworben, wird der aktivierte Geschäfts-
oder Firmenwert um die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen Buchwert
des Nettovermögens des Tochterunternehmens erhöht.
Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten
Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse werden herausgerechnet, soweit sie
nicht von untergeordneter Bedeutung sind. In Einzelabschlüssen vorgenommene Abschreibungen
sowie Zuschreibungen auf Anteile an einbezogenen Unternehmen werden zurückgenommen.
Diese Konsolidierungsgrundsätze gelten anteilig auch für at-equity-bilanzierte Beteiligungen.
Geschäfts- oder Firmenwerte sind in diesem Fall allerdings nicht gesondert ausgewiesen,
sondern im Wertansatz der Beteiligung enthalten. Auch diese Geschäfts- oder Firmenwerte
werden nicht planmäßig abgeschrieben. Falls außerplanmäßige Abschreibungen des Equity-Wertes
erforderlich werden, weisen wir diese im Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen
aus. Die Abschlüsse der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden
nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen
Kosten mit Ausnahme bestimmter Finanzinstrumente, für die IAS 39 eine Bewertung zum
beizulegenden Zeitwert fordert.
Immaterielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten
bilanziert. Sämtliche immaterielle Vermögenswerte mit Ausnahme von Geschäfts- oder
Firmenwerten weisen eine bestimmbare Nutzungsdauer auf und werden planmäßig linear
abgeschrieben. Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft.
Software für kaufmännische und technische Anwendungen wird über drei bis fünf Jahre
abgeschrieben.
Immaterielle Vermögenswerte werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare
Betrag des Vermögenswertes den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist
dabei der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten
und Nutzungswert. Eine gesonderte Regelung gilt für den Fall, dass der Vermögenswert
Teil einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist. Letztere ist definiert als die
kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugt;
dabei müssen die Mittelzuflüsse weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte
oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sein. Ist ein Vermögenswert Teil einer zahlungsmittelgenerierenden
Einheit, wird die Abschreibung auf Basis des erzielbaren Betrags der Einheit ermittelt.
Wurde einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet
und übersteigt ihr Buchwert den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Geschäfts-
oder Firmenwert in Höhe des Differenzbetrags außerplanmäßig abgeschrieben. Ein darüber
hinausgehender Abwertungsbedarf wird durch anteilige Reduzierung der Buchwerte der
übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit berücksichtigt. Wenn
der Grund für eine früher vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist,
werden die Vermögenswerte zugeschrieben. Allerdings darf der durch Zuschreibung erhöhte
Buchwert nicht die fortgeführten Anschaffungs oder Herstellungskosten übersteigen.
Bei Geschäfts- oder Firmenwerten werden keine Zuschreibungen vorgenommen.
Sachanlagen werden mit den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert.
Fremdkapitalkosten werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert,
wenn sie unmittelbar dem Erwerb oder der Herstellung eines "qualifizierten Vermögenswertes"
zugeordnet werden können, bei dem ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um
ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen.
Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden als Aufwand erfasst.
Sachanlagen werden - mit Ausnahme von Grund und Boden - grundsätzlich linear abgeschrieben.
Für planmäßige Abschreibungen unserer typischen Anlagen legen wir die folgenden konzerneinheitlichen
Nutzungsdauern zugrunde:
|
|
Jahre |
| Gebäude | 8 - 50 |
| Technische Anlagen |
|
| Stromverteilungsanlagen | 5 - 35 |
| Kraftwerksanlagen | 10 - 50 |
| sonstige technische Anlagen | 3 - 20 |
Nutzungsdauern, Abschreibungsmethoden und Restbuchwerte werden jährlich überprüft.
Die außerplanmäßige Abschreibung und Zuschreibung von Sachanlagen folgt den für immaterielle
Vermögenswerte beschriebenen Grundsätzen.
Investment Property (als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) umfasst alle Immobilien,
die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder langfristigen Wertsteigerungen gehalten und
weder in der Produktion noch für Verwaltungszwecke eingesetzt werden. Es wird zu fortgeführten
Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Bei der erstmaligen Bewertung sind
auch Transaktionskosten einzubeziehen. Abnutzbares Investment Property wird über eine
Laufzeit von 8 bis 50 Jahren linear abgeschrieben. Der beizulegende Zeitwert des Investment
Property ist im Anhang unter (12) angegeben. Er wird nach international anerkannten
Bewertungsmethoden, z. B. der Discounted-Cash-Flow-Methode, ermittelt oder aus den
aktuellen Marktpreisen vergleichbarer Immobilien abgeleitet.
Die außerplanmäßige Abschreibung und Zuschreibung von Investment Property folgt ebenfalls
den für immaterielle Vermögenswerte beschriebenen Grundsätzen.
Die Anteile an at-equity-bilanzierten Beteiligungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten
und in den Folgeperioden mit dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert.
Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, die Ausschüttungen
und alle weiteren Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Die Änderungen
werden, sofern sie nicht ergebniswirksam sind, erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern sind im Wertansatz
der Beteiligung enthalten. Eine planmäßige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte
findet nicht statt. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig
abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet.
Die unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an nicht konsolidierten
Tochterunternehmen und an nicht nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten
Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie die übrigen Beteiligungen und die langfristigen
Wertpapiere gehören der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" an. In diese Kategorie
fallen Finanzinstrumente, die keine Kredite und Forderungen oder bis zur Endfälligkeit
gehaltene Finanzinvestitionen darstellen und die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden. Sie werden sowohl bei der Erstbilanzierung als auch in den
Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern dieser verlässlich
ermittelbar ist. Ist diese zuverlässige Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nicht
gegeben, so erfolgt die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Erstbewertung
findet am Erfüllungstag statt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung
latenter steuern im Other Comprehensive Income erfasst. Bei Veräußerung der Finanzinstrumente
wird der Gewinn oder Verlust erfolgswirksam. Wenn wesentliche objektive Hinweise für
eine Wertminderung eines Vermögenswertes vorliegen, wird dieser unter Verwendung eines
Wertberichtigungskontos erfolgswirksam abgeschrieben. Befindet sich ein Schuldner
in finanziellen Schwierigkeiten oder ist er mit den Zins- und Tilgungszahlungen in
Verzug, kann dies ein Hinweis auf eine Wertminderung des betreffenden finanziellen
Vermögenswertes sein. Gleiches gilt, wenn es für den finanziellen Vermögenswert keinen
aktiven Markt mehr gibt. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen
Rechte auf zahlungsmittelzuflüsse aus dem Vermögenswert auslaufen oder der finanzielle
Vermögenswert übertragen wird. Letzteres ist dann der Fall, wenn alle wesentlichen
Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen
werden oder die Verfügungsmacht über den Vermögenswert abgegeben wird.
Die Forderungen umfassen die Finanzforderungen, die Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen sowie sonstige Forderungen.
Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert
angesetzt und in der Folge -mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente - mit den
fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Die Erstbewertung findet am Erfüllungstag statt. Erforderliche Wertberichtigungen
orientieren sich am tatsächlichen Ausfallrisiko. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden
die Wertansätze von Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Strom- und Gaslieferungen sind
erhaltene Abschlagszahlungen auf den abgegrenzten, noch nicht abgelesenen Verbrauch
unserer Kunden verrechnet.
Die unter den Finanzforderungen ausgewiesenen Ausleihungen sind mit den fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet. Marktüblich verzinsliche Ausleihungen werden zum Nominalwert
bilanziert, zinslose oder niedrig verzinsliche Ausleihungen dagegen grundsätzlich
mit ihrem abgezinsten Betrag unter Verwendung eines risikoadäquaten Zinssatzes.
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen des RWE-Konzerns sowie Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen.
CO2 -Emissionsrechte werden als immaterielle Vermögenswerte bilanziert und unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Sowohl entgeltlich erworbene als auch frei zugeteilte Rechte werden zu Anschaffungskosten bewertet; eine planmäßige Abschreibung findet nicht statt.
Latente Steuern resultieren aus temporären Unterschieden zwischen IFRS- und Steuerbilanzen
der Einzelgesellschaften sowie aus Konsolidierungsvorgängen. Die aktiven latenten
Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung
bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben. Latente Steuern sind dann zu aktivieren,
wenn damit verbundene wirtschaftliche Vorteile wahrscheinlich genutzt werden können.
Ihre Höhe wird auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die zum Realisationszeitpunkt
gelten bzw. voraussichtlich gelten werden. Maßgeblich sind die am Bilanzstichtag gültigen
bzw. verabschiedeten steuerlichen Vorschriften. Für die Berechnung der latenten Steuern
wird ein Steuersatz von 31,23 % (Vorjahr: 30,88 %) herangezogen. Er ergibt sich aus
dem gültigen Körperschaftsteuersatz von 15,00 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,50
% und dem im Berichtsjahr angepassten durchschnittlichen Gewerbeertragsteuersatz.
Aktive und passive latente Steuern werden je Gesellschaft bzw. je Organkreis saldiert.
Vorräte sind Vermögenswerte, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden
(Waren), die sich in der Herstellung befinden (unfertige Leistungen) oder die bei
der Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe).
Sofern die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Waren nicht hauptsächlich mit
der Absicht erworben wurden, aus einem kurzfristigen Weiterverkauf Gewinne zu erzielen,
werden sie zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten
angesetzt. Die unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten
entsprechen den produktionsorientierten Vollkosten. Die Herstellungskosten enthalten
die direkt zurechenbaren Kosten. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs-
oder Herstellungskosten aktiviert.
Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen ist, wird
die Wertaufholung als Minderung des Materialaufwands erfasst.
Vorräte, die hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, aus einem kurzfristigen
Weiterverkauf Gewinne zu erzielen, werden mit dem Nettoveräußerungswert abzüglich
der Vertriebsaufwendungen bewertet. Wertänderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Zu den als kurzfristig ausgewiesenen Wertpapieren zählen im Wesentlichen die Wertpapiere
in den Spezialfonds sowie festverzinsliche Titel, die bei Erwerb eine Restlaufzeit
von mehr als drei Monaten und weniger als einem Jahr aufweisen. Die Wertpapiere gehören
ausnahmslos der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" an und werden mit dem beizulegenden
Zeitwert angesetzt. Bei der Erstbewertung werden Transaktionskosten berücksichtigt,
die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind; die Erstbewertung
erfolgt zum Erfüllungstag. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung
latenter steuern im Other Comprehensive Income erfasst. bei Veräußerung wird der Gewinn
oder Verlust erfolgswirksam. Liegen wesentliche objektive Hinweise für eine Wertminderung
vor, wird erfolgswirksam abgeschrieben.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsmittelzuflüsse
aus dem Vermögenswert auslaufen oder wenn der finanzielle Vermögenswert übertragen
wird. Letzteres ist dann der Fall, wenn alle wesentlichen Chancen und Risiken, die
mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden oder die Verfügungsmacht
über den Vermögenswert abgegeben wird.
Flüssige Mittel umfassen Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer
ursprünglichen Laufzeit von unter drei Monaten. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten
Anschaffungskosten.
Als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sind Vermögenswerte ausgewiesen, die
in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung sehr
wahrscheinlich ist. Dabei kann es sich um einzelne langfristige Vermögenswerte, um
Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppen) oder um Geschäftsbereiche (nicht
fortgeführte Aktivitäten bzw. Discontinued Operations) handeln. Schulden, die zusammen
mit Vermögenswerten in einer Transaktion abgegeben werden sollen, sind Bestandteil
einer Veräußerungsgruppe oder nicht fortgeführten Aktivität und werden als zur Veräußerung
bestimmte Schulden gesondert ausgewiesen.
Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig
abgeschrieben. Sie werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten
angesetzt, sofern dieser Betrag niedriger ist als der Buchwert.
Gewinne oder Verluste aus der Bewertung einzelner zur Veräußerung bestimmter Vermögenswerte
und von Veräußerungsgruppen werden bis zur endgültigen Veräußerung im Ergebnis aus
fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Die für den Vorstand und leitende Angestellte der LEW-Gruppe ausgegebenen Aktienoptionsprogramme
der RWE AG werden als aktienbasierte Vergütungen mit Barausgleich bilanziert. Zum
Bilanzstichtag wird eine Rückstellung in Höhe des zeitanteiligen beizulegenden Zeitwerts
der Zahlungsverpflichtung gebildet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden
erfolgswirksam erfasst. Den beizulegenden Zeitwert der Optionen bestimmen wir mithilfe
anerkannter finanzwirtschaftlicher Modelle.
Rückstellungen werden für sämtliche am Bilanzstichtag gegenüber Dritten bestehende
rechtliche oder faktische Verpflichtungen gebildet, die auf vergangenen Ereignissen
beruhen, die wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden und deren
Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen
Erfüllungsbetrag angesetzt und nicht mit Erstattungsansprüchen saldiert. Wenn die
zu bewertende Rückstellung eine große Anzahl von Positionen umfasst, wird die Verpflichtung
durch Gewichtung aller möglichen Ergebnisse mit ihren jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten
geschätzt (Erwartungswertmethode).
Alle langfristigen Rückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten
voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bilanziert. Bei der Ermittlung dieses Betrags sind
auch die bis zum Erfüllungszeitpunkt voraussichtlich eintretenden Kostensteigerungen
zu berücksichtigen. Ausgenommen davon sind Pensionsrückstellungen, für die gemäß IAS
19 gesonderte Regelungen angewandt werden.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für leistungsorientierte
Versorgungspläne gebildet. Dabei handelt es sich um Verpflichtungen des Unternehmens
aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter
sowie deren Hinterbliebene. Die Verpflichtungen beziehen sich insbesondere auf Ruhegelder.
Die individuellen Zusagen bemessen sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit
und der Vergütung der Mitarbeiter.
Bei der Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird
der versicherungsmathematische Barwert der jeweiligen Verpflichtung zugrunde gelegt.
Dieser wird mithilfe der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode)
ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag
bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete künftige Steigerungen
von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische
Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Daten (insbesondere die Richttafeln
2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck). Die Rückstellung ergibt sich aus dem Saldo des
versicherungsmathematischen Barwertes der Verpflichtung und dem beizulegenden Zeitwert
des zur Deckung der Pensionsverpflichtung gebildeten Planvermögens. Der Dienstzeitaufwand
ist im Personalaufwand enthalten. Der Zinsaufwand und die erwarteten Erträge aus dem
Planvermögen gehen in das Finanzergebnis ein.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden vollständig in dem Geschäftsjahr
erfasst, in dem sie eintreten. sie werden als Bestandteil des Other Comprehensive
Income außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung in der Aufstellung der im Konzerneigenkapital
erfassten Erträge und Aufwendungen ausgewiesen und unmittelbar in die Gewinnrücklagen
gebucht. Auch in den Folgeperioden werden sie nicht mehr erfolgswirksam.
Für die Verpflichtung zur Rückgabe von CO2 -Emissionsrechten an die zuständigen Behörden wird eine Rückstellung gebildet, die mit dem Buchwert der dafür aktivierten CO2 -Rechte bewertet wird. Ist ein Teil der Verpflichtung nicht durch vorhandene Zertifikate gedeckt, wird die Rückstellung hierfür mit dem Marktpreis der Emissionsrechte am Stichtag bewertet.
Die Verbindlichkeiten umfassen die Finanzverbindlichkeiten, die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten.
Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert einschließlich
Transaktionskosten erfasst und in den Folgeperioden - mit Ausnahme der derivativen
Finanzinstrumente - mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen des RWE-Konzerns sowie Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten
Tochterunternehmen.
Die von Kunden erhaltenen Anzahlungen sowie erhaltene Zuschüsse werden unter den übrigen
Verbindlichkeiten passiviert. Zu den übrigen Zuschüssen zählen die Baukostenzuschüsse.
Sie werden grundsätzlich über eine Laufzeit von 20 Jahren zugunsten der Umsatzerlöse
aufgelöst, sofern die Zuschüsse Jahre vor 2003 betreffen. Die Auflösung der Zuschüsse,
die die Jahre 2003 bis 2007 betreffen, erfolgt über die Laufzeit der korrespondierenden
Vermögenswerte und wird, sofern die Zuschüsse die Jahre 2003 und 2004 betreffen, bei
den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die Zuschüsse, die die Jahre 2005
bis 2007 betreffen, werden zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst. Ab 2008 werden die
Zuschüsse wieder über einen Zeitraum von 20 Jahren zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst.
Steuerpflichtige Zuschüsse und steuerfreie Zulagen zum Anlagevermögen werden als erhaltene
Zuschüsse bilanziert und entsprechend dem Abschreibungsverlauf der Anlagen als sonstige
betriebliche Erträge vereinnahmt.
Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert
und zum Erfüllungstag angesetzt. Unabhängig von ihrem Zweck werden alle derivativen
Finanzinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses wertes
werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen
in einem bilanziellen Sicherungszusammenhang. In diesem Fall richtet sich die Erfassung
von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.
Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten
gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens abgeschlossen
und in diesem Sinne gehalten werden (Eigenverbrauchverträge), werden nicht als derivative
Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert. Enthalten die Verträge
eingebettete Derivate, werden die Derivate getrennt vom Basisvertrag bilanziert, wenn
die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit
den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind. Geschriebene
Optionen auf den Kauf oder Verkauf nicht-finanzieller Posten, die durch Barausgleich
erfüllt werden können, sind keine Eigenverbrauchverträge.
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften bewerten in ihren Einzelabschlüssen
nicht-monetäre Posten in fremder Währung zum Bilanzstichtag mit dem Kurs, der am Tag
der Erstverbuchung galt. Monetäre Posten werden mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Bis zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -verluste aus der Bewertung von
monetären Bilanzposten in fremder Währung werden ergebniswirksam in den sonstigen
betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen berücksichtigt.
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen
zu treffen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte:
| ― |
Bei bestimmten Verträgen ist zu entscheiden, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie sogenannte Eigenverbrauchverträge als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind. |
| ― |
Finanzielle Vermögenswerte sind in die Kategorien "bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen", "Kredite und Forderungen", "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" und "finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden" einzuordnen. |
| ― |
Bei "zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten" ist zu entscheiden, ob und wann eine Wertminderung als außerplanmäßige Abschreibung erfolgswirksam zu erfassen ist. |
Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen
und Schätzungen gemacht werden, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte
und Schulden, der Erträge und Aufwendungen auswirken.
Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Bilanzierung
und Bewertung von Rückstellungen, die Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten,
die Beurteilung der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern sowie die Ermittlung
der Umsatzerlöse.
Insbesondere der Abzinsungsfaktor bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
stellt eine wichtige Schätzgröße dar. Der Abzinsungsfaktor für Pensionsverpflichtungen
wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen
erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Eine Erhöhung bzw.
Verminderung des Abzinsungsfaktors um einen Prozentpunkt würde den Barwert der Verpflichtung
aus betrieblichen Altersversorgungsplänen um 37.260 TEUR (Vorjahr: 35.528 TEUR) reduzieren
bzw. um 47.261 TEUR (Vorjahr: 45.176 TEUR) erhöhen. Darüber hinaus bestehen bei den
Rückstellungen für Entfernungs- und Heimfallverpflichtungen Unsicherheiten in Bezug
auf die Höhe der Verpflichtung.
Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile
wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in zukünftigen
Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern kann allerdings
von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen.
Schätzungen ergeben sich zudem im Bereich der Umsatzerlöse. bei den Privat- und Gewerbekunden
ist aufgrund der Stichtagsabrechnung zum 31. Dezember eine Jahresverbrauchsabgrenzung
für den gesamten Berichtszeitraum notwendig. Diese basiert auf dem Vorjahresverbrauch,
wird um unterjährige Kundengewinne und -verluste sowie um Änderungen im Verbrauchsverhalten
angepasst und mit den aktuellen Preisen bewertet.
Weitere Informationen zu den Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss
zugrunde liegen, finden sich in den Erläuterungen zu den einzelnen Abschlussposten.
Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen
am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung
wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche
Umfeld in den Branchen und Regionen, in denen der Konzern tätig ist, berücksichtigt.
Sollten sich die Rahmenbedingungen anders als erwartet entwickeln, können die tatsächlichen
Beträge von den Schätzwerten abweichen. In solchen Fällen werden die Annahmen und,
falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und schulden angepasst.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ist nicht von einer wesentlichen
Änderung der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen auszugehen.
Der International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee
(IFRS IC) haben eine Reihe von Änderungen bei bestehenden International Financial
Reporting Standards (IFRS) sowie einige neue IFRS und Interpretationen verabschiedet,
die für die LEW-Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2010 verpflichtend anzuwenden sind:
IFRS 3 (2008) enthält geänderte Vorschriften zur Bilanzierung von Unternehmenserwerben.
Die Anpassungen gegenüber der ursprünglichen Fassung des IFRS 3 betreffen den Anwendungsbereich
und die Bilanzierung von sukzessiven Anteilserwerben. Ferner räumt IFRS 3 (2008) den
Unternehmen ein Wahlrecht ein: Die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter
können transaktionsindividuell mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder mit dem anteiligen
Nettovermögen bewertet werden. Je nachdem, für welche der beiden Möglichkeiten sich
ein Unternehmen entscheidet, wird im Rahmen des Unternehmenserwerbs ein eventuell
vorhandener Geschäfts- oder Firmenwert vollständig oder nur mit dem Anteil des Mehrheitseigentümers
ausgewiesen. Die Änderungen werden sich entsprechend auf die Bilanzierung von Unternehmenstransaktionen
auswirken.
Mit der überarbeiteten Fassung von IAS 27 hat der IASB insbesondere die Vorschriften
zur Bilanzierung von Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern eines Konzerns
geändert: Transaktionen, durch die ein Mutterunternehmen seine Beteiligungsquote an
einem Tochterunternehmen ändert, ohne die Beherrschung aufzugeben, sind künftig als
erfolgsneutrale Eigenkapitaltransaktionen zu bilanzieren. Neu geregelt wurde auch
die Bilanzierung im Falle des Verlusts einer beherrschenden Stellung gegenüber einem
Tochterunternehmen: Der Standard legt fest, wie ein Entkonsolidierungserfolg berechnet
und eine nach Teilveräußerung verbleibende Restbeteiligung am ehemaligen Tochterunternehmen
bewertet werden muss. Die Änderungen werden sich demnach auf die Bilanzierung von
bestimmten Unternehmenstransaktionen auswirken.
Keine wesentlichen Auswirkungen auf den LEW-Konzernabschluss haben die nachfolgenden
erstmals im Geschäftsjahr 2010 anzuwendenden Standards und Interpretationen:
| ― |
Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards (2009) |
| ― |
IFRS 1 (neu strukturiert 2008) - Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards |
| ― |
Änderung des IFRS 1 (2009) - zusätzliche Ausnahmen für erstmalige Anwender |
| ― |
Änderung des IFRS 2 (2009) - Anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich innerhalb einer Unternehmensgruppe |
| ― |
Änderung des IAS 39 (2009) - Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen |
| ― |
IFRIC 12 - Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen |
| ― |
IFRIC 15 - Verträge über die Errichtung von Immobilien |
| ― |
IFRIC 16 - Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb |
| ― |
IFRIC 17 - Sachdividenden an Eigentümer |
| ― |
IFRIC 18 - Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden |
Der IASB und das IFRS IC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet,
die in der Europäischen Union noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die Standards
und Interpretationen sind im Folgenden dargestellt. Teilweise sind sie noch nicht
von der EU anerkannt. Ihre Auswirkungen auf den LEW-Konzernabschluss werden derzeit
geprüft.
IFRS 9 ersetzt die bisherigen Regelungen des IAS 39 zur Klassifizierung und Bewertung
von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. IFRS 9 (2010) ist erstmals
verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IAS 24 (2009) führt im wesentlichen Erleichterungen bei der Berichterstattung zu nahestehenden
Unternehmen ein, die vom Staat kontrolliert oder wesentlich beeinflusst werden. Außerdem
werden die Definition der nahestehenden Personen sowie die zu berichtenden Transaktionen
erweitert. IAS 24 (2009) ist erstmals verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre,
die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen.
Die Änderungen an IAS 32 (2009) betrifft die Bilanzierung von bestimmten Bezugsrechten,
Optionen und Optionsscheinen in Fremdwährung beim Emittenten. Die genannten Instrumente
sind künftig als Eigenkapital zu klassifizieren. Die Neuregelung ist erstmals anzuwenden
für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen.
Die nachfolgenden standards und Interpretationen, die im Geschäftsjahr 2010 noch nicht
anwendbar sind, werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den LEW-Konzernabschluss
haben:
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Improvements to IFRS (2010) |
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Änderung des IFRS 1(2010) - Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRs 7 |
| ― |
Änderung des IFRS 1(2010) - severe Hyperinflation and Removal of Fixed Dates for First-time Adopters |
| ― |
Änderungen des IFRS 7 (2010) - Financial Instruments: Disclosures |
| ― |
Änderungen des IAS 12 (2010) - Deferred Tax: Recovery of Underlying Assets |
| ― |
Änderung des IFRIC 14 (2009) - Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen |
| ― |
IFRIC 19 - Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente |
Umsatzerlöse werden grundsätzlich dann erfasst, wenn die Dienstleistungen erbracht
oder die Güter geliefert wurden und die Risiken daraus auf den Kunden übergegangen
sind. In der Segmentberichterstattung auf den Seiten 141 bis 143 werden die Umsatzerlöse
nach Unternehmensbereichen aufgegliedert.
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Stromerlöse (inkl. Stromsteuer) | 1.710.234 | 1.381.731 |
| Gaserlöse (inkl. Erdgassteuer) | 22.231 | 12.037 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 79.261 | 74.021 |
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1.811.726 | 1.467.789 |
| Strom- und Erdgassteuer | - 76.974 | - 72.863 |
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1.734.752 | 1.394.926 |
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Auflösung von Rückstellungen | 18.497 | 10.282 |
| Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen | 4.853 | 4.231 |
| Vermietung und Verpachtung | 2.306 | 2.268 |
| Erträge aus sonstigen Materialverkäufen und sonstigen Dienstleistungen | 1.983 | 1.325 |
| Abgänge von Anlagegegenständen | 1.676 | 1.573 |
| Schadenersatz- und Versicherungsleistungen | 1.352 | 1.335 |
| Erträge aus der Nichtinanspruchnahme aus Verpflichtungen | 709 | 9.105 |
| Währungskursgewinne | 392 | 955 |
| Abgänge von kurzfristigen Vermögenswerten ohne Wertpapiere | 273 | 271 |
| Übrige | 3.131 | 2.929 |
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35.172 | 34.274 |
Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen und Ausleihungen werden, soweit sie Beteiligungen
betreffen, im Beteiligungsergebnis ausgewiesen und ansonsten, ebenso wie die Erträge
aus dem Abgang kurzfristiger Wertpapiere, im Finanzergebnis gezeigt.
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 1.327.835 | 1.026.262 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 90.602 | 100.583 |
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1.418.437 | 1.126.845 |
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Löhne und Gehälter | 100.246 | 91.710 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 21.763 | 21.796 |
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122.009 | 113.506 |
Aus der Ablösung einer bestehenden Betriebsvereinbarung für Jubiläumszuwendungen gegen
Gewährung einer Einmalzahlung resultieren im Berichtsjahr personalaufwendungen in
Höhe von 5.913 TEUR.
Die Aufwendungen für Altersversorgung betrugen 2.399 TEUR (Vorjahr: 1.775 TEUR). Sie
bestehen im Wesentlichen aus dem Dienstzeitaufwand des Berichtsjahres in Höhe von
1.946 TEUR (Vorjahr: 1.699 TEUR).
Die Beitragszahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne, die aus der gesetzlichen
Rentenversicherung resultieren, werden als Personalaufwand gezeigt und beliefen sich
im Berichtsjahr auf 7.761 TEUR (Vorjahr: 8.111 TEUR).
Die Mitarbeiterzahl, gemessen als Jahresdurchschnitt der Mitarbeiteräquivalente (Full
Time Equivalents; FTE), setzt sich in der LEW-Gruppe wie folgt zusammen:
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2010 | 2009 |
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FTE | FTE |
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 412 | 452 |
| Angestellte | 1.031 | 977 |
| Teilzeitbeschäftigte | 175 | 171 |
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1.618 | 1.600 |
| davon: Befristet Beschäftigte | (70) | (64) |
| Auszubildende | 81 | 79 |
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1.699 | 1.679 |
In die Mitarbeiteräquivalente fließen die Vollzeitbeschäftigten voll ein, die Teilzeitbeschäftigten
bzw. die befristet Beschäftigten werden nur in der Höhe ihrer Teilzeitquote bzw. ihrer
Beschäftigungszeit im Verhältnis zur Jahresbeschäftigungszeit erfasst.
Die Abschreibungen beliefen sich für Sachanlagen auf 36.532 TEUR (Vorjahr: 36.675
TEUR) und für Investment Property auf 1.391 TEUR (Vorjahr: 1.029 TEUR). Immaterielle
Vermögenswerte wurden in Höhe von 1.172 TEUR (Vorjahr: 1.207 TEUR) abgeschrieben.
Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Diese beliefen
sich für Investment Property auf 688 TEUR (Vorjahr: 348 TEUR). Sie waren erforderlich,
da der erzielbare Betrag für Grundstücke und Gebäude niedriger als dessen Buchwert
war. Auf immaterielle Vermögenswerte und sachanlagen wurden wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen
Abschreibungen vorgenommen.
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Vertrags- und konzessionsbedingte Aufwandsbelastungen | 29.447 | 24.528 |
| Rückstellungszuführungen | 20.593 | 10.290 |
| Vertriebs- und vertriebsnahe Aufwendungen | 6.397 | 9.351 |
| Rechts- und Datenverarbeitungsaufwand | 4.886 | 5.660 |
| Instandhaltungsaufwendungen | 4.817 | 4.426 |
| Übrige Fremdlieferungen und -leistungen | 3.859 | 3.495 |
| Sonstige personalnahe Aufwendungen | 2.237 | 1.869 |
| Kosten des Post- und Zahlungsverkehrs | 1.964 | 1.698 |
| Versicherungen | 1.527 | 1.618 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen und übrige Vermögenswerte | 1.507 | 1.445 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 1.264 | 1.351 |
| Sonstige Steuern | 1.215 | 938 |
| Aufwendungen für Beiträge und Verbände | 846 | 742 |
| Vorruhestands- und Altersteilzeitleistungen sowie freiwillige soziale Aufwendungen | 789 | 766 |
| Büromaterial | 681 | 675 |
| Abgänge von Anlagegegenständen ohne Finanzanlagen | 615 | 564 |
| Prüfungsgebühren | 504 | 451 |
| Mietaufwendungen | 464 | 412 |
| Übrige | 5.319 | 4.012 |
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88.931 | 74.291 |
Das Beteiligungsergebnis enthält sämtliche Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang
mit den betrieblich veranlassten Beteiligungen entstanden sind. Es umfasst das Ergebnis
aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen und das übrige Beteiligungsergebnis.
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen | 19.906 | 20.953 |
| Ergebnis aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen | - 22 | - |
| Ergebnis aus übrigen beteiligungen | 118 | - 10 |
| Ergebnis aus Ausleihungen | 15.353 | 11.652 |
| Übriges Beteiligungsergebnis | 15.449 | 11.642 |
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35.355 | 32.595 |
Die Erträge aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen resultieren aus der RL Beteiligungsverwaltung
beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog. Außerdem stellen die Zuflüsse aus der Rhein-Main-Donau
AG, München, in Höhe von 8.411 TEUR (Vorjahr: 7.595 TEUR) Ergebnis aus at-equity-bilanzierten
beteiligungen dar, die Aufzinsung des Konzessionsdarlehens in Höhe von 10.984 TEUR
(Vorjahr: 1 1.400 TEUR) wird unter den Erträgen aus Ausleihungen ausgewiesen.
Das Ergebnis aus übrigen beteiligungen setzt sich zusammen aus den Erträgen aus assoziierten
Unternehmen, die nicht at-equity-bilanziert sind sowie aus Abschreibungen auf übrige
Beteiligungen.
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2010 | 2009 | |
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TEUR | TEUR | |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 25.613 | 33.542 | |
| Andere Finanzerträge | 46.544 | 69.049 | |
| Finanzerträge | 72.157 | 102.591 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 294 | 776 | |
| Zinsanteile an Zuführungen zu |
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Rückstellungen für pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 14.441 | 14.744 |
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Sonstigen Rückstellungen | 8.982 | 11.794 |
| Andere Finanzaufwendungen | 16.511 | 56.138 | |
| Finanzaufwendungen | 40.228 | 83.452 | |
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31.929 | 19.139 | |
Das Finanzergebnis setzt sich aus dem Zinsergebnis, den Zinsanteilen an Rückstellungszuführungen
sowie den anderen Finanzerträgen und Finanzaufwendungen zusammen.
Das reine Zinsergebnis stellt sich wie folgt dar:
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 25.613 | 33.542 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 294 | 776 |
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25.319 | 32.766 |
Das Zinsergebnis enthält im wesentlichen Zinserträge aus verzinslichen Wertpapieren
und Ausleihungen, Erträge und Aufwendungen aus Wertpapieren sowie Zinsaufwendungen.
Das Zinsergebnis resultiert aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten,
die den folgenden Bewertungskategorien zugeordnet sind:
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 24.369 | 30.087 |
| Kredite und Forderungen | 1.244 | 3.455 |
| Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - 294 | - 776 |
Die Zinsanteile an Rückstellungszuführungen enthalten die jährlichen Aufzinsungsbeträge
aus der Barwertfortschreibung der langfristigen Rückstellungen. Bei den Pensionsrückstellungen
werden sie um die erwarteten Erträge aus Planvermögen zur Deckung von Pensionsverpflichtungen
gekürzt. Im Berichtsjahr haben wir die Zinssätze, je nach Laufzeit der Rückstellungen,
um 0,25 % bis 0,50 % abgesenkt und uns damit an die aktuelle Entwicklung der Finanzmärkte
angepasst.
Das Finanzergebnis enthält darüber hinaus alle anderen Finanzerträge und Finanzaufwendungen,
die nicht dem Zinsergebnis oder den Zinsanteilen an Rückstellungszuführungen zugeordnet
werden können. Zu den anderen Finanzerträgen zählen u. a. Erträge aus Abgängen von
kurzfristig gehaltenen festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 32.372 TEUR (Vorjahr:
13.777 TEUR) und von kurzfristig gehaltenen Aktien in Höhe von 10.920 TEUR (Vorjahr:
10.367 TEUR) sowie aus Finanzderivaten in Höhe von 1.771 TEUR (Vorjahr: 1 1.034 TEUR).
Die anderen Finanzaufwendungen enthalten im wesentlichen Verluste aus Abgängen von
kurzfristig gehaltenen Aktien in Höhe von 6.018 TEUR (Vorjahr: 23.178 TEUR) und von
kurzfristig gehaltenen festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 4.015 TEUR (Vorjahr:
10.965 TEUR), aus Finanzderivaten in Höhe von 3.330 TEUR (Vorjahr: 8.705 TEUR) sowie
aus der Verzinsung von Steuernachforderungen in Höhe von 3.093 TEUR (Vorjahr: 1.739
TEUR).
In den anderen Finanzaufwendungen weisen wir im Berichtsjahr Verluste aus der Entkonsolidierung
in Höhe von 255 TEUR aus, die aus der Veräußerung der beiden Spezialfonds resultieren.
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Tatsächliche Ertragsteuern | 17.718 | 33.899 |
| Latente steuern | - 4.460 | 379 |
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13.258 | 34.278 |
In den tatsächlichen Ertragsteuern sind im Saldo Steuererträge von - 13.205 TEUR (Vorjahr:
2.104 TEUR) enthalten, die vorangegangene Perioden betreffen. Durch einen Beschluss
des Bundesverfassungsgerichts vom 17. November 2009 zur Unvereinbarkeit der Übergangsregelungen
vom körperschaftsteuerlichen Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren mit dem Grundgesetz,
hat der Gesetzgeber im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2010 eine Neuregelung getroffen.
Aufgrund der Neuregelung ergab sich für die LEW-Gruppe ein zusätzliches Körperschaftsteuerguthaben
von nominell 15.971 TEUR, das in Höhe des abgezinsten Betrags von 13.695 TEUR zu einem
einmaligen Ertrag führte.
Aufgrund neuer Erkenntnisse wurden verschiedene Sachverhalte steuerlich neu beurteilt.
Dies führte im Berichtsjahr zu einer erfolgswirksamen Veränderung bei den latenten
Steuern in Höhe von - 13.087 TEUR. In Summe ergab sich bei den erfolgswirksamen latenten
steuern ein Ertrag von - 4.460 TEUR (Vorjahr: 379 TEUR).
Im Berichtsjahr wurde das Eigenkapital durch die Verrechnung latenter Steuern mit
dem Other Comprehensive Income um 9.478 TEUR (Vorjahr: 15.324 TEUR) erhöht:
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten | - 8.753 | -6.378 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen |
- 725 | -8.946 |
| Ertrag | - 9.478 | -15.324 |
Der Ertragsteueraufwand wird aus dem theoretischen Steueraufwand abgeleitet. Dabei
wird ein Steuersatz in Höhe von 31,23 % (Vorjahr: 30,88 %) auf das Ergebnis vor Steuern
angewendet.
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2010 | 2009 | |
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TEUR | TEUR | |
| Ergebnis vor Steuern | 168.040 | 127.159 | |
| Theoretischer Steueraufwand | 52.479 | 39.267 | |
| Steuereffekte auf |
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abweichende Gewerbesteuerhebesätze | - 5.082 | -6.255 |
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steuerfreie Dividendenerträge | - 4.014 | - 3.618 |
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sonstige steuerfreie Erträge | - 1.858 | - 2 |
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steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen | 275 | 535 |
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steuerliche Verlustvorträge | - 5 | 17 |
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Equity-bilanzierung von assoziierten unternehmen | - 2.614 | - 381 |
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Zuführung zur steuerpauschale | - 104 | 149 |
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aperiodische Effekte | - 26.292 | 2.104 |
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Steuersatzänderung | - 1 | - |
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Sonstiges | 474 | 2.462 |
| Effektiver Steueraufwand | 13.258 | 34.278 | |
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% | % | |
| Effektiver Steuersatz | 7,89 | 26,96 | |
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(10)IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE |
(11) SACHANLAGEN |
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Lizenzen und ähnliche Rechte |
Grundstücke und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
Geleistete Anzahlungen |
Anlagen in Bau |
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TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten |
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| Stand: 01.01.2010 | 22.611 | 197.273 | 1.764.135 | 73.237 | - | 27.787 |
| Zugänge | 545 | 1.291 | 65.179 | 5.048 | 31 | 8.610 |
| Umbuchungen | 244 | - 1.013 | 1.818 | 156 | - | - 21.355 |
| Abgänge | 513 | 23 | 13.622 | 4.155 | - | 796 |
| Stand: 31.12.2010 | 22.887 | 197.528 | 1.817.510 | 74.286 | 31 | 14.246 |
| Kumulierte Abschreibungen |
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| Stand: 01.01.2010 | 19.672 | 126.185 | 1.514.643 | 55.955 | - | - |
| Abschreibungen des Berichtjahres | 1.172 | 3.126 | 28.518 | 4.888 | - | - |
| Umbuchungen | - | - 1.401 | - 13.887 | - | - | - |
| Abgänge | 509 | 15 | 12.490 | 4.052 | - | - |
| Stand: 31.12.2010 | 20.335 | 127.895 | 1.516.784 | 56.791 | - | - |
| Buchwerte |
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| Stand: 31.12.2010 | 2.552 | 69.633 | 300.726 | 17.495 | 31 | 14.246 |
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten |
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| Atand: 01.01.2009 | 21.280 | 199.387 | 1.732.382 | 68.394 | 46 | 15.587 |
| Zugänge | 1.384 | 1.883 | 33.049 | 8.580 | - | 21.513 |
| Umbuchungen | 10 | - 3.910 | 8.129 | 113 | - | - 8.663 |
| Abgänge | 63 | 87 | 9.425 | 3.850 | 46 | 650 |
| Stand: 31.12.2009 | 22.611 | 197.273 | 1.764.135 | 73.237 | - | 27.787 |
| Kumulierte Abschreibungen |
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| Stand: 01.01.2009 | 18.528 | 125.616 | 1.495.360 | 54.487 | - | - |
| Abschreibungen des Berichtjahres | 1.207 | 3.267 | 28.216 | 5.192 | - | - |
| Umbuchungen | - | - 2.614 | - | - | - | - |
| Abgänge | 63 | 84 | 8.933 | 3.724 | - | - |
| Stand: 31.12.2009 | 19.672 | 126.185 | 1.514.643 | 55.955 | - | - |
| Buchwerte |
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| Stand: 31.12.2009 | 2.939 | 71.088 | 249.492 | 17.282 | - | 27.787 |
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(12) INVESTMENT PROPERTY |
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Summe | Investment Property |
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TEUR | TEUR |
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten |
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| Stand: 01.01.2010 | 2.062.432 | 54.081 |
| Zugänge | 80.159 | 39 |
| Umbuchungen | - 20.394 | 3.025 |
| Abgänge | 18.596 | 3.113 |
| Stand: 31.12.2010 | 2.103.601 | 54.032 |
| Kumulierte Abschreibungen |
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| Stand: 01.01.2010 | 1.696.783 | 33.906 |
| Abschreibungen des Berichtjahres | 36.532 | 1.391 |
| Umbuchungen | - 15.288 | 1.401 |
| Abgänge | 16.557 | 2.663 |
| Stand: 31.12.2010 | 1.701.470 | 34.035 |
| Buchwerte |
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| Stand: 31.12.2010 | 402.131 | 19.997 |
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten |
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| Atand: 01.01.2009 | 2.015.796 | 53.172 |
| Zugänge | 65.025 | 65 |
| Umbuchungen | - 4.331 | 4.321 |
| Abgänge | 14.058 | 3.477 |
| Stand: 31.12.2009 | 2.062.432 | 54.081 |
| Kumulierte Abschreibungen |
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| Stand: 01.01.2009 | 1.675.463 | 32.258 |
| Abschreibungen des Berichtjahres | 36.675 | 1.029 |
| Umbuchungen | - 2.614 | 2.614 |
| Abgänge | 12.741 | 1.995 |
| Stand: 31.12.2009 | 1.696.783 | 33.906 |
| Buchwerte |
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| Stand: 31.12.2009 | 365.649 | 20.175 |
Die immateriellen Vermögenswerte unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen.
Für Sachanlagen wurden wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen.
Im Berichtsjahr wurden Sachanlagen in Höhe von 3.238 TEUR (Vorjahr: keine) in die
zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte umgegliedert.
Die Sachanlagen unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen.
Zum 31. Dezember 2010 betrug der beizulegende Zeitwert des Investment Property 44.139
TEUR (Vorjahr: 45.040 TEUR). Er wird aus dem aktuellen Marktpreis vergleichbarer Immobilien
sowie durch Gutachten abgeleitet. Vom beizulegenden Zeitwert sind 34.236 TEUR (Vorjahr:
30.590 TEUR) auf eine Bewertung durch konzernexterne, unabhängige Gutachter zurückzuführen.
Im Berichtszeitraum wurden Mieterträge in Höhe von 1.055 TEUR (Vorjahr: 1.105 TEUR)
erzielt. Die sonstigen direkten betrieblichen Aufwendungen betrugen 180 TEUR (Vorjahr:
175 TEUR).
Im Geschäftsjahr 2010 wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 688 TEUR (Vorjahr:
348 TEUR) auf Investment Property vorgenommen. Diese waren erforderlich, da der erzielbare
Betrag für Grundstücke und Gebäude niedriger als dessen Buchwert war.
Eine Verfügungsbeschränkung bei dem Investment Property besteht nicht.
Die folgenden übersichten zeigen die wesentlichen posten von Bilanz und Gewinn- und
Verlustrechnung der at-equity-bi-lanzierten Unternehmen:
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31.12.2010 | 31.12.2009 |
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TEUR | TEUR |
| Eigenkapital |
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| Vermögenswerte | 1.147.255 | 1.131.165 |
| Schulden | 1.332.989 | 1.344.791 |
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- 185.734 | - 213.626 |
| Anpassung auf LEW-Anteil und Equity-Bewertung | 309.039 | 347.138 |
| At-equity-bilanzierte Beteiligungen | 123.305 | 133.512 |
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2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse | 210.560 | 210.357 |
| Jahresergebnis | 59.701 | 60.800 |
| Anpassung auf LEW-Anteil und Equity-Bewertung | - 39.795 | - 39.847 |
| Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen | 19.906 | 20.953 |
Die Vermögenswerte und Schulden sowie die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis resultieren
im Wesentlichen aus der RL beteiligungsverwaltung beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog,
und der Rhein-Main-Donau AG, München.
Der beizulegende Zeitwert von at-equity-bilanzierten Beteiligungen, für die öffentlich
notierte Marktpreise existieren, lag zum 31. Dezember 2010 bei 2.397 TEUR (Vorjahr:
2.262 TEUR).
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31.12.2010 | 31.12.2009 |
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TEUR | TEUR |
| Nicht konsolidierte Tochterunternehmen | 33 | 56 |
| Übrige Beteiligungen | 584 | 433 |
| Langfristige Wertpapiere | 17.851 | 17.011 |
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18.468 | 17.500 |
Die langfristigen Wertpapiere umfassen im Wesentlichen börsennotierte Aktien. Sie
unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen.
Mit notariellem Vertrag vom 20. Mai 2010 hat uns die Elektrizitätswerke Weißenhorn
Aktiengesellschaft, Weißenhorn, 25,10 % ihrer Geschäftsanteile an der Verwaltungsgesellschaft
Energie Weißenhorn GmbH, Weißenhorn, verkauft. Der Nennbetrag dieses Anteils beträgt
6 TEUR. Darüber hinaus beteiligten wir uns mit notariellem Vertrag vom 20. Mai 2010
an der Verteilnetze Energie Weißenhorn GmbH & Co. KG, Weißenhorn, mit einer Kommanditeinlage
in Höhe von 151 TEUR und einer Rücklageneinzahlung in Höhe von 33 TEUR. Beide Anteile
werden unter den übrigen Beteiligungen ausgewiesen.
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31.12.2010 |
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31.12.2009 |
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langfristig | kurzfristig | langfristig | kurzfristig |
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TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 106.000 | - | 106.000 | - |
| Ausleihungen an assoziierte Beteiligungen | 36.245 | - | 36.816 | - |
| Finanzforderungen gegen verbundene Unternehmen | - | 30.406 | - | 33.022 |
| Finanzforderungen gegen assoziierte Unternehmen die at-equity-bilanziert sind |
- | 19.533 | - | 18.341 |
| Wohnungsbaudarlehen | 2.613 | 222 | 2.997 | 222 |
| Sonstige | 143 | 24 | 352 | 95 |
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145.001 | 50.185 | 146.165 | 51.680 |
Die Ausleihungen an verbundene unternehmen betreffen ein an die RWE AG, Essen, gewährtes
Darlehen.
Die Ausleihungen an assoziierte Beteiligungen betreffen die Rhein-Main-Donau AG, München.
Die durchschnittliche Verzinsung für die Finanzforderungen gegen verbundene Unternehmen
und gegen assoziierte Unternehmen lag bei 0,48 % (Vorjahr: 0,99 %).
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31.12.2010 |
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31.12.2009 |
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langfristig | kurzfristig | langfristig | kurzfristig |
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TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Derivate | 7.100 | 7.019 | 159 | 12.707 |
| Forderungen an Mitarbeiter | - | 457 | - | 457 |
| Dividenden und Zinsabgrenzungen | - | 11.010 | - | 12.289 |
| Vorausbezahlte Leistungen | - | 1.924 | - | 1.837 |
| Verbrauchsteuern | - | 7.664 | - | 3.762 |
| Sonstige | 6.116 | 2.261 | 5.488 | 2.596 |
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13.216 | 30.335 | 5.647 | 33.648 |
Die sonstigen Vermögenswerte aus Derivaten resultieren aus der Bilanzierung von commodity-Derivaten.
Die unter den sonstigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen Finanzinstrumente
sind bis auf die Derivate mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die
derivativen Finanzinstrumente werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst.
Durch das Gesetz über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen
Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEstEG) ist
mit Ablauf des 31. Dezember 2006 ein rechtlich unbedingter Anspruch auf Rückgewähr
von Körperschaftsteuerguthaben aus der Zeit des steuerlichen Anrechnungsverfahrens
entstanden (§ 37 KstG). Das Guthaben wurde in 2006 mit seinem Barwert bilanziert und
wird seit 2008, über einen Zeitraum von zehn Jahren bis 2017, ratierlich ausbezahlt.
Durch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 17. November 2009 zur Unvereinbarkeit
der Übergangsregelung vom körperschaftsteuerlichen Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren
mit dem Grundgesetz hat der Gesetzgeber im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2010 eine
Neuregelung getroffen. Aufgrund dieser Neuregelung ergab sich ein zusätzliches Körperschaftsteuerguthaben
von nominell 15.971 TEUR, das abgezinst mit 4,00 % in Höhe von 13.695 TEUR zu aktivieren
war. Die Aktivierung führte zu einem einmaligen Ertrag, der mit dem Steueraufwand
verrechnet wurde. Die Auszahlung des Guthabens wird ebenfalls ratierlich bis 2017
erfolgen.
Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 33.339 TEUR (Vorjahr: 20.107 TEUR) und die
passiven latenten Steuern in Höhe von 29.516 TEUR (Vorjahr: 29.967 TEUR) ergeben sich
überwiegend dadurch, dass sich Wertansätze im IFRS-Abschluss von den Wertansätzen
in der Steuerbilanz aufgrund abweichender Bewertungen unterscheiden. Vom Bruttobetrag
der aktiven und passiven latenten Steuern werden 13.261 TEUR bzw. 31.607 TEUR (Vorjahr:
27.559 TEUR bzw. 42.758 TEUR) innerhalb von zwölf Monaten realisiert.
Die aktiven und passiven latenten steuern verteilen sich auf folgende Bilanzpositionen:
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31.12.2010 |
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31.12.2009 | |
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Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
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TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Langfristige Vermögenswerte | 566 | 7.836 | 350 | 4.462 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 451 | 31.526 | 5.998 | 33.630 | |
| Steuerliche Sonderposten | - | 20.836 | - | 25.770 | |
| Langfristige Schulden |
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Pensionsrückstellungen | 23.545 | - | 21.979 | - |
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Sonstige langfristige Rückstellungen | 24.660 | 796 | 10.835 | 1.038 |
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Übrige langfristige Schulden | 2.573 | - | 3.445 | - |
| Kurzfristige Schulden | 12.810 | 81 | 21.561 | 9.128 | |
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64.605 | 61.075 | 64.168 | 74.028 | |
| Verlustvorträge | 293 | - | - | - | |
| Bruttobetrag | 64.898 | 61.075 | 64.168 | 74.028 | |
| Saldierung | - 31.559 | - 31.559 | - 44.061 | - 44.061 | |
| Nettobetrag | 33.339 | 29.516 | 20.107 | 29.967 | |
Aktive und passive latente Steuern sind je Gesellschaft bzw. Organkreis saldiert.
Im Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern sind folgende aktivierte Steuerminderungsansprüche
enthalten, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren
ergeben:
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31.12.2010 | 31.12.2009 |
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TEUR | TEUR |
| Körperschaftsteuer | 111 | - |
| Gewerbesteuer | 182 | - |
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293 | - |
Die Realisierung der körperschaftsteuerlichen bzw. gewerbesteuerlichen Verlustvorträge
in Höhe von 701 TEUR (Vorjahr: keine) bzw. 1.185 TEUR (Vorjahr: keine), aus denen
sich die aktiven latenten Steuern ergeben, ist mit ausreichender Sicherheit gegeben.
Zum Ende des Geschäftsjahres bestanden gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe
von 62 TEUR (Vorjahr: 115 TEUR), für die keine latenten Steueransprüche angesetzt
wurden.
Im Berichtsjahr wurden 9.478 TEUR (Vorjahr: 15.324 TEUR) latente Steuern aus der erfolgsneutralen
Bewertung eigenka-pitalerhöhend verrechnet.
Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden
nach IAS 12.39 keine latenten Steuern gebildet, da die Umkehrung der temporären Differenzen
gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass diese sich in absehbarer Zeit
nicht umkehren.
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31.12.2010 | 31.12.2009 |
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TEUR | TEUR |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 5.888 | 4.662 |
| Unfertige Leistungen | 1.668 | 2.502 |
| Waren | 220 | 229 |
| Geleistete Anzahlungen | 2.753 | 4.571 |
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10.529 | 11.964 |
Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen nicht
vor.
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31.12.2010 | 31.12.2009 | |
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TEUR | TEUR | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
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gegen Dritte | 477.431 | 470.206 |
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abzgl. Abschlagszahlungen | 321.077 | 346.265 |
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156.354 | 123.941 |
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gegen verbundene unternehmen | 47.934 | 99.387 |
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gegen assoziierte unternehmen die at-equity-bilanziert sind | 19.943 | 20.051 |
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gegen unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 157 | 40 |
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224.388 | 243.419 |
Die kurzfristigen wertpapiere hatten einen Gesamtwert von 669.705 TEUR (Vorjahr: 630.794
TEUR). Davon entfielen 469.646 TEUR (Vorjahr: 487.856 TEUR) auf festverzinsliche Wertpapiere
mit einer Restlaufzeit bei Erwerb von mehr als drei Monaten und 200.059 TEUR (Vorjahr:
142.938 TEUR) auf Aktien und Genussscheine. Die Wertpapiere sind zum beizulegenden
Zeitwert bilanziert.
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31.12.2010 | 31.12.2009 |
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TEUR | TEUR |
| Kassenbestand | 101 | 87 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 31.150 | 6.380 |
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31.251 | 6.467 |
Bankguthaben werden ausschließlich im Rahmen der kurzfristigen Liquiditätsdisposition
bei Banken mit einem Mindestrating von A-/A3 unterhalten und sind überwiegend als
Termingelder angelegt. Die durchschnittliche Verzinsung lag im Geschäftsjahr bei 0,23
% (Vorjahr: 0,82 %).
Die zum 31. Dezember 2010 ausgewiesenen zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte
in Höhe von 3.238 TEUR beinhalten die Netzanlagen der Stadt Landsberg am Lech, da
mit dieser Kommune kein neuer Wegenutzungsvertrag abgeschlossen werden konnte. Deshalb
wurden im Berichtsjahr Verhandlungen über den Eigentumsübergang geführt. Der Netzbereich
ging zum 1. Januar 2011 an den neuen kommunalen Eigentümer über. Im Zusammenhang mit
den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen Schulden in Höhe von 3.283 TEUR.
Diese resultieren aus passivierten Baukostenzuschüssen.
Die Aufgliederung des Eigenkapitals ist auf Seite 102 dargestellt.
Das voll einbezahlte Grundkapital beträgt 90.738 TEUR und ist eingeteilt in 35.444.640
(Vorjahr: 35.444.640) nennwertlose Inhaber-Stückaktien. Die Aktien sind in einer Urkunde
verbrieft, der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils ist satzungsgemäß
ausgeschlossen. Jede Stückaktie gewährt ein Stimmrecht. Das gezeichnete Kapital und
die Kapitalrücklage betreffen die Lechwerke AG.
Im Accumulated Other Comprehensive Income werden im Wesentlichen die Änderungen der
beizulegenden Zeitwerte der "zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente" erfasst.
Im Berichtsjahr wurden erfolgsneutrale Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der
"zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten" in Höhe von - 6.050 TEUR (Vorjahr:
47.584 TEUR) erfasst. Ursprünglich erfolgsneutral gebuchte Wertänderungen aus "zur
Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente" wurden in Höhe von 34.347 TEUR als Ertrag
(Vorjahr: 17.694 TEUR) realisiert.
Wir schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Lechwerke AG für das Geschäftsjahr
2010 wie folgt zu verwenden:
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EUR |
| Ausschüttung einer Dividende von 2,00 EUR je Stückaktie | 70.889.280,00 |
| Gewinnvortrag auf neue Rechnung | 75.545,28 |
| Bilanzgewinn | 70.964.825,28 |
Die für das Jahr 2009 ausgeschüttete Dividende belief sich laut Beschluss der Hauptversammlung
der Lechwerke AG vom 12. Mai 2010 auf 1,80 EUR je Stückaktie. Die Ausschüttung an
die Aktionäre der Lechwerke AG betrug insgesamt 63.800 TEUR.
Die Anteile anderer Gesellschafter zeigen den Anteilsbesitz Dritter an den Konzerngesellschaften.
Die Anteile anderer Gesellschafter resultieren aus der Konsolidierung der Bayerische-Schwäbische-Wasserkraftwerke
Beteiligungsgesellschaft mbH, Gundremmingen, der Mittlere Donau Kraftwerke AG, München,
sowie der Überlandwerk Krumbach GmbH, Krumbach.
Die ziele der LEW-Gruppe im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen in der Sicherstellung
der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen
Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen. So soll durch ein
optimales Kapitalmanagement eine finanzielle Flexibilität sichergestellt werden, um
die Geschäfts- und wachstumsziele sowie eine langfristige Wertsteigerung im Interesse
von Investoren, Mitarbeitern und Kunden zu erreichen. Um diese Ziele zu erreichen,
streben wir eine kontinuierliche Verbesserung des Ergebnisses durch organisches Wachstum
und Effizienzverbesserungen an. Zusätzlichen Wert in Form eines positiven Wertbeitrags
schaffen wir, wenn die Rendite auf das eingesetzte Vermögen die Kapitalkosten übersteigt.
Wir messen die Rendite als Return on Capital Employed (ROCE). Der ROCE zeigt die operative
Rendite eines Unternehmens an und ergibt sich, wenn das betriebliche Ergebnis durch
das betriebliche Vermögen geteilt wird. Deshalb bilden das betriebliche Ergebnis sowie
der relative Wertbeitrag die zentralen Steuerungsgrößen für uns. Außerdem achtet die
LEW-Gruppe auf eine ausgewogene Kapitalstruktur. Eine nachhaltige Eigenkapitalquote
von rund 40 % stellt dies sicher. Das betriebliche Ergebnis, der Wertbeitrag sowie
das Eigen- und Fremdkapital sind in folgender Tabelle gegenübergestellt:
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31.12. 2010 | 31.12.2009 |
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TEUR | TEUR |
| Eigenkapital | 846.718 | 773.426 |
| in % der Bilanzsumme | 46,63 | 44,59 |
| Langfristiges Fremdkapital | 620.162 | 628.170 |
| in % der Bilanzsumme | 34,15 | 36,21 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 348.953 | 333.073 |
| in % der Bilanzsumme | 19,22 | 19,20 |
| Gesamtkapital | 1.815.833 | 1.734.669 |
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31.12.2010 |
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31.12.2009 |
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langfristig | kurzfristig | Gesamt | langfristig | kurzfristig | Gesamt |
|
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TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
284.880 | - | 284.880 | 280.034 | - | 280.034 |
| Steuerrückstellungen | 16.509 | 24.405 | 40.914 | 35.856 | 13.553 | 49.409 |
| Sonstige Rückstellungen |
|
|
|
|
|
|
| Verpflichtungen aus dem Personalbereich |
5.784 | 34.614 | 40.398 | 8.656 | 21.601 | 30.257 |
| Einkaufs- und Verkaufsverpflichtungen |
6.128 | 30.414 | 36.542 | - | 26.142 | 26.142 |
| Entfernungs- und Heimfallverpflichtungen |
54.858 | 7.101 | 61.959 | 51.772 | 9.938 | 61.710 |
| Übrige sonstige Rückstellungen |
75.777 | 21.972 | 97.749 | 66.630 | 26.994 | 93.624 |
|
|
142.547 | 94.101 | 236.648 | 127.058 | 84.675 | 211.733 |
|
|
443.936 | 118.506 | 562.442 | 442.948 | 98.228 | 541.176 |
Rückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen
an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter und Hinterbliebene gebildet. Die Verpflichtungen
beziehen sich insbesondere auf als Zusatzversorgung gewährte Ruhegelder. Die Zusagen
basieren auf individuell unterschiedlichen Leistungen; sie bemessen sich i. d. R.
nach der Dauer der Zugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter.
Die betriebliche Altersversorgung besteht aus leistungsorientierten Versorgungsplänen.
Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen besteht die Verpflichtung des Unternehmens
darin, zugesagte Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen. Der Rückstellungsbewertung
von leistungsorientierten Versorgungsplänen liegt das Anwartschaftsbarwertverfahren
zugrunde. Die Rückstellung wird in Höhe des Vermögens der zur Deckung der Pensionsverpflichtung
gebildeten Fonds gekürzt. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand, der Zinsaufwand
im Finanzergebnis ausgewiesen.
Die Höhe der Rückstellung wird nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet.
Dabei werden folgende Rechnungsannahmen zugrunde gelegt:
|
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31.12.2010 | 31.12.2009 |
|
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% | % |
| Abzinsungsfaktor | 5,25 | 5,25 |
| Gehaltssteigerungsrate | 2,75 | 2,75 |
| Rentensteigerungsrate | 1,50 | 1,50 |
| Erwartete Rendite des Planvermögens | 3,50 | 3,50 |
Ferner fanden bei der berechnung die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck
Anwendung.
Die erwarteten Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren werden nach anerkannten
Methoden aus sachgerecht ausgewählten Notierungen und Indizes abgeleitet.
Die Pensionsrückstellung leitet sich wie folgt ab:
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|
31.12.2010 | 31.12.2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Barwert der fondsfinanzierten Versorgungsansprüche | 4.540 | 4.741 |
| Zeitwert des Planvermögens | 4.105 | 4.021 |
| Bilanzierte Rückstellungen für fondsfinanzierte Versorgungsansprüche | 435 | 720 |
| bilanzierte Rückstellungen für nicht fondsfinanzierte Versorgungsansprüche | 284.445 | 279.314 |
| Pensionsrückstellungen (fondsfinanzierte und nicht fondsfinanzierte Versorgungsansprüche) |
284.880 | 280.034 |
Die bis zum 31. Dezember 2010 entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne und
Verluste betrugen ohne berücksichtigung von Steuern 1.488 TEUR (Vorjahr: 3.863 TEUR).
Der Zeitwert des Planvermögens entwickelte sich wie folgt:
|
|
2010 | 2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres | 4.021 | 3.424 |
| Erwarteter Vermögensertrag der Fonds | 136 | 171 |
| Arbeitgeberbeiträge an die Fonds | 224 | 25 |
| Arbeitnehmerbeiträge an die Fonds | 113 | 113 |
| Rentenzahlung der Fonds | - 543 | - 991 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste der Fonds | 131 | 1.323 |
| Umbuchungen | 23 | - 44 |
| Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres | 4.105 | 4.021 |
Die tatsächlichen Vermögensergebnisse der Fonds summierten sich in 2010 auf 267 TEUR
(Vorjahr: 1.494 TEUR). Das Planvermögen setzte sich wie im Vorjahr aus festverzinslichen
Wertpapieren zusammen. Der Marktwert des planvermögens ergibt sich aus den Kurswerten
der festverzinslichen wertpapiere.
Der Barwert der Versorgungsansprüche hat sich im Berichtsjahr sowie im Vorjahr folgendermaßen
entwickelt:
|
|
2010 | 2009 |
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TEUR | TEUR |
| Anfangsbestand | 284.055 | 251.644 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.833 | 1.586 |
| Zinsaufwand | 14.577 | 14.915 |
| Arbeitnehmerfinanzierte Versorgungszusage | 113 | 113 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 1.351 | 30.298 |
| Gezahlte Leistungen | - 14.123 | - 14.598 |
| Umbuchungen/neutrale Veränderungen | 1.179 | 97 |
| Barwert der Versorgungsansprüche am Ende des Geschäftsjahres | 288.985 | 284.055 |
Der Aufwand für pensionsrückstellungen gliedert sich wie folgt:
|
|
2010 | 2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Dienstzeitaufwand | 1.833 | 1.586 |
| Zinsaufwand | 14.577 | 14.915 |
| Erwarteter Vermögensertrag der Fonds | - 136 | - 171 |
| Aufwand für Pensionsrückstellungen | 16.274 | 16.330 |
Der Barwert der Versorgungsansprüche abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens
ergibt den Überschuss bzw. Fehlbetrag des Plans. Hier zeigte sich in den vergangenen
fünf Jahren folgende Entwicklung:
|
|
2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Barwert der Versorgungsansprüche | 288.985 | 284.055 | 251.644 | 262.372 | 289.092 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 4.105 | 4.021 | 3.424 | 4.878 | 4.629 |
| Überschuss/Fehlbetrag des Plans | 284.880 | 280.034 | 248.220 | 257.494 | 284.463 |
Im gleichen Zeitraum wurden folgende erfahrungsbedingte Anpassungen bei den barwerten
der Versorgungsansprüche und den Zeitwerten des Planvermögens vorgenommen:
|
|
2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen des Barwerts der Versorgungsansprüche |
1.718 | 2.942 | 5.610 | 4.770 | 18.006 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens |
- 131 | - 1.323 | 1.444 | - 277 | - 265 |
Beziehen sich die erfahrungsbedingten Anpassungen auf die Barwerte der Versorgungsansprüche,
sind sie Teil der auf die Versorgungsansprüche entfallenden versicherungsmathematischen
Gewinne oder Verluste des jeweiligen Jahres. Beziehen sie sich auf die Zeitwerte der
Planvermögen, sind sie mit den auf das Planvermögen entfallenden versicherungsmathematischen
Gewinnen oder Verlusten des jeweiligen Jahres gleichzusetzen.
Im Geschäftsjahr 2011 werden voraussichtlich 16.953 TEUR in leistungsorientierte Pläne
eingezahlt.
| RÜCKSTELLUNGS- SPIEGEL |
Stand: 01.01.2010 |
Zufüh- rungen |
Auflö- sungen |
Zinsanteil/ Änderungen des Zinssatzes |
Umbuchungen und neutrale Verän- derungen |
Inan- spruch- nahmen |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
280.034 | 1.833 | - | 14.441 | 2.375 | 13.803 |
| Steuerrückstellungen | 49.409 | 34.810 | 351 | - | - | 42.954 |
| Sonstige Rückstellungen |
|
|
|
|
|
|
| Verpflichtungen aus dem Personalbereich |
30.257 | 21.801 | 802 | 314 | - | 11.172 |
| Einkaufs- und Ver- kaufsverpflichtungen |
26.142 | 23.728 | 1.935 | - | - 10.827 | 566 |
| Entfernungs- und Heimfall- verpflichtungen |
61.710 | 6.712 | 5.155 | 2.761 |
|
4.069 |
| Übrige sonstige Rückstellungen |
93.624 | 22.419 | 10.605 | 5.907 | - | 13.596 |
|
|
211.733 | 74.660 | 18.497 | 8.982 | - 10.827 | 29.403 |
|
|
541.176 | 111.303 | 18.848 | 23.423 | - 8.452 | 86.160 |
| RÜCKSTELLUNGS- SPIEGEL |
Stand: 31.12.2010 |
|
|
TEUR |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
284.880 |
| Steuerrückstellungen | 40.914 |
| Sonstige Rückstellungen |
|
| Verpflichtungen aus dem Personalbereich |
40.398 |
| Einkaufs- und Verkaufs- verpflichtungen |
36.542 |
| Entfernungs- und Heimfallverpflich- tungen |
61.959 |
| Übrige sonstige Rückstellungen |
97.749 |
|
|
236.648 |
|
|
562.442 |
Langfristige Rückstellungen werden in Abhängigkeit der Laufzeit mit einem Zinssatz
von 2,50 % bis 5,25 % (Vorjahr: 2,75 % bis 5,25 %) abgezinst.
Die Rückstellungen für Entfernungs- und Heimfallverpflichtungen resultieren überwiegend
aus Entfernungsverpflichtungen für Hoch- und Mittelspannungsleitungen sowie aus der
Abdeckung von Vermögensverlusten, für die Heimfallrückstellungen gebildet wurden.
Unsicherheiten liegen im Zeitpunkt des erwarteten Ressourcenabflusses. Es wird mit
einer Inanspruchnahme bis zum Jahr 2035 gerechnet.
In den übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten sind Rückstellungen für das Sanierungsprogramm
unserer Strommasten, Rückstellungen im Zusammenhang mit Umweltschutz, Rückstellungen
für zinszahlungsverpflichtungen sowie Rückstellungen für den Strombezug.
|
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31.12.2010 |
|
31.12.2009 |
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|
langfristig | kurzfristig | langfristig | kurzfristig |
|
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TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
- | 6 | - | 17 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
- | 804 | - | 2.559 |
|
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- | 810 | - | 2.576 |
Die durchschnittliche Verzinsung für die Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen und gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
lag bei 0,89 % (Vorjahr: 2,00 %).
Die Finanzverbindlichkeiten sind nicht besichert.
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|
31.12.2010 | 31.12.2009 | |
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TEUR | TEUR | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
|
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|
gegenüber Dritten | 59.208 | 77.993 |
|
|
gegenüber verbundenen Unternehmen | 81.830 | 55.679 |
|
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gegenüber assoziierten Unternehmen die at-equity-bilanziert sind | 882 | 253 |
|
|
gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 629 | 81 |
|
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142.549 | 134.006 | |
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31.12.2010 |
|
31.12.2009 |
|
|
langfristig | kurzfristig | langfristig | kurzfristig |
|
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TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Derivate | 1.338 | 23.626 | 130 | 27.018 |
| Verbindlichkeiten aus Steuern | - | 8.134 | - | 22.777 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.499 | 1.543 | 3.674 | 1.407 |
| Erhaltene Anzahlungen | - | - | - | 3.292 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | - | 5.313 | - | 5.282 |
| Erhaltene Zuschüsse | 143.873 | 23.479 | 151.451 | 24.090 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | - | 21.542 | - | 14.355 |
|
|
146.710 | 83.637 | 155.255 | 98.221 |
Die Verbindlichkeiten aus Derivaten resultieren aus der bilanzierung von Commodity-Derivaten.
Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen sicherheit sind insbesondere die Vorruhestandsverpflichtungen
und alle festen Zusagen an Mitarbeiter enthalten. Diese beruhen auf versicherungsmathematischen
Berechnungen.
Die erhaltenen Anzahlungen werden ab dem berichtsjahr unter den übrigen sonstigen
Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die erhaltenen Zuschüsse setzen sich folgendermaßen zusammen:
|
|
|
31.12.2010 |
|
31.12.2009 | |
|
|
langfristig | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Hausanschlusskosten und Baukostenzuschüsse | 142.560 | 21.781 | 149.693 | 22.998 | |
| Investitionszuwendungen zu Anlagegegenständen |
|
|
|
|
|
|
|
Steuerpflichtige Zuschüsse | 1.213 | 798 | 1.648 | 98 |
|
|
Steuerfreie Zulagen | - | - | 10 | 5 |
| Sonstige | 100 | 900 | 100 | 989 | |
|
|
143.873 | 23.479 | 151.451 | 24.090 | |
Die unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Finanzinstrumente haben überwiegend
kurze Restlaufzeiten.
Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das auf die
Aktien entfallende Nettoergebnis durch die durchschnittliche zahl der im umlauf befindlichen
Aktien dividiert wird.
|
|
|
2010 | 2009 |
| Nettoergebnis | TEUR | 149.049 | 86.092 |
| Zahl der im umlauf befindlichen Aktien | Stück | 35.444.640 | 35.444.640 |
| Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie | EUR | 4,21 | 2,43 |
| Dividende je Aktie | EUR | 2,001 | 1,80 |
1
Vorschlag für das Geschäftsjahr 2010
Die Finanzinstrumente lassen sich in originäre und derivative Finanzinstrumente untergliedern.
Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im wesentlichen die übrigen
Finanzanlagen, die Forderungen, die kurzfristigen Wertpapiere und die flüssigen Mittel.
Die Finanzinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" sind mit dem beizulegenden
Zeitwert angesetzt, die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte mit den fortgeführten
Anschaffungskosten. Auf der passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente
im wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte geben das maximale Ausfallrisiko wieder.
Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden
diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.
Die beizulegenden Zeitwerte ergeben sich aus den Börsenkursen oder werden mit anerkannten
Bewertungsmethoden ermittelt.
Für die Bewertung von Commodity-Derivaten werden Notierungen an aktiven Märkten (z.
B. Börsenkurse) herangezogen.
Commodity-Forwards, -Futures, -Optionen und -Swaps werden - sofern sie in den Anwendungsbereich
von IAS 39 fallen -grundsätzlich zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten am Bilanzstichtag
bilanziert. Börsengehandelte Produkte werden mit den veröffentlichten Schlusskursen
der jeweiligen Börsen bewertet. Bei nicht börsengehandelten Produkten erfolgt die
Bewertung anhand von öffentlich zugänglichen Brokerquotierungen oder - falls nicht
vorhanden - anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle. Die beizulegenden Zeitwerte
bestimmter langfristiger Bezugs- oder Absatzverträge werden - sofern keine Marktdaten
vorliegen - mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle berechnet, für die interne Daten
herangezogen werden.
Der beizulegende Zeitwert von in den übrigen Finanzanlagen und Wertpapieren erfassten
Finanzinstrumenten entspricht dem veröffentlichten Börsenkurs, sofern diese an einem
aktiven Markt gehandelt werden. Übrige Finanzanlagen, die an keinem aktiven Markt
gehandelt werden, werden mit den Anschaffungskosten bewertet.
Die folgende übersicht stellt die Einordnung aller zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Finanzinstrumente in die durch IFRs 7 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie dar. Die einzelnen
Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind gemäß IFRs 7 wie folgt definiert:
| Stufe 1: | Bewertung mit den auf aktiven Märkten notierten (unverändert übernommenen) preisen
für identische Finanzinstrumente; |
| Stufe 2: |
Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1
berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt (d. h. als Preis) oder Indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen; |
| Stufe 3: |
Bewertung mithilfe von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren. |
Die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente verteilen sich auf die
einzelnen Stufen wie folgt:
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|
|
Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Summe | Stufe 1 | Stufe 2 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Übrige Finanzanlagen | 17.851 | - | 617 | 18.468 | 17.011 | - |
| Derivate (aktiv) | - | 14.119 | - | 14.119 | - | 12.866 |
| Wertpapiere | 304.863 | 364.842 | - | 669.705 | 310.313 | 320.481 |
| Derivate (passiv) | 5 | 24.959 | - | 24.964 | 49 | 27.099 |
|
|
322.709 | 354.002 | 617 | 677.328 | 327.275 | 306.248 |
|
|
31.12.2009 | |
|
|
Stufe 3 | Summe |
|
|
TEUR | TEUR |
| Übrige Finanzanlagen | 489 | 17.500 |
| Derivate (aktiv) | - | 12.866 |
| Wertpapiere | - | 630.794 |
| Derivate (passiv) | - | 27.148 |
|
|
489 | 634.012 |
Die folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der nach stufe 3 zum beizulegenden
Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente:
|
|
Stand: | Sonstiges |
|
|
Veränderungen | Stand: |
|
|
01.01.2010 |
|
erfolgs- wirksam |
erfolgs- neutral (OCI) |
zahlungs- wirksam |
31.12.2010 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Übrige Finanzanlagen | 489 | 160 | - 21 | - | - 11 | 617 |
|
|
Stand: | Sonstiges |
|
|
Veränderungen | Stand: |
|
|
01.01.2009 |
|
erfolgs- wirksam |
erfolgs- neutral (OCI) |
zahlungs- wirksam |
31.12.2009 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Übrige Finanzanlagen | 435 | - | - 56 | - | 110 | 489 |
Die erfolgswirksamen Änderungen der nach Stufe 3 zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten
Finanzinstrumente ergeben sich wie folgt:
|
|
|
2010 |
|
2009 |
|
|
Gesamt | davon auf Finanz- instrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden |
Gesamt | davon auf Finanz- instrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Übriges Beteiligungsergebnis | - 21 | - 21 | - 56 | - 56 |
|
|
- 21 | - 21 | -56 | -56 |
Auf die unter den folgenden Bilanzposten ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte
im Anwendungsbereich von IFRs 7 wurden die nachstehenden Wertberichtigungen vorgenommen:
|
|
Übrige Finanzanlagen |
Finanz- forderungen |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
Gesamt |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Stand: 01.01.2010 | 56 | 146.762 | 2.322 | 149.140 |
| Umbuchungen | - | - 1.793 | - | - 1.793 |
| Wertberichtigungen des Berichtsjahres | 21 | 11.556 | 777 | 12.354 |
| Abgänge | - | 19.510 | 560 | 20.070 |
| Stand: 31.12.2010 | 77 | 137.015 | 2.539 | 139.631 |
| Stand: 01.01.2009 |
|
|
2.178 | 2.178 |
| Umbuchungen | - | 155.496 | - | 155.496 |
| Wertberichtigungen des Berichtsjahres | 56 | 11.400 | 629 | 12.085 |
| Abgänge | - | 20.134 | 485 | 20.619 |
| Stand: 31.12.2009 | 56 | 146.762 | 2.322 | 149.140 |
Zum Abschlussstichtag bestanden überfällige, nicht wertberichtigte Forderungen im
Anwendungsbereich von IFRs 7 in folgender Höhe:
|
|
Bruttowert 31.12.2010 |
Überfällige, wertberichtigte Forderungen |
Nicht wertberichtigte, in den folgenden Zeitbändern überfällige Forderungen |
|||
|
|
|
|
bis 30 Tage |
31 bis 60 Tage |
61 bis 90 Tage |
91 bis 120 Tage |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
158.893 | 2.848 | 5.155 | 463 | 208 | 194 |
|
|
Nicht wertberichtigte, in den folgenden Zeitbändern überfällige Forderungen |
|
|
über 120 Tage |
|
|
TEUR |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
1.474 |
|
|
Bruttowert 31.12.2009 |
Überfällige, wertberichtigte Forderungen |
Nicht wertberichtigte, in den folgenden Zeitbändern überfällige Forderungen |
|||
|
|
|
|
bis 30 Tage |
31 bis 60 Tage |
61 bis 90 Tage |
91 bis 120 Tage |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
126.263 | 2.589 | 5.434 | 372 | 142 | 147 |
|
|
Nicht wertberichtigte, in den folgenden Zeitbändern überfällige Forderungen |
|
|
über 120 Tage |
|
|
TEUR |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
1.207 |
Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten lassen sich in Bewertungskategorien
mit den folgenden Buchwerten untergliedern:
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|
|
TEUR | TEUR | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten |
14.119 | 12.866 | |
|
|
davon: sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | (14.119) | (12.866) |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 688.173 | 648.294 | |
|
|
davon: Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen | (33) | (56) |
|
|
davon: Übrige beteiligungen | (584) | (433) |
|
|
davon: Langfristige Wertpapiere | (17.851) | (17.011) |
|
|
davon: Kurzfristige Wertpapiere | (669.705) | (630.794) |
| Kredite und Forderungen | 470.464 | 468.240 | |
|
|
davon: Finanzforderungen | (195.186) | (197.845) |
|
|
davon: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (224.388) | (243.419) |
|
|
davon: sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | (19.639) | (20.509) |
|
|
davon: Flüssige Mittel | (31.251) | (6.467) |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten |
24.964 | 27.148 | |
|
|
davon: Übrige Verbindlichkeiten | (24.964) | (27.148) |
| Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten | 161.521 | 150.556 | |
|
|
davon: Finanzverbindlichkeiten | (810) | (2.576) |
|
|
davon: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (142.549) | (134.006) |
|
|
davon: Übrige Verbindlichkeiten | (18.162) | (13.974) |
In den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sind im Wesentlichen
die von den Spezialfonds gehaltenen Wertpapiere enthalten, die zu 70,09 % (Vorjahr:
77,31 %) aus festverzinslichen Wertpapieren und zu 29,91 % (Vorjahr: 22,69 %) aus
Aktien und Genussscheinen bestehen.
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich
von IFRs 7 stimmen mit einer Ausnahme grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten
überein. In der Kategorie "Kredite und Forderungen" ist in den Finanzforderungen das
bedingt rückzahlbare Darlehen an die Rhein-Main-Donau AG, München, enthalten. Dessen
beizulegender Zeitwert beträgt 176.751 TEUR. Es wurde nach der Effektivzinsmethode
unter Annahme eines Zinssatzes von 6,00 % ermittelt.
Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen
gemäß IFRs 7 erfasst:
|
|
2010 | 2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten |
2.846 | - 9.844 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 59.064 | 42.196 |
| Kredite und Forderungen | 4.657 | 14.739 |
| Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten | 415 | 8.329 |
Das Nettoergebnis gemäß IFRs 7 umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden, Erträge
aus Ausleihungen und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden
Zeitwert.
Die LEW-Gruppe ist bei ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kredit-, Liquiditäts-
und Marktrisiken ausgesetzt. Marktrisiken resultieren insbesondere aus Änderungen
von Commodity-Preisen, Währungskursen, Zinssätzen und Aktienkursen.
Wir begrenzen diese Risiken durch ein systematisches Risikomanagement. Interne Richtlinien
geben Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen verbindlich vor. Zusätzlich
sind die Gesellschaften der LEW-Gruppe auch in das Risikomanagement des RWE-Konzerns
eingebunden.
Derivative Finanzinstrumente werden eingesetzt, um Risiken aus Geldanlagen abzusichern.
Als Instrumente dienen dabei vor allem Devisentermingeschäfte und Zinsfutures.
Ausführliche Angaben zu den Risiken der LEW-Gruppe sowie zu den Zielen und Prozessen
des Risikomanagements enthält der Risikobericht im Lagebericht.
Marktrisiken ergeben sich durch schwankungen finanzwirtschaftlicher Preise. Währungs-,
Zins- und Aktienkursänderungen können das Ergebnis der Geschäftstätigkeit der LEW-Gruppe
beeinflussen.
Zinsrisiken bestehen hauptsächlich wegen der zinstragenden Anlagen der LEW-Gruppe.
Gegen negative Wertveränderungen aus unerwarteten Zinsbewegungen sichern wir uns über
den mit der RWE AG geschlossenen Assetmanagementvertrag, der die Ausführung und Verwaltung
unserer langfristigen Wertpapier- und Fondsanlagen regelt, durch originäre und derivative
Finanzgeschäfte ab.
Die Chancen und Risiken aus den Wertänderungen der Wertpapiere werden durch ein professionelles
Fondsmanagement gesteuert. Finanzgeschäfte der LEW-Gruppe werden mit einer zentralen
Risikomanagement-Software erfasst und von der RWE AG überwacht.
Für den Commodity-Bereich hat das zentrale Risikomanagement der RWE AG Richtlinien
aufgestellt. Demnach dürfen Derivate zur Absicherung gegenüber Preisrisiken und zur
Margenerhöhung eingesetzt werden. Innerhalb der LEW-Gruppe werden keine Derivate zur
Risikobegrenzung eingesetzt, vielmehr erfolgt die Energiebeschaffung "back-to-back".
Alle derivativen Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bei der Interpretation ihrer positiven und
negativen beizulegenden Zeitwerte ist zu beachten, dass den Finanzinstrumenten i.
d. R. Grundgeschäfte mit kompensierenden Risiken gegenüberstehen.
Die Laufzeit der Währungs- und Zinsderivate orientiert sich an der Laufzeit der zugrunde
liegenden Grundgeschäfte und liegt damit im kurzfristigen Bereich.
Währungskurs- und Zinsrisiken bei Finanzinstrumenten werden in der LEW-Gruppe entsprechend
dem internationalen Bankenstandard mit der Value-at-Risk-Methode gemessen. Auf der
Basis historischer Wertschwankungen wird das maximale Verlustpotenzial, das sich aus
der Veränderung von Marktpreisen ergeben könnte, berechnet und laufend überwacht.
Alle Value-at-Risk-Angaben wurden mit einem Konfidenzintervall von 95 % und einer
Haltedauer von einem Tag ermittelt. Die Aggregation der einzelnen Value-at-Risk-Angaben
zu einer einzigen Value-at-Risk-Kennzahl ist insbesondere aufgrund der wechselseitigen
Abhängigkeiten nicht sinnvoll.
Die im Folgenden dargestellten Value-at-Risk-Angaben beziehen sich entsprechend der
zwingenden Vorschriften des IFRs 7 ausschließlich auf bilanzierte Finanzinstrumente.
Nicht in der Bilanz erfasste Planpositionen, die Gegenstand einer Sicherungsbeziehung
sind, und sogenannte Eigenverbrauchverträge im Commodity-Bereich dürfen nicht berücksichtigt
werden. Die Risikosituation der LEW-Gruppe wird daher unvollständig abgebildet.
Der Value-at-Risk für Finanzderivate betrug zum 31.12.2010 26 TEUR (Vorjahr: 55 TEUR).
Für das Fremdwährungsrisiko ergab sich zum 31.12.2010 kein Value-at-Risk (Vorjahr:
352 TEUR). zum 31.12.2010 lag der Value-at-Risk für das Risiko aus zinstragenden Anlagen
bei 2.449 TEUR (Vorjahr: 1.695 TEUR) und für das Aktienkursrisiko bei 2.315 TEUR (Vorjahr:
2.469 TEUR).
In unserem Vertriebsgeschäft sind wir Kreditrisiken ausgesetzt, weil Kunden möglicherweise
ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Durch eine regelmäßige Bonitätsanalyse
unseres Kundenportfolios auf Basis der Kreditrisiko-Richtlinie, die für die gesamte
LEW-Gruppe Gültigkeit besitzt, schränken wir dieses Risiko ein.
Des weiteren schätzen wir das Ausfallrisiko des Konzessionsdarlehen gegenüber der
Rhein-Main-Donau AG, München, aufgrund deren Geschäftsmodell als gering ein.
Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten
Forderungen. Bei den Derivaten entsprechen die Ausfallrisiken ihren positiven beizulegenden
Zeitwerten. Weder 2010 noch 2009 waren bedeutende Ausfälle zu verzeichnen.
Die Refinanzierung der Gesellschaften der LEW-Gruppe erfolgt i. d. R. zentral durch
die Lechwerke AG, Augsburg, die ihrerseits in die zentrale Refinanzierung der RWE
AG, Essen, eingebunden ist. Hier besteht das Risiko, dass die Liquiditätsreserven
nicht ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Durch
die Refinanzierung bei der RWE AG, Essen, sowie durch flüssige Mittel ist das Liquiditätsrisiko
als äußerst gering zu betrachten.
Aus den finanziellen Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRs 7 ergeben sich
in den nächsten Jahren voraussichtlich die folgenden (nicht diskontierten) Zahlungen:
|
|
Buchwert |
|
|
Zahlungen |
|
|
31.12.2010 | 2011 | 2012 bis 2015 | ab 2016 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Übrige Finanzverbindlichkeiten | 810 | 810 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 24.964 | 12.795 | 12.169 | - |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 78.881 | 78.881 | - | - |
|
|
104.655 | 92.486 | 12.169 | - |
|
|
Buchwert |
|
|
Zahlungen |
|
|
31.12.2009 | 2010 | 2011 bis 2014 | ab 2015 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Übrige Finanzverbindlichkeiten | 2.576 | 2.576 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 27.148 | 27.018 | 130 | - |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 92.301 | 92.222 | 79 | - |
|
|
122.025 | 121.816 | 209 | - |
Zum Geschäftsjahresende bestand ein Bestellobligo in Höhe von 72.977 TEUR (Vorjahr:
36.355 TEUR). Davon betrafen 22.597 TEUR (Vorjahr: 9.017 TEUR) Sachanlageinvestitionen
sowie 678 TEUR (Vorjahr: 484 TEUR) verbundene Unternehmen.
Haftungsverpflichtungen aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten,
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften sowie Verbindlichkeiten
aus Gewährleistungsverträgen bestanden zum Bilanzstichtag nicht.
Die Verpflichtungen aus Operating Leasing betreffen überwiegend Miet- und Leasingverträge
für Verwaltungsgebäude und Telekommunikationsanlagen.
Die Leasingzahlungen haben folgende Fälligkeitsstruktur:
|
|
Nominalwert 31.12.2010 |
Nominalwert 31.12.2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Fällig bis zu einem Jahr | 1.960 | 1.050 |
| Fällig in ein bis fünf Jahren | 5.975 | 1.055 |
| Fällig nach über fünf Jahren | 1.422 | 930 |
|
|
9.357 | 3.035 |
Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Abnahmeverpflichtungen
aus Strom- und Gasbezugsverträgen in Höhe von 1.571.573 TEUR (Vorjahr: 1.727.422 TEUR).
Davon betreffen 1.568.686 TEUR (Vorjahr: 1.711.622 TEUR) verbundene Unternehmen.
Die Lechwerke AG und ihre Tochtergesellschaften sind im Zusammenhang mit ihrem Geschäftsbetrieb
in Gerichtsprozesse involviert. Wir erwarten dadurch jedoch keine wesentlichen negativen
Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Situation der LEW-Gruppe. Darüber
hinaus sind Konzerngesellschaften an verschiedenen administrativen und regulatorischen
Verfahren (inkl. Genehmigungsverfahren) direkt beteiligt oder von deren Ergebnissen
betroffen.
In der LEW-Gruppe ergibt sich die Segmentabgrenzung aus den von den Unternehmensbereichen
erbrachten Leistungen. Die Segmentierung basiert dabei auf der internen Berichterstattung.
Dem folgend untergliedern wir die LEW-Gruppe in die Segmente Strom-Erzeugung, Netzbetrieb
und Netzservice, Energie-Allgemeines und Sonstiges.
Das Segment Strom-Erzeugung umfasst die gesamten Aktivitäten im Bereich der Stromerzeugung.
Im Segment Netzbetrieb und Netzservice sind unsere Aktivitäten im Bereich Verteilung
von Strom gebündelt.
Das Segment Energie-Allgemeines beinhaltet im Wesentlichen den Strom- und Gasvertrieb,
den Overhead-Bereich sowie die Eigentümerfunktion am Sachanlagevermögen.
Das Segment Sonstiges umfasst neben dem Kundenservice, den kaufmännischen und IT-Dienstleistunen,
Personal und Infrastruktur unsere Aktivitäten im Bereich der Telekommunikation sowie
unsere Beteiligungen im Bergbahnbereich und in der Entsorgungswirtschaft.
Das betriebliche Ergebnis stellt die zentrale Steuerungsgröße in der LEW-Gruppe dar.
| UNTERNEHMENSBEREICHE |
Strom- Erzeugung 2010 |
Netzbetrieb und Netzservice 2010 |
Energie- Allgemeines 2010 |
Sonstiges 2010 |
Konsolidierung 2010 |
Gesamt 2010 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Außenumsatz (inkl. Strom- und Erdgassteuer) |
14.112 | 599.216 | 1.186.924 | 11.474 | - | 1.811.726 |
| Konzern-Innenumsatz | 59.851 | 245.517 | 261.984 | 80.657 | - 648.009 | - |
| Gesamtumsatz | 73.963 | 844.733 | 1.448.908 | 92.131 | - 648.009 | 1.811.726 |
| Betriebliches Ergebnis | 41.466 | 20.225 | 64.873 | 12.715 | - | 139.279 |
| Betriebliches Beteiligungsergebnis | 19.412 | - | 14.945 | 998 | - | 35.355 |
| Betriebliches Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen |
8.411 | - | 10.497 | 998 | - | 19.906 |
| Betriebliche Abschreibungen | 1.630 | - | 35.863 | 914 | - | 38.407 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen nach IAS 36 |
- | - | 688 | - | - | 688 |
| EBITDA | 43.096 | 20.225 | 100.736 | 13.629 | - | 177.686 |
| Sonstige wesentliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen des Segmentergebnisses |
6.961 | 12.250 | 122.824 | 4.900 | - |
146.935 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Investment Property |
235 | - |
79.704 | 804 | - |
80.743 |
| UNTERNEHMENSBEREICHE |
Strom- Erzeugung 2009 |
Netzbetrieb und Netzservice 2009 |
Energie- Allgemeines 2009 |
Sonstiges 2009 |
Konsolidierung 2009 |
Gesamt 2009 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Außenumsatz (inkl. Strom- und Erdgassteuer) |
15.695 | 436.537 | 1.005.419 | 10.138 | - | 1.467.789 |
| Konzern-Innenumsatz | 59.404 | 233.733 | 255.668 | 70.041 | -618.846 | - |
| Gesamtumsatz | 75.099 | 670.270 | 1.261.087 | 80.179 | -618.846 | 1.467.789 |
| Betriebliches Ergebnis | 44.621 | 4.921 | 69.955 | 8.885 | - | 128.382 |
| Betriebliches Beteiligungsergebnis | 19.011 | - | 11.590 | 1.994 | - | 32.595 |
| Betriebliches Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Beteiligungen |
7.595 | - | 11.364 | 1.994 | - | 20.953 |
| Betriebliche Abschreibungen | 1.537 | - | 35.749 | 1.277 | - | 38.563 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen nach IAS 36 |
- | - | 348 | - | - | 348 |
| EBITDA | 46.158 | 4.921 | 105.704 | 10.162 | - | 166.945 |
| Sonstige wesentliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen des Segmentergebnisses |
6.729 | 15.709 | 133.982 | 3.268 | - |
159.688 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Investment Property |
1.883 | - | 59.157 | 5.434 | - | 66.474 |
Aufgrund der ausschließlich inländischen Geschäftstätigkeit der LEW-Gruppe unterbleiben
die nach IFRS 8.33 vorgesehenen Informationen über die geografischen Bereiche.
|
|
2010 | 2009 | |
|
|
TEUR | TEUR | |
| Außenumsatz | 1.811.726 | 1.467.789 | |
|
|
davon: Strom | (1.710.234) | (1.381.731) |
|
|
davon: Gas | (22.231) | (12.037) |
|
|
davon: Sonstiges | (79.261) | (74.021) |
Im Berichtsjahr und im Vorjahr hat die LEW-Gruppe mit keinem einzelnen Kunden mehr
als 10 % der Umsatzerlöse erzielt.
Als Konzern-Innenumsätze der LEW-Gruppe weisen wir die Umsätze zwischen den Segmenten
aus. Sie werden zu Vollkosten oder Marktpreisen abgerechnet.
Das betriebliche Ergebnis leitet sich folgendermaßen zum Ergebnis vor Steuern über:
|
|
2010 | 2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Betriebliches Ergebnis | 139.279 | 128.382 |
| + Neutrales Ergebnis | - 3.168 | -20.362 |
| + Finanzergebnis | 31.929 | 19.139 |
| Ergebnis vor Steuern | 168.040 | 127.159 |
Erträge und Aufwendungen, die außerordentlich oder periodenfremd sind, beeinträchtigen
die Beurteilung der laufenden Geschäftstätigkeit. Sie werden in das neutrale Ergebnis
umgegliedert.
Die Kapitalflussrechnung ist nach den Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions-
und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Betrag der flüssigen Mittel in der Kapitalflussrechnung
stimmt mit dem entsprechenden in der Bilanz ausgewiesenen Wert überein. Flüssige Mittel
umfassen Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.
Im Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sind u. a. enthalten:
| ― |
Zinseinnahmen in Höhe von 6.018 TEUR (Vorjahr: 8.762 TEUR) und Zinsausgaben in Höhe von 1.407 TEUR (Vorjahr: 244 TEUR), |
| ― |
gezahlte Ertragsteuern (abzüglich Ertragsteuererstattungen) in Höhe von 5.295 TEUR (Vorjahr: 26.579 TEUR) und |
| ― |
das um nicht zahlungswirksame Teile - insbesondere aus der Equity-Bilanzierung - korrigierte Beteiligungsergebnis in Höhe von 31.849 TEUR (Vorjahr: 31.164 TEUR). |
Im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit sind Ausschüttungen an LEW-Aktionäre in
Höhe von 63.800 TEUR (Vorjahr: 53.167 TEUR) und Ausschüttungen an andere Gesellschafter
in Höhe von 122 TEUR (Vorjahr: 246 TEUR) enthalten. Die Veränderung von Finanzschulden/-vermögen
betrug 13.446 TEUR (Vorjahr: 17.830 TEUR).
Die flüssigen Mittel unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen.
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Flüssige Mittel | 31.251 | 6.467 |
| Kurzfristige Wertpapiere | 669.705 | 630.794 |
| Langfristige Wertpapiere | 17.851 | 17.011 |
| Sonstige kurz- und langfristige Finanzforderungen | 195.186 | 197.845 |
| Finanzvermögen | 913.993 | 852.117 |
| Sonstige Finanzschulden | 810 | 2.576 |
| Finanzverbindlichkeiten | 810 | 2.576 |
| Nettofinanzvermögen | 913.183 | 849.541 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 284.880 | 280.034 |
| Nettovermögen | 628.303 | 569.507 |
Die sonstigen kurz- und langfristigen Finanzforderungen enthalten im Wesentlichen
das der RWE AG gewährte Darlehen, die kurzfristigen Geldanlagen bei der RWE AG im
Rahmen des Cash-Poolings sowie die Forderungen gegenüber assoziierten Beteiligungen
aufgrund einer noch nicht zugeflossenen Ausschüttung. Die sonstigen Finanzschulden
umfassen die Finanzverbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen
und Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sowie die sonstigen Finanzverbindlichkeiten.
Das Nettofinanzvermögen stellt den Saldo von Finanzvermögen und Finanzschulden dar.
Zwischen Unternehmen der LEW-Gruppe und den Gebietskörperschaften bestehen 290 Wegenutzungsverträge
im Strombereich.
Im Stromgeschäft regeln Wegenutzungsverträge die Nutzung von öffentlichen Verkehrswegen
für das Legen und die Nutzung von Leitungen, die der allgemeinen Energieversorgung
dienen. Die Laufzeit der Wegenutzungsverträge beträgt i. d. R. 20 Jahre. Nach ihrem
Ablauf besteht die gesetzliche Pflicht, die örtlichen Stromverteilungsanlagen ihrem
neuen Betreiber gegen Zahlung einer angemessenen Vergütung zu überlassen.
Derzeit prüfen verschiedene Kommunen die Möglichkeit, die Versorgungsaufgaben ggf.
selbst oder in Kooperation mit anderen kommunalen Betrieben durchzuführen. In 2009
haben sich zwei Kommunen (Stadt Landsberg am Lech und Gemeinde Nersingen) entschlossen,
keinen neuen Wegenutzungsvertrag mit uns abzuschließen. Für den Netzbereich von Landsberg
am Lech sind die Übergabeverhandlungen abgeschlossen, dieser Netzbereich bekam damit
zum 1. Januar 2011 einen neuen kommunalen Eigentümer. Für den Netzbereich in Nersingen
laufen die Verhandlungen bezüglich einer Netzübergabe.
Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhalten die Lechwerke AG und ihre Tochterunternehmen
Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen nahestehenden Unternehmen. Diese können in nachfolgende
vier Gruppen unterteilt werden:
| ― |
RWE AG |
| ― |
Sonstige RWE-Konzernunternehmen |
| ― |
Assoziierte Unternehmen der LEW-Gruppe die at-equity-bilanziert sind |
| ― |
Sonstige nahestehende Unternehmen: hierunter fallen die nicht in den LEW-Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen, sonstige Beteiligungen sowie nahestehende Unternehmen des RWE-Konzerns; hierzu zählen wesentliche assoziierte Unternehmen des RWE-Konzerns sowie die Gesellschaften der Georgsmarienhütte-Gruppe und die RGM Gebäudemanagement GmbH, da der Vorstandsvorsitzende unseres Mutterunternehmens RWE AG, Herr Dr. Jürgen Großmann, Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding GmbH und der RGM Gebäudemanagement GmbH ist. |
|
|
|
RWE AG | Sonstige RWE Konzernunternehmen (soweit nicht der LEW-Gruppe zugehörig) |
Assoziierte Unternehmen der LEW-Gruppe |
||
|
|
2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 |
|
|
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Erträge |
|
|
|
|
|
|
| Stromverkauf | - | - | 486.822 | 334.374 | - | - |
| Sonstige Verkäufe und Dienstleistungen |
5.649 | 1.101 | 31.778 | 23.637 | 8.069 | 8.723 |
| Aufwendungen |
|
|
|
|
|
|
| Strombezug | - | - | 711.953 | 464.935 | 10.246 | 8.096 |
| Sonstige Einkäufe und Dienstleistungen |
1.291 | 1.217 | 91.174 | 93.176 | 2.333 | 2.210 |
| Forderungen |
|
|
|
|
|
|
| langfristige | 106.000 | 106.000 | 89 | 159 | 511 | 511 |
| kurzfristige | 30.449 | 32.901 | 54.602 | 111.698 | 39.452 | 38.394 |
| Verbindlichkeiten |
|
|
|
|
|
|
| langfristige | - | - | 76 | 130 | - | - |
| kurzfristige | - | 327 | 105.450 | 79.951 | 882 | 253 |
|
|
Sonstige nahestehende Unternehmen |
|
|
|
2010 | 2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Erträge |
|
|
| Stromverkauf | 342 | 265 |
| Sonstige Verkäufe und Dienstleistungen |
3.761 | 2.994 |
| Aufwendungen |
|
|
| Strombezug | 3.366 | 3.006 |
| Sonstige Einkäufe und Dienstleistungen |
611 | 745 |
| Forderungen |
|
|
| langfristige | - | - |
| kurzfristige | 488 | 161 |
| Verbindlichkeiten |
|
|
| langfristige | - | - |
| kurzfristige | 1.439 | 2.657 |
Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterscheiden sich
grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.
Von den langfristigen Forderungen waren 106.511 TEUR (Vorjahr: 106.511 TEUR) verzinslich,
von den kurzfristigen Forderungen 30.429 TEUR (Vorjahr: 33.022 TEUR).
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten waren in Höhe von 810 TEUR (Vorjahr: 2.576 TEUR)
verzinslich.
Wertberichtigungen auf Forderungen an nahestehende Unternehmen erfolgten nicht. Sicherheiten
wurden nicht bestellt.
Die Lechwerke AG befragt für alle konsolidierten Unternehmen jährlich zum 31. Dezember
Führungskräfte, Organ- und Aufsichtsratsmitglieder zu ihren Transaktionen und vertraglichen
Beziehungen mit den Gesellschaften der LEW-Gruppe. Dabei sind alle Beziehungen anzugeben,
sofern der Einzelvertrag 50 TEUR, die Summe aller Verträge 100 TEUR übersteigt, oder
aber der Vertrag nicht zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen wurde. Die LEW-Gruppe
hat mit keiner nahestehenden Person solche Geschäfte abgeschlossen.
Die Grundzüge des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütung von Vorstand, Aufsichtsrat
und Beirat sind im Vergütungsbericht dargestellt und finden sich auf den Seiten 84
bis 91 dieses Geschäftsberichts. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts.
Die Angaben zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs.
1 Nr. 6 HGB sind auf den Seiten 156 und 157 aufgeführt.
Während des Berichtsjahres bestanden folgende RWE-konzernweite, auf der RWE AG Aktie
basierende Vergütungssysteme für den Vorstand und leitende Angestellte der Lechwerke
AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen:
| BEAT 2005 |
|
Tranche | Tranche | Tranche |
|
|
|
2009 | 2008 |
2007 |
| Zuteilungszeitpunkt |
|
01.01.2009 | 01.01.2008 | 01.01.2007 |
| Anzahl bedingt zugeteilter Performance Shares |
|
72.105 | 38.670 | 29.301 |
| Vertragliche Laufzeit |
|
3 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre |
| Auszahlungsbedingungen | Automatische Auszahlung, sofern nach Ablauf einer Wartezeit von drei Jahren eine Outperformance gegenüber 25 % der Vergleichsunternehmen des Dow-Jones-STOXX-Utilities-Index erreicht wurde, gemessen an deren Indexgewicht zum Zeitpunkt der Auflegung des Programms. Die Outperformance wird anhand des Total Shareholder Return (TSR) gemessen, der die Entwicklung des Aktienkurses zzgl. reinvestierter Dividenden berücksichtigt. | |||
| Ermittlung der Auszahlung | 1. | Ermittlung des Indexgewichtes der Vergleichsunternehmen, die am Ende der Laufzeit einen geringeren TSR als RWE ausweisen. | ||
|
|
2. | Durch Quadrierung dieses Prozentsatzes und Multiplikation mit 1,25 errechnet sich der Performance-Faktor. | ||
|
|
3. | Berechnung der auszahlbaren Performance Shares als Produkt aus bedingt zugeteilten Performance Shares und Performance-Faktor. | ||
|
|
4. | Die Auszahlung entspricht der endgültigen Anzahl an Performance Shares, bewertet mit dem durchschnittlichen RWE-Aktienkurs der letzten 20 Börsenhandelstage vor Programmablauf. Sie ist auf den zweifachen Zuteilungswert der Performance Shares begrenzt. | ||
| Wechsel der Unternehmens-kontrolle/Fusion | - | Kommt es während der Wartezeit zu einem Wechsel der Unternehmenskontrolle, verfallen alle Performance Shares und es wird eine Entschädigungszahlung gewährt. Sie berechnet sich durch Multiplikation des im Rahmen der Übernahme für die RWE-Aktien gezahlten Preises mit der endgültigen Anzahl der Performance Shares. Letztere wird den Planbedingungen entsprechend bezogen auf den Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebots ermittelt. | ||
|
|
- | Im Falle einer Fusion mit einer anderen Gesellschaft außerhalb des RWE-Konzerns verfallen die Performance Shares und es wird eine Entschädigungszahlung vorgenommen. Diese errechnet sich aus dem Fair Value der Performance Shares zum Zeitpunkt der Fusion, multipliziert mit der Anzahl der gewährten Performance Shares, die dem Verhältnis der Zeit während der Wartezeit bis zur Fusion zur gesamten Wartezeit der Performance Shares entspricht. | ||
| Form des Ausgleichs | Barausgleich | |||
| BEAT 2010 |
|
Tranche | Tranche |
|
|
|
2010 | 2010 |
|
|
|
Wartezeit: 3 Jahre | Wartezeit: 4 Jahre |
| Zuteilungszeitpunkt |
|
01.01.2010 | 01.01.2010 |
| Anzahl bedingt zugeteilter Performance Shares |
|
18.193 | 20.184 |
| Vertragliche Laufzeit |
|
3 Jahre | 4 bis 5 Jahre |
| Auszahlungsbedingungen | - | Tranche 2010 mit Wartezeit 3 Jahre: Automatische Auszahlung, sofern nach Ablauf einer Wartezeit von drei Jahren (Bewertungsstichtag: 31.12. des zweiten, auf das Gewährungsjahr folgenden Jahres) eine Outperformance gegenüber mindestens 25 % der Vergleichsunternehmen des Dow-Jones-STOXX-Utilities-Index erreicht wurde, gemessen an deren Indexgewicht zum Zeitpunkt der Auflegung der Tranche. Die Outperformance wird anhand des Total Shareholder Return (TSR) gemessen, der die Entwicklung des Aktienkurses zzgl. reinvestierter Dividenden berücksichtigt. |
|
|
|
- | Tranche 2010 mit Wartezeit 4 Jahre: Möglichkeit der Auszahlung an drei Ausübungszeitpunkten (Bewertungsstichtage: 31.12. des dritten auf das Gewährungsjahr folgenden Jahres (Bewertungsstichtag I), 30.06. des vierten auf das Gewährungsjahr folgenden Jahres (Bewertungsstichtag II) und 31.12. des vierten auf das Gewährungsjahr folgenden Jahres (Bewertungsstichtag III)), sofern zum Bewertungsstichtag eine Outperformance gegenüber mindestens 25 % der Vergleichsunternehmen des Dow-Jones-STOXX-Utilities-Index erreicht wurde, gemessen an deren Indexgewicht zum Zeitpunkt der Auflegung der Tranche. Die Outperformance wird anhand des Total Shareholder Return (TSR) gemessen, der die Entwicklung des Aktienkurses zzgl. reinvestierter Dividenden berücksichtigt. Zum Bewertungsstichtag III erfolgt eine automatische Auszahlung, zum Bewertungsstichtag I und II kann die Anzahl der auszahlbaren Performance Shares frei gewählt werden. |
|
| Ermittlung der Auszahlung | 1. | Ermittlung des Indexgewichtes der Vergleichsunternehmen, die zum Bewertungsstichtag einen geringeren TSR als RWE aufweisen. | |
|
|
2. | Die Anzahl der werthaltigen (auszahlbaren) Performance Shares ergibt sich auf Basis einer linearen Auszahlungskurve. Ab einem übertroffenen Indexgewicht von 25 % werden 7,5 % der bedingt zugeteilten Performance Shares werthaltig. Danach werden für jeden über das Indexgewicht von 25 % hinausgehenden Prozentpunkt weitere 1,5 % der zugeteilten Performance Shares werthaltig. | |
|
|
3. | Die Auszahlung entspricht der Anzahl der werthaltigen Performance Shares, bewertet mit dem durchschnittlichen RWE-Aktienkurs der letzten 60 Börsenhandelstage zum Bewertungsstichtag. Sie ist auf den zweifachen Zuteilungswert der Performance Shares begrenzt. | |
| Wechsel der Unternehmenskontrolle/Fusion | - | Kommt es während der Wartezeit zu einem Wechsel der Unternehmenskontrolle, verfallen alle noch nicht ausgeübten Performance Shares und es wird eine Entschädigungszahlung gewährt. Sie berechnet sich durch Multiplikation des im Zuge der Übernahme für die RWE-Aktien gezahlten Preises mit der endgültigen, noch nicht ausgeübten Anzahl der Performance Shares. Letztere wird den Planbedingungen entsprechend bezogen auf den Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebots ermittelt. | |
|
|
- | Fusioniert RWE AG mit einer anderen Gesellschaft außerhalb des RWE-Konzerns, so verfallen die Performance Shares und es wird eine Entschädigungszahlung vorgenommen. Hierzu wird zunächst der Fair Value der Performance Shares zum Zeitpunkt der Fusion berechnet. Dieser Fair Value wird mit der Anzahl der gewährten Performance Shares multipliziert, die dem Verhältnis der Zeit während der Laufzeit bis zur Fusion zur gesamten Laufzeit der Performance Shares sowie dem Verhältnis der zum Zeitpunkt der Fusion verbleibenden ausübbaren Performance Shares zu den zu Beginn der Laufzeit insgesamt gewährten Performance Shares (pro rata) entspricht. | |
| Form des Ausgleichs | Barausgleich | ||
Der beizulegende Zeitwert der im Rahmen von Beat bedingt zugeteilten Performance Shares
zum Zeitpunkt der Zuteilung betrug 25,96 € pro Stück für die Tranche 2010 (vierjährige
Wartezeit), 28,80 € pro Stück für die Tranche 2010 (dreijährige Wartezeit), 11,93
€ pro Stück für die Tranche 2009 und 22,25 € pro Stück für die Tranche 2008. Diese
Werte wurden durch eine externe Berechnungsstelle mithilfe eines stochastischen, multivariaten
Black-Scholes-Standardmodells per Monte-Carlo-Simulation auf Basis von jeweils einer
Million Szenarien ermittelt. Bei ihrer Ermittlung wurden die in den Programmbedingungen
festgelegte maximale Auszahlung je bedingt zugeteilter Performance Share, die restlaufzeitbezogenen
Diskontsätze, die Volatilitäten und die erwarteten Dividenden der RWE AG und ihrer
Vergleichsunternehmen berücksichtigt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigte sich folgende Entwicklung der Performance Shares:
| BEAT 2005 |
Tranche | Tranche | Tranche |
|
|
2009 | 2008 | 2007 |
| Ausstehend zu Beginn des Geschäftsjahres | 69.503 | 37.052 | 29.301 |
| Zugesagt | - | - | - |
| Veränderung (zugeteilt/verfallen) | 2.602 | 1.618 | - |
| Ausgezahlt | - | - | 29.301 |
| Ausstehend zum Ende des Geschäftsjahres | 72.105 | 38.670 | - |
| Auszahlbar am Ende des Geschäftsjahres | - | 38.670 | - |
| BEAT 2010 |
Tranche | Tranche |
|
|
2010 | 2010 |
|
|
Wartezeit: 3 Jahre | Wartezeit: 4 Jahre |
| Ausstehend zu Beginn des Geschäftsjahres | - | - |
| Zugesagt | 18.193 | 20.184 |
| Veränderung (zugeteilt/verfallen) | - | - |
| Ausgezahlt | - | - |
| Ausstehend zum Ende des Geschäftsjahres | 18.193 | 20.184 |
| Auszahlbar am Ende des Geschäftsjahres | - | - |
Die Restlaufzeit beträgt vier Jahre für die Tranche 2010 mit vierjähriger Wartezeit,
zwei Jahre für die Tranche 2010 mit dreijähriger Wartezeit und ein Jahr für die Tranche
2009. Die Vertragslaufzeit für die Tranche 2008 endete mit Ablauf des Berichtsjahres
und kommt im März 2011 zur Auszahlung. Je Performance Share werden 16,70 € ausgezahlt.
Aufgrund der Kursentwicklung ist im Berichtsjahr kein Aufwand für die aktienkursbasierte
Vergütung entstanden (Vorjahr: 963 TEUR). Wie im Vorjahr wurden die Ansprüche ausschließlich
durch Barausgleich abgegolten. Zum Bilanzstichtag beliefen sich die Rückstellungen
für aktienkursbasierte Vergütungen mit Barausgleich auf 997 TEUR (Vorjahr: 1.649 TEUR).
Der innere Wert der zum Bilanzstichtag ausübbaren bzw. auszahlbaren aktienkursbasierten
Vergütungen mit Barausgleich betrug zum Bilanzstichtag 646 TEUR (Vorjahr: 576 TEUR).
Für die im Geschäftsjahr 2010 und im Vorjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers
des Konzernabschlusses, PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:
|
|
2010 | 2009 |
|
|
TEUR | TEUR |
| Abschlussprüfungsleistungen | 420 | 389 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 58 | 62 |
| Sonstige Leistungen | 26 | - |
|
|
504 | 451 |
Die Honorare für Abschlussprüfungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung
sowie für die Prüfung der Abschlüsse der Lechwerke AG und ihrer Tochterunternehmen.
In den anderen Bestätigungsleistungen sind im Wesentlichen Honorare für prüfungsnahe
Dienstleistungen enthalten.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Lechwerke AG, Augsburg, haben gemäß § 161 AktG
die vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und
auf der Internetseite der Lechwerke AG (www.lew.de) dauerhaft zugänglich gemacht;
sie ist auf den Seiten 91 bis 93 abgedruckt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts lagen keine bedeutenden Ereignisse
vor.
In unserem Geschäftsbericht treffen wir Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung
der LEW-Gruppe beziehen. Diese Aussagen sind ausschließlich Erwartungen, die wir auf
Basis unseres aktuellen Informationsstands abgeben. Sollten sich die zugrunde gelegten
Prämissen ändern oder weitere Chancen und Risiken eintreten, so sind Ergebnisabweichungen
möglich. Eine Gewähr können wir daher für diese Angaben nicht übernehmen.
| NAME UND SITZ | Methode der Einbeziehung in den Konzernabschluss |
Anteil am Kapital in % |
|
2010 |
|
|
|
|
|
unmittelbar | mittelbar | Eigenkapital1 | Ergebnis1 | Eigenkapital1 |
|
|
|
|
|
TEUR | TEUR | TEUR |
| Lechwerke AG, Augsburg | Mutterunternehmen |
|
|
385.369 | 70.903 | 237.402 |
| Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW), Augsburg5 |
vollkonsolidiert | 100,00 |
|
23.008 | - | 20.659 |
| Bayerische Bergbahnen-Beteiligungs- Gesellschaft mbH (BBG), Gundremmingen |
vollkonsolidiert |
|
100,00 | 20.291 | 1.002 | 19.285 |
| Wendelsteinbahn GmbH (WB), Brannenburg3 | vollkonsolidiert |
|
100,00 | 2.091 | 168 | 2.123 |
| Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH (WBN), Brannenburg3,5 | vollkonsolidiert |
|
100,00 | 25 | - | 25 |
| Inntal Netz- und Servicegesellschaft mbH (INS), Brannenburg3,4 | Beteiligung |
|
100,00 | - | - | 18 |
| Nebelhornbahn-AG (NBO), Oberstdorf3 | Equity |
|
26,86 | 4.961 | 405 | 4.673 |
| Wärmeversorgung Schwaben GmbH (WVS), Augsburg2 | Beteiligung |
|
100,00 | 64 | - | 64 |
| Mittlere Donau Kraftwerke AG (MDK), München | vollkonsolidiert |
|
40,00 | 5.113 | - | 5.113 |
| Untere Iller AG (UIAG), München2 | Beteiligung |
|
40,00 | 1.134 | 41 | 1.134 |
| LEW Anlagenverwaltung GmbH (LAV), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 100,00 |
|
203.353 | 14.482 | 188.872 |
| RL Beteiligungsverwaltung beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog | Equity |
|
49,00 | 350.009 | 21.422 | 351.779 |
| LEW Beteiligungsgesellschaft mbH (LB), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 100,00 |
|
199.356 | 9.480 | 189.876 |
| Elektrizitätswerk Landsberg GmbH (EWL), Landsberg am Lech | vollkonsolidiert |
|
100,00 | 6.364 | -1.350 | 7.565 |
| LEW TelNet GmbH (LTN), Neusäß | vollkonsolidiert |
|
100,00 | 5.616 | 4.259 | 4.753 |
| Überlandwerk Krumbach GmbH (ÜWK), Krumbach | vollkonsolidiert |
|
74,60 | 4.055 | 411 | 3.862 |
| LEW Netzservice GmbH (LNS), Augsburg5 | vollkonsolidiert | 100,00 |
|
87 | - | 25 |
| LEW Service & Consulting GmbH (LSC), Augsburg5 | vollkonsolidiert | 100,00 |
|
1.250 | - | 1.217 |
| LEW Verteilnetz GmbH (LVN), Augsburg5 | vollkonsolidiert | 100,00 |
|
4.816 | - | 25 |
| Schwäbische Entsorgungsgesellschaft mbH (SE), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 100,00 |
|
17.632 | 811 | 16.821 |
| Abfallverwertung Augsburg GmbH (AVA), Augsburg4,7 | Equity |
|
25,01 | - | - | 28.641 |
| Bayerische-Schwäbische-Wasserkraftwerke Beteiligungsgesellschaft mbH (BSW), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 62,20 |
|
86.870 | 8.509 | 103.361 |
| Rhein-Main-Donau AG (RMD), München2 | Equity |
|
22,50 | 110.169 | - | 110.169 |
| Peißenberger Wärmegesellschaft mbH (PWG), Peißenberg4 | Beteiligung | 50,00 |
|
- | - | 386 |
| RIWA GmbH Gesellschaft für Geoinformationen (RIWA), Kempten4 | Beteiligung | 33,33 |
|
- | - | 1.286 |
| Verwaltungsgesellschaft Energie Weißenhorn GmbH, Weißenhorn6 | Beteiligung | 25,10 |
|
- | - | - |
| Verteilnetze Energie Weißenhorn GmbH & Co. KG (VNEW), Weißenhorn6 | Beteiligung | 25,10 |
|
- | - | - |
| NAME UND SITZ | Methode der Einbeziehung in den Konzernabschluss |
2009 |
|
|
|
Ergebnis1 |
|
|
|
TEUR |
| Lechwerke AG, Augsburg | Mutterunternehmen | 63.794 |
| Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW), Augsburg5 | vollkonsolidiert | - |
| Bayerische Bergbahnen-Beteiligungs-Gesellschaft mbH (BBG), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 598 |
| Wendelsteinbahn GmbH (WB), Brannenburg3 | vollkonsolidiert | 196 |
| Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH (WBN), Brannenburg3,5 | vollkonsolidiert | - |
| Inntal Netz- und Servicegesellschaft mbH (INS), Brannenburg3,4 | Beteiligung | - 10 |
| Nebelhornbahn-AG (NBO), Oberstdorf3 | Equity | 123 |
| Wärmeversorgung Schwaben GmbH (WVS), Augsburg2 | Beteiligung | - |
| Mittlere Donau Kraftwerke AG (MDK), München | vollkonsolidiert | - |
| Untere Iller AG (UIAG), München2 | Beteiligung | 41 |
| LEW Anlagenverwaltung GmbH (LAV), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 8.445 |
| RL Beteiligungsverwaltung beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog | Equity | 23.192 |
| LEW Beteiligungsgesellschaft mbH (LB), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 25.512 |
| Elektrizitätswerk Landsberg GmbH (EWL), Landsberg am Lech | vollkonsolidiert | 188 |
| LEW TelNet GmbH (LTN), Neusäß | vollkonsolidiert | 3.421 |
| Überlandwerk Krumbach GmbH (ÜWK), Krumbach | vollkonsolidiert | 365 |
| LEW Netzservice GmbH (LNS), Augsburg5 | vollkonsolidiert | - |
| LEW Service & Consulting GmbH (LSC), Augsburg5 | vollkonsolidiert | - |
| LEW Verteilnetz GmbH (LVN), Augsburg5 | vollkonsolidiert | - |
| Schwäbische Entsorgungsgesellschaft mbH (SE), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 807 |
| Abfallverwertung Augsburg GmbH (AVA), Augsburg4,7 | Equity | 2.641 |
| Bayerische-Schwäbische-Wasserkraftwerke Beteiligungsgesellschaft mbH (BSW), Gundremmingen | vollkonsolidiert | 5.956 |
| Rhein-Main-Donau AG (RMD), München2 | Equity | - |
| Peißenberger Wärmegesellschaft mbH (PWG), Peißenberg4 | Beteiligung | -149 |
| RIWA GmbH Gesellschaft für Geoinformationen (RIWA), Kempten4 | Beteiligung | 259 |
| Verwaltungsgesellschaft Energie Weißenhorn GmbH, Weißenhorn6 | Beteiligung | - |
| Verteilnetze Energie Weißenhorn GmbH & Co. KG (VNEW), Weißenhorn6 | Beteiligung | - |
1
Werte nach deutschen handelsrechtlichen Vorschriften
2
Erwartetes Eigenkapital und Ergebnis für 2010
3
Abschluss zum 31. Oktober
4
Werte für 2010 liegen noch nicht vor
5
Ergebnisabführungsvertrag
6
Beteiligung ab 2010, Werte liegen noch nicht vor
7
In 2010 wurde eine Kapitalherabsetzung bei gleichzeitiger Reduzierung unseres Anteils
von 49,00 % auf 25,01 % vollzogen
Die RWE AG, Essen, ist mit der Mehrheit der Aktien an der Lechwerke AG beteiligt.
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 hat uns die RL Beteiligungsverwaltung beschr.
haft. OHG, Norderfriedrichskoog, mitgeteilt, dass die RL Beteiligungsverwaltung beschr.
haft. OHG, Norderfriedrichskoog, die Führung ihrer Beteiligung an der Lechwerke AG
ab dem 1. Januar 2011 auf die RWE Deutschland AG, Essen, überträgt.
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 hat uns die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH,
Essen, mitgeteilt, dass die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, die Führung ihrer
Beteiligung an der Lechwerke AG ab dem 1. Januar 2011 auf die RWE Deutschland AG,
Essen, überträgt.
Mit Schreiben vom 5. Januar 2011 hat uns die RWE AG, Essen, gemäß §§ 21 Abs. 1, 22
Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 6 i.V.m. Satz 2, 24 WpHG folgendes mitgeteilt:
Die RWE Deutschland AG, Essen, hat am 1. Januar 2011 die Schwellenwerte von 3 %, 5
%, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 % der Stimmrechte an der Lechwerke AG
aufgrund Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Nr. 6 WpHG überschritten. Dabei sind der RWE
Deutschland AG, Essen, 74,8715 % (das entspricht 26.537.930 Stimmrechten) über die
RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, und 15,0000112 % (das entspricht 5.316.700
Stimmrechten) über die RL Beteiligungsverwaltung beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog,
jeweils nach § 22 Abs. 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. Der Stimmrechtsanteil der RWE Deutschland
AG betrug damit an diesem Tag 89,8715 %, das entspricht 31.854.630 Stimmrechten (Zurechnung
nach § 22 Abs. 1 Nr. 6 WpHG).
Die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, hat am 1. Januar 2011 den Schwellenwert
von 75 % der Stimmrechte an der Lechwerke AG überschritten. Die ihrer Tochtergesellschaft
RWE Deutschland AG, Essen, von ihr selbst (i.H.v. 74,8715 %) sowie von der RL Beteiligungsverwaltung
beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog, (i.H.v. 15,0000112 %) zuzurechnenden Stimmrechte
sind der RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, ihrerseits nach § 22 Abs. 1 Nr.
6 i.V.m. Satz 2 WpHG in voller Höhe zuzurechnen. Der Stimmrechtsanteil der RWE Beteiligungsgesellschaft
mbH, Essen, an der Lechwerke AG betrug damit am 1. Januar 2011 89,8715 %, das entspricht
31.854.630 Stimmrechten. Die RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, hält als Eigentümerin
zudem nach § 21 Abs. 1 WpHG nach wie vor unmittelbar 74,8715 % der Aktien der Lechwerke
AG (das entspricht 26.537.930 Stimmrechten).
Die RL Beteiligungsverwaltung beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog, ist gleichfalls
nach wie vor Eigentümerin der von ihr gehaltenen 15,0000112 % der Aktien der Lechwerke
AG. Ihr Stimmrechtsanteil an der Lechwerke AG gem. § 21 Abs. 1 WpHG beträgt daher
unverändert 15,0000112 %, das entspricht 5.316.700 Stimmrechten.
Der RWE Aktiengesellschaft, Essen, sind die von ihren Tochterunternehmen RWE Deutschland
AG, Essen, bzw. RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, und der RL Beteiligungsverwaltung
beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog, gehaltenen Stimmrechte an der Lechwerke AG
in voller Höhe zuzurechnen. Der Stimmrechtsanteil der RWE Aktiengesellschaft beträgt
daher ebenfalls unverändert 89,8715 %, das entspricht 31.854.630 Stimmrechten. Die
Zurechnung erfolgt dabei gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG i.H.v. 15,0000112 % von
der RL Beteiligungsverwaltung beschr. haft. OHG, Norderfriedrichskoog, sowie i.H.v.
74,8715 % von der RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen. Darüber hinaus werden ihr
die gesamten Stimmrechte i.H.v. 89,8715 % auch gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 i.V.m.
Satz 2 WpHG von ihren zuvor genannten Tochterunternehmen zugerechnet.
Der vollständige Wortlaut des Schreibens zu den §§ 21, 22, 24 WpHG vom 5. Januar 2011
wurde von uns gemäß § 26 Abs. 1 Satz 1 WpHG europaweit und im Internet unter www.lew.de
veröffentlicht sowie an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
und das Unternehmensregister übermittelt.
Die Lechwerke AG, Augsburg, sowie Gesellschaften, an denen wir mehrheitlich beteiligt
sind, werden in den Konzernabschluss nach IFRS der RWE AG, Essen, einbezogen. Der
Konzernabschluss ist bei der RWE AG in Essen erhältlich und steht auch im Internet
zur Verfügung.
Wir haben den von der Lechwerke AG, Augsburg aufgestellten Konzernabschluss - bestehend
aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen,
Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht,
der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss
und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind,
und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften
liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es,
auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss
und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut
der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten
und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung
der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht
vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken,
mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen
werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und
rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt.
Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen
Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten
Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst
die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen,
der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze
und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung
des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung,
dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht
der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend
nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt
unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht
steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
München, 27. Januar 2011
PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Franz Wagner | ppa. Gerhard Locher |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |
| Dr. Rolf Martin Schmitz Mönchengladbach |
Mitglied des Vorstands der RWE AG Aufsichtsratsvorsitzender |
|
|
|
a) | envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz (Vorsitz) RWE Power AG, Essen/Köln (Vorsitz) RWE Deutschland AG, Essen (Vorsitz) Süwag Energie AG, Frankfurt am Main (Vorsitz) VSE AG, Saarbrücken (Vorsitz) |
|
|
b) | essent N.V., Arnheim, Niederlande (Aufsichtsrat) KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG, Klagenfurt, Österreich (Aufsichtsrat) RWE Transgas, a.s., Prag, Tschechische Republik (Aufsichtsrat) RWE Turkey Holding A.S., Istanbul, Türkei (Non-executive Board) |
| Ralf Zimmermann Rüsselsheim |
Mitglied des Vorstands der RWE Vertrieb AG |
|
|
|
1. | stv. Aufsichtsratsvorsitzender |
|
|
a) | Berlinwasser Holding AG, Berlin envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG, Koblenz Süwag Energie AG, Frankfurt am Main |
|
|
b) | Berliner Wasserbetriebe AöR, Berlin (Aufsichtsrat) RWE-Veolia Berlinwasser Beteiligungs GmbH, Berlin (Aufsichtsrat) |
| Thomas Siprak1 Biberbach |
Vorsitzender des Betriebsrats der Lechwerke AG | |
|
|
2. | stv. Aufsichtsratsvorsitzender |
| Tim Hartmann Düsseldorf (bis 12. Mai 2010) |
Mitglied des Vorstands der VSE AG | |
|
|
a) | energis GmbH, Saarbrücken (Vorsitz) Enovos Deutschland AG, Saarbrücken EWR AG, Worms (Vorsitz) KEW Kommunale Energie- und Wasserversorgung AG, Neunkirchen Pfalzwerke AG, Ludwigshafen SWS-Stadtwerke Saarbrücken AG, Saarbrücken |
|
|
b) | artelis S.A., Luxemburg, Luxemburg (Verwaltungsrat; Vorsitz) Enovos International S.A., Luxemburg, Luxemburg (Verwaltungsrat) Enovos Luxembourg S.A., Strassen, Luxemburg (Verwaltungsrat) FAMIS Gesellschaft für Facility Management und Industrieservice mbH, Saarbrücken (Aufsichtsrat) IZES gGmbH Institut für ZukunftsEnergieSysteme, Saarbrücken (Aufsichtsrat) prego services GmbH, Saarbrücken (Aufsichtsrat) Stadtwerke Sulzbach/Saar GmbH, Sulzbach (Aufsichtsrat) Stadtwerke Völklingen Netz GmbH, Völklingen (Aufsichtsrat) VOLTARIS GmbH, Maxdorf (Aufsichtsrat; Vorsitz) |
| Dr. Ivo Holzinger Memmingen |
Oberbürgermeister der Stadt Memmingen | |
|
|
b) | Kommunale Bau- und Verwaltungsgesellschaft der Stadt Memmingen mbH, Memmingen (Aufsichtsrat; Vorsitz) |
| Dr. Wolfgang Kässer Pullach (seit 19. Januar 2010) |
Rechtsanwalt in der Kanzlei Nörr LLP, München | |
|
|
a) | prevero AG (Vorsitz) |
| Jürgen Kaiser1 Augsburg |
Technischer Angestellter | |
| Dr. Arndt Neuhaus Essen |
Vorsitzender des Vorstands der RWE Deutschland AG | |
|
|
a) | Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH, Dortmund envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz rhenag Rheinische Energie AG, Köln RWE IT GmbH, Dortmund RWE Vertrieb AG, Dortmund Stadtwerke Essen AG, Essen Süwag Energie AG, Frankfurt am Main |
|
|
b) | Stadtwerke Lingen GmbH, Lingen/Ems (Aufsichtsrat) |
| Robert Rehm1 Friedberg (seit 12. Mai 2010) |
Energieanlagenelektroniker | |
| Dr. Ulrich Rust Mülheim an der Ruhr (seit 12. Mai 2010) |
Leiter Corporate & Finance der RWE AG |
|
|
|
a) | RWE Deutschland AG, Essen |
| Linda Wiedenmann1 Augsburg (bis 12. Mai 2010) |
|
Sachbearbeiterin |
| Dr. Markus Litpher Augsburg |
Vorstandsmitglied verantwortlich für die Querschnitts- und Steuerungsfunktionen, den Kundenservice, die Telekommunikation und den Verteilnetzbetrieb |
|
|
|
a)
|
Mittlere Donau Kraftwerke AG, München Nebelhornbahn-AG, Oberstdorf Rhein-Main-Donau AG, München |
|
|
b)
|
AVA Abfallverwertung Augsburg GmbH, Augsburg (Aufsichtsrat) Elektrizitätswerk Landsberg GmbH, Landsberg am Lech (Aufsichtsrat) MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH, Kabelsketal (Aufsichtsrat; Vorsitz) Überlandwerk Krumbach GmbH, Krumbach (Aufsichtsrat) Wärmeversorgung Schwaben GmbH, Augsburg (Aufsichtsrat) Wendelsteinbahn GmbH, Brannenburg (Aufsichtsrat; Vorsitz) |
| Paul Waning Aystetten |
Vorstandsmitglied verantwortlich für den Vertrieb, die Energiebeschaffung, den Netzservice und die Erzeugung |
|
|
|
a)
|
Mittlere Donau Kraftwerke AG, München (Vorsitz) Nebelhornbahn-AG, Oberstdorf Süwag Energie AG, Frankfurt am Main Untere Iller AG, München |
|
|
b)
|
AVA Abfallverwertung Augsburg GmbH, Augsburg (Aufsichtsrat) Elektrizitätswerk Landsberg GmbH, Landsberg am Lech (Aufsichtsrat; Vorsitz) Überlandwerk Krumbach GmbH, Krumbach (Aufsichtsrat; Vorsitz) Wärmeversorgung Schwaben GmbH, Augsburg (Aufsichtsrat; Vorsitz) Wendelsteinbahn GmbH, Brannenburg (Aufsichtsrat) |
a)
Mitglied in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
b)
Mitglied in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
1
von der Belegschaft gewählt
| Gemäß § 13 der Satzung der Lechwerke AG wurde ein Beirat gebildet. Die Mitglieder sind: |
|
| Jürgen Reichert Augsburg |
Bezirkstagspräsident von Schwaben Beiratsvorsitzender |
| Andreas Scherer Augsburg |
Geschäftsführer der Presse-Druck- und Verlags-GmbH in Augsburg stv. Beiratsvorsitzender |
| Dr. Helmut Bläsig Günzburg |
Technischer Geschäftsführer der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH |
| Richard Fank Augsburg |
Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg |
| Dr. Claus Gebhardt Augsburg |
Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg Holding GmbH |
| Dr. Manfred Hirschvogel Denklingen (verstorben am 3. Juli 2010) |
Vorsitzender der Geschäftsführung der Hirschvogel Holding GmbH in Denklingen |
| Dr. Ivo Holzinger Memmingen |
Oberbürgermeister der Stadt Memmingen |
| Ulrich Humbaur Gersthofen |
Geschäftsführer der Humbaur GmbH in Gersthofen |
| Dr. Reinhard Janta Meitingen (seit 1. Januar 2011) |
Geschäftsführer und Standortleiter der SGL Carbon GmbH in Meitingen |
| Dr. Wolfgang Kässer Pullach |
Rechtsanwalt der Kanzlei Nörr LLP in München |
| Jürgen Kaiser Augsburg |
Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Lechwerke AG |
| Robert Rehm Friedberg (seit 12. Mai 2010) |
Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Lechwerke AG |
| Peter Saalfrank Augsburg |
Hauptgeschäftsführer der IHK Augsburg |
| Martin Sailer Augsburg |
Landrat des Landkreises Augsburg |
| Jürgen Schmid Augsburg |
Präsident der Handwerkskammer für Schwaben |
| Dr. Rolf Martin Schmitz Mönchengladbach |
Mitglied des Vorstands der RWE AG |
| Dr. Georg Simnacher1 Günzburg |
ehem. Bezirkstagspräsident von Schwaben |
| Thomas Siprak Biberbach |
Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Lechwerke AG |
| Hildegard Wanner Höchstädt an der Donau (seit 16. September 2010) |
Bürgermeisterin der Stadt Höchstädt an der Donau Bezirksvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags |
| Linda Wiedenmann Augsburg (bis 12. Mai 2010) |
Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat der Lechwerke AG |
| Götz Wolf München |
Vorsitzender der Geschäftsführung der PASM Power and Air Condition Solution Management GmbH & Co. KG in München |
Im Energiewirtschaftsgesetz festgeschriebene zweite Phase der Entgeltregulierung für
Strom- und Gasnetze. Sie folgt auf die erste Phase der kostenorientierten Entgeltregulierung.
Engl. für Grundlast und Spitzenlast.
Ergebnis vor Abzug von Zinsen und Steuern (EBIT) bereinigt um außerordentliche und
periodenfremde Erträge und Aufwendungen.
Das im Mai 2009 in Kraft getretene BilMoG bringt eine grundlegende Neuregelung des
Handelsbilanzrechts. Die neuen Vorschriften sind von den Unternehmen ab dem Geschäftsjahr
2010 anzuwenden.
Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
ist eine selbständige Bundesoberbehörde. Sie hat u. a. die Aufgabe, durch Liberalisierung
und Regulierung für die weitere Entwicklung auf dem Elektrizitäts- und Gasmarkt zu
sorgen.
Überwachung der Einhaltung von Gesetzen und Regelungen sowie freiwilliger Kodizes,
insbesondere des LEW-Verhaltenskodex, im Unternehmen.
Contracting ist definiert als vertraglich fixierte Übertragung von eigenen Aufgaben
der Energiebereitstellung und der Bewirtschaftung auf ein externes Dienstleistungsunternehmen.
Wärme-Contracting ist als umfassende Dienstleistung zu verstehen, die den Nutzer von
allen Aufgaben entlastet, die mit der Bereitstellung der von ihm benötigten Energie
zusammenhängen.
Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex für eine
zuverlässige, effiziente Leitung und Überwachung börsennotierter Aktiengesellschaften.
Hierbei handelt es sich um ein Rechenverfahren, das von der Deutschen Vereinigung
für Finanzanalyse & Assetmanagement (DVFA) zusammen mit der Schmalenbach-Gesellschaft
(SG) entwickelt wurde. Das DVFA/SG-Ergebnis entspricht einem um außerordentliche Einflüsse
bereinigten Gewinn je Aktie, vergleichbar mit dem bereinigten Jahresüberschuss. Es
erleichtert den Vergleich und die Bewertung von nach deutschem Handelsgesetzbuch (HGB)
veröffentlichten Jahresabschlüssen.
(engl. Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) Ergebnis vor
Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Firmenwertabschreibungen, inkl. betrieblichem
Beteiligungsergebnis bereinigt um außerordentliche und periodenfremde Erträge und
Aufwendungen.
Die European Energy Exchange ist die Energiebörse Deutschlands mit Sitz in Leipzig.
Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung. Seit 13. Juli 2005 ist die Gesetzesnovelle
in Kraft, die u. a. die gesellschaftsrechtliche Trennung von Netz und Vertrieb festlegt.
Verfahren zur Berücksichtigung von Beteiligungsgesellschaften, die nicht auf Basis
einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen
werden. Hierbei wird der Beteiligungsbuchwert um die Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals
der Beteiligung fortgeschrieben. Diese Veränderung geht in die Gewinn- und Verlustrechnung
der Eigentümergesellschaft ein.
Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien. Ziel des Gesetzes ist es, die aus erneuerbaren
Energien erzeugte Strommenge bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30 % zu erhöhen und
danach kontinuierlich weiter zu erhöhen.
Anzahl Vollzeit-, Teilzeit- und befristete Mitarbeiter (ohne ruhende Arbeitsverhältnisse,
Auszubildende, Werkstudenten/Praktikanten, Mitarbeiter in der Freistellungsphase der
Altersteilzeit) abzüglich der Teilzeitreduzierung. So entsprechen z. B. zwei Teilzeitstellen
(Beschäftigungsgrad 50 %) einem FTE.
Das IFRS IC unterstützt den International Accounting Standards Board (IASB) in seinem
Bestreben, eine internationale Konvergenz der Rechnungslegungsstandards zu erzielen.
Regelwerk zur Rechnungslegung, das vom International Accounting Standards Board (IASB),
einer unabhängigen juristischen Person, erstellt wird. Die Rechnungslegung nach IFRS
zielt auf eine bessere Vergleichbarkeit internationaler Abschlüsse ab.
(Spitzenleistung) Der Begriff setzt sich zusammen aus der Einheit Watt und dem englischen
Wort peak für Spitze. Der Kilowatt-Peak-Wert beschreibt die unter Standard-Testbedingungen
gemessene Modulausgangsleistung einer Solaranlage. Diese wird unter bestimmten ortsabhängigen
Werten für die Temperatur der Module und die Sonneneinstrahlung ermittelt. Bei der
Stromproduktion kann die Solaranlage je nach Aufstellungsort und -bedingungen von
dem kWp-Wert abweichen.
Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) hat zu einschneidenden
Veränderungen in den gesetzlichen Bestimmungen zur Führung und Jahresabschlusserstellung
von Kapitalgesellschaften geführt. Das KonTraG ist kein neues, eigenständiges Gesetz,
sondern bewirkt vielmehr Änderungen und Ergänzungen in diversen Wirtschaftsgesetzen,
vorrangig dem HGB und dem AktG (siehe auch Risikomanagement).
Entgelt für die Nutzung von öffentlichen Wegen im Gemeindegebiet für die Verlegung
und den Betrieb von Leitungen. Energieversorger müssen dafür einen bestimmten Centbetrag
pro Kilowattstunde an die Städte und Gemeinden zahlen.
Bei der Stromerzeugung entsteht meist auch Wärme. Wird diese für Heizzwecke oder als
Prozessdampf genutzt, spricht man von Kraft-Wärme-Kopplung.
Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung.
Das 2008 novellierte Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz hat zum Ziel, einen Beitrag zur Erhöhung
der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland zu leisten. Die Förderung,
die Betreiber von testierten KWK-Anlagen erhalten, wird auf den gesamten Stromverbrauch
der Letztverbraucher umgelegt.
Die Minutenreserve soll nach Eintritt eines Leistungsausfalls ohne Verzögerung eingesetzt
werden können und muss nach der derzeit gültigen Spielregel der europäischen Verbundorganisation
"Union für die Koordination des Transports elektrischer Energie" (UCTE) spätestens
nach 15 Minuten die Sekundenreserve abgelöst haben. Die Minutenreserve wird aus den
unter Sekundärregelung laufenden thermischen Kraftwerken, ferner durch den Einsatz
von Speicher-, Pumpspeicher-Kraftwerken sowie Gasturbinen und Abschaltung von Kundenlasten
bereitgestellt. Seit 1. Dezember 2006 decken die Übertragungsnetzbetreiber ihren Bedarf
an Minutenreserveleistung über eine gemeinsame Ausschreibung, was den Vorgaben des
neuen EnWG und der zugehörigen Stromnetzzugangsverordnung entspricht.
Ergebnis nach Steuern ohne Ergebnisanteile anderer Gesellschafter.
Der ROCE zeigt die operative Rendite eines Unternehmens an und ergibt sich, wenn das
betriebliche Ergebnis durch das betriebliche Vermögen geteilt wird.
Nach dem KonTraG sind Vorstände von Aktiengesellschaften verpflichtet, geeignete Maßnahmen
zu treffen, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Ziel eines solchen Überwachungs- oder
auch Risikomanagementsystems ist die allgemeine Sicherung des Fortbestands eines Unternehmens.
Ein Übertragungsnetzbetreiber (engl. Transmission System Operator, kurz TSO) im Sinne
des § 3 EnWG ist eine natürliche oder juristische Person oder rechtlich unselbstständige
Organisationseinheit eines Energieversorgungsunternehmens, welche für den Betrieb,
die Wartung sowie erforderlichenfalls den Ausbau des Höchst- und Hochspannungsverbundnetzes
in einem bestimmten Gebiet und den Verbindungsleitungen zu anderen Netzen verantwortlich
ist. Als Übertragung wird der Transport von Elektrizität über ein Verbundnetz, d.
h. eine Anzahl von miteinander verbundenen Verteilungsnetzen der Höchst- und Hochspannungsebenen,
zur Versorgung von Letztverbrauchern - jedoch nicht die Belieferung dieser Kunden
selbst - oder Verteilern bezeichnet.
Trennung/Entflechtung von Netz und Wettbewerbsbereichen (insbesondere Vertrieb und
Erzeugung) in der Energieversorgung. Ziel ist es, Quersubventionierung zwischen Geschäftsfeldern
und Diskriminierung von Marktteilnehmern zu verhindern und den Wettbewerb zu fördern.
Ein Verteilnetzbetreiber (engl. Distribution System Operator, kurz DSO) im Sinne des
§ 3 EnWG ist eine natürliche oder juristische Person oder rechtlich unselbständige
Organisationseinheit eines Energieversorgungsunternehmens, welche für Betrieb und
Wartung der Netze mit hoher, mittlerer und niedriger Spannung in einem bestimmten
Gebiet und gegebenenfalls den Verbindungsleitungen zu anderen Netzen verantwortlich
ist. Unter Verteilung ist hierbei der Transport von Elektrizität über die oben genannten
Netze zu dem Zweck, die Versorgung von Kunden zu ermöglichen - jedoch nicht die Belieferung
der Kunden selbst -, zu verstehen.
| EREIGNIS | ORT | TERMIN |
| 1. Zwischenmitteilung 2011 |
|
Mai 2011 |
| Hauptversammlung 2011 | Augsburg | 12. Mai 2011 |
| Dividendenzahlung |
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13. Mai 2011 |
| Zwischenbericht Januar - Juni 2011 |
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August 2011 |
| 2. Zwischenmitteilung 2011 |
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November 2011 |
| Bericht zum Geschäftsjahr 2011 - Bilanzpressekonferenz | Augsburg | März 2012 |
| 1. Zwischenmitteilung 2012 |
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Mai 2012 |
| Hauptversammlung 2012 | Augsburg | 10. Mai 2012 |
| Dividendenzahlung |
|
11. Mai 2012 |
| Zwischenbericht Januar - Juni 2012 |
|
August 2012 |
| 2. Zwischenmitteilung 2012 |
|
November 2012 |
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Dieser Geschäftsbericht ist am 2. März 2011 veröffentlicht worden.
| LEW-GRUPPE |
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2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Außenumsatz (inkl. Strom- und Erdgassteuer) | Mio. € | 1.812 | 1.468 | 1.165 | 1.013 | 951 |
| ERGEBNIS |
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| EBITDA | Mio. € | 178 | 167 | 160 | 148 | 142 |
| Betriebliches Ergebnis | Mio. € | 139 | 128 | 122 | 109 | 102 |
| Nettoergebnis | Mio. € | 149 | 86 | 94 | 93 | 120 |
| Ergebnis je Aktie1 | € | 4,21 | 2,43 | 2,66 | 2,63 | 3,39 |
| Eigenkapitalrentabilität | % | 17,6 | 11,1 | 13,3 | 13,7 | 18,6 |
| Umsatzrentabilität | % | 8,2 | 5,9 | 8,1 | 9,2 | 12,6 |
| Return on Capital Employed (ROCE)6 | % | 13,5 | 11,2 | 11,4 | 10,4 | 9,8 |
| Kapitalkosten vor Steuern | % | 8,8 | 9,0 | 8,5 | 9,0 | 9,0 |
| Wertbeitrag6 | Mio. € | 49 | 25 | 31 | 15 | 9 |
| Betrieblich gebundenes Vermögen (Capital Employed)6 | Mio. € | 1.031 | 1.151 | 1.077 | 1.049 | 1.044 |
| CASH FLOW/INVESTITIONEN/ABSCHREIBUNGEN |
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| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | Mio. € | 188 | 124 | 153 | 108 | 155 |
| Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | 81 | 66 | 46 | 44 | 42 |
| Abschreibungen und Anlagenabgänge auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
Mio. € | 39 | 39 | 38 | 41 | 42 |
| MITARBEITER ZUM GESCHÄFTSJAHRESENDE | FTE3 | 1.705 | 1.704 | 1.651 | 1.626 | 1.624 |
| VERMÖGENS-/KAPITALSTRUKTUR |
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| Langfristiges Vermögen | Mio. € | 787 | 732 | 683 | 701 | 718 |
| Kurzfristiges Vermögen | Mio. € | 1.029 | 1.003 | 893 | 837 | 802 |
| Eigenkapital | Mio. € | 847 | 774 | 706 | 679 | 645 |
| Langfristige Schulden | Mio. € | 620 | 628 | 599 | 616 | 658 |
| Kurzfristige Schulden | Mio. € | 349 | 333 | 271 | 243 | 217 |
| Bilanzsumme | Mio. € | 1.816 | 1.735 | 1.576 | 1.538 | 1.520 |
| Eigenkapitalquote | % | 46,6 | 44,6 | 44,8 | 44,2 | 42,4 |
| DIVIDENDE/AUSSCHÜTTUNG |
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| Ausschüttung | Mio. € | 714 | 64 | 53 | 53 | 53 |
| Dividende je Aktie1 | € | 2,004 | 1,80 | 1,50 | 1,50 | 1,50 |
| Sonderausschüttung je Aktie1 | € | - | - | - | - | - |
| LEW-GRUPPE |
|
2005 | 2004 |
| Außenumsatz (inkl. Strom- und Erdgassteuer) | Mio. € | 879 | 764 |
| ERGEBNIS |
|
|
|
| EBITDA | Mio. € | 154 | 143 |
| Betriebliches Ergebnis | Mio. € | 113 | 101 |
| Nettoergebnis | Mio. € | 107 | 66 |
| Ergebnis je Aktie1 | € | 3,01 | 1,86 |
| Eigenkapitalrentabilität | % | 18,2 | 12,6 |
| Umsatzrentabilität | % | 12,1 | 8,6 |
| Return on Capital Employed (ROCE)6 | % | 10,9 | - 2 |
| Kapitalkosten vor Steuern | % | 10,0 | - 2 |
| Wertbeitrag6 | Mio. € | 9 | - 2 |
| Betrieblich gebundenes Vermögen (Capital Employed)6 | Mio. € | 1.036 | - 2 |
| CASH FLOW/INVESTITIONEN/ABSCHREIBUNGEN |
|
|
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| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | Mio. € | 120 | 94 |
| Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | 38 | 31 |
| Abschreibungen und Anlagenabgänge auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
Mio. € | 42 | 48 |
| MITARBEITER ZUM GESCHÄFTSJAHRESENDE | FTE3 | 1.636 | 1.730 |
| VERMÖGENS-/KAPITALSTRUKTUR |
|
|
|
| Langfristiges Vermögen | Mio. € | 703 | 726 |
| Kurzfristiges Vermögen | Mio. € | 705 | 591 |
| Eigenkapital | Mio. € | 585 | 520 |
| Langfristige Schulden | Mio. € | 644 | 636 |
| Kurzfristige Schulden | Mio. € | 179 | 161 |
| Bilanzsumme | Mio. € | 1.408 | 1.317 |
| Eigenkapitalquote | % | 41,5 | 39,5 |
| DIVIDENDE/AUSSCHÜTTUNG |
|
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| Ausschüttung | Mio. € | 605 | 53 |
| Dividende je Aktie1 | € | 1,50 | 1,50 |
| Sonderausschüttung je Aktie1 | € | 0,20 | - |
1
Aufgrund des Aktiensplits am 23. Juli 2007 wurden die Vorjahreswerte zur besseren
Vergleichbarkeit angepasst
2
Aufgrund der Einführung des IFRS-Konzernabschlusses keine Werte für 2004
3
Full Time Equivalents (1 FTE = 1 Vollzeitstelle), inklusive Auszubildende
4
Vorgeschlagene Ausschüttung bzw. Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2010 der
Lechwerke AG, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung am 12. Mai 2011
5
Inklusive Sonderausschüttung
6
Geänderte Berechnung des betrieblichen Vermögens sowie Absenkung des Kapitalkostensatzes
von 9,0 % auf 8,8 % ab 2010; Vorjahreswerte nicht angepasst
WUSSTEN SIE SCHON, DASS...
| ...die LEW-Gruppe 2010 in ihren 35 Wasserkraftwerken an Lech, Iller, Wertach, Günz und Donau umwelt- und klimafreundlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom produziert und damit rund 750.000 Tonnen Kohlendioxid in der Erzeugung vermieden hat? |
| REGENERATIVE ENERGIEN |
| ...die Lechwerke AG im eigenen Netzgebiet eine bedarfsorientierte Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufbaut, mit Kommunen und Tourismusvereinigungen Projekte zur Vermietung von E-Bikes gestartet hat und Angebote rund um das Thema "E-Mobility" für alle Kundengruppen präsentiert? |
| E-MOBILITY |
| ...die Lechwerke AG seit dem Jahr 2010 Haushaltszähler in sogenannter Stecktechnik (eHZ) installiert, die Kunden eine bequeme und zeitnahe Analyse ihres Energieverbrauchs erlauben und - teilweise mit technischer Zusatzausrüstung - eine Vielzahl weiterer Maßnahmen für mehr Energie- und Kosteneffizienz ermöglichen? |
| SMART METERING |
| ...mit Smart Home-Lösungen die Energieeffizienz im Haushalt gesteigert, der Verbrauch von Strom und Wärme intelligent gesteuert und dabei Heizkörper, Haushaltsgeräte und die Beleuchtung integriert werden können? |
| SMART HOME |
| ...die LEW-Experten in 2010 bei einer Vielzahl von Energieberatungsterminen vor Ort - zumeist in Rathäusern - Haus- und Wohnungsbesitzer, Bauherren, Renovierer und alle Interessierten über den effizienten Umgang mit Energie, über kostenorientiertes Bauen und Renovieren, über energiesparende Heizsysteme und über die Erzeugung von Solarstrom informiert haben? |
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